A-6547/2013 Seite 1 B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6547/2013 U r t e i l v o m 11 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richterin Marie-Chantal May Canellas, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien 1. A._______, Spanien, 2. B._______, Spanien, 3. C._______ S.A., Luxemburg, 4. D._______ S.A., Seychellen, 5. E._______ Inc., Panama, 6. F._______ S.A., Seychellen, 7. G._______ S.A., Luxemburg, alle vertreten durch Rechtsanwältinnen Dr. Sabine Burkhalter und/oder Regina Schlup Guignard LL.M., GHR Rechtsanwälte AG, Bahnhofstrasse 64, Postfach 3268, 8021 Zürich 1, Beschwerdeführende, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung, Dienst für Informationsaustausch in Steuersachen SEI, Vorinstanz, A-6547/2013 Seite 2 Gegenstand Amtshilfe (DBA ES-CH). Sachverhalt: A. Am 29. April 2013 richtete die spanische Agencia Tributaria (AT) gestützt auf das Abkommen vom 26. April 1966 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und Spanien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen (SR 0.672.933.21; DBA -ES) ein Amtshilfegesuch betreffend (spanische) Einkommenssteuern der natürlichen Personen A._______ (Beschwerde- führer 1) und seiner Ehefrau B._______ (Beschwerdeführerin 2) an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV). Das Gesuch betraf nebst dem genannten Ehepaar die folgenden Gesell- schaften mit – im Ersuchen überwiegen d mit Angabe der Kontonummer bezeichneten – Konten bei der K._______ AG mit Sitz in J._______: die C._______ S.A. (Beschwerdeführerin 3), die D._______ S.A. (Beschwer- deführerin 4), die E._______ Inc. (Beschwerdeführerin 5) , die F._______ S.A. (Beschwerdeführerin 6), die G._______ S.A. (Beschwer- deführerin 7), die L._______ S.A. und die M._______ S. (je mit Sitz auf den Seychellen, in Panama oder Luxemburg). Nach Darstellung der AT sind diese Gesellschaften für persönliche Spesen des Beschwe rdefüh- rers 1 und seiner Familie sowie für von dieser Familie genutzte Liege n- schaften aufgekommen. Die AT ersuchte um Herausgabe von näher bezeichneten Informationen im Zusammenhang mit den Beschwerdeführenden 1 und 2, den genan n- ten Gesellschaften und den Konten bei der K._______ AG betreffend die Jahre 2010–2012. B. B.a In der Folge forderte die ESTV mit Verfügung vom 15. Mai 2013 die K._______ AG auf, die Informationen gemäss dem erwähnten Amtshilf e- ersuchen zu liefern. Die K._______ AG kam dieser Editionsverfügung mit Schreiben vom 30. Mai 2013 nach. B.b Mit Schreiben vom 6. Juni 2013 erklärte die AT in Ergänzung ihres Amtshilfegesuches insbesondere, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur Beschaffung von Informationen mit Ausnahme derjenigen, welche A-6547/2013 Seite 3 nicht dem Prinzip der Verhältnismässigkeit entsprechen, ausgeschöpft zu haben. B.c Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs machten die B e- schwerdeführenden, die L._______ S.A. sowie die M._______ S. mit Schreiben vom 18. Juli 2013 insbesondere geltend, der Beschwerdefüh- rer 1 bestreite die Angaben der K._______ AG, wonach er an den auf die Beschwerdeführenden 3 und 7 lautenden Konten wirtschaftlich berechtigt sei. Infolgedessen ersuchte die ESTV mit Editionsverfügung vom 15. August 2013 die K._______ AG, (allein) zwecks eindeutiger Ermittlung des wir t- schaftlich Berechtigten Kopien der «Formulare A» der streitbetroffenen Konten zu übermitteln. Dieser Aufforderung kam die K._______ AG mit Schreiben vom 22. August 2013 nach. B.d Mit Schreiben vom 15. Oktober 2013 liess der Beschwerdeführer 1 geltend machen, die von der K._______ AG eingereichten «Formulare A» würden ihn zu Unrecht als wirtschaftlich Berechtigten der auf die B e- schwerdeführenden 3 und 7 lautenden Konten ausweisen. M it der B e- gründung, die wirtschaftliche Berechtigung an diesen Konten lasse sich gestützt auf die seitens der K._______ AG eingereichten Unterlagen nicht klären, stellte er zugleich den Antrag, es seien bei dieser Bank sämtliche Unterlagen zur Feststellung bzw. Identifikation der wirtschaftlichen B e- rechtigung zu edieren. C. Am 23. Oktober 2013 erliess die ESTV (im Folgenden auch: Vorinstanz) eine Schlussverfügung gegenüber den Beschwerdeführenden, der L._______ S.A. sowie der M._______ S. Sie wies damit das Editionsbe- gehren des Beschwerdeführers 1 ab , und zwar insbesondere mit der B e- gründung, es könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerd e- führer 1 an den Beschwerdeführenden 3, 4, 5 und 7 wirtschaftlich berech- tigt sei. Ferner kam d ie ESTV zum Schluss, das s der AT betreffe nd die Beschwerdeführenden, der L._______ S.A. und der M._______ S. Amts- hilfe zu leisten sei. In Dispositiv-Ziff. 11 der Schlussverfügung listete die ESTV die der AT zu übermittelnden Informationen und Unterlagen auf. Mit Schreiben vom 25 . November 2013 berichtigte die ESTV einen R e- daktionsfehler in ihrer Schlussverfügung vom 23. Oktober 2013 . Deren Dispositiv-Ziff. 12 lautet nach der Berichtigung wie folgt: A-6547/2013 Seite 4 «Die Eidgenössische Steuerverwaltung wird die Agencia Tributaria, Spanien, darauf hinweisen, dass a. die unter Ziffer 11 genannten Unterlagen im ersuchenden Staat nur im Verfahren gegen A._______, […], Spanien, B._______, […], Spanien, C._______ S.A., […], Luxembourg, D._______ SA, Seychelles, E._______ Inc., Panama, F ._______ S.A., Seychelles, G._______ S.A., Luxembourg, M._______ S., Seychelles, L._______ S.A., Seychelles, für den im Ersuchen vom 29. April 2013 genannten Tatbestand verwertet werden dürfen; b. die edierten Unterlagen wie Informationen, die nach dem innerstaatlichen Recht der Schweiz beschafft wurden, geheim zu halten sind und nur Personen oder Behörden (einschliesslich der Gerichte und der Verwa l- tungsbehörden) zugänglich gemacht werden dürfen, die mit der Veranl a- gung, Erhebung oder Verwaltung, der Vollstreckung oder Strafverfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der un ter das schweizerisch-spanische Doppelbesteuerungsabkommen vom 29. April 2013 [recte: 26. April 1966] fallenden Steuern befasst sind.» D. Gegen die berichtigte Schlussverfügung liessen die Beschwerdeführe n- den am 25. November 2013 Beschwerde an das Bundesverwaltungsg e- richt erheben. Sie beantragen, betreffend die Beschwerdeführenden sei die Schlussverfügung aufzuheben und es sei dem Ersuchen der AT vom 29. April 2013 nicht zu entsprechen. Eventualiter verlangen sie, die Sache sei unter Aufhebung der angefochtenen Schlussverfügung betreffend die Beschwerdeführenden zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückz u- weisen. Als Subeventualanträge stellen sie sodann die Begehren, «a) – falls die Amtshil fe gemäss Ersuchen der Agencia Tributaria […] vom 29. April 2013 […] gewährt werden sollte – sei die Schlussverfügung der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 23. Oktober 2013 teilweise au f- zuheben und es seien nur die mit Ersuchen der Agencia Tr ibutaria […] vom 29. August [recte: April] 2013 nachgefragten Unterlagen betreffend Beschwerdeführer 4, 5 und 6 zu übermitteln, bzw. auf sämtlichen zu übermittelnden Bankunterlagen seien alle Informationen, welche keine Zahlungen/Überweisungen an die Besch werdeführer 1 und 2 betreffen, unkenntlich zu machen und nicht zu übermitteln; b) – falls die Amtshilfe gemäss Ersuchen der Agencia Tributaria […] vom 29. April 2013 […] gewährt werden sollte – sei Ziffer 12 Bst. a der Schlussverfügung der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 23. Okt o- ber 2013 dahingehend zu ändern, dass die unter Ziffer 11 genannten U n- terlagen im ersuchenden Staat nur im Verfahren gegen A._______ […] sowie gegen B._______ […] für den im Ersuchen vom 29. April 2013 ge- nannten Tatbestand verwendet werden dürfen.» (Beschwerde, S. 3) A-6547/2013 Seite 5 In der Beschwerdebegründung präzisieren die Beschwerdeführenden s o- dann den ersten der genannten Subeventualanträge dahingehend, dass im Fall der Leistung der Amtshilfe einzig die Daten zu den pro Steuerjahr erzielten Einkünfte bzw. Zinsen, welche von den Konten der Beschwerde- führenden 4–6 an die Beschwerdeführenden 1 und 2 ausbezahlt wurden, zu übermitteln seien (vgl. Beschwerde, S. 12). Ferner enthält die B e- schwerdebegründung den Antrag, es seien die Beschwe rdebeilagen 3–5 (eine Abmeldebescheinigung, verschiedene Bestätigungen steuerlicher Wohnsitze und eine Wohnsitzbescheinigung betreffend den Beschwerd e- führer 1) «respektive weitere diesbezügliche Unterlagen sowie deren I n- halt betreffend Ort des Wohnsitzes [des Beschwerdeführers 1] den spani- schen Behörden nicht zugänglich zu machen » (Beschwerde, S. 4). Sinn- gemäss fordern die Beschwerdeführenden zudem, es seien alle Inform a- tionen der Konten der Beschwerdeführenden 4 –6, welche nicht Überwe i- sungen oder Zahlungen an die Beschwerdeführenden 1 und 2 betreffen, «auf dem USB-Stick zu löschen» (Beschwerde, S. 12). Schliesslich fordern die Beschwerdeführenden Kosten - und Entschäd i- gungsfolgen zulasten der Bundeskasse. E. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2013 beantragt die ESTV die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. F. Mit unaufgefordert eingereichter Eingabe vom 9. Januar 2014 bestreiten die Beschwerdeführenden die wirtschaftliche Berechtigung des B e- schwerdeführers 1 an den Beschwerdeführenden 3 und 7. Sie verwe isen dabei – wie schon in der Beschwerdebegründung – namentlich auf das hiervor (vorn Bst. B.d) erwähnte, bei der ESTV gestellte Begehren um Edition sämtlicher Unterlagen zur Feststellung bzw. Identifikation der wirt- schaftlichen Berechtigung betreffend die fraglichen Konten bei der K._______ AG. Zugleich ersuchen sie um Gutheissung der gestellten Beweisanträge. Sodann stellen sie den Antrag, die von der AT verlangten Informationen seien auf dem USB-Stick zu löschen und es seien im Falle, dass Amtshilfe gele istet werden sollte, unter entsprechender Ergänzung der Schlussverfügung sämtliche, vom Amtshilfeersuchen nicht betroffene Drittpersonen und alle Überweisungen bzw. Zahlungen, welche nicht an die Beschwerdeführenden 1 und 2 erfolgten, unkenntlich zu machen. A-6547/2013 Seite 6 G. Mit Schreiben vom 4. Februar 2014 führen die Beschwerdeführenden aus, in einem in Spanien gegen den Beschwerdeführer 1 geführten Stra f- verfahren sei bis Ende März 2014 mit einem Entscheid über eine Nichti g- keitsklage zu rechnen. Sie beantragen, das vorliegende Beschwerdever- fahren sei zu sistieren, bis über diese Nichtigkeitsklage rechtskräftig en t- schieden ist. In diesem Zusammenhang offerieren sie als Beweis eine Bestätigung des zuständigen spanischen Gerichts betreffend das Nichtig- keitsklageverfahren und/oder den in diesem Klageverfahren zu erwarte n- den Urteilszeitpunkt. H. Unaufgefordert und vorab per Fax reichten die Beschwerdeführenden s o- dann mit Eingabe vom 6. Februar 2014 ein so genanntes «Formular A» der K._______ AG betreffend ein auf die Beschwerdeführende 3 laute n- des Konto ein. Sie beantragen, dieses Dokument sei als Beweismittel zu den Akten zu nehmen. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteie n und die eingereichten Unterl a- gen wird – sofern erforderlich – in den folgenden Erwägungen ein gegan- gen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen der span i- schen AT gestützt auf das DBA-ES zugrunde. Da das vorliegende Amt s- hilfegesuch am 29. April 2013, also nach dem Inkrafttreten des Bundes- gesetzes vom 28. September 2012 über die internationale Amtshilfe in Steuersachen (Steueramtshilfegesetz, StAhiG; SR 672.5) am 1. Februar 2013 eingereicht wurde, richtet sich die Durchführung dieses Abkommens nach diesem Gesetz (vgl. Art. 24 StAhiG e contrario). Vorbehalten bleiben abweichende Bestimmungen des im vorliegenden Fall anwendbaren DBA-ES (vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG). Anwendbar ist ferner die Verordnung vom 6. September 2006 zum schweizerisch -spanischen Doppelbesteue- rungsabkommen (SR 672.933.21; VO DBA-ES). 1.2 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173. 32) beurteilt das Bundesve r- waltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bu n- desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltu ngsverfahren A-6547/2013 Seite 7 (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bun desverwaltungsgericht anfechtba- ren Verfügungen gehört damit auch die Schlussverfügung der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe , insbesondere der Amtshilfe im Rahmen des DBA-ES (Art. 32 VGG e contrario, Art. 19 Abs. 1 StAhiG und Art. 10 Abs. 1 VO DBA-ES). Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsge- richts zur Behandlung der Beschwerde ist somit gegeben. Die Beschwerdeführenden erfüllen als Verfügungsadressaten die Voraus- setzungen der Beschwerdebefugnis (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG in Verbin- dung mit Art. 19 Abs. 2 StAhiG; vgl. ferner Art. 10 Abs. 1 und 2 VO DBA - ES). 1.3 Die Beschwerde wurde zudem form - und fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Die Beschwerdeführenden stellen s inngemäss den Antrag, es seien die im Amtshilfeverfahren von der K._______ AG edierten, die Beschwer- deführenden betreffenden Dateien (teilweise oder vollumfänglich) «auf dem USB-Stick» zu löschen (vgl. Beschwerde, S. 12; Stellungnahme der Beschwerdeführenden vom 9. Januar 2014, S. 2) . Mit anderen Worten verlangen sie die Vernichtung der sie betreffenden edierten Dokumente. Insoweit ist jedoch nicht auf das Rechtsmittel einzutreten. Denn selbst wenn das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss kommen würde, dass der AT entgegen der Auffassung der Vorinstanz keine Amtshilfe mit Bezug auf die Beschwerdeführenden zu leisten ist, wäre es nicht Aufgabe dieses Gerichts, darüber zu befinden, wie die Vorinstanz das dahingehend la u- tende Urteil umzusetzen hat. Aus diesem Grund kann das Bundesverwal- tungsgericht weder die Rückgabe noch die Vernichtung der Dokumente anordnen (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -5290/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 1.3, A-2866/2011 vom 12. Dezember 2011 E. 11). 1.5 Mit de r hiervor (E. 1. 4) g enannten Einschränkung ist auf die B e- schwerde einzutreten. 1.6 Gemäss Art. 33 Abs. 1 VwVG nimmt die Behörde die ihr angebotenen Beweise ab, wenn diese für den Entscheid erheblich und zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Die urteilende Behörde kann ohne Verletzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) von einem bean- tragten Beweismittel dann absehen, wenn der Sachverhalt, den eine Par-A-6547/2013 Seite 8 tei beweisen will, nicht rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, wenn zum Voraus gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine wesentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermag, oder wenn die verfügende Behörde den Sachverhalt auf Grund eigener Sach- kunde ausreichend würdigen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 131 I 153 E. 3, BGE 122 V 157 E. 1d; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrecht s- pflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 537). 2. 2.1 Die heute geltende Fassung der Amtshilfe klausel des DBA -ES, Art. 25bis DBA-ES, trat am 24. August 2013 in Kraft (vgl. Art. 9 des Prot o- kolls vom 27. Juli 2011 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich Spanien zur Änderung des DBA-ES [AS 2013 2367; im Folgenden: Änderungsprotokoll 2011]). Danach tauschen die zustä n- digen Behörden der beiden Vertragsstaaten unter sich diejenigen Infor- mationen aus, «die zur Durchführung dieses Abkomm ens oder zur A n- wendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts über Steuern jeder Art und Bezeichnung, die für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften erhoben we r- den, voraussichtlich erheblich sind , soweit die diesem Recht entspr e- chende Besteuerung nicht dem Abkommen widerspricht» (Art. 25bis Abs. 1 Satz 1 DBA -ES). Dabei ist der Informationsaustausch nicht durch Art. 1 DBA-ES (persönlicher Geltungsbereich) und Art. 2 des Abkommens (sachlicher Geltungsbereich bzw. unter das Abkommen fallende Steuern) beschränkt (Art. 25bis Abs. 1 Satz 2 DBA-ES). Art. 25 bis Abs. 3 DBA-ES enthält bestimmte Beschränkungen der Pflicht zur Leistung von Amtshilfe. So wird damit der ersuchte Vertragsstaat von der Verpflichtung enthoben, von den Gesetzen oder der Verwaltungspr a- xis des einen oder des anderen Vertragsstaate s abzuweichen (Bst. a), oder Informationen zu erteilen, welche nach den Gesetzen oder im übl i- chen Verwaltungsverfahren eines der beiden Vertragsstaaten nicht b e- schafft werden können (Bst. b). Auch besteht gemäss Art. 25 bis Abs. 3 (Bst. c) DBA-ES keine Verpflichtung zur Erteilung von Informationen, «die ein Handels -, Geschäfts -, Industrie -, Gewerbe - oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäftsverfahren preisgeben würden oder deren Erteilung dem Ordre public widerspräche». Freilich enthält die Art. 25 bis Abs. 3 D BA-ES vorgehende Vorschrift von Art. 25bis Abs. 5 DBA-ES ihrerseits Einschränkungen der in ersterer B e-A-6547/2013 Seite 9 stimmung vorgesehenen Beschränkungen der Amtshilfeverpflichtung. So darf der ersuchte Vertragsstaat nach Art. 25 bis Abs. 5 DBA-ES die Lei s- tung von Amtshilfe nicht «nur deshalb ablehnen, weil sich die Informati o- nen bei einer Bank, einem sonstigen Finanzinstitut, einer bevollmächti g- ten oder beauftragten Person, einem Treuhänder oder einer Treuhänderin befinden oder weil sie sich auf Eigentumsrechte an einer P erson bezie- hen» (Satz 1). In diesem Zusammenhang räumt Art. 25bis Abs. 5 Satz 2 DBA-ES den Steuerbehörden des ersuchten Staates die Kompetenz ein, die Offenlegung entsprechender Informationen durchzusetzen, so fern dies zur Erfüllung der Verpflichtungen gemäss diesem Absatz der Amts- hilfebestimmung erforderlich ist. 2.2 Die erwähnte, am 24. August 2013 in Kraft getretene Fassung der Amtshilfevorschrift des DBA-ES ersetzt aArt. 25bis DBA-ES, welcher mit Art. 5 des Revisionsprotokolls vom 29. Juni 2006 zum DBA-ES (AS 2007 2199; im Folgenden: Revisionsprotokoll 2006) per 1. Juni 2007 in das DBA-ES eingefügt worden war. Gemäss aArt. 25 bis Abs. 1 DBA -ES tau- schen die zuständigen Behörden der Vertragsstaaten auf Verlangen d ie- jenigen Auskünfte aus, «a) die zur Durchführung dieses Abkommens im Zusammenhang mit den u n- ter das Abkommen fallenden Steuern notwendig sind; b) die zur Verwaltung oder Durchsetzung innerstaatlichen Rechts im Falle von Holdinggesellschaften in Bezug auf unter dieses Abkommen fallende Steuern notwendig sind; c) die notwendig sind zur Durchführung innerstaatlichen Rechts bei Steue r- betrug und ähnlichen Delikten im Zusammenhang mit den unter das A b- kommen fallenden Steuern, wenn diese Delikte von einer in ein em Vertrags- staat ansässigen Person oder einer in einem Vertragsstaat beschränkt ste u- erpflichtigen Person verübt worden sind.» aArt. 25 bis Abs. 3 DBA -ES enthält einen (soweit hier interessierend) mit Art. 25bis Abs. 3 DBA-ES vergleichbaren Katalog von Beschränkungen der Pflicht zur Leistung von Amtshilfe, der unter dem Vorbehalt von aArt. 25bis Abs. 5 DBA -ES steht. Letztere Klausel schliesst es aus, dass ein Ve r- tragsstaat «in Fällen von Steuerbetrug und ähnlichen Delikten» die Ertei- lung von Auskünften allein deshalb verweigern kann, weil der Inhaber der entsprechenden Informationen «eine Bank, ein anderes Finanzinstitut, ein Beauftragter oder eine andere Person in ihrer Eigenschaft als Vertreter oder Treuhänder ist oder weil die Informationen Beteiligungsrechte an e i- ner Person betreffen». A-6547/2013 Seite 10 In diesem Punkt besteht somit ein wesentlicher Unterschied zwischen aArt. 25bis Abs. 5 DBA-ES und dem heute geltenden Art. 25bis Abs. 5 DBA- ES. Denn nach der Regelung von aArt. 25bis Abs. 5 DBA -ES e contrario ist es der Schweiz gestattet, in Fällen, bei welchen es nicht um «Steuer- betrug und ähnliche Delikte» im Sinne des Abkommens geht, die Amtshil- fe namentlich unter Berufung auf das schweizerische Bankgeheimnis zu verweigern. Freilich sieht Ziff. IV/11 Bst. a des mit dem Revisionsprotokoll 2006 dem DBA-ES beigefügten (Zusatz-)Protokolls in der Fassung des Revision s- protokolls 2006 (vgl. Art. 6 des Revisionsprotokolls 2006) in Ergänzung zu aArt. 25bis Abs. 5 DBA -ES eine sog. Meistbegünstigungsklausel vor. Da- nach gewähren sich die Vertragsstaaten gegenseitig im gleichen Umfang Amtshilfe, wie sie die Schweiz gegenüber einem Mitgliedstaat der Eur o- päischen Union namentlich in einem Doppelbesteuerungsabkommen z u- gesichert hat. Aufgrund dieser Meistbegünstigungsklausel ist es somit insbesondere denkbar, dass sich die Schweiz auch unter dem Regime von aArt. 25bis Abs. 5 DBA-ES bei anderen Fällen als «Steuerbetrug und ähnlichen Delikten» im Sinne dieser Vorschrift nicht auf das Bankgeheim- nis berufen kann, um eine Auskunftserteilung an die zuständigen Behö r- den Spaniens zu verweigern. 2.3 Im vorliegend en Fall fragt sich zunächst, welche der beiden hiervor genannten Fassungen von Art. 25bis DBA-ES (mit den jeweils zugehör i- gen weiteren Vorschriften des DBA-ES) intertemporalrechtlich einschlägig ist. 2.3.1 Art. 13 Ziff. 2 des Änderungsprotokolls 2011 sieht vor, dass Art. 25bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung anwendbar ist «(iii) […] in Bezug auf die unter Artikel 2 des Abkommens fallenden Steue rn auf Steuerjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2010 beginnen, oder auf Steuern, die auf Beträgen geschuldet sind, welche am oder nach dem 1. J a- nuar 2010 gezahlt oder gutgeschrieben werden; (iv) […] in Bezug auf die anderen Steuern auf Steuerjahre, die am oder nach dem 1. Januar des auf das Inkrafttreten dieses Änderungsprotokolls folge n- den Jahres beginnen, beziehungsweise auf Steuern, die auf Beträgen g e- schuldet sind, welche am oder nach dem 1. Januar des auf das Inkrafttreten dieses Änderungsprotokolls folgenden Jahres gezahlt oder gutgeschrieben werden.» A-6547/2013 Seite 11 2.3.2 Völkerrechtliche Verträge sind gemäss Art. 31 ff. des Wiener Übe r- einkommens vom 23. Mai 1969 über das Recht der Verträge (SR 0.111 ; VRK; für die Schweiz seit 6. Juni 1990 in Kraft) auszule gen. Nach Art. 28 VRK wirken völkerrechtliche Verträge nicht rückwirkend, sofern sich keine abweichende Absicht aus dem Vertrag ergibt oder anderweitig festgestellt wird. Somit ist gemäss dem klaren Wortlaut dieser Bestimmung die Nicht- rückwirkung die Regel, doch steht es den Vertragsparteien offen, eine Rückwirkung entweder ausdrücklich zu vereinbaren oder implizit vorz u- sehen (vgl. BVGE 2010/40 E. 4.4, mit Hinweis). 2.3.3 Die hiervor genannte Übergangsvorschrift Art. 13 Ziff. 2 des Änd e- rungsprotokolls 2011 sieht weder expliz it noch stillschweigend vor, dass Art. 25bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung auch bei Amtshilfeg e- suchen (rückwirkend) anwendbar ist, welche – wie vorliegend – vor dem Inkrafttreten der letzteren Bestimmung am 24. August 2013 eingereicht wurden (zu einem anders gelagerten Fall, bei welchem das streitbetroff e- ne Amtshilfegesuch erst nach Inkrafttreten der einschlägigen Übergang s- bestimmung eingereicht worden ist, vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge- richts A-4232/2013 vom 17. Dezember 2013 E. 6.2.4.2 und 6.2.5). An- haltspunkte dafür, dass die Vertragsparteien des DBA -ES eine rückwi r- kende Anwendung von Art. 25 bis DBA-ES beabsichtigten, ergeben sich weder aus dem Vertrag noch aus anderen Umständen. Vielmehr ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass Art. 25bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung weitgehend den Wortlaut von Art. 26 des Mus- terabkommens der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (im Folgenden: OECD -MA) übernimmt (vgl. Botschaft vom 23. November 2011 zur Genehmigung eines Protokolls zur Änderung des Doppelbesteuerungsabkommens vom 26. April 1966 zwischen der Schweiz und Spanien auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen, BBl 2011 9153 ff., 9160). D ie nach Massgabe letzterer Bestimmung von der Schw eiz ausgehandelten Amtshilfevorschriften se- hen in Übereinstimmung mit der diesbezüglichen schweizerischen A b- kommenspraxis keine Rückwirkung in dem Sinne vor, dass vor Inkrafttr e- ten der jeweiligen Amtshilfe bestimmung eingereichte Amtshilfegesuche nach dem n euen Recht zu beurteilen sind (vgl. STEFAN OESTERHELT, Amtshilfe im internationalen Steuerrecht der Schweiz, publiziert in: Juslet- ter vom 12. Oktober 2009, Rz. 141). Letzteres spricht ebenfalls dafür, dass Art. 25bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung n icht auf Amtshil- feersuchen anwendbar ist, welche vor dem Inkrafttreten dieser Amtshilfe- klausel einreicht wurden. A-6547/2013 Seite 12 2.3.4 Aus dem Gesag ten folgt, dass das vorliegende Amtshilfegesuch, das im April 2013, also vor Inkrafttreten von Art. 25bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung (24. August 2013) eingereicht wurde, intertempora l- rechtlich nach aArt. 25 bis DBA-ES und den dazu gehörenden weiteren Vorschriften – einschliesslich der genannten Meistbegünstigungsklausel – zu beurteilen ist. 3. 3.1 Die Anwendbarkeit von aArt. 25bis DBA-ES ist im Unterscheid zur heu- tigen Fassung dieser Amtshilfevorschrift (vgl. E. 2.1) durch den persönl i- chen Geltungsbereich des DBA-ES beschränkt. Mit anderen Worten kann allein gestützt auf aArt. 25bis DBA-ES nur Amtshilfe für Personen verlangt werden, die in mindestens einem der beiden Vertragsst aaten ansässig sind (vgl. Art. 1 DBA-ES). 3.2 Fraglich ist deshalb, ob auch die Anwendbarkeit der erwähnten Meistbegünstigungsklausel (Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA-ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006) zwingend voraussetzt, dass der in Frage stehende Sachverhalt dem persönlichen Geltungsbe- reich gemäss Art. 1 DBA-ES unterfällt. Die Meistbegünstigungsklausel des DBA -ES greift nur dann, wenn sich die Schweiz ge genüber einem Mitgliedstaat der Europäisch en Union zur Amtshilfeleistung «in Bezug auf die unter dieses Abkommen fallenden Steuern» verpflichtet (Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA-ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006). Mit anderen Worten ist kraft aus- drücklicher Regelung in der Meistbegünstigungsklausel deren Anwen d- barkeit davon abhängig, dass die Amtshilfe im Zusammenhang mit unter das DBA -ES fallenden Steuern in Frage steht. Eine Ausdehnung der Amtshilfe auf andere Steuern über die Meist begünstigungsklausel ist so- mit ausgeschlossen (vgl. auch OESTERHELT, a.a.O., Rz. 86). Aus dem Umstand, dass in der Meistbegünstigungsklausel in diesem einschrän- kenden Sinne bei der Regelung ihrer Anwendungsvoraussetzungen ex- plizit nur auf die unter das DBA -ES fallenden Steuern, also den sachli- chen Geltungsbereich des Abkommens (Art. 2 DBA-ES) Bezug genom- men wird, ist e contrario zu schliessen, dass die Meistbegünstigungsklau- sel grundsätzlich unabhängig vom persönlichen Geltungsbereich im Si n- ne von Art. 1 DBA-ES anwendbar ist (nichts daran ändern kann der U m- stand, dass sich die Meistbegünstigungsklausel in einer Ziffer mit der Überschrift «Zu Artikel 25bis» findet). A-6547/2013 Seite 13 Die Gewährung der Amtshilfe gestützt auf d ie Meistbegünstigungsklausel wäre allenfalls dann vom persönlichen Geltungsbereich gemäss Art. 1 DBA-ES abhängig, wenn nach der Amtshilfevereinbarung mit einem a n- deren Mitgliedstaat der Europäischen Union als Spanien, deren analoge Anwendbarkeit in Frage steht, der Informationsaustausch durch die R e- gelung des persönlichen Geltungsbereichs dieser Vereinbarung b e- schränkt ist. 4. 4.1 Das Abkommen vom 9. September 1966 zwischen der Schweiz und Frankreich zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Vermeid ung von Steuerbetrug und Steuerflucht (SR 0.672.934.91; DBA -FR) enthält eine seit dem 4. November 2010 in Kraft stehende Amtshilfeklausel, welche der hiervor (E. 2.1) skizzierten Regelung von Art. 25 bis DBA-ES in der heute geltenden Fassung – soweit hier i nteressierend – entspricht und sich ebenfalls Art. 26 OECD-MA anlehnt (vgl. Art. 28 DBA-FR in der Fas- sung gemäss Art. 7 des Zusatzabkommens vom 27. August 2009 zum DBA-FR [AS 2010 5683; im Folgenden: Zusatzabkommen 2009]). Diese Amtshilfeklausel ist in zeitlicher Hinsicht auf Kalender- oder Geschäftsjah- re anwendbar, welche ab dem 1. Januar nach Unterzeichnung des Z u- satzabkommens 2009 , also ab dem 1. Januar 2010 beginnen (Art. 11 Abs. 3 Zusatzabkommen 2009). 4.2 Aus dem Ausgeführten folgt, dass im vorliegenden, ein Amtshilfege- such betreffend die Steuerjahre 2010–2012 beschlagenden Fall aufgrund von Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA-ES in der Fassung des Re- visionsprotokolls 2006 in Verbindung mit Art. 28 DBA -FR die zuständigen Behörden in der Schweiz den zuständigen spanischen Behörden unab- hängig vom persönlichen G eltungsbereich des DBA -ES (Art. 1 DBA-ES) (in Bezug auf die in den sachlichen Geltungsbereich d es letzteren A b- kommens [Art. 2 DBA-ES] fallenden Steuern ) Amtshilfe zumindest im Umfang zu leisten ha ben, wie er mit Art. 28 DBA -FR zugunsten Fran k- reichs stipuliert wurde (vgl. auch TOBIAS FELIX ROHNER, Internationale Amtshilfe. Gruppenanfragen gehören zum OECD-Standard, publiziert in: Der Schweizer Treuhänder [ST] 1 0/2012, S. 757 ff., S. 757 Fn. 3; XAVIER OBERSON, L'évolution en Suisse de l'échange international de re n- seignements fiscaux: de l'arbalète au «big bang», publiziert in: Revue de droit fiscal [RF] 24/2013 S. 110 ff., S. 112). A-6547/2013 Seite 14 5. 5.1 Was die inhaltlichen Anforderungen betrifft, denen ein Amtshilfeg e- such zu genügen hat, enth alten weder aArt. 25 bis DBA-ES noch Ziff. IV des Protokolls zum DBA-ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 eine detaillierte Aufzählung. Hingegen haben die ersuchenden Behörden den Behörden des ersuchten Staates nach Art. XI Abs. 3 des Zusatzpr o- tokolls zum DBA-FR in einem Amtshilfegesuch folgende Informationen zu liefern: «a) Namen und Adresse der in eine Prüfung oder Untersuchung einbezoge- nen Person und sofern verfügbar weitere Angaben, welche die Identifikation erleichtern (wie Geburtsdatum oder Zivilstand); b) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden; c) die Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hinsichtlich der Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht; d) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; e) sofern bekannt Namen und Adresse der mutmasslichen Inhaber der ve r- langten Informationen.» Art. 6 Abs. 2 StAhiG sieht vor, dass das Ersuchen insbesondere folgende Angaben enthalten muss, sofern das anwendbare Abkommen keine B e- stimmungen über den Inhalt eines Ersuchens enthält und sich aus dem Abkommen nichts anderes ableiten lässt: «a. die Identität der betroffenen Person, wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch Angabe des Namens und der Adresse erfolgen kann; b. eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben zur Form, in der der ersuchende Staat diese Informationen zu erhalten wünscht; c. den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden; d. die Gründe zur Annahme, dass die verlangten Informationen sich im e r- suchten Staat oder im Besitz oder unter der Kontrolle einer Informationsi n- haberin oder eines Informationsinhabers befinden, die oder der im ersuchten Staat ansässig ist; e. den Namen und die Adresse der mutmasslichen Informationsinhaberin oder des mutmasslichen Informationsinhabers, soweit bekannt; A-6547/2013 Seite 15 f. die Erklärung, dass das Ersuchen den gesetzlichen und reglementarischen Vorgaben sowie der Verwaltungspraxis des ersuchenden Staates entspricht, sodass die ersuchende Behörde diese Informationen, wenn sie sich in ihrer Zuständigkeit befinden würden, in Anwendung ihres Rechts oder im ordentl i- chen Rahmen ihrer Verwaltungspraxis erhalten könnte; g. die Erklärung, welche präzisiert, dass der ersuchende Staat die nach se i- nem innerstaatlichen Steuerverfahren üblichen Auskunftsquellen ausg e- schöpft hat.» Nach einer in d er Doktrin vertretenen Auffassung vermag die Meistb e- günstigungsklausel von Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA -ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 keine Gleichstellung mit B e- zug auf die nach einem anderen Abkommen geltenden inhaltlichen Anfor- derungen an ein Amtshilfeersuchen zu bewirken. Dementsprechend scheint gemäss dieser Lehrmeinung Art. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls zum DBA -FR im Kontext der Meistbegünstigungsklausel des DBA -ES grundsätzlich nicht anwendbar zu sein (vgl. OESTERHELT, a.a.O., Rz. 106; zur Relevanz dieser Frage s. E. 6.2). 5.2 Aufgrund von Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA -ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 in Verbindung mit Art. 28 DBA -FR haben die zuständigen Behörden in der Schweiz mit den zustä ndigen spanischen Behörden die Informationen aus zutauschen, die zur Durc h- führung des DBA-ES oder zur Anwendung oder Durchsetzung des inne r- staatlichen Rechts in Bezug auf die in den sachlichen Geltungsbereich des DBA-ES fallenden Steuern (Art. 2 DBA -ES) voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem DBA-ES widerspricht. Im Unterschied zu den bisherigen Amtshilfekla u- seln ist demnach nicht mehr erforderlich, dass ein Verdacht auf einen Steuerbetrug oder ein ähnliche s Delikt vorliegt (vgl. GIOVANNI MOLO, Die neue Trennungslinie bei der Amtshilfe in Steuersachen . Das Verbot der fishing expeditions und die formellen Anforderungen an das Gesuch, in: Archiv für schweizerisches Abgab erecht [ASA] 80, S. 143 ff., 151; OESTERHELT, a.a.O., Rz. 79). Gemäss Art. XI Abs. 2 des Zusatzprotokolls zum DBA-FR soll der Verweis auf «voraussichtlich erhebliche» Informationen «einen möglichst breiten Informationsaustausch in Steuersachen gewährleisten, ohne dass die Vertragsstaaten 'fishing expeditions' durchführen oder Informationen ve r- langen können, deren Erheblichkeit für die Aufklärung der Steuerangel e- genheiten bestimmter Steuerpflichtiger wenig wahrscheinlich ist». Es handelt sich dabei um eine Anlehnung an das OECD-Manual bzw. den A-6547/2013 Seite 16 OECD-Kommentar zu Art. 26 des OECD-Musterabkommens, wonach das Kriterium der voraussichtlichen Erheblichkeit («foreseeable relevence», «pertinence vraisemblable») der Balance zwischen dem angestrebten möglichst weitgehenden Austausch von Informationen u nd einer une r- laubten «fishing expedition» dient (vgl. auch zum Folgenden : Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4.1, mit zahlreichen Hinweisen; vgl. ferner OESTERHELT, a.a.O., Rz. 89). Die OECD umschreibt «fishing expediti ons» als «speculative requests for i n- formation that have no apparent nexus to an open inquiry or investig a- tion». Das Erfordernis der voraussichtlichen Erheblichkeit und das Verbot der «fishing expeditions» stehen in Einklang mit dem Verhältnismässigkeits- prinzip, das als verfassungsmässiger Grundsatz staatlichen Handelns (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV) zwingend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A ­5390/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.1.2, A­6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4, mit Hinweisen). Die voraussichtliche Erheblichkeit von geforderten Unterlagen muss sich bereits aus dem Amtshilfegesuch ergeben. Würde dies nicht verlangt, könnten Ersuchen aufs Geratewohl gestellt werden und die ersuchte B e- hörde müsste die Unter lagen auch dann zur Verfügung stellen, wenn sie erst nach deren Erhebung deren voraussichtliche Erheblichkeit feststellen würde. Dem «voraussichtlich» kommt eine doppelte Bedeutung zu, indem es sich zum e inen darauf bezieht, dass der ersuchende Staat die E rheb- lichkeit voraussehen und deshalb im Amtshilfegesuch geltend machen muss, und zum andern nur solche Unterlagen zu übermitteln sind, die voraussichtlich erheblich sind. Der ersuchte Staat darf hier allerdings nur Unterlagen von der Amtshilfe ausschliesse n, die mit Sicherheit nicht e r- heblich sind, denn in der Regel kann nur der ersuchende Staat abschlies- send feststellen, ob eine Information erheblich ist (BGE 128 II 407 E. 6.3.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.352/2005 vom 6. Januar 2006 E. 3 ; Urte ile des Bundesverwaltungsgerichts A-6505/2012 vom 29. Mai 2013 E. 6.2.2.1, A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 7.4.1 ). In letzterem Sinne ist auch Art. 17 Abs. 2 StAhiG anzuwenden, wonach In- formationen, welche voraussichtlich nicht erheblich sind, nicht überm ittelt werden dürfen und von der ESTV auszusondern oder unkenntlich zu ma- chen sind. 5.3 Soweit die Behörden des ersuchenden Staates verpflichtet sind, den massgeblichen Sachverhalt darzulegen, kann zwar von ihnen nicht erwar-A-6547/2013 Seite 17 tet werden, dass sie dies berei ts lückenlos und völlig widerspruchsfrei tun. Dies wäre mit Sinn und Zweck der Amtshilfe (wie mit jenem der Rechtshilfe) nicht vereinbar, sollen doch aufgrund von Informationen und Unterlagen, die sich im ersuchten Staat befinden, bisher im Dunkeln g e- bliebene Punkte erst noch geklärt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.154/2003 vom 26. August 2003 E. 4.1; Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A-5290/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 5.2, B-2700/2013 vom 2. Juli 2013 E. 2; R OBERT ZIMMERMANN, La coopération judiciaire in- ternationale en matière pénale, 3. Aufl., Bern 2009, Rz. 295). Daher ve r- langt die Rechtsprechung von der ersuchenden Behörde nicht den stri k- ten Beweis des Sachverhalts, doch muss sie hinreichende Verdacht s- momente für dessen Vorliegen dartun (BGE 139 II 404 E. 7.2.2, BGE 139 II 451 E. 2.1 und E. 2.2.1, BGE 125 II 250 E. 5b). Ein wichtiges Element der internationalen Behördenzusammenarbeit bi l- det der Grundsatz, wonach – ausser bei offenbarem Rechtsmissbrauch oder bei berechtigten Fragen im Zusa mmenhang mit dem Schutz des schweizerischen oder internationalen ordre public (vgl. Art. 7 StAhiG) – prinzipiell kein Anlass besteht, an der Richtigkeit und Einhaltung der Sachverhaltsdarstellung und an Erklärungen anderer Staaten zu zweifeln (sog. völkerr echtliches Vertrauensprinzip; vgl. BGE 128 II 407 E. 3.2, 4.3.1 und 4.3.3, BGE 126 II 409 E. 4; Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-5390/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.2.2, B-1258/2013 vom 24. Juli 2013 E. 4.1, B-2700/2013 vom 2. Juli 2013 E. 2, A -737/2012 vom 5. April 2012 E. 8.1.1; Urteil des Bundesstrafgerichts RR.2010.295 vom 15. Dezember 2011 E. 5.3). Auf diesem Vertrauen gründet letztlich das ganze Amtshilfeverfahren. Dementsprechend hat sich die ESTV nicht darüber auszusprechen, ob die im Ersuchen angeführten Tatsachen zu- treffen oder nicht. Sie hat weder Tat- noch irgendwelche Schuldfragen zu prüfen noch ihrerseits eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Die ESTV ist vielmehr an die Darstellung des Sachverhalts im Ersuchen insoweit g e- bunden, als diese nic ht wegen offensichtlicher Fehler, Lücken oder W i- dersprüche von vornherein entkräftet werden kann (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 2A.567/2001 vom 15. April 2002 E. 4.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-5290/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 5.2, A-737/2012 vom 5. April 2012 E. 6.1.2 [mit zahlreichen Hinwe i- sen]). 5.4 Art. 7 StAhiG zählt verschiedene Gründe auf, bei deren Vorliegen auf das Amtshilfeersuchen nicht einzutreten ist. So sieht Art. 7 Bst. a StAhiG – in Umsetzung des Verbots der «fishing expeditions» – vor, dass auf Er-A-6547/2013 Seite 18 suchen nicht eingetreten wird, wenn diese zum Zweck der Beweisausfo r- schung gestellt wurden. Ein Nichteintreten auf das Ersuchen ist ferner geboten, wenn Informationen verlangt werden, die von den Amtshilfeb e- stimmungen des anwendbaren Abkommens nicht erfasst sind (Art. 7 Bst. b StAhiG). Schliesslich ist gemäss Art. 7 Bst. c StAhiG auf ein Amt s- hilfeersuchen nicht ein zutreten, wenn es den Grundsatz von Treu und Glauben verletzt, namentlich wenn es auf Informationen be ruht, welche mittels nach schweizerischem Recht strafbare n Handlungen erlangt wor- den sind. 5.5 Gemäss Art. 8 Abs. 1 StAhiG sind zur Beschaffung von Informationen nur Massnahmen zulässig, welche nach schweizerischem Recht zur Ver- anlagung sowie Durchsetzung der Steuern, welche Gegenstand des E r- suchens sind, durchgeführt werden könnten. Laut Art. 8 Abs. 2 StAhiG dürfen, wenn das anwendbare Abkommen ihre Übermittlung vorsieht, auch Informationen verlangt werden, « die sich im Besitz einer Bank, e i- nes anderen Finanzinstituts, einer beauftragten oder bevollmächtigten Person, einer Treuhänderin oder eines Treuhänders befinden oder die sich auf Beteiligungen an einer Person beziehen». Die ESTV wendet sich zur Beschaffung der Informationen an die Persone n und Behörden nach Art. 9–12 StAhiG, von welchen sie annehmen kann, dass sie über die I n- formationen verfügen (Art. 8 Abs. 3 StAhiG) . Es sind dies namentlich die betroffene Person ( vgl. Art. 9 StAhiG), also die « Person, über die im Amtshilfeersuchen Informationen verlangt werden» (Art. 3 Bst. a StAhiG), und die Informationsinhaberin oder der Informationsinhaber (vgl. Art. 10 StAhiG) bzw. «die Person, die in der Schweiz über die verlangten Info r- mationen verfügt» (Art. 3 Bst. b StAhiG). Gemäss Art. 8 Abs. 6 StAhiG können Anwältinnen und Anwälte, die nach dem Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 (Anwaltsgesetz, BGFA, SR 935.61) zur Vertretung vor schweizerischen Gerichten berechtigt sind, die Herausgabe von Unterl a- gen und Informationen , welche durch das Anwaltsgeheimnis geschützt sind, verweigern. 5.6 Wer an einem Konto in Bezug auf Amtshilfeverfahren als wirtschaftlich berechtigte Person zu gelten hat, bestimmt sich nach einer «substance over form» -Betrachtung. Dabe i ist entscheidend, inwiefern eine Person das sich auf dem Konto der Gesellschaft befindliche Vermögen durch den formellen Rahmen hindurch weiterhin wirtschaftlich kontrollieren und dar -A-6547/2013 Seite 19 über verfügen kann (vgl. zum Ganzen grundlegend: BVGE 2011/6 E. 7.3.2). Im schweizerischen Bankverkehr wird das so genannte «Formular A» zur Feststellung der an einem Konto wirtschaftlich berechtigten bzw. letztb e- günstigten Person verwendet. Dieses dient nicht steuerlichen, sondern anderen Zwecken (wirtschaftliche Hintergrün de, Hinweise bei Strafunte r- suchungen, Geldwäscherei etc .; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­5390/2013 vom 6. Januar 2014 E. 6.5.6; URS R. BEHNISCH, Aktuelle Entwicklungen in der Amts- und Rechtshilfe im Steuerbereich, in: Stephan Breitenmoser/Bernhard Ehrenzeller [Hrsg.], Aktuelle Fragen der internat i- onalen Amts- und Rechtshilfe, St. Gallen 2009, S. 249 ff., S. 254; BARBA- RA BRÜHWILER/KATHRIN HEIM, Vereinbarung über die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken 2008 [VSB 08], Praxiskommentar, 2. Aufl., Zü- rich 2008, Art. 3 Abs. 1 VSB 08 N. 7). 6. 6.1 Vorliegend betrifft das in Frage stehende Amtshilfegesuch Steuern , welche in den sachlichen Geltungsbereich gemäss Art. 2 DBA-ES fallen, nämlich die spanische Einkommenssteuer der natürlichen Personen . Bei dieser Ausgangslage sind die zuständigen Behörden in der Schweiz g e- mäss Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA -ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 in Verbindung mit Art. 28 DBA -FR unabhängig vom persönlichen G eltungsbereich des DBA -ES (Art. 1 DBA-ES) jeden- falls in dem Umfang zur Leistung von Amtshilfe für die zuständigen spani- schen Behörden verpflichtet, wie Art. 28 DBA -FR die Amtshilfe der Schweiz zugunsten Frankreichs vorsieht (vgl. vorn E. 4.2). Soweit die Beschwerdeführenden also geltend machen, es stünden keine unter das DBA -ES fallenden Steuern in Frage, weil der Beschwerdefü h- rer 1 weder in der Schweiz noch in Spanien beschränkt oder unb e- schränkt steuerpflichtig sei (vgl. Beschwerde, S. 8 f.), kann ihnen nicht gefolgt werden. Denn das Vorbringen, es bestünde keine Steuerpflicht des Beschwerdeführers 1 in den Vertragsstaaten des schweizerisch- spanischen Abkommens, betrifft den für die Anwendung der Meistbegüns- tigungsklausel in Verbindung mit Art. 28 DBA-FR – wie aufgezeigt – nicht massgebenden persönlichen Geltungsbereich d es DBA-ES (vgl. Art. 1 und Art. 4 DBA-ES). Es ist nun zu prüfen, ob das Amtshilfegesuch der AT die Anforderungen erfüllt, damit gestützt darauf entsprechend Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls A-6547/2013 Seite 20 zum DBA-ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 in Verbindung mit Art. 28 DBA-FR Amtshilfe zu leisten ist. 6.2 In formeller H insicht ist zunächst festzuhalten, dass das Gesuch in Verbindung mit der dazu abgegebenen Erklärung der AT vom 6. Juni 2013 nebst Namen und Adressen d er betroffenen Personen unbestritte- nermassen alle weiteren, nach Art. 6 Abs. 2 StAhiG erforderlichen Info r- mationen enthält. Vor diesem Hintergrund muss hier nicht geklärt werden, ob sich die inhalt- lichen Anforderungen an ein Amtshilfegesuch, das sich auf die Meistbe- günstigungsklausel von Ziff. IV/11 Bst. a des Protokolls zum DBA -ES in der Fassung des Revisionsprotokolls 2006 und das DBA-FR stützt, nach Art. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls zum DBA -FR richten (vgl. dazu vorn E. 5.1) . Denn zum einen sind die nach letzterer Bestimmung erforderl i- chen Angaben grundsätzlich auch nach Art. 6 Abs. 2 StAhiG unabdingbar (die zwischen den beiden Vorschriften bestehenden Unterschiede mit Be- zug auf die Angaben zur Identität der betroffenen Person interessieren vorliegend nicht, da die von der AT gemachten Identitätsangaben auf j e- den Fall als hinreichend erscheinen ). Zum anderen sind die nur in Art. 6 Abs. 2 StAhiG genannten Anforderungen, welche im Falle der fehlenden Anwendbarkeit von Art. XI Abs. 3 des Zusatzprotokolls z um DBA-FR gel- ten würden, beim streitbetroffenen Amtshilfeersuchen der AT erfüllt. 7. 7.1 Es ist weiter zu prüfen, ob das Amtshilfegesuch der AT Informationen betrifft, die im Falle der Beschwerdeführenden zur Durchführung des DBA-ES oder zur Anwendung od er Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts in Bezug auf die in den sachlichen Geltungsbereich des DBA -ES fallenden Steuern (Art. 2 DBA -ES) voraussichtlich erheblich sind, soweit die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem DBA-ES wider- spricht. In diesem Kontext ist auch zu untersuchen, ob das Amtshilfeg e- such der AT gegen das Verbot der «fishing expeditions» verstösst bzw. nach Art. 7 Bst. a StAhiG darauf nicht hätte eingetreten werden dürfen, weil es zum Zweck der Beweisausforschung gestellt worden ist. 7.2 Im Ersuchen der AT wird ausgeführt, die spanische Steuerbehörde führe eine Untersuchung betreffend die Steuerverhältnisse des B e- schwerdeführers 1 durch. Der Beschwerdeführer 1 habe in Spanien keine Steuererklärung eingereicht, weil er (angeblich) in der Schweiz wohnhaft sei. Es bestünden jedoch Indizien, welche darauf hindeuten würden, dass A-6547/2013 Seite 21 er tatsächlich – wie seine Ehefrau und seine drei minderjährigen Kinder – in Spanien lebe. Zudem hätten die Untersuchungen ergeben, dass er e i- nen hohen Lebens standard pflege und die meisten der von ihm verei n- nahmten Zahlungen von Konten in der Sc hweiz stammen würden, wobei die überweisende Person stets eine nach schweizerischem Recht erric h- tete Gesellschaft sei. Es komme hinzu, dass alle sich im Besitz des B e- schwerdeführers 1 befindlichen Gesellschaften Sitz in einer Steueroase hätten. Die spanische Steuerbehörde vermute auch, dass der Beschwe r- deführer 1 Beihilfe zur Steuerhinterziehung für andere spanische Staat s- bürger leiste. Das Amtshilfeersuchen betreffe namentlich Konten bei der K._______ AG, welche auf die Beschwerdeführenden 3 –7 lauten. Diese Beschwerdeführenden s eien für persönliche Spesen bzw. für den L e- bensunterhalt des Beschwerdeführers 1 und seine r Familie aufgeko m- men; auch hätten sie von dieser Familie genutzte Liegenschaften bezahlt. Die AT hat mit diesen Ausführungen hinreichende Verdachtsmomente dargetan, wonach der Beschwerdeführer 1 in Spanien einkommensste u- erpflichtig sei, indem er – wie erwiesenermassen seine Familie – dort le- be, einen hohen Lebensstandard pflege und die meisten Zahlungen, we l- che er vereinnahme, von den streitbetroffenen Konten stammten. Zwar machen die Beschwerdeführenden unter Beilage spanische r und […] [anderer] Bescheinigungen geltend, der Beschwerdefüh rer 1 sei in O._______ ansässig. Trotz dieser Bescheinigungen und auch unter B e- rücksichtigung der übrigen Vorbringen der Beschwerdeführenden sowie der Akten lässt sich aber angesichts des Umstandes, dass die engsten Familienangehörigen des Beschwerdeführers 1 in Spanie n leben, nicht mit Sicherheit ausschliessen (vgl. E. 5.2) , dass der Beschwerdeführer 1 dort steuerpflichtig ist. Deshalb erweisen sich Informationen, welche die Einkommenssteuerverhältnisse des Beschwerdeführers 1 betreffen, im Sinne des Abkommensrechts al s «voraussichtlich erheblich» zur Anwen- dung oder Durchsetzung des spanischen Steuerrechts. Es gilt in diesem Zusammenhang zu beachten, dass sich weder die ESTV noch das Bu n- desverwaltungsgericht darüber auszusprechen haben, ob die Sachve r- haltsschilderung der AT zutrifft, soweit diese nicht offensichtlich fehlerhaft ist oder offensichtliche Lücken oder Widersprüche aufweist (vgl. E. 5.3). Offensichtliche Fehler, Lücken oder Widersprüche sind vorliegend weder dargetan noch ersichtlich. Auch bestehen keine genü genden Anhalt s- punkte für die Annahme, dass die AT – wie seitens der Beschwerdefü h- renden geltend gemacht wird (Beschwerd e, S. 8 ) – wider besseres Wi s- sen eine Ansässigkeit des Beschwerdeführers 1 in Spanien behauptet. A-6547/2013 Seite 22 Selbst wenn es den Beschwerdeführenden im Übrigen gelingen sollte, vor dem Bundesverwaltungsgericht mittels offizieller Bestätigungen nac h- zuweisen, dass der Beschwerdeführer 1 (auch) woanders als in Spanien einkommenssteuerpflichtig ist, würde sich an der vorstehenden Beurte i- lung nichts ändern. Sind nämlich – wie im vorliegenden Fall – genügend Anhaltspunkte für einen Verdacht vorhanden, eine vom Amtshilfeers u- chen betroffene Person sei im ersuchenden Staat einkommenssteue r- pflichtig, hat der ersuchte Staat weder zu prüfen noch sich darüber au s- zusprechen, ob und inwieweit diese Person allenfalls in einem Drittstaat steuerpflichtig ist. Auch hat der ersuchte Staat nicht zu klären, ob geg e- benenfalls die Steuerpflicht im Drittstaat der Einkommenssteuerpflicht der betroffenen Person im ersuchenden Staa t entgegensteht . Zudem ist es nicht Sache des ersuchten Staates, über eine allfällige Strafbarkeit der betreffenden Person zu befinden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A­5390/2013 vom 6. Januar 2014 E. 5.2.1, mit Hinweis; vorn E. 5.3). Die von der AT verlangten Informationen erscheinen sodann für die A n- wendung oder Durchsetzung des spanischen Einkommenssteuerrechts mit Bezug auf die Beschwerdeführerin 2 nicht nur (im abkommensrecht- lich erforderlichen Sinne) als «voraussichtlich», sondern ga r mit Siche r- heit als erheblich. Dies würde schon für sich allein den in Frage stehe n- den Informationsaustausch grundsätzlich rechtfertigen. Nach dem Ausgeführten sind jedenfalls keine «mit Sicherheit nicht erheb- lichen Informationen », für welche die Amtsh ilfe zu verweigern wäre (s. E. 5.2), auszumachen. Insofern stellt sich die allfällige Frage nach der Grenzziehung zwischen im Sinne des Abkommensrechts «voraussichtlich erheblichen» und nicht «voraussichtlich erheblichen» Informationen im vorliegenden Fall n icht. Es muss im Übrigen den spanischen Behörden überlassen bleiben, abschliessend zu beurteilen, ob die mit dem vorli e- genden Ersuchen vom 29. April 2013 geforderten Informationen zur A n- wendung oder Durchsetzung des spanischen Einkommenssteuerrechts erheblich sind (vgl. E. 5.2). Schliesslich spielt im vorliegenden Zusammenhang – wie aufgezeigt (vorn E. 5.2) und entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden (vgl. Beschwerde, S. 9) – keine Rolle, ob ein Verdacht auf einen Steue r- betrug oder ein ähnliches Delikt besteht. A-6547/2013 Seite 23 7.3 Was die Beschwerdeführenden des Weiteren vorbringen, vermag den hiervor gezogenen Schluss nicht umzustossen, dass die von der AT ve r- langten, namentlich Konten der Beschwerdeführenden 3 –7 bei der K._______ AG betreffenden Informationen im abkommensrechtlichen Sinne voraussichtlich erheblich sind. 7.3.1 Die Beschwerdeführenden rügen sinngemäss, insoweit, als die B e- schwerdeführenden 1 und 2 an den auf die übrigen Beschwerdeführe n- den lautenden Konten nicht wirtschaftlich berechtigt gewesen seien, kön- ne nicht von voraussichtlich erheblichen Informationen ausgegangen werden. Die Vorinstanz habe bei der Bestimmung der wirtschaftlich B e- rechtigten zu Unrecht allein auf die edierten «Formulare A» abgestellt und die Beschwerdeführenden 1 und 2 als an den fraglichen Konten wir t- schaftlich berechtigt qualifiziert. Dabei habe sie in Verletzung des rechtl i- chen Gehörs ein Gesuch um weitere Beweisabnahme betreffend die wir t- schaftliche Berechtigung und die wirtschaftliche Kontrolle über die Konten abgewiesen. Zudem habe die Vorinstanz verkannt, dass die Beschwerde- führenden 3–7 als eigenständige, von den Beschwerdeführenden 1 und 2 getrennte Steuersubjekte zu behandeln seien, selbst wenn Letztere an den Konten der Beschwerdeführenden 3–7 w irtschaftlich b erechtigt w ä- ren. Es sei auch nicht hinreichend untersucht worden, ob der wirtschaft- lich Berechtigte durch den formellen Rahmen der Gesellschaften hi n- durch die auf diese lautenden Konten wirtschaftlich habe kontrollieren und darüber habe verfügen können. 7.3.2 Vorliegend hat die K._______ AG mit Schreiben vom 30. Mai 2013 ausgeführt, der Beschwerdeführer 1 sei hinsichtlich der auf die B e- schwerdeführenden 3, 4, 5 und 7 lautenden Konten und seine Ehefrau sei bezüglich des Kontos l autend auf die Beschwerdeführende 6 wirtschaft- lich berechtigt . Diese Angaben stimmen mit denjenigen in den von der ESTV edierten «Formularen A» überein. Dagegen ist nach dem von den Beschwerdeführenden am 6. Februar 2014 eingereichten «Formular A» an dem auf die Beschwerdeführende 3 lautenden Konto weder der B e- schwerdeführer 1 noch seine Ehefrau wirtschaftlich berechtigt. Das «Formular A» dient – wie au sgeführt (vorn E. 5. 6) – nicht steue r- rechtlichen Zwecken. Es kann hier jedoch offen bleiben, ob im vorliegen- den Fall gleichwohl für die Frage der wirtschaftlichen Berechtigung auf die Angaben in den «Formularen A» abgestellt werden kann. Denn selbst wenn weder der Beschwerdeführer 1 noch die Beschwerdeführerin 2 an den Konten der Beschwerdeführenden 3 –7 wirtschaftlich berechtigt g e-A-6547/2013 Seite 24 wesen sein sollte, müssen die verlangten Informationen als voraussich t- lich erheblich im abkommensrechtlichen Sinne qualifiziert werden, da sie Konten betreffen, von welchen den Beschwerdeführenden 1 und 2 mögli- cherweise in Spanien zu versteuerndes Einkommen zugeflossen ist. Ke i- ne Rolle spielt dabei, ob die Eheleute im Sinne der «substance over form»-Betrachtung (vgl. dazu vorn E. 5.6) das auf diesen Konten der B e- schwerdeführenden 3–7 befindliche Vermögen durch den formellen Ra h- men hindurch wirtschaftlich kontrollieren und darüber ver fügen konnten. Ebenso wenig ist in diesem Zusammenhang erheblich, ob die Zahlungen zugunsten des Beschwerdeführers 1 – wie in der Beschwerde vorg e- bracht wird (vgl. Beschwerde, S. 10) – Honorare bildeten. Massgebend ist einzig, dass gemäss der insofern nicht offenkundig unrichtigen Darste l- lung der AT Zahlungen von den streitbetroffenen Konten an die B e- schwerdeführenden 1 und 2 flossen und die Daten zu diesen Konten d a- mit für die Anwendung des spanischen Einkommenssteuerrechts auf die- se Personen voraussichtlich erheblich sind. Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt, welchen die Beschwerdefü h- renden mit ihrem Editionsbegehren vom 15. Oktober 2013 beweisen wo l- len, nicht rechtserheblich. Folglich durfte die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung auf die verlangte Edition verzichten (vgl. vorn E. 1. 6). Auch besteht im vorliegenden Verfahren kein Anlass, d iesem Beweisan- trag stattzugeben sowie insbesondere aufgrund des am 6. Februar 2014 neu eingereichten «Formulars A» weitere Untersuchungen betreffend die wirtschaftliche Berechtigung betreffend das auf die Beschwerdeführe n- de 3 lautende Konto durchzuführen. 7.3.3 Zwar führen die Beschwerdeführenden zur Begründung ihres ersten Subeventualantrages aus, die Beschwerdeführenden 1 und 2 seien nur an den auf die Beschwerdeführenden 4–6 lautenden Konten wirtschaftlich berechtigt gewesen, weshalb die Gewährung der A mtshilfe auf jeden Fall auf Informationen zu diesen Konten zu beschränken sei. Nach dem hie r- vor (E. 7.3.2) Ausgeführten kommt es indessen vorliegend nicht darauf an, ob eine wirtschaftliche Berechtigung des Beschwerdeführers 1 und/oder seiner Ehefrau an de n Konten der übrigen Beschwerdeführe n- den bestand. Anders als dies in der Beschwerde im Zusammenhang mit dem genan n- ten Subeventualantrag und in der unaufgefordert eingereichten Eingabe der Beschwerdeführenden vom 9. Januar 2014 dargestellt wird, können die verlangten Bankinformationen auch nicht mit Blick auf den Umstand, A-6547/2013 Seite 25 dass das Amtshilfeersuchen nur für Einkommenssteuerzwecke gestellt wurde, insoweit als voraussichtlich unerheblich qualifiziert werden, als sie nicht die auf den fraglichen Konten pro Steu erjahr erzielten, an die B e- schwerdeführenden 1 und 2 überwiesenen Zinsen betreffen (vgl. B e- schwerde, S. 1 2). Denn wie ausgeführt, darf der ersuchte Staat nur die Übermittlung von Informationen, die mit Sicherheit nicht erheblich sind, verweigern (vorn E. 5.2). Es ist vorliegend Sache Spaniens, abschlie s- send festzustellen, ob die in Frage stehenden Bankkontendaten , soweit sie nicht Zinsen betreffen, für die spanische Einkommenssteuererhebung beim Beschwerdeführer 1 und seiner Ehefrau ebenfalls erheblich sin d. Folglich besteht vorliegend kein Grund, unter Anwendung von Art. 17 Abs. 2 StAhiG einen Teil der nach Ansicht der Vorinstanz zu übermittel n- den Informationen als voraussichtlich nicht erheblich auszusondern oder unkenntlich zu machen. 7.4 Es ist sodann nicht erkennbar, dass eine dem spanischen Recht en t- sprechende Besteuerung des Beschwerdeführers 1 im Falle seiner A n- sässigkeit in Spanien und die mit dem spanischen Recht übereinsti m- mende Besteuerung der Beschwerdeführerin 2 dem DBA-ES widerspricht (vgl. zu dieser Voraussetzung vorn E. 5.2 und 7.1). 7.5 Nach Auffassung der Beschwerdeführenden wurde das Ersuchen der AT zum Zweck der Beweisausforschung gestellt. Die AT verlange sehr umfassende Information en im Sinne einer eigentlichen «Suchanfrage», und zwar mit Blick auf Strafuntersuchungen, welche seit 2011 in N._______ durchgeführt würden. Es gehe der AT einzig und allein darum, möglichst viele Namen und Transaktionen als Grundlage für weitere A n- fragen oder Untersuchungen sowie zwecks Weitergabe an die Str afbe- hörden zu eruieren. Wie hiervor (E. 7.2) dargelegt, kann nicht davon ausgegangen werden, dass die AT ihr Ersuchen im Wissen darum gestellt hat, dass der B e- schwerdeführer 1 nicht in Spanien ansässig ist. Vielmehr erscheint eine steuerliche Ansässigkeit und eine Einkommenssteuerpflicht des B e- schwerdeführers 1 in Spanien jedenfalls nicht als mit Sicherheit ausge- schlossen und sind die erfragten Informationen im Sinne der einschläg i- gen Amtshilfeklausel des Abkommen srechts voraussichtlich erheblich (vorn E. 7.2 f.). Auch hat die AT in ihrem Ersuchen nicht nur die Namen der Gesellschaften, welche nach den ihr zur Verfügung stehenden Info r- mationen Zahlungen zugunsten des Beschwerdeführers 1 oder der B e- schwerdeführerin 2 geleistet haben, und die ihr bekannten Konten dieser A-6547/2013 Seite 26 Gesellschaften bei der K._______ AG genannt. Vielmehr enthielt ihr E r- suchen zusammen mit ihrer Erklärung vom 6. Juni 2013 – wie erwähnt (vorn E. 6.2) – sämtliche in Art. 6 Abs. 2 StAhiG erwähnten Angaben. Es bestehen sodann keine Anhaltspunkte für die Annahme, dass das G e- such trotz des Umstandes, dass es für sich betrachtet hinreichend detai l- liert sowie genau ist, mit Blick auf die Ermittlungsstrategie, welche Sp a- nien gegenüber der Schweiz als ersuchtem Staat verfolgt, insgesamt b e- trachtet auf e inen Versuch der unbestimmten Beweisausforschung h i- nausläuft (vgl. zu entsprechenden Fällen MOLO, a.a.O., S. 170). Vor diesem Hintergrund kann von einer «fishing expedition» bzw. von ei- nem zum Zweck der Beweisausforschung gestellten Ersuchen im Sinne von Art. 7 Bst. a StAhiG nicht die Rede sein. Nichts daran ändern kann die Tatsache, dass in Spanien gegen den Beschwerdeführer 1 in einem Strafverfahren ermittelt wird und es dabei um die auch vorliegend strei t- betroffenen Konten geht. Zwar berufen sich die Beschwerdeführenden in diesem Zusammenhang im Übrigen auch auf Art. 6 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) . Diesbezüglich ist ihnen jedoch entgegenzuhalten, dass die Verfahrensga- rantien von Art. 6 EMRK nach gefestigter Rechtsprechung des Bunde s- verwaltungsgerichts auf Amtshilfeverfahren grundsätzlich nicht anwen d- bar sind ( BVGE 2010/40 E. 5.4.2 und 5.4.3; Urteile des Bundesverwal- tungsgerichts A-6385/2012 vom 6. Juni 2013 E. 7.1, A-6011/2012 vom 13. März 2013 E. 8, A-6695/2010 vom 24. Juni 2011 E. 4.6.1). Ein (die Anwendbarkeit der EMRK begründender) Ausnahmefall dergestalt, dass den betroffenen Personen im ersuchten Staat ein krass gegen die EMRK verstossendes Verfahren droht (vgl. Urteil des Bun desverwaltungsge- richts A-6011/2012 vom 13. März 201 3 E. 8.2.2), ist vorliegend weder substantiiert noch aus den Akten ersichtlich. 8. Die Beschwerdeführenden machen weiter geltend, das vorliegende Amtshilfegesuch beruhe auf Informationen, welche mittels nach schwei- zerischem Recht strafbaren Handlungen erlangt worden seien. Es bestehen jedoch keine genügenden Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung im Sinne von Art. 7 Bst. c StAhiG oder einen anderen Verstoss gegen Treu und Glauben, welcher nach dieser Bestimmung ein Nichtein- treten auf das Ersuchen zur Folge hätte haben müssen. Die Beschwerde-A-6547/2013 Seite 27 führenden konzedieren mit ihrer Behauptung, dass das Amtshilfegesuch «sehr wahrscheinlich» auf im spanischen Strafverfah ren illegal beschaf f- ten Informationen beruhe (Beschwerde, S. 9) , denn auch im Ergebnis selbst, dass das Vorliegen einer entsprechenden strafbaren Handlung nicht feststeht. Es trifft im Übrigen zwar zu, dass die AT in ihrem Gesuch keine Angaben zur Herkunft der darin enthaltenen Angaben betreffend di e Beschwerde- führenden 3–7 und deren Konten bei der K._______ AG macht. Indessen kann daraus entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden nicht auf strafbare Handlungen als Grundlage des Ersuchens geschlossen werden. Auch liegt gesamthaft betrachtet kein Verdacht auf strafbare Handlungen im Vorfeld des Amtshilfeersuchens vor, welcher der ESTV Anlass dazu hätte geben müssen, bei der ersuchenden Behörde nachz u- fragen, wie ihr ihre gezielte Anfrage möglich war (vgl. dazu MOLO, a.a.O., S. 174). 9. Die Beschwerdeführenden berufen sich ferner auf das Bank - und das Anwaltsgeheimnis und machen Geschäftsgeheimnisse geltend. 9.1 Mit Bezug auf die Grenzen der Verpflichtung zur Amtshilfe massg e- bend ist vorliegend aufgrund der anwendbaren Meistbegünstigungsklau- sel des DBA-ES grundsätzlich Art. 28 Abs. 3 Bst. c DBA-FR, wonach (wie bei Art. 25bis Abs. 3 Bst. c DBA -ES in der heute geltenden Fassung, vgl. dazu vorn E. 2.1 und 4.1) die abkommensrechtliche Amtshilfeve r- pflichtung namentlich nicht so aus zulegen ist, als verpflichte sie einen Vertragsstaat, «Informationen zu erteilen, die ein Handels -, Geschäfts -, Industrie, Gewerbe - oder Berufsgeheimnis oder ein Geschäftsverfahren preisgeben würden». Indessen kann sich die Schweiz aufgrund des ebe nfalls gestützt auf die Meistbegünstigungsklausel anwendbaren Art. 28 Abs. 5 DBA-FR, welcher Art. 25bis Abs. 5 DBA -ES in der heute geltenden Fassung entspricht (vgl. dazu vorn E. 2.1 und 4.1) und Art. 28 Abs. 3 DBA -FR vorgeht, nicht auf das Bankgeheimnis b erufen, um eine Auskunftserteilung an die z u- ständigen Behörden Spaniens zu verweigern . Zudem war gemäss Art. 8 Abs. 2 StAhiG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 und 5 DBA-FR die Edition der in Frage stehenden Bankkundendaten durch die ESTV zulässig (vgl. vorn E. 2.1, 4.1 und 5.5). A-6547/2013 Seite 28 Die Beschwerdeführenden greifen deshalb ins Leere, soweit sie sich u n- ter Berufung auf das Bankgeheimnis gegen die Gewährung der vorli e- gend streitigen Amtshilfe wehren. 9.2 9.2.1 Zu prüfen ist weiter, ob sich die Beschwerdeführende n auf das A n- waltsgeheimnis berufen können. Aus dem klaren Wortlaut von Art. 8 Abs. 6 StAhiG (vgl. dazu vorn E. 5.4) ergibt sich, dass das Anwaltsgeheimnis in Fällen, bei welchen die ESTV gemäss Art. 10 Abs. 1 StAhiG vom Informationsinhaber die Herausgabe der voraussichtlich für die Beantwortung des Ersuchens erforderlichen In- formationen verlangt, nur angerufen werden kann, wenn d er betreffende Informationsinhaber (im Sinne von Art. 3 Bst. b StAhiG, vgl. dazu vorn E. 5.4) ein zur Vertretung vor schweizerisc hen Gerichten berechtigter Anwalt im Sinne des BGFA ist. Dieses Ergebnis wird auch durch Art. 8 Abs. 2 StAhiG gestützt, welcher etwa im Zusammenhang mit dem Ban k- geheimnis die Herausgabe von Informationen regelt, «die sich im Besitz einer Bank […] befinden»: Auch hier ist entscheidend, ob der Informat i- onsinhaber, von welchem seitens der ESTV die Informationen beschafft werden sollen, Geheimnisträger ist. Soweit Art. 8 Abs. 6 StAhiG den Schutz des Anwaltsgeheimnisses – wie aufgezeigt – davon abhängig macht, dass der Informationsinhaber im Sinne von Art. 10 Abs. 1 StAhiG ein nach dem BGFA zur Vertretung vor schweizerischen Gerichten berechtigter Anwalt ist, kann diese Besti m- mung als Konkretisierung des vorliegend einschlägigen Art. 28 Abs. 3 Bst. c DBA-FR (vgl. dazu vorn E. 9.1) betrachtet werden. In casu besteht somit insofern keine abweichende Bestimmung des im Einzelfall a n- wendbaren Abkommens, welche gemäss Art. 1 Abs. 2 StAhiG diesem Gesetz vorgehen würde. 9.2.2 Vorliegend ist zwar der Beschwerdeführer 1 A nwalt. Da jedoch die K._______ AG, bei welcher die ESTV die in Frage stehenden Bankakten ediert hat und die damit als Informationsinhaberin (im Sinne von Art. 3 Bst. b und Art. 10 Abs. 1 StAhiG ) zu qualifizieren ist, keine Anwältin ist, können sich die Beschwerdeführenden entsprechend dem hiervor Ausge- führten bzw. gemäss Art. 8 Abs. 6 StAhiG e contrario nicht auf das A n- waltsgeheimnis des Beschwerdeführers 1 berufen. A-6547/2013 Seite 29 9.3 Das Vorbringen der Beschwerdeführenden, der Gewährung der Amtshilfe stünden vorliegend G eschäftsgeheimnisse entgegen, erscheint als nicht hinreichend substantiiert und ist unbegründet . Dies gilt umso mehr, als Art. 28 Abs. 3 Bst. c DBA-FR der Vorschrift von Art. 26 Abs. 3 Bst. c OECD-MA nachgebildet ist (vgl. dazu vorn E. 4.1) und jedenfalls nach dem OECD -Kommentar zu letzterer Bestimmung finanzielle Info r- mationen (unter Einschluss von Büchern und Aufzeichnungen) ihrer Natur nach kein Handels -, Geschäfts - oder sonstiges Geheimnis darstellen (vgl. OECD-MA Kommentar 2010 , Art. 26 N. 19.2; s. daz u ferner OESTERHELT, a.a.O., Rz. 93 Fn. 102 ; vgl. zur zentralen Bedeutung des OECD-MA und seiner offiziellen Kommentierungen bei der Auslegung von Abkommensklauseln, die dem OECD-MA nachgebildet sind, BVGE 2011/6 E. 7.3.1, mit Hinweisen). 10. Es bleibt z u klär en, ob im Sinne des zweiten Sub eventualantrages der Beschwerde Dispositiv -Ziff. 12 Bst. a der angefochtenen Schlussverf ü- gung dahingehend zu ändern ist, dass die ESTV die Übermittlung der in Frage stehenden Informationen mit dem Hinweis an die AT verb inden muss, diese Daten dürften nur im Verfahren gegen die Beschwerdefü h- renden 1 und 2 für den im Ersuchen der AT vom 29. April 2013 erwähnten Tatbestand verwendet werden. 10.1 Gemäss Art. 20 Abs. 2 StAhiG weist die ESTV die ersuchende B e- hörde insbesondere auf die Einschränkung der Verwendbarkeit der übermittelten Informationen hin. 10.2 Nach Dispositiv-Ziff. 12 Bst. a der angefochtenen Schlussverfügung wird die ESTV – wie erwähnt (vorn Bst. C) – die AT darauf hinweisen, dass die übermittelten Informatione n in Spanien «nur im Verfahren » ge- gen die Beschwerdeführenden , die L._______ S.A. sowie die M._______ S. für den im Ersuchen vom 29. April 2013 genannten Tatb e- stand verwertet werden dürfen. Da an der entsprechenden Stelle der Schlussverfügung nur von einem Verfahren die Rede ist, kann die se Anordnung nach Treu und Glauben nicht anders verstanden werden, als dass die ESTV die AT im Ergebnis – entsprechend dem Subeventualantrag der Beschwerdeführenden – dar- auf hinweisen wird, dass die zu übermittelnden I nformationen nur im Ver- fahren betreffend die Einkommenssteuern der Beschwerdeführenden 1 und 2 verwendet werden dürfen. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, A-6547/2013 Seite 30 weiter auf den in Frage stehenden Subeventualantrag einzugehen, auch wenn in Dispositiv-Ziff. 1 2 Bst. a der angefochtenen Schlussverfügung nebst den Beschwerdeführenden 1 und 2 namentlich auch die übrigen Beschwerdeführenden genannt werden. 11. Was den Antrag betrifft, den spanischen Behörden seien die Beschwer- debeilagen 3 –5 (eine Abmeldebescheini gung, verschiedene Bestätigu n- gen steuerlicher Wohnsitze und eine Wohnsitzbescheinigung betreffend den Beschwerdeführer 1 ) «respektive weitere diesbezügliche Unterlagen sowie deren Inhalt betreffend Ort des Wohnsitzes [des Beschwerdefü h- rers 1] den spanische n Behörden nicht zugänglich zu machen » (Be- schwerde, S. 4), bedarf es vorliegend keiner besonderer Anordnungen. Denn zum einen bilden die fraglichen Beschwerdebeilagen nicht Teil der nach der angefochtenen Schlussverfügung der AT zu übermittelnden U n- terlagen. Zum anderen bestehen nach dem Ausgeführten keine Gründe, in den gemäss dem angefochtenen Entscheid der AT zu übermittelnden Unterlagen enthaltene Angaben zum Wohnsitz des Beschwerdeführers 1 dieser spanischen Behörde vorzuenthalten. 12. Die Beschwerdefü hrenden beantragen mit Schreiben vom 4. Februar 2014 die Sistierung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bis zum rechtskräftigen Entscheid über eine in Spanien erhobene Nichtigkeitskla- ge betreffend ein Strafverfahren gegen den Beschwerdeführer 1. Eine Sis tierung des Verfahrens muss nach bundesgerichtlichter Rech t- sprechung durch zureichende Gründe gerechtfertigt sein, da bei Fehlen solcher Gründe von einer mit dem Beschleunigungsgebot von Art. 29 Abs. 1 BV nicht zu vereinbarenden Rechtsverzögerung auszugehe n ist (BGE 130 V 90 E. 5). Beim Entscheid darüber, ob das Verfahren zu sistie- ren ist, steht dem Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 119 II 386 E. 1b). Eine Sistierung des Beschwerdeverfahrens kann insbesondere angezeigt sein, wenn ein andere s Verfahren hängig ist, dessen Ausgang von präjudizieller Bedeutung ist (BGE 123 II 1 E. 2b, BGE 122 II 211 E. 3e). Die Beschwerdeführenden führen zur Begründung ihres Sistierungsa n- trages aus, angesichts des Umstandes, dass im spanischen Steuerve r- fahren das Mitwirkungsprinzip gelte und sich der Angeschuldigte demg e- genüber im Strafverfahren nicht selbst belasten müsse, bestehe im Fall A-6547/2013 Seite 31 der Leistung von Amtshilfe die Gefahr, dass die von der AT verlangten In- formationen und Bankunterlagen an die spanischen Stra fbehörden we i- tergeleitet würden und damit ein nicht wiedergutzumachender Nachteil entstehe. Damit verkennen sie jedoch, dass es bei der Frage nach der Sistierung des vorliegenden Verfahrens nicht darauf ankommt, ob und inwieweit sich der Ausgang des Beschw erdeverfahrens auf das span i- sche Strafverfahren auswirkt. Massgebend ist vielmehr, ob der Ausgang des Nichtigkeitsklageverfahrens betreffend das in Spanien gegen den Beschwerdeführer 1 geführte Strafverfahren für den Entscheid betreffend das Amtshilfegesuch der AT vom 29. April 2013 präjudizierend ist. Es wird weder im Sistierungsgesuch geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass von einer solchen präjudizierenden Wirkung auszugehen ist. Da an dieser Sachlage die im Sinne einer Beweisofferte erwähnte Bestäti gung des für die Nichtigkeitsklage zuständigen spanischen Gerichts (betreffend die Rechtshängigkeit der Klage bzw. den zu erwartenden Zeitpunkt des U r- teils) nichts ändern kann, ist auf deren Einholung in antizipierter Bewei s- würdigung zu verzichten (vgl. vorn E. 1.6). Da auch sonst keine hinreichenden Gründe für die verlangte Sistierung angerufen wurden oder erkennbar sind, ist der Sistierungsantrag abz u- weisen. 13. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen , soweit darauf einzutreten ist. Ausgangsgemäss haben die unterliegenden Beschwerd e- führenden die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf Fr. 7'000.- festzulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En tschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Parteientschädigungen sind nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contr ario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE). 14. Gemäss Art. 83 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) kann dieser Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen innerhalb von 10 Tagen nur dann mit B eschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden, wenn sich eine Rechtsfrage von A-6547/2013 Seite 32 grundsätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinn von Art. 84 Abs . 2 BGG handelt (Art. 84a und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). Ob dies der Fall ist, entscheidet das Bundesgericht. A-6547/2013 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch der Beschwerdeführenden vom 4. Februar 2014 um Sisti e- rung des Verfahrens wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000. - werden den Beschwerdeführen den auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde; Beilagen: Doppel des Sistierungsgesuches der Beschwerdeführenden vom 4. Februar 2014 und Doppel der Eingabe der Beschwerdeführenden vom 6. Februar 2014 [inkl. Kopien der Beilagen]). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Beat König Rechtsmittelbelehrung: Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Amtshilfe in Steuersachen kann innert 10 Tagen n ach Eröffnung nur dann beim Bu n- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwer de in öffentlich-rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grun d- sätzlicher Bedeutung stellt oder wenn es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeutenden Fall im Sinne von Art. 84 Abs. 2 BGG han-A-6547/2013 Seite 34 delt (Art. 82, Art. 83 Bst. h, Art. 84a, Art. 90 ff. und Art. 100 Abs. 2 Bst. b BGG). In der Rechtsschrift ist auszuführen, warum die jeweilige Vorau s- setzung erfüllt ist. Im Übrigen ist die Rechtsschrift in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angab e der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene En t- scheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: