Baurekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung G.-Nr. R1S.2013.05114 BRGE I Nr. 0055/2014 Entscheid vom 16. Mai 2014 Mitwirkende Abteilungspräsident Felix Hess, Baurichter Ulrich Weiss , Baurichter Walter Baumann, Gerichtsschreiber Andreas Mahler in Sachen Rekurrentin Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz, Eichstrasse 29, 8045 Zürich gegen Rekursgegnerinnen 1. Bausektion der Stadt Zürich, Amtshaus IV, 8021 Zürich 2. Baudirektion Kanton Zürich , Hochbauamt, Stampfenbachstrasse 110, 8090 Zürich betreffend Bausektionsbeschluss Nr. BE 1622/13 vom 1. Oktober 2013; Baubew illi- gung für Sanierung Bettenhaus OST, Kat. -Nr. FL3298, Gloriastrasse 27 und 27a (Rämistrasse 100), Zürich 7 - Fluntern _______________________________________________________ R1S.2013.05114 Seite 2 hat sich ergeben: A. Mit Beschluss vom 1. Oktober 2013 erteilte die Bausektion Stadt Zürich der Baudirektion Kanton Zürich die baurechtliche Bewilligung für Sanierung sar- beiten im Bettenhaus Ost III und verlängerte die befristete Bewilligung für das Bettenhausprovisorium auf dem Grundstück Kat.-Nr. FL3298 an der Gloriastrasse 27 bzw. 27a in Zürich. B. Gegen diesen Entscheid erhob die Zürcherische Vereinigung für Heima t- schutz (ZVH) mit Eingabe vom 8. November 2013 fristgerecht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte die Aufhebung des Entscheides unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurs- gegnerin. C. Mit Verfügung vom 12. November 2013 wurde der Rekurseingang vorg e- merkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. D. Mit Eingabe vom 18. November 2013 ersuchte die Baudirektion um Aufh e- bung der aufsch iebenden Wirkung des Rekurses bezüglich der baurechtl i- chen Bewilligung für den Umbau des Bettenhauses Ost. Nach durchgeführter Vernehmlassung zu diesem Antrag wurde die au f- schiebende Wirkung des Rekurses mit Präsidialverfügung vom 13. D ezem- ber 2013 auf die Bewilligung der verlängerten Befristung des Bette nhaus- provisoriums beschränkt. E. Mit Eingabe vom 17. Januar 2014 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des Rekurses unter Kostenfolgen zulasten der Rekurrentin. R1S.2013.05114 Seite 3 Die Baudirektion beantragte mit Eingabe vom 18. Dezember 2013 ebenfalls die Abweisung des Rekurses unter Kosten - und Entschädigungsfolgen z u- lasten der Rekurrentin. F. Mit Replik vom 10. Februar 2014 hielt die Rekurrentin an ihren Anträgen fest und stellte zusätzlich den Eventualantrag, es sei das B ettenhausprovi- sorium sofort nach Abschluss der Sanierungsarbeiten, spätestens aber bis 30. Juni 2015, vollständig abzubrechen und es sei die ursprüngliche G e- staltung des Spitalparks wieder vollständig herzustellen. Mit Dupliken vom 5. März 2014 hielten die Rekursgegnerinnen an ihren An- trägen fest. Mit Triplik vom 20. März 2014 nahm die Rekurrentin zu den Dupliken Stellung. G. Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. Es kommt in Betracht: 1. Die Zürcherische Vereinigung für Heimatschutz (ZVH) ist aufgrund des Verbandsbeschwerderechtes zur Rekurserhebung legitimiert (§ 338a Abs. 2 Planungs - und Baugesetz [ PBG]). Da die übrigen Prozessvorau s- setzungen ebenfalls erfüllt sind, ist auf den Rekurs grundsätzlich einzutre- ten. Soweit dies bei einzelnen Rügen nicht zutrifft, wird es im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darzulegen sein. 2. Das Baugrundstück Kat.-Nr. FL3298 liegt teils in der Freihaltezone F g e- mäss Bau- und Zonenordnung der Stadt Zürich (BZO), teils ist es gemäss geltender BZO nicht zoniert (Zonierung nach Bauordnung 1963). Es ist R1S.2013.05114 Seite 4 überstellt mit der Spitalanlage des Universitätsspitals Zürich (USZ) und dem dazugehörigen Park. Der Park und die Gebäude sin d im Inventar der überkommunalen Schutzobjekte des Kantons aufgeführt. Die Gartenanlage ist ausserdem im kommunalen Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen aufgeführt. Mit Bauentscheid vom 18. März 2003 (act. 5.5) erteilte die Vorinstanz die Bewilligung für den Umbau des Bettenhauses Ost I bis III sowie die befri s- tete Bewilligung für das viergeschossige Bettenhausprovisorium im Bereich des inventarisierten Parks. Es wurde verlangt, dass bis spätestens sechs Monate nach Bezug des Bettenhauses Ost I bis III das Provisorium entfernt und die ursprüngliche Gestaltung des Geländes wieder hergestellt werde. Die Bauarbeiten wurden im September 2013 abgeschlossen. Demnach hät- te das Bettenhausprovisorium im Frühling 2014 abgebrochen werden mü s- sen. Am 16. Juli 2013 ersuchte die Bauherrschaft indes um die mit vo rlie- gend angefochtenem Beschluss bewilligte Fristverlängerung für den Rüc k- bau des Provisoriums bis Mitte 2015, weil im Bettenhaus Ost III weit ere bauliche Massnahmen nötig geworden seien, unter anderem der Ersatz der Fenster, verbunden mit einer Asbestsanierung (asbesthaltige A nschlagkitte der Fenster). 3.1. Die Rekurrentin bringt zur Begründung des Rekurses zusammengefasst vor, das Bettenhausprovisorium stehe in der denkmalgeschützten Parka n- lage und in unmittelbarer Nähe der ebenfalls denkmalgeschützten Bette n- häuser Ost und West. Sie weist auf die hohe denkmalpflegerische Bede u- tung des Spitals und der Gartenanlage hin. Das Provisorium stelle einen schwerwiegenden Eingriff in die Schutzobjekte dar, weshalb die entspr e- chende Baubewilligung nur zweckgebunden und befristet erteilt worden sei. Ihre Recherchen hätten ergeben, dass die baulichen Anpassungen, mit welchen die Verlängerung des Provisoriums begründet werde, mehrheitlich bereits abgeschlossen s eien. Die noch anstehenden Bauarbeiten im Be t- tenhaus Ost III (Ersatz der Fenster, kleinere Elektroarbeiten, Anpassungen in den Sanitärzonen) könnten nach ihrer Schätzung in weniger als einem halben Jahr bis Ende April 2014 und nicht erst bis Ende 2014 erle digt wer- den. Eine Asbestsanierung sei gemäss Bauentscheid nicht vorgesehen. Deshalb sei es nicht gerechtfertigt, das Provisorium bis Mitte 2015 zu erhal- ten. Sie befürchte, dass daraus ein Dauerprovisorium werde. Gemäss § R1S.2013.05114 Seite 5 204 Abs. 1 PBG müsse bei Bauvorhabe n an Schutzobjekten eine Intere s- senabwägung erfolgen. Die Bewilligungsbehörde habe das ihr zukomme n- de Ermessen nicht gesetzeskonform ausgeübt und die kantonale Den kmal- pflege hätte das Projekt nicht genehmigt, wenn ihr bewusst gewesen wäre, dass die angeführten baulichen Anpassungen schon ausgeführt se ien. Das öffentliche Interesse am Schutz der Baute oder Anlage sei gegen das ebenfalls öffentliche Interesse an der Realisierung des Bauvorhabens a b- zuwägen. Es würden keine hinreichenden öffentlichen Interessen bestehen, welche die Fortdauer des schweren Eingriffs in die Schutzobjekte rechtfe r- tigten. Der Eingriff in das Erscheinungsbild der Gartenanlage und der g e- schützten Gebäude daure schon übermässig lange an. Bei der Int eressen- abwägung sei zu berücksichtigen , dass die Bauherrschaft bzw. die Spita l- leitung sowohl in der Vergangenheit als auch beim anstehenden Pr ojekt unverständliche und fragwürdige Planungsentscheide getroffen habe, die zu einer Verzögerung von drei bis vier Jahren geführt hätten. Schlies slich vermutet die Rekurrentin, dass das Bettenhausprovisorium auch noch für andere Zwecke, als sie in der Baubewilligung vorgesehen seien, genutzt werden soll. 3.2. Die Vorinstanz führt aus, die baulich umfangreichste Arbeit betreffe den E r- satz der Fenster, der wegen des asbesthaltigen Anschlagkittes mit einer Asbestsanierung unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen einhe rge- hen müsse. Es sei ihr ein grosses Anliegen, dass der Park nicht mit Ba uten überstellt werde und von solchen frei bleibe. Durch die bewil ligte Verlänge- rung des Bestandes des Provisoriums erfolge kein neuer materieller Eingriff in den inventarisierten Spitalpark. Im Vergleich zur bisherigen B estandes- dauer von rund 10 Jahren sei die Verlängerung um 15 Monate eher unte r- geordnet. Demgegenüber s eien die Ausführungen der Bauherrschaft zu den geplanten Arbeiten glaubhaft. Die Interessen des Denkmalschutzes würden die Interessen der Bauherrschaft an der Ausführung der Sani e- rungsarbeiten in Bettenhaus Ost III nicht überwiegen. 3.3. Die Baudirektion e rklärt, aufgrund der Erfahrungen aus dem Betrieb des in den Jahren 2004 -2007 totalsanierten Bettenhauses Ost III habe sich g e- zeigt, dass gewisse bauliche Anpassungen nötig seien. Mithin sei die S a- nierung der Bettenhäuser Ost I-III, für die das Bettenhausprovisorium bewil- R1S.2013.05114 Seite 6 ligt worden sei, noch nicht vollständig abgeschlossen. Im Zentrum stehe die Erneuerung der Fenster, auf deren Ersatz man bei der Totalsanierung aus Gründen des Denkmalschutzes habe verzichten müssen. Die sanierten Originalfenster hätten sich im Nachhinein als untauglich erwiesen; die mangelhaften und nicht mehr wetterdichten Fenster müssten dringend e r- setzt werden. Die Missstände hätten dazu geführt, dass die kantonale Denkmalpflege dem Ersatz der Fenster zugestimmt habe. Weitere Anpa s- sungen beträfen Wandschütze und Handläufe in den Korridoren, die H ö- hersetzung von Bettenleuchten und PUT ( Patienten-Universalterminals), Bodenanpassungen im Schwellenbereich der Nasszellen, Absturzsich erun- gen bei den Terrassen - und Balkonbrüstungen, die Nachrüstu ng von Z u- trittskontrollen zu den Stationszimmern und den Anschluss von Türen an die Brandfallsteuerung. Damit werde nachträglich derselbe Standard e r- reicht wie in den Bettenhäusern Ost I und II, die in den Jahren 2010 -2013 saniert worden seien und bei dene n die Anpassungen bereits in die Pl a- nung und Realisierung eingeflossen seien. Wegen der Asbestsanierung müssten die einzelnen Geschosse komplett geräumt und die Bauarbeiten zeitlich gestaffelt und geschossweise während des in den anderen G e- schossen laufenden Spitalbetriebs durchgeführt werden. Die Weiterführung des Spitalbetriebs in den übrigen Geschossen sei aus Kapazitätsgründen und aus erschliessungstechnischen Gründen (Erschliessung des Osttrakts IV) notwendig. Als Ersatz für die wegfallenden Betten in jeweils zwei der insgesamt sieben Geschosse werde das Bettenhausprovisorium weiterhin benötigt. Die Arbeiten seien in der zweiten Januarwoche 2014 aufgeno m- men worden und würden bis Ende 2014 abgeschlossen. In kürzerer Zeit sei das Vorhaben nicht ausführbar . Danach könne der Rückbau des Be tten- hauses bis Mitte 2015 erfolgen. Die gesundheitspolitischen Interessen an einem funktionierenden, den gesetzlichen Anforderungen und den Nu tzer- bedürfnissen entsprechenden Spitalbetrieb würden schwer wiegen. 3.4.1. In ihrer Replik macht die Rekurrentin erstmals geltend, das Bettenhauspr o- visorium stehe in der Freihaltezone. Folglich müsse die Standortgebu nden- heit nachgewiesen werden (Art. 24 des Raumplanungsgesetzes [RPG]). 3.4.2. Nach Auffassung der Baudirektion ist diese Rüge verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten sei. Die Rekursbegründung dürfe im Rahmen der Re plik R1S.2013.05114 Seite 7 nicht mehr erweitert werden. Dem ist zuzustimmen. Die Rekursfrist ist eine gesetzliche Verwirkungsfrist (§ 22 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRG]). Nach Fristablauf vorgenommene Prozesshandlungen entfalten grundsät z- lich keine Rechtswirkungen. Dies gilt auch für eine Erweiterung der R e- kursanträge oder eine Ergänzung der Rekursbegründung; hingegen sind neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel im Rahm en der U n- tersuchungspflicht gemäss § 7 Abs. 1 VRG zu berücksichtigen, soweit d a- durch der Streitgegenstand nicht erweitert wird (§ 20a Abs. 2 VRG; vgl. Alain Griffel, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 22 Rz. 13). Soweit die Rekurrentin in Ergänzung ihrer Rekursschrift die mangelnde Z o- nenkonformität bzw. hinsichtlich einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG (in Verbindung mit § 40 Abs. 1 PBG) die fehlende Standortgebunden- heit geltend machen will, erweist sich diese neue Rekursbegründung als verspätet, weshalb darauf nicht einzugehen ist. Ausserdem kann zwar die Rekurrentin nach § 338a Abs. 2 PBG Baubewilligungen für Bauten und A n- lagen ausserhalb der Bauzonen anfechten, sofern die Anfechtungsgrü nde einschlägig sind, also etwa die Vorausse tzungen von Art. 24 RPG betre f- fen. Vorliegend ist indes offensichtlich eine sogenannte innenliege nde Frei- haltezone gegeben, womit die angefochtene Baubewilligung nicht eine Baute ausserhalb der Bauzonen betrifft. Damit ist die Rekurrentin vo rlie- gend auf die Anfechtungsgründe, die sich aus dem III. Titel oder § 238 Abs. 2 PBG ergeben, beschränkt. Auch aus diesem Grund ist auf die fra gliche Rüge nicht weiter Bezug zu nehmen. 3.5.1. Der hohe Stellenwert der vorliegend betroffenen Schutzobjekte ist u n- bestritten und muss hier nicht weiter ausgeführt werden. Zu prüfen ist zu- nächst, inwiefern die Fristverlängerung für den Rückbau des Provisoriums zu einer weitergehenden Beeinträchtigung der Schutzobjekte führt und we l- ches Interesse an einer sofortigen Wiederherstel lung des ursprüngl ichen Zustandes besteht. Die Fristverlängerung hat einzig eine zeitliche Ausdehnung der bestehe n- den, örtlich begrenzten Beeinträchtigung des Spitalparks und des Ersche i- nungsbildes der unmittelbar benachbarten schützenswerten Gebäude zur Folge. Darüber hinaus erfolgen keine zusätzlichen Eingriffe, insbesondere nicht in die Substanz des Gartens, und wird die Wiederherstellung des u r- R1S.2013.05114 Seite 8 sprünglichen Zustandes nicht erschwert. Dem Argument der Rekurrentin, die Ausnahmebewilligung für das Provisori um sei in zeitlicher Hinsicht schon über die Gebühr beansprucht worden, ist zu entgegnen, dass nicht gegen den Bauentscheid vom 18. März 2003 verstossen und nun erstmalig um eine Verlängerung ersucht wurde. Schon deshalb kann dies der R e- kursgegnerschaft ni cht entgegengehalten werden. Das Gesagte bedeutet aber nicht, dass die lange Dauer des Bestehens bei der Gewichtung des öf- fentlichen Interesses an der Wiederherstellung des ursprünglichen Z ustan- des nicht auch berücksichtigt werden müsste. M it der zeitlich befristeten, reversiblen Beeinträchtigung der Schutzobjekte darf nicht gegen Sinn und Zweck der auf die Erhaltung von Schutzobjekten abzielenden heima t- schutzrechtlichen Vorschriften verstossen werden. Es besteht ein öffentl i- ches Interesse daran, dass der S chutzzweck grundsätzlich ohne zeitlichen Unterbruch erfüllt wird. Je länger das Bettenhausprovisorium besteht, desto mehr verlieren die Argumente der Befristung und der Reversibilität an G e- wicht bzw. desto schwerwiegender ist der Eingriff in die Schutzobje kte zu werten und desto bedeutender müssen die Interessen sein, die dies rech t- fertigen. Dem ist bei der Verlängerung der befristeten Baubewilligung d a- durch Rechnung zu tragen, dass bei der Interessenabwägung das Au s- mass des Eingriffs über die gesamte Besta ndesdauer beurteilt und den I n- teressen gegenübergestellt wird, mit denen der Eingriff über die Zeit b e- gründet wurde. Mit dieser Gesamtschau wird jede Verkettung von kurzzeitig befristeten Bewilligungen, die jeweils damit begründet würden, dass w egen der nur kurzen Dauer keine überwiegenden öffentlichen Interessen entg e- genstehen ("Salamitaktik"), nachhaltig verhindert. Das Bettenhausprovisorium besteht seit rund zehn Jahren. Damit aufsu m- miert ändert die einmalige Verlängerung um maximal ca. 15 Monate nichts Erhebliches an der Schwere des Eingriffs in die Schutzobjekte. Besondere Gründe, weshalb der ursprüngliche Zustand gerade jetzt wieder hergestellt werden muss, liegen nicht vor. 3.5.2. Den öffentlichen, denkmalpflegerischen Interessen sind die gewichtigen , ebenfalls öffentlichen Interessen der Bauherrschaft bzw. des Universität s- spitals an der verlängerten Nutzung des Bettenhausprovisoriums gege n- über zu stellen. Soweit die Rekurrentin Art und Umfang der im Bettenhaus Ost III geplanten baulichen Massnahmen b estreitet, kann auf die zutreffe n- den Ausführungen der Rekursgegnerschaft verwiesen werden. Zu beme r- R1S.2013.05114 Seite 9 ken ist, dass in den Projektplänen mit Rot (Neu) und Gelb (Abbruch) auch Veränderungen der inneren Raumaufteilung eingezeichnet sind, die offe n- sichtlich nich t Gegenstand der vorliegend angefochtenen Baubewilligung sind, sondern schon im Rahmen des abgeschlossenen Umbaus ausgeführt wurden. Die Gründe, weshalb insbesondere für den anstehenden Fensterau s- tausch, wofür wegen asbesthaltiger Bauteile Unterdruckzonen eingerichtet werden müssen, jeweils zwei Geschosse geräumt werden müssen, hat die Baudirektion plausibel dargelegt. Das gewählte, etappierte Bauprogramm und die notwendige Bauzeit sind sachlich begründet. Ausserdem ist der Bauherrschaft mit Blick auf die spitalspezifischen, betrieblichen Bedürfnisse eine gewisse planerische Freiheit einzuräumen. Da die Bauarbeiten b ereits im Januar 2014 aufgenommen wurden, erübrigt es sich im heutigen Zei t- punkt ohnehin, auf die von der Rekurrentin in Frage gestellte Baupl anung noch weiter einzugehen. Eine Beschleunigung der Arbeiten ist kaum mehr machbar und führte jedenfalls nicht zu einer wesentlich früheren Wiede r- herstellung des Parks. Die weitere Verwendung des Bettenhausprovisoriums ist für das Univers i- tätsspital von grossem Vorteil. Es ist vom Bettenhaus Ost aus direkt z u- gänglich und seine ursprüngliche Zweckbestimmung entspricht auch den aktuellen Bedürfnissen. Insofern drängt sich diese Lösung geradezu auf. Soweit ist festzuhalten, dass den gewichtigen öffentlichen Interessen an den baulichen Massnahmen im Bettenhaus Ost III, an einem reibungslosen Spitalbetrieb während der Bauzeit und an der weiteren Verwendung des schon vorhandenen Provisoriums für eine verhältnismässig kurze Zeit keine überwiegenden denkmalpflegerischen Interessen entgegenstehen. Der Umstand, dass das Bettenhausprovisorium schon seit dem Jahr 2004 besteht, führt nicht zu einer anderen Beurteilung, da es sich um eine ers t- malige Verlängerung für eine relativ kurze Zeit handelt, die zudem nach wie vor mit dem ursprünglichen Zweck des Provisoriums – Rochadefläche für die Sanierung der Bettenhäuser Ost I, II und III – begründet wird. Weil schon die teilweise Nutzung des Provisoriums das oben ausgeführte überwiegende Interesse begründet, ist im Weiteren unerheblich, ob wä h- rend der Bauarbeiten im Bettenhaus Ost III freie Kapazitäten im Bette n- hausprovisorium anderweitig genutzt werden. In denkmalpflegerischer Hi n- sicht hat dies offensichtlich keinerlei Auswirkungen. Zudem würde es ke i- R1S.2013.05114 Seite 10 nem Interesse dienen, d as Bettenhausprovisorium leer stehen zu lassen, soweit es nicht als Rochadefläche für das streitbetroffene Vorhaben dient. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Dispositivziffer II des angefochtenen Beschlusses das Provisorium zu entfernen i st, sobald es seinen Zweck erfüllt hat. Die bis spätestens 30. Juni 2015 angesetzte Frist darf somit nicht aus zweckwidrigen Gründen ausgeschöpft werden (vgl. d a- zu die nachfolgenden Ausführungen unter Ziffer 4.3.). 4.1. Mit ihrer Replik stellte d ie Rekurrentin den zusätzlichen Eventualantrag, es sei das Bettenhausprovisorium sofort nach Abschluss der Sanierungsarbe i- ten im Bettenhaus Ost III, spätestens aber bis am 30. Juni 2015, vollständig abzubrechen und es sei die ursprüngliche Gestaltung des S pitalparks wie- der vollständig herzustellen. Zur Begründung bringt sie vor, die Baud irekti- on scheine in ihrer Rekursantwort davon auszugehen, dass mit dem A b- bruch erst ab 1. Juli 2015 begonnen werden müsse. Dementsprechend füh- re die Baudirektion in ihrer Re kursantwort aus, das Universitätsspital ben ö- tige nach dem auf Ende 2014 geplanten Abschluss der Bauarbeiten noch ca. sechs Monate Zeit für den Umzug und die vollständige Räumung des Bettenhausprovisoriums (act. 24, Ziff. 24). 4.2. Die Baudirektion hält den neuen Eventualantrag für verspätet, weil Rekur s- antrag und Rekursbegründung nach Ablauf der Rekursfrist nicht erweitert werden könnten. In materieller Hinsicht entspreche der Eventualantrag praktisch vollumfänglich der Dispositivziffer II der angefochtenen Baubewil- ligung und sei darum obsolet. Die Terminierung der Umbauarbeiten lasse einen Abbruch des Bettenhausprovisoriums bis Mitte 2015 zu. 4.3. Der zusätzliche Eventualantrag ist verspätet. Zur Begründung wird auf obenstehende Ausführungen unter Ziffer 3. 4.2. verwiesen. Bemerkung s- weise ist anzufügen, dass die Rekurrentin nicht darlegt, inwiefern die fragl i- che Anordnung fehlerhaft sein soll, vielmehr ist sie selbst der Auffassung, der Wortlaut sei "klar und unmissverständlich". Wie die Rekurrentin au s- führt, muss die Baute, "sobald sie ihren Zweck erfüllt hat", spätestens aber bis 30. Juni 2015, beseitigt werden. Der Abbruch muss somit nach dem kla- R1S.2013.05114 Seite 11 ren Wortlaut von Dispositivziffer II des angefochtenen Beschlusses bis spä- testens 30. Juni 2015 abgeschlossen sei n. In erster Linie aber hängt der Zeitpunkt, bis zu dem der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden muss, davon ab, wie lange das Bettenhausprovisorium seinem Zweck als Rochadefläche für die baulichen Massnahmen im Bettenhaus Ost III dient. Sobald das Bettenhaus Ost III wieder voll bezogen ist, ist der Rückbau des Provisoriums an die Hand zu nehmen und die ursprüngliche Gestaltung des Parks wieder herzustellen. 5. Zusammengefasst ist der Rekurs abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 6. Dem Lauf der Rekursfrist und der Einreichung des Rekurses kommen g e- mäss § 25 Abs. 1 VRG aufschiebende Wirkung zu, wenn mit der angefoc h- tenen Anordnung nicht aus besonderen Gründen etwas anderes bestimmt wurde. Die Rekursinstanz kann eine gegenteil ige Verfügung treffen (§ 25 Abs. 2 VRG). Für Rekursverfahren betreffend die Erteilung von Baubewill i- gungen enthält § 339 PBG eine Spezialbestimmung über die aufschiebe n- de Wirkung. Die aufschiebende Wirkung eines Rechtsmittels soll verhi n- dern, dass der Stre itgegenstand während des Rechtsmittelverfahrens ve r- ändert oder zerstört und damit ein Zustand geschaffen wird, der das Wir k- samwerden des rechtskräftigen Rechtsmittelentscheids erschwert oder gar verunmöglicht. In gegen Baubewilligungen angehobenen Rekursve rfahren bildet daher die aufschiebende Wirkung des Rekurses im Umfang von § 339 Abs. 1 PBG die Regel. Ausnahmsweise kann die Rekursinstanz dem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung aus besonderen Gründen entzi e- hen. Wenn sich bei der Anfechtung von befrist eten Baubewilligungen das Rechtsmittelverfahren und die Befristung zeitlich überschneiden, wird der Streitgegenstand sowohl durch die aufschiebende Wirkung als auch durch deren Entzug präjudiziert. In solchen Fällen ist aufgrund einer umfassenden Interessenabwägung zu entscheiden, ob der Rekurs aufschiebende Wi r- kung entfalten soll. Dabei können auch die Prozessaussichten mit e rwogen werden, sofern sie klar zu Tage treten (vgl. Verfügung des Präs identen der Baurekurskommission I vom 30. April 2004 im Rekursv erfahren G. - R1S.2013.05114 Seite 12 Nrn. R1.2004.05061 und 05063 in BEZ 2004 Nr. 43; www.baurekursgericht-zh.ch). Da von der vorliegend angefochtenen Fristverlängerung nur noch während der kurzen Zeit von rund einem Jahr Gebrauch gemacht werden kann und eine vorgängige Beseitigun g des Bettenhausprovisoriums während der Dauer des Rechtsmittelverfahrens offensichtlich unverhältnismässig wäre und für die Bauherrschaft einen schweren Nachteil darstellen würde, recht- fertigt es sich, dem Lauf der Beschwerdefrist sowie einer allfälligen Be- schwerde gegen diesen Entscheid im Sinne von § 55 des Verwaltung s- rechtspflegegesetzes (VRG) die aufschiebende Wirkung vollumfänglich zu entziehen. Somit ist die Verlängerung der befristeten Bewilligung gemäss Dispositivziffer II der angefochtenen Baubewi lligung einstweilen rechtswirk- sam. [….]