<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp275120"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>82 II 366<br/><br/><br/><div class="paraatf">50. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 3. Oktober 1956 i.S. Hofmann gegen Eberhard.</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp276352"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Die Klage auf Änderung der im Scheidungsurteil getroffenen Gestaltung der Elternrechte nach <span class="artref">Art. 157 ZGB</span> ist, wenn sie nur die Höhe der Kinderalimente betrifft, rein vermögensrechtlicher Natur. <div class="paratf">Die Zulässigkeit der Berufung an das Bundesgericht hängt daher vom Streitwert ab; <span class="artref">Art. 46 OG</span>. </div> </div> </div> <a name="idp281984"></a> <a name="idp287552"></a> <br/><div> <a name="idp295760"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 366</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page366"></a><div class="center pagebreak">BGE 82 II 366 S. 366</div> </div> <div class="paraatf">Aus dem Tatbestand:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp297840"></a><span class="bold">A.- </span>Bei der Scheidung der Parteien wurde der am 3. März 1950 geborene Sohn Edgar der Mutter zugewiesen und der Vater zu monatlichen Unterhaltsbeiträgen bis zum zurückgelegten 18. Altersjahr des Knaben verpflichtet. Die anfänglich auf je Fr. 100.-- bemessenen Beiträge wurden später rechtskräftig auf monatlich Fr. 60.- festgesetzt.<a name="page367"></a><div class="center pagebreak">BGE 82 II 366 S. 367</div> </div> <div class="paraatf">Am 9. November 1955 verlangte die Mutter eine Erhöhung um monatlich Fr. 20.- mit Rückwirkung auf 1. Mai 1954.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp300976"></a><span class="bold">B.- </span>Das Obergericht hiess die Klage mit Wirkung seit dem 9. November 1955 gut.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp302080"></a><span class="bold">C.- </span>Dagegen hat der Beklagte Berufung eingereicht.</div> <br/><div> <a name="idp303088"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Die Klägerin und Appellantin beantragte vor Obergericht eine Erhöhung der monatlichen Unterhaltsbeiträge des Beklagten für das Kind um je Fr. 20.- vom 1. Mai 1954 bis zum zurückgelegten 18. Altersjahr des Kindes. Die darüber ergangene Entscheidung unterliegt der Berufung nach <span class="artref">Art. 46 OG</span> nur bei einem Streitwert von mindestens Fr. 4000.--. Im Scheidungsprozess selbst kann allerdings das Urteil über die Unterhaltspflicht für Kinder nicht nur zusammen mit der Scheidungsfrage, sondern auch selbständig an das Bundesgericht weitergezogen werden, und zwar ohne Rücksicht auf den Streitwert (<span class="bgeref_err">BGE 71 II 204</span>). Das rechtfertigt sich jedoch nur deshalb, weil, wie jenes Urteil ausführt, "die Regelung jener Unterhaltspflicht einen notwendigen Bestandteil des Scheidungsurteils, also des Entscheides über eine nicht vermögensrechtliche Zivilrechtsstreitigkeit (<span class="artref">Art. 44 OG</span>) bildet". Für Änderungsklagen nach <span class="artref">Art. 157 ZGB</span>, die nur auf Erhöhung oder Ermässigung der Unterhaltsbeiträge gehen, trifft dies nicht zu. Es handelt sich dabei um rein vermögensrechtliche Streitigkeiten, weshalb die Zulässigkeit der Berufung an das Bundesgericht vom Streitwert abhängen muss.</div> <div class="paraatf">Das erwähnte Begehren, wie es vor Obergericht noch streitig war, geht auf eine zusätzliche monatliche Leibrente von Fr. 20.- für einen Knaben vom erfüllten 4. bis zum erfüllten 18. Altersjahr. Der Barwert einer solchen Rente beträgt</div> <div class="paraatf">nach der alten Tafel Piccard 8 M:<a name="page368"></a><div class="center pagebreak">BGE 82 II 366 S. 368</div> </div> <div class="paraatf">1323 x 2 = Fr. 2656.--, </div> <div class="paraatf">nach der neuen Tafel Piccard 4 M:</div> <div class="paraatf">1106 x 2,4 = Fr. 2654.50,</div> <div class="paraatf">also weniger als Fr. 4000.--, womit sich die Berufung als unzulässig erweist.</div> </div></body></html></html>