Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2018 153 Entscheid vom 28. November 2018 Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident Ruth Mikšovic-Waldis, Richterin Monica Huber-Landolt, Richterin MLaw Darinka Balzarini, a.o. Gerichtsschreiberin Parteien 1. A.________, vertreten durch ihre Mutter B.________, 2. B.________, Beschwerdeführerinnen, gegen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Ausserschwyz, C.________, Vorinstanz, Gegenstand Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (Mandatsentschädigung)2 Sachverhalt: A.B.________ (geb. 1958) ist die Mutter von A.________ (geb. A.________1998). Die ursprünglich zuständige Vormundschaftsbehörde D.________ ordnete mit Beschluss vom 14. Juli 2010 für die damals 12-jährige A.________ eine Erzie- hungsbeistandschaft an und setzte als Beiständin E.________ ein. Mit Beschlüssen vom 3. und 14. Juli 2010 entzog die Vormundschaftsbehörde D.________ der Mutter B.________ die elterliche Obhut über A.________ und platzierte die Tochter bei einer Pflegefamilie. Dagegen beschwerte sich B.________ ohne Erfolg beim Regierungsrat (RRB Nr. 1218/2012 vom 18.12.2012) und beim Verwaltungsgericht (VGE III 2013 11 vom 17.4.2013 = Vi- act. 1.8). Mit Beschluss vom 17. Juli 2013 erteilte die Fürsorgebehörde D.________ eine subsidiäre Kostengutsprache für die Fremdplatzierung von A.________ im Betrage von über Fr. 62'000.-- (vgl. Vi-act. 1.11). B.Mit Beschluss vom 5. Mai 2014 hat die (seit dem 1.1.2013 anstelle der Vormundschaftsbehörde D.________ zuständige) C.________ den von der Bei- ständin E.________ eingereichten Bericht sowie die Rechnungen für die Man- datsführung vom 17. Juli 2013 (Fr. 895.40) und vom 14. Januar 2014 (Fr. 1'247.80) genehmigt. Für diesen Beschluss wurden keine Verfahrenskosten er- hoben (Vi-act. 2.4). C.Auf Antrag der Beiständin wurde A.________ von der KESB Ausserschwyz mit Beschluss vom 5. August 2015 in der betreuten Jugendwohngruppe des Ver- eins F.________ umplatziert (Vi-act. 3.8). Dazu erteilte die Fürsorgebehörde D.________ mit Beschluss vom 22. Juli 2015 eine subsidiäre Kostengutsprache im Betrage von über Fr. 107'000.-- (Vi-act. 3.7). D.Bei der KESB Ausserschwyz ging am 11. Januar 2016 ein von A.________ unterzeichnetes Begehren für eine "freiwillige Beistandschaft ab Volljährigkeit bis zum Ende der Berufsausbildung, 01.03.2016 - 31.07.2018" ein, wobei sich A.________ weiterhin E.________ als Beiständin wünschte (Vi-act. 4.3). Nach Abklärungen (u.a. bei der bisherigen Beiständin, vgl. Vi-act. 4.5) sowie einer am 5. Februar 2016 durchgeführten Anhörung (Vi-act. 4.6) hielt die KESB Ausser- schwyz im Dispositiv ihres Beschlusses Nr. IIA/005/08/2016 vom 2. März 2016 was folgt fest (Vi-act. 4.8): 1. Der von der Beiständin in der Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB für A.________ eingereichte Rechenschaftsbericht (…) wird im Sinne von Art. 314 i.V.m. Art. 415 Abs. 2 ZGB genehmigt. Die Arbeit der Beiständin wird verdankt. 3 2. Von der Beendigung der Beistandschaft für A.________ nach Art. 308 Abs. 1 ZGB sowie der Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts nach Art. 310 ZGB infolge Erreichen der Volljährigkeit am 28. Februar 2015 wird Kenntnis genommen. 3. Die Beiständin wird aufgefordert, den Schlussbericht für die Periode vom 01. Oktober 2015 bis 28. Februar 2016 bis spätestens am 30. April 2016 bei der KESB Ausserschwyz einzureichen. 4. Die von der Beiständin eingereichte Rechnung für die Beistandschaft von A.________ in der Höhe von Fr. 5'643.70 wird genehmigt. Diese geht zu Las- ten der Staatskasse und wird nach Rechtskraft der Mandatsträgerin überwie- sen. 5. Für A.________ wird eine Begleitbeistandschaft nach Art. 393 ZGB angeord- net. 6. Als Beiständin wird E.________ (…) ernannt, mit den Aufgaben: a. A.________ bei der Suche einer neuen Wohnungslösung sowie deren Fi- nanzierung beratend zur Seite zu stehen; b. sie beim Erledigen ihrer finanziellen und administrativen Angelegenheiten zu unterstützen und zu beraten; c. ihr bei der Gestaltung ihres sozialen Umfelds, insbesondere in Bezug auf die Beziehung zu ihrer Mutter, beratend zur Seite zu stehen; d. sie im Hinblick auf die Ausbildung und/oder Erwerbstätigkeit zu unterstüt- zen und zu begleiten; e. sie bei der Wahrung ihres gesundheitlichen Wohls zu unterstützen und zu begleiten; f. nötigenfalls Antrag auf Anpassung der behördlichen Massnahme an ver- änderte Verhältnisse zu stellen; g. der KESB Ausserschwyz alle zwei Jahre, erstmals bis spätestens 30. April 2018, für die Periode vom 02. März 2016 bis 28. Februar 2018, den ordent- lichen Rechenschaftsbericht einzureichen. 7. Kosten: Auf die Erhebung von Kosten wird verzichtet. Mit Beschluss vom 16. März 2016 hat die KESB Ausserschwyz den von der Bei- ständin erstellten Schlussbericht für den Zeitraum vom 1. Oktober 2015 bis zum 28. Februar 2016 sowie die entsprechende Rechnung der Beiständin (Fr. 828.35) genehmigt und zu Lasten der Staatskasse übernommen (Vi-act. 5.2). F.Mit Schlussbericht vom 25. Juni 2018 beantragte E.________, die Beistän- din sei mit Abschluss der beruflichen Ausbildung von A.________ aus ihrer Auf- gabe zu entlassen, der Schlussbericht sei zu genehmigen und die Schlussrech- nung sei zu begleichen (Vi-act. 6.1). Nach einer mündlichen Besprechung am 26. Juli 2018 mit A.________ (vgl. Vi- act. 6.4) und einer am 31. Juli 2018 per Telefon vorgenommenen Intervention von B.________, welche die Kosten (Entschädigung) betraf (Vi-act. 6.5), verfügte die KESB Ausserschwyz mit Beschluss Nr. IA/005/33/2018 vom 22. August 2018 was folgt (Vi-act. 6.8): 1. Die Beistandschaft nach Art. 393 ZGB für A.________ wird aufgehoben. 2. Die Berichtsperiode wird bis zum 25. Juni 2018 verlängert.4 3. Der von Beiständin E.________ eingereichte Bericht vom 25. Juni 2018 für A.________ für die Periode vom 02. März 2016 bis 25. Juni 2018 wird im Sin- ne von Art. 425 Abs. 2 ZGB als Schlussbericht genehmigt und die Beiständin wird unter Verdankung der geleisteten Dienste, unter Vorbehalt allfälliger Ver- antwortlichkeitsansprüche gemäss Art. 454 und 455 ZGB, im Sinne von Art. 425 Abs. 4 ZGB entlastet. 4. Der Beiständin wird eine Entschädigung von Fr. 1'518.75 zugesprochen. Diese wird A.________ auferlegt, einstweilen aus der Staatskasse bevorschusst und bei A.________ zur Bezahlung erhoben. 5. Gebühren: Gebühren für den Entscheid Fr. 200.00 Kanzleigebühren Fr. 45.00 Die Gebühren von Fr. 245.00 werden A.________ auferlegt und bei ihr erho- ben. G.Gegen diesen am 24. August 2018 versandten Beschluss reichte B.________ rechtzeitig am 23. September 2018 (= Datum der Postaufgabe) beim Verwaltungsgericht eine per 21. September 2018 datierte Beschwerde ein mit dem folgenden Begehren: "Die Aufhebung ist richtig, die Rechnung kann ich und auch meine Tochter so nicht akzeptieren". Mit Vernehmlassung vom 5. Oktober 2018 beantragte die KESB Ausserschwyz, die Beschwerde vom 21. September 2018 sei abzuweisen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Vor Erlass eines Entscheides prüft das Verwaltungsgericht von Amtes we- gen, ob die Voraussetzungen für einen Sachentscheid erfüllt sind. Es prüft u.a. insbesondere die Zuständigkeit, die Vertretungsbefugnis der Parteivertreter, die Rechtsmittelbefugnis, die Zulässigkeit des Rechtsmittels sowie die frist- und formgerechte Geltendmachung des Rechtsanspruches (vgl. § 27 Abs. 1 lit. a, c, d, e und f des kantonalen Verwaltungsrechtspflegegesetzes, VRP, SRSZ 234.110). Ist eine dieser Voraussetzungen nicht gegeben, trifft das Gericht einen Nichteintretensentscheid (§ 27 Abs. 2 VRP). 1.2Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Im Kanton Schwyz beurteilt das Ver- waltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen und Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Art. 450 ZGB i.V.m. § 2b Abs. 1 lit. a des kan- tonalen Einführungsgesetzes zum schweizerischen Zivilgesetzbuch, EGzZGB, SRSZ 210.100).5 1.3Zur Beschwerde gegen Beschlüsse der Erwachsenenschutzbehörde sind gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB befugt: die am Verfahren beteiligten Personen (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehenden Personen (Ziff. 2) und Personen, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des an- gefochtenen Entscheides haben (Ziff. 3). 1.4Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen KESB-Beschluss vom 22. August 2018, mit welchem u.a. eine Beistandschaft aufgehoben, der Schlussbericht der Beiständin genehmigt, eine Entschädigung für die Beiständin zulasten der verbeiständeten Person sowie die Verfahrenskosten festgelegt wur- den. Für die Behandlung solcher Beschwerden ist das Verwaltungsgericht nach Massgabe der in Erwägung 1.2 aufgeführten Bestimmungen zuständig. Die Zu- ständigkeit des Verwaltungsgerichts wird denn auch nicht in Frage gestellt. 1.5.1 In der Beschwerdeschrift bringt die Mutter der (bis zum Erlass des ange- fochtenen Beschlusses) verbeiständeten Person sinngemäss vor, sie selbst und ihre Tochter seien nicht damit einverstanden, dass die der Beiständin zugespro- chene Entschädigung (Mandatsentschädigung) vollständig von der Tochter be- zahlt werden müsse. Mithin tritt die Mutter vor Gericht in einer Doppelfunktion auf, und zwar einerseits als Beschwerdeführerin in eigenem Namen, und ande- rerseits als Vertreterin für ihre Tochter. 1.5.2 Nachdem die Mutter der bis zum angefochtenen Beschluss verbeistände- ten Tochter offenkundig als der betroffenen Person nahestehende Person im Sinne von Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB gilt, ist gestützt auf diese Bestimmung die Rechtsmittelbefugnis der die vorliegende Beschwerde unterzeichnenden Mutter zu bejahen. Bei dieser Sachlage braucht nicht weiter geprüft zu werden, ob die Mutter - obwohl sie keine Vertretungsvollmacht eingereicht hat - zusätzlich auch als Vertreterin für ihre Tochter auftreten kann. Mit anderen Worten kann - nach- dem die Rechtsmittelbefugnis der Mutter ohnehin gegeben ist - im konkreten Fall davon abgesehen werden, ihr noch eine Frist zur Nachreichung einer Vollmacht der Tochter anzusetzen. 1.6Zusammenfassend ist auf die fristgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten. 2.Die im angefochtenen Beschluss enthaltene Aufhebung der Beistandschaft sowie der von der Vorinstanz genehmigte Schlussbericht werden in der vorlie- genden Beschwerde nicht in Frage gestellt. 6 Streitig und in der Folge näher zu prüfen ist im Wesentlichen, inwiefern die aus der Beistandschaft entlassene Tochter zu Recht verpflichtet wird, eine Mandats- entschädigung für die Beiständin sowie Verfahrenskosten (Gebühren) für den angefochtenen Beschluss zu bezahlen. Während die Vorinstanz die bis zum Er- lass des angefochtenen Beschlusses verbeiständete Person verpflichtet hat, eine Mandatsentschädigung von Fr. 1'518.75 sowie Verfahrensgebühren von insge- samt Fr. 245.-- zu bezahlen, wird in der Beschwerde (S. 2 unten) sinngemäss ei- ne von der bislang verbeiständeten Person zu bezahlende Mandatsentschädi- gung von Fr. 607.15 anerkannt (sowie lediglich ein Anteil an den Verfahrensge- bühren, vgl. Beschwerde, S. 3 oben). Auf die Fragestellung, wer welche Mandatsentschädigung zu bezahlen hat und wie die vorinstanzlichen Verfahrenskosten zu verlegen sind, ist nachfolgend zurückzukommen. 3.1Nach Art. 404 Abs. 1 ZGB hat der Beistand oder die Beiständin Anspruch auf eine angemessene Entschädigung und auf Ersatz der notwendigen Spesen aus dem Vermögen der betroffenen Person. Mithin hat der Gesetzgeber in der erwähnten ZGB-Bestimmung ausdrücklich als Grundsatz festgelegt, dass bei ei- ner erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme in der Art einer Beistandschaft die eingesetzte Beistandsperson aus dem Vermögen der betroffenen Person zu entschädigen ist. 3.2.1 Nach Art. 404 Abs. 2 ZGB legt die Erwachsenenschutzbehörde die Höhe der Entschädigung fest. Sie berücksichtigt dabei insbesondere den Umfang und die Komplexität der dem Beistand oder der Beiständin übertragenen Aufgaben. Die Kantone erlassen Ausführungsbestimmungen und regeln die Entschädigung und den Spesenersatz, wenn diese nicht aus dem Vermögen der betroffenen Person bezahlt werden können (Art. 404 Abs. 3 ZGB). 3.2.2 Das Bundesgericht hat in seiner Rechtsprechung die wesentlichen Kriterien umrissen, die für die Festlegung einer angemessenen Entschädigung massgebend sind. Es sind dies die Art der geleisteten Tätigkeit, die wirtschaftliche Lage der verbeiständeten Person, der konkrete Aufwand im Einzelfall und die besonderen beruflichen Fähigkeiten, die die Aufgabe erfordert (vgl. VGE III 2016 147 vom 21.12.2016 Erw. 5.1; VGE III 2013 190 vom 18.12.2013 Erw. 2.2.2, je mit Verweis auf Ruth E. Reusser, Basler Kommentar zum ZGB, N 18 zu Art. 404 ZGB mit Hinweisen). Zu beachten ist, dass der Kanton bei der Festlegung von Grundsätzen für die Bemessung der Entschädigung ein weites Ermessen im Rahmen der vom Bundesgericht entwickelten Vorgaben hat (vgl. Reusser, a.a.O. N 44 zu Art. 404 ZGB).7 3.3Im kantonalen Recht wiederholt § 31 Abs. 1 EGzZGB, dass der Beistand Anspruch auf Entschädigung und Spesenersatz nach Massgabe von Art. 404 Abs. 1 und 2 ZGB hat. Ist kein Vermögen vorhanden, trägt der Kanton die Ent- schädigung und den Spesenersatz (Abs. 2). Der Regierungsrat erlässt die weite- ren Ausführungsbestimmungen (Abs. 3). 3.3.1 Nach § 18 Abs. 1 der Vollzugsverordnung zum Kindes- und Erwachsenen- schutzrecht (VVzKESR, SRSZ 211.311) vom 18. Dezember 2012 trägt die betrof- fene Person die Kosten für die Amtshandlungen, die Massnahmen sowie die Entschädigung und den Spesenersatz für den Beistand. Ist die betroffene Person minderjährig tragen die Eltern die Kosten. 3.3.2 Beträgt das Reinvermögen der betroffenen Personen nicht mehr als Fr. 15'000.-- oder bei Ehepaaren nicht mehr als Fr. 25'000.--, kann auf eine Kos- tenerhebung verzichtet werden (§ 18 Abs. 2 VVzKESR). 3.3.3 Der Mandatsträger erhält je nach den Anforderungen an die Mandats- führung, der Höhe des Vermögens und dem zeitlichen Aufwand eine Enschädi- gung zwischen Fr. 50.-- und Fr. 180.-- pro Stunde (§ 16 Abs. 1 VVzKESR). 4.1Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass die von einer Beistandschaft betroffene Person (geb. A.________1998) seit 2010 bis zum Erlass des ange- fochtenen Beschlusses immer von der gleichen Beistandsperson unterstützt wurde, wobei die Aufgaben der Beiständin im Verlaufe naturgemäss der Entwick- lung angepasst wurden. 4.2Solange diese von einer Beistandschaft betroffene Person noch nicht voll- jährig war, handelte es sich um eine Kindesschutzmassnahme, bei welcher die anfallenden Mandatsentschädigungen grundsätzlich vom Staat übernommen wurden, nachdem die (alleinstehende) Mutter der Verbeiständeten nach der Ak- tenlage finanziell nicht in der Lage war, die Kosten gemäss § 18 Abs. 1 Satz 2 VVzKESR zu tragen. 4.3Seit dem 28. Februar 2016 ist die von einer Beistandschaft betroffene Per- son volljährig, weswegen die von ihr damals beantragte und von der Vorinstanz nach Durchführung von Abklärungen angeordnete Fortführung einer Beistand- schaft als erwachsenenschutzrechtliche Massnahme gilt. Für die Kosten einer solchen erwachsenenschutzrechtlichen Massnahme (Begleitbeistandschaft) ist nach dem Willen des Gesetzgebers eindeutig die betroffene Person entschädi- gungspflichtig, soweit sie dazu finanziell in der Lage ist (vgl. Art. 404 Abs. 1 ZGB: 8 "aus dem Vermögen der betroffenen Person"; siehe auch § 18 Abs. 1 und 2 VVzKESR). 4.4Aus den Akten ergibt sich, dass die von der Beistandschaft betroffene Per- son anlässlich der mündlichen Anhörung vom 26. Juli 2018 erklärte, auf einem Sparkonto bei einer Bank über rund Fr. 25'000.-- zu verfügen (vgl. Vi-act. 6.4, S. 2). Das Gericht hat keinen Anlass, daran zu zweifeln, zumal die Beiständin in ihrem Schlussbericht vom 26. Juni 2018 u.a. ausführte, dass die betroffene Per- son "auf eine kleine Erbschaft des Grossvaters mütterlicherseits zurückgreifen" könne. Abgesehen davon wurde vor Gericht nicht geltend gemacht, dass die be- troffene Person Schulden aufweise und deswegen nicht in der Lage sei, die im angefochtenen Beschluss thematisierten Beträge zu begleichen. Bei dieser Sachlage übersteigen die Vermögensverhältnisse der betroffenen Person die in § 18 Abs. 2 VVzKESR vom Gesetzgeber festgelegte Schwelle ("Reinvermögen von nicht mehr als Fr. 15'000.--"), bei welcher von einer Kostentragung der betroffe- nen Person abgesehen werden kann. 4.5Die Vorinstanz hat die Schlussrechnung der Beiständin im Gesamtbetrag von Fr. 1'518.75 (= Vi-act. 6.1.1: 14.75 h à Fr. 90.-- zuzüglich Fahrspesen von Fr. 191.25) im angefochtenen Beschluss geprüft und als angemessen beurteilt. Damit hat sie den ihr in solchen Fragen (unter Einbezug von § 16 Abs. 1 VVz- KESR) zustehenden Beurteilungsspielraum nicht überschritten, zumal es sich bei der eingesetzten Beistandsperson um eine ausgebildete Fachperson (Diplomier- te in Sozialer Arbeit/ Mediatorin SVM/ Supervisorin IEF) handelt. 4.6Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz die Festlegung der Mandatsent- schädigung grundsätzlich nachvollziehbar festgelegt. 5.Die Hauptkritik in der Beschwerdeschrift zielt sinngemäss darauf ab, dass die Tochter bei ihrer Volljährigkeit auf eine Fortsetzung der Beistandschaft ver- zichtet bzw. damals davon abgesehen hätte, das Gesuch vom 4. Januar 2016 (= Vi-act. 4.3) einzureichen, wenn ihr damals bekannt gewesen wäre, dass sie für eine solche Fortsetzung in nicht unerheblicher Weise selber Kosten tragen müs- se. Zu diesem Einwand drängen sich die nachfolgenden Ausführungen auf. 5.1Gesetze gelten mit der amtlichen Publikation des Textes grundsätzlich als bekannt, oder anders ausgedrückt, es kann niemand aus seiner eigenen Rechts- unkenntnis Vorteile ableiten (vgl. BGE 136 V 336, Erw. 4.2.3.1 mit Hinweisen). In diesem Sinne ist der Tochter an sich anzurechnen, dass sie die Bestimmung von Art. 404 Abs. 1 ZGB ("die Beiständin hat Anspruch auf eine angemessene Ent- schädigung und auf Ersatz der notwendigen Spesen aus dem Vermögen der be-9 troffenen Person") kennen musste. Abgesehen davon wurde im damaligen Be- schluss vom 2. März 2016 in Erwägung 4 (1. Absatz) diese Bestimmung von Art. 404 Abs. 1 ZGB im Wortlaut wiedergegeben. 5.2.1 Allerdings ist nicht zu übersehen, dass im soeben erwähnten Beschluss vom 2. März 2016 am Schluss von Erwägung 4 ausgeführt wurde, dass in Ver- fahren betreffend Kindesschutzmassnahmen die Mandatsträgerentschädigung zu Lasten des Kantons gehe, was in der Folge in Dispositiv-Ziffer 4 verbindlich fest- gehalten wurde ("Die von der Beiständin eingereichte Rechnung für die Bei- standschaft von A.________ in der Höhe von Fr. 5'643.70 wird genehmigt. Diese geht zu Lasten der Staatskasse und wird nach Rechtskraft der Mandatsträgerin überwiesen."). Mithin verhält es sich so, dass bis zum erwähnten Beschluss vom 2. März 2016 weder die verbeiständete Tochter noch ihre Mutter für die (Kindes- schutz)Massnahme entschädigungspflichtig waren. Dass sich dies bei einem Wechsel von der Kindesschutzmassnahme zu einer Erwachsenenschutzmass- nahme ändern werde, auch wenn weiterhin die gleiche Beistandsperson einge- setzt bleiben sollte bzw. weiterhin Mandatsträgerin blieb, wurde der Tochter (und ihrer Mutter) nach der Aktenlage nicht aufgezeigt. 5.2.2 Es wäre indes nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (siehe dazu auch Art. 450f ZGB i.V.m. Art. 52 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO) zu erwarten gewesen, dass damals die Vorinstanz bei der Anhörung vor Erlass des damaligen Beschlusses auf die Änderung der Kostentragpflicht aus- drücklich hingewiesen hätte. Dies gilt erst recht, wenn es sich um eine schutzbe- dürftige Person handelt, welche einen bestimmten Unterstützungsbedarf auf- weist. Es ist denn auch nicht auszuschliessen, dass die Tochter - wenn sie auf die Änderung der Kostentragpflicht ausdrücklich aufmerksam gemacht worden wäre - sich unter Umständen anders organisiert hätte (siehe dazu auch Vi-act. 4.6, wonach bei der Anhörung vom 5. Februar 2016 andere Unterstüt- zungsmöglichkeiten via kommunalem Sozialamt, Einrichtung F.________ etc. angesprochen wurden). Im Übrigen hat die Vorinstanz vor Gericht nicht vorge- bracht, dass damals im Kontext mit der beantragten und im Ergebnis angeordne- ten Fortführung einer Unterstützung durch die gleiche Beiständin die Änderung der Kostentragpflicht thematisiert wurde. 5.3Im Lichte dieser konkreten Umstände und um allen Eventualitäten gerecht zu werden rechtfertigt es sich zusammenfassend, von der vorinstanzlich geneh- migten Mandatsentschädigung lediglich die Hälfte der betroffenen Person aufzu- erlegen, derweil die andere Hälfte deswegen zu Lasten des Staates fällt, weil im Kontext mit dem Erlass des erwähnten Beschlusses vom 2. März 2016 nach der 10 Aktenlage die Änderung der Kostentragpflicht nicht offen gelegt bzw. thematisiert wurde. Anzufügen ist, dass das vorliegende gerichtliche Ergebnis insbesondere auch Züge einer vermittelnden Vergleichslösung aufweist, welche den Beson- derheiten des konkreten Einzelfalles und damit letztlich auch einer Einzelfallge- rechtigkeit Rechnung trägt. Im Übrigen kann der sinngemässen Argumentation in der Beschwerde, wonach bis zum 31. Dezember 2016 das Sozialamt (bzw. die kommunale Fürsorgebehörde) entschädigungspflichtig sei, nicht gefolgt werden. 6.Diesem dargelegten Ergebnis entsprechend werden die vorinstanzlichen Verfahrenskosten der betroffenen Person lediglich zur Hälfte auferlegt. Analog gehen auch die gerichtlichen Verfahrenskosten je zur Hälfte zu Lasten der Par- teien.11 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird insoweit im Sinne der Erwägungen teilweise gutge- heissen, als die Dispositiv-Ziffern 4 und 5 des angefochtenen Beschlusses Nr. IA/005/33/2018 vom 22. August 2018 wie folgt abgeändert werden: 4. Der Beiständin wird eine Entschädigung von Fr. 1'518.75 zugesprochen. Diese wird A.________ zur Hälfte auferlegt, einstweilen gesamthaft aus der Staatskasse bevorschusst und bei A.________ (im Umfange von Fr. 759.40) zur Bezahlung erhoben. 5. (…) Die Gebühren von Fr. 245.00 werden A.________ zur Hälfte (Fr. 122.50) auferlegt und bei ihr erhoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die gerichtlichen Verfahrenskosten werden auf Fr. 400.-- festgelegt und den Parteien je zu Hälfte (je Fr. 200.--) auferlegt. Von Seiten der Be- schwerdeführerinnen wurde ein Kostenvorschuss von Fr. 400.-- bezahlt, so dass ihnen noch Fr. 200.-- aus der Gerichtskasse zurückerstattet wird. Auf das Inkasso des vorinstanzlichen Verfahrenskostenanteils wird verzichtet. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in Zivilsachen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben wer- den (Art. 42 und 72ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Soweit die Beschwerde in Zivilsachen nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbeschwerde* erhoben und die Verlet- zung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -die Beschwerdeführerinnen (2/R) -die Vorinstanz (R) -und das Departement des Innern (z.K.). Schwyz, 28. November 2018 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die a.o. Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 7. Dezember 2018