<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00529</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223914&amp;W10_KEY=13045531&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00529</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.03.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines Nordmazedoniers zufolge Scheinehe.] Der Beschwerdegegner durfte in antizipierter Beweiswürdigung auf die Befragung der vom Beschwerdeführer angebotenen Zeugen verzichten (E. 2). Der Beschwerdeführer hat aufgrund der Ehe mit seiner bulgarischen Ehefrau grundsätzlich einen aus dem FZA abgeleiteten Aufenthaltsanspruch. Dieser steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs, worunter unter anderem die Scheinehe fällt (E. 3). Die Indizienlage lässt einzig den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer die Ehe allein aus ausländerrechtlichen Motiven einging (E. 4). Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung erweist sich als verhältnismässig (E. 5). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. 2 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65417" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00529</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. MÃ¤rz 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A ist ein im Jahr 1983 geborener StaatsangehÃ¶riger Nordmazedoniens. Am 7. Oktober 2016 heiratete er in â¦, Bulgarien, die 1984 geborene bulgarische StaatsangehÃ¶rige C. A reiste am 14. Januar 2017 und C am 30. MÃ¤rz 2017 in die Schweiz ein. Am 7. April 2017 erteilte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich beiden eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, fÃ¼r A im Familiennachzug und mit GÃ¼ltigkeit bis am 13. Januar 2022.</p> <p class="Sachverhalt2">Am 12. November 2021 ersuchte A um VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung und gab an, weiterhin verheiratet zu sein und mit seiner Ehefrau in einem gemeinsamen Haushalt zusammenzuwohnen. In der Folge fragte das Migrationsamt bei der Wohngemeinde von A auch das VerlÃ¤ngerungsgesuch seiner Ehefrau C an. Die Wohngemeinde teilte dem Migrationsamt mit Schreiben vom 28. Februar 2022 mit, dass C trotz entsprechender Aufforderung bislang nicht bei der Gemeinde vorbeigekommen sei und A stattdessen am Schalter angegeben habe, seine Ehefrau sei vor einiger Zeit nach Bulgarien gereist und wolle nicht mehr in die Schweiz zurÃ¼ckkehren. Eine schriftliche Anfrage des Migrationsamts vom 2. MÃ¤rz 2022 beantwortete A sodann damit, dass er seit dem 13. November 2021 von seiner Ehefrau getrennt leben wÃ¼rde, da sie aus ihrem Urlaub in der Heimat nicht zurÃ¼ckgekommen sei. </p> <p class="Sachverhalt2">Weitere AbklÃ¤rungen des Migrationsamts beim kantonalen Steueramt und der Sozialversicherungsanstalt ergaben, dass C nur vom 1. bis am 30. April 2017 als Arbeitnehmerin gemeldet war. Ausserdem fÃ¼hrte die Kantonspolizei ZÃ¼rich im Auftrag des Migrationsamts am 26. Juni 2022 eine Wohnungskontrolle sowie eine Befragung von A durch und erstattete hierÃ¼ber Bericht.</p> <p class="Sachverhalt2">GestÃ¼tzt auf diesen Sachverhalt lehnte das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 8. Juni 2023 das Gesuch von A um VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wegen Vorliegen einer Scheinehe ab und wies ihn aus der Schweiz weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion wies ein am 10. Juli 2023 hiergegen erhobenes Rechtsmittel mit Rekursentscheid vom 10. August 2023 ab und setzte A eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 12. September 2023 an das Verwaltungsgericht beantragte A, der Entscheid der Sicherheitsdirektion sei unter EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und ihm sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern; in prozessualer Hinsicht ersuchte A um die Erteilung der aufschiebenden Wirkung oder eine Anordnung an das Migrationsamt, fÃ¼r die Dauer des Verfahrens von Vollzugshandlungen abzusehen. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. September 2023 wurde festgehalten, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 18. September 2023 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2023 reichte der BeschwerdefÃ¼hrer einen neuen Arbeitsvertrag ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt zunÃ¤chst in formeller Hinsicht eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r. So habe die Vorinstanz zu Unrecht den Entscheid des Beschwerdegegners geschÃ¼tzt, in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung auf die Befragung der von ihm (dem BeschwerdefÃ¼hrer) bezeichneten Referenzen zur AuthentizitÃ¤t der Ehebeziehung zu verzichten. Die Argumente des Beschwerdegegners fÃ¼r eine Scheinehe seien vage und es sei deshalb umso wichtiger, sÃ¤mtliche verfÃ¼gbaren Informationen zusammenzutragen. Die AuthentizitÃ¤t des Ehewillens sei eine innere Tatsache, weshalb die von aussen sichtbaren Fakten nur den Charakter von Indizien haben kÃ¶nnen. Es mÃ¼sse dem BeschwerdefÃ¼hrer entsprechend gestattet werden, diejenigen Beweismittel, die fÃ¼r ihn sprechen kÃ¶nnen, effektiv auch im Verfahren einzubringen.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) ist formeller Natur. Seine Verletzung fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Zum Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gehÃ¶rt, dass die BehÃ¶rde alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien wÃ¼rdigt und die ihr angebotenen Beweise abnimmt, wenn diese zur AbklÃ¤rung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Umgekehrt folgt daraus, dass keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs vorliegt, wenn eine BehÃ¶rde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie aufgrund der bereits abgenommenen Beweise ihre Ãberzeugung gebildet hat und ohne WillkÃ¼r in vorweggenommener (antizipierter) BeweiswÃ¼rdigung annehmen kann, dass ihre Ãberzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3, 136 I 229 E. 5.3 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>In der Stellungnahme vom 12. September 2022 zur angedrohten NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung liess der BeschwerdefÃ¼hrer sinngemÃ¤ss beantragen, es seien D aus Winterthur, E aus Oberwinterthur, F aus Schaffhausen und G aus Winterthur anzuhÃ¶ren, da diese bestÃ¤tigen kÃ¶nnten, dass er und seine Ehefrau "ein wirkliches Paar bildeten und auch entsprechend in der Ãffentlichkeit auftraten". Zu den genannten Personen wurde je eine Handynummer angegeben. Der Beschwerdegegner verzichtete in der streitbetroffenen VerfÃ¼gung darauf, zu diesem Beweisantrag AusfÃ¼hrungen zu machen. Die Vorinstanz stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Standpunkt, der Beschwerdegegner habe in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung auf die Einholung der angebotenen Referenzen verzichten dÃ¼rfen, da sich aus den Akten, den Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers und der polizeilichen Befragung bereits genÃ¼gend Anhaltspunkte fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe ergeben wÃ¼rden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Dem ist beizupflichten. WÃ¤hrend ohnehin die Tauglichkeit des angebotenen Beweismittels vor dem Hintergrund der spÃ¤rlichen Bezeichnung der zu befragenden Personen (bei drei Personen keine Nachnamen, bei allen Personen keine Adressen) fraglich ist, hat der BeschwerdefÃ¼hrer auch keine AusfÃ¼hrungen dazu gemacht, wer diese Personen sind, woher sie ihn und seine Ehefrau kennen wÃ¼rden und weshalb sie in der Lage sein sollten, Aussagen zur AuthentizitÃ¤t ihrer Ehe zu tÃ¤tigen. Zudem sind Aussagen von Drittpersonen naturgemÃ¤ss nur beschrÃ¤nkt geeignet, das Vorliegen von inneren Tatsachen, wie die Existenz eines authentischen Ehewillens (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a), zu beweisen. BerÃ¼cksichtigt man dies sowie die â wie nachfolgend zu zeigen sein wird â klare Aktenlage, so hat die Vorinstanz das rechtliche GehÃ¶r des BeschwerdefÃ¼hrers nicht verletzt, indem sie die antizipierte BeweiswÃ¼rdigung des Beschwerdegegners geschÃ¼tzt hat.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur so weit, als das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur noch formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1).</p> <p class="Urteilstext">Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch steht somit unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Darunter fÃ¤llt auch die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 16. MÃ¤rz 2022, 2C_924/2021, E. 4.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2). Da bei Berufung auf eine Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP, SR 142.203) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 3.1, 139 II 393 E. 2.1; BGr, 16. MÃ¤rz 2022, 2C_924/2021, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref160539175"><b>3.2 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a; BGr, 29. September 2023, 2C_482/2022, E. 4.1). Dabei liegt es in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter erhÃ¤rten (vgl. BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.3, und 14. November 2019, 2C_613/2019, E. 3.6.3). Eine Scheinehe kann ausserdem auch vorliegen, wenn ein anfÃ¤nglich bestehender Ehewille im Lauf der Zeit erloschen ist, aber die Ehegatten in rechtsmissbrÃ¤uchlicher Weise allein zur Umgehung der auslÃ¤nderrechtlichen Vorschriften noch am formellen Bestand der Ehe festhalten (BGE 130 II 113 E. 4.2, 128 II 145 E. 2 und E. 3).</a> </p> <p class="Urteilstext">Eine AuslÃ¤nderrechtsehe liegt umgekehrt nicht bereits dann vor, wenn auch auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss entscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (vgl. BGE 121 II 97 E. 3b mit Hinweisen; BGr, 29. September 2023, 2C_482/2022, E. 4.4 â 17. November 2022, 2C_491/2022, E. 2.3 â 24. Februar 2022, 2C_889/2021, E. 4.1.2). Verlangt ist eine Realbeziehung, die minimale Kenntnisse Ã¼ber wesentliche LebensumstÃ¤nde des Partners bzw. der Partnerin und ein gewisses solidarisches, nicht allein auf GleichgÃ¼ltigkeit beruhendes Verhalten voraussetzt (BGr, 29. September 2023, 2C_482/2022, E. 4.4 mit zahlreichen Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GrundsÃ¤tzlich ist es Sache der MigrationsbehÃ¶rden, die Scheinehe nachzuweisen. Dass eine Scheinehe vorliegt, darf nicht leichthin angenommen werden. DiesbezÃ¼gliche Indizien mÃ¼ssen klar und konkret sein (BGE 135 II 1 E. 4.2, 128 II 145 E. 2.2; BGr, 29. September 2023, 2C_482/2022, E. 4.5 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz wird aber durch die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen relativiert (vgl. Art. 90 AIG). Diese kommt insbesondere bei Tatsachen zum Tragen, die eine Partei besser kennt als die BehÃ¶rden und die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder nicht mit vernÃ¼nftigem Aufwand erhoben werden kÃ¶nnen. Insbesondere wenn bereits gewichtige Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe sprechen, wird von den Ehegatten erwartet, dass sie von sich aus substanziiert UmstÃ¤nde vorbringen, die den echten Ehewillen glaubhaft machen (BGr, 24. Februar 2022, 2C_889/2021, E. 4.2, und 25. August 2021, 2C_170/2021, E. 4.2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Vorinstanz bejahte eine Scheinehe. HierfÃ¼r sprÃ¤chen insbesondere:</p> <p class="Urteilstext">â der Umstand, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehegattin nicht gemeinsam in die Schweiz eingereist seien;</p> <p class="Urteilstext">â der Umstand, dass die Ehegattin des BeschwerdefÃ¼hrers ihrem Einreisegesuch zwar einen Arbeitsvertrag zwischen ihr und der H GmbH beigelegt habe, jedoch dort gemÃ¤ss Auskunft von SVA und kantonalem Steueramt nur einen Monat (1. bis 30. April 2017) gearbeitet habe, es sich bei der H GmbH auch um die spÃ¤tere Arbeitgeberin des BeschwerdefÃ¼hrers sowie um die Vermieterin der gemeinsamen Wohnung gehandelt habe, womit es sich beim eingereichten Arbeitsvertrag um einen Scheinarbeitsvertrag gehandelt haben dÃ¼rfte und zielgerichtetes Vorgehen aller Beteiligten anzunehmen sei;</p> <p class="Urteilstext">â der Umstand, dass es dem BeschwerdefÃ¼hrer als DrittstaatsangehÃ¶rigem und nicht qualifizierter Arbeitskraft ohne Ehe mit einer in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Person nicht mÃ¶glich gewesen wÃ¤re, einen Aufenthaltstitel fÃ¼r die Schweiz zu erlangen;</p> <p class="Urteilstext">â die spÃ¤rlichen Kenntnisse des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber seine Ehefrau in Bezug auf ihren aktuellen Aufenthaltsort, ihr Geburtsdatum, ihre Kinder und ihre ArbeitstÃ¤tigkeit in der Schweiz, wobei die vorgebrachten medizinischen GrÃ¼nde fÃ¼r die ErinnerungslÃ¼cken nicht glaubhaft seien;</p> <p class="Urteilstext">â fehlende ChatverlÃ¤ufe und Telefonanrufe zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau;</p> <p class="Urteilstext">â die Unterzeichnung eines neuen Mietvertrags fÃ¼r eine 2-Zimmer-Wohnung am 20. Juni 2018, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer nach der Einreise zunÃ¤chst mit der Ehefrau in einer 3½-Zimmer-Wohnung gewohnt hatte;</p> <p class="Urteilstext">â der Bericht des polizeilichen Augenscheins vom 26. Juni 2022, wonach in der aktuellen Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers keine Hinweise (Bilder, Rechnungen, Ã¼brige Papiere etc.) darauf vorlÃ¤gen, dass seine Ehefrau je dort gewohnt habe;</p> <p class="Urteilstext">â die Aussage eines Nachbars des BeschwerdefÃ¼hrers, welcher seit dem 1. August 2020 auf der gleichen Etage wie dieser wohne, wonach er ihn (den BeschwerdefÃ¼hrer) nie in Begleitung gesehen oder Frauenstimmen aus dessen Wohnung gehÃ¶rt habe.</p> <p class="Urteilstext">Insgesamt erscheine es als ausgeschlossen, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers bis zum 13. November 2021 mit diesem zusammengelebt habe. Es sei davon auszugehen, dass die Ehe nur zum Schein eingegangen worden sei, um dem BeschwerdefÃ¼hrer den Aufenthalt in der Schweiz zu ermÃ¶glichen. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe dies nicht entkrÃ¤ften kÃ¶nnen. So habe er weder Fotos der Trauung oder von gemeinsamen AusflÃ¼gen eingereicht noch habe er den Nachweis einer jemals gelebten Beziehung anderweitig (Chatprotokolle, Unterlagen der Ehegattin oder Ãhnliches) erbracht. Folglich sei der abgeleitete Bewilligungsanspruch von Art. 7 lit. d FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA erloschen und die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers gestÃ¼tzt auf Art. 23 Abs. 1 VFP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG zu Recht nicht verlÃ¤ngert worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Was der BeschwerdefÃ¼hrer hiergegen vorbringt, vermag diese Vermutung nicht umzustossen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>Mit Blick auf die mehrfache Verbindung des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner Ehefrau zur H GmbH als Arbeitgeberin und Vermieterin bringt der BeschwerdefÃ¼hrer vor, es sei bei Migranten ein hÃ¤ufiges und auch legitimes Vorgehen, bei der Stellen- und Wohnungssuche die vorhandenen persÃ¶nlichen Beziehungen zu nutzen. Sodann bringt er wohl mit Blick auf die nur kurze Arbeitsdauer der Ehefrau in der Schweiz vor, sie habe sich anders orientiert und es sei bei ihr persÃ¶nlich und beruflich zu einem Bruch gekommen, was den BeschwerdefÃ¼hrer beschÃ¤ftigt und enttÃ¤uscht habe. Dies sei aber kein Grund, nachtrÃ¤glich die AuthentizitÃ¤t des Ehewillens in Frage zu stellen. Diese AusfÃ¼hrungen Ã¼berzeugen nicht und stehen ausserdem im Widerspruch zu den aktenkundigen Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers, wonach seine Ehefrau die Stelle verloren habe, weil ihr Chef ihre Dienste nicht mehr benÃ¶tigt habe. Ausserdem wÃ¤ren beide Sachverhaltsvarianten durch das Beibringen einer schriftlichen BestÃ¤tigung seitens des damaligen Arbeitgebers hinsichtlich der KÃ¼ndigungsumstÃ¤nde seiner Ehefrau ohne Weiteres belegbar gewesen, worauf der BeschwerdefÃ¼hrer jedoch verzichtet hat. Mit Blick auf die Indizienlage, wie sie sich aus den Akten ergibt, liegen bezÃ¼glich der Anstellung der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers bei der H GmbH klare Anhaltspunkte fÃ¼r einen Scheinarbeitsvertrag vor, was wiederum auch RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die Ehe zulÃ¤sst. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers die Schweiz bereits kurz nach dem Aufgeben resp. Verlieren der Arbeitsstelle wieder verlassen hat, da das Ziel â die Verschaffung eines Aufenthaltstitels fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer â erreicht war. Chatprotokolle, gemeinsame Fotos, an die Ehefrau adressierte Rechnungen, Unterlagen zu StellensuchbemÃ¼hungen oder Ã¤hnliche Beweismittel oder Indizien, die einen weiteren Verbleib seiner Ehefrau in der Schweiz und eine gelebte Beziehung auch nach diesem Zeitpunkt aufzeigen wÃ¼rden, hat der BeschwerdefÃ¼hrer trotz Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG) nicht beigebracht und konnten vom Beschwerdegegner nicht ausfindig gemacht werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer weiter zusammengefasst ausfÃ¼hrt, die Wohnungskontrolle vom 22. Juni 2022 gebe keinen Aufschluss darÃ¼ber, ob seine Ehefrau tatsÃ¤chlich dort gewohnt habe, da sie ja ein halbes Jahr vorher ausgezogen sei und er sÃ¤mtliche Erinnerungen an sie beseitigt habe, erscheint dies als Schutzbehauptung. WÃ¼rde es nÃ¤mlich zutreffen, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers im November 2021 nicht aus einem Urlaub in ihrem Heimatland Bulgarien zurÃ¼ckgekehrt ist, wÃ¤re davon auszugehen, dass persÃ¶nliche GegenstÃ¤nde und Dokumente in erheblichem Umfang in der Wohnung in der Schweiz zurÃ¼ckgeblieben wÃ¤ren. Dass diese alle schon etwas mehr als ein halbes Jahr spÃ¤ter vollumfÃ¤nglich entsorgt worden sein sollen, statt dass sie der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r eine allfÃ¤llige RÃ¼ckgabe aufbewahrte, erscheint lebensfremd. Dies umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss eigener Aussage die Ehe habe weiterfÃ¼hren wollen. Die Ergebnisse der Wohnungskontrolle lassen vor diesem Hintergrund und unter BerÃ¼cksichtigung der Ã¼brigen genannten Indizien also den Schluss zu, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers gar nie in der betreffenden Wohnung gelebt hat.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.3 </b>Weiter bringt der BeschwerdefÃ¼hrer vor, der Hinweis des Nachbarn, der der Ehefrau nie begegnet sein will, liesse keine RÃ¼ckschlÃ¼sse zu, zumal der Nachbar auch ihn kaum kenne und es in der Siedlung, in welcher er wohnt, ohnehin nur flÃ¼chtige Kontakte zwischen den Nachbarn gebe. Dies Ã¼berzeugt nicht. Einem Nachbarn, der seit Ã¼ber drei Jahren auf derselben Etage wie der BeschwerdefÃ¼hrer wohnt, kann zugetraut werden, eine glaubwÃ¼rdige Aussage dazu abzugeben, ob in der Wohnung des BeschwerdefÃ¼hrers bloss eine Person oder mehrere Personen leben. Dass der Nachbar ein Interesse daran hÃ¤tte, Aussagen zuungunsten des BeschwerdefÃ¼hrers zu tÃ¤tigen, wurde nicht behauptet und ist auch nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.4 </b>Schliesslich ist mit Bezug auf das mit der Beschwerdeschrift eingereichte Foto, welches die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers auf einem gemeinsamen Ausflug im Tessin im Oktober 2020 zeigen soll, festzuhalten, dass fÃ¼r das Gericht weder erkennbar ist, wo dieses Foto aufgenommen wurde und ob es tatsÃ¤chlich die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers zeigt, noch, ob der BeschwerdefÃ¼hrer tatsÃ¤chlich das Foto gemacht hat. Dieser kann folglich nichts zu seinen Gunsten daraus ableiten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nach dem Gesagten ist hinreichend erstellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Ehe mit C einzig schloss, um sich eine Aufenthaltsbewilligung zu verschaffen. Demnach ist sein Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung erloschen und seine Aufenthaltsbewilligung in Anwendung von Art. 23 Abs. 1 VFP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AIG nicht zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b><span>UnabhÃ¤ngig davon, ob auf die VerlÃ¤ngerung einer Aufenthaltsbewilligung ein Anspruch besteht, muss sich die NichtverlÃ¤ngerung einer einmal erteilten Bewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen.</span> Nach Art. 96 Abs. 1 AIG sind dabei die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie die Integration der betroffenen Person zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der 41-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich seit etwas mehr als sieben Jahren in der Schweiz auf. Da sein Aufenthalt auf einer TÃ¤uschung der BehÃ¶rden beruht, ist diese Dauer jedoch zu relativieren (vgl. BGr, 24. August 2021, 2C_407/2020, E. 5.3 mit Hinweisen) und es besteht deswegen ein Ã¶ffentliches Interesse an der Beendigung seines Aufenthalts. <span>Dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer keine Betreibungen verzeichnet sind, er stets erwerbstÃ¤tig war, keine Sozialhilfe bezog und in strafrechtlicher Hinsicht nicht in relevanter Weise in Erscheinung trat, entspricht einem Verhalten, das grundsÃ¤tzlich erwartet werden kann; diese UmstÃ¤nde sind hier nicht ausschlaggebend. Die soziale Integration des</span> BeschwerdefÃ¼hrers bewegt sich in einem normalen Rahmen, weshalb die Vorinstanz eine solche auch nicht zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers berÃ¼cksichtigen musste. Was die Sprachkenntnisse angeht, ist einzig das Erreichen von Niveau A2 fÃ¼r "Sprechen und Verstehen" der deutschen Sprache belegt. Auch dies geht nicht Ã¼ber das zu erwartende Niveau der Integration hinaus.</p> <p class="Urteilstext">Den grÃ¶ssten Teil seines Lebens hat der BeschwerdefÃ¼hrer sodann in seinem Heimatland Nordmazedonien verbracht, wo er auch erwerbstÃ¤tig war. Ausserdem spricht er Serbisch. Es ist davon auszugehen, dass er mit den VerhÃ¤ltnissen in seinem Heimatland bestens vertraut ist und sich dort wirtschaftlich und sozial schnell zurechtfinden wÃ¼rde. Sodann leben auch seine zwei Kinder in Nordmazedonien und er war dort mehrfach zu Besuch. Entsprechend ist ihm die RÃ¼ckkehr in sein Heimatland ohne Weiteres zumutbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Vor diesem Hintergrund erweist sich die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig; ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text31">erkennt</a> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>