B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Abteilung I A-5101/2011 U r t e i l v o m 5 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richter Lorenz Kneubühler, Gerichtsschreiber Benjamin Kohle. Parteien Gebrüder Zengaffinen AG, Herr Raoul Zengaffinen, Alustrasse 1, 3940 Steg VS, vertreten durch Rechtsanwalt Valentin Pfammatter und Rechtsanwalt Beat Rieder, Sonnenstrasse 9, Postfach 573, 3900 Brig, Beschwerdeführerin, gegen BLS Netz AG, Genfergasse 11, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin, Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 4, Postfach, 3930 Visp, Vorinstanz. Gegenstand Enteignung. A-5101/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Gebrüder Zengaffinen AG, Steg VS, ist seit dem 27. Februar 2004 Ei- gentümerin der Grundstücke Nrn. 500 6 und 5007 in der Gemeinde R a- ron. Die beiden Grundstücke liegen im Gebiet Steineye in der Rhoneebe- ne. Das Grundstück Nr. 5006 grenzt im Norden unmittelbar an die Bahn- trasse, die zwischen Visp u nd Leuk entlang des linken Ufers der Rhone verläuft. Im Süden schliesst das Grundstück Nr. 5007 an, auf dem sich ein Baggersee befindet. Die weiteren im Gebiet Steineye liegenden Grundstücke sind bis auf ein Flugfeld landwirtschaftlich genutzt. Gleiches gilt für das Grundstück Nr. 5006, dies jedenfalls bis zur nachfolgend b e- schriebenen Inanspruchnahme durch die BLS AlpTransit AG, Bern (heute BLS Netz AG, Bern). Nach dem Nutzungsplan der Gemeinde Raron sind die Grundstücke Nrn. 5006 und 5007 der Zone "Sondernutzungsplan ‘Baggersee’" zug e- wiesen. Das Bau- und Zonenreglement der Gemeinde Raron (GBR) vom 3. April 1996 hält hierzu in Art. 86 fest: Die definitive Nutzung in den Perimetern "Baggersee" und "Bla sbiel" sowie deren Nutzungsbestimmungen sind über Sondernutzungspläne festzulegen (vgl. Art. 29). Das Verfahren richtet sich nach Art. 33 ff. kRPG [Gesetz vom 23. Januar 1987 zur Ausführung des Bundesgesetzes über die Raumpl a- nung, Kantonale Gesetzessammlung des Kantons Wallis 701.1]. B. Am 25. Juni 1999 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Ve r- kehr, Energie und Kommunikation (UVEK) der BL S AlpTransit AG die Plangenehmigung erteilt für den Bau des Lötschberg-Basistunnels, Aufla- geprojekt 1996, Basistun nel Süd, einschliesslich der Projektänderung 1998. Nach dem Enteignungsplan für die Gemeinde Raron beansprucht die BLS AlpTransit AG während der Bauzeit u.a. eine Teilfläche von Grundstück Nr. 5007. C. Im zwischenzeitlich eingeleiteten Enteignungsverfahren fand am 24. A u- gust 1999 an Ort und Stelle eine Einigungsverhandlung statt. Gegenstand der Einigungsverhandlung war en die von der BLS AlpTransit AG anb e- gehrte vorzeitige Besitzeinweisung der Teilfläche auf Grundstück Nr. 5007 und die Höhe der Entschädigung für die vorübergehende Eigentumsb e- schränkung. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden. A-5101/2011 Seite 3 D. Mit Entscheid vom 16. September 1999 hat die Eidgenössische Schä t- zungskommission, Kreis 4 (Eidgenössische Schätzungskommission) das Gesuch der BLS AlpTransit AG um vorzeitige Besitzeinweisung einer Teil- fläche von Grundstück Nr. 5007 als vorübergehende Enteignung bewilligt. Den Entscheid über die Höhe der Enteignungsentschädigung hat die Ei d- genössische Schätzungskommission bis zum Endentscheid aufgesch o- ben. Der Entscheid ist in Rechtskraft erwachsen. E. Am 29. Juni 2000 hat das UVEK der BLS AlpTransit AG eine weitere Plangenehmigung erteilt für den Bau des Lötschberg -Basistunnels, Aufla- geprojekt 1999 Raron / Abschnitt Süd mit Projektänderung 2000. Für die Ausführung des P rojekts beanspruchte die BLS AlpTransit AG nun auch Teile des Grundstücks Nr. 5006. Bereits mit Schreiben vom 21. Juni 2000 hatte die BLS AlpTransit AG den damaligen Eigentümern von Grundstück Nr. 5006 einen Vereinbarung s- entwurf zugestellt im Bestreben, di e für den Bau des Lötschberg - Basistunnels benötigten Rechte freihändig erwerben zu können. Kurz darauf, am 3. Juli 2000, fand an Ort und Stelle die Einigungsverhandlung statt. Anlässlich dieser haben die damaligen Grundeigentümer einer vo r- zeitigen Besitzei nweisung der benötigten Teilflächen von Grundstück Nr. 5006 zugestimmt, eine Einigung über die Enteignungsentschädigung kam indes nicht zu Stande. F. Nachdem zwischenzeitlich die Gebrüder Zengaffinen AG die Grundstücke Nrn. 5006 und 5007 erworben hatte, versuchte die BLS AlpTransit AG e r- neut, die für den Bau des Lötschberg -Basistunnels benötigten und au f- grund der vorzeitigen Besitzeinweisung auch bereits beanspruchten Rechte freihändig zu erwerben. Mi t Schreiben vom 2. Februar 2005 hat sie der Gebrüder Zengaffinen AG einen entsprechenden Vereinbarung s- entwurf zugestellt. Darin sind die folgenden Enteignungstatbestände mit entsprechenden Entschädigungsangeboten aufgeführt: – Enteignungstatbestand 1: Dauerhafte Beanspruchung von 2'440 m 2 von Grundstück Nr. 5006 für den Bau einer neuen Schienentrasse. angebotene Enteignungsentschädigung (Anzahlung): Fr. 26'352.-- A-5101/2011 Seite 4 – Enteignungstatbestand 2: Dauerhafte Errichtung einer Dienstbarkeit für die Durchleitung einer 132 kV-Freileitung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) über Grundstück Nr. 5006 sowie eines Baurechts für einen Betonmast. angebotene Enteignungsentschädigungen (pauschal): Durchleitungsdienstbarkeit: Fr. 2'030.-- Baurecht: Fr. 2'550.-- – Enteignungstatbestand 3: Vorübergehende Beanspruchung von rund 472 m2 von Grundstück Nr. 5006 für die Verknüpfung der Bahnlinien. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 1'300.-- – Enteignungstatbestand 4 Vorübergehende Beanspruchung von rund 198 m2 von Grundstück Nr. 5007 für die Entnahme von Wasser. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 545.-- – Enteignungstatbestand 5 Vorübergehende Beanspruchung von rund 3'227 m 2 von Grundstück Nr. 5006 für das Erstellen der 132 kV-Freileitung der SBB. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 1'600.-- Bei der Berechnung der Enteignungsentschädigung en hat sich die BLS AlpTransit AG auf die entsprechenden Empfehlungen des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätswerke (VSE) und des Schweizeri schen Bau- ernverbandes (SBV) gestützt. Sie ging weiter davon aus, die beiden Grundstücke Nrn. 5006 und 5007 würden landwirtschaftlich genutzt und es bestünden keine weitergehenden Nutzungsmöglichkeiten. Die Vereinbarung wurde nicht unterzeichnet. G. Die weitere Detailplanung zum Bau des Lötschberg -Basistunnels machte im Jahr 2007 zwei weitere Projektanpassungen notwendig, die beide eine zusätzliche Inanspruchnahme von Grundstück Nr. 5006 zur Folge hatten . Konkret ging es um die Entwässerung der Rhoneb rücken und die Inte r- ventionsstelle Raron. Die BLS AlpTransit AG versuchte erneut, die ben ö- tigten Rechte freihändig zu erwerben und stellte der Gebrüder Zengaff i- nen AG zwei Vereinbarungsentwürfe zu. Darin sind die folgenden Entei g- nungstatbestände mit entsprechenden Entschädigungsangeboten aufge- führt: A-5101/2011 Seite 5 – Enteignungstatbestand 6: Vorübergehende Errichtung eines Fahrwegrechts über Grundstück Nr. 5006 auf einer Fläche von rund 945 m 2, um eine Zufa hrtsstrasse zur Versickerungsmulde für die Brückenentwässerung zu erstellen. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 1'140.-- – Enteignungstatbestand 7: Vorübergehende Beanspruchung von rund 1'465 m 2 von Grundstück Nr. 5006 für den Bau der Brückenentwässerung. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 340.-- – Enteignungstatbestand 8: Vorübergehendes Baurecht, um auf Grundstück Nr. 5006 auf einer Fl ä- che von rund 693 m2 eine Plattform für Wasserpumpen zu errichten. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 2'000.-- – Enteignungstatbestand 9: Vorübergehendes Fahrwegrecht mit Aufstellfläche für Interventionsfah r- zeuge auf Grundstück Nr. 5006 auf einer Fläche von rund 1'450 m2. angebotene Enteignungsentschädigung (pauschal): Fr. 4'200.-- Die beiden Vereinbarungen wurden nicht unterzeichnet. H. Mit Schreiben vom 7. Januar 2008 teilt e die BLS AlpTransit AG der Eid- genössischen Schätzungskommission mit, dass sich der Enteignungsta t- bestand 1 insofern verändert habe, als von Grundstück Nr. 5006 lediglich 1'650 m2 und nicht wie bisher geplant 2'440 m2 definitiv beansprucht wür- den. Auf Verlangen hin liess die BLS AlpTransit AG der Eidgenössischen Schätzungskommission zudem die vorstehend erwähnten, der Gebrüder Zengaffinen AG zugestellten Vereinbarungsentwürfe zukommen. I. Im Rahmen des zwischenzeitlich von de r Eidgenössischen Schätzung s- kommission eingeleiteten Schätzungsverfahrens fand am 1. Juni 2010 an Ort und Stelle eine Parteiverhandlung statt. Grundlage der Parteiverhan d- lung bildete eine von der BLS AlpTransit AG erstellte Zusammenfassung über die beanspruchten Grundstücksflächen und Rechte mitsamt den d a- für angebotenen Entschädigungen. Über die Parteiverhandlung wurde kein Protokoll geführt und eine Einigung über die Enteignungsentschäd i- gungen offenbar nicht erzielt. A-5101/2011 Seite 6 J. Mit Schreiben vom 12. August 2010 haben die SBB der Gebrüder Zengaf- finen AG den Entwurf eines Dienstbarkeitsvertrages zugestellt im Bestre- ben, die für die Verlegung der 132 kV-Freileitung auf Grundstück Nr. 5006 erforderlichen Rechte freihändig erwerben zu können. Der Dienstba r- keitsvertrag wurde jedoch nicht unterzeichnet. K. Mit Schreiben vom 16. Juni 2011 ersucht e die BLS Netz AG – vormals BLS AlpT ransit AG – die Eidgenössische Schätzungskommission, alle den Abschnitt Süd des Lötschberg -Basistunnels betreffenden offenen Schätzungsverfahren durch Entscheid abzuschliessen. L. Mit Schätzungsentscheid vom 10. August 2011 hat die Eidgenössische Schätzungskommission der beantragte n formellen Enteignung von 1650 m2 von Grundstück Nr. 5006 (Enteignungstatbestand 1) zugestimmt und die Entschädigung gestützt auf einen Quadratmeterpreis von Fr. 14.-- auf Fr. 23'100.-- festgesetzt. Weiter hat sie den Entwurf des Dienstba r- keitsvertrages vom 12. August 2010 betreffend die 132 kV-Freileitung der SBB zum integrierenden Bestandteil des Entscheids erhoben und die Entschädigung für Durchleitungs - und Baurecht (Enteignun gstatbe- stand 2) entsprechend den angebotenen Entschädigungen auf zusam- men Fr. 4'580.-- festgesetzt. Auch hinsichtlich der Enteignungstatbestän- de 8 und 9 hat die Eidgenössische Schätzungskommission den entspre- chenden Vereinbarungsentwurf zum integrierenden Bestandteil des En t- scheids erklärt und alsdann die Entschädigung auf zusammen Fr. 6'200.-- festgesetzt. Betreff end die Enteignungstatbestände 6 und 7 hat sie die angebotenen Entschädigungen auf Fr. 4'500.-- bzw. Fr. 2'000.-- erhöht. Die Eidgenössische Schätzungskommission hat schliesslich die Verzi n- sung der Enteignungsentschädigungen geregelt und der Gebrüder Ze n- gaffinen AG eine Parteientschädigung zugesprochen. In ihrer Begründung führt die Eidgenössische Schätzungskommission zum Enteignungstatbestand 1 aus, das Grundstück Nr. 5006 befinde sich nach dem Nutzungsplan der Gemeinde Raron in einer Zone mit unb e- stimmter Nutzung. Ein Sondernutzungsplan, der nach Art. 86 GBR eine Nutzungsordnung festzulegen habe, sei bisher nicht erlassen und g e- nehmigt worden. Das Grundstück Nr. 5006 sei daher als ausserhalb der Bauzonen liegendes, landwirtschaftlich nutzbares Grundstück anzuse- hen. Gestützt auf die preisvergleichende Methode sei ein Preis von A-5101/2011 Seite 7 Fr. 14.-- pro Quadratmeter angemessen. Auch die für die Enteignungsta t- bestände 2, 8 und 9 angebotenen Entschädigungen würden dem G e- genwert der beanspruchten Rechte entsprechen. Demge genüber erac h- tet die Eidgenössische Schätzungskommission die für die Enteignung s- tatbestände 6 und 7 angebotenen Entschädigungen als zu tief. Die bei- den Enteignungstatbestände seien mit den Enteignungstatbeständen 8 und 9 vergleichbar und daher die Entschäd igungen entsprechend anzu- passen. M. Mit Eingabe vom 14. September 2011 erhebt die Gebrüder Zengaffinen AG (Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie verlangt, es sei der Schätzungsentscheid der Eidgenössischen Schätzungskommission (Vorinstanz) vom 10. August 2011 unter Kosten - und Entschädigungsfolge aufzuheben und die Angelegenheit zur Neub e- urteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In ihrer Begründung hält die Beschwerdeführerin der Vorinstanz zunächst vor, sie habe die Enteignungstatbestände 3, 4, 5, 6 und 7 nicht behandelt, obschon diese rechtlich wie sachlich eng mit den behandelten Entei g- nungstatbeständen zusammenhingen. Der angefochtene Schätzungsen t- scheid sei bereits aus diesem Grund aufzuheben und zur Neubeurteilun g an die Vorinstanz zurückzuweisen. Weiter rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, die Grundstück e Nrn. 5006 und 5007 seien lediglich landwirtschaftlich nutzba r. Nach Art. 86 GBR sei die definitive Nutzung der Grundstü cke Nrn. 5006 und 5007 über einen Sondernutzungsplan i.S.v. Art. 29 GBR festzulegen. In Art. 29 GBR wiederum werde der Gemeinderat ermächtigt, in klar b e- grenzten Teilen des Baugebiets die Erarbeitung von Sondernutzungspl ä- nen zu gestatten. Damit sei erstell t, dass es sich bei der Zone "Sonde r- nutzungsplan ‘Baggersee’" um eine Bauzone handle. Entsprechendes e r- gebe sich auch aus einem Entscheid der Gesamtmelioration Visp - Baltschieder-Raron vom 22. August 2011 und dem seit langem bestehe n- den Projekt "Zentrum Grosseya", für das sie im Frühjahr 2011 ein Baug e- such eingereicht habe. Das Projekt sehe vor, beim Baggersee auf einer Fläche von rund 250'000 m 2 ein nationales Wassersportzentrum mit drei Seen und eine Event -Arena für 6'000 Personen zu erstellen. Es bestün- den also sehr wohl bauliche Nutzungsmöglichkeiten, die über eine lan d- wirtschaftliche Nutzung hinausgingen. Die Entschädigung für die formelle Enteignung von 1'650 m 2 von Grundstück Nr. 5006 (Enteignungstatb e- stand 1) sei daher mit Fr. 23'100.-- deutlich zu ti ef bemessen, der Schä t-A-5101/2011 Seite 8 zungsentscheid aus diesem Grund aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Als zu tief bemessen rügt die Beschwerdeführerin schliesslich die Ent- schädigung für die Errichtung der Durchleitungsdienstbarkeit und des Mastbaurechts zu Gunsten der SBB (Enteignungstatbestand 2). Aufgrund der nun mitten über das Grundstück Nr. 5006 führenden 132 kV - Freileitung könne dieses kaum mehr überbaut werden. Der aus der E r- richtung der Durchleitung sdienstbarkeit resultierende Minderwert sei zu entschädigen. N. Die Vorinstanz verzichtet mit Schreiben vom 17. Oktober 2011 auf eine Vernehmlassung. O. Die BLS Netz AG (Beschwerdegegnerin) beantragt in ihrer Stellungna h- me vom 18. Oktober 2011, es sei die Beschwerde unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge abzuweisen. In ihrer Begründung äussert sich die Beschwerdegegnerin im Wesentl i- chen zur Frage der Zonenzugehörigkeit von Grundstück Nr. 5006. Sie hält unter Verweis auf ein Urteil des Kantonsgerichts Wallis vo m 30. April 2010 fest, für das Grundstück Nr. 5006 sei bisher keine Nutzungsordnung festgelegt worden. Das Grundstück liege daher in einem Gebiet im Sinne von Art. 18 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG, SR 700), für das die Nutzungsplan ung aufgeschoben worden sei. Da- durch dürfe jedoch der bundesrechtliche Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet nicht unterlaufen werden. So sei ein Aufschi e- ben der Nutzungsplanung ausgeschlossen, wenn ein Grundstück die Voraussetzungen von Art. 15 RPG erfüllte. In diesem Fall müssten en t- sprechende Grundstücke nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Bauzone zugewiesen werden, während Grundstücke, für die keine Nutzungsordnung festgelegt werde, dem Nichtbaugebiet zugehörig seien. Die Vorinstanz sei daher zu Recht davon ausgegangen, dass das Grun d- stück Nr. 5006 lediglich landwirtschaftlich nutzbar ist. Daran ändere nichts, das die Beschwerdeführerin beim Baggersee ein Grossprojekt realisieren wolle, sei dieses doch zum Zeitpunkt der Einigungsv erhand- lungen weder projektiert gewesen noch habe die Gemeinde Raron die e r- forderliche Nutzungsplanung durchgeführt gehabt. A-5101/2011 Seite 9 P. In ihren Schlussbemerkungen vom 21. November 2011 teilt die B e- schwerdeführerin mit, an der Beschwerde festzuhalten. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen Bezug g e- nommen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Entscheide der Eidgenössischen Schätzungskommissionen unterli e- gen nach Art. 77 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über di e Enteignung (EntG, SR 711) der Beschwerde an das Bundesverwaltung s- gericht. Dieses ist demnach zur Beurteilung der erhobenen Beschwerde sachliche zuständig. Für das Beschwerdeverfahren verweist Art. 77 Abs. 2 EntG auf das Ve r- waltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) und dieses in Art. 37 wiederum ergänzend auf das Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Beschwerdeverfahren richtet sich also vorliegend nach dem VwVG, soweit EntG und VGG nichts anderes bestimmen. 1.2. Zur Beschwerde erhebung sind nach Art. 78 Abs. 1 EntG in jedem Fall die Hauptparteien legitimiert, also die Inhaber der enteigneten Rec h- te. Im Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen von Art. 48 Abs. 1 VwVG, wonach zur Beschwerdeerhebung an das Bundesverwaltungsge- richt berechtigt ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (U r- teil des Bundesverwaltungsgericht s A -459/2011 vom 26 . August 2011 E. 1.2). Die Beschwerdeführerin ist Eigentümerin der beiden Grundstücke Nrn. 5006 und 5007 und entsprechend Inhaberin der von der Beschwe r- degegnerin vorübergehend und dauerhaft beanspruchten Rechte. Sie ist daher zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 1.3. Der Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens b e- stimmt sich nach den im angefochtenen Schätzungsentscheid vom 10. August 2011 geregelten Rechtsverhältnissen und den Parteibegehren. Dabei kann Gegenstand des Beschwerde verfahrens nur sein, was G e-A-5101/2011 Seite 10 genstand des vorinstanzlichen Verfahrens war. Gegenstände, über we l- che die Vorinstanz nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beurteilen, da sie ansonsten in die funktionelle Zuständigkeit der ersten Instanz eingreifen würde. Auf entsprechende Parteibegehren könnte nicht eingetreten werden (BGE 133 II 35 E. 2; Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-7568/2010 vom 26. August 2011 E. 1.3; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspfleg e des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N 403 f.). Die Vorinstanz hat in ihrem Schätzungsentscheid die Enteignungstatb e- stände 3, 4 und 5 nicht beurteilt. Sie sind entsprechend nicht Gegenstand des angefochtenen Schätzungsentscheid s und können in der Folge auc h nicht Gegenstand der materiellen Beurteilung der Beschwerdeinstanz sein. Daran vermag der Grundsatz der Einheit de r Entschädigung nichts zu ändern. Dieser verlangt nicht, dass sämtliche sachlich oder rechtlich zusammenhängenden Enteignungstatbestände in ein und demselben Schätzungsentscheid zu beurteilen sind. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es der Behörde lediglich untersagt, über einzelne B e- standteile der Entschädigung für ein und dieselbe Enteignung getrennt zu entscheiden. Die Entschädi gung i.S.v. Art. 19 Bst. a -c EntG ist vielmehr für jeden Enteignungstatbestand gesamthaft festzusetzen (BGE 105 Ib 327 E. 1; BGE 83 I 72 E. 2 und 3). Vorliegend verlangen zudem weder prozessökonomische Gründe noch die Vermeidung von Widersprüchen zwingend eine gemeinsame Beurteilung aller neun Enteignungstatb e- stände. Soweit also die Beschwerdeführerin verlangt, es sei der ang e- fochtene Schätzungsentscheid aufzuheben und zur Neubeurteilung auch der Enteignungstatbestände 3, 4 und 5 an die Vorinstanz zurückzuw ei- sen, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Anzumerken ist, dass die Vorinstanz die Enteignungstatbestände 3, 4 und 5 von Amtes wegen zu beurteilen haben wird (Art. 66 Bst. a i.V.m. Art. 64 EntG). 1.4. Im Übrigen ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG) einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneing e- schränkter Kognition. Es überprüft den angefochtenen Schätzungsent- scheid auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrich tiger ode r unvol l- ständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachver halts und Recht s- fehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf An gemessenheit (Art. 49 VwVG). A-5101/2011 Seite 11 3. 3.1. Eine Enteignung darf nach Art. 16 EntG nur gegen voll e Entschädi- gung erfolgen. Dieser Grundsatz gilt für dauerhafte Enteignungen ebenso wie für die vorübergehende Beanspruchung von Rechten. Zu vergüten sind der volle Verkehrswert des enteigneten Rechts, der Minderwert der verbleibenden Rechte bei einer teilweisen Enteignung und die weiteren Nachteile, die dem Enteigneten aus der Enteig nung entstehen (Art. 19 Bst. a -c EntG). Der Verkehrswert eines Grundstücks bestimmt sich wie der Minderwert im Wesentlichen anhand der mit einem Grundstück ve r- bundenen Nutzungsmöglichkeiten. Massgebender Zeitpunkt sowohl für die Verkehrswertschätzung als auch für die Bemessung der Minderwer t- entschädigung ist entgegen dem Wortlaut von Art. 19 bis Abs. 1 EntG das Datum der Einigungsverhandlung (BGE 121 II 350 E. 5.d; Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-5570/2009 vom 24. März 2010 E. 6.8). 3.2. Die Einigungsverhandlung für die vorliegend streitbetroffenen Enteig- nungstatbestände 1 und 2 hat am 3. Juli 2000 stattgefunden. Es ist daher für die Bemessung der Enteignungsentschädigung auf dieses Datum a b- zustellen. Zwar hat das Bundesgericht wiederholt die Frage aufgeworfen, ob bei langer Verfahrensdauer – vorliegend über elf Jahre – nicht eine zweite, für den Schätzungszeitpunkt massgebende Einigungsverhan d- lung durchzuführen sei (BGE 116 Ia 106 E. 3a mit Hinweisen). Vorliegend kann jedoch offen bleiben, o b die Vor instanz entsprechend gehalten ge- wesen wäre, eine zweite Einigungsverhandlung durchzuführen . Es ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht gerügt, dass ihr durch die lange Verfahrensdauer in Bezu g auf die Bemessung der Enteignungsentschädigung ein Nachteil ent standen ist. Es ist daher nachfolgend zu prüfen, ob das Grundstück Nr. 5006 am 3. Juli 2000 in ei- ner Bauzone lag, wie die Beschwerdeführerin vorbringt, oder ob zusa m- men mit der Vorinstanz dav on auszugehen ist, dass das Grundstück Nr. 5006 dem Nichtbaugebiet zugehörig und lediglich landwirtschaft lich nutzbar war. 4. 4.1. Nach Art. 14 RPG ergeben sich Art, Ort und Mass der zulässigen Bodennutzung aus dem Nutzungsplan. Die entsprechende Planung durchzuführen ist im Kanton Wallis Sache der Gemeinden (Art. 11 Abs. 1 kRPG). Diese sind in der Nutzungsplanung jedoch nicht frei. Die Gestal- tungsfreiheit der Gemeinden ist durch die bundesrechtliche Ordnung b e- grenzt. Hiernach dürfen Bauzonen höchstens jenes Land umfassen, das sich für die Überbauung eignet und weitgehend überbaut ist oder vorau s-A-5101/2011 Seite 12 sichtlich innert 15 Jahren benötigt und erschlossen wird (Art. 15 RPG). Das übrige Land ist einer Nichtbauzone, der Landwirtschaftszone oder einer Schutzzone, zuzuweisen (A rt. 14 Abs. 2 RPG). Aus dieser Grun d- ordnung sowie den Zielen und Grundsätzen der Raumplanung nach Art. 1 und 3 RPG ergibt sich weiter der für die Raumplanung fundamentale Grundsatz der Trennung von Bau - und Nichtbaugebiet. Die Siedlungs - bzw. Bautätigkeit ist auf räumlich zusammenhängende, vom umliegenden Nichtsiedlungsgebiet klar abgegrenzte und auf das Notwendige b e- schränkte Bauzonen zusammenzufassen ( Urteil des Bundesgerichts 1C_119/2007 vom 13. November 2008 E. 3.7.3; ERIC BRANDT/PIERRE MOOR, Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, in: Aem i- segger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2010, N 5 zu Art. 18). Hinsichtlich der Zuordnung einer Zone zum Bau - oder Nichtbau- gebiet kommt es auf die Bezeichnung der Zone allein nicht an. Lässt die Nutzungsordnung in einer Zone regelmässig Bautätigkeiten zu, die weder der landwirtschaftlichen Nutzung dienen noch standortgebunden sind , handelt es sich um eine Bauzone i.S.v. Art. 15 RPG (Urteil des Bundesge- richts 1A.115/2003 vom 23. Februar 2004 E. 2.2). 4.2. Nach dem Nutzungsplan der Gemeinde Raron war das Grundstück Nr. 5006 am 3. Juli 2000 der Zone "Sondernutzungsplan ‘Baggersee’" zugewiesen. Im Bau - und Zonenreglement der Gemeinde Raron finden sich indes keine Vorschriften über Art und Mass der in dieser Zone zuläs- sigen Bodennu tzung. Vielmehr hält Art. 86 GBR fest, dass die definitive Nutzung samt Nutzungsbestimmungen noch festzulegen ist und schreibt hierfür das Instrument der Sondernutzungsplanung vor. Im Ergebnis ist also für Grundstück Nr. 5006 bisher keine Nutzungsplanung durchgeführt worden. Ob der Aufschub der Nutzungsplanung zulässig war, ist vorli e- gend nicht von Belang und braucht daher nicht weiter untersucht zu we r- den. Jedenfalls ergibt sich, dass zum Zeitpunkt der Einigungsverhandlung keine Nutzungsordnung bestand, die Art und Mass der zulässigen B o- dennutzung bestimmt hätte. Dies Auffassung vertritt im Übrigen auch das Kantonsgericht des Kantons Wallis in seinem Urteil A1 09 227 vom 30. April 2010, auf das sowohl die Vorinstanz als auch di e Beschwerde- gegnerin hinweisen. Es hält fest, aus dem GBR ergebe sich keine rech t- lich verbindliche Nutzungsordnung, weshalb die Zone "Sondernutzung s- plan ‘Baggersee’" als eine Zone mit unbestimmter Nutzung anzusehen sei. Die Gemeinde Raron habe in ihrem erl äuternden Bericht zur Gene h- migung des geltenden Nutzungsplans denn auch ausdrücklich festgeha l- ten, dass sie sich betreffend die zulässige Nutzung in der Zone "Sonde r- nutzungsplan ‘Baggersee’" noch nicht festlegen wolle. Der Begriff "So n-A-5101/2011 Seite 13 dernutzungsplan ‘Bagg ersee’" lasse daher keinen Rückschluss auf das Vorliegen einer Bauzone in dem betreffenden Gebiet zu. Der Vorhalt der Beschwerdeführerin, das Grundstück liege in einer rechtskräftig ausg e- schiedenen Bauzone, geht daher fehl. Daran vermag auch Art. 29 Abs. 1 GBR, der den Gemeinderat ermächtig t, innerhalb klar begrenzter Teile des Baugebiets die Erarbeitung von Sondernutzungsplänen zu beschlie s- sen, nichts zu ändern. Es handelt sich dabei um eine Ermächtigung zu Gunsten des Gemeinderates und nicht um eine Nutzu ngsvorschrift, aus der sich Art und Mass der zulässigen Bodennutzung ergeben. Die Beschwerdeführerin behauptet ferner zu Recht nicht, das Grundstück Nr. 5006 befinde sich in einem weitgehend überbauten Gebiet oder stelle eine Baulücke dar, so dass es nach Art. 15 RPG einer Bauzone zuzuwe i- sen wäre. Ein solcher Vorhalt wäre denn auch unbehelflich, sind doch die übrigen im Gebiet Steineye liegenden Grundstücke – abgesehen von In - frastrukturbauten – nicht überbaut und werden landwirtschaftlich genutzt. Ein Siedlungszusammenhang, wie er für das Schaffen einer Bauzone u n- erlässlich ist, besteht offensichtlich nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_153/2007 vom 6. Dezember 2007 E. 3.3). 4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass zum Zeitpunkt der Ein i- gungsverhandlung für das Grundstück Nr. 5006 weder eine Nutzungsord- nung bestand, noch die Voraussetzungen von Art. 15 RPG für die Zuwe i- sung zu einer Bauzone erfüllt waren. Mit der Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen, dass am 3. Juli 2000 keine andere als ein e landwirtschaftli- che Nutzung zulässig und das Grundstück Nr. 5006 damit Bestandteil des Nichtbaugebiets war ( BERNHARD WALDMANN/PETER HÄNNI, Raumpl a- nungsgesetz, Bern 2006, N 47 zu Art. 18; BRANDT/MOOR, a.a.O., N 58 zu Art. 18). An diesem Ergebnis vermag de r Entscheid der Gesamtmeliorat i- on, auf den die Beschwerdeführerin verweist, nichts zu ändern , ist diese doch nicht Nutzungsplanbehörde, weshalb ihre Ausführungen zur Nu t- zung u.a. von Grundstück Nr. 5006 unbeachtlich zu bleiben haben. 5. 5.1. Für die Bestimmung des Verkehrs- und des Minderwertes ist die zum Zeitpunkt der Einigungsverhandlung bestehende Zonenordnung nicht schlechthin ausschlaggebend. Der Verkehrswert bestimmt sich auch an- hand zukünftiger Nutzungsmöglichkeiten. Diese sind daher sowohl bei der Verkehrswertschätzung als auch bei der Bemessung der Minderwert- entschädigung mit zu berücksichtigen (Art. 20 Abs. 1 EntG). Von einer anderen als der im Zeitpunkt der Einigungsverhandlung geltenden A-5101/2011 Seite 14 Rechtslage darf und muss aber nur ausgegangen werden, wenn festste ht oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass die rechtliche S i- tuation des betreffenden Grundstücks zur Zeit der Einigungsverhandlung ohne die Enteignung bereits abgeändert oder in naher Zukunft durch Ein- oder Umzonung geändert worden wäre. Bloss theoretische Möglichkeiten oder vage Aussichten auf eine künftige bessere Nutzung genügen dem- gegenüber nicht (BGE 134 II 49 E. 13.3; BGE 115 Ib 13 E. 5.b; PETER HÄNNI, Planungs -, Bau - und besonderes Um weltschutzrecht, 5. Aufl., Bern 2008, S. 654; HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar, Band I, Bern 1986, N 56-58 und N 111 zu Art. 19). Unter der besseren Nutzung eines Grundstücks ist in der Regel und auch vorliegend die Möglichkeit seiner Überbauung zu verstehen. Dabei ist be- sondere Zurückhaltung geboten, wenn unerschlossene, ausserhalb des Baugebiets liegende Grundstücke zu bewerten sind. Die Möglichkeit einer besseren Verwendung als Bauland darf hier nur bejaht werden, wenn s i- chere Anzeichen für eine bevorstehende Ein zonung vorhanden sind (HESS/WEIBEL, a.a.O., N 111 zu Art. 19). Abzustellen ist in erster Linie auf die Richt- und Nutzungsplanung. 5.2. Die Beschwerdeführerin sieht die Möglichkeit einer besseren Nu t- zung im Projekt "Zentrum Grosseya" begründet. Zum Nachweis, dass das Projekt im Zeitpunkt der Einigungsverhandlung am 3. Juli 2000 schon b e- standen hat, verweist sie im Wesentlichen auf zwei Ausgaben des Rarner Blattes, dem Mitteilungsblatt der Einwohnergemeinde Raron , vom Se p- tember 2008 und September 2011 . Weitere Un terlagen insbesondere zum Verlauf der Projektierung des Wassersportzentrums und der Event - Arena legt die Beschwerdeführerin nicht ins Recht und sie bringt nicht vor, die Gemeinde Raron habe zum Zeitpunkt der Einigungsverhandlung am 3. Juli 2000 die bis dah in aufgeschobene Nutzungsplanung für die Zone "Sondernutzungsplan ‘Baggersee’" an die Hand genommen. Da schliesslich auch der behördenverbindliche kantonale Richtplan keine Festsetzung zum Projekt der Beschwerdeführerin enthält, fehlt es an A n- zeichen für e ine bevorstehende Zuweisung von Grundstück Nr. 5006 zu einer Bauzone. Einzig aufgrund der Ausführungen im Mitteilungsblatt der Einwohnergemeinde Raron zum Projekt "Zentrum Grosseya" ist nicht von der im Zeitpunkt der Einigungsverhandlung geltenden Rechtsla ge abz u- weichen. Die Möglichkeit einer besseren Nutzung von Grundstück Nr. 5006 bestand daher nicht. A-5101/2011 Seite 15 An diesem Ergebnis ändert das von der Beschwerdeführerin eingereichte Baugesuch nichts. Zwar ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass trotz fehlender Nutzungsplanung für standortgebundene Bauten und A n- lagen eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG erteilt werden kann. Vorhaben wie das von der Beschwerdeführerin geplante Wasserspor t- zentrum mit Event -Arena unterliegen jedoch allein schon aufgrund ihrer räumlichen Ausdehnung – vorliegend rund 250'000 m 2 – der Planungs- pflicht (vgl. BGE 129 II 321 E. 3 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGE 124 II 252 E. 4.d/aa; BGE 120 Ib 207 E. 5 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGE 116 Ib 131 E. 4; BGE 114 Ib 312 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 1C_81/2008 vom 20. Juni 2008 E. 2.3; GIAN SCHMID, Pro- jektbezogene Nutzungsplanung im Gebiet ausserhalb der Bauzonen, Diss. Zürich 2001, S. 166-170). Insbesondere die Erschliessung derart i- ger Anlagen und die Einbettung d er Bauten und Anlagen in die Lan d- schaft verlangen nach einer umfassenden und weiträumigen Koordination und Abstimmung der berührten Interessen, die zu gewährleisten ein Ba u- bewilligungsverfahren nicht in der Lage ist. Es darf daher von Bunde s- rechts wegen keine Ausnahmebewilligung erteilt werden (BGE 129 II 321 E. 3.1; BGE 124 II 252 E. 3). Zu beachten ist schliesslich, dass mit der Zuweisung u.a. von Grundstück Nr. 5006 zu einer Bauzone eine Klein- bauzone ohne Siedlungszusammenhang geschaffen wür de. Eine solc he Kleinbauzone dürfte nur ausgeschieden werden, wenn sie auf einer sac h- lich vertretbaren Interessenabwägung beruht, was die Prüfung von Alter- nativstandorten mit einschliesst (Urteil des Bundesgerichts 1C_118/2011 vom 15. September 2011 E. 4.3). 5.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Gemeinde Raron im Zei t- punkt der Einigungsverhandlung die bis dahin aufgeschobene Nutzung s- planung nicht an die Hand genommen hatte. Es war entsprechend nicht damit zu rechnen, Grundstück Nr. 5006 werde in naher Zukunft eine r Bauzone zugewiesen. Vor diesem Hinter grund hat die Vorinstanz für die Bemessung der Enteignungsentschädigung für die Enteignungstatb e- stände Nrn. 1 und 2 sowie 6 bis 9 zu Recht auf die im Zeitpunkt der Ein i- gungsverhandlung geltende Rechtslage abgestellt, wonach das Grun d- stück Nr. 5006 dem Nichtbaugebiet zugehörig und lediglich landwir t- schaftlich nutzbar ist. Im Weiteren ist nicht ersichtlich und wird auch nicht vorgebracht, dass die zugesprochenen Enteignungsentschädigungen nicht zu einer vollen Entschädigung fü hren und damit rechtswidrig wären. Soweit also die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausgegangen, das Grundstück Nr. 5006 sei lediglich landwir t-A-5101/2011 Seite 16 schaftliche nutzbar und es bestünden keine besseren Nutzungsmöglic h- keiten, ist die Beschwerde abzuweisen. 6. Die Beschwerdeführerin verlangt in ihren Rechtsbegehren, es sei der a n- gefochtene Schätzungsentscheid insgesamt, also auch in Bezug auf die Kosten, die Verzinsung und die Parteientschädigung (Dispositiv -Ziffern 8, 9 und 10), aufzuheben. Gründe, weshalb insbesondere die Verzinsung und die ihr zugesprochene Parteientschädigung widerrechtlich sein so l- len, bringt sie keine vor. Nach Art. 52 Abs. 1 VwVG ist die Beschwerde zu begründen. Zwar gilt im Verfahren vor Bundesverwaltungsg ericht der Grundsatz der Rechtsa n- wendung von Amtes wegen und es werden an die Begründung keine strengen Anforderungen gestellt. Verlangt wird aber eine gewisse Su b- stantiierung der gestellten Rechtsbegehren und der erhobenen Rügen. Rechtsfragen, die von den Parteien nicht aufgeworfen werden, muss das Bundesverwaltungsgericht nur nachgehen, wenn sich entsprechende A n- haltspunkte aus den Parteivorbringen oder den Akten ergeben ( Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1793/2006 vom 13. Mai 2008 E. 1.5; OLI- VER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 49 N 51). Die Beschwerdeführerin begründet nicht, inwieweit die Vorinstanz in B e- zug auf die Festsetzung der Kosten, die Regelung der Verzinsung oder die Höhe der Parteientschädigung Recht verletzt haben soll. Entspr e- chende Anhaltspunkte ergeben sich auch nicht aus den Akten. Soweit a l- so die Beschwerdeführerin die Aufhebung des angefochtenen Schä t- zungsentscheids auch in Bezug auf die Kosten, die Verzinsung und die Parteientschädigung verlangt, ist die Beschwerde zufolge mangelnder Substantiierung abzuweisen. 7. Insgesamt ergibt sich, dass für das Grundstück Nr. 5006 zum Zeitpunkt der Einigungs verhandlung noch keine Nutzungsordnung bestand und auch nicht damit zu rechnen war, das Grundstück werde in naher Zukunft einer Bauzone zugewiesen. Da sich Grundstück Nr. 5006 überdies weder im weitgehend überbauten Gebiet befand und auch keine Baulücke da r- stellte, ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, es sei Bestandteil des Nichtbaugebiets und daher lediglich landwirtschaftlich nutzbar. Die gegenteiligen Vorhalte der Beschwerdeführerin sind unbegründet und die A-5101/2011 Seite 17 Beschwerde ist daher insgesamt, soweit darauf einzutreten war, abz u- weisen. Anzumerken ist, dass eine bauliche Nutzung von Grundstück Nr. 5006 durch das Durchleitungs- und Mastbaurecht nicht von vornherein veru n- möglicht wird. Hierzu sei auf Ziff. 7.5 des Dienstbarkeitsvertrages zw i- schen der Beschwerdeführerin und der SBB verwiesen. Darin ist fes t- gehalten, dass sich SBB und Grundeigentümerin neu verständigen, sollte eine Überbauung durch die Dienstbarkeiten verunmöglicht oder wesen t- lich erschwert werden. Für den Fall, dass keine Einigung erzielt werden kann, wird ein neuerliches Schätzungsverfahren vorbehalten. Diese ve r- tragliche Regelung entspricht der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Baumöglichkeiten auf einem Grundstück allein durch den Bau einer Stromleitung nicht vermindert werden. Durchleitungs - und Mastbau- recht schränken die Baufreiheit des Enteigneten nicht ein. Hätte dieser die konkrete Absicht, unter der Leitung zu bauen, so könnte e r von der Leitungseigentümerin verlangen, entweder die Leitung zu verlegen oder – freihändig oder durch Enteignung – ein Bauverbotsservitut zu erwerben (Urteil des Bundesgerichts 1E.3/2003 vom 12. August 2003 E. 3.2.3). 8. 8.1. Die Kosten des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht ei n- schliesslich einer Parteientschädigung an den Enteigneten trägt der En t- eigner. Werden die Begehren des Enteigneten ganz oder teilweise abg e- wiesen, können die Kosten auch anders verlegt werden (Art. 116 Abs. 1 EntG). Anders als nach Art. 63 und Art. 64 VwVG gilt im Enteignungsrecht also nicht das Unterliegerprinzip. Daraus folgt namentlich, dass bei der B e- stimmung der Verfahrenskosten der Streitwert nicht ausschlageben d sein kann. Der Enteignete wäre ansonsten in der Lage, durch Erhöhung seiner Forderung einseitig und praktisch ohne eigenes Risiko auf die Gericht s- kosten einzuwirken. Bei der Regelu ng der Kosten - und Entschädigungs- folgen kann das Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) entsprechend nur insoweit herangezogen werden, als es mit Art. 116 Abs. 1 EntG vereinb ar ist. Dies ist namentlich für die allge- meinen Regeln zur Bemessung der Gerichtsgebühr (Art. 2 Abs. 1 Statz 1 VGKE) und die Bestimmungen zur Festsetzung der Parteients chädigung (Art. 8 ff. VGKE) zu bejahen. Nicht heranzuziehen ist dagegen insbeso n- dere Art . 4 VGKE, der für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse eine A-5101/2011 Seite 18 streitwertabhängige Gerichtsgebühr vorsieht (Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A-7434/2010 vom 5. April 2011 E. 7.1 mit Hinweisen) . Bei der Festsetzung der Verfahrenskosten ist zu beachten, da ss diese in ent- eignungsrechtlichen Verfahren üblicherweise niedrig zu halten sind (Urteil des Bundesgerichts 1E.9/2006 vom 20. September 2006 E. 3). Unterliegt der Beschwerdeführer ganz oder zum grössten Teil, können die Kosten einschliesslich der Parteien tschädigung auch anders verteilt we r- den. Nach der Praxis von Bundes - und Bundesverwaltungsgericht ist es namentlich möglich, die Parteientschädigung zu kürzen oder ganz von ihr abzusehen (U rteile des Bundesgerichts 1A.108 /2006 vom 7. November 2006 E. 5 und 1E.16/2005 vom 14. Februar 2006 E. 6; Urteile des Bu n- desverwaltungsgerichts A-8047/2010 vom 25. August 2011 E. 12.5 und A- 7434/2010 vom 5. April 2011 E. 7.1 mit Hinweisen und A-2422/2008 vom 18. August 2008 E. 14). Ein Abweichen von der in Art. 116 Abs. 1 EntG vorgesehen Kostenverteilung kann insbesondere bei missbräuchlicher Beschwerdeführung oder offensichtlich übersetzten Forderungen gerecht- fertigt sein. Wenn jedoch die Begehren in guten Treuen vertretbar waren und der Fall in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Fragen aufwarf, die den Beizug eines Rechtsanwalts erforderlich machten, ist nicht ohne We i- teres von der in Art. 116 Abs. 1 EntG für den Regelfall vorgesehenen Kos- tenverteilung abzuweichen (Urteil des Bundesver waltungsgerichts A-7434/2010 vom 5. April 2011 E. 7.1). 8.2. Vorliegend unterliegt die Beschwerdeführerin zwar. Ihre Beschwerde kann indes weder als missbräuchlich bezeichnet werden und ihre Ford e- rungen sind nicht offensichtlich übersetzt. Zudem war der Beizug eines Rechtsanwalts gerechtfertigt. Es ist daher nicht von der in Art. 116 EntG für den Regelfall vorgesehenen Kosten - und Entschädigungs regelung abzuweichen. Entsprechend sind die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- der Beschwerdegegnerin als Enteignerin aufzuerlegen. Die Höhe der Par- teientschädigung ist aufgrund der Akten zu bestimmen. In Anbetracht des mutmasslichen Arbeits - und Zeitaufwandes für das vorliegende Verfa h- ren, namentlich für das Verfassen der Rechtsschrift, hält das Bundesve r- waltungsgericht e ine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- inklusive Aus- lagen und Mehrwertsteuer für angemessen. Die Parteientschädigung ist der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung aufzuerlegen (Art. 116 Abs. 1 EntG). A-5101/2011 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten von in sgesamt Fr. 2'000.-- werden der Beschwe r- degegnerin zur Bezahlung innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auferlegt. Die Zustellung des Einzahlung s- scheins erfolgt mit separater Post. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu b e- zahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. Stamm Nr. 2000/2/39, Ents.10.8.11; Gericht s- urkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Christoph Bandli Benjamin Kohle A-5101/2011 Seite 20 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist steht still vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem s iebenten Tag nach Ostern (Art. 46 Abs. 1 Bst. a BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang efoch- tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdefü h- rer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: