<h2>SubmittedText<h2><p>Wie der Bericht «Klimawirkung und CO2-Äquivalent-Emissionen von kurzlebigen Substanzen» der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT, 2022) festhält, wird die Klimawirksamkeit von Methan mit dem GWP100 nur ungenügend abgebildet. Die von der Klimawissenschaft entwickelte Messgrösse GWP* bildet die Klimawirksamkeit von kurzlebigen Substanzen, damit auch von Methan, im Zeitverlauf besser ab. Daher sollte der GWP* im Treibhausgasinventar der Schweiz berücksichtigt, resp. abgebildet werden. Denn obwohl sich die Länder mit der Ratifizierung der Klimarahmenkonvention und des Übereinkommens von Paris verpflichtet haben, die Klimawirksamkeit von Treibhausgasemissionen auf der Grundlage des GWP100 zu berechnen und darüber zu berichten, steht es ihnen frei, in ihren nationalen Treibhausgasinventaren alternative Messgrössen zu verwenden.</p><p>Die Verwendung des GWP100 zur Abbildung der Klimawirksamkeit von kurzlebigen Treibhausgasen wie Methan ist nicht realitätsnah. Eine neue Alternative ist die Verwendung des GWP*. Der Bundesrat wird gebeten, dazu folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Ist die Einführung des GWP* zur Berechnung der Klimawirksamkeit von Treibhausgasemissionen im Treibhausgasinventar der Schweiz im Sinne eines Parallelsystems möglich?</li><li>Wie steht der Bundesrat zur Einführung des GWP* als zweite Messgrösse im Treibhausgasinventar der Schweiz und sieht der Bundesrat einen Nutzen darin?&nbsp;</li><li>Welchen Einfluss hätte die Einführung von GWP* im Treibhausgasinventar der Schweiz auf die Handlungsachsen der Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung?</li></ol><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">1-2. Der Bundesrat hat in seiner Antwort auf die Interpellation Haab (23.3991) festgestellt, dass das GWP</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">100</span><span style="font-family:Arial"> in Bezug auf die Methanemissionen Schwächen aufweist. Das Treibhausgasinventar der Schweiz wird allerdings nach internationalen Richtlinien erstellt, welche nach wie vor die Verwendung von GWP</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">100</span><span style="font-family:Arial"> vorgeben. Auf wissenschaftlicher Ebene bestehen noch offene Fragen, wie GWP* angewendet werden kann und wie die heutigen Klimaziele in einen Kontext mit GWP* umgelegt werden können. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird in der begleitenden Kommunikation zum Treibhausgasinventar auf die Thematik der kurz- und langlebigen Treibhausgase eingehen, um den aktuellen Stand der Erkenntnisse besser abzubilden.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Weltweit werden die Treibhausgasemissionen mit GWP</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">100</span><span style="font-family:Arial"> in CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Äquivalente umgerechnet. Bislang verwendet kein Land alternative Metriken. Für die nationale und internationale Klimapolitik ist das Treibhausgasinventar massgebend.</span><span style="font-family:Arial; letter-spacing:0.55pt; color:#1e1e1e; background-color:#ffffff"> </span><span style="font-family:Arial">Die Verwendung alternativer Metriken wie z.B. GWP* wird im Rahmen der Klimaverhandlungen im wissenschaftlichen Begleitgremium diskutiert.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">3. Die Ziele der Klimastrategie Landwirtschaft und Ernährung basieren auf den Reduktionspfaden und Handlungsoptionen für die einzelnen Gase. Diese wurden mit GWP</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">100</span><span style="font-family:Arial"> umgerechnet, um ein Reduktionsziel in CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">-Äquivalenten darzustellen. Wie in der Antwort auf die erwähnte Ip. 23.3991 dargelegt, würden die Methanemissionen aus der Landwirtschaft in der Treibhausgasbilanz der Schweiz nur noch 0,6 Mt CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">äq* statt 3,9 Mt CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">äq (GWP</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">100</span><span style="font-family:Arial">) betragen, wenn man für das Jahr 2019 die Betrachtungsweise der CO</span><span style="line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub">2</span><span style="font-family:Arial">äq* mit GWP* verwendet. Die Reduktion der Methanemissionen ist unabhängig von der Umrechnungsmetrik von grosser Bedeutung, um das Klimaziel des Übereinkommens von Paris, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu beschränken, zu erreichen. </span></p></div>