Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Mai 2019 (720 18 124 / 117) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision. Keine Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse. Keine zwingen- den Gründe, um von einem gerichtlichen Gutachten abzuweichen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Daniel N oll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , vertreten durch Jan Herrmann, Rechtsanwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1960 geborene A.____ war zuletzt als Schweisser tätig, als er sich am 29. März 1999 unter Hinweis auf schwere Panikstörungen sowie eine Depression mit Schwindelattacken und Tachykardien bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug angemeldet hatte. Gestützt auf Berichte seines behandelnden Psychiaters sowie der Klinik B.____ hat die IV- Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Februar 2001 mit Wirkung ab 1. März 1999 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (IV) zugesprochen. Zwei Revisionsverfahren schloss die IV-Stelle mit Schreiben vom 14. Februar 2006 und vo m 22. Juni 2010 ab, wobei festgestellt wurde, dass gestützt auf einen IV-Grad von 100% jeweils weiterhin Anspruch auf eine ganze IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rente bestehe. Im Jahr 2013 wurde ein erneutes Revisionsverfahren eingeleitet und in der Folge ein neurologisches sowie psychiatrisches Gutachten der Dres. C.____ und D.____ eingeholt. Gestützt auf die Ergebnisse dieses Gutachtens ordnete die IV-Stelle die Durchführung beruflicher Massnahmen an. Unter dem Druck eines Mahn- und Bedenkze itverfahrens unterzog sich der Versicherte anschliessend einem Belastbarkeitstraining, b rach dieses aber vorzeitig ab. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren hob die IV-Stelle schliesslich mit Verfügung vom 14. März 2018 die ganze IV-Rente revisionsweise per Ende April 2 018 gestützt auf einen verbleibenden IV-Grad von 23% im Wesentlichen mit der Begründung au f, dass sich der psychische Gesund- heitszustand des Versicherten gemäss Ergebnis im psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ mittlerweile deutlich verbessert habe. B. Hiergegen hat der Versicherte, vertreten durch Rech tsanwalt Jan Hermann, am 17. April 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), erhoben und beantragt, die IV-Stelle sei in Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung anzuweisen, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Rentenleistungen über den 30. April 2018 hinaus weiterhin auszurichten. Eventualiter sei eine gerichtliche psychiatrische Begutachtung zwecks Abklärung und Beurteilung des Leistungsa nspruchs einzuholen. Zur Be- gründung liess er im Wesentlichen geltend machen, dass das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ in verschiedener Hinsicht unvollständig und mangelhaft sei und daher keinen Beweiswert aufweise. Namentlich sei die ihm nunmehr attestierte A rbeitsfähigkeit von 80% nicht nachvoll- ziehbar. Die Einschätzungen von Dr. D.____ stünden nic ht nur im Widerspruch zu den Beurtei- lungen des behandelnden Psychiaters, sondern seien auch mit den Ergebnissen des Belastbar- keitstrainings unvereinbar. Die Leistungseinstellung sei in Verletzung des Untersuchungsgrund- satzes erfolgt. Insgesamt sei kein Revisionsgrund nachgewiesen, so dass die Rentenleistungen weiterhin auszurichten seien oder zumindest ein Gerichtsgutachten anzuordnen sei. Eventualiter sei festzustellen, dass seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar sei. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 1. Juni 2018 auf Abweisung der Be- schwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien im Wesentlichen an ihren Rechtsbegehren und an ihren bereits dargelegten Standpunkten fest. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 20. Dezember 201 8 gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, dass eine abschliessende Beurteilung der Angele genheit gestützt auf die vorhan- dene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Folglich wurde die Angelegenheit ausgestellt und ein gerichtliches Gutachten angeordnet. Dieses wurde von Dr. E.____ erstattet und erging am 25. März 2019. F. Mit Stellungnahme vom 2. April 2019 beantragte d er Beschwerdeführer, es sei ihm ge- stützt auf die im Gerichtsgutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% über Ende April 2018 hinaus weiterhin eine Vollrente der IV auszurichten. Die IV-Stelle hielt mit Stellungnahme vom 4. April 2019 an ihrem Abweisungsantrag fest. Unter Hinweis auf einen Bericht ihres regional-ärzt- lichen Dienstes (RAD) führte sie im Wesentlichen aus, dass zu viele Widersprüche zwischen dem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gerichtsgutachten und dem Gutachten von Dr. D.____ b estünden, als dass auf Ersteres abge- stellt werden könne. Namentlich sei die vom Gerichtsgutachter bezeichnete Angststörung thera- pierbar und erfülle das Eingangskriterium einer traum atisch erlebten schweren psychiatrischen Krankheit nicht. G. Mit Eingabe vom 12. April 2019 hielt der Rechtsve rtreter des Beschwerdeführers an sei- nem Antrag auf Gutheissung der Beschwerde fest. Im Üb rigen beantragte er unter Verweis auf seinen Fachanwaltstitel für Haftpflicht- und Versicherungsrecht eine Parteientschädigung zu Las- ten der IV-Stelle unter Gewährung eines Stundenansatzes von Fr. 300.--. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 in der nach dem 1. Juli 2006 gültigen F assung kann gegen Verfügungen der kan- tonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ört- lich und sachlich zuständig. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit ein- zutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Invalidität im Sinne dieser Bestimmung ist die durch einen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs- unfähigkeit (Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). U nter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer invalidisierenden psychischen Gesun dheitsbeeinträchtigung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach e inem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psych ischen Leiden belastenden psycho- sozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein invalidi- sierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit we- sentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und in wiefern, allenfalls bei geeigneter therapeu- tischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwartet wer- den kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (B GE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbs- unfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Pe rson nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial- praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor aussetzung - für die Gesellschaft gar untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts- grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Bei Ver- sicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird die Invalidität nur für diesen Teil nach Art. 16 ATSG, im Aufgabenbereich hingegen nach Art. 28a Abs. 2 IVG bemessen. Es sind der Anteil einerseits der Erwerbstätigkeit und andererseits der Tä tigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und es ist der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invali- ditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rent en für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu be- einflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrund namentlich die erhebliche Verbes- serung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesund- heitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 116 E. 3b mit Hinweisen). Nach Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung ( IVV) vom 17. Januar 1961 ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Änderung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in welchem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit andauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück- sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraus- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtlich weiter andauern wird. Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchs- beeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohn e wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 Satz 1 IVV). 4.2 Ob eine anspruchserhebliche Tatsachenänderung eing etreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der Neubeurteilung. Zeitliche r Referenzpunkt für die Prüfung einer an- spruchserheblichen Änderung bildet somit die letzte, der versicherten Person eröffnete und rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechts- konformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Dur chführung eines Einkommensver- gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den e rwerblichen Auswirkungen des Gesund- heitszustands) beruht (BGE 133 V 114 E. 5). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in den Rentenanspruch des Versi- cherten ab Ende April 2018 zu Recht aufgehoben hat. Ei ne materielle Prüfung des Rentenan- spruchs samt Abklärung des medizinischen Sachverhalts erfolgte letztmals im Rahmen der ur- sprünglichen Rentenzusprache im Jahre 2001. Es trifft zwa r zu, dass der Rentenanspruch des Versicherten in den Jahren 2005 und 2010 bereits revidiert worden ist. Angesichts der Tatsache, dass sich die IV-Stelle dazumal aber darauf beschränkt hatte, nebst einer summarischen Beur- teilung ihres RAD (IV-Dok 30) nur die Arztberichte der behandelnden Ärzte beizuziehen (IV-Dok 22, 27 und 29), kann aber nicht davon gesprochen werd en, ihre Abklärungen hätten auf einer integralen und umfassenden Prüfung der gesundheitlichen Verhältnisse beruht, wie es rechtspre- chungsgemäss Voraussetzung wäre, um als Referenzzeitpunkt darauf abstellen zu können. Man- gels anderer genügender Abklärungen der gesundheitli chen Verhältnisse resultiert somit, dass für die vorliegend strittige Frage, ob mittlerweile e ine wesentliche Verbesserung des Gesund- heitszustandes des Versicherten eingetreten ist, dessen aktueller Gesundheitszustand mit den medizinischen Verhältnissen im Referenzzeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache im Feb- ruar 2001 zu vergleichen ist (so auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2017, 9C_143/2017, E. 3.2.1 f.). Prozessthema bildet demnach die Frage, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit Februar 2001 (IV-Dok 14) in erheblicher Weise geändert haben und demnach, in welchem Aus- mass der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen aktuell noch arbeits- fähig ist. 5.1 Gemäss Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Be- ruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1); bei langer Dauer wird aber auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlage n angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere Erwerbstätigkeit als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausge- glichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumut- barerweise noch verrichtet werden kann (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschw erdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanford erungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es vo n allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Untersu- chungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst, wenn es sich als unmöglich er- weist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sach- verhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrschein lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozi alversicherungsrecht kennt dem- nach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicher- ten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 5.4 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat das Gericht die ihm von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Be- weismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Bew eisregeln, sowie umfassend und pflichtge- mäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unab- hängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung de s streitigen Rechtsanspruches gestat- ten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen St ellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinweisen). 5.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So führte das Bundesgericht zu den Gerichtsgutachten aus, dass das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschät- zungen des medizinischen Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen be stimmten Sachverhalt medizinisch zu er- fassen (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa). Gleichwohl wie bei Gutachten externer Spezialärzte, welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATS G eingeholt wurden und den Anforde- rungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht insbesondere einem von ihm einge- holten Gerichtsgutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 135 V 4 65 E. 4.4 S. 469 f.). Schliesslich lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich best ellten fachmedizinischen Experten nicht zu (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b), ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten nur deshalb in Frage zu stellen oder zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn andere Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (Ur- teil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behan- delnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärzt licher Interpretation entspringende - As- pekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkan nt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der vorliegend ange fochtenen Verfügung vom 14. März 2018 im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 3. Novem- ber bzw. vom 5. Dezember 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers verbessert habe und ihm die Ausübung einer Verweistätigkeit ent- gegen der ursprünglichen Rentenzusprache wieder im Umfang von 80% zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (E. 5.2 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Bereits anläss- lich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Urte ilsberatung vom 20. Dezember 2018 ge- langte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass diesem im Rahmen der strittigen Revision eingeholten Gutachten keine ausschlaggebende B eweiskraft zukomme. Während die gesundheitlichen Verhältnisse in neurologischer Hinsicht zwischen den Parteien gestützt auf das neurologische Teilgutachten vom 3. November 2014 zu Recht unbestritten geblieben waren, gab Anlass, an den Schlussfolgerungen im psychiatrischen Teilgutachten von Dr. D.____ vom 5. De- zember 2014 zu zweifeln, insbesondere der nach knapp drei Monaten abgebrochene Versuch einer Arbeitsintegration des Versicherten im Frühjahr 2017 (IV-Dok 103). Hintergrund bildete die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einschätzung der Integrationsfachleute der Stiftung F.____, welche abweichend zu den Erhebun- gen von Dr. D.____ festgehalten hatten, dass der Versi cherte im ersten Arbeitsmarkt nicht ver- mittelbar sei, und ebenfalls im Widerspruch zu den von Dr. D.____ erhobenen Inkonsistenzen davon ausgegangen waren, dass das ungenügende Arbeitsverhalten des Versicherten nicht ge- spielt sei (IV-Dok 102, S. 3). Mit Blick auf die rechtspr echungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit zwischen Ärzteschaft und Berufsb eratung ist einer konkret leis- tungsorientierten beruflichen Abklärung nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Rest- arbeitsfähigkeit abzusprechen. Da die von Dr. D.____ ermittelte medizinische Einschätzung der Leistungsfähigkeit in casu in offensichtlicher Diskrepanz zur effektiv realisierten Leistung anläss- lich der beruflichen Integration gestanden hat, vermochte dies ernsthafte Zweifel an dessen ärzt- lichen Annahmen zu begründen, und hat sich das Einhol en einer klärenden medizinischen Ein- schätzung deshalb als unabdingbar erwiesen. Wie das Kanto nsgericht bereits anlässlich seiner ersten Urteilsberatung festgehalten hatte, kann in diesem Zusammenhang jedenfalls nicht davon gesprochen werden, dem fraglichen Arbeitsversuch des Versi cherten im Frühjahr 2017 sei per se eine nur untergeordnete Aussagekraft zugekommen (Urte il des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2). Daran vermag nichts zu ändern, dass bei der Einschätzung psy- chisch bedingter Beschwerden in erster Linie auf gutachterliche Erkenntnisse abzustellen ist (Ur- teil des Bundesgerichts vom 31. März 2011, 8C_831/2010, E. 7.6.1). Aufgrund der grossen Zeit- spanne von mehr als zwei Jahren zwischen der Begutachtung u nd der Arbeitsintegration war insbesondere nicht auszuschliessen, dass zwischenzeitlich eine Verschlechterung der psychiat- rischen Verhältnisse eingetreten ist. Hierfür sprachen mitunter auch die anlässlich der Parteiver- handlung vom 20. Dezember 2018 gewonnenen Erkenntnisse, dass sich der Beschwerdeführer mittlerweile von seiner Ehefrau getrennt hatte und seither im Alltag weitgehend auf die Hilfe seiner Tochter angewiesen ist. Mithin erwies sich mit Blick auf den in zeitlicher Hinsicht massgebenden Verfügungszeitpunkt vom 14. März 2018 als fraglich, ob und allenfalls in welchem Umfang diese veränderten Lebensumstände einen Einfluss auf die verbleibenden Ressourcen des Versicherten gehabt haben. Die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltu ngsverfahren haben sich mithin als nicht ausreichend beweiskräftig genug erwiesen, als dass das Gericht darauf hätte abstellen kön- nen. Nachdem sich deshalb mit Beschluss des Kantonsgericht s vom 20. Dezember 2018 die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens als unerlässlich erwiesen hatte, steht hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nunmehr das gerichtliche Gutachten von Dr. E.____ vom 25. März 2019 im Zentrum der divergierenden Parteistandpunkte. 6.2 In diesem Gerichtsgutachten diagnostiziert der Gutach ter mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung, eine Agoraphobie mit Panikstörung, eine soziale Phobie und eine mittelgradige depressive Episode. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien spezifische, isolierte Phobien, Störungen durch Sedative oder Hypnotika, ein Abhängigkeitssyndrom und ein ständiger Substanzgebrauch zu er- heben. Die Kardinalkriterien einer Persönlichkeitsstöru ng seien im Hinblick auf die hohe Bezie- hungskonstanz des Exploranden, seine gute Kooperation bei der Exploration sowie die fehlende Polarisierungs- oder Externalisierungstendenzen nicht erfüllt. Hingegen seien die diagnostischen Kriterien für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung gegeben. Dazu gehörten die Abhängigkeit von anderen Personen, ein sozialer Rückzug, eine Passivität mit Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht vermindertem Interesse und eine Vernachlässigung frühere r Freizeitbeschäftigungen, eine Ver- änderung in der Selbstwahrnehmung mit häufigem Ansp ruch des Krankseins, eine Erwartungs- haltung anderen gegenüber sowie eine dysphorische oder labile Stimmung. Diese Diagnose habe der behandelnde Psychiater richtigerweise bereits im November 2000 gestellt. Ursächlich für die andauernde Persönlichkeitsänderung seien die seit viele n Jahren unverändert bestehenden Angststörungen und deren Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeiten in diversen Lebensberei- chen. Im Rahmen seiner Angststörungen habe der Explorand seit vielen Jahren ein erhebliches Ausmass an subjektiven Beschwerden erlebt. Er habe aufgrund dieser Angststörungen seine Be- rufstätigkeit aufgeben müssen, was in nachvollziehbarer weise kränke. Seine Angststörungen würden auch das familiäre Umfeld belasten. Mittlerwei le müsse unter anderem auch aufgrund der objektiven Befunde, insbesondere der Tatsache, dass der Explorand als gebrochen, psy- chisch erheblich und jederzeit authentisch leidend und in seiner Vitalität deutlich beeinträchtigt imponiert habe, davon ausgegangen werden, dass chronif izierte und mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit therapieresistente Angststörungen vorlägen. Diese dauerhaften Angststörungen seien der Ursprung der andauernden Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung. Dr. D.____ habe eine generalisierte Angststörung mit Panikst örung diagnostiziert und diese als leichtgradig beurteilt. Diese Beurteilung könne nicht korrekt sein, nachdem die jahrelangen Angst- störungen zur Trennung von der Ehefrau, zum fast komplet ten Rückzug in desolate Wohnver- hältnisse und zu einer regelrechten Vita minima geführt hätten. Vielmehr lägen schwere Angst- störungen vor, welche den Versicherten subjektiv wie auch seine Familie erheblich belasten wür- den und zu weitreichenden sozial negativen Folgen geführt hätten. Untermauert werde der aus- geprägte Schweregrad durch den Umstand, dass die Sympt omatik weder durch die Psychothe- rapie noch durch die nachweislich konsequent eingehaltene Psychopharmakatherapie zu beein- flussen gewesen sei. In Bezug auf die Affektpathologie erfülle der Versicherte nicht nur alle drei B-Kriterien gemäss ICD-10, sondern auch alle sieben C-K riterien, so dass rein formal eine schwere depressive Episode vorliege. Aufgrund des objekt iven Psychostatus, zu welchem das äussere Erscheinungsbild, die Psycho- und Sprachmotorik, Mimik und Gestik, Denktempo, kog- nitive Leistungen, Affektverarmung sowie affektive Schwin gungsfähigkeit gehörten, liege aber eine mittelgradige depressive Episode vor. Alleine aufgrund des Umstands, dass der Explorand maximal einmal jährlich in der Lage sei, eine stundenl ange Reise in die Türkei zu bewältigen, schliesse eine schwere depressive Episode mit Sicherheit aus. Diese Affektpathologie finde sich bestätigt durch die Berichte der behandelnden Ärzte sowie durch die Stiftung F.____. Einzig Dr. D.____ schliesse eine depressive Episode aus. Der Versichert e habe in der Exploration als je- derzeit und vollumfänglich authentisch leidend imponiert, so dass die eklatanten Unterschiede zu den Beobachtungen von Dr. D.____ nicht konklusiv zu klären seien. Eine psychotische Grund- störung, wie sie von Dr. G.____ verdachtsdiagnostisch erwog en worden sei, könne in Überein- stimmung mit Dr. D.____ hingegen ausgeschlossen werden, ebenso eine posttraumatische Be- lastungsstörung und eine Minderintelligenz. Beim Versicherten bestehe ferner seit vielen Jahren ein Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom, welches erfahrung sgemäss zu einer Einbusse der mnestischen Funktionen führe. Mnestische Funktionsstörungen hätten aber zumindest im klini- schen Eindruck nicht objektiviert werden können. Es bestünden keine Hinweise für kognitive Ein- bussen, ebenso wenig für eine Wesensveränderung, so dass das Benzodiazepin-Abhängigkeits- syndrom keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe. Insgesamt hätten sich im Rahmen der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesamten Begutachtung keinerlei Hinweise für Inkonsisten zen ergeben, und zwar weder in Be- zug auf die subjektiven Angaben des Versicherten noch hinsichtlich des Vergleichs seiner Anga- ben mit den objektiven Untersuchungsbefunden. Was die Funktionsfähigkeiten angehe, so seien dessen Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen wie auch dessen Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben nicht relevant beeinträchtigt. Schwer beeinträchtigt seien aber die Flexibilität und die Umstellungsfähigkeit sowie auc h die Durchhaltefähigkeit, die Selbstbe- hauptungsfähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten, di e Gruppenfähigkeit und die Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten. Mittelgradig beeinträchtigt seien die Entscheidungs- und Urteilsfä- higkeit, die Fähigkeit zu familiären und intimen Beziehungen, die Fähigkeit zur Selbstversorgung und die Wegefähigkeit. Die qualitativen Funktionsfähigkeiten seien aus psychiatrischer Sicht so- mit weiterhin in ausgeprägtem Ausmass derart beeinträchtigt, dass im ersten Arbeitsmarkt auch weiterhin keine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestehe. In der angestammten Tätigkeit als Schweis- ser wie auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit be stehe somit durchgehend seit dem 31. März 1998 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die daue rhaft chronifizierten und therapieresis- tenten Angststörungen stünden in engster Assoziation mi t der andauernden Persönlichkeitsän- derung nach psychischer Erkrankung. Für eine Optimierung der seit Jahren durchgeführten am- bulanten psychiatrischen Behandlung könnten keine Empfehlungen abgegeben werden. Die Tat- sache, dass das im ersten Trimester 2017 durchgeführte Be lastbarkeitstraining nicht erfolgreich verlaufen sei, überrasche nicht, weil bereits damals eine dauerhafte und therapieresistente psy- chische Fehlentwicklung vorgelegen habe. Eingliederungsmassnahmen seien daher nicht mehr möglich. Allenfalls sei zu diskutieren, ob der Exploran d stundenweise im geschützten Rahmen einfache Arbeiten mit dem Ziel tätigen könne, ihn zu beschäftigen und ihm einen Tagesinhalt zu geben. 7.1 Wie oben ausgeführt (E. 5.5 hiervor), weicht das G ericht bei einem Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung eines medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegen d besteht kein Anlass, von den Er- gebnissen des zitierten Gerichtsgutachtens abzuweichen. Das Gutachten von Dr. E.____ erfüllt die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine med izinische Beurteilungsgrundlage: Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es i st – wie vom Bundesgericht verlangt (oben, Erwägung 5.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und beruht auf allseitigen und vor allem sehr detaillierten Untersuchungen zum Psychostatus des Versicherten. Ebenfalls berücksichtigt es alle geklagten Beschwerden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. in der Beurteilung der medi- zinischen Situation ein. Der gerichtliche Gutachter setzt sich insbesondere auch eingehend mit den bei den Akten liegenden fachärztlichen Einschätzun gen auseinander. Insgesamt kommt er nachvollziehbar zum Schluss, dass die bisher durch das Vorguta chten von Dr. D.____ berück- sichtigten Beschwerden diagnostisch abweichend eingeordnet werden müssen, und sich die in jenem Gutachten aus dem Jahre 2014 postulierte Verbesserung der psychiatrischen Verhältnisse deshalb als unzutreffend erweist. 7.2 Während sich der Beschwerdeführer den Schlussfolger ungen im gerichtlichen Gutach- ten anschliesst, wendet die IV-Stelle unter Verweis auf die Beurteilung ihres RAD vom 29. März Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2019 ein, dass die im Gerichtsgutachten erhobene Diagnose einer andauernden Persönlichkeit- sänderung nach psychischer Erkrankung deshalb nicht nachvol lziehbar sei, weil das gemäss ICD-10 hierfür erforderliche Eingangskriterium der traumatischen Erfahrung einer schweren psy- chischen Krankheit nicht erfüllt sei. Namentlich die als u rsächlich bezeichnete Angststörung er- fülle das entsprechende Eingangskriterium schon deshalb nicht, weil sie behandelbar sei. Ferner sei erwiesen, dass der Beschwerdeführer für kurze Strecken nach wie vor ein Auto lenken könne, so dass weder von einer Vita minima noch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegan- gen werden könne. 7.2.1 Der IV-Stelle ist grundsätzlich zuzustimmen, dass für die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach psychischer Erkrankung gemäss ICD -10 F62.1 die traumatische Erfahrung einer schweren psychischen Krankheit vorausgesetzt wird. Wenn die IV-Stelle damit argumentiert, dass dieses Eingangskriterium im Gerichtsg utachten weder erkennbar noch be- zeichnet worden ist, kann ihr indessen nicht gefolgt we rden. Der gerichtliche Gutachter hat die einzelnen Merkmale der andauernden Persönlichkeitsänderung detailliert aufgelistet und in Be- zug auf den konkret vorliegenden Fall des Versicherten au ch nachgewiesen. Insbesondere hat er erwogen, dass die seit vielen Jahren bestehenden Angststörungen des Exploranden und deren Auswirkungen auf dessen Funktionsfähigkeiten in diversen L ebensbereichen ursächlich für die andauernde Persönlichkeitsänderung sind (Gerichtsgutachten, S. 28 und 29). Die Ausführungen zu den diagnostizierten Angststörungen des Versicherten ihrerseits sind ebenfalls sorgfältig her- geleitet. Im vorliegenden Fall hat eine jahrelange psychotherapeutische und psychopharmakolo- gische Behandlung des Versicherten durch seinen behandel nden Fachpsychiater gerade keine Besserung der Angstsymptomatik bewirkt (Gerichtsgutachten, S. 19 und 29, jeweils unten). Der Einwand der IV-Stelle, die diagnostizierte Agoraphob ie mit Panikstörung reiche als Ursache für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nicht aus, wei l sie behandelbar sei, vermag das Ge- richtsgutachten in diesem Zusammenhang daher nicht in Z weifel zu ziehen. Die Ausführungen des Gerichtsgutachters, wonach der Versicherte im Rahme n seiner Angststörungen seit vielen Jahren ein erhebliches Ausmass an subjektiven Beschwerden e rlebt hat und deshalb letztlich nicht nur seine Berufstätigkeit aufgeben, sondern auch eine Belastung seines familiären Umfelds erleben musste, legt eine langdauernde Leidensgeschichte dar. Diese Leidensgeschichte bildet nachvollziehbar das von der IV-Stelle in Frage gestellte Eingangskriterium einer traumatischen Erfahrung einer schweren psychischen Krankheit. Ein eigen tlicher Widerspruch, wie ihn die IV- Stelle geltend machen will, kann nicht erkannt werden. Das Gegenteil ist der Fall: Diese Leidens- geschichte hat dazu geführt, dass der Versicherte mittle rweile als gebrochen sowie psychisch jederzeit erheblich leidend imponiert und in seiner Vitalität deutlich beeinträchtigt ist. Diese Erhe- bungen des Gerichtsgutachters decken sich nicht nur mit den anamnestischen Angaben, sondern auch mit dem anlässlich der Parteiverhandlung vom 20. D ezember 2018 gewonnenen Eindruck durch das Gericht. Wenn Dr. E.____ in seinem Gerichtsgutachten in Würdigung der Tagesaktivi- täten des Versicherten deshalb zum Schluss kommt, dieser f ühre eine regelrechte Vita minima, ist dies nicht zu beanstanden. Der Versicherte wohnt in beträchtlicher Distanz zu seinem früheren Wohnort in einem einfachen Zimmer ohne Dusche. Er le bt dort zurückgezogen und ein sozialer Kontakt beschränkt sich im Wesentlichen auf die Besuche seiner Tochter, die ihn dann jeweils zu sich nach Hause nimmt, damit er überhaupt seiner Körperhygiene nachkommen kann (Protokoll der Parteiverhandlung vom 20. Dezember 2018). Bei die ser Gelegenheit fährt der Versicherte Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht manchmal das Fahrzeug seiner Tochter für kurze Strecken, so etwa um sich Tabakwaren zu besorgen. Der in diesem Zusammenhang geäusserte Einwa nd der IV-Stelle, dass seine erhal- tene Fahrfähigkeit gegen eine Vita minima und damit auch gegen eine vollständige Arbeitsunfä- higkeit spreche, greift deshalb zu kurz. Eine lediglich in diesem Umfang erhaltene Fahrfähigkeit spricht weder gegen die durch den Gerichtsgutachter erh obene Vita minima noch in der Folge gegen die letztlich daraus resultierende, vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Schlussfolgerungen des gerichtlichen Gutachters sind unter diesen Umständen nicht zu beanstanden. Ein zwingender Grund, von dessen Einschätzung abzuweichen, liegt bei die ser Sachlage jedenfalls nicht vor (BGE 125 V 351 E. 3b). 7.2.2 Die von der IV-Stelle vorgebrachten Widersprüche gründen letztlich auf einer Gegen- überstellung der Erhebungen des Gerichtsgutachters mit den Erwägungen von Dr. D.____ in dessen Verwaltungsgutachten vom 5. Dezember 2014. Auf dieses Gutachten abzustellen verbie- tet sich aber bereits deshalb, weil Dr. D.____ darin just die zumindest räumliche Trennung des Versicherten von seiner Ehefrau, welche unzweifelhaft einen bedeutenden Teil der subjektiv er- lebten Beschwerden ausmacht (Gerichtsgutachten, S. 29), gerade (noch) nicht erfasst hatte. Es ist ferner unzulässig, das Gerichtsgutachten nur deshalb in Frage zu stellen, weil die darin erho- benen Diagnosen nicht mit jenen im Verwaltungsgutachten übereinstimmen. Es liegt in der Natur des Begutachtungsauftrags, die medizinischen Verhältnisse nicht nur zu erheben, sondern in ih- rer Gesamtheit erneut und damit allenfalls auch abwe ichend zu den übrigen medizinischen Un- terlagen zu bewerten. Der Umstand, dass der gerichtliche Gutachter im Vergleich zur – nicht validen – psychiatrischen Vorbegutachtung aus dem Jahre 20 14 nicht nur zu einer diagnosti- schen Neueinschätzung, sondern auch zu einer Verneinung e iner Veränderung in den gesund- heitlichen Verhältnissen gelangt, ist einer umfassenden Neu-Begutachtung geradezu inhärent. Er stellt für sich allein genommen keinen Grund für die Nichtverwertbarkeit des gerichtlichen Gut- achtens dar. Massgebend ist vielmehr, ob das fragliche Gutachten den rechtsprechungsgemäs- sen Kriterien zufolge (oben, Erwägung 5.4 f.) überzeug end ausgefallen ist. Dies ist hier wie soeben dargelegt der Fall. Der Gerichtsgutachter hat de n Versicherten umfassend untersucht und gelangt mit Blick unter anderem auf die gescheiter ten Eingliederungsmassnahmen zum nachvollziehbaren Ergebnis, dass dem Versicherten weiterhin keine Restarbeits- und Leistungs- fähigkeit mehr verbleibt. Welche diagnostischen Überlegu ngen der zu beurteilenden Gesund- heitsschädigung zu Grunde liegen, spielt mit Blick auf die daraus resultierende Arbeits- und Leis- tungsfähigkeit des Versicherten ohnehin eine nur untergeordnete Rolle. Es ist einzig relevant, ob sich die gesundheitlichen Verhältnisse seit der ursprünglichen Rentenzusprache im Februar 2001 wesentlich geändert haben. Diese Frage wird durch den G erichtsgutachter in Übereinstimmung mit den erhobenen Befunden letztlich klar und deutlich mit der Begründung verneint, dass sich aufgrund der seit Jahrzehnten bestehenden Angststörungen eine andauernde Persönlichkeitsän- derung entwickelt hat, und dem Versicherten keinerlei p sychische Ressourcen mehr zur Verfü- gung stehen, um auch nur annähernd eine Verbesserung seiner Angststörungen herbeizuführen. Unbesehen der diagnostischen Einordnung erhellt damit, dass beim Beschwerdeführer sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer allfälligen Verweistätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist, und bei ihm bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt auch wei- terhin keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr besteht. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Vergleicht man diesen nunmehr vorliegenden Sachver halt mit den gesundheitlichen Ver- hältnissen, wie sie der letztmaligen Rentenzusprache dur ch die IV-Stelle im Februar 2001 zu Grunde gelegen hatten (oben, Erwägung 5), so ergibt sich zusammenfassend, dass eine an- spruchsmindernde Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen auszuschliessen ist. Mit Blick auf die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Verhältnisse zeigt sich im Gegenteil eine unveränderte Situation. Die gestützt auf die ergä nzenden Abklärungen des medizinischen Sachverhalts durch das Gerichtsgutachten von Dr. E.____ offensichtlich weiterhin vollständige Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit des Versicherten geht gemäss den hievor in Erwägung 5.3 auf- gezeigten Beweisregeln zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Gestützt auf die überzeugend aus- gefallenen Erhebungen im gerichtlichen Gutachten vom 25. März 2019 resultiert jedenfalls keine wesentliche Verbesserung in den gesundheitlichen oder erw erblichen Verhältnissen (a.a.O., S. 39). Damit fehlt es an einem Revisionsgrund, wie er für die Herabsetzung der ursprünglich ver- fügten Rente nach Art. 17 ATSG indessen vorausgesetzt w äre, so dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente hat. Die gegen die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 14. März 2018 gerichtete Beschwerde ist bei diesem Ergebnis dem- nach gutzuheissen. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einh eitlich auf Fr. 800.-- fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretenen Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die or- dentlichen Kosten neuerdings auch den unterliegenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. Die ordentli chen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt, und der am 30. April 2018 geleistete Koste nvorschuss ist dem Beschwerdeführer zu- rückzuerstatten. 9.2 Im Zusammenhang mit den Kosten für die gerichtliche Begutachtung ist Art. 45 Abs. 1 ATSG zu beachten. Dieser Bestimmung zufolge hat der Versicherungsträger die Kosten der Ab- klärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu überne hmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestand teil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche inde ssen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen (BGE 137 V 265 f. E. 4. 4.2). Vorliegend ist das Kantonsgericht an- lässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 20. Dezember 201 8 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenla ge nicht möglich war. Hintergrund bildete der Umstand, dass sich die im Verwaltungsgutachten von Dr. D.____ ermittelte medizini- sche Einschätzung der Leistungsfähigkeit in casu als offe nsichtlich diskrepant zur effektiv reali- sierten Leistung anlässlich der beruflichen Integration des Versicherten erwiesen, und sich das Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einholen einer klärenden medizinischen Einschätzung deshal b als unabdingbar erwiesen hat (oben, Erwägung 6.1). In Anbetracht dieser Umstände war die gerichtliche Begutachtung durch Dr. E.____ deshalb nicht nur angezeigt, sondern unerlässlich. Im Lichte der geschilderten Recht- sprechung sind die resultierenden Kosten, welche sich inklu sive die Dolmetscherdienste auf Fr. 6‘300.-- belaufen (Honorarrechnungen von Dr. E.__ __ vom 25. März 2019 und des Auslän- derdienstes Baselland vom 29. März 2019), deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 9.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO steht dem obsiegenden Beschwer deführer eine Parteient- schädigung zu. Der Honorarnote vom 12. April 2019 zufol ge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf i nsgesamt 21 Stunden und 55 Minuten. Dieser Aufwand erweist sich angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen so- wie des mehrfachen Schriftenwechsels als angemessen und ist entgegen dem Antrag des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers praxisgemäss zu einem Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entgelten. Daran ändert nichts, dass der Rechtsvertret er des Beschwerdeführers über eine Zusatzausbildung als Fachanwalt für Haftpflicht- und Versicherungsrecht verfügt (§ 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Grundsätzlich nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen; all erdings ist zu beachten, dass Kopien gemäss § 15 TO lediglich im Umfang Fr. 1.50 pro Stü ck zu entgelten sind. Damit resultieren zu entgeltende Auslagen im Umfang von insgesamt Fr. 414.35. Es ergibt sich demnach eine Partei- entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin in der H öhe von insgesamt Fr. 6‘347.30 (21 Stunden und 55 Minuten à Fr. 250.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 414.35 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Verfügung der IV-Stelle vom 14. März 201 8 wird in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben, und es wird festgestellt, dass de r Beschwer- deführer über den 30. April 2018 hinaus weiterhin An spruch auf eine ganze IV-Rente besitzt. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der geleistete Kostenvorschu ss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten in der Höh e von Fr. 6‘000.-- sowie für die Dolmetscherkosten in der Höhe von Fr. 300.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 6‘347.30 (inkl. 7,7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen.