B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-7749/2008 U r t e i l v o m 9 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Walter Stöckli; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Advo- katur Kanonengasse, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 30. Oktober 2008 / N._______. E-7749/2008 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger tadschiki- scher Ethnie , verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 27. August 2007 und reiste über den Iran, die Türkei sowie unbekannte Länder am 8. November 2007 in die Schweiz ein, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. Für die Dauer des Asylverfahrens wurde er dem Kanton (…) zugewiesen. Am 12. Dezember 2007 wurde er im (…) Empfangs- und Verfahrenszentrum [EVZ] (…) sowie am 10. Januar 2008 vom BFM zu seinen Ausreise - und Asylgründen befragt. Anlässlich seiner Befra- gungen trug er im Wesentlichen Folgendes vor: Am (…) seien in B._______, von wo der Beschwerdeführer ursprünglich stamme, sein Vater sowie [verwandte Person] durch einen [Militärangehö- riger] getötet worden , woraufhin er mit seiner Mutter und seinen G e- schwistern nach Kabul gezogen sei. Im [Jahr] habe er die Aufnahmepr ü- fung für die Universität in B._______ bestanden, sein Studium habe er al- lerdings wegen der Familienfeinde respektive des erwähnten [Militäran- gehöriger] nicht aufnehmen können. Zudem ha be er auch an der Hoc h- schule in Kabul infolge Platzmangels nicht studieren können. Er sei [An- zahl Jahre] ohne Beschäftigung gewesen, bevor er am (…) 2007 der a f- ghanischen Armee beigetreten und nach einer (…) dauernden (…)- Ausbildung in C._______ als [Angehöriger der Armee] stationiert worden sei. [Asylgründe des Beschwerdeführers in Bezug auf den militärstra f- rechtlichen Vorwurf]. (…) Tage später hätten ihn Angehörige der [Siche r- heitskräfte] zuhause aufgesucht. Der Beschwerdeführer sei unbemerkt über die Mauer ins Nachbarhaus geklettert und habe sich in der Folge bei seiner Tante versteckt. [Asylgründe des Beschwerdeführers in Bezug auf den militärstrafrechtlichen Vorwurf]. Nach der erfolgten Hausdurchsu- chung hätten sie anstelle des Beschwerdeführers [Geschwisterteil] fest- genommen und [dem Geschwisterteil] gegenüber geäussert, die Behö r- den würden dem Beschwerdeführer vorwer fen [militärstrafrechtlicher Vorwurf]. Nach (…)Tagen sei [Geschwisterteil] durch Geldzahlung und nach dem Versprechen, den Beschwerdeführer auszuliefern, wieder fre i- gekommen. Der Beschwerdeführer sei nach diesem Vorfall am 27. August 2007 ausgereist, da [militärstrafrechtlichen Vorwurf] in Afgha- nistan schwer bestraft werde und niemand wieder lebend aus dem Mil i- tärgefängnis herauskomme. E-7749/2008 Seite 3 Zur Stützung seiner geltend gemachten Vorbringen legte er in Kopie und ohne Übersetzung ein Schulzeugnis sowie eine Gratulationsurkunde der Mittelschule ins Recht (Original gemäss Anhörungsprotokoll vom 10. J a- nuar 2008 dem Beschwerdeführer zurückgegeben, vgl. A10/15 S. 14). B. Mit Verfügung vom 30. Oktober 2008 – eröffnet am 3. November 2008 – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung führte es im Wesentlichen an, dass die geltend gemac h- ten Vorbringen teils nicht den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit g e- mäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) standzuhalten vermöchten, teils keine Asylrelevanz entfalten würden. [Ausführungen des BFM betreffend die Asylgründe des Beschwerdefü h- rers in Bezug auf den militärstrafrechtlichen Vorwurf]. Ferner müsse der angebliche Umstand, dass er über die Hofmauer zu den Nachbarn ha be fliehen können, als die Militärpolizei vor der Türe gestan den sei (vgl. A1/10 S. 6), als realitätsfremd gelten, da es nicht möglich scheine, dass er so schnell sowie unbemerkt habe entfliehen können, obwohl (…) und mehrere Beamte d as Haus durchsucht hät ten (vgl. A10/15 S. 7 f.). Diese Ungereimtheiten würden die Zweifel an den vorgebrachten Asy l- vorbringen erhärten. Des Weiteren habe der Beschwerdeführer in der EVZ-Befragung angegeben, [Geschwisterteil] habe ihm mitgeteilt, dass die Militärpolizei vor der Tür stehe und ihn verhaften wolle; d araufhin sei er zu den Nachbarn geflüchtet (vgl. A1/10 S. 6). Demgegenüber habe er in der Anhörung geschildert, dass er, als er das Wort "Polizei" und die Reaktion sei ner Mutter gehört habe, sofort zu den Nachbarn geflüch tet sei (vgl. A10/15 S. 7). Auf Vorhalt dieses Widerspruches habe der B e- schwerdeführer seine Äusserung anlässlich der EVZ -Befragung bestri t- ten, ohne dass er freilich habe erklären können , wie es zu dies en unter- schiedlichen Angaben gekommen sei (vgl. A10/15 S. 9). Überdies habe er in der EVZ-Befragung geltend gemacht, dass [Geschwisterteil] nach zwei Tagen freigelassen worden sei und ihm vom Vorfall mit der Militärpolizei erzählt habe (vgl. A1/10 S. 5). I m Gegensatz hierzu habe er anlässlich seiner Anhörung angegeben, seine Mutter und seine Tante hätten ihm über diesen Vorfall berichtet, denn um sein Versteck nicht zu verraten, habe er nur zu diesen beiden Familienangehörigen Kontakt gehabt (vgl. A10/15 S. 9). Im Übrigen würden die übrigen Vorbringen jeglicher Asylre- levanz entbehren, denn die Ausführungen betreffend die Zulassung zum Studium (vgl. A1/10 S. 4) und das unbefriedigende Bildungssystem in A f- ghanistan könnten keinen asylbeachtlichen Fluchtgrund d arstellen. Aus-E-7749/2008 Seite 4 serdem habe er erklärt, dass dies er Umstand nicht der Anlass für seine Flucht gewesen sei (vgl. A10/15 S. 12). Schliesslich vermöchten auch die eingereichten Dokumente die obigen Erwägungen nicht umzustossen. C. Mit Eingabe vom 1 . Dezember 2008 (Datum Poststempel: 3. Dezember 2008) erhob der Rechtsvertreter namens und im Auftrag des Beschwe r- deführers gegen den Entscheid des BFM beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei vollum- fänglich aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde- führers festzustellen und ihm Asyl zu ge währen; eventualiter sei infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vo r- läufige Aufnahme anzuordnen . In verfahrensrechtlicher Hinsicht wur de um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Zur Begründung wurde der Argumentation des BFM im Wesentlichen Folgendes entgegengehalten: [Asylgründe des Beschwerdeführers in Be- zug auf den m ilitärstrafrechtlichen Vorwurf]. Ferner seien erfolgreiche Fluchtversuche vor den Behörden keine Seltenheit. Der Beschwerdefü h- rer habe gewusst, dass er aufgrund des [militärstrafrechtlicher Vorwurf] behördlich [verfolgt] werde, weswegen er auf den Besuch der Militärpoli- zei vorbereitet gewesen sei . Somit sei es nicht verhältnismässig, wenn die Vorinstanz die Aussagen des Beschwerdeführers in ausschlaggeben- der Weise zu seinen Ungunsten auslege. Sodann habe er plausibel erläu- tert, wie er durch die offenen Fenster – es sei [Jahreszeit] gewesen – von der Ankunft der Militärpolizisten Kenntnis habe nehmen kön nen (vgl. A10/15 S. 10). Ausserdem habe er – entgegen der Argumentation der Vorinstanz – zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass er ausser zu seiner Mutter und Tante zu keiner weiteren Person Kontakt gehabt habe. Er ha- be lediglich die Frage verneint, ob die Behörden bei seiner Tante vorbe i- gekommen seien, und hinzugefügt, dass auch seine Mutter ihn nicht b e- sucht habe; d ies schliesse jedoch keineswegs die Möglichkei t aus, dass er vor seiner Ausreise Kontakt zu [Geschwisterteil] gehabt habe. Im Übri- gen sei dem Beschwerdeführer in der Anhörung keine Gelegenheit geb o- ten worden, diese Ungereimtheit zu klären. Schliesslich seien aus den geringfügigen Abweichungen in den Aussagen keine erheblichen Wide r- sprüche zu erkennen, die eindeutig auf die allgemeine Unglaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers hindeuten würden. Das Vorgehen des Vorinstanz, zahlreiche überzeugende Ausführungen gänzlich ausser Betracht zu lassen, indes einzelne marginale Abweichungen in den A n-E-7749/2008 Seite 5 gaben des Beschwerdeführer s im Rahmen der Glaubhaftigkeitsprüfung zu stark zu gewichten und zu einer generellen Widersprüchlichkeit seiner Vorbringen hochzurechnen, sei zur P rüfung eines Asylgesuc hs nicht a k- zeptabel. Nach dem Gesagten sei (…) die Verfolgung (…) durch die Re- gierungskräfte beachtlich. Eine Fluchtalternative bestehe für den B e- schwerdeführer nicht. Zur Untermauerung der geltend gemachten Vorbringen wurden folgende Beweismittel in Kopie zu den Akten ge reicht: [Beweismittel 1] sowie ein undatiertes Diplom des afghanischen (Militärs) in Kabul (Ausbildungszeit- raum: (…)). D. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2008 hielt das Bundesverwaltungsg e- richt fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne und über das Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu ei- nem späteren Zeitpunkt befunden werde; er habe jedoch einen Bedürftig- keitsnachweis nachzureichen. Zudem forderte das Gericht ihn auf, die mit Beschwerdeeingabe vom 3. Dezember 2008 in Kopie eingereichten B e- weisdokumente im Original – samt Zustellcouvert und Übers etzung in ei- ne Amtssprache – nachzureichen. E. Mit Eingabe vom 14. Januar 2009 an das Bundesverwaltungsgericht legte der Rechtsvertreter aufforderungsgemäss die Beweismittel im Original – samt Zustellumschlag und Übersetzung – ins Recht. Gleichzeitig wurden mehrere Dokumente betreffend die finanzielle Lage des Beschwerdefüh- rer zu den Akten gereicht. F. Mit Verfügung vom 20. Januar 2009 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 A bs. 1 VwVG w erde zu einem späteren Zeitpunkt befunden, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet und das BFM werde zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. G. In seiner Vernehmlassung vom 23. Januar 2009, welche das Bundesve r- waltungsgericht dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. Januar E-7749/2008 Seite 6 2009 zur Replik zukommen liess, führte das BFM aus, die Beschwerd e- schrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung de s vorinstanzlichen Standpunktes rechtfertigen könnten, weshalb das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde bea n- trage. Insbesondere vermöchten die nachgereichten Dokumente ( Ausbil- dungsdiplom und [Beweismittel 1]) die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers nicht entscheidend zu beeinflussen , denn zum einen sei generell festzuhalten, dass im Heimatstaat des Beschwerdeführers solche Dokumente ohne weiteres durch Korruption, Gefälligkeit oder Fä l- schung unrechtmässig erworben werden könnten , weshalb der Beweis- wert solcher Dokumente als äusserst gering eingestuft werden müsse; zum anderen falle auf, dass der Beschwerdeführer, obwohl er sich bereits über ein Jahr in der Schweiz aufhalte, erst auf Beschwerdeebene diese Dokumente eingereicht habe. [Ausführungen zum Beweismittel 1] . Die nachgereichten Unterlagen vermöchten deshalb die geltend gemachte Verfolgung nicht zu belegen. H. Mit Replikeingabe vom 5. Februar 2009 führte der Rechtsvertreter aus, es sei nicht ersichtlich, weshalb die eingereichten Beweismi ttel die Glau b- würdigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers nicht entscheidend be- einflussen könnten, würden jene doch wesentliche Punkte der geltend gemachten Vorbringen aufzeigen. Vorliegend seien Beweise für die Ide n- tität, die Biographie sowie [Verfolgung] vorhanden. Dass eine asyls u- chende Person, welche zunächst darauf vertraue, sie werde die Behö r- den mit ihrer Schilderung überzeugen, auf gefährliche Unternehmungen zur Beweismittelbe schaffung verzichte, sei durchaus einleuchtend und nachvollziehbar. Es sei gerade der Sinn der Beweismasserleichterung von Art. 7 AsylG, dass Verfolgte unter Umständen keine solchen Schritte zur Beweismittelbeschaffung zu unternehmen vermöchten, andernfalls sie etwa ihre Angehörigen einer Gefahr aussetzen würden. Aus diesem Grunde habe der Beschwer deführer ursprünglich solche Massnahmen unterlassen, bis er habe einsehen müssen, dass die Vorinstanz ihm nicht glaube. Der ergangene negative Entscheid der Vorinstanz sei der Ausl ö- ser dafür gewes en, dass er einen Freund damit beauftragt habe, diese Dokumente zu beschaffen. Zwar handle es sich bei einem der Beweismit- tel um (…), die Vorinstanz widerspreche sich jedoch, wenn sie einerseits ausführe, solche Beweise seien aufgrund der weit verbreiteten Korruption in Afghanistan leicht erhältlich, es andererseits aber für unmöglich erach- te, dass [Beweismittel 1] erhältlich gemacht werden könne . (…) dies be- deute aber nicht, dass es sich dabei um eine Fälschung handle. Im Übri-E-7749/2008 Seite 7 gen stünden Massnahmen zur Überprüfung der Echtheit [Beweismittel 1] durchaus zur Verfügung; solange diese freilich nicht ausgeschöpft wü r- den, sei von der Echtheit der Dokumente auszugehen. I. Mit Verfügung vom 8. September 2011 lud das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz – infolge der vom Gericht neu vorgenommenen Lagebeu r- teilung in Afghanistan – zu einer erneuten Vernehmlassung ein. J. In seiner Vernehmlassung vom 21. September 2011, welche das Bundes- verwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 23. Se p- tember 2011 zur Replik zukommen liess, hielt das BFM fest, der B e- schwerdeführer habe vor seiner Ausreise aus Afghanistan [ein paar Ja h- re] in Kabul gewohnt, wo er über ein familiäres Beziehungsnetz verfüge. Die Wegweisung sei daher auch unter der Berücksich tigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts als zumutbar einzustufen, we s- halb das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde beantrage. K. Mit Replikeingabe vom 10. Oktober 2011 führte der Rechtsvertreter aus, das BFM stelle sich in seiner Vernehmlass ung vom 21. September 2011 auf den Standpunkt, eine Wegweisung nach Afghanistan sei auch unter Berücksichtigung der neuen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts als zumutbar einzustufen. Das Bestehen eines unabdingbaren sozialen Ne t- zes in Kabul dürfe nicht l eichthin angenommen werden. Die Familienan- gehörigen des Beschwerdeführers – [Familienangehörige] – seien infolge der angeblich unablässigen Behelligungen durch die Sicherheitskräfte, welche weiterhin [am Beschwerdeführer interessiert seien] , in den Iran geflohen und würden sich heute in der Stadt D._______ aufhalten. Der Beschwerdeführer bemühe sich derzeit um Briefkontakt und werde ver- suchen, Fotographien, wel che seine Angehörigen in D._______ zeigen würden, einzureichen. Die Angehörigen würden sich allerdings als nicht registrierte Flüchtlinge respektive illegal im Iran aufhalten, weshalb die Einholung eines formellen Aufenthaltsnachweises schwierig sei. Zudem habe sich die Situation in Kabul seit dem Grundsatzurteil des Bunde s- verwaltungsgericht verschlechtert. Die Menschen würden an Leib und Leben derart bedroht, dass der Vollzug der Wegweisung unzumutbar sei, soweit er nicht – wie im vorliegenden Fall – aus individuellen konkreten Gründen bereits unzulässig sei. E-7749/2008 Seite 8 Im Übrigen werde eine Abklä rung durch die zuständige Botschaft bea n- tragt, welche die vorliegenden Asylakten – insbesondere die eingereic h- ten Beweismittel – beurteilen könne. L. Mit Eingabe vom 1. November 2011 an das Bundesverwaltungsgericht reichte der Rechtsvertreter – inklusive Zustellcouvert – einen Brief [Ge- schwisterteil] des Beschwerdeführers aus dem Iran sowie Fotographien, welche die Familie des Beschwerdeführers unter anderem im Iran zeigen würden, zu den Akten. Im Brief schildere [Geschwisterteil], dass die Fami- lie wegen d en Problemen in Kabul – sie seien des Beschwerdeführers wegen dauernd belästigt worden – nach E._______ geflohen sei, wo man sie jedoch auch entdeckt und nach dem Beschwerdeführer befragt habe. Schliesslich seien sie in den Iran geflohen, wo sie sich zuers t sechs Mo- nate in Teheran aufgehalten hätten, bevor sie aufgrund der dort her r- schenden prekären Situation – man würde Afghanen auf der Strasse festnehmen und deportieren – nach D._______ zu [verwandte Person] gegangen seien. Hier würden sie sich seither aufhalten. M. Mit Verfügung vom 10. November 2011 hielt das Bundesverwaltungsg e- richt fest , dass es einstweilen Abklärungen betreffend [Beweismittel 1] durch eine gerichtsexterne Fachstelle veranlasst habe. Aus dem Untersu- chungsbericht dieser Expertengruppe vom 7. November 2011 gehe her- vor, dass über die Echtheit [Beweismittel 1] keine abschliessenden Aus- sagen gemacht werden könnten. Ferner lud das Gericht das BFM ein, ei- ne weitere Vernehmlassung einzureichen . Ü berdies hielt es fest, dass dem Beschwerdeführer nach Eingang der vorinstanzlichen Vernehmlas- sung diese zusammen mit dem wesentlichen Inhalt der Dokumentanalyse der gerichtsexternen Fachstelle – unter Vorbehalt von Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG – zur Kenntnis gebracht werde und ihm Gelegenheit gebo- ten werde, sich hierzu zu äussern. N. In seiner Vernehmlassung vom 17. November 201 1 argumentierte das BFM, dass aufgrund der eingereichten Fotographien der heutige Aufen t- haltsort der Familie des Beschwerdeführers nicht zweifelsfrei feststehe ; so sei namentlich nicht ersichtlich, wann und wo diese Bilder entstanden seien und ob es sich bei den fotografierten Personen effektiv um die Fa- milienangehörigen des Beschwerdeführers handle, zumal die Möglichkeit bestehe, dass die Aufnahmen auch anlässlich eines Besuchs de r Familie E-7749/2008 Seite 9 in D._______, Iran, wo angeblich [verwandte Person] des Beschwerde- führers lebe, gemacht worden seien. In Würdigung der Aktenlage sei deshalb auch der Brief [Geschwisterteil] des Beschwerdeführers als G e- fälligkeitsschreiben zu qualifizieren. Folglich sei es dem Beschwerdefü h- rer nicht gelungen, das geltend gemachte angeblich fehlende familiäre Beziehungsnetz in Kabul glaubhaft zu machen . Der Wegweisungsvollzug sei deshalb auch im Lichte der aktuellen Praxis des Bundesverwaltung s- gerichts als zum utbar zu erachten. Aus diesen Gründen werde weiterhin die Abweisung der Beschwerde beantragt. O. Mit Verfügung vom 23. November 2011 führte das Bundesverwaltungsge- richt aus, der Untersuchungsbericht der gerichtsexternen Fachstelle vom 7. November 2011 könne gestützt auf Art. 27 Abs. 1 Bst. a VwVG nicht in- tegral offengelegt werden, bestehe doch ein öffentliches Interesse daran, die in einer Dokumentenanalyse festgestellten konkreten, präzise u m- schriebenen Fälschungsmerkmale geheimzuhalten, da andernfalls eine seriöse Überprüfung beigebrachter Dokumente in andern Asylverfahren nicht mehr gewährleistet werden könne und vielmehr eine weitergehende Offenlegung von Fälschungsmerkmalen das Herstellen gefälschter D o- kumente wesentlich er leichtere. Der wesentliche Inhalt der Dokumente n- analyse sei jedoch gestützt auf Art. 28 VwVG dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zu bringen und laute wie folgt: In der Dokumentenanalyse sei festgehalten worden, über die Echtheit [Beweismittel 1] könnten – insbe- sondere mangels authentische n Vergleichsmaterials – keine abschlie s- senden Aussagen gemacht werden; [Ausführungen betreffend Dokumen- tenanalyse]. Im Übrigen hielt das Gericht fest, die Vernehmlassung des BFM vom 17. November 2011 werde dem Beschwerdeführer – unter Fristansetzung zur Einreichung einer Replik – zur Kenntnis gebracht. P. Mit Replikeingabe vom 7. Dezember 2011 führte der Rechtsvertreter aus, in Bezug auf [Beweismittel 1] sei festzuhalten, dass kein abschliessender Befund habe fest gestellt werden können, welcher auf die Fälsch ung des Dokumentes hinweise. Es würden lediglich einzelne Indizien genannt, welche aber nicht den Schluss zulassen würden, es handle sich um eine Fälschung. Zu den einzelnen aufgeführten Indizien könne sich der B e- schwerdeführer nicht äussern, zumal ihm selber Vergleichsmaterial fehle. Allerdings sei, da im Asylverfahren das erleichterte Beweismass der blos- sen Glaubhaftmachung gelte, in dubio pro Verfolgungsanzeichen und damit pro Flüchtlings - und Asyl anerkennung zu entscheiden. Ohnehin E-7749/2008 Seite 10 verbiete das zwingende Völkerrecht mit seine m absolut geltenden Rüc k- schiebungsverbot die Rückführung, wenn ein derart hohes Risiko dafür bestehen bleibe, dass [Beweismittel 1] echt sei und [der Beschwerdefüh- rer verfolgt werde]; denn im Falle (…) würden dem Beschwerdefü hrer – wie glaubhaft dargetan worden sei – nahezu mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwere Menschenrechts verletzungen widerfahren. Des Weiteren erscheine es befremdlich, dass der unterzeichnende Asien- Spezialist des BFM die auf den Fotographien im Hintergrund jeweils deut- lich sichtbaren Wahrzeichen ( …) nicht erkenne. Hingegen liege es in der Natur der Sache, dass die Daten der Fotographien schwer zu beweisen seien. Im Übrigen liege eine eigentliche Beweisnot vor, denn selbstr e- dend könne die Vorinstanz jedes Schreiben eines Angehörigen als Gefäl- ligkeitsschreiben bezeichnen. Eine solche Beweiswürdigung widerspr e- che allerdings der Pflicht, den Sachverhalt unvoreingenommen und auch zugunsten der Flüchtlinge festzustellen. Schliesslich stelle sich die Frage, wer die Folgen der Beweisnot zu tragen habe. Es sei Sache der Behö r- den, festzustellen, dass tatsächlich ein verwandtschaftliches Beziehung s- netz vor Ort vorhanden sei, denn das Fehlen desselben bringe die au s- geschaffte Person in eine Notlag e, welche einer Gefahr für deren Leib und Leben gleichkomme (vgl. Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zu Rückführungen nach Afghanistan). Schliesslich sei der Beschwerdeführer seiner Mitwirkungspflicht bei der Feststellung des Sachverhalts nachg e- kommen und habe alles in seiner Macht stehende unternommen, um na- mentlich das geltend gemacht Vorbringen des Fehlens eines Bezi e- hungsnetzes in Kabul zu untermauern. Zur Stützung der Vorbringen wurden folgende Beweismittel in Farbkopie zu den Akten gereicht: ein angeblich per E-Mail zugestellter Ausweis der Mutter des Beschwerdeführers samt Übersetzung sowie Bilder von Wahr- zeichen im Iran. Q. Mit Faxeingabe vom 17. April 2012 reichte der Rechtsvertreter eine Kos- tennote zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. E-7749/2008 Seite 11 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesve rwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nic ht vor. Das Bundesverwaltungsge richt ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme liegt in casu nicht vor; somit ist das Bundesverwaltungsgericht vorliegend letztinstanzlich zuständig. 1.2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Folglich ist er zur Einre i- chung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die B e- schwerde ist somit einzutreten. 1.3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VG G und das AsylG nichts anderes bestimm en (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Mit Beschwerde kann die Ver letzung von Bundesrecht, die un richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asy l. Als Flüchtling wird eine aus ländische Person aner kannt, wenn sie in ihrem Heimat staat oder im Land , in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An schauungen ernsthaften Na chteilen ausgesetzt ist oder be gründete Furcht hat, sol - chen Nachteilen ausgesetzt zu wer den. Als ernsthafte Nachteile gelte n E-7749/2008 Seite 12 namentlich die Gefähr dung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den fra u- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind ins besondere Vorbringen, die in we sentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider sprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder mass geblich auf gefälschte od er ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Im Nachfolgenden ist zu prüfen , ob die Unglaubhaftigkeitsargumentation des BFM der Aktenlage gerecht wird und das Bundesamt die Asylvorbrin- gen des Beschwerdeführers insgesamt zu Recht als unglaubhaft qualif i- zierte. 4.1. Vorab ist festzuhalten, dass das Gericht die Vorbringen des B e- schwerdeführers betreffend die militärische (…)-Ausbildung (vgl. das ei n- gereichte Diplom des afghanischen [Militärs] in Kabul ) nicht bezwei felt und er mithin glaubhaft darlegte, [der afghanischen Armee angehört zu haben] sowie zum militärischen Einsatz an die Front geschickt worden zu sein. [Erwägungen betreffend die Asylgründe des Beschwerdeführers in Bezug auf den militärstrafrechtlichen Vorwurf] 4.2. Fraglich ist weiter, ob sich aufgrund des dargelegten Sachverhalts und der eingereichten Beweismittel – namentlich [Beweismittel 1] – die Vorbringen des Beschwerdeführers in Bezug auf die geltend gemachte Verfolgung seitens der Sicherheitsbehörden als überwiegend wahrschein- lich erweisen. 4.2.1. An d ieser Stelle ist insbesondere festzuhalten, dass die Flüch t- lingseigenschaft dann nachzuweisen ist, wenn der Beweis möglich ist. Da die Asylsuchenden oft den strikten Beweis über Sachverhalte bezüglich ihrer Verfolgung in ihrem Heimatland nicht erbringen können und sie sich in einem Beweisnotstand befinden, da es sich um Ereignisse handelt, die den Gesetzen ihrer H erkunftsstaaten widersprechen, meist nicht dok u- mentiert sind und keine Kooperation der heimischen Amtsstellen zu e r-E-7749/2008 Seite 13 warten ist, lässt das Gesetz das verminderte Beweismas s der Glau b- haftmachung zu (Art. 7 AsylG). Die Ausführungen über das reduzierte Beweisma ss der Glaubhaftm a- chung gelten somit auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgung seitens der Sicherheitsbehörden. Ein strikter B e- weis ist ihm dabei weder zumutbar noch möglich. Die Glaubhaftigkeit der vorgetragenen Verfolgungsgeschichte ist d aher aufgrund einer Gesam t- würdigung seiner Aussagen und der eingereichten Beweismittel zu beu r- teilen. 4.2.2. (…) erschöpfen sich seine Vorbringen in Bezug auf d as Entkom- men vor den Behörden zu Hause in Kabul – er sei durchs offene Fenster ins Nachbarhaus geflüchtet, als die Sicherheitskräf te vor der Haustür ge- standen seien – in unplausible n Ausführungen, welche in wesentlichen Punkten der inneren Logik entbehren sowie widersprüchlich ausgefallen sind. Die im Verlauf des Verfahrens entstandenen Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers lassen erhebliche Zweifel an der Rich- tigkeit der vorgebrachten Sachverhaltsdarstellung zu. Wie das BFM ric h- tig feststellte, gab er in der EVZ -Befragung an, [Geschwisterteil] habe ihn darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Sicherheitskräfte vor der Haustüre stehen würden und ihn verhaften wollten, woraufhin er über die Mauer geklettert sei und sich ins Nachbarhaus gerettet habe (vgl. A1/10 S. 6). Demgegenüber führte er anlässlich der Anhörung aus, seine Mu tter, die sich auf der Innenhofterrasse des Hauses befunden habe, habe angefan- gen Lärm zu machen, als sie die Sicherheitskräfte vor der Haustüre b e- merkt habe. Sie habe ihnen vorgehalten, ihren Sohn respektive den B e- schwerdeführer zuerst an die Front geschi ckt zu haben und ihn nun [auf- zusuchen]. Der Beschwerdeführer sei, als er durch das offene Fenster das Wort "Polizei" vernommen habe, über die Zwischenmauer ins Haus des Nachbarn geflohen (vgl. A10/15 S. 7, 9 f.). Die auf Vorhalt dieser Un- stimmigkeit in den Angaben erfolgte Erklärung des Beschwerdeführers, wonach er die Aussage in der EVZ -Befragung nie gemacht habe , er- scheint wenig schlüssig. Zwar gab er an anderer Stelle in der Anhörung an, dass der Dolmetscher in der EVZ -Befragung ein Iraner gewesen sei und namentlich ein – im vorliegenden Zusammenhang allerdings nicht in- teressierendes – Wort nicht verstanden habe (vgl. A10/15 S. S. 2), dieser Umstand liefert jedoch keine plausible Erklärung für die Ungereimtheiten in seinen Aussagen, zumal ihm das Befragun gsprotokoll im EVZ rüc k- übersetzt wurde, ohne dass er eine entsprechende Korrektur anbrachte . Angesichts der bestehenden Ungereimtheiten in den Aussagen des B e-E-7749/2008 Seite 14 schwerdeführers ist davon auszugehen, dass sich der geschilderte Vorfall nicht auf diese Weise ereignete. Des Weiteren führte der Beschwerdefüh- rer in der EVZ -Befragung aus, dass [Geschwisterteil] nach (…) Tagen Haft freigelassen worden sei und ihn in der Folge über das Ereignis in- formiert habe (vgl. A1/10 S. 5), während er in der Anhörung a ngab, seine Mutter und seine Tante hätten ihm ü ber den Vorfall mit den Sicherheit s- behörden berichtet (vgl. A10/15 S. 9). Diese unterschiedlichen Angaben und Tatsachendefizite erhärten – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – die Zweife l an der vorgebrachten Sachverhaltsdarstellung des B e- schwerdeführers. 4.2.3. Zwar wurde in den vorstehenden Erwägungen festgestellt, dass sich der im Zusammenhang mit dem Besuch der Sicherheitskräfte beim Beschwerdeführer zu Hause geschilderte Vorfall nicht auf die vorgetrag e- ne Weise ereigne t haben k ann, a ngesichts der nachfolgenden Überl e- gungen kann gleichwohl nicht davon ausgegangen werden, dass der Be- schwerdeführer, insbesondere aufgrund [Beweismittel 1] , nicht seitens der afghanischen Sicherheitsbehörden [verfolgt] wird. 4.2.3.1 [Ausführungen be treffend Beweismittel 1] . Folglich handelt sich um einen gegen den Beschwerdeführer gerichteten m ilitärstrafrechtlichen Vorwurf. Bevor allerdings der Frage nachzugehen ist, ob es sich dabei auch um eine asylrechtlich relevante Verfolgung seitens der Sicher heits- behörden handelt, ist vorab zu klären, ob es sich beim [Beweismittel 1] um ein authentisches Dokument handelt. 4.2.3.2 Aus dem Untersuchungsbericht der externen Fachstelle vom 7. November 2011 geht hervor, dass [Beweismittel 1] zwar äussere Auffäl- ligkeiten aufweise, jedoch über die Echtheit des fraglichen Dokuments keine abschliessenden Aussagen gemacht werden könnten. [Ausführun- gen betreffend Beweismittel 1] keine Fälsch ungsmerkmale nachweisen lassen. [Erklärung des Beschwerdeführers, wie er Beweismittel 1 erhalten habe], mit der Realität im afghanischen Kontext nicht unvereinbar. Schliesslich erwähnte der Beschwerdeführer sowohl in der EVZ - Befragung als auch in der Anhörung [Beweismittel 1] (vgl. A1/10 S. 5 f.; A10/15 S. 7 ), weshalb die Beibringung dieses B eweismittels nicht als nachgeschoben gewertet werden kann. Folglich ist davon auszugehen, dass es sich [Beweismittel 1] um kein ge- fälschtes Dokument handelt und der Beschwerdeführer – unter Berück- sichtigung des im Asylrecht geltenden reduzierten Beweismasses – E-7749/2008 Seite 15 glaubhaft gemacht hat, dass er in seinem Heimatland seitens der Sicher- heitsbehörden [verfolgt] wird. 4.2.3.3 Vorliegend ist der deutschen Übersetzung [Beweismittel 1] aller- dings zu entnehmen, dass der Beschwer deführer wegen [militärstraf- rechtlicher Vorwurf] . Die geltend gemachte Verfolgung seitens der S i- cherheitsbehörden kann deshalb im asylrechtlichen Kontext nicht berück- sichtigt werden, da es am Erfordernis der flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsmotivation mangelt. Demnach sind die Asylvorbringen als nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG zu qualifizieren. Ob dem Beschwerdeführer in Militärhaft eine im Hinblick auf die Zulässig- keit des Wegweisungsvollzugs (Art. 3 EMRK) relevant e Misshandlung drohen würde, wäre nachfolgend unter der E. 6 zu erörtern. 4.3. Vor dem Hintergrund obiger Erwägungen sprechen überwiegende Gründe für die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgung se i- tens der afghanischen Sicherheitsbehörden. Diese Verfolgung ist jedoch im asylrechtlichen Kontext nicht relevant, da keine flüchtlingsrechtliche Motivation vorliegt. Die Vorinstanz hat folglich die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh rers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abg e- lehnt. 5. 5.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An spruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeor dnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Ent scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6. 6.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim mungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). E-7749/2008 Seite 16 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge - mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation Schweizerische Asylrekursko mmission (ARK) der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). Demgegenüber genügen Hinweise auf blosse Eventualitäten und vage Möglichkeiten von Vollzugshindernissen nicht. 6.2. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll zug der Wegweisung (U nzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmög lichkeit) sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwe- senheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläu fige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4; BVGE 2011/7 E. 8; EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 ff.). Weil sich vorliegend der Voll zug der Wegweisung aus den nachfolgend aufgezeigten Gründen als unzumutbar erweist, kann auf eine Erörterung der beiden anderen Kriterien – insbesondere der Zulässig keit des Weg weisungsvollzuges angesichts allfälliger drohender Folter im Militärgefängnis – verzichtet werden. 6.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkri eg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Bot schaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.3.1. Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf das Grundsatzurteil BVGE 2011/7 vom 16. Juni 2011 zu verweisen. Nach ein- gehender Lageanalyse stellte das Bundesverwaltungsgericht darin fest, dass die Sicherheitslage sowie die humanitären Bedingungen in weiten Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – äusserst schlecht seien, weshalb die Situation in Afgh anistan praktisch flächende- ckend als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifi- zieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei die Lage in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden. Angesichts dessen, dass dort die S i- cherheitslage weniger bedrohlich als in der anderen Landesteilen sei so- wie sich zumindest in letzter Zeit nicht verschlechtert habe, und dass die E-7749/2008 Seite 17 humanitäre Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas wen i- ger dramatisch sei, könne der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter Umständen als zumutbar qualifiziert werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim Rüc k- kehrer um einen jungen, gesunden Mann handle. Angesichts der ko n- stanten Verschlechterung der Lage über die vergange nen Jahre hinweg und der auch in Kabul schwierigen Situation verstehe es sich aber von selbst, dass die bereits von der vormaligen Beschwerdeinstanz in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen Bedingungen in jedem Einze l- fall sorgfältig geprüft werden und er füllt sein müssten, um die Zumutba r- keit eines Wegweisungsvollzugs nach Kabul bejahen zu können. Una b- dingbar sei in erster Linie ein soziales Netz, das sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers als tragfähig erwei- se; denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine l e- bensbedrohende Situation führen. Für einen Rückkehrer aus Europa b e- stehe nach der Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, entführt o der über- fallen zu werden, da vermutet werde, er trage Devisen auf sich. Verfüge er aber über keine genügenden finanziellen Mittel, habe er ohne soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumutbare – das heisst winterfeste und mit minimaler sanitärer Einrich tung ausgestattete – Unterkunft. Auch für die Arbeitssuche seien persönliche Beziehungen unerlässlich, da eine Einstellung (sogar von unqualifizierten Arbeitskräften) regelmässig nur aufgrund persönlicher Empfehlungen erfolge. Eine die Gesundheit nur ei- nigermassen garantierende Ernährung wäre ohne die Hilfe von nahest e- henden Personen ebenfalls kaum möglich, und der Zugang zu sauberem Trinkwasser schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung oder internationaler Organisationen könnten laut zuverlässigen Quellen daran nichts ändern. Ohne eine soziale Vernetzung würde daher auch ein ju n- ger und grundsätzlich gesunder Mann unweigerlich innert absehbarer Zeit in eine existenbedrohende Situation geraten. Im Übrigen betone auch der (für Afghanistan zuständige) Schweizer Botschafter in Islamabad die vor- rangige Bedeutung eines tragfähigen sozialen Netzes für einen Rückkeh- rer zur Vermeidung unüberbrückbarer Schwierigkeiten (vgl. a.a.O., E. 9.9). 6.3.2. Im Nachfolgenden ist zu prüfen , ob sich der Beschwerdeführer bei einer allfälligen Rückkehr nach Afghanistan auf ein soziales Beziehungs- netz abstützen kann. Er reichte in diesem Zusammenhang folgende Dokumente – inklusive Zu-E-7749/2008 Seite 18 stellcouvert – zu den Akten, welche belegen würden, dass sich seine F a- milie – [Familienangehörige] – nicht mehr in Kabul, sondern im Iran au f- halte: einen Brief [Geschwisterteil] aus dem Iran sowie Fotographien, welche seine Familie unter anderem im Iran zeigen würden . Wie das BFM zwar in seiner Vernehmlassung vom 17. November 2011 richtig feststellte, ste ht aufgrund der eingereich ten Fotographien der heutige Aufenthaltsort der Familie des Beschwerdeführers nicht zweifelsfrei fest; jedoch lässt d as vorliegend geltende reduzierte Beweismass – im G e- gensatz zum strikten Beweis – durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine Behau p- tung gilt bereits als glaubhaft ge macht, wenn die urteilende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Dass es sich bei den fotogra- fierten Personen um die Familienangehörigen des Beschwerdeführers handelt, ist aufgrund des einge reichten Vergleichsmaterials – eine Foto- graphie, welche den B eschwerdeführer mit seiner Familie ( [Familienan- gehörige]; vgl. A 1/10, S. 3) in Kabul zeig e – grundsätzlich nicht anz u- zweifeln. Was die übrigen zu den Akten gereichten Fotographien betrifft, ist a ngesichts der im Hintergrund der Bilder erkennbaren iranischen Wahrzeichen davon auszuge hen, dass sich die Familienangehörigen im Zeitpunkt der Aufnahme tatsächlich im Iran befanden. Im Übrigen liegt es, wie in der Replikeingabe vom 7. Dezember 2011 richtig ausgeführt wurde, in der Natur der Sache, dass Daten von Fotographien schwer zu belegen seien. Schliesslich ist dem ins Recht gelegten Zustellcouvert zu entne h- men, dass die Sendung [Geschwisterteil] des Beschwerdeführers (Brief mit Fotographien) im Oktober 2011 aus dem Iran erfolgt ist. In Würdigung der gesamten Aspekte sprechen nach dem Gesagten we- sentliche u nd überwiegende Umstände für die vorgebrachte Sachver- haltsdarstellung des Beschwerdeführers , wonach er im heutigen Zei t- punkt über kein tragfähiges Beziehungsnetz in Kabul verfüg t. Aufgrund der Aktenlage geht das Gericht davon aus, dass sich die Familie des Be- schwerdeführer – zumindest derzeit – im Iran befindet , zumal festzuha l- ten ist, dass der Beschwerdeführer und seine Familie nicht aus Kabul stammen, sondern erst [vor einigen Jahren] zugewandert sind. Da sich die familiären Verhältnisse des Beschwerde führers in Afghanistan seit seiner Ausreise wesentlich verändert haben, würde er im Falle eine r Rückkehr höchstwahrscheinlich innert absehbarer Zeit in eine existen z- bedrohende Situation geraten, weshalb sich der Wegweisungsvollzug im Lichte der aktuellen P raxis des Bundesverwaltungsgerichts als unzumut- bar erweist. E-7749/2008 Seite 19 Überdies verfügt der Beschwerdeführer gemäss den Akten auch in den Grossstädten Herat oder Mazar-e-Sharif über keine weiteren Verwandten, weshalb von vornherein auch keine Aufenthaltsalternative in diesen a f- ghanischen Städten in Frage kommt. 6.4. Da die Vollzugshindernisse – wie bereits unter E. 6.2 ausgeführt wurde – alternativer Natur sind, kann vorliegend auf eine Erörterung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im Hinblick auf die Vorbringen betreffend die drohende Folter im Militärgefängnis im Lichte von Art. 3 EMRK verzichtet werden. 6.5. In einer Gesamtwürdigung der dem Bundesverwaltungsgericht vo r- liegenden Akten und der sich präsentierenden Rückkehrsituation kommt dieses zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug des Beschwerdefüh- rers als nicht zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf Ausschlus s- gründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG. Der Beschwerdeführer ist dem- nach in der Schweiz vorläufig aufzunehmen (Art. 83 Abs. 1 AuG). 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das BFM zu Recht die Flücht- lingseigenschaft de s Beschwerdeführers nicht anerkannte und ihm kein Asyl gewährte sowie in der Folge die Wegweisung anordnete . Die B e- schwerde wird diesbezüglich abgewiesen. Hingegen stellt das Bundesverwalt ungsgericht fest, dass sich der Weg- weisungsvollzug nach Afghanistan als unzumutbar erweist. Die Verfügung des BFM vom 30. Oktober 2008 ist daher betreffend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die Vorinstanz ist anzuweisen, d en Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 8. 8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die reduzierten Verfah- renskosten de m Beschwerdefüh rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Mit Verfügung des Bundesverwaltung sgericht vom 20. Januar 2009 wur- de das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einem späteren Zeitpunkt verschoben. E-7749/2008 Seite 20 Das Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, nachdem die Rechtsbegehren zwar nicht aussicht- los waren, aus den Akten jedoch hervorgeht, dass der Beschwerdeführer erwerbstätig und somit nicht bedürftig ist. Demnach sind die um die Hälfte reduzierten Kosten in der Höhe von Fr. 300.– (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ) dem Beschwerdefü h- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). 8.2. Dem Beschwerdeführer ist angesichts des hälftigen Obsiegens im Beschwerdeverfahren in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine er- mässigte Parteientschädigung für ih m erwachsene notwendige Vertr e- tungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 VGKE). Der Rechtsvertreter reichte mit Eingabe vom 17. April 2012 eine Kosten- note ein, g emäss welcher er für das Verfahren des Beschwerdeführers einen Aufwand von insgesamt 16.25 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 200.– und Auslagen in der Höhe von Fr. 79.– geltend machte. Der in Rechnung gestellte Aufwand erscheint angemessen, weshalb de m Be- schwerdeführer unter Berücksichtigung der Bemessungsgrundsätze nach Art. 7 ff. VGKE angesichts des hälftigen Obsiegens eine Parteientschäd i- gung zu Lasten des BFM in der Höhe von Fr. 1'793.70 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen ist. (Dispositiv nächste Seite) E-7749/2008 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird den Vollzug der Wegweisung betreffend gutgehei s- sen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die Verfügung des BFM vom 30. Oktober 2008 wird betreffend die Ziffern 4 und 5 aufgehoben und das BFM wird angewiesen, den Beschwerdefüh- rer vorläufig aufzunehmen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 300.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 1'793.70 zu entrichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: