<h2>SubmittedText<h2><p>Können Humusaufbauende und -erhaltende Massnahmen bei der Ausgestaltung politischer Steuerungsinstrumente der Landwirtschaft Berücksichtigung finden und mit weiteren Förderprogrammen auf nationaler und europäischer Ebene abgestimmt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Massnahmen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zur langfristigen Erhöhung des organischen Kohlenstoffs im Boden leisten einen Beitrag zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und zum Klimaschutz. Bereits seit Juni 2022 ist die Anrechnung der Senkenleistung von Böden als Kohlenstoffspeicher in der CO2-Verordnung (SR 641.711) zugelassen. Aufgrund der Anforderungen an die Messbarkeit und an die Permanenz der Sequestrierung sind Bescheinigungen jedoch ein schwer umsetzbares Instrument, wie im Bericht des Bundesrates zum Postulat Bourgeois (19.3639) aufgezeigt wurde.&nbsp;</p><p>Eine andere Möglichkeit zur Förderung von humusaufbauenden und -erhaltenden Massnahmen stellen agrarpolitische Instrumente dar.&nbsp;</p><p>In der Schweiz gibt es bereits Richtlinien und Förderprogramme in der Landwirtschaft, die eine humusaufbauende und -erhaltende Wirkung haben. Dazu gehören breite Fruchtfolgen, Winterbegrünung, bodenschonende Bodenbearbeitung und Produktionssystembeiträge für eine möglichst lange Bodenbedeckung im Sommer. Neue Massnahmen, wie beispielsweise der Einsatz einer Humusbilanzierung oder Zwischenkulturen zur Erhöhung des Humusgehalts, werden derzeit im Rahmen des Ressourcenprogramms Landwirtschaft gemäss Art. 77a des Landwirtschaftsgesetzes (SR 910.1) in zwei Ressourcenprojekten im Kanton Solothurn und im Kanton Genf im Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit im betrieblichen Kontext der Schweizer Landwirtschaft erprobt. Bezüglich der Erzeugung von zusätzlicher Biomasse werden im Ressourcenprojekt «Agro4esterie» moderne Agroforstsysteme auf Landwirtschaftsbetrieben angelegt und ihre Umwelteffekte werden geprüft – insbesondere auch die Kohlenstoffbindung. Dank der wissenschaftlichen Begleitung lassen sich aus diesen Projekten wichtige Erkenntnisse gewinnen. Bei Erfolg können die erprobten Massnahmen bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik in geeigneter Weise berücksichtigt werden.&nbsp;</p><p>Auf EU-Ebene finden Diskussionen im Rahmen des Programms für Umwelt- und Klimamassnahmen (LIFE) und der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) statt. Inhaltlich sind die dort diskutierten Massnahmen den in der Schweiz bereits geförderten Massnahmen ähnlich. Die Schweiz beteiligt sich auf Forschungsebene auch aktiv am gemeinsamen European Joint Program "Soil", das darauf abzielt, das Verständnis für die landwirtschaftliche Bodenbewirtschaftung zu verbessern.</p>