<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00351</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203944&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00351</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.12.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Konkubinatspaar, bei dem der eine sozialhilfeabhängige Partner vom andern n i c h t sozialhilfeabhängigen Partner unterstützt wird<br/><br/>Anspruchsvoraussetzungen für Sozialhilfeleistungen (E. 2).<br/>Begriff der Unterstützungseinheit (E. 3.1). Es ist zulässig, Personen, die in einem gefestigten Konkubinat leben, einem Ehepaar gleichzustellen (E. 3.2).<br/>Berechnung der Bedürftigkeit: Analog zur eherechtlichen Situation, wo bei zusammen lebenden Ehegatten keine Regeln zur Abgrenzung der Leistungspflicht der Ehegatten untereinander bestehen, haben auch Konkubinatspaare ein Defizit gemeinsam zu tragen und nötigenfalls Abstriche am Lebensstandard hinzunehmen. Ein Anspruch auf Sozialhilfe besteht nur, wenn dies die sozialhilferechtlichen Kriterien bei der Betrachtung der Haushaltrechnung gebieten (E. 3.3).<br/>Konkret ist das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Beschwerdeführerin wesentlich tiefer als von ihr berechnet (E. 3.4). Abweisung.<br/>Unentgeltliche Rechtspflege/unentgeltlicher Rechtsbeistand: Kriterien der Aussichtslosigkeit (E. 4.1) und der Mittellosigkeit (E. 4.2). Voraussetzungen sind erfüllt.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXISTENZMINIMUM">EXISTENZMINIMUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONKUBINAT">KONKUBINAT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)">UNENTGELTLICHE RECHTSPFLEGE (UP/URB)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT">UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. II SHV</span><br/><span class="ungerade">§ 17 SHV</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 173 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 64 S. 151</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A beantragte im Januar 2003, dass ihr von der Gemeinde X wirtschaftliche Sozialhilfe gewÃ¤hrt werde. Mit Beschluss vom 23. Juni 2003 lehnte die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde das Gesuch ab, wobei der Entscheid damit begrÃ¼ndet wurde, dass A in einem gefestigten Konkubinat lebe und somit die Einnahmen des Konkubinatspartners voll anzurechnen seien. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Gegen diesen Beschluss erhob A am 2. Juli 2003 Rekurs beim Bezirksrat Y. Sie beantragte sinngemÃ¤ss die Ausrichtung wirtschaftlicher Hilfe und begrÃ¼ndete den Antrag im Wesentlichen damit, dass ihr Konkubinatspartner nicht verpflichtet sei, im angenommenen Rahmen fÃ¼r sie aufzukommen. Der Bezirksrat Y wies den Rekurs mit Beschluss vom 20. Au­gust 2003 ab. Er ging davon aus, dass A in einem gefestigten Konkubinat lebe, was zur Folge habe, dass sie sowie ihr Konkubinatspartner als UnterstÃ¼tzungseinheit zu behandeln seien; der sozialhilferechtliche Bedarf sei fÃ¼r einen Zweipersonenhaushalt zu berechnen; dabei ergebe sich ein EinnahmeÃ¼berschuss. Mithin fehle es an der BedÃ¼rftigkeit. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Gegen diesen Beschluss liess A am 25. September 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. Sie verlangt, dass ihr Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe festzustellen sei und dass die Sache an den Bezirksrat zurÃ¼ckzuweisen sei, damit dieser den Umfang der wirtschaftlichen Hilfe berechne; im Ãbrigen beantragt sie die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Rechtsvertretung. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet dabei nicht das Vorliegen eines gefestigten Konkubinates, macht aber geltend, dass die UnterstÃ¼tzungsgrenze beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum des Konkubinatspartners liege. Dieses betrage Fr. 5'964.30, was ausschliesse, dass der Konkubinatspartner eine UnterstÃ¼tzung an die BeschwerdefÃ¼hrerin leiste. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2003 die Abweisung der Beschwerde, wobei sie auf Gesetz, Verordnung sowie Richtlinien hinwies. Der Bezirksrat Y verzichtete auf eine Vernehmlassung. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde in einer Sozialhilfeangelegenheit ge­mÃ¤ss § 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>GemÃ¤ss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienange­hÃ¶ri­gen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln auf­kommen kann. Grundlage fÃ¼r deren Bemessung bilden die Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS) (§ 17 Satz 3 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [SHV]).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span> </span><span>FÃ¼r die Frage, ob die eigenen Mittel fÃ¼r die Bestreitung des Lebensunterhalts ausreichend sind (vgl. § 14 SHG, § 16 Abs. 1 SHV), sind alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen des Hilfesu­chenden sowie seines nicht von ihm getrennt lebenden Ehegatten zu den eigenen Mitteln zu zÃ¤hlen (§ 16 Abs. 2 SHV). Als UnterstÃ¼tzungseinheit gelten demnach grund­sÃ¤tzlich nur die im gleichen Haushalt le­benden Ehegatten, nicht aber unverheiratete Paare, die zusammen einen Haushalt fÃ¼hren.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span> Die SKOS-Richtlinien relativieren diesen Grundsatz allerdings dahin, dass in einer fami­lienÃ¤hnlichen Gemeinschaft zusammenlebende Personen "in der Regel" nicht als Unter­stÃ¼tzungseinheit erfasst werden sollen (Ziff. F.5.1). Die Sozialhilfebe­hÃ¶rden dÃ¼rfen Personen, die in einem gefestigten Konkubinat leben, einem Ehepaar gleichstellen. Das be­deutet, dass das Einkommen des nicht unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigen Partners voll ange­rech­net werden muss bzw. darf (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, hrsg. von der Abteilung Ãffent­li­che Sozialhilfe des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.1.3/S. 21, Ziff. 2.5.1/§ 14 SHG/S. 2; Zeitschrift fÃ¼r Sozialhilfe [ZeSo] 1998, S. 107 f.; RB 1998 Nr. 85; VGr, 4. November 1999, VB.1999.00282). Das Bundesgericht erachtete es als nicht willkÃ¼rlich, die Sozialhilfe zu verweigern, wenn jemand von dritter Seite tatsÃ¤chlich unterstÃ¼tzt wird, selbst wenn der Dritte rechtlich nicht unterstÃ¼tzungspflichtig ist. Damit wird nach Ansicht des Bundesgerichts dem subsidiÃ¤ren Charakter der Sozialhilfe Rechnung getragen (ZeSo 1998, S. 180 mit Hinweis auf BGr, 24. August 1998, 2P.386/1998; dazu Peter Stadler, UnterstÃ¼tzung von Kon­ku­bi­nats­paaren, ZeSo 1999, S. 29 ff.; vgl. auch BGE 129 I 1). Diese Praxis beruht ausserdem auf der Vermutung, dass bei einem gefestigten Konkubinat eine eheÃ¤hnliche Schicksalsgemeinschaft mit gegenseitigem Beistand vorliegt. Es handelt sich somit um eine Ã¤hnliche Konstellation wie bei der Situation, wo nach einer Scheidung die UnterhaltsbeitrÃ¤ge aufzuheben sind, wenn ein gefestigtes KonkubinatsverhÃ¤ltnis besteht, und zwar unabhÃ¤ngig von den konkreten wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen der beiden Partner (BGE 116 II 394 E. 3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span> Vorliegend ist nicht strittig, dass ein gefestigtes Konkubinat vorliegt. Umstritten ist hingegen die Frage, wie bei der Berechnung der finanziellen BedÃ¼rftigkeit vorzugehen ist, welche gegebenenfalls einen Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe nach § 14 SHG begrÃ¼ndet. WÃ¤hrend die Beschwerdegegnerin und â ihr folgend â die Vorinstanz die Auffassung vertreten, es sei das Konkubinatspaar in jeder Hinsicht entsprechend einem Ehepaar zu behandeln und mithin die Berechnung nach einem Zweipersonenhaushalt vorzunehmen, vertritt die BeschwerdefÃ¼hrerin die Auffassung, es kÃ¶nne auf keinen Fall in das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Lebenspartners eingegriffen werden. Sie begrÃ¼ndet diese Auffassung mit dem Hinweis darauf, dass sogar in FÃ¤llen nachehelicher Unterhaltsver­pflichtung, wo eine gesetzliche UnterstÃ¼tzungspflicht bestehe, diese Pflicht ihre Grenze beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum finde. Es kÃ¶nne daher nicht sein, dass der Konkubinatspartner, der selbst nicht fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig ist, sich seinerseits mit dem Existenzminimum gemÃ¤ss SKOS-Richtlinien begnÃ¼gen mÃ¼sse. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Es trifft zwar zu, dass nach der Rechtsprechung und zumindest einem Teil der Lehre die familienrechtliche UnterstÃ¼tzungspflicht des (besser gestellten) Ehegatten durch seine finanzielle Leistungskraft, namentlich sein Existenzminimum, begrenzt wird (BGE 123 III 1; BGr, 27. Mai 2003, 5C.91/2003, E. 2.2 und 3; Heinz Hausheer/Ruth Reusser/Thomas Geiser, Berner Kommentar, 1999, Art. 176 ZGB N. 27; Cyril Hegnauer/Peter Breitschmid, Grundriss des Ehe­rechts, 4. A., Bern 2000, N. 16.31 und 21.24e). Das Bundesgericht begrÃ¼ndet diese Praxis namentlich damit, es solle vermieden werden, dass beide Ehegatten fÃ¼rsorgeabhÃ¤ngig wÃ¼rden. GemÃ¤ss der Lehre geht es nicht an, dass ein Ehegatte zur materiellen Selbstaufgabe gezwungen werden kann (Heinz Hausheer/Thomas Geiser, Zur Festsetzung des Scheidungsunterhalts bei fehlenden Mitteln im neuen Scheidungsrecht, ZBJV 134/1998, S. 93 ff., Ziff. 2.1 ff.). Indessen betrifft diese Rechtsprechung jene FÃ¤lle, in denen die Ehegatten getrennt leben, und ist auf gemeinsam lebende Paare nicht anwendbar. Das Familienrecht enthÃ¤lt keine Aussage dazu, wie die Leistungspflicht der Ehepartner unter­ein­ander abzugrenzen ist, wenn ihre finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die lebensnotwendigen BedÃ¼rfnisse des gemeinsamen Haushaltes zu bestreiten (Verena BrÃ¤m/ Franz HasenbÃ¶hler, ZÃ¼rcher Kommentar, 1997, Art. 173 ZGB N. 22). Ein solches Defizit fÃ¼hrt daher dazu, dass beide Gatten gemeinsam Abstriche an ihrer Lebenshaltung hinzunehmen haben. Diese Regel findet ihre Grenze am Existenzminimum nur dann, wenn ein Ehegatte gegenÃ¼ber dem anderen UnterhaltsbeitrÃ¤ge nach Art. 173 ZGB geltend macht, nicht jedoch dann, wenn sich das Paar als solches um Sozialhilfe bemÃ¼ht (Hausheer/Reus­ser/Geiser, Art. 173 ZGB N. 10a).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Da ein gefestigtes Konkubinat vorliegt, kann die BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss dem in E. 3.2 AusgefÃ¼hrten (nur) unter den selben Voraussetzungen Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe erheben, wie dies ein Ehepartner tun kann. Wie soeben gezeigt, kann sich ein Ehegatte eines gemeinsam lebenden Ehepaars nicht darauf berufen, die knappen Mittel zur Bestreitung der Haushaltausgaben verletzten sein Existenzminimum; vielmehr haben beide Partner die Abstriche am Lebensstandard hinzunehmen, die nÃ¶tig sind, um Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Anspruch auf Sozialhilfe besteht somit fÃ¼r ein wie ein Ehepaar zu behandelndes Konkubinatspaar dann und nur dann, wenn dies die sozialhilferechtlichen Kriterien bei Betrachtung der Haushaltrechnung gebieten. Danach sind die Mittel der beiden Konkubinatspartner zu berÃ¼cksichtigen, genauso wie bei verheirateten Paaren die finanzielle Lage der beiden Ehegatten zusammen zu beachten ist (BGr, 12. Januar 2004, 2P.242/2003, www.bgr.ch). Anders wÃ¤re gegebenenfalls zu entscheiden, wenn eine tatsÃ¤chliche UnterstÃ¼tzung durch den Konkubinatspartner nicht angenommen werden kÃ¶nnte (dazu BGE 129 I 1 E. 3.2.4); fÃ¼r eine solche Annahme bestehen vorliegend keine Anhaltspunkte.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span> </span><span>Wie anzumerken ist, wÃ¤re das betreibungsrechtliche Existenzminimum des Lebens­partners der BeschwerdefÃ¼hrerin wesentlich tiefer als von ihr berechnet (vgl. das Kreis­schreiben der Verwaltungskommission des Obergerichtes an die Bezirksgerichte und die BetreibungsÃ¤mter Ã¼ber Richtlinien fÃ¼r die Berechnung des be­treibungsrechtlichen Notbedarfs vom 23. Mai 2001, abgedruckt in ZR 100/2001 Nr. 46). So versteht es sich, dass als Grundbetrag angesichts der tatsÃ¤chlichen Wohn- und LebensverhÃ¤ltnisse nur der hÃ¤lftige Grundbetrag von zwei in dauernder Hausgemeinschaft lebenden Personen (Fr. 775.-) einzusetzen wÃ¤re. Nicht zum Existenzminimum gehÃ¶rt das Automobil, dessen Leasingkosten mit monatlichen Fr. 397.30 zu Buche schlagen, ebenso wenig die damit zusammenhÃ¤ngende Haftpflichtversicherung von Fr. 108.80/Mt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, die RÃ¼ckzahlungsverpflichtung von Fr. 1'000.- im Monat bestehe wegen eines Kre­di­tes, den der Lebenspartner ausschliesslich deshalb aufgenommen habe, um Schulden und laufende Verpflichtungen der BeschwerdefÃ¼hrerin bezahlen zu kÃ¶nnen. Diese Behauptung ist nicht belegt. Die RÃ¼ck- bzw. Ratenzahlung betrifft einen bereits seit mindestens dem Jahre 2000 laufenden Kredit mit einer AnfangshÃ¶he von offenbar Fr. 48'000.-. Sie gehÃ¶rte allenfalls dann zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum, wenn sie der Finanzierung von KompetenzstÃ¼cken des Schuldners dienen wÃ¼rde, was nicht dargetan ist. Schliesslich mÃ¼ssen die Kosten fÃ¼r Telefon/TV/Radio (Fr. 120.-) aus dem Grundbetrag gedeckt werden und kÃ¶nnen nicht separat aufgefÃ¼hrt werden. Damit ergibt sich, dass das Existenzminimum des Lebenspartners der BeschwerdefÃ¼hrerin um rund Fr. 1'850.- tiefer liegt als behauptet und durch die angefochtenen BeschlÃ¼sse nicht in Frage gestellt wird.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span> Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt gegenÃ¼ber der Berechnung der wirtschaftlichen Hilfe, wie sie im Beschluss der Beschwerdegegnerin vom 23. Juni 2003 vorgenommen wurde, keine weiteren RÃ¼gen vor. Es erÃ¼brigt sich daher, nÃ¤her auf die entsprechende Berechnung einzugehen. Damit erweist sich die angefochtene Entscheidung als rechtmÃ¤ssig, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Zu beurteilen bleibt das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und der unentgeltlichen Vertretung. GemÃ¤ss § 16 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Be­gehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, auf entsprechendes Ersuchen die Be­zahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen (Abs. 1); sie haben Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (Abs. 2). </span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span> </span><span>Als aussichtslos sind Begehren anzusehen, bei denen die Aussichten auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Grundsatz, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund des stabilen KonkubinatsverhÃ¤ltnisses in der Frage des Anspruches auf wirtschaftliche Hilfe wie ein Ehepartner zu behandeln ist, auch wenn der verdienende Konkubinatspartner in wirtschaftlich Ã¤usserst knappen VerhÃ¤ltnissen lebt. Die Beschwerde kann angesichts der spÃ¤rlichen und wenig gefestigten Praxis zu dieser Frage nicht als aussichtslos gelten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span> Mittellos im Sinn von § 16 VRG ist, wer die erforderlichen Verfahrens- bzw. Vertretungskosten lediglich bezahlen kann, wenn er jene Mittel heranzieht, die er fÃ¼r die Deckung des Grundbedarfs fÃ¼r sich und seine Familie benÃ¶tigt. Die BedÃ¼rftigkeit ist auf­grund der gesamten VerhÃ¤ltnisse, namentlich der Einkommenssituation, der VermÃ¶gens­verhÃ¤ltnisse und allenfalls der KreditwÃ¼rdigkeit zu beurteilen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 24 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Einkommenssituation ist dem anrechenbaren Einkommen der erforderliche Notbedarf gegenÃ¼berzustellen. Massgeblich ist, ob das Einkommen den Notbedarf in ausreichendem Mass Ã¼bersteigt, sodass es mÃ¶glich ist, die Verfahrenskosten innert angemessener Frist zu bezahlen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 26 mit Hinweisen). Je nach den UmstÃ¤nden des Einzelfalles ist die prozessrechtliche BedÃ¼rf­tigkeit auch zu beja­hen, wenn das Einkommen geringfÃ¼gig Ã¼ber dem Betrag liegt, der fÃ¼r den Lebensunterhalt absolut notwendig ist (BGE 124 I 1 E. 2a, mit Hinweisen). In diesem Sinn besteht in verschiedenen Kantonen die Praxis, den betreibungsrechtli­chen Notbedarf um 10-25 % zu erhÃ¶hen (vgl. neben dem erwÃ¤hnten BGE 124 I 1 </span><span>Charlotte</span><span> Gysin, Der Schutz des Existenzminimums in der Schweiz, </span><span>Basel</span><span> 1999, S. 148). Anderseits ist es einer Partei zuzumuten, vorÃ¼bergehend den gewohnten Lebensstandard einzuschrÃ¤nken, um die fÃ¼r ein Verfahren erforderlichen Mittel aufzubringen (vgl. ZR 96/1997 Nr. 11). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>In FÃ¤llen wie dem vorliegenden, in denen der Notbedarf bzw. das Existenzminimum bereits im Rahmen sozi­alhilferechtlicher AbklÃ¤rungen festgestellt wurde, kann darauf verzichtet werden, eine Be­rechnung anhand des in E. 3.4 erwÃ¤hnten Kreisschreibens der Verwaltungskommission des Obergerichtes vorzunehmen. Es ist ausgewiesen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst Ã¼ber keine Mittel verfÃ¼gt, um einen Prozess zu fÃ¼hren und einen Rechtsbeistand zu bezahlen. Weiter kann offen bleiben, ob (auch) fÃ¼r die Beurteilung der prozessualen Mittellosigkeit bei einem gefestigten KonkubinatsverhÃ¤ltnis generell das Einkommen beider Partner zu berÃ¼cksichtigen ist. Jedenfalls liegt das verfÃ¼gbare Einkommen des Partners der BeschwerdefÃ¼hrerin hier so geringfÃ¼gig Ã¼ber dem sozialhilferechtlichen Minimum, dass auch ausgehend vom Einkommen des Partners von einer prozessrechtlichen Mittellosigkeit zu sprechen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span> Schliesslich ist glaubhaft dargelegt, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit der ProzessfÃ¼hrung im vorliegenden Fall Ã¼berfordert gewesen wÃ¤re und deshalb sowie in WÃ¼rdigung der Bedeutung, welche die Angelegenheit fÃ¼r sie aufweist (vgl. hierzu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 N. 41), auf den Beizug eines Rechtsvertreters angewiesen ist. Somit ist das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeistÃ¤ndung gutzuheissen. </span></p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug1"><a id="Text12">DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</a></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1.<span> </span>Der BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Der BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung gewÃ¤hrt und Rechtsanwalt B wird als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Rechtsanwalt B wird fÃ¼r seine BemÃ¼hungen im Beschwerdeverfahren aus </p> <p class="Einzug1"> der Gerichtskasse mit Fr. 1'400.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) entschÃ¤digt;</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen ausgerichtet.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>