Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2022 158 Entscheid vom 25. Mai 2023 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Monica Huber-Landolt, Richterin MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien 1.A.________, 2.B.________, 3.C.________, 4.D.________, 5.E.________, 6.F.________, Beschwerdeführer, alle vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. G.________, gegen 1.Gemeinderat Sattel, Dorfstrasse 22a, 6417 Sattel, 2.Amt für Wald und Natur, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1184, 6431 Schwyz, 3.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, 4.H.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. I.________, Gegenstand Planungs- und Baurecht (Teilrevision Nutzungsplanung - Deponie und Waldrodung)2 Sachverhalt: A.Im Dezember 2019 hat die H.________ beim Gemeinderat Sattel das Ge- such um Zonenplanänderung für eine Deponie des Typs A im Flurgebiet J.________ inklusive Erschliessungsobjekt sowie dazugehörigem Rodungsge- such eingereicht. Im Amtsblatt Nr. __ vom ____ 2020 (S. ____ f.) publizierte der Gemeinderat Sattel die öffentliche Auflage des Teilzonenplans J.________, der "Änderung Baureglement Deponiezone J.________ und Sonderzone Holzlage- rung K.________" sowie der orientierenden Beilagen (Erschliessungsprojekt De- ponie J.________; Projekt Deponie Typ A, J.________; Umweltverträglichkeits- bericht; Rodungsgesuch). Unter Verweis auf diese Publikation der Teilzonenpla- nung wurde gleichzeitig auch das Rodungsgesuch der DGI für eine Rodungs- fläche von 1'980 m 2 auf den Grundstücken KTN __01, __02, __03 und __04 mit Ersatzaufforstung im gleichen Umfang am Rand der Deponie J.________ und nach dem Rückbau der Erschliessungsstrasse publiziert und öffentlich aufgelegt. B.1Gegen den Erlass des Teilzonenplans sowie gegen das Waldrodungsge- such erhoben einerseits am 20. Februar 2020 F.________ sowie anderseits am 2. März 2020 A.________, B.________, C.________, D.________ und E.________ Einsprache. Mit Beschluss (GRB) Nr. 2021-0063 vom 22. Februar 2021 (Versand am 18.5.2021) wies der Gemeinderat Sattel die Einsprachen im Sinne der Erwägun- gen ab (Disp.-Ziff. 1 u. 2). Ebenso wurden die Einsprachen gegen die Genehmi- gung des Waldrodungsgesuchs abgewiesen, soweit dies in der Kompetenz der Gemeinde lag (Disp.-Ziff. 3). B.2Mit Verfügung vom 11. Mai 2021 bewilligte das kantonale Amt für Wald und Natur (AWN) die Rodung von 1'980 m 2 Waldareal (davon 939 m 2 definitiv und 1'041 m2 temporär) für die Zuweisung zur Deponiezone und die Erstellung einer Aushubdeponie auf den Grundstücken KTN __01, __02, __03 und __04 (Disp.- Ziff. 1.1 f.) unter gleichzeitiger Abweisung der Einsprachen (Disp.-Ziff. 1.3), An- ordnung des Rodungsersatzes (Disp.-Ziff. 2) und weiteren Auflagen und Bedin- gungen (Disp.-Ziff. 3.1 ff.). Der Gemeinderat eröffnete den Einsprechern diese Verfügung mit seinem am 18. Mai 2021 versandten GRB Nr. 2021-0063 (Disp.- Ziff. 4). C.Gegen den GRB Nr. 2021-0063 (Versand am 18.5.2021) und die Ro- dungsbewilligung des AWN erhoben die vorerwähnten Einsprecher mit einer ge- meinsamen Eingabe vom 8. Juni 2021 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen:3 1. Es sei festzustellen, dass der Einspracheentscheid vom 22.02.2021 des Gemeinderates Sattel widerrechtlich und deshalb aufzuheben sei. 2. Es sei festzustellen, dass der Teilzonenplan "J.________" inkl. Änderung Baureglement (ABl Nr. __ v. ____2020, S. ____ f.) widerrechtlich ist und dieser deshalb nicht zu erlassen bzw. zu verweigern sei. 3. Es sei festzustellen, dass das Waldrodungsgesuch der Deponiegemeinschaft lnnerschwyz (ABl Nr. __ v. ____2020, S. ____) wie auch die erlassene Rodungsbewilligung rechtswidrig ist und es sei deshalb nicht zu genehmigen bzw. abzuweisen bzw. aufzuheben. 4. Unter Kostenfolgen zu Lasten des Staates und der Beschwerdegegnerin. D.Mit RRB Nr. 710/2022 vom 20. September 2022 wies der Regierungsrat die Beschwerde ab (Disp.-Ziff. 1). Die Verfahrenskosten (inkl. Kanzleikosten) im Be- trag von Fr. 1'500.-- wurden den Beschwerdeführern auferlegt (Disp. Ziff. 2). Zu- dem wurde den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit eine Parteien- tschädigung in der Höhe von Fr. 1'200.-- an die Beschwerdegegnerin auferlegt (Disp. Ziff. 3). E.Gegen diesen RRB Nr. 710/2022 (Versand am 27.9.2022) lassen A.________, B.________, C.________, D.________, E.________ sowie F.________ mit Eingabe vom 18. Oktober 2022 (Postaufgabe: am gleichen Tag) fristgerecht beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen: 1. Der Beschwerdeentscheid des Regierungsrates vom 20.09.2022 (VB 117/2021; Beschluss Nr. 710/2022) sei vollumfänglich aufzuheben. 2. Es sei festzustellen, dass der Teilzonenplan "J.________" inkl. Änderungen Baureglement (ABI Nr. __ v. ____2020, S. ____ f.) widerrechtlich ist und dieser deshalb nicht zu erlassen bzw. zu verweigern sei. 3. Es sei festzustellen, dass das Waldrodungsgesuch der Deponiegemeinschaft Innerschwyz (ABI Nr. __ v. ____2020, S. ____) wie auch die erlassene Rodungsbewilligung rechtswidrig ist und deshalb nicht zu genehmigen bzw. abzuweisen bzw. aufzuheben. 4. Unter Kostenfolgen zu Lasten des Staates und der Beschwerdegegnerin. F.Das Sicherheitsdepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 20. Okto- ber 2022 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen zulasten der Be- schwerdeführer. Der Gemeinderat Sattel teilt mit Schreiben vom 9. November 2022 unter Verweis auf seinen Einspracheentscheid vom 22. Februar 2021 sei- nen Verzicht auf eine Vernehmlassung mit. Das AWN beantragt mit Vernehmlas- sung vom 10. November 2022, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen unter Kostenfolgen zulasten der Beschwerdeführer. Die Beschwerdegegnerin stellt mit Vernehmlassung vom 19. Dezember 2022 folgende Anträge:4 1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei, soweit auf das Rechtsmittel eingetreten wird, abzuweisen, und der "Teilzonenplan J.________" / die Änderungen "Baureglement Deponiezone J.________ und Sonderzone Holzlagerplatz K.________" seien zu erlassen, mithin in Kraft zu setzen. 2. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Rodungsgesuch "Rodung Deponie J.________" sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, und die Rodung sei zu bewilligen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Bf. G.Mit Replik vom 28. Februar 2023 halten die Beschwerdeführer an ihren An- trägen gemäss der Beschwerde vom 18. Oktober 2022 vollumfänglich fest. Die Beschwerdegegnerin hält duplizierend am 6. April 2023 ihrerseits an den mit der Vernehmlassung vom 19. Dezember 2022 gestellten Anträgen fest. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Die Beschwerdegegnerin plant im Gebiet J.________ (Gemeinde Sattel) die Errichtung einer Deponie für unverschmutztes Aushubmaterial (Deponie Typ A gemäss Art. 35 der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen [Abfallverordnung, VVEA; SR 814.600] vom 4.12.2015). Dem Techni- schen Bericht der L.________ AG vom Dezember 2019 mit den Kapiteln Aus- gangslage und Ziele, Projektübersicht, Deponiebauwerk, Deponiebetrieb, Bo- denverbesserung K.________ sowie Endgestaltung und Folgenutzung lassen sich hierzu folgende Angaben entnehmen: Das Gebiet J.________ befindet sich nordöstlich des Dorfzentrums zwischen zwei Geländerippen am Südwesthang des M.________ auf einer Höhe von rund 800 m.ü.M. Der geplante Deponiestandort ist am Hang der südlichen Gelände- rippe (N.________) zwischen der J.________-strasse und dem Wald vorgese- hen. Das für die Bodenverbesserung vorgesehene Gebiet K.________ befindet sich östlich der O.________-strasse entlang der K.________-/P.________- strasse. Vom Vorhaben sind insgesamt zehn Grundstücke von sieben Grundei- gentümern direkt oder indirekt betroffen. Der Deponieperimeter betrifft die Grundstücke KTN __05, __02 und __04. Der Perimeter Bodenverbesserung be- trifft nur das Grundstück KTN __06. Die Grundstücke KTN __01, __03, __07, __08, __09 und __10 werden nur von der temporären Zufahrt tangiert. Diese vom Vorhaben betroffenen Grundstücke wurden unternehmerseitig vertraglich gesichert (S. 8 Ziff. 2.1). Der Standort umfasst eine Fläche von 5.85 ha (Deponiezone [davon 0.05 ha infrastrukturelle Einrichtungen], ohne Zonenbereich Zufahrt). Das Deponievolu- men beträgt rund 610'000 m 3 (fest, rund 60'000 m 3 pro Jahr), die mittlere Schüt-5 thöhe 10.6 m, die maximale Schütthöhe 24.9 m. Abgelagert wird ausschliesslich sauberes Aushub- und Ausbruchmaterial (Deponie Typ A für Abfälle gemäss An- hang 5 Ziff. 1 VVEA). Der Deponiebetrieb erfolgt in drei Etappen und dauert ins- gesamt voraussichtlich rund acht bis zehn Jahre. Das Vorhaben bedingt die Er- richtung einer separaten temporären Zufahrt sowie den Einbezug von Wald im Umfang von rund 0.2 ha (1'845 m 2 Rodungsfläche Deponie und 135 m 2 Ro- dungsfläche Zufahrt). Die am vorgesehenen Deponierand in geringem Ausmass betroffenen Waldflächen werden zur Realisierung eines optimalen Deponie- volumens im Sinne einer haushälterischen Bodennutzung einbezogen. Der Er- satz erfolgt teils schon zu Beginn des Betriebs in unmittelbarer Umgebung (S. 6 Ziff. 1.1). Der Standort befindet sich gemäss der Gewässerschutzkarte ausser- halb von nutzbaren Grundwasservorkommen. Die nächste gefasste Quelle im Abstrombereich befindet sich rund 400 m südwestlich im Gebiet Q.________ (S. 7 Ziff. 1.2). Am Hang der Geländerippe unterhalb des Waldes besteht eine Gefahrenzone maximal mittlerer Gefährdung durch Rutschungen/Hangmuren und/oder Sturzprozesse; in den flachen Bereichen entlang der J.________- strasse besteht eine maximal mittlere Gefährdung durch Hochwasserge- fahr/Murgang. Dieselben Gefährdungen betreffen einzelne Bereiche der Zu- fahrtsstrasse, jedoch nur marginal den Perimeter Bodenverbesserung K.________ (vgl. Umweltverträglichkeitsbericht [UVB] der L.________ AG vom Dezember 2019 S. 14 Ziff. 3.6). Die Erschliessung des Gebiets erfolgt von Westen her ab der O.________- strasse durch die Gebiete K.________ und R.________ auf einer separaten temporären Zufahrt, weil die bestehende Erschliessung des Gebiets J.________ für den Deponieverkehr ungeeignet wäre (Durchfahrt durch Siedlungsgebiet, Konflikt Anwohner- und Langsamverkehr). Bestehende Wegverbindungen wer- den nur im Bereich des Einmünders ab der O.________-strasse und bei zwei Querungen (P.________-strasse J.________-strasse) tangiert. Das Vorhaben bedingt die temporäre Rodung von 135 m 2 Wald. Die vollständig asphaltierte Zu- fahrt wird mit Abschluss des Deponiebetriebs bzw. der Rekultivierung zurückge- baut (S. 10 Ziff. 2.2; zu den Kennzahlen der Deponie vgl. die Übersicht S. 11 Ziff. 2.3). Schutzgebiete und Inventarobjekte werden vom Deponievorhaben nicht betroffen. Im Deponieperimeter befinden sich eine Hecke und einzelne Feld- gehölze (vgl. UVB S. 14 Ziff. 3.5). 2.1Mit GRB Nr. 2021-0063 vom 22. Februar 2021 hat der Gemeinderat Sattel namentlich festgehalten, der Standort "J.________" sei im kantonalen Richtplan als Deponiestandort ausgewiesen. Der separaten Erschliessungsstrasse komme lediglich dienende Funktion zu; sie sei kein Vorhaben mit den in Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 6 vom 22. Juni 1979 geforderten "gewichtigen Auswirkungen auf Raum und Um- welt". Der Richtplanvorbehalt gelte daher für die Erschliessungsstrasse nicht. Die Erschliessungsstrasse sei Gegenstand eines (projektbezogenen) Nutzungspla- nungsaktes, in welchem eine eingehende raumplanungsrechtliche Abklärung vorgenommen werde. Sie sei als Feinerschliessung zu beurteilen. Eine Abände- rung des kommunalen Erschliessungsplanes sei daher nicht erforderlich. Die Kri- tik der Einsprecher am UVB sei unberechtigt; er handle sämtliche relevanten Umweltthemen ab. Betreffend Abbaumenge werde nichts beschönigt. Der be- rechnete durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) sei ebenfalls zutreffend. Es sei nicht zu bezweifeln, dass der Lärmanteil des Deponieverkehrs deutlich unter dem Planungswert liege. Die Lärmdämpfung werde durch betriebliche Massnahmen (Erdwälle, Bodendepot) zusätzlich verbessert. Die im südöstlichen und westli- chen Teil der Deponiezone gelegenen Bereiche mittlerer Gefährdung gemäss der Naturgefahrenkarte bildeten keine Hindernisse für die geplante Nutzungspla- nung. Die hochwassersichere Überfahrt über den S.________-bach sei mit ver- hältnismässigem Aufwand machbar. Der Deponiebetrieb werde keine zusätzli- chen Auswirkungen auf den S.________-bach haben. Die Stabilität des Depo- niekörpers könne mit einem fachgerechten Aufbau der Böschungen sowie Ent- wässerungsmassnahmen gewährleistet werden. Der von O.________ herkom- mende LKW-Verkehr durch die kulturhistorische Zone "P.________/T.________" sei vernachlässigbar. Gewährleistet sei auch die Verkehrssicherheit. Lufthygiene wie Lärm würden als umweltverträglich beurteilt. Das AWN erwog in der Rodungsbewilligung vom 11. Mai 2021 unter anderem, das öffentliche Interesse an der Deponie gehe vorliegend dem Interesse an der Walderhaltung vor. Durch den Einbezug der beiden Waldränder lasse sich ein um rund 30 Prozent höheres Deponievolumen realisieren. Die Zielsetzung des Waldabstandes könne bei Deponien problemlos und vollumfänglich auch mit ver- ringertem Abstand erreicht werden. Es entspreche einer jahrelangen Praxis, De- ponievorhaben bis zu einem Mindestabstand von 6 m ab Stockgrenze zu bewilli- gen. 2.2Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen: - Das Rodungsgesuch bilde Bestandteil des Nutzungsplanverfahrens. Mass- gebend sei daher die 30-tägige Auflage- und Einsprachefrist des Nutzungs- planverfahrens (§ 25 Abs. 2 und 3 des Planungs- und Baugesetzes [PBG; SRSZ 400.100] vom 14.5.1987). Die Einsprachefrist sei daher von den Ein- sprechern gewahrt worden (Erw. 2.2) - Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer Ziff. 6, Eigentümer der Grundstücke KTN __11 und KTN __12, die an das Waldstück grenzten, wel-7 ches für die Erschliessungsstrasse durchstossen werde bzw. von einem Teilstück der Rodungsbewilligung betroffen sei, sei zu bejahen (Erw. 2.3). - Ein Augenschein sei nicht erforderlich (Erw. 3). - Der Bedarf für die neue Deponie sei mit der Deponieplanung 2017 ausgewie- sen. Die neue Deponie verfüge über eine ausreichende Grundlage im kanto- nalen Richtplan sowie in der kantonalen Deponieplanung (Erw. 5.1 f.). - Die geplante temporäre Zufahrtsstrasse von rund 750 m Länge vom Depo- nieareal bis zum Anschluss an die Hauptverkehrsachse auf der O.________- strasse bedürfe keiner Festsetzung im Richtplan. Die Planung der tem- porären Werk-strasse als projektbezogene Erschliessung im Rahmen des ak- tuellen kommunalen Nutzungsplangeschäfts genüge den Anforderungen der Raum- und Erschliessungsplanung (Erw. 6.1 ff.). - Im Rahmen der kantonalen Deponieplanung habe sich der Standort J.________ als der geeignetste Standort im Gebiet Sat- tel/Steinerberg/Rothenthurm erwiesen (Erw. 7 mit Hinweis auf Deponiepla- nung 2017, S. 32 Ziff. 4.2.1). - Das Deponievorhaben bzw. die diesbezügliche Nutzungsplanung verletze die Vorgaben des Natur- und Heimatschutzes nicht. Der UVB dokumentiere die vorhandenen Lebensräume (Anhang 1) inkl. Artenliste (Anhang 2) und lege deren Qualität detailliert dar. Die Rodung des Waldes und die Entfernung der Hecke und Feldgehölze soll - wenn möglich - im Herbst oder Winter und da- mit ausserhalb der Brutzeit der Vögel stattfinden (Erw. 8.2 f.). - Negative Einflüsse auf den Wildtierkorridor, der westlich des Deponieareals verlaufe, könnten ausgeschlossen werden (Erw. 8.4). - Die Rodungsbewilligung des AWN vom 11. Mai 2021 sei rechtens (Erw. 8.5 ff.). - Die verwaltungsinterne Praxis, Deponievorhaben bis zu einem Mindestabs- tand von 6 m ab Stockgrenze zu bewilligen, verstosse nicht gegen kantonales oder Bundesrecht (Erw. 8.8). - Die Auswirkungen der Erschliessungsstrasse in Bezug auf Oberflächenge- wässer, namentlich den S.________-bach, seien in der UVP berücksichtigt worden. Das Gebiet des Deponieperimeters werde bereits heute mittels di- verser Drainageleitungen entwässert und das Wasser dem S.________-bach als Vorfluter zugeführt (Erw. 9.1 ff.). - Die Gesamtstabilität der Deponie könne unter Einhaltung von ausgearbeite- ten Rahmenbedingungen gewährleistet werden. Die Berechnungen zur Stabi- lität des Deponiekörpers hätten eine ausreichende Sicherheit ergeben (Erw. 10.1 f. mit Hinweis auf technischer Bericht, S. 17). Das AWN beurteile das Gefährdungs- als auch das Schadenspotential als vernachlässigbar (Erw. 10.3). 8 - Ein massgebender Einfluss des Deponiebetriebs auf die Verkehrskapazität und die Verkehrssicherheit sei nicht zu erwarten (Erw. 11.1 f.). - Die ermittelten Lärmimmissionen lägen an den berechneten Empfangspunk- ten unterhalb des Planungswertes (Erw. 11.3). - Die (Luft-)Schadstoffzunahme sei gering (Erw. 11.4). - Die Teilzonenplanänderung führe nicht zur von den Beschwerdeführern be- fürchteten Beeinträchtigung des Seitentals sowie der kulturhistorischen Zone P.________/T.________ (Erw. 12). 2.3Die Beschwerdegegnerin anerkennt vernehmlassend einerseits die Erw. 1 bis 4 des angefochtenen Entscheides, hält dann sinngemäss gleichwohl daran fest, dass im Zusammenhang mit dem Rodungsgesuch die Einsprachefrist nicht gewahrt wurde (Vernehmlassung S. 2 f. Ziff. 5 f.). Es kann hierfür vorab auf die zutreffenden Ausführungen des Regierungsrates verwiesen werden. Die Rodung bzw. Rodungsbewilligung ist von Bedeutung so- wohl für die (temporäre) Erschliessung der Deponie wie auch für die Erweiterung der Deponiekapazität und lässt sich insofern nicht vom Nutzungsplanverfahren abtrennen. Eine Abtrennung dürfte insofern auch im Widerspruch zu den Grundsätzen der Koordination stehen (Art. 25a RPG), die sinngemäss auch auf das Nutzungsplanverfahren anwendbar sind (Art. 25a Abs. 4 RPG) (vgl. Mau- noir/Blaser-Suarez, in: Abt/Norer/Wild/Wisard [Hrsg.], WaG Kommentar zum Waldgesetz, Zürich 2022, Art. 12 N 18 u. 34). § 4 Abs. 1 des Kantonalen Wald- gesetzes (KWaG; SRSZ 313.110) vom 21. Oktober 1998 verlangt denn auch ei- ne gleichzeitige öffentliche Auflage eines Waldfeststellungs- oder Rodungsge- suchs, wenn ein solches in einem Nutzungsplan- oder Baubewilligungsverfahren erforderlich ist, mit den diesbezüglichen Gesuchen. Es kann in diesem Zusam- menhang auch auf das Bundesgerichtsurteil 1C_101/2020 vom 29.1.2021 (i.Sa. Halten, Erw. 4.1 ff. u. bes. Erw. 5) verwiesen werden. Bei einem Einbezug von Wald in eine Nutzungszone, was einer Rodungsbewilligung bedarf (vgl. Art. 12 des Bundesgesetzes über den Wald [Waldgesetz, WaG; SR 921.0] vom 4.10.1991), müssen Walderhaltungsinteressen schon im Nutzungsplanverfahren umfassend abgeklärt werden und Klarheit über den Zweck, das Ausmass und die Auswirkungen des Vorhabens herrschen. Beim Einbezug von Wald in eine Nut- zungszone darf die notwendige Koordination von Raumplanung und Rodungs- verfahren nicht zulasten des Waldschutzes gehen. Vorliegend wurde den Wal- derhaltungsinteressen in diesem Sinne auch im UVB der L.________ AG vom De-zember 2019 Rechnung getragen (S. 13 Ziff. 3.4 u. S 32 f. Ziff. 6.12). Dieser UVB bildete (richtigerweise) als orientierende Beilage Teil der Nutzungsplanrevi- sion, womit die 30-tägige Einsprachefrist zur Anwendung kommt. Vorliegend eine Differenzierung bei den Einsprachefristen anzunehmen hätte also zur unhaltba-9 ren Konsequenz, dass - bei gleichzeitiger Publikation und öffentlichen Auflage - zwar die 20-tägige Einsprachefrist gegen eine Rodungsbewilligung verpasst sein könnte, gleichzeitig aber die nutzungsplanerischen Grundlagen der Ro- dung(sbewilligung) und im Sinne von Art. 12 WaG auch diese selber weitere zehn Tage einspracheweise anfechtbar blieben. 2.4Die Beschwerdeführer halten im Wesentlichen an ihren bereits vor dem Regierungsrat vorgetragenen Rügen fest und machen Folgendes geltend: - Die geplante Deponiezone mit einer Breite von über einem Kilometer komme in eine intakte Natur in einem stillen idyllischen Nebental (vgl. Replik S. 3 lit. A.1) zu stehen. Das Seitental werde regelmässig von Wildtieren durch- quert. Die Erschliessung treffe eine grüne Wiese auf einer Länge von 750 m im Nichtbaugebiet und soll den bereits heute beeinträchtigten, Fische führen- den und teilweise einzudolenden S.________-bach überqueren. Die Schutthöhe von bis 24.90 m entspreche einem siebenstöckigen Haus. Täg- lich sollen 42 LKW ins ruhige Seitental und wieder zurück fahren. Über Jahre hinweg werde die kulturhistorische Zone "P.________/T.________" betroffen. Die Zeitdauer des Deponiebetriebs werde mit insgesamt acht bis zehn Jahren angegeben; eine Verlängerung bzw. eine Volumenvergrösserung der Depo- nie sei zu erwarten, was weitere 10 Jahre Deponiebetrieb zur Folge hätte. Weder die Einzonung noch die Rodungsbewilligung seien rechtskonform (Beschwerde S. 4 f. Ziff. II.1 ff.). - Es werde bestritten, dass es überhaupt einer neuen Deponie des Typs A in der Region Talkessel Schwyz bedürfe. Dies bestätige der Bericht Deponie- planung 2017. Es bestünden Überkapazitäten (Beschwerde S. 5 f. Ziff. 2). - Auch aus regionalen und transporttechnischen Überlegungen sei die Deponie abzulehnen. Eine in Sattel auf Vorrat erstellte Deponie zur Deckung des Be- darfs für die entfernten Deponieregionen Höfe/March und Ybrig/Einsiedeln hätte eine Unmenge an überregionalem Zusatzverkehr mit der entsprechen- den Umweltbelastung zur Folge (Beschwerde S. 7 lit. c). - Die Deponie stehe im Widerspruch zur kantonalen Richtplanung; sie halte sich nicht an die im Richtplan vorgesehene Dimensionierung. Der Erschlies- sungsschlauch könne nicht als solitär betrachtet werden, sondern zeitige im Sinne von Art. 8 Abs. 2 RPG gewichtige Auswirkungen auf Raum und Umwelt (Beschwerde S. 7 f. Ziff. 3; vgl. Replik S. 5 Ziff. 5). - Die Deponie bzw. der Teilzonenplan stehe im Widerspruch zu den raumpla- nerischen Grundsätzen gemäss Art. 2 Abs. 1 RPG und Art. 3 Abs. 1 RPG (Beschwerde S. 10 ff. Ziff. 5). - Der Teilzonenplan widerspreche jeglicher Erschliessungsplanung. Die ver- kehrsmässige Erschliessung einer Bauzone könne nicht durch den Erlass 10 oder die Schaffung einer Extra-Bauzone bzw. durch Ausscheidung einer pro- jektbezogenen, privaten sowie zeitlich befristeten Deponie-Strassenzone er- folgen. Eine Grundlage in einem Erschliessungsplan fehle (Beschwerde S. 9 Ziff. 4; vgl. Replik S. 4 lit. B.3). - Mit der Erschliessung, welche nicht standortgebunden sei, werde eine grosse Fläche von Fruchtfolgeflächen zerstört und für Jahre unbrauchbar gemacht. Die Deponie-Strassenzone von 750 m widerspreche eklatant dem Grundsatz der haushälterischen Bodennutzung (Beschwerde S. 11 lit. b). - Art. 35a Abs. 4 des zu revidierenden kommunalen Baureglements vom 15. April 2011 (mit seitherigen Änderungen) definiere nicht, was unter dem Ersatz bestehender ökologischer Strukturen zu verstehen sei (Beschwerde S. 12 lit. e). - Wie dem Zonenplan zu entnehmen sei, komme die geplante Deponie auf ei- nem Gebiet der mittleren Gefahrenzone und teilweise innerhalb des Perime- ters der Gefahrenkarte zu stehen. Ebenfalls betroffen seien auch Gebiete der geringen Gefahrenzone (Beschwerde S. 13 Ziff. 6.a ff.). - Zweifelhaft sei die Stabilität der Deponie. Die verheerende Überschwemmung von 1934 werde völlig ausser Acht gelassen (Beschwerde S. 14 lit. d f.; vgl. Replik S. 6 Ziff. 10). - Die Deponie stehe im Widerspruch zum Gewässerschutz (Beschwerde S. 14 f. Ziff. 7) wie auch zum Natur- und Heimatschutz. Das Landschaftsbild werde massiv gestört. Beeinträchtigt werde auch der für historisch interes- sierte Personen geeignete U.________ (Beschwerde S. 14 f. Ziff. 8). - Die kommunal unter Schutz gestellten Hecken (Art. 11 Abs. 1 der kommuna- len Schutzverordnung vom 21.2.1997 mit seitherigen Änderungen) gingen mit der Deponie verloren (Beschwerde S. 16 lit. c f.; vgl. Replik S. 5 Ziff. 3). - Die Deponie mit Rodung von Wald habe grosse Auswirkungen auf die vor- handenen Lebensräume des Wilds (Beschwerde S. 17 lit. d). - Die Deponie bzw. die Rodungen seien auch nicht mit der Waldgesetzgebung vereinbar. Neben der unzulässigen Rodung hielten weder Teilzonenplan noch Deponiezufahrtsstrasse den gesetzlichen Waldabstand ein (Beschwer- de S. 17 f. Ziff. 9). - Beeinträchtigt sei die Verkehrssicherheit. Entgegen der Ansicht des Regie- rungsrats bestünden weder Einfahrtbuchten noch Markierungen einer Bushal- testelle. Die Strassenübersicht bei der Kreuzung O.________- strasse/K.________ sei in beide Fahrtrichtungen stark eingeschränkt. Die Zunahme des Verkehrs sei bei mehr als 52 Lastwagenfahrten pro Tag bzw. bei während der Betriebstage eher gegen 70 täglichen Lastwagenfahrten er- heblich (Beschwerde S. 19 f. Ziff. 10; vgl. Replik S. 6 Ziff. 7 u. S. 7 f. Ziff. 14). 11 - Übermässig seien auch die Lärm- und Staubimmissionen. Bestritten werde, dass die Planungswerte gemäss Art. 23 des Bundesgesetzes über den Um- weltschutz (USG; SR 814.01) vom 7. Oktober 1983 i.V.m. Anhang 6 der Lärmschutz-Verordnung (LSV; SR 814.41) vom 15. Dezember 1986 einge- halten würden (Beschwerde S. 21 ff. Ziff. 11). 3.1.1 Art. 1 RPG normiert die Ziele der Raumplanung, Art. 3 formuliert die Pla- nungsgrundsätze. Zu den Planungsgrundsätzen, welche die mit Planungsaufga- ben betrauten Behörden zu beachten haben, gehört die Schonung der Land- schaft (Art. 3 Abs. 2 RPG); u.a. sollen insbesondere der Landwirtschaft genü- gende Flächen geeigneten Kulturlandes, insbesondere Fruchtfolgeflächen, erhal- ten bleiben (lit. a), Siedlungen, Bauten und Anlagen sich in die Landschaft ein- ordnen (lit. b), naturnahe Landschaften und Erholungsräume erhalten bleiben (lit. d) und die Wälder ihre Funktionen erfüllen können (lit. e). Wohngebiete sollen vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen wie Luftverschmutzung, Lärm und Er- schütterungen möglichst verschont werden (Abs. 3 lit. b). Für die öffentlichen oder im öffentlichen Interesse liegenden Bauten und Anlagen sind sachgerechte Standorte zu bestimmen. Insbesondere sollen regionale Bedürfnisse berücksich- tigt und störende Ungleichheiten abgebaut werden (Abs. 4 lit. a) sowie nachteili- ge Auswirkungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevölkerung und die Wirtschaft vermieden oder gesamthaft geringgehalten werden (Abs. 4 lit. c). Für die Erstellung ihrer Richtpläne erarbeiten die Kantone Grundlagen (Art. 6 Abs. 2 erster Teilsatz RPG; vgl. § 5 Abs. 1 PBG). In diesen Grundlagen geben sie auch Aufschluss über den Stand und die bisherige Entwicklung unter ande- rem der Versorgung (Art. 6 Abs. 3 lit. bbis RPG). Richtpläne sind für die Behörden verbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG; § 3 Abs. 2 PBG). Vorhaben mit gewichtigen Aus- wirkungen auf Raum und Umwelt bedürfen einer Grundlage im Richtplan (Art. 8 Abs. 2 RPG). 3.1.2 Nutzungspläne ordnen die zulässige Nutzung des Bodens (Art. 14 Abs. 1 RPG; § 4 Abs. 1 PBG). Sie unterscheiden vorab Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen (Art. 14 Abs. 2 RPG). Das kantonale Recht kann weitere Nutzungs- zonen vorsehen (Art. 18 Abs. 1 RPG). Nutzungspläne sind für jedermann ver- bindlich (Art. 21 Abs. 1 RPG; § 4 Abs. 2 PBG). In der Nutzungsplanung werden die Vorgaben des generalisierten kantonalen Richtplans unter Ausübung eines gewissen Ermessens parzellenscharf und grundeigentümerverbindlich umgesetzt (vgl. Waldmann/Hänni, Handkommentar RPG, 2006, Art. 15 N 2, vgl. Art. 9 N 10). Die Gemeinden sind verpflichtet, Zonenpläne und Erschliessungspläne samt den zugehörigen Vorschriften zu erlassen (§ 15 Abs. 1 erster Satz PBG). Bei der Er-12 füllung ihrer Planungspflicht sind die Gemeinden im Rahmen der Vorschriften und der übergeordneten Interessen des Bundes und des Kantons frei (§ 15 Abs. 3 PBG). In begründeten Fällen kann der Regierungsrat Gemeinden von der Pflicht, einen Erschliessungsplan zu erlassen, ganz oder teilweise befreien (§ 15 Abs. 4 PBG). Die Gemeinde scheidet im Zonenplan die erforderlichen Bau-, Landwirtschafts-, Schutz- und Gefahrenzonen aus (§ 17 Abs. 1 erster Satzteil PBG). Es können weitere Zonenarten festgelegt werden (§ 17 Abs. 2 PBG). Gemäss § 71 Abs. 1 PBG dürfen Deponien in entsprechenden Zonen errichtet und betrieben werden, wenn sie den Anforderungen des eidgenössischen und kantonalen Rechts entsprechen. Deponiezonen sind "beschränkte Bauzonen", die lediglich bestimmte, projektbe- zogene Bauvorhaben zulassen. Sie konkretisieren die Planungspflicht für solche Anlagen (Muggli, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen, Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 18 N 27 mit Hinweis auf Urteile BGer 1C_616/2014 vom 12.10.2015 Erw. 3, 1C_7/2012 vom 11.6.2012 Erw. 2.4; vgl. BGE 120 Ib 207 Erw. 5). 3.1.3 Im Rahmen der Nutzungsplanung hat eine gesamthafte Abwägung aller räumlich wesentlichen Gesichtspunkte und Interessen (Interessenabwägung) stattzufinden. Die Planungsgrundsätze sind lediglich Entscheidungskriterien und Zielvorgaben, die keine absolute Geltung beanspruchen, sondern im Rahmen der Interessenabwägung mit und gegen andere, möglicherweise widersprechen- de Planungsgrundsätze und anderswo gesetzlich fixierte Zielvorschriften abge- wogen werden müssen (BGE 117 Ia 302 Erw. 4b S. 307). Beruht die Planung auf einer umfassenden, den Anforderungen von Art. 3 der Raumplanungsverordnung (RPV; SR 700.1) vom 28. Juni 2000 entsprechenden Abwägung der massgebli- chen öffentlichen und privaten Interessen, so ist sie auch dann rechtmässig, wenn gewissen - in der Abwägung unterliegenden - Planungsgrundsätzen nicht Rechnung getragen wird (vgl. Urteil BGer 1C_361/2008 vom 27.4.2009 Erw. 3.1.3 mit Hinweisen). Stark zu gewichten sind die Kriterien des Erhalts der Fruchtfolgeflächen sowie der Schonung von Natur und Landschaft (vgl. Aemis- egger/Kissling, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen, Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 15 N 74 ff.). Eine Interessenabwägung verlangt auch Art. 5 Abs. 2 WaG (vgl. Keller, in: Abt/Norer/Wild/Wisard [Hrsg.], WaG Kommentar zum Waldgesetz, Zürich 2022, Art. 5 N 12). Dabei erfolgt die Interessenabwägung immer mit Blick auf ein be- stimmtes Werk und den damit verbundenen Zweck. 3.1.4 Die Behörde, welche die Nutzungspläne erlässt, erstattet der kantonalen Genehmigungsbehörde (Art. 26 Abs. 1 RPG; d.h. im Kanton Schwyz dem Regie-13 rungsrat, vgl. § 28 PBG und § 15 Abs. 1 der Vollzugsverordnung zum Planungs- und Baugesetz [VvPBG; SRSZ 400.111] vom 2.12.1997) Bericht darüber, wie die Nutzungspläne die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG), die Anregungen aus der Bevölkerung (Art. 4 Abs. 2 RPG), die Sachpläne und Konzepte des Bundes (Art. 13 RPG) und den Richtplan (Art. 8 RPG) berücksich- tigen und wie sie den Anforderungen des übrigen Bundesrechts, insbesondere der Umweltschutzgesetzgebung, Rechnung tragen (Art. 47 Abs. 1 RPV). 3.2.1 Im Rechtsmittelverfahren gemäss § 26 Abs. 2 PBG kommt dem Regierungs- rat als erste Beschwerdeinstanz (§ 45 Abs. 1 lit. b VRP) prinzipiell volle Überprü- fungszuständigkeit zu (Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG). Dem steht der Grundsatz, dass den nachgeordneten Planungsträgern der nötige Ermessensspielraum zu belas- sen ist (Art. 2 Abs. 3 RPG; § 15 Abs. 3 PBG), nicht entgegen. Der Regierungsrat hat zu prüfen, ob das Planungsermessen richtig und zweckmässig ausgeübt worden ist, freilich im Bewusstsein seiner spezifischen Rolle als kantonale Rechtsmittelinstanz und nicht als kommunale Planungsinstanz. Die Überprüfung hat sich sachlich vor allem dort zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenhei- ten geht, bei deren Wahrnehmung Sachnähe, Ortskenntnis und örtliche Demo- kratie von Bedeutung sein sollen sowie bei ausgesprochenen Ermessensfragen. Sie hat aber so weit auszugreifen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu si- chernden Interessen angemessen gewährleistet werden. Die Rechtsmittelbehör- de hat sich zudem institutionell auf ihre Kontrollfunktion zu beschränken, d.h. sie darf nichts Neues schöpfen, sondern sie hat die kommunale Planung an einem Sollzustand zu messen. Sie hat dann einzuschreiten, wenn die vorgesehene Lö- sung aufgrund überkommunaler öffentlicher Interessen als unzweckmässig er- scheint oder den für die Raumplanung wegleitenden Grundsätzen und Planungs- zielen nicht entspricht (vgl. statt vieler VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 2.5.1; EGV-SZ 2009 C 10.4; BGE 127 II 238 Erw. 3b/aa; Aemisegger/Haag, in: PK- RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren 2020, Art. 33 N 11 und 82 ff.; Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 33 N 64 ff.). Der Rechtsschutz will die Gesetzmässigkeit die Durchsetzung des Rechts ge- währleisten und zielt nicht direkt auf die Beeinflussung der politischen Entscheide ab (Muggli, in: PK-RPG: Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren 2020, Art. 4 N 10). 3.2.2 Dem Verwaltungsgericht kommt gestützt auf § 55 Abs. 1 VRP sowie in Be- achtung von Art. 110 BGG und Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschen- rechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) vom 4. November 1950 als zweite Beschwerdeinstanz nur mehr eine beschränkte Kognition zu, nämlich eine Rechts- kontrolle inkl. Sachverhaltsüberprüfung, indes keine Ermessenskontrolle (vgl. statt 14 vieler VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 2.5.2 mit Hinweisen; BGE 131 II 81 Erw. 6.6; Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 33 N 80a, 81). Als Rechtsverletzungen gelten auch qualifizierte Ermessensfehler (vgl. Wiederkehr/Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, 2020, N 2659), ebenso eine rechtsfehlerhafte Interessenabwägung (Tschannen, in: PK-RPG: Richt- und Sachplanung, Interes- senabwägung 2019, Art. 2 N 81). Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG wird Genüge getan, wenn einer übergeordneten und von der planfestsetzenden Behörde unabhängi- gen Beschwerdeinstanz, welche nicht ein Gericht sein muss, volle Kognition zu- kommt (vgl. statt vieler VGE III 2016 34 vom 28.9.2016 Erw. 2.4; BGE 127 II 238 Erw. 3b/bb; Aemisegger/Haag, a.a.O., Art. 33 N 11). 4.1Die Beschwerdeführer bestreiten, dass es überhaupt einer neuen Deponie des Typs A in der Region Talkessel Schwyz bedarf. 4.1.1 Art. 30e USG verlangt, dass Abfälle nur auf Deponien abgelagert werden (Abs. 1). Wer eine Deponie errichten oder betreiben will, braucht eine Bewilligung des Kantons; sie wird ihm nur erteilt, wenn er nachweist, dass die Deponie nötig ist. In der Bewilligung werden die zur Ablagerung zugelassenen Abfälle um- schrieben (Abs. 2). Die Kantone erstellen eine Abfallplanung. Insbesondere er- mitteln sie ihren Bedarf an Abfallanlagen, vermeiden Überkapazitäten und legen die Standorte der Abfallanlagen fest (Art. 31 Abs. 1 USG). Sie übermitteln ihre Abfallplanung dem Bund (Art. 31 Abs. 2 USG). Die vom Bundesrat erlassene VVEA gilt für die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen sowie für das Errichten und Betreiben von Abfallanlagen (Art. 2 Satz 1 VVEA). Die Kantone erstellen laut Art. 4 VVEA für ihr Gebiet eine Abfallplanung. Diese umfasst unter anderem insbesondere den Bedarf an Deponievolumen und die Standorte von Deponien (Deponieplanung) (Abs. 1 lit. d) sowie die notwendi- gen Einzugsgebiete (Abs. 1 lit. e). Art. 4 Abs. 2 VVEA verpflichtet die Kantone unter anderem auch bei der Deponieplanung zur Zusammenarbeit und nötigen- falls zur Festlegung kantonsübergreifender Planungsregionen. Die Kantone über- prüfen die Abfallplanung alle fünf Jahre und passen sie wenn nötig an (Art. 4 Abs. 3 VVEA). Art. 5 VVEA verlangt die Koordination der Abfallplanung mit der Raumplanung. Die Kantone haben die raumwirksamen Ergebnisse der Abfallpla- nung in der Richtplanung zu berücksichtigen (Abs. 1) sowie die in der Deponie- planung vorgesehenen Standorte von Deponien in den Richtplänen auszuweisen und für die Ausscheidung der erforderlichen Nutzungszonen zu sorgen (Abs. 2). Standort und Bauwerk von Deponien sowie die hierfür erforderlichen Vor- aussetzungen werden in Art. 36 ff. VVEA geregelt. Deponien des Typ A müssen ein mindestens nutzbares Volumen von 50'000 m 3 aufweisen (Art. 37 Abs. 1 lit. a VVEA). Bei einem Deponievolumen von mehr als 500'000 m 3 ist eine Umweltver-15 träglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich (Art. 10a USG i.V.m. Art. 1 i.V.m. Anhang Ziff. 40.4 der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung [UVPV; SR 814.011] vom 19.10.1988; vgl. § 45 Abs. 1 i.V.m. Anhang Ziff. 40.4 der Vollzugs- verordnung zum Einführungsgesetz zum Umweltschutzgesetz [VVzUSG; SRSZ 711.111] vom 3.7.2001). 4.1.2 Mit dem Schlussbericht "Überarbeitung Deponieplanung Kanton Schwyz" der V.________ AG vom Juni 2017 (hrsg. vom AFU [nachstehend: Schlussbe- richt]; vgl. auch AFU, Bericht zur Deponieplanung im Kanton Schwyz August 2017) wurden unter anderem der Volumenbedarf für Typ A-Deponien untersucht sowie mögliche Standorte eruiert (S. 4 Ziff. 1). Für den Talkessel Schwyz wurde bei einer Soll-Ablagerungskapazität von 3'842'000 m 3 und einem Restvolumen per Ende 2013 von 1'748'000 m 3 per Ende 2034 ein Nettobedarf von 2'094'000 m3 ermittelt. Dabei wurde das verfügbare Restvolumen für die Depo- nieregion Talkessel Schwyz ohne die bereits im Richtplan eingetragene bisherige Abbaustelle W.________ angegeben (mögliches Auffüllvolumen ca. 4 Mio. m 3). Dies wurde damit begründet, dass einerseits die vorgesehene Realisierbarkeit dieses Auffüllstandortes ab ca. 2030 noch mit einer gewissen Unsicherheit be- haftet ist. Andererseits soll nach dem Willen der kantonalen Behörden die Mög- lichkeit, Aushub abzulagern, nicht auf einen einzigen Deponiestandort be- schränkt sein (Schlussbericht S. 8 Ziff. 3.2.1). In der Schlussfolgerung wurde festgehalten (S. 10 Ziff. 3.2.3), in der Deponieregion Talkessel Schwyz sei mit dem geplanten Standort (Abbaustelle W.________), der ca. ab dem Jahr 2030 ungefähr 4 Mio. m3 zusätzlichen Deponieraum bringen werde, der Bedarf an ent- sprechendem Deponievolumen für die nächsten 20 Jahre ungefähr gedeckt. Mit Blick auf den Aushub-Typ aus Grossprojekten führt der Schlussbericht aus (S. 11 f. Ziff. 3.2.5), mit dem Beginn der vorgesehenen Auffüllung ab ca. 2030 in der bisherigen Abbaustelle W.________ werde ein für Grossprojekte bestehen- der Puffer "noch vergrössert". Ohne neue Auffüllreserven sei am Ende des Pla- nungshorizontes im Jahre 2035 voraussichtlich in der Deponieregion Talkessel Schwyz ein Restvolumen von ca. 1.5 Mio. m 3 übrig. Bei der Standortevaluation wurden für die Deponieregion Talkessel Schwyz Standorte mit einem Gesamtvo- lumen von 3.7 Mio m 3 beurteilt; dies einerseits um eine allfällige Deckungslücke bis zum Beginn der Auffüllung im Steinbruch W.________ vorzubeugen, ande- rerseits um die Deponieregion Talkessel Schwyz nicht alleine von diesem Abla- gerungsstandort abhängig zu machen. Die Grenze für die zu begehenden Standorte wurde aufgrund des zukünftigen Ablagerungsstandortes W.________ auf das 1.5fache des Netto-Bedarfes festgelegt; zuzüglich der Kleindeponien für den regionalen Eigenbedarf (Schlussbericht S. 18 Ziff. 4.1.2). Der Standort J.________ (mit einem veranschlagten Volumen von 300'000 m 3) kam in der 16 Bewertung der potentiellen Standorte des Talkessels Schwyz auf den 21. Rang und wurde in der Planung vorerst nicht mehr weiter berücksichtigt (vgl. S. 21 Ta- belle 6 i.V.m. S. 17 Ziff. 4.1.1). In der Folge wurde er gleichwohl zur Festsetzung im Richtplan vorgeschlagen. Da auch im Gebiet Sattel/Steinerberg/Rothenthurm eine Deponie aus regionalen und transporttechnischen Gründen realisiert werden soll, wurde auf Antrag der Gemeinde Sattel der Standort J.________ nochmals auf seine Machbarkeit analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass der Standort J.________, der für die Detailevaluation knapp nicht berücksichtigt worden war, der geeignetste Standort für die Teilregion Sattel/Steinerberg/Rothenthurm ist (S. 31 f.). Erneut wurde darauf hingewiesen, dass mit dem Abbaustandort W.________ der ausgewiesene Bedarf von 2 Mio. m 3 "theoretisch zweimal ge- deckt werden" könnte. Der Bedarf soll jedoch mit weiteren Standorten sicherge- stellt werden, einerseits um der Abhängigkeit von einem Standort entgegen zu wirken und anderseits, da die aktuellen Kapazitäten bis zum geplanten Beginn der Auffüllung W.________ zur Neige gehen würden. Ohne den Auffüllstandort W.________ betrage das zur Festsetzung vorgeschlagene Volumen 1'855'000 m3, was nicht ganz reichen würde, um den Bedarf (von 2'094'000 m 3) sicherzustellen (S. 31). 4.1.3 Der Deponiestandort J.________ wurde mit einem Volumen von 300'000 m3 unter der Nummer W-5.2.2.-02 und mit dem Status (Koordinationss- tand) "Festsetzung" in den kantonalen Richtplan aufgenommen (vgl. Richtplan- karte Teil Süd, 1:25'000, sowie Richtplantext S. 161, Stand 26.6.2020, vom Re- gierungsrat mit RRB Nr. 289 vom 24.4.2019 erlassen, vom Kantonsrat am 26.6.2019 zur Kenntnis genommen und vom Bund am 26.6.2020 genehmigt). Als Planungsgrundsätze für den Deponiebedarf wurde unter anderem vorgegeben (S. 160 W-5.1), dass die regionale Entsorgung und die Interessen von Natur- und Landschaftsschutz, Grundwasser- und Umweltschutz sowie von Wald- und Landwirtschaft (Wiederherstellung der betroffenen Fruchtfolgeflächen) zu berücksichtigen sind (lit. a), und dass bei Planung, Betrieb und Abschluss der Deponien die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes sowie Anliegen des ökologischen Ausgleichs angemessen zu berücksichtigen sind (lit. d). 4.1.4 Aufgrund der Deponieplanung 2017 ist mit den Vorinstanzen der Bedarf der Deponie J.________ zu bejahen. In der Deponieplanung werden die Unwäg- barkeiten angesprochen, die trotz der potentiellen Kapazitäten des (zukünftigen) Auffüllstandort W.________ ergänzende Deponien rechtfertigen. Es ist auch sinnvoll, die Ablagerungsmöglichkeiten für Aushub nicht auf einen einzigen (mög- lichen) Deponiestandort zu beschränken. Damit können nicht zuletzt auch die er- forderlichen Verkehrsbewegungen (LKW) optimiert werden. 17 Den Beschwerdeführern ist zwar insoweit beizupflichten, als in der Teilzonen- planrevision gegenüber der Deponieplanung 2017 und dem Richtplaneintrag eine Verdoppelung des Volumens auf 600'000 m 3 vorgesehen ist und dies dem Argu- ment der Verhinderung von Standortkonzentrationen widersprechen kann. Nicht zu verkennen ist auch, dass der Deponiestandort in einem ersten Anlauf nicht für die Festsetzung im Richtplan vorgesehen war. Hieraus kann jedoch nicht auf ei- ne Unzulässigkeit dieses Deponiestandortes geschlossen werden. Die Überbrü- ckung und Lösung (solcher) möglicher Widersprüche ist der (Raum-)Planung immanent. Dies kann dazu führen, dass im Zeichen der haushälterischen Nut- zung und Schonung der Landschaft (vgl. Art. 1 Abs. 1 RPG sowie Art. 3 Abs. 2 RPG) der bestmöglichen Ausnützung eines Deponiestandortes auch ein Augen- merk zu schenken ist. Es rechtfertigt sich daher, zur Sicherstellung des künftigen Bedarfs an Deponievolumen und zur Verhinderung eines künftigen Deponienot- standes, die für Deponien geeigneten Räume, welche zur Verfügung stehen, vorsorglich und in grosszügigen Dimensionen für Materialablagerungen zu reser- vieren (BGE 121 II 430 Erw. 6.b). Laut dem aktuellen Stand der alle fünf Jahre zu überprüfenden Deponieplanung (Stand Mai 2022, vgl. https://www.sz.ch/pub- lic/upload/assets/56149/Übersichtstabelle Deponiestandorte SZ.pdf?fp=2, einge- sehen am 27.4.2023) wird die Kapazität des Deponiestandortes J.________ neu auf 670'000 m3 veranschlagt. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass der Standort W.________ erst ab ca. 2030 zur Verfügung stehen werde. Aus dem (nur behör- denverbindlichen) Richtplaneintrag eines Volumens von 300'000 m 3 können die Beschwerdeführer mithin nichts zu ihren Gunsten herleiten, zumal angesichts der von der VVEA vorgegebenen allfünfjährlichen Überprüfung der Deponieplanung. Festzuhalten ist zudem, dass allfällige Re-Evaluationen und/oder noch nicht berücksichtigte Faktoren wie auch fehlende Zustimmungen von Grundeigentü- mern eine andere oder variierte Beurteilung nahelegen können. So wurden im Rahmen der Deponieplanung in einer ersten Grobevaluation von 130 Standort- vorschlägen deren rund 100 zurückbehalten und nach verschiedenen Kriterien weiter evaluiert (vgl. Amt für Umweltschutz, Bericht zur Deponieplanung im Kan- ton Schwyz, August 2017, S. 11 Ziff. 5.1). Im Rahmen dieser Deponieplanungen wurde auch aufgrund von Ausschluss- und Bewertungskriterien (Siedlungsnähe; Gewässerschutz; Natur- und Landschaftsschutz; Wald; Tangierung von Infra- strukturanlagen für Verkehr und Freizeit; Kulturgüter; Naturgefahren; Landwirt- schaft; Wirtschaftlichkeit [Deponievolumen, Bodennutzungseffizienz]) eine (erste) Interessenabwägung vorgenommen (vgl. Bericht zur Deponieplanung S. 12 f. Ziff. 5.2). Laut UVB der L.________ AG vom Dezember 2019 (S. 17 Ziff. 4.2) wird rund 75 % des Aushubs (von Süden her) aus der Region Goldau/Schwyz mit ei- ner Transportdistanz von 10 bis 15 km angeliefert; die restlichen 25 % verteilen sich auf die Region Rothenthurm/Einsiedeln (20 %, rund 18 km) sowie 18 T.________/O.________ (5 %, rund 8 km). Der Grossteil (rund 95 %) wird ent- sprechend von Süden her via O.________-strasse angeliefert. Es bestehen so- mit - wie auch angesichts der regionalen Deponieplanung (Höfe/March; Yb- rig/Einsiedeln; Talkessel Schwyz; Küssnacht; Muotathal sowie Wägital) - keine Anhaltspunkte dafür, dass die Deponie einen erheblichen überregionalen Zu- satzverkehr mit Anlieferungen über weite Transportdistanzen haben wird. 4.2Die Beschwerdeführer rügen einen Widerspruch des Teilzonenplans zu ei- ner gehörigen Erschliessungsplanung. 4.2.1 Die Erschliessung von Deponiezonen soll den raumplanungsrechtlichen Anforderungen genügen und möglichst nicht durch Wohngebiete erfolgen (Urteil BGer 1C_23/2017 vom 3.10.2017 Erw. 3.3). Die Vermeidung von Wohngebieten ist mit der geplanten Erschliessung über eine eigens zu erstellende Werkstrasse gewährleistet. 4.2.2 Land ist erschlossen, wenn die für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht bzw. wenn es für die betreffende Nutzung genügend zugänglich ist (Art. 19 Abs. 1 erster Satzteil RPG bzw. § 37 Abs. 1 erster Satzteil PBG). Die Gemeinden ordnen die Erschliessung der Bauzonen unter anderem durch Pläne über die Verkehrsanlagen (§ 22 Abs. 1 erster Satzteil PBG). Die Gemeinde berücksichtigt die Bedürfnisse der Landwirtschaftszonen und verhindert eine un- nötige Belastung dieser Zone mit Erschliessungswerken (§ 22 Abs. 3 PBG). Der Erschliessungsplan legt die Groberschliessung der Bauzonen gesamthaft oder für Teile davon fest. Er bezeichnet dafür die Etappen, das Ausbauprogramm und die Kosten für die einzelnen Etappen (§ 23 Abs. 1 f. PBG). Art. 19 Abs. 1 RPG verlangt nicht, dass das Erschliessungsprogramm in Form eines Nutzungsplans erlassen wird (Jeannerat, in: Aemisegger/Moor/Ruch/ Tschannen, Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 19 N 63). Das kantonale Recht sieht den Erschliessungsplan nur für die Grob- erschliessung vor. Die Anlagen der Groberschliessung sind in der Regel ins Ei- gentum der Gemeinde (oder eines konzessionierten Versorgungswerkes) zu übernehmen (§ 27 Abs. 1 PBV). Unter Groberschliessung wird gemäss Art. 4 Abs. 1 des Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetzes (WEG; SR 843) vom 4. Oktober 1974 die Versorgung eines zu überbauenden Gebiets mit den Haupt- strängen der Erschliessungsanlagen verstanden. Die Feinerschliessung umfasst den Anschluss der einzelnen Grundstücke an die Hauptstränge der Erschlies- sungsanlagen mit Einschluss von öffentlich zugänglichen Quartierstrassen (Art. 4 Abs. 2 WEG).19 4.2.3Die Erschliessung mittels einer Werkstrasse beginnt an der Kreuzung O.________-strasse/K.________-strasse, verläuft entlang des K.________- X.________, kreuzt nach rund 400 m die P.________-strasse (kommunale Strasse, einspurig), führt weiter (rund 150 m) bis zum Gebiet "______ R.________", wo der X.________ an seinem niedrigsten Verlauf (mittels Felsein- schnitt von rund 4.5 m) gekreuzt wird. Anschliessend verläuft die Erschliessung geländegleich (unter Querung des S.________-bachs) bis zur J.________- strasse, wo sich die Anlieferungskontrolle und Zufahrt zur Deponie befinden. Die gesamte Erschliessungsstrasse mit bituminöser Fahrbahn weist eine Länge von rund 750 m auf, dient ausschliesslich und nur an Werktagen dem Werkverkehr zur und von der Deponie und wird nach Deponieabschluss (rund 10 Jahre) zurückgebaut. Sie ist als einspurige Werkstrasse für den Werkverkehr konzipiert; an beiden Enden wird sie mit Einfahrtsverbotsschildern mit Ausnahmen gekenn- zeichnet. Beim Hangeinschnitt ist angesichts der fehlenden ausreichenden Ein- sehbarkeit eine Lichtsignalanlage (rot / gelb blinkend) vorgesehen. Im Bereich der Geländeaufwertung auf den Parzellen KTN __07 und __06 wird der Unterbau (Koffer) dem Gelände angeglichen und begrünt. In den übrigen Bereichen erfolgt ein Rückbau auf das umgebende Gelände. Der Satteldurchschnitt verbleibt nach Rückbau der Erschliessung (vgl. V.________ AG, Sattel, Erschliessung Deponie J.________, Bericht Nr. 5119002.1c, vom 10.12.2019, S. 5 Ziff. 1 und S. 12 f. Ziff. 4.1 ff. [in Dossier Version Vorprüfung]). 4.2.4 Es scheint offenkundig, dass es sich bei der geplanten Werkstrasse nicht um eine Groberschliessung handelt. Zum einen handelt es sich nicht um einen (Strassen-)Hauptstrang, an die ein überbauendes Gebiet anzuschliessen ist. Zum andern bezweckt die Werkstrasse einzig die Zufahrt zur Deponie, ohne dass andere Erschliessungseinrichtungen erheblich tangiert und/oder Dritte be- troffen werden. Zur Benutzung freigegeben ist sie grundsätzlich nur während der Betriebszeiten an den Werktagen. Des Weiteren ist kein Interesse der Gemeinde an einer auch nur temporären Übernahme der Werkstrasse - und damit auch ei- ner (Mit-)Finanzierung derselben (vgl. § 44 PBG) - in ihr Eigentum erkennbar. Da die Werkstrasse trotz ihrer Dimensionierung (Längenausdehnung) einzig der De- ponie dient, wird sie von den Vorinstanzen zu Recht als Feinerschliessung quali- fiziert, die den Eigentümern (d.h. der Beschwerdegegnerin) obliegt. Eine planeri- sche Erfassung im kommunalen Erschliessungsplan neben dem nutzungsplane- rischen Ausweis der Werkstrasse (vgl. auch Technischer Bericht der V.________ AG vom 10.12.2019 [Version für die Auflage] zum Erschliessungsprojekt im Rahmen der Nutzungsplanung [Bericht Nr. 5119002.1c]) wäre folglich nicht sachgerecht. Damit ergibt sich ohne weiteres auch, dass ein Richtplaneintrag für die Werk-strasse nicht erforderlich ist bzw. mit Sinn und Zweck eines Richtplanes 20 nicht zu vereinbaren wäre. Den Auswirkungen der Werkstrasse auf Raum und Umwelt wurde im Technischen Bericht der L.________ AG vom Dezember 2019, in deren Umweltverträglichkeitsbericht vom Dezember 2019 sowie im Planungs- bericht nach Art. 47 RPV Rechnung getragen. 5.1.1 Der UVB beschreibt unter anderem den Standort und die Umgebung (Ka- pitel 3) und äussert sich in Kapitel 6 zu den voraussichtlichen Auswirkungen auf die Umwelt (S. 22 ff.; Lufthygiene, Lärm/Verkehr, Erschütterungen, Nichtionisie- rende Strahlung [NIS], Grundwasser, Oberflächengewässer, Entwässerung, Bo- den/Landwirtschaft, belastete Standorte [Altlasten], Abfälle/umweltgefährdende Stoffe, invasive Organismen, Wald, Flora/Fauna/Lebensräume, Landschafts- /Ortsbildschutz, Kulturgüter/Archäologie, Störfallvorsorge). Methodisch übernimmt der UVB (S. 9 Ziff. 1.2) die drei Gedankenschritte der In- teressenabwägung (Ermitteln, Beurteilen, Optimieren, vgl. Aemisegger/Kissling, a.a.O., Vorbemerkungen zur Nutzungsplanung, N 13 ff.). Jeder Themenbereich wird nach dem gleichen Muster abgehandelt: Nennung der (rechtlichen) Grund- lage(n), Schilderung von Ist- und Ausgangszustand, Betriebsphase, Endzustand und schliesslich Beurteilung/Massnahmen. In Kapitel 7 werden die zwecks Ge- währleistung/Verbesserung der Umweltverträglichkeit zu ergreifenden Massnah- men in einer Übersicht dargestellt. In der Gesamtbeurteilung (S. 41 Kapitel 8) wird der Deponieperimeter als zweckmässig sowohl aus Sicht der Raumplanung, Erschliessung und Transportes wie auch des Umweltschutzes beurteilt (Ziff. 1). Das Projekt sehe alle notwendigen, vertretbaren Massnahmen zum bestmögli- chen Schutz der Umwelt vor. In allen Umweltbereichen würden die massgeben- den Rechtsbestimmungen und Richtlinien eingehalten. Das Vorhaben sei um- weltverträglich (Ziff. 4). 5.1.2Der Planungsbericht nach Art. 47 RPV (S. 21) bestätigt, dass der UVB kei- ner Ergänzung bedarf. Mit dem Planungsbericht wird das Deponievorhaben unter anderem detailliert auf seine Berücksichtigung der Planungsziele und -grund- sätze nach Art. 1 und 3 RPG hin untersucht (S. 15 Ziff. 6.1). Ein Widerspruch konnte nicht ausgemacht werden. 5.2Die Beschwerdeführer rügen einen Widerspruch zur haushälterischen Bo- dennutzung und insbesondere eine Zerstörung von Fruchtfolgeflächen (FFF). 5.2.1 Laut dem UVB (S. 28 Ziff. 6.8), dem Fachbericht "Boden" der Y.________ AG vom 15. Mai 2018 (S. 12 Ziff. 5.3) und dem Technischen Bericht sind auf dem Gebiet der geplanten Deponiezone Fruchtfolge-Kontingentsflächen von rund 1.6 ha bezeichnet (Lageklasse 3). Gemäss der Bodenkartierung sind im Depo- nieperimeter bisher jedoch keine FFF vorhanden, was mit der starken Hydromor-21 phie und den Hanglagen erklärt wird. Unter der Annahme, dass die Rekultivie- rungsziele erreicht werden und die Böden in Zukunft eine Nutzungseignungs- klasse (NEK) 6 aufweisen (d.h. Futterbau bevorzugt, Ackerbau stark einge- schränkt), sind die Flächen mit weniger als 18 % Hangneigung neu zu 50 % als FFF anrechenbar. Die Flächen im Gebiet der Bodenverbesserung K.________ sind nach erfolgter Rekultivierung in der NEK 5 (Futterbaubetonte Fruchtfolge) und somit voll als FFF anzurechnen; aus klimatischen Gründen ist eine höhere NEK-Klassierung als NEK 5 nicht zu erreichen. Die FFF-Bilanz erweist sich ins- gesamt auf jeden Fall als ausgeglichen (vgl. Plan Nr. P-5A, Gegenüberstellung Fruchtfolgeflächen, 1:4'000, vom 18.12.2019; Planungsbericht nach Art. 47 RPV der Z.________ AG, vom 6.1.2020 S. 6 Ziff. 3.2). 5.2.2 Die Befürchtungen der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den FFF ist unbegründet. Zwar bringt es das Deponievorhaben mit sich, dass eine FFF- Kontingentsfläche betroffen ist und die landwirtschaftliche Nutzung auf längere Zeit nicht mehr in Frage kommt. Im Bericht Boden wird jedoch überzeugend auf- gezeigt, dass die betroffene FFF - insbesondere im Bereich der Deponie - effek- tiv keine FFF-Qualität aufweist. Der Verlust an FFF wird gleichwohl vor allem im Bereich K.________, wo die Werkstrasse dem Rand des nutzbaren Landwirt- schaftslandes entlanggeführt wird, kompensiert. Aus dem Bericht Boden ergibt sich, dass es sich hierbei um eine besser geeignete bzw. zu klassierende land- wirtschaftliche Fläche handelt. Damit wird auch den Vorgaben der kantonalen Richtplanung Nachachtung verschafft. Demgemäss ist die Inanspruchnahme von FFF grundsätzlich so gering wie möglich zu halten. Werden trotzdem FFF tan- giert, sind diese im Rahmen der Rekultivierungsmassnahmen in der gleichen Qualität wiederherzustellen; andernfalls sind die Flächen mit geeigneten Mass- nahmen zu kompensieren (Richtplantext S.159). Vorliegend kann nicht gesagt werden, FFF würden für Jahre zerstört und unbrauchbar gemacht. 5.2.3 Der geltend gemachte Widerspruch zur haushälterischen Bodennutzung besteht nicht. Die temporäre und nach Abschluss der Deponie zu renaturierende Werkstrasse ist auf direktem Weg von der O.________-strasse her geplant. Mit ihrer Führung entlang des K.________-X.________ wird die Beanspruch nutzba- rer Grünflächen weitestgehend vermieden. 5.3Die Beschwerdeführer bemängeln eine ungenügende Beachtung der Ge- fahrensituation sowie der Stabilität der Deponie. 5.3.1 Im Bereich des Deponievorhabens befinden sich keine naturgefahrensen- siblen Objekte. Der UVB bezeichnet daher sowohl die Gefährdung als auch das Schadenpotential zu Recht als vernachlässigbar (S. 14 Ziff. 3.8). Für die notwen-22 digen Massnahmen am Objekt (Entwässerung) wird auf den Technischen Bericht und den Technischen Bericht zum Erschliessungsprojekt verwiesen. Der Techni- sche Bericht äussert sich einlässlich zur Entwässerung (S. 14 ff. Ziff. 3.1); der Technische Bericht zum Erschliessungsprojekt der V.________ AG vom 10. De- zember 2019 geht neben der Entwässerung ausführlich auf die Naturgefahren namentlich im Zusammenhang mit der Bachquerung S.________-bach und mit Sturzprozessen ein (S. 18 ff. Ziff. 4.6 ff.). Unter anderem wird klargestellt, dass bei Niederschlägen im Allgemeinen und bei Starkniederschlägen im Besonderen kein Deponiebetrieb erfolgt und auch die Werkstrasse nicht genutzt wird. Daher sei die über die Strasse umlaufende Wassermenge für den Werkverkehr nicht von Belang (S. 19). Betreffend die mittlere Gefährdung für Sturzprozesse sei aufgrund der geringen Verkehrsfrequenz nur mit Lastwagen und der geringen Verweildauer beim Vorbeifahren mit keinem signifikanten Personen- oder Sach- risiko zu rechnen. Daher seien keine Massnahmen zu treffen (S. 20 Ziff. 4.8). 5.3.2 Der Böschungsstabilität widmet sich der Bericht Nr. 2317043.1a der V.________ AG vom 28. November 2018. Die Böschungsbereiche und der Bö- schungsfuss werden stabilitätsmässig als unproblematisch betrachtet (S. 11 Ziff. 4.1.3). Zur Gewährleistung der Stabilität im Deponiekörper werden verschie- dene Randbedingungen formuliert, die bei der Aufschüttung zu beachten sind (S. 11 f. Ziff. 4.2). Des Weiteren wird auch in diesem Bericht Bezug auf Naturge- fahren (S. 9 Ziff. 3.6) und die Entwässerung (S. 13 Ziff. 6) genommen. Die ange- sprochenen Randbedingungen wurden eins zu eins in den technischen Bericht übernommen. Unter Bezugnahme auf den "Bericht Setzungsberechnungen für das Gebäude J.________-strasse __" der V.________ AG vom 26. November 2018, in welchem Zusammenhang fünf Rammsondierungen vorgenommen wor- den waren, wird auch festgehalten, dass gestützt auf die Setzungsberechnungen für dieses Gebäude infolge der Deponieschüttung keine Schäden zu erwarten seien (S. 17 Ziff. 3.2). Gestützt auf diese Berichte/Abklärungen hält auch der UVB fest (S. 14 Ziff. 3.7), dass aus geotechnischer Sicht die Gesamtstabilität mit der vorgesehenen Endgestaltung unter Berücksichtigung der Vorgaben an das zu verwendende Auffüllmaterial (namentlich betreffend den Böschungsbereich) gewährleistet werden kann. Er weist allerdings darauf hin, dass die durch die Deponie bewirkte neue Topographie einen Einfluss auf die Gefahrensituation Hochwasser/Murgang hat, weshalb nach Abschluss der Arbeiten die Gefahren- karte zu aktualisieren sein wird (S. 27 Ziff. 6.6). 5.3.3 Gestützt auf diese Beurteilung, gegen deren Richtigkeit seitens der Be- schwerdeführer keine hinreichend substantiierten Vorbringen gemacht werden, durfte der Regierungsrat zu Recht folgern, dass - auch im Bereich des 23 S.________-bachs - keine (zusätzliche) Hochwassergefahr besteht (vgl. ange- fochtener Entscheid Erw. 9.2 f.). Es ist weder erkennbar, dass und/oder weshalb die Deponie wie auch die Werkstrasse infolge der teilweisen Situierung in Zonen leichter und mittlerer Gefährdung nicht realisierbar sein sollten, noch dass die Stabilität der Deponie nicht sichergestellt werden kann und/oder durch die Depo- nie das Gefahrenpotential erhöht wird. Der Realisierbarkeit der Deponie kann auch eine rund 90 Jahre zurückliegende Überschwemmung nicht entgegengehal- ten werden. 5.4Die Beschwerdeführer bestreiten, soweit ersichtlich, nicht, dass das Depo- niegebiet nicht im Gewässerschutzbereich liegt und auch nicht von Grund- wasserleitern tangiert wird. Der Umgang mit einer privaten Brunnenstube auf KTN __04 im südlichen Randbereich der Deponie wird privatrechtlich geregelt. Für die Auffüllung wird ausschliesslich sauberes Aushub- und Ausbruchmaterial verwendet. Betreffend das Grundwasser entspricht der Endzustand dem Aus- gangszustand. Der UVB bejaht die Umweltverträglichkeit aus gewässerschutz- rechtlicher Sicht vorbehaltlos (S. 25 f. Ziff. 6.5). Gleichermassen hat das Vorha- ben im rekultivierten Zustand und unter besonderer Berücksichtigung des S.________-bachs keine Auswirkungen auf die Oberflächengewässer (UVB S. 26 f. Ziff. 6.6). Der von den Beschwerdeführern geltend gemachte Widerspruch zu den Anliegen des Gewässerschutzes entbehrt einer Grundlage im Faktischen. 5.5Die Beschwerdeführer hegen auch Bedenken am Deponievorhaben aus Gründen des Natur- und Heimatschutzes sowie des Schutzes des Lebensrau- mes für das Wild. 5.5.1 Was die Eingliederung der Deponie in die Landschaft und das Ortsbild be- trifft, geht der UVB bei seiner Beurteilung vom bis anhin landschaftlich urtümli- chen und nicht stark veränderten Gebiet aus, das im Übergangsbereich von der Hügellandschaft des O.________-tals zur voralpinen Berglandschaft mit entspre- chend vielseitiger Topographie liegt. Deshalb sei bei der Gestaltung des Depo- nie-körpers eine entsprechende Sorgfalt erforderlich (S. 37 f. Ziff. 6.14). Mittels differenzierter Neigungsbereiche und des Ersatzes der vorhandenen und vom Vorhaben betroffenen landschaftsprägenden Elemente (Einzelbäume, Hecken, Felsblöcke [vgl. Plan-Nr. 2A, Endgestaltung, Situation 1:100, vom 10.7.2019 und 18.12.2019; vgl. Technischer Bericht S. 25 Ziff. 6.1]) wird die vorgesehene End- gestaltung ins bestehende Gelände eingefügt. An Objekten des Heimat- und Naturschutzes in der Nähe der Deponie werden namentlich ein stattlicher Walnussbaum (Naturobjekt, Anhang 4 Nr. E09 der 24 kommunalen Schutzverordnung) erwähnt, der am südwestlichen Rand der De- ponie, westlich der J.________-strasse vor einem Wohnhaus steht, sowie ein Bildstöckchen (Kulturobjekt; Anhang 2 Nr. 105 der kommunalen Schutzverord- nung) bei der Abzweigung J.________-strasse / P.________-strasse, rund 100 m südwestlich des südlichen Deponierandes; beide werden durch die Depo- nie nicht beeinträchtigt. Zwischen der Deponie und der (mindestens) 200 m süd- lich gelegenen Ortsbildschutzzone befindet sich die Krete des N.________ (Aus- läufer des M.________), d.h. es besteht keine Sichtverbindung. Der UVB kommt zum Ergebnis, dass objektiv-betrachtet keine negativen Auswirkungen auf das Landschafts- und Ortsbild zu erwarten sind. Es besteht kein Anlass, an der Richtigkeit dieser überzeugenden und mit Planun- terlagen dokumentierten Ausführungen zu zweifeln. Die gegenteilige Auffassung einer massiven Beeinträchtigung des Landschaftsbildes beruht auf einer un- massgeblichen subjektiven Beurteilung. Das von den Beschwerdeführern vorgebrachte Argument einer Beeinträchtigung der kulturhistorischen Zone P.________/T.________ sowie des U.________, die beide der Deponie entgegenstünden, hat der Regierungsrat überzeugend ent- kräftet (angefochtener Entscheid Erw. 12). Zum einen wird die kulturhistorische Sonderzone durch einen Waldstreifen sowie eine Geländerippe vom Projektpe- rimeter getrennt (zur kulturhistorischen Schuttzone vgl. kommunaler Zonenplan "Siedlungsgebiet" 1:5'000, vom 5.6.2016, vom Regierungsrat genehmigt mit RRB vom 6.9.2016; zur nördlich der P.________- und AA.________-strasse gelege- nen archäologischen Zone T.________ vgl. WebGIS-SZ Geokategorie Gesell- schaft/Kultur > archäologische Gebiete). Zum andern kann beim U.________ ei- ne Hörspielstation, welche allenfalls durch den Werkverkehr (akustisch) beein- trächtigt werden sollte, mit geringem Aufwand versetzt werden. Vernehmlassend weist das Sicherheitsdepartement zudem darauf hin, dass für den U.________ keine fixe Laufroute vorgegeben wird und nicht abschliessend gesagt werden kann, ob und gegebenenfalls wo die Werkstrasse gekreuzt wird. 5.5.2 In extenso und detailliert erläutert der UVB auch Flora (Fauna und Lebens- räume; S. 33 ff. Ziff. 6.13). National geschützte Pflanzen oder solche der roten Liste wurden nicht gesichtet. In der Beurteilung wird der Ersatz der ökologisch wertvollen Strukturen (Hecke, Feldgehölze, Hochstamm-Obstbäume, blütenrei- che Wiesen und felsige Strukturen) genannt. Es werde darauf geachtet, dass die Strukturen im Vergleich zur heutigen Situation ökologisch mindestens gleichwer- tig angelegt würden. Im Falle der Hecke werde die Qualität bezüglich Artenvielfalt gesteigert. 25 Als unbegründet erweist sich somit der Einwand des Verlustes kommunal ge- schützter Hecken. Die im Deponieperimeter gelegenen Bäume, Hecken und Felsbrocken werden praktisch eins zu eins und unter Verbesserung derer Qua- lität ersetzt werden. 5.5.3 Zu ergänzen ist, dass Art. 5 der kommunalen Schutzverordnung Bewilli- gungen für die Beeinträchtigung oder Beseitigung eines Schutzgegenstandes vorsieht, wenn sich ein gewichtiges, das Interesse an der Erhaltung überwiegen- des Bedürfnis nachweisen lässt (Abs. 4) und der Verursacher für die Wiederher- stellung oder sonstwie für angemessenen Ersatz sorgt (Abs. 5). Diese Voraussetzungen sind vorliegend mit dem Bedürfnisnachweis der Deponie sowie den dargelegten Ersatzmassnahmen erfüllt. Ein Verstoss gegen die Schutzordnung ist zu verneinen. Unbegründet erweist sich ebenso die Rüge, es werde nicht definiert, was unter dem Ersatz der bestehenden ökologischen Struk- turen im Sinne von Art. 35a Abs. 4 revBauR zu verstehen ist. Was bestehend ist, lässt sich leicht eruieren. Wenn ein adäquater (i.e. "angemessener", "entspre- chender") Ersatz verlangt wird, wird mit diesem unbestimmten und ausfüllungs- bedürftigen Rechtsbegriff den das Baureglement anwendenden Behörden gleichzeitig ein gewisser Ermessensspielraum eingeräumt, um namentlich der veränderten Topographie wie auch allenfalls weiteren Faktoren Rechnung tragen zu können - und zwar, wie im UVB positiv hervorgehoben wird - im Zeichen einer verbesserten Biodiversität. 5.5.4 Rund 100 m östlich der geplanten Deponie beginnt ein regionaler Wildtier- korridor mit einer Ausdehnung von über 1.5 km in östlicher Richtung; von diesem Wildtierkorridor erstreckt sich eine Verbindungsachse in westliche Richtung u.a. über den Bereich des Deponieperimeters (vgl. WebGIS-SZ; UVB S. 35 Abb. 17). Unter anderem dank des etappenweisen (drei Etappen) Deponiebetriebs und der fortlaufenden Rekultivierung wird der Deponieperimeter gesamthaft gesehen für Wildtiere immer durchgängig bleiben. Die Deponie wird nicht oder nur minimal eingezäunt. Da sie nur an Werktagen tagsüber geöffnet und unbeleuchtet ist, werden nachtaktive Tiere weder durch Lärm noch durch Licht gestört. Das Pro- jekt hat daher voraussichtlich keinen negativen Einfluss auf die Verbindungs- achse und den nahegelegenen Wildtierkorridor (UVB S. 36 oben). Der Planungsbericht nach Art. 47 RPV erachtet den Nachweis hinsichtlich der Umweltverträglichkeit der Deponie betreffend die Fauna als erbracht (S. 18 Ziff. 6.5.11). Es ist dem Regierungsrat beizupflichten (angefochtener Entscheid Erw. 8.4), dass sich weitere Massnahmen nicht aufdrängen, um negative Einflüsse auf die 26 Verbindungsachse zu anderen Wildtierkorridoren auszuschliessen. Den Be- schwerdeführern gelingt es nicht, ihre gegenteilige Auffassung mit Belegen in ei- nem Sinne glaubhaft zu machen, dass sich entsprechende Abklärungen und/oder ergänzende Massnahmen aufdrängen würden. 5.6Die Beschwerdeführer erachten die Rodung von Wald für unzulässig. 5.6.1 Eine Rodungsbewilligung darf erteilt werden (Art. 5 Abs. 2 WaG), wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen und zudem die folgenden Voraus- setzungen erfüllt sind: a. das Werk, für das gerodet werden soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein; b. das Werk muss die Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen; c. die Rodung darf zu keiner erheblichen Gefährdung der Umwelt führen. Dem Natur- und Heimatschutz ist Rechnung zu tragen (Abs. 4). Zudem ist gemäss Art. 7 Abs. 1 WaG für jede Rodung grundsätzlich in derselben Gegend mit standortgerechten Arten Realersatz zu leisten. Das AWN ist unter anderem zuständig für die Bewilligung von Rodungen ausser- halb des Baubewilligungsverfahrens (§ 5 Abs. 2 lit. b der Vollzugsverordnung zum KWaG [SRSZ 313.111] vom 18.12.2001). 5.6.2 Mit dem ausgewiesenen Deponiebedarf ist der wichtige Grund für eine Rodung gegeben. Durch den Einbezug der zur Rodung beantragten Waldflächen lässt sich ein um rund 30% grösseres Deponievolumen realisieren (vgl. Bewilli- gung des AWN vom 11.5.2021 Erw. 3; Rodungsgesuch vom 10.7.2019 Ziff. 2). Insofern erweisen sich die Rodungsflächen von 1'260 m 2 und 585m 2 (total 1'845 m2) für die Deponie sowie 135 m 2 für die Werkstrasse auch als verhältnis- mässig. Die mit der kantonalen Deponieplanung in Einklang stehende Deponie ist auf den betreffenden Standort angewiesen, wobei eine relative Standortge- bundenheit genügt (vgl. Wagner Pfeifer, Umweltrecht, 2. Aufl., Zürich 2021, Rz. 1718; Keller, a.a.O., Art. 15 WaG N 17). Sie erfüllt die Voraussetzungen der Raumplanung in sachlicher Hinsicht. Eine (erhebliche) Gefährdung der Umwelt ist mit den Rodungen nicht verbunden. Realersatz ist im Bereich und Umfeld der Deponie im Umfang von 1'090 m2, 380 m2 und 375 m2, insgesamt auch 1'845 m2, und bei der Werkstrasse im gerodeten Umfang von 135 m 2 geplant (vgl. Plan RO-2, Rodungs- und Ersatzaufforstungsflächen, 1:1'000, vom 10.7.2019; Plan P-1A, Ist-Zustand Deponiezone und Rodungsflächen, 1:1'000, vom 18.12.2019). 27 Es spricht nichts gegen die Rechtmässigkeit der bewilligten Rodung, für die (na- hezu) gleichenorts eine insgesamt gleiche Fläche Wald wieder aufgeforstet wird. Dem Regierungsrat ist beizupflichten (angefochtener Entscheid Erw. 8.7), dass die Waldfunktionen vom Vorhaben nicht oder nur temporär beeinträchtigt wer- den. Er weist auch darauf hin, dass die Aufforstfläche von 375 m2 ausserhalb des Deponieperimeters liegt und bereits zu Beginn des Vorhabens genutzt werden kann. 5.7Die Beschwerdeführer rügen eine Verletzung des Waldabstandes. 5.7.1 § 67 Abs. 1 PBG verlangt einen Mindestabstand von Bauten und Anlagen gegenüber Wäldern von 15 m ab Waldgrenze. Ausnahmen von kantonalen Ab- standsvorschriften, zu deren Erteilung die Bewilligungsbehörde der Gemeinde zuständig ist, bedürfen der vorgängigen Zustimmung des zuständigen Amtes (§ 76 Abs. 3 PBG). Zu Ausnahmen vom Waldabstand nimmt das AWN Stellung (§ 47 Abs. 3 PBV). Ausnahmen beurteilt die Bewilligungsbehörde nach den Grundsätzen von § 73 PBG (§ 74 Abs. 3 PBG). 5.7.2 Es ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten (Vernehmlassung S. 10 f. Rz. 42 ff.), dass über die Einhaltung der baupolizeilichen Abstandsvorschriften bzw. die Erteilung von diesbezüglichen Ausnahmebewilligungen erst im Baube- willigungsverfahren zu befinden ist (vgl. Urteil BGer 1C_282/2021 vom 10.6.2022 Erw. 6.4 i.Sa. G. vs. Bezirk Einsiedeln betr. bejahte Ausnahmesituation bei der Erweiterung einer Deponie des Typus A). Abgesehen davon, dass sich die Frage der Ausnahmebewilligung bei der Werk- strasse nicht stellt, da Erschliessungsstrassen im Abstandsbereich zulässig sind (§ 67 Abs. 2 PBG), liesse sich allerdings fragen, wie weit dies im vorliegenden projektbezogenen Nutzungsplanverfahren sinnvoll ist. Es liegt auf der Hand bzw. ist gewissermassen sachimmanent, dass eine Deponie sowie eine hierfür erfor- derliche Werkstrasse, die eine zu Recht erteilte Bewilligung für die Rodung von Wald bedingen, teils in den Waldunterabstand zu liegen kommen. Insofern könn- te aus der Bewilligung für die Rodung als gravierenderer Eingriff in den Wald an- gesichts der zeitlichen Begrenztheit der Realisierung der Deponie auch auf eine gleichzeitig erteilte Bewilligung zur Unterschreitung des Waldabstandes, jeden- falls auf die Bewilligungsfähigkeit einer Waldabstandsunterschreitung im Grund- satz, geschlossen werden. Das AWN hat sich in seiner Rodungsbewilligung vom 11. Mai 2021 unter Hinweis auf die kantonale Praxis (vgl. Richtlinien des Amtes für Wald und Naturgefahren, Revision 2018, S. 6 Ziff. 6.4) betreffend die Waldabstandsvorschriften eines auf jeden Fall zu wahrenden Mindestabstandes bei Deponien von 6 m in den Erwägungen (Erw. 16) denn auch gleichzeitig in be-28 jahendem Sinn zur Waldabstandsunterschreitung geäussert (Erw. 16), ohne dass dies allerdings Aufnahme ins Dispositiv fand. Beizupflichten ist der Klarstellung der Beschwerdegegnerin (Vernehmlassung S. 11 Rz. 44 ff.), dass es sich bei diesen 6 m nicht um einen generellen Norm- Waldabstand bei Deponien handelt, sondern um einen auf jeden Fall zu wahren- den Mindestabstand. Ob bzw. wie weit sich eine Reduktion des kantonalen Re- gelabstandes von 15 m (Art. 17 Abs. 2 WaG i.V.m. § 67 Abs. 1 PBG) - gegebe- nenfalls bis auf dieses Mindestmass von 6 m - rechtfertigen lässt, ist von der rechtsanwendenden Behörde grundsätzlich in einem zweiten Schritt (im Baube- willigungsverfahren) ermessensweise festzulegen, nachdem in einem ersten Schritt die Rechtsfrage des Vorliegens eines Ausnahmetatbestandes geklärt ist (vgl. statt Vieler VGE III 2017 60 vom 28.8.2017 Erw. 2.3.1 ff.). Hinsichtlich des Waldabstandes kann im Sinne der vorinstanzlichen Beurteilung festgehalten werden, dass konkret keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Zielsetzungen des Waldabstandes (vgl. Verfügung des AWN vom 11.5.2021 Erw. 16 [Schutz des Waldes vor negativen Auswirkungen durch Bauten und An- lagen sowie umgekehrt; keine Verhinderung der Bewirtschaftung und Zugäng- lichkeit des Waldes]) infolge einer Unterschreitung des Waldabstandes vereitelt werden. Im Übrigen wurde der Waldrand im Bereich der Rodungsflächen im Sommer 2018 bereits mittels eines separaten kantonalen Waldfeststellungsver- fahrens definiert (vgl. UVB S. 32 Ziff. 6.12). 5.8Die Beschwerdeführer machen übermässige Lärm- und Staubimmissionen geltend. 5.8.1 Mit dem "Fachbericht Verkehr/Lärm/Lufthygiene" des Ingenieurbüros AB.________ vom 26. November 2018 wurden die Fragen der Lärm- und Stau- bimmissionen/Luftqualität umfassend geprüft. 5.8.2 Die von einer neuen ortsfesten Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen dürfen die Planungswerte nicht überschreiten (vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV; SR 814.41] vom 15.12.1986). Der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfes- ter Anlagen darf nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrsanlage die Immissionsgrenzwerte überschritten werden (Art. 9 lit. a LSV). Der gesamte Deponiebereich inklusive die Werkstrasse wie auch die O.________-strasse bis zur AC.________-strasse (unter Einschluss der an die O.________-strasse anstossenden Bauzonen) sind der Lärmempfindlichkeitsstu- fe (ES) III zugeordnet. Die Planungswerte liegen bei 60 dB(A) tagsüber und 50 dB(A) nachts und die Immissionsgrenzwerte bei 65 dB(A) bzw. 55 dB(A). 29 Der Bericht (vgl. Zusammenfassung S. 1 f.) geht von 9'600 externen Lastwagen- fahrten pro Jahr aus (Zufuhr von Aushub- und Bodenmaterial, inkl. Rückfahrten), was bei einer Zuführung von rund 60'000 Festkubikmeter pro Jahr (entsprechend rund 72'000 m3 loses Aushubmaterial, vgl. S. 6 Ziff. 2.2.1) als plausibel erscheint (angenommene mittlere Beladung von 15 m3 pro Lastwagen, vgl. S. 7 Ziff. 3.1.1). Dies ergibt einen durchschnittlichen täglichen Ziel-/Quellverkehr von 26 Fahrten (DTV). Auf dem vom Deponieverkehr am stärksten belasteten Kantonsstrassen- abschnitt der O.________-strasse zwischen der Deponiezufahrt und der Ein- mündung in die AC.________-strasse ist mit einer Zunahme der Lastwagenfahr- ten von rund 7% zu rechnen, bezogen auf den gesamten Verkehr (Motorfahrzeu- ge) entsprechend einer Zunahme von deutlich weniger als 1%. Die Aushubdepo- nie hat entsprechend keinen massgebenden Einfluss auf die Verkehrskapazität oder auf die Verkehrssicherheit. Die durch den Deponieverkehr bewirkte projektbedingte Zunahme des Strassen- verkehrslärms (externes Verkehrsaufkommen) liegt mit 0.2 dB(A) weit unter der Grenze der Wahrnehmbarkeit von 1 dB(A). Es entspricht denn auch einer bun- desgerichtlich anerkannten Erfahrungsregel, dass die Zunahme des Verkehrs- lärms um 1 dB(A) eine Verkehrszunahme von mindestens 25%, was vorliegend klar nicht erreicht wird, bedingt (vgl. Urteile BGer 1A.123/2003 vom 7.6.2004 Erw. 3.5 i.Sa. Erschliessungsplanung Gemeinde Arth; 1A.148/2005 vom 20.12.2005 Erw. 3.5 i.Sa. AD.________, Lachen). Der Immissionsgrenzwert von 65 dB(A) bleibt auch beim exponiertesten Gebäu- de an der O.________-strasse (Nr. 28) gewahrt; der Lärmanteil des Deponiever- kehrs J.________ bleibt für sich allein beurteilt (46 dB[A]) deutlich unter dem Planungswert (vgl. S. 9 Ziff. 4.1.2 und Anhang A1). Die Vorschriften der LSV werden sowohl bezüglich der Emissionsbegrenzung neuer Anlagen als auch be- züglich der Mehrbeanspruchung von Verkehrsanlagen eingehalten. Ebenso werden die Vorgaben der LSV für neue ortsfeste Anlagen auch beim In- dustrie- und Gewerbelärm (Betriebslärm; Verkehr auf der Werkstrasse) als klar eingehalten beurteilt. Die Gewerbelärmimmission der Werkstrasse (exponiertes- tes Gebäude P.________-strasse __) beträgt 48 dB(A) (vgl. S. 11 Ziff. 4.2.4 und Anhang A2). Die Lärmbelastung beim exponiertesten Gebäude (J.________- strasse Nr. __) westlich der Deponie unterschreitet den Planungswert mit total 53 dB(A) um mehr als 5 dB(A) (vgl. S. 11 Ziff. 4.2.4 und Anhang A3.1). Der Bericht weist darauf hin, dass die Beurteilung der nur vom deponiebedingten Verkehr befahrenen Werkstrasse nach den Vorgaben für Industrie- und Gewer- belärm strenger sei als eine Strassenlärmbeurteilung, da die Mittelung nur über zwölf Stunden statt über 16 Stunden erfolge (S. 10 Ziff. 4.2.1). 30 5.8.3 Bei den Luftschadstoff-Emissionen wurden die CO 2-, die NO x- und die PM10-Emissionen berechnet. Dabei wurde zwischen den Emissionen des Stras- senverkehrs und den Emissionen im Projektgebiet unterschieden (Bericht S. 12 Ziff. 5.1). Gemäss der Vollzugshilfe "Luftreinhaltung bei Bautransporten" des BUWAL (Bern 2001) gelten für Kiesgruben (sowie Bauschutt-Recyclinganlagen) Zielwerte von 10 g/m3 und maximale Werte von 20 g/m3 für NOx und 2'500 bzw. 1'200 g/m3 für CO2. Für Stickstoffdioxid (NO 2) gilt gemäss Anhang 7 der Luftreinhalte-Ver- ordnung (LRV; SR 814.318.142.1) vom 16. Dezember 1985 ein Jahresmittelwert von 30 µg/m 3 und ein 24-h-Mittelwert von 80 µg/m 3, der höchstens einmal pro Jahr überschritten werden darf; für die Immission von Fein- bzw. Schwebestaub PM10 gilt ein Jahresmittelwert von 20 µg/m 3 und ein 24-h-Mittelwert von 50 µg/m3, der höchstens dreimal pro Jahr überschritten werden darf. Bei einer erwarteten Zunahme der Luftschadstoff-Emissionen auf dem vom Werkverkehr am stärksten belasteten Kantonsstrassenabschnitt von 2% bis 3% sind die Auswirkungen des Deponieverkehrs sehr gering (vgl. Bericht S. 2 unten und S. 13 Ziff. 5.2.3). Konkret wird der BAFU-Zielwert von 10 g/m 3 (spezifische NOx-Emissionen) mit rund 2.2 g/m 3 zugeführten Materials deutlich unterschritten (S. 3 und S. 14 Ziff. 5.4); ebenso bleibt der Jahresmittelgrenzwert von 30 µg/m 3 gemäss Anhang 7 der LRV deutlich unterschritten. Die jahresdurchschnittliche Feinstaubbelastung (PM10-Immissionen) liegt im Ist-Zustand knapp unter dem Grenzwert von 20 µg/m 3; infolge des umfassenden Einsatzes von Partikelfiltern werden in der Deponie jedoch lediglich geringe PM10-Emissionen entstehen, womit die Belastung weiterhin knapp unter dem Jahresmittel-Grenzwert liegt (Be- richt S. 3 und S. 15 Ziff. 5.5.3). 5.8.4 Der UVB beurteilt das Deponievorhaben hinsichtlich der Lufthygiene wie des Lärms/Verkehrs als umweltverträglich. Die als zusätzliche Lärm- (und Sicht- schutz-)Massnahme vorgesehenen Immissionsschutzwälle werden lärmrechtlich nicht als zwingend und als freiwillige bauliche Massnahme erachtet (S. 24 Ziff. 6.2). Im Sinne des umweltschutzrechtlichen Vorsorgeprinzips bzw. dessen optimierter Umsetzung sind derartige ergänzende freiwillige Massnahmen zwei- felsohne zu begrüssen. Die vor dem Verwaltungsgericht im Wesentlichen erneuerten Einwände der Ver- waltungsbeschwerde gegen die Lärm- und Luftbelastung können den Beweiswert des Fachberichts Verkehr/Lärm/Lufthygiene nicht erschüttern. Die geltend ge- machte Entwertung der Liegenschaften der Beschwerdeführer wie auch der auf- grund ihrer Erfahrung anzunehmende Weiterbetrieb der Deponie über die ge- plante Dauer von zehn Jahren (Beschwerde S. 22 lit. c) sind nicht Gegenstand 31 dieses Verfahrens und können keine übermässige Lärm- und/oder Luftbelastung nachweisen. Es ist auch nicht zu beanstanden (und wird auch nicht gerügt), dass im Fachbe- richt bei der Lärmbeurteilung auf das Modell STL-86+ abgestellt wurde. Das Be- rechnungswerkzeug STL-86+ ist zwar an und für sich veraltet und wird nicht mehr allgemein für die Ermittlung des Lärms bei Fahrgeschwindigkeiten im Strassenverkehr unter 50 km/h empfohlen (vgl. Urteil BGer 1C_589/2014 vom 3.2.2016 Erw. 5, in: URP 2016 S. 319). Die (Strassen-)Lärm-Berechnung erfolgte vorliegend mit der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h (vgl. Fach- bericht S. 9 Ziff. 4.1.1). Indes werden mit dem Berechnungswerkzeug STL-86+ die ermittelten Werte aus Sicht des Lärmschutzes im Vergleich zum aktuellen Modell SonROAD vorsichtiger eingeschätzt (vgl. Urteil BGer 1C_244/2020 vom 17.6.2021 Erw. 4.3 mit Hinweis auf 1C_366/2017 vom 21.11.2018 Erw. 4.3). 5.9Die Beschwerdeführer erachten die Verkehrssicherheit als nicht gewahrt. 5.9.1 Der Fachbericht Verkehr/Lärm/Lufthygiene hat angesichts der durch die Deponie generierten Verkehrsbewegungen mit einem DTV von 26 Fahrten weder einen massgebenden Einfluss auf die Verkehrskapazität wie auch die Verkehrs- sicherheit im Raum T.________/Sattel erkennen können (S. 2 und S. 8 Ziff. 3.2). Der Regierungsrat hat im angefochtenen Entscheid (Erw. 11.2) die beidseitigen Einfahrbuchten für die Bushaltestelle, welche sich - aus Richtung AE.________ - an der O.________-strasse unmittelbar vor der Abzweigung der K.________- strasse, angeführt. Diese Bushaltestelle bleibe im aktuellen Umfang bestehen und werde durch die Einmündung in die Erschliessungsstrasse (Werkstrasse) nur auf den letzten 1.5 m tangiert und folglich nicht behindert. Bei einer Stundenfre- quenz des Linienbusses Nr. __ seien keine Komplikationen mit dem Werkverkehr zu erwarten. Mittels Spiegeln bei der Einmündung der Werkstrasse in die O.________-strasse sowie bei der Kreuzung mit der P.________-strasse würden die Sichtweiten auf bis zu 50 m erhöht. Bei der Kreuzung mit der P.________- strasse sei für den Werkverkehr beidseitig die Signalisation "Stop" auf der Werk- strasse vorgesehen. Zur Erhöhung der Sicherheit, namentlich der Kinder, sei ei- ne farbliche Markierung des Kreuzungsbereichs angedacht. Für sämtliche Ver- kehrsteilnehmer, so auch für Radfahrer, gelte auf der AA.________- wie der P.________-strasse eine Tempolimitierung von 30 km/h. 5.9.2 Die Verkehrssicherheit wurde insbesondere (auch) im Bericht Nr. 5119002.1c "Sattel, Erschliessung Deponie J.________" der V.________ AG vom 10. De-zember 2019 untersucht und beurteilt (S. 13 ff. Ziff. 4.3). Als einge- schränkt durch die Topographie wurde namentlich die Sicht beim Einmünder in 32 die O.________-strasse in Richtung O.________ (d.h. für von der Werkstrasse in die O.________-strasse Richtung Sattel einmündende Fahrzeuge) erachtet, wo- bei diese mit 50 m immerhin noch dem Minimum gemäss der Norm VSS SN __06 273a ("Knoten") entspricht. Vorgeschlagen wurde die vom Regierungs- rat aufgenommene Lösung mit einem Spiegel, der eine Sichtweitenerhöhung auf rund 60 m ermöglicht (S. 14 mit Visualisierung in Abb. 3). Gleichzeitig wurde auch klargestellt, dass die Prüfung dieser Möglichkeit im Baubewilligungsverfah- ren zu erfolgen hat, wie auch die vom Tiefbauamt in der Vorprüfung angeregte Einmündung in die K.________-strasse im rechten Winkel. Eine Einschränkung aufgrund der geplanten Einmünder für den Bushalte- und fahrverkehr wurde ver- neint (S. 14 unten). Der Unterschreitung der Knotensichtweite bei der Querung der P.________-strasse bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 30 km/h wird mit der ebenfalls vom Regierungsrat aufgegriffenen Spiegellösung Rechnung ge- tragen. Die Sichtweite lässt sich so auf rund 50 m erhöhen, also erheblich mehr als die für den Werkverkehr normgemässen 30 m bis 35 m. 5.9.3 Angesichts dieser umfassenden Beurteilung kann kein Zweifel daran be- stehen, dass die Verkehrssicherheit unter Beachtung der erwähnten Massnah- men gewährt werden kann. Soweit die Beschwerdeführer die Buseinfahrbuchten nach wie vor verneinen (Beschwerde S. 19 lit. b), lässt sich diese Auffassung durch eine Konsultation der Luftbilder (WebGIS-SZ) widerlegen. Ansonsten er- schöpfen sich die Vorbringen mehrheitlich in appellatorischer Kritik am angefoch- tenen Entscheid. 5.10Insgesamt können aufgrund der Akten sowie der Vorbringen der Verfah- rensparteien und in Berücksichtigung sowie Würdigung der von der Deponie (möglicherweise) betroffenen Interessen keine Widersprüche des Deponievorha- bens zu raumplanerischen Grundsätzen erkannt werden, welche der vorgesehe- nen Teilrevision der Nutzungsplanung entgegenstehen können. 6.Unbegründet sind auch die von den Beschwerdeführern vorgetragenen Rügen der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Beschwerde S. 16 lit. b) oder des rechtlichen Gehörs, namentlich der Begründungspflicht (Beschwerde S. 10 Ziff. 4.3; S. 16 Ziff. 8.c; S. 22 Ziff. 11.b). Die vorerwähnten betroffenen raumplanerischen Interessen sind durch Fachberichte einlässlich und umfassend dokumentiert worden. Sie erweisen sich als nachvollziehbar und in sich stimmig. Von weiteren Abklärungen konnte der Regierungsrat absehen. Ebenso ist der Regierungsrat auf die Argumente der Beschwerdeführer eingegangen. Aus der Begründungspflicht lässt sich nicht ableiten, dass sich eine Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent-33 lichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (vgl. BGE 143 III 65 Erw. 5.2; BGE 142 II 49 Erw. 9.2; Urteile BGer 1C_318/2019 vom 31.8.2020 i.Sa. H. vs. GR Wollerau Erw. 4; 2C_1035/2016 vom 20.7.2017 i.Sa. B. vs. kantonales Amt für Gesundheit Erw. 3). Dies ist und war vorliegend der Fall. 7.Die Beschwerde erweist sich somit insgesamt als unbegründet und ist ab- zuweisen. 7.1Dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerdeführer die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von insge- samt Fr. 3'000.-- unter solidarischer Haftbarkeit zu tragen (§ 72 Abs. 2 VRP). 7.2Ebenfalls dem Verfahrensausgang entsprechend haben die Beschwerde- führer (unter solidarischer Haftbarkeit) der beanwalteten Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung zu entrichten. Diese wird in Beachtung des kantonalen Gebührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975, der ordentlicherweise für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungs- gericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vorsieht und in § 2 die Bemessungskriterien erwähnt, und unter Ausübung des pflichtgemässen Er- messens auf insgesamt Fr. 2'500.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) festgesetzt. 8.Für den Weiterzug eines verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeentscheides in Angelegenheiten kommunaler Nutzungsplanverfahren ans Bundesgericht gilt die in EGV-SZ 2009 B 8.4 in Erw. 8 (insb. Erw. 8.5) publizierte Besonderheit (vgl. statt anderer auch VGE III 2018 206 vom 24.4.2019 Erw. 6.1 f.), wonach der verwaltungsgerichtliche Entscheid grundsätzlich erst nach einem positiven Be- schluss der Gemeindeversammlung über die kommunale Nutzungsplanung so- wie den regierungsrätlichen Genehmigungsbeschluss beim Bundesgericht ange- fochten werden kann. Insofern besteht keine Weiterzugsmöglichkeit dieses Ent- scheids ans Bundesgericht. 34 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von Fr. 3'000.-- werden den Beschwerdeführern unter solida- rischer Haftung auferlegt. Sie haben am 26. Oktober 2022 einen Kosten- vorschuss von Fr. 2'500.-- entrichtet. Sie haben die Restanz von Fr. 500.-- innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids auf das Postkonto IBAN CH10 0900 0000 6002 2238 6 des Verwaltungsgerichts zu überweisen. 3. Die Beschwerdeführer haben unter solidarischer Haftung der beanwalteten Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inkl. Bar- auslagen und MwSt.) auszurichten. 4. Gegen diesen Entscheid kann bis zum Vorliegen des Gemeindeversamm- lungsbeschlusses und des regierungsrätlichen Genehmigungsbeschlusses sowie der anschliessenden allfälligen inhaltlichen Koordination durch das Verwaltungsgericht keine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten beim Bundesgericht in Lausanne erhoben werden (vgl. vorstehend Erw. 8). 5. Zustellung an: - die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (2/R) - den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin (2/R) - den Gemeinderat Sattel (R) - den Regierungsrat (EB) - das Sicherheitsdepartement (EB) - das Amt für Raumentwicklung (EB) - das Bundesamt für Raumentwicklung ARE, 3003 Bern (A) - und das Bundesamt für Umwelt BAFU, 3003 Bern (A). Schwyz, 25. Mai 2023 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:35 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 19. Juni 2023