<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="WordSection1"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top" width="79"> <p class="aaArabisch1Unterziffer"><img alt="" height="60" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,7000&amp;Parametername=WEB&amp;Schema=BS_FI_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=93715" width="39"/></p> </td> <td valign="top" width="535"> <p class="MsoNormal"><span>Sozialversicherungsgericht</span></p> <div> <p class="MsoNormal"><span>des Kantons Basel-Stadt</span></p> </div> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>URTEIL (REKTIFIKAT)</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a name="VF_DAT_ENTSCHEID">14. November 2018</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>Mitwirkende</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">lic. iur. K. Zehnder (Vorsitz), lic. iur. R. Schnyder, Dr. med. R. von Aarburg <a name="TN_AUTOTEXT_GS"></a>und Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Dreyer </p> <div> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>Parteien</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>A</b>____</p> <p class="MsoNormal">[...] </p> <p class="MsoNormal">vertreten durch lic. iur. B____, Advokat,</p> <p class="MsoNormal">[...] </p> <p class="MsoNormal"> Beschwerdeführerin </p> <p class="MsoNormal"><a name="RU_AUTOTEXT_KL%C3%84GER_X__B"><span> </span></a></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>IV-Stelle Basel-Stadt</b>, Rechtsdienst,</p> <p class="MsoNormal">Lange Gasse 7, Postfach, 4002 Basel <a name="BT_AUTOTEXT_VRTR__B"></a> </p> <p class="MsoNormal"> Beschwerdegegnerin <a name="BT_AUTOTEXT_2VRTR__B"></a></p> <p class="MsoNormal"><a name="RU_AUTOTEXT_BEKLAGTE_X__B"><span> </span></a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>Gegenstand</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>IV.2018.63</b></p> <p class="MsoNormal">Verfügung vom 19. März 2018</p> <p class="MsoNormal">Anforderungen an ein psychiatrisches Gutachten; vorliegend nicht erfüllt.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <b><span><br/> </span></b> <p class="aaTatsachen">Tatsachen</p> <p class="aaRmisch1">I.<span> </span> </p> <p class="aaText">a) A____ (Beschwerdeführerin), geboren am [...] 1963, absolvierte zunächst eine Lehre als Malerin, welche sie 1983 abschloss. Anschliessend arbeitete sie rund zehn Jahre in ihrem angestammten Beruf. Daraufhin war sie im sozialen Bereich tätig, wobei sie sich verschiedenen Weiterbildungen unterzog. Namentlich begann sie im März 1994 eine dreijährige berufsbegleitende Ausbildung zur Sozialpädagogin, welche sie jedoch vorzeitig nach zwei Jahren abbrach. Ab dem 1. Februar 2000 war sie schliesslich 80 % für die C____ im Reinigungsdienst tätig (vgl. den "Lebenslauf"; IV-Akte 14, S. 13 f.). </p> <p class="aaText">b) Ab dem 5. Juli 2012 wurde der Beschwerdeführerin wegen Knieproblemen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-Akte 3). Am 23. August 2012 wurde sie am linken Knie operiert (vgl. IV-Akte 71, S. 18). Im November 2012 meldete sich die Beschwerdeführerin zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung an (vgl. IV-Akte 2). Die IV-Stelle traf in der Folge entsprechende Abklärungen, insbesondere medizinischer Natur. Unter anderem wurden medizinische Fremdakten beigezogen (Bericht Dr. D____ vom 28. Februar 2013 [IV-Akte 27, S. 10 ff.]; Gutachten Dr. E____ vom 14. März 2013 [IV-Akte 26, S. 5 ff.]). In der Folge gewährte die IV-Stelle Frühinterventionsmassnahmen in der Form eines Belastbarkeitstrainings resp. in der Form von Arbeitsvermittlung und eines Job-Coachings (vgl. IV-Akten 33, 38 und 41). </p> <p class="aaText">c) In der Zeit vom 2. Oktober 2013 bis zum 12. Dezember 2013 war die Beschwerdeführerin stationär in den F____ Kliniken hospitalisiert (vgl. IV-Akte 47, S. 1 ff.). Im weiteren Verlauf gewährte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin Integrationsmassnahmen in der Form eines Belastbarkeitstrainings in der Stiftung G____ (vgl. IV-Akte 50). Im Mai 2014 wurde die Beschwerdeführerin erneut am linken Knie operiert (vgl. IV-Akte 71, S. 15). Anschliessend gewährte die IV-Stelle ihr ein Aufbautraining bei der Stiftung G____ (vgl. IV-Akten 65, 78 und 86). Ab Januar 2015 wurde die Beschwerdeführerin von der Stiftung G____ mit einem 50%-Pensum (Monatslohn Fr. 234.--) weiterbeschäftigt (vgl. IV-Akte 86). </p> <p class="aaText">d) Die IV-Stelle traf in der Folge weitere Abklärungen. Insbesondere holte sie bei der Stiftung G____ den Arbeitgeberbericht vom 28. Mai 2015 ein (vgl. IV-Akte 100). Des Weiteren wurden die behandelnden Ärzte zur Berichterstattung aufgefordert (Berichte Dr. H____ vom 27. Februar 2015 und vom 10. Juni 2016 [IV-Akten 103 und 113]; Bericht Dr. I____ vom 27. Oktober 2015 [IV-Akte 105]). Am 11. August 2016 wurde eine Haushaltsabklärung vorgenommen (vgl. IV-Akte 115). Nach Einholung des Berichtes von Dr. J____ vom 19. September 2016 (IV-Akte 118) erteilte die IV-Stelle Dr. K____ und Dr. L____ den Auftrag zur bidisziplinären (rheumatologisch-psychiatrischen) Begutachtung der Beschwerdeführerin (Gutachten Dr. K____ vom 27. April 2017 [IV-Akte 125] resp. Gutachten Dr. L____ vom 28. April 2017 [IV-Akte 124]). </p> <p class="aaText">e) Mit Vorbescheid vom 17. Juli 2017 teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit, man beabsichtige, ihr ab 1. Juli 2013 bis zum 1. März 2015 eine ganze Rente zu gewähren (vgl. IV-Akte 131). Dazu nahm die Beschwerdeführerin am 14. September 2017 Stellung. Sie beantragte die Ausrichtung einer ganzen Rente auch nach dem 1. März 2015 (vgl. IV-Akte 143). Am 31. Oktober 2017 liess sie der IV-Stelle weitere medizinische Unterlagen zukommen, insbesondere einen Bericht von Dr. J____ vom 28. September 2017 (IV-Akte 146, S. 7 ff.). Weitere Unterlagen reichte sie am 1. November 2017 und am 4. Dezember 2017 ein (vgl. IV-Akten 147 und 154). In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. L____ die ergänzende Stellungnahme vom 23. Februar 2018 (IV-Akte 164) ein. Mit Schreiben vom 12. Februar 2018 liess die Beschwerdeführerin die IV-Stelle wissen, sie werde sich im März 2018 einer Knietotalprothesenoperation am linken Knie unterziehen (vgl. IV-Akte 162). Darauf Bezug nehmend teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit, man werde die Mitteilung als neues Gesuch betrachten und das Eintreten prüfen, sobald über das erste Leistungsgesuch rechtskräftig entschieden worden sei (vgl. IV-Akte 166). Am 19. März 2018 erliess die IV-Stelle eine dem Vorbescheid entsprechende Verfügung (vgl. IV-Akte 173). </p> <p class="aaRmischfortlaufend">II.<span> </span> </p> <p class="aaText">a) Am 26. April 2018 hat die Beschwerdeführerin Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt erhoben. Sie beantragt, es sei die Verfügung vom 7. März 2018 aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr auch ab dem 1. April 2015 eine Invalidenrente nach den gesetzlichen Bestimmungen auszurichten. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen über ihren Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit durchzuführen und es sei danach erneut über den Rentenanspruch zu entscheiden. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht die Beschwerdeführerin um Bewilligung des Kostenerlasses. </p> <p class="aaText">b) Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 26. Mai 2018 wird der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung durch lic. iur. B____, Advokat, bewilligt.</p> <p class="aaText">c) Die IV-Stelle (Beschwerdegegnerin) schliesst mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="aaText">d) Die Beschwerdeführerin hält mit Replik vom 20. August 2018 an ihrer Beschwerde fest. Der Eingabe hat sie eine Kopie einer E-Mail von Dr. J____ vom 20. August 2018 betreffend einen erforderlich gewordenen Aufenthalt in den F____ Kliniken beigelegt. </p> <p class="aaText">e) Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 13. September 2018 auf Einreichung einer ausführlichen Duplik. </p> <p class="aaText">f) Mit Schreiben vom 19. September 2018 reicht die Beschwerdeführerin die Berichte der F____ Kliniken vom 27. August 2018 und vom 3. September 2018 ein und ersucht das Gericht, diese im Rahmen der Entscheidfindung zu berücksichtigen.</p> <p class="aaText">g) Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 auf Einreichung einer ausführlichen Stellungnahme. Gleichzeitig macht sie geltend, die Berichte der F____ Kliniken könnten im jetzigen Verfahren nicht berücksichtigt werden; denn sie würden sich auf einen Zeitraum nach Erlass der angefochtenen Verfügung beziehen. Man habe die Berichte als Neuanmeldung entgegengenommen.</p> <p class="aaRmischfortlaufend">III.<span> </span> </p> <p class="aaText">Am 14. November 2018 fand die Beratung der Sache durch die Kammer des Sozialversicherungsgerichts statt.</p> <p class="aaEntscheidungsgrnde">Entscheidungsgründe</p> <p class="aaArabisch1"><b>1.<span> </span></b> </p> <p class="aaArabisch1Unterziffer"><b><span lang="DE">1.1.<span> </span></span></b><span lang="DE">Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist als einzige kantonale Instanz zuständig zum Entscheid über die vorliegende Streitigkeit (§ 82 Abs. 1 des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die Organisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG]; SG 154.100). Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt sich aus Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20).</span></p> <p class="aaArabisch1Unterziffer"><b><span lang="DE">1.2.<span> </span></span></b><span lang="DE">Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="aaText"><span lang="DE"> </span></p> <p class="aaText"><span lang="DE"> </span></p> <h1><b>2.<span> </span></b> </h1> <h2><b>2.1.<span> </span></b>Die Beschwerdegegnerin macht im Wesentlichen geltend, gestützt auf die beweiskräftigen Gutachten von Dr. K____ vom 27. April 2018 und von Dr. L____ vom 28. April 2018 sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit seit Januar 2015 wieder über eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit (mit einer 10%igen Leistungsminderung) verfüge. Eine Einschränkung im Haushalt bestehe nicht. Bei dieser medizinischen Ausgangslage habe man die Ausrichtung der ganzen Rente (ab Juli 2013) zu Recht auf März 2015 befristet (vgl. die angefochtene Verfügung; siehe auch die Beschwerdeantwort). </h2> <h2><b>2.2.<span> </span></b>Die Beschwerdeführerin wendet hiergegen zur Hauptsache ein, auf die von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachten könne nicht abgestellt werden. Dies gelte namentlich für die psychiatrische Beurteilung von Dr. L____. In Bezug auf die Einschätzung von Dr. K____ macht die Beschwerdeführerin geltend, die Auswirkungen des operativen Eingriffes am linken Knie vom 20. März 2018 seien nicht in die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eingeflossen (vgl. insb. die Beschwerde). </h2> <h2><b>2.3.<span> </span></b>Zu prüfen ist daher im Folgenden, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu Recht gestützt auf die vorliegenden medizinischen Erhebungen eine ganze Rente ab Juli 2013 zugestanden und – im Wesentlichen der Einschätzung von Dr. L____ und Dr. K____ folgend – ab April 2015 einen Rentenanspruch verneint hat. </h2> <h1><b>3.<span> </span></b> </h1> <h2><b><span lang="DE">3.1.<span> </span></span></b><span lang="DE">3.1.1. Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die u.a. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 </span>des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]<span lang="DE">) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). Bei einem IV-Grad von mindestens 40 % besteht ein Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem IV-Grad von mindestens 50 % ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem IV-Grad von mindestens 60 % ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem IV-Grad von mindestens 70 % ein Anspruch auf eine ganze Rente (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).</span></h2> <p class="aaText"><span lang="DE">3.1.2. Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist eine materielle Anspruchsvoraussetzung für die Rentenberechtigung, diejenige nach Art. 29 Abs. 1 IVG ist eine solche verfahrensmässiger Natur (formelle Karenzfrist; <a href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=soz&amp;query_words=142+V+547&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-V-547%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page547"><span>BGE 142 V 547</span></a>, 550 E. 3.2). </span></p> <h2><b>3.2.<span> </span></b>Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ist der rechtserhebliche Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, und zwar richtig und vollständig (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 136 V 376, 377 E. 4.1.1; BGE 133 V 196, 200 E. 1.4). </h2> <h2><b>3.3.<span> </span></b>3.3.1. Im Rahmen der Invaliditätsbemessung ist es Aufgabe der ärztlichen Fachperson, den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten diese arbeitsunfähig ist. Des Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93, 99 f. E. 4).</h2> <p class="aaText">3.3.2. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210, 227 E. 1.3.4. mit Hinweis auf BGE 125 V 351, 353 E. 3b/bb). Solche Indizien können sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Widersprüche, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit anderen ärztlichen Stellungnahmen (vgl. dazu u.a. das Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 4.1.). </p> <h2><b>3.4.<span> </span></b>Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen grundsätzlich nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Verfügungserlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 134 V 392, 397 E. 6. mit Hinweis). Nach dem massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses verfasste Arztberichte sind jedoch in die Beurteilung einzubeziehen, wenn diese Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegebene Situation erlauben (vgl. u.a. Urteile des Bundesgerichts 9C_235/2016 vom 26. Januar 2017 E. 4.2 und 8C_447/2009 vom 30. Oktober 2009 E. 3.5).</h2> <h2><b>3.5.<span> </span></b>Die Beschwerdegegnerin geht nach Ablauf des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (Juli 2013) von einer 100%ige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus und erachtet diese Einschränkung jedenfalls bis im Dezember 2014 (Beendigung der Integrationsmassnahme; vgl. IV-Akte 86) als gegeben. Dem kann unter Berücksichtigung der Aktenlage (insb. angesichts der ärztlichen Atteste) gefolgt werden. Damit erweist sich die Zusprechung einer ganzen Rente ab Juli 2013 als korrekt. </h2> <h1><b>4.<span> </span></b> </h1> <h2><b>4.1.<span> </span></b>Fraglich und im Folgenden zu prüfen bleibt damit noch, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht – gestützt auf die von ihr eingeholten Gutachten – ab Januar 2015 von einer 100%igen Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit (mit 10%iger Leistungsminderung) ausgeht und gestützt darauf die Rente – unter Beachtung der in Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) verankerten Dreimonatsfrist – per Ende März 2015 aufgehoben hat. </h2> <h2><b>4.2.<span> </span></b>4.2.1. In somatischer Hinsicht erachtet die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen das Gutachten von Dr. K____ vom 27. April 2017 (IV-Akte 125) für massgebend. Darin wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten: <span>belastungsabhängige Knieschmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit links mehr als rechts bei: (a.) </span>Status nach Metallentfernung Tibia links und Lyse Lig. patellae am 27. Oktober 2014; (b.) Status nach Tibia-Valgisationsosteotomie links, subkapitaler Fibula-Osteotomie am 26. Mai 2014 wegen medialer und retropatellärer Gonarthrose links; (c.) Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie links am 23. August 2012. In der Liste der Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. K____ an: (1.) Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie rechts 1998 und 1985; (2.) muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits (Trapezius, Pectoralis jeweils beidseits und Rhomboidei links); (3.) Ansatztendinosen am medialen Beckenkamm beidseits, unspezifische Kreuzschmerzen; (4.) Tendenz zu diffusem weichteilrheumatischem Schmerzsyndrom; (5.) klinisch Verdacht auf beginnende Grosszehengrundgelenksarthrose beidseits; (6.) leichter Knicksenkfuss links (vgl. S. 11 f. des Gutachtens).</h2> <p class="aaText">4.2.2. Erläuternd machte Dr. K____ geltend, in Bezug auf den Bewegungsapparat stünden die operierten degenerativen Kniegelenksveränderungen links im Vordergrund. Bei der Anamneseerhebung habe die Explorandin über mehrere Schmerzregionen am Bewegungsapparat berichtet. Entsprechend der obigen Diagnoseliste ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hätten diese Beschwerden zumeist lokalisierten weichteilrheumatischen Befunden zugeordnet werden können. Diese seien klinisch nicht derart ausgeprägt, dass dadurch aus rheumatologischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden müsste (vgl. S. 12 des Gutachtens).</p> <p class="aaText"> </p> <p class="aaText">4.2.3. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit legte Dr. K____ dar, auf der körperlichen Ebene bestünden sowohl qualitative als auch quantitative Beeinträchtigungen. Diese beträfen das linke Kniegelenk. Tätigkeiten mit spezifischer Belastung des linken Kniegelenkes seien aus rheumatologischer Sicht seit der ersten arthroskopischen Operation im August 2012 nicht mehr zumutbar. Hierbei handle es sich um Tätigkeiten auf den Knien oder mit länger anhaltend gebeugten Kniegelenken sowie um Tätigkeiten, die wiederholtes Treppensteigen erforderlich machten. Ausgeschlossen seien auch Arbeiten auf Gerüsten. Darüber hinaus bestünden auch quantitative Einschränkungen, indem der Versicherten nur noch körperlich leichte und intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien (vgl. S. 13 des Gutachtens). Aufgrund der Beschwerden in mehreren Regionen des Bewegungsapparates sei wegen des etwas verlangsamten Arbeitstempos insgesamt von einer 10%igen Leistungseinschränkung (bezogen auf ein 100%-Pensum) auszugehen (vgl. S. 14 des Gutachtens). </p> <h2><b>4.3.<span> </span></b>4.3.1. Auf dieses Gutachten von Dr. K____ kann abgestellt werden. Es erfüllt die Anforderungen an beweiskräftige medizinische Erhebungen (vgl. dazu Erwägung 3.3.2. hiervor). Insbesondere hat sich der Gutachter mit den relevanten Vorakten auseinandergesetzt und seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der erhobenen Befunde/Diagnosen schlüssig begründet. Auch lassen sich die gutachterlichen Schlussfolgerungen mit den übrigen Akten in Einklang bringen. Dies gilt zunächst für das Gutachten von Dr. E____ vom 14. März 2013 (IV-Akte 26, S. 5 ff.). </h2> <h2>4.3.2. Anlässlich der Untersuchung durch Dr. E____ vom 4. Februar 2013 klagte die Beschwerdeführerin primär über Knieschmerzen links und über gelegentliche Schulterschmerzen rechts (vgl. S. 3 des Gutachtens vom 14. März 2013; IV-Akte 26, S. 5 ff.). Die im Rahmen der klinischen Untersuchung erhobenen Befunde an der rechten Schulter waren unauffällig (vgl. S. 4 des Gutachtens). Dr. E____ hielt als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1.) Status nach Arthroskopie linkes Knie vom 23. August 2012 mit/bei medialer und retropatellärer Gonarthrose links; (2.) retropatellare Gonarthrose rechts. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die Adipositas Grad II (vgl. S. 5 des Gutachtens). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit machte Dr. E____ geltend, es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten. Ausgeschlossen seien Tätigkeiten im Knien, Kauern und in der Hocke. Das häufige Besteigen von Leitern und das Treppengehen sollte ebenfalls vermieden werden. Zumutbar sei das Tragen von leichten Lasten über kürzere Strecken (vgl. S. 6 des Gutachtens). </h2> <h2>4.3.3. Nicht gegen die von Dr. K____ angenommene 100%ige Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (mit 10%iger Leistungsminderung) spricht der Bericht von Dr. M____ vom 11. November 2017 (IV-Akte 154, S. 2 f.). In diesem wurden als Diagnosen festgehalten: "chronisches Impingement bei AC-Gelenksarthrose Schulter rechts" und "fortgeschrittene medial betonte Gonarthrose Knie links". In Bezug auf die massgebenden klinischen Untersuchungsbefunde an der rechten Schulter führte Dr. M____ aus, es bestehe keine wesentliche Einschränkung der aktiven oder passiven glenohumeralen Gelenksbeweglichkeit. Bei der Abduktion ab etwa 120° bestünden leichte Schmerzen auf der Höhe des Schultereckgelenks. Zudem habe die Patientin diskrete Schmerzen angegeben und eine Schwäche beim Jobe-Test gezeigt. Ansonsten sei die Testung der Rotatorenmanschette unauffällig gewesen. Die Bicepssehnen-Provokationstests und die subacromialen Impingementtests seien negativ gewesen. Beim Apprehensiontest hätten sich eine leichte Krepitation und Schmerzen ventral am AC-Gelenk gezeigt (vgl. S. 1 des Berichtes). </h2> <h2>4.3.4. Schliesslich spricht auch der zuletzt am linken Knie vorgenommene operative Eingriff vom 20. März 2018 nicht gegen die von Dr. K____ bescheinigte 100%ige Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer dem körperlichen Leiden angepassten Tätigkeit. Es kann diesbezüglich Dr. N____ gefolgt werden. Der RAD-Arzt legte mit Stellungnahme vom 11. Juni 2018 dar, die Implantation einer Knie-Teilprothese links sei bereits langjährig diskutiert worden und eine folgerichtige Entwicklung, basierend auf dem gesamten medizinischen Verlauf. Bei regelrecht durchgeführter Operation und nachfolgend komplikationsloser Rehabilitation könne mit einer Verbesserung der Befunde und zumindest einer Stabilisierung des Leistungsbildes gerechnet werden. Ein derartiger Eingriff werde letztlich zur Verbesserung der medizinischen Befunde durchgeführt. Mit einer postoperativen Rehabilitation sei drei bis fünf Monate postoperativ zu rechnen (vgl. IV-Akte 175). Diese Ausführungen erscheinen plausibel. </h2> <h2><b>4.4.<span> </span></b>Damit ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer den Einschränkungen am Bewegungsapparat angepassten Tätigkeit über eine 100%ige Restarbeitsfähigkeit (mit einer 10%igen Leistungsminderung) verfügt. </h2> <h2><b>4.5.<span> </span></b>4.5.1. In psychiatrischer Hinsicht erachtet die Beschwerdegegnerin das Gutachten von Dr. L____ vom 28. April 2017 (IV-Akte 124) für massgebend. In diesem wurde festgehalten, es lasse sich keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei die rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtiger Remission, ICD-10 F33.4 (vgl. S. 13 des Gutachtens). Erläuternd führte Dr. L____ aus, seit der Entlassung aus der Klinik Mitte Dezember 2013 bestehe eine weitgehende Remission der rezidivierenden depressiven Störung. Aus diesem Grunde liessen sich aus rein psychiatrischer Sicht keine relevanten Funktionseinschränkungen nachweisen, selbst wenn von einer gewissen Stressintoleranz infolge einer erhöhten allgemeinen Vulnerabilität vor dem Hintergrund der rezidivierenden depressiven Störung auszugehen sei. Aus rein psychiatrischer Sicht lasse sich keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausgeübten noch in einer alternativen Tätigkeit. Es bestehe auch keine Verminderung der Leistungsfähigkeit. Die Explorandin sollte keinen sehr hohen Stresssituationen ausgesetzt werden. Während der psychiatrischen Hospitalisation vom 2. Oktober 2013 bis zum 12. Dezember 2013 sowie einige Wochen vorher und danach habe (während einer nicht näher zu definierenden Zeit) bis zum Erreichen einer vollständigen psychischen Stabilität eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Während des gesamten Jahres 2014 habe sich die Explorandin in einer lntegrationsmassnahme respektive in einem Belastbarkeits- und Aufbautraining befunden. Spätestens ab Anfang 2015 lasse sich aus psychiatrischer Sicht aufgrund der aktuellen Untersuchung retrospektiv indes keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründen (vgl. S. 17 des Gutachtens). Aus psychiatrischer Sicht lasse sich die ermittelte Einschränkung im Haushalt von 6 % nicht begründen (vgl. S. 23 des Gutachtens). </h2> <p class="aaText">4.5.2. Dr. J____ machte mit Bericht vom 28. September 2017 (IV-Akte 146, S. 7 ff.) geltend, die Patientin habe eine jahrelange Leidensgeschichte mit vielen depressiven Episoden und jahrelanger Lithiumtherapie hinter sich. Der Schweregrad des Längsschnitts dieser Erkrankung gehe aus dem Gutachten von Dr. L____ nicht hervor. Eine Diagnose allein erlaube keine Aussage über die Art der jahrelangen Behinderung und über den Schweregrad oder die Prognose der Erkrankung. Insbesondere sei die Diagnose ("remittiert") falsch, da sie erfordere, dass in den letzten Monaten keine depressiven Symptome bestanden haben. Dies sei aber nicht der Fall. Das Krankheitsbild genauer abbilden würde vielleicht die Diagnose "rezidivierende depressive Störung mit Residualzustand (F33.8)". Wären fremdanamnestische Angaben eingeholt worden, so wäre zu Tage gekommen, dass die Patientin gerne dissimuliere. Es brauche lange Vertrauensarbeit, damit sie über ihre Beschwerden sprechen würde. Dies liege möglicherweise an ihrer traumatischen Kindheit, über die sie mit dem Gutachter auch nur marginal zu sprechen vermöge. Die Einschränkungen, die sogar am geschützten Arbeitsplatz aufgetreten seien, könnten den ausführlichen Berichten der Stiftung G____ entnommen werden. Diese aktuelle Einschätzung aufgrund von über mehrere Jahre hinweg gemachten Beobachtungen stehe in klarem Widerspruch zur Beurteilung des Gutachters. Im aktuellen Verlauf seien wieder wöchentliche Sitzungen nötig, da es der Patientin schlechter gehe. </p> <p class="aaText">4.5.3. Dr. L____ machte daraufhin mit ergänzender Stellungnahme vom 23. Februar 2018 (IV-Akte 164) geltend, die Explorandin habe sich nicht über relevante depressive Episoden seit dem Austritt aus den F____ Kliniken im Dezember 2013 beklagt. Ein "Residualzustand" – wie von Dr. J____ angegeben – bedeute, dass nicht einmal der Grad einer leichtgradigen depressiven Episode erreicht ist, woraus sich letztlich eine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen lasse. Die Explorandin habe sich während der gutachterlichen Untersuchung anamnestisch nicht über psychopathologische Befunde in der Kindheit beklagt. Es sei Tatsache, dass die Explorandin in Bezug auf ihre depressiven Beschwerden klare und adäquate Angaben hat machen können. Im Übrigen hätten die im Bericht von der Stiftung G____ vom 30. August 2017 beschriebenen kognitiven Beeinträchtigungen während der gutachterlichen Untersuchung nicht festgestellt werden können. </p> <h2><b>4.6.<span> </span></b>4.6.1. Gestützt auf diese Unterlagen lässt sich der medizinisch relevante Sachverhalt nicht zuverlässig feststellen. Insbesondere kann nicht ohne weiteres der Einschätzung von Dr. L____ gefolgt werden. Diesbezüglich fällt primär ins Gewicht, dass sich aufgrund der übrigen Akten ein völlig anderes Bild der Beschwerdeführerin ergibt und gewisse von Dr. L____ gemachte Aussagen keine Stütze in den Akten finden (vgl. dazu die nachstehenden Überlegungen). </h2> <p class="aaText">4.6.2. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin seit Jahren mit Lithium therapiert wird, welches unbestrittenermassen zahlreiche Nebenwirkungen mit sich bringt (vgl. dazu u.a. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumtherapie"><span>https://de.wikipedia.org/wiki/Lithiumtherapie</span></a>; eingesehen am 22. November 2018). Es ist daher davon auszugehen, dass der Einsatz dieses Medikamentes nicht unbegründet erfolgt, was bereits für eine gewisse Schwere der Erkrankung spricht. </p> <p class="aaText">4.6.3. Die Berichte der involvierten Eingliederungsstätten verdeutlichen diesen Eindruck und können nicht einfach als unbeachtlich abgetan werden. Namentlich wurde im Bericht der Stiftung G____ vom 30. August 2017 (IV-Akte 143, S. 3 ff.) festgehalten, die Versicherte arbeite seit dem 24. November 2014 an einem unbefristeten und leistungsangepassten Arbeitsplatz mit einem 50%-Pensum in der Kerzenproduktion. Ihre Haupttätigkeiten seien das Entformen von Kerzen sowie das Verarbeiten und Verpacken der Kerzen. Dies seien vorwiegend einfache, repetitive, manuelle Tätigkeiten, welche sie sitzend und stehend verrichten könne. In gewissen Abständen habe sie auch die Verantwortung für die Verpackung sowie auch für den Guss übernommen. Die regelmassige Teilhabe an der Arbeit habe der Versicherten Wert und Stabilität gegeben. Das Pensum von vier Stunden an fünf Tagen habe sie aber auch gefordert. Man habe zwar keine weitere Steigerung des Pensums angeordnet, doch habe die Versicherte deutlich signalisiert, dass sie kein höheres Pensum leisten könne; denn die Schmerzen (Knie, Nacken und Kopf) hätten sich nach vier Stunden sichtbar verstärkt. Sie habe regelmassig an Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, gedrückter Stimmung und an negativen Gedankenschleifen gelitten. Diese hätten durch gezielte Gespräche und Unterstützung aufgefangen werden können, so dass sie meistens im Arbeitsprozess habe gehalten werden können. Man habe sorgenvoll festgestellt, dass die Merk- und Konzentrationsfähigkeit abgenommen habe, ja sogar wachsende Vergesslichkeit registriert worden sei. Diese Vergesslichkeit habe die Arbeitsleistung erheblich beeinträchtigt. Dies sei der Versicherten oft peinlich gewesen und sie habe versucht, es zu kaschieren. Dieser Umstand habe dazu geführt, dass sie nur noch unter Aufsicht die Verantwortung für den Guss habe übernehmen können (vgl. S. 1 des Berichtes). Im Bericht von O____ über das ab Juli 2013 durchgeführte Belastbarkeitstraining waren ebenfalls Konzentrationsmängel und Vergesslichkeit beschrieben worden (vgl. IV-Akte 44, S. 1). </p> <p class="aaText">4.6.4. Soweit Dr. L____ im Gutachten vom 28. April 2017 (IV-Akte 124) ausführt, psychopathologische Befunde in der Kindheit hätten sich anamnestisch nicht eruieren lassen (vgl. S. 8 unten des Gutachtens), kann dem nicht unbesehen gefolgt werden. So ist in den Vorakten immer wieder die Rede von der belastenden Kindheit der Beschwerdeführerin (vgl. u.a. die Berichte von Dr. H____ vom 27. Februar 2015 und vom 10. Juni 2016; IV-Akten 103 und 113). Es wird auch über seit damals bestehende Ängste berichtet. Dr. J____ führte im Bericht von vom 19. September 2016 (IV-Akte 118) aus, seine Patientin habe damals begonnen Angstzustände zu haben. Während der Schule habe sie immer Angst gehabt, dass die Mutter sich etwas antue und nicht mehr lebe, wenn sie nach Hause komme (vgl. S. 2 des Berichtes). Von Ängsten ist in den vorliegenden Akten immer wieder die Rede (vgl. u.a. den Bericht der F____ Kliniken vom 13. Dezember 2013 [IV-Akte 47, S. 1] und die Berichte von Dr. H____ vom 27. Februar 2015 und vom 10. Juni 2016 [IV-Akten 103 und 113]). Auch gegenüber Dr. L____ gab die Beschwerdeführerin an, Angst sei ein grosses Thema, vor allem in depressiven Phasen; sie leide dann unter Versagensängsten (vgl. S. 6 des Gutachtens). Es ist daher fraglich, ob Dr. L____ zu Recht diesen aktenkundigen Ängsten der Beschwerdeführerin keine Bedeutung mehr beigemessen hat (vgl. S. 18 des Gutachtens). </p> <p class="aaText">4.6.5. Die von Dr. J____ im Bericht vom 28. September 2017 (IV-Akte 146, S. 7 ff.) geübte Kritik am Gutachten von Dr. L____ lässt sich nicht einfach als haltlos und unbegründet abtun. Der behandelnde Psychiater hat sich vertieft mit der Geschichte der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt. Seine fundierten Ausführungen erscheinen – zumindest aus der Sicht des nicht speziell psychiatrisch geschulten Gerichts – als nachvollziehbar. Gleiches gilt im Übrigen auch für die von Dr. J____ im Bericht vom 19. September 2016 (IV-Akte 118) gemachten Schlussfolgerungen. Allerdings kann auch nicht ohne weiteres auf Dr. J____ abgestellt werden. Denn Aussagen von behandelnden Ärzten sind grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen, da es einer Erfahrungstatsache entspricht, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 135 V 465, 470 E. 4.5 mit Hinweisen).</p> <h2><b>4.7.<span> </span></b>Aus diesen Überlegungen folgt, dass das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auch für die Zeit ab Januar 2015 nicht ohne weiteres verneint werden kann. Der medizinische Sachverhalt ist somit ungenügend abgeklärt. </h2> <h2><b>4.8.<span> </span></b>Diese Einschätzung wird aufgrund der E-Mail von Dr. J____ vom 20. August 2018 (einzige Replikbeilage) sowie angesichts der Berichte der F____ Kliniken vom 27. August 2018 und vom 3. September 2018 (Beilagen zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 19. September 2018) noch zusätzlich untermauert. In der E-Mail vom 20. August 2018 führte Dr. J____ aus, seine Patientin sei psychotisch geworden und müsse daher stationär in den F____ Kliniken behandelt werden. Die psychotische Episode sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Patientin im Laufe des Frühling/Sommers die Medikation abgesetzt habe. Diese habe ihr in den letzten Jahren einen guten Krankheitsschutz gegeben. Die Krankheit selbst sei aber offenbar immer dagewesen. Im Bericht der F____ Klinik vom 27. August 2018 wurde als Diagnose eine "akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie ohne akute Belastung (F23.10)" festgehalten. Im darauffolgenden Bericht der F____ Kliniken vom 3. September 2018 wurde schliesslich die Diagnose "bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen, synthyme psychotische Symptome (F31.20)" angeführt. Auch diese ärztlichen Berichte vermögen Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung von Dr. L____ hervorzurufen.</h2> <h2><b>4.9.<span> </span></b>Es ist daher angezeigt, dass die Beschwerdegegnerin eine erneute psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlasst und gestützt darauf nochmals über den Rentenanspruch ab April 2015 entscheidet. Der medizinische Gutachter hat sich mit der Vorgeschichte zu befassen und gleichzeitig auch die aktuellen Geschehnisse zu würdigen. </h2> <h1><b>5.<span> </span></b> </h1> <h2><b>5.1.<span> </span></b>Somit ist die Beschwerde gutzuheissen und es ist die Verfügung vom 19. März 2018 insoweit aufzuheben, als mit dieser ab April 2015 ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint wird. Die Sache ist zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.</h2> <h2><b>5.2.<span> </span></b>Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdegegnerin die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.--, zu tragen. </h2> <h2><b>5.3.<span> </span></b><span lang="DE">Die Beschwerdegegnerin hat der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung auszurichten. Das Sozialversicherungsgericht spricht im Sinne einer Richtlinie – in durchschnittlichen (IV-)Fällen mit doppeltem Schriftenwechsel – bei vollem Obsiegen eine Parteientschädigung von Fr. 3'300.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer zu. Im vorliegenden Fall ist in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen von einem durchschnittlichen Fall auszugehen. Aus diesem Grunde erscheint ein Honorar in der Höhe von Fr. 3'300.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer (7.7 %) angemessen. </span></h2> <b><span><br/> </span></b> <p class="aaText"><b>Demgemäss erkennt das Sozialversicherungsgericht</b>:</p> <h2>://: In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 19. März 2018 aufgehoben, soweit mit dieser ab April 2015 ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint wird und es wird die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der obigen Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. </h2> <p class="aaDispositiv"> Die Beschwerdegegnerin trägt die ordentlichen Kosten, bestehend aus einer Gebühr von Fr. 800.--.</p> <p class="aaDispositiv"> <span lang="DE">Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3'300.-- (inklusive Auslagen) zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 254.10. </span></p> <p class="aaDispositiv"> </p> <p class="aaDispositiv"><b><span>Sozialversicherungsgericht</span> BASEL-STADT</b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Die Präsidentin Die Gerichtsschreiberin</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">lic. iur. K. Zehnder<span lang="EN-GB"> </span>lic. iur. S. Dreyer</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <b><span><br/> </span></b> <p class="MsoBodyText"><b><span>Rechtsmittelbelehrung</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span>Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG]). Die Beschwerdefrist kann nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegründe sind in Art. 95 ff. BGG geregelt.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat den Anforderungen gemäss Art. 42 BGG zu genügen; zu beachten ist dabei insbesondere:</span></p> <p class="MsoNormal"><span>a) Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten;</span></p> <p class="MsoNormal"><span>b) in der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt;</span></p> <p class="MsoNormal"><span>c) die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat, ebenso der angefochtene Entscheid.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Geht an:</p> <p class="gehtan"><span>– </span><span>Beschwerdeführer</span><span>in<br/> – </span><span>Beschwerdegegnerin</span><span><br/> – Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Versandt am: <a name="Text4"></a> </p> </div></body></html></html>