<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00359</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105302&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00359</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.02.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe eines Architekturauftrags für die Renovation eines Schulhauses im selektiven Verfahren.<br/><br/>Eignungskriterien: Die Ortsansässigkeit ist sowohl als Eignungs- wie auch als Zuschlagskriterium grundsätzlich unzulässig (E. 4b.aa). Auswahl der Anbieter bei beschränkter Teilnehmerzahl im selektiven Verfahren: Wird die Zahl der Teilnehmer im selektiven Verfahren beschränkt, hat die Vergabebehörde in den Ausschreibungsunterlagen das Auswahlverfahren für den Fall bekanntzugeben, dass die Eignungskriterien von einer grösseren Anzahl Interessenten erfüllt werden, als aufgrund der Beschränkung zugelassen werden. Insbesondere muss die Gewichtung der dabei verwendeten Kriterien bereits in den Ausschreibungsunterlagen ersichtlich sein und dürfen keine vergabefremden Kriterien (wie z.B. Ortsansässigkeit) zur Anwendung gelangen (E. 4b.bb, 4c). Beschwerdeentscheid: Anordnung, den Beschwerdeführer zum Angebot einzuladen (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNG">AUSSCHREIBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNGSKRITERIEN">EIGNUNGSKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWICHTUNG">GEWICHTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSANSÃSSIGKEIT">ORTSANSÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELEKTIVES VERFAHREN">SELEKTIVES VERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRANSPARENZ">TRANSPARENZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. I BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 1 lit. II c IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 4 lit. c IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="gerade">§ 10 lit. III SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 22 SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2000 Nr. 27</span><br/><span class="ungerade">RB 2000 Nr. 58</span><br/><span class="gerade">RB 2000 Nr. 61</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Oberstufenschulgemeinde D. erÃ¶ffnete mit einer Ausschreibung vom 10. Sep­tember 1999 eine Submission im selektiven Verfahren fÃ¼r den Architekturauftrag zur Renovation des 100-jÃ¤hrigen Oberstufenschulhauses G. in D.. GemÃ¤ss den Aus­schrei­bungs­unterlagen sollten drei bis fÃ¼nf Bewerber zur Offertstellung eingeladen wer­den. Nach­dem innert Frist 14 TeilnahmeantrÃ¤ge eingegangen waren, lud die Oberstu­fen­schul­pflege D. mit Entscheid vom 18. November 1999 sechs Bewerber zur Einrei­chung eines Angebots ein. Die TeilnahmeantrÃ¤ge der Ã¼brigen Bewerber, darunter jener der Einzelfirma C.+B., Architektur und Generalplanung, Inhaber A. B., ZÃ¼rich, wurden abgelehnt. Der Ent­scheid wurde den Beteiligten mit Schreiben vom 18. November 1999 erÃ¶ffnet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 24./25. November 1999 erhob A. B. als Inhaber der Einzelfirma C.+B. beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid der Ober­stufenschulpflege D. und be­antragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Wiederholung des PrÃ¤qua­li­fi­kationsverfahrens "durch eine unabhÃ¤ngige Instanz" sowie die Zusprechung einer Um­triebs­entschÃ¤digung. Die Oberschulstufengemeinde D. liess in­nert erstreckter Frist mit Be­schwerdeantwort vom 31. Januar 2000 die Abweisung der Be­schwerde beantragen, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten des Be­schwer­defÃ¼hrers. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Gegen den Entscheid einer GemeindebehÃ¶rde Ã¼ber die Vergabe eines Ã¶ffentli­chen Auftrags steht die Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt zur VerfÃ¼gung. FÃ¼r Ver­ga­ben im Anwendungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Be­schaf­fungs­we­sen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) ergibt sich dies aus § 3 des Geset­zes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. Sep­tember 1996 (IVÃ¶B-Bei­trittsG) in Verbindung mit Art. 15 IVÃ¶B. FÃ¼r andere Vergaben hat der Re­gie­rungs­rat mit § 1 Abs. 3 der Submis­sions­ver­ord­nung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ge­stÃ¼tzt auf § 2 Abs. 2 und § 7 Abs. 1 IVÃ¶B-BeitrittsG die Bestimmungen des Beitritts­ge­set­zes und der Ver­ord­nung auf Ã¶ffentliche Be­schaf­fungen der Gemeinden anwendbar erklÃ¤rt, soweit es durch das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Bin­nenmarkt (BGBM) verlangt wird. GestÃ¼tzt darauf gelangt der in § 3 IVÃ¶B-BeitrittsG gere­gelte Rechtsschutz gegenÃ¼ber allen nach dem vollstÃ¤ndigen Inkraft­treten des Binnen­marktgesetzes ergangenen Vergabeentscheiden zur An­wendung (VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13, E. 1; vgl. Al­fred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt ist daher zulÃ¤ssig. Auf das Be­schwer­de­ver­fahren kommen die Bestimmungen der §§ 3 ff. IVÃ¶B-Bei­trittsG, ergÃ¤nzt durch die sinn­ge­mÃ¤ss heranzuziehenden Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶f­fent­li­che Beschaffungswesen, zur Anwendung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im selektiven Verfahren wird in § 4 lit. c IVÃ¶B-BeitrittsG ausdrÃ¼cklich als anfechtbarer Entscheid bezeichnet. Der Be­schwer­defÃ¼hrer ist daher zur Beschwerde gegen den Entscheid der Beschwerdegegnerin, mit welchem ihm die Einreichung eines Angebots verwehrt wurde, befugt. Die Beschwer­delegitimation wird im Ãbrigen auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die in Frage stehende Beschaffung wird vom Geltungsbereich der Interkantona­len Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen nicht erfasst. Die Gemeinden wurden jedoch vom Regierungsrat gestÃ¼tzt auf § 2 Abs. 2 IVÃ¶B-BeitrittsG mit Wirkung ab 1. Januar 1999 in die kantonale Regelung des Beschaffungswesens gemÃ¤ss Beitrittsgesetz und Sub­mis­sions­ver­ord­nung einbezogen (RRB Nr. 1501 vom 1. Juli 1998; LS 720.111) und unterstehen damit auch in Bezug auf den Ablauf des Vergabeverfahrens und die ma­te­rielle Behandlung der Angebote den Bestimmungen des kantonalen Rechts. Die an­ge­foch­tene Vergabe ist daher nach diesen Regeln zu beurteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der BeschwerdefÃ¼hrer verlangt unter anderem die Wiederholung des PrÃ¤qualifi­kationsverfahrens durch eine unabhÃ¤ngige Instanz. Diesem Begehren kann von vornherein nicht entsprochen werden. Das Verwaltungsgericht ist nicht befugt, in die ZustÃ¤ndigkeit der Beschwerdegegnerin einzugreifen. Unter den gegebenen UmstÃ¤nden kann das Verwal­tungsgericht aber ‑ im Falle einer Gutheissung der Beschwerde ‑ den angefochtenen Ent­scheid aufheben und die Beschwerdegegnerin verpflichten, den BeschwerdefÃ¼hrer eben­falls zur Offertstellung einzuladen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt, die OrtsansÃ¤ssigkeit sei als Eignungskriterium am hÃ¶chsten gewichtet worden, was bei der Vergabe von Ã¶ffentlichen AuftrÃ¤gen gemÃ¤ss Bin­nenmarktgesetz und Submissionsverordnung unzulÃ¤ssig sei. Ausserdem stimmten die an­gewendeten Eignungskriterien nicht mit den in den Ausschreibungsunterlagen bekanntge­gebenen Kriterien Ã¼berein. Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dem entgegen, das Kriterium der OrtsansÃ¤ssigkeit sei nicht als Eignungskriterium, sondern als Auswahlkriterium verwendet worden, nach welchem die grundsÃ¤tzlich geeigneten Anbieter ausgewÃ¤hlt worden seien. Dies sei submissionsrechtlich nicht zu beanstanden, zumal das Kriterium der OrtsansÃ¤ssig­keit dem allgemein bekannten Umstand Rechnung trage, dass fÃ¼r komplexe Bauaufgaben eine geringe rÃ¤umliche Distanz zwischen der Baustelle und den BÃ¼rorÃ¤umlichkeiten des Architekten und Bauleiters Ã¤usserst wichtig sei. Sodann dÃ¼rfe die Auswahl unter den grund­sÃ¤tzlich geeigneten Bewerbern durchaus nach anderen Kriterien erfolgen, als sie fÃ¼r die Beurteilung der Eignung aufgestellt und in den Ausschreibungsunterlagen bekanntge­geben worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Die vergebende BehÃ¶rde legt die fÃ¼r eine Beschaffung massgeblichen Eig­nungs­kriterien im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwendige Transparenz des Vergabe­verfahrens (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) zu ge­wÃ¤hr­leisten, muss die Festlegung der Eignungskriterien jedoch zu Beginn des Verfahrens erfol­gen, und diese sind den Interessen­ten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben. In der Publikation der Ausschreibung mÃ¼ssen gemÃ¤ss § 16 Abs. 3 lit. f SubmV die an die Anbieter gestellten wirtschaftlichen und technischen Anforderungen sowie die ver­langten finanziellen Garantien und Angaben genannt werden. Dieselben Angaben gehÃ¶ren nach § 17 Abs. 1 lit. g SubmV auch zum Inhalt der Ausschreibungs­unterlagen. Aus GrÃ¼n­den der PraktikabilitÃ¤t muss es dabei genÃ¼gen, wenn in der publizierten Aus­schrei­bung die wesent­lichsten Punkte genannt sind und detailliertere Angaben aus den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen hervorgehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 5 Abs. 1 BGBM dÃ¼rfen ortsfremde Anbietende bei einer Ã¶ffent­li­chen Beschaffung nicht benachteiligt werden. ZulÃ¤ssig sind ihnen gegenÃ¼ber nach Art. 3 Abs. 1 BGBM nur BeschrÃ¤nkungen, welche gleichermassen auch fÃ¼r ortsansÃ¤ssige Perso­nen gel­ten (lit. a), zur Wahrung Ã¼berwie­gender Ã¶ffentlicher Interessen unerlÃ¤sslich sind (lit. b) und dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnis­mÃ¤ssigkeit entspre­chen (lit. c). Als Ã¼berwiegendes Ã¶f­fent­li­ches Interesse kommt unter anderem der Schutz der natÃ¼rlichen Umwelt in Betracht (Art. 3 Abs. 2 lit. b BGBM). Eine auf diese Bestimmungen gestÃ¼tzte BeschrÃ¤nkung darf jedoch in keinem Fall ein verdecktes Handelshemmnis zugunsten einheimischer Wirt­schafts­inter­es­sen enthalten (Art. 3 Abs. 4 BGBM). GemÃ¤ss Rechtsprechung ist hinsicht­lich der Zu­schlags­kriterien ein Abstellen auf die Anfahrtswege, die ein Anbieter von sei­nem auswÃ¤rti­gen GeschÃ¤ftsstandort bis zum Einsatzort zurÃ¼cklegen muss, unter dem Aspekt der Gleich­be­handlung hÃ¶chst problematisch, da dieses Krite­rium eine direkte Be­nachteiligung der wei­ter entfernt gelegenen Anbieter mit sich bringt (vgl. VGr, 20. August 1999, BEZ 1999 Nr. 27 = URP 1999 S. 814 E. 4a; RB 1998 Nr. 70 = BEZ 1999 Nr. 12 = URP 1999 S. 165 E. 5a; AGVE 1997 Nr. 95 S. 364 E. 2d, Nr. 96 S. 365; EGV-SZ 1995 Nr. 59; dazu Anm. Peter Gauch in Baurecht 1997 S. 51). WÃ¼rde generell auf die LÃ¤nge der Anfahrtswege ab­ge­stellt, wÃ¼rde damit der vom Bin­nen­markt­ge­setz angestrebte freie und gleichberechtigte Zugang zum Markt auf dem gesamten Gebiet der Schweiz (vgl. Art. 1â3 BGBM) weit­ge­hend verunmÃ¶glicht. Auch mit Bezug auf die Eignungskriterien dÃ¼rfen ortsfremde Anbie­te­rinnen und Anbieter nicht diskriminiert werden. GemÃ¤ss § 22 SubmV dÃ¼rfen nur objek­ti­ve Kriterien zur Anwendung gelangen, welche insbesondere die finanzielle, wirtschaft­li­che, fachliche und organisatorische LeistungsfÃ¤higkeit der Anbiete­rinnen und Anbieter be­treffen. Der Nachweis ist auf diejenigen Eignungskriterien zu be­schrÃ¤nken, welche wesent­lich sind, damit die Anbieterin oder der Anbieter den betreffen­den Auftrag erfÃ¼llen kann. Eignungskriterien dÃ¼rfen nicht in der Absicht festgelegt werden, ortsfremde Bewerbe­rin­nen und Bewerber von vornherein auszuschliessen oder zu benach­teiligen, weshalb das Kri­terium der OrtsansÃ¤ssigkeit als Eignungskriterium grundsÃ¤tzlich unzulÃ¤ssig ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Eignungskriterien sind im Normalfall Ausschlusskriterien, die entweder erfÃ¼llt oder nicht erfÃ¼llt sind; das Vorliegen der geforderten Eignung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich zur Zu­lassung, deren Fehlen zum Ausschluss vom Verfahren (§ 26 Abs. 1 lit. a SubmV). Nach Art. 12 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B und § 10 Abs. 3 SubmV kann jedoch die Zahl der im selektiven Verfahren zum Einreichen eines Angebots einzula­den­den Anbieterinnen und Anbieter be­schrÃ¤nkt werden, wenn die rationelle DurchfÃ¼hrung des Vergabeverfahrens es erfordert. Da­bei muss aber ein wirksamer Wettbewerb gewÃ¤hrleistet bleiben (Art. 12 Abs. 1 lit. b IVÃ¶B); die Zahl der Eingeladenen darf, so­fern sich genÃ¼gend geeignete Anbieterinnen und Anbieter bewerben, nicht kleiner als drei sein (§ 10 Abs. 3 SubmV). Diese Vorschriften entsprechen den fÃ¼r Vergaben des Bundes geltenden Bestimmungen von Art. 15 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BoeB; SR 172.056.1) und von Art. 12 Abs. 1 der Verordnung vom 11. Dezember 1995 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (VoeB; SR 172.056.11). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie eine Vergabestelle vorzugehen hat, wenn die geforderten Eignungskriterien von einer grÃ¶sseren Anzahl Interessenten erfÃ¼llt werden, als aufgrund der vorgesehenen Be­schrÃ¤nkung zur Abgabe eines Angebots eingeladen werden kÃ¶nnen, regelt die Submis­sions­verordnung nicht. Art. X Ziff. 1 des GATT/WTO-Ãber­ein­kom­mens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Govern­ment Pro­cure­ment Agree­ment [GPA]; SR 0.632.231.422) verlangt, dass die Teilnehmenden in gerechter und nichtdiskri­minierender Weise ausgewÃ¤hlt werden. In der Literatur wird vorgeschlagen, da­bei auf das Mass der Eignung abzustellen und im Zweifelsfall das Los entscheiden zu las­sen (</span>Pe­ter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Vergabethesen 1999, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bun­des, Freiburg 1999, <span>Ziff. 16.2). Jedenfalls dÃ¼rfen bei der Auswahl im selektiven Verfahren kei­ne vergabefremden Kriterien zur Anwendung gelangen. Werden Eignungskriterien oder allenfalls weitere Auswahlkriterien dazu verwendet, die Auswahl der Teilnehmer im selek­tiven Verfahren mit beschrÃ¤nkter Teilnehmerzahl vorzunehmen, muss in den Ausschrei­bungs­unterlagen ‑ ebenso wie bei der Bekanntgabe der Zuschlagskriterien (BEZ 1999 Nr. 13, E. 3b) ‑ ersichtlich sein, welches Gewicht die VergabebehÃ¶rde den einzelnen Kri­terien beimisst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Die Kriterien, welche bei der Selektion der Bewerberinnen und Bewerber zur Anwendung gelangten, sowie deren Gewichtung wurden erst am 18. November 1999, un­mittelbar vor der Ãffnung der TeilnahmeantrÃ¤ge, wie folgt festgelegt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>Eignungskriterien</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>Punkte</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>1. OrtsansÃ¤ssigkeit </span><span>(BÃ¼ro in D.)</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>3</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>2. Bauleitung im eigenen BÃ¼ro</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>2</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>3. Besondere Eignung </span><span>(schon Renovationen und Umbauten ausgefÃ¼hrt)</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>2</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>4. Versichert </span><span>(min. 1'000'000)</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>1</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>5. Gute Referenzen </span><span>(Erfahrung im Schulhausbau)</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>1</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>6. Im BÃ¼ro sollten 4 Mitarbeiter fest angestellt sein</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>2</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>7. Lehrlingsausbildung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>1</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>8. Buchhaltung mit EDV / ausgerÃ¼stet mit CAD</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>0</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span> Total Punktezahl</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>12</span></p> </td> </tr> </table> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach den dargelegten GrundsÃ¤tzen darf die OrtsansÃ¤ssigkeit im Rahmen der PrÃ¤­qua­lifikation grundsÃ¤tzlich keine Rolle spielen. Vorliegend ist auch nicht ersichtlich, in­wie­fern sich die etwas lÃ¤ngeren Anfahrtswege des in der Stadt ZÃ¼rich domizilierten Be­schwerdefÃ¼hrers nachteilig auswirken sollten. Dass die grÃ¶s­sere Distanz den Beschwerde­fÃ¼hrer an einer termin­gerechten und fachlich einwandfreien Erledigung des Auftrags hin­dern kÃ¶nnte, ist nicht anzunehmen und wird von der Beschwerdegegnerin auch nicht kon­kret begrÃ¼ndet. Jedenfalls wird dadurch seine finanzielle, wirtschaftliche, fachliche oder organisatorische Leistungs­fÃ¤higkeit und damit seine Eignung nicht in Frage gestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Indem die Beschwerdegegnerin die OrtsansÃ¤ssigkeit im Rahmen der Zulassung zur Offertstellung berÃ¼cksichtigte, verstiess sie gegen das fundamentale Gebot der Gleichbe­handlung der Anbietenden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die OrtsansÃ¤ssigkeit als Eig­nungs­kriterium oder ‑ wie die Beschwerdegegnerin behauptet ‑ als zusÃ¤tzliches Kriterium zur Auswahl der grundsÃ¤tzlich geeigneten Anbietenden zur Anwendung gelangte. Das Vor­gehen der Beschwerdegegnerin erweist sich schon aus diesem Grund als unzulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Abgesehen von der generellen UnzulÃ¤ssigkeit des Kriteriums der OrtsansÃ¤ssig­keit unterliess es die Beschwerdegegnerin auch, in den Ausschreibungsunterlagen auf die­ses Kriterium und dessen Gewichtung bei der Auswahl der Teilnehmenden hinzuweisen. In der publizierten Ausschreibung wurde erwÃ¤hnt, fÃ¼r die Selektion komme eine Kriterienliste fÃ¼r die fachliche Beurteilung der Anbieterinnen und Anbieter zur Anwendung; die Bewer­berinnen und Bewerber mÃ¼ssten sich Ã¼ber "Fachkenntnisse in folgenden Bereichen auswei­sen: Renovationserfahrung mit Referenzen im Schulhausbau, in Sanierungsprojekten und Erfahrung mit Denkmalschutzobjekten". Sodann wÃ¼rden nur Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, welche anhand eines Fragebogens ihre finanzielle, wirtschaftliche, fachliche und organisatorische Eignung nachwiesen. In den Ausschreibungsunterlagen (Fragebogen; act. 5/2 S. 3) wurden folgende Eignungskriterien bekanntgegeben: VollstÃ¤ndigkeit der Be­werbung, Erfahrung und fachspezifisches Wissen des ArchitekturbÃ¼ros, Organisation des BÃ¼ros, vorhandene KapazitÃ¤t, Referenzen vergleichbarer Objekte mit Referenzperso­nen, Lehrlingsausbildung, Handelsregisterauszug und Angaben zur BonitÃ¤t. DemgegenÃ¼ber wur­den weder das Kriterium der OrtsansÃ¤ssigkeit noch dessen Gewichtung bei der Aus­wahl der einzuladenden Anbietenden in der Ausschreibung bzw. in den Ausschreibungs­unterlagen erwÃ¤hnt. Auch die Gewichtung der weiteren angewendeten Kriterien, die erst unmittelbar vor dem Ãffnen der eingegangenen Bewerbungen und des Auswahlentscheids definitiv festgelegt und gegenÃ¼ber den Ausschreibungsunterlagen teilweise umformuliert wurden (act. 10/16), blieb in der publizierten Ausschreibung sowie in den Ausschreibungs­unterlagen unerwÃ¤hnt. Die Interessenten hatten somit keine MÃ¶glichkeit, diesen Eignungs‑ bzw. Auswahlkriterien entsprechend deren Gewichtung bei der Ausarbeitung des Teilnah­megesuchs Rechnung zu tragen. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin war nach den dar­gelegten GrundsÃ¤tzen nicht zulÃ¤ssig. Dabei kann offen gelassen werden, ob die in den Aus­schreibungsunterlagen erwÃ¤hnten Eignungskriterien als solche Ã¼berhaupt zulÃ¤ssig sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die strittigen Bewertungen im Zusammenhang mit dem Kriterium der OrtsansÃ¤s­sigkeit betreffen vier Punkte. Wird von der BerÃ¼cksichtigung dieses unzulÃ¤ssigen Krite­riums abgesehen, erreicht der BeschwerdefÃ¼hrer die maximale Punktzahl und ist damit bes­ser platziert als andere Bewerberinnen und Bewerber, welche von der Beschwerdegeg­nerin zur Offertstellung eingeladen wurden. Die VerfÃ¼gung der Vergabeinstanz, mit wel­cher der BeschwerdefÃ¼hrer nicht zum Angebot zugelassen wurde, ist deshalb nicht haltbar. Der Ent­scheid ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben, und der BeschwerdefÃ¼hrer ist zum Einreichen eines Angebots innert einer angemessenen Frist zuzulassen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid aufgehoben. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrer zur detaillierten Offert­stellung fÃ¼r die Renovation des Schulhauses G., D., einzuladen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>