<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Analyse in Bezug auf die mittel- bis langfristige Ernährungssicherheit der schweizerischen Bevölkerung zu erstellen. Dabei soll insbesondere die in Zukunft zu erwartende Leistungsfähigkeit und Entwicklung unserer Landwirtschaft einerseits verschiedenen möglichen welt- und europapolitischen Entwicklungen andererseits gegenübergestellt werden, und die möglichen Konsequenzen sollen dargestellt werden. Die Analyse soll departementübergreifend erfolgen und den sich abzeichnenden weltweiten Entwicklungen Rechnung tragen (Bevölkerungswachstum, weltweite Wasserknappheit, wachsende Konkurrenz um die landwirtschaftlichen Nutzflächen wegen steigender Energieproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gemäss Artikel 104 Absatz 1 Buchstabe a der Bundesverfassung hat der Bund dafür zu sorgen, dass die Landwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung leistet. Diesem Auftrag ist der Bund unabhängig von aussenwirtschaftlichen Szenarien verpflichtet. Einerseits wird mit der landwirtschaftlichen Produktion von Nahrungsmitteln die Abhängigkeit von Importen begrenzt, andererseits wird auch das Potenzial zur Produktion von Nahrungsmitteln erhalten (Ertragsfähigkeit der Böden, Know-how, Ausrüstungsgüter). Wie in der Stellungnahme zur Motion Schibli 06.3880, "Förderung der inländischen Nahrungsmittelproduktion", ausgeführt, leistet die Schweizer Landwirtschaft mit dem gegenwärtigen Produktionsniveau (Selbstversorgungsgrad 2003-2005 von 58,5 Prozent) den in der Verfassung geforderten wesentlichen Beitrag zur sicheren Versorgung der Bevölkerung. </p><p>Im Rahmen ihrer Beratungen zur Agrarpolitik 2011 wurde die Motion 06.3635, "Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems", überwiesen, welche verlangt, dass der Bundesrat dem Parlament bis 2009 einen Bericht über die Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems vorlegt. Unter Einbezug verschiedener aussenhandelspolitischer Szenarien wird der Bericht darlegen, wie die Mittel künftig möglichst zielgenau eingesetzt werden können. Die Bundesverfassung bildet die Basis dieser Arbeiten, welche somit den Aspekt "sichere Versorgung der Bevölkerung" umfasst. </p><p>Die Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 auf rund 9,1 Milliarden Menschen anwachsen. Dementsprechend wird die Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Energieträgern kontinuierlich zunehmen. Als Folge dieser Entwicklung rücken alternative Formen der Energieerzeugung, z. B. Biomasse aus landwirtschaftlicher Produktion, zunehmend ins Blickfeld des Interesses. Dadurch kommen die Märkte für Energie und Nahrungsmittel weltweit stärker miteinander in Berührung; bereits heute steigen weltweit die Preise für Agrargüter im Gleichschritt mit den Erdölpreisen. Mit dem globalen Getreidepreisanstieg und der - auch längerfristigen - klimatischen Gunstlage der Schweiz gewinnt die Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz wirtschaftlich zunehmend wieder an Attraktivität.</p><p>Vor diesem Hintergrund wurde im Auftrag des BLW das Forschungsprojekt "Wirkungen der Produktion von Erdölsubstituten aus Biomasse auf den Agrarsektor in der Schweiz" lanciert. Ziel des Projektes ist die Abklärung der Auswirkungen verschiedener Szenarien im Zusammenhang mit Energie und Energieproduktion aus Biomasse auf die Landwirtschaft in der Schweiz: Preise für pflanzliche und tierische Produkte, Bodennutzung, Tierbestände, Produktionsmengen, Einkommen und Strukturen. Dieses Projekt wird departementsübergreifend durch das ARE, das Bafu, das BfE, das Seco und die Deza begleitet.</p><p>Der Bundesrat wird die Resultate der verschiedenen Studien in den Bericht "Weiterentwicklung des Direktzahlungssystems" einfliessen lassen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.