<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para">CH - 1000 Lausanne 14 </div> <div class="para">Tel. 021 318 91 11 </div> <div class="para">Fax 021 323 37 00 </div> <div class="para">Geschäftsnummer: </div> <div class="para">1C_174/2011; 1C_176/2011; </div> <div class="para">1C_182/2011 /BMH </div> <div class="para">{T 1/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">An den Bundesrat </div> <div class="para">Bundeskanzlei </div> <div class="para">3003 Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 12. Mai 2011 / daa </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eidgenössische Volksabstimmung vom 24. Februar 2008 über das Unternehmenssteuerreformgesetz II </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin </div> <div class="para">Sehr geehrte Bundesrätinnen und Bundesräte </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beim Bundesgericht sind in Bezug auf die Eidgenössische Volksabstimmung über das Unternehmenssteuerreformgesetz II die drei folgenden Beschwerdeverfahren hängig: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">- Margret Kiener Nellen gegen Regierungsrat des Kantons Bern (1C_176/2011) </div> <div class="para">- Daniel Jositsch gegen Regierungsrat des Kantons Zürich (1C_182/2011) </div> <div class="para">- Erwin Walter Berchtold (1C_174/2011). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Unternehmenssteuerreformgesetz II wurde von den Stimmberechtigten in der Abstimmung vom 24. Februar 2008 bei einer Stimmbeteiligung von 38,62% mit 938'744 Ja gegen 918'990 Nein angenommen. Anfangs März 2011 wurde bekannt, dass zahlreiche Firmen und Unternehmen von den darin vorgesehenen Möglichkeiten Gebrauch machen würden und dadurch unerwartet hohe Steuerausfälle entstünden. In der Folge erhoben Margret Kiener Nellen beim Regierungsrat des Kantons Bern und Daniel Jositsch beim Regierungsrat des Kantons Zürich je eine Abstimmungsbeschwerde. Mit Entscheiden vom 30. März 2011 bzw. 6. April 2011 traten der Regierungsrat des Kantons Bern bzw. der Regierungsrat des Kantons Zürich auf die Abstimmungsbeschwerden nicht ein und überwiesen die Eingaben dem Bundesrat zur Behandlung als Gesuche um Wiedererwägung des bundesrätlichen Erwahrungsbeschlusses vom 10. April 2008. Der Rechtsmittelbelehrung folgend haben Margret Kiener Nellen beim Bundesgericht am 11. April 2011 und Daniel Jositsch am 15. April 2011 je eine Abstimmungsbeschwerde eingereicht und im Wesentlichen um Aufhebung der Abstimmung vom 24. Februar 2008 ersucht. Mit einer als "Stimmrechtsbeschwerde/u.o. verwaltungsrechtliche Klage" bezeichneten Eingabe vom 10. April 2011 wandte sich zudem Erwin Berchtold direkt ans Bundesgericht. Auch er verlangt die Aufhebung der Volksabstimmung vom 24. Februar 2008. Damit ist das Bundesgericht mit der Frage der Gewährleistung eines allfälligen nachträglichen Rechtsschutzes in der genannten Abstimmungsangelegenheit befasst. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Frage des Rechtsschutzes in eidgenössischen Stimmrechtssachen beurteilt sich seit dem Inkrafttreten der Justizreform insbesondere aufgrund der in den <span class="artref">Art. 189 Abs. 1 lit. f BV</span>, Art. 77 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1976 über die politischen Rechte (BPR) und Art. 88 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG) enthaltenen Bestimmungen. Danach ist das Bundesgericht letztinstanzlich zuständig für die Behandlung von Abstimmungsbeschwerden (<span class="artref">Art. 80 Abs. 1 BPR</span>, <span class="artref">Art. 88 Abs. 1 lit. b BGG</span>). Gemäss der in der Justizreform enthaltenen Regelung wurde der gerichtliche Rechtsschutz in Stimmrechtssachen im Sinne von <span class="artref">Art. 29a und <artref id="CH/101/34/1" type="start"></artref>Art. 34 Abs. 1 BV</span><artref id="CH/101/29^a" type="end"></artref> verstärkt und der Bundesrat von Rechtsprechungsfunktionen auf dem Gebiete der politischen Rechte entlastet. Nach der Ordnung vor Inkrafttreten der Justizreform beurteilte der Bundesrat die Abstimmungsbeschwerden (Art. 81 aBPR) und erwahrte (wie auch heute noch) das Abstimmungsresultat (<span class="artref">Art. 15 Abs. 1 BPR</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Vor diesem verfassungs- und gesetzesrechtlichen Hintergrund hat das Bundesgericht zu entscheiden, ob und gegebenenfalls wie in den genannten drei Beschwerdeangelegenheiten nachträglicher Rechtsschutz gewährt werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Wir übermitteln Ihnen die Beschwerden von Margret Kiener Nellen und Daniel Jositsch samt Beilagen. Die beiden Entscheide des Regierungsrates des Kantons Bern bzw. des Kantons Zürich sind Ihnen bereits direkt zugestellt worden. Ferner erhalten Sie die direkt bei uns eingereichte Beschwerde von Erwin Walter Berchtold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Wir laden Sie ein, zu den drei Beschwerden Stellung zu nehmen und uns Ihre Bemerkungen dazu bis zum 17. Juni 2011 zukommen zu lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Stellungnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit freundlichen Grüssen </div> <div class="para">I. öffentlich-rechtliche Abteilung </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Fonjallaz </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beilagen erwähnt </div> <div class="para">Kopie an: </div> <div class="para">- Erwin Berchtold </div> <div class="para">- Margret Kiener Nellen </div> <div class="para">- Regierungsrat des Kantons Bern, Staatskanzlei, Postgasse 68, 3000 Bern 8 </div> <div class="para">- Daniel Jositsch </div> <div class="para">- Regierungsrat des Kantons Zürich, Direktion der Justiz und des Innern, </div> <div class="para"> Generalsekretär, Neumühlequai 10, Postfach, 9080 Zürich </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>