<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp335504"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>134 V 45<br/><br/><br/><div class="paraatf">7. Auszug aus dem Urteil der II. sozialrechtlichen Abteilung i.S. N. gegen Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)</div> <div class="paraatf">9C_721/2007 vom 12. Dezember 2007</div> <a name="idp337152"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 34 VGG</span>; <span class="artref">Art. 55a KVG</span>; Verordnung über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. <div class="paratf"><span class="artref">Art. 34 VGG</span> ist so auszulegen, dass auch Beschlüsse kantonaler Direktionen oder Departemente nach <span class="artref">Art. 55a KVG</span> mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden können. Die Beschwerde an das Bundesgericht ist somit unzulässig (Art. 83 lit. r sowie <span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>; E. 1.3). </div> </div> </div> <a name="idp347648"></a> <a name="idp359792"></a> <br/><div> <a name="idp368528"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 46</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page46"></a><div class="center pagebreak">BGE 134 V 45 S. 46</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp370240"></a><span class="bold">A. </span>Dr. med. N. ersuchte am 11. Oktober 2006 die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich um eine Ausnahmebewilligung gemäss <span class="artref">Art. 3 der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die Einschränkung der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Zulassungsverordnung; SR 832.103)</span>. Die Gesundheitsdirektion wies das Gesuch mit Verfügung vom 11. April 2007 ab.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp373760"></a><span class="bold">B. </span>Dr. med. N. erhob dagegen Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich. Dieses wies die Beschwerde mit Entscheid vom 23. August 2007 ab.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp375168"></a><span class="bold">C. </span>Dr. med. N. erhebt entsprechend der Rechtsmittelbelehrung Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheids.</div> <div class="paraatf">Das Verwaltungsgericht und die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich beantragen, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.</div> <div class="paraatf">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</div> <br/><div> <a name="idp381776"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp382736"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp385616"></a><span class="bold" id="consideration_1.1">1.1 </span>Der angefochtene Entscheid erging in Anwendung von <span class="artref">Art. 55a KVG</span> beziehungsweise der diese Bestimmung konkretisierenden Zulassungsverordnung und der kantonalen Einführungsverordnung zum Zulassungsstopp. Nach Art. 83 lit. r BGG ist die Beschwerde an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide auf dem <a name="page47"></a><div class="center pagebreak">BGE 134 V 45 S. 47</div>Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf <span class="artref">Art. 34 VGG</span> getroffen hat. Nach <span class="artref">Art. 34 VGG</span> beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter anderem Beschwerden gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach <span class="artref">Art. 55a KVG</span>. Wie sich insbesondere auch aus dem französischen und italienischen Wortlaut ("décisions" bzw. "decisioni") dieser Bestimmung ergibt, betrifft dies auch die Beschlüsse (Verfügungen), mit denen im Einzelfall über eine solche Zulassung entschieden wird.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp395408"></a><span class="bold" id="consideration_1.2">1.2 </span>Vorliegend ist die ursprünglich angefochtene Verfügung allerdings nicht - wie dies im Wortlaut von <span class="artref">Art. 34 VGG</span> vorgesehen ist - von einer Kantonsregierung, sondern von einer kantonalen Direktion ausgegangen. Es fragt sich, ob deswegen auf die Beschwerde einzutreten sei.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp190352"></a><span class="bold" id="consideration_1.3">1.3 </span>Die Regelung von <span class="artref">Art. 34 VGG</span> ist eine Abweichung vom Modellinstanzenzug, wonach Entscheide eidgenössischer Behörden beim Bundesverwaltungsgericht (<span class="artref">Art. 33 VGG</span>) und anschliessend beim Bundesgericht (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG</span>) angefochten werden können, Entscheide kantonaler Behörden jedoch bei kantonalen Verwaltungsgerichten (<span class="artref">Art. 86 Abs. 2 BGG</span>) und anschliessend beim Bundesgericht (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>). Diese Abweichung wurde damit begründet, dass Entscheide der Kantonsregierungen in gesundheitspolitischen Fragen wie Spitallisten, Tarifverträge usw. früher ohne Weiterzugsmöglichkeit an ein Gericht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=2&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2007&amp;to_year=2007&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-V-6%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page6">BGE 132 V 6</a>, 299) beim Bundesrat anfechtbar waren (aArt. 53 KVG), was indessen der Aufgabe des Bundesrates nicht entspreche; es solle eine gerichtliche Überprüfung auf eidgenössischer Ebene eingeführt werden, wobei aber eine Öffnung des Beschwerdewegs an das Bundesgericht aus Gründen der Überlastung nicht in Frage komme (BBl 2001 S. 4391). Dass über die bisher in den Zuständigkeitsbereich des Bundesrates fallenden Materien hinaus auch die Beschlüsse nach <span class="artref">Art. 55a KVG</span> in diese Aufzählung aufgenommen wurden (SEILER/VON WERDT/GÜNGERICH, Kommentar BGG, N. 99 zu <span class="artref">Art. 83 BGG</span>), wurde in der Botschaft nicht besonders begründet, entspricht aber der gesundheitspolitischen Bedeutung dieser Beschlüsse. Es wäre nun nicht zu rechtfertigen, wenn der Instanzenzug davon abhinge, ob die Zulassungen gemäss kantonaler Zuständigkeitsordnung durch die Kantonsregierung selber erteilt werden (wie dies in einigen Kantonen der Fall ist) oder ob dieser Entscheid an eine Direktion delegiert worden ist. <span class="artref">Art. 34 VGG</span> ist daher so auszulegen, dass auch Beschlüsse kantonaler Direktionen oder <a name="page48"></a><div class="center pagebreak">BGE 134 V 45 S. 48</div>Departemente nach <span class="artref">Art. 55a KVG</span> mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden können. Die Beschwerde an das Bundesgericht ist somit unzulässig (Art. 83 lit. r sowie <span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp442176"></a><span class="bold" id="consideration_1.4">1.4 </span>Die Sache ist an das Bundesverwaltungsgericht zu überweisen (<span class="artref">Art. 30 Abs. 2 BGG</span>).</div> </div></body></html>