<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00389</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204036&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00389</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Keine vorrangige familiäre Beziehung oder wesentliche Änderung der Betreuungsverhältnisse Der Beschwerdeführer 1, geb. 1961, aus Bangladesh, hat zwei Kinder (Beschwerdeführer 2, geb. 1984; Beschwerdeführerin 3, geb. 1991) aus erster Ehe mit einer Landsfrau, die in ihrer Heimat leben. Im Jahr 1990 reiste er ein erstes Mal in die Schweiz ein, wo er seit 1999 die Niederlassungsbewilligung besitzt. Die 1994 in Zürich geschlossene Ehe mit einer Schweizer Bürgerin wurde 2000 geschieden; seit 2003 ist er mit einer Peruanerin verheiratet. Keine Ansprüche aus Art. 17 Abs. 2 ANAG oder Art. 8 Abs. 1 EMRK auf Familiennachzug der beiden Kinder, da weder eine vorrangige familiäre Beziehung zum in der Schweiz lebenden Elternteil (Beschwerdeführer 1) noch eine wesentliche Änderung der Betreuungsverhältnisse nachgewiesen ist. Insbesondere haben die Kinder zu ihren Verwandten und ihrer Mutter im Heimatland intensivere Beziehungen als zum Beschwerdeführer 1. Abweisung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 8 EMRK">ART. 8 EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETREUUNGSVERHÃLTNISSE">BETREUUNGSVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHE">EHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERN">ELTERN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELTERNTEIL">ELTERNTEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIND/-ER">KIND/-ER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDERNACHZUG">KINDERNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDESWOHL">KINDESWOHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTTER">MUTTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTWENDIGKEIT DES NACHZUGS">NOTWENDIGKEIT DES NACHZUGS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEIDUNG">SCHEIDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWANDTE">VERWANDTE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLJÃHRIGKEIT">VOLLJÃHRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANGIGE FAMILIÃRE BEZIEHUNG">VORRANGIGE FAMILIÃRE BEZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 17 Abs. II ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 1 Abs. II lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A, geboren 1961, StaatsangehÃ¶riger des Landes Q, heira­tete im Jahr 1983 in seiner Heimat eine Landsfrau, aus welcher Ehe der Sohn B, ge­boren 1984, und die Tochter C, geboren 1991, hervorge­gangen sind.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Ein erstes Mal reiste A im Dezember 1990 in die Schweiz, wo er ein Asylgesuch stellte. Das Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge und anschliessend die Asylrekurskommis­sion wiesen das Gesuch ab. Nach dem Ablauf der Ausreisefrist vom 15. Januar 1993 war sein Aufenthaltsort unbekannt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>GemÃ¤ss einer notariell beglaubigten ErklÃ¤rung der Ehefrau wurde die Ehe am 25. Oktober 1993 im Land Q geschieden und seien die beiden Kinder unter die elterliche Sorge des Ehemanns gestellt worden. Diese leben bis heute im Land Q.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 26. Juli 1994 heiratete A in ZÃ¼rich die aus dem Land P stammende Schweizerin E. In der Folge erhielt er die Aufenthalts- und am 6. August 1999 die Niederlassungsbewilligung. Diese Ehe wurde am 5. September 2000 in ZÃ¼rich geschieden.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 19. Juli 2000 ersuchte A bei der Fremdenpolizei (Migrationsamt) um Nachzug seiner beiden Kinder. Das Amt verlangte von ihm die Beantwortung einiger Fragen und die Zustellung gewisser Dokumente, welche es in der Folge der Schweizer Botschaft in R zur Stellungnahme unterbreitete. Am 6. Februar 2002 wies die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) das Gesuch von A ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Am 14. Januar 2003 heiratete A die 1974 geborene, aus dem Land O stammende F, welcher die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann erteilt wurde.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Einen von A in seinem und dem Namen seiner Kinder eingereichten Rekurs wies der Regierungsrat am 10. September 2003 ab. Er bestÃ¤tigte im Wesentlichen die von der Direktion festgestellte Situation, wonach es dem Gesuchsteller nicht um die ZusammenfÃ¼hrung der Familie gehe und eine vorrangige familiÃ¤re Beziehung der Kinder zu ihrem Vater nicht gegeben sei. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>A liess am 20. Oktober 2003 in seinem und im Namen seiner Kinder Beschwerde einreichen und dem Verwaltungsgericht beantragen, der Entscheid des Regierungsrats sei aufzuheben und es sei die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit anzuweisen, seinen Kindern die Bewilligung zur Einreise zum Verbleib bei ihrem Vater und zur Niederlassung zu erteilen. Ausserdem verlangte er die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, schloss die Staatskanzlei namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde.</span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht nur zulÃ¤ssig, wenn durch eine Anordnung einer VerwaltungsbehÃ¶rde eine Bewilligung verweigert wird, auf welche die betroffene Person grundsÃ¤tzlich einen Rechtsanspruch aus Bundes- oder VÃ¶lkerrecht hat (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegege­setzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 126 II 425 E. 1; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Einen Anspruch auf Nachzug der minderjÃ¤hrigen Kinder kann Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Niederlassung und Aufenthalt der AuslÃ¤nder (ANAG) vermitteln, wenn beabsichtigt wird, dass diese mit ihren Eltern zusammenwohnen. Bei der PrÃ¼fung des Anspruchs ist dabei auf das Alter der Kinder im Zeitpunkt der Ge­suchstellung abzustellen (BGE 124 II 361 E. 4b). In diesem Zeitpunkt war der Beschwer­defÃ¼hrer 2 noch nicht volljÃ¤hrig. Da zudem beabsichtigt ist, als (Teil-)Familie zusam­menzuwohnen, ist grundsÃ¤tzlich ein gesetzlicher Rechtsanspruch gegeben und hat das Gericht auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ein Anspruch auf Familiennachzug kann sich zudem aus Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Men­schenrechtskonvention (EMRK) und â hier nicht weitergehend â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ergeben. Im Gegensatz zum Anspruch gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 ANAG ist jedoch der Anspruch an der Sachlage im Zeitpunkt der gerichtlichen Beurteilung zu messen (BGE 120 Ib 257 E. 1e und f). FÃ¼r den am 21. Februar 2002 volljÃ¤hrig gewordenen BeschwerdefÃ¼hrer 2 bedeutet dies, dass der Rechtsanspruch von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV verwirkt ist. Ein besonderes AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnis zwischen dem Sohn und seinem Vater, welches zuliesse, von der Altersgrenze abzusehen, wird weder geltend gemacht noch ist ein solches ersichtlich (BGE 120 Ib 257). Mit Bezug auf die 1991 geborene und heute 13-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin 3 hat das Gericht indessen auch die Anspruchsgrundlagen der Konvention und Verfassung zu Ã¼berprÃ¼fen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach der Praxis des Bundesgerichts ist ein Anspruch sodann nur mÃ¶glich, wenn der in der Schweiz lebende Elternteil Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfÃ¼gt (zur Praxis hierzu und Kritik: Martin Bertschi/Thomas GÃ¤chter, Der Anwesenheitsanspruch aufgrund der Garantie des Privat- und Familienlebens, ZBl 5/2003, S. 225 ff., Ziff. 4 S. 243). Dies ist beim niedergelassenen Vater (BeschwerdefÃ¼hrer 1) der Fall.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Ob sich auf Grund der konkreten UmstÃ¤nde die mÃ¶glichen RechtsansprÃ¼che verwirklichen lassen, ist Gegenstand der nachfolgenden materiellen PrÃ¼fung (BGE 128 II 145 E. 1.1.5).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><b><span> </span></b></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die gesetzliche Regelung in Art. 17 Abs. 2 ANAG ist von Wortlaut und Sinn auf den Nachzug gemeinsamer Kinder zum Zusammenleben mit beiden Eltern zugeschnitten und erfasst den Nachzug der Kinder von geschiedenen oder getrennten Eltern zu einem in der Schweiz lebenden Elternteil nicht. Diese GesetzeslÃ¼cke ist von der Rechtsprechung gefÃ¼llt worden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Diese Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der Regierungsrat ausfÃ¼hrlich und zutreffend dargelegt; es kann vorab darauf verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Zusammengefasst gelten folgende GrundsÃ¤tze:</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Leben Eltern getrennt und nur ein Elternteil in der Schweiz, ist eine ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie begrifflich nicht mÃ¶glich, weshalb ein bedingungsloser Anspruch auf den Nachzug der Kinder â im Gegensatz zur intakten Familie â von vornherein nicht besteht. Unter BerÃ¼cksichtigung nicht nur des Wunschs des nachzugswilligen Elternteils, sondern auch des Kindswohls, bedarf es einer vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung der Kinder zum in der Schweiz lebenden Elternteil. Bei deren Beurteilung sind nicht nur die Beziehungen der Kinder zum in der Heimat verbliebenen Elternteil massgebend, sondern sind auch ihre Beziehungen zu weiteren Betreuungspersonen in Betracht zu ziehen (BGE 125 II 585 E. 2a und c). Dabei stellt die (zivilrechtliche) Regelung des Sorgerechts nur ein Indiz, nicht jedoch das alleinige Kriterium dar. In diesem Sinn ist in erster Linie auf die bisherigen BetreuungsverhÃ¤ltnisse abzustellen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Indessen kÃ¶nnen auch nachtrÃ¤glich eingetretene oder zukÃ¼nftige UmstÃ¤nde wesentlich werden, sofern sich etwa neue familiÃ¤re AbhÃ¤ngigkeiten oder eine wesentliche Verlagerung der BetreuungsintensitÃ¤ten ergeben haben, wie beim Hinschied desjenigen Elternteils oder der Bezugsperson, die das Kind bisher betreut hat. FÃ¼r diese FÃ¤lle fordert das Bundesgericht, dass sich der Nachzug als "notwendig" erweisen mÃ¼sse (fÃ¼r viele: BGE 124 II 361 E. 3a). Dabei darf â im Hinblick auf den Grundrechtsgehalt des garantierten Familienlebens â das Kriterium der Notwendigkeit nicht zusÃ¤tzlich zur vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung gefordert werden, sondern in dem Sinn, dass sich die Notwendigkeit eben durch den Wegfall sÃ¤mtlicher familiÃ¤rer Beziehungen des Kindes in seinem heimatlichen Umfeld ergibt, wobei diesfalls keine Rolle spielen kann, ob zum hier lebenden Elternteil eine vorrangige oder Ã¼berhaupt eine gelebte familiÃ¤re Beziehung besteht oder nicht (vgl. zur Kritik am Kriterium der Notwendigkeit: VGr, 3. Dezember 2003, VB 2003.00329, abweichende Meinung S. 19 ff., www.vgrzh.ch).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der in der FamilienzusammenfÃ¼hrung bestehende Zweck des Familiennachzugs wird nach der Praxis insbesondere dann nicht erreicht, wenn der sich in der Schweiz aufhaltende Elternteil ohne Ã¤usseren Zwang die Familie verlassen, jahrelang von seinen Kinder getrennt gelebt hat und diese erst kurz vor Erreichen des 18. Altersjahrs zu sich holen will. Das Bundesgericht sieht darin einen Hinweis, dass nicht das familiÃ¤re Zusammenleben, sondern das Erlangen einer fremdenpolizeilichen Bewilligung angestrebt werde, was auf einen Rechtsmissbrauch hindeute. Es sei allerdings nicht auszuschliessen, dass es gute GrÃ¼nde geben kÃ¶nne, die Familiengemeinschaft in der Schweiz erst nach Jahren herzustellen. Solche GrÃ¼nde mÃ¼ssten sich jedoch aus den UmstÃ¤nden des Einzelfalls ergeben (BGE 125 II 585 E. 2a).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Damit ist auch gesagt, dass aus Ã¤usseren VorgÃ¤ngen mittels der allgemeinen Lebenserfahrung auf die einem Familiennachzug zugrunde liegende Absicht geschlossen werden darf, wenn sich der Sachverhalt im Rahmen der behÃ¶rdlichen Untersuchungspflicht nicht anders klÃ¤ren lÃ¤sst. Immer bleibt es aber der beschwerdefÃ¼hrenden Partei vorbehalten, im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht zur SachverhaltsabklÃ¤rung beizutragen (§ 7 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 70 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Der Regierungsrat hat erwogen, der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe, ohne bedroht gewesen zu sein, sich 1990 ein erstes und 1994 ein zweites Mal von seiner Familie getrennt. Die Kin­der hÃ¤tten seit ihrer Geburt im grosselterlichen Haus gelebt, wo sie bis 1993, d.h. bis zur Scheidung der Eltern, von ihrer Mutter und spÃ¤ter von den Grosseltern betreut und erzogen worden seien. An der gleichen Adresse wohne ein Onkel der Kinder mit seiner Familie sowie eine Tante. Die Mutter der Kinder wohne in der NÃ¤he und besuche diese regelmÃ¤ssig. Der Regierungsrat hat daraus geschlossen, dass ein Verwandtschaftsverband sich um die Kinder gekÃ¼mmert habe und sich mit dem Tod der Grossmutter am 5. Dezember 2000 nichts GrundsÃ¤tzliches an der Betreuungslage geÃ¤ndert habe. Weiterhin gewÃ¤hre ihnen der Familienverband ein intaktes Umfeld. Daraus ergebe sich keine Notwendigkeit fÃ¼r den Nachzug aufgrund einer mit dem Tod der Grossmutter verÃ¤nderten oder weggefallenen Betreuung der Kinder. Dass diese, gemessen an ihrer heimatlichen Betreuungssituation, eine vorrangige familiÃ¤re Beziehung zu ihrem in der Schweiz lebenden Vater unterhielten, schliesst die Vorinstanz aus. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 habe sich erst im Jahr 2000 um den Nachzug bemÃ¼ht, obwohl ihm dieser seit mehreren Jahren â seit der Heirat mit einer Schweizerin im Jahr 1994 â rechtlich mÃ¶glich gewesen wÃ¤re. Dass ihm mit der Scheidung die elterliche Sorge Ã¼bertragen worden sei, sei unbeachtlich, weil bei dieser Regelung das Kindswohl offensichtlich nicht beachtet worden sei. Auch wenn ihr Vater die Kinder finanziell unterstÃ¼tzt, mit ihnen telefoniert und sie besucht habe, habe sich keine vorrangige Beziehung zu ihm ergeben. Hinzu komme, dass mit dem Nachzug die Kinder aus einer vertrauten Umgebung herausgerissen wÃ¼rden und in einem fremden sprachlichen und kulturellen Umfeld Erschwernissen ausgesetzt wÃ¤ren. Dazu kÃ¶nne der seit kurzem neu verheiratete BeschwerdefÃ¼hrer den Kindern keine Hilfe bei der Integration in der Schweiz bieten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, dass die fÃ¼r die Kinder einschneidende Ãnderung der Betreuungssituation im Jahr 2000 mit der Erkrankung der Grossmutter eingesetzt habe; nicht deren Tod sei ausschlaggebend, weil sie schon vorher die altersgerechte Betreuung der Kinder nicht mehr habe gewÃ¤hrleisten kÃ¶nnen. Zutreffend sei, dass ihre Mutter sie jede Woche besuche. Auch lebten zwar mehrere Verwandte im gleichen Haus; diese seien aber mit ihren eigenen Familien ausgelastet und nicht in der Lage, sich intensiv um die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 zu kÃ¼mmern. Bestritten werde, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 den Nachzug schon im Jahr 1994 hÃ¤tte beantragen kÃ¶nnen; nach der (damaligen) Rechtspraxis wÃ¤re die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der schweizerischen Ehefrau als fÃ¼r den Kindernachzug nicht ausreichend gefestigt beurteilt worden. Es fehle heute eine dem Alter angemessene Betreuung, weshalb ein Nachzug nÃ¶tig sei. Unzutreffend sei, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 seine Kinder nur ungenÃ¼gend zu betreuen und inte­grie­ren vermÃ¶chte. Er kÃ¶nne sich auf Deutsch verstÃ¤ndigen, ebenso seine aus dem Land O stammende Ehefrau.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Mit der gesetzlichen BeschrÃ¤nkung, die angefochtene behÃ¶rdliche Anordnung auf deren RechtmÃ¤ssigkeit zu Ã¼berprÃ¼fen, entfÃ¤llt die MÃ¶glichkeit, dass das Verwaltungsgericht sein Ermessen an die Stelle desjenigen der (letztinstanzlichen) kantonalen BehÃ¶rde setzt (§ 50 Abs. 1 VRG). Vielmehr hat sich die ÃberprÃ¼fung auf den Ermessensmissbrauch und die ErmessensÃ¼berschreitung zu beschrÃ¤nken (§ 50 Abs. 2 lit. c VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Ausgeschlossen werden kann, dass sich der Nachzug der Kinder deshalb als notwendig bzw. zwingend erweist (vgl. vorn E. 2.2), weil durch eine Ãnderung in der Betreuungssituation oder den Wegfall von Betreuungspersonen eine betreuungslose Situation entstanden wÃ¤re und zur Wiederherstellung derselben Massnahmen unbesehen der familiÃ¤ren Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer 1 getroffen werden mÃ¼ssten. Die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 leben seit ihrer Geburt in einem vertrauten Umfeld. Die Betreuung erfolgte nach der Scheidung der Eltern und dem Auszug ihrer Mutter zwar hauptsÃ¤chlich, aber nicht ausschliesslich, durch die zwischenzeitlich verstorbene Grossmutter. Weiter ist zwar denkbar, dass der im gleichen Haus lebenden Familie des Onkels eine "intensive" Betreuung der BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 nicht mÃ¶glich ist. Zusammen mit den weiteren noch dort wohnenden Verwandten und ihrer Mutter, die jede Woche einen Besuch abzustatten scheint, kann indessen von einer altersgerechten notwendigen Betreuung ausgegangen werden. Dies umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer 2 volljÃ¤hrig ist und seiner jÃ¼ngeren Schwester ergÃ¤nzend zu den Ã¼brigen erwachsenen Personen mit Rat und Tat beistehen kann, haben sich doch die Geschwister seit rund zehn Jahren ohne Elternteil aneinander gewÃ¶hnt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auch wenn keine Notwendigkeit im angefÃ¼hrten Sinn vorliegt, gebietet der grundrechtliche Charakter der Garantie des Familienlebens einen Nachzug zu derjenigen Person, bei welcher dieses Familienleben am ehesten realisiert werden kann. Diese beurteilt sich gemÃ¤ss dem Landesrecht (ANAG) nach der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung (vgl. vorn E. 2.2). Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV schÃ¼tzen bereits bestehende Beziehungen, die das Erfordernis einer genÃ¼gend nahen, echten und tatsÃ¤chlichen Beziehung zu erfÃ¼llen vermÃ¶gen, wogegen eine gewÃ¼nschte oder angebahnte Beziehung allein nicht genÃ¼gt (Bertschi/GÃ¤chter, S. 236 mit Hinweisen; Mark Villiger, Handbuch der EMRK, 2.A., ZÃ¼rich 1999, S. 365 ff.). In die AbwÃ¤gung sind dabei auch die BetreuungsverhÃ¤ltnisse in der Heimat, welche nicht durch den anderen Elternteil, sondern durch Drittpersonen ge­leistet werden, einzubeziehen (BGE 124 II 361 E. 3a). Damit wird dem Kindswohl Vorrang eingerÃ¤umt gegenÃ¼ber dem elterlichen Wunsch, mit den eigenen Kindern zusammenzuleben, und ein Kriterium eingefÃ¼hrt, welches der Bestimmung von Art. 17 Abs. 2 ANAG fremd ist, spielt doch beim Nachzugsgesuch beider Eltern das Kindswohl keine Rolle, sondern ist hier der Nachzug "grundsÃ¤tzlich jederzeit zulÃ¤ssig; vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot" (BGE 126 II 329 E. 3b; zur Kritik an dieser Ungleichbehandlung: VGr, 3. Dezember 2003, VB 2003.00329, Abweichende Meinung, E. 1.2, www.vgrz.ch; Philip Grant, La protection de la vie familiale et de la vie privÃ©e en droit des Ã©trangers, Basel 2000, S. 158-162).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Im Licht der vorstehenden ErwÃ¤gung erweist sich die AbwÃ¤gung des Regierungsrats nicht als willkÃ¼rlich und ist damit gesetzmÃ¤ssig. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 verliess seine Heimat und Familie zweimal. Seine Kinder beliess er bei deren Mutter und, als diese im Zeitpunkt der Scheidung zehn- bzw. dreijÃ¤hrig waren, bei der Grossmutter und weiteren Verwandten im Hausverband. Ihre Mutter besucht diese regelmÃ¤ssig, nach eigener Schilderung der BeschwerdefÃ¼hrenden jede Woche. Der Sohn ist inzwischen volljÃ¤hrig und lebt mit seiner heute 13-jÃ¤hrigen Schwester. Die Familie des Onkels der Kinder lebt im gleichen Haus. Auch wenn die Grossmutter als vorrangige Betreuungsperson verstorben ist, kann davon ausgegangen werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3, insbesondere die Tochter, zu allen Verwandten und ihrer Mutter eine intensivere Beziehung aufgebaut haben als zu ihrem seit einem Jahrzehnt abwesenden Vater. Eine Bindung ergibt sich auch aus der gewohnten Umgebung, welche die beiden seit ihrer Geburt nicht verlassen haben. Die gelegentlichen Besuche ihres Vaters, der telefonische Kontakt und die finanzielle UnterstÃ¼tzung vermÃ¶gen beziehungsmÃ¤ssig kein Gegengewicht zu bilden, geschweige denn haben sie eine vorrangige familiÃ¤re Beziehung geschaffen. Der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nachweislich den Nachzug seiner Kinder frÃ¼her hÃ¤tte anstrengen kÃ¶nnen, weist darauf hin, dass der Wunsch nach einem Zusammenleben mit seinen Kindern nicht vorrangig war. Im Ãbrigen kann auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen des Regierungsrats verwiesen werden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span>Angesichts der mit Bezug auf die vorrangige familiÃ¤re Beziehung eindeutigen Sachlage erÃ¼brigen sich AusfÃ¼hrungen zur allfÃ¤lligen Integration der BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 in der Schweiz beziehungsweise dazu, inwieweit diesem Gesichtspunkt im Rahmen des Familiennachzugsrechts grundsÃ¤tzlich eine Bedeutung zukommen kann. Dasselbe gilt hinsichtlich der Kritik an der Rechtsprechung, wonach ein Elternteil sich die Betreuung der Kinder durch eine elternunabhÃ¤ngige Drittperson entgegenhalten lassen mÃ¼sse und dadurch der Grundrechtsanspruch auf Familienleben unzulÃ¤ssigerweise ausgehÃ¶hlt werde. Dies deshalb, weil vorliegend eine Betreuung der Kinder nicht nur durch die Verwandtschaft, sondern teilweise auch durch ihre Mutter stattfindet.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Damit ist die Beschwerde abzuweisen.<b> </b></span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG) und steht diesem keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer 1 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>