B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4792/2014 U r t e i l v o m 2 1 . A p r i l 2 0 1 5 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter David Wenger, Gerichtsschreiberin Martina Stark. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des BFM vom 24. Juli 2014 / N (…). E-4792/2014 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Mit englischsprachiger Eingabe vom 21. Oktober 2008 ersuchte der Be- schwerdeführer bei der Schweizerischen Vertretung in Colombo, Sri Lanka, (nachfolgend: Botschaft) um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. B. Die Botschaft bestätigte dem Beschwe rdeführer mit Schreiben vom 13. November 2008 den Eingang seines Gesuchs und forderte ihn zur Kon- kretisierung seiner Angaben auf. C. In seinem Antwortschreiben vom 15. Dezember 2008 schilderte der Be- schwerdeführer seine Bedrohungslage detailliert. D. Mit Schreiben vom 12. Februar 2009 wurde der Beschwerdeführer zu einer Befragung auf der Botscha ft eingeladen, die (infolge seiner anhaltenden Bedrohungslage und fehlender finanzieller Mittel für die Reise nach Co- lombo) erst am (…) 2009 durchgeführt werden konnte. E. Mit Eingaben vom 19. August un d 1. Oktober 2009 informierte der Be- schwerdeführer über anhaltende Behelligungen und Übergriffe des Militärs auf seine Familie. Er befinde sich in grosser Gefahr und fürchte um sein Leben. F. Mit Schreiben vom 6. November 2009 gewährte die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer die Einreise in die Schweiz, woraufhin er am 16. Dezember 2009 von Colombo nach Zürich flog und gleichentags beim Empfangs- und Verfahrenszentrum in B._______ ein Inland-Asylgesuch stellte. E-4792/2014 Seite 3 II. G. Die Ehefrau des Beschwerdeführers stellte mit Schreiben vom 22. Januar 2010 an die Botschaft ebenfalls ein Asylgesuch aus dem Ausland (Verfah- rensnummer N […]), das sie mit einer Anschlussverfolgung nach der Aus- reise des Ehemannes in die Schweiz begründete. Nachdem am (…) 2010 eine Anhörung der Ehefrau durch die Botschaft stattgefunden hatte, verweigerte das BFM mit Verfügung vom 9. Juni 2010 ihre Einreise in die Schweiz und wies ihr Asylgesuch ab. Eine gegen diesen Asylentscheid erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E -5455/2010 vom 1. Juni 2011 voll - umfänglich ab. III. H. Der Beschwerdeführer wurde durch das SEM am 4. Januar 2010 zu seiner Person befragt und am 12. August 2010 ausführlich zu seinen Asylgründen angehört. I. Mit Eingabe vom 31. Januar 2011 erkundigte sich der Beschwerdeführer über den Verfahrensstand und reichte am 9. März und 19. September 2012 sowie am 6. März 2013 zur Untermauerung seiner Aussagen weitere Be- weismittel ein. Am 22. Januar 2014 bat er erneut um Auskunft bezüglich des Verfahrensstandes und hielt fest, er müsse sich vorbehalten, eine Rechtsverzögerungsbeschwerde einzureichen, sollte er erneut keine Ant- wort erhalten. Das SEM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 5. Februar 2014 mit, dass ein Asylentscheid aufgrund der hohen Geschäftslast zurzeit nicht in Aussicht gestellt werden könne. Zudem bat es um Beantwortung zweier Fragen und informierte den Beschwerdeführer über die geplante Durchfüh- rung einer ergänzenden Anhörung. Mit Eingabe vom 17. Februar 2014 ersuchte der Rechtsvertreter das SEM darum, die im Schreiben vom 5. Februar 2014 formulierten Fragen dem Beschwerdeführer anlässlich der zweiten Anhörung direkt zu stellen. E-4792/2014 Seite 4 J. Die ergänzende Anhörung fand am 13. März 2014 statt. Anlässlich diese r Befragung machte der Beschwerdeführer ergänzend geltend, er sei in C._______ geboren und aufgewachsen und habe dort im lokalen (…) ge- arbeitet. Im Dezember 2004 sei er – zusammen mit (…) anderen im (…) aktiven Personen – von Angehörigen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) aufgefordert worden, Hilfe bei der Bewältigung der Folgen der Tsunamikatastrophe zu leisten. Im Frühjahr (…) habe man alle (…) Helfer gezwungen ein zirka einmonatiges Trainingslager zu absolvieren. In der Folge habe die LTTE ihn zwangsrekrutiert. Von 2006 bis 2009 habe er als Spendensammler gearbeitet, sei als Spion tätig gewesen und habe für die LTTE auch Waren transportiert. Im (…) 2007 sei er von Angehörigen der sri -lankischen Armee (nachfol- gend: SLA) festgenommen worden, weil man ihn verdächtigt habe, in einen Bombenanschlag involviert gewesen zu sein. Er sei (…) Tage lang festge- halten und misshandelt worden. Man habe ihn aufgefordert, Leute mit Ver- bindungen zu den LTTE zu identifizieren. Der Beschwerdeführer habe in- des niemanden identifiziert. Im (…) 2007 sei ein Bekannter, mit dem er das LTTE-Trainingslager durchlaufen habe, von der SLA verhaftet worden. Die- ser habe ihn (Beschwerdeführer) beschuldigt, im Rahmen der LTTE-Aus- bildung als Anführer einer (…)köpfigen Gruppe gewirkt zu haben, weshalb er von da an regelmässig auf dem Armeecamp seine Unterschrift habe leisten müssen. (…) der (…) Personen, mit welchen er die LTTE -Ausbildung durchlaufen habe, seien unterdessen getötet worden. Er sei im Rahmen der Kontroll- unterschriften konstant bedroht und aufgefordert worden, die verbleiben- den (…) Mitglieder zu identifizieren. Auch habe man ihn anlässlich der Kon- trollen wiederholt schwer misshandelt. Im (…) 2009 habe er die Nordprovinz schliesslich verlassen und sei nach Colombo gereist, wo er sich bis zu seiner Ausreise versteckt habe. K. Mit Verfügung vom 24. Juli 2014 (eröffnet am 28. Juli 2014) wies das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab. Indessen anerkannte das Staatssekretariat den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 3 AsylG (SR 142.31) als Flüchtling und ordnete dessen vorläufige Aufnahme – infolge Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung – in der Schweiz an. Die Ab-E-4792/2014 Seite 5 lehnung des Asylgesuchs bei gleichzeitiger Anerkennung als Flüchtling be- gründete die Vorinstanz gestützt auf Art. 53 AsylG im Wesentlichen damit, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Tätigkeit als "LTTE-Geldein- treiber" asylunwürdig sei, da er sich als solcher der Gehilfenschaft zur ge- werbsmässigen Erpressung schuldig gemacht habe. L. Gegen den Asylausschluss erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe sei- nes Rechtsvertreters vom 26. August 2014 Beschwerde beim Bundesver- waltungsgericht. Er beantragte, die Dispositivziffern 2 –7 der vor instanzli- chen Verfügung seien aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren. In ver- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. M. Mit Zwischenverfügung vom 4. September 2014 teilte das Bundesverwal- tungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfah- rens in der Schweiz abwarten dürfe, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, hiess die Gesuche um Gewährung der unentgeltli- chen Rechtspflege gut und bestellte ihm seinen Rechtsvertreter als amtli- chen Rechtsbeistand. N. Mit Vernehmlassung vom 11. September 2014 beantragte das Staatssek- retariat die Abweisung der Beschwerde. O. Am 22. September 2014 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein und hielt an seinen Anträgen fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – endgültig (vgl. E-4792/2014 Seite 6 Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). Demnach ist das Bundesverwal- tungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 3. Nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit der angefochtenen Verfügung gestützt auf Art. 3 AsylG als Flüchtling anerkannt und dessen vorläufige Aufnahme in der Schweiz angeordnet hat, ist nachfolgend einzig zu beurteilen, ob sie zu Recht zum Schluss gelangt ist, der Beschwerde- führer sei im Sinne von Art. 53 AsylG asylunwürdig, weshalb dessen Asyl- gesuch abzulehnen sei. 4. 4.1 Das Staatssekretariat führte zur Begründung seiner Verfügung aus, der Beschwerdeführer sei asylunwürdig, da er sich als Geldeintreiber zuguns- ten der LTTE der Gehilfenschaft zur gewerbsmässigen Erpressung schul- dig gemacht habe (Art. 156 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 25 StGB). So habe er in den Jahren 2006 –2009 als Mitglied des politischen Flügels der LTTE rund drei Mal bei zirka 100 Geschäften Geld für die Tigers eingesammelt. Er habe Personen, die die Zahlung verweigert hätten , den zuständigen Stellen gemeldet, weshalb davon auszugehen sei, die Geldzahlungen hät- ten oftmals unter Zwang stattgefunden. Dem Beschwerdeführer könne nicht geglaubt werden, dass er nichts von Erpressungen gewusst habe, zumal er selber angeführt habe, einige hätten sich geweigert zu zahlen und seien ihm mit Hass begegnet . Im Weiteren habe der Beschwerdeführer auch weitere verwerfliche Handlungen begangen (z.B. Spionage und Gütertransport zu gunsten der LTTE) und es dränge E-4792/2014 Seite 7 sich folglich gar die Annahme auf, er habe die Tigers mit Waffen für den Kampf logistisch unterstützt. Insgesamt stellte das SEM fest, würden die Darstellungen des Beschwerdeführers verharmlosend und beschönigend wirken, was auch dadurch bekräftigt werde, dass er erst anlässlich der vier- ten Befragung sein Engagement für die LTTE offengelegt habe. Der Asyl- ausschluss halte bei dieser Sachlage auch dem Grundsatz der Verhältnis- mässigkeit stand. Der Beschwerdeführer distanziere sich bis heute nicht von der Vorgehensweise und den Zielen der LTTE und tendiere eher dazu, die begangenen Menschenrechtsverletzungen zu bagatellisieren oder als blosse Gerüchte darzustellen. Zudem habe er den Tigers weder zwangs- weise beitreten müssen, noch bestünden andere, individuelle Gründe, die es rechtfertigen würden, seine Handlungen anders zu bewerten. 4.2 In der Beschwerdeschrift werden verschiedene Aspekte der vorinstanz- lichen Verfügung als mangelhaft gerügt, namentlich Teile der Sachverhalts- darstellung, die Würdigung des individuellen Tatbeitrages und die Begrün- dung der Verhältnismässigkeit des Asylausschlusses. 4.2.1 Vorab hielt der Beschwerdeführer fest, die Sachverhaltsdarstellung in der Verfügung sei einseitig und irreführend ausgefallen. Das SEM mut- masse, er sei den LTTE freiwillig beigetreten, obschon er in Tat und Wahr- heit zwangsrekrutiert worden sei. Die protokollierte Aussage "ich ging frei- willig" (vgl. B31/18 F99) beziehe sich nicht etwa auf den Beitritt, sondern auf den Austritt aus der Organisation. Auch sei er, entgegen der Sachver- haltsdarstellung des SEM, vom sri-lankischen Militär nicht lediglich ausge- zogen und aufgeforde rt worden, Personen mit LTTE -Verbindungen zu identifizieren, sondern – wie ausführlich geschildert – anlässlich der Kon- trollbefragungen mehrmals sexuell missbraucht worden. 4.2.2 Ferner sei festzuhalten, dass das SEM dem Beschwerdeführer "'nur Gehilfen- und nicht etwa Mittäter- oder gar Haupttäterschaft" zum began- genen Delikt unterstelle, wodurch der individuelle Tatbeitrag der mutmass- lich begangenen Tat gewis sermassen durch das SEM selber relativiert werde. Es sei unverständlich, dass das Staatssekretariat den Beschwer- deführer nur als Gehilfen der gewerbsmässigen Erpressung schuldig sehe, gleichzeitig aber davon ausgehe, er habe eine höhere Funktion innerhalb der LTTE bekleidet. Es sei auch fraglich, ob sich der Beschwerdeführer vorliegend überhaupt strafbar gemacht habe, da er das Geld nicht freiwillig sondern auf Befehl der LTTE eingesammelt habe und es ihm somit am nötigen Vorsatz zur Tat gefehlt habe. Der Vorwurf, der Beschwerdeführer E-4792/2014 Seite 8 sei Gehilfe geschäftsmässiger Erpressung gewesen, könne das SEM folg- lich nur erfolgreich begründen, indem es die diesbezüglichen Angaben des Beschwerdeführers in Zweifel ziehe. Obschon das SEM in seiner Verfü- gung grundsätzlich von der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwer- deführers im Sinne von Art. 7 AsylG ausgehe, stelle es im Ergebnis ausge- rechnet die im Zusammenhang mit der verwerflichen Handlung gemachten Angaben in Abrede. 4.2.3 Im Übrigen habe der Asylausschluss für den Beschwerdeführer weit- reichende rechtliche und tatsächliche Folgen. So würde ihm dadurch für die nächsten drei Jahre die Zusammenführung mit seiner Ehefrau verwehrt und das Eheleben verhindert werden. Zu beachten sei, dass die Ehefrau gestützt auf Art. 85 Abs. 7 AsylG schon lange in der Schweiz hätte sein können, wäre das Verfahren vor der Vorinstanz nur einigermassen zügig entschieden worden und nicht erst nach fünf Jahren. Der Asylausschluss sei deshalb auch unverhältnismässig. 4.2.4 Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer of- fenkundig kein gewaltbereiter Mensch sei. Er sei zur Mitgliedschaft bei den LTTE gezwungen worden. Er sei nie exilpolitisch in Erscheinung getreten und nicht etwa in voller Überzeugung für die LTTE in den Krieg gezogen. Vielmehr habe jede Familie den Tigers einen Angehörigen zur Verfügung stellen müssen und er als Einzelkind faktisch keine andere Möglichkeit ge- habt als mitzumachen. Die Teilnahme an der Erpressung sei nicht rechts- genügend belegt worden, und der individuelle Tatbeitrag erscheine ohne- hin nicht von besonderer Bedeutung. Des Weiteren habe der Asylaus- schluss für den Beschwerdeführer weitreichende rechtliche und tatsächli- che Folgen und sei unverhältnismässig. 4.3 4.3.1 In seiner Vernehmlassung führte das SEM aus, es sei vorliegend nur wenig plausibel, dass sich die Aussage des Beschwerdeführers "ich ging freiwillig" (vgl. B31/18 F99) auf den Austritt beziehen würde. Der Austritt von den LTTE sei nämlich bekanntlich nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Zudem könne nicht von einem zwangsweisen Beitritt gesprochen werden, da der Beschwerdeführer in einem vom sri-lankischen Militär kon- trollierten Gebiet gewohnt habe und es ihm ohne Weiteres offen gestanden wäre, bei den Behörden Schutz zu suchen. Im Übrigen habe der Beschwer- deführer anlässlich der Befragungen nicht angegeben , zur Mitgliedschaft bei den LTTE gezwungen worden zu sein. E-4792/2014 Seite 9 4.3.2 In Bezug auf den individuellen Tatbeitrag zur verwerflichen Handlung hielt das SEM fest, die objektive Komponente der Gehilfenschaft best ehe gemäss bundesgerichtlicher Praxis aus einem kausalen Beitrag, welcher die Haupttat fördere. Eine solche Hilfeleistung sei bereits dann erfüllt, wenn der Gehilfe die Ausführung der Tat erleichtere. Subjektiv genüge bei der strafrechtlichen Teilnahmeform der Geh ilfenschaft Eventualvorsatz. Der Beschwerdeführer habe gewusst, dass einige Ladenbesitzer das Geld nicht freiwillig bezahlt hätten, weshalb er zumindest eventual -vorsätzlich gehandelt habe. Im Weiteren sei festzuhalten, dass das Beweismass bei Straftaten, die im Ausland begangen wer den, nicht nach einem strikten Nachweis verlangen. Konkrete Anhaltspunkte, wonach die asylsuchende Person eine individuelle Verantwortlichkeit für verwerfliche Handlungen im Sinne des Asylgesetzes habe, würden reichen. Art. 53 AsylG habe einen gewissen moralischen Charakter, da das Gesetz vom allgemein definierten und gewissermassen moralischen Ausdruck der "verwerflichen Handlung" spreche, und nicht etwa von juristischen Begriffen wie strafbare Handlung oder Verbrechen. Das SEM habe dem moralischen Charakter Rechnung getragen, indem es darauf hingewiesen habe, dass auch die über die Geld- sammeltätigkeit hinaus gemachten Angaben des Beschwerdeführers zu seinen LTTE-Tätigkeiten zur Annahme berechtigten, er sei in verwerfliche Handlungen involviert gewesen. Das SEM habe sich somit nicht bloss auf einen einzigen Widerspruch gestützt um den individuellen Tatbeitrag des Beschwerdeführers zu begründen. 4.3.3 Der Asylausschluss sei schliesslich auch verhältnismässig, da der Beschwerdeführer während langer Zeit eine umfassende Prüfun g seines Gesuchs verunmöglicht habe, indem er vorgegeben habe, ein tiefes Profil zu haben (das in starkem Kontrast zu den ihm gegenüber ergriffenen, mas- siven Verfolgungsmassnahmen gestanden sei). Vor diesem Hintergrund lasse es sich nicht rechtfertigen, aufgrund der Verfahrensdauer vom Asyl- ausschluss abzusehen. Im Übrigen diene die Prüfung der Verhältnismäs- sigkeit nicht dazu, den Willen des Gesetzgebers zu umgehen, wonach Flüchtlinge ihre Angehörigen erst nach Ablauf einer dreijährigen Frist nach- ziehen können sollen. E-4792/2014 Seite 10 4.4 In der Replik hielt die Rechtsvertretung dem Gesagten entgegen, dass, wenn man den Beschwerdeführer von Asyl ausschliesse, er seine Ehefrau frühestens zirka neun Jahren nach gestelltem Asylgesuch das erste Mal wiedersehen würde. Der Asylentscheid treffe ihn somit dreimal härter als vom Gesetz vorgesehen. Das SEM könne dem Beschwerdeführer nicht vorwerfen, er versuche die im Asylgesetz vorgesehene Karenzfrist von drei Jahren zu umgehen ; schliesslich sehe das Asylgesetz ja auch vor, dass erstinstanzliche Verfahren innerhalb von drei Monaten zu behandeln seien. Auch wenn es sich dabei nur um eine Ordnungsvorschrift handle, sei der Gesetzgeber wohl nicht davon ausgegangen, dass ein erst instanzliches Verfahren – wie vorliegend – beinahe sechs Jahre dauern würde. Den Vor- wurf der Umgehung der Karenzfrist hätte das SEM ins Feld führen können, wenn es das vorliegende Verfahren innert ver nünftiger Frist behandelt hätte. Im Weiteren sei festzuhalten, dass der Beschw erdeführer auch heute ein als tief zu bezeichnendes Profil habe und in Sri Lanka auch Per- sonen mit einem flachen Profil asylrelevant verfolgt werden. Im Übrigen sei (nach wie vor) weder aus den Akten noch aus den Umständen ersichtlich, dass der Beschwerdef ührer den LTTE freiwillig beigetreten sei oder das Geld aus freien Stücken eingesammelt hätte. 5. Gemäss Art. 53 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie wegen verwerflicher Handlungen dessen unwürdig sind oder wenn sie die innere oder die äussere Sicherheit der Schweiz verletzt haben oder gefährden. 5.1 Unter den Begriff der verwerflichen Handlungen fallen grundsätzlich Delikte, die dem abstrakten Verbrechensbegriff von Art. 10 Abs. 2 StGB entsprechen, demnach also Straftaten, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (vgl. hierzu und zum Folgenden BVGE 2011/29 E. 9.2.2, 2011/10 E. 6, 2010/44 E. 6). 5.2 Liegt eine entsprechende Delinquenz vor, vermag die alleinige Tatsa- che einer Mitgliedschaft bei einer als extremistisch aufzufassenden Orga- nisation nicht zur Folgerung der Asylunwürdigkeit zu führen. Vielmehr ist von einer pauschalen Betrachtungsweise Abstand zu nehmen und der in- dividuelle Tatbeitrag – zu welchem die Schwere der Tat und der persönliche Anteil am Tatentscheid wie auch das Motiv des Täters und allfällige Recht- fertigungs- oder Schuldminderungsgründe zu zählen sind – zu ermitteln. Die Praxis folgt sodann der in der Lehre vertretenen Auffassung, dass bei der Beurteilung der Asylunwürdigkeit auch der Grundsatz der Verhältnis- mässigkeit zu beachten ist. Dabei ist vorab in Betracht zu ziehen, wie lange E-4792/2014 Seite 11 die Tat bereits zurückliegt, wobei auf die Verjä hrungsbestimmungen des Strafrechts verwiesen wird. Ebenso haben das Alter des Flüchtlings im Zeitpunkt der Tatbegehung sowie eine allfällige Veränderung der Lebens- verhältnisse nach der Tat Einfluss auf die diesbezügliche Entscheidfindung (vgl. BVGE 2011/29 E. 9.2.4 m.w.H.). 5.3 Bei Straftaten, die im Ausland begangen wurden, ist kein strikter Nach- weis erforderlich. Es genügt die aus schwerwiegenden Gründen gerecht- fertigte Annahme, das heisst die überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass sich die betroffene Person e iner Straftat im Sinne der genannten Bestim- mungen schuldig gemacht hat (vgl. a.a.O. E. 9.2.3). 5.4 Das SEM weist an sich zu Recht darauf hin, dass nicht nur Hand lun- gen, die nach schweizerischem Strafrecht ein Verbrechen darstellen, vom Begriff der verwerflichen Handlung umfasst sind, sondern dass diesem Be- griff eine moralische Konnotation innewohnt, die unter Umständen über die strafrechtliche Definition eines Verbrechens hinausgehen kann (vgl. vorne E. 4.3.2). Allerdings muss auch bei einer strafrechtlich nic ht erfassbaren Tat der Grad der Vorwerfbarkeit mit demjenigen identisch sei, den eine Straftat aufweist, die mit einer Verurteilung zu drei Jahren geahndet wird (vgl. etwa Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre- kurskommission [EMARK] 1999/12 E. 6.b: afghanischer Richter, der in un- fairen Prozessen menschenrechtswidrige Urteile gefällt und drakonische Strafen ausgesprochen hat). 6. Im Folgenden ist im Sinne einer Gesamtwürdigung zu prüfen, ob die Vor - instanz den Beschwerdeführer aufgrund seiner Tätigkeiten zugunsten der LTTE zu Recht von der Asylgewährung ausschloss. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht stellt vorweg fest, dass d er rechtser- hebliche Sachverhalt insofern unbestritten ist, als weder von der Vorinstanz noch vom Beschwerdeführer negiert wird, dass dieser in den Jahren 2006– 2009 Mitglied des politischen Flügels der LTTE war und als solcher zuguns- ten der Tigers Gelder einsammelte, als Spion tätig war und Güter transpor- tierte. Das Gleiche gilt für die Ausführungen in der angefochtenen Verfü- gung, wonach die LTTE zur Finanzierung ihrer Tätigkeiten bekanntermas- sen auf illegale Bes chaffungsmethoden zurückgriffen, indem sie Gelder von Personen im Sinne von Art. 156 Abs. 2 StGB gewerbsmässig erpress- ten. Das Gericht sieht unter diesen Umständen keine Veranlassung, sich zu diesen Aspekten der angefochtenen Verfügung weiter zu äussern. E-4792/2014 Seite 12 Unterschiedliche Auffassungen bestehen indes in der Frage, ob und inwie- fern der Beschwerdeführer einen individuellen Tatbeitrag mit persönlicher Verantwortungsträgerschaft zur Tat im Sinne der Praxis des Bundesverwal- tungsgerichts zu Art. 53 AsylG geleistet hat: 6.1.1 In Bezug auf das Einsammeln der Gelder fällt auf, dass der Be- schwerdeführer einen geografisch begrenzten und zudem in der Auftrags- ausübung nicht autonomen Handlungsspielraum gehabt zu haben scheint. So beschränkte sich das Geldeinsammeln in geografischer Hinsicht auf den Raum Kaithady, und er war in ihrer Ausübung gemäss Akten gänzlich abhängig von vorgängigen Anweisungen der LTTE (vgl. etwa B31/18 F48: "Es wurde bereits von höheren Offizieren bekannt gegeben, an diverse o- der alle Ladenbesitzer in unserer Umgebung, sie müssten zahlen und ich ging von Geschäft zu Geschäft […]."). Im Weiteren weisen auch die anderen vom Beschwerdeführer umschrie- benen Tätigkeiten (Spionage und Gütertransport für die LTTE) darauf hin, dass er innerhalb der Organisation nur eine untergeordnete Rolle ohne Be- fehlsgewalt innehatte, was in gewisser Hinsicht in der Natur die ser Tätig- keiten liegt. Dass der Beschwerdeführer glaubhaft geltend macht, dass er nicht wusste, was sich in den von ihm transportierten Paketen befand, be- stärkt die Annahme zusätzlich, dass er über keinen eigenständigen Gestal- tungs- und Handlung sspielraum verfügte. Hinzu kommt, dass dem Be- schwerdeführer jeweils auch die Art und Weise der Aufgabenausführung durch die Tigers vorgegeben wurde (vgl. etwa B31/18 F50: "Ich ging von Geschäft zu Geschäft und bekam Couverts und musste all diese einsam- meln und dorthin bringen." oder B31/18 F96: "Als ich mit dem Bus reiste , musste ich alle diese Checkpoints passieren und der LTTE anschliessend mitteilen, wo zum grossen Teil die Soldaten platziert sind."). Der Beschwerdeführer hat nach Ansicht des Gerichts insgesamt glaubhaft machen können, durch die Befehle der LTTE unter Druck geraten zu sein und als einfacher Akteur und Beauftragter der LTTE gehandelt zu haben. Zwar ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass der Beschwerdeführer wohl gewu sst haben muss, dass Personen, die sich weigerten die Gelder zu bezahlen, mit erheblichen Konsequenzen konfron- tiert wurden, und er somit zumindest den subjektiven Tatbestand der Ge- hilfenschaft erfüllt, da sein Verhalten jedenfalls eventualvorsätzlich er- scheint. Indessen bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer sich auch in objektiver Hinsicht der Gehilfenschaft zur E-4792/2014 Seite 13 gewerbsmässigen Erpressung schuldig gemacht hätte. Unbestrittenermas- sen hat er die Straftat zwar erleichtert, indem er die Gelder in den Kuverts abholte. Es besteht in Lehre und Rechtsprechung allerdings Einigkeit da- rin, dass bei der Annahme der Strafbarkeit kausaler Hilfeleistungen Zurück- haltung angezeigt ist (vgl. zur Strafbarkeit der Gehilfenschaft etwa: DO- NATSCH/TAG, Strafrecht I Verbrechenslehre, 9. Aufl., 2013, S. 165 f.). Ob das Abholen beziehungsweise Einsammeln der Gelder im vorliegenden Fall bereits ein erpresserisches respektive tatbestandsmässiges Verhalten im Sinne von Art. 156 StGB darstellt und eine persönliche Verantwortlich- keit gemäss Art. 53 AsylG begründet, ist jedenfalls fraglich (und muss an- gesichts der nachfolgenden Ausführungen auch nicht abschliessend beur- teilt werden). 6.2 Der Ausschluss von der Asylgewährung erscheint nach Abwägung aller Umstände des vorliegenden Einzelfalls nämlich als unverhältnismässig: 6.2.1 Zunächst gilt es festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sich seit knapp sechs Jahren in der Schweiz aufhält und bisher nie deliktisch in Er- scheinung getreten ist. Das Bundesverwaltungsgericht erachtet eine Be- gehung weiterer Straftaten nicht als wahrscheinlich. Es ergeben sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers auch keine Hinweise auf eine Ge- waltbereitschaft. Die vom SEM vertretene Auffassung, der Beschwerdefüh- rer sei den LTTE freiwillig beigetreten, erscheint nicht als sehr überzeu- gend. Zwar ist aus der ominösen Protokollstelle (vgl. B31/18 F99: "Ich ging freiwillig.") allein nicht festzustellen, ob der Beschwerdeführer die Organi- sation freiwillig verlassen haben oder ihr freiwillig beigetreten sein will. Im Kontext aller protokollierte Aussagen wird aber eindeutig ersichtlich, dass der Beschwerdeführer infolge einer Zwangsrekrutierung Mitglied der Tigers wurde (vgl. B17/19 F54 ff.: "Ich war nicht freiwillig dort. Ich wurde dazu gezwungen.", "[…] wenn ich nicht ins Trainingslager kommen würde, wür- den sie mich in einen dunklen Bunker einsperren.", "[…] weil ich nicht frei- willig dorthin ging."). Auf die Praxis der Tigers, im betreffenden Gebiet zu jener Zeit von jeder Familie einen Angehörigen zu verlangen, wurde in der Beschwerde zu Recht hingewiesen. Im Übrigen ergibt ein Beizug der Akten des Auslandverfahrens der Ehefrau des Beschwerdeführers, dass diese unmissverständlich von einer Zwangsrekrutierung ihres Gatten sprach (vgl. Protokoll ihrer Anhörung auf der Botschaft vom 30. April 2010 S. 5, Zeilen 2 und 42: " taken by force by the LTTE"). 6.2.2 Gemäss der publizierten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVGE 2011/29 E. 9.2.2, 2011/10 E. 6, 2010/44 E. 6, je m.w.H. auch auf die E-4792/2014 Seite 14 Praxis der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK]) sind in erster Linie Personen von der Asylgewährung auszuschliessen, die sich über einen langen Zeitraum in überdurchschnittlichem Masse mit der Vor- gehensweise einer gewaltbereiten Organisation identifiziert haben. Von einer solchen Identifikation ist vorliegend nicht auszugehen, zumal der Beschwerdeführer glaubhaft gemacht hat, dass er in untergeordneter Rolle den Befehlen der Tigers nachkam und die Aufträge lediglich in der ihm vor- gegebenen Art ausführte. Weiter ist festzuhalten, dass der Beschwerde- führer lediglich drei Mal im Zeitraum von 2006–2009 Gelder einsammelte, weshalb auch nicht von einer dauerhaften oder fortgesetzten Delinquenz im Sinne von Art. 53 AsylG die Rede sein kann. 6.2.3 Was die in der Beschwerde erhobene Rüge der langen Dauer des erstinstanzlichen Verfahrens anbelangt, ist – wie dies von der Vorinstanz richtigerweise angeführt wurde – festzuhalten, dass das Gesetz lediglich Ordnungs- und nicht Verwirkungsfristen vorgibt. Trotzdem steht vorliegend ausser Frage, dass das SEM die massgebliche Entscheidungsfrist mit ei- ner Zeitspanne von vier Jahren zwischen der Eröffnung des Asylverfahrens in der Schweiz im Januar 2010 und der Fällung der angefochtenen Verfü- gung im September 2014 bei Weitem überschritten hat, mithin dem Gebot der Verfahrensbeschleunigung nicht nachgekommen ist. Der Asylaus- schluss hätte bei Anwendung der Bestimmung von Art. 85 Abs. 7 AuG (SR 142.20) gemäss striktem Wortlaut tatsächlich die Konsequenz, dass der Beschwerdeführer seine Familie weitere dre i Jahre nicht nachziehen könnte. In diesem Zusammenhang sind auch die erheblichen gesundheit- lichen Folgen zu berücksichtigen, die der Beschwerdeführer durch die er- littenen Folterungen, insbesondere die ma ssiven sexuellen Übergriffe of- fenbar erlitten hat (vgl. Protokoll der ergänzenden Anhörung vom 13. März 2013 S. 2 f., S. 14 und S. 15). Die lange Trennung von der Ehefrau wirkt sich angesichts der traumatisie- renden Erlebnisse offensichtlich besonders nachteilig auf den Beschwer- deführer aus. Das Bundesverwaltungsgericht geht bei der heutigen Akten- lage davon aus, dass ein Nachzug der Frau, um den sich der Beschwer- deführer bereits unmittelbar nach der Einreise in die Schweiz beim BFM bemüht hatte (vgl. B11/3 S. 2), sich stabilisierend auf seinen gesundheitli- chen Zustand auswirken wird. E-4792/2014 Seite 15 6.3 Die Vorinstanz hat zusammenfassend zu Unrecht auf die Asylunwür- digkeit des Beschwerdeführers wegen verwerflicher Handlungen geschlos- sen. 7. Nach dem Gesagten ist die – auf den Punkt des Ausschlusses vom Asyl und die damit verbundenen Rechtsfolgen beschränkte – Beschwerde gut- zuheissen, und die Ziffern 2 –7 der an gefochtenen Verfügung sind aufzu- heben. Das SEM ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren hin eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuspre- chen (Art. 64 VwVG; Art. 7 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigung vor dem Bundesverwaltungsge- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Der in der Kostennote vom 22. September 2014 ausgewiesene zeitliche Vertretungsaufwand erscheint angemessen, weshalb das Honorar des amtlichen Rechts beistands auf insgesamt Fr. 2340.– (inkl. Auslagen) bestimmt und dem SEM zur Bezahlung unter dem Titel einer Parteientschädigung aufzuerlegen ist. (Dispositiv nächste Seite) E-4792/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. 2. Die Ziffern 2–7 der Verfügung des SEM vom 24. Juli 2014 werden aufge- hoben. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer in der Schweiz Asyl zu gewähren. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands von Fr. 2340.– als Parteientschädigung zu vergüten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Markus König Martina Stark Versand: