B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2943/2014 U r t e i l v o m 7 . D e z e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Jean-Pierre Monnet, Gerichtsschreiberin Sarah Straub. Parteien A._______, geboren (…), Syrien, vertreten durch Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisung); Verfügung des BFM vom 16. April 2014 / N (…). E-2943/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein syrischer Kurde mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess sein Heimatland ei genen Angaben zufolge am (…), ging zu Fuss in die Türkei, gelangte von dort unter Verwendung seines Passes auf dem Luftweg nach Italien und im Zug weiter am 22. Dezember 2010 in die Schweiz. Er suchte gleichentags um Asyl nach. Am 29. Dezember 2010 wurde er zur Person befragt (BzP). Mit Verfügung vom 30. März 2011 trat das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und verfügte seine Wegweisung nach Ita- lien. Am 8. Juni 2011 wurde er nach Italien überstellt. A.b Am 14. Juni 2011 gelangte der Beschwerdeführer mit dem Zug er- neut in die Schweiz. Er suchte am 1 6. Juni 2011 wiederum um Asyl nach. Am 23. Juni 2011 erfolgte die zweite BzP . Das Bundesamt trat mit Verfügung vom 12. September 2011 auf das Asylgesuch nicht ein und wies den Beschwerdeführer ein zweites Mal nach Italien weg. Nachdem die Verfügung vom 12. September 2011 fälschlicherweise nicht an den Rechtsvertreter eröffnet worden war, nahm das Bundesamt das erstinstanzliche Verfahren am 5. März 2012 wieder auf. Mit Verfügung vom 14. Mai 2012 trat es auf das wiederaufgenommene Asylgesuch nicht ein und verfügte die Wegweisung des Beschwerdeführers nach Italien. Die hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsge- richt mit Urteil vom 13. Juni 2012 gut und hob die Verfügung vom 14. Mai 2012 auf. A.c Mit Verfügung vom 18. Januar 2013 teilte das BFM mit, das Dublin- Verfahren sei beendet; das Asylgesuch werde in der Schweiz geprüft. Mit Eingaben vom 18. Februar 2013, 3. Juni 2013 und 12. März 2014 reichte der Beschwerdeführer Ausdrucke seines Facebook -Profils und Fotos von exilpolitischen Aktivitäten ein. Am 17. März 2014 erfolgte die Anhörung zu seinen Asylgründen. B. Zur Begründung des Asylgesuches brachte der Beschwerdeführer an- lässlich der ersten BzP vor, er habe nach der Ermordung von C._______ im Jahr 2005 an dessen Trauerumzug teilgenommen. Danach sei er von E-2943/2014 Seite 3 den Behörden aufgeboten und geschlagen worden. Ab dem Jahr 2008 habe er während zwei Jahren in Libyen gearbeitet. Nach seiner Rückkehr nach Syrien im Februar oder März 2010 sei er von den Behörden erneut aufgeboten und geschlagen worden. Als er bereits in der Türkei gewesen sei, habe ihm seine Familie mitgeteilt, dass er sich bei einer Rückkehr bei den Behörden melden müsse. In der zweiten BzP gab er ergänzend an, er habe in der Schweiz an mehreren Kundgebungen teilgenommen und sei Anhänger der Partiya Yekitîya Demokrat (PYD). Anlässlich der Anhö- rung führte er aus, er sei von verschiedenen Sicherheitsbehörden verfolgt worden; man habe ihn mehrmals verhaftet, geschlagen und gefoltert. Kurz nach seinem Militärdienst (…) sei er verhaftet worden. Man habe ihm vorgeworfen, kurdische Soldaten mobilisieren zu wollen und Proble- me zu verursachen. Er sei nach Damaskus gebracht, verhört und am nächsten Tag ins Gericht gebracht, jedoch dem Richter nicht vorgeführt worden. Anscheinend habe der Richter aufgrund der Akten entschieden, dass er freigelassen werden solle. Er sei aber in das Gefängnis (…) ge- bracht worden, wo er zwölf Tage inhaftiert gewesen sei. Anschliessend habe man ihn in das Gefängnis von (…) überführt und von dort nach B._______, wo man ihn erneut ei nem Richter hätte vorführen sollen, was indessen nicht geschehen sei. Danach sei er während sechzehn Tagen im Gefängnis (…) gewesen und schliesslich dank seines Bruders freige- lassen worden. Nach der Ermordung von C._______ habe er an einer Demonstration te ilgenommen. Etwa zehn Tage später sei sein Bild von mehreren Fernsehsendern ausgestrahlt worden und er habe sich bei den Sicherheitsbehörden melden müssen. Dort sei er geschlagen und gefol- tert, jedoch noch am selben Tag freigelass en worden. Danach sei er g e- zwungen gewesen, Syrien zu verlassen. Er sei bis 2008 von den Behör- den verfolgt worden. Nach seiner Rückkehr aus Libyen sei er am Flugha- fen befragt worden und habe die Beamten bestechen müssen. Drei Tage später sei er zu Hause aufgesucht, verschleppt und geschlagen worden. Er sei wie bereits im Jahre 2005 von den Behörden unter Druck gesetzt worden, für sie zu arbeiten. Nach zwei Monaten sei er legal nach Jorda- nien gereist, um dann nach Armenien zu gehen. Dies habe nicht ge- klappt, weshalb er nach Syrien zu rückgekehrt sei. Dort sei er weiterhin gesucht worden und deshalb in die Türkei ausgereist. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er seine Identitätskarte und Be- weismittel zu seiner exilpolitischen Aktivität ein. C. Mit am 29. April 2014 eröffneter Verfügung vom 16. April 2014 stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der E-2943/2014 Seite 4 Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung schob es wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. D. Der Beschwerdeführer liess diesen Entscheid mit Eingabe seines Rechts- vertreters vom 28. Mai 2014 anfechten. In materieller Hinsicht beantragte er, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur vollständigen und ric htigen Abklärung sowie Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- zuweisen, weiter sei festzustellen, dass die Rechtswirkungen der vorläu- figen Aufnahme im Falle der Aufhebung der angefochtenen Verfügung fortbestehen würden; eventualiter sei die Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren; eventuali- ter sei er als Flüchtling vorläufig aufzunehmen; eventualiter sei die Unzu- lässigkeit des Wegweisungsvollzuges festzus tellen. In prozessualer Hin- sicht beantragte er, es sei ihm vollumfängliche Einsicht in die vorinstanzli- chen Akten, inklusive internem Antrag auf vorläufige Aufnahme, sowie in die Akten des ersten Asylverfahrens zu gewähren; eventualiter sei ihm das rechtliche Gehör zur Akte BFM B1/2 und zum internen Antrag auf vor- läufige Aufnahme zu gewähren beziehungsweise eine schriftliche Begrün- dung betreffend den internen Antrag zuzustellen, und danach sei ihm eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergä nzung anzu- setzen. Zudem beantragte er in der Beschwerdebegründung den Beizug von acht Dossiers syrischer Asylsuchender. Als Beweismittel reichte er einen weiteren Ausdruck seines Facebook - Profils ein. E. Mit Zwischenverfügung vom 5. Juni 2014 wies der vormals zuständige In- struktionsrichter das BFM an, dem Beschwerdeführer Einsicht in die vor - instanzlichen A-Akten zu gewähren, und forderte ihn auf, innert Frist ei- nen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu bezahlen. F. Am 17. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer eine Fürsorgebestäti- gung der Gemeinde E._______ zu den Akten und ersuchte um Befreiung von der Bezahlung von Verfahrenskosten sowie Verzicht auf die Erhe- bung des Kostenvorschusses, eventualiter um Verlängerung der Frist zur Bezahlung des Vorschusses. Mit Eingabe vom 20. Juni 2014 nahm der Beschwerdeführer zu den neu eingesehenen Akten Stellung. E-2943/2014 Seite 5 G. Der Instruktionsrichter hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung mit Verfügung vom 26. Juni 2014 gut und verzichte- te auf die Erhebung des Kostenvorschusses. H. Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 4. Juli 2014 an seinen Erwä- gungen vollumfänglich fest. I. In der Replik vom 17. Juli 2014 verwies der Beschwerdeführer auf mehre- re Berichte zur Lage in Syrien und hielt fest, er weise ein öffentlich expo- niertes politisches Profil auf. J. Das Bundesamt wies in seiner Stellungnahme vom 5. August 2014, wel- che dem Beschwerdeführer am 7. August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde, darauf hin, dass die Replik keine neuen erheblichen Tatsachen oder Hinweise auf verfahrensrelevante Informationen enthalte. K. Der Beschwerdeführer reichte am 14. August 2014 Fotos seiner Teilnah- me an Demonstrationen ein. Mit Eingabe vom 18. März 2015 regte er unter Hinweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 25 . Februar 2015 an, das Dossier aus prozessökonomischen Gründen zur erneuten Vernehmlas- sung an das SEM zu überweisen. Am 8. Juli 2015 und 10. August 2015 reichte er weitere Fotos von De- monstrationen und Sitzungen und eine Mitgliedschaftsbestätigung der Demokratischen Kurdischen Partei in Syrien (PDK -S), Organisation Schweiz, vom 9. Februar 2015 ein. In seiner Eingabe vom 6. November 2015 verwies der Beschwerdeführer erneut auf das Urteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 und die aktuelle Lage in Syrien . Zudem wies er auf BVGE 2015/3 hin und führte aus, er sei von den Militärbehörden verfolgt worden, und hätte wahrscheinlich als Reservist einrücken müssen. Er reichte einen aktuellen Ausdruck seines Facebook-Profils ein. E-2943/2014 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffend e Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und so auch vorlie- gend endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist vorbehältlich der nachstehenden Erwägungen einzutreten. Da das BFM zufolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vor- läufige Aufnahme des Beschwerdeführers anordnete und die Vollzugs- hindernisse alternativer Natur sind (BVGE 2009/51 E. 5.4), besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges. Auf den entsprechenden Subeventualantrag ist daher nicht einzutreten. Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Rügen der Verletzung des rechtlichen Gehörs und Verletzung des Anspruchs auf Ak- teneinsicht, soweit sich diese auf die festgestellte Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges beziehen, da ein schutzwürdiges Interesse dies- bezüglich ebenfalls fehlt. 2. Mit Beschwerde kann die V erletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt, das BFM habe d en Anspruch auf Akten- einsicht sowie auf rechtliches Gehör verletzt und den rechtserheblichen E-2943/2014 Seite 7 Sachverhalt nicht vollständig und richtig abgeklärt. Diese verfahrensrecht- lichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. Entscheidun- gen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskom- mission [EMARK] 2004 Nr. 38; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun- des; 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). 3.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bezieht sich das Akten- einsichtsrecht auf sämtliche verfahrensbezogene n Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch z u gewähren, wenn die Ausübung des Akteneinsichtsrecht s den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen vermag (vgl. Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 13. August 1996, 2A.444/1995). Das Gesetz hält zudem fest, dass die Einsichtnahme in eigene E ingaben der Partei, ihre als Beweismittel eingereichten Urkunden und ihr eröffnete Verfügungen nicht verweigert werden darf (Art. 27 Abs. 3 VwVG). Der Beschwerdeführer ersuchte erst nach Eröffnung der angefochtenen Verfügung um Akteneinsicht (vgl. B68/1). Die Nichtgewährung der Akten- einsicht kann demnach zum Vornherein nicht die Kassation der Verfü- gung zur Folge haben. Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer zu Unrecht die (nach Eröffnung der angefochtenen Ver- fügung) nachgesuchte Einsicht in die A-Akten nicht gewährt hat. Indessen wurde dies auf Beschwerdeebene nachgeholt und die Möglichkeit zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung gewährt. Es ist ihm aus der Nichtgewährung der Akteneinsicht kein prozessualer Nachteil erwachsen. 3.3 3.3.1 Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Das BFM habe nicht sämtliche eingereichten Be- weismittel gewürdigt und nicht erwähnt, dass der Beschwerdeführer meh- rere Ausdrucke seines Facebook -Profils eingereicht habe. Es habe den Anspruch auf rechtliches Gehör auch verletzt, indem es den Sachverhalt in der Verfügung nur allgemein und lückenhaft wiedergegeben habe. 3.3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Ge hör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich v or Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewei- se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be-E-2943/2014 Seite 8 weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wi rksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfin- dung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristge- rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre- ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass der oder die Betroffene den Entscheid ge- gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlich - en Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). 3.3.3 Im angefochtenen Entscheid setzte sich das Bundesamt mit den Vorbringen des Beschwerdeführers differenziert auseinander und kam zum Ergebnis, dass sie nicht glaubhaft beziehungsweise nicht asylrele- vant seien. E s ist nicht ersichtlich, dass das BFM die eingereichten Be- weismittel ausser Acht gelassen oder vom Beschwerdeführer vorgebrach- te Sachverhaltselemente nicht beachtet hätte. Eine Verletzung des recht- lichen Gehörs liegt nicht vor. 3.4 3.4.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht vollständig und nicht richtig abgeklärt. Sie habe es un- terlassen, die Vorbringen vollständig abzuklären, und sich im Wesen tli- chen darauf beschränkt, zu behaupten, die Vorbringen seien nicht glaub- würdig beziehungsweise nicht asylrelevant. Das Bundesamt wäre gehal- ten gewesen, weitere Abklärungen, insbesondere eine weitere Anhörung oder eine Botschaftsabklärung, durchzuführen. S eit dem Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts vom Juni 2012 seien beinahe zwei Jahre verstri- chen, bevor die Anhörung durchgeführt worden sei; dies habe die richtige und vollständige Sachverhaltsabklärung erschwert. 3.4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Am- tes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismit- tel (Bstn. a–e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der E-2943/2014 Seite 9 Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität o ffenzulegen und vorhandene Identitätspapiere ab- zugeben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwid- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄ- NER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043). 3.4.3 Aus der angefochtenen Verfügung ergeben sich keine hinreichen- den Anhaltspunkte, welche den Schluss zuliessen, das Bundesamt habe den Sachverhalt unvollständig abgeklärt respektive die Begründungs- pflicht verletzt. Soweit vorgebracht wird, das BFM hätte eine Botschafts- abklärung in Syrien durchführen müssen, ist darauf hinzuweisen, dass die Schweizer Vertretung in Damaskus aufgrund des Bürgerkrieges in Syrien seit dem 29. Februar 2012 geschlossen ist. 3.5 Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers, die Verfügung der Vorinstanz vom 16. April 2014 sei wegen Verletzung des Anspruchs auf r echtliches Gehör und wegen un- vollständiger oder unrichtiger Abklärung des rechtserheblichen Sachver- haltes aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, ab- zuweisen ist. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteile n ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy chischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-2943/2014 Seite 10 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung führte das BFM aus, das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei im Jahr 2004 nach dem Ende des Militärdienstes mehrere Tage verhaftet und dabei geschlagen und verhört worden, habe dieser anlässlich der BzP vom 29. Dezember 2010 mit keinem Wort erwähnt. Die Erklärung, er sei damals wegen seiner Fin- gerabdrücke in Italien nicht ausführlich befragt worden, sei als Ausflucht zu verstehen. Anlässlich jener Befragung sei er viermal explizit gefragt worden, ob er noch w eitere Probleme mit den Behörden gehabt habe. Er habe somit genügend Gelegenheit gehabt, diese Ereignisse zu erwäh- nen. Ohnehin sei nicht ersichtlich, weshalb die Behörden ihn nach Been- digung des Dienstes im Rahmen seiner Meldung beim Aushebungsamt mit Vorwürfen hätten konfrontieren und inhaftieren sollen, da diese Mög- lichkeit bereits während der Dienstzeit bestanden hätte. Der Beschwerde- führer sei nicht in der Lage gewesen, dieses Vorbringen glaubhaft auszu- führen. Bezüglich der geltend gemachten, über fünf Jahre andauernden Verfol- gung und der Ereignisse während dieser Zeit bestünden erhebliche Zwei- fel. Die angebliche stete Fokussierung der syrischen Behörden auf seine Person stehe in keinem Verhältnis zu seinem politischen Profil und wider- spreche den Aussage n anlässlich der Befragung vom 29. Dezember 2010, wo er angegeben habe, ausser einem Verhör im Jahr 2005 und im Rahmen eines Hauskaufes habe er keine Kontakte oder Probleme mit den Behörden gehabt. Entsprechend könnten sämtliche weitere Verhaf- tungen, Behör densuche oder der über fünf Jahre andauernde Versuch, ihn als Spion zu rekrutieren, nicht geglaubt werden. Die vorgebrachte Verfolgung stehe weiter im Widerspruch zu den legalen Ausreisen nach Libyen und Jordanien und der wiederholten legalen Rückkehr nach Syri- en in jenem Zeitraum. Vor dem Hi ntergrund der behaupteten Fokus sie- rung der Behörden auf seine Person wären solche legalen Reisebewe- gungen über die syrische Grenze nicht möglich gewesen. Zwar habe er bei der Anhörung angegeben, dass er sich durch die A uslandaufenthalte der Verfolgung habe entziehen wollen, anlässlich der BzP vom 29. Dezember 2010 jedoch vorgebracht, er sei nach Libyen und Jordani- en gereist, um dort zu arbeiten. Bezeichnenderweise habe er seine je-E-2943/2014 Seite 11 weils um Monate verzögerten, legalen Ausr eisen nach angeblichen Vor- fällen und seine wiederholte Rückkehr nach Syrien nicht plausibel erklä- ren können. Dass die Reise nach Jordanien nur dank Bestechung von Grenzbeamten gelungen sei, sei auszuschliessen, zumal die Ausführun- gen hierzu nicht nachvollz iehbar seien. Die Befragung am Flughafen bei seiner Rückkehr aus Libyen habe er in der Befragung vom 29. Dezember 2010 nicht erwähnt, und es sei nicht ersichtlich, weshalb man ihm hätte vorwerfen sollen, im Irak gewesen zu sein, zumal aus seinem Pass er- sichtlich gewesen sei, dass er von einem legalen Aufenthalt in Libyen zu- rückkehre. Auch dass er im Jahr 2010 verprügelt worden sei, sei anzu- zweifeln. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb er fünf Jahre nach der Entlassung durch die Behörden von Unbekannten ve rschleppt und ver- prügelt worden sein solle, ohne dass die Täter eine Forderung oder Ab- sicht bekanntgegeben hätten. Letztlich untermauere die legale Ausreise in die Türkei, dass die syrischen Behörden kein Interesse an seiner Per- son gehabt hätten. Der Besch werdeführer sei demnach nicht in der Lage gewesen, eine über fünf Jahre fortwährende Verfolgung glaubhaft auszu- führen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die während der Dienstzeit erlit- tenen Benachteiligungen eine asylrechtlich relevante Intensität e rreicht hätten oder eine Furcht vor asylbeachtlicher Verfolgung begründen lies- sen. Von der Befragung nach seiner Teilnahme an einem Trauerzug für den verstorbenen C._______ sei er gleichentags freigelassen worden, und darauf folgende Verfolgungsmassnahmen habe er nicht glaubhaft zu machen vermocht. Die heimatlichen Behörden hätten ihn längst belangt, wenn sie tatsächlich an ihm interessiert gewesen wären. Er sei jedoch erst drei Jahre später nach Libyen ausgereist, um dort zu arbeiten. Es sei diesbezüglich keine begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung festzu- stellen, und ein Kausalzusammenhang mit seiner ersten Ausreise aus Sy- rien fehle. Diese Vorbringen seien nicht asylrelevant. Die vorgebrachten exilpolitischen Aktivitäten seien weder als exponiert noch als qualifiziert einzustufen und daher nicht asylrelevant. 5.2 Dieser Argumentation hielt der Beschwerdeführer entgegen, die erste Befragung habe der Abklärung der möglichen Wegweisung im Dublin - Verfahren gedient und sei entsprechend zu würdigen. Solche Erstbefra- gungen seien äusserst rudimentär. Die genaueren Ausführu ngen anläss- lich der späteren Anhörung seien lediglich Konkretisierungen des bei der BzP erwähnten Sachverhaltes. Es sei deshalb absurd, wenn das BFM behaupte, die Vorbringen seien widersprüchlich und unglaubhaft. Weiter gehe es nicht an, dass sich das Bund esamt derart überspitzt auf Aussa- gen stütze, welche nicht entscheidrelevant seien, vor allem angesichts E-2943/2014 Seite 12 des zeitlichen Abstandes zwischen der ersten Befragung und der Anhö- rung. Die Verfolgung habe über Jahre gedauert, da der Beschwerdeführer Syri- en nie hab e endgültig verlassen wollen und stets versucht habe, mit der Situation klarzukommen. Indessen habe sich die Situation nur deshalb nie fluchtauslösend zugespitzt, weil die Behörden regelmässig bestochen worden seien. Insbesondere seien die Ein - und Ausreisen nur möglich gewesen, weil den Beamten Geld bezahlt worden sei. Das BFM habe nicht erwähnt, dass der Beschwerdeführer verhaftet und gefoltert worden sei, und es verkenne dabei einmal mehr entscheidrelevante Tatsachen. Es sei willkürlich, wenn das Bundesa mt aus dem Fehlen konkreter weite- rer Tatsachen und Beweismittel die Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ab- leite. Es sei nicht auszuschliessen, dass er oder seine Familie lebensge- fährlich verletzt oder getötet worden wäre, wenn er sich noch einen Au- genblick länger in Syrien aufgehalten hätte. Weiter sei festzuhalten, dass das BFM die zahlreichen Realkennzeichen in der vorliegenden Sache nicht erwähnt habe. Die Ausführungen des Be- schwerdeführers seien ausführlich, detailreich und logisch konsistent aus- gefallen. Zusammenfassend stehe fest, dass das Bundesamt zu Unrecht von der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen ausgegangen sei. Der Be- schwerdeführer habe ausführlich und glaubhaft geschildert, dass er im Zeitpunkt der Ausreise aus Syrien wegen seines politischen so wie ethni- schen Profils von den syrischen Behörden gezielt gesucht, verfolgt und verhaftet worden sei. Im Falle einer erneuten Einreise würde er verhaftet und nicht mehr freigelassen. Es sei deshalb seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Die Festnahme und Befragung nach der Teilnahme an einem Trauerzug für C._______ seien Bestandteil des politischen Profils des Beschwerde- führers und im Zusammenhang mit der späteren Verfolgung sehr wohl asylrelevant. Das syrische Regime gehe mit systematischer Gewalt ge- gen Oppositionelle vor, sobald diese in die Hände der Behörden und Ge- heimdienste gelangen würden. Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer Opfer von brutalsten Folter- und Tötungsmethoden geworden wäre, wenn er S yrien nicht verlassen hätte. Bei einer Abschie- bung nach Syrien würde er direkt in die Hände der syrischen Behörden getrieben. Angesichts der gegenwärtigen Situation in Syrien sei nicht nachvollzieh- bar, dass das BFM von der "Masse von unzufriedenen Exilsyre rn" spre- che. Hingegen sei verständlich, dass die aus Syrien geflüchteten Men- schen nur beschränkte Möglichkeiten zum Protest hätten. Dass sich der Beschwerdeführer daran beteilige, schmälere sein politisches Profil und E-2943/2014 Seite 13 sein Engagement nicht und könne nicht gegen ihn verwendet werden. Aus seinem Facebook -Profil gehe hervor, dass er das syrische Regime und den Präsidenten stark kritisiere und sich für die Anliegen der Kurden einsetze. Er verwende seinen richtigen Namen, sei auf Fotos erkennbar und gebe sein de rzeitiges Aufenthaltsland an. Seit seiner Abwesenheit aus Syrien habe er der Überwachung durch die syrischen Behörden und Geheimdienste nicht entfliehen können. Der Gegner Assads sei die Mas- se der individuellen Oppositionellen, welche unablässig das syrisc he Re- gime öffentlich anprangern würden. Die syrischen Behörden und Ge- heimdienste würden systematisch und gezielt gegen Oppositionsvertreter vorgehen und gleichzeitig Willkür walten lassen, der leiseste Verdacht auf eine Verbindung zur Opposition könne mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schwerste Folgen haben. Dem Beschwerdeführer drohe offensichtlich ei- ne asylrelevante Verfolgung. In seiner Eingabe vom 6. November 2015 verwies der Beschwerdeführer auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -577/2013 vom 2 5. Feb- ruar 2015 und hielt erneut fest, er sei von 2004 bis 2010 von den syri- schen Behörden verfolgt und als Oppositioneller betrachtet worden. Zu- dem wies er auf BVGE 2015/3 hin und führte aus, er sei nach seinem ob- ligatorischen Militärdienst von den Milit ärbehörden verfolgt worden, sei als Reservist registriert und hätte wahrscheinlich in den Krieg einrücken müssen. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelingt, eine asylrechtlich relevante Verfolgung im Heimatstaat glaubhaft zu ma- chen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden, welche vollumfänglich zu stützen sind. 6.1.1 Es trifft zwar zu, dass die Befragungen zur Person kürzer und all- gemeiner gehalten sind als Anhörungen zu den Asylgründen, und dass Konkretisierungen und ausführende Schilderungen den asylsuchenden Personen nicht grundsätzlich als Widersprüche vorgehalten werden kön- nen. Vorliegend können die Vorbringen anlässlich der Anhörung indessen nicht als lediglich genauere Ausführungen oder Konkretisierungen be- zeichnet werden, zumal der Beschwerdeführer teilweise völlig neue Sachverhalte vorbrachte. So gab er anlässlich der ersten BzP vom 29. Dezember 2010, welche unter Punkt 15 "Motivi della Domanda" auch konkrete Fragen zu seinen Asylgründen beinhaltete, nicht an, nach Be- endigung des Militärdienstes verhaftet worden oder in der Zeit zwischen 2005 und 2008 in irgendeiner Weise verfolgt worden zu sein (vgl. A5/11 S. 6 f.). Anlässlich der zweiten BzP vom 23. Juni 2011 erwähnte er diese E-2943/2014 Seite 14 Sachverhalte ebenfalls nicht, sondern gab als neue Asylgründe exilpoliti- sche Aktivitäten an und antwortete auf die Frage, ob es andere Gründe gebe, mit nein (vgl. B8/9 S. 5). Dass es sich hie rbei, wie in der Be- schwerde ausgeführt, um nicht entscheidrelevante Aussagen handle, trifft nicht zu, und auch der zeitliche Abstand zwischen den beiden BzP und der Anhörung vermag nicht zu erklären, weshalb er angeblich wesentliche Verfolgungsmomente nicht bereits früher erwähnte. Der Beschwerdefüh- rer machte kein eigentliches politisches Engagement im Heimatstaat gel- tend und reiste eigenen Angaben zufolge mehrmals legal ins Ausland. Die vorgebrachte jahrelange Verfolgung kann daher nicht geglaubt werden. Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe ausführliche, detailreiche und logisch konsistente Angaben gemacht, welche zahlreiche Realkenn- zeichen enthalten würden. Seine Aussagen können indessen nicht als be- sonders detailreich bezeichnet werden, und spez ielle Realkennzeichen sind nicht erkennbar. Der Beschwerdeführer schilderte weder konkrete Eindrücke oder Gefühle, noch nannte er situative Einzelheiten, welche auf tatsächlich erlebte Situationen schliessen liessen. Vielmehr sind seine Schilderungen insgesamt als oberflächlich und stereotyp zu bezeichnen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass er anlässlich der ersten BzP zu- nächst als Asylgrund angab, er habe Syrien verlassen, weil die Kurden dort keine Rechte hätten, und auf die abschliessende Frage, w eshalb er, wenn er doch um sein Leben gefürchtet habe, von Jordanien nach Syrien zurückgekehrt und mehrere Monate dort geblieben sei, antwortete, die allgemeine Situation der Kurden in Syrien sei unsicher und sie würden leiden (vgl. A5/11 S. 6 f.). 6.1.2 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass es dem Beschwer- deführer nicht gelungen ist, für den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Syrien eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. 6.2 Der Beschwerdeführer machte in seiner Eingabe v om 6. November 2015 geltend, er habe in Syrien seinen obligatorischen Militärdienst geleistet und sei von den Militärbehörden verfolgt worden. Er sei als Reservist re- gistriert und hätte höchstwahrscheinlich in den aktiven Dienst einrücken müssen. 6.2.1 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer zwar angab, er habe in Syrien den obligatorischen Militärdienst absolviert und sei da- nach von den Militär behörden verfolgt worden, wobei er die Verfolgung durch die Militärbehörden nicht glaubhaft zu machen vermo chte (vgl. E. 6.1.1 vorstehend). Er machte dagegen in keinem Zeitpunkt geltend, er E-2943/2014 Seite 15 habe ein Aufgebot für den militärischen Reservedienst er halten, und reichte auch mit der Eingabe vom 6. November 2015 keine entsprechen- den Beweismittel ein, sondern äusserte lediglich die Vermutung, er könn- te zwischenzeitlich für den Reservedienst aufgeboten worden sein. Es liegt damit unbestrittenermassen kein Marschbefehl oder sonstiges Do- kument vor, aus welchem sich ergeben würde, er sei tatsächlich nach der Leistung seines obligatorischen Wehrdiensts erneut, diesmal als Reser- vist, zum aktiven Dienst in der regulären syrischen Armee aufgeboten worden. 6.2.2 Nach dem Gesagten erweist sich, dass nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe sich in Syrien der Wehrdienstverw eigerung schuldig gemacht. Zwar hat er den ordentlichen Militärdienst geleistet und es kann angenommen werden, dass er anschliessend der Reserve zuge- teilt wurde. Die Tatsache alleine, dass er vermutlich im Status eines Re- servisten ‒ der jedoch nicht zum aktiven Reservedienst einberufen wor- den ist ‒ aus Syrien ausgereist ist, und zwar auf legalem Weg (vgl. A5/11 S. 7) respektive angeblich durch Bezahlung eines Bestechungsgeldes (vgl. B59/16 F77) , kann nicht als Fahnenflucht im Sinne einer Dienstver- weigerung oder Desertion erachtet werden. Ferner kommt auch dem Um- stand, dass durch die syrische Armee im Verlauf des Bürgerkriegs in der Tat auch Reservisten einberufen wurden und weiterhin werden, bezüglich des Beschwerdeführers, der selbst kein solches Aufgebot erhalten hat, keine Bedeutung zu. Die Frage, ob der Beschwerdeführer in Syrien eine Bestrafung wegen Dienstverweigerung (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.7.2 f.) zu befürchten hätte, stellt sich somit nicht. 6.3 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein Verhal- ten nach der Ausreise aus dem Heimatland in der Schweiz Grund für eine zukünftige Verfolgung durch die syrischen Behörden gesetzt hat und des- halb (infolge subjektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtlingseigenschaft er- füllt, wie er dies geltend macht. Dabei kann es sich angesichts der Ent- wicklung in Syrien nur um grundsätzliche Erwägungen handeln, ist doch die Zukunft des aktuellen Regimes mit seinem Sicherheitsapparat, auf den vorliegend Bezug genommen wird, völlig offen. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigen schaft im Sinn von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Asylaus- schluss. Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, werden als Flüchtlinge vorläufig aufgenom- men. Die am 1. Februar 2014 in Kraft getretene Bestimmung von Art. 3 Abs. 4 AsylG hält zwar zunächst fest, dass Personen, welche Gründe gel- tend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden E-2943/2014 Seite 16 sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, nicht (mehr) Flüchtlinge seien; diese einschränkende Feststellung wurde vom Gesetzgeber durch den – gesetzgebungstechnisch an sich unnötigen – ausdrücklichen Hinweis auf den Vorbehalt der Geltung der FK relativiert (vgl. Art. 3 Abs. 4 in fine AsylG). Eine Person, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, hat begrün- deten Anlass zur Furcht vor künfti ger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise im Sinn von Art. 3 AsylG verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f.; BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352; EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1). Die Anforderungen an den Nachweis einer begründeten Furcht bleiben dabei grundsätzlich massgeblich (Art. 3 und Art. 7 AsylG). Wesentlich ist, ob die heimatlichen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung im Sinn von Art. 3 AsylG befürchten muss. 6.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem kürzlich ergangenen Referenzurteil D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 in Bezug auf die Fra- ge der flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung von exilpolitisch aktiven syrischen Staatsangehörigen erwogen, e s sei grundsätzlich unbestritten, dass die Geheimdienste des syrischen Regimes von Bashar al -Assad in verschiedenen europäischen Staaten nachrichtendienstlich tätig seien, mit dem Ziel, regimekritische Personen zu identifizieren und oppositionel- le Gruppierungen zu bespitzeln und zu unterwandern. Syrische Staatsan- gehörige oder staatenlose Kurden syrischer Herkunft würden nach länge- rem Auslandaufenthalt bei der Wiedereinreise regelmässig durch syrische Sicherheitskräfte verhört und bei Verdacht auf oppositionelle Exilaktivitä- ten an einen der Geheimdienste überstellt. Das Bundesverwaltungsge- richt könne vor dies em Hintergrund nicht ausschliessen, dass syrische Geheimdienste von der Einreichung eines Asylgesuchs in der Schweiz durch syrische Staatsangehörige oder staatenlose Kurden syrischer Her- kunft erfahren würden, insbesondere wenn sich die betreffende Person im Exilland politisch betätigt habe oder mit – aus der Sicht des syrischen Regimes – politisch missliebigen, oppositionellen Organisationen, Grup- pierungen oder Tätigkeiten in Verbindung gebracht werde. Allein der Um- stand, dass syrische Geheimdienste im Ausl and aktiv seien und gezielt Informationen sammelten, vermöge jedoch nicht die Annahme zu recht- fertigen, aufgrund geheimdienstlicher Informationen über exilpolitische Tätigkeiten würden regimekritische Personen im Falle der Rückkehr nach Syrien zwangsläufig in asylrechtlich relevantem Ausmass zur Rechen-E-2943/2014 Seite 17 schaft gezogen. Damit die Furcht vor Verfolgung als begründet erscheine, müssten vielmehr über die theoretische Möglichkeit hinausgehende kon- krete Anhaltspunkte vorliegen, die den Schluss zuliessen, dass die a syl- suchende Person tatsächlich das Interesse der syrischen Behörden auf sich gezogen habe und als regimefeindliches Element namentlich identifi- ziert und registriert worden sei. Die Rechtsprechung geht diesbezüglich davon aus, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über niedrigprofilierte Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen wahrgenommen und/oder Akti- vitäten entwickelt haben, welche die betreffende Person als Individuum aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften und potenziell gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Für die Annahme begründeter Furcht ist insofern nicht primär das Hervor- treten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit und Individuali sierbarkeit massgebend; ausschlaggebend ist vielmehr eine öffentliche Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auf- tritts und des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, der Asylsuc hende werde vom syrischen Regime als potenzielle Bedrohung wahrgenommen (vgl. a.a.O., E. 6.3.1 f., m.w.H.). Im erwähnten Referenzurteil wird sodann ausgeführt, das Regime von Bashar al -Assad sei im Verlauf des Bürgerkriegs militärisch und wirt- schaftlich unter Druck geraten und habe die Kontrolle über weite Landes- teile verloren. Gleichzeitig gehe es aber in dem ihm verbliebenen Ein- flussgebiet mit grösster Brutalität und Rücksichtslosigkeit gegen tatsächli- che und vermeintliche Regimegegner vor. Dementsprechen d sei anzu- nehmen, dass auch aus dem Ausland zurückkehrende Personen ver- stärkt unter dem Gesichtspunkt möglicher exilpolitischer Tätigkeiten oder Kenntnisse solcher verhört würden und von Verhaftung, Folterung und willkürlicher Tötung betroffen wären, falls sie für Regimegegner gehalten würden. Allerdings sei unklar, ob und in welchem Umfang die syrischen Geheimdienste ihre Tätigkeit in den europäischen Ländern nach Aus- bruch des Bürgerkriegs in Syrien weiter betreiben beziehungsweise in- wieweit sie dazu aktuell noch in der Lage seien. Dabei sei zu berücksich- tigen, dass die Aktivitäten der syrischen Geheimdienste in Europa in den letzten Jahren in den Fokus der Nachrichtendienste der betroffenen Län- der gerückt seien und diese ihre Tätigkeiten aufgrund der ergri ffenen Massnahmen nicht mehr ungehindert ausüben könnten. Angesichts der grossen Anzahl von Personen, welche seit Ausbruch des Bürgerkriegs aus Syrien geflüchtet seien, sei es zudem wenig wahrscheinlich, dass die syrischen Geheimdienste über die logistisch en Ressourcen und Möglich- keiten verfügten, um sämtliche regimekritischen exilpolitischen Tätigkei- ten syrischer Staatsangehöriger oder staatenloser Kurden syrischer Her-E-2943/2014 Seite 18 kunft im Ausland systematisch zu überwachen. Zudem könne davon aus- gegangen werden, dass s ich die syrischen Geheimdienste angesichts des Überlebenskampfes des Regimes primär auf die Situation im Heimat- land konzentrierten. Das Bundesverwaltungsgericht geht deshalb weiter- hin davon aus, dass der Schwerpunkt der Aktivitäten der syrischen Ge- heimdienste im Ausland nicht bei einer grossflächigen, sondern bei einer selektiven und gezielten Überwachung der im Ausland lebenden Opposi- tion liegt. Die Annahme, die betroffene Person habe die Aufmerksamkeit der syrischen Geheimdienste in einer Weise auf sich g ezogen, welche auf eine begründete Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkei- ten schliessen lasse, rechtfertigt sich deshalb nur, wenn diese sich in be- sonderem Mass exponiert und aus Sicht des syrischen Regimes als po- tenzielle Bedrohung wahrgenom men wird (vgl. a.a.O., E. 6.3.3 ff., m.w.H.). 6.3.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, aus seinem Facebook-Profil gehe hervor, dass er das syrische Regime und den Präsidenten stark kri- tisiere. Er publiziere die Verbrechen des Regimes und bringe zum Bei- spiel Fotos von toten Kindern mit Assad in Verbindung. Das Profil zeige weiter, dass er sich sehr für die Anliegen der Kurden einsetze und gegen die territoriale Einheit Syriens ausspreche. Er verwende seinen eigenen Namen und sei identifizierbar. Aus den Akten is t ausserdem seine Teil- nahme an verschiedenen Demonstrationen, Festlichkeiten und Parteisit- zungen ersichtlich (vgl. B25/1 und Eingabe n an das Bundesverwaltungs- gericht vom 14. August 2014 und 8. Juli 2015). Aus seinen Ausführungen und den eingereichten Beweismitteln ist jedoch keine exponierte Tätigkeit beziehungsweise kein über die Teilnahme an gewissen Veranstaltungen hinausgehendes Engagement ersichtlich. Seine Ausführungen zur exilpo- litischen Aktivität in der Schweiz sind zudem äusserst substanzlos geblie- ben. Das Teilen von Inhalten auf Facebook kann ebenfalls nicht als über- durchschnittliches persönliches Engagement bezeichnet werden, welches auf ein besonderes politisches Profil schliessen lassen würde. Es ist dem Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen nicht gelungen, eine politi- sche Tätigkeit in der Schweiz vorzubringen, welche mehr als ein blosses Mitgehen oder Teilnehmen in der Masse von Landsleuten darstellen wür- de. Der Beschwerdeführer hat sich – auch auf Facebook – nicht in derar- tiger Weise exponiert, dass er damit rechnen müsste, vom syrischen Ge- heimdienst als ernsthafter Oppositioneller wahrgenommen und entspre- chend registriert worden zu sein. Allein die Tatsache, dass der Beschwerdeführer Syrien vor Ausbruch des Bürgerkrieges verlassen und in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hat, führt sodann nach wie vor nicht zur Annahme, er hätte bei einer (hypothe- tischen) Rückkehr in sein Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit E-2943/2014 Seite 19 eine menschenrechtswidrige Behandlung zu befürchten. Zwar ist auf- grund se iner längeren Landesabwesenheit davon auszugehen, dass er bei einer Wiedereinreise nach Syrien im gegenwärtigen Zeitpunkt einer Befragung durch die heimatlichen Behörden unterzogen würde. Da er je- doch eine Vorverfolgung nicht glaubhaft machen konnte und so mit nicht davon auszugehen ist, er sei vor dem Verlassen Syriens als regimefeind- liche Person ins Blickfeld der Behörden geraten, ist nicht anzunehmen, dass die syrischen Behörden ihn als staatsgefährdend einstufen würden, weshalb nicht damit zu rechnen wär e, er hätte bei einer Rückkehr asylre- levante Massnahmen zu befürchten. Die in der Beschwerde aufgestellte Behauptung, wonach angesichts der heutigen Situation in Syrien jeder Staatsangehörige, der eine längere Zeit landesabwesend sei, als Staats- feind betrachtet werde und deshalb bei der Wiedereinreise mit asylerheb- lichen Massnahmen zu rechnen habe, vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr ist wie dargelegt (vgl. E. 6.3.1 vorstehend) davon auszugehen, dass die im Ausland tätigen syrischen Geheimdienste ihr Augen merk auf diejenigen Personen richten, welche in exponierter Weise den syrischen Behörden als politisch missliebig und in staatsgefährdender Weise aufge- fallen sind, was beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist. Vor dem Hin- tergrund vorstehender Ausführungen ist der Antrag um Beizug mehrerer, von demjenigen des Beschwerdeführers unabhängiger Dossiers abzu- weisen. 6.3.3 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass der Be- schwerdeführer die Voraussetzungen für die Anerkennung von subjekti- ven Nachfluchtgründen im Sinne von Art. 54 AsylG nicht erfüllt. 6.4 Das Bundesverwaltungsgericht stellt zusammenfassend fest, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, asylrechtlich relevante Verfol- gungsgründe im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneinte und das Asylgesuch ablehnte. 7. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.1 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-2943/2014 Seite 20 7.2 Klargestellt sei an dieser Stelle, dass aus den vorangegangenen Er- wägungen nicht geschlossen werden kann, der Beschwerdeführer sei angesichts der aktuellen Lage in Syrien dort nicht gefährdet. Eine solche Gefährdung ist indes nur unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 3 oder 4 AuG (SR 142.20) einzuordnen, wonach der Wegweisungsvollzug für aus- ländische Personen nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schweiz einer Weiterreise in den Heimat -, Herkunfts- oder in ei- nen Drittstaat entgegenstehen, beziehungsweise unzumut bar sein kann, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konk- ret gefährdet sind. Der generellen Gefährdung aufgrund der aktuellen Si- tuation in Syrien wurde durch das BFM mit der Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers wegen Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs Rechnung getragen. Die Frage der Zulässigkeit des Weg- weisungsvollzugs war wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.3 vorstehend) nicht mehr zu prüfen. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Verfahrensausgang wären dem Beschwerdeführer die Verfah- renskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1 –3 des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da indessen mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2014 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutgeheissen wurde, ist auf die Auferle- gung der Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) E-2943/2014 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und das Migrati- onsamt F._______. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Regula Schenker Senn Sarah Straub