Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Februar 2015 (725 14 329) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Anspruch auf Leistungen (Rente und Integritätsentschädigung) der Unfallversicherung betreffend strukturell nicht objektivierbare Unfallfolgen mangels Kausalzusammenhangs verneint; Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in Bezug auf die beim Unfall erlittenen somatischen Unfallverletzungen genau feststelle und sodann über den Anspruch neu verfüge Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Thomas Christen, Advokat, Haus zum Thurgauerhof, Lindenstrasse 2, Postfach 552, 4410 Liestal gegen Zürich Versicherungs -Gesellschaft AG , Geschäftsbereich Sch a- den, Postfach, 8085 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Der 1952 geborene A.____ arbeitete im Zeitpunkt seines Unfalls als Gärtner bei der B.____ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Zür ich Versicherungsgesellschaft (Zürich) gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 23. September 2010 stürzte der Versicherte am 20. September 2010 beim Apfelpflü- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht cken aus einer Höhe von circa 1,5 Metern von einer Leite r und zog sich dabei Verletzungen an der Wirbelsäule und eine Commotio cerebri zu. Die Zür ich erbrachte in der Folge die gesetzli- chen Versicherungsleistungen (Heilbehandlung/Taggeld). Mit Verfügung vom 20. März 2014 teilte sie A.____ mit, dass sie für die Folgen des Unfalls vom 10. September 2010 und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit nur noch bis Ende Dezember 2013 Leistungen für die Heilbe- handlung und Taggelder erbringen werde; auf die Rückf orderung zu viel erbrachter Leistungen werde jedoch verzichtet. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass der Kausalzu- sammenhang zwischen dem Unfall und den noch geklagten Beschwerden zu verneinen sei. Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache wies die Zürich am 26. September 2014 ab. B. Hiergegen richtet sich die vorliegende Beschwerde, d ie der Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Thomas Christen, am 17. Oktober 2014 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erho b. Er beantragte, es sei der Ein- spracheentscheid vom 26. September 2014 aufzuheben und es seien ihm rückwirkend ab 1. April 2014 und für die Zukunft eine angemessene In validenrente von mindestens 50% sowie eine Integritätsentschädigung von mindestens 40% des Hö chstbetrages des versicherten Ver- dienstes nebst Zins zu 5% seit 1. April 2014 auszurichte n. Eventualiter sei die Sache mit ver- bindlichen Weisungen an die Beschwerdegegnerin zur Neu beurteilung zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beant ragte der Beschwerdeführer einerseits den Beizug sämtlicher Verfahrensakten. Andererseits ersuc hte er um Einholung von zwei Obergutachten, welche sich zur Frage der Arbeitsfähigke it unter Berücksichtigung des organi- schen Psychosyndroms, der unfallbedingten Rückenproblemati k und zur Höhe des Integritäts- schadens in Bezug auf die Brustwirbelkörper(BWK)-Fraktur en aussprechen würden. Zur Be- gründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der adä quate Kausalzusammenhang zwi- schen dem Unfall vom 20. September 2010 und dem organi schen Psychosyndrom zu bejahen sei, weshalb die Beschwerdegegnerin die beantragten Leistungen zu erbringen habe. C. Die Zürich schloss in ihrer Vernehmlassung vom 1. De zember 2014 unter Hinweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sa chlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde des Versicherten ist einzutreten. 2. Mit Verfügung vom 20. März 2014 bzw. Einspracheentsch eid vom 26. September 2014 stellte die Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen betreffend das Unfallereignis vom 20. September 2010 per 31. Dezember 2013 (Heilbehan dlung/Taggelder) ein. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über diesen Zeitp unkt hinaus weiterhin Anspruch auf Leis- tungen aus der obligatorischen Unfallversicherung hat. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Ansp ruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Ar- beitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Ans pruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. D er Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan- des der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass- nahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenr ente festgesetzt oder, falls kein Renten- anspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UV G setzt zunächst voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im W eiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nich t nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtspre chung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2 , 125 V 456 E. 5a). Bei objektiv ausge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate , d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäqua nz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung ( BGE 134 V 109 E. 2.1). An- ders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber org anisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquan z vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nach Schweregrad des Unfalles weitere unfallbezogene Kriterien mit einzubeziehen (BGE 117 V 359 E. 6 S. 366 ff. und 369 E. 4 ff., 115 V 133 E. 6). Bei nach einem Unfall auftretenden psychischen Fehlentwicklungen w erden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 115 V 133 E . 6c/aa S. 140), während bei Schleudertraumen (BGE 117 V 359 E. 6a) und äquivalent en Verletzungen der Halswirbelsäule (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U 183/93 E. 2) sowie bei Schädel-Hirntraumen (BGE 117 V 369 E. 4b) auf eine Differenzierung zwischen physischen und psyc hischen Komponenten verzichtet wird. Dies, weil für die Beurteilung des adäquaten Ka usalzusammenhanges als einer Rechts- frage nicht entscheidend ist, ob die im Anschluss an ein e solche Verletzung auftretenden Be- schwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychisch er Natur bezeichnet werden, zumal diese Differenzierung angesichts des komplexen, viel schichtigen Beschwerdebildes in heiklen Fällen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bere iten würde (BGE 134 V 109 E. 6.2.1 in fine; vgl. zum Ganzen auch BGE 127 V 102 E. 5b/bb und SVR 2007 UV Nr. 8 S. 27, U 277/04 E. 2, je mit Hinweisen). 4.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversiche rers erst, wenn der Unfall nicht die na- türliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darst ellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich n ach dem schicksalsmässigen Verlauf ei- nes krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326, U 18 0/93 E. 3b mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa- len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesund heitsschadens mit dem im Sozial- versicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der üb erwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzli ch fehlender ursächlicher Auswir- kungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um e ine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Fra ge, ob ein leistungsbegründender natürli- cher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versi cherten Person, sondern beim Un- fallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2). Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzu- sammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den n egativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Ur teil des Bundesgericht vom 10. März 2010, 8C_963/2009, E. 2.1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge i m Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterla gen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigu ng (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesge- setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bi ndung an förmliche Beweisregeln, sowie um- fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, obj ektiv zu prüfen und danach zu ent- scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlä ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einan der widersprechenden medizini- schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, weshalb es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberi chtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf a llseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussf olgerungen der Expertin oder des Ex- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswe rt ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der ei ngereichten oder in Auftrag gegebe- nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.2 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesg erichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, wel che aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts un d der Arbeitsfähigkeit sind im Wesentlichen folgende Berichte von Relevanz: 6.2 Gemäss Austrittsbericht des Spitals C.____ vom 13. Okt ober 2010, wo der Beschwer- deführer nach dem Unfall behandelt wurde, stürzte die ser am 20. September 2010 aus 1,5 Me- tern Höhe von einem Apfelbaum und zog sich dabei (1) m ultiple Wirbelkörperfrakturen (Wirbel- körperfraktur Th 7 und Th 8 bei vorbestehendem Morbus S cheuermann, eine transpedikuläre Fraktur rechts mit Beteiligung der Lamina Th 9 und ein e Fraktur des Processus Costotransver- sus Th 6 bis Th 9), und eine (2) Commotio cerebri zu. De r Hospitalisationsverlauf habe sich ohne Komplikationen gestaltet. Das 3-Punkte-Korsett habe problemlos getragen werden kön- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen und es sei zu keinen Druckstellen gekommen. Unter physio therapeutischer Anleitung sei die Rückendisziplin erlernt worden. In der klinisch-radio logischen Kontrolle vom 29. September 2010 habe sich eine unveränderte Stellung der Frakture n gezeigt. Der Versicherte sei am 13. Oktober 2010 in gutem Allgemeinzustand und schmerzarm in die Rehabilitation verlegt worden. 6.3 In den Akten findet sich weiter das polydisziplinäre ( Innere Medizin, Orthopädie, Neuro- logie, Psychiatrie, Neuropsychologie) Gutachten des D.____ vom 28. November 2013, welches im Auftrag der Beschwerdegegnerin erstellt wurde. Die Begutachtungskommission diagnosti- zierte (1) ein organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirntra uma bei Status nach Unfall (Sturz von einer Leiter) am 20. September 2010 bei m ilder traumatischer Hirnschädi- gung/Commotio cerebri, Kompressionsfrakturen der Wirbelkörper BWK 7 - BWK 9 rechts sowie der Processus transversi BWK 6 - BWK 9, (2) ein chronisches Z ervikalsyndrom bei degenerati- ven Veränderungen der Halswirbelsäule (HWS) inkl. Face ttengelenksarthrose C5/6 (MRI 04/2011), (3) eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhä ngigen Anteilen, (4) ein vorbestehendes leichtgradiges organisches Psychosyndrom bei perinataler Hi rnschädigung bei Asphyxie laut Angabe, (5) eine Adipositas, (6) Varizen und eine chro nisch-venöse Insuffizienz des rechten Beins sowie (6) einen Status nach Inguinalhernien-Ope ration in den 80-iger Jahren. In ihrer Beurteilung hielten die Gutachter fest, dass beim Beschwe rdeführer seit Geburt eine gewisse psychomotorische Verlangsamung vorhanden sei und eine kog nitive Limite bestünde. Dennoch sei er in der Lage gewesen, sich im Beruf zu etablieren. In Bezug auf die beim Unfall zugezo- genen Verletzungen der Wirbelsäule wurde festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer meh- rere Wirbelkörperkompressionsfrakturen im Bereich der BW S zugezogen habe, die konservativ mittels Korsett behandelt worden seien. Anlässlich der U ntersuchung beim D.____ habe er an- gegeben, dass er nach dem Weglassen des Korsetts keine S chmerzen mehr verspürt habe. Dies werde im Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ vom 12. November 2010 bestätigt, wo ein beschwerdefreier Patient beschrieben werde. Die Gutacht er betonten jedoch, es sei trotzdem davon auszugehen, dass einerseits eine verminderte Belas tbarkeit der BWS persistiere und andererseits längerfristig mit dem Auftreten verstärkte r arthrotischer Veränderungen sowie al- lenfalls auch mit dem Wiederauftreten von Beschwerden zu rechnen sei. Betreffend die geklag- ten Nackenschmerzen ist dem Gutachten sodann zu entnehm en, dass diese bis zum Austritt des Beschwerdeführers aus der Rehaklinik E.____ Mitte Nove mber 2010 nicht dokumentiert worden seien. Diese Problematik sei erst nach Weglassen des Korsetts manifest geworden, was auch der Beschwerdeführer bestätige. Aufgrund des Un fallmechanismus mit Kopfanschla- gen und der schweren Rückenverletzung mit mehreren Fra kturen im Bereich der BWS bestün- den keine Zweifel, dass anlässlich des Unfalls auch eine HW S-Distorsion stattgefunden habe. Es sei daher überwiegend wahrscheinlich, dass im Zusammenh ang mit der veränderten Sta- tik/Beweglichkeit nach Weglassen des thorakalen Korsetts die Nackenbeschwerden indirekt auf das Trauma zurückzuführen seien. Dennoch sei es - da e ine traumatische Läsion der HWS auch im MRI der HWS vom 27. April 2011 nicht habe nach gewiesen werden können - nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die noch geklagten Besc hwerden auf den Unfall zurückzu- führen seien. Vielmehr würden die Nackenschmerzen durch die multiplen degenerativen Ver- änderungen mit Osteochondrosen, Unkovertebralarthrose n und Diskusprotrusionen ohne Neu- rokompressionen verursacht. Diese Beschwerden seien mit ein er Facettengelenkinfiltration C5/6 behandelt worden, welche eine deutliche Besserung gebracht habe. Es sei daher in Bezug Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Nackenbeschwerden von Status quo sine auszugehen. Weiter wird im Gutachten fest- gehalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Unte rsuchung angegeben habe, an ei- nem Schwindel, abhängig von der Kopfbewegung, zu leid en. Erst auf Befragung habe er auch Gedächtnis-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme seit dem Unfall genannt. Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen kognitiver Art (Schwindel, Erschöpfung, Schwierigkeiten in der Konzentration und den geistigen Leistungen, Gedächt nisstörungen und eine verminderte Belastbarkeit bei Stress) führten die Gutachter auf das organische Psychosyndrom nach Schä- del-Hirntrauma zurück, welches überwiegend wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Unfall vom 20. September 2010 stehe. Die ICD verlange für die se Diagnose keine strukturellen trau- matischen Läsionen in der Bildgebung, wie sie beim Beschw erdeführer ja auch nicht nachweis- bar seien. Es sei aber insgesamt zu konstatieren, dass seit dem Unfall eine Veränderung im Sinne eines „Knicks“ stattgefunden habe, welche dem orga nischen Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma zuzuordnen sei, wobei das Ausmass abe r nicht jenes einer organischen Persönlichkeitsstörung erreiche. Prognostisch sei von anha ltenden Beschwerden und Ein- schränkungen auszugehen, deren Intensität jedoch stark vom U mfeld abhängen würde. Zudem sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer aktuell als optimal integriert beurteilt werden müsse. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gu tachter fest, dass aufgrund der unfallfall- bedingten, die BWS betreffenden Rückenproblematik dem Versicherten körperlich schwere Tä- tigkeiten und Arbeiten in der Höhe mit entsprechender Selbstgefährdung (Auftreten von Schwindelattacken) nicht mehr zumutbar seien; Überkopfar beiten seien wegen der Nacken- problematik ungünstig. Die Einschränkung in der Arbeit sfähigkeit ergebe sich jedoch in erster Linie als Folge des organischen Psychosyndroms und weniger aufgrund der orthopädischen Problematik. Aus Sicht der untersuchenden Gutachter sei der Beschwerdeführer während 2 mal 3 Stunden pro Tag mit reduziertem Rendement arbeitsf ähig. Die effektive Leistung liege bei 50%. Diese Einschätzung bestehe für sämtliche Tätigkeiten. 7. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des medizinischen Sachver- halts auf die Ausführungen im Gutachten des D.____ vom 28. November 2013. Sie ging dem- zufolge davon aus, dass beim Versicherten über den 31. De zember 2013 hinaus keine Unfall- folgen mehr vorgelegen hätten, die mit dem erforderl ichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 20. September 2010 zurückgeführt werden könn- ten. Während diese Beweiswürdigung der Beschwerdegegne rin in Bezug auf das chronische Zervikalsyndrom und das organische Psychosyndrom nach Schädel hirntrauma nicht zu bean- standen ist und auch nicht bestritten wird, überzeugt sie betreffend die durch die Kompressions- frakturen der Brustwirbelkörper verursachten Rückenbeschwerd en nicht, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt. 8. Nachfolgend wird zunächst auf die strukturell nicht ob jektivierbaren Unfallschäden ein- gegangen: 8.1 In Bezug auf die beim Unfall erlittenen Verletzu ngen an der Halswirbelsäule und das organische Psychosyndrom beruhen die Ergebnisse, zu denen d ie Gutachter des D.____ ge- langten, auf einem sorgfältigen Studium der vorhande nen medizinischen Akten und einer ge- wissenhaften und umfassenden Untersuchung des Beschwerdefüh rers. Sie sind daher nicht in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage zu stellen. Auch die Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und die daraus ge- zogenen Schlussfolgerungen erweisen sich als nachvollziehb ar, weshalb diesbezüglich darauf abgestellt werden kann. So wird einleuchtend dargeleg t, weshalb das Zervikalsyndrom im Zeit- punkt der Leistungseinstellung nicht mehr überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 20. September 2010 zurückzuführen und der Status quo sine err eicht ist. Ebenso plausibel sind die Erläuterungen betreffend das organische Psychosyndrom nach Schädel-Hirntrauma. Diese Er- gebnisse überzeugen auch unter dem Aspekt, dass sich in den übrigen (medizinischen) Akten keine Anhaltspunkte finden, die Anlass geben könnten, d ie Schlüssigkeit der Beurteilung im Gutachten des D.____ betreffend die medizinische Einschätzung in Frage zu stellen. 8.2 Gestützt auf diese Ausführungen steht fest, dass das Gutachten des D.____ vom 28. November 2013 in Bezug auf das chronische Zervikalsynd rom und das organische Psycho- syndrom in der Darlegung der medizinischen Zusammenhäng e und in der Beurteilung der me- dizinischen Situation einleuchtet. Daraus folgt, dass das chronische Zervikalsyndrom degenera- tiver Art und deshalb nicht mehr auf den Unfall vom 20. September 2010 zurückzuführen ist; die Annahme des Status quo sine ist daher nicht zu beanstand en (vgl. auch vorstehend E. 4.3). Das Gutachten stellt sodann zweifelsfrei fest, dass die n atürliche Kausalität zwischen dem Un- fall vom 20. September 2010 und den aufgrund des orga nischen Psychosyndroms nach Schä- del-Hirntrauma noch geklagten Beschwerden (Schwindel, E rschöpfung, Schwierigkeiten in der Konzentration und den geistigen Leistungen, Gedächtniss törungen und eine verminderte Be- lastbarkeit bei Stress) zu bejahen ist. In diesem Zusammenh ang erübrigen sich somit weiterge- hende Abklärungen des medizinischen Sachverhaltes (antizi pierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen, 124 V 9 4 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 8.3 Wie vorstehend in Erwägung 4.2 festgehalten, setzt die Leistungspflicht des Unfallver- sicherers im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallerei gnis und dem eingetretenen Scha- den nicht nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquat er Kausalzusammenhang besteht. Da im Zusammenhang mit dem chronischen Zervikalsyndrom berei ts der natürliche Kausalzusam- menhang zu verneinen ist, kann diesbezüglich von weiter en Ausführungen abgesehen werden. Die Adäquanz ist jedoch in Bezug auf das organische Psycho syndrom nach Schädel- Hirntrauma zu prüfen. Dabei ist zu beachten, dass die noch geklagten Beschwerden wie Schwindel, Erschöpfung, Schwierigkeiten in der Konzentr ation und den geistigen Leistungen, Gedächtnisstörungen und verminderte Belastbarkeit bei St ress mangels objektiv ausgewiese- ner organischer Unfallfolgen im Sinne nachweisbarer str uktureller Veränderungen nach den für Schleudertraumen der HWS geltenden Regeln zu erfolgen hat (vgl. oben E. 4.2 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; vgl. zum Begriff der organischen Unfallfolgen: BGE 138 V 248 E. 5.1 und die Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2012, 8 C_ 175/2012, und vom 5. September 2011, 8C_310/2011, E. 4.1, mit Hinweis). 8.4.1 Was das Vorgehen bei der Adäquanzprüfung betriff t, ist nach der Schleudertrauma- Praxis für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehu ng der Arbeits- bzw. Erwerbsunfä- higkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilu ng dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Gesche hensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen and erseits und schliesslich dem dazwi- schen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. W ährend der adäquate Kausalzusam- menhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weite res bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Be- reich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig be antworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Gemäss BGE 134 V 109 E. 10 gelten als adäquanzrelevanten Kriterien: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualif izieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 1 22 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriteriu m genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffall end lange Dauer der physisch bedingten Ar- beitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonde- res beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kri- terien herangezogen werden. Handelt es sich beispielsweise um einen mittelschweren Unfall im mittleren Bereich müssen mindestens drei Kriterien erf üllt sein, damit die Adäquanz bejaht wer- den kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_897/2009, E. 4.5). 8.4.2 Die im vorliegenden Verfahren durch die Beschwer degegnerin vorgenommene Qualifi- kation als mittelschwerer Unfall an der Grenze zu den le ichten ist nicht zu beanstanden und wird im Übrigen auch vom Beschwerdeführer nicht bestritt en. Die Adäquanz wäre daher zu be- jahen, wenn entweder ein einzelnes Kriterium in ausge prägter Weise oder aber mehrere in ge- häufter oder auffallender Weise gegeben wären (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2010, 8C_241/2010, E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 109 E. 10.1; 117 V 359 E. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2009, 8C_70/2009, E. 3.2.2). 8.5.1 Der Beschwerdeführer stürzte beim Apfelpflücken von einer Leiter aus 1,5 Metern Hö- he auf den Boden. Ein solches Ereignis ist zwar für den Betroffenen eindrücklich, es kann aber, so wie es sich vorliegend zugetragen hatte, nicht als besonders dramatisch oder eindrücklich im Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sinne dieses Kriteriums bezeichnet werden. Das erste Kr iterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist in Übereinstimmung mit den Parteien zu verneinen. 8.5.2 Der Beschwerdeführer erachtet das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung unter Hinweis auf die milde traumatische Hirnverletzung/Commotio cerebri als erfüllt. Mit der Beschwerdegegnerin ist jedoch zunä chst darauf hinzuweisen, dass eine un- fallbedingte milde traumatische Hirnverletzung nicht zur Bejahung dieses Kriteriums führt (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 9 .2). Zur Bejahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleuder trauma oder einer Hirnverletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das B eschwerdebild beeinflussen können. Diese können beispielsweise in einer beim Unfal l eingenommenen besonderen Kör- perhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen b estehen (BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Solche Umstände sind vorliegend jedoch nicht erkennbar u nd werden auch vom Beschwerde- führer nicht konkretisiert. Zwar können auch erhebliche Ve rletzungen, welche sich die versi- cherte Person neben dem Schleudertrauma, der äquivalen ten Verletzung der HWS oder dem Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, im Zusam menhang mit diesem Kriterium be- deutsam sein (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.2). Die beim Unfall erlittenen Wirbelkörperfrakturen verheilten vorliegend jedoch komplikationslos und der Be schwerdeführer war bereits knapp zwei Monate nach dem Unfall beschwerdefrei. Auch das Krit erium der Schwere oder besonde- ren Art der erlittenen Verletzung kann daher nicht bejaht werden. 8.5.3 Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgeset zt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss am 31. Dezember 2013. D ieses bedingt, gesamthaft be- trachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planm ässigkeit auf die Verbesserung des Ge- sundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungew öhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und Abklärungsmassnahmen sowi e manual-therapeutische und medikamentöse Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil des Bundesge- richts vom 11. September 2013, 8C_62/2013, E. 8.3). Von Bedeutung sind auch Art und Intensi- tät der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch e ine Besserung des Gesundheitszu- standes zu erwarten ist. Manual-therapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustandes und medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht. Auch kommt einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienenden Vorke hren nicht die Qualität einer Heil- methodik in diesem Sinne zu (vgl. Urteil des Bundesgeri chts vom 5. Juni 2014, 8C_137/2014, E. 7.3 mit Hinweis auf das Urteil vom 4. April 2013, 8 C_729/2012, E. 8.3). Der Beschwerdefüh- rer wurde nach seinem Unfall am 20. September 2010 ko nservativ behandelt und die Verlet- zungen heilten ohne Komplikationen aus. Knapp 2 Monat e nach dem Unfall am 13. November 2010 wurde er beschwerdefrei aus der Rehaklinik E.____ entlassen. Danach hatte er regel- mässig Physiotherapie und war in der F.____ zur halbjäh rlichen Kontrolle. Unter diesen Um- ständen erfüllt der Beschwerdeführer die Anforderunge n für eine Bejahung dieses Kriteriums jedoch nicht. 8.5.4 Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen d em Unfall und dem Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Besch werden sein. Die Erheblichkeit Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die ver- unfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts vom 11. September 2013, 8C_62/2013 E. 8.4). Die im Zusam menhang mit dem organischen Psy- chosyndrom auftretenden Beschwerden sind vorliegend nich t als erheblich zu bezeichnen. So treten die Kopfschmerzen und der Schwindel nur sporadisch auf, weshalb ihnen die Dauerhaf- tigkeit fehlt. Die übrigen Beschwerden wie Gedächtnis -, Konzentrations- und Aufmerksamkeits- probleme seit dem Unfall nannte der Beschwerdeführer e rst auf Befragung durch die Gutachter des D.____, womit aber davon auszugehen ist, dass sie nich t zu erheblichen Einschränkungen im Lebensalltag führten. Somit ist auch dieses Kriterium zu verneinen. 8.5.5 Mangels entsprechender Anhaltspunkte in den Akten kann nicht von einer ärztlichen Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, gesprochen werden. 8.5.6 Ohne weiteres zu verneinen ist sodann das Kriteri um des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen. Hierfür bedürfte es besonderer Gründe, welche die Hei- lung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistie- ren, genügt nicht (vgl. hierzu etwa Urteil des Bundesg erichts vom 6. April 2009, 8C_1015/2008, E. 5.4.3). Der Beschwerdeführer macht deshalb zu Recht nicht geltend, dass dieses Kriterium erfüllt ist. 8.5.7 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkei t anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich zu behandelnden Verl etzungen) ein längerer oder gar dau- ernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Sta ndpunkt aus als eher unge- wöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähig keit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwi nden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werd en. Gelingt es ihr trotz solcher Anstren- gungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriu ms anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung rasch möglichst wieder optimal in den Arbeitspro- zess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönl icher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternati ve, der gesundheitlichen Einschrän- kung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fa llen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche An- strengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüll en (BGE 134 V 109 E. 10.2.7 mit Hinweisen). Entgegen den Ausführungen der Beschwerdege gnerin ist dieses Kriterium grund- sätzlich als erfüllt zu erachten. So war der Beschwerdefüh rer stets bemüht, die verbleibende Restarbeitsfähigkeit im Rahmen seiner Tätigkeit im an gestammten Betrieb umzusetzen. Zu be- achten ist jedoch, dass aufgrund der noch verbliebenen Leistungsfähigkeit von wenigstens 50% das Kriterium nicht in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.8 Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines in nicht ausgepräg- ter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schwere grad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz. 8.6. Nach dem Gesagten steht somit fest, dass der adäqu ate Kausalzusammenhang zwi- schen dem organischen Psychosyndrom nach mildem Schädel-Hirntrauma und dem Unfall vom 20. September 2010 zu verneinen ist. In Bezug auf die strukturell nicht nachweisbaren Unfall- folgen durfte die Beschwerdegegnerin daher die Leistu ngen per 31. Dezember 2013 einstellen (Art. 19 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.3 und E. 6.1). 9.1 Wie in Erwägung 7 festgehalten, kann dem Gutacht en des D.____ betreffend die durch die Kompressionsfrakturen der Brustwirbelkörper verursachten Rückenbeschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführ ers nicht telquel gefolgt werden. Zwar resultieren die Ergebnisse, zu denen die Gutachter aus medizinischer Sicht gelangten, auch diesbezüglich auf einer umfassenden medizinischen A bklärung, welche auf einer einge- henden Befunderhebung und einer gründlichen Auseinand ersetzung mit den medizinischen Vorakten beruht und sich überzeugend mit der Frage der Kausalität der erhobenen Befunde auseinander setzt. Einleuchtend wird dargelegt, dass beim Beschwerdeführer aufgrund der mul- tiplen Wirbelkörperfrakturen auf Dauer eine vermindert e Belastbarkeit der BWS persistiere und längerfristig mit dem Auftreten verstärkter arthrotischer Veränderungen sowie mit erneuten Be- schwerden zu rechnen sei. Diese Angaben sind plausibel, we shalb grundsätzlich darauf abge- stellt werden kann, was im Übrigen auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird. 9.2 Hingegen mangelt es dem Gutachten des D.____ an ei nem schlüssigen Ergebnis in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführe rs. Die Gutachter gehen davon aus, dass ihm wegen den Rückenbeschwerden keine schweren Arbeit en mehr zumutbar sind. In einer leichten bis intermittierend mittelschweren Täti gkeit sei er aber ganztags einsetzbar, wo- bei er aber aus orthopädischer Sicht monotone das Achsenske lett belastende Tätigkeiten nicht mehr ausüben könne. In der Konsensbesprechung wird weiter festgestellt, dass dem Be- schwerdeführer insgesamt nur noch (leichte bis mittelschwere angepasste) Tätigkeiten während 2 x 3 Stunden täglich mit vermindertem Rendement zumu tbar seien, so dass die effektive Leis- tung 50% betrage. Die Gutachter betonen, dass die Ei nschränkung in der Arbeitsfähigkeit in erster Linie durch das organische Psychosyndrom und weniger durch die orthopädische Prob- lematik verursacht werde. In der Folge verzichten sie jedoch auf eine weitere Ausscheidung und Konkretisierung im Rahmen der attestierten 50%igen Ar beitsunfähigkeit. Damit bleibt letztlich offen, wie stark sich der organische Befund (Frakturen der BWK und daraus resultierende Ein- schränkungen) auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh rers auswirkt. Das Gutachten des D.____ vom 28. November 2013 erweist sich in dieser Hinsi cht als ungenügend begründet, um eine verlässliche Beurteilung des geltend gemachten Ren tenanspruchs und des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung zu gestatten, weshalb die Beurteilung einer Ergänzung bedarf. 9.3 Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die An gelegenheit an die Beschwerde- gegnerin zurückzuweisen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre chung können die Sozialver- sicherungsgerichte zwar nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache an die Verwaltung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren and erweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in ei- nem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 137 V 263 ff. E. 4.4.1 ff). Da die Beschwerdegegnerin vorliegend nicht alle notwendigen A bklärungen betreffend die verbleiben- de Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren versäumt e Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin auch unter B erücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzu folge ist die Angelegenheit in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 26 . September 2014 an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese hat das D.____ aufzufordern mitzuteilen, in welchem konkreten Ausmass der Beschwerdeführer aufgrund der beim U nfall vom 20. September 2010 erlittenen Rückenverletzungen (Wirbelkörperfrakturen de r BWS) in der Arbeitsfähigkeit herab- gesetzt ist. Weiter hat sie zu konkretisieren, wie sich die se Einschränkungen auf seine ange- stammte Tätigkeit in der Gärtnerei auswirken, bei welch er er beispielsweise auch auf Bäume steigen musste, was nunmehr offensichtlich nicht mehr mög lich ist. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abklärung hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch und den Anspruch auf eine Integritätsentschädigung neu zu verfügen. Im Zusammenhan g mit dem vorzunehmenden Ein- kommensvergleich hat die Beschwerdegegnerin zu berücksichti gen, dass für die Festsetzung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Si- tuation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkr et steht (vgl. BGE 139 V 592 E. 2.3). Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwe rbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - beson- ders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzune hmen ist, dass sie die ihr verbleiben- de Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziall ohn, gilt grundsätzlich der tatsäch- lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Von dieser Si tuation ist auch vorliegend auszugehen. Der 62,5 Jahre alte Beschwerdeführer übt in der Gärtn erei, in welcher er seit vielen Jahren an- gestellt ist, gemäss den Angaben im Gutachten des D.____ (Ziffer 7.7.3 Seite 51) heute im Rahmen seiner 40%igen Erwerbstätigkeit eine seinen Le iden entsprechende angepasste Tätig- keit aus. Die Gutachter betonten, dass keine Arbeit genan nt werden könne, in welcher die Ar- beitsfähigkeit höher wäre. Dem Beschwerdeführer ist soda nn aufgrund seines Alters und den vorbestehenden kognitiven Beeinträchtigungen kein Ber ufs- und Stellenwechsel mehr zumut- bar. Zudem handelt es sich um ein langjähriges und stab iles Arbeitsverhältnis, bei welchen der Beschwerdeführer ein Einkommen erzielt, welches nicht a ls Soziallohn zu betrachten ist. Unter diesen Umständen sind bei der Invaliditätsbemessung weder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohns trukturerhebungen (LSE) noch die Zahlen der SUVA-internen Dokumentation von Arbeitsp lätzen (DAP) heranzuziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 2014, 8C_448/2014, E. 5.1). 10. Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausführ ungen festzustellen, dass die Beschwerde im Eventualantrag gutzuheissen und der Ei nspracheentscheid vom 26. Sep- tember 2014 aufzuheben ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vo r dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 11.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde fü hrende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts ist unter Obsiegen im Streit um eine Leistung in der Sozialversicherung nicht nur das materielle Obsiegen in dem Sinne zu verstehen, dass die Be- schwerde führende Person die beantragte Leistung erhäl t. Vielmehr genügt für den bundes- rechtlichen Anspruch auf eine Parteientschädigung auch ein formelles Obsiegen in dem Sinne, dass der Beschwerde führenden Person durch die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und der Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur wei teren Abklärung und neuen Beurtei- lung alle Rechte im Hinblick auf eine beanspruchte Leistung gewahrt bleiben (ZAK 1987, S. 266 ff.). Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur Abklärung im Sinne der Erwä- gungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, hat diese dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten. In seiner Honorarnote vom 28. Januar 2015 hat der Rechts- vertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 6 Stund en und Auslagen in Höhe von Fr. 97.90 geltend gemacht, was angemessen ist. Bei einem praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 250.-- hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwer deführer demnach eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1‘725.75 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 12. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache- entscheid vom 26. September 2014 aufgehoben und die S ache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über den Leistungsan spruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in Höhe von Fr. 1‘725.75 (inkl. Auslagen und 8% Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. Gegen diesen Entscheid wurde am 1. Juli 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_476/2015 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht