<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: PB.1999.00020</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105266&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>PB.1999.00020</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 26.01.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Entzug der Wählbarkeit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b><br/>Personalrecht: Zum Entzug der Wählbarkeit als Pfarrer<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung des Entzugs der Wählbarkeit aus administrativen Gründen im Beschwerdeverfahren (E.1).<br/>Der Entzug setzt nicht unbedingt ein Verschulden des Betroffenen voraus und kann deshalb auch administrativ statt disziplinarisch erfolgen (E. 2).<br/>Hier liegt kein besonders schwerer Fall im Sinn von § 48 KirchenG vor, der den Betroffenen als generell und auf Dauer unfähig erscheinen liesse, überhaupt ein Pfarramt auszuüben (E. 3).<br/>Von einer Rückweisung an die Vorinstanz zur Fortführung des Disziplinarverfahrens betreffend Verschulden ist angesichts der umfassenden Sachverhaltsfeststellung abzusehen, wobei die Disziplinarfehler ohnehin verjährt wären (E. 4).<br/>Die Belastung des Beschwerdeführers mit Kosten des Disziplinarverfahrens wäre unabhängig vom Verfahrensausgang aufzuheben (E. 5). <br/>Belastung des Beschwerdegegners mit den Gerichtskosten (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADMINISTRATIV">ADMINISTRATIV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISZIPLINARISCH">DISZIPLINARISCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: DISZIPLINARRECHT">DISZIPLINARRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUG">ENTZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Personalrechtliche Streitigkeiten ST: PERSONALRECHTLICHE BESCHWERDE">PERSONALRECHTLICHE BESCHWERDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFARRER/-IN">PFARRER/-IN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Ãffentliches Dienstrecht ST: ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT">ÃBRIGES ÃFFENTLICHES DIENSTRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNFÃHIGKEIT">UNFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNWÃRDIGKEIT">UNWÃRDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WÃHLBARKEIT">WÃHLBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art./§ 48 KirchenG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 49 KirchenG</span><br/><span class="gerade">§ 74 lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 75 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 76 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">I. A. B. war seit 1987 Pfarrer der evange­lisch-reformierten Kirch­ge­meinde F.. 1994 erfolgte die Wiederwahl fÃ¼r eine neue sechsjÃ¤hrige Amtszeit. Im De­zem­ber 1997 erstattete der Kirchen­ratsschrei­ber Strafanzeige gegen A. B. wegen Verdachts auf sexuellen Miss­brauch ... . GestÃ¼tzt darauf erÃ¶ffnete die Bezirksanwaltschaft C. ge­gen A. B. eine Strafuntersuchung. Hierauf beschloss der Kirchenrat im MÃ¤rz 1998, A. B. gestÃ¼tzt auf § 47 des Gesetzes Ã¼ber die evangelisch-reformierte Landeskirche vom 7. Juli 1963 (Kir­chenG) vorsorglich in seinen dienstlichen Verrichtungen einzustellen. Nach An­hÃ¶­rung A. B.s bestÃ¤tigte der Kirchenrat diese Anordnung mit Be­schluss vom MÃ¤rz 1998, indem er A. B. in Anwendung von § 47 lit. b KirchenG "vorÃ¼bergehend, lÃ¤ngstens bis zum Ablauf der Amtsdauer, in den dienstlichen Verrichtungen" einstellte. Die gegen die Ein­stel­lung er­ho­bene Beschwerde wies das Ver­waltungsgericht im Juni 1998 unter Hinweis auf die lau­fen­de Strafuntersuchung ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksanwalt stellte die Strafuntersuchung im Juni 1998 ein mit der Be­grÃ¼n­dung, weder das polizeiliche noch das untersuchungsrichterliche Ermittlungsverfahren habe irgendwelche Anhaltspunkte ergeben, welche den vorgebrachten Tatverdacht des se­xuellen Missbrauchs bestÃ¤tigt hÃ¤tten. Eine Wiedereinsetzung in die dienstlichen Verrich­tun­gen durch den Kirchenrat erfolgte nicht. Vielmehr wurde eine vertrauensÃ¤rztliche Be­gut­achtung in die Wege geleitet. GestÃ¼tzt auf das im November 1998 verfasste psychiat­ri­sche Gutachten setzte die kantonale Finanzdirektion die Invalidi­tÃ¤t A. B.s auf 100 % fest. In der Folge wurde er per Ende 1998 aus dem Pfarr­amt vorzeitig entlassen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Bereits mit der vorÃ¼bergehenden Amtseinstellung vom MÃ¤rz 1998 hatte der Kirchenrat gegen A. B. ein Disziplinarverfahren erÃ¶ffnet. In diesem Diszipli­narverfahren erging im MÃ¤rz 1999 der Schlussbericht des mit der FÃ¼hrung des Verfah­rens betrauten Oberrichters. Danach stellten sich sÃ¤mtliche in Frage stehenden Disziplinar­fehler als ver­jÃ¤hrt heraus. Eine Abberufung stand angesichts der bereits erfolgten gesund­heitsbedingten Entlassung nicht mehr zur Debatte. Hingegen bezeichnete der Schlussbe­richt den Entzug der WÃ¤hlbarkeit als unvermeidlich, da ein weiteres Wirken A. B.s in einem solchen Amt nicht mehr verantwortet werden kÃ¶nne.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Kirchenrat schloss sich dieser Beurteilung an und entzog A. B. mit Entscheid vom Juli 1999 die WÃ¤hlbarkeit auf dem administrativen Weg. Nach Meinung des Kir­chen­rats war das Ã¶ffentliche Interesse angesichts der verschiedenen belegten Vor­fÃ¤l­le hÃ¶her zu gewichten als das private Interesse A. B.s. Es sei nicht ange­bracht, eine andere Gemeinde dem Risiko seiner Fehltritte auszusetzen. Zudem kÃ¶nne A. B. zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt, frÃ¼hestens nach fÃ¼nf Jahren, unter Einreichung ei­nes Rehabilitationsgesuchs wiederum die WÃ¤hlbarkeit erlangen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Mit Beschwerde vom September 1999 liess A. B. dem Ver­wal­tungsgericht beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">"1. Es sei der Beschluss vom Juli 1999 vollumfÃ¤nglich aufzuheben.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> 2. Es sei mithin darauf zu verzichten, den BeschwerdefÃ¼hrer aus der Liste des zÃ¼rcherischen Ministeriums zu streichen.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Beschwerdegeg-</p> <p class="EinzugZitat"> ners."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Einzug1">In der BegrÃ¼ndung machte der BeschwerdefÃ¼hrer zunÃ¤chst geltend, ein Entzug der WÃ¤hlbarkeit sei nur aus disziplinarischen GrÃ¼nden, nicht aber als administrative Mass­nah­me zulÃ¤ssig. Ein disziplinarischer Entzug sei indes allein schon deshalb ausgeschlossen, weil der Kirchenrat die Frage nach dem Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers offen gelas­sen habe. Zudem gestalteten sich die zeitlichen VerhÃ¤ltnisse so, dass die massgebenden VorwÃ¼rfe wegen Eintritt der VerjÃ¤hrung nicht mehr erhoben werden kÃ¶nnten. Schliesslich stellte er sich auf den Standpunkt, es fehle jedenfalls am Erfordernis eines schweren Falles, wie dies fÃ¼r den Entzug der WÃ¤hlbarkeit notwendig sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Kirchenrat schloss auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des BeschwerdefÃ¼hrers. Eventualiter ersuchte er um Abweisung des Beschwerdeantrags 2 und RÃ¼ckweisung der Sa­che zur Fortsetzung des Disziplinarverfahrens und zu neuem Entscheid Ã¼ber den Entzug der WÃ¤hlbarkeit.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) GemÃ¤ss § 76 Abs. 1 VRG (in der am 1. Januar 1998 in Kraft getretenen Fassung vom 8. Juni 1997) kÃ¶nnen Disziplinarmassnahmen des Kirchenrats am Verwaltungsgericht mit Rekurs angefochten werden. Im Ã¼brigen sind personalrechtliche Anordnungen des Kir­chenrats mit Beschwerde anfechtbar (§ 74 Abs. 1 VRG). DemgegenÃ¼ber sieht § 49 Kir­chenG gegen BeschlÃ¼sse des Kirchenrats Ã¼ber den Entzug der WÃ¤hlbarkeit generell die An­fechtung mit Rekurs an das Verwaltungsgericht vor. Nach diesem Gesetzeswortlaut wÃ¤re demnach auch der administrativ begrÃ¼ndete Entzug mit Rekurs weiterziehbar. Unter der al­ten, bis Ende 1997 massgeblichen Fassung des Verwaltungsrechtspflegegesetzes wurde al­ler­dings mit Recht darauf hingewiesen, dass das Verwaltungsgericht vom Gesetz­geber nur als Disziplinargericht eingesetzt sei; demzufolge stehe wohl auch bei Admini­strativ­mass­nah­men gegen Pfarrer ausschliesslich der verwaltungsinterne Rechtsweg offen (Alfred KÃ¶lz, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 1978, § 76 N. 3; Eduard RÃ¼bel, Kirchengesetz und Kirchenordnung der ZÃ¼rcher Landeskir­che, 2. A., ZÃ¼rich 1983, S. 52; Eduard Sommer, Fragen der Weiterentwicklung der zÃ¼rche­ri­schen Verwaltungsrechtspflege, ZBl 78/1977, S. 155; RB 1995 Nr. 17). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach der Revision des Verwaltungsrechtspflegegesetzes per 1. Januar 1998 besteht in­soweit eine analoge Situation, als gemÃ¤ss § 76 VRG ‑ wie dargelegt ‑ der Rekurs an das Ver­waltungsgericht lediglich gegen Disziplinarmassnahmen zulÃ¤ssig ist. Es ist daher un­ver­Ã¤ndert davon auszugehen, dass gegen einen administrativen Entzug ge­mÃ¤ss § 48 Kir­chenG keine RekursmÃ¶glichkeit an das Verwaltungsgericht besteht. Die­se Auslegung recht­fertigt sich heute um so mehr deshalb, weil mit der Revision des Ver­waltungsrechts­pflegegesetzes die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts als Personal­ge­richt massgeb­lich erweitert worden ist: So kÃ¶nnen nach § 74 Abs. 1 VRG neu mit der Be­schwerde per­so­nal­rechtliche Anordnungen des Kirchenrats generell angefochten wer­den. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Allgemein ist eine Massnahme disziplinarischer Art, wenn sie wegen schuldhaften rechts­widrigen Verhaltens des Betroffenen verfÃ¼gt wird. Die Administrativmassnahme setzt dagegen kein Verschulden voraus und kann etwa wegen mangelnder Eignung, fachli­chem UnvermÃ¶gen oder Untragbarkeit des Amtsinhabers erfolgen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Ver­waltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 76 N. 7 f. mit Hinweisen; dazu auch RÃ¼bel, S. 50). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Den hier in Frage stehenden Entzug der WÃ¤hlbarkeit hat der Kirchenrat klar als Administrativmassnahme bezeichnet und auch als eine solche begrÃ¼ndet, indem er den Be­schwerdefÃ¼hrer als nicht fÃ¤hig und nicht mehr tragbar qualifiziert hat. Der Kirchenrat liess bewusst offen, ob und in welchem Umfang den BeschwerdefÃ¼hrer zusÃ¤tzlich ein Ver­schul­den treffe und er allenfalls seines Amtes unwÃ¼rdig sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Liegt demnach im angefochtenen Entzug der WÃ¤hlbarkeit eine Administrativmass­nahme, ist die Eingabe vom September 1999 entsprechend ihrer Bezeichnung als Be­schwer­de entgegenzunehmen und zu behandeln. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Mit der Personalbeschwerde kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ãber­schrei­tung oder Missbrauch des Ermessens sowie eine unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Fest­stellung des rechts­erheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden (§ 75 VRG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Als Eingriff in die Rechte des Betroffenen bedarf der Entzug der WÃ¤hlbarkeit ei­ner hinreichenden gesetzlichen Grundlage. AnknÃ¼pfungspunkt fÃ¼r die hier getroffene und angefochtene Massnahme ist § 48 KirchenG: "Pfarrer ..., die sich zur WeiterfÃ¼hrung ihres Amtes als unfÃ¤hig oder unwÃ¼rdig erwiesen haben, oder deren Verhalten Ursache schwerer MissstÃ¤nde in der Kirchgemeinde geworden ist, kÃ¶nnen durch den Kirchenrat abberufen werden. Unter den gleichen Voraussetzungen kann in besonders schweren FÃ¤llen auch der Entzug der WÃ¤hlbarkeit erfolgen." </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nach Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers kann die WÃ¤hlbarkeit nicht administrativ, sondern nur aus disziplinarischen GrÃ¼nden entzogen werden. Dem kann nicht gefolgt wer­den. Die §§ 47 und 48 KirchenG sind sowohl auf disziplinarische wie auch auf administra­tive Massnahmen zugeschnitten. Der Entzug der WÃ¤hlbarkeit erscheint von Sinn und Zweck her gerade nicht primÃ¤r als Strafe, sondern vielmehr als objektives Mittel, um eine neuerliche BerufstÃ¤tigkeit des Betroffenen und die damit verbundenen Risiken von vorn­herein zu unterbinden. Ãberzeugende Hinweise darauf, dass der Gesetzgeber den Entzug der WÃ¤hlbarkeit nur aus disziplinarischen GrÃ¼nden hÃ¤tte zulassen wollen, bestehen nicht. Es ist offenkundig, dass in den vom BeschwerdefÃ¼hrer angerufenen kantonsrÃ¤tlichen De­batten vorwiegend keine juristische Unterscheidung zwischen disziplinarischen und admi­nistrativen Massnahmen getroffen worden war. Auch dass der Verordnungsgeber die aus­fÃ¼hrenden Bestimmungen in § 203 der Kirchenordnung der evangelisch-reformierten Lan­deskirche des Kantons ZÃ¼rich vom 2. Juli 1967 unter den vereinfachenden Titel "Diszipli­narrecht" stellte, kann nichts an der Bedeutung des Gesetzestextes Ã¤ndern. Der Entzug der WÃ¤hlbarkeit kann demgemÃ¤ss sowohl disziplinarischer wie auch administrativer Natur sein (vgl. RB 1995 Nr. 17). Eine gesetzliche Grundlage fÃ¼r den Entzug der WÃ¤hlbarkeit als Administrativmassnahme ist somit vorhanden. Zu prÃ¼fen ist, ob die gesetzlichen Voraus­setzungen bei der gegebenen Sachlage erfÃ¼llt sind.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) FÃ¼r die Abberufung aus dem Pfarramt wegen UnfÃ¤higkeit kommt es darauf an, ob der Betroffene objektiv unfÃ¤hig ist, sein bisheriges Amt in der Kirchgemeinde weiterzu­fÃ¼hren. Der (zusÃ¤tzliche) Entzug der WÃ¤hlbarkeit setzt das Vorliegen eines besonders schwe­ren Falles voraus. Ein besonders schwerer Fall muss dann bejaht werden, wenn der Betroffene nicht nur in der bisherigen Kirchgemeinde, sondern als Pfarrer generell und auf Dauer unfÃ¤hig geworden ist. Damit einher geht die Untragbarkeit des Betroffenen fÃ¼r die Kirchgemeinden; denn es soll keine Kirchgemeinde dem Risiko ausgesetzt werden, einen zur AmtsfÃ¼hrung unfÃ¤higen Pfarrer anzustellen. Der Entzug der WÃ¤hlbarkeit kommt des­halb als schwerste Massnahme nur dann in Frage, wenn das Verhalten eines Pfarrers sein weiteres Wirken in einer Kirchgemeinde Ã¼berhaupt unmÃ¶glich erscheinen lÃ¤sst (RÃ¼bel, S. 51). Die UnfÃ¤higkeit des Betroffenen kann in fachlichen GrÃ¼nden oder in persÃ¶nlichen Ursachen liegen; ebenso ist selbstverstÃ¤ndlich eine Kombination von sachlichen und per­sÃ¶nlichen GrÃ¼nden denkbar. Nicht vorausgesetzt fÃ¼r den administrativen Entzug der WÃ¤hl­barkeit ist ‑ wie gesehen ‑ ein Verschulden des Pfarrers.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Vorinstanz betrachtet den BeschwerdefÃ¼hrer als generell unfÃ¤hig, kÃ¼nftig ein Pfarramt auszuÃ¼ben: Die Kette der TatbestÃ¤nde habe in ihrer Gesamtheit eine Schwere er­reicht, welche eine Bejahung der persÃ¶nlichen Eigenschaften fÃ¼r die FÃ¼hrung eines Pfarr­amts nicht mehr zuliessen. Es sei nicht angebracht, Pfarrer B. weiterhin im Amt zu be­las­sen und eine andere Gemeinde dem Risiko seiner Fehltritte auszusetzen. Im Schluss­bericht war unter anderem ausgefÃ¼hrt worden, der BeschwerdefÃ¼hrer habe sich Ã¼ber Jahre meh­re­rer Straftaten schuldig gemacht und auch darÃ¼ber hinaus ein Verhalten an den Tag gelegt, das zum Schluss fÃ¼hre, dass er den der verantwortungsvollen Aufgabe eines Pfar­rers (und einer Lehrperson) entsprechenden hohen ethisch-moralischen Anforderungen an seine be­ruf­liche und ausserberufliche IntegritÃ¤t nicht gewachsen sei. Hinzu komme, dass er zu­sÃ¤tz­lich wohl auch Ursache fÃ¼r die MissstÃ¤nde in seiner Pfarrgemeinde geworden sei. Der Be­schwerdefÃ¼hrer habe sich den Anforderungen in einem solchen Ausmass nicht ge­wachsen erwiesen, dass sein weiteres Wirken in einem solchen Amt nicht verantwortet werden kÃ¶n­ne und daher der Entzug der WÃ¤hlbarkeit unvermeidlich erscheine (act. ...). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Relevante fachliche Vorbehalte gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer bestehen nicht. Erstellt ist zwar, dass er kein guter Organisator ist und PrioritÃ¤ten nicht immer rich­tig setzt. Aus den Akten ergibt sich jedoch nicht, dass hieraus in fachlicher Hinsicht auf eine ungenÃ¼gende AmtsfÃ¼hrung geschlossen werden kÃ¶nnte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Erstellt sind dagegen zahlreiche Verhaltensweisen, welche die Eignung des Be­schwerdefÃ¼hrers in persÃ¶nlicher Hinsicht und teilweise auch seine persÃ¶nlichen FÃ¤higkei­ten im Pfarramt betreffen. Dabei ist insbesondere auf Folgendes hinzuweisen: </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼hrte in den Jahren bis 1992 einige Telefonate mit Kon­firmandinnen, wobei in unterschiedlicher Form und IntensitÃ¤t von sexuellen Themen die Rede war, insbesondere von Selbstbefriedigung. Nach Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers war es ihm darum gegangen, das Thema der Selbstbefriedigung im Rahmen der AufklÃ¤­rungsarbeit aufzugreifen. In objektiver Hinsicht fÃ¤llt massgeblich ins Gewicht, welchen Eindruck derlei TelefongesprÃ¤che bei den unmittelbar Betroffenen und schliesslich bei der Kirchgemeinde erwecken mussten. Wie sich aus den Protokollen der vier befragten Kon­firmandinnen ergibt, sind die Telefonanrufe unterschiedlich aufgenommen worden: Zwei MÃ¤dchen stÃ¶rte das GesprÃ¤ch wenig (act. ...). Zwei weitere MÃ¤dchen empfanden den Anruf dagegen als sehr unange­nehm bzw. schockierend (act. ...). Das Vorgehen muss als un­zu­lÃ¤s­sig gewertet werden. Es versteht sich von selbst, dass solche teilweise als erhebliche Be­lÃ¤s­ti­gung empfundene Anrufe mit der pfarramtlichen TÃ¤tigkeit nicht vereinbar waren. Ob sich der BeschwerdefÃ¼hrer damit auch Straftaten hat zuschulden kommen lassen, ist fraglich und Ã¼berdies nicht entscheidend, da fÃ¼r die administrative Ent­lassung die Frage nach dem subjektiven Tatbestand offen gelassen werden kann und weil die Handlungen des Be­schwer­de­fÃ¼hrers als solche und nicht deren allfÃ¤llige Strafbar­keit ins Gewicht fallen. Im­mer­hin bleibt anzumerken, dass der (als Ãbertretung konzi­pierte) Tatbestand der sexuellen BelÃ¤stigungen (Art. 198 des Schweizerischen Strafgesetz­buchs) per 1. Oktober 1992 in Kraft trat. Aus welchen GrÃ¼nden immer der BeschwerdefÃ¼h­rer zu diesen TelefongesprÃ¤­chen gegriffen hat, fest steht jedenfalls, dass der letzte Telefon­anruf im Jahr 1992 erfolgt war. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat demnach in den folgenden Jah­ren von solchem Tun ab­ge­se­hen und damit offenkundig kÃ¼nftiges Wohlverhalten signali­siert. Zu­dem hat er sich in der Untersuchung einsichtig gezeigt und ein fehlerhaftes Ver­halten aus­drÃ¼cklich und mehr­fach eingerÃ¤umt. In Anbetracht dieser verschiedenen Um­stÃ¤nde muss nicht damit gerechnet werden, der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¼rde derlei BelÃ¤stigun­gen an einer neuen Pfarrstelle wie­der aufnehmen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Der BeschwerdefÃ¼hrer versuchte wiederholt, auf die Zusammensetzung der Kirchenpflege F. Einfluss zu nehmen. Zu diesem Zweck hatte er vor einer Nach­wahl 1992 einen ihm missliebigen Interessenten kritisiert und dessen Verweigerung des Abendmahls in der Gemeinde weitererzÃ¤hlt (act. ...). Zahl­reiche der 1994 neu gewÃ¤hlten Mitglieder waren anderseits vom Be­schwerdefÃ¼hrer zur Kandidatur bewegt worden (act. ...). Of­fen­sichtlich war es dem BeschwerdefÃ¼hrer ein zentrales Be­dÃ¼rfnis, sich durch die Kir­chen­pfle­ge­mitglieder vorbehaltlos unterstÃ¼tzt zu wissen. Dies kommt exemplarisch auch dadurch zum Ausdruck, dass er nach seiner UnterstÃ¼tzung durch die Kirchenpflege im Jahr 1994 die Publikation des Ergebnisses mit dem (zutreffenden) Zu­satz "einstimmig" er­gÃ¤nzt hatte (act. ...). Ob sich der Beschwer­defÃ¼hrer damit auch Straf­taten hat zuschulden kommen las­sen, worÃ¼ber die Parteien je mit guten Argumenten streiten, bleibt auch hier nicht ent­schei­dend. Die beiden VorfÃ¤lle er­schei­nen im Ã¼brigen jedenfalls objektiv nicht als schwer­wie­gend. Indessen sind sie klare Anzeichen dafÃ¼r, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereit war, seine eigenen Interessen auch mit unzulÃ¤ssigen Mitteln zu verfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Mit der 1994 neu gewÃ¤hlten Kirchenpflege ist es ab Anfang 1997 zunehmend zu Spannungen gekommen. Die VorwÃ¼rfe gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer blieben aller­dings wenig konkret oder erschÃ¶pften sich, soweit sie erstellt werden konnten, letztlich in Bagatellen (vgl. act. ...). Wenn auch ein grosser Teil der damaligen Kir­chenpflegemit­glie­der von verschiedenen Ursachen fÃ¼r den Ende 1997 eingetretenen Ver­trauensbruch zwi­schen Kirchenpflege und BeschwerdefÃ¼hrer sprach, so wird doch deutlich, dass der Bruch im wesentlichen durch die schwere Krise in der Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers und die damit zusammenhÃ¤ngenden Spannungen hervorgerufen wurde (vgl. etwa act. ...). Der Beschwer­de­fÃ¼hrer war gegenÃ¼ber seiner Ehe­frau wiederholt gewalttÃ¤tig geworden. ... Dies fÃ¼hrte zu einer spannungsgeladenen Sitzung der Kirchenpflege mit dem BeschwerdefÃ¼hrer und des­sen Ehefrau im Mai 1997, worauf der BeschwerdefÃ¼hrer in Absprache mit der Kirchen­pflege zu einem stationÃ¤ren Aufenthalt in die Klinik G. eintrat (act. ...). Mitglieder der Kirchenpflege stiessen sich in der Folge daran, dass der Be­schwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der Behandlung dennoch in F. auftauchte, woraus der Schluss gezogen wurde, der Beschwer­de­fÃ¼h­rer nehme die Therapie nicht ernst (act. ...). TatsÃ¤chlich waren Kon­takte mit dem bisherigen Umfeld jedoch Teil der Therapie; auch hatte die behandelnde Ãrztin keineswegs den Eindruck, der BeschwerdefÃ¼hrer nehme die Therapie nicht ernst (act. ...). Die Kir­chen­pflege oder ein Teil davon legte dem BeschwerdefÃ¼hrer schliess­lich den RÃ¼cktritt nahe, worauf der BeschwerdefÃ¼hrer entgegen seiner anfÃ¤nglichen Zusage jedoch nicht ein­ging (act. ...). Diese Auseinandersetzung gipfelte in einer Kirchgemeindeversammlung vom No­vem­ber 1997, als es zu einem mut­mass­lich vom BeschwerdefÃ¼hrer inszenierten Angriff auf die Kir­chenpflege kam (vgl. act. ...), worauf diese ‑ sich vom Kir­chenrat im Stich gelassen ge­fÃ¼hlt ‑ gemeinsam den RÃ¼cktritt einreichte. Eine Besserung der psychischen Probleme des BeschwerdefÃ¼hrers trat nicht ein; vielmehr entwickelten sich die Probleme in der Folge derart, dass er Ende 1998 aus psychischen GrÃ¼nden berufsunfÃ¤­hig erklÃ¤rt werden musste. Somit war der BeschwerdefÃ¼hrer nicht mehr fÃ¤hig, das Pfarramt in F. weiterzufÃ¼hren. Es ist indes durchaus denkbar, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine psychischen Probleme und die ehelichen Auseinandersetzungen Ã¼berwinden kann. Im­mer­hin hat der untersuchende Psychiater festgehalten, es handle sich um eine vorÃ¼ber­gehende Ausscheidung aus dem Beruf. Er empfahl eine Nachuntersuchung spÃ¤testens im Herbst 2000. Schliesslich gilt es nach Meinung des Gutachters anzustreben, dass der Be­schwer­de­fÃ¼hrer, welcher jetzt aus gesundheitlichen GrÃ¼nden vorÃ¼bergehend aus seiner Be­rufs­tÃ¤­tig­keit ausscheide, in nicht allzuferner Zeit in seinen Beruf zurÃ¼ckkehren kÃ¶nne (act. ...). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Bei der PrÃ¼fung, ob der BeschwerdefÃ¼hrer zum Pfarrberuf generell ungeeignet ist, sind den aufgefÃ¼hrten massgeblich ins Gewicht fallenden Fehlverhalten die unbestritte­nen FÃ¤higkeiten des BeschwerdefÃ¼hrers im seelsorgerischen Bereich, also im Kernbereich pfarramtlicher TÃ¤tigkeit, gegenÃ¼berzustellen: Der BeschwerdefÃ¼hrer hat zunÃ¤chst einmal von der Visitatorin 1991-1995 eine gute Beurteilung erfahren. Sie erwÃ¤hnte im speziellen die persÃ¶nliche Betreuung der Kichgemeindemitglieder durch den BeschwerdefÃ¼hrer (act. ...). Auch wurde er von einem Pfarrkollegen sowie von einem bei ihm tÃ¤tigen Vikar gut beurteilt (act. ...). Der bis 1990 amtierende KirchenpflegeprÃ¤sident beurteilte ihn ebenfalls positiv (act. ...). Und nicht zuletzt attestierten ihm auch kritische Stimmen sehr gute bzw. brillante Predigten (act. ...). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) BerÃ¼cksichtigt man die drei zur Hauptsache ins Gewicht fallenden Bereiche be­rechtigter VorwÃ¼rfe (AnstÃ¶ssige TelefongesprÃ¤che, Verhalten gegenÃ¼ber Kirchenpflege, GewalttÃ¤tigkeit in der Ehekrise), so steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zur befriedigen­den Fortsetzung des Amts in der Gemeinde F. unfÃ¤hig und untragbar geworden war; es ist unwahrscheinlich, dass der BeschwerdefÃ¼hrer angesichts der dortigen Vor­komm­nisse das Vertrauen der Gemeinde F. in der erforderlichen Klarheit zurÃ¼ck­gewinnen kÃ¶nnte. Somit steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die WeiterfÃ¼hrung des Pfarramts F. nicht geeignet ist. Damit war gemÃ¤ss § 48 KirchenG eine Abberufung zulÃ¤ssig. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">g) aa) Aus der Untragbarkeit in der bisherigen Gemeinde kann aber nicht unbesehen auf eine generelle Untragbarkeit geschlossen werden. In diese Richtung scheint jedoch der Kirchenrat bereits im angefochtenen Entscheid zu argumentieren; in der Beschwerdeant­wort kommt solches dann sehr deutlich zum Ausdruck, wenn unter Ziff. 7.6 allein die Fra­ge als erheblich bezeichnet wird, ob das weitere Wirken des BeschwerdefÃ¼hrers in der Kirch­gemeinde F. Ã¼berhaupt noch verantwortbar sei. Es liegt in der Natur der Sa­che, dass bereits eine Amtsentlassung bzw. Abberufung nur bei Vorliegen wichtiger GrÃ¼n­de erfolgen kann (vgl. etwa RenÃ© Rhinow/Beat KrÃ¤henmann, Schweizerische Ver­wal­tungs­recht­spre­chung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 150 B IIa; RB 1994 Nr. 28 = ZBl 96/1995, S. 70). An die Art der GrÃ¼nde wird ein strenger Massstab gelegt (Elmar Jud, Beson­der­hei­ten Ã¶f­fent­lich­rechtlicher DienstverhÃ¤ltnisse nach schweizerischem Recht, insbeson­dere bei deren Beendigung aus nichtdisziplinarischen GrÃ¼nden, St. Gallen 1975, S. 188). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">FÃ¼r einen Entzug der WÃ¤hlbarkeit muss darÃ¼ber hinaus ein besonders schwerer Fall vorliegen, welcher ‑ wie ausgefÃ¼hrt ‑ voraussetzt, dass der Betroffene zur AusÃ¼bung des Pfarramts generell und auf Dauer als unfÃ¤hig erscheint.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Gegen die Annahme eines besonders schweren Falls spricht einmal der Um­stand, dass sich die erstellten Pflichtwidrigkeiten des BeschwerdefÃ¼hrers auf einen Teilbe­reich seiner TÃ¤tigkeit beschrÃ¤nkten und er deshalb im Kernbereich seiner pfarramtlichen TÃ¤tigkeit (Predigten, Seelsorge) gut beurteilt wurde. Sodann fÃ¤llt ins Gewicht, dass das objektiv schwerste Vorkommnis, nÃ¤mlich die TelefongesprÃ¤che mit Konfirmandinnen, bereits sieben oder mehr Jahre zurÃ¼ckliegt und aus diesem Grund wie auch angesichts der diesbezÃ¼glich gezeigten Einsicht nicht angenommen werden muss, der BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¼rde derartige BelÃ¤stigungen an einer neuen Stelle wiederholen. Es steht auch keines­wegs fest, dass die psychischen Probleme des BeschwerdefÃ¼hrers, welche Ende 1998 zur BerufsunfÃ¤higkeit fÃ¼hrten, Bestand haben werden. Wie erwÃ¤hnt beurteilte der Gutachter die Ãberwindung der BerufsinvaliditÃ¤t als mÃ¶glich, empfahl daher fÃ¼r spÃ¤testens Herbst 2000 eine erneute Untersuchung und betrachtete die RÃ¼ckkehr des BeschwerdefÃ¼hrers in den Beruf als anstrebenswert. Ein wesentlicher Teil der VorwÃ¼rfe, die ab 1997 gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer erhoben wurden und schliesslich zum ZerwÃ¼rfnis zwischen der Kirchenpflege und dem BeschwerdefÃ¼hrer gefÃ¼hrt haben, beruht wie dargelegt auf den psychischen Problemen bzw. auf der Ehekrise und auf der Weigerung des BeschwerdefÃ¼h­rers, den ihm deswegen nahe gelegten Weggang von F. zu akzeptieren. Vor die­sem Hin­ter­grund kann es nicht entscheidend zum Nachteil des BeschwerdefÃ¼hrers gerei­chen, dass er in ungewÃ¶hnlicher Weise fÃ¼r einen Verbleib an seiner Stelle kÃ¤mpfte, z.B. mit der In­sze­nie­rung der Kirchgemeindeversammlung vom November 1997. Die Angst des Be­schwer­de­fÃ¼hrers um seine berufliche Zukunft kam auch in seiner Befragung im Diszi­pli­nar­ver­fah­ren deutlich zum Ausdruck (act. ...). Angemerkt sei schliesslich, dass vom Inhaber eines Pfarramts wohl eine Zusammenarbeit mit der Kir­chen­pflege, nicht jedoch Kritiklosigkeit gegenÃ¼ber der Kirchenpflege erwartet werden muss (vgl. etwa act. ...). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">h) Zusammengefasst kann nicht gesagt werden, das weitere Wirken des Beschwer­defÃ¼hrers als Pfarrer erscheine auf Dauer unmÃ¶glich. Ein besonders schwerer Fall gemÃ¤ss Art. 48 KirchenG in dem Sinn, dass der BeschwerdefÃ¼hrer generell als zum Pfarrberuf un­fÃ¤hig erscheint, liegt noch nicht vor. Dies fÃ¼hrt in Anwendung von § 75 lit. a VRG zur Gut­heissung der Beschwerde und Aufhebung des angefochtenen Entscheids.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der Kirchenrat beantragt in der Beschwerdeantwort fÃ¼r den Fall, dass das Ver­waltungsgericht einen Entzug der WÃ¤hlbarkeit im Sinn einer administrativen Massnahme nicht fÃ¼r zulÃ¤ssig erachten sollte, eine RÃ¼ckweisung zwecks AbklÃ¤rung, ob der Entzug der WÃ¤hlbarkeit als disziplinarische Massnahme anzuordnen sei. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Disziplinarverfahren ist umfassend sowie mit ausserordentlicher Sorgfalt und Kompetenz gefÃ¼hrt worden. Es kann keine Rede davon sein, der Sachverhalt sei ungenÃ¼­gend abgeklÃ¤rt, was in der Regel Grund fÃ¼r eine RÃ¼ckweisung gemÃ¤ss § 64 Abs. 1 VRG ist. Von einer RÃ¼ckweisung kann daher abgesehen werden. Wenn die Vorinstanz dennoch meint, die disziplinarische Untersuchung sei wiederaufzunehmen, so ist ihr dies grundsÃ¤tz­lich unbenommen, aber jedenfalls unzweckmÃ¤ssig; namentlich ist darauf hinzuweisen, dass die fÃ¼r einen disziplinarisch begrÃ¼ndeten Entzug der WÃ¤hlbarkeit in Frage kommenden Dienstpflichtverletzungen lÃ¤ngst verjÃ¤hrt sein dÃ¼rften (zur VerjÃ¤hrung von Disziplinarfeh­lern: RB 1994 Nr. 25 = ZBl 96/1995, S. 78). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist im angefochtenen Beschluss verpflichtet worden, an die Aufwendungen des Disziplinarverfahrens Fr. 10'000.‑ zu bezahlen. In Verwaltungsver­fahren betreffend personalrechtliche Streitigkeiten werden indes grundsÃ¤tzlich keine Kos­ten erhoben; vorbehalten bleibt die Kostenauflage an die unterliegende Partei, die durch ihre ProzessfÃ¼hrung einen unangemessenen Aufwand verursacht hat (§ 13 Abs. 3 VRG in Verbindung mit § 10 Abs. 1 KirchenG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Entgegen den AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid kann dem Beschwerde­fÃ¼h­rer nicht vorgeworfen werden, durch seine ProzessfÃ¼hrung in der Untersuchung und vor dem Kirchenrat einen unangemessenen Aufwand verursacht zu haben. Eine Kostenpflicht entfiele deshalb selbst dann, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer vor Vorinstanz insoweit als un­ter­liegende Partei betrachtet wÃ¼rde, als (verjÃ¤hrte) Disziplinarfehler durchaus erstellt wer­den konnten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der angefochtene Entscheid ist daher auch bezÃ¼glich der vorinstanzlichen Kosten­auflage aufzuheben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Dem Streit Ã¼ber den Entzug der WÃ¤hlbarkeit kommt ein wirtschaftlicher Wert zu, der jedenfalls weit Ã¼ber der fÃ¼r die Kostenlosigkeit des Verfahrens massgebenden Streit­wert­grenze von Fr. 20'000.‑ liegt (§ 80b VRG). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem Beschwer­degegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Zudem hat der Be­schwerdegegner gemÃ¤ss § 17 Abs. 2 lit. a VRG den BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Be­schwer­de­verfahren angemessen zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Beschluss des Kirchenrats vom Juli 1999 aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>