<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">370</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><b>71</b></span> <span class="ft4"><b>Anschlussgebühren</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Die dem falschen Adressaten eröffnete Anschlussgebührenverfügung</b></span><br/> <span class="ft4"><b>ist nichtig (AGVE 2011 S. 327 ff.). Die Rechtsfolge findet nur auf die</b></span><br/> <span class="ft4"><b>aktuell bestrittenen Abgaben Anwendung (Präzisierung der Recht-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>ssprechung).</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Wenn die den Bau ausführende Generalunternehmung im massgebli-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>chen Schätzungszeitpunkt noch Eigentümerin einzelner Stockwerk-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>eigentumseinheiten war, hat sie keinen Anspruch auf eine nach-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>trägliche materielle Kontrolle des Gebäudeversicherungswerts.</b></span><br/> <span class="ft6">-</span> <span class="ft4"><b>Verletzungen des Kostendeckungsprinzips sind grundsätzlich unver-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>ändert nach der publizierten (AGVE 2012 S. 277 ff.) Methode zu</b></span><br/> <span class="ft4"><b>korrigieren. Die prozentuale Kürzung erfolgt auf dem gesamten An-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>schlussgebührenbetrag. Der bereits bezahlte, an sich unstrittige Teil</b></span><br/> <span class="ft4"><b>ist ebenfalls zu berücksichtigen, weil damit zur Kostendeckungs-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>verletzung beigetragen wurde. Die kostendeckungsbedingten Ra-</b></span><br/> <span class="ft4"><b>batte können und dürfen aber die bestrittenen Abgaben nicht</b></span><br/> <span class="ft4"><b>übersteigen.</b></span><br/> <span class="ft8">Aus dem Entscheid des Spezialverwaltungsgerichts, Abteilung Kausalabga-</span><br/> <span class="ft8">ben und Enteignungen, vom 2. Dezember 2015 in Sachen X. AG gegen</span><br/> <span class="ft8">Einwohnergemeinde Y. (4-BE.2013.7).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">371</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft10"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <span class="ft1">Am 25. August 2009 erteilte der Gemeinderat Y. der Generalun-</span><br/> <span class="ft1">ternehmerin X. die Baubewilligung für 12 Mehrfamilienhäuser und</span><br/> <span class="ft1">eine Einstellhalle auf der Parzelle Nr. aaa im Eigentum der Z. Darin</span><br/> <span class="ft1">verfügte er provisorische Anschlussgebühren Wasser und Abwasser.</span><br/> <span class="ft1">Von der Parzelle Nr. aaa wurden am 30. November 2009 die</span><br/> <span class="ft1">Parzellen Nrn. b-f abparzelliert. Die Restparzelle Nr. aaa wurde an</span><br/> <span class="ft1">die X. verkauft. Die Parzellen Nrn. b-e wurden später an Dritte ver-</span><br/> <span class="ft1">kauft und mit je einem, zusammen vier, Mehrfamilienhäusern über-</span><br/> <span class="ft1">baut. Auf der Parzelle Nr. f wurde eine Einstellhalle mit 87 Miteigen-</span><br/> <span class="ft1">tumseinheiten erstellt, 55 davon übernahm die X. Auf der Restpar-</span><br/> <span class="ft1">zelle Nr. aaa erstellte die X. acht Vierfamilienhäuser (Nrn. 1792-</span><br/> <span class="ft1">1794 und 1797-1801), aufgeteilt in Stockwerkeigentum, die sie zum</span><br/> <span class="ft1">Kauf anbot. Im Zeitpunkt, als die Bauten auf der Parzelle Nr. aaa an</span><br/> <span class="ft1">die kommunalen Wasser- und Abwasserleitungen angeschlossen</span><br/> <span class="ft1">wurden, hatte sie insgesamt vier Stockwerkeinheiten verkauft.</span><br/> <span class="ft1">Bis zur Schätzung der fertiggestellten Bauten im November</span><br/> <span class="ft1">2012 durch die Aargauische Gebäudeversicherung waren bis auf</span><br/> <span class="ft1">zwei Ausnahmen alle Stockwerkeinheiten verkauft.</span><br/> <span class="ft1">Am 7. März 2013 verfügte der Gemeindrat Y. gegenüber der X.</span><br/> <span class="ft1">definitve Anschlussgebühren Wasser und Abwasser. Diese sind um-</span><br/> <span class="ft1">stritten.</span><br/> <span class="ft10"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">5.3.5.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft1">rin für die Anschlussgebühren (Wasser und Abwasser) der Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaften auf den Parzellen Nrn. b-e nicht zahlungspflichtig ist, da sie</span><br/> <span class="ft1">zu keinem Zeitpunkt Eigentümerin derselben war. In Bezug auf die</span><br/> <span class="ft1">Einstellhalle hat sie 55 von 87 Anteilen erworben. Die Anschlussge-</span><br/> <span class="ft1">bühren, welche auf die Anteile an der Einstellhalle entfallen, dürfen</span><br/> <span class="ft1">ebenfalls nicht vollständig der Beschwerdeführerin auferlegt werden.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">372</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Soweit sich die Verfügung vom 7. März 2013 auf diese Liegenschaf-</span><br/> <span class="ft1">ten bezieht, ist sie nichtig.</span><br/> <span class="ft1">Im Zeitpunkt des Anschlusses an die Kanalisation (30. Septem-</span><br/> <span class="ft1">ber 2010) als auch im Zeitpunkt des Anschlusses an die Wasser-</span><br/> <span class="ft1">versorgung (7. Oktober 2010) war die Beschwerdeführerin Mit-</span><br/> <span class="ft1">eigentümerin der Parzelle Nr. aaa und ist somit für die darauf er-</span><br/> <span class="ft1">stellten acht Liegenschaften grundsätzlich anschlussgebührenpflich-</span><br/> <span class="ft1">tig. Es geht somit um die Liegenschaften Nrn. 1792-1794 und 1797-</span><br/> <span class="ft1">1801.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">6.</span><br/> <span class="ft1">6.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdegegnerin lässt geltend machen, dass bereits die</span><br/> <span class="ft1">provisorischen Anschlussgebühren der Beschwerdeführerin auferlegt</span><br/> <span class="ft1">worden seien, obwohl sie nicht Eigentümerin der damals noch einzi-</span><br/> <span class="ft1">gen Bauparzelle war. Sie habe die Anschlussgebühren anstandslos</span><br/> <span class="ft1">bezahlt und habe ihre Zahlungspflicht nie bestritten (...).</span><br/> <span class="ft1">In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass vorliegend</span><br/> <span class="ft1">allein die Nachforderungen für die Anschlussgebühren (Wasser und</span><br/> <span class="ft1">Abwasser) im Streite stehen. Mehr wurde weder verfügt noch ver-</span><br/> <span class="ft1">langt. Das SKE ist an den Streitgegenstand gebunden (K</span><span class="ft8">IENER</span><span class="ft1">/</span><br/> <span class="ft1">R</span><span class="ft8">ÜTSCHE</span><span class="ft1">/K</span><span class="ft8">UHN</span><span class="ft1">, Öffentliches Verfahrensrecht, 2. Auflage, Zürich/</span><br/> <span class="ft1">St. Gallen 2015, N 1279 ff., mit Hinweis) und darf insbesondere bei</span><br/> <span class="ft1">der Beurteilung der gestellten Begehren nicht darüber hinausgehen</span><br/> <span class="ft1">(§ 4 Abs. 1 BauG i.V.m. § 48 Abs. 2 VRPG). Das Gericht hat sich</span><br/> <span class="ft1">mit den unstrittig geleisteten und in der definitiven Abrechnung</span><br/> <span class="ft1">berücksichtigten Akontozahlungen schon aus diesen prozessualen</span><br/> <span class="ft1">Gründen nicht weiter auseinanderzusetzen (Präzisierung der Recht-</span><br/> <span class="ft1">sprechung zu AGVE 2011 S. 331).</span><br/> <span class="ft1">6.2.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Art. 36 WR (Wasserreglement, beschlossen von der</span><br/> <span class="ft1">Gemeindeversammlung am 18. Juni 1986, genehmigt vom damali-</span><br/> <span class="ft1">gen Baudepartement am 1. Juli 1986) verlangt die Gemeinde bei der</span><br/> <span class="ft1">Erteilung der Baubewilligung eine Akontozahlung von 80 %, basie-</span><br/> <span class="ft1">rend auf den mutmasslichen Baukosten, und die Zahlung hat vor</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">373</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Baubeginn zu erfolgen. Bei den Abwasseranschlussgebühren wird</span><br/> <span class="ft1">analog verfahren (...).</span><br/> <span class="ft1">Die Problematik besteht unter anderem aber darin, dass zum</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung gar noch nicht feststeht,</span><br/> <span class="ft1">wem die Zahlungspflicht für die Anschlussgebühren obliegen wird.</span><br/> <span class="ft1">Es wird allgemein anerkannt, dass der Sondervorteil und damit die</span><br/> <span class="ft1">Zahlungspflicht erst eintreten können, wenn der Gebührenpflichtige</span><br/> <span class="ft1">die Erschliessungsanlage nutzen kann, denn die Anschlussgebühr ist</span><br/> <span class="ft1">eine öffentlich-rechtliche Gegenleistung für die Gewährung des An-</span><br/> <span class="ft1">schlusses an die Leitung eines öffentlichen Werkes. Aus diesem</span><br/> <span class="ft1">Grund bestimmen sich die rechtlichen Voraussetzungen für ihre</span><br/> <span class="ft1">Erhebung grundsätzlich nach dem Zeitpunkt, in dem der Anschluss</span><br/> <span class="ft1">vollzogen wird, und die Gebührenpflicht trifft grundsätzlich den an-</span><br/> <span class="ft1">schliessenden Grundeigentümer, weil er den Rechtsgrund für die</span><br/> <span class="ft1">Erhebung der Abgabe setzt (AGVE 2010 S. 321 ff.; BGE 103 Ia 28,</span><br/> <span class="ft1">mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft1">Wo Generalunternehmen Überbauungen erstellen, wird die Zah-</span><br/> <span class="ft1">lungspflicht für die Anschlussgebühren häufig privatrechtlich und</span><br/> <span class="ft1">abweichend vom kommunalen Reglement geregelt. Die öffentlich-</span><br/> <span class="ft1">rechtlich statuierte Zahlungspflicht wird dadurch aber nicht aufgeho-</span><br/> <span class="ft1">ben. Die Gemeinde kann die Anschlussgebühren einzig gegen den</span><br/> <span class="ft1">gemäss Reglement Verpflichteten verfügen. Verfügt sie gegenüber</span><br/> <span class="ft1">einem falschen Adressaten, ist die Verfügung nichtig bzw. nicht voll-</span><br/> <span class="ft1">streckbar (vgl. SKEE 4-BE.2014.8 vom 18. März 2015 in Sachen</span><br/> <span class="ft1">S. G. AG gegen Einwohnergemeinde V.; AGVE 2002 S. 507 ff.). Mit</span><br/> <span class="ft1">anderen Worten: Die Gemeinde kann zwar die private Abmachung</span><br/> <span class="ft1">zwischen Generalunternehmer und Eigentümer freiwillig beachten</span><br/> <span class="ft1">und die Gebühren von Ersterem einziehen. Bezahlt er aber nicht,</span><br/> <span class="ft1">kann sie die Forderung nur gegenüber dem nach Reglement</span><br/> <span class="ft1">Zahlungspflichtigen durchsetzen. Daran ändert auch die "freiwillige"</span><br/> <span class="ft1">Begleichung der provisorischen Rechnung nichts.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdegegnerin steht es frei, die von ihr beanspruch-</span><br/> <span class="ft1">ten Gebühren in einer oder mehreren neuen Verfügungen den tatsäch-</span><br/> <span class="ft1">lich Zahlungspflichtigen gemäss den einschlägigen Reglementen auf-</span><br/> <span class="ft1">zuerlegen (vorbehältlich immerhin der Ergebnisse der Prüfung des</span><br/> <span class="ft1">Kostendeckungsprinzips, vgl. hinten Erw. 11.5.1.). Dabei sind neben</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">374</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">den Stockwerkeigentumseinheiten auch die zugehörigen Miteigen-</span><br/> <span class="ft1">tumsanteile an der Einstellhalle und gegebenenfalls ein erworbener</span><br/> <span class="ft1">Disponibelraum zu beachten. Die tatsächlich Zahlungspflichtigen</span><br/> <span class="ft1">können dann allenfalls gestützt auf eine vertragliche Abmachung mit</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführerin im Innenverhältnis für die zu bezahlenden</span><br/> <span class="ft1">Gebühren Regress nehmen; ihr öffentlich-rechtliches Verhältnis als</span><br/> <span class="ft1">Zahlungsverpflichtete gegenüber der Gemeinde wird dadurch aber</span><br/> <span class="ft1">nicht berührt (vgl. Entscheid der Schätzungskommission 4-</span><br/> <span class="ft1">BE.2010.34 vom 25. April 2012 in Sachen R + K AG gegen Einwoh-</span><br/> <span class="ft1">nergemeinde R, m.w.H.).</span><br/> <span class="ft1">7.</span><br/> <span class="ft1">7.1.</span><br/> <span class="ft1">Nachfolgend sind die Anschlussgebühren (Wasser und Abwas-</span><br/> <span class="ft1">ser), für welche die Beschwerdeführerin zahlungspflichtig ist, zu</span><br/> <span class="ft1">überprüfen.</span><br/> <span class="ft1">7.2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin rügt zuvorderst, dass die Gebäudever-</span><br/> <span class="ft1">sicherungswerte falsch ermittelt worden seien. Im Weiteren lässt die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin geltend machen, dass ihr diese Werte nie eröff-</span><br/> <span class="ft1">net worden seien. Da sie die Liegenschaften veräussert habe, sei sie</span><br/> <span class="ft1">nicht Partei der Schätzungsverfahren gewesen. Sie habe daher in den</span><br/> <span class="ft1">Verfahren bezüglich der Festlegung der Gebäudeversicherungswerte</span><br/> <span class="ft1">überhaupt keine Rechte gehabt. Die Entscheide der Gebäudever-</span><br/> <span class="ft1">sicherung könnten ihr gegenüber daher keine rechtliche Bindungs-</span><br/> <span class="ft1">wirkung entfalten.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin beruhen die von der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdegegnerin angegebenen Gebäudeversicherungswerte auf</span><br/> <span class="ft1">falschen Annahmen. Das Gesamtschätzungsergebnis sei nach Kennt-</span><br/> <span class="ft1">nis der Beschwerdeführerin nie mit der Bauabrechnung abgeglichen</span><br/> <span class="ft1">worden, obwohl dies gemäss § 9 Abs. 1 des Schätzungsreglements so</span><br/> <span class="ft1">vorgesehen sei. Gestützt auf die Bauabrechnung würden sich Kosten</span><br/> <span class="ft1">inklusive nachträglicher Käuferwünsche sowie Mehrwertsteuer von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 17'525'559.55 ergeben. Davon seien die Positionen Erdarbeiten,</span><br/> <span class="ft1">Kanalisationsgebühren, Elektrizitätsanschlussgebühren, Wasseran-</span><br/> <span class="ft1">schlussgebühren und Medien von total Fr. 1'515'910.45 abzuziehen.</span><br/> <span class="ft1">Entsprechend resultiere eine Bausumme von Fr. 16'009'649.10. Im</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">375</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Vergleich dazu sei der kumulierte geschätzte Gebäudeversicherungs-</span><br/> <span class="ft1">wert von Fr. 23'709'000.00 deutlich zu hoch angesetzt.</span><br/> <span class="ft1">7.3. (...)</span><br/> <span class="ft1">7.4.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdegegnerin vertritt den Standpunkt, dass die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin im Zeitpunkt der Schätzung noch Eigentümerin</span><br/> <span class="ft1">von zwei Wohnungen war und somit von der Schätzungsverfügung</span><br/> <span class="ft1">rechtzeitig Kenntnis erhalten habe (...). Grundsätzlich habe die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin anerkannt, dass der Gebäudeversicherungswert für</span><br/> <span class="ft1">die Festsetzung von Anschlussgebühren zulässig sei. Es gehe aber</span><br/> <span class="ft1">nicht an, dass sie die rechtskräftige Schätzung der Gebäudeversiche-</span><br/> <span class="ft1">rung nochmals anfechte. Überprüfbar sei im vorliegenden Fall nur</span><br/> <span class="ft1">noch, ob das Abstellen auf die rechtskräftigen Schätzungen im kon-</span><br/> <span class="ft1">kreten Fall zu überhöhten Gebühren führe und dies treffe hier nicht</span><br/> <span class="ft1">zu.</span><br/> <span class="ft1">8.</span><br/> <span class="ft1">8.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Anschlussgebühren Wasser und Abwasser werden in der</span><br/> <span class="ft1">Einwohnergemeinde Y. anhand des Brandversicherungswerts berech-</span><br/> <span class="ft1">net. Massgebend ist der Zeitpunkt des Kanalisationsanschlusses (...).</span><br/> <span class="ft1">Der Brand- oder Gebäudeversicherungswert wird von der AGV ge-</span><br/> <span class="ft1">schätzt. Gegen Verfügungen der AGV, die gestützt auf das GebVG</span><br/> <span class="ft1">ergehen, kann Einsprache erhoben werden. Der Einspracheentscheid</span><br/> <span class="ft1">kann beim SKE angefochten werden (§ 50 ff. GebVG).</span><br/> <span class="ft1">8.2.</span><br/> <span class="ft1">Wechselt ein Gebäude nach Anschluss an die Erschliessungs-</span><br/> <span class="ft1">anlagen aber vor der Schätzung durch die AGV die Hand, kann der</span><br/> <span class="ft1">für die Anschlussgebühren Zahlungspflichtige das Schätzungser-</span><br/> <span class="ft1">gebnis der AGV nicht anfechten. Dazu ist nur der Gebäudeeigen-</span><br/> <span class="ft1">tümer im Zeitpunkt der Schätzung berechtigt bzw. der Verfügungs-</span><br/> <span class="ft1">adressat (vgl. § 50 Abs. 1 GebVG). Damit der für die Anschluss-</span><br/> <span class="ft1">gebühr Zahlungspflichtige in solchen Fällen nicht ohne Rechtsschutz</span><br/> <span class="ft1">bleibt, hat das SKE ausnahmsweise im Anschlussgebührenverfahren</span><br/> <span class="ft1">vorfrageweise</span> <span class="ft1">den</span> <span class="ft1">Gebäudeversicherungswert</span> <span class="ft1">zu</span> <span class="ft1">prüfen</span><br/> <span class="ft1">(VGE BE.94.00025 vom 23. Dezember 1997 in Sachen B. AG,</span><br/> <span class="ft1">Erw. III, 1. a; AGVE 1984, S. 230 ff.; Entscheid der Schätzungskom-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">376</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">mission 4-BE.2010.34 vom 25. April 2012 in Sachen R+K AG gegen</span><br/> <span class="ft1">Einwohnergemeinde R., Erw. 6.3.2.). Der abgabepflichtigen Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin ist daher im Rahmen des Verfahrens betreffend</span><br/> <span class="ft1">Anschlussgebühren Wasser und Abwasser die Möglichkeit zu geben,</span><br/> <span class="ft1">sich zur Gebäudeschätzung zu äussern. Das ist eine zwingende Folge</span><br/> <span class="ft1">des rechtlichen Gehörs und der Bezugnahme des Wasser- und des</span><br/> <span class="ft1">Abwasserreglements auf den Gebäudeversicherungswert (vgl.</span><br/> <span class="ft1">AGVE 1984, S. 231. f).</span><br/> <span class="ft1">Sachfremde Aspekte, wie die Interessen des Anschlussgebüh-</span><br/> <span class="ft1">renpflichtigen an einer tieferen Abgabe, dürfen das Ergebnis einer</span><br/> <span class="ft1">Gebäudeschätzung nicht verfälschen (AGVE 1999, S. 494).</span><br/> <span class="ft1">Das SKE nimmt nur eine summarische Prüfung auf offensichtli-</span><br/> <span class="ft1">che oder von der Beschwerdeführerin konkret gerügte Fehler in der</span><br/> <span class="ft1">Gebäudeschätzung vor (Entscheid der Schätzungskommission 4-</span><br/> <span class="ft1">BE.2010.34 vom 25. April 2012 in Sachen R+K AG gegen Einwoh-</span><br/> <span class="ft1">nergemeinde R., Erw. 6.3.2.).</span><br/> <span class="ft1">8.3.</span><br/> <span class="ft1">Die acht Liegenschaften (Nrn. 1792-1794 und 1797-1801) auf</span><br/> <span class="ft1">der Parzelle Nr. aaa sowie die Einstellhalle wurden alle am 15. No-</span><br/> <span class="ft1">vember 2012 von der AGV geschätzt. Bei der Liegenschaft Nr. 1798</span><br/> <span class="ft1">fand am 19. November 2012 eine zweite Schätzung statt. Gemäss der</span><br/> <span class="ft1">Verkaufsliste Stockwerkeigentum Parzelle Nr. aaa (...) hatte die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt mit zwei Ausnahmen sämtli-</span><br/> <span class="ft1">che Stockwerkeigentumseinheiten verkauft. Am 15. bzw. 19. No-</span><br/> <span class="ft1">vember 2012 war sie noch Eigentümerin von zwei Wohnungen in der</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft Nr. 1798 (4.5-Zimmer-Wohnung, Parterre Rechts,</span><br/> <span class="ft1">Nr. E17 und 4.5-Zimmer-Wohnung, Parterre Links, Nr. E18). An den</span><br/> <span class="ft1">übrigen Liegenschaften (Nrn. 1792-1794, 1797 und 1799-1801) war</span><br/> <span class="ft1">sie nicht mehr beteiligt.</span><br/> <span class="ft1">8.4.</span><br/> <span class="ft1">Wie aus den Akten der AGV ersichtlich ist, wurden nicht die</span><br/> <span class="ft1">einzelnen Wohnungen geschätzt, sondern die Vierfamilienhäuser als</span><br/> <span class="ft1">jeweils gesamte Gebäude. Im Anhang der Policen sind dann die</span><br/> <span class="ft1">Mehrwerte der jeweiligen Wohnungen aufgeführt. In der Folge wur-</span><br/> <span class="ft1">den die Schätzungen der Liegenschaften Nrn. 1792-1794 und 1797-</span><br/> <span class="ft1">1801 sowie der Einstellhalle Nr. 1802 der S. Immobilien Treuhand</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">377</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zugestellt. Diese handelte als Verwalterin für die Stockwerkeigentü-</span><br/> <span class="ft1">mergemeinschaft (...).</span><br/> <span class="ft1">Hat die Stockwerkeigentümergemeinschaft einen Verwalter be-</span><br/> <span class="ft1">stellt, können Verfügungen, welche an die Stockwerkeigentümer</span><br/> <span class="ft1">insgesamt gerichtet sind, wirksam an diesen mitgeteilt werden</span><br/> <span class="ft1">(Art. 712t Abs. 3 ZGB). Wird eine Mitteilung dem Verwalter zuge-</span><br/> <span class="ft1">stellt, so gilt sie von Gesetzes wegen als der Stockwerkeigentü-</span><br/> <span class="ft1">mergemeinschaft zugekommen. Mit der Inempfangnahme durch den</span><br/> <span class="ft1">Verwalter wird fingiert, sie sei allen Stockwerkeigentümern zuge-</span><br/> <span class="ft1">gangen (A</span><span class="ft8">RTHUR</span> <span class="ft1">M</span><span class="ft8">EIER</span><span class="ft2">-H</span><span class="ft8">AYOZ</span><span class="ft1">/H</span><span class="ft8">EINZ</span> <span class="ft1">R</span><span class="ft8">EY</span><span class="ft1">, Berner Kommentar,</span><br/> <span class="ft1">Bern 1988, Art. 712t ZGB, N 60 ff.).</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin war im Schätzungszeitpunkt noch Ei-</span><br/> <span class="ft1">gentümerin von zwei Wohnungen in der Liegenschaft Nr. 1798. Aus</span><br/> <span class="ft1">diesem Grund gilt die von der AGV der Verwalterin zugestellte</span><br/> <span class="ft1">Schätzung auch als ihr zugekommen. Sie muss sich das Wissen der</span><br/> <span class="ft1">Verwalterin zurechnen lassen und hat demgemäss unbestreitbar</span><br/> <span class="ft1">Kenntnis von der Schätzungsverfügung erhalten. Es darf daher</span><br/> <span class="ft1">vorausgesetzt werden, dass ihr der geschätzte Versicherungswert für</span><br/> <span class="ft1">die Liegenschaft 1798 im Betrag von Fr. 1'940'000.00 (zweite Schät-</span><br/> <span class="ft1">zung vom 19. November 2012, ohne Aufräumkosten) bekannt war</span><br/> <span class="ft1">oder zumindest hätte bekannt sein müssen.</span><br/> <span class="ft1">8.5.</span><br/> <span class="ft1">8.5.1.</span><br/> <span class="ft1">An der Verhandlung machte der Vertreter der Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft1">rin dazu geltend, dass das Stockwerkeigentum die Handlungsfähig-</span><br/> <span class="ft1">keit beschränke. Es gelte zu beachten, dass nur die Stockwerk-</span><br/> <span class="ft1">eigentümergemeinschaft aktivlegitimiert sei. Der Einzelne sei nicht</span><br/> <span class="ft1">befugt. Dies gehe aus BGE 5D_92/2009 vom 21. August 2009 hervor</span><br/> <span class="ft1">(...). Seine Mandantin wäre somit gar nicht legitimiert gewesen, die</span><br/> <span class="ft1">Schätzung der AGV anzufechten.</span><br/> <span class="ft1">8.5.2.</span><br/> <span class="ft1">Beim angeführten Entscheid handelt es sich um eine Ver-</span><br/> <span class="ft1">fassungsbeschwerde. Gemäss dem Sachverhalt, der diesem Entscheid</span><br/> <span class="ft1">zugrunde lag, hat eine Gemeinde einer Stockwerkeigentümergemein-</span><br/> <span class="ft1">schaft Wasser-, Kanalisations- und Kehrichtgebühren im Betrag von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 1'481.50 in Rechnung gestellt. Die Stockwerkeigentümergemein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">378</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">schaft erhob dagegen Einsprache, welche vom Gemeinderat</span><br/> <span class="ft1">abgewiesen wurde. In der Folge betrieb die Gemeinde die Stockwer-</span><br/> <span class="ft1">keigentümergemeinschaft. Schliesslich wurde für den in Betreibung</span><br/> <span class="ft1">gesetzten Betrag die definitive Rechtsöffnung erteilt. Dagegen erhob</span><br/> <span class="ft1">die Stockwerkeigentümergemeinschaft Nichtigkeitsbeschwerde beim</span><br/> <span class="ft1">Obergericht des Kantons Luzern. Diese wurde abgewiesen, weshalb</span><br/> <span class="ft1">die Stockwerkeigentümergemeinschaft mit Beschwerde ans Bundes-</span><br/> <span class="ft1">gericht gelangte. In materieller Hinsicht rügte die Stockwerkei-</span><br/> <span class="ft1">gentümergemeinschaft, das Rechtsöffnungsgesuch richte sich gegen</span><br/> <span class="ft1">sie als Stockwerkeigentümergemeinschaft. Der Wasserverbrauch</span><br/> <span class="ft1">betreffe jedoch die einzelnen Eigentümer und nicht die Gemein-</span><br/> <span class="ft1">schaft. Das Bundesgericht hielt dazu fest, dass sich die Gebüh-</span><br/> <span class="ft1">renrechnung als auch der Entscheid des Gemeinderats an die Stock-</span><br/> <span class="ft1">werkeigentümergemeinschaft gerichtet habe. Diese hätte daher den</span><br/> <span class="ft1">Rechtsöffnungstitel anfechten müssen, wenn sie der Meinung ge-</span><br/> <span class="ft1">wesen sei, die Verfügung betreffe sie nicht. Im Weiteren ging es um</span><br/> <span class="ft1">die Leistung von zwei Teilbeträgen von je Fr. 393.85 und einem</span><br/> <span class="ft1">solchen von Fr. 693.80 durch drei Stockwerkeigentümer. Diesbezüg-</span><br/> <span class="ft1">lich verwies das Bundesgericht auf die Vorinstanz und hielt fest, dass</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerdegegnerin die Zahlungen an die Gebührenrechnung</span><br/> <span class="ft1">der Stockwerkeigentümergemeinschaft nur dann hätte anrechnen</span><br/> <span class="ft1">dürfen, wenn die beteiligten Stockwerkeigentümer dies ausdrücklich</span><br/> <span class="ft1">erklärt hätten.</span><br/> <span class="ft1">8.5.3.</span><br/> <span class="ft1">In dem von der Beschwerdeführerin erwähnten Entscheid wur-</span><br/> <span class="ft1">den die von den einzelnen Stockwerkeigentümern geleisteten Teilbe-</span><br/> <span class="ft1">träge nicht der Stockwerkeigentümergemeinschaft zugerechnet, weil</span><br/> <span class="ft1">keine entsprechende Erklärung vorhanden war. Eine Anrechnung und</span><br/> <span class="ft1">somit die Vertretung der Stockwerkeigentümergemeinschaft durch</span><br/> <span class="ft1">die drei Zahlenden wäre aber offenbar möglich gewesen, wenn aus-</span><br/> <span class="ft1">drücklich erklärt worden wäre, dass die geleisteten Teilbeträge für</span><br/> <span class="ft1">die Stockwerkeigentümergemeinschaft erfolgt seien. Entgegen der</span><br/> <span class="ft1">Auffassung der Beschwerdeführerin kann aus diesem Entscheid nicht</span><br/> <span class="ft1">abgeleitet werden, dass sie nicht zur Anfechtung der Schätzungen</span><br/> <span class="ft1">legitimiert gewesen wäre. Vielmehr ist es so, dass die Schätzung der</span><br/> <span class="ft1">AGV jeden Stockwerkeigentümer in seinen persönlichen Interessen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">379</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">betrifft und daher davon auszugehen ist, dass er individuell zur An-</span><br/> <span class="ft1">fechtung derselben legitimiert ist (vgl. BGE 1C_100/2012 vom</span><br/> <span class="ft1">16. Oktober 2012, Erw. 1).</span><br/> <span class="ft1">Zudem ist im vorliegenden Fall allein die Frage massgebend, ob</span><br/> <span class="ft1">sich die Beschwerdeführerin das Wissen der Verwaltung in Bezug</span><br/> <span class="ft1">auf die Schätzungswerte der AGV zurechnen lassen muss. Aufgrund</span><br/> <span class="ft1">der Ausführungen in Erw. 8.4. ist dies klar zu bejahen. Die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin hätte also schon damals um die heute gerügte</span><br/> <span class="ft1">Diskrepanz zwischen Gebäudeversicherungswert und Baukostenab-</span><br/> <span class="ft1">rechnung gewusst. Sie hätte sich dagegen wehren müssen und kön-</span><br/> <span class="ft1">nen. Das hat sie nicht getan. Anderes behauptet sie selbst nicht (vgl.</span><br/> <span class="ft1">im Übrigen Erw. 8.8. unten).</span><br/> <span class="ft1">8.6.</span><br/> <span class="ft1">Im Kanton Aargau werden die Gebäude grundsätzlich zum Neu-</span><br/> <span class="ft1">wert versichert. Dieser entspricht den mittleren Kosten für die Er-</span><br/> <span class="ft1">stellung eines in Art, Grösse, Ausbau und Standort gleichen Gebäu-</span><br/> <span class="ft1">des (§ 15 Abs. 1 GebVG; vgl. auch A.</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft8">LEINER</span><span class="ft1">, Das Recht der</span><br/> <span class="ft1">öffentlichen Gebäudeversicherungen, Separatdruck aus "Mitteilun-</span><br/> <span class="ft1">gen", Jahrgänge 1978/1979, S. 21). Der Neuwert errechnet sich</span><br/> <span class="ft1">durch Multiplikation der ermittelten Summe der kostenverursachen-</span><br/> <span class="ft1">den Einheit (Kubikinhalt) mit den Kosten je Einheit (Kubikmeter-</span><br/> <span class="ft1">preis). Ausnahmsweise günstige Erstellungskosten oder ungewöhn-</span><br/> <span class="ft1">lich hohe Baukosten, die auf ausserordentliche Umstände zurückge-</span><br/> <span class="ft1">hen und sich bei einem allfälligen Wiederaufbau nicht wiederholen,</span><br/> <span class="ft1">sind nicht zu berücksichtigen. Die Baukostenabrechnung ist von der</span><br/> <span class="ft1">AGV zum Vergleich heranzuziehen, sofern sie im Zeitpunkt der</span><br/> <span class="ft1">Schätzung vorliegt. Das heisst aber nicht, dass diese zum Versiche-</span><br/> <span class="ft1">rungswert erhoben wird. Gefragt sind die durchschnittlichen Kosten,</span><br/> <span class="ft1">mit denen bei einem Wiederaufbau zu rechnen ist (vgl. §§ 8 und 9</span><br/> <span class="ft1">Schätzungsreglement). (...)</span><br/> <span class="ft1">Beim Gebäudeversicherungswert handelt es sich zudem um ei-</span><br/> <span class="ft1">nen Schätzwert, dem notwendigerweise ein Unsicherheitsfaktor</span><br/> <span class="ft1">anhaftet (vgl. R</span><span class="ft8">OLAND</span> <span class="ft1">H</span><span class="ft8">ÜRLIMANN</span><span class="ft1">/T</span><span class="ft8">HOMAS</span> <span class="ft1">S</span><span class="ft8">IEGENTHALER</span><span class="ft1">, Die</span><br/> <span class="ft1">Haftung des Liegenschaftenschätzers gegenüber einem vertragsfrem-</span><br/> <span class="ft1">den Dritten in: Baurecht 3/2004, S. 108 f.). Das Bundesgericht geht</span><br/> <span class="ft1">bei den Verkehrswertschätzungen von einer branchenüblichen Schät-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">380</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zungstoleranz von 10 % aus (BGE 9C_238/2009 vom 11. September</span><br/> <span class="ft1">2009, Erw. 3.4; so auch F</span><span class="ft8">RANCESCO</span> <span class="ft1">C</span><span class="ft8">ANONICA</span><span class="ft1">, Die Immobilienbe-</span><br/> <span class="ft1">wertung, 2009, S. 40). Dieser Ansatz gilt auch für die Gebäudever-</span><br/> <span class="ft1">sicherungsschätzungen.</span><br/> <span class="ft1">8.7.</span><br/> <span class="ft1">Bei den 12 Vierfamilienhäusern der Überbauung L. handelt es</span><br/> <span class="ft1">sich um serienmässige Bauten. Die einzelnen Gebäude haben alle in</span><br/> <span class="ft1">etwa den gleichen Grundriss. Einzig die Liegenschaften Nrn. 1795</span><br/> <span class="ft1">und 1800 weichen lagebedingt davon ab (...). In jedem der 12 Ge-</span><br/> <span class="ft1">bäude gibt es vier Wohnungen. Wie aus der Verkaufsliste Stock-</span><br/> <span class="ft1">werkeigentum Parzelle Nr. aaa (...) ersichtlich ist, bestehen die meis-</span><br/> <span class="ft1">ten Liegenschaften aus je zwei 4.5- und je zwei 5.5-Zimmer-</span><br/> <span class="ft1">Wohnungen.</span><br/> <span class="ft1">Wie bereits festgestellt wurde (...) bezieht sich die von der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin eingereichte Übersicht über die Baukosten auf die</span><br/> <span class="ft1">Gesamtüberbauung. Eine Übersicht über die Kosten der einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Gebäude und der Einstellhalle reichte die Beschwerdeführerin nicht</span><br/> <span class="ft1">ein. Aufgrund der konkreten Umstände (serienmässiger Bau von</span><br/> <span class="ft1">zwölf Vierfamilienhäusern) darf jedoch davon ausgegangen werden,</span><br/> <span class="ft1">dass sich die Kosten - abzüglich der Kosten für die Einstellhalle - in</span><br/> <span class="ft1">etwa gleichmässig auf die 12 Gebäude verteilen (bestätigt durch die</span><br/> <span class="ft1">eingeholten Schätzungsakten [...], wonach die eingesetzten Kubik-</span><br/> <span class="ft1">meterpreise [Erw. 8.6.] in einem engen Band variieren).</span><br/> <span class="ft1">8.8.</span><br/> <span class="ft1">Wie in Erw. 8.4. ausgeführt wurde, gilt die Schätzung der Lie-</span><br/> <span class="ft1">genschaft Nr. 1798 als der Beschwerdeführerin zugestellt. Sie muss</span><br/> <span class="ft1">sich das Wissen der Verwaltung anrechnen lassen. Entgegen ihrer</span><br/> <span class="ft1">Ausführungen in der Beschwerde vom 2. Mai 2013 (...), kann daher</span><br/> <span class="ft1">vorausgesetzt werden, dass ihr der Schätzwert für diese einzelne</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft zumindest hätte bekannt sein müssen. Im Übrigen hat</span><br/> <span class="ft1">dies auch für die Einstellhalle zu gelten. Aufgrund der konkreten</span><br/> <span class="ft1">Umstände ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt der Schätzung durch die AGV auch noch Eigentumsanteile</span><br/> <span class="ft1">an der Einstellhalle hatte.</span><br/> <span class="ft1">Die Differenz zwischen dem Gebäudeversicherungswert der</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaft Nr. 1798 und den Baukosten hätte für die Beschwerde-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">381</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">führerin also schon zum Zeitpunkt der Eröffnung des Gebäudever-</span><br/> <span class="ft1">sicherungswerts der Liegenschaft Nr. 1798 ersichtlich sein müssen.</span><br/> <span class="ft1">Die Tatsache, dass der Gebäudeversicherungswert der Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaft Nr. 1798 der Beschwerdeführerin eröffnet wurde, ist im vor-</span><br/> <span class="ft1">liegenden Fall auch für die übrigen Gebäude von Bedeutung. Da es</span><br/> <span class="ft1">sich um serienmässig erstellte und gleichwertige Gebäude handelt,</span><br/> <span class="ft1">musste die Beschwerdeführerin davon ausgehen, dass sich die einzel-</span><br/> <span class="ft1">nen Gebäudeversicherungswerte in etwa im selben Rahmen bewe-</span><br/> <span class="ft1">gen. Die Diskrepanz, welche sich zwischen der Gesamtheit der</span><br/> <span class="ft1">Gebäudeversicherungswerte und den Baukosten - welche ja eben-</span><br/> <span class="ft1">falls nur für die gesamte Überbauung vorliegen - ergibt, wäre für die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Eröffnung der Gebäu-</span><br/> <span class="ft1">deversicherungswerte erkennbar gewesen. Dennoch hat sie die</span><br/> <span class="ft1">Schätzung der AGV vom 19. November 2012 nicht gerügt. Die</span><br/> <span class="ft1">Verfügungen der AGV sind unstrittig in Rechtskraft erwachsen. Un-</span><br/> <span class="ft1">ter den genannten Umständen erübrigt sich im vorliegenden Fall die</span><br/> <span class="ft1">beantragte vorfrageweise Prüfung der Gebäudeversicherungswerte.</span><br/> <span class="ft1">Das Gericht hat anders als in der skizzierten Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 8.2.) keinen Anlass, auf die rechtskräftigen Gebäudeversi-</span><br/> <span class="ft1">cherungswerte zurückzukommen.</span><br/> <span class="ft1">9. (...)</span><br/> <span class="ft1">10.</span><br/> <span class="ft1">10.1.</span><br/> <span class="ft1">Im Weiteren lässt die Beschwerdeführerin rügen, dass mit der</span><br/> <span class="ft1">angefochtenen Verfügung das Kostendeckungs- und Äquivalenzprin-</span><br/> <span class="ft1">zip verletzt werde.</span><br/> <span class="ft1">10.2 (...)</span><br/> <span class="ft1">11. - 11.1.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">11.2.</span><br/> <span class="ft1">11.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Gerade im Bereich des Kostendeckungsprinzips wird verlangt,</span><br/> <span class="ft1">dass sich ein Beschwerdeführer nicht damit begnügt, dessen Einhal-</span><br/> <span class="ft1">tung bloss in allgemeiner Form zu bestreiten und zu verlangen, dass</span><br/> <span class="ft1">die notwendigen, oft sehr aufwendigen Abklärungen durch die Be-</span><br/> <span class="ft1">hörde getätigt werden; vielmehr sind die Einwendungen, jedenfalls</span><br/> <span class="ft1">soweit dies aufgrund allgemein zugänglicher Unterlagen (dazu ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">382</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">hört insbesondere die Gemeinderechnung) möglich ist, konkret</span><br/> <span class="ft1">vorzubringen und zu belegen (AGVE 2003, S. 105).</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend macht die Beschwerdeführerin keine konkreten</span><br/> <span class="ft1">Angaben, worin die Verletzung des Kostendeckungsprinzips liegt.</span><br/> <span class="ft1">Sie bezieht sich nicht auf einzelne Positionen der Rechnung, welche</span><br/> <span class="ft1">auf einen möglichen Verstoss gegen das Kostendeckungsprinzip hin-</span><br/> <span class="ft1">weisen. Sie macht lediglich geltend, falls die Rechnung nicht ausge-</span><br/> <span class="ft1">glichen sei, liege eine Verletzung des Kostendeckungsprinzips vor.</span><br/> <span class="ft1">Offenbar hat sie die Rechnung gar nicht näher geprüft. Somit fehlt es</span><br/> <span class="ft1">in Bezug auf die Verletzung des Kostendeckungsprinzips an einer</span><br/> <span class="ft1">substantiierten Rüge. Die blosse Behauptung, dass das Prinzip ver-</span><br/> <span class="ft1">letzt sei, reicht allerdings, wie gesagt, für eine einlässliche Prüfung</span><br/> <span class="ft1">nicht aus (AGVE 2003 S. 105).</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der Prozessgrundsätze für das Verwaltungsverfahren</span><br/> <span class="ft1">(Offizialmaxime und Rechtsanwendung von Amtes wegen) sieht das</span><br/> <span class="ft1">Gericht nicht ganz von einer Prüfung der Rüge ab, aber es beschränkt</span><br/> <span class="ft1">sich bei dieser Ausgangslage praxisgemäss auf eine summarische</span><br/> <span class="ft1">Minimalprüfung.</span><br/> <span class="ft1">11.2.2. (...)</span><br/> <span class="ft1">11.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Abzustellen ist auf die Sach- und Rechtslage im Entscheidzeit-</span><br/> <span class="ft1">punkt. Das SKE ist bisher noch immer von den aktuellsten, ihm be-</span><br/> <span class="ft1">kannt gegebenen Zahlen ausgegangen. Im Rechnungswesen liegt es</span><br/> <span class="ft1">in der Natur der Sache, dass die jeweils aktuellste Rechnung die</span><br/> <span class="ft1">"richtigste" ist (weil die aktuellsten Erkenntnisse und Anforderungen</span><br/> <span class="ft1">berücksichtigt werden und vermutet werden darf, dass darin frühere</span><br/> <span class="ft1">Fehler berichtigt sind), und weil der Zeitablauf natürlich jeweils</span><br/> <span class="ft1">erhärtet, ob die früheren Prognosen zutreffend waren: Schätzungen</span><br/> <span class="ft1">werden durch Abrechnungen ersetzt (SKEE 4-BE.2012.5 vom</span><br/> <span class="ft1">26. März 2014 in Sachen R.R. gegen Einwohnergemeinde U.).</span><br/> <span class="ft1">(11.3. und 11.4.: sowohl im Bereich Wasser, als auch im Be-</span><br/> <span class="ft1">reich Abwasser ist das Kostendeckungsprinzip verletzt)</span><br/> <span class="ft1">11.5.</span><br/> <span class="ft1">11.5.1.</span><br/> <span class="ft1">Bei Verletzungen des Kostendeckungsprinzips sind die strittigen</span><br/> <span class="ft1">Anschlussgebühren zu reduzieren. Selbstverständlich fällt ausser Be-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Abteilung Kausalabgaben und Enteignungen Anwaltsrecht</span> <span class="page_no">383</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tracht, dass die festgestellten Überschüsse allein der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führerin zugutekämen und deswegen mit den strittigen Anschluss-</span><br/> <span class="ft1">gebühren quasi zu verrechnen wären. Ebensowenig kommt es in</span><br/> <span class="ft1">Frage, die Überschüsse aus dem ganzen jeweiligen Verwaltungs-</span><br/> <span class="ft1">zweig allein der Investitionsrechnung zuzuschreiben und aus diesem</span><br/> <span class="ft1">Kostendeckungsgrad die Kürzungsrate für die strittigen Anschluss-</span><br/> <span class="ft1">gebühren herzuleiten, wie es die Beschwerdeführerin verlangt</span><br/> <span class="ft1">(100 % beim Abwasser, 65,21 % beim Wasser). Nach Auffassung des</span><br/> <span class="ft1">Gerichts hat sich die Höhe der Reduktion im Grundsatz nach dem</span><br/> <span class="ft1">Prozentsatz zu richten, um den die Investitionseinnahmen während</span><br/> <span class="ft1">des gesamten Planungshorizonts zu senken wären, damit am Ende</span><br/> <span class="ft1">ein Überschuss in der maximal zulässigen Höhe resultiert</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2012, S. 277). Aber auch hierbei handelt es sich um eine</span><br/> <span class="ft1">punktuelle Behelfslösung, weil damit nur der im konkreten Fall zu</span><br/> <span class="ft1">gewährende Rabatt festgelegt wird. Es ist damit keine Verpflichtung</span><br/> <span class="ft1">für die Gemeinde verbunden, die Anschlussgebührenansätze regle-</span><br/> <span class="ft1">mentarisch entsprechend herabzusetzen. Sie ist einzig gehalten, die</span><br/> <span class="ft1">Finanzierung im jeweiligen Eigenwirtschaftsbetrieb zu prüfen und</span><br/> <span class="ft1">gegebenenfalls die notwendigen Korrekturen auf der Einnahmen-</span><br/> <span class="ft1">und/oder Ausgabenseite anzuordnen, wie es auch im Fall einer</span><br/> <span class="ft1">Unterfinanzierung der Fall wäre. Dabei lässt der den Gemeinwesen</span><br/> <span class="ft1">bei den Erschliessungsabgaben zustehende Autonomiebereich</span><br/> <span class="ft1">verhältnismässig grosse Handlungsspielräume offen (...).</span><br/> <span class="ft1">11.5.2.</span><br/> <span class="ft1">11.5.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Beim Abwasser beträgt die bundesgerichtliche Limite des</span><br/> <span class="ft1">zulässigen Überschusses Fr. 3'266'000.00 (...). Bei einer rechneri-</span><br/> <span class="ft1">schen Reduktion der Anschlussgebühren (Einnahmen in der Investiti-</span><br/> <span class="ft1">onsrechnung) um 50 % liegt der Überschuss bei Fr. 3'697'000.00</span><br/> <span class="ft1">(ohne Zinseinrechnung). (...)</span><br/> <span class="ft1">Selbstredend liesse sich die Prozentzahl zur Erreichung der zu-</span><br/> <span class="ft1">lässigen Reservelimite genau berechnen. Es würde sich indessen da-</span><br/> <span class="ft1">bei um eine Scheingenauigkeit handeln, welche die Tatsache, dass</span><br/> <span class="ft1">ein Finanzplan auf Annahmen beruht und stets an die aktuellen Ent-</span><br/> <span class="ft1">wicklungen anzupassen ist, schlicht überginge. Eine "runde" Prozent-</span><br/> <span class="ft1">zahl wird dem, sowie den Grundsätzen des Erschliessungsabgabe-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2015</span> <span class="title">Spezialverwaltungsgericht</span> <span class="page_no">384</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">rechts, welches mit Schematisierungen und Pauschalierungen ope-</span><br/> <span class="ft1">riert, der Bedeutung des Entscheids und der Funktion des Gerichts</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 11.5.1.) eher gerecht.</span><br/> <span class="ft1">11.5.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Beim Wasser beträgt die bundesgerichtliche Limite des zulässi-</span><br/> <span class="ft1">gen Überschusses Fr. 2'402'000.00 (...). Bei einer rechnerischen Re-</span><br/> <span class="ft1">duktion der Anschlussgebühren (Einnahmen in der Investitionsrech-</span><br/> <span class="ft1">nung) um 90 % liegt der Überschuss bei noch Fr. 2'768'000.00 (ohne</span><br/> <span class="ft1">Zinseinrechnung). (...)</span><br/> <span class="ft1">11.5.3.</span><br/> <span class="ft1">Abschliessend fragt sich, worauf genau die kostendeckungsbe-</span><br/> <span class="ft1">dingten Rabatte zu rechnen sind. Die festgestellten Überschüsse sind</span><br/> <span class="ft1">namentlich auf die Leistungen früherer Abgabepflichtiger zurückzu-</span><br/> <span class="ft1">führen, zu denen auch die Beschwerdeführerin mit ihren aktuell nicht</span><br/> <span class="ft1">strittigen Akontozahlungen (...) gehört. Es drängt sich daher auf, in</span><br/> <span class="ft1">die Rabattermittlung die gesamten Anschlussgebühren, also Akonto-</span><br/> <span class="ft1">zahlungen und definitive Abrechnungen einzubeziehen.</span><br/> <span class="ft1">11.5.4.</span><br/> <span class="ft1">Wie ausgeführt (Erw. 6.1.), sind im vorliegenden Verfahren</span><br/> <span class="ft1">allein die definitiven Abrechnungen strittig. Nach bisherigem Zwi-</span><br/> <span class="ft1">schenstand hätte die Beschwerdeführerin noch Fr. 33'150.00 An-</span><br/> <span class="ft1">schlussgebühren Abwasser (...) und Fr. 46'240.00 Anschlussgebüh-</span><br/> <span class="ft1">ren Wasser (...) zu bezahlen. Die kostendeckungsbedingten Rabatte</span><br/> <span class="ft1">(Erw. 11.5.3.) würden diese Restbeträge klar übersteigen. Prozessual</span><br/> <span class="ft1">fällt indessen mehr als eine volle Gutheissung des Rechtsmittels</span><br/> <span class="ft1">nicht in Betracht.</span><br/></div> </div> </body> </html>