Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 11. Februar 2021 (725 20 270 / 47) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts hinsichtlich einer UVG-Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch N ico Baumgartner, Rechtsanwalt, MUGGLI ERHART Rechtsanwälte AG, Hauptstrasse 52, Postfach 564, 4127 Birsfelden gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A.a Der 1959 geborene A.____ ist Inhaber der B.____ AG. Am 2. Juni 2005 erlitt er einen Unfall, wobei er sich eine Kontusion am linken Ellenbog en zuzog. In der Folge entwickelte sich eine Epicondylitis humeri radialis (Tennisellenbogen). Die Schweizerische Unfallversicherungs- anstalt (Suva), bei welcher der Versicherte obligatorisch gegen Unfälle versichert war, erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 1. Juni 2010 sprach sie dem Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherten eine UVG-Invalidenrente basierend auf einem I nvaliditätsgrad von 25% sowie eine Integritätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbusse von 5% zu. A.b Mit Verfügung vom 21. März 2014 wurden die Rente nleistungen revisionsweise per 1. April 2014 aufgehoben. Zur Begründung wurde ange führt, die Überprüfung der erwerblichen Verhältnisse habe ergeben, dass die Erwerbsfähigkeit n icht mehr beeinträchtigt sei, obwohl noch geringe Unfallfolgen ausgewiesen seien. A.c Mit Schadenmeldung UVG vom 21. August 2015 meldete A.____ der Suva einen Rückfall. Der Unfallversicherer erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen, übernahm die Heilungskosten und richtete Taggelder aus. Mit Schr eiben vom 30. August 2016 wurde der Fall abgeschlossen und die Versicherungsleistungen wurden per 31. August 2016 eingestellt. A.d Am 18. Dezember 2017 erlitt A.____ einen weiter en Unfall. Der Schadenmeldung UVG vom 19. Dezember 2017 zufolge ist der Versicherte auf ei nem schneebedeckten Gitterrost aus- gerutscht und hat sich dabei mit dem rechten Arm abges tützt. Hierbei erlitt er ein indirektes Trauma der rechten Schulter. Mit Verfügung vom 6. Ma i 2019 sprach die Suva dem Versicher- ten für die verbleibenden Restfolgen der erlittenen U nfälle eine UVG-Invalidenrente auf der Ba- sis eines Invaliditätsgrads von 19% sowie eine Integritätsentschädigung gestützt auf eine Integ- ritätseinbusse von insgesamt 7,5% (zusätzlich 2,5%) zu. Ein e hiergegen gerichtete Einsprache hiess sie mit Einspracheentscheid vom 10. Juni 2020 insoweit teilweise gut, als sie feststellte, dass dem Versicherten ab 1. Mai 2019 in Abänderung de r angefochtenen Verfügung eine Inva- lidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 20% ausgerichtet werde. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versichert e, vertreten durch Nico Baumgartner, Advokat, mit Eingabe vom 13. Juli 2020 B eschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin bean- tragte er, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 10. Juni 2020 sei ihm rückwirkend ab 1. Mai 2019 eine UVG-Invalidenrente von mindestens 30% , basierend auf einem Invaliditäts- grad von mindestens 37,495%, zuzusprechen, zuzüglich aufg elaufener Zinsen. Ferner sei ihm rückwirkend ab 1. Mai 2019 eine zusätzliche Integritätsent schädigung im Betrag von mindes- tens Fr. 9'340.-- (Fr. 5'340.-- + Fr. 4'000.--), eve ntualiter Fr. 4'000.--, zuzusprechen, zuzüglich aufgelaufener Verzugszinsen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten Überprüfung und zur Neuverfügung im Sinne der Rechtsbegehren 2 und 3 an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, im Hinblick auf die er- werblichen Verhältnisse würden die der Rentenberechnung zugrunde gelegten Faktoren seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht ausre ichend Rechnung tragen. Alsdann sei der leidensbedingte Abzug mit 10% viel zu tief fest gesetzt worden. Schliesslich sei eine In- tegritätsentschädigung für die verbleibenden Folgen aus beiden Unfällen zuzusprechen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juli 2020 schloss die S uva auf Abweisung der Be- schwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Replik vom 28. September 2020 hielt der Beschwer deführer grundsätzlich an sei- nen Anträgen fest, änderte jedoch sein Rechtsbegehren 2 dahingehend ab, als ihm eine IV- Rente von 37,495%, eventualiter aber mindestens von 30 % zuzusprechen sei. Ergänzend brachte er vor, dass sich sein Gesundheitszustand erheblich schwerer präsentieren würde, als dies von der Beschwerdegegnerin angenommen worden sei . Mit Duplik vom 6. Oktober 2020 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren wesentlichen Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Rentenanspr uchs sowie der Integritätsentschä- digung. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistu ngspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. 3.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu minde stens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da uernde ganze oder teilweise Erwerbs- unfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeint rächtigung der körperlichen oder geis- tigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Beha ndlung und Eingliederung verblei- benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmögli chkeiten auf dem in Betracht kom- menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 3.3 Bei der Beurteilung eines unfallversicherungsrechtli chen Rentenanspruchs ist jeweils als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte P erson unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit b edingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutb are Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt (Satz 2). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 93 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht gering e Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts stehen zahlreiche medizinische Akten zur Verfügung, welche allesamt vom Gericht gewür digt wurden. In der Folge werden in- dessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte und Gutachten wiedergegeben: 5.2 Wie eingangs dargelegt, erlitt der Versicherte am 2. Juni 2005 eine heftige Kontusion des linken Ellenbogens mit posttraumatischer Epicondyliti s humeris radialis (vgl. Suva-act. 6 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und 8). Es erfolgte primär eine konservative Behandlung (Physiotherapie, Analgetika), wobei insbesondere durch Stosswellenbehandlungen eine erhebliche Schmerzreduktion herbeigeführt werden konnte (vgl. Suva-act. 8 und 55). Am 12. April 2007 erfolgte eine offene Revision der Extensorensehnen, eine Denervation und Mikrofrakturierun g (Suva-act. 11). Nachdem die Restbeschwerden am linken Ellenbogen unter der vollen Arbeitsbelastung wieder zugenommen hatten, erfolgten am 14. April 2008 und 16. Februar 2009 weitere Revisionen mit Débridement des Extensor carpi radialis brevis, Fragmententfernung, Forage des Epicondylus und Refixation des Extensor carpi radialis longus (Suva-act. 22 und 30). Anlässlich der kreisärztlichen Ab- schlussuntersuchung vom 25. Januar 2010 (Suva-act. 55) füh rte Dr. med. C.____, FMH Chirur- gie, aus, dass der Versicherte nach drei operativen Ein griffen ohne körperliche Belastung weit- gehend beschwerdefrei sei. Aufgrund des bisherigen Verl aufs müsse dieser Zustand als End- zustand gewertet werden. Es bestehe eine Arbeitsfähigkei t von 70%. Bei rein administrativer respektive körperlich weniger belastender Tätigkeit sei der Versicherte nicht eingeschränkt. Nicht mehr zumutbar seien Schlag- und Vibrationsbelastu ngen für den linken Arm. Auch kräfti- ge Zug- und Stossbelastungen seien nicht oder nur ganz kurzfristig möglich. Ferner seien auch forcierte Drehbewegungen gegen Widerstand nur eingeschränkt möglich. 5.3 Am 21. August 2015 meldete der Versicherte einen R ückfall. Ein Röntgen vom 17. No- vember 2015 ergab intakte ossäre Strukturen des linken E llenbogengelenks und kein Gelen- kerguss. Erhoben wurden ein kleiner Knochensporn am Ol ekranon an der Ansatzstelle des Musculus triceps brachii und eine kleine Exostose am Epicon dylus humeris lateralis (Suva-act. 106). Im Rahmen einer kreisärztlichen Untersuchung vom 2 3. März 2016 hielt Dr. C.____ im Wesentlichen fest, dass sich die Funktionswerte sowie die B eweglichkeit des linken Ellenbo- gens gegenüber der letzten Untersuchung 2010 nicht verändert hätten. Zur weiteren Diagnostik sei jedoch eine MRI-Untersuchung zu veranlassen (Suva-act. 126). Das MRT vom 19. Mai 2016 ergab eine osteochondrale Läsion II mit Signalalterati on des Knorpels, subchondralem Ödem und kleiner Zyste des Radiusköpfchens (eine beginnende h umeroradiale Arthrose) (Suva-act. 141). Nach Sichtung der medizinischen Unterlagen gela ngte Dr. C.____ am 7. Juli 2016 zur Auffassung, dass seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchun g vom 25. Januar 2010 keine wesentliche Veränderung der Unfallfolgen eingetreten sei. 5.4 Am 18. Dezember 2017 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall, wobei der rechte Arm und die rechte Schulter betroffen waren. Im Rahm en eines am 20. Dezember 2017 veran- lassten MRI wurden folgende Befunde erhoben: eine teils retrahierte Partialruptur des muskulo- tendinösen Übergangs des anterioren bis mittleren Dritt els des Musculus supraspinatus, eine kleine nicht retrahierte Partialruptur der distalen Se hneninsertion des Musculus subscapularis vom kranialen bis mittleren Sehnendrittel, eine vollst ändige retrahierte Ruptur der proximalen langen Bizepssehne, ein eingerissenes superiores Labrum sowie eine Bursitis subacromialis. 5.5 Mit Sprechstundenbericht vom 8. Januar 2018 stellte Dr. med. D.____, FMH Orthopä- dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara tes, die Diagnosen einer AC- Arthrose rechts, einer Tendinopathie Subscapularis, Su praspinatus mit Partialruptur Supraspi- natus sowie einer Ruptur der langen Bizepssehne. Der Patient sei am 18. Dezember 2017 im Schnee ausgerutscht, habe dann eine Abwehrbewegung gem acht und dadurch ein indirektes Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Trauma in der rechten Schulter erlitten, wo seither a nteriore Schmerzen vorhanden seien. Der Patient habe noch eine gut bewegliche Schulter. Auff ällig sei das druckdolente AC-Gelenk mit dem massiven Horizontalabuktionsschmerz. Die Rotatorenman schette sei suffizient. Die Bi- zepssehne, welche abgerissen sei, sei im Sulcusbereich noch erkennbar. Es sei eine relative Indikation, diese Sehne zu rekonstruieren. Die relati v häufige Ruptur inferior einer Insertions- stelle führe oft zur Frustration, sodass sich die Operati on nicht zwingend anbiete. Dr. D.____ empfahl Bewegungs- und Physiotherapie. Es bestehe weite rhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. 5.6 In einem Verlaufsbericht vom 23. April 2018 berich tete Dr. D.____ über eine Be- schwerderegredienz durch die Physiotherapie. Die Schulte r rechts leide vor allem aufgrund der AC-Degeneration. Die Bizepsruptur habe das Bizepssehnenschmerzsyndrom praktisch erledigt. Es bestehe aber auch eine Pathologie einer Partialläsi on im Bereich der Supraspinatussehne. Es sei nochmals über eine allfällige AC-Resektion gespro chen worden. Inwiefern dadurch eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei, sei schwierig vorauszusagen. 5.7 Anlässlich der Kreisarztuntersuchung vom 10. Juli 20 18 gelangte Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, zur Auffassung, dass mit keiner namhaften Änderung des aktuellen Befund es mehr zu rechnen sei. Am linken Ellenbogen bestehe nach wie vor ein bereits 2016 fest gestellter medizinischer Endzustand. Bei insgesamt durchaus alltagstauglicher Funktion der rechten Schulter begrüsse er die bisherige zurückhaltende Haltung gegenüber einem operativen Eing riff. Das neue Ereignis mit einer neu aufgetretenen Problematik an der rechten Schulter h abe das fragile System des Versicherten dekompensieren lassen. Aufgrund der Problematik am link en Ellenbogen, welche schon seit Jahren bestehe, habe der Versicherte viele Dinge vornehm lich mit dem rechten Arm erledigt. Das gehe nun auch nicht mehr. Die angestammte Tätigke it im Karosseriebetrieb (Pneu wech- seln, Ausbeulen etc.) sei nicht mehr möglich. Möglich seien dem Versicherten leichte, gelegent- lich auch mittelschwere Arbeiten ganztags. 5.8 In seiner ergänzenden Beurteilung vom 10. August 2 018 führte Dr. E.____ aus, dass die angestammte Tätigkeit nicht ohne namhafte Einschrä nkungen möglich sei. Administrative Tätigkeiten und Arbeiten im Zusammenhang mit Kunden kontakt, wie das Vorführen von Autos etc., seien ohne Einschränkungen möglich. Der Versicherte sei noch in der Lage ganztags leichte, gelegentlich auch mittelschwere Tätigkeiten a uszuführen. Es würden folgende Ein- schränkungen gelten: Überkopfarbeiten mit dem rechten Ar m nicht dauerhaft und nur leichte Tätigkeiten. Für den linken Arm keine Schlag- und Vib rationsbelastungen. Für den rechten Arm seien Schlag- und Vibrationsbelastungen gelegentlich mö glich, aber nicht dauerhaft und nicht repetitiv. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des medizinischen Sachver- halts und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in erster L inie auf die Ergebnisse, zu denen der Kreisarzt Dr. E.____ in seinen Beurteilungen vom 10. Juli und 10. August 2018 gelangt war. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten aufgrun d der ausgewiesenen unfallbeding- ten Restfolgen am linken Ellenbogen und der rechten S chulter die angestammte Tätigkeit als Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Karosseriespengler nicht mehr ohne namhafte Einschränk ungen möglich sei. In einer leidens- adaptierten, leichten, gelegentlich auch mittelschweren , Tätigkeit bestehe hingegen, unter Be- rücksichtigung der Einschränkungen von Seiten der rechten S chulter sowie des linken Ellenbo- gens, eine volle Arbeitsfähigkeit. 6.2 Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu be anstanden. Die Beurteilung von Dr. E.____ vom 10. Juli 2018 erfüllt sämtliche Voraussetzungen, die das Bundesgericht an eine beweistaugliche Beurteilungsgrundlage stellt (vgl. E. 4.3 hiervor). Dr. E.____ setzt sich hinrei- chend mit den wesentlichen medizinischen Unterlagen au seinander und vermittelt insgesamt ein vollständiges Bild des Gesundheitszustands des Beschwer deführers. Alsdann nimmt Dr. E.____ gestützt auf seine eingehende persönliche U ntersuchung und Befunderhebung eine schlüssige Beurteilung der unfallbedingten Beeinträchtig ung der Arbeitsfähigkeit vor. Seine Be- urteilung steht auch im Einklang mit dem Gesundheitszust and, wie er in den vorhandenen me- dizinischen Unterlagen dokumentiert wird. Unter diesen Umständen vermag aber der mit Replik vom 28. September 2020 geltend gemachte pauschale Einw and des Beschwerdeführers, wo- nach sich bei einer "angemesseneren Würdigung der medi zinischen Aktenlage eine stärkere Beeinträchtigung seiner Gesundheit und der Arbeitsfä higkeit zeige", nicht zu überzeugen. Dies umso weniger, als sich der Beschwerdeführer zur Bekräftig ung seines Standpunktes mit einem Hinweis auf eine chronologische Auflistung medizinischer U nterlagen begnügt, ohne seine Be- hauptung dabei auch nur ansatzweise mit konkreten Anhalt spunkten zu untermauern oder As- pekte zu benennen, die bei der kreisärztlichen Untersuch ung unerkannt oder ungewürdigt ge- blieben wären. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Z usammenhang ferner geltend macht, dass es ihm aufgrund seiner körperlichen Einschränkungen nicht mehr möglich sei, eine Viel- zahl von Reparatur- und Garagistenarbeiten auszuführen , verkennt er, dass die Beschwerde- gegnerin diese Tatsache auf der Grundlage der kreisärzt lichen Beurteilung nicht in Abrede stellt, zumal sie ihm die angestammte Tätigkeit – ausser in Form von administrativen Arbeiten und solchen mit Kundenkontakt – nicht mehr als zumutbar erachtet. Die unfallbedingten, objek- tiv ausgewiesenen Restbeschwerden äussern sich der überein stimmenden medizinischen Ak- tenlage zufolge insofern, als eine Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenkes bzw. namentlich ein Endphasenschmerz bei der Horizontalabdukt ion besteht und belastungsabhän- gige Schmerzen am rechten Arm zu verzeichnen sind. Diese n fortbestehenden funktionellen Einbussen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wird aber in der fachärztlichen Beurteilung von Dr. E.____ durch ein entsprechend eingeschränktes Zu mutbarkeitsprofil vollumfänglich Rechnung getragen. Dies wird im Übrigen vom Beschwerde führer denn auch nicht in Frage gestellt. Ferner sind auch aus den Akten keine Hinweise e rsichtlich, die Anlass geben könnten, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. E.____ auch nur geringe Zweifel zu wecken. 7. Als Zwischenergebnis ist es nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf der Basis des von Dr. E.____ attestierten Zumutbarkeitspr ofils über den Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente befunden hat. 8.1 Streitig und im Folgenden zu prüfen sind ferner die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Inva- liditätsgrades einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das diese Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Täti gkeit bei ausgeglichener Arbeits- marktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie hung gesetzt zum Erwerbseinkom- men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid ge worden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er folgen, dass die beiden hypotheti- schen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermitte lt und einander gegenüberge- stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 104 V 136). Insoweit die fragli- chen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittel t werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe- rungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die be iden hypothetischen Erwerbsein- kommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist i n Anlehnung an die spezifische Me- thode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1, Urteil vom 17. November 2015 , 8C_492/2015, E. 2.1). 8.2.1 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die ve rsicherte Person ohne Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Um stände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im G esundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneink ommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfa lls der Teuerung und der realen Einkom- mensentwicklung angepasste Verdienst ( BGE 139 V 28 E. 3.3.2). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. 8.2.2 Zu ergänzen ist, dass das Einkommen von Selbstständig erwerbenden angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV vorgeschriebenen Parallelisierung der IV-rechtlich massgebenden hypo- thetischen Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beit ragspflichtigen Einkommen grund- sätzlich auf Grund der Einträge im individuellen Konto (IK) der versicherten Person bestimmt werden kann (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2018 , 9C_771/2017, E. 3.6.2 und vom 10. Februar 2009, 8C_576/2008, E. 6). Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung ge tretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten D urchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2018, 9C_771/2017, E. 3.6.2 mit zahlreichen Hinweisen). 8.2.3 Vorliegend ermittelte die Beschwerdegegnerin d en Invaliditätsgrad des Versicherten anhand der allgemeinen Methode des Einkommensverglei chs. Hinsichtlich des Validenein- kommens ging sie davon aus, der Beschwerdeführer wäre oh ne die gesundheitlichen Beein- trächtigungen weiterhin als selbstständiger Karosseriespeng ler tätig gewesen. Aufgrund des Lohnjournals des Versicherten 2016 und 2017 (Suva-act. 47 und 74) sowie der Auszüge aus dem Individuellen Konto vom 27. Juni 2013 (Suva-act. 77 ) und vom 21. Juli 2016 (Suva-act. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 144) veranschlagte sie für das Jahr 2019 ein mutmassliches Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 80'000.--. 8.2.4 Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Für die Zeit vom 18. Dezember 2016 bis 17. Dezember 2017 resultiert ein durchschnittlicher Brut tojahreslohn von Fr. 76’695.-- (Suva- act. 74) und auch den IK-Einträgen lässt sich kein Fr. 80 '000.-- übersteigendes Jahreseinkom- men entnehmen. Die gegen die Bemessungsgrundlagen de s Valideneinkommens im Rahmen der Einsprache geltend gemachten Einwände hat der Be schwerdeführer im vorliegenden Be- schwerdeverfahren denn auch – zu Recht – nicht weiter aufrechterhalten, zumal er sich im Nachgang an das Gespräch mit dem Aussendienstmitarbeiter der Suva vom 30. Oktober 2018 und nach Rücksprache mit seinem Buchhalter (vgl. Suva-act. 51 und 53) mit diesem mutmass- lichen Jahreseinkommen einverstanden erklärt hatte. Der B eschwerdeführer macht indessen in Bezug auf das Valideneinkommen geltend, dass die Faktor en eines Minderverdienstes und die Voraussetzungen für eine Parallelisierung der Vergleichs einkommen vorliegen würden. Das Valideneinkommen sei auf invaliditätsfremde Gründe zu rückzuführen, so vor allem auf sein fortgeschrittenes Alter, die nicht günstige Marktlage in der Umgebung (Konkurrenz- und Preis- druck aus dem grenznahen Ausland) und den Umstand, dass er als Inhaber seines eigenen Unternehmens und des Standorts aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen sehr unflexibel für das dynamische Marktumfeld und für einen Berufswechsel sei. 8.2.5 Zunächst unterlässt es der Beschwerdeführer rechts genüglich anhand konkreter Grundlagen darzulegen, inwiefern es sich bei dem von ih m erzielten Einkommen in tatsächli- cher Hinsicht um ein unterdurchschnittliches Einkommen ha ndelt bzw. die Voraussetzungen für einen Minderverdienst gegeben sind (vgl. BGE 135 V 303 E. 6.1.2 und 6.1.3, 134 V 322 E. 4.1). Alsdann ist in Erinnerung zu rufen, dass die Rechtsprechu ng zur Einkommensparallelisierung nur sicherstellen will, dass die beiden Vergleichseinkomm en auf gleichen Grundlagen ermittelt werden; sie ist aber nicht so zu verstehen, dass allen inva liditätsfremden (namentlich auch wirt- schaftlichen) Aspekten, die zu einem unterdurchschnittlichen Valideneinkommen geführt haben, ohne weiteres durch Aufrechnung auf ein durchschnittl iches Einkommen Rechnung zu tragen wäre (BGE 135 V 58 E. 3.4.3). Zwar schliesst die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht aus, dass auch bei Erwerbstätigen unter Umständen nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abge- stellt wird. Das trifft bei selbstständig Erwerbenden da nn zu, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbstständige Tätigkeit aufg egeben und eine besser entlöhnte andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheitsbeeinträchtigung aus- geübte selbstständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Da uer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus versch iedenen Gründen (hohe Abschrei- bungsquote auf Neuinvestitionen etc.) die Betriebsgewi nne gering sind (BGE 135 V 58 E. 3.4.6 mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind – wie die Be schwerdegegnerin zutreffend einwen- det – vorliegend nicht als erfüllt zu betrachten. Wie si ch dem IK-Auszug vom 27. Juni 2013 bzw. 21. Juli 2016 entnehmen lässt, ist der Beschwerdeführe r seit Jahren als selbstständiger Karos- seriespengler tätig und übte diese Tätigkeit auch nach dem Unfallereignis im Jahr 2005 weiter aus. Es bestehen somit gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer aus Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht freien Stücken mit seinem (tiefen) Einkommen begnügte . Damit besteht vorliegend kein Anlass für eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen. 8.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzun ehmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Sozia llohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkom- men gegeben, namentlich weil die versicherte Person nac h Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue E rwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder die Tabellenlöh ne der Schweizerischen Lohnstruk- turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik oder die von der Suva geschaffene Dokumen- tation von Arbeitsplätzen (DAP-Zahlen) herangezogen w erden (BGE 139 V 592 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 8.3.2 Die Beschwerdegegnerin ermittelte in ihrem Ein spracheentscheid vom 10. Juni 2020 das zumutbare Invalideneinkommen in Anwendung der LSE . Grundlage hierfür bildete die Ta- belle TA1 der LSE 2018. Anhand des privaten Sektors, Ko mpetenzniveau 2, Spalte Männer, und damit eines monatlichen Einkommens von Fr. 5’649.--, errechnete sie bei einer betriebsüb- lichen Arbeitszeit von 40 Stunden und nach Anpassung des Betrags an die branchenübliche Nominallohnentwicklung per 2019 ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 71’022.35. Un- ter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % resultierte ein Invalidenein- kommen von Fr. 63'920.10. 8.3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Anwend ung dieser Tabelle erweise sich als unrealistisch. Sie trage den realen Verhältnissen seiner Garage, der bestmöglichen und zumut- baren Verwertung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkei t und Ausbildung nicht genügend Rech- nung. Es sei daher angemessen, für das Invalideneinkommen die Tabelle TA1_Sp (recte: TA1_b) der LSE 2016, Sektor 3 Dienstleistungen (Hand el, Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen) heranzuziehen. 8.3.4 Die Rechtsprechung wendet für die Bestimmung des Invalideneinkommens anhand von Tabellenlöhnen in der Regel die Monatslöhne gemäss Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderun gsniveau des Arbeitsplatzes und Ge- schlecht - Privater Sektor), Zeile "Total", an. Bisweilen wird aber auch auf Löhne einzelner Sek- toren (Sektor 2 "Produktion" oder 3 "Dienstleistungen" ) oder gar einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen . Dies geschieht namentlich bei Perso- nen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit in diesem Bereich tätig gewesen sind und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Fr age kommt. Es besteht jedoch kein Grundsatz, wonach stets auf die Tabelle TA1 abzustellen ist. So kann es sich nach den konkre- ten Umständen des Einzelfalls rechtfertigen, stattdessen auf die Tabelle TA7 resp. T17 (ab Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2012) abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und der versicherten Person der entsprechende Sektor offen steht und zumutbar ist (Urteil des Bun- desgerichts vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1). 8.3.5 Auf den Wert "Total Privater Sektor" abzustellen rechtfertigt sich namentlich dort, wo der versicherten Person die angestammte Tätigkeit nich t mehr zumutbar ist und sie darauf an- gewiesen ist, ein neues Betätigungsfeld zu suchen, wobei grundsätzlich der ganze Bereich des Arbeitsmarktes zur Verfügung steht. Wie aus den vorstehend en Erwägungen erhellt, ist dem Beschwerdeführer den beweiskräftigen kreisärztlichen Ausf ührungen zufolge die angestammte Tätigkeit – ausser in Form von administrativen Arbeiten und solchen mit Kundenkontakt – gera- de nicht mehr zumutbar (vgl. E. 5.7 und 5.8 hiervor) . Zumutbar sind ihm hingegen leichte, gele- gentlich auch mittelschwere Arbeiten ganztags. Der Einw and des Beschwerdeführers, wonach auf die Branche "Handel, Instandhaltung und Reparatur von Motorfahrzeugen" der LSE TA1_b abzustellen sei, lässt sich gerade nicht mit der Tatsach e vereinbaren, dass ihm seine ange- stammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist. 9. Anhand der Gegenüberstellung der im Einspracheentsch eid vom 10. Juni 2020 veran- schlagten Vergleichseinkommen von Fr. 80’000.-- und Fr. 63'920.10 (unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10%) resultiert der von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invaliditätsgrad von 20%, was nach dem Dargelegten nich t zu beanstanden ist. Ein höherer leidensbedingter Abzug ist vorliegend nicht gerechtferti gt, da den verbleibenden gesundheitli- chen Einschränkungen im Rahmen der Restarbeitsfähigkei t von 100% mit dem gewährten Ab- zug von 10% bereits weitgehend Rechnung getragen wurd e. Alsdann kommt dem Alter im Zu- sammenhang mit dem Leidensabzug nur beschränkte Bedeutung zu. Der Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, fällt dab ei als invaliditätsfremder Faktor regel- mässig ausser Betracht (Urteile des Bundesgerichts vom 31. A ugust 2018, 8C_327/2018, E. 4.4.2, und vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.3.4). Ferner fehlen Hinweise, wonach der Versicherte in seiner Anpassungs- und Umstellungsfähigkei t beeinträchtigt wäre und die der Tatsache entgegenstehen würden, dass er aufgrund seine r langen Berufserfahrung als selbst- ständiger Karosseriespengler auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt profitieren und den Anpas- sungs- und Angewöhnungsaufwand minimal halten kann. I m Übrigen kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin i m angefochtenen Einspracheent- scheid vom 10. Juni 2020 verwiesen werden. 10.1 Zu prüfen bleibt die Höhe der dem Versicherten zugesprochenen Integritätsentschädi- gung. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Perso n Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ein e dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleid et. Nach Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich währ end des ganzen Lebens mindes- tens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheb lich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigk eit, augenfällig oder stark beeinträch- tigt wird (Satz 2). Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentschädigung in Form einer Kapi- talleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwer e des Integritätsschadens abgestuft, wo- bei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des ver sicherten Jahresverdienstes nicht Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der B undesrat die Bemessung der Entschädi- gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebr auch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannte n, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 10.2 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritä tsschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höc hstbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- sem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizi- nischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebene n Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den nachfolgenden Mitteilungen) sind, sowei t sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährl eistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 10.3 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesun dheitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortu ng Verwaltung und Gerichte ebenfalls auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehme n, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem medizinischen Laien keine zuverlässige Zuordn ung erwartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen oblieg t somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 10.4 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 10. Juni 2 020 sprach die Suva dem Be- schwerdeführer für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Ereignis vom 2. Juni 2005 eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritä tseinbusse von insgesamt 7.5% (zusätz- lich 2.5%) zu. Eine auf einer Integritätseinbusse von 5 % basierende Integritätsentschädigung wurde dem Beschwerdeführer bereits mit Verfügung vom 14 . Mai 2010 ausgerichtet. Die Be- schwerdegegnerin stützte sich vorliegend auf die Beurteil ung von Dr. E.____ vom 26. März 2019. Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, da ss ihm auch für die gesundheitlichen Beeinträchtigungen an der rechten Schulter (Ereignis vom 18. Dezember 2017) eine Integritäts- entschädigung zuzusprechen sei. Dabei sei auf die Tabelle gemäss Anhang 3 UVV abzustellen, wobei analog der Wert einer habituellen Schulterluxation beizuziehen sei. 10.5 Was die somatischen Folgen an der rechten Schul ter anbelangt, so bestehen gemäss der Beurteilung von Dr. E.____ vom 26. März 2019 in Ü bereinstimmung mit dem dokumentier- ten Gesundheitszustand endgradige Funktionseinschränkunge n. Indessen konnte er anhand der Bildgebungen keine namhafte Arthrose sowie einen g ut erhaltenen Gelenkspalt ausma- chen, weshalb er keine Integritätsentschädigung als an gezeigt erachtete (vgl. Suva-act. 72). Diese Beurteilung erweist sich mit Blick auf die medizini sche Aktenlage als sachgerecht. Der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführer beanstandet die Höhe der zugesprochene n Integritätsentschädigung, ohne näher zu begründen, weshalb die Beurteilung von Dr. E .____ nicht zutreffen sollte bzw. ohne seine Ausführungen mit fachärztlichen Berichten zu unterm auern, welche Hinweise für die Zu- sprache einer (höheren) Integritätsentschädigung enthal ten würden. Zumal sich auch den übri- gen Akten keine Anhaltspunkte entnehmen lassen, die im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen ein Abweichen von der beweiskräftigen kreisär ztlichen Beurteilung rechtfertigen würden, ist die Festsetzung des Integritätsschadens im Umfang von insgesamt 7.5% für die mässige Arthrose am Ellenbogen nicht zu beanstanden. 11. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der ang efochtene Einspracheentscheid vom 10. Juni 2020 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 12. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 g ültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sei n. Es sind demnach für das vorliegen- de Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei diesem Ausg ang des Verfahrens wird keine Partei- entschädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht