06/07 40 Aufsicht. Art. 12 lit. a, Art. 14 BGFA. Art. 7 AnV. Die Berufspflichten des Anwaltes beziehen sich nicht auf sein Privatleb en. Art. 12 BGFA statuiert nur Berufsregeln. Vorkommnisse im Privatleben eines Anwaltes schliessen den Eintrag in das kantonale Anwaltsregister nur au s bzw. führen nur dann zur Löschung des Eintrages (Art. 9 BGFA), wenn eine str afrechtliche Verurteilung wegen Handlungen vorliegt, die mit dem Anwaltsberuf nicht zu vereinbaren sind (Art. 8 Abs. 1 lit. b BGFA) oder wenn gegen ei nen Anwalt Verlustscheine bestehen (Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA). Der angezeigt e Rechtsanwalt war im straf- rechtlichen Verfahren vor Landgericht Uri nicht als Parteivertreter involviert. Er war selbst Partei des Verfahrens und als solche per sönlich betroffen. Das be- anstandete Schreiben verfasste der Angezeigte als A ntwort auf den an der Verhandlung durch den Anzeiger erhobenen Vorwurf. D abei handelte er auf- grund seiner Parteistellung als Privatperson und ni cht als Rechtsanwalt. Daran ändert nichts, dass der Angezeigte für das Schreibe n Anwaltsbriefpapier ver- wendet hatte. Ein Anwalt handelt nur dann als Recht sanwalt im prozessualen Sinne, wenn er für einen Klienten oder eine Klienti n tätig wird. Die Benutzung bestimmten Briefpapiers ist dabei sekundär. Da der Angezeigte das Schreiben als Privatperson verfasste, sind die Berufsregeln d es Art. 12 BGFA im vorlie- genden Fall unbeachtlich. Der Aufsichtsbeschwerde i st demnach keine weitere Folge zu geben. Obergericht, 05. Oktober 2007, OG AK 07 14