Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Dezember 2014 (720 14 145 / 307) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente, Rentenrevision, keine Verbesserung des Gesundheitszustandes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Milena Grob Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Denis G. Giovannelli, Rechtsanwalt, Baarerstrasse 34, Postfach, 6300 Zug gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Die am 29. November 1965 geborene A.____ war zuletz t bei der B.____ in Bennwil angestellt und war dort bis am 29. Mai 1997 als Betriebsmitarb eiterin tätig. Mit Gesuch vom 17. Juni 1997 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Rück enschmerzen bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen a n. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihr die IV-Ste lle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfü- gungen vom 28. April 1999 rückwirkend ab 1. Januar 1997 bis 31. Dezember 1998 eine ganze IV-Rente und ab 1. Januar 1999 eine halbe Rente zu. Der Anspruch auf eine halbe Rente wur- de mit Verfügung vom 7. Februar 2003 nach einem Erh öhungsgesuch der Versicherten und anschliessend im Rahmen mehrerer Revisionen von Amt es wegen jeweils bestätigt. Nach Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Durchführung einer weiteren Revision von Amtes wegen im Jahr 2013 gelangte die IV-Stelle zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ ve rbessert habe. Nach Durchfüh- rung des Vorbescheidverfahrens hob die IV-Stelle deshal b die laufende halbe Rente mit Verfü- gung vom 2. April 2014 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin , vertreten durch Rechtsanwalt Denis G. Giovannelli, am 19. Mai 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 2. April 2014 aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine unbe- fristete ganze (recte wohl: halbe) IV-Rente auszurichten . Eventualiter sei über den Gesund- heitszustand ein diabetologisches bzw. endokrinologisches Gutachten erstellen zu lassen. Sub- eventualiter sei über den Gesundheitszustand der Beschwe rdeführerin ein Obergutachten er- stellen zu lassen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantr agte sie die Erteilung der aufschie- benden Wirkung der Beschwerde und somit die Ausrichtung e iner unbefristeten IV-Rente wäh- rend der Dauer des Verfahrens. Zudem seien ihr die un entgeltliche Rechtspflege und die un- entgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter für das Beschwerdeverfahren zu bewilli- gen; alles unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung füh rte die Beschwerdeführerin im Wesentli- chen aus, dass die Begründungspflicht als Teilaspekt des re chtlichen Gehörs verletzt und der Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt worden sei, da die im Rahmen der Rentenrevisi- on eingeholten Gutachten die Auswirkungen des Diabetes a uf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigen würden. C. Mit Verfügung vom 4. August 2014 lehnte die instr uierende Präsidentin das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und das Ge such um unentgeltliche Rechtspfle- ge für das vorliegende Beschwerdeverfahren ab. D. In ihrer Vernehmlassung vom 22. September 2014 bea ntragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde in materieller Hinsicht. Zur Begrün dung führte die IV-Stelle aus, dass die Verfügung verständlich und nachvollziehbar formuliert und die Begründungspflicht nicht verletzt sei. Die medizinischen Abklärungen seien vollständig dur chgeführt worden und das Vorliegen eines Diabetes mellitus führe zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde der Versicherten vom 19. Mai 2014 ist demnach einzutreten. 2.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet vorab, die IV ha be ihre Begründungspflicht – als Teilaspekt des rechtlichen Gehörs – in unheilbarer Weise verletzt. So habe die Beschwerde- gegnerin in ihrer Verfügung die früheren Gutachten n icht näher bezeichnet und sich in der Be- gründung nicht mit den einzelnen neu gestellten Diagn osen auseinandergesetzt. Bei diesem Einwand der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Rüge formeller Natur. Sollte sich die- se als zutreffend erweisen, kann dies zur Aufhebung des an gefochtenen Entscheides führen, ohne dass die Angelegenheit materiell beurteilt würde . Der betreffende Einwand ist darum vor- ab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008 E. 3). 2.2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schwei zerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung einer Per- son eingreift (BGE 132 V 370 E. 3.1 mit zahlreichen Hi nweisen). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt das rechtliche Gehör, dass die Behörde die Vorbringen des vom Ent- scheid Betroffenen auch tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung ange- messen berücksichtigt (BGE 136 I 188 E. 2.2.1 mit Hinweis). 2.2.2 In Konkretisierung dieses verfassungsrechtlichen Ge hörsanspruchs statuiert Art. 52 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die Pflicht der Versicherungsträger, ihre Einspracheentscheide zu be- gründen. Zur Frage, welche Begründungsdichte der Entsc heid aufweisen muss, äussert sich die genannte Bestimmung nicht. Diesbezüglich ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach die Begründung so abgefasst sein muss, dass der Betroffene den Ent- scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl der Be- troffene wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild ma- chen können. Zu diesem Zweck müssen wenigstens kurz die Über legungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeu- tet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tat beständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 181 E. 1 mit Hinweisen; 136 I 188 E. 2.2.1). 2.3 Im Vorbescheid vom 14. Februar 2014 wie auch in de r vorliegend angefochtenen Verfü- gung vom 2. April 2014 bringt die IV-Stelle zum Ausdr uck, dass ihres Erachtens seit der letzt- maligen materiellen Überprüfung der Rente im Jahr 20 03 bei der Beschwerdeführerin eine Ver- besserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Die I V-Stelle nennt im zweiten Absatz der Verfügung vom 2. April 2014 die wesentlichen Grun dlagen, auf die sich diese Einschätzung stützt. So verweist sie explizit auf die Gutachten der bei den mit dem Fall befassten Ärzte – auf das rheumatologische Gutachten vom 30. Juli 2013 von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie, FMH Innere Medizin, Manuelle Medizin SAMM und das kard iologische Gutachten vom 11. Juni Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2013 von Dr. med. D.____, FMH Kardiologie, sowie auf den RAD Bericht vom 27. Februar 2014 von Dr. med. E.____. Die medizinische Entscheidgrundlag e, auf welche die IV-Stelle ihren Ent- scheid stützt, ist somit genügend klar definiert. Dem Ein wand der Beschwerdeführerin, wonach die IV-Stelle im angefochtenen Entscheid ihre Begrün dungspflicht verletzt habe, kann deshalb nicht beigepflichtet werden. Ob der Argumentation de r IV-Stelle und den daraus gezogenen Schlüssen inhaltlich gefolgt werden kann, wird im Rahmen der nachfolgenden materiellen Beur- teilung der Beschwerde zu entscheiden sein. 3. Materiell strittig und im Folgenden zu prüfen ist die Frage, ob die IV-Stelle mit Verfügung vom 2. April 2014 die halbe Rente der Beschwerdeführer in zu Recht per 1. Juni 2014 aufgeho- ben hat. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG ). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.3 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1). Die bis zum 31. Dezember 2002 er gangene diesbezügliche Rechtspre- chung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts ( EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgeh end anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschät zung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt in der Re gel nicht zu einer materiellen Revision (vgl. aber die hier nicht interessierende Bestimmung a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 [6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket]) . Bloss auf einer anderen Wer- tung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differe nzen sind daher von revisionsbegrün- denden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesun dheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des me dizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des B undesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte der versicherten Person eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3). 4.4 Vorliegend sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführe rin mit Verfügungen vom 28. April 1999 gestützt auf einen IV-Grad von 100 % rückwirkend ab 1. Januar 1997 eine ganze Rente sowie gestützt auf einen IV-Grad von 50 % rückwirkend ab 1. Januar 1999 eine halbe Rente zu. Die IV-Stelle wies mit Verfügung vom 7. Februar 2003 ein Erhöhungsgesuch der Beschwerde- führerin gestützt auf einen ermittelten IV-Grad von 55 % ab und bestätigte die halbe Rente der Beschwerdeführerin. In der Folge führte sie mehrere R entenrevisionsverfahren von Amtes we- gen durch, in denen sie jeweils unveränderte Verhältnisse feststellte. Eine einlässliche materiel- le Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abkl ärung des medizinischen Sachverhal- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht tes samt gestützt darauf integraler Neuberechnung des IV-Grades erfolgte im Rahmen des vor- liegend eingeleiteten Revisionsverfahrens. Somit beurt eilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die ei ne revisionsweise Aufhebung der bis an- hin ausgerichteten halben Rente rechtfertigt, durch V ergleich des Sachverhalts, wie er im Zeit- punkt der auf einer vollständigen materiellen Anspruchs prüfung beruhenden Rentenverfügung vom 7. Februar 2003 mit demjenigen im Zeitpunkt der vo rliegend angefochtenen Verfügung vom 2. April 2014 bestand. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist di e Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser hinsichtlich der streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 In seinem Urteil vom 29. August 2011, 9C_418/2010 , hat das Bundesgericht ergänzend zusätzliche Besonderheiten festgehalten, die es in Revisionsfällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes zu beachten gilt. 6.1.1 Da die Feststellung einer revisionsbegründenden V eränderung durch eine Gegenüber- stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes e rfolgt (vgl. E. 4 hiervor), bildet Ge- genstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidu ngserheblichen Differenz in den den medizinischen Gutachten zu entnehmenden Tatsachen. Di e Feststellung des aktuellen ge- sundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Be- urteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Tatsachenebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutach tens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sach- verhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüs- sigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe- rechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswe rt, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 6.1.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrecht lichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bl oss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgr enzung der tatsächlich eingetre- tenen von der nur angenommenen Veränderung ist als er forderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsä chliche Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunk- te in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbe itsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnosti- schen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Ein Sachverständiger kann die betreffende Entwicklung regelm ässig nicht aus eigener Wahrneh- mung beschreiben (ausser er sei schon als Vorgutachter t ätig gewesen). Daher ist es erforder- lich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fakten fundie rt auseinandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgebenden medizinischen Vorakten ergeben. Dem Gutach- ten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksi chtigt, fehlt die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlu ssfolgerungen, welche auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber erhobenen Bef undtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfen d nachvollzogen werden können. Diese spezifischen Anforderungen müssen sich denn auch im Rahmen der Fragestellung zu- handen des Gutachters niederschlagen (Urteil des Bundes gerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1.3 Je mehr medizinisches Ermessen bei der Stellung e iner Diagnose und der ärztlichen Einschätzung der Funktionseinschränkungen im Spiel ist, de sto wichtiger ist es, den gutachtli- chen Befund einer Veränderung möglichst solide auf klini sche Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten zu stüt zen und diese Elemente in Bezie- hung zu den medizinischen Vorakten und den dort gesetzt en Anknüpfungstatsachen zu brin- gen. Nur so kann dem Gutachten hinreichend zuverlässig entnommen werden, dass die in den Schlussfolgerungen beschriebene Differenz nicht wesentli ch einer unterschiedlichen Wertung zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite darf die Notwe ndigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lasse n, nicht dazu führen, dass die Anfor- derungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch ang esetzt werden, dass die ursprüngli- che Festlegung praktisch perpetuiert wird (Urteil des Bu ndesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2013, 9C_698/2012 E. 2.2). 7. Streitig und im Folgenden somit zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin und damit einhergehend der Grad der Arbeitsunfähigkeit der Versicherten tatsächlich, wie von der IV-Stelle in der angefochtene n Verfügung vom 2. April 2014 geltend gemacht, seit der am 7. Februar 2003 erfolgten Bestät igung einer halben Rente (und gleichzei- tigen Ablehnung einer ganzen Rente) in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 7.1 Die Verfügungen der IV-Stelle vom 28. April 1999 stützen sich auf das polydisziplinäre Gutachten des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) . Dort wurde ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit radikulärem Reiz- und sensiblem Ausfallsyndrom L5/S1 links bei leichtem Rundrücken und lumbosakraler Chrondrose und me dianer Diskushernie L5/S1 diag- nostiziert. In der Verfügung vom 7. Februar 2003, mit welcher die IV-Stelle der Beschwerdefüh- rerin eine halbe Rente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf ein medizinisches Gutach- ten des F.____ vom 7. November 2002. Darin hielten die beteiligten Fachärzte als objektive Befunde deutliche Druckdolenzen tieflumbal und am sacra len Übergang fest. Es wurde eine chronische Lumbalgie mit anamnestisch intermittierendem radikulärem Reiz- und sensiblem Ausfallsyndrom L5 links sowie eine spondylogene Reizung d iagnostiziert. Unter den objektiven Befunden wurde das radikuläre Reizsyndrom hingegen nicht erwähnt. Die beteiligten Ärzte führ- ten weiter aus, dass aufgrund der Anamnese und der kli nischen Untersuchungen das Be- schwerdebild als chronifizierte Lumbalgie mit intermitti erendem radikulärem Reiz- und sensib- lem Ausfallsyndrom L5 links zu beurteilen sei. Bei sowoh l klinisch als auch neuroradiologisch fehlendem Korrelat für ein radikuläres Geschehen ging en die beteiligten Ärzte betreffend die gelegentlich von lumbal her, vor allem ins linke, aber manchmal auch ansatzweise ins rechte Bein einschiessenden Schmerzen, differentialdiagnostisch von spondylogenen, das heisst pseudoradikulären, Beschwerden aus. Die Ärzte des F.____ gingen weiter davon aus, dass durch medizinische Massnahmen keine Verbesserung der bereit s chronifizierten Beschwerden der Beschwerdeführerin zu erreichen sei. Aus rheumatolog ischer und funktioneller Sicht wurde eine 50 %-ige Arbeits- und Erwerbsfähigkeit festgestellt. Dr. med. G.____, Neurologie FMH hielt in seinem Bericht vom 28. Februar 2002 ebenfalls fest, dass im Vordergrund der Beschwerden Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulär -spondylogener Ausstrahlung in den dorsalen Oberschenkel links, dies bei alter sensibler L 5-Läsion links ohne Anhaltspunkte für eine aktuelle radikuläre Irritations- oder Ausfallsymptomatik stehe. 7.2. Im Rahmen des von Amtes wegen eingeleiteten Revisi onsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärung des massgeblichen medizinischen Sachverhaltes e in bidisziplinäres Gutachten bei Dr. D.____ und bei Dr. C.____ in Auftrag. Das kar diologische Gutachten von Dr. D.____ wurde am 11. Juni 2013 erstattet, das rheumatologische G utachten von Dr. C.____ mit Kon- sensbeurteilung am 30. Juli 2013. 7.2.1 Im kardiologischen Gutachten hält Dr. D.____ fest , dass von der Beschwerdeführerin keine aktuellen kardiologischen Beschwerden angegeben wurden. Die Beschwerdeführerin erlitt im Mai 2009 einen Myokardinfarkt. Anlässlich der Untersuchung durch Dr. D.____ beschrieb die Beschwerdeführerin keine typische Angina pectoris, wie si e diese beim Herzinfarkt verspürt hatte. Weiter wurde im Gutachten festgehalten, dass die Beschwerdeführerin bezüglich der kardialen Situation keine Einschränkungen sehe, diese l ägen vor allem im rheumatologischen Bereich. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh igkeit stellte Dr. D.____ eine koronare 3-Gefäss-Erkrankung fest. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfäh igkeit seien das metabolische Syn- drom mit artieller Hypertonie, die Dyslipidäme und der sekundär insulinpflichtige Diabetes sowie die Adipositas. Ebenfalls ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien der Nikotinkonsum und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Grad 1). Dr. D.____ gelangte zum Ergebnis, dass aus kardiologischer Sicht keine körperlichen Einschränkungen für leichte und mittelschwere Arbei- ten bestünden. Hingegen sei aufgrund der koronaren 3- Gefäss-Erkrankung eine schwere kör- perliche Arbeit nicht zumutbar. 7.2.2 Im rheumatologischen Gutachten vom 30. Juli 2013 führte Dr. C.____ aus, dass die Be- schwerdeführerin anlässlich der Untersuchung angegeben hab e, dass sie seit 15 Jahren Schmerzen habe. Diese Schmerzen seien lumbal in der Mitte lokalisiert und insbesondere beim Sitzen vorhanden; sie könne daher nur 30 bis 40 Minuten sitzen und müsse sich dann wieder bewegen. Die lumbalen Schmerzen seien deutlich stärker a ls die Schmerzen im Bein. Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sei der heutige Zustan d seit über 10 Jahren in demselben Ausmasse vorhanden. Weiter habe sie seit etwa fünf Jahren Kniebeschwerden. In der medizini- schen Gesamtbeurteilung hielt Dr. C.____ fest, dass eine radikuläre Problematik heute verneint werden könne. Es fänden sich bei der Beschwerdeführerin keinerlei Muskelatrophien, welche sich im Fall einer radikulären Reizung längst ausgebildet hätten. Dr. C.____ führte aus, dass die lumbale Problematik wie auch die ausstrahlenden Schmerzen ins linke Bein seit Jahren in dem- selben Ausmass vorhanden seien. Die beidseitig seit Jahren bestehenden Kniebeschwerden stünden gegenüber der Rückenproblematik eher im Hinterg rund. Als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein chronisches Lumbovertebral syndrom mit/bei seit Jahren konstanter spondylogener Ausstrahlung links festzuhalten. Jedoch bestünden keine Anhaltspunkte für eine radikuläre Reizsympomatik. Weiter seien Chondrosen L3/4 un d L5/S1 mit linksseitiger Dis- kusprotrusion L5/S1 zu diagnostizieren. Als weitere Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit bestünden gemäss Dr. C.____ eine koronare 3-Gefäss-E rkrankung und eine beginnende mediale beidseitige Gonarthrose. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine periphere Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht arterielle Verschlusskrankheit (Grad 1), eine Diabetes mel litus, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas und eine laparoskopische Cholezystektomie. Betre ffend die Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin hielt Dr. C.____ fest, dass aus rheuma tologischer Sicht Einschränkungen bestünden. Für eine körperliche Schwerarbeit bestehe g emäss Dr. C.____ keine Arbeitsfähig- keit. Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Kn iegelenke ergebe sich die Restriktion, dass dauernde Arbeiten auf den Kniegelenken oder repet itiv bückenden Arbeiten nicht zumut- bar seien. Für eine Tätigkeit, welche nicht rückenbelastend sei, bei welcher die Beschwerdefüh- rerin nicht nur sitzen müsse, nicht nur stehen müsse, nicht repetitiv über 10 kg heben, stossen oder ziehen müsse (gelegentliches Belasten im Gewichtsber eich von bis 15 kg sei erlaubt, wenn dies nicht repetitiv getätigt werden müsse), bei we lcher die Beschwerdeführerin nicht dauernd auf den Kniegelenken oder repetitiv bückend arbeiten müsse, bestünde eine Arbeitsfä- higkeit von 100 %. 7.2.3 In der Konsensbesprechung vom 10. Juli 2013, we lche sich im rheumatologischen Gut- achten findet, halten die Gutachter zusammenfassend fe st, dass die rheumatologische Beurtei- lung aufgrund ihrer etwas strengeren Beurteilung bezü glich des Belastungslimits als Gesamt- beurteilung zu gelten habe. 7.2.4 Im Bericht des H.____ vom 27. Februar 2014 wurd e festgehalten, dass bei der Be- schwerdeführerin ein chronisches zerviko- und lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei degene- rativen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule u nd der Lendenwirbelsäule mit thorako- lumbaler linkskonvexer Skoliose und Hyperlordose vorliege. Die Ausstrahlungen in den linken Arm deuteten die Ärzte im Rahmen von Myogelosen der Sch ulter-Nackenmuskulatur bei Hal- tungsinsuffizienz der Schultermuskulatur. Klinische Hinwe ise einer Nervenwurzelkompression fänden sich nicht, die Hypästhesie des linken Beines sei nicht dermatomspezifisch. Im MRI der Lendenwirbelsäule fänden sich passend dazu multisegmentale Protrusionen ohne sichere Ner- venwurzelkompression. Eindeutige Hinweise auf eine Spondyloarthritis fänden sich nicht. 7.3. Die IV-Stelle stützt sich in ihrer Verfügung vom 2. April 2014 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entsch eid über die Frage, ob seit der Zu- sprache einer halben Rente mit Verfügung vom 7. Febru ar 2003 eine wesentliche Verbesse- rung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin einge treten ist, vollumfänglich auf die Ergebnisse des bidisziplinären Gutachtens von Dres. C.___ _ und D.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin ein leichte bis mi ttelschwere Tätigkeit vollschichtig zumutbar sei und leitete daraus eine Verbesserung des Ge sundheitszustands ab. Das Gericht weicht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten a b, deren Aufgabe es ist, ihre Fach- kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me- dizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersicht lich, die Anlass geben könnten, das Gutachten in Bezug auf Befund und Diagnosestellung gru ndsätzlich in Frage zu stellen. Das Gutachten von Dres. C.____ und D.____ weist weder form ale noch inhaltliche Mängel auf, es beruht – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – a uf allseitigen Untersuchungen. Das Gut- achten berücksichtigt ferner die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abge- geben worden. Daran vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sie macht unter Hinweis auf ihre Erkrankung an Diabete s und dem Vorliegen von Polypharma- zie geltend, die IV-Stelle habe den medizinischen Sachve rhalt ungenügend abgeklärt. Dieser Auffassung kann unter Hinweis auf die korrekten und übe rzeugenden Ausführungen der IV- Stelle in der Vernehmlassung, auf welche vollumfänglich verwiesen werden kann, nicht gefolgt werden. So führte Dr. C.____ in seinem rheumatologi schen Gutachten aus, welche Medika- mente die Beschwerdeführerin einnimmt und hielt als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit einen Diabetes mellitus fest. Dr. D.____ führt im kardiologischen Gutachten ebenfalls aus, dass der Diabetes mellitus ohne Auswirkung auf die Ar beitsfähigkeit sei. Anhaltspunkte für eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch den Diabe- tes werden weder von der Beschwerdeführerin geltend ge macht noch sind entsprechende Hin- weise den Akten zu entnehmen. Die beteiligten Ärzte ha ben die Diagnose berücksichtigt und ausgeführt, dass Diabetes die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht weiter einschränkt. Nach dem Gesagten steht fest, dass das Gutachten der Dres . C.____ und D.____ eine zuver- lässige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Zei tpunkt des Verfügungserlasses er- lauben. 7.4 Wie bereits in Erwägung 6 hiervor ausgeführt, gel ten bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen jedoch besondere Anforderungen an die Beweistauglichkeit. Beweisthema dieser Gutachten ist nicht bloss die Feststellung des aktuellen Gesundheitszustands und seiner funktionellen Auswirkungen , sondern insbesondere auch der Vergleich dieses Befunds mit dem früheren Gesundheitszustand. 8. Die Gutachter, namentlich Dr. C.____, gehen davo n aus, dass sich der Gesundheitszu- stand der Beschwerdeführerin seit der letzten Rentenüber prüfung und Rentenzusprache im Jahr 2003 deutlich verbessert habe und ihr aus medizinischer Sicht die Ausübung einer leichten angepassten Tätigkeit im Umfang von 100 % zumutbar sei. Die wesentliche Gesundheitsver- besserung stützt Dr. C.____ darauf, dass bei der Beschw erdeführerin mittlerweile keine radiku- läre Reizsymptomatik mehr vorhanden sei. Jedoch wird gl eichzeitig von Dr. C.____ betreffend einer Änderung des Gesundheitszustandes erwähnt, dass die lumbale Problematik sowie die ausstrahlenden Schmerzen ins linke Bein seit Jahren in demselben Ausmasse vorhanden sei- en. Wie bereits oben ausgeführt, gingen auch die Ärzt e des F.____ in ihren Gutachten vom 7. November 2002 explizit von einem fehlenden Korrelat für ein radikuläres Geschehen und deshalb von pseudoradikulären Beschwerden aus. Dr. C.___ _ geht ebenfalls davon aus, dass bereits zum damaligen Zeitpunkt des Gutachtens des F.____ vom 7. November 2002 keine radikuläre Symptomatik bestand und hält fest, dass dies in diesem Sinne auch von den Ärzten im Status beschrieben und kommentiert worden sei. Ein V ergleich der beiden vorstehend zu- sammengefassten Gutachten, auf welche sich die IV-Stelle in vorliegendem Verfahren stützt, zeigt, dass aufgrund der im Gutachten von Dr. C.____ e xplizit verneinten radikulären Reizung nicht, wie von der IV-Stelle angenommen, auf eine Ver besserung der gesundheitlichen Situati- on der Beschwerdeführerin geschlossen werden kann. Auch sch on Dr. G.____ ging in seinem Bericht vom 28. Februar 2002 – welcher somit im gleichen Jahr wie jener Bericht des F.____ verfasst wurde – davon aus, dass bei der Beschwerdeführeri n ein chronisches Lumbovertebral- syndrom mit pseudoradikulär-spondylogener Ausstrahlung in den dorsalen Oberschenkel links, bei alter sensibler L5-Läsion links ohne Anhaltspunkte f ür eine radikuläre Irritations- oder Aus- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht fallsymptomatik vorliege. Dr. C.____ schliesst sich dieser Beurteilung ausdrücklich an. Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist die im rheumatologisc hen Gutachten von Dr. C.____ attes- tierte Erhöhung der ursprünglich erhobenen Arbeitsfä higkeit somit nicht auf eine erhebliche Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Versiche rten im Vergleich zum gesundheitli- chen Zustand, welcher der Verfügung vom 7. Februar 20 03 zugrunde lag, zurückzuführen. Die Ärzte gingen schon im Jahr 2002 von einem fehlenden Kor relat für ein radikuläres Geschehen bzw. von einem chronischen Lumbovertebralsyndrom mit ps eudoradikulär-spondylogener Aus- strahlung aus, weshalb im Vergleich mit der gesundheitlichen Situation im April 2014 keine Ver- besserung der Situation vorliegt. Vielmehr wurde das medizinische Ermessen der Ärzte hin- sichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von den beteiligten Ärzten unterschiedlich ausge- übt (vgl. E. 4.2. hiervor). 9. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit d er letztmaligen Rentenzusprechung im Jahr 2003 nicht in anspruchserheblicher Weise verbessert haben, weshalb eine Rentenrevision nicht zulässig ist. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. April 2014 ist somit aufzuheben und es ist festzustellen, dass die Be schwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente hat. Die Beschwerde ist damit gutzuheissen. 10.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO. Nach § 2 0 Abs. 3 VPO werden die Verfah- renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in a ngemessenem Ausmass auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Pa rtei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen (vorbehältlich der hier nicht interessie renden § 20 Abs. 4 VPO) keine Verfah- renskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 13. Oktober 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 9,9 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erwe ist. Ebenfalls nicht zu beanstan- den sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen A uslagen von Fr. 47.30. Der Be- schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung i n der Höhe von Fr. 2‘189.50 zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 2. April 2014 aufgeho- ben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin w eiterhin An- spruch auf eine halbe Invalidenrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘189.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Präsidentin Gerichtsschreiberin http://www.bl.ch/kantonsgericht