A bteilung I A -1676/2006 {T 0/2} U rte il v o m 9 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichter D aniel R iedo (Vorsitz), R ichter Pascal M ollard, R ichterin Salom e Zim m erm ann, G erichtsschreiberin Jeannine M üller. X._______, Beschw erdeführerin, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, Vorinstanz. Erlass des Einfuhrzolls und der Steuer auf der Einfuhr. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandA -1676/2006 Sachverhalt: A . X._______ hatte von 1996 bis April 1999 insgesam t 65 H unde über die G renze in die Schw eiz verbracht, ohne vorgänging die jew eils anfallenden Einfuhrabgaben zu bezahlen. M it Verfügung vom 12. Au- gust 1999 erliess der U ntersuchungsdienst Zürich daher eine N achbezugsverfügung in H öhe von Fr. 959.15 (Fr. 79.-- Zoll sow ie Fr. 880.15 M ehrw ertsteuern). D ie dagegen erhobene Beschw erde vom 24. August 1999 hat die O berzolldirektion (O ZD ) m it Entscheid vom 21. Septem ber 1999 im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen und den zu bezahlenden Abgabebetrag neu auf Fr. 387.70 (Fr. 18.50 Zoll sow ie Fr. 369.20 M ehrw ertsteuern) festgesetzt. B . D iesen Entscheid hat X._______ m it Eingabe vom 1. O ktober 1999 bei der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission (ZR K) angefochten m it der Begründung, aufgrund ihrer finanziellen Situation als IV-R entnerin sei es ihr nicht m öglich, die geforderten Einfuhrabgaben zu bezahlen. D ie ZR K hat die Eingabe vom 1. O ktober 1999 als G esuch um E rlass der Zollabgaben und M erw ertsteuern behandelt und als solches am 8. Septem ber 1999 zuständigkeitshalber der O ZD zur Behandlung überw iesen. M it Entscheid vom 30. April 2004 hat die O ZD das G e- such vom 1. O ktober 1999 um Erlass der Zollabgaben sow ie der M ehr- w ertsteuern abgew iesen. C . D agegen hat X._______ (Beschw erdeführerin) m it Eingabe vom 1. M ai 2004 bei der ZR K Beschw erde erhoben und sinngem äss die Aufhe- bung des Entscheids der O ZD vom 30. April 2004 beantragt. In Ihrer Vernehm lassung vom 14. Juni 2004 hat die O ZD auf Abw eisung der Beschw erde geschlossen. D . Per 31. D ezem ber 2006 hat die ZR K die Verfahrensakten an das Bun- desverw altungsgericht zur Beurteilung der Sache übergeben. S eite 2A -1676/2006 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügun- gen oder Beschw erdeentscheide der O ZD der Beschw erde an die ZR K (A rt. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [aZG , AS 42 287 und BS 6 465]). D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die zu diesem Zeitpunkt bei der ZR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (A rt. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun- desverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss A rt. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Beschw erden an das Bundesverw altungsgericht sind zulässig gegen Verfügungen im Sinne von A rt. 5 Vw VG (A rt. 31 VG G ). Entscheide der O ZD betreffend den Erlass der Einfuhrsteuern unterliegen der Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht (A rt. 33 Bst. d VG G in Verbindung m it 109 Abs. 1 Bst. c aZG und in Verbindung m it A rt. 84, 92 und A rt. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. Septem ber 1999 über die M ehrw ertsteuer [M ehrw ertsteuergesetz, M W STG , SR 641.20]). D as Bundesverw al- tungsgericht ist som it sachlich und funktionell zuständig. 1.2 Am 1. M ai 2007 sind das Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) sow ie die dazugehörige Verordnung vom 1. N ovem ber 2006 (ZV, SR 631.01) in Kraft getreten. Zollveranlagungsverfahren, die zu diesem Zeitpunkt hängig w aren, w erden gem äss A rt. 132 Abs. 1 ZG nach dem bisherigen R echt und innerhalb der nach diesem gew ährten Frist abgeschlossen. H insichtlich der anw endbaren E rlassbestim m ungen betreffend die M ehrw ertsteuer gilt für die sich vor dem 1. Januar 2001 zugetragenen G eschehnisse die bis Ende 2000 geltende M ehrw ertsteuerverordnung vom 22. Juni 1994 (M W STV, AS 1994 1464; vgl. A rt. 93 Abs. 1 M W STG ; vgl. dazu auch Entscheid der ZR K 2001-011 vom 7. Juni 2002 E. 1b und 1c). 2. Jede W areneinfuhr über die schw eizerische Zollgrenze unterliegt grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. A rt. 1 Abs. 1 aZG ). G em äss A rt. 1 Abs. 2 aZG um fasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschriften über S eite 3A -1676/2006 den Verkehr über die G renze (Zollm eldepflicht; vgl. A rt. 6 ff. aZG ) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht; vgl. A rt. 10 ff. aZG ). D er Ausdruck "W are" als zolltechnischer Begriff schliesst auch Tiere ein. D aran hat sich auch durch den per 1. April 2003 in Kraft getrete- nen und dem zufolge im vorliegenden Fall nicht anw endbaren, neuen A rt. 641a des Schw eizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) nichts geändert. O bschon dessen Abs. 1 explizit festhält, dass Tiere keine Sachen sind, gelten für sie gem äss Abs. 2 die auf Sachen anw endbaren Vorschriften, sow eit für sie keine beson- deren R egelungen bestehen. D ie Zollm eldepflichtigen unterliegen im Zollverfahren besonderen ge- setzlichen M itw irkungspflichten (A rt. 29 ff. aZG ). H insichtlich ihrer Sorgfaltspflichten w erden hohe Anforderungen gestellt. Sie m üssen bei der Einfuhr den Abfertigungsantrag stellen sow ie die Zolldeklaration abgeben und haben für deren R ichtigkeit einzustehen (A rt. 31 aZG i. V. m . A rt. 47 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollge- setz [aZV, AS 42 339 und BS 6 514]; zum Selbstdeklarationsprinzip vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 334 E. 2c, U rteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. M ärz 2004 E. 2.1; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1692/2006 vom 7. Februar 2007 E. 2.4; Entscheid der ZR K vom 28. O ktober 2003, veröffentlicht in ASA 73 S. 576 E. 3c; R EM O ARPAG AU S, D as schw eizerische Zollrecht, in: Koll- er/M üller/R hinow /Zim m erli [H rsg.], D as schw eizerische Bundesverw al- tungsrecht, Basel 1999, R z. 21 ff. und 147 f.; ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des schw eizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 426 f.). Ist infolge einer W iderhandlung gegen die Verw altungsgesetzgebung des Bundes zu U nrecht eine Abgabe nicht erhoben w orden, so ist die Abgabe ohne R ücksicht auf die Strafbarkeit einer bestim m ten Person, nachzuentrichten (vgl. A rt. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 22. M ärz 1974 über das Verw altungsstrafrecht [VStrR , SR 313.0]). Leistungspflichtig ist, w er in den G enuss des unrechtm ässigen Vorteils gelangt ist (A rt. 12 Abs. 2 VStrR ). S eite 4A -1676/2006 3. 3.1 Steht nach Abschluss des Veranlagungsverfahrens die Zollschuld rechtskräftig fest bzw . akzeptiert der Zollzahlungspflichtige diese, kann sie aus den in A rt. 127 aZG festgelegten G ründen erlassen w erden. M it anderen W orten bildet der Zollerlass eine M assnahm e der Voll- streckung an sich rechtskräftiger Zollentscheide und nicht der Veranla- gung. Eine allfällige U nbegründetheit der Zollerhebung bzw . die Feh- lerhaftigkeit des Veranlagungsverfahrens sind im entsprechenden R echtsm ittelverfahren geltend zu m achen (U rteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in ASA 74 S. 246 ff. E. 3.3; U rteile des Bundesverw altungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Septem ber 2007 E. 2.3.1, A-1694/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.1). 3.2 Ein ganzer oder teilw eiser Zollnachlass ist, abgesehen von den hier nicht zutreffenden besonderen Fällen von A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 1 und 2 aZG , in Ziff. 3 dieses Absatzes vorgesehen. D em entsprechend kann ein Zollbetrag erlassen w erden, w enn eine N achforderung m it R ücksicht auf besondere Verhältnisse den Zollpflichtigen unbillig be- lasten w ürde. D er E rlassgrund dieser Bestim m ung ist ausschliesslich für N achforderungen gem äss A rt. 126 aZG bestim m t (BG E 94 I 475 E. 2; Entscheid der ZR K 2004-052 vom 29. Juli 2004 E. 3a.aa; vgl. H AN S BEAT N O SE R , D er Zollnachlass nach A rt. 127 ZG - w ozu, w ie, w ann?, in: Zollrundschau 3/90, S. 47). Auf dieser G rundlage kann die zuständige Zollbehörde binnen Jahresfrist seit der Zollabfertigung oder Abgabefestsetzung eine Zollabgabe nachfordern, w enn infolge Irrtum s der Zollverw altung bei der Zollabfertigung eine nach G esetz ge- schuldete Abgabe nicht oder zu niedrig, oder ein rückvergüteter Abga- bebetrag zu hoch festgesetzt w orden ist (A rt. 126 Abs. 1 aZG ). D er Irr- tum m uss sich auf die für die Zollfestsetzung m assgebenden Tat- sachen, insbesondere die Beschaffenheit der zollpflichtigen W are, be- ziehen (z. B. Fehler bei der Festsetzung des Zollabgabebetrages, Irrtüm er bei der W ahl der Position des Zolltarifs [vgl. BG E 106 Ib 218 E. 2b und BG E 82 I 251 E. 2; BLU M EN STEIN /LO C H ER , a.a.O ., S. 345]). G em äss R echtsprechung kann ein Irrtum auch in einer unrichtigen rechtlichen W ürdigung bestehen oder sich auf die subjektive Zoll- zahlungspflicht beziehen (vgl. Entscheide der ZR K vom 15. N ovem ber 1956, veröffentlicht in ASA 25 S. 380 E. 3b, vom 6. D ezem ber 1954, veröffentlicht in ASA 24 S. 251 E. 3 sow ie vom 4. D ezem ber 1952, veröffentlicht in ASA 22 S. 115 E. 4). S eite 5A -1676/2006 3.3 Ziff. 4 von A rt. 127 Abs. 1 enthält ferner eine H ärteklausel, w elche als allgem einer Auffangtatbestand konzipiert ist, die subsidiär zur An- w endung kom m t, d. h. nur dann, w enn der Sachverhalt nicht bereits von den Ziff. 1 bis 3 erfasst w ird. G em äss Ziff. 4 m uss ein Zollnachlass gew ährt w erden, w enn aussergew öhnliche, nicht die Bem essung der Abgaben betreffende Verhältnisse den Bezug der Abgabe als beson- dere H ärte erscheinen lassen. D ie drei Voraussetzungen m üssen ku- m ulativ erfüllt sein, dam it einem Zollerlassgesuch stattgegeben w er- den kann. Liegen sie vor, greift kein behördliches E rm essen, sondern es besteht ein Anspruch auf N achlass (vgl. U rteile des Bundes- verw altungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Septem ber 2007 E. 2.3.2, A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3). Zu den Voraussetzungen im Einzelnen: 3.3.1 D ie aussergew öhnlichen Verhältnisse m üssen erstens m it Bezug auf das Zollverfahren vorliegen (U rteile des Bundesverw altungsge- richts A-1699/2006 vom 13. Septem ber 2007 E. 2.3.3, A-1698/2006 vom 7. Februar 2007 E. 3.2.1; Entscheid der ZR K 2004-028 vom 18. Februar 2005 E. 2b). W ann eine solche Verfahrenssituation gege- ben ist, bedarf der Auslegung. M it Blick auf Sinn und Zw eck dieser H ärteklausel ist festzuhalten, dass solche Verhältnisse nicht leichthin anzunehm en sind. Eine grosszügige Zulassung des Zollerlasses w ür- de zu einer vom G esetzgeber nicht bezw eckten Abschw ächung der R echtskraft von Zollentscheidungen führen (U rteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2004, veröffentlicht in ASA 74 S. 246 ff. E. 3.5). D ie Be- stim m ung soll nicht dazu dienen, die unter U m ständen erheblichen fi- nanziellen Folgen früherer Fristversäum nisse bzw . von Pflichtver- letzungen im Veranlagungsverfahren w ieder gut zu m achen. Ein Ver- säum nis, w elches m it entsprechender Vorbereitung und Instruktion hätte verm ieden w erden können, ist nicht als aussergew öhnlich im Sinne dieser Bestim m ung zu qualifizieren (vgl. dazu etw a auch U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1883/2006 vom 4. Septem ber 2007 E. 3.2). Ebenso w enig verm ögen aussergew öhnliche U m stände durch die ordnungsgem ässe Anw endung der zollrechtlichen Bestim m ungen begründet w erden (vgl. U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Septem ber 2007 E. 3.1). Im R ahm en einer allge- m einen H ärteklausel konkrete D efinitionen für das Vorliegen ausser- gew öhnlicher U m stände anzuführen, bereitet Schw ierigkeiten; eine fallw eise Aufzählung kann höchstens einen ungefähren Eindruck ver- m itteln (vgl. zum G anzen N O SE R , a.a.O ., S. 48). S eite 6A -1676/2006 3.3.2 D iese aussergew öhnlichen Verhältnisse dürfen zw eitens nicht die Bem essung der Abgaben betreffen; ein Zollnachlass darf nicht zur Korrektur des Zolltarifs führen (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1699/2006 vom 13. Septem ber 2007 E. 2.3.4; Entscheid der ZR K 2002-099 vom 28. O ktober 2003 E. 2c.bbb). D as Zollgesetz regelt die Bem essung der Abgaben in den A rt. 21 bis 24, w obei A rt. 21 Abs. 1 für die Ein- und Ausfuhrzölle auf den Zolltarif verw eist. Ergibt sich bei- spielsw eise der geschuldete Zollbetrag aus der Anw endung zw eier un- terschiedlicher Tarifnum m ern, näm lich aus der D ifferenz des zu U n- recht deklarierten Zollansatzes zum KZA und des korrekterw eise an- zuw endenden Zollansatzes zum AKZA, w ürde ein Zollnachlass im Er- gebnis dazu führen, dass die zollpflichtige Person ungerechtfertigter- w eise in den G enuss des KZA gelangen w ürde und fälschlicherw eise eine Korrektur der Abgabebem essung unterlassen bliebe (vgl. dazu auch U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1732/2006 vom 8. M ai 2007 E. 3.1; Entscheid der ZR K 2004-034 vom 27. Juni 2005 E. 4b.bb). W er ein G esuch um Zollnachlass stellt, hat nachzuw eisen, dass die G ründe, das heisst die aussergew öhnlichen Verhältnisse, ausserhalb der Bem essung der Abgaben liegen (U rteile des Bun- desverw altungsgerichts A-1698/2006 und A-1694/2006, beide vom 7. Februar 2007, jew eils E. 3.2.2). 3.3.3 D er Bezug der Abgabe m uss drittens eine besondere H ärte dar- stellen. D ieses Kriterium betrifft die persönliche Lage der zahlungs- pflichtigen Person. D er Zollnachlass hat nicht die Aufgabe, finanzielle Schw ierigkeiten zu lösen, w elche die G eschäftstätigkeit m it sich brin- gen kann und insow eit das unternehm erische R isiko zu decken (U rtei- le des Bundesverw altungsgerichts A-1698/2006 und A-1694/2006, bei- de vom 7. Februar 2007, jew eils E. 3.2.3; Entscheid der ZR K 2002-020 vom 18. Septem ber 2002 E. 2b.cc). 4. 4.1 D ie Erhebung der M ehrw ertsteuer auf der Einfuhr von G egenstän- den bestim m t sich vorab nach den entsprechenden Vorschriften der M ehrw ertsteuerverordnung (A rt. 65-76). D ie Zollgesetzgebung gilt überall dort, w o die M ehrw ertsteuerverordnung nichts anderes anord- net (so ausdrücklich A rt. 65 M W STV). D er Erlass der M ehrw ertsteuer auf der Einfuhr von G egenständen ist in A rt. 76 M W STV geregelt. Ein ganzer oder teilw eiser Erlass der M ehrw ertsteuer kom m t abgesehen von den hier offensichtlich unzutreffenden Fällen (von Abs. 1 Bst. a, b S eite 7A -1676/2006 und d) zur Anw endung, w enn eine N achforderung m it R ücksicht auf besondere Verhältnisse die steuerpflichtige Person unbillig belasten w ürde (A rt. 76 Abs. 1 Bst. c M W STV). W ie bei allen Erlasstatbestän- den m üssen die Voraussetzungen kum ulativ gegeben sein. 4.2 D ie R egelung von A rt. 76 Abs. 1 Bst. c M W STV entspricht derjeni- gen über den Zollerlass gem äss A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG , w eshalb in m aterieller H insicht auf das in E. 3.2 Ausgeführte verw iesen w ird. Im W eiteren gilt grundsätzlich, dass ein E rlass der M ehrw ertsteuer nur dann Anw endung findet, w enn die Verantw ortung für die fehlerhafte Berechnung nicht bei der steuerpflichtigen Person liegt. H at beispiels- w eise die Steuerpflichtige eine Falschdeklaration selber zu vertreten, ist ein E rlass ausgeschlossen (vgl. auch ZR K 2004-052 vom 19. Juli 2004 E. 3a; siehe auch PETER A. M Ü LLER in m w st.com , Kom m entar zum Bundesgesetz über die M ehrw ertsteuer, Basel/G enf/M ünchen 2000, ad A rt. 84 R z. 7). 4.3 D ie M ehrw ertsteuerverordnung kennt im Ü brigen keine dem A rt. 127 Abs.1 Ziff. 4 aZG entsprechende Bestim m ung. Ausserge- w öhnliche, nicht die Bem essung der Abgaben betreffende Verhält- nisse, w elche den Bezug als besondere H ärte erscheinen liessen, sind kein G rund für einen E rlass der M ehrw ertsteuer. 5. 5.1 Im vorliegenden Fall w urden bei der Beschw erdeführerin Einfuhr- abgaben im Betrag von insgesam t Fr. 387.70 (Fr. 18.50 Zoll und Fr. 369.20 M ehrw ertsteuern) nachgefordert, da sie in der Zeit von 1996 bis April 1999 65 H unde in die Schw eiz eingeführt hatte, ohne die jew eils darauf anfallenden Einfuhrabgaben zu bezahlen. D ie Zollabgaben sind dem zufolge w eder aufgrund eines sich auf "die Beschaffenheit der W aren", sprich auf die G attung der H unde, bezie- henden Irrtum s noch w egen einer unrichtigen rechtlichen W ürdigung durch die Verw altung nicht erhoben w orden. Vielm ehr hat die Be- schw erdeführerin die H unde überhaupt nicht zur Einfuhr angem eldet und im gesetzlich geforderten Sinn deklariert. Folglich handelt es sich beim fraglichen N achbezug der Einfuhrabgaben nicht um eine N ach- forderung im Sinne von A rt. 126 aZG , sondern um eine solche nach A rt. 12 VStrR . Ein Zollnachlass gestützt auf A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG steht folglich – ungeachtet der übrigen Voraussetzungen – von vorn- herein ausser Frage. Zudem ist der N achbezug einer zu U nrecht nicht S eite 8A -1676/2006 entrichteten Abgabe nicht ungew öhnlich und verm ag die Beschw erde- führerin deshalb auch nicht unbillig zu belasten im Sinne des G esetz- es (E. 3.2). 5.2 D ie Beschw erdeführerin argum entiert, sie habe aus einer m ora- lischen Verpflichtung den Tieren gegenüber gehandelt. D er Tierschutz sei von Verfassungs w egen geboten. Seitens der Tierschutzgesetzge- bung hätte sie sich nichts zu Schulden kom m en lassen. Ausserdem habe sie nicht gew usst, dass m an für M ischlings-H unde Zollabgaben und M ehrw ertsteuern bezahlen m üsse. Auch w enn das G ericht sich der Bedeutsam keit des Tierschutzes bew usst ist, kann es nicht angehen, dass dadurch andere gesetzliche Bestim m ungen, im konkreten Fall die zollrechtlichen, m issachtet w er- den. D ie von der Beschw erdeführerin angeführten U m stände ver- m ögen dem nach keine ausserordentlichen U m stände im Sinne von A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG zu begründen: D as Zollm eldeverfahren liegt in der alleinigen Verantw ortung der M eldepflichtigen (oben E. 2). Es oblag der Beschw erdeführerin, sich über das Zollverfahren in der Schw eiz und die Einfuhrbestim m ungen für H unde in Kenntnis zu setzen und die Zolldeklaration unter Vorlegung der erforderlichen Be- lege einzureichen. Ein Zollnachlass w ürde m ithin einer W iedergut- m achung der w iederholten, groben Pflichtsverletzungen der Beschw er- deführerin gleich kom m en, w as nicht Sinn und Zw eck des Erlasses ist (E. 3.3.1). D am it entfällt auch ein Zollerlass nach A rt 127. Abs. 1 Ziff. 4 aZG , ohne dass zu prüfen ist, ob die w eiteren gesetzlichen Anforderungen, insbesondere die Voraussetzung der besonderen H ärte, erfüllt w ären. D ennoch sei darauf hingew iesen, dass der Betrag von insgesam t Fr. 18.50 für die Zollabgaben w ohl selbst für die Beschw erdeführerin als IV-R entnerin m it geringem Einkom m en kaum als existenzbedro- hend betrachtet w erden könnte. Im Ü brigen beruht der Zollnachbezug auf der Berichtigung der unterlassenen D eklaration. Ein Erlass w ürde folglich im Endeffekt zu einer Korrektur der Tarifeinreihung führen, w as dem Zollerlass gem äss A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG indes ebenso zuw i- derläuft (vgl. E. 3.3.2). 6. H insichtlich des Erlasses der M ehrw ertsteuer ist auf das zu A rt. 127 Abs. 1 Ziff. 3 aZG Ausgeführte (vgl. E. 5.1) zu verw eisen. D a es sich bei der N achforderung nicht um eine solche gem äss A rt. 126 aZG S eite 9A -1676/2006 handelt und darüber hinaus die Beschw erdeführerin die Verantw ortung für die N ichtdeklaration zu tragen hat (vgl. E. 4.2 und 5.2), kann die M ehrw ertsteuer auf der Einfuhr ebenfalls nicht erlassen w erden. 7. N ach dem G esagten ist die Beschw erde abzuw eisen. Bei diesem Er- gebnis w ären die Kosten grundsätzlich der unterliegenden Beschw er- deführerin aufzuerlegen (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). Aufgrund der beson- deren U m stände im vorliegenden Fall ist indes auf die Auflage von Ver- fahrenskosten zu verzichten (A rt. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D e- zem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). 8. D ieser Entscheid kann nicht m it Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht w eitergezogen w erden (A rt. 83 Bst. m des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BG G , SR 173.110). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführerin (Einschreiben) - die Vorinstanz (Einschreiben) S eite 10A -1676/2006 D er vorsitzender R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel R iedo Jeannine M üller Versand: S eite 11