Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Januar 2014 (720 13 239 / 09) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Rückweisung an Vorinstanz zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Matthias Aeberli , Advokat, Freie Strasse 82, Postfach, 4051 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.5512.7197.32) A. Der 1965 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Septe mber 1992 bis 30. April 1994 als Carrosserie-Spengler bei der Carrosserie B.____ tätig. Nachdem er am 27. Januar 1995 in Ita- lien einen Autounfall erlitten hatte, meldete sich d er Versicherte am 25. Oktober 1995 unter Hinweis auf Gleichgewichtsstörungen, starken Kopfschmerzen rechts, ausstrahlenden Schulter- und Rückenschmerzen, Ameisenlaufen in allen Extremitäten m it teilweisem Zittern und Gefühl- losigkeit sowie Unwohlgefühl bei der Eidgenössischen Invali denversicherung (IV) zum Bezug Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ermit- telte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) bei A.____ einen Invaliditätsgrad von 68% und sprach ihm gestützt auf dieses Ergebnis mit Verfügung vom 5. August 2002 rückwirkend ab 1. Januar 1996 eine ganze Invalidenrente zu. Im März 2 004 leitete die IV-Stelle von Amtes we- gen eine Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs des V ersicherten ein. Mit Verfügung vom 2. Februar 2006 reduzierte sie die Rente ab 1. Mär z 2006 auf eine Dreiviertelsrente. Im Februar 2011 wurde eine weitere Rentenrevision von Amt es wegen eingeleitet. Aufgrund ihrer Abklärungen gelangte die IV-Stelle zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ verbessert habe. Der neu ermittelte Invaliditä tsgrad betrage lediglich noch 11%. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle deshalb die laufende Dreiviertels- rente von A.____ mit Verfügung vom 28. Juni 2013 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Dr. Matthias Aeberli, Advo- kat, am 29. August 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 28. Juni 2013 vollumfänglich aufzuheben und es sei ihm w eiterhin eine Dreiviertelsrente basie- rend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% au szurichten; unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass auf d as im Rahmen der Rentenrevision eingeholte polydisziplinäre Gutachten der C.____ GmbH ( C.____) nicht abgestellt werden kön- ne, da dieses den unveränderten Gesundheitszustand ledi glich anders werte als die früheren Gutachten. Für den Fall, dass eine Restarbeitsfähigkeit angenommen würde, sei der mit 15% zu tiefe leidensbedingte Abzug zu bemängeln. Aufgrund der erheblichen Einschränkungen des Beschwerdeführers sei ein leidensbedingter Abzug von 25% vorzunehmen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 1. November 2013 beant ragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten der C.____ entspreche den bundesgerichtli- chen Kriterien bezüglich Inhalt und Qualität und belege die festgestellte deutliche Verbesserung des psychischen Gesundheitszustands ausreichend. Die vom Beschwe rdeführer und seinem behandelnden Arzt angeführten Diagnosen seien nicht hin reichend abgestützt und genügten nicht, um die fachärztliche Expertise in Zweifel zu ziehen. Schliesslich rechtfertige sich auch der vom Beschwerdeführer verlangte maximale leidensbedingte Abzug nicht. Die Einschränkungen des Beschwerdeführers seien mit dem Abzug im Umfang von 15% ausreichend berücksichtigt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 29. August 2013 ist demnach ei nzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführe r über den 31. August 2013 hinaus Anspruch auf eine Rente der IV hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit od er Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheits- beeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genüg t es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend i st vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternati- ve Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar ( BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwend baren Fassung) hat die versicherte Per- son Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindeste ns 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 5. August 2002 gestützt auf einen IV-Grad von 68% rückwirkend ab 1. Januar 1996 eine ganze Rente zu. Mit Verfügung vom 2. Februar 2006 redu- zierte sie diese Rente ab 1. März 2006 auf eine Dreivie rtelsrente, wobei die Reduktion – bei in medizinischer und erwerblicher Hinsicht weitgehend unver ändertem Sacherhalt und bei gleich- bleibendem Invaliditätsgrad – ausschliesslich wegen der im Rahmen der 4. IVG-Revision einge- führten neuen Rentenabstufung (vgl. Art. 28 Abs. 1 IV G [in der zwischen 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung]) erfolgt e. Nachdem sie im Februar 2011 von Amtes wegen eine Überprüfung des Rentenanspruchs des Ver sicherten eingeleitet und die er- forderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, hob die I V-Stelle die laufende Dreiviertelsrente mit Verfügung vom 28. Juni 2013 auf das Ende des der Z ustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der b is anhin ausgerichteten Rente rechtfer- tigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpu nkt der ursprünglichen (auf einer voll- ständigen materiellen Anspruchsprüfung beruhenden) Re ntenverfügung vom 5. August 2002 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2013. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Im Folgenden ist demnach zunächst zu prüfen, ob sich d er Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten tatsächlich, wie von der Beschwerdegegnerin geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in anspruchserheblicher Wei- se verbessert hat. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.4 Im Urteil vom 29. August 2011 (9C_418/2010) hat d as Bundesgericht ergänzend zu- sätzliche Besonderheiten festgehalten, die es in Revisionsf ällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes zu beachten gilt. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.1 Da die Feststellung einer revisionsbegründenden V eränderung durch eine Gegenüber- stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes er folgt (vgl. E. 4.1 f. hiervor), bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsache n. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswir kungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachten s hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebli che Änderung(en) des Sachver- halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollstän digen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst malige Beurteilung der Rentenberechti- gung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abwei- chende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vo rbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältn isse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 6.4.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrech tlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgr enzung der tatsächlich eingetre- tenen von der nur angenommenen Veränderung ist als er forderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsä chliche Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunk- te in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbe itsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnosti- schen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Ein Sachverständiger kann die betreffende Entwicklung regelm ässig nicht aus eigener Wahrneh- mung beschreiben (ausser er sei schon als Vorgutachter t ätig gewesen). Daher ist es erforder- lich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fakten fundie rt auseinandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgebenden medizinischen Vorakten ergeben. Dem Gutach- ten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksi chtigt, fehlt die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlu ssfolgerungen, welche auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber erhobenen Bef undtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfen d nachvollzogen werden können. Diesem Beweiswertkriterium kommt hinsichtlich der Entscheidu ngsgrundlagen in Revisionsfäl- len – mit Blick auf deren vergleichende Natur – eine be sondere Bedeutung zu. Diese spezifi- schen Anforderungen müssen sich denn auch im Rahmen der Fragestellung zuhanden des Gutachters niederschlagen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4.3 Je mehr medizinisches Ermessen bei der Stellung ei ner Diagnose und der ärztlichen Einschätzung der Funktionseinschränkungen im Spiel ist, de sto wichtiger ist es, den gutachtli- chen Befund einer Veränderung möglichst solide auf klini sche Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten zu stüt zen und diese Elemente in Bezie- hung zu den medizinischen Vorakten und den dort gesetzt en Anknüpfungstatsachen zu brin- gen. Nur so kann dem Gutachten hinreichend zuverlässig entnommen werden, dass die in den Schlussfolgerungen beschriebene Differenz nicht wesentli ch einer unterschiedlichen Wertung zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite darf die Notwe ndigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lasse n, nicht dazu führen, dass die Anfor- derungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch ang esetzt werden, dass die ursprüngli- che Festlegung praktisch perpetuiert wird. Dies gilt insbe sondere für psychiatrische Beurteilun- gen, bei denen praktisch immer ein Spielraum besteht, innerhalb dessen verschiedene medizi- nische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Hier können die Beurteilungen nicht i mmer lückenlos mit Tatsachenschilde- rungen unterlegt werden. Bei einer stark ermessensgepr ägten Einschätzung, die weniger auf Messung und anderweitig normierter Feststellung als auf interpretationsbedürftigen Befundtat- sachen beruht, kann etwa eine Auseinandersetzung mit der Genese des Gesundheitsschadens, den das Krankheitsgeschehen unterhaltenden Faktoren, für den Nachweis einer tatsächlichen Veränderung besondere Bedeutung erlangen (Urteil de s Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.4 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2013, 9C_698/2012, E. 2.2). 7.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 5. August 2002 , mit der die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. Januar 1996 eine ganze Invalidenrente zugespro- chen hatte, stützte sie sich bei der Beurteilung des Gesun dheitszustands und der Arbeitsfähig- keit des Versicherten im Wesentlichen auf das polydisziplinär e Gutachten des Instituts D.____ vom 4. April 2002. Darin hielten die beteiligten Fach ärzte als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches thorakovertebrales Schm erzsyndrom bei Kompressionsfraktur des 10. Brustwirbelkörpers (BWK), ein Status nach Commotio cerebri (1995), eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sowie eine posttraumatische Anpass ungsstörung mit längerer depressi- ver Reaktion mit Chronifizierung in Form einer andauer nden Persönlichkeitsveränderung und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung fest. O hne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen eines Status nach Septorhino-Plastik und LAUP (1998), ein Status nach Ohrmuschelverletzung anlässlich eines Auto-Selbstunfalls ( 1995), eine Hochtonschallempfin- dungs-Schwerhörigkeit mit Tinnitus rechts sowie ein St atus nach Inguinalhernien-Operation rechts (1995). Gemäss orthopädischem Fachgutachten von Dr. med. E.____ , FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates und Handchir urgie, beklage der Explorand stän- dige rechtsseitige Kopf- und Nackenschmerzen mit gelegentl ichem Ziehen in die rechte Schul- ter und ständigen Schmerzen der mittleren Brustwirbe lsäule (BWS). Ausserdem verspüre er ständiges Ameisenlaufen in den vierten und fünften Fin gern beidseits und in beiden Füssen. Beim Exploranden liege ein chronisches thorakovertebrales Schmerzsyndrom vor. Die subjektiv teilweise sehr massiven, von der BWS ausgehenden Schmerzen, die Gefühlsstörungen in Hän- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den und Füssen und die als heftig empfundenen Schmerzen im Hypothenar könnten durch die orthopädischen Untersuchungsbefunde und auch die Röntg enbilder nicht erklärt werden. Aus orthopädischer Sicht sei eine rückenschonende Tätigkeit, w ie die Tätigkeit im Kundendienst, wie sie der Explorand bereits früher einmal ausgeübt habe, vollschichtig möglich. In ihrer neurologischen Beurteilung stellte Dr. med. F .____, FMH Neurologie, aus klinisch- neurologischer Sicht keine pathologischen Befunde fest. Der Hals-Nasen-Ohren-ärztlichen Einschätzung von Dr. med. G.____, FMH Oto-Rhino- Laryngologie sowie Allergologie und klinische Immunologie, zufolge hätten sowohl die diagnos- tizierte Hochtonschallempfindungs-Schwerhörigkeit wie a uch der Tinnitus rechts keine Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Gemäss psychiatrischem Fachgutachten von Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, wirke der Explorand resigniert und zeitweise dysphorisch gereizt. Der Gedankengang sei in formaler Hinsicht unauffällig, logisch-kohärent u nd ohne Anzeichen eigentlicher formaler Denkstörungen. In inhaltlicher Hinsicht zeige sich jedoch eine deutliche Einengung des Gedan- kenganges auf die gesundheitlichen Einschränkungen. Die Schilderung der körperlichen Be- schwerden habe zwar nicht dramatisierend gewirkt, jedoch nicht einer deutlich vorwurfsvollen Note entbehrt. Der Explorand habe ausgeführt, dass ihm sein Gesundheitszustand das Leben verleidet habe. Oft habe er mit dem Gedanken gekämpft, dass er beim Unfall im Jahr 1995 lie- ber gestorben wäre oder sich gewünscht, am Morgen nicht mehr aufzuwachen. Suizidgedanken würden bejaht, jedoch aus Rücksicht auf die Familie nich t umgesetzt. Sein einziges Glück sehe er darin, dass er nachts bloss einmal aufwache und an die sieben Stunden Schlaf pro Nacht finde. Die eheliche Situation sei oft angespannt, da e r der Ehefrau in der Haushaltsführung kaum helfen könne. Sein Tagesablauf sei eintönig, er sei die meiste Zeit zuhause und liege viel. Ab und zu unternehme er kleinere Spaziergänge, wobei e r wegen der Schmerzen nur langsam gehen könne. Nach psychischen Störungen vor dem Unfall bef ragt, habe der Explorand ange- geben, dass er im Jahr 1990 in ein psychisches Tief mit S uizidgedanken geraten sei, nachdem ihn die damalige Freundin verlassen habe. Der Exploran d sei in schwierigen familiären Verhält- nissen aufgewachsen, die Kindheit sei durch die Alkoholkr ankheit des Vaters und der damit verbundenen Gewalttätigkeiten überschattet gewesen. Gemä ss der fachärztlichen Einschät- zung könne insgesamt angenommen werden, dass der Explora nd in einem der gedeihlichen psychischen Entwicklung wenig förderlichen Klima aufgewachsen sei und unzureichende affek- tive Zuneigung erhalten habe. Die Übersiedlung der Fa milie des Exploranden in die Schweiz und die folgende Rückkehr nach Italien sei für den jun gen Exploranden belastend und verunsi- chernd gewesen. Auffällig sei die deutliche Diskrepanz zwisc hen dem Ausmass der subjektiv beklagten körperlichen Beschwerden und den somatischen Be funden. Diagnostisch müsse bei dem in stark verunsichernden familiären Verhältnissen aufgewachsenen Exploranden von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.8) ausgega ngen werden. Für diese Diagno- se spreche die geringe gefühlsmässige Ansprechbarkeit, das hintergründig aggressive und kränkbare Verhalten des Exploranden und seine Unfähigke it, sich aus adäquate Weise mit sei- nen Beschwerden auseinanderzusetzen. Die zugrundeliegen de Persönlichkeitsstörung habe nach dem Unfall im Jahr 1995 das Auftreten einer post traumatischen Anpassungsstörung (ICD- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10 F43.2) begünstigt, die sich mittlerweile einerseits in Form einer dauernden Persönlichkeits- veränderung (ICD-10 F62.8), andererseits in Form eine r anhaltenden somatoformen Schmerz- störung (ICD-10 F45.4) chronifiziert und wahrscheinlich als unlösbar fixiert habe. Auffällig sei auch die Symptomausweitung, welche sich in den letzten Jah ren mit zum Teil diffusen, nicht objektivierbaren Beschwerden manifestiert habe. In der neuropsychologischen Untersuchung durch lic. phil . I.____ habe sich wie bereits im Jahr 1995 eine leichte neuropsychologische Funktionsstörung mit zusätzlicher schmerzbedingter Leistungseinschränkung gezeigt. Die Kommission für medizinische Begutachtung des D.____ h ielt zusammenfassend fest, dass die Belastbarkeit des Achsenorgans des Beschwerdeführers au fgrund des Status nach BWK- Fraktur deutlich kompromittiert sei. Im Vordergrund fü r die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ste- he jedoch der psychiatrische Befund. Der Explorand weise e ine vorbestehende narzisstische Persönlichkeitsstörung auf, die eine Unfall-Fehlverarbe itung begünstigt habe. Für körperliche Schwerarbeiten, zu denen auch der erlernte Beruf als Ca rrosserie-Spengler gehöre, liege eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 30% vor. Medizinisch-th eoretisch sei dem Exploranden eine kör- perlich adaptierte Tätigkeit mit der Möglichkeit zu ge legentlichem Wechsel der Körperposition im Umfang von 50% möglich. Die Einschränkung der Arbeit sfähigkeit für körperlich adaptierte Tätigkeiten ergebe sich aus dem psychiatrischen Befund. D ieser schränke den Exploranden in seiner Ausdauer, Frustrationstoleranz und Konfliktfähigk eit deutlich ein. Darüber hinaus sollte übermässige Lärmexposition vermieden werden. 7.2 In dem von der Beschwerdegegnerin angeforderten V erlaufsgutachten des D.____ vom 17. Januar 2006 hielten die involvierten Gutachter g esamtmedizinisch einen im Wesentli- chen unveränderten Gesundheitszustand des Exploranden fest . Er beklage vermehrt Be- schwerden im Bereich der oberen Extremitäten und der Halswirbelsäule (HWS) sowie im Schul- tergürtelbereich. Auch in den Beinen würden zunehmen de Schmerzen beklagt. Im Bereich der bekannten BWK-Fraktur habe er indessen keine Schmerze n mehr angegeben, es fände sich auch kein entsprechender muskulärer Hartspann mehr. Die geklagten Beschwerden im Bereich der HWS könnten nicht objektiviert werden. Der somatisc he Befund habe sich gegenüber dem Jahr 2002 sicher nicht verschlechtert. Von organischer Seite sei dem Exploranden daher wei- terhin eine Ganztagesarbeit in mittelschwerer oder lei chter Tätigkeit zuzumuten. Auf psychiatri- scher Ebene habe sich die bereits im Jahr 2002 sich abzeichn ende psychosomatische Symp- tomatik deutlich mehr herauskristallisiert; der Explorand zeige einen typischen Symptomen- komplex für dieses Leiden. Hintergrund sei die neuroti sche, vorwiegend narzisstische Persön- lichkeitsstruktur, die auf einer in verschiedener Hinsicht tr aumatisierenden Kindheit basiere. Begleitet werde die Symptomatik von einer leichten depr essiven Verstimmung. Als psychiatri- sche Diagnose seien eine anhaltende somatoforme Schmerzstö rung sowie eine narzisstische Persönlichkeitsstörung zu bestätigen. Ausserdem sei ein S tatus nach Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion und andauernder Persönlichkeitsveränderung zu diagnostizieren. Unter Berücksichtigung der psychiatrischen Leiden sei der Expl orand weiterhin in einer dem Rückenleiden adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähi g. Im Zusammenhang mit dem psycho- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht somatischen Leiden sei dem Versicherten eine Willensanstr engung zur partiellen Überwindung der Leidens aus medizinischer Sicht zumutbar. 7.3 Im Rahmen des von ihr im Februar 2011 von Amtes weg en eingeleiteten Revisionsver- fahrens gab die Beschwerdegegnerin zur Abklärung des massg eblichen medizinischen Sach- verhalts ein polydisziplinäres Gutachten bei der C.____ in Auftrag, welches am 29. November 2011 erstattet wurde. Darin wurde als Diagnose mit E influss auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni- sches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont ( ICD-10 M54.5) festgestellt, dies bei Status nach multifragmentaler BWK10-Kompressio nsfraktur (1995) und radiologisch konstantem Befund, mit myostatischer Insuffizienz mit entspr echenden muskololigamentären Überlastungsreaktionen, ohne klinische Hinweise auf eine radikuläre Symptomatik sowie kern- spintomographisch unauffälligem Befund der Lendenwirbe lsäule (LWS) und einer ISG- Funktionsstörung rechts. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfäh igkeit seien eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4); ein chronisches zervi kospondylogenes Schmerzsyn- drom (ICD-10 M53.1); ein generalisiertes multilokulär es Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9); eine Adipositas (ICD-10 E66.0) sowie fortgesetzter Nikotinkonsum (ICD-10 F17.1). Dem psychiatrischen Fachgutachten von Dr. med. J.____, F MH Psychiatrie und Psychothera- pie, zufolge sei der Explorand noch nie in psychiatrische r Behandlung gewesen. Er gebe an, einigermassen gut schlafen zu können. Gelegentlich beschäft ige er sich mit dem PC, um seine Konzentrationsfähigkeit zu trainieren. Er halte sich nicht gerne unter vielen Leuten auf und habe deswegen nur noch wenige soziale Kontakte. Vor dem Unf all sei er gerne in den Ausgang ge- gangen. Er habe früher auch gerne gearbeitet. Heute habe er zu wenig Energie, um noch arbei- ten zu gehen, da er sich seit einem Unfall seiner Ehefra u um den Haushalt und die Kinder kümmern müsse. Er sei auch körperlich weniger belastbar u nd habe Konzentrationsschwierig- keiten. In seiner Beurteilung hielt Dr. J.____ fest, dass der Explorand einen gepflegten Eindruck mache und freundlich sowie kooperativ gewesen sei. Die Stimmung sei ausgeglichen, zum Teil auch heiter gewesen. Er habe einen guten affektiven Kontakt aufnehmen können. Auffassungs- gabe und Konzentrationsfähigkeit seien nicht eingesch ränkt, ebenso wenig hätten sich Hinwei- se für Merkfunktionsstörungen oder Gedächtnisstörungen fe ststellen lassen. Das Denken sei formal und inhaltlich unauffällig gewesen. Das Selbstwertgefühl sei ausgeglichen und es fänden sich keine Zeichen für eine gestörte Intentionalität o der einen gestörten Antrieb. Die Familie lebe sozial zurückgezogen. Die Beziehung zur Ehefrau sei seit deren Unfall im Jahr 2004 schwierig, was der Explorand auch beklage. Seit diesem Un fall leide er auch unter wirtschaftli- chen Schwierigkeiten. Die psychische Überlagerung, die au fgrund der Diskrepanz zwischen somatischen Befunden und subjektiv geklagter Beschwerden u nd der Krankheitsüberzeugung angenommen werden müsse, sei vor dem Hintergrund der psychosozialen Belastungssituation zu sehen. Die Diagnose einer anhaltenden somatoforme n Schmerzstörung könne bestätigt werden. Eine psychiatrische Komorbidität bestehe indessen nicht. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen, ebenso wenig fänden s ich schwere lebensgeschichtliche Belastungen. Unbewusste Konflikte fehlten, ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht könne es dem Exploranden daher z ugemutet werden, trotz der ge- klagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzu bringen, um ganztags einer berufli- chen Tätigkeit nachzugehen. Das Vorliegen einer narzissti schen Persönlichkeitsstörung könne Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht bestätigt werden, da es an aktuellen psychopathologi schen Symptomen fehle. Die Schmerzen würden dem Exploranden eine Rechtfertigung d afür geben, nach dem Unfall keiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen zu müssen. Hinweis e für eine depressive Störung fehl- ten. Ab Datum der Untersuchung sei aus psychiatrischer Sich t keine Arbeitsunfähigkeit gege- ben. In rheumatologischer Hinsicht hielt Dr. med. K.____, F MH Rheumatologie, Physikalische Medi- zin und Rehabilitation sowie Allgemeine Innere Medizin, fest, dass sich für die vom Exploranden beklagten Schmerzen und Funktionseinschränkungen von Se iten des Bewegungsapparats bloss zum Teil ein entsprechendes morphologisches Korrelat finde und diagnostizierte diverse Schmerzsyndrome. Im Gegensatz zur Untersuchung durch das D.____ im November 2005 fän- den sich anlässlich der aktuellen Untersuchung reproduzier bare deutliche Druckdolenzen im Bereich Th10. Die vom D.____ attestierte Arbeitsfähigkeit von 100% für mittelschwere Tätigkei- ten sei deshalb als etwas zu hoch anzusehen. Die Belastbar keit des Achsenorgans sei stärker vermindert, so dass mittelschwere Tätigkeiten nicht mehr zum utbar seien. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Einnahme von wirbels äulenbelastenden Zwangshaltungen sei der Explorand aus rheumatologischer Sicht jedoch zu 100% arbeitsfähig. In der Konsensbeurteilung halten die Gutachter und Gu tachterinnen zusammenfassend fest, dass ab Datum der Untersuchung keine Arbeitsunfähigkeit in einer körperlich leichten, wechsel- belastenden Tätigkeit mehr attestiert werden könne. Di e bisher die Arbeitsfähigkeit einschrän- kenden (psychiatrischen) Diagnosen seien als komplett remittiert einzuschätzen. 7.4 Gemäss Kurzaustrittbericht des Spitals L.____ vom 3. Februar 2012 war der Be- schwerdeführer vom 27. Januar 2012 bis zum 3. Februar 2012 hospitalisiert. Es sei eine diffuse koronare Zwei-Gefässerkrankung, aktuell einem Myokardinfar kt (STEMI) mit Koronarangiogra- phie am 27. Januar 2012 und Rekanalisation des Gefäss es zu diagnostizieren. Ausserdem lä- gen ein metabolisches Syndrom; ein Verdacht auf ein obst ruktives Schlafapnoe-Syndrom; ein Status nach Polytrauma im Rahmen eines Verkehrsunfalls (1995) mit chronifizierter posttrauma- tischer Anpassungsstörung, rezidivierenden reaktiven depressiv en Episoden und chronischem cervikozephalem Schmerzsyndrom; eine narzisstische Persönlichkeit sstörung sowie eine Poly- arthrose vor. 7.5 Mit Austrittsbericht vom 13. Februar 2012 berichtet en die Ärzte des Spitals L.____ über die weitere Hospitalisation vom 4. Februar 2012 bis 10 . Februar 2012. Als Diagnosen wurden erneut eine diffuse koronare Zwei-Gefässerkrankung; ein Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom; ein Status nach Polytrauma im Rah men eines Verkehrsunfalls (1995); eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und eine Polyarthr ose festgehalten. Ausserdem wur- de eine Anpassungsstörung mit Paniksymptomatik festgestellt. Es sei nach dem Myokardinfarkt zu keinen weiteren thorakalen Beschwerden oder Dyspnoe g ekommen, jedoch zu zwei Episo- den mit Kribbelgefühlen und Klopfen im Kopf und Ang stzuständen. Der hinzugerufene Psychia- ter habe die Beschwerden am ehesten im Rahmen einer An passungsstörung mit teilweiser Pa- niksymptomatik beurteilt und eine medikamentöse Bedarfstherapie etabliert. Der Patient sei am 10. Februar 2012 in die stationäre Rehabilitation verlegt worden. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6 Mit Stellungnahme vom 14. März 2012 hielt Dr. M._ ___, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) fest, dass der erlittene Infarkt keinen Ein- fluss auf die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit gemäss C.____-Gutachten habe. Für die Zeit der Hospitalisation vom 27. Januar 2012 bis 10. Fe bruar 2012 könne eine volle Arbeitsun- fähigkeit angenommen werden, davor und danach gelte die Einschätzung der C.____. Die tho- rakalen Schmerzen würden als Ausdruck der Ängstlichkeit de s Versicherten interpretiert, der trotz koronarer Herzkrankheit weiterhin dem Tabakgebrauch fröne. 7.7 Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, teilte der Beschwerdegegnerin mit Arztbericht vom 25. Februar 2013 mit, dass der Beschw erdeführer seit dem 2. Mai 2012 in seiner Behandlung stehe. Anlässlich der Erstkonsultation h abe der Patient ein mittelgradiges depressives Syndrom mit Panikattacken gezeigt. Dabei verspür e er im Liegen ein Pulsieren im Brustkorb und müsse immer wieder Luft holen. Mitte Ju ni 2012 sei er kollabiert, habe sich den Kopf angestossen und sich eine Vorderarmfraktur zugezogen. Aktuell leide er an Müdigkeit, rascher Erschöpfung, Atemnot, Angstzuständen, Lust- und Fr eudlosigkeit. Er müsse sich zu allem zwingen. Aus psychiatrischer Sicht sei eine rezidivier ende depressive Störung mit Pani- kattacken zu diagnostizieren, die sich in Form einer vermi nderten psychophysischen Belastbar- keit auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Der Patient sei in seinem Konzentrationsvermögen, der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit mittelgradig eingeschränkt. Als Carrosserie- Spengler sei der Patient nicht mehr arbeitsfähig. Au s rein psychiatrischer Sicht betrage die Ar- beitsunfähigkeit etwa 50%. 7.8 In seiner Stellungnahme vom 4. März 2013 stellte Dr . M.____ fest, dass im Arztbericht von Dr. N.____ ein relativ ähnlicher bis weitgehend gl eicher psychiatrischer Gesundheitszu- stand wie im Gutachten der C.____ beschrieben werde. Au ch bezüglich der somatischen Diag- nosen sei keine Veränderung gegenüber dem C.____-Gut achten erkennbar. Die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit genüge somit nicht, um das Gutachter in Frage zu stellen. 7.9 Dr. med. O.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, erachtete in seinem Schreiben vom 14. August 2013 das Gutachten der C.____ in rheumatolo gischer Hinsicht und bezüglich der psychiatrischen Diagnoseliste als korrekt, die Arbeitsunfähig keit jedoch als zu tief bemessen. Der Patient habe sich zwar vom erlittenen Myokardinfarkt g ut erholt, seither komme es jedoch immer wieder zu Schmerzen thorakal links. Diese Schmerzen könnten nicht nachgewiesener- massen auf den Infarkt zurückgeführt werden, eine psychische Komponente scheine im Vor- dergrund zu stehen. 7.10 Mit Bericht vom 19. August 2013 bestätigte Dr. N._ ___ seine Einschätzung. Der Pati- ent leide unter einem mittelgradigen depressiven Synd rom und benötige eine antidepressive medikamentöse Behandlung. Aufgrund dieses Leidens sei er nicht arbeitsfähig. Eine narzissti- sche Persönlichkeitsstörung könne er indessen nicht feststellen. Der Patient sei in seiner alltäg- lichen Funktionsweise deutlich eingeschränkt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Die Beschwerdegegnerin stützte bei der Beurteilun g des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzu- sprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers ein- getreten ist, vollumfänglich auf die Ergebnisse des Guta chtens der C.____ vom 29. November 2011. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesund heitszustand des Beschwerdefüh- rers seit der Rentenzusprache in psychischer Hinsicht deutlich verbessert habe und ihm aus medizinischer Sicht die Ausübung einer leichten angepass ten Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar sei. 8.2 Wie bereits in Erwägung 6.4 hiervor ausgeführt, g elten bei der Erhebung und Würdi- gung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen bes ondere Anforderungen an die Be- weistauglichkeit. Beweisthema dieser Gutachten ist nicht b loss die Feststellung des aktuellen Gesundheitszustands und seiner funktionellen Auswirkungen, sondern insbesondere auch den Vergleich dieses Befunds mit dem früheren Gesundheitszusta nd. Spricht sich ein solches Gut- achten nicht hinreichend darüber aus, inwiefern eine ef fektive Veränderung des Gesundheits- zustands stattgefunden hat, mangelt es ihm in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweis- wert. Namentlich in psychiatrischer Hinsicht wirft die gut achterliche Einschätzung der C.____ diesbezüglich Fragen auf. Aufgrund der ärztlichen Beur teilungen ist unbestritten, dass im We- sentlichen die psychischen Beeinträchtigungen ausschlagge bend für die Einschränkung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers sind. Beim Beschwerdeführer wurde im Rahmen der Abklärung zur ursprünglichen Rentenzusprache vom Institut D.____ mit Gutachten vom 4. April 2002 unter anderem die Diagnosen einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, eine posttraumatische Anpassungsstörung mit längerer d epressiver Reaktion bei Chronifizie- rung in Form einer andauernden Persönlichkeitsveränder ung und einer anhaltenden somato- formen Schmerzstörung gestellt. Im Verlaufsgutachten des D.____ vom 17. Januar 2006 wur- den die Diagnosen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung u nd der somatoformen Schmerz- störung sowie deren Auswirkungen auf die Funktions- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers bestätigt. Der psychiatrische Fachgutachter der C.____ diagnostizierte im Gutachten vom 27. November 2011 demgegenüber lediglich noch eine so matoforme Schmerzstörung. Dabei stützte er sich indessen lediglich auf den aktuellen Befun d und begnügte sich mit der Feststel- lung, dass für weitere Diagnosen Anhaltspunkte in Form aktueller psychopathologischer Symp- tome fehlten. Eine Auseinandersetzung bezüglich der Ent wicklung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers findet nicht statt, obwohl diese i nsbesondere betreffend die narzissti- sche Persönlichkeitsstörung angezeigt gewesen wäre. Es ist an hand des vorliegenden C.____- Gutachtens nicht nachvollziehbar, weshalb diese nicht mehr vorliegen solle, obwohl sie gemäss den Gutachten des D.____ ihren Ursprung in der Kindheit des Beschwerdeführers habe und ihn massgeblich präge. Die ursprünglich beschriebene depressiv e Symptomatik wird ebenfalls mit einem Hinweis auf fehlende Anhaltspunkte, jedoch ohne nähere Begründung und ohne Unter- suchung der Entwicklung des psychischen Gesundheitszustands ver neint. Die ursprüngliche vom D.____ vorgenommene und im Rahmen des Revisionsverf ahrens als Vergleichsbasis hin- zuzuziehende Einschätzung des Gesundheitszustands wird ausserd em lediglich im Rahmen einer „Stellungnahme zu früheren psychiatrischen Einschät zungen“ behandelt, was den Ver- dacht nahelegt, dass es sich bei der Einschätzung der C.____ in erster Linie um eine neue, von der Vergangenheit unabhängige Würdigung des Gesundhei tszustands des Beschwerdeführers Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelt. Dafür sprechen auch die in vielen Belangen äh nlichen Befunde in den Gutachten des D.____ und der C.____. Der Beschwerdeführer beklagte so wohl in den Untersuchungen beim D.____ wie auch bei der C.____ schnelle Ermüdbarkeit u nd Konzentrationsprobleme. Auch der Stimmungsbeschrieb erscheint insbesondere im D.____-Guta chten vom 17. Januar 2006 und im Gutachten der C.____ vom 27. November 2011 ähnlich. Die psychiatrische Begutachtung erweist sich überdies auch in ihren Schlussfolgerungen betreffend den aktuellen Gesundheits- zustand als nicht vollends schlüssig. So wird ein sozialer Rückzug des Beschwerdeführers in der Beurteilung verneint, obwohl ein solcher in der Exp loration festgestellt wurde. Ausserdem werden schwere, lebensgeschichtliche Belastungen verneint, wenngleich die schwierige Kind- heit des Beschwerdeführers mit Missbrauch und mehreren Umzügen anamnestisch und anhand der Vorakten bekannt war. Die zuvor beklagten Suizidged anken wurden im Rahmen der Begut- achtung durch die C.____ augenscheinlich überhaupt nich t erfragt. Die Schlussfolgerungen erscheinen damit widersprüchlich bzw. sind ohne nähere Beg ründung nicht nachvollziehbar. Das Gutachten der C.____ genügt damit den bundesgerich tlichen Beweisanforderungen nicht und die Revisionsvoraussetzung einer gesundheitlichen Verän derung ist nicht genügend nach- gewiesen. 8.3 Ferner kann der Einschätzung der Beschwerdegegnerin , wonach der im Januar 2012 erlittene Myokardinfarkt und die anschliessend gestellten psychiatrischen Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, nicht ohne We iteres gefolgt werden. Insbesondere trifft es wohl nicht zu, dass der behandelnde Psychiater Dr. N._ ___ in seinem Arztbericht vom 25. Februar 2013 einen weitgehend identischen Gesundh eitszustand wie im Jahr 2011 be- schreibe. Vielmehr stehen mit der depressiven Störung un d den Panikattacken neue Befunde im Raum und es bestehen Anhaltspunkte für bisher so nicht bestehende Funktionseinschrän- kungen. Ein Zusammenhang mit dem erlittenen Infarkt wi rd dabei von den behandelnden Ärz- ten deutlich hervorgehoben. Entgegen der Auffassung de s RAD liegen in den Berichten der behandelnden Ärzte keine Hinweise dafür vor, dass diese neuen Beschwerden bloss mit invali- ditätsfremden Gründen, namentlich dem Nikotinkonsum des Beschwerdeführers, erklärt werden könnten. Die übrigen bei den Akten liegenden medizinisc hen Berichte bilden jedoch keine ver- lässliche Entscheidgrundlage. Der medizinische, insbesonder e der psychiatrische Sachverhalt nach dem Infarkt im Januar 2012 ist somit weitgehend un geklärt. Da der Infarkt jedoch beinahe eineinhalb Jahre vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung erfolgte und damit in den für die Prüfung der anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads massgeblichen Zeitraum fiel, wären dessen Auswirkungen von der Beschwerdegegnerin abzuklären gewesen. 8.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gutachterli che Einschätzung der C.____ namentlich in psychiatrischer Hinsicht den Anforderungen a n die Beweiskraft nicht zu genügen vermag und der medizinische Sachverhalt ab Januar 2012 ungenügend abgeklärt ist. Nach dem Ausgeführten sind weitere medizinische Abklärungen notwendig. 9. Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne n die Sozialversicherungs- gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Strei tsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielme hr im Regelfall selbst ein Ge- richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltu ngsverfahren anderweitig erhobenen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf tig hält oder wenn eine Administrativex- pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräfti g ist. Eine Rückweisung an die IV- Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in de r notwendigen Erhebung einer bisher voll- ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn ledi glich eine Klarstellung, Präzisierung o- der Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderli ch ist (BGE 137 V 210 ff. E. 4.4.1 ff.). Im vorliegenden Verfahren sprach sich das der Verfügung zugrunde gelegte Gutachten bloss ungenügend über eine massgebliche Veränderung des Gesu ndheitszustands aus. Ausserdem ist der medizinische Sachverhalt nach dem Infarkt im Januar 2012 weitgehend ungeklärt. Da es die Vorinstanz unterlassen hat, die diesbezüglich nötigen (weiteren) Abklärungen zu veranlas- sen, und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist , im Verwaltungsverfahren versäumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückwei sung an die Vorinstanz nichts ent- gegen. Die Vorinstanz wird angehalten, die medizinisch e Sachlage umfassend abklären zu las- sen. Die Beschwerde ist in dem Sinne gutzuheissen. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanze n – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besc hwerdeführende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r in der Honorarnote vom 19. November 2013 für das vorliegende Verfahren gelte nd gemachte Zeitaufwand von 7.21 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Ausla- gen in der Höhe von Fr. 171.–. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Parteientschädigung in der geltend gemachten Höhe von Fr. 2‘131.40 (7.21 Stunden à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 171.– zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Be schwerdegegnerin zuzusprechen. 11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 28. Juni 2013 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vor instanz zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘131.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu entrichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht