Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 4. Dezember 2012 (460 12 160) ____________________________________________________________________ Strafrecht Versuchte schwere Körperverletzung etc. Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Regina Schaub (Ref.), Richter David Weiss; Gerichtsschreiberin Manuela Illgen Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Laufen, Rennimattstrasse 77, Postfach, 4242 Laufen, Anklagebehörde und Berufungsklägerin A.___, Opfer und Privatkläger B.___, Opfer und Privatklägerin C.___, Opfer und Privatkläger D.___, Privatkläger E.___ , Privatklägerin gegen F.___, vertreten durch Advokat Thomas Locher, Hauptstrasse 1, Postfach 425, 4242 Laufen, Beschuldigter Gegenstand versuchte schwere Körperverletzung etc. Urteil des Strafgerichtspräsidenten vom 20. April 2012 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidenten vom 20. April 20 12 wurde F.___ der versuchten schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzu ng, der versuchten einfachen Kör- perverletzung, der Tätlichkeiten, der Beschimpfung, des Führens eines Motorfahrrades in fahrunfähigem Zustand, des Führens eines Motorfahrrades ohne Haftpflichtversicherung sowie des Führens eines Motorfahrrades ohne Kontrollschild schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 Monaten, bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt, wobei für d en Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen angedroht wurde (Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Demgegenüber wurde F.___ von der Anklage der einfach en Körperverletzung zum Nachteil von B.___ gemäss Fall 1 der Anklageschrift sowie von der A nklage der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss F all 2 der Anklageschrift freige- sprochen (Ziff. 2 des Urteilsdispositivs). Zudem wurde der Beurteilte bei der Anerkennung folgender Zivilforderungen behaftet: Fr. 2'911.45 an A.___ sowie Fr. 330.80 an die E.___. Demgegenüber wurde die Schadenersatzforderung von B.__ _ in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen (Ziff. 3 des Urt eilsdispositivs). Schliesslich wurde festgehalten, dass die Verfahrenskosten aus den Kosten de s Vorverfahrens von Fr. 1'210.50, einer zusätzlichen Zeugenentschädigung von Fr . 129.90 für C.___ und der Ge- richtsgebühr von Fr. 1'000.-- bestehen. Dabei wurden dem Beschuldigten 3/4 der Verfahrens- kosten auferlegt und 1/4 der Verfahrenskosten auf die Staatskasse genommen. Für den Fall, dass kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes U rteil verlangt werde, wurde eine Er- mässigung der strafgerichtlichen Gebühr auf Fr. 500.-- f estgelegt (Ziff. 4 des Urteilsdisposi- tivs). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfol genden Parteianträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. B. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft m it Eingabe vom 24. April 2012 die Berufung an. Mit Berufungserklärung vom 2. August 2012 beantragte die Staatsanwaltschaft, (1.) es sei eine unbedingte Freiheitsstrafe auszuspreche n, (2.) es sei das Strafmass ange- messen zu erhöhen, (3.) es sei die Zivilforderung von C.__ _ zu behandeln und (4.) es sei im Übrigen das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. Demgegenüber begehrte der Beschuldigte in seiner Stel lungnahme vom 21. August 2012, (1.) es sei das Vorliegen der formellen Voraussetzungen zur Berufung der Staatsanwalt- schaft von Amtes wegen zu prüfen und (2.) es sei auf den Antrag, wonach die Zivilforderung von C.___ zu behandeln sei, nicht einzutreten. Eine inh altliche Argumentation zu den Vor- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht bringen der Staatsanwaltschaft wurde spätestens für die Hauptverhandlung in Aussicht ge- stellt, ebenso die Anträge zur Sache. C. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts, A bteilung Strafrecht, vom 19. September 2012 wurde angeordnet, dass der Beschuld igte und die Staatsanwaltschaft vor Kantonsgericht persönlich aufzutreten haben; die Pri vatkläger wurden demgegenüber vom persönlichen Erscheinen vor dem Berufungsgericht dispe nsiert. Mit gleicher Verfügung wurde festgestellt, dass die Parteien ihre Anträge im R ahmen der mündlichen Berufungsver- handlung ergänzend begründen können. Schliesslich wurde mit derselben Verfügung dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung mit Advokat Th omas Locher für das zweitinstanzli- che Verfahren bewilligt. D. Mit Verfügung vom 30. November 2012 wurde der durch d as Kantonsgericht eingeholte aktualisierte Strafregisterauszug über den Beschuldigten zur Kenntnisnahme an die Parteien sowie an die mit dem Fall befassten Richter übermittelt. E. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht e rscheinen der Beschuldigte F.___ mit seinem Verteidiger, Advokat Thomas Locher, sow ie die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, vertreten durch den stv. Leitenden Staatsanwa lt der Hauptabteilung Laufen, Pascal Pilet. Der Beschuldigte wird sowohl zur Person a ls auch zur Sache einvernommen. Die Parteien wiederholen ihre Anträge gemäss den schriftlichen Eingaben, wobei die Staats- anwaltschaft vor den Schranken den Antrag betreffend B ehandlung der Zivilforderung von C.___ zurückzieht. Die Staatsanwaltschaft präzisiert ihre Anträge gemäss Berufungserklä- rung vom 2. August 2012 dahingehend, dass der Beschuldi gte zu einer unbedingten Frei- heitsstrafe von 12 Monaten sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- zu verurteilen sei, wobei für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse eine E rsatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen anzudrohen sei. Eventualiter, für den Fall eines bed ingten Strafvollzuges, stellt die Staats- anwaltschaft das Rechtsbegehren, es sei gegenüber dem Beschu ldigten eine Weisung betreffend eine alkoholspezifische Therapie mit einer Probezeit von mindestens 4 Jahren auszusprechen. Der Verteidiger beantragt dem Kantonsgericht, es sei das Urteil des Strafge- richtspräsidenten vollständig zu bestätigen, unter o/e-Kost enfolge (vgl. Prot. Hauptverhand- lung Kantonsgericht, S. 3 ff.). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen I. Formelles Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig ge gen Urteile erstinstanzlicher Ge- richte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abg eschlossen worden ist. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein- schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsve rweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unri chtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Be rufungsgericht das Urteil in allen ange- fochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Die Staatsanwalt- schaft rügt in erster Linie die unrichtige bzw. unvollstän dige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen. Nach Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO ist die Berufung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnun g des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des be- gründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung e inzureichen. Aus den Akten (act. 634 f.) ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafge richtspräsidenten den Parteien am 24. April 2012 zugestellt wurde. Mit ihrer Berufungsa nmeldung vom 24. April 2012 (vgl. act. 925) hat die Staatsanwaltschaft die zehntägige Frist g emäss Art. 399 Abs. 1 StPO eingehal- ten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 3 99 Abs. 3 StPO wurde vorliegend gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichtspräside nten vom 20. April 2012 wurde den Parteien am 20. Juli 2012 zugestellt (vgl. act. 736) und mit Datum vom 2. August 2012 reich- te die Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung ein. W as die Form betrifft, so erfüllt die Eingabe der Staatsanwaltschaft die Anforderungen gemä ss Art. 385 Abs. 1 StPO. Die Zu- ständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abtei lung Strafrecht, als Berufungsge- richt zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO so- wie § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Schliesslich wird die L egitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rechtsmittels in Art. 381 Abs. 1 StPO no rmiert. Diese bezieht sich allerdings nur auf den Strafpunkt, währenddem in Bezug auf den Zivilpunkt der Staatsanwaltschaft ge- nerell keine Rechtsmittellegitimation zukommt (vgl. S CHMID , Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, N 1455). Aus diesem Grund kann auf di e Berufung der Staatsanwalt- schaft betreffend den Zivilpunkt nicht eingetreten wer den. Wie bereits erwähnt, zieht die Staatsanwaltschaft vor den Schranken des Kantonsgerichts ih re Berufung diesbezüglich ohnehin zurück. Nachdem das angefochtene Urteil ein tau gliches Anfechtungsobjekt dar- stellt, die Staatsanwaltschaft in Bezug auf den Strafp unkt eine zulässige Rüge erhebt, die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Erklärungspflich t nachgekommen ist, sind alle For- malien erfüllt, weshalb auf die Berufung betreffend den Strafpunkt einzutreten ist. II. Gegenstand der Berufung Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich nunmehr noch gegen die Höhe der ausge- sprochenen Freiheitsstrafe und die Gewährung des bedingt en Vollzuges, mithin gegen die vorinstanzlich vorgenommene Strafzumessung, mit Ausnahme der ausgesprochenen Busse von Fr. 200.-- (vgl. Ziff. 1 des Urteilsdispositivs). Anste lle einer bedingt vollziehbaren Frei- heitsstrafe von 9 Monaten wird eine unbedingte Freihe itsstrafe von 12 Monaten beantragt, wobei eventualiter zumindest eine ambulante alkoholspe zifische Therapie mit einer Probe- zeit von 4 Jahren anzuordnen sei. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Die Erstellung des Sachverhalts sowie die rechtliche Würdigung werden seitens der Parteien nicht bestritten und von Se iten des Beschuldigten wurde weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben. Daher bilden die Schuldsprüche gemäss Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie die Ziffern 2 bis 5 des strafgerichtlichen Urteils- dispositivs nicht Gegenstand des kantonsgerichtlichen Verfahrens. III. Strafzumessung 1. Der Strafgerichtspräsident verurteilte den Beschuldigten wegen versuchter schwerer Körperverletzung, einfacher Körperverletzung, versuchte r einfacher Körperverletzung, Tät- lichkeiten, Beschimpfung, Führens eines Motorfahrrades in fahrunfähigem Zustand, Führens eines Motorfahrrades ohne Haftpflichtversicherung sowie Fü hrens eines Motorfahrrades oh- ne Kontrollschild zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 Monaten, bei einer Pro- bezeit von 3 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- , wobei für den Fall schuldhafter Nichtbezahlung der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen angedroht wurde. 2.1 In Bezug auf den Grundsatz der Strafzumessung gemäss Art . 47 StGB, den gesetz- lichen und den erweiterten Strafrahmen in casu, den S trafschärfungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB sowie den Strafmilderungsgr und des Versuchs gemäss Art. 22 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48a Abs. 1 StGB kann zun ächst auf die zutreffenden Ausfüh- rungen der Vorinstanz auf S. 20 f. des Urteils verwiesen werden. Im Rahmen der Strafzu- messung ist zu berücksichtigen, dass das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklä- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue straf mindernd wirken (BSK Strafrecht I- WIPRÄCHTIGER , Art. 47 N 130, m.w.H.). Strafmindernd im Sinne ei nes entlastenden Nachtat- verhaltens wirken vor allem das Bekunden von Reue und Bedauern sowie eine Stabilisierung der Lebensverhältnisse (z.B. Bemühungen des Täters um ei ne Therapie) (BSK Strafrecht I- WIPRÄCHTIGER , Art. 47 N 134, m.w.H.). Das Strafgericht hat die relevanten Tat- und Täterkomp onenten grundsätzlich richtig gewür- digt. Was ergänzend die Täterkomponenten betrifft, so gibt der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht zu den aktuelle n persönlichen Verhältnissen be- fragt an, er lebe nach wie vor allein, wobei er seine beiden Töchter oft und regelmässig sehe. Der Kontakt zu seiner geschiedenen Frau gestalte sich gut. Der Beschuldigte habe auch ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, insbesondere zu seiner M utter. Er habe immer wieder Temporärstellen inne, aber keine feste Anstellung; daher sei der Beschuldigte auf Sozialhilfe angewiesen. Der fehlende Lehrabschluss stelle ein grosses Hindernis bei den Bewerbungen um eine Festanstellung dar. Zu seinem Tagesablauf befragt gibt der Beschuldigte an, er ste- he zu unterschiedlichen Zeiten am Morgen auf und sei d anach mit seinen Kollegen unter- wegs. Man helfe sich gegenseitig mit diversen Arbeiten aus; zudem habe der Beschuldigte eine Werkstatt im Keller. Um seine Depressionen in den G riff zu bekommen, nehme der Be- schuldigte regelmässig Medikamente ein. Wegen seiner Lega sthenie brauche er Unterstüt- zung, welche er in Form einer Beistandschaft durch seine Mutter erhalte. Was den Alkohol- konsum betreffe, so sei dieser seit der letzten Gerichtsver handlung vom 20. April 2012 zu- rückgegangen. Heute trinke der Beschuldigte nur noch ab und zu ein Bier, aber "ganz anders als früher". Auf härtere alkoholische Getränke verzichte d er Beschuldigte, weil ihn diese ag- gressiv machten. Dies hätten ihm auch die Kollegen gesa gt. Seinen Kollegenkreis habe der Beschuldigte leicht gewechselt; insbesondere mit G.___ verkehre er nicht mehr. Bis jetzt sei der Beschuldigte weder in einer Alkoholberatung noch in einer entsprechenden Therapie gewesen, sondern habe alles "allein durchgezogen". Er w isse nicht, was die Zukunft bringe, doch erachte er eine alkoholspezifische Therapie nicht als nötig. Auf seine hohen Schulden von rund Fr. 70'000.-- angesprochen gibt der Beschuldigte an, er sei jahrelang mit der Situa- tion überfordert gewesen. Seit seine Mutter ihn als Beiständin unterstütze, werde diese Last abgebaut. Nun arbeite der Beschuldigte intensiv an sich. Die Therapie bei Dr. H.___ bestehe darin, dass der Beschuldigte alle zwei Monate ein Gespräch mit dem Arzt führe und Medi- kamente erhalte. Die von seinem letzten Urteil erhaltene Strafe von 140 Stunden gemeinnüt- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zige Arbeit leiste der Beschuldigte nun in einem Alter sheim in I.___. Er erhoffe sich allenfalls dort eine Festanstellung (Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht, S. 4 ff.). Wie bereits die Vorinstanz festgehalten hat, spricht zu Lasten des Beschuldigten insbeson- dere die Tatsache, dass er ein langes Vorstrafenregister mit fünf, teilweise einschlägigen, Vorstrafen aus den Jahren 2004 bis 2011 aufweist. Dabei ist festzustellen, dass der Be- schuldigte seit nunmehr bald zehn Jahren deliktisch tätig ist, was von einer hohen kriminellen Energie zeugt. Bei den nunmehr zu beurteilenden Delikten zeigte der Beschuldigte aus prak- tisch nichtigem Anlass ein ganz erhebliches Gewalt- und A ggressionspotential gegenüber beliebigen Drittpersonen. Entsprechend waren die Schlä ge und der Tritt des Beschuldigten für die Opfer äusserst gefährlich, insbesondere der brut ale Tritt gegen den Kopf eines der Opfer. Dabei ist dem Beschuldigten im Einklang mit der Vorinstanz anzulasten, dass er schwerere Schädigungen der Gesundheit des Opfers A.___ durchaus in Kauf nahm, diese aber nur dank dem Zufall nicht eingetreten sind. Die m angels Eintritts des Erfolgs rechtlich als versuchte schwere Körperverletzung zu wertende Tatha ndlung des Beschuldigten kann daher in nur ganz untergeordnetem Ausmass eine Strafmi lderung zur Folge haben. Ebenso wie das Strafgericht vermag auch das Kantonsgericht beim Beschuldigten trotz dessen äus- serlich korrekten Auftritts vor Gericht keine echte Einsi cht und Reue zu erkennen: Der Be- schuldigte bekundet vor Kantonsgericht zwar, dass es ihm le id tue, bezeichnet seine Taten aber lediglich als "Blödsinn" (vgl. Prot. Hauptverhandlu ng Kantonsgericht, S. 8 f., 12) und sucht die Schuld nach wie vor in erster Linie nicht bei sich selbst, sondern bei den Opfern bzw. weist auf seine damals bestehenden schwierigen Umstän de wie Scheidung oder Alko- holprobleme hin. Zudem legt der Beschuldigte eine be denkliche Gleichgültigkeit und Ten- denz zum Bagatellisieren an den Tag. So sagte er anlässlich der Einvernahme vom 31. März 2010 vor dem Bezirksstatthalteramt Laufen zu den vorgehal tenen Verletzungen und die dar- auffolgende Arbeitsunfähigkeit des Opfers A.___ unter anderem aus: "Das nehme ich zur Kenntnis. Er soll halt das nächsten Mal d'Schnurre halte n" (act. 183). In derselben Einver- nahme nahm der Beschuldigte zu den Verletzungen des Op fers C.___ wie folgt Stellung: "Das kann sein. Das ist ein armer Bub" (act. a.a.O.). In Abweichung zu den Erwägungen der Vorinstanz ist jedoch die Geständigkeit des Be- schuldigten aus rechtsstaatlichen Gründen als solche nicht st rafmindernd, sondern als neut- ral zu berücksichtigen, weil eine solche Praxis die Entsche idung, auszusagen oder zu schweigen, beeinflussen kann (T RECHSEL / PIETH et al., Schweizerisches Strafgesetzbuch, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 47 N 24, m.w.H.). Zumi ndest darf die Geständigkeit in casu nur in höchst untergeordnetem Masse zu Gunsten des Beschu ldigten gewertet werden. Auf- grund der Sozialhilfeabhängigkeit und Mittellosigkeit des Beschuldigten wirkt sich ebenso dessen Anerkennung der Zivilforderungen kaum zu seinen Gu nsten aus. Schliesslich ver- mag die seitens des Beschuldigten vor Gericht beteuerte Läuterung und Festigung der sozia- len und familiären Verhältnisse nicht zu überzeugen. Au fgrund der Tatsache, dass seit dem Urteil des Strafgerichts keine weiteren Delikte begange n wurden und damit eine gewisse Stabilisierung eingetreten ist, kann allerhöchstens ein e äusserst minime Strafminderung stattfinden. Dazu gehört ebenso, dass der Beschuldigte M edikamente einnimmt. Dass der Beschuldigte einen regelmässigen Kontakt zu seinen Kindern pflegt, ist als neutral zu werten und hat keinen Einfluss auf dessen Strafempfindlichkeit. Für die Gleichgültigkeit und Unbe- lehrbarkeit des Beschuldigten spricht sodann die Tatsache , dass er mit rechtskräftigem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, H auptabteilung Arlesheim, vom 3. Juli 2012 erneut der versuchten Nötigung und der Tätlichkeit en schuldig erklärt und zu einer Leistung von gemeinnütziger Arbeit von 35 mal 4 Stund en, total 140 Stunden, verurteilt wur- de (anstelle einer unbedingten Geldstrafe von 30 Tage ssätzen à Fr. 50.-- sowie anstelle ei- ner Busse von Fr. 500.--). Die in diesem jüngsten Straf befehl abgeurteilten Taten ereigneten sich am 7. Januar 2012, mithin nur rund drei Monate vo r der strafgerichtlichen Hauptver- handlung. Insgesamt wertet auch das Kantonsgericht das Ve rschulden des Beschuldigten als schwer. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erscheint die se itens der Vorinstanz ausge- sprochene Freiheitsstrafe von 9 Monaten als zu milde. Mi t seinen Delikten hat der Beschul- digte einen äusserst schwerwiegenden Verstoss gegen andere Individualinteressen, insbe- sondere gegen das Rechtsgut von Leib und Leben, verübt, ohne dass er dazu einen auch nur ansatzweise nachvollziehbaren Anlass gehabt hätte. Eine höhere als die vorinstanzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe drängt sich umso mehr au f, als allein schon der Tatbestand der schweren Körperverletzung einen Strafrahmen von 180 Tagessätzen Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren vorsieht. Die Eins atzstrafe für die versuchte schwere Körperverletzung ist in casu bei 8 Monaten Freiheitsst rafe anzusetzen. Hinzu kommen die weiteren Delikte, was strafschärfend zu berücksichtigen ist. Dem Verschulden und den per- sönlichen Umständen des Beschuldigten angemessen erscheint d aher eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Was die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss Ar t. 42 Abs. 1 StGB be- trifft, so ist materielle Voraussetzung dafür das Fehle n einer ungünstigen Prognose: Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass es nicht notwendig sei, die Strafe zu vollziehen, damit der Verurteilte sich künftig bewährt. Der Straf aufschub wird lediglich bei einer klaren Schlechtprognose verwehrt. Dabei kommt es auf die Persön lichkeit des Verurteilten an. Es geht um die Frage, ob sich der Verurteilte dauernd, nicht nur während der Probezeit, bewäh- ren wird (TRECHSEL / PIETH et al., a.a.O., Art. 42 N 7 f., m.w.H.). Die Vorinstanz ging beim Beschuldigten vom Fehlen einer ungünstigen Prognose aus. Sie begründete diese Einschätzung im Wesentlichen damit, d ass sich beim Beschuldigten eine gewisse Stabilisierung abzeichne, zumal dieser die ihn b elastende Trennung bzw. Schei- dung überwunden habe und sich in medizinischer Behandl ung befinde. Zudem liege eine Verurteilung wegen einem vom Beschuldigten begangenen Gewaltdelikt schon bald fünf Jah- re zurück, was für ein gewisses Wohlverhalten spreche (vgl. S. 22 des Urteils.) Das Kantonsgericht kann diesen Erwägungen aus den nachstehenden Gründen nicht folgen: Im vorliegenden Fall steht die Prognose für den Beschu ldigten im Wesentlichen mit dessen Alkoholproblematik in Zusammenhang. Denn nicht nur die vorliegend zu beurteilenden, son- dern auch die Delikte gemäss den Vorstrafen wurden zugest andenermassen jeweils in alko- holisiertem Zustand begangen. Zudem ist aktenkundig, dass dem Beschuldigten bereits dreimal, nämlich vom 12. Februar bis zum 11. Mai 2001 , vom 20. Oktober bis zum 19. No- vember 2005 sowie vom 21. November 2007 bis zum 20. Mai 2008, der Führerausweis we- gen Angetrunkenheit und Fahrens ohne Ausweis entzogen wurde (vgl. act. 23). Den Alko- holkonsum hat der Beschuldigte laut eigenen und nicht näher überprüfbaren Angaben zwar reduziert (vgl. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht S . 7), jedoch hat er die Inanspruch- nahme von professioneller Hilfe in Form einer Therapi e oder zumindest eines Beratungsge- sprächs bisher in konstanter Weise nicht für nötig befu nden, obwohl gerichtsnotorisch nur eine solche Massnahme bei den gegebenen Umständen langf ristig Aussicht auf realen Er- folg hätte. Dass der Beschuldigte bei erneuten Problem en oder Veränderungen, welche in sein Leben treten können, standhaft bleibt und nicht i n alte Verhaltensmuster zurückfällt, vermag auch er selbst nicht auszuschliessen (vgl. Prot. Ha uptverhandlung Kantonsgericht S. 10 f.). Auch die weiteren Ausführungen des Beschu ldigten in Bezug auf den Wechsel seines sozialen Umfelds, den gesünderen Lebensstil und die Suche nach einer Festanstel- lung sind, selbst wenn sie zutreffen sollten, derzeit n och viel zu vage, um daraus eine echte Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht und nachhaltige Stabilisierung abzuleiten. Nicht berücksi chtigt hat das Strafgericht auch die Tatsache, dass der Beschuldigte noch während des vorliegend laufenden Verfahrens bereits wieder in eine Strafuntersuchung wegen am 7. Januar 2 012 begangener Delikte verwickelt war, welche nunmehr in eine Verurteilung wegen versucht er Nötigung und Tätlichkeiten ge- mäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Arlesheim, vom 3. Juli 2012 mündete. Wie bereits unter Ziff. 2.2 erw ähnt, weist der Beschuldigte gemäss aktuellem Strafregisterauszug eine beinahe zehn Jahre a ndauernde, meist einschlägige De- linquenz auf. Soweit dem Beschuldigten im Rahmen diese r Vorstrafen der bedingte bzw. teilbedingte Vollzug gewährt wurde, gelang es jenem schon damals nicht, sich während der jeweils angesetzten Probezeiten zu bewähren. Bisherige Verurteilungen haben den Be- schuldigten somit offenbar unbeeindruckt gelassen, worin sich auch dessen krasse Unbe- lehrbarkeit manifestiert. Dass der Beschuldigte heute, n ur wenige Monate seit den letzten Delikten im Januar 2012, eine derartige Läuterung und Festigung erfahren haben soll, wel- che ihn von der Begehung weiterer Straftaten abhalte n werde, kann nicht ernsthaft ange- nommen werden. Aus den genannten Gründen ist klarerwe ise von einer schlechten Progno- se auszugehen, welche die Gewährung eines bedingten Stra fvollzugs ausschliesst. Die auf 12 Monate festzusetzende Freiheitsstrafe ist daher unbedingt auszusprechen. Damit erübrigt sich eine Prüfung des Eventualantrages d er Staatsanwaltschaft, es sei im Falle einer bedingten Freiheitsstrafe eine Weisung be treffend eine alkoholspezifische Thera- pie zu erteilen. Eine solche könnte im Übrigen mangels Vorliegens eines Gutachtens in casu ohnehin nicht durch das Gericht angeordnet werden (vgl. Art. 56 Abs. 3 StGB). 2.3 Die nunmehr zu beurteilenden Delikte liegen mit ihre n Tatzeitpunkten vom 13. De- zember 2009 bis 30. Juli 2010 zeitlich teilweise vor und teilweise nach den Urteilen des Be- zirksstatthalteramtes Laufen vom 5. Februar 2010, der Staatsanwaltschaft des Kantons Solo- thurn vom 24. Januar 2011 und der Staatsanwaltschaft Ba sel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 3. Juli 2012. Dennoch ist keine Zusatzstrafe nach Art. 49 Abs. 2 StGB aus- zusprechen, da keine gleichartigen Sanktionen vorliegen (vgl. BGE 137 IV 57). 3. Zusammenfassend wird der Beschuldigte in Gutheissung der Berufung der Staats- anwaltschaft, soweit darauf einzutreten ist, zu einer un bedingten Freiheitsstrafe von 12 Mo- naten sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt, wobei im Falle schuldhafter Nichtbezah- lung der Busse an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen tritt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht IV. Kosten des Kantonsgerichts Gestützt auf § 12 Abs. 1 der Verordnung über die Gebüh ren der Gerichte (Gebührentarif, GebT; SGS 180.31) wird die Urteilsgebühr auf Fr. 4'5 00.-- festgesetzt. Hinzu kommen Aus- lagen in der Höhe von Fr. 350.--, was zu Verfahrensko sten von insgesamt Fr. 4'850.-- führt. Diese werden gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO und damit dem Ausgang des Verfahrens ent- sprechend dem Beschuldigten auferlegt. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Thomas Locher, wird ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'143.-- (inkl. Auslagen) zuzüglich 8 % MWSt (Fr. 91.45), somit insgesamt Fr. 1'234.45, aus der Staatskasse ausgerichtet. Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidenten vom 20. April 2012, aus- zugsweise lautend: "1. F.___ wird der versuchten schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung, der versuchten einfachen Kör perver- letzung, der Tätlichkeiten, der Beschimpfung, des Führe ns eines Motorfahrrades in fahrunfähigem Zustand, des Führens eines Mo- torfahrrades ohne Haftpflichtversicherung sowie des Führens eines Motorfahrrades ohne Kontrollschild schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 M onaten , bei einer Probezeit von 3 Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 122 StGB (in Verbindung mit Ar t. 22 Abs. 1 StGB), Art. 123 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindun g mit Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 126 Abs. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 St GB, Art. 91 Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 3 SVG, Art. 90 Abs. 2 VZV (in Verbindung mit Art . 94 Abs. 6 VZV sowie Art. 145 Ziff. 3 und 4 VZV), Art. 40 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB. 2. F.___ wird von der Anklage der einfachen Körperver letzung zum Nachteil von B.___ gemäss Fall 1 der Anklageschrift sow ie von der Anklage der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit gemäss Fall 2 der Anklageschrift frei gespro- chen . 3.a) Der Beurteilte wird bei der Anerkennung der nac hfolgend ge- nannten Zivilforderungen behaftet : - Fr. 2'911.45 an A.___; - Fr. 330.80 an die E.___. b) Die Schadenersatzforderung von B.___ wird in A nwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg verwiesen . 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver - fahrens von Fr. 1'210.50, einer zusätzlichen Zeugenent schädigung von Fr. 129.90 (wird C.___ nach Rechtskraft des Urteils a us der Gerichtskasse entrichtet) und der Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 3/4 der Verfahrenskosten. 1/4 der Verfahrenskosten geht zu Lasten des Staates. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil ver- langt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtliche Gebühr auf Fr. 500.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 5. Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von in sge- samt Fr. 2'194.55 (inklusive Auslagen und 8 % Mehrwertste uer) Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird aus der Gerichtskasse entrichtet." wird in Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft, soweit darauf einzutreten ist, in Ziffer 1 wie folgt geändert: " 1. F.___ wird der versuchten schweren Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung, der versuchten einfachen Kör perver- letzung, der Tätlichkeiten, der Beschimpfung, des Führen s eines Motorfahrrades in fahrunfähigem Zustand, des Führens eines Mo- torfahrrades ohne Haftpflichtversicherung sowie des Führens eines Motorfahrrades ohne Kontrollschild schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten sowie zu einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt, im Falle schuldhafter Nichtbezahlung der Busse tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen, in Anwendung von Art. 122 StGB (in Verbindung mit Ar t. 22 Abs. 1 StGB), Art. 123 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindun g mit Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 126 Abs. 1 StGB, Art. 177 Abs. 1 St GB, Art. 91 Abs. 3 SVG, Art. 90 Abs. 2 VZV (in Verbindung mit Art . 94 Abs. 6 VZV sowie Art. 145 Ziff. 3 und 4 VZV), Art. 40 StGB , Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 106 StGB." Im Übrigen wird das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens i n der Höhe von Fr. 4'850.--, beinhaltend eine Urteilsgebühr von Fr. 4'500.-- sowie Auslagen von Fr. 350.--, gehen zu Lasten des Beschuldigten. Dem amtlichen Verteidiger, Advokat Thomas Locher, wird ein Hono- rar in der Höhe von Fr. 1'143.-- (inkl. Auslagen) zuzüglich 8 % MWSt (Fr. 91.45), somit insgesamt Fr. 1'234.45, aus der St aatskasse aus- gerichtet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiberin Manuela Illgen