<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00112</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222044&amp;W10_KEY=13013468&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00112</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.01.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Wasserbau (Hochwasserschutz/Projektfestsetzung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wasserbau (Hochwasserschutz/Projektfestsetzung). [Hochwasserentlastungsstollen von Rütiboden (Einbaulaufwerk von der Sihl) bis nach Thalwil (Auslaufbauwerk in den Zürichsee)]. Vorliegend ist seitens des Verwaltungsgerichts auch die Angemessenheit der Projektfestsetzung zu überprüfen, wobei es sich insofern eine gewisse Zurückhaltung auferlegen darf, als es bei der Projektierung um spezifisch technische Fragen geht. Spezifische Ermessensregeln gelten sodann, wenn - wie hier - im Zusammenhang mit der Realisierung eines Bauwerks Planungsvarianten zu prüfen sind (E. 2). Das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers wurde vom Beschwerdegegner nicht verletzt (E. 3). Die Pflicht zur ausreichenden Koordination gilt nur jeweils in Bezug auf ein einzelnes Bauvorhaben, das Bewilligungen verschiedener Behörden bedarf, nicht aber für mehrere, voneinander getrennte oder jedenfalls voneinander trennbare Bauvorhaben. Vorliegend legt der Beschwerdeführer nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, inwiefern zwischen dem umstrittenen Auslaufbauwerk und der ARA sowie den weiteren benachbarten Bauvorhaben ein betrieblicher und funktioneller Zusammenhang bestehen könnte, der derart eng ist, dass er eine Pflicht zur formellen und materiellen Koordination begründen würde (E. 4.3 f.). Vor dem Hintergrund des Zweckmässigkeitsgrundsatzes muss sich das Gemeinwesen in der Regel nicht mit der Einräumung eines Baurechts oder einer Dienstbarkeit begnügen, wenn es ein öffentliches Werk erstellt, sondern darf das erforderliche Grundeigentum vollständig enteignen (E. 6.3). Aufgrund der der Variantenwahl zugrundeliegenden Fachabklärungen sind keine triftigen Gründe ersichtlich, um von der Beurteilung des Beschwerdegegners abzuweichen bzw. dessen technisches Ermessen nicht zu respektieren. Der für die Erstellung des Auslaufbauwerks vorgesehene Ort ist nicht zu beanstanden (E 7.3). Der Beschwerdegegner durfte das Auslaufbauwerk so positionieren, dass eine Teilfläche des Grundstücks des Beschwerdeführers dauerhaft beansprucht wird. Der Treppenzugang zum Be-/Entlüftungsschacht der Toskammer für den Betrieb des Hochwasserstollens ist erforderlich, und der geplante Standort und die geplante Dimensionierung sind zweckmässig (E. 8). Die angeordnete Abtretung der Landfläche ist ein erforderlicher und zumutbarer Eingriff in das Grundeigentum des Beschwerdeführers (E. 9). Was die Notwendigkeit einer vorübergehenden Landbeanspruchung betrifft, gelten die gleichen Grundsätze wie in Bezug auf die Notwendigkeit einer definitiven Abtretung: Eigentumseingriffe müssen sich nicht auf das absolute Minimum beschränken, sondern dürfen sich auf alles erstrecken, was für die Realisierung des öffentlichen Werks zweckmässig ist bzw. was für die ordnungsgemässe Durchführung des Werks erforderlich erscheint. Eine vorübergehende Landbeanspruchung rechtfertigt sich insbesondere in Bezug auf jene Grundstücksflächen, auf deren Beanspruchung während der Bauzeit eines im öffentlichen Interesse stehenden Werks nicht oder nicht ohne unverhältnismässigen Mehraufwand verzichtet werden kann. Angesichts der relativ geringfügigen privaten Interessen, die der vorübergehenden Landbeanspruchung entgegenstehen, erweist sich der auf die Bauphase beschränkte Eigentumseingriff als zulässig (E. 10, namentlich E. 10.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANGEMESSENHEITSPRÃFUNG">ANGEMESSENHEITSPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENTUMSBESCHRÃNKUNG">EIGENTUMSBESCHRÃNKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTEIGNUNG">ENTEIGNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOCHWASSERSCHUTZ">HOCHWASSERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONEN">IMMISSIONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOGNITION">KOGNITION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOORDINATIONSGEBOT">KOORDINATIONSGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOORDINATIONSPFLICHT">KOORDINATIONSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LANDABTRETUNG">LANDABTRETUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHES INTERESSE">ÃFFENTLICHES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERNUTZUNGSPLAN">SONDERNUTZUNGSPLAN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: SONDERNUTZUNGSPLÃNE">SONDERNUTZUNGSPLÃNE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TOSKAMMER">TOSKAMMER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG">VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORÃBERGEHENDE LANDBEANSPRUCHUNG">VORÃBERGEHENDE LANDBEANSPRUCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WASSERBAUPROJEKT">WASSERBAUPROJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWECKMÃSSIGKEIT">ZWECKMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 7 AbtrG</span><br/><span class="ungerade">§ 10 AbtrG</span><br/><span class="gerade">§ 23 AbtrG</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 Abs. I BVV</span><br/><span class="gerade">§ 319 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 Abs. II RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 33 Abs. III lit. b RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 18a Abs. II WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="gerade">§ 18a Abs. IV WasserwirtschaftsG</span><br/><span class="ungerade">§ 78a Abs. II WasserwirtschaftsG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=55660" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00112</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">13. Januar 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Ersatzrichter Kaspar PlÃ¼ss, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A,<b> </b>vertreten durch RA B, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich,<b> </b></p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Wasserbau (Hochwasserschutz/Projektfestsetzung),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach einem grossen, mit Ãberschwemmungen verbundenen Unwetter im Jahr 2005 unternahm der Kanton ZÃ¼rich Anstrengungen, um den Hochwasserschutz zu verstÃ¤rken. 2007 wurden erste AbklÃ¤rungen getÃ¤tigt zur MÃ¶glichkeit der Erstellung eines Entlastungsstollens zwischen der Sihl und dem ZÃ¼richsee. 2010 wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt. 2017 hielt der Regierungsrat in einem Grundsatzentscheid fest, dass ein Sihlhochwasser-Entlastungsstollen erstellt werden solle. </p> <p class="Urteilstext">Vom 5. April bis 10. Mai 2019 legte der Regierungsrat die PlÃ¤ne zu einem Projekt Ã¶ffentlich auf, das einen rund 2 km langen Hochwasserentlastungsstollen mit einem Innendurchmesser von 6,6 m von RÃ¼tiboden (Einbaulaufwerk von der Sihl) bis nach Thalwil (Auslaufbauwerk in den ZÃ¼richsee) vorsieht. Das Auslaufbauwerk in Thalwil besteht gemÃ¤ss den ProjektplÃ¤nen aus der sogenannten Toskammer, dem Rechteckkanal und dem MÃ¼ndungsbauwerk. Die Toskammer â der sichtbare Teil des Auslaufbauwerks â dient dazu, die Geschwindigkeitsenergie des aus dem Entlastungsstollen eintreffenden Wassers zu verringern, damit der Seegrund vor dem eintretenden Wasser mÃ¶glichst geschont werden kann. Die Toskammer soll grÃ¶sstenteils auf dem GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg realisiert werden (Kat.-Nr. 01; Landerwerb von ca. 703 m<sup>2</sup>). Beim angrenzenden GrundstÃ¼ck von A (Kat.-Nr. 02; C-Strasse 03) ist aufgrund der Erstellung der Toskammer eine definitive Landabtretung von ca. 23 m<sup>2</sup> und eine vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung von ca. 105 m<sup>2</sup> vorgesehen. WÃ¤hrend der vom Regierungsrat gewÃ¤hrten Einsprachefrist gingen 24 Einsprachen ein, darunter auch eine Einsprache von A. </p> <p class="Urteilstext">Am 16. Dezember 2020 beschloss der Regierungsrat â soweit hier von Bedeutung â, (I.) das bereinigte Auflageprojekt fÃ¼r die Hochwasserschutzmassnahme "Entlastungsstollen Thalwil" werde gemÃ¤ss § 18 WWG [Wasserwirtschaftsgesetz] festgesetzt; II. mit der Festsetzung wÃ¼rden die baurechtliche Bewilligung und das Enteignungsrecht erteilt; IV. die gegen das AusfÃ¼hrungsprojekt eingereichten Einsprachen wÃ¼rden im Sinn der ErwÃ¤gungen abgewiesen, soweit auf sie eingetreten werde und soweit sie nicht ausdrÃ¼cklich gutgeheissen wÃ¼rden; V. in Bezug auf die enteignungsrechtlichen [EntschÃ¤digungs-]AnsprÃ¼che wÃ¼rden die Einsprechenden in das Enteignungsverfahren verwiesen (RRB-Nr. 04). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Gegen diesen Beschluss erhob A am 9. Februar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Er beantragte, Disp.-Ziff. I, II, IV und V des Regierungsratsbeschlusses vom 16. Dezember 2020 seien insoweit aufzuheben, als damit seine Einsprache abgewiesen und das Enteignungsrecht fÃ¼r sein GrundstÃ¼ck erteilt worden sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zzgl. Mehrwertsteuer. </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerdeantwort vom 10. MÃ¤rz 2021 beantragte die Baudirektion, die Beschwerde sei abzuweisen und die aufschiebende Wirkung sei zu entziehen, soweit nicht der Perimeter der vorliegend im Streit liegenden FlÃ¤che auf GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 betroffen sei (act. 6). </p> <p class="Sachverhalt1">Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs verfÃ¼gte das Verwaltungsgericht mit PrÃ¤sidialentscheid vom 14. April 2021, der Beschwerde werde â im von der Baudirektion beantragten Umfang â die aufschiebende Wirkung entzogen. </p> <p class="Sachverhalt1">Im weiteren Schriftenwechsel hielt A an seinen AntrÃ¤gen fest (Replik vom 9. April 2021 [act. 10], Stellungnahme vom 13. August 2021 [act. 14]); ebenso die Baudirektion (Duplik vom 12. Mai 2021 [act. 13]). Am 25. August 2021 verzichtete die Baudirektion auf eine weitere Stellungnahme und informierte die Verfahrensbeteiligten Ã¼ber den geplanten Beginn des Bauvorhabens im FrÃ¼hjahr 2022 (act. 15). </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Im Streit liegt ein Wasserbauprojekt, das der Regierungsrat gestÃ¼tzt auf § 18 Abs. 4 des Wasserwirtschaftsgesetzes vom 2. Juni 1991 (WWG; LS 724.11) festgesetzt hat. Mit der Projektfestsetzung wurden die notwendigen Bewilligungen erteilt und Ã¼ber die innert der Auflagefrist erhobenen Einsprachen entschieden (§ 18a Abs. 2 und 5 WWG). Dieser Entscheid ist nach den Vorschriften Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege weiterziehbar. Nach § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) in Verbindung mit § 19 Abs. 2 lit. a VRG und § 78a Abs. 2 WWG ist unmittelbar das Verwaltungsgericht fÃ¼r die Beurteilung der gegen das Wasserbauprojekt gerichteten Beschwerde zustÃ¤ndig. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist als direkter AnstÃ¶sser des Wasserbauprojekts von dessen Festsetzung ohne Weiteres in seinen schutzwÃ¼rdigen Interessen betroffen und daher zur Rechtsmittelerhebung legitimiert (§ 49 VRG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 VRG). Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdegrÃ¼nde vor Verwaltungsgericht sind gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b VRG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts beschrÃ¤nkt. Nach § 50 Abs. 2 VRG ist allerdings auch die RÃ¼ge der Unangemessenheit zulÃ¤ssig, wenn ein Gesetz dies vorsieht.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ein solcher Fall liegt hier vor: Das strittige Wasserbauprojekt stellt â Ã¤hnlich wie ein Strassenbauprojekt â einen Sondernutzungsplan dar, der allerdings einen derart hohen Konkretisierungsgrad aufweist, dass er materiell einer Baubewilligung gleichkommt (RB 2006 Nr. 60; vgl. auch act. 4 Disp.-Ziff. II). Das Projekt untersteht sowohl in seiner Eigenschaft als Nutzungsplan als auch in seiner Eigenschaft als Baubewilligung den Anforderungen des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG). Da dieses in Art. 33 Abs. 2 und 3 lit. b RPG von den Kantonen verlangt, dass sie gegen derartige Akte mindestens ein innerkantonales Rechtsmittel mit voller ÃberprÃ¼fung gewÃ¤hrleisten, ist vorliegend auch die Angemessenheit der Projektfestsetzung zu Ã¼berprÃ¼fen. Dabei darf sich das Verwaltungsgericht aber, auch wenn es als erste und einzige kantonale Rechtsmittelinstanz amtet, insofern eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung auferlegen, als es bei der Projektierung um spezifisch technische Fragen, gleichsam um Verwaltungsermessen geht. Weiter hat sich das Verwaltungsgericht eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen, soweit der Vorinstanz mit der Anwendung unbestimmter Gesetzesbegriffe oder bei der Handhabung des Planungsermessens ein Beurteilungsspielraum oder Ermessensbereich zusteht. Keiner ZurÃ¼ckhaltung bedarf es dagegen bezÃ¼glich der â nur in FÃ¤llen der <i>kommunalen</i> Nutzungsplanung zu beachtenden â Gemeindeautonomie oder der BerÃ¼cksichtigung spezifisch Ã¶rtlicher VerhÃ¤ltnisse (zum Ganzen BGr, 25. September 2014, 1C_582/2013, E. 4.4; VGr, 14. November 2019, VB.2019.00198, E. 2.2; 16. Januar 2014, VB.2013.00444, E. 2; Heinz Aemisegger/Stefan Haag, in: Praxiskommentar RPG, ZÃ¼rich 2020, Art. 33 N. 83 ff.; Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 20 N. 80 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Spezifische Ermessensregeln gelten, wenn im Zusammenhang mit der Realisierung eines Bauwerks <i>Planungsvarianten</i> zu prÃ¼fen sind, die mit EigentumsbeschrÃ¤nkungen bzw. mit Enteignungen verbunden sind. GemÃ¤ss der Lehre ist jeweils aufgrund einer Einzelfallbetrachtung zu beurteilen, inwiefern enteignungsrechtlich eine PrÃ¼fung von Planungsvarianten geboten ist (vgl. Franz Kessler Coendet in: Fachhandbuch Verwaltungsrecht, ZÃ¼rich etc. 2015, Rz. 26.100). Dabei anerkennt die Rechtsprechung den Grundsatz, dass Vorhaben, die gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile aufweisen, bereits aufgrund einer summarischen PrÃ¼fung ausgeschlossen werden kÃ¶nnen (BGr, 8. Juni 2021, 1C_217/2020, E. 6.2.6). Sodann berÃ¼cksichtigt die Rechtsprechung, dass bei Bauprojekten regelmÃ¤ssig mehrere geeignete Varianten denkbar sind. Der Entscheid, welche davon umgesetzt wird, liegt grundsÃ¤tzlich im Ermessen der PlanungsbehÃ¶rde und wird regelmÃ¤ssig durch die politischen EntscheidungstrÃ¤ger vorgeprÃ¤gt. Dieser Ermessensentscheid wird im gerichtlichen Verfahren zurÃ¼ckhaltend Ã¼berprÃ¼ft. Hat die Vorinstanz eines Gerichts eine besondere Fachkompetenz, die dem Gericht selber abgeht, so kann und soll das Gericht dieses technische Ermessen respektieren, jedenfalls soweit die Fachinstanz die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte geprÃ¼ft und die erforderlichen AbklÃ¤rungen sorgfÃ¤ltig und umfassend durchgefÃ¼hrt hat. Das Gericht soll nicht aus eigenem GutdÃ¼nken, sondern nur aus triftigen GrÃ¼nden von der Beurteilung durch die zustÃ¤ndige FachbehÃ¶rde abweichen (BGr, 25. September 2014, 1C_582/2013, E. 4.4; 14. Februar 2006, 1E.16/2005, E. 3; VGr, 22. MÃ¤rz 2018, VB.2016.00349, E. 8.3.4). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht vorab eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs geltend: Zum einen habe er zu Beginn des Abtretungsverfahrens keine persÃ¶nliche Anzeige erhalten und sei erst an der Einigungsverhandlung Ã¼ber den Umfang der Enteignung informiert worden. Zum anderen habe er erst im Rahmen der Beschwerdeantwort erfahren, dass die vorÃ¼bergehende Beanspruchung seines GrundstÃ¼cks (auch) der Erschliessung eines NachbargrundstÃ¼cks diene. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer am 1. April 2019 eine persÃ¶nliche Anzeige i.S.v. § 23 des Gesetzes betreffend die Abtretung von Privatrechten vom 30. November 1879 (AbtrG; LS 781) zugestellt hat, aus der der Umfang der EigentumsbeschrÃ¤nkungen auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers (Kat.-Nr. 02) hervorgeht (ca. 23 m<sup>2</sup> Landabtretung; ca. 105 m<sup>2</sup> vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung; ca. 64 Anker). Im Begleitschreiben zur persÃ¶nlichen Anzeige wies der Beschwerdegegner den BeschwerdefÃ¼hrer ferner darauf hin, dass die Projektunterlagen vom 5. April bis 10. Mai 2019 Ã¶ffentlich â u.<span> </span>a. in Thalwil â aufgelegt wÃ¼rden. Auch der Landerwerbsplan, der die Lage der abtretungsbetroffenen und der temporÃ¤r beanspruchten GrundstÃ¼cksflÃ¤chen darstellt, wurde Ã¶ffentlich aufgelegt (vgl. act. 7/4.3). Der BeschwerdefÃ¼hrer bzw. seine Rechtsvertreterin hat daraufhin fristgerecht â am 9. Mai 2019 â Einsprache erhoben. GegenÃ¼ber der Post hat der BeschwerdefÃ¼hrer am 3. April 2019 unterschriftlich bestÃ¤tigt, dass er die Sendung des Beschwerdegegners vom 1. April 2019 erhalten hat. Damit erweist sich die nicht nÃ¤her substanziierte Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers als unzutreffend, wonach er die Informationen Ã¼ber den Abtretungsumfang erst an der Einigungsverhandlung vom 29. November 2019 erfahren habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Unzutreffend ist auch die Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach er nicht darÃ¼ber informiert gewesen sei, dass die vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung u.<span> </span>a. der Erschliessung des NachbargrundstÃ¼cks diene: In mehreren PlÃ¤nen, die vom 5. April bis 10. Mai 2019 Ã¶ffentlich aufgelegt waren, ist im Bereich der vorÃ¼bergehend beanspruchten FlÃ¤che des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers jeweils in einem gelb markierten Bereich festgehalten: "Erschliessung Parzelle D [NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05] wÃ¤hrend Bauzeit". </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Damit erweist sich die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach sein Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r verletzt worden sei, als unbegrÃ¼ndet. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht sodann geltend, der Beschwerdegegner habe das <i>Koordinationsgebot</i> verletzt: Zurzeit seien in der NÃ¤he des vorliegend umstrittenen Auslaufbauwerks im Seebeckenbereich der Gemeinde Thalwil zahlreiche weitere grÃ¶ssere Bauprojekte vorgesehen. Diese hÃ¤tten auf inhaltlich koordinierte Weise geplant, aufgelegt und beurteilt werden mÃ¼ssen, und die entsprechenden BeschlÃ¼sse hÃ¤tten zeitgleich erÃ¶ffnet werden mÃ¼ssen. Das gelte insbesondere fÃ¼r den unmittelbar an die Toskammer des Auslaufbauwerks angrenzenden Neubau der ARA Zimmerberg, aber auch fÃ¼r diverse weitere Bauvorhaben, z.<span> </span>B. fÃ¼r die Badeanstalt BÃ¼rger. Der Beschwerdegegner habe nur jeweils im Rahmen von letztlich unverbindlichen Ãusserungen festgehalten, dass diese verschiedenen Bauvorhaben zu koordinieren seien. Wenn eine effektiv hinreichende materielle und formelle Koordination vorgenommen worden wÃ¤re, hÃ¤tte sich hingegen gezeigt, dass das Auslaufbauwerk auch ohne Inanspruchnahme des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers hÃ¤tte erstellt werden kÃ¶nnen. Die Verletzung der Koordinationspflicht sei somit die Ursache dafÃ¼r, dass der Beschwerdegegner einen unnÃ¶tigen und somit unzulÃ¤ssigen Eingriff in sein Grundeigentum vorgenommen habe. Das Bestreben des Beschwerdegegners, den Baubeginn bzw. die Erstellung des Auslaufbauwerks zu beschleunigen, sei keine Rechtfertigung fÃ¼r die erfolgte Verletzung der Koordinationspflicht bzw. fÃ¼r den unzulÃ¤ssigen Eigentumseingriff. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss § 319 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) regelt die Verordnung die Koordination bei Bauvorhaben, fÃ¼r die mehrere Bewilligungen verschiedener Instanzen erforderlich sind. Die fÃ¼r die Koordination verantwortliche Stelle sorgt bei Vorhaben, die durch mehrere Stellen zu prÃ¼fen sind, fÃ¼r die ausreichende formelle und materielle Koordination der Beurteilungen, fÃ¼r widerspruchsfreie Entscheide und fÃ¼r einheitliche Rechtsmittelbelehrungen (§ 8 Abs. 1 der Besonderen Bauverordnung I vom 6. Mai 1981 [BVV; LS 700.6]; so auch Art. 25a Abs. 2 und 3 RPG). Aus diesen Bestimmungen leitet die Rechtsprechung eine Koordinationspflicht in materieller und formeller Hinsicht ab: Die Rechtsanwendung muss materiell koordiniert, d.<span> </span>h. inhaltlich abgestimmt erfolgen, wenn fÃ¼r die Verwirklichung eines Projekts verschiedene materiell-rechtliche Vorschriften anzuwenden sind und zwischen diesen Vorschriften ein derart enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht getrennt und unabhÃ¤ngig voneinander angewendet werden dÃ¼rfen. In solchen FÃ¤llen ist die Anwendung des materiellen Rechts Ã¼berdies in formeller, verfahrensmÃ¤ssiger Hinsicht in geeigneter Weise zu koordinieren (BGr, 8. Juni 2021, 1C_217/2020, E. 5.3; BGE 137 II 182 E. 3.7.4.1; BGE 116 Ib 50 E. 4a). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Sowohl aus den erwÃ¤hnten Rechtsnormen als auch aus der zitierten Rechtsprechung geht hervor, dass die Pflicht zur ausreichenden Koordination nur jeweils in Bezug auf ein <i>einzelnes</i> Bauvorhaben gilt, das Bewilligungen verschiedener BehÃ¶rden bedarf, nicht aber fÃ¼r mehrere, voneinander getrennte oder jedenfalls voneinander trennbare Bauvorhaben. Wenn sich zwei Bauprojekte <i>nicht</i> gegenseitig bedingen oder beeinflussen, so erweist sich ihr materieller Sachzusammenhang nicht als derart eng, dass sie zwingend miteinander koordiniert werden mÃ¼ssten (vgl. BGr, 8. Juni 2021, 1C_217/2020, E. 6.2.7 und 6.2.9; 26. April 2011, 1C_14/2011, E. 2.2; 26. September 2011, 1C_277/2011, E. 2.4.3; VGr, 20. August 2002, VB.2002.00099, E. 1b/bb, publiziert in BEZ 2002 Nr. 47; Arnold Marti in: Praxiskommentar RPG, ZÃ¼rich 2020, Art. 25a N. 21; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch/Thomas Wipf/Daniel Kunz, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 6. A., WÃ¤denswil 2019, Band 1, S. 382). Ein Bauvorhaben bildet nur dann eine materielle Einheit, wenn ein enger betrieblicher und funktioneller Zusammenhang zwischen verschiedenen Teilprojekten besteht oder wenn ein Projekt notwendige Voraussetzung eines anderen Projekts bildet (vgl. BGr, 7. April 2010, 1C_412/2009, E. 2.2.2; RenÃ© Wiederkehr, AusgewÃ¤hlte Fragen zur Koordinationspflicht, AJP 2015, S. 599 ff., 605). Hingegen fehlt ein enger Zusammenhang, wenn zwei Bauvorhaben auch getrennt voneinander auf ihre Recht- und ZweckmÃ¤ssigkeit hin beurteilt und realisiert werden kÃ¶nnen (VGr, 14. November 2019, VB.2019.00198, E. 4.2.2; Andreas Abegg/Leonie DÃ¶rig, Koordinationspflichtige Bauvorhaben bei Schutzobjekten, ZÃ¼rich/St. Gallen 2017, S. 4). Die blosse rÃ¤umliche NÃ¤he von verschiedenen Grossprojekten genÃ¼gt fÃ¼r die BegrÃ¼ndung einer Koordinationspflicht nicht; in diesem Fall muss die planerische Abstimmung vielmehr Ã¼ber die Richt-, Sach- und Nutzungsplanung erfolgen (BGr, 30. August 2010, 1C_373/2009 und 1C_467/2009, E. 9; VGr, 22. MÃ¤rz 2018, VB.2016.00349, E. 5.1.5.3; Marti, Art. 25a RPG N. 23). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Im vorliegenden Fall legt der BeschwerdefÃ¼hrer nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern zwischen dem umstrittenen Auslaufbauwerk und der ARA Zimmerberg sowie den weiteren benachbarten Bauvorhaben ein betrieblicher und funktioneller Zusammenhang bestehen kÃ¶nnte, der derart eng ist, dass er eine Pflicht zur formellen und materiellen Koordination begrÃ¼nden wÃ¼rde. Die verschiedenen â kantonalen und kommunalen â Bauvorhaben bedingen sich nicht gegenseitig und kÃ¶nnen entsprechend unabhÃ¤ngig voneinander bewilligt werden. Insbesondere lÃ¤sst sich kein funktionell oder betrieblich enger Zusammenhang erkennen aufgrund des Umstands, dass das geplante Auslaufbauwerk mÃ¶glicherweise mit geringeren Eingriffen in das Grundeigentum des BeschwerdefÃ¼hrers erstellt werden kÃ¶nnte, wenn der Neubau der ARA Zimmerberg kleiner dimensioniert wÃ¼rde (vgl. E. 8.2). Dass eine Abstimmung der verschiedenen Bauprojekte angesichts der rÃ¤umlichen NÃ¤he im gestalterisch anspruchsvollen Thalwiler Seebecken sinnvoll erscheint, ist unbestritten. Dieser Umstand hat die involvierten Akteure denn auch dazu bewogen, einen Masterplan und einen Gestaltungsplan zu erarbeiten sowie Koordinationssitzungen â zwischen den Verantwortlichen des Auslaufbauwerks und jenen des Neubaus der ARA Zimmerberg â durchzufÃ¼hren. Eine darÃ¼ber hinausgehende, auf Bundesrecht oder auf § 319 Abs. 2 PBG i.V.m. § 8 Abs. 1 BVV gestÃ¼tzte formelle und materielle Koordinationspflicht besteht hingegen nicht, da es sich beim Auslaufbauwerk um ein separates Projekt handelt, das unabhÃ¤ngig von den benachbarten Bauvorhaben beurteilt und realisiert werden kann. Die RÃ¼ge der Verletzung der Koordinationspflicht erweist sich somit als unbegrÃ¼ndet. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">In materieller Hinsicht macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, die Abtretung und die vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung stellten einen schweren, unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Eingriff in sein Grundeigentum dar. Er begrÃ¼ndet diesen Vorwurf mit den nachstehenden Argumenten.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Technisch wÃ¤re es laut dem BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¶glich gewesen, ein funktionsfÃ¤higes Auslaufbauwerk zu erstellen, das mit keinem oder zumindest mit keinem derart gravierenden Eingriff in sein Eigentum verbunden gewesen wÃ¤re. Der Beschwerdegegner habe den Standort des Auslaufbauwerks nicht genÃ¼gend sorgfÃ¤ltig geprÃ¼ft und schliesslich ein Projekt festgesetzt, das mit einem unnÃ¶tigen Eingriff in sein Grundeigentum verbunden sei. Es hÃ¤tte diverse andere geeignete RoutenfÃ¼hrungen fÃ¼r die Verbindung des Stollens von der Sihl zum ZÃ¼richsee gegeben, die nicht mit einem derart schweren Eingriff in sein Grundeigentum verbunden gewesen wÃ¤ren. Insbesondere wÃ¤re es mÃ¶glich gewesen, das Gesamtprojekt in Richtung SÃ¼den (Oberrieden) zu verschieben bzw. vollstÃ¤ndig Ã¼ber das GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg zu fÃ¼hren. Trotzdem habe der Beschwerdegegner fÃ¼r einen solchen Alternativstandort keine Projektvariante ausgearbeitet. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Sodann wÃ¤re es gemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen des BeschwerdefÃ¼hrers selbst bei Beibehaltung der vorgesehenen LinienfÃ¼hrung mÃ¶glich gewesen, das Auslaufbauwerk so zu situieren, dass die Grenz- und GebÃ¤udeabstÃ¤nde eingehalten worden wÃ¤ren bzw. dass sein GrundstÃ¼ck nicht beeintrÃ¤chtigt worden wÃ¤re. Dies wÃ¤re dadurch zu bewerkstelligen gewesen, dass die Toskammer kleiner dimensioniert worden wÃ¤re, oder dass darauf verzichtet worden wÃ¤re, die entlang seiner GrundstÃ¼cksgrenze geplante Treppe zum BelÃ¼ftungsschacht der Toskammer zu erstellen, allenfalls unter Erstellung eines Schachtzugangs Ã¼ber das benachbarte GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg. Es sei ohnehin nicht ersichtlich, weshalb fÃ¼r den Zugang zum Schacht eine 1,2 m breite Treppe benÃ¶tigt werde; ein schmaler Trampelpfad hÃ¤tte genÃ¼gt, um den Schacht fÃ¼r den Unterhalt zugÃ¤nglich zu machen. Die geplante Treppe entlang der GrundstÃ¼cksgrenze sei sodann auch nicht erforderlich, um das NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 zu erschliessen, da der Zugang zu diesem GrundstÃ¼ck auch durch die Erstellung eines Liftschachts gewÃ¤hrleistet werden kÃ¶nne, den der betreffende GrundeigentÃ¼mer im Bereich des Entlastungsstollens geplant habe. Das NachbargrundstÃ¼ck kÃ¶nne im Ãbrigen auch Ã¼ber den E-Weg erreicht werden. Ferner kÃ¶nne eine hochwasserschutzrechtlich begrÃ¼ndete Abtretung ohnehin nicht dazu dienen, den Zugang zu einer privaten Wohnliegenschaft sicherzustellen. Sodann hÃ¤tte der Bauplatz (inkl. Verankerung) auf dem GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg statt auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers erstellt werden kÃ¶nnen, und zum Bereich der Toskammer hÃ¤tte eine andere Zufahrt festgelegt werden mÃ¼ssen; dadurch hÃ¤tte die geplante vorÃ¼bergehende Beanspruchung des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers vermieden werden kÃ¶nnen. Alle erwÃ¤hnten Varianten und Alternativen wÃ¤ren technisch mÃ¶glich gewesen, ohne die FunktionalitÃ¤t des Auslaufbauwerks bzw. dessen vollumfÃ¤ngliche Schutzwirkung zu beeintrÃ¤chtigen. Da diese MÃ¶glichkeiten mit einem milderen Eingriff in das Grundeigentum des BeschwerdefÃ¼hrers verbunden gewesen wÃ¤ren, hÃ¤tten sie vertieft geprÃ¼ft und schliesslich vorgezogen werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Schliesslich wÃ¤re gemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer ein milderer Eingriff als die geplante Vollenteignung auch dadurch mÃ¶glich gewesen, dass der Treppenzugang zum LÃ¼ftungsstollen mit einer Dienstbarkeit gesichert worden wÃ¤re, soweit die Treppe Ã¼ber sein GrundstÃ¼ck fÃ¼hrt. Der Beschwerdegegner habe bei der Beurteilung des Eigentumseingriffs nicht berÃ¼cksichtigt, dass es sich um eine ausnÃ¼tzungsrelevante FlÃ¤che handle. ZusÃ¤tzlich werde die Ãberbaubarkeit des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers aufgrund der verschobenen GrenzabstÃ¤nde eingeschrÃ¤nkt, da die geplante Toskammer auf die GrundstÃ¼cksgrenze zu stehen komme. Im Ãbrigen hÃ¤tte berÃ¼cksichtigt werden mÃ¼ssen, dass der Entlastungsstollen Immissionen in Form von LÃ¤rm und ErschÃ¼tterungen verursache. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Das Enteignungsrecht ist durch den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit geprÃ¤gt (vgl. Art. 1 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 Ã¼ber die Enteignung [EntG; SR 711]). § 7 AbtrG hÃ¤lt entsprechend fest, dass niemand verpflichtet ist, von seinem Eigentum mehr abzutreten, als zur AusfÃ¼hrung und zweckmÃ¤ssigen Benutzung des zu erstellenden Werks erforderlich ist. Formelle Enteignungen haben sich deshalb grundsÃ¤tzlich auf das Notwendige zu beschrÃ¤nken (vgl. Art. 36 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; BGE 99 Ia 473 E. 4). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>GemÃ¤ss Lehre und Rechtsprechung sind staatliche Eingriffe in privates Eigentum allerdings bereits dann zulÃ¤ssig, wenn sie fÃ¼r die Realisierung eines Ã¶ffentlichen Werks <i>zweckmÃ¤ssig</i> sind: Eigentumseingriffe mÃ¼ssen sich nicht auf das absolute Minimum beschrÃ¤nken, sondern dÃ¼rfen sich auf alles erstrecken, was in rechtlicher und in technischer Hinsicht fÃ¼r die ordnungsgemÃ¤sse DurchfÃ¼hrung des Werks erforderlich ist. Das Ã¶ffentliche Interesse erfordert insbesondere, dass die RechtsverhÃ¤ltnisse klar, einfach und prÃ¤zise geregelt werden, um spÃ¤tere Schwierigkeiten oder unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige Kosten und GebÃ¼hren zu vermeiden (vgl. BGr, 1. April 2021, 1C_612/2020, E. 2.5; BGE 105 Ib 187 E. 6a; BGE 99 Ia 473 E. 4b; BVGE 2012/23 E. 31.5; Kessler Coendet, Rz. 26.100). Das Prinzip der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit erschÃ¶pft sich somit nicht in dem Erfordernis, dass der Eingriff in die Eigentumsrechte zur Erreichung des verfolgten Zwecks <i>notwendig</i> sein muss, sondern verlangt auch eine AbwÃ¤gung der im konkreten Fall einander entgegenstehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen. Je gewichtiger das Ã¶ffentliche Interesse an einer EigentumsbeschrÃ¤nkung ist, desto mehr tritt das private Interesse an der Erhaltung des Grundeigentums in den Hintergrund (BGE 99 Ia 473 E. 4b). Nicht auf das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip berufen kann sich im Ãbrigen, wer lediglich geltend macht, fÃ¼r das im Ã¶ffentlichen Interesse liegende Werk kÃ¶nnten ebenso gut andere GrundstÃ¼cke enteignet werden, weil nÃ¤mlich jeder GrundeigentÃ¼mer dies geltend machen kÃ¶nnte und infolgedessen ein Grossteil solcher Werke nicht erstellt werden kÃ¶nnte (vgl. Heinz Hess/Heinrich Weibel, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar Band I, Bern 1986, Art. 1 N. 26). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Vor dem Hintergrund des dargelegten ZweckmÃ¤ssigkeitsgrundsatzes geht die Rechtsprechung davon aus, dass sich das Gemeinwesen in der Regel nicht mit der EinrÃ¤umung eines Baurechts oder einer Dienstbarkeit begnÃ¼gen muss, wenn es ein Ã¶ffentliches Werk erstellt, sondern das erforderliche Grundeigentum vollstÃ¤ndig enteignen darf (vgl. BGE 99 Ia 473 E. 4b in Bezug auf ein Schulhaus; BGE 112 Ib 280 E. 11 in Bezug auf eine Waffenplatzanlage; BGr, 15. MÃ¤rz 2012, 1C_342/2011, E. 2.2 und BVGr, 15. Juni 2011, A-3713/2008, E. 31.6.2 in Bezug auf den Zugang zu einem unterirdischen Bahnhof; EGV SZ 2004 S. 275 ff., E. 2.8.2 in Bezug auf eine Erschliessungsanlage). Ferner ist es zulÃ¤ssig, dass eine Gemeinde eine Parzelle fÃ¼r eine dauerhafte touristische Anlage enteignet und sich nicht mit der blossen <i>Miete</i> der betreffenden Parzelle begnÃ¼gt (BGr, 1. April 2021, 1C_612/2020, E. 2.5). </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer die <i>grundsÃ¤tzliche</i> Wahl der LinienfÃ¼hrung des geplanten Hochwasserentlastungsstollens kritisiert, ist die Machbarkeitsstudie vom 23. Dezember 2010 betreffend Sihlentlastung in den ZÃ¼richsee heranzuziehen, die von der F AG im Auftrag des AWEL erstellt wurde. </p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>In der Machbarkeitsstudie wird auf detaillierte Weise dargelegt, weshalb die vom Beschwerdegegner gewÃ¤hlte LinienfÃ¼hrung des Entlastungsstollens â von der Sihl bei RÃ¼tiboden bis zum ZÃ¼richsee im Bereich ARA Thalwil / Strandbad BÃ¼rger 1 â als "Bestvariante" einzustufen sei, die vorzuziehen ist gegenÃ¼ber den weiteren 19 geprÃ¼ften Varianten im Bereich zwischen dem Sihlsee bzw. Horgen und der Stadt ZÃ¼rich. Die Bewertung der Varianten beruht auf zahlreichen Kriterien, die fÃ¼r jeden Standort bewertet wurden (Nutzwertanalyse). In Bezug auf das Auslaufbauwerk wurden folgende Kriterien herangezogen: Geologie; Grundwasser (Seewasserfassungen); Altlasten; Ãkologie (Flachwasserzonen, Ufervegetation, BLN, Schutztitel); ArchÃ¤ologische Zonen; ZÃ¼richsee (TiefenverhÃ¤ltnisse, Rutschgebiete, Abrisse, Seekreide); PlatzverhÃ¤ltnisse; EigentumsverhÃ¤ltnisse; Leitungen Wasserrechte. Der Standort fÃ¼r das Auslaufbauwerk beim BÃ¼rgerbad in Thalwil wurde mit der hÃ¶chsten erreichten Punktzahl bewertet (47 Punkte), was in erster Linie mit folgenden Vorteilen dieses Standorts begrÃ¼ndet wurde: Im Auslaufbereich Ã¶ffentlicher Grund; steil abfallender Seegrund, keine tangierten Ã¶kologisch wertvollen Zonen (Flachwasser und Ufervegetation) und keine Altlasten; keine Seewasserfassungen; keine Mobilisierung im See, d.<span> </span>h. keine Rutschzone und kein felsiger Seegrund. Insgesamt wurde die betreffende LinienfÃ¼hrung mit 93 Punkten bewertet und als "sehr geeignet" bezeichnet. Weitere vier Varianten erhielten 90 bzw. 91 Punkten und wurden als "geeignet" qualifiziert. </p> <p class="Erwgung2"><b>7.3 </b>Der Beschwerdegegner Ã¼bt keine substanzielle Kritik an den AusfÃ¼hrungen der soeben dargelegten Machbarkeitsstudie. Die AusfÃ¼hrungen des Berichts erscheinen denn auch als sachlich fundiert und ohne Weiteres nachvollziehbar. Aufgrund der sorgfÃ¤ltigen FachabklÃ¤rungen, auf die sich der Beschwerdegegner bei der Variantenwahl stÃ¼tzt, sind fÃ¼r das Verwaltungsgericht keine triftigen GrÃ¼nde ersichtlich, von der vorinstanzlichen Beurteilung abzuweichen bzw. das technische Ermessen, das dem Beschwerdegegner zusteht (vgl. E. 2.3), nicht zu respektieren. Demnach ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner zum Schluss gekommen ist, dass das Auslaufbauwerk beim Seebad BÃ¼rger 1 in Thalwil zu erstellen sei. </p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>8.1 </b>Zu prÃ¼fen ist sodann, ob der Beschwerdegegner das Auslaufbauwerk so positionieren durfte, dass eine TeilflÃ¤che von 23 m<sup>2</sup> des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers dauerhaft beansprucht wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>8.2 </b>Auszugehen ist von der Feststellung in der Machbarkeitsstudie, dass fÃ¼r den genauen Standort des Auslaufbauwerks aufgrund der engen dortigen PlatzverhÃ¤ltnisse wenig Spielraum besteht. Das Projekt sieht vor, dass die SÃ¼dseite der geplanten Toskammer unmittelbar an den dort zu erstellenden Neubau der ARA Zimmerberg grenzt. Unter BerÃ¼cksichtigung dieser Ã¶rtlichen Gegebenheiten hat der Beschwerdegegner auf nachvollziehbare Weise dargelegt, dass der Neubau der Abwasserreinigungsanlage aufgrund der engen PlatzverhÃ¤ltnisse auf dem GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg verkleinert werden mÃ¼sste, wenn die Toskammer in Richtung SÃ¼den verschoben wÃ¼rde. Sodann erscheinen die auf Fachberichte gestÃ¼tzten AusfÃ¼hrungen des Beschwerdegegners plausibel, wonach der Neubau der ARA Zimmerberg nicht kleiner als geplant dimensioniert werden kann, bzw. dass die geplante Ausdehnung des bisherigen Volumens der ARA Thalwil erforderlich ist, um die Aufgaben von zwei bisherigen Abwasserreinigungsanlagen (ARA Horgen und ARA Thalwil) Ã¼bernehmen zu kÃ¶nnen. Schliesslich hat der Beschwerdegegner auf nachvollziehbare Weise dargelegt, dass eine Anpassung der LinienfÃ¼hrung eine weitgehende Umprojektierung inkl. NeuÃ¼berprÃ¼fung der Abflussmodelle bedingen wÃ¼rde. Vor diesem Hintergrund und angesichts des Ermessens, das dem Verwaltungsgericht bei der Beurteilung solcher Standortfragen zusteht (vgl. E. 2.3), ist nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdegegner zum Schluss gelangte, dass eine weitergehende Enteignung des GrundstÃ¼cks der ARA Zimmerberg unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re (vgl. BGE 116 Ib 241 E. 3a; BGE 104 Ib 337 E. 6a). </p> <p class="Erwgung2"><b>8.3 </b>Nicht zu Ã¼berzeugen vermag sodann das Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach es technisch machbar gewesen wÃ¤re, die Toskammer kleiner zu dimensionieren. Die EinschÃ¤tzung des Beschwerdegegners, wonach die Toskammer im Fall einer Verkleinerung ihre FunktionalitÃ¤t verlieren wÃ¼rde, beruht auf Studien der ETH ZÃ¼rich, die Experimente mit Modellsimulationen durchgefÃ¼hrt hat. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt keine Argumente vor, die Anlass geben kÃ¶nnten, die fachliche BegrÃ¼ndetheit der geplanten Dimensionierung der Toskammer infrage zu stellen. </p> <p class="Erwgung2"><b>8.4 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, die vom Beschwerdegegner auf seinem GrundstÃ¼ck geplante Treppe sei zum Betrieb des Hochwasserstollens nicht erforderlich, ist Folgendes festzuhalten: Der Beschwerdegegner hat nachvollziehbar und gestÃ¼tzt auf Fachexpertise dargelegt, dass der geplante Treppenzugang zur Be- und EntlÃ¼ftungsbaute der Toskammer zwingend erforderlich ist fÃ¼r die FunktionalitÃ¤t des Bauwerks bzw. fÃ¼r einen Werkbetrieb, der einem wirksamen Hochwasserschutz dient. Der BeschwerdefÃ¼hrer erwÃ¤hnt keine triftigen GrÃ¼nde, die Anlass dazu geben kÃ¶nnten, an der Notwendigkeit eines geplanten Zugangs zur Be- und EntlÃ¼ftungsbaute der Toskammer â insbesondere zu Kontroll- und Unterhaltszwecken â zu zweifeln. Soweit die geplante Treppe dem Zugang des LÃ¼ftungsschachts dient, ist sie demnach als Bestandteil des Entlastungsbauwerks zu erachten, dessen Realisierung fÃ¼r den Betrieb des Hochwasserstollens erforderlich ist. Nicht zu Ã¼berzeugen vermag in diesem Zusammenhang die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, die geplante Treppe diene (auch) der Erschliessung des NachbargrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 05 und kÃ¶nne insoweit nicht mit dem hochwasserrechtlichen Enteignungszweck gerechtfertigt werden: Die von der definitiven Abtretung betroffenen FlÃ¤chen auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers befinden sich ausschliesslich auf jenem (unteren) Teil der Treppe, der zum Be-/EntlÃ¼ftungsschacht der Toskammer fÃ¼hrt. Der anschliessende (obere) Treppenteil, der zum NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 fÃ¼hrt, liegt vollstÃ¤ndig innerhalb des GrundstÃ¼cks der ARA Zimmerberg. </p> <p class="Erwgung2"><b>8.5 </b>Als fachlich fundiert erweist sich schliesslich auch das Vorbringen des Beschwerdegegners, wonach es unzweckmÃ¤ssig wÃ¤re, den Zugang zum Be- bzw. EntlÃ¼ftungsschacht der Toskammer auf dem GelÃ¤nde der ARA Zimmerberg zu realisieren. Es erscheint plausibel, dass die FunktionalitÃ¤t des betreffenden GebÃ¤udes der ARA Zimmerberg angesichts der engen PlatzverhÃ¤ltnisse beeintrÃ¤chtigt werden kÃ¶nnte, wenn ein zusÃ¤tzliches Bauelement (Zugang zum EntlÃ¼ftungsschacht der Nachbarsbaute) im oder auf dem GebÃ¤ude erstellt werden mÃ¼sste. Ferner hÃ¤tte der Beschwerdegegner kein Eigentum am Zugangsweg, wenn dieser Ã¼ber das GebÃ¤ude der ARA Zimmerberg bzw. Ã¼ber fremdes Eigentum fÃ¼hren wÃ¼rde; er mÃ¼sste den Zugang deshalb vertraglich bzw. mit Dienstbarkeiten absichern, was aus Sicht des WerkeigentÃ¼mers einen enteignungsrechtlich zu berÃ¼cksichtigenden Nachteil darstellt (vgl. vorn E. 6.2 und 6.3). Schliesslich erscheint nachvollziehbar, dass ein unterirdischer Treppenzugang zum einen mit unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig hohen Kosten und zum anderen mit Sicherheitsrisiken behaftet wÃ¤re. </p> <p class="Erwgung2"><b>8.6 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Treppenzugang zum Be-/EntlÃ¼ftungsschacht der Toskammer fÃ¼r den Betrieb des Hochwasserstollens erforderlich ist, und dass sich der geplante Standort und die geplante Dimensionierung als zweckmÃ¤ssig erweisen. Vor dem Hintergrund des Ermessens des Verwaltungsgerichts (vgl. E. 2.3) ist die vom Beschwerdegegner vorgesehene Positionierung des Auslaufbauwerks nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>9.1 </b>Zu prÃ¼fen ist, ob der Beschwerdegegner das Ã¶ffentliche Interesse an der geplanten Landabtretung im Umfang von 23 m<sup>2</sup> hÃ¶her gewichten durfte als das gegenlÃ¤ufige private Interesse des BeschwerdefÃ¼hrers. </p> <p class="Erwgung2"><b>9.2 </b>Es erscheint ohne Weiteres nachvollziehbar und wird vom BeschwerdefÃ¼hrer denn auch nicht bestritten, dass ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse daran besteht, den geplanten Hochwasserstollen zu realisieren und damit in kÃ¼nftigen FÃ¤llen eines Extremhochwassers zu verhindern, dass potenziell enorme Personen- und SachschÃ¤den im unteren Sihltal und in der Stadt ZÃ¼rich entstehen (vgl. act. 6 S. 3). Da sich der vom Beschwerdegegner geplante Standort und die Dimensionierung der Toskammer â inkl. Treppenzugang â als zweckmÃ¤ssig erweisen (vgl. E. 8.6), ist von einem gewichtigen Ã¶ffentlichen Interesse an den vorgesehenen Landabtretungen auszugehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>9.3 </b>Zu den privaten Eigentumsinteressen des BeschwerdefÃ¼hrers ist Folgendes festzuhalten: Von der definitiven Abtretung betroffen ist lediglich ein schmaler, maximal 1,2 m breiter Landstreifen entlang der SÃ¼dgrenze des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers zum benachbarten GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg (vgl. act. 6 S. 8 f.). Die abzutretende FlÃ¤che betrÃ¤gt ca. 23 m<sup>2</sup>, was gut 2 % der GesamtflÃ¤che des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers (1'042 m<sup>2</sup>) entspricht. Die bebaubare FlÃ¤che des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers wird durch die Abtretung nicht reduziert: Zum einen handelt es sich bei der geplanten Treppe um eine nicht abstandspflichtige Baute (vgl. § 269 PBG), sodass kein GebÃ¤udeabstand eingehalten werden muss. Zum anderen hat der Beschwerdegegner dem BeschwerdefÃ¼hrer angeboten, ein NÃ¤herbaurecht bis zur Grenze einzurÃ¤umen, und hat seine Einsprache in diesem Punkt gutgeheissen (vgl. act. 4, RRB 04, S. 51). Unbestritten ist, dass die Abtretung zu einem AusnÃ¼tzungsverlust auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼hrt (vgl. § 259 PBG). Der Beschwerdegegner hat dem BeschwerdefÃ¼hrer denn auch eine diesen Umstand mitberÃ¼cksichtigende AbtretungsentschÃ¤digung von Fr. 2'500.-/m<sup>2</sup> angeboten (vgl. Protokoll der Einspracheverhandlung vom 17. Dezember 2019, act. 7/20.4 S. 3). Selbst wenn die von der Gemeinde Thalwil in Aussicht gestellte AusnÃ¼tzungsÃ¼bertragung (vgl. act. 22.1) nicht zustande kÃ¤me, wÃ¤re der Umfang der AusnÃ¼tzungsreduktion zu relativieren: Weil sich das GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers in der Zone W2 befindet, wo eine AusnÃ¼tzung von 40 % gilt (vgl. Art. 3 BZO Thalwil), hat der abtretungsbedingte Verlust von 23 m<sup>2</sup> GrundstÃ¼cksflÃ¤che zur Folge, dass sich die anrechenbare GeschossflÃ¤che von 416,8 m<sup>2</sup> auf 407,6 m<sup>2</sup> bzw. um 9,2 m<sup>2 </sup>oder um zwei Prozent reduziert. Inwiefern ein derart geringfÃ¼giger AusnÃ¼tzungsverlust die Ãberbaubarkeit des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼bermÃ¤ssig einschrÃ¤nken kÃ¶nnte, ist nicht erkennbar (vgl. VGr, 20. MÃ¤rz 2003, VB.2002.00343, E. 4c). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht denn auch keine Angaben zu einem allenfalls geplanten Neu- bzw. Ersatzbauprojekt auf seinem GrundstÃ¼ck. Demnach bedeutet die Abtretung der ca. 23 m<sup>2</sup> umfassenden GrundstÃ¼cksflÃ¤che entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers einen lediglich geringfÃ¼gigen Eigentumseingriff, der zudem gegen Ausrichtung einer vollen EntschÃ¤digung erfolgt. Vor diesem Hintergrund erweist sich der Schluss des Beschwerdegegners als nachvollziehbar, wonach das Gewicht der am Eigentumseingriff bestehenden Ã¶ffentlichen Interessen (E. 9.2) hÃ¶her einzustufen ist als die privaten Eigentumsinteressen des BeschwerdefÃ¼hrers. </p> <p class="Erwgung2"><b>9.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht schliesslich geltend, dass der Beschwerdegegner den Treppenzugang auch mit einem fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer milderen Eigentumseingriff hÃ¤tte sichern kÃ¶nnen, nÃ¤mlich durch die Schaffung einer Dienstbarkeit (Wegrecht) anstelle einer vollstÃ¤ndigen Abtretung des ca. 23 m<sup>2</sup> umfassenden Landstreifens. In diesem Zusammenhang ist allerdings auf die erwÃ¤hnte Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es zulÃ¤ssig ist, eine gÃ¤nzliche Abtretung zu verlangen, wenn dadurch â anders als bei EinrÃ¤umung eines Baurechts oder einer Dienstbarkeit â eine klare und einfache Regelung der RechtsverhÃ¤ltnisse mÃ¶glich wird und eine solche im Ã¶ffentlichen Interesse steht (vgl. E. 6.2 und 6.3). Auch im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass ein Ã¶ffentliches Interesse daran besteht, dass alle Bauelemente, die zum funktionsgemÃ¤ssen Betrieb des Auslaufbauwerks bzw. zum Hochwasserschutz erforderlich sind, effektiv im Eigentum des Gemeinwesens stehen. Eine Sicherung bloss mit Dienstbarkeiten wÃ¤re mit Rechtsunsicherheiten gegenÃ¼ber dem WerkeigentÃ¼mer verbunden â insbesondere was die erforderliche ZugÃ¤nglichkeit des Be-/EntlÃ¼ftungsschachts betrifft â und wÃ¼rde zu einer wenig praktikablen ZerstÃ¼ckelung des Eigentums fÃ¼hren, die weiteren Regelungsbedarf mit sich bringen wÃ¼rde (Unterhalt der Treppe; WerkeigentÃ¼merhaftung). Demnach besteht, wie der Beschwerdegegner zu Recht geltend macht, ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse daran, dass die TreppenzugangsflÃ¤che zum LÃ¼ftungsschacht im Eigentum des Werkbetreibers steht. </p> <p class="Erwgung2"><b>9.5 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdegegner angeordnete Abtretung einer LandflÃ¤che von 23 m<sup>2</sup> einen erforderlichen und zumutbaren Eingriff in das Grundeigentum des BeschwerdefÃ¼hrers bedeutet. </p> <p class="Erwgung1"><b>10. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>10.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet sodann die vorÃ¼bergehende Beanspruchung seines GrundstÃ¼cks im Umfang von ca. 105 m<sup>2</sup>. </p> <p class="Erwgung2"><b>10.2 </b>Eine vorÃ¼bergehende GrundstÃ¼cksbeanspruchung ist gemÃ¤ss § 10 AbtrG zulÃ¤ssig, wenn die Abtretung bloss zu einem vorÃ¼bergehenden Zweck erforderlich ist, wobei der EigentÃ¼mer nur zur zeitweiligen Ãberlassung wÃ¤hrend maximal drei Jahren (und gegen volle EntschÃ¤digung) verpflichtet ist. Im vorliegenden Fall betrÃ¤gt die gesamte Bauzeit des Entlastungsstollens gemÃ¤ss den Angaben des Beschwerdegegners voraussichtlich dreieinhalb Jahre (act. 4 S. 3). Der Projektablaufplan sieht vor, dass der Beginn der Bauarbeiten im 1. Quartal 2022 erfolgt, dass jedoch die Arbeiten im Bereich des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers erst im 2. Quartal 2023 beginnen (act. 6 S. 26 f.). Demnach ist im Bereich des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers von einer gut zweijÃ¤hrigen Bauzeit und somit von der Einhaltung der gesetzlichen Maximaldauer gemÃ¤ss § 10 AbtrG auszugehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>10.3 </b>Was die Notwendigkeit einer vorÃ¼bergehenden Landbeanspruchung betrifft, gelten die gleichen GrundsÃ¤tze wie in Bezug auf die Notwendigkeit einer definitiven Abtretung: Eigentumseingriffe mÃ¼ssen sich nicht auf das absolute Minimum beschrÃ¤nken, sondern dÃ¼rfen sich auf alles erstrecken, was fÃ¼r die Realisierung des Ã¶ffentlichen Werks zweckmÃ¤ssig ist bzw. was fÃ¼r die ordnungsgemÃ¤sse DurchfÃ¼hrung des Werkes erforderlich erscheint (vgl. E. 6.2). Eine vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung rechtfertigt sich insbesondere in Bezug auf jene GrundstÃ¼cksflÃ¤chen, auf deren Beanspruchung wÃ¤hrend der Bauzeit eines im Ã¶ffentlichen Interesse stehenden Werks nicht oder nicht ohne unverhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Mehraufwand verzichtet werden kann (vgl. BVGr, 19. November 2015, A-1524/2015, E. 4.6.1.3.1; sinngemÃ¤ss auch BGr, 23. Dezember 2019, 1C_582/2018, E. 3.6; 15. MÃ¤rz 2012, 1C_342/2011, E. 3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>10.4 </b>Angesichts der engen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse im Bereich des Auslaufbauwerks (vgl. E. 8.1) und vor dem Hintergrund der zugrundeliegenden ProjektplÃ¤ne erscheint der Schluss des Beschwerdegegners nachvollziehbar, dass ein Teil der Baugrube zur Erstellung des Auflaufbauwerks auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers platziert und gesichert werden muss, und dass eine Ankersetzung nicht nur auf dem GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg, sondern auch auf dem GrundstÃ¼ck des BeschwerdefÃ¼hrers erforderlich ist (vgl. act. 6 S. 21 sowie AuflageplÃ¤ne Bauzustand 2 und 3, act. 7/19.2 und 7/19.3, sowie act. 7/19.5). Der BeschwerdefÃ¼hrer vermag das fachkundig dargelegte Argument, dass auf dem GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg nicht genÃ¼gend Platz fÃ¼r die gesamte Baugrube vorhanden wÃ¤re, nicht zu widerlegen. Ebenso leuchtet ein, dass eine kleine GrundstÃ¼cksflÃ¤che entlang der C-Strasse vorÃ¼bergehend beansprucht werden muss, um die Zufahrt zum Baubereich zu gewÃ¤hrleisten (vgl. act. 6 S. 19 und act. 13.1 S. 8 f. sowie Landerwerbsplan, act. 7/4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>10.5 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es sei nicht zulÃ¤ssig, sein GrundstÃ¼ck wÃ¤hrend der Bauphase zu beanspruchen, um den Zugang zum NachbargrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 zu gewÃ¤hrleisten (vgl. Auflageplan Bauzustand 3, act. 7/19.3). Der Beschwerdegegner bringt in diesem Zusammenhang vor, dass der betreffende Teilbereich des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤hrend der Bauzeit ohnehin (auch) fÃ¼r die Baugrube beansprucht werde, sodass die WegfÃ¼hrung entlang der Baugrube sinnvoll und mit relativ geringem Aufwand zu bewerkstelligen sei. UrsprÃ¼nglich sei zwar geplant gewesen, das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 wÃ¤hrend der Bauzeit Ã¼ber andere NachbargrundstÃ¼cke zu erschliessen (vgl. act. 7/7.1 S. 64), doch diese LÃ¶sung habe sich als nachteiliger erwiesen. </p> <p class="Erwgung2">Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist insoweit zuzustimmen, als sich der Beschwerdegegner nicht auf das zivilrechtliche <i>Notwegrecht</i> stÃ¼tzen kann, um auf seinem GrundstÃ¼ck einen vorÃ¼bergehenden Durchgang zum NachbargrundstÃ¼ck zu erzwingen: Auf Art. 694 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210) kÃ¶nnen sich lediglich <i>GrundeigentÃ¼mer</i> stÃ¼tzen (vgl. Tarkan GÃ¶ksu, Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. A. 2016, Art. 694 ZGB N. 9; Heinz Rey/Lorenz Strebel, in: BSK ZGB II, Art. 694 N. 12), und ein Ã¶ffentlich-rechtliches â auf Art. 702 ZGB beruhendes â Notwegrecht kennt der Kanton ZÃ¼rich nicht (vgl. Bernhard Waldmann/Peter HÃ¤nni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 19 N. 22 S. 468). Doch angesichts der allgemeinen Pflicht des Gemeinwesens, Wohngebiete zu erschliessen (vgl. Art. 19 Abs. 2 RPG und Art. 5 des Wohnbau- und EigentumsfÃ¶rderungsgesetzes vom 4. Oktober 1974 [WEG; SR 843] sowie BGE 131 II 72 E. 3.4) und dem Recht, dabei nÃ¶tigenfalls auch Zwangsmittel einzusetzen (vgl. Art. 20 RPG sowie Art. 7 und Art. 10 WEG; VGr, 23. Januar 2020, VB.2019.00417, E. 6.7; BGE 121 I 65 E. 5b/aa+bb), lÃ¤sst sich die <i>vorÃ¼bergehende</i> Inanspruchnahme des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers zu Erschliessungszwecken auf § 10 Abs. 2 WWG i.V.m. § 10 AbtrG stÃ¼tzen: Die Sicherung eines Zugangs zum GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 wÃ¤hrend der Bauphase steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erstellung des Auslaufbauwerks bzw. mit dem baubedingten vorÃ¼bergehenden Wegfall des bisherigen Zugangs Ã¼ber das GrundstÃ¼ck der ARA Zimmerberg. Es ist nicht ersichtlich, wie der Zugang zum GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 05 wÃ¤hrend der Bauphase ohne Beanspruchung des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers gewÃ¤hrleistet werden kÃ¶nnte, ohne Mittel aufzuwenden, die angesichts des provisorischen Charakters des Zugangs mit unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig grossem Aufwand verbunden wÃ¤ren (z.<span> </span>B. Zugang Ã¼ber einen Lift oder Ã¼ber den E-Weg; vgl. act. 13.1 S. 9). </p> <p class="Erwgung2"><b>10.6 </b>Der Eigentumseingriff, den die vorÃ¼bergehende Landbeanspruchung bewirkt, ist als geringfÃ¼gig einzustufen: Die FlÃ¤che von 105 m<sup>2</sup> betrifft nur rund zehn Prozent der gesamten Parzelle, liegt entlang der vom WohngebÃ¤ude des BeschwerdefÃ¼hrers am weitesten entfernten GrundstÃ¼cksgrenze (Gartenbereich in Hanglage), hat keine AusnÃ¼tzungsreduktion zur Folge und beeintrÃ¤chtigt die ZugÃ¤nglichkeit der Liegenschaft des BeschwerdefÃ¼hrers nicht (vgl. act. 4 S. 51 und act. 6 S. 21). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht denn auch nicht geltend, dass die â vollstÃ¤ndig zu entschÃ¤digende â vorÃ¼bergehende Beanspruchung dazu fÃ¼hrt, dass eine bessere Verwendung des GrundstÃ¼cks wÃ¤hrend der Bauphase verhindert wird (vgl. BGE 109 Ib 268 E. 3). </p> <p class="Erwgung2"><b>10.7 </b>Als unbehelflich erweist sich schliesslich das Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers, sein Grundeigentum wÃ¼rde (auch) durch die Immissionen, die das strittige Bauwerk bewirke, beeintrÃ¤chtigt. Es erscheint nachvollziehbar, dass das Hochwasserschutzbauwerk â sobald es erstellt ist â nur noch sehr selten Immissionen verursacht â nÃ¤mlich bloss jeweils im Fall einer Wasserableitung aufgrund eines seltenen starken Hochwassers. WÃ¤hrend der Bauphase ergeben sich zwar lÃ¤rmintensive Phasen, doch deren zeitlicher Umfang betrÃ¤gt lediglich rund 60 Tage (vgl. act. 7/2, UmweltvertrÃ¤glichkeitsbericht vom 19. MÃ¤rz 2019, S. 21 f.). Wie der Beschwerdegegner zu Recht geltend macht, lassen diese vorÃ¼bergehenden Immissionen den Eigentumseingriff nicht als schwer bzw. als unzulÃ¤ssig erscheinen.</p> <p class="Erwgung2"><b>10.8 </b>Zusammenfassend steht die vorÃ¼bergehende Beanspruchung eines rund 105 m<sup>2</sup> umfassenden Teils des GrundstÃ¼cks des BeschwerdefÃ¼hrers in einem verhÃ¤ltnismÃ¤ssig gewichtigen Ã¶ffentlichen Interesse, da er fÃ¼r eine zweckmÃ¤ssige Errichtung der Baugrube des Auslaufbauwerks und den wÃ¤hrend dieser Zeit sicherzustellenden Zugang zum NachbargrundstÃ¼ck erforderlich ist (E. 10.4 und 10.5). Angesichts der relativ geringfÃ¼gigen privaten Interessen, die der vorÃ¼bergehenden Landbeanspruchung entgegenstehen (E. 10.6 und 10.7), erweist sich der auf die Bauphase beschrÃ¤nkte Eigentumseingriff als zulÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>11. </b> </p> <p class="Erwgung2">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Der unterliegende BeschwerdefÃ¼hrer hat keinen Anspruch auf Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 245.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 5'245.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. </p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>