Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 10. Mai 2017 (810 16 318) ____________________________________________________________________ Rechtspflege Jagdpachtvergabe / Verletzung des rechtlichen Gehörs Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Beat Walther, Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte Einwohnergemeinde A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch René Borer, Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Jagdgesellschaft B.____ , Beschwerdegegnerin Jagdgesellschaft C.____ , Beigeladene Betreff Jagdpachtvergabe 2016 - 2024 (RRB Nr. 1432 vom 18. Oktober 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2015 bewarb sich die Jagdgesellschaft B.____ beim Gemeinderat der Einwohnergemeinde A.____ um die Ver gabe der Jagdpacht für die Periode 2016 bis 2024. Sie führte unter anderem aus, dass die Ja gdgesellschaft D.____ und die Verei- nigte Jagdgesellschaft E.____ seit mehr als 40 Jahren i n guter Zusammenarbeit das Revier A.____ bejagen würden. B. Am 11. Februar 2016 verfügte der Gemeinderat A._ ___, dass der Jagdgesellschaft B.____ die Jagdpacht für die Gemeinde A.____ für die Pachtperiode 2016 bis 2024 nicht ver- geben werde. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass d ie Gemeinde A.____ die Pacht für das ganze Gebiet vergeben wolle. Die Jagdgesellschaft B.____ wolle das Jagdrevier gemäss dem Entwurf einer geplanten Vereinbarung zwischen der Jagd gesellschaft B.____, der Vereinigten Jagdgesellschaft E.____ sowie der Jagdgesellschaft D.____ jedoch wie bis anhin in zwei Teil- gebiete aufteilen. Dies würde gemäss § 3 Abs. 3 des Gese tzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JagdG) vom 7. Juni 2007 eine Bewilligung des Kantons voraussetzen, welche die Gemeinde nicht einzuholen gewillt sei. C. Gegen die Verfügung des Gemeinderats A.____ erhob die Jagdgesellschaft B.____ mit Eingabe vom 16. Februar 2016 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft mit dem sinngemässen Begehren, die Jagdpacht sei an sie zu vergeben. D. Mit Entscheid des Regierungsrats vom 18. Oktober 2016 wurde die Beschwerde der Jagdgesellschaft B.____ gutgeheissen und der Gemeinderat A.____ wurde angewiesen, die Jagdpacht für die Jagdperiode 2016 bis 2024 auf die Jagd gesellschaft B.____ zu übertragen. Dieser Entscheid wurde der Jagdgesellschaft B.____ sowie der Jagdgesellschaft C.____, an welche die Gemeinde gemäss den Erwägungen im Entscheid d es Regierungsrats die Jagdpacht für die Jagdperiode 2016 bis 2024 vergeben hatte, zugestellt. E. Mit Eingabe vom 2. November 2016 erhob die Einwoh nergemeinde A.____, vertreten durch René Borer, Rechtsanwalt in Laufen, gegen den E ntscheid des Regierungsrats Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht. Sie stellt das Begehren, es sei der Entscheid des Re gierungsrats vom 18. Oktober 2016 aufzuheben und die Verfügung des Gemeinderats A.____ vom 11. Februar 2016 zu bestätigen; dies unter o/e-Kostenfolge. Am 21. November 2016 stellte die Beschwerdegegnerin den Antrag, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen. F. Am 5. Dezember 2016 reichte die Gemeinde die Besch werdebegründung ein, in wel- cher sie vollumfänglich an den gestellten Begehren festhält. G. Mit Präsidialverfügung vom 8. Dezember 2016 wurde das Gesuch der Beschwerde- gegnerin um Entzug der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. H. Am 5. Januar 2017 reichte die Beschwerdegegnerin ih re Vernehmlassung ein mit dem Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. In seiner Vernehmlassung vom 7. Februar 2017 stellt der Regierungsrat ebenfalls den Antrag auf Abweisung der Beschwerde. J. Die zum Verfahren beigeladene Jagdgesellschaft C.___ _ reichte keine Vernehmlas- sung ein. K. Mit Verfügung vom 15. Februar 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 41 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können die Einwohn ergemeinden wegen Verletzung der Gemeindeautonomie Verfügungen und Entscheide let ztinstanzlicher Verwaltungsbehörden des Kantons beim Verfassungsgericht anfechten. Zur Beschwerde ist die vollziehende Behörde der Gemeinde berechtigt (§ 41 Abs. 2 VPO). 1.2 Die Beschwerdelegitimation der Gemeinde wegen Ve rletzung ihrer Autonomie ist zu bejahen, wenn sie vom Entscheid einer kantonalen Behörd e als Trägerin hoheitlicher Gewalt berührt wird und eine Verletzung ihrer Autonomie ge ltend macht. Ob die Gemeinde im betref- fenden Bereich tatsächlich Autonomie geniesst, ist keine F rage des Eintretens, sondern bildet Gegenstand der materiellen Beurteilung (vgl. BGE 141 I 36 E. 1.2.4; BGE 135 I 43 E. 1.2). Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid in hoheitlichen Interessen betroffen und rügt eine Verletzung ihrer Autonomie. Sie ist demnach zur Beschwerde berechtigt. Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Bundesverfassung gewährleistet die Gemeindeauto nomie nach Massgabe des kantonalen Rechts (Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen- schaft [BV] vom 18. April 1999). Eine analoge Garanti e ist in § 45 der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 enthalten. Nac h der Rechtsprechung des Bundesge- richts sind Gemeinden in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise de r Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfre iheit einräumt. Der geschützte Autono- miebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder Vol lzug eigener kommunaler Vorschrif- ten beziehen oder einen entsprechenden Spielraum bei d er Anwendung kantonalen oder eid- genössischen Rechts betreffen. Der Schutz der Gemeindeau tonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, sondern lediglich im st reitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus de m für den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht (vgl . BGE 136 I 395 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Gemäss § 126 Abs. 1 KV steht den Gemeinden das Jagdre gal zu. Dieser Grundsatz wird in § 2 Abs. 1 JagdG wiederholt. In § 2 Abs. 2 Jagd G wird festgehalten, dass die Pachtjagd (Revierjagd) gilt. Die Verpachtung der Jagdreviere ihr erseits ist in § 5 JagdG geregelt. Diese Bestimmung lautet wie folgt: 1 Das Revier wird vom Gemeinderat zu dem von ihm festgelegten Schätzwert verpachtet. 2 Der Gemeinderat vergibt die Pacht entweder der bishe rigen Jagdgesellschaft oder derjenigen mit der grössten Anzahl ortsansässiger Jägerinnen und Jäger. Ist dies nicht möglich, ist die Jagdgesellschaft mit der grössten Anzahl Schweizer Jägerinnen und Jäger mit Wohnsitz im Kan- ton zu bevorzugen. 3 Bewerben sich mehrere ranggleiche Jagdgesellschaften, e ntscheidet der Gemeinderat nach den Kriterien der Kontinuität und Qualität. 4 Der Gemeinderat ist verpflichtet das Revier zu verpachten, wenn sich mindestens eine Jagdge- sellschaft um die Pacht bewirbt. Aus § 5 JagdG geht hervor, dass der Entscheid, an welche J agdgesellschaft die Jagd zu ver- pachten ist, beim Gemeinderat liegt, wobei dieser un ter der Voraussetzung, dass sich mindes- tens eine Jagdgesellschaft um die Pacht bewirbt, zur Revi ervergabe verpflichtet ist. Dem Ge- meinderat kommt bei diesem Entscheid – innerhalb des m it § 5 JagdG gesetzten Rahmens – ein Ermessensspielraum zu. Die Beschwerdeführerin verfügt somit bei der Vergabe der Jagdpacht über eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit und damit über Autonomie. 3. Mit der Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeau tonomie können in Verbindung mit der Verletzung der Gemeindeautonomie auch die mi t der verwaltungsgerichtlichen Be- schwerde zulässigen Rügen vorgebracht werden (§ 41 Abs. 4 VPO). Gerügt werden können demnach Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Fest stellung des Sachverhalts (§ 45 Abs. 1 lit. a und b VPO). Die Beurteilung der Angeme ssenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 4.1 Der Regierungsrat erwog im angefochtenen Entscheid , mit Verfügung vom 11. Februar 2016 habe der Gemeinderat A.____ der Beschwerdegegne rin die Jagdpacht für die Pachtperi- ode 2016 bis 2024 verweigert. Die Jagdpacht habe in der Folge die Beigeladene erhalten. Die Beschwerdegegnerin und die Beigeladene würden über d ie gleiche Anzahl ortsansässiger Jä- gerinnen und Jäger verfügen. Dadurch, dass die Beschwerd egegnerin die bestehende Jagdge- sellschaft sei, hätte der Gemeinderat dieser bereits im Rahmen des ersten Prüfschritts nach § 5 Abs. 2 JagdG den Zuschlag für die Jagdpacht erteilen müsse n. Die Beschwerdegegnerin verfü- ge zudem über die grösste Anzahl Schweizer mit Wohnsitz im Kanton, weshalb ihr auch im Rahmen eines zweiten Prüfschritts gemäss § 5 Abs. 2 Satz 2 JagdG die Jagdpacht hätte erteilt werden müssen. Der Gemeinderat A.____ habe die Jagdp acht für die Jagdperiode 2016 bis 2024 somit zu Unrecht an die Jagdgesellschaft C.____ ve rgeben. In Bezug auf die von der Gemeinde monierte Aufteilung des Reviers werde darauf hingewiesen, dass die Gemeinde in der angefochtenen Verfügung lediglich über die Vergab e der Jagdpacht, nicht jedoch über die Aufteilung des Jagdreviers entschieden habe. Bezüglich let zterem sei festzustellen, dass die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der Beschwerdeführerin eingereichte Vereinbarung über die Aufteilung des Jagdreviers nur schwer mit dem Wortlaut des Gesetzes vereinbar sei, da gem äss § 6 Abs. 4 JagdG eine Unter- pacht nicht zulässig sei und die maximale Höchstmitgliede rzahl nicht überschritten werden dür- fe (§ 7 Abs. 1 JagdG). Der Jagdgesellschaft B.____ stünde n jedoch sachdienliche und geset- zeskonforme Instrumente zur Verfügung, um externe Jägerinnen und Jäger in ihrem Jagdrevier jagen zu lassen, ohne dabei dem Willen der Gemeinde A.____ – das Jagdrevier nicht aufzutei- len – entgegen zu laufen. 4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Regier ungsrat habe im angefochtenen Entscheid zu Unrecht ausgeführt, dass die Gemeinde bei der Vergabe der Jagdpacht nur über einen sehr eingeschränkten Ermessensspielraum verfüge. Die sbezüglich werde auf die Praxis des ehemaligen Verwaltungsgerichts verwiesen und festgeh alten, dass sich durch die Ände- rung des Jagdgesetzes im Jahr 2007 bezüglich der Vergabe kriterien nichts geändert habe. Es seien lediglich die Begriffe "Kontinuität" und "Qual ität" eingefügt worden. Im vorliegenden Fall habe der Gemeinderat im Rahmen des ihm zustehenden Ermessens zu Recht entschieden, die Jagdpacht nicht an die Beschwerdegegnerin zu vergeben. Diese habe im Verfahren vor Regie- rungsrat klar zum Ausdruck gebracht, dass sie das Jagdrevier A .____ in zwei Teile aufgeteilt habe und beabsichtige, dies weiterhin zu tun. Der Reg ierungsrat habe sich mit diesem Punkt nicht auseinandergesetzt und dadurch das rechtliche Geh ör der Gemeinde verletzt. Er habe im Übrigen selbst eingestanden, dass die von der Beschwerdegegnerin eingereichte Vereinbarung über die Aufteilung des Jagdreviers nur schwer mit dem Wortlaut des Gesetzes vereinbar sei. Der angefochtene Entscheid leide ferner insofern an e inem Mangel, als die Angelegenheit we- gen Befangenheit nicht vom Rechtsdienst von Regierung srat und Landrat hätte behandelt wer- den dürfen. Nach Einsicht in die Vorakten habe sich geze igt, dass der Leiter des Rechtsdiens- tes von Regierungsrat und Landrat mit einem Mitglied der Beschwerdegegnerin bekannt sei. 4.3 In seiner Vernehmlassung führt der Regierungsrat a us, dass sich die Verfügung der Gemeinde über die Nichtvergabe der Jagdpacht an die Be schwerdegegnerin einzig auf eine nicht gewünschte vereinsinterne Revieraufteilung stütze, so wie dies während Jahrzehnten praktiziert worden sei. Ein diesbezüglicher Vereinsbeschluss für die Pachtperiode 2016 bis 2024 bestehe jedoch nicht. Ausserdem kenne das Jagdgeset z kein entsprechendes Vergabe- kriterium, weshalb dem Gemeinderat ein klarer Verstoss gegen die gesetzlichen Bestimmungen vorzuwerfen sei. Von der gerügten Verletzung der Gemein deautonomie könne somit nicht die Rede sein. 4.4 Die Beschwerdegegnerin macht in ihrer Vernehmlassun g geltend, dass die von der Gemeinde kritisierte interne Vereinbarung zur Aufteilu ng des Jagdreviers bis dato nicht in Rechtskraft erwachsen sei, weil diese erst nach der Pachtv ergabe per vereinsinternem Be- schluss in Kraft gesetzt worden wäre. Aufgrund des Wide rstands des Gemeinderats verzichte sie jedoch freiwillig und prospektiv auf die Umsetzung de r Vereinbarung und werde das Revier A.____ nach der Pachtvergabe autonom bejagen, wie die Gemeinde dies verlange. Was die Rüge der Befangenheit anbelange, so sei festzustellen, dass der Leiter des Rechtsdienstes von Regierungsrat und Landrat in den Ausstand getreten sei. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.1 Gemäss § 16 Abs. 2 VPO wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen gilt inde s nicht uneingeschränkt, sondern steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Rügepri nzip, wonach die Beschwer- deinstanz nur die vorgebrachten Beanstandungen unter sucht und nicht prüft, ob sich der ange- fochtene Entscheid unter schlechthin allen in Frage komm enden Aspekten als korrekt erweist. Von den Verfahrensbeteiligten nicht aufgeworfene Recht sfragen werden von der Beschwer- deinstanz nur geprüft, wenn hierzu aufgrund der Part eivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 19. Juli 2006 [810 06 63] E. 3.5.1; BGE 119 V 347 E. 1a). Die Frage einer allfälligen V erletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht nur aufgrund von Parteibegehren und im Rahmen gestellter Rechtsbegehren, sondern auch von Amtes wegen zu prüfen. Anlass zur Aufhebung eines Entschei des von Amtes wegen geben indessen nur Verletzungen wesentlicher Verfahrensvorschr iften (vgl. BGE 120 V 357 E. 2a mit Hinweisen). 5.1.2 Das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV die nt einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkun gsrecht beim Erlass eines Ent- scheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen e ingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen En tscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlich er Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn di eses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 143 V 71 E. 4.1; BGE 135 I 279 E. 2.3; BGE 135 II 286 E. 5.1; BGE 132 V 368 E 3.1, jeweils mit Hinweise n). Voraussetzung für die Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ist eine entsprechende Orientierun g der Betroffenen. Erforderlich sind mithin genügende Kenntnisse über den Verfahrensverlauf , was auf das Recht hinausläuft, in geeigneter Weise über die entscheidwesentlichen Vorgäng e und Grundlagen vorweg orientiert zu werden. Dabei geht es nicht nur um formelle Abläu fe wie insbesondere die Abnahme von Beweisen, sondern auch um inhaltliche Anforderungen ( vgl. GEROLD STEINMANN , in: Ehrenzel- ler/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundes- verfassung, 3. Auflage, Zürich 2014, N 45 zu Art. 29; BGE 140 I 99 E. 3.4). 5.1.3 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Nat ur. Dessen Verletzung führt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ungeachtet der materie llen Begründetheit des Rechtsmit- tels zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung de s angefochtenen Entscheides (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.2; BGE 135 I 279 E. 2.6.1, jeweils mit Hinweisen). Eine nicht beson- ders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann jedoch ausnahmsweise als ge- heilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichk eit erhält, sich vor einer Rechtsmitte- linstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraussetzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf r echtliches Gehör von einer Rück- weisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen P artei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 137 I 1 95 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2; BGE 132 V 387 E. 5.1, jeweils mit Hinweisen). 5.2.1 Mit Entscheid vom 18. Oktober 2016 hiess der Regier ungsrat die Beschwerde der Jagdgesellschaft B.____ gut und wies den Gemeinderat A. ____ an, die Jagdpacht für die Jagdperiode 2016 bis 2024 an diese zu vergeben. Der fra gliche Entscheid wurde sowohl der Beschwerdegegnerin als auch der Beigeladenen per Einsch reiben zugestellt. Vorgängig dieses Entscheids wurde der Beigeladenen indes weder das recht liche Gehör gewährt noch wurde sie über die Rechtshängigkeit eines Verfahrens überhaupt orientiert. Ausgehend von der Sachver- haltsdarstellung im angefochtenen Entscheid, wonach d ie Jagdpacht für die Jagdperiode 2016 bis 2024 – im Anschluss an die Nichtvergabe der Jagdpacht an die Beschwerdegegnerin – an die Beigeladene vergeben wurde und im Hinblick auf den Umstand, dass der Regierungsrat den Gemeinderat A.____ anwies, die Jagdpacht an die Beschwerdegegnerin zu vergeben, hätte der Beigeladenen vor dem Entscheid des Regierungsrats jedoch zwingend das rechtliche Gehör gewährt bzw. die Beschwerde zur Vernehmlassung zugestellt werden müssen (§ 36 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft vom 13. Jun i 1988). Durch den Nichteinbe- zug bzw. die unterlassene Anhörung der Beigeladenen im vorinstanzlichen Verfahren hat der Regierungsrat deren Anspruch auf rechtliches Gehör in schwerwiegender Weise verletzt. 5.2.2 Es erscheint fraglich, ob diese Gehörsverletzung ei ner Heilung zugänglich ist. Wie es sich damit verhält, kann letztlich offen gelassen werden , zumal sich im vorliegenden Fall eine Rückweisung der Angelegenheit an den Regierungsrat aus n achfolgenden Gründen als unum- gänglich erweist. 5.2.3 Die verfahrensgegenständliche Verfügung des Gemei nderats A.____ vom 11. Februar 2016 hat nicht die (positive) Vergabe der Jagdpacht, son dern deren Nichtvergabe an die Be- schwerdegegnerin zum Inhalt. Gemäss der Sachverhaltsdarstel lung im angefochtenen Ent- scheid (Ziff. 2) erhielt in der Folge die Beigeladene die Jagdpacht für die Jagdperiode 2016 bis 2024. In den eingereichten Akten findet sich weder ein diesbezüglicher Entscheid der Gemein- de noch ein entsprechendes Gesuch der Beigeladenen. Der Sachverhalt ist diesbezüglich nicht rechtsgenügend erstellt, weshalb die Angelegenheit an den Regierungsrat zurückzuweisen ist zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung. Sollte sich er weisen, dass die Beschwerdeführerin noch nicht im Sinne von § 5 JagdG über die (positive) Ve rgabe der Jagdpacht für die Jagdperi- ode 2016 bis 2024 entschieden hat, wäre die Angelegenh eit an die Gemeinde zurückzuweisen, damit diese einen Entscheid über die Vergabe der Jagdpacht trifft. 5.2.4 Der Regierungsrat wird gegebenenfalls auch über die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Befangenheit des Rechtsdienstes von Regi erungsrat und Landrat zu befin- den haben. In seiner Vernehmlassung nahm der Regierungsrat zu den diesbezüglichen Ausfüh- rungen der Beschwerdeführerin nicht Stellung und aus d en eingereichten Akten geht nicht her- vor, durch wen der angefochtene Entscheid ausgearbeitet bzw. dem Regierungsrat unterbreitet wurde. Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass nach der Rechtsprechung des Bundesge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht richts nur die für eine Behörde tätigen Personen befan gen sein können, nicht die Behörde als solche (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_191/2013 vom 2 9. Juli 2013 E. 2.3; 8C_648/2012 vom 29. November 2012, jeweils mit Hinweisen). 5.3 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde d er Entscheid des Regie- rungsrats vom 18. Oktober 2016 aufzuheben und die Ange legenheit ist an die Vorinstanz zu- rückzuweisen zur Gewährung des rechtlichen Gehörs der Bei geladenen bzw. zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Der Vorinstanz können in Fällen wie dem vorliegenden keine Verfahrenskosten auferlegt werden (§ 20 Abs. 3 VPO). Im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. 6.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben ha- ben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwäl- tin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Nach der Rec htsprechung des Kantonsgerichts be- steht gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO ein Anspruch auf Par teientschädigung in denjenigen Fällen, in denen der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einzelfall auch für Gemeinden mit juris- tischer Fachkompetenz innerhalb der eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint. Dies ist na- mentlich der Fall, wenn für eine angemessene Prozessvert retung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, über welches gemeindeeigene Rechtsdienst e normalerweise nicht verfügen (vgl. statt vieler KGE VV vom 23. Januar 2013 [810 11 146] E. XIV/2 mit Hinweisen). Die sich im vorliegenden Verfahren stellenden Rechtsfragen im Zu sammenhang mit der Vergabe der Jagdpacht erweisen sich nicht als derart komplex, dass für ei ne angemessene Prozessvertre- tung juristisches Spezialwissen im vorgenannten Sinn er forderlich gewesen wäre. Die Voraus- setzungen für die Zusprechung einer Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin sind da- her nicht gegeben und die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft vom 18. Oktober 2016 aufg ehoben und die Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen an d ie Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- wird der Beschwerdefü hrerin zurück- erstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.