<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00070</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107400&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00070</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.08.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Zuständigkeit (E. 1a); Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichts für Schadenersatzbegehren wegen rechtswidriger Vergabeentscheide (Zuständigkeit der Beziksgerichte gemäss Haftungsgesetz; E. 1b). Legitimation (E. 2). Parteivorbringen (E. 3).<br/>Ausschluss von Angeboten wegen wesentlicher Mängel (§ 26 Abs. 1 lit. d SubmV; E. 4a), insbesondere wegen Unvollständigkeit oder Unklarheit der eingereichten Offerte (E. 4b). Verlegung der Gerichtskosten: Abweichung vom Unterliegerprinzip, wenn die obsiegende Partei (hier: die Vergabestelle) eine wesentliche Verfahrensvorschrift (Mitwirkungspflicht gemäss § 7 Abs. 2 VRG) verletzt, indem sie Akten trotz Mahnung nicht einreicht (§ 13 Abs. 2 Satz 2 VRG; E. 5).<br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHUSS">AUSSCHUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMVORSCHRIFTEN">FORMVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVERLEGUNG">KOSTENVERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: OFFERTMÃNGEL">OFFERTMÃNGEL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGKEIT">UNVOLLSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 6 lit. III IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="ungerade">§ 26 lit. Id SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 7 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 13 lit. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 14</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Mit Publikation vom 19. Oktober 2001 leitete das Amt fÃ¼r Hochbauten der Stadt ZÃ¼rich fÃ¼r die Renovation der stÃ¤dtischen Wohnsiedlung J, Quartier K, 1. Renovations­etappe einerseits und Ausbau Mansarden anderseits, eine Submission im offenen Verfahren ein. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Am Wettbewerb beteiligten sich fÃ¼r die SanitÃ¤ranlagen fÃ¼r die beiden Leistungsteile (1. Etappe und Ausbau Mansarden) je insgesamt 13 Anbieter. Mit Beschluss vom 3. Juli 2002 vergab der Stadtrat ZÃ¼rich die Arbeiten der 1. Renovationsetappe sowie fÃ¼r den Einbau von Mansarden der mitbeteiligten C AG, ZÃ¼rich. Der Vergabeentscheid wurde den Anbietern am 11. Februar 2003 mitgeteilt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den Vergabeentscheid erhob die A AG, ZÃ¼rich, am 20. Februar 2003 bezÃ¼glich der 1. Renovationsetappe Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragte, die Vergabe der sanitÃ¤ren Installationen an die C AG als nichtig zu erklÃ¤ren, den Zuschlag ihr zu erteilen und der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das Hochbaudepartement der Stadt ZÃ¼rich erstattete am 12. MÃ¤rz 2003 die Beschwerdeantwort mit den AntrÃ¤gen, die Beschwerde abzuweisen und dieser keine aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Die C AG verzichtete auf eine Stellungnahme.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 25. MÃ¤rz 2003 wurde das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung abgelehnt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In ihrer Replik vom 16. April 2003 beantragte die BeschwerdefÃ¼hrerin zusÃ¤tzlich die Zusprechung einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r entgangenen Risiko- und Gewinnanteil. Das Hochbaudepartement der Stadt ZÃ¼rich hielt in seiner Duplik vom 19. Mai 2003 an seinen AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften werden â soweit rechtserheblich â in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben. <br/> <br/> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Replik vom 16. April 2003 eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r entgangenen Risiko- und Gewinnanteil verlangt, ist auf das Rechtsmittel von vornherein nicht einzutreten. Zwar haften die VergabebehÃ¶rden in beschrÃ¤nktem Umfang fÃ¼r Schaden, den sie durch einen Entscheid verursacht haben, dessen Rechtswidrigkeit vom Verwaltungsgericht festgestellt worden ist (§ 6 Abs. 1 IVÃ¶B-Bei­trittsG). Ãber entsprechende Begehren ist jedoch nicht im Beschwerdeverfahren gegen den Vergabeentscheid, sondern in einem separaten Verfahren nach dem auf die VergabebehÃ¶rde anwendbaren Haftpflichtrecht zu entscheiden (§ 6 Abs. 3 IVÃ¶B-BeitrittsG; RB 2000 Nr. 15 = BEZ 2000 Nr. 25 E. 3). Nach §§ 19 und 20 des Gesetzes vom 14. Sep­tember 1969 Ã¼ber die Haftung des Staates und der Gemeinden sowie ihrer BehÃ¶rden und Beamten (HaftungsG) sind dafÃ¼r im Kanton ZÃ¼rich die Bezirksgerichte zustÃ¤ndig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Ein nicht berÃ¼cksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid unter anderem dann legitimiert, wenn er im Fall der Gutheissung der Beschwerde eine realistische Chance hat, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem er ein neues Angebot einreichen kann (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Andernfalls fehlt ihm das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (§ 21 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG). Vorliegend ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin gegeben, behauptet sie doch die preislich gÃ¼nstigste Offerte eingereicht zu haben. Dass eine Zuschlagserteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin infolge des Vertragsschlusses mit der Mitbeteiligten nicht mehr mÃ¶glich ist, Ã¤ndert an der Legitimation nichts, zumal die Submissionsbeschwerde auch dafÃ¼r zur VerfÃ¼gung steht, nach Vertragsschluss die Rechtswidrigkeit einer ZuschlagsverfÃ¼gung feststellen zu lassen (Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt in ihrer Beschwerdeschrift zur Hauptsache vor, aus dem Protokoll zur OffertÃ¶ffnung gehe klar hervor, dass ihr Angebot inklusive Mansarden Fr. 979'160.- betragen habe. Somit ergebe sich fÃ¼r die 1. Etappe ein Eingabepreis von Fr. 844'167.-. Ihr Angebot liege damit Fr. 52'197.- unter dem gÃ¼nstigsten Angebot von Fr. 896'364.- fÃ¼r die 1. Renovationsetappe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diesen AusfÃ¼hrungen hÃ¤lt die Beschwerdegegnerin entgegen, die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin habe wesentliche MÃ¤ngel aufgewiesen und daher ausgeschlossen werden mÃ¼ssen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe entgegen den Vorgaben in der Ausschreibung fÃ¼r beide Leistungsteile zusammen ein Angebot eingereicht. Darin hÃ¤tten die erforderlichen Angaben Ã¼ber die Preise der einzelnen Leistungen gefehlt. Erst auf schriftliche Anfrage seien weitere Angaben gemacht worden, welche aber immer noch keinen Zusammenhang mit der Objektgliederung aufgewiesen hÃ¤tten. Zudem habe die Offertsumme gemÃ¤ss dieser Korrektur noch Fr. 978'144.60 betragen, wÃ¤hrend ursprÃ¼nglich fÃ¼r Fr. 979'160.- offeriert worden seien. Die Berechnung des Angebotes sei unter diesen UmstÃ¤nden weder nachvollziehbar noch kontrollierbar gewesen. Weiter habe die Ausschreibung einen Mindestrabatt von 2% bzw. 5% fÃ¼r die Regierarbeiten festgelegt. Unklar sei deshalb, ob der Gesamtrabatt von 35% auch fÃ¼r die Regiearbeiten gelte. Der Betrag von Fr. 844'167.- enthalte die Mehr­wertsteuer von 7,6% nicht und entspreche damit nicht der erforderlichen Angabe der Offertsumme. Aufgrund der UnvollstÃ¤ndigkeit und Unklarheit sowie der nachtrÃ¤glichen Ãnderung des Angebotes habe die BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren ausgeschlossen werden mÃ¼ssen. Ein Ausschluss habe auch deshalb erfolgen mÃ¼ssen, weil sie nicht sÃ¤mtliche Eignungskriterien erfÃ¼llt habe. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe keine Referenzen angegeben; diese hÃ¤tten von der Bauherrschaft auf der Homepage eingesehen werden mÃ¼ssen. Verschiedene Referenznachfragen seien negativ ausgefallen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) MÃ¤ngel einer Offerte kÃ¶nnen zum Ausschluss der betreffenden Anbieterin vom Verfahren fÃ¼hren. Diese Rechtsfolge ist jedoch nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um wesentliche MÃ¤ngel handelt (vgl. RB 1999 Nr. 61 = BEZ 1999 Nr. 25 E. 6 = ZBl 101/­2000, S. 265, 266 f.). § 26 Abs. 1 lit. d der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) sieht den Ausschluss vor, wenn ein Anbieter wesentliche Formvorschriften verletzt hat, insbesondere durch Nichteinhaltung der Eingabefrist, fehlende Unterschrift, UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots oder Ãnderung des Angebotstextes. Auch nach Art. 19 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BoeB) sind nur Angebote mit wesentlichen Formfehlern vom Verfahren auszuschliessen. Diese Vorschriften sind Ausdruck des aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung abgeleiteten Verbots des Ã¼berspitzten Formalismus (vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 18. Dezember 1997, Baurecht 4/98 S. 126 Nr. 334; dazu Bemerkung Peter Gauch, Baurecht 4/98, S. 127). Die vergebende BehÃ¶rde kann im Rahmen des Zuschlages Ã¼ber den Ausschluss eines Anbieters befinden (VGr, 24. Mai 2002, BEZ 2002 Nr. 52 E. 4a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 27. November 2002 war in verschiedener Hinsicht unvollstÃ¤ndig bzw. unklar. So reichte sie fÃ¼r beide Leistungsteile, d.h. 1. Renovationsetappe einerseits und Ausbau Mansarden anderseits, eine gemeinsame Offerte ein, obschon fÃ¼r jeden Leistungsteil ein separates Leistungsverzeichnis erstellt worden war. Das Deckblatt der 1. Etappe ergÃ¤nzte sie mit dem Vermerk "+ Mansarde" und das Deckblatt sowie die dem Leistungsverzeichnis fÃ¼r den Ausbau Mansarden vorangehenden Seiten fehlten vÃ¶llig. Auf dem Deckblatt hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin die 2. Zeile "Rabatt" abgedeckt und durch eine Rubrik "Minderpreis Elemente Fr. 70'000.-" ersetzt, wobei die Verteilung auf die beiden Leistungsteile offen blieb. Die Rubrik Skonto war nicht ausgefÃ¼llt und die Einzelpreise fehlten. Die "Zusammenstellung(en)", d.h. die Seiten 108 â 110 des Leistungsverzeichnisses 1. Etappe und S. 26 des Leistungsverzeichnisses Ausbau Mansarden waren ausgefÃ¼llt, jedoch lediglich mit dem Bruttopreis ohne die Rubriken "Kom­binationsrabatt", "Rabatt" ,"Skonto". Eine Aufteilung des Angebotes auf die beiden Leistungsteile war nicht mÃ¶glich. Auch fehlten die im Fragebogen fÃ¼r Anbieterinnen und Anbieter im Submissionsverfahren" verlangten Referenzangaben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die UnvollstÃ¤ndigkeiten mÃ¶gen darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren sein, dass die Art der Ausschreibung mit den beiden Leistungsteilen bei der BeschwerdefÃ¼hrerin â wie sie geltend macht â eine "gewisse Unsicherheit" auslÃ¶ste. Die Beschwerdegegnerin bzw. das fÃ¼r die Haustechnik zustÃ¤ndige IngenieurbÃ¼ro hat indessen der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 18. Januar 2001 die MÃ¶glichkeit eingerÃ¤umt, die Offerte zu vervollstÃ¤ndigen. Die Be­schwerdefÃ¼hrerin wurde aufgefordert, weitere Unterlagen beizubringen, insbesondere einen EDV-Ausdruck der Einzelpreise, separat fÃ¼r die 1. Etappe und Mansarden, aus welchem auch die Konditionen ersichtlich sein mÃ¼ssten, die zum Pauschalangebot gefÃ¼hrt hÃ¤tten, und von Referenzen Ã¼ber gleich gelagerte Objekte. Diese reichte hierauf am 21. MÃ¤rz und am 16. Mai 2002 verschiedene Unterlagen ein, so das Deckblatt fÃ¼r die 1. Etappe, wobei diesmal der Zusatz "+ Mansarde" fehlte. Sie brachte weiter die erwÃ¤hnten Zusammenstellungen ein, wobei die Zahlen von der Offerte vom 27. November 2002 teilweise abwichen. Das Pauschalangebot betrug nunmehr inkl. MwSt. Fr. 978'144.60 gegenÃ¼ber Fr. 979'160.- gemÃ¤ss der ursprÃ¼nglichen Offerte. In der Rubrik Rabatt waren "35%" eingesetzt, wÃ¤hrend die Rubrik "Kombinationsrabatt" leer blieb. Der Endbetrag von Fr. 844'167.- bzw. Fr. 134'889.30 war in der Rubrik "Offerte netto" (vor MwSt.) eingesetzt. Die einzelnen Einheitspreise wie auch die Liste der RegieansÃ¤tze waren nicht ausgefÃ¼llt. Hinsichtlich der Referenzen verwies die BeschwerdefÃ¼hrerin auf ihre Homepage www.a.ch</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Damit war das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin nach wie vor unvollstÃ¤ndig und unklar. Die Referenzangaben fehlten. Der Hinweis auf die Homepage der BeschwerdefÃ¼hrerin vermochte die fehlenden Angaben nicht zu ersetzen, denn es ist der VergabebehÃ¶rde nicht zuzumuten, die von den Anbietern zu liefernden Angaben im Internet zusammenzusuchen. Der Gesamtoffertbetrag gemÃ¤ss dem Angebot vom 27. November 2002 stimmte nicht mit jenem in den nachtrÃ¤glich eingereichten Unterlagen Ã¼berein. Die von der Beschwer­degegnerin verlangten Einzelpreise separat je 1. Renovationsetappe und Ausbau Mansarden hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht geliefert. Bei zusÃ¤tzlich zu entschÃ¤digenden Leistungsabweichungen wÃ¤re damit die EntschÃ¤digungshÃ¶he vÃ¶llig offen gewesen. Unklar blieb, welches die Konditionen bei einer separaten Vergabe der beiden Teilleistungen gewesen wÃ¤ren. Die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin war auch bezÃ¼glich der Konditionen der Regiearbeiten unklar. GemÃ¤ss Ziff. 18.6 des Werkvertrages hatte die Unternehmung bei Regiearbeiten bis zu einem Betrag von Fr. 100'000.- 2 bzw. 5% Rabatt und 2% Skonto zu gewÃ¤hren. Die Tabelle mit den RegieansÃ¤tzen hatte die BeschwerdefÃ¼hrerin aber nicht ausgefÃ¼llt. Hingegen hatte sie bei den "Unternehmer Angaben" (drittletzte Seite des Angebotes) festgehalten, dass die Regiearbeiten nach den RegieansÃ¤tzen des SanitÃ¤r-Verbandes ausgefÃ¼hrt wÃ¼rden. Damit waren die genauen RegieansÃ¤tze und Rabatte hierauf unklar. Nachdem die Beschwerdegegnerin der BeschwerdefÃ¼hrerin Gelegenheit eingerÃ¤umt hatte, die Unklarheiten ihrer Offerte zu beheben, durfte jene an die VollstÃ¤ndigkeit und Klarheit der Offerte strenge MassstÃ¤be setzen. Die aufgezeigten MÃ¤ngel der Offerte sind erheblich und rechtfertigten, nachdem diese trotz Aufforderung nicht vollumfÃ¤nglich behoben wurden, auf jeden Fall den Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Verfahren. Die Beschwerde ist unbegrÃ¼ndet und abzuweisen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Bei Abweisung der Beschwerde sind die Verfahrenskosten grundsÃ¤tzlich in Anwendung von § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Vorliegend rechtfertigt es sich, von diesem Grundsatz teilweise abzuweichen (vgl. § 13 Abs. 2 Satz 2 VRG). Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Februar 2003 wurde die Beschwerdegegnerin aufgefordert, alle Akten einzureichen. Dieser VerfÃ¼gung wurde das "Merkblatt fÃ¼r das Einreichen der Akten im Beschwerdeverfahren betreffend Submission" beigelegt, welches die fÃ¼r das Verfahren wesentlichen Akten aufzÃ¤hlt, darunter "Korrespondenzen wÃ¤hrend des Verfahrens". Da die Beschwerdegegnerin offenkundig nicht alle Akten eingereicht hatte, wurde sie mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Juli 2003 darauf hingewiesen, dass insbesondere die Korrespondenz zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und der Beschwerdegegnerin bzw. der B AG fehlten, und â unter Androhung einer Ordnungsbusse â nochmals aufgefordert, dem Verwaltungsgericht die vollstÃ¤ndigen Akten einzureichen. Die Beschwer­degegnerin reichte hierauf am 18. Juli 2003 gewisse Unterlagen ein. Auch diese sind indessen nicht vollzÃ¤hlig, fehlt doch insbesondere ein wichtiges Dokument, nÃ¤mlich die Aufforderung der B AG vom 18. Januar 2001 an die BeschwerdefÃ¼hrerin, verschiedene namentlich aufgezÃ¤hlte Unterlagen beizubringen. Weiter fehlt das Begleit­schreiben der BeschwerdefÃ¼hrerin an die B AG vom 21. MÃ¤rz 2002. Diese wichtigen AktenstÃ¼cke wurden von der Beschwerde­fÃ¼hrerin selber eingereicht. Das Verwaltungsgericht muss sich aber darauf verlassen kÃ¶nnen, dass die VergabebehÃ¶rde die Akten vollstÃ¤ndig einreicht. Durch die unvollstÃ¤ndige und dazu noch sÃ¤umige Einreichung der Akten verletzte die Beschwerdegegnerin § 7 Abs. 2 lit. b VRG und damit eine wesentliche Verfahrensvorschrift. Damit ist ihr ein Teil der Verfahrenskosten zu Ã¼berbinden (§ 13 Abs. 2 Satz 2 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 7 Rz. 69 am Ende). Als angemessen erweist sich vorliegend eine Kostenauflage von einem Drittel.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen: <br/> Fr. 270.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'270.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zu zwei Drittel der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu einem Drittel der Beschwerdegegnerin auferlegt. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="MsoNormal"><span>5. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>