B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2683/2014 U r t e i l v om 1 2 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiberin Simona Risi. Parteien A._______, unbekannte Staatsangehörigkeit (angeblich Eritrea), vertreten durch lic. iur. Gabriella Tau, Caritas Suisse, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwä- gungsentscheid); Verfügung des BFM vom 17. April 2014 / N (…). E-2683/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer reiste am 2. April 2012 in die Schweiz ein und suchte gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel um Asyl nach. Während des Verfahrens vor dem BFM wurde er über einen Zei t- raum von fünf Monaten 14 Mal daktyloskopiert, ohne dass sich auswer t- bare Fingerabdrücke ergaben. Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs am 16. Oktober 2012 gab er an, keine Manipulation der Finge r- kuppen vorgenommen zu haben. Er habe im Sudan in einer Bäckerei g e- arbeitet und gehe davon aus, dass seine Finger deshalb so seien. A.b Mit Verfügung vom 24. Oktober 2012 trat die Vorinstanz in Anwe n- dung von aArt. 3 2 Abs. 2 Bst. c AsylG (SR 142.31) (schuldhafte grobe Verletzung der Mitwirkungspflicht) auf das Asylgesuch des Beschwerd e- führers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Der Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. B.a Am 22. April 2013 ersuchte der Beschwerdeführer das BFM durch seine Rechtsvertreterin um wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfü- gung vom 24. Oktober 2012 und Durchführung eines ordentlichen Asy l- verfahrens. Zudem beantragte er eventualiter die Feststellu ng der Flücht- lingseigenschaft und die Gewährung von Asyl und subeventualiter die Feststellung der Unzumutbarkeit und Unzulässigkeit des Wegweisung s- vollzugs sowie die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. Zum Beweis seiner Vorbringen reichte er die Identitäts karte seiner Mutter und seinen Taufschein zu den Akten. B.b Mit Verfügung vom 17. April 2014 wies das BFM das Wiedererw ä- gungsgesuch ab, erklärte seine Verfügung vom 24. Oktober 2012 als rechtskräftig und vollstreckbar und hielt fest, einer allfälligen Beschwer de komme keine aufschiebende Wirkung zu. Zudem erhob es eine Gebühr von Fr. 600.–. C. Dagegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Mai 2014 B e- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhebe n, das Wiedererwägungsgesuch sei gutzuheissen und das BFM sei aufzufordern, sein Asylgesuch mat e-E-2683/2014 Seite 3 riell zu prüfen, eventualiter sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, subeventualiter seien die Unzumutbarkeit und Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und es sei die vor- läufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der aufschiebenden Wirkung und der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG. Als neue Be weismittel legte der Beschwerdeführer einen medizinischen Bericht des [Spitals] B._______ vom 23. April 2014, mit welchem bei ihm die (…)erkrankung (…) diagnostiziert wird, einen Auszug aus dem G e- burtsregister betreffend sein Kind und eine Bestätigung der Schwanger- schaft seiner Partnerin ins Recht. D. Mit Verfügung vom 20. Mai 2014 setzte das Bundesverwaltungsgericht den Wegweisungsvollzug aus und stellte fest, der Beschwerdeführer dü r- fe den Ausgang des Verfahrens in d er Schweiz abwarten. Zugleich h iess es da s Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und wies jenes um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab. Schliesslich lud es die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmla s- sung ein. E. Mit Eingabe vom 4. Juni 2014 nahm das BFM St ellung betreffend die nach Abschluss des vorinstanzlichen Wiedererwägungsverfahrens ge l- tend gemachte Erkrankung des Beschwerdeführers. Im Übrigen verwies es auf seine Erwägungen. F. Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 17. Juni 2014. G. Am 31. Juli 2014 reichte der Beschwerdeführer zwei ärztliche Beri chte des Kantonsspitals B._______ vom 12. Juni 2014 und vom 24. Juli 2014 zu den Akten. E-2683/2014 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verf ü- gung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden kö n- nen, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliege n- den Beschwerde zuständig. Es entscheid et auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Gegenstand eines Rechtsstreits wird durch das vom Beschwerdefüh- rer gestellte Begehren (Streitgegenstand) und den Gegenstand der ange- fochtenen Verfügung, welche das eigentliche Anfechtungsobjekt darstellt, bestimmt. Im Beschwerdeverfahren sind nur Rechtsverhältnisse zu übe r- prüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige Vorinstanz vorgängig verbindlich in Form einer Verfügung Stellung genommen hat. Gegenstän- de, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat oder über welche sie nicht entscheiden musste, darf die obere Instanz nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der Vori n- stanz eingreifen würde. Ausnahmsweise werden neue Rechtsbegehren, welche ausserhalb der Verfügung als Anfechtungsgegenstand, aber i m Zusammenhang mit dem Streitgegenstand s tehen, aus prozessökonomi- schen Gründen zugelassen. Voraussetzung dafür ist, dass einerseits ein hinreichend enger Bezug zum bisherigen Streitgegenstand besteht und andererseits die Verwaltung im Laufe des Verfahrens Gelegenheit hatte, sich hierzu zu äusser n (vgl. BVGE 2009/37 E. 1.3 S. 522 f.; FRANK SEETHALER/FABIA BOCHSLER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Pr a- xiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 52 N 40, m.w.H.; ANDRÉ MOSER, E-2683/2014 Seite 5 in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008, Art. 52 N 3 FN 14). Die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft und die entsprechenden Folgen waren nicht Gegenstand des Wiedererwägungsverfahrens, weshalb auf den Eventualantrag um Feststellung der Flüchtlingseigenschaf t und G e- währung von Asyl nicht eingetreten werden kann. Anders präsentiert sich die Situation betreffend den erst auf Beschwerdeebene vorgebrachten Wiedererwägungsgrund der Erkrankung an (…) als neue erhebliche Tat- sache (vgl. Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG). Die diesbezüglichen Ausführun- gen stehen in engem Zusammenhang mit den Vorbringen betreffend die gerügten Verletzungen der Pflicht zur richtigen und vollständigen Erste l- lung des Sachverhalts und des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Die Vor- instanz hat sich z udem im Rahmen ihrer Vernehmlassung ausführlich zu der geltend gemachten Krankheit geäussert und deutlich gemacht, dass sie diese weder als Wiedererwägungsgrund noch als Wegweisungsvoll- zugshindernis im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ( SR 142.20) ansieht. Aus prozessökonomischen Gründen ist daher von einer Überweisung der S a- che an die V orinstanz zum Entscheid über die Erheblichkeit des in der Beschwerde enthaltene n zusätzlichen Wiedererwägungsgrunds abzuse- hen und insoweit sowie betreffend die übrigen Anträge auf die Beschwer- de einzutreten. 2. Am 1. Februar 2014 trat die Änderung des AsylG vom 14. Dezember 2012 in Kraft. Für Wiedererwägungs- und Mehrfachgesuche gilt für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung hängigen Verfahren bisheriges Recht in der Fass ung vom 1. Januar 2008 (Übergangsbestimmung zur Änderung vom 14. Dezember 2012 III / Abs. 2, 1. Satz). Im Zeitpunkt des Inkrafttretens war das Wiedererwägungsgesuch vor der Vorinstanz b e- reits hängig, weshalb intertemporalrechtlich das aAsylG in der bisheri gen Fassung vom 1. Januar 2008 zur Anwendung kommt. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige und unvollständige Feststellung des Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (aArt. 106 Abs. 1 AsylG i.V.m. Abs. 2 der Überga ngsbe- stimmung zur Änderung des AsylG vom 14. Dezember 2012). E-2683/2014 Seite 6 4. 4.1 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererw ä- gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sac hlage. Falls die abzuändernde Verfügung unangefochten blieb oder ein eingelei- tetes Beschwerdeverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abg e- schlossen wurde , können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen. Ein solchermassen als qu alifiziertes Wi e- dererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel war und ist grun d- sätzlich nach den Regeln des Revisi onsverfahrens zu behandeln . Mass- geblich ist insbesondere Art. 66 Abs. 2 VwVG, wonach Revisionsgründe vorliegen, wenn eine Partei neue erheb liche Tatsachen oder Beweismittel vorbringt (Bst. a), wenn sie nachweist, dass im vorangegangen Verfahren aktenkundige erhebliche Tatsachen oder bestimmte Begehren übersehen wurden (Bst. b), wenn die Partei nachweist, dass im vorangegangenen Verfahren die Bestimmungen über den Ausstand, die Akteneinsicht oder das rechtliche Gehör verletzt wurden (Bst. c), oder wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem endgültigen Urteil eine Verletzung der EMRK festgestellt hat (Bst. d). 4.2 Die Wiedererwägung ist nicht beliebig zulässig. Sie darf namentlich nicht dazu dienen, die Rechtskraft von Verwaltungsentscheiden immer wieder infrage zu stellen oder die Fristen für die Ergreifung von Recht s- mitteln zu umgehen. Namentlich darf ein Wiedererwägu ngsverfahren nicht als Ersatz für eine mittels Fristversäumnis verpasste Beschwerd e- möglichkeit dienen. Gründe, welche bereits im Zeitpunkt der verpassten Anfechtungsmöglichkeit im ordentlichen Beschwerdeverfahren bestanden haben, können somit nicht als Wie dererwägungsgründe vorgebracht wer- den (vgl. Art. 66 Abs. 3 VwVG und Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 24 E. 5b S. 220). 5. 5.1 Der Beschwerdeführer machte in seinem Gesuch vom 22. April 2013 Wiedererwägungsgründe nach Art. 66 Abs. 2 VwVG geltend. Namentlich sah er den Wiedererwägungsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG als erfüllt an, weil er nunmehr neue erhebliche Beweismittel – sei- nen Taufschein und die Identitätskarte seiner Mutter – zu den Akten g e- reicht habe, mit denen er seine eritreische Staatsangehörigkeit beweisen könne. Er habe diese Beweismittel erst jetzt einreichen können, weil er E-2683/2014 Seite 7 zuerst mit seiner in Eritrea lebenden Mutter Kontakt habe aufnehmen müssen. Die Bedeutung dieser Dokumente sei ihm erst bewusst gewo r- den, als er am 31. Januar 2013 die Rechtsberatungsstelle besucht habe. Daraufhin habe er seine Mutter sofort kontaktiert. Eine frühere Beibri n- gung sei ihm somit aus entschuldbaren Gründen nicht möglich gewesen. Sodann rügte er unter Anrufung von Art. 66 Abs. 2 Bst. c VwVG eine Ver- letzung des rechtlichen Gehörs. Diese sei dadurch zustande gekommen, dass die Vorinstanz ihm keine Gelegenheit zur Stellungnahme betreffend seine eritreische Staatsangehörigkeit gegeben habe. Am 16. Oktober 2012 habe das BFM ihn nur in Bezug auf die Probleme bei der Dakt y- loskopierung angehört und es versäumt, ihn darüber zu informieren, dass es seine Aussagen insgesamt und insbesondere seine Staatsangehöri g- keit in Frage stellte. Andernfalls hätte er die mit dem Wiedererwägungs- gesuch eingereichten Beweismittel bereits früher beibringen können. Der Wiedererwägungsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. c VwVG sei überdies g e- geben, weil die Vorinstanz weder bei der Gehörsgewährung vom 16. O k- tober 2012 noch in der Verfügung v om 24. Oktober 2012 Stellung zum Einwand genommen habe, dass er sich seine Fingerkuppen aufgrund seiner Arbeitstätigkeit als Bäcker dauerhaft verletzt habe. Damit habe es seine Begründungspflicht verletzt. Überdies habe das Bundesverwa l- tungsgericht das BFM in ähnlichen Fällen, so auch im Urteil E -3795/2009 (BVGE 2011/27) angewiesen, im Zweifel über die Verletzung der Mitwi r- kungspflicht weitere Untersuchungen vorzunehmen und allenfalls eine ex- terne Fachperson beizuziehen. 5.2 Das BFM führte zur Begründung seines abweisenden Entscheids ins- besondere aus, die neu vorgebrachten Beweismittel seien nicht erheblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 VwVG. Die eingereichten Dokumente seien einer internen Analyse unterzogen worden, die im Wesentlichen zum Schluss gekommen sei, dass es sich um Fälschungen handle. Im Übrigen seien, entgegen den Ausführungen im Gesuch, die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Verletzung seiner Fingerkuppen aufgrund der Tätigkeit als Bäcker im Entscheid vom 24. Oktober 2012 be- rücksichtigt wo rden. Erstaunlich sei in dieser Hinsicht jedoch, dass der Beschwerdeführer bei der Erstbefragung vom 24. April 2012 ausgesagt habe, nie erwerbstätig gewesen zu sein. Zudem liege es sehr nahe, dass er seine Identität, wenn nicht durch die Abnahme seiner Fin gerabdrücke, mittels Vorweisens seiner Identitätskarte hätte belegen können. Auf di e- sen Umstand sei er sowohl bei der Befragung zur Person als auch der E-2683/2014 Seite 8 Bundesbefragung (betreffend Gewährung des rechtlichen Gehörs) au f- merksam gemacht worden. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass keine Gründe vorliegen wü r- den, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 24. Oktober 2012 bese i- tigen könnten. 5.3 Der Beschwerdeführer hielt den Ausführungen des BFM in seiner Be- schwerdeschrift im Wesentlichen Folgendes entgegen: 5.3.1 Betreffend die im Wiedererwägungsverfahren eingereichten B e- weismittel hielt er insbesondere fest, es widerspreche dem Grundsatz von Treu und Glauben, wenn die Vorinstanz wegen der erfolglosen Erhebung der Fingerabdrücke sämtliche seiner Aussagen systematisch anz weifle. Es scheine, als habe das BFM die neuen Beweismittel, an deren Echtheit festgehalten werde, unzulässigerweise von vornherein als unecht qualif i- ziert. Damit habe es sein Gesuch um Wiedererwägung zu Unrecht abg e- lehnt. 5.3.2 Weiter legte der Beschwerdeführer dar, das BFM habe den A n- spruch auf rechtliches Gehör dadurch verletzt, dass es nicht hinreichend dargelegt habe, welche Elemente den als unecht qualifizierten Beweismit- teln fehlen würden und auf welche Quellen es sich zur Beurteilung g e- stützt habe. Dadurch könne er der Feststellung der Unechtheit nichts ent- gegenhalten. 5.3.3 Der Beschwerdeführer bestritt ausserdem, dass ihm das rechtliche Gehör auch betreffend die durch das BFM nicht geglaubte eritreische Staatsangehörigkeit gewährt worden sei. Aus den Akten gehe nicht he r- vor, dass die Vorinstanz i hn seinerzeit darüber informiert habe, dass sie aufgrund der ihm vorgeworfenen Verletzung der Mitwirkungspflicht seine sämtlichen Aussagen, inklusive jener betreffend seine Staatsangehöri g- keit, als unglaubhaft erachte. Dadurch habe ihm das BFM die Möglichkeit entzogen, seine Herkunft mittels Beweismitteln oder weiteren Argume n- ten zu belegen. Überdies habe es pflichtwidrig keine weiteren Sachve r- haltsabklärungen, insbesondere keine Herkunftsabklärung, vorgeno m- men. 5.3.4 Ferner wurde bestritten, dass das BFM die Aussagen bezüglich der Verletzungen seiner Fingerkuppen berücksichtigt habe. In diesem Z u- sammenhang brachte der Beschwerdeführer vor, wenn die Vorinstanz E-2683/2014 Seite 9 seine Aussagen tatsächlich ernst genommen hätte, hätte sie mediz ini- sche Abklärungen treffen müssen, um die dauerhafte Beschädigung der Haut zu erklären. Stattdessen sei sie ohne medizinische Untersuchung zum Schluss gekommen, dass eine krankheitsbedingte Veränderung der Fingerkuppenhaut auszuschliessen sei, womit keine genügende Berück- sichtigung seiner Verletzungen erfolgt sei. Gestützt auf die Rechtspr e- chung des Bundesverwaltungsgerichts sei anzumerken, dass Experten die Veränderung von Fingerkuppen durch Verbrennungen anerkennen würden, weshalb nicht auszuschliessen s ei, dass seine Fingerbeeren bei seiner (…)jährigen Bäckertätigkeit verletzt worden seien. Gerade wegen dieser Unklarheit wäre das BFM verpflichtet gewesen, ihn vollständig medizinisch zu untersuchen und allfällige gesundheitliche Probleme a b- zuklären, bevor es die Veränderung der Fingerkuppen durch Krankheit ausgeschlossen habe. Überdies machte der Beschwerdefü hrer geltend, er habe sich vom (…) September 2013 bis zum (…) März 2014 am Kantonspital B._______ wegen (…) einer Reihe chirurgischer Eingriffe unter ziehen lassen. Schliesslich sei mit Bericht vom 23. April 2014 (...) diagnostiziert worden, wobei es sich um eine neue erhebliche Tatsache (im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG) handle. Die ersten Symptome der Krankheit habe er, wie er nachträglich er kannt habe, bereits im Sudan gehabt. Hätte das BFM eine gründliche Gesundheitsabklärung vorgenommen, hätte die g e- netische Krankheit allenfalls diagnostiziert werden können. Zumindest hätte in diesem Fall eine krankheitsbedingte dauerhafte Veränderung sei- ner Haut nicht abschliessend ausgeschlossen werden können. Es sei da- von auszugehen, dass sich seine Fingerkuppen durch die erlittenen Verbrennungen dauerhaft verändert hätten, weil seine Haut aufgrund der Krankheit nicht normal verheilt sei. Das BFM habe mithi n den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig abgeklärt und den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 5.4 Vernehmlassend führte das BFM im Wesentlichen aus, der B e- schwerdeführer bringe vor, bereits im Sudan an (...) gelitten zu haben. Den Akten könne in des nicht entnommen werden, dass er diese genet i- sche Erkrankung bereits bei seiner medizinischen Untersuchung (der Fingerkuppen) im EVZ Basel erwähnt habe. Es könne zudem nicht nach- vollzogen werden, wie eine Erkrankung, die vor allem in der (…)gegend auftrete, einen Einfluss auf den Fingerkuppenzustand des Beschwerd e-E-2683/2014 Seite 10 führers haben solle. Zudem stelle die geltend gemachte Erkrankung kein Wegweisungsvollzugshindernis im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar. 5.5 Replizierend brachte der Beschwerdeführer insbesondere vor, er h a- be erste Symptome seiner Krankheit zwar bereits im Sudan gehabt, j e- doch erst im Frühjahr 2014 von der Diagnose erfahren. Dass die Vorin- stanz nicht nachvollziehen könne, wie die Erkrankung Einfluss auf seinen Fingerkuppenzustand haben solle , zeige, dass sie ihre Untersuchung s- pflicht erneut verletzt habe. In zahlreichen Spezialistenberichten sei zu lesen, dass bei einer Erkrankung an (...) neben den typischen (...)- Beschwerden weitere Symptome ausserhalb der (...)gegend, darunter auch Hautveränderungen an verschiedensten Orten am Körper, auftreten würden. Zudem führe (...) zu einer verzögerten Wundheilung. Es sei dar- um nicht auszuschliessen, dass die im Sudan erfolgten Verbrennungen an den Fingerkuppen wegen seiner Erkrankung nicht richtig hätten ver- heilen können. 6. Nach eingehender Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsg e- richt zum Schluss, dass das BFM das Gesuch um Wiedererwägung zu Recht abgewiesen hat. Auch die auf Beschwerdeebene geltend gemac h- te Erkrankung des Beschwerdeführers an (...) vermag keinen Wiedere r- wägungsgrund zu begründen. 6.1 Hinsichtlich der eingereichten Beweismittel zum Nachweis der Ident i- tät des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass neue Beweismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG entweder den Beweis für neue e r- hebliche Tatsachen oder den Beweis für Tatsachen erbringen können müssen, deren Existenz oder Eigenschaften im Beschwerdeverfahren (respektive vorliegend: im Asylverfahren vor dem BFM) zum Nachteil des Beschwerdeführers unbewiesen geblieben sind. Die Anfo rderung an die Erheblichkeit erfüllen Beweismittel, wenn deren Existenz im Beschwerd e- verfahren geeignet gewesen wäre, dessen Ausgang ernsthaft zu beei n- flussen (vgl. MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Art. 66 Rz. 17 f.). 6.1.1 Dokumente, die die bisher nicht bewiesene Identität des Beschwe r- deführers belegen oder zumindest Rückschlüsse darauf erlauben wü r- den, sind als erheblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG anzus e- hen. Die eingereichte Identitätskarte, bei der es sich um jene der Mutter des Beschwerdeführers handeln soll, ist jedoch von vornherein nicht g e-E-2683/2014 Seite 11 eignet, die Identität des Beschwerdeführers zu belegen. Zudem hat eine interne Analyse der Vorinstanz – deren Seriosität vom Bundesverwa l- tungsgericht nicht infrage gestellt wird – ergeben, dass es sich bei beiden eingereichten Dokumenten (Identitätsurkunde und Taufurkunde) um Total- fälschungen handelt. Damit sind diese als nicht erheblich zu qualifizieren. Für die Vermutung des Beschwerdeführers, das BFM habe die neuen Beweismittel von vornherein als unecht qualifiziert, findet sich in den A k- ten keine Grundlage. Der angefochtene Entscheid stützt sich vielmehr auf die Dokumentenprüfung. 6.1.2 Auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch das Vorgehen des BFM ist nicht ersi chtlich. Zwar wurde dem Beschwerdeführer in die Dokumentenanalyse nur eingeschränkt Einsicht gegeben. Dies erweist sich jedoch als zulässig. Auf ein Aktenstück, in welches die Einsichtnahme im Sinne von Art. 27 VwVG verweigert respektive eingeschränkt wu rde, darf gemäss Art. 28 VwVG zum Nachteil der Partei abgestellt werden, wenn ihr die Behörde von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schriftlich Kenntnis und ihr ausserdem Gelegenheit gegeben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel z u bezeichnen. Dies tat das BFM im vorang e- gangenen Verfahren. Nach der Vornahme der Dokumentenanalyse info r- mierte die Vorinstanz den Beschwerdeführer über die interne Prüfung und teilte ihm mit, der entsprechende Bericht könne ihm nicht offengelegt werden, da an der Geheimhaltung der weitergehenden Angaben ein w e- sentliches öffentliches Interesse im Sinne von Art. 27 Abs. 1 VwVG b e- stehe. Zugleich gab sie ihm jedoch den wesentlichen Inhalt der Analyse bekannt, wonach die Druckqualität der Taufurkunde und der S tempel nicht dem Original und die Druckqualität, die Seriennummer, das Passf o- to und die Folie der eingereichten Identitätskarte nicht der Praxis entspre- chen würden. Damit wurden dem Beschwerdeführer die im Vergleich zu echten eritreischen Taufurkunden und Identitätsausweisen massgeblichen Unterscheidungsmerkmale aufgezeigt. Zu den Erkenntnissen des BFM wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt (vgl. B12/3), welches er mit Schreiben vom 24. März 2014 ausübte (vgl. B15/2). Mit Schreiben vom 7. A pril 2014 führte das BFM ergänzend aus, es verfüge über amtsinterne Originaldokumente, die ihm einen Vergleich mit den eingereichten Dokumenten ermöglichen würden. Detailliertere Angaben über die fehlenden beziehungsweise falschen Elemente in den eing e- reichten Dokumenten könnten nicht gemacht werden, damit gesuchste l-E-2683/2014 Seite 12 lenden Personen nicht ermöglicht werde, originalgetreue Dokumente he r- zustellen. Diese Begründung ist zutreffend, da bei einer vollständigen O f- fenlegung aller Einzelheiten von behördlichen Fälsch ungserkenntnissen die Gefahr bestünde, dass diese durch eine asylsuchende Person (sei dies mit oder ohne Absicht) an Dritte weitergegeben und von diesen rechtsmissbräuchlich verwendet werden könnten (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.4 S. 814 m.w.H. und das Urteil D-2335/2013 des Bundesver - waltungsgerichts vom 8. April 2014, E. 3.8.1). Dem Beschwerdeführer wurde aufgrund der zu berücksichtigenden G e- heimhaltungsinteressen somit zu Recht nur der wesentliche Inhalt der Dokumentenanalyse offengelegt. 6.1.3 Zusammenfassend erweisen sich d ie beigebracht en Beweismittel als ni cht erheblich, so dass das BFM den Wiedererwägungsgrund von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG zu Recht als nicht erfüllt beurteilt hat. Über- dies wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör im vorinstanzlichen Verfahren gewahrt. 6.2 Betreffend die geltend gemachte mehrfache Verletzung des A n- spruchs auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. c i.V.m. Art. 29 f. VwVG (vgl. oben E. 5.1 und E. 5. 3.2–5.3.4, im Einzelnen Nicht- gewährung des Re chts auf Stellungnahme und Verletzung der Begrü n- dungspflicht) ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass er diese Rüge bereits in einem Beschwerdeverfahren gegen die Nichteintreten s- verfügung des BFM vom 24. Oktober 2012 hätte geltend machen können und müssen (vgl. oben E. 4.3). Selbiges gilt für die mehrfache Rüge der unrichtigen beziehungsweise unvollständigen Sachverhaltserstellung des BFM. Aus diesem Grunde ist auf die entsprechenden Ausführungen im Gesuch um Wiedererwägung sowie in der vorliegenden Beschwerde- schrift nicht einzugehen. 6.3 Als neue erhebliche Tatsachen und Beweismittel im Sinne von 66 Abs. 2 Bst. a VwVG gelten nur solche, die zur Zeit des vorangehenden Asylverfahrens bereits vorhanden waren, aber aus entschuldbaren Grü n- den nicht vorgebracht werden konnten. Tatsachen, die aus der Zeit nach dem Verfahrensabschluss stammen, bilden dagegen keine Grundlage für eine qualifizierte Wiedererwägung (vgl. MÄCHLER, in: Auer/Müller/Schind- ler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Art. 66 Rz. 16). E-2683/2014 Seite 13 Beim geltend gemachten Wiedererwägungsgrund der Erkrankung an (...) handelt es sich entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers nicht um eine neue erhebliche Tatsache im Sinne von 66 Abs. 2 Bst. a VwVG . Erst auf Beschwerdeebene macht er geltend, erste Symptome von (...) bereits im Sudan gehabt zu haben (vgl. die Beschwerdeschrift S. 7 in f i- ne). Diese Behauptung findet jedoch keine Abstützung in den Akten. Der Beschwerdeführer machte Symptome seiner Erkrankung weder im Asyl- noch im Wieder erwägungsverfahren geltend, sondern gab anlässlich der Befragung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 18. Oktober 2012 noch ausdrücklich an, er leide an keiner genetischen Krankheit und habe seit der Ankunft in der Schweiz eine Art Depression, vorher h abe er dies jedoch nicht gehabt (vgl. die vorinstanzliche Akte A17/4 F20 f. S. 3). Auch anamnetisch wurden in den eingereichten Arztberichten des Kantonsspi- tals B._______ vom 23. April 2014 , vom 12. Juni 2014 und vom 24. Juli 2014 keine vor Abschluss des Asylverfahrens vorhandenen Symptome festgehalten. Schliesslich nehmen die Arztberichte auch nicht Stellung zu allfälligen Veränderungen an der Haut der Fingerkuppen des Beschwe r- deführers. Es erscheint daher als überwiegend wahrscheinlich, dass die Krankheit erst nach dem Erlass der Verfügung vom 24. Oktober 2012 aufgetreten ist, weshalb sie nicht als Erklärung für die erfolglose Dakt y- loskopierung dienen kann, sondern als echtes Novum zu behandeln ist. Sie vermag daher keine Wiederaufnahme des erstinstanzlic hen Asylver- fahrens zu bewirken. 6.4 Die diagnostizierte Erkrankung kann somit nur im Rahmen der Pr ü- fung des Wegweisungsvollzugs berücksichtigt werden. Nachdem die Identität des Beschwerdeführers jedoch nach wie vor unbelegt bleibt, sind der Prüfung der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegwe i- sungsvollzugs enge Grenzen gesetzt. 6.4.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abko m- mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Als unzumutbar erweist sich der Vollzug für Ausländerin- nen und Ausländer, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund E-2683/2014 Seite 14 von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizin i- scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). Als unmöglich ist der Vollzug schliesslich zu qualifizieren, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat - oder Herkunftsstaat noch in einen Drit t- staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.4.2 Hinsichtlich der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegwei sungsvoll- zugs ist vollumfänglich auf die Erwägungen II/1. und II/3. der Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2012 zu verweisen. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung sodann zutreffend festgestellt hat, stellt die Erkrankung an (...) auch kein Wegweisungs vollzugshindernis im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar. Ein solches wäre nur dann anzunehmen, wenn das Feh- len einer notwendigen medizinischen Behandlung im Heimatland nach der Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträcht i- gung des Gesundheit szustands des Beschwerdeführers führen würde. Vorliegend sind den Akten jedoch keine H inweise auf eine derartige kon- krete Gefährdung zu entnehmen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Krankheit in seinem Heimat - oder Herkunftsstaat behandelbar ist. E i- nem allfälligen Bedarf an Medikamenten kann durch medizinische Rück- kehrhilfe Rechnung getragen werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312] ). Die Erkrankung des Beschwerdeführers vermag so mit nicht zur wiede r- erwägungsweisen Aufhebung der Verfügung des BFM vom 24. Oktober 2012 betreffend die Beurteilung der Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Mö g- lichkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen. Der Vollständigkeit halber wird festgehalten, dass auch d er Umstand, dass sich die nach Brauch angetraute Ehefrau des Beschwerdeführers und das (mutmasslich) gemeinsame Kind derzeit ebenfalls in der Schweiz aufhalten und die Ehefrau erneut schwanger ist, dem Vollzug der We g- weisung nicht im Wege steht, da die Ehe frau weder über Asyl noch einen sonstigen Aufenthaltstitel verfügt. Der Familiengemeinschaft ist jedoch bei der Durchführung des Vollzugs durch die kantonalen Behörden zu b e- rücksichtigen. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung an keinem nach Art. 106 Abs. 1 AsylG rügbaren Mangel leidet. Die B e- schwerde ist mithin abzuweisen. E-2683/2014 Seite 15 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen ( vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auf deren Erhebung ist jedoch angesichts des mit Zwischenve r- fügung vom 20. Mai 2014 gutgeheissenen Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2683/2014 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Simona Risi Versand: