<h2>SubmittedText<h2><p>Am Standort Ausserholligen entsteht - in Übereinstimmung mit dem städtischen Konzept der neuen Entwicklungsstandorte - ein neues Verwaltungsgebäude, das von der Bundesverwaltung (EDA) genutzt werden soll.</p><p>Der Standort gilt zwar verkehrstechnisch als optimal erschlossen, das zu errichtende Verwaltungsgebäude dient jedoch vor allem auch als sogenannter Lärmriegel gegenüber Eisenbahn und Autobahn. Unter dem Aspekt einer harmonischen Stadtkultur im Gleichgewicht von Wohnen, Arbeiten, sozialer und kultureller Aktivitäten wird der Arbeitsstandort hingegen noch längere Zeit mehr oder weniger im "Niemandsland" (Fenster werden zwar ohnehin nicht geöffnet werden können!) stehen. Zur Erhöhung der Raumnutzung sollen überdies ursprünglich als Archive vorgesehene Räume zu Büros umgenutzt werden.</p><p>Ein Ingenieurgutachten im Zusammenhang mit den Auswirkungen der durch die Eisenbahn verursachten beträchtlichen magnetischen Feldstärken (neben den Fahrleitungen tangieren auch Bahn-Stromversorgungsleitungen das Verwaltungsgebäude unmittelbar) schlägt verschiedene technische Massnahmen zur Verringerung der Auswirkungen im Computerbereich (besondere Abschirmungen der Geräte u. a. m.) vor. Mögliche Beeinträchtigungen des Menschen werden dabei lediglich mit Hinweisen auf vorhandene Immissionsgrenzwerte ("keine Störungen an heute implantierten Herzschrittmachern") abgehandelt und damit von vornherein ausgeschlossen.</p><p>Ich frage den Bundesrat in diesem Zusammenhang, ob er im Interesse einer optimalen zukünftigen Arbeitsqualität bereit ist, ein von bisher involvierten Ingenieuren und Planern unabhängiges Büro für die Ausarbeitung eines Berichtes über die gesundheitlichen und arbeitsplatzökologischen Aspekte (im Zusammenhang mit dem Gebäude und dem Umfeld) zu beauftragen, damit allfällige Massnahmen noch rechtzeitig eingeleitet werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das neue Verwaltungsgebäude in Ausserholligen wird gegenwärtig durch eine private Trägerschaft realisiert. Der Bund hat mit der Trägerschaft einen Miet- und Kaufrechtsvertrag für das Gebäude abgeschlossen. Raumplanerisch gehört das Projekt zum stadtbernischen Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen. Nach mehrjähriger Planungszeit wurde am 26. Mai 1994 die Baubewilligung erteilt, und seit Frühjahr 1995 ist das Gebäude im Bau. Die Fertigstellung ist auf Ende 1998 vorgesehen.</p><p>Im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens wurden hinsichtlich Lärm und Erschütterungen alle notwendigen Abklärungen durch spezialisierte Ingenieurbüros durchgeführt.</p><p>Entlang der Autobahn lassen sich im täglichen Betrieb nur rund 20 Prozent der Fenster nicht öffnen. In diesem Bereich sind Lärmschutzfenster vorgesehen, die - in Kombination mit der geplanten Belüftung und Sommerkühlung - eine Nutzung als Büroarbeitsplätze ermöglichen. Dies unter Einhaltung aller arbeitsphysiologischen Aspekte.</p><p>Das elektromagnetische Klima, d. h. das durch die angrenzenden Bahnlinien entstehende elektromagnetische Störpotential, wurde durch ein spezialisiertes Ingenieurteam mit Messungen und ergänzenden Berechnungen analysiert. Für durch 16 2/3 Hertz Wechselstrom erzeugte Magnetfelder beträgt der Immissionsgrenzwert 240 Ampere/Meter magnetische Feldstärke. Mit den schon immer vorgesehenen Massnahmen bei der Bahnversorgung, wie Verlegen der Kabeltrassen dee Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn sowie Erstellen eines kurzen Stromabschnittes im Bereich des Verwaltungsgebäudes, kann der Stromfluss, der durch die im Stromabschnitt fahrenden Lokomotiven verursacht wird, auf eine kurze Expositionsdauer reduziert werden. Die maximale Feldstärke beträgt dabei lediglich 1/16 des entsprechenden Immissionsgrenzwertes. Der Stromfluss ausserhalb des Stromabschnittes kann vernachlässigt werden.</p><p>Gestützt auf den Bericht "Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder" des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (Schriftenreihe "Umwelt", Nr. 214, 1993), die vorgenommenen Messungen, die durchgeführten Berechnungen sowie die sich daraus ergebenden Massnahmen, können negative Auswirkungen auf die sich im Gebäude aufhaltenden Menschen nach dem heutigen Stand der Wissenschaft mit Sicherheit ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang ist auch auf die geplante Überbauung des Bahnhofs Bern hinzuweisen. Auf der Grundlage des Masterplans ist vorgesehen, in den nächsten Jahren unmittelbar über und an den Geleisen für mehrere tausend Arbeitsplätze Neubauten zu erstellen. Auch bei dieser Planung hat sich ergeben, dass mit entsprechenden planerischen und bautechnischen Massnahmen eine Gefährdung der dort arbeitenden Menschen ausgeschlossen ist.</p><p>Abschliessend ist folgendes festzuhalten:</p><p>- Die effektiv vorhandene magnetische Feldstärke ist um ein Vielfaches kleiner als der Immissionsgrenzwert.</p><p>- Mit den von Anfang an vorgesehenen Verbesserungen an der Bahnversorgung wird der Empfehlung des Buwal-Berichts nach vorsorglicher Reduktion der Magnetfelder voll entsprochen.</p><p>- Die geplanten Massnahmen werden mittels Nachmessungen laufend überwacht, die Resultate mit dem Studienbericht verglichen und, wenn nötig, weiter optimiert.</p><p>- Das Projekt erfüllt ebenfalls alle Anforderungen des Eidgenössischen Arbeitsinspektorates des Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit sowie der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt.</p><p>Der Bundesrat hat aus heutiger Sicht keine Veranlassung, zusätzliche Expertisen und Untersuchungen in Auftrag zu geben. Im Rahmen der weiteren Projektbearbeitung wird jedoch dem ganzen Problemkreis laufend die gebotene Beachtung geschenkt.</p>  Antwort des Bundesrates.