<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: RG.2004.00001</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205289&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>RG.2004.00001</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 1998 (Revision des Entscheid SB.2003.00023 vom 10. September 2003)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Gesuchstellenden verlangen die Revision von VGr, 10. September 2003, SB.2003.00023: Dieses Urteil der 2. Kammer bestätigt die Steuerbarkeit von ausbezahlten "Gewinnanteilen" aus einem Schneeballsystem; es handle sich dabei um Vermögensertrag und nicht um steuerfreie Kapitalrückzahlungen.<br/><br/>Das Revisionsgesuch wird von der 4. Kammer behandelt, ohne dass damit über die Frage des Ausstands von Personen der 2. Kammer entschieden würde (E. 1). Zu den zulässigen Revisionsgründen nach § 155 Abs. 1 lit. b Steuergesetz (E. 3.2). Die angebliche Voreingenommenheit von Personen, die am angefochtenen Urteil mitgewirkt haben, kann im Revisionsverfahren von vornherein nur noch insofern geltend gemacht werden, als dies den Gesuchstellenden im Beschwerdeverfahren nicht möglich war: Wird eine Ablehnung nicht unverzüglich geltend gemacht, sobald ein Ausstandsgrund bekannt ist, gilt dies als Verzicht auf den Ablehnungsanspruch und führt zu dessen Verwirkung (E. 4.1-2). Aus der Verletzung materiellen Rechts dürfte im Übrigen grundsätzlich nicht auf Befangenheit der betreffenden Behördemitglieder geschlossen werden. Erst wenn inhaltliche Fehlentscheide besonders gehäuft auftreten oder krass sind, können sie ausnahmsweise als Anzeichen einer unzulässigen Voreingenommenheit angesehen werden (E. 4.3). Der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde im Verfahren SB.2003.00023 ebenfalls gewahrt: Das Gericht war jedenfalls deshalb nicht verpflichtet, die zusätzlichen Eingaben der Beschwerdeführenden zu berücksichtigen, weil diese nicht als Stellungnahmen zu den Äusserungen der Vorinstanz und des Beschwerdegegners anzusehen sind (E. 5.1).<br/><br/>Abweisung des Revisionsgesuchs, soweit darauf eingetreten wird.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSLEHRE">RECHTSLEHRE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Revision ST: REVISIONSGRÃNDE">REVISIONSGRÃNDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHNEEBALLSYSTEM">SCHNEEBALLSYSTEM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHRIFTENWECHSEL">SCHRIFTENWECHSEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STELLUNGNAHME">STELLUNGNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSGRUNDSÃTZE">VERFAHRENSGRUNDSÃTZE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORBEFASSUNG">VORBEFASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOREINGENOMMENHEIT">VOREINGENOMMENHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 Abs. I EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 119 Abs. I lit. d StG</span><br/><span class="ungerade">§ 155 Abs. I lit. b StG</span><br/><span class="gerade">§ 156 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 157 Abs. I StG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 Abs. III ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, verheiratet mit B, tÃ¤tigte im Februar 1996 eine Kapitalanlage von Fr. 100'000.- bei der Einzelfirma D. Im Jahr 1997 wurden A insgesamt Fr. 42'770.- an "Gewinnanteilen" gutgeschrieben, die er sich jeweils auszahlen liess. Die D betrieb Anlagebetrug nach dem Schneeballprinzip; am 17. Juni 1998 wurde Ã¼ber sie der Konkurs erÃ¶ffnet. Die Konkursverwaltung liess im Rahmen des Kollokations­plans als Forderung eines Anlegers grundsÃ¤tzlich nur den Saldo von dessen Einzahlungen und BezÃ¼gen zu, im Fall von A Fr. 23'400.-, d.h. die Einzahlung von Fr. 100'000.- abzÃ¼glich die Auszahlungen in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 76'600.-.</p> <p class="Urteilstext">Der SteuerkommissÃ¤r bewertete bei der Veranlagung von A und B fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 1998 (Bemessungsjahr 1997) die im Lauf des Jahres 1997 ausbezahlten "Gewinnanteile" vollumfÃ¤nglich als steuerbares Einkommen. Eine Einsprache von A und B wies das Kantonale Steueramt mit Entscheid vom 5. Februar 2002 ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Entscheid vom 31. MÃ¤rz 2003 wies die Steuerrekurskommission II den hiergegen erhobenen Rekurs ab.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Hiergegen gelangten A und B mit Beschwerde vom 14. April 2003 an das Verwaltungsgericht. Sie liessen beantragen, es sei der Entscheid der Vorinstanz aufzuheben und auf die Aufrechnung der von der D geleisteten Auszahlungen in der HÃ¶he von Fr. 42'770.- zu verzichten, da es sich dabei um steuerlich nicht beachtliche KapitalrÃ¼ckzahlungen handle. Zudem liessen sie den Eventualantrag stellen, die ab dem 17. Juni 1997 erhaltenen Zahlungen seien nicht als Einkommen zu werten. Die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts hiess die Beschwerde mit Urteil vom 10. September 2003 (SB.2003.00023, www.vgrzh.ch [Leitsatz in RB 2003 Nr. 82]) im Sinn des Eventualantrags teilweise gut. Sie ging davon aus, dass es sich bei den Auszahlungen zwar grundsÃ¤tzlich um steuerbare EinkÃ¼nfte und nicht um KapitalrÃ¼ckzahlungen gehandelt habe, dass jedoch die ab dem 17. Juni 1997 geleisteten Zahlungen der paulianischen Anfechtung gemÃ¤ss Art. 286 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 Ã¼ber Schuldbetreibung und Konkurs unterlegen seien, weshalb ab diesem Termin den Anlegern aus Zahlungen der D grundsÃ¤tzlich kein Einkommen mehr habe zufliessen kÃ¶nnen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Gegen diesen Entscheid liessen A und B am 21. November 2003 staatsrechtliche Beschwerde wegen Verstosses gegen das WillkÃ¼rverbot von Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) erheben. Mit Urteil vom 14. Januar 2005 (2P.300/2003, www.bger.ch) wies das Bundesgericht die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Einer Aufsichtsbeschwerde gegen sÃ¤mtliche Personen, die am Urteil SB.2003.00023 vom 10. September 2003 mitgewirkt hatten, gaben GeschÃ¤ftsprÃ¼fungs- und Justizkommission des Kantonsrats gemÃ¤ss Schreiben vom 26. Februar 2004 keine Folge.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 19. Januar 2004 liessen A und B ein Revisionsgesuch betreffend das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 10. September 2003 im Verfahren SB.2003.00023 an die GeschÃ¤ftsleitung des ZÃ¼rcher Kantonsrats richten. Sie beantragten die Aufhebung jenes Entscheids und die Gutheissung der Beschwerde vom 14. April 2003 unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten des Kantons ZÃ¼rich. Zugleich stellten sie ein Ausstandsbegehren gegen den AbteilungsprÃ¤sidenten und einen Verwaltungsrichter der 2. Abteilung, die am angefochtenen Urteil mitgewirkt hatten, und verlangten die PrÃ¼fung des Revisionsgesuchs durch ein "mit <i>unvoreingenommenen, unparteiischen und unabhÃ¤ngigen Richtern </i>korrekt besetzte[s] Gericht". Als "Kopien" des Revisionsgesuchs bezeichnete Exemplare wurden am selben Tag auch dem Verwaltungsgericht zugestellt. Am 27. Februar 2004 leitete die GeschÃ¤ftsleitung des Kantonsrats die Eingabe an das Verwaltungsgericht weiter. Aufgrund einer Nachfrage der GeschÃ¤ftsleitung des Kantonsrats vom 3. Juni 2004 nahm der PrÃ¤sident der 4. Abteilung des Verwaltungsgerichts mit VerfÃ¼gung vom 9. Juni 2004 vom Eingang des Gesuchs Vormerk.</p> <p class="Urteilstext">Nach der Abweisung der staatsrechtlichen Beschwerde im Verfahren 2P.300/2003 durch das Bundesgericht setzte der PrÃ¤sident der 4. Abteilung mit VerfÃ¼gung vom 24. Februar 2005 A und B sowie dem als ihr Vertreter auftretenden C Frist zur Einreichung einer Vertretungsvollmacht fÃ¼r das Revisionsverfahren. Die Vollmacht wurde innert erstreckter Frist am 14. April 2005 beigebracht.</p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission II teilte ihren Verzicht auf eine Vernehmlassung mit. Das Kantonale Steueramt ZÃ¼rich beantragte in der Antwort zum Revisionsgesuch ohne BegrÃ¼ndung dessen Abweisung. A und B liessen am 14. April, 15./18. April und 6. Juni 2005 unaufgefordert weitere Stellungnahmen und Unterlagen einreichen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gesuchstellenden verlangen, dass zwei Gerichtsmitglieder, die bereits an verschiedenen Urteilen zur Frage der Versteuerung vermeintlicher Gewinne aus einem Schneeballsystem mitwirkten, gemÃ¤ss § 119 Abs. 1 lit. d des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) in den Ausstand treten, und dass das Revisionsgesuch von einem mit unvoreingenommenen Personen besetzten SpruchkÃ¶rper behandelt werde. GemÃ¤ss einem Meinungsaustausch zwischen der 2. und der 4. Kammer des Verwaltungsgerichts wird das vorliegende Revisionsgesuch nicht von der grundsÃ¤tzlich zustÃ¤ndigen 2. Kammer, sondern von der bisher unbeteiligten 4. Kammer behandelt. Dem Begehren der Gesuchstellenden wird damit entsprochen, ohne dass an dieser Stelle Ã¼ber die Frage des Ausstands entschieden wÃ¼rde (vgl. auch hinten 4).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Ein Revisionsgesuch muss laut § 156 StG innert 90 Tagen nach Entdeckung des Revisionsgrundes eingereicht werden. GemÃ¤ss § 157 Abs. 1 StG ist es schriftlich der BehÃ¶rde einzureichen, die den Entscheid getroffen hat. Die Gesuchstellenden haben die Formvorschriften der §§ 156 und 157 Abs. 1 StG jedenfalls eingehalten, weil sie am 19. Januar 2004 zuhanden des Verwaltungsgerichts der Post "Kopien" des Revisionsgesuchs Ã¼bergeben liessen und diese den formellen Anforderungen genÃ¼gen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Mangels neuer Tatsachen oder Beweismittel in den Stellungnahmen des Kantonalen Steueramts und der Steuerrekurskommission II wurde auf einen zweiten Schriftenwechsel verzichtet (§ 158 Abs. 4 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 und § 148 Abs. 2 StG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Das Revisionsbegehren muss nach § 157 Abs. 2 lit. a StG die einzelnen RevisionsgrÃ¼nde genau bezeichnen. Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft nur klar und detailliert erhobene RÃ¼gen. Die Gesuchstellenden haben nicht nur die behaupteten RevisionsgrÃ¼nde zu nennen, sondern auch substanziiert darzulegen, inwiefern diese ihrer Auffassung nach vorliegen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Gesuchstellenden stÃ¼tzen ihr Revisionsbegehren auf § 155 Abs. 1 lit. b StG, laut dem ein Revisionsgrund vorliegt, wenn die erkennende BehÃ¶rde erhebliche Tatsachen oder entscheidende Beweismittel, die ihr bekannt waren oder bekannt sein mussten, ausser Acht gelassen oder in anderer Weise wesentliche VerfahrensgrundsÃ¤tze verletzt hat. Als mÃ¶gliche VerfahrensmÃ¤ngel stehen im Vordergrund: die Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs, die versehentliche NichtberÃ¼cksichtigung einer aktenkundigen erheblichen Tatsache, die Nichtbeurteilung eines Begehrens, die unrichtige Besetzung des Gerichts, die Verletzung der Ausstandspflicht sowie die Missachtung der Bindung an Parteibegehren. Die Revision bezweckt insoweit die Berichtigung prozessualer Versehen und kann nicht dem ZurÃ¼ckkommen auf Fragen dienen, die im angefochtenen Entscheid beantwortet oder absichtlich nicht berÃ¼cksichtigt wurden. Eine rechtliche WÃ¼rdigung kann deshalb von vornherein nicht Gegenstand eines Revisionsverfahrens bilden. Insbesondere stellt die Verletzung des WillkÃ¼rverbots keinen Revisionsgrund im Sinn von § 155 Abs. 1 lit. b StG dar. Auf RÃ¼gen, die nur der Form nach in ein Revisionsgesuch gekleidet sind, die letztlich aber auf eine appellatorische Kritik am Urteil des Verwaltungsgerichts hinauslaufen, tritt dieses nicht ein (VGr, 26. Januar 2000, RG.1999.00009, E. 1 mit zahlreichen Hinweisen, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> Soweit die Gesuchstellenden unter Berufung auf das WillkÃ¼rverbot und den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV) sowie auf das Verbot der (materiellen) Rechtsverweigerung inhaltliche Kritik am angefochtenen Urteil Ã¼ben, ist das Revisionsgesuch deshalb nicht an die Hand zu nehmen. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Laut den Gesuchstellenden haben am angefochtenen Entscheid vorbefasste Personen mitgewirkt, die nach § 119 Abs. 1 lit. d StG hÃ¤tten in den Ausstand treten mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Die angebliche Voreingenommenheit von Personen, die am angefochtenen Urteil mitgewirkt haben, kann im Revisionsverfahren von vornherein nur noch insofern geltend gemacht werden, als dies den Gesuchstellenden im Beschwerdeverfahren nicht mÃ¶glich war: Wird eine Ablehnung nicht unverzÃ¼glich geltend gemacht, sobald ein Ausstandsgrund bekannt ist, gilt dies als Verzicht auf den Ablehnungsanspruch und fÃ¼hrt zu dessen Verwirkung (VGr, 2. Juni 2004, VB.2004.00063, E. 2.1, www.vgrzh.ch; BGE 121 I 225 E. 3; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5a N. 5; kritisch Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 207 ff. mit weitern Hinweisen). Zum selben Ergebnis fÃ¼hrt § 155 Abs. 2 StG, der jene RevisionsgrÃ¼nde ausschliesst, die bei Anwendung der zumutbaren Sorgfalt schon im ordentlichen Verfahren hÃ¤tten geltend gemacht werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>Obwohl dem Vertreter der Gesuchstellenden â dessen Wissen diesen anzurechnen ist â bekannt war, welche Personen am nun angefochtenen Urteil voraussichtlich mitwirken wÃ¼rden, wurden in der Beschwerde gegen den Entscheid der Steuerrekurskommission II vom 31. MÃ¤rz 2003 keine AusstandsgrÃ¼nde gegen Mitglieder des Verwaltungsgerichts geltend gemacht. Die Anmerkungen der damaligen BeschwerdefÃ¼hrenden zum angefochtenen Rekursentscheid enthielten zwar den pauschalen Vorwurf der Vorbefasstheit bzw. Voreingenommenheit gegenÃ¼ber sÃ¤mtlichen Gerichten und BehÃ¶rden, welche die von ihnen in Frage gestellte Praxis anwenden, doch kann dies nicht als gÃ¼ltiges Ausstandsbegehren aufgefasst werden (VGr, 28. August 2002, SR.2002.00004, E. 2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Dies bedeutet konkret, dass der Vorwurf der Vorbefasstheit wegen des frÃ¼heren Mitwirkens an vergleichbaren Entscheiden im Revisionsverfahren nicht mehr vorgebracht werden kann. Im Ãbrigen ist anzumerken, dass sich allein aus der Mitwirkung in andern FÃ¤llen, in denen sich gleichartige Rechtsfragen stellten, keine unzulÃ¤ssige Vorbefassung ergibt, selbst wenn die jeweiligen Rechtsuchenden durch die gleiche Person vertreten waren (BGr, 14. Februar 2005, 2P.10/2005, E. 3.1, www.bger.ch; vgl. auch Regina Kiener, Richterliche UnabhÃ¤ngigkeit, Bern 2001, S. 144). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Die Gesuchstellenden leiten eine Vorbefassung der am angefochtenen Entscheid Beteiligten sodann daraus ab, dass unvoreingenommene Personen zu einem andern Ergebnis hÃ¤tten gelangen mÃ¼ssen. Auch insoweit hÃ¤tten sie die angebliche Vor­ein­genom­men­heit bereits im Beschwerdeverfahren geltend machen mÃ¼ssen, da ihrem Vertreter bekannt war, dass die betreffenden Gerichtsmitglieder bereits in verschiedenen Verfahren mitgewirkt hatten, in denen das Gericht zu einem andern Schluss gekommen war als die jeweiligen Steuerpflichtigen (vgl. BGr, 25. Februar 2002, 2P.166/2001 und 2P.180/2001, jeweils E. 2, beide unter www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Aus der Verletzung materiellen Rechts dÃ¼rfte im Ãbrigen grundsÃ¤tzlich nicht auf Befangenheit der betreffenden BehÃ¶rdemitglieder geschlossen werden. Erst wenn inhaltliche Fehlentscheide besonders gehÃ¤uft auftreten oder krass sind, kÃ¶nnen sie ausnahmsweise als Anzeichen einer unzulÃ¤ssigen Voreingenommenheit angesehen werden (BGr, 13. Februar 2004, 1P.86/2004, www.bger.ch; BGE 116 Ia 135 E. 3a; VGr, 18. [recte: 30.] August 2004, VB.2004.00213, E. 5.1.2, www.vgrzh.ch; Kiener, S. 105 f.; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 5a N. 14; Schindler, S. 137 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Der angefochtene Entscheid fÃ¼hrt die Praxis weiter, wonach die vermeintlichen Gewinne der Opfer eines Anlagebetrugs unter bestimmten Voraussetzungen als EinkommenszuflÃ¼sse steuerbar sind. Diese Praxis ist â entgegen der Behauptung der Gesuchstellenden â Ã¤lter als der Einzelrichterentscheid vom 26. Januar 2000 (Leitsatz in RB 2000 Nr. 125) im Verfahren SB.1999.00044 (vgl. BGr, 21. Oktober 1996, ASA 66 [1997/98], S. 377 E. 4; VGr, 3. Juli 1996, SB.95.00031, E. 4). Ihr folgen namentlich das Bundesgericht sowie zum Beispiel die Bundessteuer-Rekurskommission des Kantons ZÃ¼rich, das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich und das Steuerrekursgericht des Kantons Aargau (18. Dezember 2003, RV.2001.50188/K 6314, mit abweichender Minderheitsmeinung). Sie wird von der Lehre, soweit ersichtlich, nahezu einhellig abgelehnt (vgl. etwa Harold GrÃ¼ninger, Steuerrechtliche Entwicklungen [insbesondere im Jahr 2004], Schweizerische Zeitschrift fÃ¼r Wirtschaftsrecht 2005, S. 29 ff., 36 f.; Markus Reich, Die ungerechtfertigte Bereicherung und andere rechtsgrundlose VermÃ¶gensÃ¼bergÃ¤nge im Einkommenssteuerrecht, IFF Forum fÃ¼r Steuerrecht [FStR] 2004, S. 3 ff., 7 Fn. 28; ders., Entwicklungen im Steuerrecht, SJZ 98/2002, S. 257 ff., 260 f.; Madeleine Simonek, Die steuerrechtliche Rechtsprechung des Bundesgerichts im Jahre 2001, Direkte Bundessteuer, ASA 72 [2003], S. 1 ff., 10 ff.; Markus Weidmann, Realisation und Zurechnung des Einkommens, FStR 2003, S. 83 ff., 96 ff.; weniger eindeutig Joseph KÃ¼ng, Nochmals zur Steuerbarkeit von fiktiven ErtrÃ¤gnissen, StR 2003, S. 643 ff., 645; in der Kritik zurÃ¼ckhaltend auch Robert Waldburger, Rechtsprechung im Jahr 2001 [1. Teil], FStR 2002, S. 138 ff., 139 ff.). Dies bedeutet aber nicht, dass sich die angefochtene Praxis nicht begrÃ¼nden liesse. Es kann deshalb entgegen der Ansicht der Gesuchstellenden keine Rede davon sein, dass ihre Sichtweise die nachweisbar einzig richtige sei. Umso weniger kann die Praxis, auf welcher das angefochtene Urteil beruht, als so fehlerhaft gelten, dass deswegen die Unvoreingenommenheit der daran Mitwirkenden in Frage stÃ¼nde. Dasselbe gilt auch in Bezug auf einzelne ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid, welche die Gesuchstellenden beanstanden, indem sie etwa geltend machen, das Verwaltungsgericht habe die Gutschrift fiktiver Gewinne und deren Auszahlung nicht genÃ¼gend auseinander gehalten oder es habe die AusfÃ¼hrungen des Obergerichtsurteils vom 23. August 2002 (LB010064/U) zum Schuldbekenntnis nach Art. 17 des Obligationenrechts (OR) unzutreffend gewÃ¼rdigt. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Die Gesuchstellenden sehen ein Anzeichen fÃ¼r die Voreingenommenheit der am angefochtenen Urteil Mitwirkenden weiter darin, dass jener Entscheid unter Verletzung des Grundsatzes von Art. 1 Abs. 3 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) die Kritik der Lehre, namentlich den von ihnen eingereichten Artikel Weidmanns, FStR 2003, 83 ff., nicht berÃ¼cksichtige. Die 2. Kammer sei vielmehr blind der bisherigen Rechtsprechung gefolgt. Ob diese BegrÃ¼ndung des Revisionsgesuchs Ã¼berhaupt mit der geforderten Klarheit vorgebracht wurde, kann hier offen bleiben, da sie ohnehin nicht stichhaltig ist.</p> <p class="Urteilstext">Art. 1 ZGB kann als Ausdruck eines allgemeinen Rechtsgrundsatzes betrachtet werden, der auch im Ã¶ffentlichen Recht zu beachten ist (vgl. David DÃ¼rr, ZÃ¼rcher Kommentar, 1998, Vorbem. zu Art. 1 und 4 ZGB N. 111 ff.; vgl. auch BGE 123 II 588 E. 2d). Er fordert vom urteilenden Gericht die BerÃ¼cksichtigung sowohl der Rechtsanwendung als auch der Rechtslehre. Im Hinblick auf Rechtsgleichheit und Rechtssicherheit ist die prÃ¤judizielle Wirkung der Praxis grundsÃ¤tzlich eher stÃ¤rker als jene der Lehre. Dies gilt namentlich fÃ¼r die Praxis des Bundesgerichts, dem die Aufgabe zukommt, die Einheit der Rechtsanwendung und der Rechtsordnung im Gesamtstaat sicherzustellen (vgl. zum Ganzen Giovanni Biaggini, Verfassung und Richterrecht, Basel/Frankfurt a.M. 1991, S. 252 ff.; DÃ¼rr, Art. 1 N. 533 ff.; Hans Michael Riemer, Die Einleitungsartikel des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 2. A., Bern 2003, S. 94 ff.). Eine PraxisÃ¤nderung ist denn auch nur unter bestimmten Voraussetzungen zulÃ¤ssig (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 509 ff. mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht hat sich im angefochtenen Entscheid auf seine eigene Praxis sowie auf diejenige des Bundesgerichts berufen, und es hat sich mit der Argumentation der Beschwerdeschrift auseinander gesetzt, die mit derjenigen der Lehre weitgehend Ã¼bereinstimmt. Damit hat es die Ansicht der Lehre implizit verworfen. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Im Ãbrigen haben die Gerichte gerade bei der Praxis zur Versteuerung vermeintlicher Kapitalgewinne in verschiedenen Entscheiden explizit auf die EinwÃ¤nde der Lehre Bezug genommen (vgl. BGr, 27. Januar 2003, 2A.181/2002, E. 2.4; vgl. auch<i> </i>BGr, 1. Juni 2004, 2A.274/2004, E. 3 [beide unter www.bger.ch]). Es ist somit nicht ersichtlich, auf welche Weise der angefochtene Entscheid Art. 1 Abs. 3 ZGB missachten wÃ¼rde. Umso weniger ist im Umgang mit Praxis und Lehre ein Hinweis auf eine unzulÃ¤ssige Vorbefassung zu sehen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Schliesslich ergeben sich weder aus jenen Hinweisen in der Sachverhaltsdarstellung des angefochtenen Entscheids, welche die Gesuchstellenden fÃ¼r Ã¼berflÃ¼ssig halten, noch aus der zwischen UrteilsfÃ¤llung und Urteilsversand verstrichenen Zeit, welche sie fÃ¼r ungewÃ¶hnlich lang halten, irgendwelche Hinweise auf eine Voreingenommenheit des Gerichts. Ob diese Vorbringen Ã¼berhaupt gÃ¼ltige Berufungen auf einen Revisionsgrund darstellen, kann dahingestellt bleiben. Ebenso wenig lÃ¤sst sich eine Voreingenommenheit aus den angeblichen Verletzungen des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r ableiten (vgl. dazu sogleich 5). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gesuchstellenden machen geltend, das Verwaltungsgericht habe mit dem angefochtenen Entscheid ihren Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV) verletzt. Dies begrÃ¼nden sie zum einen damit, dass das Gericht keinen zweiten Schriftenwechsel angeordnet und ihre nachtrÃ¤glich eingereichten Eingaben aus dem Recht gewiesen habe, und zum andern damit, dass die Steuerrekurskommission II auf eine Vernehmlassung verzichtet habe. Insoweit kann jedenfalls auf das Revisionsgesuch eingetreten werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Das Verwaltungsgericht hat im Verfahren SB.2003.00023 keinen zweiten Schriftenwechsel durchgefÃ¼hrt und die von den damaligen BeschwerdefÃ¼hrenden nachtrÃ¤glich eingereichten Eingaben aus dem Recht gewiesen. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.1 </b>Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts verpflichtet der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r â jedenfalls ausserhalb des Anwendungsbereichs von Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) â nur dann zur Bekanntgabe der Rechtsmittelantwort einer Gegenpartei bzw. der Vernehmlassung einer Vorinstanz oder gar zur Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels, wenn im betreffenden SchriftstÃ¼ck neue Tatsachen oder Beweismittel vorgebracht worden sind (VGr, 28. April 2004, PB.2003.00041, E. 2.3.1 mit Hinweisen, www.vgrzh.ch; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 148 N. 9). Diese Voraussetzung war im Fall SB.2003.00023 nicht gegeben.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.2 </b>Der EuropÃ¤ische Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte hat allerdings festgehalten, der Anspruch auf ein faires Verfahren gemÃ¤ss Art. 6 EMRK gebe den Parteien das Recht, von sÃ¤mtlichen dem Gericht eingereichten Eingaben oder Vernehmlassungen â unabhÃ¤ngig von ihrer Relevanz fÃ¼r den Entscheid â Kenntnis zu erhalten und zu ihnen Stellung zu nehmen (EGMR, 21. Februar 2002, Ziegler v. Schweiz, 33499/96, §§ 33 ff. mit weitern Hinweisen, http://hudoc.echr.coe.int). In einigen neuern Entscheiden â die soweit ersichtlich alle den Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 EMRK betreffen â hat das Bundesgericht diese Praxis Ã¼bernommen. Dabei hat es zwar festgehalten, Umfang und Tragweite des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r nach Art. 29 Abs. 2 BV seien anhand der Rechtsprechung zu Art. 6 Abs. 1 EMRK auszulegen (BGr, 15. MÃ¤rz 2005, 5P.18/2005, E. 4.2 f. mit weitern Hinweisen, und 31. Januar 2002, 1P.730/2001, E. 2.1 [beide unter www.bger.ch]; vgl. auch Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, ErgÃ¤nzungsband zur dritten Auflage des gleichnamigen Werks von JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Bern 2005, S. 291). Doch bleibt offen, ob damit der Anspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV in allen FÃ¤llen jenem von Art. 6 Abs. 1 EMRK angeglichen werden soll (vgl. BGr, 15. MÃ¤rz 2005, 5P.18/2005, E. 4.1, www.bger.ch). Nur wenn dies zutrÃ¤fe, wÃ¤re die Praxis des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs fÃ¼r Menschenrechte im vorliegenden Fall massgebend, da dieser ein steuerrechtliches Verfahren betrifft, das nicht unter Art. 6 Abs. 1 EMRK fÃ¤llt (EGMR, 12. Juli 2001, Ferrazzini, 44759/98, § 29, bestÃ¤tigt am 23. Juli 2002, Janosevic, 34619/97, § 64 [beide unter http://hu­doc.echr.coe.int]; kritisch Rok Bezgovsek, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und das steuerrechtliche Verfahren, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 192 ff., 353 ff.). Selbst dann wÃ¤re sie aber mÃ¶glicherweise zu relativieren: Laut andern Entscheiden des Bundesgerichts kann nÃ¤mlich â auch wenn der Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 EMRK betroffen ist â kein unbedingter Anspruch darauf bestehen, sich zu jeder Ãusserung anderer Verfahrensbeteiligter wiederum zu Ã¤ussern, da dies "klarerweise praxisuntauglich wÃ¤re und zu geradezu absurden Ergebnissen fÃ¼hren wÃ¼rde". Die prozessleitende BehÃ¶rde mÃ¼sse das Recht haben, den Schriftenwechsel abzuschliessen, wenn die Sache liquid sei. Dies ergebe sich auch aus dem ebenfalls konventions- und verfassungsrechtlich garantierten Anspruch auf eine Beurteilung innerhalb angemessener Frist (BGr, 4. MÃ¤rz 2005, 1P.519/2004, E. 3, und 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 2.4 [beide unter www.bger.ch]). Die aufgeworfenen Fragen brauchen hier nicht abschliessend beantwortet zu werden, wie sich aus dem Folgenden ergibt.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.3 </b>Im Fall SB.2003.00023 stellte das Verwaltungsgericht das Schreiben, mit dem die Steuerrekurskommission II den Verzicht auf eine Vernehmlassung mitgeteilt hatte, und die Beschwerdeantwort des Kantonalen Steueramts den BeschwerdefÃ¼hrenden am 9. Mai 2003 zur Kenntnisnahme und unter Mitteilung des Verzichts auf einen zweiten Schriftenwechsel zu. Dieses Vorgehen war korrekt (vgl. § 153 Abs. 4 in Verbindung mit § 148 Abs. 2 StG). Doch ist auch nicht zu beanstanden, dass das Gericht die weitern Eingaben der BeschwerdefÃ¼hrenden aus dem Recht wies: Die BeschwerdefÃ¼hrenden, die bereits am 2./5. Mai 2003 eine zusÃ¤tzliche Eingabe eingereicht hatten, taten dies erneut am 13. Mai, 19. Mai, 19./22. Mai, 31. Mai/2. Juni und 10./11. Juni 2003. Bei ihren Eingaben handelte es sich weitestgehend um Orientierungskopien der Korrespondenz mit andern BehÃ¶rden sowie um die Zustellung wissenschaftlicher Publika­tionen. Insoweit ist ein direkter Bezug zum Verzicht der Steuerrekurs­kommission II auf eine Vernehmlassung und zur Beschwerdeantwort nicht ersichtlich und wurde der Anspruch, zu den Ãusserungen anderer Verfahrensbeteiligter Stellung zu nehmen, durch die Nichtbeachtung der Eingaben nicht tangiert. Letzteres gilt im Ergebnis auch fÃ¼r die Eingabe vom 13. Mai 2003, mit welcher der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden dem Verwaltungsgericht die Kopie eines Schreibens an den Chef des Kantonalen Steueramts zustellte. In jenem Brief bezeichnete er die Beschwerdeantwort als unwahr und irrefÃ¼hrend, wies erneut auf den Entscheid des ZÃ¼rcher Obergerichts vom 23. August 2002 (LB010064/U) hin und forderte den Adressaten zur Korrektur der Beschwerdeantwort auf. Um eine Stellungnahme gegenÃ¼ber dem Verwaltungsgericht handelte es sich bei der Eingabe vom 13. Mai 2003 nicht, auch wenn der Vertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden das Gericht im Begleitschreiben um Kenntnisnahme bat. Die Eingabe vom 2./5. Mai 2003 kann bereits aus zeitlichen GrÃ¼nden nicht als Replik auf die erst spÃ¤ter den BeschwerdefÃ¼hrenden zugestellten SchriftstÃ¼cke gelten. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.1.4 </b>Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r das Verwaltungsgericht jedenfalls deshalb nicht verpflichtete, die zusÃ¤tzlichen Eingaben der BeschwerdefÃ¼hrenden zu berÃ¼cksichtigen, weil diese nicht als Stellungnahmen zu den Ãusserungen der Vorinstanz und des Beschwerdegegners anzusehen sind. Andere GrÃ¼nde, derentwegen das Gericht die verspÃ¤teten Vorbringen hÃ¤tte beachten mÃ¼ssen, sind ebenfalls nicht ersichtlich. (Zum Umgang mit der Rechtslehre vgl. vorn 4.3.3 und hinten 5.3.)</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Gesuchstellenden bringen weiter vor, ihr Recht auf ein kontradiktorisches Verfahren sei verletzt worden, weil die Steuerrekurskommission II in der Vernehmlassung auf eine Stellungnahme zur Beschwerdeschrift verzichtet habe. Sie verkennen damit den Gehalt des Anspruchs auf eine Stellungnahme: Dieser verschafft der Partei im Rechtsmittelverfahren unter bestimmten UmstÃ¤nden das Recht, sich zur Rechtsmittelantwort oder Vernehmlassung der Vorinstanz zu Ã¤ussern. Dagegen sind die Vorinstanzen nicht verpflichtet, zur Rechtsschrift Stellung zu nehmen, nachdem sich ihre Sicht der Dinge bereits ihren EntscheidbegrÃ¼ndungen entnehmen lÃ¤sst. Eine solche Forderung lÃ¤sst sich auch der Dissertation nicht entnehmen, auf die sich die Gesuchstellenden stÃ¼tzen (Bezgovsek, S. 80 f., 288 ff.; vgl. weiter BGr, 14. Februar 2005, 2P.18/2005, E. 4, www.bger.ch; Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 273 ff.). SinngemÃ¤ss gelten diese AusfÃ¼hrungen Ã¼brigens auch fÃ¼r das Revisionsverfahren.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Schliesslich ist anzumerken, dass der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r die BehÃ¶rde nicht verpflichtet, sich mit jeder tatbestÃ¤ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinander zu setzen. Sie kann sich vielmehr auf die fÃ¼r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrÃ¤nken (BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 2.6 mit Hinweis, www.bger.ch). Die GrÃ¼nde, die das Verwaltungsgericht im Fall SB.2003.00023 zu seinem Entscheid bewogen haben, sind ohne weiteres ersichtlich. Das bemÃ¤ngelte â angebliche â Fehlen einer Auseinandersetzung mit den Argumenten der BeschwerdefÃ¼hrenden und der Lehre verstÃ¶sst demnach auch nicht gegen den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gesuchstellenden rÃ¼gen, das Gericht habe nicht beachtet, dass die fraglichen Auszahlungen als ungerechtfertigte Bereicherungen im Sinn von Art. 62 ff. OR mit einer RÃ¼ckerstattungsverpflichtung belastet gewesen seien. Auch insoweit genÃ¼gt die Anrufung des Revisionsgrundes von § 155 Abs. 1 lit. b StG den Anforderungen nicht: Indem das Gericht die Auszahlungen als Einkommenszufluss betrachtete, hat es zur Frage der RÃ¼ckerstattungs­pflicht Stellung genommen. Es hat damit nicht etwa eine erhebliche Tatsache versehentlich nicht berÃ¼cksichtigt oder ein Begehren nicht beurteilt, sondern eine rechtliche WÃ¼rdigung vorgenommen, die von derjenigen der Gesuchstellenden abweicht. Darin liegt auch keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r (vgl. BGr, 14. Februar 2005, 2P.18/2005, E. 4, www.bger.ch). Die in diesem Zusammenhang erhobene RÃ¼ge der fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung und Rechtsanwendung ist im Revisionsverfahren nicht zulÃ¤ssig. Dass wegen der angeblich "bÃ¶se[n] Absicht" des Gerichts der Revisionsgrund der Beeinflussung des Entscheids durch ein Verbrechen oder Vergehen (§ 155 Abs. 1 lit. c StG) vorliege, machen die Gesuchstellenden zu Recht nicht geltend.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine RevisionsgrÃ¼nde vorliegen. Die BegrÃ¼ndung des Revisionsgesuchs beschrÃ¤nkt sich im Kern weitgehend auf appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid. Das Gesuch ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten den Gesuchstellenden je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander (§ 158 Abs. 4 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 und § 151 Abs. 1 StG; § 14 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] analog). Die GerichtsgebÃ¼hr bemisst sich nach dem Streitwert (§ 3 der Ge­bÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997 [GebV VGr, LS 175.252]) und berÃ¼cksichtigt insbesondere den Zeitaufwand des Gerichts, die Schwierigkeit des Falles und das tatsÃ¤chliche Streitinteresse (§ 2 GebV VGr). Nach § 5 GebV VGr kann die GerichtsgebÃ¼hr bei besonders aufwendigen Verfahren bis auf den doppelten Betrag erhÃ¶ht werden. Angesichts sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde, insbesondere der umstÃ¤ndlich verfassten Beschwerdeschrift und der nachtrÃ¤glichen Eingaben, ist die GerichtsgebÃ¼hr auf Fr. 2'000.- festzusetzen.</p> <p class="Urteilstext">Eine ParteientschÃ¤digung bleibt den unterliegenden Gesuchstellenden versagt (§ 158 Abs. 4, § 153 Abs. 4 und § 152 StG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den Gesuchstellenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼reinander.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>