B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-8206/2010/sed U r t e i l v om 2 0 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______ , geboren am (…), Türkei, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2010 / N (…). D-8206/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer suchte am 15. September 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Dort wurde er am 17. September 2010 zu seinen Personalien, zu seinem Reiseweg und – summarisch – zu seinen Asylgründen befragt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei türkischer Staatsa n- gehöriger kurdischer Ethnie und stamme aus C._______. Seit dem Jahre 2005 habe er mit seiner Familie in D._______ gelebt und dort bis zu sei- ner Rückkehr nach G._______ im Juni 2010 als Kellner gearbeitet. Am 26. August 2010 habe er sich nach E._______ begeben, um sich der "Guerilla" anzuschli essen. Als der "Milizionär" , der ihn am Busbahnhof hätte abholen sollen, nicht erschienen sei, habe er Verdacht geschöpft und weggehen wollen. Er sei jedoch von zwei Polizisten festgenommen und mit verbundenen Augen an einen unbekannten Ort ge bracht worden. Die Polizisten hätten ihn nach seinem Aufenthaltszweck gefragt, wobei er angegeben habe, einen Freund besuchen zu wollen. Dennoch sei er ge- schlagen und mit Stromstössen misshandelt worden. Schliesslich sei er aufgefordert worden, für die türkischen Behör den als Spitzel tätig zu we r- den, wozu er sich aus Angst vor weiteren Folterungen bereit erklärt habe. Nach seiner Freilassung am Busbahnhof von E._______ habe er sich so- fort zur Ausreise aus seinem Heimatland e ntschlossen. Ein Onkel habe ihn mit dem Auto von G._______ nach Istanbul gebracht, von wo aus er unter Umgehung der Grenzkontrollen auf ihm nicht bekannten Wegen zu- erst in einem Lastwagen und anschliessend in einem Personenwagen bis in die Schweiz gefahren worden sei. Als Identitätsnachweis reichte der Beschwerdeführer eine türkische Ide n- titätskarte ("Nüfus") ein; seinen im Jahre 2004 ausgestellten Reisepass habe er verloren. A.b Mit Schreiben vom 20. September 2010 zeigte Rechtsanwalt Gabriel Püntener dem BFM an, der Beschwerdeführer habe ihn mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt. Gleichzeitig gab er zwei dem Internet en t- nommene, den Namen des Beschwerdeführers erwähnende Artikel zu den Akten und stellte die Nachreichung von Übersetzungen sowie von weiteren Beweismitteln in Aussicht. A.c Am 30. September 2010 wurde der Beschwerdeführer im Beisein e i- nes Substituten seines Rechtsvertreter s im EVZ B._______ gestützt auf D-8206/2010 Seite 3 Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) eingehend zu seinen Asylgründen angehört. Anlässlich dieser Anhö rung wiederholte er im Wesentlichen seine in der Erstbefragung gemachten Aussagen und brachte im Weiteren vor, er h a- be im Sommer 2009 an seinem Arbeitsplatz in D._______ einen Mann namens F._______ kennengelernt, der ihn mit der "kurdischen Frage" beziehungsweise mit der Arbeiterpartei Kurdistans (Partiya Karkerên Kur- distan; PKK) vertraut gemacht habe. In der Folge habe er sich entschlo s- sen, sich de r "Guerilla" anzuschliessen. Er sei nach G._______ gereist, wo ein – bereits bei der "Guerilla" aktiver und deswegen seit Jahren von der Polizei und vom Militär schikanierter – Onkel mütterlicherseits lebe . Da man ihm gesagt habe, er werde zuerst in Rumänien in einem Lager ausgebildet, habe er im Juli 201 0 seinen Reisepass verlängern lassen. Seit einer Razzia bei seinem Onkel sei sein Pass aber verschwunden. Im darauffolgenden Monat sei er nach E._______ geschickt worden, wo er – wie er schon anlässlich der Erstbefragung angegeben habe – festge- nommen, in d er Haft auf verschiedene Art und Weise gefoltert und schliesslich unter dem Versprechen der Zusammenarbeit mit den türk i- schen Behörden und Sicherheitskräften freigelassen worden sei. A.d Am 4. Oktober 2010 ersuchte der Rechtsvertreter des Beschwerd e- führers das BFM, dafür besorgt zu sein, dass sein Mandant die erforderl i- che psychiatrische Behandlung erhalte. Gleichzeitig teilte er mit, er s ei weiterhin "damit beschäftigt, Übersetzungen der bereits eingereichten Beweismittel sowie weitere Beweismittel aus der Tür kei beizubringen". Mit Eingabe vom 18. Oktober 2010 wurden deutsche Übersetzungen zweier dem Internet entnommener Artikel sowie eines als Faxkopie aus der Türkei übermittelten Schreibens des Anwalts V. K. aus G._______ vom 12. Oktober 2010 zu den Akten gegeben. B. Mit Verfügung vom 18. Oktober 2010 – eröffnet am 26. Oktober 2010 – lehnte das BFM das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an die Glau b- haftigkeit noch denjenigen an die Flüchtling seigenschaft stand. Der B e- schwerdeführer habe zudem bestätigt, dass die türkischen Behörden g e- gen ihn keine formelle Untersuchung oder weitere Schritte gegen ihn ei n- geleitet hätten. Angesichts des Umstandes, dass bei einer derartigen, un- registrierten Festnahme naturgemäss keine amtlichen Dokumente vo r-D-8206/2010 Seite 4 handen seien, erübrige es sich, die von der Rechtsvertretung angekü n- digte Beweismitteleingabe abzuwarten. Sodann ordnete das BFM die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz an und stellte fest, der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Soweit der Beschwerdeführer gesundheitliche Leiden geltend mache, sei festzuhalten, dass die Behandlung psych i- scher Probleme in der Türkei sowohl stationär als auch ambulant möglich sei. Landesweit seien psychiatrische Einrichtungen, ausgebildetes Fac h- personal und eine breite Palette von Psychopharmaka vorhanden. C. Der Beschwerdeführer beantragte durch seinen Rechtsvertreter mit Ei n- gabe vom 25. November 2010 die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü- gung und die Rückweisung der Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM. Even- tuell sei die Verfügung des BFM vom 18. Oktober 2010 aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen un d ihm Asyl in der Schweiz zu gewähren. Eventuell sei die besagte Verfügung in Bezug auf die Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzuste l- len. " Vor Gutheissung der Verwal tungsbeschwerde" sei dem Rechtsve r- treter "Frist zur Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestim- mung der Parteientschädigung anzusetzen". Zur Untermauerung der Anträge – auf deren Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgend en Erwägungen eingegangen wird – gab der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine CD mit Bil- dern, welche Folterspuren auf dem Rücken seines Mandanten dokumen- tierten (Beilage 2), einen Ausdruck eines der auf der besagten CD ge- speicherten Fotos (Beilage 3) sowie eine Stellungnahme der Schweizer i- schen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 26. Mai 2010 betreffend "Risiken bei der Rückkehr eines verurteilten PKK -Mitglieds" (Beilage 4) zu den Akten. Die Bilder sollen zusammen mit den bereits im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten, dem Internet entnommenen Artikel n die Angaben des Be- schwerdeführers belegen und ein schlüssiges Bild seiner Verfolgung er- geben. D. D-8206/2010 Seite 5 D.a Mit Zwischenverfügung vom 2. Dezember 2010 teilte das Bunde s- verwaltungsgericht dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit, sein Mandant könne den Ausgang des Verfahrens gestützt auf Art. 42 Abs. 1 AsylG in der Schweiz abwarten. Sodann wurde der Beschwerdeführer – unter Androhung des Nichteintretens im Unterlassungsfall – aufgefordert, zur Deckung der mutmasslichen Verfahrenskosten bis zum 15. Dezember 2010 einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- einzuzahlen. D.b Mit Eingabe vom 15. Dezember 2010 – und unter Beilage einer am 10. Dezember 2010 von der "Heilsarmee Flüchtlingshilfe" beziehungswei- se vom Durchgangszentrum H._______ ausgestellten Fürsorgeabhä n- gigkeitsbestätigung – ersuchte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D.c Das B undesverwaltungsgericht verzichtete mit einer weiteren Zw i- schenverfügung vom 20. Dezember 2010 auf die Erhebung eines Ko s- tenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) und verwies den Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) auf einen späteren Zeitpunkt. E. E.a Das BFM beantragte mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2012 die Abweisung der Beschwerde . Einerseits seien die Foltervorbringen ni cht glaubhaft, andererseits handle es sich bei der geltend gemachten Mi t- nahme nicht um einen ernsthaften Nachteil im Sinne des Asylgesetzes. Ein weiteres Interesse der türkischen Behörden am Beschwerdeführer sei insgesamt als unwahrscheinlich zu bezeichnen. E.b Der Beschwerdeführer nahm durch seinen Rechtsvertreter am 2. März 2012 zur Vernehmlassung des BFM vom 15. Februar 2012 Ste l- lung. Er befinde sich seit Anfang des Jahres 2011 in psychiatrischer B e- handlung und haben bereits rund zwanzig Therapiesitzungen erhalten. Für die Einreichung eines psychiatrischen Berichtes sei ihm eine 30 - tägige Frist anzusetzen. Hinsichtlich der in der Stellungnahme vom 2. März 2012 enthaltenen weiteren Ausführungen und Rügen wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. E.c Am 26. März 2012 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter eine am 29. Februar 2012 von ihm unterzeichnete Erkl ä-D-8206/2010 Seite 6 rung der Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht sowie einen am 21. März 2012 vom (…) erstellten Bericht ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Asylrechts endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens eines Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vo m 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das Asylgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der B e- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; er ist daher zu r Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des re chtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. D-8206/2010 Seite 7 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimats taat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen N achteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den fra u- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesond ere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Vorab ist zu klären, ob die Vorinstanz – wie in der Beschwerdeschrift vom 25. November 2010 sowie in der Stellungnahme vom 2. März 2012 g e- rügt wird – das rechtliche Gehör des Beschwerdeführer s verletzt hat und ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen ist. 4.1. Der Beschwerdeführer macht durch seinen Rechtsvertreter geltend, das BFM habe sich in pauschaler Weise auf allgemeine Erkenntnisse a b- gestützt, ohne jedoch anzugeben, woraus es diese Erkenntnisse ziehe . Dadurch verunmögliche es dem Beschwerdeführer, im Rahmen der B e- schwerde sachgerecht Stellung zu nehmen und allenfalls Gegenbeweise zu erbringen (vgl. Beschwerde S. 3 f.). Überdies habe es eine Subsumt i- on vorgenommen, bevor überhaupt der Sachverhalt festgestellt worden sei, was zeige, "dass im Verfahren des Beschwerdeführers einzig das Ziel verfolgt" worden sei, "möglichst schnell einen negativen Entscheid zu fä l- len" (vgl. Beschwerde S. 4 , Art. 4 ). Des Weiteren wird beanstandet, die Vorinstanz habe es trotz entsprechender Aufforderung seitens des Rechtsvertreters unterlassen, Abklärungen in Bezug auf die geltend g e- machten Folgen der erlittenen Folter zu tätigen; insbesondere sei weder eine ärztliche Untersuchung angeordnet noch ein psychiatrischer Bericht eingefordert worden, weshalb der diesbezügliche Sachverhalt unvollstän- dig und unrichtig abgeklärt worden sei (vgl. Beschwerde S. 5, Art. 6). D-8206/2010 Seite 8 4.2. Das rechtliche Gehör, welches in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankert und in Bezug auf das Verwaltungsverfahren in Art. 26 bis 33b VwVG konkretisiert wird, dient einerseits der Aufklärung des Sachverhalts, anderseits stellt es ei n persönlichkeitsbezogenes Mitwi r- kungsrecht der Parteien dar (vgl. BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 29 N. 22 f.; PATRICK SUTTER, in: Christoph Auer/Marku s Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.] , Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Z ü- rich/St. Gallen 2008, Art. 29 N. 8; PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, S. 275; je mit weiteren Hinweisen). Als Teilaspekte umfasst diese s einen Anspruch der Parteien auf vorgängige Anhörung durch die Behörde (Art. 30 f. VwVG), auf Anhörung in Bezug auf erhebl i- che Vorbringen durch die Behörde (Art. 32 VwVG) sowie auf Abnahme der angebotenen und tauglichen Beweise durch die Behör de (Art. 33 VwVG). 4.2.1. Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verlangt konkret, dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Beschwerdeführers tatsächlich anhört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berüc k- sichtigt, was sich entsprechend in der Begründung des Entscheids ni e- derschlagen muss (Art. 32 Abs. 1 und Art. 35 Abs. 1 VwVG; vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3). 4.2.2. So wie die in Art. 8 AsylG verankerte Mitwirkungspflicht von den Asylsuchenden unter anderem verlangt, den Sachverhalt vorzutragen und gegebenenfalls durch Beweismittel zu unterlegen , sind die Behörden im Gegenzug verpflichtet, den rechtserheblichen Sachverhalt festzustellen und dazu gegebenenfalls weitere Un tersuchungs- und Beweismassnah- men anzuordnen. Erst in einem nachfolgenden Schritt ist im Asylverfa h- ren zu prüfen, ob und wie der so ermittelte Sachverhalt unter Art. 3 AsylG subsumierbar ist. Als rechtserhebliche Tatsachen sind jene faktischen Grundlagen gemeint, die für die Regelung des in Frage stehenden Rechtsverhältnisses – vor- liegend die Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung des Asyls sowie jene der Wegweisung und dessen Vollzugs – relevant sind. Sachverhaltselemente, die für den Ausgang des Verfahrens nicht wesent- lich sind, brauchen nicht erhoben zu werden ( CHRISTOPH AUER, in: Chris-D-8206/2010 Seite 9 toph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG) , Zürich/St. Gallen 2008, Art. 12 N. 2). 4.3. In Bezug auf die Rüge, o bwohl in den beiden Eingaben vom 20. September 2010 und vom 17. Oktober 2010 ausdrücklich die Einrä u- mung einer Frist zur Einreichung entsprechender Beweismittel verlangt worden sei, habe das BFM dann in seinem angefochtenen Entscheid ausgeführt, es erübrige sich, eine weitere Beweismitteleingabe abzuwar- ten (vgl. Beschwerde S. 6, Art. 8), ist vorab Folgendes festzuhalten: Asyl- suchende sind einerseits – als Ausdruck der vorstehend (Erw. 4.2. 2.) er- wähnten Mitwirkungspflicht – verpflichtet, den von ihnen vorgetragenen Sachverhalt mittels geeigneter Beweismittel zu untermauern, andererseits sind sie nach Art. 33 Abs. 1 VwVG auch berechtigt, Beweise anzubieten, welche grundsätzlich im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs auch anzunehmen sind, soweit der zu beweisende Sachverhalt rechtse r- heblich ist. Dabei darf die Behörde aber – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung – von einer Annahme angebotener Beweismittel abs e- hen, wenn ohne Willkür vorweg die Annahme getroffen werden kann, di e rechtliche Überzeugung würde durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert, also insbesondere dann, wenn der betreffende Sachverhalt b e- reits hinreichend erstellt erscheint, die Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde und der Aktenlage ausreich end würdigen kann oder wenn von vornherein gewiss ist, dass der angebotene Beweis keine we- sentlichen Erkenntnisse zu vermitteln vermag (vgl. EMARK 2003 Nr. 13 E. 4c; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwa l- tungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 111). 4.3.1. Der Beschwerdeführer konnte sich anlässlich der Anhörung vom 30. September 2010 im Beisein seines Rechtsvertreters beziehungsweise dessen Substituten ausführlich und detailliert zu seinen Asylgründen und auch zu seinem aktuellen Gesundheitszustand äussern. Das BFM erac h- tete in der Folge den Sachverhalt als genügend erstellt, um ohne weitere Abklärungen – und insbesondere ohne den Eingang der am 20. Septe m- ber 2010 angekündigten Übersetzungen und weiteren Beweismittel (we l- che Eingabe sich schliesslich mit dem Versand der BFM -Verfügung vom 18. Oktober 2010 kreuzte) abzuwarten – einen Entscheid zu fällen. Der Umstand, dass die Vorinstanz vor Erlass ihrer Verfügung weder den Ein- gang weiterer Beweismittel abwartete noch eine bestimmte Frist zur Ei n- reichung derselben ansetzte, stellt daher keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. D-8206/2010 Seite 10 4.3.2. An dieser Feststellung vermag auch die Bemerkung, die nun auf Beschwerdeebene eingereichte "Fotodokumentation" (Foto -CD sowie ausgedrucktes Bild; vgl. Sachverhalt Bst. C) zeige, dass die vo m BFM vorgenommene antizipierte Beweiswürdigung falsch gewesen sei (vgl. Beschwerde S. 6, Art. 8), zumal die Vorinstanz "das gesamte Element der erzwungenen Spitzeltätigkeit" und die zukünftigen Informationen, we lche der Beschwerdeführer hätte liefern müssen, ausser Acht gelassen (vgl. Beschwerde S. 6 f., Art. 9) und "aus mangelnden Fragestellungen einen Widerspruch" konstruiert habe, was "ebenfalls einen massiven Fehler in der Sachverhaltsfeststellung" darstelle (vgl. Beschwerde S. 9 f. , Art. 13), nichts zu ändern : Die Frage nämlich , ob diese erst am 25. November 2010 der Beschwerdeinstanz eingereichten Beweismittel zu eine r andern Beurteilung des Sachverhaltes hätte führen können, betrifft nicht den An- spruch auf rechtliches Gehör, sondern vielmehr die – nachfolgend unter Erwägung 5 zu behandelnde – Frage der (richtigen) Würdigung des vom Beschwerdeführer vorgetragenen Sachverhaltes. 4.4. Die Pflicht der Behörde zur Begründung von Verfügungen wird in Art. 35 Abs. 1 VwVG festgehalten (vgl. dazu FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Pr a- xiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 35 N. 10 ff.; LORENZ KNEUBÜHLER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich/St. Gallen 2008, Art. 35 N. 4 ff.). Dies bedeutet, dass die verfügende Behörde die Überlegungen zu nennen hat, von denen sie sich leiten liess und auf die sich der Entscheid stützt, um eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung durch die Betroffenen beziehungsweise eine Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Rechtsmittelinstanz zu e r- möglichen (vgl. EMARK 2004 Nr. 38 E. 6.3.-6.4.). Mithin gewährleistet die Begründungspflicht dem Verfügungsadressaten, wirksam Beschwerde zu führen, und verhindert, dass sich die Behörde von unsachgemässen Mo- tiven leiten lässt (vgl. EMARK 2006 Nr. 4 E. 5, mit Hinweisen). 4.4.1. Das BFM hat in seiner Verfügung somit darzulegen, weshalb es die betroffene Person nicht als Flüchtling anerkennt, ihr das Asyl verweigert und sie wegweist. Dabei muss sich die verfügende Behörde nicht au s- drücklich mit jeder tatbeständlichen Aussage und jedem rechtlich en Ein- wand auseinandersetzen, sondern darf sich auf die wesentlichen G e- sichtspunkte beschränken (vgl. BGE 126 I 97 E. 2b). D-8206/2010 Seite 11 4.4.2. Im vorliegenden Fall hat sich das BFM eingehend mit den Vorbri n- gen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Es hat in seiner ang e- fochtenen Verfügung insbesondere ausführlich dargelegt, wieso es zum Schluss gelangte, der Beschwerdeführer habe keine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung: So sei dieser bis zum Sommer 2010 nicht pol i- tisch interessiert gewesen und habe keine Schwierigk eiten mit den türk i- schen Behörden gehabt ; zudem verfüge er kaum über Informationen, welche für die türkischen Behörden von Interesse sein könnten . S omit liege keine Vorverfolgung vor. Aufgrund fehlender Vorverfolgung, des we- nig ausgeprägten politischen Pro fils und des mangelnden Verfolgungsi n- teresses lägen insgesamt keine besonderen Umstände vor, die eine Furcht des Beschwerdeführers vor asylrelevanter Verfolgung als begrü n- det erscheinen liessen. Es bestehe daher kein Grund zur Annahme, di e- ser könnte in absehbarer Zukunft mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanter Verfolgung betroffen sein. Daran vermöchten auch die ei n- gereichten Internetauszüge nichts zu ändern, da diese lediglich auf die Festnahme des Beschwerdeführers und seinen unbekannten Au fenthalt verwiesen. Angesichts des Umstandes, dass bei einer unregistrierten Festnahme naturgemäss keine amtlichen Dokumente vorhanden seien, erübrige es sich, die am 20. September 2010 angekündigte Beweismi t- teleingabe abzuwarten. Im Weiteren legte die Vorinstanz eingehend dar, wieso sie die Vorbringen des Beschwerdeführers auch nicht als glaubhaft erachtete . So sei ange- sichts des kargen Informationsgehaltes der Aussagen zu bezweifeln, dass die vom Beschwerdeführer beschriebenen Foltermethoden bei ihm angewendet worden seien, zumal diese Methoden gemäss den Erkenn t- nissen des BFM heute viel seltener zur Anwendung kämen als noch vor zehn Jahren. Sodann sei es dem Beschwerdeführer in seinen Schild e- rungen der Festnahme auch nicht gelungen, durch persönliche Betroffen- heit und subjektiv geprägte Wahrnehmung zu überzeugen. Des Weiteren stünden die Angaben der Rechtsvertretung im Schreiben vom 20. Se p- tember 2010 (betreffend anonymer Anruf an die Eltern des Beschwerd e- führers) im Widerspruch zu jenen des Beschwerdeführers. Schliesslich sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich. Der Beschwerdeführer sei jung, ungebunden und berufserfahren und verfüge über Türkischkenntnisse; er könne sich somit als Kellner im Westen der Türkei eine Existenz aufbauen. In Bezug auf die geltend g e- machten gesundheitlichen Leiden sei festzuhalten, dass die Behandlung psychischer Probleme in der Türkei gemäss des Erkenntnissen des BFM D-8206/2010 Seite 12 sowohl stationär als auch ambulant möglich sei; insbesondere in den tü r- kischen Gross - und Provin zhauptstädten sei der Zugang zu Gesun d- heitsdiensten und Beratungsstellen sowie ambulanten Behandlungsei n- richtungen für psychische Leiden gewährleistet. Daher spreche der G e- sundheitszustand des Beschwerdeführers nicht gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, und es erübrige sich angesichts der Behan d- lungsmöglichkeiten in der Türkei, diesbezüglich weitere Abklärungen vor- zunehmen. 4.4.3. Aus den vorstehend – hier nur zusammengefasst – dargestellten Erwägungen der Vorinstanz geht genügend klar hervor, aufgrund welcher Überlegungen das BFM zu seiner Verfügung vom 18. Oktober 2010 g e- langte, so dass nicht nur eine sachgerechte Anfechtung durch den Be- schwerdeführer beziehungsweise dessen Rechtsvertreter, sondern auch eine umfassende Beurteilung der Rechtsmässigkeit durch das Bunde s- verwaltungsgericht ohne weiteres möglic h ist. Das BFM ist somit seiner Begründungspflicht in ausreichender Weise nachgekommen. 4.5. Zusammenfassend steht fest, dass das rechtliche Gehör des B e- schwerdeführers vom BFM nicht verletzt wurde. Der Antrag, die Sache sei "zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen", ist daher abzuweisen. 5. Nachdem festgestellt worden ist, dass die Vorinstanz den erheblichen Sachverhalt vollständig und richtig festgestellt hat und auch ihrer Begrün- dungspflicht nachgekommen ist, ist zu prüfen, ob das BFM berechtigte r- weise zum Schluss gelangte, die Vorbringen des Beschwerdeführers hiel- ten weder den Anforderungen an die Glaubhaft igkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand. 5.1. Das BFM stellte in seiner angefochtenen Verfügung insbesondere die Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Misshand- lungen in Frage. 5.1.1. Dabei wurde vorab ausgeführt, es sei zu bezweifeln, dass die vom Beschwerdeführer beschriebenen Foltermethoden bei ihm angewendet worden seien. Gemäss den Erkenntnissen des BFM kämen solche M e- thoden nämlich heute in der Türkei viel seltener zur Anwendung als noch vor zehn Jahren. Die früher weit verbreiteten harten und quälenden M e-D-8206/2010 Seite 13 thoden wie etwa Elektroschocks seien kaum mehr zu verzeichnen, wä h- rend Methoden, die kaum physische Spuren hinterliessen, zunähmen. Wie indes in der Rechtsmitteleingabe (vgl. S. 7, Art. 10) dagegen zu Recht eingewendet wird, kann aus der Tatsache allein, dass eine Folte r- methode selten vorkommt, noch nicht geschlossen werden, dass diese überhaupt nicht vorkommt beziehungsweise am Beschwerdeführer nicht angewendet worden ist. Demgegenüber ist i n Bezug auf die i n der Ste l- lungnahme vom 2. März 2012 (vgl. S. 2 f.) in diesem Kontext angebrachte Rüge, das BFM schiebe in seiner Vernehmlassung vom 15. Februar 2012 rechtswidrig eine Quelle für seine Erkenntnisse (eine im Okto- ber/November 2011 durchgeführte Dienstreise in die Türkei) nach, welche zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids noch gar nicht bestanden habe, wohl davon auszugehen, dass die Vorinstanz mit ihrem Hinweis auf die besagte Dienstreise die dort gesammelten Eindrücke und gewonne- nen Erkenntnisse – unter anderem eb en betreffend d en ihrer Ansicht nach festgestellten markanten Rückgang der in t ürkischen Gefängnissen angewendeten Foltermethoden – lediglich bekräftigen woll te. Was das Gesuch um "Einblick in den Dienstreisebericht des BFM" betrifft, ist weiter festzuhalten, dass die Einsicht in einen allenfalls vorhandenen Bericht zwar in der Tat nur aufgrund überwiegender öffentlicher oder privater Inte- ressen an der Geheimhaltung oder aufgrund einer noch nicht abg e- schlossenen Untersuchung (Art. 27 VwVG) verweigert werden kann. Die Frage jedoch, ob dem Beschwerdeführer zusammen mit der Vernehmlas- sung vom 15. Februar 2012 zumindest der wesentliche Inhalt eines allen- falls vorhandenen Dienstreiseberichts hätte zur Kenntnis gebracht we r- den sollen, kann aber in casu offenbleiben: Wie in diesem Abschnitt b e- reits oben festgehalten wurde, teilt das Bundesverwaltungsgericht die be- sagten, vom BFM in diesem Kontext gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Besch werdeführers nicht und verwendet sie daher auch nicht zu dessen Nachteil ( Art. 28 VwVG). 5.1.2. Erhebliche Zweifel an den geltend gemachten Misshandlungen er- geben sich demgegenüber aus dem Umstand, dass der Beschwerdefüh- rer die angeblich erlittenen Folterungen in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert und differenziert schilderte. So machte der Beschwerdeführer zwar anlässlich der Befragung vom 30. September 2010 sehr detaillierte Angaben zur zeitlichen Dauer und zum Ablauf der in der Haft erlittenen Misshandlungen (vgl. Beschwerde S. 8 f., unter Hinweis auf Vorakten A10 S. 6 f.). Das BFM wies in seiner D-8206/2010 Seite 14 Vernehmlassung vom 15. Februar 2012 (v gl. S. 2) jedoch zutreffend dar- auf hin, es sei ein Merkmal erlebnisbasierter – und daher glaubhafter – Aussagen über Stresssituationen, dass sie eben gerade keine genauen zeitlichen Angaben enthielten. Die Substanz von Aussagen bemesse sich auch nicht bloss an deren Länge, sondern an deren Gehalt sowie – ins- besondere bei Foltervorbringen – an der persönliche n Betroffenheit. Fol- tervorbringen würden typischerweise sehr zurückhaltend geschildert, da sie meist mit tiefen Schamgefühlen verbunden seien. Der Beschwerdeführer hatte jedoch offensichtlich sowohl in der Erstb e- fragung als auch in der ausführlichen Anhörung vom 30. September 2010 das Bedürfnis, möglichst rasch die angeblich erlittenen Misshandlungen ausführlich darzulegen (vgl. A1 S. 4 und A10 S. 4), während er weitere mit der Haft verbundene, jedoch nicht in direktem Zusammenhang mit der Folter stehende Fragen (etwa zu den Zellen oder zu den Beamten, die ihn festgenommen haben sollen) nur sehr vage und unsubstanziiert b e- antwortete (vgl. A10 S. 6 f. und 10 -12). Insgesamt wirken seine detaillier- ten Aussagen zu den angeblich erlittenen Misshandlungen sehr stereo- typ, zumal sie ohne die zu erwartende persönliche Betroffenheit und sub- jektive Wahrnehmung vorgetragen wurden, so dass nicht der Eindruck entsteht, es handle sich um vom Beschwerdeführer selber erlebte Ereig- nisse. An dieser Feststellung vermag der Hinweis, wenn dem BFM "angesichts des kargen Informationsgehalts, den der Beschwerdeführer zu liefern im Stande gewesen wäre", das Vorgehen der türkischen Behörden unplausi- bel erscheine, so habe es ausser Acht gelassen, da ss der Beschwerde- führer zwar wegen seiner Absicht, der PKK beizutreten, verhaftet worden sei, dass jedoch anlässlich dieser Verhaftung und der Folter kaum nach Informationen betreffend seine Vergangenheit gefragt worden sei, da man ja die Absicht gehabt habe, ihn als Spitzel zu engagieren (vgl. Beschwe r- de S. 6 f. Art. 9), nichts zu ändern. 5.1.3. Die vom Beschwerdeführer zu den Akten gegebenen Beweismittel sind nicht geeignet, die Zweifel an den angeblich erlittenen schweren Misshandlungen zu beseitigen. So berichten sowohl die beiden am 20. September 2010 eingereichten, dem Internet entnommenen Artikel als auch das am 18. Oktober 2010 zu- sammen mit Übersetzungen der besagten Artikel abgegebene Schreiben des Rechtsanwaltes V. K. aus G._______ darüber, der Beschwerdefüh-D-8206/2010 Seite 15 rer sei am 26. August 2010 in E._______ vorübergehend festgenommen worden, worüber der Verein für Menschenrechte in Kenntnis gesetzt wo r- den sei. Von Misshandlungen oder weiteren Folgen für den Beschwerd e- führer ist indessen nicht die Rede. Die Stellungn ahme der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 26. Mai 2010 (Beilage 4 zur Beschwerde) hat sodann die Risiken, denen verurteilte PKK-Mitglieder – und nicht der Beschwerdeführer, gegen wel- chen nie ein Verfahren wegen Aktivitäten für die PKK eingeleitet worden war – bei ihrer Rückkehr in die Türkei ausgesetzt sind, zum Gegenstand. In Bezug auf die CD und auf den Ausdruck eines der zehn auf der CD gespeicherten Bilder ist festzuhalten, dass die Fotos am 20. September 2010, mithin wenige Tage nach der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz und rund drei Wochen nach den angeblich erlittenen Mis s- handlungen, aufgenommen wurden. Die Bilder zeigen aber einerseits Narben von Verletzungen, die mit Sicherheit mehr als nur einige Wochen zurückliegen, und and ererseits rote Schürfspuren, die zu neu sind, um von der angeblich Ende August 2010 erlittenen Folter zu stammen. Der am 21. März 2012 erstellte Bericht des (…) liefert bezüglich der gel- tend gemachten Misshandlungen ebenfalls keine neuen Erkenntnisse, stützt sich dieser doch hinsichtlich der möglichen Ursachen für die fes t- gestellten psychischen Probleme ausschliesslich auf die Angaben des Patienten bzw. des Beschwerdeführers. 5.1.4. Insgesamt sind die vom Beschwerdeführer be haupteten Misshand- lungen nicht glaubhaft. Die Tatsache, dass – wie in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 9, Art. 13) zu Recht bemerkt wurde – zwischen den Angaben des Rechtsvertreters im Schreiben vom 20. September 2010 betreffend anonymer Anruf an die El- tern des Beschwerdeführers (vgl. A5 S. 2) und der Antwort des B e- schwerdeführers auf die Frage nach Kontakten im Heimatland (vgl. A10 S. 9) kein klarer Widerspruch erkennbar ist (vgl. angefochtene Verfügung A12 S. 5 oben ), vermag am Umstand, dass wesentliche Pu nkte in den Vorbringen des Beschwerdeführers nicht geglaubt werden können, nichts zu ändern. 5.2. Der Beschwerdeführer brachte anlässlich der Befragungen sodann vor, nach der Freilassung sein Land aus Angst um sein Leben umgehend verlassen zu haben. D-8206/2010 Seite 16 5.2.1. Befürchtungen, künftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen au s- gesetzt zu sein, sind nur dann asylrelevant, wenn begründeter Anlass zur Annahme besteht, dass sich die Verfolgung mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen wird. 5.2.2. Bei der geltend gemachten einmaligen, relativ kurzen und nicht (glaubhaft) mit Misshandlungen verbundenen Inhaftierung handelt es sich offensichtlich um eine sogenannte unregistrierte Festnahme, welcher in s- besondere jüngere und männliche Angehörige der kurdischen Ethnie in der Türkei wiederholt ausgesetzt sind. Die Frage, ob aufgrund einer solchen Festnahme eine Furcht vor künft i- ger Verfolgung begründet ist, muss von einer objektivierten Betrac h- tungsweise au s beurteilt werden. Eine beim Betroffenen subjektiv vo r- handene Furcht genügt nicht; vielmehr müssen hinreichende Anhalt s- punkte für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein. Wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend festgestellt wurde, sind solche Anhaltspunkte vorliegend nicht ersichtlich: Die türkischen Behö r- den haben gegen den Beschwerdeführer keine formelle Untersuchung oder weitere Schritte eingeleitet ; der Beschwerdeführer bestätigte, dass die türkischen Behörden nichts mehr unternommen hätten und a uch kein Gerichtsverfahren eingeleitet worden sei (vgl. A10 S. 8). Sodann liegt auch keine Vorverfolgung vor. Wie der Beschwerdeführer ausdrü cklich erklärte (vgl. A10 S. 4), wurde er vorher nie festgenommen und hatte bi s- her keine Schwierigkeiten mit den tü rkischen Behörden (vgl. A10 S. 4). Der Beschwerdeführer verfügt auch kaum über gewichtige Informationen, die für die türkischen Behörden von Interesse sein könnten, zumal er sich gemäss seinen Angaben erst im April oder Mai 2010 entschlossen hatte, sich de r Guerilla anzuschliessen und er sich zuvor weder politisch int e- ressiert noch mit der Kurdenfrage auseinandergesetzt hatte (vgl. A10 S. 6). Er hatte auch nur kurz Kontakt mit einem Angehörigen der PKK und lernte im Sommer 2010 lediglich eine kleine Anzahl Personen aus dem Umfeld der PKK kennen (vgl. A10 S. 4 f.). Ein anhaltendes Interesse der türkischen Behörden am Beschwerdeführer ist somit sehr unwahrschei n- lich, zumal auch die eingereichten – oben unter Ziff. 5.1.3. aufgeführten – Beweismittel nicht zu einem anderen Ergebnis führen. 5.2.3. Die Vorinstanz gelangte berechtigterweise zum Schluss, aufgrund fehlender Vorverfolgung, aufgrund des wenig ausgeprägten politischen Profils des Beschwerdeführers und der geringen Aussicht, bei ihm auf D-8206/2010 Seite 17 wertvolle Informationen zu stossen, sowie aufgrund des daher mangel n- den Verfolgungsinteresses der Behörden lägen nach der geltend g e- machten Festnahme insgesamt keine besonderen Umstände vor, die eine Furcht des Beschwerdeführers vor asylrelevanter Verfolgung begründet erscheinen liessen. Es besteht daher in der Tat kein Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer könnte in absehbarer Zukunft mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanter Verfolgung betroffen sein, wobei auch die eingereichten – oben unter Ziff. 5.1.3. aufgeführten – Beweismit- tel nichts zu ändern vermögen. 5.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerde- führers weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft standhalten. Es kann darauf verzichtet we r- den, auf die übrigen Erwägungen der Vorinstanz und auf die weiteren Darlegungen in der Beschwerdeschrift und den weiteren Eingaben des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers einzugehen. Das Asylgesuch wurde vom Bundesamt nach dem Gesagten zu Recht abgewiesen. 6. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An- spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde daher zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510 sowie EMARK 2001 Nr. 21). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, S R 142.20]). 7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-8206/2010 Seite 18 7.1.1. So darf keine Per son in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er- füllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e- bungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere gra usame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heima tstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, dem B e- schwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine me n- schenrechtswidrige Behandlung drohen. Auch die allgemeine Mensche n- rechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. D-8206/2010 Seite 19 7.1.3. Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konk ret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.2.1. Seit der Aufkündigung des – zuvor ebenfalls nur einseitig erklärten – Waffenstillstandes durch die PKK im Frühjahr 2011 ist es in der Türkei wieder zu einzelnen Anschlägen auf Sicherheitskräfte sowie Militär- und Polizeieinrichtungen gekommen. Dennoch kann bezüglich der Türkei und insbesondere auch bezüglich der Herkunftsprovinz des Beschwerdefü h- rers (G._______ ) im jetzigen Zeitpunkt klarerweise nicht von Krieg, Bü r- gerkrieg oder von einer Situation allgemeiner Gewalt, welche für den B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr dorthin eine konkrete Gefährdung darstellen würde, gesprochen werden. 7.2.2. Es ist im Folgenden – in individueller Hinsicht – zunächst zu prüfen, ob allenfalls medizinische Gründe gegen den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers sprechen könnten. Der Beschwerdeführer machte bereits im vorinstanzlichen Verfahren ps y- chische Probleme geltend. So gab er anlässlich der Erstbefragung vom 17. September 2010 an, nachts oft nicht einschlafen zu können (vgl. A1 S. 6), und in der Anhörung vom 30. September 2010 erklärte er, er könne sich nicht mehr gut ausdrücken, vergesse Namen und habe Rücken - und Schulterschmerzen; für einen besseren Schlaf sei ihm ein Beruhigung s- mittel verschrieben worden (v gl. A10 S. 11 f.). Gemäss dem auf B e- schwerdeebene eingereichten Bericht des (…) vom 21. März 2012 wurde eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD -10: F43.1) sowie eine "konsekutiv leichte depressive Episode " diagnostiziert. Der Beschwerd e- führer leide un ter "stark gestörtem Schlaf mit Grübelneigung, Angst vor Dunkelheit und bedrückter Stimmungslage", unter Schreckhaftigkeit und Albträumen; unter der Behandlung seien die Beschwerden aber weniger stark geworden. Aktuell erfolge eine "stützende Behandlung " m it durch-D-8206/2010 Seite 20 schnittlich etwa alle zwei Wochen – mit Hilfe einer Übersetzerin oder e i- nes Übersetzers – durchgeführten Gesprächen sowie eine Medikation mit einem Serotonin -Wiederaufnahmehemmer; gegen die Schlafstörung e r- folge eine Bedarfsmedikation mit einem sedierenden Neuroleptikum ("Se- roquel"). Bei einer Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung sei "normalerweise auch ein Rückgang der depressiven Symptome mö g- lich und zu erwarten". Mit adäquater Behandlung sei mittel - bis längerfris- tig von einer posit iven Prognose auszugehen, wobei die äussere und in- nere Sicherheit von grosser Wichtigkeit seien; b ei unsicherem Aufen t- haltsstatus und drohender Rückschaffung sei die Behandlung dagegen deutlich erschwert. Das BFM hielt in seiner angefochtenen Verfügung fe st, die Behandlung psychischer Probleme sei in der Türkei sowohl stationär als auch amb u- lant möglich. Dieser Auffassung kann sich das Bundesverwaltungsgericht anschliessen. In der Tat sind landesweit psychiatrische Einrichtungen, ausgebildetes Fachpersonal sowie eine breite Palette von Psychopha r- maka (insbesondere auch Serotonin -Wiederaufnahmehemmer oder das zur Behandlung der Schlafstörungen verschriebene "Seroquel" bezie- hungsweise ein anderes den Wirkstoff Quetiapin enthaltendes Medik a- ment) vorhanden. Insbesondere in türkischen Gross - und Provinzhaupt- städten ist der Zugang zu Gesundheitsdiensten und Beratungsstellen s o- wie ambulanten Behandlungseinrichtungen für psychische Leiden g e- währleistet. Es ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Türkei nicht nur die erforderlichen Medikamente, sondern auch eine Gesprächstherapie in seiner Muttersprache erhalten wird. Sodann überzeugt auch de r Einwand, wonach eine erfolgreiche Behand- lung in der Türkei nicht möglich sei, weil eine Rückkehr dor thin einen "Trigger-Mechanismus" auslösen könnte (vgl. Beschwerde S. 13) , nicht, da – wie vorgehend unter Ziff. 5.1. der Erwägungen ausgeführt wurde – die geltend gemachten Misshandlungen nicht geglaubt werden können. Schliesslich ist – nachdem die anlässlich der Erstbefragungen angegebe- nen Rücken- und Schulterschmerzen im weiteren Verlauf des Verfahrens nicht mehr erwähnt wurden – davon auszugehen, dass diese nicht mehr bestehen. Sollten diese Beschwerden jedoch wieder in Erscheinung tr e- ten, so wären diese ebenfalls ohne Weiteres in der Türkei behandelbar. Zusammenfassend erhellt, dass d ie Rückkehr des Beschwerdeführers unter medizinischen Gesichtspunkten zumutbar erscheint. D-8206/2010 Seite 21 7.2.3. Schliesslich bestehen auf individueller Ebene auch keine anderen Hinweise, dass der noch junge und ledige Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr in die Türkei in eine konkrete, seine Existenz bedrohende S i- tuation geraten könnte. Er verfügt über Schulbildung und Berufserfahrung (insbesondere im Gastgewerbe und in der Landwirtschaft) und spricht neben Kurdisch auch Türkisch. Zudem wohnen seine nächsten Angehöri- gen (Mutter, Geschwister, Onkel und Tanten) nach wie vor in den Provi n- zen D._______ und G._______ , und es ist davon auszugehen, dass die- se ihm bei der Reintegration behilflich sein werden. 7.2.4. Insgesamt kann der Vollzug der Wegweisung mithin auch als z u- mutbar bezeichnet werden. 7.3. Letztlich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung der für die Rückkehr benötigten Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 f.), weshalb der Vol l- zug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.4. Nach dem Gesagten ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegwe i- sungsvollzug zu bestätigen. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme des Beschwerdeführers fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserhebli chen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist somit abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten desselben dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und Ar t. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte und der Beschwerdeführer kein er bezahlten Tätigkeit nachgeht (so dass nach wie vor von seiner Bedürftigkeit ausg e- gangen werden kann ), sind in Gutheissung des in der Beschwerde vom 25. November 2010 gestellten, bis anhin noch nicht behandelten Ges u- ches um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. D-8206/2010 Seite 22 (Dispositiv nächste Seite) D-8206/2010 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden – in Gutheissung des Gesuches um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung – keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Kathrin Mangold Horni Versand: