Heure des questions 248 N 8 mars 1982 #ST# Fünfte Sitzung - Cinquième séance Montag, 8. März 1982, Nachmittag Lundi, 8 mars 1982, après-midi 15.30 h Vorsitz - Présidence: Frau Lang Nachruf - Eloge funèbre Präsidentin: Ich begrüsse Sie und eröffne die heutige Sit- zung. Letzten Mittwoch traf uns die Nachricht vom Tode unseres früheren Kollegen und Ratspräsidenten Rudolf Etter in Aarwangen. Rudolf Etter wurde 1914 in seinem Hei- matort Meikirch geboren. Dort und in Aegerten bei Biel ver- brachte er seine Jugend. Im neuenburgischen Colombier besuchte er anschliessend während eines Jahres eine Sprach- und Handelsschule, wo er sich seine guten Franzö- sischkenntnisse verschaffte. Entscheidend wurde sein Lebensweg durch die kaufmänni- sche Lehre im Mostereibetrieb seines Onkels in Aarwangen bestimmt. Nach dem Besuch verschiedener Fachkurse in der Eidgenössischen Versuchsanstalt für Obst- und Wein- bau in Wädenswil übernahm Rudolf Etter mit erst 25 Jahren am Tage des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges den Mostereibetrieb auf eigene Rechnung. Trotz langer Militär- dienstzeit überwand er mit Tatkraft und grossem Einsatz alle Schwierigkeiten und konnte sein Unternehmen im Laufe der Jahre mehrmals ausbauen. Seine militärische Karriere beendete er als Oberst im Armeestab, nachdem er vorher als Kriegskommissär der bernischen 3. Division gedient hatte. Die erste Stufe seiner politischen Erfolgsleiter war mit 30 Jahren die Wahl zum Gemeinderat und im gleichen Jahr zum Gemeindepräsiden- ten. Zwei Jahre später folgte der Eintritt in den bernischen Grossen Rat. Ein neuer Abschnitt begann für ihn mit der Wahl in den Nationalrat im Jahre 1955, dem er volle sechs Legislaturperioden, d. h. bis 1979 angehörte. In Partei- und Fachverbänden versah Rudolf Etter verschiedene leitende Positionen und Präsidien. Im Parlament war er unter ande- rem Präsident der Gewerbegruppe und der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei. Er genoss unter den Ratsmit- gliedern wegen seiner reichen Erfahrung, seiner Überzeu- gungskraft und seiner Verbundenheit zu Volk und Heimat hohes Ansehen. Die Wertschätzung und Achtung des sach- kundigen, kompetenten, seine Anliegen und Meinungen bestimmt und vehement vertretenden Kollegen fand ihre Krönung in der glänzenden Wahl zum Nationalratspräsiden- ten für das Jahr 1975/76. Wenn er zu Beginn seines Präsi- dialjahres dazu aufrief, das Milizparlament durch Selbstdis- ziplin zu stärken, so konnte er Ende des Jahres feststellen, sein Amt ehrlich und mit Erfolg versehen zu haben. Dieses Zeugnis sprechen wir heute gerne und in Dankbarkeit über seinem ganzen Wirken in den 24 Jahren seiner Ratszugehö- rigkeit aus. Ich entbiete Frau Etter und der Familie mein herzliches Beileid. Frau Etter hat als aufopfernde Gattin und treubesorgte Mut- ter Rudolf Etter während seiner jahrzehntelangen öffentli- chen Aufgaben stets zur Seite gestanden. Sie, die drei Töchter und der Sohn haben oft auf den Vater verzichten müssen. Wie das in Familien mit stark belasteten Vätern der Fall ist, lastete die Erziehung der Kinder und die Sorge um die Familie hauptsächlich auf den Schultern der Mutter. Der Verlust des Ehegatten in einem Zeitpunkt, wo man in der Regel wieder mehr für einander da sein kann, ist schwer. Im Namen des Rates entbiete ich der Trauerfamilie, der Schweizerischen Volkspartei und seinen Freunden unsere tiefempfundene Mittrauer. Leider habe ich Ihnen noch einen weiteren Nachruf bekannt zu geben. Über das Wochenende wurden wir vom plötzli- chen Hinschied eines treuen Parlamentsbeobachters über- rascht. Herr Hugo Faesi, seit 1946 als Korrespondent für verschiedene Westschweizer Zeitungen im Bundeshaus akkreditiert, war noch letzte Woche bei seiner Arbeit auf den Journalistentribünen und in den Wandelhallen anzutref- fen. Der 73jährige Kenner des Parlamentsgeschehens war einer der ersten Bundeshausjournalisten, der von Anfang an regelmässig über die Arbeit unserer Delegation beim Europarat berichtete. Seine Gegenwart und sein persönli- cher journalistischer Stil wird uns fehlen. Ich bitte die Rats- mitglieder und die Besucher auf den Tribünen, sich zu Ehren der Verstorbenen zu erheben. Der Rat erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen von den Sitzen L'assistance se lève pour honorer la mémoire des défunts #ST# Fragestunde - Heure des questions Frage 1 : Bäumlin. El Salvador Wie beurteilt der Bundesrat die heutige Lage auf dem Kriegsschauplatz El Salvador, insbesondere im Hinblick auf auswärtige Interventionen, die im kleinen schon begonnen haben und sich auszuweiten drohen ? Question 2: More). El Salvador Des informations provenant de diverses sources démon- trent que la situation socio-politique au Salvador a pris une dimension dramatique. Les droits de l'homme sont bafoués quotidiennement. Les conditions d'un déroulement démocratique du scrutin, prévu pour la fin du mois de mars, ne sont pas remplies. Le Conseil fédéral est-il prêt à faire connaître sa position face à ce drame, comme il l'a fait lors de l'instauration de la loi martiale en Pologne ? Präsidentin: Die beiden ersten Fragen Bäumlin und Morel zu El Savador wird der Bundesrat gemeinsam behandeln. M.Aubert, conseiller fédéral: Le Conseil fédéral répond comme suit aux questions de MM. Bäumlin et Morel: Le Conseil fédéral et le peuple suisse ne peuvent rester indiffé- rents devant les affrontements qui déchirent le Salvador, les atrocités qui y sont commises et les souffrances qui en découlent pour d'innocentes victimes. Je rappelle ici le sou- venir de notre chargé d'affaires, M. Hugo Wey, qui a été tué au Salvador le 29 mai 1979. Le Conseil fédéral condamne fermement les violations répétées des droits de l'homme qui se produisent dans ce malheureux pays d'Amérique centrale. Les graves pro- blèmes socio-économiques non résolus sont l'une des prin- cipales causes du conflit que connaît ce pays depuis plu- sieurs années déjà. Les tensions qui en ont résulté ont conduit à une polarisation des forces qui se réclament d'idéologies opposées et s'appuient sur une aide matérielle et morale non négligeable en provenance de l'étranger. Le Conseil fédéral estime qu'il appartient au peuple salva- dorien, aux forces représentatives de ce pays de trouver une solution à la crise profonde qui le secoue, et ce sans recours à la force et sans interventions ni ingérences étran- gères. Il est convaincu que le retour à la paix ne peut naître que d'une entente entre les représentants désignés démo- cratiquement de toutes les forces politiques propres à assurer à cet Etat un système constitutionnel viable et à permettre au progrès social de triompher. En résumé j'ajoute, à titre personnel, que nous condam- nons les violations des droits de l'homme commises tantSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Nachruf Eloge funèbre In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 08.03.1982 - 15:30 Date Data Seite 248-248 Page Pagina Ref. No 20 010 309 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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