<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00508</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205594&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00508</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>bedingte Entlassung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bedingte Entlassung<br/><br/>Zuständigkeit (E. 1). Verfahrensvereinigung (E. 2). Die bedingte Entlassung nach Verbüssen von zwei Dritteln der Freiheitsstrafe ist die Regel, von der nur aus guten Gründen abgewichen werden darf. Dabei ist zu prüfen, ob die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei Vollverbüssung der Strafe höher einzuschätzen sei (Differenzialprognose). Vorliegend sind keine guten Gründe ersichtlich, welche zu einer Verweigerung der bedingten Entlassung führen könnten (E. 3). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 4).<br/>Gutheissung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRUG">BETRUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWÃHRUNG">BEWÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DIFFERENZIALPROGNOSE">DIFFERENZIALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALPROGNOSE">LEGALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RISIKO">RISIKO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSVEREINIGUNG">VERFAHRENSVEREINIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 38 Ziff. 1 StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1955, aus Ungarn, wurde vom Bezirksgericht X am 1. April 2004 zu drei Monaten GefÃ¤ngnis wegen Vergehen gegen das Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) und Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 (SVG) verurteilt. Am 22. Juni 2005 bestrafte ihn das Bezirksgericht X wegen gewerbsmÃ¤ssigen Betrugs, mehrfacher UrkundenfÃ¤lschung und Fahrens in angetrunkenem Zustand mit 21 Monaten Zuchthaus als Zusatzstrafe zum soeben erwÃ¤hnten Urteil. Wegen FÃ¤lschung von Ausweisen war A zudem am 6. Dezember 2001 mit Strafbefehl der Bezirksanwaltschaft X zu 60 Tagen GefÃ¤ngnis verurteilt worden. Seit dem 11. November 2004 befindet sich A im vorzeitigen Strafvollzug. Die bedingte Entlassung war frÃ¼hestens ab 6. September 2005 mÃ¶glich; das effektive Strafende ist am 27. Mai 2006.</p> <p class="Sachverhalt2">Der PrÃ¤sident des Bezirksgerichts X verfÃ¼gte am 13. Juli 2005 die Haftentlassung von A wegen Gefahr des Ãbersitzens. Die Entlassung wurde jedoch aufgrund zweier noch nicht vollstÃ¤ndig verbÃ¼sster GefÃ¤ngnisstrafen nicht vorgenommen.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 2. September 2005, welche die GefÃ¤ngnisstrafen des Urteils vom 1. April 2004 bzw. des Strafbefehls vom 6. Dezember 2001 betraf, lehnte der Justizvollzug Kanton ZÃ¼rich (im Folgenden: Justizvollzug) die bedingte Entlassung ab. Betreffend die mit Urteil vom 22. Juni 2005 verhÃ¤ngte Zuchthausstrafe von 21 Monaten verweigerte der Justizvollzug am 23. September 2005 â rÃ¼ckwirkend â ebenfalls die bedingte Entlassung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A rekurrierte gegen die beiden VerfÃ¼gungen des Justizvollzugs. Die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (im Folgenden: Justizdirektion) wies die Rechtsmittel ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerden vom 18. und 26. Oktober 2005 liess A vor Verwaltungsgericht beantragen, die beiden VerfÃ¼gungen der Justizdirektion aufzuheben und sein Gesuch um bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug zu bewilligen; zudem sei ihm eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen.</p> <p class="Urteilstext">Sowohl der Justizvollzug als auch die Justizdirektion beantragten die Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Gegen Anordnungen betreffend den Straf- und Massnahmenvollzug ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur zulÃ¤ssig, sofern die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zur VerfÃ¼gung steht oder es sich um Angelegenheiten gemÃ¤ss Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention handelt (§ 43 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Das trifft zu fÃ¼r die vorliegende Kontroverse um die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 23 f.; Andrea Baechtold, Basler Kommentar, 2003, Art. 38 StGB N. 29).</p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r die Behandlung der Beschwerde ist gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. b VRG die Einzelrichterin oder der Einzelrichter zustÃ¤ndig, da es um Anordnungen aufgrund der §§ 16 und 21 des Kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 (LS 331) in Verbindung mit den §§ 53 f. der Justizvollzugsverordnung vom 24. Oktober 2001 (LS 331.1) geht.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die vorliegenden Beschwerdeverfahren weisen einen engen sachlichen Zusammenhang auf; zudem sprechen sich die Parteien sinngemÃ¤ss fÃ¼r eine Vereinigung der Verfahren aus (vgl. dazu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 4â31 N. 33 ff.). Die Beschwerdeverfahren VB.2005.00508 und VB.2005.00522 sind somit zu vereinigen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 des Strafgesetzbuches (StGB) kann eine zu einer Freiheitsstrafe verurteilte Person nach VerbÃ¼ssung von zwei Dritteln der Strafe bedingt entlassen werden, sofern das Verhalten wÃ¤hrend des Strafvollzugs nicht dagegen spricht und anzunehmen ist, sie werde sich in Freiheit bewÃ¤hren. Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung ist die bedingte Entlassung die Regel, von der nur aus guten GrÃ¼nden abgewichen werden darf (vgl. BGr, 3. Juli 2005, 6A.25/2005, E. 3.1; BGE 124 IV 193 E. 4d).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Beim Entscheid fÃ¼r oder wider eine bedingte Entlassung gilt es im Sinn einer umfassenden risikoorientierten Sicht, die VorzÃ¼ge und Nachteile der VollverbÃ¼ssung einer Strafe denjenigen der Aussetzung eines Strafrests gegenÃ¼berzustellen (RB 1999 Nr. 43). Zumeist ist anzunehmen, dass sich am Zustand des TÃ¤ters nach zwei Dritteln der StrafverbÃ¼ssung wÃ¤h­rend des restlichen Drittels im Vollzug nicht mehr allzu viel Ã¤ndern werde. Der vagen Hoff­nung eines Fortfalls der GefÃ¤hrlichkeit in dieser Zeit aus GrÃ¼nden, die nicht sichtbar sind, steht mindestens gleichrangig die VerschÃ¤rfung der Gefahr durch die Situation des Vollzugs und die Fernhaltung des TÃ¤ters vom Leben in Freiheit gegenÃ¼ber. Die weitere VerbÃ¼ssung der Strafe taugt damit nicht zur Vermeidung etwaiger Straftaten (BGE 124 IV 193 E. 4d/aa).</p> <p class="Urteilstext">Die Rechtsprechung verlangt die Erstellung einer Differenzialprognose: Danach ist zu prÃ¼fen, ob die Gefahr der Begehung weiterer Straftaten bei einer bedingten Entlassung oder bei VollverbÃ¼ssung der Strafe hÃ¶her einzuschÃ¤tzen sei (Baechtold, Art. 38 StGB N. 21; BGr, 20. Januar 2003, 6A.86/2002, E. 2.9, ww.bger.ch). FÃ¼r die Beurteilung des kÃ¼nftigen Wohlverhaltens ist eine GesamtwÃ¼rdigung durchzufÃ¼hren, um eine mÃ¶glichst zuverlÃ¤ssige Prognose zu erhalten. Im Rahmen der GesamtwÃ¼rdigung sind neben dem Vorleben und der PersÃ¶nlichkeit vor allem die neuere Einstellung, der Grad der Reife einer allfÃ¤lligen Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden LebensverhÃ¤ltnisse des TÃ¤ters zu prÃ¼fen. Die UmstÃ¤nde der Straftaten verdienen bloss insoweit Beachtung, als sie RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die TÃ¤terpersÃ¶nlichkeit und damit auf das kÃ¼nftige Verhalten erlauben. Auch rechtfertigt es sich, im Rahmen der Prognose der Art des mÃ¶glicherweise weiterhin gefÃ¤hrdeten Rechtsguts Rechnung zu tragen. Bei GefÃ¤hrdung weniger hochwertiger Rechts­gÃ¼ter darf ein hÃ¶heres prognostisches Risiko eingegangen werden als bei der GefÃ¤hrdung hochwertiger RechtsgÃ¼ter (BGE 124 IV 193 E. 3; BGr, 3. Juli 2005, 6A.25/2005, E. 3.1, je mit Hinweisen). Als prognostisch relevant sind Erfahrungen zum Verhalten in jenen Anstaltssituationen einzustufen, welche "dem normalen Leben Ã¤hnlich" sind, wie das Arbeitsverhalten, aber auch das Verhalten unter gelockerten Vollzugsbedingungen (Halbfreiheit, Urlaub). Blosses Wohlverhalten im Strafvollzug darf jedoch nicht ohne weiteres als prognostisch positiv gewertet werden. Das Verhalten im Vollzug ist als Gesamtheit und mit BerÃ¼cksichtigung seiner Entwicklung im Zeitverlauf in die Prognose einzubeziehen (Baechtold, Art. 38 N. 17, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach dem Gesagten ist zu prÃ¼fen, ob gute GrÃ¼nde fÃ¼r die Verweigerung der bedingten Entlassung bestanden. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist insbesondere wegen VermÃ¶gensdelikten mehrfach vorbestraft, wobei die Vorstrafen bis auf das Jahr 1975 zurÃ¼ckgehen. In neuerer Zeit wurde der BeschwerdefÃ¼hrer 1999 und 2005 wegen VermÃ¶gensdelikten verurteilt; 2001 und 2004 wegen ANAG-Vergehen sowie â 2001 â wegen FÃ¤lschung von Ausweisen. Das Urteil vom Juni 2005 berÃ¼cksichtigte zudem eine Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz, die der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich eines Hafturlaubes im Mai 2000 begangen hatte. Hervorzuheben ist, dass das Urteil von 1999 in den Jahren 1991 und 1992 begangene Straftaten betraf. Eine 1988 gewÃ¤hrte bedingte Entlassung wurde 1992 widerrufen. Im Jahr 2000 wurde der BeschwerdefÃ¼hrer ebenfalls bedingt entlassen; dieser Entscheid wurde nicht widerrufen. Das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers im Strafvollzug wurde positiv vermerkt; er vollbrachte gute Arbeitsleistungen und es lag in disziplinarischer Hinsicht nichts gegen ihn vor. Betreffend die nach der Entlassung zu erwartenden LebensverhÃ¤ltnisse des BeschwerdefÃ¼hrers ist bekannt, dass dieser beabsichtigt, in Ungarn fÃ¼r seine kranke Mutter zu sorgen. AnlÃ¤sslich einer AnhÃ¶rung von Ende August 2005 fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer zwar unter anderem aus, Ungarn sei ihm fremd. Seine Mutter werde jedoch mit Hilfe seiner in der Schweiz lebenden Schwester nach Ungarn Ã¼bersiedeln und er werde dort die Beistandschaft fÃ¼r seine Mutter Ã¼bernehmen. Er sei ja jeweils in die Schweiz gereist, um seine Mutter zu besuchen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Eine BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde ergibt, dass vorliegend die Verweigerung der bedingten Entlassung nicht zulÃ¤ssig ist. Die eindrÃ¼ckliche Anzahl Vorstrafen, die immer wieder Ã¤hnliche Rechtswidrigkeiten betrafen (VermÃ¶gensdelikte, SVG- und ANAG-VerstÃ¶sse) sprechen zwar in der Tat eher fÃ¼r eine negative Legalprognose. Jedoch berÃ¼cksichtigte die Vorinstanz nur unzureichend, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer vor den im Urteil vom Juli 2005 enthaltenen Straftaten wÃ¤hrend mehr als zehn Jahren keine VermÃ¶gensdelikte mehr zuschulden kommen liess. Der Widerruf der bedingten Entlassung, der den BeschwerdefÃ¼hrer auch in einem negativen Licht erscheinen lÃ¤sst, liegt ebenfalls bereits mehr als zehn Jahre zurÃ¼ck. Negativ ins Gewicht fÃ¤llt sodann die Tatbegehung wÃ¤hrend eines Hafturlaubes, wobei dieser Vorfall auf das Jahr 2000 zurÃ¼ckgeht. Beim Zustand des BeschwerdefÃ¼hrers sind im letzten Drittel der StrafverbÃ¼ssung keine wesentlichen Ãnderungen zu erwarten. Die RÃ¼ckfallgefahr bei einer bedingten Entlassung erscheint nicht grÃ¶sser als bei VerbÃ¼ssen der gesamten Freiheitsstrafe; im Gegenteil: Die bedingte Entlassung erlaubt eine gewisse Kontrolle des Verurteilten, indem sie eben lediglich "bedingt" erfolgt. Angesichts der beim BeschwerdefÃ¼hrer bestehenden Einreisesperre werden weder Weisungen noch Schutz­aufsicht Sinn machen; hingegen drÃ¤ngt sich die Ansetzung einer mehrjÃ¤hrigen Probezeit auf. Diese KontrollmÃ¶glichkeit wÃ¼rde bei einer VollverbÃ¼ssung der Strafe entfallen. Die durch den BeschwerdefÃ¼hrer bisher begangenen Delikte sind keineswegs zu bagatellisieren; jedoch betrafen sie â abgesehen vom Fahren im nicht fahrfÃ¤higen Zustand â nicht die am hÃ¶chsten zu gewichtenden RechtsgÃ¼ter Leib und Leben. Ein Restrisiko ist hier gemÃ¤ss Rechtsprechung eher in Kauf zu nehmen. Eine VollverbÃ¼ssung der Strafe aus SicherheitsgrÃ¼nden rechtfertigt sich nicht. Schliesslich ist zu beachten, dass das Bezirksgericht X dem BeschwerdefÃ¼hrer im Urteil vom 22. Juni 2005 ausdrÃ¼cklich die Verwahrung androhte, sollte dieser seine bisherigen deliktischen AktivitÃ¤ten weiterfÃ¼hren.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer aufgrund der ihm angedrohten Verwahrung und der noch vom Beschwerdegegner anzusetzenden Probezeit genÃ¼gend beeindruckt sein wird, um sich kÃ¼nftig wohl zu verhalten. Vor dem Hintergrund der stÃ¤ndigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind vorliegend keine besonderen GrÃ¼nde erkennbar, welche zur Verweigerung der bedingten Entlassung fÃ¼hren wÃ¼rden. Vielmehr erscheint es als zwingend, den BeschwerdefÃ¼hrer bedingt zu entlassen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerden sind somit gutzuheissen.</p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens vom unterliegenden Beschwerdegegner zu tragen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG).</p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang wÃ¤re an sich auch eine Korrektur der vorinstanzlichen VerfÃ¼gung betreffend die Kostentragung angezeigt, da der BeschwerdefÃ¼hrer mit seinem Gesuch um bedingte Entlassung durchdringt. Da die Vorinstanz die dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegten Kosten infolge offensichtlicher UnerhÃ¤ltlichkeit abgeschrieben hat, ist darauf jedoch der Einfachheit halber zu verzichten.</p> <p class="Urteilstext">Dem obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrer ist fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text17"></a>verfÃ¼gt</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Verfahren VB.2005.00508 und VB.2005.00522 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug1"><span>und </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden gutgeheissen. Folglich werden Dispositiv-Ziffer I in den VerfÃ¼gungen des Justizvollzugs Kanton ZÃ¼rich vom 2. und 23. September 2005 und Dispositiv-Ziffer I in den VerfÃ¼gungen der Direktion der Justiz und des Innern vom 23. September und 18. Oktober 2005 aufgehoben und dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die bedingte Entlassung gewÃ¤hrt. Der Justizvollzug Kanton ZÃ¼rich wird eingeladen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Probezeit im Sinne der ErwÃ¤gungen anzusetzen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Kosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>