<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, wissenschaftlich begleitet Massnahmen vorzuschlagen, die der zunehmenden Bubble-Bildung und Zersplitterung innerhalb der öffentlichen Debatte entgegenwirken. Das Ziel der Massnahmen ist es, dass sachlich geführte Diskurse und die Demokratie gestärkt werden. Der Zugang der Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen Informationen soll zudem erhöht werden und der Erhalt einer "gemeinsam geteilten Wirklichkeit" innerhalb der Bevölkerung soll gesichert werden. Es sollen deshalb auch konstruktive Massnahmen vorgeschlagen werden, die darauf abzielen, die Verbreitung von Verschwörungstheorien in sogenannten "Echokammern" zu reduzieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die demokratische Meinungs- und Willensbildung verlangt (Informations-)Vielfalt: Der Zugang zur Öffentlichkeit muss möglichst niederschwellig sein, damit unterschiedliche Standpunkte und Argumente in die Debatte einfliessen können. Umgekehrt können politische Entscheidungen dann als verfälscht gelten, wenn bestimmte Positionen oder Argumente systematisch ausgeschlossen werden. Dies ist hier nicht der Fall.</p><p>&nbsp;</p><p>Die digitale Öffentlichkeit ist bezüglich Informationsvielfalt den traditionellen Massenmedien überlegen. Gerade Suchmaschinen, aber auch die vielfältigen Interaktionsangebote von Social-Media-Plattformen unterstützen eine breite Meinungsbildung. Sie erlauben es den Nutzerinnen und Nutzern, sich mit einer Vielzahl an Themen und Positionen auseinanderzusetzen und sich mit Akteuren zu verbinden, die unterschiedliche Sichtweisen artikulieren. Insgesamt hat die neue Kommunikationsinfrastruktur zu einer Zunahme der Menge und Vielfalt an politischer Information geführt sowie zu neuen Formen und Formaten, die bspw. auf Kurznachrichten (X bzw. ehemals Twitter) oder Videos (YouTube) basieren.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass Falschinformationen problematische Auswirkungen auf die Gesellschaft haben können. In Bezug auf sogenannte Echokammern oder Filter-Blasen lassen allerdings neuere wissenschaftliche Erkenntnisse den Schluss zu, dass diese weniger durch Algorithmen oder Künstliche Intelligenz gesteuert entstehen. Vielmehr entstehen diese durch das eigene selektive Verhalten von Personen, die sich öffentlichen Diskussionen aktiv entziehen und sich in ihre privaten Kommunikations-Netzwerke zurückziehen. Nach Ansicht des Bundesrates sind staatliche Eingriffe in die private Kommunikation wenn immer möglich zu unterlassen. Auch kann deren wissenschaftliche Untersuchung an Grenzen stossen – weil sie eben privat ist. Umso wichtiger ist es, die Medienkompetenz – insbesondere von jungen Personen – zu stärken: Heranwachsende müssen befähigt werden, digitale Medien sicher, altersgerecht und verantwortungsvoll zu nutzen. Eltern, Lehr- und Betreuungspersonen sollen junge Menschen kompetent dabei begleiten können. Deshalb setzt die Plattform Jugend und Medien des Bundesamtes für Sozialversicherungen seit mehr als 10 Jahren Massnahmen zur Sensibilisierung, Kompetenzaufbau und Vernetzung um.</p>