<h2>SubmittedText<h2><p>Die kürzlich vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) herausgegebene Publikation zu Arbeit und Gesundheit bestätigt das alarmierende Ausmass an Stress im Berufsalltag. Zwei Drittel der Befragten beklagen sich über Arbeitsbedingungen, die zu Stress führen. Knapp die Hälfte gibt an, am Arbeitsplatz psychischen und nervlichen Belastungen ausgesetzt zu sein. Die steigenden Arbeitsrhythmen und die grössere Arbeitsbelastung haben weitreichende Folgen. Dadurch entstehen nicht nur beachtlich hohe finanzielle Kosten, es kommen ausserdem noch die Auswirkungen auf das Sozialleben hinzu.</p><p>Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Stress und die damit verbundenen Folgen vermieden werden können. Da die Unternehmen jedoch vor allem aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks, dem sie ausgesetzt sind, Stress weitgehend nicht vermeiden können, sind Massnahmen, welche die Arbeits- und Ruhezeit sowie die Urlaubsdauer betreffen, von entscheidender Bedeutung. Einige dieser Aspekte sind in den Gesamtarbeitsverträgen geregelt und liegen deshalb im Aufgabenbereich der Sozialpartner; andere sind insbesondere im Arbeitsgesetz und im Obligationenrecht geregelt (tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeit, Pausen, Ruhezeit, Ferien usw.) und gehören somit in den Aufgabenbereich der Bundesbehörden.</p><p>Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>- Welche Konsequenzen wird er aus der Studie des Seco ziehen?</p><p>- Beabsichtigt er, eine Anpassung der Gesetzesnormen in Bezug auf die Arbeitszeit in Erwägung zu ziehen, und falls ja, welchen Normen räumt er Priorität ein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gute Arbeitsbedingungen sind eine Voraussetzung für produktives und innovatives Arbeiten sowie für die Gesundheit der Arbeitnehmenden. Zugleich sind sie ein wichtiger Faktor im globalen Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte.</p><p>Trotz des guten allgemeinen Gesundheitszustandes der Mehrheit der Erwerbstätigen in der Schweiz bestehen arbeitsbedingte Belastungen und Risiken. Der Bundesrat teilt die Meinung, dass angemessene Arbeits- und Ruhezeiten unabdingbar sind, um stressbedingte negative physische und psychische gesundheitliche Schäden zu verhindern. Bei der Reduktion der Stressfaktoren am Arbeitsplatz steht die Anpassung der Arbeitszeitregelungen jedoch nicht im Vordergrund. Diese setzen bereits heute einen geeigneten Rahmen, um z. B. überlange Arbeitszeiten (Höchstarbeitszeit, Ruhezeit usw.) zu vermeiden. Für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden ist nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Arbeit ausschlaggebend. Wertschätzung, Mitbestimmung und Mitgestaltung der Arbeitszeiten können sich positiv auf die Erholungsmöglichkeiten auswirken und erlauben, die Arbeitsleistung besser an die betrieblichen wie auch privaten Anforderungen anzupassen. Eine adäquate Work-Life-Balance ist wichtig, um die physische und psychische Erholung zu gewährleisten.</p><p>Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat in den letzten Jahren die Unternehmen auf die stressbedingten Gesundheitsrisiken aufmerksam gemacht. Verschiedene Massnahmen wurden eingeleitet. Es wurde ein Leitfaden für die Erkennung psychosozialer Risiken zuhanden der Vollzugsorgane des Arbeitsgesetzes erstellt und ein Schulungsprogramm angeboten. In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wurde das Informationsangebot verbessert und die interaktive Website "Stressnostress" aufgeschaltet.</p><p>Die jüngst veröffentlichten Resultate über das Ausmass an stressbedingten Erkrankungen zeigen aber auch, dass zu deren Vermeidung die Aufklärungsarbeiten bezüglich Präventionsmassnahmen in Zusammenarbeit mit den Vollzugsorganen verstärkt werden müssen.</p>  Antwort des Bundesrates.