B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6557/2017 U r t e i l v o m 2 . D e z e m b e r 2 0 1 9 Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter Martin Kayser, Richter David Aschmann, Gerichtsschreiber Lukas Abegg. Parteien DEMART PRO ARTE BV, Jisperveldstraat 272, NL-1024 AN Amsterdam, vertreten durch Isler & Pedrazzini AG, Patent- und Markenanwälte, Giesshübelstrasse 45, Postfach 1772, 8027 Zürich, Beschwerdeführerin, gegen TTS Holding SA, Via Giuseppe Motta 18, 6830 Chiasso, vertreten durch Rapisardi Intellectual Property SA, Via Ariosto 6, 6901 Lugano, Beschwerdegegnerin, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 14935, IR 652'641B SALVADOR DALI / CH 685'012 Salvador Dali (fig.). B-6557/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Schweizer Marke Nr. 685 012 "Salvador Dali (fig.)" wurde am 8. März 2016 in Swissreg veröffentlicht. Sie ist unter anderem für unt enstehende Waren der Klassen 14, 16 und 25 eingetragen Klasse 14 Oggetti d'arte e statuette in metalli preziosi; prodotti in metalli preziosi e loro leghe; ciondoli; collane; gioielleria; medaglie; orecchini; oreficeria; orologi Klasse 16 Carta, cartone e prodotti in queste materie; libri; riviste; cartoline; poster; stampe litografiche; riproduzioni grafiche artistiche; incisioni; articoli di cartoleria; strumenti di scrittura; penne; portapenne; matite e articoli per ufficio (escluso i mobili) Klasse 25 Articoli di abbigliamento; scarpe; cappelleria; mgaliette stampate und hat folgendes Aussehen: B. Gegen diese Eintragung wurde am 7. Juni 2016 Widerspruch erhoben, ba- sierend auf der Wortmarke IR 652'641B "SALVADOR DALI". Der Wider- spruch richtet sich auss chliesslich gegen die in Sa chverhalt A genannten Waren und stützt sich auf folgende von der Widerspruchsmarke bean- spruchten Waren: Klasse 14 Métaux précieux et leurs alliages et produits en ces matières ou en B-6557/2017 Seite 3 plaque (compris dans cette classe), en particulier pinces à cravates, bou- tons de manchettes, pendentifs, étuis à cigarettes, cendriers en métaux précieux; joaillerie, bijouterie et leurs imitations, pierres précieuses, objets d'art en métaux précieux; horlogerie, notamment montres, pendulettes, réveils et leurs parties et accessoires (compris dans cette classe); porte- serviette en métaux précieux Klasse 16 Livres, magazines, articles pour reliures, conditionnements en carton, ar- ticles de papeterie, en particulier papier à lettres, calendriers, agendas, albums de photos, carte de vœux, cartes à jouer, affiches, posters, es- tampes, tableaux, lithographies, plumes, crayons, stylos, pinceaux, maté- riel pour les artistes, matériel pour la peinture non compris dans d'autres classes, presse-papiers, coupe-papier (articles de bureau); porte-plume Klasse 25 Vêtements, chaussures et chapellerie, y compris lingerie, sous-vête- ments, cravates, foulards C. Im Rahmen des ersten Schriftenwechsels des vorinstanzlichen Verfahrens erhob die Widerspruchsgegnerin die Einrede des Nichtgebrauchs. Die Vorinstanz prüfte in d er Folge den Gebrauch der Widerspruchsmarke für die relevanten Waren. Nach Ansicht der Vorinstanz vermochte die Widersprechende indes nicht, den Gebrauch glaubhaft zu machen . Die eingereichten Belege stammten entwe der nicht aus dem relevanten Zeitraum oder wiesen keinen markenrechtlich relevanten Bezug zur Widerspruchsmarke auf, weshalb die Vorinstanz den Widerspruch mit Verfügung vom 18. Oktober 2017 unter Kostenfolge abwies. In einem als obiter dictum bezeichneten Abschnitt äussert sich die Vorinstanz zudem zur Verwechslungsgefahr der strittigen Zeichen und erläutert, dass die Zeichenähnlichkeit verneint werden müsste. Denn die angefochtene Marke sei eine reine Bildmarke, deren Registerauszug, welcher vorliegend massgebend sei, die Wortelemente "Salvador" und "Dali" derart unkenntlich darstellten, dass wohl nur Spezialisten diese erkennen würden. Vorliegend seien aber die massgeblichen Verkehrskreise das allgemeine Publikum, welche diesen Schriftzug nicht erkennen würde. B-6557/2017 Seite 4 D. Gegen diesen Entscheid der Vorinstanz erhob die Beschwerdeführerin mit Schriftsatz vom 17. November 2017 Beschwerde beim Bundesverwal- tungsgericht und beantragt, die Verfügung der Vorinstanz vom 18. Oktober 2017 sei aufzuheben, der Widerspruch sei gutzuheissen und die Registrie- rung der angefochtenen Marke für die Klassen 14, 16 und 25 sei zu wider- rufen, wobei die Verfahrenskosten und Parteientschädigung der Beschwer- degegnerin aufzuerlegen seien. Die Beschwerdeführerin begründet ihre Anträge im Wesentlichen wie folgt: Die eingereichten Beweismittel würden den Nachweis von Verkäufen von Broschen und Ringen glaubhaft machen. Zwar seien nur wenige Verkäufe nachgewiesen, da es sich bei den relevanten Waren aber um Sammlerstü- cke handle, sei ein Nachweis von grossen Mengen an Verkäufen gar nicht möglich. Weiter würde auch aktuell die Nachfrage nach Broschen befrie- digt, was anhand der Webseite der Beschwerdeführerin dargelegt werde. Die Beschwerdeführerin äussert sich in einem zweiten Teil der Beschwerde zur Verwechslungsgefahr. Sie macht im Wesentlichen geltend, es sei von einem erhöhten Schutzumfang der Widerspruchsmarke aufgrund der Originalität der Marke und dem grosse n Bekanntheitsgrad von Salvador Dali auszugehen, die Waren seien identisch und die beiden Zeichen seien insbesondere aufgrund der Übernahme des charakteristischen Schriftzu- ges Salvador Dali ähnlich. E. Mit Eingabe vom 1. Februar 2018 liess sich die Vorinstanz vernehmen. Sie beantragt, die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen und verweist auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung. Ergänzend hält sie insbe- sondere fest, dass bezüglich der Verwechslungsgefahr auf die Marken ge- mäss Markenregister abzustellen sei und eine undeutliche Wiedergabe im Markenregister zu Lasten der Markeninhaberin gedeutet werden müsse. F. Mit Schriftsatz vom 20. Februar 2018 nimmt die Beschwerdegegnerin Stel- lung und beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, der Entscheid der Vorinstanz vom 18. Oktober 2017 sei zu bestätigen und die Verfahrenskos- ten und Parteientschädigung seien der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zur Begründung ihrer Anträge führt die Beschwerdegegnerin an, dass die eingereichten Gebrauchsbelege nicht genügten, um einen ernsthaften Ge-B-6557/2017 Seite 5 brauch glaubhaft zu machen. Es seien ein Etikett eingereicht worden, wel- ches nicht datiert sei, weitere Marken enthalte und keinen Bezug zu den beanspruchten Waren herzustellen vermöge. Weiter ins Recht gelegt seien drei Kopien eines Ausdrucks der Webseite der Beschwerdeführerin, wel- che lediglich Kaufanfragen und keine bestätigten Verkäufe enthielten und überdies die Widerspruchsmarke gar nicht darstellten. In einem zweiten Teil äussert sich die Beschwerdegegnerin eingehend zur Verwechslungsgefahr und ist der Ansicht, dass die strittigen Zeichen völlig verschieden seien, de r Schutzumfang der Widerspruchsmarke nicht er- höht, sondern im Gegenteil durch weitere "Salvador Dali-Marken" verwäs- sert wurde und die Aufmerksamkeit der relevanten Verkehrskreise sehr hoch sei, weshalb sie die zwei Marken ohne weiteres unterscheiden könn- ten. G. Eine Parteiverhandlung fand nicht statt. H. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird sofern rechtserheblich de- taillierter in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge- gen Entscheide der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e VGG). Die Beschwerde wurde innert der gesetzlichen Frist von Art. 50 Abs. 1 VwVG eingereicht und der verlangte Kostenvor- schuss rechtzeitig geleistet. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin zur Beschwerde legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann gestützt auf Art. 3 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 (MSchG, SR 232.11) gegen die Eintragung einer jüngeren Marke innerhalb von drei Monaten nach ihrer Veröffentlichung Widerspruch erheben (Art. 31 Abs. 1 MSchG). B-6557/2017 Seite 6 2.2 Der Schutz der älteren Marke im Widerspruchsverfahren setzt voraus, dass diese in den letzten fünf Jahren vor Erhebung der Nichtgebrauchs- einrede im Zusammenhang mit den Waren und Dienstleistungen, für die sie beansprucht wird, ernsthaft gebraucht worden ist (Art. 11 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 1 MSchG). Behauptet die Widerspruchsgegnerin in ihrer ersten Stellungnahme an die Vorinstanz den Nichtgebrauch der älteren Marke, hat die Widersprechende anlässlich des Widerspruchsverfahrens den Ge- brauch der Widerspruchsmar ke glaubhaft zu machen (Art. 32 MSchG i.V.m. Art. 22 Abs. 3 der Markenschutzverordnung vom 23. Dezember 1992 [MSchV, SR 232.111]). Die Gebrauchsfrist ist dabei vom Zeitpunkt der Gel- tendmachung des Nichtgebrauchs der Marke durch die Widerspruchsgeg- nerin an rückwärts zu bestimmen (Urteile de s BVGer B -5902/2013 vom 8. April 2015 E. 2.1 "WHEELS/WHEELY"; B-3547/2013 vom 1. April 2014 E.3.3 "KOALA/Koala [3D]"; B -6378/2011 vom 15. August 2013 E. 3.1 "Fuciderm/Fusiderm"). Bei der Glaubhaftmachung des Gebrauchs kommt den Mitwirkungspflichten der Parteien gemäss Art. 13 Abs. 1 VwVG eine so erhebliche Bedeutung zu, dass in Abweichung vom Untersuchungs- grundsatz (Art. 12 VwVG) faktisch von der Anwendbarkeit der Verhand- lungsmaxime auszugehen ist (Urteile des BVGer B-7210/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.1 "SCHELLEN-URSLI/Schellenursli"; B-5902/2013 vom 8. April 2015 E. 2.1 "WHEELS/WHEELY"). 2.3 Glaubhaftmachen des Gebrauchs bedeutet, dem Gericht aufgrund ob- jektiver Anhaltspunkte den Eindruck zu vermitteln, dass die fraglichen Tat- sachen nicht bloss möglich, sondern überwiegend wahrscheinlich sind. Es braucht keine volle Überzeugung der Behörde, doch muss sie zumindest die Möglichkeit, dass die behaupteten Tatsachen stimmen, höher einschät- zen als das Gegenteil (Urtei le des BVGer B -7210/2017 vom 9. Mai 2018 E. 3.3 "SCHELLEN-URSLI/Schellenursli"; B-5902/2013 vom 8. April 2015 E. 2.6 "WHEELS/WHEELY"; B -3547/2013 vom 1. April 2014 E. 3.7 "KOALA/Koala [3D]"). 2.4 Nicht jede tatsächliche Benutzung einer Marke stellt einen rechtserhal- tenden Gebrauch dar. Erforderlich ist vielmehr eine qualifizierte Benutzung (KARIN BÜRGI LOCATELLI, Der rechtserhaltende Markengebrauch in der Schweiz, Bern 2008, S. 9). Diese setzt voraus, dass die Marke nach Art einer Marke, im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren und Dienstleistungen, im Wirtschaftsverkehr, im Inland respektive für den Ex- port, ernsthaft sowie in unveränderter oder zumindest in einer von der Ein- tragung nicht wesentlich abweichenden Form gebraucht worden ist (Urteile des BVGer B -7487/2010 vom 28. Juni 2011 E. 3 "sparco" [fig.]/SPARQ"; B-6557/2017 Seite 7 B-5830/2009 vom 15. Juli 2010 E. 3 "fünf Streifen [fig.]/fünf Streifen [fig.]"; KARIN BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 9, 12 ff., 35, 37 ff., 46 ff. und 61 BERNARD VOLKEN, in: Basler Komme ntar zum Markenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 11, Rz. 6) 3. Die Widerspruchs - und Beschwerdegegnerin erhob in ihrer ersten Stel - lungnahme vom 5. Oktober 2016 rechtzeitig die Nichtgebrauchseinrede, wobei dieses Datum zugleich das Ende des Zeitraums markiert, für den der Gebrauch der Widerspruchsmarke glaubhaft zu machen ist. Der Frist- beginn wird durch Rückrechn ung um fünf Jahre berechnet, sodass der Markengebrauch von der Beschwerdeführerin vorliegend für den Zeitraum zwischen dem 5. Oktober 2011 und dem 5. Oktober 2016 glaubhaft zu ma- chen ist. 4. 4.1 Unter welchen Umständen der Gebrauch einer Marke eine genügende Ernsthaftigkeit aufweist, kann nicht schematisch für alle Fälle festgelegt werden. Massgebend sind die branchenüblichen Gepflogenheiten eines wirtschaftlich sinnvollen Handelns. Zu berücksichtigen sind Art, Umfang und Dauer des Gebrauchs sowie die besonderen Umstände des Einzel- falls, wie z.B. Grösse und Struktur des in Frage stehenden Unternehmens (KARIN BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 38 ff.; ERIC MEIER, L'obligation d'usage en droit des marques, Genf/Zürich/Basel 2005, S. 50 ff.; MARKUS WANG, in: Noth/Bühler/ Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz, Bern 2017 2. Aufl., Art. 11. N. 68 ff.). Die Rechtsprechung verlangt eine minimale Marktbearbeitung über einen längeren Zeitraum, wobei der Umfang des Umsatzes je nach Art der angebotenen Waren oder Dienstleistungen eine massgebende Rolle spielt ( KARIN BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 40). Eine minimale Marktbearbeitung setzt Massnahmen wie ein ständiges Verkaufs- geschäft, einen periodisch erscheinenden Katalog oder die Zusammenar- beit mit einem Vertriebspartner voraus (vgl. EUGEN MARBACH, Markenrecht, in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches Immaterialgü- ter- und Wettbewerbsrecht, Bd. III/1 [SIWR III/1], Basel 2009, N. 1343). Bei Massenartikeln wird eine umfangreichere Benutzung der Marke gefordert als bei Luxusgütern (Urteile des BVGer B -7191/2009 vom 8. April 2010 E. 3.3.1 "YO/YOG [fig.]", und B -7439/2006 vom 6. Juli 2007 E. 4.2.2 "KINDER/kinder Party [fig.]"; KARIN BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 42, mit Ver- weisen). B-6557/2017 Seite 8 4.2 Alle Beweismittel müssen sich auf den massgeblichen Zeitraum vor der Einrede des Nichtgebrauchs beziehen, was voraussetzt, dass sie einwand- frei dem Gebrauchszeitraum zugeordnet werden können. Undatierte Be- lege können aber unter Umständen in Kombination mit anderen, datierba- ren Gebrauchsbelegen berücksichtigt werden (Urteile des BVGer B-4540/2007 vom 15. September 200 8 E. 4 Streifenmarken [fig.]; B-2683/2007 vom 30. Mai 2008 E. 4.4 "Solvay/Solvexx"; B-7449/2006 vom 20. August 2007 E. 4 "EXIT [fig.]/EXIT ONE"; KARIN BÜRGI LOCATELLI, a.a.O., S. 192). 4.3 Es ist zur Glaubhaftmachung des Gebrauchs nicht erforderlich, dass die Marke auf der Ware oder deren Verpackung selbst erscheint. Die Zu- ordnung des Gebrauchs zu bestimmten Produkten kann beispielsweise auch aufgrund von Prospekten, Preislisten oder Rechnungen möglich sein (vgl. Urteil des BVGer B-5543/2012 vom 12. Juni 2013 E. 5.1 "six [fig.]/SIXX, sixx [fig.]"). 5. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die im vorinstanzlichen Widerspruchs- verfahren eingereichten Beilagen sowi e der im Beschwerdeverfahren als zusätzlichen Beleg eingereichte Ausdruck der Webseite der Beschwerde- führerin den rechtserhaltenden Gebrauch glaubhaft zu machen vermögen. 5.1 Die Beschwerdeführerin legt zur Glaubhaftmachung des Gebrauchs fünf Belege ins Recht , welche sie wie folgt beschreibt: Ein Label/Etikett, welches auf der Verpackung von Juwelierwaren/Schmucksachen ange- bracht worden ist (im konkreten Beispiel für eine Brosche namens "Ruby Lips") sowie je ein Belege über den Verkauf einer Brosche namens "Ruby Lips" vom 12. November 2012, einer Brosche namens "L'ull del temps" vom 12. Dezember 2014 und eines Rings namens "Corsé" vom 30. August 2015 an Kunden in der Schweiz. Zudem legt sie einen Ausdruck der Web- seite der Beschwerdeführerin bei, welche das Produkt "Ruby Lips" abbilde. 5.2 Vorab ist anzumerken, dass diese Belege nur die Klasse 14 betreffen können, nicht aber die ebenfalls beanspruchten Klassen 16 und 25. Ent- sprechend ist der Gebrauchsnachweis der Waren der Klasse 16 und 25 nicht erbracht. 5.3 Das Label/Etikett enthält keinerlei Angaben zu einem möglichen Ver- kaufsdatum. Es ist zwar durchaus denkbar, dass Beweismittel, welche un- datiert und daher grundsätzlich nicht geeignet sind, den Gebrauch in einer B-6557/2017 Seite 9 bestimmten Zeitperiode glaubhaft zu machen, mit zu berücksichtigen. Da- für müsste es allerdings möglich sein, diese Beweismittel mithilfe weiterer Beweise der relevanten Zeitperiode zuzuweisen (vgl. E. 4.2 oben). Eine solche Nachweiskette kann die Beschwerdeführerin allerdings nicht aufzei- gen. Das eingereichte Label/Etikett kann keiner Zeitperiode zugeordnet werden und vermag daher keinen Gebrauch der Marke zu belegen. 5.4 Weiter legt die Beschwerdeführerin Belege über den Verkauf von Bro- schen und eines Rings ins Recht. Die Belege scheinen jeweils Auszüge aus einer Warenwirtschaftssoftware zu einem Webshop zu sein und geben neben Rechnungsadresse weitere Informationen zu den jeweiligen Bestel- lungen wieder. Nicht ersichtlich ist indes, was genau bestellt wurde, ledig- lich in einer Be stellung wird ein bague erwähnt. Damit können die einge- reichten Beweismittel bezüglich den beanspruchten Waren nur mit Ringen in Verbindung gebracht werden . Auch die Widerspruchsmarke "SALVA- DOR DALI" wird auf der Seite selber nicht wiedergegeben. Dass die Wi- derspruchsmarke der URL der Website https://shop.salvador -dali.org/in- dex.php/ (…) entnommen werden kann, ist unbehilflich, denn die bean- spruchten Waren sind in den Auszügen gar nicht erwähnt. Lediglich ein Ring als Unterbegriff von Juwelierwaren ist einmalig genannt; ob dies er Ring allerdings auch unter der Widerspruchsmarke verkauft wurde, ist da- mit aber noch nicht glaubhaft gemacht. Insgesamt ist es somit nicht mög- lich, die Widerspruchsmarke und die beanspruchten Waren in den vorlie- gend erforderlichen Kontext zu setzen. Die eingereichten Belege können keine markenrechtlich relevante Verbindung zwischen dem Widerspruchs- zeichen und den beanspruchten Waren herstellen. Entsprechend tragen diese Belege nicht zur Glaubhaftmachung des Gebrauchs der Wider- spruchsmarke bei. Die Frage, ob es sich bei diesen Unterlagen um Nach- weise tatsächlich durchgeführter Verkäufe oder lediglich über unverbindli- che Bestellaufträge handelt, wie das die Beschwerdegegnerin darlegt, kann offenbleiben. 5.5 Als dritter Beleg wird von der Beschwerdeführerin ein Ausdruck der Website der Beschwerdeführerin eingereicht, auf der die Brosche "Ruby Lips" abgebildet ist. Der Ausdruck datiert vom 17. November 2017 und liegt daher ausserhalb des relevanten Zeitraumes (vgl. E. 3 oben). Wohl könnte man aufgrund dieses Ausdrucks und dem in E. 5.2 genannten Etikett einen Zusammenhang zwischen der Widerspruchsmarke und dem Angebot der Brosche "Ruby Lips" konstruieren. Ein solch loser Zusammenhang zwi- schen einer Ware und der Widerspruchsmarke reicht indes nicht aus, um B-6557/2017 Seite 10 auch tatsächlich den ernsthaften Gebrauch der Marke im Wirtschaftsver- kehr glaubhaft zu machen , insbesondere da die Abbildung eines Etiketts noch keinen Verkauf zu belegen vermag. Überdies wurde dieser Zusam- menhang nicht für die relevante Zeitperiode erstellt. Der Ausdruck der Website der Beschwerdeführerin kann somit nicht zur Glaubhaftmachung des Gebrauchs der Widerspruchsmarke beitragen. Insgesamt kann die Beschwerdeführerin mit den eingereichten Belegen nicht darlegen, dass sie ihre Marke in der relevanten Zeitperiode ernsthaft im Wirtschaftsverkehr brauchte . Da ein rechtserhaltender Gebrauch der Widerspruchsmarke verneint wurde, erübrigt es sich, weitere Ausführun- gen zu den im Verfahren diskutierten Fragen bezüglich Anzahl verkaufter Einheiten oder des Teilgebra uchs zu machen. Auch die Frage, ob die Widerspruchsmarke überhaupt als Marke wahrgenommen wird oder nebst den anderen abgebildeten Marken untergeht und damit gar nicht kenn- zeichnend eingesetzt wurde, wie das die Beschwerdegegnerin behauptet, kann offenbleiben. 5.6 Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Par teien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 73.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltun gsge- richt ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE), wobei im Wi- derspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widersprechenden an der Löschung, beziehungsweise jenes der Widerspruchsgegnerin am Be- stand der angefochtenen Marke zu gewichten ist. Bei eher unbedeutenden Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 490 E. 3.3 "Turbinenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Verfahren auszugehen, da keine konkreten Anhaltspunkte für einen höheren oder niedrigeren Wert der strittigen Marke sprechen. Aufgrund des vorl iegend anzunehmenden Streitwerts werden die Verfahrenskosten auf Fr. 3'500.– festgesetzt und dem von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 3'500.– entnommen. B-6557/2017 Seite 11 6.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei und ist anhand der eingereichten Kostennote oder, bei Fehlen einer solchen, aufgrund der Akten festzulegen (Art. 8 i.V.m. Art. 14 VGKE). Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend keine Kostennote eingereicht, entsprechend wird die Parteientschädigung vorliegend auf Grundlage der Akten bestimmt und unter Würdigung sämtlicher Umstände auf Fr. 2'400.– (inkl. MWST) festgesetzt. 7. Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen (Art. 73 BGG). Es wird daher mit Eröffnung rechtskräftig. B-6557/2017 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'500.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und werden dem von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 3. Die Beschwerdeführerin h at der Beschwerdegegnerin für das Beschwer - deverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'400.– zu ent- richten. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Beschwerdebeilagen zurück) – die Beschwerdegegnerin (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 14935; Einschreiben; Beilage: Vorakten zurück) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Maria Amgwerd Lukas Abegg Versand: 6. Dezember 2019