<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wie erklärt sich der Bundesrat die Tatsache, dass angesichts der Chancen, welche die Mehrnutzung unserer Wälder mit sich bringen würde, in der Forschungslandschaft Schweiz praktisch keine Holz-Ressourcennutzungsforschung betrieben wird?</p><p>2. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass die Forschung rund um die Weiterentwicklung einer nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressource Holz notwendig ist und durch den Bund gefördert werden sollte?</p><p>3. Wird im Zuge der Strategieänderung der WSL die Wald- und Holznutzungsforschung weiterhin betrieben? Wenn ja, in welchem Rahmen und mit welchem Anteil am Gesamtbudget der WSL?</p><p>4. Ist der Bundesrat bereit, im Rahmen der Revision des Waldgesetzes innovative Ansätze zur Maximierung der Wertschöpfung des einheimischen Rohstoffes Holz in der Schweiz mit den dafür geeigneten Massnahmen so zu fördern, dass einheimische Holzprodukte wettbewerbsfähiger und damit auch exportfähig werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Rohstoff, Baustoff und Energieträger Holz ist an verschiedenen Schweizer Hochschulen und Forschungsanstalten Gegenstand in Lehre und Forschung: Im ETH-Bereich erforscht das PSI Aspekte der Biomasse/Energie, die Empa beschäftigt sich mit Holz als Werkstoff und Baustoff, die beiden ETH erforschen Holz als (Verbund-)Baustoff in Konstruktion und Statik, und die WSL erforscht die Rohstoffproduktion im Ökosystem Wald, jedoch hinsichtlich Ernte und Bereitstellung des Holzes nach Ablauf des seit 2001 laufenden Forschungsprogramms "Management einer zukunftsfähigen Waldnutzung" in geringerem Umfang als bisher. Weiter sind u. a. die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen und die Universitäten Zürich, Basel und Bern punktuell in der Wald- und Holznutzungsforschung tätig, und die Hochschule für Architektur, Bau und Holz in Biel betreibt angewandte Forschung und Entwicklung mit Holz als Baustoff. Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass an verschiedenen Instituten in der Schweiz die Holz-Ressourcennutzungsforschung nach wie vor ein Forschungsthema ist.</p><p>2. Der Bundesrat teilt die Auffassung, dass die Forschung rund um die nachhaltige Nutzung der Ressource Holz notwendig ist und im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten gefördert werden soll. Er beabsichtigt, Forschung zur Ressourcennutzung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft explizit in den Leistungsauftrag 2008-2011 des Bundesrates an den ETH-Bereich aufzunehmen. Als kurzfristige Massnahme wird er weiter vom ETH-Bereich verlangen, im Rahmen der Rechenschaftsberichte der Jahre 2006 und 2007 ein detailliertes gemeinsames Reporting aller Institutionen des ETH-Bereiches zur Wald- und Holznutzungsforschung vorzulegen.</p><p>3. An der WSL gab es keine ausdrückliche Strategieänderung in der Wald- und Holznutzungsforschung, sondern eine Anpassung der Organisationsstruktur. Das Handlungsfeld Waldmanagement wurde zwar auf andere Forschungseinheiten aufgeteilt, die Themen der multifunktionellen Wald- und Holznutzung bleiben aber wichtige Forschungsgebiete der WSL. In einigen davon stehen Waldmanagement, Holznutzung und Energieholzversorgung im Vordergrund, andere befassen sich mit waldökologischen oder Monitoringfragen, mit Fragen der Artenvielfalt, der Erholungsnutzung oder des Schutzes vor Naturgefahren. Darüber hinaus sind zahlreiche Projekte und Programme interdisziplinär angelegt und lassen sich gleichzeitig verschiedenen Kategorien zuordnen. Der Anteil der multifunktionellen Wald- und Holznutzung am Gesamtbudget liegt über 30 Prozent, jener der praxisrelevanten Holzbereitstellung inklusive organisatorischer Massnahmen und Logistik ist hingegen geringer.</p><p>4. Bereits heute können mit dem bestehenden Waldgesetz punktuell Projekte zur Stärkung der Wertschöpfungskette Holz unterstützt werden (z. B. im Rahmen des Förderprogramms Holz 21). Der Bund überprüft zurzeit die Wirksamkeit seiner Förderinstrumente im Rahmen des Projekts "Aktionsplan Schweizer Holz" und richtet diese allenfalls neu aus. Darüber hinaus hat der Bundesrat dem UVEK den Auftrag erteilt, bis Mitte März 2007 die Botschaft zur Volksinitiative "Rettet den Schweizer Wald" auszuarbeiten. Dabei soll u. a. das Ziel der Stärkung des Rohstoffes und Energieträgers Holz verfolgt werden. Das Parlament wird anschliessend Gelegenheit haben, sich zu den darin vorgesehenen Massnahmen zu äussern.</p>  Antwort des Bundesrates.