Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Mai 2019 (720 19 2 / 116) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Voraussetzungen des Wartejahres sind vorliegend erfüllt, gleichwohl ist ein Leistungs- anspruch mangels rentenbegründender Invalidität zu verneinen. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Alex Hediger, Advo- kat, Freie Strasse 82, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1960 geborene A.____ war zuletzt als Reinigu ngskraft in verschiedenen Privathaus- halten tätig. Am 3. Oktober 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf eine starke Gelenksarthrose, Rückenschmerzen sowie psychische Beschwerden bei der Eidgenössisc hen Invalidenversiche- rung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwer blichen und gesundheitlichen Ver- hältnisse lehnte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landsch aft (IV-Stelle) den Anspruch auf eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalidenrente infolge nicht erfüllten Wartejahres ab. Die gegen diese Verfügung geführte Be- schwerde schrieb das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), mit Beschluss vom 21. April 2016 zufolge Gegenstandslosigkeit ab, nachdem die IV-Stelle die angefochtene Verfügung im Hinblick auf weitere medizinische Abklä- rungen lite pendente aufgehoben hatte. In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Rheumatologie und Psychi atrie sowie eine Haushaltsabklä- rung. Gestützt darauf und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 16. November 2018 erneut einen Leistungsanspruch. Zur Begründung führte sie abermals an, dass die Bedingungen des Wartejahres, mith in eine während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bestehende, durchschnittlich um m indestens 40% eingeschränkte Ar- beitsfähigkeit, und auch eine anschliessende rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit nicht erfüllt seien. B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertr eten durch Dr. Alex Hediger, Advo- kat, mit Eingabe vom 27. Dezember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16. November 2018 sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. Juli 2015 eine ganze Invalidenrente basierend auf einem mindestens 70%- igen Invaliditätsgrad auszurichten; unter o/e-Kostenfolge . Zur Begründung machte sie im We- sentlichen geltend, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten nicht über den erforderlichen Beweiswert verfüge, da die darin vorgenommene Arbeitsf ähigkeitsbeurteilung in den einzelnen Teilgutachten widersprüchlich sei und auch die Konsen sbeurteilung diesbezüglich nicht mit den Teilgutachten übereinstimme. Sodann bestehe gemäss Auff assung von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. C.____, Fachpsychologe für Psychotherapie FSP, aufgrund der attestierten mittelgradigen Depression eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50-60%. Überdies habe sie sich auf Empfehlung von Dr. med. D.____, FMH Ortho- pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 3. Mai 2018 einer Knieope- ration unterziehen müssen, was belege, dass die Beschwer den im Kniegelenk deutlich höher gewesen seien, als dies gutachterlich dokumentiert sei. Demzufolge sei sie seit Juli 2014 in ihrer Arbeitsfähigkeit massiv eingeschränkt, weshalb sie ab Juli 2015 Anspruch auf eine ganze Invali- denrente habe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 20. März 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Ergänzend führte sie aus, dass, selbst wenn wider Erwarten von der Erfüllung des Wartejahres ausgegangen würde, mit Blick auf die zum T ragen kommende gemischte Methode der Invaliditätsbemessung dennoch kein Rentenanspruch resultieren würde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht und im Weiteren form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah- men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesge- setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invalidi tätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). U nter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem st rukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) ander- seits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einord- nung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer recht- lich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbr ingen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensverglei ch hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein kommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2IVG). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t ätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemes- sen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28 a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versi- cherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung d es Rentenanspruchs ohne Gesund- heitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die I nvaliditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 bis IVV, in der bis Ende 2017 gültig gewesenen Fassung). 3.4 In Bezug auf die Bemessung der Invalidität aufgru nd der gemischten Methode ist zu beachten, dass Art. 27 bis Abs. 3 lit. a IVV in der ab dem 1. Januar 2018 gelt enden Fassung be- stimmt, dass sich die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbstätigkeit bei Teil- erwerbstätigen, die sich zusätzlich im Aufgabenbereich na ch Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, nach Art. 16 ATSG richtet, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teiler- werbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid g eworden wäre, auf eine Vollerwerbstätig- keit hochgerechnet wird. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann die Invaliditätsbe- messung mittels der gemischten Methode nach dem neuen Berechnungsmodell gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV in der Fassung vom 1. Dezember 2017 im Hinblick auf eine einheitliche und rechtsgleiche Behandlung der Versicherten erst ab dem Z eitpunkt des Inkrafttretens dieser Be- stimmung am 1. Januar 2018 erfolgen (Urteil des Bundesg erichts vom 30. Januar 2018, 8C_462/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, s owie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen, bestätigt mit BGE 135 V 469 E. 4.4). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die Beschwerdeführerin das sogenannte Wartejahr erfüllt hat, das heisst während eines Jahres oh ne wesentlichen Unterbruch durch- schnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (Ar t. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Die IV-Stelle ging gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. m ed. E.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und von Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 17. / 21. August 2017 sowie auf weitere medizinische Unterlagen, namentlich den Bericht von Dr. med. G.____, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vom 31. August 2017, davon aus, dass die Bedingungen des Wartejahres nicht erfüllt seien. Überdies hat sie anhand ihrer eigenen Zumutbarkeitsbeurteilung erwogen, selbst wenn während eines Jah- res eine durchschnittlich mindestens um 40% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden haben sollte, käme der diagnostizierten leichten bis mittelschweren depressiven Episode ohnehin keine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht invalidisierende Wirkung zu. Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin auf den Stand- punkt, dass aus mehreren Gründen nicht auf das besagte G utachten abgestellt werden könne und beantragt die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente. 5.1 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht somi t das bidisziplinäre Gutachten der Dres. E.____ und F.____ vom 17. / 21. August 2017. 5.2.1 Im rheumatologischen Fachteil des Gutachtens dia gnostizierte Dr. E.____ mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit belastungsabhängige Knieschmerzen beidseits bei trikompartimen- teller Gonarthrose rechts und bei leichtgradiger Men iskopathie des medialen und lateralen Me- niskus des linken Knies sowie Chondromalazie Grad II der Patella links und Grad I des medialen Kniekompartiments links. Ferner stellte sie die Diagnose einer Fingerpolyarthrose, besonders der distalen Interphalangealgelenke, und eines chronischen z ervikalen und lumbalen Schmerzsyn- droms. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnost izierte sie ein mässiges Karpaltunnelsyn- drom rechts, einen Status nach Arthrodese DIP Dig. II Fuss links bei Arthrose sowie eine Fusion des Mittel- und Endgliedes beider Kleinzehen. Aufgrund der fortgeschrittenen degenerativen Ver- änderungen von Knorpel und Menisken im linken Knie, sei en die Knie aus rheumatologischer Sicht minderbelastbar. Hinzukommen würden eine verminderte Belastbarkeit der Hände aufgrund der Fingerpolyarthrose, welche sich vorwiegend in den d istalen Interphalangealgelenken mani- festiere, sowie eine verminderte Belastbarkeit des Achsenske letts aufgrund der degenerativen Veränderungen. Es bestünden gewisse Inkonsistenzen in Bezug auf die angegebene Schmerzin- tensität und ihre Präsentation während der Anamneseer hebung und der klinischen Untersu- chung. Auch gewisse Untersuchungsbefunde, wie die Druckschmerzhaftigkeit des Processus spi- nosi und des gesamten Sacrums, seien anatomisch nicht erklärbar. Aus rheumatologischer Sicht seien der Versicherten nur noch leichte bis intermittie rend mittelschwere, rückenadaptierte, vor- wiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeiten zuzumuten, unter Ausschluss aller Arbeiten die wie- derholtes oder dauerndes Steigen auf Treppen oder Le itern, Arbeiten in der Höhe oder Gehen auf unebenem Grund nötig machen würden. Ferner seien alle stark handbelastenden Tätigkeiten, welche Feinarbeiten oder den kraftvollen Einsatz der Hände erfordern würden, ausgeschlossen. Alle diesem Belastungsprofil entsprechenden Tätigkeiten seien der Versicherten vollschichtig zu- mutbar. Die Einschränkung bezüglich der Belastung der Hände gelte seit Mai 2004 (erster ope- rativer Eingriff am Mittelfinger rechts), die Belastu ngsbeschränkung in Bezug auf die Knie seit 2015 (erstmalige Dokumentation der degenerativen Knor pel- und Meniskusveränderungen am Knie rechts) und die Einschränkungen betreffend das Achsenskelett ab Begutachtungszeitpunkt. In der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin sei sie für Grundreinigungen und Baureinigun- gen ebenso wie für Reinigungen von Treppenhäusern zu 100% arbeitsunfähig. Reinigungsarbei- ten in Privathaushalten, welche eher leicht und wechsel belastend seien, seien ihr noch zu 70% bezogen auf ein Vollzeitpensum zumutbar. 5.2.2 Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens stellte D r. F.____ keine Diagnosen mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf d ie Arbeitsfähigkeit stellte er eine leichte bis mittelschwere depressive Episode fest. Anlässlich der Untersuchung habe die Versicherte undif- ferenzierte Antworten gegeben und es habe mehrmals nac hgefragt werden müssen. Sie sei in keiner Weise introspektiv, die geklagten objektiven Beeinträchtigungen hätten sich nicht objekti- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vieren lassen. Sie wirke jedoch depressiv verstimmt und sei psychomotorisch verlangsamt. Zu- sammenfassend bestünden verschiedene Belastungen durch Eheprobleme, die schon seit Jah- ren vorhanden seien. Ferner leide die Versicherte unter verschiedenen körperlichen Problemen, die schon mehrfach zu operativen Eingriffen geführt hät ten. Subjektiv fühle sie sich vorwiegend aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Sie habe schon immer unter Stimmungsschwankungen gelitten, sie stehe aber erst seit Oktober 2014 in ambulanter psychiatrischer bzw. psychologischer Behandlung ohne psychopharmakologische Medikation. Es bestehe eine gedrückte Stimmung, Interesseverlust, Freudlosigkeit und eine Ver- minderung des Antriebs. Das Selbstwertgefühl sei vermindert und es bestehe eine negativistische Zukunftshaltung. Die Versicherte gebe Schlafstörungen an, welche allerdings auch durch ihr pas- sives Verhalten unterhalten würden. Sie sei in der Lage, ihre alltäglichen Funktionen wahrzuneh- men, sie könne Termine einhalten und Aufgaben planen und strukturieren. Sie habe teilweise Mühe, sich ein Urteil zu bilden und Entscheide zu fällen , die Durchhaltefähigkeit sei durch die affektive Stimmungslage etwas vermindert, jedoch könne si e sich selbst behaupten. Sie pflege Kontakte zu Dritten und zur Familie, spontanen Aktivität en gehe sie aber kaum nach, sondern ziehe sich zurück. Die Selbstpflege und Verkehrsfähigkeit se i nicht beeinträchtigt. In einigen Punkten sei die Versicherte somit im Alltag leichtgradig beeinträchtigt, es könne eine leichte bis mittelschwere depressive Störung bestätigt werden. Die affektive Stimmungslage wirke sich un- günstig auf die Schmerzverarbeitung aus. Da die Körper beschwerden aber zu einem Grossteil objektvierbar seien, könne nicht von einer Schmerzstörung ausgegangen werden. Anzeichen für eine anderweitige psychiatrische Problematik würden sich nicht finden lassen. Ferner seien auch keine Hinweise auf eine Aggravation vorhanden, auch we nn anzunehmen sei, dass die Versi- cherte anlässlich der Untersuchung einen eher etwas leidenden Eindruck hinterlassen habe. In- konsistenzen seien aber keine ersichtlich. Die Versicherte s ollte grundsätzlich in der Lage sein, ihre persönlichen Ressourcen auszunützen. Aufgrund der de pressiven Störung sei die Versi- cherte vermindert belastbar und benötige Erholungsphasen, was sich aber nur bei einer Vollzeit- arbeit auswirken würde. Bei einer Vollzeitarbeit könn te aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs infolge schneller Erschöpfbarkeit eine Einschränkung von 30% in der bisherigen Tätigkeit ange- nommen werden. Ihre bisherige Putztätigkeit in Privat haushalten im Umfang von etwa 15 Stun- den pro Woche sollte ihr weiterhin möglich sein. In der Haushalttätigkeit könne keine Beeinträch- tigung begründet werden, da die Versicherte dort die Arbeiten frei einteilen könne und die Mithilfe des Ehemannes habe. Aus psychiatrischer Sicht sei jede klar strukturierte Tätigkeit zumutbar. Anlässlich der Konsensbeurteilung vom 18. August 2017 gelangten die Gutachter zur Auffassung, dass die Versicherte aus bidisziplinärer Sicht in einer dem rheumatologischen Belastungsprofil angepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei. In der H aushalttätigkeit könne weder aus rheu- matologischer noch aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung begründet werden. 6.1 Wie in Erwägung 4.3 hiervor dargelegt, ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das Gutachten ist insgesamt umfassend und die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schluss- folgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die G utachter haben die Versicherte per- sönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizini- schen Berichten auseinander und begründen abweichende E inschätzungen in überzeugender Weise. 6.2 Die Beschwerdeführerin zweifelt das Gutachten einzi g hinsichtlich der Zumutbarkeitsbe- urteilung an. Dabei macht sie zunächst geltend, die aus rheumatologischer Sicht vorgenommene Zumutbarkeitsbeurteilung sei insofern widersprüchlich, a ls Dr. E.____ vorerst von einer Ein- schränkung von 70% ausgehe, im Ergebnis aber eine vollstän dige Arbeitsfähigkeit in einer lei- densadaptierten Tätigkeit annehme. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass sich die von Dr. E.____ attestierte Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70% auf die angestammte Tätigkeit als Reini- gungskraft in Privathaushalten bezieht, welche der Versiche rten im Gegensatz zur Tätigkeit als Raumpflegerin, die Grund- und Baureinigungen umfasst und zu starken körperlichen Belastungen führt, noch in ebendiesem Umfang als zumutbar erachte t wird. Dr. E.____ führt hierzu aus, die körperlichen Belastungen als Raumpflegerin würden stark vom jeweiligen Einsatzort abhängen. Reinigungsarbeiten in Privathaushalten dürften eher zu leichten, wechselbelastenden Belastun- gen führen und seien der Versicherten daher noch zu 70% zumutbar (vgl. Gutachten, IV-act. 115, S. 38/39). Die veranschlagte vollschichtige Arbeitsfähigkeit bezieht sich demgegenüber auf eine angepasste Tätigkeit mit entsprechend eingeschränktem Anforderungsprofil. Soweit Dr. E.____ diesbezüglich zu unterschiedlichen Zumutbarkeitsbeurteilungen gelangt, kann darin kein Wider- spruch erblickt werden (vgl. Gutachten, IV-act. 115, S. 39). 6.3 Die Beschwerdeführerin wendet im Weiteren ein, i n psychiatrischer Hinsicht werde zu- nächst eine fehlende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit festgestellt. In der Folge werde jedoch von einem erhöhten Pausenbedarf und einer Einschränku ng von 30% ausgegangen, wobei an- lässlich der Konsensbeurteilung aus gesamtmedizinischer Sicht im Widerspruch dazu eine Be- einträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 20% veranschlagt werde. Es ist der Beschwerdeführerin dahingehend beizupflichten , als Dr. F.____ die leichte bis mittel- schwere Episode tatsächlich zunächst als Diagnose ohne Auswi rkung bezeichnet, wohingegen er an einer anderen Stelle des Gutachtens infolge ei nes erhöhten Pausenbedarfs aufgrund schneller Erschöpfung eine Beeinträchtigung der Arbeits fähigkeit von 30% anerkennt. Im Rah- men der Konsensbeurteilung wird aus bidisziplinärer Sich t schliesslich eine Einschränkung von 20% in einer leidensadaptierten Tätigkeit attestiert, wobei bezüglich dieser Diskrepanzen keine weiteren Erläuterungen angebracht werden. Entgegen d er Auffassung des RAD-Arztes Dr. G.____ in seiner Beurteilung vom 31. August 2017 (vgl. IV-act. 118) lässt sich diese Unge- reimtheit auch nicht damit erklären, dass die Arbeitsunfähigkeit bei optimaler Medikation lediglich 20% betragen würde. Dies umso weniger, als Dr. G.____ seine Beurteilung im Wesentlichen noch unter dem Aspekt des nach alter Rechtsprechung massgebenden Kriteriums der sog. Therapie- resistenz vornimmt (vgl. zur neuen Rechtsprechung BGE 143 V 409, 143 V 418). Anhand der schlüssigen Diagnosestellung sowie namentlich mit Blick auf die Ergebnisse des strukturieren Beweisverfahrens erscheint vielmehr die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30% nachvollziehbar Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht und überzeugend. Den Ausführungen von Dr. F.____ zufolge bestehen Beeinträchtigungen funk- tionell im Wesentlichen durch die diagnostizierte leichte bis mittelschwere depressive Episode, welche sich auch auf die Schmerzverarbeitung auswirkt. Die affektive Störung manifestiere sich insbesondere in einer Beeinträchtigung der Stimmung, Interesseverlust und Freudlosigkeit, einer Verminderung des Antriebs, einer negativistischen Haltung sowie Schlafstörungen. Dabei erach- tet er insbesondere die Durchhaltefähigkeit als vermind ert. In Übereinstimmung mit diesen Er- kenntnissen gelangt er schliesslich nachvollziehbar zum Erg ebnis, dass dadurch eine vermin- derte Belastbarkeit besteht, die Erholungsphasen erforderlich macht, was sich letztlich aber nur bei einer Vollzeitstelle im Umfang einer Arbeitsunfähigkeit von 30% auswirkt. Mit anderen Worten können die vorliegend nicht von der Hand zu weisenden, unstreitig vorhandenen Ungenauigkei- ten aus einer Gesamtsicht heraus nicht als triftig genu g erscheinen, um von den schlüssigen Beurteilungen der Gutachter abzuweichen und den Bew eiswert des gesamten Gutachtens in Frage zu stellen. Nach dem Gesagten ist von einem mögl ichen Tippfehler auszugehen und ins- gesamt eine Arbeitsunfähigkeit von 30% im Rahmen des f ormulierten Anforderungsprofils als massgebend zu erachten. 6.4 Soweit die Beschwerdeführerin die Beurteilung de r Arbeitsfähigkeit schliesslich auf der Grundlage der Berichte von Dr. B.____ und lic. phil. C.____ vom 19. März 2018 und Dr. D.____ vom 13. März 2018 in Frage stellt, kann ihr ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Dr. B.____ und lic. phil. C.____ diagnostizieren in ihrem Bericht vom 19. März 2018 aus psychi- atrischer Sicht in Übereinstimmung mit den gutachterli chen Ausführungen eine depressive Epi- sode mittelgradigen Ausmasses. In Abweichung zum Gutach ten veranschlagen sie die Arbeits- unfähigkeit jedoch auf 50 – 60%. Im Rahmen ihrer kurz gehaltenen Ausführungen wird diese Zumutbarkeitsbeurteilung aber nicht näher begründet. Die Aussage, wonach die Anpassungsfä- higkeit und die Belastbarkeit mittelgradig eingeschränk t seien und eine Antriebsverminderung sowie Konzentrationsschwierigkeiten bestünden, reicht nicht aus, um eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit im attestierten Umfang anzunehmen. Jedenfalls vermögen sie die schlüssige gut- achterlicher Einschätzung nicht in Zweifel zu ziehen. Gleichermassen verhält es sich hinsichtlich des Berichts von Dr. D.____ vom 13. März 2018. Auch die darin aufgeführten Diagnosen und klinischen Befunde stimmen weitgehend mit denjenigen überein, wie sie Dr. E.____ in ihrem Gut- achten beschreibt. Indessen lassen sich diesem Bericht keine Ausführungen bezüglich der funk- tionellen Auswirkungen der Kniebeschwerden auf die Arb eitsfähigkeit entnehmen, zumal Dr. D.____ aus fachärztlicher Sicht keine Zumutbarkeitsbeurteilung vornimmt, sondern sich diesbe- züglich mit einem pauschalen Hinweis begnügt, wonach die Hausärztin der Versicherten seit September 2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgehe. 7. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist nach dem Gesag ten festzuhalten, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes und der zumut baren Arbeitsfähigkeit auf die Er- gebnisse des bidisziplinären Gutachtens vom 17. / 21. August 2017 abgestellt werden kann, wo- bei aus bidisziplinärer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% auszugehen ist (vgl. E. 6.3). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Was hingegen die für einen Rentenanspruch erforder liche Erfüllung des Wartejahres im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG anbelangt, so ist der Beschwerdeführerin darin insofern bei- zupflichten, als dessen Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind. Die Beschwerdegegnerin aner- kennt in ihrer Verfügung vom 16. November 2018 selbst eine in der Zeit vom 28. Oktober 2014 bis 26. Januar 2015 bestehende ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit von 100%. Diese ergibt sich mit Blick auf die medizinische Aktenlage namentlich infolg e der am 28. Oktober 2014 durchge- führten operativen Gelenksversteifung (Arthrodese) an der rechten Hand (vgl. IV-act. 21). Davon ausgehend, dass gestützt auf das beweiskräftige Gutachten der Dres. E.____ und F.____ über- dies seit dem Jahr 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 30% besteht, resultiert im Zeitraum vom 28. Oktober 2014 bis 28. Oktober 2015 eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von rund 47%. Da- mit war das Wartejahr Ende Oktober 2015 abgelaufen u nd der frühestmögliche Rentenbeginn käme auf den 1. November 2015 zu liegen. 9.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage des Leist ungsanspruchs zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Dabei gilt es zu berück- sichtigen, dass die Versicherte anlässlich der Abklärung der Statusfrage im Haushaltsbericht vom 15. Februar 2018 erklärt hat, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung einer Erwerbstätig- keit im Umfang von 50% nachgehen würde und zu 50% im Haushalt beschäftigt wäre. Folglich ist der Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode zu ermitteln, wobei für den Zeitraum ab 1. Januar 2018 die gesetzliche Regelung zum neuen Berechnungsmodell zu berücksichtigen ist (E. 3.4 hiervor). 9.2.1 Wie eingangs ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), i st der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dasselbe gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung für die Er mittlung des Invaliditätsgrades im Er- werbsbereich. Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim- men lässt. Der Invaliditätsgrad ist durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invali- deneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstel- lung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreich end zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen d ie für den Umfang des Rentenan- spruchs massgebenden Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40 Prozent (Art. 28 Abs. 2 IVG) eindeutig über- oder unterschreitet (Urteil des Bundesgerichts vom 24. Januar 2019, 9C_492/ 2018, E. 4.3.2 mit Hinweisen). 9.2.2 Diese Voraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Zu mal die Beschwerdeführerin keine Ausbildung absolviert hat und zuletzt im Reinigungssektor tätig war, erweist sich das gestützt auf das bidisziplinäre Gutachten vom 17. / 21. August 2017 angenommene Zumutbarkeitsprofil für eine leidensadaptierte Tätigkeit als genügend präzise, um eine verlässliche Bestimmung des In- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht validitätsgrades anhand eines Prozentvergleichs vorzunehmen . Der veranlassten Haushaltsab- klärung vom 4. September 2017 zufolge besteht im Haushalt eine Beeinträchtigung von 20.85%, welche unbestritten ist. Unter Berücksichtigung einer Statusaufteilung von 50% Erwerb und 50% Haushalt im hypothetischen Gesundheitsfall resultiert anhand eines Prozentvergleichs ein Invali- ditätsgrad von rund 25%, welcher deutlich unter der a nspruchsrelevanten Erheblichkeitsgrenze von 40% liegt. Selbst bei Vornahme eines leidensbedingten Abzuges, der mit höchstens 10% zu beziffern wäre, läge der Invaliditätsgrad noch deutlich unter 40%. Eine eindeutige Unterschreitung des rentenanspruchsrelevanten Grenzwertes gilt sodann um so mehr für die vor dem 1. Januar 2018 zu berücksichtigende Bemessungsmethode, wonach im Ze itpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns unter den gegebenen Voraussetzungen im Erwerbsbereich keine Einschränkung angerechnet werden könnte. Unter diesen Umständen kann der Rentenanspruch der Beschwer- deführerin ohne weiteres verneint werden. 10. Nach dem Gesagten sind die Voraussetzungen des Wartej ahres vorliegend erfüllt, gleichwohl ist ein Leistungsanspruch in jeder Hinsicht zu verneinen. Im Ergebnis hat die IV-Stelle demnach zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente abgelehnt, womit die gegen die Ver- fügung vom 16. November 2018 erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 11. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei. Die Verfahrenskosten, welche praxisgemäss auf Fr. 800.-- festzusetzen sind, sind somit ihr aufzuer- legen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist keine Parteientschädigung auszurichten. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden der Beschwer- deführerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht