Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. April 2020 (720 19 305 / 69) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abklärung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades bei einer Versicherten mit einer schweren Hörschädigung Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan- tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff Hilflosenentschädigung A. Die 1974 geborene A.____ hatte sich am 6. Januar 2015 mit dem Formular "Berufliche Integration/Rente“ unter Hinweis auf eine angeborene Schwerhörigkeit bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Anlässlich eines Telefonge- sprächs vom 8. Januar 2015 informierte die IV-Stelle B asel-Landschaft den Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Daniel Altermatt, dass man u nter anderem von Amtes wegen eine Hilflosenentschädigung als Sonderfall prüfen werde. Na ch Einholung eines Berichts des Regio- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) beider Basel vom 26. Mär z 2015 wurde der Versicherten mit Vorbescheid vom 26. März 2015 die Ablehnung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung in Aussicht gestellt. Im Rahmen des darauffolgenden Einw andverfahrens holte die IV-Stelle zusätzlich weitere Berichte behandelnder Ärzte ein. Ausserd em erteilte sie A.____ auf ein ent- sprechendes Gesuch hin am 9. August 2016 eine Kostengutspra che für eine Hörhilfe mit kno- chenverankerter Komponente, worauf am 4. Oktober 2016 im Spital B.____ die Implantation eines "BAHA Attracts" links erfolgte. Im Nachgang zu dies er Operation nahm die IV-Stelle ver- schiedene Abklärungen zur Frage vor, ob der Eingriff zu e iner Verbesserung der Situation ge- führt habe. Nach Vorliegen der entsprechenden Ergebnisse und weiteren Schriftenwechseln mit dem Rechtsvertreter der Versicherten lehnte die IV-Ste lle schliesslich mit Verfügung vom 2. August 2019 einen Anspruch von A.____ auf eine Hil flosenentschädigung ab. Zur Begrün- dung machte sie geltend, die Voraussetzungen für den Ans pruch auf eine Hilflosenentschädi- gung im Sonderfall würden nicht vorliegen, denn durch die Versorgung mit Hilfsmitteln sei eine Kontaktaufnahme mit der Umwelt möglich und eine zus ätzliche schwere Sinnesschädigung oder ein sonstiges schweres körperliches Gebrechen seien nicht aktenkundig. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 13. September 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angef ochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine Hilflo senentschädigung leichten Grades zuzu- sprechen; unter o/e Kostenfolge. Zudem seien ihr die un entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter zu bewilligen. C. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2019 bewilligte das Ka ntonsgericht der Beschwerdefüh- rerin gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 30. Oktober 2019 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep- lik vom 15. Januar 2020 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den wesent- lichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle wiede rum beantragte in ihrer Duplik vom 17. Februar 2020 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 13. September 2019 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob der Ve rsicherten, wie sie beschwerdeweise beantragt, eine Hilflosenentschädigung leichten Grades zuzusprechen ist. 2.1 Nach Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsi tz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, Anspruch auf eine Hilfl osenentschädigung. Laut Art. 9 des Bun- desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicher ungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist eine Person hilflos, die wegen der Beeinträch tigung der Gesundheit für alltägliche Le- bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der p ersönlichen Überwachung bedarf. Als hilflos gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 IVG). 2.2 Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelsch werer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Die Hilflosigkeit gilt als leicht , wenn die versicherte Person trotz der Abga- be von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebe nsverrichtungen regelmässig in erhebli- cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist; einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwändigen Pflege bedarf; wegen einer schweren Sinnesschädigung oder ein es schweren körperlichen Gebre- chens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistun gen Dritter gesellschaftliche Kon- takte pflegen kann oder dauernd auf lebenspraktische B egleitung im Sinne von Art. 38 der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Ja nuar 1961 angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a - e IVV). 2.3 Zu ergänzen bleibt, dass das Kreisschreiben des Bund esamtes für Sozialversicherun- gen (BSV) über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH, in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2015 gültigen Fassung) in den Ziff. 8057 ff. verschiedene “Sonder- fälle von leichter Hilflosigkeit“ regelt. So hält das KSIH im Zusammenhang mit schweren Hör- schädigungen (hochgradige Schwerhörigkeit, höchstgradige Schwerhörigkeit, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit) fest, dass bei Kindern ab e inem korrigierten Hörverlustgrad von 60 % (nach Feldmann 2001, Probst 2004) bzw. ab einer korrigierten Hörschwelle von 55 dB im Frequenzbereich 500 bis 4000 Hz von einer schweren Hö rschädigung auszugehen ist (KSIH Ziff. 8065.1). Diese Annahme gilt jedoch lediglich be i Kindern, bei erwachsenen schwerhörigen Personen sind die Voraussetzungen nicht grundsätzlich erfüllt. Die Bedingungen sind jeweils im Einzelfall abzuklären (KSIH Ziff. 8066). 3. Im vorliegenden Fall kommt als Anspruchsgrundlage für eine Hilflosenentschädigung leichten Grades einzig die lit. d der vorstehend (vgl. E . 2.2 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 37 Abs. 3 IVV in Frage. Darüber besteht auch zwisch en den Parteien Einigkeit. Demnach besteht ein Anspruch der Versicherten, wenn sie trotz de r Abgabe von Hilfsmitteln wegen einer Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regel- mässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesell schaftliche Kontakte pflegen kann. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob diese Voraussetzunge n bei der Beschwerdeführerin ge- geben sind. 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren u nd der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtig e und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Be- schwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherung srecht hat das Gericht seinen Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richt er und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von al len möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). Der Untersu- chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne der Bewe isführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungspro- zess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Bewe islast nur insofern, als im Falle der Be- weislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen geblie- benen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Bewe isregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsg rundsatzes auf Grund einer Be- weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumin dest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 218 E. 6 mit Hinweisen). 4.2 Für die Bemessung der Hilflosigkeit der versicherte n Person ist in der Regel eine Ab- klärung an Ort und Stelle (Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVV) erforder- lich. Die Ergebnisse der Abklärung werden in einem Abkl ärungsbericht erfasst, wobei dieser - unter dem Aspekt der Hilflosigkeit - folgenden Anforderungen zu genügen hat: Als Berichterstat- terin wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diag nosen sich ergebenden Beeinträchti- gungen und Hilfsbedürftigkeiten hat. Bei Unklarheite n über physische oder psychische Störun- gen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebe nsverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern no twendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteilig- ten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliessli ch muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Leben sverrichtungen sowie den tatbestandsmäs- sigen Erfordernissen der dauernden Pflege und der per sönlichen Überwachung (Art. 37 IVV) und der lebenspraktischen Begleitung (Art. 38 IVV) sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen . Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschrie benen Sinne darstellt, in das Er- messen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wen n klar feststellbare Fehleinschätzun- gen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, d ass die fachlich kompetente Abklä- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.2). 4.3 Eine eigentliche Abklärung der Hilflosigkeit mit e iner Abklärung vor Ort und der Erfas- sung der Ergebnisse in einem Abklärungsbericht fand vorli egend nicht statt. Eine solche wäre an sich wünschenswert gewesen, nachdem die Versicherte im Laufe des Verfahrens das Feh- len einer entsprechenden Abklärung mehrfach bemängel t hat. Die IV-Stelle beschränkte sich jedoch auf die Vornahme medizinischer Abklärungen und holte - wenn auch in anderem Zu- sammenhang, nämlich bei der Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs der Versicherten - einen Haushaltabklärungsbericht ein. In der Folge beurteilte sie den strittigen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung gestützt auf diese Unterlagen. Die Beschwerdeführerin ist der Auffas- sung, dass die angefochtene Verfügung allein schon deshalb nicht haltbar sei, weil keine Abklä- rung der Hilflosigkeit durchgeführt worden sei. Demgegenüber erachtet die IV-Stelle das von ihr gewählte Vorgehen als zulässig. In einer Konstellation wie der vorliegenden könne von einer expliziten Abklärung der Hilflosigkeit vor Ort abgesehen werden, sofern sich aufgrund der ande- ren getätigten Abklärungen das Vorliegen einer schwere n Sinnesschädigung beurteilen und die Frage der Notwendigkeit der Dritthilfe bei der Pfleg e der gesellschaftlichen Kontakte beantwor- ten lasse. Wie es sich damit verhält, braucht hier nicht ab schliessend entschieden zu werden. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist die angefoch tene Verfügung nämlich auch dann auf- zuheben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung a n die IV-Stelle zurückzuweisen, wenn man deren Auffassung folgt, wonach vorliegend eine eig entliche Abklärung der Hilflosigkeit mit einer Abklärung vor Ort und der Erfassung der Ergebniss e in einem Abklärungsbericht nicht explizit erforderlich gewesen ist. 5.1.1 In medizinischer Hinsicht ist erstellt, dass die Versi cherte seit vielen Jahren an einer hochgradigen, an Taubheit grenzenden kombinierten Schwerhörigkeit beidseits leidet (vgl. etwa die Berichte von Prof. Dr. med. C.____, Spital B.____ , Hals-Nasen-Ohren-Klinik, vom 7. November 2016 und von Dr. med. D.____, Hals-, Nasen - und Ohrenheilkunde FMH, vom 12. Februar 2016). Zur Frage, inwieweit diese erhebl iche gesundheitliche Beeinträchtigung die Kommunikationsfähigkeit der Versicherten beeinträchtigt , liegen verschiedene fachärztliche Einschätzungen vor. Einzelne Berichte äussern sich zudem auch zu den Auswirkungen des Leidens auf die Arbeitsfähigkeit. 5.1.2 In einer ersten Beurteilung vom 26. März 2015 h ielt der RAD-Arzt Dr. med. E.____, Allgemeinmedizin FMH, fest, dass sich die Versicherte ohne Hörgeräte nicht verständigen kön- ne. Mit Hörgeräten sei eine Verständigung möglich, we nn auf hochdeutsch und zudem deutlich gesprochen werde. Am 12. Februar 2016 berichtete der behandelnde Arzt Dr. D.____, dass seine Patientin trotz Hörgeräteversorgung im Alltag seh r eingeschränkt sei, und auch Dr. med. F.____, Innere Medizin FMH, beschrieb die Versicherte in seinem Bericht vom 15. Mai 2016 als unselbständig. Sie brauche Begleitung, eine Verständig ung sei nicht möglich und sie könne nicht selbständig arbeiten. In einer weiteren Beurtei lung vom 21. Juli 2016 führte der RAD-Arzt Dr. E.____ aus, die vorhandenen ärztlichen Unterlagen würden zeigen, dass lediglich die Kommunikation eingeschränkt sei. Die Versicherte könne ih re bisherige Tätigkeit als Putzfrau vollzeitlich mit einem um 10% verminderten Rendement a usüben, sofern klare Anweisungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht am Arbeitsplatz bestünden und keine Kommunikation mit Blickkontakt gleichzeitig mit mehreren Personen erforderlich sei. Auch Dr. med. G.____, Spital B.____, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, wies in ihrem Bericht vom 22. Juli 2016 darauf hin, dass die Versicherte aus HNO-Sicht zu 100 % arbeitsfähig sei für Tätigkeiten, die keine mündliche Kommunikation erfordern würden. Eine solche sei in deutscher Sprache nicht möglich. Zudem berich te der Ehemann über Verständi- gungsprobleme auch in der Muttersprache. Die Sprache d er Versicherten sei gemäss Aussa- gen des Ehemanns sehr einfach, da die Störung seit Ki ndheit bestehe. Nachdem die IV-Stelle der Versicherten am 9. August 2016 eine Kostengutsprac he für eine Hörhilfe mit knochenver- ankerter Komponente erteilt hatte, bestätigte der RA D-Arzt Dr. E.____ am 25. August 2016, dass die Kommunikation in den letzten Jahren durch die S chwerhörigkeit problematischer ge- worden sei. Die Versicherte könne sicher keine Telefonges präche führen und sie würde sicher auch die Haustüre nicht öffnen. Mit der vorgesehenen Operation sei jedoch eine Verbesserung zu erwarten. 5.1.3 Im Nachgang zu der am 4. Oktober 2016 im Spital B.____ erfolgten Implantation eines "BAHA Attracts" links nahm die IV-Stelle verschiedene Ab klärungen zur Frage vor, ob der Ein- griff zu einer Verbesserung der Situation geführt habe . In einem undatierten, am 17. November 2017 bei der IV-Stelle eingegangenen Bericht wiederh olte Dr. D.____, dass das Sprachver- ständnis seiner Patientin deutlich beeinträchtigt sei, die Aussprache sei sehr undeutlich, was auf eine langjährige Einschränkung hinweise. Die Kommu nikationsfähigkeit sei ebenfalls deut- lich eingeschränkt. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit wies er darauf hin, dass die Versicherte in der Tätigkeit als Putzfrau nicht eingeschränkt sei, sofern die Anweisungen in deutlicher Form erteilt würden. Dr. med. H.____, Spital B.____, Hals-Nasen-Oh ren-Klinik, führte am 10. August 2018 aus, der Ehemann habe berichtet, dass die Versicherte durch die Operation einen leichten audi- tiven Gewinn habe erzielen können. Die Patientin sei aber im Alltag deutlich eingeschränkt, ins- besondere auch bei der Arbeit, denn jeder Arbeitsvorg ang müsse ihr vorgezeigt werden. So- dann sei auch das Telefonieren nur sehr eingeschränkt mö glich. In seiner Beurteilung vom 1. November 2018 erachtete der RAD-Arzt Dr. E.____ die Notwendigkeit einer regelmässigen und erheblichen Dienstleistung Dritter für gesellschaf tliche Kontakte als nicht erfüllt. Zur Be- gründung verwies er in erster Linie auf den Haushaltab klärungsbericht vom 25. Oktober 2016 (vgl. dazu E. 5.3 hiernach). Was die berufliche Tätigkeit betreffe, sei unbestritten, dass die Ver- sicherte in neue Aufgaben eingeführt werden müsse. Einmal eingewöhnt bestünden jedoch kei- ne weiteren Einschränkungen. Dies gelte insbesondere für die bis anhin ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin. 5.2.1 Wie vorstehend aufgezeigt, befassen sich verschieden e Arztberichte mit den Auswir- kungen des Leidens auf die Kommunikationsfähigkeit der Versicherten. Zur weiteren, für die Beurteilung eines Leistungsanspruchs nach Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV relevanten Frage, in wel- chem Ausmass die Versicherte bei der Pflege gesellschaftli cher Kontakte auf Dienstleistungen Dritter angewiesen ist, lässt sich den Akten hingegen nur wenig entnehmen. Entsprechende Hinweise dazu finden sich praktisch nur im Haushaltabklär ungsbericht der IV-Stelle vom 25. Oktober 2016, wobei zu bemerken ist, dass dieser Berich t in einem anderen Zusammen- hang, nämlich bei der Prüfung eines allfälligen Rente nanspruchs der Versicherten, erstellt wur- de. Dementsprechend befasst er sich selbstredend nicht expl izit mit der hier interessierenden Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fragestellung. Dem Bericht ist aber immerhin zu entneh men, dass die Versicherte gemäss ih- ren Angaben tagsüber oft längere Spaziergänge mache, joggen gehe oder sich mit ihren Ge- schwistern treffe (Ziff. 1 des Berichts). Im Weiteren füh rte die Abklärungsperson aus, dass "ei- gentlich keine Gäste eingeladen und bewirtet" würden (Ziff. 6.2 des Berichts) und dass der Klei- neinkauf sowohl von der Versicherten als auch vom Ehem ann erledigt werde (Ziff. 6.4 des Be- richts). Zudem wies die Abklärungsperson im Abschnitt "Ergänzende Bemerkungen" darauf hin, dass das Gespräch zwar im Beisein der Versicherten, aber a usschliesslich mit dem Ehemann geführt worden sei. Einerseits habe die Versicherte nich t hören können, was man gesprochen habe, und andererseits sei sie nicht in der Lage gewesen , sich in deutscher Sprache zu äus- sern. Ab und zu habe der Ehemann versucht, ihr etwas zu erklären, oder er habe sich von ihr eine Bestätigung eingeholt (Ziff. 7 des Berichts). 5.2.2 Aus medizinischer Sicht äusserte sich der RAD-Arzt Dr . E.____ in seiner Beurteilung vom 1. November 2018 zur Notwendigkeit einer regelmässige n und erheblichen Dienstleistung Dritter für gesellschaftliche Kontakte. Wie bereits er wähnt (vgl. 5.1.3 hiervor), erachtete er eine solche unter Hinweis auf den Haushaltabklärungsbericht vom 25. Oktober 2016 als nicht gege- ben. Gleichzeitig hielt er fest, er stimme der Darst ellung des Rechtsvertreters der Versicherten zu, wonach Gespräche mit dem Rechtsvertreter oder mit einem Arzt sinnvollerweise aus zeitli- chen und sprachlichen Gründen mit dem Ehemann geführt werden sollten. Eine ständige Be- treuung brauche es aber, so Dr. E.____ weiter, dazu nicht. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 2. August 2019 bei der Beurteilung des massgebenden Sachverhalts im Wesentli chen auf die vorstehend wiedergege- benen Einschätzungen des RAD-Arztes Dr. E.____ und auf d ie erwähnten Punkte des Haus- haltabklärungsberichts vom 25. Oktober 2016. Sie schloss aus d en betreffenden Berichten, dass der Versicherten durch die Versorgung mit Hilfsmitte ln eine Kontaktaufnahme mit der Umwelt möglich sei. Somit seien, zumal zusätzlich weder eine schwere Sinnesschädigung noch ein sonstiges schweres körperliches Gebrechen aktenkundig sei, die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung nicht erfüllt. Demgegenüber macht die Beschwerde- führerin geltend, dass ihre Kommunikationsfähigkeit sta rk eingeschränkt sei. Eine Kommunika- tion im Alltag bzw. in ungewohnten oder unbekannten Situationen sei ihr nicht möglich. Sie sei stets auf die Hilfe des Ehemannes angewiesen, um mit Drittpersonen kommunizieren zu kön- nen. Dies zeige in exemplarischer Weise der Haushaltabkl ärungsbericht der IV-Stelle. Sie sei anlässlich der Abklärung lediglich dabei gewesen, ohne e twas zu hören. Eine Hilflosigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV sei daher ausgewiesen. 6.2 Die ärztlichen Unterlagen bestätigen grundsätzlich die Angaben der Beschwerdeführe- rin. So attestierte Dr. D.____ der Versicherten im November 2017 eine deutliche Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit und Dr. H.___ bescheinigt e im August 2018, dass die Patientin wegen ihres Leidens im Alltag erheblich eigeschränkt s ei. Gleichzeitig hielten die beiden Ärzte aber auch fest, dass die Versicherte in Tätigkeiten, die keine Kommunikation erfordern würden, arbeitsfähig sei. Diese ärztlicherseits festgestellte Arbeitsfähigkeit hat nun allerdings nur bedingt mit der im vorliegenden Zusammenhang interessierende n Fähigkeit zur Pflege gesellschaftli- cher Kontakte zu tun. Letztere setzt vor allem eine Komm unikationsfähigkeit voraus. Die be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht troffene Person soll in der Lage sein, im Rahmen eines Dialogs und in einer Gruppe Gespräche zu führen, Termine und Treffen zu vereinbaren sowie zu telefonieren. 6.3.1 Soweit die IV-Stelle gestützt auf die Beurteilu ng von Dr. E.____ vom 1. November 2018 die Auffassung vertritt, dass die Notwendigkeit ein er ständigen Betreuung der Versicher- ten nicht nachgewiesen sei, ist ihr entgegenzuhalten, dass dieser Aspekt vorliegend nur unge- nügend abgeklärt wurde und dementsprechend - wie im Fo lgenden zu zeigen sein wird - ver- schiedene relevante Fragen offen bleiben. 6.3.2 Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.2 hiervor) ist aufgrund der ärztlichen Unterlagen von ganz erheblichen Problemen im Alltag und in der K ommunikationsfähigkeit auszugehen. Wie sich diese Probleme konkret im Alltag und insbesonder e bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte auswirken, bleibt letztlich jedoch offen. Abklärungsbedarf besteht vor allem hinsichtlich der Fragen, ob und inwieweit es der Beschwerdeführerin möglich ist, ein Gespräch zu führen, d.h. im Dialog oder in einer Gruppe zu kommunizieren. Aus den Akten ist nicht ersichtlich, ob die Versicherte des Lippenlesens und der Gebärdensprache mächtig ist oder nicht und ob sie diese Möglichkeiten allenfalls aus invaliditätsfremden G ründen oder aber aufgrund ihrer Behin- derung nicht nutzen kann. Offen bleibt deshalb, ob d ie Versicherte, wie sie geltend macht, bei der Führung von Gesprächen der Dritthilfe bedarf und - gegebenenfalls - in welchem Ausmass eine solche erforderlich ist. 6.3.3 Im Haushaltabklärungsbericht vom 25. Oktober 2016 i st festgehalten, dass sich die Versicherte gemäss ihren Angaben regelmässig mit ihren Ge schwistern trifft. Mehr als diese Tatsache, lässt sich dem Bericht zu diesen Treffen nicht e ntnehmen. Insbesondere bleibt offen, unter welchen Voraussetzungen diese stattfinden, ob allen falls ihr Ehemann mitanwesend ist und wie die Verständigung klappt. Auch bezüglich allfäll iger anderweitiger Treffen ist unklar, ob solche überhaupt stattfinden, wie sie - bejahendenfalls - vereinbart werden und wie sie hinsicht- lich der Kommunikation ablaufen. Zu berücksichtigen ist im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung solcher Treffen andererseits auch die Möglichkeit, technische (Hilfs-) Mittel einzusetzen. So können beispielsweise die Vereinbarung von Terminen oder eine dringende kurzfristige Kommunikation mittels entsprechender Nachrichten über ein Handy erfolgen. Allen- falls ist in diesem Zusammenhang zu prüfen, wie die Nu tzung dieser Möglichkeiten der Versi- cherten möglich ist und falls nicht, worauf dies zurückzuführen ist. 6.3.4 Was schliesslich die Kommunikation mittels des Tele fons betrifft, war Dr. E.____ der Meinung, dass die Beschwerdeführerin sicherlich keine Tel efongespräche führen könne, und Dr. H.____ bezeichnete die entsprechende Möglichkeit a ls sehr eingeschränkt. Die Fragen, ob die Versicherte überhaupt, gegebenenfalls in welchem U mfang, unter welchen Voraussetzun- gen und ob mit oder ohne Dritthilfe, konkret in der Lage ist, Telefongespräche zu führen, wur- den nicht weiter geklärt, sie blieben ebenso unbeantwor tet wie die Frage nach dem Einsatz möglicher und geeigneter Hilfsmittel. Nicht geprüft wu rde sodann, ob sich die Schwierigkeiten beim Telefonieren allenfalls auch auf invaliditätsfremde Gründe zurückführen lassen oder ob sie ausschliesslich mit der Behinderung zusammenhängen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Aufgrund all der geschilderten Unklarheiten ist im vorliegenden Fall keine abschlies- sende Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs der Be schwerdeführerin möglich. Jeden- falls lässt sich nicht einfach sagen, die Probleme der Ve rsicherten bei der Kommunikation be- dingten in erster Linie das Verständnis des Umfeldes und für das Telefonieren gebe es Hilfsmit- tel. Es muss korrekt abgeklärt werden, wie sich das konkrete Leiden der Versicherten - ihre hochgradige, an Taubheit grenzende kombinierte Schw erhörigkeit beidseits - auf ihre Kommu- nikationsfähigkeit auswirkt und in welchem Ausmass die Ver sicherte deswegen bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte auf Dienstleistungen Dritter angewiesen ist. Die erforderliche Abklä- rung hat unter Beizug einer ärztlichen Fachperson zu er folgen. Diese wird die Ergebnisse der von der Abklärungsperson vorgenommenen Abklärungen mit B lick auf die Schwere der Erkran- kung aus ärztlicher Sicht zu würdigen haben, wobei die sbezüglich auch eine Unterscheidung zwischen invaliditätsfremden Aspekten und behinderungsbed ingten Einschränkungen vorzu- nehmen sein wird. Die Angelegenheit ist zu diesem Zwecke an die IV-Stelle zurückzuweisen. 7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die B eschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 2. August 2019 aufzuheben und die An- gelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Ver- fügung an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 9. März 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 5,5 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbe tracht der sich stellenden Sachver- halts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Be mühungen sind zu dem in Sozialversi- cherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 70.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘556.20 (5,5 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 70.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid a n den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. August 2019 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘556.20 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht