A bteilung IV D -5459/2007 spn/w er {T 0/2} U rte il v o m 1 8 . S e p te m b e r 2 0 0 7 R ichterin N ina Spälti G iannakitsas, R ichter Bendicht Tel- lenbach, R ichter Thom as W espi G erichtsschreiber Patrick W eber X._______, geboren _______, C hina, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, Verfügung vom 2. August 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -5459/2007 Sachverhalt: A . D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen An- gaben am 21. M ärz 2007 R ichtung N epal. Am 6. M ai 2007 verliess er N epal auf dem Luftw eg und gelangte am 6. beziehungsw eise 7. M ai 2007 in die Schw eiz, w o er am 7. M ai 2007 ein Asylgesuch stellte. D ie sum m arische Befragung fand am 14. M ai 2007 im Em pfangszentrum _______ statt. Am 13. Juli 2007 führte die kantonale Behörde eine An- hörung durch. B . Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esent- lichen geltend, tibetischer Ethnie zu sein und bis zur Ausreise in _______ (Volkrepublik C hina) gelebt zu haben. W egen seiner Ethnie sei er im H eim atland unterdrückt w orden. Am 14. M ärz 2007 sei er auf der Strasse durch einen betrunkenen chinesischen Polizisten ge- schlagen w orden, w eil er ein Kleidungsstück m it aufgenähter tibeti- scher Flagge getragen habe. Auch ein Freund des Beschw erdeführers sei in die gew altsam e Auseinandersetzung verw ickelt w orden. Zusam - m en sei es ihnen gelungen, den Polizisten zu überw ältigen. D er Be- schw erdeführer sei nach H ause zurückgekehrt und in Anbetracht der geschilderten Situation auf Anraten seiner Eltern und m it H ilfe eines O nkels w enig später ausser Landes geflohen. C . M it Verfügung vom 2. August 2007 - eröffnet am 8. August 2007 - trat das BFM in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug an. Zur Begründung hielt es fest, der Beschw erdeführer habe innert 48 Stunden nach G esuchseinreichung keine R eise- oder Identitätspapiere abgegeben und keine entschuldbaren G ründe dafür glaubhaft ge- m acht. Seine Angaben zu den G ründen, w eshalb er keine Identitätspa- piere habe beschaffen können, m üssten als tatsachenw idrig, realitäts- frem d, unstim m ig und unsubstanziiert bezeichnet w erden. Im W eiteren erfülle er die Flüchtlingseigenschaft gem äss A rt. 3 und 7 AsylG nicht, und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses seien aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich. Er sei zw ar unbestrittenerm assen ti- betischer Ethnie. Anlässlich der Befragungen habe er aber insgesam t S eite 2D -5459/2007 auf den ersten Blick und offensichtlich der allgem einen Erfahrung entgegenstehende, unsubstanziierte und w idersprüchliche Angaben zu seiner H erkunft, den Asylgründen und zur Ausreise gem acht. D ies lasse den Schluss zu, dass er entgegen seinen Angaben gar nicht im Tibet gelebt habe. Bei seinen Angaben zur R eiseroute handle es sich auf den ersten Blick und offensichtlich um stereotype Standardvorbringen, w elche w iederum w eitestgehend der D etaillierung beziehungsw eise Substanziierung entbehrten. Sie seien Ausdruck dessen, dass der Beschw erdeführer den Asylbehörden entgegen der gebotenen M itw irkungspflicht jegliche konkrete Auskunft vorenthalte. D adurch verhindere der Beschw erdeführer zudem , dass die Asylbehörden Abklärungen in D rittstaaten vornehm en könnten. Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer gar nicht aus dem Tibet beziehungsw eise aus C hina ausgereist sei. Aus der in EM AR K 2006 N r. 1 verankerten Praxis der Asylbehörden, w onach Asylsuchende tibetischer Ethnie, w elche illegal aus dem Tibet nach N epal oder Indien gereist seien, unter gew issen Voraussetzungen im Falle einer R ückkehr nach C hina m it Verfolgung im flüchtlingsrechtlich relevanten Sinne zu rechnen hätten, könne der Beschw erdeführer som it nichts zu seinen G unsten ableiten. D . M it Eingabe vom 15. August 2007 an das Bundesverw altungsgericht beantragte der Beschw erdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Eintreten auf sein Asylgesuch. Eventualiter sei die an- gefochtene Verfügung aufzuheben und das BFM anzuw eisen, auf das Asylgesuch einzutreten. Subeventualiter sei die angefochtene Verfü- gung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzustellen. Sub- subeventualiter sei die U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs fest- zustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren (A rt. 65 Abs. 1 des Verw altungsverfahrens- gesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]). Zur Begrün- dung m achte der Beschw erdeführer geltend, gem äss einem kürzlich ergangenen U rteil des Bundesverw altungsgerichts sei erw iesen, dass die M ehrheit der illegal aus der Volksrepublik C hina ausgereisten Tibe- ter bei ihrer Ankunft in N epal über keine Identitätspapiere verfügten. Seine Aussagen zu den R eisepapieren w ürden entgegen den vorins- tanzlichen Erw ägungen m it dieser Einschätzung übereinstim m en. Eine nachträgliche Beschaffung sei nicht m öglich. Entsprechend lägen ent- schuldbare G ründe für die Papierlosigkeit vor. Im W eiteren habe das S eite 3D -5459/2007 BFM in seiner Entscheidbegründung nicht bloss eine sum m arische m aterielle Prüfung vorgenom m en, sondern den Entscheid einlässlich begründet. D as Fehlen der Flüchtlingseigenschaft respektive eines W egw eisungshindernisses sei som it nicht offenkundig gew esen, w eshalb die Vorinstanz auf das Asylgesuch hätte eintreten m üssen. Ausserdem hätte bei Zw eifeln an seiner H erkunft eine Lingua-Analyse durchgeführt w erden m üssen, w as w iederum lediglich im R ahm en eines m ateriellen Verfahrens angebracht sei. Aufgrund gew isser U ngereim theiten in seinen Angaben könne jedenfalls nicht geschlossen w erden, dass er nicht im Tibet aufgew achsen sei. Zudem lägen w egen der im M ärz 2007 erfolgten Ausreise aus C hina subjektive N achfluchtgründe vor. E. Am 17. August 2007 reichte der Beschw erdeführer eine Bestätigung für seine Bedürftigkeit nach. F. M it Zw ischenverfügung vom 22. August 2007 bestätigte die Instrukti- onsrichterin des Bundesverw altungsgerichts die Berechtigung des Be- schw erdeführers zur Anw esenheit in der Schw eiz bis zum Abschluss des Verfahrens. Im W eiteren hiess sie das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G . M it Vernehm lassung vom 24. August 2007 schloss die Vorinstanz ohne detaillierte Erw ägungen auf Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss A rt. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Be- schw erden gegen Verfügungen nach A rt. 5 Vw VG , sofern keine Aus- nahm e nach A rt. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in A rt. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM , w elche gestützt auf das AsylG erlassen w urden; das Bundesver- w altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (A rt. 105 S eite 4D -5459/2007 AsylG ; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verlet- zung von Bundesrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des E rm essens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 M it dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen N ichteintretensgrund von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG hat der G esetzgeber ein Sum m arverfahren geschaffen, in w elchem über das Bestehen beziehungsw eise N ichtbestehen der Flüchtlingsei- genschaft abschliessend m ateriell zu entscheiden ist, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 insbes. E. 5.6.5). D em entsprechend ist im Beschw erdeverfahren auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand (vgl. BVG E a.a.O . E. 2.1). N icht beschränkt ist die Beurteilungszuständigkeit des Bun- desverw altungsgerichts zudem in der Frage der W egw eisung und deren Vollzugs, w eil das BFM sich diesbezüglich gem äss A rt. 44 AsylG in Verbindung m it A rt. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) m ateriell zur Sache zu äussern hat. 2.2 D er Beschw erdeführer ist legitim iert, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 108a AsylG sow ie A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 Abs. 1 und A rt. 50 ff. Vw VG ). 2.3 D ie vorinstanzliche Vernehm lassung vom 24. August 2007 w urde dem Beschw erdeführer bisher nicht überm ittelt. Sie w ird ihm aus G ründen der Verfahrenstransparenz als Beilage des vorliegenden U r- teils in Kopie zur Kenntnis gebracht. 3. 3.1 G em äss A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG w ird auf ein Asylgesuch nicht eingetreten, w enn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuches "R eise- oder Identitätspapie- re" abgeben. Keine Anw endung findet diese Bestim m ung, w enn Asyl- S eite 5D -5459/2007 suchende entschuldbare G ründe für das U nverm ögen, innerhalb von 48 Stunden nach G esuchseinreichung "R eise- oder Identitätspapiere" abzugeben, glaubhaft m achen können (A rt. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ), w enn auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf A rt. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird (A rt. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ) oder sich die N otw endigkeit zusätzlicher Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugs- hindernisses ergibt (A rt. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ). Vor E rlass einer N ichteintretensverfügung nach A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG hat eine An- hörung nach den A rtikeln 29 und 30 AsylG stattzufinden (vgl. A rt. 36 Abs. 1 AsylG ). 3.2 D er Begriff "R eise- oder Identitätspapiere", w ie er in der revidier- ten Bestim m ung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG verw endet w ird, ist in Berücksichtigung der Zielsetzung der am 1. Januar 2007 in Kraft getre- tenen G esetzesänderung in einem engen Sinne zu verstehen. Es fal- len darunter diejenigen D okum ente, w elche sow ohl eine zw eifelsfreie Identifizierung als auch die R ückschaffung ohne (grossen) adm inistra- tiven Aufw and erm öglichen. D iesen beiden Anforderungen genügen in der Praxis regelm ässig R eisepässe und Identitätskarten (vgl. zur Pub- likation vorgesehenes U rteil BVG E D -2279/2007 vom 11. Juli 2007 E. 4-6). 3.3 D er unveränderte Begriff der "entschuldbaren G ründe" im Sinne von A rt. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG ist im Sinne der Praxis zum bisherigen R echt zu verstehen (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3.2; EM AR K 1999 N r. 16 E. 5c.aa S. 109 f.). 4. D er Beschw erdeführers gab anlässlich der Anhörungen in Bezug auf seine Identitätspapiere übereinstim m end an, nie solche besessen zu haben. U nstim m igkeiten ergaben sich allenfalls und einzig insow eit, als er angab, einen Pass bekom m e m an erst m it 20 Jahren. D em gegenüber ist aber auch bekannt, dass die M ehrheit der illegal aus der Volksrepublik C hina ausgereisten Tibeter und Tibeterinnen bei ihrer Ankunft in N epal über keine Identitätspapiere verfügt (vgl. die auch heute noch zutreffende Feststellung der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission in EM AR K 2005 N r. 1 E. 4.1.2 S. 8). Auch w enn hinsichtlich des Zeitpunkts der Flucht des Beschw erdeführers aus seinem H erkunftsgebiet gew isse Zw eifel bestehen dürften, ist som it S eite 6D -5459/2007 fraglich, ob er tatsächlich keine entschuldbaren G ründe für seine Papierlosigkeit geltend m achen kann. Insbesondere geht auch aus der vorinstanzlichen Verfügung zu w enig hervor, ob das BFM davon ausgeht, der Beschw erdeführer sei m it gültigen R eisepapieren in die Schw eiz gelangt und w ürde diese den Behörden vorenthalten oder hätte faktisch die M öglichkeit, gültige chinesische Identitätspapiere erhältlich zu m achen. Eine abschliessende Beantw ortung dieser Frage kann aber letztlich unterbleiben, da die angefochtene Verfügung aus den untenstehend genannten G ründen ohnehin aufzuheben ist. 5. 5.1 D er G esetzgeber hat sodann nicht nur in Bezug auf die Q ualität der abzugebenden Identitätspapiere, sondern auch hinsichtlich der Bew eism assanforderungen und des zulässigen Prüfungsum fangs m it der N euform ulierung des N ichteintretensgrundes der Papierlosigkeit eine Verschärfung beabsichtigt. Er hat - w ie im W esentlichen bereits vorstehend ausgeführt - m it der Bestim m ung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen, in w elchem über das Bestehen beziehungsw eise das N ichtbestehen der Flüchtlingsei- genschaft abschliessend m ateriell befunden w ird, sow eit dies im R ah- m en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung fest- gestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingsei- genschaft im Sinne der D efinition von A rt. 3 AsylG offensichtlich erfüllt (A rt. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ). N icht einzutreten ist dem gegenüber auf das Asylgesuch, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt. D ie O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigenschaft kann sich dabei aus der U nglaubhaftigkeit der Vorbringen, aber auch aus der fehlenden Asylrelevanz ergeben. Kann auf G rund einer sum m arischen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylgesuch zw ecks w eiterer im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft einzutreten, w obei auch der Bedarf w eiterer Abklärungen zu W egw eisungsvollzugshindernissen zu einem ordentlichen Verfahren führt (vgl. zur Publikation vorgesehenes U rteil BVG E D -688/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3-5). S eite 7D -5459/2007 5.2 D ie Vorinstanz geht im angefochtenen Entscheid von der chinesi- schen Staatsbürgerschaft des Beschw erdeführers und seiner tibeti- schen Ethnie aus. Bereits aufgrund dieser Konstellation ist die Anw en- dung des angerufenen N ichteintretenstatbestandes grundsätzlich kaum nachvollziehbar, zum al die Frage der allfälligen und flüchtlings- rechtlich relevanten G efährdung des Betroffenen in Bezug auf sein H eim atland zu erfolgen hat (vgl. EM AR K 2005 N r. 1 E. 4.3.) und sich bei tibetischen Asylsuchenden chinesischer Staatsangehörigkeit hin- sichtlich flüchtlingsrechtlich relevanter G efährdung im Falle der R ück- kehr ins H eim atland praxisgem äss Fragen stellen, w elche den R ahm en eines N ichteintretensverfahrens sprengen. D ie m ögli- cherw eise berechtigten vorinstanzlichen Zw eifel daran, dass der Be- schw erdeführer im genannten Zeitpunkt sein H eim atland verlassen hat beziehungsw eise überhaupt aus C hina ausgereist ist, ändern nichts an dieser Einschätzung, da er - w ie erw ähnt - unbestrittenerm assen chi- nesischer Staatsangehöriger ist und seine allfällig begründete Furcht vor dortigen ernsthaften N achteilen im Falle der (W ieder-)Einreise hätten abgeklärt w erden m üssen. Eine m ögliche G efährdung ergibt sich entgegen der fehlgehenden Schlussfolgerung der Vorinstanz gerade aus den Erw ägungen in EM AR K 2006 N r. 1. Zw ar beschränkt m an sich bei der Beurteilung in diesem G rundsatzurteil ausdrücklich auf Personen, die sich nicht bereits längere Zeit in N achbarländern aufgehalten haben. D araus jedoch zu schliessen, dass die Flüchtlingseigenschaft bei Personen m it Aufenthalt in einem N achbarstaat ohne w eitere Abklärungen ausgeschlossen w erden kann, geht offensichtlich fehl. D ie AR K führte in ihrem G rundsatzurteil vielm ehr aus, dass illegal ausgereiste Tibeter, die sich längere Zeit im Ausland aufgehalten und dort ein Asylgesuch gestellt haben, im Falle der W iedereinreise w egen des Verdachts auf D alai Lam a-freundliche G esinnung m it ernsthaften N achteilen rechnen m üssen. Bisher unbeantw ortet blieb die Frage, ob dies für Personen, die sich nach der Ausreise noch längere Zeit in einem N achbarstaat aufgehalten haben, ebenfalls gilt. H ier ist aber w eniger davon auszugehen, dass der Verdacht auf D alai-Lam a freundliche G esinnung und daraus resultierende N achteile bei solchen U m ständen eben ausgeschlossen w erden könnten, sondern es stellt sich w ohl vielm ehr die Frage, ob diese Personen allenfalls im Sinne von A rt. 52 AsylG auf die Schutzgew ährung durch einen D rittstaat verw iesen w erden könnten. Eine solche Prüfung w urde aber durch die Vorinstanz nicht durchgeführt und kann aus heutiger Sicht auch nicht ohne w eitere Abklärungen geschehen. D ie Prüfung gerade dieser Frage w äre aber S eite 8D -5459/2007 für eine korrekte W ürdigung der Situation des Beschw erdeführers unum gänglich gew esen. D ie diesbezügliche Argum entation des Bundesam tes, w egen der nicht glaubhaften Ausreise aus C hina sei eine flüchtlingsrechtlich relevante Furcht a priori nicht gegeben, sind aufgrund dieser Erw ägungen nicht nachvollziehbar. In sachlicher w ie auch in rechtlicher H insicht sind vorliegend w eitere Abklärungen im Sinne von A rt. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG unabdingbar. 6. Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM zu U nrecht einen N icht- eintretensentscheid gestützt auf A rt. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG erlassen und dam it Bundesrecht verletzt hat (vgl. A rt. 106 AsylG ). D ie Be- schw erde ist som it gutzuheissen, die angefochtene Verfügung des BFM vom 2. August 2007 aufzuheben und die Sache zur N eubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle- gen (vgl. A rt. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 6.2 O bsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Parteientschädi- gung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten (A rt. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . A rt. 7 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsge- richt [VG KE, SR 173.320.2]). D a der Beschw erdeführer im Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht keinen R echtsvertreter m andatierte, ist nicht davon auszugehen, dass ihm solche Kosten erw achsen sind, w eshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. (D ispositiv nächste Seite) S eite 9D -5459/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D er angefochtene Entscheid w ird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erw ägungen zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückgew ie- sen. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. 4. Es w ird keine Parteientschädigung entrichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Einschreiben; Beilage: Vorinstanzliche Ver- nehm lassung vom 24. August 2007 in Kopie) - das Bundesam t, Abteilung Asylverfahren, m it den vorinstanzlichen Akten und dem Beschw erdedossier (Kopie; R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber Versand: S eite 10