B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1764/2013/sps U r t e i l v o m 3 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Februar 2013 / N (…). D-1764/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge Sri Lanka am 18. November 2009 mit einem Pass auf einen anderen Namen per Flug- zeug nach B._______, von wo aus er im Auto am 23. November 2009 un- ter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz einreiste und gleichen- tags im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nachsuchte. Am 25. November 2009 wurde er summarisch befragt und am 15. Dezember 2009 zu seinen Asylgründen angehört. Zur Begründung sei nes Asylgesuches brachte der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus D._______ – vor, er habe einen Bruder gehabt, der als LTTE -Kämpfer im Jahr (…) ge- fallen sei. Er sei immer wieder wegen seines Bruders von der Armee ge- sucht worden. Er selber sei Präsident eines Studentenvereins gewesen, habe zwischen 2001 und 2003 an Anlässen der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) teilgenommen und diese auch unterstützt. A m 8. Septe m- ber 2003 sei er deswegen vom Armeegeheimdienst an seinem Wohnort festgenommen und während zwei er Monate beziehungsweise zwei er Wochen im Camp inhaftiert, verhört und geschlagen worden. Dann habe man ihn freigelassen, worauf er sich an verschiedenen Orten aufgehalten und sein Dorf verlassen habe, um ins Vanni-Gebiet zu reisen, wo er fortan gelebt, für die (…) gearbeitet und gleichzeitig sein letztes Studienjahr per Fernstudium absolviert habe. Im Jahr 2004 sei er im Geheimen für die Abschlussprüfung nach D._______ gereist und am Tag nach Beendigung der Prüfung sei er ins Vanni -Gebiet zurückgereist, um dort weiter zu a r- beiten. Als er am 24. März 2006 sein Zeugnis in D._______ habe persön- lich abholen wollen, sei er von Angehörigen der Armee auf dem Motorrad verfolgt worden, worauf er in d ie Universität beziehungsweise ins Schu l- haus, in welchem eine Auseinandersetzung zwischen den Studenten und den Soldaten stattgefunden habe, geflohen sei und sich dort versteckt habe. Mit der Hilfe von Angehörigen der LTTE habe er ins Vanni -Gebiet zurückkehren können, wo er wiederum gearbeitet habe. Im Februar 2009 sei der Krieg heftiger geworden, worauf er zusammen mit andern Leuten an verschiedene Orte geflohen sei und sich schliesslich zusammen mit der Bevölkerung der Armee ergeben habe. Daraufhin seien sie i n E._______ während drei er Tage von der Armee festgehalten worden. Nachdem er einer Person die Telefonnummer seiner Eltern gegeben h a- be, sei er am vierten Tag freigelassen worden, worauf er seinen Freund in F._______ kontaktiert und dieser ihn abgeholt habe. Später habe er e r-D-1764/2013 Seite 3 fahren, dass die Eltern für seine Freilassung bezahlt hätten. Obwohl er sich bei seinem Freund immer im Haus aufgehalten habe, sei er Ende Februar 2009 bei einem Round-up erneut festgenommen, verhört und un- ter dem Vorwurf, aus dem Vanni -Gebiet zu kommen, mitgenommen wor- den. Bis im Mai 2009 habe man ihn festgehalten und gezwungen, als Kopfnicker LTTE-Leute aus dem Vanni-Gebiet zu verraten, weil er zug e- geben habe, aus dem Vanni -Gebiet beziehungsweise aus D._______ zu kommen. Als Ende Mai 2009 der Krieg geendet habe und sich die Ange- hörigen der LTTE ergeben hätten, sei er an einen andern Ort gebracht und erneut befragt worden . Eines Tages habe ihn eine tamilisch spr e- chende Person befragt, worauf er geweint habe. Der Befrager habe ihm dann ein Telefongespräch mit seiner Mutter ermöglicht. Daraufhin sei er nach einigen Tagen erneut freigelassen worden. Da ihn sein Freund in F._______ nicht mehr habe aufnehmen wollen, weil es zu gefährlich g e- wesen sei, habe er ih m bei der Organisation der Ausreise geholfen. Bis am 18. November 2009 habe sich der Beschwerdeführer in der Nähe von F._______ beim Schlepper aufgehalten, und anschliessend habe ihn di e- ser zur Ausreise nach G._______ gebracht. Der Beschwerdeführer reichte folgende Beweismittel zu den Akten: ein e sri-lankische Identitätskarte, eine Videokassette mit seinem Bruder, ein Foto seines Bruders, einen Text aus dem Internet über einen Vorfall an seinem Wohnort, einen Studentenausweis, eine Bestätigung über seine Tätigkeit als Studentenführer, eine Arbeitsbestätigung, eine Fluchtbestäti- gung, eine Bestätigung des Anwalts, die Kopie einer Geburtsurkunde se i- nes Bruders, ein Buch der Studentenunio n und einen Artikel über den Präsidenten. Am 12. Dezember 2012 heiratete der Beschwerdeführer eine deutsche Staatsangehörige. B. Mit Verfügung vom 26. Februar 2013 – eröffnet am 28. Februar 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anfor- derungen an die Glaubhaftmachung nicht zu genügen vermöchten. Auf die weiteren Einzelheiten der Begründung wird – soweit entscheidwesent- lich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. D-1764/2013 Seite 4 C. Mit Eingabe vom 2. April 2013 erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – gegen diesen Entscheid Beschwerde und stellte folgende Anträge: – Die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurück- zuweisen. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sac h- verhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung a ufzuheben und die Flüch t- lingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen sowie ihm gestützt darauf Asyl zu gewähren. – Eventuell sei die angefochtene Verfügung hinsichtlich der Ziffern 4 und 5 des Dispositivs aufzuheben und die Unzulässigkeit beziehungsw eise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. – Es sei das Spruchgremium bekannt zu geben. – Allenfalls sei das BFM anzuweisen, eine Beweisverfügung gemäss Art. 11 AsylG zu erlassen. – Das BFM sei zudem anzuweisen, mit dem Beschwerdeführer eine A n- hörung zur aktuellen Situation durchzuführen. – Es sei eine angemessene Frist von 30 Tagen zur Einreichung weiterer Beweismittel betreffend Bilanzmanipulationen und Verfolgung der damit betrauten Personen zu gewähren. – Sinngemäss wurde zudem beantragt, das BFM sei anzuweisen, sämt- liche Herkunftsländerinformationen, auf welche es seinen Entscheid stü t- ze, in geeigneter Weise offenzulegen und eventuell eine angemessene Frist einzuräumen, um zu diesen Informationen Stellung zu nehmen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer abgesehen von der Kopie der angefochtenen Verfügung 63 Beilagen zur allgemeinen Situation in Sri Lanka zu den Akten. Auf die Begründung der Beschwerde D-1764/2013 Seite 5 wird in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen, soweit dies für die Entscheidfindung notwendig ist. D. Mit Verfügung vom 24. April 2013 wurde der Eingang der Beschwerde be- stätigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde ka nn die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige D-1764/2013 Seite 6 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Das BFM führte zur Begründung seines ablehnenden Asylentsche i- des aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderu n- gen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. Insbesondere seien die Aussagen des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar beziehungsweise realität s- fremd. Es könne nicht nachvollzogen werden und sei nicht logisch, dass die Behörden den Beschwerdeführer ständig intensiv gesucht und auch verhaftet, dann jedoch immer wieder freigelassen hät ten. Zudem erschei- ne es unwahrscheinlich, dass die Armee in F._______ nicht gewusst h a- be, dass er in D._______ intensiv unter schwerem Verdacht gesucht wer- de. Allein die Tätigkeit des Beschwerdeführers bei einer Studentenvere i- nigung und ein Bruder, der bei den LTTE gewesen sei, stelle kein Profil dar, welches jeden Soldaten oder jeden Angehörigen des CID zu einer Suche nach ihm veranlasse. Deshalb sei es auch unwahrscheinlich, dass er von der Armee bis in die Universität verfolgt worden sei mit dem Ziel, ihn umzubringen, und dass ihm unter diesen Umständen die Flucht g e- lungen sei. Angesichts der Angabe, die Armee habe nichts von seinem Hintergrund gewusst, sei es auch nicht überzeugend, dass er als Kopfn i- cker eingesetzt worden sei. Auch die Angaben, er sei jeden Tag von einer andern Person befragt worden und dank seines Weinens freigekommen, vermöchten nicht zu überzeugen. 4.2 Darüber hinaus habe der Beschwerdeführer nicht angeben können, wo er zwischen Februar und Mai 2009 festgehalten worden sei, wo er sich danach aufgehalten habe und wie seine Haft verlaufen sei. Auch die Umstände seiner Freilassung und die Kosten seiner Ausreise seien im Dunkeln geblieben. Zudem sei er nicht in der Lage gewesen, die Reise von D._______ nach H._______ zu beschreiben. 4.3 Des Weiteren habe er einmal angegeben, er sei im Jahr 2003 wä h- rend zweier Monate inhaftiert gewesen, während er später diese Haft auf zwei Wochen beschränkt habe. Unterschiedlich habe er sich zudem über den Ort, an welchem er als Kopfnicker eingesetzt worden sei, geäussert: D-1764/2013 Seite 7 Während er dies nach der einen Version nicht wisse, sei dies nach der andern Version in E._______ gewesen. 4.4 Aus den eingereichten Dokumenten gehe schliesslich keine aktuelle asylrelevante Verfolgung hervor. Insbesondere könne aus der Behau p- tung, der Beschwerdeführer habe in einem Studentenverein mitgewirkt und sein Bruder sei Kämpfer der LTTE gewesen, nicht auf eine Verfo l- gung durch die heimatlichen Behörden geschlossen werden. 5. In seiner Beschwerdeschrift legte der Beschwerdeführer in Ergänzung zu seinen bisherigen Angaben in tatbeständlicher Hinsicht dar, er gelte g e- genüber den sri -lankischen Behörden als besonders verdächtig, weil er aus einer Heldenfamilie stamme, was auch nach Kriegsende einen z u- sätzlichen Verdacht und damit ein erhöhtes Verf olgungsrisiko erwecke. Nach seiner Festnahme am 8. September 2003 sei er während zwei er Wochen festgehalten worden. Anschliessend habe er als Buchhalter bei der Firma (…), einem durch die LTTE geleiteten und geführten Bauunte r- nehmen, das insbesondere seit dem Tsunami am 26. Dezember 2004 im Bereich der Entwicklung und des Wiederaufbaus in Sri Lanka tätig sei, gearbeitet. Den sri -lankischen Behörden sei nach Kriegsende bekannt geworden, dass dieses Unternehmen grosse Geldmittel über buchhalter i- sche Manipulationen für die LTTE abgezweigt habe. An diesen Bilanzma- nipulationen sei auch der Beschwerdeführer beteiligt gewesen. Diesb e- züglich seien Ermittlungen aufgenommen worden. Als er sich am 24. März 2006 nach D._______ begeben habe, um sein Zeugnis abzuholen, sei er von Armeeangehörigen verfolgt worden, worauf er in die Universität geflohen sei, was zu einer eigentlichen Belagerungssituation durch die sri-lankische Armee geführt habe. Ende Februar 2009 sei der Beschwe r- deführer anlässlich einer Razzia erneut festg enommen und – da er aus D._______ stamme und lange Zeit im Vanni -Gebiet gelebt habe – ver- dächtigt worden, mehr über die LTTE zu wissen, weshalb man ihn als Kopfnicker eingesetzt habe. In dieser Funktion habe er eine grosse A n- zahl von ihm persönlich bekannt en Unterstützern oder Aktivisten der LTTE identifizieren müssen. 6. Die gestellten formellen Rügen begründet der Beschwerdeführer wie folgt: D-1764/2013 Seite 8 6.1 Vom BFM sei der rechtserhebliche Sachverhalt nur unvollständig und unrichtig festgestellt worden. Da er letztmals am (…) angehört worden sei, was mehr als drei Jahre zurückliege, sei vom BFM die aktuelle Situ a- tion nicht berücksichtigt worden, weil sich seither die Situation in Sri La n- ka grundlegend geändert habe. Es liege nicht in der Verantwortung des Beschwerdeführers, dass sein Asylgesuch während mehr als drei Jahren nicht behandelt worden sei. Unter diesen Umständen hätte das BFM den rechtserheblichen Sachverhalt zwingend erneut erfragen oder dem B e- schwerdeführer zumindest die Möglichkeit zur Einreichung einer Ste l- lungnahme gewähren müssen. Er habe die ihm obliegende Mitwirkung s- pflicht erfüllt, da er den Behörden jederzeit zur Verfügung gestanden h a- be. Mit der unterlassenen erneuten Anhörung beziehungsweise der G e- währung des rechtlichen Gehörs habe das BFM den Anspruch auf vor- gängiges rechtliches Gehör verletzt, weshalb die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an das BFM zurückzuweisen sei. 6.2 Zudem habe das BFM den Beschwerdeführer nicht zu seiner Tätigkeit als Buchhalter befragt, obwohl er diese in der Anhörung erwähnt habe. Da die LTTE im Vanni-Gebiet dessen Bewohner regelmässig in ihre Akt i- vitäten miteinbezogen hätten, wären indessen Fragen an den Beschwer- deführer dazu dringend notwendig gewesen. Unter diesem Blickwinkel hätte sich die Frage gestellt, inwiefern der Beschwerdeführer durch seine Tätigkeit als Buchhalter mit den LTTE verstrickt gewesen sei. Da zudem im Unternehmen, für welches e r als Buchhalter gearbeitet habe, eine doppelte Buchhaltung geführt worden sei, welche zu einem Abfluss gro s- ser Geldmittel zugunsten der LTTE geführt habe, sei der Beschwerdefü h- rer in Bilanzmanipulationen und Veruntreuungen verwickelt, weshalb er in einem besonderen Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Behörden stehe, da diese nach Ende des Krieges klargemacht hätten, dass Pers o- nen, welche den LTTE Geldmittel verschafft hätten, verfolgt würden. In Sri Lanka seien aus diesem Grund bereits viele Personen f estgenommen und Strafuntersuchungen eingeleitet worden. Da unter diesen Umständen auch der Beschwerdeführer mit einer Verfolgung im Heimatland rechnen müsse, sei die angefochtene Verfügung mangels Klärung des Sachve r- halts aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 6.3 Ferner sei der Beschwerdeführer nie zu seinen Aktivitäten als Kopfn i- cker für die LTTE im Vanni -Gebiet befragt worden, obwohl auch diesb e- züglich Sachverhaltsabklärungen notwendig gewesen wären. Da er 25 bis 30 Personen verraten hab e, drohe ihm aufgrund eines massiven R a- chebedürfnisses auch von privater Seite eine Verfolgung. Zudem sei er D-1764/2013 Seite 9 teilweise mit den verratenen Personen untergebracht gewesen, weshalb diese genau wüssten, von wem sie verraten worden seien. Auch diese unvollständige Abklärung des Sachverhalts rechtfertige die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. 6.4 Des Weiteren sei aus den Akten nicht ersichtlich, ob das BFM aktuelle Länderinformationen zugezogen habe, obwohl eine Einschätzung der ak- tuellen Lage nur gestützt darauf erfolgen könne. Hätte das BFM solche berücksichtigt, hätte es dem Beschwerdeführer auch Fragen zu seiner Tätigkeit im Vanni-Gebiet gestellt, da ihm bei Kenntnis der Sachlage b e- kannt gewesen wäre, dass der Beschwerdeführer durch seine Tätigkeit als Buchhalter im Vanni-Gebiet in Buchhaltungsmanipulationen verwickelt sein könnte. Zudem hätte das BFM gew usst, dass nach Kriegsende chaotische Zustände geherrscht hätten und die Identifizierung von Ang e- hörigen der LTTE oberste Priorität gehabt habe, weshalb viele LTTE - Unterstützer und –Aktivisten als Kopfnicker eingesetzt und deshalb nicht selber verfolgt worden seien. Dem BFM wäre klar gewesen, dass der B e- schwerdeführer eine für die damalige Zeit typische Geschich te erzähle. Dem BFM wäre auch bewusst gewesen, dass im damaligen Zeitpunkt die Informationen der verschiedenen Sicherheitskräfte in Sri Lanka noch nicht zusammengeflossen seien, was zur Folge gehabt habe, dass die Sicherheitskräfte am einen Ort über eine a llfällige Suche einer Person an einem andern Ort nicht informiert gewesen seien. Gestützt auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. März 2013 (im Verfahren […]) sei es nicht zulässig, dass das BFM pauschal auf einen Sach verhalt verweise, ohne die entsprechenden Quellen und die konkreten vorliege n- den Beweismittel zu benennen. Demgegenüber ergebe sich aus einem andern Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. März 2013 (im Ver- fahren […]) das Gegenteil. Indessen sei ohne Offenlegung der Quellen der Beweis des Gegenteils von Behauptungen nicht möglich, und auch das Bundesverwaltungsgericht sei in der Lage gewesen, in seinem Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 die Quellen offenzulegen. Ein a n- gebliches Amtswissen könne nicht nur behauptet werden, sondern müsse auch offengelegt werden, um der Begründungspflicht Genüge zu tun. Die Weigerung des BFM und des Bundesverwaltungsgerichts, sich mit den seit dem Urteil vom 27. Oktober 2011 eingetretenen sach verhaltsmässi- gen Änderungen auseinanderzusetzen , stelle eine Rechts verweigerung dar. Zudem sei jedes Urteil mit dem Makel einer per manent drohenden Verletzung von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut- ze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) behaftet. D-1764/2013 Seite 10 Folglich sei auch mit Verweis auf das Urteil vom 18. März 2013 die ange- fochtene Verfügung aufzuheben oder zumindest eine Beweisverfügung im Sinne von Art. 11 AsylG an das BFM anzuordnen. Da die ungenüge n- den Länderkenntnisse des BFM zur Situation in Sri Lanka offensichtl ich seien, rechtfertige sich die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhalts ebenfalls. 6.5 Bei einer Neubeurteilung müsse zwingend eine Anhörung des B e- schwerdeführers zur aktuellen Situation erfolgen. Ausserdem müssten al- le seine Vorbringen in die Beurteilung miteinbezogen , Länderinformatio- nen zur aktuellen Lage herangezogen und die verwendeten Länderinfo r- mationen offengelegt werden. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer e i- ne Frist zur Einreichung allfälliger zusätzli cher Beweismittel anzusetzen. Insbesondere sei ihm eine Frist von 30 Tagen zur Beibringung von B e- weismitteln betreffend Bilanzmanipulationen zu gewähren. Sollte das Bundesverwaltungsgericht keine Rückweisung in Erwägung ziehen, mü s- se es den Beschwerdeführe r selber anhören, die relevanten Länderinfo r- mationen zuziehen und eine Frist zur Einreichung weiterer Beweismittel ansetzen. 7. 7.1 Nachfolgend sind die formellen Rügen vorab zu prüfen, da diese g e- gebenenfalls zur Kassation der vorinstanzlichen Verfügung führen kön- nen. Der Beschwerdeführer stellte den Antrag, die angefochtene Verf ü- gung sei wegen unrichtiger und unvollständiger Sachverhaltsfeststellung und wegen der Verletzung des Prinzips des rechtlichen Gehörs durch das BFM aufzuheben und die Akten zur Vornahme entsprechender Abklärun- gen an die Vorinstanz zu überweisen. 7.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellt die Asylbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts kann nach Art. 49 Bst. b VwVG beziehungsweise Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG gerügt werden. "Un- richtig" ist die Sachverhaltsfeststellung beispielsweise dann, wenn der Verfügung ein aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. "Unvolls tändig" ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz der geltenden Untersuchungsmaxime den Sac h- verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder nicht alle für den En t- scheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. dazu BENJAMIN SCHINDLER, in: Christoph Auer/Markus Müller, Benjamin Schindler, VwVG, Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltung s-D-1764/2013 Seite 11 verfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 28 zu Art. 49, S. 676 f.). Ihre Gre n- ze findet die Untersuchungspflicht in der Mitwirkungspflicht des Asylsu- chenden (vgl. Art. 8 AsylG). 7.3 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesver- fassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verf ü- gende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung der Verfügung soll es dem Betrof- fenen ermöglichen, den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufech- ten. Art. 35 Abs. 1 VwVG umschreibt den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher; verlangt wird aber, dass die Begründung eines Entscheides so abgefasst wird, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER in: Kommentar zum Bunde s- gesetz über da s Verwaltungsverfahren (VwVG), Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Zürich 2008, N. 6 ff. zu Art. 35; BVGE 2007/30 E. 5.6). 7.4 Angesichts der seit der Anhörung am (…) veränderten Gefährdungs- situation in Sri Lanka macht der Beschwerdeführer geltend, dass er vor Erlass der BFM -Verfügung erneut hätte angehört werden müssen, somit das rechtliche Gehör verletzt worden sei und dies auch zu einer unvol l- ständigen und unrichtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts geführt habe. Wie den Befragungsprotokollen zu entnehmen ist, wurde der Beschwe r- deführer letztmals am (…) – mithin vor etwa dreieinhalb Jahren – zu sei- nen Asylgründen befragt (vgl. Akte A7/15). Dabei verneinte er die Frage, ob es noch weitere Gründe, welche er bisher noch nicht erwähnt habe, gebe, und auch die Hilfswerksvertretung hatte keine weiteren Fragen (vgl. Akte A7/15 S. 12). Zudem machte sie keinerlei Anmerkungen, wonach die Befragung unvollständig gewesen sei (vgl. A8, "Anhang 5 zur Weisung zum Asylgesetz über die Anhörung im Kanton"). Die Prot okolle stellen somit eine genügende Basis für einen Entscheid über die asylrelevante Verfolgung beziehungsweise begründete Furcht dar, womit der Sachve r- halt in entscheidreifer Weise abgeklärt ist. Ferner kann davon ausgegan- gen werden, dass sich das BFM der aktuellen Lage in Sri Lanka bewusst ist. Ausserdem kann auf die Mitwirkungspflicht verwiesen werden (Art. 8 D-1764/2013 Seite 12 AsylG), wobei dem Beschwerdeführer genügend Zeit zur Verfügung stand, sich zu einer allfälligen neuen persönlichen Situation in Verbindung mit den Ereignissen in Sri Lanka seit Dezember 2009 zu äussern. Eine erneute Anhörung in diesem Zusammenhang hat das BFM somit zu Recht nicht vorgenommen. Aus den gleichen Gründen war das BFM auch nicht verpflichtet, dem Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Ge- hörs die Möglichkeit zu einer Stellungnahme einzuräumen. 7.5 Auch der Vorwurf, das BFM hätte dem Beschwerdeführer zu seiner Tätigkeit im Vanni-Gebiet weitere Fragen stellen müssen, vermag nicht zu überzeugen. Wie dem Protokoll zu entnehmen ist, wurde dem Be schwer- deführer anlässlich der Anhörung zu seinen Asylgründen die Möglichkeit gewährt, weitere – bisher nicht erwähnte und gegen eine Rückkehr in den Heimatstaat sprechende Gründe – anzusprechen. Der Beschwerdeführer verneinte indessen ausdrücklich die Frag e nach weiteren Gründen (vgl. Akte A7/15 S. 12) und bestätigte im Übrigen, dass das Protokoll vollstä n- dig sei (vgl. Akte A7/15 S. 13). Im Hinblick auf die ihm obliegende Mitwi r- kungspflicht wäre es an ihm gelegen, eine allfällig bestehende Verbi n- dung seiner Arbeit im Vanni-Gebiet zu den LTTE bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens – beispielsweise mit einer nachträglichen schriftlichen Eingabe während des erstinstanzlichen Verfahrens – darzu- legen. Angesichts dessen Dauer wäre ihm dazu genügend Zei t zur Verfü- gung gestanden. Die erst im Beschwerdeverfahren dargelegte Verstr i- ckung seiner Arbeit als Buchhalter mit den LTTE ist somit verspätet und kann folglich nicht als glaubhaft betrachtet werden. Es wäre auch am B e- schwerdeführer gelegen, anlässlich d er Anhörung klarzustellen, dass er als Buchhalter Gelder zugunsten der LTTE veruntreut habe, was er indes- sen nicht vorbrachte. Somit ist auch dieser Teil des Sachverhalts nachge- schoben und kann nicht geglaubt werden. Von einer Verletzung des rechtlichen G ehörs oder des Untersuchungsgrundsatzes in diesem Z u- sammenhang kann folglich nicht die Rede sein. Die in der Beschwerde beantragte Rückweisung an die Vorinstanz zur Feststellung des diesb e- züglichen Sachverhalts rechtfertigt sich somit nicht. 7.6 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, das BFM hätte ihn auch näher zur geltend gemachten erzwungenen Kopfnickertätigkeit befragen müssen, da ihm daraus auch auf privater Ebene eine Verfolgung drohe. Die Unterlassung entsprechender Fragen stelle ebenfalls eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und der Begründungspflicht dar. Dazu ist festzuhalten, dass sich das BFM bei der Begründung seiner Verfügung auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken durf-D-1764/2013 Seite 13 te und nicht gehalten war, sich ausdrückl ich mit jeder tatbeständlichen Behauptung auseinander zu setzen (BGE 126 I 97 E. 2.b S.102 f.). Fer- ner können den Akten keine Hinweise entn ommen werden, wonach das BFM den diesbezüglichen Sachverhalt ungenügend festgestellt bezi e- hungsweise sich mit diesem nicht auseinandergesetzt hätte. Insbesonde- re ist darauf hinzuweisen, dass das BFM die Kopfnickertätigkeit des Be- schwerdeführers in seine Beurteilung miteinbezog (vgl. Akte A19/7 S. 3), womit klar zum Ausdruck kommt , dass es sich dieser Tätigkeit des B e- schwerdeführers bewusst war. Da dieser zudem im ordentlichen Verfa h- ren nie geltend machte, er habe aufgrund dieser Tätigkeit mit den Behö r- den oder mit andern Personen in seinem Heimatland Probleme beko m- men, und er anlässlich der Anhörung darlegte, er sei in ei ner Kabine hin- ter einer dunklen Fensterscheibe gewesen, und man habe von aussen nicht hineinsehen können , ist es nicht plausibel, dass ihm nun laut Be- schwerde aufgrund dieser Tätigkeit eine Gefahr drohen sollte. Dem Vo r- bringen kommt somit keine entscheidende Bedeutung zu, weshalb die Vorinstanz davon absehen konnte , dem Beschwerdeführer dazu weitere Fragen zu stellen. Der Beschwerdeführer wäre ausserdem auch diesb e- züglich im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht gehalten g e- wesen, während des erstinstanzlichen Verfahrens eine allfällig drohende Gefahr für seine Person aus diesem Grund sowie eine entsprechende überzeugende Begründung selber vorzubringen. Unter diesen Umstä n- den ist es nicht nachvollziehbar, warum er als Kopfnicker – sollte di es denn glaubhaft sein – überhaupt identifizierbar wäre. Darüber hinaus machte der Beschwerdeführer nicht geltend, er sei zusammen mit den von ihm verratenen Personen inhaftiert beziehungsweise untergebracht gewesen, weshalb die entsprechende Darstellung i n der Beschwerde zu bezweifeln ist. Die vom Beschwerdeführer erhobene Rüge ist daher auch in diesem Punkt unbegründet. 7.7 Des Weiteren wurde gerügt, dass d as BFM seine Länderinformati o- nen nicht offengelegt habe, was ebenfalls eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und eine unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverha l- tes darstelle. Die gesammelten Länderinformationen und Länderberichte würden verwaltungsinternen Berichten und Gutachten zu streitigen Sac h- verhaltsfragen entsprechen, welche gemäss bundesg erichtlicher Rech t- sprechung den normalen Akteneinsichtsregel unterliegen würden. Somit werde die Begründungspflicht verletzt. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass Fachwissen als so l- ches wie etwa Kenntnisse über das Herkunftsland nicht ediert werden D-1764/2013 Seite 14 kann. Eine Offenlegung beziehungsweise eine Auflistung sämtlicher ve r- wendeter Quellen in Verfügungen ist im Verwaltungsverfahren denn auch weder üblich noch erforderlich, zumal es sich bei einer Verfügung nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung h andelt. Die Begründungspflicht dient nicht der Offenlegung von Amtswissen. Sie verlangt vielmehr, dass das BFM die wesentlichen Überlegungen nennt, die es dem konkreten Entscheid zugrunde legt. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verf ü- gung genügend begründet, inwiefern sich die Situation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkriegs verändert habe und wie es die Situation zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung einschätze. Dabei konnte das BFM ohne weiteres auf die entwickelte Praxis des Bundesverwaltung sgerichts verweisen. Die Rüge, die fehlende Offenlegung der Informationsquellen und Auseinandersetzung mit den seit dem Grundsatzurteil stattgefund e- nen wesentlichen Änderungen im Heimatland des Beschwerdeführers durch das Bundesverwaltungsgericht stelle eine Rechtsverweigerung dar, erweist sich zudem als reine Urteilskritik, welche praxisgemäss nicht zu beachten ist. Die Beschwerde selbst zeigt denn auch, dass eine sach - gerechte Anfechtung möglich war. Der Begründungspflicht ist damit G e- nüge getan. Somit geht auch diese Rüge fehl. 7.8 Aus den vorangehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Verle t- zung von Verfahrensfehlern vorliegt, womit sich die Rüge der unvollstä n- digen Sachverhaltsfeststellung durch das BFM und die Rüge, das rechtl i- che Gehör sei verletzt worden, als unbegründet erweisen. Unter diesen Umständen ist der Antrag, der Beschwerdeführer sei erneut anzuhören, ebenso abzuweisen wie der Antrag, dem Beschwerdeführer sei eine Frist von 30 Tagen zur Einreichung weiterer Beweismittel – insbesondere über seine Tätigkeit als Buchhalter und die damit verbundene Verwickl ung mit den LTTE – zu gewähren, da nicht ersichtlich ist, wie allfällige Beweise dieses Sachverhaltes etwas an der Schlussfolgerung ändern könnten. Im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigun g ist dem rechtlichen Gehör s o- mit Genüge getan. Überdies ist festzuhalten, dass dem Beschwerdefü h- rer seit Eingang der Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht am 4. 2013 bereits mehr als die beantragten 30 Tage zur Verfügung gesta n- den hätten und er allfäll ige Beweise im Sinne der Mitwirkungspflicht g e- mäss Art. 8 AsylG unaufgefordert einzureichen gehabt hätte, was er aber nicht getan hat. Ebenso wenig ist eine Verletzung des Untersuchung s- grundsatzes und des rechtlichen Gehörs zu rügen, wie das der B e- schwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe tut. Die Rüge der unvol l- ständigen und unrichtigen Sachverhaltsfeststellung erweist sich ebenfalls als unbegründet und der diesbezügliche Kassationsantrag ist folglich a b-D-1764/2013 Seite 15 zuweisen. Den Beweisanträgen auf Durchführung eine r ergänzenden An- hörung und auf Gewährung einer zusätzlichen Stellungnahme bezi e- hungsweise auf ein Beweisverfahren ist nicht stattzugeben. 8. 8.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht ha ben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 8.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 9. 9.1 In materieller Hinsicht rügte der Beschwerdeführer, dass das BFM zu Unrecht von der fehlenden Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen ausgehe. Im Asylverfahren habe das Glaubhaftmachen vor dem Beweis Vorrang. Mit der Einreichung der Beweismittel betreffend Tätig keit bei der Studente n- union und betreffend Vorfall vom 24. März 2006, als er in das (…) geflo- hen sei, habe er zudem wichtige Teilbeweise erbracht. Die Annahme des Beschwerdeführers, es habe ihm eine extralegale Tötung gedroht, sei angesichts der damals übl ichen Vorgehensweise bei Personen, von we l- chen Aktivitäten zugunsten der LTTE vermutet worden seien, als wah r- scheinlich zu betrachten. Demgegenüber würden die Ausführungen des BFM, insbesondere es wäre ihm kaum die Flucht geglückt, keinen Sinn ergeben, zumal ja erwiesen sei, das ihm die Flucht gelungen sei. Es sei zudem in der fraglichen Zeit üblich gewesen, dass die Sicherheitskräfte nur mangelhaft kommuniziert und dadurch kaum über Informationen aus andern Regionen oder Diensten verfügt hätten, wobei kein e genauen Kenntnisse darüber vorlägen, wer was gewusst habe. Es sei im Übrigen bereits dargelegt worden, warum der Beschwerdeführer als Kopfnicker in D-1764/2013 Seite 16 Frage gekommen sei. Der Beschwerdeführer selber habe diesbezüglich überzeugend dargelegt, dass die Sicherh eitskräfte vordringlich alle Mö g- lichkeiten aktiviert hätten, um weitere LTTE -Aktivisten zu erkennen, was sich mit den Länderkenntnissen decke. Damit könne nicht auf die U n- glaubhaftigkeit seiner Angaben geschlossen werden. Es sei darüber hi n- aus vom BFM nich t erklärt worden, warum es nicht glaubhaft sei, dass der Beschwerdeführer jeden Tag von einer andern Person befragt und durch Weinen freigekommen sei. Damit seien die Ausführungen des BFM selber nicht glaubhaft. Hinsichtlich des Widerspruchs bezüglich der Haft- dauer halte der Beschwerdeführer an der Angabe von zwei Wochen fest, was er auch anlässlich der Befragung zur Person angegeben habe. Es müsse sich somit um ein übersetzungsbedingtes Missverständnis ha n- deln. Das BFM habe ferner die beiden Festnahmen im Jahr 2009 ve r- mischt und dem Beschwerdeführer dazu unlogische und verwirrende Fragen gestellt. Werde dies berücksichtigt, komme man zum Schluss, dass der Beschwerdeführer logische und widerspruchsfreie Aussagen zu Protokoll gegeben habe. Ferner gebe es in Sri Lanka nicht nur eine einzi- ge Bushaltestelle, wie das BFM meine, zumal es auch in I._______, wo der Beschwerdeführer freigelassen worden sei, deren mehrere habe. Ferner könne der Beschwerdeführer nicht wissen, wo er überall als Kopfnicker eingesetzt word en sei, da er von der Armee herumtranspo r- tiert worden sei und nicht habe nach draussen gehen können. Die vom BFM vorgebrachte Argumentation, die vom Beschwerdeführer zu den Ak- ten gegebenen Beweismittel würden keine direkte Verfolgung ergeben, sei unsinnig, da mit diesen Teile der Vorbringen bewiesen worden seien und es in rechtsstaatlichen Verfahren bekanntermassen äusserst selten sei, dass ein Asylgesuchsteller seine Verfolgungssituation direkt bewe i- sen könne. Insgesamt seien somit die Vorbringen des Beschwerdeführers glaubhaft. 9.2 Die Zugehörigkeit des Beschwerdeführers zu einer Heldenfamilie m a- che ihn grundsätzlich verdächtig, ebenfalls Aktivitäten zugunsten der LTTE gehabt zu haben. Da auch die Aktivitäten als Studentenführer b e- kanntermassen als politische s Instrument der LTTE gelten würden, sei den sri-lankischen Behörden somit bekannt, dass er die LTTE unterstü t- ze. Eine weitere Verbindung des Beschwerdeführers zu den LTTE habe sich für die sri -lankischen Behörden aus der Tatsache ergeben, dass er sich ins (…) ([…]) von D._______ gerettet habe, weil er gezielt von der sri-lankischen Armee verfolgt worden sei, was zu einer Belagerungssitua- tion dieser Institution geführt habe. Auch aus seinem mehrjährigen Au f- enthalt im Vanni-Gebiet und seiner Tätigkeit als Bu chhalter bei einer Fi r-D-1764/2013 Seite 17 ma, welche gemäss heutigen Erkenntnissen Geldmittel in grossem U m- fang an die LTTE weitergeleitet habe anstatt diese für den Wiederaufbau zu verwenden, ergebe sich eine asylrelevante Verfolgung. Schliesslich sei der Beschwerdeführer al s Kopfnicker tätig gewesen und habe 25 bis 30 Personen, welche mit der LTTE verbunden seien, verraten, was ebenfalls Spuren hinterlassen habe. Dabei seien seine eigenen Tätigkeiten für die LTTE nicht verfolgt worden, obwohl er sie den sri -lankischen Behörden gegenüber angegeben habe, was ebenfalls aktenmässig dokumentiert sei. Schliesslich gehöre der Beschwerdeführer zur sozialen Gruppe der abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, welche Zielobjekt einer asy l- relevanten Verfolgung sei. Im Fall einer Rückkehr in sein Heimatland müsse er somit allein aufgrund dieser Zugehörigkeit mit einer Verfolgung im Sinne des Gesetzes rechnen. Dabei seien die im heutigen Zeitpunkt massgeblichen Länderinformationen relevant. Die Asylbehörden könnten sich nicht nur auf die im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011, in welchem verschiedene Risikoprofile bezüglich der Flüchtlingseigenschaft von tamilischen Personen in Sri Lanka definiert würden, festgehaltene Situation in Sri Lanka stützen, weil die dem Urteil zugrundeliegenden Länderinformationen aus dem Jahr 2010 stammten und sich die Situation mittlerweile deutlich anders präsentiere. D eshalb müsse bei der Beurteilung der vorliegenden Sache auch die aktuelle L a- ge in Sri Lanka und die Rechtsprechung des Europä ischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) berücksichtigt werden. Der Beschwerdefüh- rer selber sei verdächtigt mit der LTTE zusammenzuarbeiten und wäre im Falle einer Wegweisung ein Rückkehrer aus der Schweiz. Somit erfülle er zwei der fünf Risikoprofile, welche in BVGE 2011/24 beschrieben würden. Er habe verschiedene Verbindungen zu den LTTE ausgewiesen. Im Zuge des Kriegsendes habe die sri-lankische Armee riesige Aktenbestände der LTTE beschlagnahmt und für die Identifikation ehemaliger LTTE - Mitglieder verwendet. So sei davon auszugehen, dass den sri -lankischen Behörden seine Tätigkeiten bekannt seien. Das BFM sei auf Ereignisse, welche nach dem Kriegsende stattgefunden hätten (wie zum Beispiel die Beschlagnahmung der Akten durch die Regierungstruppen) n icht einge- gangen. Daher könne auch nicht auf ein fehlendes aktuelles Verfolgungs- interesse geschlossen werden. Er weise zusammenfassend ein klares Profil auf, aus dem zu schliessen sei, dass er auch zum aktuellen Zei t- punkt von den sri-lankischen Behörden der Verbindung zu den LTTE ver- dächtigt werde. Da er ein junger tamilischer Mann sei, welcher ursprün g- lich aus dem Norden Sri Lankas stamme und während mehrerer Jahre im Vanni-Gebiet gelebt habe, mit falschem Pass in die Schweiz ausgereist, dort ein Asylgesuch gestellt habe und zudem noch zahlreiche Verbindu n-D-1764/2013 Seite 18 gen zu den LTTE aufweise, hätte er bei einer Rückkehr mit einer Verha f- tung und mit Folter zu rechnen. Zudem wurde umfangreich auf die S i- cherheitslage in Sri Lanka , welche sich erheblich verschlechtert habe , hingewiesen. So sei festzuhalten, dass zwar die direkte militärische Ko n- frontation in Sri Lanka im Mai 2009 zu Ende gegangen sei, der Kampf der Regierung, welche um jeden Preis ein Wiedererstarken der LTTE verhi n- dern w olle, gegen diese aber noch keineswe gs abgeschlossen sei und sich durch die immer neuen und zusätzlichen Massnahmen die Verfo l- gungsstruktur von oppositionellen Tamilen dauernd weiterentwickeln wür- de. In Anbetracht dessen und der neuen UNHCR -Richtlinie betreffend den internationalen Schutzbed arf sri -lankischer Asylgesuchsteller vom 21. Dezember 2012 sei festzuhalten, dass das Grundsatzurteil des Bu n- desverwaltungsgerichts betreffend die Einschätzung der Sicherheitslage und der asylrelevanten Gefährdung von rückkehrenden Tamilen nicht mehr den tatsächlichen Gegebenheiten entspreche und dringend übera r- beitet werden müsse. Die Gefahr, aufgrund der generellen Verdächtigu n- gen inhaftiert und bei der Freilassung Opfer einer extralegalen Tötung zu werden, sei massiv gewachsen. 10. Nach der Durchsicht der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Argumentation des BFM hinsichtlich der fehlenden Glaubhaftigkeit der Vorbringen insgesamt zuzustimmen ist, während die in der Beschwerde erhobenen Einwände nicht zu überzeugen vermögen. 10.1 Wie das BFM zutreffend feststellte, hat sich der Beschwerdeführer in widersprüchliche Aussagen verstrickt, wobei sich die ungereimten Aussa- gen nicht nur auf den vom BFM erwähnten Widerspruch betreffend Dauer der Haft im Jahr 2003 beschränk en. Um unnötige Wiede rholungen zu vermeiden, ist zunächst auf die vorinstanzliche Argumentation in der a n- gefochtenen Verfügung zu verweisen. Die Erklärung des Beschwerdefüh- rers im Beschwerdeve rfahren, es handle sich um ein übersetzungsb e- dingtes Missverständnis, findet in den A kten keine Stütze. Insbesondere wurden dem Beschwerdeführer die Protokolle rückübersetzt und er hatte keine diesbezüglichen Anmerkungen. Auch die anwesende Hilfswerksver- tretung hatte keine Einwände. In Ergänzung zur vorinstanzlichen Arg u- mentation ist festzuhalten, dass er auch widersprüchlich darlegte, was er nach der Freilassung im Jahr 2003 tat. Während er gemäss der Version im Empfangszentrum nach der Freilassung ins Vanni -Gebiet gegangen sein will, wobei dies angesichts der dort zu Protokoll gegebenen V ersion, wonach er während zwei er Monate inhaftiert gewesen sei, in der ersten D-1764/2013 Seite 19 Hälfte November 2003 geschehen sein müsste (vgl. Akte A1/10 S. 4), will er sich gestützt auf die anlässlich der Anhörung dargelegte Variante z u- erst in verschiedenen Häusern versteckt und erst im Dezember 2003 ins Vanni-Gebiet gereist sein (vgl. Akte A7/15 S. 3). Infolge der widersprüchli- chen Aussagen kann dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden, dass er im Jahr 2003 wegen seiner Tätigkeiten be i der Studentenvereinigung überhaupt inhaftiert und wieder freigelassen wurde. In Übereinstimmung mit dem BFM ist im Übrigen festzuhalten, dass allein die Tätigkeit bei der Studentenvereinigung nicht zu einer Gefährdung im Sinne des Asylgeset- zes führt, auc h wenn solche Vereinigungen mithin den Angehörigen der LTTE als Plattform für die Verbreitung ihrer Ideen gedient haben mögen. Im Hinblick auf die erwähnten Widersprüche kann dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden, dass er allein aufgrund seiner Aktivi täten bei der Studentenvereinigung immer wieder einer intensiven Verfolgung durch die Sicherheitskräfte seines Heimatlandes ausgesetzt war. Somit ist auch nicht davon auszugehen, dass er aufgrund dieser Tätigkeiten einschlägig behördlich registriert ist. 10.2 Gegen die geltend gemachte intensive Suche nach seiner Person spricht ferner – wie das BFM ebenfalls zu Recht feststellte – auch seine Angabe, er sei wieder freigelassen worden. Wäre dem Beschwerdeführer im Jahr 2003 aufgrund seiner Tätigkeit bei der Studentenvereinigung eine ernsthafte Verbindung zur LTTE zur Last gelegt worden, hätte nicht mit seiner Freilassung gerechnet werden können – weder nach zwei Wochen noch nach zwei Monaten. Somit ist auch diesbezüglich die Einschätzung des BFM zu teilen. Der Bes chwerdeführer kann folglich im fraglichen Zeitpunkt gar nicht unter einem schweren Verdacht, die LTTE unterstützt zu haben, gestanden sein. An dieser Einschätzung vermag die eing e- reichte Bestätigung des (…) nichts zu ändern, da – wie bereits erwähnt – allein die Tätigkeit bei der Studentenunion nicht zur Annahme einer G e- fährdung führt. 10.3 Wie das BFM ausserdem zutreffend feststellte, kann dem Beschwer- deführer auch nicht geglaubt werden, dass er von Angehörigen der sri - lankischen Armee anlässlich seines Besuch s in D._______ im Jahr 2006 auf dem Motorrad verfolgt worden sei, worauf er ins Gebäude der Unive r- sität geflohen und später mit der Hilfe der LTTE ins Vanni -Gebiet zurück- gekehrt sei. In der Beschwerde wird zwar vorgebracht, der Beschwerd e- führer habe einen Teilbeweis für sein Vorbringen zu den Akten gegeben. Indessen lässt sich der geltend gemachte Sachverhalt diesem Beweismit- tel nicht entnehmen. Das Beweismittel handelt zwar von einem Zusa m-D-1764/2013 Seite 20 menstoss der sri -lankischen Armee mit Studenten und dem Führer der Studentenunion im (…), stellt indessen einen andern Sachverhalt als vom Beschwerdeführer vorgebracht, dar. Gemäss diesem Medienerzeugnis sollen die Studenten mit dem Führer der Studentenunion am 24. März 2006 einer andern Person gehuldigt und dabei die Tami l Eelam National- flagge gehisst haben, worauf die Armee eingriff, den Studenten die Mobil- telefone und Videokameras wegnahm, was dann zu einer Protestkundge- bung der Studenten führte. Demgegenüber wird in der Beschwerdeschrift behauptet, die Verfolgung des Beschwerdeführers bis ins (…) habe zu ei- ner Belagerungssituation dieser Institution geführt, was sich indessen mit dem Bericht aus (…) nicht vereinbaren lässt. Somit ist dieses Beweismit- tel nicht nur untauglich, den geltend gemachten Sachverhalt zu belegen; vielmehr ist aus seinem Inhalt ersichtlich, dass der Beschwerdeführer ein in den Medien dargelegtes Ereignis in D._______ zu seinen Gunsten i n- haltlich so abgeändert hat, dass es auf seine Vorbringen passt, was die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen noch untermauert. 10.4 Bezeichnenderweise war der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die von ihm geltend gemachte Flucht aus dem (…) mit Hilfe der LTTE in Richtung Vanni-Gebiet auch nur annähernd substanziell darzulegen. Se i- ne diesbezüglichen Angaben sind oberfläch lich, wenig detailliert und aus diesem Grund auch nicht nachvollziehbar ausgefallen. De r Aufforderung, diese Flucht näher zu beschreiben, kam er mit den Worten "zu Fuss" nach, was als äusserst substanzlos zu qualifizieren ist und zeigt, dass er diese Flucht nicht wirklich selbst erlebt haben kann. Andernfalls wäre er in der Lage gewesen, Details preiszugeben, welche auf Erlebtes schliessen lassen würden. Infolge dieser Substanzlosigkeit ist der diesbezüglichen Argumentation des BFM beizupflichten. 10.5 Ohne Subs tanz ist darüber hinaus auch seine Beschreibung des Aufenthaltes in der Obhut der sri -lankischen Sicherheitskräfte zwischen Ende Februar und Ende Mai 2009 ausgefallen. Diesbezüglich legte er l e- diglich dar, er sei in eine Unterkunft und – wenn er als Kopfni cker habe tätig sein müssen – zu einem Platz, zu welchem die Leute gekommen seien, gebracht worden. Die Unterkunft sei dort, nebenan, in einem kle i- nen Haus gewesen. Die Frage, was während dieser drei Monate ausser der Tätigkeit als Kopfnicker sonst noch ge schehen sei, beantwortete er dahingehend, dass er als Kopfnicker benutzt und während vier bis fünf Tagen befragt worden sei, das sei alles. Die Frage nach speziellen Erei g- nissen verneinte er (vgl. Akte A7/15 S. 7 f.). Diese dürftige Beschreibung eines drei Monate dauernden erzwungenen Aufenthaltes in einem Camp D-1764/2013 Seite 21 der sri-lankischen Armee lässt darauf schliessen, dass der Beschwerde- führer das Erzählte nicht selber erlebt haben kann. Insbesondere ist d a- von auszugehen, dass in diesem Camp mit Sicherheit auch andere Pe r- sonen festgehalten wurden, die der Beschwerdeführer hätte wahrnehmen müssen, dass Ereignisse stattgefunden haben, welche in Erinnerung sein müssten, und dass sich auch ungewohnte oder aussergewöhnliche Vor- fälle vor den Augen des Beschwerde führers abgespielt haben müssen, von welchen er berichten könnte, wenn er sich tatsächlich dort aufgeha l- ten hätte. Dass in diesen drei Monaten einfach gar nichts – aus der Sicht des Beschwerdeführers – Aussergewöhnliches oder Spezielles vorgefa l- len sein so ll, vermag nicht zu überzeugen und ist auch nicht nachvol l- ziehbar, da sich üblicherweise in solchen Camps ständig etwas ereignet, was auch in internationalen Berichten zu lesen ist. Aufgrund der sub- stanzlosen Darstellung des dreimonatigen Aufenthaltes bestehen folglich erhebliche Zweifel daran , dass der Beschwerdeführer während drei er Monate in einem Camp der sri-lankischen Armee festgehalten und zur Tä- tigkeit als Kopfnicker benutzt worden sei. An dieser Einschätzung vermag der Einwand in der Beschwerde, wonach die von ihm erzählte Geschichte typisch für die damalige Zeit sei und sich somit mit den Länderberichten vereinbaren lasse, was für die Glaubhaftigkeit spreche, nichts zu ändern, da gerade typische Ereignisse oder Vorfälle von vielen Personen gehört und nacherzählt werden, auch wenn sie nicht selber erlebt worden sind. Allein aus der Vereinbarkeit einer Geschichte mit den Erkenntnissen aus Länderberichten über die damalige Situation im Land kann nicht auf die Glaubhaftigkeit des Vorgebrachten geschlossen werden. Diese ist vie l- mehr anhand anderer Kriterien wie beispielsweise der Substanz oder der Nachvollziehbarkeit von geltend gemachten Vorbringen zu prüfen. Vorlie- gend sprechen die Substanzlosigkeit und die fehlende Nachvollziehba r- keit des Erzählten geg en die Glaubhaftig keit, wie das BFM zu Recht in der angefochtenen Verfügung feststellte. 10.6 In Übereinstimmung mit dem BFM ist es ferner nicht nachvollzie h- bar, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner dreimonatigen Inhafti e- rung im Armeecamp zwar angegeben habe, er stamme aus D._______ (vgl. Akte A7/15 S. 8), was aber – zusammen mit allfälligen an diesem Ort bestehenden behördlichen Suchen nach seiner Person – durch die S i- cherheitskräfte nicht näher überprüft worden sein soll. Auch wenn die I n- formationswege in der damaligen Zeit unter den verschiedenen Siche r- heitskräften in Sri Lanka nicht optimal funktionierten, ist doch davon au s- zugehen, dass die Behörden über Personen, die sie während drei er Mo- nate unter dem Verdacht, die LTTE zu unterstützen, festhält, Erkundigun-D-1764/2013 Seite 22 gen am Geburts- oder Wohnort einholt, da die Sicherheitskräfte im dama- ligen Zeitpunkt – wie der Beschwerdeführer zutreffend darlegte – unter anderem die Angehörigen der LTTE aus dem Vanni -Gebiet identifizieren wollten, um diese Organisation endgültig zu zerschlagen. Zwecks Identifi- kation sind indessen weitere Informationen über die Herkunft einer Pe r- son, die man festgenommen hat – allenfalls verbunden mit anderen nütz- lichen Informationen über diese Person, welche beispielsweise Rüc k- schlüsse auf ihre Gesinnung und Zugehörigkeit erlauben – nötig, was mit Abklärungen am Geburts- und Wohnort verbunden ist. Es mag zwar sein, dass solche Nachforschungen infolge der damaligen chaotischen Z u- stände kompliziert waren und eine gewisse Zeit in Anspruch nahmen , aber es ist angesichts der auch in der sr i-lankischen Armee im Jahr 2009 vorhandenen elektronischen Mittel fern jeder Realität anzunehmen, die Sicherheitskräfte hätten bei konkreten Verdachtsmomenten – und solche macht der Beschwerdeführer für seine Pers on geltend – gar keine Mög- lichkeiten zur Informationsgewinnung gehabt und deshalb nicht herausge- funden, dass er in D._______ eine intensiv gesuchte Person gewesen sei. Wäre er das in der Tat gewesen, müsste dies im Verlauf der dreim o- natigen Festhaltung ans Tageslicht gekommen sein und zu weiteren Kon- sequenzen geführt haben, was der Beschwerdeführer indessen nicht ge l- tend macht. Folglich zog das BFM zu Recht den Schluss, die fehlenden Informationen über den Beschwerdeführer hinsichtlich der geltend g e- machten Suche nach seiner Person in D._______ seien unter den gege- benen Umständen nicht mit der Realität zu vereinbaren. 10.7 Substanzlos, unrealistisch und widersprüchlich legte der Beschwe r- deführer überdies den Ort seiner Festhaltung zwischen Februar und Mai 2009 sowie die Umstände seiner Freilassung im Mai 2009 dar. Während er zunächst angab, er habe nicht gewusst, wo man ihn festgehalten habe, er sei irgendwo festgehalten worden (vgl. Akte A1/10 S. 6), anlässlich der Anhörung bestätigte, er wisse nicht, wohin er ge bracht worden sei, er sei an diesem Ort bis Ende Mai festgehalten und dann an einen andern, ihm unbekannten Ort gebracht worden (vgl. Akte A7/15 S. 4), machte er sp ä- ter anlässlich der Anhörung geltend, er sei von Ende Februar bis Ende Mai 2009 in E._______ festgehalten und als Kopfnicker benutzt worden (vgl. Akte A7/15 S. 6). Mit diesen widersprüchlichen Aussagen konfro n- tiert, dementierte der Beschwerdeführer, dass er gesagt habe, er wisse nicht, wo er gewesen sei (vgl. Akte A7/15 S. 7), was indessen angesi chts der mehrmaligen Aussagen nicht mit den Tatsachen zu vereinbaren ist und somit ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht. Zudem sind seine Aussagen bezüglich seiner letzten Freilassung weder D-1764/2013 Seite 23 übereinstimmend noch nachvollziehbar ausgef allen. So machte er z u- nächst geltend, er sei zu seinem Freund nach F._______ zurückgegan- gen (vgl. Akten A1/10 S. 6 und A7/4), was sich indessen nicht vereinbaren lässt mit seinen Aussagen, sein Freund habe ihn abgeholt (vgl. Akte A7/15 S. 9). Darüber hinaus vermag die Beschreibung des Beschwerd e- führers, wie er zu seinem Freund zurückgefunden habe, nicht zu übe r- zeugen: Gemäss seinen Aussagen sei er nach seiner Freilassung an e i- nem ihm unbekannten Ort gewesen und zu Fuss zu einer Telefonkabine gegangen, habe dort seinen Freund in F._______ angerufen und ihm den Ort, wo er sich bef unden habe, mit dem Namen eines Ladens beschrie- ben, worauf der Freund den Ort am Telefon als I._______ wiedererkannt und ihn abgeholt habe. Dieser wenig realistische Vorgang – insbesondere im Hinblick auf die Behauptung in der Beschwerde, I._______ habe meh- rere Bushhaltestellen und in Berücksichtigung dessen, dass der im en t- fernten F._______ wohnende Freund die Namen der Läden in I._______ wohl kaum per Namen kennt – spricht ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen. 10.8 Nicht realistisch und ungereimt stellte der Beschwerdeführer schliesslich die Umstände und Organisation seiner Ausreise dar. So weiss er nicht, wieviel sein Freund und seine Eltern für die Ausr eise be- zahlt haben, und ebenso unbekannt ist ihm, wie das Geld der Eltern zum Freund gekommen sein soll (vgl. Akte A7/15 S. 10), obwohl er auch mit seinen Eltern in dieser Hinsicht in telefonischem Kontakt gewesen sei. Ferner will er gemäss seinen Aussagen anlässlich der Anhörung seinen Pass schon vorher seinem Freund geschickt haben und dieser habe mit dem Agenten im Zeitpunkt der Freilassung schon alles besprochen g e- habt, so dass der Beschwerdeführer bereits einen oder zwei Tage nach der Freilassung zum S chlepper habe gehen können (vgl. Akte A7/15 S. 11). Diese Version ist indessen einerseits nicht zu vereinbaren mit se i- nen Aussagen im Empfangszentrum, wonach er dem Freund nach der Freilassung gesagt habe, wenn er ihn nicht mehr aufnehmen wolle, was er verstehe, solle er ihm mit einem Schlepper die Reise organisieren (vgl. Akte A1/10 S. 6); sie lässt sich andererseits auch nicht in Einklang bri n- gen mit den Angaben, wonach er wegen der Probleme mit der Armee nicht geglaubt habe, in F._______ selbständig leben und arbeiten zu kön- nen und sich deshalb zur Ausreise entschieden habe (vgl. Akte A7/15 S. 11), was nämlich nicht schon während der Festhaltung und – bevor er den Freund gefragt habe, ob er bei ihm unterkomme, worauf dieser damit nicht einverstanden gewes en sei – geschehen sein kann . Sollte er sich nämlich erst nach der Freilassung zur Ausreise entschieden haben, ist es D-1764/2013 Seite 24 nicht erklärbar, warum der Freund schon vorher alles mit dem Schlepper vereinbart hat und der Beschwerdeführer nicht einmal weiss, wieviel der Schlepper dafür verlangt haben will. 10.9 Aufgrund dieser zahlreichen Ungereimtheiten können die Aussagen des Beschwerdeführers über die geltend gemachte Verfolgung seiner Person durch die sri -lankischen Sicherheitskräfte nicht als glaubhaft b e- trachtet werden. Insbesondere kann ihm nicht geglaubt werden, dass er in D._______ und später im Jahr 2009 in I._______ unter dem Verdacht, die LTTE unterstützt zu haben, einer ernsthaften und asylrechtlich rel e- vanten Verfolgung ausgesetzt war und deshalb registriert wurde bezie- hungsweise dass die sri -lankischen Behörden aus diesem Grund nach ihm suchen sollen und er auch im heutigen Zeitpunkt noch deshalb g e- fährdet sei. 11. Hinsichtlich der Gefährdungslage für rückkehrende Tamilinnen und Tam i- len in ihr Heimatland ist Folgendes festzuhalten: 11.1 Seit Mai 2009 ist gemäss weitgehend übereinstimmenden Berichten insgesamt von einer seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militär isch gelten die LTTE als vernichtet; es gibt keine Anzeichen, dass sie heute noch in der Lage wären, Angriffe auf die Sicherheitskräfte oder sonstige Attentate auszuführen. Die Sicherheitsl a- ge hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Mensche n- rechtslage hat sich jedoch gleichzeitig namentlich hinsichtlich der Me i- nungsäusserungs- und der Pressefreiheit weiter verschlechtert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur werden seite ns der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfolgung s- massnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 E. 7.6). Aus diesem Grunde definierte das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 – im Sinne von Risikogruppen – Personenkreise, deren Zugehörige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen. Zu diesen Risi- kogruppen gehören namentlich (1) Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu ste- hen beziehungsweise gestanden zu sein, (2) kritisch auftretende Journ a- listen und Medienschaffende, (3) Menschenrechtsaktivisten und regim e- kritische Nichtregierungsorganisationen -Vertreter, ferner (4) Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder D-1764/2013 Seite 25 diesbezüglich juristische Schritte einleiten, sowie (5) Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon takte zu den LTTE unterstellt werden bezi e- hungsweise die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (BVGE 2011/24 E. 8). Innerhalb der Risikogruppen muss im E inzelfall un- tersucht werden, ob die individuellen Begebenheiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu begründen vermögen. Namentlich bildet nach Au f- fassung des Bundesverwaltungsgerichts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie im Z eitraum vor dem Ende des Bü r- gerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, kein ausreichendes Kriterium für eine asylrechtlich relevante Gefährdung. Auch zum heutigen Zeitpunkt ist aufgrund der in den ehemals von der LTTE kontrollierten Gebieten von dieser Organis ation aufgebauten Strukturen davon auszugehen, dass praktisch die gesamte dortige Bevölkerung in bestimmter Weise entspr e- chende Kontakte aufwies. Die Wahrscheinlichkeit eines konkreten Verfo l- gungsrisikos setzt vielmehr ein entsprechendes besonderes Profil der be- treffenden Person voraus (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts E-1858/2012 vom 24. Januar 2013 E. 6.2). Diese Lageei n- schätzung des Grundsatzurteils BVGE 2011/24 des Bundesverwaltung s- gerichts ist weiterhin zutreffend und wird in d er jüngsten Einschätzung des UNHCR und in den weiteren vom Beschwerdeführer eingereichten Berichten betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka bestätigt (vgl. UNHCR: Eligibility Guidelines for Assessing the I n- ternational Protection Needs of Asylum Seekers from Sri Lanka , 21. De- zember 2012; Amnesty In ternational [AI], Report 2012, London 2012, S. 314 ff. [AI-Index: POL 10/001/2012]; dies., Sri Lanka: Locked away: Sri Lanka's security detainees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; Human Rights Watch, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; In- ternational Crisis Group, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colombo/Brüssel 2012; Schwei- zerische Flüchtlingshilfe (SFH), Sri Lanka: Ak tuelle Situation Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011 sowie Urteil des Bundesver - waltungsgerichts E -2625/2011 vom 22. Januar 2013 E.5.5.3). Auch im neusten Bericht der SFH wird klar zum Ausdruck gebracht, es gäbe keine Hinweise, dass sämtliche Rückkehrende systematisch entführt, verhaftet oder gefoltert werden würden (SFH, Aktuelle Situation, Bern, 15. Novem- ber 2012, S. 20 ff.). Somit kann davon ausgegangen werden, dass, auch nach Konsultation insbesondere der vom Beschwerdeführer eingereic h- ten Quellen bezüglich der Einschätzung der Lage in Sri Lanka, rückke h- renden Tamilen gemäss der nach wie vor geltenden Rechtsprechung D-1764/2013 Seite 26 nicht in genereller Weise unmenschliche Behandlung d roht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 11.2 Mit der Gefährdungssituation, jedoch im Hinblick auf eine EMRK - widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, hat sich auch der Europä i- sche Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Ja- nuar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20 594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Ent - scheid vom 31. Mai 2011). Auch der EGMR hält fest, dass nicht in gen e- reller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe u n- menschliche Behandlung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich in s- gesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Fes t- nahme un d Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühere Registrie- rung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE -Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines offenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder vor Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Geständnisses oder ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheitskräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE-Finanzmittelbeschaffungs- zentrum gilt, das Fehlen von I dentitätspapieren oder anderen Dokume n- ten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit e i- nem LTTE-Mitglied (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 11.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, zwei verschiedenen Risik o- gruppen anzugehören. Zum einen werde er verdächtigt, in Verbindung zu den LTTE zu stehen, und zum anderen sei er im Falle eines abgewies e- nen Asylgesuchs ein Rückkehrer aus der Schweiz, welchem nahe Ko n- takte zu den LTTE unt erstellt würden (BVGE 2011/24 E. 8.1 und E. 8.4), wobei bei beiden Gruppen eine Verbindung zu den LTTE bestehen muss. 11.4 Der Beschwerdeführer gab an, für die Studentenunion und in einem Unternehmen als Buchhalter tätig gewesen zu sein, das in Verbindung mit den LTTE gestanden und zugunsten dieser Organisation illegal Gel d- mittel abgezweigt habe. Auch sonst habe er die LTTE unterstützt. Diese Tätigkeiten können einerseits als untergeordnete Tätigkeit angesehen D-1764/2013 Seite 27 werden. Der Beschwerdeführer brachte weder vor, mit hochrangigen Per- sonen der LTTE in Kontakt gekommen zu sein, noch an Kriegshandlu n- gen – wobei die Arbeit als Buchhalter nicht als solche definiert werden kann – teilgenommen zu haben. Zudem ist zu bemerken, dass alle Perso- nen, welche im von den LTTE kontrollierten Gebiet gelebt haben, Kontakt mit den LTTE hatten un d nicht alleine aufgrund dessen Schutz gemäss des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtli n- ge (FK, SR 0.142.30) benötigen (vgl. UNHCR, a.a.O. 2012, S. 26). Dar- über hinaus machte der Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren nie geltend, er selber habe zugunsten der LTTE grosse Geldmittel illegal abgezweigt. Die gegenteilige Andeutung im Beschwerdeverfahren ve r- mag somit schon aus diesem Grund nicht zu überzeugen. Zudem reichte er keine Beweismittel – wie beispielsweise eine Anklageschrift oder ande- re gerichtliche Dokumente – zu den Akten, gestützt auf welche von einer Verfolgung seiner Person wegen illegaler Machenschaften in Verbindung mit den LTTE in der Buchhaltung a uszugehen wäre. Unter diesen U m- ständen ist auch an dieser Stelle auf den bereits in den vorangehenden Erwägungen abgelehnten Antrag auf Gewährung einer Frist von 30 Tagen zur Beschaffung w eiterer Beweismittel hinzuweisen. Aufgrund dessen ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer kein Risikoprofil aufweist, das ihn – im Vergleich zum Zeitpunkt seiner Ausreise – in der heutigen Zeit und unter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen als in asyl- relevanter Weise gefährdet erscheinen lassen würde. Es gibt keine über- zeugenden Anhaltspunkte dafür, dass er in der jüngeren Vergangenheit der Verbindung mit den LTTE verdächtigt wurde. Auch wurde er nach den geltend gemachten Festnahmen, die weder im Zusammenhang mit se i- nem konkreten Engagement als Buchhalter noch aus andern – glaubhaft gemachten – Gründen, in Verbindung mit den LTTE zu sein, stehen, nach kurzer Zeit immer wieder freigelassen , was dafür spricht, dass sie offen- sichtlich im Rahmen routinemässiger Round -ups und im Zusammenhang mit dem Kriegsende beziehungsweise mit der Herkunft des Beschwerde- führers aus dem Norden erfolgt sind, soweit sie denn – wie die vorange- henden Erwägungen gezeigt haben – überhaupt als glaubhaft betrachtet werden können. Solche Massnahmen durch die Sicherheitskräfte sind – vor allem mit Blick auf die damalige Bürgerkriegssituation – vor dem Hin- tergrund der allgemeinen Bekämpfung der LTTE zu sehen. Der B e- schwerdeführer wurde gemäss eigenen Angaben jeweils ohne Auflagen aus der Haft entlassen, weshalb davon auszugehen ist, das s seitens der sri-lankischen Sicherheitskräfte nichts gegen ihn vorliegt. Soweit er da r- über hinausgehende Festnahmegründe vorbringt, sind diese – wie bereits erwähnt – nicht als glaubhaft zu betrachten. Seit dem Ende des Bürge r-D-1764/2013 Seite 28 kriegs hat sich die Lage in S ri Lanka zudem erheblich verbessert. Zwar gehören Personen, die einer Verbindung zur den LTTE verdächtigt we r- den, gemäss oben zusammengefasster Praxis des Bundesverwaltung s- gerichts (vgl. BVGE 2011/ 24 E. 8.1 S. 493 f.) auch heute noch potentiell zu einer R isikogruppe. Auch wenn der Beschwerdeführer indessen gel- tend machte, er habe an Anlässen der LTTE – insbesondere als Führer der Studentenunion – teilgenommen und diese Organisation unterstützt , kann seinen Aussagen nicht entnommen werden, dass er Sympathis ant oder Anhänger der LTTE war und qualifizierte Unterstützungsleistungen erbrachte. Weder aus den Protokollen noch aus den Beweismitteln sind Hinweise ersichtlich, die auf eine intensive Beziehung zu den LTTE schliessen lassen würden. Gestützt auf die Akt en ist auch nicht anzuneh- men, der Beschwerdeführer werde mithilfe eines Haftbefehls gesucht. Er verfügt somit auch aus diesen Gründen über kein besonderes Profil, wel- ches eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG als wahrscheinlich e r- scheinen lässt. Daran vermag seine Behauptung, sein Bruder sei als Kämpfer der LTTE gefallen und seine Familie gelte als Heldenfamilie, nichts zu ändern. Wie den vorangehenden Erwägungen entnommen we r- den kann, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, ein aktuelles I n- teresse der sri -lankischen Sicherheitskräfte an seiner Person glaubhaft darzustellen. Das fehlende Risikoprofil und die Tatsache, dass er keinen glaubhaften asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen unterzogen wurde, lassen eine zukünftige Verfolgung durch die sri -lankischen Sicherheit s- kräfte als überwiegend unwahrscheinlich erscheinen. Bei einem ernstha f- ten Verdacht der staatlichen Behörden, dass sich der Beschwerdeführer an terroristischen Aktivitäten beteiligt hätte oder sonst eine Gefahr für die Sicherheit des sri -lankischen Staates darstellen würde, wäre er nicht j e- weils bereits nach kurzer Zeit von den Sicherheitskräften wieder freig e- lassen worden. Gemäss Erkenntnissen der schweizerischen Asylbehö r- den geht der sri -lankische Staat rigoros gegen Terrorverdächtige vor. Die Furcht des Beschwerdefüh rers vor einer Verfolgung im Heimatland ist daher als objektiv nicht begründet im Sinne des Asylgesetzes zu qualif i- zieren. Die auf Beschwerdeebene gemachten Ausführungen beinhalten keine konkreten Indizien, die im Zeitpunkt d er Ausreise oder aktuell ein Verfolgungsinteresse durch die sri -lankische Regierung als wahrschei n- lich erscheinen liessen. Der Umstand, dass sich sri -lankische Siche r- heitskräfte nach dem Beschwerdeführer bei seinen Eltern erkundigt h a- ben sollen – was aufgrund der fehlenden Beweise eine Behauptung bleibt –, ist kein konkretes Indiz für eine künftige Verfolgung. D-1764/2013 Seite 29 11.5 Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit Ende November 2009 in der Schweiz ist und hier ein Asylgesuch einreichte, vermag nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu füh- ren, da keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass er sich im nahen U m- feld der LTTE bewegt. Das Bundesverwaltungsgericht geht auch in Anbet- racht der jüngeren Lageentwicklung in Sri Lanka nicht davon aus, abge- wiesene tamilische Asylgesuchsteller liefen als mögliche Angehörige e i- ner sozialen Gruppe generell Gefahr, asylrechtlich relevanter Verfolgung ausgesetzt zu werden. 11.6 Seine Ausführungen versucht der Beschwerdeführer mit einer gro s- sen Zahl von Bewei smitteln zu belegen, welche sich zur politischen und menschenrechtlichen Lage in Sri Lanka und deren Entwicklung im Verlauf der letzten Jahre äussern und grösstenteils ohne konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen individuellen Asylvorbr ingen sind. Aus diesen Berichten geht hervor , dass die allgemeine Men schen- rechtssituation in Sri Lanka auch nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu bezeic h- nen ist und ehemalige Angehörige und Anhänge r der LTTE unter b e- stimmten Umständen mit erheblichen Proble men konfrontiert sind, was vom Bundesverwaltungsgerichts nicht bestritten wird. Allerdings ist g e- stützt auf die genannten Quellen und weitere Berichte unabhängiger Insti- tutionen und Organisationen – und zwar auch diejenigen, auf welche sich der Beschwerdeführer stützt – ebenfalls festzustellen, dass die Wah r- scheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevanten Gefährdung zum heutigen Zeitpunkt ein entsprechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt, von welchem vorliegend – wie die vorangehenden Erwägun- gen gezeigt haben – nicht auszugehen ist. 11.7 Nach dem Gesagten sind den Asylvorbringen des Beschwerdefü h- rers keine konkreten und stichhaltigen Hinweise dafür zu entnehmen, dieser weise ein Risik oprofil auf, das ihn zum heutigen Zeitpunkt und u n- ter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen in seinem He i- matstaat als in asylrelevanter Weise gefährdet erscheinen lässt. 11.8 Soweit der Beschwerdeführer zur Untermauerung seiner Gefäh r- dung auf seine n als Kämpfer bei den LTTE gefallenen Bruders verweist, ist festzuhalten, dass kein Grund zur Annahme besteht, der Beschwerde- führer habe deswegen mit Nachteilen zu rechnen, zumal sich den Akten keine Hinweise dafür entnehmen lassen, seine im Heimatstaat ve rbliebe- nen Verwandten (Eltern, Geschwister) hätten deswegen irgendwelche D-1764/2013 Seite 30 Repressalien erlitten. Die ses Vorbringen ist demnach ebenfalls nicht g e- eignet, eine asylrelevante Gefährdung des Beschwerdeführers zu bel e- gen. 11.9 Die Vorinstanz kam aufgrund eingehender und nachvollziehbarer Würdigung der Aktenlage und der korrekten länderspezifischen Einschä t- zung zutreffend zum Schluss, dass keine konkreten Hinweise einer asy l- beachtlichen Verfolgung zum Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdefüh- rers aus dem Heimatstaat er sichtlich seien, und zum heutigen Zeitpunkt unter Berücksichtigung der grundlegend veränderten Situation in Sri La n- ka auch nicht damit zu rechnen ist. 11.10 Zusammenfassend ist nach einer Gesamtwürdigung aller releva n- ter Faktoren festzuhalten, dass es dem Besch werdeführer nicht gelungen ist, eine bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfo l- gungsgefahr nachzuweisen. Somit hat die Vorinstanz zu Recht dessen Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. An die- ser Einschätzung vermögen die Einwände in der Beschwerde sowie die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. 12. 12.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 12.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 13. 13.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus länder [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu D-1764/2013 Seite 31 beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 13.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerr echtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernie - drigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied ri- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 13.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrück schiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdefüh- rers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 13.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten A nhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder B e- handlung ausgesetzt wäre. 13.4.1 Gemäss der Praxis des EGMR sowie je ner des UN -Anti-Fol- terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("re- al risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück- schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. D-1764/2013 Seite 32 EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). 13.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefährdung von Personen aus Sri Lanka eine Lageana lyse vor. Es gebe Personenkreise, die immer noch einer erhöhten Verfol gungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Indes ist entgegen den Ausführungen in der Be- schwerde nicht in genereller Weise davon auszugehen, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka unmenschliche Behandlung (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2, SFH, a.a.O, S. 20ff.; UNHCR, a.a.O, S. 26ff.). Auch der EGMR unterstreicht, dass nicht in genere ller Weise davon aus- zugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behand - lung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ver schie- dene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Ein zelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürch- tung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befra gung ein Interesse. 13.4.3 Eine entsprechende konkrete Gefahr, die dem Beschwerdeführer drohen könnte, ist jedoch nicht ersichtlich, auch nicht unter Berück sichti- gung der jüngsten Berichte. So wurde bereits festgestellt, dass die Asy l- vorbringen des Beschwerdeführers nicht als glaubhaft zu betrachten sind und auch nicht auf eine begründete Furcht vor ernst haften Nachteilen im Falle der Rückkehr ins Heimatlan d schliessen lassen. Gegenteiliges ve r- mag der Beschwerdeführer auch nicht mit den eingereichten Beweismi t- teln, aus denen kein "real risk" abgeleitet werden kann, zu belegen. 13.4.4 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt entgegen den wenig stich - haltigen Beschwerdevorbringen ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 13.5 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Auslände- rinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). D-1764/2013 Seite 33 13.5.1 Mit BVGE 2011/24 hat das Bundesverwaltungsgericht die in BVGE 2008/2 publizierte Wegweisungsvollzugspraxis teilweise abgeä n- dert. Im Distrikt D._______ – aus welchem der Beschwerdeführer stammt und wo auch seine Eltern leben – hat sich die Sicherheits - und Versor- gungslage seit dem Kriegsende deutlich verbessert. Die Militärpräsenz hat abgenommen, ist aber nach wie vor auf praktisch jeder Strasse sich t- bar. Gleichzeitig haben die Polizei- und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr herrscht. Die politische Lage ist ebenfalls nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr in dieses Gebiet als generell unzumu t- bar ein gestuft werden muss. Angesichts der im humanitären und wir t- schaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, bei der auch das zeitliche Element (Aus reise vor oder nach dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücks ichtigen ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 13.5.2 Der Beschwerdeführer stammt gemäss eigenen Angaben aus dem Distrikt D._______ wo er auch grösstenteils lebte. Gemäss eigenen Au s- sagen leben dort seine Eltern. Somit ist anzunehmen, dass er über ein familiäres Beziehungsnetz sowie über eine gesicherte Wohnsituation ve r- fügt und er sich trotz der längeren Abwesenheit wieder wird integrieren können. Er verfügt über eine Schul - und Hochschulbildung mit Abschluss und hatte als Buchhalter in einem Unternehmen gearbeitet. Diese Tatsa- chen zeugen davon, dass es ihm durchaus auch in der heutigen Situation möglich sein wird, Arbeit zu finden. Der Beschwerdeführer ist darüber hinaus noch verhältnismässig jung und aktenkundig gesund. 13.5.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 13.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zus tän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 13.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten D-1764/2013 Seite 34 fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 14. Aus diesen Erwägungen ergi bt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 15. Angesichts des direkten Entsche ides ist das Gesuch um Bekanntgabe des Spruchgremiums gegenstandslos geworden. 16. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-1764/2013 Seite 35 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: