B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1243/2017 law/auj U r t e i l v o m 4 . M a i 2 0 1 7 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger. Parteien A._______, geboren am (…), und dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und die gemeinsamen Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), Kosovo, alle vertreten durch Viktor Peter, Rechtsanwalt, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Wegweisungsvollzug (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des SEM vom 27. Januar 2017 / N (…). D-1243/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Verfügung vom 16. August 2013 stellte das Bundesamt für Migration (BFM) fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre dritten Asylgesuche vom 26. September 2012 bezie- hungsweise vom 7. November 2012 gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG (SR 142.31) ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Für die Darstellung des Sachverhalts seit der ersten Einreise der Beschwerdeführenden in die Schweiz im Juni 1999 wird auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5000/2013 vom 16. No- vember 2016 (vgl. Seiten 2 – 16) verwiesen. B. Mit Eingabe vom 6. September 2013 erhoben die Beschwerdeführenden durch ihren damaligen Rechtsvertreter gegen die Verfügung des BFM vom 16. August 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean- tragten, die Dispositivziffern 3 bis 5 der Verfügung seien aufzuheben, es sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen; eventualiter sei die Sache zur ergänzen- den Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. C. Mit Urteil D-5000/2013 vom 16. November 2016 wies das Bundesverwal- tungsgericht diese Beschwerde vollumfänglich ab. D. Das SEM setzte den Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 28. No- vember 2016 eine Ausreisefrist bis 27. Dezember 2016 an. E. Mit Eingabe vom 14. Dezember 2016 reichten die Beschwerdeführenden durch ihren vormaligen Rechtsvertreter beim SEM ein Gesuch um Wieder- erwägung des Urteils D -5000/2013 des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. November 2016 (recte: der Verfügung des BFM vom 16. August 2013) ein und beantragten, es sei die Unzulässigkeit, Unmöglichkeit und Unzu- mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorlä ufige Aufnahme anzuordnen. Zur Begründung machten sie geltend, die Be- schwerdeführenden seien nicht mehr von der Sozialhilfe abhängig und die ganze Familie sei in der Schweiz gut integriert. Überdies habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stark verschlechtert, beim D-1243/2017 Seite 3 Beschwerdeführer sei eine stationäre Behandlung in einer psychiatrischen Klinik vorgeseh en, und das Kind E._______ befinde sich gegenwärtig ebenfalls in psychologisch -psychiatrischer Behandlung. Im Falle einer Rückkehr nach Kosovo würde sich der Gesundheitszustand der Eltern und des Kindes angesichts der erforderlichen, aber nicht sichergeste llten me- dizinischen Behandlungen massiv verschlechtern , so dass der Wegwei- sungsvollzug unzumutbar und teilweise gar unzulässig sei. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden beim SEM unter anderem folgende Unterlagen ein (alle in Kopie): ein Informati- onsschreiben der Unia Arbeitslosenkasse vom (…) an A._______ (nachfol- gend: Beschwerdeführer), wonach dieser einen Anspruch auf Arbeitslo- senentschädigung von 90 Tagen hat (durchschnittliche Monatsentschädi- gung: Fr. 1770.70, Beilage 4); einen am 15. November 2016 abgeschlos- senen, unbefristeten Arbeitsvertrag zwischen einem Take Away und B._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) über eine Tätigkeit als Rei- nigungskraft in einem Teilzeitpensum von 16% (Nachtarbeit; monatlicher Nettolohn: Fr. 52.80, Beilage 5 ); ein nicht unterzeichnetes Bestätigungs- schreiben des Arbeitgebers der Beschwerdeführerin vom Dezember 2016, worin dieser seine Zufriedenheit mit deren Arbeit ausdrückt und eine Lohn- erhöhung in Aussicht stellt (von Hand eingefügt: „ab 3000 Fr.“, Beilage 6); die erste Seite eines Berichtes über eine Konsultation des Beschwerdefüh- rers in der Notfallpraxis des Kantonsspitals in F._______ vom 2. Dezember 2016 sowie Laborbefunde (Beilage 7); ein Einsatzprotokoll eines Rettungs- dienstes vom 2. Dezember 2016, welcher den Beschwerdeführer nach der Ankündigung der Ausschaffung in die Notfallpraxis einlieferte (Verdachts- diagnose: psychische Dekompensation, Beilage 8); einen Arztbericht von Dr. med. G._______ vom 5. Dezember 2016, aus dem hervorgeht, dass am 5. Dezember 2016 der Eintritt des Beschwerdeführers in die Klinik H._______ für eine stationäre Behandlung vorgesehen sei (Beilage 9); ei- nen Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie in F._______ vom 12. De- zember 2016 über E._______ (Diagnosen: akute Belastungssituation und niedrige Intelligenz, Beilage 10); zwei die Beschwerdeführerin betreffende Arztberichte vom 12. Juni 2016 und 26. August 2016 (Beilagen 11 und 12), eine medizinische Be scheinigung vom 3. Oktober 2016, wonach der Be- schwerdeführerin eine CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-The- rapie verordnet wurde und sie deshalb aus medizinischer Notwendigkeit mit dem CPAP-Gerät und -Luftbefeuchter reisen muss, samt Merkblatt über die Mitnahme von CPAP-Geräten auf Flugreisen (Beilage 13), alle ausge- stellt von der Klinik für Schlafmedizin in F._______; ein Merkblatt der Lun- genliga Schweiz zur CPAP-Therapie (Beilage 14); ein Einsatzprotokoll des D-1243/2017 Seite 4 Rettungsdienstes vom 4. Dezember 2016 (Beschwerdeführerin, Beilage 15); schliesslich ein fachärztliches „Dringliches psychiatrisches Konsilium“ der Beschwerdeführerin mit Therapieempfehlung und Exploration bei dro- hender Ausschaffung, angefertigt durch die (…) GmBH Psychiatrie & Psy- chotherapie vom 6. Dezember 2016 (Beilage 16). F. Mit Verfügung vom 27. Januar 2017 wies das SEM das Wiedererwägungs- gesuch vom 14. Dezember 2016 ab, stellte die Rechtskraft und Vollstreck- barkeit der Verfügung des BFM vom 16. August 2013 fest, erhob eine Ge- bühr von Fr. 600.– und hielt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. G. Mit Eingabe vom 27. Februar 2017 erhoben die Beschwerdeführenden durch ihren neu mandatierten Rechtsvertreter gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantra gten, die Verfü- gung des SEM vom 27. Januar 2017 sei aufzuheben und es sei ihnen die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er- suchten sie darum, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu er- teilen. Ferner beantragen die Beschwerdeführenden, es sei ihnen die un- entgeltliche Rechtspflege zu gewähren, als unentgeltlicher Rechtsbeistand sei der unterzeichnende Rechtsanwalt zu ernennen, und es sei ihnen eine angemessene Frist zu gewähren, um die erforderlichen Belege nachzu- reichen. Im Weiteren ersuchten sie um die Edition sämtlicher vorinstanzli- chen Akten sowie der Akten des Beschwerdeverfahrens D-5000/2013 vor dem Bundesverwaltungsgericht. Sodann beantragten sie die Befragung ei- nes Zeugen, der die Verhältnisse in Kosovo und die konkrete Bedrohungs- lage der Beschwerdeführenden kenne, und schliesslich ersuchten sie da- rum, dem Sohn D._______ sei der Abschluss seiner zweijährigen Ausbil- dung in der Schweiz zu ermöglichen. Mit der Beschwerde wurden folgende Beweismittel eingereicht: für den Be- schwerdeführer ein Arztbericht von Dr. med. G._______ in I._______ vom 12. Juni 2016; die Beilage 7 zum Wiedererwägungsgesuch (ohne Labor- befunde); ein Austrittsbericht der Chirurgischen Abteilung des Regionalspi- tals J._______ in Kosovo zu einem Aufenthalt von K._______ vom 18. bis 19. Juli 2016, auf Deutsch übersetzt am 16. Dezember 2016; eine Einstel- lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Abteilung 3 L._______ vom 28. Ok- tober 2013 in Sachen Strafuntersuchung gegen M._______ wegen Dro- hung gegen den Beschwerdeführer; ein Meldeformular der Kantonspolizei D-1243/2017 Seite 5 F._______ an die kantonale Opferberatungsstelle, gemäss welchem der Beschwerdeführer seit längerer Zeit massive Morddrohungen erhalte , so- wie eine Sistierungsverfügung der obgenannt en Staatsanwaltschaft vom 2. Juli 2014 gegen Unbekannt in Sachen Drohung gegen den Beschwer- deführer sowie Missbrauch einer Fernmeldeanlage – der Beschwerdefüh- rer machte geltend, er sei am 7. Januar 2014 zwei Mal mit einer unter- drückten Telefonnummer angeru fen und bedroht worden; f ür die Be- schwerdeführerin ein ärztliches Attest und ein fachärztlicher Bericht der Kli- nik für Schlafmedizin in F._______, beide vom 12. Dezember 2016, sowie die Beilagen 13 und 16 zum Wiedererwägungsgesuch (vgl. Sachverhalt Bst. E); für E._______ ein „Integrationsbericht“ der Schulleitung N._______ vom 9. Dezember 2016; schliesslich für D._______ ein Schrei- ben der zuständigen kantonalen Behörde vom 19. Januar 2017, mit dem diese die am 27. Dezember 2016 erfolgte Auflösung des Lehrve rtrages zwischen der O._______ in P ._______ und D._______ widerrief. H. Mit Verfügung vom 3. März 2017 wies der Instruktionsrichter das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wegen Aus- sichtslosigkeit der Rechtsbegehren ab und stellte fest, die vom BFM mit Verfügung vom 16. August 2013 verfügte Wegweisung aus der Schweiz sei vollstreckbar. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro - zessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wies er aus demselben Grund ebenfalls ab. Sodann forderte der Instrukti- onsrichter die Beschwerdeführenden auf, bis 20. März 2017 einen Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 1200.– zu leisten, ansonsten auf die Be- schwerde nicht eingetreten werde. Die Behandlung der übrigen A nträge verwies er auf einen späteren Zeitpunkt. Hinsichtlich der in der Beschwerde vom 27. Februar 2017 beantragten Akteneinsicht hielt der Instruktionsrich- ter fest, dass beim Gericht bereits am 21. Februar 2017 ein Gesuch um Einsicht in die Akten des Beschwerdeverfahrens D-5000/2013 eingegan- gen war, und Frau MLaw Julia Bolzern nach telefonischer Bekanntgabe der Kosten von Fr. 260.– auf die Akteneinsicht verzichtet hatte. Bezüglich der vorinstanzlichen Akten verwies er auf das beim SEM am 20. Februar 2017 eingegangene Akteneinsichtsgesuch. I. Die Beschwerdeführenden zahlten den Kostenvorschuss am 17. März 2017 ein. D-1243/2017 Seite 6 J. Mit Begleitschreiben vom 24. März 2017 reichte der Rechtsvertreter wei- tere den Beschwerdeführer betreffende Unterlagen ein: ein Begleitschrei- ben von Dr. med. Q._______ vom 20. März 2017, einen Austrittsbericht der Rehaklinik R._______ vom 7. Juli 2014 ( mit einer zusammenfassenden Beurteilung des Klinikaufenthaltes vom 2. Juni 2014 bis 3. Juli 2014), einen Austrittsbericht de r Chir urgischen Klinik des Kantonsspitals F._______ vom 22. Januar 2014 sowie einen Bericht der Suva (…) vom 22. Dezember 2014 über eine kreisärztliche Untersuchung vom 16. Dezember 2014; fer- ner ein in deutscher Sprache verfasstes, handschriftliches und vom Be- schwerdeführer unterzeichnetes Schreiben vom 13. März 2017. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Da gemäss Lehre und Praxis Wiedererwä- gungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist das Bun- desverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG u nd Art. 52 Abs. 1 VwVG. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimi ert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nachdem der einver- langte Kostenvorschuss fristgerecht einbezahlt wurde, ist a uf die Be- schwerde einzutreten. D-1243/2017 Seite 7 2. 2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2.2 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche. 2.3 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 3. 3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge- regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift- lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sic h das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66 – 68 VwVG. 3.2 In seiner praktisch relevantesten Form , welche auch hier vorliegt, be- zweckt das Wiedererwägungsgesuch die Änderung einer ursprünglich feh- lerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Verände- rung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Blieb die abzuän- dernde Verfügung unangefochten oder wurde ein Beschwerdeverfahren mit einem P rozessentscheid abgeschlossen, können auch Revisions- gründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum sog. "quali- fizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Darüber hinaus sind Revisionsgründe, welche sich auf Tatsachen und Be- weismittel abstützen, die erst nach Abschluss eines Beschwerdeverfah- rens entstanden sind, stets unter dem Titel der Wiedererwägung bei der Vorinstanz einzubringen (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123 Abs. 2 Bst. a [letz- ter Satz] BGG; BVGE 2013/22). 4. 4.1 Zunächst ist festzuhalten ist, dass – entgegen dem Antrag im Wieder- erwägungsgesuch – im Rahmen eines Wiedererwägungsverfahrens vor dem SEM nicht die Korrektur eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts erwirkt werden kann. Vorliegend ist zu prüfen, ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid des BFM vom 1 6. August 2013 beziehungsweise seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-1243/2017 Seite 8 D-5000/ 2013 vom 16. November 2016 in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprünglich fehlerfreie Verfügung an nachträglich ein- getretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. 4.2 4.2.1 Im Wiedererwägungsgesuch wird vorgebracht, der Unterhaltsbedarf der Familie sei mit den erzielten Einkünften aus der Arbeitslosenentschä- digung des Beschwerdeführers, dem Lohn der Beschwerdeführerin und dem Lehrlingslohn von D._______ gedeckt. Überdies seien die Rentenan- sprüche des Beschwerdeführers aus der Unfall- und Invalidenversicherung Gegenstand weiterer Abklärungen, und die Beschwerdeführenden könnten auf die finanzielle Unterstützung ihrer zahlreichen in der Schweiz lebenden Verwandten zählen, so dass sie über gesicherte Einkünfte verfügten und nicht mehr sozialhilfeabhängig seie n ( vgl. Beilagen 4 – 6, Sachverhalt Bst. E). 4.2.2 Das SEM hielt in der angefochtenen Verfügung vom 27. Januar 2017 zutreffend fest, dass die Frage der Integration bei der Beurteilung von Weg- weisungsvollzugshindernissen in der Regel bedeutungslos ist und verzich- tete zu Recht auf eine Stellungnahme zu diesem Vorbr ingen, dies auch unter Hinweis auf die diesbezüglichen ausführlichen Erwägungen des Bun- desverwaltungsgerichts im Urteil D-5000/2013 vom 16. November 2016 (vgl. E. 7.3.1 – 7.3.3). Auf Beschwerdeeben e wird die angebliche wirt- schaftliche Integration der Beschwerdeführenden denn auch nicht mehr als Wiedererwägungsgrund genannt. 4.3 4.3.1 Im Wiedererwägungsgesuch wird ausgeführt, der Beschwerdeführer habe am 2. Dezember 2016 aufgrund eines psychischen Ausnahmezu- standes notfallmässig im Spital behandelt werden müssen. Dr. med. G._______ diagnostiziere im Bericht vom 5. Dezember 2016 unter ande- rem eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, eine posttraumatische Belastungsstörung und eine Akzentuierung v on Persönlichkeitszügen, histr ionisch-narzissti- sche und impulsive Ausprägung. Wegen der erheblichen depressiven Stö- rung sei eine stationäre Behandlung in der Klinik H._______ vorgesehen. Als Beweismittel wurden die Beilagen 7 – 9 eingereicht (vgl. Sachverhalt Bst. E). 4.3.2 Sowohl aus dem Einsatzprotokoll des Rettungsdienstes vom 2. De- zember 2016 (Beilage 8) als auch aus dem (unvollständig eingereichten) D-1243/2017 Seite 9 Bericht der Notfallpraxis des Kantonsspitals in F._______ vom 2. Dezem- ber 2016 geht hervor, dass der Zusammenbruch des Beschwerdeführers als Reaktion auf den Erhalt des Schreibens des SEM vom 28. November 2016 erfolgte, in dem den Beschwerdeführenden (nach Erlass des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. November 2016) mitgeteilt wurde, dass sie die Schweiz bis 27. Dezember 2016 zu verlassen haben. In der Notfallpraxis wurde beim Beschwerdeführer ein psychischer Aus- nahmezustand aufgrund katastrophaler Nachricht bei vorbestehender Be- lastungsstörung festgestellt (Beilage 7). Der vom Beschwerdeführer ge- äusserte Wunsch nach einer Einweisung in die Klinik H._______ steht ebenfalls in engem Zusammenhang mit dem Beschwerdeurteil und der da- rauffolgenden Ansetzung eine Ausreisefrist (vgl. u.a. die Diagnose „Kon- taktanlässe mit Bezug auf andere psychosoziale Umstände: Ausweisungs- bescheid, Z 65 im Arztbericht von Dr. med. G._______ vom 5. Dezember 2016). Die anderen in diesem Bericht (und in früheren Arztberichten) auf- geführten Diagnosen – rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, F 33.2, posttraumatische Belastungsstörung, F 43.1, Akzentuierung von Persönlichkeitszügen: his- trionisch-narzisstische und impulsiv e Ausprägung, Z 73) – wurden vom Bundesverwaltungsgericht bereits im Urteil D-5000/ 2013 vom 16. Novem- ber 2016 (E. 7.4.3) gewürdigt. Im ersten Teil ihres Berichtes vom 5. De- zember 2016 stellt die Psychiaterin ein sowohl psychisch als auch körper- lich massiv verschlechtertes Zustandsbild des Beschwerdeführers fest – dies am 6. Juni 2016 nach dem Entscheid der Invalidenversicherung, wo- nach er arbeitsfähig sei. Aufgrund des damals deutlich verschlechterten psychischen Zustandes vereinbarte sie mit ihm ein engma schiges Thera- piesetting, welches er aber, wie die Ärztin im Bericht festhält, kaum einhielt, erschien er doch im Zeitraum von 17. Juni 2016 bis 2. Dezember 2016 nur zu fünf von neun Therapiesitzungen. Im zweiten Teil des Berichtes fasst Dr. med. G._______ die Äusserungen des Beschwerdeführers an der Sitzung vom 2. Dezember 2016 zusammen. Im Zusammenhang mit einem definiti- ven Ausweisungsbescheid habe dieser von suizidalen Gedanken und Phantasien über fremdgefährdende Handlungen im Zusammenhang mit einem definitiven Ausweisungsentscheid berichtet. Er könne nicht nach Ko- sovo zurückkehren, da er dort an Leib und Leben gefährdet sei und ein Bruder sowie ein Sohn dort bereits umgebracht worden seien. Er sei ver- zweifelt und wolle sich in jedem Fall gegen eine Aussc haffung wehren; schlimmstenfalls wolle er darum kämpfen, hier zu bleiben. Gemäss seiner Ehefrau begebe sich der Beschwerdeführer zum Teil täglich in den Keller und lege sich dort einen Strick um den Hals. Nicht nur aus diesem Arztbe-D-1243/2017 Seite 10 richt wird ersichtlich, wie der Beschwerdeführer auf als ungerecht empfun- dene Entscheide von Behörden und Gerichten zu reagieren pflegt. Bereits die Rehaklinik R._______ hat in ihrem Psychosomatischen Konsilium vom 30. Juni 2014 beim Beschwerdeführer ein dysfunktionales Überzeugungs- und Bewältigungsmuster mit expressivem Schmerzverhalten und Opferrol- lenproblematik diagnostiziert und festgehalten, dieser fühle sich in ver- schiedener Hinsicht als Opfer, erwarte eine Wiedergutmachung in Form einer definitiven Aufenthaltsbewilligung und neige in seinen Angaben ge- nerell zu plakativer Überzeichnung, was durch narzisstische und impulsive Persönlichkeitszüge noch verstärkt werde. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 16. November 2016 auch diesen Bericht gewür- digt (vgl. E. 7.4.3). Die auf Beschwerdeebene eingereichten Austrittsbe- richte der Rehaklinik R._______ vom 7. Juli 2014 und der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals F._______ vom 22. Januar 2014 sowie die Be- funde des Berichtes der Suva (…) vom 22. Dezember 2014 über eine kreis- ärztliche Untersuchung vom 16. Dezember 2014 (vgl. Sachverhalt Bst. J) sind ebenfalls vor dem Urteilszeitpunkt entstanden und vermögen schon deshalb keine veränderte Sachlage zu begründen. Nach dem Urteilszeit- punkt entst anden ist lediglich das Begleitschreiben von Dr. med. Q._______ vom 20. März 2017; dessen Inhalt beschränkt sich allerdings grösstenteils auf eine Zusammenfassung der in den Austritts- und Arztbe- richten aufgestellten Diagnosen und Befunde sowie Ausführungen zur Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers, die das Bundesverwaltungsgericht im genannten Urteil bereits gewürdigt hat (vgl. E. 7.4.3). Dabei ist es zum Schluss gelangt, keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beschwer- deführer an aktuellen, schwerw iegenden gesundheitl ichen Problemen leide, die nur in der Schweiz behandelbar wären und allenfalls ein Vollzugs- hindernis darstellen könnten. Eine vorübergehende Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Asylsuchenden nach einem abweisenden Ent- scheid st ellt keine wiedererwägungsrechtlich relevante Veränderung der Sachlage dar. Das SEM hat in der angefochten Verfügung vom 27. Januar 2017 zutreffend festgehalten, dass sich eine depressive Entwicklung bei Asylsuchenden nicht selten im Moment der Abweisung des Asylgesuches manifestiert oder dadurch akzentuiert wird, was jedoch dem Wegweisungs- vollzug weder unter dem Aspekt von Art. 83 AuG (SR 142.20) noch von Art. 3 EMRK entgegensteht. 4.4 4.4.1 Im Wiedererwägungsgesuch vom 14. Dezember 2016 wird geltend gemacht, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich „zu- letzt stark verschlechtert“. Sie sei gesundheitlich schwer angeschlagen und D-1243/2017 Seite 11 leide an einer schweren Lungenerkrankung . Prof. Dr. med. S._______, Neurologe FMH und Schlafspezialist SGSSC, Klinik fü r Schlafmedizin, habe in seinem Bericht vom 12. Mai 2016 unter anderem ein S chweres Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS) diagnostiziert, dessen Behand- lung aus schlafmedizinischer Sicht indiziert sei. In seinem Bericht vom 26. August 2016 halte derselbe Arzt fest, die Etablierung der CPAP-Thera- pie sei vordringlich und eine stationäre Behandlung sei indiziert. Er bestä- tige zudem, dass die Beschwerdeführerin wegen der OS AS-Erkrankung mit einem CP AP-Gerät und -Luftbefeuchter reisen müsse (vgl. Beilagen 11 – 14, Sachverhalt Bst. E). Ferner wird vorgebracht, die Beschwerdeführerin habe am 4. Dezember 2016 hyperventiliert und sei im Badezimmer kollabiert. Der aufgebotene Rettungsdienst habe sie vor Ort insoweit beruhigen können, als man sie nicht habe hospitalis ieren müssen. Der Psychiater Dr. med. T._______ habe ihr am 6. Dezember 2016 unter anderem eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen diagnostiziert. Die Depression werde erschwert durch Stimmenhören, welche s zu Suizidhandlungen an- zutreiben scheine. Der Psychiater könne eine Ausschaffung nicht befür- worten, da ein zusätzlicher Gesundheitsschaden überwiegend wahr- scheinlich sei. Im Fall einer Abschiebung müsse die Beschwerdeführerin bis über die Ankunft im Heimatland hinaus vor Suizidhandlungen geschützt werden. Eine wöchentliche Psychotherapie vor Ort inklusive Psychophar- makotherapie, allenfalls auch eine stationäre Behandlung, sei unabdingbar (vgl. Beilagen 15 und 16, Sachverhalt Bst. E). Im Gesuch wird sodann argumentiert, die Gesundheitsversorgung in Ko- sovo sei mit derjenigen in der Schweiz nicht vergleichbar, weshalb die Be- schwerdeführerin in Kosovo weder Zugang zu einer Psychotherapie n och zu einer CPAP-Therapie hätte. Die Inbetriebnahme eines CPAP -Gerätes sei in Kosovo auch des halb nicht sichergestellt, weil dort jederzeit mit Stromunterbrüchen zu rechnen sei, die finanziellen Mittel für eine Beschaf- fung eines Gerätes fehlten und die Beschwerdeführenden auf sich alleine gestellt sein würden. Die Fortführung der CPAP -Therapie sei notwendig und müsse bis ans Lebens ende erfolgen, wobei eine regelmässige fach- ärztliche klinische Kontrolle und e ine regelmässige Kontrolle der L abor- werte gewährleistet sein müsse, um die Therapie lege artis durchführen zu können. Ein Abbruch der Therapie würde die Lebenserwartung der Be- schwerdeführerin massiv verkürzen beziehungsweise zu einer fortschrei- tenden Schwächung des Immunsystems und damit zum sicheren Tod füh-D-1243/2017 Seite 12 ren. Eine Ausschaffung der Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer schwe- ren, lebensbedrohlichen Erkrankung nicht nur unzumutbar, sondern würde auch eine Verletzung von Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und Art. 3 EMRK darstellen. 4.4.2 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das Be- schwerdeurteil D-5000/2013 vom 16. November 2016 (E. 7.4.2) fest, dass die Beschwerdeführerin während des Beschwerdeverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht keine aktuellen Arztzeugnisse bezüglich der Lungenerkrankung einreichte und in der Schweiz bis zum Urteilszeitpunkt nicht in psychiatrischer Behandlung war. Hinsichtlich des ersten, je einge- reichten Arztberichtes aus der Schweiz zum psychischen Gesundheitszu- stand der Beschwerdeführerin vom 6. Dezember 2016 hält das SEM zu- treffend fest, dass dieser wenig Aussagekraft zu entfalten verma g. In der Tat beruht die Einschätzung von Dr. med. T._______, Facharzt für Psychi- atrie und Psychotherapie und Gründungsmitglied der (…) GmBH, auf einer einzigen Sitzung mit der Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2016. An dieser Sitzung waren offenbar zunächst sie und ihr Ehemann anwesend. Da der Beschwerdeführer vor allem von sich selbst und der Situation an- gesichts der drohenden Ausschaffung sprach, wurde er durch eine der Töchter ersetzt. Als schwierig erwies sich die Erstellung einer zuverlässi- gen Diagnose gemäss Dr. med. T._______ auch wegen der schlechten Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin und ihres E hemannes und weil Familienangehörige als Dolmetscher fungierten. Der Beschwerdefüh- rer behauptete, seine Ehefrau leide unter einer posttraumatischen Belas- tungsstörung, was jedoch, wie im Bericht angemerkt wird, mit keinen frühe- ren psychiatrischen Berichten belegt wurde. Laut dem Arztbericht war (bei den Schilderungen von Kriegserlebnissen in Kosovo durch die Beschwer- deführerin) das – für eine posttraumatische Belastungsstörung erforderli- che – dissoziative Geschehen in der Konsil -Situation nicht zu bemerken . Während vor allem die Beschreibungen der Halluzinationen und der De- pression nachvollziehbar gewirkt hätten, sei dies gemäss dem Psychiater bei den anderen Diagnosen nur eingeschränkt der Fall gewesen. Die Hauptdiagnose lautete schliesslich auf eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD 10 F 32.3); ferner bestehe ein Ver- dacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10 F 43.1), auf Tran- cezustände (ICD 10 F 44.3) und auf eine somatoforme Störung. Eine wö- chentliche Psychotherapie vor Ort inklusive Psychopharmakotherapie, al- lenfalls auch eine stationäre Behandlung , sei unabdingbar (vgl. Beilagen 15 und 16, Sachverhalt Bst. E). D-1243/2017 Seite 13 4.4.3 Das SEM führt zur psychiatrische Grundversorgung in K osovo aus, diese sei weitgehend gewährleistet; Krankheitsbilder wie leichte bis schwere Depressionen, Psychosen oder paranoide Schizophrenie könnten grundsätzlich in den verschieden staatlichen Einrichtungen behandelt wer- den. Zwar seien komplementär angewendete Gesprächstherapien gemes- sen an westeuropäischen Ansprüchen aus Kapazitätsgründen einge- schränkt, doch sei mit einer medikamentösen Behandlung zumindest eine Reduktion der Symptome erreichbar. Dieser Argumentation wird auf Be- schwerdeebene entgegengehalten, gemäss der Beurteilung von Dr. med. T._______ vom 6. Dezember 2016 sei bei der Beschwerdeführerin eine wöchentliche Psychotherapie, allenfalls auch eine stationäre Behandlung, unabdingbar,. Die psychiatrische Mindestbehandlung sei aufgrund der lan- gen Wartezeiten nicht gewährleistet, und die psychiatrischen Einrichtungen in Kosovo seien nicht auf Krankheitsbilder ausgerichtet, bei denen die psy- chischen Probleme nur einen Teil des Behandlungspaketes darstellten, wie beispielsweise nach schweren Unfällen jeglicher Art (wie beim Beschwer- deführer) oder im Fall der schweren Lungenkrankheit der Beschwerdefüh- rerin. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass sich das Bundesverwaltungs- gericht zur angeblichen schweren Lungenerkrankung der Beschwerdefüh- rerin im Beschwerdeurteil D -5000/2013 (E. 7.4.2) bereits geäussert hat. Sodann handelt es sich bei der Aussage von Dr. med. T._______ – „Kon- frontationen mit den Orten der Gräueltaten oder Begegnungen mit Tätern wie aber auch mit Opfern werden überwiegend wahrscheinlich zu massi- ven psychischen Dekompensati onen bei der Patientin führen“ – um eine reine Vermutung, welche praktisch ausschliesslich auf den Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes während einer einzigen Sitzung beruht. Es liegt bis heute kein fachärztlicher Bericht vor, in dem der Be- schwerdeführerin in der Schweiz je eine posttraumatische Belastungsstö- rung attestiert worden wäre und aus dem hervo rginge, dass sie während der über 13 Jahre, die sie insgesamt in der Schweiz verbracht hat, sich im Zusammenhang mit unbewältigten Kriegserlebnissen in Kosovo je in eine Psychotherapie hätte begeben wollen. Es erscheint daher als unwahr- scheinlich, dass die Beschwerdeführerin sich aus den vom Arzt angeführ- ten Gründen bei einer Rückkehr nach Kosovo einer wöchentlichen Psycho- therapie inklusive Psychopharmakotherapie oder gar einer stationären Be- handlung wird unterziehen wollen. Hinsichtlich der bei der Beschwerdefüh- rerin diagnostizierten depressiven Episode ist festzuhalten, dass diese sich offensichtlich im Zusammenhang mit dem Beschwerdeurteil manifestiert hat und kein Wegweisungsvollzugshindernis zu begründen vermag. Sollte die Beschwerdeführerin – oder auch ihr Ehemann und die Kinder – bei der Akzeptanz der Rückkehr und der Reintegration in Kosovo psychologische D-1243/2017 Seite 14 Unterstützung benötigen, können sie diese in staatlichen Institutionen oder aber, falls dort Wartefristen bestehen sollten, mit finanzieller Unterstützung ihrer erwachsenen, in der Schweiz aufenthaltsberechtigten Kinder bezie- hungsweise Geschwister auch in Privatkliniken oder -praxen erhalten – zu ihrem Vorteil in ihrer Muttersprache. 4.4.4 In allen eingereichten Arztberichten der Klinik für Schlafmedizin wird der Beschwerdeführerin neben dem Schlafapnoe-Syndrom auch eine Adi- positas per magna diagnostiziert. Die Adipositas per magna, auch als mor- bide Adipositas oder Adipositas Grad III bezeichnet, ist die schwerste Form der Fettleibigkeit (ab einem Body Mass Index von 40). Adipositas erhöht das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arthrose und Schlafapnoe -Syndrom (vgl. < www.sprechzimmer.ch >, Stichwort: Adipositas). Aus dem ersten Arztbe- richt der Klinik für Schlafmedizin vom 12. Mai 2016 (Seite 3) geht denn auch hervor, dass das Schlafapnoe-Syndrom bei der Beschwerdeführerin erst nach der schleichenden Gewichtszunahme auftrat. Die Beschwerde- führerin hat diesen Arztbericht, den späteren Bericht der Klinik für Schlaf- medizin vom 26. August 2016 sowie die medizinische Bescheinigung vom 3. Oktober 2016 im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsge- richt nicht eingereicht. Nur 28 Tage nach dem Beschwerdeurteil D-5000/3013 vom 16. November 2016 lässt sie mit diesen vorbestandenen Beweismitteln wiedererwägungsweise geltend machen, im Fall einer Rück- kehr nach Kosovo sei ihr Leben bedroht, weil die Anwendung der CPAP- Therapie dort nicht sichergestellt sei. Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass es sich bei der Schlafapnoe entgegen der im Wiedererwägungsgesuch reichlich übertriebenen Darstellung nicht per se um e ine lebensbedro- hende Krankheit handelt. Weltweit haben zahlreiche Menschen Schlafap- noe, ohne dass sie diese je behandeln lassen. Beim bei der Beschwerde- führerin diagnostizierten O bstruktiven Schlafapnoe -Syndrom kommt es durch Verschluss der Atemwege zum Atemstillstand beziehungsweise zu Atempausen, und die Person wacht aufgrund des daraus resultierenden Sauerstoffmangels nachts wiederholt auf, was zu Tagesmüdigkeit und ver- minderter körperlicher und geis tiger Leistungsfähigkeit führt (vgl. < www.sprechzimmer.ch >, Stichwort: Schlafapnoe). Die Aussage im Arzt- bericht der Klinik für Schlafmedizin vom 12. Mai 2016, die Behandlung des Schlafapnoe-Syndroms sei aus schlafmedizinischer Sicht indiziert, bedeu- tet nicht, dass sie lebensnotwendig wäre, sondern dass dadurch der Schlaf der Beschwerdeführerin und damit ihr allgemeines Wohlbefinden verbes- sert werden kann. Zwar kann, wie in der Beschwerde vorgebracht wird, ein unbehandeltes Schlafapnoe -Syndrom mit der Zeit zu Herz -Kreislauf-D-1243/2017 Seite 15 Krankheiten führen, doch ist das Risiko von Folgeerkrankungen bei der Adipositas viel höher als bei der Schlafapnoe, welche zudem, wie darge- legt, ihrerseits erst aufgrund der Adipositas der Beschwerdeführerin auftrat. Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung dargelegt, dass die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte schlafbezogene Atmungsstörung mit- tels einer CPAP -Therapie mit regelmässigen medizinischen Kontrollen auch in Kosovo gewährleistet ist, sei es in der Universitätsklinik in Pristina, in Regionalspitälern oder in privaten Arztpraxen, welche viele Ärzte neben ihrer Tätigkeit in staatlichen Spitälern betreiben. Eine erfolgreiche Therapie setzt allerdings auch die Mitarbeit der Patientin beziehungsweise eine ge- wisse Therapietreue (Compliance) voraus, die bisher bei der Behandlung in der Schweiz ungenügend war, wie aus den Arztberichten der Klink für Schlafmedizin hervorgeht. Dies war auch der Grund, weshalb der behan- delnde Arzt eine stationäre Behandlung als indiziert ansah. Sollte die Be- schwerdeführerin nach der Rückkehr nach Kosovo tatsächlich gewillt sein, bei einer CPAP-Therapie aktiv mitzuwirken, wird sie dabei – falls erforder- lich – auf die finanzielle Unterstützung ihrer in der Schweiz aufenthaltsbe- rechtigten erwachsenen Kinder zählen können. Den grössten Risikofaktor für ihre Gesundheit stellt allerdings die Adipositas der Beschwerdeführerin dar. Eine Behandlung beziehungsweise Begleitung bei der Bewältigu ng der Adipositas ist ohne weiteres auch in Kosovo möglich, falls erforderlich wiederum mit finanzieller Unterstützung ihrer erwachsenen Kinder. 4.5 4.5.1 Hinsichtlich des einzigen noch minderjährigen Kindes der Beschwer- deführenden, E._______, wird im Wiedererwägungsgesuch unter Beilage eines Berichtes einer Psychologin der Kinder - und Jugendpsychiatrie in F._______ vom 12. Dezember 2016 ausgeführt, das Mädchen befinde sich gegenwärtig in psychiatrischer Behandlung, und es brauche weiterhin pro- fessionelle psychologische/psychiatrische Begleitung. Die Psychologin halte in ihrem Bericht fest, dass eine Ausschaffung nach Kosovo sich si- cherlich sehr negativ auf die weitere Entwicklung von E._______ auswir- ken werde. 4.5.2 Der Bericht der Psychologin der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 12. Dezember 2016 basiert auf einer Sitzung mit E._______ und einer mit ihren Eltern, die beide wohl am 9. Dezember 2016 stattfanden. Die Psy- chologin U._______ hält im Bericht fest, dass eine persönliche Anamnese mit E._______ noch nicht aufgenommen werden konnte. Sie zitiert die Er- gebnisse von zwei Abklärungen des Schulpsychologischen Dienstes D-1243/2017 Seite 16 (SPD) (…). Eine Potentialabklärung des SPD hatte bei E._______ Werte im unterdurchschnittlichen Bereich ergeben, die zum Teil durch die vielen schulischen Wechsel zu erklären waren. In letzter Zeit hätten sich die Leis- tungen von E._______ offenbar verbessert. Sie weise allgemeine Lern - und Leistungsprobleme auf und leide an Konzentrationsproblemen; die Lernziele seien reduziert. Laut der Psychologin U._______ meldete der SPD E._______ notfallmässig bei der Kinder - und Jugendpsychiatrie F._______ zur Beurteilung an mit der Begründung, es gehe ihr sehr schlecht, seit die Familie vor kurzem den Ausweisungsentscheid erhalten habe. E._______ leide unter Ängsten, weine den ganzen Tag und esse und trinke nicht mehr, was auch mit Wunden im Mund zu tun habe, die im Spital behandelt worden seien. Die Psychologin U._______ hält in ihrem Bericht vom 12. Dezember 2016 fest, dass E._______ die drohende Ausschaffung Angst macht und sie sich sehr stark um ihre „sowohl psychisch als auch körperlich schwer kranken Eltern“ sorgt. Die lungenkranke Mutter sei nachts abhängig von einem Atemapparat, und E._______ sei überzeugt, dass die Mutter wegen der häufigen Stromunterbrüche sterben würde, wenn sie nach Kosovo ausrei- sen müsste. Die Schule sei für E._______ sehr wichtig; dort könne sie sich vor der drohenden Ausschaffung und den damit zusammenhängenden Be- lastungen und der gesundheitlichen Situatio n der Eltern ablenken. Der Ausschaffungsentscheid habe E._______ und ihre ganze Familie in eine Extremsituation versetzt, die alle zutiefst erschüttert habe. Die Eltern seien in Panik und reagierten mit heftigen somatischen und psychischen Symp- tomen bis zu Suiziddrohungen. E._______ leide unter Alpträumen, Ängs- ten, starker Traurigkeit, Verzweiflung und grossen Sorgen um die Eltern. Zuhause ziehe sie sich zurück und weine. Bei einer Ausschaffung könnten die Eltern der verunsicherten und belasteten Tochter, die durch die vielen Wohn- und Schulwechsel und die mangelnden intellektuellen Ressourcen sehr verletzlich sei, absolut keinen Halt und Schutz bieten. Eine erneute Integration in dem ihr völlig unbekannten Heimatland wäre enorm er- schwert, so dass E._______ bei einer Ausschaffung und Integration in Ko- sovo sicherlich professionelle Hilfe benötigen würde. Die Psychologin di- agnostizierte eine akute Belastungsreaktion (F43.0) und niedrige Intelli- genz; eine medikamentöse Behandlung fand nicht statt. 4.5.3 Sind von eine m Wegweisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen Gesichtspunkt von gewichtiger Bedeutung. Dies ergibt sich aus einer völkerrechtskonfor- men Auslegung von Art. 83 Abs. 4 AuG im Lichte von Art. 3 Abs. 1 des D-1243/2017 Seite 17 Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (nachfolgend: KRK [SR 0.107]). Unter diesem Aspekt sind in die Beurtei- lung der Zumutbarkeit sämtliche Umstände einzubeziehen und zu würdi- gen, die im Hinblick auf den Vollzug der Wegweisung eines Kindes wesent- lich erscheinen. Namentlich können dabei folgende Kriterien im Rahmen einer Gesamtbeurteilung von Bedeutung sein: Alter des Kindes, Reife, Ab- hängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Ei- genschaften seiner Bezugspersonen (insbesondere Unterstützungsbereit- schaft und -fähigkeit), Stand und Prognose bezüglich Entwicklung bezie- hungsweise Ausbildung sowie der Grad der erfolgten Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz. Die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz ist im Hinblick auf die Prüfung der Chancen und Hindernisse einer Reintegration im Heimatland bei einem Kind als gewichtiger Faktor zu wer- ten. Kinder sollten nicht ohne triftigen Grund aus einem vertrauten Umfeld herausgerissen werden. Dabei ist aus entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das unmittelbare persönliche Umfeld des Kindes (das heisst seine Kernfamilie) zu berücksichtigen, sondern es sind auch seine weiteren so- zialen Beziehungen in die Überlegungen miteinzubeziehen. Die Verwurze- lung in der Schweiz kann – auch und insbesondere bei jungen Erwachse- nen – eine reziproke Wirkung auf die Frage der Zumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs haben, indem eine starke Integration in der Schweiz eine Entwurzelung im Heimatstaat zur Folge haben kann, die unter Umständen die Rückkehr in den Heimatstaat unzumutbar erscheinen lässt (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.6, BVGE 2009/28 E. 9.3.2 je mit weiteren Hinweisen). 4.5.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Urteil D -5000/2013 vom 16. November 2016 in E. 7.3.5 eine allfällige Gefährdung des Kindeswohls von E._______ bei einer Rückkehr der Familie nach Kosovo eingehend geprüft und verneint. Es hat dargelegt, aufgrund welcher Überlegungen es zum Schluss gelangt ist, dass E._______ in der Schweiz nicht derart ver- wurzelt ist, dass bei ihr im Fall einer Rückkehr eine tiefgreifende Entwurze- lung zu befürchten wäre, welcher unter dem Aspekt der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung ausschlaggebende Bedeutung beigemessen werden könnte. Eine Gefährdung des Kindeswohls bei einer Rückkehr der Familie nach Kosovo und damit eine wiedererwägungsrechtlich erhebliche veränderte Sachlage lässt sich entgegen der in der Beschwerde vertrete- nen Ansicht weder mit dem Bericht der Kinder - und Jugendpsychiatrie in F._______ vom 12. Dezember 2016 noch mit dem „Integrationsbericht“ der Schulleitung N._______ vom 9. Dezember 2016 begründen. Aus beiden Berichten ist keine erhebliche Verbesserung der Integration von E._______ D-1243/2017 Seite 18 ersichtlich, was angesichts der kurzen Zeitdauer seit dem Beschwerdeur- teil vom 16. November 2016 nicht erstaunt. In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die Behauptung des Beschwerdeführers in seinem Schreiben vom 13. März 2017, E._______ spreche kein Wort Albanisch, unwahr ist. Dem „Integrationsbericht“ vom 9. Dezember 2016 ist zu ent- nehmen, dass E._______ bei ihrer Wiedereinreise in die Schweiz im Jahr 2013 (nach vierjährigem Aufenthalt in V._______) praktisch keine Deutsch- kenntnisse hatte und kaum lesen und schreiben konnte. Zum andern sind die Deutschkenntnisse ihrer Eltern bis heute sehr beschränkt (vgl. Arztbe- richt von Dr. med. T._______ vom 6. Dezember 2017). Es ist demzufolge davon auszugehen, dass E._______ bei der Wiedereinreise in die Schweiz im Jahr 2013 in erster Linie ihre Muttersprache Albanisch sprach und dies bis heute die Sprache ist, in welcher sie mit ihren Eltern kommuniziert. Auch dieses Vorbringen erschöpft sich somit in appellatorischer Kritik am Urteil D-5000/2013 vom 16. November 2016, in dem bereits f estgehalten wurde, dass E._______ mit der Kultur ihrer Eltern und der albanischen Sprache vertraut ist (vgl. E. 7.3.5). 4.5.5 Im Wiedererwägungsverfahren wurde erstmals ein Bericht zum Ge- sundheitszustand von E._______ eingereicht. Die im Bericht der Kinder - und Jugendpsychiatrie in F._______ vom 12. Dezember 2016 von der Psy- chologin U._______ diagnostizierte akute Belastungsreaktion (F43.0) steht offensichtlich in engem Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts vom 16. November 2016 und der daraufhin vom SEM auf den 27. Dezember 2016 angesetzten Ausreisefrist, beziehungsweise ins- besondere auch mit den panischen Reaktionen der Eltern von E._______ auf den definitiven Ausweisungsentscheid. So macht E._______ einerseits die drohende Ausschaffung Angst, andererseits macht sie sich grosse Sor- gen um ihre Eltern, welche sie gemäss dem Bericht als „sowohl psychisch als auch körperlich schwer krank“ erlebt. Dass die Mutter nachts von einem Atemapparat abhängig sei und im Fall einer Ausschaffung nach Kosovo wegen der häufigen Stromunterbrüche sterben würde, hat sich E._______ kaum selbst ausgedacht. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie auf- grund des Verhaltens ihrer Eltern nach dem Beschwerdeurteil zu dieser Überzeugung gelangt ist. Offenbar sind die Eltern so sehr mit sich selbst beschäftigt und unfähig, den Wegweisungsenscheid zu akzeptieren, dass sie nicht in der Lage sind, die Bedürfnisse von E._______ zu erkennen, sondern das Kind im Gegenteil mit ihrem Verhalten noch mehr belasten. Zweieinhalb Monate nach dem Verfassen des Berichtes der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 12. Dezember 2016 wird i n der Beschwerde vom D-1243/2017 Seite 19 27. Februar 2017 (Seite 5) hinsichtlich E._______ vorgebracht: „Sie weint den ganzen Tag, isst und trinkt nichts“. Diese – ohnehin nicht belegte Be- hauptung – überzeugt nicht. Da die offenbar durch Stress verursachten Wunden im Mund von E._______, die so schmerzhaft waren, dass sie des- wegen nichts mehr ass und trank, im Spital behandelt wurden und seither keine weiteren Arztberichte mehr eingereicht w urden, darf angenommen werden, dass sie geheilt sind und das Kind wieder normal essen und trin- ken kann. Mangels anderslautender aktueller ärztlicher Berichte ist davon auszugehen, dass sich die Situation normalisiert hat, so dass E._______ sich nicht in einer medizinischen Notlage befi ndet. Bereits im Urteil D - 5000/2013 vom 16. November 2016 E. 7.3.5 wurde festgehalten, dass sich die Klärung der Aufenthaltssituation der Familie positiv auf die künftige Ent- wicklung des Kindes auswirken wird. Angesichts der geringen Unterstüt- zung, die E._______ von ihren Eltern erhält, ist übereinstimmend mit der Psychologin U._______ davon auszugehen, dass das Kind bei der Integra- tion in Kosovo allenfalls professionelle Unterstützung benötigen wird. So- weit eine solche weder durch die Rückkehrhilfe gedeckt ist noch anderwei- tig kostenlos zur Verfügung steht, ist den in der Schweiz aufenthaltsberech- tigten erwachsenen Geschwistern von E._______ zuzumuten, die allen- falls erforderliche psychologische oder psychosoziale Unterstützung zu fi- nanzieren. 4.6 In der Beschwerde wird sodann darum ersucht, dem Sohn D._______, welcher seit Sommer 2016 eine zweijährige Ausbildung bei der O._______ in P ._______ absolviere, sei zumindest zu ermöglichen, diese in der Schweiz abzuschliessen. Wie das Bundesverwaltungsgericht b ereits im Urteil D-5000/2013 (E. 7.2.3) angedeutet hat, sind für die Prüfung von Ge- suchen um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zwecks Ausbildung nicht die Asylbehörden, sondern die Kantone zuständig. Gemäss dem auf Beschwerdeebene eingereichten Schreiben vom 19. Januar 2017 hat die zuständige kantonale Behörde die am 27. Dezember 2016 (Ablauf der Aus- reisefrist) erfolgte Auflösung des Lehrvertrages zwischen dem Lehrbetrieb und D._______ denn auch widerrufen. Offenbar haben die Beschwerde- führenden bei d er zuständigen kantonalen Behörde ein Härtefallgesuch eingereicht (vgl. Wiedererwägungsgesuch S. 3). 4.7 4.7.1 Des Weiteren wird in der Beschwerde (nicht jedoch im Wiedererwä- gungsgesuch) vorgebracht, der Beschwerdeführer habe „bereits mehr- mals“ Ausführungen über Blutrache und seine Gefährdung als Deserteur gemacht, und er werde konkret durch verfeindete Gruppen, insbesondere D-1243/2017 Seite 20 die Familie W._______, bedroht, so dass er für sich und seine Familie im Fall einer Rückkehr nach Kosovo eine ernsthafte Gefährdung von Leib und Leben befürchte. Er werde seit Jahren durch M._______ bedroht und habe den Strafantrag wegen Drohung im Jahr 2013 ausschliesslich aus Angst vor Repressionen zurückgezogen. Die Drohungen dauerten an und seien im Sommer 2016 gegenüber einem Bruder des Beschwerdeführers, K._______, umgesetzt worden, der einen M esserangriff nur mit Glück überlebt habe. Von den staatlichen Behörden in Kosovo habe K._______ nach dem Angriff keinerlei Hilfe erhalten, insbesondere weil ein Angehöri- ger der Familie W._______ selbst Polizist sei. Für Minderheiten wie die Familie X._______ bestehe in Kosovo aufgrund grassierender Korruption kein Schutz. Zur Stützung dieser Vorbringen werden folgende Beweismittel eingereicht: ein Austrittsbericht eines Regionalspitals in Kosovo vom Juli 2016; eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft L._______ vom 28. Oktober 2013 in Sachen Strafuntersuchung gegen M._______ wegen Drohung gegen den Beschwerdeführer; ein Meldeformular der Kantonspo- lizei F._______ an die kantonale Opferberatungsstelle, gemäss welchem der Beschwerdeführer seit längerer Zeit massive Morddrohungen erhalte, und eine Sistierungsverfügung der obgenannten Staatsanwaltschaft vom 2. Juli 2014 gegen Unbekannt in Sachen Drohung gegen den Beschwer- deführer sowie Missbrauch einer Fernmeldeanlage (der Beschwerdeführer machte geltend, er sei am 7. Januar 2014 zwei Mal von einer unterdrückten Telefonnummer aus angerufen und bedroht worden). 4.7.2 Im handschriftlichen und vom Beschwerdeführer unterzeichneten Schreiben vom 13. März 2017 macht dieser erneut geltend, sein Leben und das seiner Fam ilie sei bei einer Rückkehr nach Kosovo aus mehreren Gründen gefährdet: Desertion des Beschwerdeführers aus der UCK im Jahr 1999; seit 2009 drohende Blutrache wegen der Beziehung eines Soh- nes (Y ._______) mit einer Albanerin ( Z._______); Vorwurf der Kollabora- tion mit den Serben im Krieg; Diskriminierung durch die albanische Mehr- heit. Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, er habe sich grosse Mühe gegeben, im Juni 2013 zu arbeiten begonnen und keine Sozialhilfe mehr bezogen. Der Autounfall, bei dem er invalid geworden sei, habe sich auf dem Weg zur Arbeit mit einem Geschäftswagen ereignet. Die Schweiz sei sein Heimatland geworden und seine Kinder seien sehr gut integriert. Sein Bruder K._______ sei im Jahr 2016 in den Ferien in Kosovo durch Messer- stiche sehr schwer verletzt worden; den Täter, einen ehemaligen UCK- Kämpfer, habe man bereits nach zwei Tagen im Gefängnis wieder freige- lassen. Sein Bruder habe in den vergangenen Jahren nur mit viel Glück überlebt. Vom Sohn Aa._______, den er (der Beschwerdeführer) mit einer D-1243/2017 Seite 21 Serbin gehabt habe, fehle seit vier Jahren jede Spur. Ferner bringt der Be- schwerdeführer vor, sie besässen nur ungültige Reisepässe, und sein Sohn D._______, der während des Krieges geboren sei, sei gar nie regis- triert worden. 4.7.3 Sowohl die Vorinstanz (letztmals in der Verfügung vom 16. August 2013) als auch das Bundesverwaltungsgericht (letztmals mit Urteil D-5000/ 2013 vom 16. November 2016, vgl. Sachverhalt S. 2 – 15 und E. 3.3, 6, 7.2 und 7.6.2) haben sich wiederholt mit diesen Vorbingen befasst und sie als unglaubhaft beurteilt. Die zur Stützung der Vorbringen eingereichten Be- weismittel sind denn auch alle vor dem Urteilszeitpunkt entstanden. Die zitierten Ausführungen in der Beschwerde und im Schreiben des Be- schwerdeführers erschöpfen sich somit in appellatorischer Kritik an den bisherigen Entscheiden der Vorinstanz und des Bundesverwaltungsge- richts und sind wiedererwägungsrechtlich nicht relevant. Der eingereichte Austrittsbericht eines Regionalspitals in Kosovo vom Juli 2016 ist auch des- halb als Beweismittel nicht erheblich, weil nicht feststeht, ob es sich bei der im Spital J._______ behandelten Person tatsächlich um den Bruder des Beschwerdeführers handelt, aus dem Bericht nicht hervorgeht, wie es zu der Verletzung im Brustb ereich kam und welche Motive einem allfälligen Angriff zugrunde lagen, so dass der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Der Antrag, es sei Herr Bb._______ als Zeuge zu befragen, ist demzufolge abzuweisen. Zum angeblich seit 2009 schwelenden Fall von Blutrache zwischen den Familien X._______ und W._______, dessen Auslöser die von der Familie W._______ nicht akzep- tierte Beziehung von Y._______ mit der Kosovo-Albanerin Z._______ (ge- borene W._______) gewesen sein soll (vgl. Urteil D -5000/3013, Sachver- halt Bst. M.b, E. 6.1. – 6.3), bleibt an dieser Stelle anzumerken, dass Y._______ und Z._______ am (…) 2017 geheiratet haben. 4.8 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass weder im Wiedererwägungs- gesuch noch in der Beschwerde aufgezeigt wird, inwiefern sich der rechts- erhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungs- weise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz (vgl. das Beschwerdeurteil vom 16. November 2016) in wesentlicher Weise verändert haben soll und mithin die ursprünglich fehlerfreie Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen wäre. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden sowie die von ihnen eingereich- ten Beweismittel und Beweismittelanträge sind wiedererwägungsrechtlich nicht relevant. Die Vorinstanz hat das Wiedererwägungsgesuch zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. D-1243/2017 Seite 22 5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1200.– (Art. 1- 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der am 17. März 2017 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur De- ckung der Verfahrenskosten zu verwenden. (Dispositiv nächste Seite) D-1243/2017 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Der in gleicher Höhe einbezahlte Kostenvorschuss wird zur De- ckung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Jacqueline Augsburger Versand: