<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00334</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205487&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00334</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.11.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nachträgliche Ausnahmebewilligung nach § 220 PBG für Anbau eines Esszimmers und eines überdachten Gartensitzplatzes mit Wegabstandunterschreitungen ausserhalb der Bauzonen. Vorliegend ist zu Recht unbestritten, dass die Voraussetzungen von Art. 24c RPG und Art. 42 RPV erfüllt sind. Ein Zufahrtsweg muss mindestens 3 m breit sein, damit das Baugrundstück als baureif eingestuft werden kann. Dabei ist jedoch nicht verlangt, dass eine für Fahrzeuge ausgebaute Zufahrt direkt bis zur Haustüre führt. Vielmehr ist ein Wohnhaus auch dann hinlänglich erschlossen, wenn zwischen dem Ende der Zufahrt und dem Hauseingang eine Weglänge von 80 m liegt. Diese Anforderungen sind vorliegend erfüllt (E. 4.1). Das erstellte Esszimmer sowie der Gartensitzplatz unterschreiten den von § 265 PBG geforderten Strassenabstand von 3,5 m deutlich, indem lediglich ein Abstand zwischen 0,0 und 2,0 m eingehalten wird. An der Strassenkreuzung ragt zudem das Dach des Esszimmers in den Weg. Es liegen keine besonderen baurechtlichen Verhältnisse vor, die eine Ausnahmesituation darstellen, denn mit der Form oder Beschaffenheit des Baugrundstücks bzw. Projekts lässt sich die Situation nicht begründen. Ein privates Interesse zum Anbau eines Esszimmers mit direktem Küchenzugang vermag von der Beachtung baurechtlicher Vorschriften nicht zu befreien. Es darf für die Beurteilung der Besonderheit der Verhältnisse auch keine Rolle spielen, ob die umstrittenen Bauten bereits erstellt sind oder sich erst in Planung befinden. Genauso wenig liegen besondere Verhältnisse schon dann vor, wenn ein Anbau am vorgesehenen Standort sinnvoll ist oder dadurch keine Interessen der Nachbarn oder der Allgemeinheit tangiert würden (E. 4.2). Da sich die Vorinstanzen mit der Frage der Wiederherstellung noch nicht befasst haben, hat darüber die kommunale Baubewilligungsbehörde zu befinden (E. 4.3). Gutheissung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMESITUATION">AUSNAHMESITUATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUREIFE">BAUREIFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESONDERE VERHÃLTNISSE">BESONDERE VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSSTRASSE">ERSCHLIESSUNGSSTRASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTZUFAHRT">NOTZUFAHRT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENABSTAND">STRASSENABSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGABSTAND">WEGABSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRTSBREITE">ZUFAHRTSBREITE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUFAHRTSWEG">ZUFAHRTSWEG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 237 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 265 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 24c RPG</span><br/><span class="gerade">§ 3 Zugangsnormalien</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Liegenschaft Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 von D in U wurde 1796 erstellt und seither als Wohnbaute genutzt. Die Wohnliegenschaft liegt in der Landwirtschaftszone an der Kreuzung L-Weg/M-Weg; sÃ¼dwestlich der Wohnliegenschaft fÃ¼hrt der L-Weg (Flurweg) vorbei, nordwestlich der M-Weg. 1965 wurde an der nordÃ¶stlichen Seite des Wohnhauses die Erstellung einer Garage bewilligt. Am 10. MÃ¤rz 1970 bewilligte die Stadt U einen Anbau an die Garage. An der sÃ¼dwestlichen Seite des Wohnhauses wurde ungefÃ¤hr 1980 ein Holzschopf (rund 5,00 m x 3,01 m) ohne raumplanungs- und baurechtliche Bewilligung erstellt. 1989 wurde dieser Holzschopf ebenfalls ohne Bewilligung in ein Esszimmer umgenutzt. 1999 wurde zwischen der SÃ¼dwestseite des Wohnhauses und der SÃ¼dostwand des Schopfes/Esszimmers ohne die erforderliche Bewilligung ein Ã¼berdachter Sitzplatz mit der GrundflÃ¤che von rund 3,68 m x 5,08 m erstellt. Der Schopf und der Gartensitzplatz liegen mit ihrer sÃ¼dwestlichen Seite ohne Abstand am L-Weg und der Abstand des Schopfes auf der nordwestlichen Seite zum M-Weg betrÃ¤gt zwischen 0,0 und 2,0 m. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 15. Oktober 2001 erteilte die Baudirektion D nachtrÃ¤glich die Bewilligung nach Art. 24c des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) fÃ¼r die NutzungsÃ¤nderung des angebauten Schopfes in ein Esszimmer sowie fÃ¼r den Gartensitzplatz. Ebenfalls bewilligt wurde die geplante Erweiterung der Garage, jedoch ohne die projektierte GaragenvorplatzÃ¼berdachung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 30. Oktober 2001 erteilte die Stadt U D die Bewilligung entsprechend der VerfÃ¼gung der Baudirektion sowie gestÃ¼tzt auf § 220 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) die Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Unterschreitung des Wegabstandes (vgl. § 265 PBG) hinsichtlich des Esszimmers und der SitzplatzÃ¼berdachung. Zudem forderte sie D auf, ein geÃ¤ndertes Projekt fÃ¼r das Garagenvordach genehmigen zu lassen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 3. Juni 2002 bewilligte die Baudirektion und am 18. Juni 2002 die Stadt U das geÃ¤nderte Garagenprojekt. Diese Entscheide sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 8. Juni 2005 wies der Regierungsrat die von A und B erhobenen Rekurse gegen die Entscheide der Baudirektion vom 15. Oktober 2001 bzw. der Stadt U vom 30. Oktober 2001 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B gelangten am 24. August 2005 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats sowie des Beschlusses der Baukommission U und die Verweigerung der ersuchten Bewilligung; eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von D.</p> <p class="Urteilstext">Die Baudirektion schloss am 8. September 2005 auf Abweisung der Beschwerde. Die Baukommission der Stadt U verzichtete am 14. September 2005 auf eine Vernehmlassung. Am 23. September 2005 beantragte die Staatskanzlei, die Beschwerde sei abzuweisen und machte ergÃ¤nzende AusfÃ¼hrungen zum Rekursentscheid. D liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde sachlich und funktional zustÃ¤ndig. Die BeschwerdefÃ¼hrer sind als Nachbarn gemÃ¤ss § 338 a PBG grundsÃ¤tzlich zur Anfechtung der Baubewilligung legitimiert. Da auch die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die Baudirektion erwog, dass der Anbau und die Umnutzung des Schopfes, die Erweiterung der Garagen sowie die Ãberdachung des Gartensitzplatzes einer nachtrÃ¤glichen Bewilligung nach Art. 24c RPG zugÃ¤nglich seien. Die Erweiterung der vorhandenen NutzflÃ¤che von 150 m<sup>2 </sup>bewege sich im von Art. 42 der Raumplanungsverordnung vom 18. Juni 2000 (RPV) vorgegebenen Rahmen von 30 %, indem der Schopf/das Esszimmer eine FlÃ¤che von 15 m<sup>2</sup>, der gedeckte Sitzplatz 19 m<sup>2</sup> sowie die Garagenerweiterung 11 m<sup>2</sup> aufweisen wÃ¼rden. Da das zulÃ¤ssige Mass durch diese zum Teil bereits erstellten Bauten ausgeschÃ¶pft sei, kÃ¶nne jedoch die nachgesuchte GaragenÃ¼berdachung zwecks Errichtung einer Terrasse nicht bewilligt werden.</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt U fÃ¼hrte aus, dass fÃ¼r den bereits erstellten Sitzplatz und das Esszimmer eine Dispens von § 265 PBG gestÃ¼tzt auf § 220 PBG erteilt werden kÃ¶nne, da keine Ã¶ffentlichen Interessen verletzt wÃ¼rden und, soweit ersichtlich, auch keine Nachbarn in unzumutbarer Weise benachteiligt wÃ¼rden. Das Esszimmer und die SitzplatzÃ¼berdachung kÃ¶nnten somit vorbehaltlich der Eintragung eines Beseitigungs- bzw. Anpassungsreverses im Grundbuch bewilligt werden.</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat hat diese Argumentation weitgehend Ã¼bernommen und verwarf das Vorbringen der Rekurrenten, wonach das BaugrundstÃ¼ck nicht Ã¼ber eine den Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 entsprechende strassenmÃ¤ssige Erschliessung verfÃ¼ge, soweit er darauf eintrat. Betreffend der Unterschreitung des nach § 265 PBG verlangten Wegabstandes erwog der Regierungsrat, dass es sinnvoll sei, das Esszimmer an besagter Stelle anzubauen, weil dort ein direkter Zugang zur KÃ¼che gewÃ¤hrleistet sei. Es sei zudem davon auszugehen, dass der M-Weg auch auf der HÃ¶he des Schopfes/Esszimmers mit einem Traktor befahren werden kÃ¶nne. Es sei den Rekurrenten zuzumuten, den M-Weg an besagter Stelle mit einem Mehraufwand an Vorsicht zu befahren. Fahrten mit einem Heulader und dergleichen wÃ¼rden nicht tÃ¤glich ausgefÃ¼hrt, sodass es zumutbar sei, dafÃ¼r allenfalls einen Umweg von zirka 400 m Ã¼ber die N-Strasse zu fahren. Verletzte Ã¶ffentliche Interessen seien nicht ersichtlich, zumal der M-Weg nur von wenigen Anwohnern benutzt werde. Er beurteilte deshalb die Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach § 220 PBG im vorliegenden Fall als rechtmÃ¤ssig. Auf die Vorbringen betreffend Umgestaltung des Garagendachs in eine Terrasse trat der Regierungsrat nicht ein, da dieses Vorhaben mit der angefochtenen VerfÃ¼gung verweigert worden sei bzw. die ProjektÃ¤nderung inzwischen rechtskrÃ¤ftig bewilligt worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrer erneuern vor Verwaltungsgericht ihre RÃ¼ge, dass die Zufahrt zum Wohnhaus des privaten Beschwerdegegners den Anforderungen an eine Notzufahrt gemÃ¤ss § 3 der Zugangsnormalien nicht entsprechen wÃ¼rde. Denn der M-Weg sei stellenweise nur 2,50 m statt 3 m breit. Die Erschliessung sei vor allem auch deshalb ungenÃ¼gend, weil das Dach des Esszimmers an der Kreuzung M-Weg/L-Weg 50 cm in den M-Weg hineinragen wÃ¼rde. Es fehle dem streitbetroffenen GrundstÃ¼ck somit an der Baureife. Was die Unterschreitung des Wegabstands anbelange, sei nicht ersichtlich, weshalb das Esszimmer an seinem jetzigen Standort erstellt werden mÃ¼sse, dort wo der Wegabstand maximal unterschritten werde. FÃ¼r eine Dispens vom Wegabstand von 3,5 m nach § 265 PBG fehle es deshalb bereits an der Grundvoraussetzung gemÃ¤ss § 220 Abs. 1 PBG. Ausserdem habe die Vorinstanz bei der Beurteilung der Zumutbarkeit fÃ¼r die Nachbarn einseitig auf die Vorbringen der Gegenseite abgestellt und insbesondere der Hanglage zu wenig Bedeutung beigemessen. Schliesslich monieren die BeschwerdefÃ¼hrer die Garagenumgestaltung in eine Dachterrasse und machen geltend, der Regierungsrat sei zu Unrecht auf diese EinwÃ¤nde nicht eingetreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrer bringen vor, der Regierungsrat sei zu Unrecht nicht auf ihre Vorbringen betreffend der Neugestaltung des Garagendaches als Terrasse eingetreten. Die Baudirektion verweigerte am 15. Oktober 2001 die Bewilligung fÃ¼r die GaragenvorplatzÃ¼berdachung. <span>Am 3. Juni 2002 bewilligte die Baudirektion und am 18. Juni 2002 die Stadt U ein geÃ¤ndertes Garagenprojekt. Diese Entscheide sind unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Eine Bewilligung fÃ¼r die Umgestaltung des Garagendachs in eine Terrasse ist damit rechtskrÃ¤ftig verweigert worden. Den Rekurrenten fehlte es damit zum vorneherein an einem Rechtsschutzinteresse. Der Regierungsrat durfte deshalb auf ihre diesbezÃ¼glichen Vorbringen nicht eintreten. Fragen, Ã¼ber welche die Rekursinstanz zulÃ¤ssigerweise nicht entschieden hat, sind auch im Beschwerdeverfahren nicht zu beurteilen (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 86).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist zu Recht unbestritten, dass die zu beurteilenden Bauvorhaben die Voraussetzungen von Art. 24c RPG und Art. 42 RPV erfÃ¼llen. Im Streit liegt allein die Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks und die nachtrÃ¤gliche baurechtliche Bewilligung nach § 220 PBG fÃ¼r das Esszimmer und den Gartensitzplatz fÃ¼r die Unterschreitung des Wegabstands nach § 265 PBG.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Zutreffend fÃ¼hren die BeschwerdefÃ¼hrer aus, dass das BaugrundstÃ¼ck auch bei Vorliegen der Voraussetzungen nach Art. 24c RPG genÃ¼gend erschlossen sein muss. Zumal die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG sich nur auf die ZonenkonformitÃ¤t bezieht und nicht auch auf die Erschliessung (vgl. Art. 22 Abs. 1 lit. a und b RPG). Die BeschwerdefÃ¼hrer sind zu dieser RÃ¼ge entgegen der Ansicht des Regierungsrats legitimiert, denn sind BeschwerdefÃ¼hrende durch das Bauvorhaben hinreichend betroffen, so kÃ¶nnen sie sich mit ihrem Rechtsmittel auf alle Argumente und RechtssÃ¤tze berufen, die im Ergebnis zur Gutheissung ihres Rekursantrags fÃ¼hren kÃ¶nnen (RB 1987 Nr. 3 und 1980 Nr. 7). Auf eine RÃ¼ckweisung zum Neuentscheid kann aber vorliegend bereits aufgrund des Verfahrensergebnisses (vgl. E. 5) verzichtet werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 7).</p> <p class="Urteilstext">Land gilt strassenmÃ¤ssig dann als erschlossen, wenn in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten oder Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r die Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer gewÃ¤hrleistet ist (§ 237 Abs. 1 Satz 1 PBG). Der Regierungsrat hat in den Zugangsnormalien diese Voraussetzungen dahingehend konkretisiert, als er in § 3 in Verbindung mit dem Anhang der Zugangsnormalien festgelegt hat, dass ein Zufahrtsweg mindestens 3 m breit sein muss (sog. Notzufahrt), damit das BaugrundstÃ¼ck als baureif eingestuft werden kann. Dabei ist jedoch nicht verlangt, dass eine fÃ¼r Fahrzeuge ausgebaute Zufahrt direkt bis zur HaustÃ¼re fÃ¼hrt. Vielmehr ist ein Wohnhaus auch dann hinlÃ¤nglich erschlossen, wenn zwischen dem Ende der (rechtsgenÃ¼glichen bzw. 3 m breiten) Zufahrt und dem Hauseingang eine WeglÃ¤nge von 80 m liegt (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, Ziff. 9.3.1.3/4). </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrer bringen im Wesentlichen vor, der M-Weg sei als Notzufahrt fÃ¼r die Liegenschaft des privaten Beschwerdegegners deshalb unzureichend, weil der Dachvorstand des Esszimmers an seiner Westecke in den M-Weg hineinrage. Da sich der Esszimmeranbau auf der <span>sÃ¼dwestlichen Seite des Wohnhauses befindet und der M-Weg aus nordÃ¶stlicher Richtung an die Liegenschaft heranfÃ¼hrt, erweist sich dieser Einwand als unbehelflich. Denn der Esszimmeranbau muss zum Erreichen der Liegenschaft des privaten Beschwerdegegners via M-Weg gar nicht passiert werden. Dass der M-Weg nicht nur zwischen den GrundstÃ¼cken Kat.-Nr. 02 und 03, sondern auch zwischen den Parzellen Kat.-Nr. 04 und 05 eine Breite von weniger als 3 m aufweisen soll, machen die BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend und ist auch nicht ersichtlich. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der M-Weg mindestens bis zur Parzellengrenze Kat.-Nr. 02 und 05 eine Breite von 3 m aufweist. Damit ist die Liegenschaft Vers.-Nr. 01 unbestrittenermassen bis auf 80 m auf einer rechtsgenÃ¼glichen Zufahrt fÃ¼r die Ã¶ffentlichen Dienste und ihre BenÃ¼tzer erreichbar. Das BaugrundstÃ¼ck ist somit hinreichend erschlossen bzw. baureif.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Unbestritten ist vorliegend, dass das erstellte Esszimmer an der Nordwestseite zum M-Weg und an der SÃ¼dwestseite zum L-Weg sowie der Gartensitzplatz zum L-Weg den von § 265 PBG geforderten Strassenabstand von 3,5 m deutlich unterschreiten, indem lediglich ein Abstand zwischen 0,0 und 2,0 m eingehalten wird. An der Ecke M-Weg/L-Weg ragt zudem das Dach des Esszimmers in den Weg.</p> <p class="Erwgung2">Nach kantonalem Recht kann von Bauvorschriften im Einzelfall befreit werden, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (§ 220 Abs. 1 PBG). Diese Ausnahmebewilligung darf nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstossen, von der sie befreit, und auch sonst keine Ã¶ffentlichen Interessen verletzen, es sei denn, dass die ErfÃ¼llung einer dem Gemeinwesen gesetzlich obliegenden Aufgabe verunmÃ¶glicht oder Ã¼bermÃ¤ssig erschwert wÃ¼rde (§ 220 Abs. 2 PBG).</p> <p class="Urteilstext">Ausnahmebewilligungen bezwecken, im Einzelfall HÃ¤rten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren; die Ausnahmebewilligung darf nicht dazu eingesetzt werden, generelle GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, die sich praktisch immer anfÃ¼hren liessen, da auf diesem Weg das Gesetz abgeÃ¤ndert wÃ¼rde (BGE 117 Ib 125 E. 6d). Sie darf daher nur unter der Voraussetzung "besonderer VerhÃ¤ltnisse" erteilt werden (RB 1981 Nr. 125 = BEZ 1981 Nr. 34; 1981 Nr. 126; 1985 Nr. 103 = BEZ 1986 Nr. 4). Weil es um die Befreiung von einer baurechtlichen Norm geht, mÃ¼ssen die besonderen VerhÃ¤ltnisse zudem baurechtlicher Natur sein, was zur Hauptsache im Fall einer ungÃ¼nstigen Form oder Beschaffenheit des BaugrundstÃ¼cks oder aufgrund von Eigenheiten des Projekts zutrifft (VGr, 15. November 2000, VB.2000.00205). Ob eine Ausnahmesituation im erwÃ¤hnten Sinn vorliegt, ist eine Rechtsfrage, die das Verwaltungsgericht frei Ã¼berprÃ¼ft. </p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat bejahte das Vorliegen von "besonderen VerhÃ¤ltnissen", da das Esszimmer am beanspruchten Standort sinnvoll sei, weil dessen Verbindung zum Wohnhaus nur an dieser Stelle in die KÃ¼che fÃ¼hre. Die Erstellung des Esszimmers an einer anderen Stelle auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 wÃ¼rde das Vorhaben verunmÃ¶glichen oder in unzumutbarer Weise einschrÃ¤nken. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Es ist nicht ersichtlich und wird auch vom privaten Beschwerdegegner nicht dargelegt, weshalb das Esszimmer bzw. der Gartensitzplatz nicht weiter vom M-Weg bzw. L-Weg weggerÃ¼ckt an der SÃ¼dwestseite des GebÃ¤udes angebaut werden kÃ¶nnen. Es liegen keine besonderen baurechtlichen VerhÃ¤ltnisse vor, die eine Ausnahmesituation darstellen, denn mit der Form oder Beschaffenheit des BaugrundstÃ¼cks bzw. Projekts lÃ¤sst sich die Situation nicht begrÃ¼nden. Ein privates Interesse zum Anbau eines Esszimmers mit direktem KÃ¼chenzugang vermag von der Beachtung baurechtlicher Vorschriften nicht zu befreien. Denn besondere GrÃ¼nde mÃ¼ssen grundsÃ¤tzlich objektiver Art sein und dÃ¼rfen nicht in den persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnissen von Bauwilligen begrÃ¼ndet sein (vgl. VGr, 23. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00289, E. 6; VGr, 23. Februar 2005, VB.2004.00255, E. 5 f.; Charlotte Good-Weinberger, Die Ausnahmebewilligung im Baurecht, insbesondere nach § 220 des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, ZÃ¼rich 1990, S. 29). So darf es fÃ¼r die Beurteilung der Besonderheit der VerhÃ¤ltnisse auch keine Rolle spielen, ob die umstrittenen Bauten bereits erstellt sind oder sich erst in Planung befinden. Genauso wenig liegen besondere VerhÃ¤ltnisse schon dann vor, wenn ein Anbau am vorgesehenen Standort sinnvoll ist (Good-Weinberger, S. 30) oder dadurch keine Interessen der Nachbarn oder der Allgemeinheit tangiert wÃ¼rden (vgl. VGr, 15. November 2000, VB.2000.00205). Solche GrÃ¼nde kÃ¶nnten in einer Vielzahl von FÃ¤llen angefÃ¼hrt werden, sodass das Instrument der Ausnahmebewilligung seines Sinngehalts entleert wÃ¼rde. Da es vorliegend am Nachweis einer Ausnahmesituation fehlt, ist die nachgesuchte Ausnahmebewilligung fÃ¼r den Ã¼berdachten Gartensitzplatz und das Esszimmer zu Unrecht erteilt worden. Fehlt es damit bereits an der Grundvoraussetzung zur Erteilung einer Ausnahmebewilligung gestÃ¼tzt auf § 220 Abs. 1 PBG, muss nicht geprÃ¼ft werden, ob den eigenmÃ¤chtig erstellten Konstruktionen Ã¶ffentliche Interessen entgegenstehen oder ob sie den Nachbarn zumutbar sind (§ 220 Abs. 2 und 3 PBG).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Da sich die Vorinstanzen mit der Frage der Wiederherstellung (§ 341 PBG) noch nicht befasst haben, hat darÃ¼ber im jetzigen Zeitpunkt nicht das Verwaltungsgericht zu befinden. Dies ist Sache der kommunalen BaubehÃ¶rde (vgl. RB 1998 N. 122).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss wird die Beschwerde gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsrats vom 8. Juni 2005 und Disp.-Ziff. 3 und 4 des Beschlusses der Baukommission U vom 30. Oktober 2001 werden aufgehoben. </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem privaten Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 VRG), welcher den BeschwerdefÃ¼hrern eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bezahlen hat (§ 17 Abs. 2 und 3 VRG). AusgangsgemÃ¤ss hat der private Beschwerdegegner auch die Kosten des Rekursverfahrens zu tragen. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Regierungsrats vom 8. Juni 2005 und Disp.-Ziff. 3 und 4 des Beschlusses der Baukommission U vom 30. Oktober 2001 werden aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Rekurskosten von Fr. 2'400.-- werden dem privaten Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'620.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem privaten Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der private Beschwerdegegner wird zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'000.- (inkl. MwSt.) an die BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen von der Rechtskraft des Entscheids an gerechnet.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>