TPF 2005 101 101 propres à l'établissementdelav érité surlesfaitsquisontpertinentspour l'enquête. TPF 2005101 27.AuszugausdemEntscheidderBeschwerdekammerinSachenA.gegen Bundesanwaltschaft vom 18. April 2005(BK.2005.5) Entschädigung bei Einstellung des Verfahrens; zivilrechtlich vorwerfbares Ver- halten. Art.6Abs.2BPG,Art.122Abs.1und4BStP,Art.32Abs.1BV,Art.6Ziff.2 EMRK, Art. 41 Abs. 1 OR DieVerweigerungder Entschädigunggemäss Art.122Abs.1BStPwegenVer- anlassungoderErschwerungdesVerfahrensdurchverwerflichesoderleicht- fertigesBenehmendarfkeineverdeckteVerdachtsstrafesein,indemderEin- druckvermitteltwird,derBeschuldigtehabesicheinesDeliktesschuldigge- macht (E. 2.1). Die unsorgfältigeErfüllung arbeitsvertraglicherPflichtenistvorliegendals widerrechtlichesHandelnzuqualifizieren,ebensodieMissachtungeinerkon- kreten Weisung des Arbeitgebers (E. 2.2.2). DainzivilrechtlichvorwerfbarerWeisegegeneineVerhaltensnormderschwei- zerischenRechtsordnungverstossenunddamitdasStrafverfahreninleichtfer- tigerWeiseveranlasstwurde,istdiebeantragte Entschädigung zuverweigern (E. 2.5). Indemnité en cas de non-lieu; comportement civilement critiquable. Art.6al.2Lpers,art.122al.1et4PPF,art.32al.1Cst.,art.6ch.2CEDH, art. 41 al. 1 CO Lerefusde l’indemnitéprévueàl’ art.122al.1PPFaumotifque l’inculpé aurait provoqué ouentr avé les opérationsde l’instructionparsonattitude répréhensible ouparsal égèreté nedoitpasconstituerunepeine déguisée etne peutdoncsefondersurdesmotifslaissantentendreque l’inculpé seserait rendu coupable d’une infraction (consid. 2.1). TPF 2005 101 102 L’accomplissementnégligent desobligations découlantd’un contratdetravail, commele mépris desinstructions concrètesdonnées par l’employeur consti- tuent des actes illicites (consid. 2.2.2). Cecomportementcivilementcritiquableconstitueuneviolationde l’ordre juridique qui justifie le refus d’une indemnité (consid. 2.5). Indennità in caso di desistenza dal procedimento; atteggiamento reprensibile dal punto di vista del diritto civile. Art.6cpv.2LPers.,art.122cpv.1e4PP,art.32cpv.1Cost.,art.6n.2 CEDU, art. 41 cpv. 1 CO Ilrifiutodell ’indennità secondo l’art. 122cpv.1PP perchél’ imputatohapro- vocatoointralciatoleoperazioni dell’istruzioneconilproprioatteggiamento reprensibileoconlaproprialeggerezzanondeveessereunapenadelsospetto dissimulatadandosi l’impressioneche l’imputato sisiaresocolpevolediun reato (consid. 2.1). Nelpresentecaso l’adempimento inaccuratodiobblighiinerentialcontrattodi lavorodeveesserequalificatocomeattoillecito,comepure l’inosservanzadi un’istruzione concreta del datore di lavoro (consid. 2.2.2). Vistoche è statainfranta,inmodoreprensibiledalpuntodivistadeldiritto civile,unanormacomportamentale dell’ordinamento giuridicosvizzeroe quindiilprocedimentopenale è statoprovocatoconleggerezza, l’indennità richiesta deve essere rifiutata (consid. 2.5). Zusammenfassung des Sachverhalts: DasvonderBundesanwaltschaftimZusammenhangmiteinemVorfall währendeinesPassagierflugsgegenA.alsPilotenundKommandanten wegenVerdachtsderWiderhandlunggegenArt.237StGB( Störungdes öffentlichenVerkehrs)sowieArt.254StGB(Unterdr ückungvonUrkun- den)eingeleiteteErmittlungsverfahrenwurdemitVerf ügung vom4.Febru- ar2005gem äss Art.106BStPeingestellt,unter ÜbernahmederKostenauf dieBundeskasse.MitEingabevom10.Februar2005stellteA.ein Entschä- digungsbegehrenges tütztaufArt.122BStPundbeantragtedieVerg ütung seiner Anwaltskosten inder Höhe von Fr. 3'618.25. Die Beschwerdekammer wies das Gesuch ab. TPF 2005 101 103 Aus den Erwägungen: 2. 2.1 Die Entschädigung kanngem äss Art.122Abs.1BStPverweigertwer- den,wennderBeschuldigtedieUntersuchungshandlungendurcheinver- werflichesoderleichtfertigesBenehmenverschuldetodererschwerthat. DieVerweigerungder EntschädigungdarfjedochkeineverdeckteVer- dachtsstrafesein,indemdieBegr ündung derKostenauflagedenEindruck vermittelt,derBeschuldigtehabesicheinesDeliktesschuldiggemacht (HAUSER/SCHWERI,SchweizerischesStrafprozessrecht,5.Aufl.,Basel 2002, § 108N.17f.).MitBlickaufdieUnschuldsvermutunggem äss Art. 32Abs.1BVundArt.6Ziff.2EMRKd ürfendeshalbnachneuerer RechtsprechungdesBundesgerichtseinemBeschuldigtenbeiFreispruch oderEinstellungdesVerfahrensnurdannKostenauferlegtwerden,wenner durcheinunterrechtlichenGesichtspunktenvorwerfbaresVerhaltendie EinleitungdesStrafverfahrensveranlasstoderdessenDurchf ührunger- schwerthat(BGE119Ia332,334E.1b,unterBezugnahmeaufden GrundsatzentscheidBGE116Ia162,168E.2c;vgl.zumGanzenauch SCHMID,Strafprozessrecht,4.Aufl., Zürich2004,N.1206ff.; H AUSER/ SCHWERI,a.a.O., § 108N.17ff.; P IQUEREZ,Pr océdure pénalesuisse, Zü- rich2000,N.3113ff.).BeidieserKostenpflichtdesfreigesprochenenoder ausdemVerfahrenentlassenenBeschuldigtenhandeltessichnichtumeine Haftungf üreinstrafrechtlichesVerschulden,sondernumeinezivilrechtli- chenGr undsätzen angenäherteHaftungf üreinfehlerhaftesVerhalten, durchdasdieEinleitungoderErschwerungeinesProzessesverursachtwur- de.InAnlehnungandieRegelunginArt.41Abs.1ORbedarfesdemge- mäss fürdieVerweigerungderEnts chädigung eineswiderrechtlichenVer- haltens,welches adäquateUrsachef ürdieEinleitungoderErschwerungdes Strafverfahrensundzudemschuldhaftgewesenist(vgl.zumGanzen:Ent- scheid der Beschwerdekammer BK_K 002/04 vom 6. Juli 2004 E. 4.1). 2.2.2 ZwischendemGesuchstellerA.undderSchweizerischenEidgenos- senschaftbestandimZeitpunktdesVorfallesein öffentlich-rechtlicherAr- beitsvertrag,deralssolcherdenBestimmungendesBundespersonalgesetzes vom24. März2000(BPG;SR172.220.1)untersteht.Art.6Abs.2BPG siehtvor,dassf ürdasArbeitsverh ältnisdasObligationenrechtsinngem äss zurAnwendunggelangt,soferndasBPGunddieAusf ührungsbestimmun- gennichtsAbweichendesbestimmen.MangelseinerderartigenRegelung gelangtArt.321lit.aORzurAnwendung,wonachderArbeitnehmerdie ihm übertragenenAufgabensorgf ältigauszuf ührenhat,d.h.ermussdieihmTPF 2005 101 104 übertrageneArbeituntervollemEinsatzseiner körperlichenundgeistigen Kräfteverrichten,sowiedieihmzurVerf ügung gestelltenProduktionsmittel fachgerechteinsetzen(BSK-ORI-R EHBINDER/P ORTMANN,2.Aufl.,Basel 2002,Art.321aN.1).UnmittelbarnachAbhebendesFlugzeugesordnete derGesuchstelleralsfliegenderPilot(pilotflying:PF)demnichtfliegenden Piloten(pilotnotflying:PNF)dasEinziehenderW ölbungsklappen mit dem Befehl „flaps up“ an.DieserBefehlwurdevoneinemgleichzeitigankom- mendenFunkspruch übertönt, sodassderPNF „flapsseven “ zuverstehen glaubte.Obwohlersich überdiesenBefehlwunderte,b estätigteerohne RückfragedemPF „flapsseven “ undstelltedieW ölbungsklappen auf 7 Gradein.DerGesuchstellerseinerseitsunterliesszu überprüfen,obseine Anordnungkorrektumgesetztwordenwar.DieZusammenarbeitzwischen demGesuchstellerunddemPNFdientunteranderemdergegenseitigen KontrollezurSteigerungderSicherheitundge hörtzursorgf ältigen Wahr- nehmungdesPilotenberufs.SowohlderUntersuchungsberichtderDiszipli- naruntersuchungdesBundesamtsf ürZivilluftfahrt(BAZL)vom8.Septem- ber2003alsauchderUntersuchungsberichtdes Bürosf ürFlugunfallunter- suchungen(BFU)vom24.September2004kommenzumSchluss,die KommunikationzwischendenPilotenseiunvoll ständig unddiegegenseiti- ge Überwachungseimangelhaftgewesen.Alleinschonausdieser Überle- gungergibtsicheineVerletzungderArbeitnehmerpflichtdesGesuchstel- lers.ZudemstelltederGesuchsteller währenddem „Aftertake-offcheck “ fest,dassdieFlapsauf7Gradstanden.Ohnevor gängig dieaktuelleGe- schwindigkeitdessichlaufendbeschleunigendenJetszukontrollieren,fuhr derGesuchstellerreflexartigundalleinsichaufseinsubjektivesEmpfinden verlassenddieW ölbungsklappenin Überschreitungderzul ässigen Höchst- geschwindigkeitein.DieVerletzungdieserelementarenKontrollpflichtist alsnichtfachgerechterEinsatzdervomGesuchstellergeflogenenMaschine zuwerten.Damitstehtfest,dassderGesuchstelleralsPFseineArbeits- pflichtnichtsorgf ältigwahrgenommenhat.SeinHandelnistdamitalswi- derrechtlichzuqualifizieren.Im ÜbrigenkannderArbeitgebergem äss Art. 321lit.dOR überdieAusf ührungderArbeitunddasVerhaltender ArbeitnehmerimBetrieballgemeineAnordnungenerlassenundihnenbe- sondereWeisungenerteilen.DerArbeitnehmerhatdieallgemeinenAnord- nungendesArbeitgebersunddieihmerteiltenbesonderenWeisungennach TreuundGlaubenzubefolgen.DerChefBFUwiesdieBesatzungnachder Landungausdr ücklichan,dieAufzeichnungenaufdemCockpitstimmen- Aufzeichnungsgerät (CVR)sicherzustellen.DerUntersuchungsberichtder DisziplinaruntersuchungdesBAZLvom8.September2003setztsichmit denGeschehnissenrundumdasDr ücken des „Erase-Button“ eingehendTPF 2005 105 105 auseinanderundkommtzumSchluss,derGesuchstellerhabedenselben vorsätzlichgedr ückt. VorliegendsinddieAusf ührungenundSchlussfolge- rungendesbesagtenBerichtsimGrundsatzeinleuchtendundnachvollzieh- bar,sodasskeinAnlassbesteht,davonabzuweichen.Damitsteht fürdie Beschwerdekammerfest,dassderGesuchstellerden „Erase-Button“ vor- sätzlichgedr ückt hat.Dadurch löschteerdieAufzeichnungenaufdemCVR undsetztesichsomit überdieausdr ücklicheAnordnungdesunbestrittener- massenweisungsberechtigtenChefBFUhinweg.Folglichverletzteerauch indiesemSinneseineihmalsArbeitnehmerobliegendenPflichtenund handelte auch unter diesem Blickwinkel widerrechtlich. (… ) 2.5 Zusammenfassendergibtsichdemnach,dassderGesuchstellerinzivil- rechtlichvorwerfbarerWeisegegeneineVerhaltensnormderschweizeri- schenRechtsordnungverstossenunddamitdasStrafverfahreninleichtferti- gerWeiseveranlassthat.Entsprechendistihmdiegest ütztaufArt.122 Abs.1BStPanbegehrte Entschädigungzuverweigern.BeidiesemAusgang desVerfahrenskannoffenbleiben,obdievomGesuchstellergeltendge- machten Verteidigungskosten substantiiertdargelegt wurden. TPF 2005105 28.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin Sachen Bundesanwaltschaft gegenA. vom 19.April 2005 (VE.2005.3) Einsatz eines verdeckten Ermittlers; Voraussetzungen; Tatverdacht. Anforderun- gen an die Gesuchsbegründung und d ie einzureichenden Verfahrensakten. Art. 4 Abs. 1 lit. a, 14 lit. a, 18 Abs. 1 BVE Andersalsbeider Überwachung desPost-undFernmeldeverkehrsnachB ÜPF setztderEinsatzeinesverdecktenErmittlerszwarkeinendringendenTatver- dachtvoraus,jedochdenVerdachtauf „besonders schwereSt raftaten“. Pau- schaleHinweiseaufGesucheundAkten früherer Genehmigungsverfahren, welche überdiesaufdem BÜPF basierten,gen ügen derBe gründungspflicht nicht.