Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. Januar 2015 (725 14 174) ___________________________________________________________________ Unfallversicherung Rechtliches Gehör; Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP); Auswahl der zumutbaren DAP-Profile; Angaben über die Gesamtzahl der in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze; Bemessung Valideneinkommen und Invalideneinkommen; Integritätsentschädigung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Milena Grob Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A Der 1965 geborene A.___ war seit dem 1. Oktober 1 993 als Hilfsspengler bei der B.___ in Allschwil in einer Vollzeitstelle angestellt und du rch die Arbeitgeberin bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 27. September 1997 knickte er beim Fussballspielen ein und zog sich dabei eine Verletzung am rechten Knie zu. Nach Eingang der Unfallmeldung erbrachte die SUVA die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten un d Taggelder) für die Folgen dieses Unfalles. Am 26. September 1999 verdrehte sich der Ve rsicherte beim Absteigen vom Fahrrad das linke Knie und erlitt einen Riss des vorderen Kreuz bandes und des medialen Meniskus. In der Folge erlitt der Versicherte an beiden Knien mehr ere Rückfälle, wofür die SUVA jeweils Leistungen erbrachte. Nach verschiedenen Therapien für die geschädigten Knie teilte die SUVA Basel dem Versicherten mit Schreiben vom 27. September 2013 mit, dass von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustands mehr erwartet werden könne, weshalb die Heilungskosten und Taggeldl eistungen per 31. Oktober 2013 ein- gestellt würden und der Anspruch auf eine Rente gepr üft werde. Mit Verfügung vom 29. Okto- ber 2013 sprach die SUVA dem Versicherten für die beid en Unfälle ab dem 1. November 2013 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 19% eine Inva lidenrente von monatlich Fr. 1‘273.60 sowie eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 38‘880.-- gestützt auf eine Integritäts- einbusse von 40% zu. Dagegen erhob der Versicherte vertr eten durch Advokat Guido Ehrler Einsprache. Die SUVA hielt mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2014 an ihrem Entscheid fest. B. Hiergegen erhob A.___ weiterhin vertreten durch A dvokat Ehrler am 12. Juni 2014 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Er beantragte, es sei der Einsprache-E ntscheid der SUVA vom 12. Mai 2014 auf- zuheben und die SUVA zu verpflichten, dem Beschwerdefüh rer mit Wirkung ab 1. November 2013 eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% zu gewähren. Wei- ter beantragte der Beschwerdeführer für die Folgen de s Unfalles vom 27. September 1997 die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 20% anstelle von 15%. Weiter sei die SUVA zu verpflichten , dem Beschwerdeführer für das Ein- spracheverfahren eine angemessene Parteientschädigung zu entrichten und für das verwal- tungsgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspf lege zu gewähren. Alles unter o/e- Kostenfolge. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer auch d ann eine Parteientschädigung aus- zurichten, wenn er unterliegen sollte. Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesent- lichen aus, dass für die Festsetzung des Valideneinkommens vo m erzielten Lohn bei der ehe- maligen Arbeitgeberin auszugehen sei. Betreffend das Invalideneinkommen rügt der Beschwer- deführer, dass die Suchkriterien der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) nicht mit dem Zumutbarkeitsprofil übereinstimmen würden, weshalb ni cht auf diese Zahlen abgestellt werden könne. Weiter liege für die Senkung der Integritätsentschädigung um 5% im Verlauf des Verfah- rens kein sachlicher Grund vor. C. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassun g vom 8. August 2014 die voll- umfängliche Abweisung der Beschwerde und die Bestätigu ng des Einspracheentscheides vom 12. Mai 2014. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Mit Verfügung vom 22. September 2014 bewilligte d ie instruierende Präsidentin der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts die un entgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Guido Ehrler. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten be ide Parteien im Wesentlichen an ihren Anträgen und Begründungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Münchenstein, we shalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 5 4 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtl iche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Bevor das Kantonsgericht eine Beschwerde einer mat eriellen Prüfung unterzieht, hat es gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 von Amtes wegen, d.h. unab hängig von allfälligen Parteianträ- gen, zu prüfen, ob auf das Rechtsmittel eingetreten w erden kann. Zu den Prozessvorausset- zungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Geri cht zur Begründetheit oder Unbegrün- detheit der Rechtsbegehren Stellung nehmen kann, gehö rt nebst der Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz und einer frist- und formgerechten R echtsmittelvorkehr insbesondere ein taugliches Anfechtungsobjekt (vgl. zum Ganzen: F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 71 ff.). 1.3 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vor- gängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellu ng genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sa churteilsvoraussetzung, wenn und in- soweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f . E. 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4 Der Versicherte beantragt die Zusprechung einer Pa rteientschädigung für das Ein- spracheverfahren. Art. 52 Abs. 3 Satz 1 ATSG hält fest, dass das Einspracheverfahren vor dem Versicherungsträger kostenlos ist. Parteientschädigungen we rden laut Satz 2 der genannten Bestimmung in der Regel nicht ausgerichtet. Ausnahmswei se ist die Zusprechung einer Partei- entschädigung im Einspracheverfahren zulässig, wenn der E insprecher, der nicht über die er- forderlichen Mittel verfügt, um die Anwaltskosten selbst zu tragen, im Falle des Unterliegens die unentgeltliche Verbeiständung (Art. 37 Abs. 4 ATSG) hätte beanspruchen können. Diesfalls soll der Einsprecher bei Obsiegen vom unterliegenden Versi cherungsträger entschädigt werden (BGE 130 V 572 f. E. 2.2 mit Hinweisen). Vorliegend geht aus dem Einspracheentscheid der SUVA vom 12. Mai 2014 hervor, dass die SUVA den Rechtsver treter gebeten hat, ein Zeugnis zur Erlangung der unentgeltlichen Verbeiständung und e ine in zeitlicher Hinsicht spezifizierte Kostennote einzureichen. Über dieses Gesuch wurde von d er SUVA separat entschieden. Da die Beschwerdegegnerin im vorliegend angefochtenen Ei nspracheentscheid die Frage der Par- teientschädigung demnach nicht entschieden hat, ist mang els Anfechtungsobjekt auf dieses Begehren nicht einzutreten. 1.5 Soweit sich die vorliegende Beschwerde gegen die du rch die SUVA mit Einspracheent- scheid vom 12. Mai 2014 festgelegte Rente und Integritätsentschädigung richtet, kann auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwer de eingetreten werden. 2.1 Der Versicherte beanstandet in seiner Beschwerde, dass die Akten betreffend den Sturz auf den Rücken am 20. Dezember 2004 in den medizi nischen Unterlagen nicht enthalten gewesen und ihm nicht ediert worden seien, was eine Ve rletzung des rechtlichen Gehörs dar- stelle. Bei diesem Einwand handelt es sich um eine Rüge formeller Natur. Sollte sich diese als begründet erweisen, kann dies zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führen, ohne dass die Angelegenheit materiell beurteilt würde. Der be treffende Einwand ist deshalb vorab zu prü- fen (vgl. Urteil W. des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3). 2.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der betr offenen Person, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizu- bringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblich en Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mit zuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370 f. E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). 2.2.2 Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts al s Teil des Anspruchs auf rechtli- ches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzl ich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfü- gung darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerng ehalt des rechtlichen Gehörs, dass der Verfügungsadressat vor Erlass eines für ihn nachteilig en Verwaltungsaktes zum Beweisergeb- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nis Stellung nehmen kann. Das Akteneinsichtsrecht ist somi t eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die versicherte Person kann sich nur dann wirk- sam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen ode r bezeichnen, wenn ihr die Möglich- keit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfü- gung gestützt hat (BGE 132 V 388 E. 3.1). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich dabei auf sämt- liche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grun dlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch zu gewähren, wenn die Ausüb ung des Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag . Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, ka nn demnach nicht mit der Begrün- dung verweigert werden, die fraglichen Akten seien fü r den Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr der betroffenen Person selber überlassen sei n, die Relevanz der Akten zu beur- teilen (BGE 132 V 389 E. 3.2 mit Hinweis). 2.2.3 Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen G ehörs hat – auf Antrag oder von Amtes wegen – die Aufhebung des angefochtenen Verwal tungsaktes und die Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfah rensrechte der betroffenen Partei zur Folge. Davon kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Rechtsmittelinstanz in tat- sächlicher und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte K ognition verfügt und wenn die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit z u unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem der Anhörung gleichgestellten Int eresse der Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweisen). 2.3 Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheverfahre n auf Einwand des Beschwerdefüh- rers hin die Unfallakten beigezogen und ausgewertet. Sie hielt fest, dass den Akten nichts Nä- heres zur Unfallkausalität der Rücken- und Hüftbeschwer den zu entnehmen sei. Die Rücken- und Hüftbeschwerden seien unfallfremd und die Kosten für die Behandlung seien von der Kran- kenkasse übernommen worden. Weiter seien die Folgen des Unfalles vom 20. Dezember 2004 abgeheilt und die Beschwerden seien bei der Bemessung d er Invalidenrente nicht zu berück- sichtigen. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdefüh rer die Unterlagen zusammen mit dem Einspracheentscheid zukommen lassen. Für das Ausarbeiten der Beschwerde standen die Unterlagen dem Beschwerdeführer somit zur Verfügung. D as Kantonsgericht hat ausserdem die Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels ang eordnet. Dadurch hat es dem Be- schwerdeführer (nachträglich) Gelegenheit gegeben, in die Unfallakten Einsicht zu nehmen, sich (auch) mit deren Inhalt auseinander zu setzen und zu diesen Stellung zu nehmen. Berück- sichtigt man weiter, dass das Kantonsgericht in unfallver sicherungsrechtlichen Beschwerdever- fahren gemäss § 57 VPO über eine uneingeschränkte Kogni tion verfügt, so ist eine allenfalls vorausgegangene, in einer unvollständig gewährten Akten einsicht liegende Verletzung des rechtlichen Gehörs des Versicherten als geheilt zu betrachten. Es besteht deshalb keine Veran- lassung, den angefochtenen Verwaltungsakt aus formellen Gründen aufzuheben und die Ange- legenheit zur neuen Entscheidung an die Beschwerdegegne rin zurückzuweisen. Ein solches Vorgehen würde letztlich zu einem formalistischen Leerla uf und damit zu unnötigen Verzöge- rungen führen, was mit dem Interesse der Versicherten an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Mit Verfügung vom 29. Oktober 2013, welche sie mit dem angefochtenen Einsprache- entscheid vom 12. Mai 2014 bestätigt hat, sprach die Be schwerdegegnerin dem Versicherten für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus den Unfa llereignissen vom 27. September 1997 und vom 26. September 1999 mit Wirkung ab dem 1. Nove mber 2013 eine auf einer Erwerbs- unfähigkeit von 19% basierende Invalidenrente zu. In sei ner Beschwerde vom 12. Juni 2014 beantragt der Versicherte unter anderem die Ausrichtun g einer Rente basierend auf einem In- validitätsgrad von mindestens 40% mit Wirkung ab dem 1. November 2013. Unstreitig ist zwi- schen den Parteien, dass der Fallabschluss zu Recht per 31. Oktober 2013 erfolgte. 3.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entst eht, wenn von der Fortsetzung der ärztli- chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundhe itszustandes der versicherten Per- son mehr erwartet werden kann und allfällige Einglie derungsmassnahmen der Invalidenversi- cherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn f allen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleide t die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, g eistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine a ngemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, fa lls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.3 Wie in Erwägung 3.2 hiervor ausgeführt, hat die v ersicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG). Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invalidit ätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini- schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahm en durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Vornahme des Einkommensvergleichs in zeitli- cher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des Rentenbeginns abzustellen (vgl. BGE 129 V 222, 128 V 174). Vorliegend ist demn ach beim Einkommensvergleich von den am 1. November 2013 (Datum des Rentenbeginns) gegebene n Einkommensverhältnissen aus- zugehen. 3.4.1 Bei der Bemessung des hypothetischen Einkommens ohn e Gesundheitsschädigung (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht anzuwendenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 115 V 142 E. 8b mit weiteren Hinwei sen) als gesunde Person tatsächlich Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2010, 8C_647/2009, E. 4.3; vgl. auch BGE 134 V 325 E. 4.1). 3.4.2 Als Anhalts- und Ausgangspunkt für die Beurteilung der beruflichen Entwicklung ohne Unfall drängt sich die zur Zeit des Unfalles ausgeübte Tätigkeit auf. Es besteht eine gewisse Vermutung – das Bundesgericht spricht von einer empirisch en Feststellung –, dass die versi- cherte Person diese Arbeit in Zukunft fortgesetzt hätt e. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1, mit Hinweisen). Ist anzunehmen, dass sie im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich nicht mehr an der bisherigen Arbeitsstelle tätig wäre, ist das Valideneinkommen rechtsprechungsgemäss nicht aufgrund der Lohnangaben des letzten Arbeitgebers, sondern gestützt auf die Lohns trukturerhebung (LSE) zu ermitteln (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2010, 9C_130/2010, E. 3.3.1, mit Hinweisen). 3.5 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, er wird ergänzt durch die Mitwirkungspflichten de r Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zu beachten ist j edoch, dass der Untersuchungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriff snotwendig ausschliesst, da es Sache der verfügenden Verwaltungsstelle bzw. des Sozialversicherun gsgerichts ist, für die Zusam- mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofer n, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst Platz, wenn es sich als unmög- lich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes au fgrund einer Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 4.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid ermittelte di e SUVA das Valideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE. Die SUVA gin g dabei davon aus, dass die Kündigung des Beschwerdeführers durch die Arbeitgeberin aus wirtschaf tlichen Gründen erfolgt sei. Der Beschwerdeführer hingegen vertritt die Ansicht, dass seine Kündigung und die damit verbunde- ne Freistellung aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei , weshalb für die Ermittlung des Vali- deneinkommens auf die Lohnangaben der Arbeitgeberin und nicht auf die LSE abzustellen sei. Es stellt sich mithin die Frage, ob die Kündigung des Be schwerdeführers aus gesundheitlichen oder betrieblichen Gründen erfolgte. 4.2.1 Der Beschwerdeführer stand seit dem 1. Oktober 19 93 in einem Arbeitsverhältnis bei der B.___ (Bauspenglerei und Sanitäre Anlagen) als H ilfsspengler. Während dem Arbeitsver- hältnis erlitt der Beschwerdeführer zwei Unfälle an den beiden Knien mit je verschiedenen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückfällen und war deshalb mehrfach arbeitsunfähig. In den Akten findet sich eine Telefonnotiz von C.___, Mitarbeiter der SUVA, vom 23. März 2009 be treffend ein Telefongespräch zwischen ihm und D.___, Assistentin der Geschäftsleitung bei der B .___. Darin wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer am 23. März 2009 nach längerer un fallbedingten Abwesenheit vom Ar- beitsplatz die Arbeit wieder aufgenommen habe und d ie B.___ ihm aufgrund der wirtschaftli- chen Lage gleichentags die ordentliche Kündigung mitget eilt habe. Der Telefonnotiz ist weiter zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer den Betrieb ohn e Angabe eines Grundes verlassen habe. Die SUVA hielt in einem gleichentags verfassten S chreiben vom 23. März 2009 an den Beschwerdeführer ordnungshalber fest, dass ab diesem Dat um eine volle Arbeitsfähigkeit be- stehe. Am 12. Mai 2009 untersuchte der Kreisarzt der S UVA, Dr. med. E.___, Facharzt für Chi- rurgie FMH, den Beschwerdeführer und bestätigte eine volle Arbeitsunfähigkeit. Er führte aus, dass der Versicherte die Tätigkeit als Flachdachisolateu r voraussichtlich nicht mehr werde aus- üben können, da diese Tätigkeit zum grössten Teil auf d en Knien verrichtet werde. Gemäss Aktennotiz vom 25. Mai 2009 der SUVA lagen betreffend die Kündigung noch keine weiteren Informationen vor. Der Beschwerdeführer gab diesbezügli ch an, dass die Kündigung zwar aus- gesprochen worden sei, dass diese gemäss Unia aber nicht zu lässig sei und nun zusammen diskutiert werde. Die Auszahlung der Taggeldzahlungen f olgte am 9. Juli 2009 gemäss Akten- notiz von F.___, Mitarbeiterin der SUVA, weiterhin a n den Arbeitgeber. Auch die Klinik G.____ hält in ihrem Austrittsbericht vom 31. Juli 2009 fest, dass nicht geklärt sei, ob die Kündigung des Arbeitgebers rechtens sei. Aus den Akten geht somit herv or, dass betreffend der ausgespro- chenen Kündigung durch die Arbeitgeberin Unklarheiten bestanden. 4.2.2 Anlässlich der kreisärztlichen Beurteilung vom 8. D ezember 2009 wurde von Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, Kreisarzt, fe stgehalten, dass dem Versicherten aufgrund des aktuellen Befunds eine ganztägige, leichte , abwechslungsreiche und wechselbe- lastete Aktivität mit möglichst frei wählbarer Arbeitsposi tion, ohne Knien und Kauern oder ir- gendwelche Leiterarbeit, Traglimit stehend 10 bis 15 kg, gehend 5 kg zumutbar sei. Aus einer weiteren Telefonnotiz der SUVA vom 21. Dezember 2009 betreffend ein Telefonat mit D.___, Mitarbeiterin der B.___, ergibt sich, dass diese den B eschwerdeführer Anfang Januar 2010 zu einer Arbeitsaufnahme einladen werde. Es wird in der Telefonnotiz weiter ausgeführt, dass das Arbeitsverhältnis noch intakt sei, da der Beschwerdefüh rer am Tag nach der Kündigung einen Unfall erlitten habe. Das Arbeitsverhältnis ende gemäs s D.___ erst am 8. März 2010 und bis dahin werde die B.___ den Beschwerdeführer noch besch äftigen. Aus der Telefonnotiz der SUVA vom 12. Januar 2010 betreffend ein erneutes Tele fonat mit D.___ ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich nicht als arbeitsfähig erachtet habe, weshalb ein Einsatz in der Werkstatt der B.___ im Rahmen der Zumutbarkeit nicht möglich gewesen sei. Die Arbeitgeberin habe den Versicherten deshalb per sofort frei gestellt , da keine Einigung erzielt werden konnte. Der Telefonnotiz ist weiter zu entnehmen, dass D.___ der Ansicht war, dass der Versicherte ab dem 8. Dezember 2009 voll arbeitsfähig sei und unter Berücksichtigung der dreimonatigen Kündigungsfrist sein letzter Arbeitstag am 8. März 2010 sei, weshalb die Arbeitgeberin bis dahin den Lohn bezahlen werde. 4.2.3 Aus den Akten ergibt sich, dass in Bezug auf die Ar beitsversuche zwischen der Arbeit- geberin und dem Beschwerdeführer offensichtliche Differenzen bestanden. Insbesondere waren Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich die Parteien nicht einig darüber, ob und zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer ar- beitsfähig war. Die ausgesprochene Kündigung ist in ihrem zeitlichen Umfeld zu sehen und zu würdigen. Es fällt auf, dass sich den Akten keine Akten stücke der Arbeitgeberin entnehmen lassen, die auf eine Kündigung des Beschwerdeführers au s wirtschaftlichen Gründen hindeu- ten. Einzig in einer von der SUVA verfassten Telefonnoti z wird eine Kündigung aus wirtschaftli- chen Gründen erwähnt. Weitere Anhaltspunkte, dass D.___ diese Aussage im Namen der B.___ tatsächlich so getätigt hat, lassen sich den Akten nicht entnehmen. Das Kündigungs- scheiben der Arbeitgeberin vom 23. März 2009 nennt eben falls keine wirtschaftlichen Gründe als Kündigungsgrund. Es ist naheliegend und notorisch, d ass die Arbeitgeberin die gesundheit- lichen Gründe in einem Kündigungsschreiben nicht erwäh nt. Dennoch darf daraus nicht leicht- hin auf eine Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden. Es finden sich daher insgesamt keine hinreichenden Anhaltspunkte in den Akte n, die es erlauben würden, eine Kün- digung aus wirtschaftlichen Gründen anzunehmen. Auch i n Anbetracht des sehr langen Ar- beitsverhältnisses, dem vorliegend besondere Beachtung g eschenkt werden muss, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass d er eigentliche Grund für die Kün- digung die zahlreichen gesundheitlichen Probleme und d ie über die Jahre hinweg häufige Ar- beitsunfähigkeit des Beschwerdeführers bilden. 4.3 Bei dieser Ausgangslage ging die SUVA zu Unrecht d avon aus, dass der Versicherte im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr an der bisherigen Arbeitsstel- le tätig sei. Der Ansicht der Beschwerdegegnerin, dass fü r die Berechnung des Validenlohnes auf die Zahlen der LSE abzustellen sei, kann somit nich t gefolgt werden. Stattdessen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin tätig gewesen wäre und deshalb der Validenlohn vorliegend anhand einer konkre- ten Berechnung festzulegen ist. Gemäss den in den Akten befindlichen Angaben der B.___ würde der Monatslohn des Beschwerdeführers für das Jahr 2 013 (ohne Zulagen und ohne Kin- derzulagen) Fr. 6‘875.-- betragen. Den Angaben der B .___ kann auch entnommen werden, dass ein 13. Monatslohn in gleicher Höhe ausbezahlt wir d, was zu einem Jahreslohn von Fr. 89‘375.-- führt. 5.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter die Festsetzung des Invalideneinkommens. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtspre chung primär von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Geht diese nach Eintritt des Gesundheitsschadens keiner oder jedenfalls keiner ihr zumutbaren Erwerbstä- tigkeit mehr nach, ist im Einkommensvergleich von einem hypothetischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Re chtsprechung entweder Tabellenlöh- ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen LSE oder – wenn die SUVA Versicherungsträgerin ist – die sogenannten DAP-Zah len herangezogen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Die Beschwerdegeg nerin hat das Invalideneinkommen vor- liegend gestützt auf DAP-Lohnangaben bemessen und dabei ein Invalideneinkommen des Ver- sicherten von Fr. 59‘510.-- ermittelt. 5.2 Nach der Rechtsprechung setzt das Abstellen auf DAP-Lo hnangaben voraus, dass sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindesten s fünf zumutbare Arbeitsplätze Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht stützt. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamt zahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbei tsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jew eils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit wird auch die Überprüfung des Auswahlermessens hinreichend ermöglicht, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gesamtzahl behinderungsbedingt in Fr age kommender Arbeitsplätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich de s Suchergebnisses eine zuverlässi- ge Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP-Löhn e hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die SUVA die für die Invaliditätsbe- messung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mi t den erwähnten zusätzlichen An- gaben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit h at, sich dazu zu äussern. Allfällige Ein- wendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahle rmessens und der Repräsentativi- tät der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die SUVA im Einspracheentscheid damit auseinander se tzen kann. Ist die SUVA nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die SUVA hat diesen Falls im Einsprache- entscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu er mitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität d er DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zur ückzuweisen oder an Stelle des DAP- Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt a uf die LSE vorzunehmen (BGE 129 V E. 4.7.2). 5.3.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die DAP, wobei sie fünf DAP-Blätter auswählte und so e inen Invalidenlohn von Fr. 59‘510.-- ermittelte, entsprechend einem vollschichtigen Pensum in einer leidensangepassten Tätigkeit. Der Beschwerdeführer bringt hiergegen im Wesentlichen vor, dass die DAP-Suchkriterien nicht dem Zumutbarkeitsprofil gemäss Austrittsbericht der Reh aklinik G.___ vom 4. September 2013 und dem kreisärztlichen Bericht vom 27. Januar 2012 von D r. H.___ entsprechen würden. Ge- mäss Austrittsbericht der Rehaklinik G.___ und kreisärztlich er Untersuchung sei dem Be- schwerdeführer nur eine Arbeit ohne kniebelastende Tätigkeit zuzumuten. 5.3.2 Wie aus der Suchprofilabfrage ersichtlich ist, wur de bei der Rubrik „Knien“ und „Knie- beuge“ mit der Einschränkung „selten“ und nicht mit der Einschränkung „nie“ gesucht. Die fünf von der SUVA verwendeten DAP-Blätter (DAP Nr. 391829 , 375879, 365345, 11599 und 374193) enthalten, wie von der Beschwerdegegnerin zu R echt vorgebracht wird, keine kniebe- lastende Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin führt hing egen selber aus, dass sich die Gesamt- zahl der in Frage kommenden DAP ändere, wenn mit der Einschränkung „nie“ gesucht werde, bringt aber gleichzeitig vor, dass sich die fünf ausgewäh lten DAP weiterhin in der Trefferliste befinden würden. 5.3.3 Das Verfahren zur Auswahl der DAP muss gemäss bundes gerichtlicher Rechtspre- chung exakt eingehalten werden. Die Abfrage muss in sämt lichen Punkten mit dem Zumutbar- keitsbeschrieb konform sein, damit ein repräsentatives Er gebnis erzielt werden kann. Im Hin- blick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Pro file und der daraus abgeleiteten Lohnan- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gaben hat die SUVA im Sinne einer qualitativen Anfo rderung somit, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der ge- gebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentiert en Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinde- rungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit wird auch die Überprüfung des Auswahlermessens hinreichend ermöglicht und eine zuverlässige Beurteilung der von der SUVA verwendeten DAP- Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.2). Indem sich die Anzahl der Treffer durch die Einschränkung „nie“ verri ngert hätte, wurde von einer nicht korrek- ten Gesamtzahl ausgegangen. Daraus folgt, dass das Suchr esultat vorliegend nicht in rechts- konformer Weise zustande gekommen ist. Die von der SUVA aufgelegten DAP sind nicht re- präsentativ genug, um darauf abstellen zu können. Das In valideneinkommen ist demzufolge gestützt auf einen Tabellenlohn der LSE vorzunehmen. 5.4 Praxisgemäss ist bei der Ermittlung des Invalidenein kommens von der Tabelle TA1, To- tal privater Sektor der LSE-Löhne auszugehen (nicht publ izierte E. 5a von BGE 133 V 545; vgl. auch BGE 129 V 472 ff. E. 4.3.2 mit Hinweis). Laut L SE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsn iveau 4) beschäftigten Männer im priva- ten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4'901.-- monatlich. Dieser Tabellenlohn ist auf die für das Jahr 2013 geltende durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41, 7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, Tabelle B 9.2, Betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit, Total, herausgegeben vom BSF) umzurechnen. Der daraus resultierende Betrag v on jährlich Fr. 61'311.50 ist an die bis 2013 erfolgte Nominallohnentwicklung für Männer (2011 : 1.0%; 2012: 0,8%; 2013: 0,8%; vgl. T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2013, Total) anzupassen, womit als Basis von einem Invalideneinkommen von Fr. 62'919.-- pro Jahr auszugehen ist. 5.5.1 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen Wert sind praxisgemäss verschiede- ne Abzüge zulässig. In BGE 126 V 75 ff. entwickelte da s Bundesgericht seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn weiter. Dabei betonte es, dass die Frage, ob und in wel- chem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtliche n persönlichen und berufli- chen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leide nsbedingte Einschränkung, Lebens- alter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskat egorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statis- tischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betra cht fallenden Merkmale, letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 12 6 V 80 E. 5b). Vorliegend ist der Ver- sicherte bei einer geeigneten Tätigkeit gesundheitsbedi ngt aufgrund seiner beiden Knie stark eingeschränkt. Diese Einschränkung ist in Anbetracht der persönlichen und beruflichen Situati- on des Versicherten und anhand eines Quervergleichs mit äh nlich gelagerten Fällen mit einem leidensbedingten Abzug in der Höhe von 15% zu berücksicht igen. Umstände, welche für einen Abzug von 20% oder mehr sprechen würden, liegen nicht vor und werden vom Beschwerdefüh- rer auch nicht geltend gemacht. 5.5.2 Kürzt man den vorstehend ermittelten Tabellenloh n von Fr. 62'919.-- um 15%, so ergibt dies für den Versicherten ein massgebendes Invalideneinkom men von Fr. 53'481.-- (Fr. 62'919.-- x 85%). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalideneink ommen von Fr. 53'481.-- dem Valideneinkommen von Fr. 89‘375.-- gegenüber (vgl. E rwägung 4.3), so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 35‘893.--, was einen Invalidität sgrad von 40.16% bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.) von 40% ergibt. Als Ergebnis ist demnach festzuhalten, dass der Versicherte ab 1. November 2013 Anspruch auf ei ne auf einem Erwerbsunfähigkeits- grad von 40% basierende Invalidenrente der SUVA hat. Die Beschwerde ist demgemäss in die- sem Punkt gutzuheissen. 7.1 Der Versicherte beantragt die Ausrichtung einer Int egritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 20% für das rechte Knie. Ge mäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die ver- sicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körper lichen, geistigen oder psychischen In- tegrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnun g über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als daue rnd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl- lig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 7.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integ ritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jah resverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gel- ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mi t Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 7.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höch stbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- sem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilungen der Medizi- nischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebene n Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewä hrleistet werden soll, mit dem An- hang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 7.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundhei tlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztli- che Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht mö glich, die Beurteilung aufgrund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht er wartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil A. des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 8.1 In ihrer Verfügung vom 29. Oktober 2013, welche sie mit dem angefochtenen Ein- spracheentscheid vom 12. Mai 2014 bestätigte, sprach die SUVA dem Beschwerdeführerer für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfallereignis vom 26. September 1999 eine Integri- tätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbu sse von 25% und für das Unfallereignis vom 27. September 1997 eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 15% zu. Sie stützte sich dabei auf Dr. H.___, der zunä chst mit Bericht vom 8. Dezember 2009 ausführte, dass gesamthaft ein Integritätsschaden von 25% vorliege. Am rechten Knie bestehe eine mittelgradige Gonarthrose zu 20% nach Tab elle 5. Im linken Knie bestehe eine leichte bis mässige Komplexinstabilität zu 5% nach Tabelle 6. Diese Posten seien gemäss Dr. H.___ zu addieren. Aufgrund weiterer medizinischer Eingriffe erhöhte Dr. H.___ seine Einschät- zung mit Bericht vom 27. Januar 2012 auf ein Total von 4 0%. Dies begründete er damit, dass sich eine leichte bis mittelgradige Gonarthrose rechts zu 15% entwickelt habe und links zu 25%, beides jeweils nach Tabelle 5. Eine normale Addition d er beiden Posten sei wiederum gerecht- fertigt. Dr. med. I.___, SUVA Kreisarzt, hielt in sei nem Bericht vom 11. September 2013 fest, dass sich an der Einschätzung der Integritätsschäden nicht s ändere. Es verbleibe beim Be- schwerdeführer nach wie vor ein Integritätsschaden von 40% , davon 15% am rechten und 25% am linken Knie. Auf Nachfrage hin führte Dr. I.___ a us, dass die Schätzung der Integritätsein- busse für das rechte Knie zunächst zu hoch ausgefallen sei , weshalb eine Kürzung von 5% angebracht gewesen sei. 8.2 Der Beschwerdeführer rügt, dass für die Senkung der Integritätsentschädigung kein sachlicher Grund vorliege. Die von Dr. H.___ vorgenomme ne Senkung für das rechte Knie um 5% habe offensichtlich einen Zusammenhang mit der Zusp rache der Integritätsentschädigung für das linke Knie, welche am 27. Januar 2012 vorgenomme n und auf 25% festgesetzt worden sei. Keineswegs dürfe die Erhöhung der Integritätsentschä digung für das linke Knie dazu füh- ren, dass dafür auf der anderen Seite die Integritätse ntschädigung für das rechte Knie gesenkt würde. Die beiden Schätzungen seien unabhängig voneina nder vorzunehmen. Es sei deshalb dem Beschwerdeführer entsprechend der ersten Einschätzun g vom 8. Dezember 2012 eine Integritätsentschädigung von 20% zuzusprechen. 8.3 Diese fachärztliche Einschätzung der Integritätsentsch ädigung durch Dr. H.___ und Dr. I.___ ist nicht zu beanstanden. Entgegen den Ausführu ngen des Beschwerdeführers ist die Senkung der Integritätsentschädigung für das rechte Knie nicht darauf zurückzuführen, dass jene für das linke Knie erhöht wurde. Vielmehr hat D r. I.___ ausgeführt, dass die Schätzung für das rechte Knie zunächst zu hoch ausgefallen sei. Weiter lassen sich aus den Akten weder An- haltspunkte entnehmen, die gegen die Richtigkeit der Schätzungsgrundlage sprechen, noch bestehen verlässliche Hinweise auf eine wahrscheinliche und schätzbare Verschlimmerung des Integritätsschadens (vgl. RKUV 1995 Nr. U 228 S. 192 E. 3a). Auf die Stellungnahmen von Dr. H.___ und Dr. I.___ kann deshalb abgestellt werde n, weshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die ursprüngliche Einschätzung de r Integritätsentschädigung ange- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht passt hat. Insgesamt ist keine rechtsfehlerhafte Handhab ung des Ermessens ersichtlich, womit kein Anlass besteht, in den Bemessungsspielraum der SUVA e inzugreifen. Die Beschwerde erweist sich daher in diesem Punkt als unbegründet. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskos- ten zu erheben. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Vorliegend ist der Beschwer deführer mit seinen Begehren mehr- heitlich durchgedrungen. Dem Ausgang des Verfahrens ent sprechend ist dem Versicherten eine Parteientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprech en. Der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 29. Dezemb er 2014 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 16,83 Stunden geltend g emacht, was sich umfangmässig in An- betracht der diversen sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie in Berücksichti- gung, dass ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt wurde, als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen durc hschnittlich zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Die in der Honorarnote ausge- wiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 101.60 sind nicht zu beanstanden. Die SUVA hat dem Versicherten somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘653.85 (16,83 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 101.60 und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d er angefochtene Ent- scheid vom 12. Mai 2014 insoweit geändert, als dass fest gestellt wird, dass der Beschwerdeführer ab 1. November 2013 Anspruch auf eine Rente entsprechend einem Invaliditätsgrad von 40% hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 4'653.85 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszu- richten. Vermerk eines allfälligen Weiterzugs http://www.bl.ch/kantonsgericht