<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00088</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223338&amp;W10_KEY=13045541&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00088</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.06.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Berufsausübung (Ausstand)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nachdem das Amt für Gesundheit einem Arzt verschiedene Fragen zur Lagerung von Impfstoffen gestellt hatte, verlangte der Arzt, dass der Amtsleiter in den Ausstand zu versetzen sei.] Eine Ausstandspflicht ist zu bejahen, wenn die betroffene Person ein persönliches Interesse rechtlicher oder tatsächlicher, finanzieller oder ideeller Natur an dem zu behandelnden Geschäft bzw. am Verfahrensausgang hat. Es muss sich jedoch um ein direktes, handfestes Eigeninteresse handeln; bloss indirekte Vorteile, die sich theoretisch im Zusammenhang mit zahlreichen Entscheiden ergeben könnten, genügen nicht. Bei mittelbarer Betroffenheit ist vielmehr zu fragen, ob der Verfahrensausgang in einer im Ergebnis mit direkter Betroffenheit gleichzusetzenden Intensität auf die Interessenssphäre des Entscheidungsträgers zurückwirkt (E. 2.3). Dass der Arzt im hier interessierenden Aufsichts- und Untersuchungsverfahren geltend zu machen beabsichtigt, sein allfälliges Fehlverhalten sei auf vom Amt für Gesundheit begangene Fehler bzw. dessen ungenügende Information über die ordnungsgemässe Impfstofflagerung zurückzuführen, wofür der Amtsleiter verantwortlich zeichne, genügt nicht, um eine indirekte Betroffenheit mit einer Intensität darzutun, welche einer direkten Betroffenheit gleichkommt. Vielmehr lassen sich in zahlreichen Verfahren vergleichbare Einwände erheben (E. 2.4). Die von der Rekursinstanz erhobene Staatsgebühr von Fr. 2'000.- für das höchstens einen durchschnittlichen Aufwand verursachende Rekursverfahren scheint zwar als eher hoch angesetzt; eine rechtsverletzende Ermessensausübung in Zusammenhang mit der Kostenfestsetzung ist der Rekursinstanz aber noch nicht vorzuwerfen (E. 3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTANDSGRUND">AUSSTANDSGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTANDSPFLICHT">AUSSTANDSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENENTSCHEID">KOSTENENTSCHEID</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOREINGENOMMENHEIT">VOREINGENOMMENHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">§ 5a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=62489" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00088</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">29. Juni 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Matthias Hauser, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Eva Heierle.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Dr. med. A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend BerufsausÃ¼bung (Ausstand),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Amt fÃ¼r Gesundheit des Kantons ZÃ¼rich bzw. die stellvertretende KantonsÃ¤rztin ersuchte Dr. med. A, welcher als Arzt im Kanton ZÃ¼rich praktiziert, mit E-Mail vom 12. Januar 2022 um Beantwortung verschiedener Fragen betreffend die Lagerung und Verabreichung von Impfstoffen gegen Covid-19. Mit Schreiben vom 20. April 2022 teilte der Leiter des Amts fÃ¼r Gesundheit Dr. med. A mit, dass der Verdacht einer "Verwendung abgelaufener Impfstoffe" bestehe, und ersuchte ihn in diesem Zusammenhang um Beantwortung verschiedener Fragen. Zudem forderte er ihn auf, schnellstmÃ¶glich einen schriftlichen Nachweis Ã¼ber den Bedarf einer Nachholimpfung bei betroffenen Patientinnen und Patienten sowie entsprechende Kontaktaufnahmen mit diesen zu erbringen. Das Amt fÃ¼r Gesundheit erlÃ¤uterte Dr. med. A auf dessen Ersuchen hin mit Schreiben vom 16. Mai 2022 sinngemÃ¤ss, dass gegen ihn ein Untersuchungsverfahren erÃ¶ffnet worden sei. </p> <p class="Urteilstext">Am 17. Mai 2022 liess Dr. med. A die Vorsteherin der Gesundheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich darum ersuchen, den Leiter des Amts fÃ¼r Gesundheit (C) sowie den am Amt fÃ¼r Gesundheit tÃ¤tigen juristischen Praktikanten D in den Ausstand zu versetzen sowie das Untersuchungsverfahren zu sistieren. Mit VerfÃ¼gung vom 27. Mai 2022 wies die Gesundheitsdirektion das Ausstandsbegehren ab, untersagte dem Amtsleiter sowie dem juristischen Praktikanten, sich vor Eintritt der Rechtskraft ihrer (der Gesundheitsdirektion) Anordnung in das gegen Dr. med. A laufende Untersuchungs- und Aufsichtsverfahren einzubringen (Dispositivziffer I), setzte den stellvertretenden Leiter des Amts fÃ¼r Gesundheit als fÃ¼r das Untersuchungs- und Aufsichtsverfahren verantwortliche Person ein und wies das Amt fÃ¼r Gesundheit an, das Verfahren fortzufÃ¼hren (Dispositivziffer II). Die Verfahrenskosten von Fr. 400.- wurden Dr. med. A auferlegt (Dispositivziffer III). Hinsichtlich der Anfechtung von Dispositivziffer II wurde dem Lauf der Rechtsmittelfrist und der Einreichung des Rechtsmittels die aufschiebende Wirkung entzogen (Dispositivziffer V).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dr. med. A rekurrierte dagegen am 1. Juni 2022 an den Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich und beantragte, seinem Ausstandsbegehren gegen C und D sei in Aufhebung der VerfÃ¼gung vom 27. Mai 2022 sowie unter EntschÃ¤digungsfolge stattzugeben. In prozessualer Hinsicht verlangte er die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses. Dieses Gesuch wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Juni 2022 abgewiesen. Den Rekurs wies der Regierungsrat mit Beschluss vom 11. Januar 2023 ab (Dispositivziffer I), auferlegte die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 2'174.- Dr. med. A (Dispositivziffer II) und verweigerte ihm eine ParteientschÃ¤digung (Dispositivziffer III). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Februar 2023 fÃ¼hrte Dr. med. A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sowie in Aufhebung des Beschlusses vom 11. Januar 2023 und der VerfÃ¼gung vom 27. Mai 2022 sei sein Ausstandsbegehren gegen C und D gutzuheissen; eventualiter seien die Rekurskosten "auf CHF 500, allenfalls auf ein angemessenes Mass zu reduzieren". Die Gesundheitsdirektion und die Staatskanzlei namens des Regierungsrats schlossen am 10. MÃ¤rz 2023 auf Abweisung des Rechtsmittels. Auf Aufforderung des Verwaltungsgerichts hin brachte der Rechtsvertreter von Dr. med. A am 2. Juni 2023 eine Vollmacht bei. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die AusgangsverfÃ¼gung vom 27. Mai 2022 stellt einen Zwischenentscheid Ã¼ber ein Ausstandsbegehren dar, welcher selbstÃ¤ndig anfechtbar ist (§ 19a Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2] in Verbindung mit Art. 92 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Der Beschluss des Regierungsrats vom 11. Januar 2023 ist â als Rechtmittelentscheid Ã¼ber einen Zwischenentscheid â seinerseits als selbstÃ¤ndig anfechtbarer (§ 41 Abs. 3 VRG in Verbindung mit § 19a Abs. 2 VRG sowie Art. 92 Abs. 1 BGG) Zwischenentscheid und mithin als fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zulÃ¤ssiges Anfechtungsobjekt zu qualifizieren (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 19a N. 32). </p> <p class="Erwgung2">Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach § 5a Abs. 1 VRG treten Personen, die eine Anordnung zu treffen, dabei mitzuwirken oder sie vorzubereiten haben, in den Ausstand, wenn sie in der Sache persÃ¶nlich befangen erscheinen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sie in der Sache ein persÃ¶nliches Interesse haben (lit. a), mit einer Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grad verwandt oder verschwÃ¤gert oder durch Ehe, Verlobung usw. verbunden (lit. b) oder Vertreter einer Partei sind oder fÃ¼r eine Partei in der gleichen Sache tÃ¤tig waren (lit. c). Die gleiche Pflicht ergibt sich aus dem Anspruch auf gerechte Behandlung gemÃ¤ss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101), welcher auch den Anspruch auf Behandlung durch eine unparteiische BehÃ¶rde umfasst (vgl. Bernhard Waldmann, Basler Kommentar zur Bundesverfassung, 2015, Art. 29 N. 35 f.; Martine Dang/Minh Son Nguyen in: Vincent Martenet/Jacques Dubey [Hrsg.], Constitution fÃ©dÃ©rale, Basel 2021, Art. 29 N. 63 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer begrÃ¼ndet(e) das Ausstandsbegehren gegen den Amtsleiter damit, dass dieser fÃ¼r die Information der Ãrztinnen und Ãrzte im Rahmen der "Corona-Impfkampagne" zustÃ¤ndig gewesen sei. Soweit ihm (dem BeschwerdefÃ¼hrer) Ã¼berhaupt ein Fehlverhalten vorwerfbar sei, werde er rechtfertigend geltend machen, dass "die Informationen [des Amtsleiters] fÃ¼r den Praxisgebrauch und insbesondere angesichts der Dringlichkeit der Corona-Impfung zugunsten einer breiten BevÃ¶lkerung untauglich" gewesen seien. Insoweit mÃ¼sse der Amtsleiter "Ã¼ber die (Un-)Tauglichkeit seiner eigenen Anordnungen" befinden, weshalb er sich in einem Interessenskonflikt befinde bzw. ein persÃ¶nliches Interesse am Verfahrensausgang habe. Im Untersuchungs- bzw. Aufsichtsverfahren gehe es denn auch um die medizinalrechtliche, personalrechtliche und politische Verantwortlichkeit sowie die Reputation des BeschwerdefÃ¼hrers. Weil der Amtsleiter "den Fall in AusÃ¼bung seines Selbsteintrittsrechts nach § 40 Abs. 2 Satz 2 [des Gesetzes Ã¼ber die Organisation des Regierungsrates und der kantonalen Verwaltung vom 6. Juni 2005 {OG RR, LS 172.11}] an sich gezogen" bzw. "die gesetzliche Kompetenzordnung Ã¼bersteuert" habe, seien die Anforderungen an das Vorliegen eines Ausstandsgrunds zu senken. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Voreingenommenheit oder Befangenheit ist anzunehmen, wenn im Einzelfall Gegebenheiten vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit der betreffenden Person zu erwecken. Solche UmstÃ¤nde kÃ¶nnen in einem bestimmten Verhalten der betreffenden Person oder in gewissen Ã¤usseren Gegebenheiten funktioneller oder organisatorischer Natur begrÃ¼ndet sein. Bei der Voreingenommenheit bzw. der Befangenheit handelt es sich um innere ZustÃ¤nde, die nur schwer zu beweisen sind. Es braucht daher nicht nachgewiesen zu werden, dass eine Person tatsÃ¤chlich befangen ist. Vielmehr genÃ¼gt das Vorhandensein von UmstÃ¤nden, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen. Dabei kann allerdings nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden; das Misstrauen muss in objektiver Weise begrÃ¼ndet erscheinen (zum Ganzen BGE 147 I 173 E. 5.1; VGr, 9. Juni 2021, VB.2020.00392, E. 4.3, und 16. Januar 2021, VB.2020.00671, E. 4.1.2 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Im Kern der Garantie der Unbefangenheit steht auch fÃ¼r Verwaltungsangestellte, dass sie sich in Bezug auf die Beurteilung des Sachverhalts nicht bereits festgelegt haben (vgl. BGE 140 I 326 E. 5.2). Eine Ausstandspflicht ist in der Regel zu bejahen, wenn die betroffene Person ein persÃ¶nliches Interesse an dem zu behandelnden GeschÃ¤ft bzw. dem Verfahrensausgang hat (BGr, 31. Januar 2011, 1C_278/2010, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 107 Ia 135 E. 2b; Regina Kiener/Bernhard RÃ¼tsche/Mathias Kuhn, Ãffentliches Verfahrensrecht, 3. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2021, N 539). In Betracht fallen Interessen rechtlicher oder tatsÃ¤chlicher, finanzieller oder ideeller Natur (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 99 f., auch zum Nachstehenden). Gefordert ist jedoch stets eine besondere IntensitÃ¤t der persÃ¶nlichen Betroffenheit. Es muss sich mit anderen Worten um direkte, handfeste Eigeninteressen handeln; bloss indirekte Vorteile, die sich theoretisch im Zusammenhang mit zahlreichen Entscheiden ergeben kÃ¶nnen und die eine Vielzahl von Personen in gleicher Weise betreffen, genÃ¼gen hingegen nicht (RenÃ© Wiederkehr/Kaspar PlÃ¼ss, Praxis des Ã¶ffentlichen Verfahrensrechts, Bern 2020, Rz. 1001 mit Hinweisen). Bei mittelbarer bzw. indirekter Betroffenheit ist vielmehr zu fragen, ob der Verfahrensausgang in einer Art und Weise auf die persÃ¶nliche InteressenssphÃ¤re des EntscheidungstrÃ¤gers bzw. der EntscheidungstrÃ¤gerin zurÃ¼ckwirkt, die im Ergebnis einer direkten Betroffenheit gleichkommt (Regina Kiener, Kommentar VRG, § 5a N. 33).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>C ist von einem Entscheid in Zusammenhang mit einer mÃ¶glichen Pflichtverletzung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht unmittelbar in eigenen Interessen betroffen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer im hier interessierenden Aufsichts- und Untersuchungsverfahren geltend zu machen beabsichtigt, allfÃ¤lliges Fehlverhalten sei auf von der erstinstanzlich zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde begangene Fehler bzw. eine ungenÃ¼gende Information des Amts fÃ¼r Gesundheit zurÃ¼ckzufÃ¼hren, wofÃ¼r der Amtsleiter verantwortlich zeichne, genÃ¼gt sodann nicht, um eine indirekte Betroffenheit mit einer IntensitÃ¤t darzutun, welche einer direkten Betroffenheit gleichkommt. Vielmehr lassen sich in zahlreichen Verfahren vergleichbare EinwÃ¤nde erheben. </p> <p class="Erwgung2">Dem Amtsleiter lÃ¤sst sich sodann weder eine "Ãbersteuerung der Kompetenzordnung" noch eine unangemessene Kompetenzattraktion vorwerfen. Vielmehr ist das Amt fÃ¼r Gesundheit gemÃ¤ss Anhang 2 Ziff. 1 lit. c der Organisationsverordnung der Gesundheitsdirektion vom 23. Dezember 2021 (OV GD, LS 172.110.5) fÃ¼r die Aufsicht Ã¼ber Gesundheitsfachpersonen kompetent und der Amtsleiter kraft § 13 Abs. 2 lit. j OV GD namentlich fÃ¼r die Vertretung des Amts gegen aussen zustÃ¤ndig. Die entsprechenden Vorbringen des BeschwerdefÃ¼hrers laufen ins Leere. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht sodann geltend, der Amtsleiter sei aufgrund seiner (des Amtsleiters) politischen Ansichten "fÃ¼r jegliche Position in einem Untersuchungs- oder Rechtsmittelverfahren" ungeeignet. Aufschluss Ã¼ber die politischen Ansichten bzw. die fehlende Eignung des Amtsleiters gibt gemÃ¤ss dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Aussage, welche der Amtsleiter Ende September 2021 in einem Fernsehinterview machte: Im Grunde genommen sei in einer Pandemie eine gutmÃ¼tige Diktatur eine gute Art und Weise, die Pandemie zu bewÃ¤ltigen, weil es manchmal auch zentralistische Entscheide brauche, die umgesetzt wÃ¼rden. Die Vorinstanz erwÃ¤gt zutreffend, der Amtsleiter habe "im Nachgang den Medien gegenÃ¼ber erklÃ¤rt, dass er mit seiner zugespitzten und wohl etwas unglÃ¼cklich formulierten Aussage nur habe aufzeigen wollen, dass es in einer weltweiten Krise zentral gesteuerte Entscheide brauche, die schweizweit umgesetzt werden mÃ¼ssten". Diktatorische MachtansprÃ¼che gingen damit nicht einher. Ebenso wenig lÃ¤sst sich daraus eine Ablehnung demokratischer oder rechtsstaatlicher GrundsÃ¤tze ableiten. Auch lÃ¤sst sich entgegen der Ansicht des BeschwerdefÃ¼hrers nicht annehmen, der Amtsleiter sei nicht in der Lage oder willens, ein Verfahren ordnungsgemÃ¤ss durchzufÃ¼hren (zum â nur restriktiv zu bejahenden â Ausstandsgrund des fehlenden BeurteilungsvermÃ¶gens vgl. BGE 134 I 16 E. 4.3 mit Hinweisen). Schliesslich rÃ¤umt auch der BeschwerdefÃ¼hrer ein, dass die â fraglos zumindest unangemessene Formulierung bzw. Aussage â des Amtsleiters keinen Zusammenhang mit dem Gegenstand des hier interessierenden Untersuchungsverfahrens aufweist. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei objektiver Betrachtung keine UmstÃ¤nde gegeben sind, welche den Amtsleiter als in Zusammenhang mit dem gegen den BeschwerdefÃ¼hrer gefÃ¼hrten Untersuchungs- bzw. Aufsichtsverfahren voreingenommen oder generell unqualifiziert erscheinen liessen. Die Vorinstanzen haben deshalb dem gegen den Amtsleiter C gerichteten Ausstandsbegehren zu Recht nicht stattgegeben. Die Beschwerde ist insoweit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Das gegen den juristischen Praktikanten gerichtete Ausstandsbegehren wurde und wird einzig damit begrÃ¼ndet, dass "ausgeschlossen [sei], dass sich dieser in seiner Eigenschaft als Rechtspraktikant gegen Vorgaben und Ansinnen des Amtsleiters auflehn[e]". Nachdem das Ausstandsbegehren gegen den Amtsleiter abgelehnt werden durfte bzw. dieser nicht befangen erscheint, lÃ¤uft diese Argumentation ins Leere. Andere UmstÃ¤nde, welche eine Ausstandspflicht Ds zu begrÃ¼nden vermÃ¶chten, sind weder dargetan noch aus den Akten ersichtlich. Mithin ist die Beschwerde auch mit Bezug auf das gegen den Rechtspraktikanten gerichtete Ausstandsbegehren abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet schliesslich den vorinstanzlichen Kostenentscheid. Er rÃ¼gt, die Kosten seien mit Blick auf den durch das Rekursverfahren verursachten Aufwand sowie die Bedeutung der Streitsache zu hoch angesetzt worden. Ãberdies sei der Kostenentscheid nicht begrÃ¼ndet worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>§ 13 Abs. 1 VRG in Verbindung mit § 1 der GebÃ¼hrenordnung fÃ¼r die VerwaltungsbehÃ¶rden vom 30. Juni 1966 (GebÃ¼hrenO, LS 682) sieht eine GebÃ¼hrenpflicht zur Deckung der Kosten vor, die dem Staat durch Inanspruchnahme der AmtstÃ¤tigkeit von BehÃ¶rden, Beamten und Angestellten der Staats- und Bezirksverwaltung entstehen. Nach § 5 GebÃ¼hrenO betragen die StaatsgebÃ¼hren fÃ¼r Entscheide in Rechtsmittelverfahren Fr. 50.- bis Fr. 4'000.-. Wo in der GebÃ¼hrenordnung â wie in deren § 5 â Mindest- und HÃ¶chstbetrÃ¤ge festgesetzt sind, werden GebÃ¼hren, falls nichts anderes vorgeschrieben ist, nach dem Zeitaufwand und der Bedeutung des GeschÃ¤ftes berechnet (§ 9 Abs. 1 GebÃ¼hrenO). Separat erhoben werden die SchreibgebÃ¼hren gemÃ¤ss § 7 GebÃ¼hrenO.</p> <p class="Urteilstext">Die BehÃ¶rde hat die GebÃ¼hrenhÃ¶he nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen festzusetzen, wobei ihr ein grosser Ermessensspielraum zusteht (Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 13 N. 25). In solche Ermessensentscheide greift das Verwaltungsgericht nur ein, wenn ein qualifizierter Ermessensfehler bzw. eine rechtsfehlerhafte ErmessensausÃ¼bung vorliegt, wÃ¤hrend ihm eine Korrektur bloss unzweckmÃ¤ssiger oder unangemessener ErmessensbetÃ¤tigung in der Regel â und so auch hier â verwehrt ist (§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b VRG, § 50 Abs. 2 VRG; Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 50 N. 25 ff.). Kostenentscheide unterliegen sodann einer beschrÃ¤nkten BegrÃ¼ndungspflicht; auch eine Ã¤usserst knappe oder gar eine fehlende BegrÃ¼ndung kann genÃ¼gen (PlÃ¼ss, § 13 N. 30 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die Vorinstanz setzte die StaatsgebÃ¼hren auf Fr. 2'000.- und mithin etwa in der Mitte des GebÃ¼hrenrahmens fest. Es stellten sich weder in tatsÃ¤chlicher noch in rechtlicher Hinsicht besonders schwierige Fragen, und der Aktenumfang war nicht aussergewÃ¶hnlich gross. In materieller Hinsicht zu prÃ¼fen waren die drei geltend gemachten AusstandsgrÃ¼nde. Folglich ist fÃ¼r die Vorbereitung und FÃ¤llung des Rekursentscheids (hÃ¶chstens) von einem durchschnittlichen Aufwand uszugehen. Wie der vorinstanzlichen BegrÃ¼ndung immerhin zu entnehmen ist, wurde im Rahmen der Kostenfestsetzung sodann nicht nur der Aufwand fÃ¼r den Rekursentscheid, sondern â zulÃ¤ssigerweise, weil mit einem nicht unbedeutenden prozessualen Mehraufwand verbunden, â auch jener fÃ¼r die PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 15. Juni 2022 betreffend die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung berÃ¼cksichtig. Insgesamt erscheinen die Kosten zwar als eher hoch angesetzt. Eine rechtsverletzende ErmessensausÃ¼bung in Zusammenhang mit der Festsetzung der StaatsgebÃ¼hren ist der Vorinstanz indessen (noch) nicht vorzuwerfen. </p> <p class="Urteilstext">Dass die Vorinstanz die Schreib- bzw. AusfertigungsgebÃ¼hren unter Verletzung des § 7 VRG festgesetzt hÃ¤tte, macht der BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend und ist auch nicht augenfÃ¤llig. Folglich besteht kein Anlass, den vorinstanzlichen Kostenentscheid zu korrigieren.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfÃ¤nglich abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung bleibt ihm verwehrt (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dieser Entscheid stellt einen selbstÃ¤ndig erÃ¶ffneten Zwischenentscheid Ã¼ber ein Ausstandsbegehren im Sinn von Art. 92 Abs. 1 BGG dar. Die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, die in der Hauptsache offensteht (Art. 83 ff. BGG e contrario), ist damit unmittelbar zulÃ¤ssig. SpÃ¤ter kann der vorliegende Entscheid nicht mehr angefochten werden (Art. 92 Abs. 2 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 145.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'145.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hren werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gung 6 Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) den Regierungsrat.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>