<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00084</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106241&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00084</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.08.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Abstandsprivilegierung für einzelne oberirdische Vorsprünge gilt nicht bei Besonderen Gebäuden.<br/>Auslegung von § 260 Abs. 3 in Verbindung mit §§ 49 Abs. 3 und 273 PBG (E. 2).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSPRIVILEGIERT">ABSTANDSPRIVILEGIERT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESONDERES GEBÃUDE">BESONDERES GEBÃUDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEABSTAND">GEBÃUDEABSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRENZABSTAND">GRENZABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MINDESTABSTAND">MINDESTABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 49 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 260 Abs. III PBG</span><br/><span class="gerade">§ 270 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 273 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2001 Nr. 36</span><br/><span class="ungerade">RB 2001 Nr. 72</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Der Bauausschuss W erteilte am 8. August 2000 A und B unter Bedingungen und Auflagen die baurechtliche Bewilligung u.a. fÃ¼r die Erstellung einer Aussentreppe an der westlichen GebÃ¤udeseite des Garagenanbaus auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 01 an der<br/> R-stras­se in W. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhob D, EigentÃ¼mer der westlich an das BaugrundstÃ¼ck angrenzenden Einfamilienhaus-Parzelle Kat.Nr. 02, am 18. September 2000 Rekurs an die Baurekurskommission II und beantragte die Aufhebung der Baubewilligung fÃ¼r die Aussen­treppe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission II hiess am 6. Februar 2001 den Rekurs von D gut und hob den Beschluss des Bauausschusses W vom 8. August 2000 insoweit auf, als damit eine Aussentreppe bewilligt worden war. Die Rekurskommission kam zum Schluss, dass die streitige Treppe den vorgeschriebenen Grenzabstand von 3.5 m unter­schreite und die Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) fÃ¼r den Garagenanbau als Besonderes GebÃ¤ude nicht zur Anwendung gelange. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 8. MÃ¤rz 2001 liessen A und B dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheides der Baurekurskommis­­sion II vom 6. Februar 2001 und die BestÃ¤tigung der Baubewilligung vom 8. August 2000 beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des privaten Beschwerde­gegners. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission II und der private Beschwerdegegner beantragten Abweisung der Beschwerde; letzterer schloss zudem auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das BaugrundstÃ¼ck Kat.Nr. 01 ist nach der geltenden Bau- und Zonenordnung der Gemeinde W der Wohnzone S zugeschieden. Das darauf stehende GebÃ¤ude war vom Bauausschuss W am 22. Dezember 1998 baurechtlich bewilligt worden. Der westlich an das HauptgebÃ¤ude anschliessende Garagenanbau stellt ein Besonderes GebÃ¤ude dar und hÃ¤lt genau den erforderlichen Grenzabstand von 3.5 m ein. Die streitige Wendelaussentreppe an der Westseite der Garage erschliesst das als Terrasse ausgebildete Flachdach des Garagenanbaus; die Wendeltreppe weist einen Durchmesser von rund 2 m auf und hÃ¤lt gegenÃ¼ber der westlichen Grenze zum GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 02 von D einen Abstand von <br/> ca. 1.5 m ein. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Bauausschuss W qualifizierte die streitige Aussentreppe als Vor­sprung im Sinn von § 260 Abs. 3 PBG (zum Garagenanbau), welcher zulÃ¤ssigerweise auf einem Drit­tel der betreffenden FassadenlÃ¤nge 2 m in den Abstandsbereich hineinrage. Dem­gegen­Ã¼ber hielt die Baurekurskommission II in ihrem Entscheid vom 6. Februar 2001 fest, dass fÃ¼r Besondere GebÃ¤ude die Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG nicht zur Anwendung gelange. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte die Rekurskommission aus, gemÃ¤ss § 49 Abs. 3 PBG seien die Gemeinden befugt, fÃ¼r GebÃ¤ude, die nicht fÃ¼r den dauernden Auf­ent­halt von Menschen bestimmt seien und deren grÃ¶sste HÃ¶he 4 m, bei SchrÃ¤gdÃ¤chern 5 m, nicht Ã¼bersteige, Abweichungen von den kantonalen MindestabstÃ¤nden zuzulassen oder den Grenzbau zu erleichtern. Der kantonale Mindestgrenzabstand betrage fÃ¼r alle ober­ird­ischen GebÃ¤ude â mit Ausnahme der abstandsbefreiten im Sinne von § 269 PBG â 3.50 m (§ 270 Abs. 1 PBG). Der kantonale MindestgebÃ¤udeabstand betrage fÃ¼r Haupt­gebÃ¤ude 7 m (§ 271 PBG). Besondere GebÃ¤ude dÃ¼rften dagegen in einem Abstand von 3.50 m von anderen GebÃ¤uden errichtet werden, sofern die Bau- und Zonenordnung nichts anderes bestim­mt (§ 273 PBG). § 273 PBG und § 49 Abs. 3 PBG enthielten fÃ¼r Besondere GebÃ¤ude insofern eine Spezialregelung, als sie im Gegensatz zu den Ã¼brigen Abstands­bestimmungen auf die Art der Bewerbung Bezug nÃ¤hmen und verbindlich die GesamthÃ¶he festlegten. Das Pri­vi­leg zur Unterschreitung der ordentlichen kantonalrechtlichen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤­nde sei nur den in den fraglichen Normen klar umschriebenen Zweck­bauten vorbehalten. â Ab­standsbestimmungen kÃ¤men ganz allgemein eine nachbar­schÃ¼tzende Funktion zu. Unterschreitungen der ordentlichen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde wÃ¼rden AnstÃ¶sser offensichtlich benachteiligen, indem sich die wohnhygienischen Bedin­gungen (Entzug von Licht, Luft) verschlechterten, Wohnimmissionen zunÃ¤hmen und Ã¼ber­dies das feuerpolizeiliche Gefahrenpotential wachse. Aus diesen GrÃ¼nden dÃ¼rften Normen, die Grenzabstands­unter­schreitungen zuliessen, nicht zulasten der Nachbarn zu extensiv ausgelegt werden. Aus Wortlaut, Sinn und Zweck von § 49 Abs. 3 und § 273 PBG sei zu folgern, dass die nach der Bauordnung erlaubte Abstandsunterschreitung Zweckbauten in ihrer gesamten Ausdehnung umfassten und die festgesetzte Abstandsbeanspruchung mit keinem Bauteil Ã¼berschritten werden dÃ¼rfe. § 49 Abs. 3 PBG spreche denn auch ausdrÃ¼ck­lich von der Befreiung von der Einhaltung der "kantonalen MindestabstÃ¤nde", worunter die in § 260 Abs. 3 PBG geregelte Abstandsbeanspruchung nicht subsumiert werden kÃ¶nne. Dies ergebe sich auch aus einem Vergleich der hier relevanten Masse. Bei einem vorge­schriebenen Mindest­abstand von 3.5 m zwischen einem Besonderen GebÃ¤ude und einem anderen GebÃ¤ude kÃ¶n­nte das Abstandsprivileg fÃ¼r jeweils 2 m tiefe VorsprÃ¼nge offensicht­lich hÃ¶ch­stens von ein­em GebÃ¤ude beansprucht werden. Indem die ent­sprechende Ab­stands­pri­vi­le­gierung konsequent auf HauptgebÃ¤ude beschrÃ¤nkt werde, kÃ¶nnten allfÃ¤llige Konfliktsituationen von vorn­­herein gar nicht entstehen. Es ergebe sich somit, dass fÃ¼r Be­sondere GebÃ¤ude die Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG nicht zur Anwendung gelange. DemgemÃ¤ss sei die geplante Treppe nicht bewilligungsfÃ¤hig. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrer entgegen, der Wortlaut von § 260 Abs. 3 PBG sei klar und ermÃ¶gliche generell, dass einzelne VorsprÃ¼nge in den jeweiligen Abstandsbereich hineinragten. Diese Bestimmung sei auch von der Systematik her auf Besondere GebÃ¤ude anwendbar. Der Gesetzgeber habe nicht einzelne GebÃ¤ude, </span></p> <p class="Einzug1"><span>sondern bestimmte GebÃ¤udeteile privilegieren wollen. Sinn und Zweck von § 260 Abs. 3 PBG sei damit eindeutig. Es gehe nicht an, dieser Norm Ã¼ber die Auslegung der §§ 49 Abs. 3 und 273 PBG einen anderen Gehalt zu verpassen. Die Vorinstanz begrÃ¼nde nicht, weshalb diese Bestimmungen vorschrieben, dass die jeweils festgesetzte Abstandsbeanspruchung der Besonderen Bauten mit keinem Bauteil Ã¼berschritten werden dÃ¼rfe. Weiter sei es unerheblich, ob die in § 260 Abs. 3 PBG geregelte Abstandsbeanspruchung auch unter die in § 49 Abs. 3 PBG vorgesehene Befreiung von der Einhaltung der kantonalen MindestabstÃ¤nde subsummiert werden kÃ¶nne. Schliesslich sei die von der Rekurskommission erwÃ¤hnte Konfliktsituation vorliegend von vornherein nicht zu befÃ¼rchten, da der kom­munale Gesetzgeber in W fÃ¼r Besondere GebÃ¤ude einen Mindestgrenzabstand von 3.5 m vorsehe. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Es ist vorliegend unbestritten, dass die streitige Aussentreppe als ein mit dem <br/> Garagenanbau rÃ¤umlich, baulich und funktionell eng verbundener Bauteil abstandspflichtig ist (RB 1969 Nr. 57 = ZBl 70/1969, S. 433; vgl. auch BRKE III Nr. 38/1997, BEZ 1997 Nr. 12). Streitig ist allein, ob diese Treppe die Abstandsprivilegierung von § 260 Abs. 3 PBG beanspruchen darf. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Planungs- und Baugesetz regelt die Abstandsvorschriften in den <br/> §§ 260 - 274 PBG ("III. Die AbstÃ¤nde"), nÃ¤mlich die AbstÃ¤nde von Territorialgrenzen, Wald, GewÃ¤ssern und von durch Baulinien gesicherten Anlagen (§ 261 - 268), die GrenzabstÃ¤nde von NachbargrundstÃ¼cken (§ 269 - 270) und die GebÃ¤udeabstÃ¤nde (§ 271 - 274). Laut § 270 Abs. 1 PBG dÃ¼rfen oberirdische GebÃ¤ude â abgesehen von abstandsprivilgierten Bauteilen bis 50 cm HÃ¶he gemÃ¤ss § 269 PBG und von vorgeschriebenen oder erlaubten Grenzbauten â einen Grenzabstand von 3.5 m nicht unterschreiten. Unter dem Titel "1. Gemein­same Bestimmung" hÃ¤lt § 260 Abs. 3 PBG fest, dass einzelne VorsprÃ¼nge 2 m in den Abstandsbereich hineinragen dÃ¼rfen, Erker, Balkone und dergleichen jedoch hÃ¶ch­stens auf einen Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrer weisen an sich zurecht darauf hin, dass sich § 260 Abs. 3 PBG von der Systematik her als den spezifischen Abstandsregelungen (§ 261 - § 274 PBG) vorangestellte "Gemeinsame Bestimmung" grundsÃ¤tzlich auf alle AbstÃ¤nde bezieht. Indessen ist zu berÃ¼cksichtigen, dass der Grenzbau â</span> <span>und damit eine "Sonderform" des Grenzabstandes â von Besonderen GebÃ¤uden nach der ursprÃ¼nglichen Fassung des Planungs- und Baugesetzes unter dem Abschnitt "V. Die offene und die geschlossene Ãberbauung" in § 288 PBG geregelt war, auf welche Regelung sich die "Gemeinsame Bestimmung" von § 260 PBG gerade nicht bezog. Mit der GesetzesÃ¤nderung vom 1. September 1991 wurde § 288 PBG aufgehoben und wurden die Gemeinden mit § 49 Abs. 3 PBG ermÃ¤chtigt, in ihrer Bau- und Zonenordnung fÃ¼r Besondere GebÃ¤ude, d.h. fÃ¼r solche, die nicht fÃ¼r den dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind und deren grÃ¶sste HÃ¶he 4 m, bei SchrÃ¤g­­dÃ¤chern 5 m, nicht Ã¼bersteigt, Abweichungen von den kantonalen MindestabstÃ¤nden zuzulassen oder den Grenzbau zu erleichtern. Der systematischen Stellung von § 260 PBG in der heutigen Gesetzesfassung darf daher keine Ã¼bermÃ¤ssige Bedeutung zugemessen werden. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BegrÃ¼ndung, mit welcher die Baurekurskommission II in ihrem Entscheid vom 6. Februar 2001 die Besonderen GebÃ¤ude von der Abstandsprivilegierung gemÃ¤ss § 260 Abs. 3 PBG ausnimmt, Ã¼berzeugt. Wie die Rekurskommission zurecht ausfÃ¼hrt, kommt den Abstandsbestimmungen eine nachbarschÃ¼tzende Funktion zu. Bei Unterschreitung der ordentlichen Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde werden die benachbarten AnstÃ¶sser benachteiligt, indem sich deren wohnhygienische Bedingungen verschlechtern, die Wohnimmissionen zunehmen und Ã¼berdies das feuerpolizeiliche Gefahrenpotential wÃ¤chst. Der Gesetzgeber hat die Besonderen GebÃ¤ude, d.h. GebÃ¤ude, welche nicht fÃ¼r den dauernden Aufenthalt von Menschen bestimmt sind und deren grÃ¶sste HÃ¶he 4 m, bei SchrÃ¤gdÃ¤chern 5 m, nicht Ã¼bersteigt (§ 273 und § 49 Abs. 3 PBG), in zweifacher Hinsicht privilegiert: einerseits betrÃ¤gt der GebÃ¤udeabstand nicht die Summe der beidseitig notwendigen GrenzabstÃ¤nde, son­dern 3.5 m (§ 273 PBG), anderseits sind die Gemeinden â wie erwÃ¤hnt â befugt, in <br/> ihrer Bau- und Zonenordnung Abweichungen von den kantonalen MindestabstÃ¤nden vorzusehen und den Grenzbau zu erleichtern. Diese bevorzugte Behandlung von Besonderen GebÃ¤uden bezÃ¼glich den einzuhaltenden AbstÃ¤nden ist deshalb gerechtfertigt, weil derartige Bauten in der Regel eine weit geringere BeeintrÃ¤chtigung von nachbarlichen GrundstÃ¼cken als HauptgebÃ¤ude zur Folge haben. Eine Kumulation dieser Abstandsprivilegien mit den Erleichterungen gemÃ¤ss § 260 Abs. 3 PBG bei Besonderen GebÃ¤uden hÃ¤tte aber zur Folge, dass ein Nachbar beispielsweise begehbare VordÃ¤cher auf einer HÃ¶he von 4 m bis auf eine Entfernung von 1.5 m zur gemeinsamen Grenze hinnehmen mÃ¼sste, mithin Be­eintrÃ¤chtigungen, welche eher grÃ¶sser sind als jene, die von HauptgebÃ¤uden ausgehen; dies wiederum steht in Widerspruch zur Rechtfertigung der erwÃ¤hnten Abstandsprivilegierungen. Bei HauptgebÃ¤uden hat es der Gesetzgeber zugelassen, dass Bauteile wie Balkone und Erker bis 2 m in den Abstandsbereich hineinragen, und damit bewusst eine Verschlech­ter­ung insbesondere bezÃ¼glich Wohnhygiene und Wohnimmissionen im gegenseitigen nachbarlichen VerhÃ¤ltnis in Kauf genommen. Die beispielhafte AufzÃ¤hlung in § 260 Abs. 3 PBG von Erkern und Balkone â in der ursprÃ¼nglichen Fassung waren auch noch LaubengÃ¤nge erwÃ¤hnt â zeigt, dass der Gesetzgeber dabei an die Erweiterung von Wohn- und ArbeitsrÃ¤umen dachte und nicht an VorsprÃ¼nge von Bauten, welche gerade nicht Wohn- oder Arbeitszwecken dienen dÃ¼rfen. All diese GrÃ¼nde stehen einer Anwendung von § 260 Abs. 3 PBG bei Besonderen GebÃ¤uden entgegen. Zurecht hat es die Baurekurskommission abgelehnt, die Durchbrechung der Abstandsvorschriften auch bei â bereits privilegierten â Besonderen GebÃ¤uden zuzulassen und § 260 Abs. 3 PBG ausdehnend und zulasten des Nachbarn auszulegen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.<span> </span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2">2.<span> </span><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>