BRKE II Nrn. 14 und 15/2003 vom 18. Februar 2003 in BEZ 2003 Nr. 18 Anlässlich der Bauausführung wich die Bauherrschaft in verschiedener Hinsicht von den bewilligten Plänen ab. Dies wurde nachträglich von der Vorinstanz teilweise sanktioniert. Eine Bewilligung für diverse andere bauliche Massnahmen wurde de mge- genüber verweigert und diesbezüglich die W iederherstellung des bewilligten Zustandes angeordnet. W ährend der Rechtshängigkeit des hiergegen von der Bauher rschaft a n- gehobenen R ekursverfahrens wurde am Streitobjekt Stockwerkeigentum begründet. Dies führte zu einem Beschluss der Vorinstanz, mit welchem die Stockwer keigentümer zur Duldung der angeordneten Wiederherstellungsvorkehren verpflichtet wurden. Erfolgt während des auf die Beseitigung von Bauteilen gerichteten Vollstreckung s- verfahrens oder allenfalls schon vor dessen Einleitung ein Eigentümerwechsel, so ist das sich hieraus ergebende Vollstreckungshindernis durch eine an den neuen Grunde i- gentümer g erichtete Beseitigungs - oder Duldungsverfügung zu beseitigen. Dem nac h- träglich Verpflicht eten stehen alle Rechtsmittel gegen die Abbruch - oder Duldungsverfü- gung zu; insbesondere kann er seinerseits die Verhältnismässigkeit der Beseitigung s- anordnung bzw. des zu duldenden Eingriffs in Frage stellen (vgl. BGE 107 Ia 19 ff.). Wie eine derartige Duldungsanordnung a usgestaltet sein müsse, sagt der En t- scheid nicht näher. Aus den vom Bundesgericht erwähnten Anfechtungsmöglichkeiten ergibt sich jedoch, dass der (neue) Verfügungsberechtigte über die von ihm zu dulde n- den Rück baumassnahmen soweit ins Bild gesetzt werden mu ss, dass er in der Lage ist, deren Rechtmässigkeit oder Verhältnismässigkeit zu beurteilen und gegebenenfalls a n- zufechten. Der vorliegend angefochtene Beschluss wurde von der Vorinstanz wie folgt abg e- fasst: In den Erwägungen sind die vorgängig gegenüber d er Bauherrschaft erga ngenen Wiederherstellungsanordnungen und die seitherigen Vorgänge (Rekurserh ebung durch die Bauherrschaft sowie Begründung von Stockwerkeigentum) aufgelistet. In der Erw ä- gung, dass den neuen Rechtsverhältnissen Rechnung zu tragen sei, verpflichtete die Vorinstanz die Stockwerkeigentümer in den (formell als Ergänzung bzw. Anpassung der vorgängigen W iederherstellungsanordnungen bezeichneten) Dispos itivziffern 1.1.3 und 1.2.2 zur Duldung der durch die Bauherrschaft zu treffenden Rückbaumas snahmen. Gleichzeitig wurde neu b estimmt, dass diese Massnahmen «frühestens» innert 60 T a- gen ab der Rechtskraft des g egen die Stockwerkeigentümer gerichteten Beschlusses zu treffen seien. Eröffnet wurde der gemäss Dispositivziffer 2 bei der Baurekurskommis sion II anfechtbare Beschluss den Stockwerkeigentümern unter Beilage einer Kopie der W ie- derherstellungsanordnung.- 2 - Die Rekurrenten stellen sich auf den Standpunkt, dass ihnen die von der zuständ i- gen Behörde verfügten W iederherstellungsanordnungen durch den vorgenannten B e- schluss nicht in rechtsgenügender W eise eröffnet worden seien. Sie beziehen sich hie r- bei wohl darauf, dass die im einzelnen statuierten W iederherstellungsanordnungen im Dispositiv des Beschlusses nicht aufgeführt sind. Dies wäre indessen nur dann erforder- lich gewesen, wenn die Vorinstanz - was nach dem vorgenannten Bundesgerichtsen t- scheid möglich gewesen wäre - neben der Bauherrschaft auch die Stockwerkeigentümer hätte als Störer ins Recht fassen und diesen gegenüber einen eigenständigen Bese iti- gungsbefehl (mit der kaum im Interesse der Stockwerkeigentümer liegenden Pflicht, Rückbaumassnahmen auf eigene Kosten zu treffen) hätte erlassen wollen. Eine derartige Absicht bestand jedoch seitens der Vorinstanz nicht. Es sollte ledi g- lich das durch di e Begründung von Stockwerkeigentum eingetretene Vollstreckungshi n- dernis durch Erlass eines Duldungsbefehls beseitigt werden. W enn sich das Dispositiv des Beschlusses (abgesehen von den Anordnungen betreffend W iederherstellungsfris- ten) hierauf beschränkte, so ist dies folgerichtig und nicht zu bea nstanden. Zu beurteilen bleibt, ob die Stockwerkeigentümer durch den gegen sie gericht eten Duldungsbefehl in die Lage versetzt worden seien, die Recht - oder Verhältnismässigkeit der im Streit stehenden W iederherstellungsmassnahmen bzw. der ihnen gegenüber st a- tuierten Pflicht, diese zu dulden, in Frage zu stellen. Dies ist zu bejahen. In den Erw ä- gungen des Beschlusses sind die zu beseitigenden Bau - bzw. Gebäudeteile im einze l- nen aufgeführt. Dem ihnen gleichzeitig zug estellten früheren B eschluss konnten die Stockwerkeigentümer die Gründe entnehmen, welche zu den von der Vorinstanz getro f- fenen W iederherstellungsanordnungen geführt haben. Sie wären daher ohne weiteres in der Lage gewesen, mittels Rekurses gegen den Duldu ngsbeschluss die Recht - oder Verhältnismässigkeit der von der Baubehörde verfügten B eseitigung von Gebäudete i- len, welche den Stockwerkeigentümern bestens bekannt sein dürften, zu bestreiten. Dass ihnen diese Möglichkeit zustand, mussten die Stockwerkeigent ümer auch erke n- nen. Denn es ist kaum ersichtlich, mit welchen Argumenten (ausser vielleicht dem Ei n- wand der fehlenden Störereigenschaft) sich ein Betroffener gegen die ihm gegenüber statuierte Pflicht zur Duldung von W iederherstellungsmassnahmen wenden sol lte, wenn nicht damit, dass die zu duldenden Massnahmen rechtswidrig oder unverhältnismässig seien. W enn die Rekurrenten in ihrer Rekurseingabe auf diesbezügliche Einwände ve r- zichteten, haben sie sich dies selbst zuzuschreiben. Entgegen ihrer Auffassung wu rde den Rekurrenten das rechtliche Gehör mithin nicht verweigert. Aus all diesen Gründen ist der Rekurs abzuweisen.