<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 81 S.377</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">377</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>81</b></span> <span class="ft2"><b>Einkommenssteuer; Tarif (§ 43 Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Einer Steuerpflichtigen, welche mit ihrem Kind zusammenlebt und für</b></span><br/> <span class="ft2"><b>den gemeinsamen Lebensunterhalt aufkommt, ist der Tarif B zu</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gewähren, auch wenn ihr Lebenspartner im gleichen Haushalt wohnt.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">14. Dezember 2005 in Sachen C.D., RV.2003.50044/K 8099</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">378</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Die Rekurrentin, welche am vorliegend massgeblichen Stich-</span><br/> <span class="ft1">tag, dem 31. Dezember 2001, mit ihrer Tochter X, geb. 1981, zu-</span><br/> <span class="ft1">sammenlebte (Tochter Y, geb. 1984, lebte gemäss den Angaben in</span><br/> <span class="ft1">der Steuererklärung 2001 nicht in ihrem Haushalt) und für den</span><br/> <span class="ft1">gemeinsamen Lebensunterhalt aufkam, beantragt, sie sei nach dem</span><br/> <span class="ft1">Tarif B zu veranlagen. Die Vorinstanz hat demgegenüber den Tarif A</span><br/> <span class="ft1">angewendet, weil sie davon ausging, dass die Rekurrentin damals mit</span><br/> <span class="ft1">W.S. in einem Konkubinat zusammenlebte, also nicht allein mit Kin-</span><br/> <span class="ft1">dern im Sinne von § 43 Abs. 2 StG.</span><br/> <span class="ft1">3. a) § 43 Abs. 2 StG lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft5">"Für Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe le-</span><br/> <span class="ft5">ben, sowie für verwitwete, getrennt lebende, geschiedene und ledige</span><br/> <span class="ft5">Steuerpflichtige, die allein mit Kindern, für die ein Kinderabzug nach</span><br/> <span class="ft5">§ 42 Abs. 1 lit. a gewährt wird, zusammenleben, wird der Steuersatz</span><br/> <span class="ft5">des halben steuerbaren Einkommens angewendet."</span><br/> <span class="ft1">b) Das aargauische Verwaltungsgericht hat mit Entscheid vom</span><br/> <span class="ft1">20. Oktober 2004 in Sachen KStA./M.G. festgehalten, dass § 43</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 StG dem StHG widerspreche und daher Art. 11 Abs. 1 Satz 2</span><br/> <span class="ft1">StHG direkt anwendbar sei. Dieser lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft5">"Die gleiche Ermässigung gilt auch für verwitwete, getrennt lebende,</span><br/> <span class="ft5">geschiedene und ledige Steuerpflichtige, die mit Kindern oder unter-</span><br/> <span class="ft5">stützungsbedürftigen Personen zusammenleben und deren Unterhalt</span><br/> <span class="ft5">zur Hauptsache bestreiten."</span><br/> <span class="ft1">Es komme daher bei einer Steuerpflichtigen, welche mit ihrem</span><br/> <span class="ft1">Kind zusammenlebe und für den gemeinsamen Lebensunterhalt auf-</span><br/> <span class="ft1">komme, der Tarif B zur Anwendung, auch wenn ihr Lebenspartner</span><br/> <span class="ft1">im gleichen Haushalt wohne. Diese Auffassung hat das Bundesge-</span><br/> <span class="ft1">richt mit Urteil vom 26. Oktober 2005 geschützt.</span><br/> <span class="ft1">c) Es ist der Rekurrentin also unabhängig davon, ob sie damals</span><br/> <span class="ft1">allein mit ihrer Tochter X oder zusätzlich mit einem Lebenspartner</span><br/> <span class="ft1">zusammenlebte, der Tarif B zu gewähren.</span><br/></div> </div> </body> </html>