B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3963/2017 U r t e i l v o m 2 3 . A p r i l 2 0 1 9 Besetzung Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, amtlich verbeiständet durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Juni 2017 / N (…). D-3963/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer ‒ ein Tamile mit letztem Wohnsitz in B._______, Distrikt C._______, Nordprovinz ‒ suchte am 2. Mai 2016 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ um Asyl nach. A.b Mit Schreiben vom 3. Mai 2016 teilte ihm das SEM mit, er sei per Zu- fallsprinzip der Testphase des Verfahrenszentrums (VZ) Zürich zugewie- sen worden (Art. 4 der Testphasenverordnung vom 4. September 2013 [TestV, SR 142.318.1]). A.c Am 9. Mai 2016 bevollmächtigte der Beschwerdeführer die Mitarbeiter der Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende im VZ Zürich (nachstehend: RBS) zur Vertretung im Asyl- und Wegweisungsverfahren. A.d Am 10. Mai 2015 befragte das SEM den Beschwerdeführer zur Person und zum Reiseweg (sogenannte Befragung zur Person, BzP). A.e Am 13. Mai 2016 fand ein Dublin-Gespräch mit dem Beschwerdeführer statt, wobei ihm auch das rechtliche Gehör zum medizinischen Sachverhalt gewährt wurde. A.f Am 23. Mai 2016 fand die Anhörung des Beschwerdeführers nach Art. 17 Abs. 2 Bst. b TestV statt. Dabei reichte er eine teilweise nicht les- bare Kopie einer Temporary ID Card ein, bei der es sich um einen Ausweis des E._______-Camp handle, den er wegen Unleserlichkeit neu beantragt habe (vgl. Sachverhalt Bst. A.i). A.g Mit Zuweisungsentscheid vom 25. Mai 2016 wies das SEM den Be- schwerdeführer in das erweiterte Verfahren. A.h Mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2016 wies das SEM den Be- schwerdeführer für die Dauer des Asylverfahrens dem Kanton F._______ zu. A.i Am 2. Juni 2016 reichte die RBS die folgenden Dokumente zu den Ak- ten: Temporary ID Card (Ausweis für Internally Displaced Persons [IDP]) vom (…) 2009, Geburtsurkunde, Todesregisterauszüge betreffend (Verwa- nadte), sri-lankischen Arztbericht (alle im Original), sowie eine Kopie der Identitätskarte des Beschwerdeführers. D-3963/2017 Seite 3 A.j Mit Schreiben vom 7. Juni 2016 teilte die RBS dem SEM die Beendi- gung des Mandatsverhältnisses mit. A.k Am 17. Mai 2017 hörte das SEM den Beschwerdeführer ergänzend an. A.l Im Rahmen der BzP und der Anhörungen brachte der Beschwerdefüh- rer zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vor, er stamme aus B._______ im sogenannten Vanni-Gebiet und habe nach (…)jährigem Schulbesuch im (…) der Familie gearbeitet. Sein (…) Bruder, welcher die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) unterstützt habe, sei im Jahr 1990 erschossen worden. Ein Onkel von ihm sei im Jahr 1996 unter ungeklärten Umständen (…) umgekommen. Im Jahr 2006 seien seine Familie und die Einwohner wegen des Kriegs nach G._______ umgezogen. Dort habe er für die LTTE (…). Ein (…) Bruder habe mit seiner Familie in C._______ gelebt. Gegen Ende des Krieges sei der Beschwerdeführer mit seiner Fa- milie nach H._______ geflohen, wo sie (…) hätten, um sich zu schützen . Am (…). Februar 2009 seien seine Eltern und einer seiner Brüder bei einer Bombardierung ums Leben gekommen, während er selbst leicht verletzt worden sei. Daraufhin sei er mit weiteren Zivilisten nach I._______ umge- zogen. Als dort i m Mai 2009 die Bombardierungen zugenommen hätten und sie von der sri-lankischen Armee (SLA) eingekesselt worden seien, hätten sie die Flucht ergriffen, wobei sie plötzlich von (…) Personen be- schossen worden seien und er eine (…)verletzung erlitten habe. Er sei zu- nächst in (…) in Sicherheit gebracht worden, kurz danach in die Hände der SLA geraten und daraufhin zum Spital in J._______ transportiert worden, in welchem er zwei oder drei Monate verbracht habe. Als er erfahren habe, dass sich Familienangehörige im Lager E._______ aufhalten würden, habe er sich dorthin bringen lassen. Dort habe er die Folgezeit verbracht, ohne bezüglich LTTE-Aktivitäten kontrolliert worden zu sein. Im (…) 2010 hätten sie nach B._______ zurückkehren dürfen. Bereits wenige Tage später sei er über Nacht in einem Camp des Criminal Investigation Department (CID) festgehalten und gefragt worden, ob er den LTTE angehört habe, wobei ihm vorgeworfen worden sei, eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Dabei sei er geschlagen worden. Schliesslich habe er erklärt, als (…) für die Be- wegung (…), aber nicht am bewaffneten Krieg teilgenommen zu haben. Tags darauf sei er entlassen worden und habe anschliessend während dreier Wochen jeweils (…) im Camp Unterschrift leisten müssen. Beim letz- ten Mal sei ihm gesagt worden, d ass sie ihn gegebenenfalls kontaktieren würden. In der Folge habe er in B._______ ein (…)geschäft betrieben. Im Jahr 2013 habe er ein Auto erworben, das er gelegentlich vermietet habe D-3963/2017 Seite 4 und dabei meistens selbst gefahren sei. So habe ab Ende 2013 insbeson- dere der Parlamentarier K._______ (nachfolgend: K._______) von der Ta- mil National Alliance (TNA) das Fahrzeug vor und während der Wahlen ab und zu für Transporte von (…) gemietet, letztmals Anfang 2015 bezie- hungsweise im August 2015. Im November 2015 hätten mutmasslich (…) CID-Mitarbeiter sein Haus aufgesucht, als er sich in (…) aufgehalten habe. Sie hätten seiner Schwester ausgerichtet, dass er sich im (…)-Camp mel- den müsse. Er habe sich sofort bei Verwandten beziehungsweise Kollegen in L._______ versteckt, während sich seine Schwester zu seiner (…) Schwester begeben habe und nur ein älterer entfernter Verwandter im Haus geblieben sei. Nach ein paar Tagen seien mehrere Personen mit ei- nem Kastenwagen (Van) bei seinem Haus vorgefahren und hätten ihm mit- tels des älteren Mannes den Tod angedroht, wenn er sich nicht melden würde. Deshalb sei er einige Zeit später mit Hilfe eines Schleppers nach Colombo gegangen, um auszureisen. Anfang Januar oder Februar 2016 habe er Sri Lanka mit einem auf seine richtigen Personalien ausgestellten Reisepass auf dem Luftweg in Richtung M._______ verlassen. Von dort sei er (…) nach N._______ weitergereist und über ihm unbekannte Länder in die Schweiz gelangt. Sein (…) Bruder sei ebenfalls mehrfach vom CID wegen LTTE-Verdachts verhört worden und habe das Land im Jahr 2011 verlassen. Auch sein (…) noch lebender Bruder habe Sri Lanka wegen Problemen mit den Behörden im Jahr 2014 verlassen. B. Mit Verfügung vom 16. Juni 2017 – eröffnet am 20. Juni 2017 – verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 14. Juli 2017 erhob der Beschwerdeführ er durch seine damalige Rechtsvertreterin Beschwerde gegen die Verfügung des SEM und beantragte deren vollumfängliche Aufhebung sowie die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm als Folge davon die vor- läufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, insbeson- dere um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, und um Bei- ordnung der damaligen Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. In der Beilage reichte er eine Fürsorgebestätigung, eine Kostennote und eine D-3963/2017 Seite 5 Kopie eines fremdsprachigen Zeitungsberichts vom (…) 2017 betreffend (…) in B._______ zu den Akten. D. Am 20. Juli 2017 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. E. Mit Zwischenverfügung vom 3. August 2017 teilte der vormals zuständige Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zudem setzte er dem Beschwerdeführer Frist bis zum 18. August 2017, um eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen Rechtsbeistand vorzuschlagen, da bezüglich seiner damaligen Rechtsvertreterin die in aArt. 110a Abs. 3 AsylG (SR 142.31) enthaltenen kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben seien. F. Mit Schreiben vom 8. August 2017 reichte die damalige Rechtsvertreterin weitere Dokumente als Beweismittel zu den Akten (Fotos von Narben des Beschwerdeführers, Fotos von einer Gedenkfeier 2015 , Kopie eines eng- lischsprachigen Schreibens des Parlamentariers K._______, fremdspra- chige Bestätigung eines Sportverbandes, fremdsprachige Zeitungsbe- richte vom (…) 2017 und vom (…) 2014). Dazu führte sie insbesondere aus, der Beschwerdeführer habe am ganzen Körper gut sichtbare Narben, so auch am (…), am (…) und an (…). Auf den Fotos der Feier sei ein Ge- denkplakat für seinen (…), als LTTE-Märtyrer verehrten, am (…) Dezember 1990 erschossenen und seine n am (…) Februar 2009 von einer Bombe getöteten Bruder zu sehen. Die Gedenkfeier habe im Rahmen einer (…) Sportveranstaltung stattgefunden. Das Schreiben des Sportverbandes be- stätige die Verfolgung der Familie. Zudem bestätige d er Parlamentarier K._______ die Verfolgung des Beschwerdeführers. In der Zeitung vom (…) 2017 werde über die bereits in der Beschwerde erwähnte Tötung (…) am (…) 2017, (...) Tage nach den alljährlich am (...) Mai, dem letzten Tag des Krieges, stattfindenden Heldengedenkfeierlichkeiten, in B._______ berich- tet. Nach der Tat hätten die lokalen Sicherheitsbehörden Fotos von poten- ziellen tamilischen Tätern herumgezeigt. Dabei sei auch ein Foto des Be- schwerdeführers, unter anderen dessen früheren Nachbarn , präsentiert worden. Schliesslich berichte die Zeitung vom (…) 2014 vom Wiedererstar- ken der LTTE in der Region, nachdem dort (…) worden seien. D-3963/2017 Seite 6 G. Am 29. August 2017 wurde ein Arztbericht vom 24. August 2017 einge- reicht. Dieser bestätige, dass sich der Beschwerdeführer wegen einer (…) und einer (…) in Behandlung befinde. Zudem sei bei ihm eine (…) festge- stellt worden. H. Am 5. September 2017 teilte der vormals zuständige Instruktionsrichter der damaligen Rechtsvertreterin mit, er gehe ohne ihren Gegenbericht bis zum 15. September 2017 davon aus, dass sie ihren Antrag auf Beiordnung als amtliche Rechtsbeiständin zurückgezogen habe. Im Unterlassungsfall werde die entsprechende Dispositivziffer der Zwischenverfügung vom 3. August 2017 aufgehoben und sehe das Gericht davon ab, eine amtliche Rechtsvertretung zu bezeichnen. I. Mit Schreiben vom 8. September 2017 hielt die damalige Rechtsvertreterin an der beantragten Beiordnung als amtliche Rechtsbeiständin fest. J. Am 13. September 2017 lehnte der vormals zuständige Instruktionsrichter das sinngemäss gestellte Wiedererwägungsgesuch ab und gab dem Be- schwerdeführer Gelegenheit, bis zum 21. September 2017 einen amtlichen Rechtsbeistand oder eine amtliche Rechtsbeiständin vorzuschlagen , wo- bei bei ungenutzter Frist vom Rückzug des Gesuchs um Bestellung einer amtlichen Rechtsverbeiständung ausgegangen werde. K. K.a Mit Instruktionsverfügung vom 4. Oktober 2017 wurde das SEM zur Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. K.b Das SEM hielt in sei ner Vernehmlassung vom 12. Oktober 2017 fest, die Beschwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtferti- gen könnten, weshalb vollumfänglich an den Erwägungen in der angefoch- tenen Verfügung festgehalten werde. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. K.c Die Vernehmlassung wurde der Rechtsvertreterin am 13. Oktober 2017 unter Einräumung des Replikrechts zur Kenntnis gebracht. D-3963/2017 Seite 7 L. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2017 replizierte die damalige Rechtsvertre- terin. M. Mit Schreiben vom 8. November 2017 ersuchte MLaw Cora Dubach von der Freiplatzaktion Basel um Einsetzung als amtliche Rechtsbeiständin. N. Mit Zwischenverfügung vom 16. November 2017 hiess der vormals zustän- dige Instruktionsrichter das Gesuch gemäss aArt. 110a Abs. 1 AsylG vom 8. November 2017 gut und bestellte dem Beschwerdeführer MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbeiständin. O. Am 1. März 2019 wurde das vorliegende Beschwerdeverfahren aus orga- nisatorischen Gründen zur Behandlung auf Richter Jürg Marcel Tiefenthal übertragen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101) in Kraft getre ten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig, (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-3963/2017 Seite 8 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG ). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe ode r wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E 6.5.1 und 2012/5 E.2.2). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihrer Verfügung aus, das Vor- bringen des Beschwerdeführers, er sei im N ovember 2015 mutmasslich von CID-Agenten gesucht und bedroht worden, sei unglaubhaft, da seine D-3963/2017 Seite 9 diesbezüglichen Aussagen in verschiedener Hinsicht widersprüchlich seien und es ihm nicht gelungen sei, die Ungereimtheiten überzeugend aufzulö- sen. Zudem habe er nicht plausibel erklären können, weshalb er nach meh- reren Jahren ohne Probleme plötzlich wieder hätte gesucht werden sollen, und warum der ältere Verwandte im Haus geblieben sei, obwohl die Familie bedroht worden sei. Es sei auch nicht einzusehen, weshalb das CID ein Grossaufgebot zu ihm gesandt hätte, obwohl niemand von seiner Familie eine bedeutende Position bei den LTTE besetzt habe. Die angebliche To- desdrohung müsse als stereotyp erachtet werden. Bezeichnenderweise sei er auch nicht in der Lage gewesen , die genauen Daten und den Wo- chentag dieser Suchen zu schildern, obwohl es sich um zentrale Ereignisse in seinem Leben handeln würde. Die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen würden durch weitere Elemente erhärtet. So habe er einmal erklärt, er h ätte sich im (…)2010 selbständig im Camp melden müssen, während er an anderer Stelle angegeben habe, dass er mitgenommen wor- den sei. Zudem habe er zu den angeblichen Aktivitäten und Problemen seiner Brüder keine konsistenten Aussagen gemacht. Aus den Todesur- kunden und dem Arztbericht gingen keine Hinweis e für eine aktuelle Ver- folgung hervor, obwohl der Tod seiner Angehörigen für den Beschwerde- führer zweifellos ein Schicksalsschlag gewesen sei. Da die erwähnten Vor- bringen den Anforderungen an die Glaubhaftig keit nicht standhielten, müsse deren Asylrelevanz nicht geprüft werden. Die Vorbringen betreffend die Probleme mit dem CID seien nicht glaubhaft. Diejenigen bezüglich der Tätigkeiten der Verwandtschaft des Beschwerde- führers und dessen (…)tägiger Haft im (…) 2010 seien zumindest teilweise unglaubhaft. Zu prüfen sei, ob er im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 AsylG habe, wobei diese Prüfung gemäss dem Referenz- urteil des Bundes verwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2017 (E. 8; nachstehend: Referenzurteil E-1866/2015) anhand sogenannter Ri- sikofaktoren vorzunehmen sei. Seine Behauptungen, er habe für die LTTE (…), mehrere seiner Brüder hätten die LTTE allenfalls unterstützt, weshalb sie Probleme mit den Behörden bekommen hätten, und seine Hilfe im Wahlkampf der TNA vermöchten für sich allein keine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung zu indizieren. Selbst wenn einige seiner Brüder die LTTE in irgendeiner Weise unte rstützt hätten und er im (…) 2010 tat- sächlich kurz inhaftiert worden wäre, sei aktuell eine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung zu verneinen, da es ihm nicht gelungen sei, glaubhaft zu machen, dass er seit dem Jahr 2010 beziehungsweise seit D-3963/2017 Seite 10 der Beendigung der Unterschriftenpflicht Probleme mit den Behörden ge- habt hätte. Auch die Tatsache, dass er aus dem Vanni-Gebiet stamme und aus der Schweiz zurückkehre, vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Zusammenfassend habe er nicht glaubh aft gemacht, vor seiner Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Vielmehr sei er bis Anfang 2016 in Sri Lanka wohnhaft gewesen, habe also nach Kriegsende noch sechs Jahre in seinem Heimatstaat gelebt. Folglich hätten allfällige zum Zeitpunkt seiner Ausreise bestehende Risikofaktoren kein Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Behörden auszulösen ver- mocht. Aufgrund der Aktenlage sei nicht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. 4.2 In der Beschwerdeschrift wurde vorweg darauf hingewiesen, dass ge- mäss dem jüngst ergangenen Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) X gegen Schweiz vom 26. Januar 2017 , 16744/14, eine sehr gründliche Risikoanalyse der Situation im Ausschaf- fungsland vorzunehmen sei. Ob eine solche vorliegend durchgeführt wor- den sei, sei fragwürdig. So sei der Beschwerdeführer vom Militär mit dem Tod bedroht worden. Alle seine Brüder seien bereits durch das Militär um- gekommen oder lebten im Ausland, wobei beim Tod seines (…)n Bruders im Jahr 1990 eine Märtyreranzeige erfolgt sei . Die Familie sei vom Militär als LTTE-nahe eingestuft worden, zumal sogar die Eltern des Beschwer- deführers nachweislich im Krieg in H._______ umgekommen seien. Er ge- höre somit grundsätzlich zu einer Gruppe von Personen, die in Sri Lanka systematischer Verfolgung ausgesetzt seien. Dies würde dadurch unter- strichen, dass er vom Militär bedroht und misshandelt worden sei. Sodann hielt er in der Beschwerdeschrift an seinen Vorbringen fest und wandte un- ter detaillierten Ausführungen ein, dass die Vorinstanz die Glaubhaftigkeit nicht sorgfältig geprüft habe, wobei sich die vom SEM behaupteten Wider- sprüche allesamt – und tei lweise durchaus einfach – auflösen liessen. Schliesslich reiche für die Annahme eines Gefährdungsprofils im Sinne des Referenzurteils E -1866/2015 bereits aus, dass ein Verdacht bestehe, Handlungen zugunsten der LTTE vorgenommen zu haben. Dieser Ver- dacht müsse durch eine Verfolgungsmotivation weiter begründet werden. Nicht relevant sei jedoch, dass die betroffene Person jemals ein aktives Mitglied der LTTE gewesen sei. Ein genereller Ausschluss einer Verfol- gungsgefahr aufgrund eines geringen politischen Profils sei nicht zulässig. Im Referenzurteil würden unter andere m die Verwandtschaft mit einem D-3963/2017 Seite 11 LTTE-Mitglied und die Asylgesuchstellung im Ausland als Risikofaktoren genannt. Diese Kriterien erfülle der Beschwerdeführer. Als Tamile aus dem Vanni-Gebiet und seinem familiären Hintergrund sei er ins Visier des Staa- tes geraten. 4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM insbesondere fest, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelinge, seine zahlreichen Ungereimtheiten betreffend die Ereignisse der letzten Jahre überzeugend aufzulösen. Dies gelte insbesondere auch bezüglich seiner widersprüchlichen Angaben zur angeblichen LTTE-Tätigkeit seiner Brüder, wobei er nicht konkret darzule- gen vermocht habe, welche Funktion sie ausgeübt hätten und was mit ihnen genau geschehen sei. Die Behauptung, man habe in der Familie dar- über nicht geredet, vermöge nicht zu überzeugen. Allein die Tatsache, dass er Narben von einer Kriegsverletzung habe, aus dem Vanni-Gebiet stamme und angeblich Brüder habe, die für die LTTE tätig gewesen seien, führe für sich allein nicht zu asylrelevanter Verfolgung. Den sri-lankischen Behörden sei bekannt, dass zahlreiche Tamilen Kriegsverletzungen hätten. Wäre er ihnen immer noch verdächtig, so hätten sie ihn bereits vor seiner Ausreise wieder behelligt. Die eingereichten Zeitungsberichte, wonach in B._______ ein (...) getötet worden sei und die LTTE wiedererstarke, vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern, da sie die allgemeine Situation in der Re- gion beträfen, die das SEM in übereinstimmender Einschätzung mit dem Bundesverwaltungsgericht für zumutbar erachte. Das Vorbringen des Be- schwerdeführers, man habe ihn im Zusammenhang mit der Tötung des (…) gesucht, stelle eine Behauptung dar, an deren Wahrheitsgehalt angesichts seiner unglaubhaften Aussagen zu den Ereignissen vor seiner Ausreise Zweifel bestünden. Die Bestätigung des Parlamentariers K._______ müsse als Gefälligkeitsschreiben gewertet werden. Zu seiner sozialen Si- tuation sei festzuhalten, dass er einen eigenen (…), ein (…)geschäft, ein eigenes Haus sowie ein Auto besitze und somit als relativ privilegiert be- trachtet werden müsse. Eine Rückkehr sei ihm deshalb ohne Weiteres zu- zumuten. 4.4 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik fest, er habe bezüglich sei- ner Brüder in der LTTE weit mehr Auskunft gegeben, als die Vorinstanz behaupte. So habe er bezüglich des (…) Bruders konkret angegeben, dass dieser vom Militär verhört worden sei, welches ihm unterstellt habe, in der Spezialeinheit der LTTE (…) gedient zu haben. Der (…) Bruder sei ver- dächtigt worden, als (…) für die LTTE gearbeitet zu haben, was wohl zu- treffen dürfte. Nur über seinen (…) Bruder könne er keine genauere Aus- kunft geben, ausser dass er LTTE -Mitglied gewesen und bereits im Jahr D-3963/2017 Seite 12 1990 erschossen worden sei. Dieser habe mutmasslich eine wichtige Po- sition besetzt, zumal er eine Märtyreranzeige bekommen habe. Gemäss dem Referenzurteil E-1866/2015 stellten gut sichtbare Narben einen risi- kobegründenden Faktor für eine Verfolgung dar. In Kombination mit dem familiären Hintergrund des Beschwerdeführers sei klar, dass die Regierung genug Anlass zur Annahme habe, dass er die Narben aus einem aktiven Kriegsdienst davongetragen habe. Zwar gebe es in Sri Lanka Spitäler, wel- che die psychischen und physischen Krankheiten des Beschwerdeführers behandeln könnten. Da er aber aus dem Vanni-Gebiet stamme, sei ihm der Zugang zu dieser Infrastruktur nicht gewährleistet. Dort sei die gesundheit- liche Versorgung besonders prek är. Diesbezüglich verwies er insbeson- dere auf den Bericht „Gesundheitsversorgung im Norden Sri Lankas “ der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 26. Juni 2013. (…) ihm nahe- stehende Personen hätten der Rechtsvertretung telefon isch mitgeteilt, dass er psychisch sehr angeschlagen sei. Sein Hausarzt habe auf Nach- frage hin bestätigt, dass er Medikamente erhalten habe und eine Trauma- therapie indiziert sei. Der Arzt sei dabei, eine solche aufzugleisen. Deshalb behalte sich die Rechtsvertreterin die Einreichun g weiterer medizinischer Unterlagen vor. Unter diesen Umständen sei ein allfälliger Vollzug der Weg- weisung nicht zumutbar. 4.5 Unter Berücksichtigung d er erwähnten Grundsätze der Glaubhaftig- keitsprüfung gelangt das Gericht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die vom Beschwerdeführer als Grund für seine Ausreise vorgebrachten Behelligungen durch die sri -lankischen Behörden bezie- hungsweise das CID im November 2015 als unglaubhaft bezeichnet wer- den müssen, während seine Vorbringen bezüglich der Tätigkeit seiner Ver- wandten sowie seiner (…)tägigen Haft im (…) 2010 zumindest teilweise unglaubhaft sind. 4.5.1 Zwar vermag der Beschwerdeführer sein dürftiges Wis sen über die Aktivitäten seines angeblich als Märtyrer für die LTTE verehrten Bruders O._______ und über diejenigen seines Bruders P ._______, dem ebenfalls Unterstützung der LTTE unterstellt worden sei, insofern damit zu erklären, als er beim Tod von O._______ im Jahr 1990 erst (…) Jahre alt war und in der Familie wegen der Betroffenheit kaum über ihn gesprochen worden sei, während P ._______ seit längerer Zeit getrennt vom Beschwerdeführer mit seiner eigenen Familie in C._______ gelebt habe. Diese Erklärungen wer- den betreffend O._______ insofern relativiert, als an öffentlichen Helden- gedenkfeiern dessen gedacht worden sei, und gerade deswegen vom Be- schwerdeführer mehr Kenntnisse über die Aktivitäten dieses Bruders zu D-3963/2017 Seite 13 erwarten gewesen wären. Zudem wurden dies e Gedenkfeiern vom Be- schwerdeführer mit keinem Wort erwähnt, sondern erst auf Beschwerde- ebene vorgebracht. Demgegenüber gelingt es ihm nicht, seine fehlenden konkreten Angaben zu den Umständen der angeblichen Probleme seines (…) Bruders Q._______ mit dem CID ab (…) 2010 plausibel zu erklären, zumal er mit diesem bis zu dessen Flucht immer zusammengelebt haben will, sich die diesbezüglichen Vorfälle zeitnah ereignet haben sollen, wobei er sich in diesem Zusammenhang in mehrere Widersprüche verstrickte, die er nicht aufzulösen vermochte, und sich Q._______ bis zu seiner Ausreise im Jahr 2011 noch bei der (…) Schwester des Beschwerdeführers ver- steckt haben soll und dort nicht gesucht worden sei. Im Übrigen brachte er im vorinstanzlichen Verfahren nich t vor, dass ihm im (…) 2010 vom CID Fragen zu allfälligen LTTE-Aktivitäten seiner Brüder gestellt worden seien. 4.5.2 Dem Beschwerdeführer gelingt es auch nicht, die Unstimmigkeiten in seinen Aussagen betreffend den Zeitraum, als er sich in L._______ ver- steckt habe, nachdem er erfahren habe, dass im November 2015 Angehö- rige des CID nach ihm gefragt hätten, bis zur Ausreise aus seinem Heimat- staat plausibel zu erklären. Diesbezüglich gab er nämlich insbesondere zu Protokoll, dass er sich in L._______ bei Verwandten versteckt habe, woge- gen er an anderer Stelle sagte, er habe sich bei einem Kollegen aufgehal- ten; er habe sich vom (…) November 2015 bis Ende Dezember 2015 in L._______ versteckt und dann noch (…) Wochen in Colombo aufgehalten, bis er am (…) Januar 2016 ausgereist sei beziehungsweise er wisse nicht, wo er sich wie lange vor der Ausreise aufgehalten habe, und sei erst am (…) Februar 2016 ausgereist. 4.5.3 Die Schreiben des TNA -Parlamentariers und des Sportvereins sind dessen ungeachtet, dass sie nur in Kopie eingereicht wurden und der Be- schwerdeführer nicht darlegte, wie er in den Besitz dieser Dokumente ge- langte, als blosse Gefälligkeitsschreiben zu werten. Was das Schreiben des Parlamentariers K._______ anbelangt, ist Folgendes festzuhalten: Da- rin wird erstmals ausgeführt, bei dem im Jahr 1990 verstorbenen Bruder des Beschwerdeführers O._______ handle es sich um einen Märtyrer der LTTE. Solches wurde vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfah- ren nicht vorgebracht. Sodann wird in Widerspruch zu seinen Aussagen weiter ausgeführt, im Jahr 2009 seien während des Krieges zwei weitere Brüder von ihm umgekommen. Zudem erwähnte er keine im Rahmen von Sportveranstaltungen abgehaltenen Gedenkfeiern, bei denen auch O._______ und sein im Jahr 2009 getöteter Bruder R._______ als Märtyrer D-3963/2017 Seite 14 geehrt worden seien. Abgesehen davon fällt auf, dass auf den eingereich- ten Kopien der Gedenkplakate der (…) Februar 2009 als Todesdatum von R._______ verzeichnet ist, wogegen der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörungen erklärte, dieser sei zusammen mit seinen Eltern bei einem Bombenangriff am (…) Februar 2009 ums Leben gekommen. Entgegen den Ausführungen im Schr eiben brachte der Beschwerdeführer auch nie vor, dass ihm vom CID mit dem Tod gedroht worden sei, falls er tamilische Parteien unterstützen oder sich an derartigen Sportveranstaltungen betei- ligen sollte. Schliesslich sind seine Aussagen hinsichtlich der Vermietung seines Fahrzeugs an den TNA-Parlamentarier unstimmig. Sollte diese tat- sächlich bereits ab Ende 2013 erfolgt sein, wäre kaum nachvollziehbar, weshalb das CID erst im November 2015 nach dem Beschwerdeführer ge- fragt haben soll. Ausserdem wusste er nicht, wann er letztmals mit seinem Fahrzeug für den Parlamentarier K._______ im Einsatz gewesen sein will. 4.5.4 Aus den bezüglich der Tötung eines (…) am (…) Mai 2017 in B._______ und dem Wiedererstarken der LTTE in der Region eingereich- ten Zeitungsberichten vermag der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Diesbezüglich ist auf die zutreffenden Ausführungen des SEM zu verweisen. 4.5.5 Zusammenfassend vermag der Beschwerde führer die geltend ge- machte Suche nach ihm durch das CID ab November 2015 nicht glaubhaft zu machen. 4.6 4.6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E -1866/2015 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Ri- sikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofaktoren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder vermeintlichen, aktu- ellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um Teilnahme an exil- politischen regimekritischen Handlungen und um Vorliegen früherer Ver- haftungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicherweise im Zusam- menhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren: vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen D-3963/2017 Seite 15 ausserdem Personen, die illegal ausgereist sind, die ohne die erforderli- chen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreis en wollen, die zwangsweise nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Or- ganisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Perso- nen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren: vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, dass insbesondere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaf- ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri - lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den ta- milischen Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 4.6.2 Hinsichtlich der vom Besc hwerdeführer geltend gemachten Verbin- dungen zu den LTTE und seiner eigenen Unterstützung der Bewegung durch (…) sowie der TNA durch Transportdienste vermag er nichts zu sei- nen Gunsten abzuleiten. Diesbezüglich ist auf die vorstehend wiedergege- benen Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen, die sich als zutreffend erweisen (vgl. E. 4.1). Was die Narben des Beschwerdefüh- rers anbelangt, dürften diese den sri-lankischen Behörden bereits bekannt sein, falls er im (…) 2010 tatsächlich inhaftiert und misshandelt worden wäre. Zudem ist davon auszugehen, dass jedenfalls diejenigen am (…) und am (…), soweit sie gut sichtbar wären, den heimatlichen Behörden bereits bei der Ausreise des Beschwerdeführers über den Flughafen von Colombo aufgefallen wären. Auf den diesbezüglich von ihm eingereichten Fotos sind diese Narben jedoch nicht augenfällig. 4.6.3 Es ist daher insgesamt nicht anzunehmen, dass der Beschwerdefüh- rer seitens der sri -lankischen Behörden als Regimegegner respektive als Person eingestuft würde, die bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen. Es sind keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich, dass er aufgrund seiner Vorgeschichte ins Visier der sri -lanki- schen Behörden geraten könnte und diese ein potenzielles Verfolgungsin- teresse an ihm haben könnten. Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass er befürchten muss, die sri -lankischen Behörden könnten ihm eine Verbindung zu den LTTE unterstellen, da er keine relevante Vorverfolgung glaubhaft zu machen vermag. 4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG nach-D-3963/2017 Seite 16 zuweisen oder glaubhaft darzutun. Es erübrigt sich, auf die weiteren Aus- führungen in seinen Eingaben und den Inhalt der Beweismittel im Einzel- nen einzugehen, da sie an der vorgenommenen Würdigung des Sachver- halts nichts zu ändern vermögen. Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingsei- genschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abge- lehnt. 5. 5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (v gl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 Ausländer- und Integrationsgesetz [ AIG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 6.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). D-3963/2017 Seite 17 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folt er oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüc htlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam- mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssitua- tion in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Ge- richts nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil E-1866/2015, a.a.O., E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wie- derholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. Septem- ber 2013, Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Be- schwerde Nr. 54705/08; Rechtsprechung zuletzt be stätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszu- gehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behand- lung. D-3963/2017 Seite 18 Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so - genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. 6.2.4 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch in- dividuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers las- sen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzu- lässig erscheinen. 6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 6.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Im Referenzurteil E -1866/2015 ist das Gericht nach einer eingehenden Analyse der Sicherheitslage in Sri Lanka zum Schluss g ekommen, dass der Vollzug von Wegweisungen in die Nordprovinz grundsätzlich zumutbar ist (vgl. E. 13.2). Betreffend den Distrikt Jaffna hielt es zusammenfassend fest, dass es den Wegweisungsvollzug dorthin als zumutbar erachte, wenn das Vorliegen der indiv iduellen Zumutbarkeitskriterien – insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so- wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation – be- jaht werden könne (vgl. E. 13.3.3.). In einem weiteren als Referenzur teil publizierten Entscheid qualifiziert e das Bundesverwaltungsgericht auch den Vollzug von Wegweisungen ins Vanni-Gebiet grundsätzlich als zumut- bar (vgl. Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). 6.3.2 Nach Auffassung des Gerichts hat die Vorinstanz vorliegend zu Recht auch das Bestehen individueller Wegweisungshindernisse verneint. Der Beschwerdeführer verfügt gemäss seinen Aussagen an seinem Herkunfts- ort im Vanni-Gebiet über ein familiäres Beziehungsnetz (…). Er besitzt dort Hab und Gut (…). Ausserdem hat er vielfältige Erwerbserfahrungen ge-D-3963/2017 Seite 19 macht. Es ist somit davon auszugehen, dass er sich in seiner Heimat be- ruflich wieder integrieren und auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurück- greifen kann, welches ihn nach einer Rückkehr im Bedarfsfall unterstützen kann. Im ärztlichen Zeugnis vom 24. August 2017 wurde insbesondere ausgeführt, dass neben einer Schmerztherapie eine antidepressive Thera- pie durchgeführt werde. Die diagnostizierte (…) werde (...)jährlich kontrol- liert. Der Beschwerdeführer werde im Dezember 2017 eine letzte Impfung erhalten. Nur bei erhöhten (…)werten würde eine (…)therapie durchge- führt. In diesem Zusammenhang führte das SEM in seiner Vernehmlassung zutreffend aus, dass aus dem kurzen Bericht des Hausarztes nicht hervor- gehe, auf welchen Untersuchungen die Diagnose (…) genau beruhe. Aus- serdem bestehe in Sri Lanka ein gut ausgebautes Netz von Spitälern, die auf die Behandlung von (…) spezialisiert seien und an die sich der Be- schwerdeführer wenden könnte. Dasselbe gelte bezüglich der Behandlung von (...). Nachdem auch nach der Replik vom 19. Oktober 2017 keine wei- teren medizinischen Unterlagen eingereicht wurden, ist nicht von einer we- sentlichen Beeinträchtigung der Gesundheit des Beschwerdeführers aus- zugehen. Zudem ist nicht ersichtlich, weshal b es ihm nicht möglich sein sollte, gegebenenfalls die medizinische Infrastruktur in seinem Heimatstaat in Anspruch zu nehmen, dies umso weniger, als er seinen Aussagen zu- folge ohne Weiteres vom Vanni-Gebiet nach Colombo reisen könnte. Sollte er auf eine u nerlässliche Behandlung angewiesen sein, könnte er beim SEM medizinische Rückkehrhilfe beantragen. Diese könnte auch in Form von Medikamenten gewährt werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG; Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfra- gen [AsylV 2, SR 142.312]). Deshalb sprechen auch keine medizinischen Gründe gegen eine Rückkehr. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl aus individueller Sicht als auch allgemein als zumutbar. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). D-3963/2017 Seite 20 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dem Beschwerdeführer die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Zwischenverfügung vom 3. August 2017 sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle Lage (in der Schweiz) seither entscheidrelevant verändert hätte, ist von der Auflage von Verfahrenskosten abzusehen. 8.2 Mit der erwähnten Zwischenverfügung wurde d em Gesuch des Be- schwerdeführers um amtliche Verbeiständung durch MLaw Hanna Stoll einsteilen keine Folge gegeben und er wurde zur Benennung einer unent- geltlichen Rechtsbeiständin oder eine s u nentgeltlichen Rechtsbeistands aufgefordert. Innert der angesetzten Frist liess er sich nicht verneh men. Innert der ihm in diesem Zusammenhang in der Zwischenverfügung vom 5. September 2017 angesetzten weiteren Frist stellte er ein sinngemässes Wiedererwägungsgesuch. Dieses wurde mit Zwischenverfügung vom 13. September 2017 abgelehnt, wobei dem Beschwerdeführer eine neue Frist angesetzt wurde. Auch diese Frist liess er verstreichen. Erst nach der Einreichung der Replik stellte er am 8. November 2017 einen neuen Antrag auf Beiordnung von MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbeiständin, welcher mit Zwischenverfügung vom 16. November 2017 gutgeheissen wurde. Nachdem die Gesuche um Beiordnung von MLaw Hanna Stoll ab- gewiesen wurden, der Beschwerdeführer die ihm diesbezüglich angesetz- ten Fristen ungenutzt verstreichen liess und erst nach Abschluss des In- struktionsverfahrens einen neuen Antrag um Beiordnung einer anderen Rechtsbeiständin stellte, mithin als das Beschwerdeverfahren bereits spruchreif war, kein weiteres Handeln erforderlich war und dementspre- chend auch keine weiteren Eingaben des Beschwerdeführers eingegan- gen sind, ist kein amtliches Honorar auszurichten. D-3963/2017 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Es wird kein amtliches Honorar ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Widmer Versand: