<h2>SubmittedText<h2><p>Organisatorische und personelle Entscheide im Rahmen der Reorganisation des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) weisen unmissverständlich darauf hin, dass die Gewichte zwischen ökologischer Bedeutung des Waldes einerseits und wald- und volkswirtschaftlicher Bedeutung andererseits über die gesetzlichen Grundlagen hinaus zugunsten einer einseitigen Ausrichtung verschoben werden. Die Nutzung und die damit einhergehende Verjüngung und Stärkung der Vitalität der Wälder werden durch die sich abzeichnenden organisatorischen Veränderungen weiter vernachlässigt. Dies trotz der in diesen Tagen erneut festgestellten Tatsache, dass vitale Wälder einen weit höheren Schutz gegenüber Lawinen und Steinschlag bieten als der "Totholzinseln" und überalterte Waldbestände.</p><p>Diese Entwicklung bereitet u. a. auch der Konferenz der kantonalen Forstdirektoren erheblich Sorgen und weckt energischen Widerstand.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>Welche Bedeutung misst der Bundesrat der zukünftigen Waldbewirtschaftung bei? Dienen 30 Prozent der Fläche unseres Landes nach neuester Buwal-Lehre lediglich dem ökologischen Ausgleich zur Urbanisierung des Mittellandes?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Forstwesen ist sowohl in ökonomischer wie auch in ökologischer Hinsicht für unser Land von grosser Bedeutung. Der Forstpolitik ist daher unter dem Gesichtspunkt der Schutzwirkung wie auch der nachhaltigen Nutzung des Waldes ein hoher Stellenwert einzuräumen.</p><p>Die aktuelle Forstpolitik des Bundes ist nicht einseitig auf den ökologischen Ausgleich ausgerichtet. Sie bezweckt vor allem auch die Erhaltung der Schutzwaldungen und die Förderung der Holznutzung. Im besonderen verdient die Holzwirtschaft sowohl in ihrer Funktion für den Arbeitsmarkt als auch für die Bewirtschaftung einer unserer wenigen natürlichen Ressourcen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.</p><p>Die Reorganisation des Buwal stellt sich dieser politischen Wertung keineswegs entgegen. Die Forstdirektion geniesst im Buwal denn auch zu Recht im Rahmen ihres Leitbildes und der Amtsstrategie einen bemerkenswerten Handlungsspielraum. Sie wird von der Amtsleitung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unterstützt und spielt keineswegs eine Aussenseiterrolle. Dies soll auch in Zukunft so bleiben. Die Forstdirektion ist vor kurzem reorganisiert worden und bildet heute eine klar definierte Einheit, die von einer dreiköpfigen Geschäftsleitung unter dem Vorsitz des Forstdirektors geführt wird. Im Zusammenhang mit der Reorganisation des Buwal und dem baldigen, altersbedingten Weggang des Forstdirektors ist eine Verkleinerung der Geschäftsleitung auf zwei Personen vorgesehen. Es wird dadurch aber weder der Titel des Forstdirektors bzw. einer Forstdirektorin noch die Struktur dieser Einheit in Frage gestellt.</p><p>Durch die im Buwal erfolgte Zusammenfassung der Kernprozesse in drei Führungsbereiche wird eine massive Reduktion der Führungsspanne erreicht, was die Führungsfähigkeit auf Direktionsstufe verbessert. Die Grobstruktur der drei Führungsbereiche besteht aus den beiden Fachbereichen "Natur-/Landschaftsschutz, Wald und Wasser" und "Emissionen" sowie aus dem Koordinationsbereich. Damit werden insbesondere Integration und Vernetzung der amtsinternen Fachkompetenzen gefördert.</p><p>Der Bundesrat hatte in den letzten Jahren mehrmals Gelegenheit, die Frage der organisatorischen Zuordnung des Forstwesens in der Bundesverwaltung zu prüfen. Nach der Zusammenführung des Bundesamtes für Forstwesen und Landschaftsschutz mit dem Bundesamt für Umweltschutz im Jahre 1988 lehnte er die organisatorische Trennung von Schutz- und Nutzungsfunktionen im Forstwesen 1994 ausdrücklich ab. Dies geschah mit dem Hinweis auf das Erfordernis der nachhaltigen Entwicklung, welche nach Integration und nicht nach Separation der Schutz- und Nutzungsansprüche ruft. Dieser Prozess soll im Rahmen der bestehenden Organisationsstruktur gefördert und verstärkt werden. Im September 1997 hat der Bundesrat beschlossen, das Forstwesen im Buwal zu belassen und nicht ins EVD zu transferieren.</p>  Antwort des Bundesrates.