Entscheid vom 5. Februar 2013 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Andreas J. Keller und Cornelia Cova, Gerichtsschreiber Stefan Graf Parteien A., vertreten durch Rechtsanwalt Andrzej Hoffmann, Beschwerdeführer gegen BUNDESAMT FÜR JUSTIZ, Fachbereich Ausliefe- rung, Beschwerdegegner Gegenstand Auslieferung an Polen Auslieferungsentscheid (Art. 55 IRSG) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2012.269 - 2 - Die Beschwerdekammer hält fest, dass: - das Bundesamt für Justiz (nachfolgend "BJ") mit Entscheid vom 18. J u- li 2012 die Auslieferung von A. an Polen für die dem Auslieferungsersuchen des polnischen Justi zministeriums vom 6. April 2011, ergänzt am 8. Se p- tember 2011 und am 5. Juli 2012, zugrunde liegenden Straftaten bewi lligte (act. 2.1); - A. hiergegen am 30. Oktober 2012 durch Rechtsanwalt Andrzej Hoffmann bei der Schweizerischen Botschaft in Warschau zu Handen der Beschwer- dekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben liess (act. 1, 1.1, 1.2); - die Beschwerdekammer diesbezüglich das BJ am 22. November 2012 um Einreichung der Akten ersuchte (act. 4) und A. aufforderte, bis 27. Dezem- ber 2012 ein Zustelldomizil zu bezeichnen, ansonsten weitere Zustellungen durch das Bundesstrafgericht grundsätzlich unterbleiben würden (act. 5); - A. diese Frist ungenutzt verstreichen liess; - die Beschwerdekammer A. am 10. Januar 2013 unter Androhung des Nichteintretens ein lud, bis 28. Januar 2013 einen Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- zu leisten, und ihn erneut aufforderte, in der Schweiz ein Z u- stelldomizil zu bezeichnen (act. 7); - A. auch diese Frist ungenutzt verstreichen liess bzw. innerha lb der ang e- setzten Frist auf dem Konto der Bundesstrafgerichtskasse kein entspre- chender Zahlungseingang zu verzeichnen war. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: - gegen Auslieferungsentscheide des BJ innerhalb von 30 Tagen nach Eröf f- nung des Entscheids bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 55 Abs. 3 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 IRSG; Art. 12 Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG); - auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten das VwVG sowie die Bestimmungen der einschlägigen Rechtshilfeerlasse anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG); - 3 - - die Beschwerdekammer vom Beschwerdeführer einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten erhebt (Art. 63 Abs. 4 Satz 1 VwVG); - zu dessen Leistung dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist anz u- setzen ist unter Androhung des Nichteintretens (Art. 63 Abs. 4 Satz 2 VwVG; vgl. auch Art. 3 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren un d Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR 173.713.162]); - innerhalb der vorliegend angesetzten Frist der verlangte Kostenvorschuss nicht geleistet wurde, weshalb auf die Beschwerde androhungsgemäss nicht einzutreten ist; - eine Partei oder ihr Re chtsbeistand, die im Ausland wohnen, gemäss Art. 80m Abs. 1 lit. b IRSG i.V.m. Art. 9 IRSV ein Zustelldomizil in der Schweiz benennen müssen, ansonsten die Zustellung unterbleiben kann; - der Beschwerdeführer den beiden erfolgten Aufforderungen zur Bezeic h- nung eines Zustelldomizils in der Schweiz nicht nachgekommen ist, we s- halb ihm dieser Entscheid androhungsgemäss nicht formell eröffnet wird bzw. die Zustellung an den Beschwerdeführer ad acta erfolgt; - auf Grund des fehlenden, vom Beschwerdeführer zu bezei chnenden Zu- stelldomizils in der Schweiz ausnahmsweise von der Erhebung von G e- richtskosten abzusehen ist (Art. 63 Abs. 1 Satz 3 VwVG); - 4 - und erkennt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Bellinzona, 5. Februar 2013 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung - A., ad acta Rechtsmittelbelehrung Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn Tagen na ch der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besond ers bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).