<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2011.01124</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">IV. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichter Hurst</font> </p><p><font size="4">Ersatzrichterin Arnold Gramigna</font> </p><p><font size="4">Gerichtsschreiber Ernst</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 30. November 2011</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Sachverhalt:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.1 X.___, geboren 1986, stellte am 10. März 2011 unter Hinweis auf seine Ausbildung als Koch, seine aktuelle Tätigkeit als Hilfsarbeiter und eine seit 2007 bestehende Lebensmittelallergie bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Antrag auf Massnahmen der berufliche Eingliederung (Urk. 6/3). In der Folge fand am 21. April 2011 ein Ressourcengespräch mit dem Versicherten statt (Urk. 6/7). Weiter wurden Auskünfte bei Arbeitgebern eingeholt (Urk. 6/9-10 und Urk. 6/14) sowie Berichte von behandelnden Ärzten und Spitälern angefordert (Urk. 6/11-13). Schliesslich ordnete die IV-Stelle eine dermatologische Begutachtung des Versicherten an (Urk. 6/16).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1.2 Nachdem der Versicherte die eingeschrieben versandte Einladung der Begutachtungsstelle zum Untersuchungstermin vom 25. Juli 2011 (Urk. 6/17) nicht abgeholt hatte (vgl. Urk. 6/19), wurde er von der IV-Stelle am 14. Juli 2011 unter Hinweis auf Art. 43 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) und die Folgen der Säumnis (Entscheid aufgrund der Akten) zur Mitwirkung gemahnt (Urk. 6/21). Dabei wurde ihm eine Frist bis zum 21. Juli 2011 angesetzt, um schriftlich seine Bereitschaft zu erklären, sich begutachten zu lassen. Diese Fristansetzung erfolgte mit dem Hinweis, dass bei einem Entscheid aufgrund der Akten das Leistungsbegehren abgewiesen werden müsste. Sämtliche Korrespondenz erfolgte an die vom Versicherten bei der Anmeldung angegebene Wohnadresse.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Da der Versicherte die Bereitschaftserklärung nicht fristgemäss zurückgeschickt hatte und zum Untersuchungstermin vom 25. Juli 2011 nicht erschienen war (Urk. 6/23/4), stellte ihm die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 26. Juli 2011 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/25).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 7. September 2011 stellte die Sozialberatung der Gemeinde Y.___ der IV-Stelle unter Angabe einer neuen Postadresse des Versicherten (Urk. 6/31) eine vom Versicherten am 8. August 2011 unterschriebene Vollmacht zur Einholung von Auskünften (Urk. 6/32) zu. Gestützt darauf ersuchte die Sozialberatung am 14. September 2011 um Zustellung einer Kopie des Vorbescheids (Urk. 6/33). Diese wurde am 15. September 2011 versandt (Urk. 6/34).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Am 20. September 2011 erging die angefochtene Verfügung (Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2. Dagegen erhob der Versicherte am 13. Oktober 2011 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die Abklärungen zur Prüfung des Leistungsbegehrens wieder aufzunehmen (Urk. 1).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 17. November 2011 mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 5).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme an die in der Beschwerdeschrift genannte Adresse zugestellt (Urk. 7).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht zieht in Erwägung:</font></b><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">1. Die gesetzlichen Vorschriften über die Mitwirkungspflicht der Versicherten bei der Abklärung von Leistungsansprüchen hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zutreffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.1 Wie in der Begründung der angefochtenen Verfügung zutreffend ausgeführt wird, ist aufgrund der Aktenlage (noch) kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen und das Leistungsbegehren daher abzuweisen (Urk. 2 S. 2). Dies wird vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.2 Zur Begründung seines Rechtsbegehrens bringt der Beschwerdeführer vor, er habe auf die Aufforderung zur Mitwirkung an der Feststellung des entscheiderheblichen Sachverhalts nicht reagieren können, weil er in den Monaten Juni und Juli 2011 nicht mehr an der bei der Anmeldung zum Leistungsbezug genannten Adresse gewohnt habe und die Post nicht an ihn weitergeleitet worden sei (Urk. 1).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">2.3 Diese Vorbringen sind unbehelflich. Sobald der Beschwerdeführer an der Adresse, welche er der Beschwerdegegnerin als Zustelladresse genannt hatte, nicht mehr erreicht werden konnte, hätte er der Beschwerdegegnerin sofort eine neue Zustelladresse bekannt geben oder sich durch seinen Beistand (oder eine andere Drittperson) vertreten lassen müssen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Die Beschwerdegegnerin musste aufgrund der vom Beschwerdeführer erhaltenen Informationen davon ausgehen, dass dieser weiterhin seine Rechte selber wahrnahm und an der von ihm selbst zuletzt bekannt gegeben Adresse erreichbar war. Dass sie ihm die Mahnung zur Mitwirkung am Abklärungsverfahren mit der Androhung der gesetzlichen Säumnisfolge an diese Adresse zustellte und - nach Eintritt der Säumnis - androhungsgemäss verfügte, ist daher nicht zu beanstanden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Aus diesem Grund ist die Beschwerde abzuweisen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.1 Dass die Beschwerde abzuweisen ist, bedeutet nicht, dass der Beschwerdeführer seine Ansprüche auf Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere den mit der Anmeldung vom 10. März 2011 geltend gemachten Anspruch auf Massnahmen der berufliche Eingliederung, dauerhaft verwirkt hätte und deshalb die mit der Beschwerde verlangte Wiederaufnahme der Abklärungen nicht mehr möglich bzw. nötig wäre.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Wenn nach durchgeführtem Mahnverfahren gestützt auf Art. 43 ATSG eine leistungsverweigernde Verfügung aufgrund der Akten ergeht, kann sich die betroffene Person jederzeit neu zum Leistungsbezug anmelden und mit der Erklärung ihrer Bereitschaft, nunmehr ihrer Mitwirkungspflicht nachzukommen, die Wiederaufnahme der Abklärungen bewirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010, E. 5.6).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.2 Auf diese Möglichkeit, die mit der Beschwerde verlangte Wiederaufnahme der Abklärungen ohne Einleitung eines - mit Kostenfolge verbundenen - Prozesses zu bewirken, hätte die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer gemäss Art. 27 Abs. 1 ATSG mit dem Erlass der Verfügung vom 20. September 2011 (bzw. zweckmässigerweise bereits mit dem Vorbescheid vom 26. Juli 2011) hinweisen müssen. Mit der Unterlassung dieser Aufklärung hat sie den rechtsunkundigen Beschwerdeführer dazu verleitet, zur Durchsetzung eines legitimen Anliegens - der Rechtsmittelbelehrung folgend - einen aussichtslosen Prozesses anzuheben.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> Es rechtfertigt sich daher, die gemäss Art. 69 Abs. 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) auf Fr. 300.-- festzusetzenden Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">3.3 Der Beschwerdeführer, welcher mit der Beschwerde ankündigte, er werde per 1. Dezember 2011 in Z.___ Wohnsitz nehmen, ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 55 IVG die Neuanmeldung zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle des Wohnkantons zu erfolgen hat.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Das Gericht erkennt:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Die Gerichtskosten von Fr. 300.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- X.___</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherungen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">sowie an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p></div></body></html>