Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 12. November 2019 (400 19 176) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Grundsatz der Rügepflicht des Rechtsmittelklägers im Sinne von Art. 310 ZPO bei Beru- fung im summarischen Verfahren mit geltender Offizial- und strenger Untersuchungsma- xime gemäss Art. 284 und 276 i.V.m. 271 lit. a und 296 ZPO; Ausnahme bei augenschein- lichem Fehler der Vorinstanz bei der Sachverhaltsfes tstellung oder in der Rechtsanwen- dung bzw. bei Erforderlichkeit einer weitergehenden Erforschung eines bestimmten Sachverhalts aufgrund neuer Hinweise (E. 3.1 ff.) Besetzung Präsident Roland Hofmann; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokatin Dr. Claudia M. Mordasini, substituiert durch Advokatin Nadine Grieder, Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B. ____ , vertreten durch Advokat Dieter Roth, Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal, Beklagte Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen / Abänderung Ehescheidungsurteil Berufung gegen den Entscheid des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel-Landschaft West vom 27. Juni 2019 A. Die Ehegatten A. ____ und B. ____ wurden mit Scheid ungsurteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (nachstehend Zivilkreisgericht) vom 25. April 2016 rechtskräftig ge- schieden. Das Sorgerecht über die beiden Kinder der Par teien, C. ____, geboren am TTMMJJJJ, und D. ____, geboren am TTMMJJJJ, wurde beiden E ltern gemeinsam belassen. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Obhut über den Sohn C. ____ wurde dem Vater zugeteilt, während die Tochter D. ____ der Obhut der Mutter anvertraut wurde. Gemäss der mit besa gtem Entscheid genehmigten Verein- barung über die Nebenfolgen der Ehescheidung gleichen Datums liess sich der Ehemann, A. ____, unter anderem verpflichten, der Ehefrau, B. ____, für die gemeinsame Tochter D. ____ bis zu deren Mündigkeit einen monatlichen und monatlic h vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000.00 und für die Ehefrau gestützt auf Art. 125 ZGB einen solchen von CHF 500.00 zu bezahlen. Zudem stellten die Ehegatten damals in der Vereinbarung fest, dass mit dem Ehegattenunterhaltsbeitrag von CHF 500.00 keine den gebührenden Unterhalt deckende Rente habe festgesetzt werden können, wobei sich der Fehlbetrag auf CHF 1'950.00 belaufe. B. Der geschiedene Ehemann (Kläger), vertreten durch Advo katin Dr. Claudia Mordasini, reichte gegen seine geschiedene Ehefrau (Beklagte), ver treten durch Advokat Dieter Roth, am 17. Mai 2018 beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West Klage auf Abänderung des Schei- dungsurteils vom 25. April 2016 ein. Mit Eingabe vom 8. März 2018 (recte: 2019) gelangte der Kläger in diesem Abänderungsprozess (Verfahren-Nr. 120 18 1414 IV) mit den Begehren an das Zivilkreisgerichtspräsidium, es seien die gemäss Ziffer 3 des Scheidungsurteils bzw. ge- mäss den Ziffern 4 und 5 der mit erwähntem Entscheid ge nehmigten Scheidungsvereinbarung geschuldeten Unterhaltsbeiträge für die Tochter D. __ __ und die Beklagte persönlich für die Dauer des Abänderungsprozesses superprovisorisch, eventualite r vorsorglich, per sofort aus- zusetzen. Zudem sei die Beklagte superprovisorisch, eventua liter vorsorglich, zu verpflichten, dem Kläger für den gemeinsamen Sohn per sofort für di e Dauer des Verfahrens monatlich und monatlich vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von mindestens CHF 1'000.00, zuzüglich allfällige Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen, Mehrfor derung vorbehalten; alles unter o/e- Kostenfolge zu Lasten der Beklagten. Zur Begründung führte der Kläger zusammenfassend an, dass die Beklagte zufolge mangelnder finanzieller Mitt el im Zeitpunkt des Scheidungsent- scheids zu keinen Unterhaltsbeiträgen für den gemeinsa men Sohn C. ____ habe verpflichtet werden können. Seit dem Scheidungszeitpunkt hätten sich s owohl die Verhältnisse der Beklag- ten wie auch diejenigen des Klägers äusserst stark und dauerhaft verändert. Die Beklagte erzie- le ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von CH F 10'265.75 zuzüglich CHF 200.00 Kinderzulagen, wogegen sie im Zeitpunkt de r Scheidung ein solches von CHF 1'419.00 angegeben habe, welches entsprechend auch gerichtlich berücksichtigt worden sei. Der Kläger habe infolge der intensiven Betreuung seines kranken Sohnes sein Pensum reduzieren müssen und verdiene aktuell monatlich nur n och CHF 6'463.00 (inklusive 13. Monatslohn, zuzüglich Kinderzulagen). Es sei ihm desw egen nicht mehr möglich, für die Tochter und die Beklagte Unterhalt zu bezahlen. Im Wei teren sei erstellt, dass C. ____ auf Un- terhaltsbeiträge der Mutter angewiesen sei. Deshalb s ei die Beklagte zu verpflichten, für C. ____ ab sofort monatliche und monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von mindes- tens CHF 1'000.00 zu bezahlen. C. Die Beklagte stellte für die Dauer des Verfahrens mit Eingabe an das Zivilkreisgericht vom 29. März 2019 mehrere Anträge im Zusammenhang mit de r Wiederaufnahme des persönlichen Kontaktes zum Sohn C. ____, welchen sie seit Mai 2018 nicht mehr gesehen habe. Ebenso ersuchte sie um Absetzung des Erziehungsbeistandes und um E insetzung einer anderen Per- son für diese Aufgabe. In ihrer Stellungnahme vom 3. April 2019 zum Antrag des Klägers auf Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abänderung der Unterhaltsregelung gemäss Scheidungsurte il für die Dauer des Abänderungs- verfahrens beantragte sie die kostenfällige Abweisung de r entsprechenden klägerischen Be- gehren, soweit überhaupt darauf eingetreten werden könne. Zur Begründung liess die Beklagte im Wesentlichen ausführen, der Kläger habe seit Juni 2 018 keine Unterhaltsbeiträge mehr an die Beklagte bezahlt. Es könne nicht angehen, dass der Kl äger sein Einkommen während dem laufenden Abänderungsverfahren verringere und gestützt darauf vorsorglich bereits das erzie- len wolle, was er im Hauptverfahren begehre. lm Ges uch vom 8. März 2018 (recte 2019) wür- den keine neuen Unterlagen eingereicht, sondern es we rde bloss auf das verwiesen, was teil- weise seit bald einem Jahr bei den Verfahrensakten lie ge. Es bestehe keine Dringlichkeit der ersuchten vorsorglichen Massnahmen. Die Beklagte habe eine rseits wegen der anhaltenden Verweigerung des Besuchsrechts für den Sohn C. ____ du rch den Kläger sowie wegen des Kaufs einer Immobilie ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend erhöht. Neben ihrer Erwerbstätigkeit betreue sie die Tochter D. ____. Aufgrund dieser Dopp elbelastung könne ihr nicht zugemutet werden, mehr als ein 50%-Pensum zu leisten. Sie erziel e aktuell bei weitem nicht (mehr) den Lohn, welchen der Kläger behaupte. Zudem würde der Kläger keine Angabe n bezüglich seines Einkommens im Zeitpunkt der Scheidung machen. Er werde damit den Anforderungen an eine gehörige Begründung seiner Anliegen nicht gerecht. D. Das Zivilkreisgericht wies sowohl die Abänderungsanträge de s Klägers in Sachen Unter- halt als auch die Anträge der Beklagten zu den Kinder belangen mit Entscheid vom 27. Juni 2019 ab. Seinen abschlägigen Massnahmenentscheid zur bean tragten vorsorglichen Aufhe- bung der Unterhaltspflicht des Klägers und Verpflicht ung der Beklagten zur Leistung eines Un- terhaltsbeitrages für C. ____ begründete der Vorderr ichter zusammengefasst dahingehend, dass seit der Ehescheidung keine dauerhafte und wesentl iche Veränderung der Verhältnisse eingetreten sei. Wie sich die wirtschaftlichen Verhältn isse der Parteien zum Scheidungszeit- punkt präsentiert hätten, sei aus dem Scheidungsurtei l selber nicht ersichtlich. Aus den Schei- dungsakten ergebe sich jedoch ein Einkommen des Klägers m it einem damaligen Arbeitspen- sum von 80% in Höhe von rund 6'000.00 netto pro Monat und bei der Beklagten ohne Angaben zum Arbeitspensum ein solches von rund CHF 1'700.00 net to pro Monat zuzüglich Kinder- und Erziehungszulage von CHF 285.00. Unter Berücksichtigung der Unterhaltsbeiträge gemäss Scheidungsurteil von CHF 1'500.00 und der angegebenen Unterdeckung von CHF 1'950.00 resultiere ein damals massgeblicher Grundbedarf für di e Beklagte samt Tochter von insgesamt CHF 5'435.00. Das aktuelle Nettoeinkommen der Beklagt en bezifferte die Vorinstanz mit CHF 4'115.00 pro Monat und befand, dass die Unterhalt sansprecherin gemessen am Arbeits- erwerb zum Scheidungszeitpunkt mit einem Mehrverdienst von rund CHF 2'130.00 die Unterde- ckung auffange, weshalb keine unterhaltsrechtlich relevant e wesentliche Veränderung der Ver- hältnisse auszumachen sei. Beim Kläger ermittelte der Zivi lkreisgerichtspräsident ein monatli- ches Netto-Einkommen von rund CHF 6'467.00, was gegenüb er dem Einkommen zum Schei- dungszeitpunkt einer Steigerung gleichkomme. Die Vorinstanz stellte diesem Einkommen einen aktuellen Gesamtbedarf des Klägers mit C. ____ von CHF 5'234.00 gegenüber und kam zum Schluss, dass im Rahmen einer im Hinblick auf den Haupten tscheid unpräjudiziellen und sum- marischen Überprüfung auch beim Kläger nicht von wesent lich veränderten Verhältnissen aus- zugehen sei, weshalb sich eine Abänderung der Unterhalt sregelung bereits für die Dauer des Abänderungsprozesses nicht rechtfertige. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Eingabe vom 11. Juli 2019 erhob A. ____ (nachstehen d Berufungskläger), vertreten durch Advokatin Dr. Claudia M. Mordasini, substituiert durch Advokatin Simone Thierstein, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht (n achstehend Kantonsgericht), gegen den Entscheid des Zivilreisgerichts vom 27. Juni 2019 Beruf ung und beantragte, es sei der vor- instanzliche Entscheid aufzuheben und die vor erster Insta nz gestellten Rechtsbegehren voll- umfänglich gutzuheissen. Demnach seien die gemäss Ziffer 3 des Scheidungsurteils bzw. ge- mäss den Ziffern 4 und 5 der mit Scheidungsurteil geneh migten Scheidungsvereinbarung ge- schuldeten Unterhaltsbeiträge für die Tochter D. ____ und die Beklagte persönlich für die Dauer des Abänderungsprozesses vorsorglich per sofort aufzuheben. Zudem sei die Beklagte vorsorg- lich zu verpflichten, dem Kläger für den gemeinsamen Sohn per sofort für die Dauer des Verfah- rens monatlich und monatlich vorauszahlbare Unterhaltsbe iträge von mindestens CHF 1'000.00, zuzüglich allfällige Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen, Mehrforderung vorbehalten; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht beantragte der Berufungskläger nebst dem Beizug der Scheidungsakten und der vor- instanzlichen Akten des Abänderungsverfahrens die Edition von Unterlagen durch die Gegen- partei zu deren aktuellen Vermögens- und Einkommenssituat ion. Zudem wurde um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Berufungs- beklagten. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, die Vorinstanz sei in tatsächlicher Hinsicht lediglich gestützt auf die Lohnabrechnungen März und Mai 2019 zu Unrecht davon ausgegangen, dass sich das Einkommen der Berufungsbeklagten seit dem Scheidungszeit- punkt um nur gerade CHF 2'130.00 erhöht habe. In Tat und Wahrheit habe ihr Einkommen im Jahre 2017 CHF 8'717.00 und im Jahre 2018 CHF 10'265 .00, jeweils netto pro Monat und zu- züglich Kinderzulage, betragen. Vollständige Unterlagen zum Einkommen der Berufungsbeklag- ten lägen nicht vor, weshalb diese anzuhalten sei, ihr e Einkommenssituation lückenlos zu do- kumentieren. Der Berufungsbeklagten sei es möglich und zu mutbar, ein Einkommen zu erzie- len, welches die Unterdeckung im Scheidungszeitpunkt bei weitem übersteige. Indem die Vor- instanz die für den Unterhalt relevante wesentliche Veränderung der Verhältnisse auf Seiten der Berufungsbeklagten verneine, werde Art. 129 Abs. 1 ZG B verletzt. Aufgrund der wesentlichen und dauerhaften Veränderungen der Verhältnisse seien die Unterhaltsbeiträge neu zu berech- nen, wobei der Berufungskläger für die Berechnung des Grundbedarfs der Parteien und deren Kinder auf das vorsorgliche Massnahmebegehren vom 8. Mär z 2019 und die Klagebegründung vom 31. Januar 2019 verweist. Ebenso auf die Eingabe v om 8. März 2019 bzw. die dortigen Ausführungen und Beweise verweist der Berufungskläger h insichtlich Vorliegen einer Gefähr- dung oder Verletzung des Anspruchs, eines drohenden und nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteils, der zeitlichen Dringlichkeit sowie der Verhält nismässigkeit der beantragten vorsorgli- chen Massnahmen. F. Die Berufungsantwort von B. ____ (Berufungsbeklagte), vertreten durch Advokat Dieter Roth, datiert vom 25. Juli 2019. Beantragt wurde in B estätigung des Erstinstanzentscheids die Abweisung der Berufung, unter o/e-Kostenfolge. Für den Fall des Unterliegens ersuchte sie zudem um unentgeltliche Rechtspflege. Insbesondere gege n die beantragte Edition weiterer Unterlagen zu Vermögen und Einkommen im Rechtsmittelve rfahren setzt sie sich mit dem Hin- weis auf die summarische Natur des Verfahrens und auf die bereits von der Vorinstanz verlang- ten Unterlagen, welche bereits im Recht lägen, zur Weh r. Zu ihrer Einkommenssteigerung führ- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht te die Berufungsbeklagte aus, sie habe während einigen Monaten einen überobligatorischen Einsatz geleistet und ihr Arbeitspensum durch Übernahme von zusätzlichen Nachtschichten und Überstunden massiv erhöht, um eine Liegenschaft zu kau fen. Die Einkommenserhöhung sei nicht nur überobligatorischer, sondern auch vorüber gehender Natur gewesen. Mittlerweile habe sie ihr Pensum auf den für sie tatsächlich und re chtlich möglichen Umfang reduziert, in- dem sie mittlerweile für zwei verschiedene Arbeitgeber in einem Pensum von insgesamt 60% tätig sei. Die Bezifferung des aus dieser Erwerbstätig keit erzielten Einkommens mit rund CHF 4'115.00 durch die Vorinstanz sei korrekt. Dem Berufungskläger wirft die Berufungsbeklag- te eine mutwillige Einkommensreduktion vor, zumal der in seiner Obhut stehende Sohn, C. ____, eine Tagesschule besuche. Der Berufungskläger h abe es zudem versäumt, einen Vergleich der wirtschaftlichen Verhältnisse im Scheidungsz eitpunkt mit den aktuellen Begeben- heiten vorzunehmen, und sei fälschlicherweise alleine a ufgrund einer vorübergehenden Erhö- hung des Einkommens bei der unterhaltsberechtigten Berufungsbeklagten davon ausgegangen, dass die Unterhaltsbeiträge ohne Rücksicht auf die Situa tion im Scheidungszeitpunkt neu fest- zusetzen seien. G. Mit Verfügung vom 21. August 2019 schloss der Präsident d er Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft unter anderem den Sch riftenwechsel und setzte den Partei- en Frist zur Einreichung aktueller Unterlagen zu ihrem Vermögen und Einkommen. Die Parteien kamen der richterlichen Editionsaufforderung mit ihren Eingaben vom 5. September 2019 (sei- tens des Berufungsklägers und der Berufungsbeklagten) und vom 23. September 2019 (seitens der Berufungsbeklagten) nach. Die Hauptverhandlung vor dem Präsidium der Abteilung Zivil- recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, zu welcher die Parteien persönlich und in Beglei- tung ihrer Rechtsvertreter erschienen sind, fand am 12. November 2019 statt. An besagter Ver- handlung wurde eine Parteibefragung gemäss Art. 191 ZPO durchgeführt und den Parteivertre- tern mit dem Hinweis auf das rechtliche Gehör zu den ( an der Verhandlung) eingereichten Un- terlagen und auf die in Kinderbelangen geltende Off izial- und Untersuchungsmaxime zweimalig das Wort erteilt, sich zur Sache zu äussern. Der Berufun gskläger hielt an seinen Anträgen ge- mäss seiner Berufungsbegründung grundsätzlich fest. Bezüglich des geltend gemachten Unter- halsbeitrages für den Sohn C. ____ beantragte er neu , es sei die Berufungsbeklagte zu ver- pflichten, dem Berufungskläger rückwirkend per 8. März 201 9 für die Dauer des Abänderungs- verfahrens einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Kindesunterhaltsbeitrag von min- destens CHF 2’722.00 (zuzüglich Kinder- bzw. Ausbildungsz ulage) zu bezahlen. Die Beru- fungsbeklagte beantragte erneut die Abweisung der Ber ufung, soweit auf diese eingetreten werden könne. Erwägungen 1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO sind erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen mit Berufung anfechtbar, wobei in vermögen srechtlichen Angelegenheiten die Berufung nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zule tzt aufrecht erhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZP O). Anfechtungsobjekt im vorliegenden Berufungsverfahren bildet eine vorsorgliche Massnahme ver mögensrechtlicher Natur im Sinne von Art. 284 Abs. 3 i.V.m. Art. 276 Abs. 1 ZPO, nämlich der Entscheid des Präsidenten des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West im Verfahren 120 18 1414 IV vom 27. Juni 2019, mit welcher unter anderem die Abänderungsanträge des Beru fungsklägers betreffend Unterhalt für die Dauer des Verfahrens erstinstanzlich abgewiesen worde n waren. Beantragt wurde mit Wir- kung ab 8. März 2019 die Aufhebung der Pflicht des Beru fungsklägers zur Zahlung von Unter- haltsbeiträgen zugunsten der geschiedenen Ehefrau sowie der gemeinsamen Tochter D. ____ von insgesamt CHF 1'500.00 pro Monat und die Verpflichtung der Berufungsbeklagten zur Leis- tung eines Unterhaltsbeitrages für C. ____ von monatli ch mindestens CHF 1'000.00. Der erfor- derliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit zweifellos erreicht. 2. Für vorsorgliche Massnahmen ist das summarische Verfahren anw endbar (Art. 248 lit. d ZPO). Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Ar t. 314 Abs. 1 ZPO somit innert 10 Ta- gen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw. se it der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Der schriftlich begründet eröffnete Entscheid vom 27. Juni 2019 wurde dem Berufungskläger gemäss Rückschein der Schweizeri- schen Post am 1. Juli 2019 zugestellt. Die Berufung ist am 11. Juli 2019 der Schweizerischen Post übergeben und demnach rechtzeitig erhoben worden (Art. 142 Abs. 1 und 3 i.V.m. Art. 143 Abs. 1 ZPO). Sachlich zuständig für die Beurteilung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft. 3.1 Mit der Berufung kann gemäss Art. 310 ZPO die unrichti ge Rechtsanwendung (lit. a) und die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) ge ltend gemacht werden. Die Zulässig- keitsvoraussetzungen der Berufung sind von Amtes wegen zu prüfen. Die Rechtsmittelinstanz hat daher stets zu untersuchen, ob die Berufung den formellen und inhaltlichen Anforderungen zu genügen vermag. Der Inhalt der Berufungsschrift setzt sich grundsätzlich aus drei Elementen zusammen: Berufungserklärung, Berufungsantrag und Beruf ungsbegründung, welche notwen- dige Bestandteile der Berufungseingabe darstellen. Au s der Berufungseingabe muss zunächst hervorgehen, dass Berufung erklärt wird, der angefochte ne Entscheid also der Berufungs- instanz zur Überprüfung unterbreitet werden soll. Im W eiteren hat die Berufungseingabe Anträ- ge zu enthalten, mit welchen bestimmt zu erklären ist, w elche Änderungen im Dispositiv des angefochtenen Entscheids verlangt werden. Obgleich die Zivilprozessordnung (ZPO) die Erfor- derlichkeit formeller Rechtsbegehren nicht erwähnt, g eht das Kantonsgericht mit der Doktrin und Rechtsprechung einig, dass die Berufung solche enth alten muss. Dies ergibt sich aus der Begründungspflicht, da eine Begründung notwendigerwe ise Anträge voraussetzt, welche mit der Begründung substantiiert werden, sowie aus Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, welcher auch für die Rechtsmittelschrift analog zur Anwendung kommt. Die ZPO legt im Weiteren nicht ausdrücklich fest, welchen Anforderungen inhaltlicher Art die Begr ündung zu genügen hat. Verlangt ist im Sinne einer sogenannten Begründungslast, dass sich die Ber ufung führende Partei sachbezo- gen mit den Entscheidfindungsgründen des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt, dass sie also dem Berufungsgericht erkennbar im Wesentlich en darlegt, inwiefern von der ers- ten Instanz Recht falsch angewendet und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzlichen Begründungsla st im Sinne einer ernsthaften Ausei- nandersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genüg en daher in einer Berufungsschrift weder blosse Wiederholungen der eigenen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser bereits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Beruf ungsschrift auf die eigenen Sachdar- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellungen vor der ersten Instanz. Ungenügend ist sodann b loss allgemeine formelhafte Kritik an den erstinstanzlichen Erwägungen, wie z.B. diese seie n falsch, rechtswidrig oder willkürlich, ohne dass zugleich dargetan wird, warum dem aus der Sicht der Berufung führenden Partei so sein soll. In der Begründung ist nicht nur darzutun, we shalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist eben auch au fzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche Entscheid fehlerhaft ist. Der Berufungskläger hat die v on ihm kritisierten Passagen des Ent- scheides wie auch die Dossierunterlagen, auf die er seine Kritik stützt, genau zu bezeichnen. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren mögl ichen Fehlern eigenständig for- schen (K UNZ , in: ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommen tar zu den Art. 308- 327a ZPO, Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], Basel 2013, Art. 311 ZPO N 82 ff.; REETZ /T HEILER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Zü- rich Basel Genf 2016, Art. 311 ZPO N 36). Die Anford erungen an die Begründung eines Rechtsmittels im Rahmen des kantonalen Instanzenzugs sind, soweit es um die Geltendma- chung von Rechtsverletzungen geht, weniger streng als i m bundesgerichtlichen Beschwerde- verfahren (Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 11 356 E. 1.3; S EILER , Die Berufung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 386 N 896). Der Beru- fungskläger muss sich mit der Begründung der Erstinstanz auseinandersetzen, ohne dass je- doch in diesem Zusammenhang allzu hohe Anforderungen g estellt werden dürfen. Kann aus einer Berufung hergeleitet werden, welche Rechtssätze der Berufungskläger durch den ange- fochtenen Entscheid als verletzt erachtet, ist auf das Rechtsm ittel im Zweifel einzutreten, auch wenn nicht konkret auf die vorinstanzlichen Erwägungen Bezug genommen wird. Nicht einzutre- ten ist dagegen auf eine Berufung stets, wenn sich de r Berufungskläger nicht einmal ansatz- weise mit dem erstinstanzlichen Entscheid auseinanderset zt. Eine Rückweisung zur Verbesse- rung ist mangels gesetzlicher Grundlage in solchen Fälle n ausgeschlossen (BGE 137 III 617 E. 6.4). Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Z ivilrecht, hat sich mehrfach zu den inhaltlichen Anforderungen an eine Berufungsschrift g eäussert und seine Praxis im oben um- schriebenen Sinn immer wieder bestätigt (vgl. etwa Entsch eide des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 12 132 E. 1.2; 400 13 28 E. 1.2, 400 13 90 E. 2.1 oder 400 17 271 E. 1.2). Diese zivilprozessualen inhaltlichen Vorg aben an eine Berufungsschrift gelten gleichermassen für Rechtsmitteleingaben jedwelchen Verfa hrens, also auch für summarische Verfahren mit geltender Offizial- und strenger Unter suchungsmaxime, wie im vorliegend zu be- urteilenden Fall. (Art. 284 und 276 i.V.m. 271 lit. a und 296 ZPO; sinngemäss: K UNZ , in: ZPO- Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Kunz/Hoffmann-Nowotny/Stauber [Hrsg.], Basel 2013, Art. 311 ZPO N 83 mit Hinweisen). Es ist grundsätzlich nicht Sache der Berufungsinstanz, einen vorin stanzlichen Entscheid von Amtes wegen einer umfassenden Prüfung gemäss Art. 310 ZPO zu unterziehen. Ausnahmsweise ge- bietet es allerdings der Offizial- und Untersuchungsgr undsatz einzuschreiten, sofern der Fehler bei der Sachverhaltsfeststellung oder in der Rechtsan wendung geradezu augenscheinlich ist oder wenn aufgrund neuer Hinweise eine weitergehend e Erforschung eines bestimmten Sach- verhalts geboten ist. 3.2 Die vorliegend zu beurteilende Berufung vom 11. Juli 2 019 erfüllt die zivilprozessualen Anforderungen an den Inhalt nur teilweise. Die betreffende Eingabe ist als Berufung bezeichnet und enthält zweifellos auch rechtsgenügliche Anträge. B ei der Rechtsmittelbegründung hielt Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich der Berufungskläger indessen nicht durchwegs daran, i m Sinne von Art. 310 ZPO auf die vorinstanzlichen Erwägungen im angefochtenen Entscheid Be zug zu nehmen. Der Berufungs- kläger rügt zunächst eine unrichtige Sachverhaltsfeststel lung im Zusammenhang mit der Ein- kommensentwicklung der Berufungsbeklagten durch die Vori nstanz in den Jahren 2017 und 2018 und der damit einhergehenden fehlerhaften Recht sanwendung bei der Ermittlung des un- terhaltsrelevanten Einkommens. Die angefochtene Unterha ltsberechnung sei insofern auch rechtsfehlerhaft, weil der Vorderrichter dabei das deutlich höhere Einkommen der Berufungsbe- klagten aus der Vergangenheit nicht berücksichtigt und som it Art. 129 Abs. 1 ZGB falsch ange- wendet habe. Es würde eine wesentliche und dauerhafte Veränderung der Verhältnisse vorlie- gen, weshalb die Unterhaltsbeiträge neu zu berechnen seien. Als Zwischenfazit kann festgehal- ten werden, dass diese Kritikpunkte zulässige Rügen im Si nne von Art. 310 ZPO darstellen, weshalb bis hierhin auf die Berufung einzutreten ist. 3.3 Hinsichtlich der Berechnung des Grundbedarfs auf Seite n des Berufungsklägers zusam- men mit C. ____ bzw. der Berufungsbeklagten mit D. ___ _ verweist der Berufungskläger in sei- ner Rechtsmitteleingabe pauschal auf das vorsorgliche Ma ssnahmebegehren vom 8. März 2019 bzw. auf die Klagebegründung vom 31. Januar 2019 , beides bei den vorinstanzlichen Ak- ten. Im Lichte des unter Ziffer 3.1 hievor umschrieben en Rügeprinzips taugen diese Angaben ohne Bezugnahme zum zivilkreisgerichtlichen Verfahren ni cht, den vorinstanzlichen Entscheid durch die Rechtsmittelinstanz überprüfen zu lassen. Die Vorinstanz hat den Bedarf des Beru- fungsklägers mit dem Sohn C. ____ im Einzelnen ermitte lt und diesen insgesamt mit CHF 5'234.00 beziffert. Zudem wurde in den betreffen den Erwägungen unter Ziffer 8.4 des an- gefochtenen Entscheids begründet, weshalb bestimmte Posi tionen nicht berücksichtigt wurden. Zum aktuellen Bedarf der Berufungsbeklagten machte der Zivilkreisgerichtspräsident sodann keine Angaben. Der Pauschalverweis auf vorinstanzlich vorg etragene Ausführungen in schriftli- chen Eingaben an das Zivilkreisgericht ohne Bezugnahme zu m angefochtenen Entscheid stellt eine unzulässige appellatorische Kritik dar. Die Berufung sbegründung erweist sich in diesem Punkt somit als ungenügend, weshalb auf die Berufung, soweit Kritik an der Grundbedarfsbe- rechnung geübt wird, nicht einzutreten ist. 3.4 An der Parteiverhandlung reichte der Berufungskläge r Unterlagen zu den monatlich wie- derkehrenden Verpflichtungen seines persönlichen Grundbedarfs nach, ohne dabei zu differen- zieren, ob besagte Beweismittel der Vorinstanz bereits v orgelegen haben und durch den Vor- derrichter überhaupt nicht oder falsch gewürdigt wurde n oder ob es sich dabei um neue Be- weismittel handelt. Für die Beurteilung der Berufung ist es der Rechtsmittelinstanz ohne ent- sprechende Erläuterungen des Rechtsmittelklägers nicht mög lich, den Erstinstanzentscheid, soweit es um die Ermittlung und Bezifferung der Bedar fspositionen der Parteien und der ge- meinsamen Kinder in der Unterhaltsberechnung geht, im Sinne von Art. 310 ZPO zu überprü- fen. Die vorstehenden Erwägungen unter Ziffer 3.3 gelten hier sinngemäss. 3.5 Betreffend Schulkosten und Stundenplan von C. ____ in der Tagessonderschule E. ____ in Z. ____ und die Bestätigung von F. ____ wurden jed och offensichtlich erst nach dem Erstin- stanzentscheid erhältlich gemachte bzw. nachträglich verfa sste Urkunden ins Recht gelegt, um nachzuweisen, dass C. ____ unter der Woche, von Montag b is Freitag, in der Schule nicht ganztags betreut werde. Auch die Aussagen aus der Befr agung des Berufungsklägers an der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hauptverhandlung vor zweiter Instanz zu seinem Betreuungs aufwand stellen nachträglich in diesem Zusammenhang (von Amtes wegen erhobene) Bewei smittel dar, welche dem vorlie- genden Berufungsentscheid grundsätzlich zugrunde zu legen sind. Dies rechtfertigt sich, weil für das Berufungsgericht ohne weiteres augenscheinlich ist , dass die beweismässige Erhebung der konkreten Betreuungszeiten von C. ____ für die Unt erhaltsberechnung relevant sein könn- te, weshalb der Berufungskläger hier aufgrund der Unt ersuchungsmaxime von seiner Rügelast teilweise befreit wird (vgl. auch Erwägungen unter Zif fer 3.1, letzter Satz, hievor). Im Weiteren sind die vorliegend zur Diskussion stehenden nachträglich i m zweitinstanzlichen Verfahren ein- gebrachten Beweismittel auch unter novenrechtlichen Ge sichtspunkten zweifellos entgegenzu- nehmen. Gemäss überzeugender bundesgerichtlicher Rechtsp rechung ist eine strikte Anwen- dung von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht gerechtfertigt, wenn die uneingeschränkte Untersuchungs- maxime zur Anwendung gelangt. Es gehört auch zur Aufgab e eines Berufungsrichters, nach Art. 296 Abs. 1 ZPO den Sachverhalt von Amtes wegen z u erforschen und alle zur Feststellung von rechtserheblichen Tatsachen erforderlichen Beweismitt el anzuordnen, um einen dem Kin- deswohl entsprechenden Entscheid zu erlassen. Erforscht das G ericht den Sachverhalt wie vorliegend zumindest teilweise von Amtes wegen, können die Parteien im Berufungsverfahren Noven auch dann vorbringen, wenn die Voraussetzungen vo n Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; Entscheides des Kanto nsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 19 18 E. 2.2 und 400 18 204 vom 2. April 2019 E. 1.3). 4.1 Wie bereits erwähnt, moniert der Berufungskläger den a ngefochtenen Entscheid in rechtsgenüglicher Weise im Zusammenhang mit der Ermittl ung des unterhaltsrelevanten Ein- kommens bei der Berufungsbeklagten. Er führt an, die V orinstanz sei in tatsächlicher Hinsicht zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Berufungsbeklagte ihr monatliches Einkommen seit dem Scheidungszeitpunkt um lediglich CHF 2'130.00 erhöht habe. Seit der Scheidung im Jahre 2016 habe sich ihr Nettoeinkommen innert kurzer Zeit fa st verachtfacht. Sie habe bereits im Jahre 2017 monatlich CHF 8'717.00 verdient, wobei ihr die G. ____ ein monatliches Einkom- men von CHF 1'787.00 (inklusive Kinder- und Erziehungszu lage) und das H. ____ - Spital ein monatliches Einkommen von CHF 6'930.00 ausbezahlt habe. Danach sei es der Berufungsbe- klagten im Jahre 2018 sogar möglich gewesen, ihr Einkommen noch einmal massiv zu erhöhen. Gemäss den Lohnabrechnungen der G. ____ und des H. ____ - Spitals (Januar bis März 2018) habe sie sogar ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 10'265.75 zuzüglich CHF 200.00 Kinderzulagen erzielt. Zum Zeitpunkt der Scheidung habe die Berufungsbeklagte angegeben, über ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 1'419.00 zu verfügen. Die Vorinstanz sei im angefochtenen Entscheid vom 27. Juni 2019 davon ausgegan gen, dass die Berufungsbeklagte zum Scheidungszeitpunkt ein monatliches Nettoeinkommen CHF 1'700.00 bezogen habe. Der Umstand, dass die Berufungsbeklagte ihr Einkommen wegen des Abänderungsverfahrens auf angebliche CHF 4'115.00 reduziert haben soll, sei beze ichnend und dürfe nicht massgebend sein, zumal es mitunter um Kindesunterhalt gehe. Aber auch in diesem Fall läge eine Einkom- menssteigerung von mindestens CHF 2'415.00 vor. Abgesehen davon, wäre bereits die von der Vorinstanz zu tief berechnete Einkommenssteigerung von m onatlich CHF 2'130.00 eine für den Unterhalt relevante wesentliche Veränderung der Ver hältnisse und damit ein unzumutbares Ungleichgewicht zwischen den Parteien. Die Vorinstanz verletze den uneingeschränkten Unter- suchungsgrundsatz gemäss Art. 296 Abs. 1 i.V.m. Art. 55 A bs. 2 ZPO, indem sie das massge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bende Einkommen der Berufungsbeklagten nicht gestützt auf die dafür erforderlichen Lohnun- terlagen und allenfalls unter Einbezug eines hypotheti schen Einkommens festgestellt habe. Die Begründung des erstinstanzlichen Gerichts, dass der Berufungsbeklagten lediglich ein massge- bendes Einkommen von rund CHF 4'115.00 anzurechnen sei, stütze sich lediglich auf eine Lohnabrechnung der G. ___ sowie eine Lohnabrechnung d es H. ____ - Spitals aus zwei ver- schiedenen Monaten, wobei diese beiden Tätigkeiten be reits seit Jahren parallel und in einem deutlich höheren Pensum ausgeführt würden. Das Gericht sei seiner Pflicht zur Erforschung des wesentlichen Sachverhalts betreffend die in Frage ste henden Kindesunterhaltsbeiträge somit nicht nachgekommen. Da es der Berufungsbeklagten im Jahr 2018 möglich gewesen sei, ein monatliches Einkommen von mindestens CHF 10'265.75 zu erzielen, habe sie bewiesen, dass ihr ein Einkommen in dieser Höhe möglich und zumut bar sei, weshalb ihr allenfalls ein hypothetisches Einkommen von monatlich mindestens CHF 10' 265.75 angerechnet werden müsse. Mit diesem Einkommen sei es der Berufungsbeklagten sodann möglich, einen Unter- haltsbeitrag für den Sohn C. ___ in beantragter Höh e zu bezahlen. Zudem sei sie nicht mehr auf nachehelichen Unterhalt angewiesen. Die im Berufungsverfahren beigezogenen Unterlagen zum Einkommen der Berufungsbeklagten hätten bestätigt, dass diese nicht nur vorübergehend, sondern über rund 2 Jahre ein deutlich höheres Einkomm en, als von der Vorinstanz angenom- men, erzielt habe. Dass sie ihr Arbeitspensum in dem Mom ent reduziert habe, in welchem der Berufungskläger im vorinstanzlichen Verfahren seine Anträge zur Änderung der Unterhaltsrege- lung während der Dauer des Verfahrens gestellt habe, verdiene keinen Rechtsschutz, weshalb weiterhin vom höheren (hypothetischen) Einkommen ausg egangen werden müsse. Daraus re- sultiere eine dauerhafte wesentliche Veränderung, welch e eine Unterhaltsabänderung bereits während der Dauer des Verfahrens rechtfertige. Der vor instanzliche Entscheid sei in dieser Hinsicht fehlerhaft. 4.2 Die Berufungsbeklagte bezifferte ihr durchschnittliches a ktuelles Nettoeinkommen pro Monat anhand der Einkommensbelege ab Mai 2019 mit C HF 4'206.00 (inkl. Kinderzulage), was zwar leicht höher sei, als von der Vorinstanz angenommen (CHF 4'115.00), aber in derselben Grössenordnung liege, wie im angefochtenen Entscheid erm ittelt. Dass sie vorübergehend ein höheres Einkommen erzielt habe, treffe zwar zu, sei hi er aber irrelevant, da es sich um eine ausserordentliche, nicht dauerhafte und überobligator ische Einkommenssteigerung handle, welche seit Mai 2019 nicht mehr realisiert werde. Als G rund für die Einkommenssteigerung gab die Berufungsbeklagte an, mit dem Mehrverdienst ein E igenheim zu finanzieren, was ihr zwi- schenzeitlich auch gelungen sei. Seit sie ihr Pensum wie der reduziert habe, arbeite sie mit ei- nem 40%-Pensum bei der G. ____. Zudem würde sie im H. ____ - Spital mit einem schwan- kenden Pensum, aber durchschnittlich in etwa zu 20%, Nachtwachen halten. 4.3 Die Vorinstanz verneinte eine wesentliche und dauerhaft e Veränderung auf der Einkom- mensseite der Berufungsbeklagten. lm Jahr 2017 sei der Berufungsbeklagten von der G. ____ ein monatliches Einkommen von CHF 1'787.00, inklusive Kinder- und Erziehungszulage, bestä- tigt worden. Das H. ____ - Spital bescheinige der Beru fungsbeklagten zudem im Jahr 2017 ein monatliches Einkommen von rund CHF 6'930.00. Gemäss den Lohnabrechnungen der Monate Januar bis April 2018 werde sodann ein durchschnittlic hes Einkommen bei der G. ____ von CHF 1'465.00 (zuzüglich Kinder und Erziehungszulage) un d ein solches beim H. ____ - Spital Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht von CHF 8'700.00 ausgewiesen. Aus der Lohnabrechnung März 2019 der G. ___ und Mai 2019 des H. ____ Spitals ergebe sich sodann ein Einkommen v on CHF 2'421.05 zuzüglich CHF 358.75 Kinder- und Erziehungszulage bzw. ein solches von CHF 1'630.60 inkl. Ferienent- schädigung und 13. Monatslohn. Gestützt auf diese beiden Lohnabrechnungen sei von einem monatlichen Einkommen von rund CHF 4'115.00 netto (i nkl. 13. Monatslohn und exkl. Ferien- entschädigung) auszugehen. lm Vergleich zum Einkommen de r Beklagten zum Scheidungs- zeitpunkt liege eine Steigerung ihres Einkommens um run d CHF 2'130.00 vor. Die Berufungs- beklagte könne mit diesem Mehrverdienst die in der Sc heidungskonvention festgehaltene Un- terdeckung wettmachen. Aus diesem Grund liege bei ihr ke ine unterhaltsrelevante wesentliche Veränderung der Verhältnisse vor. Die Berufungsbeklagte betreue nebst ihrer beruflichen Tätig- keit ihre siebenjährige Tochter D. ____. Unpräjudiziel l für den Entscheid im Hauptverfahren sei der Berufungsbeklagten, auch wenn sie vorübergehend ein höheres Einkommen erzielt habe, heute kein auf ein 100 %-Pensum berechnetes Einkommen anzurechnen. 4.4 Soweit der Berufungskläger die Sachverhaltsfeststellung zur Ermittlung des Einkommens der Berufungsbeklagten beanstandet, indem der Vorderrichter auf zwei Lohnabrechnungen ver- schiedener Monate und unterschiedlicher Arbeitgeber ab gestellt habe, erscheint diese Rüge berechtigt. Der Vorinstanz war bekannt, dass das Einkomm en der Berufungsbeklagten monat- lich unterschiedlich hoch ausfällt. Dass sie bei dieser Sa chlage keine weiteren Nachforschun- gen zur Ermittlung des aktuellen Einkommens der Berufungsbeklagten im Jahre 2019 angestellt hat, ist zumindest diskutabel. Letztlich kann diese Frag e jedoch offenbleiben, weil sich auch, wie nachstehend gezeigt wird, bei Bejahung einer unvol lständigen Sachverhaltsermittlung in diesem Zusammenhang am Ausgang des vorliegenden Berufu ngsverfahrens nichts ändern würde. 4.5 Für die Beurteilung der gerügten Rechtsverletzung be i der Ermittlung des unterhaltsrele- vanten Einkommens und der damit verbundenen Leistungsfä higkeit bzw. Eigenversorgungska- pazität der Berufungsbeklagten gilt es vorab, die Anfor derungen an eine Unterhaltsabänderung im vorsorglichen Massnahmeverfahren für die Dauer des Ab änderungsprozesses in Erinnerung zu rufen. Gemäss Art. 284 Abs. 3 ZPO in Verbindung mit Art. 276 ZPO kann das Gericht im Verfahren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils vorsorgliche Massnahmen treffen, wo- bei die Bestimmungen zum Schutz der ehelichen Gemeinscha ft sinngemäss anwendbar sind. Im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes gilt es immer auch die Voraussetzungen nach Art. 261 ZPO zu beachten, wonach eine Partei Anspruch a uf schnelle richterliche Hilfe durch Erlass vorsorglicher Massnahmen hat, wenn sie glaubhaft ma cht, dass ein ihr zustehender An- spruch verletzt wird oder eine Verletzung zu befürchten ist und ihr aus der Verletzung ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. Für die Anordnung solcher Massnahmen muss eine zeitliche Dringlichkeit bestehen. Zudem müssen die Massnahmen verhältnismässig sein. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ vorliegen. Entspre chend ihrem Zweck setzt die vor- sorgliche Massnahme einen zivilrechtlichen Anspruch der gesu chstellenden Partei voraus, für den sie des vorläufigen Rechtsschutzes bedarf. Die gesuch stellende Partei muss ihren Verfü- gungsanspruch, die Begründetheit ihres materiellen Hauptbegehrens, glaubhaft machen (SPRECHER , in: BSK-ZPO, Spühler/ Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basel 2017, 3. Aufl., Art. 261 ZPO N 15). Die Anordnung vorsorglicher Massnahmen ist grundsät zlich nicht gerechtfertigt, wenn Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Hauptbegehren unbegründet oder wenig aussichtsreich ist. Es ist daher eine Hauptsachen- prognose zu treffen (SPRECHER , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basel 2017, 3. Aufl., Art. 261 ZPO N 38). Sodann hat das angerufen e Gericht eine sog. Nachteilsprognose zu stellen, nach welcher die Frage zu beurteilen ist, inwiefern der gesuchstellenden Partei ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil aus der Rechtsverle tzung durch den Gesuchsgegner entsteht. Für die Hauptsachen- und Nachteilsprognose be i der Anordnung vorsorglicher Mass- nahmen im Verfahren betreffend Abänderung von nacheh elichem Unterhalt und auch von Kin- desunterhalt gelten besondere Regeln. Die Herleitung derselben hat zum einen vor dem Hinter- grund von Art. 261 ZPO unter Berücksichtigung familienr echtlicher Besonderheiten zu erfolgen. Zum andern gilt es in zivilprozessualer Hinsicht zu bedenk en, dass vorsorgliche Massnahmen im summarischen Verfahren mit herabgesetztem Beweismass, wenn auch vorläufig für die Dauer des Verfahrens, eine rechtskräftige Unterhaltsrege lung gemäss Scheidungsurteil abzu- ändern oder aufzuheben vermögen. Letzteres begründet den Ausnahmecharakter vorsorglicher Massnahmen im Abänderungsprozess, weshalb solche nur in dringenden Fällen und unter spe- ziellen Umständen gerechtfertigt sind (BGE 118 II 228) . Grundvoraussetzung bilden gemäss Bundesgericht hierfür liquide tatsächliche Verhältnisse, die den voraussichtlichen Verfahrens- ausgang einigermassen zuverlässig abschätzen lassen. Soll sch on im Sinne einer vorsorgli- chen Massnahme eine Unterhaltsrente gekürzt oder aufgehob en werden, bedarf es darüber hinaus eines dringenden Bedürfnisses, denn der Grundsatz ist und bleibt, dass das rechtskräf- tige Scheidungsurteil solange vollstreckt werden muss un d Auswirkungen zeitigt, als das Abän- derungsurteil selbst nicht in Rechtskraft erwachsen ist (BGer 5P.101/ 2005 E. 3 mit Hinweis auf BGE 118 II 228). An den Erlass vorsorglicher Massnahmen im Rahmen von Abänderungsver- fahren sind deshalb ebenso strenge Anforderungen zu knü pfen wie an die Abänderung selbst (OGer BE ZK 12 377 HOH, in: FamPra 2013 S. 211 ff. E. 2). Ausnahmen dürfen nur mit Zu- rückhaltung zugelassen werden. Die Prüfung, inwiefern li quide Verhältnisse vorliegen und ob positive Prozessaussichten bestehen, ist gestützt auf die Vo raussetzungen vorzunehmen, wel- che die Abänderung eines nachehelichen Unterhaltsbeitrag es zur Folge haben, was unter an- derem bei Vorliegen einer wesentlichen und dauerhafte n Verbesserung in den wirtschaftlichen Verhältnissen des Unterhaltsansprechenden bzw. –pflicht igen der Fall sein kann. Bei zusätzli- chem Erwerbseinkommen muss jedoch sorgfältig geprüft werden, ob dieses aus zumutbarer Erwerbstätigkeit stammt. Einkünfte aus überobligatori scher Erwerbstätigkeit können keinen Grund für eine Abänderung darstellen (Art. 129 Abs. 1 ZGB; S CHWENZER /B ÜCHLER , in: Fam- Komm Scheidung, Bd. I, Bern 2017, 3. Aufl., Art. 129 ZGB N 10 ff.; zum Ganzen: vgl. auch Ent- scheide des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, 400 18 197, E. 6.1 f. sowie 400 17 238 E. 4.3, jeweils mit weiteren Hinweisen). 4.6 Der vorliegende Antrag des Berufungsklägers auf Abände rung der Unterhaltsregelung gemäss Scheidungsurteil bereits für die Dauer des Abände rungsprozesses scheitert nach An- sicht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, an der fehlend en Glaubhaftmachung eines hinrei- chend liquiden Anspruchs. Dem Zivilkreisgericht ist im Ergeb nis beizupflichten, dass im Rah- men einer Summarprüfung eine Anpassung für die Dauer des Verfahrens nicht angezeigt ist. Das Kantonsgericht holte im Hinblick auf einen allfällig en reformatorischen Entscheid in der Berufungssache und einem Antrag des Berufungsklägers fol gend bei der Berufungsbeklagten mit Verfügung vom 12. September 2019 sämtliche monatl ichen Lohnabrechnungen des laufen- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Jahres ein. Die Berufungsbeklagte kam dieser Aufford erung nach und reichte mit Eingabe vom 23. September 2019 ihre Lohnabrechnungen der Mona te Januar bis August 2019 ihrer beiden Arbeitgeber (G. ____ und H. ____ - Spital) e in. Die Berufungsbeklagte führte zudem in der Klageantwort im erstinstanzlichen Verfahren vom 15. Mai 2019 (S. 9), in ihrer Berufungsant- wort und im Rahmen des Parteivortrags an der Hauptver handlung vor Kantonsgericht überein- stimmend aus, dass sie aktuell bei der G. ____ mit einem festen Arbeitspensum von 40% be- schäftigt sei und dabei ein Einkommen von CHF 2'779.80 netto pro Monat (inkl. CHF 200.00 Kinderzulage und CHF 158.75 Erziehungszulage) erziele. D ies lässt sich anhand der einge- reichten Lohnabrechnungen März 2019 bis August 2019 nac hvollziehen. Das Einkommen beim H. ____ - Spital, welches sie aus der Leistung von Nachtwa chendienst erziele, so die Beru- fungsbeklagte, variiere monatlich leicht und entspreche im Durchschnitt einem 20%-Pensum. Diese Ausführungen sind aufgrund der Lohnabrechnungen Mai bis August 2019 plausibel. Durchschnittlich betrug das Einkommen in dieser Zeit CH F 1'427.00. Gesamthaft erwirtschaftet die Berufungsbeklagte somit aktuell und effektiv im Durchsch nitt ein monatliches Nettoeinkom- men von CHF 4'206.00 (inkl. Kinder- und Erziehungszula ge). Die Berufungsbeklagte bestätigte ein Eigeneinkommen in dieser Höhe an der Hauptverhandl ung vor dem Kantonsgericht. Dass ihr Einkommen, wie der Berufungskläger behauptet hat, zuvor während mehr als zwei Jahren deutlich höher ausgefallen ist, ist ebenso zutreffend wie auch aktenkundig. Aus den vom Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, bei der Berufungsbeklagten mit Verfügung vom 21. August 2019 verlangten und von dieser mit Einga be vom 5. September 2019 einge- reichten Steuererklärungen der Jahre 2017 und 2018 lässt sich ein durchschnittliches monatli- ches Nettoeinkommen aus den beiden genannten Bezugsja hren von rund CHF 9'250.00 ent- nehmen. Dass die Vorinstanz bei dieser Ausgangslage für die Beurteilung einer wesentlichen Veränderung auf das effektiv erzielte, tiefere Einkomme n abgestellt hat, ist im vorliegenden Summarentscheid nicht zu beanstanden. Mit dem Zivilkreisge richt kann festgestellt werden, dass die Berufungsbeklagte mit ihrem aktuellen Arbeit spensum ihre Erwerbskapazität unter summarischen Gesichtspunkten in einem ihr zumutbaren Umfang ausschöpft. Dieser Befund ist unter Beachtung des vom Bundesgericht befürworteten Schu lstufenmodells sicher zutreffend (BGer 5A_384/2018 E. 4.7.6), zumal die Berufungsbeklag te die gemeinsame 7-jährige Tochter D. ____ unter ihrer Obhut hat und diese auch persönl ich betreut. Dass die Berufungsbeklagte während mehr als zwei Jahren durch Leistung von Arbeit a uf Abruf und Nachtdiensten im H. ____ - Spital in einem deutlich höheren Arbeitspe nsum, aufgrund der Höhe des Nettoein- kommens von CHF 9'250.00 möglicherweise in einem Pens um von mehr als 100%, erwerbstä- tig war und sie ihr Pensum mittlerweile wieder reduziert hat, gereicht ihr zumindest im vorsorgli- chen Massnahmeverfahren unterhaltsrechtlich nicht ohne Wei teres zum Nachteil. Die bundes- gerichtliche Rechtsprechung zur Einkommensminderung in Schädigungsabsicht, ohne dass es auf die Reversibilität der getroffenen Disposition anko mmt (BGE 143 III 233 E. 3) , ist im Abände- rungsprozess für eine Unterhaltsabänderung oder -aufh ebung während der Dauer des Verfah- rens nicht einschlägig, solange die Mutwilligkeit der Ei nkommensminderung im Hinblick auf die bestehende Unterhaltspflicht bzw. Eigenversorgungskapazität nicht augenscheinlich ist. Nur bei offensichtlich in Schädigungsabsicht getroffenen nachteil igen Erwerbsdispositionen kann im Sinne einer Hauptprognose mit einer hohen Wahrscheinl ichkeit davon ausgegangen werden, dass die Einkommensminderung unbeachtlich sein dürfte und von einem höheren, mithin hypo- thetischen Einkommen auszugehen sein wird. Dieser Fall l iegt hier aber nicht vor. Die Beru- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht fungsbeklagte hat glaubhaft gemacht, dass sie ihre Erwerb stätigkeit erhöht habe, um eine Lie- genschaft zu erwerben. Im Weiteren führte sie in nachvol lziehbarer Weise aus, dass ihr eine dauerhafte volle Erwerbstätigkeit nebst der zu leiste nden Kindsbetreuung nicht möglich sei. Daraus lässt sich nicht augenscheinlich auf eine Mutwilligkeit der Einkommensverminderung im Hinblick auf ihre allfällige Unterhaltspflicht gegenüb er dem Sohn C. ____ schliessen. Wie mit dem aktenkundigen Sachverhalt eines Verdienstes der Berufu ngsbeklagten in der Vergangen- heit von CHF 9'250.00 pro Monat (gemäss den Steuererkl ärungen 2017 und 2018) in einer langsichtigen Betrachtung zur Beurteilung der dauerha ften und wesentlichen Veränderung um- zugehen ist, wird im Hauptentscheid zu beurteilen sein . Zusammenfassend lässt sich festhal- ten, dass für den Entscheid über die für die Dauer des V erfahrens gestellten Unterhaltsanträge des Berufungsklägers auf das effektiv erzielte Einkommen de r Berufungsbeklagten von CHF 4'206.00 netto pro Monat abzustellen ist. Dieses Einkommen fällt zwar gegenüber der vor- instanzlichen Bezifferung (mit CHF 4'115.00) um CHF 91.00 monatlich höher aus. Am Ergebnis, wie es das Zivilkreisgericht ermittelt hat, ändert sich ni chts. Die Berufungsbeklagte vermag mit ihrem seit der Scheidung erwirtschafteten Mehrverdienst (von CHF 2’221.00) nicht viel mehr als ihre damalige Unterdeckung von CHF 1'950.00 wettzumachen. Wenn überhaupt eine Verbesse- rung erreicht wurde, dann nur eine unwesentliche. Eine wesentliche Veränderung der Einkom- mensverhältnisse auf Seiten der Berufungsbeklagten, wel che eine Anpassung einer bestehen- den rechtskräftigen Unterhaltsregelung aus einem Scheid ungsurteil bereits mit Wirkung für die Dauer des Abänderungsverfahrens gerechtfertigt hätte, li egt nicht vor. Der Berufungskläger hat die Würdigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Berufungsbeklagten durch das Zivilkreisge- richt sowie die Erkenntnis, dass die Berufungsbeklagte mit ihrem Einkommen gerade ihre Un- terdeckung beheben könne, ohnehin nicht beanstandet. Di e Berufung erweist sich somit zu- sammenfassend als nicht begründet. Die Vorinstanz hat au fgrund der bestehenden Sachlage eine wesentliche und dauerhafte Veränderung in den wi rtschaftlichen Verhältnissen der Beru- fungsbeklagten zurecht als nicht glaubhaft gemacht eracht et. Dass auf die übrigen seitens des Berufungsklägers in der Berufung vorgetragenen Ausführu ngen und angebotenen Beweismittel mangels hinreichender Bezugnahme des Rechtsmittelklägers a uf den angefochtenen Vor- instanzentscheid nicht einzutreten ist, wurde bereits unt er den Ziffern 3.3 und 3.4 hievor erwo- gen. 5. Da der Berufungskläger mit seinen Berufungsanträgen ni cht durchdringt und die Unter- haltsregelung gemäss Scheidungsurteil vom 25. April 20 16 auch für die Dauer des Abände- rungsverfahrens Bestand hat, kann die Würdigung der e rhobenen Beweise zur Betreuung von Devrim durch den Beklagten (vgl. Ziffer 3.4 hievor) und die damit verbundene Frage der Aus- schöpfung seiner eigenen Leistungskapazität mit dem aktue llen Arbeitspensum von 80% offen- bleiben. 6.1 Der Berufungskläger hat für das Berufungsverfahren um u nentgeltliche Rechtspflege er- sucht. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Partei Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel zur Prozessfinanzierung verfügt und ihre Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen. Letzteres ist unter Hinweis a uf die vorstehenden Erwägungen zu verneinen. Zur Frage der Bedürftigkeit des Berufungskl ägers kann auf den angefochtenen Ent- scheid verwiesen werden. Die Vorinstanz bezifferte den Be darf des Berufungsklägers mit Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 3'708.00 (bestehend aus Grundbetrag CHF 1'350.00, Miete CHF 987.00, Nebenkosten CHF 76.00, KVG CHF 478.00, selbstgetragene Krankheitskosten CHF 50.00, U-Abo CHF 67.00 (CHF 800.00 : 12), Steuern geschätzt CHF 700.00) und d enjenigen von C. ____ mit CHF 1'526.00 (Grundbetrag CHF 600.00, Miete CHF 493 .00, KVG CHF 142.00, selbstgetrage- ne Krankheitskosten CHF 125.00, U-Abo CHF 42.00 (CHF 500.00 : 12), Mandatsträgerent- schädigung CHF 124.00). Praxisgemäss ist auf den Grundbe trägen des Berufungsklägers und von C. ____ für den Kostenerlassentscheid ein Zuschlag von 15% zu gewähren (ausmachend CHF 292.00). Ebenso kann der Berufungskläger für sich ei nen Zuschlag für Mehrkosten wegen auswärtiger Verpflegung bei einem Arbeitspensum von 80 % und einem Tagesansatz von CHF 10.00 (total bei 17,6 Arbeitstagen somit CHF 176 .00) beanspruchen. Nach Abzug der zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge an die Berufungsbeklagt e und D. ____ von CHF 1'500.00 ergibt sich ohne Weiteres, dass dem Berufungskläger mit se inem aktuellen Einkommen, wie im angefochtenen Entscheid ermittelt, von CHF 6'467.00 net to für die Prozessfinanzierung keine Mittel zur Verfügung stehen. Aus der Tatsache, dass der B erufungskläger bereits den Schei- dungsprozess im Kostenerlass führte und aus der bei den Vorakten des Zivilkreisgerichts be- findlichen Steuererklärung 2017 kein nennenswertes Vermö gen ersichtlich ist und auch nicht davon auszugehen ist, dass mit dem bestehenden Einkommen seither Ersparnisse erzielt wer- den konnten, darf beim Berufungskläger auch auf der Ve rmögensseite von Mittellosigkeit aus- gegangen werden. 6.2 Die Berufungsbeklagte beantragte die unentgeltliche R echtspflege im Sinne eines Even- tualantrages für den Fall ihres Unterliegens im Rechtsmi ttelverfahren mit Kostenfolgen. Da sie im vorliegenden Verfahren in keinem Punkt unterliegt und prozesskostenmässig schadlos bleibt (vgl. nachstehende Erwägungen unter Ziffer 7), erübrigt sich ein Entscheid über diesen Eventu- alantrag. 7. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind di e Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unt erliegenden Partei auferlegt. Demnach sind die Gerichtskosten des Rechtsmittelverfahrens dem Berufungskläger als vollum- fänglich unterliegenden Partei aufzuerlegen. Dieser i st zudem zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen Berufungsbeklagten eine Parteientschädigun g zu entrichten. Eine Anwendung von Art. 107 ZPO, der ein Abweichen von den Verteilungsgr undsätzen nach Art. 106 ZPO und die Verteilung der Prozesskosten nach Ermessen erlaubt, ist vo rliegend nicht angebracht. Die Ent- scheidgebühr wird auf CHF 2‘000.00 festgelegt (§ 9 Abs . 2 lit. b der Verordnung über die Ge- bühren der Gerichte [Gebührentarif, GebT], SGS 170.3 1). Die Parteientschädigung ist gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO gestützt auf die kantonale Tarifo rdnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) festzusetzen. Der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten hat mit der Beru- fungsantwort vom 25. Juli 2019 eine erste Honorarrech nung und an der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, e ine zweite, ergänzende Honorarnote eingereicht. Ohne Verhandlung (und Wegzeit) stellte er darin einen Aufwand von 16.75 Stunden zu einem Ansatz von CHF 250.00 je Stunde zuzüglich Auslage n und MWSt in Rechnung, was einem Honorar von CHF 4’932.30 entspricht. Für die Hauptverhandlung (inkl. Weg) sind zusätz- lich 6 Stunden à CHF 250.00 zuzüglich 7,7% MWSt, ausmache nd CHF 1’615.50, zu veran- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlagen, so dass die vom Berufungskläger der Berufungsbekl agten in Anwendung von § 2 Abs. 1 und 3 Abs. 1 TO geschuldete Parteientschädigun g total CHF 6’547.80 (inkl. Auslagen und MWSt) beträgt. Da dem Berufungskläger die unentge ltliche Rechtspflege bewilligt wurde, ist seine Rechtsvertreterin aus der Gerichtskasse zu entschä digen. Die von dieser an der Hauptverhandlung ins Recht gelegte Honorarnote weist einen Zeitaufwand von 32.14 Stunden auf, wobei für die Verhandlung, welche effektiv 5,5 S tunden dauerte, lediglich 2,5 Stunden ein- gesetzt worden waren, weshalb die Rechnung auf 34.64 Stunden (+ 3,5 Stunden [inkl. Weg]) zu erhöhen ist. Dies ergibt ein Honorar, berechnet mit C HF 200.00 je Stunde, von CHF 7'128.00. Hinzu kommen Auslagen von CHF 11.65, womit zuzüglich 7,7 % MWSt ein Honorar von CHF 7’689.40 resultiert. Der Berufungskläger ist abschliessend darauf aufmerksam zu machen, dass er die von der Gerichtskasse im Rahmen der unentgeltl ichen Rechtspflege übernomme- nen Gerichts- und Anwaltskosten gemäss Art. 123 ZPO zurückzu bezahlen hat, sobald er dazu in der Lage ist. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Dem Berufungskläger wird für das kantonsgerichtliche Berufungsverfah- ren die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnun g von Advokatin Dr. Claudia Mordasini als unentgeltliche Rechtsbeiständin bewilligt. 3. Die Gerichtskosten des kantonsgerichtlichen Berufungsverfah rens von CHF 2'000.00 werden dem Berufungskläger auferlegt bzw. gehen zufol- ge bewilligter unentgeltlicher Rechtspflege zu Lasten des Staates. 4. Die Parteikosten werden ebenfalls dem Berufungskläg er auferlegt, wes- halb dieser der Berufungsbeklagten eine Parteientschäd igung von CHF 6’547.80 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen hat. 5. Weil dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtsp flege bewilligt wur- de, wird dessen Rechtsvertreterin, Advokat in Dr. Claudia Mordasini, ein Honorar von CHF 7’689.40 (inkl. Auslagen und MWSt) aus der Gerichts- kasse bezahlt. 6. Der Berufungskläger ist z ur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an seine Rechtsbeiständin (gemäss Ziffer 3 u nd 5 hie- vor) verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der A nspruch des Kan- tons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. Präsident Roland Hofmann Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher