Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Februar 2022 (730 21 10 / 31) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Prüfung der Voraussetzungen zur Übernahme der Kosten eines stationären Rehabilitati- onsaufenthalts nach einem Sturz bei postoperativ zahlreichen Einschränkungen Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichteri n Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber i.V. Egzon Rexhaj Parteien A. ____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch B.____ gegen Krankenkasse SLKK , Hofwiesenstrasse 370, Postfach, 8050 Zürich, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1928 geborene A.____ ist bei der Krankenkasse SL KK (SLKK) obligatorisch kran- kenpflegeversichert. Am 5. September 2020 ist sie zu Hause gestürzt und in der Folge ins Spital C.____ eingewiesen worden. Dort ist ihr am 8. Septem ber 2020 unter anderem wegen eines intermittierenden AV-Blocks dritten Grades ein Herzschrittmacher implantiert worden. Da posto- perativ zahlreiche Einschränkungen bestanden, ersuchte da s Spital C.____ mit Schreiben vom 10. September 2020 um Kostengutsprache für eine fünfwöchige geriatrische Rehabilitation in der Klinik D.____. Am 14. September 2020 lehnte die SLKK das Kostengutsprachegesuch mit der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Begründung ab, dass die Voraussetzungen für eine station äre Rehabilitation nicht erfüllt seien. Das Rehabilitationspotenzial sei nicht ausgewiesen, weil die Versicherte nicht adäquat agiere und namentlich zumindest teilweise von Halluzinationen begleitet sei. Im Rahmen der Austauschbe- fugnis würde man sich aber an den Kosten einer 14-tägi gen Akut- und Übergangspflege (AÜP) beteiligen. B. Mit Wiedererwägungsgesuch vom 15. September 2020 e rsuchte das Spital C.____ er- neut um Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation. Mit Schreiben vom 16. September 2020 lehnte die SLKK dieses Wiedererwägungsgesuch mit der Begründung ab, dass die Versi- cherte in den aktuellen Berichten in der Mobilisation mittels Rollator als weitgehend autark be- schrieben werde und sie nicht zwingend Treppen nutzen mü sse, da bei ihr zu Hause ein Trep- penlift zur Verfügung stehe. C. Am 25. September 2020 erging ein zweites Wiedererw ägungsgesuch durch die Klinik D.____. Am 28. September lehnte die SLKK auch dieses Gesuch ab. Die Kriterien der Wirksam- keit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW-Kriterien) seien nicht erfüllt, und es sei kein genügendes Rehabilitationspotenzial ausgewiesen. D. Auf Nachfrage des Sohns B.____ der Versicherten lehnt e die SLKK den Antrag auf Kos- tengutsprache für eine fünfwöchige geriatrische Rehabil itation schliesslich mit Verfügung vom 26. Oktober 2020 ab. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2020 fest. E. Vertreten durch ihren Sohn B.____ erhob die A.___ _ mit Eingabe vom 13. bzw. vom 29. Januar 2021 Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der SLKK vom 11. Dezem- ber 2020 beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Darin beantragt sie die Aufhebung des Einspracheentscheids. Im Weiteren sei die Kran- kenkasse anzuweisen, die Rehabilitationskosten in Höhe vo n Fr. 14’595.-- zu übernehmen. Mit Eingabe vom 9. Februar 2022 stellte sie zusätzlich das Rechtsbegehren, dass die SLKK eventu- aliter zu verpflichten sei, die medizinischen Kosten währ end des Rehabilitationsaufenthalts, die im Rahmen der von der SLKK offerierten AÜP ebenfalls angefallen wären, zu übernehmen. F. Die SLKK schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Fe bruar 2021 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. G. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten be ide Parteien an ihren Rechts- standpunkten fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim sachlich und ör tlich zuständigen Kantonsgericht ein- gereichte Beschwerde vom 29. Januar 2021 ist einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Beschwe rdegegnerin die Kosten für den stationären geriatrischen Rehabilitationsaufenthalt de r Beschwerdeführerin vom 22. Septem- ber 2020 bis 12. Oktober 2020 in der Klink D.____ in der Höhe von Fr. 14’595.-- zu übernehmen hat. 2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung überni mmt die Kosten für die Leistungen gemäss den Artikeln 25-31 des Bundesgesetzes über die K rankenversicherung (KVG) vom 18. März 1994 nach Massgabe der in den Artikeln 32-34 KVG festgelegten Voraussetzungen. Die gesetzlichen Leistungen umfassen nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG die Untersuchungen, Behand- lungen und Pflegemassnahmen, die ambulant, bei Hausbesuchen, stationär oder in einem Pfle- geheim von Ärzten oder Ärztinnen durchgeführt werden, und auch die ärztlich durchgeführten oder angeordneten Massnahmen der medizinischen Rehabilitation (lit. d). Im Weiteren übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für den Aufenthalt im Spital entspre- chend dem Standard der allgemeinen Abteilung (Art. 25 Abs. 2 lit. e KVG). 2.2 Die medizinische Rehabilitation im Sinne von Art. 2 5 Abs. 2 lit. d KVG wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Nach Lehre und Rechtsprechung besteht ihr besonderes Merkmal da- rin, dass die Behandlung der Krankheit an sich abgeschlossen ist und Therapieformen zur Nach- behandlung von Krankheiten zur Anwendung gelangen (G EBHARD EUGSTER , Die obligatorische Krankenpflegeversicherung in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Si- cherheit, 3. Auflage, Basel 2015, Rz. 456). Sie bezweckt , die durch die Krankheit oder die Be- handlung der Krankheit selbst bewirkte Beeinträchtigu ng der körperlichen oder geistigen Leis- tungsfähigkeit mit Hilfe medizinischer Massnahmen ganz oder teilweise zu beheben. Sie ist somit auf die Wiedererlangung verlorener oder die Verbesserung beeinträchtigter Funktionsfähigkeiten mit medizinischen Mitteln gerichtet. Grundlegende Anspr uchsbedingung ist ein ausgewiesenes Rehabilitationspotenzial. Dieses setzt voraus, dass nach wissenschaftlich begründeten Erfahrun- gen mit einer Verbesserung des Funktionsvermögens unter vernünftigem Therapieaufwand ge- rechnet werden kann. Wenn die medizinische Rehabilitation praktisch keine nennenswerte Ver- besserung der beeinträchtigten Funktionen mehr verspricht, ist das Stadium des Pflegefalles er- reicht (GEBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 457). Die medizinische Rehabilitation kann ambulant, teil- stationär, in einer Kuranstalt, in einem Pflegeheim oder in einer spezialisierten Rehabilitationskli- nik erfolgen. Erfolgt die medizinische Rehabilitation i n einer dafür spezialisierten Klinik, ist eine Spitalbedürftigkeit (dazu Erwägung 2.4 hiernach) vora usgesetzt. Eine stationäre Rehabilitation bedarf der vorgängigen Kostengutsprache des Versicherers, der die Empfehlung des Vertrau- ensarztes bzw. -ärztin berücksichtigt (vgl. Anhang 1 Ziff. 11 zur Verordnung des EDI über Leis- tungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KLV) vom 29. September 1995). 2.3 Um eine Leistungspflicht des Krankenversicherers zu be gründen, muss die medizinische Massnahme den Kriterien der Wirksamkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlichkeit ent- sprechen (Art. 32 Abs. 1 KVG). Eine medizinische Behandlu ng ist in der Regel wirksam, wenn sie objektiv geeignet ist, auf den angestrebten diagnost ischen, therapeutischen oder pflegeri- schen Nutzen hinzuwirken (G EBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 329). Zweckmässigkeit setzt Wirk- samkeit voraus. Eine Behandlung ist zweckmässig, wenn sie aus medizinischer Sicht geboten oder zumindest vertretbar ist. Es geht um die angemessen e Eignung im Einzelfall (G EBHARD Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht EUGSTER , a.a.O., Rz. 331). Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit und Zweckmässigkeit voraus. Sie ist das massgebende Kriterium für die Auswahl unter de n zweckmässigen Behandlungsalterna- tiven. Sie beurteilt sich nach objektiven Kriterien. Wirt schaftlich ist bei vergleichbarem medizini- schem Nutzen die kostengünstigere Variante (G EBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 336). Auch die vom Arzt veranlassten Leistungen müssen wirtschaftlich sein . Das Wirtschaftlichkeitsgebot be- zieht sich nicht nur auf Art und Umfang der durchzuführe nden diagnostischen und therapeuti- schen Massnahmen, sondern auch auf die Behandlungsform, insbesondere die Frage, ob eine bestimmte Massnahme ambulant oder stationär durchzuführen ist und in welche Heilanstalt oder Abteilung einer solchen die versicherte Person vom medizinischen Standpunkt aus gehört (BGE 126 V 334 E. 2b, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, KVG, Zü- rich/Basel/Genf 2010, S. 202 zu Art. 32 KVG). Die Fra ge nach der Zweckmässigkeit und Wirk- samkeit der Massnahme beurteilt sich primär nach medizinischen Gesichtspunkten, persönliche, familiäre und soziale Umstände sind jedoch auch zu berü cksichtigen (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 21. September 2012, 9C_940/2011, E. 3.1). 2.4 Der Anspruch auf stationäre Leistungen erfordert zunächst, dass sich die versicherte Person tatsächlich in einem Spital, d.h. einer Anstalt oder deren Abteilung aufhält, das der stati- onären Behandlung akuter Krankheiten oder der stationären Durchführung von Massnahmen der medizinischen Rehabilitation dient (Art. 39 Abs. 1 KVG). Zusätzlich bedarf es einer Spitalbedürf- tigkeit. Diese ist dann gegeben, wenn die versicherte Per son an einer Krankheit leidet und die Akutbehandlung, die Überwachung des Gesundheitszustands oder die medizinische Rehabilita- tion notwendigerweise unter Spitalbedingungen erfolgen müssen (GEBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 444). Eine Spitalbedürftigkeit liegt mithin vor, we nn diagnostische oder therapeutische Anwen- dungen wegen der apparativen und personellen Anforderungen nur in einem Spital zweckmässig vorgenommen werden können. Das Erfordernis der Spital bedürftigkeit ist für den Regelfall ein Ausfluss des Gebots wirtschaftlicher Behandlungsweise (vgl . Art 32 Abs. 1 KVG); es gilt der Grundsatz der Nachrangigkeit der Hospitalisation gegenübe r kostengünstigeren Alternativen (GEBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 445). Spitalbedürftigkeit ist jedoch gegeben, wenn die Möglich- keiten ambulanter Behandlungsalternativen ausgeschöpft sind und einzig ein Spitalaufenthalt noch Aussicht auf Erfolg verspricht. Die Spitalbedürfti gkeit im Zusammenhang namentlich mit Rehabilitationsmassnahmen ist nach der erforderlichen Be handlungsintensität, dem Behinde- rungsgrad, der Pflegebedürftigkeit und der Schwere des Hauptleidens oder zusätzlich komplizie- render Krankheiten zu beurteilen (BGE 126 V 323 E. 2c). Ziel ist die Sicherstellung einer notwen- digen medizinischen Behandlung, die sonst nicht durchführbar wäre, und zwar auch nicht mit den Mitteln der Krankenpflege zu Hause oder in einem Kurha us (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juni 2020, 9C_253/2020, E. 2.2 und 2.3 mit Hinweis auf BGE 126 V 323 E. 2c). In einem solchen Fall kann eine Hospitalisation selbst dann gerechtfer tigt sein, wenn die in der Heilanstalt durch- geführte Behandlung für sich allein, prognostisch beur teilt, keine Spitalbedingungen erfordert hätte. Auch persönliche, familiäre und andere nicht streng medizinische Umstände können einen Spitalaufenthalt rechtfertigen. Dies wiederum trifft dann zu, wenn die medizinische Behandlung wegen besonderer persönlicher Lebensumstände nicht anders als im Spital durchgeführt werden kann (BGE 126 V 323 E. 2b), bzw. wenn der Krankheitszustand einer versicherten Person nicht unbedingt eine ärztliche Behandlung, sondern lediglich einen Aufenthalt im Spitalmilieu erfordert. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Intensität der ärztlichen Behandlung, welche die Kr ankheit einer versicherten Person ver- langt, ist somit nicht alleiniges Entscheidungskriterium für eine Hospitalisierung – insbesondere dann nicht, wenn eine versicherte Person wegen ihres hohen Alters, ihrer familiären Verhältnisse oder weil sie alleinstehend ist, keine Möglichkeit hat, die ihrem Zustand entsprechende Pflege und Beaufsichtigung zuhause zu erhalten, oder wenn eine solche Betreuung der Familie der ver- sicherten Person nicht zugemutet werden kann (BGE 115 V 48 E. 3b/aa, 120 V 206 E. 6a; BRIGITTE PFIFFNER RAUBER , Das Recht auf Krankheitsbehandlung und Pflege, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 190 f.). 2.5 Die Tatsache alleine, dass die Behandlung und der Aufenthalt in einem Spital vom be- handelnden Arzt verschrieben worden sind, ist für die Üb ernahme der Hospitalisationskosten nicht entscheidend. Die Anspruchsvoraussetzung der Spitalbed ürftigkeit beurteilt sich nach ob- jektiven Kriterien. In zeitlicher Hinsicht sind für die Frage der Spitalbedürftigkeit und deren Beur- teilung die gesundheitlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Spitaleintritts massgebend. Die Dauer eines Spitalaufenthalts ist auf das erforderliche Mass zu begrenzen (GEBHARD EUGSTER , a.a.O., Rz. 448 f. mit Hinweisen). 3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht hat der Versicherungst räger gemäss Art. 43 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi alversicherungsrechts (ATSG) die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Der Untersuchungsgrundsatz be- sagt, dass die verfügende oder im Beschwerdefall die urt eilende Instanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, d.h. aus eigener Initiat ive und ohne Bindung an die Vorbringen oder an die Beweisanträge der Parteien abzuklären und festzustellen hat (BGE 117 V 261 E. 3b). Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über d ie für die Beurteilung des streitigen An- spruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit b esteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2016 vom 28. April 2017 E. 4.1). 3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistun gsansprüche ist die rechtsanwen- dende Behörde auf verlässliche medizinische Entscheidungsgr undlagen angewiesen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für d en Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förm- liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen sind und danach zu entscheiden ist, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuv erlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf bei einande r widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigt werden, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). 3.3 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist schli esslich entscheidend, ob die- ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben wor- den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi- nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 134 V 231 E. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 mit Hinweisen). Die bundesgerichtliche Rechtsprechung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b mit Hin- weisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll gemäss Bundesgericht der Erfahrungstatsache Rechnung getragen werden, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtlic he Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen, worunter namentlich a uch die beratenden Ärzte und Ärz- tinnen bzw. die Vertrauensärzte und Vertrauensärztinnen der Krankenversicherer gemäss Art. 57 KVG fallen, kommt ebenfalls nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ge- nerell sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1). 4.1 Am 10. September 2020 reichte das Spital C.____ ein Kostengutsprachegesuch bei der der SLKK für die Dauer einer fünfwöchigen geriatrisch en Rehabilitation in der Klinik D.____ ab 16. September 2020 ein. Zur Begründung führte es aus, dass die geriatrische Rehabilitation auf jeden Fall indiziert sei, damit der Austritt nach Hause geplant werden könne. Die Versicherte sei bettlägerig und habe Bedarf an intensiver Hilfestellu ng. Eine Mobilisation sei nur in Begleitung möglich, und es bestehe eine Schmerz-, Kognitions- und Atmungsproblematik. Beim Mobilisieren würde die Versicherte an der Bettkante verkrampfen und f alle beim Sitzen und gar beim Liegen immer wieder auf die linke Seite, was die Sturzgefahr erhöhen würde. Rehabilitationsziele seien die Schmerzlinderung, die Rekonditionierung, der Kra ftaufbau, ein Gehtraining am Rollator, die Sturzprophylaxe, eine Verbesserung der Ausdauer und de r Rumpfstabilität, ein Kognitionstrai- ning, die Verbesserung der Lungenkapazität sowie schlie sslich die Selbständigkeit in den Ver- richtungen des täglichen Lebens sowie die Wiedereingliederung in das familiäre und soziale Um- feld. 4.2 Dr. med. E.____, FMH Gynäkologie und Geburtshilf e, Vertrauensarzt der SLKK, empfahl in seiner Beurteilung vom 14. September 2020 die Ablehnung der stationären Rehabilitation zu- gunsten einer zwei- bis dreiwöchigen AÜP. Zur Begründung brachte er vor, dass die Versicherte nicht immer adäquat agiere, weshalb ein allenfalls vorhandenes Rehabilitationspotenzial in Frage zu stellen sei. Fraglich sei deshalb, ob die Versicherte d as Rehabilitationspotential überhaupt ausschöpfen könne, da sie ja gar nicht adäquat reagieren würde. In Nachachtung dieser Beurtei- lung lehnte die SLKK das Kostengutsprachegesuch noch gleichentags ab. 4.3 Am 15. September 2020 reichte das Spital C.____ e in Wiedererwägungsgesuch ein. Aus der entsprechenden Erläuterung von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, geht hervor, dass die Versicherte eine rüstige 91-jährige Fra u sei, die vor ihrem Spitalaufenthalt in ihrer Wohnung selbständig gelebt und den Alltag inkl usive Haushalt, Einkauf und Körperpflege mit nur wenig Unterstützung durch die Spitex und ihren Sohn selbst bewältigt habe. Ihre Halluzi- nationen habe man im Rahmen eines hyperaktiven Delirs interpretiert. Dieses sei als Folge der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht kardialen Dekompensation zu werten, hervorgerufen durch den räumlichen Ortswechsel von der Normalstation auf die Überwachungsstation und wieder zurück auf die Normalstation. Die Hallu- zinationen seien jedoch nur vorübergehender Natur gewesen und seien nicht mehr aufgetreten. Kognitiv würden nur noch leichte Defizite bestehen. In der Physiotherapie habe die Patientin wäh- rend ihres Aufenthaltes bereits deutliche Fortschritte erzielt. Aktuell sei sie am Rollator gangmobil. Das Gehtraining inklusive das Treppensteigen müsse aber n och weiter ausgebaut werden. Ein Rehabilitationspotenzial sei gegeben und habe zum Ziel, eine selbständige Mobilität wiederzuer- langen und damit eine Rückkehr in das häusliche Umfeld zu ermöglichen. 4.4 In seiner Beurteilung vom 16. September 2020 emp fahl Dr. E.____ in der Folge, am bisherigen Entscheid der SLKK festzuhalten. Er begründe te seine Empfehlung damit, dass die Versicherte zwar sicherlich weiterhin einer weiterführend en Unterstützung bedürfe, diese aber auch durch die zweiwöchige AÜP gewährleistet werden könne. Zudem werde die Versicherte in den aktuellen Berichten als weitgehend autark in ihrer Mobilisation mit einem Rollator beschrie- ben. Treppen müssten keine zwingend benutzt werden, weil zu Hause ein Treppenlift zur Verfü- gung stehe. 4.5 Am 25. September 2020 erging das zweite Wiedererw ägungsgesuch durch die Klinik D.____. Darin erläutert Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, Schwerpunkt Geriat- rie, dass der Klinikeintritt in einem stabilen Allgemeinzustand erfolgt sei. Die Patientin sei wach, kooperativ, räumlich und situativ voll, zeitlich allerdin gs nur partiell orientiert. Ihre Vigilanz sei stabil und der Tag-Nacht-Rhythmus intakt. Hinweise auf e in Delir würden keine mehr bestehen. Die Patientin benötige aktuell noch Unterstützung durch eine Hilfsperson beim Toilettengang so- wie beim Transfer vom Liegen in den Sitz und in den Stand am Rollator. Mit ihrem Rollator könne sie in Begleitung mittlerweile eine Distanz von 30 Metern zurücklegen. Die Rehabilitationsindika- tion und Rehabilitationsfähigkeit seien gegeben. Fun ktionelles Ziel der Rehabilitation seien der selbständige Transfer vom Liegen in den Stand am Rolla tor im Innenbereich, der Ausbau der Gehstrecke am Rollator, ein selbständiger Toilettengang und das Treppensteigen von sechs Stu- fen unter Supervision. Die entsprechende Wiedererlangun g der Fortbewegung sei namentlich notwendig, um vom Aussenbereich ins eigene Haus zu gelan gen. Zugleich würde in ergothera- peutischer Hinsicht ein kognitives Training bei Status nach Delir und den seither bestehenden leichten bis mittelschweren neurokognitiven Störungen erfolgen. Ferner müsse die kardiale Me- dikation eingestellt und angepasst werden. Es erfolge e ine tägliche Gewichtskontrolle, eine An- passung der diuretischen Therapie, eine laboranalytische Verlaufskontrolle der Nierenparameter und der Elektrolyte sowie schliesslich auch eine Sozial- und Austrittsplanung. 5.1 Wie eingangs erwähnt ist das Ziel einer Rehabili tation, dass die betroffene Person die infolge ihrer Erkrankung verloren gegangenen körperlichen sowie geistigen Funktionsfähigkeiten mit medizinischen Mitteln zurückgewinnt oder ihre beeint rächtigten Funktionsfähigkeiten zumin- dest wieder verbessern kann. Bei einer stationären Rehab ilitation in einer dafür spezialisierten Rehabilitationsklinik ist darüber hinaus eine Spitalbedü rftigkeit der Betroffenen vorausgesetzt. Letztere ist nach dem Ausmass der notwendigen Behandlungsintensität, dem Behinderungsgrad, der Pflegebedürftigkeit und der Schwere des Hauptleidens bzw. gemäss allenfalls zusätzlich ver- komplizierender Krankheiten im Detail zu beurteilen (oben, Erwägungen 2.2 und 2.4). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Den ablehnenden Entscheiden der SLKK liegen zwei sehr kurze, sich auf drei bis sechs Zeilen beschränkende Beurteilungen von Dr. E.____ zugrunde. In seiner ersten Beurteilung vom 14. September 2020 vertrat der Vertrauensarzt der Besch werdegegnerin zunächst die Auffas- sung, dass die stationäre Rehabilitation zugunsten ein er zwei- bis dreiwöchigen AÜP deshalb abzulehnen sei, weil die Patientin nicht immer adäqu at agiere und ein allenfalls vorhandenes Rehabilitationspotenzial deshalb in Frage zu stellen sei. Dabei erscheint allerdings als fraglich, ob dem Vertrauensarzt bewusst war, dass eine AÜP von Gesetzes wegen maximal auf zwei Wo- chen befristet ist (Art. 25a Abs. 2 KVG). Diese Einschränkung ist insofern von Relevanz, als der Vertrauensarzt in seiner ersten Beurteilung nicht strikt von einer nur zweiwöchigen Rehabilitation ausgegangen ist, sondern ursprünglich selbst die Haltun g vertreten hatte, dass die Versicherte unter Umständen einer längeren Betreuung bedarf. Sei ne Einschätzung erweist sich damit als unklar. Sodann bescheinigte Dr. F.____ der Versicherten in ihrem Wiedererwägungsgesuch vom 15. September 2020 nur noch leichte kognitive Defizite , welche einem Rehabilitationspotenzial nicht im Wege stehen würden. Namentlich nicht mehr ber ichtet wurde über das Auftreten von Halluzinationen. In seiner zweiten Beurteilung vom 16. September 2020 setzte sich Dr. E.____ indessen mit diesen Aspekten namentlich bezüglich der kognitiven Fähigkeiten der Patientin und dem daraus resultierenden Rehabilitationspotenzial nicht mehr auseinander. Alleine schon dieser Umstand lässt weitere Zweifel an seiner Beurteilung aufkommen. Stattdessen führte Dr. E.____ sodann neue Gründe an, weshalb eine stationäre geriatrische Rehabilitation abzulehnen sei. Ins- besondere brachte er vor, dass die Patientin zwar sicherlich noch weiterführender Unterstützung bedürfe; diese erhalte sie aber auch in einer 14-tägigen AÜP. Ausserdem werde die Versicherte in den aktuellen Berichten als weitestgehend autark in der Mobilisation mit dem Rollator beschrie- ben. Die Treppen müsse sie jedoch nicht zwingend nutzen, da zu Hause der Treppenlift zur Ver- fügung stehe. Aus dem weiteren Wiedererwägungsgesuch vom 25. September 2020 von Dr. G.____ geht hingegen hervor, dass die Patientin das Treppensteigen sehr wohl wieder erlernen müsse, weil sie andernfalls nicht in der Lage sein wer de, überhaupt vom Aussen- in den Innen- bereich ihres eigenen Hauses zu gelangen. In Bezug auf dieses, im Zusammenhang mit der Fortbewegung einerseits und der Grundvoraussetzung alltä glicher Verrichtungen andererseits zweifelsohne notwendige Erfordernis hat der Vertraue nsarzt der SLKK schlicht keine Stellung genommen. Mithin kann auch in diesem Punkt nicht gesagt werden, dass eine rechtsgenügende Auseinandersetzung mit den Vorbringen der behandelnden Geriatrie-Expertin erfolgt wäre. Viel- mehr wurden seitens des Vertrauensarztes der SLKK erneu t weitere Argumente vorgebracht, weshalb eine geriatrische Rehabilitation abzulehnen sei, namentlich dass die WZW-Kriterien nicht erfüllt würden und generell kein genügendes Rehabilitationspotenzial vorhanden sei. Auch in dieser Hinsicht aber setzte sich Dr. E.____ nur wenig bis gar nicht mit den Vorbringen der Dres. F.____ und G.____ auseinander. Aus seinen Beurteilungen ist nicht ersichtlich, ob und allenfalls inwieweit eine AÜP mit den durchaus als schwer zu beurte ilenden Vorerkrankungen und Be- schwerden überhaupt zu vereinbaren wäre. Nebst dem Einwand fehlender kognitiver Fähigkeiten, der von Dr. F.____ indessen angesichts der postoperativen Gesamtumstände schlüssig entkräf- tet worden ist, werden seitens des Vertrauensarztes der SLKK letztlich keine Argumente vorge- bracht, welche ein Rehabilitationspotenzial tatsächlich in Frage stellen. Auf die – nota bene von einem Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe verfasst en – vertrauensärztlichen Beurteilun- gen der Beschwerdegegnerin, die sich nur ungenügend m it den ärztlichen Einschätzungen der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht behandelnden Experten auseinandersetzen und keine schl üssigen Begründungen liefern, kann deshalb nicht abgestellt werden. Die Verpflichtung g emäss Anhang 1 Ziff. 11 KLV, die Empfeh- lungen der Vertrauensärzte zu berücksichtigen, kann nicht bedeuten, dass dies unbesehen von deren Qualität stets im zustimmenden Sinne zu erfolge n habe. Vorliegend hat die Beschwerde- gegnerin ihren Entscheid auf eine offensichtlich ungenü gende Sachverhaltsabklärung gestützt, was bereits zur Gutheissung der Beschwerde führen muss. 5.3 Es bleibt zu prüfen, ob die übrigen ärztlichen Berichte genügen, um die Frage der Spi- talbedürftigkeit, der Rehabilitationsfähigkeit, der Wirksamkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Zweckmässigkeit der in Frage stehenden geriatrischen Rehabi litation abschliessend zu beurtei- len. Dies ist zu bejahen. 5.3.1 Vorab ist festzustellen, dass der Eintritt in die Klinik D.____ nicht wie ursprünglich ge- plant am 16. September 2020, sondern erst auf den 22 . September 2020 erfolgt ist. Der dortige Aufenthalt dauerte bis zum 12. Oktober 2020. Damit lä sst sich die Diskrepanz hinsichtlich der Dauer zwischen der geplanten und der schliesslich durchgef ührten Rehabilitation erklären. Von den geplanten fünf Wochen wurden damit letztlich nur drei Wochen an Rehabilitation umgesetzt, was sich wiederum aufgrund der verlängerten Pflege noch im Spital C.____ erklären lässt. Dar- aus alleine vermag die Beschwerdegegnerin indessen nich ts zu ihren Gunsten abzuleiten. Die Beschwerdeführerin verlangt denn auch lediglich die Kostenvergütung für die dreiwöchige Reha- bilitation. 5.3.2 Zu klären ist vorab die Frage der Spitalbedürft igkeit. Aus dem Kostengutsprachegesuch vom 10. September 2020 geht klar hervor, dass die Versich erte in jenem Zeitpunkt noch spital- bedürftig gewesen ist. Namentlich war sie bettlägerig, benötigte in allen Aktivitäten ihres täglichen Lebens Hilfe und war schliesslich auf eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Die Spi- talbedürftigkeit ist ebenso aber auch für den nachfolgenden Zeitraum zu bejahen. Hierfür spricht alleine schon der Umstand, dass die Versicherte nach der Ablehnung des ersten Kostengut- sprachegesuchs weiterhin in stationärer Spitalpflege im Spital C.____ verbleiben musste. Auch im Zeitpunkt des Wiedererwägungsgesuches des Spitals C.__ __ vom 15. September 2020 be- fand sich die Versicherte in stationärer Spitalpflege. I hre Spitalbedürftigkeit ist aufgrund der im Wiedererwägungsgesuch umschriebenen Umstände auch in diesem Zeitpunkt noch immer aus- gewiesen, auch wenn sich der Allgemeinzustand der Versicherten mittlerweile deutlich verbessert hatte. Darüber hinaus war zu diesem Zeitpunkt aber a uch ein Rehabilitationspotenzial mit dem Ziel vorhanden, die selbständige Mobilität wieder zu erlangen und eine Rückkehr in das häusliche Umfeld zu ermöglichen. Nach dem Eintritt in die Rehabilitationsklinik D.____ erfolgte am 25. Sep- tember 2020 schliesslich das zweite Wiedererwägungsgesu ch. Den dortigen Ausführungen zu- folge benötigte die Versicherte auch dazumal beim Mobilitätstransfer wie insbesondere vom Lie- gen in eine sitzende Position, in den Stand am Rollator und für die Toilettengänge noch weiterhin Hilfe. Trotz verbesserter Verhältnisse bestanden mit anderen Worten offensichtlich weiterhin ver- schiedene alltagsrelevante funktionelle Defizite. Der Reh abilitationsbedarf per 25. September 2020 wurde dabei schlüssig und echtzeitlich erläutert. Daraus ist ersichtlich, dass die Versicherte im Zeitpunkt ihres Eintritts in die Rehaklinik D.____ am 22. September 2020 in massgebenden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereichen weiterhin auf medizinische Hilfestellungen angewiesen war, die nur in einem stationä- ren Setting gewährleistet werden konnten. Es trifft zwar zu, dass die Versicherte zu Hause über einen eigenen Treppenlift verfügt. Um aber ins Haus zu gelangen, muss sie sechs Treppenstufen bewältigen können. Unter diesem Blickwinkel kann der Ansicht des Vertrauensarztes der SLKK nicht gefolgt werden, wonach die Fähigkeit des Treppensteigens nicht erforderlich wäre. Für eine Ermöglichung der Rückkehr nach Hause war für die Versicherte zudem ein weiteres notwendiges Ziel, eine selbständige und sichere Mobilität am Rollator wiederzuerlangen. Vor ihrem Sturz war es der Versicherten jedenfalls möglich, annähernd selbstä ndig alleine zu leben. Dabei war sie nur auf punktuelle Unterstützung durch die Spitex und durch ihren Sohn angewiesen. Mit Blick auf diese Umstände hat prospektiv jedenfalls nichts dag egengesprochen, dass dieser Zustand mit einer stationären Rehabilitation wieder erreicht hätte werden können. 5.3.3 Bezüglich der Wirksamkeit und der Zweckmässigkeit i st darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin diese Kriterien in ihrem Einspracheentscheid grundsätzlich zu Recht bereits bejaht hat. Daran ist festzuhalten (vgl. angefochtener Einspracheentscheid, S. 4, Ziffer III. 8). Der stationäre Aufenthalt in einer unter anderem auf Geriatrie spezialisierten Rehabilitationsklinik wie der Klinik D.____ ist objektiv betrachtet denn auch zweifelsohne geeignet, den angestrebten me- dizinischen Nutzen in Form einer Wiederherstellung der e ingeschränkten körperlichen Funktio- nen der Beschwerdeführerin zu erreichen. Auch dessen Zwec kmässigkeit ist gegeben, ist doch nicht ersichtlich, dass es möglich gewesen wäre, die verloren gegangenen Fähigkeiten der Ver- sicherten in einem lediglich ambulanten Setting wiederaufzubauen. 5.3.4 Die Frage der Wirtschaftlichkeit und der Austauschb efugnis stellt sich nur, wenn mehrere wirksame und zweckmässige Behandlungen zur Verfügung stehen (vgl. BGE 139 V 135 E. 4.4.3). Bezüglich der AÜP wurde bereits erwähnt, dass diese von Gesetzes wegen auf 14 Tage be- schränkt ist. Aus den schlüssigen medizinischen Berichten ergib t sich aber, dass aus medizini- schen Gründen eine Behandlungsdauer von drei bis sogar fünf Wochen indiziert war, so dass die AÜP von vornherein keine taugliche Alternative darst ellte. Die Beschwerdegegnerin hat es im Übrigen unterlassen aufzuzeigen, wie die von ihr befür wortete ambulante AÜP im vorliegenden Fall angesichts der bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen hätte durchgeführt werden können. Entgegen der insoweit aktenwidrigen Ausführungen im Einspracheentscheid ging es bei den Rehabilitationsbehandlungen gerade nicht ausschliesslich um den Aufbau von Kraft und Aus- dauer. Nachdem eine ambulante AÜP vorliegend nicht als wirksam und zweckmässig qualifiziert werden kann und eine stationäre Rehabilitation notwe ndig war, erübrigen sich weitere Ausfüh- rungen zur Wirtschaftlichkeit. 6. Zusammenfassend resultiert, dass die Versicherte währen d ihres Rehabilitationsaufent- haltes in der Klinik D.____ als spitalbedürftig zu bezeichnen war und während dieser Zeit die für den Aufenthalt erforderlichen WZW-Kriterien erfüllt hat. Ausgewiesen war im Zeitpunkt ihres Ein- tritts am 22. September 2020 ausserdem ein Rehabilitat ionspotenzial. Die Versicherte besitzt demnach Anspruch auf Kostenübernahme für den erfolgten Rehabilitationsaufenthalt vom 22. September 2020 bis 12. Oktober 2020 in der Klinik D.____. Die Beschwerde ist im Ergebnis somit gutzuheissen, und die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, die entsprechenden Rehabilitati- onskosten in Höhe von Fr. 14’595.-- zu übernehmen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 6 1 lit. f bis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das KVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht , sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Darunter sind allerdings nur Kosten zu verstehen, die einer Beschwerde führenden versicherten Person für den Beizug einer Re chtsanwältin bzw. eines Rechtsanwalts entstanden sind. Da die obsiegende Beschwerdeführerin anwaltlich nicht vertreten ist, sind vor- liegend keine Parteikosten zu verlegen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefo chtene Einspracheent- scheid vom 11. Dezember 2020 aufgehoben und die Beschwe rdegeg- nerin wird verpflichtet, die Kosten für die dreiwöchige geriatrische Reha- bilitation in der Klinik D.____ in Höhe von Fr. 14`595.-- zu übernehmen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Gesundheit Präsident Gerichtsschreiber i.V.