Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. September 2015 (715 15 203) ___________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Saisonal bedingter Verlust der Arbeitsstelle. Der Beschwerdeführer ist seiner Schaden- minderungspflicht hinsichtlich einer Dauerstelle nachgekommen. Vermittlungsfähigkeit bejaht. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Ablehnung der Vermittlungsfähigkeit A. Der 1976 geborene A.____ arbeitet seit Mai 2012 mit Unterbrüchen in der Baubranche als Maschinist. Über B.____ erhielt er befristete E insätze beim Baubetrieb C.____. So war Seite 2 A.____ vom 23. November 2012 bis 30. November 2012 (E insatzvertrag 697), vom 1. Dezem- ber 2012 bis 7. Dezember 2012 (Einsatzvertrag 723), vom 7. März 2013 bis 4. Juni 2013 (Ein- satzvertrag 806), vom 5. Juni 2013 bis 5. Dezember 2013 (Einsatzvertrag 934) und vom 6. De- zember 2013 bis 20. Dezember 2013 (Einsatzvertrag 1129) tätig. Per 23. Dezember 2013 mel- dete er sich erstmals zum Leistungsbezug bei der Arbeitslose nkasse an. Für die Monate De- zember 2013 und Januar 2014 erhielt er Taggeldzahlung en in der Höhe von Fr. 2‘300.-- (Be- zugsrahmenfrist vom 23. Dezember 2013 bis 22. Dezember 201 5). Das Regionale Arbeitsver- mittlungszentrum (RAV) zeigte ihm mit Informationsschrei ben vom 10. Februar 2014 auf, wel- che Bemühungen um eine neue Arbeitsstelle von ihm erwar tet würden im Hinblick auf eine er- neute Anmeldung zum Taggeldbezug. Per 22. Januar 2014 meldete sich der Versicherte wieder von der Arbeitslosenversicherung ab, um über B.____ ern eut bei der Baufirma C.____ als Ma- schinist zu arbeiten. Der Temporär-Einsatzvertrag vom 20. J anuar 2015 mit Einsatzbeginn am 23. Januar 2014 war diesmal unbefristet. Am 29. Oktobe r 2014 kündigte die Arbeitgeberin den Vertrag per 30. November 2014, wobei der Einsatz bis 19. Dezember 2014 verlängert wurde (vgl. Temporär-Einsatzvertrag vom 8. Dezember 2014). Infolge der Kündigung hatte sich A.____ am 24. Novemb er 2014 per 1. Dezember 2014 zum erneuten Taggeldbezug bei der Arbeitslosenversicherung a ngemeldet. Mit Verfügung vom 23. Januar 2015 stellte das Kantonale Amt für Industrie, G ewerbe und Arbeit (KIGA) die Vermitt- lungsunfähigkeit von A.____ ab 1. Dezember 2014 fest. Zur Begründung wurde im Wesentli- chen angeführt, dass der Versicherte seinen festgelegten Verpflichtungen im Hinblick auf die ausreichende Stellensuche gemäss Informationsschreiben vom 10. Februar 2014 nicht im ge- forderten Umfang nachgekommen sei. Daraus sei auf die fehlende Vermittlungsbereitschaft zu schliessen. Der Versicherte habe nicht wie verlangt drei Monate vor dem zu erwartenden saiso- nalen Unterbruch mit der Stellensuche begonnen. Zude m seien seine Arbeitsbemühungen in qualitativer Hinsicht zu bemängeln, da er sich erneut al s Maschinist und somit auf Stellen be- worben habe, die von saisonalen Unterbrüchen betroffe n seien. Die dagegen erhobene Ein- sprache wies die Einspracheinstanz des KIGA am 8. Mai 2015 ab, wobei sie die Verfügung vom 23. Januar 2015 aufgrund der erneuten Arbeitsaufnahme bei der Baufirma C.____ per 23. März 2015 dahingehend ergänzte, dass die Vermittlungsfähigke it vom 1. Dezember 2014 bis 23. März 2015 als nicht gegeben zu betrachten sei. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ mit E ingabe vom 6. Juni 2015 Be- schwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsre cht. Er beantragte sinngemäss, dass der angefochtene Einspracheentscheid sowie die Verf ügung vom 23. Januar 2015 aufzu- heben seien und festzustellen sei, dass er uneingeschränkt vermittlungsfähig sei. Des Weiteren seien Taggelder für die Dauer der Arbeitslosigkeit zu le isten. Zur Begründung führte er im We- sentlichen an, dass es zutreffe, dass er erst im November 2014 mit der Stellensuche begonnen habe, als er darüber orientiert worden sei, dass der Ei nsatz beendet werde. Er habe bis dahin nicht ahnen können, dass ihm gekündet werde, handelte es sich doch um einen unbefristeten Einsatzvertrag. Zudem habe er hoffen dürfen, dass er – w ie von der Baufirma C.____ verspro- Seite 3 chen – eine Festanstellung erhalten werde, wenn sich sein e Deutschkenntnisse verbessert hät- ten. Es sei jedoch offensichtlich Praxis in der Baubranche, eine bestimmte Quote der Mitarbei- ter ausschliesslich über die Temporärbüros zu engagieren, um sie gegen Ende des Jahres ent- lassen zu können, um sie dann mit Saisonbeginn im Frühjah r wieder einzustellen. Die Arbeits- losenkasse habe zudem seine Vermittlungsfähigkeit ab dem 1. Dezember 2014 geprüft, obwohl er bis zum 19. Dezember 2014 gearbeitet habe. Am 23. März 2015 habe er die Arbeit bei der Baufirma C.____ wieder aufgenommen und in nächster Zeit werde er eine Festanstellung erhal- ten. C. Am 18. Juli 2015 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie des Arbeitsvertrages mit der Baufirma C.____ vom 29. Juni 2015 ein. D. Mit Vernehmlassung vom 21. Juli 2015 beantragte das KIGA die Abweisung der Be- schwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Jun i 1982 i.V.m. den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m. Art. 128 Abs. 1 sowi e Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherun g und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjen igen Kantons, in dem die versi- cherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrol lpflicht erfüllt. Vorliegend kam der in D.____ wohnhafte Beschwerdeführer im Kanton Basel-Lan dschaft seinen Kontrollpflichten nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherung sträger gemäss Art. 56 ATSG, weshalb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri cht gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten. 2.1 Wie der Beschwerdeführer richtig geltend macht, arb eitete er nachweislich bis zum 19. Dezember 2014 bei der Baufirma C.____. Das Arbei tsverhältnis wurde nach der Kündigung per 30. November 2014 verlängert. Folglich ist die Ver mittlungsfähigkeit erst ab 20. Dezember 2014 zu prüfen. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwe rdeverfahrens bildet deshalb die Frage, ob dem Versicherten zu Recht vom 20. Dezember 20 14 bis 23. März 2015 die Vermitt- lungsfähigkeit abgesprochen wurde mit der Folge, dass er in dieser Zeit keine Arbeitslosenent- schädigung beanspruchen kann. Seite 4 2.2 Dem Kantonsgericht kommt in Sozialversicherungssachen eine vollständige Überprü- fungsbefugnis zu. Es ist in der Beweiswürdigung frei (vgl . § 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung a ls verfügende Instanz und – im Beschwer- defall – das Gericht dürfen Tatsachen sodann nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. M AX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 135 f.). Im Sozialversicheru ngsrecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Geri cht hat vielmehr jener Sachverhalts- darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Gescheh ensabläufen als die wahrscheinlichs- te würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). 3. Der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung setzt nach Art. 8 Abs. 1 AVIG voraus, dass die versicherte Person ganz oder teilweise arbeitslo s ist (Art. 10), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (Art. 11), in der Schwe iz wohnt (Art. 12), die obligatorische Schulzeit zurückgelegt und weder das Rentenalter der AHV erreich t hat noch eine Altersrente der AHV bezieht, die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung der Beitragszeit befreit ist (Art. 13 und 14), vermittlungsfähig ist (Art. 15) und die Kontrollvorschriften erfüllt (Art. 17). 4.1 Die arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliede rungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG). Zur Vermittlungsfähigkeit gehö rt demnach auch die Bereitschaft, die Ar- beitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen währ end der üblichen Arbeitszeit ein- zusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). 4.2 Für die Annahme fehlender Vermittlungsbereitschaf t auf Grund ungenügender Stellen- suche bedarf es besonders qualifizierter Umstände. Fortdau ernd ungenügende Bemühungen um eine neue Stelle können ein wesentlicher Hinweis da rauf sein, dass die versicherte Person (während einer bestimmten Zeitspanne) überhaupt nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft anzubieten, was zur Verneinung der Vermittlungsfähigkeit führt (Ur teil des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_966/2012, E. 2.2; T HOMAS NUSSBAUMER , Arbeitslosenversicherung, in: Schweizeri- sches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Basel/Genf/München, 2007, S. 2262, Rz. 272). Im Allgemeinen ist aber ein e unzureichende Stellensuche nur Aus- druck davon, dass die versicherte Person ihrer Schadenminde rungspflicht ungenügend nach- kommt (BGE 112 V 218 E. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 101 E. 3b, Nr. 8 S. 31 E. 3 je mit Hinwei- sen). Erst wenn sich eine versicherte Person trotz Einstell ung in der Anspruchsberechtigung nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG über längere Zeit hin weg nicht um eine neue Stelle bemüht, darf angenommen werden, es fehle ihr an der Vermittlungsbereitschaft. Sind aber immerhin gewisse Anstrengungen der versicherten Person festzustellen, kann grundsätzlich nicht auf fehlende Vermittlungsbereitschaft geschlossen werden, es sei denn , dass trotz des äusseren Scheins Seite 5 nachweislich keine Absicht zur Wiederaufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit bestanden hat (Ur- teil des Bundesgerichts vom 10. November 2000, C 65/00, E. 3b). 4.3 Die Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit hat pr ospektiv und aufgrund einer gesamthaf- ten Würdigung der für die Anstellungschancen im Einzelf all wesentlichen, objektiven und sub- jektiven Faktoren zu erfolgen. Ausser dem Umfang des für d ie versicherte Person in Betracht fallenden Arbeitsmarktes ist auch die Art der gesuchten zu mutbaren Arbeit von Bedeutung (ARV 1992 Nr. 2 S. 74 f. E. 74 f. E. 1b und 3, 1991 Nr. 3, S. 24, E. 3a). 4.4 Wesentliches Merkmal der Vermittlungsfähigkeit ist die Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV 2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3 mit Hinw eis, Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2003, C 272/02). Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung sind Personen, die bewusst nur saisonale Arbeitsverhältnisse eingehen und deren A rbeitsbemühungen sich stets auf zeit- lich befristete Stellen beschränken, nicht vermittlungsfähig (ARV 2000 Nr. 29 S. 150; ARV 2005 Nr. 19 S. 212, E. 2.2). Disponiert ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin bewusst so, dass sich immer wieder kurze Unterbrüche der Erwerbstätigkeit ergeben, nimmt er bzw. sie die ent- sprechenden Verdiensteinbussen freiwillig in Kauf (ARV 2 005 Nr. 19 S. 213, E. 2.3). Um der Schadenminderungspflicht zu genügen, muss eine versicherte Person ihre Arbeitsbemühungen auf berufsfremde Dauerstellen ausdehnen, wovon sie weder Alter noch Ausbildung und bisheri- ge Tätigkeit oder die wirtschaftliche Lage entbinden (A RV 2000 Nr. 29 S. 150). Die bisherigen Arbeitsbemühungen können Aufschluss über die subjektive B ereitschaft geben, Einkommens- einbussen während der Übergangszeit zu vermeiden (Urte il des Bundesgerichts vom 16. April 2013, 8C_1030/2012, publiziert in: ARV 2013, S. 347 ff., E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 24. Dezember 2004, C 157/04, publiziert in: ARV 2005, S. 211 ff., E. 2.2; je mit weiteren Hin- weisen). 5. Das KIGA macht geltend, dass der Beschwerdeführer se iner Schadenminderungs- pflicht nicht nachgekommen sei. Spätestens mit Erhalt de s Informationsschreibens vom 10. Februar 2014 hätte ihm bewusst sein müssen, dass mit einem erneuten Stellenunterbruch im Dezember 2014 zu rechnen gewesen wäre. Folglich habe vom Beschwerdeführer erwartet werden dürfen, dass er sich bereits ab Oktober 2014 um eine Dauerstelle bemühe. Der Be- schwerdeführer weise erst ab dem 25. November 2014 – un d somit erst nach Erhalt der Kündi- gung – 8 Arbeitsbemühungen vor. Qualitativ seien diese nicht ausreichend, da er sich aus- schliesslich als Maschinist gemeldet habe. Für den Monat Ok tober 2014 fehlten entsprechende Bemühungen. Somit seien von den gemäss Informationsschrei ben vom 10. Februar 2014 zu erwartenden 16 Arbeitsbemühungen für diese beiden M onate lediglich deren 8 eingegangen, welche überdies qualitativ nicht genügten. Folglich se i dem Versicherten die Vermittlungsfähig- keit aufgrund der Verletzung der Schadenminderungspflicht abzusprechen. 6.1 Vorweg ist festzuhalten, dass dem Informationsschreib en vom 10. Februar 2014 keine Verbindlichkeit in dem Sinne zukommt, dass bei Nichtbeac htung einzelner darin enthaltender Seite 6 Vorgaben ohne weiteres auf fehlende Vermittlungsberei tschaft geschlossen werden dürfte. Massgeblich bleibt die Qualität der Stellensuche in einer Gesamtwürdigung (vgl. Urteil des Kan- tonsgerichts vom 2. Juli 2015 [715 14 356], E.5.5). G emäss Aktenlage wurde der Beschwerde- führer vom Temporärvermittlungsbüro B.____ im Zeitraum vom 23. November 2012 bis zum 20. Dezember 2013 im Rahmen von 5 befristeten Einsätzen an die Baufirma C.____ als Maschinist vermittelt. Ab 23. Januar 2014 erhielt der Beschwerdef ührer erneut einen Einsatzvertrag, wobei diesmal die Einsatzdauer unbefristet war (vgl. Temporä r-Einsatzvertrag 3200046 vom 20. Ja- nuar 2014). Die Sachlage hatte sich für den Beschwerd eführer somit nach einem Jahr insoweit geändert, als er nun nicht mehr mit einem saisonalen U nterbruch rechnen musste. Es kann ihm deshalb nicht vorgeworfen werden, dass er erst nach E rhalt der Kündigung vom 29. Oktober 2014 im November 2014 und nicht bereits im Oktober 2014 mit der Stellensuche begonnen hat- te. 6.2 Der Beschwerdeführer weist für die Monate November und Dezember 2014 die gefor- derten 16 Arbeitsbemühungen aus. Alle Anfragen erfolg ten telefonisch und betrafen den Beruf als Maschinisten. Telefonische Stellenanfragen sind – ent gegen der Ansicht der Vorinstanz - nicht per se ungenügend. Andernfalls dürfte auf dem Fo rmular „Nachweis der persönlichen Ar- beitsbemühungen“ von den möglichen Bewerbungsformen die Rubrik „telefonisch“ nicht aufge- führt werden (vgl. Urteil des Kantonsgerichts vom 13. August 2015 [715 15 87], E. 4.2.1). Somit erweisen sich die Arbeitsbemühungen für den Monat Novemb er und Dezember 2014 in quanti- tativer Hinsicht als ausreichend. Auch kann dem Beschwerd eführer nicht vorgeworfen werden, dass er sich (vorerst) nur für den Beruf des Maschinisten bew orben hat. Die Chancen als Spe- zialist in der Baubrache in diesem Bereich eine Dauerste lle zu erhalten, sind grundsätzlich hö- her einzustufen als in einem fachfremden Bereich, auch wenn die Baubranche von saisonalen Unterbrüchen geprägt ist. Die Ausweitung der Bewerbung en auf andere Tätigkeiten kann je- doch verlangt werden, wenn sich nach einer gewissen Zeit erweist, dass es zu wenig Dauerstel- len im angestammten Bereich gibt oder in anderen Tät igkeitsbereichen bessere Chancen auf eine Anstellung bestehen. Vorgehalten werden kann d em Beschwerdeführer allenfalls, dass er sich in den Monaten November und Dezember 2014 nicht auf ausgeschriebene Stellen gemel- det hat, sondern sich lediglich blind beworben hat. Di es geht aus den angeführten Absagegrün- den wie „keine freie Stelle“, „brauchen im Moment ni emanden“, „zurzeit keine offene Stelle in diesem Bereich“ usw. hervor. Zwar können solche Blindbew erbungen hinsichtlich einer Abklä- rung, ob eine Stelle frei ist, sinnvoll sein. In erster Linie hat sich die versicherte Person aber für ausgeschriebene Stellen zu bewerben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2007 [C 16/07]). Ob die Arbeitsbemühungen allein aufgrund d er Blindbewerbungen als ungenügend zu qualifizieren sind, ist jedoch fraglich. Jedenfalls betr achtete der RAV-Mitarbeiter anlässlich des Erstgesprächs bei der Wiederanmeldung am 15. Dezember 2 014 die bisherigen Aktivitäten als „okay“. Zudem sind die Ausführungen des Beschwerdeführer s, dass ihm für 2015 eine Dauer- stelle von der Baufirma C.____ in Aussicht gestellt word en sei, glaubwürdig. Die Vermittlungs- fähigkeit darf aber nicht allein aufgrund allfälliger ungenügender Bemühungen um eine neue Stelle in der Vergangenheit verneint werden. Aufgru nd der prospektiven Beurteilung ist die Seite 7 Vermittlungsfähigkeit vielmehr unter Berücksichtigung der im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung (hier: 24. November 2014) vorgelegenen und bis zum Erla ss der Ablehnungsverfügung bzw. des Einspracheentscheides (23. Januar 2015 bzw. 8. Mai 2 015) eingetretenen Verhältnisse zu prüfen (E. 4.3). Die Arbeitsbemühungen für die Monat e Januar und Februar 2015 sind hinsicht- lich Quantität und Qualität nicht zu beanstanden (vgl. Beratungsverlauf). Nach dem Erstge- spräch am 15. Dezember 2015 bewarb sich der Beschwerdefüh rer trotz Aussicht auf eine Dau- erstelle bei der Baufirma C.____ gemäss den Vorgaben des KIGA auch intensiv für eine Dauer- stelle ausserhalb seines Berufsfeldes. Am 23. März 2015 nahm er sodann die Arbeit bei der Baufirma C.____ wieder auf und wurde per 1. Juli 2015 fest angestellt. In der Gesamtwürdigung ergibt sich somit, dass der Beschwerdeführer seiner Schad ensminderungspflicht hinsichtlich einer Dauerstelle nachgekommen ist. Eine Absprache der Vermittlungsfähigkeit aufgrund wie- derholt ungenügender Arbeitsbemühungen während der Arbeitslosigkeit steht vorliegend nicht zur Diskussion und wäre doch zu verneinen. Eine ungenügen de Anzahl der Arbeitsbemühun- gen in qualitativer Hinsicht vor der Arbeitslosigkeit wär e allenfalls gemäss Art. 30 Abs. 1 AVIG mit Einstelltagen zu sanktionieren gewesen. Eine Einst ellung der Anspruchsberechtigung bildet indessen vorliegend nicht Streitgegenstand. 6.3 Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Verm ittlungsfähigkeit im Sinne von Art. 15 Abs. 1 AVIG ab 20. Dezember 2014 beim Besc hwerdeführer zu bejahen ist. Die gegen den Einspracheentscheid vom 8. März 2015 erhobene Beschwerde ist dahingehend gut- zuheissen, als die Angelegenheit zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 8 AVIG an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die aussero rdentlichen Kosten sind beim nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer wettzuschlagen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rück- Seite 8 weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 8. Mai 2015 aufgehoben und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer vermittlungsfähig ist. Die Angel egen- heit wird zur Prüfung der übrigen Anspruchsvoraussetzun gen ab 20. Dezember 2014 und zum Erlass einer neuen Verfügung an das KIGA Baselland zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht