<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-02-03-2E_1-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2E_1/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. Februar 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, </div> <div class="para">Bundesrichterin Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Ivanov. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Kläger, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das Eidgenössische Finanzdepartement, Bundesgasse 3, 3003 Bern, </div> <div class="para">Beklagte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Klage gegen die Schweizerische Eidgenossenschaft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> A.________ gelangt mit E-Mail vom 1. und 2. Januar 2025 an das Bundesgericht und erklärt unter anderem, "Bundeshaftungsklage wegen Verletzung der Menschenrechte und Völkerrechte unter Einbezug des Bundeshaftungsgesetzes und der Aufsichtspflicht des Bundes" erheben zu wollen. Weiter gibt er an, dass er Strafanzeige gegen einen Kantonspolizisten erstatte. Er bringt im Wesentlichen vor, der Bund habe durch mangelhafte Aufsicht über die kantonalen Behörden gegen seine verfassungsrechtlichen und internationalen Verpflichtungen verstossen und beantragt insbesondere eine finanzielle Entschädigung und Genugtuung in nicht weiter bestimmter Höhe. Ferner beantragt er dem Bundesgericht, die Haftung des Bundes "gemäss Bundeshaftungsgesetz" festzustellen und sicherzustellen, dass seine Rechte dauerhaft geschützt werden. Die Eingaben enthalten keine gültige elektronische Unterschrift. Bereits am 17. Dezember 2024 war A.________ mit einer gültig unterschriebenen Eingabe betreffend "Anzeige wegen Machtmissbrauchs und systematischer Schikane" an das Bundesgericht gelangt. </div> <div class="para">Es wurden keine Instruktionsmassnahmen angeordnet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Mit Urteil 2E_7/2024 vom 14. Januar 2025 trat das Bundesgericht auf eine ähnliche Klage von A.________ nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die elektronischen Eingaben des Klägers vom 1. und 2. Januar 2025 sind nicht mit einer qualifizierten elektronischen Unterschrift versehen. Von einer Rückweisung zur Behebung des Mangels wird jedoch abgesehen, da auf die Klage ohnehin nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht ist keine allgemeine Aufsichtsbehörde (vgl. u.a. Urteil 2C_493/2023 vom 26. September 2023 E. 2.1 mit Hinweisen). Es kann nur im Rahmen der im Bundesgerichtsgesetz (BGG; SR 173.110) vorgesehenen Verfahren tätig werden. Soweit der Kläger darum ersucht, Strafverfahren gegen verschiedene Personen einzuleiten, ist das Bundesgericht nicht zuständig. Auf die entsprechenden Anträge ist bereits aus diesem Grund nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.1.</b> Nach <span class="artref">Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG</span> ist das Bundesgericht als einzige Instanz zuständig zur Beurteilung von Ansprüchen auf Schadenersatz und Genugtuung aus der Amtstätigkeit der in Art. 1 Abs. 1 lit. a-c <sup>bis</sup> des Bundesgesetzes vom 14. Mai 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördemitglieder und Beamten (Verantwortlichkeitsgesetz, VG; SR 170.32) <i>abschliessend</i> aufgezählten Personen. </div> <div class="para">Richtet sich der Staatshaftungsanspruch zwar gegen den Bund, nicht aber gegen die in Art. 1 Abs. 1 lit. a-c bis VG abschliessend genannten Personen, hat zuerst die zuständige Behörde eine Verfügung zu erlassen. Auf das Beschwerdeverfahren sind dann die allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege anwendbar (<span class="artref">Art. 10 Abs. 1 VG</span>). Dies bedeutet, dass Verfügungen über streitige Staatshaftungsansprüche der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliegen (vgl. <span class="artref"><artref id="CH/173.32/31" type="start"></artref>Art. 31-33 VGG</span><artref id="CH/173.32/33" type="end"></artref> [SR 173.32]; Urteile 2E_2/2024 vom 11. April 2024 E. 2.2; 2E_3/2021 vom 14. März 2022 E. 1.2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.2.</b> Das Verfahren der Klage im Sinne von <span class="artref">Art. 120 BGG</span> richtet sich gemäss <span class="artref">Art. 120 Abs. 3 BGG</span> nach dem Bundesgesetz vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP; SR 273; vgl. Urteile 2E_1/2022 vom 21. April 2022 E. 1.3; 2E_4/2019 vom 28. Oktober 2021 E. 1.3.1; 2E_1/2010 / 2E_2/2010 vom 5. Januar 2011 E. 2). Dieses Gesetz wird seinerseits ergänzt durch die Vorschriften des ersten, zweiten und sechsten Kapitels des BGG, soweit seine eigenen Bestimmungen nichts Abweichendes enthalten (<span class="artref">Art. 1 Abs. 2 BZP</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.3.</b> Gemäss Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 lit. a-c bis VG, auf welchen <span class="artref">Art. 120 Abs. 1 lit. c BGG</span> verweist (vgl. E. 3.1 hiervor), haftet der Bund für den Schaden, den Mitglieder des National- und Ständerats (vgl. die inzwischen aufgehobene lit. a [AS 2003 3595] und dazu Urteil 2E_2/2024 vom 11. April 2024 E. 2.6), Mitglieder des Bundesrats und der Bundeskanzler (lit. b), Mitglieder und Ersatzmitglieder der eidgenössischen Gerichte (lit. c) sowie Mitglieder der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (lit. c bis) in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zufügen. Eine entsprechende Forderung auf Schadenersatz und Genugtuung kann, nach vorheriger Geltendmachung beim Eidgenössischen Finanzdepartement (vgl. z.B. Urteil 2E_3/2024 vom 9. Juli 2024 E. 2.4), beim Bundesgericht eingeklagt werden (<span class="artref">Art. 10 Abs. 2 VG</span>), wobei der Anspruch nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (SR 220) über die unerlaubten Handlungen verjährt (<span class="artref">Art. 20 Abs. 1 VG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.4.</b> Der Kläger macht im Wesentlichen geltend, der Bund habe seine Aufsichtspflichten über die Kantone verletzt, wobei er sich insbesondere auf <span class="artref">Art. 46 BV</span> beruft, welcher die Umsetzung des Bundesrechts zum Gegenstand hat. Der Bund trage die Verantwortung dafür, dass kantonale Behörden seine Grundrechte systematisch verletzt und ihm dadurch physische, psychische und wirtschaftliche Schäden zugefügt hätten. Unter anderem rügt er Verletzungen von Art. 8 Abs. 2, 10 Abs. 3 und 27 BV sowie von <span class="artref">Art. 3 EMRK</span>, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (SR 0.105) und des humanitären Völkerrechts gemäss den vier Genfer Abkommen von 1949. </div> <div class="para">Aus den Eingaben des Klägers ergibt sich nicht, dass er seine Ansprüche zunächst beim Eidgenössischen Finanzdepartement angemeldet hätte, sodass auf die Klage bereits aus diesem Grund nicht einzutreten ist (vgl. E. 3.3 hiervor). Sodann richtet sich die Klage allgemein gegen den Bund. Aus den Ausführungen des Klägers ist indessen nicht ersichtlich, welche Amtstätigkeit welcher Personen er konkret beanstandet. Folglich ist auch nicht erkennbar, dass er Amtshandlungen einer der in Art. 1 Abs. 1 lit. a-c bis VG abschliessend genannten Personen als schadenverursachend erachtet. Die Klage erweist sich auch aus diesem Grund als unzulässig. </div> <div class="para">Soweit sich die Klage auch gegen kantonale Behörden oder Beamte richtet, ist darauf hinzuweisen, dass für die Haftung der Kantone bzw. ihrer Behördenmitglieder und Mitarbeitenden das jeweilige kantonale Recht massgebend ist (vgl. Urteile 2E_2/2023 vom 17. Mai 2023 E. 2.4; 2E_1/2022 vom 21. April 2022 E. 1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Klage erweist sich bereits aus den genannten Gründen als offensichtlich unzulässig, sodass darauf nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Ergänzend ist anzumerken, dass Begehren um Schadenersatz und Genugtuung im Staatshaftungsverfahren zwar unter die zivilrechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen im Sinne von <span class="artref">Art. 6 Ziff. 1 EMRK</span> fallen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-187%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page187">BGE 136 II 187</a> E. 8.2.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-331%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page331">134 I 331</a></span> E. 2.1; Urteil 2E_1/2018 vom 25. Oktober 2019 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen), eine öffentliche Verhandlung im konkreten Fall jedoch nicht erforderlich ist. Denn nach der Rechtsprechung kann namentlich darauf verzichtet werden, wenn sich - wie hier - auch ohne solche prozessualen Handlungen bereits mit hinreichender Zuverlässigkeit erkennen lässt, dass eine Rechtsvorkehr offensichtlich unbegründet oder unzulässig, mithin aussichtslos ist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-279%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page279">BGE 136 I 279</a> E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-331%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page331">134 I 331</a></span> E. 2.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=3&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-47%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page47">122 V 47</a> E. 3b/dd; Urteile 2E_2/2024 vom 11. April 2024 E. 4.1; 2E_1/2022 vom 21. April 2022 E. 4; 2E_3/2021 vom 14. März 2022 E. 2.3). </div> <div class="para">Das Bundesgericht behält sich vor, weitere Eingaben ähnlicher Art, nach Prüfung, unbeantwortet abzulegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Kläger die umständehalber reduzierten Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 69 Abs. 1 BZP</span>). Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 69 Abs. 1 BZP</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Klage wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Kläger auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. Februar 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov </div> </div></body></html>