A bteilung V E -3191/2007 koh/beu {T 0/2} U rteil vom 22. M ai 2007 M itw irkung: R ichterinnen Kojic, Schenker Senn, Luterbacher, G erichtsschreiberin Beck A._______, Kolum bien, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 20. Februar 2007 in Sachen Einreisebew illigung und A syl N ___ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it bei der Schw eizerischen Vertretung in Bogotá eingereichter, auf den 8. M ai 2006 datierter Eingabe ersuchte der Beschw erdeführer für sich und seine Fam ilie – alle in Bogotá w ohnhaft – w egen politischer Verfolgung um Einbezug in das hu- m anitäre Program m der kanadischen R egierung ("ser acogido en el Program a H u- m anitario que tiene el G obierno C anadiense"), w elche als G esuch um G ew ährung von Asyl in der Schw eiz entgegen genom m en w urde. Zur Begründung m achte er unter Beilage von 18 Bew eism itteln im W esentlichen geltend, er w erde als M itglied der im Jahr 1995 von ihm m itgegründeten H ilfsorganisation für intern Vertriebene (B._______) politisch verfolgt. Bereits im Jahr 1996 seien die Führungsm itglieder seitens des Para-M ilitärs behelligt w orden, w obei zw ei Personen verschw unden seien. Im Jahr 1997 seien zw ei G ründungsm itglieder erm ordet w orden, w orauf die O rganisation bis im O ktober 2005 inaktiv geblieben und am 10. D ezem ber 2005 neu form iert w orden sei. Am 5. Februar 2002 habe der Beschw erdeführer von Para-M ilitärs D rohungen erhalten, w ogegen er beim Staatsanw alt Anzeige erhoben habe. Am (...) 2006 seien sodann von Seiten der G uerillagruppe Autodefensa de C olom bia (AU C ) schriftlich Todesdrohungen gegen die Führer der B._______ ergangen, w orauf diese bei verschiedenen staatlichen Stellen Anzeige erstattet habe. Als Beleg ihrer Identität reichten die Beschw erdeführer die Identitätskarte des Be- schw erdeführers, den Stim m ausw eis der Beschw erdeführerin, sow ie den G eburts- registerauszug ihrer Tochter in Kopie zu den Akten. Im W eiteren reichten sie diver- se Bew eism ittel ein, insbesondere das D rohschreiben der AU C vom (...) 2006 und eine Bestätigung des kolum bianischen Innenm inisterium s vom (...) 2006 bezüglich der Aufnahm e des Beschw erdeführers ins staatliche Schutzprogram m in Kopie. B. D as BFM verw eigerte den Beschw erdeführern m it Verfügung vom 20. Februar 2007 die Einreise in die Schw eiz und lehnte deren Asylgesuche ab. Zur Begrün- dung führte es aus, es handle sich beim Beschw erdeführer und seiner Fam ilie nicht um landesw eit bekannte Persönlichkeiten, w eshalb nicht davon auszugehen sei, dass ihre Verfolger sie an einem beliebigen O rt in Kolum bien ausfindig m a- chen könnten. D en Beschw erdeführern stehe daher die M öglichkeit einer inner- staatlichen Fluchtalternative offen, w ovon sie schon nach früheren D rohungen m it Erfolg G ebrauch gem acht hätten. Ü berdies sei einem Schreiben des Innenm iniste- rium s zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer ins staatliche Schutzprogram m aufgenom m en w orden sei. Im Ü brigen hätten sie keine besonders nahen Bezie- hungen zur Schw eiz geltend gem acht, w eshalb es ihnen im Sinne von Art. 52 Abs. 2 AsylG zuzum uten sei, in einem anderen Land um Schutz nachzusuchen, insbe- sondere in einem der N achbarstaaten Kolum biens, w elche Vertragsparteien des Abkom m ens über die R echtsstellung der Flüchtlinge von 1951 seien und über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfahren zur Anerkennung von Flüchtlingen ver- fügten. Vor diesem H intergrund sei den Beschw erdeführern die Einreise in die Schw eiz nicht zu bew illigen und ihre Asylgesuche seien abzulehnen.3 C . G egen diese Verfügung erhob der Beschw erdeführer m it an die Schw eizerische Vertretung in Bogotá gerichteter Eingabe vom 22. M ärz 2007 (Posteingang bei der Botschaft am 22. M ärz 2007) Beschw erde, w elche zuerst am 18. April 2007 dem BFM zugestellt (Eingang beim BFM : 27. April 2007) und danach am 9. Februar 2007 (recte: 9. M ai 2007) an das dafür zuständige Bundesverw altungsgericht w ei- tergeleitet w urde (Eingang: 9. M ai 2007). In ihrer Eingabe ersuchen die Beschw er- deführer um eine einm onatige Frist zur ausführlichen Begründung und N achrei- chung von Bew eism itteln über die D ringlichkeit, m it w elcher sie Kolum bien zu ver- lassen hätten, nachdem sie ihren Aufenthaltsort schon m ehrm als im Landesinnern gew echselt hätten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). G em äss ständiger Praxis erstreckt sich sodann die Zu- ständigkeit der Beschw erdeinstanz aufgrund des engen sachlichen Zusam m en- hangs auch auf die Verw eigerung der Einreisebew illigung im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG (vgl. die w eiterhin geltende Praxis der ehem aligen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [AR K] in Entscheidungen und M itteilungen der AR K/EM AR K 2000 N r. 12). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.3 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Ver- fahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 1.4 D ie Beschw erde ist nicht in einer Am tssprache des Bundes abgefasst. Auf die An- setzung einer Frist zur Beschw erdeverbesserung kann indessen verzichtet w er- den, da der in Spanisch verfassten Beschw erdeeingabe genügend klare, sinnge- m ässe R echtsbegehren und deren Begründung zu entnehm en sind und ohne W ei- teres darüber befunden w erden kann.4 2. D ie Beschw erde ist - abgesehen vom sprachlichen M angel - form - und sow eit fest- stellbar fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 D as BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, w enn die asylsu- chenden Personen keine Verfolgung glaubhaft m achen können oder ihnen die Auf- nahm e in einem D rittstaat zugem utet w erden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG ). G em äss Art. 20 Abs. 2 AsylG bew illigt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, w enn ihnen nicht zugem utet w erden kann, im W ohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land aus- zureisen. 3.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebew il- ligung grundsätzlich restriktiv zu um schreiben, w obei den Behörden ein w eiter Er- m essensspielraum zukom m t. N eben der erforderlichen G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Beziehungsnähe zur Schw eiz, die M öglichkeit der Schutzgew ährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische M öglichkeit und objektive Zum utbarkeit zur anderw eitigen Schutzsuche sow ie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assim ilationsm ög- lichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. EM AR K 1997 N r. 15, insbesondere S. 131 ff., w elcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen im relevanten Bereich bei der letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach w ie vor G ültigkeit hat). Ausschlagge- bend für die Erteilung der Einreisebew illigung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen (vgl. EM AR K 1997 N r. 15 E. 2c S. 130), m ithin die Prüfung der Fragen, ob eine G efährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gem acht w ird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die D auer der Sachverhaltsabklärung zugem utet w erden kann beziehungsw eise ob den Beschw erdeführern zugem utet w erden kann, in einem ihnen näher liegenden Land um Schutz nachzusuchen. 4. 4.1 N ach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverw altungsgericht zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, die Beschw erdeführer hät- ten in ihrem G esuch keine besonders nahen Beziehungen zur Schw eiz geltend ge- m acht. Im W eiteren hat das Bundesam t zu R echt erw ogen, dass es den Be- schw erdeführern zuzum uten sei, in einem anderen Land um Asylgew ährung nach- zusuchen (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG ), falls das staatliche Schutzprogram m , in w el- ches der Beschw erdeführer gem äss Schreiben des kolum bianischen Innenm iniste- rium s vom (...) 2006 eingegliedert w urde, nicht ausreichend Schutz bieten sollte. So sind beispielsw eise die N achbarstaaten Brasilien, Ecuador, Panam a und Peru Vertragsparteien sow ohl des Abkom m ens über die R echtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) als auch des betreffenden Zusatzprotokolls vom 31. Januar 1967; Venezuela w iederum hat zw ar das Abkom m en selbst nicht ratifiziert, w ohl aber das Protokoll. D iese Länder verfügen m it Ausnahm e Ve- nezuelas über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfahren zur Anerkennung von Flüchtlingen. Zudem halten sie sich gem äss den Erkenntnissen des Bundesver-5 w altungsgerichts grundsätzlich an das G ebot des N on-R efoulem ent von Art. 33 FK, auch w enn als Einschränkung festgestellt w erden m uss, dass es in den G renz- gebieten - insbesondere denjenigen zu Panam a und Venezuela - in den letzten Jahren zu unkontrollierten R ückschiebungen durch die G renzbehörden gekom m en ist. Für die praktische M öglichkeit und die Zum utbarkeit der anderw eitigen Schutz- suche spricht im W eiteren die M öglichkeit der visum sfreien Einreise nach Brasi- lien, Ecuador und Peru sow ie der U m stand, dass jährlich m ehrere tausend kolum - bianische Staatsangehörige in den N achbarländern - nam entlich in Ecuador - um Asyl ersuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil auch tatsächlich als Flüchtlin- ge anerkannt w erden. Insgesam t ergeben sich keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, es sei den Beschw erdeführern praktisch unm öglich oder objek- tiv unzum utbar, sich in einen anderen Staat, insbesondere einen der N achbarstaa- ten Kolum biens, zu begeben (vgl. EM AR K 2004 N r. 20 sow ie 1997 N r. 15 E. 2f S. 132). D ies um so m ehr, als aus den Akten ersichtlich ist, dass es sich bei den Be- schw erdeführern nicht um landesw eit bekannte Persönlichkeiten handelt, die auf- grund ihrer besonders exponierten Stellung auch bei einer Flucht ins nahe Ausland allenfalls befürchten m üssten, w eiterhin verfolgt zu w erden. 4.2 Aufgrund dieser Erw ägungen erübrigt es sich, den Beschw erdeführern eine Frist anzusetzen, um ihre Eingabe ausführlicher zu begründen oder w eitere Bew eism it- tel einzureichen. D ies rechtfertigt sich insbesondere deshalb, w eil keine Bew eis- m ittel in Aussicht gestellt w erden, w elche eine allfällige Beziehung zur Schw eiz be- treffen. 4.3 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich die Beschw erdeführer den Bedrohungen allenfallls durch eine innerstaatliche W ohnsitzverlegung entziehen könnten. 4.4 N ach dem G esagten ist zusam m enfassend festzuhalten, dass die Beschw erdefüh- rer aufgrund der Akten über keine Beziehungsnähe zur Schw eiz verfügen, hinge- gen die M öglichkeit der anderw eitigen Schutzsuche haben. U nter diesen U m stän- den hat die Vorinstanz den Beschw erdeführern zu R echt die Erteilung der Einrei- sebew illigung verw eigert und die Asylgesuche abgew iesen. 5. Aus den obigen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bun- desrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG ). D ie Beschw erde ist da- her abzuw eisen. 6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären dessen Kosten grundsätzlich den Be- schw erdeführern aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ); aus verw altungsökono- m ischen G ründen w ird indessen in Anw endung von Art. 6 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet.6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Kosten erhoben. 3. D ieses U rteil geht an: - die Beschw erdeführer, zu eröffnen durch die Schw eizerische Vertretung in Bo- gotá - die Schw eizerische Vertretung in Bogotá, m it der Bitte um Eröffnung des U r- teils an die Beschw erdeführer sow ie um Zustellung der Em pfangsbestätigung an das Bundesverw altungsgericht - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ___) - D ie Instruktionsrichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic M uriel Beck Kadim a Versand am :