Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Juli 2018 (730 17 420 / 197) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Rechtsöffnung für Prämienforderungen; Überprüfung der Prämienausstände und der Zinsforderung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberi n Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen KPT Krankenkasse AG , Rechtsdienst , Postfach , 3001 Bern , Be- schwerdegegnerin Betreff Prämien A. A.____ ist bei der KPT Krankenkasse AG (nachfolg end KPT) obligatorisch krankenpflege- versichert. Am 15. Juni 2017 leitete die KPT nach z weimaliger Mahnung für Prämienausstände für Oktober bis Dezember 2016 sowie für März 2017 gegen die Versicherte das Betreibungsver- fahren ein. Am 3. August 2017 stellte die Zivilrech tsverwaltung Basel-Landschaft, Betreibungs- amt, B.____ gegenüber dem Ehemann der Versicherten den Zahlungsbefehl Nr. X.____ über den Betrag von Fr. 1‘635.10 zuzüglich 5% Zins ab de m 8. Dezember 2016 plus Mahnspesen von Fr. 60.– und Betreibungskosten von Fr. 73.30 au s. Dagegen erhob A.____ am 4. August 2017 Rechtsvorschlag. Mit Verfügung vom 18. August 2017 beseitigte die KPT den erhobenen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsvorschlag und verpflichtete A.____ zur Zahlung ausste hender Prämien in der Höhe von Fr. 1‘635.10 zuzüglich Zinsen in der Höhe von Fr. 55.90 sowie zu Mahn- und Umtriebsspesen in der Höhe von Fr. 60.– und Betreibungskosten in der Hö he von Fr. 100.65, abzüglich der An- rechnung der nachträglichen Prämienverbilligung von Fr . 134.75. Die dagegen erhobene Ein- sprache hiess sie mit Entscheid vom 11. Dezember 2017 insofe rn gut, als sie die für den März 2017 geschuldete Monatsprämie um Fr. 243.70 reduzierte und den Rechtsvorschlag in dieser Höhe nicht aufhob. Gleichzeitig stellte sie fest, dass di e Versicherte der KPT den Betrag von Fr. 1‘454.05 für Prämienausstände in den Monaten Okt ober 2016, November 2016 und De- zember 2016 sowie für März 2017 zuzüglich Zins zu 5% seit 8. Dezember 2016, Mahnspesen in der Höhe von Fr. 60.– und Betreibungskosten von Fr. 10 0.65 schulde. Dementsprechend werde der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. X.____ des Bet reibungsamtes B.____ im Umfang von Fr. 1‘569.95 aufgehoben. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 12 . Dezember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin machte sie im Wesentlichen geltend, dass sie di e Prämien für das Jahr 2017 lückenlos bezahlt habe und die nachträglich zugesprochenen Prämienverbilligungen nicht nachvollziehbar angerechnet worden seien. Sie könne die Abrechnungen der Beschwerdegegnerin schlicht nicht mehr verstehen, da diese sich teilweise auch widersprechen würden. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 18. Januar 2018 auf Ab- weisung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen (Einhaltung von Form u nd Frist, örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des angerufenen Gerichts, Beschwerdelegitimation) sind alle- samt erfüllt, sodass auf die Beschwerde vom 12. Dezember 2017 einzutreten ist. 2. Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000. – durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall beläuft si ch der Streitwert auf Fr. 1‘454.05 zu- züglich Zinsen und Mahnkosten. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 3.1 Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krank enversicherung (KVG) vom 18. März 1994 muss sich jede Person mit Wohnsitz in der S chweiz für die Krankenpflege versi- chern. Mit anderen Worten besteht ein gesetzlich vorgeschriebenes Versicherungsobligatorium. Gemäss Art. 61 ff. KVG in Verbindung mit Art. 90 der Verordnung über die Krankenversiche- rung (KVV) vom 27. Juni 1995 ist jede versicherte Person ebenso verpflichtet, hierfür im Voraus (in der Regel monatlich) zu bezahlende Prämien zu entr ichten. Der Versicherer kann seine Prämien nach den ausgewiesenen Kostenunterschieden kantonal und regional abstufen. Mass- gebend ist jeweils der Wohnort der versicherten Person (Art. 61 Abs. 2 KVG). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bezahlt die versicherte Person fällige Prämien od er Kostenbeteiligungen nicht, so hat ihr der Krankenversicherer nach mindestens einer schrift lichen Mahnung eine Zahlungsauffor- derung zuzustellen, ihr eine Nachfrist von 30 Tagen e inzuräumen und sie auf die Folgen des Zahlungsverzugs hinzuweisen (Art. 64a Abs. 1 KVG in der s eit 1. Januar 2012 geltenden Fas- sung). Dabei muss er die Zahlungsaufforderung bei Nichtb ezahlung von Prämien und Kosten- beteiligungen spätestens drei Monate ab deren Fällig keit und getrennt von allfälligen anderen Zahlungsausständen zustellen (Art. 105b Abs. 1 KVV, in d er ab Januar 2012 gelten- den Fassung). Bezahlt die versicherte Person ihre fällige n Prämien oder Kostenbeteiligungen innerhalb der angesetzten Frist nicht, so muss der Krankenversicherer von Gesetzes wegen die Betreibung anheben (vgl. Art. 64a Abs. 2 KVG). Die in Art. 105b KVV genannte Frist ist eine reine Ordnungsvorschrift, deren Nichteinhaltung weder d en Anspruch auf die Ausstände noch auf den der betreibungsrechtlichen Durchsetzung verwirkt (vgl. dazu GEBHARD EUGSTER , Kran- kenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Ulrich Mey- er [Hrsg.], 2. Auflage, Basel 2007, Rz. 1028). 3.3 Wurde das Vollstreckungsverfahren eingeleitet und wi rd durch die betroffene Person Rechtsvorschlag erhoben, so ist der Versicherer befugt, na chträglich eine formelle Verfügung zu erlassen und nach Eintritt der Rechtskraft die Betreib ung fortzusetzen. Für eine direkte Fort- setzung der Betreibung ohne Durchlaufen des eigentlichen Rechtsöffnungsverfahrens nach Art. 80 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konku rs (SchKG) vom 11. April 1889 gilt als Voraussetzung, dass das Dispositiv der Krankenkasse nverfügung auf die hängige Be- treibung Bezug nimmt und den Rechtsvorschlag ausdrücklich – gegebenenfalls auch nur teilweise – als aufgehoben erklärt. Die Krankenkasse hat deshalb in ihrer Verfügung nicht bloss einen sozialversicherungsrechtl ichen Sachentscheid über die Ver- pflichtung der versicherten Person zu einer Geldzahlung zu fällen, sondern gleichzeitig als Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvorschla ges zu befinden (vgl. BGE 119 V 331 E. 2b). Schliesslich hat das zuständige Ve rsicherungsgericht im Rahmen eines allfälligen Beschwerdeverfahrens den Bestand und die Höh e der Forderung der Krankenkasse zu prüfen. Erst wenn dessen Urteil, welches auch die Recht söffnung bestätigt, in formelle Rechtskraft erwachsen ist, kann die Betreibung fortgesetzt werden. 4.1 Der Sozialversicherungsprozess ist gemäss Art. 61 lit. c ATSG vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht, welcher besagt, dass das Gericht von A mtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalte s zu sorgen hat (BGE 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen; vgl. dazu auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 61 Rz. 96 f. und Art. 43 Rz. 13 ff. m.w.H.). Der Untersuchungsgrundsatz gilt aber nicht un- eingeschränkt, sondern wird durch die Mitwirkungspflicht der Parteien ergänzt (vgl. BGE 122 V 158 E. 1a mit Hinweisen). 4.2 Im Zusammenhang mit der Mitwirkungspflicht des mit der Prämienforderung belasteten Versicherten hat dieser substantiiert darzulegen, weshalb der von der Krankenkasse ermittelte Forderungsbetrag unzutreffend sei (vgl. ZAK 1991 S. 1 26 E. II/1b). Die erhobenen Einwände müssen überprüfbar sein (vgl. Urteil des Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts [EVG, seit dem 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abt eilungen] vom 29. Sep tember 2004, Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H 21/04, E. 4.3). Hat die Krankenkasse den eingeklagten Forderungsbetrag zeitlich und mass- lich spezifiziert, genügt mit Blick auf das Verhältnis zwische n Untersuchungsgrundsatz und Mit- wirkungspflicht ein blosser Verweis des Versicherten in d er Beschwerdebegründung auf eine eigene Aufstellung der von ihm getätigten Zahlungen den gestellten Anforderungen nur dann, wenn der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Mitwirkungsp flicht durch erläuternde Bezug- nahme auf die Kontoübersicht und andere von der Kranke nkasse eingereichte Akten darzutun vermag, wie und gestützt worauf er einen abweichenden F orderungsbetrag ermittelt hat. Zur Substantiierungspflicht gehört in diesem Zusammenhang sch liesslich aufzuzeigen, dass die Krankenversicherung den Sachverhalt unrichtig, unvollstä ndig oder unter Verletzung wesentli- cher Verfahrensbestimmungen festgestellt habe (vgl. KGE SV vom 10. März 2008, 730 06 138/86, E. 4.2 und vom 8. Februar 2008, 730 07 422/57, E. 4.2). 5.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt in Bezug auf den Prämienausstand vom März 2017 vor, dass sie die Prämien in diesem Jahr lückenlos geleistet habe. Die (aufgrund eines Wechsels in ein Hausarztmodell korrigierten) Prämien für den März 2017 habe sie am 11. April 2017 begli- chen. Ferner sei die Prämienverbilligung für diesen Monat nicht berücksichtigt worden. 5.1.2 Die Beschwerdegegnerin erläutert in ihrer Vern ehmlassung vom 18. Januar 2018 de- tailliert, wie die Prämienrechnung für März 2017 zustan de gekommen ist: So habe sie der Be- schwerdeführerin am 30. Januar 2017 die Prämie für den März 2017 in der Höhe von Fr. 424.75 in Rechnung gestellt. Einen Tag darauf habe diese den Wechsel in das Hausarztmodell bean- tragt. Nachdem ihr die angepasste Police zugestellt wor den sei, habe die Beschwerdegegnerin ihr am 27. Februar 2017 eine korrigierte Prämienrech nung zukommen lassen, in der die ange- passten Prämien für Februar 2017 bis April 2017 in de r Höhe von monatlich jeweils Fr. 378.45 genannt worden seien. Die Beschwerdeführerin habe Ende März nicht die ausstehende Prämie für den März 2017 bezahlt, sondern lediglich einen pr ovisorisch ausgewiesenen Zwischensaldo in der Höhe von Fr. 285.85. Die Beschwerdegegnerin h abe diese Zahlung an die ausstehende Prämienrechnung vom April 2017 angerechnet und den Prä mienausstand für den März am 17. März 2017 und am 18. April 2017 gemahnt. Die im Juli 2017 gewährte Prämienverbilligung für 2017 habe monatlich Fr. 134.75 betragen und sei in ebendiesem Umfang an die ausstehen- de Prämie vom März 2017 angerechnet worden. Die in Bet reibung gesetzte Forderung für den März 2017 betrage damit noch Fr. 243.70 (gemäss Hausarzt modell geschuldete Prämie Fr. 378.45 abzüglich Prämienverbilligung von Fr. 134.75). 5.1.3 Den Erläuterungen der Beschwerdegegnerin ist ni chts hinzuzufügen. Sie erklärt schlüssig und nachvollziehbar, wie die den März 2017 betre ffende Forderung zustande ge- kommen ist. Es wird sowohl aufgezeigt, wie die von der B eschwerdeführerin getätigten Zahlun- gen als auch die ihr nachträglich gewährte Prämienverbilligung angerechnet wurden. Die Forde- rung ist nach dem Ausgeführten nicht zu beanstanden un d die Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen. 5.2.1 Bezüglich der ebenfalls in Betreibung gesetzten P rämienforderungen vom Oktober 2016 bis Dezember 2016 bringt die Beschwerdeführerin k eine konkreten Rügen vor. Sie mo- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht niert indessen, dass frühere Prämienverbilligungen (nam entlich diejenigen für das Jahr 2014) nicht an diese Prämienrechnungen angerechnet worden seien. 5.2.2 Die Beschwerdegegnerin entgegnet hierzu, dass sie die für das Jahr 2014 gewährten Prämienverbilligungen an die Verlustscheine dieses Jah res sowie an die offene Prämienforde- rung vom April 2016 angerechnet habe. 5.2.3 Den Akten kann entnommen werden, dass der Beschwer deführerin am 3. Oktober 2016 rückwirkend für die Monate Juli bis Dezember 2014 Pr ämienverbilligungen in der Höhe von monatlich Fr. 399.–, insgesamt somit Fr. 2‘394.–, ge währt wurden. Wie die Beschwerde- gegnerin in ihrer Vernehmlassung zu Recht ausführt, wird der versicherten Person die Prämi- enverbilligung ausbezahlt, wenn ihre restlichen Prämienforderungen für das laufende Kalender- jahr und die anderen fälligen Forderungen aus der obligatorischen Krankenversicherung, für die kein Verlustschein vorliegt, kleiner sind als die vom Kant on bewilligte Prämienverbilligung bzw. der vom Kanton gewährte Pauschalbetrag gemäss nach Art . 10 Abs. 3 lit. d des Bundesgeset- zes vom 6. Oktober 2006 über Ergänzungsleistungen zur Alt ers-, Hinterlassenen- und Invali- denversicherung. Wurde indessen eine rückwirkende Prämienve rbilligung ausgerichtet, die durch einen Verlustschein gedeckt ist, welcher dem Kanton in Rechnung gestellt wurde (Art. 64a), so zieht der Versicherer die Prämienverbi lligung von der nächsten Schlussabrech- nung gegenüber dem Kanton ab, sofern ihr die Prämie nverbilligung vor dieser mitgeteilt wurde (Art. 105k Abs. 3 KVV). Aus diesen Bestimmungen folgt, dass die Beschwerdegegnerin die nachträglich zugesprochene Prämienverbilligung für das Jahr 2014 in der Höhe von Fr. 2‘100.30 an die aus diesem Jahr entstandenen Verl ustscheine anrechnen, bzw. am 11. Januar 2017 an den Kanton zurückerstatten durfte (Zu sammenstellung der Prämienaus- stände der Versicherten vom 16. Januar 2018, Aktenstück de r Beschwerdegegnerin Nr. 6, vgl. Art. 64a Abs. 5 KVG). Den Überschuss in der Höhe vo n Fr. 267.60 hat sie innerhalb des laufenden Kalenderjahres an die offene Prämienforder ung vom April 2016 angerechnet. Die Anrechnung der für das Jahr 2014 gewährten Prämienve rbilligung erweist sich damit letztlich als nachvollziehbar und rechtens. Anzumerken bleibt, dass d ie Anrechnung von nachträglichen Prämienverbilligungen und insbesondere deren Rückersta ttung an den Kanton für versicherte Personen oftmals undurchsichtig und unnachvollziehbar ist. Dass die Beschwerdeführerin dies- bezüglich Beschwerde erhebt, ist folglich nicht unverstän dlich. Da gegen die Prämienforderun- gen für die Monate Oktober 2016 bis Dezember 2016 ke ine weiteren Rügen erhoben und aus den Akten keine Anhaltspunkte ersichtlich werden, dass d ie Forderungen in zeitlicher und masslicher Hinsicht nicht genügend belegt sein könnten, ka nn festgestellt werden, dass die Forderungen zu Recht bestehen (vgl. E. 4.2 hiervor). Die Beschwerde ist somit auch diesbezüg- lich abzuweisen. 5.3 Gestützt auf das Ausgeführte ergibt sich, dass die For derung der Beschwerdegegnerin im Umfang der offen gebliebenen Prämienausstände für die Monate Oktober bis Dezember 2016 sowie für den Monat März 2017 im Gesamtumfang vo n Fr. 1‘454.05 zu Recht besteht. Auch die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen an diesem Ergebnis – sofern sie den vorliegenden Streitgegenstand betreffen – ni chts zu ändern, da sie ungenügend sub- stantiiert bzw. nicht nachprüfbar sind. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Gemäss Art. 26 ATSG können auch auf dem Gebiet der Krankenversicherung Ver- zugszinsen auf ausstehende Prämienforderungen erhoben wer den. Der Satz für den Verzugs- zins auf fälligen Prämien beträgt nach Art. 105a KVV 5% im Jahr. Zu prüfen bleibt, ab wann vorliegend Verzugszinsen geschuldet sind. Nach Art. 102 Ab s. 1 der Ergänzung des Schweize- rischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR]) vom 30. März 1911 wird der Schuldner bei einer fälligen Verbindlichkeit erst durch die Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt. Entsprechend gilt der Versicherte ab Zustellung der Mahnung des Versicherers als säumig (vgl. Art. 105l Abs. 1 KVV). Soweit die Beschwer degegnerin die Verzugszinsen integral ab 8. Dezember 2016 auf die gesamthaft strittigen Ausst ände geltend gemacht hat, scheint sie mithin übersehen zu haben, dass die Verzugszinsen erst ab Z eitpunkt der Mahnung der einzel- nen Prämienbetreffnisse geschuldet sind. Die Annahme ei nes mittleren Verfalls bei periodisch anfallendem Schaden rechtfertigt sich aus Praktikabilit ätsgründen nur, soweit die Schadenshö- he konstant bleibt (vgl. BGE 131 III 12 E. 9.5). Gerad e diese Voraussetzung ist vorliegend aber infolge der wechselnden Monatsprämien (Wechsel ins Ha usarztmodell im Februar 2017) nicht gegeben, weshalb es sich verbietet, für den Beginn des V erzugszinses einen mittleren Verfall anzunehmen. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin de r Versicherten mit Mahnungen vom 17. Januar 2017 für die ausstehende Prämien der Monate Oktober, November und Dezember 2016 sowie mit Mahnung vom 17. März 2017 für die aussteh enden Prämie des Monats März 2017 verordnungskonform (vgl. Art. 105b Abs. 1 KVV) in Verzug gesetzt (vgl. Beilagen 12, 13 und 19 der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin). Für die entsprechenden Ausstände ist ein Verzugszins demnach jeweils ab dem sie betreffenden D atum der Mahnung geschuldet. Dies bedeutet, dass die Beschwerdeführerin auf die für Oktober, November und Dezember 2016 geschuldeten Prämien von Fr. 1‘210.35 ab 17. Jan uar 2017 sowie auf der für März 2017 geschuldeten Prämie (nach verrechnungsweiser Gutschrift ) von Fr. 243.70 ab 17. März 2017 Verzugszinsen im Umfang von 5% zu leisten hat. 6.2 Wenn die versicherte Person Aufwendungen verschulde t, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, kann der Versicherer gemäss Art. 105b Abs. 2 KVV anwendbaren Fas- sung angemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen allgemeinen Bestim- mungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine entsprechende Regelung vorsieht. Die Beschwerdegegnerin macht in diesem Zusammenhang Ma hnkosten im Umfang von Fr. 60.– (Fr. 20.– pro Mahnfall) geltend. Gemäss den ergänzenden Ausführungsbestimmungen der Beschwerdegegnerin zum KVG (vgl. KPT Ergänzende Vo llzugsbestimmungen zum KVG, Ausgabe 01.2004) werden bei Zahlungsverzug Mahngebühr en und Umtriebsspesen erhoben. Die von der Kasse unter diesem Titel vorliegend geltend gemachten Mahnkosten im Umfang von Fr. 60.– hätten bei fristgerechter Bezahlung der strittigen Ausstände ohne Weiteres vermie- den werden können. Die von der Kasse geltend gemachte Inkonvenienz für ihre Inkassomass- nahmen erweist sich demnach als rechtmässig und ist im Übri gen auch hinsichtlich ihrer Höhe als angemessen zu bezeichnen. Sie ist demnach ebenfalls von der Beschwerdeführerin zu tra- gen. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführ erin verpflichtet ist, der Beschwerdegegnerin für die Periode vom Oktober 2016 bi s und mit Dezember 2016 sowie für den März 2017 Fr. 1‘454.05 (nebst jeweils 5% Zins auf Fr. 1‘210.35 ab 17. Januar 2017 und auf Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 243.70 ab 17. März 2017) sowie Mahnkosten in der Hö he von Fr. 60.– zu bezahlen. In die- sem Umfang ist der Beschwerdegegnerin im Betreibungsver fahren Nr. X.____ der Zivilrechts- verwaltung Basel-Landschaft, Betreibungsamt, B.____, die definitive Rechtsöffnung zu erteilen. 8. Was die Betreibungskosten betrifft, so bilden diese s elber nicht Gegenstand des Rechtsöffnungsentscheides. Das Rechtsöffnungsgericht verfügt jedoch im Urteilsdispositiv über deren Zusprechung (vgl. ANDRÉ PANCHAUD /M ARCEL CAPREZ , Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 164; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversich erungsrecht [KG SV] vom 9. April 2003 [735 02 504] E. 6). Gemäss Art. 68 SchKG hat grundsätzlich die Schuldnerin die Betreibungskosten zu tragen (vgl. Urteil des EVG vom 2. Februar 2006, K 112/05 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Dazu gehören in jedem Falle die Kosten für den Zahlungsbefehl. Die Be- schwerdeführerin ist Schuldnerin im Betreibungsverfahren , weshalb die Kosten für die Ausstel- lung und Zustellung des Zahlungsbefehls von in der Hö he von Fr. 100.65 (Kosten des Zah- lungsbefehls vom 22. Juni 2017 in der Höhe von Fr. 73 .30 zuzüglich Kosten der Spezialzustel- lung von Fr. 27.35) von ihr zu übernehmen sind. 9. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenlos, so dass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Die ausserordentlichen Kosten werden dem Prozessausgang entsprechend wettgeschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen und es wird fes tgestellt, dass die noch offene Prämienforderung der KPT Krankenkasse AG für die Periode vom Oktober 2016 bis und mit Dezember 2016 sowie für den M ärz 2017 Fr. 1‘454.05 nebst jeweils 5% Zins auf Fr. 1‘210.35 ab 17. Januar 2017 und auf Fr. 243.70 ab 17. März 2017 beträgt. 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. X.____ de r Zivilrechtsverwal- tung Basel-Landschaft, Betreibungsamt, Liestal wird i m Umfang von Fr. 1‘454.05 nebst 5% Zins auf Fr. 1‘210.35 ab 17. Ja nuar 2017 und auf Fr. 243.70 ab 17. März 2017 zuzüglich Mahnkosten von Fr. 60.– aufge- hoben und es wird der KPT Krankenkasse AG in diesem Umfa ng die definitive Rechtsöffnung erteilt. 3. Die Betreibungskosten in der Höhe von Fr. 100.65 w erden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht