200 19 356 IV SCJ/COC/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 12. September 2019 Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Furrer Gerichtsschreiberin Collatz A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 25. März 2019 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 2 Sachverhalt: Der 1982 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) meldete sich am 15. August 2015 unter Hinweis auf einen Morbus Crohn bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be- schwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Da- bei veranlasste sie eine interdisziplinäre (internistische, psychiatrische, rheumatologische, neurologische, neuropsychologische, gastroenterologi- sche) Begutachtung durch die Fachärzte der MEDAS C.________ (MEDAS; Gutachten vom 1. März 2018; AB 76.1). Mit Vorbescheid vom 4. April 2018 (AB 77) stellte die IVB dem Versicherten ab 1. April 2016 bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 43% die Zusprache einer Viertelsren- te, ab 1. März 2017 bei einem IV-Grad von 100% die Zusprache einer gan- zen IV-Rente und ab 1. August 2017 bei einem IV-Grad von 43% die Zu- sprache einer Viertelsrente in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte Einwand (AB 82). Nach Einholung einer Stellungnahme der MEDAS- Gutachter (AB 88.1) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 16. Juli 2018 (AB 89) wiederum ab 1. April 2016 bei einem IV-Grad von 43% die Zuspra- che einer Viertelsrente, ab 1. März 2017 bei einem IV-Grad von 100% die Zusprache einer ganzen IV-Rente und ab 1. August 2017 bei einem IV-Grad von 43% die Zusprache einer Viertelsrente in Aussicht. Damit zeig- te sich der Versicherte abermals nicht einverstanden (AB 93, 95). Nach Rücksprache mit dem RAD (AB 97, 100) verfügte die IVB am 25. März 2019 (AB 107) wie im Vorbescheid angekündigt und sprach ab 1. April 2016 eine Viertelsrente, ab 1. März 2017 ein ganze IV-Rente und ab 1. Au- gust 2017 eine Viertelsrente zu. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 9. Mai 2019 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer halben IV-Rente ab 1. August 2017. Eventualiter wurde die Aufhebung der angefochtenen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 3 Verfügung sowie die Rückweisung zur Durchführung weiterer Abklärungen zur Ermittlung der tatsächlichen Erwerbsfähigkeit beantragt. In der Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2019 schloss die Beschwerdegeg- nerin auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. März 2019 (AB 107). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe- fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 4 Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist vorliegend der grundsätzliche Anspruch auf eine IV-Rente, unter Einschluss der unbestrit- ten gebliebenen Zusprache einer Viertelsrente ab April 2016 und einer ganzen IV-Rente ab März 2017, zu prüfen. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 2.2.1Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän- kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab- wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 2.2.2Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 5 ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün- dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier- ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429). Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest- gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über- wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per- son zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308). 2.3Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.4Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch- führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass- nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits- marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.5Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 6 gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be- urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 2.6Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son- dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 3. 3.1Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh- rers finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 7 3.1.1Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Gastroenterologie und All- gemeine Innere Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 12. September 2016 (AB 30) einen Morbus Crohn (S. 2). Insgesamt leide der Beschwerde- führer unter rezidivierenden Abdominalkrämpfen. Die Entzündungszeichen hätten sich merklich gebessert, weshalb die Prognose gut sein sollte. Fer- ner attestierte der Facharzt eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 3). Der Be- schwerdeführer sollte wieder ein 100%-iges Pensum übernehmen können. Allerdings seien schwere körperliche Arbeiten eher ungünstig, langfristig wäre sicherlich eine Umschulung auf einen Arbeitsplatz mit eher sitzender Tätigkeit sinnvoll (S. 4). 3.1.2Der Beschwerdeführer war vom 10. Januar bis am 7. Februar 2017 in der psychiatrischen Klinik E.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 14. Februar 2017 (AB 38) wurde namentlich eine rezidivierende de- pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychosenaher Sym- ptomatik mit Depersonalisationserleben (ICD-10 F33.3), diagnostiziert (S. 2). Neben den vielen schwer depressiven Symptomen habe der Beschwer- deführer auch über einen fehlenden Filter, eine ausgeprägte Dünnhäutig- keit und eine Reizüberflutung berichtet. Diese psychosenahe Symptomatik habe sich auch darin gezeigt, dass er sich teilweise fremd erlebt, ein ver- ändertes Zeiterleben gehabt und mehrfach den Eindruck gehabt habe, nur ein eingeengtes Sichtfeld wahrzunehmen (S. 3). Durch die installierte Me- dikation habe eine erste Stabilisierung erreicht werden können. Insgesamt sei der Beschwerdeführer beim Austritt weniger depressiv gewesen. Die psychosenahe Symptomatik sei weiterhin vorhanden (S. 4). 3.1.3Vom 7. Februar bis am 7. April 2017 war der Beschwerdeführer in der psychiatrischen Klinik F.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 27. April 2017 (AB 47 S. 2 ff.) wurde namentlich eine rezidivierende de- pressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Sym- ptome (ICD-10 F33.2), diagnostiziert (S. 2). Gegen Ende des Aufenthalts habe sich der klinische Zustand des Beschwerdeführers markant verändert. Dies habe sich durch eine gehobene Stimmung, einen verbesserten An- trieb, eine Wiedererlangung der eigenen Affektivität und eine Abnahme des Grübelns geäussert. Der Beschwerdeführer sei nach zweimonatigem stati- onärem Aufenthalt in deutlich verbessertem Zustand entlassen worden. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 8 Ferner wurde vom 7. Februar bis zum 16. April 2017 eine 100%-ige und vom 17. bis zum 23. April 2017 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (S. 5). 3.1.4Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 13. Dezember 2017 (AB 67) namentlich eine rezidivierende depressive Störung, schwere Episode mit psychosenaher Symptomatik (ICD-10 F33.2), aktuell gebessert aber nicht in Remission. Die Depression habe sich gemäss Angaben des Beschwerdeführers ab Mitte März 2017 rasch gebessert (S. 1). Am 18. April 2017 habe er seine Tätigkeit wieder zu 50% aufgenommen. Mit diesem Pensum sei er am obersten Limit seiner Leistungsfähigkeit. Inwieweit der Morbus Crohn für sich alleine bereits eine zumindest 50%-ige Arbeitsunfähigkeit begründe, sei aus psychiatrischer Sicht nicht zu beurteilen. Die Kombination von Mor- bus Crohn als chronische Erkrankung und der Depression (womöglich mit- verursacht durch die medikamentöse Behandlung des Morbus Crohn) er- gäbe aktuell eine 50% bis 60%-ige Arbeitsunfähigkeit. Mittel- bis langfristig dürfe mit einer Besserung der depressiven Symptomatik gerechnet werden (S. 2). Ferner erachtete der behandelnde Psychiater eine Teilrente von 50% als klar indiziert, wobei eine erneute Beurteilung in zwei Jahren erfol- gen solle (S. 3). 3.1.5Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 1. März 2018 (AB 76.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Morbus Crohn (ICD-10 K59.6), eine rezidivierende depressive Störung mit schwerer Epi- sode (ICD-10 F33.3) zwischen Dezember 2016 und April 2017, gegenwär- tig leichte Episode (ICD-10 F33.0), und ein psychophysischer Erschöp- fungszustand (ICD-10 Z73.0) bei Morbus Crohn und Depression diagnosti- ziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden namentlich ein un- spezifisches intermittierendes zervikales und lumbales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0/M 54.5) und Myalgien im Bereich der lateralen Unterschen- kelmuskulatur beidseits unklarer Ursache (ICD-10 M79.1) aufgeführt (S. 29 f. Ziff. 5.1 f.). Aus internistischer, rheumatologischer und neuropsychologischer Sicht wurden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt (S. 9 Ziff. 3.4, S. 19 Ziff. 4.2.5, S. 27 Ziff. 4.4.5).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 9 Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, nachdem im Februar 2015 ein Morbus Crohn diagnostiziert worden sei, sei es zur aktuellen depressiven Episode gekommen. Gegen Ende 2016 sei der Beschwerdeführer immer stärker in einen depressiven Zustand abgerutscht, der durch schwer de- pressive Merkmale in Form von Appetitverlust, Gefühlen der Wertlosigkeit, Schuldgefühlen, Selbsthass und Suizidgedanken gekennzeichnet gewesen sei. Zudem seien psychosenahe Symptome aufgetreten. Zurzeit habe sich der depressive Zustand aufgehellt und es bestehe aktuell lediglich noch eine leichtgradige depressive Episode. Diese zeichne sich durch eine ge- drückte Stimmungslage, eine psychophysische Erschöpfung und eine Mi- schung zwischen Optimismus und Resignation aus (S. 12 Ziff. 4.1.3). Zwi- schen dem Morbus Crohn und der etwas später einsetzenden depressiven Episode bestünden offensichtliche Wechselwirkungen mit Beeinträchtigung der gesamten psychophysischen Verfassung. Der psychische Zustand des Beschwerdeführers befinde sich in Teilremission, jedoch bestehe eine an- haltende psychophysische Erschöpfung, teils depressionsbedingt, teils be- dingt durch den Morbus Crohn (S. 12 unten). Zwischen Dezember 2016 und April 2017 sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit infolge der schweren depressiven Episode auszugehen. Seither finde eine schrittweise Besserung statt. Zurzeit sei aus psychiatrischer Sicht von einer 30%-igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten auszugehen (S. 13 Ziff. 4.1.5). Aus neurologischer Sicht wurde ausgeführt, beim Beschwerdeführer bestünden seit Herbst 2014 Schmerzen in beiden Waden (S. 23 Ziff. 4.3.4). Aufgrund dieser – pathologisch nicht nachgewiesenen – Unterschenkel- schmerzen beidseits seien ausschliesslich stehend und vor allem gehend auszuübende Tätigkeiten ungünstig. Eine Arbeit sollte – auch unter Berücksichtigung der Rückenproblematik – körperlich leicht bis mittel- schwer sein, vorwiegend sitzend, mehr stehend als gehend aber mit der Möglichkeit zwischendurch abzusitzen. In einer solchen angepassten Tätigkeit bestehe keine Einschränkung (S. 24 Ziff. 4.3.5). Aus gastroenterologischer Sicht wurde ausgeführt, trotz der medikamentö- sen Therapie persistiere eine erhebliche Diarrhoe, obwohl keine wesentli- chen Hinweise auf eine akute Entzündung bestünden. Der Beschwerdefüh- rer behandle die Diarrhoe symptomatisch mit Imodium®, schöpfe aber die Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 10 Dosierungsmöglichkeit nicht aus. Auch sei bisher keine alternative anti- diarrhoische Therapie eingesetzt worden. Körperlich belastende Tätigkeiten seien für den Beschwerdeführer ungeeignet, d.h. für die zuletzt ausgeübte (körperlich regelmässig mittelschwer bis schwer belastende) Tätigkeit als … bestehe eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. In einer angepassten (körper- lich leichten bis nur sehr selten mitteschweren, wechselbelastenden) Tätig- keit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 60%. Dabei müsse der Beschwerde- führer seine Arbeit jederzeit für einen Toilettengang unterbrechen können (S. 28 f. Ziff. 4.5.4 f., S. 31). Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, aufgrund des Morbus Crohn seien alle körperlich regelmässig mittelschweren bis schweren Tätigkeiten und damit auch die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich leichte bis nur sehr selten mittel- schwere, wechselbelastende und qualitativ adaptierte Tätigkeit bestehe seit April 2015 eine maximal 60%-ige, ganztägig verwertbare Arbeits- und Leis- tungsfähigkeit bei erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf. Dabei würden sich die Einschränkungen aus somatischer und psychiatrischer Sicht er- gänzen und nicht addieren, da die gleichen Zeitabschnitte für Pausen und Erholung genutzt werden könnten. Zudem habe aufgrund der psychiatri- schen Erkrankung zwischen Dezember 2016 bis April 2017 eine vollständi- ge Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten bestanden (S. 31 ff. Ziff. 6.2 f.). 3.1.6Auf Empfehlung des RAD (AB 86) nahmen die MEDAS-Gutachter am 19. Juni 2018 zu den einwandweise erhobenen Vorbringen Stellung (AB 88.1). Die Beurteilung von Prof. Dr. med. D.________, dass (aus gastroenterologischer Sicht) eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bestehe, stam- me aus dem Jahr 2016 mit dem damaligen Hinweis, dass eine volle Ar- beitsfähigkeit wieder erreicht werden sollte. Sowohl der behandelnde Facharzt wie auch der MEDAS-Gutachter hätten sich bei ihrer Beurteilung im Wesentlichen auf die angenommene Stuhlfrequenz aufgrund der chro- nisch entzündlichen Darmerkrankung gestützt. Dies seien primär subjektive Angaben, die in der Plausibilität teilweise schwierig abzuschätzen seien. Übereinstimmend mit Prof. Dr. med. D.________ sei die Stuhlfrequenz als gegeben erachtet worden. Möglicherweise durch den vollzogenen Medika-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 11 menten-Wechsel sei eine Reduktion der Stuhlfrequenz gemäss anamnesti- schen Angaben aufgetreten, sodass eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit plausibilisierbar sei (S. 1). Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit habe sich die klare Aussage ergeben, dass eine leichte bis mässiggradige Verbesserung ge- genüber 2016 eingetreten sei. Somit sei eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar. Die Einschätzung des behandelnden Psychiaters, der von einer gebesserten Situation, aber nicht von Remission der rezidivierenden depressiven Störung schreibe, weiche nicht wesentlich von der Beurteilung einer leichten depressiven Episode im MEDAS-Gutachten ab. Dabei sei auch ein psychophysischer Erschöpfungszustand miteinbezogen worden. Deshalb sei aus psychiatrischer Sicht auch eine relativ hohe Einschrän- kung von 30% zuerkannt worden. Eine höhere Einschränkung könne auf- grund der vorliegenden Befundlage nicht bestätigt werden (S. 2). 3.1.7Dr. med. G.________ führte im Bericht vom 7. September 2018 (AB 93 S. 17 f.) aus, der Beschwerdeführer habe ab März 2018 eine neue 50% Stelle angetreten. Dabei habe er feststellen müssen, dass er nach drei bis vier Stunden Arbeit am Limit sei und sich danach für zwei bis drei Stun- den schlafen legen müsse. Aufgrund bestehender Existenzängste und Kon- flikte mit der Partnerin sei der Beschwerdeführer im April 2018 in eine schwere Krise geraten (S. 17). Daraufhin habe er sich deutlich depressiver, mit passiven Suizidgedanken und stimmungsmässig auf viel tieferem Niveau, präsentiert. Ferner habe ihn im Juli 2018 der Herzinfarkt des Stief- vaters erschüttert. Der aktuelle Befund entspreche einer mittelgradigen depressiven Episode, welche seit April 2018 auf recht konstantem Niveau sei. Weiter gab der behandelnde Psychiater an, er habe den Beschwerde- führer über die ganze Zeit zwischen 40% und 50% arbeitsfähig einge- schätzt und sich dabei insbesondere auf die subjektiven Angaben des Be- schwerdeführers gestützt. Die Vielzahl der Termine sowie das inzwischen detaillierte Kennen der Persönlichkeit liessen aber keine Zweifel an den berichteten Angaben aufkommen. Zudem sei der psychophysische Er- schöpfungszustand deutlich höher als es bei einer leichten depressiven Episode alleine der Fall wäre. Abschliessend hielt der behandelnde Psych- iater an seiner Beurteilung, dass dem Beschwerdeführer ab August 2017 nicht eine Viertelsrente, sondern eine halbe IV-Rente zugesprochen wer- den müsse, fest (S. 18).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 12 3.1.8Prof. Dr. med. D.________ führte im Bericht vom 13. September 2018 (AB 95 S. 2) aus, im Zusammenhang mit dem Morbus Crohn bestehe unter den therapeutischen Massnahmen eine einigermassen stabile Situa- tion. Komplizierend komme hinzu, dass der Beschwerdeführer zudem unter einer psychischen Problematik leide. Dieser versichere glaubhaft, dass er nach einem Arbeitspensum von 50% unglaublich erschöpft sei und erst ins Bett müsse, um sich regenerieren zu können. In den letzten Monaten sei der Beschwerdeführer mehrfach psychisch sehr auffällig gewesen und ha- be zum Teil auch stationär behandelt werden müssen. Aktuell sei eine Tätigkeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt von mehr als 50% nicht machbar. Langfristig könne diese eventuell auch erhöht werden, wobei dies eher im geschützten Rahmen geschehen müsse. 3.1.9Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, wies im Aktenbericht vom 23. Oktober 2018 (AB 97) – wie bereits in der Stellungnahme vom 6. Juni 2018 (AB 86 S. 3) – auf eine (angebliche) Diskrepanz in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten hin. Die Gutachter hätten die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, dass er in der Lage sei, ein 50%-iges Arbeitspensum zu erbringen, als durchaus realistisch bezeichnet. Gleichzeitig seien sie zum Schluss gekommen, dass in einer angepassten Tätigkeit eine 60%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Hierzu sei nochmals eine Stellungnahme der MEDAS-Gutachter einzuholen (S. 2). Weiter führte die RAD-Ärztin aus, es sei erstaunlich und widersprüchlich, dass der Beschwerdeführer trotz der von Dr. med. G.________ im Bericht vom 7. September 2018 beschriebenen diagnostischen Progression der depressiven Störung seit März 2018 ein unverändertes Arbeitspensum ab- solviere. Zudem werde die Progression der depressiven Symptomatik als sehr abhängig von psychosozialen Belastungsfaktoren (Enttäuschung über das Ausmass der IV-Rente, Konflikte mit der Partnerin, Trennung von der Partnerin, Umstände des Versterbens des Vaters) dargestellt. Darüber hin- aus impliziere die Benennung des Ausmasses der Rente durch den behan- delnden Psychiater, dass dieser sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit nicht von medizinisch-theoretischen, sondern von rein wirtschaftlichen Überlegungen des Beschwerdeführers habe leiten lassen. Zur weiteren Klärung des seit April 2018 bestehenden funktionellen Status sei Dr. med. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 13 G.________ aufzufordern, eine Auflistung der psychiatrischen Medikation seit Januar 2018 einzureichen (S. 3). Am 22. November 2018 nahm die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ noch- mals Stellung (AB 100) und hielt an ihren bisherigen Ausführungen fest. 3.2Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 3.3Die Beschwerdegegnerin hat sich vorab auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 1. März 2018 (AB 76.1) samt Stellungnahme vom 19. Juni 2018 (AB 88.1) gestützt. Die Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkun- gen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun- gen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 14 stand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten vom 1. März 2018 (AB 76.1) samt Stellungnahme vom 19. Juni 2018 (AB 88.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini- schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ausführlich begründet, dass der Beschwerdeführer (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) an einem Morbus Crohn, einer rezidi- vierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, und einem psychophysischen Erschöpfungszustand leidet (AB 76.1 S. 29 f. Ziff. 5.1). Weiter haben die Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass dem Be- schwerdeführer die angestammte Tätigkeit als ... nicht mehr zumutbar ist. Zudem haben sie schlüssig begründet, dass eine angepasste leichte bis nur selten mittelschwere Tätigkeit (wechselbelastend, vorwiegend sitzend, mehr stehend als gehend aber mit der Möglichkeit zwischendurch abzusit- zen, mit der Möglichkeit die Arbeit jederzeit für einen Toilettengang zu un- terbrechen) seit Mai 2017 (vgl. E. 3.5 hiernach) zu 60% zumutbar ist (Ar- beits- und Leistungsfähigkeit von 60%, vollschichtig umsetzbar). Dabei wurde die Leistungsminderung plausibel mit dem erhöhtem Pausen- und Erholungsbedarf insbesondere aufgrund der erhöhten Stuhlfrequenz erklärt (S. 24 Ziff. 4.3.5, S. 29 Ziff. 4.5.5, S. 31 f. Ziff. 6.2, vgl. auch AB 88.1 S. 1 f.). Soweit die RAD-Ärztin Dr. med. H.________ im Aktenbericht vom 23. Ok- tober 2018 (AB 97) – wie auch in der Stellungnahme vom 6. Juni 2018 (AB 86 S. 3) – geltend macht, dass die (interdisziplinäre) Einschätzung einer 60%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Widerspruch stehe mit der Schlussfolgerung der Gutachter, dass die Selbsteinschätzung des Be- schwerdeführers, dass er 50% arbeitsfähig sei, realistisch sei, vermag dies – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 5) – am Beweis- wert des MEDAS-Gutachtens nichts zu ändern. Wie bereits die Beschwer- degegnerin zutreffend ausgeführt hat (AB 107 S. 6), handelt es sich dies- bezüglich um zwei verschiedene Beurteilungen. Zum einen haben sich die Gutachter zur Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers geäussert und dabei insbesondere das Bestehen von Inkonsistenzen im Status verneint. Zum anderen haben sie die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwer- deführers medizinisch-theoretisch beurteilt. Ein eigentlicher Widerspruch ist Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 15 damit nicht ausgewiesen, womit sich auch die von der RAD-Ärztin bean- tragte Einholung einer weiteren Stellungnahme der Gutachter erübrigt (an- tizipierte Beweiswürdigung: BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2). Ferner muss vorliegend nicht geprüft werden, ob die aufgrund der diagnos- tizierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode, und dem psychophysischen Erschöpfungszustand attestierte 30%-ige Ar- beits- und Leistungsfähigkeit sowohl in der angestammten wie auch in ei- ner angepassten Tätigkeit (AB 76.1 S. 13 Ziff. 4.1.5) aus invalidenversiche- rungsrechtlicher Sicht zu berücksichtigen ist (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Denn die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit deckt sich mit den aus somatischer Sicht festgestellten Einschränkungen der Arbeits- fähigkeit (AB 76.1 S. 31 f.), womit sich eine Indikatorenprüfung hier erüb- rigt. 3.4Der Bericht von Prof. Dr. med. D.________ vom 12. September 2016 (AB 30), im welchem der behandelnde Facharzt aufgrund des Morbus Crohn resp. dessen Auswirkungen eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert hat (S. 2 f.), vermag die schlüssige Beurteilung der MEDAS-Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen. Denn eine substantiierte Begründung der attestierten Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. Zudem haben sich die MEDAS- Gutachter in ihrer Stellungahme vom 19. Juni 2018 (AB 88.1) mit dem be- sagten Bericht von Prof. Dr. med. D.________ auseinandergesetzt und dargelegt, dass ihre höhere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit namentlich durch die eingetretene leichte bis mässiggradige Verbesserung im Ver- gleich zum Jahr 2016 zu erklären sei. Soweit Prof. Dr. med. D.________ im Bericht vom 13. September 2018 (AB 95 S. 2) weiterhin eine 50%-ige Ar- beitsfähigkeit attestiert, ändert dies vorliegend – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 7) – nichts, weist er doch darin auf keine neuen, den MEDAS-Gutachtern nicht bekannten Elemente hin. Darüber hinaus scheint sich der Facharzt in seiner Beurteilung hauptsäch- lich auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers gestützt zu haben. Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist jedoch nicht die subjektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die versicherte Person, sondern die medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit massgebend. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 16 Auch die Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 13. Dezember 2017 (AB 67) vermag den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens nicht zu schmä- lern. Abgesehen davon, dass dieser Bericht von einem behandelnden Facharzt erstattet worden ist, so dass der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass dieser im Zweifelsfall zu Gunsten des Versicherten aussagt (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470), ist nach der Rechtsprechung ein Adminis- trativgutachten nicht stets in Frage zu stellen, bloss weil es zu anderen Einschätzungen als die behandelnden Ärzte gelangt. Vorbehalten bleiben Fälle, in welchen sich eine klärende Ergänzung oder direkt eine abwei- chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2019, 8C_229/2019, E. 5.1). Solche Aspekte werden im erwähnten Bericht nicht genannt und sind auch anderweitig nicht ersichtlich. Darüber hinaus haben sich die ME- DAS-Gutachter in der Stellungnahme vom 19. Juni 2018 (AB 88.1 S. 2) zum besagten Bericht des behandelnden Psychiaters geäussert und schlüssig dargelegt, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% bis 60%, wie von Dr. med. G.________ attestiert, aufgrund der Befundlage nicht bestätigt werden kann. Soweit der Beschwerdeführer (Beschwerde S. 6) unter Hinweis auf den Bericht von Dr. med. G.________ vom 7. Sep- tember 2018 (AB 93 S. 17 f.) geltend macht, dass sich sein psychischer Gesundheitszustand seit April 2018 verschlechtert habe, wies die RAD- Ärztin Dr. med. H.________ (AB 97 S. 3; vgl. AB 100 S. 2) zu Recht darauf hin, dass die erwähnte Verschlechterung im Wesentlichen auf invalidenver- sicherungsrechtlich unbeachtlichen psychosozialen Belastungsfaktoren (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2) basiert. Damit ist die geltend gemachte Verschlechterung (aus invalidenversiche- rungsrechtlicher Sicht) nicht zu berücksichtigen, weshalb sich die von der RAD-Ärztin beantragte Einholung weiterer Auskünfte bei Dr. med. G.________ (AB 97 S. 3; 100 S. 2) erübrigt. Letztlich bleibt darauf hinzu- weisen, dass der behandelnde Psychiater im Bericht vom 7. September 2018 (AB 93 S. 17 f.) – wie bereits im Bericht vom 13. Dezember 2017 (AB 67) – advokatorisch auftritt, indem er ausführt, dass dem Beschwerde- führer ab August 2017 „nicht eine Viertels-, sondern eine halbe Rente zu- gesprochen werden muss“. Damit überschreitet er seinen Aufgabenbe- reich. Den Ausführungen dieses Arztes kann deshalb von Vornherein nur Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 17 sehr begrenzter Beweiswert zukommen (Entscheid des BGer vom 6. Juni 2018, 8C_79/2018, E. 4.2). 3.5Hinsichtlich des Verlaufs des Gesundheitsschadens haben die MEDAS-Gutachter plausibel dargelegt, dass ihre Einschätzung einer 60%- igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten leichten bis nur selten mittelschweren Tätigkeit (wechselbelastend, vorwiegend sitzend, mehr stehend als gehend aber mit der Möglichkeit zwischendurch abzusit- zen, mit der Möglichkeit die Arbeit jederzeit für einen Toilettengang zu un- terbrechen) seit April 2015 gilt. Weiter haben sie schlüssig begründet, dass zwischen Dezember 2016 und April 2017 aufgrund einer (vorübergehen- den) Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes (schwere depressive Episode) eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätig- keiten ausgewiesen ist (AB 76.1 S. 32 Ziff. 6.3). Diese – unbestritten ge- bliebenen – Einschätzung steht im Einklang mit den vorliegenden medizini- schen Akten (vgl. E. 3.1.2 und 3.1.3 hiervor). Bezüglich der von den Gutachtern festgestellten Verbesserung des psychi- schen Gesundheitszustandes per Mai 2017 ist insbesondere festzuhalten, dass im Bericht der psychiatrischen Klinik F.________ vom 27. April 2017 (AB 47 S. 2 ff.) über die Hospitalisation vom 7. Februar bis 7. April 2017 darauf hingewiesen wurde, dass sich der klinische Zustand des Beschwer- deführers gegen Ende des Aufenthalts markant verbessert habe (S. 4 oben). Zudem berichtete der Beschwerdeführer gegenüber Dr. med. G.________ gegen Ende April 2017, „dass sich etwa Mitte März [2017] die Depression rasch gebessert habe, rund 2 Monate nach dem Stoppen der Remicade®-Medikation“ (AB 67 S. 1 Ziff. 1.4). 3.6Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die angestamm- te Tätigkeit als ... nicht mehr zumutbar ist. In einer angepassten leichten bis nur selten mittelschweren Tätigkeit (wechselbelastend, vorwiegend sitzend, mehr stehend als gehend aber mit der Möglichkeit zwischendurch abzusit- zen, mit der Möglichkeit die Arbeit jederzeit für einen Toilettengang zu un- terbrechen) besteht seit April 2015 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60%. Dabei ist aufgrund einer Verschlechterung des psychischen Gesund- heitszustandes zwischen Dezember 2016 und April 2017 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten ausgewiesen. Ab Mai 2017 ist Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 18 wiederum von einer 60%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer an- gepassten Tätigkeit auszugehen. Diese Veränderungen stellen Revisions- gründe dar (vgl. E. 2.6 hiervor). Der Sachverhalt ist somit hinreichend er- stellt, weshalb – entgegen dem Eventualantrag in der Beschwerde (S. 2 Ziff. I 3) – auf weitere Beweiserhebungen zu verzichten ist (antizipierte Be- weiswürdigung). Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu ermitteln. 4. 4.1 4.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 4.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei- tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent- sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech- nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 19 hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre- ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na- tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt- licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs- tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech- nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). 4.2Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist seit April 2015 in der angestammten Tätigkeit eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit zwischen 50% und 100% ausgewiesen (vgl. AB 19 S. 7, 21 S. 4, 76.1 S. 32). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichtigung des Wartejahres und der Anmeldung im August 2015 (AB 1) in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf April 2016 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. 4.3 4.3.1Es ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin als ... bei der I.________ tätig wäre, weshalb das Valideneinkommen aufgrund des zuletzt – ohne Invalidität – erzielten Ein- kommens festzusetzen ist. Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen gestützt auf die An- gaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (vgl. AB 19 S. 3 Ziff. 2.10) ermittelt und per 2014 auf Fr. 59‘800.-- festgesetzt (AB 107 S. 6), was nicht zu beanstanden ist. Gegenteiliges wird vom Beschwerde-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 20 führer denn auch nicht geltend gemacht. Dies ergibt auf das massgebliche Jahr 2016 aufgerechnet ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 60‘381.15 (Fr. 59‘800.-- : 102.9 x 103.9; Bundesamt für Statistik [BFS], Nominallöhne Männer 2011 – 2018, Tabelle T1.1.10, lit. G [Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen]). 4.3.2Der Beschwerdeführer hat – zumindest im Jahr 2016 (vgl. E. 4.5.2 hiernach) – keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2016) zu ermitteln ist. Ausgehend von der Tatsache, dass dem Beschwerdeführer die ange- stammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist, jedoch in einer angepassten Tätigkeit eine 60%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht (vgl. E. 3.3 und 3.5 hiervor), ist es vorliegend nicht zu beanstanden, dass die Be- schwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf das Total des Kompetenzniveaus 1, Tabelle TA1, festgelegt hat, zumal dem Beschwerde- führer verschiedene Verweistätigkeiten in diversen Tätigkeitsgebieten offen stehen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Männer beträgt Fr. 5‘340.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], Total) angepasst und unter Berücksichtigung der 60%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit, resultiert daraus ein Invalideneinkommen von Fr. 40‘082.05 (Fr. 5‘340.-- : 40 x 41.7 x 12 x 0.6) im Jahr. Der von der Beschwerdegegnerin zugestandene behinderungsbedingte Abzug von 15% (AB 107 S. 5) trägt allen einkommensbeeinflussenden As- pekten Rechnung und ist unter Berücksichtigung der durch den Morbus Crohn bedingten Diarrhoe sowie der Notwendigkeit, die Arbeit jederzeit für einen Toilettengang unterbrechen zu können, vertretbar. Es besteht somit kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Ein höherer Abzug lässt sich – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 9) – jedoch nicht begründen. Die behinderungsbedingten Einschränkungen und dabei insbesondere der erhöhte Pausenbedarf wurden im gewährten Ab- zug ausreichend berücksichtigt. Zudem ist bei Männern nicht mehr automatisch ein Abzug wegen Teilzeitbeschäftigung vorzunehmen (Entscheid des BGer vom 4. März 2019, 8C_561/2018, E. 4.3.1).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 21 Damit ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 34‘069.75 (Fr. 40‘082.05 x 0.85) im Jahr. 4.3.3Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60‘381.15 und einem Invali- deneinkommen von Fr. 34‘069.75 resultiert ein IV-Grad von gerundet 44% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich ab April 2016 ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 4.4Ab Dezember 2016 ist aufgrund der eingetretenen Verschlechte- rung des (psychischen) Gesundheitszustandes ein Revisionsgrund gege- ben (vgl. E. 3.5 hiervor), welcher nach drei Monaten zu berücksichtigen ist (Art. 88a Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden- versicherung [IVV; SR 831.201]). Ab diesem Zeitpunkt ist ein weiterer Ein- kommensvergleich durchzuführen. Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.5 hiervor) besteht ab März 2017 bei einem IV-Grad von 100% ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente. 4.5Ab Mai 2017 besteht in einer angepassten Tätigkeit eine 60%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit (vgl. E. 3.3 und 3.5 hiervor). Diese gesund- heitliche Verbesserung stellt wiederum einen nach drei Monaten zu berücksichtigenden (Art. 88a Abs. 1 IVV) Revisionsgrund dar (vgl. 2.6 hier- vor). Damit ist ab diesem Zeitpunkt eine weitere Invaliditätsbemessung vorzunehmen. 4.5.1Das Valideneinkommen ist gestützt auf die Angaben der ehemali- gen Arbeitgeberin (vgl. E. 4.3.1 hiervor) per 2017 auf Fr. 60‘671.75 (Fr. 59‘800.-- : 102.9 x 104.4; [BFS], Nominallöhne Männer 2011 – 2018, Tabelle T1.1.10, lit. G [Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen]) fest- zusetzen. 4.5.2Der Beschwerdeführer macht geltend, er befinde sich seit 1. März 2018 in einem stabilen unbefristeten Arbeitsverhältnis mit der J.________ AG mit einem 50%-igen Arbeitspensum, weshalb das Invalideneinkommen gestützt auf das tatsächlich erzielte Einkommen festzusetzen sei (Be- schwerde S. 8; Beschwerdebeilage [BB] 10). Dieser Auffassung kann be- reits deshalb nicht gefolgt werden, weil der Beschwerdeführer in dieser Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 22 Tätigkeit seine Restarbeitsfähigkeit von 60% nicht ausschöpft. Damit muss die Frage, ob dieses Arbeitsverhältnis eine angepasste Tätigkeit darstellt – was von der Beschwerdegegnerin bestritten wird (Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 9) –, nicht abschliessend beantwortet werden. Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit für die J.________ AG erst im März 2018 aufgenommen hat (BB 10), womit das effektiv erzielte Einkommen auch deshalb nicht für die ab Mai resp. August 2017 durchzuführende Invaliditätsbemessung herangezogen werden kann. Die Aufnahme dieser Tätigkeit stellt mangels Ausschöpfung des Leistungs- vermögens zudem keinen erwerblichen Revisionsgrund dar, weshalb ab dem Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme keine weitere Invaliditätsbemessung durchzuführen ist. Damit ist das Invalideneinkommen mangels Aufnahme einer Verweistätig- keit im zumutbaren Rahmen weiterhin gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2016, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Total) zu ermitteln (vgl. E. 4.3.2 hiervor). Dies ergibt auf das massgebende Jahr 2017 aufgerechnet, an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst und unter Berücksichtigung der 60%-igen Arbeits- und Leis- tungsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 40‘241.40 (Fr. 5‘340.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100.6 x 101 [BFS, Nominallöhne Männer 2016 – 2018, Tabelle T1.1.15, Total] x 0.6) im Jahr. Beim Abzug von 15% (vgl. E. 4.3.2 hiervor) resultiert ein Invalideneinkom- men von Fr. 34‘205.20 (Fr. 40‘241.40 x 0.85) im Jahr. 4.5.3Bei einem Valideneinkommen von Fr. 60‘671.75 und einem Invali- deneinkommen von Fr. 34‘205.20 resultiert ein IV-Grad von gerundet 44%. Folglich besteht ab August 2017 ein Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.2 hiervor). 4.6Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be- schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab April 2016 eine Viertelsrente, ab März 2017 eine ganze IV-Rente und ab August 2017 eine Viertelsrente zugesprochen hat. Die gegen die angefochtene Verfügung erhobene Be- schwerde ist abzuweisen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 23 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh- rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen. 5.2Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr- schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Sept. 2019, IV/2019/356, Seite 24 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.