<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 7 S.45</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</span> <span class="page_no">45</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft3"><b>7</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 80 SchKG; definitive Rechtsöffnung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>In der Betreibung für rückständige Alimentenforderungen muss es für</b></span><br/> <span class="ft3"><b>den Rechtsöffnungsrichter genügen, wenn sich aus dem gesamten recht-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zeitig eingebrachten Prozessstoff ergibt, für welche Periode die Betrei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>bung eingeleitet wurde, auch wenn diese im Zahlungsbefehl nicht aus-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>drücklich bezeichnet ist (Präzisierung der in AGVE 1987, S. 56 publizier-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ten Rechtsprechung).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 3. Zivilkammer, vom 22. Oktober</span><br/> <span class="ft4">2001 i.S. M.E. gegen U.Z.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">1. a) Im Verfahren betreffend der definitiven Rechtsöffnung hat</span><br/> <span class="ft6">der Richter von Amtes wegen zu prüfen, ob die Voraussetzungen der</span><br/> <span class="ft6">Vollstreckbarkeit gemäss Art. 80 SchKG aufgrund der eingelegten</span><br/> <span class="ft6">Urkunden erfüllt sind. Die Rechtsöffnung ist nur dann zu erteilen,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">46</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">wenn die im Zahlungsbefehl bezeichnete Forderung fällig und zwei-</span><br/> <span class="ft6">felsfrei identisch ist mit derjenigen, die durch den Rechtsöffnungsti-</span><br/> <span class="ft6">tel ausgewiesen ist. Damit die in Betreibung gesetzte Forderung</span><br/> <span class="ft6">überhaupt bestimmt werden kann, muss der Forderungsgrund im</span><br/> <span class="ft6">Zahlungsbefehl angegeben werden. Es ist nicht notwendig, dass der</span><br/> <span class="ft6">Forderungstitel im Betreibungsbegehren bezeichnet wird, solange die</span><br/> <span class="ft6">Forderung eindeutig identifiziert werden kann (Stücheli, Die Rechts-</span><br/> <span class="ft6">öffnung, Zürich 2000, S. 189). Nach einem in AGVE 1987, S. 56</span><br/> <span class="ft6">publizierten Entscheid ist bei der Betreibung für rückständige Ali-</span><br/> <span class="ft6">mentenforderungen deshalb erforderlich, dass sich der Zahlungs-</span><br/> <span class="ft6">befehl darüber ausspricht, für welchen Zeitraum die Unterhaltsbei-</span><br/> <span class="ft6">träge verlangt werden (vgl. auch Staehelin/Bauer/Staehelin, Basler</span><br/> <span class="ft6">Kommentar, Basel 1998, N 37 und 40 zu Art. 80 SchKG). Diese Pra-</span><br/> <span class="ft6">xis ist insoweit zu präzisieren, als es für den Rechtsöffnungsrichter</span><br/> <span class="ft6">genügen muss, wenn sich aus dem gesamten rechtzeitig einge-</span><br/> <span class="ft6">brachten Prozessstoff - d.h. auch unter Berücksichtigung der schuld-</span><br/> <span class="ft6">nerischen Stellungnahme - eindeutig ergibt, für welche Periode die</span><br/> <span class="ft6">Betreibung eingeleitet wurde, auch wenn diese im Zahlungsbefehl</span><br/> <span class="ft6">nicht ausdrücklich aufgeführt ist.</span><br/> <span class="ft6">b) Die Klägerin hat im Zahlungsbefehl vom 6. Juni 2001 einzig</span><br/> <span class="ft6">vermerken lassen, bei der in Betreibung gesetzten Forderung handle</span><br/> <span class="ft6">es sich um eine Alimentenforderung in der Höhe von Fr. 4'620.70,</span><br/> <span class="ft6">und hat es damit unterlassen, die betriebene Periode näher zu be-</span><br/> <span class="ft6">zeichnen. Indessen hat sie im Rechtsöffnungsbegehren vom 23. Juli</span><br/> <span class="ft6">2001 ausgeführt, der Beklagte habe die Alimente für den Monat Juni</span><br/> <span class="ft6">2001 nicht bezahlt, da er sich auf den Standpunkt stelle, die im Ehe-</span><br/> <span class="ft6">scheidungsurteil festgehaltene Rentenzahlungspflicht ruhe ab dem</span><br/> <span class="ft6">3. Mai 2001. Für die Mai-Alimente sei bereits ein Rechtsöffnungs-</span><br/> <span class="ft6">verfahren angestrengt worden. Die Alimente für den Monat Juni in</span><br/> <span class="ft6">Höhe von Fr. 4'620.70 seien ebenfalls geschuldet und noch offen.</span><br/> <span class="ft6">Aufgrund dieser Darstellung war auch für den Beklagten offenkun-</span><br/> <span class="ft6">dig, dass es sich bei der vorliegend betriebenen Alimentenforderung</span><br/> <span class="ft6">um diejenige für den Monat Juni 2001 handelt.</span><br/> <br/> <br/> <span class="ft7">.</span><br/></div> </div> </body> </html>