JAAC68.42 Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 17. September 2003 i.S. I.S., Türkei, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 26 Récusation. Question de la prévention d’un juge ayant refusé l’assistance judiciaire. Art. 30 al. 1 Cst. Art. 10 PA. Art. 22 s. OJ. Art. 26 OCRA. 1. Problématique de la prévention du juge. Question de la compatibilité de la participation d’un juge à un stade antérieur de la procédure avec les garanties constitutionnelles d’indépendance et d’impartialité judiciaire (consid. 2 et 3). 2. Le refus du juge d’instruction d’accorder l’assistance judiciaire au motif que le recours apparaît dénué de chances de succès n’est pas, en soi, suffisant pour conclure à une prévention de sa part. En effet, cette décision incidente est basée sur l’état de fait du moment et l’appréciation du juge peut se modifier jusqu’au prononcé de la décision finale (consid. 4). Ausstand. Frage der Vorbefassung durch einen Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege. Art. 30 Abs. 1 BV . Art. 10 VwVG. Art. 22 f. OG. Art. 26 VOARK. 1. Problematik der richterlichen Vorbefassung. Frage der Vereinbarkeit einer Vorbefassung mit der Verfassungsgarantie der richterlichen Unabhängigkeit und Unparteilichkeit (E. 2 und 3). 12. Verweigert der Instruktionsrichter die unentgeltliche Rechtspflege, weil er die Beschwerde als aussichtslos erachtet, kann dies allein noch nicht zur Befangenheit wegen Vorbefassung führen, da die Zwischenverfügung aufgrund der aktuellen Aktenlage getroffen wird und diese Beurteilung bis zum Endentscheid abänderbar ist (E. 4). Ricusazione. Questione della prevenzione del giudice che ha respinto una domanda d’assistenza giudiziaria. Art. 30 cpv. 1 Cost. Art. 10 PA. Art. 22 seg. OG. Art. 26 OCRA. 1. Problematica della prevenzione del giudice. Compatibilità della partecipazione di un giudice ad uno stadio anteriore della procedura con la garanzia costituzionale dell’indipendenza e dell’imparzialità del tribunale (consid. 2 e 3). 2. Il respingimento di una domanda d’assistenza giudiziaria da parte del giudice istruttore, che ha considerato il gravame a priori sprovvisto di probabilità d’esito favorevole, non è sufficiente per ritenere che esso sia prevenuto. In effetti, la menzionata valutazione, effettuata in una decisione incidentale, è fondata sullo stato degli atti al momento della statuizione e può modificarsi sino al momento della pronuncia della decisione finale (consid. 4). ZusammenfassungdesSachverhalts: MitVerfügungvom18.Juni2003lehntedasBundesamtfürFlüchtlinge(BFF) dasAsylgesuchdesBeschwerdeführersabundordnetedieWegweisungsowie denVollzugderselbenan. MitEingabevom28.Juli2003beantragtederBeschwerdeführerdurchseinen RechtsvertreterdieAufhebungderangefochtenenVerfügung,dieGewährung desAsylsinderSchweiz, eventualiter dieFeststellungderUnzulässigkeitund UnzumutbarkeitdesWegweisungsvollzugessowieinprozessualerHinsichtdie GewährungderunentgeltlichenRechtspflege. MitZwischenverfügungvom6.August2003lehntederzuständige InstruktionsrichterderSchweizerischenAsylrekurskommission(ARK)das GesuchumGewährungderunentgeltlichenRechtspflegeimSinnevon Art.65Abs.1desBundesgesetzesüberdasVerwaltungsverfahrenvom 20.Dezember1968(VwVG,SR172.021)ab,indemeraufgrundeinerPrüfung dervorhandenenAktenzurEinschätzunggelangte,dieBeschwerdeseialsvon vornhereinaussichtsloszubezeichnen. MitEingabevom7.August2003stelltederBeschwerdeführerdurch seinenRechtsvertreterdenAntrag,derbetreffendeInstruktionsrichter habewegenBefangenheitindenAusstandzutreten. Derzuständige InstruktionsrichterhabesichinderBegründung,mitdererdasGesuchum unentgeltlicheRechtspflegeablehnte,bereitsausführlichmitdenVorbringen desBeschwerdeführersauseinandergesetztundbringesomitdeutlichzum 2Ausdruck,dasserdieBeschwerdeabweisenwerde. DieAusführungendes InstruktionsrichtersliessenbeiobjektiverBetrachtungdenSchlusszu,dass erseineMeinungbereitsgemachthabe. UnterdiesenUmständenkönne nichterwartetwerden,dasserseineEntscheidunginderHauptsachemitder notwendigenObjektivitättreffenwerde. DerbetreffendeRichterdürfesomit beiderEntscheidfällungnichtmitwirken. DieARKweistdasAusstandsbegehrenab. AusdenErwägungen: 1.a. DieARKentscheidetgestütztaufArt.10Abs.2VwVGendgültig überAusstandsfragenbetreffendihreMitglieder(vgl. auchArt.26des Bundesrechtspflegegesetzesvom16.Dezember1943[OG],SR173.110). b. ÜberdieAusstandspflichtentscheidetdiezuständigeKammerin derBesetzungmitdreiRichterinnenoderRichtern,unterAusschluss derbetroffenenRichterinoderdesbetroffenenRichters(Art.26 Abs.1derVerordnungvom11.August1999überdieSchweizerische Asylrekurskommission[VOARK],SR142.317). 2.a. DasvorderARKanzuwendendeAusstandsverfahrenrichtetsich mangelseigenständigerRegelungimAsylgesetzvom26.Juni1998(AsylG, SR142.31)nachdenBestimmungenvonArt.10VwVGundArt.22ff. OG(vgl. Art.6AsylG;bezüglichdeseinschlägigenVerfahrens: Entscheidungenund MitteilungenderSchweizerischenAsylrekurskommission[EMARK]1993 Nr.32S.226). HinsichtlichderGründe,diezumAusstandführenkönnen, sinddieeinschlägigenNormenvonVwVGundOGinhaltlichpraktisch deckungsgleich,wobeidasOGzusätzlicheinebegrifflicheUnterscheidung derAusstandsgründeinAusschliessungs-(Art.22OG)undAblehnungsgründe (Art.23OG)vornimmt. ZuerwähnenistinBezugaufdasVerfahrenvor derARKschliesslich,dassaufVerordnungsebenedurchArt.25Abs.2 VOARKeinSpezialfalleinesAusschliessungsgrundesnormiertwird,indem dieInstruktionsrichterinoderderInstruktionsrichternichtbereitsals EinzelrichterinoderEinzelrichterübereineBeschwerdederselbenPerson gegendievorläufigeVerweigerungderEinreiseunddieAufenthaltszuweisung amFlughafenentschiedenhabendarf. Festzuhaltenistdemgegenüber, dassdieBefassungeinesRichtersodereinerRichterinmitderFrageder GewährungderunentgeltlichenRechtspflegewederindeneinschlägigen gesetzlichenGrundlagennochdurchdiedasVerfahrenvorderARK konkretisierendeVerordnungausdrücklichalsAusstandsgrundgenannt wird. b. IndemdieBefassungmitderFragederunentgeltlichenRechtspflegekeinen ausdrücklichenAusstandsgrunddarstellt,ergibtsichaufgrundderfürdieARK massgeblichenVerfahrensregelnohneweiteres,dassdergemässArt.25Abs.1 VOARKfürjedesVerfahrenbezeichneteInstruktionsrichterzur(imRahmen einerZwischenverfügungergehenden)EntscheidungüberdieGewährung derunentgeltlichenRechtspflegezuständigist. DieimvorliegendenFall aufgeworfeneFrage,obderEntscheiddeszuständigenInstruktionsrichters 3eineBefangenheitdesselbenbeiderspäterenEntscheidunginderHauptsache zubewirkenvermag,berührtsomitdenregelmässigenVerfahrensgangvor derARK. c. SoweitsichdieARKmitAusstandsbegehrenzubefassenhatte(vgl. EMARK 1993Nr.32und VPB64.97 =EMARK2001Nr.6,wobeisichdortallerdings andereProblemstellungenalsvorliegendergaben),stelltesichdiespezifische Frage,obdieBefassungmitderGewährungderunentgeltlichenRechtspflege zueinerBefangenheitdesbetreffendenInstruktionsrichtersführenkönne, bislangselten. HattesichdieKommissionmitdieserbesonderenProblematik auseinanderzusetzen,sowähltesiejeweilseinpragmatischesVorgehen, wiebeispielsweisedasunveröffentlichteUrteilinSachenA.M.vom5.Mai 2003zeigt. ImbetreffendenEntscheidargumentiertedieARKimErgebnis, dasdurchArt.24ff. VOARKstatuierteSystemderZuständigkeitsverteilung innerhalbderKommissionbasiereansichschonaufder(alskorrektzu erachtenden)Präsumtion,dasseineBefangenheitalleineaufgrundder VerweigerungderunentgeltlichenRechtspflegeinfolgeAussichtslosigkeitder Beschwerdenichtmöglichsei. EineBefangenheitdesInstruktionsrichtersaus besagtenGründenseidabeisystembedingtauchdarumauszuschliessen,weil sonstletztlichgarkeinefürdenGesuchstellernegativenZwischenverfügungen getroffenwerdenkönnten. DerRückblickaufdiePraxislässtsichdadurchergänzen,dassauchdas Bundesgericht,wieineinemunveröffentlichtenUrteiljüngerenDatums festgehaltenwurde(UrteilderI.öffentlichrechtlichenAbteilungvom 10.Februar2003,1P.554/2002,X.gegenAmtsgerichtLuzern-Stadt,Ziff.3.1.2), sichmitderFragederBefangenheitaufgrundeinerEntscheidungüberdie GewährungderunentgeltlichenRechtspflegenochkaumzubefassenhatte. ImerwähntenUrteilselbstwurdedieFrageletztlichoffengelassen;ineinem älterenEntscheidschliesslich( BGE114Ia50 ,57)wurdelediglichohnenähere BegründungundimSinneeines obiter dictum ausgeführt,dieBehandlung vonGesuchenumvorsorglicheMassnahmensowieumunentgeltliche Rechtspflegesei«alszulässigoderwenigproblematisch»zuerachten(vgl. zudiesemEntscheidauch I. Häner,DieBeteiligtenimVerwaltungsverfahren undVerwaltungsprozess,Zürich2000,S.222,Fn.1132). d. Hervorzuhebenist,wiezuvor(E.2b)bereitsangetöntwurdeundwie auchderimerwähntenunveröffentlichtenUrteilderARKgewählten Argumentationzugrundeliegt,dassdievorliegendeFragestellungdasSystem derZuständigkeitundsomitdasgesamteVerfahrenvorderKommission berührt. ObwohldieKommissionbishernuräusserstseltenzurFrageStellung zubeziehenhatte,erweistsichdieProblematiksomitfürdiePraxisderARK alsvonerheblicherpotenziellerTragweite. Angesichtsdieserweitreichenden BedeutungsolldahernachfolgenddiedurchdenvorliegendenFallgegebene Gelegenheitergriffenwerden,dieaufgeworfeneFrageeingehenderzuprüfen, wobeiauchdieVereinbarkeitmitdemübergeordnetenVerfassungsrechtzu berücksichtigenseinwird. 3.a. UnterdendiversenmöglichenAusstandsgründenkommtvorliegend einzigdieBefangenheit«ausanderenGründen»(Art.10Abs.1Bst.dVwVG) beziehungsweisedieaufgrundbestimmterTatsachenanzunehmende BefangenheitinBezugaufdenzubeurteilendenFall(Art.23Bst.cOG) inFrage. Dabeiistzubeachten,dassdieAusstandsgründeinBezugauf 4GerichtspersoneneineKonkretisierungderVerfahrensgarantienvonArt.30 Abs.1derBundesverfassungderSchweizerischenEidgenossenschaftvom 18.April1999(BV,SR101)bilden,welche(hinsichtlichzivilrechtlicher StreitigkeitenundstrafrechtlicherKlageninErgänzungvonArt.6Ziff.1der Konventionvom4.November1950zumSchutzederMenschenrechteund Grundfreiheiten[EMRK],SR0.101)einenverfassungsmässigenAnspruch aufunabhängigeundunparteiischeRichterinnenundRichtervermitteln (vgl. hierzuetwa J. P . Müller,GrundrechteinderSchweiz,3.Aufl.,Bern1999, S.569ff.). b. WorumessichbeidenanderenGründenzufolgeArt.10Abs.1Bst.d VwVGbeziehungsweisebeidenTatsachenimSinnevonArt.23Bst.cOGzu handelnvermag,bleibtnachdemGesetzeswortlautoffenundistinsofern jeweilsunterdenkonkretenUmständendesEinzelfalleszubestimmen. IndessenbestehtinBezugaufdiespezifischenBedeutungsgehalteder übergeordnetenVerfassungsnormvonArt.30Abs.1BVeinereichhaltige RechtsprechungdesBundesgerichts,welchesomitbeiderBeurteilungdes vorliegendenFallesherangezogenwerdenkann(währenddemgegenüber,wie zuvorschonerwähnt,zurspezifischenKonstellationderVereinbarkeitvon EntscheidenüberdieunentgeltlicheRechtspflegemitArt.30Abs.1BVauch dasBundesgerichtnochkeinePraxisvorzuweisenhat). c. DievorliegendsichergebendenFragestellungenwerdenvomBundesgericht allgemeinunterdemBegriffdersogenanntenVorbefassungbehandelt. DabeigehtesumdasProblem,dassbeidenVerfahrensbeteiligteneine gewisseBesorgnisunddamiteinMisstrauenindasGerichtentstehen können,wennsichderEindruckeinstellt,einzelneRichterinnenoder Richterseienvoreingenommen,weilsiebereitszueinemfrüherenZeitpunkt mitdergleichenAngelegenheitbefasstwarenundsichfolglichschonvor demdafürvorgesehenenVerfahrensabschnitteineMeinungüberden Verfahrensausganggebildethaben( BGE114Ia50 ,57;vgl. imAnschlussdaran R. Kiener,RichterlicheUnabhängigkeit. VerfassungsrechtlicheAnforderungen anRichterundGerichte,Bern2001,S.135ff.). AnknüpfendandiePraxis derEuropäischenMenschenrechtskommission(nunmehrdesEuropäischen GerichtshofsfürMenschenrechte)zuArt.6Ziff.1EMRKhatdasBundesgericht eineReihevonKriterienzurBeantwortungderFrageentwickelt,wann einederartigeVorbefassungmitderVerfassungsgarantiederrichterlichen UnabhängigkeitundUnparteilichkeitvonArt.30Abs.1BV(beziehungsweise Art.58Abs.1derBundesverfassungderSchweizerischenEidgenossenschaft vom29.Mai1874[aBV [1]])unvereinbarseiundinsofernzumSchlussder BefangenheiteinesRichtersodereinerRichterinführe(s. hierzuausder LiteraturB. Bovay,Procédureadministrative,Bern2000,S.102ff.;Kiener, a.a.O.,S.138ff.;Müller,a.a.O.,S.579f.; R. Rhinow/H. Koller/Ch. Kiss-Peter , ÖffentlichesProzessrechtundGrundzügedesJustizverfassungsrechtsdes Bundes,Basel/Frankfurta.M.1994,S.66ff.). d. InBezugaufdiehierzubeantwortendenFragenistzunächstvonBelang, unterwelchenverfahrensorganisatorischenVoraussetzungenüberhauptvon einerVorbefassungdurcheinenbestimmtenRichterodereinebestimmte Richterinzusprechenist. Voneinersolchenistnachderbundesgerichtlichen Rechtsprechungauszugehen,wenndasbetreffendeMitgliedeinesGerichts sich(kraftseineramtlichenFunktion)inunterschiedlichenVerfahrensstadien mitderkonkretenStreitsachebefasst(vgl. u.a. BGE114Ia50 ,57, BGE116 5Ia32,34f., BGE116Ia387 ,391, BGE120Ia82 ,85ff.,mitÜberblicküberdie bundesgerichtlicheRechtsprechunginverschiedenenFallkonstellationen). FraglichkanndabeiimkonkretenFallinsbesonderesein,ob-wiefürden TatbestandderVorbefassungverlangt-indergleichenSachetatsächlich funktionellundverfahrensorganisatorischgetrennteJustizaufgaben wahrgenommenwerden. SovermagdieblosseMeinungsbildungimRahmen derVerfahrensinstruktiondierichterlicheUnabhängigkeitnochnichtinFrage zustellen. e. AllerdingsistauchvonderAnnahmeeinerVorbefassungdurch dasMitglied einesgerichtlichenOrgansnochkeineswegszwingendaufeineVerletzung derGarantiederrichterlichenUnabhängigkeitundUnparteilichkeitnach Art.30Abs.1BVzuschliessen. VielmehruntersuchtdasBundesgerichtin einemzusätzlichenSchritt,obeineinverfahrensorganisatorischerHinsicht festgestellteVorbefassungzudemunterdemGesichtspunktweitererKriterien mitdemVerfassungsanspruchaufeineunvoreingenommenerichterliche Beurteilungunvereinbarist. Eskönnenämlichnichtgesagtwerden, «verfassungsrechtlichseieineVorbefassunggenerellzulässigodergenerell unzulässig;eineallgemeineAussage,inwelcheneinzelnenFälleneinRichter, dersichineinemfrüherenZeitpunktbereitsmitderAngelegenheitbeschäftigt hatunddemnachVorkenntnissebesitzt,denAnforderungenvonArt.58Abs.1 BVundArt.6Ziff.1EMRKgenügt,istnichtmöglich»( BGE114Ia50 ,59). Somit istnachständigerbundesgerichtlicherPraxis(vgl. dieHinweisebeiKiener, a.a.O.,S.139)jeweilsinBezugaufdenimkonkretenFallzubeurteilenden SachverhaltundinBezugaufdiekonkretzuentscheidendenRechtsfragenzu untersuchen,obeineUnvereinbarkeitmitArt.30Abs.1BV(beziehungsweise Art.58Abs.1aBV)vorliegtodernicht. DabeistelltdasBundesgericht-auch wenndarauswieerwähntkeineverallgemeinerungsfähigenSchlüsse hinsichtlichjedermöglichenFallkonstellationgezogenwerden-aufdas zentraleKriteriumderOffenheitdesVerfahrensausgangsab. Danachist entscheidend,obtrotzderVorbefassungeinesRichtersodereinerRichterin dasVerfahrenbezüglichdeskonkretenSachverhaltsundderkonkreten Rechtsfragenalsnachwievoroffenundnichtvorbestimmterscheint (BGE114Ia50 ,59). BeiderBeurteilungdieserFragekönnensichdann wiederumverschiedeneAspektealsrelevanterweisen;genanntwerden dabeinebstanderenElementenderUmfangdesEntscheidungsspielraums beiderBeurteilungdersichindenverschiedenenVerfahrensabschnitten stellendenRechtsfragensowiedieBedeutungderEntscheidungenaufden FortgangdesVerfahrens. Demgegenüberwirdfürdieverfassungsrechtliche QualifikationderVorbefassungalsunbeachtlichbezeichnet,obdieabgelehnte GerichtspersonalleinerichtetoderineinemRichterkollegiummitwirkt( BGE 114Ia50 ,59f.). f. Schliesslichistnochdaraufhinzuweisen,dassbeider verfassungsrechtlichenBeurteilungderVorbefassungwederdietatsächliche BefangenheitdesbetreffendenRichtersoderderbetreffendenRichterinnoch diesubjektiveEinschätzungeinerParteiausschlaggebendsind. Massgeblichist 6einzigdieFrage,obdieBefürchtungeinerrichterlichenBefangenheitobjektiv begründetistodernicht(vgl. beispielsweise BGE116Ia32 ,34,mitweiteren Hinweisen). 4.a. AufderGrundlagedesvomBundesgerichtentwickeltenMassstabs istnunmehrderFragenachzugehen,wiederdurchdenzuständigen InstruktionsrichterderARKgefällteEntscheidüberdieGewährungder unentgeltlichenRechtspflegeunterdemBlickpunktdesArt.30Abs.1BVzu beurteilenist. b. MitderZwischenverfügungvom6.August2003hatderzuständige InstruktionsrichterderARK(indiesemFallenegativ)überdieFrage entschieden,obdemBeschwerdeführerdieunentgeltlicheRechtspflegeim SinnevonArt.65Abs.1VwVGzugewährensei. DabeiliegtdieserAnordnung massgeblichdieEinschätzungzugrunde,diebetreffendeBeschwerde seiaussichtslos. InsofernsichdieOffenheitdesVerfahrensausgangsals entscheidendesKriteriumdesbundesgerichtlichenBeurteilungsmassstabs zuArt.30Abs.1BVerwiesenhat,istsomitdieTatsacheinBetrachtzuziehen, dasssichderbetreffendeRichterbeiseinerBeurteilungbereitsinmaterieller HinsichtmitdenProzesschancendesBeschwerdeführersauseinandersetzen musste. DadieseBeurteilungaufgrundeinerlediglichsummarischenPrüfung erfolgte,musstedieSachlagekonsequenterweiseeinegewisseEindeutigkeit aufweisen,wasauchinderWendung«vonvornhereinaussichtslos»zum Ausdruckkommt. AngesichtsderdrohendenAuswirkung,dasseinmittelloser BeschwerdeführernachfestgestellterAussichtslosigkeitseinerBeschwerde undentsprechenderAblehnungdesGesuchsumunentgeltlicheRechtspflege infolgeNichtleistungdesKostenvorschussesdurchNichteintretenvom Verfahrenausgeschlossenwird,istauchklar,dasseinederartigeEinschätzung nichtvorschnellgetroffenwerdendarf. c. Esfragtsichnun,obdierichterlicheBeurteilungderProzesschancenund deraufdieFolgerungderAussichtslosigkeitgestützteEntscheideinederart weitgehenderichterlicheFestlegungimplizieren,dassdieerforderliche OffenheitdesVerfahrensausgangsinderHauptsachenichtmehrgegeben ist. Hieraufliessesichjedenfallsdannschliessen,wenndieBeweisführungim VerfahrensstadiumdesEntscheidesüberdieunentgeltlicheRechtspflege insgesamtbereitsabgeschlossenwäreundsomitauchinBezugaufden EntscheidinderHauptsachekeineneuenElementehinzutretenkönnten(vgl. füreinentsprechendesBeispielimBereichdesZivilprozessesdenHinweis aufeinUrteildesObergerichtsdesKantonsBern,inZeitschriftdesbernischen Juristenvereins[ZBJV]1995,S.611ff.,insbesondere613). Diesfallswärewohl davonauszugehen,dassbereitsvordeminstanzabschliessendenEntscheid eineAnordnunggetroffenwordenist,dieeinemförmlichenAbschluss desVerfahrensgleichkommt(vgl. Kiener,a.a.O.,S.143)undinsoferneine möglicherweisedieverfassungsmässigeUnabhängigkeitsgarantietangierende Vorbefassungbildet. d. InBezugaufdasVerfahrenvorderARKistzunächstallgemeinfestzustellen, dassessichbeimZwischenentscheidüberdieGewährungderunentgeltlichen RechtspflegeumeineprozessleitendeMassnahmehandelt,diejederzeit aufhebbarbeziehungsweiseabänderbarist. MitanderenWortenhatdas indiesemVerfahrensstadiummitdemFallbetrauteMitgliedderKommission dieMöglichkeitundauchdiePflicht,aufseinenEntscheidzurückzukommen, 7soweiteineVeränderungdertatsächlichenoderbeweismässigenLagedies angezeigterscheinenlässt. IndemderbetreffendeEntscheidunterVorbehalt desEintrittsverändertersachlicherUmständeoderneuerBeweismittelerfolgt, lässtsichhierindennauchkeineabschliessendeFestlegungerkennen,dieden AusgangdesHauptverfahrensvorwegnähme. e. BezüglichdesvorliegendenFallesistüberdiesfestzustellen,dassder betreffendeRichterderARKinseinerZwischenverfügungüberdasGesuch umunentgeltlicheRechtspflegeausdrücklich«nachsummarischerPrüfung dervorhandenen Unterlagen»entschiedenhat. Diesimpliziertauchin materiellerHinsichteineweiterhinbestehendeOffenheitinBezugaufden späterenVerfahrensausganginderSacheselbst. DennderHinweisauf die«vorhandenenUnterlagen»machtdeutlich,dassdieEinschätzungder VerfahrenschancenvorbehältlichdesHinzukommensneuerVorbringenund Beweismittelerfolgt,welcheauchbeiverspäteterEinreichungberücksichtigt werdenkönnenbeziehungsweisemüssen(Art.32Abs.2VwVG).Somit wirdinhinreichenderDeutlichkeitklar,dassdieinderbetreffenden ZwischenverfügunggetroffeneEinschätzungaufgrundderzumgegebenen ZeitpunktbestehendenSachlageerfolgtist. Objektivlässtsichauchinsofern nichtaufeineendgültigeFestlegungimHinblickaufdenVerfahrensausgang schliessen. DieseFeststellungistauchkeineswegsnureinetheoretische: Die nachträglicheAbänderungeinernegativenZwischenverfügungbetreffenddie unentgeltlicheRechtspflege(nachHinzukommenneuerSachverhaltselemente oderschlichtaufgrundbessererErkenntnis)istinderPraxisderARK durchauskeinseltenerFall. NichtgefolgtwerdenkanninBezugaufdas VerfahrenvorderARKsomitderAnsicht,ausder(widerlegbaren)Annahme einerAussichtslosigkeitderBeschwerdelassesicheineobjektivbestehende Voreingenommenheitableiten(indieserRichtungKiener,a.a.O.,S.166f.;im ErgebniswohldervorliegendentwickeltenArgumentationentsprechend demgegenüberTh. Merkli/A. Aeschlimann/R. Herzog ,KommentarzumGesetz überdieVerwaltungsrechtspflegeimKantonBern,Bern1997,S.98f.). f. Zusammenfassendistfestzuhalten,dassdieinderZwischenverfügung deszuständigenInstruktionsrichtersderARKgetätigtenAussagenüber dieProzesschancenbeziehungsweiseüberdieAussichtslosigkeitder Beschwerdedurchauswiderlegbarsind,womitauchderVerfahrensausgang weiterhinoffenbleibt. EinerichterlicheVorbefassung,dieimSinneder bundesgerichtlichenPraxisalsVerletzungderGarantiederrichterlichen UnabhängigkeitundUnparteilichkeitnachArt.30Abs.1BVzuqualifizieren wäre,istdaherzuverneinen. [1]ZulesenaufderInternetseitedesBundesamtesfürJustizunter http://www. ofj.admin.ch/etc/medialib/data/staat_buerger/gesetzgebung/bundesverfassung. Par.0006.File.tmp/bv-alt-d.pdf 8Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 68.42 - Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 17. September 2003 i.S. I.S., Türkei, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 26 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2004 Année Anno Band 68 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 530 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. 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