B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4764/2012 U r t e i l v o m 1 9 . M ä r z 2 0 1 3 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-4764/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 11. Mai 2012 beantragte die aus der Dominikanischen Republik stammende, 1987 geborene B._______ (nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) bei der Schweizerischen Botschaft in Santo Domingo die Erteilung eines Schengenvisums für die Dauer von drei Mo naten. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab sie an, A._______, wohnhaft im Kanton Basel-Landschaft (geb. 1977, im Folgenden: Gastgeber bzw. B e- schwerdeführer) besuchen zu wollen. B. Mit Verfügung vom 24. Mai 2012 wies die Schweizerische Botschaft den Visumsantrag ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer beim Bunde s- amt für Migration (BFM) am 30 . Mai 2012 Einsprache. In der Folge wu r- den die Gesuchsunterlagen zwecks Durchführung ergänzender Abkl ä- rungen beim Gastgeber an das Amt für Migration Basel -Landschaft übermittelt. C. Am 23. August 2012 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Zur Begrü n- dung führte sie im Wesentlichen aus, die Gesuchstellerin stamme aus ei- nem Land, aus welchem als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck insbesondere bei jüngeren Menschen festzustellen sei. Der Trend zur Auswanderung zeige sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Freunden bereits ein minimales Beziehungsnetz im Ausland bestehe. Die Eingeladene sei eine 25-jährige ledige Frau und Mutter eines dreijährigen Kindes. Somit würden ihr gewisse familiären Verpflichtungen obliegen. Ob diese genügend Gewähr für eine Rückkehr in ihr Heimatland bie ten würden, bleibe jedoch aufgrund der angespan n- ten wirtschaftlichen Situation in ihrem Heimatland ungewiss. Zudem ste- he die Gesuchstellerin in keinem festen Arbeitsverhältnis. Mangels and e- rer Belege und Umstände sei daher davon auszugehen, dass i hr keine besonderen beruflichen oder gesellschaftlichen Verpflichtungen obliegen würden. Es sei somit nicht davon auszugehen, dass eine anstandslose Wiederausreise gesichert sei. Schliesslich sei festzustellen, dass beim Beschwerdeführer gemäss Einschätzung der zuständigen kantonalen Behörde keine genügende Bonität bestehe. Die Garantieverpflichtung vom 2. August 2012 sei von der Gemeinde X._______ nicht unterzeichnet worden. Es sei somit im Zusammenhang mit dem Persönlichkeitsprofil C-4764/2012 Seite 3 der Gesuchstellerin fraglich, ob die Kosten für die Reise, den Unterhalt und weitere finanzielle Risiken abgedeckt werden könnten. D. Mit Rechtsmitteleingabe vom 13. September 2012 beantragt der B e- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss die Aufhe- bung des Einspracheentscheids der Vorinstanz und die Erteilung des g e- wünschten Besuchervi sums an die Gesuchstellerin. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, er kenne die Gesuchstellerin seit Deze m- ber 2010 und seit seinem letzten Aufenthalt in der Dominikanischen R e- publik im Dezember 2011 hätten sie täglich en Kontakt miteinander. Mit seiner Einladung in die Schweiz möchte er seiner Freundin die Möglich- keit bieten, sein soziales Umfeld und die Schweiz kennen zu lernen. Des weiteren würde sie sich ein Bild machen können, was es für sie bedeuten würde, als seine Ehefrau in der Schweiz zu leben. Die Gesuchstellerin sei eine liebevolle und fürsorgliche Mutter, die ihr Kind nicht alleine lassen würde. Es habe ihn sehr viel Überzeugungsarbeit gekostet, sie dazu zu bewegen, ihr Kind drei Monate in die Obhut andere Leute zu geben. Des Weiteren arbeite d ie Gesuchstellerin als Kinderbet reuerin. Mit dieser T ä- tigkeit bestreite sie den Lebensunterhalt für sich und ihr Kind. Hinzuzufü- gen sei, dass die Gemeinde X._______ den Inhaber seiner Arbeitgeberin als Garanten akzeptiert habe und die Garantieverpflichtung unter zeichnet habe. Überdies habe er vorgesehen, eine Reiseversicherung für die G e- suchstellerin abzuschliessen, falls das Visum erteilt würde. E. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Oktober 2012 spricht sich die Vorin - stanz für die Abweisung der Beschwerde aus. Sie führt aus, zwar habe sich der Arbeitgeber des Bes chwerdeführers mit der Garantieerklärung zur Übernahme sämtlicher Kosten für den Lebensunterhalt und die Rück- reise des Gastes bis zu einem Betrag von Fr. 30'000. -- verpflichtet. Mit dieser Erklärung könne de r Beschwerdeführer jedoch nicht für eine fris t- gerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin garantieren . In erster Linie hätten die persönlichen Verhältnisse des Gastes ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten. Die Gesuchstellerin ver- möge diese Voraussetzungen nicht zu erfüllen, da weder in ihrem familiä- ren Bereich zwingende Verantwortlichkeiten zu erkennen seien, die sie ernsthaft davon abhalten könnten, den Entschluss für eine Emigration zu fällen, noch von einer starken beruflich en und finanziellen Verwurzelung im Heimatland ausgegangen werden könne. Die gegenteiligen Zusich e- rungen des Gastgebers würden diese Einschätzung nicht zu ändern ve r-C-4764/2012 Seite 4 mögen, stehe er doch erst seit einem Ferienaufenthalt im Dezember 2011 in näherem freundschaftlichen Kontakt zur Gesuchstellerin. F. Mit Replik vom 12. November 2012 hält der Beschwerdeführer an den Anträgen und den Ausführungen in der Beschwerde fest. Ergänzend wird vorgebracht, die Gesuchtellerin trage mit ihren Einkünften auch massgeb- lich zum Lebensunterhalt ihrer Mutter bei, weswegen nicht von einer nicht erkennbaren zwingenden Verantwortlichkeit im familiären Bereich g e- sprochen werden könne. Mit dem dreimonatigen Aufenthalte der Gesuch- stellerin in der Schweiz werde beabsichtigt, herauszufinden, ob sie heira- ten wollen. Dieses Vorgehen erachte er als verantwortungsbewusster, als direkt zu heiraten obwohl die Einreiseformalitäten bei einer Hochzeit ei n- facher wären. G. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Er - wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge gen Ver- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verf ü- gungen bzw. Einspracheentscheide des BFM, mit denen di e Erteilung ei- nes Schengenvisums zu Besuchszwecken verweigert wird. In die ser Ma- terie entscheidet das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, rich - tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). C-4764/2012 Seite 5 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be - schwerde berechtigt. Auf die frist - und formgerecht eingereichte Be- schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rec hts- erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be schwerde- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an . Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt sein es Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2, BVGE 2007/41 E. 2 und Urteil des BVGer A -2682/2007 vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und 1.3). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer Staatsangehörigen der Dominikanischen Republik um Erteilung eines Visums fü r einen dre i- monatigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstelle- rin nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsach e in den persönlichen und sachlichen A n- wendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemei n- schaftsrechtlichen Rechts akte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsve r- ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen - Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präs entieren sich im Anwendungsbereich der erwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – C-4764/2012 Seite 6 grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitglie dstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Martina Caroni / Thoma s Gächter / Daniela Thurn herr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Auslän derinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Angehörige von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-Raums für einen Aufenthalt von h öchstens drei Monaten je Sechsmonatszeitraum einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku - mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren - zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlic h ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti - gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristi- gen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumertei - lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen dur ch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemei nschaft [nach- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien C-4764/2012 Seite 7 Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Weiterhin dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge - schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehu n- gen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswi d- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (v gl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflic htungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschrän k- ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Diese s Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). C-4764/2012 Seite 8 5. 5.1 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 listet diejenigen Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Übe r- schreiten der Aussengrenzen der Schengen Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen (Abl. L 81 vom 21.03.2001, S. 17, zum vol l- ständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV). Da die Dominikanische Republik zu diesen Staaten zählt, unte rliegt die Gesuch- stellerin der Visumspflicht. Bei der Prüfung der Einrei sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesicherten Wiederausreise im Vordergrund, welche die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Lage im Heimatland sowie der persön lichen Verhältnisse der Gesuchstellerin an- zweifelt. Dazu lassen sich i n der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wi e- derausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunfts land der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bü r- gerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wir t- schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hi n- deuten, da ss die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Ein - klang steht. 5.3 Die Gesuchstellerin stammt aus der Dominikanischen Republik. Die Wirtschaft dieses Landes konnte sich zw ar nach einer durch den Z u- sammenbruch dreier grosser Geschäftsbanken im Jahre 2003 verursac h- ten schweren Krise sowie der Wirtschaftskrise von 2008 – dank der Kon- solidierungspolitik des im August 2004 gewählten (und im Mai 2008 wi e- dergewählten) Staatspräsid enten und Regierungschefs Leonel Ferná n- dez Reyna und seit August 2004 unterstützt durch den IWF – in beein- druckender Kürze erholen. Beleg dafür ist die Wirtschaft, welche sich seit über zehn Jahren durch ein starkes Wachstum von durchschnittlich knapp 7% jährlich auszeichnete. Seit 2011 ist das Wachstum jedoch gesunken und liegt bei durchschnittlich 4%. Der Amtsnachfolger Danilo Medina (seit 16. 08. 2012) hat zudem angekündigt, den Wirtschaftswachstumskurs mit staatlicher Austeritätspolitik zu verbinden. Des Weiteren ist die Einkom- mensverteilung zunehmend ungleich, was zu sozialen Spannun gen führt. Festzustellen ist auch, dass die Transferzahlungen von im Ausland l e- benden Staatsbürgern mit einem beträchtlichen Anteil von 6% zum Brut- toinlandprodukt beitragen , jedoch seit einigen Jahren rückläufig sind C-4764/2012 Seite 9 (Quelle: Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertigesamt.de, Aussen- und Europapolitik > Länderinformatio- nen > Länder A-Z > Dominikanische Republik > Wirtschaft, Stand: Okto- ber 2012 > Seite besucht im Februar 2013). Vor dem aufgezeigten wirtschaftlichen Hintergrund ist – vor allem bei der jüngeren Bevölkerung – gemeinhin ein starker Migrationsdruck festzustel- len. Vor allem Nordamerika und Europa gelten als Wunschdestinationen von Menschen im erwerbsfähigen Alter, die auf ein in wirtschaftlicher Hin- sicht besseres Leben hoffen. Die Tendenz zur Auswanderung wird erfa h- rungsgemäss dort noch verstärkt, wo im Ausland bereits ein soziales B e- ziehungsnetz ( in casu die Schwester der Gesuchstellerin sow ie ihr Freund) besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restrikt i- ven Zulassungsregelung zum Arbeitsmarkt nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen. 5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allg e- meinen Umstände, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkr e- ten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Pe r- son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesel l- schaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umst and durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umg e- kehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflic h- tungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Einr eise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 6. 6.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um ei ne unverheiratete 26-jährige Frau und Mutter eines vierjährigen Sohnes . Auf den ersten Blick könnte der Umstand, dass die Gesuchstellerin M utter ist, für eine gewisse Verwurzelung sprechen. Andererseits zeigt die Erfahrung, dass zurückbleibende nahe Angehörige gerade in Situationen angespannter politischer bzw. wirtschaftlicher Verhältnisse regelmässig nicht verlässlich davon abhalten können, den Entschluss für eine Emigration zu fällen, sei dies etwa in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland eff i- zienter zu unterstützen oder später allenfalls gar nachziehen zu können. Dass der Zuwanderungsdruck von Personen aus der Dominikanischen Republik in grossem Masse anhält, wurde bereits erwähnt. Es sind somit in casu - im Sinne des anzulegenden engen Beurteilungsmassstabs - C-4764/2012 Seite 10 keine familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen ersichtlich, welche die Gesuchstellerin von einer Emigration abzuhalten vermögen. 6.2 Der Beschwerdeführer macht so dann berufliche Bindungen der G e- suchstellerin geltend: Sie arbeite als Kinderbetreuerin. Mit dieser Tätigkeit bestreite sie den Lebensunterhalt für sich und ihr Kind und trage auch massgebend zum Lebensunterhalt ihrer Mutter bei. Den Akten ist kein Ar- beitsvertrag, der ihre derzeitige Arbeitsstelle hinreichend darstellen würde (Beschäftigungsgrad, Höhe des Gehalts, etc), beigelegt, weshalb daraus keine zuverlässigen Rückschlüsse auf ihre wirtschaftlichen V erhältnisse gezogen werden können. Es ist festzuhalten, dass auf dieser Grundlage die Wiederausreise der Gesuchstellerin noch nicht als gesichert eing e- stuft werden kann, zumal ihr diese Tätigkeit offenbar ohne Weiteres eine mehrwöchige Landesabwesenheit gestatten würde. Demzufolge obliegen der Gesuchstellerin wohl auch keine zwingenden beruflichen Verpflic h- tungen. 6.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vori n- stanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für e i- ne frist gerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach ihrem Besuchsaufenthalt besteht. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt jedoch, um die Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Recht s- anspruch besteht, abzulehnen. 6.4 An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer eine rechtzeitige Rückkehr der G e- suchstellerin zugesichert hat . Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und die Absichten des Gast- gebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Gewähr für ei- ne fristgerechte und anstandslo se Wiederausreise zu bie ten. Der Gas t- geber kann – wie dies in casu mit der Unterzeichnung der Verpflichtungs- erklärung durch seinen Arbeitgeber am 2. August 2012 geschehen ist – zwar für gewi sse finanzielle Risi ken (Lebensunter haltskosten während des Besuchsaufenthaltes, allfällige Kosten für Unfall und Krankheit sowie Rückreisekosten) Garantie leisten, nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbar keit – für ein be stimmtes Verhalten des Gastes (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). C-4764/2012 Seite 11 7. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskos- ten sind auf Fr. 800. - festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. -- werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn Versand: