B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5918/2012 U r t e i l v o m 3 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, B._______, C._______, Sri Lanka, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Oktober 2012 / N (…). E-5918/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Gemäss eigenen Angaben verliessen die Beschwerdeführenden ihren Heimatstaat am 14. November 2009 und reisten am 17. Februar 2010 in die Schweiz ein. Gleichentags suchten sie im Empfangs- und Verfahrens- zentrum (EVZ) Basel um Asyl nach. Anlässlich der Kurzbefragungen vom 23. Februar 2010 im EVZ und der Anhörungen vom 9. März 2010 zu den Asylgründen machten sie im Wesentlichen Folgendes geltend: Sie seien in Jaffna (Beschwerdeführer) beziehungsweise in D._______ (Beschwerdeführerin) geboren, seit 2006 beziehungsweise 1997 im Van- ni-Gebiet wohnhaft gewesen und hätten sich im Jahre 2007 religiös ge t- raut. Im Dezember 2008 seien sie nach Vavunija umgezogen, wo der Be- schwerdeführer einen (…) betrieben habe. Mit den LTTE (Liberation T i- gers of Tamil Eelam) hätten sie nie etwas zu tun gehabt und sie seien nicht politisch tätig gewesen. Der Beschwerdeführer habe aber immer noch Splitter und Narben von einem Artilleriegeschoss im Rücken. Am (…). August 2009 sei er – ursprünglich wohl aus gelderpresserischen Mo- tiven – von vier uniformierten Beamten des CID (Criminal Investigation Department) an einen unbekannten Ort mitgenommen, in der Folge be- fragt, misshandelt, erniedrigt und unter Folter zum schriftlichen Einge - ständnis der Zugehörigkeit zur beziehungsweise Unterstü tzung der LTTE gezwungen worden, zumal seine Rückenverletzung entsprechende Ve r- dachtsmomente bei den Entführern begründet habe. Seine Mutter habe sein Verschwinden bei der Polizei, der PLOTE (People's Liberation Org a- nisation of Tamil Eelam) und der HRCSL (Human Rights Commission of Sri Lanka) zur Anzeige gebracht beziehungsweise gemeldet und dank der Vermittlerrolle der PLOTE sowie einer erheblichen Geldzahlung am (…) September 2009 seine Freilassung in körperlich angeschlagenem Z u- stand erwirken können. Ein offizielles Verfahren sei nie eröffnet worden . Die CID -Beamten hätten ihm mitgeteilt, dass sie ihn bei Bedarf wieder abholen würden. Zwei Wochen später seien sie aus Sicherheitsüberl e- gungen in das Nachbarhaus umgezogen. Gemäss Mitteilung des Besi t- zers ihres vormaligen Wohnhauses sei dort Ende September 2009 von Armeeangehörigen nach dem Beschwerdeführer gefragt worden , und auch in Jaffna, wo er noch ein Haus besessen habe und über Verwandte verfüge, habe man nach ihm gesucht . Dies habe die Beschwerdefüh ren- den in Angst versetzt und zur Flucht veranlasst. Z u diesem Zweck seien sie am 12. November 2009 nach Colombo, von dort auf dem Luftweg nach E._______, nach drei Monaten weiter nach Italien und auf dem E-5918/2012 Seite 3 Landweg schliesslich illegal in die Schweiz gelangt. Der Schlepper habe für die Luftwege Reisepässe unbekannten Inhalts für sie vorgewiesen. Die Beschwerdeführerin habe selber nie irgendwelche Probleme mit Be- hörden oder Gruppierungen gehabt. Für den weiteren Inhalt der Auss a- gen wird auf die Akten verwiesen. Als Identitätsdokumente gaben die Beschwerdeführenden ihre Identität s- karten und beglaubigte Kopien ihrer Geburtsurkunden zu den Akten; Rei- sepässe hätten sie nie besessen oder beantr agt. Weiter reichten sie als Beweismittel ein originales fremdsprachiges (vermutlich singhalesisches) Dokument vom (…) August 2009 – gemäss dem Beschwerdeführer eine Anzeige bei der Polizei betreffend sein Verschwinden – und eine eng- lischsprachige Bestätigung der HRCSL vom (…) August 2009 (inklusive einer Referenzkarte) zu den Akten. Gemäss dieser Bestätigung habe die Mutter des Beschwerdeführers dessen Verschwinden beim "Magistrate Court" beanzeigt und dort sowie beim HRCSL selber registrieren lassen. B. Am (…) wurde das Kind C._______ geboren. C. Das BFM stellte mit Verfüg ung vom 17. Oktober 2012 – eröffnet am 18. Oktober 2012 – fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüch t- lingseigenschaft nicht, und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig ve r- fügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz. Zur Begründung des able h- nenden Asy lentscheides qualifizierte es die geltend gemachten Verfo l- gungsvorbringen als den Anforderungen von Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die flüchtlingsrechtliche Beachtlic h- keit nicht genügend. Die Wegweisung stelle die Regelfolge der Ablehnung eines Asylgesuchs dar und der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zu- mutbar und möglich. Auf die detaillierte Begründung der Verfügung wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Beschwerdeeingabe vom 14. November 20 12 beantragen die B e- schwerdeführenden die Aufhebung der Verfügung vom 17. Oktober 2012, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, (sinngemäss) die Gewährung von Asyl und allenfalls die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. I n ver- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuc hten sie ferner um Anordnung vollzug s- hemmender vorsorglicher Massnahmen und um Verzicht auf die Erh e-E-5918/2012 Seite 4 bung eines Kostenvorschusses. Für die Begründung wird, soweit wesent- lich, auf die Erwägungen verwiesen. E. Die Instruktionsrichterin erkannte m it Zwischenverf ügung vom 22. N o- vember 2012 die Gegenstandslosigkeit des Gesuchs um Anordnung vol l- zugshemmender vorsorglicher Massnahmen, stellte den legalen Aufent- halt der Beschwerdeführenden während des Beschwerdeverfahrens fest und hiess das Ge such um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses gut. Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung bis zum 12. Dezember 2012 eingeladen. Mit Vernehmlassung vom 4. Dezember 2012 (Eingang Bundesverwa l- tungsgericht am 10. Dezember 2012) beantragt das BFM die Abweisung der Beschwerde. Auf den Inhalt der Zwischenverfügung und der Vernehmlassung wird, s o- weit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-5918/2012 Seite 5 1.3 Die Beschwerde ist f rist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei- se Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zw eiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG, in Anbetracht des materiellen Au s- gangs des vorliegenden Verfahrens (Kassation) und aus prozessökon o- mischen Gründen wird vorliegend auf die Fortsetzung des Schriftenwech- sels mittels Zustellung der Vernehmlassung zur Repl ik verzichtet. Die Vernehmlassung der Vorinstanz wird den Beschwerdeführenden jedoch als Beilage zum vorliegenden Urteil zur Kenntnis gebracht. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Fur cht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauensp ezifi- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). E-5918/2012 Seite 6 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Das BFM begründete den ablehnenden Asylentscheid damit, dass die Verfolgungsvorbringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügten und sie daher die Flüchtlin gseigenschaft nicht erfüllten. Für eine Asylgewä h- rung sei die Gefährdung im Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend. Die srilankischen Behörden hätten im Zuge des Rebellenkrieges zu Massnahmen wie vorübergehenden Festnahmen gegriffen, um die Infil t- rierung von LTTE-Kämpfern in die Zivilgesellschaft zu unterbinden. So l- che Massnahmen, welche im Zusammenhang mit der Bürgerkriegssitu a- tion beziehungsweise der angespannten Lage unmittelbar nach Krieg s- ende zu sehen seien, stellten in asylrechtlicher Hinsicht keine relevante Verfolgungssituation dar. Bezeichnenderweise sei der Beschwerdeführer nach zwei Wochen aus der Haft entlassen worden, was im Falle eines auf ihm lastenden Verdachts des Engagements zugunsten der LTTE nicht geschehen wäre. Er verfüge mangels jegl ichen LTTE-Engagements oder gar einer Mitgliedschaft auch aktuell nicht über ein Profil, das ihn bei den srilankischen Behörden verdächtig machen könnte . Die geltend gemac h- ten Misshandlungen seien zwar angesichts der damaligen Umgangsfo r- men der A rmee und d er Polizei mit Gefangenen nicht grundsätzlich zu bestreiten. Jedoch handle es sich um einen einmalig vorgefallenen Nac h- teil, der zudem mangels Intensität nicht als erheblich im Sinne des G e- setzes einzustufen sei und auch keinen unerträgli chen psychischen Druck auszulösen vermöge. Die Festnahme habe überdies keine konkre- ten Verfolgungsmassnahmen nach sich gezogen, da er seit der Haften t- lassung von den Behörden nicht mehr belangt worden sei. Die angebl i- chen Suchen nach ihm in Vavunija und in Jaffna stützten sich lediglich auf Angaben Dritter und könnten mithin nicht als Anhaltspunkte für eine ko n- krete Verfolgung gewertet werden. Für die Gesuchsteller bestehe somit keine begründete Furcht vor flüchtlingsrechtlich bedeutsamen Benachte i- ligungen im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka. An dieser Einschätzung vermöchten die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern, da sie ledig- lich das als solches unbestrittene plötzliche Verschwinden des B e-E-5918/2012 Seite 7 schwerdeführers belegten. Die Echtheit des eingereichten Polizeirapports sei zudem aufgrund seiner Beschaffenheit in Frage zu stellen. Für die detaillier te Begründung der Wegweisungs - und Vollzugsanor d- nung wird auf die angefochtene Verfügung verwiesen. 5.2 In ihrer Beschwerde halten die Beschwerdeführenden an ihrer flüch t- lingsrechtlich relevanten Gefährdungslage und mithin an der Erfüllung der Voraussetzungen für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft fest. Bezug nehmend auf das vorinstanzliche Argument, wonach der B e- schwerdeführer bei ernsthaftem Verdacht eines Engagements zugu nsten der LTTE nicht nach zwei Wochen aus der Haft entlassen worden wäre, wendet dieser ein, dass eine Geldzahlung Auslöser seiner Freilassung gewesen sei. Dies lasse keinen Rückschluss auf eine dahingefallene G e- fährdungslage in seinem Heimatland zu . Er se i denn auch im Anschluss daran erneut an verschiedenen Orten gesucht worden und es bestehe keine innerstaatliche Fluchtalternative . Somit hätten sie durchaus b e- gründeterweise Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne des Gesetzes gehabt und sich einem une rträglichen psychischen Druck ausgesetzt g e- sehen. Mit seiner Auffassung eines mangels LTTE -Zugehörigkeit oder - Engagements nicht bestehenden Verdachtsprofils des Beschwerdefü h- rers verkenne das BFM, dass er von den CID -Beamten genau dessen verdächtigt worden sei und dies auch aus dem eingereichten Polizeirap- port hervorgehe. Entsprechende Festnahmen seien nach wie vor Praxis und beträfen längst nicht nur ehemalige LTTE -Mitglieder, hingegen im Besonderen auch tamilische Ausland-Rückkehrer. Im weiteren widersetzt sich der Beschwerdeführer der Einstufung der erlittenen Misshandlungen als zu wenig intensiv und im Hinblick auf die Verursachung eines une r- träglichen psychischen Druckes zu wenig begründet. Die durch die Miss- handlungen hervorgerufenen und bis heute wahrnehmbaren Spuren in seinem psychischen Gesundheitszustand könnten durch eine fachärztl i- che Expertise belegt werden, was er hiermit anrege. Ebenso sei die B e- zeichnung der eingereichten Beweismittel, insbesondere des Polizeira p- ports und der HRCSL -Anzeigebestätigung als unwesentlich beziehung s- weise unerheblich nicht statthaft, da die Dokumente die Wahrheitskon- formität und flüchtlingsrechtliche Begründetheit der Verfolgungskernvo r- bringen zu untermauern vermöchten. Das Bundesverwaltungsgericht werde daher um Durchführung einer Echtheitsprüfung ersucht. E-5918/2012 Seite 8 Für die detaillierte Begründung der Beschwerde betreffend die vorinstanz- liche Wegweisungs - und Vollzugsanordnung wird auf die Beschwerde verwiesen. Als Beweismittel gaben die Beschwerdeführenden verschiedene Berichte betreffend die in Sri Lanka herrschende Praxis aussergerichtlicher Inha f- tierungen, die Gefährdung von aus dem Ausland nach Sri Lanka zurüc k- kehrenden Tamilen und die dortige Menschenrechtslage zu den Akten. Ebenso reichten sie "le témoignage de Monsieur F._______., l'un des d i- rigeants du PLOTE, qui a décrit toute la situation vécue laquelle nous a poussé à quitter le Sri Lanka" (vgl. Beschwerde S. 6) inklusive Kopien der PLOTE-Mitgliedkarte von F._______ und von dessen Mitgliedskarte des "(…)" ein. 5.3 In der Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. November 2012 erwog die Instruktionsrichterin insbesondere (Zitat :), "dass die Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung auch um Bean t- wortung der Frage ersucht wird, ob sie vom Inhalt des Beweismittels Nr. 2 (vgl. Beweismittelverzeichnis A1: "Anzeige bei Polizei" vom (…) August 2009) Kenntnis hat und allenfalls über eine Übersetzung verfügt, dass das Bundesverwaltungsgericht ferner ohne anderslautende Ste l- lungnahme der Vorinstanz davon ausgeht, sie e rachte dieses Beweismit- tel hinsichtlich seiner Echtheit als unbestimmt (vgl. Verfügung E. I/2), dass die Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung ebenso um Bean t- wortung der Frage ersucht wird, ob sie das vom Beschwerdeführer ge l- tend gemachte (erzwungene) sc hriftliche Eingeständnis der LTTE -Zuge- hörigkeit beziehungsweise -Unterstützung (vgl. insb. A8 F38) als glau b- haft erachtet". 5.4 In seiner die Beschwerdeabweisung beantragenden Vernehmlassung teilt das BFM zunächst mit, dass es auf eine Übersetzung des Beweismit- tels Nr. 2 verzichtet habe, da es den Sachverhalt auch ohne dieses als erstellt erachtet habe. Ferner ändere das Vorbringen, wonach der B e- schwerdeführer ein unter Folter erwirktes Geständnis betreffend seiner LTTE-Kollaboration unterschrieben habe, nicht s an den Erwägungen ge- mäss angefochtener Verfügung, weshalb es auch nicht auf seine Glau b- haftigkeit hin geprüft worden sei. Im Weiteren hält das BFM fest, dass der Beschwerdeführer als behördlich gesuchte Person nicht aus der Haft en t- lassen worden wäre. Ge ldzahlungen an den Polizeichef seien bei Haf t- entlassungen in Sri Lanka nicht unüblich; solche böten keinen Anhalt s- punkt für eine unrechtmässige Haftentlassung. E-5918/2012 Seite 9 Im Übrigen verweist die Vorinstanz auf ihre bisherigen Standpunkte und Erwägungen. 6. 6.1 Die Argumentation in der angefochtenen Verfügung, wonach die Ve r- folgungsvorbringen der Beschwerdeführenden den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht genügten, e r- scheint – abgesehen von der Erkenntnis, dass für eine Asylgewäh rung die Gefährdung im Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend sei – höchst fragwürdig. So dient die für sich besehen an sich zutreffende Feststellung, dass Benachteiligungen wie die vom Beschwerdeführer gel- tend gemachte Inhaftierung und dabei erlittenen Misshandlungen im Zu- sammenhang mit der Bürgerkriegssituation beziehungsweise der ang e- spannten Lage unmittelbar nach Kriegsende zu sehen seien , bestenfalls der Beurteilung der damaligen Menschenrechtssituation. Für die Beurte i- lung der flüchtlingsrechtlichen Beachtlichkeit der in concreto geltend g e- machten Benachteiligungen und Befürchtungen ist sie indessen untau g- lich. Insbesondere kann die Feststellung des Mehrfachvorkommen s gleichgelagerter asylrelevanter Ereignisse ein einzelnes solches Ereignis selbstredend nicht seiner flüchtlingsrechtlichen Beachtlichkeit berauben . Auch das Argument eines durch die (zweiwöchige) Inhaftierung bloss einmalig vorgefallenen Nachteils ist nicht zielführend, zumal damit konse- quenterweise auch eine mehrjährige, von Misshandlungen begleitete Haft als einmaliges Ereignis qualifiziert werden müsste und damit keine Asy l- relevanz entwickeln könnte. Gänzlich haltlos ist im Weiteren die vor - instanzliche Feststellung der ungenügenden und dadurch flüchtlingsrecht- lich nicht erh eblichen Intensität des vom Beschwerdeführer geltend g e- machten Verfolgungsereignisses, welches mithin keinen unerträglichen psychischen Druck auszulösen geeignet sei. Es grenzt an Willkür, wenn das BFM eine Entführung und nachfolgende zweiwöchige extralegale In- haftierung mit täglichen verschiedenartigen Misshandlungen (insbesonde- re auch Hodenquetschungen , Schläge, Zigarettenansengung en; vgl. A8 insb. F 34 ff.) und einem unter Folter erzwungenen Geständnis der LTTE- Kollaboration als zu wenig intensiv im Hinb lick auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft einstuft. Auch die aus der Haft entlassung per se, aus der fehlenden LTTE-Mitgliedschaft, aus unterbliebenen behördlichen Behelligungen unmittelbar nach der Entlassung sowie aus dem vom Be- schwerdeführer in A brede gestellten Engage ment zugunsten der LTTE gezogene Schlussfolgerung fehlender Verdachtsmomente ist angesichts des schriftlichen Eingeständnisses der LTTE -Kollaboration und der vom BFM in seiner Vernehmlassung selber erwähnten gängigen Praxis von E-5918/2012 Seite 10 Geldzahlungen an den betreffenden Polizeichef zur Erwirkung von Haf t- entlassungen nicht nachvollziehbar. Schliesslich muss ebenso das Arg u- ment, wonach die rund zwei Wochen nach der Haftentlassung vorgefall e- nen beiden Suchen nach dem Beschwerdeführer nicht auf ei gener Erfah- rung sondern auf Angaben Dritter beruhten und somit nicht als genügend konkrete Verfolgung zu werten seien, als sachfremd qualifiziert werden. Die Quelle der Kenntnisnahme von gegen sich gerichteten Verfolgung s- handlungen wird weder im Gesetz noc h von der Praxis als Kriterium für die Beurteilung der Asylrelevanz genannt; sie erlaubt bestenfalls Rüc k- schlüsse auf die Glaubhaftigkeit eines solchen Sachverhaltselements oder auf die Begründetheit einer darauf basierenden Verfolgungsfurcht. Die vom BFM gewonnene Feststellung fehlender Asylrelevanz lässt sich somit mit den verwendeten Argumentationslinien nicht begründen. Damit stellt sich die Frage, ob die rechtslogische Konsequenz eines Anspruchs auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu greifen hat , oder ob die vorinstanzliche Erkenntnis allenfalls auf einer anderen Begründungsbasis dennoch zu schützen wä re. Die Diskussion darüber erübrigt sich vorli e- gend, weil das Bundesverwaltungsgericht gemäss nachfolgenden Erw ä- gungen auch eine unvollständige, un richtige und unter Verletzung des rechtlichen Gehörs gewonnene Sachverhaltsfeststellung erkennt . Damit ergibt sich gleichsam, dass der unrichtig festgestellte Sachverhalt einer Subsumption unter eine an sich anwendbare Rechtsnorm (hier Art. 3 AsylG) zum Vornherein gar nicht zugänglich ist. 6.2 Im Asylverfahren – wie im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der Un- tersuchungsgrundsatz, das heisst, die Asylbehörde hat den rechtserhebli- chen Sachverhalt vor ihrem Entscheid von Amtes wegen vollständig und richtig abzuklären (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG, Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Dabei muss sie die für das Verfahren erforderlichen Sachve r- haltsunterlagen beschaffen und die relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Gemäss Art. 8 Asy lG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht und unter dem Blickwi n- kel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG und Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) das Recht, an d er Feststellung des Sachver- halts mitzuwirken (vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2, BVGE 2007/21 E. 11.1.3 mit Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asy l- rekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 13). Die Art . 7 (Glaubhaftmachung) und 8 AsylG (Mitwirk ungspflicht) befassen sich mit Fragen des Bewei s- masses beziehungsweise der Beweislast. Art. 7 AsylG lässt für die Sac h-E-5918/2012 Seite 11 verhaltsermittlung im Grundsatz das Beweismass der Glaubhaftigkeit g e- nügen (vgl. oben E. 4.2), wobei Art. 8 AsylG – als Korrelat zum in Art. 12 VwVG verankerten und der Behörde obliegenden Untersuchungsgrun d- satz – die asylsuchende Person einer weitreichenden Mitwirkungspflicht unterstellt; Kernpunkt dieser Mitwirkungspflicht ist die Angabe der Asy l- gründe (Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Die bei den Bestimmungen beschl a- gen somit einerseits die Erfassung des gemäss Mitwirkungspflicht von den Asylgesuchstellenden vorzutragenden und gegebenenfalls durch Beweismittel zu unterlegenden Sachverhalts sowie behördlicherseits die (gegebenenfalls durch weite re Untersuchungs- und Beweismassnahmen vorzunehmende) Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. In formeller Hinsicht hat ein Gesuchsteller Anspruch auf Wahrung des recht- lichen Gehörs. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) fordert unter anderem, dass die ve r- fügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfäl- tig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in einer sachgerecht anfechtbaren Entscheidbegrü n- dung niederzuschlagen hat (Art. 35 Abs. 1 VwVG; EMARK 2004 Nr. 38 E. 6.3 und 2006 Nr. 24 E. 5.1). Die Begründungsdichte hat sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Intere s- sen des oder der Betrof fenen zu r ichten, wobei bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f.; EMARK 2006 Nr. 24 E. 5.1. S. 256). 6.3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdefü h- renden den ihnen obliegenden Teil zur Sachverhaltsermittlung insofern beigetragen haben, als das BFM ihnen keine Verletzung der Mitwirkungs- pflicht zur Last gelegt hat und eine solche auch objektiv nicht augenfällig erkennbar ist. Demgegenüber erkennt das Gericht jedoch eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Vorinstanz im Sinne einer u n- vollständigen und unrichtigen Abklärung und Erhebung des rechtserhebli- chen Sachverhalts: Die Rechtserheblichkeit des Sachverhalts bestim mt sich vorliegend massgeblich nach den im länderbezogenen Grundsatz- entscheid BVGE 2011/24 gewonnenen Erkenntnissen. Gemäss diesem Urteil (vgl. dort E. 7 f.) hat sich die Sicherheitslage in Sri Lanka seit der militärisch vernichtenden Niederlage der LTTE u nd der Beendigung des militärischen Konflikts im Mai 2009 erheblich verbessert und stabilisiert, wogegen sich die Menschenrechtslage verschlechtert hat. Das Urteil e r- kennt eine erhöhte Verfolgungsgefahr bei Personen, die gewissen Ris i- kogruppen angehören, namentlich der politischen Opposition verdächtigte E-5918/2012 Seite 12 Personen sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden beziehungsweise die über beträchtliche f i- nanzielle Mittel verfügen. Im Falle des Beschwerdeführers sind somit jene Sachverhaltselemente von besonderer Bedeutung, die ihn aus einer o b- jektiven Perspektive in den Augen der Behörden allenfalls in die Nähe der LTTE rücken lassen, selbst wenn ein persönliches Engagement oder gar eine Mitgliedschaft bei den LTTE unbestrittenermassen nicht besteht. Re- levant werden in diesem Zusammenhang seine nach wie vor sicht - und feststellbaren angeblich bürgerkriegsbedingten Rückenverletzungen und daraus abgeleitete Verdachtsmomente, ferner seine angebliche Inhaftie- rung, Misshandlungen und unter Folter schriftlich eingestandene Kollab o- ration mit de n LTTE sowie die behaupteten, letztlich fluchtauslösenden Suchen nach ihm in Vavunija und Jaffna. Aus dem angefochtenen En t- scheid und der Vernehmlassung des BFM geht trotz entsprechender Klä- rungsaufforderung nicht mit der nötigen Klarheit hervor, ob und inwieweit diese Sachverhaltselemente vom BFM als glau bhaft oder gar bewiesen anerkannt werden. Die angefochtene Verfügung lässt in der Tendenz zu- nächst vermuten, der Sachverhalt sei im Wesentlich en unbestritten oder zumindest nicht unglaubhaft. Aus deren Erwägung I/2 muss hingegen ge- lesen werden, bloss das Verschwinden des Beschwerdeführers sei u n- bestritten, wobei aber diesbezügliche Sachverhaltszweifel aus Sicht des BFM angesichts der aufgrund se iner Beschaffenheit fraglichen Echtheit des "Polizeirapports" dennoch zu bestehen scheinen . Die Erheblichkeit dieser Zweifel wird jedoch mit der Begründung in Abrede gestellt, der Sachverhalt sei auch ohne das Beweisstück als erstellt zu erachten . Aus der Vernehmlassung muss geschlossen werden, dass der Inhalt des e r- wähnten Beweismittels Nr. 2 und bereits dessen Art (Anzeige, Polizeirap- port) und Aussteller dem BFM unbekannt ist, zumal keine Übersetzung angefertigt oder eingefordert wurde. In der Vernehmlass ung wird ebe n- falls zum Ausdruck gebracht, eine Glaubhaftigkeitsprüfung be treffend der Inhaftierung und da s unter Folter erwirkte Geständnis sei nicht durchg e- führt worden und auch nicht nötig weil diese Elemente nicht erheblich seien (vgl. Passus "… ändert nichts an den Erwägungen unseres Asy l- entscheides"). Auch lässt sich der Verfügung nicht schlüssig entnehmen, ob die Suchen nach dem Beschwerdeführer als einzig flüchtlingsrechtlich unerheblich, oder darüber hinaus aufgrund der Kenntnisnahme bloss aus Drittquellen als hinsichtlich ihrer Glaubhaftigkeit zweifelhaft eingestuft werden. Da (wie zuvor gesehen) die Rückenverletzungen und daraus a b- geleiteten Verdachtsmomente, die Inhaftierung und die unter Folter schriftlich eingestandene Kollaboration mit de n LTTE und die beiden S u- chen nach dem Beschwerdeführer in sachverhaltlicher Hinsicht durchaus E-5918/2012 Seite 13 relevant sind, ist eine diesbezügliche vollständige und richtige Sachve r- haltsabklärung und -feststellung im Sinne einer vollständigen Beweismi t- telwürdigung und Glaubhaf tigkeitsprüfung zur Wahrung des rechtlichen Gehörs unabdingbar. Die entsprechende Prüfung setzt dabei nicht nur die Entgegennahme eingereichter Beweismittel voraus, sondern auch deren Würdigung. Dies wiederum bedingt bei Fälschungsindizien allenfalls eine Dokumentenanalyse und jedenfalls eine Inhaltskenntnis, welche bei fremdsprachigen Beweismitteln entweder durch eigene Fremdsprache n- kenntnisse oder mittels Durchführung beziehungsweise Einforderung e i- ner Übersetzung in eine schweizerische Amtssprache herzus tellen ist. Wird auf eine Dokumentenfälschung geschlossen und dies zulasten der Partei als belastendes Argument verwendet, muss die Fälschungse r- kenntnis derart substanziell begründet sein, dass sie – selbst unter B e- rücksichtigung von Geheimhaltungsinteressen gemäss Art. 27 f. VwVG – sachgerecht angefochten werden kann; der blosse Hinweis auf bescha f- fenheitsbedingte Echtheitszweifel reicht zur Wahrung der Begründung s- pflicht jedenfalls nicht aus. 6.4 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Eine Verlet- zung des rechtlichen Gehörs führt deshalb grundsätzlich – das heisst un- geachtet der materiellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen Entscheides (vgl. BVGE 20 08/47 E. 3.3.4, BVGE 2008/14 E. 4.1, BVGE 2007/30 E. 8.2 m.w.H., BVGE 2007/27 E. 10.1). Die He i- lung von Gehörsverletzungen ist aus prozessökonomischen Gründen auf Beschwerdeebene nur möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukommt, sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Insbesondere ist zu beachten, dass weitere Sachverhaltsabklärungen auf Stufe der Beschwerdehängigkeit beim letztinstanzlich entscheidenden Bundesverwaltungsgericht eine Gehörsverletzung jede nfalls dann nicht heilen könnte, wenn das Gericht aufgrund der neuen Sachverhaltslage zu einem für die Beschwerdeführe nden ungünstigen Urteil gelangen würde , sei dies nun im Asyl -, im Wegweisungs- oder im Vollzugspunkt. Den Be- schwerdeführenden würde dadurch der Instanzenweg abgeschnitten. 6.5 Die angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das BFM ist gehalten, den rechtser-E-5918/2012 Seite 14 heblichen Sachverhalt vollständig und richtig abzuklären und gestützt darauf sowie unter Mitberücksichtigung der vorliegenden Beschwerde ak- ten einen neuen Entscheid zu fällen. Ihm stehen dabei die (bereits im Vernehmlassungsverfahren vorgelegten) Beschwerdeakten im Bedarfsfall weiterhin zur Verfügung . Dem BFM ist es selbstredend unbenommen, den neuen Entscheid in der Sache nunmehr (auch) aufgrund einer Glaubhaftigkeitsprüfung nach Massgabe von Art. 7 AsylG zu treffen. In diesem Zusammenhang fällt dem Bundesverwaltungsgericht immerhin – aber ohne jegliche präjudizielle Wirkung – auf, dass die Beschwerdefüh- renden auf Beschwerdeebene eine "témoignage" eines PLOTE - Exponenten sowie eine Kopie von dessen PLOTE -Mitgliedskarte und e i- ner Mitgliedskarte des " (…)" eingereicht haben, deren jeweilige Unte r- schriften aber offensichtlich nicht miteinander übereinstimmen, obwohl es sich um die gleiche Person handelt. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig und unvollständig feststellt (Art. 106 AsylG). Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Beschwerde insoweit gutzuheissen . Die Sache geht zurück an das BFM zur vollständigen und richtigen Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind kei ne Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG). 8.2 Obsiegende Parteien haben grundsätzlich Anspruch auf eine Parteien t- schädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismä s- sig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Vorliegend sind den nicht rechtsvertretenen und keine Parteientschäd i- gung beantragenden Beschwerdeführe nden offensichtlich keine solchen verhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ih nen keine Partei- entschädigung zuzusprechen ist. (Dispositiv nächste Seite) E-5918/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen. 2. Die Sache geht zurück an das BFM zur vollständigen und richtigen Fes t- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: