Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 10. Juni 2024 BEK 2024 106 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Reto Heizmann, Gerichtsschreiber Noah Thurnherr. In Sachen A.________ GmbH, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin, gegen B.________, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin, betreffend Konkurseröffnung (Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Höfe vom 21. Mai 2024, ZES 2024 217);- hat der Kantonsgerichtspräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. Die Gesuchstellerin reichte beim Einzelrichter am Bezirksgericht Höfe am 27. März 2024 das Konkursbegehren für die betriebene Forderung von Fr. 3’348.70 (Ausstand Kontokorrent) nebst Zins zu 5 % seit 19. Juni 2023, für reglementarische Kosten von Fr. 160.00, Zahlungsbefehlskosten von Fr. 65.30, Kosten der Konkursandrohung von Fr. 65.30, Betreibungskosten von Fr. 150.00, Mahnkosten von Fr. 60.00 sowie 5 % Verzugszins vor der Be- treibung von Fr. 36.28 ein (Vi-act. A/I). Der Einzelrichter verlangte von der Gesuchstellerin einen Kostenvorschuss von Fr. 3’500.00 (Vi-act. E/1) und be- zifferte die von der Gesuchsgegnerin zu bezahlende Forderung auf Fr. 4’040.18 (inkl. Kosten) zuzüglich der Gerichtskosten von Fr. 300.00 (Vi-act. E/3). An der Konkursverhandlung vom 21. Mai 2024 erschien die Ge- suchsgegnerin nicht und reichte auch keine Unterlagen ein (vgl. Vi-act. A, E. 3). Der Einzelrichter eröffnete gleichentags den Konkurs (Vi-act. A, Disposi- tivziffer 1). Die Gerichtskosten von Fr. 300.00 auferlegte er der Gesuchsgeg- nerin, bezog diese vom Kostenvorschuss der Gesuchstellerin, unter Einräu- mung des Rückgriffsrechts auf die Gesuchsgegnerin und überwies den Rest des Gerichtskostenvorschusses von Fr. 3’200.00 dem Konkursamt Höfe (Vi-act. A, Dispositivziffer 3). Der Gesuchsgegnerin auferlegte er zudem eine Parteientschädigung an die Gesuchstellerin von Fr. 50.00 (Vi-act. A, Disposi- tivziffer 4). 2. Gegen diesen Konkursentscheid reichte die Gesuchsgegnerin am 2. Ju- ni 2024 (Postaufgabe, Eingang beim Kantonsgericht am 3. Juni 2024) eine Eingabe mit dem Ersuchen um Einstellung des Insolvenzverfahrens ein (KG- act. 1), was sinngemäss als Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und das Konkursbegehren sei abzuweisen, ange- sehen werden kann. Am 5. Juni 2024 überwies der Vorderrichter aufforde- rungsgemäss die vorinstanzlichen Akten (KG-act. 2 und 3).Kantonsgericht Schwyz 3 3. Mit der Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) oder offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. Solche Beschwerdegründe macht die Gesuchsgegnerin nicht geltend. Im Konkursverfahren kann die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 174 Abs. 2 SchKG die Konkurseröffnung auch dann aufheben, wenn die Schuldnerin ers- tens durch Urkunden beweist, dass inzwischen die Schuld, einschliesslich Zinsen und Kosten, getilgt (Ziff. 1) oder der geschuldete Betrag zuhanden des Gläubigers hinterlegt ist (Ziff. 2) oder der Gläubiger auf die Durchführung des Konkurses verzichtet (Ziff. 3), und wenn die Schuldnerin zweitens ihre Zah- lungsfähigkeit glaubhaft macht. Die Beschwerde ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). In der Beschwerdebegründung ist darzu- legen, worauf die beschwerdeführende Person ihre Legitimation stützt, inwie- weit sie beschwert ist, auf welchen Beschwerdegrund (Art. 320 ZPO) sie sich beruft und welche Mängel des angefochtenen Entscheides sie rügt (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, Art. 321 ZPO N 15). Die beschwerdeführende Person hat sich mit den Erwä- gungen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Es genügt nicht, wenn sie ihre Ausführungen vor der ersten Instanz wiederholt respektive lediglich auf diese verweist oder den angefochtenen Entscheid bloss in allgemeiner Weise kriti- siert (Spühler, Bearbeiter, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 321 ZPO N 5 i.V.m. Art. 311 ZPO N 15; vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013 E. 3.2). Die Gesuchsgegnerin behauptet in der Beschwerde, sie möchte den geschul- deten Betrag sofort bezahlen. Sie wäre dankbar, wenn ihr mitgeteilt werden könnte, auf welches Bank- oder Postkonto sie den fälligen Betrag überweisen könne (KG-act. 1). Der Konkurshinderungsgrund der Tilgung oder Hinterle- gung der Forderung (Art. 174 Abs. 2 Ziff. 1 oder Ziff. 2 SchKG) muss sich in- nert der Rechtsmittelfrist verwirklicht haben und geltend gemacht werden Kantonsgericht Schwyz 4 (Giroud/Simoni, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Konkurs I, 3. A. 2021, Art. 174 SchKG N 20a). Die Ge- suchstellerin hat sich (vor Ablauf der Beschwerdefrist) selber zu informieren, welche Kosten insbesondere beim Konkursamt anfallen (Giroud/Theus Simo- ni, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Konkurs I, 3. A. 2021, Art. 174 SchKG N 21c). Die Gesuchsgegnerin hätte sich deshalb bereits vor Ablauf der Beschwerdefrist über den geschuldeten Betrag und die Zahlungs-/Hinterlegungsmodalitäten informieren müssen. Die Bitte um Mitteilung einer Kontonummer genügt dem Erfordernis, die Tilgung oder Hinterlegung mittels Urkunden zu beweisen (Giroud/Theus Simoni, in: Staehelin/Bauer/Lorandi [Hrsg.], Basler Kommentar, Schuldbetreibung und Konkurs I, 3. A. 2021, Art. 174 SchKG N 24), offenkundig nicht. Die angefoch- tene Verfügung wurde der Gesuchsgegnerin am 23. Mai 2024 zugestellt (Vi-act. E/9), sodass die zehntägige Beschwerdefrist (Art. 174 Abs. 1 SchKG und Art. 321 Abs. 2 ZPO) zufolge Verlängerung auf den nächsten Werktag (Art. 142 Abs. 3 SchKG) am Montag 3. Juni 2024 endete. Diese gesetzliche Frist (Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 321 ZPO N 3) kann grundsätzlich nicht erstreckt werden (Art. 144 Abs. 1 ZPO), weshalb nach Eingang der Beschwerde am 3. Juni 2024 (KG-act. 1) eine Fristerstreckung zur Verbesserung der Beschwerde nicht zulässig war. Einer Partei kann auf Gesuch hin zwar eine Nachfrist im Sinne der Wiederherstellung gewährt wer- den, wenn sie glaubhaft macht, dass sie kein oder nur ein leichtes Verschul- den trifft (Art. 148 Abs. 1 ZPO), was auch für Rechtsmittelfristen möglich ist (Hoffmann-Nowotny/Brunner, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurz- kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2021, Art. 148 ZPO N 2). Der einzige Gesellschafter und Geschäftsführer der Gesuchsgegnerin erwähnt in der Beschwerde, seine Arbeit sei sehr anspruchsvoll, einschliess- lich zahlreicher Auslandsreisen, und er habe es versäumt, dem Bezirksgericht Höfe rechtzeitig zu antworten. Darüber hinaus habe ihn seine Treuhänderin nicht ordnungsgemäss über diese Situation informiert (KG-act. 1). Weiss eine Kantonsgericht Schwyz 5 Partei von einem laufenden Verfahren, so muss sie mit Zustellungen des Ge- richts rechnen und ist deshalb verpflichtet, Vorkehrungen zu treffen, dass trotz ihrer Abwesenheit eine Zustellung vollzogen und allfällige Fristen oder Termi- ne eingehalten werden können (Gozzi, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 148 ZPO N 23). Der Gesuchsgegnerin konnte die Vorladung zur Konkursverhand- lung am 10. Mai 2024 zugestellt werden (Vi-act. E/6), sodass sie vom Verfah- ren Kenntnis hatte. Sie wäre deshalb verpflichtet gewesen, für die rechtzeitige Tilgung oder Hinterlegung der geschuldeten Forderung zu sorgen und sich über die Bedeutung des Konkursverfahrens zu informieren. Die geltend ge- machten Gründe können deshalb insbesondere angesichts der Wichtigkeit des laufenden Konkursverfahrens und der alleinverantwortlichen Stellung des einzigen Gesellschafters und Geschäftsführers nicht als leichtes Verschulden bezeichnet werden. Anzufügen bleibt, dass die blosse Behauptung des Ge- schäftsführers, er arbeite viel für den Erfolg seines Unternehmens sowie für seine Kunden und es sei wichtig, dass sein Unternehmen die Geschäftstätig- keit aufrechterhalten könne, nicht geeignet ist, die Zahlungsfähigkeit der Ge- suchsgegnerin zu begründen. Weitere Ausführungen zur Zahlungsfähigkeit sind der Beschwerde nicht zu entnehmen. Ebenso fehlen entsprechende Un- terlagen wie ein Betreibungsregisterauszug, eine (Zwischen-)Bilanz und Er- folgsrechnung, ein aktueller Kontoauszug und eine vollständige Debitoren- /Kreditorenliste. Folglich ist auf die Beschwerde wegen fehlender Begründung nicht einzutreten (Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, Art. 311 ZPO N 18 i.V.m. Art. 321 N 7). 4. Auf die Beschwerde ist präsidial (§ 40 Abs. 2 JG) nicht einzutreten. Die wegen des Nichteintretens reduzierten Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Mangels Beteiligung der Gesuchstellerin am Beschwerdever- fahren entstand ihr kein Aufwand, sodass keine Entschädigung anfällt;-Kantonsgericht Schwyz 6 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 300.00 werden der Ge- suchsgegnerin auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Be- schwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R, inkl. Kopie KG-act. 3), die Beschwerdegegnerin (1/R, inkl. Kopie KG-act. 3), das Grundbuch- und Konkursamt Höfe (je 1/R), das Betreibungsamt Höfe (1/R), das Handels- register des Kantons Schwyz (1/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 10. Juni 2024 amu