B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2614/2020 law/sol che U r t e i l v o m 4 . N o v e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. Parteien A._______, geboren am (…) Pakistan, vertreten durch lic. iur. Monika Böckle, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. April 2020 / N (…). D-2614/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer gelangte gemäss eigenen Angaben am 20. April 2017 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl ersuchte. B. B.a Er wurde am 2. Mai 2017 zu seiner Person, dem Reiseweg sowie sum- marisch zu den Gründen der Flucht befragt (Befragung zur Person [BzP]). Eine eingehende Anhörung zu den Asylgründen fand am 9. Mai 2017 statt. B.b Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er als (…) für die (…) gearbeitet habe und deswegen von unbekannten Personen mehrfach mit dem Tode bedroht worden sei. C. Mit Verfügung vom 16. April 2020 (Eröffnung am 21. April 2020) stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 20. Mai 2020 liess der Be- schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bun desverwaltungsgericht Beschwerde erheben. Darin wurde beantragt, die Verfügung des SEM sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und dem Be- schwerdeführer Asyl zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeur- teilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Verfü- gung des SEM in den Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und der Be- schwerdeführer sei wegen Unzulässigkeit und/oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der Schweiz aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde weiter beantragt, es sei dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, die unterzeichnende Rechtsvertreterin als amtliche Verbeiständung zu bestellen und auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. E. Mit Eingabe vom 26. Mai 2020 wurde eine Kostennote und eine Fürsorge- bestätigung nachgereicht. D-2614/2020 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor 1.2 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form- gerecht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und; Art. 52 Abs. 1 VwVG) Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer D-2614/2020 Seite 4 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Der Beschwerdeführer erklärte zu seiner Person, er sei pakistanischer Staatsangehöriger, ethnischer Hazara, und stamme aus Quetta, wo er bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Zur Begründung des Asylgesuches machte er geltend, er sei a m (…) 2012 von zwei unbekannten Personen ange- schossen worden, als er mit weiteren Personen, welche ebenfalls Hazara gewesen seien, mit dem Taxi unterwegs gewesen sei. Am (…) 2013 sei sein Bruder bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen und nie- mand habe sich um seine auf der Strasse liegende Leiche gekümmert. Am gleichen Tag habe er sich als (…) bei der (…) gemeldet, da er Menschen habe helfen wollen, die bei Bombenanschlägen verletzt würden. Er ha be etwa zweieinhalb Jahre als (…) gearbeitet. Er habe immer als (…) Tatort eintreffen wollen, um den (…). Dadurch habe er mit der Zeit einen gewis- sen Bekanntheitsgrad erlangt. Eines Tages im Jahre 2014 sei er im Zug von unbekannten Personen angesprochen worden. Sie hätten ihm gesagt, er solle mit seiner Arbeit für die (…) aufhören. In der Folge sei er insgesamt vier Mal von verschiedenen Personen auf diese Weise auf der Strasse an- gesprochen und auch bedroht worden. Er habe sich an die Polizei ge- wandt, welche jedoch nichts unternommen habe. Es seien mehrmals Per- sonen zu ihm ins Geschäft gekommen und hätten si ch nach seinem Na- men erkundigt. Z uletzt seien im (…) 2016 zwei Personen vorbeigekom- men. Sie hätten eine Pistole gezogen und auf den Tisch gelegt und dabei gesagt, dass dies der letzte Besuch und die letzte Warnung sei; beim nächsten Mal würden sie ihn erschiessen. Anschliessend habe er sich er- neut an die Polizei gewandt, die ihm jedoch mit der Erklärung, es handle sich um eine private Angelegenheit, nicht habe helfen wollen. Daraufhin D-2614/2020 Seite 5 habe er mit seinem Vater Kontakt aufgenommen, welcher seine Ausreise organisiert habe. Der Beschwerdeführer reichte Kopien einer pakistanischen Identitätskarte und eines pakistanischen Reisepasses sowie einen Führerschein im Origi- nal, einen Polizeirapport vom (…) 2012, einen Arztbericht vom (…) 2012 und ein Bestätigungsschreiben der (…) zu den Akten. 5.2 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden zahlreiche Unstimmigkeiten aufweisen. Es falle auf, dass die Kenntnisse über die (…) teilweise unerwartete Lücken aufweisen würden, obwohl er angeblich über zwei Jahre für diese tätig ge- wesen sei. So habe er an der BzP deren Rechtsform nicht anzugeben und die Frage nicht zu beantworten v ermocht, ob es sich um eine NGO oder eine private Gesellschaft handle. Demgegenüber habe er in der Anhörung, die nur einige Wochen später stattgefunden habe, angegeben, dass die (…) weder staatlich noch eine NGO, sondern eine private Organisation der Hazara sei, ohne aber angeben zu können, was der Unterschied zwi- schen einer NGO und einer privaten Organisation sei. Unplausiblerweise sei ihm die Telefonnummer (…) nicht bekannt gewesen, obwohl diese Nummer eng mit seiner Tätigkeit (…) verknüpft sei. Er besitze zwar einige Kenntnisse über die Organisation wie etwa den Sitz und den Zweck, die (…) und der dort tätigen Freiwilligen, welche aber nicht über das allge- meine Wissen eines durchschnittlichen Le sers von Zeitungen oder Inter- netseiten hinausgehen würden. Es bestünden daher bereits Zweifel an der Tätigkeit für die Organisation. Er habe wiederholt angegeben, am (…) 2013 seine freiwillige Tätigkeit auf- genommen zu haben. Dass er seine Arbeit am gleichen Tag aufgenommen habe, an dem sein Bruder bei einem Bombenanschlag getötet worden sei, sei zwar nicht völlig unmöglich, aber zumindest überraschend. Denn es könne davon ausgegangen werden, dass er am Tag des Todes seines Bru- ders andere Prioritäten gehabt haben dürfte. Im Weiteren sei es ihm miss- lungen, seine Tätigkeit zugunsten der Organisation detailliert, anschaulich und erlebnisgeprägt zu beschreiben. Trotz mehrmaliger Nachfrage hätten sich seine Ausführungen lediglich darauf beschränkt, dass er (…) abgeholt, im (…) gewartet und mit dem (…) abgeholt oder (…) gebracht habe. Aller- dings sei die Beschreibung einer seiner Kernaufgaben, nämlich der (…) , wenig überzeugend. Denn er habe behauptet, diese in einen (…) zu haben, was aber je nach (…) kaum realistisch erscheine. Ferner habe er im Zu- sammenhang mit seiner Tätigkeit auf (…) verwiesen, dies aber bei den D-2614/2020 Seite 6 Vertiefungsfragen nicht substanzvoll und realitätsnah zu beschreiben ver- mocht. Beispielsweise habe er auf die Frage, wie er das (…) jeweils ge- bracht habe, erwidert, dort hingegangen zu sein und jeweils sein eigenes (…) zu haben, ohne diese Tätigkeit jedoch differenzierter ausführen zu können. Dass er im Hinblick auf seine verantwortungsvolle Aufgabe weder eine Ausbildung – etwa eine Art "(…)" – erhalten habe noch habe lesen und schreiben können, da es in Pakistan keine Strassen- und Verkehrsschilder gebe, sei tatsachenwidrig. Er sei auch nicht in der Lage gewesen, über seine Tätigkeit differenziert und authentisch zu berichten. Vielmehr habe er auf die Frage, was er gerne und was er nicht so gerne gemacht habe, auf stereotype Weise angegeben, er habe gerne Leuten geholfen und alle Ar- beiten gerne ausgeführt. Es gelinge dem Beschwerdeführer somit nicht, seine Tätigkeit für die (…) glaubhaft zu machen. Infolgedessen seien auch die mit dieser Tätigkeit zusammenhängenden Probleme nicht glaubhaft. Dafür spreche beispielsweise, dass es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen sei, spontan und differenziert darzulegen, worin die Drohungen bestanden hätten respektive habe er erst nach zahl- reichen Nachfragen angegeben, die unbekannte Täterschaft habe jedes Mal zu ihm gesagt, sie würden ihn umbringen. Zudem habe er die zahlrei- chen Vorfälle, bei denen er aufgesucht und zum Niederlegen seiner Arbeit aufgefordert worden sei, a uffallend vage geschildert. Insbesondere sei in den Aussagen keine persönliche Betroffenheit erkennbar. Tatsächlich ver- folgte Personen würden in ihrer Wahrnehmung jedoch eine subjektive Prä- gung erfahren und diesbezügliche Erfahrungen beziehungsweise Befürch- tungen und Ängste würden dementsprechend geschildert. Solche Merk- male würden in seinen Ausführungen jedoch fehlen. Daher sei die flucht- auslösende Drohung vom (…) 2016 unglaubhaft. Das eingereichte Bestätigungsschreiben der (…) ändere nichts an diesem Standpunkt, da solche Dokumente leicht käuflich erhältlich seien und es sich vorliegend um eine leicht manipulierbare Kopie handle , weswegen dem Dokument nur geringer Beweiswert zuk omme. Ausserdem falle auf, dass er in der Anhörung erwähnt habe, seine Schwester habe ihm zahlrei- che Beweismittel nachgesandt, während er aber nur Fotos und Videos, nicht aber das nachgereichte Bestätigungsschreiben erwähnte habe. Es liege daher die Vermutung nahe, dass er zum Zeitpunkt der Anhörung nichts von der Existenz des Schreibens gewusst habe und dieses auf den (…) 2016 datierte Schreiben erst nach seiner Ausreise ausgestellt und ihm zugeschickt worden sei. D-2614/2020 Seite 7 Für ethnische Hazara schiitischen Glaubens sei derzeit auch nicht von ei- ner Kollektivverfolgung auszugehen. 5.3 Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerde entgegengehalten, der Vorwurf, der Beschwerdeführer habe in der BzP die Rechtsform der (…) nicht nennen können, verkenne, dass bei einem (…) die Rechtsform der Organisation nicht im Zentrum des Interesses stehe. Viele hi esige (…) könnten die Rechtsform des (…) B._______ wohl ebenfalls nicht benen- nen. Der Beschwerdeführer habe in der Anhörung in plausibler Weise er- klärt, dass er sich nach der BzP beim Leiter der Organisation nach deren Rechtsform erkundigt habe . Auch die A ngabe, ob es sich um eine NGO oder eine private Organisation handle, tue hinsichtlich der Glaubhaftigkeit nichts zur Sache. Der Beschwerdeführer habe nur zwei Jahre die Schule besucht, weshalb solches Wissen nicht verlangt werden könne. Bei der Te- lefonnummer handle es sich nicht um eine kurze einprägsame Nummer nach Schweizer Vorbild, weshalb es aufgrund des geringen Bildungsgra- des nachvollziehbar sei, dass er sich nicht mehr an die ganze Nummer erinnern könne. Dem Vorwurf, es sei nicht nachvollziehbar, dass er seine Arbeitsstelle am (…) 2013 und somit am selben Tag angetreten habe, an dem auch sein Bruder gestorben sei, sei zu entgegnen, dass es sich beim Datum des Ar- beitsbeginns um ein Missverständnis handle. Seine Arbeitstätigkeit habe er, entgegen einze lner Protokollstellen, erst zwei bis drei Monate später aufgenommen. Das Missverständnis dürf te auf sprachliche und überset- zungstechnische Schwierigkeiten zurückzuführen sein. Dafür spreche etwa, dass der Beschwerdeführer angegeben habe, es habe sich um ver- schiedene Tage gehandelt. Für die übersetzungstechnische Schwierigkeit spreche, dass bei Frage 87 der Anhörung das Jahr 2016 ins Protokoll auf- genommen worden sei, was der Beschwerdeführer in Frage 104 korrigiert habe. Für den späteren Beginn spreche auch die Aussage, dass die Tätig- keit zwei bis zweieinhalb Jahre gedauert und Mitte August 2016 noch an- gedauert habe. Die Schilderungen über seine Arbeit seien durchaus erlebnisgeprägt res- pektive nicht mehr oder weniger erlebnisgeprägt als die restlichen Schilde- rungen. Er nenne immer wieder Details wie etwa die umgangssprachliche Bezeichnung der (…), die Arbeitszeiten oder die Arbeitsteilung zwischen (…). Das Argument des SEM zum (…) sei konstruiert. Aus der wörtlichen Übersetzung des mit Anführungs- und Schlusszeichen versehenen Begriffs "(…)" lasse sich keine Beschreibung der Tätigkeit herleiten. Es könne sich D-2614/2020 Seite 8 genauso gut um eine (…) oder ähnliches handeln. Der Vorwurf des SEM in der Anhörung, wonach die (…) zeige, dass die Vorinstanz ein wenig re- alistisches Bil d von der Lage im wenig entwickelten Quetta habe. Dies werde dadurch unterstrichen, dass das SEM seinen Vorwurf betreffend die Strassenschilder mit einem Bild einer Hauptstrasse aus der 700km entfern- ten Wirtschaftsmetropole Hyderabad zu belegen versuche. D ieses Bild gehe kaum die Lage in Quetta wieder und es sei zu vermuten, dass der Beschwerdeführer eher Ampeln gemeint habe, da er darauf verwiesen habe, dass diese Aufgabe in Pakistan von Verkehrspolizisten wahrgenom- men werde. Die Glaubhaftigkeit der Angabe zur Tätigkeit für die (…) werde durch zahlreiche Fotos auf dem Facebook -Profil der Organisation unter- mauert, auf welchen der Beschwerdeführer zu erkennen sei. Es sei zu be- tonen, dass die Facebook -Seite knapp 15'000 "Likes" zähle. Dies zeige zum einen die Bekanntheit der Organisation und zum andern lasse es keine Zweifel an der Authentizität der Bilder übrig. Die Vorinstanz werfe dem Beschwerdeführer zu Unrecht vor, dass die eingereichte Bestätigung gefälscht sei. Der Beschwerdeführer habe das Dokument in der Anhörung erwähnt und eines der Bilder auf Facebook zeige ihn beim Empfang des Diploms. Da seine Tätigkeit für die (…) glaubhaft sei, sei auch von der Glaubhaf- tigkeit der Drohungen auszugehen. Die Organisation setze sich für Hazara ein und helfe unter anderem (…). Die Kreise, welche solche Anschläge verüben würden, hätten offensichtlich ein Interesse daran, dass den Opfern nicht geholfen werde. Die Bedrohungen seien daher plausibel. Der Be- schwerdeführer sei als (…) exponiert und seine Schilderungen würden zei- gen, dass sich die Drohungen persönlich gegen ihn als Mitarbeiter richten würden. Dass solche Drohungen ernst zu nehmen seien, belege ein ein- gereichtes Bild, welches eine Meldung über drei Mitarbeitende der Organi- sation zeige, we lche wegen ihrer Tätigkeit ermordet worden seien, wäh- rend sechs weitere vermisst würden. Eines der Bilder zeige den zerschos- senen Ausweis eines ermordeten Mitarbeiters, ein anderes Bild dessen Be- erdigung. Der Beschwerdeführer habe die Polizei mehrfach erfo lglos um Schutz ersucht. Ferner sei auch die allgemeine Lage für Hazara äusserst prekär und die Zugehörigkeit zu dieser Volksgruppe begründe bereits die Flüchtlingseigenschaft. 6. 6.1 Das SEM hat die Fluchtgründe des Beschwerdeführers im Ergebnis zu Recht für nicht glaubhaft befunden. Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 D-2614/2020 Seite 9 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduzier- tes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen. Entscheidend ist, ob die Gründ e, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Ver- folgungsschicksals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanti- ierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tat- sächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Origi- nalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, wi- dersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung al- ler Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhal- tes, Substantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwür- digkeit usw.), die für oder gegen den Beschwerdeführer sprechen. Glaub- haft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente über- wiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die v orge- brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2). 6.2 Vorauszuschicken ist zwar, dass die Feststellung des SEM, bereits die Tätigkeit für die (…) sei unglaubhaft, insbesondere aufgrund der einge- reichten Fotos, welche den Beschwerdeführer bei seiner Tätigkeit für die Organisation zeigen, nicht zu überzeugen vermag. Ungeachtet dessen ge- lingt es dem Beschwerdeführer jedoch nicht, eine aufgrund dieser Tätigkeit erlittene Verfolgung glaubhaft zu machen. So bemerkte bereits das SEM, dass er die Vorfälle, anlässlich welcher er bedroht worden sei, eher ober- flächlich geschildert hat (vgl. act. A9 F87 und F163 ff.). Es finden sich nur vereinzelte Details, wie etwa, dass er im Zug zuerst nach einem Feuerzeug gefragt worden sei (vgl. act. A9 F168), dass er nach dem Eid-Fest auf der Strasse angehalten worden sei (vgl. act. A9 F169), oder dass bei der letz- ten Drohung eine Pistole auf den Tisch gelegt worden sei (vg l. act. A9F173). Auffällig ist auch, dass er die Todesdrohung erst nach mehr- maliger Nachfrage erwähnte (vgl. act. A9 F175 bis F178). Die Aussagen weisen darüber hinaus Unstimmigkeiten auf. In der freien Erzählung führte er aus, dass er im Zug von fremden Leuten, d.h. mehreren Personen, erstmals bedroht worden sei. Ein paar Tage später sei er auf der D-2614/2020 Seite 10 Strasse angehalten und bedroht worden. Anschliessend habe er sich das erste Mal an die Polizei gewandt (vgl. act. A9 F87). Im späteren Verlauf der Anhörung erklärte er jedoch, dass ihn im Zug nur eine Person bedroht habe (vgl. act. A9 F168) und er, als er aus C._______ zurückgekehrt sei, die Polizei über die unterwegs erhaltene Drohung informiert habe (vgl. act. A9 F183). Seine Aussagen unterscheiden sich somit sowohl in der Anzahl der Personen, welche ihn im Zug bedroht haben, als auch betreffend den Zeit- punkt, wann er erstmals zur Polizei gegangen ist. In Würdigung dieser Elemente ist es nicht glaubhaft, dass der Beschwer- deführer aufgrund seiner Tätigkeit be droht wurde. Ferner bemerkte das SEM zu Recht, dass ethnische Hazara schiitischen Glaubens auch nicht von einer Kollektivverfolgung bedroht sind (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2, be- stätigt unter anderem im Urteil des BVGer E-4132/2018 vom 4. Mai 2020). Das SEM hat folglich zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung n icht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den D-2614/2020 Seite 11 Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen z u werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame , unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124– 127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-2614/2020 Seite 12 8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.5 Das SEM führte in diesem Zusammenhang aus, die generelle Situation im Heimatland des Beschwerdeführers spreche nicht gegen die Zumutbar- keit des Vollzugs der Wegweisung. Auch die individuellen Gründe sprächen für die Zumutbarkeit. Er verfüge in Pakistan über ein familiäres Bezi e- hungsnetz bestehend aus Onkeln und Tanten, seiner Mutter und seinen Geschwistern, die regelmässig vom Vater finanzielle Unterstützung erhal- ten würden, welcher seit 1991 in D._______ lebe und arbeite. Zudem habe der Vater für die Familie vier Geschäfte eröffnet; der Beschwerdeführer habe in einem dieser Geschäfte bis zu seiner Ausreise gearbeitet. Er habe ferner erklärt, dass es ihm finanziell gut gegangen sei. Er verfüge somit über ein tragfähiges Beziehungsnetz, eine gesicherte Wohnsituation und eine wirtschaftliche Existenzsicherung. 8.6 In der Beschwerde wurde diesbezüglich geltend gemacht, es besteht das Risiko, dass der Beschwerdeführer Opfer von Gewalt werde. 8.7 In Pakistan herrscht weder Bürgerkrieg noch eine Lage allgemeiner Gewalt (vgl. Urteil des BVGer E -3954/2018 vom 24. Juli 2018 E. 9.4.1 m.w.H.). Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen ethnischen Ha- zara s chiitischen Glaubens aus Quetta. Das Bundesverwaltungsgericht schätzt die Lage in Quetta für schiitische Hazara als gefährlich ein und be- zeichnete die Sicherheitslage als bedrohlich und instabil. Es bestehe für Schiiten die ernstzunehmende Gefahr von religiös motivierten Anschlägen, wobei diese Gefahr für Hazara zusätzlich gesteigert sei. Es sei zwar nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen; die Zugehörigkeit zur ethnisch-religiösen Minderheit der schiitischen Hazara sei aber als starkes Indiz für die Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu qualifizieren. Ergebe sich aus der persönlichen Situation ein zusätzliches Gefährdungsindiz, das über die schwierige generelle Lage der Hazara in Quetta hinausgehe, sei der Wegweisungsvollzug als unzumutbar zu be- zeichnen (vgl. BVGE 2014/32 E. 9.4). D-2614/2020 Seite 13 Dies ist im Falle des Beschwerdeführers zu verneinen. Wie bereits im Asyl- punkt ausgeführt, ist nicht davon auszugehen, dass er aufgrund seiner Ar- beit für die (…) gezielt verfolgt wurde. Mit den auf Beschwerdeebene ein- gereichten Dokumenten hinsichtlich der Tötung anderer Mitarbeiter der Or- ganisation im Jahre 2013, ist zwar glaubhaft dargelegt, dass in der Vergan- genheit auch Angehörige der (…) Opfer von Anschlägen geworden sind . Allerdings handelt es s ich beim Vorfall , auf welchen sich das Doku ment bezieht, wohl um einen Bombenanschlag auf eine Snooker-Halle in Quetta am 10. Januar 2013 (vgl. British Broadcasting Corporation [BBC], Pakistan blasts: Scores killed at Quetta snooker hall, 10.01.2013 <www.bbc.com/news/world-asia-20969443>, abgerufen am 2 6.10.2020). Dieser war nicht gezielt gegen die Mitarbeiter der (…), sondern vielmehr generell gegen die Bevölkerungsgruppe der schiitischen Hazara gerichtet und liegt im Übrigen auch bereits einige Jahre zurück. Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass Übergriffe auf Mitglieder der Organisation derart systematisch erfolgen würden, als dass von einer über die allgemein be- drohliche Sicherheitslage für schiitischer Hazara hinausgehende Gefähr- dung anzunehmen wäre. Ferner wies das SEM auf die individuell begünstigenden Faktoren (tragfä- higes Beziehungsnetz, gesicherte Wohnsituation und Aussicht auf wirt- schaftliche Existenzsicherung) hin, weshalb der Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar zu erachten ist. 8.8 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.9 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-2614/2020 Seite 14 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be - schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist jedoch gutzuheissen, da die Beschwerdebegehren als nicht zum vorn- herein aussichtslos bezeichnet werden können und die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers durch die Fürsorgebestätigung vom 25. Mai 2020 be- legt ist. Folglich sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 10.2 Das Gesuch um amtliche Rechtsver beiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit aArt. 110a AsylG ist ebenfalls gutzuheis- sen, weshalb die rubrizierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeistän- din einzusetzen und ihr ein amtliches Honorar auszureichten ist. Der in der Kostennote vom 26. Mai 2020 ausgewiesene Zeitaufwand von 9.5 Stunden erweist sich als angemessen. Gleiches gilt für die Auslagen von Fr. 156.–. Praxisgemäss ist der Stundenansatz bei nicht-anwaltlichen Vertreterinnen auf Fr. 150.– festzusetzen (vgl. Urteil des BVGer E-5649/2016 vom 9. No- vember 2016 E. 5.3). Das durch das Gericht zu entrichtende amtliche Ho- norar beläuft sich somit auf insgesamt Fr. 1'581.– (Fr. 1'425.– [9.5x150] plus Fr. 156.– [Auslagen]). Es umfasst keinen Mehrwertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE. (Dispositiv nächste Seite) D-2614/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsver- beiständung werden gutgeheissen. 3. Frau Monika Böckle wird als amtliche Rechtsvertreterin beigeordnet. 4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5. Frau Monika Böckle wird ein amtliches Honorar von Fr. 1'581.– zugespro- chen. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Linus Sonderegger Versand: