22. Juni 1984' N 973 Motion Iten #ST# 84.361 Motion Bratschi Illegal eingereiste Flüchtlinge. Gesundheitskontrolle Réfugiés entrés illégalement en Suisse. Contrôle sanitaire Wortlaut der Motion vom 14. März 1984 Ein Grossteil der Flüchtlinge, insbesondere der Tamilen, reisen-geleitet von Schlepperorganisationen-illegal in die Schweiz ein. Sie umgehen damit die sanitarische Grenzkon- trolle, die jeder Fremdarbeiter zu bestehen hat. Oft ver- schwinden sie nach der fremdenpolizeilichen Anmeldung bei der Gemeinde aus den zugewiesenen Unterkünften und nehmen insbesondere im Gastwirtschaftsgewerbe schwarz eine Arbeit an. Bei Unauffindbarkeit erfolgt Meldung via Fremdenpolizei an das Bundesamt für Polizeiwesen; dort wird die betreffende Person als offiziell abgemeldet regi- striert. Damit nicht Krankheiten wegen fehlender sanitarischer Grenzkontrolle durch illegal eingereiste Vorasylanten in die Schweiz eingeschleppt werden, wird der Bundesrat ersucht, auf zweckmässige Weise die notwendigen Massnahmen durch das Bundesamt für Gesundheitswesen treffen zu lassen. Texte de la motion du 14 mars 1984 Une grande partie des réfugiés, et notamment des Tamouls, suivant des filières organisées, entrent clandestinement en Suisse. Ils se soustraient ainsi au contrôle sanitaire à la frontière, auquel tout travailleur étranger doit se soumettre. Il arrive souvent qu'après s'être inscrits auprès des services communaux de la police des étrangers, ils disparaissent du centre d'hébergement vers lequel ils sont dirigés et font du travail clandestin, en particulier dans l'hôtellerie. Lorsqu'on a perdu leur trace, un avis est transmis par la police des étrangers à l'Office fédéral de la police qui enregistre l'infor- mation comme départ officiel de la personne concernée. Afin d'éviter que des maladies ne soient introduites en Suisse par des demandeurs d'asile entrés illégalement dans notre pays et ayant de ce fait échappé au contrôle sanitaire à la frontière, le Conseil fédéral est chargé d'ordonner à l'Office fédéral de la santé publique de prendre les mesures nécessaires par la voie appropriée. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Biel, Bircher, Bundi, Bürer-Walenstadt, Chopard, Clivaz, Eggen- berg-Thun, Eggli-Winterthur, Gloor, Günter, Hofmann, Jae- ger, Kohler Raoul, Kopp, Landoli, Leuenberger Ernst, Loretan, Lüchinger, Mauch, Meizoz, Müller-Aargau, Neu- komm, Ogi, Reimann, Riesen-Fribourg, Robbiani, Robert, Rubi, Rüttimann, Schmid, Schnyder-Bern, Stamm Walter, Stappung, Steinegger, Vannay, Wagner, Weber Leo, Wel- lauer, Zehnder (40) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Tamilen aus Sri Lanka passieren bei der Einreise in die Schweiz keine sanitarische Grenzkontrolle. Die einzige reguläre Gesundheitskontrolle besteht bei Anmeldung bei der Fremdenpolizei einer Gemeinde in der Ausfertigung eines Schirmbildes. Die städtische Fremdenpolizei in Bern beispielsweise meldet die registrierten Tamilen der kantona- len Gesundheitsdirektion, die sie zwecks Schirmbildkon- trolle der Tüberkulose-Fürsorgestelle überweist, welche wiederum die Anmeldung bei der Schirmbildzentrale vor- nimmt und die Durchführung überwacht. Falls der Einla- dung zur Untersuchung nicht Folge geleistet wird, nimmt sie Rücksprache mit der Heimleitung, der städtischen Fremden- polizei und dem Fürsorgeamt. Bei Unauffindbarkeit erfolgt Meldung via Fremdenpolizei an das Bundesamt für Polizei- wesen; dort wird die betreffende Person als offiziell abge- meldet registriert. Verdächtige Befunde werden über die Tüberkulose-Fürsor- gestelle weiter abgeklärt; bei Hospitalisation erhält das Stadtarztamt eine Kopie der gesetzlichen Meldung an den Kantonsarzt. Gestützt darauf können dann die notwendigen Massnahmen und Kontrollen erfolgen. Diese Massnahmen beziehen sich ausschliesslich auf Tuberkulosefälle. Bis heute haben sich glücklicherweise aus dieser völlig ungenügenden gesundheitlichen Prüfung illegal eingerei- ster Flüchtlinge aus dem asiatischen Raum, aber auch aus Afrika, keine schwerwiegenden Konsequenzen ergeben. Die bestehende latente Gefahr könnte sich aber überraschend konkretisieren, wenn sich irgendwelche Epidemien in den Herkunftsländern der Flüchtlinge ausbreiten sollten. Wer- den die Vorasylanten im Gewerbe, insbesondere Gastge- werbe/Lebensmittelindustrie, eingesetzt, kann es schon heute zu unliebsamen Ansteckungen kommen. Im Rahmen unserer Anstrengungen zur Erhaltung unserer Volksgesundheit ist es deshalb notwendig, dass die illegal durch Schlepperorganisationen eingeschleusten Flücht- linge einer Gesundheitskontrolle unterzogen werden. Die Massnahmen hierfür könnte das Bundesamt für Gesund- heitswesen anordnen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 83.910 Motion Iten Abgasvorschriften für Dieselmotoren Pescriptions sur les gaz d'échappement des moteurs Diesel Wortlaut der Motion vom 28. November 1983 Es sind Abgasvorschriften zu erlassen, die vorsehen, den Ausstoss der Schadstoffe RUSS und Schwefeldioxid durch sämtliche Dieselmotoren in sämtlichen Gewichtsklassen von Motorwagen zu eliminieren. Texte de la motion du 28 novembre 1983 II y a lieu d'édicter des prescriptions sur les gaz d'échappe- ment visant à empêcher les moteurs Diesel, dans toutes les catégories de poids, de dégager les substances nocives que constituent la suie et le dioxide de soufre. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Entgegen der bisher weit verbreiteten, zum Teil auch in Fachzeitschriften vertretenen Auffassung sind die Abgase von Dieselmotoren keineswegs wesentlich harmloser als die Abgase von Benzinmotoren. Zwar trifft zu, dass der Dieselmotor verglichen mit dem Benzinmotor weniger Kohlenmonoxid, Stickoxid oder unverbrannten Kohlenwasserstoff ausstösst. Der Dieselmo- tor erfüllt zudem die verschärften Abgasvorschriften mit Bezug auf den Bleigehalt. Neue Erkenntnisse scheinen indessen an den Tag gefördert zu haben, dass der Ausstoss von Dieselmotoren ebenfalls eine erhebliche Verantwortung für das Waldsterben trägt und, was besonders gravierend ist, auf den menschlichen Organismus gefährliche Einwirkungen ausübt. Der Dieselmotor scheidet Gifte aus, die bisher durch die Abgasvorschriften nicht oder jedenfalls ungenügend erfasst werden. Nach Meinung von Fachleuten sollen Dieselmoto- ren Schwefeloxide ausstossen und zudem ist die grosseSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Bratschi Illegal eingereiste Flüchtlinge. Gesundheitskontrolle Motion Bratschi Réfugiés entrés illégalement en Suisse. Contrôle sanitaire In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.361 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.06.1984 - 08:00 Date Data Seite 973-973 Page Pagina Ref. No 20 012 545 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.