BRKE I Nrn. 0179 und 0180/2007 vom 6. Juli 2007 in BEZ 2007 Nr. 58 2. Streitgegenstand bilden die Öffnungszeiten eines Teils der mittlerweile eröf f- neten, zum Einkaufs- und Freizeitzentrum S zugehörigen Aussenrestaurants. 4. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat in einem Rechtsmittelen t- scheid betreffend ein sich auf die Ausdehnung der bestehenden Öffnungszeiten e i- nes Aussenrestaurants beziehendes Verfahren festgehalten, die abstrakte Beurte i- lung des Lärms einer Gast wirtschaft und deren Störwirkung sei schwierig; de shalb könnten vor Inbetriebnahme einer solchen Anlage nur die Lärmauswirkungen b e- rücksichtigt werden, die von einer Gartenwirtschaft nach der Lebenserfahrung zu e r- warten seien. Sei eine Anlage bereits in Be trieb, sei zur Ermittlung und Beu rteilung der davon ausgehenden Immissionen in aller Regel ein «Ohrenschein» e rforderlich, wobei dieser wenn immer möglich zu einem Zeitpunkt vorzunehmen sei, in welchem die zu beurteilenden Lärmemissionen tatsächlich auftre ten würden. Bei einer Ga r- tenwirtschaft heisse das in der Regel an einem lauen Somme rabend oder allenfalls zur Mittagszeit. Nur wenn besondere Umstände vorlägen, etwa weil das Abwarten eines geeigneten Zeitpunkts das Verfahren ungebührlich verzögern würde, könne auf die Feststellung der tatsächlichen Lärmimmissionen verzichtet und eine Beurteilung aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der allgemeinen Lebenserfahrung vorg e- nommen werden (VB.2005.00535 mit Verweisungen). Bei näherer Betrachtung erscheint es indessen nicht opportun, die Sachve r- haltsermittlungen standar dmässig im obenstehenden Sinne vorzunehmen. In den meisten Fällen verhält es sich ohnehin so, dass sich die Auswirkungen nicht real iter ermitteln lassen; nur wenn die Anlage bereits in Betrieb is t und überdies die prakt i- zierten Betriebszeiten selbst im Streite liegen, das heisst bei einer konkreten Lär m- klage seitens Dritter, kann eine Beurteilung zu den «inkriminierten» Zeiten überhaupt vorgenommen werden. Wird aber eine Änderung der Betriebszeite n einer bestehen- den Anlage vom Anlageninhaber selbst verlangt, heisst das, dass wohl die Anlage selbst in Betrieb ist, indessen eine Ermittlung und Beurteilung der diesbezüglichen Auswirkungen (noch) nicht möglich ist. Die in solchen Fällen zwangsläufig im Rah- men eines Augenscheines während der bestehenden B etriebszeiten ermittelten Auswirkungen kommen den beim umstrittenen Betrieb zu erwartenden nicht unb e- dingt gleich und bedürfen insofern einer sich zwangsläufig ebenfalls an der allgeme i- nen Erfahrung orie ntierenden Transponierung hinsichtlich der im Streite stehenden Zeiten. Abgesehen davon lässt sich mit einer einmaligen Überprüfung nichts Verläss- liches über die zu beurteilenden Auswirkungen jede nfalls der in Frage stehenden Art selbst im Zeitpunkt ihres tatsächlichen Auftretens aussagen. So kann beispielsweise z ufallsbedingt zum Zeitpunkt der Überprüfung eine überdurchschnittlich laute, nicht - 2 - dem üblichen Gästesegment entsprechende Gesellschaft anwesend sein und derg e- stalt den Eindruck über die dem fragli chen Betrieb zuzurechnenden Lärmimmissi o- nen verfälschen. Umgekehrt lässt sich nicht ausschliessen, dass zum Zeitpunkt der Überprüfung aus nicht ohne weiteres erkennbaren Gründen die sonst übliche Gäst e- schar ausgeblieben ist und insofern ein generell gering eres Störaufkommen sugg e- riert wird. Allein mit einem unangekündigten Augenschein lassen sich solche Zufä l- ligkeiten nicht zuverlässig au sschalten; eine getreue Erfassung liesse sich nur durch mehrmaliges Überprüfen gewinnen. Ein solcher Aufwand kann aber of fensichtlich schon aus rein zeitlichen Gründen weder von der Rekursinstanz noch durch die B e- willigungsbehörden, die in erster Linie dahingehend gefordert wären, geleistet we r- den. Es erlaubt sich daher der Schluss, für gewöhnlich eine Beurteilung der Lärmi m- missionen von Betrieben der fraglichen Art in erster Linie aufgrund der festzustelle n- den örtlichen Verhältnisse und der allgemeinen Lebenserfahrung vorz unehmen. Die grundsätzlich mit dem Betrieb von Restaurants und auch von Au ssenwirtschaften einhergehenden lärmmässigen Auswirkungen (Gespräche und andere Lautäuss e- rungen der Gäste sowie des Servicepersonals, Geklapper von Geschirr und Besteck, Verrücken der Stühle, etc.) sind allgemein bekannt und auch der urteilenden Instanz vertraut. Das die streitbetroff enen Gaststätten frequentierende Publikum und dessen mit Bezug auf das Störpotential nicht unw esentliche Alterssegment lässt sich jeweils leicht anhand der Betriebskonzepte a bschätzen. Generell gilt es sodann von einem durchschnittlichen Verhalten auszugeh en und dürfen ausserordentliche Erscheinu n- gen nicht einfach angenommen werden; solchen wäre dannzumal in erster Linie mit polizeilichen Massnahmen beizukommen bzw. solche rechtfertigten in speziellen Fä l- len ein Zurückkommen auf die entsprechende Bewilligun g. Schliesslich gilt es in di e- sem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass hinsichtlich der für Aussenrestaurants festgesetzten Schliessungszeitpunkte von den Bewilligungsbehörden, insbesondere von der Stadt Zürich, ein gewisser, sich in erster Linie an den f ür die betroffenen Ge- biete geltenden Empfindlichkeitsstufen orientierender, der Rechtssicherheit dienlicher Schematismus verfolgt wird und insofern die Ermittlung der Lärmentwicklung ohnehin eine gewisse Relativierung erfährt. Aus diesen Gründen ist auch in den vorliegenden Fällen auf die Feststellung der tatsächlichen Lärmimmissionen verzichtet und ein Lokaltermin am 23. April 2007 um 16.00 Uhr durchgeführt worden. Abgesehen davon war aufgrund der erst kurz zuvor erfolgten Eröffnung der streitbetroffenen Lokalitäten und der zum Zeitpunkt des L o- kaltermins herrschenden Jahreszeit nicht davon auszugehen, dass sich spätabends bereits Leute in repräsentativer Anzahl draussen aufhalten wü rden. Ein Zuwarten u.a. auf sommerliche Verhältnisse rechtfertigte sich vom Verfahrensablauf her nicht, zumal – in Absprache mit den Rekurrentinnen – bereits für den Lokaltermin die E r- öffnung des Einkaufs - und Freizeitzentrums abgewartet worden war. Auch präse n- tierten sich die Verhältnisse derart liquid, dass auf ursprünglich nic ht auszuschlie s- sende weitere Erhebungen in sachverhaltsmässiger Hinsicht ohne weiteres verzic h- tet werden konnte.