A bteilung IV D -7780/2006 law /m am {T 0/2} U rteil vom 7. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, Beat W eber, Fulvio H aefeli G erichtsschreiber M artin M aeder X._______, geboren _______, Irak, w ohnhaft _______, vertreten durch N ecm ettin Isler, dipl. SA FH , c/o C aritas Schw eiz, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 14. Septem ber 2006 i. S. Zuw eisung an den K anton / N _______, B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer verliess sein H eim atland nach eigenen Angaben am 1. Juli 2006 auf dem Landw eg in der R egion von A._______ (Provinz B._______, Autono- m e R egion Kurdistan) und gelangte nach einem Aufenthalt in Istanbul (Taksim ) und einer achttägigen Fahrt in einem Lastw agen durch ihm nicht bekannte Länder am 15. August 2006 unbem erkt von den G renzbehörden in die Schw eiz. Am 17. August 2006 erschien er im Em pfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C ._______ und suchte unter Abgabe einer Kopie seiner Identitätskarte um Asyl nach. Bei der Erhebung seiner Personalien m achte er die rubrizierten Angaben und fügte diesen hinzu, er gehöre der kurdischen Volksgruppe und der R eligionsgem einschaft der Yeziden an, sei in D ._______ (Provinz E._______) geboren w orden und habe seit seiner Jugend stets im D orf F._______ (Provinz E._______) gelebt, w o heute noch seine Eltern, eine Schw ester und acht Brüder zuhause seien. Auf die Frage nach Verw andten in der Schw eiz gab er zu Protokoll, seine drei Brüder K._______, L._______ und M ._______ sow ie die Schw ester N ._______ lebten hierzulande. D as BFM befragte den Beschw erdeführer am 21. August 2006 sum m arisch zum R eisew eg und zu den G ründen für das Verlassen des H eim atlandes. D abei m ach- te dieser im W esentlichen geltend, sein Bruder K._______, w elcher schon lange in der Schw eiz lebe, habe früher im Irak Problem e gehabt. W elcher Art diese Problem e gew esen seien, könne er nicht sagen, w eil seine Eltern ihm niem als davon erzählt hätten. Sein Bruder O ._______ und sein C ousin P._______ hätten sich im Jahre 2005 gem einsam nach E._______ begeben. D ort sei P._______ erm ordet w orden. Aus Angst vor den Feinden seines Bruders K._______ hätten er und sein Bruder Q .________, dessen Spur er später in der Türkei verloren habe, den Irak verlassen. W as die Feinde von R ._______ ihm persönlich hätten antun können, w isse er nicht. Seine Eltern hätten ihm em pfohlen, das Land zu verlassen. Am 7. Septem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer durch das BFM im EVZ C ._______ zu seinen Asylgründen angehört. D abei w iederholte er zu einem w esentlichen Teil die in der sum m arischen Befragung erw ähnten Bew eggründe. Ergänzend führte er an, er habe das H eim atland auf den R at seiner M utter hin verlassen, ohne von dieser die H intergründe jenes Zw ischenfalls im Februar oder M ärz 2005 in E._______ zu erfahren, bei dem sein C ousin P._______ sein Leben verloren habe und sein Bruder O ._______ verletzt w orden sei. Seine M utter habe von ihm und seinem Bruder Q ._______ die Ausreise verlangt, ohne ihnen die G ründe zu erläutern. Jeder, der die G elegenheit dazu bekom m e, verlasse den Irak. Seine G eschw ister in der Schw eiz hätten nicht gew usst, dass er nachkom m en w ürde. Am liebsten w ürde er hier bei seinem Bruder S.______ in G ._______ w ohnen. Er habe seit geraum er Zeit Problem e m it seinen Augen. D er von ihm aufgesuchte Arzt in D ._______ habe ihm gesagt, seine Sehleistung w ürde m it dem Alter kontinuierlich abnehm en. D ie Tropfen und die Salbe, die er vom Arzt verschrieben bekom m en habe, hätten keine m erkliche Besserung gebracht. B. M it Verfügung vom 12. Septem ber 2006 stellte das BFM m it Bezug auf den Be-3 schw erdeführer das N ichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft fest, lehnte das Asyl- gesuch ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz an. Als Begründung für die N ichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft führte es zusam m enfassend an, die Tatsache, dass die Fam ilie des Beschw erdeführers von allgem einen Ereignis- sen und U nruhen in E._______ betroffen gew esen sei, stelle keinen asylrechtlich relevanten N achteil dar. M it gleicher Verfügung stellte das BFM die U nzum utbar- keit des W egw eisungsvollzugs fest und ordnete an dessen Stelle die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers in der Schw eiz an. M it der U m setzung der vor- läufigen Aufnahm e beauftragte es den Kanton H ._______ (Ziff. 7 des Verfügungsdispositivs). C . M it Verfügung vom 14. Septem ber 2006 w ies das BFM den Beschw erdeführer gestützt auf Art. 27 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) und Art. 21 und 22 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) dem Kanton H ._______ zu. Zur Begründung des Zuw eisungsentscheides hielt das BFM fest, aus der Abklärung im Em p- fangszentrum und nach erfolgter R echtsbelehrung seien keine spezifischen schüt- zensw erten Interessen des Asylbew erbers ersichtlich, die für eine Zuw eisung in einen bestim m ten Kanton sprechen w ürden. D er Beschw erdeführer w eigerte sich, am 14. Septem ber 2006 im EVZ C ._______ den Em pfang des Zuw eisungsentscheides m it seiner U nterschrift zu bestätigen. Als G rund für seine W eigerung gab er an, er w olle unbedingt dem Kanton I._______ zugew iesen w erden. D . Am 18. Septem ber 2006 (Poststem pel) reichte der Beschw erdeführer beim ________ eine Beschw erde gegen den "Zuw eisungsentscheid an den Kanton" ein. D arin beantragte er die Zuw eisung an den Kanton I._______, subsidiär die Zuw eisung an den Kanton J._______. Zur Begründung m achte er hauptsächlich geltend, als 16-jähriger Jugendlicher ohne Sprachkenntnisse sei es für ihn sehr schw ierig, in der für ihn frem den Schw eiz alleine zu leben, nicht zuletzt deshalb, w eil m ehrere G eschw ister von ihm seit geraum er Zeit hier w ohnten. Er könne sich ohne seine G eschw ister nicht verständigen und leide zudem unter Augenpro- blem en. Im Kanton Luzern lebe zw ar sein Bruder K._______, doch w erde dieser dem nächst zusam m en m it seiner Ehefrau nach Belgien w egziehen. W ie er in der Befragung erklärt habe, m öchte er am liebsten dem Kanton I._______ zugew iesen w erden, w o sich sein Bruder S._______ und seine Schw ester N ._______ als Asylbew erber aufhielten. Falls dies nicht m öglich sei, sei für ihn der Kanton St. G allen die zw eitbeste O ption, w eil dort sein Bruder L._______ m it einer Aufenthaltsbew illigung lebe. Zusam m en m it der Beschw erdeschrift reichte der Beschw erdeführer Kopien der Asylbew erberausw eise ("N -Ausw eise") seiner dem Kanton I._______ zugeteilten G eschw ister N ._______ und M ._______ zu den Akten. D er _______ leitete die Beschw erdeeingabe vom 18. Septem ber 2006 einschliesslich der zugehörigen Bew eism ittel m it Begleitschreiben vom 20. Septem ber 2006 zur Behandlung an den Beschw erdedienst des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ents (BD EJPD ) w eiter.4 E. M it Zw ischenverfügung vom 26. Septem ber 2006 bestätigte der instruierende Ju- rist des BD EJPD den Eingang der Beschw erde vom 18. Septem ber 2006, w obei er im Titel ausführte, die Beschw erde richte sich gegen Ziffer 7 des D ispositivs der Verfügung des BFM vom 12. Septem ber 2006 betreffend Zuw eisung an den Kanton H ._______ für die D auer der vorläufigen Aufnahm e. G leichzeitig orientierte er den Beschw erdeführer über dessen R echtsvertreter darüber, dass die Vorinstanz zur Vernehm lassung eingeladen w orden sei und einw eilen auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w erde. F. In seiner Vernehm lassung vom 22. Januar 2007 beantragte das BFM die Abw ei- sung der Beschw erde. Als Begründung führte es zusam m enfassend an, Abklä- rungen bei den zuständigen Behörden des Kantons J._______, w elchem der Be- schw erdeführer gem äss einer M itteilung seines R echtsvertreters vom 20. O ktober 2006 nunm ehr zugew iesen w erden m öchte, hätten ergeben, dass die dortige Fa- m ilie finanziell nicht im gew ünschten M ass für den Beschw erdeführer aufkom m en könne, die W ohnverhältnisse nicht für eine Aufnahm e geeignet seien, w enige M ög- lichkeiten für eine Ausbildung bestünden und die betroffene G em einde m it einer verw andten Fam ilie schlechte Erfahrungen gem acht habe. G . D er Beschw erdeführer reichte am 18. M ai 2007 innert gew ährter Frist seine R eplik auf die vorinstanzliche Vernehm lassung ein. D arin ersuchte er das Bundesverw al- tungericht, seinem Begehren um einen W echsel in den Kanton J._______ um ge- hend zu entsprechen. Zur Begründung führte er im W esentlichen aus, der G rund- satz der Einheit der Fam ilie gebiete es insbesondere im Sinne des Kindesw ohls, dass er dem Kanton St. G allen zugew iesen w erde, w eil dies für ihn als m inderjäh- riges Kind in Anbetracht aller Faktoren die beste Lösung darstelle. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw al- tungsgericht (Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundes- verw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge- setzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügun- gen des BFM , w elche gestützt auf das AsylG erlassen w urden; das Bundesverw al- tungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Im R ahm en dieser Zuständigkeit hat 5 das Bundesverw altungsgericht die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 beim BD EJPD hängigen R echtsm ittel übernom m en, w obei diese Beurteilung nach neuem Verfahrensrecht erfolgt (Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.2 D er Entscheid des BFM über die Zuw eisung einer asylsuchenden Person an einen Kanton für den Zeitraum der H ängigkeit des Asylgesuchs kann nur m it der Begrün- dung angefochten w erden, der G rundsatz der Einheit der Fam ilie sei verletzt. Es handelt sich insofern um eine beschränkt anfechtbare Zw ischenverfügung (vgl. Art. 27 Abs. 3 AsylG i.V.m . Art. 106 Abs. 2 und Art. 107 Abs. 1 AsylG . Im vorlie- genden Fall w urde in der Verfügung des BFM vom 12. Septem ber 2006 (D isposi- tivziffer 7) der Kanton H ._______ m it der U m setzung der vorläufigen Aufnahm e beauftragt, bevor der Beschw erdeführer dann durch das BFM m it Zw ischenverfügung vom 14. Septem ber 2006 dem Kanton H ._______ zugew iesen w urde. M angels Anfechtung durch den Beschw erdeführer erw uchs die Verfügung vom 12. Septem ber 2006 in Bezug auf die N ichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, die Ablehnung des Asylgesuchs, die W egw eisung aus der Schw eiz, den Aufschub des als unzum utbar erachteten W egw eisungsvollzugs zugunsten einer vorläufigen Aufnahm e, den Beginn und die D auer der vorläufigen Aufnahm e sow ie die Ausreiseverpflichtung nach deren Aufhebung (D ispositivzif- fern 1 bis 6) nach Ablauf der 30-tägigen Beschw erdefrist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 Abs. 1 Vw VG ) in R echtskraft. W eil m it Inkrafttreten der D ispositivziffern 1 bis 6 der Verfügung vom 12. Septem ber 2006 die vorläufige Aufnahm e G ültigkeit erlangte und ihre D auer von (vorerst) 12 M onaten zu laufen begann, stellt sich im vorliegenden Beschw erdeverfahren die Frage, ob die Zuw eisung des Beschw erde- führers an den Kanton H ._______ für die D auer der vorläufigen Aufnahm e zu R echt erfolgt ist oder nicht. D ie Beschw erde vom 18. Septem ber 2006 ist insofern auch als gegen die D ispositivziffer 7 der Verfügung des BFM vom 12. Septem ber 2006 (Beauftragung des Kantons H ._______ m it der "U m setzung" der vorläufigen Aufnahm e) und nicht nur gegen den Zuw eisungsentscheid des BFM vom 14. Septem ber 2006 (vgl. Bst. C hiervor) gerichtet zu betrachten. D ass nicht über die Zuw eisung einer asylsuchenden, sondern einer vorläufig aufgenom m enen Person an einen Kanton zu befinden ist, ändert jedoch nichts daran, dass die Prüfungs- befugnis des Bundesverw altungsgerichts auf den Aspekt der Fam ilieneinheit be- schränkt ist (Art. 14c Abs. 1quater des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 2. 2.1 Vorab ist die Frage der Prozessfähigkeit als Sachurteilsvoraussetzung von Am tes w egen zu prüfen (FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73). Als verfahrensrechtliches Korrelat der H andlungsfähigkeit ist sie nach den einschlägigen zivilrechtlichen Vorschriften zu beurteilen (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 1996 N r. 3 E. 2b S. 19). Sie setzt dem nach U rteilsfähigkeit, M ündigkeit und das Fehlen einer Entm ündigung voraus (Art. 13 und 17 des Schw eizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 [ZG B, SR 210] sow ie Art. 35 i.V.m . Art. 20 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 18. D ezem ber 1987 über das Internationale Privatrecht [IPR G , SR 291]).6 2.2 D er Beschw erdeführer gab anlässlich der Abklärungen im EVZ C ._______ übereinstim m end an, er sei am _______ geboren. Ein bew eistaugliches D okum ent, das seine Altersangabe hätte bestätigen können (vgl. EM AR K 2004 N r. 30 E. 6.1. S. 210), verm ag er jedoch bis heute nicht vorzuw eisen. Stellte m an auf jene m ündliche Auskunft ab, w äre der Beschw erdeführer bei der Einreichung der Beschw erde am 18. Septem ber 2006 16 Jahre und 3 M onate alt und dam it unm ündig gew esen. Auch heute hätte er erst sein 17. Lebensjahr vollendet und w äre dem nach nach w ie vor als unm ündig zu betrachten (vgl. Art. 14 ZG B). O b das von ihm angegebene G eburtsdatum den Tatsachen entspricht beziehungsw eise seine M inderjährigkeit als glaubhaft zu erachten ist (vgl. EM AR K 2004 N r. 30 E. 5.3.3. S. 209 f.), braucht im R ahm en der vorliegenden Prüfung der Eintretensvoraussetzungen nicht geklärt zu w erden. Sofern seine Altersangabe der W ahrheit entspricht, konnte und kann sich der Beschw erdeführer grundsätzlich nur m it Zustim m ung des gesetzlichen Vertreters durch seine H andlungen verpflichten (Art. 19 Abs. 1 ZG B). Sow eit urteilsfähig, verm ag er jedoch ohne Zustim m ung des gesetzlichen Vertreters selbständig R echte auszuüben, die ihm um seiner Persönlichkeit w illen zustehen (Art. 19 Abs. 2 ZG B). D as Einreichen eines Asylgesuches w ie auch die Ergreifung von dam it zusam m enhängenden R echtsm itteln sind so genannt "höchstpersönliche" R echte, die ein nicht m ündiger, aber urteilsfähiger G esuchsteller ohne Zustim m ung seines gesetzlichen Vertreters ausüben kann (vgl. EM AR K 1996 N r. 5). U rteilsfähig ist jeder, dem es nicht w egen seines Kindesalters oder infolge anderer U m stände an der Fähigkeit m angelt, vernunftgem äss zu handeln (Art. 16 ZG B). Vorliegend bestehen aufgrund der Akten keinerlei Anhaltspunkte, die zu Zw eifeln an der U rteilsfähigkeit des Beschw erdeführers in Bezug auf das vorliegende Beschw erdeverfahren Anlass geben w ürden. Insbesondere verm itteln die Befragungsprotokolle in den Vorakten den Eindruck, der Beschw erdeführer sei sich über den Sinngehalt der an ihn gerichteten Fragen im Klaren gew esen, habe sachbezogen darauf geantw ortet und sich bei der D arlegung seiner Asylgründe und persönlichen w ie fam iliären Verhältnisse jederzeit von vernünftigen Ü berlegungen leiten lassen. Infolgedessen ist von der U rteilsfähigkeit und dam it von der Prozessfähigkeit des Beschw erdeführers auszugehen. 2.3 D er Beschw erdeführer hat im Ü brigen im Verfahren vor dem Bundesam t teilge- nom m en, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung. D am it ist er zur Einreichung der Beschw erde legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ). 2.4 D ie Beschw erde w urde vom Beschw erdeführer innert der gesetzlichen Frist in gültiger Form eingereicht (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 und 52 Vw VG ). D em zufolge ist auf diese einzutreten. 3. 3.1 D as BFM verteilt vorläufig aufgenom m ene Ausländer nach dem in Art. 27 Abs. 2 AsylG festgelegten Verteilschlüssel auf die Kantone, sofern sich diese nicht auf ei- nen anderen Verteilschlüssel einigen können. Es trägt dabei den schützensw erten Interessen der Kantone und der vorläufig aufgenom m enen Ausländer R echnung (Art. 14c Abs. 1bis AN AG ). Ein G esuch um Kantonsw echsel ist vom vorläufig auf-7 genom m enen Ausländer beim BFM einzureichen. D ieses entscheidet unter Vorbe- halt von Art. 14c Abs. 1quater nach Anhörung der betroffenen Kantone endgültig (Art. 14c Abs. 1ter AN AG ). D er Zuw eisungsentscheid oder der Entscheid über den Kantonsw echsel kann nur m it der Begründung angefochten w erden, er verletze den G rundsatz der Einheit der Fam ilie (Art. 14c Abs. 1quater AN AG ). G em äss Art. 21 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der W eg- und Aus- w eisung von ausländischen Personen (VVW A, SR 142.281) in Verbindung m it Art. 22 Abs. 2 AsylV 1 w ird ein Kantonsw echsel vom BFM nur bei Zustim m ung beider Kantone, bei Anspruch auf Einheit der Fam ilie oder bei schw erw iegender G efährdung der asylsuchenden Person oder anderer Personen verfügt. M it der Ö ffnung des R echtsm ittelw egs bei Eingriffen in die Fam ilieneinheit trägt das G esetz den Anforderungen der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten (Europäische M enschenrechts- konvention, EM R K, SR 0.101) R echnung. D em entsprechend w ird der Kreis der Personen, die sich im vorliegenden Zusam m enhang darauf berufen können, von Artikel 8 EM R K bestim m t (Botschaft zur Totalrevision des Asylgesetzes, BBl 1996 II 54f.). Abgesehen von der Kernfam ilie, d.h. den Beziehungen zw ischen Ehepart- nern sow ie zw ischen Eltern und ihren m inderjährigen Kindern (vgl. Art. 1 Bst. e AsylV 1), erfasst Art. 8 EM R K die Beziehungen zw ischen allen nahen Verw andten, die in der Fam ilie eine w esentliche R olle spielen können. Als solcherm assen er- w eitertes Fam ilienleben haben die Strassburger O rgane das Verhältnis von G ross- eltern sow ie Enkeln und Enkelinnen, zw ischen O nkeln und Tanten sow ie N ichten und N effen und insbesondere auch zw ischen G eschw istern anerkannt. Im Verhält- nis zw ischen Verw andten ausserhalb der Kernfam ilie jedoch setzt die Berufung auf den G rundsatz der Fam ilieneinheit - über die nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung hinaus - ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis voraus (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 24. O ktober 2002 [2A.145/2002] E. 3.2-3.5, BG E 129 II 11 E. 2 S. 14, 120 Ib 257 E. 1d-f S. 260 ff.). Ein solches ist daher auch zw ischen dem Beschw erdeführer und seinem im Kanton J.________ ansässigen Bruder L._______ beziehungsw eise den im Kanton I._______ in W ohngem einschaft le- benden G eschw istern M ._______ (Bruder) und N ._______ (Schw ester) auszuw eisen. Liegt kein derartiges Verhältnis vor, ist Art. 8 Ziff. 1 EM R K durch die Zuw eisung in einen anderen Kanton von vornherein nicht betroffen. 3.2 In der R echtsm ittelschrift vom 14. Septem ber 2006 w eist der Beschw erdeführer darauf hin, dass er bereits im EVZ anlässlich der Anhörung vom 7. Septem ber 2006 den W unsch geäussert habe, dem Kanton I._______ zugew iesen zu w erden und, falls diese O ption nicht m öglich sei, in den Kanton J._______ gehen zu dürfen. Als 16-jähriger sprachunkundiger Jugendlicher habe er hier in der Schw eiz grosse Schw ierigkeiten, alleine "m it den Frem den zu leben", vor allem auch deshalb, w eil zw ei Brüder und eine Schw ester von ihm im gleichen Land lebten. Zudem habe er Augenproblem e, und ohne seine G eschw ister könne ihn niem and verstehen und begleiten. D as Bleiben bei seinen G eschw istern habe für ihn in Zukunft "viele Vorteile", w eil seine G eschw ister m ehr für ihn schauen w ürden als die anderen. In der R eplik auf die Vernehm lassung des BFM w ird zusätzlich argum entiert, w ie bereits in einer Eingabe vom 20. O ktober 2006 an das BFM dargelegt w orden sei, hätten G espräche m it den Beteiligten ergeben, dass unter dem Blickw inkel der 8 finanziellen Verhältnisse und der sozialen Integration der in den Kantonen J._______ und I._______ w ohnhaften G eschw ister, der Alltagsstrukturen an beiden O rten, der W ohnsituation und des sozialen U m feldes sow ie auch der signalisierten Bereitschaft der G eschw ister ein Aufenthalt des Beschw erdeführers bei dessen Bruder L._______ im Kanton J._______ die "beste Lösung" sei. D ie Zuw eisung an einen dritten Kanton verletze den G rundsatz der Einheit der Fam ilie, insbesondere im Sinne des Kindesw ohls. 3.3 D am it verm ag der Beschw erdeführer ein von Art. 8 EM R K geschütztes, besonde- res Abhängigkeitsverhältnis nicht hinreichend darzutun. So ist bereits fraglich, zu w elchem /w elchen seiner drei in der Schw eiz w ohnhaften G eschw ister überhaupt eine ausserordentlich enge, über das gew öhnliche M ass hinaus gehende Bindung bestehen sollte. N achdem der Beschw erdeführer in der Anhörung vom 7. Septem - ber 2006 auf die Frage der anw esenden (dam aligen) Vertrauensperson hin den W unsch nach einem Aufenthalt bei seinem Bruder M ._______ im Kanton I._______ angebracht (vgl. A9/13, S. 10) und diesen in der Beschw erde (vgl. Beschw erdeschrift vom 14. Septem ber 2006, S. 1) unter Vorlage der Asylbew erberausw eise seines Bruders M ._______ und seiner im gleichen H aushalt lebenden Schw ester N ._______ w iederholt hatte, änderte er seinen Standpunkt in der Eingabe vom 20. O ktober 2006 an das BFM und in der R eplik vom 17. M ai 2007 dahingehend, dass eine Platzierung beim Bruder L._______ im Kanton J._______ die beste Lösung sei. D ie vom Beschw erdeführer angegebenen G ründe für diesen M einungsum schw ung sind in erster Linie praktischer Art (vgl. E. 3.2 hiervor). D ass noch w ährend des ge- m einsam en Aufenthalts im H eim atland zu einem oder m ehreren der drei G e- schw ister eine besondere N ähe bestanden hätte, geht aus den Erklärungen des Beschw erdeführers in den Befragungen oder den Eingaben im Verlauf des Verfah- rens nicht hervor. G leichzeitig ist auch nicht davon auszugehen, dass aufgrund der neuen Situation in der Schw eiz nach der vorläufigen Aufnahm e des Beschw erde- führers U m stände vorlägen oder sich für die Zukunft abzeichneten, die ein Zusam - m enleben des Beschw erdeführers m it einem oder m ehreren G eschw istern w egen einer eigentlichen einseitigen Abhängigkeit als dringend angezeigt erscheinen las- sen w ürden. D ass die Zuw eisung an den Kanton J._______ oder den Kanton I._______ für den Beschw erdeführer bestim m te Erleichterungen im täglichen Leben zur Folge hätte und insofern auch Sinn m achen könnte, soll nicht verkannt w erden. N achdem jedoch der R echtsm ittelw eg bei der Kantonszuw eisung von vorläufig aufgenom m enen Personen auf den G rundsatz der Fam ilieneinheit beschränkt ist (Art. 14c Abs. 1quater AN AG ), steht an dieser Stelle nicht die Frage nach der "vorteilhaftesten" Lösung beziehungsw eise der W ahrung schützensw erter Interessen aufseiten des Zugew iesenen einerseits und der Kantone andererseits (vgl. Art. 14c Abs. 1bis AN AG ), sondern diejenige nach der Vereinbarkeit einer Kantonszuw eisung m it der Forderung von Art. 8 Abs. 1 EM R K nach der Achtung des Fam ilienlebens im M ittelpunkt. Kriterien, w ie sie in der R eplik vom 17. M ai 2007 beleuchtet w erden (z. B. w irtschaftliche Verhältnisse, W ohnsituation und Aufnahm ebereitschaft der G eschw ister; Ausbildungsm öglichkeiten vor O rt), m ögen zw ar durchaus berechtigt sein, sind jedoch rechtlich nicht erzw ingbar. D ie zw angsläufig anspruchsvolle Lebenssituation von Asylsuchenden, die w eder m it der Sprache noch m it den kulturellen G epflogenheiten des G astlandes vertraut 9 sind, stellt für sich allein kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis im erw ähnten Sinn dar. Ein solches lässt sich im Fall des Beschw erdeführers auch nicht aus dessen jugendlichem Alter oder den von ihm erw ähnten Augenproblem en herleiten. W as die Augenproblem e betrifft, so w urden diese vom Beschw erdeführer w eder im R ahm en der Abklärungen im EVZ noch in der Beschw erdeeingabe näher - m it einem ärztlichen Zeugnis oder auf andere W eise - spezifiziert. In der R eplik vom 17. M ai 2007 w ird darauf m it keinem W ort m ehr Bezug genom m en. D em zufolge kann hinlänglich ausgeschlossen w erden, dass seitens des Beschw erdeführers als Folge von Augenproblem en beziehungsw eise einer Sehbehinderung auf absehbare Zeit hinaus ein besonderes Betreuungs- oder Pflegebedürfnis besteht (vgl. BG E 115 Ib 1 E. 2d S. 5 f.). Bezüglich des Alters ist sodann vorauszuschicken, dass der Beschw erdeführer bis heute kein bew eistaugliches D okum ent zum N achw eis des von ihm genannten G eburtsdatum s (13. Juni 1990), dem zufolge er auch heute noch m inderjährig w äre, zu den Akten gereicht hat. Aus der von ihm lediglich als Fotokopie abgegebenen Identitätskarte lassen sich schon aufgrund der beliebigen M anipulierbarkeit, die der technische Vorgang des Kopierens m it sich bringt, keine brauchbaren H inw eise für die Altersfeststellung gew innen. Zudem m utet die vom Beschw erdeführer gelieferte Begründung für das Schuldigbleiben des O riginals fadenscheinig an (vgl. A1/9, S. 3; A9/13, S. 3 f.), und als kaum w ahrscheinlich ist es w eiterhin zu bezeichnen, dass er unter den von ihm behaupteten U m ständen ohne jegliches Identitätspapier zunächst in der R egion von Zakho in die Türkei und später von Istanbul bis in die Schw eiz hat gelangen können (vgl. A9/13, S. 4 f.). An dem von ihm angegebenen G eburtsdatum sind deshalb gew ichtige Vorbehalte an- zubringen (vgl. EM AR K 2004 N r. 30 E. 6.4.1.-6.4.4. S. 211 ff.). O b der Be- schw erdeführer tatsächlich am 13. Juni 1990 geboren ist beziehungsw eise das 18. Altersjahr noch nicht vollendet hat, braucht indes nicht abschliessend geklärt zu w erden. In seinem speziellen Fall bestehen näm lich m it Blick auf seine R eife und seinen Entw icklungsstand (vgl. BG E 120 Ib 257 E. 1e S. 261 f.) ohnehin genü- gend G arantien dafür, dass er in der Schw eiz nicht zw ingend auf ein Zusam m en- leben m it einem oder m ehreren hier ansässigen G eschw istern angew iesen ist. So hinterliess der Beschw erdeführer anlässlich der Anhörung vom 7. Septem ber 2006 beim Sachbearbeiter des BFM einen - gem essen am behaupteten Alter - "ausserordentlich" reifen, eher an einen 19- oder 20-jährigen denn an einen 16- jährigen Jugendlichen erinnernden Eindruck. N icht w eniger fällt ins G ew icht, dass der Beschw erdeführer die W eiterreise von der Türkei bis in die Schw eiz ohne sei- nen unauffindbaren Bruder in Angriff nahm und zu bew ältigen verm ochte (vgl. A9/13, S. 7), w obei für eine fortgeschrittene Selbständigkeit seinerseits etw a auch der U m stand spricht, dass er dabei nicht in Kontakt zu seinen in der Schw eiz lebenden G eschw istern stand (vgl. A9/13, S. 9 unten). D am it ist als Fazit festzuhalten, dass eine besondere, über das übliche M ass hi- naus gehende Abhängigkeit des Beschw erdeführers von seinen in der Schw eiz lebenden G eschw istern nicht besteht. 3.4 N ach dem G esagten zeigt sich, dass die Zuw eisung des Beschw erdeführers an den Kanton H ._______ für die D auer der vorläufigen Aufnahm e den G rundsatz der Einheit der Fam ilie nicht verletzt. D ie Verfügung des BFM vom 12. Septem ber 2006 erw eist sich insow eit (D ispositivziffer 7) als rechtm ässig, und die dagegen er-10 hobene Beschw erde ist folgerichtig abzuw eisen. 4. D em Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Kosten dem Beschw erde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ). Sie sind auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1 bis 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D e- zem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das _______ ad _______ D er R ichter: D er G erichtsschreiber: W alter Lang M artin M aeder Versand am :