<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat sorgt dafür, dass ungefähr 2020 eine Schweizerische Wohnbauausstellung stattfindet. Diese Ausstellung soll nach dem Vorbild der Interbau (Berlin, Fünfzigerjahre) bewohnbare Wohnungen der Zukunft schaffen. Damit sollen in Bezug auf Architektur und Gestaltung, Materialien und Werkstoffe, Zusammenleben und Versorgung neue Entwicklungen und Perspektiven vorangetrieben und soll Pionierarbeit ermöglicht werden. Der Bundesrat sucht zu diesem Zweck die Zusammenarbeit mit allen interessierten privaten und öffentlichen Akteuren. Ob der Bund als Träger oder nur als Ermöglicher auftritt, soll zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Es ist durchaus denkbar, dass das Projekt nach einer Startphase in private Hände übergeht. Denkbar ist auch eine Zusammenarbeit mit der IBA Basel 2020. Die Wohnbauausstellung soll die verschiedenen geografischen und kulturellen Räume des Landes berücksichtigen und diese miteinander in einen Dialog bringen. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung der Motionärin, dass im Bereich des zukünftigen Bauens und Wohnens Herausforderungen bestehen und dass eine breite öffentliche Diskussion über künftige Wohnformen dazu beiträgt, diese zu bewältigen. Der Bundesrat ist jedoch der Ansicht, dass dieser Prozess - ausgelöst unter anderem durch Forschungsarbeiten und durch realisierte oder geplante innovative Wohnüberbauungen - bereits im Gang ist und dass es nicht die Aufgabe des Bundes ist, diesen mit einer allfälligen schweizweiten Bauausstellung zu vertiefen und zu beschleunigen.</p><p>Bezüglich Forschungsarbeiten seien beispielhaft die Szenarien zu den Wohnformen 2030 erwähnt, welche die Schweizerische Vereinigung für Zukunftsforschung mit breiter Abstützung erarbeitet und 2012 veröffentlicht hat (Swissfuture 2012). Innovative Wohnbauprojekte, welche Anliegen der Motionärin aufnehmen und mit diesen experimentieren, sind unter anderem in der Region Zürich realisiert worden (z. B. die Überbauungen Kalkbreite, Richti- und Hunzikerareal sowie Sihlbogen in der Stadt Zürich oder das Mehrgenerationenhaus auf dem Gelände der ehemaligen Giesserei in Winterthur). Diese Überbauungen weisen durchmischte Wohnformen und ein umfangreiches, ergänzendes Dienstleistungsangebot auf. Weitere Projekte ähnlicher Grössenordnung befinden sich in Arbon, Bern, Lausanne und Meyrin in unterschiedlichen Realisierungsphasen. Soweit gemeinnützige Wohnbauträger an ihnen beteiligt sind, profitieren diese häufig von den Möglichkeiten der Wohnraumförderung des Bundes. Die angesprochenen Projekte werden nicht nur in Fachzeitschriften dokumentiert und so einer interessierten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Sie können nach Absprache auch besichtigt werden. Besichtigungen von pionierhaften Überbauungen haben in der Schweiz eine lange Tradition und werden von verschiedenen Fach- und Interessenverbänden organisiert und durchgeführt. So führt die SIA alle zwei Jahre die sogenannten Tage der zeitgenössischen Architektur und Ingenieurbaukunst 15n durch, wobei allein im Jahr 2014 25 000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet werden konnten. Zu erwähnen ist schliesslich das in der Schweiz weitverbreitete Instrument der Architekturpreise, mit welchen gute Lösungen prämiert und in der Öffentlichkeit bekanntgemacht werden.</p><p>Diese hier nur beispielhaft erwähnten Aktivitäten belegen, dass in der Schweiz ein reger Wettbewerb von innovativen Bau- und Wohnformen im Gang ist und dass genügend Organisationen und Gefässe vorhanden sind, welche nicht nur die öffentliche Auseinandersetzung mit den baulichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen des zukünftigen Wohnens befördern, sondern auch Plattformen bieten, die den Charakter einer permanenten dezentralen Bauausstellung aufweisen. Unter diesen Voraussetzungen erscheint das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer vom Bund initiierten Wohnbauausstellung 2020 in der Schweiz ungünstig auszufallen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass - nach Einschätzung des Bundesrates - keine genügende spezifische gesetzliche Grundlage für eine allfällige Bundesbeteiligung an den Kosten der Ausstellung besteht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.