Handelsgericht des Kantons Zürich Geschäfts-Nr.: HG120098-O U/ei Mitwirkend: die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Prof. Dr. Alexander Brunner, die Handelsrichter Hans Dietschweiler, Ruedi Kessler und Christoph Pfenninger sowie die Gerichtsschreiberin Claudia Marti Urteil vom 4. August 2015 in Sachen A._____ AG, Klägerin vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ gegen B._____ AG, Beklagte vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ betreffend Werkvertrag - 2 - Inhaltsübersicht Sachverhalt und Verfahren ............................................................................................... 3 A. Sachverhaltsübersicht................................................................................................. 3 a. Parteien und ihre Stellung ................................................................................... 3 b. Prozessgegenstand .............................................................................................. 3 B. Prozessverlauf ............................................................................................................. 4 a. Klageeinleitung ...................................................................................................... 4 b. Wesentliche Verfahrensschritte.......................................................................... 4 Erwägungen ........................................................................................................................ 6 1. Formelles ...................................................................................................................... 6 1.1. Örtliche Zuständigkeit.................................................................................... 6 1.2. Sachliche Zuständigkeit ................................................................................ 6 2. Zustandekommen des Werkvertrags zwischen den Parteien .............................. 6 3. Anspruch der Klägerin auf eine Mehrvergütung infolge Bauablaufstörung gegen die Beklagte aus Werkvertrag ....................................................................... 7 3.1. Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 ............................ 7 3.2. Vertragskonformes Leistungsangebot und Verzug der Klägerin..........22 3.3. Verwirkung bzw. Verzicht des Anspruchs auf Mehrvergütung .............32 3.4. Genehmigung der Beklagten .....................................................................37 3.5. Höhe der Vergütung ....................................................................................39 3.6. Fazit................................................................................................................79 4. Anspruch der Klägerin auf Erstattung der höheren Stahlkosten gegen die Beklagte aus Werkvertrag ........................................................................................80 4.1. Vereinbarung zwischen den Parteien betreffend den Stahlpreis .........80 4.2. Höhe der klägerischen Forderung betreffend die Stahlkosten .............96 4.3. Fazit............................................................................................................. 101 5. Anspruch der Klägerin auf Mehrvergütung aufgrund geleisteter Pumpenstunden gegen die Beklagte aus Werkvertrag .................................... 102 5.1. Unbestrittener Sachverhalt ...................................................................... 102 5.2. Streitpunkte ................................................................................................ 102 5.3. Rechtliches................................................................................................. 105 5.4. Subsumtion ................................................................................................ 105 6. Zins ........................................................................................................................... 109 7. Zusammenfassung ................................................................................................. 110 8. Prozesskosten......................................................................................................... 110 8.1. Gerichtskosten........................................................................................... 110 8.2. Parteientschädigung ................................................................................. 110 Das Handelsgericht erkennt: ....................................................................................... 111 - 3 - Rechtsbegehren gemäss Klageschrift: (act. 1 S. 2) " Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 1'042'679.60 zu be- zahlen, zuzüglich Verzugszinse wie nachfolgend aufgelistet: - 5 % auf CHF 77'795.05 seit 1. Juni 2011; - 5 % auf CHF 147'444.00 seit 2. Juli 2011 bis 14. Mai 2012 sowie 5 % ab 15. Mai 2012 für 161'921.50; - 5 % auf CHF 7'328.00 seit 9. August 2011; - 5 % auf CHF 788'400.00 seit 18. August 2011; - 5 % auf CHF 1'369.05 seit 6. September 2011; - 5 % auf CHF 2'368.00 seit 3. Oktober 2011; - 5 % auf CHF 2'805.20 seit 7. November 2011 - 5 % auf CHF 693.30 seit 6. Dezember 2011. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zu Lasten der Beklagten." Sachverhalt und Verfahren A. Sachverhaltsübersicht a. Parteien und ihre Stellung Die Klägerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in C._____, welche die Übernah- me und Ausführung von Hoch- und Tiefbauten aller Art sowie sämtlicher Holzar- beiten bezweckt (act. 3/3). Bei der Beklagten handelt es sich ebenfalls um eine Aktiengesellschaft. Sie hat ihren Sitz in D._____ und bezweckt u.a. die Ausfü h- rung von Generalunternehmeraufträgen sow ie aller damit zusammenhängender Dienstleistungen (act. 3/4). b. Prozessgegenstand Die Partei en haben einen Werkvertrag geschlossen, mit welchem die Beklagte als Generalunternehmerin der "Überbauung E._____" (act. 1 Rz. 9) bzw. "Wohnüber- bauung E._____" (act. 8 Rz. 11; fortan Überbauungsprojekt) die Klägerin mit der Erbringung von Baumeisterarbeiten beauftragt hat (act. 3/2). Das Überbauungs-- 4 - projekt umfasste die Erstellung von insgesamt zwölf alsdann zu Stockwerkeigen- tum ausgestalteten Mehrfamilienhäusern inklusive Tiefgaragen auf den Grundst ü- cken Nr. ... sowie ... in F._____. Bauherrin und Eigentümerin der zu überbauen- den Grundstücke war die B._____ AG, während der Beklagten neben der Funkti- on der Generalunternehmerin auch die Bauleitung oblag (act. 1 Rz. 9; act. 8 Rz. 11 ff.). Die Klägerin , welche ihre Leistungen grundsätzlich zu einem Pauschalpreis von CHF 8'350'000.– zu erbringen hatte (act. 3/2), macht eine durch die Beklagte zu verantwortende Bauablaufstörung geltend und verlangt für die ihr dadurch en t- standenen Kosten eine Mehrvergütung von CHF 788'399.50. Weiter begründet sie ihre Forderung i m Umfang von CHF 161'921.50 mit der Erhöhung der Stahl- kosten, welche im Pauschalpreis nicht inbegriffen gewesen sei . Schliesslich fo r- dert sie die Vergütung von ihr geltend gemachter Pump enstunden in der Höhe von CHF 92'358.60, welche in der Pauschale ebenfalls nicht enthalten gewesen seien. Insgesamt beziffert die Klägerin ihre Forderung demnach auf CHF 1'042'679.60 (act. 1 Rz. 26 f.). Die Beklagte bestreitet die Ansprüche (act. 8 Rz. 20). B. Prozessverlauf a. Klageeinleitung Mit am 15. Mai 2012 überbrachter Eingabe machte die Klägerin das vorliegende Verfahren anhängig (act. 1; act. 2; act. 3/2-99). b. Wesentliche Verfahrensschritte Mit Verfügung vom 15. Mai 2012 wurde den Parteien der Eingang der Klage be- stätigt und der Klägerin Frist zur Leistung eines Vorschusses für die Gerichtskos- ten angesetzt (Prot. S. 2 f.), welchen sie am 31. Mai 2012 bezahlte (act. 6). Nach Eingang der Klageantwort (act. 8) fand am 21. November 2012 eine Vergleich s- verhandlung statt, welche zu keiner Einigung führte (Prot. S. 6 ff.). Mit Verfügung vom 26. November 2012 wurde e in zweiter Schriftenwechsel angeordnet und ergingen Substantiierungshinweise (Prot. S. 9 f.; act. 15). Am 1. März 2013 reic h-- 5 - te die Klägerin die Replik (act. 18) und am 29. Mai 2013 die Beklagte die Duplik ein (act. 22). Antragsgemäss (act. 26) wurde der Kl ägerin mit Verfügung vom 14. Juni 2013 Frist angesetzt, um zu neuen Vorbringen in der Duplik Stellung zu nehmen (Prot. S. 13; act. 27). Ihre entsprechende Eingabe vom 1. Juli 2013 (act. 29) wurde am 3. Juli 2013 der Beklagten zugestellt (Prot. S. 14; act. 30), welche in der Folge mit Eingabe vom 27. August 2013 eine Stellungnahme zur klägerischen Eingabe vom 1. Juli 2013 einreichte (act. 33). Mit Verfügung vom 16. September 2013 wurde die Eingabe der Beklagten vom 27. August 2013 samt Beilage (act. 33; act. 34/29) der Klägerin zugestellt und festgestellt, dass die nach Abschluss des zweiten Schriftenwechsels eingegangenen Eingaben nur im Rah- men des geltenden Novenrechts Berücksichtigung finden (Prot. S. 15; act. 35). Daraufhin reichten die Parteien am 25. September 2013 bzw. am 31. Oktober 2013 nochmals eine Stellungahme ein (act. 37; act. 43). Sowohl die Klägerin (act. 1 S. 82 ff; act. 18 S. 75 ff.; act. 29 S. 18 ff.; act. 38) als auch die Beklagte (act. 8 S. 67 f.; act. 22 S. 57 f.; act. 33 S. 22 f.; act. 43 S. 7 f.) reichten Beweismittelverzeichnisse ein. Am 16. Mai 2014 erging der Beweisbeschluss und den Parteien wurde Frist an- gesetzt, um die Kosten der von ihnen beantragten Beweiserhebungen mit Barvor- schüssen sicherzustellen und die Privatadressen der angerufenen Zeugen anzu- geben (Prot. S. 19 ff.; act. 46). Die Privatadressen der Zeugen gaben die Parteien mit Eingaben vom 5. und 23. Juni 2014 bekannt (act. 48 und 49). Die Barvor- schüsse für die Kosten der Beweiserhebungen leisteten die Parteien innert Frist (act. 51/1-2). In der Folge wurde auf den 11. Dezember 2014 zur Beweisverhand- lung vorgeladen. Dem Zeugen G._____ wurde auf entsprechendes Dispensati- onsgesuch hin (act. 60, 61 und 63) die Vorladung abgenommen (act. 62). Am 11. Dezember 2014 fand die Beweisverhandlung statt (Prot. S. 38 ff.), anlässlich wel- cher die Klägerin den Verzicht auf die nachträgliche Einvernahme des Zeugen G._____ erklärte. Ausserdem erklärten die Parteien übereinstimmend, auf eine mündliche Hauptverhandlung zu verzichten und mit einer schriftlichen Stellung- nahme zum Beweisergebnis einverstanden zu sein (Prot. S. 137). Die Stellung- nahmen zum Beweisergebnis reichten die Beklagte mit Eingabe vom 10. und die - 6 - Klägerin mit Eingabe vom 29. April 2015 ein (act. 71 und 72) und sie wurden der Gegenseite jeweils mit Verfügung vom 13. Mai 2015 zugestellt (Prot. S. 140; act. 73). Daraufhin teilte die Beklagte mit Eingabe vom 28. Mai 2015 mit, dass sie eine Replik zur Stellungnahme der Klägerin zum Beweisergebnis erstatten werde (act. 78), erklärte aber in der Folge - wie auch die Klägerin - gegenüber dem Instrukti- onsrichter, auf weitere Stellungnahmen zu verzichten (Prot. S. 140). Erwägungen 1. Formelles 1.1. Örtliche Zuständigkeit Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ergibt sich bereits aufgrund einer zwischen den Parteien getroffenen Gerichtsstandsklausel (act. 3/2; Art. 17 ZPO ; vgl. auch Art. 10 Abs. 1 lit. b ZPO ). Sie ist im Übrigen unbestritten (act. 1 Rz. 2; act. 8 Rz. 5). 1.2. Sachliche Zuständigkeit Die Voraussetzungen für die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts sind ebenfalls erfüllt (Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG). 2. Zustandekommen des Werkvertrags zwischen den Parteien Nach dem ersten Kontakt zwischen den Parteien im Spätsommer 2009 unterbrei- tete die Klägeri n der Beklagten mehrere Offerten betreffend die Baumeisterarbei- ten für das Überbauungsprojekt, wobei sie den ursprünglich angebotenen Pau- schalpreis von CHF 9'952'445.85 mehrfach reduzieren musste (act. 3/9-11). Im Januar oder Februar 2010 – der genaue Zeit punkt lässt sich aufgrund der wider- sprüchlichen Aussagen der Parteien (act. 1 Rz. 16 und 66; act. 8 Rz. 53, 56 und 157; act. 18 Rz. 106, 120 und 142; act. 22 Rz. 79, 93, 103 und 154; act. 29 Rz. 32; act. 33 Rz. 35 f.) nicht eruieren, wobei act. 10/14 als V ergabezeitpunkt den 20. Januar 2010 nahe legt, während act. 3/12 und act. 10/16 den 26. Januar - 7 - 2010 nennen – fand ein abschliessendes Vergabegespräch auf Stufe der Firmen- inhaber statt. Die Parteien einigten sich schliesslich auf eine Vergabe der Bau- meisterarbeiten (inklusive Ingenieurarbeiten) an die Klägerin auf Grundlage des verhandelten Leistungsbeschriebs und des besprochenen Bauprogramms zu ei- nem Werkpreis von pauschal CHF 8'350'000.– (netto). In diesem Zusammenhang unterzeichneten die Parteien am 2. bzw. 5. Juli 2010 ein einseitiges Dokument mit der Überschrift "Werkvertrag Nr. ... vom 26.01.2010" (act. 3/12) sowie am 2. bzw. 7. Juli 2010 einen ausführlichen Werkvertrag (act. 3/2; act. 1 Rz. 14 ff.; act. 8 Rz. 15). Die Parteien erklärten in dieser Rangfolge den ausführlichen Werkvertrag (act. 3/2), den Werkvertrag vom 26. Januar 2010 (mit Abgebot vom 20. Januar 2010; act. 3/12), die klägerische Offerte vom 15. September 2009, überarbeitet am 7. Oktober 2009 bzw. am 5. Januar 2010 (act. 3/9-11), sowie di e Planunterla- gen und die "Beilagen Vertragsordner" als Grundlagen und Bestandteile des Ver- trags (Vertragsziffer 3; act. 3/2 S. 2). Zur letztgenannten Kategorie gehörten u.a. der Leistungsbeschrieb "Baumeisterarbeiten ..." (act. 3/13) sowie das Terminpr o- gramm (act. 3/8; act. 3/14). Subsidiär zum geschlossenen Vertrag einigten sich die Parteien auf die Anwendbarkeit der "technischen Normen" sowie der SIA- Norm 118 unter Ausschluss der Art. 64-82 sowie der ABB SIA ( Vertragsziffer 13; act. 3/2 S. 5). 3. Anspruch der Klägerin auf eine Mehrvergütung infolge Bauablaufstörung gegen die Beklagte aus Werkvertrag 3.1. Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 3.1.1. Unbestrittener Sachverhalt Das ursprüngliche Grobterminprogramm, welches für die klägerische Offertkalk u- lation massgeblich war (act. 1 Rz. 16; act. 8 Rz. 15), wurde von der Beklagten am 10. Mai 2010 noch einmal leicht revidiert und um ein detailliertes Terminpr o- gramm ergänzt. Dieses Terminprogramm (Stand 10. Mai 2010) wurde der Kläge- rin anlässlich der zweiten Baus itzung vom 12. Mai 2010 ausgehändigt und lag alsdann dem Vertragsschluss zugrunde (act. 1 Rz. 23; act. 8 Rz. 19). Nach dem Gesagten bildete es nicht nur Grundlage, sondern auch Bestandteil des Vertrags - 8 - (vgl. auch Vertragsziffer 8; act. 3/2 S. 3). Vorgesehen war eine weitgehend paral- lele Erstellung der zwölf Baukörper (act. 1 Rz. 12 f und 28.; act. 8 Rz. 11 ff.); bei Übergabe der Baufelder war gemäss dem ursprünglichen Terminprogramm ge- plant, dass der Bauverlauf der Häuser 3 und 4 zeitgleich mit dem Rohbau der Häuser 5 bis 9 erfolgen würde (act. 1 Rz. 29; act. 8 Rz. 22). Für den Rohbau der Häuser 3 und 4 waren je 115 Arbeitstage eingeplant, wobei die entsprechenden Arbeiten für das Haus 3 am 27. September 2010 und jene für das Haus 4 am 23. August 2010 hätten aufgenommen werden soll en (act. 18 Rz. 18; act. 22 Rz. 13). Für Vertragsänderungen und Ergänzungen wurde die Schriftform vorgesehen, wobei der Schriftform auch die Verwendung von Fax genüge ( Vertragsziffer 14; act. 3/2 S. 5). Das Terminprogramm wurde für die Häuser 3 und 4 geändert (act. 1 Rz. 12 f und 28.; act. 8 Rz. 11 ff.), wobei d iese Verschiebung der Beklag- ten Vorteile im Zusammenhang mit der Effizienz und der Ökologie sowie tiefere Kosten betreffend den Aushubtransport brachte (act. 8 Rz. 13 f.). Für die Klägerin bedeutete eine Verlängerung der Bauzeit bzw. der Präsenz vor Ort hingegen Mehrkosten (act. 18 Rz. 76; act. 22 Rz. 55). Mit den Baumeisterarbeiten für die Häuser 3 und 4 wurde schliesslich im Mai 2011 begonnen ( act. 1 Rz. 28 und 45 f.; act. 8 Rz. 21 und 38) . Sie dauerten bis zum 7. November 2011 (act. 1 Rz. 60; act. 8 Rz. 48 f.). Die Klägerin hatte bestätigt, die Arbeiten innerhalb des im Terminprogramm an- gegebenen Zeitraums ausführen zu können ( Vertragsziffer 8; act. 3/2 S. 3). Die Beklagte war als Generalunternehmerin dagegen berechtigt, gewisse Planände- rungen vorzunehmen. In diesem Zusammenhang vereinbarten die Parteien, dass übliche, während des Baufortschritts vorzunehmende Planänderungen und damit im Zusammenhang stehende Änderungen der Arbeitsleistung des Unternehmers diesen nicht zu einer Erhöhung des Pauschalpreises ermächtigen (Vertragszif- fer 2; act. 3/2 S. 1). - 9 - 3.1.2. Streitpunkte Während die Klägerin geltend macht, die Änderung des Terminprogramms sei durch die Beklagte einseitig angeordnet worden , stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, das Terminprogramm sei einvernehmlich abgeändert worden . Die Terminänderung sei einmalig fest gesetzt und allen Beteiligten frühzeitig mitgeteilt worden (act. 8 Rz. 13). Nachdem bereits monatelang in Kenntnis und mit dem Einverständnis aller Beteiligten Aushubmaterial auf den Baufeldern 3 und 4 depo- niert worden sei, seien die konkreten Verschiebungsdaten am 8. September 2010 an der wöchentlichen Bausitzung, an welcher neben H._____ von der Beklagten und I._____ von der J._____ AG auch der Bauführer der Klägerin, K._____, und L._____, ebenfalls von der Klägerin, teilgenommen hätten, einvernehmlich festg e- legt worden. Neu habe der Aushub im April 2011 beginnen sollen. Entsprechend später (im Mai 2011) habe die Klägerin mit den Baumeisterarbeiten zum Zug kommen sollen, was dann auch effektiv der Fall gewesen sei. Zur Veranschaul i- chung sei im Grobterminprogramm bei den Häusern 3 und 4 ein roter Pfeil einge- zeichnet worden, der vom neu auf April 2011 festgelegten Beginn des Aushubs bis zum Bezugstermin Ende April 2012 reiche. Die Baumeisterarbeiten der Kläge- rin (Rohbau 1 und 2) seien darin von Mai bis November 2011 terminiert (act. 8 Rz. 14). 3.1.3. Rechtliches 3.1.3.1. Einseitige oder vertragliche Bestellungsänderung oder Verletzung einer Mitwirkungspflicht Von einer Bestellungsänderung spricht man, wenn der vertragliche Leistungsi n- halt des fortbestehenden Werkvertrags dur ch Rechtsgeschäft geändert wird. Die vereinbarte Herstellungspflicht wird dabei beispielsweise in der Weise geändert, dass der Unternehmer zusätzliche oder zum Teil andere Arbeiten zu leisten, be- stimmte Arbeiten wegzulassen oder das Werk anders als vereinb art auszuführen hat. Zu unterscheiden ist die vereinbarte von der einseitigen Bestellungsänderung (G AUCH, Der Werkvertrag, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2011, N. 768 f.). - 10 - Die vereinbarte Bestellungsänderung beruht auf einem Abänderungsvertrag, w o- rin die Par teien übereinkommen, die Herstellungspflicht des Unternehmers in die- ser oder jener Hinsicht abzuändern. Untersteht die konsensuale Bestellungsände- rung einer vertraglichen Formvorschrift, wird nach Massgabe des Art. 16 Abs. 1 OR widerlegbar vermutet, dass die Parteien bei Nichterfüllung der Form keine Änderung vereinbaren wollten ( G AUCH, a.a.O., N. 770). Mit der Einschränkung, dass bei einer einschlägigen Formabrede besagte Vermutung gemäss Art. 16 Abs. 1 OR greift, kann die Bestellungsänderung auch stillsch weigend vereinbart werden (Art. 1 Abs. 2 OR). So ist an der konkludenten Zustimmung des Unter- nehmers zu einer vom Besteller beantragten Bestellungsänderung kaum zu zwei- feln, wenn er sich dieser Änderung durch sein Verhalten tatsächlich unterzieht (G AUCH, a.a.O., N. 771). In diesem Sinne können die Parteien auch formlos bzw. durch konkludentes Verhalten nachträglich auf die vorbehaltene Form verzichten (BGE 125 III 263 E. 4.c; BGer. 4C.85/2004 E. 2.2). Die einseitige Bestellungsänderung beruht dagegen auf einer einseitigen Willen s- erklärung bzw. einer Gestaltungserklärung des Bestellers, welche keiner Zusti m- mung des Unternehmers bedarf. Sie setzt rechtlich voraus, dass der Besteller ein entsprechendes Gestaltungsrecht und damit die Macht hat, die vertragliche Lei s- tungspflicht des Unternehmers im gewünschten Sinne abzuändern. Ist die Einhal- tung einer bestimmten Form vertraglich vorgesehen, so kommt Art. 16 Abs. 1 OR sinngemäss zur Anwendung, und es wird entsprechend (widerlegbar) vermutet, dass der Besteller bei Nichteinhaltung der Form keine Bestellungsänderung an- ordnen wollte. Haben die Parteien für Vertragsänderungen eine Form vorbehal- ten, ist durch Auslegung zu ermitteln, ob sich der Vorbehalt auch auf einseitige Bestellungsänderungen bezieht ( G AUCH, a.a.O., N. 772). Das einseitige Bestel- lungsänderungsrecht des Bestellers kann sich aus Gesetz, Vereinbarung oder aus dem hypothetischen Parteiwillen der Vertragsparteien ergeben ( G AUCH, a.a.O., N. 775). Wird die SIA -Norm 118 vereinbart, hat der Bauherr ein weitge- hendes Änderungsrecht (einseitiges Gestaltungsrecht). So kann er gemäss Art. 84 Abs. 1 der Norm durch Weisungen oder Änderungen von Plänen verlan- gen, dass der Unternehmer Leistungen, zu denen dieser durch den Werkvertrag verpflichtet ist, auf andere Art als vereinbart, in grösseren oder kleineren Mengen - 11 - oder überhaupt nicht ausführt, solange der Gesamtcharakter des zur Ausführung übernommenen Werkes unberührt bleibt. Gegenstand einer Weisung kann in di e- sem Sinne auch der Bauvorgang (Art . 7 Abs. 2 Ziff. 2) und damit die Reihenfolge der Arbeiten sein ( EGLI, in: G AUCH, Kommentar zur SIA -Norm 118, Art. 38-156, Zürich 1992, Art. 84 N. 5). Unter Umständen ist bei der Durchsetzung einer einseitigen Anordnung aber von der Verletzung einer Mitwir kungshandlung des Bestellers auszugehen. Der B e- steller kann im Rahmen der einseitigen Bestellungsänderung nämlich nicht ver- langen, dass der Unternehmer den Arbeitsbeginn oder die Arbeitsausführung (z.B. durch temporäre Arbeitseinstellung oder schlichte Ver langsamung) ver- tragswidrig hinauszögert. Verzögert der Bauherr den Beginn oder die Fortsetzung der Werkausführung, ohne hie rzu auf Grund einer besonderen Abrede befugt zu sein, so gerät er in Annahmeverzug, wenn sein Verhalten nicht durch objektive Umstände gerechtfertigt ist ( E GLI, a.a.O., Art. 84 N. 5 lit. b; GAUCH, Kommentar zur SIA-Norm 118, Art. 157-190, Zürich 1991, Art. 184 N. 7 lit. c; GAUCH, a.a.O., N. 792). Soweit die SIA -Norm 118 zur Anwendung gelangt, hat die Bauleitung dem Unternehmer die Ausfü hrungsunterlagen und die erforderlichen Grundstücke und Rechte so frühzeitig zur Verfügung zu stellen, dass dieser die vertraglichen Fristen einhalten kann, wobei sie hierbei den Fortschritt der Arbeiten und die vom Unternehmer benötigte Vorbereitungszeit berücksichtigt (Art. 94 Abs. 1). Unter die damit angesprochenen Mitwirkungspflichten des Bestellers fällt auch die Pflicht, dem Unternehmer den Baugrund rechtzeitig zur Verfügung zu stellen, den dieser zu bearbeiten hat. Dabei hat der Bauherr gegenüber dem Unternehmer auch für Verzögerungen einzustehen, die durch Säumnis eines Nebenunternehmers en t- stehen, an dessen Arbeit der Unternehmer anzuschliessen hat ( S CHUMACHER, in: GAUCH, Kommentar zur SIA -Norm 118, Art. 38-156, Zürich 1992, Art. 94 N. 11 lit. a). Wenn der Bauherr Mitwirkungshandlungen, die ihm obliegen, nicht rechtzei- tig vornimmt, wird er säumig und gerät in Gläubiger- bzw. Annahmeverzug, wobei ein solcher weder ein Verschulden des Bauherrn noch eine Mahnung von Seiten des Unternehmers voraussetzt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Bauherr nach Treu und Glauben auf eine allfällige Säumnis aufmerksam zu machen ist . Keine Abmahnung ist erforderlich, wenn der Bauherr von der Säumnis auch ohne - 12 - Abmahnung Kenntnis hat. Zudem entfällt die Abmahnungspfl icht, sofern und s o- lange der Unternehmer selber sich der Säumnis weder bewusst ist noch bei gehö- riger Aufmerksamkeit bewusst sein muss ( SCHUMACHER, a.a.O., Art. 94 N. 11 lit. c). 3.1.3.2. Mehrvergütung Im Geltungsbereich der SIA-Norm 118 regeln die Art. 85- 91 die Folgen der (ein- seitigen) Bestelländerung, wobei sich der Bauherr der Folgen einer Bestellungs- änderung nicht bewusst sein muss, damit eine Weisung gemäss Art. 84 Abs. 1 der Norm vorliegt ( EGLI, a.a.O., Art. 84 N. 2). Führt eine Bestellungsänderung zur Änderung einer global oder pauschal zu vergütenden Leistung oder zur Änderung ihrer Ausführungsvoraussetzungen, so wird gemäss Art. 89 Abs. 1 der Norm für diese Leistung ein Mehr - oder Minderpreis als Nachtragspreis vereinbart, wobei gemäss Abs. 2 dieser Nachtr agspreis bei Leistungen zu Globalpreisen auf der Basis der ursprünglichen Kostengrundlage und bei Leistungen zu Pauschalprei- sen auf der Basis jener Kostengrundlage erfolgen soll, die im Zeitpunkt der B e- stellungsänderung gültig ist. Soweit nicht Art. 89 Abs . 3 bzw. Art. 84 Abs. 4 der Norm zur Anwendung gelangen, ist der Mehr- oder Minderpreis mangels einer E i- nigung durch das Gericht zu bestimmen (E GLI, a.a.O., Art. 89 N. 7). Die zweiseitige bzw. vertragliche Bestellungsänderung ist in den Art. 84- 91 der Norm nicht berücksichtigt, und der blosse Umstand, dass die SIA -Norm 118 zwi- schen den Parteien gilt, reicht nicht aus, um zum Vornherein eine Abrede zw i- schen den Parteien anzunehmen, wonach sich die Folgen einer vereinbarten B e- stellungsänderung nach den einschlägigen Normbestimmungen über die einseit i- ge Bestellungsänderung richten sollen. Möglich ist aber, dass die Parteien sich durch eine ausdrückliche oder stillschweigende Vereinbarung ausserhalb der SIA- Norm 118 darauf geeinigt haben, dass die Art. 85- 91 auch für die vertragliche Be- stellungsänderung gelten. Fehlt eine solche Einigung, ist die lückenhafte Verei n- barung nach dem Kriterium des hypothetischen Parteiwillens zu ergänzen, wobei in diesem Fall die sinngemässe Anwendung der Art. 85- 91 nahe liegt, weil sie zur Natur des Vertrages passen, für den die SIA -Norm 118 übernommen worden ist (E GLI, a.a.O., Vorbemerkung b zu Art. 84- 91; GAUCH, a.a.O., N. 807a). Jedenfalls - 13 - hat der Unternehmer aber auch bei der zweiseitigen Bestellungsänderung grun d- sätzlich einen A nspruch auf Mehrvergütung für entsprechenden Mehraufwand. Dies ergibt sich bereits aus der vereinbarten Entgeltlichkeit des Vertrags. Deshalb setzt dieser Anspruch auf Nachtragsvergütung keine besondere Vereinbarung bzw. Anerkennung durch den Besteller oder aber nur schon eine Ankündigung vo- raus. Ebenfalls nicht erforderlich ist, dass der Besteller überhaupt mit einer Meh r- forderung gerechnet hat (GAUCH, a.a.O., N. 785). Die Verletzung einer Mitwirkungshandlung des Bestellers bzw. Säumnis des Bau- herrn (lit. a) löst die in Art. 94 Abs. 2 SIA-Norm 118 umschriebenen Rechtsfolgen aus. Ausdrücklich erwähnt sind lediglich der Anspruch des Unternehmers auf Fristerstreckung sowie ein allfälliges Rücktrittsrecht des Unternehmers. Daneben kommt aber auch beim Fest - bzw. Pauschalpreisunternehmer ein Anspruch auf Mehrvergütung (oder Schadenersatz) in Betracht ( S CHUMACHER, a.a.O., Art. 94 N. 11 lit. d), wenn dem Unternehmer aus dem Annahmeverzug des Bestellers ein Mehraufwand entsteht, wobei sich dieser in Ana logie zu den Prinzipien der B e- stellungsänderung bemisst. Ein Verschulden des Bestellers ist nicht nur für den Annahmeverzug, sondern auch für den Mehrvergütungsanspruch nicht vorausg e- setzt (GAUCH, a.a.O., N. 1336 ff.). 3.1.4. Subsumtion Nachdem vom ursprünglichen Terminprogramm abgewichen und das Werk somit anders als ursprünglich vereinbart ausgeführt worden war, liegt eine Bestellungs- änderung vor. Aufgrund des Vollzugs bzw. der faktischen Durchsetzung der B e- stellungsänderung ist unerheblich, dass die vorbehaltene Form der Schriftl ichkeit nicht eingehalten wurde. Entgegen der Ansicht der Beklagten (act. 8 Rz. 19) ergibt bereits eine summar ische Auslegung von Vertragsziffer 2, dass die Ver- schiebung der Baumeisterarbeiten für die Häuser 3 und 4 vom August bzw. Sep- tember 2010 auf den Mai 2011 bzw. das Zurückstellen der Arbeiten an diesen Häusern um mehr als ein halbes Jahr nicht mehr als übliche Planänderung des Baufortschritts einzustufen ist, welche die Beklagte einseitig und ohne Honorar- anpassung seitens der Klägerin hätte durchsetzen können (vgl. act. 3/2 S. 1). - 14 - Die Beklagte macht indessen geltend, das Terminprogramm sei einvernehmlich an der Sitzung vom 8. September 2010 geändert worden . Die Klägerin bestreitet dies und stellt eine davon abweichende Tatsachendarstellung auf. Die Beklagte hat daher nach der allgemeinen Beweisregel von Art. 8 ZGB (vgl. dazu weiter un- ten) ihre Sachdarstellung einer einvernehmlichen Änderung des Terminplans zu beweisen; die abweichende Darstellung der Klägerin ist als Gegenbeweis abz u- nehmen. Der Beklagten wurde daher mit Beschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) der Hauptbeweis dafür auferlegt, dass das Terminprogramm einver- nehmlich (ohne Mehrvergütung) an der Sitzung vom 8. September 2010 geändert worden ist und dass M._____ zur Veranschaulichung im Grobterminprogramm (act. 10/2) bei den Häusern 3 und 4 einen roten Pfeil eingezeichnet hat, der vom neu auf April 2011 festgelegten Beginn des Aushubs bis zum Bezugstermin Ende April 2012 reich t, wobei die Baumeisterarbeiten der Klägerin (Rohbau 1 und 2) darin von Mai bis November 2011 terminiert sind. Zum Hauptbeweis der Beklag- ten zugelassen wurden die Zeugen M._____, N._____, H._____, I._____, O._____, P._____ und Q._____, die Parteibefragung des Verwaltungsratspräs i- denten der Beklagten, R._____, und die Protokolle der Bausitzungen vom 8. Se p- tember 2010 (act. 10/1), vom 22. September 2010 (act. 10/11) und vom 29. Sep- tember 2010 (act. 10/12) sowie der angepasste Grobterminplan mit dem roten Pfeil (act. 10/2) als Urkunden (Prot. S. 19 ff.; act. 46). Ausserdem wurde entsprechend der abweichenden Sachdarstellung der Klägerin mit Beschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) zum Gegenbeweis dafür, dass die Beklagte noch im Herbst 2010 Ende März bzw. Anfang April 2011 als Aufrichttermine für die Häuser 3 und 4 bezeichnet e, als Beweismittel der Klägerin die Urkunde "Protokoll der Bausitzung Nr. 7 vom 6. Oktober 2010" (act. 19/103) sowie als Beweismittel der B eklagten H._____ als Zeuge zugelassen. Zum Ge- genbeweis der Klägerin dafür, dass am 8. Oktober 2010 eine Besprechung der im Protokoll Nr. 17 [act. 19/103] aufgeführten Aufrichtdaten zwischen H._____ für die Beklagte, K._____ für die Klägerin und O._____ für den Holzbauer erfolgte, an- lässlich welcher die Termine von K._____ handschriftlich und in Absprache und Anwesenheit der beiden vorgenannten Personen in der aktualisierten Baufor t- schrittsgrafik eingetragen w urde, wobei als Fertigstellungstermin für das Hau s 3 - 15 - der 29. März 2011 und für das Haus 4 der 6. April 2011 vermerkt wurde, wurden mit Beschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) als Beweismittel der Klä- gerin K._____ und O._____ als Zeugen sowie die Urkunde "Übersicht 'Baufor t- schritt E._____ Stand 08.10.2010' mit Angabe der Aufrichtungstermine und hand- schriftlicher Besprechungsnotiz von Hr K._____ vom 8. Oktober 2010" (act. 19/104) sowie als Beweismittel der Beklagten H._____ und O._____ als Zeugen zugelassen. Schliesslich wurden mit Beschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) als Beweismittel der Klägerin zum Gegenbeweis für ihre Darstellung, dass K._____ im März 2011 gerade zwecks Veranschaulichung der von der B e- klagten verursachten Bauablaufstörung die für die Klägerin resultierende Bauzeit- verschiebung auf einer Kopie des Grobterminprogramms anhand eines roten Pfeils einzeichnet e und M._____ im Nachgang zur Sitzung vom 4. März 2011 vorgelegte, K._____ und S._____ als Zeugen und die Urkunden E-Mail der Kläge- rin an die Beklagte vom 24. Februar 2011, E -Mail der Beklagten an die Klägerin vom 25. Februar 2011, Einschreiben der Klägerin an die Beklagte vom 2. März 2011, Aktennotiz der Bek lagten betreffend die Baubesprechung vom 4. März 2011 vom 7. März 2011 (act. 3/ 23- 26), "Von Herrn K._____ handschriftlich mit ro- tem Filzschreiber annotiertes Grobterminprogramm" (act. 19/100), "Abgrenzung Umsatz Überbauung E._____ ... per 31.12.2010" (act. 19/101) und "Rohbauzei t- berechnung nach Umsatz für Baufelder 3 und 4 inkl. Tiefgarage" (act. 19/102) zu- gelassen. Die als Beweismittel zu den obigen Beweissätzen zugelassenen Zeugen wurden an der Beweisverhandlung vom 11 . Dezember 2014 unter Hinweis auf ihre be- schränkten Mitwirkungsverweigerungsrechte und die Wahrheitspflicht gemäss Art. 307 StGB durch das Gericht befragt (Prot. S. 38 ff.) . Der zur Parteieinvernahme zugelassene R._____ wurde vor seiner Befragung zur Wahrheit ermahnt und da- rauf hingewiesen, dass bei wissentlicher Unwahrheit eine Ordnungsbusse bis CHF 2'000. –, im Wiederholungsfall bis CHF 5'000. –, ergehen könne und dass er mit der Anordnung einer Beweisaussage rechnen müsse. Zudem wurde er auf sein beschränktes Mitwirkungsverweigerungsrecht aufmerksam gemacht (Prot. S. 126). - 16 - Zu den als Beweismittel zum Hauptbeweis zugelassenen Urkunden ist Folgen des zu sagen: Das Protokoll der Bausitzung vom 8. September 2010 hält auf Seite 2 unter den die Klägerin betreffenden Punkten fest "Termine fortlaufend gemäss angepasstem Bauprogramm Zwingend" (act. 10/1). Auch in den Protokollen der Bausitzungen vom 22. September und 29. September 2010 (act. 10/11-12 je S. 2) wird bei der Klägerin jeweils bezüglich der Termine wörtlich derselbe Punkt aufge- führt. Daraus lässt sich schl iessen, dass ab dem 8. September 2010 ein "ange- passtes" Bauprogramm zwischen den Parteien massgebend war. Welche Anpas- sung im Bauprogramm vorgenommen wurde oder dass es sich bei dieser Anpas- sung um die Verschiebung des Baubeginns der Häuser 3 und 4 handelt, geht aus den Bauprotokollen hingegen nicht hervor. Jedenfalls - und hier entscheidend - äussern sich die Protokolle nicht dazu, wie und wann es zur Anpassung geko m- men ist und ob es sich um eine einvernehmliche Änderung durch die Parteien handelte. Das Protokoll der Bausitzung vom 8. September 2010 gibt sodann Au f- schluss darüber, welche Personen an dieser Sitzung teilnahmen und folglich bei der behaupteten, einvernehmlichen Änderung des Terminprogramms hätten mi t- wirken können. Es sind dies H._____, K._____, L._____ und I._____ (act. 10/1 S. 1). Im Grobterminprogramm (act. 10/2) ist sodann bei den Gebäuden 3 und 4 der rote Pfeil, auf den beide Parteien Bezug nehmen, eingezeichnet, der die Ver- schiebung der Termine veranschaulicht . Eine Information dazu, wer diesen Pfeil wann eingezeichnet hat, enthält der Plan dagegen nicht, und auch zur Frage der einvernehmlichen Änderung des Bauprogramms gibt er keinen Aufschluss. Aus diesen Urkunden ergibt sich daher nicht, dass an der Sitzung vom 8. September 2010 das Terminprogramm durch die Parteien einvernehmlich geändert wurde oder wer den roten Pfeil wann eingezeichnet hat. Auch die Aussagen der zum Hauptbeweis einvernommenen Zeugen beweisen nicht, dass das Terminprogramm an der Sitzung vom 8. September 2010 einve r- nehmlich durch die Parteien geändert wurde. Im Gegenteil zeigen die Aussagen des Zeugen M._____, der sich als einziger Zeuge der Beklagten überhaupt dazu äussern konnte, wie es zu dieser Änderung des Terminprogrammes kam, auf, dass der Entscheid zur Verschiebung des Baubeginns der Häuser 3 und 4 einsei- tig durch die Beklagte getroffen wurde. M ._____ war als Projektleiter der Beklag-- 17 - ten am streitgegenständlichen Bauprojekt beteiligt und auch noch im Zeitpunkt der Zeugeneinvernahme Arbeitnehmer der Beklagten . Er sagte aus, i m Herbst 2010 sei innerhalb der Beklagten entschieden worden, den Termin f ür den Ba u- beginn der Häuser 3 und 4 zu verschieben. Entschieden worden sei dies durch R._____, Herrn T._____ und ihn selbst, alle von der Beklagten. Auf explizite Nachfrage bestätigte er, dass der Verschiebungsentscheid ein Entscheid der B e- klagten gewesen sei. Weiter sagte er aus, es sei ein schleichender Prozess ge- wesen. An den Bausitzungen sei im Vorfeld immer wieder kommuniziert worden, dass es in diese Richtung gehe, und man habe auch Begehungen gemacht. Man sei immer im Gespräch mit den Unternehmern gewesen . An der fraglichen Ba u- sitzung vom 8. September 2010 habe er nicht teilgenommen. An dieser Sitzung hätten sie ganz klar gesagt, dass sie definitiv entschieden hätten, den Baubeginn zu verschieben. Er habe im Vorfeld seinem Bauleiter die Instruktion gegeben, dies weiterzuleiten (Prot. S. 38 ff.). Demgegenüber konnten die weiteren Zeugen, die als Beweismittel der Beklagten zum Hauptbeweis zugelassen wurden, keine Aus- sagen dazu machen, wer wann die Änderung des Terminprogramms entschieden hat. Der Zeuge H._____, der bis Ende 2011 als Bauführer der Beklagten tätig war, bestätigte zwar, dass die zunächst mit der Klägerin vereinbarten Termine für die Häuser 3 und 4 nach hinten verschoben wurden. Dagegen konnte er sich an das an der Sitzung vom 8. September 2010 Besprochene auch auf Vorhalt des Sitzungsprotokolls nicht mehr erinnern und er wusste nicht, wie es zur Änderung des Terminprogramms kam (Prot. S. 55 ff.) . Dies, obwohl er der Bauleiter war, welcher nach Darstellung von M._____ an der Bausitzung vom 8. September 2010 die Änderung des Terminprogramms weiterleiten sollte und obwohl er der einzige Teilnehmende an der Sitzung von Seiten der Beklagten war und damit nur er mit der Klägerin anlässlich dieser Sitzung die von der Beklagten zu beweisende einvernehmliche Änderung hätte vornehmen können. Der Zeuge N._____ arbeite- te als Bauführer der U._____ AG (Aushubarbeiten) am betreffenden Projekt. Auch er konnte keine Angaben dazu machen, wie es zur Änderung des Terminpr o- gramms der Parteien gekommen ist, und der rote Pfeil sagte ihm ebenfalls nichts. Er meinte, er müsste dazu ihre ("unsere") Protokolle konsultieren (Prot. S. 51 ff.). Der Zeuge I._____ war am streitgegenständlichen Bauprojekt insofern beteiligt, - 18 - als seine Firma von der Beklagten den Heizungsauftrag erhalten hatte. Er sagte aus, dass er sich nur daran erinnern könne, dass die Termine für die Häuser 3 und 4 geschoben worden seien aufgrund von Humus auf dem Bauplatz. An den Bausitzungen habe er teilgenommen. Den Grund für die Änderung des Termi n- plans kenne er aber nicht und er wisse auch nicht mehr, wer was gesagt habe be- treffend die Verschiebung. Sie seien wöchentlich dort gewesen und hätten an al- len 12 Häusern gleichzeitig gearbeitet und irgendwann habe es dann geheissen, das komme später und da sei das Terminprogramm (Prot. S. 61). Der Zeuge O._____ war für die O '._____ GmbH im A uftrag der Beklagten am streitgegen- ständlichen Projekt beteil igt. Er erklärte im Rahmen der Zeugeneinvernahme, es sei ihnen schon ziemlich am Anfang klar gewesen, dass zwei H äuser später k ä- men, damit man den Aushub seitlich deponieren könne , was von der Bauleitung so kommuniziert worden sei. Weiter sagte er aus, dass, so wie er das mitbekom- men habe, die Klägerin die Termine mit der Bauleitung besprochen habe. K._____ habe die meisten Termine festgesetzt zusammen mit der Bauleitung. Al- so die Bauleitung habe ungefähr diese Termine vorgegeben, und mit K._____ zu- sammen habe sie dann die Eckdaten gesetzt. W er die Verschiebung bezüglich der Häuser 3 und 4 entschieden hat, wusste O._____ aber nicht, und er wusste auch nichts darüber, ob an der Bausitzung vom 8. September 2010, an welcher er nicht teilgenommen hat, die Termine für die Häuser 3 und 4 geändert und der B e- ginn der Baumeisterarbeiten auf Mai 2011 festgelegt wurde (Prot. S. 6 4 ff.). Der Zeuge P._____, ein Arbeitnehmer der O._____ GmbH, war am streitgegenständ- lichen Bauprojekt als Projektleiter Holzbau un d Bauführer für seinen Arbeitgeber beteiligt. Zu den mit der Klägerin als Baumeisterin vereinbarten Terminen oder der Änderung derselben wusste er nichts und konkret erklärte er, dass er nichts darüber wisse, dass an einer Bausitzung am 8. September 2010, an welcher er nicht teilgenommen habe, die Termine für die Häuser 3 und 4 geändert und der Aushubbeginn auf April 2011 und der Beginn der Baumeisterarbeiten auf Mai 2011 festgelegt worden seien (Prot. S. 72 f.). Der Zeuge Q._____ arbeitete für die V._____ AG mit den Parteien am streitgegenständlichen Projekt zusammen. Er erklärte zunächst, er erinnere sich nicht mehr an die genauen Daten. Aber es sei so gewesen, dass anlässlich einer Bausitzung die Termine für die Häuser 3 und 4 - 19 - geändert worden seien. Auf Nachfrage bestätigte er hingegen , dass er nicht an der Bausitzung vom 8. September 2010 war, und sagte weiter, dass er es nach vier Jahren nicht mehr genau wisse. Das müsse den Unter lagen entnommen werden. Irgendwann sei es darum gegangen, dass der Bauablauf geändert wor- den sei, dass man die Termine für den Aushub und die Ausführung der Häuser 3 und 4 geändert habe. Die Problematik sei gewesen, dass sehr viel Erdreich dort hinten aufgehäuft worden sei, welches nicht abgeführt worden sei. Ohne Ve r- schiebung hätte man dieses Erdreich umplatzieren oder abführen müssen. Auf die Frage, wann wer was gesagt habe, führte er aus, den genauen Termin wisse er nicht mehr. Man habe grundsätzlich diskutiert, ob man das Erdreich abführen müsse oder ob einfach andere Etappen v orgezogen würden. M._____, H._____ und K._____ seien jeweils vor Ort gewesen und in diesem Kreis sei über den wei- teren Fortgang diskutiert worden. Er verneinte, Kenntnis darüber zu haben, wie sich die Klägerin zur Verschiebung hinsichtlich der Häuser 3 und 4 stellte, erklärte aber, er habe damals das Gefühl gehabt, dass die Terminverschiebung im ge- genseitigen Einverständnis hingenommen worden sei. Auf Nachfrage stellte er klar, dass er nichts von konkreten Aussagen der Klägerin zu diesem Punkt wisse und dass es schon Di skussionen über die Verschiebung mit der Klägerin bzw. mit K._____ gegeben habe. Weiter sagte er, er wisse nicht, ob eine Vereinbarung zwischen den Parteien betreffend die Kosten für ein längeres Verbleiben auf der Baustelle bestanden habe (Prot. S. 74 ff.). Q._____ hat demnach zwar mitbe- kommen, dass M._____, H._____ und K._____ über die Verschiebung diskutier- ten. Doch er war weder an der entscheiden den Bausitzung vom 8. September 2010 anwesend noch konnte er zu dieser Sitzung etwas sagen oder wusste er, wie die Änderung des Terminprogramms zustande gekommen ist. Sein Gefühl resp. sein Eindruck , dass die Terminverschiebung im gegenseitigen Einverstän d- nis "hingenommen" wurde, beweist hingegen nicht eine einvernehmliche Änd e- rung des Terminprogramms durch die P arteien an der Sitzung vom 8. September 2010. Auch kann sein Gefühl, dass die Terminverschiebung "hingenommen" wur- de, keinesfalls den Beweis einer einvernehmlichen Änderung ohne Mehrvergü- tung erbringen. Zudem stützen sich seine Erinnerungen nicht auf die Geschehnis- se an der gemäss Darstellung der Beklagten massgebenden Bausitzung vom 8. - 20 - September 2010, sondern will er Diskussionen zwischen den Zeugen M._____ und H._____, beides Arbeitnehmer der Beklagten, sowie K._____ von der Kläge- rin mitbekommen haben. Dabei sagte gerade der Zeuge M._____ vor Gericht aus, der Entscheid für die Änderung des Terminprogramms betreffend die Häuser 3 und 4 sei allein durch die Beklagte getroffen worden. Schliesslich gelingt es der Beklagten auch nicht, ihre Darstellung einer einver- nehmlichen Änderung des Terminprogramms an der Bausitzung vom 8. Septem- ber 2010 durch die Aussagen des als Partei einvernommenen Verwaltungsrats- präsidenten der Beklagten, R._____, zu beweisen. R._____ beschrieb zwar bei seiner Einvernahme eine Sitzung im August 2010 auf der Baustelle mit W._____, K._____, M._____, H._____ und ihm, an der darüber gesprochen worden sei, dass die Beklagte die Häuser 3 und 4 gerne nach hinten schieben würde, und dies so besprochen und auch abgemacht worden sei. Abschliessend hielt er zu dieser Sitzung jedoch fest, sie ("wir") hätten ganz klar über das geredet und das auch so entschieden, wobei er auf Nachfrage präzisierte, dass sie ("wir") M._____, H._____ und er seien. Er habe das Schlusswort gehabt. M._____ habe ihm die Situation erklärt und dann habe er gesagt, sie würden die Häuser ver- schieben, wenn es möglich sei. Er habe das mit W._____ besprochen, und wenn er an diesem Tag gesagt hätte, das komme nicht in Frage, verursache Problem e, dann hätten sie selbstverständlich diese Häuser ausgehoben und weggeführt. Das sei nie ei n Thema gewesen. W._____ habe nie etwas angemeldet, er habe nie von Kosten gesprochen. Die Verschiebung müsse im August 2010 entschi e- den worden sein. Sie hätten eine Begehung auf dem Bau gehabt. Nachher sei das an den Bausitzungen, an welchen er nicht mehr dabei gewesen sei, komm u- niziert worden. Auf die Frage, wann es zum ersten Mal kommuniziert worden sei, erklärte R._____, so wie er es nun auch gesehen und gehört habe, sei das im September/Oktober gew esen, und fasste zusammen, sie hätten die Begehung gehabt, im Rahmen des Ganzen hätten sie das besprochen und so entschieden und W._____ habe nicht gesagt, er sei nicht einverstanden. Auf die Frage, w o- raus er geschlossen habe, dass W._____ mit der Verschiebung an sich einver- standen sei und zwar ohne Mehrkosten, erklärte er, es seien von seiner Seite nie Mehrkosten angemeldet worden. Es sei nie ein Schreiben von ihm gekommen, - 21 - dass er nicht einverstanden wäre mit dieser Verschiebung. A uch nicht im Se p- tember/Oktober 2010, als man es ja definitiv gewusst habe. Er sei davon ausge- gangen, dass die Anordnung einer solchen Verschiebung ohne Mehrkostenz u- satz, Entschädigung zum gleichen Preis erfolgen würde, sonst hätte die Klägerin klar das Recht gehabt und wahrnehmen sollen zu sagen, sie sei damit nicht ei n- verstanden und habe dadurch Mehrkosten, sie akzeptiere diesen Fall nicht (Prot. S. 125 ff.). R._____ bestätigt somit mit seiner Aussage, was bereits M._____ dar- gelegt hat. Der Entscheid über die Änderung des Terminprogramms erfolgt e durch die Beklagte, konkret durch R._____, der das letzte Wort hat te. Davor wur- de wohl mit der Klägerin darüber gesprochen, und die Klägerin meldete dabei keine Mehrkosten an. Doch steht aufgrund der Einvernahmen von R._____ und M._____ fest, dass das Terminprogramm durch einen Entscheid der Beklagten - und zwar einen Entscheid der Beklagten allein - geändert wurde, und dieser Ent- scheid wurde anschliessend der Klägerin kommuniziert. Dass zu jenem Zeitpunkt noch keine Mehrk osten von Seiten der Klägerin angemeldet wurden, bedeutet resp. beweist demgegenüber entgegen der Beklagten (act. 71 S. 3) nicht, dass eine einvernehmliche Änderung (ohne Mehrkosten) erfolgt wäre. Damit steht fest, dass der Beklagten der Hauptbeweis dafü r, dass das Terminpro- gramm einvernehmlich (ohne Mehrvergütung) an der Sitzung vom 8. September 2010 geändert worden ist, misslungen ist. Die Änderung des Terminprogrammes wurde von der Beklagten , konkret von AA ._____, einseitig entschieden und an- schliessend nur der Klägerin kommuniziert resp. an sie weitergeleitet. Als Folge davon und weil sich dies aus den Aussagen des Verwaltungsratspräs i- denten der Beklagten sowie ihres Bauleiters ergibt, erübrigt es sich, auf den zwei- ten Teilsatz des Hauptbeweises näher einzugehen und zu klären, wer den roten Pfeil wann im Grobterminprogramm eingezeichnet hat. Dies würde am Beweiser- gebnis nichts ändern. Damit ist auch der Ausgang des von der Beklagten (vgl. da- zu act. 75 S. 6) eingeleiteten Strafverfahrens nicht abz uwarten. Ausserdem erüb- rigt sich damit auch die Würdigung der zum Gegenbeweis der Klägerin zugelas- senen Beweismittel. Nebenbei ist festzuhalten, dass auch die Aussagen der zum - 22 - Gegenbeweis gehörten Zeugen bezüglich des Hauptbeweises keine andere Wü r- digung zulassen, sondern das Beweisergebnis bestätigen . Als Ergebnis ist festzuhalten, dass das Terminprogramm nicht einvernehmlich durch die Parteien an der Bausitzung vom 8. September 2010 (und auch nicht bei einer anderen Besprechung) geändert wurde, sondern die Verschiebung der Termine der Häuser 3 und 4 wurde von der Beklagten einseitig entschieden und durchgesetzt. 3.1.5. Zwischenfazit Bis hierhin ist demnach von einer grundsätzlichen Entschädigungspflicht der Be- klagten auszugehen, weil die Beklagte sich (durch die einseitig durchgesetzte Terminverschiebung) in Annahmeverzug befand, welcher erwähntermassen in Analogie zu den Prinzipien der Bestellungsänderung abgedeckt wird und deshalb ebenfalls zu eine Entschädigung führt. 3.2. Vertragskonformes Leistungsangebot und Verzug der Klägerin 3.2.1. Streitpunkte Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Klägerin sei froh um die Ver- schiebung gewesen und habe diese sogar befürwortet, weil sie infolge zu knapper Kapazitätsplanung mit den Rohbauarbeiten an den Häusern 7, 8 und 9 sowie 15, 16 und 17 erheblich in Verzug gewesen sei (vgl. act. 8 Rz. 14 und 23). Die Kläge- rin habe im Sommer 2010 das Inventar inklusive Kran und Verschalungsmaterial für die Häuser 3 und 4 nicht vor Ort mobilisiert gehabt (vgl. act. 22 Rz. 35, 131, 140). Eine Erklärung des klägerischen Leistungswillens sei bei der Beklagten nie eingegangen (act. 22 Rz. 36). Gemäss act. 10/10 habe die Klägerin ab Woche 38 eine zusätzliche Mannschaft zu stellen gehabt, damit die Termine für die Häuser 1, 2, 7, 8 sowie 15 -17 hätten eingehalten werden können. Somit habe die Klägerin sicher kein Personal vorgehalten, das mit den Arbeiten an den Häusern 3 und 4 hätte beginnen können (act. 22 Rz. 139). Es sei die Klägerin und nicht die Au s- hubfirma gewesen, welche anlässlich der w öchentlichen Bausitzungen von der Beklagten immer habe angewiesen werden müssen, den Terminplan einzuhalten. - 23 - In den Protokollen act. 10/3- 10 und act. 3/21 sei unter Ziff. 3 ( A._____ Baumeis- ter) jeweils vermerkt "Termine für die Häuser 15, 16, 17 müssen ZWI NGEND ge- mäss Bauprogramm eingehalten w erden" bzw. "Haus 7- 9, 4 Wochen Verzug, Keine Planunterlagen vorhanden" . Es werde bestritten, die Beklagte sei ihrerseits mit der Planlieferung im Rückstand gewesen. Die Klägerin führe denn auch über- haupt nicht aus, we lche Pläne und welche Rückstände sie hier meine (act. 22 Rz. 141). Der Klägerin wäre es aufgrund von mangelnden Material - und Personal- ressourcen gar nicht möglich gewesen, zu den ursprünglich vorgesehenen Term i- nen mit den Arbeiten auf den Baufeldern 3 und 4 zu beginnen resp. diese in der ursprünglich vorgesehenen Zeit auszuführen (act. 22 Rz. 167). Die Klägerin erklärt dazu, sie habe ihre Arbeiten gehörig angeboten und sei leis- tungsbereit und leistungsfähig gewesen (act. 18 Rz. 46). Die Klägerin bestreite, dass sie sich mit den Arbeiten an den Häusern 7- 9 und 15-17 in Verzug befunden habe. Richtig sei, dass – wie in den Bausitzungsprotokollen der Beklagten ver- merkt sei – die Aushubarbeiten betreffend verschiedene Häuser verspätet gewe- sen seien, die Beklagte gegenüber dem Aushubunternehmen wiederholt einen Verzug abgemahnt habe und diese Rückstände auch die Termine der nachfol- genden Arbeitsschritte bzw. Unternehmer, insb. auch der Baumeisterarbeiten, ge- fährdet hätten (act. 18 Rz. 178). Dass die Verschiebung au ch durch einen Verzug der Klägerin auf den anderen Baufeldern mitverursacht worden sei, sei schlicht falsch und werde bestritten (act. 18 Rz. 194). Es sei a usgewiesen, dass das Au s- hubunternehmen in Verzug gewesen sei, womit zwangsweise auch der Beginn der jeweiligen Baumeisterarbeiten habe verlagert werden müssen (act. 29 Rz. 13). Sie habe ab Sommer 2010 das für die Erstellung der Häuser 3 und 4 (wie auch der anderen Häuser) erforderliche Inventar mobilisiert gehabt und fortan vorgehalten, und zudem habe si e die für die Baumeisterarbeiten erforderlichen Personalressourcen, inkl. für die Häuser 3 und 4, bereit gehalten ( act. 18 Rz. 46). Auch die Bausitzungsprotokolle würden kein anderes Bild zeichnen (act. 29 Rz. 25). Es treffe denn auch nicht zu, dass "Mitte August 2010 ... an der Bausi t- zung bestimmt [w urde], die Klägerin habe ab Woche 38 eine zusätzliche Mann- schaft zu stellen, damit die Termine für die Häuser 1, 2, 7, 8 und 15-17 eingehal- ten w erden können" (act. 29 Rz. 26). - 24 - 3.2.2. Rechtliches Nur wenn der Schuldne r leistungsbereit ist, seinen Leistungswillen kundtut und den Gläubiger zu r Annahme der Leistung auffordert, treffen den Gläubiger die nachteiligen Folgen des Verzugs (BERNET, in: BSK OR I, Art. 91 N. 2). Das Ange- bot des Schuldners muss gehörig sein, d.h. es muss quantitativ und qualitativ so- wie den weiteren Erfüllungsmodalitäten der geschuldeten Leistung entsprechen (BERNET, a.a.O., Art. 91 N. 3). Ferner muss das Angebot in der Regel tatsächlich erfolgen (Realoblation) bzw. der Schuldner muss alles vorgenommen haben, so dass zur Perfektion der Erfüllung nur noch die Mitwirkung des Gläubigers fehlt. Ausnahmsweise genügt Verbaloblation (z.B. bei einer antizipierten Annahmever- weigerung des Gläubigers oder wenn dieser eine andere Vorbereitungshandlung unterlässt, ohne die die Erfüllung gar nicht möglich ist ). Die Leistungsbereitschaft muss i.S. einer rechtsgeschäftlichen empfangsbedürftigen Willenserklärung, als Aufforderung an den Gläubiger zur Annahme, formuliert sein (BGE II 40, 45; B ER- NET, a.a.O., Art. 91 N. 4). Ohne gehöriges Leistungsangebot tritt Gläubigerverzug ein, wenn ein bestimmter Erfüllungstermin feststeht und der Gläubiger diesen Termin verstreichen lässt ( BERNET, a.a.O., Art. 91 N. 5). Neben dem gehörigen Leistungsangebot muss auch eine dem Angebot entsprechende Leistungsberei t- schaft vorliegen (BERNET, a.a.O., Art. 91 N. 6). Während der Schuldner das gehö- rige Leistungsangebot sowie die Leistungsbereitschaft zu beweisen hat, obliegt dem Gläubiger der Beweis für Tatsachen, welche die unterlassene Mitwirkung rechtfertigen sollen (BERNET, a.a.O., Art. 92 N. 16). Der Anspruch des Unternehmers auf Mehrvergütung entfällt, soweit die Änderung wegen seines vertragswidrigen Verhaltens notwendig wurde. Dies gilt trotz des Umstands, dass d er dritte Abschnitt der SIA -Norm 118, welcher die (einseitige) Bestellungsänderung regelt, den Fall vernachlässigt, da die Änderung durch ein vertragswidriges Verhalten des Unternehmers erforderlich wurde ( G AUCH, a.a.O., N. 788 u. 806). Im Hinblick auf einen allfälligen Verz ug des Unternehmers geht dies auch aus Art. 94 Abs. 1 SIA-Norm 118 hervor. Demnach muss die Bauleitung nicht rascher mitwirken, als der tatsächliche Bau fortschritt dies erfordert ( SCHU- MACHER, a.a.O., Art. 94 N. 9 lit. a). - 25 - 3.2.3. Subsumtion Weil die ursprünglich v ereinbarten Termine für den Beginn der Häuser 3 (27. September 2010) und 4 (23. August 2010) mit dem Willen der Beklagten nicht eingehalten worden sind, bedurfte es diesbezüglich kein (separates) gehöri- ges Leistungsangebot der Klägerin, um Gläubigerverzug der Beklagten eintreten zu lassen. War die Klägerin hingegen tatsächlich froh um die Verschiebung des Bauprogramms und befand sich in Verzug auf den anderen Baufeldern , kann nicht von der Verletzung einer Mitwirkungshandlung seitens der Beklagten ge- sprochen werden, da die Beklagte nicht rascher mitzuwirken hatte, als der tat- sächliche Baufortschritt dies erforderte. Nach der allgemeinen Beweisregel von Art. 8 ZGB (vgl. dazu weiter unten) trägt die Beklagte die Beweislast für ihre strittige Behauptung, dass die Klägerin froh um die Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 war und diese sogar befürwortet hat, weil sie infolge zu knapper Kapazitätsplanung mit den Rohbauar- beiten an den Häusern 7, 8 und 9 sowie 15, 16 und 17 erheblich in Verzug war . Mit B eschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) wurden dazu als B e- weismittel der Beklagten zugelassen die Zeugnisse von M._____, N._____, H._____, O._____, P._____ und Q._____ sowie die Protokolle Nr. 5 bis 13 der Bausitzungen vom 2., 9., 16., 23. und 30. Juni 2010, 7. und 14. Juli 2010 sowie 11. und 18./25. August 2010 (act. 10/3, 3/21, 10/4- 10). Als Gegenbeweismittel der Klägerin wurden zum Beweis zugelassen die Parteibefragungen von W._____ und AB._____ sowie das Auslastungsdiagramm vom 5. April 2010 (act. 19/118) und das Handprotokoll zur GL-Sitzung (act. 19/119). Im Rahmen des Gegenbeweises der Klägerin für ihre davon abweichende Dar- stellung, dass die Aushubarbeiten und die Baugruben für die Häuser 5 -9 und 15- 17 sowie die dazugehörige Tiefgarage h inter dem Zeitplan zurückgefallen waren, wurden mit Beschluss vom 16. Mai 2014 (Prot. S. 19 ff.; act. 46) als Beweismittel der Klägerin zugelassen K._____, AC._____ und S._____ als Zeugen sowie die Urkunden Übersicht "Baufortschritt E._____ Stand 8.10.2010" mit Angabe der Aufrichttermine und handschriftlicher Besprechungsnotiz von K._____ vom 8. O k- tober 2010 (act. 19/104) und Planeingangsliste für Projekt E._____ ... (act. - 26 - 19/120). Weiter wurden zum Gegenbeweis der Klägerin, dass die Klägerin – hätte sie nicht genug eigenes Personal gehabt – innert kürzester Zeit zusätzliche Res- sourcen über ihre beiden in E._____ eingesetzten Subunternehmer, AD._____ AG und AE._____ GmbH, hätte abrufen können, als Beweismittel zugelassen die Zeugnisse von K._____, AD._____ und G._____ sowie die Parteibefragung von W._____ (Beschluss vom 16. Mai 2014; Prot. S. 19 ff., act. 46). Die zum Hauptbeweise der Beklagten zugelassenen Protokolle der Bausitzungen Nr. 5 bis 13 (act. 10/5, 3/21, 10/4- 10) belegen bezüglich der Häuser 15-17 keinen Verzug. In den Protokollen ist jeweils unter der Klägerin aufgeführt "Termine für die Häuser 15, 16, 17 müssen ZWINGEND gemäss Bauprogramm eingehalten werden". Nicht zu entnehmen ist den Protokollen hingegen, dass die Termine bi s- her nicht eingehalten worden wären oder dass ein (erheblicher) Verzug bezüglich der Häuser 15- 17 vorgelegen hätte . Auch ist das in Grossbuchstaben geschri e- bene Wort "zwingend" eindeutig nicht gleichbedeutend mit Verzug, ist solcher doch in den Protokollen in anderem Zusamm enhang explizit beim Namen ge- nannt. So ist i n Bezug auf die Häuser 7 -9 den Protokollen der Bausitzungen vom 30. Juni 2010 und vom 7. Juli 2010 unter der Klägerin zu entnehmen "Haus 7- 9, 4 Wochen Verzug. Keine Planunterlagen vorhanden" (act. 10/6 S. 2 und act. 10/7 S. 2), und im Protokoll der Bausitzung vom 14. Juli 2010 ist bei der Klägerin ver- merkt "Häuser 7, 8 und 9 Kanalisation im Bau, Planverzug 4 Wochen" (act. 10/8 S. 2). Indessen ergibt sich aus dem Protokoll der Bausitzung vom 16. Juni 2010, dass der Aushub für die Häuser 7-9 durch die U._____ AG gemäss Bauprogramm bis Ende Juni 2010 fertig gestellt wird (act. 10/4 S. 2) resp. aus dem Protokoll der Bausitzung vom 23. Juni 2010, dass die U._____ AG den "Aushub Baugrube 7/8 bis Freitag 25.06.2010 fertig stellen" musste. Angesichts dessen, dass nach übereinstimmender Darstellung der Parteien die Baumeisterarbeiten der Klägerin erst nach erfolgtem Aushub durch die U._____ AG beginnen mussten und konn- ten, was für die Häuser 7- 9 demnach ein Beginn der klägerischen Baumeisterar- beiten frühestens am Montag 28. Juni 2010 bedeutet, erscheint aufgrund der zum Beweis der Beklagten zugelassenen Bausitzungsprotokolle ausgeschlossen, dass die Klägerin bis zur Bausitzung vom 30. Juni 2010, mithin zwei Tage später, mit ihren Arbeiten an den nämlichen Häusern 7- 9 vier Wochen in Verzug war. Vie l-- 27 - mehr handelte es sich dabei wohl um den im Protokoll vom 14. Juli 2010 notierten "Planverzug" von 4 Wochen , also um eine Verspätung im Vergleich zu den Ter- minplänen, welche aber ihren Ursprung nicht in einer Verspätung der Klägerin mit ihren Arbeiten - aus Kapazitäts- oder anderen Gründen - an diesen Häusern hat- te. Solches lässt sich den zum Hauptbeweis der Beklagten zugelassenen Prot o- kollen der Bausitzungen nicht entnehmen. Im Gegenteil bestätigten die Protokolle die abweichende Darstellung der Klägerin, dass die Aushubarbeiten für die Häu- ser 7 -9 hinter den Zeitplan zurückgefallen waren, welche Gegenstand des G e- genbeweises bildet. In den Protokollen der Bausitzungen vom 11. August 2010 und vom 18./25. August 2010 (act. 10/9-10) ist dann bei der Klägerin kein Verzug mehr erwähnt, auch nicht bezüglich der Häuser 7- 9, weshalb davon auszugehen ist, dass dannzumal jedenfalls kein Verzug und auch kein Planverzug mehr be- stand. Es ist da her auch kein Zusammenhang zwischen dem in der ersten Hälfte Juli 2010 aus den Protokollen ersichtlichen - nicht durch die Klägerin verursachten - Planverzug bezüglich der Häuser 7-9 und dem von der Beklagten im September 2010 gefällten Entscheid zur Verschiebung der Häuser 3 und 4 bewiesen. Die von den Parteien angerufenen Zeugen wurden - mit Ausnahme des Zeugen G._____ - anlässlich der Beweisverhandlung vom 11. Dezember 2014 befragt (Prot. S. 38 ff.). Die Würdigung der zum Hauptbeweis der Beklagten zugelassenen Zeugen ergibt kein anderes Bild als bereits die Protokolle der Bausitzungen. Der Projektleiter der Beklagten, M._____, erklärte bei seiner Einvernahme nur, er habe von der Kläge- rin nie eine negat ive Meldung auf die Terminverschiebung erhalten (Prot. S. 44). Dagegen konnte er die beklagtische Darstellung, dass die Klägerin froh war um die Verschiebung und diese befürwortete, nicht bestätigen. Weiter sagte er im Z u- sammenhang mit den Gründen für die Terminverschiebung, es habe auch gewi s- se Verzögerungen mit dem Rohbau der Häuser 7- 9 und 16-17 gegeben, die ganz klar aus Kapazitätsgründen seitens des Baumeisters veranlasst gewesen seien. Dabei erläuterte er auf Nachfrage zu den von ihm angesprochenen Ka pazitäts- gründen, dass sie Mannschaften der Klägerin " draussen gehabt" hätten und ge- mäss Terminprogramm weitere Mannschaften hätten kommen sollen. Diese - 28 - Mannschaften seien aber später gekommen (Prot. S. 45). Zudem erklärte M._____, ihm sei nicht bewusst, ob ein Verzug der U._____ AG betreffend die Aushubarbeiten für die Baufel der 7 und 8 sowie für die Baufelder 5 und 6 abge- mahnt worden sei. Er wisse einfach noch, dass der Aushub fertig gewesen sei und die Baumeisterarbeiten nicht losgegangen seien bei den Baufeldern 7- 9 (Prot. S. 48). Der Projektleiter der Beklagten schilderte somit "gewisse Verzöge- rungen" wegen weiterer Mannschaften der Klägerin, die später als im Terminpr o- gramm vorgesehen auf der Baustelle eintr afen. Zu den dadurch konkret verur- sachten Auswirkungen auf den Bau oder ob dadurch ein (erheblicher) Verzug der Klägerin gegenüber dem Terminprogramm eintrat, äusserte er sich jedoch nicht. Da er aber auf die Frage nach seinem damaligen Aufgabenbereich erklärte, als Projektleiter für die Beklagte mindestens einmal pro Woche vor Ort an einer Bau- sitzung gewesen zu sein (Prot. S. 40), muss angenommen werden, dass die von ihm festgestellten Verzögerungen, zumindest wenn es sich um erhebliche Verz ö- gerungen handelte, Eingang in die Bausitzungen und die P rotokolle derselben ge- funden haben. Von zu spät erschienenen Mannschaften der Klägerin ist in den zum Beweis zugelassenen Protokollen nichts vermerkt. Bezüglich der Feststel- lung eines Verzugs der Klägerin bei den Häusern 7- 9 und 15-17 in den Protokol- len ist auf den bereits thematisierten Planverzug zu Beginn der Baumeisterarbei- ten zu verweisen. Zu dem von M._____ geschilderten zeitlichen Abstand zwischen der Fertigstel- lung des Aushubs und dem Beginn der Baumeisterarbeiten äusserte sich sodann der Bauführer der Aushubfirma U._____ AG, N._____, bei seiner Zeugen einver- nahme. Er antwortete auf die Frage, ob der Baumeister mit seinen Arbeiten j e- weils verzögert angefangen habe, nachdem er mit dem Aushub fertig gewesen sei, dass man nicht immer gleich habe anfangen könne n, weil teilweise Aush ub deponiert worden sei. Der Kran habe nicht platziert werden können. Weiter sagte er aus, die Beklagte habe gegenüber der U._____ AG keinen Verzug der Au s- hubarbeiten geltend gemacht (Prot. S. 54 f.). Demnach hing der von M._____ als Verzögerung mit dem Beginn der Baumeisterarbeiten beschriebene zeitliche A b- stand nach Fertigstellung des Aushubs damit zusammen und wurde nicht durch eine enge Kapazitätsplanung der Klägerin verursacht. Zur Reaktion der Klägerin - 29 - auf die Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 konnte N._____ so- dann keine Aussagen machen (Prot. S. 52 f.). Auch der Zeuge H._____, Bauführer der Beklagten und für diese an der Bausi t- zung vom 8. September 2010 anwesend, konnte keine Aussagen zur Reaktion oder Einstellung der Klägerin zur Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 machen, und er erinnerte sich nicht mehr im Detail, was an der Sitzung be- sprochen wurde oder wie es zur Verschiebung kam (Prot. S. 57 f.). Dass die Klä- gerin froh um die Verschiebung war oder diese befürwortete, weil sie infolge zu knapper Kapazitätsplanung erheblich in Verzug war, konnte er nicht bestätigten. Zum behaupteten Verzug der Klägerin erklärte er, es sei immer ein bisschen knapp gewesen. Man habe schon immer ein bisschen schauen müssen, dass die anderen dann auch hätten weiterarbeiten können gemäss Bauprogramm. Beim Aushub seien seines Erachtens die Häuser 7 und 8 und dann gleich danach das Haus 9 ausgehoben worden. Genaues zur Terminierung wisse er nicht mehr (Prot. S. 6 0). Diese Darstellung ihres Bauführers ("ein bisschen knapp") zeigt j e- denfalls nicht das von der Beklagten dargestellte Szenario eines erheblichen Ver- zugs der Klägerin mit den Rohbauarbeiten infolge zu knapper Kapazitätsplanung. Vielmehr ist aufgrund seiner Schilderung und Wortwahl davon auszugehen, dass die Termine, obwohl es eng war, eben noch eingehalten wurden. Damit kann die Beklagte auch durch seine Aussage weder den Beweis eines erheblichen Ver- zugs der Klägerin noch deren Befürwortung der Verschiebung erbringen. Der Zeuge O._____ sagte zum behaupteten Verzug der Klägerin aus, die Kläge- rin habe ein Terminprogramm gemacht, wann sie oben gewesen und es ums Raufmauern gegangen sei. Danach hätten sie ihre Aufrichttermine gehabt. Die bestimmten Termine hätten eigentlich schon nicht schlecht gestimmt. Die Klägerin habe quasi einen Stockwerktermin gehabt. Generell seien sie eher etwas im Rückstand gewesen als Voraus. Genaueres zu den Terminen und Daten konnte aber auch er nicht mehr sagen (Prot. S. 69), doch bestätigte er mit seiner Auss a- ge die Darstellung des Bauführers der Beklagten, dass die Termine einigermas- sen eingehalten wurden. Der Zeuge Q._____, der für seinen Arbeitgeber im Rahmen der Elektroinstallationen am streitgegenständlichen Bauprojekt beteili gt - 30 - war, erklärte zum zeitlichen Stand der Rohbauarbeiten, man habe, glaube er, bei den Häusern 15- 17 gestartet. Dort seien die Arbeiten eigentlich zügig vorange- gangen. Dann seien die Häuser 7 und 8 gekommen. Er sei der Meinung, dass es dann angefangen habe, Verzögerungen zu geben bei den Häusern 1 -2, bei di e- sen Eigentumswohnungen. Die Nachfrage, ob er etwas betreffend Verzögerungen oder Rückstände der Klägerin in Bezug auf die Häuser 7 -9 und 15-17 wisse, ver- neinte er. Wie bereits dargelegt, schilderte er ferner seinen Eindruck und sein G e- fühl, dass die Terminverschiebung betreffend die Häuser 3 und 4 in gegenseit i- gem Einverständnis hingenommen worden seien. Er erklärte aber, von konkreten Aussagen der Klägerin zu diesem Punkt nichts zu wissen . Auf die Frage nach e i- ner Verweigerungshaltung der Klägerin gegenüber einer Verschiebung erklärte er, es habe schon Diskussionen gegeben. Teilweise sei er aber nicht mehr dabei gewesen (Prot. S. 78 f.). Somit konnte auch der Zeuge Q._____ den behaupteten erheblichen Verzug der Klägerin mit den Rohbauarbeiten an den Häusern 7 -9 und 15-17 nicht bezeugen und auch ihm war keine Befürwortung der Verschiebung der Arbeiten an den Häuser 3 und 4 durch die Klägerin zu Ohren gekommen. Damit konnte die Beklagte weder einen erheblic hen Verzug der Klägerin noch die Befürwortung der Verschiebung durch die Klägerin beweisen. Im Ergebnis ist zum Hauptbeweis der Beklagten daher festzuhalten, dass ihr nicht gelungen ist rechtsgenügend zu beweisen, dass die Klägerin froh um die Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 war und diese sogar befürwortet hat, weil sie i n- folge zu knapper Kapazitätsplanung mit den Rohbauarbeiten an den Häusern 7, 8 und 9 sowie 15, 16 und 17 erheblich in Verzug war. Hinzu kommt, dass die zum Hauptbeweis zugelassenen Beweismittel der Beklag- ten die Gegenstand des Gegenbeweises bildende Darstellung der Klägerin, dass die Aushubarbeiten und die Baugruben für die Häuser 5- 9 und 15- 17 sowie die dazugehörige Tiefgarage hinter dem Zeitplan zurückgefallen waren, n och bestäti- gen und damit bereits ohne Berücksichtigung der dazu zugelassenen Beweismi t- tel der Klägerin davon auszugehen ist, dass der im Juli 2010 in drei Bausitzungs- protokollen festgestellte Verzug der Baumeisterarbeiten gegenüber dem Termi n- plan effektiv durch im Vergleich zum Terminplan verspätete Aushubarbeiten ver-- 31 - ursacht war. Noch zusätzlich in Zweifel gezogen wird der misslungene Hauptbe- weis der Beklagten ausserdem durch die Aussage des zum Gegenbeweis der Klägerin, dass sie - hätte sie nicht genug eigenes Personal gehabt - innert kürzes- ter Zeit zusätzliche Ressourcen über ihre beiden in E._____ eingesetzten Subun- ternehmer hätte abrufen können, zugelassenen Zeugen AD._____. Er sagte aus, dass die Klägerin neben den Arbeiten an den Häusern 15 -17 und 5-6 genug Leu- te gehabt hätte, um gleichzeitig bzw. parallel auch an den Häusern 3 und 4 zu ar- beiten. Dabei erläuterte er von sich aus, dass man dann einfach noch ein paar mehr Leute von seinem Unternehmen oder vom Eisenleger dazu nehme und es dann kein Problem sei. Wenn Inventar da sei, sei es keine Sache aufzustocken. Weiter bestätigte er, dass er (resp. sein Unternehmen AD._____ AG) als Subun- ternehmer auch noch zusätzliche Mannschaften hätte stellen können, wenn die Häuser 3 und 4 gleichzeitig gebaut worden w ären (Prot. S. 101 f.). Der Hinweis der Beklagten (act. 71 S. 8) , dass die AD._____ AG, deren Inhaber der Zeuge ist, auch im Zeitpunkt der Zeugeneinvernahme mit der Klägerin zusammen arbeitete und von ihr weiterhin Aufträge erhielt (Prot. S. 100) , trifft zwar zu, und AD._____ sagte auch, er habe sich nach Erhalt der Vorladung bei der Klägerin erkundigt und von ihr erfahren, dass es beim vorliegenden Verfahren darum gehe, dass i r- gendetwas nicht bezahlt worden sei . Weiter habe ihn das nicht mehr interessiert. Sie hätten ihr Geld erhalten. Auf Nachfrage bestätigte er, dass nicht weiter be- sprochen worden sei, um was es gehe (Prot. S. 100). Da er aber das Gespräch mit der Klägerin offenlegte und nach Hinweis auf die Wahrheitspflicht und die Strafbestimmung von Art. 307 StGB die eindeutige Aussage machte, dass die Klägerin genug Leute gehabt hätte und sonst von seinem Unternehmen oder etwa vom Eisenleger noch zusätzliches Personal hätte erhalten können, ist auf seine Aussagen abzustellen. Damit ist zusätzlich zum Misslingen des Hauptbeweises davon auszugehen, dass, wäre der Baubeginn der Häuser 3 und 4 nicht durch die Beklagte verschoben worden, die Klägerin in Bezug auf die personellen Kapazit ä- ten allenfalls unter Rückgriff auf zusätzliche Ressourcen ihrer Subunternehmer in der Lage gewesen wäre, die Mannschaften für einen termingerechten Beginn der Baumeisterarbeiten zu stellen. 3.2.4. Fazit - 32 - Die Klägerin befand sich bei Verschiebung des Baubeginns für die Häu ser 3 und 4 nicht mit den Rohbauarbeiten der Häuser 7- 9 und 15- 17 in Verzug und war dementsprechend auch nicht als Folge davon froh um die Verschiebung. Auch stand ihr dafür genügend Personal zur Verfügung. Die Verschiebung des Baube- ginns ist daher als Ver letzung einer Mitwirkungshandlung seitens der Beklagten zu qualifizieren, welche die in Art. 94 Abs. 2 SIA -Norm 118 umschriebenen Rechtsfolgen sowie einen Anspruch auf Mehrvergütung (oder Schadenersatz) der Klägerin ausgelöst hat , wenn ihr aus dem Annahme verzug der Beklagten ein Mehraufwand entstanden ist. 3.3. Verwirkung bzw. Verzicht des Anspruchs auf Mehrvergütung 3.3.1. Unbestrittener Sachverhalt Bereits im April und Mai 2010 hat die Aushubfirma, die U._____ AG, Aushubma- terial von den anderen Baufeldern auf den Gru ndstücken der Häuser 3 und 4 de- poniert. Als Folge davon entstanden auf den Baufeldern 3 und 4 immer grössere Erdhaufen bzw. Aushubmaterialdeponien. Das Aushubmaterial wurde auch im August 2010, als die U._____ AG gemäss ursprünglichem Terminprogramm be- reits mit dem Aushub auf den Baufelder n 3 und 4 hätte beginnen sollen, weiter dort belassen. Dass die Vorgehensweise geändert worden war und die Errichtung der Häuser 3 und 4 nicht parallel mit derjenigen der Häuser 5 bis 9 erfolgen wü r- de, war somit auch ohne entsprechende formelle Information offensichtlich. Der klägerische Bauführer K._____ arbeitete eng mit den vor Ort verantwortlichen Personen der U._____ AG zusammen und war mit diesen in ständigem Kontakt. Die Klägerin war somit über die Verschiebung des A ushubbeginns informiert (act. 1 Rz. 31 ff.; act. 8 Rz. 22; act. 18 Rz. 186 ff.). Mit Schreiben der Klägerin an die Beklagte vom 2. März 2011 machte die Klägerin einen gestörten Bauablauf geltend und kündete entsprechende Mehrkosten an (act. 3/25). 3.3.2. Streitpunkte - 33 - Die Klägerin erklärt, nachdem gemäss dem Bauprogramm die Aushubarbeiten für die (ersten) Baufelder 1 und 2 rund vier Monate vor den Aushubarbeiten für die Baufelder 3 und 4 zu tätigen gewesen seien, habe sie bei Beginn ihrer Arbeiten im April und Mai 2010 keinen Grund gehabt , dagegen zu opponieren, dass die Beklagte die für den Aushub verantwortliche Unternehmerin angewiesen habe, das Erdmaterial vorübergehend u.a. auf den noch nicht benötigten Baufeldern zu deponieren (act. 1 Rz. 30). Der Bauführer der Klägerin, K._____, sowie die Poli e- re L._____ und S._____ und AF._____ hätten die Bauleitung wiederholt auf die Verspätung der Aushubarbeiten gegenüber dem Terminprogramm hingewiesen und hätten um Angabe ersucht, wann die Baugruben endlich erstell t würden. Ins- besondere sei dieser Umstand vom klägerischen Bauführer seit Ende August 2010 auch in der wöchentlichen Bausitzung mit der Bauleitung thematisiert wor- den. Er habe dabei nicht nur wiederholt unterstrichen, dass der kontinuierliche Aufschub eine termingerechte Ausführung der Bauarbeiten für die Häuser 3 und 4 gefährde bzw. alsdann verunmögliche, sondern auch, dass diese Ablaufänderung für die Klägerin bedeute, dass sie erheblich länger auf der Baustelle verbleiben müsse (act. 1 Rz. 3). Anlässlich einer Besprechung des Baufortschritts und der voraussichtlichen Aufrichttermine mit M._____ Mitte August 2010 habe K._____ auch den Verzug der Baugruben und die störenden Erdmaterial-Deponien auf den Baufeldern 3 und 4 angesprochen. Insbesondere habe er M._____ darauf hinge- wiesen, dass die von der Beklagten geforderten Aufrichttermine nicht gewahrt werden könnten, wenn sich die Baugruben weiter verspäten würden. Dabei habe er unterstrichen, dass die für die Grubenübergaben im vereinbarten Terminpr o- gram vor gesehenen Termine nicht eingehalten worden seien und die Beklagte somit säumig sei (act. 18 Rz. 53). Die gleichen Bedenken habe er H._____ je- weils in den Bausitzungen im September 2010 mitgeteilt, als die Parteien die Terminsituation und die Aufrichttermine besprochen hätten. Insbesondere habe er diesem anlässlich der Bausitzung vom 6. Oktober 2010 und alsdann anlässlich der Besprechung der Aufrichttermine in Gegenwart von O._____ vom 8. Oktober 2010 mitgeteilt, dass der Start der Baumeisterarbeiten und som it das Erreichen der genannten Aufrichtterm ine für die Häuser 3 und 4 (29. März bzw. 6. April 2011) davon abhängen würden, wann die gemäss Terminplan überfälligen Bau-- 34 - gruben alsdann vorliegen würden, weshalb die genannten Aufrichttermine für die Häuser 3 un d 4 auch nur als provisorisch und nicht als bindend für die Klägerin angesehen werden könnten (act. 18 Rz. 54). Die Beklagte bestreitet die Ausführungen der Klägerin (vgl. z.B. act. 8 Rz. 27 f. und act. 22 Rz. 56). Bereits im April und Mai 2010 sei damit begonnen worden, Aushubmaterial von den anderen Baufeldern auf den Grundstücken der Häuser 3 und 4 zu deponieren. Folglich sei es der Klägerin bereits im Zeitpunkt der Unter- zeichnung des Werkvertrages im Juli 2010 klar gewesen, dass ihre Arbeits - und Ressourcenplanung sowie ihre Projektkalkulation betreffend die Häuser 3 und 4 nicht auf die Terminprogramme act. 3/8 und act. 3/14, welche im Mai 2010 erstellt worden seien, hätten ausgerichtet werden können, sondern dass diese Program- me betreffend die Häuser 3 und 4 noch der Anpassung bedurft hätten (act. 22 Rz. 13). 3.3.3. Rechtliches Der Anspruch auf Mehrvergütung entfällt, soweit der Unternehmer darauf verzic h- tet hat ( G AUCH, a.a.O., N. 788). Der Verzicht kann zum Voraus (z.B. im ursprün g- lichen Werkvertrag), zusammen mit der Vereinbarung einer Bestellungsänderung oder erst nach erfolgter (einseitiger oder vereinbarter) Bestellungsänderung erfol- gen. Ein zum Voraus (im Hinblick auf künftige Bestellungsänderungen) erklärter Verzicht ist nur mit Zurückhaltung anzunehmen und bei übermässiger Bindung gemäss Art. 27 Abs. 2 ZGB unwirksam. Unterlässt der Unternehmer eine Ankü n- digung der Meh rforderung, ist dies kein Grund, der seinem Anspruch auf Meh r- vergütung entgegensteht, doch kann nach den konkreten Umständen des Ein zel- falls das nach Vertrauensprinzip ausgelegte Schweigen des Unternehmers als Verzichtserklärung auszulegen sein, was den Besteller von der Leistung einer Mehrvergütung befreit (BGer. 4C.16/2006 E.6.3) . Blosses Zuwarten mit der Rechtsausübung begründet noch nicht Rechtsmissbrauch , sondern zusätzlich bedarf es besonderer Umstände, welche die Rechtsausübung mit der früheren Untätigkeit des Berechtigten in unvereinbaren Widerspruch erscheinen lassen. Solche können u.a. darin bestehen, dass dem Verpflichteten aus der verzögerten Geltendmachung erkennbar Nachteile erwachsen sind und dem Berechtigten die - 35 - Rechtsausübung zumutbar gewesen wäre (BGer. 4C.85/2004 E. 3). Selbst wenn die Parteien vereinbart haben, dass der Unternehmer zur Ankündigung der Meh r- forderung verpflichtet sei, beseitigt die unterlassene Ankündigung den Mehran- spruch des Unternehmers grundsätzlich nur dann, wenn die Nichtankündigung im Einzelfall als stillschweigende Verzichtserklärung zu interpretieren ist ( GAUCH, a.a.O., N. 789; vgl. zur analogen Problematik im Zusammenhang mit Art. 85 Abs. 3 SIA-Norm 118 auch EGLI, a.a.O., Art. 85 N. 8). 3.3.4. Subsumtion Im ursprünglichen Werkvertrag hat die Klägerin auf eine allfällige Mehrforderung aufgrund einer Bauprogrammänderung nicht verzich tet, sondern u nübliche Planänderungen – und von einer solchen ist vorliegend auszugehen – begründe- ten einen Anspruch auf Mehrforderung (Vertragsziffer 2 e contrario; act. 3/2 S. 1). Der Ansicht der Beklagten, wonach anlässlich der Vertragsunterzeichnung Anfang Juli 2010 au fgrund des Umstands, dass bereits im April und Mai 2010 begonnen worden war, Aushubmaterial von den anderen Baufeldern auf den Grundstücken der Häuser 3 und 4 zu deponieren, klar gewesen sei, dass das Terminprogramm betreffend diese Häuser noch der Anpassu ng bedürfe, kann nicht zugestimmt werden. Schliesslich dauerte es zu diesem Zeitpunkt noch über einen Monat bis zum ursprünglich geplanten Aushub der Häuser 3 und 4. Zudem hatte das Verga- begespräch schon viel früher stattgefunden und standen die Parteien nicht erst ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung in einer vertraglichen Beziehung zuei- nander. Dass die Klägerin anlässlich der einseitigen oder vereinbarten Bauprogrammän- derung auf eine Mehrvergütung ausdrücklich verzichtet hätte, wird nicht behaup- tet. Es kann offen bleiben, ob die Klägerin – wie von ihr behauptet und von der Beklagten bestritten – ab August 2010 mündlich auf die Verspätung der Aushu b- arbeiten gegenüber dem Terminprogramm hingewiesen hat. Falls dies nicht z u- trifft, wäre daraus jedenfalls kein stillschweigender Verzicht auf die Mehrverg ü- tung abzuleiten (vgl. Art. 6 OR). Auch war sie nach Treu und Glauben nicht geha l- ten, der Beklagten die Mehrkosten frühzeit ig in Aussicht zu stellen, musste dieser als erfahrene Bauleiterin doch bekannt sein, dass bei der Klägerin aufgrund der - 36 - Terminverschiebung solche anfallen würden. Auch wenn die Parteien übereinge- kommen waren, dass ein Anspruch auf weitere Vergütungen nur bestehen soll, wenn die entsprechenden Arbeiten vorgängig schriftlich vereinbart werden (Ver- tragsziffer 7; act. 3/2 S. 3), beseitigt die unterlassene Ankündigung den Mehran- spruch der Klägerin nach dem Gesagten nicht ohne Weiteres (vgl. dazu aber die Ausführungen weiter unten zur Genehmigung der Mehrvergütung). Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass die Parteien hinsichtlich der Terminänderung auf die Einhaltung der vorbehaltenen Formvorschrift verzichtet hatten. Die Klägerin war deshalb auch nicht gehalten, ihre Mehrforderung , welche sich mit Bezug auf die zeitabhängigen K osten erst mit der Ausführung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 und somit erst ab Mai 2011 realisierten, schriftlich oder auf andere Weise frühzeitig anzukünden. Mit Schreiben vom 2. März 2011 hatte die Klägerin der Beklagten vorgeworfen, die von dieser befohlene Deponie des Aushubmaterials verursache bei ihr, der Klägerin, eine massive Störung des Bauablaufs, wobei man dies im Sinne einer guten Zusammenarbeit bis zu diesem Zeitpunkt geduldet habe. Leider müssten nun die klägerischen Mehrkosten für den gestörten Bauablauf angemeldet wer- den. Das Zurücklassen der Häuser 3 und 4 verletze die Vertragsgrundlage (act. 3/25 S. 2). Wie die Beklagte richtig ausführt, zeigt dieses Schreiben das einstweilige klägerische Einverständnis mit der Terminverschiebung für die Häu- ser 3 und 4 auf (act. 8 Rz. 33, 89, 94, 97 und 121; act. 22 Rz. 20, 39, 48. 50, 126, 136, 145, 176). Ein Ver zicht auf die Mehrvergütung lässt sich hingegen entgegen der Ansicht der Beklagten (act. 22 Rz. 49) daraus nicht ableiten, und keinesfalls stellt dieses Schreiben gar einen expliziten Verzicht auf die Geltendmachung von Mehrkosten dar (act. 22 Rz. 71). Im Gegenteil wurden mit besagtem Schreiben gerade Mehrkosten offiziell angemeldet. Mit der Klägerin (act. 18 Rz. 65) ist des- halb davon auszugehen, dass sie mit der erwähnten Formulierung betreffend die Duldung der Bauablaufstörung zum Ausdruck gebracht hatte, die Verschiebung bisher insofern geduldet zu haben, als sie den Werkvertrag nicht unter Ansetzung einer Nachfrist nach den Vorschriften über den Gläubigerverzug aufgelöst hat (vgl. Art. 94 Abs. 2 SIA-Norm 118). Ein Verzicht auf die Mehrvergütung ist indes- sen nicht ersichtlich. - 37 - 3.4. Genehmigung der Beklagten 3.4.1. Unbestrittener Sachverhalt Für Änderungen und Ergänzungen des Vertrags und seiner Beilagen sahen die Parteien – wie erwähnt – die Form der Schriftlichkeit (bzw. die Verwendung durch Fax) vor (Vertragsziffer 14; act. 3/2 S. 5). In diesem Sinne wurde ein Anspruch auf weitere Vergütungen bzw. eine Erhöhung des Pauschalpreises an die Bedingung geknüpft, dass die entsprechenden Arbeiten vorgängig schriftlich mit der Beklag- ten vereinbart wurden, wobei die Preise für zusätzlich zu vereinbarende Arbeiten auf Basis der Unternehmerofferte zu offerieren waren ( Vertragsziffer 7; act. 3/2 S. 3). 3.4.2. Rechtliches Von einer blossen Ankündigungspflicht zu unterscheiden ist der vertragliche G e- nehmigungsvorbehalt für die Mehrvergütung, wie er sich in der Vertragspraxis herausgebildet hat, um einen späteren Streit über Bestand und Umfang von Mehrforderungen zu vermeiden . Demnach besteht der Anspruch des Unterneh- mers auf eine änderungsbedingte Mehrvergütung unter dem Vorbehalt, dass der Unternehmer die Mehrforderung, die er für eine erfolgte Bestellungsänderung gel- tend machen will, vor der Ausführung der Bestellungsänderu ng durch den Bestel- ler genehmigen lässt. Solange die Genehmigung durch den Besteller ausbleibt, ist der Unternehmer nicht verpflichtet, mit der Ausführung der erfolgten Bestellungs- änderung zu beginnen. Führt der Unternehmer die Bestellungsänderung ohne Genehmigung der zu bezahlenden Mehrvergütung aus, so scheitert sein A n- spruch auf deren Leistung grundsätzlich an der hierfür vorausgesetzten Geneh- migung (G AUCH, a.a.O., N. 789a). Fehlt es nur an der vereinbarten Form der Genehmigung, so steht die Formwi d- rigkeit dem Anspruch auf Mehrvergütung nicht entgegen, wenn die vereinbarte Form lediglich die Bedeutung einer Beweisform hat. Der vereinbarte Genehm i- gungsvorbehalt ist eng auszulegen, da er vom dispositiven Recht abweicht. Er gilt nicht, wenn die Bestellungsä nderung Arbeiten zur Abwehr von Schaden und G e-- 38 - fahr betrifft, deren Dringlichkeit dem Unternehmer keine Zeit für eine vorgängige Einholung der Kostengenehmigung belässt. Ausgeklammert bleibt der Genehm i- gungsvorbehalt ferner dann, wenn der Unternehmer nach den konkreten Umstän- den und der gebotenen Sorgfalt nicht erkennen kann, dass eine Anordnung des Bestellers, der er Folge leistet, eine Bestellungsänderung darstellt. Schliesslich kann der Besteller gegenüber dem Unternehmer auch ausdrücklich oder stil l- schweigend zum Ausdruck bringen, dass er bezüglich einer bestimmten Bestel- lungsänderung auf die Geltendmachung des Genehmigungsvorbehaltes verzic h- tet. Ein stillschweigender Verzicht ist mangels anderer Anhaltspunkte anzunehmen, wenn der Besteller mit dem Unter nehmer eine Bestellungsänderung vereinbart, ohne den Vorbehalt zu erneuern, wenn er den Unternehmer noch vor der G e- nehmigung dazu anhält, mit der Ausführung der erfolgten Bestellungsänderung zu beginnen, oder wenn er von der begonnenen Ausführung der Bestellungsänd e- rung Kenntnis erlangt, jedoch davon absieht, die fehlende Genehmigung der Mehrvergütung zu reklamieren. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass der B e- steller eine solche Genehmigung auch stillschweigend erklären kann, doch sind an die Annahme einer stillschweigend erklärten Genehmigung strengere Anforde- rungen zu stellen als an die Annahme eines stillschweigend erklärten Verzichts auf den Genehmigungsvorbehalt (G AUCH, a.a.O., N. 789b). 3.4.3. Subsumtion Nach dem Vertragswortlaut wären zusätzliche Arbeiten mit der Beklagten zu ver- einbaren gewesen, wobei die Klägerin ihre Preise auf Basis der Unternehmerof- ferte zu offerieren hatte (Vertragsziffer 7; act. 3/2 S. 3). In diesem Sinne sahen die Parteien somit zwar einen vertraglichen Genehmigungsvorbehalt für eine Mehr- vergütung vor. Zu beachten ist aber, dass es vorliegend nicht um zusätzlich zu vereinbarende Arbeiten ging. Aufgrund der Bauprogrammänderung waren viel- mehr dieselben Arbeiten in einer anderen Reihenfolge zu erbringen, was zu Mehrkosten auf Seiten der Klägerin führte. Der ohnehin eng auszulegende G e- nehmigungsvorbehalt greift bei der vorliegenden Bestellungsänderung deshalb nicht. Auch wenn man von der grundsätzlichen Anwendbarkeit von Vertragszif-- 39 - fer 7 ausgehen würde, würde sich im Übrigen nichts am Ans pruch der Klägerin auf Mehrvergütung ändern, weil in diesem Fall von einem stillschweigenden Ver- zicht des Genehmigungsvorbehalts durch die Beklagte auszugehen wäre. Nach dem Gesagten hätte die Beklagte den Vorbehalt anlässlich der Terminprogramm - änderung nämlich erneuern oder zumindest nach erfolgter Änderung die fehlende Genehmigung umgehend reklamieren müssen. 3.5. Höhe der Vergütung 3.5.1. Im Grundsatz 3.5.1.1. Unbestrittener Sachverhalt Bis zum im ursprünglichen Terminprogramm vorgesehenen Ende der Baumei s- terarbeiten (11. März 2011 für Haus 3) waren mit Ausnahme von Haus 9, dessen Rohbau am 13. April 2011 abgeschlossen wurde, alle übrigen Häuser fertig ge- stellt. Seit Beginn der Bauarbeiten der Häuser 3 und 4 war die Klägerin mit Au s- nahme gewisser Ausbauinstallationsarbeiten in den Häusern 1 und 8 bzw. 9 mit ihrem Personal und ihren Baugeräten einzig noch zwecks Bau der Häuser 3 und 4 auf der klägerischen Baustelle (act. 1 Rz. 141; act. 8 Rz. 114). Die Rohbauar- beiten für die Häuser 3 und 4 wurden nicht – wie ursprünglich vorgesehen – zwi- schen dem 23. August 2010 und dem 11. März 2011 ausgeführt, sondern wurden zwischen dem 5. Mai 2011 und dem 7. November 2011 vorgenommen. Daraus ergibt sich eine Verlängerung der Gesamtbauzeit von fast acht Monaten (act. 1 Rz. 149; act. 8 Rz. 121). 3.5.1.2. Streitpunkte Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, sie hätte die Roharbeiten für die Häu- ser 3 und 4 ebenfalls bis (spätestens) 13. April 2011 abschliessen können, wenn die Beklagte ihr die entsprechenden Baufelder rechtzeitig zur Verfügung gestellt hätte (act. 1 Rz. 154). Die Beklagte bestreitet dies und begründet ihren Standpunkt wiederum mit dem klägerischen Verzug auf den anderen Baufeldern. Nach beklagtischem Dafürhal-- 40 - ten wäre es der Klägerin m angels Personal - und Materialressourcen gar nicht möglich gewesen, termingerecht mit den Arbeiten auf den Baufeldern 3 und 4 an- zufangen. Entsprechend wäre sie dann auch erst mit erheblicher Verspätung mit dem Rohbau fertig geworden. Ferner weist die Beklagte auf die Verlängerung der Rohbauzeit durch den Wintereinbruch hin (act. 8 Rz. 124). 3.5.1.3. Rechtliches Wenn die Arbeiten über die geplante Gesamtbauzeit hinaus verlängert werden müssen, muss der Unternehmer die Baustelle länger betreiben, was in der Regel einen Verzögerungsaufwand mit sich bringt ( HÜRLIMANN, Ansprüche des Unte r- nehmers aus Bauablaufstörungen des Bauherrn, in: G AUCHS Welt, Festschrift für PETER GAUCH zum 65. Geburtstag, Zürich 2004, 831). Einzelne P osten dieses Aufwands sind z.B. Mehrkosten für längeres Vorhalten von Baustelleneinrichtungen, Mehrkosten durch andere Baustellengemeinkosten (z.B. Wachleute), Mehrkosten für Bauleitung , Finanzierungskosten wegen spät e- rer Schlusszahlung oder ein en grösseren Anteil der allgemeinen Geschäftsko s- ten. Grundsätzlich kann sich bei Bauablaufstörungen ein Mehraufwand auch aus störungsbedingten Produktivitätseinbussen im Sinne eines Behinderungsmeh r- aufwands ergeben. Bei einer (blossen) Verlängerung der Bauzeit aufgrund einer Verschiebung von gewis sen Arbeiten steht solches aber nicht im Vordergrund. Einer entsprechenden Vergütungspflicht unterliegen hingegen wiederum Meh r- aufwendungen im Sinne von Produktivitätsverlusten, die dem Unternehmer anfa l- len, weil er durch den Annahmeverzug des Bestellers b zw. die Bestelländerung am wirtschaftlich sinnvollen Einsatz seiner Arbeitskraft, seines Personals, seiner Geräte oder seines Kapitals gehindert wird. Umgekehrt sind auch Produktivitäts- gewinne zu berücksichtigen. Schliesslich kann (Feststellungs -)Mehraufwand a n- fallen, welcher sich daraus ergibt, dass die Geltendmachung einer Vergütung für Mehraufwand ihrerseits Mehraufwand voraussetzt (vgl. H ÜRLIMANN, a.a.O., 834). Der Mehranspruch erstreckt sich auf den gesamten Mehraufwand, den die Bestel- lungsänderung bzw. der Annahmeverzug für den Unternehmer zur Folge hat , wo- bei auch ein Zuschlag für Risiko und Gewinn einzurechnen ist . Unter Vorbehalt - 41 - einer anderen Abrede bestimmt sich die Vergütung, die der Besteller für diesen Mehraufwand schuldet, nach Art. 374 OR und zwar unabhängig davon, ob der Unternehmer ohnehin nach Aufwand vergütet wird oder ob der Werkvertrag mit festen Preisen abgeschlossen wurde. Soweit der Mehraufwand durch Minderau f- wand kompensiert wird, verringert sich der Anspruch auf Mehrvergütung (GAUCH, a.a.O., N. 785 ff. u 1337 f.). Dem Unternehmer obliegt zudem eine Kostenminde- rungsobliegenheit. 3.5.1.4. Subsumtion Nachdem sich die Klägerin auf den anderen Baufeldern nicht in Verzug befunden hat bzw. der Beklagten zumindest der diesbezügliche Beweis misslungen ist , ist davon auszugehen, dass das ( durch die Beklagte erstellte) ursprünglich Termin- programm durch die Klägerin hätte eingehalten werden können, falls sie rechtzei- tig mit den Arbeiten auf den Baufeldern 3 und 4 hätte beginnen können. Es ist deshalb nach dem Gesagten davon auszugehen, dass der Klägerin au f- grund der Änderung des Terminprogramms bzw. der Verlängerung der Gesam t- bauzeit ein Mehraufwand entstanden ist, welchen sie grundsätzlich unter Berück- sichtigung eines Risiko - bzw. Gewinnzuschlags von der Beklagten erhältlich m a- chen kann. Insbesondere ist mit der Klägerin davon auszugehen, dass sämtliche zeitabhängigen Aufwendungen (zeitabhängige Personal - und Inventarkosten) nach dem 13. Apr il 2011, welche über die Aufwendungen hinausgehen, die nach Abschluss der Rohbauarbeiten ohnehin noch angefallen wären, erstattungspflic h- tigen Mehraufwand der Klägerin bilden (act. 1 Rz. 158). 3.5.2. Die geltend gemachten Mehraufwendungen bzw. -forderungen im Einzelnen sowie die klägerische Kostenminderungsobliegenheit 3.5.2.1. Parteistandpunkte Die Klägerin macht zeitabhängige Personal- (act. 1 Rz. 161 ff.) und Inventarmehr- kosten (act. 1 Rz. 170 ff.), Produktivitätsverluste (act. 1 Rz. 181 ff.), Mehrkosten wegen Erhöhung der Beschaffungskosten (act. 1 Rz. 194) sowie einen Feststel- lungsmehraufwand (act. 1 Rz. 195) geltend. Auf allen Posten ausser bei der E r-- 42 - höhung der Beschaffungskosten berechnet sie einen Endzuschlag (act. 1 Rz. 147; act. 3/5 S. 32). Schliesslich verlangt sie die Berücksichtigung der Meh r- wertsteuer von 8 % auf dem Gesamtbetrag (act. 1 Rz. 197). Die Beklagte bestreitet die geltend gemachten Mehrkosten und macht im Eventu- alstandpunkt geltend, zumindest hätte die Klägerin [ kostenmindernd] Personal und Material auf der Nachbarbaustelle einsetzen können (act. 8 Rz. 131 ff.). Soweit erforderlich, ist im Rahmen der Subsumtion auf die Parteivorbringen näher einzugehen. 3.5.2.2. Rechtliches 3.5.2.2.1. Beweislast Gemäss Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr Rechte ab- leitet. Grundsätzlich ist das Verhältnis der anwendbaren materiellen Normen für die Beweislastverteilung massgebend. Dieses bestimmt im Einzelfall, ob eine rechtsbegründende, rec htsaufhebende bzw. rechtsvernichtende oder rechtshi n- dernde Tatsache zu beweisen ist. Wer einen Anspruch geltend macht, hat die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen. Demgegenüber liegt die Beweislast für die rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei, wel- che den Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (BGE 128 III 271 E. 2aa). Nach dieser Regel hat der Unternehmer den aus einer Bestellungsänderung bzw. einem Annahmeverzug resultier enden Mehraufwand nachzuweisen ( G AUCH, a.a.O., N. 786 u 1339) . Weil es sich bei der Verletzung der Schadenminderungs- pflicht bzw. Kostenminderungsobliegenheit um eine die Mehrvergütung reduzie- rende Einrede handelt, sind die entsprechenden Tatsachen indessen vom Ersatz- pflichtigen in den Prozess einzubringen. Gelingt es diesem, beweismässig zur Überzeugung das Gerichts aufzuzeigen, dass Kostenminderungsmassnahmen seitens des Unternehmers angezeigt sind, ist es wiederum Sache des Unterneh-- 43 - mers, im Rahmen des Gegenbeweises beim Gericht zumindest Zweifel an der Sachdarstellung des Ersatzpflichtigen zu wecken (vgl. BGer. 4A_37/2011 E. 4.3). 3.5.2.2.2. Behauptungs- und Substantiierungslast Die beweisbelastete Partei hat die zu beweisenden Tatsachen zu behaupten, weshalb mit der Beweislast die Behauptungslast einhergeht. Die beweisfreie Par- tei trifft hingegen die Bestreitungslast. Ein Aspekt der Behauptungs- ist die Su b- stantiierungslast: Tatsachenbehauptungen sind so konkret zu formulieren, dass substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (SCHMID, in: BSK ZGB I, Art. 8 N. 29 und 33). Die Anforderungen an eine rechtsgenügende Substantiierung ergeben sich einerseits aus den Tatbestands- merkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Ve r- halten der Gegenpartei (WILLISEGGER, in: BSK ZPO, Art. 221 N. 29). Im Zusammenhang mit dem Behaupten eines Mehraufwandes aufgrund einer Be- stellungsänderung bzw. eines Annahmeverzugs hat der Unternehmer somit sämt- liche Umstände schlüssig zu behaupten, aus welchen sich der Mehraufwand ergibt. Es ist an ihm, seine Tätigkeit zeitnah mittels Tagesrapporten und Baujour- nalen zu dokumentieren, um Aufschluss darüber geben zu können, wer, wann, was gemacht hat und ob es sich um (lediglich) aufgrun d der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs notwendig gewordene Tätigkeiten handelt (vgl. HÜRLIMANN, a.a.O., 829 in Bezug auf den Kausalzusammenhang zwischen der Verletzung einer Mitwirkungsobliegenheit und dem daraus folgenden Mehrau f- wand). Wird dem Gebot der Substantiierung ungenügend nachgelebt, ergeht ein Sac h- entscheid ohne Beweisabnahme, weil die behauptete Tatsache von Anfang an so behandelt wird, wie wenn sie beweislos wäre. Das Gericht kann im Sinne der ric h- terlichen Fragepflicht einen Sachverhalt nur erfragen, wenn dieser zumindest an- deutungsweise behauptet worden ist. Zudem entfällt die richterliche Fragepflicht, wenn die Gegenpartei auf eine ungenügende Substantiierung hinweist ( W ILLISEG- GER, a.a.O., Art. 221 N. 30). - 44 - 3.5.2.2.3. Verknüpfung von Behauptungen und Beweismitteln Gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. e ZPO enthält die Klage die Bezeichnung der einzel- nen Beweismittel zu den behaupteten Tatsachen (Prinzip der Beweisverbindung). Die Beweismittel sind vor Aktenschluss bzw. in der Klage oder Replik zu nennen, und ein späteres Nachreichen ist nur möglich, soweit noch neue Tatsachen und Beweismittel in den Prozess eingeführt werden können ( LEUENBERGER, in: S UT- TER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, Kommentar ZPO, 2. Aufl., Z ü- rich/Basel/Genf 2013, Art. 221 N. 51 f.). 3.5.2.2.4. Sinngemässe Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR Wie erwähnt hat der Unternehmer den aus einer Bestellungsänderung bzw. ei- nem Annahmeverzug resultierenden Mehraufwand (zu behaupten und) nachz u- weisen. Unter Umständen ist dabei die sinngemässe Anwen dung von Art . 42 Abs. 2 OR in Betracht zu ziehen (GAUCH, a.a.O., N. 786 u 1339) . Diese Besti m- mung enthält eine bundesrechtliche Beweisvorschrift, die dem Geschädigten den Schadensnachweis erleichtern soll. Sie räumt dem Sachgericht für Fälle, in denen der strikte Nachweis des Schadens ausgeschlossen ist, einen erweiterten Ermes- sensspielraum ein, indem sie ihm gestattet, den Schaden aufgrund einer blossen Schätzung als ausgewiesen zu erachten. Eine analoge Anwendung im Falle eines Mehraufwands aufgrund einer Bestell ungsänderung bzw. eines Annahmeverzugs rechtfertigt sich somit, soweit der Mehraufwand nicht ziffernmässig nachweisbar (z.B. Ohnehin-Kosten, Kosten aus verlängertem Geräte- und Maschineneinsatz oder allgemeine Geschäftskosten) ist (vgl. H ÜRLIMANN, a.a.O., 835 f.). Die Schadens - bzw. Mehraufwandsbestimmung nach richterlichem Ermessen bi l- det indessen die Ausnahme gegenüber einer genauen Berechnung und ist daher nur zulässig, sofern eine zahlenmässige, auf reale Daten gestützte Berechnung für den Geschädigten tatsächlich nicht möglich oder unzumutbar ist. Entspr e- chend setzt das Bundesgericht die Hürden zur Anwendung der richterlichen Schadensschätzung hoch an (H EIERLI/SCHNYDER, in: BSK OR I, Art. 42 N. 10 und 10b) und hat mit Entscheid vom 4. Juni 1996 zum wiederholten Mal festgehalten, dass Art. 42 Abs. 2 OR nicht etwa darauf abzielt, dem Geschädigten die Bewei s-- 45 - last generell abzunehmen. Vielmehr hat der Geschädigte alle Umstände, die für den Eintritt eines Schadens bzw. Mehraufwands sprechen und dessen Absc hät- zung erlauben oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar zu behaupten – Art. 42 Abs. 2 OR enthebt den Geschädigten auch nicht seiner Substantii e- rungsobliegenheit – und zu beweisen. Demnach müssen die vom Geschädigten vorgebrachten Umstände geeignet s ein, den Bestand des Schadens bzw. Mehr- aufwands hinreichend zu belegen und seine Grössenordnung fassbar werden zu lassen. In diesem Sinne muss sich d er Schluss, dass tatsächlich ein Schaden bzw. Mehraufwand vom behaupteten ungefähren Umfang eingetreten ist , dem Gericht mit einer gewissen Überzeugungskraft aufdrängen . Die Zusprechung von Schadenersatz bzw. einer Mehrvergütung setzt voraus, dass der Eintritt des gel- tend gemachten Schadens bzw. Mehraufwand nicht bloss im Bereich des Mögl i- chen liegt, sondern als annähernd sicher erscheint (vgl. BGE 122 III 219 E. 3.a). Keine Berufung auf Art. 42 Abs. 2 OR ist möglich, wenn der konkrete Schadens - bzw. Mehraufwandnachweis zwar unmöglich ist, diese Unmöglichkeit aber in den Verantwortungsbereich des Beweispflichtigen fällt. Schliesslich hat die beweisbe- lastete Partei taugliche Beweisanträge zur bestmöglichen Feststellung des Sch a- dens bzw. Mehraufwands zu stellen (HEIERLI/SCHNYDER, a.a.O., Art. 42 Rz. 10b). 3.5.3. Subsumtion 3.5.3.1. Zeitabhängige Personalmehrkosten aufgrund der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 3.5.3.1.1. Im Allgemeinen Die Klägerin führt aus, zeitabhängige Kosten seien diejenigen Kosten, deren H ö- he sich allein durch die Einsatzzeit der entsprechenden Produktionsmittel be- stimme. Welches Bauvolumen innerhalb dieser Zeit realisiert werde, beeinflusse diese Art von Kosten hingegen grundsätzlich nicht. Dazu gehörten insbesondere auch gewisse Personalkosten. Dies gelte für die Baustellenleitung des Unterneh- mers, d.h. Projektleiter, Bauführer und Poliere, welche weitgehend unabhängig vom zu realisierenden Bauvolumen erforderlich seien bzw. bei einem unvorherge-- 46 - sehen reduzierten Bauvolumen nicht bzw. nur beschränkt von der Baustelle ab- gezogen werden könnten. Ebenso würde weiteres für die Gesamtbaustelle erfor- derliches Personal, wie Magaziner und der Bauplatzdienst, aber auch der Pers o- naltransport, zu den zeitabhängigen Kosten gehören. Gleiches gelte für die Kran- führer, deren Einsatz durch den Kran vorbestimmt sei (act. 1 Rz. 157). Die Kläge- rin macht weiter geltend, während bis Ende März 2011 das tatsächlich eingeset z- te zeitabhängige Personal (Bau -Ist) weitestgehend dem Bau -Soll entsprochen habe, habe sie aufgrund der von der Beklagten verursachten Verschiebung von Mitte April 2011 bis A pril 2012 weiterhin zeitabhängi ges Personal für das Über- bauungsprojekt zur Verfügung stellen müssen (act. 1 Rz. 163). Die Beklagte räumt ein, dass zeitabhängige Kosten bei der Berechnung eines Mehraufwandes grundsätzlich zu berücksichtigen wären. Vorliegend sei allerdings zu beachten, dass die Klägerin von März bis Juni 2011 die Baumeisterarbeiten für zwei Doppeleinfamilienhäuser auf der benachbarten Baustelle ausgeführt habe. Somit hätte das Personal in diesem Zeitraum anderweitig eingesetzt werden kön- nen, wodurch ein allfälliger – bestrittener – Mehraufwand kompensiert, zumindest jedoch reduziert würde (act. 8 Rz. 127). Da die Bauzeit für die Häuser 3 und 4 im Einverständnis mit und auch im Interesse der Klägerin geschehen sei, könne sie daraus resultierende Folgen für Personalkosten n icht als Mehraufwand geltend machen, sondern diese seien in der Pauschalzahlung gemäss Werkvertrag inbe- griffen (act. 8 Rz. 131). Die Auffassung der Beklagten erweist nach dem Gesagten als unzutreffend, weil der Klägerin im Falle einer einseit igen Bestelländerung bzw. eines Annahmever- zugs bei entsprechendem Mehraufwand eine Mehrvergütung zusteht (vgl. dazu weiter oben). Unbestrittenermassen werden durch den Einsatz von Projektleitern, Bauführern, Polieren, Magazinern und Kranführern zeitabhängige Personalkosten produziert. Grundsätzlich steht der Klägerin somit für zeitabhängige Personal- mehrkosten aufgrund der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 ein Anspruch auf Mehrvergütung gegenüber der Beklagten zu. Auf die durch die B e- klagte angesprochene M öglichkeit der anderweitigen Verwendung des kläger i-- 47 - schen Personals ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Kläge- rin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). 3.5.3.1.2. Mehraufwand für AG._____ (Projektleiter) und K._____ (Bauführer) Die Klägerin macht geltend, AG._____ habe aufgrund der Verschiebung als Pr o- jektleiter des Überbauungsprojekts im Juni 2011 20 % anstatt 10 % sowie wä h- rend der Monate Juli 2011 bis Januar 2012 10 % anstatt 0 % seiner Arbeitszeit für das Überbauungsprojekt aufgewendet. K._____ habe aus demselben Grund als Bauführer im April 2011 80 % anstatt 60 %, im Mai 2011 80 % anstatt 50 %, im Juni 80 % anstatt 30 %, im Juli 2011 60 % anstatt 20 %, im August 2011 60 % anstatt 20 %, während der Monate September bis November 2011 50 % anstatt 0 %, im Dezember 2011 30 % anstatt 0 %, während der Monate Januar bis März 2012 20 % anstatt 0 % sowie im April 2012 10 % anstatt 0 % seiner Arbeitszeit für das Überbauungsprojekt aufgewendet (vgl. act. 1 S. 59). Die Klägerin führt dazu aus, der für diese Personen zu berücksichtigende Zei t- aufwand gemäss Bau -Ist und Bau- Soll stütze sich zwingendermassen auf eine Schätzung ihres für das Überbauungsprojekt in der jeweiligen Projektphase ei n- gesetzten Arbeitszeitanteils. Wie für Projektleiter und Bauführer von B auunter- nehmungen üblich, würden diese Kaderleute ihre Arbeitszeit nicht stundengenau erfassen. Die hier eingesetzten Werte würden auf einer von den genannten Per- sonen nach bestem Wissen und Gewissen getätigten Schätzung ihres konkret eingesetzten Pensums basieren. Diese würden sich weiter mit Erfahrungswerten für vergleichbare Projekte decken, und die Beklagte werde in guten Treuen jeden- falls nicht grundsätzlich bestreiten können, dass die genannten Personen, und insbesondere K._____, einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit für das Überbau- ungsprojekt aufzuwenden gehabt hätten (act. 1 Rz. 169). Die Beklagte bestreitet, dass Kaderleute wie Projektleiter und Bauführer ihre A r- beitszeit nicht stundengenau erfassen würden und deren Pensum daher ge- schätzt werden müsse. Bestritten werde zudem, dass AG._____ und K._____ ei- nen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit für das Überbauungsprojekt aufzuwenden gehabt hätten. In diesem Zusammenhang sei auf die Pflicht der Klägerin zum - 48 - konkreten S chadensnachweis hinzuweisen, welcher die Klägerin nicht nachkom- me (act. 8 Rz. 133). Wie erwähnt ist die Klägerin hinsichtlich des entstandenen Mehraufwandes au f- grund der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs behauptungs - und beweispflichtig, und auch eine allfällige sinngemässe Anw endung von Art. 42 Abs. 2 OR entbindet die Klägerin nicht davon, ihre Aufwände soweit möglich und zumutbar zu beziffern. Die Klägerin wäre somit gehalten gewesen, die aufgrund der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 entstandenen Mehrau f- wände (Bau-Ist) von AG._____ und K._____ nicht lediglich zu schätzen, sondern konkret zu erfassen und auszuweisen. Durch eine Anweisung an diese Personen, entsprechend Buch zu führen, wäre dies problemlos möglich gewesen. Auch wenn die durch die Beklagte bestritt ene klägerische Behauptung, wonach Kader- leute wie Projektleiter und Bauführer ihre Arbeitszeit nicht stundengenau erfassen würden, grundsätzlich – in unstreitigen Fällen – zutreffen sollte, wäre der Klägerin , welche im Zeitpunkt der Entstehung des Mehraufw ands bereits wusste, dass sie Mehrkosten geltend machen würde und diese auch schon angekündigt hatte, zu- zumuten gewesen, die betroffenen Arbeiten auszuscheiden. Nachdem die Kläge- rin mit Schreiben vom 2. März 2011 Mehrkosten angekündigt hatte (act. 3/25), hätte ihr deshalb oblegen, ihre zu einer Mehrforderung führenden Tätigkeiten zeitnah zu dokumentieren. Nur dies hätte der Beklagten nicht nur eine (mit den Worten der Klägerin) grundsätzliche (bzw. pauschale und damit ungenügende), sondern auch eine substantiierte Bestreitung ermöglicht. Nachdem dargetan ist, dass eine (blosse) Schätzung des Bau -Ist nicht ausreicht, worauf die Beklagte mit der Klageantwort im Übrigen hingewiesen hatte (vgl. act. 8 Rz. 133), bedarf es keiner Auseinandersetzung mit dem geltend ge- machten Bau-Soll und den Monatsansätzen von CHF 20'000.– für den Projektlei- ter sowie CHF 18'000.– für den Bauführer (act. 1 Rz. 169). Die Mehrvergütung betreffend den Mehraufwand von AG._____ (Projektleiter) und K._____ (Baufüh- rer) aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 auf den Mai 2011 ist mangels genügender Substantiierung abzuweisen. 3.5.3.1.3. Mehraufwand für eingesetzte Poliere - 49 - Die Klägerin macht geltend, im März 2011 seien zwei anstatt 1.7 und im April 2011 zwei anstatt ein Polier(e) eingesetzt worden, weil ein Polier (teilweise) für die Erbringung der Rohbauarbeiten auf der benachbarten, von einer anderen Bauherrschaft geführten Baustelle für die Einfamilienhäuser 10 und 11 eingesetzt worden sei. Diesen Umstand berücksichtigt die Klägerin, indem sie wieder 0.3 bzw. 1 vom effektiven Bau -Ist abzieht und so zu einem massgeblichen Bau -Ist von 1.7 für den Monat März 2011 bzw. 1 für den Monat April 2011 kommt, was wiederum dem Bau-Soll für das Überbauungsprojekt während dieser Monate ent- spricht. Nachdem mit den Arbei ten an den Häusern 3 und 4 erst im Mai 2011 be- gonnen wurde, erscheint es denn auch folgerichtig, dass vor diesem Zeitpunkt das Bau -Soll dem Bau -Ist entspricht bzw. erst danach ein Mehraufwand für zeit- abhängige Personalkosten verlangt werden kann (vgl. act. 1 S. 59 und Rz. 165). Für den Monat Mai 2011 macht die Klägerin geltend, es seien 2 Poliere eingesetzt worden. Erneut berücksichtigt sie den Umstand, dass ein Polier auf der besagten Nachbarbaustelle eingesetzt werden konnte, weshalb sie von einem Bau-Ist von 1 bei einem Bau -Soll von keinem Polier für das Überbauungsprojekt im Mai 2011 ausgeht. Während der Monate Juni bis Oktober 2011 geht die Klägerin von einem Bau-Ist von 1 bei einem Bau-Soll von keinem Polier pro Monat für das Überbau- ungsprojekt aus. Für den Monat November 2011 geht die Kläger in sodann von ei- nem Bau -Ist von 0.8 bei einem Bau -Soll von keinem Polier aus (vgl. wiederum act. 1 S. 59 und Rz. 165). Die Klägerin reicht als Beleg der tatsächlich eingeset z- ten Poliere während dieser Zeit entsprechende Monatsrapporte ins Recht (act. 1 Rz. 62; act. 3/80). Diese dokumentieren, dass im Mai 2011 während 326 Stunden bzw. (für das Überbauungsprojekt) 163 Stunden (act. 3/80 S. 24), im Ju ni 2011 während 195.5 Stunden (act. 3/80 S. 26), im Juli 2011 während 187 Stunden (act. 3/80 S. 28), im August 2011 während 157.25 Stunden (act. 3/80 S. 30), im September 2011 während 174.5 Stunden (act. 3/80 S. 32), im Oktober 2011 wäh- rend 185 Stunden (act. 3/80 S. 34) und schliesslich im November 2011 während 123 Stunden (act. 3/80 S. 35) klägerische Poliere eingesetzt worden sind. Die Beklagte bestreitet die Per sonalmehrkosten für die eingesetzten Poliere. Min- destens der weit überwiegende Teil der Arbeitskräfte der Klägerin hätten bei den - 50 - Arbeiten auf der benachbarten Baustelle eingesetzt werden können, was bei der Berechnung nicht berücksichtigt werde (act. 8 Rz . 134). Darauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Hinsichtlich der durch di e Klägerin eingereichten Belege erklärt die B e- klagte, diese seien lückenhaft und teilweise nicht massgeben d (act. 8 Rz. 132). Dem ist zu entgegnen, dass dies zumindest auf die vorliegend interessierenden Monatsrapporte zwischen Mai und November 2011 (act. 3/80 S. 24, 26, 28, 30, 32, 34 und 35) nicht zutrifft. Das durch die Klägerin behauptete Bau -Soll bzw. das ursprüngliche Bauprogramm wird von der Beklagten nicht bestritten, weshalb da- rauf abzustellen ist. Die Klägerin führt aus, sie habe die Differenz der Anzahl Mann pro Monat zw i- schen dem Bau -Soll und dem Bau -Ist mit den hierzu branchenüblichen, nach E r- fahrungswerten ermittelten Monatsansätzen verrechnet. Diese würden rund 10 % unter den anwendbaren Regieansätzen des Kantons Thurgau aus dem Jahr 2010 liegen. Für Poliere ergibt sich bei einem Monatsansatz von CHF 15'900.– und ei- ner Abweichung zwischen Bau- Ist u nd Bau -Soll von 6.8 ein Betrag von CHF 108'120.–, wobei die Klägerin indessen von lediglich CHF 107'325.– ausgeht (vgl. act. 1 Rz. 169). Die Beklagte erklärt hierzu, mit Hinweis auf ihre Schaden s- nachweispflicht hätte die Klägerin anstelle von irgendwelchen Erfahrungswerten die konkreten Monatsansätze für ihre Arbeitnehmer in Anschlag bringen müssen. Der geltend gemachte Mehraufwand für zeitabhängiges Personal werde bestritten (act. 8 Rz. 135). Die Beklagte ist darauf hinzuweisen, dass die Klägerin in erster Linie nicht einen Schaden, sondern einen Aufwand nachzuweisen hat, welcher ihr von der Beklag- ten unter Berücksichtigung eines Risiko - und Gewinnzuschlags alsdann zu vergü- ten ist. Betreffend die Höhe der Vergütung bzw. des Monatsansatzes war zwi- schen den Parteien nichts abgemacht, da sie einen Pauschalpreis vereinbart hat- ten. Die Klägerin hat sodann einen Monatsansatz von CHF 15'900.– in Anschlag gebracht und sich dabei auf Erfahrungswerte bzw. Branchenüblichkeit berufen. Dabei handelt es sich zwar um einen moderaten und vernünftigen Ansatz. Rech- net man nämlich wie die Klägerin mit durchschnittlich 176 Arbeitsstunden pro Mo-- 51 - nat (vgl. act. 3/5 S. 30), resultiert ein Stundenansatz von rund CHF 90.– (ohne Berücksichtigung der Zuschläge für die allgemeinen Gesch äftskosten sowie für Risiko und Gewinn; vgl. dazu weiter unten) . Da die Anzahl insgesamt geleisteter Stunden durch klägerische Poliere für das Überbauungsobjekt während der Mo- nate Mai bis November 2011 indessen genau dokumentiert ist und 1'185.25 be- trägt, ist es exakter, diese mit dem angemessenen Stundenansatz von CHF 90.– zu multiplizieren, was einen Betrag von CHF 106'672.50 ergibt. Die zeitabhängigen Mehrkosten für eingesetzte Poliere ab Mai 2011 aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 betragen dem- nach CHF 106'672.50. 3.5.3.1.4. Mehraufwand für eingesetzte Kranführer Die Klägerin geht für den Monat Mai 2011 von einem Bau -Ist von 4 bei einem Bau-Soll von 3.6, für den Monat Juni 2011 von einem Bau -Ist von 3.5 bei einem Bau-Soll von 2.5 und für den Monat Juli 2011 von einem Bau -Ist von 1.3 bei ei- nem Bau-Soll von 0.3 Kranführern aus. Während der Monate August bis Novem- ber 2011 geht die Klägerin sodann von einem Bau -Ist von 1 bei einem Bau-Soll von keinem Kranführer pro Monat für das Überbauungsprojekt aus. Für den M o- nat Dezember 2011 geht die Klägerin schliesslich von einem Bau-Ist von 0.5 bei einem Bau-Soll von keinem Kranführer aus (vgl. act. 1 S. 59). Sie stellt sich dabei auf den Standpunkt, die Anzahl eingesetzter Kranführer pro Monat entspreche der Zahl der sich gemäss Bau -Ist bzw. Bau-Soll auf der Baustelle befindlichen Kräne. Sie werde zudem mit den Monatsarbeitsrapporten belegt (act. 1 Rz. 166). Letzte- re dokumentieren, dass im Mai 2011 während 388 Stunden (act. 3/80 S. 24), im Juni 2011 während 309 Stunden (act. 3/80 S. 26), im Juli 2011 während 205.75 Stunden (act. 3/80 S. 28), im August 2011 während 159.25 Stunden (act. 3/80 S. 30), im September 2011 während 210.5 Stunden (act. 3/80 S. 32), im Oktober 2011 während 185 Stunden (act. 3/80 S. 34) und schliesslich im November 2011 während 162 Stunden (act. 3/80 S. 35) klägerische Kranführer eingesetzt worden sind. Keinen Beleg reicht die Klägerin indessen für den Monat Dezember 2011 ein. - 52 - Die Beklagte bestreitet die Personalmehrkosten für die eingesetzten Kranführer. Mindestens der weit überwiegende Teil der Arbeitskräfte der Klägerin hätten bei den Arbeiten auf der benachbarten Baustelle eingesetzt werden können, was bei der Berechnung nicht berücksichtigt werde (act . 8 Rz. 134). Darauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Hinsichtlich der durch die Klägerin eingereichten Belege erklärt die B e- klagte, diese seien lückenhaft und teilweise nicht massgebend ( act. 8 Rz. 132). Dem ist zu entgegnen, dass dies abgesehen vom erwähnten fehlenden Monats- rapport für den Monat Dezember 2011 nicht zutrifft (vgl. act. 3/80 S. 24, 26, 28, 30, 32, 34 und 35). Die Klägerin führt aus, sie habe die Differenz der Anzahl Mann pr o Monat zwi- schen dem Bau -Soll und dem Bau -Ist mit den hierzu branchenüblichen, nach Er - fahrungswerten ermittelten Monatsansätzen verrechnet. Diese würden rund 10 % unter den anwendbaren Regieansätzen des Kantons Thurgau aus dem Jahr 2010 liegen. Für Kranführer ergibt sich bei einem Monatsanasatz von CHF 12'700.– und einer Abweichung zwischen Bau- Ist und Bau- Soll von 6.9 ein Betrag von CHF 87'630.– (vgl. act. 1 Rz. 169). Die Beklagte erklärt hierzu, mit Hinweis auf i h- re Schadensnachweispflicht hätte die Klägerin anstelle von irgendwelchen Erfah- rungswerten die konkreten Monatsansätze für ihre Arbeitnehmer in Anschlag bringen müssen. Der geltend gemachte Mehraufwand für zeitabhängiges Pers o- nal werde bestritten (act. 8 Rz. 135). Die Beklagte ist darauf hinzuwei sen, dass die Klägerin in erster Linie nicht einen Schaden, sondern einen Aufwand nachzuweisen hat, welcher ihr von der Beklag- ten unter Berücksichtigung eines Risiko - und Gewinnzuschlags alsdann zu vergü- ten ist. Betreffend die Höhe der Vergütung bzw. des M onatsansatzes war zwi- schen den Parteien nichts abgemacht, da sie einen Pauschalpreis vereinbart hat- ten. Die K lägerin hat sodann einen Monats ansatz von CHF 12'700.– in Anschlag gebracht und sich dabei auf Erfahrungswerte bzw. Branchenüblichkeit berufen. Dabei handelt es sich zwar um einen moderaten und vernünftigen Ansatz. Rech- net man nämlich wie die Klägerin mit durchschnittl ich 176 Arbeitss tunden pro Mo- nat (vgl. act. 3/5 S. 30), r esultiert ein Stundenansatz von rund CHF 7 2.– (ohne - 53 - Berücksichtigung der Zuschläge für die allgemeinen Geschäftskosten sowie für Risiko und Gewinn; vgl. dazu weiter unten), was grundsätzlich angemessen er- scheint. Der Monatsansatz von CHF 12'700.– basiert nach dem Gesagten indes- sen auf der Annahme eines Arbeitspensums von 100 %. Werden in einem Monat keine 100 % erreicht bzw. weniger als 176 Stunden gearbeitet, kann er demnach auch keine Anwendung finden. Im Mai 2011 geht die Klägerin von einem Bau -Ist von 4 Kranführern aus, und ge- mäss Monatsrapport haben au ch vier verschiedene Kranführer gearbeitet. Insge- samt sind durch diese vier Kranführer jedoch lediglich 388 Stunden dokumentiert (act. 3/80 S. 24), was nur etwas mehr als 200 Stellenprozenten entspricht . Somit wurde im Mai 2011 nicht einmal das Bau-Soll von 3.6 Mann pro Monat erreicht. Erst recht nicht wurde das behauptete Bau-Ist von 4 Mann pro Monat erreicht. Die behaupteten zeitabhängigen Mehrkosten für eingesetzte Kranführer im Mai 2011 sind somit nicht ausgewiesen, und eine entsprechende Mehrvergütung entfällt. Im Juni 2011 geht die Klägerin von einem Bau -Ist von 3.5 bei einem Bau-Soll von 2.5 Kranführern aus, wobei gemäss Monatsrapport indessen lediglich zwei Kran- führer während 309 Stunden gearbeitet haben (act. 3/80 S. 26). Somit wurde auch im Juni 2 011 nicht einmal das (unbestrittene) Bau-Soll und erst recht nicht das behauptete Bau -Ist erreicht. Eine Mehrvergütung für den Monat Juni 2011 entfällt deshalb ebenfalls. Im Juli 2011 geht die Klägerin von einem Bau -Ist von 1.3 bei einem Bau-Soll von 0.3 Kranführern aus. Letzteres wird von der Beklagten nicht bestritten. 52.8 Stun- den (30 % von 176 Arbeitsstunden pro Monat) sind als Bau -Soll demnach vom ausgewiesenen Bau-Ist von 205.75 Stunden (act. 3/80 S. 28) abzuziehen, wobei die Differenz von 152.95 die Anzahl Stunden ergibt, während welcher aufgrund der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 zusätzlich Kranführer im Juli 2011 eingesetzt wurden. Die Multiplikation dieser Anzahl Stunden mit dem angemessenen Stundenansatz von CHF 72.– führt zu zeitabhängigen Mehrkos- ten für eingesetzte Kranführer im Juli 2011 von CHF 11'012.40. - 54 - Die Anzahl von insgesamt 716.75 geleisteter Stunden durch klägerische Kranfüh- rer für das Überbauungsobjekt während der Monate August bis November 2011 multipliziert mit de m angemessenen Stundenansatz von CHF 72. – ergibt CHF 51'606.–. Für besagte Zeitperiode macht die Klägerin mit ihrer Berec h- nungsweise (4 Mal den Monatsansatz von CHF 12'700.–) indessen lediglich CHF 50'800.– geltend. Die zeitabhängigen Mehrkosten für einges etzte Kranführer zwischen August und November 2011 aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 sind in Anwendung der Dispositionsmaxime demnach auf CHF 50'800.– zu beziffern. Mangels ausgewiesener Arbeitsstunden im Dezember 2011 entfällt eine Mehrver- gütung auch für diesen Monat. 3.5.3.1.5. Mehraufwand betreffend den Bauplatzdienst Die Klägerin geht für die Monate Mai bis Juli 2011 von einem Bau -Ist von 0.2 bei einem Bau-Soll von 0.1 Magaziner pro Monat für den Bauplatzdienst aus. Für die Monate August bis November 2011 geht die Klägerin sodann von einem Bau -Ist von 0.2 bei einem Bau -Soll von keinem Magaziner pro Monat aus. Schliesslich geht die Klägerin für die Monate Dezember 2011 bis Februar 2012 von einem Bau-Ist von 0.1 bei einem Bau -Soll von keinem Magaziner pro Monat aus (vgl. act. 1 S. 59). Die Klägerin führt dazu aus, die für den Bauplatzdienst verwendeten Zahlen wür- den auf Erfahrungswerten basieren. Bei einer mittel grossen Baustelle, wie derje- nigen das Überbauungsprojekt betreffend, sei davon auszugehen, dass der Bau- platzdienst jeweils morgens den Bauplatz in Stand stelle sowie abends die Au f- räumarbeiten besorge und es dafür eines 20 % Pensums eines Arbeiters während der Rohbauphase bz w. von 10% während der Ausbauphase pro Monat bedürfe (act. 1 Rz. 167). Die Beklagte bestreitet die Personalmehrkosten für den Bauplatzdienst. Mindes- tens der weit überwiegende Teil der A rbeitskräfte der Klägerin hätte bei den A r- beiten auf der benachbarten Baustelle eingesetzt werden können, was bei der Be-- 55 - rechnung nicht berücksichtigt werde (act. 8 Rz. 134). Darauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter u n- ten). Wie erwähnt ist die Klägerin hinsichtlich des entstandenen Mehraufwandes auf- grund der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs behauptungs - und beweispflichtig, und auch eine allfällige sinngemässe Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR entbindet die Klägerin nicht davon, ihre Aufwände soweit möglich und zumutbar zu beziffern. Die Klägerin wäre somit gehalten gewesen, die aufgrund der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 entstandenen Mehrau f- wände (Bau -Ist) betreffend den Bauplatzdienst nicht lediglich zu schätzen, so n- dern konkret zu erfassen. Durch eine Anweisung an die entsprechenden Magazi- ner, entsprechend Buch zu führen, wäre dies problemlos möglich gewesen. Der Klägerin, welche im Zeitpunkt der Entstehung des Mehraufwands bereits wusste, dass sie Mehrkosten geltend machen würde und diese au ch schon angekündigt hatte, wäre zuzumuten gewesen, die betroffenen Arbeiten auszuscheiden. Nac h- dem die Klägerin mit Schreiben vom 2. März 2011 Mehrkosten angekündigt hatte (act. 3/25), hätte ihr deshalb oblegen, ihre zu einer Mehrforderung führenden T ä- tigkeiten zeitnah zu dokumentieren. Nur dies hätte der Beklagten eine substant i- ierte Bestreitung ermöglicht. Nachdem dargetan ist, dass eine (blosse) Schätzung des Bau -Ist bzw. des Mehr- aufwands nicht ausreicht, bedarf es keiner Auseinandersetzung mit dem gel tend gemachten Bau-Soll und dem Monatsansatz von CHF 11'400.– für den Bauplatz- dienst (act. 1 Rz. 169). Die Mehrvergütung betreffend den Mehraufwand für den Bauplatzdienst aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häu- sern 3 und 4 auf den Mai 2011 ist somit mangels genügender Substantiierung ab- zuweisen. 3.5.3.1.6. Mehraufwand für Personaltransporte Die Klägerin geht für den Monat Dezember 2010 von einem Bau-Ist von 48 bei ei- nem Bau-Soll von 96, für den Monat Februar 2011 von einem Bau -Ist von 80 bei einem Bau-Soll von 100, für den Monat März 2011 von einem Bau-Ist von 44 bei - 56 - einem Bau-Soll von 88, für den Monat Juli 2011 von einem Bau -Ist von 42 bei ei- nem Bau-Soll von 21, für den Monat August 2011 von einem Bau -Ist von 36 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat September 2011 von einem Bau -Ist von 44 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat Oktober 2011 von einem Bau -Ist von 42 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat November 2011 von einem Bau -Ist von 22 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat Dezember 2011 von einem Bau -Ist von 15 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat Januar 2012 von einem Bau -Ist von 5 bei einem Bau-Soll von 0, für den Monat Februar 2012 von einem Bau -Ist von 3 bei einem Bau-Soll von 0 und schliesslich für den Monat März 2012 von e i- nem Bau -Ist von 8 bei einem Bau -Soll von 0 Personentransporte(n) (C._____ F._____) aus. Bei den nichterwähnten Monaten besteht keine Differenz zwischen Bau-Soll und Bau -Ist (vgl. act. 1 S. 59). Die Klägerin macht mithin geltend, i nsge- samt seien aufgrund der Bauzeitverlängerung 84 Personentransporte mehr als ursprünglich geplant erforderlich gewesen (vgl. act. 1 Rz. 169). Die Klägerin führt dazu aus, die Anzahl Personaltransporte lasse sich aus der A n- zahl Arbeitern, welche auf die B austelle hätten transportiert werden müssen, und der Kapazität des Mannschaftstransporters von acht Personen ableiten. Die A n- zahl der an den einzelnen Tagen jeweils eingesetzten Arbeiter ergebe sich wiede- rum aus den Arbeitsrapporten (act. 1 Rz. 168). Die Beklagte bestreitet den Mehraufwand für Personaltransporte. Es sei davon auszugehen, dass m indestens der weit überwiegende Teil der Arbeitskräfte der Klägerin bei den Arbeiten auf der benachbarten Baustelle hätte eingesetzt werden können, was bei der Berech nung nicht berücksichtigt werde (act. 8 Rz. 134). D a- rauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzuge- hen (vgl. dazu weiter unten). Wie erwähnt ist die Klägerin hinsichtlich des entstandenen Mehraufwandes au f- grund der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs behauptungs - und beweispflichtig, und auch eine allfällige sinngemässe Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR entbindet die Klägerin nicht davon, ihre Aufwände soweit möglich und z u- mutbar zu substantiieren bzw. beziffern. Spätestens n ach der beklagtischen B e- streitung des Mehraufwands wäre die Klägerin gehalten gewesen, konkret darz u-- 57 - legen, an welchen Tagen wie viele Personaltransporte stattgefunden haben. Der pauschale Verweis auf die eingereichten Arbeitsrapporte genügt hierfür nich t. Der Klägerin, welche im Zeitpunkt der Entstehung des Mehraufwands bereits wusste, dass sie Mehrkosten geltend machen würde und diese auch schon angekündigt hatte, wäre zuzumuten gewesen, die Anzahl Fahrten einzeln bzw. tageweise zu erfassen und auszuweisen. Nur dies hätte der Beklagten eine substantiierte B e- streitung ermöglicht. Einer Auseinandersetzung mit dem geltend gemachten Bau -Soll und dem Ansatz pro Fahrt von CHF 132.– bedarf es nicht (act. 1 Rz. 169), nachdem die Mehrve r- gütung betreffend den Mehr aufwand für Personaltransporte aufgrund der Ver- schiebung des Beginns der Arbeiten an den Häu sern 3 und 4 auf den Mai 2011 bereits mangels genügender Substantiierung der Anzahl Fahrten abzuweisen ist. 3.5.3.1.7. Fazit zu den zeitabhängigen Personalmehrkosten ab Mai 2011 Die der Klägerin zu ersetzenden zeitabhängigen Mehrkosten aufgrund der Ver- schiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 betragen für zusät z- lich eingesetzte Poliere CHF 106'672.50 und für zusätzlich eingesetzte Kranführer CHF 61'812.40, mithin insgesamt CHF 168'484.90. Betreffend die weiteren gel- tend gemachten Personalmehrkosten dieser und weiterer Kategorien (Projektlei- ter, Bauführer, Bauplatzdienst, Personaltransporte) sind die klägerischen Forde- rungen abzuweisen. 3.5.3.2. Zeitabhängige Inventarmehrkosten ab Mai 2011 3.5.3.2.1. Im Allgemeinen Unbestrittenermassen gehören zu den zeitabhängigen Kosten auch die Vorhalt e- kosten für das Inventar (act. 1 Rz. 157; act. 8 Rz. 127). 3.5.3.2.2. Mehrkosten für den Einsatz des Baukrans 2 Die Klägerin führt aus, entsprechend dem für die Baustelle vorgesehenen Kran - Perimeter sei für die Baufelder 3 und 4 der Baukran 2 eingesetzt worden. Au f- grund der Bauablaufstörung betreffend die Häuser 3 und 4 habe der Kran 2 an-- 58 - statt wie vorgesehen bis zum 18. Mai 2011 schliesslich bis zum 14. Dezember 2011 und somit fast 7 Monate länger als geplant auf der Baustelle des Überbau- ungsprojekts belassen werden müssen. Die restlichen Kräne hätten planmässig abgebaut werden können. Für die beiden Einfamilienhäuser 10 und 11, welche die Klägerin für ei ne andere Auftraggeberin auf der angrenzenden Baustelle e r- stellt habe, sei der Kran 4 eingesetzt worden (act. 1 Rz. 171). Die Beklagte erklärt, es werde bestritten, der Kran 2 habe wegen einer Bauab- laufstörung betreffend die Häuser 3 und 4 länger auf der Baustelle belassen wer- den müssen. Vielmehr habe die Klägerin mit ihrer Zustimmung zur Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 gemäss act. 10/2 auch die entsprechend längeren Einsatzzeiten für das Inventar akzeptiert, ohne daraus eine Mehrkosten- forderung ableiten zu können. Die entstehenden Kosten seien in der Pauschal- zahlung gemäss Werkvertrag inbegriffen (act. 8 Rz. 137). Damit anerkennt die Beklagte das Entstehen von Mehrkosten. Ihre Auffassung, wonach diese in der Pauschalzahlung inbegriffen sei en, erweist sich nach dem Gesagten als unzutreffend, weil der Klägerin im Falle einer einseitigen Bestellän- derung bzw. eines Annahmeverzugs bei entsprechendem Mehraufwand eine Mehrvergütung zusteht (vgl. dazu weiter oben). Die Klägerin macht geltend, die eingesetzten Baukräne würden in ihrem Eigentum stehen. Das bedeute, dass sich die tatsächlichen Kosten für den verlängerten Einsatz nicht mit Drittrechnungen belegen lassen würden. Für die Berechnung der jeweiligen monatlichen Vorhaltekosten sei deshalb au f den betriebsinternen Ver- rechnungsansatz für Maschinen und Geräte des Schweizerischen Baumeister- verbandes 2009 abgestellt worden. Demnach betrage der Verrechnungsansatz pro Monat für den Kran 2 CHF 8'458. – (act. 1 Rz. 173). Hierzu entgegnet die Be- klagte, die klägerische Forderung für zeitabhängige Inventarmehrkosten entbehre jeglicher Grundlage (act. 8 Rz. 139). Sie unterlässt es indessen, diese pauschale Behauptung zu substantiieren. Mangels schlüssiger Bestreitung kann somit auf den klägerischen Monatsansatz von CHF 8'458.–, welcher in Bezug auf die Höhe vernünftig erscheint, abgestellt werden. Die Klägerin geht für den Baukran 2 von 6.9 Monaten verlängerter Einsatzzeit aus und beziffert ihre entsprechende Meh r-- 59 - forderung unter Verwendung des erwähnten Monatsansatzes von CHF 8'458.– auf CHF 58'360.20 (act. 1 S. 59 und Rz. 174). Die Beklagte bestreitet die klägerische Forderung zwar und erklärt, zumindest sei die Forderung zufolge der Möglichkeit, das Material auf einer anderen Baustelle zu verwenden erhebli ch zu reduzieren (act. 8 Rz. 140). Darauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Nachdem die Beklagte indessen weder die verlängerte Einsatzzeit noch den geltend gemachten Monatsansatz für den K ran 2 schlüssig bestreitet, sind der Klägerin die verlangten CHF 58'360.20 als zeitabhängige Mehrkosten für den verlängerten Einsatz des Baukrans 2 aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 zuzusprechen. 3.5.3.2.3. Mehrkosten für den Einsatz von weiterem Inventar Die Klägerin macht geltend, sie habe neben dem Kran 2 diverses weiteres Inven- tar für den Bau der Häuser 3 und 4 über die geplante Vorhaltezeit hinaus bis zum effektiven Ende der Bauarbeiten für die Häuser 3 und 4 vorhalten müss en. Wie aus dem Vergleich des Bau -Soll mit dem Bau-Ist ersichtlich sei, habe sich dadurch die Vorhaltezeit schliesslich um 142 Arbeitstage verlängert . Die einze l- nen für den Roh- und für den Ausbau benötigten Inventarteile würden in einer se- paraten Aufstellung "Tabelle Inventarpositionen und lnventarkosten" aufgelistet, welche ins Recht gereicht werde und integrierenden Bestandteil des klägerischen Sachvortrags bilde (act. 3/63). Di ese Aufstellung stütze sich auf die lnventarliste, welche vom klägerischen Bauführer noch während der Bauzeit der Häuser 3 und 4 im Juni 2011 anhand der sich effektiv auf der Baustelle befindlichen Ausstattung erstellt worden sei. Bei den aufgelisteten Geräten und Maschinen handle es sich ausschliesslich um solche, welche in den angegebenen Mengen für entsprechen- de Baumeisterarbeiten standardmässig eingeplant bzw. eingesetzt würden. B e- reits der Umstand, dass die Häuser 3 und 4 von der Klägerin ja unstrittig erstellt worden seien, würden somit belegen, dass die aufgelisteten Invent arteile auf der Baustelle vorhanden gewesen seien (act. 1 Rz. 172). - 60 - Die Beklagte entgegnet dazu, es werde bestritten, dass die Klägerin diverses wei- teres Inventar gemäss act. 3/63 um 142 Arbeitstage länger habe vorhalten mü s- sen als geplant. Auch diesbezüglich gelte, dass die Klägerin mit ihrer Zustimmung zur Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 gemäss act. 10/2 auch die entsprechend längeren Einsatzzeiten für das Inventar akzeptiert habe, ohne daraus eine Mehrkostenforderung ableiten zu können. Die entstehenden Kosten seien in der Pauschalzahlung gemäss Werkvertrag inbegriffen. Davon abgesehen habe das in act. 3/63 aufgelistete Inventar wie Kübel, Leitern, Sägen, Hammer, Industriesauger, Funkgerät etc. in der Zeit von März bis Juni 2011 ohne namh afte De- und Remobilisationskosten auf der Nachbarbaustelle verwendet werden kön- nen (act. 8 Rz. 138). Auf letzteres ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobli e- genheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Die Beklagte aner- kennt somit das Entstehen von Mehrkosten. Ihre Auffassung, wonach diese in der Pauschalzahlung inbegriffen seien, erweist sich nach dem Gesagten als unzutref- fend, weil der Klägerin im Falle einer einseitigen Bestelländerung bzw. eines An- nahmeverzugs bei entsprechendem Mehraufwand eine Mehrvergütung zusteht (vgl. dazu weiter oben). Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, das Inventar stehe in ihrem Eigentum. Das bedeute, dass sich die tatsächlichen Kosten für den verlängerten Einsatz nicht mit Drittrechnungen belegen lassen würden. Für die Berechnung der jeweili- gen monatlichen Vorhaltekosten sei deshalb auf den betriebsinternen Ver - rechnungsansatz für Maschinen und Geräte des Schweizerischen Baumeister - verbandes 2009 abgestellt worden. Betreffend die Baustelleneinrichtung fin de sich in der ersten Spalte der Inventarkostentabelle gemäss act. 3/63 jeweils die relevante BIV-Position bzw. BIV -Nr. und in der dritten Spalte werde der entspr e- chende Verrechnungsansatz angegeben. Entsprechend seien die gesamthaften Vorhaltekosten für das Rohbau - und das Ausbauinventar berechnet worden, wel- che bei CHF 12'525.– bzw. CHF 3'241.10 pro Monat liegen würden (act. 1 Rz. 173). Die Beklagte entgegnet dazu, die klägerische Forderung für zeitabhängige Inven- tarmehrkosten entbehre jeglicher Grundlage. Entsprechend werde bestritten, die - 61 - Beklagte habe der Klägerin Vorhaltekosten für das Rohbauinventar von CHF 12'525.– pro Monat und für das Ausbauinventar von CHF 3'241.10 pro M o- nat zu erstatten. Jedenfalls sei die Forderung zufolge der Möglichkeit, das Mater i- al auf einer anderen Baustelle zu verwenden, erheblich zu reduzieren (act. 8 Rz. 139). Auf letzteres ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Wiederu m ist festzuhalten, dass es die Beklagte unterlässt, ihre pauschalen Bestreitungen zu substantiieren. Die B e- klagte erwähnt die klägerische Tabelle gemäss act. 3/63 mit dem Inventar auf der Baustelle und den dafür veranschlagten Monatskosten mit keinem Wort , weshalb auf die entsprechenden – plausibel bzw. angemessen erscheinenden – Angaben und Ansätze abzustellen ist. Die Klägerin geht für das Rohbauinventar von 6.45 bzw. für das Ausbauinventar von 0.1 Monate verlängerter Einsatzzeit aus und beziffert ihre entsprechende Mehrforderung unter Verwendung des erwähnten Monatsansatzes von CHF 12'525.– auf CHF 80'786.25 bzw. CHF 3'241.10 auf CHF 324.10 (act. 1 S. 59 und Rz. 174). Der Beklagte bestreitet die klägerisc he Forderung zwar und erklärt, zumindest sei die Forderung zufolge der Möglichkeit, das Material auf ei- ner anderen Baustelle zu verwenden erheblich zu reduzieren (act. 8 Rz. 140). D a- rauf ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin" einzu ge- hen (vgl. dazu weiter unten). Nachdem die Beklagte indessen weder die verlän- gerte Einsatzzeit noch den geltend gemachten Monatsansatz für das Inventar schlüssig bestreitet, sind der Klägerin die insgesamt verlangten CHF 81'110.35 als zeitabhängige Mehrkosten für den verlängerten Einsatz von Inventar aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 zuzuspr e- chen. 3.5.3.2.4. Mehrkosten für den Einsatz von Wand- und Deckenschalungen Betreffend die Anzahl Quadratmeter Wandschalungen macht die Klägerin für die Monate Juni bis August 2010 ein Bau -Ist von insgesamt 1'500 Quadratmeter bei einem Bau -Soll von 0 geltend. Für die Monate September 2010 bis März 2011 geht die Klägerin von einem Bau -Ist von monatlich 500 bei einem Bau -Soll von 600, im April 2011 von einem Bau -Ist von 500 bei einem Bau -Soll von 350, von - 62 - Mai bis Oktober 2011 von einem Bau -Ist von monatlich 500 bei einem Bau -Soll von 0 und schliesslich im November 2011 von einem Bau -Ist von 250 bei einem Bau-Soll von ebenfalls 0 aus. Betreffend die Anzahl Quadratmeter Deckensch a- lungen geht die Klägerin für die Monate September 2010 bis März 2011 von ei- nem Bau-Ist von monatlich 2'000 bei einem Bau -Soll von 2'500, für den April 2011 von einem Bau -Ist von 2000 bei einem Bau -Soll von 800, für die Mon ate Mai bis Oktober 2011 von einem Bau -Ist von 2'000 bei einem Bau -Soll von 0 sowie für den November 2011 von einem Bau -Ist von 500 bei einem Bau -Soll von ebenfalls 0 aus (act. 1 S. 59). Dazu führt die Klägerin aus, von Mai 2011 bis November 2011 habe sie Schalungselemente vorhalten müssen. Hätte sie die Rohbauarbei- ten gemäss Terminprogramm ausführen können, hätte sie ab Mitte April 2011 keine Schalungselemente mehr benötigt. Folglich habe die Klägerin das Sch a- lungsinventar insgesamt sieben Monate über die geplante Baudauer hinaus zur Verfügung stellen müssen (act. 1 Rz. 176). Richtigerweise berücksichtigt die Klägerin, dass sie während der Monate Sep- tember 2010 bis März 2011 weniger Schalungselemente verwenden musste, was zu einem jeweils tieferen Bau -Ist im Vergleich zum Bau -Soll während dieser Zeit führt. Indessen dürfte es sich um ein Versehen handeln bzw. kann mit dem gel- tend gemachten Aufwandposten der zeitabhängigen Inventarmehrkosten ab April 2011 nicht vereinbart werden, dass betreffend die Wandschalungen für die Mona- te Juni bis August 2010 von einem Bau -Ist von jeweils 500 bei einem Bau -Soll von 0 Quadratmetern ausgegangen wird. Die Beklagte bestreitet zwar, dass die Klägerin die Wand - und Deckenschalungs- elemente auf der Baustelle länger als geplant habe vorhalten müssen. Sie be- gründet ihre Bestreitung indessen wiederum primär mit der behaupteten klägeri- schen Zustimmung zur Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 und stellt sich auf den Standpunkt, die entsprechenden Kosten seien in den Pauschal- kosten inbegriffen . Davon abgesehen hätten die Wand- und Deckenschalungs- elemente in der Zeit von März bis Juni 2011 ohne namhafte De- und Remobilisa- tionskosten auf der Nachbarbaustelle verwendet werden können (act. 8 Rz. 141). Zu letzterem Einwand ist unter dem Punkt "Kostenminderungsobliegenheit der - 63 - Klägerin" näher einzugehen (vgl. dazu weiter unten). Festzuhalten ist indessen, dass die Beklagte das Entstehen von Mehrkosten durch die längere Vorhaltezeit nicht per se und im Einzelnen bestreitet, sonder n – wie erwähnt – davon ausgeht, diese seien mit dem Pauschalpreis abgegolten, was jedoch nach dem Gesagten nicht der Fall ist. Der aufgrund der Verschiebung geltend gemacht Mehreinsatz von Wand- und Deckenschalungen ist deshalb unbestritten geblieben, wes halb – soweit die Klägerin nicht widersprüchliche Aussagen macht (betreffend die Mona- te Juni bis August 2010) – darauf abzustellen ist. Demnach wurden wegen der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 zwischen April und November 2011 3'400 zusätzliche Quadratmeter Wandschalungen verwendet, während dank derselben Verschiebung während der Monate September 2010 bis März 2011 insgesamt 1'000 Quadratmeter Wandschalungen eingespart werden konnten, was ein Total von 2'400 zusätzlichen Wandschalungen ergibt. Analog wurden wegen der Verschiebung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 zwischen April und November 2011 13'700 zusätzliche Quadratmeter Deckenschalungen ver- wendet, während dank derselben Verschiebung während der Monate September 2010 bis März 2011 ins gesamt 3'500 Quadratmeter Deckenschalungen einge- spart werden konnten, was – auch gemäss der klägerischen Berechnung – ein Total von 10'200 zusätzlichen Decken schalungen ergibt (vgl. act 1 S. 59 und Rz. 178). Die Klägerin geht von einem Ansatz von CHF 18.90 pro Quadratmeter Wan d- schalungen und von einem Ansatz von CHF 2.20 pro Quadratmeter Deckensch a- lungen aus (act. 1 Rz. 179). Sie führt aus, da sie ihre eigenen Schalungselemente gebraucht habe, gebe es auch diesbezüglich keine Lieferscheine oder Drittrec h- nungen (act. 1 Rz. 177). Wiederum stützt sich die Klägerin bei der Wahl des A n- satzes auf die betriebsinternen Verrechnungsansätze des Schweizerischen Bau- meisterverbandes 2009 (act. 1 Rz. 178), was vernünftig erscheint. Die Beklagte opponiert denn auch nicht gegen die Höhe dieser Ansätze (act. 8 Rz. 141 f.), weshalb darauf abzustellen ist. Die Multiplikation der Anzahl zusätzlich verwende- ter Quadratmeter mit diesen Ansätzen ergibt für Wandschalungen einen Betrag von CHF 45'360.– (2'400 * 18.9) sowie für Deckenschalungen einen Betrag von CHF 22'400.– (10'200 * 2.2). Unbestrittenermassen ist der Betrag von - 64 - CHF 6'000.– für entfallende Transportkosten während der Monate September 2010 bis März 2011 in Abzug zu bringen (act. 1 Rz. 180; act. 8 Rz. 143), wodurch für zeitabhängige Mehrkosten betreffend den Einsatz von Wand- und Decke n- schalungen aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 ein Gesamtbetrag von CHF 61'760.– resultiert, welcher der Klägerin z u- zusprechen ist. 3.5.3.2.5. Fazit zu den zeitabhängigen Inventarmehrkosten Die der Klägerin zu ersetzenden zeitabhängigen Mehrkosten aufgrund der Ver- schiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 betragen für den verlängerten Einsatz des Baukrans 2 CHF 58'360.20, für den verlängerten Ei n- satz von weiterem Inventar CHF 81'110.35 sowie für den zusätzlichen Einsatz von Wand - und Deckenschalungen CHF 61'760.–, mithin insgesamt CHF 201'230.55. - 65 - 3.5.3.3. Produktivitätsverluste 3.5.3.3.1. Umdisponierungen 3.5.3.3.1.1. Parteistandpunkte Die Klägerin erklärt, Ausgangsgrösse für die Mehrkostenberechnung (aufgrund kurzfristiger Umdisponierungen) sei die Ist -Stundenanzahl des Baustellenperso- nals der Klägerin. Dabei stellt sie sich auf den Standpunkt, während insgesamt 65'531 Stunden eigen es Personal und exter ne Subunternehmer eingesetzt zu haben. Hierzu addiert sie 3'879 Stunden für den Eisenleger und 1'044 Stunden für den Abdichtungsfachmann. Sodann berücksichtigt die Klägerin 15'850 Stunden für zeitabhängiges Personal (5'370 Stunden für Poliere; 9'808 Stunden für Kran- führer; 672 Stunden für Magaziner), welche sie ebenso in Abzug bringt wie 1'852.8 Stunden für Arbeiten auf der angrenzenden Baustelle der Häuser 10 und 11 während der Monate März bis Juni 2011. Dies führt zu einem bereinigten Total von 52'751 Stunden (act. 1 S. 59 und Rz. 183). Für den Monat September 2010 macht die Klägerin ein bereinigtes Total von 5'945 geleisteter Stunden geltend (6'501.5 durch klägerisches Personal und Subunternehmer geleistete Stunden zuzüglich 730 Stunden für den Eisenleger und den Abdichtungsfachmann abzüg- lich 1'286 Stunden für zeitabhängiges Personal; act. 1 S. 59). Betreffend das Bau -Soll führt die Klägerin aus, die effektiv über die verlängerte Baudauer eingesetzten Arbeitskräfte (Ist -Zahlen) seien auf die geplant e Bauzeit nach Massgabe der im Terminprogramm vorgesehenen Arbeitsschritte umgelegt worden (act. 1 Rz. 184). Für den Monat September 2010 geht sie in diesem Z u- sammenhang von einem (nach dem ursprünglich Bauprogramm) geplanten Ei n- satz von durchschnittlich 33 Arbeitern aus und multipliziert diese Zahl mit der A r- beitszeit pro Arbeiter für diesen Monat von 192 Stunden. Dies ergibt ein Bau -Soll für den Monat September 2010 von 6'336 Stunden. Die Differenz zwischen be- hauptetem Bau-Ist und Bau-Soll beträgt somit 3 91 Stunden (act. 1 S. 59). Im Um- fang dieser 391 Stunden mussten demnach nach dem Verständnis der Klägerin kurzfristige Umdisponierungen auf Drittbaustellen vorgenommen werden, wobei - 66 - die Klägerin von einem dadurch entstehenden Produktionsverlustfaktor von 30 % – da es der erste Monat des Ausbleibens der Baugruben gewesen sei; für die nachfolgenden Wintermonate ab November 2010 macht die Klägerin einen Abzug von 15 % geltend – ausgeht (act. 1 Rz. 186). Den so ermittelten Produktionsver- lust in Stunden multipli ziert sie mit einem Werklohnansatz zuzüglich Endzuschlag von CHF 75.17, was zu einem Mehraufwand aufgrund von Personalumdisponi e- rungen im September 2010 in der Höhe von CHF 8'794.89 führt (act. 1 Rz. 187 f.). Die analogen Rechnungen (wie gesagt mit einem A bzug von 15 %), gestützt auf dieselben Überlegungen, führt die Klägerin für die Zeit von November 2010 bis März 2011 durch. Zugunsten der Beklagten wird sodann das Personal der Kläge- rin, das während der Monate November 2011 bis März 2012 auf der Baustelle des Überbauungsprojektes gearbeitet hat, mit einem Produktivitätsgewinnfaktor von 15 % berücksichtigt. Das Total des diesbezüglichen Mehrvergütungsanspruchs beziffert die Klägerin schliesslich auf CHF 76'000.– (act. 1 Rz. 186 und 188). Die Beklagte weist auf die Beweispflicht der Klägerin hin (act. 8 Rz. 145). Die un- übersichtliche Zusammenfassung gemäss act. 5/89 (recte: 3/89) sei nicht geei g- net, die von der Klägerin geleisteten Arbeitsstunden nachzuweisen (Art. 177 ZPO). Insbesondere gehe daraus nic ht hervor, welcher Arbeiter während wie vi e- ler Stunden was geleistet habe. Zudem seien in act. 5/89 (recte: 3/89) Stunden ab April 2010 erfasst. Der Produktivitätsverlust werde jedoch erst von November 2010 bis März 2011 geltend gemacht. Es werde bestritten, die Klägerin habe für das Überbauungsprojekt während insgesamt "rund" 65'531 Stunden, bereinigt t o- tal 52'751 Stunden eigenes Personal und externe Subunternehmer eingesetzt (act. 8 Rz. 146). Es werde bestritten, die Klägerin habe die für den Bau der Häu- ser 3 und 4 vorgesehenen Personalkapazitäten zeitlich nicht wie geplant einset- zen können und da in der gleichen Periode lediglich zehn anstatt zwölf Häuser zu erstellen gewesen seien, habe weniger Personal als geplant produktiv auf der Baustelle des Überbau ungsprojekts eingesetzt werden können, womit die Kläge- rin zu kurzfristigen Umdisponierungen gezwungen gewesen sei (act. 8 Rz. 147). Die Klägerin habe spätestens seit Anfang September 2010 von den konkreten - 67 - Terminverschiebungsdaten für die Häuser 3 und 4 gewusst und habe ihre Re s- sourcenplanung frühzeitig darauf ausrichten können. Es könne also keine Rede davon sein, die Klägerin habe ihr Personal kurzfristig umdisponieren müssen. Vielmehr hätte sie allfällige – bestrittene – Personalüberkapazität vorausschauend auf die von ihr parallel zum Überbauungsprojekt bearbeiteten Baustellen in ..., ... oder ... [Ortschaften] sowie auf die Nachbarbaustelle in F._____ verteilen können. Ein Produktivitätsverlust wäre somit einzig und allein auf eine Fehlplanung der Klägerin zurückzuführen und könne jedenfalls nicht der Beklagten angelastet werden (act. 8 Rz. 148). Der Stundenansatz von CHF 75.17 wird von der Beklag- ten ebenfalls bestritten (act. 8 Rz. 149). 3.5.3.3.1.2. Subsumtion Wie erwähnt ist die Klägerin hinsichtlich des entstandenen Mehraufwandes au f- grund der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs behauptungs - und beweispflichtig, und auch eine allfällige sinngemässe Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR entbindet die Klägerin nicht davon, ihre Aufwände soweit möglich und zumutbar zu beziffern sowie im Falle einer Bestreitung zu beweisen . Nach der entsprechenden beklagtischen Bestreitung trifft die Klägerin somit die Beweislast für ihre Behauptung, wonach die Ist -Stundenanzahl des Baustellenpersonals be- reinigt 52'751 Stunden bzw. (beispielsweise) für den Monat September 2010 be- reinigt 5'945 Stunden beträgt. Mit der Beklagten ist davon auszugehen, dass der Klägerin dieser Beweis mit der Urkunde gemäss act. 89 ( "Zusammenfassung Personal Baustelle E._____" ) nicht gelingt. Die Klägerin beruft sich indessen auch auf die Monatsarbeitsrapporte und Stundenkarten gemäss der act. 79-82 (act. 1 Rz. 185). Durch den Monatsrapport für den Monat September 2010 sind 4'154.5 Stunden für Personal der Klägerin (inkl. Poliere und Kranführer) dokumentiert (act. 3/80 S. 8). Sodann sind 2'377 Stunden für Subunternehmer ausgewiesen (act. 3/80 S. 7). Die Addition dieser beiden Zahlen ergibt 6'531.5 und weicht somit von der klägerischen Behauptung ab (6'501.5; act. 1 S. 59). Die dokumentierten zeitabhängigen Ko sten für Kranführer und Poliere belaufen sich auf 1'465 (act. 3/80 S. 8) anstatt der behaupteten 1'286 (act. 1 S. 59) Stunden. In dieser Hinsicht besteht somit eine grössere Abweichung. Bereits diese Ungenauigkeiten, - 68 - welche auch bei den Berechnungen der weiteren Monate auftreten (z.B. werden im März 2011 insgesamt 3'077.75 anstatt der behaupteten 3'036.3 Stunden und für zeitabhängige Kosten für Kranführer und Poliere 887.25 anstatt der behaupte- ten 1'061 Stunden dokumentiert; act. 1 S. 59; act. 3/80 S. 19 f.), lassen Zweifel an den klägerischen Angaben aufkommen. Hinzu kommt, dass sich d ie verwendeten Zahlen betreffend den Eisenleger (672 Stunden im September 2010) und den A b- dichtungsfachmann (58 Stunden im September 2010 ) überhaupt nicht nachvoll- ziehen bzw. erst recht nicht belegen lassen. Die hierzu eingereichten Urkunden gemäss act. 90-93 weisen keine geleisteten Stunden aus. Weitergehende Ausfüh- rungen macht die Klägerin nicht. In der Replik nennt die Klägerin zusätzlich AH._____ als sachkundigen Zeugen sowie ein gerichtliches Gutachten als Beweismittel für die effektiv geleisteten A r- beitsstunden (act. 18 S. 72 und 74). Ein Gutachten ist ein Bericht einer auf einem bestimmten Gebiet sachkundigen Person zu bestimmten As pekten des zu beu r- teilenden Sachverhalts, zu deren Feststellung und/oder Würdigung das Gericht mangels Fachwissens selber nicht in der Lage wäre ( WEIBEL, in: SUTTER- SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 183 N. 11). Für die Ermit t- lung effektiv geleisteter Arbeitsstunden stellt es somit kein taugliches Beweismittel dar. Auch die Einvernahme von AH._____ als (sachverständiger) Zeuge macht in diesem Zusammenhang keinen Sinn, weil er nicht aus unmittelbarer Wahrneh- mung zu den geleisteten Stunden aussagen könnte (vgl. Art. 169 ZPO). Andere Beweismittel hat die Klägerin nicht genannt. Eine Schätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR kommt nicht in Betracht – die Klägerin macht eine solche in diesem Zusam- menhang auch nicht geltend, sondern operiert mit (scheinbar) genauen Zahlen –, weil eine zahlenmässige, auf reale Daten gestützte Berech nung der Klägerin s o- wohl möglich als auch zumutbar gewesen wäre. Auf ihre Berechnungsweise ist deshalb – auch in Bezug auf die übrigen Monate – bereits mangels Nennung tauglicher Beweise für die effektiv geleisteten Stunden nicht abzustellen. Weiter erscheint fraglich , inwiefern die Klägerin überhaupt berechtigt gewesen wäre, geleistete Stunden von externen Subunternehmern bzw. deren (allfällige) Produktivitätsverluste ebenfalls geltend zu machen. Im Allgemeinen ist davon - 69 - auszugehen, dass der Zuzug von Subunternehmern gerade (auch) der Vermei- dung von Produktivitätsverlusten bzw. Umdisponierungen dient, weil er kurzfristig erfolgen kann. Entsprechende Behauptungen der Klägerin fehlen jedenfalls . In Bezug auf das geltend gemachte Bau-Soll ist ferner festzuhalten, dass das dies- bezügliche klägerische Vorbringen, wonach die effektiv über die verlängerte Bau- dauer eingesetzten Arbeitskräfte (Ist -Zahlen) auf die geplante Bauzeit nach Mas- sgabe der im Terminprogramm vorgesehenen Arbeitsschritte umgelegt und so das geplante Personal (Soll -Zahlen) bestimmt worden sei (act. 1 Rz. 184), unbe- stimmt und damit unsubstanti iert ist. Unklar ist in diesem Zusammenhang u.a., weshalb nach klägerischer Darstellung im Monat Oktober 2010 (paradoxerweise) aufgrund des Zurückstellens der Häuser 3 und 4 angeblich mehr Stunden als ge- plant geleistet worden sein sollen. Das Bau -Ist liegt sodann auch zwischen Juni 2011 bis April 2012 über dem Bau-Soll (act. 1 S. 59), wobei die Klägerin lediglich für die Wintermonate November 2011 bis März 2012 einen Produktivitätsgewinn- faktor von 15 % zugunsten der Beklagten berücksichtigt. Zudem kann beispielsweise bei Änderungen, die den Monat März 2011 betreffen – für diesen Monat macht die Klägerin die grössten Produktivitätsverluste geltend –, ohnehin nicht mehr von kurzfristigen Umdisponierungen gesprochen werden. Denn der Klägerin war u nabhängig von der Antwort auf die Frage, ob die Ver- schiebung der Bauarbeiten am 8. September 2010 offiziell festgesetzt wurde, ab Anfang August 2010 bekannt, dass die Baugruben der Baukörper 3 und 4 nicht termingerecht bereit sein würden (act. 1 Rz. 31 ff.; act. 8 Rz. 22; act. 18 Rz. 186 ff.). Davon wird auch im durch die Klägerin eingereichten Gutachten aus- gegangen. Darin wird eine Literaturstelle zitiert, wonach kurzfristige Leistungs- minderungen in der Regel zwar nicht ohne Auflaufen von Mehrkosten durch den Auftragnehmer kompensiert werden könnten, da eine kurzfristige Personaldispos i- tion zumeist nur unter Berücksichtigung eines Produktivitätsverlustes möglich sei. Erfolge gegenüber dem Arbeitnehmer hingegen eine zeitgerechte Mitteilung, dass es zu einer geringen Beschäftigung kommen werde, so müsse es diesem geli n- gen, sein Personal anderweitig einzusetzen, ohne dass daraus Mehrkosten resu l- tierten, wobei als Zeitspanne für eine solche, keine Mehrkosten verursachende - 70 - Personaldisposition eine Frist von ca. sechs bis zwölf Kalenderwochen angesetzt werden könne (act. 3/5 S. 24). Die klägerischen Gutachter führen, auf den konkreten Fall bezogen , aus, Ersatz- aufträge über die Wintermonate seien, selbst bei einer "Vorwarnzeit" von vier M o- naten, nur sehr schwer zu akquirieren, weshalb der Produktivitätsverlust während der Monate November 2010 bis März 2011 mit 15 % auf das geplante, aber nicht benötigte Personal beurteilt werde (act. 3/5 S. 25). Dieser Ansicht ist nicht zuz u- stimmen, auch wenn sich die Akquisition von Aufträgen im Winter tatsächlich schwieriger gestaltet. Es ist jedoch mit der erstgenannten Auffassung davon aus- zugehen, dass ein Unternehmer nach einer gewissen Übergangszeit ab Kenntnis der Notwendigkeit von Umdisponierungen in der Lage sein muss , solc he ohne Produktivitätsverluste vorzunehmen. Dies muss auch für die Klägerin gelten, die zu einem beträchtlichen Teil und auch während der besagten Wintermonate Sub- unternehmer einsetzte – ein Indiz, dass sie selber ausgelastet war, was gegen die Notwendigkeit von Umdisponierungen überhaupt spricht – und somit in Bezug auf Umdisponierungen flexibel sein sollte, was sie im Übrigen andernorts auch für sich in Anspruch nimmt ( act. 18 Rz. 195). Somit können dennoch anfallende Pro- duktivitätsverluste nicht beliebig lange zulasten der Beklagten gehen, sondern höchstens für eine paar Wochen oder Monate. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die klägerische Behauptung zutreffen sollte, wonach die Beklagte die Arbeiten an den Häusern 3 und 4 sukzessive ver- schoben bzw. zwischenzeitlich für deren Beginn gar kein Datum mehr genannt habe (act. 1 Rz. 35, act. 18 Rz. 56). In diesem Fall wäre nämlich auch die Kläg e- rin nicht mehr an die vereinbarten Fristen gebunden gewesen (vgl. Art. 90, 94 Abs. 2 sowie Art. 96 Abs. 1 SIA-Norm 118), und es hätte kein Grund bestanden, nicht frühzeitig – ab August 2010 – mit Umdisponierungen zu beginnen. Im Ge- gensatz zu den bauzeitabhängigen Kosten realisier ten sich diese Kosten entge- gen den klägerischen Ausführungen, welche diesbezü glich nicht differenziert (act. 18 Rz. 76), auch nicht er st mit der Bauzeitverlängerung. Umso mehr hätte sich eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dieser Problematik aufgedrängt und wären entsprechende Massnahmen bzw. Umdisponierungen zu treffen gewesen. - 71 - Eine Mehrvergütung betreffend den Produktivitätsverlust infolge kurzfristiger Um- disponierungen aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 auf den Mai 2011 ist der Klägerin demnach aus den genannten Gründen nicht zuzusprechen. 3.5.3.3.2. Verpuffte Einarbeitungseffekte Die Klägerin macht geltend, einen weiteren zu vergütenden Mehraufwand würden die von ihr zwecks Werkerstellung deshalb zusätzlich erbrachten Arbeitsstunden bilden, weil sie zufolge der Verschiebung der Bauzeit der Häuser 3 und 4 produk- tivitätserhöhende Einarbeitungseffekte nicht habe nutzen können. Branchennot o- risch und empirisch erwiesen sei, dass sich im Bauwesen bei mehrfacher Wi e- derholung von gleichgearteten Arbeitsschritten auf einer Baustelle der zeitmäss i- ge Arbeitsau fwand bei den Wiederholungen erheblich reduziere. Baubetriebswi s- senschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass dieser Einarbeitungsef fekt bei einem Unterbruch des kontinuierlichen Arbeitsablaufs von über einem Monat praktisch vollständig wieder verloren gehe (act.1 Rz. 189). Vorliegend habe die Klägerin mit einem erheblichen Wiederholungseffekt auf der Baustelle des Über- bauungsprojekts rechnen können, zumal gemäss Terminplan an 12 Baukörpern kontinuierlich hätte gearbeitet werden können, und die Häuser 3 und 4 in diesem Programm als letzte zu erstellen gewesen seien und zudem in ihrer Auslegung weitestgehend den Häusern 2, 5 und 6 entsprochen hätten. Aufgrund der zeitl i- chen Verschiebung der Rohbauarbeiten der Baukörper 3 und 4, welche erst M o- nate nach den entsprechenden Arbeitsschritten der übrigen Häuser erfolgt seien, sei im konkreten Fall aufgrund von empirischen Untersuchungen und Erfahrung s- sätzen auf einen verlorenen Wiederholungseffekt von 10 % im ers ten, 5 % im zweiten und 2 % im dritten Monat der Rohbauarbeiten für die Häuser 3 und 4 ab- zustellen (act. 1 Rz. 190). Diese Faktoren, angewendet auf die in den Monaten Mai bis Juli 2011 eingesetzten Ist -Stunden, ergebe einen Mehraufwand von 391 Arbeitsstunden aufgrund verlorenen Wiederholungseffekts. Die Stundenzahl sei wiederum mit dem Werklohnans atz (zzgl. Endzuschlag) von CHF 75.15 zu multi- plizieren, was einen Mehraufwandvergütungsanspruch von CHF 17'138.76 erge- be (act. 1 Rz. 191). - 72 - Die Beklagte entgegnet hierzu, es werde bestritten, die Klägerin habe zufolge Verschiebung der Bauzeit der Häuser 3 und 4 produktivitätserhöhende Einarbei- tungseffekte nicht nutzen können, da der Einarbeitungseffekt bei einem Unter- bruch des kontinuierlichen Arbeitsablaufes von über einem Monat "praktisch vol l- ständig" wieder v erloren gehe. Die Baumeisterarbeiten, welche die Klägerin auf der Baustelle des Überbauungsprojektes auszuführen gehabt habe, seien absol u- te Routinevorgänge und nicht etwa Spezialausführungen gewesen. Man könne nicht ernsthaft behaupten, ein ordnungsgemäss ausgebildeter Bauarbeiter bedü r- fe für diese Tätigkeiten einer Einarbeitung oder würde nach einem Monat an Pr o- duktivität verlieren bzw. vergessen, wie diese Standardvorgänge auszuführen seien. Schliesslich müsse ein Koch auch nicht im Kochbuch nachschlagen, wie man ein Spiegelei brate, selbst wenn er seit einem Monat keines mehr zubereitet habe (act. 8 Rz. 150). Wie die Klägerin selbst ausführe, habe sie auf der Baustelle des Überbauungsprojekts schon die Rohbauarbeiten für mehrere gleichartige Baukörper ausgeführt und sei somit bestens eingearbeitet gewesen. Die Arbeiten an den Häusern 3 und 4 hätten dann im Mai 2011 begonnen, unmittelbar im A n- schluss an diejenigen bei den übrigen Häusern. Es werde bestritten, für die Kl ä- gerin habe sich ein verlorener Wiederholungseffekt von 10 % im ersten, 5 % im zweiten und 2 % im dritten Monat der Rohbauarbeiten für die Häuser 3 und 4 er- geben (act. 8 Rz. 151). Entsprechend werde bestritten, der Klägerin sei in den Monaten Mai bis Juli 2011 aufgrund des verlorenen Wiederholungseffektes ein Mehraufwand entstanden (act. 8 Rz. 52). Die beklagtische Behauptung, wonach es sich bei den klägerischen Baumeister- arbeiten um absolute Routine- bzw. Standardvorgänge handelte, blieb unbestri t- ten (vgl. act. 18 Rz. 229), weshalb darauf abz ustellen ist. Zudem fand auch kein Unterbruch des kontinuierlichen Arbeitsablaufs von über einem Monat statt. So führt die Klägerin selbst aus, dass der Rohbau für Haus 9 am 13. April 2011 ab- geschlossen worden sei, und ebenfalls nach ihrer eigenen Darstellung wurde mit den klägerischen Arbeiten an den Häusern 3 und 4 am 5. Mai 2011 begonnen (act. 1 Rz. 141). - 73 - Eine Mehrvergütung betreffend den Produktivitätsverlust infolge verpuffter Einar- beitungseffekte aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 auf den Mai 2011 ist der Klägerin somit nicht zuzusprechen. 3.5.3.3.3. Verschiebung der Arbeiten in eine andere Jahreszeit Die Klägerin führt aus, zugunsten der Beklagten sei bei der Ermittlung des Meh r- vergütungsbetrags dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich die Rohbauar- beiten für die Häuser 3 und 4 in eine für die geschuldeten Bauarbeiten günstigere Jahreszeit verschoben hätten. Die durch verkürzte Tageszeit und Kälte im Winter anfallenden Produktionseinbussen, welche bei einer Ausführung nach dem Ter- minplan (auch) für den Bau der Häuser 3 und 4 angefallen wären, seien vermi e- den worden. Die entsprechenden Produktivitätsgewinne seien vom betrauten Gutachter nach Massgabe empirischer Untersuchungen und Erfahrungssätze s o- wie der einschlägigen Wetterdaten für F._____ ermittelt und als Minderaufwand auf CHF 58'557.43 beziffert worden (act. 1 Rz. 192). Der Höhe dieses Betrags widersetzt sich die B eklagte nicht (act. 8 Rz. 153), weshalb er von der kläger i- schen Mehrvergütung in Abzug zu bringen ist. 3.5.3.4. Mehrkosten wegen Erhöhung der Beschaffungskosten Die Klägerin macht mit Verweis auf das von ihr eingereichte Gutachten geltend, durch die Verschiebung der Bauzeit seien ihr höhere Beschaffungskosten von insgesamt CHF 23'000.– entstanden (act. 1 Rz. 194). Im kl ägerischen Gutachten wird ausgeführt, ein separates Ermitteln der höheren Beschaffungskosten für jede nach dem Plantermin geleistete Arbeitsstunde und für jede Materiallieferung ei n- zeln sei aufwandmässig unzumutbar, denn der Aufwand würde in keinem vernünf- tigen Verhältnis zum Ergebnis stehen. Aus diesem Grund seien die Folgen der höheren Beschaffungskosten mithilfe der Indexreihen PKI ermittelt worden. Die Gewichtung der Indizes (113 Baustelleinrichtung 10 %, 237 Kanalisationen 5 %, 214 Fe0 Beton - und Stahlbetonarbeiten ohne Bewehrung 50 % und 314 Mauer- werk 35 %) sei nach Erfahrungswerten erfolgt (act. 3/5 S. 25 f.). Die Umsätze pro Monat seien proportional zu den geleisteten Arbeitsstunden gerechnet (act. 3/5 S. 32). - 74 - Die Beklagte erklärt hierzu, es werde bestritten, der Klägerin seien durch die Ver- schiebung der Bauzeit höhere Beschaffungskosten von rund CHF 23'000.– ent- standen. Die diesbezüglichen Ausführungen der Klägerin seien völlig unsubstant i- iert; es würden Angaben darüber fehlen, welche Kosten weshalb und in welchem Umfang angefallen sein sollen. Entsprechend könne die Beklagte zu diesem Punkt auch nicht eingehend Stellung nehmen (act. 8 Rz. 154). Wie erwähnt sind auch im Rahmen einer analogen Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR sämtliche relevanten Umstände, welche eine Abschätzung der Höhe der Kos- ten erlauben oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar durch die beweisbe- lastete Klägerin schlüssig zu behaupten. Mit der Beklagten ist festzuhalten, dass die Klägerin – auch unter Berücksichtigung des klägerischen Gutachtens – nur sehr summarische und somit unsubstantiierte Ausführungen macht betreffend ihre Mehrkostenforderung für höhere Beschaffungskosten. Insbesondere fehlen A n- gaben über die Höhe der bei der Klägerin tatsächlic h angefallenen Beschaffungs- kosten, welche Grundlage für die Berechnung bzw. Schätzung der Teuerung bi l- den würden. Vielmehr scheint sich die Klägerin fälschlicherweise auf den Brutt o- umsatz abzustützen (act. 3/5 S. 32; act. 1 S. 59). Damit entfällt eine Mehr vergü- tung bereits mangels genügender Substantiierung. Einer Auseinandersetzung mit den jeweils geltend gemachten Prozentsätzen der Erhöhung der Beschaffungs- kosten bzw. der Wahl und Gewichtung der Indizes bedarf es somit nicht. Eine Mehrvergütung betreffend die Mehrkosten wegen Erhöhung der Beschaf- fungskosten aufgrund der Verschiebung des Beginns der Arbeiten an den Häu- sern 3 und 4 auf den Mai 2011 ist der Klägerin somit nicht zuzusprechen. 3.5.3.5. Feststellungsmehraufwand Die Klägerin macht geltend, schliesslich se i auch der Feststellungsmehraufwand geschuldet, welcher ihr zwecks Ermittlung und Nachweis des Mehraufwandes an- falle. Dabei seien sowohl die Kosten externer Spezialisten sowie der interne Au f- wand zu berücksichtigen. Die Anwaltskosten würden davon nicht erf asst. Der Feststellungsmehraufwand betrage vorliegend CHF 18'715.– für die Erstellung des baubetrieblichen Gutachtens und CHF 6'480. – für den internen Aufwand (ba-- 75 - sierend auf 60 Stunden bei einem gemit telten Stundenansatz von CHF 108.–; act. 1 Rz. 195). Die Beklagte bestreitet den Feststellungsaufwand. Die Dokumentation für den Mehrvergütungsanspruch wäre vom Bauführer im Rahmen seiner üblichen A r- beitstätigkeit laufend anzufertigen gewesen (Protokolle bzw. Rapporte; Aufbewah- rung von Belegen) und sei nicht i m Nachhinein bzw. unter zusätzlicher Kostenfol- ge eigens auszuarbeiten (Ohnehin -Kosten). Die Kosten für das Privatgutachten könnten sodann höchstens, sofern sie notwendig waren – was die Klägerin nicht darlege und was bestritten werde – im Rahmen der Partei entschädigung erstattet werden (Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO; act. 8 Rz. 109 und 155). Wie erwähnt ist die Klägerin hinsichtlich des entstandenen Mehraufwandes au f- grund der Bestellungsänderung bzw. des Annahmeverzugs behauptungs - und beweispflichtig, und auch eine allfällige sinngemässe Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR entbindet die Klägerin nicht davon, ihre Aufwände soweit möglich und zumutbar schlüssig zu behaupten. Der von der Beklagten bestrittene interne Au f- wand wird von der Klägerin nicht substantiiert dargelegt. Aus dem klägerischen Gutachten geht hervor, dass es sich bei der Annahme von 60 Stunden um eine Schätzung handelt. Nach dem Gesagten hätte die Klägerin ihren Aufwand konkret erfassen müssen, was ohne weiteres möglich gewesen wäre. Kosten für Pri vatgutachten können als notwendige Auslagen im Rahmen der Par- teientschädigung geltend gemacht werden, wenn das Privatgutachten unmittelbar im Zusammenhang mit dem Prozess erstellt wurde und zur gehörigen Substant i- ierung erforderlich ist. Solches ist aber n ur mit Zurückhaltung anzunehmen, und in der Regel sind Auslagen für ein Privatgutachten nicht zu erstatten. Soweit eine Entschädigung im Rahmen von Art. 95 Abs. 3 lit. a ZPO nicht möglich ist, können die Kosten für ein Privatgutachten allenfalls als Schaden geltend gemacht werden (S UTER/VON HOLZEN, in: SUTTER-SOMM/HASENBÖHLER/LEUENBERGER, ZPO Komm., Art. 95 N. 33; URWYLER, in: DIKE -Komm-ZPO, Art. 95 N. 30). Die Klägerin legt weder durch ihre Rechtsschriften noch das klägerische Gutachten (act. 3/5 S. 27 f. und 33) konkret dar , weshalb die Einholung des Parteigutachtens vorli e- gend zur genügenden Substantiierung hätte notwendig sein sollen. Dies ist denn - 76 - auch nicht der Fall. In Bezug auf die zeitabhängigen Kosten hätten substantiierte Behauptungen ausgereicht. Soweit Schätzungen vorzunehmen gewesen wären (z.B. im Hinblick auf Produktivitätseinbussen und -gewinne oder Ohnehin-Kosten), hätte bei genügender Darlegung der Entscheidungsgrundlage bzw. Vorliegen der Eckwerte eine Schätzung durch das Fachgericht – allenfalls gestützt auf ein ge- richtliches Gutachten – erfolgen können. Für den behaupteten Feststellungsaufwand steht der Klägerin somit kein A n- spruch gegenüber der Beklagten zu. 3.5.3.6. Endzuschlag Die Klägerin wendet einen A llgemeinkostenzuschlag von 17.6 % an. Dieser Z u- schlag entspreche dem vom Schweizerischen Baumeisterverband publizierten Wert und liege in der Grössenordnung der von der Klägerin projektspezifisch an- gewandten Endzuschläge. Die Klägerin verweist auf Ziff. 4.6 des durch sie einge- reichten Gutachtens (act. 1 Rz. 147). Dort wird u.a. ausgeführt, der Wert setze sich zusammen aus einem Verwaltungs - und Geldkostenzuschlag von 12 % auf die Werkkosten plus einem Zuschlag von 5 % auf die Selbstkosten für Risiko und Gewinn (act. 3/5 S. 27). Die Beklagte entgegnet hierzu, die Anwendbarkeit eines branchenüblichen Allge- meinkostenzuschlages von 17.6 % werde bestritten. Insbesondere sei vorliegend kein Umsatz entfallen, der zu einer Unterdeckung der allgemeinen Geschäftskos- ten und somit zu einem schlechteren Geschäftsergebnis hätte führen können. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hinzuweisen, dass die Klägerin unbestrit- tenermassen von März bis Juni 2011 Arbeiten auf dem an die Baustelle des Überbauungsprojektes angrenzenden Baufeld einer anderen Bauherrschaft au s- geführt habe. Es sei davon auszugehen, die Klägerin habe hiermit einen allenfalls fehlenden Deckungsbeitrag für die Allgemeinkosten aus der – bestrittenen – Ver- zögerung bei den Häusern 3 und 4 wieder hereingewirtschaftet (act. 8 Rz. 119). Auf den letztgenannten Einwand der Beklagten ist unter dem Punkt "Kostenmi n- derungsobliegenheit" durch die Klägerin einzu gehen (vgl. dazu weiter unten). Al l-- 77 - gemeine Geschäftskosten können nicht einzelnen Bauarbeiten zugeordnet wer- den und werden in der Regel als Erfahrungswerte in Prozenten ausgedrückt. Auch wenn sie nach Betrag und Kausalität nicht im Einzelnen nachweisbar sind, stehen sie im Zusammenhang mit dem verlängerten bzw. vermehrten Einsatz von Produktionsfaktoren und sind daher als Zuschlag zu d en übrigen effektiven Selbstkosten zu vergüten (H ÜRLIMANN, a.a.O., 836). Der von der Klägerin verwen- dete Zuschlag für Verwaltungs- und Geldkosten von 12 % erscheint angemessen und ist ihr deshalb zuzusprechen . Wie erwähnt kann die Klägerin neben ihren Selbstkosten auch einen Zuschlag für Risiko und Gewinn geltend machen (vgl. weiter oben). Auch in dieser Hinsicht erscheint der von der Klägerin verwen- dete Zuschlag von 5 % als angemessen und ist ihr zuzusprechen. 3.5.3.7. Mehrwertsteuer Die Klägerin verlangt die Berücksichtigung der Mehrwertsteuer von 8 % (act. 1 Rz. 197). Nachdem die Beklagte nicht darlegt, weshalb ein Zuschlag für die Mehrwertsteuer vorliegend entfallen sollte (act. 8 Rz. 156), ist der Klägerin der verlangte Zuschlag auf ihren Leistungen zu gewähren. 3.5.3.8. Kostenminderungsobliegenheit der Klägerin Nach dem Gesagten ist die Beklagte in Bezug auf eine allfällige Kostenminde- rungsobliegenheit seitens der Klägerin behauptungs - und beweispflichtig. Nur wenn es der Beklagten somit gelingt, beweismässig zur Ü berzeugung des G e- richts aufzuzeigen, dass bzw. welche (konkreten) Kostenminderungsmassnah- men seitens der Klägerin angezeigt gewesen wären, wäre die Klägerin ihrerseits gehalten, im Rahmen des Gegenbeweises beim Gericht zumindest Zweifel an der Sachdarstellung der Beklagten zu wecken (vgl. dazu weiter oben). Die Beklagte weist an diversen Stellen darauf hin, es müsse berücksichtigt wer- den, dass ein Teil der Arbeitskräfte bzw. des Materials auf der benachbarten Bau- stelle oder anderen Baustellen hätte eingesetzt werden können (u.a. act. 8 Rz. 134 und 138 ff). Mit der Klägerin (act. 18 Rz. 90) ist festzuhalten, dass diese Ausführungen zu unbestimmt sind. In Bezug auf die zeitabhängigen Kosten ist - 78 - zudem nicht ersichtlich, inwiefern Personen und Material, die für den Betrieb der Baustelle gerade erforderlich waren, hätten abgezogen werden können. Die Klägerin führt weiter aus, sie habe Umdisponierungen ihrer Produktivkräfte nach besten Kräften und Möglichkeiten getätigt, wobei diese kosten - und scha- densmindernden Massnahmen auch in der Quantifizierung der klägerischen For- derung ihren Niederschlag finden würden (act. 18 Rz. 91 ff.). Soweit die Beklagte mit der Duplik auf die ihrer Ansicht nicht notwendigen kurzfristigen Umdisponi e- rungen durch die Klägerin Bezug nim mt, ist darauf nicht einzugehen, nachdem dargetan ist, dass der Klägerin diesbezüglich keine Mehrvergütung zusteht. Im Übrigen macht die Beklagte auch mit der Duplik keine substantiierten Anga- ben, welche konkreten Massnahmen aus welchem Grund zu welchen Einsparun- gen geführt hätten und deshalb durch die Klägerin zu treffen gewesen wären (act. 22 Rz. 64 ff.). Die beweisbelastete Beklagte begnügt sich zur Hauptsache mit Andeutungen und der Bestreitung des klägerischen Standpunkts. Lediglich für die Bestreitung der klägerischen Behauptung, wonach die Baumeisterarbeiten an den an die Baustelle des Überbauungsprojekts angrenzenden Häusern volumen- mässig vergleichsweise bescheiden gewesen seien bzw. für ihr Vorbringen, mi n- destens der weit überwiegende Teil der klägerischen Arbeitskräfte hätte dort ei n- gesetzt werden können bzw. der klägerische Abzug der "Polierprozente" bei der klägerischen Berechnung der zeitabhängigen Personalkosten sei zu gering, bietet die Beklagte mittels Verweis auf die Klageantwort überhaupt Beweismittel an (act. 22 Rz. 68). In diesem Zusammenhang ist ihr aber zu entgegnen, dass die Klägerin unbestrittenermassen lediglich während der Monate März bis Juni 2011 auf dieser Nachbarbaustelle tätig war. Für die Monate März und April 2011 macht die K lägerin – gerade auch unter Berücksichtigung des Einsatzes auf der Nac h- barbaustelle – keine zeitabhängigen Mehrkosten für den Einsatz von Polieren gel- tend. Für die Monate Mai und Juni 2011 geht die Klägerin sodann vom Einsatz von je einem Polier aus (vg l. Ziff. 3.5.3.1.3. hiervor; act. 1 S. 59). Angesichts des Umstands, dass zu dieser Zeit unbestrittenermassen die Arbeiten an den Häusern 3 und 4 ausgeführt wurden, ist nicht einzusehen, inwiefern sich der Einsatz von noch weniger als einem Polier aufgedrängt hätte. - 79 - Die Beklagte hat somit nicht – und erst recht nicht beweismässig – dargetan, dass bzw. welche konkreten Kostenminderungsmassnahmen auf Seiten der Klägerin angezeigt gewesen wären. Nachdem der Klägerin ausschliesslich zeitabhängige Mehrkosten zu vergüten sind, ist nicht ersichtlich, inwiefern die entsprechenden – auf der Baustelle des Überbauungsprojekts während der Ausführung der Arbeiten an den Häusern 3 und 4 gerade erforderlichen – Personen bzw. das Inventar hät- ten abzogen und andernorts eingesetzt werden können. 3.6. Fazit Aufgrund der Änderung des Bauprogramms für die Häuser 3 und 4 steht der Kl ä- gerin, die sich mit ihren Arbeiten nicht in Verzug befunden hat, für die entstande- nen Mehrkosten eine Mehrvergütung gegenü ber der Beklagten zu. Auf diese hat sie nicht verzichtet, und einer Genehmigung der Mehrforderung durch die Beklag- te bedurfte es nicht bzw. diese hat, würde man von der Notwendigkeit einer G e- nehmigung ausgehen, konkludent auf eine Genehmigung verzichtet. Die Höhe der Vergütung setzt sich zu sammen aus CHF 168'484.90 für zeitabhängige Per- sonal- (Poliere: CHF 106'672.50; Kranführer: CHF 61'812.40) und CHF 201'230.55 für zeitabhängige Inventarmehrkosten (Kran 2: CHF 58'360.20; weiteres Inventar: CHF 81'110.35; Wand- und Deckenschalungen: CHF 61'760.–) zuzüglich eines Zuschlags von 17.6 % für allgemeine Geschäftskosten, Risiko und Gewinn. Dies ergibt einen Betrag von CHF 434'785.37, von welchem die Produktivitätsgewinne im Umfang CHF 58'557.43 durch die Verschiebung der A r- beiten in eine günstigere Jahreszeit in Abzug zu bringen sind. Unter Berücksichti- gung der Mehrwertsteuer resultiert somit ein Forderungsbetrag von CHF 406'326.17 zugunsten der Klägerin. - 80 - 4. Anspruch der Klägerin auf Erstattung der höheren Stahlkosten gegen die Beklagte aus Werkvertrag 4.1. Vereinbarung zwischen den Parteien betreffend den Stahlpreis 4.1.1. Unbestrittener Sachverhalt Die durch die Klägerin zu erbringenden Baumeisterarbeiten umfassten gemäss Leistungsbeschrieb auch Beton - und Betonstahlarbeiten (act. 1 R. 61; act. 8 Rz. 50). 4.1.2. Streitpunkte Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Auftragsvergabe bzw. der Werkpreis auf der Basis des Stahlpreises von CHF 600. – pro Tonne erfolgt sei und ein allfälliger Mehrbetrag der späteren effektiven Stahlpreise zulasten der B e- klagten gehen bzw. die Klägerin zu einer entsprechenden Erhöhung zuzüglich ei- nes Abrechnungsunkostenzuschlags von 8 % berechtigen würde (vgl. u.a. act. 1 Rz. 66). Demgegenüber macht die Beklagte geltend, die Parteien hätten vereinbart, die Stahlkosten seien im Pa uschalpreis abschliessend inbegriffen, ausser wenn W._____ der Klägerin im Nachgang zum Vergabegespräch mitteilen würde, dass er nicht zu CHF 600.– pro Tonne mit seinem Stahllieferanten hätte abschliessen können (vgl. u.a. act. 8 Rz. 64 ff. u. act. 22 Rz. 88). Auf die Vorbringen der Parteien im Einzelnen ist im Rahmen der Subsumtion ei n- zugehen, soweit sich dies als erforderlich erweist. 4.1.3. Rechtliches 4.1.3.1. Vertragsauslegung – tatsächlicher und normativer Konsens Im schweizerischen Vertragsrecht gilt bei Fragen des Konsenses oder der Ausl e- gung der Grundsatz des Primats des subjektiv übereinstimmend Gewollten vor dem objektiv Erklärten, subjektiv aber unterschiedlich Verstandenen. Um darüber - 81 - befinden zu können, ob tatsächlich eine Vereinbarung zwischen den Parteien zu- stande gekommen ist, muss demnach zunächst nach ihrem übereinstimmenden wirklichen Willen gesucht werden (Art. 18 Abs. 1 OR). Es obliegt folglich dem G e- richt, zunächst den wirklichen Willen der Parteien festzustellen, gegebenenfalls empirisch auf Grund vo n Indizien. Wenn es ihm nicht gelingt, diesen wirklichen Willen zu ermitteln, oder wenn es feststellt, dass eine Partei den von der andern geäusserten wirklichen Willen nicht verstanden hat, muss das Gericht eruieren, welche Bedeutung die Parteien nach den Regeln von Treu und Glauben ihren ge- genseitigen Willenserklärungen geben konnten und mussten (Geltung des Ver- trauensprinzips). Nur wenn ein natürlicher Konsens fehlt oder (in strittigen Fällen) unbewiesen bleibt, gelangt somit das Vertrauensprinzip zur A nwendung (BGer. 4C.374/2001 vom 6. September 2002 E. 2.1). Hierbei hat das Gericht das als Vertragswille an- zusehen, was vernünftig und redlich handelnde Parteien unter den gegebenen (auch persönlichen) Umständen durch die Verwendung der auszulegenden Worte und ihr sonstiges Verhalten ausgedrückt und folglich gewollt haben. Für eine Ve r- trauensauslegung sind Umstände mit zu berücksichtigen, die den Parteien bei Vertragsschluss bekannt oder erkennbar waren. Es ist somit der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses massgebend, weshalb bei der Auslegung nach dem Ver- trauensprinzip nachträgliches Parteiverhalten nicht von Bedeutung ist. Später ei n- tretende Umstände lassen dagegen erkennen, wie der Vertrag seinerzeit tatsäc h- lich gemeint bzw. die Erklärungen tatsächlich vers tanden wurden, was für die E r- mittlung des natürlichen Konsenses relevant ist. Im Zusammenhang mit der Vertragsauslegung nach dem Vertrauensprinzip hat das Bundesgericht in seiner neueren Rechtsprechung den Grundsatz differen- ziert, wonach nur auf Interpret ationsmethoden zurückgegriffen werden sollte, wenn der Wortlaut des zwischen den Parteien geschlossenen Vertrages Zweifel aufkommen lässt oder unklar ist. Es hat ausgeführt, dass nicht zum Grundsatz er- hoben werden könne, andere Auslegungsmethoden seien bei klarem Wo rtlaut von vornherein auszuschliessen. Vielmehr geht aus Art. 18 Abs. 1 OR hervor, dass selbst der Sinn eines klaren Wortlautes nicht zwangsläufig massgebend sein - 82 - muss und dass die reine Auslegung nach dem Wortlaut im Gegenteil gesetzes- widrig ist. Selbst wenn der Wortlaut einer Vertragsklausel auf den ersten Blick klar erscheint, kann sich aus ander en Vertragsbedingungen, aus dem von den Partei- en verfolgten Zweck oder ander en Umständen ergeben, dass der Wortlaut der genannten Klausel den Sinn des geschlossenen Vertrages nicht genau wiedergibt (Pra 2002 Nr. 22 E . 1.b = BGE 127 III 444 ff.; BGer. 131 III 469 E. 1.1; BGE 4A_105/2011 E. 2.3). 4.1.3.2. Beweislastverteilung Behaupten die Parteien einen voneinander abweichenden tatsächlichen Konsens, ist zunächst zu prüfen, ob ein normativer Konsens besteht, da die Beweislast für den Bestand und Inhalt eines vom normativen Auslegungsergebnis abweichen- den subjektiven Vertragswillens jene Partei trägt, welche aus diesem Willen zu i h- ren Gunsten eine Rechtsfolge ablei tet (BGE 121 III 118 E. 4.b.aa; ZK- JÄGGI/GAUCH, Art. 18 OR N. 42) . Je nach dem Vertragsinhalt gemäss Vertrauens- prinzip trägt somit die Klägerin oder die Beklagte die Beweislast für den von di e- sem Auslegungsergebnis abweichend behaupteten tatsächlichen Kons ens. Bei Misslingen dieses Beweises bleibt es beim Auslegungsergebnis nach dem Ver- trauensprinzip. 4.1.3.3. Kaufmännisches Bestätigungsschreiben Ein kaufmännisches Bestätigungsschreiben macht normalerweise bei mündlichen Abmachungen Sinn, welche schriftlich bestätig t werden. Grundsätzlich kommt ihnen lediglich deklaratorische Wirkung zu bzw. sie gelten als Indiz für den A b- schluss und den Inhalt des bestätigten Vertrags (HUEGENIN, Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, Zürich/Basel/Genf 2012, N. 229). Ihnen kommt somit die Funktion eines Beweismittels zu, wobei die Bestätigung nicht nur ge- genüber dem Absender, sondern auch gegenüber dem Empfänger Beweiskraft hat. Für die Richtigkeit des Bestätigungsschreibens spricht nämlich eine natürl i- che Vermutung, wenn der Empfänger geschwiegen hat, obwohl es ihm zumutbar gewesen wäre, eine behauptete Unrichtigkeit durch Widerspruch zu korrigieren (G AUCH/SCHLUEP et al., OR AT Band I, 9. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, N. 1161). - 83 - Ausnahmsweise kann dem kaufmännischen Best ätigungsschreiben konstitutive Wirkung zukommen, wenn feststeht, dass das Schreiben die mündlichen Abm a- chungen modifiziert. Das blosse Schweigen auf ein angebliches Bestätigungs- schreiben kann aber nur unter sehr restriktiven Voraussetzungen rechtsbegrü n- dend wirken. Insbesondere darf der Absender nicht von einer Bindung des Em p- fängers ausgehen, wenn sein Schreiben vom bereits erzielten Verhandlungser- gebnis derart abweicht, dass er nach Treu und Glauben nicht mehr mit dem Ei n- verständnis rechnen kann (HUEGENIN, Obligationenrecht, a.a.O., N. 230 f.; BGE 114 II 250 E. 2a). Im Normalfall vermag eine unrichtige Bestätigung an der wirkl i- chen Rechtslage somit nichts zu ändern , und einem vom Abgemachten abwei- chenden kaufmännischen Bestätigungsschreiben kommt keine konstitutive Wi r- kung zu, wenn es Ergänzungen oder Abweichungen enthält, die zu einer erhebl i- chen Beeinträchtigung der Empfängerinteressen führen (GAUCH/SCHLUEP et al., a.a.O., N. 1162 u. 1169). 4.1.4. Subsumtion 4.1.4.1. Normative Auslegung der Vereinbarung betreffend den Stahlpreis Aufgrund der erwähnten unterschiedlichen Sachdarstellung in Bezug auf die A b- machung betreffend den Stahlpreis hat nach dem Gesagten eine normative Au s- legung des Vertrags zu erfolgen , die es sodann erlaubt, zwischen den Parteien die Beweislast f ür ihre unterschiedlichen Behauptungen hinsichtlich des tatsächli- chen Konsenses zu verteilen. Im Dokument Vergabegespräch wurde der Bemerkung "Preise fest bis Bauende" handschriftlich "exkl. Stahl" beigefügt (act. 10/14; act. 18 Rz. 111). Ähnliches geht aus den Unterlagen hervor, die gemäss dem ausführlichen Werkvertrag Grundla- ge und Vertragsbestandteil des Vertrags zwischen den Parteien bilden (act. 3/2 S. 2). So wird im "Werkvertrag Nr. ... vom 26.01.2010" festgehalten: "Preise fest bis Bauende (S tahlpreis gem. sep. Abmachung)" (act. 3/12). Weiter enthält die Of- ferte betreffend Ortbetonbau vom 5. Januar 2010 die Bemerkung: "Stahlpreis P.500ff indexiert Dezember 2009. Abrechnung mit einem Unkostenzuschlag von 8 % gemäss SIA 118. […]" (act. 3/11). Im Entwurf des Leistungsbeschriebs wurde - 84 - sodann handschriftlich eingefügt, dass die "Teuerung Stahlprodukte über Index 600.–/to" nicht in der Pauschale enthalten sein soll (act. 3/50 S. 6; act. 18 Rz. 110). Auch im definitiven Leistungsbeschrieb ist die " Teuerung Stahlprodukte über Index ca. CHF 600.00 pro Tonne (gem. objektspezifischen Verhandlungen Fa. A._____ AG) […]" nicht in der Pauschale enthalten (act. 3/13 S. 5). Der Wortlaut dieser Dokumente spricht für den klägerischen Standpunkt, wonach die Teuerung des Stahlpreises über CHF 600.– pro Tonne nicht in der Pauschale enthalten war. E contrario wäre der Klägerin der Anteil der Stahlkosten, welcher darüber liegt , zusätzlich zu vergüten. Auch der verlangte Unkostenzuschlag von 8 % findet seinen Niederschlag in den Vertragsunterlagen (act. 3/11). Im Hinblick auf die Vertragsumstände ist festzuhalten, dass u.a. u nbestrittener- massen die Stahlpreisentwicklung sowie die Regelung des diesbezüglichen Preis- risikos Gegenstand des Vergabegesprächs gebildet haben (act. 18 Rz. 106; act. 22 Rz. 79). Dies wäre wohl kaum der Fall gewesen, wenn die Parteien ei n- vernehmlich davon ausgegangen wären, der Stahlpreis könne bei CHF 600.– pro Tonne fixiert werden, wie dies die Beklagte behauptet (vgl. act. 8 Rz. 53). Die B e- klagte stellt sich auf den Standpunkt, der Stahlpreis sei i m Falle eines Vertrags- schlusses – gemeint ist wohl die Unterzeichnung des ausführlichen Werkvertrags, denn ein Vertragsschluss kam bereits mit der Vergabe zustande – nach dem Vergabegespräch im Pauschal preis inbegriffen (vgl. z.B. act. 8 Rz. 53 oder 64). Mit der Klägerin ist indessen davon auszugehen, dass es bei einer die Stahlkos- tensteigerung umfassenden Pauschalpreisabrede keinen Sinn ergeben hätte, z u- sätzlich einen Stahlpreis von CHF 600.– zu vereinbaren bzw. über einen solchen getrennt zu verhandeln (act. 18 Rz. 117). A uch teleologische Überlegungen legen somit das klägerische Verständnis der Vereinbarung über die Stahlkosten nahe. Das "Bestätigungsschreiben" der Beklagten gemäss act. 10/16 erfolgte erst im Ju- li 2009 und somit fast ein halbes Jahr nach dem Vergabegespräch. Nach dem Gesagten ist es deshalb im Zusammenhang mit der Auslegung nach dem Ver- trauensprinzip (als nachträgliches Parteiverhalten) nicht relevant, ist indessen im Rahmen d es tatsächlichen Konsenses zu berücksichtigen (vgl. dazu weiter u n- ten). - 85 - 4.1.4.2. Ergebnis der normativen Auslegung der Klausel Eine Auslegung nach dem Vertrauensprinzip ergibt demnach, dass die Auftrags- vergabe bzw. der Werkpreis auf der Basis des Stahlpreises von C HF 600.– pro Tonne erfolgte und ein allfälliger Mehrbetrag der späteren effektiven Stahlpreise zuzüglich eines Unkostenzuschlags von 8 % zulasten der Beklagten gehen bzw. die Klägerin zu einer entsprechenden Erhöhung der Vergütung berechtigen sollte. 4.1.4.3. Tatsächlicher Konsens Die Beklagte trägt nach dem Gesagten die Beweislast für ihre vom Auslegungs- ergebnis gemäs s Vertrauensprinzip abweichende Behauptung, dass nach dem Verständnis der Parteien die Stahlkosten im Pauschalpreis abschliessend inbe- griffen gewesen sind, ausser wenn W._____ der Klägerin im Nachgang zum Vergabegespräch mitgeteilt hätte, dass er nicht zu einem Stahlpreis von CHF 600.– pro Tonne mit seinem Stahllieferanten hätte abschliessen können. Zum Hauptbeweis der Beklagten zugelassen wurden gemäs s Beschluss vom 16. Mai 2014 das Zeugnis von M._____, die Parteibefragungen von T._____ und R._____ von der Beklagten sowie das Einschreiben der Beklagten, Herr T._____, vom 5. Juli 2010 (act. 10/16). Zu den abweichenden Behauptungen der Klägerin wurden unter 6 Gegenbeweissätzen Beweismittel zugelassen. Zunächst wurde zur Behauptung der Klägerin, (a) dass sie im Herbst 2009 die Zusage ihres Stah l- lieferanten hatte, wonach ihr für die Zeit der ursprünglich vorgesehenen Baudauer die benötigten Stahlmengen aufgrund einer Festpreisvereinbarung geliefert wü r- den, vorausgesetzt, dass von der Klägerin eine entsprechende Bestellung noch vor Ende Dezember 2009 ausgelöst würde, AI._____ als Zeuge zugelassen. Für die Behauptung, (b) dass W._____ R._____ mehrfach mitgeteilt hat, die noch kei- nen Teuerungsvorbehalt (hinsichtlich der Stahlkosten) aufweisenden Offerten vom 15. September 2009 und 7. Oktober 2009 bzw. die entsprechende kläger i- sche Kalkulation könnten angesichts der Preisschwankungen auf dem Stahlmarkt nur bei einer Vergabe durch die Beklagte zu einem Zeitpunkt vor dem Jahresende 2009 aufrecht erhalten werden, weil sich nach Jahresende kein fester Bezugs- preis von CHF 600.– pro Tonne Stahl mehr erzielen lasse, wurden als Beweismit- tel der Klägerin zugelassen die Parteieinvernahme von W._____ sowie als (Ge-- 86 - gengegen-)Beweismittel der Beklagten die Parteieinvernahme von R._____. Wei- ter wurden zum Gegenbeweis der Klägerin, (c) dass sie der veränderten Preis- grundlage bzw. der Entwicklung auf dem Stahlmark t dadurch Rechnung getragen hat, dass sie am 5. Januar 2010 die Beton - und Stahlbetonarbeiten neu separat und explizit auf Grundlage einer Teuerungsvereinbarung nach Stahlindex offerier- te, als Beweismittel zugelassen die Zeugenaussage von AJ._____, die Offerte Nr. ... der Klägerin vom 5. Januar 2010 sowie die Parteieinvernahme von W._____. Zur Behauptung, (d) dass W._____ am Vergabegespräch wiederholt hat, er kön- ne nicht mehr auf einer Kalkulationsbasis von CHF 600.– pro Tonne Stahl anbie- ten, da er nun mit dem Stahllieferanten keine Liefervereinbarung zu einem sol- chen Festpreis mehr abschliessen könne, weil mittlerweile die Stahlpreise erheb- lich über dem Jahresendniveau liegen würden und die Klägerin nicht gewillt sei, das Preissteigerungsrisiko für den Stah l zu tragen, wurde die Zeugenaussage von AJ._____ und die Parteieinvernahme von W._____ als Beweismittel zugelassen. Zugelassene Beweismittel zur Behauptung, (e) dass nach dem Verständnis der Parteien die Auftragsvergabe schliesslich auf der Basis eines du rchschnittlichen Stahlpreises von CHF 600.– pro Tonne erfolgte und eine etwaige Teuerung des Stahlpreises zuzüglich eines Abrechnungskostenzuschlags von 8 % zulasten der Beklagten ging, sind die Zeugenaussage von AJ._____, die Parteieinvernahme von W._____ sowie die Urkunden Werkvertrag der Parteien vom 2. bzw. 7. Juli 2010 (act. 3/2), die Offerte der Klägerin vom 5. Januar 2010 (act. 3/11), die Wer k- vertragsurkunde vom 2. bzw. 5. Juli 2010 (act. 3/12), der Leistungsbeschrieb Baumeisterarbeiten ( ...) (act. 3 /13), die Unterlagen Vergabegespräch vom 26. Februar 2010 (act. 3/50) und das Dokument Vergabegespräch vom 20. Januar 2010 (act. 10/14). Und schliess lich wurden zur Behauptung, (f) dass die Beklagte im März 2011 ihrerseits nicht davon ausging, der Pauschal preis umfasse auch die Stahlkosten, als Beweismittel der Klägerin die Zeugenaussage von K._____, die Parteieinvernahme von W._____ und die Aktennotiz der Beklagten betreffend die Baubesprechung vom 4. März 2011 vom 7. März 2011 (act. 3/26) sowie als B e- weismittel der Beklagten die Zeugenaussage von M._____ und die Parteieinve r- nahme von T._____ zugelassen (vgl. Beschluss vom 16. Mai 2014, Prot. S. 19 ff.; act. 46). - 87 - Der Beweis für die Darstellung der Beklagten zum tatsächlichen Willen der Par- teien gemäss dem Hauptbeweissatz, wonach gemäss dem Verständnis der Par- teien die Stahlkosten im Pauschalpreis abschliessend inbegriffen gewesen sind, ausser wenn W._____ der Klägerin im Nachgang zum Vergabegespräch mitge- teilt hätte, dass er nicht zu einem Stahlpreis von CHF 600. – pro Tonne mit seinem Stahllieferanten hätte abschliessen können, wird durch ihre Beweismittel nicht er- bracht und zudem durch das Gelingen des Gegenbeweises der Klägerin wider- legt. Im Einzelnen sah sich zwar die Beklagte nach Erhalt des von der Klägerin unterzeichneten, schriftlichen Werkvertrages (act. 3/2) gemäss dem zum Haupt- beweis der Beklagten als Beweismittel zugelassenen Schreiben der Beklagten an die Klägerin vom 5. Juli 2010 (act. 10/16) bei Rücksendung des Vertrages vera n- lasst, zum Stahlpreis folgende Anmerkung zu machen: "Zum Vergabezeitpunkt (26.01.2010) wurde im Pauschalpreis der Stahlpreis für die gesamte Bauzeit fes t- gelegt. Dieser wurde mit der Firma A._____ AG speziell für dieses Bauprojekt ausgehandelt." Dies bildet ein gew isses Indiz dafür, dass die Beklagte auch zu jenem Zeitpunkt in der Tat von dem von ihr behaupteten wirklichen Willen der Parteien ausging, die Stahlkosten in den Pauschalpreis einzuschliessen . Den von ihr zudem behaupteten Vorbehalt resp. die Resolutivbedingung zugunsten der Klägerin erwähnte die Beklagte dagegen in ihrem Schreiben vom 5. Juli 2010 mit keinem Wort ; von einem solchen Vorbehalt scheint sie damals nicht ausgegangen zu sein. Ferner führen auch die Aussagen von R._____ im Rahmen d er Parteibefragung zum Schluss, dass der tatsächliche übereinstimmende Wille der Parteien jeden- falls nicht so war, wie es die Beklagte im Prozess geltend machte. R._____ be- richtete wohl, an der Sitzung zur Endverhandlung im Januar habe W._____ zu ihm gesagt, wenn er ihm den Auftrag jetzt erteilen würde, dann sei der Stahlpreis fix. Es müsse ihn nicht mehr interessieren, ob er CHF 700 oder CHF 400 sei. Er habe aber zur Voraussetzung gemacht, dass er seinen Ingenieur mitnehmen könne. Nachträglich sei der Monobeton dazu gekommen im Umfang von CHF 50'000.–. Das sei für ihn eine klare Pauschale gewesen, die sie abgemacht hätten an diesem Tag, als er ganz klar gesagt habe, wenn er [ R._____] jetzt abschliesse, könne er [A._____] den Preis fixieren. Das habe er gemacht… (Prot. S. 132). Zu-- 88 - dem sagte R._____ auf Vorhalt der Gegenstand des Hauptbeweises bildenden Darstellung der Beklagten und auf die Frage, ob diese Version zutreffend sei, in diesem Fall schon. Sie hätten aber nie etwas erhalten. Er habe nie etwas ange- meldet (Prot. S. 135). Doch auf die Nachfrage, ob es stimme, dass A._____ hätte kommen und mitteilen können, er habe nicht entsprechend abschliessen können, erklärte R._____, er hätte das machen können . Ob er [R._____] das akzeptiert hätte, sei die zweite Fr age. Sie hätten eine Pauschale abgemacht. Und bei einer Pauschale - ganz klar und auch nach SIA - habe man einen Prozentsatz nach oben und nach unten, welcher in der Toleranz drinnen sei. Er [ A._____] hätte das machen können. Er [ A._____] könne alles anmel den, wenn er wolle. Die Frage sei, ob er [ R._____] das akzeptiere. Sie hätten am Tag, an dem sie abgeschlos- sen hätten, die Spielregeln eigentlich klar festgelegt, und er [ A._____] sei nie zu ihnen gekommen betreffend Stahl, Zeitverzögerung, Pumpstunden oder was auch immer (Prot. S. 135 f.). Im Gegensatz zur Sachdarstellung der Beklagten ging de- ren Organ R._____ somit von einem bedingungslosen Einbezug der Stahlkosten in den Pauschalpreis, unabhängig von der Fixierung des Preises durch die Kläge- rin mit de ren Stahllieferanten aus, und er machte eine allfällige nachträgliche An- passung von seinem Einverständnis abhängig. Dies zeigen auch seine Aussagen im Zusammenhang mit den Gegenbeweissätzen a) und b). Zur Frage, ob davon die Rede gewesen sei, dass die Klägerin den Stahlpreis nur bis Ende Dezember fixieren könne, erklärte er nämlich, sie hätten das am Telefon besprochen. Doch sagte er weiter, nachher, als es um die Vergabe gegangen sei, sei es ihm [R._____] nicht mehr wichtig gewesen, ob er [ A._____] den Pre is habe nageln können. Er [A._____] habe ja nicht gewusst, ob er den Auftrag, den er gewollt h a- be, habe. Im Januar am Tisch habe er [ A._____] gesagt, wenn er [ R._____] jetzt abschliesse, dann sei der Preis fix. So sei es gewesen (Prot. S. 134). T._____ sagte aus, er sei bei den eigentlichen Vertrags - und Vergabegesprächen nicht beteiligt gewesen. Am Tag des Angebots bzw. der Vergabe am 20. Januar 2010 sei nach der Sitzung R._____ zu ihm ins Büro gekommen und habe gesagt, er habe die Klägerin runtergedrückt. Der Stahlpreis sei dabei, die Klägerin nehme aber ihren Ingenieur. Das sei die Aussage gewesen, die an ihn herangetragen worden sei. Was an der Sitzung besprochen worden sei, wisse er von R._____. - 89 - Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch M._____ gekommen, der an dieser Sitzung dabei gewesen sei. Sie hätten ein anderes Angebot von einem kleinen Baumei s- ter aus dem Thurgau gehabt, aber bei ihm Bauchweh wegen der Kapazitäten. Deshalb sei er zu ihm gekommen mit der Erfolgsmeldung, man habe die Klägerin runtergedrückt, der Stahlpreis sei fix bzw. dabei, dafür nehme er seinen Ingenieur. "Der Stahlpreis sei dabei " heisse in der Pauschale drin. Damit sei für ihn eine ab- weichende Vereinbarung im Falle eines steigenden Stahlpreises ausgeschlossen. Wenn sie eine Pauschale abmachen würden, interessiere ihn nicht, ob der Stah l- preis 400 oder 700 sei. Dann sei er dabei. Weiter hielt T._____ fest, dass R._____ vorbehaltlos gesagt habe, der Stahlpreis sei dabei und dass dies die Vorstellung der Beklagten betreffend den Stahlprei s gewesen sei. Zur konkreten Behauptung der Beklagten, im Pauschalpreis der Klägerin gemäss Werkvertrag seien die Stahlkosten abschliessend erfasst, es sei denn, W._____ von der Klä- gerin hätte im Nachgang zu den Vergabegesprächen mitgeteilt, er habe mit sei- nem Stahllieferanten nicht zu einem Preis von CHF 600. – abschliessen können, sagte er, das wisse er so im Detail nicht. Ihm sei es anders gesagt worden. Ihm sei gesagt worden, es sei dabei. Dieser Vorbehalt sei ihm nicht bekannt (Prot. S. 113 ff.). In Be zug auf d as von ihm verfasste Schreiben der Beklagten vom 5. Juli 2010 legte T._____ zusammengefasst dar, sie hätten den Werkvertrag rausge- lassen. Dieser sei damals nicht über seinen Tisch gegangen. Das sei kurz nach diesem Vergabegespräch oder am Vergabegespräch gewesen. Der Vertrag sei nie zurückgekommen. Irgendwann sei der V ertrag von der Beklagten zurückg e- kommen - ohne Bestätigung, dass der Stahlpreis fest sei. Da habe er zu R._____ und M._____ gesagt "was haben wir abgemacht?" und sie hätten geantwortet "der Stahl ist dabei.". Dann habe er den Werkvertrag eingeschrieben zurückge- schickt und dazu geschrieben, der Stahl sei dabei gemäss Besprechung sowieso. Damit sei es für ihn erledigt gewesen. Die Klägerin hätte dann kommen und sa- gen müssen, es sei nicht so. Ansonsten sei es für ihn erledigt. Eine Antwort habe er aber nicht erhalten (Prot. S. 115 f.). Zur Bemerkung, die Werkvertragsurkunde und der Leistungsbeschrieb seien nicht mit seiner von R._____ erhalten Informa- tion, wonach der S tahlpreis inbegriffen sei, vereinbar, hielt er fest, der Leistungs- beschrieb sei die Grundlage der klägerischen Kalkulation. Es sei nicht zwingend, - 90 - dass er mit der Abmachung übereinstimme. Es sei die Grundlage, und nachher habe man bei der Vergabe entgegen der Grundlage abgemacht, dass der Stah l- preis dabei sei. Das habe man vermutlich vorher vorbereitet. Das sei nachvol l- ziehbar. Bei der Werkvertragsurkunde handle es sich um einen Fehler (Prot. S. 116). Zu den Erklärungen der Parteien zu ihrem tatsächlichen W illen bezüglich des Stahlpreises konnte T._____ somit keine eigenen Wahrnehmung schildern , sondern nur wiedergeben, was ihm im Nachgang zur Vergabesitzung erzählt wur- de. In Bezug auf den tatsächlichen übereinstimmenden Willen der Parteien lässt sich daher aus seine n Aussagen nicht mehr als eine Bestätigung des von R._____ und dem Zeugen M._____ Geschilderten entnehmen. Immerhin ist aber festzuhalten, dass T._____, als er den von der Beklagten verfassten und der Klä- gerin an oder nach der Vergabesitzung übergebenen Vertrag von der Klägerin un- terzeichnet zugestellt erhielt, feststellte, dass dieser keine Bestätigung enth ielt, dass der Stahlpreis in der Pauschale abschliessend inbegriffen ist. Zeuge M._____ sagte zum Stahlpreis aus , zum Vergabezeitpunkt im Jahr 2010 sei der Stahlpreis im Vertrag fixiert gewesen. An den Vertragsverhandlungen, an denen er teilgenommen habe, habe W._____ ganz klar gesagt, dass er das zu diesen Konditionen mit dem Stahllieferanten objektspezifisch so vereinbare. Sie hätten den Vertrag auch so ausgestellt und diesen W._____ auch so abgegeben. Der Vertrag sei erst etwa ein halbes Jahr später unterzeichnet zurückgekommen. Seines Erachtens sei der Stahlpreis im Vertrag fixiert worden. Sie seien davon ausgegangen, dass der Stahlpreis fixi ert sei und deshalb keine Änderung erfolge. Sie seien deshalb davon ausgegangen, weil nie etwas anderes kommuniziert worden sei. Zur konkreten Behauptung der Beklagten, dass die Stahlkosten ab- schliessend erfasst wären, es sei denn, W._____ hätte im Nachgan g zu den Vergabegesprächen mitgeteilt, dass er nicht zu einem Preis von CHF 600. – habe abschliessen können, sagte M._____ aus, für ihn sei immer klar gewesen, dass der Stahlpreis mit diesen CHF 600. – fixiert gewesen sei (Prot. S. 49 f.). Auf Vo r- halt der Werkvertragsurkunde vom 2. bzw. 5. Juli 2010 (act. 3/12) und unter Hi n- weis, dass dort zum Stahlpreis stehe "Preise fest bis Bauende (Stahlpreis gemäss separater Abmachung)" erklärte er, an den Verhandlungen sei gesagt worden, dass der Stahlpreis beim Stahl lieferanten fixiert werde. Man sehe die Zeitspanne - 91 - Januar bis Juli. Der Vertrag sei von der Klägerin am 2. Juli 2010 unterzeichnet und von der Beklagten am 5. Juli 2019 gegengezeichnet worden. Als sie den Ver- trag zurückgeschickt hätten, hätten sie nochmals explizit darauf hingewiesen, dass sie in diesem halben Jahr nichts gehört hätten, dass sich der Stahlpreis ver- ändere und dass sie davon ausgehen würden, dass das abgemachte Fixum be- stehen bleibe (Prot. S. 50). Auf Vorhalt des Leistungsbeschriebs Baumeisterarbei- ten (act. 3/13 S. 5 unten) wurde dem Zeugen die Frage gestellt, wie sich der Vor- behalt, wonach die Teuerung der Stahlprodukte nicht in der Pauschale enthalten sei, mit der Behauptung vereinbaren lasse, dass man bei diesem Gespräch den Stahlpreis fixiert habe und was "Teuerung nicht inbegriffen" bedeute. Er antwort e- te, dass der Stahlpreis objektspezifisch fixiert werde, und sie hätten nie etwas an- deres gehört. Deshalb hätten sie mit ihrem Schreiben, als sie den Werkvertrag zu- rückgeschickt hätten, auch nochmals ganz klar geschrieben, dass der Stahlpreis fixiert sei. Mehr könne er dazu nicht sagen. Abschliessend merkte er an, W._____ habe in den Verhandlungen gesagt, er werde den Stahlpreis für die ganze Bauzeit fixieren. Davon würden sie ausgehen (Prot. S. 50 f.). Damit bestätigte der Zeuge zwar die Darstellung von R._____ und die Tatsache, dass demnach ihrer Ansicht nach keine Anpassung des Stahlpreises vorgenommen werden sollte. Dies wider- spricht indessen der Sachdarstellung der Beklagten, die einen Vor behalt zuguns- ten der Klägerin behauptete. Allerdings zeigen seine Schwierigkeiten damit, seine Darstellung mit dem Werkvertrag und dessen Bestandteilen in Einklang zu bri n- gen, den vorliegend entscheidenden Punkt. Vorab ist aber festzuhalten, dass die Beweismittel der Beklagten zwar belegen konnten, dass die Beklagte grundsätzlich den Willen hatte, die Stahlkosten in den Pauschalpreis abschliessend zu integrieren, und dass ihre Vertreter bei den Vergabegesprächen gemäss deren Aussagen davon ausgingen, dass dies der Vereinbarung der Parteien entspreche. Indessen konnte sie keinen rechtsgen ü- genden Beweis dafür erbringen, dass dies auch dem ihnen gegenüber erklärten, tatsächlichen Willen der Klägerin entsprach und man sich schliesslich darauf e i- nigte. Im Gegenteil gelingt der Klägerin durch ihre eigenen Beweismittel, insbe- sondere die unterzeichnete Werkvertragsurkunde mit ihren Bestandteilen (act. 3/2 und 3/12- 13) und die Aussage von W._____ (Prot. S. 119 ff.), doch vor allem - 92 - auch aufgrund der Aussagen der Organ e der Beklagten, R._____ und T._____, der Gegenbeweis dafür, dass nach dem Verständnis der Parteien die Auftrags- vergabe schliesslich auf der Basis eines durchschnittlichen Stahlpreises von CHF 600.– pro Tonne erfolgte und eine etwaige Teuerung des Stahlpreises zulasten der Beklagten ging (lit. e). W._____ schilderte i m Rahmen der Parteibefragung, dass R._____, mit dem er auf Seiten der Beklagten die Verhandlungen, auch diejenigen zum Stahlpreis, führte, sehr stark den Wunsch nach einem fixen Stahlpreis geäussert habe. Sie hätten abgemacht, wann er bis Ende Jahr 2009 den Auftrag erhalte, könne er für CHF 600. – den Stahlpreis fixieren. Nachher habe er es nicht mehr gewusst. Der Stahlpreis sei vor allem am Schlussgespräch ein Thema gewesen. Er habe eine Regelung vorgeschlagen, wie sie üblich sei. Er habe gesagt, er würde jenen Stahlpreis weitergeben, welchen er erhalte. Aber er habe am 20. Januar 2010 nicht mehr gewusst, ob er diese CHF 600. – noch erhalten würde oder ob es mehr sein würde. Er habe auch nicht gewusst, für welche Dauer er das noch erhalten würde. Deshalb habe er einfach gesagt, er gebe diejenige Ver- einbarung weiter, die er mit dem Stahlbauer noch erreichen könne. Die Auftrags- vergabe sei genau auf dieser Grundlage erfolgt . Er sei der Meinung, dass die Be- klagte vom Gleichen ausgegangen sei. Er habe das Gefühl gehabt, dass sie sau- ber miteinander kommuniziert hätten. Wenn die Beklagte davon ausgegangen wäre, dass im Pauschalpreis die Stahlkosten mit enthalten seien, dann hätten sie es nicht so aufgeschrieben im Werkvertrag. Auf das Schreiben der Beklagten vom 5. Juli 2010 habe er nicht reagiert, weil der Werkvertrag ja mit ihrer Abmachung unterschrieben gewesen sei. Sie hätten an diesem Vertrag x Sachen handschrif t- lich geändert. Wenn man mit einem Punk t im Vertrag nicht einverstanden sei, dann streiche man das im Vertrag und schicke nicht den unterzeichneten Vertrag zu (Prot. S. 119 ff.). Der Zeuge der Klägerin, AJ._____, konnte dagegen bei sei- ner Einvernahme keine Angaben zum Vergabegespräch oder dazu machen, wie sich die Parteien über den Stahlpreis geeinigt haben (Prot. S. 111). Im Werkvertrag Nr. ... vom 26. Januar 2010 (act. 3/12) steht nach "Preise fest bis Bauende" in Klammern "Stahlpreis gem. sep. Abmachung" und im Leistungsbe-- 93 - schrieb Baumeisterar beiten ... (act. 3/13) au f Seite 5 unter "Nicht in Pauschale enthalten:" "Teuerung Stahlprodukte über Index ca. CHF 600.00 pro Tonne (gem. objektspezifische Verhandlungen A._____ AG) Teuerungsvereinbarung Stahlliefe- rant". Dabei handelt es sich nicht um han dschriftliche Ergänzungen oder Ände- rungen, sondern dies ist, wie auch von R._____ bestätigt (Prot. S. 134), im ma- schinengeschriebenen Text enthalten. Beide Urkunden sind Bestandteil des von den Parteien am 2. resp. 7. Juli 2010 unterzeichneten Werkvertrages (mit Devis des GU) (act. 3/2), wobei der Werkvertrag Nr. ... (act. 3/12) zusätzlich am 5. Juli 2010 für die Bauleitung durch M._____ unterzeichnet wurde und der Leistungsbe- schrieb Baumeisterarbeiten ... (act. 3/13) auf jeder Seite das handschriftliche Kü r- zel "hö" trägt. Bestandtteil des Werkvertrages (act. 3/2 S. 2) bildet zudem die ebenfalls als Beweismittel zum Gegenbeweis zugelassene Offerte der Klägerin vom 5. Januar 2010, wonach die Abrechnung der Teuerungszuschläge auf dem Stahlpreis mit einem Unkos tenzuschlag von 8 % gemäss SIA 118 erfolgt (act. 3/11). Zu diesem Werkvertrag und seinen Bestandteilen geht aus den Aussagen von R._____ und T._____ hervor, dass er von der Beklagten verfasst und der Klägerin entweder anlässlich der Vergabesitzung vom 20. Januar 2010 oder kurze Zeit später - da der Werkvertrag Nr. ... (act. 3/12) vom 26. Januar 2010 datiert, wohl letzteres - übergeben wurde. Erst am 5. Juli 2010 erhielt die Beklagte dann den unterschriebenen Vertrag der Klägerin zurück. In diesem Zusammenhang sagte R._____, der den Vertrag am 7. Juli 2010 für die Beklagte unterzeichnet e, aus, er habe von T._____ irgendwann gehört, dass der Vertrag nicht zurückgekommen sei. Als der Vertrag zurückgekommen sei, habe T._____ gesagt, er sei nicht so wie vereinbart. Das habe er nicht verstanden. Deshalb habe er gesagt, in diesem Fall müssten sie jetzt nochmals klar per Einschreiben mitteilen, dass der Preis fix sei. Damit Herr W._____ informiert sei. Das hätten sie gemacht. In diesem Zeit- punkt seien die Arbeiten bereits im Gang gewesen. Es könne ja nicht sein, dass der Baumeister mit seiner Arbeit beginnt und nach einem Jahr komme und sage, man habe eine Stahlteuerung und es koste nochmals CHF 200'000. – (Prot. S. 132 f.). Weiter sagte er, T._____ sei irgendwann zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, dass sie doch einen fixen Stahlpreis abgemacht hätten. Es sei jetzt nicht - 94 - mehr so. Aufgrund dessen hätten sie gesagt, gut, dann müssten sie reagieren. Wenn er das so zurückschicke, dann gehe das nicht. Aber es sei schon nicht kor- rekt gewesen, dass der Werkvertrag vom Januar erst im Juli zurückgekommen sei. Es könne nicht sein, dann jemand 6 oder 7 Monate den Werkvertrag bei sich behalte, und irgendwann zurückschicke und darin schreibe, d er Tonnenpreis sei fix bei CHF 600.– und was darüber sei, koste. Das sei nicht normal (Prot. S. 133 f.). Zu dieser Aussage bestätigte er indessen im Anschluss, dass es schon so im Vertrag enthalten war und W._____ es nicht reingeschrieben hat (Prot. S. 134). Auf die Frage, wieso er den Vertrag trotz der Preisanpassungsklausel unterzeic h- net habe, meinte R._____ sodann, das sei eine gute Frage. Sie hätten ihn unter- schrieben, um etwas in der Hand zu haben. Sie hätten etwas in der Hand halten müssen, sonst wäre es unverantwortlich gegenüber ihrer Firma gewesen. Sie hät- ten ihn aber im Wissen darum unterschrieben, dass er nicht korrekt sei. Deshalb hätten sie auch den eingeschriebenen Brief mitgeschickt. Auf den Brief hin sei von der Klägerin nichts mehr gekommen (Prot. S. 134 f.). Die oben bereits wi e- dergegebenen Aussagen von T._____ stimmen damit im Wesentlichen überein. Aufgrund dieser Aussagen der Organe der Beklagten ist aber klar , dass die B e- klagte nicht nur im Januar 2010 an oder nach der Vergabesitzung den Werkver- trag und dessen Bestandteile mit dem oben umschriebenen Inhalt, wonach die Stahlkosten nicht abschliessend im Pauschalpreis enthalten sind, verfasst und der Klägerin zur Unterzeichnung übergeben hat, sondern dass sie nach Rücksendung des unterschriebenen Vertrages durch die Klägerin sogar noch explizit feststellte, dass der Vertrag diese Regelung enthält und dass damit gerade nicht vereinbart wird, dass die Stahlkosten abschliessend im Pauschalpreis inbegriffen sind. Die Organe der Beklagten hatten demnach tatsächlich zur Kenntnis genommen, dass die Klägerin - wie von ihr geltend gemacht - durch Unterzeichnung des Vertrages mit diesem Inhalt ihren entsprechenden Willen erklärte. Und, auch die Beklagte unterzeichnete alsdann den Vertrag mit diesem von ihr auch tatsächlich so ve r- standenen Inhalt und retournierte ihn vorbehaltlos an die Klägerin. Dadurch er- klärte auch die Beklagten ihren tatsächlichen Willen, den Vertrag mit der Verei n- barung einer zusätzlichen Abrechnung der Teuerung der Stahlkosten über dem - 95 - im Pauschalpreis enthalten Preis von CHF 600. – pro Tonne zu ihren Lasten zu akzeptieren. Es ist daher bewiesen, dass es dem tatsächlichen Willen der Beklagten en t- sprach, den schriftlichen Werkvertrag, so wie er von ihr verfasst wurde und damit ohne abschliessenden Einbezug der Stahlkosten in den Pauschalpreis , sondern auf der Basis eines durchschnittlichen Stahlpreises von CHF 600. – pro Tonne un- ter Abrechnung einer etwaigen Teuerung des Stahlpreises zuzüglich eines A b- rechnungsunkostenzuschlags von 8 % zu ihren Lasten, anzunehmen. Zusammengefasst ist der Beklagten der Beweis für die von ihr behauptete Abma- chung betreffend den Stahlpreis misslungen , wohingegen die Klägerin beweisen konnte, dass nach dem tatsächlichen übereinstimmenden Willen der Partei en die Stahlkosten der separaten Vereinbarung unterstehen, dass auf Basis eines Stah l- preises von CHF 600. – die Teuerung zulasten der Beklagten geht. Damit bleibt es bei dem diesem tatsächlichen Willen entsprechenden Auslegungsergebnis nach dem Vertrauensprinzip (vgl. oben Erwägung 4.1.4.1.) . Im Folgenden ist zu prüfen, ob das Schreiben der Beklagten vom 5. Juli 2010 (act. 10/16) ein kau f- männisches Bestätigungsschreiben darstellt, welchem ausnahmsweise konstituti- ve Wirkung zukommt. - 96 - 4.1.4.4. Frage der konstitutiven Wirkung des Schreibens vom 5. Juli 2010 Nachdem festgestellt wurde, dass nach der ursprünglichen Abmachung der Par- teien der Pauschalpreis die Teuerung der Stahlkosten nicht mitumfasste, ist zu fragen, ob dem Schreiben vom 5. Juli 2010 (act. 10/16) neben der (schwachen) beweismässigen auch eine konstitutive – diese ursprüngliche Abmachung betref- fend den Stahlpreis modifizierende – Bedeutung zukommt. Unbestrittenermassen hat die Klägerin auf dieses Schreiben hin geschwiegen. Nach dem Gesagten durfte die Beklagte als Absenderin des "Bestätigungsschrei- bens" indessen nicht ohne Weiteres von einer Bindung der Klägerin ausgehen, auch wenn diese auf das Schreiben nicht reagiert hat. Der Inhalt des Schreibens, wonach die Preissteigerung für den Stahlpreis zulasten der Klägerin gehen bzw. die Teuerung im Pauschalpreis inbegriffen sein solle, weicht von der tatsächlichen Abmachung, wonach die Beklagte die Preissteigerung über CHF 600.– pro Tonne Stahl zu tragen hat, derart ab, dass die Beklagte nach Treu und Glauben nicht mit dem Einverständnis der Klägerin hat rechnen können. Die Auferlegung des Preis- risikos an die Klägerin stellt mit anderen Worten eine Abweichung dar, die zu ei- ner erheblichen Beeinträchtigung der Klägerinteressen führt, weshalb eine konst i- tutive Wirkung zu verneinen ist. 4.1.5. Fazit zur Vereinbarung zwischen den Parteien betreffend den Stahlpreis Der Klägerin steht gegenüber der Beklagten ein Anspruch auf Ersatz der Stah l- kosten zuzüglich eines Abrechnungsunkostenzuschlags von 8 % zu, falls und s o- weit diese über CHF 600.– pro Tonne lagen. 4.2. Höhe der klägerischen Forderung betreffend die Stahlkosten 4.2.1. Parteistandpunkte Die Klägerin führt aus, bei der Berechnung sei von einem einheitlichen, durc h- schnittlichen Stahlpreis bzw. einem ebensolch en Teuerungsbetrag für die ver- schiedenen Stahlprodukte auszugehen. Nach Abschluss des Bauprojek tes habe die Klägerin Kenntnis von den gesamthaft gelieferten Mengen und den ihr tat-- 97 - sächlich vom Lieferanten verrechneten Preisen. Somit sei es ihr heute möglich , den effektiv angefallenen durchschnittlichen Stahlpreis zu berechnen und ihre Forderung auf Er stattung der Preisdifferenz abschliessend zu beziffern (act. 1 Rz. 85). Die Gesamtkosten der für das Überbauungsprojekt bezogenen Stahlar- mierungen würden sich a us beiliegender Kalkulationstabelle ergeben, welche von der Klägerin auf der Grundlage sämtlicher Rechnungen der Stahllieferantin erstellt worden sei. Um die effektive Teuerung zu berechnen, sei die Gesamtmenge an bezogenen Betonstahlstäben und Betonstahln etzen von 849'926.09 Kilogramm dem dafür durch die Lieferantin total in Rechnung gestell ten Betrag von CHF 581'591.35 gegenüberzustellen. Dies ergebe einen Kilopreis von gerundet CHF 0.6843 und somit einen Tonnenpreis von CHF 684.28. Zum vertraglich ver- einbarten Indexpreis von CHF 600.– pro Tonne ergebe dies eine Differenz von CHF 84.30 pro Tonne (act. 1 Rz. 86). Daraus folgend berechne die Klägerin den Teuerungsbetrag für die Stabarmierungen anhand der von Ingenieur AK._____ veranschlagten und der Offertkalkulation zu Grunde gelegten Stahlmenge in Höhe von 352'030 Kilogramm , multipliziert um den Teuerungsfaktor von 0.0843 plus den vorgesehen Abrechnungsunkostenbeitrag von 8 %. Dies ergebe eine Prei s- erhöhungsdifferenz von CHF 32'050.22 für die Stabarmierungen (act. 1 Rz. 87). Die Preiserhöhung für die Netzarmierungen berechne sich analog: Ausgehend von der offerierten Menge von 500'000 Kilogramm (vgl. act. 3/60), multipliziert mit 0.0843 plus 8 % Abre chnungsunkostenbeitrag ergebe dies einen Betrag von CHF 45'522.– für die Netzarmierungen (act. 1 Rz. 88). Die Preiserhöhung für die Zubehörteile ermittle die Klägerin wiederum nach Massgabe des eben dargeleg- ten Preissteigerungsfaktors von 0.0843. Dies ents preche in Franken ausgedrückt CHF 84.30 pro Tonne bzw. einer Erhöhung des Stahlpreises von (gerundet) 14 %. Die Klägerin habe deshalb ausgehend von den im Devis vorgesehenen Mengen und Einheitspreisen den Teuerungsanteil für Böckli (Distanzkörbe) sowie die weiteren Teile berechnet (act. 1 Rz. 89). Der in der Klageschrift abgebildeten Tabelle sei die Berechnung des Mehrpreises für Böckli (Distanzkörbe) zu en t- nehmen. ln einem ersten Schritt werde jeweils auf den dem Devis des Ingenieurs zugrunde gelegten Prei sen die Preissteigerung von 14 % berechnet und mit den korrespondierenden Mengen multipliziert. ln einem weiteren Schritt würden alle - 98 - Ergebnisse je Korbvariante zusammengerechnet. Dies ergebe ein Berechnun gs- zwischentotal von CHF 32'192.–. Diese Summe werde um den Unkostenbeitrag von 8 % erhöht. Das ergebe ein Preiserhöhungstotal für Böckli (Distanzkörbe) von CHF 34'767.36 (act. 1 Rz. 90). Der Berechnung der Preiserhöhung für die weit e- ren Stahlteile (Anschlussbewehrungen, Bewehrungsanschlüsse, Querkraftdorne und Kragplatten) seien die verschiedenen Einheitspreise je Materialkategorie ge- mäss dem lngenieur -Devis zugrunde gelegt worden (act. 3/60). Da sich ein Ei n- heitspreis jedoch aus Lohn -, Inventar-, Fremdleistungs- und Materialkomponenten zusammensetze und nur der Materialanteil der Teuerung unterliege, seien erstere für die Teuerungsberechnung anteilsmässig herauszurechnen, was mittels einer Reduktion der verschiedenen Einheitspreise gemäss Offerte um 20 % bzw. einer Gewichtung der Materialkomponente mit einem Anteil von 80 % erfolge. Darau f- hin werde analog zur Berechnung der Preissteigerung der Böckli (Distanzkörbe) weitergerechnet: Der reduzierte Einheitspreis sei um die Preissteigerungsquote von 14 % zu erhöhen und die offerierte Menge multipliziert mit dem so ermittelten Faktor ergebe jeweils das Total der Preissteigerung pro Materialkategorie. Das Total aller Positionen betrage CHF 34'803.44, zzgl. den üblichen Unkostenbeitrag von 8 %. Daraus sei ein Preiserhöhungsbetrag von CHF 37'587.72 für die weit e- ren Stahlteile resultiert (act. 1 Rz. 91). Schliesslich seien die Teuerungsergebni s- se je Position (Stabarmierung: CHF 32'050.22; Net zarmierung: CHF 45'522. –; Böckli: CHF 34'767.36 und weitere Tei le: CHF 37'587.72) addiert (CHF 149'927.30) und darauf die Mehrwertsteuer von 8 % aufgerechnet worden. Dies ergebe eine Forderung in Höhe von CHF 161'921.50 aus Stahlteuerung (act. 1 Rz. 92). Die Beklagte macht in der Klageantwort geltend, es werde bestritten, vorliegend sei auf einen über sämtliche der benötigten Stahl produkte berechneten durc h- schnittlichen Preis von CHF 680. – pro Tonne abzustellen (act. 8 Rz. 63). Es wer- de bestritten, die Klägerin habe eine Gesamtmenge Betonstahlstäbe und Beton- stahlnetze von 849'926.09 Kilogramm zum Rechnungsbetrag von CHF 581'591.35 bezogen. Da die Stahlkosten im Pauschalpreis gemäss Werkver- trag inbegriffen seien, habe die Beklagte die von der Klägerin geltend gemachte Differenz von CHF 84.30 pro Tonne zum vereinbarten Preis von CHF 600. – pro - 99 - Tonne nicht zu erstatten (act. 8 Rz. 65). E s werde bestritten, die Beklagte habe der Klägerin Mehrkosten von CHF 32'050.22 für die Stabarmierungen zu erstat- ten. Die Kosten für die Stabarmierungen seien im Pauschalpreis gemäss Wer k- vertrag vollumfänglich inbegriffen (act. 8 Rz. 66). Es werde bestritt en, die Beklag- te habe der Klägerin Mehrkosten von CHF 45'522. – für die Netzarmierungen zu erstatten. Die Kosten für die Netzarmierungen seien im Pauschalpreis gemäss Werkvertrag vollumfänglich inbegriffen (act. 8 Rz. 67). Es werde bestritten, die Beklagte habe der Klägerin Mehrkosten für Zubehörteile, d.h. Böckli (Distanzkör- be) und weitere Stahlteile (Anschlussbewehrungen, Bewehrungsanschlüsse, Querkraftdorne und Kragplatten) zu erstatten (act. 8 Rz. 68). Im Einzelnen werde bestritten, die Beklagte schulde der Klägerin Mehrkosten von CHF 34'767.36 für Böckli (Distanzkörbe). Sollte wider Erwarten davon ausgegangen werden, die Mehrkostenforderung sei berechtigt, so sei auf einen Rundungsfehler in der B e- rechnungstabelle hinzuweisen: 14 % Teuerung berechnet auf CHF 3.75 ergebe 0.525 und nicht 0.53. Entsprechend sei das Zwischenergebnis für die Böckli h=bis 200 von CHF 1'484. – auf CHF 1'470.– zu korrigieren. Anstelle des etwas kompli- zierteren Berechnungsmodus, welchen die Klägerin verwende, könne man auch einfach 14 % vom Gesamtpreis (Menge multipliziert mit Einzelpreis je Böckligat- tung) nehmen, was für die Böckli h=bis 200 eben CHF 1'470. – ergebe. Das Total ändere sich folglich auf CHF 34'753.36 (act. 8 Rz. 69). Bestritten werde zudem, die Beklagte schulde der Klägerin Mehrkosten von CHF 37'587.72 für die weit e- ren St ahlteile (Anschlussbewehrungen, Bewehrungsanschlüsse, Querkraftdorne und Kragplatten ; act. 8 Rz. 70). Entsprechend den vorstehenden Ausführungen zu den einzelnen Positionen werde auch die Gesamtforderung von CHF 161'921.50 für Stahlteuerung bestritten. Die Klägerin schulde der Beklagten keine Mehrkosten für Stahlteuerung, weil die Stahlkosten in der Pauschalzahlung gemäss Werkvertrag inbegriffen seien (act. 8 Rz. 71). 4.2.2. Subsumtion Beim " Devis AK._____" handelt es sich um eine blosse Offerte, welche im Übr i- gen erst am 30. März 2011 erstellt wurde (act. 3/60). Sie stellt keinen Beleg für - 100 - die bezogenen Stahlmengen dar und kann deshalb entgegen der klägerischen Ansicht (act. 1 Rz. 87 ff.) nicht als Berechnungsgrundlage dienen. Die Klägerin reicht sämtliche Stahlrechnungen ins Recht (act. 3/59). Diese betref- fen nicht nur die Preise für die bezogenen Mengen an Betonstahl und Baustahl- gewebematten, sondern u.a. auch Zuschläge (Positionszuschlag, Zuschlag Bi e- gen, Zuschlag Schneiden, Zuschlag LSVA oder Fehlfracht -Zuschlag), welche bei der Berechnung der Stahlt euerung nicht zu berücksichtigen sind, oder Seile (Stückpreis: CHF 6.60) und weitere Produkte ohne Angabe eines Tonnenpreises, in Bezug auf welche demnach auch kein Vergleich zu einem Tonnenpreis von CHF 600.– möglich ist. Dabei handelt es sich um die Produkte Absta CHDT 08 (Stückpreis: CHF 3.93), 10 (Stückpreis: CHF 3.93), 12 (Stückpreis: CHF 4.32), 14 (Stückpreis: CHF 4.32), 16 (Stückpreis: CHF 4.77) 18 (Stückpreis CHF 4.77), 20 (Stückpreis: CHF 4.77), 22 (Stückpreis: CHF 6.99), 24 (Stückpreis: CHF 6.99), 26 (Stückpreis: CHF 6.99), 28 (Stückpreis: CHF 6.99), 30 (Stückpreis: CHF 6.99), 32 (Stückpreis: 9.3), 34 (Stückpreis: CHF 9.3), 36 (Stückpreis: 9.3), 38 (Stückpreis: CHF 9.3) und 40 (Stückpreis: CHF 9.3). Die Klägerin macht keine Ausführungen zu diesen Produkten. Jedenfalls ist aber festzuhalten, dass deren Stückpreis im Gegensatz zum Tonnenpreis für Betonstahl und Stahlmat ten unverändert bleibt (auch dort ändert er im Übrigen erst ganz am Schluss; vgl. act. 3/59 S. 148) und insbesondere nicht bekannt ist, ob der Stückpreis umgerechnet über einem Ton- nenpreis von CHF 600.– liegt. Ohnehin ist davon auszugehen, dass die Parteien nicht (nur) einen Index mit Bezug auf einen Tonnenpreis abgemacht hätten, falls sie den Teuerungsvorbehalt auch auf Produkte mit Stückpreisen hätten beziehen wollen. Für diese Produkte kann die Klägerin somit keine Teuerung verlangen, weshalb offen bleiben kann, ob es sich dabei um die geltend gemachten Böckli und weiteren Stahlteile handelt (vgl. act. 1 Rz. 90 f.). Dies wäre indessen von der Klägerin zu behaupten gewesen. Nachdem dargetan ist, dass sich der Teuerungsvorbehalt nicht auf Produkte mit Stückpreisen bezogen hat, wobei – wie erwähnt – auch nicht ersichtlich ist, dass die Klägerin dafür eine Preissteigerung durch die Stahllieferantin hätte akzeptie- ren müssen, ist d as durch die Klägerin angebotene Gutachten für den Nachweis - 101 - der Korrektheit ihrer Mehrforderungsberechnun g zufolge Erhöhung der Stahlkos- ten bzw. für die jeweiligen Teilbeträge der einzelnen Kategorien (act. 18 Rz. 152) nicht einzuholen. Vielmehr ist ausreichend, die Menge an bezogenem Betonstahl und Baustahlgewebematten zu eruieren und vom dafür bezahlten Betrag die Teu- erung bei einem Indexpreis von CHF 600.– pro Tonne in Abzug zu bringen. Aus den Rechnungen ergibt sich, dass die Klägerin Betonstahl und Stahlmatten im Umfang von 876'429.36 Kilogramm zu einem Preis von CHF 599'822.40 bezo- gen hat (act. 3/59). Unter den eingereichten Rechnungen befinden sich auch zwei Gutschriften. Bei der ersten wurde zu viel Betonstahl geliefert, weshalb dieser der Klägerin im Umfang von CHF 1'222.80 bzw. 1'925.67 Kilogramm wieder gutge- schrieben wurde (act. 3/59 S. 96 f.). Be i der zweiten Gutschrift von CHF 12.30 handelt es sich um die Korrektur der Rechnung vom 8. November 2010 (2201014764), bei welcher ein Tonnenpreis von CHF 657.– anstatt der vereinbar- ten CHF 635.– für Betonstahl verrechnet wurde (act. 3/59 S. 92 und 109) . Auch bei der Rechnung vom 31. Oktober 2010 (2201014533) wurde indessen ein zu hoher Tonnenpreis (CHF 748.– anstatt CHF 635.–; vgl. act. 3/51) verrechnet und für 62'861.69 Kilogramm Betonstahl CHF 47'020.85 anstatt CHF 39'917.15 ver- langt (act. 3/59 S. 84 ff.). Dafür hat nicht die Beklagte einzustehen, weshalb die Differenz von CHF 7'103.70 ebenfalls in Abzug zu bringen ist. Somit ist von den Bezugsgrössen 874'503.69 Kilogramm und CHF 591'483.60 bzw. von einem durchschnittlich von der Klägerin bezahlten Stahlpreis von CHF 676.36 pro Tonne auszugehen. Bei einem Tonnen preis von CHF 600.– hätte ein Betrag von CHF 524'702.20 resultiert. Die Differenz von CHF 66'781.40 stellt die über CHF 600.– liegende Preissteigerung dar, welche um den Unkostenzuschlag und die Mehrwertsteuer von je 8 % auf CHF 77'893.80 zu erhöhen und der Klägerin durch die Beklagte zu erstatten ist. 4.3. Fazit Die Klägerin hat einen Anspruch gegen die Beklagte auf Erstattung der höheren Stahlkosten im Umfang von CHF 77'893.80. - 102 - 5. Anspruch der Klägerin auf Mehrvergütung aufgrund geleisteter Pumpen- stunden gegen die Beklagte aus Werkvertrag 5.1. Unbestrittener Sachverhalt Im Gegensatz zum Abpumpen von Meteorwasser war das Abpumpen von Grund-, Hang - und Quellwasser gemäss Leistungsbeschrieb in der Pauschale nicht enthalten. Die Beklagte hat in dieser Hinsicht für die Baustelle eine eigene, gesamthafte Lösung vorgesehen, nämlich ein sog. Wellpoint -System zur Grund- wasserabsenkung (act. 1 Rz. 22; act. 8 Rz. 18). 5.2. Streitpunkte 5.2.1. Klägerin Die Klägerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe nicht in der Pauschale en t- haltene Leistungen im Zusammenhang mit dem Abpumpen von Grund- und Hangwasser erbracht, welche ihr von der Beklagten im Umfang von CHF 92'358.60 zu vergüten seien (act. 1 Rz. 27). Für di e Ausführung der Ba u- meisterarbeiten und insbesondere für die Arbeitssicherheit und den Schutz der Werke selbst sei es unabdingbar gewesen, die Baugruben vor eintretendem Grund-, Quell und Hangwasser zu befreien. Dies sei der Beklagten bekannt ge- wesen bzw. habe deren Vorgaben entsprochen . Die Beklagte habe die Tief- baufirma und die Klägerin bereits anlässlich der Bausitzung vom 16. Juni 2010 darauf hingewiesen, dass nach Angaben der AL._____ AG das "Wellpoint […] abgeräumt w erden" könne, dass aber nun "bei Garageneinfahrt (tiefster Punkt) [ein] Pumpgraben [zu] erstellen" und fortan "Wasser abzupumpen" sei. Der Kläge- rin sei nichts anderes übrig geblieben, als eigene Hochdruckpumpen zum A b- pumpen von Grund -, Quell und Hangwasser einzusetzen, um mit den Arbeiten beginnen und fortschreiten zu können. Dies sei in voller Kenntnis der Beklagten erfolgt (act. 1 Rz. 99; act. 18 Rz. 156 f.). Weil das Grund- , Quell- und Hangwasser mit den Hochdrucktauchpumpen einfacher habe abgepumpt werden können als mit der von der Beklagten vorgesehenen Wellpoint -Anlage, habe die Beklagte auch bei den nachfolgenden Baufeldern gar nicht erst irgendwelche Bestrebu n-- 103 - gen zur Installation des Wellpoint -Systems aufgenommen, sondern habe stat t- dessen die Klägerin die Grund- bzw. Hangwasserentwässerung mit ihren Pumpen durchführen lassen (act. 1 Rz. 100). Dass ihr diese nicht im Pauschalpreis inbe- griffene Leistung auch extra vergütet würde, habe für die Klägerin angesichts des bewussten Abweichens der Beklagten vom Leistungsbeschrieb und deren vorm a- ligen Bekundungen in diesem Punkt während den Verhandlungen ausser Frage gestanden. Denn ungeachtet der im Werkvertrag vorgesehenen Formvorbehalte habe die Beklagte den Unternehmern, und insbesondere der Klägerin, entspr e- chend den Bedürfnissen auf der Bau stelle regelmässig und ohne vorgängige schriftliche Anordnung zusätzliche Arbeiten zugewiesen und solche alsdann auch nach Regie bzw. Akkordlohn vergütet (act. 1 Rz. 101). Im Vertrauen auf diese ge- lebte Praxis und auf die klare Regelung im Leistungsverzeic hnis, wonach das Ab- pumpen von Grund -, Quell - und Hangwasser bauseitig erfolge sowie auf grund des Umstands, dass diese zusätzlichen Arbeiten in Kenntnis der Bauleitung er- folgt seien, habe die Klägerin davon abgesehen, vorgängig einen formellen, schriftlichen Nachtrag von der Beklagten zu verlangen. Vielmehr habe sie sowohl die tägliche Laufzeit ihrer Hochdruckpumpen als auch die erforderliche Anzahl I n- stallationen und Versetzungen aufgezeichnet und habe bei der Beklagten mit E - Mail vom 2. Februar 2011 schrif tlich einen entsprechenden Nachtrag für die im Leistungsverzeichnis nicht vorgesehene Grund- bzw. Hangwasserentwässerung von Mai bis Dezember 2010 gestellt (act. 1 Rz. 102). Auch nach Februar 2011 habe die Beklagte keinerlei Vorkehrungen getroffen, sondern weiterhin die Klägerin die Pumparbeiten verrichten lassen (act. 1 Rz. 107). Dennoch habe die Beklagte sämtliche Pumpenstundenrechnungen der Klägerin einfach zurückgewiesen (act. 1 Rz. 108). Bereits der Grundsatz von Treu und Glauben verbiete es, dass die Beklagte geltend machen könne, eine Vergü- tungspflicht hätte eine Vorlage und Abzeichnung der Pumpenrapporte durch die Bauleitung vorausgesetzt, wenn sie zuvor mitgeteilt habe, s ie wer de keine Rapp- orte unterzeichnen (act. 18 Rz. 162). Die Pumparbeiten hätt en einen Zusatzau f- trag oder Nachtrag dargestellt. Jedenfalls sei es nicht um die Vergütung von R e- giestunden i.S.v. Art. 6 des Werkvertrags gegangen. Vielmehr seien die Pumpar- beiten der Beklagten nach Massgabe von Einheitspreisen in Rechnung gestellt - 104 - worden (act. 18 Rz. 164). Die Pumpenstunden seien nicht aufgrund ungewöhnlich starker Regenfälle angefallen (act. 18 Rz. 167). Selbstverständlich könnten die Hochdruckpumpen nicht nach Meteorwasser einerseits und Hang- , Quell - und Grundwasser andererseits unters cheiden. Die zusätzlich durch Meteorwasser in die Baugruben einfallenden Wassermengen seien freilich vernachlässigbar gew e- sen, insb. sobald jeweils die ers te Decke eingezogen gewesen sei. S ie hätten un- ter 5 % der abgepumpten Gesamtwassermenge gelegen. Zudem habe die Kläge- rin ohnehin weiterhin die Niederdruckpumpen für lokales Abpumpen bei Wasser- eintritt im Gebäude oder z.B. in den Liftschächten unverändert vorhalten müssen, was bedeute, dass die zusätzlichen Kosten für die Hochdruckpumpen allein durch das E rfordernis, die Baugrubenentwässerung und somit das Abführen von Hang-, Quell- und Grundwasser sicherzustellen, ausgelöst worden seien. Aus diesem Grunde seien sie auch vollumfänglich von der Beklagten zu vergüten (act. 18 Rz. 168). 5.2.2. Beklagte Die Beklagte stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, die Klägerin hätte nach den vertraglichen Vorgaben vorgehen müssen, wenn sie Zusatzleistungen für Pumpenstunden hätte geltend machen wollen. Die Regierapporte betreffend Pumpenstunden seien viel zu spät erstellt worden. Die Klägerin habe erstmals per E-Mail vom 2. Februar 2011 Ansprüche für Pumpenstunden im Zeitraum Mai bis Dezember 2010 bei der Beklagten geltend gemacht. Zudem werde in den Rapp- orten nicht nach den Kategorien Grund -, Hang-, Quell- und Meteorwasser unter- schieden. Eine Aufteilung könne nach so langer Zeit nicht mehr vorgenommen werden (act. 8 Rz. 18; act. 8 Rz. 79). Es werde bestritten, die Klägerin habe Z u- satzleistungen erbracht, indem sie Grund- , Hang - und Quellwasser abgepumpt hätte (act. 8 Rz . 74). Es werde bestritten, bei der Aufnahme der Bauarbeiten durch die Klägerin sei in den Gruben Grund- oder Hangwasser vorhanden gewe- sen, welches von der Klägerin ausserhalb ihrer in der Pauschale inbegriffenen Leistungen hätte abgepumpt werden müssen (act. 8 Rz. 75). Es werde bestritten, die Klägerin habe eigene Hochdrucktauchpumpen zum Abpumpen von Grund- , Quell- und Hangwasser einsetzen müssen, um mit den Arbeiten beginnen und - 105 - sodann fortschreiten zu können und dies sei in Kenntnis der Bauleitung erfol gt (act. 8 Rz. 76). Es werde bestritten, das Grund- , Quell- und Hangwasser hätte mit Hochdrucktauchpumpen einfacher abgepumpt werden können als mit der Wel l- point-Anlage und die Beklagte habe aus diesem Grund das Wellpoint -System auch bei den nachfolgenden Baufeldern nicht installiert, sondern stattdessen die Klägerin die Grund- bzw. Hangwasserentwässerung mit ihren Pumpen durchfü h- ren lassen (act. 8 Rz. 77). Es werde bestritten, die Beklagte habe den Unterneh- mern und insbesondere der Klägerin entsprechend den Bedürfnissen auf der Baustelle regelmässig und ohne vorgängige schriftliche Anordnung zusätzliche Arbeiten zugewiesen und solche alsdann nach Regie bzw. Akkordlohn vergütet. Es habe kein bewusstes (und auch kein unbewusstes) Abweichen der Beklagten vom Leistungsbeschrieb und von vormaligen Bekundungen in diesem Punkt wäh- rend der Verhandlungen gegeben (act. 8 Rz. 78). Am 23. Dezember 2010 habe K._____ von der Klägerin erklärt, es seien keine Regierapporte vom Jahr 2010 mehr offen. Somit widerspreche die Kl ägerin ihren eigenen Angaben, wenn sie nachträglich im Februar 2011 doch noch Regierapporte von 2010 einreiche (act. 8 Rz. 79). Die von der Klägerin aufgezeichneten Pumpenstunden seien im Hinblick darauf, dass es während der Bauzeit oft und stark geregnet habe, offenbar zur Abführung von Meteorwasser erforderlich und somit von der werkvertraglich ver- einbarten Pauschalzahlung erfasst gewesen (act. 104 Rz. 81). 5.3. Rechtliches In Bezug auf die Problematik der Bestelländerung kann auf die Ausführungen im Zusammenhang mit der Verschiebung der Arbeiten an den Häuser n 3 und 4 ver- wiesen werden (vgl. dazu weiter oben). Demnach führt eine einseitige oder zwei- seitige Bestelländerung bei entsprechendem Mehraufwand grunds ätzlich zu einer Mehrvergütung, wobei indessen ein allfälliger Genehmigungsvorbehalt sowie ein möglicher Verzicht auf den Anspruch zu berücksichtigen sind. 5.4. Subsumtion Ob es für die Ausführung der Baumeisterarbeiten und insbesondere für die A r- beitssicherheit und den Schutz der Werke selbst unabdingbar gewesen ist, die - 106 - Baugruben vor eintretendem Grund-, Quell und Hangwasser zu befreien, kann of- fen gelassen werden. Jedenfalls ist der Klägerin nicht zuzustimmen, dass ihr nichts anderes übrig gebli eben ist, als eigene Hockdruckpumpen zum Abpumpen von Grund-, Quell und Hangwasser einzusetzen, um mit den Arbeiten beginnen und fortschreiten zu können. Erstens hätte gemäss Vertragsziffer 5 des Werkver- trags die Pflicht bestanden, fehlerhafte oder unfachgemässe Vorarbeiten anderer Unternehmer der Bauleitung zu melden, wobei im Säumnisfall die Anerkennung der Mängelfreiheit der Vorarbeiten vorgesehen sowie bei einer Meldung vor der Arbeitsaufnahme bzw. -fortsetzung die Weisungen der Bauleitung abzuwarten gewesen wären (act. 3/2 S. 2 f.). Analoges muss für die von der Klägerin geschi l- derte Situation von eintretendem Grund- , Quell- und Hangwasser gelten. Im Falle entsprechender Weisungen hätte die Klägerin ihre Arbeitsaufnahme dann von ei- ner Regelung der nach ihrem Verständnis erforderlichen zusätzlichen Leistungen im Sinne von Vertragsziffer 7 abhängig machen können. Stattdessen teilte K._____ namens der Klägerin der Beklagten erst mit E -Mail vom 2. Februar 2011 mit, die Pumpenstunden für die Entwässerungen der Ba u- gruben seien noch nicht beglichen worden (act. 3/64), wobei es sich unstreitig um behauptete Pumpenstunden im Zeitraum Mai bis Dezember 2010 handelte. Da- rauf antwortete M._____ von der Beklagten gleichentags, die Pumpenstunden seien gemäss Werkvertrag in der Pauschale enthalten und die Forderung würde zurückgewiesen. Zudem habe K._____ am 23. Dezember 2010 die Frage, ob nun bis Ende des Jahres 2010 sämtliche Aufwendungen ausserhalb der Pauschale abgegolten seien, bejaht (act. 3/66). Darauf entgegnete K._____ mit E -Mail vom 5. Februar 2011, betreffend die angefallenen Regiearbeiten, die direkt von der Beklagten hätten beglichen werden müssen, hätte am 23. Dezember 2010 eine Einigung erzielt werden können; er, K._____, habe mündlich bestätigt, dass keine Regierapporte vom Jahre 2010 mehr offen seien. Es sei nie die Rede davon ge- wesen, dass keine Nachträge vom Jahr 2010 erstellt werden könnten (act. 3/67). Die Klägerin stellt sich indessen andernorts auf den Standpunkt, dass zusätzliche Arbeiten nach Regie vergütet würden (act. 1 Rz. 101 und 205) . Zudem reicht sie Rapporte für Pumpenstunden sowie den Regietarif bzw. Regieansätze 2011 be-- 107 - treffend Pumpenstunden ins Recht (act. 1 Rz. 102; act. 3/64-65). Der geltend ge- machte Nachtrag für das Jahr 2010 erforderte demnach ebenfalls Regierapporte, was indessen im Widerspruch zur Aussage von K._____ steht, es seien keine Regierapporte vom Jahr 2010 mehr offen. Angesichts der Vorbehaltlosigkeit der Aussage von K._____, es seien keine Regierapporte aus dem Jahr 2010 mehr of- fen, und der Allgemeinheit der vorangehenden Frage von M._____, ob nun bis Ende 2010 sämtliche Aufwendungen ausserhalb der Pauschale abgegolten seien, war die Verzichtserklärung entgegen der klägerischen Ansicht nicht auf die Vergü- tung von Arbeitsstunden für der Bauleitung überlassene Bauarbeiter beschränkt (act. 18 Rz. 164), auch wenn diese ebenfalls besprochen wurden (allerdings ist als Datum der Besprechung der 21. und nicht der 23. Dezember 2010 angege- ben; act. 10/17). Aufgrund der Tatsac he, dass K._____ unbestrittenermassen für die Klägerin handelte, ist dessen Aussage, es seien keine Regierapporte vom Jahr 2010 mehr offen, demnach auch als Verzichtserklärung auf weitergehende Ansprüche in Bezug auf allfällig vorgenommene Pumpenstunden zu werten. Unabhängig davon ist auch von einem stillsc hweigenden Verzicht auszugehen, denn unbestrittenermassen waren gemäss Leistungsbeschrieb gewisse Pumpar- beiten betreffend Meteorwasser vorzunehmen; entsprechend hätte sich zwecks Regelung bzw. Abgrenzung eine frühzeitige, konkrete Ankündigung von Mehrkos- ten aufgedrängt. Das Zuwarten bis 11. Februar 2011 ist deshalb als Verzicht zu werten. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass die Parteien – wie e r- wähnt – in Vertragsziffer 7 des Werkvertrags eine G enehmigungspflicht für zu- sätzliche Arbeiten statuiert hatten (vgl. dazu weiter oben; act. 3/2 S. 3). Eine sol- che hätte u.a. der zeitnahen Überprüfung solcher Arbeiten bzw. Kosten gedient. Die in diesem Zusammenhang getätigte Aussage der Klägerin, wonach di e B e- klagte den Unternehmern und insbesondere der Klägerin entsprechend den B e- dürfnissen auf der Baustelle regelmässig und ohne vorgängige schriftliche Anor d- nung zusätzliche Arbeiten zugewiesen habe (act. 1 Rz. 101), erweist sich als zu wenig substantiiert, worauf die Beklagte zu Recht hinweist (act. 8 Rz. 78). Auch wenn die Nichtankündigung einer Mehrforderung nach dem Gesagten sogar im Falle eines Genehmigungsvorbehalts für zusätzliche Arbeiten nicht zwingend - 108 - als stillschweigende Verzichtserklärung zu int erpretieren ist, ist dies vorliegend betreffend die Pumpenstunden aufgrund der dadurch für die Beklagte resultieren- den Nachteile der Fall. Während sich ein Grossteil der Kosten aufgrund der Ve r- schiebung der Arbeiten an den Häuser n 3 und 4 erst mit dem Anfallen dieser A r- beiten realisierten, wie auch die Klägerin ausführt (allerdings ohne in diesem Z u- sammenhang zwischen den zeitabhängigen und den weiteren Kosten zu differen- zieren; act. 18 Rz. 76), fielen die Pumpenstunden bereits zwischen Mai und D e- zember 2010 an und wurden bekanntlich erst im Februar 2011 geltend gemacht. Ein Grund für das lange Zuwarten ist angesichts der vertraglichen Abmachungen, welche eine Offerte auf Basis der Unternehmerofferte bzw. eine schriftliche Ver- einbarung vorgesehen hätten, nic ht ersichtlich. Das lange Zuwarten bzw. Nich t- kommunizieren in Bezug auf die Mehrvergütung betreffend die anfallenden Pum- penstunden erschwerte der Beklagten einerseits die Überprüfung dieser Arbeiten . Der Beklagten ist darin zuzustimmen, dass die Nachvollziehbarkeit der rapportier- ten Leistungen nicht mehr gegeben ist, wenn diese erst Monate nach ihrer Erbri n- gung geltend gemacht werden bzw. nicht mehr verlässlich überprüft werden kann, ob die aufgezeichneten Pumpenstunden erbracht wurden und gegeben enfalls, was für eine Art von Wasser dabei abgepumpt worden ist (act. 8 Rz. 161). Ande- rerseits wurde die Beklagte durch das lange Zuwarten auch davon abgehalten , sich gegebenenfalls anderweitig zu organisieren in Bezug auf die Entwäss e- rungsproblematik. Die Klägerin hat demnach keinen Anspruch auf eine Mehrvergütung aufgrund ge- leisteter Pumpenstunden im Zeitraum Mai bis Dezember 2010 gegen die Beklag- te, da sie auf einen solchen sowohl konkludent als auch ausdrücklich verzichtet hat. Nachdem für die Klägerin klar war, dass die bisherigen Pumpenstunden des Zeit- raums Mai bis Dezember 2010 von der Beklagten zurückgewiesen wurden, hätten die späteren Pumpenstunden des Jahres 2011 zweifellos nach Vertrag offeriert bzw. vorgängig hätte ein schriftlicher Auftrag gemäss Vertragsziffer 7 eingeholt werden müssen (act. 3/2 S. 3). Auch für diesen Zeitraum steht der Klägerin somit kein Anspruch auf eine Mehrvergütung für geleistete Pumpenstunden zu. - 109 - Auf die fehlende beklagtische Genehmigung bzw. die Problematik eines allfälligen stillschweigenden Verzichts auf den Genehmigungsvorbehalts durch die Beklagte (vgl. Vertragsziffer 7; act. 3/2 S. 3) ist deshalb nicht einzugehen, und auch die Fragen der tatsächlichen Erbringung bzw. des Umfangs und der Kostenansätze der Pumpenstunden können offengelassen werden. 6. Zins Die Klägerin verlangt auf ihrer Forderung Zins zu 5 % ab den im Rechtsbegehren genannten Daten (act. 1 S. 2). Bezüglich des Zinses auf dem eingeklagten Betrag für Mehraufwendungen führt die Klägerin aus , sie habe die B eklagte mit Rec h- nung Nr. 20712 vom 17. Juni 2011 aufgefordert, die Forderung bis 17. August 2011 zu begleichen. Die Beklagte schulde deshalb Verzugszinse in Höhe von 5 % ab 18. August 2011. Zum Zinsbetrag auf der Forderung für die Stahlkosten ver- weist die Klägerin auf ihre Teuerungsabrechnung vom 17. Mai 2011, mit welcher sie einen voraussichtlichen Betrag von CHF 147'444. –, zahlbar bis zum 1. Juli 2011, in Rechnung stellte (act. 1 Rz 75 und 204) . Auf dem gesamten eingeklagten Betrag für Stahlkosten von CHF 161'921.50 gemäss ihrer definitiven Abrechnung in der Klageschrift verlangt die Klägerin sodann Zins ab Klageeinleitung am 15. Mai 2012 (act. 1 Rz. 85 ff.). Die Beklagte bestreitet die eingeklagte Zinsforderung für die Mehraufwendungen und die Stahlkosten nur mit der Begründung, da die Forderung der Klägerin für Mehraufwendungen nicht berechtigt sei resp. da die Klägerin keinen Anspruch auf Erstattung der Preisdifferenz für die Stahlkosten habe, schulde sie auch keinen Verzugszins (act. 8 Rz. 156 und 159). Nach Art. 104 Abs. 1 OR hat der Schuldner, wenn er mit der Zahlung einer Geld- forderung in Verzug ist, Verzugszinse zu fünf vom Hundert für das Jahr zu bezah- len. Die Beklagte befand sich mit der Zahlung der Forderung für die Mehraufwen- dungen nach unbenutztem Ablauf der von der Klägerin angesetzten Zahlungsfrist bis 17. August 2011 ab dem 18. August 2011 in Verzug. Sie ist daher zu verpflic h- ten, auf dem Betrag von CHF 406'326.17 für Mehraufwendungen ab dem 18. Au- gust 2011 Zins zu 5 % zu bezahlen. Mi t der Bezahlung der geschuldeten Forde-- 110 - rung für die Stahlkosten befand sich die Beklagte sodann ab dem 1. Juli 2011 in Verzug, weshalb sie zu verpflichten ist, auf dem Betrag von CHF 77'893.80 ab dem 2. Juli 2011 Zins zu 5 % zu bezahlen. 7. Zusammenfassung Die Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin CHF 484'219.97 (CHF 406'326.17 Mehraufwendungen + CHF 77'893.80 Stahlkosten) nebst Zins zu 5 % auf CHF 406'326.17 seit 18. August 2011 und auf CHF 77'893.80 ab 2. Juli 2011 zu bezah- len. Im Mehrbetrag ist die Klage abzuweisen. 8. Prozesskosten 8.1. Gerichtskosten Die Höhe der Gerichtsgebühr wird nach der obergerichtlichen Gebührenveror d- nung (GebV OG) und jene der Parteientschädigung nach der obergerichtlichen Verordnung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV) bestimmt (Art. 9 6 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG bzw. §48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des zürcherischen Anwalts- gesetzes) und richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach dem tat- sächlichen Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG bzw. AnwGebV). Vorliegend ist von einem Streitwert von CHF 1'042'679.60 auszugehen (Art. 91 Abs. 1 ZPO; act. 1 S. 2), wobei die Gerichtsgebühr in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG aufgrund des aufwändigen Verfahrens mit einem Beweisverfahren zu verdop- peln und auf rund CHF 60'000.– festzusetzen ist. Die weiteren Kosten betragen CHF 900.– für Zeugenentschädigungen. Ausgangsgemäss sind die Kosten im Umfang von CHF 32'600. – der Klägerin und im Umfang von CHF 28'300. – der Beklagten aufzuerlegen und vorab aus den von den Parteien geleisteten Vorschüssen (Klägerin CHF 44'400, Beklagte CHF 2'100.–) zu decken (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Der Klägerin ist im Umfang von CHF 11'800.– das Rückgriffsrecht auf die Beklagte einzuräumen. Der Fehlbetrag ist von der Beklagten einzufordern. 8.2. Parteientschädigung - 111 - Ausserdem ist die Klägerin zu verpflichten, der Beklagten eine in Anwendung von § 4 Abs. 1 und 2 sowie § 11 Abs. 1 und 2 AnwGebV bemessene, reduzierte Par- teientschädigung von CHF 5'600.– zu bezahlen. Das Handelsgericht erkennt: 1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 484'219.97 (CHF 406'326.17 Mehraufwendungen + CHF 77'893.80 Stahlkosten) nebst Zins zu 5 % auf CHF 406'326.17 seit 18. August 2011 und auf CHF 77'893.80 ab 2. Juli 2011 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 60'000.–; die weiteren Kosten betragen CHF 900.– für Zeugenentschädigungen. 3. Die Kosten werden im Umfang von CHF 32'600.– der Klägerin und im Um- fang von CHF 28'300.– der Beklagten auferlegt und vorab aus den von den Parteien geleisteten Vorschüssen (Klägerin CHF 44'400, Beklagte CHF 2'100.–) gedeckt. Der Klägerin wird im Umfang von CHF 11'800.– das Rück- griffsrecht auf die Beklagte eingeräumt. Der Fehlbetrag wird von der Beklag- ten eingefordert. 4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine reduzierte Parteientschä- digung von CHF 5'600.– zu bezahlen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin unter Beilage des Doppels von act. 78. 6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und - 112 - 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert beträgt CHF 1'042'679.60. Zürich, 4. August 2015 Handelsgericht des Kantons Zürich Der Präsident: Oberrichter Peter Helm Die Gerichtsschreiberin: Claudia Marti