Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Dezember 2017 (810 16 382) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Niederlassungsbewilligung / Straffälligkeit Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Claude Jeanneret, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Martin Michel Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dieter Roth , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung (RRB Nr. 1718 vom 6. Dezember 2016) A. Die kosovarische Staatsangehörige A.____ (geb. 1 991) reiste 1998 in die Schweiz ein. Am 30. April 2004 erhielt sie eine Niederlassungsbewilligung. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 27. Mai 2016 verurteilte das Strafgericht Basel-L andschaft A.____ wegen gewerbs- mässigen Betrugs sowie gewerbsmässiger Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren. Zugleich schob das Strafgericht den Vollzug der Strafe i n Anwendung von Art. 57 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1 937 auf und ordnete eine stationäre Massnahme gemäss Art. 59 StGB an. C. Seit dem 3. März 2015 (Antritt vorzeitiger Massnahme nvollzug) befindet sich A.____ in der Justizvollzugsanstalt Hindelbank. D. Mit Verfügung vom 11. August 2016 widerrief das Am t für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) die Niederlassungsbewilligung von A.____ und wies sie auf den Zeit- punkt der (bedingten) Entlassung aus dem Straf- resp. Massnahmenvollzug aus der Schweiz weg. E. Eine von A.____, vertreten durch Dieter Roth, Advo kat in Liestal, dagegen erhobene Beschwerde wies der Regierungsrat mit Regierungsratsbe schluss (RRB) Nr. 1718 vom 6. Dezember 2016 ab. Ebenso wies der Regierungsrat das Gesuch von A.____ um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung ab. F. Dagegen erhob A.____, weiterhin vertreten durch Ad vokat Dieter Roth, am 19. De- zember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung V erfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren: 1. Es sei der RRB Nr. 1718 vom 6. Dezember 2016 aufzuheben und es sei auf den Widerruf der Niederlass ungsbewilligung und auf eine Wegwei- sung aus der Schweiz zu verzichten; 2. Eventualiter sei anst elle der Niederlassungsbewilligung wenigstens eine Aufenthaltsbewilligung zu gewähren; 3. Subeventualiter sei mindestens für das verwaltungsinterne Beschwerdeverfahren die unentgeltli che Rechtspflege und Verbeiständung mit dem Unterzeichneten als Advokaten zu bewilligen; 4. Unter o/e-Kostenfolge. Für den Fall des Unterliegens sei die unentgeltliche Prozessführung u nd Verbeiständung mit dem Unter- zeichneten als Advokaten zu gewähren. G. Die Vorinstanz schloss in ihrer Vernehmlassung vom 13. März 2017 auf Abweisung der Beschwerde. H. Am 17. Mai 2017 reichte die Beschwerdeführerin ein e Replik ein. Der Regierungsrat reichte am 9. Juni 2017 eine Duplik ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kant onsgericht zulässig. § 47 Abs. 1 lit. a VPO sieht vor, dass zur Beschwerde befugt ist, we r durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Änderung oder Aufhebung hat. Da die Beschwerdeführerin ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids hat und die übr igen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Bei der Beurteilung der verwaltungsgerichtlichen B eschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO dar auf beschränkt, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu üb erprüfen bzw. zu prüfen, ob der Beschwerdegegner ein allfälliges Ermessen rechtsfehler haft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob dieser den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit dagegen ist dem Kanton sgericht verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 2.1 Der Regierungsrat erwog, das Strafurteil gegen di e Beschwerdeführerin datiere vom 27. Mai 2016. Damals habe das StGB die strafrechtliche Landesverweisung (in Kraft seit dem 1. Oktober 2016) noch nicht vorgesehen, weshalb das Str afgericht keine Landesverweisung habe aussprechen können. Für aufenthaltsbeendende Massn ahmen aufgrund von Straftaten, die vor dem 1. Oktober 2016 begangen worden seien, sei das AfM zuständig. 2.2 Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, gemäss A rt. 63 Abs. 3 des Bundesgeset- zes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 sei ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung unzulässig, der nur damit begründet werde, dass ein Delikt begangen worden sei, für das ein Strafgericht bereits e ine Strafe oder eine Massnahmen ver- hängt, jedoch von einer strafrechtlichen Landesverweisung abgesehen habe. Die am 1. Oktober 2016 in Kraft getretene Änderung statuiere in den Üb ergangsbestimmungen keine Ausnahme betreffend der Anwendung des revidierten Art. 63 AuG. Daher sei das mildere neuere Recht anzuwenden und das AfM als Verwaltungsbehörde könne nicht für die Wegweisung zuständig sein. 2.3 Seit dem 1. Oktober 2016 entscheiden grundsätzlich d ie Strafgerichte über die Lan- desverweisung von straffällig gewordenen ausländischen Pe rsonen (Art. 66a StGB i.V.m. Art. 63 Abs. 3 AuG). Entgegen der Behauptung der Bes chwerdeführerin kommt Art. 63 Abs. 3 AuG allerdings nicht zum Tragen, wenn die Verurteilu ngen, welche Anlass für eine straf- rechtliche Landesverweisung hätten geben können, vor I nkrafttreten der entsprechenden Rechtsgrundlage (Art. 66a StGB) am 1. Oktober 2016 e rgangen sind. Die Migrationsbehörden können daher – wie vorliegend geschehen – weiterhin den Widerruf einer Bewilligung wegen Straffälligkeit verfügen, wenn das hierzu Anlass gebend e Strafurteil vor dem 1. Oktober 2016 ergangen ist bzw. die dem Strafurteil zugrundeliegende n Straftaten vor dem 1. Oktober 2016 begangen wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_169/2017 vom 6. November 2017 E. 3.1). 3.1 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der a lte Wortlaut des Art. 62 lit. b AuG, welcher zum Zeitpunkt der Tatbegehung noch gegolten h abe, habe Massnahmen nach Art. 59 StGB nicht aufgeführt. Somit habe auch unter altem Re cht bei Anordnung einer strafrechtlichen Massnahme gemäss Art. 59 StGB keine Wegweisung verfügt werden können, sofern die betroffene Person in der Schweiz niedergelassen gewesen sei. Bei Niedergelassenen könne Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nur nach StGB eine strafrechtliche Landesverweisung Pla tz greifen, nicht aber ein aufenthaltsrechtlicher Widerruf mit Wegweisung. 3.2 Gemäss Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mi t Art. 62 lit. b AuG (Fassung vom 16. Dezember 2005; AS 2007 5437) kann die Niederlassu ngsbewilligung widerrufen werden, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Fr eiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinn von Art . 64 oder Art. 61 StGB angeordnet wurde. Der genannte Widerrufsgrund gilt auch für Ni ederlassungsbewilligungen ausländischer Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbroche n und ordnungsgemäss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Die Vorinstanz b egründet den Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung mit der Erwägung, der Widerrufsgrund sei erfüllt, weil die Beschwerdeführerin zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt w orden sei. Sie verweist zutreffend auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach eine längerfr istige Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 lit. b AuG vorliegt, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.2). Soweit die Beschwerde führerin geltend macht, gegen sie sei keine Massnahme nach Art. 61 oder 64 StGB, sondern eine stationäre therapeutische Mass- nahme nach Art. 59 StGB angeordnet worden, ist dies u nbehelflich, da die Vorinstanz den Widerrufsgrund in der ersten ("zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt"), nicht in der zweiten Variante von Art. 62 lit. b AuG verwirklicht sie ht (vgl. ebenso Urteil des Bundesgerichts 2C_733/2012 vom 24. Januar 2013 E. 6.1). Mit der Ve rurteilung durch das Strafgericht Basel- Landschaft vom 27. Mai 2016 zu einer unbedingten Fre iheitsstrafe von drei Jahren liegt ein Widerrufsgrund offensichtlich vor. 4.1 Liegt ein Widerrufsgrund vor, muss die aufenthaltsbe endende Massnahme im konkre- ten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999 und Art. 96 Abs. 1 AuG; vgl. auch Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 8 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK] vom 4. November 1950, wenn dur ch die Entfernungsmassnahme die weitere Pflege familiärer Beziehungen im Sinn von Art . 8 Ziff. 1 EMRK bzw. des inhaltlich deckungsgleichen Art. 13 Abs. 1 BV beeinträchtigt wird; BGE 135 II 377 E. 4.3). Zu berück- sichtigen sind dabei namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betrof- fenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verh alten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisheri gen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile (BGE 139 I 31 E. 2.3.1; BGE 135 II 377 E. 4.3). Keines die- ser Elemente ist für sich allein ausschlaggebend; erforder lich ist eine Würdigung der gesamten Umstände im Einzelfall (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2 C_116/2017 vom 3. Oktober 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Niederlassungsbewilligung e ines Ausländers, der sich schon seit langer Zeit hier aufhält, soll nur mit Zurückhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straffälligkeit ist dies jedoch selbst dann nic ht ausgeschlossen, wenn der Ausländer hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im La nd verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1). Bei schweren Straftaten und bei Rückfall b zw. wiederholter Delinquenz besteht regel- mässig ein wesentliches öffentliches Interesse, die weitere Anwesenheit der Täterin oder des Täters zu beenden, da und soweit sie hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht haben bzw. sich von straf- und ausländerrechtlichen Massna hmen nicht beeindrucken lassen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und damit zeigen, dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig erscheinen, sich an die hiesige Rechtsordnung zu halten (BGE 139 I 16 E. 2.1; 137 II 297 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 2C_1086/2014 vom 11. Juni 2015 E. 2.1 und 2C_843/2014 vom 18. März 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.2 Der Regierungsrat erachtete den Widerruf der Nied erlassungsbewilligung angesichts der Schwere des Verschuldens der Beschwerdeführerin auch als verhältnismässig. Die Frei- heitsstrafe von drei Jahren indiziere ein erhebliches m igrationsrechtliches Verschulden. Er- schwerend komme hinzu, dass die Beschwerdeführerin trotz l aufender Verfahren und einer ersten Inhaftierung weiter delinquiert habe, indem si e betagte Opfern teils unter Drohungen um das gesamte Ersparte gebracht und diese in wirtschaftli che und seelische Not gebracht habe. Hinzuweisen sei weiter auf die lange Deliktsdauer und den hohen Deliktsbetrag von Fr. 387'293.--. Die Beschwerdeführerin sei im Kosovo ge boren und im Alter von sieben Jahren mit ihren Geschwistern zum Vater und der Stiefmutter i n die Schweiz gezogen. Sie habe sich trotz 18-jähriger Anwesenheit und guten Deutschkenntnisse n beruflich und wirtschaftlich nicht integrieren können. Sie habe nach der Schulausbildung eine Pflegeausbildung bereits nach sechs Monaten abgebrochen. In der Folge habe sie an verschiedenen Orten – meist nur wenige Monate – als Hilfskraft gearbeitet. Während sechs Jahren vor der Untersuchungshaft habe die Beschwerdeführerin nicht mehr gearbeitet, sondern sich den Lebensunterhalt mit Betrug und Erpressung finanziert. Es sei ungewiss, inwiefern die sta tionäre Massnahme an den Persön- lichkeitsstörungen der Beschwerdeführerin etwas zu ändern vermöge. Sodann habe die Be- schwerdeführerin trotz ihrer langen Anwesenheit keine ti efergehenden Kontakte, die über den familiären Kontakt hinausgehen würden. Sie sei nicht ve rheiratet und habe keine Kinder. Eine eigentliche Verwurzelung in der Schweiz liege nicht vor. Demgegenüber habe die Beschwer- deführerin nach wie vor enge Beziehungen zu ihrem Heim atland. Sie spreche albanisch und ihre Schwester würde mit Ehemann und zwei Kindern eben so wie weitere Verwandte in ihrem Heimatland Kosovo leben. Die Beschwerdeführerin habe s odann angegeben, zu ihrer Schwes- ter im Kosovo ein gutes Verhältnis zu haben. 4.3 Die Beschwerdeführerin hält ihre Wegweisung aus d er Schweiz aufgrund der Gesamt- umstände für unverhältnismässig. Sie habe keine Gewalt-, Sexual- und schwere Betäubungs- mitteldelikte begangen und sei vorliegend erstmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Daher sei sie keine Wiederholungstäterin im Sinne der Rechtsprechung. Zudem würden alle näheren Verwandten und Bekannten in der Schweiz lebe n und sie habe keine Anknüpfungs- punkte mehr im Kosovo. Der Misserfolg in der beruflichen Integration sei ein Teilgrund dafür gewesen, dass sie die Vermögensdelikte begangen habe. Si e absolviere aber nun in der Justizvollzugsanstalt Hindelbank im Rahmen der stationäre n Massnahme eine Ausbildung und eine Therapie. Sie werde daher im Zeitpunkt der Entl assung voraussichtlich beruflich gut integriert sein und in der Schweiz ohne weiteres eine Arbeit finden können. Der Hauptgrund der Delinquenz sei die gutachterlich diagnostizierte Persönl ichkeitsstörung gewesen, die im Rah- men des Massnahmenvollzugs therapiert werde. Die Wegweisu ng würde die laufende straf- rechtliche Massnahme zunichtemachen. Es wäre unverhältnismässig, wenn sie nach gesühnter Strafe und austherapierter Störung mit der schlimmsten Strafe bestraft würde, nämlich der Wegweisung in den Kosovo. Der Regierungsrat habe in s einem Entscheid hauptsächlich auf Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Tatverschulden, nicht aber auf die Legalprognose abg estellt. Im Rahmen des Wegwei- sungsverfahrens müsse jedoch die Frage im Vordergrund st ehen, ob von der ausländischen Person in Zukunft eine Gefahr für die Gesellschaft ausg ehe oder nicht. Indem die Behörden kurz nach der Rechtskraft des Strafurteils bereits die Wegwe isung verfügt hätten, seien sie dieser Frage absichtlich ausgewichen. Auch eines ihrer Opf er habe sich dafür ausgesprochen, dass man ihr eine Chance geben solle, sich nach der Entlassung in der Schweiz zu bewähren. 5.1 Zunächst ist das öffentliche Interesse an der Beendi gung des Aufenthalts darzulegen. Ausgangspunkt und Massstab für die Schwere des Verschulden s und die migrationsrechtliche Interessenabwägung ist die vom Strafgericht verhängte S trafe (BGE 134 II 10 E. 4.2; BGE 129 II 215 E. 3.1). Das entsprechende sicherheitspolizei liche Interesse kann durch den Zeitab- lauf seit der Tatbegehung, das Verhalten der ausländi schen Person bis zum angefochtenen Urteil und weitere Faktoren (wie etwa das Alter bei der jeweiligen Tatbegehung) relativiert oder erhöht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_804/2016 vom 21. März 2017 E. 5.1, mit Hin- weisen). 5.2 Die Beschwerdeführerin ist mit Strafurteil vom 27. Mai 2016 des gewerbsmässigen Betrugs sowie der gewerbsmässigen Erpressung schuldig erklä rt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das Strafgericht führte in seinem Urteil aus, die Beschwerde- führerin habe sich gezielt betagte und ihr nahestehende Opfer ausgesucht und deren Vertrauen und Hilfsbereitschaft ausgenutzt. Sie habe dabei äusserst egoistisch gehandelt, indem sie mit ihren Lügengeschichten ihre Opfer praktisch um ihre ganzen Ersparnisse gebracht habe. Dabei sei ihr einziges Ziel gewesen, an möglichst viel Geld zu kommen. Die Beschwerdeführerin sei eines ihrer Opfer über einen Zeitraum von rund vier Jahren mit unzähligen Forderungen ange- gangen, im Wissen darum, dass das Opfer sie wie eine Enk eltochter liebe. Die Beschwer- deführerin habe den Kontakt der betagten Frau indes n ur gesucht, wenn sie Geld benötigt habe; ansonsten habe sie sich nicht um die betagte Frau gekümmert. Das Opfer sei dermassen verzweifelt gewesen, dass sie sich zweimal in eine psychiatrische Klinik habe einweisen lassen. Als die Beschwerdeführerin gemerkt habe, dass es mühseliger werde, vom Opfer Geld erhält- lich zu machen, habe sie sich zwei anderen Opfern zugewand t. Die Beschwerdeführerin sei bis zu ihrer Inhaftierung nie gewillt gewesen, sich ernsthaf t um Arbeit zu bemühen. Dennoch habe sie einen hohen Lebensstandard geniessen wollen und vie l Geld benötigt, um ausgehen zu können sowie für Hotelübernachtungen und Geschenke. Be i ihrem Umfeld habe sie den Ein- druck erweckt, als verfüge sie über genügend finanzielle M ittel. Die Beschwerdeführerin habe trotz laufender Verfahren weiter delinquiert und auc h die Inhaftierung bzw. bestehende Kon- taktverbote hätten sie nicht davon abgehalten, weiter hin auf betrügerische Art und Weise Geld zu erbetteln. Hinzuweisen sei ferner auf die lange De liktsdauer und den hohen Deliktsbetrag von Fr. 387'293.--. Insgesamt zeuge das Vorgehen der Be schwerdeführerin von einer hohen kriminellen Energie. Gemäss Gutachten habe die Beschwe rdeführerin zur Zeit der Taten an einer psychischen Störung im Sinne einer dissozialen Pe rsönlichkeitsstörung gelitten, ergänzt durch histrionische und abhängige Persönlichkeitszüge. Die Einsichtsfähigkeit sei zur Zeit der Taten voll erhalten gewesen, wohingegen die Steuerung sfähigkeit als leicht beeinträchtigt erachtet werden könne, was zu ihren Gunsten zu werten sei . Ihr jugendliches Alter zu den Tatzeiten sei leicht zu ihren Gunsten zu berücksichtigen ( Strafurteil vom 27. Mai 2016, S. 42 f). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auch wenn die Delinquenz der Beschwerdeführerin nicht den Gewaltbereich betrifft, kann sie nicht als geringfügig bezeichnet werden. Angesichts der Delikte, welche die Beschwerdeführe- rin über einen längeren Zeitraum begangen und trotz laufender Verfahren fortgesetzt hat, ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanzen von einem erhe blichen Verschulden der Be- schwerdeführerin ausgegangen sind. Bei Personen, die re gelmässig delinquiert haben, besteht aufgrund ihrer Einsichtslosigkeit ein erhebliches sicherhei tspolizeiliches Interesse, sie aus der Schweiz wegzuweisen. Auch wenn bei der Beschwerdeführeri n keine weiteren Verurteilungen aktenkundig sind, zeigt ihr planmässiges, sich über mehrere Jahre hinziehendes Verhalten, welches sie trotz laufender Verfahren nicht beendet ha t, dass sie während einer langen Zeit nicht gewillt und fähig war, die hiesige Rechtsordnung zu respektieren, was dem sicher- heitspolizeilichen Interesse an ihrer Wegweisung ein g ewisses zusätzliches Gewicht verleiht. In Bezug auf die Rückfallgefahr ist anzumerken, dass aus fre mdenpolizeilicher Sicht das Risiko eines Rückfalls umso weniger hinzunehmen ist, je schwerer die Tat wiegt, welche die auslän- dische Person verübt hat. Bei schweren Straftaten muss ange sichts der von diesen Delikten ausgehenden potentiellen Gefahr für die Gesellschaft a usländerrechtlich selbst ein relativ geringes Rückfallrisiko nicht hingenommen werden (BGE 1 39 I 16 E. 2.2.1 und 31 E. 2.3.2; BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Im vorliegenden Fall dürfe n sodann auch generalpräventive Überle- gungen mitberücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundesger ichts 2C_822/2016 vom 31. Januar 2017 E. 3.4). Somit besteht ein erhebliches öffentliche s Interesse am Widerruf der Niederlas- sungsbewilligung der Beschwerdeführerin, welches nur du rch entsprechend gewichtige private Interessen aufgewogen werden könnte. 5.3 Dem öffentlichen Interesse am Widerruf der Bewilli gung und der damit verbundenen Wegweisung sind die privaten Interessen der Beschwerdefüh rerin an einem Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. 5.4 Die Beschwerdeführerin lebt bereits seit knapp 20 Jahren in der Schweiz und kann sich daher auf eine lange Aufenthaltsdauer berufen, die z u einem gewichtigen privaten Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz führt. Die he ute 26-jährige Beschwerdeführerin reiste 1998 in die Schweiz ein, womit sie bis auf die ersten si eben Lebensjahre ihr bisheriges Leben hier verbracht hat. Sie ist sodann in sprachlicher Hin sicht integriert und ein grosser Teil ihrer Angehörigen lebt hier in der Schweiz. Der Beschwerdef ührerin ist weiter zu Gute zu halten, dass sie nach der strafrechtlichen Verurteilung die Notw endigkeit der therapeutischen Behand- lung eingesehen hat, was einen positiven Einfluss auf ih re Therapiemotivation und Offenheit hat. Gemäss Therapieverlaufsbericht vom 9. März 2017 zeige sich ihre Motivation bezüglich der Fortführung der therapeutischen Massnahme im stationären Rahmen aber ambivalent. Die Beschwerdeführerin berichte offen über ihre problematischen Verhaltensanteile und übernehme für ihr Verhalten zunehmend die Verantwortung. In Be zug auf die Delikte übernehme die Beschwerdeführerin im Rahmen der Therapie nun die Verantwortung und sie sei bemüht, in der Therapie und im Alltag ihre Gefühle kennenzulernen un d sie wahrzunehmen und zu akzep- tieren. Aktuell schäme und ekle sie sich für ihre Gefühl skälte und Empathielosigkeit und sie zeige Reue (vgl. Therapieverlaufsbericht vom 9. März 2017). Ebenso ergibt sich aus den Akten, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der strafrechtliche n Massnahme weiterhin intensiven Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kontakt zu ihren Angehörigen pflegt. Diese Umstände f ühren zu einem gewichtigen privaten Interesse der Beschwerdeführerin an ihrem Verbleib in der Schweiz. 5.5 Unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte vermag die Be schwerdeführerin indes keine privaten Interessen anzuführen, welche die – aufg rund ihrer Delinquenz erheblichen – sicherheitspolitischen Interessen an der Beendigung des Au fenthalts zu überwiegen ver- möchten, auch wenn ihre privaten Interessen an einem w eiteren Verbleib in der Schweiz gross sind und die Wegweisung sie erkennbar schwer trifft. Sow eit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie werde im Zeitpunkt der Entlassung voraussichtli ch beruflich gut integriert sein und der Regierungsrat habe in seinem Entscheid zu Unrecht h auptsächlich auf das Tatverschulden, nicht aber auf die Legalprognose abgestellt, kann ihr nicht gefolgt werden. Wohl bezieht das Bundesgericht bei der vorzunehmenden Interessenabwägung regelmässig die Rückfallgefahr und den Resozialisierungsgedanken mit ein. Anders als be im vorliegend nicht anwendbaren Art. 5 Anhang I des Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen d er Schweizerischen Eidgenos- senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft un d ihren Mitgliedstaaten anderer- seits über die Freizügigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA ), wo die Feststellung einer gegen- wärtigen Gefährdung eine Grundvoraussetzung für den E rlass von Entfernungsmassnahmen bildet, gibt die Prognose über künftiges Wohlverhalte n und die Rückfallgefahr hier nicht den Ausschlag (BGE 136 II 5 E. 4.2; BGE 130 II 176 E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 2C_987/2014 vom 28. Januar 2015 E. 4.2.2) bzw. muss auch ein geringes Restrisiko nicht in Kauf genommen werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_348/2012 vom 13. Mä rz 2013 E. 3.1). Zu beachten ist auch, dass eine gute Führung im Straf- bzw. Massnahmenvo llzug angesichts der dort vorhan- denen, verhältnismässig engmaschigen Betreuung keine verlässl ichen Rückschlüsse auf das künftige Verhalten in Freiheit zulässt (Urteil des Bunde sgerichts 2C_197/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 4.2; vgl. auch BGE 137 II 233 E. 5.2.2). Im Übrigen ist festzuhalten, dass die Be- schwerdeführerin trotz vorhandener Behandlungseinsicht sowi e einem ersten Krankheitsver- ständnis, welche eine gute Grundlage für den weiteren therapeutischen Verlauf bilden, noch am Anfang in ihrem Therapieverlauf steht (vgl. Therapieve rlaufsbericht vom 9. März 2017). Sodann ergibt sich aus dem Vollzugsbericht der Justizvollzugsanst alt (JVA) Hindelbank vom 25. Januar 2017 dass die Beschwerdeführerin mehrfach mit Disziplinarverfügungen sanktioniert und häufig krankgeschrieben werden musste. Dies aufgrund privater Probleme, insbesondere Beziehungs- problemen auf der Wohngemeinschaft, welche sie bisweile n derart stark belasteten, dass ihre Arbeit darunter litt. Die Vorinstanz hat damit zu Rech t ein Rückfallrisiko bejaht. Schliesslich macht die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bereits im Alter von sieben Jahren in die Schweiz gekommen ist, eine Rückkehr nicht unzumutbar. Wenn gleich die Beschwerdeführerin die Schulen in der Schweiz besucht hat, spricht sie di e Sprache ihres Heimatlandes und ist mit dessen Gepflogenheiten vertraut. Beruflich ist die Besc hwerdeführerin in der Schweiz nicht integriert. Sie ist noch jung und wird sich in ihrem H erkunftsland eine neue Existenz aufbauen können, zumal sie dort – entgegen ihrer Darstellung in der Beschwerdebegründung – mit ihrer Schwester und deren Familie noch Verwandte hat, welche sie dabei unterstützen können. Die Beziehungen zu ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und ihren in der Schweiz lebenden Geschwistern kann die Beschwerdeführerin besuchsweise bzw. über die h eute zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel aufrechterhalten. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Zusammengefasst erweist sich der Widerruf der Niederla ssungsbewilligung der Be- schwerdeführerin und ihre Wegweisung aus der Schweiz somi t als verhältnismässig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde und schliesst die ersatzweise E rteilung einer Aufenthaltsbewil- ligung von vornherein aus (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.1 und 2C_634/2011 vom 27. Juni 2012 E. 4.3, mi t Hinweisen). Demgemäss kann auch dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin nicht entsprochen werden. 7.1 Der Regierungsrat hielt ferner die bei ihm erhob ene Beschwerde für offensichtlich aussichtslos und entsprach dem Gesuch der Beschwerdeführer in um unentgeltliche Rechts- pflege nicht. 7.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, der Regierungsrat habe die Be- schwerde zu Unrecht als offensichtlich aussichtslos eingestuft und ihr zu Unrecht für das ver- waltungsinterne Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung verweigert. Angesichts der geäusserten Argumente könne die Beschwerde nicht als offensicht- lich aussichtslos angesehen werden. Zudem erscheine es mit rechtsstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar, ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu verweigern, da sie sich in einer freiheitsentzie- henden Massnahme befinde, nicht rechtskundig sei und sich nach fast 20 Jahren Aufenthalt im Land mit einer Verfügung von derart existentieller Tr agweite konfrontiert sehe. Dazu komme, dass der Gesetzgeber mit der Gesetzesnovelle betreffend der strafrechtlichen Landesver- weisung in Art. 130 lit. b der Schweizerischen Strafpr ozessordnung (StPO) vom 5. Oktober 2007 statuiert habe, dass neu auch bei einer drohende n Landesverweisung ein Fall von not- wendiger Verteidigung vorliege. Umso weniger dürfe vorliegend die wirksame Beschwerde- führung durch Verweigerung der unentgeltlichen Rechtsp flege vereitelt werden. Unabhängig von Ausgang des Verfahrens sei deshalb mindestens der Ko stenentscheid im RRB aufzu- heben. 7.3 Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Recht sprechung Begehren anzu- sehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich gering er sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können . Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde (vgl. BGE 138 III 217 E. 2.2.4; BG E 133 III 614 E. 5; STEFAN MEICHSSNER , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 106 f.). 7.4 Im vorliegenden Fall steht für die Beschwerdeführer in viel auf dem Spiel, zumal sie bei einem negativen Entscheid das Land verlassen muss, in dem sie fast 20 Jahre ihres Lebens verbracht hat und ein grosser Teil ihrer Familie lebt. Unter diesen Umständen und in Anbetracht der beim Regierungsrat erhobenen Rügen ist die Beschw erde an den Regierungsrat nicht als aussichtslos anzusehen und die Beschwerde ist in diesem Punkt gutzuheissen. Die Ange- legenheit ist demnach zur Neuverlegung der Kosten des vo rinstanzlichen Verfahrens an den Regierungsrat zurückzuweisen. 8.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist die Bedürftigkeit der Beschwerde führerin erstellt und die Sache Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht erscheint nicht als von vornherein aussichtslos. Demgemäss ist der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit D ieter Roth, Advokat in Liestal, zu bewilligen. 8.2 Da die Beschwerdeführerin in der Hauptsache vollstä ndig unterliegt und einzig in Bezug auf die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfl ege obsiegt, sind ihr die gesamten Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- aufzuerlegen, wobei sie zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zulasten der Gerichtskasse gehen. 8.3 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss sind die P arteikosten wettzuschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g ist dem Rechtsvertreter ein Honorar aus der Gerichtskasse auszurichten. In seiner Honorarnote ma cht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2 '914.60 (inkl. Auslagen und Mehrwert- steuer) geltend. Der geltend gemachte Aufwand ist als angemessen zu beurteilen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwä lte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde und bei Massenkopien beträgt der Auslagenersatz Fr. 0.50 pro Seite (§ 15 Ab s. 2 Tarifordnung). Unter Berücksich- tigung dieser Ansätze ist dem Rechtsvertreter der Beschw erdeführerin zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'261.20 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zulasten der Gerichtskasse auszurichten. 8.4 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werde n die Ziffern 3 und 4 des Regierungsratsbeschlusses Nr. 1718 vom 6. Dezember 20 17 aufgehoben. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin wird die unentgeltliche Pr ozessführung und Verbeiständung mit Dieter Roth, Advokat in Liestal, bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung de r unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Staats- kasse. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Be willigung der unentgeltlichen Verbeiständung wird Advokat Dieter Ro th eine Ent- schädigung in der Höhe von Fr. 2'261.20 (inkl. Auslagen und MWSt) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 2. Juli 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrens- nummer 2C_573/2018) erhoben.