B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2214/2013, C-3613/2013 U r t e i l v o m 11 . S e p t e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Michael Peterli, Richter Christoph Rohrer, Gerichtsschreiber Tobias Merz. Parteien Wilhelm Schulthess-Stiftung, Trägerschaft der Schulthess Klinik, Lengghalde 2, 8008 Zü- rich, vertreten durch Dr. iur. Marc Helfenstein, Rechtsanwalt, Stadthausquai 1, 8001 Zürich, Beschwerdeführerin und Beschwerdegegnerin, gegen 1. CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, 2. Aquilana Versicherungen, Bruggerstrasse 46, 5401 Ba- den, 3. Moove Sympany AG, Zustelladresse: c/o Stiftung Sympany, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel, 4. Kranken- und Unfallkasse Bezirkskrankenkasse Einsiedeln, Hauptstrasse 61, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, Brunngasse 4, Postfach, 8401 Winterthur, Zustelladresse: c/o SWICA, Römerstrasse 38, 8400 Winterthur, 6. Sumiswalder Krankenkasse, Spitalstrasse 47, 3454 Su- miswald, 7. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg, Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg, 8. CONCORDIA Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 6002 Luzern, 9. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65, 10. Avenir Krankenversicherung AG, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 11. Krankenkasse Luzerner Hinterland, Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU, 12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart, 13. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel, 14. Krankenversicherung Flaachtal AG, Bahnhofstrasse 22, Postfach 454, 8180 Bülach, 15. Easy Sana Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 16. Genossenschaft Glarner Krankenversicherung, Säge 5, 8767 Elm, 17. Cassa da malsauns LUMNEZIANA, Postfach 41, 7144 Vella, 18. KLuG Krankenversicherung, Gubelstrasse 22, 6300 Zug, 19. EGK Grundversicherungen, Brislachstrasse 2, Postfach, 4242 Laufen, 20. sanavals Gesundheitskasse, Haus ISIS, Postfach 18, 7132 Vals, 21. Krankenkasse SLKK, Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich, 22. sodalis gesundheitsgruppe, Balfrinstrasse 15, 3930 Visp, 23. vita surselva, Bahnhofstrasse 33, Postfach 217, 7130 Ilanz, 24. Krankenkasse Zeneggen, Neue Scheune, 3934 Zeneg- gen, 25. Krankenkasse Visperterminen, Wierastrasse, 3932 Visperterminen, 26. Caisse-maladie de la Vallée d'Entremont société coo- pérative, Place centrale, Postfach 13, 1937 Orsières, 27. Krankenkasse Institut Ingenbohl, Postfach 57, 8840 Einsiedeln, 28. Krankenkasse Turbenthal, Tösstalstrasse 147, 8488 Turbenthal, 29. Stiftung Krankenkasse Wädenswil, Schönenbergstrasse 28, 8820 Wädenswil, 30. Krankenkasse Birchmeier, Hauptstrasse 22, 5444 Kün- ten, 31. kmu-Krankenversicherung, Bachtelstrasse 5, 8400 Winterthur, 32. Krankenkasse Stoffel Mels, Bahnhofstrasse 63, 8887 Mels, 33. Krankenkasse Simplon, Blatt 1, 3907 Simplon Dorf, 34. SWICA Krankenversicherung AG, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur, 35. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 Zürich, 36. rhenusana, Heinrich-Wild-Strasse 210, Postfach, 9435 Heerbrugg, 37. Mutuel Assurance Maladie SA, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 38. Fondation AMB, Route de Verbier 13, 1934 Le Châble VS, 39. INTRAS Krankenversicherung AG, Rue Blavignac 10, 1227 Carouge GE, 40. PHILOS Assurance Maladie SA Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny, 41. Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15, 42. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG, 43. innova Krankenversicherung AG, Bahnhofstrasse 4, Postfach 184, 3073 Gümligen, 44. sana24 AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 45. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern, 46. vivacare AG, Weltpoststrasse 19, 3015 Bern, 47. Sanagate AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, alle vertreten durch tarifsuisse ag, Römerstrasse 20, Postfach 1561, 4500 Solothurn, diese vertreten durch Dr. iur. Vincent Augustin, Rechtsanwalt, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, Beschwerdegegnerinnen und Beschwerdeführerinnen, Regierungsrat des Kantons Zürich, Staatskanzlei, Neumühlequai 10, Postfach, 8090 Zürich, handelnd durch Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, Postfach, 8090 Zürich Amtsstellen Kt ZH, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung, Festsetzung des Tarifs ab 2012 im stationären Bereich der Akutsomatik, Regierungsratsbeschluss vom 13. März 2013. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 5 Sachverhalt: A. Der Regierungsrat des Kantons Zürich (Vorinstanz) entschied mit Be- schluss vom 13. März 2013 (RRB 278/2013) über die Genehmigung von Tarifverträgen von Zürcher Spitälern und setzte für Zürcher Spitäler, für welche kein behördlich genehmigter Tarifvertrag vorlag, mit Wirkung ab 1. Januar 2012 Tarife fest. Unter anderem setzte die Vorinstanz im ange- fochtenen Beschluss die Tarife der Schulthess Klinik für die 47 im Rubrum aufgeführten und durch die tarifsuisse ag vertretenen Krankenversicherun- gen (Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse) hoheitlich wie folgt fest: – Basisfallwert (Fallpauschale für Schweregrad 1.0, inklusive Investitionsanteil) CHF 9'280.- – Tagespauschale für unbewertete DRG CHF 2'533.-. Bei der Bestimmung der Tarife der nicht-universitären Zürcher Spitäler ging die Vorinstanz von einem Vergleich der schweregradbereinigten Fallkosten (ohne Anlagenutzungskosten) dieser Spitäler aus (Benchmarking). Ge- stützt auf die von der Gesundheitsdirektion ermittelten Fallkosten 2010 der öffentlichen und öffentlich subventionierten Zürcher Spitäler ermittelte die Vorinstanz die für das Benchmarking relevanten Betriebskosten. Dazu wa- ren Kostenanteile, welche nicht von der obligatorischen Krankenpflegever- sicherung (OKP) zu tragen sind, auszuscheiden (Mehrkosten und Arztho- norare für die Behandlung von Zusatzversicherten, Kalkulatorische Zinsen auf dem Umlaufvermögen, Kosten von Behandlungen, welche nicht über SwissDRG-Fallpauschalen vergütet werden, Kosten gemeinwirtschaftli- cher Leistungen, insbesondere der Forschung und universitären Lehre). Abzüge wegen Überkapazitäten oder Intransparenz wurden nicht vorge- nommen. Aufgrund der jeweiligen benchmarking -relevanten Betriebskos- ten, der Fallzahlen und des Schweregrades (Case Mix) er mittelte die Vo- rinstanz die schweregradbereinigten Fallkosten (benchmarking-relevanter Basiswert) jedes Spitals. Der benchmarking-relevante Basiswert des Spi- tals auf dem 40. Perzentil wurde als Benchmark bestimmt ( CHF 8'408.-). Unter Berücksichtigung diver ser Zuschläge (Anlagenutzungskosten [10 %], Teuerung von 2010 bis 2012 [0.76 %], Korrekturen aufgrund der strukturierten Besoldungsrevision im Kanton Zürich [0.73 %] und für Fall- zusammenführungen [1%]; Gesamtzuschlag [12.49 %]) errechnete die Vo- rinstanz für das Jahr 2012 und für die nicht -universitären Spitäler einen Referenzwert von CHF 9'460.- (vgl. zum Benchmarking BVGE 2014/36 [betreffend dasselbe Anfechtungsobjekt]). Innerhalb der Kategorie «nicht -C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 6 universitäre Spitäler» differenzierte die Vorinstanz zwischen Spitälern mit allgemein zugänglicher Notfallstation ei- nerseits und Spezialkliniken ohne Notfallstation mit Leistungsauftrag für e- lektive Behandlungen andererseits. Der Basisfallwert für Spitäler mit Not- fallstation wurde auf CHF 9'480. - und derjenige für Spitäler ohne Notfall- station (darunter die Schulthess Klinik) auf CHF 9'280.- festgesetzt. B. Am 18. April 2014 liess die Wilhelm Schulthess -Stiftung als Trägerin der Schulthess Klinik, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marc Helfenstein, Beschwerde erheben (im Folgenden: Beschwerdeschrift I; Akten im Be- schwerdeverfahren C-2214/2013 Nr. [BVGer C-2214/2013 act.] 1). Sie be- antragte – unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - die Aufhebung der Dispositiv-Ziffer I 17 des angefochtenen Beschlusses (Festsetzung des Ba- sisfallwertes der Schulthess Klinik) und die Festsetzung eines Basisfallwer- tes in der Höhe von CHF 9'890.-. Zur Begründung führte die Wilhelm Schulthess -Stiftung im Wesentlichen aus, die Schulthess Klinik sei eine führende Klinik für orthopädisc he Chi- rurgie. Sie sei mit der Universitätsklinik Balgrist, für welche die Vorinstanz einen Basisfallwert von CHF 10'320.- festgesetzt habe, vergleichbar. Den beantragten Basisfallwert ermittelte die Wilhelm Schulthess -Stiftung, in- dem sie zwischen den schweregradbereinigten Fallkosten der Universitäts- klinik Balgrist (CHF 9'175. -) und denjenigen der KWS (CHF 8'408. -) den Durchschnitt bestimmte (CHF 8'791.-) und diesen Betrag um 12.49% (all- gemeine Zuschläge für Anlagenutzungskosten, Teuerung, Besoldungsrevi- sion und für Fallzusammenführungen) erhöhte. C. Zusammen mit neun weiteren Zürcher Spitälern liess die Wilhelm Schulthess-Stiftung, vertreten durch den Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK), dieser vertreten durch Prof. Dr. Urs Saxer und lic. iur. Thomas Rie- ser, Rechtsanwälte, am 22. April 2013 nochmals Beschwerde erheben (im Folgenden: Beschwerdeschrift I I; Akten im Beschwerdeverfahren C-2277/2013 [im Folgenden: BVGer C-2277/2013 act.] 1). Im Hauptbegeh- ren beantragte sie die Aufhebung der Dispositivziffer I des RRB 278/2013 (Festsetzung des Basisfallwertes) und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Durchführung eines schweizweiten Preisvergleichs. Im Eventualbegehren beantragte sie die Festsetzung einer Fallpauschale (Ba- sisfallwert) von CHF 9'890.-. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 7 Zur Begründung wurde geltend gemacht, die Verknüpfung von Genehmi- gungsverfahren und Festsetzungsverfahren und das Vorgehen der Vor-in- stanz habe die Vertragsverhandlungen der Tarifpartner blockiert und wider- spreche dem Grundsatz des Vertragsprimates. Der festge setzte Tarif sei zu tief und gefährde Versorgungssicherheit und -qualität. Das beim 40. Perzentil festgesetzte Effizienzmass sei zu streng, sachgerecht sei das 50. Perzentil. Aus verschiedenen Gründen seien Zuschläge notwendig. Der ausschliesslich innerkantonale Betriebsvergleich und das separate Bench- marking der Universitätsspitäler würden die nicht -universitären Zürcher Spitäler benachteiligen. Die Umwandlung von Staatsbeiträgen in verzinsli- che Darlehen und die ungenügende Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen durch den Kanton führe zu einer Benachteiligung der Zürcher Spitäler. Da öffentliche Spitäler und Zweckverbandspitäler bisher keine Ge- winne und Rückstellungen hätten machen dürfen, seien sie gegenüber ausserkantonalen Spitälern und Privatkliniken benachteiligt. Ein Zuschlag sei auch zur Sicherung von Qualität und Innovation notwendig. Die Vo- rinstanz habe die Zuschläge zum Benchmark für Teuerung, Besoldungsre- vision und Fallzusammenführungen falsch berechnet. D. Im Namen der 47 im Rubrum aufgefü hrten Krankenversicherer liess die Einkaufsgemeinschaft tarif suisse, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Vincent Augustin, am 22. April 2013 Beschwerde gegen 22 Zürcher Spitä- ler erheben (Akten im Beschwerdeverfahren C-2259/2013 [im Folgenden: BVGer C -2259/2013 act.] 1). Tarifsuisse beantragte bezüglich der Schulthess Klinik die Aufhebung der Dispositiv-Ziffer I. des RRB 278/2013 und die Festsetzung des Basisfallwertes auf CHF 8'642.-, eventualiter höchstens CHF 8'974.- (Beschwerdeantrag 1). Im Weiteren sei Dispositiv- Ziffer III. des angefochtenen Beschlusses bezüglich Tagespauschalen für unbewertete DRG aufzuheben, und diese sei auf höchstens CHF 2'006. - festzusetzen (Beschwerdeantrag 2). Zur Begründung ihrer Anträge liess tarifsuisse im Wesentlichen ausführen, der festgesetzte Tarif sei unwirtschaftlich, in verschiedener Hinsicht seien die benchmarking-relevanten Fallkosten bundesrechtswidrig ermittelt wor- den, ein einheitlicher Rechnungslegungsstandard und eine ausreichende Transparenz der Kosten- und Leistungsdaten sei nicht gegeben, es seien Intransparenzabzüge vorzunehmen. Der beim Benchmarking von der Vo- rinstanz gewählte Effizienzmassstab auf dem 40. Perzentil sei bundes- rechtswidrig; diesbezüglich sei der Empfehlung der Preisüberwachung zu folgen, oder der Benchmark sei höchstens beim 25. Perzentil anzusetzen. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 8 Der Tarif dürfe höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leis- tung decken, selbst wenn ein Spital an sich wirtschaftlich arbeite und seine schweregradbereinigten Fallkosten (benchmarking -relevanter Basiswert) unter dem Benchmark lägen. E. Der mit Verfügung vom 26. April 2013 (BVGer C-2214/2013 act. 2) bei der Wilhelm Schulthess-Stiftung eingeforderte und auf CHF 6'000.- bestimmte Kostenvorschuss ging am 6. Mai 2013 beim Gericht ein (BVGer C-2214/2013 act. 4). F. Im Verfahren C -2259/2013 erhielten die Vorinstanz sowie die Wilhelm Schulthess-Stiftung Gelegenheit, eine Vernehmlassung respektive Be- schwerdeantwort einzureichen (BVGer C-2259/2013 act. 2). F.a Mit Vernehmlassung vom 30. Mai 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde der tarifsuisse (BVGer C-2259/2013 act. 16). F.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2015 beantragte der VZK unter anderem im Namen der Wilhelm Schulthess -Stiftung die Abweisung der Beschwerde der Krankenversicherungen (BVGer C-2259/2013 act. 19). G. Da die Wilhelm Schulthess-Stiftung den RRB 278/2013 mit zwei Beschwer- den und je unterschiedlichen Anträgen angefochten hatte, erhielt sie Gele- genheit, zu den Rechtswirkungen der eingereichten Beschwerden Stellung zu nehmen (BVGer C-2277/2013 act. 2 und 8, BVGer C-2214/2013 act. 6). Die Wilhelm Schulthess -Stiftung, vertreten durch Rechtsanwalt Helfen- stein, beantragte , die beiden Beschwerdeschriften entgegenzunehmen, wobei der Antrag 1 der Beschwerdeschrift II (C-2214/2013) als Eventualan- trag zum Antrag der Beschwerdeschrift I (C -2277/2013) und die Begrün- dung in der Beschwerdeschrift II als Eventualbegründung zum Antrag in der Beschwerdeschrift I zu behandeln seien. Am 12. Juni 2013 verfügte die Instruktionsrichterin, dass die Beschwerden der Wilhelm Schulthess -Stif- tung antragsgemäss entgegengenommen würden, und dass das Verfahren künftig unter der Geschäftsnummer C -2214/2013 weitergeführt werde (BVGer C-2214/2013 act. 8). H. Der mit Verfügung vom 27. Juni 2013 (BVGer C-2259/2013 act. 24) bei der C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 9 Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse eingeforderte und auf CHF 8'000.- be- stimmte Kostenvorschuss ging am 1. Juli 2013 beim Gericht ein (BVGer C-2259/2013 act. 25). I. Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2013 trennte die Instruktionsrichterin das Beschwerdeverfahren der tarifsuisse gegen die Wilhelm Schulthess - Stiftung vom Verfahren C-2259/2013 ab und führte es unter der Nummer C-3613/2013 weiter (BVGer C-2259/2013 act. 24). J. Im Verfahren C-2214/2013 erhielten die Vorinstanz sowie tarifsuisse Gele- genheit, eine Vernehmlassung respektive Beschwerdeantwort einzu- reichen (BVGer C-2214/2013 act. 10). J.a Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2014 beantragte tarifsuisse die Abweisung der Beschwerde de r Wilhelm Schulthess -Stiftung (BVGer C-2214/2013 act. 14). J.b Mit Vernehmlassung vom 22. Juli 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde der Wilhelm Schulthess -Stiftung (BVGer C-2214/2013 act. 15). K. Mit Zwischenverfügung vom 26. Juli 2013 vereinigte die Instruktionsrichte- rin die Verfahren unte r den Geschäftsnummern C -2214/2013 und C-3613/2013 (Akten des Bundesverwaltungsgerichts in den vereinigten Verfahren [im Folgenden: BVGer-act.] 16). L. Der im Verfahren C-1698/2013 eingeholte Bericht der SwissDRG AG vom 16. September 2013 (inkl. Beilagen zur Berechnungsmethode, zur Erhe- bung 2010 und betreffend Plausibilisierungen) wurde im vorliegenden Ver- fahren zu den Akten genommen und den Verfahrensbeteiligten mit Verfü- gung vom 3. Oktober 2013 zugestellt (BVGer-act. 18). M. Auf Einladung der Instruktionsrich terin reichte die Preisüberwachung am 6. November 2013 ihre Stellungnahme ein (BVGer-act. 19). Sie erläuterte ihre Prüfmethodik. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung sei anhand einer zwei- stufigen Methode durchzuführen. Dabei seien die relevanten Kosten zu er- mitteln und im Benchmarking zu vergleichen. Mit der Tarifstruktur C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 10 SwissDRG Version 1.0 seien die Voraussetzungen für ein gesamtschwei- zerisches Benchmarking aller Spitäler gegeben. Die Preisüberwachung empfahl für die Schulthess Klinik einen Basisfallwert von m aximal CHF 8'974.- festzusetzen. N. Auf Einladung der Instruktionsrichterin nahm am 16. Dezember 2013 das Bundesamt für Gesundheit (BAG) als Fachbehörde Stellung (BVGer - act. 21). O. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, zu den eingereichten Be- richten Stellung zu nehmen. O.a Am 31. Januar 2014 reichte die Vorinstanz ihre Stellungnahme ein und teilte mit, sie halte am angefochtenen Beschluss fest (BVGer-act. 29). O.b Am 3. Februar 2014 reichte die Wilhelm Schulthess-Stiftung ihre Stel- lungnahme ein und erneuerte die gestellten Rechtsbegehren (BVGer-act. 30). O.c Tarifsuisse bestätigte mit Eingabe vom 5. Februar 2014 die gestellten Beschwerdeanträge (BVGer-act. 31). P. Mit Instruktionsverfügung vom 18. Februar 2014 (BVGer-act. 32) wurde der Schriftenwechsel unter Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abge- schlossen. Q. Mit Teilurteil vom 18. Juni 2015 (erster Teilentscheid; BVGer-act. 35) wurde die Beschwerde C -3613/2013 der tarifsuisse, soweit sie die Tagespau- schale der Schulthess Klinik betrifft (Antrag 2), teilweise gutgeheissen. Dis- positiv-Ziffer III des angefochtenen Regierungsratsbeschlusses wurde auf- gehoben. Der Antrag auf Festsetzung der Tagespauschale durch das Ge- richt wurde abgewiesen. Betreffend die Tagespauschale wurde die Sache zur erneuten Durchführung des Festsetzungsverfahrens an die Vorinstanz zurückgewiesen. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 11 R. Mit Verfügung vom 30. Juni 2015 wurden die Beschwerde führenden Par- teien eingeladen, Schlussbemerkungen einzureichen und mitzuteilen, ob an der Beschwerde festgehalten werde (BVGer-act. 39). R.a Die Wilhelm Schulthess-Stiftung liess mit Eingabe vom 28. Juli 2015 mitteilen, dass sie auf die Einreichung von Schlussbemerkungen verzichte und an der Beschwerde festhalte (BVGer-act. 42). R.b Tarifsuisse teilte am 28. Juli 2015 mit, sie ziehe ihre Beschwerde zu- rück und halte an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde des Spitals fest (BVGer-act. 43). S. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich- ten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforde rlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 12 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Prozessvoraussetzungen und Kognition 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen gegeben sind und auf eine Be- schwerde einzutreten ist. 1.1.1 Den angefochtenen RRB 278/13 vom 13. März 2013 hat die Vor-in- stanz gestützt auf Art. 47 Abs. 1 KVG erlassen. Gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG kann gegen Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde geführt werden. Das Bundesver- waltungsgericht ist deshalb zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). 1.1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich ge- mäss Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vorschriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 1.1.3 Anfechtungs- und Streitgegenstand ist der RRB 278/13 vom 13. März 2013, mit welchem der Regierungsrat den Basisfallwert gemäss SwissDRG Version 1.0 inklusive Investitionskostenzuschlag und Anteil des Wohnkantons der Schulthess Klinik für die tarifsuisse mit Wirkung ab 1. Ja- nuar 2012 hoheitlich festsetzte. 1.1.4 Sowohl die Wilhelm Schulthess-Stiftung als auch tarifsuisse sind pri- märe Adressatinnen des angefochtenen Beschlusses und zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.1.5 In beiden Verfahren wurden die Kostenvorschüsse rechtzeitig geleis- tet (BVGer C-2214/2013 act. 4; BVGer C-2259 act. 25). 1.1.6 Auf die frist- und formgerecht erhobenen Beschwerden ist einzutre- ten (vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.2 Die Beschwerdeführerinnen können im Rahmen des Beschwerdever- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unange- messenheit des Entscheids beanstanden (Art. 49 VwVG). Im Kontext von C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 13 Tarifstreitigkeiten prüft das Bundesverwaltungsgericht mit umfassender Kognition, welche aber mit Zurückhaltung ausgeübt wird (vgl. Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG; BVGE 2014/3 E. 1.4 und BVGE 2014/36 E. 1.5). 2. Anwendbares Recht 2.1 Am 1. Januar 2009 ist die KVG-Revision zur Spitalfinanzierung (Ände- rung vom 21. Dezember 2007, AS 2008 2049) in Kraft getreten. Per 1. Ja- nuar 2012 wurde der Systemwechsel bei der Spitalfinanzierung vollzogen (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 21. Dezember 2007 [Spitalfinanzierung]). Der angefochtene Beschl uss ist somit aufgrund des revidierten KVG und dessen Ausführungsbestimmungen zu beurteilen. 2.2 Spitäler sind nach Art. 39 Abs. 1 (in Verbindung mit Art. 35) KVG zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zugelassen, wenn sie die Dienstleistungs- und Infrastrukturvoraussetzun- gen gemäss Bst. a-c erfüllen, der von einem oder mehreren Kantonen ge- meinsam aufgestellten Planung für eine bedarfsgerechte Spitalversorgung entsprechen (Bst. d) und auf der nach Leistungsaufträgen in Kate gorien gegliederten Spitalliste des Kantons aufgeführt sind (Bst. e). 2.3 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die (zugelassenen) Leistungserbringer ihre Rechnungen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Tarife und Preise wer- den in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarifver- trag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zustän- digen Behörde festgesetzt. Dabei ist auf eine betriebswirtschaftliche Be- messung und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten (Abs. 4). Die Vertragspartner und die zuständigen Behörden achten darauf, dass eine qualitativ hoch stehende und zweckmässige gesundheitliche Versorgung zu möglichst günstigen Kosten erreicht wird (Abs. 6). Der Bundesrat kann Grundsätze für eine wirtschaftliche Bemessung und eine s achgerechte Struktur sowie für die Anpassung der Tarife aufstellen. Er sorgt für die Ko- ordination mit den Tarifordnungen der anderen Sozialversicherungen (Abs. 7). 2.4 Parteien eines Tarifvertrages sind einzelne oder mehrere Leistungser- bringer oder deren Verbände einerseits sowie einzelne oder mehrere Ver- sicherer oder deren Verbände anderseits (Art. 46 Abs. 1 KVG). Der Tarif- vertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige Kantonsregierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, durch den Bundesrat C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 14 (Art. 46 Abs. 4 Satz 1 KVG). Die Genehmigungsbehörde prüft, ob der Ta- rifvertrag mit dem Gesetz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billig- keit in Einklang steht (Art. 46 Abs. 4 Satz 2 KVG). Kommt zwischen Leis- tungserbringern und Versicherern kein Tarifvertrag zustande, so setzt die Kantonsregierung nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). 2.5 Art. 49 KVG trägt den Titel "Tarifverträge mit Spitälern". Obwohl sich diese Bestimmung nach ihrem Wortlaut (nur) an die Tarifparteien richtet, sind die darin verankerten Grundsätze auch bei einer hoheitlichen Festset- zung im Sinne von Art. 47 KVG zu beachten (BVGE 2014/3 E. 2.7). 2.5.1 Nach Abs. 1 des Art. 49 KVG vereinbaren die Vertragsparteien für die Vergütung der stationären Behandlung einschliesslich Aufenthalt und Pfle- geleistungen in einem Spital (Art. 39 Abs. 1) oder einem Geburtshaus (Art. 29) Pauschalen. In der Regel sind Fallpauschalen festzulegen. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen auf gesamtschweizerisch einheitlichen Strukturen. Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass besondere diagnostische oder therapeutische Leistungen nicht in der Pau- schale enthalten sind, sondern getrennt in Rechnung gestellt werden. Die Spitaltarife orientieren sich an der Entschädigung jener Spitäler, welche die tarifierte obligatorisch versicherte Leistung in der notwendigen Qualität ef- fizient und günstig erbringen. 2.5.2 Die gestützt auf Art. 49 Abs. 2 KVG von den Tarifpartnern und den Kantonen eingesetzte SwissDRG AG ist für die Erarbeitung und Weiterent- wicklung der Tarifstruktur zuständig. Die Tarifstruktur und deren Anpassun- gen sind vom Bundesrat zu genehmigen (Art. 49 Abs. 2 Satz 5 KVG). Die ab 1. Januar 2012 im akutsomatischen Bereich anwendbare Version 1.0 der Tarifstruktur SwissDRG wurde vom Bundesrat am 6. Juli 2011 geneh- migt (vgl. Medienmitteilung des Bundesrates vom 6. Juli 2011 "Bundesrat genehmigt die neue Tarifstruktur SwissDRG"). 2.5.3 Laut Art. 49 Abs. 3 KVG dürfen die Vergütungen nach Abs. 1 keine Kostenanteile für gemeinwirtschaftliche Leistungen enthalten. Dazu gehö- ren insbesondere die Aufrechterhaltung von Spitalkapazitäten aus regio- nalpolitischen Gründen (Bst. a) sowie die Forschung und universitäre Lehre (Bst. b). C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 15 2.5.4 Die Spitäler verfügen über geeignete Führungsinstrumente; insbe- sondere führe n sie nach einheitlicher Methode zur Ermittlung ihrer Be- triebs- und Investitionskosten und zur Erfassung ihrer Leistungen eine Kos- tenrechnung und eine Leistungsstatistik. Diese beinhalten alle für die Be- urteilung der Wirtschaftlichkeit, für Betriebsverglei che, für die Tarifierung und für die Spitalplanung notwendigen Daten. Die Kantonsregierung und die Vertragsparteien können die Unterlagen einsehen (Art. 49 Abs. 7 KVG). 2.5.5 Gemäss Art. 49 Abs. 8 KVG ordnet der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen schwe izweit Betriebsvergleiche zwischen Spitälern an, insbesondere zu Kosten und medizinischer Ergebnisqualität. Die Spitäler und die Kantone müssen dafür die nötigen Unterlagen liefern. Der Bundes- rat veröffentlicht die Betriebsvergleiche. 2.6 Gestützt auf Art. 43 Abs. 7 KVG hat der Bundesrat Art. 59c KVV erlas- sen (in Kraft seit 1. August 2007; AS 2007 3573). Nach dessen Abs. 1 prüft die Genehmigungsbehörde (im Sinne von Art. 46 Abs. 4 KVG), ob der Ta- rifvertrag namentlich folgenden Grundsätzen entspricht: Der Tarif darf höchstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken (Bst. a). Der Tarif darf höchstens die für eine effiziente Leistungserbringung erforderlichen Kosten decken (Bst. b). Ein Wechsel des Tarifmodells darf keine Mehrkosten verursachen (Bst. c). Gemäss Art. 59c Abs. 3 KVV sind diese Grundsätze bei Tariffestsetzungen nach Art. 47 KVG sinngemäss an- zuwenden. 3. Grundsatzurteile zum neuen Spitalfinanzierungsrecht 3.1 Streitig ist die vorinstanzliche Festsetzung eines Basisfallwerts für die leistungsbezogenen und auf der SwissDRG-Tarifstruktur beruhenden Fall- pauschalen (Art. 49 Abs. 1 Satz 2 und 3 KVG). In zwei Grundsatzurteilen hat das Bundesverwaltungsgericht verschiedene auch im vorliegenden Verfahren umstrittene Fragen beurteilt (BVGE 2014/3, BVGE 2014/36). 3.2 Im System der neuen Spitalfinanzierung bilden die individuellen Kosten eines Spitals die Grundlage für das Benchmarking beziehungsweise für die Ermittlung der benchmarking-relevanten Betriebskosten und der schwere- gradbereinigten Fallkosten (benchmarking-relevanter Basiswert). Der Ba- sisfallwert hat aber nicht diesen Kosten zu entsprechen, da kein Kostenab- geltungsprinzip gilt. Die frühere – gestützt auf aArt. 49 Abs. 1 KVG entwi- ckelte – Praxis zu den anrechenbaren Kosten ist nicht mehr anwendbar C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 16 (BVGE 2014/3 E. 2.8.5). Effizienzgewinne von Spitälern (mit einem bench- marking-relevanten Basiswert unterhalb des gesetzeskonform bestimmten Benchmarks) sind nicht unzulässig (BVGE 2014/3 E. 2.9.4.4 und 2.9.5). Art. 59c Abs. 1 Bst. a KVV, wonach der Tarif höc hstens die transparent ausgewiesenen Kosten der Leistung decken darf, ist in dem Sinne geset- zeskonform auszulegen, dass es sich bei den "ausgewiesenen Kosten der Leistung" nicht um die individuellen Kosten des Spitals, dessen Tarif zu beurteilen ist, hande lt, sondern um die Kosten des Spitals, welches den Benchmark bildet (und an dessen Tarif sich die Spitaltarife gemäss Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG zu orientieren haben; BVGE 2014/3 E. 2.10.1). 3.3 Die Tarifbestimmung nach Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG erfolgt aufgrun d eines Vergleichs mit anderen Spitälern, welche die versicherte Leistung in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen. Zur Ermittlung und Auswahl dieser als Referenz massgebenden Spitäler ist grundsätzlich ein Fallkosten-Betriebsvergleich notwendig (vgl. BVGE 2014/36 E. 3.6 und E. 6.7). 3.4 Die Bestimmung, wonach Betriebsvergleiche nur unter vergleichbaren Spitälern durchzuführen sind (aArt. 49 Abs. 7 KVG) ist im revidierten Recht nicht mehr enthalten. Die möglichst hohe Transparenz und breite Ver- gleichbarkeit der Spitaltarife gehörte zu den Zielsetzungen der Gesetzes- revision. Das System der einheitlichen Tarifstruktur eröffnet grundsätzlich die Möglichkeit von Betriebsvergleichen über die Grenzen der Spitaltypen und -kategorien hinaus (BVGE 2014/36 E. 3.8). 3.5 In BVGE 2014/36 wird dargelegt, welche Voraussetzungen zur Ver- gleichbarkeit der Fallkosten idealtypisch gegeben sein müssen (E. 4) und welche dieser Voraussetzungen noch fehlen beziehungsweise verbessert werden müssen (E. 5). Zu den Vorausset zungen, die fehlen beziehungs- weise verbessert werden müssen, gehören insbesondere die schweizweit durchzuführenden Betriebsvergleiche zu Kosten (Art. 49 Abs. 8 KVG), die Vereinheitlichung der Kosten- und Leistungsermittlung (Art. 49 Abs. 7 KVG) und die Verfeinerung der Tarifstruktur. Hinsichtlich der künftigen Preisbil- dung ist es unabdingbar, dass die Verpflichtung zur Erstellung der Betriebs- vergleiche, insbesondere hinsichtlich der Kosten, baldmöglichst umgesetzt wird. Auch in der Einführungsphase ist jedoch eine auf die vom Gesetzge- ber angestrebten Ziele ausgerichtete Preisbestimmung erforderlich. Den Tarifpartnern, Festsetzungs- und Genehmigungsbehörden verbleibt die Möglichkeit, ersatzweise auf möglichst aussagekräftige vorhandene Daten C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 17 abzustellen und e rkannte Mängel mit sachgerechten Korrekturmassnah- men zu "überbrücken". Vor diesem Hintergrund wird das Bundesverwal- tungsgericht – zumindest in der Phase der Einführung der leistungsbezo- genen Fallpauschalen – den Vorinstanzen bei der Umsetzung der Preisbil- dungsregel nach Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG beziehungsweise bei der Durchführung des Benchmarkings einen erheblichen Spielraum einzuräu- men haben. Erscheint das Vorgehen der Vorinstanz als vertretbar, ist der Entscheid selbst dann zu schützen, wenn andere Vorg ehensweisen als besser geeignet erscheinen, die vom Gesetzgeber angestrebten Ziele zu erreichen (BVGE 2014/36 E. 5.4, vgl. auch BVGE 2014/3 E. 10.1.4). 3.6 Weiter prüfte das Gericht, welche Korrekturmassnahmen in einer Über- gangsphase sachgerecht und vertretbar sein können (BVGE 2014/36 E. 6). So kann beispielsweise die Auswahl einer repräsentativen Teilmenge (Stichprobe) vertretbar sein, obwohl für den Betriebsvergleich idealerweise von der Grundgesamtheit aller akutsomatischen Spitäler auszugehen wäre (E. 6.1). Zur Bildung von Benchmarking-Gruppen (z.B. nach Spitalkatego- rie) hat das Gericht unter anderem erwogen, eine solche stehe im Wider- spruch zur Grundidee eines schweizweiten, möglichst breit abgestützten Betriebsvergleichs (E. 6.6.1). Es stellte fest, dass für die zukünftige Ent- wicklung in der Preisfindungspraxis die Kategorisierung wenig zielführend sei, zumal bereits die Kategorienbildung Probleme verursache (E. 6.6.4). Dennoch könne in einer Einführungsphase der Entscheid einer Kantonsre- gierung, für spezielle Spitäler (z.B. Universitätsspitäler) auf einen eigenen Betriebsvergleich abzustellen, geschützt werden (E. 6.6.6). Zudem ist bei der Preisgestaltung unter Umständen der spezifischen Situation der Leis- tungserbringer Rechnung zu tragen, so, dass – ausgehend von einem Re- ferenzwert – aus Billigkeitsgründen differenzierte Basisfallwerte verhandelt oder festgesetzt werden müssen (vgl. dazu BVGE 2014/36 E. 6.8, s.a. E. 3.4 und E. 22.3 ff.). 3.7 Obwohl das Benchmarking idealtypisch kostenbasiert und nicht auf- grund der verhandelten Preise zu erfolgen hat, sind Ausnahmen vom Grundsatz des Fallkostenvergleichs möglich. Solange für einzelne Kan- tone verwertbare Kostendaten fehlen, ist für eine Übergangsphase allen- falls auch die Orientierung an festgesetzten oder genehmigten Tarifen an- derer Spitäler zu tolerieren. Im Rahmen eines solchen Preisbenchmarkings müsste jedoch geprüft werden, wie weit bei der Gestaltung der Vergleichs- tarife Verhandlungsspielräume beansprucht wurden, ob spitalindividuelle Besonderheiten berücksichtigt wurden, und ob diese auch für das zu beur- teilende Spital gleichermassen zutreffen. Bei Preisvergleichen besteht die C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 18 Gefahr, dass sich der Vergleich auf überhöhte oder unwirtschaftliche Ver- handlungsergebnisse bezieht. Andererseits könnte ein Spital b ereit sein, günstige Tarife der OKP zu akzeptieren, wenn sein Trägerkanton bereit ist, entsprechende Lücken durch Subventionen zu schliessen. Die Orientie- rung an solchen Tarifen wäre nicht sachgerecht. Ein Preisbenchmarking kann nur in Ausnahmefällen und unter besonderen Voraussetzungen sach- gerecht sein. Die Verlässlichkeit der verwendeten Vergleichsdaten ist ab- hängig davon, wie sehr die gesetzlichen Vorgaben anlässlich der Geneh- migung beachtet wurden. Die Festsetzung oder Genehmigung von Tarifen anhand einer Orientierung an bereits genehmigten oder festgesetzten Ta- rifen setzt eine bundesrechtskonforme Wirtschaftlichkeitsprüfung der Ver- gleichstarife voraus (BVGE 2014/36 E. 6.7, vgl. auch BVGE 2014/3 E. 10.3.2). 4. Das Beschwerdeverfahren C-3613/2013 (Beschwerde der tarifsuisse) ist, soweit es nicht durch das Teilurteil vom 18. Juni 2015 erledigt wurde, zu- folge des Beschwerderückzuges vom 28. Juli 2015 gegenstandslos gewor- den und abzuschreiben. 5. In ihrer Beschwerdeschrift I führte die Wilhelm Schulthess-Stiftung im We- sentlichen aus, die Schulthess Klinik als orthopädische Spezialklinik sei ausschliesslich mit dem Universitätsspital Balgrist vergleichbar , weshalb das Benchmarking auf diese beiden Spitäler zu beschränken sei. Die Fest- setzung unterschiedlicher Tarife für die beiden Spezialkliniken verletze die Tarifvorschriften des KVG und das Gebot der Rechtsgleichheit. 5.1 Im System der einheitlichen Tarifstruktur können die schweregradbe- reinigten Fallkosten grundsätzlich über die Grenzen der Spitaltypen hinaus verglichen werden (BVGE 2014/36 E. 3.8). Die Bildung von Benchmarking- Gruppen steht im Widerspruch zur Grundidee eines schweizweiten, mög- lichst breit abgestützten Betriebsvergleichs und ist daher problematisch (BVGE 2014/36 E. 4.3, E. 6.6 und E. 8) . In der Einführungsphase wurde der Entscheid der Zürcher Kantonsregierung toleriert, für die Universitäts- spitäler auf einen eigenen Betriebsvergleich abzustellen (BVGE 2014/36 E. 6.6.6; Urteil des BVGer C2255/2013 vom 24. April 2015 E. 4.6; Urteil des BVGer C-6392/2014 vom 27. April 2015 E. 5.5). Die Einführung weite- rer Benchmarking-Kategorien hat das BVGer abgelehnt (BVGE 2014/36 E. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 19 8). Gründe, welche ein separates Benchmarking der Schulthess Klinik aus- schliesslich mit dem Universitätsspital Balgrist rechtfer tigen würden, sind nicht ersichtlich. 5.2 Mit Teilurteil C-6391/2014 vom 26. Februar 2015 hat das BVGer den Entscheid der Vorinstanz betreffend die Festsetzung des Basisfallwertes der Universitätsklinik Balgrist aufgehoben, da die Tariffestsetzung nicht auf einem bundesrechtskonformen Wirtschaftlichkeitsvergleich nach Art. 49 Abs. 1 Satz 5 KVG beruhte. Aus dem Vergleich mit dem für die Universi- tätsklinik Balgrist festgesetzten Tarif kann somit nichts für die Tariffestset- zung der Schulthess Klinik abgeleitet werden. 6. Die Wilhelm Schulthess-Stiftung macht geltend, die Verknüpfung von Ge- nehmigungsverfahren und Festsetzungsverfahren widerspreche dem Grundsatz des Vertragsprimates. Das Bundesverwaltungsgericht hat festgehalten, dass die hoheitliche Fest- setzung eines Tarifs im Rahmen der Nichtgenehmigung unzulässig sei (BVGE 2014/36 E. 24). Da zwischen der Wilhelm Schulthess-Stiftung und der tarifsuisse kein Tarif vereinbart war, ging der hoheitlichen Festsetzung des Tarifs der Schulthess Klinik keine N ichtgenehmigung voraus. Eine Konstellation, wie sie im Entscheid BVGE 2014/36 (vgl. auch Ur- teil C-2255/2013; Urteil des BVGer C -2273/2013 und C-3615/2013 vom 8. Juni 2015; und Urteil des BVGer C -2290/2013 und C-3619/2013 vom 16. Juni 2015) vorlag und zur Aufhebung des Festsetzungsentscheides ge- führt hat, besteht bezüglich der Schulthess Klinik nicht. 7. Die Wilhelm Schulthess-Stiftung lässt in ihrer Beschwerdeschrift II ausfüh- ren, die festgesetzten Tarife seien generell zu tief und würden nicht ausrei- chen, um langfristig eine qualitativ hochstehende, innovative und patien- tenfreundliche Versorgung auf heutigem Niveau betreiben zu können. Nach dem neuen KVG sei bei der Bestimmung von Tarifen nicht auf Kos- ten, sondern auf Preise abzustellen. Der Vergleich mit Pre isen von Spitä- lern zeige, dass die Tarife im Kanton Zürich zu tief angesetzt seien. Dies zeige auch der Vergleich mit den Tarifen, welche mit den Einkaufsgemein- schaften HSK und Assura/Supra ausgehandelt worden seien. Zur Tarifbestimmung ist ein Fallkosten-Betriebsvergleich notwendig (BVGE 2014/3 E. 10 und 2014/36 E. 3.6, Urteile des BVGer C -4460/2013 vom C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 20 29. Oktober 2014 E. 3.2.3; C-4190/2013 vom 25. November 2014 E. 3.4). Die besonderen Voraussetzungen, welche in Ausnahmefällen ein Preis- benchmarking rechtf ertigen könnten, sind vorliegend nicht gegeben. (BVGE 2014/36 E. 6.7 und E. 12; Urteil C-2273/2013 E. 5; Urteil C-2290/2013 E. 4). 8. In ihrer Beschwerde bemängelt die Wilhelm Schulthess -Stiftung das von der Vorinstanz vorgenommene Benchmarking, namentlich die von der Vorinstanz getroffene Auswahl der in den Vergleich einbezogenen Spitäler (Benchmarking beschränkt auf nicht-universitäre Spitäler des Kantons Zü- rich), die Ermittlung der benchmarking -relevanten Betriebskosten und die Bestimmung des Effizienzmassstabes beim 40. Perzentil. 8.1 Mit Bezug auf den RRB 278/2013 setzte sich das Gericht mit dem Vor- gehen der Vorinstanz bereits in verschiedenen Urteilen auseinander. Es entschied, dass die Beschränkung des Benchmarkings auf die nicht -uni- versitären Spitäler des Kantons Zürich in casu während der Einführungs- phase der neuen Spitalfinanzierungsregeln toleriert werden könne (BVGE 2014/36 E. 6.6 und 9.6; vgl. auch Urteil C-2273/2013 E. 6.2; Urteil C-2290/2013 E 5.2). 8.2 Weiter hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Vo- rinstanz ihr Ermessen weder unter- noch überschritten habe, indem sie den Benchmark auf dem 40. Perzentil festgesetzt hat. 8.3 In einer Auseinandersetzung mit diversen Rügen im Zusammenhang mit der Ermittlung der benchmarking -relevanten Basisfallwerte prüfte das Gericht namentlich, ob die Vorinstanz auf das verwendete Datenmaterial abstellen durfte (BVGE 2014/36 E. 13), und ob OKP-fremde Kostenantei- len wie kalkulatorische Zinsen (BVGE 2014/36 E. 15) oder Kosten gemein- wirtschaftlicher Leistungen (B VGE 2014/36 E. 16) sachgerecht ausge- schieden wurden. 8.4 Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation und der Schwierigkeiten in der Einführungsphase des neuen Rechts wurde das von der Vorinstanz vorgenommene Benchmarking der nicht-universitären Spitäler nicht bean- standet. Dabei wurde festgehalten, dass von einem Benchmark von CHF 8'408.- auszugehen ist ( BVGE 2014/36 E. 17). Dies wurde auch i n den Urteilen C-2290/2014 E. 5.2 und C-2273/2013 E 6.6 bestätigt. Damit C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 21 ist auch für die Bestimmung des Tarifs der Schulthess Klinik vom Bench- mark von CHF 8'408.- auszugehen. 9. Die Wilhelm Schulthess-Stiftung bemängelt in verschiedener Hinsicht die Bestimmung der Zuschläge, welche von der Vorinstanz zum Ausgleich der Teuerung zwischen 2010 und 2012, der Steigerung der P ersonalkosten aufgrund der 2010 in Kraft getretenen Besoldungsrevision und zur Kom- pensation der Reduktion der Fallzahl durch Fallzusammenführungen in- folge der neuen Tarifstruktur vorgenommen hat. Sie macht ausserdem gel- tend, aus verschiedenen Gründen seien weitere Zuschläge vorzunehmen. 9.1 Im Grundsatzentscheid BVGE 2014/36 hat das Gericht festgestellt, die von der Vorinstanz vorgenommene n Zuschläge für die Kostensteigerung aufgrund der Zürcher Besoldungsrevision und der Fallzusammenführun- gen lägen in deren sachgerechtem Ermessen (BVGE 2014/36 E. 18.2 und 18.3). Weiter stellte das Gericht fest, der von der Vorinstanz zur Kompen- sation der Teuerung vorgenommene Zuschlag entspreche der Rechtspra- xis gemäss BVGE 2014/3 E. 8.1 und sei nicht zu beanstanden (Urteil C-2273/2013 E. 7.1; Urteil C-2290/2013 E. 6.2). 9.2 Von der Wilhelm Schulthess -Stiftung wird geltend gemacht, aufgrund der Regelung in § 29 Abs. 4 des Spitalplanungs- und -finanzierungsgeset- zes des Kantons Zürich vom 2. Mai 2011 (LS 813.20, SPFG), wonach bis- herige Staatsbeiträge in verzinsliche und zu amortisierende Darlehen um- gewandelt würden, hätten Zürcher Spitäler erhebliche Mehrkosten zu tra- gen, was einen weiteren Zuschlag von 5 % rechtfertige. Die Regelung des SPFG entspricht dem System der neuen Spitalfinanzierungsordnung, wo- nach auch die Anlagenutzungskosten mit den leistungsorientierten Fall- pauschalen abgegolten werden (vgl. POLEDNA/VOKINGER/WITTWER, Spi- talsubventionen und neue Spitalfinanzierung, in: Jusletter vom 18. Au- gust 2014, S. 5 ff.). Gemäss der für das Jahr 2012 geltenden Übergangs- regelung (Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderungen der KVV vom 22. Oktober 2008) erfolgt die Abgeltung der Anlagenutzungskosten mit ei- nem Zuschlag von 10 %. Für einen weiteren Zuschlag besteht kein Raum (Urteil C-2290/2013 E. 6.3). 9.3 Zur Bildung von Eigenkapitalreserven für die Finanzierung künftiger In- vestitionen macht die Wilhelm Schulthess-Stiftung unter dem Titel «Unter- nehmerlohn» einen Zuschlag von 1 % geltend. Die Anlagenutzungskosten werden gemäss der für das J ahr 2012 geltenden Übergangsregelung mit C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 22 den Zuschlag von 10% pauschal vergütet, unbeschadet ob Investitionen im Tarifjahr erfolgen oder Mittel für zukünftige Investitionen zurückgestellt werden. Ein zusätzlicher unternehmerischer Zuschlag für künftige Investi- tionen wäre diesem System fremd. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz keinen entsprechenden Zuschlag vorgenommen hat (vgl. Urteil C-2290/2013 E. 6.4). 9.4 Da auf der Kostengrundlage von 2010 ein Spitalbetrieb nach den Qua- litätsanforderungen des KVG nicht möglich sei, macht die Wilhelm Schulthess-Stiftung u nter den Titeln «Innovation» und «Qualitätssiche- rung» einen weiteren Zuschlag geltend. Soweit zur Erreichung von Innova- tion Forschung betrieben wird, können die entsprechenden Kosten nicht den Fallpauschalen belastet werden (Art. 49 Abs. 3 Bst. b KVG) . Bei der Preisbestimmung nach den Regeln der neuen Spitalfinanzierung wird die qualitativ hochstehende gesundheitliche Versorgung (Art. 43 Abs. 6 KVG) entsprechend dem Standard der medizinischen Wi ssenschaft vorausge- setzt (BVGE 2014/36 E. 3.5). Qualitätssicherung und Innovation sind Teile des Versorgungsauftrages, und die entsprechenden Kosten sind bereits im Referenzwert enthalten. Ein Zuschlag unter diesem Titel wäre system- fremd, und dessen Ablehnung durch die Vorinstanz ist nicht zu beanstan- den (vgl. C-2290/2013 E. 6.5). 9.5 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die von der Vo- rinstanz berechneten Zuschläge nicht zu beanstanden sind. Auch die nicht erfolgte Berücksichtigung weiterer Zuschläge ist nicht zu bemängeln. Für Zürcher Spitäler errechnete die Vorinstanz ein Total der allgemeinen Zu- schläge von 12.49 %. Nach Aufrechnung dieser Zuschläge zum Bench- mark von CHF 8'408. - gelangte sie zu einem Referenzwert für nicht -uni- versitäre Spitäler von gerundet CHF 9'460.-. Bei der Bestimmung des Tarifs der Zürcher Stadtspitäler durfte die Vorinstanz im Rahmen des ihr in der Einführungsphase zugestandenen Ermessens von einem Referenzwert von CHF 9'460. - ausgehen ( BVGE 2014/36 E. 20; vgl. auch Urteil e C-2273/2013 E. 7.2 und C-2290/2013 E. 6.6 ). Von diesem Referenzwert ist auch bei der Bestimmung des Tarifs der Schulthess Klinik auszugehen. 10. Ausgehend vom Referenzwert von CHF 9'460.- setzte die Vorinstanz den Basisfallwert für nicht -universitäre Spitäler mit Notfallstation auf CHF 9'480.- und denjenigen der nicht-universitären Spitäler ohne Notfall- station auf CHF 9'280.- fest. Die Wilhelm Schulthess -Stiftung bemängelt C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 23 diese Tarifdifferenzierung. Die Notfallleistungen würden mit den Fallpau- schalen abgegolten. Die Reduktion des Basisfallwertes der Spitäler ohne Notfallstation bedeute einen unzulässigen Eingriff in die Tarifstruktur. 10.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit Bezug zum angefochte- nen RRB 278/2013 mit der Differenzierung der Tarife zwischen Spitälern mit und ohne Notfallstation auseinandergesetzt. Dabei wurde festgehalten, weder die Differenzierung an sich noch deren Quantifizierung sei zu bean- standen (BVGE 2014/36 E. 21, vgl. auch Urteil C-2290/2013 E. 7.3). 10.2 Die Schulthess Klinik verfügt über einen Leistungsauftrag für das Ba- sispaket für elektive Leistungserbringer, welcher die Führung einer Notfall- station ausschliesst (Zürcher Spitalliste 2012 Akutsomatik [gültig ab 1. Ja- nuar 2012] und Strukturbericht zur Spitalplanung 2012 des Kantons Zürich vom September 2011, S. 26 f. < http://www.gd.zh.ch > Themen > Behörden & Politik > Spitalplanung / Spitallisten > Akutsomatik >, abgerufen am 11. August 2015). Für die Schulthess Klinik ist von einem Betrag von CHF 9'280.- auszugehen. 11. Zur Begründung des von ihr beantragten Tarifs verweist die Schulthess Kli- nik auf ihre hochspezialisierten Leistungen. Zu prüfen ist, ob – gegenüber den übrigen nicht-universitären und öffentlichen Spitälern - eine Differen- zierung der Tarife erforderlich ist. 11.1 Bei der Preisgestaltung ist unter Umständen der spezifischen Situa- tion der Leistungserbringer Rechnung zu tragen, so dass - ausgehend von einem Referenzwert - aus Billigkeitsgründen (vgl. Art. 46 Abs. 4 KVG) dif- ferenzierte Basisfallwerte verhandelt oder festgesetzt werden müssen. Da das Gesetz die Orientierung an günstigen und effizienten Spitälern gebie- tet, kann sich eine Preisdifferenzierung nur in begründeten Einzelfällen rechtfertigen (BVGE 2014/36 E.6.8). 11.2 Die Tarifstruktur sieht für spezialisierte und hochspezialisierte Leistun- gen höhere Kostengewichte vor, was zu entsprechend höheren Vergütun- gen führt. Alleine aus der Tatsache, dass ein Spital vermehrt komplexe Leistungen erbringt, kann die Notwendigkeit zur Festlegung eines höheren Basisfallwertes nicht abgeleitet werden (BVGE 2014/36 E. 22.7.1). Von der Wilhelm Schulthess-Stiftung wurde nicht substantiiert, warum ihr Spital ta- rifarisch nicht mit den anderen nicht -universitären Spitälern vergleichbar C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 24 sei, und warum ein höherer Tarif gerechtfertigt sein soll. Sie hat nicht nach- gewiesen, dass in der Schulthess Klinik vermehrt Behandlungen erfolgen, deren Kosten durch die Tarifstruktur nicht sachgerecht abgebildet werden. Die Vorinstanz hat ihren Ermessensspielraum weder unter - noch über- schritten, i ndem sie für die Schulthess Klinik keine Tarifdifferenzierung machte. 12. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz den Ba- sisfallwert der Schulthess Klinik im Rahmen ihres Ermessens auf den Be- trag von CHF 9' 280.- festsetzen durfte. Die von der Wilhelm Schulthess- Stiftung gestellten Anträge sind abzuweisen. 13. Zu befinden ist abschliessend über die Verfahrenskosten und Parteient- schädigungen. 13.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt diese nur teilweise, so werden die Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Wird ein Verfahren gegenstandslos, so werden die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt, deren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Den Vo- rinstanzen werden keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Spruchgebühr richtet sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien (vgl. Art. 63 Abs. 4bis VwVG; zur Qualifikation als vermögensrechtliche Streitig- keit vgl. BVGE 2010/14 E. 8.1.3). Das für die Kostenverteilung massge- bende Ausmass des Unterliegens ist aufgrund der gestellten Rechtsbegeh- ren zu beurteilen (MICHAEL BEUSCH, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kom- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Rz. 13 zu Art. 63). Dabei ist auf das materiell wirklich Gewollte abzustellen (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 4.43). 13.2 Das Beschwerdeverfahren C-3613/2013 wurde vom Beschwerdever- fahren C-2259/2013 abgetrennt. Im ersten Teilentscheid vom 18. Juni 2015 wurde festgehalten, über die Verfahrenskosten und die Parteientschädi- gungen sei im zweiten Teilurteil zu befinden . Mit ihrem Antrag auf Aufhe- bung des Festsetzungsbeschlusses und Festsetzung auf höchstens CHF 2'006.- betreffend die Tagespauschale obsiegt tarifsuisse teilweise. Durch C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 25 den Rückzug des Antrages betreffend die Festsetzung des Basisfallwerts hat tarifsuisse zur Vereinfachung des Beschwerdeverfahrens beigetragen; sie hat jedoch die Verfahrenskosten für den einschlägigen Verfahrensauf- wand zu tragen. Die Verfahrenskosten im abgetrennten Verfahren werden auf CHF 3'000.- bestimmt. Tarifsuisse werden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'000.- auferlegt. Von der Wilhelm Schulthess-Stiftung sind CHF 1'000.- zu tragen. Da tarifsuisse im (von C-2259/2013 abgetrennten) Verfahren C -3613/2013 keinen Kostenvorschuss geleistet hat, sind ihr CHF 2'000.- in Rechnung zu stellen. 13.3 Die Beschwerde der Wilhelm Schulthess -Stiftung ist vollumfänglich abzuweisen. Die Verfahrenskosten im Verfahren C-2214/2013 werden auf CHF 6'000.- bestimmt und der Wilhelm Schulthess-Stiftung auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss von CHF 6'000.- wird zur Bezahlung der Ver- fahrenskosten verwendet. 13.4 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG hat die obsiegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und ver- hältnismässig hohen Kosten (vgl. auch Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] ). Obsiegt die Partei nur teil- weise, so ist die Parteientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE), wobei auch die Verursachung der Gegenstandslosigkeit zu be- rücksichtigen ist (Art. 15 i. V. m. Art. 5 und 7 Abs. 2 VGKE). Die Entschädi- gung wird der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt, in deren Na- men die Vorinstanz verfügt hat, soweit sie nicht einer unterliegenden Ge- genpartei auferlegt werden kann (Art. 64 Abs. 2 VwVG). 13.5 Im Beschwerdeverfahren C-3613/2013 hat tarifsuisse durch Rückzug des ersten Rechtsbegehrens die teilweise Gegenstandslosigkeit bewirkt. Bezüglich des zweiten Rechtsbegehrens obsiegt sie teilweise. Beide Par- teien haben Anspruch auf reduzierte Parteientschädigungen. Da di e Rechtsvertreter keine Kostennoten eingereicht haben, sind die Parteient- schädigungen aufgrund der Akten festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Für tarifsuisse ist zu beachten, dass ihre Beschwerde C-2259/2013 gegen mehrere Spitäler gerichtet ist, und im abgetrennten Verfahren C-3613/2013 lediglich der Tarif der Schulthess Klinik beurteilt wird. Mit Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2013 (C-2259/2013 act. 19) nahm der VZK als Vertreter der Wilhelm Schulthess-Stiftung für mehrere Spitäler Stellung. Für tarifsuisse erscheint eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'000.- (inkl. MWST und Auslagen), für die Wilhelm C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 26 Schulthess-Stiftung eine solche in der Höhe von CHF 2'000.- angemessen. Nach Verrechnung beträgt die im Verfahren C-3613/2013 von tarifsuisse an die Wilhelm Schulthess-Stiftung zu leistende Parteientschädigung CHF 1'000.-. 13.6 Im Beschwerdeverfahren C -2214/2013 unterliegt die Wilhelm Schulthess-Stiftung als Beschwerdeführerin. Tarifsuisse obsiegt vollum- fänglich und hat Anspruch auf eine Parteientschä digung. Der Rechtsver- treter hat keine Kostennote eingereicht. Eine Parteientschädigung in der Höhe von CHF 4'000.- erscheint angemessen. Diese ist der Wilhelm Schulthess-Stiftung aufzuerlegen (Art. 64 Abs. 2 VwVG). 14. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundes- gericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. I VGG in Verbin- dung mit Art. 53 KVG getroffen hat, ist gemäss Art. 83 Bst. r BGG unzuläs- sig. Der vorliegende Entscheid ist endgültig. Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Beschwerde C-2214/2013 1.1 Die Beschwerde C-2214/2013 der Wilhelm Schulthess-Stiftung wird abge- wiesen. 1.2 Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 6'000. - werden der Wilhelm Schulthess-Stiftung auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 1.3 Die Wilhelm Schulthess-Stiftung hat tarifsuisse eine Parteientschädigung von CHF 4'000.- zu bezahlen. 2. Beschwerde C-3613/2013 2.1 Das Beschwerdeverfahren C-3613/2013 wird, soweit es nicht mit Teilurteil vom 18. Juni 2015 erledigt wurde, zufolge Rückzugs als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 2.2 Der tarifsuisse werden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 2'000.- auf- erlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 2.3 Der Wilhelm Schulthess -Stiftung werden Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 1'000.- auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 2.4 Tarifsuisse hat der Wilhelm Schulthess -Stiftung hat eine Parteientschädi- gung von CHF 1'000.- zu bezahlen. C-2214/2013, C-3613/2013 Seite 28 3. Dieses Urteil geht an: – die Wilhelm Schulthess -Stiftung (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungsschein) – die Einkaufsgemeinschaft tarifsuisse (Gerichtsurkunde; Beilage: Einzahlungsschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. RRB 278/2013; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Gesundheit (Einschreiben) – die Preisüberwachung (Einschreiben). Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Tobias Merz Versand: