B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6671/2012 U r t e i l v o m 11 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Irak, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. November 2012 / N_______. D-6671/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein aus B._______ (Provinz C._______) sta m- mender iraker Staatsangehöriger kurdischer Volkszugehörigkeit , verliess den Irak gemäss eigenen Angaben am 31. Mai 2012 auf dem Landweg und gelangte ü ber D._______, E._______ und weitere, ihm unbekannte Länder am 1. Oktober 2012 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuch- te. Nach der dort am 8. Oktober 2012 durchgeführten Kurzbefragung wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. Oktober 2012 für den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton G._______ zugewie- sen. Am 9. November 2012 fand die Anhörung durch das BFM statt. Zur Begründung seines Gesuchs führte er im Wesentlichen aus, er habe seit dem (...) respektive seit Beginn des Jahres (...) in seiner Heimatstadt als Polizist bei der Kriminalabteilung gearbeitet. Am (...) habe sich bei e i- nem Goldschmuckladen in B._______ ein Einbruch ereignet. Am (...) sei es ihnen gelungen, einen der Täter ( H._______) ausfindig zu machen. Unter Folter habe dieser den Namen eines Mittäters ( I._______) b e- kanntgegeben, den er persönlich gekannt und der in der Nähe ihres Ha u- ses gewohnt habe. Sein Vorgesetzter habe ihm den Auftrag erteilt, per- sönlich I._______ zu verhaften und diesen zu misshandeln, bis dieser die Tat zugebe. Noch am gleichen Tag sei es zur Verhaftung von I._______ gekommen, welcher aufgrund der Folter während der Haft zugegeben habe, ebenfalls in das fragliche Geschäft eingebrochen zu haben. I._______ habe in der Folge dessen Bruder J._______ anlässlich eines Besuchs im Gefängnis darüber informiert, dass er von ihm verhaftet und geschlagen worden sei. Danach habe er un gefähr am (...) oder (...) per Telefon Todesdrohungen von J._______ erhalten. Dies habe er seinem Vorgesetzten mitgeteilt, der ihm gesagt habe, er solle diese Drohungen nicht ernst nehmen. Da I._______ und J._______ zu einem bekannten Stamm gehört hätten, habe er aus Angst beschlossen, das Land zu ve r- lassen, und sei, ohne seine Vorgesetzten zu orientieren, aus dem Dienst desertiert. Wegen seiner Flucht sei er von den Behörden gesucht worden und müsse bei einer Rückkehr mit einer zweijährigen Gefängnisstrafe rechnen. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B. Mit Verfügung vom 29. November 2012 – eröffnet am 3. Dezember 2012 D-6671/2012 Seite 3 – lehnte das BFM das Asylbegehren des Beschwerdeführers ab und or d- nete gleichzeitig die Wegweisung und deren Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Schilderu n- gen des Beschwerdeführers die Anforderungen von Art. 3 des Asylgese t- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die Flüchtlingseig enschaft nicht erfüllten. Der Vollzug der Wegweisung sei als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 21. D e- zember 2012 beantragte der Beschwerdeführer, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache sei der Vorinstanz zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- halts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventualiter sei die Verf ü- gung aufzuheben und ihm Asyl zu gewähren sowie die Unzuläs sigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In proze s- sualer Hinsicht ersuchte er um Einsicht in die eingereichten Beweismittel, insbesondere den Polizeiausweis, in die Unterlagen betreffend die "ges i- cherten Erkenntnisse" hinsichtlich der Situation im Irak sowie in die Akte A6/2 und – nach gewährter Akteneinsicht – um die Einräumung einer a n- gemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung. Vor der Gutheissung der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde sei eine ang e- messene Frist zu r Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Besti m- mung der Parteientschädigung einzuräumen. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 16. Januar 2013 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Ve r- fahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Der Antrag auf Einsicht in das Ak- tenstück A6/2 (Triageblatt) wurde abgewiesen, da es sich bei diesem um eine interne Akte handle, die als behördliche Unterlag e ohne Beweischa- rakter zu qualifizieren sei und daher dem Einsichtsrecht nicht unterstehe. Weiter wurde dem Beschwerdeführer antragsgemäss Einsicht in die von ihm eingereichten Beweismittel (Reisepass, Nationalitätenausweis, Identi- tätskarte, Polizeiausweis ) gewährt, wobei hinsichtlich des Reisepasses nur diejenigen Seiten zugestellt wurden, welche Einträge und Stempel enthielten. Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit gewährt, bis am 31. Januar 2013 eine Beschwerdeergänzung einzureichen, wobei im U n- terlassungsfall aufgrund der bisherigen Akten entschieden werde. Die D-6671/2012 Seite 4 Behandlung der weiteren Anträge wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. E. Mit Eingabe vom 31. Januar 2013 legte der Beschwerdeführer eine B e- schwerdeergänzung ins Recht. F. Mit Verfügung vom 25. Februar 2013 wurde die Vorinstanz in Anwendung von Art. 57 VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen. G. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 12. März 2013 die Abweisung der Beschwerde, da diese – unter gleichzeitigem Hinweis auf diverse Bemerkungen – keine neuen erheblichen Tatsachen oder B e- weismittel enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfe r- tigen könnten. H. Mit Verfügung vom 15. März 2013 wurde dem Beschwerdeführer die Ve r- nehmlassung der Vorinstanz zugestellt und ihm gleichzeitig d ie Gelegen- heit eingeräumt, bis zum 2. April 2012 eine Replik einzureichen. I. Mit Eingabe vom 28. März 2013 reichte der Beschwerdeführer seine Stel- lungnahme zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und is t daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf d em Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende D-6671/2012 Seite 5 Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, di e einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massge blich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Asylen t- scheids im Wesentlichen an, der Beschwerdeführer mache geltend, als Polizist tätig gewesen zu sein und den Bef ehl erhalten zu haben, seinen D-6671/2012 Seite 6 Nachbar zu verhaften und zu verhören, worauf dieser zu einer Haftstrafe verurteilt worden sei. Infolgedessen sei er vom Bruder des Verurteilten mit dem Tod bedroht worden. Laut gesicherten Erkenntnissen des BFM bestehe im Nordirak dank der gut dotierten Sicherheitsbehörden und des geltenden Rechtssystems eine funktionierende Schutzinfrastruktur. Die Behörden seien demnach schutzwillig und schutzfähig. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer selber Polizist sei und die geltend ge machte Bedrohungssituation mit seiner Arbeit zusammenhänge. In diesem Z u- sammenhang könne davon ausgegangen werden, dass er direkte Ko n- takte gehabt habe, um Anzeige zu erstatten , und Polizeischutz erhalten hätte. Die geltend gemachten Bedrohungen seien dahe r nicht asylrel e- vant. Weiter habe er angeführt, infolge seiner Ausreise sei er unentschu l- digt seinem Dienst ferngeblieben, weshalb ihm im Falle einer Rückkehr eine zweijährige Haftstrafe drohe. Es könne aber laut gesicherten E r- kenntnissen des BFM nicht davon ausgegangen werden, dass ihm wegen Fehlens am Arbeitsplatz eine solche Haftstrafe drohe. Disziplinarische Verfahren bei unentschuldigter Abwesenheit am Arbeitsplatz seien legi- tim. Deshalb komme auch diesem Umstand keine Asylrelevanz zu. Die Vorbringen w ürden somit den Anforderungen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 3.2 In der Beschwerdeschrift rügte der Beschwerdeführer zunächst in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. So stütze sich das BFM in seinem Entscheid auf "gesicherte Erkenntnisse", was die Berufung auf konkrete fallspezifische Abklärungen impliziere, welche o f- fengelegt werden müssten. Zudem habe sie die Einsicht in die Akte A6/2 verweigert. Es müsse daher Einsicht in diese Akten sowie in allfällige wei- tere Dokumente betreffend die "gesicherten Erkenntnisse", respektive im Falle einer verweigerten Einsichtnahme das rechtliche Gehör dazu g e- währt werden. Weiter habe das BFM wesentliche Sachverhaltselemente nicht erwähnt beziehungsweise nicht ge würdigt, was eine schwerwiegen- de Verletzung der Begründungspflicht darstelle. Beispielsweise habe die Vorinstanz nicht festgehalten, dass er von den Behörden gesucht worden sei. Insbesondere habe es nicht angeführt, dass gemäss telefonischer Auskunft seiner Eltern nach seiner Flucht ein Haftbefehl gegen ihn erla s- sen worden sei. Zwar habe das BFM in knapper Form bemerkt, dass ihm eine zweijährige Haftstrafe drohe. Hingegen wäre es entscheidrelevant gewesen zu erwähnen, dass die irakischen Behörden konkret nach ihm gesucht und sogar einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hätten. Das BFM habe zudem die Begründungspflicht dadurch verletzt, dass es die ange b- liche Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht weiter begründet habe, D-6671/2012 Seite 7 obwohl dies in der vorliegenden Konstellation zwingend notwendig gew e- sen wäre. Insbesondere hätte sich die Vorinstanz dazu äussern müssen, weshalb eine staatlich legitime – glaubhaft geltend gemachte – Verfol- gung nicht in eine unmenschliche Behandlung gemäss Art. 3 der Konven- tion vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) münde. Weiter habe es die Vorinstanz unterla s- sen zu erwähnen, dass der von ihm verhaftete und gefolterte Nachbar e i- nem einflussre ichen Stamm angehöre, deren Mitglieder sehr kriminell seien. Konkret hätten früher Cousins von I._______ und J._______ sogar Schüsse auf Polizisten abgefeuert. Es sei daher offensichtlich, dass das BFM diese entscheidrelevanten Informationen im Sachverhalt hätte e r- wähnen und in seiner Begründung würdigen müssen. Ferner habe die Vorinstanz die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. So hätte es ihm zwingend eine Frist zur Einreichung des von ihm erwähnte n Haftbefehls gewähren müs- sen, zumal er ausdrücklich darauf hingewiesen und erwähnt habe, er könne diesen beschaffen, falls das BFM dies möchte. Das BFM habe ihm jedoch keine Frist zur Einreichung dieses Beweismittels angesetzt. Übe r- dies hätte das BFM die Pflicht zur Abklärung des Sachverhalts für den Fall auch dann verletzt, wenn sich zeigen sollte, dass es sich bei der Formulierung der Vorinstanz betreffend die "gesicherten Erkenntnisse" lediglich um eine pauschale Formulierung handle. Diesbezüglich wäre es unabdingbar gewesen abzuklären, ob im irakischen Recht einer Person wegen "Desertion" tatsächlich eine polizeiliche Suche und eine zweijähri- ge Haft drohe. Zudem sei die direkte Anhörung teilweise unkonventionell verlaufen. So habe beispielsweise die bef ragende Person unter Frage 102 auf Seite 12 der Akte A9 erwähnt, dass er eine bestimmte verantwort- liche Person in K._______ persönlich kenne und dass dies ein Problem darstelle. Diese eher wirren Aussagen würden Fragen nach dem Sinn dieser Aussage, nach ei nem Einschüchterungsversuch und nach der d i- rekten Möglichkeit von Abklärungen in seiner Heimat durch die befrage n- de Person aufwerfen. Offenbar kenne die se wichtige Personen im Irak, was die Durchführung von "Botschaftsabklärungen" oder anderweitigen diskreten Anfragen ermöglichen sollte. Vorliegend habe das BFM auch dadurch die Pflicht zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. Am Rande sei diesbezüglich vermerkt, dass der aussergewöhnli- che Verlauf der Anhörung durchaus die Wiederholung derselben gerecht- fertigt hätte. Die angefochtene Verfügung sei daher auch aus diesen Gründen aufzuheben und zwecks Neubeurteilung an das BFM zurückz u- weisen. Für den Fall, dass die angefochtene Verfügung nicht aufgehoben und nicht zur Neubeurteilung an die Vorinstanz überwiesen werden sollte, D-6671/2012 Seite 8 habe das Bundesverwaltungsgericht die entsprechenden Sachverhalt s- abklärungen zu tätigen. Insbesondere sei in diesem Zusammenhang eine Botschaftsabklärung zur vorgebrachten Suche seiner Person durchzufüh- ren. In materieller H insicht hielt der Beschwerdeführer vorweg fest, die Vori n- stanz sei darauf zu behaften, dass sie die Glaubhaftigkeit seiner Vorbrin- gen nicht in Zweifel gezogen habe. Mit der Einreichung des bereits in der Anhörung erwähnten Haftbefehls habe er nun sogar den Beweis dafür erbracht. Betreffend das vom BFM vorgebrachte Argument der Schutzwil- ligkeit und Schutzfähigkeit der nordirakischen Behörden beziehe sich die Vorinstanz offensichtlich auf die seit Jahren nicht mehr gültige Praxis in diesem Zusammenhang, da auch eine Verfolgung durch Dritte asylrel e- vant sei. Vorliegend sei er – wie mehrmals erwähnt und vom BFM mit keinem Wort gewürdigt – durch ein Mitglied eines einflussreichen und kriminellen Stammes bedroht. Daran ändere auch nichts, dass die B e- drohung durch diesen Stamm mit der Arbeit als Polizist in Zusamme n- hang stehe. Weiter habe das BFM in der angefochtenen Verfügung eine Aufteilung der Argumentation in zwei Teile vorgenommen, was sich sin n- entstellend auswirke : Einerseits könne er durch die nordirakischen Be- hörden Schutz erhalten, obwohl er andererseits gerade durch diese r e- spektive die Polizei wegen Verlassens des Dienstes mit Haftbefehl g e- sucht werde. Das BFM argumentiere willkürlich, wenn es diesbezüglich behaupte, disziplinarische Verfahren seien legiti m, obwohl ein Strafve r- fahren gegen ihn laufe und ein Haftbefehl ausgestellt worden sei. Z u- sammenfassend sei offensichtlich, dass er sowohl von behördlicher als auch privater Seite unter Druck gesetzt und verfolgt werde. Er könne in seiner Situation nicht b ehördlichen Schutz erhalten, weil er von den Be- hörden zusätzlich in asylrelevanter Weise verfolgt werde. 3.3 In ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2013 brachte die Vorinstanz vor, die Beschwerde enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welc he die im angefochtenen Entscheid gezogenen Schlussfolgerungen in einem anderen Licht erscheinen lassen könnten. Zur Akteneinsicht sei festzuhalten, dass das BFM mit Schreiben vom 27. Februar 2013 dem Beschwerdeführer vollständige Einsicht in die von ihm eingereichten Dokumente gewährt habe und sich bis zur Einreichung des Haftbefehls keine Beweismittel im Dossier befunden hätten. Bezü g- lich des vom Beschwerdeführer eingereichten Haftbefehls sei zu beme r- ken, dass dieser nichts an der vorinstanzlichen Einschä tzung im ang e- fochtenen Entscheid ändere, zumal dieser – dessen Echtheit einmal vo r-D-6671/2012 Seite 9 ausgesetzt – lediglich bestätige, was er bereits an der Bundesanhörung vorgebracht habe. Vor diesem Hintergrund sei eine Fristansetzung zur Einreichung dieses Beweismittels v or Erlass des Entscheides, wie sie in der Beschwerdeschrift verlangt werde, nicht notwendig. Auch wenn ein Haftbefehl vorhanden sei, könne nicht auf eine asylrelevante Verfolgung geschlossen werden, zumal – wie bereits im angefochtenen Entscheid argumentiert worden sei – Disziplinarverfahren bei unentschuldigter A b- wesenheit am Arbeitsplatz als legitim einzuschätzen sei en. Zur Rüge, es sei die Zugehörigkeit seines Nachbar n zu einem einflussreichen Stamm, dessen Mitglieder kriminell seien, nicht gewürdigt wor den, sei festzuhal- ten, dass dieser Umstand nicht von wesentlicher Bedeutung gewesen sei. So könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer au f- grund seiner Anstellung bei der Polizei direkten Kontakt respektive Z u- gang zur staatlichen Schutzinfras truktur gehabt habe. Zur Forderung betreffend Durchführung von Botschaftsabklärungen sei anzuführen, dass solche Abklärungen im Irak nicht vorgenommen werden könnten. Die Schweiz verfüge über keine Vertretung im Irak und die schweizerische Botschaft in Amman könne aus Distanzgründen keine Einzelfallabkläru n- gen im Irak vornehmen. Das BFM verfüge jedoch über verlässliche Que l- len, um die Lage im Nordirak bezüglich Schutzinfrastruktur usw. zu beu r- teilen. 3.4 In seiner Replik vom 28. März 2013 hielt der Beschwerdefü hrer fest, die vorinstanzliche Vernehmlassung illustriere die mangelhafte Instruktion sowie die schwerwiegenden Gehörsverletzungen und das BFM versuche mit seinen Ausführungen erfolglos, die Mängel der angefochtenen Verf ü- gung zu überdecken. So zeige das Sc hreiben des BFM vom 27. Februar 2013 betreffend Akteneinsicht, dass es die Bedeutung des Polizeiauswei- ses noch immer verkenne, zumal es diesen Ausweis weiterhin nicht als eigentliches Beweismittel erachte. Diese Auffassung sei offensichtlich falsch. Ferner halte die Vorinstanz unbeirrt an ihrer Haltung fest, wonach ihm lediglich ein "disziplinares Verfahren" bei unentschuldigter Abwese n- heit vom Arbeitsplatz drohe und dass ein solches als legitim einzuschä t- zen sei. Diese Auffassung sei jedoch mit dem eingere ichten Haftbefehl eindeutig widerlegt, zumal gegen ihn nicht ein Disziplinar -, sonde rn ein Strafverfahren geführt we rde. Gerade mit der Ansetzung einer Frist zur Einreichung des Haftbefehls vor Erlass der angefochtenen Verfügung hät- te sich das BFM dieses U mstandes vergewissern können. Aufgrund des eingereichten Haftbefehls stelle sich eine diametral veränderte Ausgangs- lage dar, woran auch der Hinweis in der Vernehmlassung, dieser Haftb e- fehl bestätige lediglich diejenigen Ausführungen, die er bereits an der D-6671/2012 Seite 10 Bundesanhörung vorgebracht habe, nichts zu ändern vermöge. Im G e- genteil bekräftige die Vorinstanz mit diesem Satz selber, dass in der a n- gefochtenen Verfügung tatsächlich von der Glaubhaftigkeit seiner Auss a- gen ausgegangen werden müsse und diese nun bewiese n seien. Mit a n- deren Worten räume das BFM implizit ein, dass die im angefochtenen Entscheid gemachte Behauptung, wonach nicht davon ausgegangen werden könne, dass wegen Fehlens am Arbeitsplatz eine zweijährige Strafe drohe, falsch sei. Damit versuche die V orinstanz zu kaschieren, dass sie in der angefochtenen Verfügung eben gerade von der Unglau b- haftigkeit seiner Vorbringen anlässlich der Bundesanhörung ausgega n- gen sei. Neu seien somit die bislang vom BFM bezweifelten Vorbringen durch den Haftbefehl bewiese n. Ausserdem seien die ihm drohenden Nachteile durch die Angehörigen des gefolterten Opfers ebenso unter dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG zu prüfen wie die ihm seitens der irak i- schen Justizbehörden drohende Verfolgung. Weiter würden sich allenfalls komplizierte Abgrenzungsfragen betreffend die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs stellen. Umso markanter erscheine diesbezüglich die Gehörsverletzung durch das BFM, da trotz der bewiesenen Verfo l- gung mit keinem Wort konkret auf die Frage der Zulässigk eit bezi e- hungsweise Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs eingegangen wo r- den sei. Ausserdem habe es die Vorinstanz versäumt, sich in der Ve r- nehmlassung zu diesen Punkten nachträglich zu äussern. Weiter behaup- te die Vorinstanz in willkürlicher Weise, dass di e Stammeszugehörigkeit des Nachbarn für die Beurteilung des Sachverhalts nicht von wesentlicher Bedeutung gewesen sei, was offensichtlich seinen Vorbringen widerspr e- che. Es stehe de r Vorinstanz nicht zu, ein von ihm als wesentlich ang e- führtes Vorbringen als zur Beurteilung nicht relevant zu bezeichnen. Wie bereits in der Beschwerde beantragt, müsse das BFM zwingend offenl e- gen, auf welche "verlässlichen Quellen" es sich f ür die Beurteilung der Lage im Nordi rak beziehe. Offenbar habe es eine massiv falsche Ei n- schätzung vorgenommen, indem es behauptet habe, ihm drohe lediglich ein Disziplinarverfahren. Mit dem Haftbefehl sei bewiesen, dass eine Strafuntersuchung gegen ihn laufe. Die angeblich zuverlässigen Quellen des BFM seien in diesem Punkt offenbar falsch. Weiter dürfe die Unmög- lichkeit, im Irak Botschaftsabklärungen durchführen zu lassen, nicht dazu führen, dass sich die Vorinstanz ihrer Pflicht zur vollständigen und richt i- gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts enthebe. Vielmehr müsste sie alle anderen möglichen Mittel zwecks Prüfung des eingereich- ten Beweismittels ausschöpfen (ergänzende Befragung; Dokumente n- analyse beziehungsweise anderes Gutachten). Weitere Ausführungen er-D-6671/2012 Seite 11 übrigten sich jedoch, da das BFM zu Recht ohnehin nicht an der Echtheit und an der Richtigkeit des Haftbefehls gezweifelt habe. 4. 4.1 Vorweg rügt der Beschwerdeführer in verschiedener Hinsicht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz, die die Aufh e- bung der angefochtenen Verfügung wegen Verfahrensmängeln rechtfe r- tigten. So habe das BFM das Recht auf Akteneinsicht, die Begründung s- pflicht und die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. Insbesondere habe ihm das BFM keine Frist zur Einreichung des anlässlich der Bu ndesanhörung er- wähnten Haftbefehls angesetzt. 4.1.1 Hinsichtlich der gerügten Verletzung des Akteneinsichtsrechts, w o- nach dem Beschwerdeführer keine Einsicht in den von ihm eingereichten Polizeiausweis sowie die Akte A6/2 gewährt worden sei, ist festzustellen, dass dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 16. Januar 2013 Einsicht in die von ihm eingereichten Beweismittel (Reisepass, N a- tionalitätenausweis, Identitätskarte, Polizeiausweis) gewährt und die Mög- lichkeit zur Einreichung einer ergänzenden Beschwer debegründung ein- geräumt wurde. Gleichzeitig wurde das Gesuch um Einsicht in die Akte A6/2 mit der Begründung abgewiesen, es handle sich um eine interne Ak- te, weshalb sie als behördliche Akte ohne Beweischarakter zu qualifizi e- ren sei und daher dem Einsichts recht nicht unterstehe. Ferner gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 27. Februar 2013 ebenfalls ergänzende Akteneinsicht in die von ihm eingereichten Beweismittel. Eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts und mithin des rechtlichen Gehörs ist unter diesen Umständen zu verneinen. Die wieder- holte Beanstandung, wonach die Vorinstanz die Bedeutung des Polize i- ausweises (noch immer) verkenne, zumal es diesen Ausweis (weiterhin) nicht als eigentliches Beweismittel erachte, ist unbehelflich , da der B e- schwerdeführer selber in seiner Beschwerdeschrift den Polizeiausweis ausdrücklich als "Ausweispapier" bezeichnete (vgl. Beschwerdeschrift S. 4 oben), die Vorinstanz das fragliche Dokument zunächst als Ausweis- papier zu den Akten nahm, jedoch im s päteren Verlauf des Asylverfa h- rens gleichwohl als Beweismittel würdigte. Der Beschwerdeführer rügt zudem in seiner Rechtsmitteleingabe, die Vor- instanz habe ihre gesicherten Erkenntnisse bezüglich Schutzinfrastruktur im (Nord -)Irak und der Intensität der ih m drohenden staatlichen Mas s- nahmen offenzulegen. Dazu ist zu bemerken, dass sich die Vorinstanz in D-6671/2012 Seite 12 grundsätzlicher Hinsicht einerseits auf allgemeine und öffentlich zugängli- che Quellen und andererseits auf fallspezifische Abklärungen, wie be i- spielsweise d iejenigen der schweizerischen Vertretung im betreffenden Staat, abstützt. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass die Vorinstanz in casu in irgendeiner Weise fallspezifische Abklärungen getätigt hätte; in s- besondere wies sie denn auch in ihrer Vernehmlassu ng darauf hin, dass in der Heimat des Beschwerdeführers keine Einzelfallabklärungen mö g- lich seien. Es erübrigt sich daher, auf eine allfällige Offenbarungspflicht der Vorinstanz bezüglich solcher Quellen weiter einzugehen. Hinsichtlich der öffentlichen Que llen ist aber festzuhalten, dass diesbezüglich für die Vorinstanz keine Pflicht besteht, diese – auch für die Parteien zugängl i- chen – Quellen offenzulegen. Der Entscheid des Bundesamtes beruht hinsichtlich der Beurteilung der Asylvorbringen und der Durchfü hrbarkeit eines Wegweisungsvollzugs auf einer laufenden Überprüfung der e r- wähnten öffentlichen Quellen und der Einschätzung der aktuellen Situat i- on in der Heimat des Beschwerdeführers. Da die Vorinstanz dem B e- schwerdeführer in ihrer Verfügung ihre Einschätzung bezüglich Schutzinf- rastruktur im (Nord-)Irak und hinsichtlich der Intensität der ihm drohenden staatlichen Massnahmen offenlegte, kann somit ebenfalls nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gesprochen werden. 4.1.2 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsä t- zen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abkl ä- rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber Beweis führen (beispielsweise durch die Einholung eines Gutachtens). Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG). Trotz des Untersuchungsgrundsatzes kann sich nämlich die en t- scheidende Behörde in der Regel darauf beschränken, die Vorbringen e i- nes Gesuchstellers zu würdigen und die von ihm angebotenen Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müssen. Eine e r- gänzende Untersuchung kann sich jedoch aufdrängen, wenn aufgrund dieser Vorbringen und Beweismittel berechtigte Zweifel oder Unsicherhei- ten bestehen, die vorau ssichtlich nur mit Ermittlungen von Amtes wegen beseitigt werden können. Vorliegend ging die Vorinstanz aufgrund der Parteiauskünfte (vgl. Art. 12 Bst. b VwVG) davon aus, dass der rechtse r- hebliche Sachverhalt als erstellt gelten könne und keine weiteren B e- weismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sachverhalt erst dann D-6671/2012 Seite 13 als unvollständig festgestellt, wenn in der Begründung des Entscheides ein rechtswesentlicher Sachumstand übergangen beziehungsweise übe r- haupt nicht beachtet wird (vgl. Fritz Gygi, Bundes verwaltungsrechtspfle- ge, 2. Aufl., Bern 1983, S. 286). Die Vorinstanz gelangte nach einer g e- samtheitlichen Würdigung der aktenkundigen Parteivorbringen und der im damaligen Zeitpunkt vorliegenden Beweismittel zu einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer, was – entgegen der in der Replik vom 28. März 2013 geäusserten Ansicht – jedenfalls weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes darstellt. Dabei ist es nur folgeric h- tig und nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz bei der Würdigung der Vorbringen zwischen wesentlichen und unwesentlichen Sachverhaltsel e- menten unterscheidet und entsprechend in ihrem Entscheid berücksich- tigt, auch wenn dies der Einschätzung des Beschwerdeführ ers, was w e- sentlich sei, widerspricht. Die verfügende Behörde muss sich zudem nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtl i- chen Einwand auseinandersetzen, sondern darf sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 1 26 I 97 E. 2b). Das BFM führte in seiner Verfügung hinsichtlich der geltend gemachten Bedrohungssituation von privater Seite an, diese r Umstand könne nicht als relevant im Sinne von Art. 3 AsylG erkannt werden (vgl. act. A13/6 S. 3). Dabei spielte für die Beurteilung dieser Frage angesichts der von der Vorinstanz festg e- stellten Möglichkeit des Beschwerdeführers, die Behörden um Schutz a n- zugehen, die nähere Charakterisierung der privaten Dritten in der Tat ke i- ne Rolle. Überdies war die Vorinstanz auch im Rah men des eing e- schränkten Untersuchungsgrundsatzes nicht verpflichtet, Sachverhalt s- elemente noch weiter zu vertiefen, wenn die bis dahin getätigten Erh e- bungen offensichtlich der Feststellung des rechtserheblichen Sachverha l- tes nicht weiter dienlich sind resp ektive sein können (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Die Vorinstanz erachtete die angeführten Ermittlungen g e- gen den Beschwerdeführer wegen ungenehmigten Verlassens des A r- beitsplatzes – auch ohne das Vorliegen entsprechender Beweismittel – als rechtsstaat lich legitim und somit als asylirrelevant. Demzufolge war sie vor Erlass ihrer Verfügung weder gehalten, den (allfälligen) Eingang des vom Beschwerdeführer angeführten Beweismittels abzuwarten, noch verpflichtet eine bestimmte Frist zur Einreichung desselb en anzusetzen, was daher ebenfalls keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und mithin des rechtlichen Gehörs darstellt. Hinsichtlich der gerügten Ver- letzung der Abklärungs- und Begründungspflicht ist anzuführen, dass die Vorinstanz in Beachtung des G rundsatzes des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft D-6671/2012 Seite 14 vom 18. April 1999 [BV, SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) die Vorbringen des Beschwerdeführers tatsächlich hörte, sorgfältig und ernsthaft prüfte und in der Entscheidfindung berücksichtigte, was sich entsprechend in den betreffenden Erwägungen niederschlug. Insbeso n- dere legte die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid in schlüssiger Wei- se dar, aufgrund welcher Überlegungen die Asylvorbringen die Anforde- rungen von Art. 3 AsylG nicht erfüllten, weshalb weitergehende Abkläru n- gen als nicht nötig erachtet wurden. Weiter ist die Rüge des Beschwerdeführers betreffend de n ausserge- wöhnlichen Verlauf der Bundesanhörung angesichts des Umstandes, dass die Vorinstanz die vorgebrachten Asylgründe nicht unter dem Blic k- winkel von Art. 7 AsylG (Glaubhaftigkeit), sondern ausschliesslich unter demjenigen von Art. 3 AsylG (Flüchtlingseigenschaft) prüft e, sowie au f- grund obiger Ausführungen insgesamt als unbehelfl ich zu qualifizieren . Die in der Replik zu Ziffer 2 der Vernehmlassung vom Beschwerdeführer gezogenen Schlussfolgerungen, was die Vorinstanz mit ihren Äusseru n- gen in ihrer Stellungnahme "implizit" respektive "mit anderen Worten" vorbringe oder zu "kaschier en" versuche, sind in dieser Form als unz u- treffende Schlüsse und als blosse Mutmassungen zu werten. Weiter ric h- tet sich die Begründungsdichte nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen – und um solche geht es bei der Frage der Gewährung des Asyls – eine sorgfältige B e- gründung verlangt (vgl BGE 112 Ia 110; BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f.). Eine Verletzung der Begründungspflicht ist in casu nicht zu erkennen, zumal es dem Beschwerdeführer möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des BFM-Entscheides zu machen und diesen sachgerecht a n- zufechten (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2). Dasselbe gilt für die Rüge, wonach das BFM im angefochtenen Entscheid trotz der durch Haftbefehl bewi e- senen Verfolgung weder die Zulässigkeit noch die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs geprüft habe. Das BFM äusserte sich im angefoch- tenen Entscheid in rechtsgenügl icher Weise – wenn auch in knapper Form – zur Durchführbarkeit eines Wegweisungsvollzugs in den Irak. E i- ne weitergehende Begründung der Zulässigkeit des Wegweisungsvol l- zugs als im angefochtenen Entscheid war – entgegen der auf Beschwer- deebene vertretenen M einung – vorliegend nicht erforderlich, zumal die Vorinstanz schon im Asylpunkt die geltend gemachte n behördlichen Er- mittlungen gegen den Beschwerdeführer als legitim und asylirrelevant und eine zweijährige Haftstrafe wegen Fehlens am Arbeitsplatz als u n-D-6671/2012 Seite 15 wahrscheinlich erachtete. Von einer Verletzung des Untersuchung s- grundsatzes im Rahmen einer unrichtigen oder unvollständigen Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhaltes kann demnach nicht ausg e- gangen werden. 4.1.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass – sollte die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werden – das Gericht die vol l- ständige und richtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts vo r- zunehmen habe und in diesem Zusammenhang insbesondere eine Bo t- schaftsabklärung durchzuführen sei, wu rde bereits in Ziffer 4. 1.1 oben festgehalten, dass das BFM schon in seiner Vernehmlassung auf die fe h- lende Möglichkeit, im Irak Einzelfallabklärungen durchführen zu können, hingewiesen habe. Diesen Feststellungen ist in casu nichts beizufügen. Weiter hatte der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene mit der Einre i- chung einer Beschwerdeschrift sowie zwei weiteren Rechtsmitteleinga- ben im Rahmen des Instruktionsverfahrens wiederholt Gelegenheit, seine Asylvorbringen beziehungsweise seine Sachverhaltsdarstellung und Be- weisanerbieten schriftlich einzubringen. Deshalb muss die Notwendigkeit der Anordnung respektive die Durchführung weiterer Abklärungen durch das Bundesverwaltungsgericht – insbesondere unter Berücksichtigung der nachfolgenden Erwägungen zum als Haftb efehl bezeichneten Dok u- ment – als nicht gegeben erachtet werden. Der diesbezügliche Antrag ist daher abzuweisen. 4.1.4 Zusammenfassend erweisen sich die verschiedenen Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs als unbegründet. Der Antrag, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, ist demzufolge abzuweisen. 4.2 In materieller Hinsicht gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, die von der Vorinstanz gezogenen Schlussfolgerungen betreffend die fehlenden Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG in e i- nem anderen Licht darzustellen, weshalb vorliegend die diesbezügliche Einschätzung des BFM im Ergebnis zu bes tätigen ist. Der Einwand, w o- nach sich die Vorinstanz hinsichtlich ihres Argumentes zur Schutzwilli g- keit und Schutzfähigkeit der nordirakischen Behörden offensichtlich auf die seit Jahren nicht mehr gültige Praxis in diesem Zusammenhang b e- ziehe, zumal auch eine Verfolgung durch Dritte asylrelevant sei (Wechsel von der Zurechenbarkeits- zur Schutztheorie), erweist sich als nicht stich- haltig. So nahm das BFM in seinen Erwägungen keinen Bezug auf eine D-6671/2012 Seite 16 blosse staatliche Verfolgung, sondern wies einleitend explizit auf die vo r- gebrachte Verfolgung durch eine Drittperson hin (vgl. act. A13/6 S. 3). Der Beschwerdeführer vermag auch auf Beschwerdeebene nicht darzulegen, warum es gerade ihm als Teil der Schutzkräfte im Nordirak nicht möglich und zumutbar gewesen sein s oll, Schutz gegen die Bedrohung zu erha l- ten. Dabei spielt es angesichts der tatsächlich bestehenden Möglichkeit der Schutzgewährung in der Tat keine Rolle, um wen es sich bei dieser Drittperson handelt und welche Stammesangehörigkeit diese besitzt. Weiter ist es durchaus als logisch zu erachten, dass die Vorinstanz in i h- ren Erwägungen die beiden vom Beschwerdeführer geltend gemachten Sachverhaltselemente (Verfolgung durch Dritte; drohende Haftstrafe w e- gen unerlaubten Wegbleibens vom Arbeitsplatz) entspreche nd ihrer Chronologie einer gesonderten Prüfung und Würdigung unterzog. Zwar mag es für den Beschwerdeführer abwegig erscheinen, dass er gemäss Argumentation der Vorinstanz einerseits durch die nordirakischen Behö r- den Schutz erhalten könne, um andererseits in legitimer Weise wegen Verlassens des Dienstes durch die gleichen Behörden respektive die P o- lizei bestraft zu werden. Da er jedoch – wie die Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Begründung festhielt – diesbezüglich keine flüchtling s- rechtlich relevanten Nachteile zu befürchten hat und diese lediglich disz i- plinarischer Art sein dürften, muss er sich sein Fehlverhalten demen t- sprechend entgegenhalten lassen und sich seiner Verantwortung stellen. Daran ändert auch der eingereichte Haftbefehl und die angebl ich damit verbundene Suche nach seiner Person nichts. So ist aus dem als Haftbe- fehl bezeichneten Dokument nicht ersichtlich, dass gegen ihn wegen se i- nes Verhaltens ein Strafverfahren und nur ein solches eingeleitet werden soll. Gemäss Übersetzung soll der Haftbefehl den Stempel eines zivilen Gerichts ("Zivilstandsgericht Kreis B._______") tragen. Fraglich ist de s- halb, inwiefern ein Zivilgericht befugt ist, einen "Haftbefehl" zu erlassen. Ferner ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, er müsse mit ei ner zweijährigen Haftstrafe rechnen, als unbelegte Parteibehauptung zu qu a- lifizieren. Der Einwand, das BFM argumentiere willkürlich, wenn es b e- haupte, disziplinarische Verfahren seien legitim, obwohl ein Strafverfa h- ren gegen ihn laufe und ein Haftbefehl ausges tellt worden sei, erweist sich daher als unbegründet. Im Übrigen kann dem ins Recht gelegten Haftbefehl ohnehin nur ein äusserst eingeschränkter Beweiswert zue r- kannt werden. So handelt es sich bei diesem Beweismittel um ein behö r- deninternes Dokument, das d ie Aufforderung an alle Justiz - und Polizei- beamten sowie die zuständigen Stellen enthält, den Beschwerdeführer festzunehmen und dem Gericht vorzuführen. Der Beschwerdeführer legt D-6671/2012 Seite 17 jedoch nicht dar, wie er in den Besitz dieses internen Dokumentes , das vom Untersuchungsrichteramt Kreis B._______ ausgestellt worden sein soll, gelangt sein will. Das Vorbringen, dieses Dokument sei seiner Fam i- lie im Oktober 2012 zugeschickt worden, wie er anlässlich der Bundesa n- hörung geltend machte (vgl. act. A9/16 S. 12), ist a ngesichts des oben dargelegten behördlichen Charakters dieses Dokumentes als unglaubhaft zu werten. Zudem wurden die im Haftbefehl aufgeführten Rubriken nur rudimentär ausgefüllt und enthalten beispielsweise weder das Geburtsda- tum noch die vollständige Adresse des aufgeführten Angeklagten. Augen- fällig – mithin ohne Vornahme einer Dokumentenanalyse und ohne Hilfe eines "anderweitigen Gutachtens" ersichtlich – ist in formaler Hinsicht überdies der Umstand, dass die unter der fett gedruckten Überschrift b e- findliche "Waage der Justitia " aus einem anderen Dokument geschnitten und nachträglich auf das Dokument geklebt wurde. Diesen Umstand hätte der Beschwerdeführer beziehungsweise dessen Rechtsvertreter bei z u- mutbarer Sorgfalt zumindest ansatzweise erkennen müsse n. Dieses Do- kument ist – neben den dargestellten inhaltlichen Ungereimtheiten – zu- mindest als verfälscht zu qualifizieren. Zur Vermeidung weiterer mis s- bräuchlicher Verwendung ist es ge stützt auf Art. 10 Abs. 4 AsylG einz u- ziehen. Unbesehen der Beweistauglic hkeit dieses Dokumentes ist ohnehin fes t- zustellen, dass der Beschwerdeführer in seinen Eingaben nicht schlüssig und substanziiert begründet, inwiefern er wegen Verlassens des Polize i- dienstes aus einem der in Art. 3 AsylG abschliessend genannten Gründe verfolgt sein soll oder eine solche Verfolgung zu befürchten hätte. 4.3 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Zu - erkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. Die Vorin stanz hat da- her das Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in den Eingaben auf Beschwerdeebene näher einzugehen, da sie an obiger Einschätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-6671/2012 Seite 18 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylr e- kurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 üb er die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind z u beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder de s Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter u nd andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Das Prinzip des flüchtlings rechtlichen Non-Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwe r- deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung D-6671/2012 Seite 19 nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG vera n- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Eur opäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Beha ndlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Vorliegend ist auch aufgrund der angeführten Verfolgungsvorbringen in B._______ eine mög- liche Verletzung von Art. 3 EMRK und damit ein zu beurteilendes Vol l- zugshindernis auszuschliessen, da die entsprechenden Vorbringen flücht- lingsrechtlich nicht beachtlich sind. Der Beschwerdeführer stammt aus C._______, somit aus einer der drei von der kurdischen Regionalregierung kontrollierten nordirakischen Pr o- vinzen Dohuk, Erbil und Sulaymaniya. Die allgemeine Menschenrechtss i- tuation in diesen Provinzen respektive im Nordirak lässt den Wegwe i- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen (vgl. UK Home Office, Country of Origin Information Report vom 16. Se p- tember 2009 über die Kurdistan Regional Government Area of Iraq, Zi f- fern 11 bis 21; zur Sicherheitslage im Nordirak vgl. auch BVGE 2008/4 E. 6 S. 40 ff.). 6.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzu g der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2012/31 E. 7.3 S. 590). D-6671/2012 Seite 20 6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in den publizierten – auch heute noch gültigen – Urteilen BVGE 2008/4 und BVGE 2008/5 ausfüh r- lich mit der Sicherheitslage im Nordirak auseinandergesetzt. Im zweitg e- nannten Urteil befasste es sich insbesondere mit der F rage der Zumu t- barkeit des Wegweisungsvollzugs in die drei kurdischen Provinzen des Nordiraks (Dohuk, Erbil, Sulaymaniya). Es kam zum Schluss, dass in den kurdischen Nordprovinzen keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche und die dortige politische Situat ion nicht dermassen angespannt sei, als dass eine Rückführung dorthin als generell unzumutbar betrachtet we r- den müsste. Die Anordnung des Wegweisungsvollzugs setze jedoch vo r- aus, dass die betreffende Person ursprünglich aus der Region stammt oder eine längere Zeit dort gelebt hat und über ein soziales Netz (Familie, Verwandtschaft oder Bekanntenkreis) oder über Beziehungen zu den herrschenden Parteien verfügt. Andernfalls dürfte eine soziale und wir t- schaftliche Integration in die kurdische Gesellschaft nicht gelingen, da der Erhalt einer Arbeitsstelle oder von Wohnraum weitgehend von gesel l- schaftlichen und politischen Beziehungen abhänge. Zusammenfassend sei die Anordnung des Wegweisungsvollzugs für alleinstehende, gesunde und junge kurdische Männer, die urs prünglich aus der Region stammen und dort nach wie vor über ein soziales Netz oder Parteibeziehungen ver- fügen, in der Regel zumutbar. Für alleinstehende Frauen und für Familien mit Kindern, sowie für Kranke und Betagte sei bei der Feststellung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs grosse Zurückhaltung ang e- bracht (vgl. BVGE 2008/5 E. 7.5.8 S. 72). 6.3.3 Der Beschwerdeführer ist eigenen Angaben zufolge in B._______ (Provinz C._______) geboren, absolvierte dort die Schule und trat danach in den Polizeidienst ein, wobei er sich bis zu seiner Ausreise im Mai 2012 immer an seinem Herkunftsort aufhielt. Er verfügt denn auch eigenen A n- gaben zufolge noch immer über seine nächsten Familienangehörigen (El- tern, sämtliche Geschwister) in B._______ (vgl. act. A4/10 S. 4) und es kann daher vorliegend davon ausgegangen werden, dass sich der junge Beschwerdeführer angesichts der in der Provinz C._______ wohnhaften Verwandten und der Kenntnisse der Verhältnisse und Lebensumstände in seiner Herkunftsregion aus eigenen Kräften eine (erneute) Existen z- grundlage wird erarbeiten können, ohne die damit allenfalls verbundenen Schwierigkeiten verkennen zu wollen. Dabei kann der Beschwerdeführer auch auf die (finanzielle) Unterstützung seiner Familienangehörigen zä h- len, zumal ihm diese scho n bei der Finanzierung seiner Ausreise behil f- lich gewesen sei sollen (vgl. act. A4/10 S. 6; A9/16 S. 13). Überdies dürf- ten Hilfeleistungen von lokal tätigen Hilfsorganisationen die Wiederei n-D-6671/2012 Seite 21 gliederung in zusätzlicher Weise unterstützen. Demnach sind, entge gen der anderslautenden Ansicht in der Beschwerdeschrift, auch keine Grü n- de ersichtlich, welche gegen die Zumutbarkeit eines Wegweisungsvol l- zugs sprechen könnten. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimats taates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.). 6.5 Insgesamt ist der durch die Vorinst anz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, z u- mutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 7. Aus diesen Erwägunge n ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Ve rfahrens sind die Kosten dem Beschwerd e- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Umstand, dass dieser ein verfälschtes Dokument einreichte, ist bei der Bemessung der Höhe der Verfahrenskosten zu berücksichtigen, weshalb diese auf Fr. 900. - zu er- höhen sind (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-6671/2012 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Das als Haftbefehl bezeichnete, vom (...) datierende Dokument wird ei n- gezogen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: