B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4190/2010/mes/wam U r t e i l v o m 1 0 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Gerichtsschreiber Marc Wälti. Parteien X._______, vertreten durch Y._______, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Verfügung vom 29. April 2010. C-4190/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 18. März 2005 stellte die am _______1985 geborene, in Frankreich wohnhafte Schweizer Bürgerin sowie Grenzgängerin X._______ (im Fol- genden: Beschwerdeführerin) bei der IV -Stelle Z.________ (im Folge n- den: IV-Stelle Z._______) ein Gesuch um Leistungen der schweizer i- schen Invalidenversicherung (IV; vgl. act. 1 und 2). Dieses Leistungsg e- such wies die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ( im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz) mit der den Vorbescheid der IV-Stelle Z._______ vom 5. November 2009 (act. 60) im Wesentlichen bestätigenden Verfügung vom 29. April 2010 mangels Vorliegens einer rentenanspruchsbegründenden Invalidität ab (vgl. act. 77). B. In ihrer Beschwerde vom 9. Juni 2010 (Postaufgabe) beantragte die B e- schwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss, die Ver- fügung der Vorinstanz vom 29. April 2010 sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente in gesetzlicher Höhe zuzusprechen. Infolge ihrer Lei- den sei sie nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit auszuüben. C. Mit Vernehmlassung vom 25. August 2010 beantragte die Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestät i- gen. Zur Begründung verwies sie auf die Stellungnahme der IV-Stelle Z._______ vom 18. August 2010, wonach die Beschwerdeführerin bei ei- nem Invaliditätsgrad von 30% keinen Anspruch auf eine IV-Rente habe. D. Den mit Zwischenverfügung vom 1. September 2010 einverlangten Ve r- fahrenskostenvorschuss von Fr. 400.- leistete die Beschwerdeführerin am 30. September 2010. E. In ihrer Replik vom 24. September 2010 bestätigte die Beschwerdeführe- rin ihre Rechtsbegehren sowie im Wesentlichen deren bisherige Begrü n- dung. F. Mit Verweis auf die Stellungnahme der IV -Stelle Z._______ vom 25. N o- vember 2010 bestä tigte auch die Vorinstanz in der Duplik vom 30. N o- vember 2010 ihren Antrag sowie im Wesentlichen dessen Begründung. C-4190/2010 Seite 3 G. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2010 wurde der Schriftenwechsel g e- schlossen. H. Am 28. Dezember 2012 überwies die Vorinstanz dem Bundesver - waltungsgericht ein an die IV-Stelle Z._______ gerichtetes Schreiben der Beschwerdeführerin vom 11. November 2012, in dem sie ihre Rechtsbe- gehren bekräftigte und eine Begutachtung ihres Gesundheitszustandes durch einen Facharzt beantragte , sowie ein en Bericht von Dr. med. B._______ vom 19. November 2012, wonach eine solche Begutachtung von einem Facharzt für Psychiatrie oder Psychosoma tische Medizin "vor Ort" durchzuführen sei. I. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten U n- terlagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Zu beurteilen ist die Beschwerde vom 9. Juni 2010 gegen die Verfügung vom 29. April 2010, mit der die Vorinstanz das Leistu ngsgesuch der B e- schwerdeführerin vom 18. März 2005 mangels rentenanspruchsbegrün- dender Invalidität abgewiesen hat. 1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We- sentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2006 über d as Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundes - gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021 [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. d bis VwVG]). Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Verfah- rensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be - schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie C-4190/2010 Seite 4 vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannte n Behörden. Zu diesen gehört auch die IVSTA, die mit Verfügungen über Leistungsgesuche befindet (vgl. Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde zuständig. 1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesver - waltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an d eren Aufhebung oder Änderung hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teil - genommen. Als Verfügungsadressatin ist sie durch die angefochtene Ver- fügung, welche ihr laut Bestätigung der schwe izerischen Post vom 23. Juni 2010 am 21. Mai 2010 eröffnet worden ist, besonders berührt und hat sie an der Aufhebung bzw. Änderung dieses Verwaltungsaktes ein schutzwürdiges Interesse. Nachdem auch der Verfahrenskostenvo r- schuss innert Frist geleistet worden ist, kann auf die form - und fristg e- recht eingereichte Beschwerde eingetreten werden (vgl. Art. 60 Abs. 1 ATSG, Art. 21 Abs. 3, 52 Abs. 1 und 63 Abs. 4 VwVG). 2. Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann gerügt we r- den, die vorinstanzliche Verfügung verletze Bundesrecht (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer u n- richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts oder sei unangemessen (vgl. Art. 49 VwVG). 2.1 Das Bundesverwaltun gsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG). Im Rahmen seiner Kognition (vgl. Art. 49 VwVG) kann es die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den ange - fochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungs- rechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 2.2 Die Beschwerdeführerin ist Schweizer Bürgerin. Demnach beurteilt sich die vorliegend streitige Frage, ob ihr Leistungsgesuch von der Vorin-C-4190/2010 Seite 5 stanz zu Recht abgewiesen wurde, aufgrund schweizerischer Rechtsvor- schriften. Ferner besteht für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen ausländischer Versich e- rungsträger, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und A n- spruchsbeginn (vgl. BGE 130 V 253 E.4 und AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausl and stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigung des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundes- gericht] vom 11. Dezember 1981 i.S. D.; zum Grundsatz der freien B e- weiswürdigung vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 2.3 In zeit licher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass Rechts - und Sachverhaltsänderungen, die nach dem massgebenden Zeitpunkt des Er- lasses der streitigen Verfügung ( hier: 29. April 2010) eintraten, im vorli e- genden Verfahren grundsätzlich nicht zu berücksichtigen sind (vgl. BGE 130 V 329 sowie BGE 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). Allerdings kö n- nen Tatsachen, die den Sachverhalt seither verändert haben, unter U m- ständen Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). 2.4 Die Sache beurteilt sich nach denjenigen materiellen Rechtssätzen, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Ge l- tung hatten (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften An - wendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. April 2010 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zei t- punkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung eines allenfalls früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (für das IVG: ab dem 1. Januar 2003 in der Fassun g vom 6. Oktober 2000 [AS 2002 3371 und 3453]; ab dem 1. Januar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Okto ber 2006 [AS 2007 5129; 5. IV - Revision]; zudem die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Inval i- denversicherung [IVV, SR 831.201] in den entsprechenden Fassungen der 3., 4. und 5. IV -Revision). Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fassung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). C-4190/2010 Seite 6 Ferner sind das ATSG und die Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeitsun - fähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7) und der Invalidität (Art. 8) entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung zur Invalidenvers i- cherung entwickelten Begriffen und Grundsätzen (vgl. BGE 130 V 3 43 E. 3.1 ff.). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten der 5. IV -Revision nichts geändert, weshalb im Folgenden auf die dortigen Begriffsbestimmungen verwiesen wird. 3. Im Folgenden werden für die Beurteilung der Streitsache wesentliche B e- stimmungen des Invalidenversicherungsrechts und von der Rechtspr e- chung dazu entwickelte Grundsätze dargestellt. 3.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente der IV hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Mindestbeitragsdauer (vgl. Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fa ssung [Beitragsdauer 1 Jahr] und der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung [Beitragsdauer 3 Jahre]) Beiträge an die die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat. Anspruch auf eine ausse r- ordentliche Rente haben hingegen Schweizer Bürger mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die während der gleichen Zahl von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber keine ordentliche Rente zusteht, weil sie bis zur Entstehung des Renten- anspruchs nicht während eines vollen Jahres der Beitragspflicht unte r- stellt gewesen sind (vgl. Art. 39 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 42 Abs. 1 erster Satz des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters - und Hinterlassenenversicherung [AHVG, SR 831.10]). Versicherte – als solche gelten insbesondere Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und/oder Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (vgl. Art. 1 a Abs. 1 Bst. a und b AHVG) – sind beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbstätigk eit ausüben. Erwerbstätige Kinder sind in- dessen bis zum 31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 17. Alters- jahr zurückgelegt haben, von der Beitragspflicht befreit. Für Nichterwerbs- tätige beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres (vgl. Art. 2 IVG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 und 2 Bst. a AHVG). C-4190/2010 Seite 7 3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern - de, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Nach Art. 4 IVG kann die Invalidität Folge von Geburtsgebrechen, Krank - heit oder Unfall sein (Abs. 1); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Abs. 2). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach medizinischen Kriterien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4a und BGE 102 V 165). Dabei sind die Erwerbs - bzw. Arbeits- möglichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bzw. in der bisherigen Tätigkeit sondern, wenn erforderlich, auch in zumutbaren andern Tätigkei- ten zu prüfen. Der Invaliditätsgrad ist also grundsätzl ich nach wirtschaftli- chen und nicht nach medizinischen Grundsätzen zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es somit einzig auf die objektiven wir t- schaftlichen Folgen einer funktionellen Behinderung an, und nicht allein auf den ärztlich festge legten Grad der funktionellen Einschränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459). Trotzdem ist die Verwaltung – und im Beschwerdeverfahren das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeit s- unfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (vgl. BGE 115 V 133 E. 2 und BGE 114 V 310 E. 3c, je mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c). E i- ne zumutbare Arbeitsmöglichkeit (sog. leidensangepasste Ve rweisungs- tätigkeit; vgl. ZAK 1986 S. 204 f.) hat sich der Versicherte infolge seiner Schadenminderungspflicht anrechnen zu lassen (vgl. BGE 113 V 22 E. 4a und BGE 111 V 235 E. 2a, je mit Hinweisen). Die rein wirtschaftlichen und rechtlichen Beurteilungen, insbesondere in Zusammenhang mit der B e- stimmung der Erwerbsfähigkeit, obliegen dagegen der Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht. Für den Beweiswert eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitig en Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten C-4190/2010 Seite 8 (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet, und ob die Schlussfolgeru n- gen der Experten begr ündet und in sich widerspruchsfrei sind. Auch auf Beurteilungen versicherungsinterner Ärzte der Vorinstanz oder von Ärzten eines regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) darf nur abgestellt werden, sofern sie diesen beweisrechtlichen Anforderungen genügen (vgl. zum Ganzen auch die Urteile des Bundesgerichts 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. No vember 2007 E.3.1.1 sowie BGE 125 V 351 E. 3.a und E. 3b/ee, je mit Hinweisen). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig g ewe- senen Fassung bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mi n- destens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente , bei einem Invalidität s- grad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem solchen von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entsprechen, werden jedoch nur an Versicherte aus gerichtet, die Wohnsitz und ge - wöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben (vgl. Art. 28 Abs. 1ter erster Satz IVG in den bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassu n- gen bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung), was laut Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraus - setzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine – vorliegend zutref- fende – Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der Europäischen Gemeinschaft (EU), denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente aus - gerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben. 3.4 Der Rentenanspruch entsteht frühestens in jenem Zeitpunkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerb sunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder während eines Jahres (Wartezeit) ohne wesent- lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig und hernach mindestens im gleichen Grad erwerbsunfähig bzw. invalide g e- wesen ist. Die Rente wird frühes tens von jenem Monat an ausgerichtet , der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (vgl. Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG in den bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassungen sowie Urteile des Bundesgerichts 9C_882/ 2009 vom 1. April 2010 E. 5.2 und 9C_718/2008 vom 2. Dezember 2008 E. 4. 1.1, je mit Hinweisen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab dem 1. Janu ar 2008 geltenden Fassung haben jene Vers i-C-4190/2010 Seite 9 cherten Anspruch auf eine Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf gabenbereich zu betätig en, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres (Wartezeit) o h- ne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40% arbeit s- unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 Abs. 1 ATSG) sind (Bst. b und c). Weiter ist zu beachten, dass nach Art. 48 Abs. 2 IVG (in der bis Ende 2007 in Kraft gestandenen Fassung) Rentenleistungen für die zwölf d er Anmeldung zum Leistungsbezug vorangehenden Monate und die folge n- de Zeit ausgerichtet werden können. Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit dem 1. Januar 2008 [5. IV -Revision] geltenden Fassung) entsteht der Rentenanspruch hingegen frühestens sechs Monate nach Geltend - machung des Leistungsanspruchs gemäss Art. 29 Abs. 1 ATSG bzw. nach der Anmeldung zum Leistungsbezug, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (vgl. zur übergangsrecht- lichen Situation in Fällen, in denen di e einjährige gesetzliche Wartezeit vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann, das zur Publikation vorge - sehene Urteil des Bundesgerichts 9C_562/2012 vom 18. Oktober 2012 E. 3.2). 4. Vorliegend ist unter den Parteien umstritten und im Folgenden in Würd i- gung der relevanten Dokumente zu beurteilen, ob die Vorinstanz das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 18. März 2005 zu Recht mangels anspruchsbegründender Invalidität abgewiesen hat. 4.1 Die angefochtene Verfügung vom 29. April 2010 beruht im Wesentli- chen auf den Stellungnahmen des regionalen ärztlichen Dienst Z.______ (im Folgenden: RAD; Dres. med. C._______ und D._______) aus der Zeit vom 29. November 2006 bis zum 12. März 2010 (vgl. act. 17, 20, 22, 37, 58, 59 und 73). Dem RAD lagen fachärztliche Berichte a us der Zeitspan- ne vom 6. Juni 2003 bis zum 16. Februar 2010 (vgl. act. 4, 12, 16, 40 S. 2 bis 4, 55 S. 2 bis 6 , 57 S. 2 bis 6 und 72) sowie insbesondere ein rheu- matologisches Gutachten von Dr. med. F._______ vom 8. Mai 2007 (act. 21) und ein psychiatrisches Gutachten von Dr. med. D._______ vom 28. August 2008 (act. 44; vgl. auch act. 43 und 49) vor. Als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte Dr. med. F._______ unter anderem eine generalisierte Fibromyalgie mit B e-C-4190/2010 Seite 10 gleit-Myofascialgie der Hals- und Gesichtsmuskulatur vom reaktiven Typ. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine primäre Spondylolisthesis L5 gegenüber S1 bei Spondylolyse L5 bei d- seits (Grad I bis II) sowie ein belastungsabhängiges lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne sichere neurologische Reizsymptomatik oder sensomotorische Defizite an (vgl. act. 21 S. 11 f.). Im Wesentlichen führte er aus, infolge dieser zwei zuletzt genannten Leiden sei die Beschwerde- führerin ab September 2004, spätestens jedoch seit dem 1. Januar 2005 sowohl "in ihrem angestammten Beruf als Hundecoiffeuse" als auch in anderen Erwerbstätigkeiten zu 10% bis 20% arbeitsunfähig (vgl. act. 21 S. 13 f.). Dieses rheumatologische Leistungskalkül erachtete der RAD (Dr. med. C._______) am 23. Mai 2007 als zuverlässig (vgl. act. 22). Dr. med. D._______ führte in seinem psychiatrischen Gutachten als Diagno- sen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sodann eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD -10-Code F 33.0) sowie eine abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung (ICD -10- Code F 60.7) an. S inngemäss gelangte er zum Schluss, infolge dieser Leiden sei die Beschwerdefüherin spätestens seit dem Jahre 2008 zu 20% bis 40% in ihrer Leistungsfähigkeit vermin dert (vgl. act. 44 S. 6 f. ). Der RAD bestätigte dieses psychiatrische Leistungskalkül. Auch die psy- chiatrischen Berichte von Dr. med. G._______ vom 14. August 2009 und 16. Februar 2010 (act. 72) seien nicht geeignet, an demselben etwas zu ändern (vgl. act. 58, 59 und 73). 4.2 Vorab ist zu den Stellungnahmen des RAD festzuhalten, dass die ge- sundheitliche Situation sowie der daraus resultierende Grad der Arbeit s- unfähigkeit beim Zusammentreffen verschiedener Gesundheitsbeei n- trächtigungen – wie vorliegend orthopädis cher, rheumatologischer und psychischer Leiden – jeweils aufgrund einer sämtliche Behinderungen umfassenden fachärztlichen Gesamtbeurteilung zu bestimmen sind (vgl. Urteil des EVG I 850/02 vom 3. März 2003, E. 6.4.1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 137 V 210 E . 1.2.1). Die medizinischen Akten, namentlich ebenso der im vorliegenden Verfahren nachgereichte fachärztliche B e- richt von Dr. med. B._______ vom 19. November 2012 (vgl. lit. H hiervor), beinhalten indessen keine multidisziplinäre Gesamtbeurteilung im Sinn e der Praxis. Insbesondere sind die vom RAD hauptsächlich gewürdigten Gutachten der Dres. med. F._______ und D._______ klarerweise als mo- nodisziplinäre Expertisen zu qualifizieren. Hinzu kommt, dass auch den – alleine auf einer Aktenwürdigung beruhenden – Stellungnahmen des RAD keine bzw. keine nachvollziehbaren Ausführungen zu den Auswirkungen sämtlicher relevanter Leiden auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefü h-C-4190/2010 Seite 11 rerin entnommen werden können. Vielmehr hat der RAD sinngemäss ein- zig festgehalten, die monodisziplinären Leistungskalküle der Dres. med. F._______ und D._______ seien zuverlässig und zutreffend. Sein der an- gefochtenen Verfügung zugrunde liegendes Leistungskalkül beruht dem- nach auf einer unvollständigen Würdigung unzulänglicher medizinischer Akten. Bereits mangels einer sämtliche relevanten Beschwerden umfa s- senden medizinischen Gesamtbeurteilung ist es dem Bundesverwa l- tungsgericht nicht möglich, mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. hierzu BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen) zu beurteilen, ob und gegebenenfalls ab wann genau und in welchem Ausmass bei der Beschwerdeführerin eine rentenanspruchsbegründende Invalidität eingetreten ist. 4.3 Weiter ist mit Blick auf die ve rsicherungsmässigen Anspruchsvoraus- setzungen (vgl. E. 3.1 hiervor) festzuhalten, dass die am 1. Januar 1985 geborene Beschwerdeführerin vom 2. Oktober 2000 bis am 15. August 2002 in der Schweiz Erwerbstätigkeiten ausübte (vgl. act. 1 S. 5, 3, 8 S. 2); also während einer Zeitspanne , in der sie der Beitragspflicht noch nicht unterstellt war. Aufgrund der Akten ist zudem davon auszugehen, dass sie im Jahre 2002 in der Schweiz eine Lehre als Hundecoiffeuse begann. Die in Zusammenhang mit den versicherungsmässigen A n- spruchsvoraussetzungen relevanten Fragen, o b sie diese Lehre im Au- gust 2003 oder 2004 abbrach und wie lange sie ab dem 1. Januar 2003 – dem Zeitpunkt des Beginns ihrer Beitragspflicht als Erwerbstätige – Bei- träge an die AHV/IV geleistet hat, lassen sich aber angesichts divergie- render Angaben in den Akten zum Zeitpunkt des Lehrabbruchs sowie mangels eines Auszugs aus dem individuellen Konto nicht zuverlässig beantworten (vgl. act. 1 S. 4 f., 4 S. 6, 4 S. 7, 7 S. 1, 8 S. 1, 21 S. 4, 25 S. 1, 26, 28 und 30). Hinzu kommt, dass den Akten auch nicht entnommen werden kann, seit wann die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz in Fran k- reich hat. Ob sie im Zeitpunkt des frühestmöglichen hypothetischen A n- spruchbeginns (vgl. E. 3.4 hiervor) die versicherungsmässigen Vorau s- setzungen für den Anspruch auf eine ordentliche oder ausserordentliche Invalidenrente erfüllt hat , lässt sich demnach aufgrund der Akten ebe n- falls nicht bzw. nicht zuverlässig beurteilen. 5. Im Ergebnis ist erstellt, dass im vorinstanzlichen Verfahren infolge unvoll- ständiger Feststellung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts sowie ungenügender Abklärung der versicherungsmässigen Renten - anspruchsvoraussetzungen (vgl. Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) C-4190/2010 Seite 12 entscheidwesentliche Aspekte vollständig ungeklärt geb lieben sind. Von der Einholung eines Gerichtsgutachtens oder Erhebung anderer Bewei s- massnahmen ist daher abzusehen, die angefochtene Verfügung aufz u- heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. zur Rüc k- weisung BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die Vorinstanz ist anzuweisen unter Berücksichtigung sämtlicher akte n- kundiger ärztlicher Beurteilungen eine multidisziplinäre fachärztliche B e- gutachtung (insbesondere in orthopädischer, rheumatologischer und psy- chiatrischer Hinsicht) des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin sowie von dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorzunehmen und die versicherungsmässigen Voraussetzungen für eine ordentliche oder ausserordentliche Rente abzuklären . Anschliessend hat die Vori n- stanz neu zu verfügen (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG). 6. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten sowie eine allfällige Parteientschädigung. 6.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der b e- schwerdeführenden Partei gilt, sind keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG; BGE 132 V 215 E.6.1). Der bereits ge- leistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400. - ist der Beschwerde - führerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urte ils zurückzu- erstatten. 6.2 Aufgrund der Akten steht fest, dass der Beschwerdeführerin i m vorliegenden Verfahren nur verhältnismässig geringe Kosten entstan - den sind. Von der Zusprechung einer Parteientschädigung ist daher abzusehen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 4 des Re - glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). C-4190/2010 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die Verfügung vom 29. April 2010 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zurück g e- wiesen wird, damit sie die erforderlichen zusätzlichen Abklärungen und Beurteilungen im Sinne von Erwägung 5 vornehme und anschliessend neu verfüge. Weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Ve r- fahrenskostenvorschuss von Fr. 400. - wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Stefan Mesmer Marc Wälti C-4190/2010 Seite 14 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizul e- gen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: