<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00358</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106485&amp;W10_KEY=4467147&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00358</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.01.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Versetzung in die Halbfreiheit</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Gewährung der Halbfreiheit ist dem 52-jährigen Beschwerdeführer, der seit dem 23. Altersjahr elfmal zu Freiheitsstrafen verurteilt worden und dreimal von einem Widerruf der bedingten Entlassung betroffen war, ohne Rechtsverletzung verweigert worden.<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Gesetzliche Voraussetzungen der Gewährung der Halbfreiheit (E. 2). Zum Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs und der Verfahrensverzögerung (E. 3). Die Verweigerung der Gewährung der Halbfreiheit erweist sich angesichts der Biographie des Beschwerdeführers als rechtens (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWÃHRUNG">BEWÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HALBFREIHEIT">HALBFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSVERZÃGERUNG">RECHTSVERZÃGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Straf- und Strafprozessrecht ST: STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL">STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUG">STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLZUGSLOCKERUNGEN">VOLLZUGSLOCKERUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 37 Abs. III StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 38 lit. I StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren 5. Juli 1949, beging seit dem 23. Altersjahr immer wieder Straftaten, die zu mehreren Verurteilungen fÃ¼hrten, so u.a. mit Urteilen verschiedener Instanzen von 1972, 1973, 1975, 1978, 1980, 1983, 1984, 1988 und 1989. Die bis dahin begangenen Delikte betrafen im Wesentlichen DiebstÃ¤hle (mit den damit jeweils verbundenen SachbeschÃ¤digungen und HausfriedensbrÃ¼chen), VerstÃ¶sse gegen das Strassenverkehrsrecht, Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz und vereinzelt straf­bare Handlungen gegen die kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t mit Strafen, die zwei Jahre Zuchthaus bzw. drei Jahre GefÃ¤ngnis nicht Ã¼berschritten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich, II. Strafkammer, bestrafte A im Urteil vom 30. MÃ¤rz 1993 u.a. wegen mehrfachen, teilweise qualifizierten Raubes, mehr­facher Geiselnahme, mehrfachen Diebstahls (verbunden mit mehrfacher SachbeschÃ¤digung und mehrfachem Hausfriedensbruch), Betrugs und UrkundenfÃ¤lschung mit sechs Jahren Zuchthaus. Mit VerfÃ¼gung vom 29. August 1995 wurde A, der die Strafe von sechs Jahren Zuchthaus vorzeitig per 21. Januar 1993 angetreten hatte, bedingt entlassen, unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren und Anordnung einer ebenso lange dauernden Schutzaufsicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Bezirksgericht V bestrafte A im Urteil vom 25. Oktober 1999 wegen mehrfachen, wiederum teilweise qualifizierten Raubes und wegen Geiselnahme, begangen in der nach der bedingten Entlassung angesetzten Probezeit (am 18. April 1997 und am 2. Mai 1998), mit vier Jahren Zuchthaus. Einem sofortigen Strafantritt widersetzte sich der Verurteilte. Mit VerfÃ¼gung vom 31. Oktober 2000 widerrief der Strafvollzugsdienst des Kantons ZÃ¼rich die am 29. August 1995 gewÃ¤hrte bedingte Entlassung von A aus dem Strafvollzug und ordnete den Vollzug des noch nicht verbÃ¼ssten Strafrestes von 741 Tagen Zuchthaus/GefÃ¤ngnis an. Am 28. Mai 2001 beantragte A, seit dem 17. Juli 2000 im Normalvollzug in der Strafanstalt T, den Antritt der Halbfreiheit auf 8. Oktober 2001; die Straf­anstalt stellte das Gesuch dem zustÃ¤ndigen Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich zu. Dieses wies das Gesuch mit Ver­fÃ¼gung vom 22. Juni 2001 ab, im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung, es fehle an einer fÃ¼r die BewÃ¤hrung in Halbfreiheit gÃ¼nstigen Prognose.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen die VerfÃ¼gung vom 22. Juni 2001 erhob A mit Eingabe vom 16. Juli 2001 Rekurs an die Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich und verlangte, auf den 8. Oktober 2001 in Halbfreiheit versetzt zu werden. Mit VerfÃ¼gung vom 10. Oktober 2001 wies die RekursbehÃ¶rde den Rekurs ab, wobei sie in ihrem Entscheid u.a. die negativen Erfahrungen mit dem BeschwerdefÃ¼hrer gewichtete, insbesondere dass dreimal eine bedingte Entlassung wegen Delikten in der Probezeit widerrufen werden musste.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen die VerfÃ¼gung vom 10. Oktober 2001 erhob A mit Eingabe vom 5. Novem­ber 2001 Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Darin stellte er die folgenden AntrÃ¤ge: </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei festzustellen, dass das Verfahren vor den Vorinstanzen Art. 5 Ziff. 4 EMRK verletzt sowie gegen das Verfassungsrecht in Bezug auf das rechtliche GehÃ¶r und im weiteren gegen Art. 45 Ziff. 1 StGB verstÃ¶sst. </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Im weiteren sei festzustellen, dass der Beschwerdegegner das Verfahren zeitlich derart verschleppt hat, um durch diesen amtsmissbrÃ¤uchlichen Akt de facto den zeitgerechten Ãbertritt des BeschwerdefÃ¼hrers in die Halbfreiheit zu verunmÃ¶glichen. </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Das Gesuchsverfahren ist zur erneuten Beurteilung, im Sinne der nachfolgenden AusfÃ¼hrungen, an den Beschwerdegegner zu Ã¼berweisen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Der BeschwerdefÃ¼hrer ist im Sinne des schriftlichen Gesuches vom 30. Mai 2001 bis spÃ¤testens auf den 31.01.2002 in die Halbfreiheit zu versetzen, eventualiter ist ihm die bedingte Entlassung auf 09.05.2002 verbindlich zuzusichern.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Im Angesicht der bestehenden Notsituation beim BeschwerdefÃ¼hrer, sei auf die Erhebung einer EntscheidgebÃ¼hr zu verzichten. Die Kosten dieses Verfahrens sind dem Staat zu Ã¼berbinden."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Amt fÃ¼r Justizvollzug als Beschwerdegegner beantragte in der Beschwerdeantwort vom 22. November 2001 die Abweisung der Beschwerde, unter Hinweis auf seine im Rekursverfahren verfasste Stellungnahme und die ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid. Die Vorinstanz liess sich am 11. Dezember 2001 vernehmen, beantragte ebenfalls Abweisung der Beschwerde und verwies auf ihre ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Vorab stellt sich die Frage nach der ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Nach § 43 Abs. 1 lit. g und Abs. 2 VRG ist die Beschwerde gegen Anordnungen in Straf- und Polizeisachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Massnahmen, u.a. dann zulÃ¤ssig, wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht. Dies ist dann der Fall, wenn die Grundlage der betreffenden VerfÃ¼gung wie vorliegend nicht im selbstÃ¤ndigen kantonalen Recht, sondern in einer vorrangigen Vorschrift des Bundesrechts liegt (BGE 124 I 231 E. 1a; Art. 6 Abs. 2 der Verordnung 3 zum Schweizerischen Strafgesetzbuch vom 16. Dezember 1985; Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 und 3 des Strafgesetz­buches [StGB]; RB 1998 Nr. 30). Sachlich steht die (kantonale) Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen Anordnungen der VerwaltungsbehÃ¶rden betreffend Vollzugslockerungen, die einen Wechsel der Institution oder den Schritt in die Freiheit bedeuten, insbesondere Versetzung in eine offenere Anstalt, GewÃ¤hrung der Halbfreiheit oder der bedingten Entlassung, offen (§ 27 Abs. 2 des Kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 [StVG]; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechts­­pflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 24). Aufgrund von § 38 Abs. 2 lit. b VRG ist der Einzelrichter zum Entscheid berufen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss §§ 50 f. VRG Rechtsverletzungen (einschliesslich Ermessensmissbrauch und -Ã¼berschreitung) sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des (entscheidungswesentlichen) Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Dem Verwaltungsgericht ist demgemÃ¤ss die ErmessensprÃ¼fung versagt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 1 und 81; § 50 Abs. 2 lit. c VRG). Im Zusammenhang mit Gesuchen um Versetzung in die Halbfreiheit hat das Verwaltungsgericht angesichts des erheblichen Ermessensspielraums der StrafvollzugsbehÃ¶rden deshalb vor allem zu prÃ¼fen, ob die wesentlichen Verfahrensvorschriften eingehalten wurden, ob der Sachverhalt richtig und hinreichend festgestellt wurde und ob die VerwaltungsbehÃ¶rde alle fÃ¼r die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit massgebenden Gesichtspunkte in ihre Entscheidung miteinbezogen hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Nach Art. 37 Ziff. 3 StGB â unter dem Randtitel "Vollzug der Zuchthaus- und GefÃ¤ngnisstrafe" â wird der Gefangene wÃ¤hrend der ersten Stufe des Vollzugs in Einzelhaft, hernach in Gemeinschaftshaft gehalten. Hat er im Sinne kumulativ zu erfÃ¼llender Voraus­setzungen mindestens die HÃ¤lfte der Strafzeit verbÃ¼sst und sich bewÃ¤hrt, kann er â dritte Stufe des Vollzugs â in freier gefÃ¼hrte Anstalten oder Anstaltsabteilungen eingewiesen oder auch ausserhalb der Strafanstalt beschÃ¤ftigt werden. Als vierte und letzte Stufe schliesst sich in der Regel die bedingte Entlassung an (BGE 124 IV 193 E. 5b/aa; Art. 38 Ziff. 1 StGB). Es obliegt den Kantonen, die Voraussetzungen und den Umfang der Erleich­terungen zu regeln, die dem Gefangenen stufenweise gewÃ¤hrt werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Kanton ZÃ¼rich ist mit den Kantonen Glarus, Schaffhausen, den beiden Appenzell, St. Gallen, GraubÃ¼nden und Thurgau im sog. Ostschweizer Konkordat verbunden (SR 343.1; Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., <br/> ZÃ¼rich 1997, Art. 382 N. 3, Art. 374 N. 5). Massgebend fÃ¼r die Frage der Vollzugserleichterungen sind die von der Ostschweizerischen Strafvollzugskommission erlassenen Richtlinien Ã¼ber die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit und anderer besonderer Vollzugsformen vom 13. November 1992 (fortan Richtlinien). Nach Ziffer 3 der Richtlinien kann die Halbfreiheit gewÃ¤hrt werden, wenn das Verhalten des Eingewiesenen im Vollzug nicht dagegen spricht und angenommen werden kann, er werde sich in der Halbfreiheit bewÃ¤hren, insbesondere sich den am Arbeitsplatz und in der Halbfreiheitssituation geltenden Regelungen unterziehen. Ziffer 4 der Richtlinien sieht bei Strafen bis 48 Monate eine Dauer der Halbfrei­heit von fÃ¼nf Monaten vor; mehr als sechs Monate erachtet die Lehre als problematisch (Trechsel, Art. 37 N. 7). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht zunÃ¤chst die Verletzung wesentlicher Verfahrensvor­schriften, insbesondere die Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs nach Art. 5 Abs. 4 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK), geltend und stellt gestÃ¼tzt darauf den Antrag auf RÃ¼ckweisung des Verfahrens an die Vorinstanz, was zulÃ¤ssig ist (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 54 N. 3). Nicht einzutreten ist indessen auf das in Beschwerdeantrag 1 Abs. 1 gestellte Feststellungsbegehren, da ein aktuelles Rechtsschutzinteresses an einem entsprechenden Feststellungsentscheid fehlt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 62).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Nach Art. 5 Abs. 4 EMRK hat jedermann, dem seine Freiheit durch Festnahme oder Haft entzogen wird, das Recht, ein Verfahren zu beantragen, in dem von einem Gericht raschmÃ¶glichst Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit der Haft entschieden und im Falle der Wider­­rechtlichkeit seine Entlassung angeordnet wird. Diesen Anforderungen wird im Kanton ZÃ¼rich mit dem Institut des Haftrichters GenÃ¼ge getan (dazu § 24a des Gerichtsverfassungs­­gesetzes vom 13. Juni 1976; §§ 60 ff. der Strafprozessordnung vom 4. Mai 1919), der insbesondere die RechtmÃ¤ssigkeit der Untersuchungshaft, der Sicherheitshaft und der vorlÃ¤ufigen Festnahme zu beurteilen hat (Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1997, § 44 N. 690 ff.). Art. 5 Abs. 4 EMRK ist somit nicht auf den Strafvollzug, in dem sich der BeschwerdefÃ¼hrer befindet, zugeschnitten und gewÃ¤hrt grundsÃ¤tzlich keinen Anspruch auf eine spÃ¤tere Infragestellung der auf einer gerichtlichen Verurteilung beruhenden Strafhaft (Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK), 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 367). Die behauptete Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs kann vorliegend nicht in Art. 5 Abs. 4 EMRK grÃ¼nden. Eine weitere Verletzung von Bestimmungen der EMRK wird vom BeschwerdefÃ¼hrer nur hÃ¶chst pauschal angedeutet, ist tatsÃ¤chlich aber nicht ersichtlich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der BeschwerdefÃ¼hrer leitet eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs sodann daraus ab, dass die Zustimmung zur Halbfreiheit "zumindest de facto die bedingte Entlassung bei Freiheitsstrafen im Sinne von Art. 45 StGB" impliziere, weshalb er den fÃ¼r die bedingte Entlassung bestehenden Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 3 StGB) auf das Verfahren zur GewÃ¤hrung der Halbfreiheit Ã¼bertrÃ¤gt. Nach Art. 38 Ziff. 1 Abs. 3 StGB prÃ¼ft die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde von Amtes wegen, ob der Gefangene (nach Ver­bÃ¼ssung von zwei Dritteln der Strafe) bedingt entlassen werden kann. Sie holt dazu einen Bericht der Anstaltsleitung ein und hÃ¶rt den Verurteilten an, wenn er kein Gesuch gestellt hat oder die Ablehnung eines Gesuches in Betracht fÃ¤llt. Dabei handelt es sich um einen qualifizierten Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Trechsel, Art. 38 N. 12). DemgegenÃ¼ber ge­nÃ¼gt fÃ¼r die PrÃ¼fung eines Gesuchs um GewÃ¤hrung der Halbfreiheit, dass der Gefangene ku­mulativ die HÃ¤lfte der Strafe verbÃ¼sst und sich bewÃ¤hrt hat; eine AnhÃ¶rung ist hier nicht vorgesehen (Art. 37 Ziff. 3 Abs. 2 StGB; BGE 116 IV 277 = Pra 80/1991 Nr. 142; dazu aus­fÃ¼hrlich hinten Ziffer 4). Entsprechend ist der vom BeschwerdefÃ¼hrer abgeleitete Anspruch auf AnhÃ¶rung bereits fÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die Halbfreiheit nicht angebracht, unabhÃ¤ngig davon, dass die bedingte Entlassung bei erfÃ¼llten Voraussetzungen nur aus guten GrÃ¼nden verweigert werden darf (BGE 124 IV 193 E. 3). Soweit die Beschwerde RÃ¼ckwei­sung des Verfahrens an den Beschwerdegegner wegen Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs verlangt, ist sie abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Schliesslich bemÃ¤ngelt der BeschwerdefÃ¼hrer eine absichtliche VerzÃ¶gerung des Verfahrens durch die [recte:] Rekursinstanz, um ihm den zeitgerechten â gemeint wohl den frÃ¼hest mÃ¶glichen â Ãbertritt in die Halbfreiheit zu verunmÃ¶glichen. Auf das ent­spre­chen­de Feststellungsbegehren in Beschwerdeantrag 1 Abs. 2 ist mangels eines aktuellen Rechts­schutzinteresses ebensowenig einzutreten wie auf die darin allenfalls enthaltene RechtsverzÃ¶gerungsbeschwerde (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 51). Im Ãbrigen ist darauf hinzuweisen, dass dem Verwaltungsgericht keine aufsichtsrechtliche Kom­petenz zu­kommt (vgl. RB 1997 Nrn. 12 und 13, mit Hinweisen). Immerhin kann angemerkt werden, dass der vom BeschwerdefÃ¼hrer erhobene Vorwurf nicht zutrifft:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach § 27a Abs. 1 VRG haben verwaltungsinterne Rekursinstanzen sowie Rekurs­kommissionen innert 60 Tagen seit Abschluss der Sachverhaltsermittlungen zu entscheiden. Den Abschluss der Sachverhaltsermittlungen hat die Vorinstanz nach Eingang der Stel­lungnahme des Rekursgegners am 31. Juli 2001 mit Schreiben vom 16. August 2001 dem BeschwerdefÃ¼hrer angezeigt und auf den Beginn des Fristenlaufs nach § 27a Abs. 1 VRG hingewiesen. Die Frist von 60 Tagen wird gewahrt, wenn der schriftliche begrÃ¼ndete Rekursentscheid den Parteien innert der 60-tÃ¤gigen Behandlungsfrist zugestellt und erÃ¶ffnet wird (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 27a N. 5). Der BeschwerdefÃ¼hrer nahm den angefochtenen Beschluss vom 10. Oktober 2001 am 15. Oktober 2001 in Empfang. Damit ist die Frist ge­wahrt. Eine leichte VerzÃ¶gerung wÃ¤re allenfalls darin zu sehen, dass die Vernehmlassung des Rekursgegners bereits am 31. Juli 2001 bei der Rekursinstanz eingegangen war, diese den Beginn des Fristenlaufs nach § 27a VRG jedoch erst mit Schreiben vom 16. August 2001 festlegte. Indessen kann aus der geringen VerzÃ¶gerung nicht auf eine bewusste zeitliche Verschleppung des Verfahrens und einen amtsmissbrÃ¤uchlichen Akt geschlossen werden. Im Ãbrigen hatte der BeschwerdefÃ¼hrer der Rekursinstanz schon mit Schreiben vom 25. September 2001, noch vor Ablauf der Frist von 60 Tagen, Verschleppung des Verfahrens und RechtsverzÃ¶gerung vorgeworfen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Damit ist materiell auf die Frage der GewÃ¤hrung der Halbfreiheit einzugehen. Der BeschwerdefÃ¼hrer anerkennt die in der VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners angegebenen Daten zum zeitlichen Verlauf des Strafvollzugs. Strafantritt war demnach am 25. Oktober 1999, das Strafende wird auf den 10. Mai 2004 fallen, die StrafhÃ¤lfte war am 6. Mai 2001 abgelaufen, und zwei Drittel der Strafe wird der Beschwer­defÃ¼hrer am 9. Mai 2002 verbÃ¼sst haben. Damit ist das erste Erfordernis zur Ge­wÃ¤hrung der Halbfreiheit, die VerbÃ¼ssung mindestens der halben Strafe, inzwischen erfÃ¼llt, ebenso â mindestens formell â die zweite Voraussetzung (BewÃ¤hrung im Strafvollzug). Wie dem Bericht der Strafanstalt T vom 30. Mai 2001 zu entnehmen ist, seien die dem BeschwerdefÃ¼hrer bisher gewÃ¤hrten sechs Urlaube und fÃ¼nf AusgÃ¤nge (alle unbegleitet) klaglos bezogen worden. In der Anstalt fÃ¼hre das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers zu keinen Problemen. Er habe nie diszipliniert werden mÃ¼ssen, sein Arbeitgeber in der GÃ¤rtnerei bescheinige ihm ein positives Verhalten auch am Arbeitsplatz, und obwohl er ein hitziges und aufbrausendes Naturell besitze, sei es zu keinem Zeitpunkt zu aggressiven Aus­fÃ¤lligkeiten gekommen. Seit Dezem­ber 2000 besuche er ferner die Einzeltherapiestunden bei der Psychologin B. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Sind beide Voraussetzungen (VerbÃ¼ssung der halben Strafdauer, BewÃ¤hrung im Strafvollzug) erfÃ¼llt, bedeutet dies noch nicht, dass die Halbfreiheit zwingend gewÃ¤hrt wer­den muss. Da es sich um eine Kann-Vorschrift handelt, steht der VollzugsbehÃ¶rde bei deren Anwendung ein weiter Ermessensspielraum zu. Bei ihrem Entscheid muss sie den Zweck der Massnahme und die gesamten UmstÃ¤nde in die AbwÃ¤gung einbeziehen. Dabei hat sie die gÃ¼nstigen Auswirkungen, aber auch die der Halbfreiheit innewohnenden Gefahren zu beach­ten und insbesondere die Entwicklung des Gefangenen sowie seinen Charakter, wie er sich aus frÃ¼heren Erfahrungen ergibt, zu berÃ¼cksichtigen (BGE 116 IV 277 E. 3a = Pra 80/1991 Nr. 142). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Ziffer 5 der Richtlinien darf der endgÃ¼ltige Entscheid Ã¼ber die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit erst gefÃ¤llt werden, wenn die Aufnahme in eine fÃ¼r die DurchfÃ¼hrung der Halbfreiheit anerkannte Institution feststeht und eine geeignete TÃ¤tigkeit ausserhalb der Voll­­zugsinstitution vertraglich gesichert ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer erklÃ¤rt dazu, er habe im Rekursverfahren ausgefÃ¼hrt, wie er sich "organisiert" habe, um in der Halbfreiheit bestehen zu kÃ¶nnen. Der Rekursschrift vom 16. Juli 2001 ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerde­fÃ¼hrer am Arbeitsmarkt als Metallbau-Monteur/Konstruktionsschlosser fÃ¼r sehr gut vermittelbar hÃ¤lt und der fÃ¼r externe Arbeiten zustÃ¤ndige Koordinator der Strafanstalt T die ent­sprechende Stelle in der Halbfreiheit in R besorgen werde. Weitere Angaben werden nicht gemacht, und ein Arbeitsvertrag liegt nicht im Recht. Anderseits geht aus der Eingabe des BeschwerdefÃ¼hrers vom 25. September 2001, worin er bereits die Verschleppung des Verfahrens rÃ¼gte, hervor, dass sein (ungenannter) kÃ¼nftiger Arbeitgeber damit gerechnet habe, ihn ab 8. Oktober 2001 beschÃ¤ftigen zu kÃ¶nnen, was auf ein vereinbartes ArbeitsverhÃ¤ltnis hindeutet. Wie sich die VerhÃ¤ltnisse genau darstellen, ist nicht bekannt, weshalb das Kriterium des Vorliegens eines Arbeitsvertrages zur Beurteilung der Frage der GewÃ¤hrung der Halbfreiheit nicht zu berÃ¼cksichtigen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Es soll nicht verschwiegen werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer an verschiedenen Arbeitsorten als Arbeitnehmer geschÃ¤tzt und man mit ihm zufrieden war. Anderseits hat er eine lange Geschichte im Strafvollzug, welche es durchaus erlaubt, seinen Charakter, wie er sich aus <i>frÃ¼heren</i> Erfahrungen ergibt, zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Zu Recht hÃ¤lt die Vorinstanz fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits dreimal von einem Widerruf der bedingten Entlassung betroffen war, dabei zweimal in den letzten acht Jahren. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer seit seinem 23. Le­bensjahr insgesamt elfmal zu Freiheitsstrafen verurteilt worden war, lassen diese Widerrufe, deren letzter am 31. Oktober 2000 und damit in jÃ¼ngster Zeit verfÃ¼gt worden war, gerade nicht auf den vom BeschwerdefÃ¼hrer behaupteten nachhaltigen Reifeprozess im langjÃ¤hrigen Strafvollzug schlies­sen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Entgegen den Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers trifft es nachgewiesenermassen nicht zu, dass er seit mehr als sechs Jahren nicht mehr straffÃ¤llig geworden sei. Der am 31. Juli 1996 vom Einzelrichter in Strafsachen am Bezirksgericht X beurteilte Diebstahl fand am 11. Februar 1996 statt. GemÃ¤ss Urteil des Bezirksgerichtes V vom 25. Oktober 1999 beging der BeschwerdefÃ¼hrer den Ãberfall auf den Erotik-Markt in Y am 18. April 1997 und denjenigen auf die Tankstelle in Z am 2. Mai 1998. Die letzte Straftat liegt also noch nicht einmal vier Jahre zurÃ¼ck. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Wie dem Sachverhalt zu entnehmen ist, muss sodann in jÃ¼ngerer Zeit eine Hinwendung des BeschwerdefÃ¼hrers zu schwereren Delikten konstatiert werden. WÃ¤hrend sich die Verurteilungen bis 1989 im Wesentlichen auf Eigentums-, Strassenverkehrs- und BetÃ¤u­bungsmitteldelikte beschrÃ¤nkten und es nur ausnahmsweise zur Gewaltanwendung gegenÃ¼ber Dritten kam, erfolgte die Verurteilung mit Urteil vom 30. MÃ¤rz 1993 u.a. wegen mehrfacher Geiselnahme und mehrfachen, teilweise qualifizierten Raubes. Dabei war der BeschwerdefÃ¼hrer nicht davor zurÃ¼ckgeschreckt, mit durchgeladener Waffe auch 6-jÃ¤hrige Kinder â neben Erwachsenen â zu bedrohen bzw. als Geiseln zu nehmen, als er mit einem Komplizen eine Villa in W Ã¼berfiel. Das geschah nicht etwa unbeabsichtigt; dem Gutachten der Klinik U vom 28. De­zember 1992 ist vielmehr zu entnehmen, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer, der bei den Raub­Ã¼berfÃ¤llen jeweils eine entsicherte geladene Pistole bei sich getragen hatte und maskiert war, Opfer aussuchte, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht wehren wÃ¼rden, wie z.B. alte Frauen oder eine Mutter mit ihrem Kind. Dies wiegt umso schwerer, als der BeschwerdefÃ¼hrer aus seinen ersten zwei Ehen selber drei Kinder hat, was ihn offensichtlich nicht von seinem Tun abhielt und ihn nicht zu Gedanken darÃ¼ber anregte, von welchen SpÃ¤tfolgen derart bedrohte Kinder einmal befallen werden kÃ¶nnten. Zwar schien er im damaligen Strafverfahren anlÃ¤sslich der Befra­gung vom 30. MÃ¤rz 1993 die Tragweite seines Tuns, auch gegenÃ¼ber anderen von ihm Ã¼ber­fallenen Opfern, ansatzweise zu erfassen. Dies hielt ihn allerdings nicht davon ab, nach der erfolgten bedingten Entlassung, am 2. Mai 1998 erneut einen RaubÃ¼berfall mit Geiselnahme (Tankstelle in Z) zu begehen und damit die BefÃ¼rchtungen des Gutachtens von 1992 zu bestÃ¤tigen, wonach er anfÃ¤llig sei, nach VerbÃ¼ssung der Strafe wieder gleichartige Delikte zu begehen. Hierin muss eine Hinwendung zu erhÃ¶hter Gewaltbereitschaft, und zwar â erschwerend â in jÃ¼ngerer Zeit, gesehen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Die vom BeschwerdefÃ¼hrer nach dem Tod der Mutter im Mai 1998 erwÃ¤hnte "Wandlung" ist mit Vorsicht zu beurteilen. Mit einer besonderen Einsicht des BeschwerdefÃ¼hrers in die Verwerflichkeit seines Verhaltens und einer Hinwendung zu kÃ¼nftig gesetzes­konformem Verhalten darf nicht leichthin gerechnet werden. Schon das Gutachten der Klinik U hielt fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wegen seines Verhaltens gegenÃ¼ber den Opfern keineswegs an Gewissensbissen gelitten habe. Ferner habe er sich zur Rechtfertigung seines Tuns jeweils als Opfer unglÃ¼cklicher UmstÃ¤nde oder ungerechter sozialer Situationen empfunden und sei um Schuldzuweisungen nicht verlegen gewesen; wenigstens habe er zugestimmt, die RaubÃ¼berfÃ¤lle auch begangen zu haben, um schnell zu viel Geld und Luxus zu kommen. Dies wird in der Beurteilung des RÃ¼ckfallrisikos vom 22. Mai 2000, also lÃ¤ngst nach dem Tod der Mutter, bestÃ¤tigt, wonach die Auseinandersetzung des BeschwerdefÃ¼hrers mit seinen Taten in einer Pro­jektion des eigenen Fehlverhaltens auf das Opfer oder auf Dritte, auf "die Gesellschaft" oder "die UmstÃ¤nde" bestehe. Ferner versuche der BeschwerdefÃ¼hrer abzuwehren, zu bagatellisieren und zu tÃ¤uschen. AnzufÃ¼hren ist in diesem Zusammenhang, dass der BeschwerdefÃ¼hrer die Verantwortung fÃ¼r seine erneute Delinquenz (1997/1998) u.a. auf das Versagen der Schutzaufsicht geschoben hatte und seine letzten Straftaten vor mehr als sechs Jahren begangen haben will, was nicht zutrifft. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ee) Diese UmstÃ¤nde lassen sich nicht mit der guten FÃ¼hrung des BeschwerdefÃ¼hrers im Strafvollzug Ã¼bergehen. Wie aus dem psychiatrischen Gutachten der Klinik U vom 28. Dezember 1992 hervorgeht, hatte der BeschwerdefÃ¼hrer nie Prob­leme damit, sich gut in das Anstaltsleben einzufÃ¼gen. Dies wird durch die "Beurteilung des RÃ¼ckfallrisikos besonders gefÃ¤hrlicher StraftÃ¤ter" vom 22. Mai 2000 untermauert, wonach â als ungÃ¼nstig qualifizierter bisheriger Verlauf nach den Taten â eine Ãberangepasstheit des BeschwerdefÃ¼hrers in der Institution, SekundÃ¤rschÃ¤den durch lange Institutionalisierung und fehlende VerÃ¤nderungen der kriminogenen StÃ¶rung, der grund­­legenden Verhaltens­disposition oder PersÃ¶nlichkeitsstruktur festgestellt wurden. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird als ein "langjÃ¤hriger Anstaltsprofi" geschildert, der im Vollzug von den Vollzugsmitarbeitenden geschÃ¤tzt werde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die gute AnpassungsfÃ¤higkeit des BeschwerdefÃ¼hrers an das Regime in der Strafanstalt und das gezeigte korrekte Verhalten, darauf ausgerichtet, mÃ¶glichst rasch in den Ge­nuss von Hafterleichterungen zu gelangen, dÃ¼rfen nicht darÃ¼ber hinwegtÃ¤uschen, dass eine tiefgreifende Auseinandersetzung des BeschwerdefÃ¼hrers mit seinen Straftaten und der zugrundeliegenden Gesinnung bis anhin nicht stattgefunden hat. Bereits mit Schreiben vom 27. Oktober 1999 hatte der BeschwerdefÃ¼hrer, erst seit 25. Oktober 1999 im Strafvollzug, erklÃ¤rt, dass er jetzt mÃ¶glichst rasch den halboffenen Strafvollzug wÃ¼nsche, was auf sein Ansinnen, den Strafvollzug unter mÃ¶glichst rascher GewÃ¤hrung von Erleichterungen hinter sich zu bringen, hinweist. Daran Ã¤ndert sich nichts durch den im Rekurs vom 16. Juli 2001 erwÃ¤hnten Besuch einer GesprÃ¤chstherapie. Der Besuch als solcher sagt Ã¼ber deren Zweck und Erfolg nichts aus, auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, dass die GesprÃ¤chstherapie seinen Reifeprozess nach den vielen Jahren im GefÃ¤ngnis mit den in dieser Zeit begleitenden Resozialisierungsmassnahmen unterstÃ¼tzt habe. Eine eigenstÃ¤ndige Bedeutung wird der Therapie damit nicht zugemessen, noch wird Ã¼ber eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit seiner kriminellen Vergangenheit etwas ausgesagt. Im Ãbrigen hatte der BeschwerdefÃ¼hrer in der Stellungnahme vom 18. September 2000 zur PrÃ¼fung des Widerrufs der bedingten Entlassung gerade verlauten lassen, wÃ¤hrend der StrafverbÃ¼s­sung habe Ã¼berhaupt keine Resozialisierung stattgefunden und er sei tatsÃ¤chlich "desozialisiert" worden, was im deutlichen Widerspruch zu den Vorbringen in der Beschwerde steht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass unter einer solchen Konstellation die BewÃ¤hrung (Wohlverhalten) des Beschwer­defÃ¼hrers im Strafvollzug nicht gleich positiv gewichtet werden kann wie bei einem ErsttÃ¤ter, liegt auf der Hand. Weiter treten nach den bisherigen Erfahrungen mit dem BeschwerdefÃ¼hrer, insbesondere nach der bedingten Entlassung, die guten Erfahrungen der Vollzugsanstalt mit ihm in den Hintergrund, umso mehr, als die problemlose Anpassung des BeschwerdefÃ¼hrers an den Anstaltsalltag offensichtlich zu seinem typischen Verhaltens­muster gehÃ¶rt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ff) Nicht zu unterschÃ¤tzen ist ferner das selbst von der Strafanstalt T erwÃ¤hn­te hitzige und aufbrausende Naturell des BeschwerdefÃ¼hrers. Es ist offenkundig, dass sich dieses im geschÃ¼tzten Rahmen einer Strafanstalt und der ihr angegliederten Betriebe nicht in gleicher Weise (negativ) auswirkt wie an einem Arbeitsort ausserhalb der Strafanstalt. Hierbei ist immerhin darauf zu verweisen, dass die Deliktserie, welche zur Verurteilung im Jahr 1993 fÃ¼hrte, u.a. darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren war, dass der BeschwerdefÃ¼hrer wegen zu geringer WertschÃ¤tzung am Arbeitsplatz 1991 â er war fÃ¼r die Stelle des Disponenten Ã¼bergangen worden â kÃ¼ndigte, obwohl er damals in stabilen VerhÃ¤ltnissen war, mit seiner dritten Ehefrau zusammenlebte, ihm die Arbeit gefiel und die Schuldenlast kleiner war als auch schon. Die Delikte, welche die neuerliche Verurteilung vom 25. Oktober 1999 bewirkten, fÃ¼hrte der BeschwerdefÃ¼hrer im Wesentlichen darauf zurÃ¼ck, dass er 1998 keine Arbeitsstelle ge­funden habe und man ihm bei der Gewerbepolizei erklÃ¤rt habe, "an Kriminelle (wÃ¼rden) keine Bewilligungen erteilt", was wiederum die bereits in der Beurteilung der RÃ¼ckfallgefahr konstatierte geringe Frustrationstoleranz bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>gg) Wenn auch nicht primÃ¤r entscheidrelevant â die Aussichten einer bedingten Ent­­lassung sind an dieser Stelle nicht vorrangig zu beurteilen â ist doch kurz auf das vom BeschwerdefÃ¼hrer behauptete soziale Netz einzugehen, auf das er sich zu stÃ¼tzen gedenkt. Er machte im Rekursverfahren geltend, er habe zu seinen drei erwachsenen Kindern einen guten Kontakt, ohne diesen jedoch nÃ¤her auszufÃ¼hren. Die Kinder gehÃ¶rten mit seinem Logisgeber, wo er nach dem Strafvollzug unterkomme, zu seinem sozialen Netz. Von einem Kontakt zu seinen Kindern war bisher nie die Rede; dem Gutachten der Klinik U vom 28. Dezember 1992 ist vielmehr zu entnehmen, dass der Beschwer­defÃ¼hrer seine drei Kinder aus den ersten zwei Ehen kaum kennengelernt habe, da er selten zuhause gewesen sei. Selbst ein â nicht nachgewiesener â guter Kontakt zu seinen Kindern erreichte jedoch nicht zwangslÃ¤ufig die QualitÃ¤t eines tragfÃ¤higen sozialen Netzes, lÃ¤sst sich doch die Eltern-Kind-Beziehung mit einer solchen entstanden unter Erwachsenen nicht vergleichen und vermochte selbst die damals gute Beziehung zur dritten Ehefrau <i>und</i> zur Stieftochter den BeschwerdefÃ¼hrer von den Delikten, welche zu den Verurteilungen von 1993 und 1999 fÃ¼hrten, nicht abzuhalten. Nach der Beurteilung des RÃ¼ckfallrisikos vom 22. Mai 2000 leidet der BeschwerdefÃ¼hrer unter einer gestÃ¶rten Wahrnehmung der sozialen RealitÃ¤t, unter einer unrealistischen Erwartungshaltung und sind die be­rufliche und soziale LeistungsfÃ¤higkeit erheblich beeintrÃ¤chtigt. Es fehlen Sozialkontakte und Bindungen, die Schei­dung von seiner dritten Ehefrau ist inzwischen vollzogen, und der BeschwerdefÃ¼hrer habe keine konkreten, realistischen PlÃ¤ne. Dies lÃ¤sst nicht auf ein tragfÃ¤higes soziales Netz schliessen. Da die Dauer der Halbfreiheit sechs Monate nicht Ã¼bersteigen sollte, dÃ¼rfte sich an deren GewÃ¤hrung die Frage nach der bedingten Entlassung anschliessen, wofÃ¼r die Vo­raus­setzungen nicht nur in zeitlicher Hinsicht gegen­wÃ¤rtig nicht erfÃ¼llt sind. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt ergibt sich daher ein hÃ¶chst ungÃ¼nstiges Bild fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer, das nicht erlaubt, ihm auf den frÃ¼hest mÃ¶glichen Zeitpunkt die Halbfreiheit zu gewÃ¤hren. Wohl erscheint es grundsÃ¤tzlich sinnvoll, den BeschwerdefÃ¼hrer vor dem Strafende auf das Leben ausserhalb der Strafanstalt vorzubereiten, wozu die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit ge­hÃ¶rt. Der BeschwerdefÃ¼hrer scheint indessen zu verkennen, dass weder ein Anspruch auf die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit noch ein Anspruch darauf, diese auf den frÃ¼hest mÃ¶glichen Zeitpunkt zu gewÃ¤hren, besteht. Der angefochtene Entscheid verneint die GewÃ¤hrung der Halbfreiheit nicht fÃ¼r alle Zukunft, jedoch im gegenwÃ¤rtigen Zeitpunkt. Ein Verstoss gegen § 30 StVG, welcher den Strafvollzug als Hilfe fÃ¼r den Eingewiesenen zur Wiedereingliederung verstanden haben will, kann darin nicht gesehen werden. Nach der bisherigen Geschich­­te des BeschwerdefÃ¼hrers, die durchaus RÃ¼ckschlÃ¼sse auf seinen Charakter zulÃ¤sst, nach seiner Hinwendung zu Gewaltdelikten gemÃ¤ss den letzten beiden Verurteilungen, der wiederholten Begehung neuer Straftaten nach der bedingten Entlassung und der Tendenz, mÃ¶glichst rasch in den Genuss von Erleichterungen des Strafvollzuges zu gelangen, ohne sich allerdings lÃ¤ngerfristig zu bewÃ¤hren (mehrfach erfolgte Widerrufe von bedingten Entlassungen), muss er hinnehmen, dass Erleichterungen des Strafvollzugs nunmehr mit grÃ¶s­serer ZurÃ¼ckhaltung und allenfalls erst im Hinblick auf das Strafende hin vorgenommen werden. Dies umso mehr, als sich die Drohung des Vollzugs des verbleibenden Strafrestes bei einer bedingten Entlassung bisher als wenig wirksam zeigte, mussten doch nach der jÃ¼ngsten Verurteilung nicht weniger als 741 Tage Zuchthaus/GefÃ¤ngnis nachtrÃ¤glich vollzogen werden, ohne dass dies den BeschwerdefÃ¼hrer von seinem deliktischen Tun abgehalten hÃ¤tte. Gesamthaft erscheint der angefochtene Entscheid den konkreten UmstÃ¤nden durchaus angemessen und ist die Beschwerde daher abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt, es sei ihm die bedingte Entlassung auf den 9. Mai 2002 verbindlich zuzusichern, ist das Gericht hierfÃ¼r nicht zustÃ¤ndig, weshalb insofern auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt sinngemÃ¤ss das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung. Die Vorinstanz hatte ihm diese nicht gewÃ¤hrt, die Kosten des Verfahrens ihm auferlegt, wegen UnerhÃ¤ltlichkeit jedoch sogleich abgeschrie­ben. Die Beschwerde kann nicht als offensichtlich aussichtslos taxiert werden. Die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers wird von ihm erwÃ¤hnt, nicht jedoch belegt, darf aber nach der Einweisung in den Strafvollzug angenommen werden. Die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ist daher zu gewÃ¤hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss verfÃ¼gt der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung gewÃ¤hrt;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>