Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 7. Februar 2019 ZK2 2018 96 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin. In Sachen A.________, Beklagter und Beschwerdeführer, gegen B.________, Kläger und Beschwerdegegner, betreffend Forderung (Beschwerde gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht Einsiedeln vom 20. November 2018, ZEV 2018 017);- hat der Kantonsgerichtspräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Mit Urteil vom 20. November 2018 verpflichtete der Einzelrichter am Bezirksgericht Einsiedeln den im erstinstanzlichen Verfahren säumig geblie- benen Beklagten in teilweiser Gutheissung der Klage, dem Kläger den Betrag von Fr. 3‘320.00 nebst 5 Prozent Zins seit dem 19. Februar 2018 zu bezahlen. Der Einzelrichter wies die Klage im darüber hinaus gehenden Umfange ab, beseitigte den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. xx des Betreibungsamts Einsiedeln im Umfange der Klagegutheissung und befahl dem Beklagten, sei- ne Bewertung (inkl. Bild) bezüglich der Firma des Klägers („B.________“) bei Google zu löschen. Gegen dieses Urteil erhob der Beklagte mit Eingabe vom 27. Dezember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht Schwyz und machte folgendes geltend: Sehr geehrte Damen und Herren vom Kantonsgericht Schwyz, mit diesem Schreiben möchte ich das Urtei[l] vom Bezirk Einsiedeln anfenchten. Der Hauptgrund dafür ist das meine Lebenspartnerin das Schreiben in einem Kuvert persöhnlich beim Bezirksgericht abgegeben hatt und zwar am 13.11.2018 das war ein Dienstag und da Sie ab 12:30 Uhr arbeiten musste hatt Sie das Kuvert gegen 11:30 Uhr im Gebäude abgegeben. Kurioserweise kam laut Gericht nie etwas an, somit wurde ein Urteil gefällt was nur auf aussagen von einer Partei. Ich habe im Nachhinein noch einige Unterlagen besorgt, welche ich dem Gericht hier mit beifüge. Desweiteren werde ich dieses Schreiben einmal per Einschreiben senden und ein weiteres mal persöhnlich dem Gericht bringen daher könnte es zu einer Abweichung von ein bis zwei Werks- tagen kommen. Nichts desto trotz wünsche ich dem Gericht erholsame und besinnliche Festtage und einen guten Start ins neue Jahr. Die Beschwerde war nicht unterzeichnet. Der Beklagte fügte der Beschwerde sein angebliches Schreiben ans Bezirksgericht Einsiedeln und Dokumente zum erstinstanzlichen Prozess bei. Den Parteien wurde der Eingang der Beschwerde angezeigt (KG-act. 3). Bei der Vorinstanz wurden die Akten eingeholt (KG-act. 2). Der vorinstanzliche Kantonsgericht Schwyz 3 Richter bestritt, dass je eine Eingabe des Beklagten beim Bezirksgericht Ein- siedeln eingegangen oder abgegeben worden sei (KG-act. 5). Das Aktenü- berweisungsschreiben wurde den Parteien zur Kenntnis gebracht (KG-act. 6). Dem Beklagten wurde am 28. Dezember 2018 Frist zur Verbesse- rung der Eingabe bis am 7. Januar 2019 gesetzt. Er wurde ausdrücklich dar- auf hingewiesen, dass die Eingabe insbesondere Anträge bzw. ein Abände- rungsbegehren hinsichtlich des vorinstanzlichen Entscheids enthalten und sich mit dem vorinstanzlichen Entscheid auseinandersetzen müsse. Die vorin- stanzlichen Erwägungen, die als fehlerhaft angefochten würden, seien im Ein- zelnen zu bezeichnen und es sei anzugeben, weshalb sie fehlerhaft seien. Mängel wie fehlende Unterschrift oder Vollmacht seien innert einer gerichtli- chen Nachfrist zu verbessern, ansonsten die Eingabe als nicht erfolgt gelte (KG-act. 4). Mit Datum vom 4. Januar 2019 (Postaufgabe; KG-act. 7) reicht der Beklagte die oben erwähnte Eingabe unterzeichnet, im Übrigen aber in unveränderter Form nochmals ein. 2. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO die Berufung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhal- tenen Rechtsbegehren mindestens 10'000 Franken beträgt. Nicht berufungs- fähige erstinstanzliche Endentscheide sind gemäss Art. 319 lit. a ZPO mit Be- schwerde anfechtbar. Der Streitwert gemäss erstinstanzlichem Klagebegehren beträgt Fr. 4'370.00. Das erstinstanzliche Urteil vom 20. November 2018 ist deshalb mit Beschwer- de anfechtbar. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 321 ZPO – abgese- hen vom summarischen Verfahren und Fällen von Rechtsverzögerung und Rechtsverweigerung – 30 Tage. Der Beklagte hat das vorinstanzliche Urteil am 21. November 2018 auf der Post entgegengenommen (vgl. Beilage zum Vi-Urteil). Die Beschwerdefrist stand aufgrund von Art. 145 Abs. 1 lit. c ZPO Kantonsgericht Schwyz 4 vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar still. Die am 27. Dezember 2018 dem Kantonsgericht eingereichte Beschwerde ist somit rechtzeitig erhoben worden. Insoweit sind somit die Eintretensvoraussetzungen zu bejahen. 3. Eine Beschwerde istgemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO schriftlich und begrün- det einzureichen. Sie muss insbesondere konkrete Rechtsbegehren enthalten, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid an- gefochten wird. In der Beschwerdebegründung ist darzulegen, worauf der Be- schwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf wel- chen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet. Mithin besteht im Beschwerdeverfahren eine Rügepflicht, und es obliegt somit der beschwerdeführenden Partei, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Ent- scheid an einem Beschwerdegrund krankt. Andernfalls ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen- berger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 14 f zu Art. 321 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO). Bei Laieneingaben dürfen etwas weniger strenge Anforderun- gen verlangt werden (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesse- rung nach Ablauf der Beschwerdefrist ist jedoch ausgeschlossen (Staehe- lin/Staehelin/Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO). Vorliegend enthält die Beschwerde keine Rechtsbegehren. Es ist unklar, ge- gen welche Dispositivziffer des vorinstanzlichen Urteils sich die Beschwerde wendet und wie stattdessen zu entscheiden wäre. Mit den vorinstanzlichen Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander. Soweit die Kantonsgericht Schwyz 5 Beschwerde als Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils aus for- mellen Gründen zu verstehen wäre, weil die Vorinstanz die angebliche Einga- be vom 13. November 2018 zu Unrecht nicht beachtet habe, fehlt es an der Darlegung des nötigen Sachverhalts. Weder werden Name und Adresse der Überbringerin genannt, noch das Büro oder die Person des Empfängers be- zeichnet. An der gleichen Adresse befinden sich weitere Behörden oder Ver- waltungseinheiten, wie die Kantonspolizei oder die Schlichtungsbehörde. Die Darlegungen des Beschwerdeführers sind zu unbestimmt, als dass darüber Beweis erhoben werden könnte. Die Behauptung, die Eingabe „im Gebäude“ abgegeben zu haben, reicht nicht aus. Die Ausführung der Vorinstanz in der Vernehmlassung, dass die Eingabe nicht beim Gericht eingegangen oder ab- gegeben worden sei, wurde vom Beschwerdeführer schliesslich nicht mehr bestritten. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde ungenügend begründet ist. Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten. 4. Gemäss Art. 113 Abs. 1 lit. d ZPO werden in Streitigkeiten aus dem Ar- beitsverhältnis bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 keine Gerichtskosten erhoben. Eine Parteientschädigung ist der Beschwerdegegnerin nicht zuzu- sprechen, nachdem keine Beschwerdeantwort eingeholt worden ist. 5. Über Nichteintreten kann § 40 Abs. 2 JG präsidial entschieden werden;-Kantonsgericht Schwyz 6 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der glei- chen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 4’370.00. Es handelt sich um eine arbeitsrecht- liche Sache. 4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R, unter Beilage einer Kopie der unterzeichneten Eingabe gemäss KG-act. 7, inkl. Beilagen), die Vorinstanz (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten). Der Kantonsgerichtspräsident Versand 7. Februar 2019 kau