BRKE I Nr. 82/2001 vom 30. März 2001 in BEZ 2001 Nr. 28 5. a) Die Rekurrentin wendet sich gegen die Auflage, wonach in nützlicher Entfe r- nung zum Baugrundstück ein Abstellplatz zu erstellen resp. nachzuweisen oder aber e i- ne Ersat zabgabe zu leisten sei. Zur Begr ündung macht sie geltend, die gesetzlichen Voraussetzungen für die Verpflichtung zur Schaffung von Abstellplätzen seien nicht e r- füllt. Im W eiteren ge lte es zu beachten, dass die kommunale Baubehörde in ständiger Praxis bei Dachg eschossausbauten jeweils kei ne (zusätzlichen) Abstellplätze verlangt habe. Die Verpflichtung zur Schaffung e ines Abstellplatzes erweise sich schliesslich auch deshalb als ungerechtfe rtigt, weil die Zahl der im rekursbetroffenen Gebäude b e- findlichen W ohnungen trotz des Ausbaus des 2. Dachgeschosses insgesamt um eine Einheit abnehme, indem im 2. und 3. Obergeschoss jeweils zwei W ohnungen zusa m- mengelegt würden. b) Das kantonale Recht umschreibt in § 243 Abs. 1 PBG die Sachverhalte a b- schliessend, welche die Pflicht zur Schaffung von Fahr zeugabstellplätzen auslösen. Neben der Neuerstellung von Bauten und Anlagen (lit. a) und (reinen) Nutzungsänd e- rungen, welche voraussichtlich wesentlich andere Verkehrsbedürfnisse schaffen (lit. c), lösen allgemeine bauliche Änderungen, die einen erhebliche n Teil der Baute oder Anl a- ge erfassen oder durch welche eine wesentlich andere Nutzung als bisher ermöglicht wird (lit. b), die Erstel lungspflicht aus. Der Sachumstand der "wesentlich anderen Nu t- zung" im Sinne von § 243 Abs. 1 lit. b PBG b einhaltet die Ein führung einer Nutzung, welche sich von der vorhergehe nden in rechtlich relevantem Ausmass unterscheidet. Nicht verlangt wird demgegenüber, dass diese Nutzungsänderung einen grösseren oder gar erheblichen Teil der Baute erfa sse. Dies ergibt sich ohne weiteres aus dem Wortlaut von § 243 Abs. 1 lit. b PBG. Ob eine wesentlich andere Nutzung vorliege, entscheidet sich demnach einzig unter Beachtung des von den baulichen Änderungen erfassten Gebäudeteils. Somit kann auch nicht verlangt werden, dass die Nutzungsän derung ei- nen erheblich grösseren Abstellplatzbedarf auslöse (anders noch Frey, Die Erstellung s- pflicht von Abstellplätzen für Motorfahrzeuge nach zürch erischem Recht, Diss. Zürich 1987, S. 24, zu § 242 Abs. 2 lit. b aPBG). Vielmehr ist bei einer Nu tzungsänderung im Sinne von § 243 Abs. 1 lit. b PBG grundsätzlich jeder sich aus dieser ergebende A b- stellplatz(mehr)bedarf nach den einschlägigen Regeln des Planungs - und Baugesetzes abzudecken. c) Das umstrittene Projekt sieht im 2. Dachgeschoss den Einbau einer rund 120 m 2 grossen W ohnung vor. Damit wird in diesem Teil des Gebäudes im Sinne von § 243 Abs. 1 lit. b PBG eine wesentlich andere Nutzung als bisher ermöglicht, was unter Be- rücksichtigung von Art. 4 der kommunalen Parkplatzverordnung die Pflicht zur Scha f- fung eines Abstellplatzes auslöst. Dass die Anzahl W ohneinheiten durch das Bauvorh a- ben insgesamt um eine reduziert wird, vermag an diesem Ergebnis schon deshalb nichts zu ändern, weil g emäss kommunaler Parkplatzverordnung bei der Berechnung der e r- forderlichen Pflichta bstellplätze nicht auf die Anzahl W ohneinheiten, sondern auf die Geschossflächen abzustellen ist. Soweit die Rekurrentin ferner einwendet, die komm u-- 2 - nale Baubehörde verzichte bei Dachgeschossausbauten jeweils auf die Schaffung von (zusätzlichen) Abstellplätzen, ist darauf hinzuweisen, dass diese Praxis, wie die Vori n- stanz in ihrer Vernehmlassung au sführt, zu § 242 Abs. 1 lit. b aPBG entwickelt worden war und mit der G esetzesänderung vom 1. September 1991 (zu Recht) aufgegeben wurde. Die der Rek urrentin auferlegte Verpflichtung, in nützlicher Entfernung des Ba u- grundstücks einen Abstellplatz zu erstellen resp. nachzuweisen, ist damit nicht zu bea n- standen. Der Rekurs erweist sich in diesem Punkt als unbegründet.