<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz werden jährlich zwischen 1600 und 2500 Waldschnepfen gejagt. Allerdings ist diese Vogelart auf der Roten Liste der bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Die Bejagung dieser gefährdeten Art sollte nur dann gestattet sein, wenn wissenschaftlich erhärtet ist, dass die Jagd keinen nachteiligen Effekt auf die in der Schweiz nistenden Schnepfenbestände hat. Das BAFU hat 2014 beschlossen, eine Studie über die Ökologie dieses Vogels zu verfassen, insbesondere über die Auswirkungen von dessen Bejagung, um die notwendigen Massnahmen für den Erhalt der in der Schweiz nistenden Bestände ergreifen zu können. Auf der Internetseite des Projekts stehen im April 2021 einzig Zwischenberichte für die Jahre 2015-2017 zur Verfügung. Diese Studie wäre für die Arbeiten an der Änderung des Jagdgesetzes, über das am 27. September 2020 abgestimmt wurde, wichtig gewesen.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie hoch sind die Kosten des "Nationales Waldschnepfenprojekts", und wie wird es finanziert? Wer hat wem den Auftrag für das Projekt erteilt?</p><p>2. Auf welche Dauer ist das Projekt angelegt? Falls das Projekt 2017 abgeschlossen wurde: Warum standen dessen Ergebnisse weder für die Beratung des Jagdgesetzes im Parlament noch für den öffentlichen Diskurs vor der Volksabstimmung zur Verfügung?</p><p>3. Das Parlament hat beschlossen, als Schutzmassnahme die Jagdzeit auf die Zeit zwischen dem 16. September und dem 15. Oktober einzuschränken. War diese Massnahme gemäss den bisher gewonnenen Erkenntnissen ausreichend oder zumindest wirksam für den Schutz der in der Schweiz lebenden Bestände dieser Vogelart? Welcher Prozentsatz an Waldschnepfen hätte dank dieser Massnahme vor dem Abschuss gerettet werden können?</p><p>4. Falls das Projekt nach 2017 weitergeführt wurde: Wann werden dessen Ergebnisse vorliegen?</p><p>5. Welche Informationen hat "JagdSchweiz" vom BAFU erhalten, dass dieser Dachverband Ende Februar 2021 als Schlussfolgerung aus dem Projekt schreiben konnte, die strategische Begleitgruppe habe klar aufgezeigt, dass die Jagd auf die Waldschnepfe so, wie sie in der Schweiz betrieben werde, gangbar sei?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1) Das nationale Waldschnepfenprojekt wurde vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) lanciert. Die Gesamtkosten dieses Projekts beliefen sich auf CHF 1,2 Millionen, woran sich das BAFU mit rund CHF 600'000 beteiligte. Am Projekt waren verschiedene Forschungspartner beteiligt: Das Schweizerische Zentrum für die Kartografie der Fauna (SZKF/CSCF), die Schweizerische Vogelwarte Sempach und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL).</p><p>2) und 4) Das Projekt dauerte von 2014 bis 2020. Der Schlussbericht wurde im Januar 2021 dem BAFU übergeben. Auf Basis des Schlussberichts hat die wissenschaftliche Begleitgruppe des Projekts anschliessend Empfehlungen für die Lebensraumaufwertung und die Bejagung der Waldschnepfe erarbeitet. Diese liegen dem BAFU seit April 2021 vor. Der Schlussbericht zusammen mit den Umsetzungsempfehlungen werden im Sommer 2021 in der strategischen Begleitgruppe des Projekts diskutiert und anschliessend finalisiert. Mit der Publikation im Verlaufe des Herbsts 2021 wird das Projekt abgeschlossen.</p><p>3) Das Projekt bestätigt, dass die Verlängerung der Schonzeit um einen Monat, wie dies vom Parlament im Rahmen der Diskussion um die Anpassung des Jagdgesetzes 2019 beschlossen wurde, ein tauglicher Weg ist, um die Waldschnepfen-Brutpopulation in der Schweiz besser zu schützen. Zudem bestätigt das Projekt, dass die Waldschnepfenjagd in der Schweiz mit dem Schutz der Brutpopulation vereinbar ist. Als weitere Massnahmen empfiehlt das Projekt, die Abschussquote pro Jäger bzw. Jägerin zu begrenzen und kantonale Schongebiete auszuscheiden. Mit der Verlängerung der Schonzeit um einen Monat könnte die Anzahl der abgeschossenen Waldschnepfen von 1600 bis 2500 pro Jahr um bis zu 10 Prozent sinken.</p><p>5) Die strategische Begleitgruppe des Projektes hat sich noch nicht zur Frage der Nachhaltigkeit der Waldschnepfenjagd in der Schweiz geäussert. Das BAFU hat bisher keine Dokumente verschickt, die Publikation des Berichts steht noch aus.</p>  Antwort des Bundesrates.