<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 379/99 Md </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>IV. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Borella, Rüedi und Bundesrichterin Leuzinger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Riedi Hunold </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 16. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">F.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">D.________, </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für Wirtschaft und Arbeit, Arbeitslosenversicherung, </div> <div class="para">Zürich, Beschwerdegegner, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Gesuch vom 30. Juli 1997 beantragte F.________ </div> <div class="para">(geboren 1948), dass die Arbeitslosenversicherung den Be- </div> <div class="para">trag von Fr. 6'000.- übernehme, den er persönlich an die im </div> <div class="para">Übrigen von seiner früheren Arbeitgeberin, der Firma </div> <div class="para">S.________ übernommenen Gesamtkosten einer "Outplacement </div> <div class="para">Beratung" zu leisten habe. Mit Verfügung vom 18. September </div> <div class="para">1997 lehnte das Kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und </div> <div class="para">Arbeit (KIGA; heute Amt für Wirtschaft und Arbeit, AWA), </div> <div class="para">Abteilung Arbeitsmarktliche Massnahmen, Zürich, das Gesuch </div> <div class="para">ab. </div> <div class="para"> B.- Hiegegen liess F.________ Beschwerde einreichen </div> <div class="para">und seinen Antrag auf Entschädigung dieser Kosten erneuern. </div> <div class="para"> Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wies </div> <div class="para">die Beschwerde mit Entscheid vom 30. August 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt F.________ </div> <div class="para">die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides sowie die </div> <div class="para">Gutheissung der ersuchten Kostenübernahme beantragen. </div> <div class="para"> Das AWA und das Staatssekretariat für Wirtschaft </div> <div class="para">verzichten auf eine Stellungnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Das kantonale Gericht hat die vorliegend massge- </div> <div class="para">benden gesetzlichen Bestimmungen über die von der Arbeits- </div> <div class="para">losenversicherung geförderten Umschulungs-, Weiterbildungs- </div> <div class="para">und Eingliederungsmassnahmen zu Gunsten von Versicherten, </div> <div class="para">deren Vermittlungsfähigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes </div> <div class="para">unmöglich oder stark erschwert ist (<span class="artref"><artref id="CH/837.0/59/3" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/59/1" type="start"></artref>Art. 59 Abs. 1 und 3 </span></div> <div class="para">AVIG<artref id="CH/837.0/59/3" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/3" type="end"></artref>), die Anspruchsvoraussetzungen für Leistungen an Kurs- </div> <div class="para">teilnehmer (<span class="artref">Art. 60 AVIG</span> und <span class="artref">Art. 81 Abs. 1 AVIV</span>) sowie die </div> <div class="para">Rechtsprechung zur Abgrenzung von Grund- und allgemeiner </div> <div class="para">beruflicher Weiterbildung einerseits sowie Umschulung und </div> <div class="para">Weiterbildung im arbeitlosenversicherungsrechtlichen Sinne </div> <div class="para">andererseits (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=17&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F112-V-397%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page398">BGE 112 V 398</a> Erw. 1a; vgl. auch BGE 111 V </div> <div class="para">271 und 400 Erw. 2b; ARV 1993/94 Nr. 22 S. 164 Erw. 1b) zu- </div> <div class="para">treffend dargelegt. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Im vorliegenden Fall ist streitig, ob der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer Anspruch auf Übernahme der ihm erwachsenen </div> <div class="para">Kosten (Fr. 6'000.-) für den Besuch des von der Firma </div> <div class="para">E.________ AG, angebotenen Kurses "Outplacement Beratung" </div> <div class="para">hat. Der fragliche Kurs umfasst gemäss Angaben der Firma </div> <div class="para">E.________ AG die Anleitung zur Selbsteinschätzung und zur </div> <div class="para">Zielbestimmung, die Technik der Bewerbung, die Beschaffung </div> <div class="para">von Marktinformationen und den Aufbau von Kontakten sowie </div> <div class="para">professionelle Gespräche und persönliche Beratung; die </div> <div class="para">Beratung dauert so lange, bis die betreffende Person eine </div> <div class="para">neue Stelle gefunden hat (Informationsblatt der Firma </div> <div class="para">E.________ AG, Schreiben der Firma E.________ AG vom </div> <div class="para">29. September 1997). An die Gesamtkosten der Beratung hatte </div> <div class="para">der Beschwerdeführer auf Grund der Vereinbarung vom </div> <div class="para">20. Dezember 1996 Fr. 6'000.- selbst zu übernehmen. Es </div> <div class="para">stellt sich die Frage, ob es sich bei dieser "Outplacement </div> <div class="para">Beratung" überhaupt um einen Kurs im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/837.0/59" type="start"></artref>Art. 59 und </span></div> <div class="para">60 AVIG<artref id="CH/837.0/60" type="end"></artref> handelt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Nach der Rechtsprechung ist der Begriff Kurs </div> <div class="para">nicht wörtlich zu verstehen; es kommt vielmehr darauf an, </div> <div class="para">ob die Vorkehr hinsichtlich Führung, Organisation, Programm </div> <div class="para">und inhaltlicher Vermittlung von Fähigkeiten und Kenntnis- </div> <div class="para">sen als Präventivmassnahme betrachtet werden kann (ARV 1987 </div> <div class="para">Nr. 12 S. 114 Erw. 2b). In zeitlicher Hinsicht ist festzu- </div> <div class="para">stellen, dass nur Kurse von beschränkter Dauer als Mass- </div> <div class="para">nahmen der Umschulung, Weiterbildung oder Eingliederung im </div> <div class="para">arbeitlosenversicherungsrechtlichen Sinne anerkannt werden </div> <div class="para">können; die Höchstgrenze liegt dabei bei einem Jahr </div> <div class="para">(ARV 1986 Nr. 17 S. 66 Erw. 2b). Eine weitere Voraussetzung </div> <div class="para">ist, dass die Kosten des Kurses in einem angemessenen Ver- </div> <div class="para">hältnis zum angestrebten Ziel stehen; der Versicherte hat </div> <div class="para">in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Einglie- </div> <div class="para">derungszweck angemessene und notwendige Massnahme, nicht </div> <div class="para">aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmögliche Vor- </div> <div class="para">kehr; denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so- </div> <div class="para">weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig und </div> <div class="para">genügend ist (ARV 1998 Nr. 13 S. 68 Erw. 2 mit Hinweis auf </div> <div class="para">die im Bereich der Invalidenversicherung entwickelte Recht- </div> <div class="para">sprechung, die sinngemäss auch auf dem Gebiete der Arbeits- </div> <div class="para">losenversicherung gilt). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Vorliegend besteht zwar ein schematischer Aufbau </div> <div class="para">der Betreuung, doch ist dieser nicht auf die Vermittlung </div> <div class="para">von Fähigkeiten und Kenntnissen ausgerichtet, sondern auf </div> <div class="para">die konkrete Stellensuche. Auch weist die Vorkehr keinen </div> <div class="para">zeitlich genau definierten Rahmen auf. Dass die Beratung in </div> <div class="para">der Regel nach sechs Monaten beendet ist, weil die betref- </div> <div class="para">fende Person eine neue Anstellung antreten konnte, vermag </div> <div class="para">dem Erfordernis der festgelegten Dauer nicht zu genügen; so </div> <div class="para">könnte die Beratung auch ohne weiteres über ein Jahr dau- </div> <div class="para">ern, zumal die betroffenen Personen auch noch nach Stellen- </div> <div class="para">antritt weiter betreut werden, was jedoch den Rahmen der </div> <div class="para">arbeitsmarktlichen Massnahmen im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/837.0/59" type="start"></artref>Art. 59 und 60 </span></div> <div class="para">AVIG<artref id="CH/837.0/60" type="end"></artref> eindeutig sprengt. </div> <div class="para"> Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Kosten der "Out- </div> <div class="para">placement Beratung" vergleichsweise hoch sind; das AWA hat </div> <div class="para">dem Versicherten seinerseits die Teilnahme an Kursen zur </div> <div class="para">Standortbestimmung, welche die Voraussetzungen der Zweck- </div> <div class="para">mässigkeit und Einfachheit der Vorkehr erfüllen, angeboten. </div> <div class="para">Dieser ging jedoch nicht darauf ein. Die "Outplacement Be- </div> <div class="para">ratung" mag unter Berücksichtigung der persönlichen Um- </div> <div class="para">stände des Beschwerdeführers die bestmögliche Massnahme </div> <div class="para">darstellen, ist jedoch im Rahmen der Arbeitslosenver- </div> <div class="para">sicherung nicht als angemessen zu betrachten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Auf Grund dieser von der Rechtsprechung umschrie- </div> <div class="para">benen Voraussetzungen steht fest, dass der vom Beschwerde- </div> <div class="para">führer absolvierte Kurs nicht als arbeitsmarktliche Mass- </div> <div class="para">nahme übernommen werden kann. Es kann diesbezüglich zu- </div> <div class="para">sätzlich auf die zutreffenden und eingehenden Erwägungen </div> <div class="para">der Vorinstanz verwiesen werden. Der fragliche Kurs stellt </div> <div class="para">keine arbeitsmarktliche Massnahme, sondern eine private </div> <div class="para">Stellenvermittlung dar, deren Kosten nicht von der Arbeits- </div> <div class="para">losenversicherung zu tragen sind. Daran vermögen die Ein- </div> <div class="para">wände des Beschwerdeführers nichts zu ändern. </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II.Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III.Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche- </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich und dem Staatssekre- </div> <div class="para"> tariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 16. Februar 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der IV. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> </div></body></html>