Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. Oktober 2016 (715 16 130 / 270) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Die Beschwerde wird gutheissen und die Angelegenheit wird an die Arbeitslosenkasse zurückgewiesen, damit sie den Sachverhalt für die von ihr geltend gemachten Einstel- lungsgründe von Art. 44 Abs. 1 lit. a und b AVIV erneut abklärt Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. A.____ arbeitete vom 1. Januar 2011 bis 29. Febr uar 2012 bei der Firma B.____ AG. Ab dem 2. März 2012 erhob er Anspruch auf Arbeitslo senentschädigung. Per 31. Januar 2013 meldete sich A.____ von der Arbeitsvermittlung ab. Mit Urteil des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 28. November 2013 und mit Einsprache- entscheid der Einspracheinstanz des KIGA Baselland, Abteilung Arbeitsvermittlung, vom 12. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Juni 2015, wurde die Vermittlungsfähigkeit des Versicher ten für die Zeit vom 2. März 2012 bis 31. Januar 2013 bejaht. Nachdem die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten festst and, sprach ihm die Öffentliche Ar- beitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) mit Verfügung vom 28. Juli 2015 die An- spruchsberechtigung für die Zeit vom 2. März 2012 bis 31. Mai 2012 mangels anrechenbaren Arbeitsausfalls ab. Er habe von der ehemaligen Arbeit geberin Fr. 36‘000.-- erhalten, was drei Monatslöhnen bzw. der Dauer der dreimonatigen Kündigu ngsfrist entspreche. Mit Verfügung vom 29. Juli 2015 stellte ihn die Arbeitslosenkasse ab dem 2. März 2012 während 36 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. In der Begründung wur de ausgeführt, dass das Arbeitsverhält- nis im gegenseitigen Einverständnis aufgehoben worden se i, ohne dass eine andere Stelle zu- gesichert gewesen sei. Als einen der Gründe für die A uflösung des Arbeitsverhältnisses nenne die ehemalige Arbeitgeberin primär das Nachgehen eige ner Interessen und privater Geschäfte durch den Versicherten während der Arbeitszeit. Der Versi cherte habe angegeben, dass sich die Vorstellungen der gemeinsamen Zusammenarbeit nich t gedeckt hätten und es deshalb zu unüberwindbaren Differenzen gekommen sei. Daher sei f estzustellen, dass die Arbeitslosigkeit zumindest zum Teil selbst verschuldet sei. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 14. September 2 015 Einsprache. Er machte geltend, dass sich die Arbeitslosenkasse auf Ausführungen der B.____ AG beziehe, ohne dass sie diese ihm gegenüber offengelegt habe, obwohl er sie bereit s im Verfahren zur Abklärung der Vermitt- lungsfähigkeit dazu aufgefordert habe. Es sei ihm we der bekannt, wer welche Anfrage bei der B.____ AG platziert habe, noch wer seitens der B.____ AG was geantwortet habe. Er rüge in diesem Zusammenhang die Verletzung des rechtlichen Gehö rs, da er zu diesen Aussagen nie habe Stellung beziehen können. Seine Aussage, dass das Ar beitsverhältnis aufgrund unüber- windbarer Differenzen aufgelöst worden sei, habe sich da rauf bezogen, dass man sich im Zu- sammenhang mit der langfristigen, strategischen Ausrichtu ng des Treuhandbereichs nicht einig geworden sei. Dies führe in Kaderfunktionen häufig zur Auflösung einer Zusammenarbeit, ohne dass jemand dafür verantwortlich sei. Im Kündigungsschrei ben werde nicht auf ein Fehlverhal- ten von ihm hingewiesen. Im Herbst 2011 sei ein Beurt eilungsgespräch mit den Vorgesetzten bei der B.____ AG durchgeführt worden. In keiner Wei se seien dabei die Loyalität, der Einsatz oder die Fachkompetenz bemängelt worden. Entsprechend e Unterlagen könne er bei Bedarf einreichen. Ende Geschäftsjahr 2011 seien ihm viele Überstunden ersatzlos gestrichen worden. Der Vorwurf, er sei während der Arbeitszeit seinen e igenen Interessen und Geschäften nach- gegangen, sei lächerlich und nicht belegt. Es sei auch nicht plausibel, wie er neben einer 100 %-igen Anstellung im mittleren Kader mit Überzeit und Familie noch Zeit und Energie für eigene Geschäfte hätte entwickeln können. Entsprechende U nterlagen könnten beigebracht werden. Er habe keine eigenen Geschäfte getätigt. Die Vertragsauflösung stehe weder im Zu- sammenhang mit seinem Verhalten noch habe er jemals arbeitsrechtliche Pflichten verletzt. Der Beweis dafür sei nicht erbracht. In der Folge forderte die Arbeitslosenkasse den Versicher ten mit Schreiben vom 3. Februar 2016 auf, innert 14 Tagen weitere Unterlagen einzureichen. Innert dieser Frist reichte der Versi- cherte soweit möglich die verlangten Unterlagen ein, w ies aber darauf hin, dass er innert der Frist nicht alle Unterlagen beibringen könne, weshalb e r um eine Fristerstreckung ersuchte. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ohne auf dieses Fristerstreckungsgesuch einzugehen, erliess die Beschwerdegegnerin den Einspracheentscheid am 18. März 2016. Darin hielt sie an ihrer Auffassung fest, dass den Ver- sicherten ein Selbstverschulden am Verlust seiner Arbeits stelle treffe und wies die Einsprache vom 14. September 2015 ab. In der Begründung führte sei aus, dass aus den Unterlagen er- sichtlich sei, dass sich die Vertragsparteien die Zusammenar beit anders vorgestellt und sich deshalb entschlossen hätten, getrennte Wege zu gehen. Gründe, die zu einer Unzumutbarkeit der Anstellung geführt hätten, würden nicht vorliege n. Daher hätte der Versicherte zuerst eine neue Anstellung suchen müssen, bevor er der Auflösung des Arbeitsverhältnisses zugestimmt hätte. Das Risiko der Stellenlosigkeit nach einer freiwil ligen Auflösung des Arbeitsverhältnisses trage der Versicherte und daher müsse er sich am entstandenen Schaden beteiligen. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 29. April 20 16 Beschwerde beim Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und beantragte, es sei der Ein- spracheentscheid vom 18. März 2016 aufzuheben und von eine r Einstellung der Anspruchsbe- rechtigung im Umfang von 36 Tagen abzusehen; eventuali ter sei die Höhe der Einstelltage er- heblich zu reduzieren. Er führte aus, dass er Mitte Febru ar 2012 von Herrn C.____ (Verwal- tungsratspräsident B.____ AG) und Herrn D.____ (Region alleiter B.____ AG) kontaktiert wor- den sei. Es sei mit ihm ein Termin für den 28. Februa r 2012 vereinbart worden. Anlässlich die- ses Termins sei ihm eröffnet worden, dass die B.____ AG d as Arbeitsverhältnis mit ihm been- den werde. Wie im Einspracheentscheid festgehalten, begründe die B.____ AG in der Arbeitge- berbescheinigung vom 2. April 2012 die Vertragsauflösu ng mit „mangelhafter“ Leistung, „man- gelhafter“ Umsatzentwicklung und nicht erfüllten Vorstell ungen im Zusammenhang mit der Übernahme der E.____ GmbH. Es sei nachvollziehbar, dass s olche Beweggründe eher nicht einer gegenseitigen, gütlichen Vertragsauflösung entsp rechen würden. Vielmehr würden das Vorgehen der B.____ AG – Terminvereinbarung auf Inte ntion der B.____ AG Geschäftsleitung – und die Formulierungen in der Arbeitgeberbescheini gung vom 2. April 2012 klar aufzeigen, dass die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis ungeachtet d er im Anschluss daran vereinbarten Lösung habe auflösen wollen. Inhaltlich bestreite er die Vorwürfe der ehemaligen Arbeitgeberin. Im Zusammenhang mit den geltend gemachten Kündigungsgr ünden verweise er auf seine Ak- tenergänzung vom 17. Februar 2016 zu Handen der Beschw erdegegnerin, in der er die Kündi- gungsgründe objektiv widerlegt habe. Ihm sei im Mitarb eitergespräch vom Herbst 2011 mitge- teilt worden, dass die Arbeitgeberin mit den Leistungen zufrieden sei. Per Austritt hätten zudem erhebliche Überstunden bestanden, welche weiteres Zeug nis für seinen Einsatz ablegen wür- den. Zudem sei objektiv erwiesen, dass der Bereich Treu hand Region X.____ (für den er ver- antwortlich gewesen sei) während des Arbeitsverhältnisses d en Umsatz um 193.7 % gesteigert habe und damit absoluter Spitzenreiter in der Regiona ldirektion gewesen sei. Die von der B.____ AG aufgeführten Gründe für die Vertragsauflö sung seien nicht haltbar. Die Vertragsauf- lösung habe von ihm nicht verhindert werden können. Die se sei von der B.____ AG aufgrund inhaltlicher Differenzen in Bezug auf die Ausrichtung der Geschäftstätigkeit angestrengt wor- den. Im Gespräch mit den Verantwortlichen sei es daru m gegangen, bei der Vertragsauflösung die Interessen beider Parteien zu wahren, weshalb eine Kündigung in gegenseitigem Einver- nehmen vereinbart worden sei. So seien ihm für die be vorstehende Stellensuche keine Steine in die Wege gelegt worden. Zudem seien eine Abgangsen tschädigung und eine sofortige Frei- stellung vereinbart worden, damit er die vertragliche K ündigungsfrist für die Stellensuche ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenden könne. Ihn habe somit an der eingetretenen Ste llenlosigkeit kein Verschulden getroffen und er habe alles unternommen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Die massive Leistungskürzung sei daher ungerechtfertigt und unverhältnismässig. C. Mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2016 beantragte die B eschwerdegegnerin unter o/e- Kostenfolge die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies da bei vor allem auf den angefochte- nen Einspracheentscheid. Zudem stellte sie sich auf den Standpunkt, dass nach der Praxis des Bundesgerichts im Bereich des Sozialversicherungsrechts bei w idersprüchlichen Angaben auf die Aussagen der ersten Stunde abzustellen sei. Deshalb sei auf die Aussagen des Beschwer- deführers in seinem Antrag auf Arbeitslosenentschädigung und diejenige im Erstgespräch beim RAV abzustellen. Dort führe er aus, dass die Auflösung d es Arbeitsverhältnisses in gegenseiti- gem Einvernehmen erfolgt sei. In seinen weiteren Aussagen schwinge das Wissen mit, dass es für die einvernehmliche Kündigung Einstelltage geben werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeine n Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsge richt erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mi t Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obl igatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 da s Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Ver fügungserlasses die Kontrollpflicht er- füllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ve rfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kanton sgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachli ch und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (S chadenminderungspflicht; BGE 114 V 285 E. 3, 111 V 239 E. 2a, 108 V 165 E. 2a). Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versiche- rung für Schäden, die die versicherte Person hätte verm eiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältn ismässigkeits- und Verschul- densprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit , Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicher te Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden a rbeitslos geworden ist. Selbstver- schuldete Arbeitslosigkeit liegt unter anderem dann vor , wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertragl icher Pflichten, dem Arbeitgeber An- las zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat ( Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV) oder wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufg elöst hat, ohne dass ihr eine an- dere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver bleiben an der Arbeitsstelle nicht zu- gemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 2.3 Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Überein kommen Nr. 168 der Internationa- len Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsf örderung und den Schutz gegen die Ar- beitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Übereinkommen) in Kra ft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können Leistungen verweigert, entzogen, zu m Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, da ss die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt somit voraus, dass die ver sicherte Person vorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat (Urteile des Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesger ichts] vom 26. April 2006, C 6/06, E. 1.1 und C 11/06, E. 1 je mit Hinweisen auf BGE 124 V 236 E. 3b). Im Sozialversicherungsrecht handelt vorsätzlich, wer eine Tat mit Wissen und Willen begeht, oder mindestens im Sinn des Eventualvorsatzes in Kauf nimmt (J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 52). Eine zumindest eve ntualvorsätzliche Herbeiführung der Arbeitslosigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person auf Grund einer Verwarnung weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbei tgeber nicht – oder nicht mehr – toleriert und zu einer Kündigung führen wird, sie ab er dennoch die ihr nach den persönlichen Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu eine r Änderung des beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 379 E. 5 c). Hat eine versicherte Person nur grob fahrlässig zur Kündigung durch den Arbeitgeber beigetr agen, ist eine Einstellung in der An- spruchsberechtigung gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkom mens nicht zulässig. Auch wenn die Vorgesetzten dies anders interpretieren, ist nicht ausgesc hlossen, dass die versicherte Person wirklich nicht erkannte, was von ihr erwartet wurde (B ARBARA KUPFER BUCHER , Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insol venzentschädigung, 4. Auflage, Zü- rich 2013, S. 169, unter Hinweis auf das Urteil des Bun desgerichts vom 26. April 2006, C 6/06, E. 3.2). 2.4 Beim Einstellungsgrund nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im Sozialversiche- rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschei nlichkeit nicht, sondern das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten muss klar f eststehen (THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 835). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen blosse Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schul dhaftes Verhalten der versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritte n werden und nicht durch andere Be- weise oder Indizien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 E. 1 mit Hinweisen; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. E. 2a; THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 837 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.5 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach A rt. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schadenminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Gr enze grundsätzlich im Zumutbarkeits- gedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalarbe itsvertraglichen Bedingungen ent- spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesen tlich erschwert (BGE 124 V 238 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen; T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht besonde- re Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zuge mutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; GERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, N. 27 zu Art. 16; J ACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 116). Die Zumutbarkeit zum Verbleiben an d er bisherigen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt ei ner neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen). Im Weiteren ist bei der Prüfung der F rage, ob eine Sanktion wegen Selbstauf- gabe der Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVI V zulässig ist, zu beachten, dass nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens die Leistungen bei Arbeitslo sigkeit verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden können, wenn die zu ständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Beschäftigung freiwillig („volontairement“) ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) aufgegeben hat. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Ausle- gung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesonde re sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der versicherten Person zu berücksichtigen (J ACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 80). Es kann nicht von einer freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens gesprochen werden, wenn eine versicher te Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die Entwicklung am A rbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da die versicherte Pe rson für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag (BGE 124 V 238 E. 4b/aa). 2.6 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt di e Kündigung einer Arbeitsstelle, die die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Dageg en vermögen ein schlechtes Arbeits- klima und Meinungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten ode r Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzumutbarkeit der Fortführung des Arbeitsverhält nisses zu begründen (SVR 1997 ALV Nr. 105 S. 323, C 128/96). Bei Schwierigkeiten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der versicherten Person grundsätzlic h zuzumuten, ihre Stelle nicht ohne Zusicherung einer neuen Anschlussstelle aufzugeben. Das Bu ndesgericht hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeit ige Auflösung des Arbeitsverhältnis- ses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls be im Verschulden berücksichtigt werden (Ur- teil des EVG vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellun- gen der versicherten Person nicht entsprechendes Betrie bsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 2.7 Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses „im gegenseitige n Einvernehmen“ gilt aus der Sicht des Arbeitslosenversicherungsrechts grundsätzlich als Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer (ARV 1979 Nr. 23; THOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Nach stän- diger Rechtsprechung ist aber zu prüfen, ob eine versicherte Person unmissverständlich vor die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wahl gestellt worden ist, selber zu kündigen (bzw. das A rbeitsverhältnis im gegenseitigen Ein- vernehmen aufzulösen) oder aber die Kündigung der Arbe itgeberin entgegen zu nehmen (BARBARA KUPFER BUCHER , a.a.O., S. 165f.). 3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist schliesslich auf fol gende Verfahrensgrundsätze hinzuweisen: Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe- schwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungs- träger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige un d vollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2 ; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Ab klärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhalts- punkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesge richts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Gr undsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspfli chten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1; vgl. THOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl., Bern 201 4, § 70 Rz. 3 und 20ff.). Zu beachten ist, dass der Untersuchungsgrundsatz die Bewe islast im Sinne der Beweisfüh- rungslast begriffsnotwendig ausschliesst, da es Sache der ve rfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherungsgerichts ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Par teien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entsch eid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich e rweist, im Rahmen des Untersu- chungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu- mindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklich keit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfüge nde Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache sodann nur dann als bew iesen annehmen, wenn sie von ih- rem Bestehen überzeugt sind (M AX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, Bern 1984, S. 136). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarst ellung zu folgen, die es von allen mögli- chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b; 125 V 195; 121 V 47 E. 2a; 208 E. 6b mit Hinweis). Eine Ausnahm e hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV, wie bereits in Erwägung 2 .4 hiervor dargelegt. Praxisgemäss muss das der versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zu r Last gelegte Verhalten in be- weismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass bei sich widersprechenden Anga ben der versicherten Person die Beweismaxime gilt, wonach die sogenannten spontanen „A ussagen der ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Da rstellungen, die bewusst oder unbe- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlich er oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 115 V 133 E. 8c). Sie kann jedoch nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarte n sind (Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, E. 3.1 mit weiteren Hi nweisen; vgl. auch Urteil des Bundesge- richts vom 22. September 2008, 8C_827/2007, E. 5.2). 4. Zunächst ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer das A rbeitsverhältnis im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV von sich aus aufgelöst hat, da sich die Beschwerdegegnerin im ange- fochtenen Einspracheentscheid auf diese Bestimmung berief. In der Verfügung erfolgte die Ein- stellung noch gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV . Zum Wechsel des Einstellungsgrunds äus- serste sich die Beschwerdegegnerin weder im Einspracheen tscheid noch in der Vernehmlas- sung. 5.1 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich wie folg t dar: Den Akten liegt die schriftli- che Aufhebungsvereinbarung zwischen dem Beschwerdeführer u nd der B.____ AG vom 28. Februar 2012 bei. Daraus geht hervor, dass gemäss separate r Vereinbarung vom gleichen Tag das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen End e Februar 2012 per Saldo aller An- sprüche aufgelöst worden sei (Oeka act. 11). 5.2 Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 6. März 2012 (Oeka act. 42-45) gab der Beschwerdeführer bei der Frage nach der Auflösung de s Arbeitsverhältnisses an, dass gegen- seitig gekündigt und das Arbeitsverhältnis per 29. Februar 2012 aufgelöst worden sei. 5.3 Anlässlich des Erstgesprächs vom 27. März 2012 wurde vo m RAV-Personalberater im Protokoll bei der Frage: „Kündigung durch / wann / Kü Frist?“ notiert: „im gegenseitigen Einver- ständnis / Vereinbarung“. In der Begründung wurden zw ischenmenschliche Gründe festgehal- ten (Oeka act. 52-55). 5.4 In der Arbeitgeberbescheinigung vom 2. April 2012 gab die ehemalige Arbeitgeberin zur Auskunft, dass im gegenseitigen Einverständnis gekündigt worden sei (Oeka act. 634). 5.5 Der Beschwerdeführer gab im Fragebogen „rechtlich es Gehör“ vom 23. Mai 2012 an, dass die persönlichen Differenzen unüberwindbar gewesen seien (Oeka act. 645). In der Er- gänzung des rechtlichen Gehörs hielt der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 25. Mai 2012 (Oeka act. 656) fest, dass die beiden Vertragsparteien am 28. Februar 2012 zur Überzeugung gelangt seien, dass die in die gemeinsame Zusammenarbeit gesteckten Vorstellungen nur un- genügend erfüllt worden seien. Zudem hätten unüberw indbare Differenzen betreffend die Aus- richtung der Unternehmung und im persönlichen Bereich dazu geführt, dass eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr habe abgewendet werden können. Aufgrund der übertragenen Führungsaufgabe sei eine Freistellung unumgänglich gew esen, ansonsten hätten die zahlrei- chen Mitarbeiter unter der Situation leiden müssen. D ie Zuteilung einer anderen Aufgabe sei kurzfristig auch weder möglich noch erwünscht gewesen. Di e Parteien seien übereingekom- men, dass gegenüber den Mitarbeitenden und den Kunden kommuniziert werde, dass das Ar- beitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst werde. In einer Branche, in der Zuver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Beständigkeit so rgfältig zu pflegen seien, habe da- mit für beide Parteien eine Basis für eine friedliche Auflösung und eine anschliessende Neuaus- richtung geschaffen werden können. Ohne gemeinsame Erklärung wäre es zu einer einseitigen Kündigung einer der Parteien gekommen. 5.6 Anlässlich des Erstgesprächs vom 15. November 2012 wu rde von der neuen RAV- Personalberaterin im Gesprächsprotokoll unter der Fra ge „Kündigung durch / wann / Kü Frist?“ notiert: „AG / gegenseitig / Vereinbarung“ (Oeka act. 214-217). 5.7 Im Rahmen der Abklärung der Vermittlungsfähigkei t des Beschwerdeführers durch das RAV (Oeka act. 321) gab die ehemalige Arbeitgeberin mit Schreiben vom 26. August 2014 (Oe- ka act. 324) zur Auskunft, dass einer der Gründe für die Trennung gewesen sei, dass der Ar- beitnehmer während des Anstellungsverhältnisses in erster Linie seine eigenen Interessen ver- folgt habe und ohne ihre Zustimmung während der Arbe itszeit allerlei privaten Geschäften nachgegangen sei. 6.1 Wie hiervor ausgeführt, gilt auch das Auflösen des A rbeitsverhältnisses im gegenseiti- gen Einvernehmen aus der Sicht des Arbeitslosenversicherungsr echts grundsätzlich als Auflö- sung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer (vgl. E rwägung 2.7). Ist jedoch klar, dass der Arbeitgeber bei einer Nichtunterzeichnung eine r Aufhebungsvereinbarung dem Arbeit- nehmer gekündigt hätte, ist von einer Arbeitgeberkündi gung auszugehen und eine Einstellung gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV fällt ausser Betracht. Einen solchen Sachverhalt behauptet der Beschwerdeführer. In der Tat gibt es in den Akten Hinweise dafür, dass die B.____ AG dem Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs vom 28. Februar 20 12 gekündigt hätte, wäre es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen (vgl. Sch reiben der B.____ AG vom 26. August 2016). Die Arbeitgeberin wurde jedoch bis heut e nicht zu den genauen Umständen der Vertragsauflösung befragt. Insbesondere wurde bei der Arbeitgeberin nie abgeklärt, ob sie dem Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächstermins vom 28. Februar 2012 – auch ohne dessen Zustimmung – ohnehin gekündigt hätte. Entgegen der Au ffassung der Beschwerdegegnerin kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass eine B eweislosigkeit eingetreten ist, die zu Lasten des Beschwerdeführers gehen würde. Mit Blick auf die Branche, in der der Be- schwerdeführer tätig ist, und den Umstand, dass der Beschwerdeführer eine Kaderposition inne hatte, erscheinen seine Erklärungen, dass gegen aussen der Schein habe gewahrt werden wol- len und eine einvernehmliche Kündigung kommuniziert wor den sei, glaubwürdig. Es ist in der Folge auch nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer bei der Anmeldung bei der Beschwer- degegnerin, das heisst wiederum gegen aussen hin, den S chein wahrte und angab, die Kündi- gung sei im gegenseitigen Einverständnis erfolgt. Die Beschwerdegegnerin hätte somit mit einer Nachfrage bei der ehemaligen Arbeitgeberin den Sachverhalt ohne weiteres weiter abklären können. Der Beweisgrundsatz der Aussage der ers- ten Stunde, auf den sich die Beschwerdegegnerin beruf t, gelangt daher nicht zur Anwendung. Zudem ist auch nicht zu erkennen, inwiefern sich der Besc hwerdeführer gegenüber der Be- schwerdegegnerin widersprüchlich verhalten hätte. In diesem Sinne hat die Beschwerdegegne- rin den Untersuchungsgrundsatz verletzt, weshalb der Ei nspracheentscheid aufzuheben und Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, dam it sie bei der ehemaligen Ar- beitgeberin abklärt, ob sie beabsichtigte, dem Beschwerdeführer zu kündigen. 6.2 Sollte sich bei den weiteren Abklärungen herausstel len, dass die ehemalige Arbeitge- berin dem Beschwerdeführer ohnehin gekündigt hätte un d eine Einstellung gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV nicht gerechtfertigt wäre, wäre ei ne Einstellung in der Anspruchsberechtigung gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu prüfen. Auf diesen Tatbestand bezog sich die Be- schwerdegegnerin in der ursprünglichen Verfügung. Die Arbeitslosigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV gilt dann als selbst verschuldet, wenn die ve rsicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat. Hier ist darauf hinzuweisen, dass etwaige Verfeh- lungen des Beschwerdeführers beweisrechtlich klar feststeh en müssen (Mitarbeitergesprächs- unterlagen, Verwarnungen, schriftliche Notizen der Ar beitgeberin oder ähnliches), ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (vgl. dazu Erwägung 3.2 hiervor). Schwammige Aussagen der ehemaligen Arbeitgeberin, die vom Beschwerdeführ er bestritten werden, genügen nicht. Allgemeine zwischenmenschliche Reibungen, reine Meinungs verschiedenheiten und unter- schiedliche Auffassungen zur Geschäftsgestaltung reichen fü r eine Einstellung nicht aus. Die Geltendmachung von unbestimmten Gründen, die zu einer Vertragsauflösung geführt haben, ohne dass Beweise angeführt werden, reicht nicht aus, u m auf ein fehlerhaftes Verhalten des Beschwerdeführers zu schliessen. Zudem muss das Verhalten d es Beschwerdeführers für die ausgesprochene Kündigung kausal gewesen sein und die B eschwerdegegnerin muss nachwei- sen, dass dem Beschwerdeführer aufgrund von Verwarnungen , Verweisen oder Mahnungen der Arbeitgeberin klar gewesen sein muss, dass sein Verhal ten eine Kündigung provozieren könnte und er diese zumindest in Kauf nahm (vgl. dazu Erw ägung 2.3 hiervor). Immerhin legte der Beschwerdeführer dar, dass anlässlich des Mitarbeiter gesprächs im Herbst 2011 keine Äusserungen dahin gehend gemacht worden seien, dass die Arbeitgeberin mit der Arbeit nicht zufrieden sei. 7.1 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschwe rdegegnerin nach Erlass der Verfügung einen Wechsel der Begründung für die Einstellung in der Anspruchsberechtigung vorgenommen hat: Während die Einstellung zunächst damit begründet worden war, der Be- schwerdeführer hätte der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben (im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV), wurde die Einstellung im angefochtenen Einsprache- entscheid neu damit begründet, dass der Beschwerdeführe r der vorzeitigen Auflösung des Ar- beitsverhältnisses zugestimmt habe (im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Die Beschwerde- gegnerin hat es in der Folge indessen unterlassen, im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV rechtsgenügliche Abklärungen vorzunehmen und dem Beschwe rdeführer anschliessend das rechtliche Gehör zu gewähren. Der Beschwerdeführer konn te sich zudem erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu allfälligen triftigen Gründen, aufgrund derer er der Auflösung zuge- stimmt hatte, äussern. 7.2 Die Angelegenheit ist deshalb an die Beschwerdege gnerin zur Vornahme der unter- bliebenen Abklärungen zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin hat bei der B.____ AG abzu- klären, auf wessen Initiative der Aufhebungsvertrag aus gestellt wurde und ob die B.____ AG Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer gekündig t hätte, wenn er den Aufhebungsver- trag nicht unterzeichnet hätte. Sollten sich weitere A bklärungen zur Frage, ob der Beschwerde- führer einen triftigen Grund für die Zustimmung zur vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnis- ses hatte, aufdrängen, hat die Beschwerdegegnerin diese ebenfalls vorzunehmen. Zudem sind weitere Abklärungen zu treffen, sollte die B.____ AG zur Auskunft geben, dass sie ohnehin ge- kündigt hätte. Dannzumal wäre zu fragen, ob die konkreten Vorhaltungen von der Arbeitgeberin belegt werden können, der Beschwerdeführer vor dem Ter min vom 28. Februar 2012 auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht wurde und ihm die Kü ndigung in Aussicht gestellt wurde, sollte er den Weisungen oder Mahnungen nicht nachkommen. 8. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der angefochtene E inspracheentscheid vom 18. März 2016 aufgrund der Verletzung des Untersuchungsgrun dsatzes aufzuheben ist. Die dage- gen erhobene Beschwerde ist demzufolge gutzuheissen. Die Angelegenheit ist an die Be- schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere Abklärung en im Sinne der vorstehenden Erwägungen trifft. Danach hat sie zu prüfen, ob der B eschwerdeführer gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. a oder lit. b AVIV in der Anspruchsberechtigung einzustellen ist. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtliche n Angelegenheiten an das Bundesge- richt zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschli essen. Selbständig eröffnete Zwi- schenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit B eschwerde in öffentlich-rechtlichen An- gelegenheiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gut heissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 A bs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesge- richtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versiche- rungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuver fügung nicht um einen Endent- scheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Ar t. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit dem eine materiell e Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 18. März 2016 aufgehoben un d die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Be- schwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdegegnerin am 30. Januar 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren Nr. 8C_78/2017 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht