<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp325712"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>110 Ib 197<br/><br/><br/><div class="paraatf">34. Auszug aus dem Urteil der II. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 31. August 1984 i.S. Waltraud Kienholz-Nopper gegen Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp327248"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Verfahren; <span class="artref">Art. 68 lit. e BBG</span>, Art. 97 Abs. 2, 99 lit. f, 101 lit. a und b OG. <div class="paratf">1. Legitimation zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde: Regelung nach <span class="artref">Art. 68 lit. e BBG</span>; Verhältnis zur Regelung nach <span class="artref">Art. 97 ff. OG</span> (E. 1). </div> <div class="paratf">2. Nichteintretensentscheide sind beschwerdefähig im Sinne der <span class="artref">Art. 97 ff. OG</span> bzw. des <span class="artref">Art. 68 lit. e BBG</span> (E. 1). </div> <div class="paratf">3. Tritt das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement auf eine gegen das Nichtbestehen der Coiffeur-Prüfung gerichtete Beschwerde nicht ein, so ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht unzulässig (E. 2). </div> </div> </div> <a name="idp338816"></a> <a name="idp342768"></a> <br/><div> <a name="idp346464"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 198</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page198"></a><div class="center pagebreak">BGE 110 Ib 197 S. 198</div> </div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp348656"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Gemäss Art. 68 Berufsbildungsgesetz (BBG, SR 412.10) sind Beschwerdebehörden:</div> <div class="paraatf">d. der Bundesrat für Beschwerdeentscheide des Departements und</div> <div class="paraatf">kantonale Beschwerdeentscheide, die nach Artikel 97 ff. des Bundesgesetzes</div> <div class="paraatf">über die Organisation der Bundesrechtspflege nicht der</div> <div class="paraatf">Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht unterliegen, jedoch</div> <div class="paraatf">nicht für die Beschwerdeentscheide über das Ergebnis von Prüfungen;</div> <div class="paraatf">e. das Bundesgericht für andere Beschwerdeentscheide des Departements</div> <div class="paraatf">und kantonale Beschwerdeentscheide, jedoch nicht für solche über die</div> <div class="paraatf">Zulassung zu Prüfungen und zu Kursen; diese sind endgültig.</div> <div class="paraatf">Diese Regelung stimmt zur Hauptsache mit derjenigen der <span class="artref">Art. 97 ff. OG</span> überein; eine Abweichung besteht insoweit, als zu den in den <span class="artref">Art. 99 ff. OG</span> vorgesehenen Fällen, in denen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde unzulässig ist, ein weiterer Fall hinzukommt: Die Beschwerde ist auch nicht zulässig gegen <a name="page199"></a><div class="center pagebreak">BGE 110 Ib 197 S. 199</div>Beschwerdeentscheide (des EVD), welche "die Zulassung zu Prüfungen und zu Kursen" betreffen.</div> <div class="paraatf">Nichteintretensentscheide sind im Sinne der <span class="artref">Art. 97 ff. OG</span> bzw. des <span class="artref">Art. 68 lit. e BBG</span> an sich beschwerdefähig. Der angefochtene Nichteintretensentscheid stützt sich auf öffentliches Recht des Bundes, namentlich auf <span class="artref">Art. 68 lit. a BBG</span>, <span class="artref"><artref id="CH/172.021/23" type="start"></artref>Art. 23 und 52 VwVG</span><artref id="CH/172.021/52" type="end"></artref>. Er unterliegt mithin der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (<span class="artref">Art. 5 VwVG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 97 OG</span>), sofern keine der in <span class="artref"><artref id="CH/173.110/99" type="start"></artref>Art. 99-102 OG</span><artref id="CH/173.110/102" type="end"></artref> erwähnten Ausnahmen und auch nicht die im vorstehenden Absatz angeführte Ausnahme zutrifft.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp394800"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>a) Nach Auffassung der Vorinstanz ist vorliegend der Ausnahmetatbestand des <span class="artref">Art. 99 lit. f OG</span> gegeben, wonach Verfügungen (Entscheide) über das Ergebnis von Berufs-, Fach- oder anderen Fähigkeitsprüfungen nicht der Verwaltungsgerichtsbeschwerde unterliegen. Die Beschwerdeführerin ist gegenteiliger Auffassung. Sie macht sinngemäss geltend, von <span class="artref">Art. 99 lit. f OG</span> werde nur der Sachentscheid, mit welchem über die Rechtmässigkeit des Prüfungsergebnisses entschieden werde, erfasst, nur dieser unterliege daher nicht der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.</div> <div class="paraatf">b) Die Auffassung der Beschwerdeführerin ist zu eng. Das folgt deutlich daraus, dass auch Zwischen- und Kostenentscheide unzweifelhaft nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde anfechtbar sind, obwohl sie naturgemäss nicht das Prüfungsergebnis betreffen und daher anfechtbar sein müssten, wenn die Auffassung der Beschwerdeführerin zutreffend wäre (<span class="artref">Art. 99 lit. f OG</span> in Verbindung mit <span class="artref"><artref id="CH/173.110/101/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/101/a" type="start"></artref>Art. 101 lit. a und b OG</span><artref id="CH/173.110/101/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Richtigerweise sind nun aber Nichteintretensentscheide nicht anders zu behandeln als Zwischen- und Kostenentscheide.</div> <div class="paraatf">Das Gesagte findet Rückhalt im Umstand, dass das Verweigern (Verzögern) eines Sachentscheids betreffend das Ergebnis einer Prüfung einem derartigen Sachentscheid gleichgestellt ist (<span class="artref">Art. 97 Abs. 2 OG</span>), woraus folgt, dass eine solche Rechtsverweigerung (-verzögerung) unmittelbar unter <span class="artref">Art. 99 lit. f OG</span> fällt und demnach der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht unterliegt (vgl. GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 226). Es wäre schwer einzusehen, weshalb Nichteintretensentscheide anders als die Verweigerung eines Sachentscheids behandelt werden sollten.</div> </div></body></html>