Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Juni 2019 (715 18 394 / 144) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses in der Probezeit; keine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Keren Wernli , Kontak t- stelle für Arbeitslose Basel, Klybeckstrasse 95, 4057 Basel gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1966 geborene A.____ hat letztmals seit dem 18. Februar 2018 Leistungen der Ar- beitslosenversicherung bezogen. Am 21. Juni 2018 meldete er sich im Hinblick auf eine Neuan- stellung ab 1. Juli 2018 bei der B.____ GmbH (GmbH) von der Arbeitsvermittlung ab. Nachdem er seine neue Arbeitsstelle am 2. Juli 2018 angetre ten hatte, löste die Arbeitgeberin dieses Ar- beitsverhältnis noch in der Probezeit mit Kündigung vom 11. Juli 2018 unter Hinweis auf ein gegenseitiges Einvernehmen mit dem Versicherten mit sofortiger Wirkung wieder auf. Tags da- raus meldete sich der Versicherte wieder bei seiner Wohnsitzgemeinde zur Arbeitsvermittlung und zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung an. Mit Verfügung vom 28. August 2018 stellte ihn die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland (Ka sse) wegen selbstverschuldeter Arbeitslo- sigkeit ab dem 12. Juli 2018 für die Dauer von 5 Ta gen in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Begründung brachte sie vor, dass der Versicherte seine Stel le bei der GmbH auf Wunsch des Arbeitgebers im gegenseitigen Einverständnis ohne Einhal tung der Kündigungsfrist und ohne Zusicherung einer neuen Anstellung aufgelöst habe und damit seine Arbeitslosigkeit selbstver- schuldet habe. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 12. November 2018 fest. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch K eren Wernli, Kontaktstelle für Ar- beitslose in Basel, am 6. Dezember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), und beantragte die Aufhe- bung der Einstellung in der Anspruchsberechtigung ode r deren Reduktion. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass er seine Stelle bei der GmbH weder im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst habe, noch in eine Kündigung e ingewilligt habe. Sein Arbeitgeber ha- be ihm keine Wahl gelassen und ihn fristlos entlassen. Da ss der Arbeitgeber die Kündigungs- frist nicht eingehalten habe, sei dessen Fehlverhalten und könne dem Beschwerdeführer nicht angelastet werden. Der Beschwerdeführer habe nicht gew usst, dass er sich gegen die Kündi- gung hätte wehren müssen. Er sei vom Erhalt der fristlo sen Kündigung überrascht gewesen, nachdem er sich zuvor lediglich habe krank melden wollen. C. Die Kasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 20. Fe bruar 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Auf die Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzu- gehen. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereich- te Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO in der ab 1. Januar 2019 anw endbaren Fassung entscheidet die Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kan tonsgerichts bei Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20‘000.--. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherte zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig keit für die Dauer von 5 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 157.65 liegt der Streit- wert unter diesem Grenzbetrag. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person al les Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwal- tungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits - und Verschuldensprinzip beherrscht (T HOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizeri - Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslo senversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Ein rechtsgültiger Verzicht in jenen Fällen, in we lchen auf allfällige Forderungen gegen- über dem Arbeitgeber verzichtet worden ist, zieht als S anktion eine Einstellung in der An- spruchsberechtigung nach sich. Je nachdem, ob sich der Verzich t auf eine Lohnfortzahlung bezieht oder auf Forderungen aus einer akzeptierten Kün digung, welche die gesetzlichen Fris- ten missachtet, kommt entweder eine Einstellung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG oder Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Frage (Hans-Ulrich Stauffer, Re chtsprechung des Bundesgerichts zum So- zialversicherungsrecht, Zürich 2008, 3. Aufl., Kommentar zu Art. 11 Abs. 3 AVIG, S. 33; Stauf- fer, [Verzicht] a.a.O., S. 193 f.). 2.3 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG ist der Versicher te deshalb einerseits dann in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn er zu Lasten d er Versicherung auf Lohn- oder Ent- schädigungsansprüche gegenüber seinem bisherigen Arbeitgeb er verzichtet hat. Demgegen- über ist eine versicherte Person gemäss Art. 30 Abs.1 lit. a AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Dieser letztgenannte Tatbestand erfasst Verhaltensweisen der versicherten Per son, die kausal für den Eintritt der Arbeitslosigkeit sind und eine Verletzung der Pflicht, A rbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten. Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a-d beispielha ft Tatbestände auf, die unter den Begriff der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selb stverschuldete Arbeitslosigkeit unter anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver- letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgebe rin Anlass zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). 2.4 Generell setzt eine Einstellung in der Anspruchsbe rechtigung im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV keine fristlose Auflösung des Arbeitsverhäl tnisses aus wichtigen Gründen nach Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) vom 30. März 1911 voraus. Das unkorrekte Verhalten muss auch nicht unbeding t eine eigentliche Verletzung ar- beitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass die versicherte Person durch ihr sonstiges Verhalten innerhalb und ausserhalb des Betrieb s berechtigten Anlass zur Kündigung gab (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [ EVG; seit 1. Januar 2007: Bun- desgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; ARV 1987 Nr. 7; 1982 Nr. 18). Dabei müssen nicht zwingend Beanstandun gen in beruflicher Hinsicht vorgele- gen haben. Es genügt beispielsweise, dass charakterliche Eigenschaften im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für den Betrieb als untragbar ersche inen lassen, zur Entlassung geführt ha- ben (BGE 112 V 244, E. 1). Selbstverschuldete Arbeitslo sigkeit im Sinne der Arbeitslosenversi- cherung liegt also immer dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objek- tiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach d en persönlichen Verhältnissen ver- meidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hinweisen, publiziert in: ARV 2009 S. 264). 2.5 Eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit liegt deshalb auch dann vor, wenn die versi- cherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stel- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht le zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben a n der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Erfolgt die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen, gilt sie nur dann durch den Versicherten verursacht, wenn dieser nicht gezwungen wurde, sein Einverständnis zu geben, um einer drohenden Kündigung zuvor- zukommen. Ist der Versicherte vom Arbeitgeber zu einer Se lbstkündigung gedrängt worden, gibt dies aber Anlass zur Anwendung von Art. 44 Abs. 1 l it. a AVIV (BGE 124 V 234 E. 2b, E. 32; Urteil des Bundesgerichts C 212/04 vom 16. Februar 2 005, E. 1.2.2). Wer sodann eine Kündigung akzeptiert, welche die gesetzliche Kündigungsf rist missachtet, verzichtet nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auf die Weiterführun g des Arbeitsverhältnisses. Bietet die versicherte Person ihre Dienste in einem solchen Fall nachträglich nicht (mehr) an, liegt deshalb ebenfalls eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, nicht jedoch ein Lohn- bzw. Entschädigungs- verzicht vor (ARV 1989 N 5 S. 86 E. 7b). Ein solches Verh alten fällt auch unter den Tatbestand von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG (BGE 112 V 324 f. E. 2 b; Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG] vom 10. Februar 2003, C 135/02; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung; Zürich 1998, S. 131 f.). 2.6 Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens der Inte rnationalen Arbeitsorganisation über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (Über- einkommen Nr. 168 der IAO), das für die Schweiz am 17. Oktober 1991 in Kraft getreten ist, kann eine Leistung, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder Teilzeitarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden Arbeit seinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch gehabt hätte, nur gekü rzt werden, wenn die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vo rsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat (BGE 122 V 54 ff.; Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00). Aufgrund des grund- sätzlichen Primats des Völkerrechts geht Art. 20 lit. b de s Übereinkommens Nr. 168 der IAO Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vor. Demzufolge führt nich t jedes schuldhafte Verhalten der versicher- ten Person, das dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung de s Arbeitsverhältnisses gegeben hat, zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemä ss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Das vor- werfbare Verhalten muss gemäss Art. 20 lit. b des Übere inkommens Nr. 168 der IAO vielmehr vorsätzlich erfolgt sein, wobei auch Eventualvorsatz gen ügt (Urteil des EVG vom 4. Juni 2002, C 371/01, E. 2b). 2.7 Eventualvorsatz ist im Zusammenhang mit Art. 44 lit . a AVIV dann anzunehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeitgeber führt (T HOMAS NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Im Rahmen von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIG darf somit bei blosser Fahrlässigkeit keine Einstellung in der An- spruchsberechtigung erfolgen (JACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberech- tigung, Zürich 1998, S. 76 f.). Im Entscheid vom 6. Ju ni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f. hat das Bundesgericht – unter Hinweis auf den im Strafrecht gel tenden Massstab – festgestellt, dass Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit auf der Wissensse ite übereinstimmen, indem der betroffenen Person die Möglichkeit des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst ist. Wer die Möglichkeit der Tatbestandsverwirklichung erkennt, kan n sich, selbst leichtfertig, über sie hinwegsetzen, d.h. darauf vertrauen bzw. mit der Einste llung handeln, dass schon nichts pas- sieren werde (bewusste Fahrlässigkeit). Demgegenüber erfordert der Eventualvorsatz, dass der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betroffene sich für die Tatbestandsverwirklichung entsche idet, sie mithin in Kauf nimmt. Wei- testgehend ausser Frage stehen dürfte das Willenselement nur, wenn der Betroffene die Tatbe- standsverwirklichung für so naheliegend hält, dass die Bereitschaft, sie als Folge seines Verhal- tens hinzunehmen, vernünftigerweise nicht mehr bezweif elt werden kann; oder wenn sie ihm, im eigentlichen Sinn des Wortes, erwünscht oder recht wa r, wie wohl auch noch im Falle schie- rer Gleichgültigkeit. Als Faustregel gilt: Dass die bet roffene Person die Tatbestandsverwirkli- chung in Kauf genommen hat, liegt grundsätzlich näher , je wahrscheinlicher es ihr erschien, dass sie eintreten könnte, und je weniger sie diese inne rlich ablehnte, bzw. umgekehrt (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2008, 8C_50 4/2007, E. 5.4 mit Hinweis). Zu den Umständen, die allenfalls auf eventualvorsätzliches Verhalten schliessen lassen, gehören dabei die Grösse des Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schw ere der Sorgfaltspflichtverlet- zung, die Beweggründe und die Art der Handlung. Das G ericht darf vom Wissen der Betroffe- nen auf deren Willen schliessen, wenn sich ihm der Eint ritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzuneh men, vernünftigerweise nur als Inkauf- nahme des Erfolgs ausgelegt werden kann. Was die bet roffene Person wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere Tatsachen und ist somit ein e Tatfrage. Rechtsfrage ist hingegen, ob im Lichte der festgestellten Tatsachen der Schluss auf E ventualvorsatz berechtigt erscheint (BGE 138 V 74 E. 8.4.1 mit Hinweisen; zum Ganzen: Ur teil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2012, 8C_872/2011, E. 4.2.1 f.). 2.8 Sofern nicht durch schriftliche Abrede, Normal- o der Gesamtarbeitsvertrag eine länge- re Kündigungsfrist vereinbart worden ist, kann das Arbe itsverhältnis während der Probezeit ge- mäss Art. 335b Abs. 1 OR jederzeit mit einer Kündigung sfrist von sieben Tagen gekündigt wer- den. Die Probezeit beginnt mit dem Stellenantritt, d.h. mit der tatsächlichen Arbeitsaufnahme und nicht mit dem möglicherweise davon abweichenden, vertraglich festgelegten Antrittstermin. Durch schriftliche Abrede, Normalarbeitsvertrag oder Ge samtarbeitsvertrag kann die Probezeit auf höchstens drei Monate verlängert werden (Art. 335b Abs. 2 OR). Für eine derart einzelver- tragliche Abänderung der Dauer der Probezeit ist wie a uch bei einer Verlängerung der Kündi- gungsfrist in der Probezeit generell Schriftform nach Art. 13 ff. OR erforderlich. Während der Probezeit spielt der Schutz vor Kündigungen zur Unzeit gemäss Art. 336c und d OR nicht. Des- halb kann auch beim Vorliegen einer Krankheit gemäss den kurzen Fristen in der Probezeit gekündigt werden (U LLIN STREIFF , ADRIAN VON KAENEL , ROGER RUDOLPH , Arbeitsvertrag, Pra- xiskommentar zu Art. 319 – 362 OR, 7. Aufl., Zürich / B asel / Genf 2012, N5 zu Art. 335b OR). Bei Krankheit und Unfall kann gemäss Art. 335b Abs. 3 OR unter Umständen lediglich eine ent- sprechende Verlängerung der Probezeit erfolgen; die Kü ndigung während der Probezeit kann deshalb auch während einer krankheitsbedingten Abwesenheit ausgesprochen werden. 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (vgl. BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus de n Akten ergebender Anhaltspunkte hin- reichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl . BGE 125 V 193 E. 2, Urteil des Bundes- gerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1). Die Mi twirkungspflicht kommt als allgemeiner Verfahrensgrundsatz auch im kantonalen Beschwerdeverfahre n zur Anwendung und bedeutet das aktive Mitwirken der Parteien bei der Feststellung d es Sachverhalts (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., Bern 200 3, S. 446 f., 489 f.; F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 284 f.). 3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwer defall das Gericht dürfen eine Tatsache erst und nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern 1978, S. 135). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. H ANS -ULRICH STAUFFER , Rechtsprechung des Bundesge- richts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die ob ligatorische Arbeitslosenversi- cherung und Insolvenzentschädigung, Zürich 1998, S. 77). Die blosse Möglichkeit eines be- stimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach- verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, 12 5 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die A nwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (vgl. dazu Urteil des EVG vom 17. Oktober 2000, C 53/00 , E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last g elegte Verhalten in beweismäs- siger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellun g ausser Betracht fällt (vgl. Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 und vom 8. O ktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im Weiteren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV N r. 72 S. 220 E. 3b/bb; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig insbesondere auf die Aussagen der Arbeitgeber angewiesen. Dabei ist davon auszugehen , dass diese eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist deshalb auf diese abzustellen. Es darf hingegen insbesondere dann nicht e inzig auf deren Aussagen zu den Um- ständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältni sses abgestellt werden, wenn diese be- stritten und durch keine weiteren Indizien gestützt we rden (vgl. BGE 112 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versi- cherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Ein derartiges Verhalten muss demnach als solches au ch bewiesen werden und nicht bloss mit dem ansonsten im Bereich des Sozialversicherungsre chts erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 112 V 245 E. 1; SRV 1996 ALV Nr. 72 S. 220). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschl ossen werden, wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für w elche er keine Beweise anführen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann (vgl. Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/0 0, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). 4. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer die Folgen e iner selbstverschuldeten Arbeitslo- sigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verb indung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV selbst zu tragen hat. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob ih m ein vorsätzliches Verhalten vorgewor- fen werden kann. Wie bereits dargelegt, muss das dem Besc hwerdeführer zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ande rnfalls eine Einstellung in der An- spruchsberechtigung ausser Betracht fällt (oben, Erwägung 3.3 hiervor). 4.1 Dem Arbeitsvertrag vom 19. Juni 2018 ist zu entnehm en, dass der Versicherte mit Wir- kung ab 1. Juli 2018 als Betriebs- und Hilfsarbeiter d er GmbH angestellt worden war. Weiter geht daraus hervor, dass zwischen den Parteien eine Probe zeit von drei Monaten vereinbart worden war, während welcher das Arbeitsverhältnis inne rt eine Woche hätte gekündigt werden dürfen (Kassen-Akt 106 f.). 4.2 Aus der Kündigung der GmbH vom 11. Juli 2018 geh t hervor, dass der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis gemäss einem gleichentags geführten Te lefongespräch „laut gegenseitigem Einverständnis“ per sofort aufgelöst habe (Kassen-Akt 132). 4.3 Der Arbeitgeberbescheinigung vom 20. Juli 2018 kann entnommen werden, dass die GmbH das Arbeitsverhältnis am 11. Juli 2018 im gegenseitigen Einverständnis per 11. Juli 2018 schriftlich gekündigt habe. Der letzte Arbeitstag sei am 1 0. Juli 2018 gewesen (Kassen-Akt 133 f.). 4.4 Der bei der Kasse am 15. August 2019 eingegangene n Stellungnahme der GmbH zu- folge habe der Versicherte seine Arbeit am 2. Juli 201 8 angetreten. Er sei stets freundlich ge- wesen, aber man habe rasch bemerkt, dass er seine ihm übe rtragenen Arbeiten sehr langsam erledigt habe. Wenn man mit seiner Arbeit nicht zufrie den gewesen sei, habe er lediglich ge- sagt, dass es nicht besser gehe, weil er ein alter Mann sei. Er habe indessen gewusst, für wel- che Arbeiten er angestellt worden war. Der Arbeitnehmer sei für einen Kleinbetrieb nicht tragbar gewesen. Am 9. und am 10. Juli 2018 habe er die Fenste r an den Rolltoren reinigen müssen. Dafür habe er zwei Tage benötigt, das Resultat sei al les andere als ansehnlich gewesen. Man habe ihm erklärt, dass er beim Reinigen etwas Druck geben müsse, da die Scheiben voller Farbnebel gewesen seien, er habe jedoch nur erneut gesagt, dass es nicht besser gehe, weil er ein alter Mann sei. Am 11. Juli 2018 habe er morgens u m sieben Uhr angerufen und mitgeteilt, dass er seine Arme nicht mehr bewegen und nicht zur Arbe it kommen könne. Man habe ihm mitgeteilt, dass es besser wäre, wenn das Arbeitsverhält nis aufgelöst würde, womit er sofort einverstanden gewesen sei. Er habe wohl lediglich ein en Muskelkater vom Putzen der Fenster aufgewiesen. Dies sei jedoch kein Grund, einfach zu H ause zu bleiben. Daraufhin habe man ihm die Kündigung im gegenseitigen Einverständnis zugesandt. Somit habe der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen, dies jedoch mit dem Einverstä ndnis des Arbeitnehmers (Kassen- Akt 150). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Der Stellungnahme des Versicherten vom 22. August 2 018 zufolge sei er gemäss Ver- trag für die Autoreinigung, die Retournierung von Fa hrzeugen und Kunden sowie für kleinere Reparaturen und für die Gebäudereinigung zuständig g ewesen. An seinem ersten Arbeitstag habe er einen alten Wohnwagen demontieren und entsor gen müssen. Am zweiten Tag seiner Anstellung habe er bei einem Unfallwagen den Motor u nd weitere Teile demontieren müssen. Am dritten Tag habe er einen Kundenwagen und am vier ten bis siebten Tag die Fenster und den Boden reinigen müssen. Schliesslich habe er derart s tarke Schmerzen verspürt, dass er seine Arme nicht mehr habe bewegen können. So habe er tags darauf früh morgens angerufen und dies dem Vorgesetzten mitgeteilt. Im Gegensatz zu de n Aussagen des Arbeitgebers habe er sich mit einer Kündigung nie einverstanden erklärt. Man habe ihm am Telefon erklärt, dass er nicht mehr zur Arbeit erscheinen müsse. Ausserdem habe ma n ihm keine Wahl gelassen. Man habe ihm auch nicht erklärt, weshalb er gekündet worden sei, so dass ihm keine Chance auf eine Besserung verblieben sei. Die Aussage, seine Arbeiten nur ungenügend erledigt zu haben, sei eine reine Parteibehauptung. Er habe immer sein B estes gegeben und sei immer pünktlich zur Arbeit erschienen. Gerne hätte er weiter gearbeitet. Es habe daher keine sachlichen Gründe für eine fristlose Kündigung gegeben. Es handle sich kein esfalls um eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit, wenn er sich normal krank gemeldet habe , bevor er ein Arztzeugnis habe or- ganisieren können. Er habe ganz und gar nicht in die fr istlose Kündigung eingewilligt, sondern sei sehr enttäuscht und schockiert gewesen (Kassen-Akt 166). Die beanstandeten Punkte seien mit ihm nicht besprochen worden (Kassen-Akt 167). 5.1 Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die Kasse zu R echt nicht von einer Einstel- lung in der Anspruchsberechtigung wegen Lohn- bzw. Entschädigungsverzichts gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG ausgegangen ist. Wer eine Kündigun g akzeptiert, welche die gesetzliche Sperrfrist missachtet, verzichtet nicht etwa auf Lohnanspr üche, sondern einzig auf die Weiter- führung des Arbeitsverhältnisses (oben, Erwägung 2.4). Hintergrund bildet der Umstand, dass für eine Einstellung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. b AVIG stets ein tatsächliches Bestehen von Lohn- bzw. Entschädigungsansprüchen vorausgesetzt wird (AVIG-Praxis ALE, Staatssekretariat seco, Fassung von Januar 2018, D32). Vorliegend kann ke in Lohn- oder Entschädigungsver- zicht erkannt werden. Ein solcher läge nur vor, wenn der Versicherte dem Arbeitgeber seine Dienste im Nachgang zu seiner Kündigung vom 11. Juli 20 18 unmissverständlich auch weiter- hin angeboten hätte. Dies aber ist hier nicht der Fall . Sodann ist klarzustellen, dass ein Arbeits- verhältnis entweder durch die übereinstimmende Willens erklärung beider Parteien (Aufhe- bungsvereinbarung) oder durch eine Kündigung aufgelö st werden kann. Da eine Kündigung eine einseitige Willenserklärung des Arbeitgebers oder des Arbeitsnehmers darstellt, existiert in rechtlicher Hinsicht mit anderen Worten keine Kündigung im gegenseitigen Einvernehmen. Vorliegend hat der Arbeitgeber ausdrücklich angegeben, die Kündigung letztlich selbst ausge- sprochen zu haben (Kassen-Akt 150). Diese Angaben decken si ch mit seinem Kündigungs- schreiben vom 11. Juli 2018 (Kassen-Akt 132). Aufgrund dieser Aktenlage ist im vorliegenden Fall deshalb davon auszugehen, dass keine Beendigung de s Arbeitsverhältnisses im gegensei- tigen Einvernehmen vorliegt, die dem Versicherten zur Last gelegt werden könnte. Ausserdem ist festzustellen, dass sich den vorliegenden Unterlagen ke ine Anhaltspunkte entnehmen las- sen, wonach Gründe für eine fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses gemäss Art. 337 bzw. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 346 Abs. 2 OR vorgelegen haben. Solche Gründe wer den vom Arbeitgeber in dessen Stel- lungnahme gegen über der Kasse denn auch nicht geltend gemacht (Kassen-Akt 150). Die Kasse begründet die Einstellung in der Anspruchsberecht igung insoweit zutreffend nicht mit einer Aufhebung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen oder mit der Verlet- zung arbeitsvertraglicher Verpflichtungen durch den Ver sicherten. Sie geht aber davon aus, dass der Versicherte eine nicht fristgerechte Kündigung d urch den Arbeitgeber akzeptiert habe und deshalb gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in der Anspruchsberechtigung einzustellen sei. 5.2 Wie bereits dargelegt wurde, verzichtet auf eine W eiterführung des Arbeitsverhältnis- ses auch, wer eine Kündigung akzeptiert, welche die gese tzliche Kündigungsfrist missachtet. Bietet die versicherte Person ihre Dienste in einem solch en Fall nachträglich nicht (mehr) an, kann deshalb eine selbstverschuldete Arbeitslosigkeit vorliegen. Die am 11. Juli 2018 mit sofor- tiger Wirkung ausgesprochene Kündigung erweist sich insof ern als unrechtmässig, als der Ar- beitgeber gemäss Arbeitsvertrag vom 19. Juni 2018 (oben, Erwägung 4.1, Kassen-Akt 106 f.) bei der Kündigung des Arbeitsverhältnisses noch während d er Probezeit eine Kündigungsfrist von einer Woche hätte berücksichtigen müssen. Gemäss den Aussa gen der GmbH hat der Versicherte indessen in die sofortige Beendigung des Arb eitsverhältnisses eingewilligt und da- mit auf seinen Anspruch auf die vertraglich garantierte Kündigungsfrist von sieben Tagen ver- zichtet (Kassen-Akt 132, 133 f., 150). Der Beschwerdeführer bestreitet dies und gibt an, dass er sich nie mit einer Kündigung einverstanden erklärt habe . Wie es sich damit im Detail verhält, lässt sich letztlich nicht mehr klären. Daran ändert auch die von der Kasse vertretene Auffas- sung nichts, dass die Angaben des Arbeitgebers schlüssig und widerspruchsfrei ausgefallen seien. Es ist in diesem Zusammenhang daran zu erinnern , dass das dem Versicherten vorwerf- bare Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen muss, andernfalls eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausser Betracht fällt (oben, Erwägung 3.3.). Im hier vorliegenden Fall aber steht letztlich Aussage gegen Aussage. Hinzu tritt ein Weiteres: Soweit die Kasse dem Versicherten in diesem Zusammenhang vorwirft, auf eine Woche Kündigungsfrist und während dieser Zeit auch auf eine Lohnfortzahlungspflicht des A rbeitgebers verzichtet zu haben, ist ihr zwar zuzustimmen, dass die Kündigungsfrist in der Probeze it gemäss Art. 335b OR grundsätz- lich sieben Kalendertage betragen hätte (oben, Erwägu ng 4.1). Indessen hätte sie den Versi- cherten auf diesen Umstand hinweisen und ihn aufforde rn müssen, seine Arbeitskraft dem Ar- beitgeber zumindest für die Dauer der Kündigungsfrist anzubieten, um dadurch nachweisbar eine Lohnfortzahlungspflicht herbeizuführen. Diese Obli egenheit zu Lasten der Kasse ergibt sich aus den Bestimmungen des Kreisschreibens, wonach eine Einstellung in der Anspruchsbe- rechtigung erst dann zu prüfen ist, wenn es die versichert e Person trotz entsprechender Auffor- derung durch die Arbeitslosenkasse unterlassen hat, ihre m Arbeitgeber ihre Dienstleistungen weiterhin anzubieten (AVIG-Praxis ALE, a.a.O., D29). Andernfalls muss auf ein lediglich fahr- lässiges Verhalten der versicherten Person geschlossen we rden, welches eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung aber ausschliesst (oben, Erwäg ungen 2.5 f.). Dass der Versicherte im vorliegenden Fall von der Kasse aufgefordert worden wäre, seine Arbeitskraft während der Kündigungsfrist seinem Arbeitgeber anzubieten bzw. auf eine Entschädigung für die zu Unrecht per sofort ausgesprochene Kündigung hinzuwirken, ist w eder behauptet, noch bestehen hierfür allfällige Belege oder Indizien in den Akten. Zumal si ch der Beschwerdeführer nach seiner frist- losen Entlassung sogleich tags darauf wieder zur Arbeitsv ermittlung angemeldet hat, wäre es Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Kasse ohne Weiteres möglich gewesen, ihn zeitnah au f seine Obliegenheit hinzuweisen. Dies aber hat sie unterlassen. Es ist wohl zu berücksichtigen, dass der versicherten Person in Ausnahmefällen das Nichtanbieten ihrer Arbeitskraft au ch ohne ausdrückliche Aufforderung zum Vorwurf gemacht werden kann. Dies ist namentlich abe r nur dann der Fall, wenn es sich dabei um Personen handelt, die sich in arbeitsvertragl ichen Belangen auskennen müssten (AVIG-Praxis ALE, a.a.O., D. 30). Ein solcher Ausnahmef all liegt hier nicht vor. Der Beschwer- deführer verfügt den Akten zufolge zwar über genügende Deutschkenntnisse (Kassen-Akt 122). Alleine deshalb darauf zu schliessen, dass er sich in arbeit srechtlichen Belangen rechtsgenüg- lich auskennen würde, ist aber unzulässig. Insofern ist de r Kasse zu widersprechen, dass Rechtsunkenntnis in diesem Punkt schaden würde (Vernehm lassung der Kasse vom 20. Februar 2019, Ziffer 5). Auch dass ihm bereits ein e vierte Rahmenfrist eröffnet wurde, än- dert nichts daran, dass er in diesem Punkt als rechtsunkun dig bezeichnet werden muss. Damit aber resultiert, dass ihm nicht zur Last gelegt werden k ann, er habe leichtfertig auf die Einhal- tung seiner Kündigungsfrist bzw. auf daraus resultierend e Lohnansprüche verzichtet. Auch wenn den Angaben seines ehemaligen Arbeitgebers zu entn ehmen ist, dass die Leistung des Beschwerdeführers schon kurz nach Arbeitsantritt offensicht lich Anlass zu Beanstandungen gegeben hat, könnte darin lediglich ein Unvermögen erka nnt, nicht aber eine eventualvorsätzli- che Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten ausgemacht werden. Unbesehen davon, dass eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit b AVIG mit Blick auf eine nachträglich unterbliebene Geltendmachung arbeitsvertr aglicher Ansprüche keine Geltung be- anspruchen kann (oben, Erwägung 5.1), erweist sich eine Einstellung wegen selbstverschulde- ter Arbeitslosigkeit deshalb als unrechtmässig. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen. 6. Für das vorliegende Verfahren sind gestützt auf Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) keine Kos- ten zu erheben. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die ob siegende Beschwerde führende Person so- dann Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Die nicht anw altliche Rechtsvertretung des Be- schwerdeführers hat trotz Hinweise in der verfahrensleitenden Verfügung vom 27. Februar 2019 auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Zumal der Rechtsvertreter des Beschwerde- führers einer gemeinnützigen Organisation angehört, i st bei dieser Sachlage davon auszuge- hen, dass dem Beschwerdeführer keine Parteikosten entstan den sind. Eine Parteientschädi- gung ist deshalb nicht auszurichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Der Einspracheentscheid der Öffentlichen Arbeit slosenkasse Baselland vom 12. November 2018 und deren Verfügung Nr. 1801 / 2018 vom 28. August 2018 werden in Gutheissung der Beschwerde aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.