B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-868/2020 U r t e i l v o m 2 5 . M ä r z 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Christa Luterbacher, mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Asyl und Integration (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 13. Januar 2020 / N (…). E-868/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – sri-lankischer Staatsagehöriger tamilischer Ethnie – verliess gemäss eigenen Angaben sein Heimatland am 29. Mai 2017 und gelangte auf dem Luftweg über Qatar in die Türkei. Am 31. Mai 2017 reiste er mit einem Fahrzeug nach Europa und gelangte am 14. Juni 2017 in die Schweiz, wo er am Folgetag ein Asylgesuch einreichte. B. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 20. Juni 2017 und der ein- lässlichen Anhörung zu den Asylgründen am 10. Dezember 2019 trug der Beschwerdeführer Folgendes vor: Er sei in B._______, Distrikt Jaffna (Nord-Provinz) geboren und habe von Geburt bis 2007, von 2009 bis 2010 sowie zuletzt von 2014 bis zum 29. Mai 2017 in C._______ (Bezirk D._______, Jaffna, Nord-Provinz) gelebt. Er habe die Schule mit dem O-Level abgeschlossen. In Sri Lanka habe er mit seiner Ehefrau, seinen Schwiegereltern und den Brüdern seiner Ehefrau im Haus seines Schwiegervaters in E._______, Distrikt Jaffna, zusammen- gelebt; beziehungsweise er habe mit seiner Familie bei seinen Eltern in C._______ gelebt (vgl. A8 Ziff. 2.02 und 3.01; A17 F 19, 102). Die Familie des Beschwerdeführers habe immer wieder LTTE-Angehörige unterstützt und ihnen Essen abgegeben. Ab Ende 2006 habe der Be- schwerdeführer selbst Verbindungen zu LTTE-Mitgliedern unterhalten. We- gen der Unterstützung seiner Familie habe er nicht mehr zu Hause wohnen können und habe sich bei Verwandten aufgehalten. Am 26. November 2006 habe es bei der Heldengedenkfeier Probleme zwischen der sri-lanki- schen Armee und LTTE -Mitgliedern gegeben. Ein LTTE -Angehöriger sei am Arm verletzt worden. Dieser habe bei der Familie des Beschwerdefüh- rers Unterschlupf erhalten und habe das Gewehr, mit welchem er – der LTTE-Angehörige – zuvor geschossen habe, dem Beschwerdeführer in die Hände gedrückt. Gleichentags seien behördlic he Razzien durchgeführt worden. Weil der Beschwerdeführer diesem verletzten LTTE-Mitglied ge- holfen habe, habe er Probleme bekommen. Die sri-lankischen Sicherheits- kräfte hätten vermehrt «Round-Ups» durchgeführt. Dabei seie n der Be- schwerdeführer und weitere Angehörige seiner Familie mehrmals geschla- gen worden. Seit er im Jahr 2006 geschlagen worden sei, sei er vergess- lich. Wegen dieser Ereignisse sei der Beschwerdeführer aus Sri Lanka ausgereist, habe sich drei Monate in Indien und Malaysia aufgehalten und E-868/2020 Seite 3 sei dann 2007 oder 2008 mit einem gefälschten Reisepass in die Schweiz gereist, wo er aber nach wenigen Stunden am Flughafen "deportiert" wor- den sei; die Einreise sei damals nicht bewilligt worden; im Jahr 2008 oder anfangs 2009 sei er wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt und habe in der Folge als (…) gearbeitet. Nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka habe er ständig Probleme gehabt. Anlässlich weiterer «Round ups» seien die Be- hörden zu ihnen nach Hause gekommen und hätten ihn und seine Familie kontrolliert. In der Folge sei der Beschwerdeführer 2010 nach Doha (Qatar) gegangen und habe dort bis 2014 gearbeitet. Nach seiner Rückkehr aus Qatar nach Sri Lanka habe er im Jahr 2015 seine Ehefrau geheiratet. Nach seiner Heirat 2015 sei er wieder um nach Qatar gegangen und im Jahr 2016 nach Sri Lanka zurückgekehrt. Zwei oder drei Monate nach seiner Rückkehr aus Qatar seien bewaffnete Unbekannte zu ihm nach Hause gekommen und hätten seine Telefonnum- mer verlangt. Im Weiteren seien Unbekannte in Zivil zu Hause erschienen und hätten ihn beschuldigt, er habe im Ausland Geld für die LTTE gesam- melt. Er habe anschliessend weitere Telefonanrufe dieser Leute erhalte n, die immer wieder den Kauf von Alkohol und Zigaretten von ihm verlangt hätten. Am 10. Oktober 2016 seien zwei Bekannte des Beschwerdefüh- rers, welche Sympathisanten der LTTE gewesen seien und die vom Be- schwerdeführer ein Motorrad ausgeliehen hätten, von der Polizei erschos- sen worden. Im April 2017 sei es zu einem weiteren Vorfall gekommen, als er von ein paar Leuten auf der Strasse zu Boden gestossen und mit den Füssen getreten worden sei. Er sei von diesen Leuten immer wieder zu Geldzahlungen genötigt worden. Nur weil er ihnen stets Waren und Geld gegeben habe, lebe er noch. Er sei mehrmals zu Hause gesucht worden, mutmasslich von Angehörigen des CID (Criminal Investigation Depart- ment). Seine Familie habe ihm telefonisch berichtet, dass er im November 2019 gesucht worden sei. Der Beschwerdeführer habe ansonsten nie Probleme mit Behörden oder Organisationen im Heimatland gehabt. Er habe sich auch nie politisch oder religiös betätigt. Sein Vater habe 13 Jahr lang in der Schweiz gelebt und gearbeitet. Mit d essen Pensionierungsgeld habe der Beschwerdeführer seine zweite Reise in die Schweiz finanziert. Seine Ehefrau und ihr Sohn würden weiterhin in E._______ leben; seine Eltern und seine Schwester würden in C._______ und sein Bruder in F._______ leben. E-868/2020 Seite 4 Er habe einen Reisepass besessen, den er in der Türkei auf Verlangen seines Schleppers zerrissen habe. Die Identitätskarte, die er im Alter von 16 erhalten habe, habe er verloren. beziehungsweise seine Identitätskarte sei ihm anlässlich eines «Round ups» weggenommen worden. C. Mit Begleitschreiben vom 13. Juli 2017 reichte der Beschwerde eine sri - lankische Geburtsurkunde zu den Akten. D. Mit Verfügung vom 13. Januar 2020 – eröffnet am 15. Januar 2020 – lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mangels Glaubhaftigkeit und Asylrelevanz seiner Vorbringen ab, ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an und verfügte den Wegweisungsvollzug. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, am Wahrheitsgehalt der Vorbringen zur angeblichen Suche des Beschwe rdeführers durch un- bekannte Personen respektive durch das CID seien erhebliche Zweifel an- zubringen. Seine Aussagen zur Unterstützung der LTTE vermittelten nicht den Eindruck, als hätte er persönlich die LTTE direkt unterstützt. Die vor- getragene Unterstützungsleistung – die Gewährung von erster Hilfe, Be- herbergung und Verköstigung – seien zudem nicht als derart brisant einzu- stufen, als dass sie eine Verfolgung im geltend gemachten Ausmass nach- vollziehbar erscheinen liessen. Zudem habe der Beschwerdeführer bezüg- lich seiner weiteren Familienangehörigen keine Probleme vorgetragen, ob- wohl er geltend gemacht habe, dass die gesamte Familie die LTTE unter- stützt habe. Auch die nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2009 angeblich erfolgten behördlichen Vorsprach en müssten in Frage gestellt werden. Konkrete Ereignisse habe der Beschwerdeführer hierzu nicht gel- tend gemacht. Der Umstand, dass er im Jahr 2010 legal nach Qatar gereist sei, lasse ein andauerndes Verfolgungsinteresse wenig plausibel erschei- nen. Die für die Zeitspanne von 2014 bis 2016 vorgetragenen Probleme habe der Beschwerdeführer nur oberflächlich geschildert. Die im Jahr 2015 erfolgte Heirat des Beschwerdeführers und seine danach erfolgte Rück- kehr nach Sri Lanka liessen darauf schliessen, dass er sich nicht persönlich als gefährdet erachtet habe. Auch die Schilderungen der Ereignisse, in den Jahren 2016 und 2017 seien substanzlos und oberflächlich ausgefallen. Es erstaune diesbezüglich, dass der Beschwerdeführer keine näheren Anga- ben zu seinen angeblichen Verfolgern habe machen können. Es widerspre- che auch der Logik des Handelns, dass er sich nicht an die Behörden oder an Menschenrechtsorganisationen gewandt habe. E-868/2020 Seite 5 Ferner sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verbindung zwi- schen der angeblic hen Hilfeleistung für die LTTE im Jahr 2006 und den vorgetragenen Problemen in den Jahren 2016 und 2017 zu erstellen. Obschon der Beschwerdeführer zu diesem Konnex wiederholt befragt wor- den sei, sei er immer wieder abgeschweift und habe sich oberflächlich ge- äussert. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 beim Beschwerdeführer vorliegen würden. Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug unter Verweis auf das Bezie- hungsnetz des Beschwerdeführers und dessen Berufserfahrung als zuläs- sig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. E. Mit Eingabe seiner Rechtsvertret erin vom 14. Februar 2020 liess der Be- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen und die v orläufige Auf- nahme anzuordnen. In prozessualer Hinsich t wurden die unentgeltliche Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie die unentgeltli- che Verbeiständung beantragt. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdefüh- rer sei nach dem Vorfall mit dem verlet zten LTTE-Angehörigen ins Visier der sri-lankischen Armee geraten. Der Beschwerdeführer respektive seine Familie habe einem LTTE-Angehörigen mit einer Schussverletzung Unter- schlupf gewährt. Dabei habe der Verletzte seine Waffe übergeben. Die Si- cherheitskräfte hätten den Beschwerdeführer verdächtigt, mit dem Gewehr auf Soldaten geschossen zu haben , nachdem seine Haut Schmauchspu- ren aufgewiesen habe. Die sri-lankischen Soldaten hätten ihn zu Hause abholen und mitnehmen wollen. Weil die Mutter und Schwester d en Be- schwerdeführer an sich gerissen und entsetzlich geschrien hätten, hätten die Sicherheitskräfte vom Beschwerdeführer abgelassen. Seither sei der Beschwerdeführer aber im Verdacht der Behörden gestanden, die LTTE zu unterstützen. Der Beschwerdeführer habe seine Vorbringen glaubhaft dar- gelegt; auf Widersprüche zwischen den Aussagen in der BzP und der An- hörung dürfe nicht übermässiges Gewicht gelegt werden; die Aussagen seien detailreich und in sich stimmig ausgefallen. Der Beschwerdeführer E-868/2020 Seite 6 gehöre einer Risikogruppe im Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 an. Er weise ehemalige Beziehungen zu den LTTE auf. Zudem habe er sich mehrere Jahre lang in der Schweiz aufgehalten, weshalb er bei einer Rück- kehr die Aufmerksamkeit der heimatlichen Behörden auf sich zi ehen würde. Der Beschwerdeeingabe wurden unter anderem ein fremdsprachiger Zei- tungsartikel vom 22. Oktober 2016, eine Anzeige der Ehefrau des Nach- barn R.T. des Beschwerdeführers bei der «Human Rights Commission of Sri Lanka» vom 11. Dezember 2006 (betreffend Verschwinden von R.T.) sowie ein Schreiben des «Office on Missing Persons» vom 5. Dezember 2019, das Verschwinden des Nachbarn R.T. betreffend, beigelegt. F. Mit Zwischenver fügung vom 2 6. Februar 202 0 hielt das Bundesverwal- tungsgericht fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Asylver- fahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeit wurde das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive -verbeiständung abge- wiesen, nachdem die Beschwerdevorbringen aufgrund der damaligen Ak- tenlage als au ssichtslos eingeschätzt wurden. Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 750.- zu leisten. Dieser Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 6. März 2020 geleistet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 20 19 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG). 1.3 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). E-868/2020 Seite 7 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.5 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli- cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs- weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Ur- teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 1.6 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le- bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy- chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigen schaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig be- gründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Abs. 3). E-868/2020 Seite 8 Bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit wird eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdig- keit usw.), die für oder gegen die gesuchstellende Person sprechen, vor- genommen. Glaubhaftmachen im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Gegensatz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweisma ss und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der gesuchstellenden Person. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftigkeit eines Verfol- gungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti- ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erleb- nissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 E. 2.3). 2.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen des Landes – eine Gefährdungssituation erst oder zusätzlich geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgr ünde im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss- bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 3. Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich und mit zutref- fender Begründung dargelegt, weshalb die Asylvorbringen des Beschwer- deführers den Anforderungen an die Glaubhaftmachung und an die Asyl- relevanz nicht genügen. 3.1 Vorweg ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführers geltend ge- machten Behelligungen im Zusammenhang mit seiner angeblichen Unter- stützung eines LTTE-Mitgliedes im November 2006 und den LTTE-Hilfe- leistungen seiner Familie seit 2006 den Anforderungen an die Flüchtlings- eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht standhalten. E-868/2020 Seite 9 Anlässlich seiner Befragung zur Person (BzP) trug der Beschwerdeführer vor, seine Familie habe – seit 2006 – jahrelang LTTE-Mitglieder unterstützt, indem sie ihnen Nahrungsmittel gegeben und ihnen an ihrem Wohnort Un- terschlupf gewährt habe. Bei seinen diesbezüglichen Angaben in der BzP erwähnte der Beschwerdeführer indessen nicht ansatzweise die bei der späteren, einlässlichen Anhörung ge ltend gemachte, eigene persönliche Unterstützung eines LTTE-Mitglieds, welcher ihm – dem Beschwerdeführer – ein Gewehr gegeben haben soll, was behördliche Verfolgungsmassnah- men ausgelöst haben soll (vgl. Akte A17, Antworten 88 und 91). Der Be- schwerdeführer wurde in der BzP explizit nach eigenen LTTE -Unterstüt- zungsleistungen gefragt (« Wie haben Sie selber die LTTE unterstützt?»; vgl. Akte A8, Ziffer 7.02, erste Frage), worauf er pauschal vortrug, seine Familie habe LTTE -Mitglieder unterstützt. D ie Anschlussfrage, ob er die LTTE «auf andere Weise unterstützt» habe, hat er ausdrücklich verneint. Dieses Aussageverhalten des Beschwerdeführers lässt bereits erste Zwei- fel am Wahrheitsgehalt seines Sachverhaltsvortrags aufkommen. 3.2 Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer äusserst vage und unsub- tanziierte Angaben dazu machte, von wem er behelligt worden sein soll. So gab er an, es seien «ein paar Leute» respektive bewaffnete «Unbekannte» in Zivilkleidung gewesen und er habe «von diesen Leuten» Anrufe erhalten und er habe «diesen Leuten» immer wieder Geld gegeben. Zudem gab er mehrfach selbst zu Protokoll, nicht genau zu wissen, von wem er wieder- holt geschlagen worden sei (vgl. A8, Ziffern 7.01 und 7.02) respektive er habe nicht gewusst, um wen es sich bei den Personen gehandelt habe, die ihn nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka im Jahr 2016 zur Befragung auf- gesucht hätten (vgl. A17, Antwort 76), was den Anschein erweckt, dass er dabei nicht von persönlich erlebten Vorfällen berichtet hat. Er war auch nicht in der Lage anzugeben, wann, wie oft und wo er zuletzt gesucht wor- den sei (vgl. A17, Antworten 64-66 sowie 78-80) und gab nach mehrfachem Nachfragen bloss stereotyp zu Protokoll, er sei mindestens dreimal pro Mo- nat gesucht worden; mindestens zwei- bis dreimal pro Monat sei er zudem telefonisch kontaktiert worden (vgl. A17, Antwort 80). Er konnte auch keine plausible Erklärung dazu abgeben, weshalb er die se Fragen nicht habe beantworten können; er liess es mit der Angabe bewenden, die Lage sei für ihn nicht lebensgefährlich gewesen, aber «sie» hätten immer wieder Geld von ihm verlangt (vgl. A17, Antwort 67). Bei den behaupteten behörd- lichen Suchen handelt es sich gemäss seinen eigenen Angaben um Re- pressalien, die ihn zur Ausreise veranlasst haben sollen, weshalb nicht nachvollziehbar bleibt, weshalb der Beschwerdeführer nicht detailliertere Angaben zu diesen einschneidenden Ereignissen hat machen können. E-868/2020 Seite 10 3.3 Im Weiteren sind die Erwägungen des SEM zu bestätigen, wonach die vom Beschwerdeführer vorgetragene Verfolgung auch inhaltlich zweifelhaft erscheint. Einerseits trug er keine anhaltenden, aktuell erfolgten Behelli- gungen gegenüber seinen übrigen Familienmitg liedern vor, obwohl seine ganze Familie LTTE-Mitglieder jahrelang unterstützt haben soll und im Zeit- raum 2006 mehrere Familienmitglieder seitens der Sicherheitskräfte miss- handelt worden seien. Er trug diesbezüglich bei der Einleitung seiner An- hörung vom 10. Dezember 2019 vor, er habe bei den telefonischen Kon- takten mit seiner Ehefrau und seinen Eltern keine Neuigkeiten erfahren (vgl. A17, Antwort 8-10), was darauf schliessen lässt, dass seine Familien- angehörigen aktuell von den Behörden nicht behelligt werd en. Soweit in der Rechtsmitteleingabe behauptet wird, das CID suche den Beschwerde- führer immer noch (vgl. Ziffer 25), bleibt dieses Vorbringen nicht weiter sub- stanziiert und wird mit keinerlei Beweismitteln untermauert oder mit weite- ren Angaben spezifiziert. 3.4 Angesichts der behaupteten mehrfachen behördlichen Besuche und Kontrollen am Wohnsitz des Beschwerdeführers anfangs 2009 bleibt zu- dem nicht nachvollziehbar, dass es dem Beschwerdeführer gelungen sein soll, mehrfach von seinem Heimatstaat nach Qatar auszureisen und wieder nach Sri Lanka einzureisen, ohne bei den Grenzkontrollen ins Visier der sri-lankischen Ein- und Ausreisebehörden zu geraten. 3.5 Aufgrund des vom Beschwerdeführer geschilderten anhaltenden be- hördlichen Verfolgungsinteresses an seiner Person (vgl. A17, Antworten 65 und 80) ist davon auszugehen, dass es die Behörden nicht mit blossen Besuchen und Befragungen am Wohnort des Beschwerdeführers hätten bewenden lassen, sondern ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ge- gen ihn eingeleitet hätten, wenn sie ihn tatsächlich aufgrund der angeblich an seinem Körper festgestellten Schmauchspuren eines Kampfeinsatzes zugunsten der LTTE verdächtigt hätten . Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wäre es den sri -lankischen Sicherheitskräften zudem gelungen, den Beschwerdeführer anlässlich ihrer zahlreichen Besuche an seinem Wohnort festzunehmen. 3.6 Im Weiteren ist auch die von der Vorinstanz festgestellte Unsubstanzi- iertheit innerhalb der Schilderungen des Beschwerdeführers zu den gel- tend gemachten Ereignissen in den Jahren 2016 und 2017 (mehrere Droh- anrufe sowie Geld- und Warenforderungen seitens «Unbekannter») zu be- stätigen, nachdem der Beschwerdeführer auch hierzu keine näheren An- gaben zu Protokoll geben konnte. E-868/2020 Seite 11 3.7 Dem Beschwerdeführer ist es im Weiteren auch nicht gelungen, einen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den angeblichen Hilfeleistungen seiner Familie für die LTTE ab dem Jahr 2006 und den angeblichen Verfol- gungshandlungen gegenüber seiner Person in den Jahren 2016/2017 glaubhaft zu machen (vgl. die Antworten 87 ff. in A17). Auch diese Erwä- gungen des SEM sind vollumfänglich zu bestätigen. Zwischen den geltend gemachten Vorfällen im Jahr 2006 und der Ausreise des Beschwerdefüh- rers muss der enge zeitliche und sachliche Kausalzusammenhang deshalb verneint werden. 3.8 Schliesslich muss festgestellt werden, dass sich der Beschwerdeführer auch hinsichtlich des Verbleibs seiner Identitätskarte in Widersprüche ver- strickt hat. Einerseits gab e r bei der BzP an, diesen Ausweis verloren zu haben (vgl. A8, Ziff. 4.03) . Demgegenüber trug er b ei der Anhörung am 10. Dezember 2019 vor, die Identitätskarte sei ihm anlässlich von «Round- Ups» von der sri -lankischen Armee abgenommen worden respektive er vermöge sich nicht mehr genau zu erinnern, er «glaube» der Ausweis sei ihm abgenommen worden (vgl. A17, Antworten 57-61). 3.9 Nachdem sich die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verbin- dungen zu den LTTE als unglaubhaft erwiesen haben, gehört er – entge- gen der anderslautenden Behauptung in der Beschwerdeeingabe – keiner der im Referenzurteil des Bundesv erwaltungsgerichts E-1866/2015 defi- nierten Risikogruppen an. Wie das SEM zutreffend dargelegt hat, besteht kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlic hkeit und in absehbarer Zukunft flüchtlingsrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt werden könnte. 3.10 Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des erstinstanzlichen Verfah- rens keinerlei Beweismittel zur Stützung der von ihm vorgetragenen Ver- folgungssituation wegen unterstellen LTTE-Unterstützungsleistungen ein- reicht. Die auf Beschwerdeebene eingereichten Kopien (Zeitungsauszüge, eine Bestätigung der Human Rights Commission von Sri Lanka vom 11. Dezem- ber 2006, ein Schreiben des Office on Missing Persons vom 5. Dezember 2019) sind für sich alleine nicht geeignet, die von ihm behauptete Verfol- gungssituation massgeblich zu stützen oder die vorinstanzlichen Erwägun- gen in einem anderen Licht betrachten zu lassen, nachdem die genannten Beweismittel keine Angaben zur Person des Beschwerdeführers enthalten, sondern vielmehr Drittpersonen betreffen. E-868/2020 Seite 12 3.11 Andere Asylvorbringen hat der Beschwerdeführer nicht vorgetragen. Zusammenfassend ergibt sich, dass es ihm nicht gelungen ist, darzulegen, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aslyrelevanten Nachteilen ausgesetzt worden ist oder solche künftig befürchten müsste. Das SEM hat sein Asylgesuch zu Recht und mit zutreffender Begründung abgewiesen. 4. 4.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 4.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). E-868/2020 Seite 13 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere gr ausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 5.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochte nen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es de m Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den A kten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste dere Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg- weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim- mungen zulässig. 5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug fü r Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 5.5 Die allgemeine Situation im Heimatstaat de s Beschwerdeführers ist nicht von einer landesweiten Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allge- meiner Gewalt geprägt (vgl. Referenzurteil E-1866/2015, a.a.O.). An dieser E-868/2020 Seite 14 Einschätzung vermögen auch die am Ostersonntag 2019 erfolgten An- schläge auf Kirchen und Luxushotels nichts zu ändern. Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche eine Wegweisung als unzumutbar er scheinen liessen. So schloss der Be- schwerdeführer seine Schulbildung im O-Level ab. Er verfügt über eine mehrjährige Berufserfahrung im Heimatland als (…) und er hat mehrere Jahre lang insbesondere auch in Qatar gearbeitet (vgl. A17, Antwort 39 ff.). Gemäss eigenen Angaben leben seine Ehefrau und Tochter sowie seine Eltern und Geschwister in Sri Lanka. Seine Familie soll der Mittelschicht angehören (vgl. A17, Antworten 11, 13, 16-22 und 38 ff.). Er verfügt in sei- ner Heimatregion Jaffna über ein tragfähiges familiäres und soziales Be- ziehungsnetz. Im Weiteren ist davon auszugehen, dass es ih m zumutbar sein sollte, nach seiner Rückkehr wieder eine Erwerbstätigkeit aufzuneh- men und dadurch seine Existenz zu sichern. Das Gericht verkennt die schwierige Situation i m Norden Sri Lankas nicht. Den Angaben de s Be- schwerdeführers sind jedoch keine stichhaltigen Hinweise zu entnehmen, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen würden. 5.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 5.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrensk osten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht E-868/2020 Seite 15 [VGKE, SR 173.320.2]), nachdem mit Zwischenverfügung des Bundesver- waltungsgerichts vom 26. Februar 2020 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (inklusive -verbeiständung) abgewiesen wurde. Der am 6. März 2020 einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.- ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten in gleicher Höhe zu verwen- den. (Dispositiv nächste Seite) E-868/2020 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sandra Bodenmann Versand: