Seite 1 Entscheid vom 8. April 2016 (530 16 1) __________________________________________________ ___________________ Abgangsentschädigung Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Steuer richter J. Felix, P. Salathe, Dr. P. Leumann, Steuerrichterin M. Elbert, Gerichtsschreiber D. Brügger Parteien A. ____ , vertreten durch Duttweiler Treuhand AG , Arisdörferstrasse 2, Postfach 445, 4410 Liestal Beschwerdeführer gegen betreffend direkte Bundessteuer 2013 Seite 2 Sachverhalt: 1. Mit Verfügung der direkten Bundessteuer 2013 vom 10. Dezember 2014 wurden die Pflichtigen zu einem steuerbaren Einkommen von Fr. 274 ‘000.-- und einem satzbestimmenden Einkommen von Fr. 203‘400.-- veranlagt. 2. Mit Eingabe vom 9. Januar 2015 erhob die Vertreter in mit dem Begehren, das steuerba- re Einkommen sei auf Fr. 124‘781.--, das satzbestimmend e Einkommen auf Fr. 49‘739.-- und die Sonderbesteuerung als Vorsorgeleistung auf Fr. 149‘ 212.-- festzusetzen, Einsprache. Zur Begründung machte sie geltend, das Erwerbseinkommen des Ehemannes für das Jahr 2013 setze sich aus drei verschiedenen Komponenten zusammen, die steuerlich unterschiedlich zu behandeln seien. Das Gehalt gemäss Lohnausweis beinhalte ordentliches Einkommen, eine Kapitalabfindung aus Arbeitsverhältnis für wiederkehrend e Leistungen und eine Kapitalabfin- dung mit Vorsorgecharakter. Der Steuerpflichtige sei vo n einem Outplacement-Programm sei- ner Arbeitgeberin, der B.____ AG betroffen gewesen. Der Sozialplan und die dem Steuerpflich- tigen von der Arbeitgeberin zur Verfügung gestellten Unterlagen dokumentierten eindeutig, dass es sich bei der Abgangsentschädigung überwiegend um ein e Kapitalleistung mit Vorsorgecha- rakter gehandelt habe. Diese habe sich, bis auf die Übe rbrückungsleistung bis zum Alter 58, an der Gewährleistung einer angemessenen Altersleistung orientiert. 3. Mit Einsprache-Entscheid vom 7. Dezember 2015 wies di e Steuerverwaltung die Ein- sprache ab. Zur Begründung führte sie aus, der Pflichtig e habe von seiner Arbeitgeberin als Abgangsentschädigung einen Betrag von insgesamt Fr. 2 76‘455.-- erhalten, bei welchem es sich nicht um eine Leistung aus der gebundenen Vorsorge gehandelt habe, so dass sie zu- sammen mit den übrigen Einkünften zu besteuern sei. De r Pflichtige habe nachweislich Fr. 135‘131.-- in die gebundene Vorsorge der 2. Säul e eingebracht. Über die restliche Ab- gangsentschädigung habe er frei verfügen können. Der U mstand, dass sich der Anspruch auf den Sozialplan und nicht auf das Vorsorgereglement stüt ze, lege nahe, dass er nicht vorsorge- rechtlicher, sondern arbeitsrechtlicher Natur gewesen se i. Die Höhe der Zahlung sei von der Anzahl der geleisteten Dienstjahre, dem Monatssalär u nd dem Beschäftigungsgrad abhängig gewesen. Dazu komme, dass der Pflichtige seit dem 1. Feb ruar 2013 bei der C.____ arbeite. Sein Arbeitsumfang betrage 70% und sein jährliches Nett oeinkommen Fr. 62‘319.--, so dass nicht von einer Aufgabe der (Haupt-)Erwerbstätigkeit g esprochen werden könne. Entgegen- Seite 3 kommenderweise habe man dennoch eine Korrektur vorgeno mmen, indem man die Abgangs- entschädigung für die Satzbestimmung durch zwei geteilt habe. 4. Mit Eingabe vom 6. Januar 2016 erhob die Vertreter in mit dem Begehren, das steuerba- re Einkommen sei auf Fr. 124‘781.--, das satzbestimmend e Einkommen auf Fr. 49‘739.-- und die Sonderbesteuerung als Vorsorgeleistung auf Fr. 149 ‘212.-- festzusetzen, Beschwerde. Zur Begründung machte sie geltend, die neue Stelle werde lediglich im Umfang eines 70%- Pensums ausgeübt und das Gehalt von netto Fr. 62‘319.-- mache bei einer Aufrechnung auf ein volles Pensum Fr. 89‘027.-- aus. Dagegen habe der Pflichtige bei der B.____ AG für ein 100%- Pensum im Jahr 2012 ein Nettogehalt von Fr. 133'839.- - erzielt. Das Glück, kurzfristig wieder eine Anstellung gefunden zu haben, und die Bereitschaft , eine solche anzunehmen, auch wenn sie weder von der Stellung noch von der Entschädigung d er bisherigen adäquat gewesen sei, sei weder bei der Errichtung des Sozialplanes noch bei de r Entscheidungsbildung des Steuer- pflichtigen, welche Variante des Sozialplans er wählen solle, erkennbar gewesen. 5. Mit Vernehmlassung vom 3. Februar 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Abwei- sung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, bei vorzeitigen Entlassungen infolge Fu- sion, Um- und Restrukturierung von Unternehmen würden durch die jeweiligen Arbeitgeberfir- men häufig im Rahmen von Sozialplänen Abgangsentschädi gungen ausgerichtet. Bei deren Berechnung würden oftmals die Anzahl der jeweils gele isteten Dienstjahre und der jeweilige Monatslohn mitberücksichtigt. Derartige Kapitalabfindun gen sollten bei Angestellten in fortge- schrittenem Alter ab 55 bis 65 Jahren (Frühpensionierun gen) in der Regel dazu dienen, die durch die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses bewirkte Einkommenslücke bis zum ordentlichen Pensionierungsalter zu schliessen. Da und d ort würden Abgangsentschädigungen auch auf besonderen Wunsch des betroffenen Angestellten nicht direkt ausbezahlt, sondern gleichzeitig in die noch aktuelle Pensionskasse eingebra cht, sofern dort eine entsprechend ge- nügend grosse Deckungslücke vorhanden sei, und damit steue rlich in der Regel neutralisiert. Wenn nun eine vom Arbeitgeber direkt ausbezahlte Entschäd igung keine Treueprämie oder kein Dienstaltersgeschenk darstelle, sondern allein der zeitlich begrenzten finanziellen Über- brückung der betroffenen Personen diene, kämen folgend e zwei Besteuerungsmöglichkeiten zur Anwendung: Die direkte Bundessteuer unterstelle al le Kapitalabfindungen mit Vorsorgecha- rakter der gesonderten Jahressteuer. Bei allen übrigen Abgangsentschädigungen ohne Vorsor- gecharakter komme es darauf an, ob die Abgangsentschä digung an Stelle periodischer Leis- Seite 4 tungen einen mehrjährigen Zeitraum finanziell abdecke n soll. Sei dies der Fall, werde die Ein- kommenssteuer unter Berücksichtigung der übrigen Einkünfte zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einmaligen Leistung eine entsprechend jährliche Leistung ausgerichtet würde (normale Besteuerung mit Korrektur des satzbestimmenden Einkommens). Die Anwendung des Rentensatzes nach der durchschnittliche n Lebenserwartung komme in solchen Fällen aber nicht in Frage, da die Abgangsentsc hädigung nicht als Ersatz für eine le- benslängliche Rente gedacht sei, sondern nur einen zei tlich eng begrenzten Raum finanziell überbrücken soll. Die Aufgabe der Erwerbstätigkeit müsse massgeblich sein, also betreffend Arbeitspensum eine massive Reduktion beinhalten und zum indest in wirtschaftlicher Hinsicht einer vorzeitigen Pensionierung gleichkommen. Bei eine m Arbeitspensum von 70% sei dies jedoch klarerweise noch nicht der Fall. Eine Aufgabe der Erwerbstätigkeit zur Hauptsache liege beispielsweise dann vor, wenn das Arbeitspensum derart r eduziert werde, dass damit kein ver- nünftiges, d.h. existenzsicherndes Einkommen mehr erwirtschaf tet werden könne, es sich sozusagen nur noch um einen Nebenerwerb handle. Der Gr und für die Gehaltsreduktion sei im vorliegenden Fall, nebst dem geringeren Arbeitspensum, zudem bei der früheren Arbeitgeberin zu suchen, weil bekanntlich die Pharmaindustrie vergleichsweise deutlich höhere Löhne bezah- le als übrige Unternehmen. Per 1. Februar 2013 habe der Beschwerdeführer indes wieder eine neue Anstellung gefunden, anlässlich derer er auch ein e berufliche Weiterbildung mit einem eidgenössisch anerkannten Abschluss gemacht habe. Somit kön ne sowohl rechtlich als auch faktisch nicht von einer Aufgabe der Erwerbstätigkeit gesprochen werden. Eine gesonderte Be- steuerung könne mangels Vorsorgecharakter der Kapitalabfindung nicht vorgenommen werden. Deshalb werde eine satzbestimmende Korrektur für zwei Jahre vorgenommen. Dies entspreche der halben Abgangsentschädigung von Fr. 276‘455.-- ode r anders ausgedrückt: die Abgangs- entschädigung entspreche zwei Jahresgehältern, nämlich für die zwei fehlenden Jahre bis zur frühestmöglichen Pensionierung im Alter 58. 6. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Begehren fest. Auf Frage hin, erklärte die Vertreterin der Beschwerdeführ er, dass der Pflichtige die Variante Ziff. 8.2 des Sozialplans gewählt habe und per 31. Dezember 2 012 aus der B.____ AG ausgetreten sei. Seite 5 Das Steuergericht zieht in Erwägung: 1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetz es über die direkte Bundes- steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän- dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 8’000.-- übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterinnen und Richtern des Steuergerichts beurteilt werden. Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerd e zu stellenden Anforderungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 2. Vorliegend unterliegt der Beurteilung, wie die a usgerichtete Kapitalabfindung in Höhe von Fr. 276‘455.-- zu besteuern ist. 3. Kapitalabfindungen im Zusammenhang mit der vorzeiti gen Beendigung von Arbeitsver- hältnissen können verschiedene Gründe haben. Unter Umstän den sind sie "Schmerzensgeld" für die Entlassung, Treueprämie für langjährige Dienst verhältnisse, "Risikoprämie" für die per- sönliche Sicherheit und berufliche Zukunft, Entgelt fü r erbrachte Arbeitsleistungen oder Vorru- hestandsregelungen, d.h. Ausgleich allfällig entstehend er Lücken oder langfristiger Einbussen in der beruflichen Vorsorge. Oft handelt es sich um pa uschale Abfindungssummen, deren Zweckbestimmung unklar ist. Es gilt daher den wahren Char akter der Abgangsentschädigung genauer zu erörtern und festzustellen, wann eine Abga ngsentschädigung Vorsorgecharakter hat und wann sie Ersatzeinkommen darstellt (vgl. Kreisschre iben der Eidgenössischen Steuer- verwaltung Nr. 1 [KS ESTV Nr. 1] vom 3. Oktober 2002, Ziff. 1). Es kommt bei Kapitalabfindun- gen im Zusammenhang mit der Beendigung von Arbeitsverhä ltnissen somit entscheidend da- rauf an, welche Funktion der Einmalzahlung in den Aug en der am Arbeitsverhältnis beteiligten Personen zukommen sollte. Diese Frage ist unter Einbezu g der gesamten Umstände des Ein- zelfalls zu beurteilen (vgl. Der Steuerentscheid [StE] 1 998 B 29.2 Nr. 5). Vorliegend sah der Sozialplan „Swiss Project“ der B.____ AG, Ziff. 8, Kon ditionen für Mitarbeitende im Alter von 55 bis 58 Jahren, zwei Varianten vor, nämlich Ziff. 8.1 A ustritt mit Abfindungsleistung und Ziff. 8.2, Externe Mitgliedschaft in der Pensionskasse, Abfindungsle istung und Frühpensionierung nach Vollendung des 58. Altersjahres. Der Pflichtige hat wi e von der Vertreterin anlässlich der heuti- gen Verhandlung bestätigt, die Variante Ziff. 8.2 ge wählt, wonach Mitarbeitende, die sich für Seite 6 eine befristete externe Pensionskassenmitgliedschaft un d Frühpensionierung nach Vollendung des 58. Altersjahres entscheiden, zum vertraglichen Austrit tsdatum eine brutto Überbrückungs- zahlung von 40% ihres letzten Basisgehaltes für maximal 3 Jahre bis zum Zeitpunkte ihrer Frühpensionierung mit 58 Jahren erhalten. Bei der ext ernen Mitgliedschaft werden Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in die Pensionskasse zu gleic hen Anteilen wie während des Arbeits- verhältnisses weitergeführt. Alle Beiträge werden in Form einer Einmalzahlung am Tag des ver- traglichen Austritts geschuldet. Ausserdem erhalten dies e Mitarbeitenden eine brutto Abfin- dungsleistung, welche wie folgt berechnet wird: Diens tjahre x Fr. 4‘000.--, mindestens Fr. 100‘000.--, auf den durchschnittlichen Beschäftigung sgrad angepasst. Gestützt auf diesen Sozialplan hat die B.____ AG mit Datum vom 21. Mai 2 012 die Abgangsentschädigung im Sin- ne eines Entwurfes berechnet. Sie setzte sich aus den P ositionen Dienstjahre in Höhe von Fr. 158‘871.-- und Überbrückung in Höhe von Fr. 119‘ 771.--, total somit Fr. 278‘642.-- zusam- men, was in etwa der später effektiv ausbezahlten Kapit alabfindung von Fr. 276‘455.-- ent- sprach. 4. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob die Voraussetzungen f ür eine Besteuerung nach Art. 17 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 38 DBG gegeben sind. a) Gemäss Art. 17 Abs. 2 DBG werden Kapitalabfindung en aus einer mit dem Ar- beitsverhältnis verbundenen Vorsorgeeinrichtung oder gl eichartige Kapitalabfindungen des Ar- beitgebers nach Artikel 38 DBG besteuert. Sie unterlie gen einer vollen Jahressteuer, wobei die Steuer zu einem Fünftel der Tarife nach Artikel 36 D BG berechnet wird (vgl. Art. 38 Abs. 1 und 2 DBG). b) Bei Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeitsve rhältnis verbundenen Vor- sorgeeinrichtung handelt es sich um Kapitalleistungen au s Einrichtungen der beruflichen Vor- sorge (2. Säule), die dem Arbeitnehmer im Vorsorgefal l oder bei vorzeitiger Auflösung des Vor- sorgeverhältnisses ausgerichtet werden (KS ESTV Nr. 1, Ziff. 3.1; vgl. auch Rich- ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 38 N 8 ff.) c) Vorliegend liegt weder ein Vorsorgefall vor noch w urde eine Kapitalleistung auf- grund vorzeitiger Auflösung des Vorsorgeverhältnisses ausgerichtet. Seite 7 5. Es bleibt somit zu prüfen, ob es sich bei der ausgerich teten Summe um eine gleichartige Kapitalleistung des Arbeitsgebers handelt. a) Den Leistungen aus Vorsorge gleichgestellt sind Kap italabfindungen des Arbeit- gebers, sofern sie gleichartig sind. Dies geht ausdrücklich aus Art. 17 Abs. 2 DBG hervor. Die "Gleichartigkeit" wird im DBG nicht umschrieben. Gemäss K S ESTV Nr. 1, Ziff. 3.2 sind als gleichartige Kapitalabfindungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 DBG Abgangsentschädigungen des Arbeitgebers zu verstehen, die unter gewissen Vorausse tzungen bei vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses ausgerichtet werden. Es sind al so Kapitalabfindungen, die grundsätz- lich bei gleicher Gelegenheit erfolgen wie Freizügigke itsleistungen einer Vorsorgeeinrichtung. Abgangsentschädigungen haben Vorsorgecharakter, wenn si e ausschliesslich und unwiderruf- lich dazu dienen, die mit den Risiken Alter, Invalidität und Tod verbundenen finanziellen Folgen zu mildern. Dazu gehören beispielsweise freiwillig geleistete Entschädigungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, um die durch den vorzeitigen Aus tritt entstandenen Lücken in dessen beruflicher Vorsorge zu schliessen. Bei deren Berechnung sind die vorsorgerechtlichen Grundsätze zu beachten. Zur Erfüllung des Vorsorgechar akters müssen gemäss KS ESTV Nr. 1, Ziff. 3.2 drei Bedingungen kumulativ erfüllt sein: Die steuerpflichtige Person verlässt das Un- ternehmen ab dem vollendeten 55. Altersjahr, die (Hau pt-)Erwerbstätigkeit wird definitiv aufge- geben oder muss aufgegeben werden und durch den Austri tt aus dem Unternehmen und des- sen Vorsorgeeinrichtung entsteht eine Vorsorgelücke. b) Vorliegend hatte der Beschwerdeführer, geb. 15. Ju li 1957, beim Ausscheiden aus der B.____ AG am 31. Dezember 2012 das 55. Altersj ahr vollendet. Gemäss Beratungsun- terlagen der Pensionskasse der B.____ AG vom 21. Mai 2 012 liegt zudem eine Vorsorgelücke vor. Damit bleibt zu prüfen, ob die (Haupt-)Erwerbstät igkeit definitiv aufgegeben wurde. Der Pflichtige hat sich nicht als Nichterwerbstätiger bei der AHV angemeldet. Vielmehr trat er per 1. Februar 2013, und damit praktisch nahtlos, bei der C.____ eine Teilzeitstelle mit einem Pen- sum von 70% an, anlässlich derer er eine berufliche Weite rbildung mit einem eidgenössisch anerkannten Abschluss absolvierte. Von Februar bis Dezember 2013 erzielte er ein Nettoein- kommen von Fr. 57‘126.--, was einem Jahreseinkommen von Fr. 62‘319.-- (= Fr. 57‘126.-- / 11 Monate x 12 Monate) entspricht, nachdem er im Jahr 201 2 bei der B.____ AG ein Nettoein- kommen von Fr. 133‘839.-- erzielt hatte. Obwohl sich da s Einkommen damit reduziert hat, er- zielte der Pflichtige mit einem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 5‘193.-- (= Fr. 62‘319.-- / 12 Monate) einen existenzsichernden Verdienst. Hinsichtlich d er Frage, ob die (Haupt-)Erwerbs- tätigkeit definitiv aufgegeben wurde, spielt indes de r erzielte Lohn lediglich eine untergeordnete Seite 8 Rolle. Entscheidend ist vielmehr das Pensum. Würde ein solches im Sinne einer unbedeuten- den Nebenbeschäftigung ausgeübt, könnte wohl von der definitiven Aufgabe der Erwerbstätig- keit gesprochen werden. Bei einer Teilzeitstelle im Umf ang eines 70%-Pensums und gleichzei- tiger Absolvierung einer eidgenössisch anerkannten Ausbil dung kann davon aber keine Rede sein. Dem Einwand der Vertreterin, bei der Wahl von V ariante Ziff. 8.2 hätte der Pflichtige nicht gewusst, dass er wieder eine Stelle finden würde, kann n icht gefolgt werden, da es sich grund- sätzlich stets erst im Laufe der Zeit, d.h. im Sinne einer ex-post Betrachtung, zeigt, ob das Krite- rium der definitiven Aufgabe der Erwerbstätigkeit erf üllt wird. Damit fehlt es an einer der er- wähnten Kumulativbedingungen, so dass der dem Pflichti gen ausbezahlten Kapitalleistung kein Vorsorgecharakter zukommt. Vielmehr ist dieselbe arbeitsrechtlicher Natur, was sich auch darin zeigt, dass die Abgangsentschädigung aufgrund der Dienstj ahre und im Sinne einer Überbrü- ckung berechnet wurde. Damit sind die Voraussetzungen fü r eine Besteuerung nach Art. 17 Abs. 2 DBG bzw. zum Rentensatz nach Art. 38 DBG nicht gegeben. 6. Es ist weiter zu prüfen, ob die Voraussetzungen für e ine Besteuerung nach Art. 37 DBG gegeben sind. a) Gehören zu den Einkünften Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen, so wird gemäss Art. 37 DBG die Einkommenssteuer unter B erücksichtigung der übrigen Ein- künfte und der zulässigen Abzüge zu dem Steuersatz berechn et, der sich ergäbe, wenn anstel- le der einmaligen Leistungen eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet würde. b) Als Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistung en gelten nach Art. 37 DBG einmalige Zuwendungen, die dazu bestimmt sind, einen g esetzlichen, statutarischen, vertragli- chen oder testamentarischen Anspruch auf künftige, perio dische Leistungen abzugelten, wobei vorausgesetzt ist, dass nebst den wiederkehrenden Einzell eistungen auch die zu Grunde lie- gende Stammschuld getilgt wird (vgl. Urteil des Schweiz erischen Bundesgerichts [BGE] 2A.50/2000 vom 6. März 2001, E. 4b). Wie das Bundesgeri cht im Urteil vom 5. Oktober 2000 (publ. im StE 2001 B 26.2 Nr. 7) ausführte, ist die ses Normenverständnis indessen zu eng an- gesichts des mit Art. 37 DBG verfolgten Zwecks, wonach erm öglicht werden soll, eine wieder- kehrende und somit periodisch zu besteuernde Leistung, die mit einer einmaligen Kapitalabfin- dung erbracht wird, sachlich richtig jener Progression zu unterstellen, die anwendbar wäre, wenn anstelle der Einmalzahlung eine jährliche Rente a usgerichtet würde. Die Tarifregelung nach Art. 37 DBG ist demnach nicht nur anwendbar, sowei t künftige Teilleistungsansprüche Seite 9 abgegolten werden, sondern es können grundsätzlich all gemein auch Entschädigungen für in der Vergangenheit begründete Teilzuwendungen miterfa sst sein, wenn die vorgesehene perio- dische Ausrichtung ohne Zutun des Steuerpflichtigen unt erblieben ist, diesem also kein Wahl- recht in Bezug auf die Erfüllungsart bzw. den Erfüllu ngszeitpunkt zustand (vgl. Basellandschaft- liche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra] XVI, S. 40 5 f. E. 2a; BGE vom 6. März 2001, a.a.O., E. 4b; vgl. zum Ganzen auch Baumgartner in: Zw eifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Art. 37 DBG N 10 f.; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 37 N 9) (vgl. zum Ganzen: Entscheid des Steuergericht s (StGE) vom 23. September 2011, 530 11 14, E. 6a). c) Die vorliegend ausgerichtete Kapitalabfindung in H öhe von Fr. 276‘455.-- stützt sich wie bereits weiter oben in Erw. 3 ausgeführt auf Ziff. 8.2 des Sozialplans „Swiss Project“ der B.____ AG und setzte sich aus den Positionen Dienstj ahre sowie Überbrückung zusam- men. Es wird weder geltend gemacht noch kann aus den A kten ein Hinweis entnommen wer- den, dass diese Kapitalabfindung für in der Vergangen heit zu tief ausgefallene Löhne ausbe- zahlt worden wäre, was bedeutet, dass es sich somit nicht um eine Lohnnachzahlung für in der Vergangenheit begründete Teilzuwendungen handelt. d) Es bleibt folglich zu prüfen, ob die Kapitalabfind ung als Einmalzahlung für eine gewisse in der Zukunft liegende Dauer gedacht war, d. h. ob die Kapitalabfindung dazu be- stimmt war, einen gesetzlichen, statutarischen, vertragli chen oder testamentarischen Anspruch auf künftige, periodische Leistungen abzugelten. Das Arb eitsverhältnis wurde durch die B.____ AG per 31. Dezember 2012 aufgelöst. Ab diesem Zeitpu nkt bestand folglich keine fortwähren- den Wirkungen des Arbeitsverhältnisses mehr. Es kann som it nicht gesagt werden, dass die Kapitalabfindung künftige, periodische Lohndifferenzen abgelte. Damit ist festzuhalten, dass die ausgerichtete Kapitalabfindung weder dem Ausgleich zu tiefer Lohnzahlungen in der Vergan- genheit noch dem Ersatz künftiger entgehender Löhne d ient und damit nicht dazu bestimmt ist, die Folgen der Auflösung des Arbeitsverhältnisses für e ine Übergangsphase durch ein periodi- sches Ergänzungseinkommen zu mildern. Aus diesen Gründen ka nn die Kapitalabfindung nicht der Tarifregelung nach Art. 37 DBG unterstellt werden. 7. Trotzdem hat die Steuerverwaltung die Kapitalleist ung im Sinne einer Überbrückungs- leistung bis zur Erreichung des vollendeten 58. Altersjahres, d.h. dem Zeitpunkt der frühestmög- lichen Pensionierung gemäss Sozialplan der B.____ AG, en tgegenkommenderweise gemäss Seite 10 Art. 37 DBG besteuert. Davon soll dem Grundsatz nach n icht abgewichen werden. Zu prüfen bleibt indes, ob die Berechnung in quantitativer Hi nsicht korrekt vorgenommen wurde. Die Steuerverwaltung hat satzbestimmend eine Reduktion für 2 Jahre vorgenommen und nicht etwa auf die effektiven Monate bis zum Erreichen des 58. Al tersjahres abgestellt. Dies ist nicht zu bemängeln, ist doch gemäss Lehre und Praxis die Zahlung d urch die Anzahl abgegoltener Jah- re zu teilen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a. O., Art. 37 N 25, m.w.H.). Mit Veranla- gungsverfügung der direkten Bundessteuer 2013 vom 10. De zember 2014 wurde das Nettoein- kommen gemäss Lohnausweis der B.____ AG in Höhe von Fr. 251‘410.-- um die Pensionskas- senbeiträge in Höhe von Fr. 35‘131.-- erhöht, was Fr. 286‘541.-- ergab. Im Gegenzug wurden die Pensionskassenbeiträge unter dem Titel Einkauf 2. Sä ule, Ziff. 600 (zusammen mit dem vom Pflichtigen getätigten Einkauf in Höhe von Fr. 100 ‘000.-- und damit total Fr. 135‘131.--) wieder zum Abzug zugelassen. Das Einkommen in Höhe von Fr. 286‘541.-- wurde unter dem Titel übrige Einkünfte, Ziff. 380, zu einem satzbestimm enden Einkommen von Fr. 215‘879.-- veranlagt. Das Brutto-Einkommen in Höhe von Fr. 302‘602 .-- setzte sich wie folgt zusammen: Lohn: Fr. 2‘912.-- + Bonus/Jubiläumsgeschenk: Fr. 23‘23 5.-- + Kapitalleistung: Fr. 276‘455.--. Auf die vorgenannten Beträge sind die Sozialversicherun gsbeiträge (AHV/IV/EO/ALV/NBUV) gemäss Lohnausweis von insgesamt Fr. 16‘061.-- bzw. 5.3% u mzulegen, was zu folgenden Nettobeträgen führt: Lohn: Fr. 2‘757.-- + Bonus/Jub iläumsgeschenk: Fr. 22‘002.-- + Kapitalleis- tung: Fr. 261‘782.--, was total wieder das vorgenannte n Nettoeinkommen von Fr. 286‘541.-- ergibt. Der Lohn und der Bonus bzw. das Jubiläumsgeschen k sind zum vollen Satz zu besteu- ern. Für die Kapitalleistung hingegen ist wie hiervor gesehen satzbestimmend eine Reduktion für 2 Jahre vorzunehmen, was Fr. 130‘891.-- (= Fr. 261‘ 782.-- / 2) ergibt. Das Einkommen in Höhe von Fr. 286‘541.-- ist damit zu einem satzbestimmenden Einkommen von Fr. 155‘650.-- (= Fr. 2‘757.-- + Fr. 22‘002.-- + Fr. 130‘891.--) zu besteuern, was gegenüber der Veranlagungsver- fügung der direkten Bundessteuer 2013 vom 10. Dezember 2014 einer Reduktion um Fr. 60‘229.-- (= Fr. 215‘879.-- ./. Fr. 155‘650.--) entspricht. Mit Verfügung der direkten Bundes- steuer 2013 vom 10. Dezember 2014 wurden die Pflichtig en zu einem steuerbaren Einkommen von Fr. 274‘000.-- und einem satzbestimmenden Einkomme n von Fr. 203‘400.-- veranlagt. Das steuerbare Einkommen bleibt unverändert, das satzbestimmende Einkommen reduziert sich um die vorgenannten Fr. 60‘229.--, was (gerundet) Fr. 143‘200.-- ergibt. Die Beschwerde ist damit teilweise gutzuheissen. Seite 11 8. Es bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu befinden. a) Entsprechend dem teilweisen Obsiegen im Umfang v on rund der Hälfte sind den Beschwerdeführern anteilsmässige Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 500.-- aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 bi s 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG) kan n bei Beschwerden in Steuer- sachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für de n Beizug eines Vertreters eine ange- messene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zu gesprochen werden. Die Beschwer- deführer haben keine Parteientschädigung geltend gema cht. Anlässlich der heutigen Verhand- lung haben sie überdies auf Frage hin ausdrücklich auf di e Zusprechung einer Parteientschädi- gung verzichtet. Seite 12 Demgemäss wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen t eilweise gutgeheissen. 2. Die Steuerverwaltung wird angewiesen, das steuerba re Einkommen auf Fr. 274‘000.-- festzusetzen und das satzbestimmende Einkommen gemäss Veranl agungsverfügung der direkten Bundessteuer 2013 vom 10. Dezember 2014 und Einsprache-Entscheid vom 7. Dezember 2015 von Fr. 203‘400.-- um Fr. 60‘200 .-- auf Fr. 143‘200.-- zu redu- zieren. 3. Die Beschwerdeführer haben reduzierte Verfahrenskos ten in Höhe von Fr. 500.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 50.--) zu bezahlen, welche mit dem bereits geleisteten Kos- tenvorschuss verrechnet werden. Der zu viel bezahlte Koste nvorschuss von Fr. 500.-- wird ihnen zurückerstattet. 4. Es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführer auf eine Parteientschädigung verzich- ten. 5. Mitteilung an die Vertreterin, für sich und zhd. der Beschwerdeführer (2), die Eidgenös- sische Steuerverwaltung, Bern (1) und die Steuerverwalt ung des Kantons Basel- Landschaft (3).