<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">«AZA» </div> <div class="para">U 97/99 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; Gerichtsschreiberin Hostettler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 22. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para">K.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, St. Gallen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Der 1966 geborene K.________ war seit Juni 1993 bei der Firma M.________ AG als Handlanger tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 8. August 1995 zog er sich bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall (Frontalkollision) eine Patellafraktur links sowie Hautschürfungen zu. Seine Ehefrau kam bei diesem Unfall ums Leben. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 4. Oktober 1996 setzte die SUVA, welche bis anhin ein volles Taggeld ausgerichtet hatte, die Arbeitsfähigkeit ab 1. Oktober 1996 auf 50% fest und kürzte dementsprechend das Taggeld. Mit einer weiteren Verfügung vom 6. August 1997 sprach sie dem Versicherten ab 1. August 1997 eine Rente auf der Grundlage eines 20%igen Invaliditätsgrades sowie eine Entschädigung bei einer Integritätseinbusse von 10% zu. Daran hielt die Anstalt mit Einspracheentscheid vom 24. November 1997 fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die gegen die Höhe des Invaliditätsgrades erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 11. Dezember 1998 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt K.________ beantragen, es sei der Entscheid vom 11. Dezember 1998 aufzuheben und ihm eine Invalidenrente auf der Basis eines 100%igen Invaliditätsgrades zu gewähren; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Vorinstanz bzw. an die SUVA zurückzuweisen. </div> <div class="para">Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, während sich das Bundesamt für Sozialversicherung nicht vernehmen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Streitgegenstand bildet - wie schon im kantonalen Verfahren - einzig die Höhe der dem Beschwerdeführer von der SUVA zugesprochenen und durch die Vorinstanz bestätigten Invalidenrente. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das kantonale Gericht hat die Rechtsgrundlage betreffend Invalidenrente und Invaliditätsbemessung nach der Methode des Einkommensvergleichs (<span class="artref"><artref id="CH/832.20/18/2" type="start"></artref><artref id="CH/832.20/18/1" type="start"></artref>Art. 18 Abs. 1 und 2 UVG</span><artref id="CH/832.20/18/2" type="end"></artref><artref id="CH/832.20/2" type="end"></artref>) sowie die dazu ergangene Rechtsprechung zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass nach ständiger Rechtsprechung das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung in der Regel nach dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> Erw. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=21.05.2000&amp;to_date=09.06.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-362%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page366">BGE 121 V 366</a> Erw. 1b mit Hinweis). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Die Vorinstanz hat sich, wie zuvor die SUVA im Einspracheentscheid, eingehend mit den medizinischen Gegebenheiten des Falls auseinandergesetzt und die verschiedenen ärztlichen Gutachten und Berichte sorgfältig geprüft. Sie kam dabei zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer zwar noch belastungsabhängige Beschwerden bestehen, welche Arbeiten mit starker Kniebeanspruchung (kniende und hockende Stellungen) entgegenstehen (Abschlussuntersuchung vom 15. Mai 1997). Weitergehende Einschränkungen hat das kantonale Gericht jedoch verneint. Insbesondere die mangelhafte Stereopsis, Restfolge eines früheren Unfalles, hat keinen entscheidenden Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit des Betroffenen (Beurteilung des Ärzteteams Unfallmedizin der SUVA vom 10. Oktober 1997). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Die Vorbringen in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde bieten in somatischer Hinsicht keine Veranlassung für eine abweichende Betrachtungsweise. Vor allem die Behauptung, die Vorinstanz habe die bestehende Schmerzproblematik völlig ausser Acht gelassen oder gar verneint, ist aktenwidrig (vgl. angefochtenes Urteil, S. 7 Erw. 3b). Tatsächlich ist bereits früher wiederholt auf eine Überbetonung des Beschwerdebildes verwiesen worden (vgl. dazu Einspracheentscheid vom 24. November 1997, S. 4 Abschnitt 3). Selbst das der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beigelegte Attest des Hausarztes, Dr. med. N.________, vom 5. März 1999 ist nicht geeignet, das vorinstanzliche Ergebnis in Zweifel zu ziehen oder zu entkräften. </div> <div class="para">Nebst den physischen Beschwerden macht nun der Beschwerdeführer erstmals im Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht psychische Störungen geltend mit </div> <div class="para">dem Hinweis, er befinde sich seit dem 3. Dezember 1998 in ambulanter psychiatrischer Behandlung (vgl. Attest der Kant. Psychiatrischen Dienste in X.________ vom 12. Februar 1999 und ärztliches Zeugnis des Dr. med. H.________ vom 23. Februar 1999). Diese Behandlung begann mehr als ein Jahr nach Erlass des streitigen Einspracheentscheides und betrifft somit einen Zeitraum, welcher praxisgemäss im vorliegenden Verfahren nicht miteinbezogen werden kann (Erw. 2). Auf Grund der Akten bestehen auch keine Anhaltspunkte für das Vorliegen von psychischen Störungen im für die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt, auch wenn in den medizinischen Berichten angetönt wurde, dass der Beschwerdeführer unter dem Verlust seiner Frau leide (Kreisärztliche Untersuchung vom 13. September 1996 und vom 20. Juni 1996). Indessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese psychischen Störungen, die nach Erlass des Einspracheentscheides aufgetreten sind und eine Behandlung notwendig gemacht haben, in einem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis stehen könnten. Es rechtfertigt sich daher, die Sache an die SUVA zu überweisen, damit sie abkläre, ob der Versicherte im Sinne von Spätfolgen (<span class="artref">Art. 11 UVV</span>) an einer unfallkausalen psychischen Störung leidet und welche Auswirkungen diese gegebenenfalls auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Was schliesslich den Einkommensvergleich, welchen die SUVA im Hinblick auf die Ermittlung des Invaliditätsgrades durchgeführt und das kantonale Gericht bestätigt hat, anbelangt, so wird dieser vom Beschwerdeführer im Einzelnen zu Recht nicht beanstandet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Die Akten werden an die Schweizerische Unfallversi- </div> <div class="para">cherungsanstalt überwiesen, damit sie im Sinne von </div> <div class="para">Erwägung 3b verfahre. </div> <div class="para">III. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsge- </div> <div class="para">richt des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt für So- </div> <div class="para">zialversicherung zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 22. Mai 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>