Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. September 2016 (810 16 32) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Rechtswidriger Baulinienplan Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Stefan Schulthess, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Benedikt A. Suter, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde B.____ , Beigeladene Betreff Baulinienplan für die Kantonsstrassen im Do rfkern von B.____ (RRB Nr. 0030 vom 12. Januar 2016) A. Am 16. Juli 2013 beschloss die Bau- und Umweltsc hutzdirektion des Kantons Basel- Landschaft (BUD) mit Entscheid Nr. 396 den Baulinie nplan Nr. 47-043/005 B für die Kantons- strasse im Dorfkern in der Gemeinde B.____ (Gemeinde) als kantonalen Nutzungsplan (Ziffer 1 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Dispositivs). Dieser stützte sich auf den vom Landrat am 26. März 2009 beschlossenen kantonalen Richtplan (Richtplankarte Verkehrsinfrastruktu r). Der Plan wurde ordnungsgemäss öffentlich aufgelegt und die auswärtig wohnenden bet roffenen Grundeigentümer schriftlich in- formiert. Innert der Einsprachefrist erhob die Eigen tümerin der Parzelle Nr. 299, Grundbuch B.____ (nachfolgend nur Parzelle Nr. 299 genannt), A .____ AG, nachfolgend immer vertreten durch Dr. Benedikt A. Suter, Advokat, mit Eingabe vom 1 0. September 2013 Einsprache gegen den Baulinienplan. Gemäss diesem Plan verläuft die Baul inie auf der Parzelle der A.____ AG neu entlang der Fassade des Gebäudes. Die Fassade des Ge bäudes liegt ca. 6.5 bis 8 m von der Strassenlinie entfernt. Die vorher geltende Baulin ie von 1962 statuierte einen Abstand von 4 m ab der Strassenlinie und lief auf der ganzen Par zelle parallel zur Strassenlinie. Die A.____ AG beantragte in ihrer Einsprache, es seien die Ziffe r 1 des Beschlusses Nr. 396 der BUD vom 16. Juli 2013 und der Baulinienplan Nr. 47-043/005 B für die Kantonsstrasse im Dorfkern in der Gemeinde B.____ aufzuheben; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Kantons Basel-Landschaft. Im Wesentlichen machte sie geltend, sie habe ein gewich tiges Interesse an der Möglichkeit, ihr Gebäude bis zur alten kantonalen Baulinie erweitern oder mit baulichen Massnahmen verbes- sern zu können. Da sich auf der Parzelle ein Restaurant befinde, sei es für die Eigentümerin zentral, bauliche Massnahmen bei Bedarf zur Strasse hin vornehmen zu können. Überwiegen- de öffentliche – kantonale – Interessen seien hingege n weder dargetan worden noch ersichtlich. Die Vorgehensweise der Festlegung der Baulinie stelle i m Zusammenhang mit der Vorge- schichte und damit mit dem Beschluss des Regierungsrates Nr. 2 vom 4. Januar 2013 betref- fend den vom Gemeinderat am 16. Mai 2012 beschlossenen B au- und Siedlungsplan “Sied- lung“ eine Umgehung des in den §§ 31 und 35 des Raump lanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 vorgesehenen Verfahrens dar, welches de n Beschluss der Gemeindever- sammlung verlange. Nachdem am 16. Dezember 2014 eine V erständigungsverhandlung statt- gefunden hatte, hielt die A.____ AG mit Schreiben vo m 20. September 2015 an der Einsprache fest. B. Mit Beschluss Nr. 30 vom 12. Januar 2016 wies der Reg ierungsrat die Einsprache der A.____ AG gegen den angefochtenen Baulinienplan betr effend W.____strasse/X.____strasse/ Y.____gasse/Z.____-Strasse im Dorfkern der Gemeinde B.__ __ im Sinne der Erwägungen ab. Der Regierungsrat führte im Wesentlichen aus, dass die G emeinde B.____ ihren kommunalen Bau- und Strassenlinienplan im Jahr 2012 revidiert ha be. Der Regierungsrat habe diesen mit Beschluss Nr. 2 vom 4. Januar 2013 mit Ausnahmen genehmi gt. Die vom Gemeinderat hinter der bestehenden kantonalen Baulinie entlang der Kantonsstrasse festgesetzte kommunale Bau- linie sei von der Genehmigung ausgenommen worden, weil sie kompetenzmässig hätte von der Gemeindeversammlung beschlossen werden müssen. Von der Ni chtgenehmigung sei auch die kommunale Baulinie auf der Parzelle Nr. 299 betroffe n gewesen. Im Anschluss an die Revision des kommunalen Bau- und Strassenlinienplans sei der ka ntonale Bau- und Strassenlinienplan “X.____strasse“ aus dem Jahre 1962 durch die BUD ebenfal ls überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten angepasst worden. Baulinien seien das In strument, um langfristig Flächen für die Verkehrsinfrastruktur freizuhalten. Das Gebäude auf der Parzelle Nr. 299 sei gemäss dem kommunalen Teilzonenplan Dorfkern von B.____ als erhalt enswerte Baute klassiert. Gemäss Zonenreglement Siedlung der Gemeinde B.____ (ZR Sie dlung; Beschluss der Gemeindever- sammlung vom 7. April 2005, Genehmigung vom Regierungsr at vom 13. September 2005) sei- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht en bei solchen Gebäuden die Lage und das Volumen, sow eit es bautechnisch möglich und wohnhygienisch sinnvoll sei, zu erhalten. In der Regel lege der Kanton deshalb bei solchen Ge- bäuden, welche an Kantonsstrassen stünden, eine neue Baul inie entlang der Fassade des Ge- bäudes fest, was auch im Falle des fraglichen Gebäudes gemacht worden sei. Im Rahmen des Einspracheverfahrens sei der A.____ AG im Sinne eines En tgegenkommens angeboten wor- den, die Baulinie im Bereich der Parzelle Nr. 299 so festzulegen, dass diese den gesetzlichen Mindestabstand von 5 m ab Kantonsstrasse einhalte. Die Ei nsprecherin habe dies abgelehnt. Der Regierungsrat gewichtete das kantonale Interesse an der Freihaltung des Raums entlang der Kantonsstrasse im Hinblick auf künftige Verkehrsentwicklungen höher als das Interesse der Beschwerdeführerin an der Beibehaltung der alten Bau linie. Auch würden entgegen der An- nahme der Einsprecherin mit dem angefochtenen Entsche id keine kommunalen Interessen wahrgenommen. C. Gegen diesen Beschluss erhob die A.____ AG mit Eingab e vom 25. Januar 2016 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie beantragte, es sei der Entscheid des Regierungsrat es Nr. 30 vom 12. Januar 2016 aufzu- heben. Es seien in Gutheissung der Einsprache der Beschwer deführerin vom 10. September 2013 die Ziffer 1 des Beschlusses Nr. 396 der BUD vom 16 . Juli 2013 und der Baulinienplan Nr. 47-043/005 B für die Kantonsstrasse im Dorfkern in der Gemeinde B.____ aufzuheben; un- ter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Kantons Basel-Landschaft für alle Instanzen, wobei der Be- schwerdeführerin je eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen sei. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht wurde beantragt, es sei der vorlieg enden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Beschwerdeführerin ging auf die Entstehungsgeschichte des angefoch- tenen Entscheids ein und erklärte, dass die Gemeinde B._ ___ im Jahre 2012 versucht habe, mit dem vom Gemeinderat am 16. Mai 2012 beschlossenen Bau- und Siedlungsplan “Siedlung“ im Dorfkern restriktive kommunale Baulinien zu ziehen. Die Beschwerdeführerin habe gegen diese Baulinienpläne der Gemeinde am 21. Juni 2012 Ei nsprache erhoben. Vor Regierungsrat habe die Beschwerdeführerin obsiegt. Der Regierungsrat habe mit Beschluss vom 4. Januar 2013 erkannt, dass die Gemeinde zwar grundsätzlich eigene Baulinien hinter die kantonalen Baulinien legen könne, sich das Verfahren jedoch dann n ach § 49 Abs. 2 RBG zu richten habe, womit die Gemeindeversammlung und nicht der Gemeinder at zuständig sei. Infolgedessen sei- en die vom Gemeinderat festgelegten Baulinien entlang der Fassaden durch den Regierungsrat nicht genehmigt und der Gemeinderat explizit eingelade n worden, die neuen Baulinien der Ge- meindeversammlung zur Beschlussfassung vorzulegen. Dies sei bis heute nicht erfolgt. Im Ent- scheid Nr. 398 der BUD vom 16. Juli 2013 werde ausdrücklich festgehalten, dass der neue kan- tonale Baulinienplan auf Wunsch der Gemeinde erlassen werde. In diesem Entscheid seien keine kantonalen Interessen an dem neuen Plan erwähnt worden. Der Regierungsrat setze nun um, was der Gemeinderat ursprünglich gewünscht, aber aus rechtlichen Gründen nicht erreicht habe. Dieses Vorgehen verletzte die Kompetenzen der Gem eindeversammlung und die Ge- meindeautonomie. Des Weiteren machte die Beschwerdeführ erin geltend, der angefochtene Entscheid verletze die Besitzstandsgarantie und ihr erha ltenswertes Gebäude könne – entge- gen den Ausführungen des Regierungsrates – gestützt auf die Zonenvorschriften dennoch unter Umständen verändert werden. Im Weiteren bestehe das vom Regierungsrat genannte öffentli- che Interesse an der Freihaltung von Verkehrsflächen im fraglichen Gebiet im Dorfkern nicht, da Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund der bestehenden Gebäude und der nur in Bezu g auf gewisse Parzellen veränderten Baulinie die Strasse faktisch nicht verbreitert werden könne. Ohne solche Verkehrsflächen gebe es keinen Grund für die Änderung der bestehenden Bauli nien für die X.____strasse im Dorf- kern. Die Beschwerdeführerin warf der BUD widersprüchli ches Verhalten und dem Regierungs- rat die Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör vor. Mit Verfügung vom 16. Februar 2016 erteilte das Geri chtspräsidium der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung, nachdem die Gemeinde mit Eingabe vo m 3. Februar 2016 und der Be- schwerdegegner mit Eingabe vom 11. Februar 2016 mitgeteilt hatten, keine Einwände dagegen zu erheben. In der Vernehmlassung vom 16. März 2016 beantragte di e Gemeinde die Abweisung der Be- schwerde unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdef ührerin. Die Gemeinde führte aus, die Besitzstandsgarantie der Beschwerdeführerin sei durch die Neufestlegung der Baulinie nicht verletzt. Es liege auch keine Verletzung der Eigentumsga rantie vor, selbst wenn die Kantons- strasse in den nächsten Jahren nicht ausgebaut werden soll te. Bau- und Strassenlinienpläne, die sich auf einen kommunalen Strassennetzplan abstützen würden, würden vom Gemeinderat erlassen (§ 35 RBG). Bau- und Strassenlinien für kantona le Verkehrsflächen würden vom Kan- ton erlassen werden (§12 Abs. 2 lit. b RBG). Die Gemeinde könne jedoch hinter den kantonalen Baulinien eigene kommunale Baulinien festlegen. Hierf ür sei die Gemeindeversammlung zu- ständig (§ 49 RBG). Da es vorliegendenfalls nicht um di e Festlegung von Baulinien hinter der kantonalen Baulinie gehe, sei die Gemeindeautonomie nicht verletzt. Des Weiteren bestehe keine kommunale Pflicht, entlang von Kantonsstrassen kommun ale Baulinien festzulegen. In- dem die Gemeinde nach dem Entscheid des Regierungsrates vo m 4. Januar 2013 darauf ver- zichtet habe, die nicht genehmigten Baulinien an der X .____strasse der Gemeindeversamm- lung vorzulegen, habe sie auch nicht die Kompetenzen der Gemeindeversammlung verletzt. Überdies lege der Kanton bei erhaltenswerten Gebäuden in der Regel eine neue Baulinie – wie vorliegendenfalls – entlang der Fassade des Gebäudes. Mit Vernehmlassung vom 24. März 2016 beantragte der Re gierungsrat, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne, unter o/e-Kostenfolge. Der Regierungsrat machte geltend, die Verletzung der Gemeindeautonomie könne die Beschwerdeführerin nicht rügen, da diese Rüge lediglich den Einwohner- und Bür gergemeinden offen stehe. Der Regie- rungsrat bemängelte, dass die Beschwerdeführerin den I nhalt des Regierungsratsbeschlusses [RRB] Nr. 2 vom 4. Januar 2003 nicht korrekt wiederge geben habe. Er führte weiter aus, dass der Gemeinderat nicht verpflichtet sei, eine durch d en Regierungsrat nicht genehmigte kommu- nale Baulinie der Gemeindeversammlung vorzulegen. Im Weiteren entspreche es der Praxis der BUD bzw. des kantonalen Tiefbauamtes, dass der Kant on die Baulinien entlang von Kan- tonsstrassen selbst festsetze oder überarbeite, sofern Gem einden an den Kanton mit einem solchen Begehren herantreten würden. Die BUD verzichte in der Regel darauf, die Baulinien entlang von Kantonsstrassen durch die Gemeinden ziehen zu lassen, was gestützt auf § 12 Abs. 3 RBG i.V.m. § 5 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Ok- tober 1998 im Prinzip möglich wäre. Bereits im Novembe r 2011 habe das Tiefbauamt einen Entwurf zur Anpassung der Baulinien im Dorfkern B.____ erarbeitet. Der Entwurf zum Baulini- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht enplan Dorfkern sei aber erst nach der rechtskräftigen G enehmigung der Bau- und Strassenli- nienpläne der Gemeinde weiterbearbeitet worden. Es s timme somit nicht, dass das Tiefbauamt vor Mai 2012 keinen Anpassungsbedarf erkannt habe. Die kantonalen Interessen an der An- passung des Baulinienplans von 1962 seien sehr wohl gegeb en. Der Verkehr habe massiv zu- genommen. Im Bereich der Liegenschaft der Beschwerdefü hrerin betrage der durchschnittliche tägliche Verkehr von Montag bis Sonntag 18‘400 Fahrze uge. Des Weiteren seien im Jahr 1962 die kommunal geschützten Gebäude noch nicht zonenrechtli ch festgesetzt gewesen. Die Bauli- nie von 1962 habe zudem gewisse Lücken ausgewiesen. Die V erkehrsentwicklung seit 1962, die inzwischen erfolgte Bezeichnung von kommunal geschützte n Bauten und die Komplettie- rung der partiell unterbrochenen Baulinie von 1962 w ürden sehr wohl die Überarbeitung der Baulinie erfordern. Des Weiteren sei es gerade in hist orischen Dorfkernen, wo die räumliche Situation in der Regel immer relativ komplex sei, wich tig, den Strassenraum, soweit dies noch möglich sei, zu sichern. Der Beschwerdegegner bestritt, dass der Baulinienplan die Wünsche der Gemeinde B.____ umsetze. Er hielt weiter fest, dass der Besitzstand der Beschwerdeführe- rin gewahrt werde, kein widersprüchliches Verhalten der BUD vorliege und der Regierungsrat den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt habe. Mit präsidialer Verfügung vom 7. April 2016 wurde de r Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Parteiverhandlung mit vorangehendem Augenschein überwiesen. D. Anlässlich der heutigen Verhandlung hat das Kanton sgericht im Beisein unter anderem des Verwaltungsrats der A.____ AG C.____ und des Rechtsver treters der Beschwerdeführerin, von D.____ als Vertreter des Regierungsrates und E.____ als Vertreterin der Beigeladenen einen Augenschein an Ort und Stelle vorgenommen. An de r anschliessenden Parteiverhand- lung haben die Parteien an ihren bereits gestellten Anträgen festgehalten. Auf die Ausführun- gen in den verschiedenen Urteilen und Rechtsschriften sow ie auf diejenigen in der heutigen Verhandlung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen e rfüllt sind. Das Gericht hat also zu prüfen, ob ein zulässiges Beschwerdeobjekt vorliegt, ob es sich beim angefochtenen Entscheid um einen Entscheid der richtigen Vorinstanz handelt, ob die beschwerdeführenden Parteien zur Beschwerde befugt sind, ob die geltend gemachten Besch werdegründe zulässig und die For- malien eingehalten sind, ob die Beschwerdeschrift also f ristgemäss eingereicht wurde und die notwendigen Rechtsbegehren mit den Beweismitteln enthä lt sowie begründet und unterschrie- ben wurde (vgl. zu den Eintretensvoraussetzungen, die auch Sachentscheidungs- oder Sachur- teilsvoraussetzungen genannt werden, RENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz 1 035 ff., Rz 1136 ff.). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2. Gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 gewährleistet das kantonale Recht gegen V erfügungen und Nutzungspläne, die sich auf das RPG und seine kantonalen und eidgenössischen Au sführungsbestimmungen stüt- zen, die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in öffentlich- rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Fern er schreibt Art. 111 des Bundesgeset- zes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 unte r dem Titel der “Einheit des Verfah- rens“ vor, dass wer zur Beschwerde an das Bundesgericht bere chtigt ist, sich am Verfahren vor allen kantonalen Vorinstanzen als Partei beteiligen kön nen muss (Abs. 1) und die unmittelbare Vorinstanz des Bundesgerichts grundsätzlich mindestens die Rügen nach den Artikeln 95-98 BGG prüfen können muss (Abs. 3). Daraus folgt, dass die kan tonalen Behörden die Rechtsmit- telbefugnis nicht enger fassen dürfen, als dies für die Beschwerde an das Bundesgericht vorge- sehen ist. Zur Beurteilung, ob das Kantonsgericht di e Beschwerdeführer von der Beschwerde ausschliessen darf, ist demgemäss die Beschwerdeberechtigun g nach den Grundsätzen von Art. 89 Abs. 1 BGG zu prüfen (vgl. zum Ganzen: Urteil d es Bundesgerichts 1C_133/2008 vom 6. Juni 2008 E. 2.1). Zur Beschwerde in öffentlich-re chtlichen Angelegenheiten ist nach Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfa hren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a); durch den angefochtenen Entscheid oder Erlass besonders berührt ist (lit. b); und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Än- derung hat (lit. c). Nach kantonalem Recht ist gemäss § 4 7 Abs. 1 lit. a VPO zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder de n angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Au fhebung hat. Zur Anfechtung von regierungsrätlichen Entscheiden betreffend kommunale un d kantonale Nutzungspläne ist zu- dem – mit hier nicht gegebenen Ausnahmen gemäss § 47 A bs. 2 Satz 2 VPO – nur berechtigt, wer sich bereits am Einsprache- und Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsrat beteiligt hat (§ 47 Abs. 2 Satz 1 VPO). Beschwerdeberechtigt ist somit, wer vom angefochtenen Akt besonders betroffen ist. Zur An- fechtung eines Entscheids ist nur legitimiert, wer von diesem stärker als jedermann betroffen ist und in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Bezieh ung zur Streitsache steht. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten insbesondere in räumlicher Hin- sicht gegeben sein. Allerdings ergibt sich die Legitima tion nicht schon aus der blossen räumli- chen Nähe, sondern erst aus einer daraus herrührenden b esonderen Betroffenheit. Des Weite- ren muss ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung ode r Änderung des angefochtenen Entscheides oder Erlasses bestehen. Ein schutzwürdiges Int eresse liegt vor, wenn die tatsäch- liche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers dur ch den Ausgang des Verfahrens be- einflusst werden kann. Es liegt im praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdeführer eintragen würde oder (anders gesagt ) in der Abwendung eines wirtschaftli- chen, ideellen, materiellen oder anders gearteten Nac hteils, den die angefochtene Verfügung für den Beschwerdeführer zur Folge hätte. Das schutzwür dige Interesse kann mithin tatsächli- cher oder rechtlicher Art sein. Unwesentlich ist, ob ein tatsächliches Interesse rechtlich ge- schützt wird: Weder muss es von der angerufenen Vorschrift m itumfasst sein, noch braucht es mit der Schutzrichtung der als verletzt behaupteten Norm übereinzustimmen. Die Beschwer- deberechtigung des mit seinen Anträgen nicht durchgedru ngenen Verfügungsadressaten ist Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundsätzlich unproblematisch (PETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutz- recht, Bern 2016, S. 563 ff.). 1.3.1. Die Beschwerdeführerin ist eine Aktiengesellscha ft mit Sitz in F.____ und Eigentüme- rin der Parzelle Nr. 299 des Grundbuchs B.____. Die Beschwerdeführerin war als Einsprecherin bereits am Verfahren vor dem Regierungsrat Partei. De r Beschwerdegegner macht in seiner Vernehmlassung vom 24. März 2016 und an der heutigen Verhandlung geltend, die Beschwer- deführerin erleide durch die fragliche Baulinie keine n Nachteil, weswegen sie kein schutzwürdi- ges Interesse an der Änderung der angefochtenen Baulin ie habe. Demzufolge dürfe auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. 1.3.2. Die nordöstliche Ecke des Gebäudes der Beschwerde führerin liegt ca. 6.5 m und die nordwestliche Ecke ca. 8 m von der Parzellengrenze entfernt . Die Baulinie von 1962 verlief pa- rallel zur Grundstücksgrenze, wobei die Distanz zwischen Grundstücksgrenze und Baulinie 4 m betrug. Neu soll die Baulinie entlang der Fassade des Grundstückes der Beschwerdeführerin zu liegen kommen. Damit kommt neu ein Streifen von einer Länge von ca. 18 m (Grundstücksbrei- te) und von einer Breite zwischen 2.5 m (nordöstliche Eck e) und 4 m (nordwestliche Ecke) und somit eine Fläche von ca. 60 m 2 innerhalb der Baulinie zu liegen. 1.3.3. Nach § 96 RBG begrenzen Baulinien die Bebauung und dienen insbesondere der Si- cherung bestehender und geplanter Anlagen und Fläche n sowie der baulichen Gestaltung (Abs. 1). Baulinien gehen den Vorschriften über den Ab stand der Bauten von Verkehrswegen, Wäldern, Gewässern und Friedhöfen vor (Abs. 2). Baulinien wirken sich als Bauverbote aus, da das Land, das innerhalb der Baulinien liegt, nicht me hr überbaut werden darf (H ÄNNI , a.a.O., S. 246). Das RBV sieht in den §§ 53 f. und in § 66 fü r gewisse bauliche Massnahmen Ausnah- men vor. 1.3.4. Bei der Liegenschaft der Beschwerdeführerin ha ndelt es sich um eine erhaltenswerte Baute, welche in der Kernzone liegt. Nach Ziff. 14.2 ZR Siedlung sind die Lage und das Volu- men von erhaltenswerten Bauten bedeutend für das Dorf bild. Sie sind – soweit bautechnisch und wohnhygienisch sinnvoll – zu erhalten. Für allfällig e Ersatz-Neubauten sind Situierung, Ge- bäudeabmessung, Geschosszahl, Firstrichtung und Dachgestal tung des ursprünglichen Ge- bäudes richtungsweisend. Die wichtigsten Stilelemente sin d wieder anzuwenden. Dasselbe gilt für Umbauten und Renovationen. Wenn sich ein Neubaup rojekt gleichwertig oder besser in die Umgebung einfügt, sind – in Absprache mit den zuständige n kantonalen Instanzen – Abwei- chungen hiervon möglich. Nach Ziff. 11 des genannten Re glements bezwecken die Kernzonen- bestimmungen die sinnvolle Erhaltung und subtile Erneue rung innerhalb der traditionellen Strukturen des alten Dorfkerns. Dabei dienen die Bauvo rschriften dem Schutze traditioneller und architektonisch bemerkenswerter Bauten samt ihrer Um gebung sowie der sorgfältigen Ein- ordnung von Um- und Neubauten. Nach Ziff. 16.1 ZR Siedlung sind die Vorplätze inklusive Vor- gärten ansprechend zu gestalten und von Hochbauten aller Art freizuhalten. 1.3.5. Das ZR Siedlung zeigt, dass – auch wenn unter re striktiven Voraussetzungen – im- merhin gewisse bauliche Vorkehrungen auf der Fläche zwisch en der angefochtenen Baulinie Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht und der Baulinie von 1962 denkbar sind, welche durch di e Ziehung der neuen Baulinie zwei- felsohne minimiert oder verunmöglicht werden. Daran än dert auch nichts, dass die Parzelle der Beschwerdeführerin eine höhere bebaute Fläche (nach Angabe des Regierungsrates 52%), – welche durch die Besitzstandsgarantie geschützt ist, – aufweist, als dies gemäss ZR Sied- lung für Neubauten zulässig ist (nach Ziff. 14.4 ZR Sie dlung beträgt die Bebauungsziffer für Neubauten 40%). Ebenso irrelevant ist, dass das Gebäude der Beschwerdeführerin erst vor wenigen Jahren aufwändig praktisch neu gebaut wurde. D ie neue Festlegung der Baulinie ent- lang der Fassade des Gebäudes bedeutet eine noch rest riktivere Nutzung des neu innerhalb der Baulinie liegenden Grundstückstreifens. Die Beschwerdeführerin hat damit ein schutzwürdi- ges Interesse an der Aufhebung der Baulinie, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist. 1.4.1. Als nächstes ist zu prüfen, ob auf alle Rügen ei ngetreten werden kann. Die Beschwer- deführerin macht in ihrer Beschwerde die Verletzung der Gemeindeautonomie geltend. 1.4.2. Private können zwar vorfrage- oder hilfsweise ein e Verletzung der Gemeindeautonomie zur Unterstützung einer anderweitigen Verfassungsrüge geltend machen (BGE 119 Ia 218 2.c). Von diesem Grundsatz ist aber abzuweichen, wenn dasjenige Organ, das für die Vertretung der Gemeinde zuständig ist, ausdrücklich oder stillschweigend darauf verzichtet hat, sich auf die behauptete Verletzung der Gemeindeautonomie zu berufe n (BGE 133 II 412 E. 1.2; 107 Ia 96 E. 1c, RHINOW /K OLLER /K ISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 2107). 1.4.3. Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerd e die Verletzung der Gemeindeauto- nomie zur Unterstützung der Verletzung der Eigentumsg arantie geltend. Die Gemeinde befür- wortet jedoch den kantonalen Baulinienplan und wünsch t keinesfalls die Geltendmachung der Verletzung der Gemeindeautonomie. Damit kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf die Ver- letzung der Gemeindeautonomie berufen. 1.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Beschw erde der Beschwerdeführerin einzutreten ist, die Rüge betreffend Verletzung der G emeindeautonomie jedoch nicht zu hören ist. 2.1. Zu prüfen ist, ob die vom Kanton auf der Parzell e Nr. 299 festgelegte Baulinie rechtens ist. 2.2. Vorliegendenfalls hat der Kanton eine Baulinie unter anderem auf der Parzelle Nr. 299 gelegt. Die neue Baulinie verkleinert den zwischen der B aulinie und dem Gebäude liegenden Grundstücksanteil. Wie bereits in Erwägung 1.3.3 ausgefüh rt, wirken Baulinien wie Bauverbote und stellen demzufolge Eingriffe in die Eigentumsgarantie dar. Ein Eingriff in die Eigentumsgarantie ist nur zulässi g, wenn eine gesetzliche Grundlage und ein ausreichendes öffentliches Interesse gegeben sind und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit eingehalten wird (siehe Art. 36 der Bundesverfassung de r Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999; H ÄNNI , a.a.O., S. 246; U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHL -Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht MANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. G allen 2016, Rz 2343 ff.; H ÄNNI , a.a.O., S. 246). 2.3. Bei der Baulinie handelt es sich um eine Baulini e entlang einer Kantonsstrasse. Nach § 12 RBG kann der Kanton zur Erfüllung seiner Aufgaben kantonale Nutzungspläne erlassen. Diese dienen insbesondere der Erstellung bzw. dem Ausb au von Verkehrsanlagen, öffentlicher Werke und Anlagen sowie dem Schutz von Landschaften, N aturobjekten und Kulturdenkmälern von nationaler und kantonaler Bedeutung (Abs. 1). Die kantonalen Nutzungspläne können unter anderem Bau- und Strassenlinien für nationale und ka ntonale Verkehrsflächen bestimmen (Abs. 2 lit. b). Das Verfahren richtet sich nach § 13 RBG. Nach § 12 Abs. 3 RBG i.V.m. § 5 RBV kann die Gemeinde entlang von Kantonsstrassen Baulinien ziehen, sofern die BUD nach ent- sprechender Anfrage durch die Gemeinde darauf verzichtet, die Baulinie selbst zu ziehen (vgl. auch § 49 Abs. 1 RBG). Die Gemeinde hat die BUD nicht um die Abgabe der Erklärung gebeten, ob die BUD auf die Ziehung der Baulinie en tlang der Kantonsstrasse verzichtet. Nach § 15 Abs. 1 des Strassengesetzes (StrassenG) vom 24. März 1986 legen die Bauprojekte (kan- tonale Nutzungspläne) die genaue Lage der bestehenden und projektierten Kantonsstrassen einschliesslich der Nebenanlagen sowie der Baulinien fest. In § 15 Abs. 4 StrassenG wird dann ausgeführt, dass zur vorsorglichen Freihaltung des Strass enraumes oder in anderen speziellen Fällen auch lediglich Bau- und Strassenlinienpläne erl assen werden können. Das Verfahren richtet sich nach den Bestimmungen des RBG über die kant onale Nutzungsplanung. Die ge- setzliche Grundlage für den Erlass von Baulinien durch den Kanton ist folglich gegeben. 3.1. Gemäss bundesgerichtlicher Auffassung ist grundsätzlich jedes öffentliche Interesse geeignet, einen Eingriff in die Eigentumsgarantie zu rechtfertigen, sofern das angestrebte Ziel nicht gegen andere Verfassungsnormen verstösst und nicht r ein fiskalisch ist. Wichtige öffentli- che Interessen sind u.a. die in der Bundesverfassung ver ankerten Anliegen der Raumplanung, des Umweltschutzes, des Gewässerschutzes und des Heimatschutzes (ULRICH HÄFELIN / WALTER HALLER /H ELEN KELLER /D ANIELA THURNHERR , Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 9. Aufl., Zürich 2016, Rz 602; HÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz 2349). Erforderlich ist stets ein aktuelles öffentliches Interesse. Ein solches kann zwar auch in einem zukünftigen Bedürfnis des Gemeinwesens bestehen, doch muss es sich dabei um ein I nteresse handeln, das vom Gemeinwesen genau anzugeben ist und dessen Eintritt mit einiger Sicherheit zu erwarten ist. Baulinien bezeichnen den Mindestabstand der Bauten zu öffentlichen Verkehrsanlagen und dienen der Freihaltung des Strassenraumes im Interesse des öffentlichen Verkehrs (§ 12 Abs. 1 RBG; § 15 Abs. 4 StrassenG; H ÄNNI , a.a.O., S. 246). Die Parzelle der Beschwerdeführeri n grenzt an eine kantonale Strasse, welche, wie die Ang aben des Beschwerdegegners in seiner Vernehmlassung an das Kantonsgericht und der heutige Augenschein zeigen, sehr stark befah- ren ist. Zudem sind die Platzverhältnisse sehr beengt. S omit besteht ein grundsätzliches öffent- liches Interesse an der Erweiterung des möglichen Strassenr aumes und damit an der Festle- gung einer Baulinie, welche mehr Platz für den Verkehrsraum gewährt. 3.2. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Z iels geeignet und notwendig sein. Aus- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht serdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen V erhältnis zu den Belastungen ste- hen, die dem Privaten auferlegt werden. Dieses dritte Erfordernis wird als “Verhältnismässigkeit im engeren Sinn“ oder als “Zumutbarkeit“ bezeichnet ( vgl. H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz 514; vgl. auch Art. 5 BV). Das Bundesgericht geht in seiner Rechtsprechung zum Teil von einer weniger umfassenden Definition der Verhältnismä ssigkeit aus bzw. prüft nur einzelne Elemente des Verhältnismässigkeitsprinzips. Auch unterschei det es häufig nicht genau zwi- schen den Erfordernissen des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit. So führt das Bundesgericht in einem Entscheid vom 24. Jan uar 2014 (BGE 140 II 200 E. 5.8.2) aus, dass der Grundsatz des öffentlichen Interesses nach de r Bestimmung von Art. 5 Abs. 2 BV, gemäss welcher staatliches Handeln im öffentlichen Int eresse liegen und verhältnismässig sein müsse, inhaltlich schwer vom Verhältnismässigkeitsprinzip zu trennen sei. Eine selbststän- dige Anrufung dieses Verfassungsprinzips erübrige sich ind essen, da es unter dem Aspekt der Zumutbarkeit in die Verhältnismässigkeitsprüfung einflie sse. Das öffentliche Interesse könne auch als ein erster Orientierungspunkt bei der Verhältnismässigkeitsprüfung betrachtet werden. Zwischen den beiden Grundsätzen besteht in der Tat ein e nger Zusammenhang. Die Frage nach der Verhältnismässigkeit einer Massnahme stellt sich nu r, wenn an ihr überhaupt ein zu- lässiges öffentlichen Interesse besteht (BGE 140 II 200). Erst dann ist zu prüfen, ob sie das geeignete und erforderliche Mittel ist, um dieses Inte resse zu verwirklichen, und ob die dadurch bewirkte Freiheitsbeschränkung nicht in einem Missverhältn is zum angestrebten Zweck steht (HÄFELIN /M ÜLLER /U HLMANN , a.a.O., Rz 515). 3.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind B aulinien nicht erst zu ziehen, wenn die Strasse erstellt werden muss; vielmehr ist das akt uelle Bedürfnis für die Landsiche- rung schon dann gegeben, wenn ersichtlich ist, dass die Er stellung über kurz oder lang not- wendig sein wird, da andernfalls die Gefahr besteht, dass Bauvorhaben die spätere Bauausfüh- rung erschweren und verteuern (BGE 118 Ia 375 f E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 1C_789/2013 vom 21. Februar 2014 E. 4). Darzulegen ist somit, dass ein aktuelles Bedürfnis besteht; ein solches liegt vor, wenn der Bau der Strasse mehr oder weniger langfristig notwen- dig erscheint (BGE 129 II 280 E. 3.4 publiziert in: Pr axis des Bundesgerichts [Pra] 93 [2004] Nr. 156 E. 3.4). Kann der Baulinie kein ihrem Zweck en tsprechender Sinn beigelegt werden, so fehlt ein ausreichendes öffentliches Interesse für deren Festsetzung im vorgesehenen Abstand von der Parzellengrenze. Damit erweist sich auch die Eig entumsbeschränkung als unverhält- nismässig (BGE 118 Ia 409 E. 4.b). Je intensiver Baulin ien das private Eigentum beschränken, desto gewichtiger müssen die öffentlichen Interessen sein , die diese Beschränkung rechtferti- gen (vgl. zum Ganzen K RISTIN HOFFMANN , Baulinien: “Phantomplanungen“ sind unzulässig, in: PBG aktuell - Zürcher Zeitschrift für öffentliches Baurecht 2016/2, S. 46). 3.4. In ihrem Schreiben vom 5. September 2011 teilt d ie BUD der Gemeinde mit, dass Letztgenannte mit Brief vom 14. Juni 2011 die Bau- u nd Strassenlinienpläne 1 - 19 zur Vorprü- fung eingereicht habe. Als allgemeine Bemerkung wurde festgehalten, dass die BUD die Be- strebungen des Gemeinderates begrüsse, alle Bau- und Str assenlinienpläne aufzuheben und neu zu beschliessen. Gemäss Schreiben der BUD an die Gem einde vom 22. November 2011 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht fand am 1. November 2011 eine Sitzung zwischen der BUD und der Gemeinde statt, an der vereinbart worden ist, dass die BUD einen Baulinienplan entlang der Kantonsstrasse ausarbei- te. Gemäss handschriftlicher Aktennotiz vom 1. November 201 1 wurden als Grundlage dafür die kommunalen Pläne Nr. 8 und 9 genommen. Der Regierungsrat hielt in seinem Beschluss vom 4. Janu ar 2013 fest, dass entlang von kanto- nalen Verkehrsflächen der Kanton Baulinien erlasse. D ie Gemeinde könne hinter den kantona- len Baulinien zwar grundsätzlich kommunale Baulinien er lassen, jedoch sei dafür die Gemein- deversammlung und nicht der Gemeinderat zuständig. Dah er genehmigte der Regierungsrat unter anderem die vom Gemeinderat entlang der Fassade des auf der Parzelle Nr. 299 stehen- den Gebäudes festgelegte Baulinie nicht. Der Gemeinde rat wurde vom Regierungsrat explizit eingeladen, die neuen Baulinien der Gemeindeversammlu ng zur Beschlussfassung vorzulegen (siehe RRB Nr. 2 vom 4. Januar 2013 E. II.1.1 und E. III.6.2 am Ende). Die Gemeinde kam die- ser Aufforderung nicht nach. Stattdessen wurde die BUD tätig. Mit Schreiben vom 30. Mai 2013 teilte die BUD der Gemeinde mit, dass das Tiefbauamt e inen Entwurf für die Ergänzung der Baulinien unter anderem entlang der X.____strasse ausg earbeitet habe. Die Anliegen und An- regungen des Gemeinderates seien eingeflossen. Die Geme inde wurde gebeten den Baulini- enplan-Entwurf in der Gemeindeverwaltung aufzulegen. Mit Entscheid Nr. 396 vom 16. Juli 2013 beschloss die BUD den Baulinienplan Nr. 47-043/005 B für die Kantonsstrasse im Dorf- kern in der Gemeinde als kantonalen Nutzungsplan. Sie führte aus, dass auf Wunsch der Ge- meinde und gestützt auf den Teilzonenplan Dorfkern sich der Kanton entschlossen habe, den Baulinienplan für die Kantonsstrasse im Dorfkern zu erste llen. Mit Schreiben vom 5. August 2013 teilte die BUD der Gemeinde mit, dass die BUD am 16. Juli 2013 den Baulinienplan für die Kantonsstrasse im Dorfkern beschlossen habe. Die Gemeinde wu rde um Durchführung des Planauflageverfahrens gebeten. 3.5. Die Verfahrensakten zeigen, dass der Regierungsrat m it dem kantonalen Plan primär dem Wunsch der Gemeinde nachgekommen ist. So hat die BU D auch in ihrem Entscheid vom 16. Juli 2013 keine Gründe für die Festlegung der kanto nalen Baulinien genannt, sondern viel- mehr lediglich auf den Wunsch der Gemeinde hingewiesen. Im angefochtenen Regierungsratsbeschluss werden als Begrü ndung für die Festlegung der Baulinie angeführt, dass es bei an Kantonsstrassen liegen den erhaltenswerten Bauten üblich sei, Baulinien entlang der Fassade des Gebäudes zu legen , dass es Sinn der Baulinien sei, vorsorglich, soweit möglich, den Raum entlang von Kanto nsstrassen im Hinblick auf künftige Verkehrsentwicklungen freizuhalten und dass der Kanton d en Bau- und Strassenlinienplan von 1962 überprüft und den aktuellen Verhältnissen unter B erücksichtigung der Verkehrsentwick- lung seit 1962 angepasst habe. In der Vernehmlassung vom 24. März 2016 führt der Regi erungsrat aus, die kantonalen Inte- ressen an der Anpassung des Baulinienplans von 1962 seien se hr wohl gegeben. Der Verkehr habe massiv zugenommen. Im Bereich der Liegenschaft der Beschwerdeführerin betrage der durchschnittliche tägliche Verkehr von Montag bis Sonntag 18‘400 Fahrzeuge. Des Weiteren seien im Jahr 1962 die kommunal geschützten Gebäude noch nicht zonenrechtlich festgesetzt Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen. Die Baulinie von 1962 habe zudem gewisse Lücken ausgewiesen. Die Verkehrsent- wicklung seit 1962, die inzwischen erfolgte Bezeichnung v on kommunal geschützten Bauten und die Komplettierung der partiell unterbrochenen B aulinie von 1962 würden sehr wohl die Überarbeitung der Baulinie erfordern. Des Weiteren s ei es gerade in historischen Dorfkernen, wo die räumliche Situation in der Regel immer relati v komplex sei, wichtig, den Strassenraum, soweit dies noch möglich sei, zu sichern. 3.6. Raumplanung ist ein ständiger und durchgehender P rozess. Pläne sind daher grund- sätzlich abänderbar und in der Regel nach gewissen Zeit abschnitten gänzlich zu überarbeiten. Damit Pläne geändert werden dürfen, müssen sich die Ve rhältnisse erheblich geändert haben und das öffentliche Interesse an einer Änderung des Pla ns muss die gegenläufigen (privaten oder öffentlichen) Erhaltensinteressen überwiegen. Zei tlich ist z.B. die Überarbeitung eines Nutzungsplans bereits nach neun bis zehn Jahren grundsätzli ch nicht ausgeschlossen (H ÄNNI , a.a.O., S. 113 ff.). Der Baulinienplan aus dem Jahr 1 962 ist über 50 Jahre alt, die Verkehrssitu- ation hat sich nach über 50 Jahren auch im Dorfkern grun dlegend geändert. Damit durfte der Baulinienplan von 1962, sofern ein überwiegendes öffen tliches Interesse daran bestand, geän- dert werden. Es ist unbestritten, dass seit 1962 eine sta rke Verkehrszunahme stattgefunden hat. Das hohe Verkehrsaufkommen war auch anlässlich des Au genscheins deutlich. Die Platz- verhältnisse an der X.____strasse in unmittelbarer Nähe d er fraglichen Parzelle sind eng. Die X.____strasse wird dort auch vom Bus befahren. In den A kten finden sich keinerlei Anhalts- punkte für die Absicht zur Erweiterung der Strasse oder Veränderung der Strassenführung oder Verlegung der Haltestelle des Busses. Der Vertreter der Gemeinde hat auch anlässlich der heu- tigen Verhandlung bestätigt, dass nichts in Planung ist, auch nicht in näherer Zukunft. Durch die Verlegung der Baulinie entlang der Fassade des Gebäu des der Beschwerdeführerin würde ein durch die Hausecken der Gebäude auf den Parzellen Nr. 300 (befindet sich östlich vom Grund- stück der Beschwerdeführerin) und Nr. 293 (befindet sich westlich vom Grundstück der Be- schwerdeführerin) gebildeter Spickel entstehen, welcher sich unter anderem eben aufgrund der genannten Hausecken grundsätzlich nicht für eine Erweit erung der Strasse eignet. Eine ander- weitige dem Verkehr dienende Massnahme auf dem neu en tstehenden Spickel ist auch nicht geplant. Aufgrund der bestehenden Gebäude ist eine St rassenerweiterung sehr schwierig, falls dies überhaupt möglich ist. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Grundstückes der Beschwerdeführerin steht die Gemeindeverwaltung. Die Baulinie befand sich früher entlang der Fassade der Gemeindeverwaltung. Im neuen Baulinienplan wurde die Baulinie von der Fassade weg Richtung Strasse verschoben und damit eine allfällig mögliche Vergrösserung der Ver- kehrsfläche erschwert. Dies obwohl sich dieser Grundstückstre ifen aufgrund der Lage der be- stehenden Liegenschaften wohl besser als allfälliger Verke hrsraum eignen würde als der durch die Verlegung der Baulinie auf dem Grundstück der Besch werdeführerin entstehende spitzzu- laufende Spickel. Die Begründung des Vertreters des R egierungsrates, man habe bei der Ge- meindeverwaltung bzw. auf der Strassenseite der Gemeinde verwaltung eine gerade Linie ge- zogen, um eine zickzackförmige Linie zu verhindern, leuchtet nicht ein, da auf der Strassenseite des Grundstücks der Beschwerdeführerin neu die ehemals gera de Baulinie durch eine zick- zackförmige Baulinie entlang der Fassaden gelegt wurde. Der Beschwerdegegner hat zwar in seiner Vernehmlassung an das Kantonsgericht die allgeme inen Gründe für die Sicherstellung von Verkehrsraum genannt. Diese vermögen aber nicht zu begründen, inwiefern die Festlegung Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Baulinie entlang der Fassade der Beschwerdeführeri n dafür notwendig ist. Sollte das ganz allgemeine Ziel, wo immer möglich Verkehrsraum zu sicher n, genügen, so würde zudem nicht ersichtlich sein, weshalb auf der Parzelle, auf welcher di e Gemeindeverwaltung steht und sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite befindet, d urch die neue Baulinie sogar eine mögli- che Verkehrsraumverringerung herbeigeführt wurde. Der Beschwerdegegner hat nicht aufzei- gen können und es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern e in hinreichendes öffentliches Interesse an der Verlegung der Baulinie entlang der Fassade de s Gebäudes der Beschwerdeführerin be- steht. Auch das Argument, dass die alte Baulinie Lücken a ufgewiesen habe, die geschlossen hätten werden müssen, ist ein Grund für die Festlegun g einer Baulinie auf Grundstücken, auf denen keine existierte, aber nicht für die Verschiebung vo n bestehenden Baulinien. Auch der Umstand, dass seit 1962 Bauten als erhaltenswert oder schü tzenswert bezeichnet wurden, vermag die Verlegung der Baulinie entlang der Fassade des erhaltenswertes Gebäudes auf der Parzelle der Beschwerdeführerin nicht zu erklären. 3.7. § 95 Abs. 1 RBG sieht vor, dass wo die Baulinien n ichts anderes vorsehen, an Kan- tonsstrassen für Bauten die Minimalabstände von 5 m von der Strassenlinie, jedoch mindestens 10 m von der Strassenachse gelten. Diese Abstände waren im Zeitpunkt des Erlasses der Bau- linie von 1962 anders. So statuierte § 7 des Gesetzes bet reffend das Bauwesen vom 15. Mai 1941/30. April 1959, dass an Kantonsstrassen der Mindesta bstand der Baulinie von der beste- henden Strassenlinie 3.60 m zu betragen habe. Nach § 10 dieses Gesetzes hatte der Bauli- nienabstand an Kantonsstrassen im offenen Felde mindeste ns 5 m und in der Nähe der Ort- schaften mindestens 4 m zu betragen. Mit dem Baugesetz ( aBauG) vom 15. Juni 1967 wurde der Minimalabstand in § 85 auf 5 m erhöht. Dieser Mi nimalabstand wurde in § 95 Abs. 1 lit. a RBG übernommen. Liegen kleinere Abstände innerhalb von grösseren, gilt der grösste Abstand (§ 61 Abs. 1 RBV). Baulinien gehen jedoch den Vorschriften über den Absta nd der Bauten von Verkehrswegen, Wäldern, Gewässern und Friedhöfen vor (§ 96 Abs. 2 RBG, § 61 Abs. 2 RBV). Damit besteht – trotz des grundsätzlichen gesetzlichen Min imalabstands von 5 m – keine Pflicht, die Baulinie von 1962 zu ändern und einen Abst and von 5 m vorzusehen. Aus der ge- setzlichen Erhöhung des Mindestabstandes von der Strassen- zu r Baulinie geht jedoch hervor, dass der Gesetzgeber grundsätzlich einen grösseren Abstand als wünschenswert und nötig erachtete. Diese gesetzliche Änderung fand nach dem Erl ass des Baulinienplans von 1962 statt. Es besteht demnach ein grundsätzliches hinreichende s öffentliches Interesse an einem Baulinienabstand von 5 m ab Strassenlinie. Der Regieru ngsrat hat nicht substantiiert dargetan, inwiefern ein überwiegendes öffentliches Interesse an d er Verschiebung der Baulinie bis zur Fassade des Gebäudes auf der Parzelle Nr. 299 vorliegt. Das dargelegte Interesse reicht je- doch aus, um die Erhöhung des Baulinienabstandes auf das gesetzliche Mass von 5 m zu rechtfertigen. Die Erhöhung des Abstandes von 4 auf 5 m verletzt auch das Verhältnismässig- keitsprinzip nicht, da die Verschiebung der Baulinie um einen Meter auch nur einen sehr gerin- gen Eingriff in die Eigentumsgarantie der Beschwerdef ührerin darstellt, wohingegen das öffent- liche Interesse an einem Abstand von 5 m als gewichtiger zu erachten ist. In Bezug auf die Be- gründung eines Abstandes von 5 m von der Strassenlinie li egt vorliegendenfalls auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den Regierungsr at vor. Die Beschwerde ist demzufol- ge insoweit gutzuheissen, als dass die Festlegung der Bau linie entlang der Fassade unrecht- mässig ist, hingegen die Festlegung der Baulinie im Ab stand von 5 m von der Strassenlinie Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtens ist. Im Vorfeld zur Verständigungsverhandlung vo m 16. Dezember 2014 hat das Tief- bauamt der Beschwerdeführerin den Vorschlag unterbreit et, auf der Parzelle Nr. 299 die Bauli- nie auf einen Abstand von 5 m ab Strassenlinie festzuleg en. Das Tiefbauamt hat entsprechend diesem Vorschlag als Entwurf den Baulinienplan Nr. 47-0 43/005 C vom 12. Mai 2014 ausgear- beitet. Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen u nd der Regierungsratsbeschluss Nr. 30 vom 12. Januar 2016 aufzuheben. Die Sache wird zu r Neufestlegung der Baulinie auf der Parzelle Nr. 299, Grundbuch B.____, entsprechend dem Entwurf des Baulinienplans Nr. 47- 043/005 C vom 12. Mai 2014 an die BUD zurückgewiesen. 4.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Gest ützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Ver- bindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskoste n in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Bei dem vorliegenden Ausgang des Ve rfahrens erscheint es angemessen, die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- zwischen der Beschwerdeführerin einerseits und dem Beschwerdegegner und der Beigeladenen andererseit s hälftig zu teilen. Den Behörden können gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Der Beschwerdeführerin wird demzufolge ein Verfahrens- kostenanteil in der Höhe von Fr. 1‘100.-- auferlegt. D er auf dem Beschwerdegegner und der Beigeladenen hypothetisch entfallende Verfahrenskostenan teil wird nicht erhoben. Der Be- schwerdeführerin ist demzufolge der zuviel bezahlte Kostenv orschuss in der Höhe von Fr. 1‘100.-- zurückzuerstatten. 4.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner Honorarnote vom 9. Mai 2016 für die vorinstanzlichen un d das kantonsgerichtliche Verfahren (Zeit vom 19. August 2013 bis 9. Mai 2016) einen Aufwa nd von 35.58 Stunden und Spesen in der Höhe von Fr. 262.-- geltend. Auf das kantonsgerich tliche Verfahren fällt davon ein Zeitauf- wand von rund 18 Stunden, was nicht zu beanstanden ist . Für die Vorbereitung der heutigen Parteiverhandlung und die Teilnahme an der heutigen Parteiverhandlung werden dem Rechts- vertreter zusätzlich 5 Stunden Aufwand dazugerechnet. Da raus resultiert für das kantonsge- richtliche Verfahren ein Zeitaufwand von 23 Stunden. Aus der Honorarnote ist nicht ersichtlich, in welchem Verfahrensabschnitt die Auslagen in der Höh e von Fr. 262.-- entstanden sind. Sie werden hälftig und damit im Umfang von Fr. 131.-- d em kantonsgerichtlichen Verfahren zuge- rechnet. Aufgrund des Verfahrensausgangs rechtfertigt es sich, dass der Beschwerdeführerin die Hälfte der auf das kantonsgerichtliche Verfahren a nfallenden Kosten und damit die Kosten für einen Aufwand von 11.5 Stunden (23 Stunden durc h 2) und Auslagen in der Höhe von Fr. 65.50 (Fr. 131.-- durch 2) entrichtet werden. De r Beschwerdegegner und die Beigeladene haben demzufolge der Beschwerdeführerin eine Parteie ntschädigung in der Höhe von gesamt- haft 3‘176.-- inklusive Auslagen und Mehrwertsteuern (11.5 Stunden à Fr. 250.-- plus Auslagen in der Höhe von Fr. 65.50; alles zuzüglich 8 % Mehrwert steuer) und damit je Fr. 1‘588.-- zu be- zahlen. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d er Regierungsratsbe- schluss Nr. 30 vom 12. Januar 2016 aufgehoben und die S ache zur Neufestlegung der Baulinie auf der Parzelle Nr. 299, Grundbuch B.____, im Sinne der Erwägungen an die Bau- und Umweltschutzd irektion zu- rückgewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Beschwerdegegner zurückgewiesen. 3. Der Beschwerdeführerin wird ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 1‘100.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘100.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Für das Verfahren vor Kantonsgericht haben der Be schwerdegegner und die Beigeladene der Beschwerdeführerin je zur Hälfte e ine Parteient- schädigung in der Höhe von gesamthaft Fr. 3‘176.-- (in kl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) und damit je Fr. 1‘588.-- zu beza hlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin