Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht Vom 6. März 2019 (810 18 277) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts / Regelung des Besuchsrechts Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Claude Jeanneret, Markus Clausen , Yves Thommen, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber Sandro Jaisli Beteiligte A.____ , vertreten durch Diego Stoll , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde Kreis B.____ , Vo- rinstanz C.____ , vertreten durch Claudia Sigel, Advokatin Betreff Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsr echts/Regelung des Besuchsrechts etc. (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kreis B.____ vom 26. September 2018) A. D.____ (geb. 2012) ist der gemeinsame Sohn der v erheirateten Eltern C.____ (Kinds- mutter) und A.____ (Kindsvater). Am 7. Januar 2018 trennten sich die Ehegatten A.____ und C.____. Am 9. Januar 2018 reichte A.____ bei der Ki ndes- und Erwachsenenschutzbehörde Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kreis B.____ (KESB) eine Gefährdungsmeldung ein wegen des Verdachts auf körperliche Misshandlungen durch Schläge und sexuelle Übergriffe sei ner Ehefrau gegenüber D.____. Am 17. Januar 2018 wurde D.____ von Mitarbeitern der KES B im Kindergarten abgeholt und zu den Grosseltern väterlicherseits gebracht. Am selben Tag fand im Beisein von Dr. E.____, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapi e in F.____, ein Gespräch mit D.____ statt, worauf die KESB mit superprovisorischer Ver fügung den Kindseltern das Aufent- haltsbestimmungsrecht entzog und eine Fremdplatzierung von D.____ bei seinen Grosseltern väterlicherseits verfügte. Mit Entscheid vom 9. Februar 20 18 bestätigte die KESB die superpro- visorische Verfügung vom 17. Januar 2018 betreffend Plat zierung von D.____ bei dessen Grosseltern väterlicherseits. Zusätzlich errichtete sie für D .____ per sofort eine Erziehungsbei- standschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Als Beistand ernannte sie G.____, B erufsbeistandschaft H.____. Sodann entschied die KESB, dass das Aufenthaltsbestimmungsrecht d en Eltern weiterhin entzogen bleibe, und sie räumte der Kindsmutter ein vorerst begl eitetes Besuchsrecht ein. Am 19. Febru- ar 2018 erstattete der Kindsvater bei der Staatsanwalt schaft Basel-Landschaft (Staatsanwalt- schaft) Anzeige gegen die Kindsmutter wegen sexuellen Ha ndlungen mit einem Kind, Tätlich- keiten und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflic ht. Gegen den Entscheid der KESB vom 9. Februar 2018 erhob die Kindsmutter am 12. März 2018 Beschwerde beim Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kant onsgericht). Mit Urteil des Gerichts- präsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost (ZKG Ost) vom 17. April 2018 wurde den Ehegatten das Getrenntleben bewilligt und festgest ellt, dass die Kinderbelange mit Aus- nahme der Kinderunterhaltsbeiträge von der KESB teil weise schon genehmigt worden seien und dass die KESB ihre diesbezügliche Zuständigkeit beh alte. Dieses Urteil blieb unangefoch- ten. Mit Urteil 810 18 73 vom 4. Juli 2018 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde der Kinds- mutter gegen den Entscheid der KESB vom 9. Februar 2018 gut und wies die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die KESB zurück. Dieses Urteil wurde ebenfalls nicht angefochten. B. Mit Entscheid vom 9. August 2018 teilte die KESB d as Aufenthaltsbestimmungsrecht über D.____ gestützt auf Art. 310 ZGB superprovisorisch w ieder den Eltern zu. Zudem hob sie die Fremdplatzierung von D.____ bei den Grosseltern väterlicherseits auf und sprach die Obhut über D.____ superprovisorisch der Kindsmutter zu. C. Mit Eingabe vom 14. August 2018 ersuchte die Kindsm utter beim ZKG Ost um Abän- derung des Eheschutzurteils vom 17. April 2018. D. Mit Entscheid vom 26. September 2018 bestätigte die KESB den superprovisorischen Entscheid vom 9. August 2018, teilte das Aufenthaltsbes timmungsrecht über D.____ gestützt auf Art. 310 ZGB definitiv wieder den Eltern zu, hob die Fremdplatzierung von D.____ bei den Grosseltern väterlicherseits definitiv auf und übertrug d ie Obhut über D.____ definitiv der Kindsmutter. Die KESB entschied unter anderem weiter, dass sowohl die Wohn- und Betreu- ungssituation von D.____ als auch das dem Kindsvater gewäh rte Besuchsrecht laufend geprüft würden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Gegen den Entscheid der KESB vom 26. September 20 18 erhob der Kindsvater, ver- treten durch Diego Stoll, Advokat in Liestal, am 19. Oktober 2018 Beschwerde beim Kantonsge- richt. Er stellte den Antrag, Ziff. 1 bis 5 des angefochtenen Entscheids seien, soweit es nicht um die definitive Wiedererteilung des Aufenthaltsbestim mungsrechts und die definitive Aufhebung der Fremdplatzierung gehe, unter o/e- Kostenfolge für nichtig zu erklären respektive aufzuhe- ben, und es sei festzustellen, dass die KESB zur Regelung der Kinderbelange nicht (mehr) zu- ständig sei. In diversen Eventualiter- und Subeventualiter-Rechtsbegehren beantragte er jeweils die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und stellte ve rschiedene Anträge hinsichtlich der Obhut über und den persönlichen Verkehr mit D.____. I n verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragte er unter anderem die Bewilligung der unentge ltlichen Rechtspflege und Verbeiständung mit dem Unterzeichneten. F. Mit Eingabe vom 15. November 2018 reichte der Besc hwerdeführer ein Schreiben von Dr. E.____ ein und beantragte die Einholung einer amtlichen Erkundigung bei diesem. G. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2018 reichte die Beschwe rdegegnerin, vertreten durch Claudia Sigel, Advokatin in Allschwil, ihre Beschwerd eantwort ein und beantragte unter o/e- Kostenfolge die Abweisung der Beschwerde sowie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozess- führung und Verbeiständung mit der Unterzeichneten. Eb enfalls mit Eingabe vom 5. Dezember 2018 liess sich die KESB vernehmen und beantragte unte r o/e-Kostenfolge die Abweisung der Beschwerde. H. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. Dezember 2018 wurde der Fall der Kam- mer zur Beurteilung überwiesen, wurden die Akten des E heschutzverfahrens vor dem ZKG OST beigezogen und wurde der Antrag des Beschwerdefüh rers auf Einholung einer amtlichen Erkundigung beziehungsweise eines Gutachtens von Dr. E.__ __ abgewiesen. Zudem wurde dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin die u nentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat Diego Stoll beziehungsweise Advokatin Claudia Sigel bewilligt. I. Mit Eingabe vom 3. Januar 2019 reichte der Vertrete r des Beschwerdeführers seine Honorarnote sowie ein Urteil des Eheschutzgerichts ZKG O st vom 6. November 2018 ein. Zu- dem beantragte er erneut, dass bei Dr. E.____ eine amtliche Erkundigung einzuholen sei. J. Am 8. Januar 2019 reichte die Beschwerdegegnerin di e Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Januar 2019 ein. K. Mit Eingabe vom 18. Januar 2019 reichte der Beschwe rdeführer zwei Dokumente des Erziehungsbeistandes G.____ ein. L. Am 23. Januar 2019 reichte die Beschwerdegegnerin die Beschwerde des Kindsvaters gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kan n gegen Entscheide der Kin- desschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhob en werden. Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungs- prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einfüh- rung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 i st das Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteil ung der vorliegenden Angelegenheit zuständig. Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde be- fugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die KESB zu Recht die alleinige Obhut über D.____ der Kindsmutter zugeteilt und dem Vater ein Besuchsrecht eingeräumt hatte. Aus- drücklich von der Anfechtung ausgenommen sind dagegen die definitive Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechts an die Eltern sowie die def initive Aufhebung der Fremdplatzie- rung von D.____. 4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst die fehlende sac hliche Zuständigkeit der KESB. Mit Eingabe vom 14. August 2018 habe die Ehefrau um Abänderung des Eheschutzurteils er- sucht und damit ein entsprechendes Verfahren vor dem ZKG Ost anhängig gemacht. Durch dieses rechtshängig gemachte Eheschutzverfahren sei ausschli esslich das ZKG Ost zur Rege- lung von Kinderbelangen zuständig geworden. Indem die KESB am 26. September 2018 trotz rechtshängigem Eheschutzverfahren den streitgegenständlic hen Entscheid erlassen habe, ha- be sie Art. 298b ZGB sowie Art. 444 ZGB verletzt, was die Nichtigkeit respektive Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides zur Folge haben müsse. 4.2 Der Ansicht des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der Zivilkreisgerichtspräsident im Urteil vom 17. April 2018 in Ziffer 2 aus- drücklich festhielt, dass die Kinderbelange mit Ausnahme der Kinderunterhaltsbeiträge von der KESB teilweise schon geregelt worden seien und dass diese ihre diesbezügliche Zuständigkeit weiterhin behalte. Dieses Urteil wurde vom Beschwerdefü hrer nicht angefochten, womit er sein Einverständnis bezüglich der Zuständigkeit der KESB impli zit kundgetan hatte. Beim am 14. August 2018 rechtshängig gemachten Eheschutzverfahre n handelt es sich zwar formell um ein neues Verfahren. Da es sich inhaltlich um eine Abän derung eines bereits gefällten Urteils handelt, lagen dem „neuen“ Eheschutzerfahren dagegen grundsätzlich die gleichen materiellen Fragestellungen zwischen den gleichen Parteien zugrund e. In Fortsetzung der vom Beschwer- deführer akzeptierten Zuständigkeitsregelung im Eheschutzu rteil vom 17. April 2018 hatte das Kantonsgericht mit (dem ebenfalls nicht angefochtenen) Urteil vom 4. Juli 2018 die Angelegen- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht heit insbesondere zur neuen Regelung der Obhut an die KESB zurückgewiesen. Entsprechend dem klaren Ausgang dieses Rechtmittelverfahrens regelte die KESB die Kinderbelange mit su- perprovisorischer Verfügung vom 9. August 2018 im Sinne des Urteils des Kantonsgerichts neu. Mit anderen Worten war damit die ehemals vom Zivilkreisgerichtspräsident explizit und bewusst der KESB belassene Zuständigkeit zur Regelung der Kinde rbelange nach wie vor im Umset- zungsprozess, weshalb an der nicht angefochtenen Ansicht de s ZKG Ost vom 17. April 2018 betreffend die Zuständigkeit der KESB aus Sicht sämtlich er am Verfahren Beteiligter festgehal- ten werden muss. Anders zu entscheiden wäre unter Berücksich tigung der erwähnten Vorge- schichte weder mit dem Grundsatz von Treu und Glauben noch mit einer zweckmässigen Koor- dination der Zuständigkeit zwischen Gericht und KESB zu vereinbaren und würde überdies nicht im Kindeswohl liegen. 4.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers entsprich t diese Auffassung auch der Ansicht des Zivilkreisgerichtspräsidenten, indem dieser im U rteil vom 6. November 2018 in Zif- fer 3 festhielt, dass über allfällige Kinderbelange, so fern und soweit das Kantonsgericht in sei- nem Beschwerdeentscheid die Zuständigkeit der KESB vern eint hat, nach Vorliegen des er- wähnten Beschwerdeentscheides sowie nach vorgängiger e ntsprechender begründeter Antrag- stellung der Ehegatten entschieden werde. Damit erachte te sich das ZKG Ost für die Regelung der in casu strittigen Kinderbelange nur subsidiär für zuständig, und zwar für den Fall, dass das Kantonsgericht die Zuständigkeit der KESB verneinen wü rde. Hätte sich das Gericht (ZKG Ost) wie vom Beschwerdeführer behauptet, als primär zuständig erachtet, hätte es die strittigen Kin- derbelange gleich selber im Urteil vom 6. November 201 8 regeln können respektive müssen. Nach dem Gesagten kann offengelassen werden, ob es sich be im Entscheid der KESB vom 26. September 2018 hinsichtlich der Obhutszuteilung un d der Regelung des persönlichen Ver- kehrs um Kindesschutzmassnahmen nach Art. 310 ZGB handelt. So oder anders war und ist die KESB vorliegend sachlich zuständig. Mit dem Erlass des erstinstanzlichen Entscheides vom 26. September 2018 wurde schliesslich auch die Zuständig keit der Rechtsmittelbehörde fixiert (Urteil des Bundesgerichts 5A_995/2017 vom 13. Juli 2018 E. 3.4). 5.1 Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer in formell er Hinsicht die Verletzung der Un- tersuchungsmaxime und des rechtlichen Gehörs. Eventualiter beantragt er damit die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die Rückweisung der A ngelegenheit zur vollständigen Abklärung des Sachverhalts an die Vorinstanz. Er führt im Wesentlichen aus, dass die KESB den Entscheid des Kantonsgerichts 810 18 73 vom 4. Ju li 2018 missverstanden habe. Anstatt die vom Kantonsgericht monierten Punkte weiter abzuklär en, habe sich die Vorinstanz damit begnügt, in ihrem Entscheid vom 26. September 2018 au f die gerichtlichen Erwägungen zu verweisen und entsprechend zu verfügen. Es sei nicht nachvoll ziehbar, weshalb es die KESB bis heute unterlassen habe, den längst überfälligen Ber icht bei Dr. E.____ einzuholen. Der Be- schwerdeführer könne zudem nicht verstehen, weshalb sie mit ihrem Entscheid nicht bis zum 1. Oktober 2018 (Datum des Umzugs des Kindsvaters in eine eigene Wohnung) habe zuwarten können, denn dadurch hätte auch die Wohnsituation des V aters abgeklärt werden können. Zu- dem sei die Annahme, dass in der Vergangenheit die Ki ndsmutter erste Bezugsperson von D.____ gewesen sei, falsch. Obwohl der Vater offeriert habe, sein Arbeitspensum auf 80% zu reduzieren, sei eine alternierende Obhut nie näher g eprüft worden. Schliesslich habe die Vo- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rinstanz entschieden, ohne den Kindsvater vorgängig Stel lung nehmen zu lassen, und habe damit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Aus all diesen Gründen habe die KESB den Sachverhalt vorschriftswidrig unvollständig abgeklärt und zudem das rechtliche Gehör des Kindsvaters verletzt. 5.2 In Art. 446 ZGB sind Verfahrensgrundsätze kodifizier t, die für den Kindes- und Er- wachsenenschutz von fundamentaler Bedeutung sind. Bei de n Verfahrensmaximen handelt es sich insbesondere um den Untersuchungsgrundsatz und um den O ffizialgrundsatz. Gemäss Abs. 1 hat die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen. Mit dieser Formulie- rung bringt der Gesetzgeber zum Ausdruck, dass die une ingeschränkte Untersuchungsmaxime anwendbar ist. Welche Beweise die KESB erhebt, steht grundsätzlich in ihrem Ermessen (LUCA MARANTA /CHRISTOPH AUER /MICHÈLE MARTI, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, Art. 446 N 13). Der Untersuchungsgrundsatz wird zudem durch Abs. 2 konkretisiert, indem dieser bestimmt, da ss die KESB die “erforderlichen Erkundigungen“ einzuholen und die “notwendigen Beweis e“ zu erheben hat. Damit sollen eine zweckmässige und effiziente Abklärung der Verhältnisse erle ichtert und die Mitglieder der KESB entlastet werden (P ATRICK FASSBIND , in: Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Kommentar Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 446 N 2). Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien zudem Anspruch auf rechtliches Gehör. Das re chtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeits bezogenes Mitwirkungsrecht beim Er- lass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung de s Einzelnen eingreift (vgl. G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundes- verfassung, St. Galler Kommentar, Zürich/Basel/St. Gal len 2014, N 42 zu Art. 29 BV). Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsi cht in die Akten zu nehmen, mit er- heblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (vgl. Urteil des Bundes gerichts 8C_146/2014 vom 26. Juni 2014 E. 4.3.2). Im Einzelnen lässt sich nicht generell, sondern unter Würdigung der konkreten Interessenlage beurteilen, wie weit das Äusserungsrecht g eht. Wegleitend muss der Gedanke sein, einer Partei zu ermöglichen, ihren Standpunkt wirksam zu vertreten. 5.3.1 Die Vorinstanz hat weder den Untersuchungsgrundsa tz noch den Anspruch auf rechtli- ches Gehör verletzt. Es ist vorweg darauf hinzuweisen, da ss es sich vorliegend nicht um ein neues, sondern um ein der KESB bekanntes Verfahren ha ndelt. Das Kantonsgericht hatte im Urteil 810 18 73 vom 4. Juli 2018 festgehalten, dass die Kindsmutter vor dem Entzug des Auf- enthaltsbestimmungsrechts die Hauptbetreuungsperson von D.____ war, während der Kindsva- ter erwerbstätig war. In seiner Beschwerde führt der B eschwerdeführer denn auch selber aus, dass er im Jahr 2017 ein berufliches Burnout erlitten h abe. Während im Verfahren 810 18 73 das vom Kindsvater eingeleitete Strafverfahren noch häng ig war, haben sich die Vorwürfe des Kindsvaters inzwischen auch aus strafrechtlicher Sicht alles amt als unbegründet erwiesen, weshalb die Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 21. N ovember 2018 die Einstellung des Verfahrens verfügte. Die Einstellung des Strafverfahren s bestätigt insofern die Würdigung der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht familiären Situation durch das Kantonsgericht und and ererseits anschliessend auch durch die KESB im vorliegenden Verfahren. Das Kantonsgericht ha tte im Verfahren 810 18 73 der Kindsmutter die Obhut vorübergehend zugewiesen und di e Angelegenheit zur umgehenden Entscheidung über die Obhutsanteile und das Besuchsrecht im Sinne der Erwägungen an die KESB zurückgewiesen. Inwiefern die KESB die klaren Erwä gungen des Kantonsgerichts miss- verstanden respektive nicht danach gehandelt haben soll, ist nicht ersichtlich. Ein darüber hin- ausgehender, konkreter und für die Vorinstanz verbindlich er Abklärungs- oder Beweisauftrag war mit diesem Entscheid ebenfalls nicht verbunden. Viel mehr hat die KESB sowohl mit dem superprovisorischen Entscheid vom 9. August 2018 als auch mit dem angefochtenen Bestäti- gungsentscheid vom 26. September 2018 vollumfänglich im Sinne der Erwägungen des Kan- tonsgerichtsurteils entschieden. 5.3.2 Aus den vorinstanzlichen Akten (insbesondere den Pro tokollen, Mails und Telefonnoti- zen) geht zudem hervor, dass sich der Beschwerdeführer vor dem Bestätigungsentscheid vom 26. September 2018 mehrfach mündlich und schriftlich äussern konnte und ihm die streitgegen- ständlichen Fragen zu diesem Zeitpunkt hinlänglich bekannt waren. Insbesondere aus dem Pro- tokoll zum gemeinsamen Gespräch der Kindseltern vor der KESB vom 29. August 2018 und dem Protokoll (sowie den zahlreichen Korrekturen des Beschwerdeführers dazu) vom Gespräch des Kindsvaters mit der KESB vom 21. August 2018 ist ersic htlich, dass sich beide Eltern um- fassend äussern konnten. Inwiefern das rechtliche Gehör de s Kindsvaters nach dem Gesagten und unter Berücksichtigung der verbindlichen Erwägungen des Kantonsgerichts im Urteil 810 18 73 vom 4. Juli 2018 hätte verletzt worden sein solle n respektive überhaupt hätte verletzt werden können, ist nicht ersichtlich. Sofern der Beschwerd eführer der KESB darüber hinaus pauschal unprofessionelles Handeln in Bezug auf ihre Abkl ärungspflichten vorwirft, kann er da- raus mangels näherer Substantiierung nichts zu seinen Gunsten ableiten. 6.1 Inhaltlich beschwert sich der Beschwerdeführer weiter gegen die Zuteilung der alleini- gen Obhut über D.____ an die Kindsmutter. Er führt aus, dass die Vorinstanz zu Unrecht davon abgesehen habe, ein alternierendes Obhutsmodell anzuor dnen, obwohl die dafür notwendigen Voraussetzungen vorlägen. Da er sein Arbeitspensum jederze it auf 80% reduzieren könne, sei er ohne weiteres in der Lage, sämtliche Zeiten, soweit D.____ nicht die Schule besuche, per- sönlich abzudecken. Zudem sei er bereit, mit der Kindsmut ter zu kooperieren. Warum es die KESB trotzdem bei einem marginalen Besuchsrecht belassen habe, sei vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar. Er beantragt deshalb subeventuali ter die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Unterstellung von D.____ unter die alternierende Obhut beider Eltern bei gleichzeitiger Feststellung, dass D.____ seinen Wohnsitz be im Kindsvater habe. Sollte das Ge- richt die Voraussetzungen einer alternierenden Obhut verneinen, beantragt der Beschwerdefüh- rer subsubeventualiter, dass D.____ unter die alleinige Obhut des Beschwerdeführers zu stellen sei. Sub-Subsubeventualiter sei der angefochtene Entschei d aufzuheben und D.____ unter die alleinige Obhut der Mutter zu stellen. Es seien dies falls zudem zumindest Anpassungen in Be- zug auf den persönlichen Verkehr des Vaters angezeigt. Di e von der KESB vorgesehene Lö- sung stelle kein angemessenes Besuchsrecht des Vaters dar. Zu all diesen Rechtsbegehren beantragt der Beschwerdeführer auch eine konkrete Regel ung des persönlichen Verkehrs so- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie die Festlegung einer angemessenen alternierenden Ferien- und Feiertagsregelung zwi- schen den Kindseltern. 6.2 Art. 301a Abs. 1 ZGB stellt klar, dass das neue Aufen thaltsbestimmungsrecht untrenn- bar mit der elterlichen Sorge verbunden ist. Eine Zuweisung des Aufenthaltsbestimmungsrechts bei gemeinsamer elterlicher Sorge an einen Elternteil ist damit nicht mehr möglich (vgl. zum bisherigen Recht BGE 136 III 35 ff.). Zulässig ist nur noch die Zuweisung der Obhut, welche neu die Befugnis umfasst, mit dem minderjährigen Kind in häuslicher Gemeinschaft zu leben und für seine tägliche Betreuung und Erziehung zu sorg en (bisher faktische Obhut). Nach Art. 301a Abs. 5 ZGB verständigen sich die Eltern unter Wahrung des Kindeswohls über eine Anpassung der Regelung der elterlichen Sorge, der Obh ut, des persönlichen Verkehrs und des Unterhaltsbeitrages. Können sie sich nicht einigen, entsch eidet das Gericht oder die Kindes- schutzbehörde (vgl. Art. 298b ZGB). Die Neuregelung de r Obhut ist nach Art. 298d ZGB nur möglich bei wesentlicher Änderung der Verhältnisse und zur Wahrung des Kindeswohls. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich au fgrund sämtlicher Umstände des kon- kreten Einzelfalls. Wird den Eltern die gemeinsame elt erliche Sorge belassen beziehungsweise erteilt, kann das Gericht entweder einem Elternteil di e alleinige Obhut zuteilen oder alternieren- de Obhut beider Elternteile festlegen. Vorliegend ko nnten sich die Eltern nicht einigen, weshalb die KESB die alleinige Obhut autoritativ der Kindsmutter zuteilte. 6.3 Unter neuem Recht bleiben die von der Rechtsprechun g entwickelten Kriterien für die Obhutszuteilung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts 5A_ 985/2014 vom 25. Juni 2015 E. 3.2.1). Massgebend ist das Kindeswohl, die Interessen der Eltern haben in den Hintergrund zu treten. Wesentliche Kriterien sind die persönliche Be ziehung zwischen Kind und Eltern, de- ren Erziehungsfähigkeit und Disponibilität für eine p ersönliche Betreuung sowie ihre Bereit- schaft, die Kontakte zum anderen Elternteil zu fördern ; es ist jene Lösung zu wählen, welche die beste Gewähr für eine harmonische Entfaltung in g eistig-psychischer, körperlicher und sozi- aler Hinsicht bietet. Sind Erziehungsfähigkeit und Be treuungsverhältnisse der Eltern gleichwer- tig, kommt der Stabilität der Verhältnisse besonderes Gewicht zu; es gilt unnötige Veränderun- gen im örtlichen und sozialen Umfeld der Kinder zu verm eiden (Urteil des Bundesgerichts 5A_985/2014 vom 25. Juni 2015 E. 3.2.1). 6.4 Vorweg ist festzuhalten, dass die Anordnung einer alternierenden Obhut nicht in Frage kommt. Auch wenn die Erziehungsfähigkeit der Eltern gr undsätzlich nicht in Frage gestellt ist, scheitert eine solche vorliegend bereits an der mangel nden Kommunikations- und Kooperati- onsbereitschaft der Eltern. Eine solche muss im Hinblick auf eine alternierende Obhut reibungs- los funktionieren, damit diese im Kindeswohl liegt. Die Kommunikations- und Kooperationsbe- reitschaft muss mit anderen Worten in hohem Masse vorhande n sein. Davon kann vorliegend nicht ansatzweise die Rede sein. Neben den offensichtli ch unterschiedlichen und verhärteten Auffassungen der Kindseltern betreffend Obhut und pe rsönlichen Verkehr zeugt auch die Be- schwerde des Kindsvaters vom 18. Januar 2019 gegen die Einstellungsverfügung de r Staats- anwaltschaft von einer mangelnden Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft. Dieses Verhalten wiederspiegelt ein anhaltendes Misstrauen der Kindseltern untereinander, das mit einer erfolgreichen alternierenden Obhut nicht zu vere inbaren ist. Im Übrigen und unabhängig Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht davon ist darauf hinzuweisen, dass bei schulpflichtigen Kindern, bei welchen die getrennt le- benden Eltern örtlich weit auseinanderliegende Wohnsit ze haben, im Einzelfall genau geprüft werden muss, ob die Anordnung einer alternierenden Obhut im Kindeswohl liegt, da eine solche in der praktischen Umsetzung sehr anspruchsvoll und mit g rossen Belastungen für das Kind verbunden sein kann. Da bereits die erforderliche Kommu nikations- und Kooperationsbereit- schaft der Eltern fehlt, erübrigt sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen der alternie- renden Obhut. Wie nachfolgend aufgezeigt wird, ist es w eiter nicht zu beanstanden, dass die KESB der Kindsmutter die alleinige Obhut zugeteilt hat. 6.5.1 Zu seinem vorgeschlagenen Betreuungsmodell führt der Vater aus, dass er sein Ar- beitspensum jederzeit auf 80% reduzieren und dadurch an den schulfreien Nachmittagen von D.____ freinehmen könne. Da sein Arbeitgeber sehr fle xibel sei, sei er ohne weiteres in der Lage, sämtliche Zeiten in denen D.____ nicht die Schul e besuche, persönlich abzudecken. Wie genau dieses Betreuungsmodell aussehen würde, zeigt der Kindsvater dagegen nicht auf. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen werden, spielt dies zumindest keine entscheidende Rolle, da die KESB die Obhut bereits aus anderen Grü nden zu Recht allein der Mutter zuge- wiesen hat. 6.5.2 Die Frage der Obhutszuteilung war aufgrund der eindeutigen Verhältnisse im Grund- satz bereits im Verfahren 810 18 219 vor dem Kantonsger icht klar, indem dieses ausführte, dass die Mutter als Hauptbezugsperson von D.____ einersei ts aktuell fähig ist, diesen persön- lich zu betreuen, und der Vater im Gegensatz nie vorge bracht habe, dass er in der Lage sei, sich selber um seinen Sohn zu kümmern (Urteil des Kanton sgerichts 810 18 219 vom 4. Juli 2018 E. 5.4). Auch die damalige persönliche Anhörung von D.____ sprach klar für die Zuteilung der Obhut an die Mutter, welche bisher unbestrittene rmassen die Hauptbezugsperson von D.____ gewesen war. Daran hat sich auch im vorliegenden Verfahren vor dem Kantonsgericht nichts geändert. Trotz aktiven und auch erfolgreichen Bemühungen des Kindsvaters um Reduk- tion seines Arbeitspensums kann die Kindsmutter deutlich mehr persönliche Betreuungszeit des Kindes garantieren. Da der Vater selber D.____ aufgr und seiner Erwerbstätigkeit in der Ver- gangenheit unstrittig nur am Rande betreut hat, beste ht in Bezug auf die Eruierung der konkre- ten Betreuungsanteile der Eltern auch keine weitere Abklärungspflicht durch die Vorinstanz. In diesem Zusammenhang ist weiter festzustellen, dass die Fr emdplatzierung von D.____ einzig auf der durch den Beschwerdeführer getätigten Gefähr dungsmeldung basierte. Wie sich in der Zwischenzeit augenscheinlich gezeigt hat, war diese Anzeige unberechtigt und die Fremdplat- zierung aus heutiger Sicht zu Unrecht erfolgt. Unabhängig davon, dass dies sowohl für die Mut- ter als auch für das Kind eine traumatisierende Situat ion zur Folge hatte, ist festzuhalten, dass D.____ ohne die zu Unrecht erfolgte Gefährdungsmeldung auch während dieser Zeit von seiner Mutter betreut worden wäre, weshalb der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass die Mutter das Kind während den laufenden Kindesschutzmassnahmen nich t hat betreuen können, nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 6.5.3 Umfassende Einigkeit (vgl. insb. Ansicht Beistand, ä rztliche Sicht, KESB und Kantons- gericht) besteht darin, dass D.____ angesichts der Trennung der Eltern, der daraufhin angeord- neten und zwischenzeitlich wieder aufgehobenen Kindesschutzmassnahmen nun endlich Ruhe, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stabilität und Kontinuität braucht. Die KESB hat in Ziffer 3 ihres Entscheides vom 26. Septem- ber 2018 festgehalten, dass die Wohn- und Betreuungssitu ation von D.____ laufend geprüft werde. Damit sind Anpassungen sowohl der Wohn- als auch der Betreuungssituation nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sofern sie zu einem späteren Z eitpunkt angezeigt sein sollten, womit sich der vorinstanzliche Entscheid insbesondere auch als verhältnismässig erweist. Grundvoraussetzung für eine spätere Anpassung ist aber in jedem Fall, dass sich die Situation für D.____ beruhigt, er die nötige Kontinuität und Stabilität erfährt und seine Bedürfnisse aus- serhalb des Konfliktes zwischen den Eltern beurteilt werd en können. Dafür müssen aber beide Eltern anstatt ihrer persönlichen Interessen das Wohl ih res gemeinsamen Kindes in den Vor- dergrund stellen. Heute werden die Elternkonflikte zu lasten von D.____ im elterlichen Streit über die Kinderbelange ausgetragen. Insbesondere der V ater erweckt dabei immer mehr den Eindruck, den Blick für das Wohl des Kindes verloren zu hab en. Unter diesen Umständen im jetzigen Verfahren betreffend die Obhut über D.____ erneut vom Entscheid der KESB abzuwei- chen, wäre mit dem Kindeswohl nicht vereinbar. 6.6 In Berücksichtigung des Gesagten (insbesondere aufgru nd des Umstandes, dass D.____ nun Ruhe, Stabilität und Kontinuität braucht) ist ebenfalls die von der KESB getroffene Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen Vater und Sohn nicht zu beanstanden und ex- plizit darauf hinzuweisen, dass auch diese von der KES B gemäss Ziffer 3 ihres Entscheides vom 26. September 2018 laufend überprüft werden muss u nd zu einem späteren Zeitpunkt auch ausgeweitet werden kann, sofern die entsprechenden Voraussetzungen dafür vorliegen sollten. Insofern ist die von der KESB angeordnete Rege lung für die aufgezeigte momentane Familiensituation nötig, praktikabel sowie ausgeglichen und deshalb nicht zu beanstanden. Im Übrigen handelt es sich bei der Regelung des persönliche n Verkehrs um Sachfragen, die von der KESB als kompetentere Fachbehörde fallbezogen und in Absprache mit den Betroffenen zu regeln ist. Auch wenn das Kantonsgericht vorliegend mit v oller Kognition entscheiden kann (vgl. E. 2 hiervor), ist es als höchste kantonale Instanz n icht in der Lage, Einzelheiten im Rah- men des persönlichen Verkehrs, welcher besondere Kenntn isse und insbesondere Vertrautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen voraussetzt, besser al s die KESB zu beurteilen. Es ist vor- liegend kein Grund ersichtlich, der einen Eingriff des Kantonsgerichts in die von der KESB ent- schiedene Regelung des persönlichen Verkehrs rechtfertigen würde. 7. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist zusammeng efasst nicht zu beanstanden, dass die KESB die alleinige Obhut über D.____ defini tiv der Kindsmutter zugeteilt und den per- sönlichen Verkehr zwischen Vater und Sohn geregelt hat. Die gegenteiligen Argumente des Beschwerdeführers überzeugen nicht und seine diesbezüglichen Anträge sind abzuweisen. 8.1 Es bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens z u befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflich tig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). D em Ausgang des Verfahrens ent- sprechend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- dem unterlegenen Be- schwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung bereits Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. Dezember 20 18 gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann n ach § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Part eientschädigung zu Lasten der Ge- genpartei zugesprochen werden. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdegegnerin als obsiegender Partei a ntragsgemäss eine Parteientschädi- gung auszurichten. Der von der Rechtsvertreterin der B eschwerdegegnerin in der Honorarnote vom 21. Dezember 2018 geltend gemachte Aufwand von 14. 05 Stunden sowie die Auslagen von Fr. 76.40 sind nicht zu beanstanden. Der Aufwand der Rechtsvertreterin der Beschwerde- führerin ist praxisgemäss zum Ansatz der Parteientschädigu ng von Fr. 250.-- pro Stunde zu entschädigen. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdeg egnerin für das vorliegende Verfah- ren demzufolge eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘865.25 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zu bezahlen. 8.3 Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung bereits mit verfahrensleitender Verfügung vom 19. Dezember 2018 ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Hono- rar aus der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorarn ote vom 3. Januar 2019 macht der Rechtsvertreter einen Aufwand von gesamthaft 21 Stunden à Fr. 200.-- sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 240.90 geltend. Damit ist dem Rechtsvert reter des Beschwerdeführers ein Hono- rar in der Höhe von Fr. 4‘782.85 (inkl. Auslagen und 7 .7% MWST) aus der Gerichtskasse aus- zurichten. 8.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hingew iesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1`400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der une ntgeltlichen Pro- zessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Der Beschwerdeführer hat der Beschwerdegegnerin ei ne Parteientschä- digung in der Höhe von Fr. 3‘865.25 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) zu bezahlen. 4. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist ändung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘782.85 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) aus der G erichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber