<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00314</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203947&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00314</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.11.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>baurechtlichen Vorentscheid</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Vergrösserung der anrechenbaren Wohnfläche in einem Geschoss, das nicht zu Wohnzwecken genutzt werden darf, stellt eine weitergehende Abweichung im Sinne von § 357 Abs. 1 PBG dar (E. 3.1). Indem die Gemeinden in ihren BZO die Anzahl anrechenbarer Dach- bzw. Untergeschosse bestimmen können (§ 49a Abs. 2 PBG), soll ihnen eine Beschränkung der Ausnützung ermöglicht werden (E. 3.2). Keine unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die BRK (E. 4.2). Arbeitsräume müssen als solche genutzt werden können (vorliegend verneint; E. 4.3). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSRAUM">ARBEITSRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESITZSTANDSGARANTIE">BESITZSTANDSGARANTIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNFLÃCHE">WOHNFLÃCHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNFLÃCHENANTEIL">WOHNFLÃCHENANTEIL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 49a Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">§ 255 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 24h Abs. 3 lit. a BZO ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2004 Nr. 4</span><br/><span class="gerade">RB 2003 Nr. 79</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 12. August 2002 ersuchte A die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich um einen Vorentscheid unter anderem Ã¼ber die Frage, ob auf der Liegenschaft Kat.Nr. 01 an der L-Strasse der Dach­stock des HofgebÃ¤udes zu Wohnzwecken ausgebaut werden kÃ¶nne. Mit Beschluss vom 19. November 2002 verneinte die Bausektion diese Frage.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission I am 27. Juni 2003 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 15. September 2003 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Beschwerdegegnerin einzuladen, vorent­scheidsweise festzustellen, dass der Einbau von Wohnungen im ganzen Dachgeschoss des HofgebÃ¤udes Zentraltrasse 119a zulÃ¤ssig sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Verfahren vor beiden Rechtmittelinstanzen. Der BeschwerdefÃ¼hrerin sei die Beschwer­deantwort umgehend zur Stellungnahme, eventuell zur Kenntnisnahme zuzustellen.</p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz am 30. September und die Beschwerdegegnerin am 20. Oktober 2003 beantragten Abweisung der Beschwerde. Die beiden Stellungnahmen wurden der BeschwerdefÃ¼hrerin am 22. Oktober 2003 zur Kenntnisnahme zugestellt.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat nach Zustellung von Beschwerdeantwort und Vernehmlassung ihren Antrag auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels nicht erneuert; nachdem diese Rechtsschriften keine neuen tatsÃ¤chlichen Behauptungen enthalten, ist ein solcher auch nicht von Amtes wegen anzuordnen (RB 1982 Nr. 6; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 58 Rz. 10).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Das HofgebÃ¤ude an der L-Strasse weist zwei Vollgeschosse, ein nicht anrechenbares Untergeschoss sowie ein Dachgeschoss auf. Die beiden Vollgeschosse werden gewerblich genutzt. Im Dachgeschoss mit einer GesamtflÃ¤che von ca. 450 m², das die Beschwerde­fÃ¼hrerin zu Wohnzwecken ausbauen will, sind gegenwÃ¤rtig BÃ¼rorÃ¤umlichkeiten mit einer FlÃ¤che von 81 m² untergebracht; die restliche FlÃ¤che wird gemÃ¤ss Rekursentscheid zu Lagerzwecken genutzt.</p> <p class="Urteilstext">Das GrundstÃ¼ck ist gemÃ¤ss der Bau- und Zonenordnung 1992/1999 der Stadt ZÃ¼rich (BZO) der Quartiererhaltungszone Rc mit einem Wohnanteil von 80% zugewiesen. Nach den fÃ¼r diese Zone geltenden Bestimmungen dÃ¼rfen HofgebÃ¤ude nur zwei Vollge­schosse und ein anrechenbares Untergeschoss, nicht jedoch ein anrechenbares Dachge­schoss aufweisen (Art. 24h Abs. 3 lit. a BZO). Sodann dÃ¼rfen im Gebiet c die nicht fÃ¼r die Erstellung von RandgebÃ¤uden nutzbaren Parzellen zu hÃ¶chstens 1/5 mit HofgebÃ¤uden Ã¼berbaut werden (Art. 24h Abs. 3 lit. e BZO).</p> <p class="Urteilstext">Das bestehende HofgebÃ¤ude, dessen Dachgeschoss die BeschwerdefÃ¼hrerin ausbauen will, verstÃ¶sst gegen diese Bestimmungen, indem es im Dachgeschoss ArbeitsrÃ¤ume enthÃ¤lt und statt der zulÃ¤ssigen 236 m² (1/5 der GrundstÃ¼ckflÃ¤che von 1'180 m²) eine FlÃ¤che von ca. 450 m² aufweist. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht in erster Linie geltend, der Ausbau des gesamten Dachgeschosses zu Wohnzwecken sei eine gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) zulÃ¤ssige Ãnderung einer vorschrifts­widrigen Baute. Zudem wÃ¼rden entgegen der Feststellung der Baurekurskommission schon bisher nicht nur die gegenwÃ¤rtigen BÃ¼rorÃ¤ume, sondern das gesamte Dachgeschoss zu Arbeitszwecken genutzt.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss dem richtig verstandenen Wortlaut von § 357 Abs. 1 PBG (vgl. RB 1992 Nr. 75 = BEZ 1992 Nr. 30) dÃ¼rfen bestehende Bauten und Anlagen, die Bauvorschriften wi­dersprechen, umgebaut, erweitert und, sofern sie sich fÃ¼r eine zonengemÃ¤sse Nutzung nicht eignen, anderen Nutzungen zugefÃ¼hrt werden, wenn keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Vorschriften entgegenstehen; fÃ¼r neue oder weitergehende Abwei­chungen von Vorschriften bleiben die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehalten.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Im angefochtenen Entscheid stÃ¼tzt sich die Baurekurskommission auf den Entscheid VB.2002.00156 vom 18. Oktober 2002 (verÃ¶ffentlicht unter www.vgrzh.ch), in welchem das Verwaltungsgericht in E. 1b erkannt hat, dass die VergrÃ¶sserung der anrechenbaren WohnflÃ¤che in einem Geschoss, das nicht zu Wohnzwecken genutzt werden darf, eine weiter gehende Abweichung von der bereits verletzten Norm im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG darstellt und deshalb nur zulÃ¤ssig ist, wenn dafÃ¼r eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann.</span></p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin, die geltend macht, ihre Liegenschaft sei wegen der im Dach­geschoss vorhandenen BÃ¼rorÃ¤ume schon bisher Ã¼bergeschossig, weshalb der weitere Aus­bau zu keiner weitergehenden Normverletzung fÃ¼hre, beruft sich ebenfalls auf einen Ent­scheid des Verwaltungsgerichts, nÃ¤mlich auf den in RB 1993 Nr. 46 publizierten VB 92/0133 vom 10. Februar 1993. Damals hat das Verwaltungsgericht erwogen, ein Dachgeschoss, das bereits Wohn- oder ArbeitsrÃ¤ume enthalte, sei anrechenbar im Sinn von § 276 PBG, weshalb der weitere Ausbau dieses Geschosses zu Wohnzwecken hinsichtlich der Anrechenbarkeit als Geschoss zu keiner weiteren Verletzung von Vorschriften im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG fÃ¼hre.</p> <p class="Urteilstext">Der Widerspruch zwischen den beiden Entscheiden ist offensichtlich. Da im spÃ¤teren Entscheid eine Auseinandersetzung mit der frÃ¼heren Rechtsprechung unterblieb, ist dies im Folgenden nachzuholen.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Im von der BeschwerdefÃ¼hrerin angerufenen Entscheid RB 1993 Nr. 46 hat das Verwaltungsgericht erwogen, es treffe wohl zu, dass § 255 PBG den Ausbau von Dachge­schossen nicht generell frei gebe, da die Gemeinden bestimmen kÃ¶nnten, ob ein anrechenbares Dachgeschoss Ã¼berhaupt erlaubt sei; dies berÃ¼hre aber nicht die Frage der AusnÃ¼tzungsanrechnung, sondern der Anrechnung als anrechenbares Geschoss. Wegen der in jenem Fall im bestehenden Dachgeschoss vorhandenen anrechenbaren RÃ¤ume schloss das Verwaltungsgericht, dieses Geschoss sei bereits anrechenbar, weshalb hinsichtlich der Anrechenbarkeit als Geschoss von vornherein keine neue oder weitergehende Abweichung von Vorschriften eintrete.</span></p> <p class="Urteilstext">An dieser bereits mit dem Entscheid VB.2002.00156 vom 18. Oktober 2002 aufgegebenen Rechtsprechung ist nicht weiter festzuhalten. Sie hat Ã¼bersehen, dass mit § 49a Abs. 2 PBG, wonach in der Bau- und Zonenordnung mit der Zahl der zulÃ¤ssigen Geschosse auch bestimmt werden kann, ob und wie viele anrechenbare Dachgeschosse bzw. Unterge­schosse zulÃ¤ssig sein sollen, der Gemeinde eine BeschrÃ¤nkung der AusnÃ¼tzung ermÃ¶glicht wird. Hat eine Gemeinde gestÃ¼tzt auf diese Vorschrift in ihrer Bau- und Zonenordnung bestimmt, dass kein anrechenbares Dach- und/oder Untergeschoss zulÃ¤ssig sein soll, so will sie damit im Interesse der AusnÃ¼tzungsregulierung verhindern, dass trotz der grundsÃ¤tzlichen Nichtanrechenbarkeit von RÃ¤umen in Dach- und Untergeschossen fÃ¼r die Bestimmung der AusnÃ¼tzungsziffer (§ 255 Abs. 1 PBG) auch in diesen Geschossen Wohn- und ArbeitsrÃ¤ume entstehen kÃ¶nnen. Einen anderen Sinn kann die BeschrÃ¤nkung der anrechenbaren Dach- und Untergeschosse nicht haben, da bei SchrÃ¤gdÃ¤chern innerhalb des zulÃ¤ssigen Dachprofils eine beliebige Zahl von nicht anrechenbaren Dachgeschossen erstellt werden kann und die Zahl der nicht anrechenbaren Untergeschosse grundsÃ¤tzlich unbeschrÃ¤nkt ist (Robert Wolf/Erich Kull, Das revidierte Planungs- und Baugesetz des Kantons ZÃ¼rich, Bern 1992, Rz. 208). Im Licht dieser ausnÃ¼tzungsbeschrÃ¤nkenden Funk­tion stellen zusÃ¤tzliche Wohn- oder ArbeitsrÃ¤ume in einem Geschoss, das keine solchen RÃ¤ume enthalten darf, eine weitergehende Abweichung von der bereits verletzten Vorschrift Ã¼ber die ZulÃ¤ssigkeit anrechenbarer Dach- bzw. Untergeschosse dar; die frÃ¼here Betrachtungsweise, wonach ein solches Geschoss, wenn es bereits anrechenbare RÃ¤ume enthalte, ohnehin schon anrechenbar sei, und deshalb zusÃ¤tzliche anrechenbare RÃ¤ume keinen weiteren Normverstoss bedeuteten, greift zu kurz.</p> <p class="Urteilstext">Der Rekursentscheid beruht deshalb auf einer zutreffenden Anwendung von § 357 Abs. 1 PBG und die Beschwerde erweist sich insofern als unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich und die Baurekurskommission sind davon ausge­gangen, dass das streitbetroffene Dachgeschoss nur im Umfang der bestehenden BÃ¼ro­rÃ¤ume zu Arbeitszwecken genutzt werde, wÃ¤hrend die grÃ¶ssere RestflÃ¤che Lager­zwecken diene und deshalb nicht den ArbeitsrÃ¤umen zuzurechnen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, auch diese FlÃ¤chen, die als gewerbliche LagerrÃ¤ume des im nÃ¤mlichen GebÃ¤ude ansÃ¤ssigen Druckereibetriebs dienten und durch einen gerÃ¤umigen Warenlift erschlossen seien sowie Ã¼ber nahezu vorschriftsgemÃ¤sse FensterflÃ¤chen verfÃ¼gten, seien schon heute als anrechenbare ArbeitsrÃ¤ume zu qualifizieren. Entgegen der Feststellung der Vorinstanz wÃ¼rden diese RÃ¤ume von den Mitarbeitenden der Druckerei regelmÃ¤ssig aufgesucht und gelegentlich werde an den im Dachgeschoss aufgestellten Maschinen auch gearbeitet; jedenfalls seien die RÃ¤ume objektiv zu Wohn- und Arbeitszwecken geeignet.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Entscheidet das Verwaltungsgericht, wie hier, als zweite gerichtliche Instanz, so kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 52 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) neue Tatsachen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist. Jedenfalls die Behauptung, an den im Dachgeschoss aufgestellten Maschinen wÃ¼rde gelegentlich gearbeitet, ist neu und deshalb nicht zu hÃ¶ren.</span></p> <p class="Urteilstext">Im Weiteren hat die BeschwerdefÃ¼hrerin selber in den mit dem Vorentscheidsgesuch eingereichten PlÃ¤nen die bisherige Nutzung des nicht BÃ¼rozwecken dienenden Teils des Dachgeschosses des GebÃ¤udes an der L-Strasse mit "Lager" umschrieben. Die Fest­stel­lungen anlÃ¤sslich des Augenscheins der Baurekurskommission vom 30. April 2003 (vgl. Protokoll S. 3 ff.) bestÃ¤tigen diese Qualifikation und zeigen insbesondere auch, dass sich ausserhalb der BÃ¼ros im Dachgeschoss keine eigentlichen ArbeitsplÃ¤tze befinden, sondern es sich um LagerrÃ¤ume handelt. Diese mÃ¶gen zwar zur Bewirtschaftung der dort gela­gerten Waren regelmÃ¤ssig aufgesucht werden, jedoch handelt es sich nicht um ein Lager, welches zum Umschlag oder zur Warenausgabe die dauernde Anwesenheit von Arbeits­krÃ¤ften erfordert. Die Feststellung der Baurekurskommission, es handle sich um Lager­rÃ¤ume, die nur gelegentlich von Mitarbeitern der Druckerei aufgesucht wÃ¼rden, und nicht auch ArbeitsplÃ¤tze enthielten, ist deshalb weder unrichtig noch unvollstÃ¤ndig.</p> <p class="Urteilstext">Sodann macht auch die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht geltend, diese LagerrÃ¤ume seien je als ArbeitsrÃ¤ume bewilligt worden; hingegen liegt gemÃ¤ss ihren Angaben fÃ¼r die BÃ¼rorÃ¤ume eine Baubewilligung von 1956 vor.</p> <p class="Urteilstext">Soweit rechtserheblich, erweist sich damit der Sachverhalt auf Grund der Akten als genÃ¼gend geklÃ¤rt; der beantragte Augenschein kann unterbleiben.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>§ 357 Abs. 1 PBG regelt die so genannte Besitzstandsgarantie, welche aus der Eigentumsgarantie, dem Grundsatz von Treu und Glauben und der Nicht-RÃ¼ckwirkung abge­leitet wird. Nach ihr kÃ¶nnen Bauten und Anlagen erhalten bleiben (und nach der zÃ¼rcherischen Regelung sogar erweitert und umgenutzt werden), auch wenn sie wegen seit­her erfolgter RechtsÃ¤nderungen nicht mehr oder nicht mehr gleich gebaut werden dÃ¼rften (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs- und Baurecht, 3.A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 817). Ihrer verfassungsrechtlichen Grundlage entsprechend gilt die Besitzstandsgarantie nur fÃ¼r nach altem Recht rechtmÃ¤ssig erstellte Bauten bzw. ausgeÃ¼bte Nutzungen (Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4.A, Bern 2002, S. 322). FÃ¼r eigen­mÃ¤chtig erstellte Bauteile oder eigenmÃ¤chtig vorgenommene NutzungsÃ¤nderung kann die Besitzstandsgarantie deshalb grundsÃ¤tzlich nicht angerufen werden; im Zusammenhang mit baurechtlich relevanten NutzungsÃ¤nderungen ist allerdings zu beachten, dass solche in der Vergangenheit nicht immer ausdrÃ¼cklich einer Bewilligungspflicht unterstanden, weshalb die Besitzstandsgarantie unter UmstÃ¤nden auch dann beansprucht werden kann, wenn fÃ¼r die frÃ¼here Nutzung keine formelle Bewilligung vorliegt (vgl. RB 1993 Nr. 51).</span></p> <p class="Urteilstext">Die nicht als BÃ¼rorÃ¤ume bewilligten FlÃ¤chen im Dachgeschoss der Liegenschaft an der L-Strasse werden heute als LagerrÃ¤ume genutzt. Der Ausbaustandard, die Belichtung und die Erschliessung dieser RÃ¤ume durch einen Warenlift und auch der Umstand, dass sie zur Bewirtschaftung des Lagers gelegentlich von den Mitarbeitenden des Druckereibetriebs aufgesucht werden, fÃ¼hrt nicht zu ihrer Qualifikation als ArbeitsrÃ¤ume. Eine solche Zu­rechnung wird nach der Rechtsprechung nur dann vorgenommen, wenn die zweckent­sprechende Nutzung eines Raumes den lÃ¤ngeren Aufenthalt von ArbeitskrÃ¤ften erfordert oder der Raum zu einer solchen Nutzung objektiv geeignet ist (vgl. RB 2000 Nr. 100 = BEZ 2001 Nr. 4). Das trifft bei den streitbetroffenen LagerrÃ¤umen, wo keine dauernden ArbeitsplÃ¤tze eingerichtet sind und nur mit erheblichem baulichem Aufwand eingerichtet werden kÃ¶nnten (vgl. Prot. BRK S. 6 und 7), nicht zu.</p> <p class="Urteilstext">Werden heute die infrage stehenden RÃ¤ume zulÃ¤ssigerweise als LagerrÃ¤ume genutzt, so liegt keine durch den Erlass der geltenden Bau- und Zonenordnung rechtswidrig gewor­dene Nutzung vor, so dass insofern § 357 Abs. 1 PBG von vornherein nicht zur Anwendung gelangt. Die Rechtslage wÃ¤re auch dann nicht anders, wenn angenommen wÃ¼rde, die heutige Nutzung beschrÃ¤nke sich nicht auf ein blosses Lager, sondern es sei faktisch von ArbeitsrÃ¤umen auszugehen. Denn eine solche Nutzung ist der Beschwer­defÃ¼hrerin nie bewilligt worden und es liegen auch keine UmstÃ¤nde vor, welche nach Treu und Glauben den Schutz einer rechtswidrigen Nutzung gebieten wÃ¼rde. Vielmehr zeigt die 1956 eingeholte Bewilligung fÃ¼r den Einbau von BÃ¼rorÃ¤umen in einem Teil des Dachge­schosses, dass schon damals auch die EigentÃ¼mer vom Bewilligungserfordernis fÃ¼r eine solche NutzungsÃ¤nderung ausgingen. Ob die RÃ¤umlichkeiten fÃ¼r eine Arbeitsnutzung geeignet wÃ¤ren, ist unter diesem Gesichtswinkel unerheblich.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist somit als unbegrÃ¼ndet abzuweisen. Die Verfahrenskosten sind ausgangsgemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr als unterliegender Partei nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel"><a id="Text12"></a><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal">5. â¦</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>