A bteilung III C -2468/2006 {T 0/2} U rteil vom 23. A pril 2007 M itw irkung: Eduard Acherm ann, vorsitzender R ichter Francesco Parrino, R ichter Stefan M esm er, R ichter D aniel Stufetti, G erichtsschreiber O _______, vertreten durch N _______, Beschw erdeführerin, gegen Stiftung A uffangeinrichtung B VG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, Binzstrasse 15, Postfach 2855, 8022 Zürich, Vorinstanz, betreffend A nschluss an die Stiftung A ufangeinrichtung B VG . B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 12. April 2006 m eldete die Beschw erdeführerin ihren Betrieb der Stif- tung Auffangeinrichtung BVG (nachfolgend Vorinstanz) zum Anschluss an. M it Schreiben vom 4. M ai 2006 lehnte die Vorinstanz die Anm eldung ab m it der Begründung, der angem eldete Arbeitnehm er S_______ C _______ sei bereits am 31. Januar 2005 ausgetreten, w eshalb ein Leistungsfall in Form einer Freizügigkeitsleistung eingetreten sei und sie in diesem Fall ei- nen Zw angsanschluss verfügen m üsse, w elcher m it Kosten von Fr. 450.--, Zw angsanschlussgebühren von Fr. 375.-- und ausserordentlichen Kosten von Fr. 200.-- verbunden sei. B. Am 8. N ovem ber 2006 verfügte die Vorinstanz den rückw irkenden Anschluss der Beschw erdeführerin per 1. Septem ber 2003 und auferlegte ihr die angedrohten Kosten. Zur Begründung berief sie sich auf die zw ischenzeitlich bei der AH V-Ausgleichskasse des Kantons G raubünden angeforderten Lohnbescheinigungen, w oraus hervorgehe, dass die Beschw erdeführerin seit 1. D ezem ber 2003 Löhne an Arbeitnehm er ausgerichtet habe, w elche obligatorisch zu versichern w aren. Zudem seien m it dem D ienstaustritt der Arbeitnehm er S_______ C _______ per 31. Januar 2005 und K_______ B_______ per Ende O ktober 2003 bereits Leistungsfälle entstanden. C . D iese Verfügung focht die Beschw erdeführerin m it Beschw erde vom 27. N ovem ber 2006 bei der Eidgenössischen Beschw erdekom m ission der beruflichen Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (nachfolgend Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG ) an. D abei beantragte sie die Aufhebung der Verfügung m it der Begründung, sie habe der Vorinstanz die erw ähnte Anm eldung zum freiw illigen Anschluss rechtzeitig einge- reicht. U m so w eniger sei nachvollziehbar, w eshalb die Vorinstanz trotzdem den Zw angsanschluss verfügen w olle. D . M it Vernehm lassung vom 29. D ezem ber 2006 beantragte die Vorinstanz die vollum fängliche Abw eisung der Beschw erde unter Kosten- und Ent- schädigungsfolgen zu Lasten der Beschw erdeführerin. Sie hielt an ihrer Verfügung fest, erklärte sich jedoch abw eichend davon bereit, auf die auf- erlegten Kosten in der H öhe von Fr. 450.-- zu verzichten, w eil sich die Be- arbeitung überm ässig verzögert habe. E. In ihrer R eplik vom 19. M ärz 2007 erklärte sich die Beschw erdeführerin m it diesem Vorschlag der Vorinstanz einverstanden. D es W eiteren anerkannte sie die auferlegten Anschlussgebühren von Fr. 375.- und beantragte, das Verfahren als erledigt abzuschreiben unter Aufteilung der Kosten unter den Parteien. F. D en gem äss Verfügung des Bundesverw altungsgerichts vom 14. Februar 2007 erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 800.- hat die Beschw erdeführe- rin fristgerecht eingezahlt. 3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Verfahren ist die Verfügung der Vorinstanz vom 8. N ovem ber 2006, w elche gem äss Art. 60 Abs. 2bis des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, H interlas- senen- und Invalidenvorsorge (BVG , SR 831.40) eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) darstellt. 1.2 Beschw erden gegen Verfügungen der Auffangeinrichtung beurteilte bis zum 31. D ezem ber 2006 die Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG unter Anw endung der Verfahrensvorschriften des Vw VG (Art. 74 Abs. 2 Bst. c und Abs. 3 BVG in der zu diesem Zeitpunkt geltenden Fassung). Per 31. D ezem ber 2006 w urde die Eidgenössische Beschw erdekom m ission BVG als Beschw erdeinstanz durch das Bundesverw altungsgericht ersetzt, das seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 aufgenom m en und gestützt auf Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (VG G , SR 173.32) die Beurteilung der in diesem Zeitpunkt hängigen Beschw erden übernom m en hat. D ie Zuständigkeit des Bundes- verw altungsgerichts ergibt sich gem äss Art. 31 und 33 Bst. h VG G , sofern w ie hier keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt Verfügungen der Auffangeinrich- tung unter Anw endung der Verfahrensvorschriften des Vw VG (Art. 1 Abs. 1 und 2 Bst. e Vw VG , i. V. m . Art. 33 Bst. h VG G ). D abei finden, m angels ei- nes ausdrücklichen Verw eises im BVG , die Vorschriften des 2. Abschnitts über das Sozialversicherungsverfahren gem äss dem Bundesgesetz vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1) keine Anw endung (Art. 2 ATSG ). 1.4 D ie Beschw erdeführerin hat gegen die Verfügung der Auffangeinrichtung form - und fristgerecht Beschw erde erhoben (Art. 50 und 52 Vw VG ). 1.5 D ie Beschw erdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom m en (Art. 48 Abs. 1 Bst. a Vw VG ), sie ist durch die angefochtene Verfügung be- rührt, und sie hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). Sie ist daher zur Beschw erde legitim iert. 2. 2.1 O bligatorisch zu versichern ist jeder Arbeitnehm er, der das 17. Altersjahr vollendet hat und bei einem Arbeitgeber m ehr als den gesetzlichen Jahres- M indestlohn gem äss Art. 2 Abs. 1 BVG in Verbindung m it Art. 5 der Ver- ordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) erzielt und bei der AH V ver- sichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG ). 2.2 Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehm er, die obligatorisch zu versichern sind, m uss er sich gem äss Art. 11 BVG einer in das R egister für die beruf-4 liche Vorsorge eingetragenen Vorsorgeeinrichtung anschliessen. D ie Aus- gleichskasse der AH V überprüft, ob die von ihnen erfassten Arbeitgeber ei- ner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind. Arbeitgeber, die ihrer An- schlusspflicht nicht nachgekom m en sind, fordert sie auf, sich innerhalb von zw ei M onaten anzuschliessen. Kom m t der Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nach, m eldet die Ausgleichskasse ihn an die Auffangeinrichtung (Art. 11 Abs. 4 - 6 BVG ). D iese ist verpflichtet, den Arbeitgeber im R ahm en der gesetzlichen Pflichten bei ihr anzuschliessen (Art. 60 Abs. 2 Bst. a BVG ), und zw ar rückw irkend auf den Zeitpunkt, ab dem er obligatorisch zu versi- chernde Arbeitnehm er beschäftigt hat (Art. 11 Abs. 3 und 6 BVG ). Aufgrund dieser Bestim m ungen hat die Vorinstanz die Beschw erdeführerin w ie dargelegt zw angsw eise bei ihr angeschlossen. 2.3 D ie Vorinstanz hat m it ihrer Vernehm lassung vom 29. D ezem ber 2006 er- klärt, auf die gem äss Verfügung auferlegten Kosten von Fr. 450.- (D isposi- tivziffer 2, erster Satz) zu verzichten, im Ü brigen aber an der angefochte- nen Verfügung festhalten zu w ollen. M it diesem Vorschlag erklärte sich die Beschw erdeführerin in ihrer Eingabe vom 19. M ärz 2007 einverstanden und unterzog sich dam it dem verfügten Anschluss (D ispositivziffern 1 und 3) sow ie der Auferlegung der Zw angsanschlussgebühren von Fr. 375.- (D ispositivziffer 2, zw eiter Satz). 3. 3.1 Es bleibt zu prüfen, w ie das Verfahren erledigt w erden kann. 3.2 D ie Beschw erdeführerin hat sich der Verfügung der Vorinstanz nur auf- grund ihrer in der Vernehm lassung abgegebenen Zusicherung, die Verfü- gungskosten von Fr. 450.- nicht in R echnung zu stellen, das heisst unter einer Bedingung unterzogen. Ein R ückzug der Beschw erde hat indes nach konstanter R echtsprechung ausdrücklich und bedingungslos zu erfolgen (ALFR E D KÖ LZ / ISAB ELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungs- rechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N . 683). Auf der anderen Seite hat die Vorinstanz auch keinen förm lichen W ieder- erw ägungsentscheid getroffen, m it w elchem die Verfügungskosten von Fr. 450.- w iderrufen w orden w ären. 3.3 D am it konnte die Beschw erdeführerin ihre Beschw erde nicht rechtsgültig zurückziehen. 3.4 Im Ergebnis sind sich die Parteien aber einig darüber, dass ein Zw angsan- schluss zu R echt erfolgt ist, dass dieser aber aufgrund der besonderen U m stände des vorliegenden Falles nicht m it Verfügungskosten zu verbin- den ist. 3.5 D as vorliegende Verfahren kann dam it nicht gem äss Art. 23 Abs. 1 Bst. a VG G infolge Beschw erderückzug oder aufgrund einer W iedererw ägung als gegenstandslos abgeschrieben w erden. D as Verfahren ist m it einem Sach- urteil abzuschliessen. D a dessen Inhalt nicht m ehr strittig ist, entscheidet das Bundesverw altungsgericht aus verfahrensökonom ischen G ründen 5 selbst (Art. 61 Vw VG ). D ie Beschw erde w ird daher insow eit teilw eise gutgeheissen, als sich die Vorinstanz dem Antrag der Beschw erdeführerin, die Auferlegung der Ver- fügungskosten von Fr. 450.- aufzuheben, unterzogen hat. Im Ü brigen w ird die Verfügung, sow eit die Beschw erdeführerin rückw irkend per 1. Septem - ber 2003 angeschlossen w ird (D ispositivziffern 1 und 3) und ihr die G ebüh- ren für den Zw angsanschluss in der H öhe von Fr. 375.- in R echnung ge- stellt w erden (D ispositivziffer 2, zw eiter Satz), bestätigt. 4. 4.1 Bei diesem Verfahrensausgang rechtfertigt sich, die Verfahrenskosten so- w ie die Zusprechung von Parteientschädigungen unter sinngem ässer An- w endung der G rundsätze über die Verfahrenserledigung durch G egen- standslosigkeit infolge R ückzugs der Beschw erde zu regeln. 4.2 D em nach w erden den Parteien keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 Vw VG , Art. 5 und 6 Bst. a des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D er Beschw erdeführerin w ird der von ihr einbe- zahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.- zurückerstattet. 4.3 G em äss Art. 15 VG KE gilt bei gegenstandslosen Verfahren hinsichtlich der Parteientschädigung sinngem äss die für die Verfahrenskosten anw endba- re R egelung (Art. 5 VG KE). D ies gilt auch für Verfahren, die infolge R ück- zug der Beschw erde gegenstandslos gew orden sind. D a der teilw eise ob- siegenden Beschw erdeführerin keine notw endigen und verhältnism ässig hohe Kosten erw achsen sind, ist ihr keine Parteientschädigung zuzuspre- chen (Art. 7 Abs. 1 und 2 VG KE). D ie Vorinstanz hat gem äss Art. 7 Abs. 3 VG KE keinen Anspruch auf Parteientschädigung.6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Sinne der Erw ägungen teilw eise gutgeheissen. 2. D ie gem äss Ziffer 2 des D ispositivs der Verfügung der Stiftung Auffangein- richtung BVG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, vom 8. N ovem ber 2006 erfolg- te Auferlegung der Verfügungskosten in der H öhe von Fr. 450.- an den Ar- beitgeber w ird aufgehoben. 3. Im Ü brigen w ird die angefochtene Verfügung bestätigt. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D er Beschw erdeführerin w ird der von ihr einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.- zurückerstattet. 5. Es w erden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet (G erichtsurkunde): - der Beschw erdeführerin - der Vorinstanz (R ef. Fall-N r. 3252) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Eduard Acherm ann D aniel Stufetti R echtsm ittelbelehrung D ieses U rteil kann innert 30 Tagen ab Zustellung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G ], SR 173.110) Versand am :