B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6651/2013 U r t e i l v o m 2 7 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), unbekannter Staatsangehörigkeit, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Oktober 2013 / N (…). D-6651/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge den Heima t- staat am 9. März 2013 in Richtung Nepal und gelangte am 3. Juli 2013 in die Schweiz, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Im Rahmen der am 30. Juli 2013 durchgeführten Befragung zur Person und summa- risch zum Reiseweg sowie zu den Asylgründen (BzP) im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, sie sei tibetischer Ethnie und stamme aus dem Do rf (…), Gemeinde (…), Bezirk (…), Provinz (…), wo sie von Geburt bis kurz vor der Ausreise am 6. März 2013 gelebt habe. Als Einzelkind habe sie bei den Eltern gewohnt. Sie sei nie zur Schule gegangen und spreche kein Chinesisch. Am 5. März 2013 sei sie gegen Nachmittag zu einer Sit- zung gerufen worden, woran jeweils ein Vertreter der ca. 20 Familien des Dorfes teilgenommen habe. Es seien auch vier Beamte der chinesischen Regierung, darunter zwei Tibeter, dabei gewesen. An der rund zwei Stun- den dauernden Versammlung sei ein Papier, welches drei Punkte (der Dalai Lama sei ein Separatist; Tibet gehöre zu China; die Chinesen hä t- ten in Tibet viel Entwicklungshilfe geleistet) beinhaltet habe, zur Unte r- schrift verteilt worden. Sie sei damit nicht einverstanden ge wesen und habe auf der Rückseite des Blattes auf Tibetisch geschrieben, dass es sich bei diesen Punkten um Lügen hand le. Zu Hause habe sie ihrem V a- ter über diesen Vorfall berichtet. Dieser habe ihr daraufhin zur Ausreise geraten. Ferner führte sie aus, nie einen Pass beantragt zu haben , und die Identitätskarte sei ihr vom Schlepper, kurz bevor sie in Nepal ang e- kommen sei, abgenommen worden. Sie sei mit einem (Transportmittel) bis kurz vor (Ort1) gefahren. Die Grenze zu Nepal habe sie zu Fuss und illegal überschritten. Am 2. Juli 2013 habe sie Nepal auf dem Luftweg ver- lassen und sei nach einem Zwischenstopp an einem unbekannten Ort an einen weiteren unbekannten Ort weitergeflogen, von wo aus sie mit dem Zug weitergereist und schliesslich nach B._______ gelangt sei. B. Am 19. August 2013 führte eine vom BFM beauftragte Fachperson ein Te- lefongespräch mit der Beschwerdeführerin durch mit dem Ziel, ihr Alltags- wissen über die geltend gemachte Herkunftsregion zu evaluieren. Sie g e- langte in ihrem Bericht vom 2 8. August 2013 zum Schluss, aufgrund des Gesprächs b eziehungsweise der Angaben de r Beschwerdeführerin sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, klein. D-6651/2013 Seite 3 C. Mit Zuweisungsentscheid vom 5. September 2013 wurde die Beschwer- deführerin für die Dauer des Verfahrens dem Kanton C._______ zuge- wiesen. D. Am 7. Oktober 2013 wurde die Beschwerdeführerin im Rahmen von Art. 29 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) durch das Bundesamt angehört. Dabei wiederholte sie im Wesentlichen den bereits geltend gemachten Sachver- halt und präzisierte, nur etwa drei Personen hätten tibetisch schreiben können. Im Übrigen habe sie zuvor nie eine negative Einstellung gege n- über den Chinesen kundgetan. Die tibetische Schrift habe ihr der Vater beigebracht. Ihre Reise in die Schweiz habe sie mit (Finanzierungsmittel) finanziert. Mit einem auf einen fremden Namen lautenden Reiseausweis, der ihr Foto getragen habe, sei sie ausgereist. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Anlässlich de r gleichen Anhörung wurde der Beschwerdeführerin zum "Alltagswissenstest" vom 19. August 2013 das rechtliche Gehör gewährt , wobei ihr vorab die Qualifikation "Alltagsspezialist" der unabhängigen sachverständigen Person vorgelegt und übersetzt wurde. Zu den an- schliessenden diversen Vorhalten des BFM (u.a. Kenntnisse zur angebli- chen Herkunftsregion, die sich mit der Biografie de r Beschwerdeführerin nicht vereinbaren liessen; Unkenntnis hinsichtlich der korrekten bzw. off i- ziellen administrativen Einheiten von Orten der Region; Kenntnisse de r kulturellen Gegebenheiten in der Herkunftsregion; Angaben zu Leben s- mittelpreisen; Spr echweise respektive fehlende Chinesisch -Kenntnisse) führte die Beschwerdeführerin zusammenfassend aus, sie sei aus (…) und die von ihr erwähnten Orte seien etwa 15 -20 Minuten entfernt. Sie habe erklärt, wie die traditionellen Kleider seien und habe auch über das Kloster (Name) erzählt. Chinesisch könne sie ausser einem Wort nicht. Sie habe dieser Sprache keine grosse Beac htung geschenkt. Der Fest- stellung des BFM, dass aufgrund des Alltagswissenstests und der Aussa- gen in den Befragungen die Möglichkeit bestehe, dass die behauptete Staatsbürgerschaft nicht länger akzeptiert werde und sie in den unb e- kannten beziehungsweise in ihren tatsächlichen Heimat- oder Herkunfts- staat weggewiesen würde, begegnete sie mit der Aussage, wirklich aus Tibet zu stammen. E. Das BFM stellte mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 – eröffnet am D-6651/2013 Seite 4 31. Oktober 2013 – fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingsei- genschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die Weg weisung der Beschwerdeführerin aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug unter Ausschluss in die Volksrepublik China an. Zur Begründung wurde im Wesentlich en ausgeführt, die Vorbringen der Beschwerdeführerin genügten weder den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG. Aufgrund der unsubstanziierten Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrer Herkunft und der fehlenden Chinesisch - Kenntnisse seien grosse Zweifel an der angegebenen Herkunft, mithin auch an der Staatsangehörigkeit und der illegalen Ausreise aus diesem Land aufgekommen. Deshalb sei mit ihr ein Test zur Evaluation ihres All- tagswissens durch einen externen Sachverständigen durchgeführt wo r- den (vgl. Bst. B hiervor). Seine Schlüsse habe der Experte aus den sehr mangelhaften und teils gänzlich falschen geographischen Kenntnissen der Beschwerdeführerin zur angeblichen Herkunftsregion gewonnen (u.a. Namen der unmittelbar umliegenden Dörfer; Vorstellungen über Dista n- zen bzw. Reisefahrzeiten in der Region; Bezeichnung der administrativen Einheiten der Orte in der Region ). Aufgrund der Aussagen bei den Befra- gungen komme das BFM zu r gleichen Einschätzung wie der Experte, dass sich die Beschwerdeführerin selbst nie in (…) im Kreis (…) auf- gehalten habe. Überdies habe sie nur dürftige, teils falsche Kenntnisse der kultu rellen Gegebenheiten der Region (traditionelle Kleidung, Klö s- ter). Betreffend die Sprache sei festzuhalten, dass ihr Wörter geläufig sei- en, die von Tibetern in Tibet nicht verwendet würden, sondern nur von T i- betern in Indien. Weiter verfüge sie über keinerlei Chinesisch-Kenntnisse und kenne die im tibetischen Alltag gebrä uchlichen chinesischen Wörter nicht. Die festgestellte Unkenntnis in Bezug auf die angebliche Herkunfts- region habe sie im Rahmen des ihr gewährten rechtlichen Gehörs nicht zu erklären vermocht. Durch die Feststellung, dass die Wahrscheinlichkeit klein sei, sie könnte im behaupteten geographischen Raum gelebt haben, sei den von ihr geltend gemachten Ausreise - beziehungsweise Asylgrün- den mit grösster Skepsis zu begegnen. Ihr Aussage verhalten sowie ihre unsubstanziierten Angaben zur angeblichen politischen Be tätigung lies- sen jeglichen Eindruck subjektiver Betroffenheit ver missen und ihre Be- richte würden inhaltlich keinerlei fallspezifische n Besonderheiten aufwe i- sen, die nicht von einer beliebigen Person nacherzählt werden könnte n. Der anlässlich der Versammlung auf der Rückseite eines Schreibens a n- gebrachte handschriftliche Vermerk, der zur Flucht geführt haben soll, sei in einem grammatikalisch einwandfreien Tibetisch verfasst, was erstaune, da die Beschwerdeführerin behauptet habe, nie zur Schule gegangen zu D-6651/2013 Seite 5 sein. Ferner hielten ihre Aussagen zur angeblich illegalen Ausreise nach Nepal einer Glaub haftigkeitsprüfung nicht stand ( u.a. Organisation inner- halb eines Tages; widersprüchliche Angaben im Zusammenhang mit dem Antritt der Reise; mehrheitlich oberflächliche Informationen und Wiede r- holungen zur Reiseschilderung; unsubstanziierte Angaben zum Fus s- marsch nach Nepal und Angaben zu den in der Grenzregion herrschen- den strengen Strassenkontrollen; vage und substanzlose Aussagen zur Reise von Nepal in die Schweiz [Route oder Transitdestinationen] ). Die geltend gemachten Asylgründe würden sich damit als unglaubhaft erwe i- sen. Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausg e- setzt zu sein, seien nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme bestehe, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit und in absehbarer Zeit verwirklichen werde. Das Bundesverwa l- tungsgericht habe in seinem publizierten Leitentscheid BVGE 2009/29 festgehalten, illegal ausgereiste Tibeter würden verdächtig t, den Dalai Lama zu unterstützen. Sie müssten bei einer Rück kehr Haft und Mis s- handlung in flüchtlingsrelevantem Ausmass befürchten. Die Beschwerd e- führerin mache geltend, ethnische Tibeterin aus der Autonomen Region Tibet zu sein und das Land illegal verlassen zu haben . Im Lichte der e r- wähnten Rechtsprechung hätte sie demnach begründete Furcht, bei einer Rückkehr flüchtlingsrelevanten Übergriffen ausgesetzt zu sein, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft aufgrund von subjektiven Nachfluchtgrü n- den erfüllen würde. Wie bereits festgehalten, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Tibet beziehungsweise China gelebt haben könnte, klein. Es sei davon auszugehen, dass sie sich in ihrem Le ben nie auf tibetischem beziehungsweise chinesischem Gebiet aufgehalten habe und sie somit – weder illegal noch legal – auch nicht von dort ausgereist sei und den ch i- nesischen Behörden als Staatsangehörige nicht bekannt sei. Die Ausfü h- rungen in BVGE 2009/29 seien daher auf den vorliegenden Fall nicht a n- wendbar. Es würden somit keine subjektiven Nachfluchtgründe vorliegen. Was die Frage anbelange, ob die geltend gemachte Staatsbürgerschaft allenfalls trotzdem geglaubt werden könne, so habe das Bundesverwa l- tungsgericht wiederholt festgestellt, dass eine Täuschung hinsich tlich des Orts der Hauptsozialisation per se noch keinen Beweis dafür darstelle, dass eine Person zugleich bezüglich der behaupteten Staatsbürgerschaft zu täuschen versuche. Trotzdem würden in der Praxis entsprechende Nichteintretensentscheide des BFM gemäss aArt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG aufgrund versuchter Identitätstäuschung vom Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich gestützt. Dies aus gutem Grund, da es gemäss Entsche i- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 8 den Asylsuchenden obliege, im Rahmen ihrer Mi t-D-6651/2013 Seite 6 wirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG ihre Staatsbürgerschaft offenzulegen. Bei fehlenden Identitätspapieren seien – wie vorliegend – in erster Linie die Aussagen als Beweismittel zu berücksichtigen. Diese seien inde ssen nicht geeignet, die angegebene Staatsbürgerschaft der Beschwerdefü h- rerin glaubhaft zu machen. Da sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, könne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht angewandt werden. Aus den Akten würden sich zudem keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihr im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Die Wegweisung sei daher z u- lässig. Die geltend gemachte Staatsangehörigkeit sei sodann nicht glaubhaft und müsse als unbekannt gelten. Ein Vollzug in die Volksrep u- blik China w erde im vorliegenden Fall jedoch ausgeschlossen. Zudem stelle sich die Lehre auf den Standpunkt, dass eine grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht den Vollzug der Wegweisung nicht verhindern könne. Die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs sei zwar grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese Unters u- chungspflicht finde jedoch ihre Grenzen an der Mitwi rkungspflicht der Be- schwerdeführerin, die auch die Substanziierungslast trage. Es könne nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts nicht Sache der Asylbehörden sein, bei fehlenden Hinweisen seitens einer Person nach etwaigen Wegweisungsvol lzugshindernissen in hypothet i- schen Herkunftsländern zu forschen. Aus Gründen der Rechtsgleichheit könne im vorliegenden Verfahren nicht von der geltenden Praxis abgew i- chen werden. Die Beschwerdeführerin habe die Folgen ihrer unglaubha f- ten Identitätsangabe und der Unglaubhaftigkeit ihres Sachverhalts zu tr a- gen, indem vermutungsweise davon auszugehen sei, es stünden einer Wegweisung in ihren tatsächlichen Hei matstaat keine Vollzugshindernis- se entgegen. Hinsichtlich der Frage nach der Möglichkeit eines allfä lligen Wegweisungsvollzugs bei der Verheimlichung der wahren Identität könne zum heutigen Zeitpunkt nicht gesagt werden, dieser sei von vornherein nicht möglich oder technisch nicht durchführbar. Der Beschwerdeführerin sei zuzumuten, sich bei der zuständig en Vertretung ihres Heimatlandes die allenfalls benötigten Reisepapiere zu beschaffen. Auch das Bunde s- verwaltungsgericht erachte in seiner Rechtsprechung den Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als möglich, selbst wenn ein Gesuchsteller seine wahre Identi tät oder Staats angehörigkeit verheimliche. Somit sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchfüh r- bar. D-6651/2013 Seite 7 F. Die Beschwerdeführerin beantragte mit Eingabe an das Bundesverwa l- tungsgericht vom 26. November 2013 unter Kosten- und Entschädigungs- folge, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und in der Sache neu zu beurteilen. Die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei Asyl zu gewähren. Eventuell sei festzustellen, dass bei ih r subjektive Nachfluchtgründe vorlägen und es sei ih r infolge unzulässiger Wegwe i- sung eine unbefristete vorläufige Aufnahme als Flüchtling zu gewähren. Eventuell sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar und unmöglich sei, und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege und der Beschwerde aufschiebe n- de Wirkung zu gewähren. Des Weiteren beantragte sie, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den B e- hörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen. Eventuell sei sie bei bereits erfolgter Daten- weitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren. Auf die Begrün- dung der Beschwerde wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägu n- gen eingegangen. Der Beschwerde lagen diverse Beweismittel bei (vgl. S. 12 f. der Eingabe). G. Mit Instruktionsverfügung vom 9. Dezember 2013 teilte der Instruktion s- richter – nachdem in den Erwägungen auf das Begehren um Wiederhe r- stellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde nicht eingetreten worden war – der Beschwerdeführerin mit, sie dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen und auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses verzichtet. Die Anträge betreffend Date n- weitergabe wurden abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständ ig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und D-6651/2013 Seite 8 entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderu ng. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Na chteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). D-6651/2013 Seite 9 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Vorab ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, w o- nach das Telefoninterview mit einer tibetisch sprechenden Frau und nicht wie gemäss Anhörung durch einen Mann durchgeführt worden sei . Bei diesem Verfahrensfehler handle es sich nicht nur um ein formales, als ne- bensächlich zu betrachtendes Detail, sondern um einen wichtigen B e- standteil des Asylverfahrens, welche r über ihre persönliche Zukunft und ihr weiteres Leben bestimmen werde. Gemäss Auskunft der Vorinstanz werden die Qualifikationsbeschreibungen aus Datenschutzgründen grundsätzlich in der männlichen Form verfasst. Sodann wurde die Ev a- luation des Alltagswissenstests von der Fachperson , in casu einer Frau, mit der Bezeichnung TAS09 durchgeführt und der entsprechende Bericht von der gleichen Person verfasst. Das Qualifikationsschreiben führt eben- falls TAS09 als unabhängige sachverständige Person an. Anlässlich d er Anhörung wurde der Beschwerdeführerin das Qualifikationsschreiben vorgelegt und übersetzt. Die Frage, ob sie dazu etwas sagen möchte, verneinte sie ausdrücklich (vgl. A 21 S. 11 F. 110 gemäss Aktenverzeich- nis BFM). Im Bericht vom 28. August 2013 wies die Fachperson (TAS09) zudem darauf hin, sie und die Probandin hätten zwar nicht das gleiche Ti- betisch gesprochen. Sie habe die Beschwerdeführerin aber gut versta n- den und sich ihrer Sprechweise angepasst . Das Interview sei ohne sprachliche Komplikationen verlaufen. Aus der Qualifikation der Alltag s- spezialistin ergibt sich ferner, dass sie 27 Jahre im tibetisch -chinesischen Gebiet von Kham gelebt habe. Weiter bestehende Kontakte zur in Tibet lebenden Familie erlaubten zusätzliche Erkenntnisse über die Verhält nis- se vor Ort. Aufgrund der vorliegenden Informationen bestehen an der Qualifikation der Alltagsspezialistin keine nennenswerten Zweifel. Der von der Beschwerdeführerin erhobene Einwand ist daher unbegründet. 4.2 In der Rechtsmitteleingabe begegnet die Beschwe rdeführerin zu- nächst den diversen vom BFM in der angefochtenen Verfügung aufge- zeigten Unglaubhaftigkeitselementen, welche sich zum einen auf die von der Fachperson getroffenen Feststellungen und zum andern auf ihre an-D-6651/2013 Seite 10 lässlich der Befragungen zu Protokoll g egebenen Antworten stützen. Zu- sammenfassend hält sie fest, dass ihre Aussagen nachvollziehbar und wi- derspruchsfrei seien. Die Argumentation des BFM erschöpfe sich haup t- sächlich darin, ih r zu unterstellen, sie stamme nicht aus Tibet. Unter B e- rücksichtigung ihrer Kopfschmerzen und der psychischen Unsicherheit nach der langen Flucht sowie der Möglichkeit einer nicht exakten Übe r- setzung seien ihre Aussagen äusserst glaubhaft. Sodann wird unter Ver- weis auf die Rechtsprechung ( EMARK 2006 Nr. 1) ausgeführt, dass sie durch ihre Flucht aus China zum Flüchtling geworden sei. Asylsuchende tibetischer Ethnie, die sich illegal nach Nepal oder Indien begeben hätten, ohne sich dort länger aufgehalten zu haben , und anschliessend in der Schweiz um Asyl nachges ucht hätten sowie über eine längere Zeit dort verblieben seien, müssten im Falle einer Rückkehr nach China dort mit flüchtlingsrelevanter Verfolgung rechnen. Sie (d ie Beschwerdeführerin) habe China illegal verlassen und sei in die Schweiz weitergereist. Da mit sei ihr eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zuzubilligen. Bei ihr würden demnach – im Sinne eines Eventualstan d- punktes – subjektive Nachfluchtgründe vorliegen. Das Bundesverwa l- tungsgericht habe die Praxis der ARK in einem Ur teil vom 7. Oktober 2009 (Anmerkung des Gerichts: BVGE 2009/29) bestätigt. 4.3 4.3.1 Einleitend ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführerin nach ihrer geltend gemachten Ausreise aus Tibet gemäss ihren Aussagen zu- nächst rund vier Monate in Nepal auf hielt, ehe sie von dort innerhalb von knapp zwei Tagen in die Schweiz gelangte und um Asyl nachsuchte. Das ihr bei der Asylgesuchsstellung ausgehändigte Personalienblatt füllte sie selbständig aus und vermerkte, keine medizinischen P robleme zu haben (A 1). Die BzP fand viereinhalb Wochen später statt. Zwei Monate später wurde sie vom BFM einlässlich zu ihren Asylgründen angehört. Ang e- sichts dieses Zeitablaufs vermag der Hinweis auf die psychische Uns i- cherheit nach der langen Flucht nicht zu überzeugen, da sie genügend Zeit hatte, sich von den allfälligen Strapazen der Reise zu erholen und mit den hiesigen Gegebenheiten vertraut zu machen. Ferner sind den Proto- kollen weder Anhaltspunkte zu entnehmen, die Beschwerdeführerin wäre nicht in der Lage gewesen, den Befragungen zu folgen, noch ergeben sich Anzeichen für eine unvorteilhafte respektive unkorrekte Befragung s- situation. Die Dolmetscherleistungen bezeichnete die Beschwerdeführerin jeweils als gut und sie unterzeichnete die Richtigkeit ( BzP) und Vollstän- digkeit (Bund esanhörung) der entsprechenden Protokolle, weshalb sie sich bei ihren Aussagen behaften zu lassen hat. Diese Feststellung e r-D-6651/2013 Seite 11 fährt zudem dadurch an Gewicht, dass die bei der Bundesanhörung a n- wesende Hilfswerkvertretung nach Einräumung und Wahrnehmung der Möglichkeit von Ergänzungsfragen an die Beschwerdeführerin abschlie s- send auf dem Beiblatt festhielt, weder weitere Sachverhaltsabklärungen anzuregen noch Einwände anzumelden. In Würdigung sämtlicher U m- stände können demzufolge auch die weiteren in diesem Zusa mmenhang erhobenen Einwände der Beschwerdeführerin nicht gehört werden. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin gab bis zum heutigen Zeitpunkt keinerlei Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten, die es erlauben würden, ve r- bindliche Rückschlüsse auf ihre Identität zu geben. Es liegen auch keine weiteren Dokumente vor, die zumindest Hinweise auf ihre wahre Identität geben könnten. Gemäss Art. 8 AsylG obliegt es den Asylsuchenden im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht unter anderem, ihre Identität offenzul e- gen und Reisepapiere u nd Identitätsausweise abzugeben. Ihre stereoty- pen Antworten anlässlich der Befragungen erschöpften sich indes in der unbehelflichen Erklärung, dass sie keine Dokumente beschaffen könne beziehungsweise dies schwierig sei, da sie keinen Kontakt mit zu Hause habe. Jedenfalls ist dem Aussageverhalten der Beschwerdeführerin zu entnehmen, dass das Erhältlichmachen von Ausweispapieren aus ihrem angeblichen Heimatstaat nicht aus geschlossen ist. Mithin hat sie es un- terlassen, die ihr obliegende zumutbare und möglich e Mitwirkungspflicht hinsichtlich der Papierbeschaffung wahrzunehmen , weshalb sie die dar- aus resultierenden nachteiligen Konsequenzen in Eigenverantwortung zu tragen hat. Auch vermögen die in diesem Zusammenhang in der B e- schwerde gemachten Hinweise auf die Berichte von Radio Free Asia vom 20. Januar 2013, The Washington Post vom 23. Januar 2013 sowie die Auskunft der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 4. März 2013 daran nichts zu ändern, da es vorliegend nicht um das Ausstellenlassen von Identitätspapieren, sondern um das Beschaffen r e- spektive Beibringen solcher geht. 4.3.3 Die vorinstanzlichen Erwägungen betreffend die sehr mangelhaften und teils gänzlich fal schen geographischen Kenntnisse der Beschwerde- führerin zu ihrer angeblichen Herk unftsregion halten einer Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht stand. In der Beschwerde wird den Ausführungen des BFM in der angefochtenen Verfügung nichts Substan- zielles entgegengesetzt. So werden die fehlenden geographischen Kennt- nisse der Beschwerdeführerin zu ihrer Herkunftsregion bloss als ungen ü- gend bezeichnet. Auch erwecken die Vorbringen insgesamt den Eindruck einer nachträglichen Sachverhaltsanpassung und sind nicht geeignet, die D-6651/2013 Seite 12 vorinstanzliche Argumentation zu entkräften oder zu beseitigen. Dabei ist insbesondere festzuhalten, dass das BFM gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin im Rahmen des Alltagswissenstest s und die daraus resultierende Einschätzung der Fachperson sowie in Verbindung mit ihren anlässlich der Bundesanhörung zu Protokoll gegebenen Antworten zum Schluss gelangt ist, dass sie nicht in dieser Gegend sozialisiert wurde. Unter anderem wird in der Rechtsmitteleingabe mit dem pauschalen Ver- weis auf die entsprec henden Protokollstellen der Bundesanhörung ledig- lich behauptet, dass sie sehr wohl Namen von kleineren (i.e. Dörfer) und grösseren Städten in der Umgebung ihres Herkunftsortes genannt und die geographische Lage nach bestem Wissen beschrieben habe. Hierzu ist zum einen aber festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin keine ge- nügend unumstössliche n oder aufschlussreiche n Anhaltspunkte für ihre Herkunft aus dieser Gegend aufzeigen konnte, was ihr nicht zuletzt auch aufgrund der unverständlichen Antworten ( vgl. A 21 S. 4 Fragen 28, 29, 30 und 33) unmissverständlich mitgeteilt wurde (vgl. A 21 S. 5 Frage 43 f.). Zum anderen war sie auch im Verlaufe der Anhörung im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs zum Alltagswissenstest nicht in der Lage, Klärung hinsichtlich der fehlenden Kenntnisse zu ihrem ange b- lichen Herkunftsort und dessen Umgebung herbeizuführen ( vgl. A 21 S. 11 f. Fragen 111 ff.). Die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe im Zusammenhang mit den (eingestandenen) fehlenden Kenntnissen re- spektive unzutreffenden Schätzungen hinsichtlich der Distanzen zwischen den von ihr genannten grösseren Städten müssen sodann als unbehelfli- che und beschönigende Erklärungsversuche der als unglaubhaft erachte- ten Aussagen qualifiziert werden und runden das Bild ab, wonach der be- hauptete Herkunftsort der Beschwerdeführerin nicht zutrifft. In Berüc k- sichtigung all dieser Aspekte konnte die Vorinstanz davon absehen, Nachfragen im Zusammenhang mit den fehlenden Kenntnissen zu den administrativen Einheiten in der Herkunfts region der Region zu stellen. Der diesbezüglich in der Beschwerde erhobene Einwand erweist sich als marginal und braucht daher nicht weiter beurteilt zu werden. 4.3.4 Die Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe bezüglich der fehlen- den Kenntnisse zu Gegebenheite n der tibetischen Kultur , wie beispiels- wiese die traditionelle Tracht der tibetischen Frauen , gehen ausser der Nennung des Namens der Tracht nicht über Allgemeinplätze hinaus. In s- besondere ist festzustellen, dass der Beschwerdeführerin anlässlich des Interviews im Rahmen des Alltagswissenstests von der Fachperson zahl- reiche Fragen in diesem Zusammenhang gestellt wurden, die sie jedoch mehrheitlich nicht oder nur falsch beantworten konnte. Weder anlässlich D-6651/2013 Seite 13 der Bundesanhörung noch in der Beschwerde nahm die B eschwerdefüh- rerin die Gelegenheit wahr, nähere Hinweise oder zumindest etwas u m- fassendere und differenziertere Angaben hierzu abzugeben. Auf B e- schwerdestufe begnügt sie sich mit der Aussage, dass alle Frauen aus der Region sich so anziehen würden und sich die Qualität der Trachten je nach Reichtum unterscheide. Was den Vorwurf der Vorinstanz betrifft, wo- nach die Beschwerdeführerin nichts über die in ihrem Bezirk vorhand e- nen Klöster zu berichten wusste, so steht ihre nicht näher begründete ge- genteilige Behauptung in der Beschwerde , sie habe vom Kloster (Name) erzählt, der ergänzenden Bemerkung der Fachperson in ihrem zu Ha n- den des BFM verfassten Bericht vom 28. August 2013 diametral entg e- gen. Ausserdem zeigen die in diesem Zusammenhang bei der Bundes - anhörung von der Beschwerdeführerin auf zusätzliche Fragen hin zu Pro- tokoll gegebenen Antworten ihre diesbezüglich fehlenden Kenntnisse oh- ne Schonung auf (vgl. A 21 S. 12 Fragen 114 ff.). Die Beschwerdeführerin vermag auch der überzeugenden Argumentation der Vori nstanz rund um ihre fehlenden Chinesisch -Kenntnisse in der angefochtenen Verfügung auf Beschwerdestufe keine stichhaltigen Gründe entgegenzusetzen. So wird etwa lapidar behauptet, zu Hause immer tibetisch gesprochen und in ihrem Vater einen strengen Lehrmeister in dieser Angelegenheit gehabt zu haben, weswegen sie kein Chinesisch könne. Eine Auseinanderse t- zung mit den ihr vom BFM in diesem Zusammenhang vorgeworfenen Un- glaubhaftigkeitselementen (u.a. Übernahme von chinesischen Begriffen und Wörter im tibetischen Alltag) findet indes nicht statt. Ebenfalls erge- ben sich keine überzeugenden Hinweise oder Anhaltspunkte dafür, dass die gemäss Akten nicht vorbehaltslos ans Haus gebundene , (Alter) Be- schwerdeführerin in völliger Unkenntnis von einfachsten chinesischen Lehnwörtern an ihrem angeblich stets gleichen Herkunftsort hätte auf- wachsen sollen. Im Gegenteil, es ist vielmehr davon auszugehen, dass die zuletzt in der Landwirtschaft tätige Beschwerdeführerin im Rahmen ih- rer alltäglichen Verrichtungen durchaus mit anderen Leuten in Kontakt ge- kommen und dabei mit dem in der Umgangssprache gebräuchlichen Chi- nesisch konfrontiert worden sein und sich mit diesem Idiom schliesslich auch vertraut gemacht haben dürfte. Jedenfalls ist festzuhalten, dass für das Fehlen von einfachstem Chinesisch keine nachvollziehbaren Gründe auszumachen sind. Der Beschwerdeführerin gelingt es somit nicht, eine Klärung hinsichtlich des von ihr behaupteten Herkunftsortes herbeizufü h- ren. Aus dem Umstand respektive der vorinstanzlichen Beg ründung, wo- nach sie nicht wisse, welche Wörter sie verwendet haben soll, die von Ti- betern im Exil gebraucht würden, kann sie auch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Nichtnennung diesbezüglicher Begriffe respektive die Nicht-D-6651/2013 Seite 14 konfrontation mit ihnen durch die Vorinstanz stellt zwar einen geringfügi- gen Mangel dar. Der Beschwerdeführerin hätte aber die Gelegenheit o f- fen gestanden, die in diesem Zusammenhang festgestellte Unzulänglich- keit de s BFM bereits anlässlich der Bundesanhörung anzubringen und die sich allenfalls daraus ergebenden Erklärungen zu artik ulieren ( vgl. A 21 S. 12 Frage 118). Ferner sind aufgrund der obigen Ausführungen ernsthafte Nachteile, die ihr durch diese Unterlassung hätten entstanden sein können, insgesamt zu verneinen respektive Anlass für die Annahme, dass das Urteil anders hätte ausfallen können, besteht nicht. 4.3.5 Auch die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe rund um die Flucht bewirken keine Änderung in der Beurteilung der Frage des angeblichen Herkunftsorts der Beschwerdeführerin. Konkrete, die vorinstanzliche B e- gründung in diesem Zusammenhang entkräftende Ausführungen unte r- bleiben. Die von ihr geschilderten Fluchtumstände erschöpfen sich ledig- lich in einer äusserst rudimentären (Teil-)Wiedergabe des bereits Bekann- ten. Unter anderem wird im Gegensatz zu den Befragungen (vgl. A 7 S. 5 Ziff. 4.03; A 21 S. 9 Frage 92) in der Beschwerde ausgeführt, dass sie i h- re Identitätskarte dem Schlepper in Nepal habe übergeben müssen. Auch vermag sie den Widerspruch in Bezug auf die Örtlichkeit r espektive die Umstände des Beginns der Flucht mit der Berufung auf einen Überse t- zungsfehler nicht auszuräumen. Nebst dem bereits unter E. 4.3.1 Aufge- führten ist festzuhalten, dass keine Gründe ersichtlich sind, die auch nur annähernd für die Erklärung der Beschwerdeführerin (das Velo sei ein all- gemeines Fortbewegungsmittel zwischen Herkunftsort und (Ort2) gewe- sen; das Velo habe sie auf der Flucht nie benützt) sprechen könnten. An- lässlich der B zP wurde sie zu den Ausreiseumständen aus dem Heima t- land unter der Rubrik "Reiseweg", speziell unter dem Titel "Reise vom Heimatstaat bis in die Schweiz", befragt. Dabei fiel ihre Antwort, sie habe (…) mit dem Fahrrad verlassen, unmissverständlich aus und liess keinen Interpretationsspielraum zu ( vgl. A 7 S. 5 Z iff. 5). In das ungereimte Bild passen schliesslich auch die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Reise in die Schweiz, zu der sie keinerlei substanziierten Angaben m a- chen konnte. Insbesondere ist nicht glaubhaft, dass sie keinen der von ihr passierten Flughäfen oder etwa die Fluglinie benennen kann. Die diesbe- zügliche auf die Fluglinie beschränkte Argumentation in der Beschwerde, wonach sie noch nie geflogen sei und dem sie begleitenden Schlepper vertraut habe und einfach gefolgt sei, ist gänzlich unbeh elflich Dem ist nämlich entgegenzuhalten, dass Flughäfen oder Fluglinien sowohl im Flugzeug als auch vor Ort immer wieder bei Ansagen namentlich erwähnt werden; zudem ist davon auszugehen, dass ihr der Schlepper die ang e-D-6651/2013 Seite 15 flogenen Flughäfen genannt hat. Das Gericht kommt auch diesbezüglich zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin Herkunft und Identität ve r- schleiern will, um den Behörden eine Rückschaffung zu erschweren b e- ziehungsweise zu verunmöglichen. Angesichts dieser Sachlag e – die Wahrscheinlichkeit, won ach die Beschwerdeführerin im behaupteten geographischen Raum gelebt haben könnte, ist klein – ist den von ihr gel- tend gemachten Ausreise - beziehungsweise Asylgründen die Grundlage entzogen. Aufgrund dieser Feststellung kann darauf verzichtet werden, die weiteren Vorbringen zu prüfen. 4.3.6 Abschliessend und der Vollständigkeit halber ist auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E–2981/2012 vom 20. Mai 2014 E. 5.10 zu verweisen, das in Präzisierung der bis anhin gültigen Praxis ( vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 4.3 sowie BVGE 2009/29) festhält, dass bei Personen tibeti- scher Ethnie, die ihre wahre Herkunft verschleiern oder verheimlichen, vermutungsweise davon auszugehen ist, dass keine flüchtlings - oder wegweisungsrechtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an ihren bis heri- gen Aufenthaltsort bestehen. Mithin erübrigen sich Erörterungen im Z u- sammenhang mit dem Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen (vgl. Beschwerde S. 9 ff.). 4.3.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag und deshalb nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigen- schaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. Der Antrag die Sache neu zu beurteilen ist abzuweisen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). D-6651/2013 Seite 16 6. 6.1 Bezüglich des Wegweisun gsvollzugs stellt sich das BFM vorweg auf den Standpunkt, da die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Staatsangehörigkeit nicht glaubhaft sei, müsse diese als unbekannt ge l- ten. Das Gericht folgt der Vorinstanz sowohl in diesem Punkt als auch den weiteren diesbezüglichen Erwägungen des Bundesamtes. 6.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchung s- pflicht findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerdefü h- rerin. Es ist in der Tat nicht Sache der Behörden, bei fehlenden Hinweisen – vorliegend offensichtlich gezielt vorenthaltenen – nach etwaigen Weg - weisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu for- schen. Vermutungsweise ist davon auszugehen, einer Wegweisung stün- den keine Vollzugshindernisse im gesetzlichen Sinne entgegen. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). Die Beschwerde i st abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten de r Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da d ie Beschwerde- führerin indes gemäss den vorliegenden Akten aktuell nicht erwerbstätig ist, kann davon ausgegangen werden, dass sie prozessual bedürftig ist. Gleichzeitig müssen die Beschwerdebegehren im Zeitpunkt der Einre i- chung als nicht aussichtslos bezeichnet werden. Demnach ist das G e- such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrens- kosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-6651/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Alfred Weber Versand: