<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 362/98 Ge </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>I. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer, Bundesrichte- </div> <div class="para">rin Leuzinger, Bundesrichter Ferrari und nebenamtlicher </div> <div class="para">Richter Maeschi; Gerichtsschreiber Fessler </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 18. Februar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, Beschwerdeführer, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwältin G.________, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich, Rudolf Diesel- </div> <div class="para">Strasse 28, Winterthur, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Der 1963 geborene B.________ arbeitete ab </div> <div class="para">2. November 1992 als Maurer bei der Bauunternehmung </div> <div class="para">X________ AG. Am 26. April 1996 kündigte die Firma das </div> <div class="para">Arbeitsverhältnis "auf Grund der schlechten Auftragslage" </div> <div class="para">auf Ende Juni 1996. Mit Schreiben vom 2. Juli 1996 stellte </div> <div class="para">sie B.________ die "Lohnabrechnung bis 30. Juni 1996" zu. </div> <div class="para">Darin verrechnete sie das Lohnguthaben ihres früheren </div> <div class="para">Arbeitnehmers von Fr. 7650.-, umfassend den Lohn samt </div> <div class="para">Auslagenersatz für den Monat Juni sowie den Anteil am </div> <div class="para">13. Monatsgehalt, mit Gegenforderungen, so dass sich ein </div> <div class="para">Saldo zu ihren Gunsten von Fr. 1469.20 ergab. B.________ </div> <div class="para">war mit dieser Abrechnung nicht einverstanden und liess </div> <div class="para">durch die Gewerkschaft Bau und Industrie GBI beim </div> <div class="para">Bezirksgericht Y________ Klage gegen die X________ AG auf </div> <div class="para">Bezahlung von Fr. 7650.- einreichen. Am 26. März 1997 wurde </div> <div class="para">über die Firma der Konkurs eröffnet, worauf der Einzelrich- </div> <div class="para">ter im ordentlichen Verfahren gleichentags das Verfahren </div> <div class="para">nach <span class="artref">Art. 207 SchKG</span> einstellte. </div> <div class="para"> Nachdem B.________ eine Forderung über Fr. 7950.- für </div> <div class="para">in den letzten sechs Monaten des Arbeitsverhältnisses </div> <div class="para">(Januar bis Juni 1996) nicht oder zu wenig bezahlten Lohn </div> <div class="para">und Auslagenersatz im Konkurs der X________ AG eingegeben </div> <div class="para">hatte, meldete er sich am 17. April 1997 bei der Arbeits- </div> <div class="para">losenversicherung zum Bezug von Insolvenzentschädigung an. </div> <div class="para">Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich lehnte das Begeh- </div> <div class="para">ren ab, was dem Gesuchsteller mit "IE Auszahlungsvorschlag" </div> <div class="para">vom 11. Juli 1997 mitgeteilt wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die von B.________ hiegegen erhobene Beschwerde </div> <div class="para">wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit </div> <div class="para">der Begründung ab, die Firma X________ AG sei im Zeitpunkt </div> <div class="para">der Auflösung des Arbeitsverhältnisses noch nicht insolvent </div> <div class="para">gewesen, weshalb die Voraussetzungen zur Ausrichtung von </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung nicht gegeben seien (Entscheid vom </div> <div class="para">17. September 1998). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- B.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde </div> <div class="para">führen mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefoch- </div> <div class="para">tenen Entscheids sei die Arbeitslosenkasse zu verpflichten, </div> <div class="para">ihm Insolvenzentschädigung in der Höhe von Fr. 7650.- zu </div> <div class="para">bezahlen. </div> <div class="para"> Die Arbeitslosenkasse beantragt Abweisung der Verwal- </div> <div class="para">tungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt für Wirtschaft und </div> <div class="para">Arbeit (seit 1. Juli 1999: Staatssekretariat für Wirt- </div> <div class="para">schaft) hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung </u> </div> <div class="para">: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- a) Gemäss <span class="artref">Art. 51 Abs. 1 AVIG</span> haben beitrags- </div> <div class="para">pflichtige Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der </div> <div class="para">Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der </div> <div class="para">Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen, Anspruch auf Insol- </div> <div class="para">venzentschädigung, u.a. wenn gegen ihren Arbeitgeber der </div> <div class="para">Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohn- </div> <div class="para">forderungen zustehen (lit. a) oder sie gegen ihren Arbeit- </div> <div class="para">geber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt </div> <div class="para">haben (lit. c). </div> <div class="para"> Die Insolvenzentschädigung deckt laut <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 </span></div> <div class="para">AVIG Lohnforderungen für die letzten sechs (bis 31. Dezem- </div> <div class="para">ber 1995: drei [AS 1996 273 und 281], ab 1. September 1999: </div> <div class="para">vier [AS 1999 2383 und 2385]) Monate des <u>Arbeitsverhält</u> - </div> <div class="para"> <u>nisses</u>, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag </div> <div class="para">nach Artikel 3 Absatz 1. Als Lohn gelten auch die geschul- </div> <div class="para">deten Zulagen. Gemäss <span class="artref">Art. 74 AVIV</span> darf die Kasse eine In- </div> <div class="para">solvenzentschädigung nur ausrichten, wenn der Arbeitnehmer </div> <div class="para">seine Lohnforderung glaubhaft macht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Nach der bis 31. Dezember 1991 gültig gewesenen </div> <div class="para">Fassung von <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 AVIG</span> deckte die Insolvenzent- </div> <div class="para">schädigung Lohnforderungen für die letzten <u>drei Monate vor</u> </div> <div class="para"> <u>der Konkurseröffnung oder vor dem Pfändungsbegehren</u>, für </div> <div class="para">jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag für die Bei- </div> <div class="para">tragsbemessung (Art. 3). Dabei wurden gemäss <span class="artref">Art. 75 AVIV</span> </div> <div class="para">die drei Monate, für die allfällige Lohnforderungen zu </div> <div class="para">decken waren, vom Tag der Konkurseröffnung oder des Pfän- </div> <div class="para">dungsbegehrens an zurückgerechnet. </div> <div class="para"> In <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 114 V 56</a> äusserte sich das Eidgenössische Ver- </div> <div class="para">sicherungsgericht zur Frage, auf welche Zeitspanne sich die </div> <div class="para">Frist von drei Monaten des (damaligen) <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 AVIG</span> </div> <div class="para">bezieht, wenn die Konkurseröffnung oder die Einreichung des </div> <div class="para">Pfändungsbegehrens nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses </div> <div class="para">erfolgen. Dabei stellte es fest, dass nach Sinn und Zweck </div> <div class="para">der Art. 51 f. AVIG und damit entgegen der in <span class="artref">Art. 75 AVIV</span> </div> <div class="para">getroffenen Regelung die Insolvenzentschädigung Lohnforde- </div> <div class="para">rungen für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses </div> <div class="para">vor der Konkurseröffnung oder dem Pfändungsbegehren deckt. </div> <div class="para">Allerdings war in diesem Zusammenhang <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 AVIG</span> </div> <div class="para">zu beachten, nach dessen erstem Satz der Arbeitnehmer im </div> <div class="para">Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles zu unternehmen hat, </div> <div class="para">um seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren. Ein </div> <div class="para">Entschädigungsanspruch bestand daher nur unter der kumula- </div> <div class="para">tiven Voraussetzung, dass der Arbeitgeber im Zeitpunkt der </div> <div class="para">Auflösung des Arbeitsverhältnisses bereits insolvent gewe- </div> <div class="para">sen war und sich die Konkurseröffnung bzw. die Einreichung </div> <div class="para">des Pfändungsbegehrens aus Gründen verzögert hatte, auf die </div> <div class="para">der Versicherte keinen Einfluss nehmen konnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 114 V 59</a> </div> <div class="para">Erw. 3d). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Das kantonale Gericht hat in Anwendung der Recht- </div> <div class="para">sprechung gemäss <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 114 V 56</a> den Anspruch auf Insolvenz- </div> <div class="para">entschädigung in der Höhe der im Konkurs der X________ AG </div> <div class="para">eingegebenen Lohnforderungen für die Monate Januar bis Juni </div> <div class="para">1996 verneint. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei </div> <div class="para">zwar aus wirtschaftlichen Gründen und wegen der schlechten </div> <div class="para">Auftragslage erfolgt, jedoch zu einem Zeitpunkt, in welchem </div> <div class="para">die Firma noch nicht insolvent gewesen sei, "konnte diese </div> <div class="para">doch die Löhne ihrer Mitarbeiter bis im Februar 1997 wei- </div> <div class="para">terhin ausrichten". Demgegenüber wird in der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde geltend gemacht, die in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 114 V 56</a> </div> <div class="para">behandelte Frage sei vom Gesetzgeber (im Rahmen der Teil- </div> <div class="para">revision vom 5. Oktober 1990 [AS 1991 2125 ff.]) aufgegrif- </div> <div class="para">fen und geklärt worden. Danach umfasse seit 1. Januar 1992 </div> <div class="para">die Insolvenzentschädigung Lohnforderungen für die letzten </div> <div class="para">drei und seit 1. Januar 1996 die letzten sechs Monate des </div> <div class="para">Arbeitsverhältnisses. Der Gesetzgeber habe bei dieser Klar- </div> <div class="para">stellung und Erweiterung des Umfangs der Entschädigung kei- </div> <div class="para">ne weiteren einschränkenden Bedingungen verlangt, wie sie </div> <div class="para">die Rechtsprechung im Rahmen der altrechtlichen Bestimmung </div> <div class="para">als massgebend erachtet habe. Der Anspruch auf Insolvenz- </div> <div class="para">entschädigung lasse sich daher entgegen Verwaltung und Vor- </div> <div class="para">instanz nicht damit verneinen, die Firma sei im Zeitpunkt </div> <div class="para">der Auflösung des Arbeitsverhältnisses noch nicht insolvent </div> <div class="para">gewesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) aa) In seiner Botschaft vom 23. August 1989 zu </div> <div class="para">einer Teilrevision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes </div> <div class="para">(AVIG; BBl 1989 III 377 ff.) schlug der Bundesrat vor, in </div> <div class="para">Art. 52 Abs. 1 neu einen dritten Satz einzufügen des In- </div> <div class="para">halts, dass bei Verzögerung der Konkurseröffnung oder des </div> <div class="para">Pfändungsbegehrens durch ein Gerichts- oder Betreibungs- </div> <div class="para">verfahren die Dauer dieses Verfahrens für die Berechnung </div> <div class="para">der Frist von drei Monaten nicht in Betracht falle </div> <div class="para">(S. 410). Mit dieser Ergänzung sollte eine bestehende De- </div> <div class="para">ckungslücke geschlossen werden, da nach bisheriger Fassung </div> <div class="para">nur die drei letzten Monatslöhne vor der Konkurseröffnung </div> <div class="para">bzw. vor dem Pfändungsbegehren durch die Insolvenzentschä- </div> <div class="para">digung gedeckt würden. Dies könne unter Umständen, auf die </div> <div class="para">der Versicherte keinen Einfluss nehmen könne (z.B. tröle- </div> <div class="para">risches Verhalten des Schuldners etwa durch unbegründete </div> <div class="para">Erhebung eines Rechtsvorschlags), dazu führen, dass die </div> <div class="para">ausstehenden Lohnforderungen wegen Ablaufs der Frist ganz </div> <div class="para">oder teilweise nicht mehr entschädigt werden könnten </div> <div class="para">(S. 400). </div> <div class="para"> Mit Antrag vom 23. Januar 1990 schlug der Bundesrat </div> <div class="para">der vorberatenden Kommission des Ständerates eine andere </div> <div class="para">Formulierung des <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 AVIG</span> vor, welche in der </div> <div class="para">Folge Gesetz werden sollte. Die Änderung wurde vom Direktor </div> <div class="para">des damaligen Bundesamtes für Industrie, Gewerbe und Arbeit </div> <div class="para">damit begründet, das Eidgenössische Versicherungsgericht </div> <div class="para">habe seit der Verabschiedung der Botschaft in diesem Sinne </div> <div class="para">entschieden (Protokoll der Sitzung vom 8. Februar 1990, S. </div> <div class="para">11). In der parlamentarischen Beratung gab diese Neuerung </div> <div class="para">zu keinen Diskussionen Anlass (Amtl. Bull. 1990 S 77 und </div> <div class="para">N 1450). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Aus dieser Entstehungsgeschichte (zur Bedeutung </div> <div class="para">der Materialien für die Gesetzesauslegung vgl. BGE 123 V </div> <div class="para">301 Erw. 6a mit Hinweisen) ergibt sich insoweit eindeutig </div> <div class="para">die legislatorische Absicht, im Wortlaut des <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 </span></div> <div class="para">AVIG klarer zum Ausdruck zu bringen, dass ein Versicherter </div> <div class="para">seinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung nicht (einzig) </div> <div class="para">deswegen verlieren soll, "weil sich Konkurseröffnung und </div> <div class="para">Einreichung des Pfändungsbegehrens aus Gründen verzögern, </div> <div class="para">die er nicht zu vertreten hat" (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 114 V 59</a> Erw. 3c; vgl. </div> <div class="para">auch BBl 1989 III 400; ferner <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page61">BGE 119 V 61</a> Erw. 4b). Ob der </div> <div class="para">Gesetzgeber, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde sinn- </div> <div class="para">gemäss geltend gemacht wird, bewusst nicht die Insolvenz </div> <div class="para">des Arbeitgebers im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsver- </div> <div class="para">hältnisses als weitere Anspruchsvoraussetzung normierte, </div> <div class="para">weil er darauf verzichten wollte, lässt sich den Materia- </div> <div class="para">lien nicht entnehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) aa) Hingegen ist dem Beschwerdeführer darin beizu- </div> <div class="para">pflichten, dass das Gesetz (seit jeher) den Anspruch auf </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung nicht an die Bedingung der Zahlungs- </div> <div class="para">unfähigkeit des Arbeitgebers im Zeitpunkt der Auflösung des </div> <div class="para">Arbeitsverhältnisses knüpft. Die Insolvenz ist in zeitli- </div> <div class="para">cher Hinsicht lediglich insofern von Bedeutung, als der </div> <div class="para">Entschädigungsanspruch frühestens bei Erreichen eines der </div> <div class="para">zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadien gemäss <span class="artref"><artref id="CH/837.0/51/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/a" type="start"></artref>Art. 51 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. a-c AVIG<artref id="CH/837.0/51/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/51/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/c" type="end"></artref> entstehen kann (vgl. Nussbaumer, Ar- </div> <div class="para">beitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwal- </div> <div class="para">tungsrecht [SBVR], Rzn. 508 ff.). Der gemäss Marginalie die </div> <div class="para">"Anspruchsvoraussetzungen" regelnde <span class="artref">Art. 51 AVIG</span> verlangt </div> <div class="para">denn auch für den Fall des Konkurses des Arbeitgebers (Abs. </div> <div class="para">1 lit. a) - von hier nicht interessierenden weiteren </div> <div class="para">Erfordernissen abgesehen - einzig, dass den Arbeitnehmern </div> <div class="para">im Zeitpunkt der Konkurseröffnung Lohnforderungen zustehen, </div> <div class="para">wobei diese glaubhaft gemacht werden müssen (<span class="artref">Art. 74 AVIV</span>) </div> <div class="para">und sich nur auf effektiv geleistete Arbeit beziehen dürfen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 121 V 377</a>; Nussbaumer, a.a.O., Rz 495). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Im Weitern bildet auch <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 AVIG</span> und die </div> <div class="para">darin konkretisierte Schadenminderungspflicht (zu deren </div> <div class="para">Tragweite im Rahmen der Insolvenzentschädigung vgl. ARV </div> <div class="para">1999 Nr. 24 S. 142 Erw. 1c) keine Grundlage mehr für die in </div> <div class="para">BGE 114 V 56 aufgestellte materielle Anspruchsvorausset- </div> <div class="para">zung, dass die Insolvenz des Arbeitgebers schon im Zeit- </div> <div class="para">punkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses bestanden ha- </div> <div class="para">ben muss. Denn es lässt sich kein sachlicher Zusammenhang </div> <div class="para">herstellen zwischen der Obliegenheit des Arbeitnehmers, im </div> <div class="para">Konkurs- und Pfändungsverfahren alles zu unternehmen, um </div> <div class="para">seine Lohnansprüche zu wahren, und die Kasse nach Eintritt </div> <div class="para">an seine Stelle in das Verfahren bei der Verfolgung ihres </div> <div class="para">Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise zu unterstützen, </div> <div class="para">und der nicht in seinem Einflussbereich stehenden Tatsache </div> <div class="para">der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers. Abgesehen davon </div> <div class="para">könnte von den Versicherten realistischerweise nicht ver- </div> <div class="para">langt werden, dass sie über die Solvenz oder Insolvenz der </div> <div class="para">Firma im Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses </div> <div class="para">Kenntnis haben oder erlangen. Im Unterschied dazu hält sich </div> <div class="para">die zweite in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 114 V 59</a> Erw. 3d genannte Anspruchsvor- </div> <div class="para">aussetzung, dass sich die Konkurseröffnung oder die Einrei- </div> <div class="para">chung des Pfändungsbegehrens nicht aus Gründen verzögert </div> <div class="para">haben, für die der Versicherte einzustehen hat, auch nach </div> <div class="para">der Änderung von <span class="artref">Art. 52 Abs. 1 AVIG</span> im Rahmen von <span class="artref">Art. 55 </span></div> <div class="para">Abs. 1 AVIG (ARV 1999 Nr. 24 S. 143 Erw. 1c). Dass <span class="artref">Art. 52 </span></div> <div class="para">AVIG als eine Bemessungsnorm keine genügende Grundlage da- </div> <div class="para">für hergibt, dass die Insolvenz des Arbeitgebers schon im </div> <div class="para">Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses bestanden </div> <div class="para">haben muss, damit der Anspruch auf Insolvenzentschädigung </div> <div class="para">entstehen kann, bedarf im Übrigen keiner näheren Begrün- </div> <div class="para">dung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Nach dem Gesagten lässt sich das Erfordernis der </div> <div class="para">Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers im Zeitpunkt der Auf- </div> <div class="para">lösung des Arbeitsverhältnisses gemäss <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page59">BGE 114 V 59</a> Erw. 3d </div> <div class="para">auch nicht mehr mit der ratio legis begründen. Der Sinn und </div> <div class="para">Zweck der Insolvenzentschädigung besteht darin, bei Zah- </div> <div class="para">lungsunfähigkeit des Arbeitgebers unter den in <span class="artref">Art. 51 </span></div> <div class="para">Abs. 1 AVIG genannten weiteren Bedingungen während begrenz- </div> <div class="para">ter Zeit die Lohnguthaben zu schützen und damit den Lebens- </div> <div class="para">unterhalt der betreffenden Arbeitnehmer zu garantieren </div> <div class="para">(vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page58">BGE 114 V 58</a> Erw. 3c mit Hinweis auf die Materialien; </div> <div class="para">Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversichrugsgesetz, </div> <div class="para">Bd. I, Vorbemerkungen zu den <span class="artref"><artref id="CH/17/58" type="start"></artref><artref id="CH/17/51" type="start"></artref>Art. 51-58, N 17</span><artref id="CH/17/58" type="end"></artref><artref id="CH/17/n" type="end"></artref> f., sowie </div> <div class="para">Nussbaumer, a.a.O., Rz 492). Dabei besteht eine </div> <div class="para">Schutzbedürftigkeit in diesem Sinne nicht nur, wenn während </div> <div class="para">des Arbeitsverhältnisses der Konkurs eröffnet oder das </div> <div class="para">Pfändungsbegehren eingereicht wird, sondern auch in Fällen, </div> <div class="para">in welchen das Arbeitsverhältnis zwar wegen der Insolvenz </div> <div class="para">des Arbeitgebers beendet wird, sich die Eröffnung des Kon- </div> <div class="para">kurses oder die Einreichung des Pfändungsbegehrens aber aus </div> <div class="para">Gründen, die der Versicherte nicht zu vertreten hat, verzö- </div> <div class="para">gern (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page58">BGE 114 V 58</a> Erw. 3c). Ein gleiches Schutzbedürfnis </div> <div class="para">ist grundsätzlich auch zu bejahen, wenn, wie vorliegend, </div> <div class="para">die Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers erst nach Auflö- </div> <div class="para">sung des Arbeitsverhältnisses eintritt. Denn aus der hier </div> <div class="para">massgeblichen Sicht der Verhältnisse bei Realisierung eines </div> <div class="para">der Tatbestände gemäss <span class="artref"><artref id="CH/837.0/51/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/a" type="start"></artref>Art. 51 Abs. 1 lit. a-c AVIG</span><artref id="CH/837.0/51/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/51/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/c" type="end"></artref> kann es </div> <div class="para">nicht darauf ankommen, aus welchen - häufig nicht klar </div> <div class="para">eruierbaren - Gründen die Arbeitsbeziehungen beendigt wor- </div> <div class="para">den waren. Kommt der betreffende Arbeitnehmer seiner Scha- </div> <div class="para">denminderungspflicht in Bezug auf die Wahrung seiner </div> <div class="para">Lohnansprüche gegenüber dem (ehemaligen) Arbeitgeber in </div> <div class="para">genügender Weise nach, widerspräche es Sinn und Zweck der </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung und dem Rechtsgleichheitsgebot, die </div> <div class="para">Anspruchsberechtigung davon abhängig zu machen, dass das </div> <div class="para">Arbeitsverhältnis wegen der Insolvenz des Arbeitgebers, die </div> <div class="para">im Übrigen auch bloss vorübergehender Natur gewesen sein </div> <div class="para">konnte, aufgelöst worden war. Vielmehr genügt es, wenn bei </div> <div class="para">Erreichen des jeweiligen zwangsvollstreckungsrechtlichen </div> <div class="para">Stadiums, u.a. wenn der Konkurs eröffnet oder das Pfän- </div> <div class="para">dungsbegehren gestellt worden ist, Lohnforderungen beste- </div> <div class="para">hen. Dieses Ergebnis entspricht, wie dargelegt, auch dem </div> <div class="para">Wortlaut des <span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> dd) Im Lichte der vorstehenden Ausführungen kann auf </div> <div class="para">Grund der Änderungen des positiven Rechts (Erw. 1a, b) an </div> <div class="para">der Rechtsprechung gemäss <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-V-56%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page56">BGE 114 V 56</a> insofern nicht fest- </div> <div class="para">gehalten werden, als sie den Anspruch auf Insolvenzentschä- </div> <div class="para">digung an die Bedingung knüpft, dass der Arbeitgeber im </div> <div class="para">Zeitpunkt der Auflösung des Arbeitsverhältnisses insolvent </div> <div class="para">war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Zu der vom Gesetz nicht geregelten Frage, wie weit </div> <div class="para">die Auflösung des Arbeitsverhältnisses und die (glaubhaft </div> <div class="para">gemachten) Lohnforderungen gegen den zahlungsunfähigen </div> <div class="para">Arbeitgeber bei Erreichen des jeweiligen zwangsvollstre- </div> <div class="para">ckungsrechtlichen Stadiums gemäss <span class="artref"><artref id="CH/837.0/51/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/51/1/a" type="start"></artref>Art. 51 Abs. 1 lit. a-c </span></div> <div class="para">AVIG<artref id="CH/837.0/51/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/51/c" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/c" type="end"></artref> zurückliegen dürfen, um noch einen Anspruch auf Insol- </div> <div class="para">venzentschädigung zu begründen, hat sich die Rechtsprechung </div> <div class="para">bisher nicht geäussert. In der Lehre sind die Meinungen ge- </div> <div class="para">teilt. Während Gerhards (a.a.O., Bd. III, N 9 zu Art. 52 I) </div> <div class="para">auf Grund der mit der Zeit abnehmenden Bedeutung des </div> <div class="para">Schutzzweckes der Insolvenzentschädigung und aus Gründen </div> <div class="para">der Praktikabilität eine Frist von zwei Jahren analog der </div> <div class="para">in anderen Leistungsbereichen geltenden Rahmen- oder </div> <div class="para">Bezugsfristen (z.B. <span class="artref">Art. 9 AVIG</span> [Arbeitslosenentschädi- </div> <div class="para">gung], <span class="artref">Art. 35 Abs. 1 AVIG</span> [Kurzarbeitsentschädigung], <span class="artref">Art. </span></div> <div class="para">44a Abs. 1 AVIG [Schlechtwetterentshädigung]) als </div> <div class="para">vertretbar erachtet, ist nach Nussbaumer (a.a.O., Rz 524) </div> <div class="para">von einer Befristung abzusehen. Diese zweite Lösung </div> <div class="para">verdient den Vorzug. Zum einen besteht zwischen der </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung und den erwähnten anderen Leistungs- </div> <div class="para">arten, insbesondere der Arbeitslosenentschädigung, ein we- </div> <div class="para">sentlicher konzeptioneller Unterschied, indem der Ausfall </div> <div class="para">des Verdienstes für tatsächlich geleistete und nicht der- </div> <div class="para">jenige für infolge Arbeitslosigkeit nicht zu erbringende </div> <div class="para">Arbeit abgegolten wird (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=14&amp;from_date=11.02.2000&amp;to_date=01.03.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F121-V-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page379">BGE 121 V 379</a> Erw. 2a). Schon </div> <div class="para">von daher lässt sich die rückwirkende zeitliche Deckung von </div> <div class="para">Lohnforderungen durch Insolvenzentschädigung nicht ohne </div> <div class="para">weiteres mit den für andere Leistungen der Arbeitslosen- </div> <div class="para">versicherung geltenden Rahmenfristen vergleichen. Zum </div> <div class="para">andern kann sich, wie der zweitgenannte Autor zu Recht </div> <div class="para">festhält, eine feste zeitliche Begrenzung des Anspruchs auf </div> <div class="para">Insolvenzentschädigung als unbillig erweisen, wenn sich die </div> <div class="para">Konkurseröffnung oder das Pfändungsbegehren aus vom Arb- </div> <div class="para">eitnehmer nicht zu vertretenden Gründen längerfristig </div> <div class="para">verzögert (Nussbaumer, Rz 524). In diesem Zusammenhang ist </div> <div class="para">zu beachten, dass der Versicherte, will er in den Genuss </div> <div class="para">von Leistungen kommen, nach <span class="artref">Art. 55 Abs. 1 AVIG</span> alles un- </div> <div class="para">ternommen haben muss, um seine Forderungsrechte gegenüber </div> <div class="para">dem Arbeitgeber zu wahren. Diese alle Versicherten in glei- </div> <div class="para">cher Weise treffende (Schadenminderungs-) Pflicht spricht </div> <div class="para">trotz des diesbezüglich allenfalls vermehrten Abklärungs- </div> <div class="para">aufwandes ebenfalls gegen eine feste zeitliche Begrenzung </div> <div class="para">des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung. Davon ist aus </div> <div class="para">vorstehenden Gründen daher abzusehen. Einzige Schranke des </div> <div class="para">Anspruchs auf Insolvenzentschädigung in zeitlicher Hinsicht </div> <div class="para">bildet somit die Verjährung von Forderungen aus dem Ar- </div> <div class="para">beitsverhältnis von Arbeitnehmern gemäss <span class="artref">Art. 128 Ziff. 3 </span></div> <div class="para">OR. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Be- </div> <div class="para">schwerdeführer nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses Ende </div> <div class="para">Juni 1996 und auch nach Eröffnung des Konkurses über die </div> <div class="para">X________ AG am 26. März 1997 rechtzeitig alles unternahm, </div> <div class="para">um seine die Monate Januar bis Juni 1996 betreffenden und </div> <div class="para">von der Firma grundsätzlich nicht bestrittenen Ansprüche </div> <div class="para">dieser gegenüber durchzusetzen. Nachdem er auch seine Lohn- </div> <div class="para">forderung nach <span class="artref">Art. 74 AVIV</span> glaubhaft gemacht hatte, woran </div> <div class="para">der Umstand nichts ändert, dass der Arbeitgeber verrech- </div> <div class="para">nungsweise Gegenforderungen geltend machte, wäre die Ar- </div> <div class="para">beitslosenkasse zur Ausrichtung von Insolvenzentschädigung </div> <div class="para">verpflichtet gewesen. Sie durfte und darf mit der Auszah- </div> <div class="para">lung der Leistungen nicht zuwarten, bis über die Gegenfor- </div> <div class="para">derungen der Firma rechtskräftig entschieden worden war </div> <div class="para">bzw. ist (ARV 1990 Nr. 8 S. 53 f. Erw. 2; vgl. auch Stauf- </div> <div class="para">fer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 2. Aufl., </div> <div class="para">Zürich 1998, S. 125; zur Subrogation der Kasse in die </div> <div class="para">Rechtsstellung des Versicherten vgl. <span class="artref">Art. 54 AVIG</span> und Nuss- </div> <div class="para">baumer, a.a.O., Rz 528). Einer Sistierung des Verfahrens </div> <div class="para">"bis ein Entscheid im arbeitsrechtlichen Verfah- ren </div> <div class="para">gefällt worden ist", wie in der Verwaltungsgerichts- </div> <div class="para">beschwerde beantragt, bedarf es nicht. </div> <div class="para"> Nach dem Gesagten haben Arbeitslosenkasse und kanto- </div> <div class="para">nales Gericht den Anspruch auf Insolvenzentschädigung zu </div> <div class="para">Unrecht mit der Begründung verneint, im Zeitpunkt der Auf- </div> <div class="para">lösung des Arbeitsverhältnisses sei der damalige Arbeit- </div> <div class="para">geber noch zahlungsfähig gewesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Das Verfahren ist kostenlos (<span class="artref">Art. 134 OG</span>). </div> <div class="para"> Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerde- </div> <div class="para">führer eine Parteientschädigung zu (Art. 159 Abs. 1 und 2 </div> <div class="para">in Verbindung mit <span class="artref">Art. 135 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht </u> </div> <div class="para">: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wer-</i> </div> <div class="para"> den der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des </div> <div class="para"> Kantons Zürich vom 17. September 1998 und die Verfü- </div> <div class="para"> gung ("IE Auszahlungsvorschlag") der Arbeitslosenkasse </div> <div class="para"> des Kantons Zürich vom 11. Juli 1997 aufgehoben, und </div> <div class="para"> es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer </div> <div class="para"> Anspruch auf Insolvenzentschädigung in der Höhe von </div> <div class="para"> Fr. 7650.- hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich hat dem</i> </div> <div class="para"> Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Eidgenös- </div> <div class="para"> sischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung </div> <div class="para"> von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu </div> <div class="para"> bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche-</i> </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich, dem Amt für Wirt- </div> <div class="para"> schaft und Arbeit des Kantons Zürich und dem Staats- </div> <div class="para"> sekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 18. Februar 2000 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>