11. März 1987 N 247 Südafrika. Persönliche Vorstösse dre pour garantir que l'aide caritative de notre pays puisse se poursuivre en Afrique du Sud? Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nach der Unesco ist nun auch das Rote Kreuz im Zuge der Verpolitisierung zu einer humanitären Institution geworden, die in ihren Grundzielen bedroht scheint. Der Ausschluss von Südafrika bedeutet nicht nur einen Verstoss gegen die Satzungen der Liga des Roten Kreuzes, sondern vor allem eine ernsthafte Bedrohung des Gedankens der karitativen Hilfe an alle Menschen. Es besteht nach diesem präjudizie- renden Entscheid von Genf die grosse Gefahr, dass politi- sche Willkür zu ähnlichen Massnahmen gegenüber anderen isolierten Staaten führen könnte. Da die Schweiz mit der humanitären Aufgabe des Roten Kreuzes eng verbunden ist, muss der Bundesrat alles daran setzen, um der gefährlichen Verpolitisierung des Roten Kreuzes in den Anfängen entge- genzutreten. Angesichts der grossen finanziellen Hilfe (etwa 55 Millionen Franken im Jahre 1985) kann der Bundesrat unmissverständlich sein Mitspracherecht beanspruchen. Es ist in diesem Zusammenhang zu wünschen, dass der Bundesrat auch bei der Vorbereitung einer nächsten Konfe- renz dem gefährlichen Dualismus von Regierungsdelega- tion und nationaler Vertretung des Roten Kreuzes entgegen- wirkt. Offenbar sind bei Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Konferenz in Genf Führungsfehler vorgekom- men, die in Zukunft vermieden werden müssen. Im beson- dern ist am Konferenzort auch der Einfluss von Vertretern der Uno unliebsam aufgefallen. Da der Ausschluss von Südafrika aus dem Roten Kreuz, verbunden mit der Ausweisung von IKRK-Delegierten durch die Regierung in Pretoria, vor allem die notleidende schwarze Bevölkerung im Bereiche der städtischen Agglo- merationen trifft, sollte eine Soforthilfe gesucht werden. Es ist deshalb zu prüfen, ob nicht die Organisationen der Entwicklungshilfe oder des Katastrophenhilfekorps in die Lücke springen können. Es gilt jetzt zu beweisen, dass unser Land nicht nur durch Worte, sondern durch wirksame Taten am Gedanken des Roten Kreuzes festhält. Antwort des Bundesrates siehe unten Réponse du Conseil fédéral voir ci-après #ST# 86.984 Interpellation de Chastonay 25. IKRK-Konferenz. Ausschluss von Südafrika 25e Conférence internationale de la Croix-Rouge à Genève. Expulsion de l'Afrique du Sud Wortlaut der Interpellation vom 1. Dezember 1986 Die 25. Internationale Konferenz des Roten Kreuzes in Genf hat mit ihrem Beschluss, Südafrika auszuschliessen, den Grundsatz der Neutralität des IKRK und der Liga der Rot- kreuz-Gesellschaften mit Füssen getreten, das Rote Kreuz insgesamt als humanitäre Institution geschwächt und es eines grossen Teils seiner Glaubwürdigkeit beraubt. In gewissen Kreisen hat man leider nicht versäumt, für den schwerwiegenden Misserfolg dieser Konferenz Sünden- böcke zu suchen. Die Vorbereitungsarbeiten für diese Konferenz sind in erster Linie von Bundesbeamten geleistet worden. Ich bitte des- halb den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: - Welcher Art waren die Vorbereitungsarbeiten, welche die zuständigen Beamten des Bundes geleistet haben? Von welchem Ausmass waren sie, wieviel Zeit nahmen sie in Anspruch, und welche Bedeutung kam ihnen zu? Bei wel- chen Ländern sind im Rahmen der Vorbereitung Vorstösse unternommen worden? - Hat man während der ganzen Vorbereitungsphase der Konferenz nicht voraussehen, abschätzen oder mindestens ahnen können, dass die Konferenz sehr rasch mit rein politi- schen Abstimmungen konfrontiert würde? - Hat man diese Gefahr letztlich nicht in schwerwiegender Weise unterschätzt? -Wäre es auf jeden Fall nicht zweckmässiger und klüger gewesen, die Konferenz auf ein späteres Datum zu verschie- ben, wie es schon bei früheren Konferenzen vorgekommen ist? Texte de l'interpellation du 1er décembre 1986 La décision de la 25e Conférence internationale de la Croix- Rouge, à Genève, en bafouant le principe de la neutralité du CICR et de la Ligue des Sociétés de la Croix-Rouge, a fragilisé toute cette institution humanitaire en lui faisant perdre une grande partie de son crédit. Dans certains milieux, l'on n'a malheureusement pas man- qué de chercher des boucs émissaires au grave échec de cette conférence. Sachant que tous les travaux préparatoires de cette assem- blée plénière ont été notamment assumés par des fonction- naires de la Confédération, le Conseil fédéral peut-il répon- dre aux questions suivantes: - Quelles sont la nature, l'étendue, la durée et l'importance des travaux préparatoires entrepris par les responsables de la Confédération? Auprès de quels pays? - Durant toute la période précédant l'ouverture de la Confé- rence, n'était-il pas possible de prévoir, d'évaluer ou tout au moins de supposer que la Conférence serait très vite confrontée à des votes d'ordre purement politique? - N'a-t-on pas, en définitive, gravement sous-estime ces risques? - En tout état de cause, n'aurait-il pas été plus opportun et avisé de reporter la Conférence à une date ultérieure ainsi que cela s'est déjà produit dans le passé? Mitunterzeichner- Cosignataire: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Antwort des Bundesrates siehe unten Réponse du Conseil fédéral voir ci-après #ST# 86.125 Interpellation der liberalen Fraktion Internationale Rotkreuz-Konferenz. Ausschluss von Südafrika Interpellation du groupe libéral Conférence internationale de la Croix-Rouge. Expulsion de l'Afrique du Sud Wortlaut der Interpellation vom 8. Dezember 1986 An der internationalen Konferenz des Roten Kreuzes, die vom 23. bis 31. Oktober 1986 in Genf abgehalten wurde, hat sich ein schwerwiegender Vorfall ereignet: Die Delegation der südafrikanischen Regierung ist von der Konferenz aus- geschlossen worden. Wie auch immer die Doktrin und Poli- tik der Rassentrennung und Rassendiskriminierung, die die-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation de Chastonay 25. IKRK-Konferenz. Ausschluss von Südafrika Interpellation de Chastonay 25e Conférence internationale de la Croix-Rouge à Genève. Expulsion de l'Afrique du Sud In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 09 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.984 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 11.03.1987 - 15:00 Date Data Seite 247-247 Page Pagina Ref. No 20 015 190 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.