Entscheid des Kantonsgerichts Basel - Landschaft, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht vom 16. Mai 2018 (810 18 56) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung Besetzung Vorsitzender Stefan Schulthess, Kantonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin B.____ , Beschwerdeführer beide vertreten durch Ismet Bardakci , Fürsprecher gegen Regierungsrat des Kantons Basel - Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung und umgehende We g- weisung aus der Schweiz (RRB Nr. 144 vom 30. Januar 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der algerische Staatsangehörige B.____ (geb. 1980) stellte am 15. Januar 2015 von Russland herkommend am Flughafen Zürich ein Asylgesuch, welches am 26. Februar 2015 rechtskräftig abgewiesen wurde. B.____ wurde sodann angewiesen, die Schweiz zu verlassen. Zur Sicherstellung der Ausreise wurde B.____ am 3. März 2015 in Ausschaffungshaft geno m- men und am 9. Juni 2015 verbunden mit der Aufforderung, die Schweiz selbstständig zu verla s- sen, aus der Ausschaffungshaft entlassen. In der Folge tauchte B.____ unter. B. Am 3. Oktober 2016 hielt die Polize i Basel - Landschaft B.____ , der von der Kantonspol i- zei Zürich zwecks Ausschaffung zur Festnahme ausgeschrieben war, bei einer Personenko n- trolle in C.____ an und nahm in vorläufig fest. Am 4. Oktober 2016 verfügte das Migrationsamt des Kantons Zürich die Haf tentlassung und forderte B.____ erneut auf, die Schweiz unverzü g- lich selbstständig zu verlassen. Nach der Haftentlassung verliess B.____ die Schweiz in Ric h- tung Frankreich. Nach einem Monat kehrte er wieder in die Schweiz zurück. C. Am 21. März 2017 stell ten B.____ und die in der Schweiz niedergelas sene französische Staatsangehörige A.____ (geb. 1954), beide vertreten durch Ismet Bardakci, Fürsprecher, beim Amt für Migration Basel - Landschaft (AfM) ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewi l- ligung z ur Vorbereitung der Eheschliessung. Beim Zivilstandsamt Basel - Landschaft hatten sie zuvor am 20. März 2017 ein Gesuch um Durchführung des Ehevorbereitungsverfahrens eing e- reicht. Das Zivilstandsamt wies das Gesuch am 18. September 2017 mangels Wohnsitzb e- sch einigung des Bräutigams ab. Mit Verfügung vom 1. November 2017 verweigerte das AfM seinerseits die gewünschte Kurzaufenthaltsbewilligung mit der Begründung, bei der beabsic h- ti g ten Ehe handle es sich um eine Scheinehe. D. Die von B.____ und A.____ dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat des Kantons Basel - Landschaft (Regierungsrat) mit Regierungsratsbeschluss Nr. 144 vom 30. Januar 2018 ab und verfügte, dass B.____ die Schweiz unverzüglich zu verlassen habe. Die zu diesem Zeitpunkt noch hängige Be schwerde gegen die Verfügung des instruierenden Rechtsdienstes von Regierungsrat und Landrat vom 7. Dezember 2017, welche einen vorsor g- lichen Aufenthalt während des regierungsrätlichen Verfahrens untersagt hatte, schrieb er s o- dann ab. Dem Gesuch um unentge ltliche Rechtspflege wurde zufolge Aussichtslosigkeit nicht entsprochen. E. Mit Eingabe vom 19. Februar 2018 haben B.____ und A.____ , weiterhin vertreten durch Ismet Bardakci, Fürsprecher, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs - und Verwaltung s- recht ( Kantonsgericht), Beschwerde erhoben. Sie beantragen die Aufhebung des angefocht e- nen Entscheids und die Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz, eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur V orb e- reitung der Heirat zu erteilen. Subeventuell sei dem Beschwerdeführer zu Handen des Zivi l- standsamts Basel - Landschaft zu gestatten, sich während des pendenten Ehevorbereitungsve r- fahrens im Kanton Basel - Landschaft aufzuhalten. Die Vorinstanz sei weiter z u verurteilen, den Beschwerdeführenden im die verfahrensleitende Verfügung betreffenden Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'000. -- zu bezahlen. Dies alles habe unter Kosten - und En t- schädigungsfolgen zu geschehen, wobei den Beschwerdeführ enden die unentgeltliche Pr o-Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zes s führung und Verbeiständung zu gewähren sei. Die Beschwerdeführer rügen zunächst eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör, da ihnen die Stellungnahme des AfM im r e- gierungsrätlichen Verfahren nicht zugestellt word en sei und sie sich dazu nicht hätten äussern können. Zusätzlich habe der Regierungsrat in Verletzung der Prüfungs - und Begründungspflicht ihre Argumente ignoriert. Das die vorsorgliche Massnahme betreffende Beschwerdeverfahren habe er sodann ohne Begründu ng abgeschrieben. In der Sache bringen sie vor, der Beschwe r- deführer verfüge aus dem Recht auf Ehe über einen Anspruch auf Gewährung des Aufenthalts. Sie führten eine echte Beziehung und lebten seit Juli 2015 zusammen. Es bestünden entgegen dem angefochten en Entscheid keine relevanten Indizien für eine geplante Scheinehe. F. Mit Verfügung vom 22. Februar 2018 wies die Präsidentin des Kantonsgerichts, Abte i- lung Verfassungs - und Verwaltungsrecht, den in der Beschwerde gestellten Antrag um vorsor g- liche Gestat tung des Aufenthalts des Beschwerdeführers ab, da die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht als offensichtlich erfüllt angesehen werden könnten. Gegen diese Verfügung erheben die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 6. März 2018 Ei n- sprache bei der Fünferkammer des Kantonsgerichts. G. Der Regierungsrat schliesst in der Vernehmlassung vom 8. März 2018 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Er führt insbesondere aus, dass die Vernehmlassung des Amtes für Migration vom 14. Dezem ber 2017 den Beschwerdeführern am 18. Dezember 2017 mit normaler Post zur Kenntnisnahme zugestellt worden sei. H. Die Beschwerdeführer haben mit Eingabe vom 22. März 2018 unaufgefordert repliziert. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessor d- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierung s- rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgericht zulässig. Nach § 47 Abs. 1 li t. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den ang e- fochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwerdeführenden sind vom angefochtenen Entscheid berührt u nd h a- ben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die übrigen formellen Vorau s- setzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten ist. 1.2 Ob dem Subeventualantrag auf Tolerierung des illegalen Aufenthalts während de s pe n- denten Ehevorbereitungsverfahrens überhaupt eine eigenständige Bedeutung zukommt, kann offengelassen werden. Der Antrag wird erstmals im kantonsgerichtlichen Verfahren gestellt. Die Parteien können die Anträge, die sie im vorinstanzlichen Verfahren zu r Sache gestellt haben, zwar einschränken, nicht aber ausdehnen oder inhaltlich verändern (§ 6 Abs. 1 VPO). Das au s- serhalb des Streitgegenstands liegende - und im Übrigen auch nicht separat begründete - Su b- eventualbegehren ist unzulässig (vgl. Urteil des K antonsgerichts, Abteilung Verfassungs - und Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verwaltungsrecht [KGE VV] , vom 18. März 2015 [810 14 186] E. 1.3 m.w.H.). Darauf kann nicht eingetreten werden. 1.3 Das Hauptbegehren der Beschwerdeführer lautet auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Rüc kweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung nach Gewährung des rechtlichen Gehörs. Das Eventualbegehren lautet auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer. Die Rechtsbegehren sind unter Berücksichtigung der Beschwe r- debegründung nach dem Vertrauensprinzip auszulegen (BGE 136 V 131 E. 1.2; BGE 134 III 235 E. 2; Urteil des BGer 2C_233/2017 vom 13. April 2018 E. 3.2). Die verwaltungs gerichtliche Beschwerde nach §§ 43 ff. VPO ist ein reformatorisches Rechtsmittel, weshalb das Kanton sgericht nach Möglichkeit in der Sache selbst entscheidet. Ein Beschwerdeführer darf sich deshalb grundsätzlich nicht darauf beschränken, die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen, es sei denn, dass dadurch der von ihm angestrebte Rechtszust and direkt eintreten würde (so bei Aufhebung einer belastenden Verfügung). Dies ist vorliegend beim mit formellen Rügen begründeten Hauptantrag nicht der Fall. Der als Eventualbegehren formulierte Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Ertei lung der Kurzaufenthaltsbewilligung ist demgegenüber ein reformatorischer Antrag, weil durch dessen Gutheissung der von den Beschwerdeführern anvisierte Rechtszustand unmittelbar eintreten würde. Er ist somit als Hauptbegehren entgegenzunehmen. Der als Hau ptbegehren bezeichnete Antrag auf Rückweisung zur Neubeurteilung nach Gewährung des rechtlichen Gehörs ist vorab im Rahmen der formellen Rügen zu behandeln, deren allfällige Begründetheit zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids und zur Rückweisung der S ache an die Vorinstanz führen würde. 2. Bei der Beurteilung der vorliegenden verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die Ko g- n i tion des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den ang e- fochtenen Entscheid hinsichtlich allfälli ger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Ferner kann b e- urteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Eine E r- messenskontro lle ist dem Kantonsgericht vorliegend verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Die Beschwerdeführer rügen in verschiedener Hinsicht eine Verletzung ihres Gehörs - anspruchs. 3.1 Der allgemein in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft (BV) vom 18. April 1999 und vorliegend auch in § 13 des Verwaltungsverfahrensg e- setzes Basel - Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 gesetzlich verankerte Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör gewährleistet dem Einzelnen allgemein eine effekt ive Mitwirkung im Verfahren zum Erlass von Entscheidungen, die in die Rechtsstellung des Einzelnen eingre i- fen ( G EROLD S TEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur schweizer i- schen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 29 BV Rz . 42 ff.). Als Teilgehalte des rech t- lichen Gehörs zählen in der Rechtsprechung und Lehre die Ansprüche auf vorgängige Äuss e- rung und Anhörung, der Anspruch auf Berücksichtigung der Vorbringen, der Anspruch auf Tei l- nahme am Beweisverfahren unter Einschluss d es Rechts, Beweisanträge zu stellen, das Recht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Akteneinsicht und das Recht auf einen begründeten Entscheid ( BGE 142 I 86 E. 2.2; BGE 141 V 557 E. 3.1; KGE VV vom 24. Februar 2016 [810 15 369] E. 5.2; M ICHELE A LBERTINI , Der verfassungsmässige Anspruch a uf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 206 ff.; J ÖRG P AUL M ÜLLER / M ARKUS S CHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl., Bern 2008, S. 846 ff.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mi t- wirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ve r- fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 132 V 368 E. 3.1). 3.2 Die Beschwerdeführer monieren, der Regierungsrat habe ihnen die Vernehmlassung des Amtes für Migration vom 14. Dezember 2018 nie zugestellt, weswegen ihnen das Replikrecht verweigert worden sei. 3.2.1 Die allgemeinen Verfahrensgarantien von Art. 29 BV gelten für alle Verfahren vor G e- richts - und Verwaltungsi nstanzen. Das schliesst aber nicht aus, bei der Konkretisierung der in Art. 29 BV enthaltenen Verfahrensgrundsätze den sachlichen Unterschieden zwischen den ve r- schiedenen Behörden und Verfahrenskonstellationen Rechnung zu tragen (BGE 138 I 154 E. 2.5; BGE 135 II 286 E. 5.3). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ergibt sich aus dem verfassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör in allen Verfahren vor Gerichts - und Verwaltungsbehörden das Recht, sich zu Eingaben der Vor instanz oder der Gegenpartei ("Ve r- nehmlassung", "Stellungnahme" und dergleichen) zu äussern, soweit die darin vorgebrachten Noven prozessual zulässig und materiell geeignet sind, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 138 I 154 E. 2.3.2 m.w.H.; Urteil des BGer 2C_66/2013 vom 7. Mai 2013 E. 3.2; A LFRED K ÖLZ / I SABELLE H ÄNER / M ARTIN B ERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 526). Dieses "Replikrecht im engeren Sinn", welches vom Vorliegen neuer Behauptungen (Noven) abhängt, gilt in alle n Verfahren, unabhängig davon, ob die Behörde eine gerichtliche oder eine verwaltungsinterne ist. Demgegenüber besteht nur in Verfahren vor gerichtlichen Behörden ein unbedingtes Replikrecht ("Replikrecht im weiteren Sinn"). Dieses vom Bundesgericht als Re cht auf Kenntnisnahme von und Stellungnahme zu Eingaben der übrigen Verfahrensbeteiligten bezeichnete Replikrecht umfasst die Möglichkeit, zu sämtlichen Eingaben der Vorinstanz oder der Gegenpartei Stellung zu nehmen, und zwar unabhängig davon, ob diese ne ue und erhebliche Gesichtspunkte enthalten (BGE 138 I 154 E. 2.3.3; BGE 133 I 100 E. 4.3 ff.; Urteil des BGer 2C_591/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 4.3; A LAIN G RIFFEL , in: Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRG] des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, § 26b VRG Rz. 36 ff.). Die Wahrnehmung des Repli k- rechts setzt voraus, dass die fragliche Eingabe der Partei zugestellt wird. Im Anwendungsb e- reich des Replikrechts steht den Verfahrensbeteiligten demnach ein Anspruch auf unaufgefo r- de rte Zustellung von Vernehmlassungen zu, damit diese sich darüber schlüssig werden kö n- nen, ob sie sich dazu äussern wollen oder nicht (BGE 137 I 195 E. 2.3.1; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.2.1 ) . 3.2.2 In den vorinstanzlichen Akten findet sich ein an den Rechtsvertreter der Beschwerde - führer adressiertes Schreiben des mit der Verfahrensinstruktion betrauten Rechtsdienstes von Regierungsrat und Landrat vom 18. Dezember 2017, in dem den Beschwerdeführern der Ei n-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gang der Vernehm lassung des Amtes für Migration vom 14. Dezember 2017 angezeigt und ihnen in der Beilage eine Kopie zugestellt wird. Das Schreiben wurde mit gewöhnlicher Post versandt, weshalb es an einem Zustellnachweis fehlt. Da die Zustellung bestritten wird, trägt der Beschwerde gegner die Konsequenzen des fehlenden Nachweises. Die Vernehm lassung des Amtes für Migration vom 14. Dezember 2017 hat demnach als den Beschwerdeführern nicht zugestellt zu gelten. 3.2.3 Die Beschwerdeführer verkennen die aus diesem Umstand resultierenden Folg en, wenn sie sich deswegen auf eine Verletzung ihres voraussetzungslosen Rechts auf Replik berufen. Sie übersehen die oben dargestellte differenzierte Ausprägung des Replikrechts im Verwa l- tungsverfahren. Ein unbedingtes Replikrecht stand ihnen im verwaltun gsinternen Beschwerd e- verfahren gerade nicht zu. Vielmehr hing das Replikrecht vom Vorliegen neuer entscheidrel e- vanter Vorbringen der Gegenpartei ab. Die Vernehm lassung des Amtes für Migration vom 14. Dezember 2017 umfasst zwei Seiten. In einem ersten Teil wird ohne direkte Bezugnahme zum vorliegenden Verfahren auszugsweise aus einem im Internet publizierten Blog - Eintrag b e- treffend Heirat und Partnerwahl im arabischen Kulturkreis zitiert. Weiter weist das AfM darauf hin, dass der Beschwerdeführer mit dem As ylgesuch unter Beweis gestellt habe, dass er unb e- dingt in Europa bleiben möchte, was ein Indiz für eine Scheinehe darstelle. Schliesslich erwähnt die Vernehmlassung, dass der Beschwerdeführer anlässlich der mündlichen Befragung teilwe i- se extrem präzise Ang aben gemacht habe, die den Eindruck erweckten, sie seien auswendig gelernt worden. Im Übrigen entspreche die Beschwerdeführerin dem typischen weiblichen O p- fer einer Scheinehe. Die letztgenannten Ausführungen des AfM streichen einzelne Elemente heraus, die bereits zur Begründung der Verfügung vom 1. November 2017 herangezogen wo r- den waren. Sie waren den Beschwerde führern damit bekannt und sie hatten sich dazu in der Beschwerdebegründung auch geäussert. Die allgemeinen Passagen zum Thema Heirat und Partner w ahl im arabischen Kulturkreis waren nicht sachdienlich. Die Vernehmlassung enthält damit keine relevanten neuen tatsächlichen Behauptungen oder rechtlichen Vorbringen, welche materiell geeignet waren, den Beschwerdeentscheid zu beeinflussen. Dieser Auffass ung war auch der instruierende Rechtsdienst, verzichtete er doch auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels und auf eine Zustellung der Vernehmlassung des AfM mit ein geschriebe ner Postsendung. In der Begründung des angefochtenen Entscheids bezieht sich der Beschwerd e- gegner denn auch nicht erkennbar auf die Vernehmlassung. Zusammenfassend ist nicht e r- sich t lich, dass den Beschwerdeführern im vorliegenden Fall überhaupt ein Replikrecht zustand. Deshalb vermögen sie auch nicht aufzuzeigen, dass sie übe r einen - vom Bestehen des Repli k- rechts abhängigen - Anspruch auf unaufgeforderte Zu stellung von Eingaben der Gegenparteien verfügten. Auch wenn es wünschenswert ist, dass den Parteien im Verwaltungsverfahren gen e- rell alle Eingaben unaufgefordert zugestel lt werden, verletzt die unterlassene Zustellung im vo r- liegenden Fall Art. 29 Abs. 2 BV nicht. Soweit die Beschwerdeführer erstmals in der Replik b e- dingungslos um Zusendung der Vernehmlassung vom 14. Dezember 2017 ersuchen, erfolgt dieser Antrag verspätet. Eine allfällige Ergänzung ihrer Beschwerdebegründung wäre ihnen prozessual verwehrt. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Die Beschwerdeführer rügen weiter, der Regierungsrat habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem er sich im angefochtenen Beschluss unzureichend mit ihr en Vorbringen auseinandergesetzt habe. 3.3.1 Die Behörde hat den Parteien nicht nur Gelegenheit zur Äusserung zu geben, sondern deren Argumente, Verfahrens - und Beweisanträge auch entgegenzunehmen, ernsthaft zu pr ü- fen und in der Entscheidfindung angemesse n zu berücksichtigen. Die Begründungspflicht stellt dabei sicher, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich prüft und allenfalls berücksichtigt ( M ÜLLER / S CHEFER , a.a.O., S. 868; A LBERTINI , a.a.O., S. 360 f.). Dies gilt für alle form - und fristgerecht angebrachten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Erhebt die betroffene Person in di e- sem Sinne entscheidwesentliche Einwände, so muss sich die Behörde ausdrücklich m it diesen auseinandersetzen, oder aber zumindest die Gründe angeben, weshalb sie gewisse Gesicht s- punkte nicht berücksichtigt (BGE 124 V 180 E. 2b; Urteil des BGer 2C_839/2016 vom 12. April 2017 E. 3.1.1; KGE VV vom 27. Juli 2016 [810 15 267] E. 7.1). Die B egründung muss so abg e- fasst sein, dass sowohl die betroffene Person wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. Die Begründung braucht nicht ausführlich zu sein; sie muss aber zumindest kurz die Überlegun gen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (B GE 140 II 262 E. 6.2; BGE 133 I 270 E. 3.1; BGE 124 II 146 E. 2a). 3.3.2 In der Beschwerde an den Regierungsrat machten die Beschwerdeführer haupt sächlich geltend, es fehlten konkrete Indizien für das Vorliegen einer Scheinehe. Der Regierungsrat füh r- te im angefochtenen Entscheid zahlreiche Indizien auf, die nach seiner Auffassung für die A n- nahme einer Scheinehe sprechen. Er kam zum Schluss, dass es den Beschwerdeführern nicht gelungen sei, die bestehenden Zweifel am beidseitigen Willen zur Führung einer Lebensg e- meinschaft aus der Welt zu schaffen. Er hat sich demnach mit den vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt und dargelegt, weshalb er den Entscheid des AfM schützte. Die Begrü n- dung ist so abgefasst, dass sich die Beschwerdeführer über die Tragweit e des Entscheids R e- chenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an das Kantonsgericht weiterziehen konnten. Demnach geht die Kritik der Beschwerdeführer fehl. Ob die Begründung inhaltlich ric h- tig ist, wird nachfolgend zu prüfen sein. Es liegt jede nfalls keine Gehörsverletzung vor, nur weil die Begründung der Behörde nach Ansicht der Beschwerdeführer materiell fehlerhaft ist (vgl. Urteil des BGer 1C_474/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 4.3.2; A LBERTINI , a.a.O., S . 405). 3.4 Eine dritte Gehörsverletzung erblicken die Beschwerdeführer im Umstand, dass der Regierungsrat die bei ihm hängige Beschwerde gegen die verfahrensleitende Verfügung betreffend vorsorgliche Aufenthaltserlaubnis ohne Begründung abgeschrieben hat . 3.4.1 Im besagten Beschwerdeverfahren wehrten sich die Beschwerdeführer gegen die A b- weisung des Gesuchs, dem Beschwerdeführer den Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des regierungsrätlichen Beschwerdeverfahrens zu bewilligen. Mit dem Entscheid in de r Hauptsache Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht war das Ver fahren vor dem Regierungsrat abgeschlossen, weshalb die gegen die Zwischenve r- fügung gerichtete Beschwerde gegenstandslos geworden war. Der angefochtene Entscheid enthält bezüglich Abschreibung dieses Beschwerdeverfahrens keine Begr ündung. In der Ve r- nehmlassung vom 8. März 2018 führt der Beschwerdegegner hierzu aus, die Beschwerde sei praxisgemäss abgeschrieben und die Kosten stillschweigend entsprechend dem Ausgang in der Hauptsache verteilt worden. 3.4.2 Es ist offensichtlich unbe friedigend, wenn in einem Entscheid einzelne Anordnungen nicht näher erläutert werden, mögen sie der Behörde noch so selbsterklärend erscheinen. A l- lerdings haben die anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer augenscheinlich auch ohne expliz i- te Erwähnung im a ngefochtenen Entscheid erkannt, dass der Grund für die Abschreibung der Beschwerde in der Gegenstandslosigkeit des Verfahrens liegt, die sie zu Recht nicht in Frage stellen. In der Replik machen sie geltend, der Beschwerdegegner habe nicht im gleichen En t- s cheid über beide Beschwerden entscheiden dürfen. Das entsprechende Vorgehen habe auf ihrer Seite zudem unnötige Kosten verursacht. Weshalb mit dem Entscheid in der Hauptsache hätte zugewartet werden müssen, bis die Beschwerde betreffend vorsorgliche Massnahmen en t schi e den war, legen sie nicht dar. Aus dem von ihnen angerufenen Prinzip von Treu und Gla u ben (Art. 9 BV) ergibt sich jedenfalls keine entsprechende Rechtspflicht. Die von ihnen selbst zu tragenden Parteikosten wären des Weiteren auch angefallen, wenn der Beschwerd e- gegner einen abweisenden materiellen Entscheid gefällt hätte, so dass sie durch die Ver - fahre n s a b schreibung in dieser Hinsicht keinen Nachteil erlitten haben. Haben die Beschwerd e- führer den Beweggrund für die Abschreibung korrekt verstanden und a kzeptiert, so beruht ihr Vorwurf der fehlenden Begründung in dieser Hinsicht auf einer rein formalistischen Betrac h- tungsweise, die durch kein schützenswertes Interesse gedeckt wird. Anders verhält es sich grundsätzlich b e zü g lich der Kostenfolgen der Abschr eibung, über deren Verteilung der En t- scheid ebenfalls ke i ne Auskunft gibt. In der Vernehmlassung vom 8. März 2018 wird die durc h- aus relevante Ta t s a che nicht zur Sprache gebracht, dass für die Verfahrensabschreibung gar keine Kosten erh o ben wurden. Die den Beschwerdeführern im angefochtenen Entscheid aufe r- legten Verfahren s ko s ten von Fr. 400. -- entspr e chen in exakt dieser Höhe der dem Kantonsg e- richt bekannten ständ i gen regierungsrätlichen Kostenpraxis für einen Beschwerdeentscheid auf dem Gebiet des Au s länder rechts. Für die Abschreibung wurde demnach keine zusätzliche G e- bühr in Rechnung gestellt. Diesbezüglich werden die Beschwerdeführer durch den angefocht e- nen Entscheid nicht belastet. Der Entscheid greift in dieser Hinsicht nicht in ihre Rechtsstellung ein u nd musste deswegen auch nicht begründet werden (vgl. BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 II 286 E. 5.1). Was das Gesuch der Beschwerdeführer um Ausrichtung einer Parteientschädigung resp. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege angeht, ist zu berücksichtige n, dass sich das Zw i schenverfahren um die selben Tat - und Rechtsfragen drehte wie das Hauptverfahren. Die B e gründung für die Verweigerung der Parteientschädigung und der unentgeltlichen Verbe i- stä n dung konnte somit tel quel für beide Verfahren Geltung beans pruchen. Die Überlegungen, von denen sich die Vorinstanz hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützte, gi n- gen somit aus der Begründung hervor. Soweit die Beschwerdeführer durch den Abschre i- bungsen t scheid beschwert waren, vermochten sie diese n denn auch zielgerichtet anzufechten. Unter den vorliegenden Umständen dringen die Beschwerdeführer mit ihrer Rüge nicht durch. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. In der Sache geht es um die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Kur z- aufenthaltsbewilligung zwecks Vorbereitung der Eheschliessung und Trauung hat. 4.1 Verlobte, die nicht Schweizerbürgerinnen oder Schweizerbürger sind, müssen während des Ehevorbereitungsverfahrens ihren rechtmässigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen (Art. 98 Abs. 4 des Schweizerischen Zivilge setzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907). Der Aufenthalt ist rechtmässig, wenn er bewilligt ist oder keiner Bewilligung bedarf. 4.2 Ausserhalb des Anwendungsbereichs von speziellen völkerrechtlichen Verträgen wie etwa dem Abkommen vom 21. Juni 1999 zwische n der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA) benötigen Ausländerinnen und Ausländer, abgesehen von den allenfalls zulässigen maximal dreimonatigen A ufenthalten ohne Erwerbstätigkeit, für den rechtmässigen Aufenthalt grundsätzlich eine Bewilligung (vgl. Art. 10 des Bundesgesetzes über die Ausländ e- rinnen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Soweit die auslä n- derrechtlichen Be stimmungen Aufenthaltsansprüche auf familienrechtliche Beziehungen grü n- den (Art. 42 ff. AuG), setzen sie das Bestehen solcher Beziehungen voraus. Sie sehen aber in der Regel keine Ansprüche auf Aufenthaltsbewilligungen vor, die den Zweck verfolgen, familie n- rechtliche Beziehungen erst zu schaffen. Auch soweit die Rechtsprechung aus dem Recht auf Familienleben über das Gesetz hinausgehende Aufenthaltsansprüche aufgrund familienrechtl i- cher Beziehungen anerkennt, setzt sie voraus, dass solche Beziehungen bereit s bestehen und gelebt werden (vgl. BGE 143 I 21 E. 4.1; BGE 139 I 330 E. 2.1). Allein aus Vorkehren, welche die Schaffung familienrechtlicher Beziehungen erst bezwecken, kann grundsätzlich kein Bewill i- gungsanspruch abgeleitet werden (BGE 139 I 37 E. 2.2). Von diesem Grundsatz kann au s- nahmsweise abgewichen werden, wenn ausländische Personen zum Zwecke der Eheschlie s- sung in die Schweiz einreisen wollen. 4.3 Die im Hinblick auf die verstärkte Bekämpfung von Scheinehen erlassene Vorschrift von Art. 98 Abs. 4 Z GB führt dazu, dass ausländische Personen sich hier nicht verheiraten können, wenn ihr Aufenthalt bewilligungspflichtig ist und sie sich ohne Bewilligung in der Schweiz aufha l- ten. Gemäss Art. 12 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe iten (EMRK) vom 4. November 1950 und Art. 14 BV haben Männer und Frauen im heiratsfähigen Alter jedoch das Recht, nach den innerstaatlichen Regeln eine Ehe einzugehen und eine Fam i- lie zu gründen. Dieses Recht kann auch von Personen angerufen werden, die si ch illegal in der Schweiz aufhalten (Urteil des EGMR i.S. O'Donoghue und Mitbeteiligte gegen das Vereinigte Königreich vom 14. Dezember 2010 [34848/07] §§ 82 ff.; M INH S ON N GUYEN , in: Nguyen/ Amarelle [Hrsg.], Code annoté de droit des migrations, Vol. II, LEtr, Bern 2017, Art. 17 AuG Rz. 12; M ÜLLER / S CHEFER , a.a.O., S. 226). Eine automatisch und ohne nähere Prüfung erfo l- gende Verhinderung der Heirat von sich illegal in der Schweiz aufhaltenden Personen kann deshalb die Garantie des Rechts auf Eheschliessung verletzen (BGE 137 I 351 E. 3.5). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts besteht aus diesem Grund ein Anspruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ermöglichung der Eheschliessung, wenn keine Hinweise dafür bestehen, dass die ausländisch e Person rechtsmissbräuchlich handelt (Scheinehe, mis s- bräuchliche Anrufung der Familiennachzugsbestimmungen usw.), und offensichtlich ist, dass Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie nach der Heirat rechtmässig mit dem hier über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfüge n- den Ehepartner wird leben dürfen (BGE 139 I 37 E. 3.5.2; BGE 138 I 41 E. 4; BGE 137 I 351 E. 3). 4.4 Diese Rechtsprechung lehnt sich an den in Art. 17 Abs. 2 AuG statuierten Grundsatz an, wonach der Bewilligungsentscheid nur dann im Inland abgewartet werden darf, wenn die Zu la s- sungsvoraussetzungen offensichtlich erfüllt sind. Der Grund für die befristete Bewilligung zur Vorbereitung der Heirat liegt somit nicht darin, die Eheschliessung als solche zu ermöglichen, zumal diese nicht zwingend in der Schweiz erfolgen müsste, sond ern darin, dass es den B e- troffenen nicht zugemutet werden kann, in ihre Heimat zurückzukehren und von dort aus um eine Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen, wenn nach der Eheschliessung die V o- raussetzungen für einen Bewilligungsanspruch offensicht lich erfüllt wären (BGE 139 I 37 E. 3.5.2). Würde hingegen auch nach der Eheschliessung kein offensichtlicher Anspruch auf Aufenthaltsbewilligung bestehen, so besteht auch kein Anspruch auf Erteilung einer (Kurz - ) Aufen thaltsbewilligung zum Zwecke der Ehesc hliessung (Urteil des BGer 2C_295/2017 vom 27. März 2017 E. 5; Urteil des BGer 2C_950/2014 vom 9. Juli 2015 E. 5 f.). 5. Nachfolgend zu prüfen ist somit, ob nach erfolgter Eheschliessung ein offensichtlicher Anspruch des Beschwerdeführers auf eine dauerha fte Aufenthaltsbewilligung besteht. Im Vo r- dergrund steht dabei der gestützt auf die Ehe mit einer niederlassungsberechtigten Person g e- währte gesetzliche Anspruch auf Familiennachzug (Art. 43 AuG). Dieser steht wie alle Aufen t- haltsansprüche unter dem Vorbeh alt des Rechtsmissbrauchs (Art. 51 AuG). 5.1 Der Beschwerdegegner verneinte im angefochtenen Entscheid einen offensichtlichen Aufenthaltsanspruch, denn es lägen gewichtige Indizien vor, die für eine Scheinehe sprächen. So sei die Beschwerdeführerin wesent lich älter als ihr Verlobter. Sie habe gesundheitliche Pro b- leme und beziehe eine Invalidenrente mit Ergänzungsleistungen. Sie lebe zudem zurückgez o- gen, weshalb sie zu einer typischen Zielgruppe für die Eingehung von Scheinehen gehöre. S o- dann habe der Besch werdeführer nach der rechtskräftigen Abweisung seines Asylgesuchs nur durch die Verheiratung mit einer hier gefestigt anwesenheitsberechtigten Frau Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht in der Schweiz. Ein weiteres Indiz sei das Kennenlernen der B e- schwe rdeführenden zeitnah mit dem negativen Asylentscheid und der damit verbundenen Wegweisung. Sie hätten zudem in der Befragung durch das Migrationsamt zu wesentlichen Beziehungsfragen widersprüchlich ausgesagt. 5.2 Die Beschwerdeführer bringen vor, für die Annahme einer Scheinehe bedürfe es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung konkreter Hinweise darauf, dass die Ehegatten keine eigentliche Lebensgemeinschaft führen wollten, sondern die Ehe nur aus ausländerrechtlichen Überlegungen geschlossen hätten. Lasse die Indizienlage keinen eindeutigen Schluss zu, so sei das Vorliegen einer Scheinehe nicht erstellt. Für die Annahme einer Scheinehe spreche im vorliegenden Fall einzig der Altersunterschied der Beschwerdeführer. Damit alleine liesse sich die Scheine he nicht hinreichend begründen, zumal ein grosser Altersunterschied heutzutage keine Seltenheit mehr sei. Nur weil sie gesundheitliche Probleme gehabt habe und arbeitsunf ä- hig sei, gehöre die Beschwerdeführerin auch nicht zur typischen Zielgruppe für die Ei ngehung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Scheinehen. Zwischen dem asylrechtlichen Wegweisungsentscheid und der Beziehung bestehe des Weiteren kein Zusammenhang. Der Beschwerdegegner blende auch aus, dass die Aussagen der Beschwerdeführer in der migrationsrechtlichen Befragung weitgehe nd überei n- gestimmt hätten. Die Beschwerdeführer machen darüber hinaus geltend, sie könnten sich g e- stützt auf das seit Juli 2015 bestehende Konkubinat zusätzlich auf den grundrechtlichen Schutz des Familienlebens berufen. Die Beschwerdeführerin verfüge mit der Niederlassungsbewill i- gung über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht, weshalb der Beschwerdeführer zusätzlich einen grundrechtlichen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geltend machen könne. Erstmals in der Replik - und damit im Grunde geno mmen verspätet - behaupten sie auch einen aus dem FZA fliessenden Rechtsanspruch, sobald die Ehe geschlossen sei. 6.1 Die Argumentation der Beschwerdeführer geht weitgehend an der Sache vorbei. Wenn sie die bundesgerichtliche Rechtsprechung zum Nachweis v on Scheinehen heranziehen, ve r- kennen sie, dass hier nicht zu entscheiden ist, ob die Beschwerdeführer die Eingehung einer ausländerrechtlichen Umgehungsehe beabsichtigen. Im vorliegenden Kontext stellt sich einzig die Frage, ob der Bewilligungsanspruch off ensichtlich gegeben ist, d.h. keinerlei Hinweise dafür bestehen, dass die Familiennachzugsbestimmungen missbräuchlich angerufen werden kön n- ten. Die Beschwerdeführer behaupten selber nicht, dass der Bewilligungsanspruch offensich t- lich gegeben sei oder dass bei objektiver Betrachtung keinerlei Hinweise für eine mögliche Scheinehe vorlägen. Vielmehr gestehen sie selber zu, dass in ihrem Fall gewisse Anhaltspun k- te für eine Scheinehe auszumachen sind. Wie diese Indizien im Gesamtzusammenhang kon k- ret zu bewerten sind, würde erst in einem nachfolgenden Verfahren betreffend Familiennachzug relevant. Deshalb ist es unbehelflich, wenn die Beschwerdeführer die von der Vor instanz aufg e- führten Indizien umdeuten, diese relativieren oder dem Beschwerdegegner vorwerfen, er habe auf blosse Mutmassungen abgestellt. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die mit Wah r- scheinlichkeit auf einen bestimmten Sachverhalt schliessen lassen. Es liegt gerade in ihrer N a- tur, dass das einzelne Indiz für sich allein betrachtet keinen Bew eis erbringt, sondern nur auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache hindeutet. Die Möglichkeit, dass der Sac h- verhalt auch anders gelagert sein könnte, ist der Hilfstatsache stets inhärent. Deshalb ist sie Indiz und nicht direkter Beweis. Mit i hrem Versuch, die von der Vor instanz angeführten Hinwe i- se für eine Ausländerrechtsehe zu entkräften, unterstreichen die Beschwerdeführer gerade das Faktum, dass vorliegend Indizien für eine beabsichtigte Scheinehe existieren. 6.2 So liegt ein anerkanntes Indiz für eine ausländerrechtliche Umgehungsehe im Umstand, dass der ausländischen Person die Wegweisung droht und die Heirat die einzige realistische Möglichkeit darstellt, um ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu erlangen (BGE 122 II 289 E. 2b; Urteil des BGer 2C_279/2017 vom 25. September 2017 E. 3.1; Urteil des BGer 2C_177/2017 vom 20. Juni 2017 E. 2.3). Als die Beschwerdeführer sich kennenlernten, war der Beschwerd e- führer rechtskräftig aus der Schweiz weggewiesen worden und die Migrationsbehörden hat ten zuvor mit der Ausschaffungshaft auch bereits Zwangsmassnahmen ergriffen, um der Ausreis e- verpflichtung Nachdruck zu verschaffen. Ausserhalb des Familiennachzugs hatte er keine Pe r- spektive auf eine Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz, was ihm offensichtl ich bewusst war (vgl. Befragungsprotokoll vom 9. April 2015, S. 2). Dazu kommt, dass der Beschwerdeführer in der polizeilichen Einvernahme nach der versuchten illegalen Einreise gegenüber der Kantonspolizei Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zürich ausdrücklich zu Protokoll gab, er wolle im Schengenraum bleiben, um Arbeit und eine Frau zu suchen (vgl. Befragungsprotokoll vom 15. Januar 2015, S. 3). Dass der Beschwerd e- führer erklärtermassen in Europa eine Frau suchen und heiraten wollte, verstärkt das Ve r- dachtsmoment. Daran ändert nichts, wen n in der Beschwerde geltend gemacht wird, der B e- schwerdeführer würde sich auch dann als Sans - Papier in der Schweiz aufhalten, wenn er die Beschwerdeführerin nie kennengelernt hätte. Unbestreitbar würde eine Heirat und das damit verknüpfte Aufenthaltsrecht seine migrationsrechtliche Situation sowie seine gesamten Leben s- umstände massgeblich verbessern. 6.3 Auch ein grosser Altersunterschied zählt zu den klassischen Merkmalen einer Schei n- ehe (vgl. etwa Urteil des BGer 2C_538/2017 vom 9. Januar 2018 E. 2.3; Urteil des BGer 2C_328/2017 vom 24. August 2017 E. 2.2; Urteil des BGer 5A_30/2014 vom 15. April 2014 E. 3.3). Vorliegend ist die Beschwerdeführerin rund 26 Jahre älter als der Beschwerdeführer, was entgegen ihrem Da fürhalten durchaus als Anzeichen für ein missbräuchliches Verhalten zu würdigen ist. Wenn die Beschwerdeführer diese Schlussfolgerung der Vor instanz als fraue n- feindliches Klischee darstellen, das nach heutigen Vorstellungen überholt sei und nicht mehr der Realität entspreche, so ist ihnen entgegenzuhalten, dass die Statistik eine andere Sprache spricht: Während bei der Mehrheit der Ehepaare der Mann mindestens zwei Jahre älter ist als die Frau, sind Paare, in denen die Frau älter ist, deutlich seltener (14 %). Bei den meisten Pa a- ren sind die Altersunterschiede relativ gering: Nur bei 22% ist der Mann mindestens 6 Jahre älter als die Frau und noch deutlich geringer, nämlich 4% ist der Anteil der Paare, in denen die Frau 6 oder mehr Jahre älter ist als der Man n. Lediglich bei einem Prozent der Paare ist die Frau 10 oder mehr Jahre älter (vgl. Bundesamt für Statistik, Paarbeziehungen, Erhebung zu Familien und Generationen 2013, Neuenburg 2016, S. 6). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass ein derartiger Altersun terschied auch im Kulturkreis, aus dem der Beschwerdeführer stammt, die grosse Ausnahme bildet. Die vorliegende Paarkonstellation hat somit durchaus Seltenheitswert. Sie tritt bei Scheinehen bekanntermassen gehäuft auf, weshalb der Altersu n- terschied als Hi nweis auf eine beabsichtigte Scheinehe gedeutet werden darf. 6.4 Mit der pauschalen Bestreitung und dem Vorbringen, die Beschwerdeführerin sei eine ehrenhafte Französin, vermögen die Beschwerdeführer sodann die vorinstanzliche Feststellung nicht als falsc h auszuweisen, wonach die Beschwerdeführerin zur erfahrungsgemäss typischen Zielgruppe von Frauen gehört, welche für die Eingehung einer Scheinehe angegangen werden. Die gesundheitlich angeschlagene, von sozialstaatlichen Leistungen abhängige und zurückg e- z ogen lebende Beschwerdeführerin entspricht vielmehr in jeder Hinsicht der typischen Zielgru p- pe von gefestigt anwesenheitsberechtigten Frauen, welche von heiratswilligen Ausländern für die Eingehung einer Scheinehe angegangen werden. Sich durch Heirat mit e iner Person, die einer sozialen Randgruppe angehört, ein Bleiberecht zu verschaffen, entspricht einem bekan n- ten Vorgehensmuster (vgl. Urteil des BGer 2C_1174/2016 vom 21. Juni 2017 E. 3.2; Urteil des BGer 2C_1170/2013 vom 28. Juli 2014 E. 3.3.2; Urteil des BGer 2C_999/2011 vom 11. Juli 2012 E. 3.3). Damit wird der Beschwerdeführerin die Ehrenhaftigkeit nicht abgesprochen, ein Anhaltspunkt für eine Scheinehe liegt aber allemal vor. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.5 Auch die Umstände des Kennenlernens und der anfängliche Beziehungsverlau f präse n- tieren sich auffällig. Kurze Zeit nach der Entlassung aus der Ausschaffungshaft sprach der B e- schwerdeführer die Beschwerdeführerin in Zürich in einem Café an, wo sie ein längeres G e- spräch führten. Nach ihren übereinstimmenden Angaben lud sie ihn na ch etwa einem Monat ohne viel Kontakt zu sich nach Hause ein, wo er dann auch gleich verblieb. Ein Einzug nach derart kurzer Bekanntschaft und beim erst zweiten persönlichen Aufeinandertreffen mag sich allenfalls auf gute praktische Gründe gestützt haben, doch lässt sich nicht bestreiten, dass di e- ses Vorgehen gleichzeitig auch für Scheinehen charakteristisch ist. 6.6 Bestehen derartige Zweifel an der tatsächlich gewollten Lebensgemeinschaft, so befa l- len diese gezwungenermassen auch die Qualität des Konkubi nats, weshalb auch kein auf das Grundrecht auf Familienleben gestützter offensichtlicher Bewilligungsanspruch auszumachen ist. Ohnehin hat das Bundesgericht wiederholt festgehalten, dass ein Zusammenleben von wie hier knapp drei Jahren noch kein "eheähnlic hes" Konkubinat begründet und sich die Betroffenen ohne zusätzlich hinzutretende Elemente - wie etwa gemeinsame Kinder - nicht auf einen Bewi l- ligungsanspruch nach Art. 8 EMRK oder Art. 13 BV berufen können (vgl. die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Ur teil des BGer 2C_880/2017 vom 3. Mai 2018 E. 3.2). Dazu kommt, dass sich die Beschwerdeführer vorliegend bezüglich der Beziehungsdauer widersprüchlich verhalten. Im Rahmen der Befragung zum Verdacht auf Scheinehe gaben sie an, sie seien beim Einzug des Bes chwerdeführers noch kein Paar gewesen. In der Beschwerde und der Ei n- sprache wollen sie dann aber seit diesem Zeitpunkt eine eheähnliche Beziehung gelebt haben. Eine Berufung auf die Familiennachzugsbestimmungen des FZA scheitert schliesslich schon daran, d ass die Beschwerdeführerin als nichterwerbstätige Person aufgrund fehlender Eige n- mittel über keinen auf das FZA abgestützten eigenen Aufenthaltsanspruch verfügt (Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA; BGE 135 II 265 E. 3.7). 6.7 Nach dem Gesagten bestehen im vorlie genden Fall diverse Hinweise dafür, dass die Beschwerdeführer rechtsmissbräuchlich handeln könnten. Es ist unter den gegebenen Umstä n- den keineswegs offensichtlich, dass sie sich nach erfolgter Heirat erfolgreich auf die Familie n- nachzugsbestimmungen des Aus ländergesetzes (geschweige denn auf einen grundrechtlichen Bewilligungsanspruch) berufen könnten. Damit verfügt der Beschwerdeführer über keinen A n- spruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zwecke der Eheschliessung. Es ist ihm vielmehr zuzu muten, zunächst in seine Heimat zurückzukehren und entweder die B e- schwerdeführerin dort zu heiraten oder von dort aus um eine Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen. Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als unbegründet. 7. Die Beschwerdeführer rügen schliesslich die Kostenregelung im angefochtenen En t- scheid. Weshalb und gestützt auf welche Rechtsgrundlage sie den Ersatz der Anwaltskosten im abgeschriebenen Beschwerdeverfahren für "gerechtfertigt" halten, legen sie nicht dar. Es ist jedenfalls n icht zu beanstanden, wenn ihnen nach dem Unterliegerprinzip keine Parteientsch ä- digung zugesprochen wurde. Weiter kritisieren die Beschwerdeführer die Abweisung ihrer G e- suche um unentgeltliche Rechtspflege in beiden regierungsrätlichen Beschwerdeverfahren. Gemäss dem im dortigen Verfahren anwendbaren § 23 VwVG BL hat die bedürftige Partei in einem für sie nicht aussichtslosen Verfahren Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege; soweit Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf d en kostenlosen Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts. Dieser kantonalrechtliche Anspruch geht nicht über den Gehalt von Art. 29 Abs. 3 BV hinaus (KGE VV vom 18. Oktober 2017 [810 17 4] E. 9.3). Als aussichtslos in diesem Sinne sind Prozessbegehren anzus ehen, bei denen die Gewinnaussic h- ten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft b e- zeichnet werden können. In Anbetracht der vorstehend geschilderten Sach - und Rechtslage ist nicht zu beanstanden, dass der Regierungs rat in beiden Beschwerdeverfahren zum Schluss gekommen ist, dass die Gewinnaussichten deutlich geringer waren als die Verlustgefahren. Die Beschwerde ist somit auch in diesem Punkt abzuweisen. 8. Zusammenfassend hat der Regierungsrat den abschl ägigen Entscheid des AfM zu Recht geschützt, ohne dabei eine Gehörsverletzung begangen zu haben. Auch das hängige Beschwerdeverfahren durfte er abschreiben. Die Verweigerung einer Parteientschädigung und Abweisung der jeweiligen Gesuche um unentgeltliche R echtspflege verletzt ebenfalls kein Recht. Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 9. Es bleibt über die Einsprache gegen die Präsidialverfügung vom 22. Februar 2018 zu befinden. 9.1 Die Beschwerdeführer beantragen, es sei dem Beschwerdeführer in Aufhebung der Ve r- fügung vom 22. Februar 2018 und unter o/e - Kostenfolge zu erlauben, sich bis zum rechtskräft i- gen Abschluss des vorliegenden Verfahrens im Kanton Basel - Landschaft bei der Beschwerd e- führerin aufzuhalten. Weiter se i ihnen die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Sie m a- chen zur Begründung im Wesentlichen geltend, sie verfügten über einen Bewilligungsanspruch. Der Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens deshalb in Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AuG in der Schweiz abwarten. Dazu komme, dass das AfM nicht förmlich entschieden habe, der Beschwerdeführer habe sich im Ausland aufzuhalten. Es habe ihm damit stillschwe i- gend den prozeduralen Aufenthalt gestattet. 9.2 Gemäss § 7 Abs. 2 lit. f VPO kann gegen verfahr ensleitende Verfügungen der präsidi e- renden Person betreffend vorsorgliche Massnahmen sowie die Erteilung und den Entzug der aufschiebenden Wirkung innert 5 Tagen bei der Fünferkammer der Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht Einsprache erhoben werden . Die formellen Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt, auf die Einsprache ist einzutreten. 9.3 Die blosse Einreichung eines Bewilligungsgesuchs berechtigt noch nicht zum Aufenthalt, ebenso wenig ein Rechtsmittel gegen einen ablehnenden Bewilligungsentsc heid, und zwar selbst dann nicht, wenn dieses grundsätzlich aufschiebende Wirkung hat; denn diese kommt nur bei positiven Verfügungen zum Tragen ( K ÖLZ / H ÄNER / B ERTSCHI , a.a.O., Rz. 1071; BLKGE 2008 Nr. 48 E. 3). Art. 17 Abs. 1 AuG statuiert den Grundsatz, dass eine Person, die für einen vorübergehenden Aufenthalt rechtmässig eingereist ist und die nachträglich eine Bewilligung für einen dauerhaften Aufenthalt beantragt, den Entscheid im Ausland abzuwarten hat. Nur wenn die Zulassungsvoraussetzungen offensic htlich erfüllt sind, kann die zuständige Behörde den Aufenthalt während des Verfahrens gestatten (Art. 17 Abs. 2 AuG). Damit wird dem allgeme i-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Prinzip Rechnung getragen, wonach vorsorgliche Anordnungen, die praktisch auf eine Vorwegnahme des Endentschei des hinauslaufen, vorbehältlich ausserordentlicher Verhältnisse nicht angeordnet werden sollen (BGE 138 III 728 E. 2.7; BGE 127 II 132 E. 3; KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 5.3). Diese Grundsätze gelten auch für illegal Anwesende, die ihren Aufen thalt nachträglich durch ein entsprechendes Bewilligungsgesuch zu legalisieren ve r- suchen (BGE 139 I 37 E. 2.1). Damit soll verhindert werden, dass der Gesuchsteller durch e i- nen unbewilligten Aufenthalt in der Schweiz vollendete Tatsachen schafft, die er be i rechtmä s- sigem Verhalten nicht hätte schaffen können, und dadurch privilegiert wird gegenüber demjen i- gen, der das korrekte Verfahren einhält (BGE 139 I 37 E. 3.3.1; Urteil des BGer 2C_947/2016 vom 17. März 2017 E. 3.4). 9.4 Dass die Beschwerdeführer kein en offensichtlichen Anspruch auf Erteilung einer Au f- enthaltsbewilligung zum Zwecke der Eheschliessung vorweisen können, wurde oben bereits ausführlich dargelegt. Geradezu missbräuchlich ist das Vorbringen der Beschwerdeführer, das AfM habe nicht förmlich ü ber den prozeduralen Aufenthalt entschieden und damit dem B e- schwerdeführer stillschweigend den Aufenthalt während des Verfahrens gestattet. Wenn die Beschwerdeführer tatsächlich dieser Auffassung wären, so hätten sie keinen Anlass gehabt, zunächst vor dem Regierungsrat und sodann vor Kantonsgericht ein Massnahmebegehren zu stellen. Aus dem Umstand, dass das AfM auf das Gesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist und diesen befragt hat, kann offensichtlich nicht gefolgert werden, es habe im Endergebnis sein em Begehren um prozeduralen Aufenthalt entsprochen. Dies umso weniger, als im En t- scheiddispositiv einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen wird. Diese Anordnung ergibt im vorliegenden Zusammenhang isoliert gesehen zwar keinen Sinn (v gl. soeben E. 9.3). Wird sie allerdings nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Begrü n- dung ausgelegt, so erhellt ohne Weiteres, dass es das AfM mit dieser Formulierung ablehnte, den Aufenthalt während des Verfahrens zu gestatten. In der Erwägung 6 der Verfügung vom 1. November 2017 wird nämlich unmissverständlich festgehalten, der Beschwerdeführer habe den Ausgang eines allfälligen Beschwerdeverfahrens im Ausland abzuwarten. Von einer G e- stattung des prozeduralen Aufenthalts kann offenkundig nicht d ie Rede sein. 9.5 Die Einsprache ist gestützt auf die vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Die Kosten für das Einspracheverfahren werden sogleich zusammen mit der Hauptsache verlegt. Um we i- teren Missverständnissen vorzubeugen, wird der Beschwerdeführer noc h einmal ausdrücklich daran erinnert, dass er zur unverzüglichen Ausreise aus der Schweiz verpflichtet bleibt und ein allfälliger Weiterzug an das Bundesgericht daran nichts ändern würde. 10. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgerich t kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den für das Beschwerde - und das Einspracheverfahren gestellten Gesuchen um unentgeltliche Rechtspflege kann nicht stattgegeben werden, denn der Anspruch auf unentgeltliche Recht s- pflege steht auch nach der Verwaltungsprozessordnung unter dem Vorbehalt der Nichtau s- sichtslosigkeit (§ 22 VPO). Wie vorstehend aufgezeigt w urde, hatten beide Rechtsmittel von allem Anfang an keine ernsthaften Erfolgsaussichten und sind damit als aussichtslos im Sinne Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht von § 22 VPO (und von Art. 29 Abs. 3 BV) zu qualifizieren. Ausgangsgemäss sind die Verfa h- renskosten für das Beschwerde - und das Einspracheverfahren den Beschwerdeführern aufz u- e r legen. Bei der Bemessung der Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren berücksichtigt das Kantonsgericht, dass der Regierungsrat durch ein wenig transparentes Vorgehen bei der Verfahrensabschreibung die Be schwerdeführung verkompliziert hat. Aus Billigkeitsgründen wird den Beschwerdeführern deswegen für das Beschwerdeverfahren eine reduzierte Gebühr aufe r- legt. Zusammen mit den Kosten für das Einspracheverfahren werden die Verfahrenskosten auf insgesamt Fr. 1 '400. -- festgelegt. Sie sind vorliegend den Beschwerdeführern unter solidar i- scher Haftung aufzuerlegen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Einsprache wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400. -- werden den B e- schwerdeführern unter solidarischer Haftung auferlegt. 5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vorsitzender Gerichtsschreiber