B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5814/2014 U r t e i l v o m 2 0 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, seine Ehefrau C._______, geboren D._______, alias E._______, geboren D._______, und ihre Kinder F._______, geboren G._______, alias H._______, geboren G._______, alias I._______, geboren J._______, K._______, geboren L._______, alias M._______, geboren L._______, alias N._______, geboren L._______, Eritrea, O._______, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- Verfahren); Verfügung des BFM vom 29. September 2014 / N _______. D-5814/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden am 23. Juni 2014 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, dass das BFM mit Verfügung vom 29. September 2014 – eröffnet am 7. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete und die Beschwerdeführenden aufforder- te, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushänd i- gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführenden verfügte, dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheids anfüh r- te, gemäss eigenen Angaben seien die Beschwerdeführenden im Juni 2014 von P ._______ herkommend illegal nach Italien gelangt, dass die italienischen Behörden innert der festgelegten Frist zum Übe r- nahmeersuchen des BFM nicht Stellung genommen hätten, womit die Zuständigkeit gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwi - schen der Schweizerischen Eidgenossen schaft und der Europäi schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zu - ständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin -Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) und unter Anwendung von Art. 22 Abs. 7 der Verord- nung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur B e- stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drit t- staatsangehörigen oder Staatenlosen in eine m Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist ( nachfolgend: Dublin-III- VO), am 24. September 2014 an Italien übergegangen sei, dass den Beschwerdeführenden am 30. Juni 2014 das rechtliche Gehör gewährt worden sei, wobei der Be schwerdeführer geltend gemacht habe, er sei gegen eine Wegweisung nach Italien, da ihm die Schweiz gefalle , er hier ein Asylgesuch einreichen möchte und in Italien eritreische Staatsangehörige nicht als Flüchtlinge anerkannt würden, D-5814/2014 Seite 3 dass der geäusserte Wun sch nach einem weiteren Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl - und Wegwei- sungsverfahren habe, da es grundsätzlich nicht Sache der asylsuche n- den Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen, sondern die Bestimmung des für sie zuständigen Staates a l- leine den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege, dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der EMRK sei und keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass sich Italien nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, dass die Beschwerdeführerin sodann zu Protokoll gegeben habe, T._______ würden in der Schweiz leben, dass sie aus dem Umstand, über Familienangehörige in der Schweiz zu verfügen, nichts zu ihren Gunsten ableiten könne, da T._______ nicht als Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin -III-VO gelten wü r- den, dass nämlich gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO nur Ehegatten, nicht ver- heiratete Partner, welche eine dauerhafte Beziehung führten, und minder- jährige Kinder als Familienangehörige gelten und zudem auch keine Hi n- weise auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr und ihren T._______ bestehen würden, womit sich aus der Anwesenheit ihrer T._______ in der Schweiz kein Zuständigkeitskriterium ableiten lasse und die Zuständigkeit Italiens bestehen bleibe, dass die Überstellung an Italien – vorbehältlich einer allfälligen Unterbr e- chung oder Verlängerung (Art. 29 Dublin -III-VO) – bis spätestens am 24. März 2015 zu erfolgen habe, dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe g e- gen die Zumutbarkeit der Wegweisung nach Italien sprechen würden, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des ihr gewährten rechtlichen Gehörs geltend gemacht habe, sie sehe in der Schweiz bessere Chancen für ihre Kinder und möchte deshalb nicht nach Italien zurückkehren, dass die Beschwerdeführenden sodann gesundheitliche Gründe geltend gemacht hätten, so sei der Beschwerdeführer an Q._______ und die Be-D-5814/2014 Seite 4 schwerdeführerin an R._______ erkrankt und ihre Kinder würden seit längerer Zeit immer wieder an S._______ leiden, dass betreffend die allgemeine Unterstützung für ihre Kinder und die m e- dizinische Versorgung für die ganze Familie anzumerken sei, dass die Art und der Umfang der Unterstützung, auf welche sie in Italien Anspruch hätten, sich nach der nationalen Gesetzgebung richte n würden, und dar- auf hinzuweisen sei , dass sie nach ihrer Rückkehr nach Italien die Mö g- lichkeit hätten, ein Asylgesuch einzureichen, dass asylsuchende Personen Zugang zu asylrechtlichen Aufnahmestru k- turen erhielten, welche zahlreiche Mindestnormen für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuche nden – unter anderem auch die medizinische Grundversorgung – beinhalten würden, dass Italien über die notwendige medizinische Infrastruktur verfüge, um angemessene medizinische Versorgungsleistungen erbringen zu können und den Zugang zu notwendiger medizinischer Behandlung gewährleiste, dass der Wegweisungsvollzug nach Italien sowohl zumutbar als auch technisch möglich und praktisch durchführbar sei, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 9. Oktober 2014 (Post- stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht B e- schwerde erhoben und dabei beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufzu heben und das BFM sei anzuweis en, sich im Sinne eines in Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO vorgesehenen Selbsteintrittes für das Verfahren für zuständig zu erklären, dass in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses und um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht wurde, dass die vorinstanzlichen Akten am 14. Oktober 2014 beim Bundesver- waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), D-5814/2014 Seite 5 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetret en wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ei n- zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei die D-5814/2014 Seite 6 einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfol ge ihrer Auflistung im Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig- keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens z u- ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentl i- che Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Au f- nahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grun d- rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfo l- gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag g e- stellt hat, nach Massgab e der Art. 21, 22 und 29 Dublin -III-VO aufzuneh- men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen g e- stellten Antrag auf intern ationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung z u- ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), dass den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, dass sich die Beschwer- deführenden vor ihrer Einreise in die Schweiz in Italien aufgehalten hat- ten, dass der vorgängige Aufenthalt der Beschwerdeführenden in Italien von diesen unbestritten ist, dass das BFM die italienischen Behörden am 23. Juli 2014 um Aufnahme der Beschwerdeführenden auf der Grundlage von Art. 13 Abs. 1 Dublin - III-VO und gestützt auf Art. 21 Dublin-III-VO ersuchte, dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen inner t der in Art. 22 Abs. 1 [und 6] Dublin -III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), D-5814/2014 Seite 7 dass die Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, dass auf Beschwerdeebene vorgebracht wird, eine Rückkehr nach Italien sei unmöglich, da sie dort weder ernstgenommen noch medizinisch b e- handelt würden und die italienischen Behörden gar keine Kenntnis von ihnen hätten, da keine Fingerabdrücke existieren würden, dass sie mit ihren Ki ndern in Italien nicht auf der Strasse leben könnten und die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Schwangerschaft ( {…….}) medizinische Hilfe benötige, dass – wie viele Asylsuchende ihnen gesagt und wie dies aus zahlreichen Berichten von humanitären Organisationen hervorgehe – sie in Italien keine Unterkunft bekämen und das dortige Asylsystem schlecht sei, dass vorab festzuhalten ist, dass der Wunsch nach einem weiteren Ver - bleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl - und Wegweisungsverfahren hat, dass die Einwände auf Beschwerdeebene nicht geeignet sind, an der Zu- ständigkeit Italiens zur Durchführung des Asylverfahrens etwas zu ändern respektive einen – wie von den Beschwerdeführenden geltend gemacht – Anspruch auf Selbsteintritt durch die Schweiz zu begründen, dass es auch keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl- verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien wü r- den systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer u n- menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU– Grundrechtecharta mit sich bringen, dass Italien – wie von der Vorinstanz korrekt festgehalten – Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, dass insbesondere nicht erstellt ist, dass Italien gegen die Bestimmungen der der Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zue r- kennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfa h- rensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von D-5814/2014 Seite 8 Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz b e- antragen (sog. Aufnahmerichtlinie) systematisch verstösst, dass diese Ansicht durch den Europäischen Gerichtshof für Mensche n- rechte ( EGMR) bestätigt wird, indem dieser in seiner bisherigen Rech t- sprechung festhält, dass in Italien kein systematischer Mangel an Unte r- stützung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die allg e- meine Situation und insbesondere die Lebensumstände von Asyls uchen- den, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. EGMR: Entscheidung Mohammed Hussein und andere vs. Niederlande und It a- lien [Beschwerde Nr. 27725/10] vom 2. April 2013, § 78), dass gemäss den im erwähnten Urteil zitierten Berichten in Italien insb e- sondere für besonders verletzliche Personen, darunter auch für Dublin - Rückkehrende, in den Aufnahmezentren Plätze reserviert sind und g e- mäss Stellungnahme des italienischen Staates zudem die notwendigen medizinischen Vorkehrungen für diese Personen getroffen würden, sofern der überstellende Staat eine Person als solche bezeichne (vgl. a.a.O., § 43 und 45), dass die Beschwerdefüh renden lediglich die Vermutung äusserten, sie würden in Italien nicht ernstgenommen und die italienischen Behörden hätten aufgrund fehlender Fingerabdrücke auch keine Kenntnis von i h- nen, womit offensichtlich kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargeta n wird, die italienischen Behörden würden sich weigern, sie aufzunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen, dass die Beschwerdeführenden nach dem Gesagten offensichtlich nicht beweisen oder glaubhaft machen konnten, dass ein konkretes und erns t- haftes Risiko bestehe, ihre Überstellung nach Italien würde gegen Art. 3 EMRK oder gegen eine andere völkerrechtliche Verpflichtung der Schweiz verstossen, dass demzufolge die Vermutung, gemäss welcher Italien seine völke r- rechtlichen Verpflichtungen einhal te, mangels ausreichender Anhalt s- punkte nicht umgestossen wurde, dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, D-5814/2014 Seite 9 dass auch die auf Beschwerdestufe vorgebrachte Schwangerschaft der Beschwerdeführerin – voraussichtlicher Entbindungstermin gemäss ärz t- lichem Attest sei der {…….} – einen Selbsteintritt nicht zu begründen vermag, da die notwendigen Kontrolluntersuchungen sowie allfällige mit der Schwangerschaft auftretende Komplikationen auch in Italien beha n- delt beziehungsweise durchgeführt werden können, dass die Beschwerdeführenden die Möglichkeit haben, nach einer Übe r- stellung in Italien ein Asylgesuch zu stellen und damit in die asylrechtl i- chen Strukturen aufgenommen zu werden, dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, Italien werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach- ten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, dass die Beschwerdeführenden keine konkreten Hinweise für die Anna h- me dargetan haben, Italien würde ihnen dauerhaft die ihnen gemäss Auf- nahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorentha l- ten, und sie sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an die italienischen Behörden wenden und die ihnen zuste- henden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnten (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie), dass die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder- liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähre n haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der B e- stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerd e- führerin Rechnung tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände info r- mieren werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), D-5814/2014 Seite 10 dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der E r- messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle fes t- zuhalten bleibt, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass die vorinstanzlichen Erwägung en in Bezug auf die in der Schweiz lebenden angeblichen T._______ der Beschwerdeführerin nicht zu bea n- standen sind, dass sodann die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe eine substantiierte Auseinandersetzung mit der vorinstanzlichen Verfügung vermissen lassen und nicht geeignet sind, die Erwägungen des BFM in Zweifel zu ziehen, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendun g von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf d ie Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht einge- treten ist und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gült i- gen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nich t- eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verf ü- gung des BFM zu bestätigen ist, dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem, direktem Urteil abg e- schlossen ist, weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebe n- den Wirkung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstandslos erweisen, dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuwei- sen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, D-5814/2014 Seite 11 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-5814/2014 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sin- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführe nden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils z u- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kant o- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand: