200 14 1105 IV MAW/PRN/KRK Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 5. März 2015 Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiberin Prunner A.________ vertreten durch B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 7. November 2014 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich am 11. November 2013 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be- schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 19). Nach Einholung diverser medizinischer und erwerblicher Unterla- gen teilte die IVB dem Versicherten am 16. Januar 2014 mit, dass derzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (AB 36). Weiter veranlasste die IVB unter ande- rem einen Bericht von Dr. med. C.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Tropenmedizin und Reisemedizin sowie Allge- meine Innere Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 11. April 2014 (AB 43, S. 2) und einen Abklärungsbericht für Selbststän- digerwerbende vom 5. Mai 2014 (AB 46). Mit Vorbescheid vom 14. Mai 2014 stellte die IVB bei einem Invaliditätsgrad von 56% die Zusprache ei- ner halben Invalidenrente ab Mai 2014 in Aussicht (AB 47). Auf hiergegen erhobene Einsprache (AB 50, 52) hin holte die IVB einen Bericht von Dr. med. C.________ vom 21. Juli 2014 (AB 55, S. 2) ein und bestätigte mit Verfügung vom 7. November 2014 den Anspruch auf eine halbe Invaliden- rente ab Mai 2014 (AB 58). B. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________, mit Ein- gabe vom 12. November 2014 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde und beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung vom 7. November 2014 und die Ausrichtung einer höheren Rente. Zur Be- gründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass sich der Gesundheits- zustand des Beschwerdeführers aufgrund schwerer Rückenprobleme während den Abklärungen weiter verschlechtert habe, weshalb der Invali- ditätsgrad von 56% nicht der tatsächlichen Beeinträchtigung entspreche. Mit Schreiben vom 11. Dezember 2014 reichte der Beschwerdeführer wei- tere medizinische Unterlagen zu den Akten (Beschwerdebeilage [BB] 1 - 3).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 3 Mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2015 beantragte die IVB gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 12. Januar 2015 die Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi- cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 7. November 2014 (AB 58). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 4 offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier- besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.3Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 5 setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in- valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). 2.4Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen: 3.1.1Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ führte in seinem Bericht vom 11. April 2014 aus, der Beschwerdeführer leide an einem Diabetes mellitus mit allen bekannten Komplikationen. Im Vordergrund stünde eine Makro- und Mikro-Angiopathie mit schwerem diabetischem Fusssyndrom rechts mehr als links, aber auch mit koronarer Herzkrankheit und Status nach Myokardinfarkt, PTCA (perkutane transluminale Koronarangioplastie), Stents und Bypass-Operation im Jahre 2000. Daneben bestehe eine Ne- phropathie, Polyneuropathie und Retinopathie. Seit dem 19. März 2013 bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit als selbstständiger … . Ab dem 12. November 2013 sei die Arbeitsunfähigkeit auf 75% reduziert worden. Der Beschwerdeführer sollte nicht mehr … . Eine schwere Arbeit mit Las- tentragen sei nicht mehr zumutbar. Eine körperlich leichte Tätigkeit, vor- wiegend sitzend, mit nur wenig Gehen und Stehen, sei aktuell noch zu 100% zumutbar. Eine solche Tätigkeit könne ohne Leistungseinschränkung zugemutet werden (AB 43, S. 2). 3.1.2Im Bericht vom 16. Juni 2014 führte Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, aus, er habe bereits im Bericht vom Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 6 26. November 2013 über den sich verschlechternden Gesundheitszustand des Beschwerdeführers berichtet (Zunahme der PAVK [peripheren arteriel- len Verschlusskrankheit] im Sinne eines diabetischen Fusssyndroms Grad III rechts; AB 28, S. 1). Neben den bekannten Diagnosen sei nun eine zer- vikale Symptomatik im Sinne einer Diskushernie C6/C7 mit eingeengten Neuroforamen mit Reizung der Wurzel C7 dazugekommen. Die Diskusher- nie C4/C5 sei asymptomatisch. Als Nebendiagnose nannte er einen fortge- schrittenen Diabetes mellitus mit diabetischem Fusssyndrom links, insulin- pflichtig seit zwei Jahren, einen Status nach Exartikulation Digiti II links bei feuchtem Gangrän, eine periphere Polyneuropathie, eine diabetische Ne- phropathie, eine PAVK, Status nach PTA (perkutane transluminale Angio- plastie) der Arteria femoralis, eine koronare Herzkrankheit mit Status nach Myocardinfarkt 2000, Status nach zweifacher aortenkoronaren Bypass- Operation, eine arterielle Hypertonie und eine Dyslipidämie. Die periphere Neuropathie als Folge des Grundmorbus verunmögliche, dass der Be- schwerdeführer weiterhin als … arbeiten könne, weshalb er eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (AB 52, S. 2). 3.1.3Dr. med. E.________, Facharzt für Neurochirurgie FMH, diagnosti- zierte im Bericht vom 16. Juni 2014 wiederholt Rückenschmerzen mit neu claudicativem radikulärem Schmerzsyndrom am ehesten L5 links, eine re- grediente linksseitige Cervicobrachialgie, einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus, eine PAVK mit Status nach PTA der Arteria femoralis, einen Sta- tus nach Myokardinfarkt mit Bypass-Operation im Jahr 2000 und eine arte- rielle Hypertonie (BB 1; vgl. auch BB 2 f.). 3.1.4Im Bericht vom 21. Juli 2014 hielt Dr. med. C.________ an seiner Beurteilung fest. Die im Bericht von Dr. med. D.________ vom 16. Juni 2014 erwähnte zervikale Problematik lasse sich behandeln, weshalb nicht von einem zusätzlichen andauernden relevanten Gesundheitszustand aus- gegangen werden könne (AB 55, S. 2). In der im Beschwerdeverfahren eingeholten Stellungnahme vom 12. Januar 2015 führte der RAD-Arzt Dr. med. C.________ aus, dass seit Mai 2014, vermehrt seit Juni 2014 neu lumbale Schmerzen aufgetreten seien. Richti- gerweise sei von Dr. med. E.________ eine entsprechende Therapie vor- gesehen worden. Es sei davon auszugehen, dass diese Therapie, zusam-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 7 men mit physiotherapeutischen Massnahmen, nach einigen Wochen bis Monaten zu einer deutlichen Regredienz der lumbalen Beschwerden führe, weshalb an der Gesamtbeurteilung aus medizinischer Sicht keine Ände- rung nachweisbar sei. Eine angepasste, leichte Tätigkeit sei weiter vollzei- tig zumutbar. 3.2Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3Der Bericht von Dr. med. C.________ vom 11. April 2014 (AB 43, S. 2) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an ärztliche Berichte (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Der RAD-Arzt führt schlüssig und nachvollziehbar aus, dass der Beschwerdeführer hauptsächlich durch eine stark verminderte Geh- und Stehfähigkeit infolge einer Angiopathie mit schwerem diabeti- schem Fusssyndrom - am Fuss mussten bereits Zehen und eine Metatar- sale amputiert werden - eingeschränkt ist und die bisherige Tätigkeit als selbstständiger … nicht mehr zumutbar ist. Eine körperlich leichte Tätigkeit, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 8 vorwiegend sitzend, mit nur wenig Gehen und Stehen, ist aktuell zu 100% zumutbar. Die medizinische Situation erachtete Dr. med. C.________ aktu- ell wieder als stabil, aber eine Verschlechterung in den nächsten Jahren ist gemäss der Beurteilung des RAD-Arztes absehbar. Mittelfristig drohe eine Fuss und/oder Unterschenkelamputation (AB 43, S. 2; vgl. auch AB 55, S. 2). Die vom Beschwerdeführer - gestützt auf den Bericht von Dr. med. E.________ vom 16. Juni 2014 (BB 1; vgl. auch BB 2 f.) - geltend gemach- te zwischenzeitliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes infolge Rückenproblemen, welche das Sitzen unzumutbar mache, vermag an der Einschätzung bzw. dem Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. C.________ nichts zu ändern. Dem Bericht von Dr. med. E.________ vom 16. Juni 2014, welcher das MRI LWS vom 5. Juni 2014 (BB 2) sowie das MRI HWS vom 19. Mai 2014 (BB 3) berücksichtigt, kann entnommen werden, dass neu lumbosacrale/gluteale Schmerzen linksbetont mit Ausstrahlung dorso- lateral entlang des linken Beines bis in die Waden aufgetreten sind. Diese verursachen Schmerzen beim Stehen und Gehen, nicht jedoch beim Velo- fahren (vgl. BB 1, S. 2). Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er könne eine sitzende Tätigkeit nicht in dem vom RAD angenommenen Umfang ausüben, findet im Bericht von Dr. med. E.________ somit keine Stütze. Vielmehr ist nach wie vor auf das Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. C.________ abzustellen. Dies umso mehr, als Dr. med. E.________ für die Rückenschmerzen eine Behandlungsmöglichkeit aufgezeigt und empfohlen hat. So wurde im Einverständnis mit dem Beschwerdeführer für den 3. Juli 2014 eine Infiltration vorgesehen (BB 1, S. 3; vgl. auch Stellungnahme des RAD vom 12. Januar 2015). 3.4Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die bisherige Tätigkeit als selbstständiger … nicht mehr zumutbar ist. Eine angepasste, körperlich leichte Tätigkeit, vorwiegend sitzend, mit nur wenig Gehen und Stehen, ist aktuell zu 100% zumutbar. 4.Weiter ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen (vgl. E. 2.3 hier- vor). Dabei kann entsprechend des nicht zu beanstandenden Abklärungs-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 9 berichts für Selbstständigerwerbende vom 5. Mai 2014 (AB 46) vorgegan- gen werden. 4.1 4.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche- rung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrechtlich massgebenden hypothetischen Ver- gleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Erwerbsein- kommen kann das Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden zu- meist auf Grund der Einträge im Individuellen Konto bestimmt werden. Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durch- schnittsverdienst abzustellen (SVR 2014 UV Nr. 1 S. 2 E. 4.2, 2010 IV Nr. 26 S. 80 E. 3.3). 4.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge- nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beein- trächtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 10 Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in wel- chem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa- lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermes- sen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1). 4.2Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der attestierten Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 40% ohne wesentlichen Unterbruch) seit dem 11. März 2013 (AB 21; Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG) sowie der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 11. November 2013 (AB 19) der 1. Mai 2014 (Art. 29 Abs. 1 IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist grundsätzlich der Einkommensvergleich vorzunehmen (BGE 129 V 222). Entsprechende statistische Zahlen für das Jahr 2014 fehlen jedoch noch, so dass eine Festlegung auf das Jahr 2013 erfolgt. 4.3Da der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkung wei- terhin als Selbstständigerwerbender bzw. … der Firma F.________ tätig wäre, ist das hypothetische Valideneinkommen aufgrund des Einkommens aus der zuletzt ausgeübten Tätigkeit festzulegen. Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen entsprechend dem durchschnittlichen Einkom- men gestützt auf den IK-Auszug der Jahre 2008 bis 2012 (vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im März 2013; AB 21) auf Fr. 170‘930.-- festgesetzt (vgl. AB 27; 46, S. 5; durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 159‘959.-- abzüglich 1.5% Zins auf dem im Betrieb investierten Eigenkapital von Fr. 276‘187.-- und zuzüglich persönliche AHV/IV/EO-Beiträge von Fr. 15‘114.--; AB 46, S. 6), was nicht zu beanstanden ist (vgl. E. 4.1.1 hier- vor). 4.4Der Beschwerdeführer führt zurzeit keine angepasste Tätigkeit aus. Das Invalideneinkommen ist deshalb gestützt auf Tabellenlöhne zu be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 11 stimmen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Vorliegend ist dabei auf die unter www.bfs.admin.ch einsehbare Tabelle TA1, „Monatlicher Bruttolohn (Zen- tralwert) nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplat- zes und Geschlecht, Privater Sektor“, Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnis- se vorausgesetzt), Männer, Total, abzustellen, welche für das Jahr 2010 einen Betrag von Fr. 5‘909.-- pro Monat bzw. Fr. 70‘908.-- pro Jahr enthält. Umgerechnet auf die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden („Die Volkswirtschaft“ 12-2014, S. 92, Tabelle B9.2, Total) und aufindexiert auf das Jahr 2013 (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Tabelle T39, Nominallöhne, Männer, 2010 - 2013) ergibt dies ein Invaliden- einkommen von Fr. 75‘743.-- (Fr. 70‘908.-- : 40 x 41.7 : 2151 x 2204). Da die medizinischen Einschränkungen bereits im Rahmen des Zumutbar- keitsprofils bzw. der angepassten Tätigkeit berücksichtigt worden sind, ist ein behinderungsbedingter Abzug nicht vorzunehmen (Entscheid des Bun- desgerichts vom 5. Juli 2011, 8C_261/2011, E. 7.3). Weiter ist festzustel- len, dass auch keine invaliditätsfremden Gründe für einen Abzug vom Ta- bellenlohn vorliegen (seit seiner Geburt in der Schweiz lebender … Staats- bürger, im hier massgebenden Zeitpunkt 60 Jahre alt [AB 11]; vgl. E. 4.1.2 hiervor). 4.5Nach dem Gesagten resultiert bei einem Valideneinkommen von Fr. 170‘930.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 75‘743.-- eine invali- ditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 95‘187.--, was einem Invaliditäts- grad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) 56% entspricht. Dies berechtigt zu einer halben Invalidenrente ab 1. Mai 2014 (vgl. E. 2.2 hiervor). Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 7. November 2014 (AB 58) als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde als of- fensichtlich unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerdeführer bei der Invalidenversicherung melden kann, falls die medizinische Behandlung der Rückenschmerzen keinen Erfolg zeigt (vgl. E. 3.3 hiervor) bzw. eine anderweitige (dauerhafte) Verschlechterung des Gesundheitszustands ein- tritt.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 12 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 5.2Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. März 2015, IV/14/1105, Seite 13 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.