A bteilung II B -7514/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 31. Juli 2007 M itw irkung: R ichter D avid Aschm ann (Vorsitz), R ichterin Vera M arantelli, R ichter C laude M orvant; G erichtsschreiber Philipp J. D annacher. N ._______, vertreten durch D r. iur. M athis Berger, N ater D allafior R echtsanw älte, H ottingerstrasse 21, 8032 Zürich, Beschw erdeführerin, gegen O ._______, vertreten durch H errn R echtsanw alt M arc R . Bütler, Beglinger H olenstein R echtsanw älte, U toquai 29/31, 8008 Zürich, Beschw erdegegnerin, Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Verfügung vom 31. A ugust 2006 im W iderspruchsverfahren 7427 [Q uadrat] (fig.) / [Q uadrat] (fig.). B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie schw eizerische M arke N r. 527'541 [Q uadrat] (fig.) der Beschw erde- gegnerin w urde am 23. N ovem ber 2004 im Schw eizerischen H andelsam ts- blatt (SH AB) veröffentlicht und sieht w ie folgt aus: D ie M arke ist registriert für "Finanzdienstleistungen; Versicherungsdienst- leistungen; Inform ations- und Beratungsdienstleistungen im Zusam m en- hang m it Finanz- und Versicherungsdienstleistungen" (Klassse 36). B. D ie Beschw erdeführerin erhob m it D atum vom 23. Februar 2005 W ider- spruch gegen die soeben beschriebene M arke. Sie stützte den W ider- spruch auf die m it W irkung für die Schw eiz eingetragene, internationale M arke IR 796'812, die am 9. D ezem ber 2002 für die folgenden D ienstleis- tungen hinterlegt w orden w ar: "Klasse 35: Publicité, gestion d'entreprise; adm inistration com m erciale, travail de bureaux. Klasse 36: O pérations financières dans le dom aine des investissem ents alternatifs, en particulier conception et m ise à disposition des concepts de placem ent en capitaux propres à l'intention d' investisseurs institutionels, notam m ent de com pagnies d' assurances, fonds de pension et caisses de retraite. Klasse 38: Télécom m unications." D ie W iderspruchsm arke ist folgenderm assen ausgestaltet: Basism arke dieser internationalen M arke ist die deutsche Bildm arke N r. 30215360.8. C . N achdem das W iderspruchsverfahren auf Begehren der Parteien m ehr- m als sistiert w orden w ar, nahm die Beschw erdegegnerin am 27. Januar 3 2006 zum W iderspruch Stellung und beantragte die vollum fängliche, kos- tenfällige Abw eisung des W iderspruchs. An der W iderspruchsm arke beste- he ein absolutes Freihaltebedürfnis. Ihre Kennzeichnungskraft sei schw ach, zum al die Q uadratform als M arkenbestandteil für die betreffen- den D ienstleistungen auch von D ritten verw endet w erde. D ie Zeichen sä- hen sich darum nicht ähnlich. D . Am 18. April 2006 reichte die Beschw erdeführerin ihre R eplik ein. Sie m achte darin geltend, an der W iderspruchsm arke bestehe kein Freihalte- bedürftnis, und es handle sich um ein originär kennzeichnungskräftiges Zeichen, dessen Schutzum fang durch seine Bekanntheit gesteigert w orden sei. D ie Kennzeichnungskraft der M arke sei durch keine D rittbenutzung geschw ächt w orden. E. M it D uplik vom 24. M ai 2006 hielt die Beschw erdegegnerin an den bereits gestellten Begehren w ie auch an deren Begründung fest und bestritt, dass die W iderspruchsm arke eine gesteigerte Kennzeichnungskraft erw orben habe. Zudem listete sie eine R eihe von in der Schw eiz registrierten M ar- ken auf, um die Verw ässerung der in der W iderspruchsm arke verw endeten Q uadratform nachzuw eisen. F. M it Verfügung vom 31. August 2006 w ies die Vorinstanz den W iderspruch ab. Zw ar seien die beiderseits beanspruchten D ienstleistungen m indestens gleichartig, und die M arken seien einander ähnlich. Eine Verw echslungs- gefahr sei aber dennoch zu verneinen, w eil die kollidierenden M arken ein- zig in der gem einfreien G rundform des Q uadrats übereinstim m ten. D as Bestehen einer Verkehrsbekanntheit der W iderspruchsm arke, w elche ihre Kennzeichnungsschw äche zu kom pensieren verm öchte, verneinte die Vor- instanz. G . M it D atum vom 2. O ktober 2006 erhob die Beschw erdeführerin gegen den Entscheid der Vorinstanz bei der eidg. R ekurskom m ission für geistiges Ei- gentum (im Folgenden: "R KG E") Beschw erde. Sie stellte darin folgende Anträge: "Es sei der Entscheid des Eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigentum im W iderspruchsverfahren N r. 7427 vom 31. August 2006 aufzuheben, und es sei die M arke C H 527 541 der Beschw erdegegnerin bezüglich aller bean- spruchter W aren in Klasse 36 zu löschen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschw erde- gegnerin." In der Beschw erdeschrift führte die Beschw erdeführerin aus, es läge D ienstleistungsgleichartigkeit, teilw eise D ienstleistungsidentität vor. D ie Zeichen seien einander ähnlich. Im R ahm en eines W iderspruchsverfah- rens habe die Freihaltebedürftigkeit der W iderspruchsm arke durch die Vor- instanz nicht überprüft w erden dürfen. Eine Verw ässerung derselben kön- ne angesichts der von der Beschw erdegegnerin bisher ins R echt gelegten R echerchen nicht festgestellt w erden. Es bestehe eine unm ittelbare und m ittelbare Verw echslungsgefahr.4 H . M it Präsidialverfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde die Beschw erde per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. I. M it Vernehm lassung vom 4. D ezem ber 2006 beantragte die Vorinstanz un- ter H inw eis auf die Begründung der angefochtenen Verfügung, die Be- schw erde unter Kostenfolge abzuw eisen. J. M it D atum vom 19. Februar 2007 reichte die Beschw erdegegnerin eine Be- schw erdeantw ort ein. Sie beantragte darin: "D ie Beschw erde gegen den Entscheid des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum im W iderspruchsverfahren N r. 7427 vom 31. August 2006 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschw er- deführerin abzuw eisen." D ie Beschw erdegegnerin sprach der W iderspruchsm arke jegliche Kenn- zeichnungskraft ab und stufte sie als absolut freihaltebedürftig ein. Sie ver- neinte, dass die D ienstleistungen gleichartig seien, und m achte geltend, dass die Frage aufgrund des absoluten Freihaltebedürfnisses an der W i- derspruchsm arke gar nicht hätte geprüft w erden dürfen. Ebenso verneinte sie das Bestehen einer Zeichenähnlichkeit. D ie Annahm e einer Verw echs- lungsgefahr sei auch deshalb abzulehnen, w eil die Aufm erksam keit bei den Abnehm erkreisen der betroffenen D ienstleistungen überdurchschnitt- lich gross sei. Auf die Ü bernahm e gem einfreier Elem ente könne w eder eine unm ittelbare noch eine m ittelbare Verw echslungsgefahr abgestützt w erden. D ie Beschw erdegegerin bestritt neu auch, dass die W iderspruchs- m arke überhaupt rechtserhaltend gebraucht w orden sei. K. Eine Parteiverhandlung w urde nicht durchgeführt (Art. 40 des Bundesge- setzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verw al- tungsgerichtsgesetz, VG G ; SR 173.32]). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Verfügungen der Vorinstanz in W iderspruchsverfahren zuständig (Art. 31, 32 und 33 lit. d VG G ). D as vorliegende Verfahren w urde am 1. Januar 2007 von der R KG E übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Verw altungsverfahrensge- setz, Vw VG ; SR 172.021) am 2. O ktober 2006 eingereicht, und der ver- langte Kostenvorschuss w urde rechtzeitig geleistet. D ie Beschw erdeführe- rin ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und durch den Entscheid beschw ert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist deshalb ein- zutreten. 2. Eine ältere M arke w ird nur geschützt, sow eit sie im Zusam m enhang m it den W aren und D ienstleistungen, für die sie beansprucht w ird, hinreichend gebraucht w orden ist (Art. 11 Abs. 1 des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG , SR 232.11]). Art. 12 Abs. 1 M SchG gew ährt 5 dem M arkeninhaber jedoch eine fünfjährige Benutzungsschonfrist, die für die W iderspruchsm arke noch nicht abgelaufen ist. D ie von der Beschw er- degegnerin erhobene N ichtgebrauchseinrede ist dam it unzulässig (R KG E in sic! 1999 S. 281 E. 5 G enesis). Sie m uss zudem m it der ersten Stellung- nahm e im W iderspruchsverfahren geltend gem acht w erden (Art. 22 Abs. 3 der M arkenschutzverordnung vom 23. D ezem ber 1992 [M SchV, SR 232.111], C H R ISTO PH W ILLI, in: M arkenschutzgesetz, Kom m entar zum schw eizerischen M arkenrecht unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen M arkenrechts, Zürich 2002, Art. 32, N . 4). Im vorlie- genden Fall w urde die N ichtgebrauchseinrede erst im Beschw erdeverfah- ren geltend gem acht. Sie ist auch aus diesem G rund nicht zu beachten. 3. Zeichen sind vom M arkenschutz ausgeschlossen, w enn sie einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistun- gen registriert sind, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ). D ie Beurteilung der Verw echslungsgefahr rich- tet sich nach dem Ähnlichkeitsgrad der Zeichen im Erinnerungsbild des Letztabnehm ers (BG E 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 473 E. 2d R adion) und nach dem M ass an G leichartigkeit zw ischen den geschützten W aren und D ienstleistungen. Zw ischen diesen Elem enten besteht eine W echsel- w irkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind um so höhere Anforde- rungen zu stellen, je ähnlicher die Produkte sind, und um gekehrt (LU C AS D AVID in: Kom m entar zum Schw eizerischen Privatrecht, M arkenschutzge- setz M uster- und M odellgesetz, Basel 1999, M SchG , Art. 3, N . 8). D am it eine Verw echslungsgefahr bejaht w erden kann, m üssen aber noch w eitere Faktoren hinzutreten. Ausschlaggebend ist, ob aufgrund der Ähn- lichkeit Fehlzurechnungen zu befürchten sind, w elche das besser berech- tigte Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BG E 127 III 160 E. 2a, S. 166 Securitas). Zu berücksichtigen sind im Einzelfall der Auf- m erksam keitsgrad, m it dem die Abnehm er bestim m te W aren oder D ienst- leistungen nachfragen, sow ie die Kennzeichnungskraft, da diese m assgeb- lich den Schutzum fang einer M arke bestim m t (W ILLI, a.a.O ., Art. 3 N . 17 ff.; BG E 122 III 382 E. 2a S. 385 Kam illosan). D ie Frage eines Freihaltebe- dürfnisses an der W iderspruchsm arke ist nicht G egenstand des W ider- spruchsverfahrens und kann nicht w iderklagew eise geltend gem acht w er- den, w orauf die Beschw erdeführerin besonders hinw eist. Allerdings ist im W iderspruchsverfahren vorfragew eise die Kennzeichnungskraft der W ider- spruchsm arke zu prüfen. Anders w äre nicht feststellbar, ob eine angefoch- tene M arke in ihren Schutzbereich eingreift oder nicht (R KG E in sic! 2000 S. 104 E.3 C raft). Auch im W iderspruchsverfahren ist, entgegen der Auf- fassung der Beschw erdeführerin, m ithin zu prüfen, ob die W iderspruchs- m arke oder einzelne ihrer Elem ente zum G em eingut zählen, zum Beispiel freihaltebedürftig sind. 4. Zunächst ist die G leichartigkeit der zu vergleichenden D ienstleistungen zu prüfen. G leichartigkeit besteht, w enn die Abnehm erkreise auf den G edan- ken kom m en können, die unter Verw endung ähnlicher M arken angebote- nen W aren oder D ienstleistungen w ürden angesichts ihrer üblichen H er- stellungs- und Vertriebsstätten aus dem selben U nternehm en stam m en 6 oder doch w enigstens unter der Kontrolle des gem einsam en M arkeninha- bers "hergestellt" (D AVID , a.a.O ., Art. 3, N . 35). D afür sind vorfragew eise die m assgeblichen Verkehrskreise zu bestim m en (EU G EN M AR B AC H , D ie Ver- kehrskreise im M arkenrecht, sic! 2007 S. 3). In Bezug auf die G leichartigkeit zw ischen D ienstleistungen haben Lehre und R echtsprechung sodann folgende G rundsätze entw ickelt: Für das Publikum , das eine M arke liest, steht bei den naturgem äss unkör- perlichen D ienstleistungen nicht die physische H erkunft aus dem selben U nternehm en, sondern die einheitliche Verantw ortung durch den M arken- inhaber im Vordergrund. G leichartigkeit zw ischen D ienstleistungen be- steht, w enn der Eindruck einer einheitlichen "O rganisationsverantw ortung" für die verschiedenen Angebote und eines w irtschaftlich sinnvollen "Leis- tungspakets" geschaffen w ird. Blosse them atische Zusam m enhänge genü- gen nicht (EU G EN M AR BAC H , G leichartigkeit - ein m arkenrechtlicher Schlüs- selbegriff ohne Konturen?, Zeitschrift für Schw eizerisches R echt [ZSR ], 2001 [hiernach: G leichartigkeit], S. 270). Von D ienstleistungsgleichartigkeit ist auszugehen, w enn die Verkehrskreise verschiedene D ienstleistungen leicht der Kontrolle ein und desselben M arkeninhabers zuordnen. D ies hängt nam entlich von der Art und dem Zw eck der D ienstleistungen ab (W ILLI, Art. 3, N 35). D ie Indizw irkung der Zugehörigkeit zw eier D ienstleistungen zu derselben Klasse ist schw ächer, als dies bei den W aren(-klassen) der Fall ist (KASPAR LAN D O LT, D ie D ienstleistungsm arke, Bern 1993, S. 90; R KG E in sic! 2000 S. 797 E. 10 Kiss/K.i.s.s.). N icht zuletzt ist der O rt zu berücksichtigen, w o die D ienstleistungen erbracht w erden, (R KG E in sic! 2004 S. 778 E. 5 Yel- lo/Yellow (fig.), sic! 2000 S. 797 E. 10 Kiss/K.i.s.s., LAN D O LT, a.a.O ., S. 91). D ie Abnehm erkreise für die von der angegriffenen M arke und von der W i- derspruchsm arke beanspruchten D ienstleistungen bestehen aus Privaten (Endkonsum enten) sow ie U nternehm en als N achfragern von Finanz- w ie auch Versicherungsdienstleistungen und den dazugehörigen Inform ations- und Beratungsdienstleistungen. N ur für die in der Klasse 35 von der W i- derspruchsm arke beanspruchten D ienstleistungen kom m en ausschliess- lich U nternehm en in Frage. Auch "Finanzgeschäfte im Bereich alternativer Investitionen", w ofür die W iderspruchsm arke eingetragen ist, w erden von U nternehm en und Privaten gleicherm assen in Anspruch genom m en. Es ist som it gleicherm assen auf die Sicht von Privaten und U nternehm en abzu- stellen, um die Verw echslungsgefahr zu beurteilen (M AR B AC H , G leichartig- keit, Ziff. I. 3.). D ass die Beschw erdeführerin gegenw ärtig vor allem institu- tionelle Anleger w ie Pensionskassen, Versicherungsunternehm en und Fi- nanzinstitute zu ihrem Kundenkreis zählt, ändert daran nichts. 4.1 Für die Beurteilung der G leichartigkeit ist auf Seiten der W iderspruchsm ar- ke vom O berbegriff "Finanzgeschäfte im Bereich alternativer Investitionen" (Klasse 36) auszugehen, der den spezifischeren anderen D ienstleistungen übergeordnet ist. Solche Finanzgeschäfte fallen unter den O berbegriff der "Finanzdienstleistungen" (Klasse 36), den die angegriffene M arke bean- sprucht. D ie D ienstleistungen sind insow eit identisch. Sow eit der Begriff 7 "Finanzdienstleistungen" über den engeren Begriff der "opérations finan- cières dans le dom aine des investissem ents alternatifs" hinausgeht, sind die D ienstleistungen zum indest gleichartig. 4.2 D ies gilt auch in Bezug auf Versicherungsdienstleistungen, für w elche die angegriffene M arke beansprucht w ird. Finanz- und Versicherungsdienst- leistungen w erden nach ständiger Praxis als gleichartig angesehen, da nicht selten um fassende Beratungsdienste im Versicherungs- und Finanz- bereich angeboten w erden (R KG E in sic! 2005 S. 749 E. 5 Zurich Private Bank, sic! 2002 S. 529 arc/arcstar). Sow eit dem Publikum der U nterschied dieser Sparten bew usst ist, m uss er in der Beurteilung der Verw echslungs- gefahr im G esam tzusam m enhang berücksichtigt w erden. Auch die "opéra- tions financières dans le dom aine des investissem ents alternatifs" im Ver- zeichnis der W iderspruchsm arke sind, als G eldanlagen in Form von Versi- cherungspolicen, in beiden Branchen denkbar. Für diese D ienstleistungen besteht G leichartigkeit. 4.3 "Inform ations- und Beratungsdienstleistungen im Zusam m enhang m it Fi- nanz- und Versicherungsdienslteistungen" (angegriffene M arke) w erden von denselben U nternehm en w ie "Finanz- und Versicherungsdienstleistun- gen" erbracht und sind darum ebenfalls gleichartig. 4.4 Insgesam t ist dam it von G leichartigkeit und teilw eise von Identität der zu vergleichenden D ienstleistungen auszugehen. 5. O b die Zeichen ähnlich sind, w ird aufgrund des G esam teindrucks beurteilt (R KG E in sic! 2006 S. 478 E. 4 H ero/H ello). D ieser bestim m t sich bei rei- nen Bildm arken einerseits durch das Erscheinungsbild und andererseits durch einen allfälligen Sinngehalt (EU G EN M AR B AC H , in: R oland von Bü- ren/Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbe- w erbsrecht, Bd. III, Kennzeichenrecht, Basel 1996, M arkenrecht [hiernach: Kom m entar], S. 121). G rundsätzlich genügt es zur Annahm e einer Ver- w echslungsgefahr, w enn unter einem dieser Aspekte eine Ähnlichkeit be- steht (D AVID , Art. 3, N 17). Beim Zeichenvergleich ist von den Eintragungen im R egister auszugehen (BG E 119 II 473 E. 2b R adion), doch ist zu be- rücksichtigen, dass das angesprochene Publikum die beiden M arken in der R egel nicht gleichzeitig vor sich hat. D eshalb ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, das die Abnehm er von den eingetragenen M arken bew ahren (R KG E in sic! 2006 S. 673 E. 6 O (fig.)/ O (fig.)). D iesem Erinnerungsbild haftet zw angsläufig eine gew isse Verschw om m enheit an (M AR B AC H , Kom - m entar, S. 116). Es w ird w esentlich durch das Erscheinungsbild der kenn- zeichnungskräftigen M arkenelem ente geprägt (BG E 122 III 382 E. 2a S. 386 Kam illosan), doch dürfen schw ache oder gem einfreie M arkenbestand- teile bei der Beurteilung der M arkenähnlichkeit nicht einfach w eggestrichen w erden (W ILLI, a.a.O ., Art. 3, N . 65; vgl. R KG E in sic! 2006 S. 90 E. 6 f. M ictonorm ). 6. Für die genaue D arstellung der W iderspruchsm arke kann der R egisterein- trag der deutschen Basisregistrierung herangezogen w erden (Art. 46 Abs. 1 M SchG ; R KG E in sic! 2006 S. 671 E. 7 Q uaderförm ige Flasche [3 D ]). Er 8 enthält folgende, qualitativ bessere W iedergabe der W iderspruchsm arke, auf die für den Zeichenvergleich abzustellen ist: 7. Beide im W iderspruch stehenden Zeichen zeigen som it zw ei konzentrische Q uadrate in Form eines quadratischen R ahm ens. Bei der W iderspruchs- m arke ist dieser w eiss m it schw arzen R ändern, bei der angegriffenen M ar- ke ohne scharfe Konturlinien grau m it w eisser M itte. In beiden Fällen ist die obere rechte Ecke des R ahm ens durchbrochen. Fast nahtlos fügt sich bei der angegriffenen M arke ein drittes, kleineres, schw arzes Q uadrat in diese Lücke. Stattdessen zeigt die angegriffene M arke an der gleichen Stelle zw ei zueinander rechtw inklig stehende R hom ben, die über die Ab- grenzungen des R ahm ens hinausführen. D ie M arken sind sich som it in der G rundfigur des R ahm ens und in der U nterbrechung an der gleichen Stelle ähnlich. Sie unterscheiden sich dagegen im Elem ent, das den R ahm en durchbricht. Auf beiden Seiten fehlt es an einem erkennbaren Sinngehalt. Im Ergebnis ist eine gew isse Ähnlichkeit der beiden M arken zu bejahen. 8. Vor diesem H intergrund sind die w eiteren Aspekte einer Verw echslungsge- fahr zu prüfen. Im U nterschied zur unm ittelbaren Verw echslungsgefahr be- steht dann eine m ittelbare Verw echslungsgefahr, w enn die Abnehm er zw ei Zeichen zw ar auseinanderzuhalten verm ögen, aufgrund ihrer Ähnlichkeit aber unzutreffende w irtschaftliche Zusam m enhänge verm uten, nam entlich Produkte des gleichen U nternehm ens oder m ehrerer, w irtschaftlich ver- bundender U nternehm en erw arten (BG E 128 III 441 E.3.1 Appenzeller, BG E 122 III 382 E.1, S. 384 Kam illosan, R KG E in sic! 2006 S. 761 E.5 M cD onald's). D ies trifft auch im Fall von Serienm arken zu, w enn eine frem - de M arke das verbindende Elem ent einer M arkenserie in ähnlicher W eise variiert, und dahinter eine w irtschaftliche Verbindung verm utet w ird (R KG E in sic! 2006 S. 761 E.5, S. 762 M cD onald's). Auch hier sind gem einfreie Bestandteile allerdings dem G em eingebrauch freizuhalten (BG E 127 III 160 E. 2b bb Securitas). N ach der R echtsprechung kann die Zugehörigkeit der W iderspruchsm arke zu einer M arkenserie im W iderspruchsverfahren zugunsten ihres Schutzum fangs berücksichtigt w erden, auch w enn der W i- derspruch nur auf eine M arke gestützt w ird. Allerdings setzt dies voraus, dass die w eiteren Serienm arken nicht nur im R egister aufzufinden sind, sondern dem Publikum infolge ihres G ebrauchs tatsächlich bekannt sind (R KG E in sic! 2005 S. 805 Suprêm e des D ucs, sic! 1998 S. 198 E. 2b Tor- res). 9 9. D ie Kennzeichnungskraft und dam it der Schutzum fang einer M arke kön- nen sich im Laufe der Zeit verändern (W ILLI, a. a. O ., Art. 3 N . 111). Eine durch intensive Benutzung im Verkehr erw orbene Bekanntheit kann einer- seits den Schutzum fang der M arke vergrössern (BG E 122 II 382 E. 2b Ka- m illosan). Andererseits kann die Kennzeichnungskraft durch häufige, ähnli- che D rittzeichen geschw ächt w erden. Ist ein dom inierendes M arkenele- m ent gar branchenüblich, w eist dies auf eine schw ache M arke hin. Schw a- che M arken verdienen nur einen geringen Schutzum fang (M AR B AC H , Kom - m entar, S. 115). 10. D ie festgestellte Ähnlichkeit der Zeichen beschlägt im W esentlichen die bei beiden M arken vorhandenen Q uadrate in Form eines R ahm ens. D as H andelsgericht des Kantons Zürich hat in einem Entscheid vom 29. O ko- ber 2004 (sic! 2005 S. 288 E. 2.1.2.b aim [fig.]) festgestellt, dass Q uadrate absolut freihaltbedürftig seien. Bildm arken m it Q uadraten verm öchten höchstens für die einprägsam e individuelle Ausgestaltung des Bildm otivs Schutz zu bieten. D er Entscheid hält w eiter fest, die Anordnung von Q uad- raten kom m e in der einen oder anderen Form in Zeichen der D ienstleis- tungsbranche häufig vor. N icht nur im Finanzsektor, sondern im gesam ten D ienstleistungsbereich sind Bildm arken m it einer quadratischen G rundflä- che in der Tat häufig. Anhand von R egisterauszügen teilw eise bekannter M arken hat die Beschw erdegegnerin dies glaubhaft belegt. Zw ar gilt dasselbe für das Zeichenelem ent eines quadratischen, leeren R ahm ens nicht in gleichem M ass. Für dieses Elem ent hat die Beschw erde- gegnerin keine Beispiele aus dem M arkenregister vorgelegt. Es kann als schem atische D arstellung eines G ebäudes oder Buchstabens angesehen w erden und dam it je nach Farbe und Proportionen eine gew isse Kenn- zeichnungskraft haben. Auch ein quadratischer, leerer R ahm en ist jedoch banal und höchstens schw ach kennzeichnungskräftig. Sow ohl die quadra- tische G rundform w ie auch der unterschiedlich dick gezeichnete und unter- schiedlich ausgefüllte R ahm en in den zu vergleichenden M arken w irken darum w enig kennzeichnungskräftig. D ie Ü bernahm e eines für sich genom m en nicht oder nur schw ach schutz- fähigen Bestandteils schafft nach ständiger R echtsprechung keine Ver- w echslungsgefahr (BG E 127 III 167 E. 2b/bb Securitas, R KG E in sic! 1998, 403 Elle/N aturElle, 2005, 132 E. 4 M arché, KAM EN TR O LLER , Précis de droit suisse des biens im m atériels, 2. Aufl. Basel 2006, S. 88). D ass die M arken im kennzeichnungsschw achen R ahm enelem ent übereinstim m en, genügt für die Annahm e einer Verw echslungsgefahr som it nicht. Im vorliegenden Fall w eichen die Bildm arken in ihrer rechten oberen Ecke deutlich von ein- ander ab. Sie enthalten, als G anzes gesehen, übereinstim m end abstrakte, aber deutlich unterschiedliche Sujets. D ie von der Beschw erdeführerin in der Beschw erde geschilderten G ebrauchshandlungen geben keinen An- lass anzunehm en, dass die W iderspruchsm arke aufgrund intensiven G e- brauchs in der verhältnism ässig kurzen Zeitperiode seit ihrer H interlegung einen gesteigerten Schutzum fang erlangt hätte. Auch in einer Branche, die "von einer gew issen D iskretion geprägt" ist, w ird durch solche G ebrauchs- handlungen keine gesteigerte Bekanntheit erlangt. Auch eine m ittelbare 10 Verw echslungsgefahr und die G efahr des Eindrucks von Serienm arken ist darum auszuschliessen (BG E 127 III 160 E. 2b bb Securitas). Aus diesen G ründen ist das Bestehen einer Verw echslungsgefahr zw ischen den zu vergleichenden M arken zu verneinen. D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ird die Beschw erdeführerin für das Beschw erdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Kostenanspruch ist m it dem geleisteten Kosten- vorschuss zu verrechnen. 12. D ie Spruchgebühr des Beschw erdeverfahrens (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi- nanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im W iderspruchsbeschw erdeverfahren ist dafür das Interesse der W ider- sprechenden an der Löschung, beziehungsw eise der W iderspruchsgegne- rin am Bestand der angefochtenen M arke zu veranschlagen. Es w ürde al- lerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür im Ein- zelfall stets konkrete Aufw andsnachw eise verlangt w ürden. M angels ande- rer streitw ertrelevanter Angaben ist der U m fang der Streitsache deshalb nach Erfahrungsw erten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H E R , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, sic! 2002, S. 505; LEO N Z M EYE R , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 2001, S. 559 ff., LU C A S D AVID , in: R oland von Büren/Lucas D a- vid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). 13. D ie Parteientschädigung ist nach Art. 14 Abs. 2 VG KE aufgrund der einge- reichten Kostennote festzusetzen. Ist w ie im vorliegenden Fall keine Kos- tennote eingereicht w orden, setzt das G ericht die Entschädigung für die notw endigen erw achsenen Kosten aufgrund der Akten fest (Art. 7 VG KE). In W ürdigung der m assgeblichen Faktoren erscheint eine Parteientschädi- gung für die Beschw erdegegnerin von Fr. 2'000.-- (inkl. allfällige M W ST) angem essen. D ieser Betrag ist ihr als Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). 14. D ieses U rteil unterliegt keiner Beschw erde ans Bundesgericht und ist da- her rechtskräftig (Art. 73 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [Bundesgerichtsgesetz, BG G ; SR 173.110]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen und die angefochtene Verfügung w ird bestätigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 4'000.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. D ie Beschw erdeführerin hat dam it noch Fr. 500.-- zu bezahlen.11 3. D ie Beschw erdeführerin hat die Beschw erdegegnerin für das Beschw erde- verfahren m it Fr. 2'000.-- (inkl. M W ST) zu entschädigen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, m it Beilagen) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. 7427; eingeschrieben, m it Beilagen) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: D avid Aschm ann Philipp J. D annacher Versand am : 2. August 2007