Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Mai 2013 (725 11 453) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Dahinfallen jeder kausaler Teilursächlichkeit bei Knieschädigung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin El isabeth Berger Götz, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Jan Herrmann, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Helsana Unfall AG , Recht, Postfach, 8081 Zürich, Beschwerdegeg- nerin Betreff Leistungen A. Der 1952 geborene A.____ ist seit 1981 bei der B .____ als Kundenberater tätig und in dieser Eigenschaft bei der Helsana Unfall AG (Helsana) g egen die Folgen von Unfällen versi- chert. Am 6. Dezember 2009 verdrehte sich der Versicherte während eines Ferienaufenthalts in C.___ infolge eines Zusammenstosses beim Beach-Volleyball das linke Knie und erlitt dabei gemäss Arztschein UVG vom 13. Januar 2010 eine Distorsion bzw. eventuell einen Meniskus- schaden. Die Helsana anerkannte das Ereignis als Unfall un d erbrachte die gesetzlichen Leis- tungen. Am 10. August 2010 erfolgte eine Rückfallmeld ung, mit welcher eine Arbeitsunfähigkeit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab 2. August 2010 geltend gemacht wurde. Die Helsana e rbrachte gestützt darauf zunächst weitere Versicherungsleistungen, stellte diese aber mit Verfügung vom 10. März 2011 unter Verweis auf den Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs per Ende Dezember 2010 ein. Dabei stützte sie sich auf die Angaben ihres beratenden Arztes, wonach der Kausalzusammen- hang zwischen den Beschwerden und dem versicherten Ereignis lediglich möglich sei. Eine dagegen erhobene Einsprache des Versicherten wies die Helsana am 24. November 2011 ab. B. Mit Eingabe vom 22. Dezember 2011 erhob der Versich erte, vertreten durch Jan Herr- mann, Rechtsanwalt, Beschwerde gegen den Einspracheentsch eid der Helsana vom 24. No- vember 2011 und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm über das verfügte Einstelldatum hinaus die gesetzlichen Leistungen bis auf weiteres zu erbr ingen; eventualiter sei eine klärende medizinischen Stellungnahme bei einer neutralen Stell e einzuholen. Die Helsana schloss mit Vernehmlassung vom 9. Januar 2012 auf Abweisung der Beschwerde. C. Anlässlich der Urteilsberatung vom 8. März 2012 gela ngte das Gericht zur Auffassung, dass sich die strittige Frage der Unfallkausalität gestüt zt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht hinreichend beantworten lasse. Das Verfahren wurde deshalb ausgestellt, und es wurde beim Kantonsspital D.____ ein orthopädisches Gutachten zur Frage der Unfallkausali- tät in Auftrag gegeben. Dieses erging am 13. Dezember 2012. Die Helsana beantragte in ihrer Stellungnahme vom 16. Januar 2013, dass das Gericht ein e neue Gutachterstelle zu beauftra- gen und dieser dieselben Fragen noch einmal zu unterbr eiten habe. Der Beschwerdeführer er- suchte mit Eingabe vom 22. Januar 2013 um Gutheissung der Beschwerde. Auf Veranlassung des Gerichts hat die Gutachterstelle schliesslich am 25. Apr il 2013 eine ergänzende Stellung- nahme abgegeben. Die Parteien haben auch dazu Stell ung genommen und Gelegenheit erhal- ten, sich jeweils noch zur Eingabe der Gegenpartei vernehmen zu lassen. Auf die entsprechenden Vorbringen ist - soweit notwe ndig - in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim zuständigen Ger icht eingereichte Beschwerde ist ein- zutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r über den 31. Dezember 2010 hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung besitzt. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleist ungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwarte t werden kann (Art. 19 Abs. 1 Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiedererl angung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 P rozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Inva lidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ga nze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verur- sachten und nach zumutbarer Behandlung und Einglieder ung verbleibenden ganzen oder teil- weisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betr acht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt in erster Linie voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und den Gesundheitsbeeinträ chtigungen ein natürlicher Kausalzu- sammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 ). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan densein der eingetretene Er- folg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit einge- treten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natür- lichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unf all die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass da s schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein- trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht w eggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl . BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein- lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zus ammenhangs genügt für die Begrün- dung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht ein mal anerkannt, entfällt diese erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate Ur sache des Gesundheitsschadens darstellt, der Gesundheitsschaden mit anderen Worten nur noch un d ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der krankhafte Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vo rzustandes auch ohne Un- fall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Treten konkret im Anschluss an ein Unfal lereignis Beschwerden auf, die zuvor nicht bestanden haben, und ist davon auszugehen, dass dur ch den Unfall lediglich ein zuvor stummer Vorzustand aktiviert, nicht aber verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG nur für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom seine Leistungen zu erbringen. Mit dem E rreichen des Status quo sine vel ante entfällt indessen eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden (vgl. SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125). Solange aber der Status quo sine vel ante noch nicht wieder Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art . 36 Abs. 1 UVG neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übern ehmen, worunter insbesondere auch Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Demnach hat die versicherte Person bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante auch Anspruch auf e ine zweckmässige Behandlung, welche unter anderem auch operative Eingriffe mit umf assen kann (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2). 2.4 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kau salzusammenhang muss das Dahin- fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisg rad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gä nzlich fehlender ursächlicher Aus- wirkungen des Unfalles genügt hierfür nicht. Weil es dab ei um eine anspruchsaufhebende Tat- sache handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2). Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachwe is unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder die versicherte Person nunmehr bei voller Gesundheit ist. Entscheidend ist allein, ob u nfallbedingte Ursachen des Gesundheits- schadens ihre kausale Bedeutung verloren haben und wegg efallen sind (vgl. Urteil L. des EVG vom 25. Oktober 2002, U 143/02, E. 3.2.). 3.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ge sundheitlichen Störung ein natür- licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, w orüber die rechtsanwendende Behör- de - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswür- digung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Bew eisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eine s Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.2 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechts- anwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ih r vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozia lversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgeric ht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danac h zu entscheiden hat, ob die ver- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des s treitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entschei dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 3.3 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsa tz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen med izinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. d ie ausführliche Zusammenstellung die- ser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist es dem Sozialversi- cherungsgericht nicht verwehrt, gestützt ausschliesslich auf ve rsicherungsinterne medizinische Unterlagen zu entscheiden. Wie das Bundesgericht unl ängst präzisiert hat, sind in solchen Fäl- len jedoch strenge Anforderungen an die Beweiswürdi gung in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun- gen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. Urtei l des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113 /2009, E. 3.2 mit Verweisen). Anderer- seits weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein allfälliger Grund für ein Abweichen k ann dann vorliegen, wenn die Gerichtsex- pertise widersprüchlich ist oder wenn gegensätzliche Mein ungsäusserungen anderer Fachex- perten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Sc hlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). In Bezug auf Berichte von be- handelnden Ärzten darf und soll das Gericht schliesslich d er Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftra gsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei- felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Pa tienten aussagen. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die eine n längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur vo n Behandlungsauftrag des therapeu- tisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsa uftrag des amtlich bestellten fachme- dizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) nicht zu, ein Administrativ- od er Gerichtsgutachten stets in Frage zu stel- len und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anders- lautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bund esgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 4. Vorab ist klarzustellen, dass der Beschwerdeführer an b eidseitigen Kniebeschwerden leidet. So geht aus den Akten hervor, dass er bereits am 23. Mai 2009 beim Karate-Training mit dem rechten Bein ausgerutscht ist und sich dabei das rec hte Knie verdreht und gezerrt hat (vgl. Bericht von Dr. E.____, FMH Innere Medizin, vom 3 . August 2010, Beilage 4 der Be- schwerdeantwort). Abweichend davon ist der Patientenge schichte der Praxisklinik F.____ (vgl. Beilage 5 zur Beschwerdeantwort) zu entnehmen, d ass der Versicherte bei der Rückkehr nach dem Karatetraining in der eigenen Garage ausge rutscht sei. Die Helsana hat jedenfalls Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch für dieses Unfallereignis ihre Leistungen erbracht. Allfällige Beschwerden am rechten Knie sind im vorliegenden Beschwerdeverfahren weder strittig, noch sind sie Bestandteil des ange- fochtenen Einspracheentscheids der Helsana vom 24. Novembe r 2011. Das rubrizierte Be- schwerdeverfahren betrifft damit ausschliesslich das Ereignis vom 6. Dezember 2009 und somit die Schädigung am linken Knie. 4.1 Der Beschwerdeführer war ab 2. August 2010 infolge der Beschwerden am linken Knie in wechselndem Ausmass in seiner Arbeitsfähigkeit eingesc hränkt. Vom 2. August 2010 bis 5. September 2010 bestand zunächst eine volle Arbeitsunf ähigkeit. Nach einer kurzen Wieder- erlangung seiner Arbeitsfähigkeit war der Versicherte so dann vom 4. Oktober 2010 bis 17. Ok- tober 2010 erneut vollständig und ab 18. Oktober 2010 im Umfang von 50% arbeitsfähig, bis die Rennbahnklinik die Behandlung am 16. Dezember 2010 ab geschlossen und dem Versicherten ab 1. Januar 2011 wieder eine uneingeschränkte Arbeit sfähigkeit attestiert hat (vgl. UVG Zwi- schenbericht von Dr. E.____ vom 24. August 2010 sowie Pa tientengeschichte der Praxisklinik F.____, Beilage 12 zur Beschwerdeantwort). Bereits am 9. Februar 2011 hat der Versicherte jedoch wieder über beeinträchtigende und belastungsabh ängige Schmerzen berichtet und hat aus diesem Grund eine operative Intervention in Erwägung gezogen, deren Leistungspflicht von der Helsana durch die rückwirkende Leistungseinstellung per Ende 2010 verneint worden ist. Am 3. März 2011 erfolgte ein operativer Eingriff, mit welchem eine arthroskopische Gelenktoilet- te, eine Knorpelglättung sowie eine Plicaresektion durch geführt wurde. Dabei sind unter ande- rem eine Chondrose verschiedener Grade I bis III, teil weise aufgeworfene Knorpelfetzen, eine Einklemmungstendenz sowie eine diskrete Zerrung des vorderen Kreuzbandes festgestellt wor- den (vgl. Operationsbericht der Praxisklinik F.____ vom 3. März 2011, Beilage 14 zur Be- schwerdeantwort). 4.2 Bereits mit Beschluss des Kantonsgerichts vom 8. März 20 12 war festgehalten worden, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die damals vorliegende medizinische Aktenlage nicht möglich war. Hintergrund b ildete der Umstand, dass sich die Hel- sana bei ihrer Einstellung der Versicherungsleistungen a uf den Bericht ihres Vertrauensarztes Prof. G.____ vom 17. Februar 2011 abgestützt hatte, w onach der operative Eingriff von März 2011 nicht aufgrund des Unfalls nötig geworden sei, wei l der Status quo sine spätestens im Dezember 2010 wieder erreicht gewesen sei. Diese Stell ungnahme war jedoch ohne jegliche Begründung erfolgt. Sie stützte sich auf das MRI des link en Knies vom 18. Januar 2010, wel- ches bereits sechs Wochen nach dem fraglichen Unfallerei gnis vom 6. Dezember 2009 ange- fertigt worden und somit mangels zeitlicher Konnexität nicht mehr geeignet war, die über mehr als ein Jahr später statuierte Meinung des Vertrauensar ztes hinsichtlich der über Ende 2010 hinausgehenden Beschwerden nachvollziehbar zu untermauern (vgl. MRI-Bericht des Kantons- spitals D.____ vom 18. Januar 2010, Beilage 3 zur Beschwerdeantwort). Es trat hinzu, dass ein weiteres MRI vom 18. August 2010 Hinweise auf eine unfa llbedingte Beteiligung für die Be- schwerden ergeben hatte, nachdem die festgestellte, le ichte Auffächerung und Auflockerung des vorderen, linken Kreuzbands mit einem Status nach vo rderer Kreuzbandruptur als verein- bar erachtet worden war (vgl. MRI-Bericht Institut H._ ___ vom 25. August 2010, Beilage 8 zur Beschwerdeantwort). Die Ansicht des Vertrauensarztes in de ssen Bericht vom 17. Februar 2011, dass ausser einem bone-bruise an der medialen bzw. ventralen Femurkondyle keine Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zweifelsfrei traumatisch bedingten Läsionen zu erkennen seien, sondern von offensichtlich de- generativ bedingten Signalalterationen in der Femurko ndyle auszugehen sei, vermag daher nicht zu überzeugen. In diesem Zusammenhang zu berücksich tigen ist überdies, dass der Ver- trauensarzt der Helsana in seinem Bericht vom 20. Oktobe r 2011 aufgrund der bis zum 24. Au- gust 2010 vorgelegenen Akten noch angegeben hatte, dass die Beschwerden überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang m it dem versicherten Ereignis ste- hen würden; der Status quo sine sei in Bezug auf das fragliche linke Knie noch nicht erreicht (vgl. Bericht von Dr. I.____, FMH Innere Medizin, vom 2 0. Oktober 2010, Beilage 10 zur Be- schwerdeantwort). Auch wenn Dr. I.____ anlässlich seiner Berichterstattung davon ausging, dass zwar vorbestehende Knorpelschäden am linken Knie wahrsch einlich seien, fehlt es somit an einer nachvollziehbaren Begründung, weshalb der zwei te in den Fall involvierte Vertrauens- arzt Prof. Dr. G.____ im Februar 2011 gestützt im We sentlichen auf dieselben Akten noch vor dem operativen Eingriff im März 2011 zu einer abweiche nden Auffassung gelangt ist. Eine sol- che liesse sich einzig aus der Tatsache ableiten, dass die Praxisklinik F.____ am 16. Dezember 2010 den Behandlungsabschluss beschlossen und ab 1. Januar 2011 dem Versicherten wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert hat (vgl. Patientengeschichte der Praxisklinik F.____, Beilage 12 zur Beschwerdeantwort). Dabei aber bleibt unberücksichtigt, dass der Beschwerde- führer bereits am 9. Februar 2011 erneut über derart beeinträchtigende Schmerzen am linken Knie berichtet hat, dass in der Folge am 3. März 2011 ein operativer Eingriff durchgeführt wor- den ist. Auch wenn eine reine Aktenbeurteilung an sich nicht grundsätzlich als unzuverlässig zu beurteilen ist, vermag die vertrauensärztliche Stellungnahme von Prof. Dr. G.____ unter diesen Umständen nicht zu überzeugen. 4.3 Die Helsana hat aus dem Umstand, dass Prof. Dr. G.__ __ in seinem Bericht vom Feb- ruar 2011 einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den persistierenden Beschwerden des Versicherten und dem Unfallereignis vom 6. Dezember 2009 nur noch als möglich erachtet, unzutreffende Schlussfolgerungen gezogen. Es ist daran zu erinnern, dass der Unfallversiche- rer bis zum Erreichen des Status quo sine vel ante und damit bis zum Wegfall einer teilursächli- chen Mitbeteiligung für die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder selbst dann aufzukommen hat, wenn sich die Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der kon- kurrierenden Ursachen zum stark überwiegenden Teil als Kra nkheitsfolge darstellt (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 24. Juni 2008, 8C_326/2008, E. 4 mit Hinweisen). Für die vorliegend strittige Frage nach einem allfälligen Anspruch auf weitere Leistungen hinsichtlich der über den 31. Dezember 2010 hinaus anhaltenden Beschwerden des V ersicherten ist demnach entschei- dend, ob die Helsana für den Zeitpunkt des folgenlosen Fallabschlusses per Ende 2010 das Dahinfallen jeder - auch nur teilweise - kausalen Bedeu tung von unfallbedingten Ursachen des geklagten Gesundheitsschadens mit dem erforderlichen Bewei sgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit nachgewiesen hat. Bevor sich aber überhaupt die Frage der einhergehenden Beweislast stellt (vgl. RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2008, 8C_210/2007, E. 4.2 mit Hinweisen), ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungs- grundsatzes soweit möglich umfassend zu klären (vgl. SVR 20 09 UV Nr. 3 S. 9). Weil sich der medizinische Sachverhalt aufgrund der bisher vorgelege nen medizinischen Akten als abklä- rungsbedürftig erwiesen hatte, (vgl. hievor, Erwägung 4.2), stellte das Kantonsgericht die Ange- legenheit deshalb aus und beauftragte in der Folge auf gemeinsamen Vorschlag der am Verfah- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren beteiligten Parteien die Orthopädische Klinik de s Kantonsspitals D.___ mit der Erstellung eines orthopädischen Gerichtsgutachtens, welches nunmehr im Zentrum der divergierenden Standpunkte der Parteien steht. 5.1 Im gerichtlichen Gutachten des Kantonsspitals D.___ vo m 13. Dezember 2012 diagnosti- zierten die beteiligten Fachärzte einen Status nach Di storsion des linken Kniegelenks am 6. Dezember 2009 mit posttraumatischem Bone-bruise der m edialen Femurkondyle sowie ein Guillain-Barré-Syndrom. Die Röntgenuntersuchung vom 30. November 2012 habe keine rele- vanten degenerativen Veränderungen in den Kniegelenk en ergeben. Vor dem fraglichen Unfall sei der Patient den anamnestischen Angaben zufolge auch b ei stärkeren sportlichen Belastun- gen völlig beschwerdefrei gewesen. Auch habe er über kein vorausgegangenes Trauma berich- tet. Trotz eines im MRI beschriebenen osteochondralen De fekts an der Femurkondyle könne daher nicht von einem degenerativen Vorzustand ausgega ngen werden, weshalb der Unfall vom 6. Dezember 2009 als alleinige Ursache für die ansch liessend aufgetretenen Probleme zu sehen sei. 5.2 Auf Nachfrage des Gerichts vom 16. April 2013 nahme n die Gutachter mit Schreiben vom 25. April 2013 ergänzend Stellung zum Operationsbericht vom 3. März 2011 und zu den darin beschriebenen degenerativen Veränderungen im Sinne e iner Chondrose III. Grads (vgl. Operationsbericht der Praxisklinik F.____ vom 3. Mär z 2011, Beilage 14 zur Beschwerde- antwort). Sie gingen davon aus, dass diese degenerativen Veränderungen in etwa den im MRI vom 18. August 2010 beschriebenen Veränderungen entsprec hen würden und durch das erlit- tene Trauma alleine nicht erklärbar seien. Es handle si ch somit zumindest zum Teil auch um degenerative Veränderungen. Da der Patient jedoch wie bereits erläutert vor dem Unfall be- schwerdefrei gewesen sei, seien diese degenerativen Verä nderungen zu vernachlässigen. Bei dem Trauma vom 6. Dezember 2009 handle es sich um eine richtungweisende Verschlechte- rung am linken Knie. Die im Operationsbericht beschriebe ne Plica mediopatellaris sei mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbestehend. Im Rahmen des erwähnten Traumas könne es jedoch zu einer Traumatisierung dieser Plica kommen, welche dann sym ptomatisch werden könne. Aus dem Operationsbericht könnten daher keine für den Verlauf relevanten degenerativen Verände- rungen identifiziert werden. 5.3 Der Beschwerdeführer hält im Nachgang zu diesen B eurteilungen an der Gutheissung der Beschwerde im Wesentlichen mit der Begründung fest, dass die gerichtlichen Gutachter zumin- dest eine Teilursächlichkeit des fraglichen Unfallereign isses bestätigen würden. Die Beschwer- degegnerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Gerichtsgutachter aufgrund der unzulässigen Beweisformel "post ergo propter hoc" n icht darzulegen in der Lage seien, dass das Trauma zu einer richtungweisenden Verschlechterung geführt habe. Zumal es dem gerichtlichen Gutachten an einer Auseinandersetzung sowohl mit dem Status quo sine als auch mit den vorliegenden ärztlichen Beurteilungen fehle, genüge das Gerichtsgutachten den Be- weisanforderungen in keiner Weise. Es sei deshalb ein erneutes Gerichtgutachten einzuholen. 5.4 In der Tat ist mit der Beschwerdegegnerin insofern darin einig zu gehen, dass die Ge- richtsgutachter auf die vom Gericht unterbreiteten Fragen allenfalls nicht im gewünschten Mass Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingegangen sind und sich nur mittelbar mit der divergi erenden ärztlichen Auffassung insbe- sondere von Prof. Dr. G.____ vom 17. Februar 2011 aus einander gesetzt haben. Nichts desto trotz gestattet das Gerichtsgutachten vom 13. Dezember 2 012 zusammen mit der Stellungnah- me vom 25. April 2013 letztlich eine zuverlässige Beurt eilung des streitigen Rechtsanspruches. Zu berücksichtigen ist, dass den Gerichtsgutachtern sämtliche medizinische Akten vorgelegen haben und dass sie grundsätzlich über die notwendige, f achliche Qualifikation verfügen, um über traumatisch oder degenerativ bedingte Kniebeschwer den zuverlässig Auskunft zu geben. Entgegen der von der Helsana vertretenen Auffassung stüt zen sich die Gerichtsgutachter zu- dem nicht alleine auf die - zu Recht als unzulässig bezei chnete - Beweisformel "post ergo prop- ter hoc", sondern insbesondere auch auf den Operations bericht der Praxisklinik F.____ vom 3. März 2011 und die in der MRI-Bildgebung ersichtlich en Schädigungen des linken Knies. Just das MRI vom 18. August 2010 hat jedoch Hinweise auf ein e unfallbedingte Beteiligung für die Beschwerden ergeben, war doch die Auffächerung und A uflockerung des vorderen, linken Kreuzbands als vereinbar mit einem Status nach vorder er Kreuzbandruptur bezeichnet worden (vgl. MRI-Bericht Institut H.____ vom 25. August 2010, Beilage 8 zur Beschwerdeantwort). Die- ser Befund deckt sich im Grundsatz durchwegs mit der Einschä tzung in der ergänzenden Stel- lungnahme der Gerichtsgutachter vom 25. April 2013, w onach die richtungweisende Ver- schlechterung am linken Knie auf das erlittene Trauma vo m 6. Dezember 2009 zurückzuführen ist. Zumal die vertrauensärztliche Einschätzung vom 17. Feb ruar 2011 angesichts des MRI- Befunds vom 18. August 2010 nicht zu überzeugen vermag, ka nn deshalb kein Widerspruch darin gesehen werden, wenn die Gerichtsgutachter den degenerativen Veränderungen im lin- ken Knie zunächst keine bzw. in ihrer ergänzenden Stellu ngnahme vom 25. April 2013 eine nur untergeordnete Bedeutung zugemessen haben. Deren Ein schätzung, dass die vorhandenen degenerativen Veränderungen in etwa den im MRI vom 18 . August 2010 beschriebenen Verän- derungen entsprechen und nicht alleine durch das erli ttene Trauma erklärbar sind, stimmt inso- fern gar mit der fraglichen vertrauensärztlichen Einschä tzung von Prof. Dr. G.____ vom 17. Februar 2011 überein, als die degenerativen Verän derungen im Aussen - und Innenmenis- kushinterhorn auch vom Vertrauensarzt lediglich als Neben befund erhoben worden sind. Die mit den Gerichtsgutachtern letztlich soweit übereinstimme nde Einschätzung einer Teilursäch- lichkeit des fraglichen Unfalls vom 6. Dezember 2009 deckt sich schliesslich aber auch mit der vertrauensärztlichen Einschätzung von Ende Oktober 2010, w onach sich im MRI vom 18. Au- gust 2010 zwar eine eher vorbestehende, retropatelläre Knorpelschädigung finde und das Un- fallereignis zu einer vorübergehenden Verschlimmerung ge führt habe, ohne dass der Status quo sine vel ante mittlerweile erreicht sei (vgl. vertra uensärztlicher Bericht von Dr. I.____ vom 20. Oktober 2010, Beilage 10 zur Beschwerdeantwort). Damit aber resultiert, dass das Unfaller- eignis vom 6. Dezember 2009 aufgrund der im MRI-Befund lediglich als eher vorbestehend er- hobenen Knorpelschädigung als Teilursache für die noch geklagten Restbeschwerden des Be- schwerdeführers nicht ausgeschlossen werden kann. Zumal die von Dr. I.____ lediglich als eher vorbestehend qualifizierte Knorpelschädigung der Aussage des zweiten Vertrauensarztes Prof. Dr. G.____ widerspricht, dass von offensichtlich degenerativ bedingten Signalalterationen in der Femurkondyle auszugehen sei, kann eine weiterhin relevan te Teilursächlichkeit des erlittenen Unfalls aber auch deshalb nicht ausgeschlossen werden, w eil Dr. I.____ in seiner Stellungnah- me vom 20. Oktober 2010 die Neubeurteilung der Frage nach dem Erreichen des Status sine vel ante erst auf Januar 2011 terminiert hat. Zusamme n mit den Gerichtsgutachtern lässt sich Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Wegfall jeglicher Teilkausalität unter diesen Umstän den jedenfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bejahen. Auch wenn eine Teilursächlic hkeit nicht mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit bejaht werden kann, vermag die Beschwerdege gnerin daher ebenso wenig dar- zulegen, dass der am 6. Dezember 2009 erlittene Zusammen stoss keine richtunggebende Teil- ursache auch für die noch über den 31. Dezember 2010 hinaus geklagten Beschwerden gesetzt hat. 5.5 An diesem Ergebnis vermag nichts zu ändern, dass Mitte Dezember 2010 zunächst noch eine freie Beweglichkeit des linken Knies ohne Krepitati onen vorgelegen hatte. Nachdem be- reits anlässlich der Untersuchung vom 9. Februar 2011 wi eder ein leichtes Reiben des Gelenks festgestellt worden war, erfolgte die anschliessende Gel enktoilette just zwecks Behebung the- rapieresistenter Schmerzen bei retropatellärem Krepit ieren des Gelenks mit Druckdolenzen unter anderem über der Femurcondyle. Zu berücksichtigen ist darüber hinaus, dass anlässlich des operativen Eingriffs vom 3. März 2011 eine Einklemm ungstendenz bestätigt wurde (vgl. Operationsbericht der Praxisklinik F.____ vom 3. Mär z 2011, Beilage 14 zur Beschwerde- antwort). Die dazwischen liegende, während knapp zwei Monaten dauernde Beschwerdefreiheit mit einer lediglich vorübergehenden Wiedererlangung d er vollen Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2011 vermag unter diesem Umständen nicht zu belegen, dass jegliche teilkausale Mitverursa- chung des Zusammenstosses vom 6. Dezember 2009 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen wäre. Die Leistungspflicht der Helsana ist so mit auch über Ende Dezember 2010 hinaus zu bejahen. Bei der vorliegenden Aktenlage ist schliesslich davon auszugehen, dass es im heutigen Zeitpunkt nicht mehr möglich sein wird, eine weitergehende Klärung hinsichtlich der Frage des Status quo sine vel ante für die Zeit bis zur Knieoperation und die nachfolgende Re- konvaleszenzphase zu erzielen. Sind von zusätzlichen Abklärun gen indessen keine zusätzli- chen Ergebnisse mehr zu erwarten, ist von einer Beweislo sigkeit in dem Sinne auszugehen, dass sich nicht belegen lässt, dass der Unfall vom 6. Dezemb er 2009 mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit per E nde 2010 jede - auch nur teilweise - kausale Bedeutung hinsichtlich der über diesen Zeitpunkt hinaus persistierenden und an- schliessend operativ behandelten Beschwerden am linken Kn ie verloren hat. Zugleich kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass die Knie operation vom 3. März 2011 auch oh- ne diesen Unfall zur gleichen Zeit notwendig geworde n wäre. Weil die Helsana ihre Leistungs- pflicht für das Unfallereignis vom 6. Dezember 2009 ind essen auch nach der Rückfallmeldung zunächst grundsätzlich anerkannt hat, treffen sie die Fol gen der vorliegenden Beweislosigkeit insoweit, als sie weiterhin leistungspflichtig bleibt. Der Einspracheentscheid der Helsana Unfall AG vom 24. November 2011 sowie deren Verfügung vom 10. März 2011 sind deshalb in Gut- heissung der Beschwerde aufzuheben und die Helsana ist zu verpflichten, dem Beschwerde- führer die gesetzlichen Leistungen bis auf weiteres über den 31. Dezember 2010 hinaus zu erbringen. 6.1 Es verbleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos z u sein hat. Auf die Erhebung von Ver- fahrenskosten ist demnach zu verzichten. Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ- ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er d ie Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren K osten dennoch, wenn die Mass- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich wa ren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht i n BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung de r vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, ein e solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen MEDAS-Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 138 V 318 ff. hat das Bun desgericht diese Rechtsprechung auch auf das unfallversicherungsrechtliche Verfahren für anwendbar erklärt (vgl. neuerdings auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2013, 8C_984/2012, E. 4). Vorliegend war das Gericht anläss- lich seiner ersten Urteilsberatung vom 8. März 2012 zum Er gebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Für eine abschliessende Beurteilung der strittigen Kausalitäts frage waren das in der Folge eingeholte Gerichtsgutachten des Kantonsspitals D.____ sowie dessen ergänzende Stellungnahme des- halb unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesger ichtlichen Rechtsprechung sind die resultierenden Kosten, welche sich gemäss Rechnung des Kant onsspitals D.____ vom 21. Dezember 2012 auf Fr. 2'000.-- belaufen, somit der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 6.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer steht schliesslich ein e Parteientschädigung zu. Der eingereichten Honorarnote vom 3. April 2013 zufol ge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren ohne die Bemühungen, welche auf den Kontakt des Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung des Beschwerdeführers zu- rückzuführen sind, auf 18,9 Stunden. Dieser Aufwand ersch eint angesichts der mehrfach not- wendigen Stellungnahmen als angemessen. Es ergibt sich d emnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesam t Fr. 5'233.05 (18,9 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Spesen in der Höhe von Fr. 120.40 und 8 % Mehrwertsteuer). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden der Einspra cheentscheid der Helsana Unfall AG vom 24. November 2011 sowie deren Verfügung vom 10. März 2011 aufgehoben und die Helsana Unfall AG wi rd verpflichtet, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen über d en 31. Dezember 2010 hinaus bis auf weiteres zu erbringen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung im Um fang von Fr. 2'000.-- werden der Helsana Unfall AG auferlegt. 4. Die Helsana Unfall AG hat dem Beschwerdeführer ei ne Parteientschädi- gung im Umfang von Fr. 5'233.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde am 14. August 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_555/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht