Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Februar 2021 (715 20 220 / 37) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Der Beschwerdeführer hat Anlass dazu gegeben, dass er seine Zwischenverdiensttätig- keit verloren hat, weshalb die Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 16 Tagen nicht zu beanstanden ist Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei ber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch B.____ gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. Der 1979 geborene A.____ arbeitete vom 15. bis 1 9. Dezember 2019 als C.____ bei der D.____ GmbH, in einem Zwischenverdienstverhältnis. Ab 20. Dezember 2019 blieb er der Arbeit fern. Nach Abklärung des Sachverhalts wurde A.____ von d er Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) mit Verfügung vom 28. Ja nuar 2020 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der Anspruchsberechtigung ab dem 20. Dezember 2019 für die Dauer von 16 Tagen eingestellt. Eine dagegen erhobene Einsprache w ies die Arbeitslosenkasse mit Ein- spracheentscheid vom 28. Mai 2020 ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch B.____, mit Schreiben vom 2. Juni 2020 Be- schwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft , Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht), und beantragte sinngemäss, der a ngefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung abzusehen. C. Die Kasse schloss mit Vernehmlassung vom 25. September 2020 auf Abweisung der Beschwerde. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obl igatorische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversi- cherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht e rhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslo senversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend kam die Beschwerdeführerin ihren Kontrollpflichten im Kan ton Basel-Landschaft nach, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist . Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ger ichtliche Instanz des Kantons Be- schwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträ ger gemäss Art. 56 ATSG, wes- halb auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben ist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde vom 2. Juni 2020 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Versicherten zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für d ie Dauer von 16 Tagen in der An- spruchsberechtigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld vo n Fr. 140.-- liegt der Streitwert von Fr. 2'240.-- unter diesem Grenzbetrag. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entschei- den. 2.1 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person a lles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in d er Anspruchsberechtigung verfügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als Verwaltungs- sanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- u nd Verschuldensprinzip be- herrscht (THOMAS NUSSBAUMER , in: Schindler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versichert e Person in der Anspruchsberechti- gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos geworden ist. Eine selbstver- schuldete Arbeitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den persönlichen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (ARV 1982 Nr. 4 S. 39). Dies ist unter anderem dann der Fall, w enn die versicherte Person das Arbeitsver- hältnis von sich aus kündigt, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 2.3 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe nach A rt. 44 Abs. 1 lit. b AVIV findet die Scha- denminderungspflicht (Art. 17 Abs. 1 AVIG) ihre Gren ze grundsätzlich im Zumutbarkeitsgedan- ken. So gilt nach Art. 16 Abs. 1 AVIG eine Arbeit noch als zumutbar, die den berufs- und ortsüb- lichen, insbesondere den gesamt- und normalarbeitsvertr aglichen Bedingungen entspricht, den Fähigkeiten und dem Gesundheitszustand der arbeitslosen Person angemessen ist und die Wie- derbeschäftigung in ihrem Beruf nicht wesentlich erschwert. Das Bundesgericht hat in konstanter Praxis entschieden, dass bei der Frage der Zumutbarkeit bzw. Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab anzulegen ist. Die Z umutbarkeit zum Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle wird dabei strenger beurteilt als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb mit Hinweisen; N USSBAUMER , a.a.O., Rz. 838). Wenn nicht be- sondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigstens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat (ARV 1976 Nr. 18; GERHARD GERHARDS , Kommentar zum AVIG, Bd. I, Bern 1987, N. 27 zu Art . 16; J ACQUELINE CHOPARD , Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). 2.4 Der Begriff der Unzumutbarkeit ist im Lichte von Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 21. Juni 1988 über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit (IAO-Übereinkomme n; für die Schweiz in Kraft seit dem 17. Oktober 1991) auszulegen. Staatsvertraglich wird n ur das freiwillige („volontairement“) Auf- geben einer Stelle ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) sanktioniert. Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der ver sicherten Person zu berücksichti- gen. Vermag die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen, kann nicht von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäf tigung im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009, 8C_958/2008, E. 2.2 mit Hin- weisen). 2.5 Als legitimer Grund im vorgenannten Sinne gilt d ie Kündigung einer Arbeitsstelle, die die Gesundheit der versicherten Person gefährdet. Gesundhei tsgefährdende Arbeitsstellen sind nicht mehr zumutbar im Sinne von Art. 16 AVIG. Eine Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein. Aus Gründen der Rechtssicherh eit darf sich die Arbeitslosenkasse Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mit blossen Behauptungen der versicherten Person b egnügen, sondern benötigt vielmehr zweckdienliche Beweismittel, welche primär die versicherte Person im Rahmen der ihr obliegen- den Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachverhalts beizubringen hat (BGE 124 V 234 E. 4b/bb). 2.6 Dagegen vermögen ein schlechtes Arbeitsklima und Mein ungsverschiedenheiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen grundsätzlich keine Unzumu tbarkeit der Fortführung des Ar- beitsverhältnisses zu begründen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). Bei Schwierigkeiten wie Auseinandersetzungen, Stresssituationen und dergleichen ist es der ver- sicherten Person grundsätzlich zuzumuten, ihre Stelle nic ht ohne Zusicherung einer neuen An- schlussstelle aufzugeben. Das Bundesgericht hat festgehalten, dass belastende Verhältnisse am Arbeitsplatz eine vorzeitige Auflösung des Arbeitsverhäl tnisses nicht rechtfertigen. Sie können aber allenfalls beim Verschulden berücksichtigt werden (U rteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts [EVG, seit 2007 Schweizerisches Bundesgericht] vom 29. Oktober 2003, C 133/03, E. 3.2 mit Hinweisen). Auch ein den Vorstellungen der versicherten Person nicht entsprechendes Betriebsklima genügt hierzu keineswegs (ARV 1986 Nr. 24 S. 95). 3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verw altungsgerichtsbeschwerde- verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständ ige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 125 V 195 E. 2; 122 V 158 E. 1a). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen vorzun ehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten er gebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hin- weisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mit- wirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, U rteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2009, 8C_412/2009, E. 1; T HOMAS LOCHER /T HOMAS GÄCHTER , Grundriss des Sozialversiche- rungsrechts, 4. Aufl., Bern 2014, § 70 Rz. 3 und 20 ff.). 3.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü- fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 ATSG vom 6. Oktober 2000; Art. 61 lit. c ATSG). Die Ve rwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache erst u nd nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (R ENÉ WIEDERKEHR / KASPAR PLÜSS , Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts, Eine systematische Analyse der Rechtsprechung, Bern 2020, Rz. 1313 m.w.H.). Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. D ie blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdar- stellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein- lichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a, 121 V 208 E. 6b). Eine Ausnahme hierzu bildet die Anwendung von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV (Urteil des EVG vom 17. Ok- tober 2000, C 53/00, E. 3a). Praxisgemäss muss das der versicherten Person im Rahmen dieser Bestimmung zur Last gelegte Verhalten in beweismässiger Hinsicht klar feststehen, ansonsten eine Einstellung ausser Betracht fällt (Urteile des EVG vom 7. November 2002, C 365/01, E. 2 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und vom 8. Oktober 2002, C 392/00, E. 3.1; siehe im We iteren auch BGE 112 V 245 E. 1; SVR 1996 ALV Nr. 72 S. 220 E. 3b/bb; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 829). 3.3 In seiner Beweiswürdigung ist das Gericht regelmässig auf die Parteivorbringen und ins- besondere auf die Aussagen der Arbeitgeberin angewiese n. Diese sollte eine Sachverhaltsdar- stellung abgeben, ohne am Ausgang des Verfahrens interessiert zu sein und ohne ein Interesse daran zu haben, die versicherte Person in einem ungünsti gen Licht erscheinen zu lassen. So- lange kein Grund besteht, an den Aussagen der Arbeitgeberin zu zweifeln, ist auf diese abzustel- len. Es darf hingegen insbesondere dann nicht einzig a uf deren Aussagen zu den Umständen der vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses abgestellt werden, wenn diese bestritten und durch keine weiteren Indizien gestützt werden (vgl. BGE 1 12 V 245 E. 1; ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des EVG vom 8. März 2001, C 102/00, E. 1a). Denn eine Einstellung in der An- spruchsberechtigung kann, wie eben dargestellt, nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar feststeht und von dieser vorsätzlich ausgeübt wurde. Bei Differenzen zwischen der Arbeitgeberin und dem Arbeitne hmer darf somit nicht ohne weiteres auf ein fehlerhaftes Verhalten des Arbeitnehmers geschl ossen werden, wenn die Arbeitgeberin nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche sie keine Beweise anführen kann (Urteil des EVG vom 26. April 2001, C 380/00, E. 2b; BGE 112 V 245 mit Hinweisen; NUSSBAUMER , a.a.O., Rz. 831). Indessen ist darauf hinzuweisen, dass bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person die Beweismaxime gilt, wonach die sogenannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Dar- stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtli- cher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 115 V 133 E. 8c). 4. Zu prüfen ist zunächst, ob der Beschwerdeführer seine Arbeitslosigkeit selbst verschul- det hat, indem er der Arbeitgeberin zur Kündigung An lass gegeben oder selbst gekündigt und deshalb die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosig keit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV m it zu tragen hat. Aufgrund der vorliegenden Akten stellt sich der rechtserhebliche Sachverhalt wie folgt dar: 4.1 Mit Schreiben vom 7. Januar 2020 hat die Arbeitge berin mitgeteilt, dass der Beschwer- deführer sich geweigert habe, den Arbeitsvertrag zu unt erschreiben. Er habe den Vertrag mit etlichen Korrekturvorschlägen zurückgebracht. Dieser L-GAV-konforme Arbeitsvertrag werde von ihnen seit Jahren benutzt und noch nie habe jemand ei ne Beanstandung vorgebracht. Der Be- schwerdeführer habe sich auch sonst nicht sehr anpassungsfähig gezeigt, er habe jeder Situation etwas Negatives abringen können. Sie weise darauf hi n, dass der Beschwerdeführer im besten Fall gekündigt habe. Aus ihrer Sicht sei er der Arbeit ferngeblieben ohne die Kündigungsfrist ein- zuhalten. 4.2 Bereits am 20. Dezember 2019 hat der Beschwerdefüh rer der Arbeitslosenkasse seine Arbeitszeiten vom 15. bis 19. Dezember 2019 mitgeteilt und ausgeführt, eine Anstellung in die- sem Geschäft sei unzumutbar, der Chef stelle sich quer, e r wolle keine Zwischenverdienst-Be- scheinigung ausstellen. Der Beschwerdeführer verzichte auf eine Lohnzahlung, den Rechtsweg wolle er nicht einschlagen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Fragebogen "Rechtliches Gehör" bzw. mit Begleitschre iben vom 20. Januar 2020 führte der Beschwerdeführer aus, er habe gar nicht gekündigt, der Chef habe am Donnerstagnachmittag, 19. Dezember 2019, gekündigt. Dieser habe ihm versprochen gehabt, nur einen Monat als Pro- bezeit vorzusehen. Im Vertrag sei aber dennoch eine Pr obezeit von drei Monaten festgehalten gewesen. Der Chef sei wütend geworden und habe gesag t, er passe nicht ins Team, er müsse gar nicht mehr kommen, oder doch: Er solle noch 3 Tage kommen wegen der Kündigungsfrist. Am Abend habe er seinen Chef angerufen und gesagt: "B itte Chef, ich möchte mit dir reden, so kann ich nicht weiterarbeiten, meine Nachbarin möchte a uch mit dir reden." Dieser habe dann wieder geschrien, er wolle nicht, er habe keine Zeit, er müsse nicht wiederkommen. Am nächsten Morgen, Freitag, 20. Dezember 2019, sei er mit seiner Nachbarin um 08.45 Uhr am Arbeitsort gewesen. Sie hätten in Ruhe mit dem Chef reden wollen. Dieser sei aber wieder wütend gewor- den und habe geschrien, er wolle nicht, er habe keine Zeit. Der Chef habe sie rausgeschmissen. Er habe nicht gewollt, dass die Arbeit so ende, er ha be eine gute Lösung finden wollen, aber leider habe der Chef ihm keine Chance gelassen. Diese Ausführungen werden von der Nachbarin, welche die Einsprache und die vorliegende Be- schwerde verfasst hat, bestätigt und einspracheweise mit de m Zusatz ergänzt, dass sie nach dem Vorfall vom 20. Dezember 2019 nach Hause gegangen seien und sie dann beim RAV an- gerufen und den Vorfall geschildert habe. 5.1 Aus diesen Darlegungen lässt sich der Schluss ziehe n, dass der Beschwerdeführer mit dem ihm vorgelegten Vertrag nicht einverstanden war, weil darin eine dreimonatige Probezeit vorgesehen war. Dennoch hat der Beschwerdeführer angef angen zu arbeiten. Als er mit dem Chef nochmals darüber reden wollte, ist dieser wütend geworden und hat ihn fortgeschickt. Auch am folgenden Morgen hat er nicht mit sich reden lassen . Unklar ist, ob der Beschwerdeführer dann von sich aus die Arbeitsstelle verlassen hat oder ob der Chef ihn nicht hat arbeiten lassen und ihn fortgeschickt hat. Dies ist allerdings nicht von entscheidender Bedeutung. 5.2 Dem Gesagten zufolge steht fest, dass der Beschwerd eführer zumindest Anlass dazu gegeben hat, dass er seine Zwischenverdiensttätigkeit verloren hat. Die Tatsache, dass er noch- mals über die im Arbeitsvertrag festgehaltene Probezeit reden wollte, stellt zwar an sich kein Kündigungsgrund dar, aber es führte dazu, dass der Arbe itsvertrag nicht unterzeichnet wurde und dass er die Stelle verloren hat, nachdem er vier Tage gearbeitet hatte. Andere konkrete Ver- fehlungen werden ihm von Arbeitgeberseite nicht vorge worfen. Allerdings ist auch kein Grund ersichtlich, weshalb er den gesetzeskonformen Vertrag nicht unterzeichnet hat. Damit hat er je- denfalls zum Stellenverlust beigetragen und dieses Ver halten wäre vermeidbar gewesen. Der Beschwerdeführer hat mit seinem Verhalten das Risiko, wieder arbeitslos zu werden, zumindest eventualvorsätzlich in Kauf genommen hat. Auch ist der B eschwerdegegnerin beizupflichten, dass er die Kündigung, die die Kündigungsfrist missachtete, akzeptiert und damit auf die Weiter- führung des Arbeitsverhältnisses verzichtet hat bzw. die Kü ndigung nicht angefochten hat. Ein pflichtwidriges Verhalten ist mit überwiegender Wahrsche inlichkeit ausgewiesen und ein Ver- schulden an seiner Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht AVIV demnach zu bejahen. Die von der Kasse verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigung erweist sich demnach grundsätzlich als rechtmässig. 6. Zu prüfen bleibt, ob die verfügte Einstellungsdaue r von 16 Tagen angemessen ist. Die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschul- dens und beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsber echtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leichtem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschw erem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschulden. Innerhalb dieses Rahmens fällt die Arbeitslosenkasse ihren Entscheid nach pflichtgemässem Ermessen. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angefochtene Verfügung auch auf d eren Angemessenheit zu überprü- fen. Sie greift jedoch bei der Beurteilung der von de r Arbeitslosenkasse angeordneten Einstel- lungsdauer praxisgemäss nur mit Zurückhaltung in deren E rmessensspielraum ein. Vorliegend hat die Kasse das Verhalten des Versicherten als mittelschw eres Verschulden qualifiziert und eine Sanktion am untersten Rahmen des mittelschweren Ve rschuldens festgelegt. Ausgehend von 24 Tagen hat sie die Dauer der Einstellung in Anerkennung des problematischen Verhaltens auch der Arbeitgeberin und der daraus resultierenden Probleme am Arbeitsplatz sowie der Tat- sache, dass der Beschwerdeführer eine Zwischenverdiensttätigkeit ausgeübt hat, letztlich auf 16 Tage festgesetzt. Diese Vorgehensweise ist nicht zu beansta nden. Allenfalls weitere verschul- densmindernde Gründe sind keine erkennbar. Zumal sich di e Einstellungsdauer an der Grenze zu einem leichten Verschulden bewegt, besteht kein Anlass, in den Ermessensspielraum der Be- schwerdegegnerin einzugreifen. Gründe, die eine Unterschreitung des Sanktionsrahmens recht- fertigen würden, liegen jedenfalls keine vor. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. 7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gü ltig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird keine Parteient- schädigung zugesprochen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht