<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00269</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105896&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00269</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.01.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 04.10.2000 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gleichgeschlechtliche Partnerschaft Erstmalige Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung für den ausländischen Partner eines Schweizer Bürgers. Die Beziehungsdauer von 20 Monaten reicht nicht aus, um einen Anspruch aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV zu begründen. BGE-Nr. 2A.111/2001 </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNGSVERBOT">DISKRIMINIERUNGSVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENLEBEN">FAMILIENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGEPFLICHT">FÃRSORGEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFESTIGTE BEZIEHUNG">GEFESTIGTE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT">GLEICHGESCHLECHTLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOMOSEXUELL">HOMOSEXUELL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTENSITÃTSGRAD">INTENSITÃTSGRAD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSGEMEINSCHAFT">LEBENSGEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSPARTNER">LEBENSPARTNER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHE FREIHEIT">PERSÃNLICHE FREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 4 ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 lit. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 100 lit. Ib OG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 lit. Ih VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. D. machte im Januar 1999 Ã¼ber ein Inserat im Internet Bekanntschaft mit E., StaatsangehÃ¶riger von F. Nachdem sie wÃ¤hrend einer Zeitspanne von ungefÃ¤hr vier Mona­ten tÃ¤glich schriftlich und jeweils am Wochenende via Internet-Phone kommuniziert hat­ten, reiste D. im Mai 1999 nach F., um E. persÃ¶nlich kennen zu lernen; aus der Bekannt­schaft entwickelte sich eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Fremdenpolizei) lehnte das fÃ¼r E. ge­stellte Gesuch um Bewilligung der Einreise zum Verbleib beim Lebenspartner ab. Die VerfÃ¼gung erwuchs in Rechtskraft. Am 28. Februar 2000 erneuerte D. das Gesuch um Er­teilung einer Aufenthaltsbewilligung an seinen auslÃ¤ndischen Partner. Mit Schreiben vom 6. MÃ¤rz 2000 wies die Fremdenpolizei D. darauf hin, dass E., da er sich mit einem Besu­chervisum in der Schweiz aufhalte, zuerst ausreisen mÃ¼sse, damit die Erteilung einer Auf­enthaltsbewilligung Ã¼berhaupt geprÃ¼ft wÃ¼rde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen dieses Schreiben liessen D. und E. Rekurs erheben und beantragten dem Regierungsrat unter anderem, es sei die Fremdenpolizei anzuweisen, das Gesuch um Auf­enthaltsbewilligung von E. zwecks Verbleibs bei seinem schweizerischen Lebenspartner materiell zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Entscheid vom 19. Juli 2000 wies der Regierungsrat den Rekurs ab, soweit die­ser nicht gegenstandslos sei. Die Beziehung der Rekurrenten weise keinen ausreichenden IntensitÃ¤tsgrad auf, um einen Anspruch aus Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskon­vention vom 4. November 1950 (EMRK) zu begrÃ¼nden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 9. August 2000 liessen D. und E. dem Verwaltungsgericht folgende AntrÃ¤ge stellen:</span></p> <p class="Einzug1"><span>"1. Der Entscheid des Regierungsrates vom 19. Juli 2000 [...] sei aufzuheben;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 sei der Aufenthalt zum Verbleib bei seinem Lebenspartner, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1, zu bewilligen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. Dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 sei fÃ¼r die Dauer dieses Verfahrens zu ge­statten, sich beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 im Kanton ZÃ¼rich aufzuhalten;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Die Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich sei anzuweisen, die auf den 20. August 2000 angesetzte Ausreisefrist bis zum Entscheid des Ver­waltungsgerichts auszusetzen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5. Der Staat sei zur Uebernahme der Verfahrenskosten sowie zur Zah­lung einer EntschÃ¤digung von Fr. 7000.-- an die BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 10. August 2000 wies der PrÃ¤sident der zweiten Abteilung des Verwaltungsgerichts das vorsorgliche, dringliche Begehren, E. fÃ¼r die Dauer des Be­schwerdeverfahrens den Aufenthalt im Kanton ZÃ¼rich zu gestatten, ohne AnhÃ¶rung der Ge­genpartei ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die dagegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde wies das Bundesgericht am 4. Oktober 2000 ab, soweit es darauf eintrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In der Hauptsache beantragte die Staatskanzlei im Namen des Regierungsrats, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit liess sich nicht vernehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremden­polizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen­steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden betreffend Aufenthalts- und Niederlassungsbe­willigungen, auf deren Erteilung der AuslÃ¤nder einen bundesrechtlichen oder Anspruch auf Grund eines Staatsvertrags hat (vgl. Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegege­setzes vom 16. Oktober 1943 [OG];</span> BGE 124 II 361 E. 1a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BeschwerdefÃ¼hrer berufen sich auf das Grundrecht der persÃ¶nlichen Freiheit und die Garantie des Privatlebens gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 1 EMRK und leiten daraus einen An­spruch des BeschwerdefÃ¼hrers 2 auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seinem Lebenspartner, dem BeschwerdefÃ¼hrer 1, ab. Im Weiteren machen sie geltend, das Diskriminierungsverbot gemÃ¤ss Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) schrÃ¤nke das freie Ermessen nach Art. 4 des <span>Bundesgesetzes Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (</span>ANAG) ebenfalls ein.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid vom 25. August 2000 erkannt, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen unter gewissen Voraussetzungen den Schutzbereich des Privatlebens derart berÃ¼hrte, dass die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung die ent­sprechende Garantie von Art. 8 Abs. 1 EMRK verletzen kann, weshalb im Rahmen von Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG ein das Ermessen der BewilligungsbehÃ¶rden beschrÃ¤nken­der Anspruch bestehen kÃ¶nne (BGE 126 II 425 E. 4a). Das blosse Behaupten einer Bezie­hung genÃ¼ge jedoch nicht, um den Bewilligungsanspruch auszulÃ¶sen und das behÃ¶rdliche Ermessen im Rahmen von Art. 4 ANAG zu beschrÃ¤nken. Von einem Eingriff in das Privat­leben kÃ¶nne bei der Verweigerung einer erstmaligen Bewilligung zum Vornherein nur dann die Rede sein, wenn Ã¼berhaupt eine BeeintrÃ¤chtigung von einer gewissen Schwere zur Diskussion stehe, was ein qualifiziertes VerhÃ¤ltnis voraussetze. Wie hinsichtlich des Fami­lienlebens im Sinn von Art. 8 Abs. 1 EMRK (</span>BGE 122 II 1 E. 1e; 109 Ib 183 E. 2a und b) <span>mÃ¼sse eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte Beziehung bestehen, damit der Ã¼ber ein ge­festigtes Anwesenheitsrecht verfÃ¼gende AuslÃ¤nder oder Schweizer bzw. sein gleichge­schlechtlicher auslÃ¤ndischer Partner sich fÃ¼r die Bewilligungserteilung auf Art. 8 Abs. 1 EMRK (bzw. den inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV) berufen kÃ¶nne (BGE 126 II 425 E. 4c/bb; Martina Caroni, Privat- und Familienleben zwischen Menschenrecht und Migration, Berlin 1999, S. 481). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren gegenÃ¼ber Ehepaaren bezÃ¼glich des nur ersteren obliegenden Nachweises einer gefestigten und intakten Bezie­hung betrifft, kÃ¶nnen sich die BeschwerdefÃ¼hrer nicht auf das Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV berufen, da die unterschiedliche Behandlung gerade daher rÃ¼hrt, dass gleich­geschlechtliche Partner keine Ehe schliessen kÃ¶nnen und deshalb das formelle Krite­rium der Eheschliessung durch den Nachweis einer gefestigten und intakten Beziehung er­setzt wird (vgl. BGE 126 II 425 E. 4b/aa und bb zum Recht auf Achtung des Familienle­bens und zum Institut der Ehe).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es ist nachfolgend zu prÃ¼fen, ob und bejahendenfalls inwiefern die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer hinreichend stabilisiert und deshalb geeignet erscheint, einen auslÃ¤nder­rechtlichen Bewilligungsanspruch gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK zu begrÃ¼nden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Das Bundesgericht nennt folgende Merkmale, mit Hilfe welcher bestimmt werden soll, ob eine gefestigte Beziehung vorliegt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb): </span></p> <p class="EinzugZitat">"Dabei spielt die bisherige Dauer der Beziehung bzw. des gemeinsa­men Haushalts eine ausschlaggebende Rolle; daneben ist die IntensitÃ¤t der Partnerschaft aufgrund zusÃ¤tzlicher Faktoren - wie etwa der Art und des Umfangs einer vertraglichen Ãbernahme gegenseitiger FÃ¼r­sor­gepflichten, des Integrationswillens und der IntegrationsfÃ¤higkeit bzw. der Akzeptanz in den jeweiligen Familien und im Bekannten- bzw. Freundeskreis der Betroffenen - zu belegen."</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Unterschied zum Schutz des Familienlebens, wo das Bundesgericht eine BerÃ¼h­rung dann bejaht, wenn eine fremdenpolizeiliche Massnahme die Beziehungen naher Ver­wandter betrifft, ein AngehÃ¶riger ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat und die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (BGE 122 II 1 E. 1e, 109 Ib 183 E. 2a und b), sind die Eintretensvoraussetzungen beim Schutz des Privatlebens von gleichgeschlechtlichen Paaren hÃ¶her anzusetzen, weil bei einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft jegliches Ã¤usserliche PrÃ¼fungsmerkmal - wie eben die nahe Verwandtschaft oder eine Ehe - fehlt. Es muss somit allein auf den IntensitÃ¤tsgrad der Beziehung abgestellt werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dies fÃ¼hrt dazu, dass die Frage, ob eine Massnahme das geschÃ¼tzte Privatleben be­rÃ¼hrt, weitgehend mit jener nach der materiellen ZulÃ¤ssigkeit des Eingriffs zusammenfÃ¤llt und die gerichtliche PrÃ¼fung hauptsÃ¤chlich auf der Stufe des Eintretens stattfindet. Ob dies als besonders glÃ¼cklich bezeichnet werden kann, ist fraglich, jedoch durch die Ausgestal­tung der Grundrechtsnorm von Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV vorgegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die BeschwerdefÃ¼hrer machen vor Verwaltungsgericht geltend, dass ihre Le­bens­gemeinschaft gefestigt und intakt sei. Sie seien wÃ¤hrend der zwei Jahre, die sie sich kennen, jeden Tag, an dem es faktisch und rechtlich irgendwie mÃ¶glich gewesen sei, zu­sammen gewesen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe seine Ferien beim BeschwerdefÃ¼hrer 2 in F. verbracht, der BeschwerdefÃ¼hrer 2 habe mit einem Unterbruch von zwei Monaten zwei erlaubte dreimonatige Aufenthalte beim BeschwerdefÃ¼hrer 1 hinter sich, an die sich das immer noch andauernde Verfahren nahtlos aneinanderreihe. Ferner sei durch Urkunden be­wiesen, dass es sich um eine gefestigte und intakte Beziehung handle. Eine gefestigte und intakte Beziehung liege entgegen der Meinung des Regierungsrats nicht nur dann vor, wenn die Partner schon mehrere Jahre zusammen gelebt hÃ¤tten. Die schriftlichen Zeugnisse von Verwandten und Freunden liessen keinen Zweifel offen, dass es sich um eine gefestig­te und intakte Beziehung handle. Die Frage der LÃ¤nge der Beziehung kÃ¶nne nicht losgelÃ¶st von den UmstÃ¤nden, unter denen diese Ã¼berhaupt gelebt werden kÃ¶nne, behandelt werden. Das Zusammenleben der BeschwerdefÃ¼hrer sei nur mÃ¶glich gewesen, weil im Rahmen des Rekursverfahrens die Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers 2 untersagt worden sei. Anson­sten kÃ¶nne sich ein AuslÃ¤nder, der nicht im Besitz einer fremdenpolizeilichen Bewilligung sei, nicht mehr als drei Monate ohne Unterbruch in der Schweiz aufhalten, und auch das nur, sofern ihm dies aus beruflichen und finanziellen GrÃ¼nden mÃ¶glich sei. Deshalb sei das Zusammenleben der BeschwerdefÃ¼hrer von mittlerweile fast zwei Jahren eine entsprechend lange Zeit. Die IntensitÃ¤t einer Beziehung bestimme sich auch durch die GefÃ¼hle, welche die Partner fÃ¼reinander empfÃ¤nden und durch die Hindernisse, welche die Partner auf dem Weg zum gemeinsamen Leben aus dem Weg rÃ¤umen mÃ¼ssten. Die Entschiedenheit und der Einsatz, welche die BeschwerdefÃ¼hrer in ihrem Kampf fÃ¼r das gemeinsame Zusammenle­ben gezeigt hÃ¤tten, seien Ausdruck der IntensitÃ¤t ihrer Beziehung. Die BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tten keine MÃ¼hen, Zeit und Geld gescheut, um den Verbleib des BeschwerdefÃ¼hrers 2 in der Schweiz zu ermÃ¶glichen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Regierungsrat hat die Beziehung als nicht genÃ¼gend intensiv erachtet. Die BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤tten sich zur Zeit des Rekursentscheids seit rund eineinhalb Jahren ge­kannt, wovon sie etwa neun Monate zusammen verbracht hÃ¤tten. Dies sei eine sehr kurze Zeit, so dass nicht von einer gefestigten Lebensgemeinschaft ausgegangen werden kÃ¶nne. Eine analoge Anwendung der im Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 16. Juni 1999 (VB.1998.00414) entwickelten GrundsÃ¤tze auf den vorliegenden Fall sei ausgeschlossen, da es dort um eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft gegangen sei, welche bereits vier Jahre gedauert und somit einen wesentlich grÃ¶sseren IntensitÃ¤tsgrad aufgewiesen habe als die zu beurteilende Beziehung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Wie die BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht bemÃ¤ngeln, kann es zur Annahme einer ge­festigten Beziehung nicht darauf ankommen, wie lange ein gleichgeschlechtliches Paar zu­sammen gelebt hat, da das Zusammenleben Ã¼ber lÃ¤ngere Perioden hinweg gerade durch die fremdenpolizeilichen Vorschriften verhindert wird. Indessen spielt die Dauer der Bezie­hung eine entscheidende Rolle und muss daher als massgebendes Kriterium angesehen werden. Die Dauer der Lebensgemeinschaft im Sinn des Zusammenlebens ist somit nur in­sofern von Bedeutung, als dass durch sie die erforderliche Dauer der Beziehung bis zu ei­nem gewissen Grad mitbeeinflusst wird; dies allerdings nur dann, wenn die Lebens­gemein­schaft im Rahmen ordentlicher fremdenpolizeilicher Bewilligungen stattgefunden hat. Da­mit soll die Bevorzugung von Personen verhindert werden, welche sich nicht den hiesigen Vorschriften entsprechend verhalten haben. Weitere Faktoren, welche Anzeichen fÃ¼r die IntensitÃ¤t der Beziehung sind, haben nur einen beschrÃ¤nkten Einfluss auf die AbwÃ¤gung, ob eine gefestigte Beziehung vorliegt. Allenfalls kÃ¶nnen sie die erforderliche Beziehungs­dauer bis zu einem gewissen Grad vermindern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Liebesbeziehung der BeschwerdefÃ¼hrer besteht erst seit ungefÃ¤hr 20 Monaten. Dies fÃ¼hrt dazu, dass die Beziehung der BeschwerdefÃ¼hrer noch nicht lange genug gedau­ert hat, um als gefestigte Beziehung zu gelten, welche in den Schutzbereich des Privatle­bens nach Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV fÃ¤llt. Nichts daran zu Ã¤ndern vermag die Tatsache, dass die BeschwerdefÃ¼hrer im Rahmen von Besuchsaufenthalten und wÃ¤hrend der verschiedenen Verfahren betreffend die Aufenthaltsbewilligung ungefÃ¤hr 15 Monate zusammengelebt haben. Die Vielzahl von Schreiben von Verwandten, Freunden und dem Arbeitgeber des BeschwerdefÃ¼hrers 1 deuten zwar auf eine tatsÃ¤chlich gelebte Partner­schaft hin, indessen reichen auch sie nicht aus, um daraus auf eine gefestigte Beziehung im Sinn der bundesgerichtlichen Anforderungen zu schliessen. Dasselbe gilt auch fÃ¼r das in­tensive BemÃ¼hen der BeschwerdefÃ¼hrer, dem BeschwerdefÃ¼hrer 2 den Verbleib in der Schweiz zu ermÃ¶glichen. FÃ¼rsorgeverpflichtungen, welche Ã¼ber die zur Erlangung der Be­suchervisen abgegebenen Garantien hinausgehen, sind keine eingegangen worden, weshalb die BeschwerdefÃ¼hrer daraus nichts fÃ¼r sich ableiten kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach dem Gesagten kann deshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.</span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">Das Verwaltungsgericht entscheidet:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>