A bteilung V E -2159/2007 hub/let {T 0/2} U rteil vom 31. Juli 2007 M itw irkung: R ichter H uber, R ichterin Teuscher, R ichter M onnet G erichtsschreiberin Lettau A ._______, geboren _______, R epublik Serbien, B ._______, Ehefrau, geboren _______, Polen, und die Kinder C ._______, geboren _______, Polen, D ._______, geboren _______, Polen, E._______ geboren _______, Polen, F._______, geboren _______, Polen, G ._______, geboren _______, Polen, alle vertreten durch D avid Ventura, ES-BAS Beratungsstelle für Asylsuchende R egion Basel, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 15. M ärz 2007 i. S. N ichteintreten auf A syl und W egw eisung N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschw erdeführer die R epublik Serbien am 12. Februar 2007 und reisten am 14. Februar 2007 in die Schw eiz ein, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchten. D ie Kurzbefragungen im Em pfangs- und Ver- fahrenszentrum H ._______ erfolgten am 20. Februar 2002, die direkten Bundesan- hörungen am 7. M ärz 2007. Auf eine Statusanfrage in D eutschland vom 20. Februar 2002 antw ortete die zu- ständige deutsche Behörde m it Schreiben vom 21. Februar 2007, dass die Be- schw erdeführer zw ar beim Ausländeram t in I._______ gem eldet w aren, in D eutschland aber keinen Asylantrag gestellt hätten. D er Beschw erdeführer habe seit dem 10. Juli 2000 eine unbefristete Ausw eisung, die Beschw erdeführerin sei m it den Kindern am 27. April 2002 ausgereist. W eitere Anfragen bei den deut- schen Behörden vom 8. und 9. M ärz 2007 ergaben, dass die Beschw erdeführerin und die Kinder die polnische Staatsangehörigkeit besitzen. D er Beschw erdeführer sei nach seiner Ausw eisung im Jahr 2000 erst geduldet und anschliessend unbe- kannten Aufenthaltes gew esen. Er habe vom 21. Februar 2005 bis zu seiner Ab- schiebung nach Serbien am 21. Juni 2006 eine H aftstrafe w egen gem einrechtli- cher D elikte verbüsst. Am 13. M ärz 2007 erhielten die Beschw erdeführer zu den Abklärungsresultaten das rechtliche G ehör. B. Im R ahm en der Befragungen m achten die Beschw erdeführer folgenden Sachver- halt geltend: Sie seien w egen der ethnischen Angehörigkeit des Beschw erdefüh- rers als R om a diskrim iniert w orden. D er Beschw erdeführer stam m e aus J._______ (Vojvodina), die Beschw erdeführerin sei polnische Staatsangehörige. D ie Be- schw erdeführer hätten seit ihrer H eirat im Jahr 1992 in J._______ gelebt. D ie Be- schw erdeführerin sei nach der H eirat w egen der Ethnie des Beschw erdeführers von ihrer Fam ilie verstossen w orden. D ie Fam ilie sei an ihrem W ohnsitz in der Voj- vodina von der serbischen Bevölkerung fortw ährend diskrim iniert w orden. Im Jahre 1995 sei die Fam ilie nach D eutschland ausgereist und habe dort ein vorläufiges Bleiberecht erhalten. N ach deren Ablauf im Jahre 2002 habe sich die Beschw erde- führerin m it den Kindern zw ar nach Polen begeben, sei dann aber nach Serbien w eitergereist, da ihre Eltern sie w eggeschickt hätten. D er Beschw erdeführer habe in D eutschland eine Freiheitsstrafe verbüssen m üssen und sei anschliessend im Juni 2006 nach Serbien in seinen H eim atort zurückgekehrt. D ort sei die Fam ilie - w ie bereits in den Jahren 1992 bis 1995 - von der serbischen Bevölkerung w egen der Ethnie des Beschw erdeführers diskrim iniert w orden. D ie Fam ilie sei be- schim pft und bedroht w orden sow ie gew alttätigen Ü bergriffen ausgesetzt gew e- sen. Auch die Kinder seien in der Schule regelm ässig beschim pft und geschlagen w orden. Im Juni 2006 sei der Beschw erdeführer von vier ortsansässigen M ännern um G eld erpresst und zusam m engeschlagen w orden. Er habe einen M onat lang stationär behandelt w erden m üssen. D ie Anzeige des Beschw erdeführers bei der örtlichen Polizei und das N ennen von drei Vornam en der vier Täter sei ergebnislos verlaufen. N ach der Anzeige sei er w eiterhin und sogar noch stärkeren D rohungen 3 der Täter ausgesetzt gew esen. D er Beschw erdeführer habe nochm als die Polizei aufgesucht, die w ieder nicht reagiert habe. Etw a einen M onat vor der Ausreise sei er von den Tätern erneut angegriffen w orden. Sie hätten ihm m it dem Tod gedroht für den Fall, dass er ihnen nicht innerhalb von zw ei M onaten 5000 Euro gebe. Aus Angst hätten die Beschw erdeführer schliesslich Serbien verlassen. D ie Beschw erdeführerin beruft sich im W esentlichen auf die von ihrem Ehem ann vorgetragenen Asylvorbringen. Ergänzend m acht sie geltend, ihr Sohn E._______ leide an W achstum sstörungen und bedürfe einer H orm ontherapie, zu w elcher ihnen die finanziellen M ittel fehlten. C . M it Verfügung vom 15. M ärz 2007 - gleichentags eröffnet - trat das BFM unter An- w endung von Art. 34 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf die Asylgesuche der Beschw erdeführer nicht ein und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. Für den Inhalt der Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D . D ie Beschw erdeführer erhoben durch ihren R echtsvertreter m it Eingabe vom 22. M ärz 2007 gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsgericht Beschw er- de und beantragten, die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben, diese anzuw eisen, auf die Asylgesuche der Beschw erdeführer einzutreten, die Flüchtlingseigenschaft pflichtgem äss zu prüfen und eine neue Verfügung zu erlassen sow ie im Sinne ei- ner vorsorglichen M assnahm e die Vollzugsbehörden anzuw eisen, die Kontaktauf- nahm e m it dem H eim at- oder H erkunftsstaat des Beschw erdeführers sow ie jede W eitergabe von D aten an denselben bis zum Endentscheid über diese Beschw er- de zu unterlassen. Ferner ersuchten sie, vor einer allfälligen Ablehnung der Be- schw erde die Vorinstanz anzuw eisen, eine eventuell bereits erfolgte D atenw eiter- gabe an den H eim atstaat des Beschw erdeführers offenzulegen und diesem dazu im H inblick auf subjektive N achfluchtgründe das rechtliche G ehör zu gew ähren. In prozessualer H insicht ersuchten sie um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D er Beschw erde lag eine Kostennote des R echtsvertre- ters vom 22. M ärz 2007 bei. Auf die Begründung der Beschw erdebegehren w ird - sow eit für das U rteil von Be- lang - in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. E. M it Zw ischenverfügung vom 27. M ärz 2007 stellte der Instruktionsrichter des Bun- desverw altungsgerichts die Berechtigung der Beschw erdeführer zum Aufenthalt in der Schw eiz bis zum Abschluss des Verfahrens fest. Im W eiteren hiess er das G e- such um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete antrags- gem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G leichzeitig hielt er fest, es bestehe keine Veranlassung, vorsorgliche M assnahm en zur U nterbindung der Kontaktaufnahm e und Bekanntgabe von Personendaten an den H eim at- oder H er-4 kunftsstaat des Beschw erdeführers durch die Vorinstanz zu treffen beziehungsw ei- se von der Vorinstanz die O ffenlegung einer eventuell bereits erfolgten D atenw ei- tergabe zu verlangen. F. D ie Vorinstanz äusserte sich nach Aufforderung des Bundesverw altungsgerichtes vom 3. April 2007 in ihrer Vernehm lassung vom 13. April 2007 zur Anw endbarkeit des Art. 34 AsylG auf die vorliegende Fallkonstellation und beantragte die Abw ei- sung der Beschw erde. G . In ihrer R eplik vom 15. M ai 2007 (Poststem pel) nahm en die Beschw erdeführer zur Vernehm lassung des BFM Stellung. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsge- richt entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht kann die Verletzung von Bun- desrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. Bei der Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide des BFM beschränkt sich die Beschw erdeinstanz nach konstanter R echtsprechung der vor- m als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K), w elche vorlie- gend auch für das Bundesverw altungsgericht G eltung hat, auf die Ü berprüfung der Frage, ob die Vorinstanz zur R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. D ie Beurteilungskom petenz des Bundesverw altungsgerichts ist som it darauf be- schränkt, im Falle der Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfü- gung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück- gehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asyl-5 rekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.). Lediglich hinsichtlich der verfügten W egw eisung und deren Vollzug hat das Bundesverw altungsgericht volle Kognition, w eil diese Punkte vom BFM bereits m ateriell geprüft w urden. 4. 4.1 D ie Vorinstanz stellt in ihrer Verfügung auf Polen als verfolgungssicheren Staat ab. H insichtlich der Situation in Polen bestehe aufgrund der stabilen D em okratie und der R echtsstaatlichkeit, der M itgliedschaft in der EU und im Europarat die gesetzli- che R egelverm utung, dass keine Verfolgung stattfinde und Schutz gew ährleistet sei. M it Beschluss des Bundesrates vom 25. Juni 2003 sei Polen auch in die Liste der „Safe C ountries“ im Sinne des Art. 34 AsylG aufgenom m en w orden. D ie Be- schw erdeführer w ürden für ihren H eim atstaat Polen keine Verfolgungssituation geltend m achen. Zw ar sei der Beschw erdeführer serbischer Staatsangehöriger. D a aber Ehefrau und Kinder polnische Staatsangehörige seien, sei er ebenfalls zum W ohnsitz in Polen berechtigt, w esw egen es sich erübrige, auf die hinsichtlich Ser- bien vorgebrachten Asylgründe einzugehen. D iese w ürden im W esentlichen für ei- nen Zeitraum dargelegt, als sich der Beschw erdeführer in D eutschland aufgehalten habe, w eshalb sie schon desw egen nicht zutreffen könnten. Es seien keine H in- w eise vorhanden, w elche die w iderlegbare Verm utung des Art. 34 AsylG um stos- sen könnten. H insichtlich der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges hält das BFM fest, der Beschw erdeführer habe beispielsw eise aus Art. 8 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) einen Anspruch auf Aufenthalt in Polen. Zudem verm ute das BFM , die Beschw erdeführerin habe sich nach ihrer Ausreise aus D eutschland in Polen und nicht in Serbien aufgehalten. D er U m stand, dass die Beschw erdeführe- rin keine R eisepapiere eingereicht habe, bestätige die Verm utung. M öglicherw eise könnten diese R ückschlüsse auf den Aufenthalt in Polen erlauben. Es bleibe anzu- fügen, dass die W achstum sstörungen des Sohnes auch in Polen behandelt w er- den könnten. 4.2 In tatsächlicher H insicht w ird in der Beschw erde festgehalten, die Beschw erdefüh- rerin sei m it den Kindern im April 2002 nach Polen ausgereist und dort bis Juni 2006 geblieben. Erst nach der H aftentlassung im Juni 2006 seien sie zur W ieder- vereinigung der Fam ilie nach Serbien gereist. In rechtlicher H insicht bringen sie vor, die Vorinstanz sei auf die Asylgesuche zu U nrecht nicht eingetreten. D as BFM habe seinen Entscheid fälschlicherw eise auf das H erkunftsland der Beschw erde- führerin - Polen - abgestützt und festgestellt, die Beschw erdeführer hätten für Po- len keine Verfolgungssituation vorgebracht. D as BFM bezeichne Polen als gem ein- sam en H eim atstaat der Beschw erdeführer und verzichte auf eine Prüfung der vor- gebrachten Asylgründe zu Serbien. Tatsächlich habe die Fam ilie nie gem einsam in Polen gelebt, und der Beschw erdeführer dürfte gem äss beim polnischen Konsulat in Bern eingeholten Auskünften w egen seiner fehlenden finanziellen M ittel nicht die M öglichkeit haben, in Polen eine Aufenthaltsgenehm igung zu erhalten. H inzu kom m e, dass die Beschw erdeführer in Polen nicht m it U nterstützung ihrer Angehö- rigen rechnen könnten. D ie Vorinstanz habe durch ihren pauschalen Verw eis auf Art. 8 EM R K und w egen der fehlenden Abklärung des rechterheblichen Sachver- haltes in Bezug auf die M öglichkeit einer gem einsam en W ohnsitznahm e in Polen 6 auch ihre U ntersuchungspflicht verletzt. Zudem sei das BFM vorliegend seiner völ- kerrechtlichen Verpflichtung nicht nachgekom m en, im R ahm en des N ichteintreten- statbestandes bei H inw eisen auf eine Verfolgung die Flüchtlingseigenschaft abzu- klären. U nd im W egw eisungspunkt sei zu kritisieren, dass die Vorinstanz eine Prü- fung individueller Zum utbarkeitsaspekte des W egw eisungsvollzuges gänzlich un- terlassen habe. Auch deshalb sei die Verfügung des BFM zu kassieren. 4.3 In der Vernehm lassung vom 13. April 2007 bezw eifelt die Vorinstanz, dass sich die Beschw erdeführer im Juni 2006 nach Serbien begeben hätten. Vielm ehr sei zu verm uten, dass die Fam ilie direkt aus Polen eingereist sei. Schliesslich hätten die Beschw erdeführer in der Beschw erde zugegeben, dass die Beschw erdeführerin 2002 m it den Kindern nach Polen ausgereist sei. Zudem sei es der Beschw erde- führerin entgegen ihren Äusserungen anscheinend m öglich gew esen, seit 2002 in Polen zu leben. O ffenbar sei die Fam ilie entw eder durch eigene M ittel oder m ittels U nterstützung durch ihre Verw andtschaft oder den Staat in der Lage gew esen, ihre Existenz zu sichern. Im Ü brigen sei Art. 34 AsylG korrekt angew andt w orden. D ie Ehefrau und Kinder seien polnische Staatsangehörige und hätten seit 2002 bis Juni 2006 beziehungsw eise verm utlich bis zur Ausreise in Polen gelebt. D ie Argu- m entation, der Beschw erdeführer w ürde keine Aufenthaltsbew illigung in Polen er- halten, sei abw egig. Aus Art. 8 EM R K leite sich eine Berechtigung zum Aufenthalt des Beschw erdeführers in Polen ab. D as BFM betont, es habe auch im Interesse der Kinder ein schnelles erstinstanzliches Verfahren durchgeführt, dam it diese in ihrem H eim at- und H erkunftsland Polen nicht zu viel U nterrichtsstoff verpassten. 4.4 In der R eplik behaupten die Beschw erdeführer, ein M issverständnis m it dem R echtsvertreter habe zu der falschen Angabe in der Beschw erdeschrift geführt, w onach die Beschw erdeführerin und die Kinder erst im Jahre 2006 von Polen nach Serbien gereist seien. Tatsächlich sei die Beschw erdeführerin m it den Kindern, da sie 2002 von den Eltern der Beschw erdeführerin nicht geduldet w orden seien, be- reits nach kurzer Zeit nach Serbien w eitergereist. D ort habe das m ittlerw eile ver- kaufte H aus des Schw iegervaters als U nterkunft zur Verfügung gestanden, und es sei ihnen von Verw andten U nterstützung gew ährt w orden. Es w erde auf ihre kor- rekten Angaben in den ergänzenden Befragungen zu verw eisen. Im Jahre 2006 sei es zur W iedervereinigung der Fam ilie gekom m en, die gem einsam e Ausreise sei aus Serbien und nicht aus Polen erfolgte. 5. D as Bundesverw altungsgericht ist der Auffassung, dass vorliegend der Tatbestand des Art. 34 AsylG nicht erfüllt ist. N ach Art. 34 Abs. 2 AsylG w ird auf Asylgesuche oder auf Beschw erden von Asyl- suchenden aus verfolgungssicheren Staaten nicht eingetreten, ausser es gebe H inw eise auf eine Verfolgung, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw eisen be- ziehungsw eise bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar sind (vgl. EM AR K 1993 N r. 16 S. 102 ff.). 5.1 D er Beschw erdeführer ist kein Asylsuchender beziehungsw eise Beschw erdeführer aus einem verfolgungssicheren Staat, da er nicht aus dem verfolgungssicheren Polen kom m t, sondern sein H eim at- und H erkunftsland Serbien ist. D ie Prüfung, ob "H inw eise auf eine Verfolgung" vorliegen, bezieht sich im R ahm en des Art. 34 7 AsylG auf die Situation im H erkunftsstaat (vgl. EM AR K 2004 N r. 5). D er Beschw er- deführer m acht eine Verfolgung in seinem nicht verfolgungssicheren H erkunfts- staat Serbien geltend, nicht hinsichtlich des H eim atlandes der Beschw erdeführe- rin. D ie Vorinstanz bezw eifelt zw ar die Einreise der Beschw erdeführerin und der Kinder aus Serbien, aber nicht, dass der serbische Beschw erdeführer, auf dessen Asylgründe sich die Beschw erdeführerin beruft, aus Serbien eingereist ist. D ass die Vorinstanz auf Polen als H eim atland des Beschw erdeführers abstellt und fest- stellt, für Polen w ürden keine Verfolgungsvorbringen vorliegen, verfängt som it nicht. Auf den "potenziellen" H eim atstaat der Beschw erdeführerin, die sich auf die Asyl- gründe ihres serbischen Ehem annes beruft, konnte die Vorinstanz im R ahm en des N ichteintretens nach Art. 34 AsylG nicht abstellen. D ie geltend gem achten Ü ber- griffe und Todesdrohungen durch private D ritte durften nicht im R ahm en eines Schnellverfahrens als offensichtlich haltlos qualifiziert w erden; sie hätten einer m a- teriellen Beurteilung unterzogen w erden m üssen, w obei diese nur im ordentlichen Verfahren erfolgen kann (vgl. EM AR K 1993 N r. 16 E. 6 S. 10). Im R ahm en des Art. 52 AsylG w äre auch eine Prüfung des Aufenthaltsrechtes des Beschw erdefüh- rers in Polen als H eim atland seiner Kernfam ilie anzeigt, besitzt er doch als Ehe- m ann einer polnischen Staatsangehörigen aus Art. 8 EM R K beziehungsw eise aus dem innerstaatlichen polnischen R echt einen Anspruch auf eine Aufenthaltserlaub- nis in Polen. D agegen verm ag die Argum entation in der Beschw erde, der Be- schw erdeführer w ürde w egen seiner fehlenden finanziellen M ittel und der Vorstra- fe in D eutschland in Polen keinen Aufenthaltstitel erhalten, prim a facie nicht zu überzeugen. 5.2 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM zu U nrecht einen N ichteintretens- entscheid gestützt auf Art. 34 Abs. 2 AsylG erlassen und dam it Bundesrecht ver- letzt hat (vgl. Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist som it gutzuheissen, und die Sa- che ist zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. D a die Beschw erde gutgeheissen und die Verfügung vollständig aufgehoben w ird, erübrigt es sich, auf die R üge der Beschw erdeseite, die Begründungspflicht durch das BFM sei w egen fehlender Prüfung der individuellen Zum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzuges verletzt w orden, einzugehen. Im Ü brigen ist der Eventualantrag auf O ffenlegung einer eventuell bereits erfolgten D atenw eitergabe an den H eim at- staat des Beschw erdeführers bei allfälliger Ablehnung der Beschw erde bereits w e- gen G utheissung derselben als gegenstandslos zu betrachten. 6. 6.1 D en Beschw erdeführern sind bei diesem Ausgang des Verfahrens gestützt auf Art. 63 Abs. 1 Vw VG keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 6.2 D en Beschw erdeführen ist angesichts des O bsiegens im Beschw erdeverfahren in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG eine Parteientschädigung für die ihnen er- w achsenen notw endigen Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7 des R egle- m ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D er R echtsvertreter hat in sei- ner m it der Beschw erde eingereichten Kostennote vom 22. M ärz 2007 einen Auf-8 w and von Fr. 185.-- beziffert. W eitere Aufw endungen dürften nicht entstanden sein, und jedenfalls ist die Stellungnahm e zur Vernehm lassung der Vorinstanz von den Beschw erdeführern selber verfasst w orden ist. D as BFM ist anzuw eisen, den Beschw erdeführern als Entschädigung für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht einen Betrag von Fr. 185.-- auszurichten (Art. 64 Abs. 2 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. D ie Verfügung des BFM vom 15. M ärz 2007 w ird aufgehoben. 2. D ie Sache w ird zur N eubeurteilung an das BFM zurückgew iesen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat den Beschw erdeführern eine Parteientschädigung von Fr. 185.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer (eingeschrieben; 2 Exem plare) - die Vorinstanz (R ef.-N r. N _______; m it deren Akten zur W eiterführung der Verfahrens; Kopie zu den Akten) - den _______ ad _______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: Bruno H uber M areile Lettau Versand am :