<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 85 S.323</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">323</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Kantonale Steuern</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>A. Gesetz über die Steuern auf Einkommen, Vermögen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Grundstückgewinnen, Erbschaften und Schenkungen (aStG) vom</b></span><br/> <span class="ft2"><b>13. Dezember 1983</b></span><br/> <br/> <span class="ft3"><b>85 Abzüge vom rohen Einkommen; Kosten des Liegenschaftsunterhalts</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(§ 24 lit. c Ziff. 3 aStG).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Steuerliche Behandlung von diversen Kosten für die Küchenrenova-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>tion (inkl. Unterscheidung zwischen "Ersatz älterer Kombination"</b></span><br/> <span class="ft3"><b>und "Ersatz von gleichwertigen Kombinationen") und für die Sanie-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>rung einer Teichanlage.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">14. August 2003 in Sachen R. + E.R., RV.2003.50066/K 8109</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">2. a) Die Kosten für den Unterhalt von Liegenschaften können</span><br/> <span class="ft8">vom Roheinkommen abgezogen werden (§ 24 lit. c Ziff. 3 aStG). Als</span><br/> <span class="ft8">Kosten für den Unterhalt von Liegenschaften gelten bloss die wert-</span><br/> <span class="ft8">erhaltenden Aufwendungen (§ 19 Abs. 1 aStGV). Dazu gehören</span><br/> <span class="ft8">Instandhaltungskosten, also die Massnahmen zur Wahrung der</span><br/> <span class="ft8">Funktionstauglichkeit der einzelnen Bauteile durch einfache und</span><br/> <span class="ft8">regelmässige Massnahmen. Darunter fallen auch die Aufwendungen</span><br/> <span class="ft8">zur Beseitigung von Beschädigungen oder Abnützungen, die seit</span><br/> <span class="ft8">dem Erwerb der Liegenschaft eingetreten sind. Ferner sind abziehbar</span><br/> <span class="ft8">die sog. Instandstellungskosten. Es sind dies Aufwendungen für die</span><br/> <span class="ft8">von Zeit zu Zeit und in grösseren Abständen erforderlichen Renova-</span><br/> <span class="ft8">tionen sowie für den gleichwertigen und gleichen Komfort bietenden</span><br/> <span class="ft8">Ersatz von unbrauchbar gewordenen Einrichtungen (Merkblatt "Lie-</span><br/> <span class="ft8">genschaftsunterhalt", Stand 1.1.1999, des Kantonalen Steueramtes,</span><br/> <span class="ft8">S. 10). Unterhaltskosten, die innert 5 Jahren nach dem Erwerb der</span><br/> <span class="ft8">Liegenschaft aufgewendet werden und den Wert der Liegenschaft ge-</span><br/> <span class="ft8">genüber dem Zeitpunkt des Erwerbs erhöhen, gelten als Anlagekos-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">324</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">ten und sind nicht abzugsfähig (§ 19 Abs. 2 aStGV in der damals</span><br/> <span class="ft8">geltenden Fassung).</span><br/> <span class="ft8">b) Die Abgrenzung zwischen Anlage- und Unterhaltskosten ist</span><br/> <span class="ft8">in denjenigen Fällen schwierig, in denen eine Aufwendung für die</span><br/> <span class="ft8">Liegenschaft zum Teil werterhaltend und zum Teil wertvermehrend</span><br/> <span class="ft8">ist. Da es für diese Aufteilung keine eindeutigen Abgrenzungskrite-</span><br/> <span class="ft8">rien gibt, sind die entsprechenden Anteile durch Schätzung zu er-</span><br/> <span class="ft8">mitteln. Zur Vereinfachung dieser schätzungsweise vorzunehmenden</span><br/> <span class="ft8">Ausscheidung hat das Steueramt des Kantons Aargau ein Merkblatt</span><br/> <span class="ft8">ausgearbeitet, aus welchem für häufig vorkommende Liegenschafts-</span><br/> <span class="ft8">aufwendungen die Aufteilung in wertvermehrende und werterhalten-</span><br/> <span class="ft8">de hervorgeht. Damit soll sowohl eine rechtsgleiche Veranlagung als</span><br/> <span class="ft8">auch eine rechtsgleiche Ausübung des Ermessens durch die Veranla-</span><br/> <span class="ft8">gungsbehörden gewährleistet werden. Diese sollen lediglich in be-</span><br/> <span class="ft8">gründeten Fällen davon abweichen, werden dadurch aber nicht von</span><br/> <span class="ft8">ihrer Pflicht entbunden, den Besonderheiten des Einzelfalles Rech-</span><br/> <span class="ft8">nung zu tragen und insbesondere den konkreten Einzelfall zu würdi-</span><br/> <span class="ft8">gen (RGE vom 23. April 1998 in Sachen M. + R.H.).</span><br/> <span class="ft8">3. a) Die Rekurrenten haben im Jahr 1999 die Küche ihrer Lie-</span><br/> <span class="ft8">genschaft renoviert. Dabei wurde die 30-jährige Küchenkombination</span><br/> <span class="ft8">nicht wie üblich herausgerissen, sondern in unverändertem Zustand</span><br/> <span class="ft8">belassen. Es wurden lediglich die Frontseiten neu beschichtet. Es</span><br/> <span class="ft8">muss sich dabei um das "Fronten-Wechsel-System" der P. handeln,</span><br/> <span class="ft8">bei welchem der noch intakte Korpus der alten Küche erhalten bleibt.</span><br/> <span class="ft8">b) Gemäss dem Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt", Stand</span><br/> <span class="ft8">1.1.1999, des Kantonalen Steueramtes, sind beim "Ersatz älterer</span><br/> <span class="ft8">Kombination" durch eine "Küchenkombination mit gleichem Um-</span><br/> <span class="ft8">fang" bei einer Besitzesdauer von über 5 Jahren 2/3 der Kosten als</span><br/> <span class="ft8">Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. Es ist davon aus-</span><br/> <span class="ft8">zugehen, dass diese Regelung auf der Annahme beruht, dass die alte</span><br/> <span class="ft8">Küchenkombination (was wohl auch mehrheitlich der Fall ist) voll-</span><br/> <span class="ft8">ständig herausgerissen und durch eine neue ersetzt wird. Dieses Er-</span><br/> <span class="ft8">setzen führt zweifelsohne zu einer gewissen (steuerlich auszuschei-</span><br/> <span class="ft8">denden) Wertvermehrung der Küche, da damit in der Regel eine</span><br/> <span class="ft8">Verbesserung der Funktionalität (z.B. [voll statt nur teilweise aus-</span><br/> <span class="ft8">ziehbare] Schubladen auf Rollen statt auf Holzleisten; Schubladen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">325</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">statt Kästchen) und Ausnützung (z.B. Drehtüren in den Kombina-</span><br/> <span class="ft8">tionsecken) der Küche einhergeht. Werden jedoch, wie vorliegend,</span><br/> <span class="ft8">die alten Korpusse stehen gelassen und nur die Fronten erneuert,</span><br/> <span class="ft8">kann nicht von einer Wertvermehrung gesprochen werden, wenn die</span><br/> <span class="ft8">alten und neuen Fronten der jeweiligen Zeit entsprechend qualitäts-</span><br/> <span class="ft8">mässig vergleichbar sind, wovon vorliegend ausgegangen werden</span><br/> <span class="ft8">kann. Es liegt in einem solchen Fall ein "Ersatz von gleichwertigen</span><br/> <span class="ft8">Kombinationen" vor, so dass die dadurch entstandenen Kosten bei</span><br/> <span class="ft8">über 5-jähriger Besitzesdauer vollumfänglich als Liegenschaftsun-</span><br/> <span class="ft8">terhalt zum Abzug zuzulassen sind (analog dem vorliegend noch</span><br/> <span class="ft8">nicht anwendbaren Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt", gültig ab</span><br/> <span class="ft8">2001, Nr. 24 [Kücheneinrichtungen], S. 20).</span><br/> <span class="ft8">c) Die Rechnungen vom 23. Juli 1999 und vom 10. September</span><br/> <span class="ft8">1999 der R. für die Küchenrenovation im Dekor A. glatte Fronten</span><br/> <span class="ft8">inkl. Griffe und Montage belaufen sich auf insgesamt Fr. 9'178.50</span><br/> <span class="ft8">(Fr. 8'641.-- + Fr. 537.50). Sie sind vollumfänglich als Liegen-</span><br/> <span class="ft8">schaftsunterhaltskosten zu qualifizieren.</span><br/> <span class="ft8">4. a) Die Rekurrenten haben bei der Renovation der Küche die</span><br/> <span class="ft8">bisher aus Keramikplatten bestandene Küchenabdeckung und Rück-</span><br/> <span class="ft8">wand durch Granitplatten ersetzt. Die Vertreterin der Rekurrenten</span><br/> <span class="ft8">räumt selbst ein, dass von einem Mehrwert ausgegangen werden</span><br/> <span class="ft8">könne und beziffert diesen mit ca. Fr. 500.--. Das Steuerrekursgericht</span><br/> <span class="ft8">hat im RGE vom 23. April 1998 in Sachen M. + R.H. entschieden,</span><br/> <span class="ft8">dass beim Ersatz von keramischen Platten durch Granit (es ging um</span><br/> <span class="ft8">einen Fenstersims der Küche) ein wertvermehrender Anteil von 1/3</span><br/> <span class="ft8">auszuscheiden sei, da Granit beständiger ist als keramische Platten.</span><br/> <span class="ft8">An dieser Rechtsprechung ist festzuhalten; sie kann ohne weiteres</span><br/> <span class="ft8">auf die Küchenabdeckung übertragen werden. Von den Kosten von</span><br/> <span class="ft8">Fr. 9'369.-- (ohne Mehrwertsteuer; inkl. Tropfteil mit Edel-</span><br/> <span class="ft8">stahlspülbecken; dieses kann steuerlich nicht separat behandelt wer-</span><br/> <span class="ft8">den, da dessen Kosten nicht separat ausgewiesen sind) gemäss der</span><br/> <span class="ft8">Rechnung der R. vom 25. Juni 1999 sind folglich Fr. 6'246.-- als</span><br/> <span class="ft8">Liegenschaftsunterhalt zu qualifizieren. Die Kosten für die</span><br/> <span class="ft8">"Auszugsplatte unter Granit ca. 70 x 38 cm inkl. Einbeschlag" von</span><br/> <span class="ft8">Fr. 980.-- (ohne Mehrwertsteuer) werden nicht zum Abzug zu-</span><br/> <span class="ft8">gelassen, da davon auszugehen ist, dass diese bei der alten Küche</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">326</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">noch nicht vorhanden war. Nicht zum Abzug zuzulassen sind über-</span><br/> <span class="ft8">dies die Fr. 180.-- (ohne Mehrwertsteuer) für "Neuer Korpus unter</span><br/> <span class="ft8">Kühlschrank". Kosten für Neuanschaffungen stellen steuerlich nie</span><br/> <span class="ft8">Liegenschaftsunterhaltskosten dar. Beim "Kehrichtauszug komplett"</span><br/> <span class="ft8">für Fr. 380.-- (ohne Mehrwertsteuer) und der "Mischbatterie chrom</span><br/> <span class="ft8">Brause" für Fr. 297.-- (ohne Mehrwertsteuer) ist von zeitgemässem</span><br/> <span class="ft8">Ersatz auszugehen, so dass ein vollumfänglicher Abzug zu gewähren</span><br/> <span class="ft8">ist. Auch die Montagekosten von Fr. 860.-- (ohne Mehrwertsteuer)</span><br/> <span class="ft8">sind vollumfänglich abzugsfähig.</span><br/> <span class="ft8">b) Die Rechnung vom 25. Juni 1999 enthält auch "Einbaugeräte</span><br/> <span class="ft8">E." im Betrag von Fr. 5'420.-- (ohne Mehrwertsteuer; Fr. 4'668.-- +</span><br/> <span class="ft8">Fr. 940.-- ./. Fr. 188.--). Es handelt sich dabei um eine Dunsthaube,</span><br/> <span class="ft8">einen Elektroherd mit Glaskeramikfeld und einen Kühlautomaten. Es</span><br/> <span class="ft8">ist davon auszugehen, dass es sich um Ersatzgeräte handelt, so dass</span><br/> <span class="ft8">die Kosten vollumfänglich zum Abzug zuzulassen sind (vgl. Ziff. 19</span><br/> <span class="ft8">lit. a des Merkblattes "Liegenschaftsunterhalt"). Nicht abzugsfähig</span><br/> <span class="ft8">ist dagegen die "Geschirrspüler Front chrom" im Betrag von Fr. 230.-</span><br/> <span class="ft8">- (ohne Mehrwertsteuer), da es sich dabei um den Aufpreis für eine</span><br/> <span class="ft8">vorher nicht vorhandene Chromstahlfront handelt.</span><br/> <span class="ft8">c) Von den Kosten von total Fr. 17'716.-- (ohne Mehrwertsteu-</span><br/> <span class="ft8">er) sind folglich Fr. 13'203.-- (Fr. 6'246.-- + Fr. 4'668.-- + Fr. 752.--</span><br/> <span class="ft8">+ Fr. 380.-- + Fr. 297.-- + Fr. 860.--) zum Abzug zuzulassen. Unter</span><br/> <span class="ft8">Berücksichtung der Mehrwertsteuer von 7,5 % resultiert ein abzugs-</span><br/> <span class="ft8">fähiger Betrag von Fr. 14'193.20.</span><br/> <span class="ft8">5. a) Die Vertreterin des Rekurrenten beantragt weiter, es seien</span><br/> <span class="ft8">Fr. 14'408.50 für die Sanierung der Teichanlage und die Herbstar-</span><br/> <span class="ft8">beiten als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen. Zur Be-</span><br/> <span class="ft8">gründung wird im Wesentlichen ausgeführt, der Gartenteich stelle</span><br/> <span class="ft8">keine Liebhaberei dar. Er sei das Ergebnis einer objektiven Analyse</span><br/> <span class="ft8">von Fachleuten über die bestehenden Möglichkeiten für eine opti-</span><br/> <span class="ft8">male Gartengestaltung. Die Vorinstanz hat im Einspracheverfahren</span><br/> <span class="ft8">von den geltend gemachten Kosten lediglich Fr. 1'920.-- für die</span><br/> <span class="ft8">"Herbstarbeiten im bestehenden Garten" zum Abzug zugelassen. Den</span><br/> <span class="ft8">Unterhalt der Teichanlage hat sie der Pflege eines Ziergartens gleich-</span><br/> <span class="ft8">gestellt und die entsprechenden Kosten nicht zum Abzug zugelassen</span><br/> <span class="ft8">(vgl. Merkblatt "Liegenschaftsunterhalt", Stand 1.1.1999, des Kanto-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">327</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">nalen Steueramtes, wonach für "Aufwendungen für Pflege von Zier-</span><br/> <span class="ft8">gärten bei Eigenheimen" kein Abzug zu gewähren ist [Ziff. 13 lit. e,</span><br/> <span class="ft8">S. 15]).</span><br/> <span class="ft8">b) Das Steuerrekursgericht hat im Entscheid vom 22. März</span><br/> <span class="ft8">1995 in Sachen A.V. folgendes ausgeführt:</span><br/> <span class="ft9">"Der Ersatz mehrjähriger Pflanzen eines Ziergartens dient zu dessen</span><br/> <span class="ft9">Erhaltung, soweit abgestorbene bzw. kranke Pflanzen ersetzt werden. Die</span><br/> <span class="ft9">dadurch entstehenden Kosten stellen grundsätzlich abzugsfähigen Liegen-</span><br/> <span class="ft9">schaftsunterhalt dar. Da es sich bei einem Biotop um eine besondere (öko-</span><br/> <span class="ft9">logisch sinnvolle) Form eines Ziergartens handelt, sind auch die Aufwen-</span><br/> <span class="ft9">dungen für den Ersatz abgestorbener bzw. kranker mehrjähriger Bio-</span><br/> <span class="ft9">toppflanzen grundsätzlich abzugsfähig. Werden demgegenüber gesunde</span><br/> <span class="ft9">mehrjährige (Biotop-)Pflanzen (z.B. im Rahmen einer Neugestaltung des</span><br/> <span class="ft9">Gartens) ersetzt, so handelt es sich nicht um Aufwendungen, die zur Erhal-</span><br/> <span class="ft9">tung des Gartens notwendig sind, sodass die dadurch entstehenden Kosten</span><br/> <span class="ft9">nicht abgezogen werden können."</span><br/> <span class="ft8">Diese Rechtsprechung erfolgte in Anlehnung an den Umstand,</span><br/> <span class="ft8">dass die Kosten für "Pflege und Ersatz mehrjähriger Sträucher und</span><br/> <span class="ft8">Pflanzen" (vgl. Ziff. 13 lit. b des Merkblattes) vollumfänglich zum</span><br/> <span class="ft8">Abzug zugelassen werden. Es ist nicht einzusehen, warum dies bei</span><br/> <span class="ft8">mehrjährigen (Wasser-)Pflanzen eines Biotopes anders sein sollte.</span><br/> <span class="ft8">Gemäss der selben Ziffer des Merkblattes werden auch die Kosten</span><br/> <span class="ft8">für "Zaunreparaturen, Gartenwege flicken, Stützmauern reparieren",</span><br/> <span class="ft8">also für den Unterhalt von "Gartenbauten" verschiedenster Art, zum</span><br/> <span class="ft8">Abzug zugelassen. Nach Auffassung des Steuerrekursgerichts stellt</span><br/> <span class="ft8">auch ein Gartenteich bzw. Biotop eine solche "Gartenbaute" dar. Die</span><br/> <span class="ft8">Kosten, welche im Zusammenhang mit dem Unterhalt einer solchen</span><br/> <span class="ft8">Anlage entstehen, sind daher grundsätzlich ebenfalls zum Abzug</span><br/> <span class="ft8">zuzulassen. Dies steht in Einklang mit den folgenden Ausführungen</span><br/> <span class="ft8">der Steuerrekurskommission (heute: Steuerrekursgericht) in AGVE</span><br/> <span class="ft8">1982 S. 380:</span><br/> <span class="ft9">"Aufwendungen für Nutz- und Ziergärten können bloss in dem Um-</span><br/> <span class="ft9">fang als steuerlich anrechenbare Liegenschaftsunterhaltskosten betrachtet</span><br/> <span class="ft9">werden, als sie gemacht werden, um bereits bestehende Anlagen (Hecken,</span><br/> <span class="ft9">Sträucher, Wege usw.) in dem Zustand zu erhalten, in dem sie ihrem</span><br/> <span class="ft9">Zwecke dienen können. Aufwendungen für Neuanlagen (Pflanzen von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">328</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft9">Rabatten, Hecken, Sträuchern usw.) stellen keine Unterhaltsaufwendungen</span><br/> <span class="ft9">dar."</span><br/> <span class="ft8">c) Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat die Kosten</span><br/> <span class="ft8">für den Ersatz einer fest eingebauten Bassin-Filteranlage als Liegen-</span><br/> <span class="ft8">schaftsunterhalt beurteilt. Mit der Bemerkung, ein Bassin im Garten</span><br/> <span class="ft8">sei nichts Aussergewöhnliches, hat es das Vorliegen einer privaten</span><br/> <span class="ft8">Liebhaberei (welche dazu führen würde, dass die Kosten nicht zum</span><br/> <span class="ft8">Abzug zuzulassen wären) verneint (StE 1986 B 25.6 Nr. 5). Dies gilt</span><br/> <span class="ft8">auch für Gartenteiche bzw. Biotope.</span><br/> <span class="ft8">d) Die Arbeiten der "Renovation der Teichanlage" sind in der</span><br/> <span class="ft8">Offerte der K. Gartenbau AG vom 17. September 1999 wie folgt</span><br/> <span class="ft8">umschrieben:</span><br/> <span class="ft9">"Bestehende Teichanlage, inkl. Randbefestigung, Mörtelschicht, Folie,</span><br/> <span class="ft9">Böschungsmatte und Vlies entfernen, zusammennehmen, aufladen und auf</span><br/> <span class="ft9">die Deponie des Unternehmers führen. Wassersteine vorsichtig lockern,</span><br/> <span class="ft9">entfernen und zu Wiederverwendung deponieren. Filteranlage, inkl.</span><br/> <span class="ft9">Teichpumpe, Bodenablauf und Zulaufschläuche liefern, montieren und</span><br/> <span class="ft9">eingraben. Bestehender Teichaushub ca. cm 20 vertiefen. Teichrand und</span><br/> <span class="ft9">Mergel neu ausgleichen und befestigen. Vlies, Teichfolie, Bollensteine und</span><br/> <span class="ft9">Rollkies in verschiedenen Grössen, liefern und fachgerecht im Teich ein-</span><br/> <span class="ft9">und aufbauen. Wassersteine reinigen und zusammen mit Kies, Beton und</span><br/> <span class="ft9">Teichfolie zu einem neuen, stabilen und dichten Wasserfall aufbauen. Teich-</span><br/> <span class="ft9">rand neu gestalten und bepflanzen. Diverse Reinigungs- und</span><br/> <span class="ft9">Anpassungsarbeiten."</span><br/> <span class="ft8">Die Renovation der Teichanlage war gemäss den Ausführungen</span><br/> <span class="ft8">der Vertreterin erforderlich, weil sich die Teichfolie zersetzte. Die</span><br/> <span class="ft8">Vertiefung des Teichaushubs um ca. 20 cm sei für die Beseitigung</span><br/> <span class="ft8">der Verschlammung unumgänglich gewesen. Aus diesem Grund</span><br/> <span class="ft8">hätten auch die Teichpumpe mit Filteranlage ersetzt werden müssen.</span><br/> <span class="ft8">Es sind folglich sämtliche mit der Renovation der Teichanlage in</span><br/> <span class="ft8">Zusammenhang stehenden Kosten als Liegenschaftsunterhalt zum</span><br/> <span class="ft8">Abzug zuzulassen.</span><br/> <span class="ft8">Im Betrag von Fr. 12'488.50 (Fr. 14'408.50 abzüglich die von</span><br/> <span class="ft8">der Vorinstanz bereits gewährten Fr. 1'920.-- für die Herbstarbeiten)</span><br/> <span class="ft8">sind jedoch auch fünf "Natursteinplatten Granit als Schrittplatten" im</span><br/> <span class="ft8">Betrag von Fr. 380.-- enthalten. Es ist davon auszugehen, dass es sich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">329</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">um eine Neuinvestition handelt, so dass dieser Betrag nicht abzugs-</span><br/> <span class="ft8">fähig ist. Es sind somit für die Teichsanierung gerundet Fr. 12'000.--</span><br/> <span class="ft8">als Liegenschaftsunterhalt zum Abzug zuzulassen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>