<h2>SubmittedText<h2><p>In Anbetracht der Antwort des Bundesrates vom 4. Mai auf meine Interpellation 22.3174 "Verhandlungen mit Italien. Wäre jetzt nicht der Moment für einen Strategiewechsel?" stelle ich die folgenden Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat bereit, eine Liste von Themen/Bereichen zu erstellen, die in der Zuständigkeit der verschiedenen Departemente liegen, an denen Italien interessiert ist und die als Druckmittel dienen könnten, einerseits um es den Schweizer Finanzdienstleistern zu ermöglichen, in Italien ihre Dienstleistungen zu erbringen, und andererseits um die Schweiz von der schwarzen Liste betreffend die natürlichen Personen zu entfernen? </p><p>2. Bis wann beabsichtigt der Bundesrat, diese neue Strategie umzusetzen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Wie in der Antwort des Bundesrates auf die Interpellation 22.3174 "Negoziati con l'Italia. Non è forse giunto il momento di cambiare approccio?" bereits erwähnt, beabsichtigt die Schweiz, sich auch künftig für bedeutende Themen wie den grenzüberschreitenden Marktzugang für Finanzdienstleistungen und die Streichung der Schweiz von der schwarzen Liste gegenüber Italien einzusetzen.</p><p>Die gegenseitige Interessenlage innerhalb der aktuellen Steuer- und Finanzmarktbeziehungen mit Italien erlaubt derzeit keine Verwendung zugunsten der zwei benannten Dossiers im Sinne des Interpellanten.</p><p>Der Nutzen und der Erfolg eines bereichsübergreifenden Ansatzes hängen anderseits von einer gesamthaften Interessenabwägung im Verhältnis zu Italien ab. Dieser Ansatz, welcher über die beiden benannten Steuer- und Finanzmarktdossiers hinausgehen würde, müsste dementsprechend im Rahmen einer Gesamtbetrachtung erfolgen. Dabei wären bilaterale Anliegen in allen betroffenen Politikbereichen, einschliesslich der Finanz- und Steuerdossiers, in den gesamthaften Kontext der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien zu setzen und gegenseitig abzuwägen.</p><p>Eine solche bereichsübergreifende Koordination sämtlicher bilateraler Anliegen mit Italien wurde letztmals im Sommer 2020 im Kontext und im Hinblick auf die Finalisierung des Abkommens zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung der Italienischen Republik über die Entwicklung der Bahninfrastruktur auf den Strecken zwischen der Schweiz und Italien auf der Lötschberg-Simplon-Achse (SR 0.742.140.28) vorgenommen. Sie trug dazu bei, den gesamten bilateralen Beziehungen mit Italien neuen positiven Schwung zu verleihen und namentlich langjährige offene Anliegen erfolgreich abzuschliessen. Der Bundesrat wird die Möglichkeit eines erneuten bereichsübergreifenden Ansatzes sämtlicher bilateraler Anliegen mit Italien in Betracht ziehen, sobald er dies aufgrund der Interessenlage mit Italien als angezeigt ansieht.</p>  Antwort des Bundesrates.