Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Juni 2012 (715 12 59) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin i.V. Marion Wüthrich Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1961 geborene A.____ war seit dem 1. Januar 2 010 bei der B.____ des Kantons C.____ als Arzt angestellt. Infolge Nichtannahme eine r Vertragsänderung wurde das Arbeits- verhältnis am 17. Februar 2011 per 30. April 2011 gekü ndigt, jedoch aufgrund einer unfallbe- dingten Arbeitsunfähigkeit vom 30. März 2011 bis 24. Mai 2011 erst per 30. Juni 2011 beendet. Am 27. Juni 2011 meldete sich A.____ zur Arbeitsvermittlung an und erhob bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) am 28. Juni 201 1 Anspruch auf Arbeitslosen- entschädigung ab 1. August 2011. Mit Verfügung Nr. 1947/2011 vom 1. Oktober 2011 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosi gkeit ab dem 1. Juli 2011 für Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Eine gegen d iese Verfügung gerichtete Einsprache vom 3. November 2011 wies die Einspracheinstanz des KIGA, Abteilung Arbeitslosenkasse, mit Entscheid vom 26. Januar 2012 ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 21. Februar 2012 Beschwe rde beim Kantonsgericht, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bea ntragte die Aufhebung des Einspra- cheentscheids vom 26. Januar 2012 und dessen Zurückweisung zur Korrektur in seinem Sinne. C. Die Arbeitslosenkasse schloss in ihrer Vernehmlassung v om 23. April 2012 auf Abwei- sung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentschei ds vom 26. Januar 2012; unter o/e Kostenfolge. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (A TSG) vom 6. Oktober 2000 ist ein Gericht als letzte kantonale Instanz für die Beurteilung von Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherung sachlich zuständig. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 der Verordnung über die obligatorisch e Arbeitslosenversicherung und die Insol- venzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 und Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 AVIV das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versi cherte Person zur Zeit des Verfü- gungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen E inspracheentscheide der Versi- cherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Der Beschwerdeführe r erfüllt seine Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft. Auf die beim sachlich und ört lich zuständigen Gericht form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht, wonach Versicherungsträger und Ge- richte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen haben (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender An lass besteht (vgl. Urteil des Eidge- nössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 8. März 2001, C 1 02/00 E. 1b; BGE 117 V 282 E. 4a; AHI-Praxis 1994 S. 212 E. 4a). Der Untersuchungsg rundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (vgl. Urteil des EVG vom 7. Novembe r 2002, C 365/01, E. 4.1; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s auf Grund einer Beweiswürdi- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest di e Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 2.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. Max Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. A uflage, Bern 1978, S. 135). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid n ach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER /B ARBARA KUPFER BUCHER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht , Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentsch ädigung, 3. Auflage, Zürich 2008, S. 146). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverh alts genügt den Beweisanforderun- gen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste würd igt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). 3. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschulde- ter Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG sowie Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV im Umfang von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. K ommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellu ng in der Anspruchsberechtigung verfügen (vgl. Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, welche die versicherte Person hät te vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Sozial e Sicherheit, Basel/Genf/ Mün- chen 2007, Rz. 822). 4.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberech- tigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der E intritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den per sönlichen Umständen und den per- sönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versich erten Person liegt (vgl. Zeitschrift für Arbeitsrecht und Arbeitslosenversicherung [ARV] 1982 N r. 4 S. 39). Die Arbeitslosigkeit gilt unter anderem dann als selbstverschuldet, wenn der Versich erte das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihm eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Dieser Einstellungstatbestand kann nach der Rechtsprechun g auch dann erfüllt sein, wenn die Kündigung vom Arbeitgeber ausgesprochen wird, weil der Versicherte trotz der ihm gebotenen Gelegenheit nicht bereit war, das Arbeitsverhältnis unt er geänderten Bedingungen weiterzufüh- ren (vgl. Urteile des EVG vom 30. November 2004, C 151 /04, E. 1 und vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 2.2; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 119). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach A rt. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Schadensminderungspflicht (vgl. Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihr e Grenze grundsätzlich im Zumutbar- keitsgedanken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Ar beit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- und normalar beitsvertraglichen Bedingungen ent- spricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wiederbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesen tlich erschwert. Das Bundesgericht wendet hinsichtlich der Annahme der Unzumutbarkeit am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben, einen strengen Massstab an und schliesst generell subjektive Beweggründe von der Zumutbar- keitsprüfung aus (vgl. BGE 124 V 238 E. 4; ARV 1986 Nr . 23 mit Hinweisen; T HOMAS NUSS- BAUMER , a.a.O., Rz. 832; J ACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 116 ). Wenn nicht besondere Um- stände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemute t werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gef unden hat (vgl. J ACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 116) und ein zumutbares Vertragsänderungsangebot zu akzeptieren und das Arbeits- verhältnis bis zur Zusage einer anderen Erwerbstätigkeit weiterzuführen (vgl. JACQUELINE CHO- PARD , a.a.O., S. 119). 4.4 Gemäss Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorgani- sation (IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend: Übereinkommen), das für die Schweiz a m 17. Oktober 1991 in Kraft trat, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, gekürzt werden, wenn die zuständige Stel- le festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Be schäftigung ohne triftigen Grund freiwillig aufgegeben hat. Art. 20 lit. c des Übereinkommens ist h inreichend bestimmt und klar, um als Grundlage eines Entscheides im Einzelfall dienen zu könn en; er ist daher direkt anwendbar (vgl. BGE 119 V 177 E. 4b). Materiell verlangt diese V orschrift einerseits, dass der Versicherte seine Beschäftigung freiwillig aufgegeben hat, und and erseits, dass er dafür keinen triftigen Grund nennen kann. Nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV gilt die Arbeitslosigkeit als selbstverschuldet und liegt im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ein Einstellungsgrund vor, wenn der Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass i hm eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihm das Verbleiben an der Arbeitss telle nicht zugemutet werden konnte. Der triftige Grund nach dem Übereinkommen wird im Lan desrecht dahin umschrieben, dass dem Versicherten das Verbleiben nicht zumutbar war. Insof ern sind beide Vorschriften in die- sem Punkt deckungsgleich. Jedenfalls lässt sich nicht sagen, Ar t. 44 Abs. 1 lit. b AVIV sei mit Art. 20 lit. c des Übereinkommens nicht vereinbar. Wohl verlangt Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV des weitern, dass dem Versicherten keine neue Stelle zugesich ert war. Dieser Vorbehalt enthält jedoch nichts, was mit Art. 20 lit. c des Übereinkommens unvereinbar wäre. Denn wenn der Versicherte ein neues Arbeitsverhältnis zugesichert erhält und unmittelbar nach Beendigung des früheren antreten kann, wird er gar nicht arbeit slos. Kann er eine neue Stelle hingegen erst nach einer Übergangszeit antreten, bleibt es bei eine r "von sich aus" vorgenommenen Auflö- sung und damit einer vorübergehend selbstverschuldeten Ar beitslosigkeit, soweit das Verblei- ben am alten Ort zugemutet werden konnte. Nach dem Gesagten ist Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV daher konventionskonform (vgl. BGE 124 V 236 f. E. 3c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Vorliegend wurde der Beschwerdeführer mit Arbeit svertrag vom 21. Juli 2009 per 1. Januar 2010 als Arzt in einem 80%-Pensum eingestel lt. Die von der Arbeitgeberin am 17. Februar 2011 unterbreitete Vertragsänderung verp flichtete den Beschwerdeführer mit Wir- kung ab dem 1. Mai 2011 zur Teilnahme an allen wöchen tlichen Mittwoch-Sitzungen mit Aus- nahme von krankheitsbedingten Abwesenheiten, bewilligt en Ferien sowie bewilligten Fortbil- dungstagen. 5.2 Der Beschwerdeführer macht auf dem Formular "Ant rag auf Arbeitslosenentschädi- gung" vom 28. Juni 2011 geltend, dass eine widerrechtlic he Vertragsänderung zur Kündigung durch die Arbeitgeberin geführt habe. In seiner Beschwerde an das Kantonsgericht führt er wei- ter aus, dass die von der Arbeitgeberin ausgesprochene Än derungskündigung missbräuchlich gewesen sei. Von einer Betriebsnotwendigkeit der Mittw och-Sitzungen könne keine Rede sein, da auch andere Mitarbeitende mittwochs nicht immer anw esend seien. Die Änderungskündi- gung habe einzig erzieherischen Zweck und stelle eine pers önlich gerichtete Schikane dar. Er habe bereits anlässlich des Anstellungsgesprächs auf die OP-Assistenz hingewiesen, wobei im Jahresschnitt jeder zweite Mittwoch betroffen sei, weshal b er ein 80%-Pensum gewünscht ha- be. 5.3 Die Arbeitgeberin ihrerseits erklärt in ihrer Ste llungnahme vom 21. Dezember 2010 zuhanden des vom Beschwerdeführer angerufenen Ombudsmannes des Kantons C.____, dass die wöchentlichen Sitzungen ein zentrales Führungselem ent und eine wichtige Diskussions- plattform darstellten. Neben der Vermittlung von Inf ormationen aus der Geschäfts- bzw. der B.____-Leitung würden die Sitzungen auch dem fachli chen Austausch im Sinne eines Quali- tätszirkels, der stetigen Optimierung der Prozesse und Ar beitsabläufe, der Diskussion über die Qualität der Zusammenarbeit mit zentralen externen Pa rtnern sowie der Festlegung der Quali- tätsstandard und der Messkriterien dienen. Die B.____ be kräftigt dabei erneut ihre Erwartung, dass der Beschwerdeführer seine privaten Mittwoch-Termine , an welchen er seiner Partnerin bei Operationen assistiere, bis Ende 2010 so organisier e, dass eine Teilnahme an den Mitt- wochs-Sitzungen ab Anfang Januar 2011 möglich sei. Absch liessend weist die Arbeitgeberin jedoch darauf hin, dass eine weitere, klar definierte und zeitlich absehbare Übergangsfrist als ein nochmaliges Entgegenkommen denkbar sei. Anknüpfend an dieses Angebot der B.____, wurde vom Ombudsmann des Kantons C.____ am 9. Februar 2011 vorgeschlagen, dem Be- schwerdeführer für die Neuorganisation seiner Mittwoch s-Verpflichtungen eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2011 zu gewähren. In der Arbeitgeberbe scheinigung vom 8. Juli 2011 hält die B.____ fest, dass die Kündigung ausgesprochen worden sei, da der Beschwerdeführer die gleichzeitig angebotene Vertragsänderung für die Wei terführung des Anstellungsverhältnisses abgelehnt habe. 5.4 Nach dem Gesagten ist mit der Vorinstanz festzuhalten , dass durch die Akten erstellt − und im Übrigen auch von den Parteien unbestritten − i st, dass die Nichtannahme der Vertrags- änderung zur Kündigung und damit zur Arbeitslosigkeit de s Beschwerdeführers führte. Da Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV wie hiervor erwähnt (vgl. E. 4.2) auch anwendbar ist wenn der Arbeit- geber die Kündigung ausspricht, weil der Arbeitnehmer seine Zustimmung zu einer Vertragsän- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht derung verweigert, ist in einem solchen Fall zu untersuc hen, ob dem Beschwerdeführer eine Annahme der Vertragsänderung und ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz zumindest bis zum Antritt einer Anschlussstelle nicht mehr zumutbar gewese n ist (vgl. Urteile des EVG vom 30. November 2004, C 151/04 E. 1 und vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 2.1; J ACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 119). 6.1 Die Frage nach der Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Arbeitsstelle ist in analoger Anwendung von Art. 16 AVIG zu beurteilen, w onach grundsätzlich jede Arbeit zumut- bar ist (Absatz 1), ausser es ist einer der in Absatz 2 abschliessend aufgelisteten Ausnahmetat- bestände erfüllt (vgl. Urteil des EVG vom 29. Oktober 2 003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweis; JACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 116). Die Zumutbarkeit des Verbleibens a m Arbeitsplatz ist dabei strenger zu beurteilen als die Zumutbarkeit der Annahme einer neuen Stelle. Es kann der versicherten Person gegebenenfalls zugemutet werden, da ss sie eine Stelle zumindest noch vorübergehend beibehält, um sich aus dem bestehenden Arb eitsverhältnis heraus nach einer Anschlussstelle umzusehen (vgl. JACQUELINE CHOPARD , a.a.O., S. 116). 6.2 Ob vom Beschwerdeführer und der Arbeitgeberin ber eits bei Vertragsanbahnung klar kommuniziert worden ist, dass die Mittwoch-Abwesenheiten beziehungsweise die Teilnahme an den wöchentlichen Sitzungen unabdingbare Voraussetzung d er Anstellung seien oder die Kün- digung der Arbeitgeberin gar missbräuchlich war, kann f ür die vorliegend zu beantwortende Frage nach der Zumutbarkeit des Verbleibes an der Arbei tsstelle bzw. der Annahme der Ver- tragsänderung offen gelassen werden. Zu prüfen ist ei nzig, ob dem Beschwerdeführer ein Verbleiben am Arbeitsplatz zu den Konditionen der vorg esehenen Vertragsänderung zumutbar gewesen wäre. Vorliegend ist keiner der in Art. 16 AV IG aufgeführten Tatbestände erfüllt und auch der Beschwerdeführer bringt keine Gründe vor, wel che eine (einstweilige) Annahme der Vertragsänderung als unzumutbar erscheinen lassen. Dem B eschwerdeführer war seit einem Jahr bekannt, dass seine Anwesenheit an den Mittwochssitzung en von der Arbeitgeberin ver- langt wird und es wurde ihm zudem eine Übergangsfrist bis zum 1. Mai 2011 eingeräumt. Es wäre ihm somit zumutbar gewesen die Vertragsänderung anzunehmen und seine OP-Assistenz − zumindest bis zum Antritt einer Anschlussstelle − neu zu o rganisieren oder allenfalls zu sistie- ren. Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer in sein er Stellungnahme an den Ombuds- mann des Kantons C.____ vom 3. Februar 2011 darauf hi nweist, dass er "zwischen Juli und Dezember 2010 an jeder Mittwochssitzung teilgenommen habe, ausser bei Urlaub und obligato- rischer Fortbildung", bestätigt, dass eine Teilnahme an den Mittwochsitzungen − zumindest vo- rübergehend − möglich und zumutbar war. 7.1 Nachdem feststeht, dass der Beschwerdeführer seine Arb eitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV selbst verschuldet hat, ist zu prüfen, ob die durch die Beschwerdegeg- nerin verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung im Umfang von 31 Tagen angemessen ist. 7.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Gr ad des Verschuldens und beträgt je nach Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 3 0 Abs. 3 AVIG). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wird gemäss Art. 45 Abs. 2 AVIV ab gestuft und beträgt bei leichtem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verschulden 1 bis 15 Tage, bei mittelschwerem Verschulden 16 bis 30 Tage und bei schwerem Verschulden 31 bis 60 Tage. Die Einstellung gilt ab dem ersten Tag nach Beendigung des Ar- beitsverhältnisses, wenn die versicherte Person aus eigenem Verschulden arbeitslos geworden ist (vgl. Art. 45 Abs. 1 lit. a AVIV). Bei der Bemessun g der Einstellungsdauer steht der Arbeits- losenkasse ein Ermessen zu, welches sie pflichtgemäss auszuü ben hat. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kanto nsgerichts die angefochtene Verfü- gung auch auf deren Angemessenheit zu überprüfen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der von der Kasse angeordneten Einstellungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren Ermessensspielraum ein. 7.3 Gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV liegt schweres Verschulde n unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund ei ne zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat. Gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung ist der Bemessung der Einstellungsdauer allerd ings bei der freiwilligen Stellenaufga- be nicht zwingend ein schweres Verschulden zu Grunde zu l egen. Für die Unterschreitung des für schweres Verschulden vorgesehenen Sanktionsrahmens werd en dabei statt eines ent- schuldbaren Grundes besondere Umstände des Einzelfalls verl angt (vgl. BGE 130 V 126 E. 3.2). Diese können sich auf die subjektive Situation der betroffenen Person, wie etwa deren familiäre Situation, Religionszugehörigkeit oder gesund heitliche Probleme, oder auf eine objek- tive Begebenheit beziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2009, 8C_829/2009, E. 3.1). 7.4 Vorliegend hat die Arbeitslosenkasse das Verhalten des Versicherten als schweres Verschulden qualifiziert, was eine Einstellungsdauer von 31-60 Tagen zur Folge hat. Innerhalb dieses Rahmens hat sie eine Einstellung in der Anspruchsb erechtigung für die Dauer von 31 Tagen verfügt. Hinweise auf besondere Umstände, die eine Unterschreitung des für schweres Verschulden vorgesehenen Sanktionsrahmens rechtfertigen wü rden, sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet. Die Bemessung der Einstellungsdauer erscheint somit angemessen und es besteht kein Anlass, in d as Ermessen der Arbeitslosen- kasse einzugreifen. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführ er ein Verbleib am Ar- beitsplatz zumutbar gewesen wäre, die Arbeitslosigkeit mithin selbstverschuldet und die Be- messung der Einstellungsdauer angemessen ist. Die Beschw erde erweist sich somit als unbe- gründet und ist abzuweisen. 9. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor de m kantonalen Sozialversiche- rungsgericht für die Parteien kostenlos. Es sind deshal b keine Verfahrenskosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Verfahrensausgang gemäss wettzuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.