<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2020.00099</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=220867&amp;W10_KEY=13013479&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2020.00099</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 16.12.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 19.05.2021 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Steuerhoheit (2014 und 2015)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuerhoheit [Der Beschwerdeführer war im Kanton Zürich während Jahrzehnten selbständig erwerbstätig. Heute ist er Angestellter einer hier domizilierten AG. Nachdem er zunächst mit seiner langjährigen Lebenspartnerin im Kanton Zürich lebte, meldete er sich in den Kanton J ab. Die Lebenspartnerin bewohnte die gemeinsame Wohnung weiter, für deren Mietkosten der Beschwerdeführer vollumfänglich aufkam.] Einen steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat eine natürliche Person gemäss § 3 Abs. 2 StG, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (E. 2.1). Zur Bestimmung des Lebensmittelpunkts eines Konkubinatspaars, welches getrennt besteuert wird, weil es nicht verheiratet ist, sind die Kriterien zur Bestimmung des Hauptsteuerdomizils für verheiratete Personen dann sinngemäss anwendbar, wenn es sich um eine über zehnjährige, gefestigte Beziehung handelt. Halten sich solche Paare indessen jeweils gemeinsam während der Woche am Arbeitsort auf, decken sich die ideellen und materiellen Interessen des Paars während der Woche, sodass grundsätzlich der Arbeitsort (Wochenaufenthaltsort) das Hauptsteuerdomizil bildet (E. 2.3). Hält sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten auf, ist massgebend, zu welchem Ort die stärkeren Beziehungen unterhalten werden. Vorliegend lebte der Beschwerdeführer in einem über zehnjährigen, gefestigten Konkubinat. Seine Lebenspartnerin bewohnte die zuvor gemeinsam genutzte Wohnung weiterhin und arbeitete von dort aus. Auch der Beschwerdeführer übernachtete dort regelmässig. Indem der Beschwerdeführer die vorbestehende Wohnung seiner langjährigen Lebenspartnerin weiterhin nach Belieben nutzen konnte und auch der Mietvertrag auf ihn lautete, erscheint das Fortbestehen des Wohnsitzes im Kanton Zürich als sehr wahrscheinlich. Dies auch vor dem Hintergrund seiner starken beruflichen Verankerung im Kanton Zürich. Somit hätte dem Beschwerdeführer oblegen, den Gegenbeweis für den Wohnsitz im Kanton J zu erbringen. Dies ist ihm jedoch nicht gelungen (E. 3.2). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONKUBINAT">KONKUBINAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSMITTELPUNKT">LEBENSMITTELPUNKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NATÃRLICHE PERSONEN">NATÃRLICHE PERSONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERHOHEIT">STEUERHOHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERHOHEITSVERFAHREN">STEUERHOHEITSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERRECHTLICHER WOHNSITZ">STEUERRECHTLICHER WOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNSITZ">WOHNSITZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 24 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">§ 3 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">§ 3 Abs. II StG</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 Abs. I ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=50755" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2020.00099</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">16. Dezember 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Staat ZÃ¼rich, <br/> vertreten durch das kantonale Steueramt,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b><span>Dienstabteilung Recht,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Steuerhoheit (2014 und 2015),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, Jahrgang ..., ist in F seit 1992 als Anwalt tÃ¤tig. ZunÃ¤chst war er als Einzelunternehmer mit eigener Kanzlei in F tÃ¤tig, seit Ende 2013 ist er Angestellter und AlleinaktionÃ¤r der auf diesen Zeitpunkt neu gegrÃ¼ndeten B AG. Mit seiner Lebenspartnerin C wohnte er zunÃ¤chst an der D-Strasse 01 in F. Am 15. Mai 2009 bezog das Paar eine 4½-Zimmer-Wohnung an der E-Strasse 02 in F. Per 31. Dezember 2013 meldete sich A an die G-Strasse 03 in H im Kanton J ab. Dort mietete er ab 1. Januar 2014 fÃ¼r Fr. 2'350.- pro Monat eine mÃ¶blierte 2½-Zimmer Wohnung. </p> <p class="Urteilstext">Am 29. November 2016 initiierte das kantonale Steueramt ZÃ¼rich AbklÃ¤rungen im Zusammenhang mit der Steuerhoheit fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2014 und 2015. Aufgrund eines pendenten Rechtsmittelverfahrens wurde das Hoheitsverfahren vorerst sistiert und erst 2019 fortgesetzt. Mit Auflage vom 15. April 2019 forderte das kantonale Steueramt ZÃ¼rich A auf, zur AbklÃ¤rung des steuerlichen Wohnsitzes verschiedene Unterlagen (u.a. lÃ¼ckenlose Bankkonto- und KreditkartenauszÃ¼ge) einzureichen. Nach DurchfÃ¼hrung der Untersuchung erliess das kantonale Steueramt ZÃ¼rich am 22. August 2019 einen Vorentscheid Ã¼ber die Beanspruchung der Steuerhoheit des Kantons ZÃ¼rich und der Stadt F fÃ¼r die Steuerperioden 2014 und 2015. Dabei gelangte es zum Schluss, der Hinterlegung der Schriften in H, Kanton J, komme rein formelle Bedeutung zu.</p> <p class="Urteilstext">Die hiergegen erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt ZÃ¼rich mit Entscheid vom 21. November 2019 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das hernach von A angerufene Steuerrekursgericht wies dessen Rekurs mit Entscheid vom 17. September 2020 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 28. Oktober 2020 beantragte A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) dem Verwaltungsgericht, der Entscheid des Steuerrekursgerichts sei aufzuheben, mithin die Steuerhoheit des Kantons J fÃ¼r die Steuerperioden 2014 und 2015 zu bejahen; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend das Steuerrekursgericht auf Vernehmlassung verzichtete, schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Wenn das Verwaltungsgericht â wie hier â im interkantonalen VerhÃ¤ltnis Ã¼ber die Steuerhoheit des Kantons ZÃ¼rich zu entscheiden hat, beurteilt es Rechts- und Tatfragen frei, wobei es auch neue Tatsachen und Beweismittel berÃ¼cksichtigt (vgl. RB 1982 Nr. 90; VGr, 16. MÃ¤rz 2016, SB.2015.00144 und SB.2015.00145, E. 1.4).</p> <p class="Urteilstext">Somit sind die neu vor Verwaltungsgericht eingereichten Bankkonto- und PostenauszÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>NatÃ¼rliche Personen sind laut § 3 Abs. 1 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 StG aufgrund persÃ¶nlicher ZugehÃ¶rigkeit unbeschrÃ¤nkt steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Einen steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat eine Person gemÃ¤ss § 3 Abs. 2 StG, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhÃ¤lt oder wenn ihr das Bundesrecht hier einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist. GemÃ¤ss § 10 Abs. 3 StG in Verbindung mit Art. 4b Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) ist bei einem interkantonalen Wohnsitzwechsel der steuerrechtliche Wohnsitz am Ende der Steuerperiode massgeblich.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Unter dem steuerrechtlichen Wohnsitz im Sinn von § 3 Abs. 1 und 2 StG ist in der Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen, d.<span> </span>h. der Ort, wo sich eine Person mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhÃ¤lt (Art. 23 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB]; Art. 3 Abs. 2 StHG) und wo sich mithin der Mittelpunkt ihrer persÃ¶nlichen und wirtschaftlichen Interessen befindet (vgl. z.B. BGE 132 I 29 E. 4; BGE 125 I 54 E. 2). Bei der Feststellung des Hauptsteuerdomizils geht es darum, aufgrund von objektiven, Ã¤usseren UmstÃ¤nden auf innere Tatsachen zu schliessen. Auf die bloss geÃ¤usserten WÃ¼nsche der steuerpflichtigen Person oder die gefÃ¼hlsmÃ¤ssige Bevorzugung eines Orts kommt es nicht an. Der steuerrechtliche Wohnsitz ist insofern nicht frei wÃ¤hlbar (BGr, 6. Juni 2018, 2C_296/2018, E. 2.2.1). Auf formelle Kriterien wie die polizeiliche An- und Abmeldung etc. kommt es nicht an. Solche Elemente kÃ¶nnen allerdings bei Ungewissheit Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse Indizien fÃ¼r die Absicht dauernden Verbleibens sein, wenn auch das Ã¼brige Verhalten der Person dafÃ¼rspricht (vgl. BGE 132 I 29 E. 4.1; VGr, 14. Dezember 2011, SB.2011.00064, E. 2.1 mit Hinweisen). HÃ¤lt sich eine Person abwechslungsweise an verschiedenen Orten auf, kommt es darauf an, zu welchem Ort die stÃ¤rkeren Bindungen bestehen (BGE 123 I 289 E. 2b). Zu berÃ¼cksichtigen sind Zivilstand und FamilienverhÃ¤ltnisse, die Art der ErwerbstÃ¤tigkeit, Dauer und Zweck der Aufenthalte an den jeweiligen Orten sowie die dortigen WohnverhÃ¤ltnisse (VGr, 10. Juni 2020, SB.2020.00030, E. 2.2.1; VGr, 14. Dezember 2011, SB.2011.00064, E. 2.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Bei verheirateten Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die persÃ¶nlichen und familiÃ¤ren Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie aufhÃ¤lt, als stÃ¤rker erachtet als diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tig sind und tÃ¤glich oder an den Wochenenden regelmÃ¤ssig an den Familienort zurÃ¼ckkehren (<a href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=show_document&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-I-29%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page29"><span>BGE</span></a> 132 I 29 E. 4.2 und 4.3; Stefan Oesterhelt/Moritz Seiler in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. A., Basel 2017, Art. 3 StHG N. 58). Zur Bestimmung des Lebensmittelpunkts eines Konkubinatspaars, welches getrennt besteuert wird, weil es nicht verheiratet ist, sind die Kriterien zur Bestimmung des Hauptsteuerdomizils fÃ¼r verheiratete Personen dann sinngemÃ¤ss anwendbar, wenn es sich um eine Ã¼ber zehnjÃ¤hrige, gefestigte Beziehung handelt. Halten sich solche Paare indessen jeweils gemeinsam wÃ¤hrend der Woche am Arbeitsort auf, decken sich die ideellen und materiellen Interessen des Paars wÃ¤hrend der Woche, sodass grundsÃ¤tzlich der Arbeitsort (Wochenaufenthaltsort) das Hauptsteuerdomizil bildet. Anders wÃ¼rde es sich nur verhalten, wenn sich das Logis wÃ¤hrend der Woche gar nicht am eigentlichen Arbeitsort befindet (BGr, 6. Februar 2015, 2C_536/2014 und 2C_537/2012, E. 2.2, mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.2; BGr, 3. August 2017, 2C_1045/2016, E. 3.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Es obliegt der SteuerbehÃ¶rde, die UmstÃ¤nde darzutun und zu beweisen, aus denen folgt, dass sich der steuerrechtliche Wohnsitz einer natÃ¼rlichen Person im Kanton befindet. Das ergibt sich allgemein aus dem Grundsatz, dass steuerbegrÃ¼ndende Tatsachen von der die Steuerhoheit beanspruchenden SteuerbehÃ¶rde zu beweisen sind. Erscheint der von der BehÃ¶rde angenommene Wohnsitz im Kanton als sehr wahrscheinlich, so genÃ¼gt dies in der Regel als Hauptbeweis, und es obliegt alsdann der betroffenen Person, den Gegenbeweis fÃ¼r den von ihr behaupteten Lebensmittelpunkt ausserhalb des Kantons zu erbringen (BGr, 3. Juni 2019, 2C_73/2018, E. 3.3; BGr, 17. August 2012, 2C_92/2012, E. 4.3; VGr, 11. Mai 2016, SB.2016.00035, E. 2.3 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das Steuerrekursgericht erwog, der BeschwerdefÃ¼hrer habe hinsichtlich seiner physischen PrÃ¤senz in H, Kanton J, keinerlei Beweise in Form von regelmÃ¤ssigen Ãbernachtungen erbracht. Ebenso fehle es an der Absicht des dauernden Verbleibens in H, Kanton J: Aufgrund des langjÃ¤hrigen und grossen beruflichen Engagements des BeschwerdefÃ¼hrers als Anwalt in F sei er dort stark vernetzt und tief in der Stadt F verankert. Zudem habe er lange Zeit mit seiner Lebenspartnerin in der Stadt gewohnt und die Wohnung bis Ende 2016 allein finanziert. Ferner habe die Reisezeit von H, Kanton J, zum Arbeitsplatz rund 40 Minuten lÃ¤nger gedauert als von der Wohnung an der E-Strasse in F. Es sei unergrÃ¼ndlich, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer vor und nach seinen langen und anstrengenden Arbeitstagen die nicht unerheblich lÃ¤ngere Reisezeit von 20 Minuten pro Weg auf sich genommen hÃ¤tte, um in H, Kanton J, zu Ã¼bernachten. Dies auch deshalb, weil ihm in F weiterhin die mit der Lebenspartnerin gemeinsam gemietete und persÃ¶nlich eingerichtete Wohnung zur VerfÃ¼gung gestanden habe. Ausserdem habe der BeschwerdefÃ¼hrer seine Mahlzeiten fast ausschliesslich in F eingenommen, wo er auch GeldbezÃ¼ge tÃ¤tigte und einkaufte. Dies obwohl der "â¦" in H, Kanton J, tÃ¤glich bis 21.00 Uhr geÃ¶ffnet gewesen sei. Die Aufenthalte in H, Kanton J, seien auch nicht durch die eingereichten Stromabrechnungen belegt: Es sei in H, Kanton J, gerade einmal ein Drittel (2014) bzw. ein Viertel (2015) des durchschnittlichen Stromverbrauchs von Schweizer Einpersonenhaushalten (1800 kWh) verbraucht worden. In der ZÃ¼rcher Wohnung sei dagegen viermal so viel Strom verbraucht worden, was beinahe demjenigen eines durchschnittlichen Zweipersonenhausalts (2350 kWh) entspreche. Den sozialen Kontakten in der Region K komme keine Bedeutung zu, da keine der vom BeschwerdefÃ¼hrer genannten Personen in H, Kanton J, wohne. Er mache denn auch keine (anderen) Bindungen â weder emotional noch organisatorischer Art â zu diesem Ort geltend. Vielmehr werde der in F gelebten Konkubinatsbeziehung besonderes Gewicht zugemessen, auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer geltend mache, keine symbiotische Beziehung mit seiner Partnerin zu fÃ¼hren und sie damals bewusst auf Abstand hÃ¤tten gehen wollen, weshalb die getrennten Wohnsitze auch einen persÃ¶nlichen Hintergrund gehabt hÃ¤tten. Da der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Lebensmittelpunkt nicht nach H, Kanton J, verlegt habe, gelte die natÃ¼rliche Vermutung, dass das bisherige Steuerdomizil in der Stadt F fortbestehe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Unbestritten ist, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer zwei Wohnungen zur Nutzung zur VerfÃ¼gung standen: Auf der einen Seite die Wohnung in H, Kanton J, zum andern die vor Verlegung seiner Schriften bewohnte Wohnung in der Stadt F, wo seine Lebenspartnerin lebt. In beiden Wohnungen will der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼bernachtet haben. HÃ¤lt sich eine Person abwechslungsweise an zwei Orten auf, ist massgebend, zu welchem Ort die stÃ¤rkeren Beziehungen unterhalten werden (siehe E. 2.2). Zur Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes sind daher beide Wohnsituationen nÃ¤her zu beleuchten: In H, Kanton J, verfÃ¼gte der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine voll ausgestattete, mÃ¶blierte Wohnung. Die vorliegende HÃ¶he des Mietzinses von Fr. 2'350.- pro Monat kann als Indiz dafÃ¼r betrachtet werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Wohnsitz ernsthaft nach H, Kanton J, verlegen wollte. FÃ¼r eine Wohnsitzverlegung nach H, Kanton J, sprechen auch die geltend gemachten akuten Beziehungsprobleme, wobei mit der Wohnung in H, Kanton J, bezweckt worden sei, vorÃ¼bergehend Abstand zu gewinnen. DafÃ¼r dass der BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich in H, Kanton J, nÃ¤chtigte, vermochte er indessen keine Beweise zu erbringen. So ergeben sich aus den umfangreichen Bankkonto- und Kreditkartenunterlagen kaum Auslagen, welche auf eine Ã¶rtliche Anwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers in H, Kanton J, schliessen liessen: Bei einer Vielzahl von Restaurantbesuchen wurde lediglich zweimal in H, Kanton J, diniert (Restaurant I am 8. Januar 2014 und am 28. November 2014) und zweimal am Bancomat Bargeld bezogen (am 23. Juni 2014 und am 7. Juli 2014). Neben den im Kanton J angefallenen Steuern und ElektrizitÃ¤tskosten sind aus den Unterlagen keine weiteren Auslagen ersichtlich, welche auf eine physische Anwesenheit des BeschwerdefÃ¼hrers in H, Kanton J, hindeuten wÃ¼rden. Ein anderes Bild ergibt sich fÃ¼r die Stadt F: Dort fanden zahlreiche Restaurantbesuche statt. Dies erstaunt allerdings nicht vor dem Hintergrund, dass der BeschwerdefÃ¼hrer dort berufstÃ¤tig ist und sich tagsÃ¼ber unter der Woche unbestrittenermassen in der Stadt F aufhÃ¤lt. Gleiches gilt fÃ¼r die EinkÃ¤ufe in BekleidungsgeschÃ¤ften (â¦) und BargeldbezÃ¼ge in der Stadt. DiesbezÃ¼glich unterscheidet sich die Situation des BeschwerdefÃ¼hrers nicht von Berufspendlern, die in der Stadt F arbeiten, ihren Wohnsitz aber ausserhalb der Stadt haben. In solchen Situationen kÃ¶nnen Angaben zu Auslagen des tÃ¤glichen Bedarfs sachdienliche Hinweise darÃ¼ber liefern, wo sich der Steuerpflichtige tatsÃ¤chlich aufgehalten hat. Dabei handelt es sich etwa um Angaben, wo Grundnahrungsmittel, KÃ¶rperpflegeprodukte oder sonstige GegenstÃ¤nde fÃ¼r den alltÃ¤glichen Gebrauch gekauft wurden oder wo der Wochenendeinkauf getÃ¤tigt wurde. Vorliegend sind aus den Kreditkartenabrechnungen keinerlei Auslagen fÃ¼r den tÃ¤glichen Bedarf ersichtlich. Dass es keine zusÃ¤tzlichen Verpflegungskosten gab, wie der BeschwerdefÃ¼hrer behauptet, erscheint nicht glaubhaft. Auch wÃ¼rde es entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers eben gerade einleuchten, wenn in H, Kanton J, zusÃ¤tzliche Verpflegungskosten angefallen wÃ¤ren. Wo der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r sich persÃ¶nlich Lebensmittel usw. einkaufte, liess er im Dunkeln: Er fÃ¼hrt lediglich aus, morgens unterwegs im "â¦" beim Bahnhof H oder in F etwas zu Essen gekauft zu haben und abends wieder in einem Laden oder an einem Imbissstand in F, im Coop oder Migros etwas Kaltes gekauft zu haben. Entsprechende Belege wurden nicht eingereicht. Wie es sich damit letztlich verhÃ¤lt, kann offengelassen werden, da die Bindungen zur Stadt F aus folgenden GrÃ¼nden bei Weitem Ã¼berwiegen:</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer lebte in den betreffenden Steuerperioden in einem Ã¼ber zehnjÃ¤hrigen, gefestigten Konkubinat mit C, welche er auch wirtschaftlich (Fr. 42'000.- im Jahr 2014, Fr. 30'000.- im Jahr 2015) unterstÃ¼tzte. Seine Lebenspartnerin bewohnte die zuvor gemeinsam genutzte Wohnung an der E-Strasse weiterhin und arbeitete von dort aus. Auch der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼bernachtete dort regelmÃ¤ssig â nach eigenen Aussagen "jeweils an etwa zwei Wochentagen" â und kam vollumfÃ¤nglich fÃ¼r die Mietkosten auf. Indem der BeschwerdefÃ¼hrer die vorbestehende Wohnung seiner langjÃ¤hrigen Lebenspartnerin weiterhin nach Belieben nutzen konnte und auch der Mietvertrag bis 31. Dezember 2016 auf ihn lautete, erscheint das Fortbestehen des Wohnsitzes in F als sehr wahrscheinlich. Dies insbesondere vor dem Hintergrund seiner starken beruflichen Verankerung als Rechtsanwalt in F. Somit hÃ¤tte dem BeschwerdefÃ¼hrer oblegen, den Gegenbeweis fÃ¼r den Wohnsitz in H, Kanton J, zu erbringen. Dies ist ihm jedoch nicht gelungen: Weder weist er soziale Kontakte noch sonstige Verbindungen zu H, Kanton J, nach. Vielmehr rÃ¤umt er selbst ein, in H, Kanton J, gar keine persÃ¶nlichen Beziehungen aufgebaut zu haben, was er indessen der gerichtsnotorischen "AnonymitÃ¤t" in stÃ¤dtischer Umgebung und in "Schlafgemeinden" zuschreibt. Nach dem Gesagten durfte die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangen, der BeschwerdefÃ¼hrer habe seinen frÃ¼heren Wohnsitz in der Stadt F beibehalten. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Dass insbesondere an den Wohnsitz der langjÃ¤hrigen Lebenspartnerin angeknÃ¼pft wird, widerspricht auch nicht der in Art. 24 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuierten Niederlassungsfreiheit. Indem Rechtsfolgen an den nach zivil- und steuerrechtlichen Kriterien bestimmten Wohnsitz angeknÃ¼pft werden, wird die MobilitÃ¤t des BeschwerdefÃ¼hrers und dessen Niederlassungsfreiheit nicht eingeschrÃ¤nkt. Der nach objektiven Kriterien bestimmte steuerliche Wohnsitz ermÃ¶glicht vielmehr eine gesetzmÃ¤ssige Besteuerung und stellt sicher, dass die Steuerpflicht an dem Ort anfÃ¤llt, wo auch die Leistungen des Gemeinwesens hauptsÃ¤chlich in Anspruch genommen werden (VGr, 31. Januar 2018, SB.2017.00146, E. 3.7; vgl. auch BGr, 25. Januar 2006, 2P.171/2005, E. 2.3; BGE 125 I 54 E. 2b/cc).</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und steht diesem auch keine UmtriebsentschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 140.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'140.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine UmtriebsentschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>