<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2002.00115</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107233&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2002.00115</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.05.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung für die Steuerperiode 1.1.-31.12.1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Mitwirkungs- und Verfahrenspflichten § 132 ff. StG<br/><br/>Nach § 132 StG ist es das Ziel der Sachverhaltsermittlung, die massgebenen Verhältnisse einer vollständigen und richtigen Besteuerung festzustellen. Es steht daher nicht im Belieben des Pflichtigen, ob er daran mitwirken will oder nicht. Hinfällig ist daher die Differenzierung nach aStG zwischen Ermessens- und gewöhnlicher Schätzung. Zu beachten ist, dass nicht jede Beweislosigkeit zu einer Ermessenseinschätzung führt, sondern die Beweislastregel zur Nichtberücksichtigung von Abzügen führen kann (E. 3 a-c). Bei der Ermessenseinschätzung muss deren offensichtliche Unrichtigkeit im Einsprache-, spätestens im Rekursverfahren, durch Sachdarstellung und Beweismittel erbracht werden. Hat der Pflichtige den Nachweis nicht erbracht, wird die Schätzung auf Willkür geprüft (E. 4 a-c). Die Kostenauflage im Einspracheverfahren ist bei einer Verfahrenspflichtverletzung statthaft (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN">ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLASTREGEL">BEWEISLASTREGEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLOSIGKEIT">BEWEISLOSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN">EINSCHÃTZUNG UND EINSCHÃTZUNGSGRUNDLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: EinschÃ¤tzungs-,Rekurs- und Beschwerdeverfahren ST: EINSCHÃTZUNGSVERFAHREN">EINSCHÃTZUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSEINSCHÃTZUNG">ERMESSENSEINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRIGE MITWIRKUNG">GEHÃRIGE MITWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWÃHNLICHE SCHÃTZUNG">GEWÃHNLICHE SCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENAUFLAGE">KOSTENAUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFENSICHTLICHE UNRICHTIGKEIT">OFFENSICHTLICHE UNRICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN">PFLICHTGEMÃSSES ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SÃUMNIS">SÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHRENSPFLICHTEN">VERFAHRENSPFLICHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 132 StG</span><br/><span class="gerade">§ 133 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 134 StG</span><br/><span class="gerade">§ 135 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 139 lit. II StG</span><br/><span class="gerade">§ 140 lit. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 92 S. 206</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Das kantonale Steueramt schÃ¤tzte die A AG, welche die Beratung und das Training von natÃ¼rlichen und juristischen Personen im Bereich des Verkaufsmanagements bezweckt, am 3. Mai 2002 fÃ¼r die Steuerperiode 1999 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 27'600.- statt einem deklarierten Verlust von Fr. 10'019.- und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 90'000.- ein. Dabei setzte es die geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndete HÃ¶he der an C, den AlleinaktionÃ¤r und einzigen Verwaltungsrat der Gesellschaft, ausgerichteten VergÃ¼tungen in Form von Gehaltszahlungen von Fr. 24'000.- und einer "TrainerentschÃ¤digung" von Fr. 195'476.- in Anwendung von § 139 Abs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auf Fr. 181'840.- fest. Das Steueramt stellte sich auf den Standpunkt, die Pflichtige habe trotz Auflage und Mahnung die geschÃ¤ftsmÃ¤ssige BegrÃ¼ndetheit der VergÃ¼tungen nicht nachgewiesen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt hielt mit Einspracheentscheid von 23. August 2002 an seiner Veranlagung fest und auferlegte der Pflichtigen die Verfahrenskosten. Zur BegrÃ¼ndung hielt es im Wesentlichen fest, die Pflichtige habe auch in der Einsprache keine Unterlagen beigebracht, woraus die geschÃ¤ftsmÃ¤ssige BegrÃ¼ndetheit der fraglichen VergÃ¼tungen ersichtlich sei; deren HÃ¶he mÃ¼sse somit geschÃ¤tzt werden. Die getroffene SchÃ¤tzung erweise sich nicht als willkÃ¼rlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Die Steuerrekurskommission I wies den Rekurs der Pflichtigen am 26. November 2002 ab, hob jedoch die Auflage der Einsprachekosten auf. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kommission erwog, die Voraussetzungen fÃ¼r die SchÃ¤tzung der geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeten EntschÃ¤digungen der Pflichtigen an C nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen seien nicht erfÃ¼llt gewesen, weil es sich hierbei um steuermindernde UmstÃ¤nde handle, fÃ¼r welche die Pflichtige und nicht der Fiskus beweisbelastet sei. Hingegen sei eine "gewÃ¶hnliche SchÃ¤tzung" zulÃ¤ssig und geboten. In diesem Licht betrachtet erweise sich die SchÃ¤tzung des kantonalen Steueramts als angemessen. Da die Pflichtige keine Verfahrenspflichten schuldhaft verletzt, sondern vielmehr "auf ein Verfahrensrecht verzichtet" habe, sei die Kostenauflage im Einspracheverfahren nicht statthaft und mÃ¼sse daher aufgehoben werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 30. Dezember 2002 (SB.2002.00115) liess die Pflichtige dem Verwaltungsgericht sinngemÃ¤ss beantragen, sie sei mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 0 einzuschÃ¤tzen, eventuell "mÃ¶ge [das Gericht] nach seinem freien Ermessen vom verbuchten Gehalt von Fr. 24'000.- eine angemessene geldwerte Leistung festsetzen".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt gelangte am 22. Januar 2003 seinerseits mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht (SB.2003.00004) mit dem Antrag, die Kosten des Einspracheverfahrens seien der Pflichtigen aufzuerlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Steuerrekurskommission I und kantonales Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde der Pflichtigen. Zum steueramtlichen Rechtsmittel liessen sich indessen weder die Rekurskommission noch die Pflichtige vernehmen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter Ã¼berwies die beiden Beschwerden der 2. Kammer zur Entscheidung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Beschwerden der Pflichtigen (SB.2002.00115) und des kantonalen Steueramts (SB.2003.00004) betreffen dieselben Parteien und denselben Entscheid. Es rechtfertigt sich daher, die beiden Verfahren zu vereinigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 StG alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Rekurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ihr Ermessen Ã¼berschreitet die BehÃ¶rde, wenn sie den Rahmen des ihr gesetzlich zustehenden Ermessens verlÃ¤sst, indem sie nach Ermessen entscheidet, obwohl ihr das Gesetz kein solches einrÃ¤umt. Ein Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die BehÃ¶rde das Ermessen zwar im gesetzlich vorgegebenen Rahmen ausÃ¼bt, dieses aber unter sachfremden Gesichtspunkten oder in Missachtung allgemeiner Rechtsprinzipien betÃ¤tigt; das ist insbesondere der Fall, wenn die ErmessensbetÃ¤tigung als unhaltbar, als willkÃ¼rlich und rechtsungleich erscheint (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Rekurskommission. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 153 N. 43).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erfÃ¼llt oder kÃ¶nnen die Steuerfaktoren mangels zuverlÃ¤ssiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, nimmt das kantonale Steueramt laut § 139 Abs. 2 StG die EinschÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Steuergesetz regelt die Verfahrenspflichten des Steuerpflichtigen in den Bestimmungen von § 133 bis § 135 StG. GemÃ¤ss § 135 Abs. 1 StG muss dieser "alles tun, um eine vollstÃ¤ndige und richtige EinschÃ¤tzung zu ermÃ¶glichen". </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Gesetz unterscheidet infolgedessen nicht danach, ob die Mitwirkung steuerbegrÃ¼ndende und -mehrende oder aber steueraufhebende und -mindernde Tatsachen betrifft oder wer â der Steuerpflichtige oder die SteuerbehÃ¶rde â die Beweislast fÃ¼r die in Frage stehende beweisbedÃ¼rftige Tatsache trÃ¤gt. Denn Ziel der Sachverhaltsermittlung ist nach dem Grundsatz von § 132 StG stets, die fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige und richtige Besteuerung massgebenden tatsÃ¤chlichen und rechtlichen VerhÃ¤ltnisse festzustellen. So gesehen kann es kein Verfahrensrecht des Steuerpflichtigen geben, das in dessen Belieben stellte, an der Feststellung des gesetzmÃ¤ssigen Sachverhalts mitzuwirken oder nicht, auch wenn die Mitwirkung steueraufhebende und -mindernde Tatsachen beschlÃ¤gt, die den Steuerpflichtigen begÃ¼nstigen. Die frÃ¼here gegenteilige Rechtsprechung zum aufgehobenen Steuergesetz vom 8. Juli 1951, welche die Mitwirkung des Steuerpflichtigen als Verfahrenspflicht auf steuerbegrÃ¼ndende und -mehrende Tatsachen beschrÃ¤nkte (vgl. dazu ausfÃ¼hrlich Martin Zweifel, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, ZÃ¼rich 1989, S. 47 ff.), kann jedenfalls unter dem geltenden Recht nicht lÃ¤nger aufrecht erhalten werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>HinfÃ¤llig geworden ist dementsprechend auch die unter dem alten Steuergesetz von der Rechtsprechung getroffene Differenzierung der SchÃ¤tzung bei ungewissen tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnissen in die ErmessenseinschÃ¤tzung und die "gewÃ¶hnliche SchÃ¤tzung", je nachdem, ob die SÃ¤umnis des Steuerpflichtigen in der Mitwirkung steuerbegrÃ¼ndende und -mehrende bzw. steueraufhebende und -mindernde Tatsachen betroffen hatte (vgl. Zweifel, S. 121 f. und S. 144 ff.; ferner Felix Richner/Walter Frei/Barbara Weber/Hans R. BrÃ¼tsch, ZÃ¼rcher Steuergesetz, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, § 75 N. 69 ff. und § 87 N. 7). Kraft § 139 Abs. 2 StG ist eine EinschÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen immer dann vorzunehmen, wenn infolge fehlerhafter Mitwirkung des Steuerpflichtigen oder auch aus andern GrÃ¼nden die Steuerfaktoren mangels zuverlÃ¤ssiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Allerdings ist zu beachten, dass die Beweislosigkeit, die sich einstellt, wenn der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflicht hinsichtlich steueraufhebender oder -mindernder Tatsachen â z.B. bei einem von ihm geltend gemachten Abzug â nicht erfÃ¼llt, grundsÃ¤tzlich nicht zu einer Ermessensveranlagung fÃ¼hrt. Vielmehr ist diesfalls aufgrund der allgemeinen Beweislastregel (vgl. BGr, 22. Februar 1993, ASA 62 [1993/94], S. 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Ungunsten des fÃ¼r derartige Tatsachen beweisbelasteten Steuerpflichtigen anzunehmen, die behaupteten Tatsachen hÃ¤tten sich nicht verwirklicht, und gestÃ¼tzt darauf den in Frage stehenden Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen (vgl. etwa BGE 92 I 398 = ASA 36 [1967/68], S. 192 und BGr, 10. Juli 1977, ASA 46 [1977/78], S. 512). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter bestimmten Voraussetzungen ist ausnahmsweise eine SchÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auch bezÃ¼glich steueraufhebender und -mindernder Tatsachen zu treffen, dann nÃ¤mlich, wenn dem Steuerpflichtigen die gehÃ¶rige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus GrÃ¼nden, die er nicht zu vertreten hat, unmÃ¶glich oder unzumutbar ist (vgl. RB 1975 Nr. 54). Gleich verhÃ¤lt es sich, wenn das Bestehen eines Abzugs erwiesen ist, z.B. feststeht, dass dem Steuerpflichtigen Gewinnungskosten erwachsen sind, aber deren HÃ¶he ungewiss ist. In einem solchen Fall wÃ¤re es sachwidrig und damit willkÃ¼rlich, den Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen; vielmehr muss dessen HÃ¶he nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen geschÃ¤tzt werden (vgl. Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel/Genf/MÃ¼nchen 2002, Art. 46 StHG N. 30). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Pflichtigen sind unstreitig geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndete Aufwendungen fÃ¼r GehÃ¤lter und TrainerentschÃ¤digungen erwachsen. Indessen hat diese trotz Auflage und Mahnung des kantonalen Steueramts die geltend gemachte HÃ¶he dieser Aufwendungen nicht nachgewiesen. Sie hat bloss Rechnungen von C eingereicht, aufgrund welcher ihm Akontozahlungen in HÃ¶he von Fr. 195'476.- geleistet wurden, worin aber dessen Leistungen nicht nÃ¤her umschrieben sind, sondern lediglich den pauschalen Vermerk "Honorare fÃ¼r Verkaufstraining" tragen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da somit das Ausmass der in Frage stehenden geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeten Aufwendungen aufgrund der SÃ¤umnis der Pflichtigen ungewiss blieb, hat das Steueramt deren HÃ¶he zu Recht gestÃ¼tzt auf § 139 Abs. 2 StG nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen geschÃ¤tzt (vgl. ErwÃ¤gung 3b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Eine ErmessenseinschÃ¤tzung kann gemÃ¤ss § 140 Abs. 2 Satz 1 StG nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit angefochten werden. Der Steuerpflichtige hat den Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit im Einspracheverfahren, spÃ¤testens aber im Rekursverfahren zu erbringen, und zwar dadurch, dass er innerhalb der Rechtsmittelfrist die versÃ¤umten Verfahrenspflichten erfÃ¼llt, eine zur Beseitigung der Ungewissheit Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse erforderliche substanzierte Sachdarstellung gibt und hierfÃ¼r notwendige Beweismittel beibringt oder zumindest anbietet. Nur unter diesen formellen Voraussetzungen wird der Steuerpflichtige Ã¼berhaupt zur Leistung des Unrichtigkeitsnachweises zugelassen und ist die Einsprache- bzw. RekursbehÃ¶rde zur Untersuchung und Beweisabnahme verpflichtet. Andernfalls gilt der Nachweis ohne Weiteres als gescheitert mit der Folge, dass die ErmessenseinschÃ¤tzung als solche bestehen bleibt und einzig ihrer HÃ¶he nach der PrÃ¼fung auf offensichtliche Unrichtigkeit unterliegt (vgl. RB 1994 Nr. 45 E. a mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann, § 140 N. 55 ff.; Zweifel, Art. 48 StHG N. 48 ff.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Pflichtige hat, wie die Rekurskommission zutreffend erwogen hat, weder im Einsprache- noch im Rekursverfahren die versÃ¤umten Verfahrenspflichten erfÃ¼llt und die geschÃ¤ftsmÃ¤ssige BegrÃ¼ndetheit der geltend gemachten Aufwendungen fÃ¼r GehÃ¤lter und TrainerentschÃ¤digungen durch Unterlagen vollstÃ¤ndig nachgewiesen. Sie hat Ã¼ber die insoweit nichts sagenden Rechnungen fÃ¼r Akontozahlungen hinaus keinerlei Aufstellungen â z.B. detaillierte Arbeitsrapporte oder dergleichen â eingereicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei den AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeschrift zur TÃ¤tigkeit von C handelt es sich um unzulÃ¤ssige neue tatsÃ¤chliche Behauptungen, die nicht zu hÃ¶ren sind (vgl. ErwÃ¤gung 2b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Hat aber die Pflichtige den Nachweis der Unrichtigkeit der ErmessenseinschÃ¤tzung nicht geleistet, ist nur noch die HÃ¶he der getroffenen SchÃ¤tzung auf offensichtliche Unrichtigkeit hin zu prÃ¼fen. "Offensichtlich unrichtig" ist eine SchÃ¤tzung dann, wenn sie willkÃ¼rlich ist. Das ist namentlich der Fall, wenn sie sich nach den Akten als geradezu unmÃ¶glich, als sachlich nicht begrÃ¼ndbar erweist (RB 1963 Nr. 62 = ZBl 65/1964, S. 384 = ZR 65 Nr. 13).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das kantonale Steueramt hat die geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndeten EntschÃ¤digungen an C auf 85 % des Umsatzes der Pflichtigen geschÃ¤tzt, entsprechend dem VerhÃ¤ltnis des Vorjahrs. Inwiefern dieses Vorgehen sachwidrig sein soll, ist nicht ersichtlich. Dass es sich bei der Pflichtigen um einen Dienstleistungsbetrieb handelt, vermag die SchÃ¤tzungsmethode angesichts dessen, dass diese es versÃ¤umt hat, taugliche SchÃ¤tzungsgrundlagen zu liefern, nicht zu erschÃ¼ttern. Der Hinweis auf die VerhÃ¤ltnisse der folgenden Jahre ist ohnehin ein im Beschwerdeverfahren nicht statthaftes Novum (vgl. ErwÃ¤gung 2b). Die SchÃ¤tzung erweist sich aufgrund der Akten nicht als willkÃ¼rlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde der Pflichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Das Einspracheverfahren ist gemÃ¤ss Art. 142 Abs. 2 StG kostenfrei (Satz 1). Die Kosten dieses Verfahrens kÃ¶nnen jedoch dem Steuerpflichtigen oder jeder andern zur Auskunft verpflichteten Person auferlegt werden, die diese Kosten durch eine schuldhafte Verletzung von Verfahrenspflichten notwendig gemacht haben (Satz 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Pflichtige hat im EinschÃ¤tzungsverfahren keine tauglichen Unterlagen zum Nachweis der geschÃ¤ftsmÃ¤ssigen BegrÃ¼ndetheit der EntschÃ¤digungen an C fÃ¼r GehÃ¤lter und TrainerentschÃ¤digungen beigebracht und auf diese Weise Verfahrenspflichten verletzt (vgl. ErwÃ¤gungen 3a und 4b). Da sie nicht dargetan hat, dass ihr die gehÃ¶rige ErfÃ¼llung der Verfahrenspflichten unmÃ¶glich oder unzumutbar gewesen ist, darf ohne weiteres angenommen werden, sie habe diese Pflichten schuldhaft verletzt (vgl. Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2b, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2000, Art. 135 DBG N. 25). Demzufolge sind ihr die Einsprachekosten von Fr. 200.- aufzuerlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde des kantonalen Steueramts.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Rekurs- sowie die Gerichtskosten vollumfÃ¤nglich der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Beschwerdeverfahren SB.2002.00115 und SB.2003.00004 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde der A AG wird abgewiesen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2.<span> </span></span><span>Die Beschwerde des kantonalen Steueramts wird gutgeheissen. Die Einsprachekosten von Fr. --.-- werden der A AG auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>