Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 3. April 2018 (470 18 36) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Nichtanhandnahme des Verfahrens Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Dominik Haffter Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle (SB), Rheinstrasse 12, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____, Beschuldigte Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staats- anwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, vom 23. Januar 2018 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Verfügung vom 23. Januar 2018 nahm die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, das Verfahren gegen B.____ wegen übler Nachrede, Verleu m- dung sowie Verletzung des Schriftgeheimnisses in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht anhand und auferlegte die Kosten der Staatskasse. Auf die Begründung dieser Nichtanhandnahmeverfügung sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Beschlu s- ses eingegangen. B. Gegen obgenannte Nichtanhandnahmeverfügung erhob A.____ mit Eingabe vom 27. Januar 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht, und stellte sinngemäss die Anträge, es sei die Nichtanhandnahmeverfügung aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren anhand zu nehmen. Überdies sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege sowie die Verbeiständung zu gewähren. C. Mit Stellungnahm e vom 12. Februar 2018 begehrte die Staatsanwaltschaft Basel - Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, die Abweisung der Beschwerde. D. Die Beschuldigte beantragte mit Stellungnahme vom 8. Februar 2018, der Schweizer i- schen Post zu Handen des Kantonsgerich ts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, übergeben am 14. Februar 2018, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers abzuweisen. Überdies sei der Antrag des Beschwerdeführers betreffend unentgeltliche Recht s- pflege und Verbeiständung abzuweisen. Erwägungen 1. Formelles 1.1 Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde liegt gemäss § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetztes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250) bei der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht. Sodann ist die Beschwerde gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Strafprozessord- nung (StPO, SR 312.0) zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO können Rechtsverletzungen, die falsche Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit g e- rügt werden. Da mit der Beschwerde alle Mängel des angefochtenen Entscheids geltend g e- macht werden können, verfügt die Rechtsmittelinstanz über volle Kognition ( PATRICK GUIDON, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 393 N 15). Die Beschwerdefrist gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide beträgt zehn Tage, wobei die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO). Vorliegend nahm die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 23. Januar 2018 das Strafverfahren gegen B.____ betreffend die Tatbestände der üblen Nach- rede, der Verleumdung sowie der Verletzung des Schriftgeheimnisses nicht anhand. Es liegt somit ein zulässiges Anfechtungsobjekt vor. Ferner wurde mit Eingabe vom 27. Januar 2018 die Beschwerdefrist eingehalten und die Begründungspflicht wahrgenommen. 1.2 Fraglich und daher nachfolgend zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zur Beschwe r- de legitimiert ist. Zur Ergreifung der Beschwerde ist gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO jede Partei berechtigt, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebun g oder Änderung eines En t- scheids hat. Die Privatklägerschaft kann einen Entscheid hinsichtlich der ausgesprochenen Sanktion nicht anfechten (Art. 382 Abs. 2 StPO). Aus Art. 382 Abs. 2 StPO ergibt sich, dass die Privatklägerschaft einzig das Strafmass nicht in Frage stellen kann . Dies bedeutet, dass sie im Übrigen einen Entscheid in allen anderen Punkten anfechten kann, soweit sie in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen ist (BGE 139 IV 84; Pra 2013 Nr. 59; MARTIN ZIEGLER/STEFAN KELLER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 382 N 4; VIKTOR LIEBER, Zürcher Kommen- tar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 382 N 14 ff.). Im Weiteren ergibt sich das erforderliche rechtlich geschützte Interesse daraus, dass die betreffende Person durch den angefochtenen Entsche id selbst und unmittelbar in ihren Rechten betroffen, das heisst beschwert ist ( VIKTOR LIEBER, a.a.O., Art. 382 N 7; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar S tPO, 3. Aufl. 2018, Art. 382 N 2). Die Beschwer muss im Zeitpunkt des Rechtsmittelentscheids noch gegeben sein. Mithin wird ein aktuelles praktisches Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefoc h- tenen Entscheids vorausgesetzt (MARTIN ZIEGLER/STEFAN KELLER, a.a.O., Art. 382 N 2; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, a.a.O., Art. 382 N 2; VIKTOR LIEBER, a.a.O., Art. 382 N 13; Pra 2012 Nr. 134 S. 966). 1.3 Der Beschwerdeführer ist im vorliegenden Strafverfahren die vermeintlich geschädigt Person hinsichtlich der Tatbestände der üblen Nachrede sowie der Verleumdung, weshalb er diesbezüglich offenkundig zur Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung legitimiert ist. Hingegen ist fraglich, ob der Beschwerdeführer in Bezug auf die Nichtanhandnahme hi n- sichtlich des Straftatbestands der Verletzung des Schriftgeheimnisses zur Beschwerde legit i- miert ist. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob der Beschwerdeführer bezüglich der von ihm vorgebrachten angeblichen Verletzung des Schriftgeheimnisses überhaupt als Geschädigter zu qualifizieren ist. Gemäss Art. 115 Abs. 1 StPO ist Geschädigter, wer durch die Straftat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist. In casu betrifft der Vorwurf der Verletzung des Schrif t- geheimnisses diverse Briefe des Beschwerdeführers an C.____ (vgl. Strafanzeige vom 30. Juni 2017). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprech ung ist der Träger des geschützten Rechtsguts der auf dem Brief angegebene Adressat. Mithin ist – zumindest nach Eintreffen der Sendung am Bestimmungsort, was in casu der Fall ist – einzig der Adressat die hinsichtlich der Verletzung des Schriftgeheimnisses unmittelbar verletzte Person (BGE 101 IV 402, E. 3; PETER VON INS/PETER-RENÉ WYDER, Basler Kommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 179 N 54; STEFAN TRECHSEL/VIKTOR LIEBER, Praxiskommentar StGB, 3. Aufl. 2018, Art. 179 N 11; GÜNTER STRATENWERTH/WOLFGANG WOHLERS, Handkommentar StGB, 3. Aufl. 2013, Art. 179 N 1; Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ANDREAS DONATSCH, Orell Füssli Kommentar StGB, 19. Aufl. 2013, Art. 179 N 12). Folgerichtig ist im vorliegenden Fall lediglich der Empfänger der Schreiben, nämlich C.____, Geschädigter und somit unmittelbar in seinen Rechten verletzt. Demgegenüber kommt dem Beschwerdefü h- rer, welcher bloss Absender der Briefe ist, in Beachtung der bundesgerichtlichen Praxis keine Geschädigtenstellung in Bezug auf die angebliche Verletzung des Schriftgeheimnisses zu. En t- sprechend ist der Beschwerdeführer in Bezug auf den Tatbestand von Art. 179 des Schweizeri- schen Strafgesetzbuches (StGB, SR 311.0) nicht in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und dementsprechend nicht beschwerdelegitimiert. Soweit die Beschwerd e die Nicht- anhandnahme des Verfahrens betreffend den Straftatbestand der Verletzung des Schriftg e- heimnisses betrifft, ist auf diese daher mangels Beschwerdelegitimation nicht einzutreten. 1.4 Es zeigt sich somit, dass auf die Beschwerde insofern einzutre ten ist, als diese die Nichtanhandnahme des Strafverfahrens hinsichtlich der Tatbestände der üblen Nachrede sowie der Verleumdung betrifft. Im Übrigen ist auf die Beschwerde – entsprechend den vorstehenden Ausführungen – nicht einzutreten. 2. Materielles 2.1 Die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, stützt ihre Nichtanhandnahmeverfügung vom 23. Januar 2018 auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO und führt zur Begründung aus, die Beschuldigte habe mit E -Mail vom 5. Juni 2017 an die Kindes - und Er- wachsenenschutzbehörde (KESB) Leimental sowie an die KESB Birstal eine Gefährdungsme l- dung hinsichtlich des Kontakts des Beschwerdeführers mit ihrem Sohn eingereicht und den E r- lass eines diesbezüglichen Kontaktverbots gegenüber dem Besc hwerdeführer begehrt. Der Beschwerdeführer erachte die Gefährdungsmeldung als an ihn gerichteten Vorwurf eines une h- renhaften Verhaltens. Allerdings sei der Beschwerdeführer wegen mehrfacher sexueller Han d- lungen mit Kindern, unter anderem mit dem Sohn des e hemaligen Partners der Beschuldigten, verurteilt worden. Angesichts dieses Umstands habe die Beschuldigte über ernsthafte Gründe verfügt, davon auszugehen, dass ihr minderjähriges Kind durch die erneute Kontaktaufnahme des Beschwerdeführers in Gefahr gerat en könnte. Die Gefährdungsmeldung stelle daher kein strafbares Verhalten dar. 2.2 Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 27. Januar 2018 vor, die Beschuldigte versuche mittels Unwahrheiten seine Ehre zu verletzen. Namentlich stelle die Gefährdungsmeldung eine Ehrverletzung dar. Ausserdem habe er eine langjähre Freiheit s- strafe verbüsst und sich in der Therapie mit seinen Taten auseinandergesetzt. Die Annahme, von ihm gehe nach wie vor eine Gefahr aus, sei daher ehrverletzend. 2.3 Die Staatsanwaltschaft führt mit Stellungnahme vom 12. Februar 2018 aus, die B e- schuldigte behaupte in ihrer Gefährdungsmeldung kein strafbares Verhalten des Beschuldigten, sondern äussere lediglich ihre Besorgnis über den bestehenden Kontakt zwischen dem B e- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer und ihrem Sohn. Überdies begehre sie den Erlass eines diesbezüglichen Ko n- taktverbots. Da die Beschuldigte keine konkreten ehrrührigen Vorwürfe gegenüber dem B e- schwerdeführer erhoben habe, liege offensichtlich weder eine üble Nachrede noch ein e Ve r- leumdung vor. 2.4 Mit Stellungnahme datiert vom 8. Februar 2018, der Schweizerischen Post zu Handen des Kantonsgerichts Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht, übergeben am 14. Februar 2018, legt die Beschuldigte ihrerseits dar, sie wolle ihr Kind s chützen, ohne dabei die Ehre von j e- mandem zu verletzen. Da sie ihr Kind als gefährdet erachtet habe, habe sie in Ausübung ihrer elterlichen Pflichten bei der KESB die Gefährdungsmeldung eingereicht. Im Übrigen bestehe gegenüber dem Beschwerdeführer ein ziv ilrechtliches Annäherungs - und Kontaktverbot hi n- sichtlich ihres Sohnes. 2.5 Vorliegend ist die Rechtmässigkeit der Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, vom 23. Januar 2018 zu prüfen. Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (lit. a), Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c). Eine Nichtanhandnahmeverfügung hat zu ergehen, wenn die Staatsanwaltschaft allein aufgrund der Ermittlungsergebnisse oder der St rafanzeige die Untersuchung nicht eröffnet, da die Führung eines Verfahrens geradezu aussichtslos erscheint. Mithin kommt die Nichtanhan d- nahme nur in Frage, wenn keine Untersuchungshandlungen vorgenommen werden. Dabei ist der Grundsatz "in dubio pro durior e" zu beachten, wonach eine Nichtanhandnahme von der Staatsanwaltschaft nur ausgesprochen werden darf, wenn es eindeutig klar erscheint, dass der Sachverhalt nicht strafbar ist oder nicht bestraft werden kann ( ESTHER OMLIN, Basler Kommen- tar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 310 N 6 ff.; NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Ko m- mentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 310 N 1; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 310 N 2; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Handbuch des schweizeri- schen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, N 1231). 2.6 Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO verlangt, dass der Verzicht auf die Verfahrenseröffnung nur dann erfolgt, wenn die fraglichen Straftatbestände eindeutig nicht erfüllt sind. Die Situation muss sich demnach so präs entieren, dass gar nie ein Verdacht hätte angenommen werden dürfen oder der Anfangsverdacht vollständig entkräftet worden ist. Mithin darf die Nichtanhan d- nahme nur verfügt werden, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt. Dies kann beispielsweise bei rein zivilrechtlichen Streitigkeiten der Fall sein. Bei blossen Zweifeln, ob ein Straftatbestand vorliegt oder ob der Nachweis strafbaren Verhaltens gelingen wird, darf keine Nichtanhandnahme erfolgen, sondern ist die Untersuchung zu eröffnen oder der Tatverdacht durch eigene oder polizeiliche Ermittlu n- gen abzuklären (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 310 N 4 f.; ESTHER OMLIN, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht a.a.O., Art. 310 N 9; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 310 N 3). 2.7 Zu prüfen ist, ob die Staatsanwaltschaft zu Recht davon ausging, sowohl der Strafta t- bestand der üblen Nachrede als auch jener der Verleumdung seien offensichtlich nicht erfüllt. Gemäss Art. 173 Ziff. 1 StGB macht sich der üblen Nachrede strafbar, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdächtigt (Abs. 1), oder wer eine solche Beschuldigung od er Verdächtigung weiterverbreitet (Abs. 2). Beweist der Beschuldigte, dass die von ihm vorg e- brachte oder weiterverbreitete Äusserung der Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für wahr zu halten, so ist er nicht stra fbar (Art. 173 Ziff. 3 StGB). Des Weiteren begeht eine Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 StGB, wer jeman- den wider besseres Wissen bei einem anderen eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, b eschuldigt oder verdächtigt (Abs. 1). Ausserdem macht sich strafbar, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung wider be s- seres Wissen verbreitet (Abs. 2). Voraussetzung ist das Vorliegen eines Ehreingriffs, d.h. der Vorwurf eines unehrenhaften Verha ltens. Der strafrechtliche Schutz von Art. 173 Ziff. 1 StGB sowie Art. 174 Ziff. 1 StGB beschränkt sich auf den menschlich -sittlichen Bereich. Die Besti m- mungen schützen somit den Ruf, ein ehrbarer Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, wie nach allgemei ner Anschauung ein charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (sittliche Ehr e bzw. ethische Integrität). Die Tatbestände erfüllen danach nur Behauptungen sittlich vorwerfbaren, unehrenhaften Verhaltens. Äusserungen, die geeignet sind, jemand en in anderer Hinsicht, z.B. als Geschäfts - oder Berufsmann, als Politiker oder Künstler in seiner g e- sellschaftlichen Geltung oder sozialen Funktion herabzusetzen (gesellschaftliche oder soziale Ehre), sind demgegenüber nicht ehrverletzend, solange die Kri tik an den strafrechtlich nicht geschützten Seiten des Ansehens jedenfalls nicht zugleich die Geltung als ehrbarer Mensch trifft. Für die Frage, ob die Äusserung ehrenrührig ist, ist massgeblich, welcher Sinn ihr ein u n- befangener Adressat unter den konkret en Umständen beilegt. Unerheblich ist, ob der Dritte die Beschuldigung oder Verdächtigung für wahr hält oder nicht. Die sittliche Ehre ist namentlich tangiert beim Vorwurf, vorsätzlich eine strafbare Handlung begangen zu haben (BGer 6B_1058/2009 vom 15. März 2010, E. 3.2; Pra 2007 Nr. 73 S. 481 ff., E. 2). 2.8 In casu wendete sich die Beschuldigte mit E -Mail vom 5. Juni 2017 an die KESB Le i- mental sowie die KESB Birstal und begehrte den Erlass eines Kontaktverbots gegenüber dem Beschwerdeführer betreffend ihren Sohn. Zur Begründung machte die Beschuldigte im Wesent- lichen geltend, ihr ehemaliger Lebenspartner, C.____, pflege seit vielen Jahren eine enge Freundschaft mit dem Beschwerdeführer. Im Mai 2017 sei der Beschwerdeführer aus der Haft entlassen worden, nachdem dieser aufgrund einer Verurteilung unter anderem wegen mehrf a- cher sexueller Handlungen mit Kindern zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Ihr ehema- liger Lebenspartner habe ihr versprochen, dass es zwischen dem Beschwerdeführer und ihrem Sohn keinen Kontakt geben werden. Dessen ungeachtet habe sie von ihrem Sohn erfahren, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass es nur wenige Tage nach der Haftentlassung des Beschwerdeführers zweimal zu Konta k- ten zwischen dem Sohn und dem Beschwerdeführer gekommen sei. Überdies habe C.____ dem gemeinsamen Sohn offenbar die Anweisung erteilt, den Kontakt mit dem Beschwerdefü h- rer gegenüber der Beschuldigten nicht zu erwähnen. Sie gehe aufgrund dieser Umstände d a- von aus, dass ihr früherer Lebenspartner weder in der Lage noch willens sei, den gemeinsamen Sohn zu schützen. 2.9 Die vorgenannten Darlegungen der Beschuldigten erweisen sich durchwegs als obje k- tiv und sachlich zutreffend. Mithin verweist die Beschuldigte in erster Linie auf die von ihr erle b- ten Gegebenheiten, welche sie zur E-Mail an die beiden KESB veranlasst haben. Dabei hält sie explizit fest, von welchen Umständen sie bloss vom Hören sagen durch ihren Sohn Kenntnis erhalten hat. Sodann entsprechen ihre Erläuterungen bezüglich der Verurteilung des B e- schwerdeführers unter anderem wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern den Ta t- sachen, wobei die entsprechenden Ausführungen der Beschuldigten im Zusammenhang mit der Gefährdungsmeldung klarerweise sachlich begründet sind. Mithin kann keine Rede davon sei, dass die Beschuldigte mit der Gefährdungsmeldung den Beschwerdeführer zu diffamieren ve r- suchte. Vielmehr ist zu konstatieren, dass die Beschuldigte mit den vorgenannten Mitteilungen an die KESB Leimental und Birstal bloss ihren elterlichen Pflichten gegenüber ihrem Sohn nachgekommen ist. Mithin ist es im Zusammenhang mit dem vorliegenden Sachverhalt unu m- gänglich, dass die Beschuldigte die Verurteilung des Beschwerdeführers im Rahmen der G e- fährdungsmeldung thematisiert. Die Beschuldigte ist bei ihren Schilderungen jedoch durchwegs sachlich geblieben und hat keine übertriebenen oder künstlich aufbauschenden Darlegungen getätigt. Insbesondere hat sie gegenüber dem Beschwerdeführer keinen Vorwurf geäussert, welcher nicht auf einem tatsächlichen Geschehen basiert. Folglich sind in casu s owohl der Tat- bestand der Verleumdung als auch jener der üblen Nachrede eindeutig nicht erfüllt, weshalb die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren zu Recht nicht anhand genommen hat. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen. 3. Kosten 3.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfa h- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch jene Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens sind die Verfahrenskosten des Kantonsgerichts in der Höhe von Fr. 800.--, beste- hend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 750.-- (§ 13 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren der Gerichte, GebT, SGS 170.31) sowie Auslagen vo n Fr. 50.--, dem unterliegenden B e- schwerdeführer aufzuerlegen. 3.2 Schliesslich ist der Antrag des Beschwerdeführers zu prüfen, es sei ihm die unentgel t- liche Prozessführung sowie die anwaltliche Verbeiständung zu gewähren. Gemäss Art. 136 Abs. 1 StPO gew ährt die Verfahrensleitung der Privatklägerschaft für die Durchsetzung ihrer Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilansprüche ganz oder teilweise die unentgeltliche Rechtspflege, wenn die Privatklägerschaft nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und die Zivilklage nicht auss ichtslos erscheint (lit. b). Im Weiteren setzt die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands voraus, dass dieser zur Wahrung der Rechte der Privatklägerschaft notwendig ist (Art. 136 Abs. 2 lit. c StPO) und das Rechtsmittel nicht aussichtslos ersche int (BGer 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, E. 2.3.2; 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012, E. 7.1 f.; BGer 1B_332/2012 vom 15. August 2012, E 2.2 ff.; NIKLAUS RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 132 N 10). Als au s- sichtslos sind Prozessbegehren anz usehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich g e- ringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kö n- nen. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Ve r- lustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massg e- bend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Re ch- nung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Bei schwerwiegenden Eingriffen in die Rechte von Beschwerdeführenden ist die Aussichtsl o- sigkeit zwar nur mit grosser Zurückhaltung anzunehmen. Auch in Haftprü fungsfällen besteht jedoch kein bedingungsloser Anspruch auf kostenlose Beschwerdeführung und Rechtsverbe i- ständung (vgl. BGE 129 I 129, E. 2.3.1, mit zahlreichen Hinweisen). 3.3 Vorliegend führte die Staatsanwaltschaft in ihrer Nichtanhandnahmeverfügung v om 23. Januar 2018 in Bezug auf den vom damaligen Anzeigesteller und heutigen Beschwerdefüh- rer angeführten angeblich strafbaren Sachverhalt ausführlich aus, weshalb dieser die fraglichen Straftatbestände ein deutig nicht erfülle . Der Beschwerdeführer seinerseits beschränkt sich in seiner Beschwerde jedoch auf Argumente, welche die Staatsanwaltschaft in ihrer Nichtanhan d- nahmeverfügung bereits eingehend geprüft hat. Dies berücksichtigend waren die Gewinnau s- sichten des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der B eschwerdeerhebung offensichtlich beträch t- lich geringer als die Verlustgefahren, weswegen die vorliegende Beschwerde gegen die Nich t- anhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Strafbefehle, vom 23. Januar 2018 als von vornhe rein aussichtslos zu bezeichnen ist, was zur Abweisung des Antrags des Beschwerdeführers hinsichtlich der Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege und Verbeiständung führen muss. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Der Antrag des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege und Verbeiständung wird zufolge Aussichtslosi g- keit abgewiesen. 3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von Fr. 800.--, beinhaltend eine Gebühr von Fr. 750.-- sowie Auslagen von Fr. 50.--, werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Dominik Haffter