<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 88 S.399</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">399</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>88</b></span> <span class="ft1"><b>Abzüge vom Roheinkommen; Anwaltskosten (§ 24 lit. a aStG).</b></span><br/> <span class="ft2">-</span> <span class="ft1"><b>Anwaltskosten sind abzugsfähig, wenn sie die Folgen der be-</b></span><br/> <span class="ft1"><b>ruflichen Tätigkeit sind; sie sind in der Steuerperiode, in deren</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Bemessungsperiode sie fallen, zum Abzug zuzulassen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">30. August 2001 in Sachen E., RV.2001.50095/K 7124</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3. Die Rekurrenten beantragen, es seien die "Anwaltskosten im</span><br/> <span class="ft5">Zusammenhang mit der unselbstständigen Erwerbstätigkeit bei X.</span><br/> <span class="ft5">AG" von Fr. 5'325.-- pro 1997 ("Kollokationsklage betreffend Lohn-</span><br/> <span class="ft5">zahlung") und von Fr. 37'625.-- pro 1998 ("Verantwortlichkeitsan-</span><br/> <span class="ft5">sprüche") zum Abzug zuzulassen.</span><br/> <span class="ft5">4. a) Gemäss § 24 aStG werden die zur Erzielung des Einkom-</span><br/> <span class="ft5">mens unmittelbar notwendigen Aufwendungen vom Roheinkommen</span><br/> <span class="ft5">abgezogen. Bei der unselbstständigen Erwerbstätigkeit sind dies</span><br/> <span class="ft5">gemäss lit. a insbesondere die Kosten der Fahrt zwischen Wohn- und</span><br/> <span class="ft5">Arbeitsort, die Mehrkosten der auswärtigen Verpflegung sowie wei-</span><br/> <span class="ft5">tere für die Ausübung des Berufes notwendige Kosten, wie für Be-</span><br/> <span class="ft5">rufskleider und -werkzeuge. Die Aufzählung ist nicht abschliessend,</span><br/> <span class="ft5">sodass die Gewährung von Abzügen für weitere Berufsauslagen</span><br/> <span class="ft5">möglich bleibt.</span><br/> <span class="ft5">Die Anerkennung von Aufwendungen als Gewinnungskosten</span><br/> <span class="ft5">setzt voraus, dass diese mit der Erwerbstätigkeit notwendigerweise</span><br/> <span class="ft5">verknüpft sind; es muss ein organischer und unmittelbarer Zusam-</span><br/> <span class="ft5">menhang bestehen. Die Aufwendungen müssen zum Zwecke der</span><br/> <span class="ft5">Einkommenserzielung gemacht werden. Ein ursächlicher Zusam-</span><br/> <span class="ft5">menhang zwischen Aufwendungen und Einkommen besteht aber</span><br/> <span class="ft5">nicht nur, wenn die Auslagen zum Zwecke der Einkommenserzielung</span><br/> <span class="ft5">gemacht werden, sondern auch, wenn sie <i>Folgen</i> der beruflichen</span><br/> <span class="ft5">Tätigkeit sind. Dazu gehören etwa Schadenersatzleistungen oder</span><br/> <span class="ft5">andere unfreiwillige und Abwehraufwendungen (VGE vom</span><br/> <span class="ft5">16. November 2000 in Sachen B.).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">400</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">b) Die Vorinstanz hat die pro 1997/98 geltend gemachten An-</span><br/> <span class="ft5">waltskosten nicht zum Abzug zugelassen, weil diese mit dem vom</span><br/> <span class="ft5">Rekurrenten vor dem 18. November 1996 und nicht mit dem in den</span><br/> <span class="ft5">Bemessungsjahren 1997 und 1998 erzielten Erwerbseinkommen in</span><br/> <span class="ft5">unmittelbarem Zusammenhang stehen würden. Sie geht also davon</span><br/> <span class="ft5">aus, dass Berufsauslagen nur abgezogen werden können, wenn sie in</span><br/> <span class="ft5">der gleichen Periode anfallen, in welcher das unmittelbar damit zu-</span><br/> <span class="ft5">sammenhängende (steuerbare) Erwerbseinkommen erzielt wird.</span><br/> <span class="ft5">Diese Auffassung steht in Widerspruch zur dargelegten verwaltungs-</span><br/> <span class="ft5">gerichtlichen Rechtsprechung, wonach Auslagen auch abzugsfähig</span><br/> <span class="ft5">sein können, wenn sie <i>Folgen</i> der beruflichen Tätigkeit sind. Solche</span><br/> <span class="ft4"><i>Folge</i>kosten entstehen definitionsgemäss erst, nachdem das damit</span><br/> <span class="ft5">zusammenhängende Einkommen erzielt wurde (und die entspre-</span><br/> <span class="ft5">chende Einkommensquelle u.U. gänzlich versiegt ist) und fallen</span><br/> <span class="ft5">häufig in die Bemessungsperiode (einer) der nächsten Steuerperi-</span><br/> <span class="ft5">ode(n). Solche Folgekosten sind trotz der zeitlichen Verschiebung in</span><br/> <span class="ft5">der Steuerperiode, in deren Bemessungsperiode sie fallen, zum Ab-</span><br/> <span class="ft5">zug zuzulassen (vgl. basellandschaftliche Steuerpraxis, Band VII,</span><br/> <span class="ft5">S. 456; StR 1998 S. 349 ff.).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>