Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. August 2021 (720 21 45/213 und 720 21 87/214) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Bemessung der Einschränkung im Haushaltbereich / Würdigung des Haus- haltabklärungsberichts / Berücksichtigung der familiär üblichen Mithilfe der Angehörigen unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht der Versicherten Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Markus Wick, Rechtsanwalt, Totentanz 5, 4051 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1982 geborene zuletzt bis Ende 2008 als Verpacke rin bei der B.____ AG erwerbs- tätig gewesene A.____ meldete sich am 7. Juli 2010 mit dem Hinweis, an “Rheuma - Morbus Bechterew“ zu leiden, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leis- tungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der e rwerblichen und der hauswirtschaftli- chen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landsch aft bei der Versicherten in Anwendung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht der gemischten Bemessungsmethode mit je 50 %-igen Anteilen an Erwerbs- und Haushalttätig- keit einen Invaliditätsgrad von 0 %. Gestützt auf dieses E rgebnis lehnte die IV-Stelle mit Verfü- gung vom 13. August 2012 einen Rentenanspruch von A.__ __ ab. Hiergegen erhob die Versi- cherte, vertreten durch Advokat Dr. Markus Wick, Beschwerd e beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Urteil vom 21. März 2013 wies das Kantonsge- richt diese Beschwerde ab, soweit es darauf eintreten konnte (Verfahren-Nr. 720 12 256 / 60). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Am 18. September 2013 meldete sich A.____ unter Hinw eis auf eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands wiederum bei der IV zum Leistungsbezu g an. Nach erneuter Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswi rtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle bei der Versicherten in Anwendung der gemisc hten Methode der Invaliditätsbemes- sung mit Anteilen von 40 % an Erwerbs- und von 60 % an Haushalttätigkeit ab 1. Januar 2013 einen Invaliditätsgrad von 0 % und ab 20. Juni 2014 einen solchen von 48 %. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 15. Dezember 2016 ab 1. Januar 2017 und mit einer weiteren Verfügung vom 5. Januar 2017 rückwirkend für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 2016 eine Viertelsrent e zu. Die von A.____, wiederum vertreten durch Dr. Wick, gegen diese beiden Verfügungen erhoben en Beschwerden hiess das Kantons- gericht mit Urteil vom 8. Juni 2017 in dem Sinne gut, als es die angefochtenen Verfügungen aufhob und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung u nd zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. Es hielt insbesondere fest, zur Bemessung der Einschränkung der Versicherten im Haushalt sei ein neuer Haushaltabklärun gsbericht einzuholen (Verfahren- Nr. 720 17 27 / 147 und 720 17 28 / 148). In Nachachtung dieses Urteils gab die IV-Stelle eine ne ue Haushaltabklärung in Auftrag. Ge- stützt auf deren Ergebnisse und die medizinische Aktenlage ermittelte die IV-Stelle bei der Ver- sicherten in Anwendung der gemischten Methode der Inval iditätsbemessung mit Anteilen von 40 % an Erwerbs- und von 60 % an Haushalttätigkeit ab 1. März 2014 einen Invaliditätsgrad von 25 % und ab 20. Juni 2014 einen solchen von 55 %. Folglich sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren rückwirkend ab 1. Juni 2014 eine halbe Rente zu. Die Rentenzusprache erfolgte dabei in Form von zwei Ve rfügungen: In einer ersten Verfügung vom 17. Dezember 2020 setzte die IV-Stelle die laufend e Rente ab 1. Januar 2021 fest und in der zweiten Verfügung vom 2. Februar 2021 entschied sie über den Rentenanspruch für den Zeitraum vom 1. Juni 2014 bis 31. Dezember 2020. B. Gegen diese Verfügungen vom 17. Dezember 2020 und 2 . Februar 2021 erhob A.____, weiterhin vertreten durch Advokat Dr. Wick, am 1. Februar 2021 und 3. März 2021 Be- schwerde beim Kantonsgericht. In beiden - inhaltlich übe reinstimmenden - Rechtsmitteln bean- tragte sie, es sei die an gefochtene Verfügung aufzuhe ben und es sei ihr für sich und ihre Kin- der ab 1. März 2014 eine Dreiviertelsrente und ab 1. Ju ni 2014 eine volle Invalidenrente zuzu- sprechen. Eventualiter sei die Sache zwecks Erlasses einer en tsprechenden Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltlich e Verbeiständung mit ihrem Rechtsver- treter zu bewilligen seien. C. Mit Verfügung vom 8. März 2021 legte das Kantonsger icht die beiden Beschwerdever- fahren zwischen A.____ und der IV-Stelle mit den Rentenverfügungen vom 17. Dezember 2020 und 2. Februar 2021 als Anfechtungsobjekten (Verfahren Nr. 720 21 45 und 720 21 87) zu- sammen. D. Bereits zuvor - mit Verfügung vom 1. März 2021 - h atte das Kantonsgericht im zuerst anhängig gemachten Beschwerdeverfahren Nr. 720 21 45 das Gesuch der Versicherten um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und de r unentgeltlichen Verbeiständung man- gels prozessualer Bedürftigkeit abgewiesen. In Anbetracht dieses Entscheids zog die Versicher- te am 13. April 2021 das diesbezügliche Gesuch im Besc hwerdeverfahren Nr. 720 21 87 zu- rück. E. In ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2021 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der beiden Beschwerden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekte der vorliegenden Verfahren bilden zwei Verfügungen der IV-Stelle Base l-Landschaft, sodass die örtliche Zustän- digkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen i st. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht a ls einzige gerichtliche Instanz des Kan- tons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-S telle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Au f die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobenen - Beschwerden der Versicherten vom 1. F ebruar 2021 und 3. März 2021 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti gung bestünde. Diese Frage beurteilt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 17. Dezember 2020 bzw. 2. Februar 2021) entwickelt hab en, wobei für die hypothetische An- nahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungs- recht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2.1 In seinem Rückweisungsentscheid vom 8. Juni 2017 (V erfahren-Nr. 720 17 27/28) schützte das Kantonsgericht die vorinstanzliche Auffassung , wonach der Invaliditätsgrad der Versicherten nach der gemischten Methode zu bemessen sei (vgl . E. 4.2 – 4.4 des Urteils). Zu- dem legte es das Verhältnis der Anteile an Erwerbs- u nd Haushalttätigkeit fest und entschied, dass der Invaliditätsgrad der Versicherten in Anwendung der gemischten Methode mit einem Erwerbsanteil von 40 % und mit einem Haushaltanteil v on 60 % zu bemessen sei (vgl. E. 4.5 und 4.6 des Urteils). 4.2.2 In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung - und entsprechend zu berücksichtigen -, dass ein Rückweisungsentscheid wie das genannte Urteil d es Kantonsgerichts vom 8. Juni 2017 für das den Entscheid ausfällende Gericht, selbst b ei erneuter Befassung mit der Sache, verbindlich ist. Diese Bindungswirkung steht einzig unter dem Vorbehalt, dass sich aus dem Rückweisungsverfahren neue Tatsachen oder Beweismittel im Sinne der prozessualen Revisi- on (vgl. Art. 53 Abs. 1 ATSG) ergeben, welche die da malige sachverhaltliche Grundlage er- schüttern (Urteil des Bundesgerichts vom 10. Januar 2019, 9C_554/2018, E. 1.4 mit Hinwei- sen). In Bezug auf die Statusfrage und die Aufteilung der Anteile an Erwerbs- und Haushalttä- tigkeit werden vorliegend neue Tatsachen oder Beweismit tel weder von den Parteien geltend gemacht noch lassen sich den Akten solche entnehmen. Unter diesen Umständen hat das Kan- tonsgericht aber nicht nur keinen Anlass, sondern viel mehr gar keine Befugnis, auf die vorste- hend genannten, im Urteil vom 21. Juni 2018 verbindlich beurteilten strittigen Aspekte des Ren- tenanspruchs (Statusfrage, Aufteilung der Anteile a n Erwerbs- und Haushalttätigkeit) zurückzu- kommen. Diese Auffassung wird nicht nur von der IV-Ste lle, sondern offenbar auch von der Versicherten geteilt, stellt sie doch die genannten Pun kte in der vorliegenden Beschwerde nicht mehr in Frage. 4.3.1 Was das Verhältnis der Anteile an Erwerbs- und Haushalttätigkeit betrifft, ersucht die Beschwerdeführerin nun allerdings das Kantonsgericht d arum, bereits im vorliegenden Ent- scheid - im Sinne eines "obiter dictum" - die künftige Entwicklung dieser Aufteilung festzulegen und zwar derart, dass ab 1. September 2024 von einem E rwerbspensum von 80 % und ab 1. September 2028 von einem Vollpensum auszugehen sei. 4.3.2 Im Zusammenhang mit diesem Anliegen der Beschwer deführerin ist vorab klarzustel- len, dass das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen nach ständiger Rechtsprechung in der Regel nach dem Sachverhalt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerden grundsätzlich der Sachverhalt massgebend ist, wie er sich bis zum 17. De zember 2020 bzw. bis zum 2. Feb- ruar 2021, den Zeitpunkten des Erlasses der beiden angef ochtenen Rentenverfügungen, entwi- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ckelt hat. Die Frage, in welchem Umfang die Versicherte im Gesundheitsfall einer ausserhäusli- chen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre, ist mit anderen Worten lediglich für den Zeitraum ab frühestmöglichem Rentenbeginn bis zu den genannten beiden Terminen zu beantworten. Somit kann auf das Anliegen der Versicherten, die künftige E ntwicklung der Anteile an Erwerbs- und Haushalttätigkeit schon heute festzulegen, bereits aus diesem Grund nicht eingegangen wer- den. Dazu kommt, dass sich bei einzelnen Kriterien dieser Aufteilung - wie z. B. bei den familiä- ren Verhältnissen oder der finanziellen Situation - di e künftige Entwicklung heute ohnehin nicht hinreichend voraussagen liesse. Selbstverständlich steht es der Versicherten aber frei, zu ge- gebener Zeit an die IV-Stelle zu gelangen, wenn ihre s Erachtens die Voraussetzungen für eine Rentenrevision (nach Art. 17 ATSG) vorliegen. Ein solch er Revisionsgrund kann rechtspre- chungsgemäss gegeben sein, wenn eine andere Art der Be messung der Invalidität zur Anwen- dung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabebereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 5 mit Hinweisen). 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. In seinem Rückweisungsentschei d vom 8. Juni 2017 gelangte das Kantonsgericht - wie vor ihm die IV-Stelle in den dama ls angefochtenen Verfügungen - gestützt auf die Ergebnisse des bidisziplinären Gutachtens der Dre s. med. C.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, und D.____, Psychiatrie und Psychoth erapie FMH, vom 30. November 2015 zum Schluss, dass bei der Versicherten für den Zeitrau m vom 20. März 2012 bis 19. Juni 2014 von einer 70 %-igen und seit dem 20. Juni 2014 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbereich auszugehen sei (vgl. E. 5 und 6 des Urteils). 5.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1 hiervor), ist ge mäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich. Gestützt auf die vorstehenden Zumutbarkeitsbeurteilungen ermittelte die IV-Stelle in den damals angefochtenen Verfügungen vom 15. Dezember 2016 bzw. 5. Januar 2017 bei der Versicherten für die Zeit b is 19. Juni 2014 einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 25 % und für die Zeit danach eine n solchen von 100 %. In seinem Rück- weisungsentscheid vom 8. Juni 2017 schützte das Kantonsgeri cht diese Ergebnisse vollum- fänglich (vgl. E. 7 des Urteils). 5.3 Das Kantonsgericht ist nach dem oben Gesagten (vgl. E. 4.2.2 hiervor) sowohl in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als auch in der Bemessung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbe- reich an die genannten Ergebnisse gebunden, zu denen e s in seinem Rückweisungsentscheid vom 8. Juni 2017 gelangt war, zumal die Parteien (auch) in Bezug auf den medizinischen Sach- verhalt oder im Zusammenhang mit dem Einkommensvergleich keine neuen Tatsachen oder Beweismittel geltend machen und solche auch nicht aus den Akten ersichtlich sind. 6. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist hingegen, in welchem Ausmass die Beschwer- deführerin im Haushaltbereich beeinträchtigt ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltberei ch bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich d es Beweiswertes des Abklärungsberichts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztbe richten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Haushaltabklä rungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, w elche Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Beh inderungen hat, die sich aus den me- dizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berück- sichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteilig ten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Be- richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angem essen detailliert bezüglich der ein- zelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil P. des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil A. des Bund esgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 6.2 Im Zusammenhang mit der Bemessung der Einschränkun g im Haushaltbereich ist zu- dem die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Schadenm inderungspflicht von im Haushalt tätigen Versicherten zu beachten. Laut dieser Praxis ist vom Grundsatz auszugehen, dass ei- nem Leistungsansprecher im Rahmen der Schadenminderung spflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Ent- schädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt täti gen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswir kungen der Behinderung im haus- wirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine mög lichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann di e versicherte Person wegen ihrer Behin- derung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mi t viel höherem Zeitaufwand erledi- gen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen u nd in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung o der durch Angehörige verrichtet wer- den, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinb usse oder doch eine unverhält- nismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invalid itätsbemessung bei einer im Haus- halt tätigen Person zu berücksichtigende Mithilfe von Fam ilienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwar tende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Famili- engemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären. Da- bei darf unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der Haushalt- tätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgeste llten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied finden lässt , das allenfalls für eine ersatzweise Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit zahl- reichen Hinweisen). 7.1 In einem ersten Haushaltbericht vom 21. Januar 20 15 ermittelte die Abklärungsperson gesamthaft eine Beeinträchtigung der Versicherten von 13 %. In seinem Urteil vom 8. Juni 2017 gelangte das Kantonsgericht jedoch zum Schluss, dass nicht auf die Ergebnisse dieses Be- richts abgestellt werden könne. Es erwog, die Abklärung sperson sei fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der rheumatologische Experte Dr. C.____ der Versicherten eine Einschrän- kung im Haushalt von 30 % attestiert habe. Tatsächlich sei der Experte aber von einer Ein- schränkung im Umfang von mindestens 50 % ausgegangen. Der Haushaltbericht beruhe des- halb auf einem in erheblichem Masse unzutreffenden me dizinischen Sachverhalt. Das Kan- tonsgericht erachtete deshalb eine nochmalige Abklärun g der Einschränkung im Haushaltbe- reich durch eine neue, bis anhin noch nicht mit der Ange legenheit betraute Fachperson als an- gezeigt und es wies die Sache zu diesem Zwecke an die IV-Stelle zurück. 7.2 In Nachachtung dieses Rückweisungsentscheids gab die IV -Stelle eine erneute Haus- haltabklärung in Auftrag. Diese wurde am 22. Septemb er 2017 am Wohnort der Versicherten in deren Beisein und in Anwesenheit ihres Rechtsvertrete rs durch eine neue Abklärungsperson vorgenommen. Im hierzu erstellten Bericht vom 1. November 2017 werden richtigerweise vorab die medizinischen Diagnosen und krankheitsbedingten Einschränkungen festgehalten sowie die konkreten Wohnverhältnisse beschrieben. Im Weiteren werden die einzelnen Aufgabenbereiche im Haushalt gesondert definiert und die entsprechenden Einschränkungen der Versicherten festgehalten. Dabei werden auch die unter dem Aspekt de r Schadenminderungspflicht berück- sichtigten Beiträge der Familienmitglieder umschrieben und quantifiziert. Insgesamt kommt der Bericht zum Schluss, dass unter Berücksichtigung der famili är üblichen Mithilfe der Angehöri- gen und der allgemein zumutbaren Schadenminderung eine Einschränkung der Versicherten im Haushalt von 25 % bestehe. Schadenmindernd zu berücksi chtigen sei die die Mithilfe des Ehe- mannes bei der Küchenarbeit, bei der Kinderbetreuung , bei der Wohnungspflege, bei der Wä- sche und beim Einkaufen im Umfang von bis zu zehn Stund en pro Woche, ferner die Mithilfe der Mutter bei der Wohnungspflege, bei der Wäsche und beim Einkaufen im Umfang von bis zu drei Stunden pro Woche und die Mithilfe des zwölfjäh rigen Sohns beim Tischdecken. Schliess- lich wird als schadenmindernde Massnahme auch der Einsatz einfacher Hilfsmittel wie eines vierrädrigen Einkaufswagens und eines Akku-Staubsaugers angerechnet. 7.3 In formeller Hinsicht entspricht der Haushaltberich t den bundesgerichtlichen Anforde- rungen an einen beweistauglichen Bericht. Er wurde au fgrund von Erhebungen vor Ort in An- wesenheit der Versicherten durch eine hierfür geschulte Fachperson erstellt. Diese beurteilte darin sämtliche Aufgabenbereiche, gewichtete sie und beschrieb die jeweiligen Fähigkeiten und Einschränkungen der Betroffenen in den einzelnen Berei chen. Ebenso berücksichtigte und quantifizierte die Abklärungsperson die der Versicherten obliegende Schadenminderungspflicht. Der Bericht erweist sich insgesamt als vollständig und er ist in sich widerspruchsfrei. Festzuhal- ten ist schliesslich auch, dass die neue Abklärung - wie vom Kantonsgericht im Rückweisungs- entscheid vom 8. Juni 2017 gefordert - durch eine bis anhin nicht mit der Angelegenheit betrau- te Fachperson vorgenommen wurde. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.1 Die Beschwerdeführerin erhebt keine konkreten Ei nwände gegen die einzelnen Fest- stellungen des Berichts, sondern sie kritisiert vielmehr i n genereller Form, dass der Bericht die Besonderheiten einer Schubkrankheit nicht berücksichtige. Der fachärztlichen Einschätzung des rheumatologischen Experten Dr. C.____, wonach im H aushalt eine Einschränkung von mindestens 50 % bestehe, komme daher grösseres Gewicht z u als den Ergebnissen der Haus- haltabklärung. Letzterem Einwand der Beschwerdeführer in kann nicht beigepflichtet werden. Das Bundesgericht hat zwar schon mehrfach festgehalten, d ass im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den f achmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Auf gaben zu erfüllen, den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen sei als dem Bericht über die Haus- haltabklärung (vgl. etwa das Urteil des Bundesgericht s vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese Rechtsprechung ist jedoch nur einschlägig, wenn es darum geht, die Einschrän- kung im Haushaltbereich bei Versicherten zu ermitteln, die an psychischen Gesundheitsbeein- trächtigungen leiden. Sind die Einschränkungen - wie i m vorliegenden Fall - weitestgehend so- matisch bedingt, so ist der Haushaltbericht grundsätzlich massgeblich, soweit er den bundesge- richtlichen Anforderungen an einen beweistauglichen Bericht genügt. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 7.3 hiervor), ist dies hier der Fall. Dazu kommt, d ass Dr. C.____ bei seiner Einschätzung, wonach von einer Einschränkung im Haushalt von 50 % ausz ugehen sei, im Gegensatz zur Abklärungsperson die im Rahmen der Schadenminderung zum utbare Mithilfe von Familienan- gehörigen ausser Acht lässt. Schliesslich trifft es auch ni cht zu, dass der Bericht die Besonder- heiten einer Schubkrankheit nicht berücksichtige. Die Abkl ärungsperson war sich durchaus be- wusst, dass die Einschränkungen nicht immer gleich stark sind. So hält sie auf Seite 2 des Be- richts fest, dass die Schmerzen und "Versteifungen" auch von der Tageszeit und der Witterung abhängig seien. Die von der Abklärungsperson ermittelt en Werte sind daher klarerweise als Durchschnittswerte zu verstehen. 7.4.2 Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren, dass i m Rahmen der Schadenminderungs- pflicht ihren Familienangehörigen ein zu hohes Mass an M ithilfe im Haushalt zugemutet bzw. auferlegt werde. Sie errechnet mithilfe der Tabellen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamtes für Statistik, dass ihr Ehemann run d 28 Stunden pro Woche im Haushalt zu leisten habe, was ihm zusätzlich zu seiner vol lzeitlichen Erwerbstätigkeit offenkun- dig nicht zuzumuten sei. Diesem Einwand bzw. der ihm zu G runde liegenden Berechnung kann jedoch, wie die IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung zutreffend geltend macht, in zweierlei Hinsicht nicht gefolgt werden. Zum einen geht die Beschwerdefü hrerin von einer Einschränkung im Haushalt von 50 % aus, was nicht zutrifft, beträgt di ese nach dem vorstehend Gesagten (vgl. E. 7.2 hiervor bzw. E. 7.5 hiernach) doch lediglich 25 %. Sodann eignen sich die SAKE- Tabellen in einem IV-rechtlichen Verfahren wie dem vo rliegenden ohnehin nicht für die Ermitt- lung der Stundenzahl an erforderlicher Haus-und Famil ienarbeit, da es sich bei den SAKE- Tabellen um Durchschnittswerte handelt, die den konkret zu beurteilenden Fall unberücksichtigt lassen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2020, 8C_748/2019, E. 6.6). Auszu- gehen ist daher von einem Umfang an Mithilfe, wie er im Abklärungsbericht konkret anhand einer Abklärung vor Ort ermittelt wurde, also von einem Aufwand von bis zu zehn Stunden pro Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Woche durch den Ehemann und von bis zu drei Stunden pr o Woche durch die Mutter der Be- schwerdeführerin. 7.4.3 Eine Mithilfe von wöchentlich bis zu zehn Stunden ergibt für den Ehemann täglich eine durchschnittliche Mithilfe von knapp eineinhalb Stunden , was neben einem vollen Arbeitspen- sum wohl eher an der oberen Grenze des Zumutbaren li egen dürfte. Geht man jedoch davon aus, dass an den Wochenenden vom Ehemann eine etwas um fangreichere Mithilfe erwartet werden darf, reduziert sich die durchschnittliche Mithilf e aber an den Werktagen auf rund eine Stunde, was wohl noch im zumutbaren Bereich liegt. Insg esamt führt die von der Abklärungs- person veranschlagte Mithilfe von wöchentlich zehn Stund en daher entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht zu einer unverhältnismässigen und deshalb unzumutbaren Belas- tung des Ehemannes. 7.4.4 Im Rahmen der Schadenminderungspflicht nicht b erücksichtigt werden darf die Mithilfe von Angehörigen, die nicht in Hausgemeinschaft mit der versicherten Person leben. Der Ein- wand der Beschwerdeführerin, wonach die Mithilfe ihr er Schwester, die nicht bei ihr wohne, ausser Acht bleiben müsse, ist daher zutreffend. Die Ab klärungsperson führte in ihrer Stellung- nahme vom 10. Februar 2021 zu diesem Einwand aus, die g elegentliche Hilfe der Schwester der Versicherten sei bei der Schadenminderung nicht berücksichtigt worden. Angerechnet habe man die Mithilfe der Mutter der Versicherten im Umfan g von durchschnittlich bis zu drei Wo- chenstunden. Laut den Angaben der Beschwerdeführerin w ohnt ihre Mutter jährlich während mehrerer Wochen in ihrem Haushalt und übernimmt währ enddessen die anfallenden Hausar- beiten. Zudem werde sie von der Mutter bei der Kinde rbetreuung unterstützt. Vor diesem Hin- tergrund erscheint die Anrechnung einer von der Mutter erbrachten Mithilfe im Umfang von durchschnittlich bis zu drei Stunden pro Woche vertretba r und sie darf deshalb als Schaden- minderung angerechnet werden. 7.5 Abgesehen von den beiden vorstehend behandelten Rügen werden die Ergebnisse der Haushaltabklärung von der Versicherten in ihrer Beschwe rde nicht in Frage gestellt. Die Akten liefern ebenfalls keine Anhaltspunkte dafür, dass die A bklärungsperson die Aufgabenbereiche falsch gewichtet, die Angaben der Versicherten unzurei chend berücksichtigt, oder die in den einzelnen Bereichen bestehenden Einschränkungen nicht korr ekt beschrieben und bewertet hätte. Es lässt sich vielmehr festhalten, dass sich der Be richtstext als plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschrän kungen erweist und dass er in Über- einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben der Versicherten steht. Dem Abklä- rungsbericht kommt deshalb voller Beweiswert zu. Somit ist die IV-Stelle zu Recht von einer Einschränkung im Haushalt von 25 % ausgegangen. 8. Auf dieser Grundlage ermittelte die IV-Stelle in den angefochtenen Verfügungen in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessu ng bei einer zeitlichen Beanspru- chung von 40 % im Erwerbs- und von 60 % im Haushaltber eich eine Einschränkung im Haus- haltbereich von 15 % (0,60 x 25 %). Im Erwerbsbereich gelangte sie aufgrund des weiter oben Gesagten (vgl. E. 5.1 bis 5.3 hiervor) zu Einschränkunge n von 10 % bis 19. Juni 2014 (0,40 x 25 %) bzw. von 40 % ab 20. Juni 2014 (0,40 x 100 %). Insgesamt resultieren daraus laut der IV- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle Invaliditätsgrade von 25 % (bis 19. Juni 2014) bzw. von 55 % (ab 20. Juni 2014). Diese Berechnungen der Vorinstanz und deren Ergebnisse sind ni cht zu beanstanden, sie werden denn auch in der vorliegenden Beschwerde nicht in Fra ge gestellt. Folglich sprach die IV-Stelle der Versicherten in den angefochtenen Verfügungen zu Recht ab 1. Juni 2014 eine halbe Rente zu und in ebenso zutreffender Weise verneinte sie glei chzeitig einen Rentenanspruch für den Zeitraum bis Ende Mai 2014. Die gegen die betreffenden Verfügungen vom 17. Dezember 2020 und 2. Februar 2021 erhobenen Beschwerden erweisen sich demnach als unbegründet, wes- halb sie abzuweisen sind. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 9.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerdef ührerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht