A bteilung I A -7510/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter André M oser (Vorsitz); R ichter D aniel R iedo; R ichter M arkus M etz; G erichtsschreiberin M ichelle Eichenberger. A ._______ G m bH , Beschw erdeführerin, gegen K anton St. G allen, A m t für M ilitär und Zivilschutz, Vorinstanz, betreffend B efreiung von der Schutzraum pflicht und Ersatzbeitrag. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 31. M ai 2001 erteilte die politische G em einde O berriet der A._______ G m bH die Bew illigung für den N eubau eines Einfam ilienhauses am Standort B._______. B. D as Am t für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen erliess am 23. Juni 2006 eine Verfügung betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatz- beitrag. D arin befreite es die A._______ G m bH für den N eubau des Einfam ilienhauses an der B._______ nachträglich von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen, auflegte ihr jedoch einen Ersatzbeitrag von Fr. 6'020.-. D as betroffene Einfam ilienhaus m it 5 Zim m ern benötige gem äss den gesetzlichen Bestim m ungen grundsätzlich einen Schutzplatz pro Zim m er, m ithin 5 Schutzplätze. D a sich das Einfam ilienhaus aber im Ausgleichsgebiet A 3 befinde, m üssten keine Schutzräum e erstellt w erden. D ie H auseigentüm er hätten jedoch einen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 2001 für 5 Schutzplätze zu entrichten, ausm achend Fr. 6'020.-. C . G egen diese Verfügung erhob die A._______ G m bH am 10. Juli 2006 bei der G em eindeverw altung O berriet Einsprache. D araufhin reduzierte das Am t für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen, w elchem die Akten überw iesen w urden, m it Verfügung vom 27. N ovem ber 2006 den Ersatzbeitrag auf Fr. 3'612.-. Zudem sei das Schutzraum m itbenutzungs- recht für das betroffene Einfam ilienhaus m it fünf Schutzplätzen im G rund- buch als G runddienstbarkeit einzutragen. In den Erw ägungen hielt das Am t fest, da das betroffene Einfam ilienhaus über 5 Zim m er verfüge und ge- m äss den gesetzlichen Bestim m ungen ein Schutzplatz pro Zim m er erfor- derlich sei, w ären grundsätzlich 5 Schutzplätze nötig. D a jedoch die C ._______ AG über 15 Schutzplätze verfüge, selbst aber nur 13 bean- spruche, habe die A._______ G m bH einen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 2001 lediglich für 3 Schutzräum e zu entrichten. M assgebend für die Schutzraum baupflicht sei der Baubeginn des Einfam ilienhauses, nachträg- liche G esetztesänderungen hätten keinen Einfluss. Schliesslich betrage die Verjährungsfrist im baulichen Zivilschutz 10 Jahre. D . M it Eingabe vom 11. D ezem ber 2006 führt die A._______ G m bH (Beschw erdeführerin) gegen die Verfügung des Am ts für M ilitär und Zivil- schutz des Kantons St. G allen (Vorinstanz) vom 27. N ovem ber 2006 bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten Beschw erde. Sie beantragt die Änderung der angefochtenen Verfügung dahingehend, dass kein Ersatzbeitrag geschuldet sei. Zur Begründung führt sie aus, es sei nicht ihre Schuld, dass "A._______" solange verzögert w orden sei, w eshalb nach heute geltendem und nicht nach altem R echt zu entschieden sei. N ach neuem R echt seien seit dem Jahre 2004 für G e- schäftsliegenschaften keine Schutzräum e m ehr nötig. D adurch w ürden 15 Schutzräum plätze der Liegenschaft der C ._______ AG zur freien Verfü- gung stehen. D iese seien vollum fänglich der A._______ anzurechnen. E. Per 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverw altungsgericht das bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten an-3 hängig gem achte Verfahren. F. D ie Vorinstanz beantragt m it Vernehm lassung vom 26. M ärz 2007 die Ab- w eisung der Beschw erde. Sie führt aus, anlässlich ihrer am 3. D ezem ber 2004 vorgenom m enen Ü berprüfung der G em eindestelle für baulichen Zivil- schutz der G em einde O berriet, über w elche sie die Aufsicht inne habe, sei festgestellt w orden, dass ihr nicht alle Abklärungsfälle betreffend Schutz- raum baupflicht und Ersatzbeitrag zugestellt w orden seien. D ies sei in der Folge in rund 100 Fällen zw ecks nachträglicher Verfügung von Ersatzbei- trägen nachgeholt w orden. D a vorliegend die Baubew illigung am 31. M ai 2001 erteilt w orden sei, habe sie für die Beurteilung der Schutzraum bau- pflicht und des Ersatzbeitrags die dam aligen G esetzesgrundlagen ange- w andt. G em äss diesen seien für das Einfam ilienhaus der Beschw erdefüh- rerin 5 Schutzplätze erforderlich und habe für G eschäftshäuser noch die Schutzraum baupflicht bestanden. D er vorhandene Schutzraum der C ._______ AG m it 15 Schutzplätzen sei bei der Berechnung der fehlenden Schutzplätze der Beschw erdeführerin m itberücksichtigt w orden. D er späte Zeitpunkt der Verfügung rechtfertige keine Beurteilung nach heutigem R echt. D as dam als anw endbare R echt regle die Frage der Verjährung nicht. D ie Vorinstanz verw eist jedoch auf einen Entscheid der Eidgenössi- schen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten, w elche zum Schluss gekom m en sei, der Anspruch auf Ersatzbeiträge unterliege einer relativen Verjährungsfrist von 10 Jahren. D iese könne m it jeder H andlung, m it w elcher der Anspruch in geeigneter Form geltend gem acht w erde, un- terbrochen w erden und beginne in der Folge jew eils neu zu laufen. G . In ihren Schlussbem erkungen vom 4. April 2007 hält die Beschw erdeführe- rin an ihren Anträgen und der Begründung fest. Zusätzlich w eist sie darauf hin, dass bei Erlass der Verfügung neues R echt in Kraft gew esen sei, w el- ches m angels anderslautender Bestim m ungen anw endbar sei. H . Auf w eitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke w ird, sow eit erforderlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D ie Eidgenössische R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten w urde per 31. D ezem ber 2006 aufgelöst und durch das Bundesverw al- tungsgericht ersetzt. G em äss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) über- nim m t das Bundesverw altungsgericht, sofern es zuständig ist, die Beurtei- lung der am 1. Januar 2007 bei der R ekurskom m ission für Zivilschutzange- legenheiten hängigen R echtsm ittel. D as Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das VG G nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ). N ach Art. 33 Bst. i VG G ist gegen Verfügungen kantonaler Instanzen die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht (nur) zulässig, sow eit ein Bundesgesetz dies vorsieht. 4 2. Vorliegend ist sow ohl hinsichtlich der Zuständigkeit als auch hinsichtlich der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrages von Bedeutung bzw . um stritten, ob altes oder neues R echt anw endbar ist. Folglich ist in einem ersten Schritt das anw endbare R echt zu bestim m en. 2.1 D ie Vorinstanz ist der Ansicht, vorliegend kom m e altes R echt zur Anw en- dung. D enn der Sachverhalt, d.h. die Erteilung der Baubew illigung, habe sich abschliessend vor Inkrafttreten des heute geltenden R echts verw irk- licht. 2.2 D ie Beschw erdeführerin hält dem entgegen, es habe nach heute gelten- dem und nicht nach altem R echt entschieden zu w erden, da es nicht ihre Schuld sei, dass "A._______" solange verzögert w orden sei. Bei Erlass der Verfügung sei neues R echt in Kraft gew esen, w elches m angels an- derslautender Bestim m ungen anw endbar sei. D enn das anw endbare R echt enthalte nur Bestim m ungen über die Aufhebung des bisherigen R echts sow ie über das Inkrafttreten. Tatsache sei jedoch, dass zum Zeit- punkt, als die Ersatzpflicht verfügt w orden sei, keine derartige Pflicht m ehr bestanden habe, nachdem unbestrittenerm assen und zu R echt eine Areal- berechnung angestellt w orden sei. D ie Vorgehensw eise der Vorinstanz stelle eine diskrim inierende U ngleichbehandlung dar, w elche sie gegen- über anderen G rundeigentüm ern, über deren Ersatzpflicht zur gleichen Zeit zu entscheiden w äre, schlechterstelle. Allenfalls sei sonst von einer R ückw irkung auszugehen. Seitens der Vorinstanz stünden keine schüt- zensw erten öffentlichen Interessen auf dem Spiel. R ein fiskalische Interes- sen w ürden ihr Intresse an der Anw endung des neuen R echts nicht über- w iegen. 2.3 U nbetritten ist, dass der Beschw erdeführerin die Baubew illigung für das fragliche Einfam ilienhaus am 31. M ai 2001 erteilt w urde. H ingegen herrscht U neinigkeit, ob diese Erteilung der Baubew illigung oder aber der Erlass der Verfügung für die Frage des m assgebenden R echts ausschlag- gebend ist. 3. D as Bundesgesetz vom 4. O ktober 1963 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautengesetz, aBM G , AS 1994 2667) sow ie die darauf basierende Verordnung vom 27. N ovem ber 1978 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautenverordnung, aBM V, AS 1994 2671) w urden durch das neue Bundesgesetz vom 4. O ktober 2002 über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz, BZG , SR 520.1) aufgehoben. Zu prüfen ist, ob das aBM G in seiner bis Ende 2003 geltenden Fassung oder aber das am 1. Ja- nuar 2004 in Kraft getretene BZG anw endbar ist, som it die Frage nach der intertem poralrechtlichen Anw endbarkeit der neuen G esetzesbestim m ung. 3.1 G rundsätzlich sind jene N orm en anw endbar, die im Zeitpunkt der Verw irkli- chung des rechtlich zu ordnenden oder zu R echtsfolgen führenden Tatbe- standes in Kraft w aren. Anders ausgedrückt sind Erlasse auf jene Sach- verhalte anw endbar, die zw ischen Inkraftsetzung und Ausserkraftsetzung entstanden sind (vgl. R EN É R H IN O W / BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Ver- w altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt a.M . 1990, 5 N r. 15 B I; PIER R E TSC H AN N EN / U LR IC H ZIM M ER LI, Allgem eines Verw altungs- recht, 2. Auflage, Bern 2005, § 24 R z. 9). Ausschlaggebend für die Schutz- raum baupflicht beziehungsw eise die Entrichtung eines Ersatzbeitrags ist sow ohl gem äss Art. 2 aBM G als auch nach Art. 46 f. BZG die Erstellung ei- nes N eubaus. W ird ein solcher errichtet, entsteht die Pflicht, entw eder Schutzräum e zu erstellen oder aber bei Befreiung von dieser Pflicht einen gleichw ertigen Ersatzbeitrag zu leisten. In diesem Sinne statuiert denn auch Art. 6 Abs. 3 aBM V, die Festsetzung des Ersatzbeitrags erfolge in der Baubew illigung und w erde vor Baubeginn der G em einde entrichtet. D er m assgebende Sachverhalt ist som it vorliegend die Erteilung der Bau- bew illigung am 31. M ai 2001. Zu diesem Zeitpunk w ar noch das alte R echt, m ithin das aBM G und die aBM V anw endbar, w elches folglich für die Beurteilung der sich stellenden R echtsfragen m assgebend ist. D aran än- dert der Verfügungserlass betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbei- trag zum Zeitpunkt, als bereits das BZG in Kraft w ar, nichts (vgl. hierzu auch E. 10 hiernach). D enn die Verfügung bezieht sich auf einen Sachver- halt, der sich abschliessend unter der G eltung des aBM G ereignet hat. 3.2 Zu entscheiden bleibt, ob dem BZG tatsächlich, w ie von der Beschw erde- führerin behauptet, R ückw irkung zukom m t. Bei der Anw endung von neuem R echt auf Sachverhalte, die sich unter altem R echt ereignet haben, ist zw i- schen echter und unechter R ückw irkung zu unterscheiden. Erstere liegt vor, w enn neues R echt auf einen Sachverhalt angew endet w ird, der sich abschliessend vor Inkrafttreten dieses neuen R echts verw irklicht hat. Von unechter R ückw irkung w ird hingegen bei der Anw endung neuen R echts auf zeitlich offene D auersachverhalte gesprochen oder w enn das neue R echt nur für die Zeit nach seinem Inkrafttreten zur Anw endung gelangt, dabei aber in einzelnen Belangen auf Sachverhalte abstellt, die bereits vor Inkrafttreten existierten. Vorliegend hat sich der m assgebliche Sachver- halt, die Bew illigungserteilung, abschliessend unter altem R echt ereignet. Alle Tatbestandsm erkm ale, die zur Anordnung der entsprechenden R echtsfolge, d.h. zur Schutzraum baupflicht beziehungsw eise zur Leistung eines Ersatzbeitrags, nötig sind und die tatsächlichen Ereignisse, die zur Erfüllung des Tatbestandes geführt haben, d.h. die Bew illigungserteilung, sind unter altem R echt zu einem Ende gekom m en. Folglich steht vorlie- gend nur die echte R ückw irkung zur D iskussion. 3.3 Es gilt der G rundsatz, dass die echte R ückw irkung unzulässig ist, da nie- m andem Verpflichtungen auferlegt w erden sollen, w elche sich aus N orm en ergeben, die zum Zeitpunkt der Sachverhaltsverw irklichung nicht bekannt sein konnten, m it w elchen also w eder gerechnet w erden konnte noch m usste. Ausnahm sw eise ist jedoch von der Zulässigkeit der echten R ück- w irkung auszugehen (vgl. hierzu und zum Folgenden: U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLER / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, § 6 R z. 329 ff.; TSC H AN N EN /ZIM M E R LI ,a.a.O ., § 24 R z. 24 ff.). 3.3.1 Bei einer echten R ückw irkung, w elche sich belastend ausw irkt, sind für de- ren Zulässigkeit folgende Voraussetzungen kum ulativ erforderlich: D ie R ückw irkung m uss ausdrücklich angeordnet oder nach dem Sinn des Er- lasses klar gew ollt sein. Sie m uss zeitlich m ässig sein und ist nur zulässig, 6 w enn sie durch triftige G ründe gerechtfertigt ist. Schliesslich darf die R ück- w irkung keine stossenden R echtsungleichheiten bew irken und keinen Ein- griff in w ohlerw orbene R echte darstellen. Eine ausdrückliche gesetzliche Anordnung für eine echte R ückw irkung fehlt in den konkreten Ü bergangs- bzw . Schlussbestim m ungen des BZG . Eine solche intertem porale R egelung besteht vorliegend gerade nicht. Auch sind w eder Anzeichen ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass eine solche gew ollt w äre, noch w erden solche von der Beschw erdeführerin geltend gem acht. Som it erübrigt sich eine diesbezügliche w eitere Prüfung. 3.3.2 Einer echten R ückw irkung begünstigender Erlasse, d.h. solcher, die den Privaten nur Vorteile bringen, steht grundsätzlich nichts entgegen, sofern sie nicht zu einer R echtsungleichheit führt oder R echte D ritter beeinträch- tigt. Jedoch darf aus der Zulässigkeit der R ückw irkung begünstigender Er- lasse nicht auf einen Anspruch auf R ückw irkung solcher Erlasse geschlos- sen w erden (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., § 6 R z. 335 m it H inw ei- sen). D enn ein solcher Anspruch besteht nur, w enn er vom G esetz vorge- sehen ist, w as vorliegend eben gerade nicht der Fall ist. 3.4 Zusam m enfassend ergibt sich som it, dass vorliegend eine echte R ückw ir- kung des neuen R echts, m ithin des BZG , auf den Sachverhalt, der sich ab- schliessend unter dem alten R echt, dem aBM G und der aBM V, ereignet hat, nicht zulässig ist. Für die Beurteilung sow ohl der Zuständigkeit als auch der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrages sind folglich das aBM G und die aBM V anw endbar. 4. In der Anw endung des alten R echts liegt auch nicht eine, w ie von der Be- schw erdeführerin geltend gem achte, U ngleichbehandlung gegenüber anderen G rundeigentüm ern, über deren Ersatzpflicht zur gleichen Zeit, d.h. unter der G eltung des neuen R echts, zu entscheiden w äre. D er verfassungsrechtliche G rundsatz der R echtsgleichheit gebietet, G leiches nach M assgabe seiner G leichheit gleich und U ngleiches nach M assgabe seiner U ngleichheit ungleich zu behandeln. Insbesondere dürfen keine rechtlichen U nterscheidungen getroffen w erden, für die ein vernünftiger G rund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder U nterscheidungen unterlassen w erden, die sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen (Art. 8 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, BV, SR 101; BG E 127 I 185 E. 5 m it H inw eisen; JÖ R G PAU L M Ü LLER , G rundrechte in der Schw eiz, 3. Auflage, Bern 1999, S. 397). Vorliegend ist jedoch gerade keine vergleichbare Situation gegeben, w elche eine G leichbehandlung erfordern w ürde. D enn der m assgebliche Sachverhalt, die Baubew illigungserteilung, hat sich bei der Beschw erdeführerin unter altem R echt, bei den von ihr herangezogenen anderen G rundeigentüm ern jedoch unter neuem R echt ereignet. Es w erden som it w eder rechtliche U nterscheidungen getroffen, für die ein vernünftiger G rund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, noch U nterscheidungen unterlassen, die sich aufgrund der Verhältnisse aufdrängen. Eine rechtsungleiche Behandlung der Beschw erdeführerin ist som it zu verneinen.7 5. H insichtlich der Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts zur Behand- lung der vorliegenden Beschw erde ergibt sich aus der Anw endbarkeit des alten R echts, m ithin nam entlich des aBM G , Folgendes: Art. 14 und 15 aBM G legen die Zuständigkeiten klar fest. D em nach können Verfügun- gen nicht verm ögensrechtlicher N atur der kantonalen Behörden an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent w eitergezogen w erden, w elches endgültig entscheidet (Art. 14 Abs. 2 aBM G ). D em gegenüber un- terliegen Entscheide der zuständigen kantonalen Behörde über verm ö- gensrechtliche Ansprüche der Beschw erde an die Eidgenössische R ekurs- kom m ission für Zivilschutzangelegenheiten und letztinstanzlich ans Bun- desgericht (Art. 15 Abs. 3 aBM G ). Schliesslich sieht Art. 14 Abs. 3 aBM G vor, dass sich der Beschw erdew eg nach Art. 15 Abs. 3 aBM G bestim m t, w enn Baueigentüm er ihre Baupflicht und, im gleichen Verfahren, ihre Ver- pflichtung bestreiten, Ersatzbeiträge zu leisten. Bei der vorliegend ange- fochtenen Verfügung betreffend Befreiung von der Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag geht es um einen solchen Anw endungsfall. D er Anhang zum VG G m it den Änderungen bisherigen R echts enthält in Ziff. 47 eine Änderung von Art. 66 BZG in dem Sinn, dass in Streitigkeiten nicht verm ö- gensrechtlicher N atur gegen die vom G esetz nicht als endgültig bezeich- neten Entscheide der letzten kantonalen Behörde der W eg an das Bundes- verw altungsgericht geöffnet w ird (vgl. M IC H EL D AU M , N eue Bundesrechtsp- flege – Fragen des Ü bergangsrechts in öffentlich-rechtlichen Angelegenh- eiten aus Sicht der Kantone, in Bernische Verw altungsrechtsprechung [BVR ] 2007, 12). D ass der W eg an das Bundesverw altungsgericht auch bei teils nicht verm ögensrechtlichen und teils verm ögensrechtlichen Strei- tigkeiten offen stehen m uss, ergibt sich zum indest aus dem Sachzusam m - enhang (Kom petenzattraktion), auch w enn die Anfechtbarkeit von Verfü- gungen kantonaler Instanzen betreffend verm ögensrechtliche Ansprüche w eder m it Bezug auf Art. 15 aBM G noch m it Bezug auf Art. 67 BZG aus- drücklich erw ähnt w ird. Ein Auseinanderfallen der sachlichen Zuständigkeit in Fällen w ie dem vorliegenden, in denen die Fragen nicht verm ögens- rechtlicher N atur und jene verm ögensrechtlicher Art eng zusam m enhäng- en, liesse sich durch nichts rechtfertigen. D as Bundesverw altungsgericht als N achfolgeorganisation der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zi- vilschutzangelegenheiten ist dem nach als zuständig zu erachten zur Beur- teilung der vorliegenden Beschw erde. 6. Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch die angefochtene Verfü- gung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D ie Beschw erdeführerin erfüllt als Adressatin der an- gefochtenen, sie belastenden Verfügung diese Voraussetzungen. 7. D a Eingabeform und -frist sow ie die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gew ahrt sind (Art. 11, 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), ist auf die Beschw erde einzutreten. 8. D as Bundesverw altungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf R echtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und R echtsfehler bei der Aus-8 übung des Erm essens – sow ie Angem essenheit hin (Art. 49 Vw VG ). 9. D ie Vorinstanz zeigte in ihrer angefochtenen Verfügung eingehend auf, dass die Beschw erdeführerin nach altem R echt, d.h. gem äss aBM G und aBM V, für den N eubau ihres Einfam ilienhauses nachträglich aus bautech- nischen G ründen von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen, zu befrei- en ist, hingegen für drei Schutzräum e einen gleichw ertigen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 2001, ausm achend Fr. 3'612.-, zu leisten hat. D ies bestä- tigt sie auch m ittels Vernehm lassung im vorliegenden Verfahren. D ie Be- schw erdeführerin bestreitet die auf dem alten R echt basierenden Ausfüh- rungen der Vorinstanz betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag nicht. Sie m acht nicht geltend, die einschlägigen Bestim m ungen des alten R echts seien durch die Vorinstanz falsch angew andt w orden. Sie begrün- det ihre Beschw erde einzig dam it, dass auf die zu klärenden R echtsfragen neues R echt und nicht w ie von der Vorinstanz verw endet altes R echt zur Anw endung gelange, w as zu anderen R echtsfolgen führe. W ie bereits er- läutert (E. 3 ff. hiervor), ist dieser Auffassung jedoch nicht zuzustim m en. 10. Zur R üge der Beschw erdeführerin, es sei nicht ihre Schuld, dass "A._______" solange verzögert w orden sei, ist, w ie von der Vorinstanz richtigerw eise ausgeführt, festzuhalten, dass w eder das aBM G noch die aBM V die Frage der Verjährung des Anspruchs auf einen Ersatzbeitrag gem äss aBM G regeln. D er Entscheid der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten vom 24. M ai 2002, veröffentlicht in der Verw altungspraxis der Bundesbehörden (VPB) 67.117, hatte unter anderem diese Frage zum G egenstand. D ie Eidgenössische R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten kam hierbei in Ü berein- stim m ung m it ihrer und der bundesgerichtlichen R echtsprechung zur Ver- jährung von öffentlich-rechtlichen Forderungen zum Schluss, der Anspruch auf einen Ersatzbeitrag nach aBM G unterliege einer zehnjährigen Verjäh- rungsfrist. D iese beginne frühstens m it der Erteilung der Baubew illigung und w erde durch jede H andlung, m it w elcher der Anspruch in geeigneter Form geltend gem acht w erde, unterbrochen und beginne in der Folge je- w eils neu zu laufen. D iesen Ausführungen kann ganzheitlich gefolgt w er- den. Auch bringt die Beschw erdeführerin nichts vor, w as gegen eine Ver- jährungsfrist von zehn Jahren für Ansprüche auf Ersatzbeiträge gem äss aBM G sprechen w ürde. Es w ird som it diesbezüglich vollum fänglich auf den entsprechenden Entscheid der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten verw iesen. O bw ohl der Ersatzbeitrag grundsätzlich in der Baubew illigung vom 31. M ai 2001 festzusetzen und vor Baubeginn der G em einde zu entrichten gew esen w äre (Art. 6 Abs. 3 aBM V), ist folglich die G eltendm achung des Ersatzbeitrages gut fünf Jahre nach der Erteilung der Baubew illigung noch rechtzeitig er- folgt. 11. Zusam m enfassend ist som it die Beschw erde in allem Punkten als unbe- gründet abzuw eisen. 12. Im Ergebnis gilt vorliegend die Beschw erdeführerin als unterliegend, w es- halb sie die Verfahrenskosten zu tragen hat (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese 9 w erden angesichts von Streitw ert, U m fang und Schw ierigkeit der Streitsa- che auf insgesam t Fr. 1'000.- festgesetzt und m it dem geleisteten Kosten- vorschuss in gleicher H öhe verrechnet (Art. 1 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht, VG KE, SR 173.320.2). 13. Angesichts des U nterliegens steht der Beschw erdeführerin von vornherein keine Parteientschädigung zu. D ie Vorinstanz hat ebenfalls keinen An- spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Vw VG i.V.m . Art. 7 VG KE). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- w erden der Beschw erdeführerin auf- erlegt. Sie w erden m it dem Kostenvorschuss in derselben H öhe verrech- net. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 26/ 158-2) (eingeschrieben) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: André M oser M ichelle Eichenberger Versand am :