BRKE I Nr. 155/1996 vom 24. Mai 1996 in BEZ 1996 Nr. 22 4. Die Vorinstanz führt aus, es bestehe keine Pflicht der Gemeindeverwaltung, zur Gerwährleistung der Akteneinsicht grossformatige Pläne kopieren zu lassen. Die Rekurrenten machen demgegenüber geltend, aus dem Recht auf Akteneinsicht folge der A nspruch, von der Gemeindebehörde das Erstellen und die Herausgabe von Plankopien zu verlangen. Da die Gemeindebehörde X. usanzgemäss auch gros s- formatige Kopien erstell en lasse, entstehe ihr kein unzumutbarer Aufwand. Davon abgesehen hätten die Rekurrenten gar nicht verlangt, dass grossformatige Kopien erstellt würden. Im übrigen sei ihnen in casu das Erstellen bzw. die Herausgabe der Kopien zunächst zugesichert und nachher widerrufen worden. 5. a) Das Recht auf Akteneinsicht ist Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis ergibt sich aus dem Akteneinsichtsrecht auch ein - beschränkter - Anspruch darauf, auf einem Kopiergerät der Verwaltung sbehör- de gegen Gebühren Kopien von Akten selber herzustellen, soweit dies für die Ve r- waltung zu ke inem unverhältnismässigen Aufwand führt. Namentlich ist es einem Rekurrenten nicht zumutbar, sich bloss auf Notizen und Zeichnungen abzustützen, es sei denn - was vorliegend nicht anzunehmen ist -, er wäre bereits im Besitz von Plankopien und die bea ntragte Akteneinsicht beschränke sich lediglich auf geringf ü- gige Projektänderungen. Z udem wurde entschieden, dass die W eigerung einer B e- hörde, Fotokopien eines Guta chtens herzustellen und sie den Rechtsuchenden au s- zuhändigen, insbesondere dann e ine Verletzung von Art. 4 BV darstellen kann, wenn dies ohne weiteres möglich ist. Ein A nspruch darauf, dass die Verwaltung grossformatige Pläne bei Drittfirmen erstellen und den Berechtigten zukommen lässt, besteht demgegenüber nicht (vgl. zum Ganzen etwa BGE 108 la 7 f.; 112 la 380 f.; 116 la 327 f.; 117 la 429 f.; Pr 80, Nr. 216). b) Mit ihrer Eingabe vom 7. November 1995 verlangten die Rekurrenten nicht nur die Herstellung von Kopien kleinfo rmatiger Unterlagen, sondern auch von Pl ä- nen im Massstab 1:100 und 1:50, welche Darstellungen in der Regel grösser sind als das Fo rmat A4. Da, wie dargelegt, kein Anspruch darauf besteht, dass eine G e- meindebehörde solche Pläne bei Drittfi rmen kopieren lässt, ist es hier von vornhe r- ein unerheblich, ob die Gemeindekanzlei X. - wie die Rekurrenten geltend machen - in andern Fällen ta tsächlich solche Kopien erstellen liess und diesen Service sogar usanzgemäss anbietet oder zumindest angeboten hat. Sollte dies zutreffen, handelt es sich dabei lediglich um eine freiwillig erbrachte Leistung ausserhalb des vom ö f- fentlichen Recht vorgegebenen kommunalen Pflichtenkreises, welche somit allein auf privatrechtl icher Grundlage erfolgt (vgl. dazu etwa Gy gi, Verwaltungsrecht, Bern 1986, S. 40). Zwar ist die kommunale Verwaltung auch als Subjekt des Privatrechts - 2 - an das Gebot der rechtsgleichen Behan dlung bzw. an das W illkürverbot gebunden. Sollte daher die Vorinstanz die Rekurrenten ohne sachliche Gründe an ders behan- delt haben als andere Gesuchsteller, wäre ein Verstoss gegen die genannten Grundsätze nicht auszuschliessen. Indessen können en tsprechende Rechte nicht im ordentlichen öffentlichrechtlichen Rechtsmittelverfahren ge ltend gemacht werden. Vielmehr wären zur Beurteilung solcher Verstösse die gesetzlich vorgesehenen Au f- sichtsorgane zuständig (vgl. dazu etwa BGE 109 Ib 155). Sinng emäss dasselbe gilt hinsichtlich des rekurrentischen Vorbringens, wonach die E rstellung solcher Kopien zunächst zugesichert, jedoch nachträglich widerrufen worden sei. 6. a) W ie die Rekurrenten indessen zu Recht ausführen, haben sie gar nicht ausdrücklich verlangt, die Kopien seien im Originalformat zu erstellen. Erfahrung s- gemäss können selbst mittels Kopien im Format A4 brauchb are Planausschnitte ab- gebildet werden, welche sich zusammenfügen lassen und damit ein - zumindest für die W ahrung der entsprechenden Verfahrensrechte - taugliches Abbild der Pläne ergeben. Allerdings verursacht das Herstellen entsprechender Kopien einen üb er- durchschnittlichen zeitlichen Aufwand und lässt sich nicht mit dem blossen Kopieren eines kleinformatig gedruckten Textes vergleichen. Hinzu kommt, dass die Reku r- renten die Kopie mehrerer Plansätze verlan gten (Plansatz der Projekte 1931, 1947, 1969 und 1972/73), mithin weit mehr, als im Rahmen eines gewöhnlichen Baubewil- ligungsverfahrens zu erwarten wäre. Die Erstellung der verlangten Kopien ist somit keineswegs "ohne weiteres möglich" bzw. würde der Gemeindebehörde überdurc h- schnittlichen Aufwand verursac hen, so dass die Vorinstanz nicht zur Erstellung der betreffenden Kopien verpflichtet werden kann. b) Immerhin ist es der Vorinstanz zuzumuten, den Rekurrenten bzw. dem reku r- rentischen Vertreter Gelegenheit zu geben, solche Kopien gegen Erstattung einer angemessenen Kanzleigebühr - selbständig auf einem Kopiergerät der Gemeind e- verwaltung herzustellen. Der vorinstanzliche Beschluss erweist sich deshalb als al l- zu kategorisch. Insbesondere hätte die Vorinstanz den Rekurrenten vor Erlass des angefochtenen Besch lusses, namentlich auf ihr Gesuch hin, ein entsprechendes Vorgehen anbieten sollen. Der - in diesem Sinne - verfrüht ergangene b zw. zu r e- striktive vorinstanzliche Beschluss ist deshalb aufzuheben. Die Vorinstanz ist einz u- laden, den Rekurrent en im dargelegten Sinne Gelegen heit zur Herstellung entspr e- chender Kopien zu geben. Indessen ist es der Vo rinstanz unbenommen, Unterlagen, welche sie nicht in diesem Sinne zur Verfügung stellen möchte, selbständig zu k o- pieren und - gegen Erstattung einer a ngemessenen Kan zleigebühr - die entspr e- chenden Kopien den Rekurrenten bzw. ihrem Vertreter auf der Gemeind ekanzlei auszuhändigen. (Hinweis: Soweit die Verwendung der Kopien nicht über den in Art. 19 des Urhebe r- rechtsgesetzes (URG) festgesetzten Rahmen hinausgeht [Verwe ndung zum Eige n- gebrauch], kann das Herstellen von Kopien auch nicht aus urheberrechtlichen Grün - den verweigert werden. Das Herstellen von Plankopien zur W ahrung prozessualer Rechte dürfte diesen Rahmen in der Regel respektieren und ist da mit nach Art. 19 URG zulässig.)