A bteilung V E -2145/2007 scr/stk {T 0/2} U rteil vom 29. M ärz 2007 M itw irkung:R ichterin Schenker Senn, R ichter Badoud, R ichterin Teuscher, G erichtsschreiberin Steiner 1. A ._______, M ongolei, 2. B ._______, M ongolei, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. M ärz 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge die M ongolei am 29. D ezem ber 2006 verliessen und am 9. Januar 2007 illegal in die Schw eiz einreisten, w o sie glei- chentags im Em pfangs- und Verfahrenszetrum C ._______ um Asyl nachsuchten, dass sie am 12. Februar 2007 nach einem Transfer nach D ._______ im Transitzentrum sum m arisch zu ihren Ausreisegründen befragt w urden, dass die einlässliche Anhörung der Beschw erdeführer zu den Asylgründen am 7. M ärz 2007 stattfand, dass die Beschw erdeführer, Adoptivkinder derselben Eltern, im Konkubinat lebend, gel- tend m achten, sie seien m ongolische Staatsangehörige aus E._______, dass der Adoptivvater der Beschw erdeführer m ehrere Jahre bei verschiedenen M ilitäror- ganisationen tätig gew esen sei und sich im Jahr 2000 selbständig gem acht und m it Au- tos gehandelt habe, dass er am 1. D ezem ber 2006 w egen Veruntreuung ins G efängnis gekom m en, w ährend der H aft schw er gefoltert w orden und am 5. D ezem ber 2006 an den Folgen der Folte- rungen gestorben sei, dass der Beschw erdeführer von einem Freund seines Adoptivvaters erfahren habe, die- ser habe m it der russischen M afia G eschäfte gem acht und sei aus diesem G rund ver- haftet w orden, dass sich die Adoptivm utter w ährend der H aft um den Adoptivvater geküm m ert habe und sich bei der Polizei und der Staatsanw altschaft nach dem G rund der Inhaftierung er- kundigt, jedoch diesbezüglich kaum Inform ationen erhalten habe, dass die Adoptivm utter am 22. D ezem ber 2006 auf offener Strasse erschossen w orden sei, dass sich der Beschw erdeführer zu diesem Zeitpunkt anlässlich einer Blinddarm operati- on im Spital aufgehalten habe, am 23. D ezem ber 2006 von der Polizei im Spital aufge- sucht w orden sei und diese ihm von der Erschiessung der M utter berichtet habe, aber keine Angaben zur Täterschaft habe m achen können, dass sich die Beschw erdeführer aus Angst, ebenfalls O pfer einer solchen Tat zu w erden zur Ausreise aus dem H eim atland entschlossen hätten, dass bezüglich der w eiteren Ausführungen der Beschw erdeführer auf die Vorakten zu verw eisen ist, dass die Beschw erdeführer zur U nterm auerung ihrer Vorbringen zw ei Zeitungsartikel in Kopie bezüglich dem Tod ihrer Adoptiveltern ins R echt legten, dass das BFM m it Verfügung vom 14. M ärz 2007 - eröffnet am 15. M ärz 2007 - in An- w endung von Art. 34 des Asylgesetzes vom vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf die Asylgesuche nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den W egw ei- sungsvollzug anordnete,3 dass das BFM zur Begründung im W esentlichen anführte, der Bundesrat habe die M on- golei m it Beschluss vom 28. Juni 2000 zum "Safe C ountry" erklärt, dass die w enig detaillierten und w idersprüchlichen Schilderungen der Beschw erdeführer völlig haltlos seien und sich som it aus den Akten keine H inw eise auf eine Verfolgung er- geben w ürden, dass den Ausführungen der Beschw erdeführer die persönliche Betroffenheit über den Tod ihrer Adoptiveltern fehle, dass darüber hinaus der Bew eisw ert m ongolischer D okum ente als äusserst gering ein- zustufen sei, da am tliche D okum ente ohne w eiteres unrechtm ässig erw orben w erden könnten und sich auch Zeitungsartikel und Berichte nach Belieben m anipulieren liessen, dass deshalb die beiden in Kopie eingereichten Zeitungsartikel über den verm eintlichen Tod der Adoptiveltern der Beschw erdeführer - insbesondere auch unter Berücksichti- gung der U ngereim theiten in ihren Vorbringen - keine H inw eise auf Verfolgung zu bele- gen verm öchten, dass die Beschw erdeführer m it Eingabe vom 22. M ärz 2007 (Poststem pel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhoben und dabei die Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung und die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zw ecks neuer Entscheidung beantragten, dass sie eventualiter die Feststellung der U nzulässigkeit oder allenfalls der U nzum utbar- keit des Vollzugs der W egw eisung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e bean- tragten, dass sie in prozessualer H insicht um unentgeltliche R echtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchten, dass die vorinstanzlichen Akten am 27. M ärz 2007 beim Bundesverw altungsgericht ein- trafen, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 AsylG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bundesge- setz vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht, Verw altungsgerichtsgesetz [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erdeführer legitim iert sind, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide gem äss Praxis 4 der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K), w elcher sich das Bundesverw al- tungsgericht anschliesst, auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorin- stanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entschei- dungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission, EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass auf G esuche oder Beschw erden von Asylsuchenden aus vom Bundesrat bezeich- neten verfolgungssicheren Staaten (sog. "Safe C ountries") nicht eingetreten w ird, aus- ser es gebe H inw eise auf eine Verfolgung, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw ei- sen beziehungsw eise bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar sind (Art. 34 Abs. 2 AsylG ; EM AR K 1993 N r. 16 S. 102 ff; 2004 N r. 5 E. 4c.bb. S. 36), dass der Schw eizerische Bundesrat die M ongolei am 28. Juni 2000 als verfolgungssi- cheren Staat ("Safe C ountry") bezeichnet hat, dass som it vorliegend die form elle Bedingung für den Erlass eines N ichteintretensent- scheides auf der G rundlage von Art. 34 AsylG erfüllt ist, dass sodann die m aterielle Bedingung des Fehlens von Verfolgungshinw eisen zu prüfen ist, w obei gem äss Praxis der AR K, w elcher sich das Bundesverw altungsgericht an- schliesst derselbe w eite Verfolgungsbegriff w ie in Art. 18, Art. 23 Abs. 3, und Art. 33 Abs. 3 Bst. b AsylG zur Anw endung gelangt (vgl. EM AR K 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247), w elcher nicht bloss ernsthafte N achteile nach Art. 3 AsylG , sondern auch die von M en- schenhand verursachten W egw eisungshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 3 und 4 AN AG um fasst (vgl. EM AR K 2004 N r. 5 E. 3c.aa S. 35 f., 2004 N r. 35 E. 4.3. S. 247), dass ein gegenüber der G laubhaftm achung reduzierter Bew eism assstab anzuw enden ist und auch bei Asylsuchenden aus einem verfolgungssicheren Staat das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft geprüft w erden m uss, sobald sich aus den Akten H inw eise auf Verfolgung (im soeben erläuterten Sinn) ergeben, deren U nglaubhaftigkeit sich nicht schon auf den ersten Blick ergibt (EM AR K 2005 N r. 2 E. 4.3. S. 16 f.), dass das BFM aus den hiervor zusam m engefasst w iedergegebenen G ründen zur Er- kenntnis gelangt ist, die Vorbringen der Beschw erdeführer verm öchten nicht zu überzeu- gen, seien zu allgem ein gehalten, zu w enig detailliert und w ürden m it ungenügenden Bew eism itteln gestützt, dass bezüglich der vorgebrachten Verfolgung beziehungsw eise der Furcht vor künftiger Verfolgung auf die zutreffenden und hier zu bestätigenden Ausführungen in den Erw ä- gungen der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, in w elchen die W ider-5 sprüche und U ngereim theiten in den Ausführungen der Beschw erdeführer aufgezeigt w erden, dass die detailarm en Ausführungen der Beschw erdeführer auch nach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts w idersprüchlich sind, kaum R ealitätskennzeichen enthalten und insgesam t nicht den Eindruck von tatsächlich Erlebtem oder Befürchtetem zu erw e- cken verm ögen, dass die Beschw erdeführerin aussagte, sie habe die Todesanzeige des Adoptivvaters in der Zeitung gelesen (vgl. Protokoll der Bundesanhörung A17/8, S. 5), auf die Frage, w as denn in dem Artikel stehe, jedoch keine Angaben m achen konnte (vgl. Protokoll der Bundesanhörung A17/8, S. 6), dass aufgrund solch w idersprüchlicher Aussagen der Beschw erdeführerin - aber auch des Beschw erdeführers - die Vorbringen als offensichtlich unbegründet zu qualifizieren sind, dass den - lediglich in Kopie - eingereichten Zeitungsartikeln auch nach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts im vorliegenden Fall kein Bew eisw ert zukom m t, da nicht von deren Echtheit ausgegangen w erden kann, dass die Beschw erdeführer ausserdem seit dem Erhalt der besagten Bew eism ittel per Telefax am 5. Februar 2007 inzw ischen deutlich m ehr als einen M onat Zeit gehabt hät- ten, sich die Zeitunsartikel im O riginal zuschicken zu lassen und diese zu den Akten zu reichen, dass zudem aus den Akten keine G ründe ersichtlich sind, w eshalb seit der Einreichung des Asylgesuchs das Beschaffen und N achreichen der Zeitungsartikel im O riginal nicht m öglich gew esen w äre und die Beschw erdeführer diesbezüglich auch keine entschuld- baren G ründe geltend m achen, dass die Vorbringen der Beschw erdeführer nach dem G esagten als offensichtlich haltlos zu qualifizieren sind, dass auch die Ausführungen in der Beschw erde nicht geeignet sind, zu einer anderen Einschätzung zu führen, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 34 AsylG zu R echt auf die Asylgesuche der Beschw erdeführer nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend die Beschw erde- führer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzten noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen haben, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetz- lichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass sich aus den Akten und den Ausführungen in der Beschw erde keine Anhaltspunkte dafür ergeben, das BFM habe den Vollzug der W egw eisung in Verletzung der landes- 6 und völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz als zulässig bezeichnet (Art. 14a Abs. 3 AN AG ), dass der Vollzug der W egw eisung sodann auch als zum utbar zu erachten ist (Art. 14a Abs. 4 AN AG ), dass in der M ongolei keine Situation allgem einer G ew alt herrscht und die Akten auch keine H inw eise auf w eitere W egw eisungshindernisse enthalten, dass aufgrund der offensichtlich haltlosen Vorbringen der Beschw erdeführer nicht ge- glaubt w erden kann, dass sie tatsächlich beide Elternteile verloren haben, dass ausserdem gem äss ihren eigenen Angaben w eitere Verw andte - nam entlich drei O nkel, eine Tante sow ie eine G rossm utter - in der M ongolei leben und deshalb in Ü ber- einstim m ung m it der Vorinstanz davon auszugehen ist, dass die Beschw erdeführer in ih- rem H eim atland über ein Beziehungsnetz verfügen, dass zudem beide Beschw erdeführer, w elche gem äss Akten gesund sind, über über- durchschnittliche Bildung verfügen (Beschw erdeführerin: 11. Klasse; Beschw erdeführer: H ochschule für F._______, 7. Sem ester), dass aufgrund ihrer guten Bildung und der Tatsache, dass sie sich gegenseitig unter- stützen können, davon auszugehen ist, dass sie gem einsam ihren Lebensunterhalt be- streiten können und im Falle einer R ückkehr in den H eim atstaat nicht in eine existenz- bedrohende Lage geraten w erden, dass som it w eder allgem eine noch individuelle U nzum utbarkeitsgründe gegen den Voll- zug der W egw eisung sprechen, dass sich schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es den Beschw erdeführern dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass die Beschw erde als zum Vornherein aussichtslos zu bezeichnen und dem zufolge das G esuch um unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 der Verordnung vom 10. Septem ber 1969 über Kosten und Entschädigungen im Verw altungsverfahren [VG KE, SR 172.041.0]) den Beschw er- deführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden den Beschw erdeführern auferlegt. 4. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ._______; Kopie zu den Akten) - den G ._______ des Kantons H ._______ ad I._______ (per Telefax) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: R egula Schenker Senn Karin Steiner Versand am :