<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament einen Entwurf vorzulegen, mit dem eine gesetzliche Grundlage geschaffen wird für eine Vereinbarung zwischen den Eltern, unabhängig von deren Zivilstand; diese Vereinbarung muss bei der Geburt des Kindes bei der Vormundschaftsbehörde hinterlegt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit dem Eingehen einer Ehe verpflichten sich die Ehegatten gegenseitig, "das Wohl der Gemeinschaft in einträchtigem Zusammenwirken zu wahren und für die Kinder gemeinsam zu sorgen" (Art. 159 Abs. 2 ZGB). Seit Inkrafttreten dieser Bestimmung am 1. Januar 1988 verzichtet das Gesetz damit bewusst darauf, dem Vater oder der Mutter bestimmte Rollen in der Ehe zuzuweisen. Auch sind die Ehegatten nicht gehalten, sich auf eine solche Rollenverteilung zu verständigen und das Ergebnis (schriftlich) festzuhalten. </p><p>Nach Auffassung des Bundesrates hat sich dieses Regime bewährt. Für den Bundesrat bringt die von der Motion geforderte Elternkonvention deshalb keinen Mehrwert. Es droht vielmehr ein administrativer Leerlauf, nicht zuletzt deshalb, weil die Elternkonvention laut Motion vor der Vormundschaftsbehörde abzuschliessen wäre. Damit ist gleichzeitig auch gesagt, dass der Bundesrat nicht die Hoffnung hat, dass eine Elternkonvention in der Lage wäre, späteren Konflikten vorzubeugen bzw. deren Bewältigung einfacher zu machen. Die Gefahr ist im Gegenteil sehr gross, dass eine Elternkonvention, die in guten Zeiten abgeschlossen worden ist, von vorneherein nicht für den Konfliktfall taugt. Aus dem gleichen Grund kann auch eine Scheidungskonvention nicht "auf Vorrat", sondern immer nur mit Blick auf die konkrete Scheidung hin abgeschlossen werden (Art. 140 Abs. 2 ZGB). </p><p>Im Übrigen teilt der Bundesrat die Einschätzung der Motion, wonach das (gemeinsame) Sorgerecht noch keine Garantie dafür ist, dass sich beide Elternteile auch tatsächlich im gewünschten Umfang um ihre Kinder kümmern. Er unterstützt das Anliegen der Motion auch insofern, als Sorgerechtsfragen möglichst losgelöst vom Zivilstand der Eltern beantwortet werden sollten. Eine entsprechende Botschaft wird er dem Parlament noch in diesem Jahr unterbreiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.