<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und den einschlägigen Normenkommissionen die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung des Infrastrukturbaus zu erforschen. Insbesondere ist zu prüfen bzw. anzustreben, Stahlbeton durch CO2-speichernde Materialien zu ergänzen bzw. zu ersetzen. Dabei soll die Erforschung und Innovation des Werkstoffs Holz für den breiten Einsatz im Infrastrukturbau im Vordergrund stehen. Es ist eine entsprechende Forschungs- und Umsetzungs-Strategie auszuarbeiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Dekarbonisierung ist im Hinblick auf das Netto-Null-Ziel ein wichtiges Anliegen des Bundesrates. Im Holz als Baustoff liegt ein grosses Klimaschutzpotential, das derzeit noch zurückhaltend genutzt wird. Damit die Wahl für passende Bauteile aber auf die Ressource Holz fällt, muss eine funktionierende Wertschöpfungskette sowie die notwendige Wettbewerbsfähigkeit vorhanden sein.</p><p>Der Bundesrat hat mit dem Bericht in Erfüllung des Postulates 13.3924 Jans "Optimierung der Waldnutzung" bereits Ende 2017 Massnahmen aufgezeigt, um die Holznutzung, aber auch die Holzverarbeitung und die Holzverwendung in der Schweiz zu stärken. Der Bund ist seit 2017 dabei, die in seiner Kompetenz liegenden Massnahmen im Öffentlichen Beschaffungswesen, in der Forschung, Entwicklung und Innovation sowie der Öffentlichkeitsarbeit umzusetzen.</p><p>Mit dem nationalen Forschungsprogramm "Ressource Holz" (NFP 66) wurden zudem in den Jahren 2012-2016 praxisorientierte Lösungsansätze für eine bessere Verfügbarkeit und eine breitere Nutzung der Ressource Holz erarbeitet (z.B. der Einsatz von Holzfasern in Bioprodukten wie Stoff für Kleider oder abbaubarem Plastik). In einem Schwerpunkt des Programms wurde die "Weiterentwicklung im Holzbau" mit Forschungsprojekten gefördert.</p><p>Die Instrumente zur Umsetzung von Massnahmen sind der Aktionsplan Holz (APH), die Wald- und Holzforschungsförderung Schweiz (WHFF-CH), die Umwelttechnologieförderung, die mit dem totalrevidierten CO2-Gesetz neu geplanten Instrumente des Klimafonds sowie der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse. Das Forschungskonzept Umwelt des Bundes für die Jahre 2021-2024 (BAFU 2020) legt zudem die prioritären Forschungsthemen in den angesprochenen Bereichen wie Klima, Kreislaufwirtschaft sowie Wald und Holz fest.</p><p>Nach Ansicht des Bundesrates liegen somit im Bereich der Forschung mit dem NFP 66 sowie Projekten aus dem APH und der WHFF-CH bereits weitreichende Grundlagen vor, die keine zusätzliche Forschungsstrategie erfordern. Er beantragt deshalb die vorliegende Motion zur Ablehnung. Der Bundesrat erachtet zum jetzigen Zeitpunkt vielmehr die Umsetzung der Forschungsergebnisse sowie eine Abstimmung der jeweiligen Umsetzungsarbeiten zwischen den Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Wald und Holz als zentral. Die Akteure dieser Umsetzung sind vornehmlich Bund, Kantone, Forschung sowie die Wirtschaft.</p><p>Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wertet zurzeit die vorhandenen Forschungsergebnisse aus und prüft die Möglichkeiten zur Dekarbonisierung des Infrastrukturbaus. Dabei werden namentlich Massnahmen geprüft, um die Verwendung des Werkstoffs Holz im Infrastrukturbau zu fördern.</p><p>Aus Sicht des Bundesrates sind die Anliegen der vorliegenden Motion erfüllt und werden im Rahmen der laufenden Arbeiten bereits aufgenommen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.