Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 13. Mai 2019 (470 19 38) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Verfahrenseinstellung Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Carlo Bertossa, Blumenrain 20, Postfach 1228, 4001 Basel, Beschwerdeführerin gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____ , vertreten durch Advokat Alain Joset, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Beschuldigter Gegenstand Verfahrenseinstellung (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung WK, vom 28. Januar 2019) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Im Rahmen eines gegen B.____ geführten Strafverfahr ens betreffend die Straftatbestän- de der Veruntreuung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und des Betrugs erliess die Staats- anwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, mit D atum vom 28. Januar 2019 eine Ein- stellungsverfügung mit folgendem Inhalt: "1. Das Strafverfahren wird in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. 2. Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen. 3. Die Beweisanträge der Privatklägerschaft vom 15. Sep tember 2017 und 31. August 2018 betreffend Einvernahmen des Beschuldigten und von C.____ werden abgewie- sen. 4. Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. 5. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi- gung über CHF 1'590.95 zugesprochen. Die darüber hi nausgehende Entschädi- gungsforderung der beschuldigten Person wird abgewiesen. 6. Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO keine Genugtuung zugesprochen." Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachfol genden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. B. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob die A.____ mi t Eingabe vom 8. Februar 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abte ilung Strafrecht, und stellte dabei die folgenden Rechtsbegehren: "1. Es sei die Einstellungsverfügung vom 28. Januar 2 019 aufzuheben und die Staats- anwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, sei anzuweisen, die Ermittlungen im Strafverfahren WK1 17____ wieder aufzunehmen und zur Anklage zu bringen. 2. In Gutheissung der vorliegenden Beschwerde sei die Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft, Hauptabteilung WK, anzuweisen, eine Einve rnahme mit Frau C.____ durchzuführen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Verfahrensantrag: Es seien die vollständigen Verfa hrensakten im Verfahren WK1 17____ von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Ha uptabteilung WK, beizuzie- hen. 4. Alles unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates. " C. Demgegenüber unterbreitete der Beschuldigte in seine r Stellungnahme vom 25. Februar 2019 die folgenden Anträge: "1. Die Beschwerde der Anzeigestellerin A.____ vom 8. Februar 2019 sei vollumfänglich abzuweisen, sofern auf diese überhaupt eingetreten werden könne. 2. Die Beschwerdeführerin sei zu verpflichten, eine Si cherheitsleistung von CHF 2'000.-- (Entschädigungssicherstellung) zu bezahlen. 3. Unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführe rin." D. Gleichermassen begehrte auch die Staatsanwaltschaft in i hrer Beschwerdeantwort vom 25. Februar 2019 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 12. Februar 2019 wurde die Beschwerdeführerin zur Erbringung einer Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 750.-- verpflichtet. Mit weiterer Verfügung vom 27. Februar 2019 wurde die Beschwerdefü hrerin in teilweiser Gutheissung des entsprechenden Antrags des Beschuldigten vom 25. Febru ar 2019 verpflichtet, eine weitere Sicherheitsleistung im Umfang von CHF 500.-- zu erbringen. Erwägungen 1. Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 A bs. 2 EG StPO. Nach Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist gegen die E instellungsverfügung der Staatsanwalt- schaft die Beschwerde zulässig. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Übersch reitung und Missbrauch des Er- messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a ); die unvollständige oder unrichti- ge FeD.____tellung des Sachverhaltes (lit. b); sowie U nangemessenheit (lit. c). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 396 Abs. 1 StPO i st die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert zehn Tagen schrif tlich und begründet bei der Beschwer- deinstanz einzureichen. Die Legitimation der Privatkläg erin zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert. Nachdem die angefochtene Verfügung ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, die Privatklägerin be- schwerdelegitimiert ist, eine zulässige Rüge erhebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründungspflicht wie auch der Pflicht zur fristge mässen Erbringung zweier Sicherheits- leistungen nachgekommen ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihrer angefochte nen Einstellungsverfügung zusam- mengefasst aus, es sei davon auszugehen, dass die D.____ AG (D.____-CH) als Spediteurin fungiert habe, wobei sie in keinem Vertragsverhältnis zu r A.____ (A.____-NL) gestanden habe. Diese sei somit ‒ alleine gestützt auf die vertraglichen und speditionsrechtlichen Bestimmungen ‒ nicht berechtigt gewesen, von der D.____-CH die Ware heraus zu verlangen, weshalb sich der Beschuldigte als Verwaltungsrat und Geschäftsführer der D.____-CH nicht der Veruntreu- ung oder der ungetreuen Geschäftsbesorgung zum Nachte il der A.____-NL strafbar gemacht haben könne. Aus den Akten gehe hervor, dass die D.____ -CH 17 Frachtbriefe der A.____-NL mutmasslich mit der Verpflichtung empfangen habe, die d arin vertretene Ware an diese her- auszugeben oder der A.____-NL einen entsprechenden L agerschein für diese Ware zu ver- schaffen. Weitgehend erstellt sei ferner, dass die D.__ __ Limited (D.____-Hongkong) bzw. die D.____-CH die strittige Ware im Zeitraum vom 24. Apr il 2016 bis zum 21. Juli 2016 in US- Lagerhäuser im Machtbereich der E.____ Ltd. (E.____-USA) verbracht habe, dies insbesondere gestützt auf einen "Letter of Indemnity" (dt. Schadlos haltungserklärung) der E.____-USA und ohne Vorlage der Originalfrachtbriefe. Damit dürfte sich die Ware bereits Mitte 2016 im Macht- bereich der E.____-USA befunden haben, also noch be vor die A.____-NL diese Ware am 1. September 2016 von der F.____ LLC (F.____-USA) e rworben und anschliessend mit Verträ- gen vom 12. Oktober 2016 an die E.____-USA weiterver kauft habe. Aufgrund des Umstandes, wonach die D.____-Hongkong bzw. die D.____-CH die War e vorzeitig in die Verfügungsmacht der E.____-USA transferiert habe, könne allerdings nicht auf einen Aneignungswillen zugunsten der E.____-USA geschlossen werden. In diesem Zusammenhang gehe aus einem Bericht der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht United Nations Conference on Trade and Development (UN CTAD) vom 26. November 2003, welcher sich mit der Verwendung von Frachtbriefen bei internationalen Transporten befasse, hervor, dass der Frachtführer in der Praxis häufig die W are gegen einen "Letter of Indemnity" freigebe. Aus den Akten ergäben sich des Weiteren kei nerlei Hinweise, dass die D.____-CH oder die D.____-Hongkong sich oder einen Dritten unr echtmässig zum Nachteil der A.____-NL habe bereichern wollen oder gar mittäterisch mit der E .____-USA agiert habe. Vielmehr hätten die D.____-CH und die D.____-Hongkong nur finanzielle Nachteile in Form von drohenden Schadenersatzansprüchen der A.____-NL zu gewärtigen, o hne diese aufgrund des nunmehr nutzlosen "Letter of Indemnity" auf die konkursite E.___ _-USA abwälzen zu können. Demnach sei eine Veruntreuung durch die D.____-CH sowie die D .____-Hongkong, jeweils vertreten durch den Beschuldigten, mangels Aneignungswillen, Schäd igungsabsicht und ungerechtfertig- ter Bereicherungsabsicht zu verneinen. In Bezug auf de n Tatbestand der ungetreuen Ge- schäftsbesorgung sei festzustellen, dass beim Fracht- und S peditionsvertrag die Erbringung einer Transportleistung im Vordergrund stehe und nich t die Pflicht zur Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen. Insofern sei der fragliche Tatbest and mangels Vermögensverwaltung, zumindest aber mangels Schädigungsabsicht zu verneinen. Be züglich des Tatbestandes des Betrugs legt die Staatsanwaltschaft dar, eine Täuschung sabsicht sei nicht erkennbar, da der Beschuldigte aufgrund des "Letter of Indemnity" habe davon ausgehen dürfen, dass die E.____- USA nicht über die Ware verfügen werde, und die D.____-Hongkong sowie die D.____-CH ihrer Verpflichtung nachkommen könnten, die Ware der Berech tigten A.____-NL herauszugeben. Überdies fehle es wiederum an einer Schädigungsabsicht und der Absicht der unrechtmässigen Bereicherung. Im Ergebnis seien damit die Tatbestände der Veruntreuung, der ungetreuen Ge- schäftsbesorgung und des Betrugs allesamt nicht erfüllt. Vielmehr handle es sich vorliegend um eine rein zivilrechtliche Angelegenheit. 2.2 Demgegenüber legt die Beschwerdeführerin in ihrer Be schwerde im Wesentlichen dar, es sei fraglich, ob sämtliche Vorgänge richtig durchleucht et worden seien und ob deren rechtliche Qualifikation und die entsprechenden Schlussfolgerunge n der Beschwerdegegnerin standhiel- ten. Entgegen deren Ansicht sei sehr wohl von einem strafrechtlich relevanten Verhalten des Beschuldigten auszugehen, zumal die ihm vorgeworfene V ertragsverletzung und Herausgabe von Waren trotz Fehlens des Originalfrachtbriefes Syste m gehabt habe und in seinem eigenen finanziellen Interesse geplant gewesen sei. Es bestehe ei ne Vielzahl von offenen Fragen, die allesamt als starke Indizien für die Strafbarkeit des Be schuldigten sprächen. So habe der Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schuldigte nur rund zwei Wochen nach der Gründung der D.____-Hongkong im November 2015 den Verantwortlichen der E.____-USA vorgeschlagen, einen "Letter of Indemnity" zu verfassen, um Waren ohne entsprechende Frachtbriefe herausgeben zu können. Im Mai 2016 sei sodann dem Beschuldigten auf dessen Begehren hin ein aktualisie rter "Letter of Indemnity" mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Monaten zugestellt worden, wo durch es ermöglicht worden sei, der E.____-USA weiterhin Waren auszuhändigen, ohne dass di ese die Originalfrachtbriefe habe vorlegen müssen. Die D.____ habe einzig dafür sorgen mü ssen, dass die Ware entsprechend dem Transportauftrag vom Hafen A zum Hafen B transportiert und allein dem Inhaber der Origi- nalfrachtbriefe herausgegeben werde. Folglich liege d er Verdacht auf der Hand, dass der Be- schuldigte den "Letter of Indemnity" mit der bereits be stehenden Absicht in Auftrag gegeben habe, Verträge zu verletzen und Dritte zu schädigen. Es sei davon auszugehen, dass der Be- schuldigte mit Bereicherungsabsicht gehandelt habe, zum al die D.____ weit höhere Preise als üblich verlangt und es sich bei vorliegendem Firmenkonstr ukt und dem Wunsch nach einem "Letter of Indemnity" um eine genau orchestrierte Akt ion in Absprache mit der E.____-USA ge- handelt habe. Seltsam mute zudem an, dass der Beschuldigt e auf explizite Nachfrage am 8. September 2016 via E-Mail bestätigt habe, die Ware befinde sich in seinem Machtbereich und werde gegen Vorweisen der Originalfrachtbriefe au sgehändigt, obwohl er gewusst habe, dass diese bereits nach Ankunft im Juli 2016 an die E.__ __-USA übergeben worden sei. Hätte die Beschwerdeführerin gewusst, dass sich die Ware bereit s im Machtbereich der E.____-USA befunden habe, hätte sie im Vorfeld andere Schutzmassna hmen getroffen und letztlich den Kauf nicht vorgenommen. Dass der Beschuldigte die Besch werdeführerin mit Absicht hinters Licht geführt habe, zeige auch seine E-Mail vom 3. Oktob er 2016 an die E.____-USA, in wel- cher er sich auf eine Absprache beziehe, wonach man im Ve rkehr mit der Beschwerdeführerin schweigen werde. Insofern könne man aus den späteren E- Mails des Beschuldigten im No- vember und Dezember 2016 nicht ableiten, dass er ohne S chädigungsabsicht gehandelt habe. Auffallend sei ferner, dass die D.____-Hongkong am 19. Dezember 2016, um die eigene Ver- antwortlichkeit aufgrund des klaren Vertragsbruchs zu besch ränken, die Frachtbriefe plötzlich für ungültig erklärt und die Verantwortung auf die E .____-USA abgewälzt habe. Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Ungültigkeitserklä rung selbst verfasst habe, wobei an- zuzweifeln sei, dass die fragliche Urkunde in Hongkong au sgestellt worden sei, weshalb der Verdacht einer Urkundenfälschung im Raume stehe. Zusammenfassend habe der Beschuldigte keinen Grund gehabt, die D.____-Hongkong zu gründen, die E.____-USA zum Verfassen eines "Letter of Indemnity" aufzufordern, diesem anschliessend nachzukommen und der Beschwerde- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin wahrheitswidrig zu bestätigen, dass sich die Ware n weiterhin in seinem Machtbereich befänden. Gestützt auf diese Ausführungen könne keines falls von fehlender Schädigungs- und Bereicherungsabsicht gesprochen werden. Nicht zuletzt au fgrund des Umstands, dass der Be- schuldigte bewusst Tatsachen unterdrückt habe, wodurch sich d ie E.____-USA habe berei- chern können und die Beschwerdeführerin gleichzeitig a n ihrem Vermögen geschädigt worden sei, müsse weiterhin von einem dringenden Verdacht des Betrugs ausgegangen werden. 2.3 Der Beschuldigte ist der Ansicht, die Beschwerde beinh alte keine Argumente, welche Zweifel an der Bundesrechtskonformität der angefochte nen Einstellungsverfügung wecken könnten. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungser gebnisse korrekt gewürdigt, und eine strafrechtliche Verantwortlichkeit seinerseits sei nicht zu erkennen geschweige denn beweis- rechtlich zu erstellen. Insbesondere der behauptete Tatbe stand des Betrugs sei nicht gegeben, da mehrere Tatbestandsmerkmale nicht erfüllt seien. Übe rdies sei fraglich, ob die Beschwerde- führerin in vorliegender Konstellation überhaupt als unmittelbar geschädigte Person gelten kön- ne. Zu erwähnen sei zudem, dass das vom Beschuldigten gewä hlte Geschäftsmodell (Tren- nung und Division der Spedition als Kerngeschäft und der Organisation von eigenen Frachtdo- kumenten) im internationalen Speditionsgeschäft absolut üblich sei. Zu betonen sei ferner, dass die Beschwerdeführerin bereits zivilrechtliche Schritte ge gen die D.____-Hongkong eingeleitet habe. Sie könne ihre Position im Zivilverfahren mit de r eingereichten Anzeige jedoch nicht ver- bessern und die Strafbehörden diesbezüglich auch nicht i nstrumentalisieren. Die D.____- Hongkong habe schlicht nicht voraussehen können, dass die Firma E.____-USA als Käuferin und Empfängerin der Fracht vertragsbrüchig werde. Wie die Staatsanwaltschaft richtig festge- stellt habe, handle es sich vorliegend um eine rein zivilrechtliche Angelegenheit. 3.1 a) Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltscha ft die vollständige oder teilweise Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhä rtet ist, der eine Anklage rechtfertigt (lit. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftat- bestand unanwendbar machen (lit. c), wenn Prozessvorausset zungen definitiv nicht erfüllt wer- den können oder Prozesshindernisse aufgetreten sind (lit. d) oder wenn nach gesetzlicher Vor- schrift auf Strafverfolgung oder Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Nach lit. a von Art. 319 Abs. 1 StPO ist einzustellen, wenn im Vorverfah ren der ursprünglich vorhandene An- fangsverdacht nicht in einem Mass hat erhärtet werden kö nnen, dass sich eine Anklage recht- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht fertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft in Zurückhaltung zu üben bei der Frage, ob ein solcher Tatverdacht besteht. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemäss Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichun g des Strafprozessrechts, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwaltschaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist in Beachtung des Grundsatzes "in dubio pro duriore" zu über weisen. Bei der Frage der Überwei- sung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt d er Grundsatz "in dubio pro reo" nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich je mand im strafrechtlichen Sinne schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw . aufgrund des absehbaren Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlag e ein Freispruch zu erwarten ist (ROLF GRÄDEL / MATTHIAS HEINIGER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord- nung, 2. Auflage, Basel 2014, N 8 zu Art. 319 StPO, mit Hinweisen). Nach S CHMID und JOSITSCH ist erforderlich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherhei t oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre (N IKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH , Schweizerische Straf- prozessordnung, Praxiskommentar, 3. Auflage, Zürich / St. Gallen 2018, N 5 zu Art. 319 StPO; DIESELBEN , in: Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. A uflage, Zürich / St. Gal- len 2017, Rz. 1251; jeweils mit Hinweisen). Gemäss der R echtsprechung des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGer 6B_1358/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.2.1 f.) darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich nur bei klarer Stra flosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, s ofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso w ahrscheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren De likten, eine Anklageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staa tsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zustän- dige Gericht. Der Grundsatz, dass im Zweifel nicht einge stellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfügungen zu beachten (BGE 138 IV 186 E. 4.1, mit Hinweisen; BGer 6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.3; 6B_816/ 2016 vom 20. Februar 2017 E. 2.2). Bei der Beurteilung dieser Frage verfügen die Staatsanwa ltschaft und die Beschwerdeinstanz über einen gewissen Spielraum, den das Bundesgericht mit Zur ückhaltung überprüft (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E. 2.2; BGE 138 IV 186 E. 4.1). Auf eine Anklageerhebung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein widersprüchliches Aussageverhalten offenbart hat und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind (BGer 6B_698/2016 vom 10. April 2017 E. 2.4.3) oder wenn eine Verurteilung unter Einbezu g der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich erscheint (BGe r 6B_822/2016 vom 12. Septem- ber 2016 E. 2.3; 1B_535/2012 vom 28. November 2012 E. 5.2). b) Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs unt er anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereich ern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen a m Vermögen schädigt. Auf der ob- jektiven Seite kann das tatbestandmässige Geschehen in vier Stadien aufgelöst werden: a) das motivierende Verhalten, das im Normalfalle eine Täusch ung ist, aber nicht zu sein braucht; b) als Erfolg dieses Verhaltens die Setzung eines Motivs be im anderen, das auf einem Irrtum beruhen muss; c) eine dadurch motivierte Vermögensverfüg ung des anderen; d) einen durch die Verfügung herbeigeführten Vermögensschaden (G ÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Aufl age, Bern 2010, § 15 N 4, mit Hinweisen). Angriffsmittel des Betrugs ist die Täu schung. Als solche gilt jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von de r Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen. Die Täuschung ist eine unrichtige Erkläru ng über Tatsachen, mit der auf die Vorstellung eines anderen eingewirkt wird (BGE 135 IV 76 E. 5.1). Die Erfüllung des Tatbestan- des erfordert darüber hinaus Arglist. Betrügerisches Ver halten ist strafrechtlich nur relevant, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit täuscht. Dieses Erfordernis ist erfüllt, wenn er ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache falsche Angaben sind ar glistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutb ar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder er nach den Umständen voraussieht, dass jenes die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besondere n Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; 135 IV 76 E. 5.2; 1 28 IV 18 E. 3a; je mit Hinweisen). Auf der subjektiven Seite erfordert der Betrug zweierlei: den Vorsatz und die Bereicherungsabsicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirklichung sämtlicher objekti ver Tatbestandsmerkmale richten, also sowohl das motivierende Verhalten und das Setzen ei nes Motivs beim Betroffenen, wie dessen Verfügung und die Vermögensschädigung – einschli esslich des Motivationszusammen- hangs zwischen ihnen – umfassen. Dass Eventualdolus genügt , ist unbestritten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht (STRATENWERTH / JENNY / BOMMER , a.a.O., § 15 N 58 ff.). Bereicherungsabsicht setzt vor aus, dass die Absicht des Täters selbst dann, wenn er die Berei cherung bloss für möglich hält, auf Erlangung des Vorteils gerichtet ist; er will die Berei cherung für den Fall, dass sie eintritt. Dies bedeutet, dass die Bereicherung zwar nicht ausschliessliches M otiv des Handelns sein muss, sie muss aber zumindest mitbestimmend sein. Damit genüg t eine bloss eventuelle Absicht in diesem Zusammenhang nicht (S TEFAN MAEDER / MARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kom- mentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel 2019, N 271 zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen). 3.2. a) Bei der konkreten Würdigung der vorliegenden Streitsa che ist in einem ersten Schritt zu konstatieren, dass Gegenstand des vorliegenden Beschwerdev erfahrens ausschliesslich die einerseits durch das Anfechtungsobjekt und andererseits durch die Rechtsbegehren in der Be- schwerdeschrift definierten Rechtsfragen bilden. Grundsä tzlich zu prüfen ist somit, ob die Vor- instanz zu Recht gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO das Strafverfahren gegen den Beschul- digten in Bezug auf die Straftatbestände der Veruntr euung, der ungetreuen Geschäftsbesor- gung und des Betrugs eingestellt hat. Zu beachten ist hi erbei allerdings, dass die Beschwerde- führerin in ihren Rechtsbegehren zwar in allgemeiner Form beantragt, es seien die Ermittlungen wieder aufzunehmen und zur Anklage zu bringen, sich dana ch aber in ihrer Begründung aus- schliesslich auf den Tatbestand des Betrugs fokussiert und damit zum Ausdruck bringt, dass sie nur diesen Tatbestand als allenfalls erfüllt erachtet . Die Beschwerde erweist sich mithin nur in- sofern als hinreichend begründet, soweit sie sich auf den Verdacht des Betrugs bezieht. Dies hat zur Folge, dass auch das Kantonsgericht seine Erwägu ngen in casu auf den genannten Tatbestand konzentriert. Ungeachtet dieses Umstandes i st aber bereits an vorliegender Stelle ausdrücklich festzuhalten, dass das Kantonsgericht in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz in Übereinstimmung mit der Vorinstanz den rechtserheblich en Sachverhalt insgesamt als nicht strafrechtlich bedeutsam einschätzt, weshalb auch nicht e rsichtlich ist, dass ein anderer Tatbe- stand (wie namentlich die schon von der Staatsanwaltschaft beurteilten Tatbestände der Verun- treuung und der ungetreuen Geschäftsbesorgung) erfüllt sein könnte. Ausdrücklich nicht zu un- tersuchen ist sodann der erst im Rahmen der Beschwerde vor gebrachte Vorwurf, wonach in Bezug auf die Ungültigkeitserklärung der Frachtbriefe der Verdacht einer Urkundenfälschung im Raume stehe, nachdem diese Frage nicht von der angefochtenen Verfügung umfasst wird. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Wie vorgängig ausgeführt, gehören zu den Voraussetzu ngen zur Erfüllung des Tatbe- standes des Betrugs unter anderem auf der objektiven Sei te das Vorliegen einer arglistigen Täuschung und auf der subjektiven Seite eine Bereicheru ngsabsicht. Gestützt auf die vorhan- denen Akten geht das Kantonsgericht mit der Staatsanwalt schaft einig, dass sich diese Tatbe- standsmerkmale aus dem rechtserheblichen Sachverhalt nicht ableiten lassen. Vielmehr hat der sich im Besitze eines branchenüblichen und konkreten "Let ter of Indemnity" befindende Be- schuldigte davon ausgehen dürfen, dass die E.____-USA gestützt hierauf eben nicht über die Ware verfügt und demnach die D.____-Hongkong sowie die D.____-CH auch in der Lage sein werden, ihrer Verpflichtung, die Ware der Berechtigt en A.____-NL herauszugeben, werden nachkommen können. Gestützt auf den in der Praxis offenb ar üblichen Gebrauch eines "Letter of Indemnity" geht gerade nicht hervor, dass der Beschuldi gte eine arglistige Täuschung im strafrechtlichen Sinne bezweckt hat, sondern nur, dass er sich zwar vermutungsweise einen irgendwie gearteten Vorteil hat verschaffen wollen, dies aber lediglich auf geschäftlicher Ebene. Gleichermassen fehlt es an einer tatbestandsmässigen Schäd igungs- wie auch Bereicherungs- absicht, nachdem keine Hinweise ersichtlich sind, wonach d er Beschuldigte damit hätte rech- nen müssen, dass die E.____-USA trotz des "Letter of Inde mnity" die Ware ohne entsprechen- de Schadloshaltung beiseite schafft. Infolgedessen eracht et auch das Kantonsgericht wie be- reits die Vorinstanz den Sachverhalt als eine Angeleg enheit, welche nur zivilrechtlich zu klären ist, weshalb unter Berücksichtigung der entsprechenden Lehre und Rechtsprechung die Verfah- renseinstellung in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO nicht zu bemängeln ist. Daran vermögen nach Ansicht des Kantonsgerichts auch die Beansta ndungen der Beschwerdeführe- rin nichts zu ändern, welchen im Einzelnen in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO unter Ver- weis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz i n ihrer ausführlich begründeten Einstel- lungsverfügung sowie in der Beschwerdeantwort namentlich was folgt zu entgegnen ist: Unter den Parteien ist unbestritten, dass die D.____- CH und die D.____-Hongkong eine wirt- schaftliche Einheit unter der Leitung des Beschuldigten b ilden. Gestützt hierauf hat die Staats- anwaltschaft denn auch im gegen den Beschuldigten gefüh rten Verfahren diesem die Handlun- gen der beiden Gesellschaften zugerechnet. Nicht auszuschl iessen ist sodann, dass die D.____-Hongkong gegründet worden ist, um die zivilrechtlichen Risiken des Transportgeschäfts auszulagern und zu minimieren; dies erscheint jedoch im G eschäftsverkehr als ein durchaus üblicher Vorgang, zumal die D.____-CH auch im asiatische n Raum tätig gewesen ist. Zuzu- stimmen ist ferner der Ansicht der Staatsanwaltschaft, wonach sich aus den Akten keine objek- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tivierten Hinweise ergeben, dass die Gründungen der D .____-CH und der D.____-Hongkong in Absprache mit den Verantwortlichen der E.____-USA er folgt sein sollen. Namentlich lässt sich auch aus dem Umstand, dass die Waren gestützt auf einen "Letter of Indemnity" statt auf die Frachtbriefe freigegeben worden sind, nicht ableiten, dass der Beschuldigte mit der E.____- USA zum Nachteil der Beschwerdeführerin zusammengearbeitet hat, nachdem im internationa- len Seetransport die Verwendung eines "Letter of Ind emnity" offenbar gängige Praxis ist. Dies- bezüglich ist von der Beschwerdeführerin anerkannt, dass zwar im Frachtverkehr die Ware grundsätzlich allein gegen Vorlage der Originalfrachtbr iefe herausgegeben werden darf, unge- achtet dessen aber, wenn die Güter am Bestimmungsort e intreffen und der Empfänger noch nicht über das Konnossement verfügt, sich offenbar in de r Praxis der sogenannte "Letter of In- demnity" entwickelt hat. Hierbei ersucht der Empfänger um Herausgabe der Ware unter gleich- zeitiger Verpflichtung, den Beförderer für alle durch die Herausgabe ohne Konnossement ent- stehenden Ansprüche schadlos zu halten, da es sich dabei u m einen offensichtlichen Vertrags- bruch mit entsprechenden möglichen Schadenersatzfolge n handelt (vgl. Ziff. 14 der Beschwer- de mitsamt Hinweisen). Nicht von Relevanz erscheint in d iesem Zusammenhang, von wem die Initiative zum "Letter of Indemnity" ausgegangen ist, da dessen Zweck so oder so darin bestan- den hat, die Waren in Verletzung des Frachtvertrages ohne Vorliegen der Frachtpapiere her- auszugeben. Zutreffend ist, dass ein Frachtführer, welch er in Verletzung seiner vertraglichen Verpflichtungen die Ware ohne im Besitz der Frachtpapiere zu sein gestützt auf einen "Letter of Indemnity" aushändigt, eine Weiterveräusserung durch de n seinerseits vertragswidrig handeln- den Abnehmer nicht ausschliessen kann. Dies ist allerdin gs dem System des "Letter of Indem- nity" geschuldet, welches trotz der ihm inhärenten Auffo rderung zum Vertragsbruch und der damit verbundenen Gefahr des Schadenersatzes offenbar im Geschäftsverkehr nicht unüblich ist. Dies allein vermag in casu kein im strafrechtlichen Sinn relevantes Verhalten des Beschul- digten zu indizieren. Dies gilt umso mehr, als sich den A kten wiederum keine Hinweise entneh- men lassen, wonach der Beschuldigte mit den Verantwortlichen der E.____-USA zusammenge- spannt hat oder zumindest ernsthaft damit hätte rechnen müssen, dass diese ungeachtet des "Letter of Indemnity" über die Ware unrechtmässig verfügen. Die von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang zitierte E-Mail des Beschuldigten vo m 8. September 2016 mit dem In- halt, dass dieser wahrheitswidrig bestätigt habe, die Ware befinde sich in seinem Machtbereich, obwohl er gewusst habe, dass diese bereits nach Ankunft im Juli 2016 an die E.____-USA aus- gehändigt worden sei, lässt sich nach Ansicht des Kantonsg erichts nicht in dem Sinne interpre- tieren, dass der Beschuldigte mit der E.____-USA zusamm engearbeitet hat, sondern deutet Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vielmehr darauf hin, dass er der Beschwerdeführerin sei nen Vertragsbruch in Bezug auf mögli- che Schadenersatzforderungen hat verheimlichen wollen. Insofern muss diesbezüglich aber- mals in Übereinstimmung mit den Erwägungen der Staatsa nwaltschaft davon ausgegangen werden, dass dem Beschuldigten wohl erst ab dem 15. Dezem ber 2016 in verbindlicher Weise bewusst geworden ist, dass er die Kontrolle über die Ware tatsächlich an die E.____-USA verlo- ren hat und folglich nicht mehr in der Lage gewesen i st, diese an die Beschwerdeführerin her- auszugeben. In Bezug auf die von der Beschwerdeführeri n monierten von der D.____-CH ver- rechneten Preise, welche weit höher gewesen seien als üblich, ist zu konstatieren, dass es der D.____-CH einerseits als gewinnorientiertem Unterneh men freigestanden hat, ihre Preispolitik so zu gestalten, wie es der Markt offenbar zugelassen h at, so wie es andererseits der Be- schwerdeführerin unbenommen gewesen ist, die Preise zu akzeptieren oder eben nicht. Das Kantonsgericht vermag hierin ebenfalls kein Indiz für ei n strafbares Verhalten des Beschuldig- ten zu erkennen. Bezüglich des Vorwurfs, wonach es verdä chtig gewesen sei, dass die D.____ Lagerkosten habe vermeiden wollen, obwohl dies gar nicht Teil ihres Auftrages gewesen sei, ist festzuhalten, dass diese Aussage in der dargelegten Abs olutheit nicht zutrifft. Davon ausge- hend, dass die D.____-Hongkong als Frachtführerin den B estimmungen von Art. 440 ff. OR unterstanden hat, ist sie in Anwendung von Art. 440 Abs . 2 OR in Verbindung mit Art. 398 Abs. 1 und Abs. 2 OR sowie Art. 321a Abs. 1 OR durchaus verpflichtet gewesen, die Interessen der Beschwerdeführerin in guten Treuen zu wahren, was a uch die Vermeidung von hohen La- gerkosten beinhaltet hat. Unter anderem genau für de n Zweck, die anfallenden Lagerkosten möglichst gering zu halten, ist der "Letter of Indemni ty" eingeführt worden. Im Hinblick auf den Vorwurf, der Beschuldigte habe die Beschwerdeführerin m it Absicht hinters Licht geführt, was seine E-Mail vom 3. Oktober 2016 an die E.____-USA zeig e, in welcher er sich auf eine Ab- sprache beziehe, wonach man im Verkehr mit der Beschwerde führerin schweigen werde, ist wiederum zu konstatieren, dass das Kantonsgericht diese Tatsa che lediglich als Versuch, sich der aus der Vertragsverletzung ergebenden Verantwortun g zu entziehen, wertet. Obwohl der Hinweis der Beschwerdeführerin, wonach der Beschuldigte bzw. dessen Firmen gestützt auf einen "Letter of Indemnity" durch die Herausgabe von Waren ohne Vorliegen der Originalfracht- briefe die Vertragsbedingungen mit vollem Wissen und Wi llen verletzt hätten, natürlich zutref- fend ist, beschlägt dieser Umstand dennoch nur zivilrecht liche Aspekte. Dies gilt umso mehr, als der Sinn eines "Letter of Indemnity" ‒ welcher sich trotz seines zweifelhaften, weil vertrags- widrigen Zweckes offenbar etabliert hat ‒ ja gerade darin besteht, das fehlende Vorliegen von Originalfrachtbriefen zu umgehen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass sich die Staatsan waltschaft im vorliegenden Fall ausführlich mit der Strafanzeige der Beschwerdeführeri n vom 23. Januar 2017 auseinanderge- setzt und die Angelegenheit in strafrechtlicher Hinsicht umfassend überprüft hat. Anzeichen, dass sie die Erhebung wesentlicher und konkreter Beweise, welche geeignet gewesen wären, zu einer differenzierten rechtlichen Einschätzung der Sa chlage zu führen, unterlassen hat, sind nicht ersichtlich. Keinen Einfluss hierauf haben demnach d ie von der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde dargelegten Verdachtsmomente, zumal di ese grösstenteils ohne Weiteres widerlegt werden können bzw. diese ausschliesslich in zivil rechtlicher Hinsicht von Relevanz sind. Dass der Beschuldigte sich Vertragsverletzungen vorwe rfen lassen muss, dürfte ausser Frage stehen, dies beschlägt aber in casu keine strafrechtlichen Aspekte. Gestützt auf diese Erwägungen hat die Staatsanwaltschaft somit zu Recht das Strafverfahren in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Infolgedessen ist die angefochtene Ein- stellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landscha ft, Hauptabteilung WK, vom 28. Ja- nuar 2019 in Abweisung der Beschwerde der Privatklägerin vom 8. Februar 2019 zu bestätigen. Bei diesem Ergebnis erweist sich sodann das Begehren der B eschwerdeführerin, es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, eine Einvernahme mit C.____ durchzuführen, als obsolet. 4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die or- dentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 2'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 2'000.-- sowie Auslagen von CHF 100.-- ) zu Lasten der Beschwerdeführerin, wobei die von ihr erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 750.-- an die Verfahrens- kosten angerechnet wird. In Bezug auf die ausserordentl ichen Kosten ist zu erkennen, dass die Beschwerdeführerin ihren Rechtsvertreter selbst zu bezahle n und des Weiteren dem Beschul- digten eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von CHF 538.50 (CHF 500.-- pauscha- ler Aufwand inklusive Auslagen und CHF 38.50 Mehrwertsteuer) auszurichten hat, wobei wiede- rum die von der Beschwerdeführerin bereits erbrachte S icherheitsleistung (Entschädigungssi- cherstellung) in der Höhe von CHF 500.-- an die von ihr zu bezahlende Entschädigung ange- rechnet wird. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 2'100.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 2'000 .-- sowie Aus- lagen von CHF 100.--) gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitslei stung in der Höhe von CHF 750.-- wird an die von ihr zu bezahlende n Verfahrens- kosten angerechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschuldigten eine pauschale Par- teientschädigung in der Höhe von CHF 538.50 (inklusive Auslagen und CHF 38.50 Mehrwertsteuer) auszurichten. Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleist ung (Ent- schädigungssicherstellung) in der Höhe von CHF 500.-- wird an die von ihr zu bezahlende Parteientschädigung angerechnet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiber Pascal Neumann