Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 10. November 2020 ZK2 2020 69 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin. In Sachen A.________, Klägerin und Beschwerdeführerin, gegen B.________ GmbH, Beklagte und Beschwerdegegnerin, betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag (Beschwerde gegen den Entscheid (recte: Urteil) des Einzelrichters am Be- zirksgericht Gersau vom 22. September 2020, ZEV 2020 01);- hat der Kantonsgerichtspräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: - dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Gersau im vereinfachten Ver- fahren mit Urteil vom 22. September 2020 die Klage im Betrage von Fr. 589.70 und die Widerklage im Betrage von Fr. 1‘041.95 guthiess und die Klägerin verpflichtete, der Beklagten einen Betrag von Fr. 452.25 zu bezahlen, nachdem der Klägerin im Verlaufe des arbeitsrechtlichen Prozesses ein Ar- beitszeugnis zugestellt worden war, und dass der Einzelrichter auf die Aufer- legung von Gerichtskosten verzichtete und keine Parteientschädigungen zu- sprach; - dass die Klägerin am 5. Oktober 2020 (Postaufgabe: 23. Oktober 2020) beim Kantonsgericht fristgerecht Beschwerde erhob und was folgt ausführte: In Bezug auf den obengenannten Entscheid gegen B.________ lege ich Einsprache ein. Ich bin nicht einverstanden mit dem Entscheid des Be- zirksgerichts Gersau folgenden Punkten: 1. Die Beklagten hat der Klägerin in der Anstellungszeit keine BVG- Leistungen einbezahlt. 2. Die Beklagte hat die BVG-Leistungen erst einbezahlt als Sie erfuhr, dass die Klägerin ein Verfahren eingeleitet hatte. 3. Nachtragend forderte die Beklagte die Klägerin ihren Anteil zurück zu bezahlen 4. Nach der Berechnung der C.________ stehen der Klägerin 59 Über- stunden zu. 5. Im Arbeitszeugnis sind nicht alle Tätigkeiten aufgeführt. Zudem hat die Arbeitgeberin vor Gericht zu verstehen geben, dass ich schon noch sehen werde was für ein Arbeitszeugnis Sie mir ausstellen wird. Deshalb beantrage ich ein adäquates Arbeitszeugnis von der Arbeitgeberin. Aufgrund der obengenannten Gründen beantrage ich diesen Prozess vor das Kantonsgericht Schwyz.Kantonsgericht Schwyz 3 - dass die Beschwerde ans Kantonsgericht nicht unterzeichnet war (KG-act. 1); - dass der Klägerin mit Verfügung vom 26. Oktober 2020 einerseits Frist zur Unterzeichnung der Eingabe bis zum 6. November 2020 unter Androhung des Nichteintretens und andererseits Frist zur Verbesserung der Rechtsmittel- schrift hinsichtlich der Rechtsbegehren und der Begründung unter der glei- chen Androhung angesetzt wurde (KG-act. 3); - dass die Klägerin mit Postaufgabe vom 6. November 2020 (vgl. Couvert zu KG-act. 6) nebst dem vorinstanzlichen Entscheid (KG-act. 6/2), der Ak- tenüberweisung der Vorinstanz ans Kantonsgericht (KG-act. 6), der Weiterlei- tung des Aktenüberweisungsschreibens an die Parteien (KG-act. 6/1) und der Berechnung der C.________ der Überzeit, Ferien und Feiertage (KG-act. 6/4) nochmals die Beschwerde vom 5. Oktober 2020 (KG-act. 6/3) einreicht und diese Beschwerde wiederum nicht unterzeichnet ist; - dass die Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO schriftlich bei der Rechts- mittelinstanz einzureichen und hinsichtlich der Schriftlichkeit Art. 130 ZPO massgebend ist, d.h. dass die Beschwerde unterzeichnet sein muss (Freibur- ghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 13 zu Art. 321 ZPO); - dass Mängel wie fehlende Unterschrift gemäss Art. 132 Abs. 1 ZPO in- nert einer gerichtlichen Nachfrist zu verbessern sind, andernfalls die Eingabe als nicht erfolgt gilt; - dass die Klägerin ihre Beschwerde vom 5. Oktober 2020 innert der ge- setzten Nachfrist nicht unterzeichnet hat, weshalb bereits aus diesem Grund auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;Kantonsgericht Schwyz 4 - dass eine Beschwerde gemäss Art. 321 ZPO zudem begründet einzu- reichen ist, die Beschwerde insbesondere konkrete Rechtsbegehren zu ent- halten hat, aus denen hervorgeht, in welchem Umfang der vorinstanzliche Entscheid angefochten wird, und in der Beschwerdebegründung darzulegen ist, worauf der Beschwerdeführer seine Legitimation stützt, inwieweit er be- schwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid leidet; mithin im Beschwer- deverfahren eine Rügepflicht besteht, und es somit der beschwerdeführenden Partei obliegt, in ihrer Beschwerde im Einzelnen darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem Beschwerdegrund krankt, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 14 f. zu Art. 321 ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 2. Auflage, S. 505 N 42; Martin H. Sterchi, in: Berner Kommentar, N 17 f. zu Art. 321 ZPO), wobei bei Laieneingaben etwas weniger strenge Anforderungen ver- langt werden dürfen (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO; Mar- tin H. Sterchi, a.a.O., N 18 zu Art. 321 ZPO), eine inhaltliche Nachbesserung nach Ablauf der Beschwerdefrist jedoch ausgeschlossen ist (Staehe- lin/Staehelin/Grolimund, a.a.O.; Martin H. Sterchi, a.a.O., N 17 und 22 zu Art. 321 ZPO); - dass die Klägerin hinsichtlich der BVG-Leistungen (Ziff. 1-3 der Be- schwerde) keinen Antrag stellt und unklar ist, was sie diesbezüglich verlangt; - dass die Klägerin sich zudem mit den Erwägungen der Vorinstanz zu den BVG-Beiträgen (angefochtenes Urteil, E. 4) in keiner Weise auseinander- setzt und nicht darlegt, was daran nicht richtig sein soll; - dass die Klägerin zwar wie vorinstanzlich 59 Überstunden geltend macht, aber sich nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen und Berechnun- gen gemäss E. 5 a-c auseinandersetzt, wonach sie ein Manko von 186.50 Stunden aufwies und nach Berücksichtigung von Ferien und Feiertagen ein Kantonsgericht Schwyz 5 positiver Saldo von 28.9 Stunden à Fr. 20.40 zu ihren Gunsten, mithin ein An- spruch von Fr. 589.70 verblieb; - dass die Klägerin sich auch nicht mit den vorinstanzlichen Erwägungen betr. das Arbeitszeugnis auseinandersetzt, wonach ihr das Arbeitszeugnis mit Verfügung vom 10. August 2020 zugestellt wurde und womit ihr Antrag bezüg- lich Arbeitszeugnis erfüllt sei (angefochtenes Urteil, E. 3), sie dem Kantonsge- richt nicht darlegt, dass sie bei der Vorinstanz dagegen Einwände erhoben hätte, sich solches den vorinstanzlichen Akten auch nicht entnehmen lässt, sondern ihr mit Verfügung vom 10. August 2020 (Vi-act. 7) unter anderem das Arbeitszeugnis zugestellt und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme bis vom 31. August 2020 gewährt wurde, sie davon jedoch keinen Gebrauch machte; - dass die Klägerin vor dem Kantonsgericht zudem nicht darlegt, was im Arbeitszeugnis fehlen soll und das angeblich Fehlende somit nicht beurteilt werden kann; - dass auf die Beschwerde somit auch infolge ungenügender Anträge und Begründung nicht einzutreten ist; - dass der Streitwert gemäss Klagebewilligung (Angabe klagende Partei) und den Feststellungen der Vorinstanz Fr. 4'700.00 beträgt (Vi-act. 1; ange- fochtenes Urteil, E. 3 und 8); - dass gemäss Art. 114 lit. c ZPO im Entscheidverfahren bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsgesetz bis zu einem Streitwert von Fr. 30'000.00 keine Ge- richtskosten gesprochen werden; - dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist, nachdem keine Be- schwerdeantwort eingeholt worden ist;Kantonsgericht Schwyz 6 - dass das Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;- verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben und keine Parteientschädi- gung zugesprochen. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der glei- chen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 4'700.00. 4. Zufertigung an A.________ (1/R), die B.________ GmbH (1/R, unter Beilage einer Kopie von KG-act. 6 inkl. Beilagen), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten). Der Kantonsgerichtspräsident Versand 10. November 2020 kau