<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">130</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><b>22</b></span> <span class="ft4"><b>Familiennachzug; Nachzugsfristen</b></span><br/> <span class="ft4"><b>An der publizierten Praxis zu den Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1</b></span><br/> <span class="ft4"><b>AuG wird festgehalten (Erw. 2.2.4.2.).</b></span><br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 26. Septem-</span><br/> <span class="ft6">ber 2014 in Sachen A. gegen das Amt für Migration und Integration</span><br/> <span class="ft6">(WBE.2014.209).</span><br/> <span class="ft8"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2.2.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober</span><br/> <span class="ft1">2011 (2C_205/2011), Erw. 3.5 ging die Vorinstanz mit dem MIKA</span><br/> <span class="ft1">davon aus, dass die Fünfjahresfrist gemäss Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG</span><br/> <span class="ft1">bis zum zwölften Geburtstag des nachzuziehenden Kindes massge-</span><br/> <span class="ft1">bend ist - unabhängig davon, ob die Frist nach Art. 47 Abs. 3 AuG</span><br/> <span class="ft1">oder nach Art. 126 Abs. 3 AuG begann - und dass sich die</span><br/> <span class="ft1">Nachzugsfrist ab dem zwölften Geburtstag des Kindes entsprechend</span><br/> <span class="ft1">Art. 47 Abs. 1 Satz 2 AuG auf - maximal noch - ein Jahr verkürzt.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">2.2.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Das Rekursgericht hat sich mit der Problematik der Nachzugs-</span><br/> <span class="ft1">fristen gemäss Art. 47 AuG mit Urteil vom 15. Dezember 2011</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 2011, S. 361 ff.) vertieft auseinandergesetzt und kam zu fol-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2014</span> <span class="title">Migrationsrecht</span> <span class="page_no">131</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gendem Schluss: Die Auslegung von Art. 47 AuG unter Berücksichti-</span><br/> <span class="ft1">gung sämtlicher Auslegungsmethoden ergebe, dass der Familien-</span><br/> <span class="ft1">nachzug für Kinder, die das 13. Altersjahr im Zeitpunkt eines der in</span><br/> <span class="ft1">Art. 47 Abs. 3 AuG aufgeführten fristauslösenden Ereignisses noch</span><br/> <span class="ft1">nicht erreicht haben, innert fünf Jahren bzw. für Kinder, die in die-</span><br/> <span class="ft1">sem Zeitpunkt bereits über zwölf Jahre alt sind, innerhalb von zwölf</span><br/> <span class="ft1">Monaten beantragt werden müsse. Die Auffassung des Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richts und der Vorinstanz, wonach eine bereits laufende fünfjährige</span><br/> <span class="ft1">Nachzugsfrist (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 AuG) nur um maximal noch</span><br/> <span class="ft1">zwölf Monate verlängert werde, sobald das nachzuziehende Kind</span><br/> <span class="ft1">sein zwölftes Altersjahr vollendet habe, sei unzutreffend. Hätte der</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgeber gewollt, dass die Vollendung des zwölften Altersjahrs in</span><br/> <span class="ft1">jedem Fall eine zwölfmonatige Nachzugsfrist auslöst bzw. sich eine</span><br/> <span class="ft1">bereits laufende fünfjährige Frist ab dem zwölften Geburtstag um</span><br/> <span class="ft1">höchstens noch zwölf Monate verlängert, hätte er dies entsprechend</span><br/> <span class="ft1">festlegen müssen. Eine solche Regelung fehle indessen. Die Ereig-</span><br/> <span class="ft1">nisse, welche die beiden Nachzugsfristen von Art. 47 Abs. 1 AuG</span><br/> <span class="ft1">auslösen, seien in Art. 47 Abs. 3 AuG geregelt und das Gesetz sehe</span><br/> <span class="ft1">keine Bestimmung vor, welche die Vollendung des zwölften Alters-</span><br/> <span class="ft1">jahrs als zusätzliches fristauslösendes Ereignis definieren würde.</span><br/> <span class="ft1">Da sich das Bundesgericht im Entscheid 2C_205/2011 nicht</span><br/> <span class="ft1">deutlich zur Fristberechnung sowie zum fristauslösenden Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft1">geäussert hat und sich bislang mit obenstehender Begründung nicht</span><br/> <span class="ft1">auseinandergesetzt hat, besteht keine Veranlassung, davon abzuwei-</span><br/> <span class="ft1">chen. Das Verwaltungsgericht schliesst sich vielmehr den Erwägun-</span><br/> <span class="ft1">gen des Rekursgerichts an.</span><br/></div> </div> </body> </html>