<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 25 S.101</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">101</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Abgaben</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>25</b></span> <span class="ft3"><b>Kostenauflage für den Einsatz der Feuerwehr bei Unglücksfällen (§ 6a</b></span><br/> <span class="ft3"><b>FwG).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Nur die notwendigen Kosten des Einsatzes dürfen bei der geborgenen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Person erhoben werden, nicht aber die Kosten zur Sicherstellung der</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Betriebsbereitschaft.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 6. Juli 2005 in Sachen</span><br/> <span class="ft4">Einwohnergemeinde R. gegen Regierungsrat und P.F.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/> <span class="ft6">1.1. Die Feuerwehr ist ein polizeiliches Organ der Einwohner-</span><br/> <span class="ft6">gemeinde; ihr obliegen die Feuerbekämpfung und die Hilfeleistung</span><br/> <span class="ft6">in Brandfällen. Sie wird darüber hinaus auch in weiteren Fällen, so</span><br/> <span class="ft6">bei Unglücksfällen, eingesetzt (§ 1 Abs. 1 und 2 FwG). Die Aufsicht</span><br/> <span class="ft6">führen der Regierungsrat und das zuständige Departement; das AVA</span><br/> <span class="ft6">"sorgt für den Vollzug der gesetzlichen Aufgaben im Bereich des</span><br/> <span class="ft6">Feuerwehrwesens" (§ 3 FwG in der Fassung vom 18. Juni 1996). In</span><br/> <span class="ft6">der ursprünglichen Fassung von § 3 Abs. 2 FwG hiess es, dass der</span><br/> <span class="ft6">technische Bereich der Aufsicht an die Aargauische Gebäudeversi-</span><br/> <span class="ft6">cherungsanstalt delegiert werden könne; in der Sache trifft dies für</span><br/> <span class="ft6">die Stellung des AVA weiterhin zu ...</span><br/> <span class="ft6">1.2. Der Aufgabenbereich der Ortsfeuerwehren beschränkt sich</span><br/> <span class="ft6">im Grundsatz auf das Gemeindegebiet, wobei eine Verpflichtung zur</span><br/> <span class="ft6">Hilfeleistung bis 6 km ab der Gemeindegrenze besteht (§ 34 Abs. 1</span><br/> <span class="ft6">FwG). Aufgrund von Vereinbarungen mit dem AVA richten einzelne</span><br/> <span class="ft6">Gemeinden sog. Stützpunktfeuerwehren für den Einsatz im regiona-</span><br/> <span class="ft6">len Rahmen ein (§ 35 FwG).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">102</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">2.1. Personen, denen mit dem Einsatz der Feuerwehr bei Un-</span><br/> <span class="ft6">glücksfällen Hilfe geleistet wurde, können die Kosten notwendiger</span><br/> <span class="ft6">Einsätze auferlegt werden (§ 6a Abs. 1 lit. b FwG). Die Höhe der</span><br/> <span class="ft6">Gebühren bzw. des Kostenersatzes hat sich nach dem Personal-,</span><br/> <span class="ft6">Material- und Gemeinkostenaufwand zu richten (§ 2 Abs. 2 FwV).</span><br/> <span class="ft6">2.2. § 6a FwG spricht von den Kosten notwendiger Einsätze,</span><br/> <span class="ft6">bezieht - rein sprachlich gesehen - die Notwendigkeit also auf die</span><br/> <span class="ft6">Einsätze. Die Regelung betrifft die Auferlegung der Kosten auf die-</span><br/> <span class="ft6">jenigen Privaten, zu deren Gunsten der Einsatz erfolgte. Mehr als die</span><br/> <span class="ft6">notwendigen Kosten abzuwälzen, ist nicht gerechtfertigt. Von daher</span><br/> <span class="ft6">erscheint die Auslegung der Vorinstanzen zutreffend, wonach nur die</span><br/> <span class="ft5"><i>notwendigen Kosten</i> notwendiger Einsätze auferlegt werden können.</span><br/> <span class="ft6">Zusätzlicher Aufwand mag im Einzelfall vertretbar oder gar aus be-</span><br/> <span class="ft6">stimmten Gründen wünschbar sein; diese Beurteilung wird nicht in</span><br/> <span class="ft6">Frage gestellt, wenn die daraus entstandenen Kosten nicht dem Pri-</span><br/> <span class="ft6">vaten auferlegt werden können.</span><br/> <span class="ft6">Bei der Abgrenzung der notwendigen und damit grundsätzlich</span><br/> <span class="ft6">auf die Privaten abwälzbaren Kosten sind auch § 4 Abs. 1 und § 18</span><br/> <span class="ft6">FwG zu beachten. Danach sind die Gemeinden verpflichtet, auf ihre</span><br/> <span class="ft6">Kosten die Ortsfeuerwehr mit angemessener Ausstattung zu schaffen</span><br/> <span class="ft6">und deren jederzeitige Einsatz- und Betriebsbereitschaft sicherzu-</span><br/> <span class="ft6">stellen. Der dafür notwendige Aufwand ist den Gemeinkosten zuzu-</span><br/> <span class="ft6">rechnen, die nicht als Teil der Kosten eines konkreten Einsatzes ei-</span><br/> <span class="ft6">nem Privaten auferlegt werden können. Sollte § 2 Abs. 2 FwV mit</span><br/> <span class="ft6">der Erwähnung des Gemeinkostenaufwands etwas anderes meinen,</span><br/> <span class="ft6">wäre dies mit den Vorgaben des Gesetzes nicht vereinbar.</span><br/> <span class="ft6">3. Das Konzept bei Verkehrsunfällen sieht vor, dass die Orts-</span><br/> <span class="ft6">feuerwehr und eine Stützpunktfeuerwehr aufgeboten werden. Der</span><br/> <span class="ft6">Ortsfeuerwehr obliegen einerseits die Leitung des Einsatzes und</span><br/> <span class="ft6">andererseits der Verkehrsdienst, der Stützpunktfeuerwehr die Perso-</span><br/> <span class="ft6">nenbergung (Fachbericht AVA, S. 2). Insoweit ist es einleuchtend, die</span><br/> <span class="ft6">Einsatzdoktrin für die Stützpunktfeuerwehren auf den National-</span><br/> <span class="ft6">strassen - wo der Verkehrsdienst durch die Kantonspolizei über-</span><br/> <span class="ft6">nommen wird - bei der Beurteilung heranzuziehen (Einsatzbefehl des</span><br/> <span class="ft6">AVA vom 8. Oktober 1996). Gemäss Ziff. 5 des Einsatzbefehls rückt</span><br/> <span class="ft6">die Stützpunktfeuerwehr ereignisbezogen mit so wenig als nötigen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Abgaben</span> <span class="page_no">103</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Fahrzeugen und Feuerwehrleuten aus, wobei als Richtlinie zur Be-</span><br/> <span class="ft6">wältigung eines Normalereignisses gilt (Ziff. 5.1): Vorausfahrzeug,</span><br/> <span class="ft6">Universallöschfahrzeug, Mannschaftstransportfahrzeug und 25</span><br/> <span class="ft6">Feuerwehrleute, dazu gegebenenfalls ein Ölwehrfahrzeug.</span><br/></div> </div> </body> </html>