<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen bezüglich der Auswirkungen aufgrund des Insektensterbens zu beantworten: </p><p>1. Ist das Insektensterben in unterschiedlichen Gegenden der Welt unterschiedlich ausgeprägt? </p><p>2. Wie sieht die Situation in der Schweiz und in den umliegenden Ländern aus? </p><p>3. Ist diese Situation in unterschiedlichen Gegenden der Schweiz unterschiedlich ausgeprägt? </p><p>4. Welche konkreten Auswirkungen sind aufgrund des Insektensterbens zu befürchten, weltweit bzw. in der Schweiz? </p><p>5. Zu welchen möglichen Auswirkungen bestehen noch Unklarheiten? </p><p>6. Ist der Bundesrat bereit, in einem Bericht zu zeigen, welche ökonomischen, sozialen und ökologischen Risiken und Kosten mit dem nachgewiesenen Verlust bereits jetzt und mit dem prognostizierten Verlust für die kommenden zehn, zwanzig, dreissig Jahre und mehr zu rechnen ist? </p><p>7. Ist er bereit, die Risiken und Kosten des Insektensterbens in der Schweiz in Relation zu setzen zu den Risiken und Kosten von Schutz- und Fördermassnahmen (verschiedene Szenarien) und daraus Empfehlungen und konkrete Massnahmen abzuleiten? </p><p>8. Ist der Bundesrat bereit, der Coalition of the Willing on Pollinators beizutreten, der bereits 25 Nationen angehören, darunter auch Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Grossbritannien, Spanien, Schweden, Dänemark, Finnland?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Ja. Das Ausmass des Insektenschwundes ist einerseits von der Art und Weise der Landnutzungen abhängig, andererseits von der Vielfalt der vorkommenden Insektenarten. Rückgänge von Insektenpopulationen und der Insektendiversität sind breit dokumentiert. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) kommt zum Schluss, dass sowohl die Vielfalt als auch die Häufigkeit der Bestäuber in Nordwesteuropa abgenommen haben. Nationale Rote Listen zeigen, dass vielerorts mehr als 40 Prozent der Arten bedroht sind.</p><p>2. Gemäss der Roten Liste sind in der Schweiz 60 Prozent der Insektenarten gefährdet oder potenziell gefährdet. Da die Untersuchungen im Rahmen der Roten Listen Insektengruppen in unterschiedlichen Lebensräumen abdecken, dürfen die Zahlen als repräsentativ angesehen werden.</p><p>3. Die letzte Synthese der Roten Listen (2010) hat gezeigt, dass im Mittelland und auf der Alpennordflanke die grösste Anzahl gefährdeter Arten zu finden ist. Die starke menschliche Nutzung dieser Räume hat dazu geführt, dass die meisten Arten mehr oder weniger starke Rückgänge ihres Bestandes hinnehmen mussten. Zurzeit sind in höheren Lagen ähnliche Intensivierungen in der Landnutzung zu beobachten wie dies bisher in tieferen Lagen erfolgte.</p><p>4. Insekten spielen eine fundamentale Rolle für das Funktionieren der Ökosysteme: Durch ihre Artenvielfalt leisten sie unzählige, meist unersetzbare Dienste. Ihr Rückgang weist auf massive Beeinträchtigungen der Umwelt hin und hat gravierende Folgen für die Gesellschaft und Wirtschaft. Weniger Insekten führt unter anderem zu weniger Bestäubung, zu weniger Nützlingen, zu einer Abnahme bei der Zersetzung von organischem Material, zur Abnahme der Humusbildung sowie zu Kaskadeneffekten in den Nahrungsketten (z. B. weniger insektenfressende Vögel im Kulturland).</p><p>5. Sowohl die Ursachen des Insektensterbens wie auch im Wesentlichen die Auswirkungen sind bekannt (siehe u. a. Faktenblatt der SCNAT, 2019).</p><p>6./7. Der Bundesrat wird sich im Rahmen der Motionen Guhl 19.3207, "Bienen- und Insektensterben stoppen", und 19.3968, "Wirksames Handeln gegen das Insektensterben", umfassend zum Thema und zu den Massnahmen äussern - vorausgesetzt, die Motionen werden überwiesen.</p><p>8. Die Bestrebungen der Coalition of the Willing on Pollinators stehen im Einklang mit den Zielen der nationalen Biodiversitätsstrategie und den vom Bund bereits initiierten Massnahmen zum Schutz der Bestäuber. Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation wird die Beitrittserklärung unterzeichnen.</p>  Antwort des Bundesrates.