Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. November 2017 (720 17 130 / 315) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Da seit der Begutachtung und vor Erlass der Verfügung neue medizinische Befunde er- hoben wurden, kann nicht auf die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren abgestellt werden und die Angelegenheit wird zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückgewiesen Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1958, arbeitete zuletzt bei der B.____ AG als Lagerist. Am 26. August 2010 erlitt er einen Arbeitsunfall. Er war im Begriff, Kabel von einer grossen Spule auf eine klei- nere umzuspulen, als sich seine Jacke in der Spule verfing. Dadurch wurde er nach rechts um Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht die eigene Achse herumgerissen, in Richtung der Spule g ezogen und erhielt einen starken Schlag in die Hals- und Brustwirbelsäule. Er konnte mit seinem Fuss den Notstoppschalter be- tätigen und damit verhindern, dass er mit seinem Gesicht gegen die Spule schlug. In der Folge meldete sich der Versicherte mit Gesuch vom 5. Mai 2011 zum Bezug von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an. Im Rahmen der Sachverhaltsabklärungen holte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) bei Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, und Dr. med. D.____, FMH für Rheumatologie, ein bidisziplinäres psychiatrisch- rheumatologisches Gutachten ein (Gutachten vom 6. Februa r 2014). Darin kamen die beiden Gutachter zum Schluss, dass seit dem 21. Juni 2011 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Mit Verfügung vom 7. März 2017 lehnte die IV-Stelle d en Rentenanspruch des Versicherten mangels Erfüllens der einjährigen Wartezeit ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 27. April 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht, und beantragte die Aufhebung der angefo chtenen Verfügung und die Anord- nung einer gerichtlichen polydisziplinären medizinischen Begutachtung. Eventualiter beantragte er, es sei ihm auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine ganze IV-Rente auszurichten; alles unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung wurde angeführt, dass die Beschwerdegegnerin zum Schluss komme, dass der Beschwerdeführer nur bis zum 21. Juni 2011 arbeitsunfähig gewesen sei und folglich keinen Anspruch auf eine IV-Rente hab e. Seit der medizinischen Begutachtung im Jahre 2014 seien aber relevante Entwicklungen eingetr eten, die von der Beschwerdegegne- rin nicht berücksichtigt bzw. von dieser nicht als Anlass g enommen worden seien, eine Ver- laufsbegutachtung in Auftrag zu geben. Angesichts dieser Entwicklungen hätte sie zwingend ein neues polydisziplinäres Gutachten in Auftrag gegeben müs sen. Die Aktenbeurteilungen durch den RAD würden nicht genügen. C. Mit Vernehmlassung vom 12. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Ab- weisung der Beschwerde. Sie stellte sich zusammenfassend a uf den Standpunkt, dass der Be- schwerdeführer bidisziplinär abgeklärt worden sei und die Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit von den Gutachtern nachvollziehbar begründet worden sei en. Eine seither eingetretene dauer- hafte Veränderung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht erkennen. Aus diesem Grund bestehe kein Anlass für eine polydisziplinäre Abklärung. D. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 25. Septe mber 2017 an seinen bereits ge- stellten Rechtsbegehren und an der Begründung, dass di e vorgenommenen medizinischen Ab- klärungen unvollständig seien, fest. Die Beschwerdegegner in verzichtete am 25. Oktober 2017 auf die Einreichung einer Duplik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht eingereich- te Beschwerde vom 27. April 2017 ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochten en Verfügung vom 7. März 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % a rbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen b eruht, auch die geklagten Beschwer den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Bei versich erungsinternen medizinischen Ent- scheidungsgrundlagen sind strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen. Es ge- nügen relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit un d Schlüssigkeit der ärztlichen Feststel- lungen, um eine (neue) versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4.4-4.7). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass das Admi nistrativverfahren vor der IV- Stelle wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess vo m Untersuchungsgrundsatz be- herrscht sind (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Da nach haben IV-Stelle und Sozialversiche- rungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vol lständige Abklärung des rechtserhebli- chen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht da uert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tats achen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_16 3/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Frage, ob ein Rentenanspruch besteht, auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. D.____ und Dr. C.____ vom 6. Februar 2014. Dr. D.____ hielt in seinem Teilgutachten fest, dass aus rheum atologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden. Als Diagnosen ohne Auswirkungen nannte er ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom se it einer Rückenkontusion am 26. August 2010, chronische unspezifische Kreuzschmerzen mit pseudoradikulärer Ausstrah- lung links seit ca. 2000, ein Schulterimpingement links, den Verdacht auf Lipoma dolorosum lumbal links, den Status nach Motorradunfall 1983 mit Muskelriss und den Status nach zwei Operationen laut Akten sowie den Status nach postopera tiver Infektion anamnestisch sowie Spreizfüsse. Aus rein rheumatologischer Sicht habe nur initial während wenigen Wochen nach dem Unfall eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestande n. Danach könne weder retrospektiv noch aktuell eine Einschränkung in der angestammten Tät igkeit attestiert werden. Dr. C.____ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Teilgutachten ebenfalls keine Krankheit mit Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie den Status nach akuter Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0). In Bezug auf die Ar- beitsfähigkeit hielt Dr. C.____ fest, dass aufgrund der vorübergehenden, einige Wochen dau- ernden akuten Belastungssituation nach dem Unfall retro spektiv aus rein psychiatrischer Sicht von einer ein paar Wochen dauernden Einschränkung der A rbeitsfähigkeit sowohl in der zuletzt ausgeübten wie auch in einer alternativen Tätigkeit von etwa 50 % ausgegangen werden kön- ne. Seither und vorher lasse sich zu keinem Zeitpunkt ein e Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, abgesehen davon, dass der Explorand die Mög lichkeit haben sollte, sich aufgrund einer Panikattacke kurzzeitig zurückziehen zu können. Es lasse si ch auch keine Verminderung der Leistungsfähigkeit begründen. Die Beschwerden von Seiten der im Schweregrad als leicht- gradig zu beurteilenden anhaltenden somatoformen Schmerzstörung hätten keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der in der aktuellen Untersuchung erhobenen Befunde und ge- stützt auf die anamnestischen Angaben des Exploranden wü rden sich weder eine Depression noch eine posttraumatische Belastungsstörung objektivieren lassen. In der bidisziplinären Ge- samtbeurteilung hielten die beiden Gutachter fest, dass insgesamt die Arbeitsfähigkeit des psy- chiatrischen Teilgutachtens gelte. 5.2 Die Beschwerdegegnerin mass dem Gutachten von Dr. D.____ und Dr. C.____ volle Beweiskraft bei. Zudem stellte sie gestützt auf die Stel lungnahmen von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, fest, dass seit der E rstellung des Gutachtens im Jahr Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 keine wesentliche dauerhafte Verschlechterung des G esundheitszustandes eingetreten sei. 5.3 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass das Gutach ten vom 6. Februar 2014 die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise erfüll t. Er rügt indessen einen offensichtlich unrichtig festgestellten Sachverhalt, weil die Expertise auf Untersuchungen basiere, welche im Zeitpunkt der Verfügung bereits mehr als drei Jahre al t und damit veraltet gewesen seien. Der Befund sei nicht mehr aktuell, da er sich verändert hab e. Namentlich führt er aus, dass seit der medizinischen Begutachtung relevante Entwicklungen einge treten seien, die von der Be- schwerdegegnerin nicht berücksichtigt bzw. von dieser nicht als Anlass genommen worden sei- en, eine Verlaufsbegutachtung in Auftrag zu geben. D er Hauptantrag des Beschwerdeführers lautet daher auf Einholung eines polydisziplinären Ger ichtsgutachtens. Somit ist die zentrale Frage der vorliegenden Angelegenheit, ob die Beschwerd egegnerin den medizinischen Sach- verhalt rechtsgenüglich abklärte. 6.1 Vorab ist darauf hinzuweisen, dass bei einem Gutach ten wie dem vorliegenden von Dr. C.____ und Dr. D.____, das im Zeitpunkt der Verfügun g bereits über drei Jahre alt ist, zumin- dest fraglich ist, ob es noch als hinreichende Grundlag e zur Beurteilung der Rentenfrage be- trachtet werden kann. Allgemeingültige Regeln, wann eine Expertise veraltet ist, lassen sich nicht formulieren, da es sich gemäss Bundesgericht angesich ts der Besonderheiten jedes ein- zelnen Falles nicht allgemein sagen lässt, welche konkre ten Abklärungsmassnahmen in ge- sundheitlicher Hinsicht für eine rechtsgenügliche Sachve rhaltsermittlung geboten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2009, 9C_575/2009, E . 3.1 und 3.2.2.2). Klar erscheint jedoch, dass bei Zweifeln betreffend einer möglichen V eränderung des Gesundheitszustands nicht unbesehen auf eine ansonsten beweistaugliche Grundl age abgestellt werden kann. In einem solchen Fall ist von der Verwaltung vor Erlass der Verfügung genau abzuklären, ob sich eine Veränderung eingestellt hat, die zu einem Verlaufsgutachten oder aber zumindest zu einer Rückfrage verpflichtet. 6.2.1 In Bezug auf die rechtsgenügliche Abklärung des psychischen Gesundheitszustands wird in der Beschwerde vorgetragen, dass Dr. med. F.___ _, FMH Psychiatrie und Psychothera- pie, mit Gutachten vom 26. August 2015 eine posttrauma tische Belastungsstörung mit Panik- störung und depressiver Symptomatik diagnostiziert habe. D ieser Bericht sei von der Be- schwerdegegnerin fälschlicherweise nicht zum Anlass genomme n worden, eine Verlaufsbegut- achtung anzuordnen. 6.2.2 Dr. F.____ diagnostizierte gestützt auf eine pers önliche Untersuchung des Beschwer- deführers eine posttraumatische Belastungsstörung ICD- 10 F43.1 mit Panikstörungen und de- pressiver Symptomatik sowie ein chronisches Schmerzsyndrom nach Unfall vom 26. August 2010. Er attestierte eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % in einer leichten Tätigkeit mit Wechsel- belastung und stellte fest, dass rein sitzende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar seien. Im Weite- ren empfahl er die Fortsetzung der psychiatrisch-psychoth erapeutischen Behandlungen im bis- herigen Rahmen. Der Explorand solle sein körperliches Aktivitätsniveau mit täglich zwei Spa- ziergängen beibehalten. In Bezug auf das Gutachten von Dr. C.____ führte er aus, dass diesem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die pathophysiologische Konzeption der Diagnose der postt raumatischen Belastungsstörung nicht geläufig zu sein scheine, da er einzig eine zeitlich limitierte akute Belastungsreaktion nach dem Unfallereignis attestiert habe. Dr. F.____ eracht ete zudem die Ausführungen von Dr. C.____ zu den medizinischen und beruflichen Massnahmen als widersprüchlich. 6.2.3 Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angef ochtenen Verfügung auf den Stand- punkt, dass sich aus den Angaben von Dr. F.____ weder ne ue Aspekte bezüglich der Diagno- sen noch Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundhe itszustands ergeben würden. In der Vernehmlassung führte sie gestützt auf die Stellungn ahme von Dr. E.____ vom 11. Mai 2017 ergänzend aus, dass die psychische Situation des Beschw erdeführers hinlänglich abge- klärt worden sei. Dr. F.____ liste zwar tabellarisch die Kardinalkriterien der posttraumatischen Belastungsstörung auf, doch es fehle eine psychopatholog ische Beschreibung des Beschwer- deführers, wie sich die Symptome bei ihm präsentieren wü rden. Ausserdem sei in den medizi- nischen Akten eine solche Diagnose weder erwähnt worde n noch würden sich Hinweise auf eine entsprechende Diagnose finden lassen. Gemäss Abklärungen liege eine anhaltende soma- toforme Schmerzstörung vor und zu dieser Diagnose würden definitionsgemäss emotionale und psychosoziale Konflikte im Rahmen der Schmerzsymptomatik geh ören. Eine posttraumatische Belastungsstörung sei aber nicht gegeben. 6.2.4 Der Beschwerdegegnerin ist insofern beizupflich ten, als der Bericht von Dr. F.____ die formellen Anforderungen an ein Gutachten im Sinne von Art. 44 ATSG nicht erfüllt, da insbe- sondere die Anamnese und die Befunderhebung nicht deu tlich getrennt dargestellt werden. Bei diesem Bericht handelt es sich denn auch in erster Linie u m ein psychiatrisches Konsilium. Dr. F.____ vertritt nach einer persönlichen Untersuchung de s Beschwerdeführers dezidiert die Auf- fassung, dass diagnostisch von einer posttraumatische Belast ungsstörung als Folge des Unfal- lereignisses auszugehen sei. Dabei setzt er sich mit den ber eits vorhandenen Berichten und den darin gestellten psychiatrischen Diagnosen auseinande r und führt aus, dass im Rahmen von Traumafolgen funktionelle Beschwerden zum diagnost ischen Erscheinungsbild gehören würden. Zudem legt er in nachvollziehbarer Weise dar , weshalb diese Diagnose oftmals über- sehen werde. Unter Berücksichtigung des Umstands sodann, d ass es sich bei Dr. F.____ nicht um den behandelnden Psychiater handelt, liefert seine Beurteilung ein gewisses Gegengewicht zum Gutachten von Dr. C.____. Damit stehen zwei unterschie dliche psychiatrische Diagnosen im Raum. Ob dies bereits genügt, um vorliegend eine neue Begutachtung in die Wege zu leiten, kann in Anbetracht der nachstehenden Erwägungen offen gelassen werden. 6.3.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass im A ustrittsbericht des Spitals G.____ vom 20. Februar 2015 neben der chronischen Schmerzerkrankun g eine ISG-Blockade sowie eine Gonalgie links diagnostiziert worden seien. Ebenso habe ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ II bestanden. 6.3.2 In diesem Punkt ist mit der Beschwerdegegnerin da von auszugehen, dass aus diesem Bericht keine neuen erheblichen und dauerhaften Veränd erung hervor gehen, die Anlass zu weiteren Abklärungen geboten hätten. Dr. E.____ führ t dazu in seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2015 nachvollziehbar aus, dass sich aus diesem B ericht – im Vergleich zum Gut- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten – keine neuen Befunde ergeben würden. Hinsichtl ich der Iliosacralgelenk-Blockierung legt er in seiner Stellungnahme vom 8. Dezember 2015 schlüssig dar, dass es sich um harmlo- se lokale Muskelverspannungen handle, die mit konservativen und physikalischen Methoden wirksam behandelbar seien. Auch in Bezug auf den Diabete s mellitus Typ II weist Dr. E.____ darauf hin, dass dieser keine dauerhafte und erhebliche Arbeitsunfähigkeit begründe, da die Krankheit mittels Diät und medizinischen Massnahmen bei zumutbarer hinreichender Compli- ance wirksam und zweckmässig behandelbar sei. Somit gibt de r Austrittsbericht des Spitals G.____ vom 20. Februar 2015 für sich alleine betrachtet keinen Anlass zu weiteren Abklärun- gen. 6.4.1 Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, dass er sich am 11. März 2016 einer Rückenoperation habe unterziehen müssen (spinale Dekomp ression L3/4 und L4/5). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin habe die Dekompression der beiden LWS-Segmente kei- ne Verbesserung der Beschwerden gebracht. Er leide unt erdessen auch an neurologischen Beschwerden. Im neurologischen Untersuchungsbericht von Dr. med. H.____, Spezialarzt für Neurologie FMH, vom 29. August 2016 werde festgehalten , dass eine Sensibilitätsstörung im Versorgungsgebiet des Nervus cutaneus femoralis laterali s links sowie eine Nervenwurzelkom- pression L4/L5 bestehe. Diesbezüglich könne dem MRI-Ber icht vom 30. August 2016 entnom- men werden, dass die Kompressionswirkungen im Stehen deut lich zunehmen würden. Der be- handelnde Arzt Dr. med. I.____, Facharzt FMH für Anästh esiologie u. Interventionelle Schmerztherapie und Chefarzt der Klinik für Schmerzthera pie am Spital G.____, habe in sei- nem Bericht vom 15. September 2016 eine Lumboischialgie links nach spinaler Dekompression L3/4 und L4/5 beidseits im März 2016, eine linksbetonte rezessale Engstelle L3/4 und L4/5 so- wie ein ISG-Syndrom links diagnostiziert. Im Zusammenhan g mit letzterer Diagnose werde von Dr. med. J.____, Oberarzt der Klinik für Orthopädie un d Traumatologie am Spital G.____, im Bericht vom 5. Januar 2016 eine ISG-Arthrose beidseits d iagnostiziert. Der Sachverhalt sei da- mit in keiner Weise mit demjenigen zu vergleichen, de n Dr. D.____ im 2014 erhoben habe. Dr. D.____ habe lediglich muskuläre Affektionen, nämlich ein panvertebrales Schmerzsyndrom und unspezifische Kreuzschmerzen mit pseudoradikulärer Ausst rahlung diagnostiziert. Demgegen- über würden heute radikuläre Schmerzen vorliegen, die ein solches Ausmass hätten, dass der Beschwerdeführer in seiner Gehfähigkeit massiv eingeschränkt sei. 6.4.2 Die Beschwerdegegnerin wies in der Beschwerdeantw ort gestützt auf die Stellung- nahme von Dr. E.____ vom 11. Mai 2017 darauf hin, dass Prof. Dr. med. K.____, Facharzt FMH für Neurochirurgie, in seinem Bericht vom 2. Mai 201 6 betreffend die letzte postoperative Kon- trolle festgehalten habe, dass sich die Beschwerden gebe ssert hätten und der Neurostatus ob- jektiv unauffällig gewesen sei. Damit könne keine wesent lich höhere Arbeitsunfähigkeit begrün- det werden als in den bisherigen Abklärungen bereits festgestellt worden sei. 6.4.3 Dem Bericht von Dr. H.____ vom 29. August 2016 kann entnommen werden, dass ihm der Patient berichtet habe, dass die Schmerzen einen Monat nach der mikrochirurgischen De- kompression wieder zugenommen hätten und sich die gleiche Symptomatik wie vor der Opera- tion eingestellt habe. Somit lässt sich zunächst feststell en, dass sich der Gesundheitszustand seit der letzten Kontrolle bei Prof. K.____ zumindest subjektiv verschlechterte. Dr. H.____ ord- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nete in der Folge aufgrund der Meralgia parästhetica links eine MRI Untersuchung der LWS zum sicheren Ausschluss einer Dekompression der Nervenwurzel L 3/L4/L5 links bzw. engem Spinalkanal an und regte eine Behandlung bei Dr. I._ ___ an. Dr. I.____, der den Beschwerde- führer schon früher behandelt hatte, hielt im Bericht vom 15. September 2016 fest, dass der Patient seit der operativen Versorgung an einer ausged ehnten Schmerzsituation über die linke Seite leide, gemäss Auskunft des Operateurs mit Schädigung einer Nervenwurzel. Im Vorder- grund würden zwei Hauptbeschwerdezonen stehen. Der Patie nt beklage Schmerzen links über dem Beckenkamm vor allem beim Sitzen und Liegen auf de r linken Seite oder in Rückenlage, die auch beim Drehen im Bett exazerbieren würden. Hin zu kämen Beschwerden beim Laufen mit schneller Zunahme von Kribbelparästhesien im linken Oberschenkel lateral bis zum Knie und zum Teil über die laterale Wade bis zum Aussenknöch el fortlaufend. Bei längerem Gehen schlafe das gesamte linke Bein ein. Der Patient sei mittl erweile im Gangbild deutlich verunsi- chert, vor allem das Treppen herunterlaufen führe häuf ig beinahe zum Stolpern. Dr. I.____ di- agnostizierte in der Folge eine neuropathische Komponente passend zum Segment L4 mit radi- ologisch nachgewiesener Wurzelkompression im Rezessus sowie e ine ausgedehnte iliosakrale Dysfunktion links mit entsprechend nozizeptivem Charakter. Aufgrund der erst vor kurzem er- folgten operativen Versorgung müsse aktuell von einer i liosakralen Manipulation Abstand ge- nommen werden. 6.4.4 In Anbetracht der von Dr. H.____ und Dr. I.___ _ neu erhobenen Befunde ist festzustel- len, dass die Beurteilung von Prof. K.____, auf die si ch die Beschwerdegegnerin stützt, im Zeit- punkt der Verfügung nicht mehr aktuell war. Gestützt dar auf kann somit nicht davon ausgegan- gen werden, dass keine gesundheitlichen Veränderungen eingetreten sind. Stattdessen ist fest- zustellen, dass noch vor dem Erlass der Verfügung neue neur ologische Befunde erhoben wur- den. Da Dr. D.____ diese in seinem Gutachten aufgrund des Zeitablaufs nicht berücksichtigen konnte, zeigt sich der medizinische Sachverhalt im Zeitpun kt der Verfügung als ungenügend abgeklärt. 6.5 Mit dem Beschwerdeführer ist damit davon auszugeh en, dass die Beschwerdegegnerin in Anbetracht der ausgewiesenen Befunde zu Unrecht an der Auffassung festhält, dass für die Beurteilung des Rentenanspruchs auf die Begutachtung aus dem Jahr 2014 abgestellt werden könne. Da die neuen Befunde der Beschwerdegegnerin bek annt waren, hätte sie hier in Nach- achtung des Untersuchungsgrundsatzes weitere Abklärungen tätigen müssen. Indem sie aber letztlich einzig auf die interne Stellungnahme von Dr. E.____ abstellte, der den Beschwerdefüh- rer nicht persönlich untersucht hatte und sich zudem in einem fremden Fachgebiet äusserte, verletzte sie den Untersuchungsgrundsatz. Angesichts der um fangreichen Entwicklungen, die nach der Begutachtung eingetreten sind, hätte zwingen d ein neues Gutachten in Auftrag gege- ben werden müssen. Obwohl ein neurologischer Sachverhal t im Vordergrund der weiteren Ab- klärungen steht, erweist sich eine neue psychiatrische Abklär ung ebenfalls als notwendig. Bis- her wurde aus gutachterlicher Sicht lediglich eine somat oforme Schmerzstörung diagnostiziert. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer durch das Unfallereignis völlig aus der Bahn geworfen wurde. Gestützt auf die Ausführunge n von Dr. F.____ kann daher letztlich nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer an ei ner posttraumatischen Belas- tungsstörung leidet. Hinzu kommt, dass nach der Begutachtu ng durch Dr. C.____ eine Operati- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht on am Rücken vorgenommen wurde. Auch hier besteht aus p sychiatrischer Sicht Abklärungs- bedarf, denn es ist nicht geklärt, wie der Beschwerdefüh rer diese Operation mental verkraftet. In Anbetracht der Befunde und Diagnosen erweist sich im vorliegenden Fall eine polydisziplinä- re Abklärung mit den Fachdisziplinen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiat- rie daher als unumgänglich. 7.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelf all selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren ande rweitig erhobenen Sachverhalt über- haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder w enn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rü ckweisung an die IV-Stelle bleibt hinge- gen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erheb ung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstell ung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). 7.2 Die Beschwerdegegnerin unterliess es vorliegend trot z der unterschiedlichen Beurtei- lungen der psychiatrischen Beschwerden und der eingetrete nen somatischen Entwicklungen seit der Begutachtung im Jahr 2014, den Gesundheitszust and nochmals abklären zu lassen. Vielmehr stellte sie trotz der abweichenden Einschätzung en auf die Beurteilung von Dr. E.____ ab, obwohl zumindest ein Verlaufsgutachten angezeigt gewesen wäre. Da es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltungsverfahren ver säumte medizinische Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz nichts entgegen. Diese hat den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Rahmen einer polydisziplinären (internistisch, neurologisch, rhe umatologisch und psychiatrisch) Begut- achtung umfassend ab dem Zeitpunkt des Unfalles im Augu st 2010 nochmals abklären zu las- sen und danach über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu verfügen. Demzu- folge ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochten e Verfügung vom 7. März 2017 aufzu- heben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei- sen. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die B eschwerdegegnerin zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die beschwerdeführende Partei als o bsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Bei diesem Ausgang des Ver- fahrens ist die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei, weshalb sie grundsätzlich die Verfah- renskosten zu tragen hätte. In diesem Zusammenhang ist all erdings zu beachten, dass laut Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die Beschwerdegegnerin als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzu- kommen. Es werden deshalb keine Verfahrenskosten erhoben und der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- ist zurückzuerstatten. 8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gerich t festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsach e und nach der Schwierigkeit des Prozes- ses bemessen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 23. November 2017 einen Zeitaufwand von 6.58 Stunden geltend gemacht, was umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Recht sfragen nicht zu beanstanden ist. Hinzu kommen die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 86.--. Somit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeve rfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘869.40 (6.58 Stunden à Fr. 250 .-- sowie Auslagen von Fr. 86.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der B eschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. März 2017 aufg ehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinn e der Erwägun- gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwe rdegegne- rin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1‘869.40 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht