<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 54 S.223</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">223</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>54 Ausschreibungsunterlagen.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Ausgestaltung von Ausschreibungsunterlagen bei EDV-Produkten.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 15. Juli 2004 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen L. AG gegen Gemeinderat Villmergen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">224</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. a) Gemäss § 12 Abs. 3 SubmD sind die Ausschreibungsun-</span><br/> <span class="ft1">terlagen so zu gestalten, dass die Anbietenden ordnungsgemäss</span><br/> <span class="ft1">offerieren können. Welche Anforderungen an den Inhalt und an den</span><br/> <span class="ft1">Präzisierungs- und Detaillierungsgrad eines Ausschreibungstextes zu</span><br/> <span class="ft1">stellen sind, damit ein ordnungsgemässes Offerieren möglich ist,</span><br/> <span class="ft1">lässt sich nicht verallgemeinern, sondern hängt vor allem auch von</span><br/> <span class="ft1">der Art des zu vergebenden Auftrags ab (AGVE 1998, S. 411 f.).</span><br/> <span class="ft1">b) Nicht beanstanden lässt sich der Entscheid der Vergabebe-</span><br/> <span class="ft1">hörde, sich nicht bereits vor Durchführung des Submissionsverfah-</span><br/> <span class="ft1">rens auf ein bestimmtes Betriebssystem festzulegen, sondern die</span><br/> <span class="ft1">Plattformwahl (Microsoft Windows XP oder Apple OS X) im</span><br/> <span class="ft1">Pflichtenheft offen zu lassen und Offerten für beide Systeme zuzu-</span><br/> <span class="ft1">lassen. Voraussetzung war gemäss Pflichtenheft lediglich, dass der</span><br/> <span class="ft1">Einsatz der bereits vorhandenen 28 Apple-Rechner weiterhin mög-</span><br/> <span class="ft1">lich sein würde bzw. die Rechner ins Netzwerk integriert werden</span><br/> <span class="ft1">könnten. Dieses Vorgehen ermöglicht es Anbietern beider Systeme</span><br/> <span class="ft1">und damit einem weiteren Anbieterkreis, an der Submission teilzu-</span><br/> <span class="ft1">nehmen bzw. gestattet es Bewerbern, die beide Systeme im Angebot</span><br/> <span class="ft1">haben, beide "Varianten" einzureichen. Es steht damit im Einklang</span><br/> <span class="ft1">mit dem vergaberechtlichen Grundsatz, wonach der wirksame Wett-</span><br/> <span class="ft1">bewerb (nach Möglichkeit) gefördert werden soll (§</span> <span class="ft1">1 Abs.</span> <span class="ft1">1</span><br/> <span class="ft1">SubmD, vgl. dazu ausführlich AGVE 1998, S. 414 ff.).</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin rügt, die in der Ausschreibung ge-</span><br/> <span class="ft1">machten Zuschlagskriterien enthielten keine Angaben, wie die Wahl</span><br/> <span class="ft1">der Plattform zustande kommen würde. Sie vermutet, dass zuerst die</span><br/> <span class="ft1">Plattform bestimmt und dann das günstigste Angebot ermittelt wor-</span><br/> <span class="ft1">den sei. Diese Annahme erweist sich schon deshalb als nicht zu-</span><br/> <span class="ft1">treffend, weil lediglich drei vollständige Angebote, die sämtliche</span><br/> <span class="ft1">nachgefragten Komponenten enthielten, eingereicht wurden; die</span><br/> <span class="ft1">übrigen Offerten - darunter auch die beiden Varianten der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin - wurden mangels Vollständigkeit ausgeschieden. Die drei</span><br/> <span class="ft1">gültigen Angebote basierten alle auf der Windows-Plattform. Auf-</span><br/> <span class="ft1">grund des Ergebnisses der technischen Bereinigung stellte sich daher</span><br/> <span class="ft1">die Systemfrage für die Vergabebehörde gar nicht mehr, denn das</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Submissionen</span> <span class="page_no">225</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">wirtschaftlich günstigste Angebot war ausschliesslich unter den drei</span><br/> <span class="ft1">gültigen Windows-Angeboten zu ermitteln. Offen bleiben kann</span><br/> <span class="ft1">daher, ob das Pflichtenheft, wie die Beschwerdeführerin offenbar</span><br/> <span class="ft1">annimmt, Angaben zu den Gesichtspunkten, nach denen die Platt-</span><br/> <span class="ft1">formwahl von der Vergabebehörde zu treffen war, hätte enthalten</span><br/> <span class="ft1">sollen. Ein Problem könnte sich diesbezüglich allerdings dann erge-</span><br/> <span class="ft1">ben, wenn die Vergabebehörde mit der Begründung, sie habe sich für</span><br/> <span class="ft1">die andere Plattform entschieden, nicht dem aufgrund der bekannt</span><br/> <span class="ft1">gegebenen Zuschlagskriterien wirtschaftlich günstigsten Angebot,</span><br/> <span class="ft1">sondern einem andern den Zuschlag erteilt. Dieser Fall liegt hier</span><br/> <span class="ft1">jedoch nicht vor, da wie ausgeführt, eine Plattformwahl aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">eingegangenen Offerten gar nicht getroffen werden musste.</span><br/> <span class="ft1">c) Als unzutreffend erweist sich der Vorwurf, die Vergabebe-</span><br/> <span class="ft1">hörde habe in der Ausschreibung Windows- und Macintosh-Rechner</span><br/> <span class="ft1">vermischt. Dem Pflichtenheft waren Anforderungskataloge/</span><br/> <span class="ft1">Leistungsverzeichnisse für Personalcomputer Feststationen/Mobiles</span><br/> <span class="ft1">Klassenzimmer und für Apple Feststationen/Mobiles Klassenzimmer</span><br/> <span class="ft1">mit den entsprechenden Spezifikationen beigefügt, die spezifisch auf</span><br/> <span class="ft1">die beiden unterschiedlichen Plattformen ausgerichtet waren.</span><br/> <span class="ft1">Die Vergabebehörde bestreitet nicht, dass die beiden Leistungs-</span><br/> <span class="ft1">verzeichnisse für die Macintosh-Produkte einige fehlerhafte Angaben</span><br/> <span class="ft1">in Bezug auf die Spezifikationen enthielten (z.B. 17"-TFT-Flachbild-</span><br/> <span class="ft1">schirm statt 17"-Röhrenmonitor beim Power PC G4 1, interne Dis-</span><br/> <span class="ft1">kettenlaufwerke bei Macintosh weder vorhanden noch einbaubar),</span><br/> <span class="ft1">die so nicht lieferbar sind und folglich in der verlangten Form auch</span><br/> <span class="ft1">nicht offeriert werden konnten. Diese Fehler waren indessen für die</span><br/> <span class="ft1">Anbieter der entsprechenden Produkte klar erkennbar. Die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführerin hat in ihrem Angebot ausdrücklich auf die Fehler</span><br/> <span class="ft1">hingewiesen, und - wie auch die übrigen Anbieter der Macintosh-</span><br/> <span class="ft1">Rechner - die entsprechenden Produkte korrekt offeriert. Insofern</span><br/> <span class="ft1">kann nicht gesagt werden, die Anbieter seien durch die unrichtigen</span><br/> <span class="ft1">Angaben irregeführt worden. Eine Wiederholung der Submission we-</span><br/> <span class="ft1">gen der von allen Anbietern durchaus als solche erkannten Fehler im</span><br/> <span class="ft1">Leistungsverzeichnis rechtfertigt sich deshalb nicht.</span><br/></div> </div> </body> </html>