JAAC58.53 Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes vom 17. August 1993 Police des étrangers. Mesure d’éloignement d’un étranger indésirable. Art. 13 al. 1 LSEE. Art. 17 al. 4 RSEE. Interdiction d’entrée. L’art. 13 al. 1 LSEE prévoit deux situations pouvant entraîner une interdiction d’entrée, l’une contre les étrangers ayant contrevenu gravement ou à réitérées fois à des prescriptions sur la police des étrangers ou à d’autres dispositions légales (cf. art. 17 al. 2 RSEE), l’autre contre des étrangers indésirables. La durée maximale de l’interdiction d’entrée est limitée à trois ans dans le premier cas; dans le second cas la loi ne prévoit aucune limitation. - Les deux situations se distinguent en ce sens que le cas d’étrangers indésirables suppose au premier chef une mise en danger concrète de l’ordre juridique suisse. Il appartient à l’autorité de décider, sur la base de l’ensemble des circonstances, s’il existe ou non une telle mise en danger. En revanche, dans le cas d’infractions graves ou répétées à certaines dispositions légales le motif de la mesure d’éloignement découle directement de la loi. - En raison de l’intensité et la fréquence des infractions contre certaines dispositions légales, l’étranger peut simultanément être considéré comme indésirable. La conséquence en est que l’autorité n’est, lors de la fixation de la quotité de l’interdiction d’entrée, pas liée par la durée maximale de trois ans. Si une telle condition apparaît en principe réalisée dans le cadre d’une activité de passeur au sens de l’art. 23 al. 2 LSEE, il n’en va pas systématiquement de même dans le cas d’une aide à une entrée illégale en vertu de l’art. 23 al. 1 5 e phrase LSEE. 1Fremdenpolizei. Fernhaltung unerwünschter Ausländer. Art. 13 Abs. 1 ANAG. Art. 17 Abs. 4 ANAV . Einreisesperre. Art. 13 Abs. 1 ANAG sieht mit der groben oder mehrfachen Zuwiderhandlung gegen fremdenpolizeiliche oder andere gesetzliche Bestimmungen (vgl. Art. 17 Abs. 2 ANAV) und der persönlichen Unerwünschtheit des Ausländers zwei Tatbestände vor, die zu einer Einreisesperre führen können. Die Höchstdauer der Einreisesperre ist im ersten Fall auf drei Jahre beschränkt; im zweiten Fall sieht das Gesetz keine Beschränkung vor. - Die beiden Konstellationen unterscheiden sich darin, dass im Falle der Unerwünschtheit die konkrete Gefährdung der schweizerischen Rechtsordnung im Vordergrund steht. Ob eine solche vorliegt, hat die rechtsanwendende Behörde aufgrund der gesamten Umstände zu beurteilen. Mit der groben oder mehrfachen Zuwiderhandlung gegen bestimmte gesetzliche Bestimmungen dagegen ist der notwendige Fernhaltegrund ohne weiteres gesetzt. - Intensität und Häufigkeit von Zuwiderhandlungen gegen bestimmte gesetzliche Bestimmungen im Sinne des Gesetzes können dazu führen, dass der Ausländer gleichzeitig als persönlich unerwünscht gilt. Die Folge ist, dass die Behörde bei der Bemessung der Einreisesperre nicht an die Höchstdauer von drei Jahren gebunden ist. Diese Voraussetzung ist bei der Schlepperei im Sinne von Art. 23 Abs. 2 ANAG regelmässig gegeben, nicht jedoch ohne weiteres bei der Beihilfe zur rechtswidrigen Einreise gemäss Art. 23 Abs. 1 Satz 5 ANAG. Polizia degli stranieri. Allontanamento di stranieri indesiderabili. Art. 13 cpv. 1 LDDS. Art. 17 cpv. 4 ODDS. Divieto d’entrata. L’art. 13 cpv. 1 LDDS prevede due fattispecie atte a giustificare la pronuncia di un divieto d’entrata: da una parte la contravvenzione grave o ripetuta alle disposizioni di polizia degli stranieri o ad altre disposizioni legali (cfr. art. 17 cpv. 2 ODDS), dall’altra l’indesiderabilità nella persona dello straniero. Nel primo caso la durata massima del divieto d’entrata è di tre anni, nel secondo la legge non prevede alcuna limitazione. - Le due fattispeci si distinguono fra loro per il fatto che per quel che concerne l’indesiderabilità vien data maggior importanza alla messa in pericolo concreta dell’ordinamento giuridico svizzero. Per verificare se una tale messa in pericolo esiste l’autorità competente deve esaminare l’insieme delle circostanze del caso concreto. Per contro, nel caso di contravvenzione grave o ripetuta a determinate disposizioni legali il motivo alla base della misura d’allontanamento è deducibile direttamente dalla legge. - In ragione dell’intensità e della frequenza delle contravvenzioni a determinate disposizioni legali, lo straniero può essere contemporaneamente considerato indesiderabile. In tal caso l’autorità 2non è vincolata alla durata massima di tre anni. Tale presupposto è normalmente adempiuto nel caso di svolgimento di attività quale passatore di cui all’art. 23 cpv. 2 LDDS, non tuttavia sistematicamente nel caso di aiuto all’entrata illegale ai sensi dell’art. 23 cpv. 1 5 a frase LDDS. … 8. DieeidgenössischeBehördekannüberunerwünschteAusländerdie Einreisesperreverhängen. Siekannferner,jedochfürhöchstensdreiJahre, dieEinreisesperreverhängenüberAusländer,diesichgrobeodermehrfache Zuwiderhandlungengegenfremdenpolizeilicheoderanderegesetzliche BestimmungenundgestütztdarauferlassenebehördlicheVerfügungenhaben zuschuldenkommenlassen. WährendderEinreisesperreistdemAusländer jederGrenzübertrittohneausdrücklicheErmächtigungderverfügenden Behördeuntersagt(Art.13Abs.1desBGvom26.März1931überAufenthalt undNiederlassungderAusländer[ANAG],SR142.20). Als«unerwünscht»geltennachständigerPraxisAusländer,derenVorleben daraufschliessenlässt,dasssienichtwillensodernichtfähigsind,sichin diegeltendeOrdnungeinzufügenundderenFernhaltungimöffentlichen Interesseliegt(vgl. VPB54.20 sowieSulger Büel Peter ,VollzugvonFernhalte- undEntfernungsmassnahmengegenüberFremdennachdemRecht desBundesunddesKantonsZürich,Diss. Zürich1984=Europäische Hochschulschriften,ReiheII,Rechtswissenschaft,Bd.352,Bernusw. 1984, S.79f.,mitweiterenNachweisen). Damitkönnenpraxisgemässauch StraftatenAnlassfürFernhaltemassnahmensein. 9. DieEinreisesperreisteineaufGefahrenabwehrgerichtetepolizeiliche Präventivmassnahme(Hofmann Emil,DiefremdenpolizeilichenEntfernungs- undFernhaltemassnahmen,in: SchweizerischeJuristenzeitung[SJZ]67 [1971],S.285ff. insb. S.287f.). SieerreichtihrZielaufunterschiedlicheWeise. ZumeinenundinderHauptsachewirktsieexekutorisch,indemsieeine bestehendeGefährdungderöffentlichenOrdnungbeseitigt. Zumanderen wirktsieverhaltenslenkend;einerseitssollsichderfehlbareAusländervon ihrbeeindruckenlassen,sodassersichinZukunftkorrektverhält(edukativer Effekt);andererseitssollvonihrerrechtssatzförmigenAndrohungund ihrerkonsequentenAnordnunggeneralpräventiveWirkungausgehen. Die beidenKonstellationendesArt.13Abs.1ANAGunterscheidensichdarin, dassineinemFalldieBehördedasFernhalteinteressedefiniert,während imanderenFallderGesetzgeberdieseDefinitioningenerellabstrakter Weisevorweggenommenhat. DieBehördehatalsdannnurdaraufzu achten,dassihrErmessensentscheidimEinzelfalldenAnforderungendes Verhältnismässigkeitsprinzipsgerechtwird. WieausderexemplarischenAufzählungimArt.17Abs.4der Vollziehungsverordnungvom1.März1949zumBundesgesetzüber AufenthaltundNiederlassungderAusländer(ANAV,SR142.201) hervorgeht(dieVerordnungsprichtvongewerbe-,sanitäts-und sittenpolizeilichenVorschriften,sowievonVorschriftenüberZahlungs-und Verrechnungsverkehr,Kriegswirtschaft,BekämpfungdesSchmuggelsusw.), 3handeltessichbeidengesetzlichenBestimmungen,derenVerletzungnach Art.13Abs.1Satz2ANAGzueinermaximaldreijährigenEinreisesperre führt,umNormendesPolizeirechts. DabeihattederGesetzgebernichteine PrivilegierungsolcherZuwiderhandlungengegenüberdemFernhaltegrund derUnerwünschtheitimSinn. DaszeigtsichbereitsamUmstand,dassArt.13 Abs.1Satz2ANAGimGegensatzzumSatz1nichtaneinekonkreteGefahr anknüpft,sondernunmittelbaraneinbestimmtesVerhaltendesAusländers, undihninsoweitschlechterstellt. DerwahreSinnderGesetzesaussageist darinzuerblicken,dassVerstössegegenallgemeinePolizeivorschriften typischerweisezueinerGefährdungderöffentlichenOrdnungundSicherheit führenundeinergeneralpräventivenSteuerungbesondersgutzugänglich sind. Zuderdarinbegründeten«Abstraktion»vomEinzelfallwirdinGestalt derzulässigenHöchstdauerderEinreisesperreeinGegengewichtgesetzt. Dasheisstindessennicht,dassdasVorliegendesFernhaltegrundesnach Art.13Abs.1Satz2ANAG(Zuwiderhandlungengegenbestimmtegesetzliche Bestimmungen)dieAnwendungdesSatzes1(unerwünschterAusländer) vonvornhereinausschliesst. ZeigtdieHäufigkeitoderdieIntensität desdeliktischenVerhaltensoderdassonstigeVerhaltendesAusländers, dassernichtgewilltodernichtfähigist,sichandiegeltendeOrdnung zuhalten,sotrittdieindividuelleGefahrenabwehrindenVordergrund. DerAusländergiltdannalspersönlichunerwünscht,mitderFolge,dass dieBehördebeiderBemessungderFernhaltemassnahmenichtandie dreijährigeHöchstdauergebundenist(Hofmann,a.a.O.). Aufderanderen SeitekönnenbeimFernhaltegrundderUnerwünschtheitdurchausGründe derGeneralpräventionentscheidendinsGewichtfallen,wennüberdie EinreisesperreundihreDauerzubefindenist. 10. DerBeschwerdeführerwurdewegenBeihilfezurrechtswidrigenEinreise (Art.23Abs.1Satz5ANAG)rechtskräftigverurteilt. InAnbetrachtder AktenlagesowiedensichwidersprechendenSachverhaltsschilderungen desBeschwerdeführersbestehtkeinAnlass,vondenFeststellungendes Strafrichtersabzurücken. Esstehtfolglichfest,dassderBeschwerdeführer gegendieVerbotsnormdesArt.23Abs.1Satz5ANAGverstossenhat. Da solchesVerhaltenzweifellosgeeignetist,diefremdenpolizeilicheOrdnung empfindlichzustören,hatderBeschwerdeführerdenFernhaltegrundder grobenZuwiderhandlunggegeneinefremdenpolizeilicheBestimmung gesetzt(Art.13Abs.1Satz2ANAG).Esfragtsich,oberdamitohneweiteres alsunerwünschtimSinnevonArt.13Abs.1Satz1ANAGgilt,wiedie Vorinstanzoffensichtlichannimmt. DieFolgewäre,dassdieBegrenzung derFernhaltedaueraufdreiJahrenichtgeltenwürde. DieAuffassungderVorinstanzistabzulehnen. Siehatzweifellosihre BerechtigungbeiderSchleppereiimengenSinn,dievonArt.23Abs.2 ANAGerfasstistundeinemempfindlichhöherenStrafrahmenzurFolge hat. DerTatbestanddesArt.23Abs.1Satz5ANAGjedocherfassteinederart breitePalettevonVerhaltensweisenmitunterschiedlichemUnrechtsgehalt -angefangenbeieinfacherGefälligkeitshandlungimVorbereitungsstadium undEinschleuseneinesnahenFamilienmitgliedsbishinzurFälschungvon AusweisenundVermittlungvonprofessionellenSchlepperorganisationen (vgl. Roschacher Valentin,DieStrafbestimmungendesBundesgesetzesüber AufenthaltundNiederlassungderAusländervom26.März1931[ANAG], Chur/Zürich1991,S.80ff.) -,dasssichderunmittelbareSchlussaufdie 4UnerwünschtheitdesfehlbarenAusländersverbietet. Oberunerwünscht ist,kanndahernurgestütztaufdieUmständedesEinzelfallesbeurteilt werden. Eristesdann,wennseinVerhaltendaraufschliessenlässt,dass erdieöffentlicheOrdnunginnichttragbarerWeisegefährdet. ImvorliegendenFallerlaubtdierudimentäreAktenlagekeineSchlüsse aufdienäherenUmständendesdeliktischenVerhaltens. DieFrage,ob vomBeschwerdeführereinekonkreteWiederholungsgefahrausgeht, kannmithinkaumbeanwortetwerden. Esistdaherzumindestfraglich, obderBeschwerdeführeralsunerwünschterAusländerimSinnevon Art.13Abs.1Satz1ANAGbetrachtetwerdenkann. DieseFragekann indessenoffengelassenwerden,daderBeschwerdeführerzweifellosden FernhaltegrunddergrobenZuwiderhandlunggegenfremdenpolizeiliche BestimmungengesetzthatunddieverhängteSperrediehierfürvorgesehene HöchstdauervondreiJahrennichtüberschreitet. 5Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 58.53 - Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes vom 17. August 1993 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 1994 Année Anno Band 58 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 002 198 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.