<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00445</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222609&amp;W10_KEY=13045547&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00445</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.08.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz. Es ist nicht ersichtlich, dass sich die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Anordnung der Gewaltschutzmassnahmen (noch) in einer akuten Gefährdungssituation befunden hätte. Dies stellte denn auch die Haftrichterin nicht fest. Vielmehr schloss sie aus den von der Beschwerdegegnerin eingereichten, über ein Jahr alten Fotos, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit körperliche Gewalt ausgeübt habe und dies auch in Zukunft tun werde. Gewaltschutzmassnahmen können jedoch nicht allein auf Zusehen hin und aufgrund früherer Situationen noch zu einem späteren Zeitpunkt darauf rückblickend erlassen werden. Dasselbe gilt selbstredend in Bezug auf die Frage des Fortbestands der Gefährdung bzw. der Verlängerung der Schutzmassnahmen. Von der Haftrichterin nicht behandelt wurde die Frage, ob sich die Beschwerdegegnerin allenfalls aufgrund der Sperrung des Zugriffs auf das Bankkonto in einer unmittelbaren Gefährdungssituation befand. Dies ist indes ohnehin zu verneinen. Zwar kann eine Gewaltbeziehung im Sinn des Gewaltschutzgesetzes auch durch wirtschaftliche Gewalt geprägt sein. Die finanziellen Ängste, die bei der Beschwerdegegnerin zweifelsohne aufgekommen sein dürften, vermögen für sich allein jedoch keine Gewaltschutzmassnahmen zu rechtfertigen. Einerseits verfügt die Schweiz über ein funktionierendes Sozialsystem, andererseits stünde der Beschwerdegegnerin gerade in diesem Zusammenhang der Weg an das Eheschutzgericht offen. Dem Umstand, dass jemandem Geldmittel entzogen werden, kann jedenfalls nicht mithilfe eines Kontakt- oder Rayonverbots begegnet werden (E. 4.1). Gutheissung. Aufhebung der Schutzmassnahmen. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNGSFORTBESTAND">GEFÃHRDUNGSFORTBESTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTAKTVERBOT">KONTAKTVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONVERBOT">RAYONVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNMITTELBARE GEFAHR">UNMITTELBARE GEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE GEWALT">WIRTSCHAFTLICHE GEWALT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZIVILRECHTLICHE STREITIGKEIT">ZIVILRECHTLICHE STREITIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 10 Abs. I GSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58550" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00445</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">31. August 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A,<b> </b>vertreten durch RA B,</p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">C,<b> </b>vertreten durch RA D,</p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerin, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N">und</a></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Stadtpolizei Winterthur,</p> <p class="MsoNormal"><b>Mitbeteiligte, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">C und A sind seit November 2019 verheiratet. Mit VerfÃ¼gung vom 22. Juni 2022 ordnete die Stadtpolizei Winterthur in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG) gegenÃ¼ber A fÃ¼r die Dauer von jeweils 14 Tagen die Wegweisung aus der â derzeit von C allein bewohnten â ehelichen Wohnung in Winterthur, ein Rayonverbot betreffend diese sowie ein Kontaktverbot zu C an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Eingabe vom 23. Juni 2022 ersuchte C die Haftrichterin am Bezirksgericht Winterthur um VerlÃ¤ngerung der von der Polizei angeordneten Schutzmassnahmen um drei Monate. Mit Urteil vom 27. Juni 2022 verlÃ¤ngerte die Haftrichterin sÃ¤mtliche Schutzmassnahmen vorlÃ¤ufig â mithin ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung der Parteien â bis 6. Oktober 2022. Vom Kontaktverbot ausgenommen seien Treffen im Rahmen von gerichtlichen Verhandlungen oder von anderen BehÃ¶rden, zu denen die Parteien vorgeladen wÃ¼rden. Gerichtskosten erhob die Haftrichterin keine, ParteientschÃ¤digungen sprach sie ebenso wenig zu.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>In der Folge erhob A, vertreten durch RA B, mit Eingabe vom 8. Juli 2022 Einsprache und beantragte der Haftrichterin, das Urteil vom 27. Juni 2022 sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von C aufzuheben. Nachdem die Haftrichterin die Parteien am 13. Juli 2022 persÃ¶nlich angehÃ¶rt hatte, verlÃ¤ngerte sie die Schutzmassnahmen mit Urteil desselben Datums definitiv um drei Monate bis 6. Oktober 2022. Vom Kontaktverbot ausgenommen seien Treffen im Rahmen von gerichtlichen Verhandlungen oder von anderen BehÃ¶rden, zu denen die Parteien vorgeladen wÃ¼rden (Dispositivziffer 1). Die Gerichtskosten auferlegte die Haftrichterin A (Dispositivziffer 3). ParteientschÃ¤digungen sprach sie nicht zu (Dispositivziffer 4).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Daraufhin gelangte A, weiterhin vertreten durch RA B, mit Beschwerde vom 25. Juli 2022 an das Verwaltungsgericht und beantragte, die Dispositivziffern 1, 3 und 4 des Urteils der Haftrichterin vom 13. Juli 2022 seien aufzuheben. Mithin sei das VerlÃ¤ngerungsgesuch von C abzuweisen, seien die Gerichtskosten C aufzuerlegen und sei C zu verpflichten, ihm eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Eventualiter sei das Urteil vom 13. Juli 2022 aufzuheben und sei die Sache an die Haftrichterin zur neuen Entscheidung zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von C. Mit Eingaben vom 29. Juli 2022 bzw. 2. August 2022 verzichteten die Stadtpolizei Winterthur bzw. die Haftrichterin darauf, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen. C, nunmehr vertreten durch RA D, beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. August 2022 die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von A. Dem Wunsch von A bzw. seines Vertreters entsprechend, stellte das Verwaltungsgericht diese Eingaben den Parteien erst mit StempelverfÃ¼gung vom 12. August 2022 (Versand am 15. August 2022) zur Stellungnahme zu. Mit Schreiben vom 17. August 2022 verzichtete die Stadtpolizei Winterthur erneut auf Vernehmlassung. Am 25. August 2022 reichte der Vertreter von A seine Honorarnote ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Haftrichterin oder des Haftrichters in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 und Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Da dem vorliegenden Fall keine solche Bedeutung zukommt, ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Massnahmen, die sich auf das Gewaltschutzgesetz stÃ¼tzen, werden im Ã¶ffentlichen Interesse zum Schutz gefÃ¤hrdeter Personen und zur Entspannung einer hÃ¤uslichen Gewaltsituation angeordnet (statt vieler VGr, 29. Dezember 2021, VB.2021.00822, E. 2.1; BGE 134 I 140 E. 2). HÃ¤usliche Gewalt liegt vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird. Dies kann namentlich durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt der Fall sein (§ 2 Abs. 1 lit. a GSG). Liegt hÃ¤usliche Gewalt vor, stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). So kann die Polizei die gefÃ¤hrdende Person aus der Wohnung oder dem Haus weisen, ihr untersagen, von der Polizei bezeichnete, eng umgrenzte Gebiete zu betreten, und ihr auch verbieten, mit den gefÃ¤hrdeten und diesen nahestehenden Personen in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen (§ 3 Abs. 2 lit. aâc GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdende Person kann ein Gesuch um gerichtliche Beurteilung stellen (§ 5 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdete Person ihrerseits kann beim Gericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses entscheidet innert vier Arbeitstagen Ã¼ber solche Gesuche (§ 9 Abs. 1 GSG). Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und fordert unverzÃ¼glich die polizeilichen Akten und, sofern ein Strafverfahren eingeleitet wurde, jene der Strafuntersuchung an. Auf Verlangen des Gerichts nehmen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zum Gesuch Stellung (§ 9 Abs. 2 GSG). Das Gericht hÃ¶rt die Gesuchsgegnerin oder den Gesuchsgegner nach MÃ¶glichkeit an. Es kann auch eine AnhÃ¶rung der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anordnen (§ 9 Abs. 3 SÃ¤tze 1 und 2 GSG). Das Gericht weist das Gesuch um Aufhebung der Schutzmassnahmen ab oder heisst das VerlÃ¤ngerungsgesuch gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG). Dabei entscheidet es vorlÃ¤ufig, wenn die Gesuchsgegnerin oder der Gesuchsgegner nicht angehÃ¶rt worden ist, und setzt dieser bzw. diesem eine Frist von fÃ¼nf Tagen an, um gegen den Entscheid Einsprache zu erheben (§ 10 Abs. 2 GSG; § 11 Abs. 1 GSG). Die gerichtlich verfÃ¼gten Schutzmassnahmen dÃ¼rfen insgesamt drei Monate nicht Ã¼bersteigen (§ 6 Abs. 3 GSG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Im Zusammenhang mit der VerlÃ¤ngerung bzw. NichtverlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen steht der Haftrichterin bzw. dem Haftrichter ein relativ grosser Beurteilungsspielraum zu. Zum einen kann sie bzw. er sich im Rahmen der persÃ¶nlic</span>hen AnhÃ¶rung der Parteien einen umfassenden Eindruck von der Situation machen, wÃ¤hrend das Verwaltungsgericht aufgrund der Akten zu entscheiden hat. Zum anderen greift Letzteres nur im Fall von Rechtsverletzungen im Sinn von <span>§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und lit. b VRG</span> ein, nicht aber bei blosser Unangemessenheit. Ferner genÃ¼gt wie erwÃ¤hnt bereits die Glaubhaftmachung des Fortbestands einer GefÃ¤hrdung. Demnach rechtfertigt sich seitens des Verwaltungsgerichts eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der Beurteilung der vorinstanzlichen WÃ¼rdigung (VGr, 11. MÃ¤rz 2022, VB.2022.00087, E. 2.4; 29. Dezember 2021, VB.2021.00822, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Mitbeteiligte begrÃ¼ndete die Anordnung der Schutzmassnahmen damit, dass sich die Beschwerdegegnerin am 20. Juni 2022 telefonisch bei ihr gemeldet habe. Sie sei vÃ¶llig aufgelÃ¶st gewesen und habe angegeben, dass ihr der BeschwerdefÃ¼hrer verschiedene Dinge entwendet und das gemeinsame Bankkonto leergerÃ¤umt habe. Zudem mache er sie seit Langem psychisch fertig. Aus der Einvernahme mit der Beschwerdegegnerin habe sich ergeben, dass mit der Leerung des Bankkontos durch den BeschwerdefÃ¼hrer ein zivilrechtliches Problem im Raum stehe und auch strafrechtlich "etwas vorgefallen" sei. Die Beschwerdegegnerin habe gegen den BeschwerdefÃ¼hrer Strafantrag wegen Ehrverletzung und TÃ¤tlichkeiten gestellt, da er ihr zuletzt im April 2022 mit der Faust gegen den Kopf geschlagen habe, was zu einem blauen Fleck hinter dem Ohr gefÃ¼hrt habe. In Bezug auf die Ehrverletzung habe sich der letzte Vorfall am 5. Juni 2022 zugetragen, als sie der BeschwerdefÃ¼hrer mit "Hure", "Hexe" bezeichnet und zu ihr "Du bist nichts" und "Du bist dumm" gesagt habe. Weiter habe die Beschwerdegegnerin angegeben, dass sie Angst vor dem BeschwerdefÃ¼hrer habe, da er sie seit Jahren psychisch misshandle und noch einen SchlÃ¼ssel zur gemeinsamen Wohnung besitze. Er komme unangemeldet vorbei, beschimpfe sie und sage ihr immer wieder, dass er sie zurÃ¼ck ins Ausland schicke. Zwar stelle der "finanzielle Aspekt" â so die Mitbeteiligte â "eine zivilrechtliche Angelegenheit" dar, jedoch habe der BeschwerdefÃ¼hrer die Konti mit dem gemeinsamen Geld komplett leergerÃ¤umt und gesperrt. Die Beschwerdegegnerin stehe nun ohne finanzielle Mittel alleine da, sie habe keinen Zugriff auf die Konti und kÃ¶nne die Debitkarte nicht mehr benutzen. Da weitere VorfÃ¤lle von Gewalt nicht auszuschliessen seien, sei die Beschwerdegegnerin schutzbedÃ¼rftig.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Die Haftrichterin erwog im Urteil vom 13. Juli 2022, es sei unstrittig, dass die Beschwerdegegnerin den BeschwerdefÃ¼hrer am 6. Juni 2022 nicht in die Wohnung gelassen habe, wobei die Parteien unterschiedliche ErklÃ¤rungen dafÃ¼r hÃ¤tten. Diejenige der Beschwerdegegnerin, wonach sie mit dem BeschwerdefÃ¼hrer nicht habe im Beisein seiner Mutter, die vor Ort gewesen sei, diskutieren wollen, kÃ¶nne nicht ohne Weiteres von der Hand gewiesen werden. Nicht relevant sei, wie der BeschwerdefÃ¼hrer den Tag mit seiner Mutter verbracht und in welcher Nacht er wo Ã¼bernachtet habe. Relevant sei hier einzig, dass es unbestrittenermassen zu einem Konflikt zwischen den Parteien gekommen sei. Was dessen Ursache gewesen sei, kÃ¶nne hingegen offenbleiben. Unstrittig sei auch, dass die Beschwerdegegnerin den BeschwerdefÃ¼hrer am 17. Juni 2022 an dessen Arbeitsplatz aufgesucht habe. Die unterschiedlichen Darstellungen der Parteien, worum es dabei gegangen sei und wer was gesagt und gewollt habe, zeige einzig, dass sie sich in einem tiefgreifenden Konflikt befÃ¤nden. Die Darstellung der Beschwerdegegnerin, weshalb sie den BeschwerdefÃ¼hrer am Arbeitsplatz aufgesucht habe, werde aber dadurch gestÃ¼tzt, dass sie in jenem Zeitpunkt keinen Zugriff mehr auf das vormals gemeinsame Konto gehabt habe, wie dies der BeschwerdefÃ¼hrer selber geltend mache. Zudem erscheine die Darstellung der Beschwerdegegnerin nicht unplausibel, dass sie einen Besuch am Arbeitsplatz als sicherer qualifiziert habe, als den BeschwerdefÃ¼hrer alleine zu treffen. Aus diesem Besuch lasse sich nicht schliessen, die Beschwerdegegnerin hÃ¤tte damals keine Angst vor dem BeschwerdefÃ¼hrer gehabt. Die von diesem eingereichten Fotos belegten nicht, dass die Beschwerdegegnerin ihm gegenÃ¼ber Gewalt ausgeÃ¼bt habe, was die Beschwerdegegnerin ohnehin bestreite. Soweit Ã¼berhaupt klar sei, was darauf abgebildet sei, zeigten die Fotos nur die Beschwerdegegnerin mit einem Pantoffel in der Hand, eine Stange auf einem Bett und wie die Beschwerdegegnerin einen Gegenstand in ihrer Hand aus dem Fenster halte. DemgegenÃ¼ber sei aufgrund der von der Beschwerdegegnerin vorgelegten Fotos ohne Weiteres glaubhaft, dass es in der Vergangenheit zu kÃ¶rperlichen Ãbergriffen des BeschwerdefÃ¼hrers gegen sie gekommen sei. Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreite denn auch nicht, die auf den Fotos ersichtlichen blauen Flecken verursacht zu haben, sondern stelle sich auf den Standpunkt, die Beschwerdegegnerin habe mit der Gewalt angefangen. Es sei damit aber ohne Weiteres davon auszugehen, dass es in der Beziehung in der Vergangenheit zu Gewalt gekommen sei und der BeschwerdefÃ¼hrer Gewalt ausgeÃ¼bt habe, die unter den Begriff von § 2 Abs. 1 lit. a GSG falle. Es liege in der Natur der hÃ¤uslichen Gewalt, dass es sich dabei um wiederkehrende VorfÃ¤lle handle; sei es einmal zu Gewalt gekommen, sei es umso wahrscheinlicher, dass dies wieder geschehe. Dementsprechend sei es irrelevant, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgelegten Fotos bereits Ã¼ber ein Jahr alt seien. Schliesslich sei unstrittig, dass die Beschwerdegegnerin den BeschwerdefÃ¼hrer per SMS beschimpft habe. Damit sei aber nicht widerlegt, dass es umgekehrt auch zu Beschimpfungen gekommen sein kÃ¶nnte. Die SMS zeigten einzig, dass sich die Parteien jedenfalls bis zum 6. Juni 2022 in einem schweren Konflikt befunden hÃ¤tten. Unter diesen UmstÃ¤nden erÃ¼brige sich eine Auseinandersetzung mit ihren weiteren bestrittenen Behauptungen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Weiter erwog die Haftrichterin, es bestÃ¼nden keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass sich die Situation in der kurzen Zeit seit der Anordnung der Schutzmassnahmen vollstÃ¤ndig beruhigt hÃ¤tte. Der Fortbestand der GefÃ¤hrdung sei daher zu bejahen. Eine VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen solle zu einer weiteren Beruhigung der Situation fÃ¼hren und beiden Parteien ermÃ¶glichen, Distanz zu gewinnen und zur Ruhe zu kommen. Da die Parteien bereits getrennt lebten, sie keine gemeinsamen Kinder hÃ¤tten und der BeschwerdefÃ¼hrer eine andere Wohngelegenheit gefunden habe, erscheine der mit der VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen verbundene Eingriff ihm gegenÃ¼ber nicht besonders gravierend. In Anwendung von § 10 Abs. 2 GSG erscheine es daher verhÃ¤ltnismÃ¤ssig, die angeordneten Schutzmassnahmen in BestÃ¤tigung des provisorischen Entscheids vom 27. Juni 2022 vollumfÃ¤nglich um drei Monate, das heisst bis und mit dem 6. Oktober 2022, zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, Gewaltschutzmassnahmen seien "umgehend" anzuordnen. Wenn die Behauptungen der Beschwerdegegnerin zutrÃ¤fen (was bestritten wird), wÃ¤re es zwar unter UmstÃ¤nden im April 2022 gerechtfertigt gewesen, solche Massnahmen anzuordnen. Die Beschwerdegegnerin sei aber erst nach den gemeinsamen Ferien und Ã¼ber zwei Wochen nach der letzten verbalen Auseinandersetzung vom 5. Juni 2022 â mithin am 20. Juni 2022 â zur Polizei gegangen und habe Strafanzeige eingereicht. Die per 22. Juni 2022 angeordneten Schutzmassnahmen hÃ¤tten somit offensichtlich nicht der Deeskalation der verbalen Auseinandersetzung vom 5. Juni 2022 gedient; umso weniger treffe dies auf die VerlÃ¤ngerung der Massnahmen zu. Sodann habe die Beschwerdegegnerin die Polizei offenkundig nur wegen der Sperrung ihres Zugangs zum Bankkonto aufgesucht. Dem Entzug von Geldmitteln kÃ¶nne aber nicht mit einem Kontakt- oder einem Rayonverbot begegnet werden. Entgegen der Haftrichterin habe im Zeitpunkt der Anzeige der Beschwerdegegnerin bei der Polizei keine â erst recht keine akute â GefÃ¤hrdungssituation bestanden. Schutzmassnahmen hÃ¤tten deshalb weder angeordnet noch verlÃ¤ngert werden dÃ¼rfen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.2 </b>Sodann rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer, die Haftrichterin habe die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdegegnerin nicht ansatzweise rechtsgenÃ¼gend Ã¼berprÃ¼ft. Dabei habe die Beschwerdegegnerin immer wieder falsche oder widersprÃ¼chliche Aussagen gemacht â in Bezug auf seinen vermeintlichen Auszug aus der ehelichen Wohnung, die Finanzen, ihre Aufenthaltsbewilligung oder ihre Angst vor ihm. WÃ¤hrend der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft zu machen sei, komme es nicht darauf an, dass es in der Vergangenheit gegebenenfalls zu hÃ¤uslicher Gewalt gekommen sei. Insofern sei sehr wohl relevant, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgelegten Fotos Ã¼ber ein Jahr alt seien. Auch die Anmerkung der Haftrichterin, wonach keine Anhaltspunkte dafÃ¼r bestÃ¼nden, dass sich die Situation in der kurzen Zeit vollstÃ¤ndig beruhigt hÃ¤tte, sei vÃ¶llig absurd. Schliesslich sei der letzte verbale Streit bereits bei der Anordnung der Massnahmen Ã¼ber zwei Wochen zurÃ¼ckgelegen und habe es seit der Trennung keine VorfÃ¤lle mehr gegeben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.3.3 </b>Weiter beanstandet der BeschwerdefÃ¼hrer, die Haftrichterin habe keinerlei AusfÃ¼hrungen zur Dauer der VerlÃ¤ngerung der Massnahmen gemacht. Eine konfliktbelastete Beziehung allein vermÃ¶ge die VerlÃ¤ngerung der Massnahmen um die Maximaldauer aber nicht zu begrÃ¼nden. Sodann sei er nicht zur AnhÃ¶rung der Beschwerdegegnerin zugelassen worden, obwohl gemÃ¤ss § 9 Abs. 3 GSG bloss dafÃ¼r zu sorgen gewesen wÃ¤re, dass er der Beschwerdegegnerin nicht begegne. Ferner habe die Haftrichterin die ErgÃ¤nzungsfragen seines Rechtsvertreters, obwohl sie vor allem die Glaubhaftigkeit der Beschwerdegegnerin betroffen hÃ¤tten, einfach als irrelevant bezeichnet, ohne seinem Rechtsvertreter Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Ãberdies sei seinem Rechtsvertreter â in unverhÃ¤ltnismÃ¤ssiger Weise â auch nicht gestattet worden, bei der Stellung der ErgÃ¤nzungsfragen anwesend zu sein.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die ebenfalls anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin beschrÃ¤nkt sich in der Beschwerdeantwort darauf, die AusfÃ¼hrung des BeschwerdefÃ¼hrers grundsÃ¤tzlich zu bestreiten. Die Haftrichterin habe zutreffend ausgefÃ¼hrt, dass die Ehe und das Zusammenleben konfliktreich gewesen seien, wobei es in der Vergangenheit zu Gewalt gekommen sei. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich der lÃ¤nger vorliegende und am 6. Juni 2022 letztmals eskalierte Konflikt "in der kurzen Zeit" gelegt habe. Nachdem sie und der BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor das Getrenntleben aufnehmen wollten, sei glaubhaft, dass die GefÃ¤hrdung durch hÃ¤usliche Gewalt fortbestehe.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Beschwerde erweist sich als begrÃ¼ndet. Zwar scheint die Beziehung der Parteien schon seit lÃ¤ngerer Zeit belastet und von regelmÃ¤ssigen verbalen und auch handgreiflichen Auseinandersetzungen geprÃ¤gt zu sein, wobei sich die Aussagen der Parteien hinsichtlich der hierfÃ¼r verantwortlichen Person diametral gegenÃ¼berstehen bzw. sie sich gegenseitig die Schuld zuschieben. Wie sich aus den Akten bzw. des zeitlichen Ablaufs ergibt, war der AuslÃ¶ser dafÃ¼r, dass die Beschwerdegegnerin am 20. Juni 2022 die Polizei kontaktierte, jedenfalls die vom BeschwerdefÃ¼hrer offenbar am 15. Juni 2022 veranlasste Sperrung des Zugriffs der Beschwerdegegnerin auf das Bankkonto und nicht die â bis dahin letzte â (verbale) Auseinandersetzung vom 5. Juni 2022, anlÃ¤sslich derer der BeschwerdefÃ¼hrer die Beschwerdegegnerin beschimpft haben soll. Zwischen dieser Auseinandersetzung und der Anordnung der Gewaltschutzmassnahmen verstrichen mehr als zwei Wochen. </p> <p class="Erwgung2">Schutzmassnahmen gemÃ¤ss dem Gewaltschutzgesetz bezwecken, unmittelbare GefÃ¤hrdungssituationen zu entschÃ¤rfen, weshalb sie umgehend â so auch der Gesetzeswortlaut von § 3 Abs. 1 GSG â von der Polizei erlassen werden kÃ¶nnen bzw. mÃ¼ssen. DemgegenÃ¼ber stehen fÃ¼r Situationen, in welchen lÃ¤nger dauernde Massnahmen notwendig sind, vordergrÃ¼ndig die Massnahmen des PersÃ¶nlichkeitsschutzes nach Art. 28b des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) zur VerfÃ¼gung. Je nach Situation kommen auch Eheschutz- oder Kindesschutzmassnahmen sowie allenfalls strafprozessuale Zwangsmassnahmen infrage<span>. </span><span>Die </span>Gewaltschutzmassnahmen <span>zielen ausschliesslich auf eine Deeskalation der Gewaltsituation und dienen â im Unterschied etwa zu gewissen Ehe- oder Kindesschutzmassnahmen â nicht der (mittel- oder lÃ¤ngerfristigen) Gestaltung der Rechtsbeziehungen zwischen den betroffenen Personen. Sie gewÃ¤hren mithin einen sofort notwendigen, durch andere Verfahren nicht garantierbaren Schutz fÃ¼r gefÃ¤hrdete Personen (</span>VGr, 29. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00075, E. 5.2 f.;<span> 10. MÃ¤rz 2015, VB.2014.00713, E. 2.2; </span>Weisung des Regierungsrats des Kantons ZÃ¼rich vom 6. Juli 2005 zum Gewaltschutzgesetz, ABl 2005, <span>S. 762 ff., S. 769 und S. </span>777 f.; <span>Andreas Conne/Kaspar PlÃ¼ss, Gewaltschutzmassnahmen im Kanton ZÃ¼rich, in: Sicherheit &amp; Recht 3/2011<span>, S. 127 ff.</span>). <span>Nur wenig Bedeutung kommt demgegenÃ¼ber dem Gesichtspunkt einer dauerhaften LÃ¶sung der (Beziehungs-)Probleme der involvierten Personen zu (VGr, 8. Juni 2021, VB.2021.00319, E. 5.8).</span></span></p> <p class="Erwgung2"><span>Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass sich die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt der Anordnung der Gewaltschutzmassnahmen (noch) in einer akuten GefÃ¤hrdungssituation befunden hÃ¤tte. Dies stellte denn auch die Haftrichterin nicht fest. Vielmehr schloss sie aus den von der Beschwerdegegnerin eingereichten, Ende Mai/Anfang Juni 2021 aufgenommenen Fotos, dass </span>der BeschwerdefÃ¼hrer in der Vergangenheit kÃ¶rperliche Gewalt ausgeÃ¼bt habe und dies auch in Zukunft tun werde (vorn E. 3.2.1). Gewaltschutzmassnahmen kÃ¶nnen jedoch nicht allein auf Zusehen hin und aufgrund frÃ¼herer Situationen noch zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt darauf rÃ¼ckblickend erlassen werden (VGr, 29. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00075, E. 5.9). Dasselbe gilt selbstredend in Bezug auf die Frage des Fortbestands der GefÃ¤hrdung bzw. der VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen. Selbst wenn also aufgrund der Auseinandersetzung vom 5. Juni 2022 (oder noch weiter zurÃ¼ckliegender VorfÃ¤lle) die â zeitnahe â Anordnung von Gewaltschutzmassnahmen zugunsten der Beschwerdegegnerin angezeigt gewesen wÃ¤re, was hier nicht abschliessend zu beurteilen ist, war der Erlass der fraglichen Massnahmen angesichts der zeitlichen VerzÃ¶gerung bzw. mehr als zwei Wochen spÃ¤ter mangels einer akuten GefÃ¤hrdungssituation in diesem Fall nicht (mehr) gerechtfertigt. Gegen das Vorliegen einer solchen spricht im Ãbrigen auch der Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin in dieser Zeit â <span>ohne Schutzmassnahmen â </span>in der ehelichen Wohnung aufhielt, obwohl der BeschwerdefÃ¼hrer weiterhin Ã¼ber einen SchlÃ¼ssel fÃ¼r diese verfÃ¼gte. </p> <p class="Urteilstext">Von der Haftrichterin nicht behandelt wurde die Frage, ob sich die Beschwerdegegnerin allenfalls aufgrund der Sperrung des Zugriffs auf das Bankkonto am 15. Juni 2022 in einer unmittelbaren GefÃ¤hrdungssituation befand, wovon die Polizei auszugehen schien (vorn E. 3.1). Dies ist indes ohnehin zu verneinen. Zwar kann eine Gewaltbeziehung im Sinn des Gewaltschutzgesetzes auch durch wirtschaftliche Gewalt geprÃ¤gt sein (vgl. Franziska Greber/Cornelia Kranich, HÃ¤usliche Gewalt â Manual fÃ¼r Fachleute, hrsg. von der Interventionsstelle des Kantons ZÃ¼rich gegen HÃ¤usliche Gewalt, 3. A., ZÃ¼rich 2013, S. 103/2 f.). Die finanziellen Ãngste, die bei der Beschwerdegegnerin zweifelsohne aufgekommen sein dÃ¼rften, vermÃ¶gen fÃ¼r sich allein jedoch keine Gewaltschutzmassnahmen zu rechtfertigen. Einerseits verfÃ¼gt die Schweiz Ã¼ber ein funktionierendes Sozialsystem, andererseits stÃ¼nde der Beschwerdegegnerin gerade in diesem Zusammenhang der Weg an das Eheschutzgericht offen. Zu Recht spricht die Polizei insofern denn auch von einer "zivilrechtlichen Angelegenheit". Dem Umstand, dass jemandem Geldmittel entzogen werden, kann jedenfalls nicht mithilfe eines Kontakt- oder Rayonverbots begegnet werden (VGr, 29. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00075, E. 5.7.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Zusammenfassend hÃ¤tte die Haftrichterin die Schutzmassnahmen mangels einer <span>akuten GefÃ¤hrdungssituation und damit auch </span>fortbestehenden GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin im Sinn des Gewaltschutzgesetzes nicht verlÃ¤ngern dÃ¼rfen. Auf die weiteren RÃ¼gen des BeschwerdefÃ¼hrers (vorn E. 3.3.2 f.) muss damit nicht eingegangen werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, und die mit Urteil vom 13. Juli 2022 verlÃ¤ngerten Schutzmassnahmen sind aufzuheben. Die Kosten des haftrichterlichen Verfahrens sind auf die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur zu nehmen (§ 12 Abs. 1 GSG). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b><span>Die Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemÃ¤ss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG; </span>§ 12 Abs. 1 GSG<span>). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr mangels Obsiegens nicht zu. Hingegen hat sie dem BeschwerdefÃ¼hrer eine solche fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG¸</span> § 12 Abs. 2 GSG<span>), </span>wobei sich ein Betrag von Fr. 3'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) fÃ¼r beide Verfahren zusammen als angemessen erweist.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. </p> <p class="Einzug2">Die mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 13. Juli 2022 verlÃ¤ngerten Schutzmassnahmen werden aufgehoben.</p> <p class="Einzug2"> Die vorinstanzlichen Verfahrenskosten sind auf die Kasse des Bezirksgerichts Winterthur zu nehmen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 180.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'380.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils.</p> <p class="Einzug2">5. Der Beschwerdegegnerin wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">7. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Mitbeteiligte;<br/> c) das Bezirksgericht Winterthur;<br/> d) den Regierungsrat.</p> <p class="MsoNormal">Im Namen des Verwaltungsgerichts</p> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter</span>: Der Gerichtsschreiber:</p> <p class="Erwgung2"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Versandt:</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>