<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2007 104 S.369</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">369</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Besoldung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>104 Lohndekret,</b></span> <span class="ft3"><b>Übergangsregelung.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Der Lohn, welcher per 1. April 2001 überführt wurde, kann nicht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mittels Beschwerde gegen die auf dieses Datum hin ausgestellte neue</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Lohnverfügung in Frage gestellt werden (Erw. II/2.4 und 3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 30. April 2007 in Sa-</span><br/> <span class="ft6">chen v. A. gegen Regierungsrat des Kantons Aargau (2-BE.2006.12).</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">2.4. In Bezug auf das Übergangsrecht ist wesentlich, dass die</span><br/> <span class="ft8">früheren Besoldungen grundsätzlich per 1. April 2001 unverändert in</span><br/> <span class="ft8">das neue Lohnsystem gemäss Lohndekret überführt wurden (Aus-</span><br/> <span class="ft8">nahme: die frühere Besoldung lag unter dem Minimum oder über</span><br/> <span class="ft8">dem Maximum der neuen Lohnstufe und die Voraussetzungen betref-</span><br/> <span class="ft8">fend Wahrung des Besitzstands waren nicht erfüllt; vgl. Ziffer 1 ff.</span><br/> <span class="ft8">des Anhangs III Lohndekret). Die erstmaligen individuellen Lohnan-</span><br/> <span class="ft8">passungen erfolgten per 1. Januar 2002 (Ziffer 5 Anhang III Lohn-</span><br/> <span class="ft8">dekret). Eine explizite Bestimmung, bis zu welchem Zeitpunkt das</span><br/> <span class="ft8">neue Lohnsystem vollumfänglich eingeführt bzw. durch die Überfüh-</span><br/> <span class="ft8">rung perpetuierte oder neu entstandene Lohnungleichheiten elimi-</span><br/> <span class="ft8">niert sein müssen, lässt sich den einschlägigen Erlassen nicht ent-</span><br/> <span class="ft8">nehmen.</span><br/> <span class="ft8">3.</span><br/> <span class="ft8">3.1. Der Beschwerdeführer rügt, die umstrittene Lohnverfügung</span><br/> <span class="ft8">per 1. April 2001 sei zu korrigieren, da er bereits nach Massgabe des</span><br/> <span class="ft8">alten Rechts (Dekret über das Dienstverhältnis und die Besoldung</span><br/> <span class="ft8">der Staatsbeamten vom 24. November 1971 [Besoldungsdekret] und</span><br/> <span class="ft8">dessen Folgeerlasse) nicht korrekt besoldet worden sei. Die 1:1-</span><br/> <span class="ft8">Überführung sei insofern nicht gerechtfertigt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">370</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">3.2. Per 1. Januar 2001 wurde der Lohn des Beschwerdeführers</span><br/> <span class="ft8">um Fr. 4'488.25 erhöht und auf Fr. 88'696.50 festgelegt. Die ent-</span><br/> <span class="ft8">sprechende Verfügung wurde nicht angefochten und erwuchs in</span><br/> <span class="ft8">Rechtskraft. Der Beschwerdeführer verzichtet darauf, im Zusam-</span><br/> <span class="ft8">menhang mit dem vorliegenden Verfahren eine formelle Über-</span><br/> <span class="ft8">prüfung der erwähnten Verfügung zu verlangen. Tatsächlich bestünde</span><br/> <span class="ft8">ein derartiger Anspruch (welcher in concreto vor der Anstellungsbe-</span><br/> <span class="ft8">hörde als seinerzeitige "letzte Instanz" hätte geltend gemacht werden</span><br/> <span class="ft8">müssen) nur unter den Voraussetzungen der Wiederaufnahme gemäss</span><br/> <span class="ft8">§ 27 VRPG.</span><br/> <span class="ft8">3.3. Mit der umstrittenen Lohnverfügung per 1. April 2001</span><br/> <span class="ft8">wurde gemäss Ziffer 1 Abs. 1 Anhang III LD der bisherige, d.h. der</span><br/> <span class="ft8">per 1. Januar 2001 verfügte Lohn überführt.</span><br/> <span class="ft8">Der Beschwerdeführer geht mit seiner Rüge (vgl. Erw. 3.1 hie-</span><br/> <span class="ft8">vor) implizit davon aus, die Lohnverfügung per 1. April 2001 lasse</span><br/> <span class="ft8">sich nicht nur in Bezug darauf überprüfen, ob die Überführung</span><br/> <span class="ft8">korrekt vorgenommen wurde, sondern auch in Bezug darauf, ob der</span><br/> <span class="ft8">Lohn seinerzeit (nach Massgabe des alten Rechts) rechtmässig fest-</span><br/> <span class="ft8">gelegt wurde. Dem Wortlaut der Übergangsregelungen lässt sich</span><br/> <span class="ft8">diesbezüglich nichts entnehmen, ebenso wenig den einschlägigen</span><br/> <span class="ft8">Materialien. Auch nach Massgabe der Gesetzessystematik lassen sich</span><br/> <span class="ft8">keine relevanten Schlüsse ziehen.</span><br/> <span class="ft8">Nach Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung ergibt sich,</span><br/> <span class="ft8">dass - zusätzlich zur Einteilung der Mitarbeitenden in die einzelnen</span><br/> <span class="ft8">Lohnstufen - die hauptsächliche Zielsetzung der Lohnverfügungen</span><br/> <span class="ft8">per 1. April 2001 in der Festlegung bestand, ob der bisherige Lohn</span><br/> <span class="ft8">unverändert überführt wurde (Ziffer 1 Abs. 1 Anhang III LD) oder ob</span><br/> <span class="ft8">Differenzzahlungen angeordnet werden mussten (Ziffern 2 und 3</span><br/> <span class="ft8">Anhang III LD). Der Inhalt der Verfügung war mithin nicht die ori-</span><br/> <span class="ft8">ginäre Festlegung des Lohns, sondern die Regelung der Überfüh-</span><br/> <span class="ft8">rungsmodalitäten ("1:1-Überführung" oder Überführung mit Diffe-</span><br/> <span class="ft8">renzzahlung). Daraus ergibt sich, dass die bisherige Besoldung im</span><br/> <span class="ft8">Sinne von Ziffer 1 Anhang III LD, welche mittels Verfügung rechts-</span><br/> <span class="ft8">kräftig festgesetzt worden ist, grundsätzlich nicht mehr mittels Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerde gegen die Lohnverfügung per 1. April 2001 in Frage ge-</span><br/> <span class="ft8">stellt werden kann.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2007</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">371</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Die skizzierte Regelung hat zur Folge, dass die Unrechtmässig-</span><br/> <span class="ft8">keit einer allenfalls nicht korrekt festgelegten bisherigen Besoldung</span><br/> <span class="ft8">über den 1. April 2001 perpetuiert wird. Dies ist indessen als Konse-</span><br/> <span class="ft8">quenz der formellen Rechtskraft der seinerzeitigen Verfügung in</span><br/> <span class="ft8">Kauf zu nehmen. Wie gesehen (Erw. 3.2 hiervor) kann der Lohn,</span><br/> <span class="ft8">welcher zu Recht unverändert überführt wurde, nur dann auf seine</span><br/> <span class="ft8">Rechtmässigkeit überprüft werden, wenn gegenüber der massgeben-</span><br/> <span class="ft8">den früheren Lohnverfügung die Voraussetzungen einer Wiederauf-</span><br/> <span class="ft8">nahme gemäss § 27 VRPG erfüllt sind.</span><br/> <span class="ft8">3.4. Gründe, welche eine Wiederaufnahme des Verfahrens be-</span><br/> <span class="ft8">treffend Lohn per 1. Januar 2001 rechtfertigen würden, sind weder</span><br/> <span class="ft8">erkennbar noch wurden sie vom Beschwerdeführer je geltend ge-</span><br/> <span class="ft8">macht. Im Weiteren ist offensichtlich und unbestritten, dass die Über-</span><br/> <span class="ft8">führung korrekt vorgenommen wurde. Die Beschwerde gegen die</span><br/> <span class="ft8">Lohnverfügung per 1. April 2001 ist somit abzuweisen, soweit darauf</span><br/> <span class="ft8">eingetreten werden darf.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>