Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. Juli 2020 (810 19 357) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Erziehungsbeistandschaft / Verhältnismässigkeit der Massnahme Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Stefan Schulthess, Daniel Häring, Daniel Ivanov, Claude Jeanneret , Gerichtsschreiberin Yaël Heymann Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Anpassung der Beistandschaft / Wechsel der Beist andsperson / Ertei- lung von Weisungen / Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 19. November 2019) A. C.____ (geb. 2008) ist das gemeinsame Kind der un verheirateten Eltern A.____ und des am 9. Februar 2019 verstorbenen D.____. Mit Entschei d der Kindes- und Erwachsenen- schutzbehörde E.____ vom 30. Juni 2014 wurde das Besuchsr echt für C.____ und den nicht obhutsberechtigten Kindsvater geregelt und eine Erziehu ngsbeiständin gemäss Art. 308 Abs. 1 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. De zember 1907 ernannt, welche insbesondere den Auftrag erhielt, die Kindseltern mit Rat und Tat zu unterstützen, das Besuchs- recht zu organisieren und zu überwachen sowie bei Konfl ikten zu vermitteln. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E.____ vom 24. Augu st 2015 wurde auf Antrag des Kindsvaters auf Wechsel der Beistandsperson F.____ als neuer Beistand ernannt. Aufgrund des Wohnsitzwechsels der obhutsberechtigten Kindsmutter übernahm die Kindes- und Erwach- senenschutzbehörde B.____ (KESB) mit Entscheid vom 7. No vember 2017 die Weiterführung der kindsschutzrechtlichen Massnahme. B. Mit Schreiben vom 16. Februar 2018 beantragte di e Kindsmutter einen Wechsel der Beistandsperson, da sie mit der Zusammenarbeit nicht mehr einverstanden sei. Nachdem die KESB die Verfahrensbeteiligten zum Antrag persönlich anhörte und mit dem für C.____ zustän- digen Schulsozialarbeiter Rücksprache nahm, wies sie mit En tscheid vom 9. Juli 2018 bzw. Rektifikat vom 18. Juli 2018 die Kindseltern nach Art. 307 Abs. 3 ZGB vorsorglich an, umge- hend mit der Beratungsstelle G.____ zwecks Aufgleisung e iner angeordneten Beratung, Kon- takt aufzunehmen und eine angeordnete Beratung wahrzu nehmen. Ziel der Beratung solle ins- besondere die Erarbeitung einer adäquaten Gesprächskultur untereinander und die Erarbeitung eines Konfliktmanagements sein. Gleichzeitig wurde das Verfahren betreffend den Wechsel der Beistandsperson bis zur Beendigung der angeordneten Ber atung sistiert. Die gegen den Ent- scheid vom 9. Juli 2018 erhobene Beschwerde der Kindsmut ter wurde mit Urteil des Kantons- gerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), vom 29. August 2018 abgewiesen. C. Mit Schreiben vom 14. November 2018 informierte B eratungsstelle G.____ die KESB über den Abbruch der angeordneten Beratung der Kindseltern und teilte im Sinne einer Gefähr- dungsmeldung mit, dass dringend weitere Schritte ange zeigt seien und eine ernsthafte Gefahr von Entwicklungs- und Verhaltensproblemen bei C.____ be stehe. Mit Schreiben vom 3. De- zember 2018 reichte der Beistand seinerseits eine Gefährdungsmeldung bei der KESB ein, wo- rauf diese mit Verfügung vom 5. Dezember 2018 ein Ver fahren zur Prüfung von Kindesschutz- massnahmen eröffnete. D. Mit Entscheid vom 31. Januar 2019, welcher aufgrund des Versterbens des Kindsva- ters am 9. Februar 2019 mit Entscheid vom 22. Februar 2019 angepasst wurde, beauftragte die KESB die Praxis H.____, eine psychiatrische Begutachtung von C.____ und, soweit die Kinder- belange betreffend, auch der Kindsmutter zu erstellen. E. Mit Eingabe vom 5. August 2019 reichte die Kindsm utter ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ein. F. Das Gutachten der Praxis H.____, datiert vom 12. Jun i 2019, wurde am 16. August 2019 der Kindsmutter mündlich eröffnet. Mit Schreiben der KESB vom 29. August 2019 wurde ihr das weitere Vorgehen und den beabsichtigten Entsch eid mitgeteilt, worauf die Kindsmutter, vertreten durch Erik Wassmer, Advokat in Liestal, mit Schr eiben vom 27. September 2019 Stel- lung nahm. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Mit Entscheid vom 19. November 2019 verfügte die K ESB die Weiterführung der Er- ziehungsbeistandschaft für C.____ (Dispositiv-Ziff. 1). Di e Beistandschaft umfasst neu die fol- genden Aufgaben: (a) C.____und die Kindsmutter allge mein mit Rat und Tat zu unterstützen; (b) für C.____ eine psychotherapeutische Behandlung durch einen Therapeuten bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____, zu installieren, zu begleiten und zu überwachen und sich mit der Therapieperson und der Kindsmutter über di e Entwicklung von C.____ auszutau- schen; (c) Ansprechperson für die Schule von C.____ und a llfällige weitere involvierte Fachper- sonen zu sein und nötigenfalls als Koordinations- und Vermittlungsperson zwischen diesen und der Kindsmutter mitzuwirken; (d) bei Bedarf Entlastung smöglichkeiten, zum Beispiel eine Ent- lastungsfamilie, zu organisieren und um deren Finanzie rung besorgt zu sein (Dispositiv-Ziff. 1.1). Als neuer Beistand wurde I.____, Sozialarbeiter KESB, ernannt (Dispositiv-Ziff. 1.2). Die Kindsmutter wurde gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB ange wiesen, (a) in Zusammenarbeit mit dem Beistand darum besorgt zu sein, dass C.____ die psycho therapeutische Behandlung bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____, wa hrnimmt; sowie (b) die Therapiestelle von der Schweigepflicht zu entbinden, sodass sie sich mit d em Beistand über die Umsetzung der psychotherapeutischen Behandlung sowie über die En twicklung von C.____ austauschen kann (Dispositiv-Ziff. 2), wobei im Einverständnis mit de r KESB auch eine andere Therapieper- son oder Therapiestelle gewählt werden könne (Dispositi v-Ziff. 3). Der Beistand wurde ange- wiesen, der Therapieperson das Gutachten vom 12. Juni 2019 vorzulegen (Dispositiv-Ziff. 3.1). Ferner sei der KESB bis spätestens am 20. Januar 2020 die Anmeldebestätigung von C.____ bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____ , oder einer anderen im Einverständnis mit der KESB gewählten Therapieperson inklusive Bekann tgabe des ersten Therapiesitzungs- termins zu unterbreiten (Dispositiv-Ziff. 3.2). In verfa hrensrechtlicher Hinsicht wurde einer allfäl- ligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen (D ispositiv-Ziff. 4). Verfahrenskosten wurden keine erhoben (Dispositiv-Ziff. 5) und das Gesuch u m unentgeltliche Verbeiständung der Kindsmutter wurde abgewiesen (Dispositiv-Ziff. 6). H. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, weiterhin ver treten durch Erik Wassmer, Advo- kat in Liestal, mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 Beschw erde beim Kantonsgericht. Sie be- antragte, es sei die für C.____ geführte Erziehungsbeist andschaft aufzuheben (Ziff. 1) und die Beschwerdeführerin bei ihrer Bereitschaft zu behaften, (a) um die Wahrnehmung der psycho- therapeutischen Behandlung von C.____ bei der Kinder - und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____, besorgt zu sein; (b) die Therapiestelle von der Schweigepflicht gegenüber der KESB zu entbinden, damit sich die KESB über den Verlauf der psychotherapeutischen Behandlung orien- tieren könne und die Therapiestelle diese orientieren dürfe; sowie (c) die KESB auf Wunsch der Therapiestelle von der Schweigepflicht zu entbinden, da mit diese das Gutachten vom 12. Juni 2020 (recte 12. Juni 2019) einsehen könne (Ziff. 2). Zudem sei die Beschwerdeführerin bei ihrer Bereitschaft zu behaften, der KESB bis spätestens 20. J anuar 2020 die Anmeldebestätigung bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____ , oder einer anderen im Einverständnis mit der KESB gewählten Therapieperson inklusive Bekannt gabe des ersten Therapietermins vorzulegen (Ziff. 3). Weiter sei der Beschwerdeführerin für das erstinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren und die S ache zur Festsetzung der Entschädigung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 6), alles unter o/e-Kostenfolge, wobei der Beschwerde- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin auch für das Verfahren vor dem Kantonsgericht die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu bewilligen sei (Ziff. 7). In verfah rensrechtlicher Hinsicht beantragte die Be- schwerdeführerin die superprovisorische Wiederherstellung d er aufschiebenden Wirkung (Ziff. 4). I. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 27. Dezember 2 019 wurde der Verfahrensan- trag der Beschwerdeführerin auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung superproviso- risch abgewiesen. J. Mit Eingabe vom 17. Januar 2020 reichte die Beschwe rdeführerin das Formular «Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege» inklusive Belege ein. K. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2020 bean tragte die KESB die vollumfängli- che Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. L. Mit Verfügung vom 12. Februar 2020 wurde der Besch werdeführerin für das vorliegen- de Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. M. Am 18. März 2020 reichte die Beschwerdeführerin ei ne Replik zur Vernehmlassung der KESB vom 17. Januar 2020 ein und beantragte, es sei bei der Kinder- und Jugendpsychiat- rie, Poliklinik K.____, ein Verlaufsbericht zur Therapi e und zum aktuellen Befinden von C.____ einzuholen. N. Mit Verfügung vom 6. Mai 2020 wurde der Fall de r Kammer zur Beurteilung überwie- sen und die Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K._ ___, ersucht, einen Behandlungs- und Verlaufsbericht betreffend C.____ einzureichen. O. Am 29. Mai 2020 reichte die Kinder- und Jugendpsych iatrie, Poliklinik K.____, den Be- handlungs- und Verlaufsbericht ein. P. Mit Eingabe vom 4. Juni 2020 reichte der Rechtsvert reter der Beschwerdeführerin sei- ne Honorarnote ein. Zusätzlich nahm die Beschwerdeführ erin zum Behandlungs- und Verlaufs- bericht vom 29. Mai 2020 Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kin- desschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erho ben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgese tzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Ver- waltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Per- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sonen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteili gt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Per- son nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschüt ztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Als direkte Verfahrensbeteiligte und Kindsmutter von C.____ ist die Beschwerdeführerin zur Besch werdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Weiterführung der bestehenden Erziehungsbeistandschaft mit dem neu ernannten Beistand sowie die Verweigerung der unent- geltlichen Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahre n. Nicht bestritten und folglich nicht Streitgegenstand ist die Anordnung der psychotherapeutischen Behandlung von C.____. 4.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht di e Weiterführung der bestehenden Erziehungsbeistandschaft angeordnet hat. 4.2.1 Gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB ist die KESB dazu ve rpflichtet, bei einer Gefährdung des Kindeswohls die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Kin des zu ergreifen, wenn die El- tern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu au sserstande sind. Der Begriff des Kindes- wohls entzieht sich einer genauen Definition, vielmehr sind zu dessen Beurteilung sämtliche Umstände im Einzelfall zu beachten. Unter Gefährdung wi rd im Allgemeinen die objektiv fass- bare Gefahr einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohls verstan- den. Diese muss – wenn auch regelmässig prognostische Elem ente miteinzubeziehen sind – einigermassen konkret sein (Y VO BIDERBOST , in: Peter Breitschmid/Alexandra Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Fa milienrecht inkl. Partnerschafts- gesetz, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 9 zu Art. 307). Vorausgesetzt ist ferner eine Gefähr- dung des Kindeswohls von bestimmter Erheblichkeit. 4.2.2 Im Allgemeinen bezwecken die Kindesschutzmassnahme n also die Abwendung einer Gefährdung des Kindeswohls (C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, N 27.09). Sie müssen zur Erreichung dieses Ziels e rforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzu ordnen (Proportionalität); diese sollen elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergä nzen (Komplementarität, vgl. Art. 389 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB, s. zum Ganzen HEGNAUER , a.a.O., Rz. 27.10 ff.; Urteil des Bundesgerichts 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1). 4.2.3 Besteht ein generelles Bedürfnis nach begleiten der Hilfe und berücksichtigt die Massnahme alle Aspekte der Verhältnismässigkeit (B IDERBOST , a.a.O., N 3 zu Art. 308), er- nennt die KESB dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 Z GB einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Die Beistandschaft zielt auf aktives, auto- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ritatives und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehu ngsarbeit der Eltern und das Gebaren des Kindes ab (P ETER BREITSCHMID , in: Thomas Geiser/Christiana Fountoulakis [Hrsg.], Basl er Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 6. Aufl., Basel 2018, N 2 zu Art. 308). Wird bei der Erfüllung einer Einzelaufgabe ein besonderer Schwächezustand festg estellt, überträgt die KESB dem Beistand im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zudem besond ere Befugnisse (BIDERBOST , a.a.O., N 5 zu Art. 308). 4.2.4 Die Erziehungsbeistandschaft soll durch Kontakt m it Eltern und Kind erzieherische Missstände abbauen. Dem Beistand stehen dafür Instrumente wie Vermittlung, Anleitung oder Weisung gegenüber den Eltern, dem Kind und Dritten zur Verfügung, wobei alle Beteiligten zur Zusammenarbeit mit dem Beistand verpflichtet sind. Das el terliche oder familiäre Umfeld bleibt erhalten, soll aber durch stete persönliche Kontakte beo bachtet werden. Der Beistand ist Ver- trauens- und Ansprechperson aller Betroffenen und soll zum Kind eine tragfähige Beziehung aufbauen (BREITSCHMID , a.a.O., N 4 zu Art. 308). 4.3.1 Die KESB führte in ihrer Begründung des ange fochtenen Entscheids zusammenfas- send aus, dass die Situation von C.____ nach wie vor ä usserst schwierig und die erfolgreiche Bewältigung seiner Entwicklungsaufgaben ernsthaft gefähr det sei, was dem Gutachten vom 12. Juni 2019 entnommen werden könne. Gemäss den guta chterlichen Feststellungen zeige sich die psychische Belastung von C.____ im Schulkontext und scheine sich in Anbetracht der erneuten Meldungen von der Schule zu bestätigen. Auch we rde die Schulmotivation von C.____ als schwankend erachtet und müsse im Auge behalt en werden. Zudem werde festge- stellt, dass die fortbestehende Loyalität zur Kindsmutter den Trauerprozess um den verstorbe- nen Kindsvater behindere und symbiotische und parentifizie rende Aspekte in der Mutter-Sohn- Beziehung bestehen würden. Aufgrund dieser anspruchsvoll en Ausgangslage und in Anbe- tracht der gutachterlich festgestellten erhöhten Erziehun gsanforderungen bei C.____ gegen- über den eingeschränkten mütterlichen Erziehungskompeten zen, seien ambulante Kindes- schutzmassnahmen offensichtlich notwendig. Zur dringlichen Linderung der psychischen Nöte von C.____, der Verhinderung einer weitergehenden Ge fährdung sowie zur künftigen Gewähr- leistung und Überwachung des Kindswohls erscheine die U nterstützung durch eine aussenste- hende Beistandsperson unabdingbar, welche zudem – mit Blick auf den Unterstützungsbedarf seitens der Kindsmutter – den Zweck habe, die aktuell dr ingend notwendige Hilfestellung für C.____ in Form einer psychotherapeutischen Behandlung zu installieren und deren Durchfüh- rung zu überwachen und zu koordinieren. Die Beistandsp erson solle sich sodann mit der Kindsmutter und der Therapieperson über die Entwicklun g von C.____ austauschen, um über- haupt in der Lage zu sein, mit einem differenzierten Blick die Situation laufend zu evaluieren, entsprechend zu reagieren und Unterstützung anbieten zu können. Ferner sei es im Hinblick auf die angespannte Schulsituation wichtig, dass die Beistandsperson als Ansprechperson für die Schule und allfällige weitere involvierte Fachperso nen sowie nötigenfalls als Koordinations- und Vermittlungsperson zwischen diesen und der Kindsmutter mitwirken könne. 4.3.2 Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde auf den Stand- punkt, dass die Erziehungsbeistandschaft nicht mehr notwendi g sei. Zum einen sei diese in erster Linie errichtet worden, weil C.____ in einen L oyalitätskonflikt geraten sei, wobei aufgrund Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Versterbens des Kindsvaters am 9. Februar 2019 eine B eistandschaft zur Vermittlung bei Konfliktsituationen zwischen den Kindseltern sowie zur Org anisation des Besuchsrechts zwi- schen C.____ und dem Kindsvater nicht mehr benötigt werde. Zum anderen sei mit Verweis auf das Gutachten vom 12. Juni 2019 keine Kindswohlgefährdu ng zu sehen und im Übrigen könn- ten der Schulsozialarbeiter und die Kinder- und Jugen dpsychiatrie, Poliklinik K.____, allfällige Krisen zuverlässig auffangen, sofern die Mutter wider Erwarten dazu nicht in der Lage sein soll- te. Soweit überhaupt eine problematische, symbiotische Be ziehung zur Kindsmutter bestehe, könne diesem Aspekt über die psychologische Betreuung, welch e bereits eingerichtet sei, Rechnung getragen werden. Bei Problemen in der Schul e könne die Psychologin die Lehrper- sonen mit Empfehlungen unterstützen. Die Psychologin und der Schulsozialarbeiter seien näher als der Beistand "dran" und würden alle Bedürfnisse des Kindes abdecken. Die Lehrer würden zusammen mit der Kindsmutter als Frühwarnsystem fungiere n, während der Beistand höchs- tens administrative Hilfe mit grosser zeitlicher Verzöge rung leisten könne. Nicht ersichtlich sei deshalb, welchen Zusatznutzen eine Beistandschaft ne ben der direkten und persönlichen Be- treuung des Kindes durch den Schulsozialarbeiter und di e Kinder- und Jugendpsychiatrie noch bewirken könnte. Zudem sei im angefochtenen Entscheid unberücksichtigt geblieben, dass sich die Situation in der Schule längst wieder massiv verbes sert habe. Allenfalls sei nur für die Zu- kunft – entsprechend der gutachterlichen Empfehlung – an die Möglichkeit einer Entlastungs- familie zu denken. 4.3.3 In ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2020 füh rt die Vorinstanz zusammenfassend aus, dass aus dem Gutachten vom 12. Juni 2019 klar hervorge he, dass ein "Misfit" zwischen den Erziehungsanforderungen von C.____ und der Erziehu ngsfähigkeit der Kindsmutter beste- he. Die Gefährdungslage manifestiere sich auch in der sc hulischen Situation, welche seit Juni 2018 immer wieder angespannt sei. Die schulischen Schw ierigkeiten seien anfangs Schuljahr 2019 erneut in den Vordergrund getreten, was sich dadurch zeige, dass sich die Schule bis Ok- tober 2019 wiederholt an die KESB gewandt und grosse Besorgnis über das Befinden von C.____ geäussert habe. Aus den Kontaktaufnahmen der Sch ule mit der KESB werde deutlich, dass es der Schule alleine in Zusammenarbeit mit dem S chulsozialarbeiter, den Lehrpersonen und der Beschwerdeführerin nicht möglich sei, Krisen i n zufriedenstellender, nachhaltiger Form zu bewältigen und sich gerade in Krisensituationen die Zusammenarbeit mit der Beschwerde- führerin teils sehr schwierig gestalteten würde. Die S chule sei in der Krisenbewältigung bereits an ihre Grenzen gestossen. Zudem habe sich der Schulsozialar beiter mit Telefonat vom 6. Ja- nuar 2020 an den Beistand gewendet und um Teilnahme an einem Gespräch zusammen mit der Beschwerdeführerin und dem Klassenlehrer ersucht. D araus folge, dass die Hilfestellung durch eine aussenstehende Fachperson ganz aktuell sei, welche im schulischen Bereich hinzu- gezogen werden könne. Dies umso mehr, als mit weiteren grösseren Krisen – nicht zuletzt auch im Hinblick auf den Eintritt der Pubertät bei C.____ – gerechnet werden müsse. Ferner sei da- von auszugehen, dass die psychotherapeutische Behandlung oh ne die behördliche Unterstüt- zung gar nicht erst angefangen worden wäre, da die Besch werdeführerin diesbezüglich zu- nächst keine Einsicht gezeigt habe und schliesslich nicht geeignete oder zeitlich nicht verfügba- re Therapeuten vorgeschlagen habe. Die Erfahrungen mi t der Beschwerdeführerin würden zei- gen, dass auch die Durchführung und der Verlauf der p sychotherapeutischen Behandlung durch eine aussenstehende Fachperson begleitet und überwacht werden müssten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.4 In ihrer Replik vom 18. März 2020 bringt die Be schwerdeführerin zusammenfassend vor, dass sie die psychotherapeutische Behandlung von C.__ __ bereits vor Einreichung der Beschwerde eingerichtet habe. Es sei nicht einzusehen, we lchen Beitrag der Beistand leisten könnte, zumal dieser mit C.___ maximal eine Besprechung pro Quartal führe. Zudem ergebe sich aus dem Gutachten vom 12. Juni 2019, welches bereit s schon älter und von der Entwick- lung überholt sei, keine Notwendigkeit für die Beistan dschaft. In der von der KESB als Ver- nehmlassungsbeilage eingereichten Aktennotiz des Beistands vom 6. Januar 2020 bestätige dieser, dass C.____ aus der Sicht des Schulsozialarbeiter s einen zufriedenen Eindruck mache. Weiter sei für C.____ eine sozialpädagogische Unterstütz ung errichtet worden, wodurch eine weitere Fachperson involviert sei. 4.4 Den Akten ist zu entnehmen, dass C.____ bereits sei t mindestens Juni 2018 schuli- sche Schwierigkeiten hat (vgl. Aktennotiz der KESB vom 20 . Juni 2018). Gemäss der Gefähr- dungsmeldung des Beistands vom 3. Dezember 2018 zeige sich dies insbesondere durch die Schulverweigerung von C.____, welcher jeweils am Montag die Schule nur teilweise besuche. Weiter erhellt, dass die schulischen Schwierigkeiten auch anfangs Schuljahr 2019/2020 wieder aktuell wurden. So habe gemäss Aktennotiz der KESB vom 11. September 2019 die Schulleite- rin der Primarschule bei der KESB persönlich vorgesproch en und erklärt, dass die Situation mit C.____ in der Schule sehr schwierig sei und er depressiv wi rke. Mit Telefonat vom 24. Septem- ber 2019 habe sich die Schulleiterin erneut an die KE SB gewandt und über den äusserst be- sorgniserregenden Zustand von C.____ berichtet. Die Sch ulverweigerung sei seit Schuljahres- beginn ein Thema und nehme immer mehr zu. Ihr mache d er Zustand von C.____ grosse Sor- gen, welcher geäussert habe, dass ihm alles egal sei, er keine Lust mehr habe und er von ihm aus auch unter der Brücke schlafen könnte (vgl. Aktennoti z der KESB vom 24. September 2019). Im Gutachten vom 12. Juni 2019, welches die Vo rinstanz aufgrund verschiedener Ge- fährdungsmeldungen im Zusammenhang mit der Konfliktsituation zwischen den Kindseltern und der teilweisen Schulverweigerung von C.____ in Auftrag gegeben hat, wird zudem festgehalten, dass die Schulmotivation und der Schulabsentismus gute Gradmesser für C.____'s Befindlich- keit seien, da psychische Belastungszeichen bei ihm oft im Schulkontext sichtbar würden (vgl. Gutachten vom 12. Juni 2019, S. 43). Zudem wird festge stellt, dass C.____ durch die jahrelan- gen Loyalitätskonflikte psychisch verunsichert und belastet w orden sei, was sich phasenweise im Sinne einer Anpassungsstörung inklusive Schulabsentismu s gezeigt habe. Durch den Tod seines Vaters habe sich die Konfliktsituation zwischen den Eltern zwar aufgelöst, doch behinde- re die fortbestehende Loyalität zu seiner Mutter de n Trauerprozess um seinen verstorbenen Vater (vgl. Gutachten vom 12. Juni 2019, S. 50). Im Weiteren bestehe zwischen der mittelgradig eingeschränkten mütterlichen Erziehungskompetenz und den leicht bis mittelgradig erhöhten Erziehungsanforderungen von C.____ ein "Misfit", der z umindest so hoch sei, dass ambulante Kindesschutzmassnahmen installiert werden müssten. Empfohlen werde zum einen die Fortfüh- rung der Erziehungsbeistandschaft, und zum anderen solle eine psychotherapeutische Behand- lung für C.____ installiert werden, insbesondere mit dem Ziel und Inhalt, ihn im Trauerprozess um seinen Vater zu unterstützen, die Ambivalenzfähigke it zu fördern und seine Sozial- und Au- tonomieentwicklung zu unterstützen. Zudem sei C.____'s S chulmotivation im Auge zu behalten und ein regelmässiger Schulbesuch sicherzustellen, weshalb diesbezüglich die Therapieperson Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit der Kindsmutter, der Schule und der Beistandsperso n zusammenarbeiten solle. Mit Hilfe dieser ambulanten Massnahmen könne ein Verbleib von C.__ __ in der Obhut der Kindsmutter verantwortet werden (vgl. Gutachten vom 12. Juni 2019, S. 52-53 und S. 55-56). Im Verlaufsbe- richt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.___ _, vom 6. Februar 2020 wird ferner festgehalten, dass C.____'s Stimmung teilweise gedrückt sei und er Ängste bezüglich der Ge- sundheit seiner Mutter habe. C.____ habe zu der aktuel len Lehrperson ein belastetes Verhält- nis, weshalb eine Empfehlung für einen Klassenwechsel an die Schulleitung abgegeben worden sei, damit C.____ im neuen Schuljahr mit einer neuen Lehrperson starten könne. Aufgrund der Abklärung und Behandlung werde eine weitere therapeu tische Begleitung empfohlen, um den Übergang zu begleiten und auftretende Belastungen auffangen zu können. 4.5.1 Die vorgehenden Auszüge aus den Akten lassen erkenne n, dass sich die schulische Situation von C.____ noch immer schwierig gestaltet. In Entsprechung zu den gutachterlichen Feststellungen zeigen die wiederholten Meldungen der Schulleiterin gegenüber der KESB vom 11. und 24. September 2019, dass sich die psychische Bela stung von C.____ insbesondere in der schulischen Situation manifestiert und dies noch im mer aktuell ist. Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde und Replik zwar vor, dass das Gutachten von der Entwicklung über- holt sei und sich die Situation in der Schule längst w ieder massiv verbessert habe. Sie verweist dabei auf die von der Vorinstanz vernehmlassungsweise eingereichte Aktennotiz des Beistands vom 6. Januar 2020, wonach C.____ aus der Sicht des Schulsozialarbeiters in der Schule einen zufriedenen Eindruck mache, er aber "nur" beim Schulstoff nicht mitmache. Damit ist jedoch nicht aufgezeigt, dass entgegen den dem Kantonsgericht jüngst bekannten Meldungen der Schule gegenüber der KESB die Schulverweigerung nicht mehr aktuell und überholt ist. Im Üb- rigen wird im Gutachten vom 12. Juni 2019 sehr wohl e ine Gefährdung von C.____'s Wohl an- genommen, welche sich aus seiner psychischen Belastung zusamm en mit dem gutachterlich festgestellten "Misfit" zwischen seinen Erziehungsanforderu ngen und der Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter ergebe. Gemäss dem Gutachten liege zwar keine deutliche Kindswohlgefähr- dung vor, welche eine ausserfamiliäre Unterbringung indizieren würde, doch wird im Gutachten festgehalten, dass der "Misfit" zumindest so stark ausgeprä gt sei, dass ambulante Kindes- schutzmassnahmen installiert werden müssten. Damit wird zumindest implizit von einer Gefähr- dungslage ausgegangen. Ohnehin wird das Vorliegen ei ner Kindswohlgefährdung nicht ernst- lich bestritten, zumal die deswegen angeordnete psychoth erapeutische Behandlung im vorlie- genden Beschwerdeverfahren nicht in Frage gestellt wi rd. Folglich ist entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin gestützt auf die nicht zu beanstanden den gutachterlichen Feststellungen und aufgrund der noch anhaltenden schulischen Schwierigke iten von C.____ auf eine Gefähr- dung seines Wohls zu schliessen. 4.5.2 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, der Beizug eines Beistands als weitere Fachper- son sei weder notwendig noch verhältnismässig, da der Schulsozialarbeiter und die Kinder- und Jugendpsychiatrie, Poliklinik K.____, allfällige Krisen zuverlässig auffangen könnten und die Lehrer zusammen mit der Beschwerdeführerin als Frühwarn systeme fungieren würden. Inzwi- schen sei zudem eine sozialpädagogische Unterstützung für C.____ errichtet worden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unbestritten ist, dass eine dringende Notwendigkeit fü r C.____ besteht, sich der psychothera- peutischen Behandlung zu unterziehen, um die notwendig e Unterstützung unter anderem im Trauerprozess und in seiner Sozial- und Autonomieentwi cklung zu erhalten. In diesem Zusam- menhang ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit klar gegen eine psychotherapeutische Behandlung von C.___ _ ausgesprochen hat und keine Einsicht in die Notwendigkeit der gutachterlich empfohl enen psychotherapeutischen Unterstüt- zung gezeigt hat. Gemäss dem Gesprächsprotokoll vom 16. August 2019 habe die Beschwer- deführerin anlässlich der mündlichen Eröffnung des Gut achtens erklärt, dass ihr Sohn aktuell kein Bedürfnis habe, das Geschehen zu verarbeiten und e r deshalb in Ruhe zu lassen sei, zu- mal die Psychotherapie unter diesen Umständen nur kon traproduktiv sei. Gemäss Aktennotiz vom 24. September 2019 habe sie zudem der Schulleiterin mitgeteilt, dass der Gutachter ange- geben habe, dass alles in Ordnung sei und C.____ nichts brauche. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführt, wurde eine geeignete therapeutische Behand lung für C.____ erst auf entsprechende Weisung der KESB hin installiert. Daran ändert auch d er Umstand nichts, dass die Beschwer- deführerin die Behandlung vor Einreichung der vorlieg enden Beschwerde selbst eingerichtet hat. Unter Berücksichtigung der dringenden Notwendigkei t der psychotherapeutischen Unter- stützung erscheint es insofern angezeigt, dass eine aussen stehende Fachperson darum be- sorgt ist, dass die nötige angeordnete Massnahme zur Verhinderung einer weiteren Gefährdung des Kindswohls in geeigneter Weise angegangen und um gesetzt wird und dass dieser folglich die Durchführung und der Verlauf der Behandlung beg leitet und überwacht. Zu berücksichtigen sind zudem die gutachterlichen Feststellungen betreffend die eingeschränkte Erziehungsfähig- keit der Beschwerdeführerin, wonach zwischen den Erziehung sanforderungen von C.____ und der Erziehungskompetenz der Beschwerdeführerin ein "Mi sfit" bestehe. Auch wird bei der Be- schwerdeführerin eine eingeschränkte Belastbarkeit festg estellt, welche sich insbesondere im Zusammenhang mit Zusatzaufgaben zeige (vgl. Gutachten vo m 12. Juni 2019, S. 47). Wie be- reits ausgeführt, scheinen die schulischen Schwierigkeiten von C.____ noch immer anzuhalten (siehe Erwägung 4.5.1). Der Vorinstanz ist darin beizupflichten, dass in Anbetracht der jüngsten Krisen in der Schule – und nicht zuletzt auch im Hinb lick auf den Eintritt der Pubertät bei C.____ – nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich die Situatio n noch weiter verschärfen wird. Die Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin zur Bewälti gung der schwierigen schulischen Si- tuation scheint sich jedoch aus Sicht der Schule teils nich t einfach zu gestalten (vgl. Aktennotiz vom 24. September 2019). Dass folglich von Seiten der S chule ein aktuelles Bedürfnis besteht, eine aussenstehende Fachperson zu involvieren und durch sie unterstützt zu werden, zeigt sich insbesondere durch den Umstand, dass sich die Schule wiede rholt an die KESB gewendet und gemäss Aktennotiz vom 6. Januar 2020 den Beistand aufgefo rdert hat, am Gespräch zusam- men mit der Kindsmutter teilzunehmen. Es besteht der An schein, dass die Beschwerdeführerin alleine nicht in der Lage ist, die Krisensituationen rasch und sachgerecht zu bewältigen. So wird auch im Gutachten festgehalten, dass es der Beschwerdeführ erin in der Vergangenheit pha- senweise nicht gelungen sei, C.____ zu einem regelmässige n Schulbesuch zu bewegen, was auf die moderate Grenzsetzungsfähigkeit zurückzuführen sei. Dies habe unter anderem zu ei- ner Phase von Schulabsentismus geführt (vgl. Gutachten vom 12. Juni 2019, S. 46). Vor die- sem Hintergrund scheint es nachvollziehbar, dass weiterhin eine Ansprechperson für die Mutter und die Schule zur Verfügung steht, um die Situation – unter anderem auch im Hinblick auf den Übergang in die neue Schulklasse – zu begleiten und be i Bedarf zu vermitteln. Bei dieser Aus- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gangslage liegen gesamthaft gesehen hinreichend konkre te Anhaltspunkte vor, die den Beizug eines Beistands als erforderlich ansehen lassen. Insbesondere ist auch die gutachterliche Emp- fehlung, die bestehende Beistandschaft fortzuführen, w omit zusammen mit der psychothera- peutischen Behandlung ein Verbleib von C.____ in der O bhut der Kindsmutter verantwortet werden könne, zu berücksichtigen, zumal das Gutachten in si ch schlüssig und nachvollziehbar ist. Es sind ferner keine Gründe ersichtlich, welche die F ortführung der Erziehungsbeistand- schaft als unverhältnismässig erscheinen lassen würden. Dass de r Beistand nach Angabe der Beschwerdeführerin nur alle drei Monate mit C.____ i m Kontakt trete, zeigt schliesslich auf, dass die angeordnete Beistandschaft auch vom Umfang her schonend ausgeübt wird und daher keinen unverhältnismässig schweren Eingriff in die persönli che Freiheit der Kindsmutter und C.____ darstellt. Unter Gesamtwürdigung der Umstände i st es im jetzigen Zeitpunkt zur Ver- meidung einer weiteren Gefährdung von C.____'s Wohl richtig und verhältnismässig, die beste- hende Beistandschaft aufrechtzuerhalten. Im Übrigen ist festzuhalten, dass es nicht zum Ver- antwortungsbereich des Schulsozialarbeiters und der The rapieperson gehört, im Hinblick auf die Krisenbewältigung die Entwicklung von C.____ sowohl im schulischen als auch ausserschu- lischen Kontext zu überwachen und zu evaluieren, sowie di e Durchführung der psychothera- peutischen Behandlung mit allfälligen Terminen von C.____ beim Schulsozialarbeiter zu koordi- nieren. Vielmehr ist es Aufgabe des Beistands, welcher a ls Vertrauens- und Ansprechperson die Betroffenen unterstützt und mittels den ihm zur Verfügung stehenden Instrumenten der kon- kreten Gefährdungslage begegnet, sich über den Verlauf der psychotherapeutischen Behand- lung zu orientieren, deren Durchführung zu überwachen sowie diese allenfalls mit den Terminen beim Schulsozialarbeiter zu koordinieren, welche gemäss gutachterlicher Empfehlung bei Über- lastung des Terminkalenders von C.____ zugunsten der p sychotherapeutischen Behandlung zurückgestellt werden könnten. 4.6 Nach dem Gesagten erweist sich die Fortführung de r Erziehungsbeistandschaft als sachgerecht, verhältnismässig und angemessen. Die Beschwerde i st demzufolge in diesem Punkt abzuweisen. 5.1 Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz der Beschwerde führerin zu Recht die unentgeltliche Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahren verweigert hat. 5.2 Gemäss § 69 Abs. 4 EG ZGB i.V.m. § 23 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensge- setzes des Kantons Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 ist einer Partei im Kindes- schutzverfahren der kostenlose Beizug eines Anwaltes zu gew ähren, wenn sie ihre Bedürftig- keit glaubhaft macht, ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos und der Beizug eines Anwalts zur Wahrung ihrer Rechte als notwendig erscheint. Das kantonale Verwaltungsverfah- rensrecht gewährt keinen weitergehenden Anspruch auf u nentgeltliche Verbeiständung als Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen E idgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999. Die Voraussetzungen, die gemäss bundesge richtlicher Rechtsprechung für die Bejahung eines verfassungsmässigen Anspruches auf unentge ltliche Verbeiständung erfüllt sein müssen, stimmen somit inhaltlich mit denjenigen überein, die der kantonale Gesetzgeber in § 23 Abs. 2 VwVG BL normiert hat (KGE VV vom 29. Jun i 2016 [810 15 122] E. 10.1; KGE VV vom 2. März 2016 [810 15 270] E. 1.4). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Die Vorinstanz sieht die Bedürftigkeit der Beschwer deführerin in ihrem Entscheid vom 19. November 2019 als gegeben an, sie verneint hingeg en das Vorliegen einer sachlichen Not- wendigkeit zum Beizug eines Anwalts. 5.4. Die sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Ve rbeiständung beurteilt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles. Die Rechtsnat ur des Verfahrens ist dabei ohne Be- lang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Verbeistä ndung für jedes staatliche Verfahren in Be- tracht, in das der Gesuchsteller einbezogen wird oder d as zur Wahrung seiner Rechte notwen- dig ist (Urteil des Bundesgerichts 5P.79/2006 vom 31. August 2006 E. 3.1 m.w.H.). Dies ist der Fall, wenn der Betroffene seine Sache, auf sich allein gestellt, nicht sachgerecht und hinrei- chend wirksam vertreten kann; andernfalls wird ihm zugem utet, das Verfahren selbständig zu führen (GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Kommenta r zur Schweizeri- schen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N 70 zu Art. 29 BV). Insbesondere wird die sachliche Notwendigkeit nicht bereits dadurch ausgeschlossen, dass das in Frage ste- hende Verfahren vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht wi rd, die Behörde also gehalten ist, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu erm itteln (Urteile des Bundesgerichts 5A_875/2014 vom 20. Mai 2015 E. 3; 5A_395/2012 vom 16. Juli 2012 E. 4.4.2; 5A_597/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 2.2; BGE 125 V 32 E. 4b). Dies schliesst jedoch nicht aus, dass der aus der Verfassung abgeleitete Anspruch auf unentgeltl iche Rechtspflege je nach den Beson- derheiten eines Verfahrens differenziert gehandhabt werden kann. Die bedürftige Partei hat Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung, wenn ihre Interessen in schwerwiegender Weise betroffen sind und der Fall wegen der Komplexität der Rechtsfragen oder der Unübersichtlich- keit des Sachverhalts Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. Droht das in Frage stehende Verfahren besonde rs stark in die Rechtsposition der be- troffenen Person einzugreifen, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters grund- sätzlich geboten, im Übrigen nur dann, wenn zur relati ven Schwere des Falles besondere tat- sächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen gesuchstellende Person auf sich alleine gestellt nicht gewachsen wäre (BGE 130 I 1 80 E. 2.2; 128 I 225 E. 2.5; Urteile des Bundesgerichts 2C_880/2016 vom 10. Oktober 2016 E. 2.2 ; 5A_49/2015 vom 4. Mai 2015 E. 3.3). Nach der Rechtsprechung rechtfertigt es sich, im nach Art. 446 Abs. 1 ZGB vom Unter- suchungsgrundsatz beherrschten Verfahren vor der KESB eine n strengen Massstab für die sachliche Notwendigkeit einer anwaltlichen Verbeiständung anzulegen (KGE VV vom 2. März 2016 [810 15 270] E. 4.2; KGE VV vom 13. August 2015 [810 15 140] E. 6.1; Urteil des Bun- desgerichts 8C_855/2016 vom 13. Februar 2017 E. 4.2; vgl. auch BGE 125 V 32 E. 4b; M ARTIN KAYSER , in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bu ndesgesetz über das Verwal- tungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, N 33 zu Art. 65 VwVG). 5.5.1 Die Vorinstanz lehnte das Gesuch um unentgeltlich e Verbeiständung mit Entscheid vom 19. November 2019 ab, da im Zeitpunkt des Gesuchs vom 5. August 2019 bloss das weite- re Vorgehen betreffend die bestehende Erziehungsbeistan dschaft, der Wechsel der Beistands- person sowie die Umsetzung der gutachterlichen Empfehlu ngen bezüglich einer psychothera- peutischen Behandlung von C.____ zur Debatte gestanden seien. Diese Angelegenheiten wür- den keinen starken Eingriff in die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin darstellen, noch seien Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht besondere rechtliche Schwierigkeiten im Verfahren ersicht lich. Zwar sei mit Entscheid vom 22. Februar 2019 ein kinderpsychiatrisches Gutachten angeord net worden, unter anderem zur Ab- klärung der Frage, ob der Kindsmutter die Obhut entzog en und C.____ fremdplatziert werden müsse. Diese Fragen seien jedoch daraufhin im Gutachtenspr ozess, bei welchem es keiner Mitwirkung einer Rechtsvertretung bedürfe, abgeklärt und im Gutachten vom 12. Juni 2019 klar verneint worden. 5.5.2 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwer de und Replik demgegenüber geltend, dass die Vorinstanz zu Unrecht einen starken Eingriff in ihre Rechtsposition verneint habe. Im Gutachten vom 12. Juni 2019 sei für die Zukunft eine Platzierung in einer Ersatzfamilie empfoh- len worden und im Vorbescheid vom 29. August 2019 sei diese Möglichkeit in Aussicht gestellt worden. Gerade das Gutachten mit seinen offenen Formu lierungen und Empfehlungen lasse aus der Perspektive der Beschwerdeführerin Schlimmes befü rchten. Die drohende Platzierung in einer Ersatzfamilie zusammen mit der Verlängerung der Erziehungsbeistandschaft, welche wiederum mit erheblichen Kosten verbunden sei, würde n massive Eingriffe in das Privatleben und die persönliche Freiheit von Mutter und Kind be deuten. Eine anwaltliche Unterstützung sei dringend geboten gewesen. Im Übrigen unterstütze dies e auch die Akzeptanz des Entscheids und die Motivation zur Umsetzung des unbestritten gebliebenen Therapiekonzepts. 5.5.3 In ihrer Vernehmlassung vom 9. Oktober 2015 hält die Vorinstanz in Ergänzung zu ihrem Entscheid vom 18. August 2015 fest, dass aus dem G utachten vom 12. Juni 2019 un- missverständlich hervorgehe, dass für zukünftige Phasen allenfalls an die Möglichkeit einer Ent- lastungsfamilie gedacht werden solle, wobei es sich ni cht um eine Platzierung in einer Ersatz- familie handle, die tatsächlich einen schwerwiegenden Eingriff in die Rechtsstellung der Be- schwerdeführerin darstellen würde. 5.6 Die Beschwerdeführerin beantragte mit ihrem Gesuc h vom 5. August 2019 (sinnge- mäss) die unentgeltliche Verbeiständung für die Vorbere itung und allenfalls Begleitung der Be- schwerdeführerin anlässlich der mündlichen Gutachtenseröffn ung vom 16. August 2019 sowie für die Ausarbeitung der Stellungnahme vom 27. Sept ember 2019 zum Vorbescheid der KESB vom 29. August 2019. Im kinder- und jugendpsychiatrischen G utachten, welches der Be- schwerdeführerin bzw. ihrem Rechtsvertreter bereits mit Schreiben vom 25. Juni 2019 zuge- stellt wurde, wurde im Interesse von C.____ und unter Berücksichtigung seiner Wünsche eine Fremdplatzierung klar abgelehnt und neben der psychother apeutischen Behandlung die Fort- führung der Erziehungsbeistandschaft empfohlen. In Übe reinstimmung mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass im Zeitpunkt der Gesuchsstellung und spätestens anlässlich der Gutachtens- eröffnung eine Fremdplatzierung von C.____ aus Sicht der Fachpersonen nicht mehr zur Dis- kussion stand und dies für die Beschwerdeführerin auch erk ennbar war. Dies wurde sodann durch den Vorbescheid der Vorinstanz bestätigt, welcher de n gutachterlichen Empfehlungen entspricht. Zwar wurde im Gutachten empfohlen, dass für zukünftige, nicht ausgeschlossene Phasen, in denen die Belastbarkeit der Beschwerdeführe rin sinken und gleichzeitig die Erzie- hungsanforderungen von C.____ im Zuge seiner Pubertät ansteigen werden, frühzeitig an die Möglichkeit einer Entlastungsfamilie gedacht werden s olle. In Anbetracht der klaren und un- missverständlichen Formulierung und der eingehenden Erlä uterung, dass es sich um eine hilf- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht reiche Möglichkeit zur Entlastung der Beschwerdeführerin handle, wenn C.____ in der Entlas- tungsfamilie beispielsweise an einzelnen Tagen das Mitta gessen einnehmen oder auch einzel- ne Wochenenden und Ferienwochen verbringen könnte, kann der Auffassung der Beschwerde- führerin, damit könnte eine Fremdplatzierung gemeint sein, nicht gefolgt werden. Damit drohte der Beschwerdeführerin weder nach den gutachterlichen Em pfehlungen noch gemäss Vorbe- scheid der Vorinstanz ein starker Eingriff in grundlegend e Rechtspositionen, welcher nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung beispielsweise in Verfah ren betreffend den Entzug der elterlichen Sorge angenommen wird (vgl. BGE 130 I 18 0 E. 3.3.2). Bei einer Erziehungsbei- standschaft erweist sich die Eingriffsintensität als (deut lich) geringer als bei einem Entzug der elterlichen Sorge. Zu beachten ist ferner, dass im vorli egenden Fall auch keine besonderen rechtlichen oder tatsächlichen Schwierigkeiten hinzukommen. Es kann festgestellt werden, dass die Akten weder besonders umfangreich noch kompliziert sin d und sich in rechtlicher Hinsicht keine speziellen und komplexen Fragestellungen stellen. Es ist weiter darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin jederzeit die Möglichkeit hat, sich an die KESB oder den Beistand zu wenden. Bei allfälligen Fragen betreffend die gutachterlichen Feststellungen und Empfehlungen hätte sie sich auch im Rahmen der mündlichen Gutachtenser öffnung direkt an den Gutachter wenden können. Zudem wäre die Beschwerdeführerin durch aus in der Lage gewesen, ihren Standpunkt ohne anwaltliche Vertretung im Rahmen eine s einfachen Schreibens an die Vo- rinstanz deutlich zu machen. Dass die Beschwerdeführerin aufgrund von tatsächlichen Schwie- rigkeiten nicht fähig gewesen wäre, die Angelegenheit selber zu bewältigen, wird weder geltend gemacht noch ausgewiesen. 5.7 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass unter Berücksi chtigung der konkreten Ver- hältnisse sowie der Tatsache, dass an die Notwendigkeit d er Verbeiständung im erstinstanzli- chen Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehö rde ein strenger Massstab anzu- legen ist, keine sachliche Notwendigkeit zum Beizug eine s Anwalts im vorinstanzlichen Verfah- ren vorlag. Die Vorinstanz hat den Antrag auf unentgeltliche Verbeiständung demnach zu Recht abgewiesen. Die Beschwerde ist demzufolge auch in diesem Punkt abzuweisen. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 2 0 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- sind der unterliegenden Beschwerdeführerin a ufzuerlegen und gehen zufolge Bewilli- gung der unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. 6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Au sgang des Verfahrens sind die Par- teikosten wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der unent geltlichen Verbeiständung ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorarnote vom 4. Juni 2020 macht der Rechtsvert reter einen Zeitaufwand von 12.92 Stunden und Auslagen in der Höhe von Fr. 146.70 gelte nd, was nicht zu beanstanden ist. Ge- mäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen u nd Anwälte (TO) vom 17. November Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2003 beträgt das Honorar im Rahmen der unentgeltlich en Verbeiständung indes Fr. 200.-- pro Stunde. Demzufolge ist der Stundenansatz des Rechtsvertre ters auf Fr. 200.-- zu reduzieren, womit ein Betrag von Fr. 2'940.95 (12.92 Stunden à F r. 200.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 146.70 und 7.7 % Mehrwertsteuer) resultiert. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin ist folglich ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'940.95 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse auszurichten. 6.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'940.95 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus der Ge richtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin