A bteilung IV D -688/2007 w et/frr/bes {T 0/2} U rteil vom 11. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin C otting-Schalch (Abteilungspräsidentin), R ichter Tellenbach (Kam m erpräsident), R ichter W espi (Instruktionsrichter), R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter Zoller G erichtsschreiberin Frey A._______, N igeria, vertreten durch Laura R ossi, B._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 18. Januar 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw ei- sung / C ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer verliess N igeria eigenen Angaben zufolge am 16. N ovem - ber 2006 und gelangte auf dem Luftw eg via ihm unbekannter Zw ischendestination in die Schw eiz, w o er seine R eise per Bahn fortsetzte und am 17. N ovem ber 2006 im D ._______ ein Asylgesuch stellte. B. Am 14. D ezem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer im E._______ befragt und am 12. Januar 2007 durch das BFM direkt angehört. Zu seiner Person m achte er folgende Angaben: Er sei nigerianischer Staatsangehöriger, sei katholisch und habe von G eburt bis zu seiner Ausreise in die Schw eiz in F._______, einem kleinen D orf in N igeria m it ungefähr 200 H äusern, gelebt. Sein Vater sei im Febru- ar 2006 verstorben und er habe keine Kenntnis, ob seine M utter noch am Leben sei. Sein verw andtschaftliches N etz sei klein, so bestehe lediglich Kontakt zu sei- nem O nkel m ütterlicherseits. Er habe nie einen R eisepass oder eine Identitätskar- te gehabt. Seine beiden R eisebegleiter hätten die entsprechenden D okum ente be- sessen und für ihn die Form alitäten an den G renzkontrollen erledigt. C . Zu seinen Asylgründen befragt, führte der Beschw erdeführer aus, sein Vater sei O berpriester eines Schreins gew esen, der sich im H of, angrenzend an ihr H aus, befunden habe. D er Schrein habe als Treffpunkt zur Ausübung von Voodoo-R itua- len gedient, w obei auch Tiere und M enschen geopfert w orden seien. U ngefähr fünf oder sechs M onate nach dem Tod seines Vaters hätten ihn die Schreinanhänger inform iert, dass er als dessen N achfolger vorgesehen sei. Er habe nichts m it dem Voodoo-Kult zu tun haben w ollen, da er sich durch diesen des Ö ftern gestört ge- fühlt habe. Es seien unerklärliche D inge geschehen, so sei er beispielsw eise abends in seinem Zim m er schlafen gegangen und am nächsten M orgen im Schrein aufgew acht. Von seiner M utter habe er erfahren, dass er eigentlich noch w eitere G eschw ister haben w ürde, w elche jedoch auf unerklärliche W eise kurz nach oder bereits vor der G eburt verstorben seien. In der Folge habe er den Schreinanhängern erklärt, dass er das Am t als C hefpriester nicht antreten w erde, und gleichzeitig die Entfernung des Schreins verlangt, ansonsten er diesen nieder- brennen w erde. D ie Schreinanhänger hätten ihm gedroht, ihn um zubringen, falls er dies tun w ürde. D a sich die Schreinanhänger w eiterhin zur Ausübung ihrer R ituale beim Schrein versam m elt hätten, habe er diesen eines Tages m it Benzin über- gossen und angezündet. Seine M utter sei von seiner Tat schockiert gew esen und habe ihm m itgeteilt, dass er nicht so w eit hätte gehen sollen. Zu seiner Sicherheit habe sie ihm zur Flucht geraten, w as er jedoch nicht befolgt habe. Am darauffol- genden Tag habe er auf dem R ückw eg von der M orgenm esse von einer Frau er- fahren, die Schreinanhänger hätten ihr H aus angezündet sow ie seine M utter ver- schleppt, da diese überzeugt seien, seine M utter habe ihn zur Tat angestiftet. D araufhin sei er in die Kirche zurückgekehrt, habe dem Pfarrer alles erzählt, w orauf ihm dieser geraten habe, sich bei seinem O nkel in G ._______ zu ver- stecken. Er habe sich jedoch nicht lange bei seinem O nkel aufgehalten, da er davon ausgegangen sei, die Anhänger des Schreins w ürden ihn dort finden, zum al diese über spezielle Kräfte verfügen w ürden, die es ihnen erm öglichten, seinen Aufenthaltsort ausfindig zu m achen.3 D . M it Verfügung vom 18. Januar 2007 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht ein und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug an. E. M it Beschw erde vom 26. Januar 2007 (Poststem pel) an das Bundesverw altungs- gericht liess der Beschw erdeführer beantragen, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Sache m it der verbindlichen Anw eisung an die Vorinstanz zu- rückzuw eisen, auf das Asylgesuch einzutreten und eine neue Verfügung zu erlas- sen. D ie Vollzugsbehörde sei vorsorglich anzuw eisen, die Kontaktaufnahm e m it dem H eim at- oder H erkunftsstaat sow ie jegliche D atenw eitergabe an dieselben zu unterlassen. M it Bezug auf das Verfahren beantragte er die G ew ährung der unent- geltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) sow ie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. M it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichtes vom 5. Februar 2007 w urde festgehalten, der Beschw erdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der Schw eiz abw arten und über das G esuch um unentgeltliche R echtspflege w er- de zu einem späteren Zeitpunkt befunden. Auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses w urde antragsgem äss verzichtet. G . D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 8. Februar 2007 die Abw ei- sung der Beschw erde. Zur Begründung w ies die Vorinstanz darauf hin, der Be- schw erdeführer übe im W esentlichen juristische Kritik bezüglich der m it der R evision des Asylgesetzes am 1. Januar 2007 in Kraft gesetzten neuen be- ziehungsw eise geänderten Bestim m ungen. D ie Verfügung sei gem äss diesen Be- stim m ungen erstellt w orden, w elche zw ischenzeitlich vom Bundesverw altungsge- richt gestützt w ürden. Zudem sei in der Beschw erde m it keinem W ort auf die bis heute noch ausstehenden R eise- und Identitätspapiere eingegangen w orden und sie enthalte auch keine Äusserungen zu der in der Verfügung begründeten Aus- sichtslosigkeit des Asylgesuches. Auf Einzelheiten w ird, sow eit sie entscheidrele- vant sind, in den Erw ägungen eingegangen. H . M it Zw ischenverfügung des Bundesverw altungsgerichtes vom 14. Februar 2007 w urde dem Beschw erdeführer diese Vernehm lassung zugestellt und ihm G elegen- heit gegeben, dazu Stellung zu nehm en. I. M it Eingabe vom 16. Februar 2007 liess der Beschw erdeführer um Frister- streckung zur Einreichung einer R eplik ersuchen. G leichzeitig ersuchte er um O f- fenlegung der von der Vorinstanz angeführten Praxis des Bundesverw altungsge- richts betreffend die Bestim m ungen des revidierten Asylgesetzes. M it Zw ischen- verfügung vom 13. M ärz 2007 hiess das Bundesverw altungsgericht das G esuch um Fristerstreckung gut und gew ährte dem Beschw erdeführer eine N achfrist zur Einreichung der R eplik. G leichzeitig w urde dem Beschw erdeführer Einsicht in die Aktennotiz A18/1 gew ährt, in w elcher von der Vorinstanz ein nicht näher bezeich- neter Entscheid des Bundesverw altungsgerichts zusam m engefasst w ird. J. In seiner R eplik vom 21. M ärz 2007 verw ies der Beschw erdeführer auf die Akte A18/1 und hielt diesbezüglich fest, das Bundesverw altungsgericht erachte es of- fensichtlich als zulässig, einen N ichteintretensentscheid zu fällen, nachdem eine 4 m aterielle Prüfung der Asylvorbringen und der G laubw ürdigkeit vorgenom m en w or- den sei. D iese Auffassung stelle eine Abkehr von der bisherigen R echtsprechung dar und es sei davon auszugehen, dass eine solche Praxisänderung veröffentlicht w erden sollte. K. D ie nachfolgend unter Ziff. 5 aufgeführten Erw ägungen bildeten Inhalt eines von der Vereinigung der Abteilungen IV und V am 30. M ai 2007 getroffenen Entschei- des (vgl. Art. 25 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesver- w altungsgericht [VG G , SR 173.32]). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 D as Bundesverw altungsgericht entscheidet endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM betreffend das N ichteintreten auf ein Asylge- such (Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 VG G ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [BG G , SR 173.110]). 1.2 Seit dem 1. Januar 2007 findet das neue Verfahrensrecht Anw endung (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich M issbrauch und Ü berschreitung des Erm essens; die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 Bei Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide, die gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen w urden, w ar bisher die Beurteilungszuständigkeit des Bun- desverw altungsgerichts auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt, ob die Vor- instanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten w ar; bei Begründetheit der Beschw erde hob das Bundesverw altungsgericht die angefochtene Verfügung auf und w ies die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück (vgl. Ent- scheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2004 N r. 34 E. 2.1 S. 240 f.). N eu ist auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand. W ie in den nachfol- genden Erw ägungen aufgezeigt w ird, ist im R ahm en einer sum m arischen Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft des Beschw erdeführers und von W egw eisungsvollzughindernissen ebenfalls zu beurteilen. D ie Beurteilungszuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts im W egw eisungs- punkt ist nicht beschränkt, da sich die Vorinstanz diesbezüglich gem äss Art. 44 AsylG in Verbindung m it Art. 14a des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20) auch m ateriell zur Sache zu äussern hatte. 2.2 D er Beschw erdeführer ist legitim iert, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge-5 reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. Vw VG ). 3. 3.1 D ie Vorinstanz trat in Anw endung des revidierten, am 1. Januar 2007 in Kraft ge- setzten Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers vom 17. N ovem ber 2006 nicht ein. G em äss dieser Bestim m ung w ird auf ein Asyl- gesuch nicht eingetreten, w enn die asylsuchende Person den Behörden nicht in- nerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuches R eise- oder Identitätspa- piere abgibt. G em äss Art. 32 Abs. 3 Bstn. a-c AsylG findet diese N orm keine An- w endung, w enn Asylsuchende für die N ichteinreichung von R eise- oder Identitäts- papieren entschuldbare G ründe glaubhaft m achen können, auf G rund der Anhö- rung sow ie gestützt auf die Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festge- stellt w ird oder sich auf G rund der Anhörung erw eist, dass zusätzliche Abklä- rungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvoll- zugshindernisses nötig sind. 3.2 D ie Vorinstanz stellte in ihrem Entscheid fest, es lägen keine entschuldbaren G ründe vor, die es dem Beschw erdeführer verunm öglichen w ürden, R eise- oder Identitätspapiere einzureichen. Vorliegend versäum te es der Beschw erdeführer trotz entsprechender Aufforde- rung, den schw eizerischen Behörden innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs R eise- oder Identitätspapiere abzugeben. Er gab im vorinstanz- lichen Verfahren an, er habe nie einen R eisepass oder eine Identitätskarte gehabt. Seine R eisebegleiter hätten die notw endigen D okum ente gehabt und für ihn alle Form alitäten an den G renzkontrollen erledigt. D as BFM hielt in der angefochtenen Verfügung fest, es lägen keine entschuldbaren G ründe vor, w elche es dem Be- schw erdeführer verunm öglicht hätten, R eise- oder Identitätspapiere einzureichen. D ie D arstellung des Beschw erdeführers zu den angeblich nicht vorhandenen Aus- w eisen entspreche den stereotypen Vorbringen vieler Asylsuchender. Bezeichnen- derw eise seien die Ausführungen des Beschw erdeführers bezüglich seiner angeb- lichen R eise unsubstanziiert. So w isse er beispielsw eise nicht, w o die Zw ischen- landungen stattgefunden hätten und in w elchem Flughafen er in der Schw eiz an- gekom m en sei. Er habe nichts über die Flugreise erzählen können und habe auch nichts über die beiden M änner gew usst, die ihn bis nach Vallorbe begleitet hätten. In der R echtsm itteleingabe w urde den diesbezüglichen Erw ägungen nichts entge- gengehalten. D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich den zutreffenden Erw ägungen des BFM an und kom m t auf G rund der Aktenlage ebenfalls zum Schluss, dass auf G rund der vorliegenden G esam tum stände keine entschuldbaren G ründe für die N ichteinreichung von R eise- oder Identitätspapieren bestehen. So m achte der Be- schw erdeführer anlässlich der Befragung im Em pfangszentrum zur N ichtein- reichung von R eise- oder Identitätspapieren sow ie zu seinem R eisew eg insgesam t unsubstanziierte beziehungsw eise offensichtlich tatsachenw idrige Angaben. Er brachte beispielsw eise vor, in N igeria gebe es keine Identitätskarten und bei den Passkontrollen am Flughafen habe er nie Papiere vorw eisen m üssen, diese hätten jew eils seine Begleiter vorgew iesen und er sei ihnen lediglich gefolgt. Anlässlich der direkten Anhörung verm ochte er keine überzeugende Erklärung abzugeben, 6 w ie er ohne persönliche Vorw eisung von R eisepapieren die strengen Sicherheits- kontrollen im Flughafen passieren konnte. Seine Schilderungen zur R eise sind äusserst vage ausgefallen, so konnte er w eder Angaben zur Fluglinie noch zum O rt, w o er in ein anderes Flugzeug habe um steigen m üssen, m achen, noch verm ochte er eine detaillierte Beschreibung des Flugzeugs abzugeben. Er gab lediglich zu Protokoll, das Innere des Flugzeugs sehe genau w ie in einem Zug aus; da es sein erster Flug gew esen sei, könne er nicht m ehr darüber berichten. D iese Aussage ist nicht nachvollziehbar, da auf G rund der angeblich erstm aligen Erlebnisse um so m ehr zu erw arten w äre, dass er über seine Eindrücke substanziiert berichten könnte. 4. 4.1 W eiter hielt die Vorinstanz fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft gem äss Art. 3 und 7 AsylG nicht und es seien auf G rund der Aktenlage keine zusätzlichen Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses erforderlich. 4.2 In Bezug auf den Prüfungsgegenstand im erstinstanzlichen Verfahren vertritt der Beschw erdeführer die M einung, es sei nicht zulässig, m it Verw eis auf die fehlende Asylrelevanz und G laubhaftigkeit die Flüchtlingseigenschaft als nicht erfüllt zu be- trachten und aus diesem G rund einen N ichteintretensentscheid zu fällen. D enn entw eder prüfe das BFM , ob ein Beschw erdeführer die Flüchtlingseigenschaft er- fülle und sei som it auf das Asylgesuch bereits eingetreten, oder das BFM unter- suche im R ahm en einer vorfragew eisen Ü berprüfung, ob Verfolgungshinw eise vor- liegen w ürden, w elche nicht auf den ersten Blick als unglaubhaft zu erkennen sei- en. N ur für den Fall, dass keinerlei Verfolgungshinw eise vorliegen w ürden oder diese auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar seien, sei es zulässig, einen N ichteintretensentscheid zu fällen. 4.3 Zur Beurteilung, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch des Beschw erde- führers nicht eingetreten ist, ist im Folgenden durch Auslegung zu erm itteln, ob auf G rund von Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG im R ahm en eines N ichteintretenstatbe- stands eine m aterielle Prüfung der Flüchtlingseigenschaft vorzunehm en ist. 5. 5.1 Ziel der Auslegung ist die Erm ittlung des w ahren Sinngehalts einer gesetzlichen R egelung. D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich dabei der höchstrichterli- chen Auslegungsm ethodik an, w elche w ie folgt zusam m engefasst zitiert sei: D as G esetz m uss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach W ortlaut, Sinn und Zw eck und den ihm zugrunde liegenden W ertungen auf der Basis einer teleo- logischen Verständnism ethode ausgelegt w erden. Auszurichten ist die Auslegung auf die ratio legis, die zu erm itteln dem G ericht allerdings nicht nach seinen eige- nen, subjektiven W ertvorstellungen, sondern nach den Vorgaben des G esetzge- bers aufgegeben ist. D ie Auslegung des G esetzes hat zw ar nicht entscheidend historisch zu erfolgen, ist im G rundsatz aber dennoch auf die R egelungsabsicht des G esetzgebers und die dam it erkennbar getroffenen W ertentscheidungen aus- zurichten, da sich die Zw eckbezogenheit des rechtsstaatlichen N orm verständnis- ses nicht aus sich selbst begründen lässt, sondern aus den Absichten des G esetz- gebers abzuleiten ist, die es m it H ilfe der herköm m lichen Auslegungselem ente zu 7 erm itteln gilt. D ie G esetzesauslegegung hat sich vom G edanken leiten zu lassen, dass nicht schon der W ortlaut die R echtsnorm darstellt, sondern erst das an Sach- verhalten verstandene und konkretisierte G esetz. G efordert ist die sachlich richtige Entscheidung im norm ativen G efüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis aus der ratio legis. D abei befolgt das Bundesgericht einen pragm atischen M etho- denpluralism us und lehnt es nam entlich ab, die einzelnen Auslegungselem ente ei- ner hierarchischen Prioritätenordnung zu unterstellen (vgl. dazu BG E 131 III 33 E. 2, und 130 II 202 E. 5.1, 121 III 219 E. 1c/aa, 119 II 183 E. 4b/aa; EM AR K 2006 N r. 33 E. 4 S. 366 f.; U LR IC H H ÄFELIN /W ALTER H ALLE R , Schw eizerisches Bundesstaats- recht, D ie neue Bundesverfassung, 6. Aufl., Zürich u.a. 2005, R n. 90 und 92). 5.2 Bei der system atischen Auslegung w ird der Sinn einer R echtsnorm bestim m t durch ihr Verhältnis zu anderen R echtsnorm en und durch den system atischen und logi- schen Zusam m enhang, in dem sie sich in einem G esetz präsentiert (vgl. H ÄFELIN /H ALLER , S. 33, R n. 97 f.). D ie zu prüfende N orm findet sich im dritten Abschnitt des zw eiten Kapitels des Asylgesetzes. D as zw eite Kapitel regelt die Stellung der Asylsuchenden w ährend des Verfahrens und unterteilt dieses in allgem eine Bestim m ungen (Abschnitt 1), Asylgesuch und Einreise (Abschnitt 2), das erstinstanzliche Verfahren (Abschnitt 3), Stellung w ährend des Asylverfahrens (Abschnitt 4) und schliesslich als letzte Stufe des Verfahrens die W egw eisung (Abschnitt 5). D abei unterscheidet das G e- setz innerhalb des dritten Abschnitts - w o sich die zu beurteilende Bestim m ung fin- det - zw ischen N ichteintretensentscheiden (vgl. Art. 32 bis 37), Entscheiden ohne w eitere Abklärungen (Art. 38 bis 40) und Entscheiden nach w eiteren Abklärungen (Art. 41). D ies entspricht einer D ifferenzierung zw ischen form ellen N ichteintretens- entscheiden ohne m aterielle Prüfung, m ateriellen Sum m arentscheiden bei offen- kundig fehlender oder offenkundig bestehender Flüchtlingseigenschaft und m ateri- ellen Entscheiden nach Abklärungen. R echtssystem atisch betrachtet heisst N ichteintreten, dass sich die Behörde aus form ellen G ründen nicht m it einem entsprechenden G esuch auseinandersetzt. Bei einigen bisher bestehenden N ichteintretensentscheiden bleibt es beim rein form el- len Entscheid, ohne dass überhaupt eine Anhörung zu den Asylgründen nötig ist, so bei Identitätstäuschung, grober M itw irkungspflichtverletzung oder bei der D ritt- staatenw egw eisung. In den m eisten übrigen Fällen (Zw eitasylgesuch, vorgängiger ablehnender Asylentscheid in einem EU -Staat, m issbräuchliche N achreichung ei- nes G esuchs, H erkunft aus verfolgungssicherem Staat, nach Aufhebung des vor- übergehenden Schutzes) ist ein N ichteintretensentscheid nur zulässig, w enn keine H inw eise auf Verfolgung vorliegen. Eine entsprechende Feststellung bedingt je- doch eine zum indest sum m arische m aterielle Prüfung, aus der sich das offensicht- liche Fehlen von H inw eisen auf Verfolgung ergibt. D am it w ird der G rundsatz des rein form ellen N ichteintretensentscheides nach bisherigem R echt bereits durchbro- chen: Eine - w enn auch nur sum m arische - m aterielle Prüfung der Vorbringen führt zurück zum N ichteintreten auf das Asylgesuch. D ie Schw eizerische Asylrekurs- kom m ission (AR K) w ies denn auch in ihrer Praxis nach Einführung der ersten N ichteintretenstatbestände, die die Prüfung über H inw eise auf Verfolgung bedingten, darauf hin, die m aterielle Prüfung der G laubhaftigkeit oder der Asylrelevanz von Vorbringen könne nicht als Vorfrage zur Eintretensfrage stattfinden; eine Vorverlegung der m ateriellen Prüfung auf einen Zeitpunkt, bevor 8 über die Frage entschieden w orden ist, ob überhaupt ein Asylverfahren durchzu- führen ist, kom m e einer U m gehung der Verfahrensvorschriften des Asylrechts gleich (vgl. EM AR K 1993 N r. 16 E. 6 S. 104 f.). D ennoch w urde in der Folge eine entsprechende vorfragew eise in der R egel auf die G laubhaftigkeit beschränkte m aterielle Prüfung zugelassen, zum al anders das Fehlen von H inw eisen auf Ver- folgung nicht festgestellt w erden konnte, w obei jedoch gem äss dem ent- sprechenden gesetzgeberischen W illen von einem tiefen Bew eism ass im Sinne der "offensichtlich haltlosen H inw eise" und einem w eiten Verfolgungsbegriff auszu- gehen w ar. Art. 32 Abs. 2 Bst. a in Verbindung m it Abs. 3 AsylG ist eine neue Bestim m ung un- ter den oben erw ähnten N ichteintretenstatbeständen, die eine gew isse m aterielle Prüfung bedingen dürfte. R echtslogisch und -system atisch betrachtet drängt sich grundsätzlich der Schluss auf, dass keine m aterielle Prüfung oder w enn schon eine nur sehr beschränkte Vorprüfung zu einem N ichteintretensentscheid führen kann. Andererseits kann auch nicht ausgeschlossen w erden, dass der G esetzge- ber unter Inkaufnahm e eines w eitergehenden Bruchs in der rechtslogischen Be- trachtung eben eine vorgängige m aterielle Prüfung, die dann zum N ichteintreten führen kann, vorsah. In diesem Zusam m enhang ist darauf hinzuw eisen, dass eine gew isse Korrelation zu den Sum m arentscheiden gem äss Art. 38 bis 40 AsylG nicht ausgeblendet w erden kann, zum al w ie nachfolgend ausgeführt eine sehr ähnliche Form ulierung gebraucht w urde. 5.3 D ie gram m atikalische Auslegung stellt auf W ortlaut, W ortsinn und Sprachgebrauch ab. Im W ortlaut von Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG ergeben sich in der deutschen, französischen und italienischen Fassung der G esetzestexte keine w esentlichen U nterschiede, die Anlass zu einer w eiteren Erörterung geben. D ie nachfolgend auszulegende Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 und 3 AsylG hat im deutschen Text folgenden W ortlaut: 2 Auf Asylgesuche w ird nicht eingetreten, w enn Asylsuchende: a. den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben; (...) 3 Absatz 2 Buchstabe a findet keine Anw endung, w enn: a. (...) b. auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Artikel 3 und 7 die Flüchtlingsei- genschaft festgestellt w ird; oder c. sich auf G rund der Anhörung erw eist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses nötig sind. Anders als in allen übrigen N ichteintretenstatbeständen, die eine vorfragew eise Prüfung der Vorbringen bedingen, w ird in der Bestim m ung der Ausdruck "H inw eise auf Verfolgung" nicht gebraucht. D as N ichteintreten ist vielm ehr einm al dann aus- geschlossen beziehungsw eise das ordentliche Verfahren ist durchzuführen, w enn "die Flüchtlingseigenschaft bereits auf G rund der Anhörung festgestellt w ird". D ie- se Form ulierung erinnert an Art. 38 AsylG , w onach Asylsuchenden, die auf G rund der Anhörung ihre Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder glaubhaft m achen kön-9 nen, ohne w eitere Abklärungen Asyl gew ährt w erden kann. G leiches gilt auch für den zw eiten Ausschluss eines N ichteintretensentscheides, der auf den Bedarf w ei- terer Abklärungen abstellt, der m it Art. 40 AsylG in Zusam m enhang gebracht w er- den kann, w o ausgeführt w ird, "w ird auf G rund der Anhörung offenkundig, dass Asylsuchende ihre Flüchtlingseigenschaft w eder bew eisen noch glaubhaft m achen können und ihrer W egw eisung keine G ründe entgegenstehen, so w ird das G esuch ohne w eitere Abklärungen abgelehnt". D abei ist ein Sum m arentscheid innert 20 Tagen nach der Anhörung zu treffen. Auf G rund dieser Zusam m enhänge be- ziehungsw eise auf G rund der sich w iederholenden Ausdrücke ist aus dem W ort- laut abzuleiten, dass der G esetzgeber - obw ohl rechtssystem atisch problem atisch - eine m aterielle Prüfung der Vorbringen über die offensichtliche H altlosigkeit hinaus zulassen w ollte. Eine Abgrenzung zum ordentlichen Verfahren läge dort, w o eben der Sum m arentscheid innert 20 Tagen ohne w eitere Abklärungen m öglich w äre. 5.4 5.4.1 D ie historische Auslegung stellt auf den Sinn ab, den m an einer N orm zur Zeit ih- rer Entstehung gab. D ie N orm soll som it gelten, w ie sie vom G esetzgeber vorgese- hen w ar. Insbesondere bei neueren Erlassen - w ie dies vorliegend der Fall ist - darf der W ille des historischen G esetzgebers nicht übergangen w erden (BG E 128 I 288 E. 2.4). 5.4.2 W ährend der laufenden Teilrevision des Asylgesetzes (vgl. BBl 2002 6845) - der diesbezügliche Entw urf w urde in der M aisession 2004 im N ationalrat beraten - lud am 30. Juni 2004 das dam alige Bundesam t für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundes- am t für M igration, BFM ) die Kantone und ihre Konferenzen, den Städte- und G e- m eindeverband, die Schw eizerische Flüchtlingshilfe (SFH ) und das U N H C R ein, eine "inform elle Stellungnahm e" zu Vorschlägen für w eitere Verschärfungen des Asylgesetzes abzugeben, w elche der Bundesrat im R ahm en der laufenden G e- setzesrevision dem Ständerat unterbreiten soll. D ie Vorschläge betrafen insbeson- dere den N ichteintretenstatbestand bei N ichtabgabe von Identitäts- und R eisepa- pieren, eine N euordnung der vorläufigen Aufnahm e, die Einführung von rechtlichen Bestim m ungen zur Erhebung von G ebühren für W iedererw ägungsverfahren vor dem BFF und den D atentransfer an H eim at- und H erkunftsstaaten. D er Vorschlag des dam aligen BFF zur Änderung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG lautete folgenderm assen: 2 Auf Asylgesuche w ird nicht eingetreten, w enn Asylsuchende: a. den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des G esuchs R eise- oder Identitätspapiere abgeben; diese Bestim m ung findet keine Anw en- dung, w enn: 1. Asylsuchende glaubhaft m achen können, dass sie dazu aus entschuld- baren G ründen nicht in der Lage sind, 2. auf G rund der Anhörung die Flüchtlingseigenschaft feststeht, oder 3. zusätzliche Abklärungen nötig sind. 5.4.3 Basierend auf dem Vorschlag des BFF zog Prof. W alter Kälin in seinem G utach- ten vom 26. Juli 2004 (W ALTER KÄLIN , R echtsfragen im Zusam m enhang m it den Vor-10 schlägen des BFF für zusätzliche M assnahm en im R ahm en der Teilrevision des Asylgesetzes", ASYL 2004/4, S. 3 ff.) den Schluss, die neue Form ulierung schaffe die Verm utung, dass nicht Flüchtling sei, w er unentschuldigt keine Papiere besitze. Zw ar könne diese Verm utung w iderlegt w erden, dies m üsse aber m it einem vollen N achw eis der Flüchtlingseigenschaft w ährend der Anhörung gem äss Art. 29 AsylG erfolgen. D am it w ürden im Effekt Personen, die Flüchtlinge seien, dies aber nicht schon bei der Anhörung nachw eisen könnten, in Verletzung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz vom G enuss der G arantien der Flüchtlingskonvention inklusive Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) ausgeschlossen. Zudem kom m e in diesen Fällen ein Verfahren zur Anw endung, w elches nicht die Q ualität aufw eise, w elche zur Sicherstellung der Einhaltung der m enschenrechtlichen R efoulem ent-Verbote nötig w äre. Schliesslich w irke sich die 48-Stunden Frist zur Abgabe von Papieren im R ahm en der N euregelung in einer W eise aus, w elche m it Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) nicht zu vereinbaren sei. 5.4.4 Am 25. August 2004 liess der Bundesrat der Staatspolitischen Kom m ission des Ständerates einen Antrag zur "Förderung der Papierabgabe - Änderung des N icht- eintretenstatbestandes bei Papierlosen" (Antrag N r. 12) zukom m en. D er Antrag w urde ohne Äm terkonsultation und Vernehm lassung eingebracht. D er W ortlaut der vorgeschlagenen Bestim m ung entspricht der am 1. Januar 2007 in Kraft getrete- nen Fassung. Zur Begründung führte der Bundesrat an, die Praxis habe gezeigt, dass die gelten- de R egelung nicht den gew ünschten Erfolg, näm lich die Zunahm e der im Asylver- fahren abgegebenen (Identitäts-)Papiere, gebracht habe. Zudem sei die Anw en- dung der Bestim m ung durch eine restriktive Auslegung in der R echtsprechung zu- nehm end eingeschränkt w orden. So sei gem äss Praxis der AR K "offensichtliche H altlosigkeit" im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG nur dann gegeben, w enn sich die geltend gem achten Asylgründe als offensichtlich unglaubhaft erw eisen w ürden, w as zur Folge habe, dass auf Asylgesuche bei unentschuldbarer Papier- losigkeit auch dann einzutreten und m ateriell zu entscheiden sei, w enn die geltend gem achte Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zw ar glaubhaft, aber eindeutig nicht asylrelevant sei. D ie für das Eintreten auf ein Asylgesuch gestellten Anfor- derungen an das G laubhaftm achen einer Verfolgung seien tief angesetzt, w as zur Folge habe, dass auf Asylgesuche, die zw ar unglaubhaft, aber im Sinne der R echt- sprechung der AR K nicht qualifiziert unglaubhaft seien, trotz Papierlosigkeit einzu- treten sei. Ausserdem m üsse auf ein Asylgesuch eingetreten w erden, sobald eine Verfolgung geltend gem acht w erde, auch w enn es sich nicht um eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG handle. Im w eiteren gehe die AR K von einem "w eiten Verfolgungsbegriff" aus, der sich nicht nur auf Art. 3 AsylG und Art. 3 EM R K, son- dern auch auf anderw eitige W egw eisungshindernisse beziehen könne. W ürden H inw eise auf eine Verfolgung im w eiten Sinne des Verfolgungsbegriffs vorliegen, bedürften diese einer m ateriellen Beurteilung, w elche indessen nur im R ahm en ei- ner m ateriellen Prüfung im ordentlichen Verfahren erfolgen könne und gem äss R echtsprechung der AR K bei einem N ichteintretensentscheid unzulässig sei. D em - zufolge könne eine m aterielle Prüfung der Flüchtlingseigenschaft trotz des W ort- lauts von Art. 29 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrens-11 fragen (AsylV 1, SR 142.311) nicht im R ahm en einer "vorfragew eisen Prüfung" er- folgen. Als Fazit gab der Bundesrat an: "Angesichts des tief angesetzten Bew eism ass- stabs, der beschränkten M öglichkeiten der "vorfragew eisen Prüfung" und der Tat- sache, dass der Verfolgungsbegriff über Artikel 3 AsylG hinausgeht, w ar bisher die Zahl der Fälle, in denen trotz unentschuldigter N ichtabgabe von Papieren auf das Asylgesuch nicht eingetreten w urde, gem essen an der Zahl der papierlosen Asyl Suchenden, vergleichsw eise bescheiden. Entsprechend w enig positive Ausw irkung hatte die Einführung der neuen "Papierlosenbestim m ung" auf eine tatsächliche Zu- nahm e der im Asylverfahren abgegebenen Papiere." Aus den vorgängig aufgeführten G ründen schlug der Bundesrat in seinem Antrag die U m form ulierung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a aAsylG vor, um dam it eine konse- quentere Anw endung des N ichteintretenstatbestandes zu erm öglichen. D ie neue Form ulierung sei völkerrechtskom patibel, da der Situation von echten Flüchtlingen R echnung getragen w erde, indem auf deren Asylgesuche trotz fehlen- der Papiere eingetreten w erde, sei dies, w eil ihre Flüchtlingseigenschaft bereits auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Art. 3 und 7 AsylG festgestellt w er- de, oder w eil das G esuch nach der Anhörung noch nicht entschieden w erden kön- ne, da zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft noch zusätzliche Abklärungen nötig seien. Auch das N on-R efoulem ent-G ebot w erde respektiert, indem auf G e- suche eingetreten w erde, die noch nicht entschieden w erden könnten, w eil zur Feststellung allfälliger W egw eisungsvollzugshindernisse noch zusätzliche Ab- klärungen nötig seien. Zusätzliche Abklärungsm assnahm en hingegen, w elche nur zur Erhellung der Identität der Asyl suchenden Person getätigt w ürden, w ürden nicht in den Anw endungsbereich von Ziffer 3, sondern in denjenigen von Ziffer 2 gelangen. M it der Änderung der Term inologie bezüglich der Q ualität der verlangten Papiere (N eue Form ulierung: "R eise- oder Identitätspapiere") solle eine zw eifelsfreie Iden- tifikation sichergestellt w erden. D em zufolge w ürden G eburtsurkunden, Fahraus- w eise und ähnliche D okum ente zukünftig nicht m ehr ausreichen, um einen N icht- eintretensentscheid zu verhindern. Bezüglich des Bew eism assstabs habe der neue W ortlaut ("Absatz 2 Buchstabe a findet keine Anw endung, w enn: (...) b. auf G rund der Anhörung sow ie gestützt auf die Artikel 3 und 7 die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w ird") zum Ziel, die Be- w eisanforderung zu erhöhen, indem das ordentliche Bew eism ass für das G laub- haftm achen gelte. D er ausdrückliche Verw eis auf Art. 3 AsylG führe zu einer engen Auslegung des Verfolgungsbegriffs. D ies bedeute, dass bei unentschuldbarer Papierlosigkeit - vorbehältlich des Ausnahm etatbestands in Zif- fer 3 - auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w erde, w enn die Asyl suchende Person nicht glaubhaft m ache, dass sie Flüchtling im Sinne von Art. 3 AsylG sei. Bezug nehm end auf den Ausnahm etatbestand der "zusätzlichen Abklärungen" w ird im Antrag ausgeführt, die Form ulierung "auf G rund der Anhörung" im pliziere, dass im R ahm en einer vorfragew eisen Prüfung auf G rund der Aktenlage nach D urchführung der form ellen Anhörung gem äss Art. 29 AsylG über die Eintretens- frage zu befinden sei. Zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-12 genschaft oder von allfälligen W egw eisungsvollzugshindernissen seien zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen und w ürden - falls sie notw endig w ären - das Eintreten bew irken. Allerdings dürfe die N otw endigkeit von zusätzlichen Abklärungen nicht in jedem Fall dazu führen, dass kein N ichteintretensentscheid gefällt w erden könne. Es dürfe beispielsw eise nicht sein, dass Personen, die ihre H erkunft verschleier- ten, trotz solch m issbräuchlicher Verhaltensw eise einen Anspruch auf ein ordent- liches Asylverfahren erhalten w ürden. G em äss dem vorgeschlagenen W ortlaut der Ziffer 3 seien deshalb nur solche zusätzlich nötigen Abklärungsm assnahm en ge- eignet, ein m aterielles Verfahren einzuleiten, w elche zur Klärung offener Fragen bezüglich Flüchtlingseigenschaft oder W egw eisungsvollzugshindernissen beitra- gen w ürden. Zusätzliche Abklärungsm assnahm en, w elche nur zur Erhellung der Identität getätigt w erden (z.B. LIN G U A-Analysen, Länderw issenstest, Knochenal- tersanalysen, Echtheitsprüfungen von D okum enten, etc.), seien unter Ziffer 2 zu subsum ieren. Abschliessend w ird festgehalten, dass bei einem N ichteintreten in einem zw eiten Schritt im m er zu prüfen sei, ob der Vollzug der W egw eisung zulässig, zum utbar und m öglich sei. W erde vom BFM die U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit oder U n- m öglichkeit des W egw eisungsvollzugs festgestellt, so w erde die vorläufige Aufnah- m e angeordnet, w om it dieser G rundsatz durch die Teilrevision des Asylgesetzes unverändert bleibe. 5.4.5 5.4.5.1 In den parlam entarischen Beratungen w urde der Antrag einer M inderheit, w el- che an Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in der bisherigen Fassung vom 26. Juni 1998 festhalten w ollte, abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt w urde der Eventualantrag R uey, w elcher darauf abzielte, in Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG gesetzlich zu verankern, dass Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht zur Anw endung gelange und som it auf das Asylgesuch einzutreten sei, "w enn H inw eise auf eine Verfolgung vorliegen, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw eisen" (vgl. AB 2005 N 1172). 5.4.5.2 Bezug nehm end auf die Einw ände, die w ährend der parlam entarischen Beratun- gen gegen die vorgeschlagenen Änderungen erhoben w urden, erläuterte der Vor- steher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ents (EJPD ): "Im Zw eifel - w enn m an nicht sofort m erkt, dass klare Tatbestände vorliegen, dass er ohne Verschulden keine Papiere hat - w ird er ins Verfahren aufgenom m en, und dann braucht es eben Zeit, um abzuklären. [...] D as neue G esetz ist so gem acht, dass kein Flüchtling Angst haben m uss, dass er nicht aufgenom m en w ird, w eil er keine Papiere hat, w eil er sie nicht vorw eisen kann. D as kann ich Ihnen garantieren." (BR Blocher, AB 2005 S 351 f.). 5.4.5.3 Bezüglich des Bew eism asses ergeben sich zum Teil w idersprüchliche Äusse- rungen des Vorstehers des EJPD : "D er W ortlaut des geltenden G esetzes erlaubt es aber, auf ein G esuch nicht einzutreten, w enn die Asylvorbringen offensichtlich, also auf den ersten Blick, unglaubhaft sind, und das auch in einem entsprechen- den G espräch. H err R uey w ill m it seinem Eventualantrag die heutige Praxis in die- ser Beziehung beibehalten, und das ist gerade das U nbefriedigende. D a m uss näm lich derjenige, der m it dem Asylsuchenden verkehrt, quasi die Sache bew ei- sen und glaubhaft m achen. D as kann er gar nicht. Aber der Antragsteller, der kom m t, kann sagen, w oher er kom m t, w arum er ohne Papiere kom m t, aus w el-13 chem Land er ist, w ann er ausgereist ist. D as kann nur dieser andere m achen, nicht die Asylbehörde. D arum ist auch der Antrag R uey abzulehnen, w eil er in Be- zug auf diesen Punkt einfach das geltende R echt beibehalten w ill. Es ist vorgese- hen, dass alle Fälle, in denen jem and keine Papiere hat, das Asylgesuch aber glaubhaft m achen - auch nach einer zw eiten Befragung -, ins Verfahren kom m en, auch w enn noch Abklärungen gem acht w erden m üssen, w eil eine U nklarheit be- steht. N ur dort, w o sich die Vorbringen sofort offensichtlich als unglaubhaft heraus- stellen und der Betreffende nicht glaubhaft m achen kann, w arum er keine Papiere besitzt, w ird nicht auf das G esuch eingetreten." (BR Blocher, AB 2005 N 1169). 5.4.6 D ie im Antrag N r. 12 des Bundesrates vom 25. August 2004 vorgeschlagene neue Version des N ichteintretenstatbestandes w egen Papierlosigkeit w urde im W ortlaut unverändert übernom m en, hingegen w urden die im Entw urf in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG unter den Ziffern 1 bis 3 enthaltenen Ausnahm en in einem neuen Abs. 3 aufgeführt. 5.4.7 Prof. D r. Kay H ailbronner hielt in seinem G utachten vom 10. April 2006 fest, die G enfer Flüchtlingskonvention enthalte keinerlei Bestim m ungen über ein Verfahren zur Prüfung der Flüchtlingseigenschaft oder zur Ü berprüfung des R efoulem ent- Verbots nach Art. 33 FK. Aus der Verpflichtung, Flüchtlinge nicht in ein Verfolger- land zurückzuw eisen oder auszuw eisen, ergebe sich jedoch ein Anspruch auf D urchführung eines fairen Verfahrens, in dem der Flüchtling die M öglichkeit haben m üsse, seine ihm drohende Verfolgungsgefahr geltend zu m achen. D as einzige, durch die G enfer Konvention gew ährte Individualrecht sei das R echt auf Schutz vor Zurückw eisung, Abschiebung oder Ausw eisung in einen Verfolgerstaat. D ie Fairness des Verfahrens sei dann gew ährleistet, w enn der Asylbew erber ausrei- chende M öglichkeiten habe, seine Flüchtlingseigenschaft darzulegen und die Ver- fahrensregeln m it hinreichender W ahrscheinlichkeit die R ichtigkeit der Feststellung über das Bestehen einer Flüchtlingseigenschaft erm öglichen w ürden. D ie neue G esetzesbestim m ung erfülle das Kriterium der Verhältnism ässigkeit. M it ihr könne dem verbreiteten Problem , dass zahlreiche Asylsuchende trotz fehlender Asylgrün- de keine Identitätspapiere einreichten, um ihre R ückführung unm öglich zu m achen oder erheblich zu erschw eren, angem essen begegnet w erden. Art. 32 AsylG sei daher geeignet, notw endig und erforderlich (vgl. KAY H AILBR O N N ER , Stellungnahm e zu Art. 32 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 AsylG , in: Jusletter 15. M ai 2006). 5.4.8 In der Em pfehlung an die Stim m berechtigten zur Volksabstim m ung vom 24. Sep- tem ber 2006 vertraten der Bundesrat und das Parlam ent den Standpunkt, die R e- vision sei ein notw endiger Schritt, um die Problem e bei der W egw eisung zu lösen und den M issbrauch im Asylw esen zu bekäm pfen. Bezüglich der Ausnahm eregelung zum N ichteintretenstatbestand w ird festgehal- ten: "R eicht eine asylsuchende Person keinen R eise- oder Identitätsausw eis ein, so w ird das Asylgesuch beschleunigt behandelt. D ies gilt aber nicht, w enn • Asylsuchende aus entschuldbaren G ründen keinen R eise- oder Identitäts- ausw eis vorlegen können, z.B. w eil ihr H eim atstaat sich w eigert, ihnen Papiere auszustellen; • eine Person in ihrem H eim atstaat offensichtlich verfolgt ist und den 14 Schutz der Schw eiz benötigt; • H inw eise auf eine Verfolgung vorliegen, die noch überprüft w erden m üs- sen, z.B. w enn Asylsuchende auf G rund ihrer Erlebnisse im H eim atstaat nicht in der Lage sind, über eine erlittene Verfolgung zu berichten." 5.4.9 Ein "Bürgerliches Kom itee gegen das Asylgesetz" rügte in einem an den Bundes- rat gerichteten Brief vom 25. August 2006, die Erläuterungen zum Asylgesetz im Abstim m ungsbüchlein seien in zentralen Punkten irreführend. U nter anderem w ur- de ausgeführt, ein N ichteintretensentscheid sei ausgeschlossen, w enn "H inw eise auf Verfolgung" vorlägen. M it Schreiben vom 6. Septem ber 2006 nahm en Bundes- präsident Leuenberger und Bundeskanzlerin H uber-H otz Stellung zu dieser Kritik (vgl. ASYL 2006/4, S. 26 f.). M it der Änderung von Art. 32 AsylG w erde der bereits bestehende N ichteintretenstatbestand bei Asylgesuchen ohne Papierabgabe auf G rund der bisherigen Erfahrungen angepasst und präzisiert. D ie neue R egelung sehe vor, dass auf ein Asylgesuch trotz der N ichtabgabe von R eise- und Identitäts- papieren eingetreten w erden m üsse, w enn entschuldbare G ründe dafür bestehen w ürden. Auf ein Asylgesuch w erde zudem eingetreten, w enn bereits auf G rund der zw ingenden ersten Anhörung die Flüchtlingseigenschaft festgestellt w erde. So- dann sei auf ein Asylgesuch einzutreten, w enn sich auf G rund der Anhörung erw ei- se, dass w eitere Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei- nes W egw eisungsvollzugshindernisses notw endig seien. D iese Verpflichtung zur Abklärung der Flüchtlingseigenschaft bei H inw eisen auf eine Verfolgung ergebe sich aus der FK, die auch bei einer N ichtabgabe von R eise- oder Identitätspapie- ren oder bei anderen N ichteintretenstatbeständen zu beachten sei. Bund und Kan- tone seien bei der Ausarbeitung und Anw endung von G esetzen verpflichtet, das Völkerrecht zu beachten (Art. 5 Abs. 4 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 5.4.10 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass sich auf G rund der M aterialien kein abschliessendes Bild erkennen lässt, w ann das ordentliche Verfahren durch- zuführen sei. Auf die einzelnen zu berücksichtigenden Aspekte w ird nachfolgend unter E. 5.6 zurückzukom m en sein. 5.5 R echtsnorm en sind sodann auch im Lichte ihrer Verfassungs- und Völkerrechts- konform ität zu betrachten. In diesem Sinne sind vorliegend verschiedene Prinzipien und G rundsätze relevant. So ist zum einen Voraussetzung eines funktionierenden R echtsstaates die G arantie eines fairen Verfahrens. Ausserdem verpflichtet sich die Schw eiz in ihrer Bundesverfassung (Art. 25 BV) und m it der Eingehung völkerrechtlicher Verträge (FK, Ü bereinkom m en vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105], EM R K) Flüchtlinge nicht in einen Staat auszuschaffen oder auszuliefern, in dem sie verfolgt w erden, und niem anden in einen Staat auszuschaffen, in dem ihm Folter oder eine andere Art grausam er und unm enschlicher Behandlung oder Strafe droht (vgl. Art. 25 Abs. 2 und 3 BV). D ie Anw endung der neuen Bestim m ungen von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG hat sich an diesen Verfassungsbestim m ungen, m ithin an der G arantie des fairen Verfahrens und den völkerrechtlichen Prinzipien des N on-refoulem ent (vgl. Art. 33 FK) und des Folterverbotes (Art. 3 FoK und Art. 3 EM R K) zu orientieren. G rundsätzlich m uss im Asylverfahren garantiert w erden, dass der Flüchtling seine 15 ihm drohende Verfolgungsgefahr ausreichend darlegen kann und eine hinreichen- de Prüfung der Vorbringen gesichert bleibt (vgl. KÄLIN , a.a.O ., S. 3 ff.; H AILBR O N N ER , a.a.O .). In Bezug auf die M öglichkeit des Vorbringens von Verfolgungsgefahr ist vorliegend festzustellen, dass die Asylsuchenden die gleichen R echte zur Anhörung haben, unabhängig davon, ob das Verfahren m it einem N ichteintretens- entscheid gem äss der genannten Bestim m ung oder im ordentlichen Verfahren abgeschlossen w ird. Aus dieser Sicht scheint ein m aterieller Entscheid über die Flüchtlingseigenschaft oder W egw eisungsvollzugshindernisse im R ahm en des N ichteintretens nicht ausgeschlossen. H ingegen ergeben sich im vorinstanzlichen w ie im Beschw erdeverfahren verkürzte Fristen im Falle des N ichteintretens, denen gebührend R echnung getragen w erden m uss. D er vorinstanzliche Entscheid ist innert zehn Tagen zu treffen (Art. 37 AsylG ), die Beschw erde ist innert fünf Arbeitstagen einzureichen (Art. 108a AsylG ) und die Beschw erdeinstanz hat innert fünf Arbeitstagen beziehungsw eise sechs W ochen (Art. 109 AsylG ) zu ent- scheiden. Im vorgegebenen Zeitrahm en scheint eine m aterielle Prüfung eines Verfolgungsrisikos nur beschränkt m öglich. D as heisst, ein Verfolgungsrisiko kann im vorgegebenen beschleunigten Verfahren w ohl nur dann m it hinreichender W ahrscheinlichkeit ausgeschlossen w erden, w enn angesichts der O ffenkundigkeit der U nglaubhaftigkeit, der Asylrelevanz oder der fehlenden Vollzugshindernisse eine sum m arische Prüfung genügt. Eine eingehende Auseinandersetzung m it Fluchtgründen oder W egw eisungsvollzugshindernissen scheint hingegen ange- sichts der verkürzten Verfahrensfristen verfassungs- und völkerrechtlich problem a- tisch. 5.6 Im R ahm en der teleologischen Auslegung ist nun unter Einbezug der bisherigen Erw ägungen der w ahre Sinngehalt der zu beurteilenden R egelung zu erm itteln. D abei w ird w ie bereits ausgeführt auf die der R echtsnorm zugrundeliegenden Zw eckvorstellungen nach den Vorgaben des G esetzgebers und die von diesem erkennbar getroffenen W ertentscheidungen abgestellt. D em W illen des G esetz- gebers und dessen W ertentscheidungen kom m t dabei grosse Bedeutung zu, da es sich vorliegend um einen sehr jungen Erlass handelt. 5.6.1 Auf G rund der dargestellten Entstehungsgeschichte w ird zunächst deutlich, dass dem Aspekt der R echtssystem atik ein nur noch sehr kleiner Stellenw ert beige- m essen w urde, zum al der N ichteintretensentscheid im m er w ieder m it dem "beschleunigten Verfahren" gleichgesetzt w urde. Es entsteht der Eindruck, der G esetzgeber habe w eniger das Konzept des "N ichtbehandelns eines G esuchs, in- dem gar nicht darauf eingetreten w ird" im Auge gehabt, sondern vielm ehr ein "schnelles Verfahren" m it kürzeren Fristen - ein Sum m arverfahren - angestrebt (vgl. Erläuterungen des Bundesrates zur Abstim m ung vom 24. Septem ber 2006). Es scheint dem nach beabsichtigt gew esen zu sein, ein m aterielles Sum m arverfah- ren m it kürzeren Verfahrensfristen unter dem Titel des N ichteintretens einzuführen. D em G esetzgeber ist es grundsätzlich unbenom m en, eine solche R egelung zu treffen (vgl. E. 5.2). Voraussetzung ist allerdings, dass m it einem solchen Vorge- hen die G arantie eines fairen Verfahrens nicht verletzt w ird. D er Asylsuchende m uss einerseits die M öglichkeit haben, seine Verfolgungsgefahr darzulegen, und diese Vorbringen m üssen hinreichend geprüft w erden können. D iese Bedingungen sind vorliegend dann erfüllt, w enn sich die m aterielle Prüfung auf eine sum m arische beschränkt (vgl. E. 5.5). Aus rechtssystem atischer w ie auch aus ver-16 fassungs- und völkerrechtlicher Sicht ist es dam it bei den vorgegebenen Ver- fahrensabläufen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, einen sum m arischen m ate- riellen Entscheid im R ahm en eines N ichteintretensentscheides vorzusehen. D ies bedeutet zw ar eine Abkehr von der nach bisheriger Praxis üblichen Betrachtungs- w eise, dass die Flüchtlingseigenschaft nicht G egenstand eines N ichteintretens- entscheides bildet, zum al aus gesetzgeberischer Sicht gegenüber der neu getroffenen R egelung durchaus gew isse Vorbehalte angebracht w erden können. Aus vorstehenden Ü berlegungen ist es indessen durchaus zulässig, auf das Asylgesuch nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht einzutreten und diesen Entscheid m it der Feststellung zu verbinden, der G esuchsteller erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht. 5.6.2 Es w urde sodann im Entstehungsprozess der Bestim m ung im m er w ieder darauf hingew iesen, die Bestim m ung diene der M issbrauchsbekäm pfung. So gebe eine M ehrheit der Asylsuchenden keine am tlichen Identitätspapiere ab oder m ache fal- sche Angaben zur H erkunft und Person, um die W egw eisung nach einem abge- lehnten Asylentscheid hinauszuzögern. Bei negativem Entscheid könnten die Be- hörden die Asylsuchenden deshalb nicht in den H eim atstaat zurückbringen. D ie N ichtabgabe von Identitätspapieren dürfe nicht belohnt w erden. Zu beachten ist dabei, dass das N ichteintreten keine direkte W irkung auf die konkret zu vollziehen- de W egw eisung hat. Vielm ehr verursacht der W egw eisungsvollzug bei fehlenden Identitätspapieren die gleichen Problem e, unabhängig davon, ob das Asylgesuch im ordentlichen Verfahren abgelehnt oder ob auf das G esuch nicht eingetreten w urde. H ingegen w ird das Verfahren insbesondere durch die kürzeren Beschw er- de- und Verfahrensfristen im Vergleich zum ordentlichen Verfahren deutlich ver- kürzt. Ausserdem haben Personen m it einem N ichteintretensentscheid zurzeit noch anders als Personen, deren Asylgesuch im ordentlichen Verfahren abgew ie- sen w urde, keinen Anspruch auf Fürsorgeleistungen m ehr - ein U nterschied, der allerdings m it der Inkraftsetzung der neuen Bestim m ungen ab Januar 2008 entfällt. Langfristig bleibt dam it nur der U nterschied der kürzeren Verfahrensfristen. D ieser N achteil sollte einen entscheidenden Anreiz schaffen, dass m ehr Asylsuchende Identitätsdokum ente einreichen. Es versteht sich dabei nach den Vorstellungen des G esetzgebers von selber, dass dem Zw eck des Anreizes, Identitätspapiere einzureichen und dam it den W egw ei- sungsvollzug zu erleichtern, um so besser gedient ist, je grösser das R isiko für ei- nen Asylsuchenden ist, dass auf sein G esuch nicht eingetreten w ird. D ies w äre dann der Fall, w enn eine abschliessende m aterielle Prüfung in allen Fällen m öglich w äre und bei fehlender Flüchtlingseigenschaft ein N ichteintreten die Folge w äre (vgl. Antrag N r. 12 des Bundesrates, der dies vorsah). Auf der anderen Seite w oll- te m an aber gem äss den diesem Antrag folgenden D iskussionen im Parlam ent auch der G efahr R echnung tragen, dass gerade w egen der verkürzten Fristen eine tatsächlich verfolgte Person nicht rechtzeitig als Flüchtling erkannt und auf deren G esuch nicht eingetreten w ürde. D ieser G efahr w äre am sichersten begegnet, w enn der N ichteintretensentscheid ausgeschlossen w äre, sobald H inw eise auf Verfolgung vorlägen, die sich nicht von vornherein als offensichtlich haltlos erw ie- sen. D ies w ürde der bisherigen Praxis entsprechen. 5.6.3 N un w ird allerdings aus der Entstehungsgeschichte deutlich, dass der G esetzge- ber eine gew isse Verschärfung gegenüber der bisherigen R echtsnorm beabsichtig-17 te. Eine Verschärfung w urde in Bezug auf verschiedene Teilaspekte diskutiert: (a) erhöhte Anforderungen an die einzureichenden Papiere und (b) erhöhte Anforde- rungen an das Bew eism ass. D ass eine Verschärfung im Endeffekt nur in Bezug auf die eingereichten D okum ente erreicht w erden sollte, m uss auf G rund der ausführlichen D iskussionen in Bezug auf das Bew eism ass und die entsprechenden Voten als unw ahrscheinlich bezeichnet w erden. Insbesondere aber auch aus der Abw eisung des Eventualantrages R uey ist abzuleiten, dass von dem G rundsatz, dass nur "offensichtlich haltlose H inw eise auf Verfolgung" das N ichteintreten erm öglichen, abgew ichen w erden sollte. D ieser Antrag sah näm lich bei im Ü brigen gleichem G esetzesw ortlaut den Ausschluss des N ichteintretens vor, sobald sich H inw eise auf Verfolgung ergeben, die sich nicht als offensichtlich haltlos erw eisen. Andererseits w ird aus den M aterialien deutlich, dass eben auch keine eingehende m aterielle Prüfung der Vorbringen im R ahm en eines N ichteintretensentscheides gew ünscht w ar. Es w urde im m er w ieder auf das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft hingew iesen und ausdrücklich m ehrfach betont, bei Zw eifeln kom m e das ordentliche Verfahren zum Zuge (vgl. E. 5.4). D em entsprechend ist in den Erläuterungen des Bundesrates zur Abstim m ung - w ohlgem erkt aber nicht im G esetzestext - erneut von "H inw eisen auf Verfolgung" die R ede. Im U nterschied zu den bisher bestehenden N ichteintretenstatbeständen w ird jedoch nicht von "H inw eisen auf Verfolgung, die offensichtlich haltlos sind" gesprochen, sondern von "H inw eisen auf Verfolgung, die noch überprüft w erden m üssen". D ieser Teilaspekt erlangt zentrale Bedeutung, nicht zuletzt auch, w eil sich das Stim m volk auf die Erläuterungen des Bundesrates verlassen durfte. D am it ist zu erm itteln, w as das Stim m volk unter diesem Begriff "H inw eise auf Verfolgung, die noch überprüft w erden m üssen", verstehen durfte. 5.6.4 O bw ohl in den Erläuterungen des Bundesrates zur Abstim m ung der Begriff "H in- w eise auf Verfolgung" gebraucht w ird, der im Zusam m enhang m it den anderen N ichteintretensbestim m ungen im m er als "H inw eise auf Verfolgung, die nicht offen- sichtlich haltlos sind" ausgelegt w ird, ist das Bundesverw altungsgericht der An- sicht, dass sich eine analoge Auslegung vorliegend nicht rechtfertigt. D ies insbe- sondere deshalb nicht, w eil der entsprechende Begriff nicht als R echtsbegriff im G esetzesartikel selber gebraucht w urde, sondern nur in den Erläuterungen und dort auch nicht m it dem Zusatz der offensichtlichen H altlosigkeit, sondern m it dem Zusatz des Bedarfs der Ü berprüfung. Im G esetzestext w ird das N ichteintreten dann ausgeschlossen, w enn "zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flücht- lingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernisses nötig sind". D ass sich das Stim m volk in seinem Verständnis von "nötigen zusätzlichen Abklärungen" auf die entsprechende publizierte Praxis der AR K zur H altlosigkeit von H inw eisen auf Verfolgung bezog, ist dabei nicht w ahrscheinlich. Vielm ehr w ollte der G esetz- geber die entsprechende Bestim m ung auch in Bezug auf das Bew eism ass ver- schärfen, sonst hätte es genügt, dem M inderheitsantrag R uey zuzustim m en. In der bestehenden und vom Stim m volk angenom m enen Fassung ist vielm ehr davon auszugehen, dass der G esetzgeber zunächst einm al die klaren Fälle im Auge hat- te: D as ordentliche Verfahren ist jedenfalls dann vorgesehen, w enn die Flücht- lingseigenschaft offensichtlich w urde - dies in Anlehnung an die entsprechenden Form ulierungen in Art. 38 AsylG (Bst. b). Im U m kehrschluss aus Bst. c von Art. 32 Abs. 3 AsylG geht sodann hervor, dass der G esetzgeber das ordentliche Verfah-18 ren jedoch dann ausschliessen w ollte, w enn offenkundig kein Bedarf für w eitere Abklärungen besteht. D as heisst, w enn die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht besteht - dies w ohl in Anlehnung an Art. 40 AsylG - und offenkundig keine W egw eisungsvollzugshindernisse vorliegen. D abei kann sich die O ffensichtlichkeit der fehlenden Flüchtlingseigenschaft parallel zu Art. 40 AsylG auf die U nglaubhaftigkeit der Vorbringen oder aber auf die fehlende Asylrelevanz (insbesondere Intensität, G ezieltheit oder Aktualität der Verfolgung; unter U m ständen auch Fluchtalternative oder M öglichkeit der Inanspruchnahm e des staatlichen Schutzes bei Verfolgung durch D ritte) beziehen. D er G esetzgeber w ollte alle offensichtlichen Verfahren über den N ichteintretenstatbestand abw ickeln, um eben dem Anreiz, Identitätsdokum ente einzureichen, m öglichst grosses G ew icht zu verschaffen. D em gegenüber w ar m an sich der G efahr der Falschbeurteilung durch die verkürzten Verfahrensfristen und die dadurch bedingte eingeschränkte M öglichkeit der eingehenden Auseinandersetzung m it dem Vorgebrachten offenbar bew usst; jedenfalls sollte gem äss Bst. c im Zw eifelsfall das ordentliche Verfahren zur Anw endung gelangen (vgl. E. 5.4). 5.6.5 Aus dieser Konzeption ergibt sich, dass der G esetzgeber m it Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG ein Sum m arverfahren geschaffen hat, in w elchem über das Be- stehen bzw . das N ichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend m ateriell zu entscheiden ist, sow eit dies im R ahm en einer sum m arischen Prüfung m öglich ist. Einzutreten ist auf das Asylgesuch gem äss Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG dann, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist. Alsdann bleibt im or- dentlichen Verfahren lediglich darüber zu befinden, ob dem Flüchtling Asyl zu ge- w ähren ist oder ob der Asylgew ährung allenfalls Ausschlussgründe (vgl. Art. 49 i.V.m . Art. 52-55 AsylG ) entgegenstehen. N icht einzutreten ist auf das Asylgesuch um gekehrt dann, w enn bereits auf G rund einer sum m arischen Prüfung festgestellt w erden kann, dass die asylsuchende Person offensichtlich nicht Flüchtling ist. Ausgeschlossen vom Asylverfahren bleiben dam it Personen, bei denen die Asyl- gew ährung infolge offensichtlich nicht bestehender Flüchtlingseigenschaft ohnehin von vornherein nicht in Betracht fällt. 5.6.6 Kann auf G rund einer sum m arischen m ateriellen Prüfung nicht abschliessend festgestellt w erden, ob die asylsuchende Person offensichtlich Flüchtling ist oder offensichtlich nicht Flüchtling ist, ist auf das Asylgesuch gestützt auf Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG zw ecks w eiterer, im ordentlichen Verfahren vorzunehm ender Ab- klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft - oder von W egw eisungs- vollzugshindernissen - einzutreten. Einzutreten ist auf das Asylgesuch som it auch dann, w enn die Flüchtlingseigenschaft auf G rund der ersten Anhörung - d.h. ohne w eitere Abklärungen - jedenfalls nicht ausgeschlossen w erden kann und som it die G ew ährung von Asyl in Betracht fallen könnte. O b die Flüchtlingseigenschaft oder die W egw eisungsvollzugshindernisse offenkundig fehlen, bem isst sich nicht zuletzt daran, dass in solchen Fällen in der R egel eine 20-tägige Entscheidungsfrist und die sum m arische Entscheidbegründung genügen m üssen (analog zu Art. 40 AsylG ). H ingegen ist es ausgeschlossen, einen N ichteintretensentscheid zu fällen, w enn das Fehlen der Flüchtlingseigenschaft oder der Vollzugshindernisse eben nicht offenkundig ist, beziehungsw eise w enn zusätzliche Abklärungen jeglicher Art nötig erscheinen oder der Entscheid einer einlässlichen Begründung bedarf. D ies 19 ergibt sich auch aus dem U m kehrschluss zu Art. 40 AsylG und in Anlehnung an Art. 41 AsylG . D er G esetzgeber w ollte dam it sicherstellen, dass insbesondere m it Blick auf das verkürzte Verfahren die G efahr einer vorschnellen falschen Einschätzung einer Situation - in rechtlicher oder in sachlicher H insicht - ausge- schlossen w erden kann (vgl. dazu E. 5.4 und 5.5). Zusätzliche Abklärungen in die- sem Sinne sind also so zu definieren, dass ein N ichteintretensentscheid bereits dann ausgeschlossen ist, w enn w eitere (auch interne) sachliche Abklärungen zum Beispiel zur politischen Lage in einem bestim m ten Land, zur Situation einer be- stim m ten Bevölkerungsgruppe oder zu einem bestim m ten Ereignis nötig w erden; aber auch dann, w enn sich in rechtlicher H insicht Fragen stellen, die nicht ohne w eitere Prüfung beantw ortet w erden können. Solche Abklärungen m üssen nicht zw ingend einen N iederschlag in den Akten finden, vielm ehr ist im R ahm en einer G esam tbetrachtung zu prüfen, ob die Flüchtlingseigenschaft offenkundig und ohne grossen Begründungsaufw and ausgeschlossen w erden kann. D am it w ird sich das Bew eism ass in der Praxis nicht w eit von der offensichtlichen H altlosigkeit von H in- w eisen auf Verfolgung der übrigen N ichteintretenstatbestände entfernen, durch die Anlehnung an Art. 40 AsylG ist aber dennoch von einer gew issen Verschärfung auszugehen, insbesondere auch insofern, als sich die O ffensichtlichkeit auch auf die Asylrelevanz beziehen kann. Allerdings ist in diesem Zusam m enhang darauf hinzuw eisen, dass gem äss dieser Bestim m ung auch der Bedarf w eiterer Ab- klärungen zu W egw eisungsvollzugshindernissen zu einem ordentlichen Verfahren führt. U nter dem hier verw endeten Begriff der W egw eisungsvollzugshindernisse sind auf jeden Fall H indernisse zu verstehen, die die Zulässigkeit des Vollzugs be- schlagen, sollte doch insbesondere dem Prinzip des N on-R efoulem ent R echnung getragen w erden. D as Bew eism ass ist auch hier w iederum bei der O ffenkundigkeit festzum achen. O b unter W egw eisungsvollzugshindernissen parallel zu den übri- gen N ichteintretenstatbeständen auch von M enschenhand ausgehende N achteile oder gar säm tliche Vollzugshindernisse zu verstehen sind, bleibt zu klären. D iese Frage kann vorliegend jedoch offen bleiben, da H inw eise auf eine m ögliche U nzu- lässigkeit, U nzum utbarkeit oder U nm öglichkeit w eder geltend gem acht w erden noch sich aus den Akten ergeben. 5.7 Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass der G esetzgeber im Zusam m enhang m it dem N ichteinreichen von Identitätspapieren in Bezug auf den Prüfungsum fang ge- genüber den übrigen N ichteintretenstatbeständen eine Verschärfung einführen w ollte, um eben dem Anreiz, Identitätspapiere einzureichen, m öglichst grossen D ruck zu verschaffen. Führt eine sum m arische Prüfung zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich erfüllt, ist auf das Asyl- gesuch einzutreten (Bst. b). Führt eine ebenso sum m arische Prüfung im Sinne von Art. 40 AsylG zum Ergebnis, dass der Asylgesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht erfüllt und offenkundig keine W egw eisungsvollzugshindernisse bestehen, w ird auf sein Asylgesuch nicht eingetreten. Ein N ichteintretensentscheid gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG im pliziert som it zw ingend das (offenkundige) Fehlen der Flüchtlingseigenschaft, w as zum indest in der Begrün- dung der Verfügung des BFM ausdrücklich festzuhalten ist. Ausgeschlossen ist das N ichteintreten gem äss Bst. c jedoch in all jenen Fällen, die einer eingehenden Prüfung bedürfen und die nicht sum m arisch begründet w erden können. W eitere Abklärungen in diesem Sinne beziehen sich dem nach auf Sachverhaltsfragen w ie 20 auch auf R echtsfragen. 6. 6.1 In der Beschw erde w ird ausgeführt, die Bestim m ung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG sei völkerrechtsw idrig. D er sich aus der FK ergebende Begriff des Flüchtlings dürfe nicht enger definiert w erden. Eine Bestim m ung, w elche das Ein- treten auf ein Asylgesuch von der Abgabe von Identitätsausw eisen abhängig m ache, dürfe nicht dazu führen, dass Flüchtlinge im Sinne der FK oder Personen, die im Sinne von Art. 3 EM R K und anderer relevanter M enschenrechtsgarantien gefährdet seien, in Verletzung des N on-refoulem ent-Prinzips oder ohne G ew äh- rung des von der FK vorgeschriebenen Schutzes in ihren H eim at- oder H erkunfts- staat zurückgeschickt w ürden. D as Fehlen von Papieren spreche nicht gegen die Flüchtlingseigenschaft. U m Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG völkerrechts- konform anw enden zu können, m üsste die Vorinstanz das Vorliegen von H inw ei- sen auf Verfolgung überprüfen. 6.2 D a für die Frage des N ichteintretens eine sum m arische Prüfung vorzunehm en ist, ob ein Asylgesuchsteller offenkundig die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, und dieser Entscheid in Anbetracht der form ellen, durch das Asylgesetz aufgestellten Bedingungen in einem fairen Verfahren getroffen w ird, erw eist sich ein solcher Entscheid als völkerrechtskonform , w eshalb sich w eitere Ausführungen zu den Einw änden des Beschw erdeführers erübrigen. Zu klären bleibt in diesem Zusam - m enhang, ob auf ein Asylgesuch einzutreten ist, w enn erst auf Beschw erdeebene H inw eise auf Verfolgung eingebracht w erden. D iese Frage kann vorliegend jedoch offen gelassen w erden, da in der R echtsm itteleingabe diesbezüglich nichts vorge- bracht w urde. 7. 7.1 Im vorliegenden Fall führte die Vorinstanz zur Begründung des N ichteintretensent- scheides an, die Vorbringen des Beschw erdeführers seien realitätsfrem d und nicht nachvollziehbar. O bw ohl er die N achfolge seines Vaters nicht habe antreten w ollen und die M itglieder des Schreins ihn seit etw a Juli/August 2006 m it ent- sprechenden D rohungen dazu hätten verpflichten w ollen, sei er bis Anfang N ovem ber 2006 an seinem angestam m ten W ohnsitz geblieben. Selbst nachdem er den Schrein in Brand gesetzt haben w olle, habe er nichts zu seiner eigenen Sicherheit getan und nach dem Besuch der M orgenm esse nach H ause zurückkeh- ren w ollen. N icht einsehbar sei, w eshalb die M itglieder des Schreins die M utter des Beschw erdeführers hätten verschleppen sollen, zum al aus dessen Ausführun- gen hervorgehe, dass er im M ittelpunkt des G eschehens gestanden haben solle und es ein Leichtes gew esen w äre, ihn in dieser Sache zu belangen. D urch die an- gebliche Brandstiftung am Schrein habe er sich einer noch grösseren G efahr aus- gesetzt. 7.2 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass der Beschw erdeführer aus den von der Vor- instanz zutreffend angegebenen G ründen die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht erfüllt. Er w ar beispielsw eise nicht in der Lage, substanziierte Angaben zu den verübten Voodoo-R itualen zu m achen, obschon sein Vater angeblich der C hefpriester des Schreins gew esen sei und ihn jew eils dorthin m itgenom m en habe, um ihn in die R ituale einzuführen. Ebenfalls nicht nachvollziehbar sind seine 21 Schilderungen, w onach er trotz angeblicher Todesdrohungen durch die Schrein- anhänger sich nach der Inbrandsetzung des Schreins nicht unverzüglich, sondern erst "eines m orgens", nach dem Besuch der M orgenm esse, in Sicherheit brachte. Auf dem R ückw eg von der M orgenm esse habe ihm eine Frau erzählt, die Schrein- anhänger hätten seine M utter verschleppt und das H aus angezündet, w orauf er zur Kirche zurückgekehrt sei, dem Pfarrer von dem Vorfall berichtet habe und ihm dieser zur Flucht verholfen habe. Ergänzend zu den festgestellten U ngereim thei- ten in den äusserst unsubstanziierten und realitätsfrem den Vorbringen des Be- schw erdeführers ist festzuhalten, dass es sich bei den geschilderten Ereignissen - unabhängig von deren G laubhaftigkeit - um Ü bergriffe privater D ritter handelt. Bei derartigen Ü bergriffen liegt eine asylrechtlich relevante Verfolgung nur dann vor, w enn der Staat trotz bestehender Schutzpflicht und -fähigkeit den erforderlichen Schutz nicht gew ährt. D en Akten ist nicht zu entnehm en, dass der Beschw erdefüh- rer die Behörden um Schutz ersuchte, w eshalb den Sicherheitsbehörden kein m angelnder Schutzw ille vorgew orfen w erden kann. Zudem liegen keine Anhalts- punkte vor, w onach nicht auch von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit des H ei- m atstaates des Beschw erdeführers ausgegangen w erden kann. D am it sind die geltend gem achten Ü bergriffe - auch unter diesem Aspekt betrachtet - offensicht- lich nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen. In der Beschw erde w ird überdies nichts vorgebracht, w as zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft geeignet w äre. Bei dieser Sachlage erübrigen sich zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines W egw eisungsvollzugshindernis- ses im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG . D as BFM ist som it zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten. 8. 8.1 Tritt das BFM auf das Asylgesuch nicht ein, so verfügt es in der R egel die W eg- w eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). 8.2 D er Beschw erdeführer besitzt w eder eine Aufenthalts- oder N iederlassungsbe- w illigung, noch hat er Anspruch auf die Erteilung einer solchen, w eshalb die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21 E. 9a S. 176). 9. 9.1 Es bleibt zu prüfen, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entge- genstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Voll- zugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des AN AG über die vorläufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). 9.2 In Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen er- w eist sich der Vollzug der W egw eisung als zulässig. Es w urde das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft festgestellt und es sind keine Anhaltspunkte für eine m enschrechtsw idrige Behandlung ersichtlich, w elche dem Beschw erdeführer in seinem H eim at- oder H erkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 AN AG ). 9.3 W eder die in N igeria herrschende politische Situation noch andere G ründe sprechen gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs dorthin. Auch den Akten sind keine Anhaltspunkte zu entnehm en, w onach der Vollzug der W egw ei-22 sung für den Beschw erdeführer in den H eim atstaat unzum utbar w äre. D er junge und gem äss Aktenlage gesunde Beschw erdeführer verfügt über eine Schulbildung und berufliche Erfahrung in der Landw irtschaft, w eshalb nicht davon auszugehen ist, er gerate nach seiner R ückkehr nach N igeria in eine Existenz vernichtende Situation, die als konkrete G efährdung im Sinne der zu beachtenden Bestim m ungen zu w erten w äre (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 9.4 D er Vollzug der W egw eisung ist grundsätzlich als m öglich zu erachten (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), da es Pflicht des Beschw erdeführers ist, sich um die Beschaffung der für die R ückkehr notw endigen R eisepapiere zu bem ühen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ). 10. 10.1 D er Beschw erdeführer beantragt in seiner R echtsm itteleingabe, die Vollzugsbe- hörde sei vorsorglich anzuw eisen, die Kontaktaufnahm e m it dem H eim at- oder H erkunftsstaat sow ie jegliche D atenw eitergabe zu unterlassen. Er begründet dies dam it, dass gem äss Art. 97 Abs. 2 AsylG die Vollzugsbehörden für den W eg- w eisungsvollzug m it dem H eim at- oder H erkunftsstaat zw ecks Papierbeschaffung Kontakt aufnehm en können, w enn in erster Instanz die Flüchtlingseigenschaft ver- neint w urde. In Art. 97 Abs. 1 AsylG , w onach Personendaten nicht bekannt gege- ben w erden dürfen, w enn dadurch eine Person oder ihre Angehörigen gefährdet w ürden, w erde indessen nicht konkretisiert, w ann genau die D atenw eitergabe un- zulässig sei. Stattdessen halte Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der W eg- und Ausw eisung von ausländischen Personen (VVW A, SR 142.281) fest, dass das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft als verneint gelte, w enn das Asylgesuch abgelehnt oder ein N ichteintretensentscheid verfügt w urde. Bei N ichteintretensverfahren finde aber keine m aterielle Prüfung der Flüchtlingsei- genschaft statt, w eshalb diese nicht als "verneint" gelten könne. Zudem w ürden w eder G esetz noch Verordnung Bestim m ungen zum R echtsm ittelw eg vorsehen. Art. 97 Abs. 2 AsylG und Art. 4 VVW A seien sow ohl gesetzes- als auch ver- fassungsw idrig. 10.2 M it vorliegendem U rteil w ird die Beschw erde in Bezug auf die Frage des N ichtein- tretens, der W egw eisung und deren Vollzugs abgew iesen. D am it ist das Be- schw erdeverfahren abgeschlossen, w eshalb sich der Antrag auf Anordnung vor- sorglicher M assnahm en - solche sind ohnehin nur für die D auer des Beschw erde- verfahrens w irksam - als gegenstandslos erw eist. Im vorliegenden Verfahren konnte ohnehin auf die Anordnung vorsorglicher M assnahm en verzichtet w erden, da der Beschw erdeführer in seinen Vorbringen eine G efahr durch D ritte und nicht Schw ierigkeiten m it den heim atlichen Behörden geltend m achte und in Bezug auf eine Kontaktaufnahm e m it den nigerianischen Behörden w eder anlässlich der Be- fragungen noch in der Beschw erde eine G efährdung des Beschw erdeführers oder seiner Angehörigen substanziiert w urde. 11. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 12. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen 23 (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D a die Beschw erde nicht als aussichtslos bezeichnet w er- den kann und auf G rund der Akten von der Bedürftigkeit des Beschw erdeführers auszugehen ist, ist in G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgelt- lichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten. Auf G rund der Abw eisung der Beschw erde sind die Voraussetzungen für eine Parteientschädigung nicht erfüllt (vgl. Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite)24 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird gutgeheissen. 3. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. C ._______) - das H ._______ ad I._______ D ie Abteilungspräsidentin: D ie G erichtsschreiberin: C laudia C otting-Schalch R egula Frey Versand am :