Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. August 2020 (810 20 111) ____________________________________________________________________ Kinder- und Erwachsenenschutzrecht Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts des Kindsvaters / Umplatzierung / Aufhebung Sistierung des persönlichen Kontakts Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Gerichtssch reiberin Yaël Hey- mann Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Flurina Barblan, Advokatin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts des Kindsv aters, Umplatzie- rung, Aufhebung Sistierung des persönlichen Kontakts (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 27. März 2020) A. C.____ (geb. 2006), D.____ (geb. 2005) und E.__ __ (geb. 2011) sind die gemeinsa- men Kinder von A.____ und der am 11. Februar 2020 ve rstorbenen F.____. Nachdem am 3. März 2020 bei der KESB eine Gefährdungsmeldung aus dem Umfeld der Kindsmutter einging, eröffnete die KESB mit Verfügung vom 4. März 2020 ei n Verfahren zur Prüfung von Kindes- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schutzmassnahmen, in dessen Rahmen die Geschwister C.____, D.____ und E.____ am 13. März 2020 angehört wurden. B. Mit superprovisorischem Entscheid vom 13. März 2020 en tzog die KESB dem Kindsva- ter vorläufig das Aufenthaltsbestimmungsrecht über C. ____, D.____ und E.___ und platzierte die Kinder bei der Familie F.____ in G.____. Ferner wurde vorsorglich eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuche s (ZGB) vom 10. Dezember 1907 errichtet und H.____, Berufsbeistandschaft C.____, als Be iständin ernannt. Sie wurde mit den Aufgaben betraut, die Kinder während der Zeit der P latzierung zu beraten und zu begleiten, die Finanzierung der Platzierung sicherzustellen und als Anspr echperson für alle involvierten Per- sonen zu fungieren. Zudem wurde das Besuchsrecht des Kindsvaters vorsorglich sistiert. C. Am 17. März 2020 teilte der Psychotherapeut des Kind svaters, Dr. I.____, im Sinne einer Gefährdungsmeldung der KESB mit, dass die Kinder C.____, D.____ und E.____ bei der Familie F.____ nicht gut aufgehoben seien und eine d er Töchter mit einem erwachsenen Mann im selben Bett schlafen müsse, worauf die KESB am folge nden Tag bei der Familie F.____ ei- nen Hausbesuch abstattete. D. Am 23. März 2020 wandte sich die Polizei mit einer Gefährdungsmeldung an die KESB und teilte mit, dass sie von Dr. I.____ein Video erhal ten habe, auf welchem ein erwachsener Mann zu sehen sei, der mit dem minderjährigen Sohn E._ ___ grenzüberschreitende Handlun- gen vornehme. E. Nach Anhörung des Kindsvaters und weiteren Abklärung en bestätigte die KESB mit Präsidialentscheid vom 27. März 2020 den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts im Sinne einer vorsorglichen Massnahme sowie die Beistandschaft mit H.____ als Beiständin. Ferner wurde die Platzierung von C.____, D.____ und E.____ bei der Familie F.____ aufgehoben und eine vorsorgliche Platzierung der Kinder in der Wohngru ppe J.____ in K.____ angeordnet. Zu- dem wurde die Sistierung des Besuchsrechts des Kindsvaters aufgehoben und der Beiständin insbesondere die Aufgaben überbunden, die Platzierung der Kinder umzusetzen und zu beglei- ten, die Besuchskontakte im Sinne des Kindswohls und in Ab sprache mit den Institutionen zu regeln, nötigenfalls mit Antragstellung an die KESB, sowie die Kinder in persönlichen, schuli- schen und gesundheitlichen Fragen zu unterstützen und zu beraten. Einer allfälligen Beschwer- de wurde die aufschiebende Wirkung entzogen. F. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten dur ch Flurina Barblan, Advokatin in Basel, mit Eingabe vom 7. April 2020 Beschwerde beim K antonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) . Er beantragte, es sei der Ent- scheid vom 27. März 2020, mit Ausnahme der aufgehobene n Platzierung bei der Familie F.____ und Sistierung des Besuchsrechts, aufzuheben und die Kinder sofort wieder unter die Obhut des Beschwerdeführers zu stellen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurück zu weisen, alles unter o/e-Kostenfolge, wo- bei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführu ng und Verbeiständung zu bewilli- gen sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte de r Beschwerdeführer, die Kinder C.____, Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ und E.____ seien sofort und für die Dauer de s Verfahrens unter seine Obhut zu stellen bzw. sinngemäss, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. G. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 8. April 202 0 wurde der Verfahrensantrag des Beschwerdeführers, die Kinder für die Dauer des Verfah rens unter seine Obhut zu stellen bzw. der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, superprovisorisch abgewiesen. H. Die Vorinstanz teilte mit Eingabe vom 15. April 20 20 dem Kantonsgericht mit, dass sie mit separatem Entscheid vom 27. März 2020 Dr. Rita Jedel hauser, Advokatin in Basel, als Kindsvertreterin im vorliegenden Kindesschutzverfahren e ingesetzt habe und beantragte mit ihrer Stellungnahme zum Verfahrensantrag und der Vern ehmlassung in der Hauptsache vom 20. April 2020 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. I. Mit Eingabe vom 22. April 2020 reichte der Beschwe rdeführer das Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» inklusive Belege ein. J. In ihrer Stellungnahme zum Verfahrensantrag vom 2 2. April 2020 stellte die Kindsver- treterin den Antrag auf Abweisung, unter o/e-Kostenfolge. K. Mit Verfügung vom 29. April 2020 wurde der Antr ag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie das Gesuch um Bewilligung der unentgeltl ichen Prozessführung und Verbei- ständung abgewiesen. L. In ihrer Vernehmlassung in der Hauptsache vom 29. April 2020 beantragte die Kinds- vertreterin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge. M. Mit Eingabe vom 6. August 2020 replizierte der Be schwerdeführer. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgese tzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsge- richt, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). V on Bundesrechts wegen anfechtbar sind sämtliche Endentscheide (Art. 450 Abs. 1 ZGB) sowie Zwischenentscheide über vorsorgliche Massnahmen (Art. 445 Abs. 3 ZGB). Beim angefochtenen Entscheid vom 27. März 2020, welcher die Anordnung vorsorglicher Ma ssnahmen zum Gegenstand hat, han- delt es sich um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 4 45 Abs. 3 ZGB. Die Zuständigkeit zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache liegt in Anwendung von § 66 Abs. 2 EG ZGB i.V.m. § 1 Abs. 3 lit. f des Gesetzes über die Verfassun gs- und Verwaltungsprozessordnung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (VPO) vom 16. Dezember 1993 bei der präsidierenden Pe rson. Der Beschwerdeführer ist als direkt Verfahrensbeteiligter ohne Weiteres nach Art. 4 50 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerdeer- hebung legitimiert. Die Beschwerdefrist von zehn Tagen (Art. 445 Abs. 3 ZGB) ist vorliegend eingehalten. Da auch die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Be- schwerde eingetreten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Da d er angefochtene Zwischenentscheid auf einer summarischen und ermessensgeprägten Prüfung beruht (vgl. L UCA MARANTA / CHRISTOPH AUER /MICHÈLE MARTI , in: Thomas Geiser/Christiana Fountoulakis [Hrsg.], Ba sler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 6. Aufl., Basel 2018, N 11 zu Art. 445), kann die Beurteilung durch das Kantonsgericht allerdings nicht detaillierter ausfallen (Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vo m 17. Januar 2014 [810 13 383] E. 2; KGE VV vom 13. Februar 2013 [810 12 343] E. 2) . Zudem auferlegt sich das Kantonsge- richt entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgericht s bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe und bei der Ermessenskontrolle eine gewi sse Zurückhaltung und weicht nicht ohne Not von der Auffassung der Vorinstanz ab. Dies insbes ondere deshalb, weil die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden als Fachbehörden anzusehen sind (vgl. Art. 440 Abs. 1 ZGB; KGE VV vom 17. Juli 2013 [810 13 134] E. 2; KGE VV vom 8. Mai 2013 [810 13 10] E. 1.4; LORENZ DROESE /DANIEL STECK , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], a.a.O., N 17 ff. zu Art. 450a). 3.1 Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ist gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB dazu verpflichtet, bei einer Gefährdung des Kindeswohls die g eeigneten Massnahmen zum Schutze des Kindes zu ergreifen, wenn die Eltern nicht von sic h aus für Abhilfe sorgen oder dazu aus- serstande sind. Auf Antrag einer am Verfahren beteilig ten Person oder von Amtes wegen trifft die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde auch alle für die Dauer des Verfahrens notwendi- gen Massnahmen (Art. 445 Abs. 1 ZGB). Vorsorgliche Massnah men müssen unumgänglich, d.h. so dringlich sein, dass der ordentliche, spätere Entsc heid nicht abgewartet werden kann, ohne einen erheblichen Nachteil für die betroffene P erson in Kauf zu nehmen (vgl. C HRISTOPH HÄFELI , Grundriss zum Kindes- und Erwachsenenschutz, 2. Aufl., B ern 2016, S. 314). Für die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme genügt das Bewe ismass der Glaubhaftmachung (MARANTA /A UER /MARTI , a.a.O., N 11 zu Art. 445). 3.2. Materiell-rechtlich beruht der Entzug des Aufenth altsbestimmungsrechts auf Art. 310 Abs. 1 ZGB, wonach die Kindesschutzbehörde das Kind den Eltern wegzunehmen und in an- gemessener Weise unterzubringen hat, wenn einer Gefäh rdung des Kindes nicht anders be- gegnet werden kann. Die Gefährdung muss darin liegen, dass das Kind in der elterlichen Obhut nicht so geschützt und gefördert wird, wie es für seine körperliche, geistige und sittliche Entfal- tung nötig wäre. Unerheblich ist, auf welche Ursachen di e Gefährdung zurückzuführen ist. Des- gleichen spielt keine Rolle, ob die Eltern ein Verschulden an der Gefährdung trifft. Entscheidend ist, dass die Vorkehr das richtige Mittel zur Verwirklichun g des Ziels ist; d.h. die Unterbringung (z.B. in einem Heim) muss besser als jene beim bisherigen Obhutsinhaber Gewähr dafür bie- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten, dass das Kind in seiner Entfaltung geschützt und gefö rdert wird (Urteile des Bundesge- richts 5A_322/2014 vom 14. Juli 2014 E. 2; 5C.34/2002 vom 3. April 2002 E. 2a; KGE VV vom 13. August 2014 [810 14 61] E. 3.2; vgl. auch C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, Rz. 27.36). Eine Kindeswohlgefährdung kann sich unter anderem bei Unfä- higkeit der Eltern ergeben, sich adäquat um das Kind zu kümmern, weil sie durch persönliche Probleme übermässig absorbiert oder weil sie allgemein überfordert sind; weiter kann sie bei allen Formen der Misshandlung angezeigt sein (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Geiser/Fountoula- kis [Hrsg.], a.a.O., N 5 zu Art. 310; Häfeli, a.a.O., S. 413). Wie alle Kindesschutzmassnahmen muss auch der Entzug des Aufenthaltsrechts erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen elter- liche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komple mentarität). Das Aufenthaltsrecht ist nur zu entziehen, wenn andere Massnahmen ohne Erfolg geblieben sind oder von vornhe- rein als ungenügend erscheinen, um die Gefährdung abz uwenden (vgl. Urteil des Bundesge- richts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 5.2; B REITSCHMID , a.a.O., N 4 zu Art. 310). Als vorsorgliche Massnahme ist die Aufhebung der Obhut für di e Dauer einer Abklärung hingegen zulässig (CHRISTOPH HÄFELI , in: Jolanta Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssl i Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 3. Aufl., Zürich 2016, N 2 zu Art. 310). 4.1 Die KESB erwog im angefochtenen Entscheid, es sei nach dem Ableben der Kindsmut- ter am 11. Februar 2020 eine Gefährdungsmeldung aus dem Umfeld der Kindsmutter einge- gangen, wonach der Kindsvater gesundheitlich vorbelastet und mit seiner Finanzverwaltung, den Erbschaftssachen sowie mit der Ausübung der alleini gen Sorge über seine drei Kinder überfordert sei. Anlässlich der Anhörung vom 26. März 2020 habe der Kindsvater bei der KESB den Eindruck einer aktuell starken Belastung und Überforderung hinterlassen. Ferner habe sich der Lebensalltag der Kinder plötzlich verändert, indem von einem Tag auf den anderen die bis- her gewohnte elterliche Erziehung und Betreuung von de n zugereisten Verwandten übernom- men worden sei, was die Kinder stark belastet habe. Di e Kinder hätten im Rahmen der Kinds- anhörung von empfundener psychischer und körperlicher Ag gression im häuslichen Bereich sowie von einer entsprechend belasteten Paarbeziehung d er Kindseltern gesprochen. Ferner seien von verschiedenen Seiten weitere Gefährdungsmeldun gen eingegangen, teilweise mit strafrechtlich relevantem Inhalt, weshalb sich eine vors orgliche Platzierung der Kinder in der Wohngruppe J.____ in K.____ für die Dauer des Verfa hrens aufdränge. Eine Rückplatzierung der Kinder zum Kindsvater erscheine unter den gegebenen Umständen als verfrüht. Da der Kindsvater gesundheitlich vorbelastet, mit seiner eigenen Situation überfordert und aktuell nicht in der Lage sei, seine Kinder zu schützen und zu förder n, sei zum jetzigen Zeitpunkt die institu- tionelle Unterbringung das richtige Mittel. 4.2 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde im Wesentlichen die Sachverhalts- darstellung im angefochtenen Entscheid und bringt zusam menfassend vor, dass er zusammen mit der Kindsmutter ein intaktes Familienleben geführ t und sich an mehreren Tagen pro Woche um die Kinder gekümmert habe. Der plötzliche Tod sein er Ehefrau am 11. Februar 2020 sei für ihn und die Kinder völlig überraschend gekommen. In de r darauffolgenden traditionellen 31-tägigen Trauerzeit nach hinduistischem Glauben seie n zahlreiche Verwandte aus dem In- und Ausland zu Besuch gekommen und hätten von der Versto rbenen Abschied genommen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Während dieser Phase tiefer Betroffenheit sei er mit n euen und ungewohnten administrativen Angelegenheiten, welche ein Todesfall mit sich bringe , konfrontiert worden. Er sei aber mit der alleinigen Sorge für seine Kinder nicht überfordert gewesen. Auch habe er die Kinder nie ge- schlagen. Ein allfälliges Unvermögen des Beschwerdeführer s, während der Trauerzeit vollstän- dig auf die Bedürfnisse seiner Kinder einzugehen, sei a ufgrund seines Schockzustands nach dem unerwarteten Tod seiner Ehefrau nachvollziehbar. Zudem habe die hinduistische Tradition Rituale und Erziehungsmassstäbe vorgegeben, mit welchen di e Kinder nicht vertraut gewesen seien, wobei auch der Beschwerdeführer sich denen habe beugen müssen. Die Schilderungen, welche die Kinder anlässlich der Anhörung durch die Vori nstanz geäussert hätten, seien alle im Zusammenhang mit der traditionellen Trauerzeit und de r zahlreichen Verwandtenbesuche zu würdigen. Die von den Kindern beschriebenen Spannunge n und Paarkonflikte seien nichts Aussergewöhnliches. Ferner beständen keine konkreten Anha ltspunkte dafür, dass der Be- schwerdeführer nicht in der Lage sei, seine Kinder zu be treuen. Des Weiteren macht der Be- schwerdeführer geltend, dass von ihm aus keine Gefährdu ng der Kinder erkennbar sei. Viel- mehr gehe diese von den Bekannten der verstorbenen Kind smutter aus, weshalb die Vor- instanz mit angefochtenem Entscheid die Platzierung bei Familie F.____ aufgehoben habe. Erst nach dem Tod seiner Ehefrau habe er das bedenkliche Vi deo gefunden, welches die Kindsmut- ter vor ihm geheim gehalten habe. Selbst unter der A nnahme einer Gefährdung von Seiten des Beschwerdeführers habe es die Vorinstanz versäumt, eine mildere Massnahme, beispielsweise eine familientherapeutische Begleitung, in Erwägung zu ziehen. 4.3 In ihrer Vernehmlassung vom 20. April 2020 führt die KESB aus, dass die Kinder im Rahmen der Kindsanhörung geäussert hätten, sie wollte n unter keinen Umständen mit dem Kindsvater zusammenleben. Gemäss dem Kurzbericht der Bei ständin vom 16. April 2020 hät- ten die Kinder zudem der Beiständin gegenüber dezidie rt geäussert, dass sie keinen Kontakt zum Kindsvater wünschten. Alle drei Geschwister hätten üb er Situationen berichtet, in denen der Kindsvater die Kindsmutter geschlagen habe und hätten von einem heftigen Streit zwischen den Kindseltern erzählt, welcher einen Tag vor dem Abl eben der Kindsmutter erfolgt sei. Auch dem Kurzbericht der Wohngruppe J.____ in K.____ vom 20. April 2020 sei zu entnehmen, dass die Kinder den Kontakt mit dem Kindsvater in jeglicher Form vehement ablehnten. Aufgrund dieser Situation müsse zuerst das Vertrauen und der persö nliche Kontakt zwischen dem Kinds- vater und seinen Kindern wiederhergestellt werden, we shalb von einer sofortigen Rückplatzie- rung zum Wohl der Kinder abzusehen sei. Ferner weist d ie KESB darauf hin, dass zur Beurtei- lung der Gefährdungslage der Kinder am 16. April 202 0 ein Fachgutachten bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie Liestal in Auftrag gegeben wurde, um die Erziehungsfähigkeit des alleine sorgeberechtigten Kindsvaters und die zukünftige Lebens- und Wohnsituation der Kinder abzu- klären. Gestützt auf die fachärztliche Beurteilung werde anschliessend über das weitere Vorge- hen entschieden. 4.4 Die Kindsvertreterin führt in ihrer Stellungnah me vom 22. April 2020 und ihrer Ver- nehmlassung vom 29. April 2020 im Wesentlichen aus, dass die Kinder ein völlig anderes Fami- lienleben schildern würden, als dies der Kindsvater tu e. Die Eltern hätten faktisch getrennt ge- lebt und die Kindsmutter und Kinder seien von der Fa milie mütterlicher- und väterlicherseits ausgegrenzt worden, da die Kindsmutter von der Beziehung zwischen ihrer Schwester und dem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kindsvater erfahren habe. Der Kindsvater habe diese Bezi ehung in den Augen der Kinder auch nach dem Tod der Kindsmutter weitergeführt und nicht auf ihre Empfindungen Rücksicht ge- nommen. Zudem hätten die Kinder mehrfach von massiver hä uslicher Gewalt gegen die Kindsmutter berichtet. Der Tod der Kindsmutter sei, zum indest für die Erwachsenen, nicht so überraschend gewesen, zumal die Kinder bereits vor eine m Jahr einen Art Abschiedstext gese- hen hätten. Insgesamt sei die Situation für die Kinde r sehr belastend. Sie hätten den Tod der Kindsmutter zu verarbeiten und benötigten dafür professi onelle Hilfe. Auch würden die Kinder darunter leiden, dass sie aufgrund den Gefährdungsmeldu ngen – welche zur Aufhebung der Fremdplatzierung bei Familie F.____ geführt haben – von ihren bisherigen Vertrauenspersonen abgeschnitten worden seien. Im Rahmen des in Auftrag gegebenen Gutachtens werde sich zeigen, wer für die Kinder eine Bezugsperson sei. Auf Vorschläge zur langsamen Kontaktauf- nahme zum Kindsvater hätten alle drei Geschwister ohne jegliche Ambivalenz ablehnend rea- giert. 4.5 In seiner Replik vom 6. August 2020 bestreitet de r Beschwerdeführer die Sachver- haltsdarstellungen der Kindsvertreterin und führt im Weiteren aus, selbst unter der Annahme, dass allfällige Unstimmigkeiten zwischen den Kindseltern bzw. den Familienmitgliedern zu einer gewissen Belastung der Kinder geführt hätten, könne da raus keine Kindswohlgefährdung her- geleitet werden. Auch würden sich aus den Aussagen der Töchter, welche in der Schule ge- genüber ihrer Lehrerin erklärt hätten, sie wollten au fgrund der vielen Verwandtenbesuche und den einengenden kulturellen Traditionen nicht mehr zu Hause wohnen, keine konkrete Hinweise auf eine Kindswohlgefährdung ergeben. Vielmehr habe es die Vorinstanz versäumt, die Aussa- gen der jugendlichen Töchter kritisch zu hinterfragen un d sich mittels Abklärungen ein eigenes Bild der Situation zu verschaffen. Die Ausführungen de r Vorinstanz und der Kindsvertreterin würden lediglich die Lebenssituation der Familie A.__ __ nach dem plötzlichen Tod der Kinds- mutter umschreiben, ohne jedoch konkrete Angaben zu machen, inwiefern das Kindswohl durch den Beschwerdeführer gefährdet sei. Der Beschwerdeführe r weist zudem darauf hin, dass sich die Situation inzwischen entspannt habe und die Kinder auf ausdrücklichen Wunsch hin seit Anfang Juli 2020 wieder mit ihm zusammenleben würden. 5.1 Aus den Akten erhellt, dass die Kinder bis anhin je glichen Kontakt zum Kindsvater verweigerten. Gemäss Stellungnahme der Kindsvertreterin vom 22. April 2020 würden alle drei Kinder den Kontakt zum Kindsvater vehement ablehnen. A uf Vorschläge zur langsamen Kon- taktaufnahme würden die Kinder ohne jegliche Ambivalen z ablehnend reagieren. Auch die Bei- ständin weist im Kurzbericht vom 16. April 2020 darauf hin, dass sich die Kinder ihr gegenüber dezidiert dahingehend geäussert hätten, dass sie derzeit keinen Kontakt zum Kindsvater, weder telefonisch noch in Begleitung noch in einer anderen Form, wünschten. Zudem wird im Kurzbe- richt der Wohngruppe J.____ in K.____ ausgeführt, dass die Kinder beim Thema Kontaktaufbau ruhig würden, den Blickkontakt vermieden und nicht gern e darüber sprechen würden. Der Kindsvater rufe regelmässig an, erkundige sich um das Woh lergehen der Kinder und frage, ob die Kinder mit ihm telefonieren wollten, was die Kin der bis anhin jeweils verneint hätten. Auch Briefe des Kindsvaters würden die Kinder nicht erhalten wollen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Aus den Akten geht weiter hervor, dass die Kinder gegenüber der Kindsvertreterin den Sachverhalt und ihre Wahrnehmung des Familienlebens d er letzten Jahre übereinstimmend grundlegend anders geschildert haben, als es der Beschwerd eführer in seiner Beschwerde und Replik tut. Gemäss Angaben der Kinder hätten die Eltern zuletzt faktisch getrennt gelebt und sei die Ehe von langjähriger häuslicher Gewalt geprägt g ewesen. Die Kindsmutter sei von der Fa- milie ausgegrenzt worden, da sie von der Beziehung zwischen ihrer Schwester und dem Kinds- vater erfahren habe. Gemäss Einschätzung der Kindsvertret erin habe dies die Kinder sehr be- troffen, welche auch unter der Situation mit ihrer T ante leiden würden. Sie hätten grosse Schwierigkeiten, die Umstände des Suizids der Kindsmutter zu verarbeiten und würden dafür professionelle Hilfe benötigen. Zudem hätten die Kind er berichtet, dass der Beschwerdeführer bereits vor dem Tod der Kindsmutter von dem fraglichen V ideo erfahren habe. Weiter äussert die Kindsvertreterin Zweifel daran, inwiefern der Kindsvater als Bezugsperson der Kinder bisher überhaupt vorhanden gewesen sei und ob er in der Lage sei, die Bedürfnisse der Kinder wahr- zunehmen und ihnen zu entsprechen. Ferner ergibt sich au s dem Kurzbericht der Beiständin vom 16. April 2020, dass alle drei Kinder im Gespräch vo n Situationen ehelicher Gewalt berich- tet hätten. Nach dem Tod der Kindsmutter sei der Kind svater oft nicht zu Hause gewesen und habe sich keine Zeit für die Kinder genommen. Der Beschwerdeführer bringt hingegen vor, dass er und die Kindsmutter ein intaktes Familienleben geführt hätten und er sich während mehreren Tagen in der Woche um die Kinder gekümmert habe. Aufg rund eines neuen Freundeskreises, zudem ebenfalls die Familie F.____ gehöre, habe sich di e Kindsmutter persönlich stark verän- dert und den Kontakt zu einem grossen Teil ihrer eigen en Familie abgebrochen. Die Kinder würden sich hauptsächlich am vielen Verwandtenbesuch während der Trauerzeit sowie an neue Bettzeiten stören, welche der Beschwerdeführer seit dem Tod der Kindsmutter eingeführt habe. Weiter habe er entgegen den Ausführungen der Kindsve rtreterin das fragliche Video erst nach dem Suizid der Kindsmutter entdeckt. 6.1 Die vorgehend dargelegten Ausführungen der verschi edenen Fachpersonen sowie die widergegebenen Aussagen der Kinder lassen eine beharr liche Kontaktverweigerung der Kinder gegenüber dem Kindsvater erkennen. Die Kinder verweige rn kompromisslos den Kontakt in jeglicher Form. Wie bereits in der Verfügung vom 29. A pril 2020 festgehalten wurde, bildet die beharrliche Kontaktverweigerung der Kinder ein gewicht iges Indiz dafür, dass die Vater-Kind- Beziehung tiefgreifend erschüttert ist. Der Beschwerdefü hrer bringt vor, dass sich die Kinder hauptsächlich am vielen Verwandtenbesuch während der T rauerzeit sowie an neuen von ihm eingeführten Bettzeiten stören würden. Diesbezüglich i st jedoch darauf hinzuweisen, wie eben- falls bereits in der Verfügung vom 29. April 2020 festg ehalten wurde, dass die eigene Einschät- zung der Sachlage durch den Beschwerdeführer auffällig mit den Aussagen der Kinder kontras- tiert. Gemäss Anhörungsprotokolle vom 13. und 26. März 2 020 haben die Kinder nicht nur die Lebenssituation nach dem Tod der Kindsmutter geschildert , sondern ebenfalls von häuslicher Gewalt gegenüber der Kindsmutter und von ihrer Verstoss ung aus der Familie berichtet, was sie insgesamt noch sehr belasten würde. Gemäss Ausführungen der Kindsvertreterin haben die Kinder grosse Schwierigkeiten, die Umstände des Suizids der Kindsmutter zu verarbeiten. Folg- lich erhellt, dass die Kinder nicht nur die neuen Leb ensumstände und die plötzliche Lebensum- stellung nach dem Tod der Kindsmutter als Belastung empf inden. Im Rahmen einer summari- schen Prüfung und unter Mitberücksichtigung der beharrlich en Kontaktverweigerung kann nicht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeschlossen werden, dass die Ursache für diese belastet e Beziehung tiefer liegt als vom Beschwerdeführer behauptet und über die von ihm vorgebrachten Gründe hinausgeht. Vielmehr ist aufgrund der tiefgreifend erschütterten Vater-Kin d-Beziehung auf eine Gefährdung des Kindswohls zu schliessen, auch wenn sich diesbezüglich, insbeso ndere betreffend die Hinter- gründe der beharrlichen Kontaktverweigerung, weitere Abklärungen aufdrängen. Zu berücksich- tigen ist zudem, dass bei der KESB mehrere Gefährdungsm eldungen eingegangen sind. Zum einen wurden Bedenken über die Lebenssituation der Kin der unter der Obhut des Beschwerde- führers sowie Zweifel an seiner Erziehungsfähigkeit ge äussert. Diese Meldung deckte sich schliesslich mit dem anlässlich der Anhörung vom 26. März 20 20 gewonnenen Eindruck der KESB, dass der Beschwerdeführer aktuell stark belastet und überfordert ist. Auch die Kindsver- treterin hat ihre Zweifel daran geäussert, inwiefern der Kindsvater als Bezugsperson der Kinder bisher überhaupt vorhanden gewesen und in der Lage se i, die Bedürfnisse der Kinder wahrzu- nehmen und ihnen zu entsprechen. Zum anderen wurden H andlungen mit den Kindern gemel- det, die strafrechtlich relevant sein könnten. Sowohl h insichtlich der Erziehungsfähigkeit des Beschwerdeführers als auch der im Raum stehenden Missbrau chshandlungen drängen sich weitere Abklärungen auf. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Beschwerdeführer den Sachver- halt grundlegend anders als die Kinder schildert. Auffä llig sind insbesondere die sich grundle- gend widersprechenden Aussagen im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Kenntnisnahme des fraglichen Videos durch den Beschwerdeführer. Vor diesem Hintergrund liegen gesamthaft gesehen hinreichend konkrete Anhaltspunkte für eine Gef ährdung des Kindswohls der Ge- schwister C.____, D.____ und E.____ vor. Es ist auch dar auf hinzuweisen, dass die Sachver- haltsdarstellungen des Beschwerdeführers im Hauptverfah ren durch die Vorinstanz abzuklären sind und der massgebende Sachverhalt nicht mittels Bewei serhebungen im vorliegenden Be- schwerdeverfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen ermit telt wird. Nach dem Gesagten war unter den vorliegenden Umständen, insbesondere auf grund der Gefährdungsmeldungen und der tiefgreifend erschütterten Vater-Kind-Beziehun g, sowohl das Einschreiten der Vor- instanz als auch der vorsorgliche Erlass von Kindesschutzmassna hmen für die Zeit der weite- ren Abklärungen geboten. Dass die Kinder inzwischen auf a usdrücklichen Wunsch hin wieder mit dem Beschwerdeführer zusammenleben, ändert nichts daran. 6.2 Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts sei eine unverhältnismässige Kindesschutzmassnahme. Gemäss seiner Auffassung hätte die KESB eine mildere Massnahme, beispielsweise eine familientherapeutische Begleitung anstelle dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts anordnen müssen. Einleitend ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuwe isen, dass der Entzug des Aufenthalts- bestimmungsrechts vorliegend als vorsorgliche Massnahme erlasse n wurde und die auf die konkrete familiäre Situation zugeschnittene verhältnismä ssige Kindesschutzmassnahme im laufenden Verfahren erst noch zu bestimmen sein wird. D ie vorübergehende Fremdplatzierung der Kinder erfolgte zunächst bei Familie F.____ aufgr und einer Gefährdungsmeldung, in wel- cher Bedenken über die Lebenssituation der drei Kinder beim Beschwerdeführer geäussert wurden. Aufgrund weiterer Gefährdungsmeldungen, teil weise mit strafrechtlich relevantem In- halt, erfolgte die Fremdplatzierung in der Wohngrupp e J.____ in K.____. Nach den überzeu- genden Erwägungen der Vorinstanz wurde eine Rückplatzier ung zum Beschwerdeführer als Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfrüht und somit als nicht geeignet erachtet, da die Vorinstanz den Eindruck einer aktuell star- ken Belastung und Überforderung des Beschwerdeführers ha tte. Zudem bestanden weiterhin Zweifel an der Erziehungsfähigkeit des Beschwerdeführ ers. Dieses Vorgehen der Vorinstanz drängte sich nicht zuletzt auch deshalb auf, weil die Kinder vehement jeglichen Kontakt mit dem Beschwerdeführer ablehnten und gegenüber der KESB äusserten, unter keinen Umständen mit dem Beschwerdeführer zusammenleben zu wollen. Aufgrund des jugendlichen Alters der bei- den Töchter sind ihre Wünsche, nicht mit dem Kindsvater zusammenleben zu müssen, unter den vorliegenden Umständen zu berücksichtigen. Ihre Wünsch e können bei einer derart vehe- ment ablehnenden Haltung gegenüber dem Kindsvater nic ht leichthin ausser Acht gelassen werden, zumal die Kinder von keinen Personen offensic htlich manipuliert wurden. Bereits aus diesem Grund wäre eine familientherapeutische Begleitung als mildere, ambulante Massnahme kein taugliches Mittel gewesen. Nur mit einer Fremdpla tzierung in einer ausserfamiliären Um- gebung konnte den Bedürfnissen der Kinder genügend Rechnung getragen und zudem gewähr- leistet werden, dass die Kinder in ihrer Trauer und E ntfaltung geschützt und gefördert werden, währenddem die erforderlichen Sachverhaltsabklärungen durchgeführt werden. Vor diesem Hintergrund erweist sich der von der Vorinstanz angeord nete vorsorgliche Entzug des Aufent- haltsbestimmungsrechts sowie die institutionelle Unter bringung im vorliegenden Fall als erfor- derliche und mildeste Erfolg versprechende Massnahme, um einer Kindeswohlgefährdung be- gegnen und die notwendigen Sachverhaltserhebungen für das Hauptverfahren durchführen zu können. Die KESB wird nach den erfolgten Abklärungen über allfällige weitere Massnahmen neu zu entscheiden haben. 6.3 Nach dem Gesagten erweisen sich der vorsorglich ang eordnete Entzug des Aufent- haltsbestimmungsrechts und die damit verbundene Platzierung von C.____, D.____ und E.____ bei der Wohngruppe J.____ in K.____ gestützt auf die gebotene summarische Würdigung der Sach- und Rechtslage als sachgerecht, verhältnismässig und angemessen. Was die vorsorgli- che Anordnung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB anbelangt, so erweist sich diese mit Blick auf die der Beiständin übertragenen Aufgaben und Kompetenzen im Zu- sammenhang mit der Unterbringung der Kinder als erfor derlich und sachgerecht. Dem Vorbrin- gen des Beschwerdeführers, die Beiständin sei nicht geeig net, da sie den Kontakt zu Frau F.____ und ihrer Familie entsprechend dem geäusserten Wunsch der Kinder zulasse, kann nicht gefolgt werden. Da gemäss den Einschätzungen der B eiständin, welche ohnehin die Sachlage aufgrund ihrer persönlichen und örtlichen Nä he besser beurteilen kann, die Familie F.____ den Kindern Halt gebe, die Besuche erfolgrei ch verlaufen und mit einer engen Überwa- chung durch die Betreuungspersonen der Wohngruppe erfo lgen würden, ist dieses Vorgehen aufgrund fehlenden konkreten Anhaltspunkten für das Vorliegen einer aktuellen Gefährdungsla- ge von Seiten der Familie F.____ nicht zu beanstand en, zumal das Gericht sich bei einer sol- chen Beurteilung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Die Beschwerde erweist sich als unbe- gründet und ist deshalb abzuweisen. Da es sich vorlieg end um eine vorsorgliche Massnahme handelt und die KESB ohnehin die notwendigen Sachver haltserhebungen für das Hauptverfah- ren durchführt, kann von einer Rückweisung an die Vori nstanz zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinne des Eventualantrags abgesehen werden, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend werden Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 800.-- erhoben. Als Verfahrenskosten eben- falls zu berücksichtigen sind grundsätzlich die Kosten der Ki ndsvertretung (KGE VV vom 23. Juli 2014 [810 14 202] E. 8.1; Urteil des Bundesgerichts 5A_840/2011 vom 13. Januar 2012 E. 6; vgl. M ARANTA /A UER /MARTI , a.a.O., N 39 zu Art. 449a). Diesbezüglich ist darauf h inzuwei- sen, dass Dr. Rita Jedelhauser von der KESB mit Entscheid vom 27. März 2020 als Kindsvertre- terin gemäss Art. 314a bis ZGB eingesetzt wurde, weshal b sie eine Mandatsentschädigung, welche auch die Bemühungen im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens mitum- fasst, bei der KESB wird geltend machen können. Die vorl iegenden Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt . 7.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g emäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Die Parteikosten sind gestützt auf den Ausgang des Ver- fahrens wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Beschwer- deführer auferlegt. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 4. Eine Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 6. August 2020 geht an die übrigen Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme. Präsidentin Gerichtsschreiberin