<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00430</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204404&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00430</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Fahrzeugabstellplatz: Abstandsverletzung, Ausnahmebewilligung, Verkehrssicherheit. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist die geplante Plattform für einen Abstellplatz, welche in den Wegabstandsbereich ragen soll, nicht in Anwendung von § 260 Abs. 3 PBG bewilligungsfähig, da sie zusammen mit der bereits bestehenden, 2 m breiten Terrasse über beide Gebäudeecken vorspringt und deshalb nicht mehr als einzelner Vorsprung qualifiziert werden kann und zudem mehr als einen Drittel der Fassadenlänge einnimmt (E. 3.2). Die Plattform kann nur mit einer Ausnahmebewilligung nach § 220 PBG bewilligt werden Diese Voraussetzungen sind vorliegend für die Unterschreitung des Wegabstands erfüllt (E. 3.3). Bei der Beurteilung der Verkehrssicherheit einer Zufahrt steht der kommunalen Bewilligungsbehörde ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu. Unter besonderen Verhältnissen kann von den im Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung geregelten technischen Anforderungen an Ausfahrten abgewichen werden (E. 4.2). Im vorliegenden Fall stehen die Einlenkerradien, Gefälls- und Sichtverhältnisse sowie die Vorschriften der eidgenössischen Strassenverkehrsgesetzgebung der Bewilligungsfähigkeit des geplanten Abstellplatzes nicht entgegen (E. 4.3.-4.5). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTELLPLATZ">ABSTELLPLATZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGABSTAND">WEGABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 220 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 236 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 237 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 237 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 237 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 357 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 357 Abs. IV PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 360 Abs. III PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 64 S. 15</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 70</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bauvorstand der Gemeinde Oetwil an der Limmat erteilte am 19. Dezember 2002 im Anzeigeverfahren A die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung eines Fahrzeugabstellplatzes auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse 05 in Oetwil.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob A, EigentÃ¼mer des auf der gegenÃ¼berliegenden Seite der L-Strasse gelegenen Liegenschaft, am 26. MÃ¤rz 2003 Rekurs an die Baurekurskommission I. Diese wies den Rekurs nach DurchfÃ¼hrung eines Augenscheines am 10. Oktober 2003 ab und bestÃ¤tigte die angefochtene VerfÃ¼gung im beurteilten Umfang.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 17. November 2003 beantragte A dem Verwaltungsgericht, den angefochtenen Rekursentscheid sowie die VerfÃ¼gung des Bauvorstands des Gemeinderats Oetwil vom 19. Dezember 2002 aufzuheben und die Baubewilligung zu verweigern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission I und der private Beschwerdegegner schlossen auf Abweisung der Beschwerde; Letzterer beantragte zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren. Der Bauvorstand der Gemeinde Oetwil verzichtete am 1. Dezember 2003 auf eine Beschwerdeantwort.</p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 24. MÃ¤rz 2004 wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer Frist angesetzt, um eine Replik einzureichen, beschrÃ¤nkt auf die Frage, ob fÃ¼r die Unterschreitung des Wegabstands die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemÃ¤ss § 220 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) erfÃ¼llt seien. Weiter konnte sich der BeschwerdefÃ¼hrer zu den vom privaten Beschwerdegegner eingereichten Fotos Ã¤ussern. Der BeschwerdefÃ¼hrer erstattete die Replik am 10. Mai 2004, und die Beschwerdegegner reichten hierauf am 14. bzw. am 16. Juni 2004 eine Duplik ein.</p> <p class="Urteilstext">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer und der private Beschwerdegegner beantragen in prozessualer Hinsicht die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. Da der massgebliche Sachverhalt aus den Akten hinreichend hervorgeht, erÃ¼brigt sich indessen ein eigener Augenschein des Verwaltungsgerichts (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen). Die auf einem Referentenaugenschein beruhenden Feststellungen der Vorinstanz Ã¼ber die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse, insbesondere die bei den Akten liegenden Fotografien und das Protokoll des Augenscheins, kÃ¶nnen auch im Beschwerdeverfahren berÃ¼cksichtigt werden und dokumentieren die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse in rechtsgenÃ¼gender Weise.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der private Beschwerdegegner plant die Erstellung eines Fahrzeugabstellplatzes auf seinem der Wohnzone W1.2a zugeteilten GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse 05 in Oetwil an der Limmat. Dieser Abstellplatz soll in einer HÃ¶he von rund 1 m Ã¼ber dem ge­stalteten Terrain mittels einer Plattform an die Nordwestfassade des bestehenden Einfamilienhauses Assek.-Nr. 02 "gehÃ¤ngt" und auf das Terrain sowie eine bereits bestehende Terrasse abgestÃ¼tzt werden. Die bestehende Plattform bzw. der geplante Autoabstellplatz weisen einen Abstand von rund 2 m zum Ã¶ffentlichen Fussweg (Kat.-Nr. 03) auf.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Baurekurskommission I fÃ¼hrt in ihrem Entscheid vom 10. Oktober 2003 zum Abstand zur angrenzenden Fusswegparzelle Kat.-Nr. 03 aus, entgegen der Auffassung der kommunalen BaubehÃ¶rde handle es sich bei der der Fassade vorgelagerten und auf das Erdreich abgestÃ¼tzten Plattform um einen oberirdischen GebÃ¤udeteil. Oberirdische GebÃ¤ude wie auch Teile von GebÃ¤uden und GebÃ¤udebestandteile hÃ¤tten gemÃ¤ss § 265 Abs. 1 PBG grundsÃ¤tzlich einen Abstand von 3,5 m gegenÃ¼ber Wegen einzuhalten, sofern die Bau- und Zonenordnung â wie hier â keine anderen AbstÃ¤nde vorschreibe. Soweit indessen GebÃ¤udebestandteile als einzelne VorsprÃ¼nge im Sinn von § 260 Abs. 3 PBG zu qualifizieren seien, dÃ¼rften diese bis zu 2 m in den Abstandsbereich hineinragen. Letztere Bestimmung finde nicht nur bei GrenzabstÃ¤nden gegenÃ¼ber NachbargrundstÃ¼cken, sondern auch bei Strassen- und WegabstÃ¤nden Anwendung. Die Abstellplattform lasse sich ohne weiteres als ein in analoger Anwendung von § 260 Abs. 3 PBG zulÃ¤ssiger Vorsprung charakterisieren; es liege daher keine Abstandsverletzung vor.</p> <p class="Urteilstext">Was die gerÃ¼gte Verkehrssicherheit betreffe, so habe am Augenschein festgestellt werden kÃ¶nnen, dass die L-Strasse, welche hier GrundstÃ¼cke am Rande des Ã¼berbauten Gebiets von Oetwil erschliesse, kein sehr grosses, sondern ein mittleres Verkehrsaufkommen aufweise. Es herrsche kein Durchgangsverkehr. Die Ausfahrt Ã¼berschreite zwar die maximal zulÃ¤ssige Neigung von 5 % innerhalb von 6 m ab der Strassengrenze bzw. wohl auch den maximal zulÃ¤ssigen GefÃ¤llsbruch gemÃ¤ss Verkehrssicherheitsverordnung. Indessen sei das GefÃ¤lle nicht Quelle einer grossen zusÃ¤tzlichen Gefahr, zumal die Ausfahrt in den letzten Jahrzehnten offenbar auch nie zu einem Unfall gefÃ¼hrt habe. Zudem liege die Ausfahrt auf der Aussenseite einer Kurve, welche ohnehin eine langsame Fahrweise bedinge, und die SichtverhÃ¤ltnisse seien nicht ungenÃ¼gend. Einlenkerradien seien vorhanden. Wenn die BewilligungsbehÃ¶rde unter diesen UmstÃ¤nden zum Schluss gekommen sei, die bestehende Ein-/Ausfahrt sei bezÃ¼glich Verkehrssicherheit nicht mangelhaft, sei dies vertretbar und liege innerhalb des ihr zukommenden Ermessensspielraums. Zudem komme es vorliegend mangels einer wesentlichen Abweichung von den gegenwÃ¤rtigen VerhÃ¤ltnissen bzw. mangels einer aufgrund der Realisierung des angefochtenen Projekts stÃ¤rkeren Belastung der Zufahrtswege nicht darauf an, ob die grundstÃ¼cksinterne Zufahrt in ihrem heutigen Ausbaustand sÃ¤mtlichen Anforderungen der Verkehrssicherheit genÃ¼ge oder nicht (vgl. § 233 PBG). Da mit dem angefochtenen Beschluss eine Parkiergelegenheit geschaffen werden soll, deren Benutzung die weit gehende Freihaltung der grundstÃ¼cksinternen Zufahrt voraussetze, kÃ¶nnten in aller Regel nicht mehr Fahrzeuge die Ein-/Ausfahrt benutzen als vorher. Ergebe sich aber keine stÃ¤rkere Nutzung, kÃ¶nne auch nicht auf eine Verschlechterung der VerkehrsverhÃ¤ltnisse geschlossen werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Diesen AusfÃ¼hrungen hÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer in seiner Rechtsmittelschrift an das Verwaltungsgericht entgegen, eine analoge Anwendung von § 260 Abs. 3 PBG sei rechtlich unhaltbar und werde von der Lehre abgelehnt. Zudem bestimme Art. 4.1.5 der Bau- und Zonenordnung Oetwil an der Limmat vom 2. Juli 1996 (BZO), dass fÃ¼r unterirdische GebÃ¤ude und GebÃ¤udeteile ein Strassen-, Weg- und Platzabstand von 3,5 m (Satz 2) gelte. Wenn aber sogar unterirdische GebÃ¤udeteile, welche ohne gegenteilige Anordnung (§ 269 PBG) keinen Wegabstand einhalten mÃ¼ssten, gemÃ¤ss Bauordnung einen solchen einzuhalten hÃ¤tten, fehle jede Grundlage fÃ¼r die Annahme, bei oberirdischen GebÃ¤udeteilen komme § 260 Abs. 3 PBG zur Anwendung. Selbst wenn dies aber zutrÃ¤fe, wÃ¤re die geplante VerlÃ¤ngerung der bestehenden Terrasse unzulÃ¤ssig. Vorliegend rage bereits die bestehende Terrasse auf mehr als der HÃ¤lfte der Westfassade um 1,5 m in den Wegabstandsbereich von 3,5 m hinein. Die VerlÃ¤ngerung der bestehenden Fassade fÃ¼hre unzulÃ¤ssigerweise zu einer weiter gehenden Abweichung im Sinn von § 357 Abs. 1 PBG.</p> <p class="Urteilstext">Die bestehende Ausfahrt sei weiter baurechtswidrig, weil die maximal erlaubte Neigung von 5 % innerhalb von 6 m ab der Strassengrenze und auch der zulÃ¤ssige GefÃ¤llsbruch an der Strassengrenze nicht eingehalten werde. Ein Einlenkerradius sei wohl vorhanden, doch beschlage dieser den Ã¶ffentlichen Fussweg Kat.-Nr. 03 und das NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 04, ohne jedoch die erforderliche rechtliche Sicherung aufzuweisen. Die SichtverhÃ¤ltnisse in der Kurve selber seien lediglich im Scheitelpunkt auf der Kurvenaussenseite ausreichend. Wegen des starken GefÃ¤lles bestehe im Abstand von 2,5 m ab der Strassengrenze keine genÃ¼gende Sicht auf die L-Strasse. Sodann Ã¼bergehe die Baurekurskommission, dass ausgerechnet im gefÃ¤hrlichen Kurvenbereich der L-Strasse ein ManÃ¶ver zur Einfahrt rÃ¼ckwÃ¤rts in die Zufahrt des BaugrundstÃ¼cks notwendig sei. Auf der L-Strasse herrsche durchaus Durchgangsverkehr, da die weiter hinten liegenden GrundstÃ¼cke der Bauzone sukzessive Ã¼berbaut wÃ¼rden. Die Zufahrt sei sowohl hinsichtlich der GefÃ¤llsverhÃ¤ltnisse als auch bezÃ¼glich Einlenkerradius, Sichtweiten und Einhaltung der Regeln der eidgenÃ¶ssischen Strassenverkehrsgesetzgebung ungenÃ¼gend. Schliesslich komme es entgegen der Auffassung der Vorinstanz durch den zusÃ¤tzlichen Abstellplatz zu Mehrverkehr auf dem BaugrundstÃ¼ck. Die heutige Nutzung der Zufahrt und der seitlichen UmgebungsflÃ¤chen mit mehreren Fahrzeugen erfolge ohne dass hierfÃ¼r eine baurechtliche Bewilligung eingeholt worden sei.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach Ansicht des Bauvorstands der Gemeinde Oetwil an der Limmat und des privaten Beschwerdegegners ist der projektierte Abstellplatz auf einer Plattform kein GebÃ¤ude bzw. kein GebÃ¤udeteil und unterliegt damit auch nicht den Abstandsvorschriften. Wie die Vorinstanz indessen zurecht festgehalten hat, stellt der Abstellplatz in der gewÃ¤hlten Ausge­staltung, d.h. als Plattform, welche abgestÃ¼tzt wird und rund 1 m Ã¼ber dem gestalteten Boden und der GebÃ¤udefassade vorgelagert erstellt werden soll, einen oberirdischen GebÃ¤udeteil dar. Als solcher hat das Bauprojekt die Abstandsvorschriften einzuhalten. Ob der Abstellplatz auch in einer anderen Form mÃ¶glich wÃ¤re, welche nicht als GebÃ¤udebestandteil zu qualifizieren wÃ¤re, ist in diesem Zusammenhang unmassgeblich.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nordwestlich des streitigen Abstellplatzes verlÃ¤uft der Ã¶ffentliche Fussweg Kat.-Nr. 03. Laut § 265 Abs. 1 PBG haben oberirdische GebÃ¤ude gegenÃ¼ber Ã¶ffentlichen Wegen einen Abstand von 3,5 m einzuhalten, sofern â wie im vorliegenden Fall â Baulinien fehlen und eine Festsetzung solcher auch nicht nÃ¶tig ist. Die Bau- und Zonenordnung kann andere AbstÃ¤nde vorschreiben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Oetwil an der Limmat sieht keine anderen AbstÃ¤nde von oberirdischen GebÃ¤uden von Ã¶ffentlichen Wegen vor. Die streitige Plattform unterschreitet den demnach einzuhaltenden Wegabstand von 3,5 m um rund 1,5 m. Gleichwohl hat die Vorinstanz das Bauvorhaben als bewilligungsfÃ¤hig erachtet, weil § 260 Abs. 3 PBG analog anzuwenden sei. Danach dÃ¼rfen einzelne VorsprÃ¼nge maximal 2 m in den Abstandsbereich hineinragen, Erker, Balkone und dergleichen jedoch hÃ¶chstens auf einem Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>§ 260 Abs. 3 PBG ist von seiner Systematik her die "gemeinsame Bestimmung" zu den Abstandsvorschriften der §§ 260 bis 274 PBG. Ob diese Vorschrift auch auf die gegenÃ¼ber Strassen, Wegen und PlÃ¤tzen einzuhaltenden AbstÃ¤nde (§ 265 Abs. 1 PBG) anzuwenden ist, kann vorliegend offen bleiben. Denn § 260 Abs. 3 PBG findet (nur) Anwendung auf <i>einzelne </i>VorsprÃ¼nge, wobei Balkone, Erker und dergleichen zudem hÃ¶chstens einen Drittel der betreffenden FassadenlÃ¤nge einnehmen dÃ¼rfen. Hier soll der Autoabstellplatz als VerlÃ¤ngerung der bereits bestehenden Terrasse ausgestaltet werden. Diese rund 2 m breite Terrasse bzw. Plattform wÃ¤re nach Realisierung des streitigen Bauprojektes lÃ¤nger als die Nordwestfassade, weil sie Ã¼ber die beiden GebÃ¤udeecken vorspringt. Ein solcher Vorsprung kann von vornherein nicht mehr als <i>einzelner</i> Vorsprung qualifiziert werden. Als balkonÃ¤hnlicher Vorsprung wÃ¤re er schon deshalb unzulÃ¤ssig, weil er mehr als einen Drittel der FassadenlÃ¤nge einnimmt. Die Rechtsauffassung der Vorinstanz, der streitige Abstellplatz sei in Anwendung von § 260 Abs. 3 PBG bewilligungsfÃ¤hig, ist daher unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die bestehende Terrasse, an welche die Plattform fÃ¼r den Abstellplatz angehÃ¤ngt werden soll, erstreckt sich Ã¼ber rund die HÃ¤lfte der Nordwestfassade. Sie erfÃ¼llt damit als balkonÃ¤hnlicher Vorsprung die Voraussetzungen von § 260 Abs. 3 PBG zur Unterschreitung des Wegabstandes von 3,5 m (ebenfalls) nicht. Die Erweiterung dieser Terrasse stellt damit eine Ãnderung einer vorschriftswidrigen Baute dar, die nur unter den Voraussetzungen von § 357 Abs. 1 PBG bewilligt werden kann. Danach dÃ¼rfen bestehende Bauten und Anlagen, die Bauvorschriften widersprechen, umgebaut, erweitert und â sofern sie sich fÃ¼r eine zonengemÃ¤sse Nutzung nicht eignen â anderen Nutzungen zugefÃ¼hrt werden, wenn keine Ã¼berwiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen (Satz 1). FÃ¼r neue oder weitergehende Abweichungen von Vorschriften bleiben die erforderlichen Ausnahmebewilligungen vorbehalten (Satz 2).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts (RB 2002 Nr. 81 E. 2c = BEZ 2002 Nr. 20, auch zum Folgenden) stellt der seitliche Anbau an einen Bauteil, der bereits den einzuhaltenden Abstand unterschreitet, eine "weitergehende Abweichung" im Sinn von § 357 Abs. 1 Satz 2 PBG dar und bedarf daher einer <i>Ausnahmebewilligung</i>. Die Frage einer Ausnahmebewilligung wurde im bisherigen Baubewilligungsverfahren nicht geprÃ¼ft, vom privaten Beschwerdegegner in der Beschwerdeantwort indessen aufgeworfen. Dem Verwaltungsgericht steht es frei, die Frage der BewilligungsfÃ¤higkeit eines Baugesuchs auch unter rechtlichen Aspekten zu prÃ¼fen, welche von den Vorinstanzen nicht beachtet wurden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 7, § 63 N. 10). Die Parteien konnten sich zur Anwendbarkeit von § 220 PBG Ã¤ussern.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 220 PBG darf von Bauvorschriften im Einzelfall befreit werden, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint. Eine Ausnahmebewilligung bezweckt, im Einzelfall HÃ¤rten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren. Es geht mithin um offensichtlich ungewollte Wirkungen einer Vorschrift. Die Ausnahmebewilligung darf daher nicht dazu eingesetzt werden, generelle GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, die sich praktisch immer anfÃ¼hren liessen; auf diesem Weg wÃ¼rde das Gesetz abgeÃ¤ndert (BGE 117 Ib 134). Eine Ausnahmebewilligung darf nur unter der Voraussetzung "besonderer VerhÃ¤ltnisse" erteilt werden (RB 1981 Nr. 125 = BEZ 1981 Nr. 34; RB 1981 Nr. 126; RB 1985 Nr. 103 = BEZ 1986 Nr. 4; Erich Zimmerlin, Baugesetz des Kantons Aargau, 2. A., Aarau 1985, § 155 N. 1; Aldo Zaugg, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, 2. A., Bern 1995, Art. 26/27 N. 4 f.; Charlotte Good-Weinberger, Die Ausnahmebewilligung im Baurecht, insbesondere nach § 220 des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, ZÃ¼rich 1990, S. 102 ff.; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 17-14 ff.). Weil es um die Befreiung von einer baurechtlichen Norm geht, mÃ¼ssen die besonderen VerhÃ¤ltnisse baurechtlicher Natur sein, was zur Hauptsache im Fall einer ungÃ¼nstigen Form oder Beschaffenheit des BaugrundstÃ¼ckes oder aufgrund von Eigenheiten des Projektes zutrifft (Zimmerlin, § 155 N. 6, mit Hinweisen). Die Ausnahmebewilligung hat sich darauf zu beschrÃ¤nken, HÃ¤rten, Unbilligkeiten und UnzulÃ¤nglichkeiten der Allgemeinordnung zu verhÃ¼ten. Ob eine Ausnahmesituation im erwÃ¤hnten Sinn vorliegt, ist eine Rechtsfrage, die das Verwaltungsgericht frei Ã¼berprÃ¼ft (RB 1964 Nr. 28 = ZBl 66/1965, S. 176 = ZR 64 Nr. 185).</p> <p class="Urteilstext"><b>3.3.2 </b>Die Liegenschaft L-Strasse 05 des privaten Beschwerdegegners verfÃ¼gt lediglich Ã¼ber eine Einzelgarage. Weitere AbstellplÃ¤tze fÃ¼r Motorfahrzeuge sind auf dem GrundstÃ¼ck nicht vorhanden. Auf der L-Strasse selber besteht ein Ã¶ffentliches Parkverbot. Wie die vom BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich des vorinstanzlichen Referentenaugenscheins vom 11. September 2003 eingereichten Fotos belegen, sind die ParkiermÃ¶glichkeiten auf dem GrundstÃ¼ck des privaten Beschwerdegegners prekÃ¤r. Wenn â mangels anderer AbstellmÃ¶glichkeiten â auf der Zufahrt zur Garage ebenfalls Fahrzeuge abgestellt werden, behindern sich die Fahrzeuge gegenseitig und bedingen jeweils grÃ¶ssere UmparkiermanÃ¶ver. Der Bedarf des privaten Beschwerdegegners fÃ¼r einen zweiten Parkplatz ist offensichtlich und ausgewiesen. Dies entspricht auch Art. 4.2.1 BZO, welcher hier fÃ¼r das Einfamilienhaus des privaten Beschwerdegegners auf jeden Fall die Erstellung von zwei AbstellplÃ¤tzen vorschreibt.</p> <p class="Urteilstext">Das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 des privaten Beschwerdegegners weist eine starke Hanglage auf. Die Zufahrt zur bestehenden Einzelgarage ist topografisch bedingt ebenfalls steil. Eine sinnvolle zusÃ¤tzliche AbstellmÃ¶glichkeit fÃ¼r Motorfahrzeuge lÃ¤sst sich nur entweder bergseits der bestehenden privaten Zufahrt oder am geplanten Ort realisieren. Ein Abstellplatz bergseits wÃ¼rde indessen einen starken Einschnitt in den Hang mit umfangreichen StÃ¼tzmauern oder anderen Hangsicherungen voraussetzen. Ein solcher Abstellplatz hÃ¤tte nicht nur erhebliche Kosten zur Folge, sondern wÃ¤re wegen der notwendigen Sicherungsvorkehren auch einordnungsmÃ¤ssig unbefriedigend. DemgegenÃ¼ber ist die Einordnung des geplanten Abstellplatzes als Fortsetzung der bereits bestehenden Terrasse problemlos. Die gewÃ¤hlte LÃ¶sung ist sinnvoll, topografisch und durch die GrundstÃ¼cksform vorgegeben und erfÃ¼llt die erwÃ¤hnten Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung. Nachbarliche Interessen werden durch die geplante LÃ¶sung keine beeintrÃ¤chtigt. Die Gemeinde als GrundeigentÃ¼merin des Ã¶ffentlichen Fusswegs Kat.-Nr. 01 wie auch der EigentÃ¼mer der westlich des Fusswegs gelegenen Liegenschaft Kat.-Nr. 04 haben ihr EinverstÃ¤ndnis zum Baugesuch erteilt. Von einer "bedrohlichen Situation" fÃ¼r die Fusswegbenutzer kann nicht gesprochen werden. Das Bauprojekt steht auch einem allfÃ¤lligen Ausbau des Fusswegs nicht entgegen. Hinzu kommt, dass die Erstellung eines Parkplatzes an sich als Anlage nicht abstandspflichtig ist. Die Einhaltung eines Wegabstands ist hier allein deshalb erforderlich, weil der private Beschwerdegegner infolge der Steilheit des GelÃ¤ndes und zur Wahrung der BelichtungsverhÃ¤ltnisse im Untergeschoss eine Plattform erstellen muss. FÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer als EigentÃ¼mer der bergseits auf der gegenÃ¼berliegenden Strassenseite gelegenen Liegenschaft L-Strasse 06 ergeben sich â wenn Ã¼berhaupt â keine anderen oder intensiveren BeeintrÃ¤chtigungen durch den neuen Abstellplatz, als wenn dieser bergseits der privaten Zufahrt realisiert wÃ¼rde. Unter all diesen UmstÃ¤nden sind die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung fÃ¼r die <i>Unterschreitung des Wegabstands</i> durch den Abstellplatz zu bejahen. Das Baugesuch ist unter diesem Gesichtspunkt bewilligungsfÃ¤hig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss § 233 Abs. 1 in Verbindung mit § 234 PBG dÃ¼rfen Bauten und Anlagen nur auf GrundstÃ¼cken erstellt werden, die â nach Massgabe des Gesetzes (vgl. § 236 f. PBG) â erschlossen sind. Dies gilt laut § 233 Abs. 2 PBG auch fÃ¼r Umbauten oder NutzungsÃ¤nderungen, durch die von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen <i>wesentlich </i>abgewichen wird.</p> <p class="Urteilstext">Die Erstellung des zusÃ¤tzlichen Abstellplatzes stellt keine <i>wesentliche </i>Abweichung von den bisherigen VerhÃ¤ltnissen dar (vgl. nachfolgend, E. 4.6). Da die bisherige Zufahrt und Erschliessung des BaugrundstÃ¼cks unverÃ¤ndert bleiben, greifen demgemÃ¤ss die Anforderungen an die Erschliessung (§ 237 PBG) von vornherein nicht ein. Die EinwÃ¤nde des BeschwerdefÃ¼hrers, die Zufahrt sei sowohl hinsichtlich der GefÃ¤llsverhÃ¤ltnisse, der Einlenkerradien, der Sichtweiten und der Einhaltung der Regeln der Strassenverkehrsgesetzgebung ungenÃ¼gend, sind unbehelflich. Selbst wenn aber die bestehende Zufahrt mit Hinblick auf die Erschliessungsanforderungen von § 237 PBG zu Ã¼berprÃ¼fen wÃ¤re, erweist sich die angefochtene Baubewilligung aus den nachfolgenden GrÃ¼nden (E. 4.2â4.5) als bewilligungsfÃ¤hig.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>§ 236 Abs. 1 PBG verlangt unter dem Titel "Erschliessung", dass ein GrundstÃ¼ck fÃ¼r die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genÃ¼gend zugÃ¤nglich sein muss. Hinreichende ZugÃ¤nglichkeit bedingt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten und Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer (§ 237 Abs. 1 PBG). Zufahrten sollen fÃ¼r jedermann verkehrs­sicher sein. Der Regierungsrat erlÃ¤sst Ã¼ber die Anforderungen Normalien (§ 237 Abs. 2 PBG). Diese sind richtunggebend, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit Hinweisen auf frÃ¼here Entscheide).</p> <p class="Urteilstext">Bei der Beurteilung der hinreichenden strassenmÃ¤ssigen Erschliessung steht der Gemeinde ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu (RB 1986 Nr. 13). Dies gilt auch bei der PrÃ¼fung der Frage der Verkehrssicherheit (VGr, 18. Dezember 2001, VB.2001.00205). Dem Katalog der zulÃ¤ssigen Abweichungen in § 6 Abs. 2 Verkehrssicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 von den im Anhang dieser Verordnung geregelten technischen Anforderungen an Ausfahrten kommt keine abschliessende Bedeutung zu. Denn dies wÃ¼rde im Widerspruch zum genannten, der Gemeinde bei der Anwendung von § 237 Abs. 1 und 2 PBG zukommenden Ermessensspielraum stehen. Entsprechend hat das Verwaltungsgericht schon mehrmals entschieden, dass es sich (auch) beim Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung um Normalien handle, von denen allgemein gestÃ¼tzt auf § 360 Abs. 3 PBG abgewichen werden kÃ¶nne (VGr, 27. September 1988, VB 88/0078; zu § 11 Zugangsnormalien vom 9. Dezember 1987 vgl. RB 1988 Nr. 74 = BEZ 1988 Nr. 45). Das folgt letztlich auch aus § 237 Abs. 2 PBG, wonach der Regierungsrat Ã¼ber die Anforderungen (an Zufahrten) Normalien erlÃ¤sst.</p> <p class="Urteilstext">Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist von Gesetzes wegen eingeschrÃ¤nkt. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde kÃ¶nnen nur Rechtsverletzungen gerÃ¼gt werden (§ 50 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). Eine freie ErmessensÃ¼berprÃ¼fung steht dem Verwaltungsgericht nicht zu. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>WÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren noch geltend machte, die Einlenkerradien seien ungenÃ¼gend, gesteht er nunmehr vor Verwaltungsgericht ein, dass solche vorhanden seien. Der talseitige Einlenkerradius beschlage jedoch den Ã¶ffentlichen Fussweg Kat.-Nr. 03 und das NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 04, ohne die erforderliche rechtliche Sicherung aufzuweisen. Eine weitergehende rechtliche Sicherung ist vorliegend indessen nicht erforderlich. Soweit der Einlenker Ã¶ffentlichen Grund (Fussweg) beansprucht, genÃ¼gt die Bewilligung der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde; eine dienstbarkeitsrechtliche Sicherung ist weder erforderlich noch Ã¼blich. Von einer solchen kann vorliegend auch insofern abgesehen werden, als der Einlenker die benachbarte Parzelle Kat.-Nr. 04 lediglich geringfÃ¼gig beansprucht. Diese Beanspruchung besteht zudem schon seit langem und der GrundeigentÃ¼mer hat dem streitigen Baugesuch schriftlich zugestimmt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Was die bestehende Ausfahrt betrifft, so Ã¼berschreitet diese unbestrittenermassen die maximal erlaubte Neigung von 5 % innerhalb von 6 m ab der Strassengrenze und wohl auch den maximal zulÃ¤ssigen GefÃ¤llsbruch an der Strassengrenze von 6 % gemÃ¤ss Anhang der Verkehrssicherheitsverordnung. Wie die Baurekurskommission aufgrund der Sachverhaltsfeststellungen anlÃ¤sslich des Augenscheins festgehalten hat, ist aber das GefÃ¤lle nicht Quelle einer grossen zusÃ¤tzlichen Gefahr, zumal die Ausfahrt offenbar auch nie zu einem Unfall gefÃ¼hrt habe. Es kommt hinzu, dass die Ausfahrt auf der Aussenseite einer Kurve liegt, welche ohnehin eine langsame Fahrweise verlangt, und dass die SichtverhÃ¤ltnisse dort nicht ungenÃ¼gend sind. Diese EinschÃ¤tzung deckt sich mit jener der Ã¶rtlichen BaubewilligungsbehÃ¶rde. Wenn Letztere unter diesen UmstÃ¤nden die Voraussetzungen fÃ¼r ein Abweichen von den Ã¼blicherweise geltenden Vorgaben gemÃ¤ss Anhang der Verkehrssicherheitsverordnung als erfÃ¼llt betrachtete, so hat sie den ihr hierbei zustehenden Ermessenspielraum nicht Ã¼berschritten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Entgegen den AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers untersagt die eidgenÃ¶ssische Strassenverkehrsgesetzgebung, insbesondere Art. 17 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962 (VRV), nicht das RÃ¼ckwÃ¤rtsfahren in die Einfahrt zur Liegenschaft L-Strasse 05. Art. 17 Abs. 1 VRV verlangt den Beizug einer Hilfsperson bei "Fahrzeugen mit beschrÃ¤nkter Sicht nach hinten", also bei Lastwagen und Ãhnlichem. Art. 17 Abs. 2 VRV untersagt das RÃ¼ckwÃ¤rtsfahren Ã¼ber BahnÃ¼bergÃ¤nge und unÃ¼bersichtliche Strassenverzweigungen, was vorliegend auch nicht der Fall ist. Art. 17 Abs. 3 VRV regelt schliesslich das Verhalten beim RÃ¼ckwÃ¤rtsfahren auf unÃ¼bersichtlichen Strassen oder Ã¼ber lÃ¤ngere Strecken und erlaubt dies somit grundsÃ¤tzlich. Zurecht weist zudem der private Beschwerdegegner darauf hin, dass der geplante Abstellplatz die Situation verbessern wÃ¼rde, weil dann WendemanÃ¶ver auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 selber mÃ¶glich sind, wÃ¤hrend heute keine Wen­demÃ¶glichkeit besteht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>GemÃ¤ss § 357 Abs. 4 PBG kann die baurechtliche Bewilligung verlangen, dass Verbesserungen gegenÃ¼ber dem bestehenden Zustand vorgenommen werden, die im Ã¶ffentlichen Interesse liegen und nach den UmstÃ¤nden zumutbar sind. Die Baurekurskommission hat die BewilligungsfÃ¤higkeit des geplanten Abstellplatzes im Hinblick auf die bestehende Ausfahrt nicht unter dem Aspekt dieser gesetzlichen Bestandesgarantie geprÃ¼ft, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer eine neue und weitergehende Abweichung von den Vorschriften der Verkehrssicherheit vorbringt. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer gerÃ¼gten GefÃ¤llsverhÃ¤ltnisse und Sichtweiten Ã¤ndern sich indessen mit der Realisierung des Abstellplatzes nicht. Wie die Rekurskommission zu Recht ausgefÃ¼hrt hat, wird mit der zusÃ¤tzlichen Parkiergelegenheit kaum Mehrverkehr gegenÃ¼ber dem jetzigen Zustand entstehen. Durch die Freihaltung der Zufahrt ist vielmehr eine Verbesserung der VerkehrsverhÃ¤ltnisse zu erwarten, indem auf dem GrundstÃ¼ck L-Strasse 05 selber eine WendemÃ¶glichkeit geschaffen wird und in Zukunft weniger UmparkiermanÃ¶ver anfallen dÃ¼rften, um die Garage oder Zufahrt freizu­machen. Der Abstellplatz kann als massvolle und nach § 357 Abs. 1 PBG zulÃ¤ssige Erweiterung qualifiziert werden und ist auch unter diesem Gesichtspunkt bewilligungsfÃ¤hig.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm von vornherein nicht zu. Hingegen ist er in Anwendung von § 17 Abs. 2 lit. a und b VRG zu verpflichten, dem privaten Beschwerdegegner fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine UmtriebsentschÃ¤digung zu bezahlen. Soweit Letzterer eine ParteientschÃ¤digung auch fÃ¼r das Rekursverfahren fordert, ist auf seinen Antrag nicht einzutreten, da er den Rekursentscheid nicht innert Frist angefochten hat und das Verwaltungsrechtspflegegesetz die MÃ¶glichkeit einer Anschlussbeschwerde nicht vorsieht. FÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) angemessen.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'210.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird verpflichtet, dem privaten Beschwerdegegner eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung anâ¦</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>