Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. Februar 2018 (720 17 251 / 47) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Würdigung des medizinischen Sachverhalts: Auf die Berichte der versiche- rungsinternen Ärzte kann abgestellt werden; entgegen der Auffassung der IV-Stelle ist im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns aber a uf die zumutbare Arbeit in der an- gestammten Tätigkeit abzustellen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.___, Beschwerdeführer, vertreten durch D aniel Tschopp, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1974 geborene und zuletzt als Gastro-Koch b ei der Genossenschaft X.___ tätig gewesene A.___ erlitt im Jahr 2012 einen Unfall, al s er beim Fussballspielen auf Kunstrasen ausrutschte und auf die rechte Schulter fiel. Für d ie Folgen dieses Unfalls erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) bis zum 21. März 2013 die gesetzlichen Leis- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungen. Seit einem Rückfall im September 2013, für w elchen die SUVA ebenfalls ihre gesetzli- che Leistungspflicht anerkannte, klagt A.___ über Schmerze n an der rechten Schulter. Mit rechtskräftigem Einspracheentscheid vom 2. Dezember 2016 sprach die SUVA A.___ zuletzt für die Unfallrestfolgen eine Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 12% zu. A.2 Bereits am 4. September 2014 meldete sich A.___ unter Hinweis auf diese Schmerzen an der rechten Schulter bei der Eidgenössischen Invalidenve rsicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stell e) gewährte dem Versicherten in der Folge berufliche Massnahmen in Form eines Arbeitsversuchs. Nachdem das Arbeitspensum in seiner angestammten Tätigkeit bei der Genossenschaft X.__ _ aufgrund von Beschwerden an der rechten Schulter nicht über 50% hatte gesteiger t werden können, wurden die beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 20. März 2015 abgeschlossen. Auf den 29. Februar 2016 wur- de ihm schliesslich seine Arbeitsstelle bei der Genossenschaft X.___ gekündigt. Am 30. Juni 2016 ersuchte der Versicherte die IV-Stelle erneut um Durchführung beruflicher Massnahmen. Mit Verfügung vom 14. September 2016 lehnte die IV- Stelle das Leistungsbegehren mit Ver- weis auf eine medizinisch ausgewiesene volle Arbeitsfähi gkeit ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Nachdem das Dossier zur Prüf ung des Rentenanspruchs an die zuständige Sachbearbeitung weitergeleitet worden war, klärte die IV-Stelle die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und ermittelte beim Versicherten ab 1. August 2015 einen Invaliditätsgrad von 65%, ab 1. November 2015 einen solchen von 100% und ab 1. Juni 2016 einen solchen von 0%. Gestützt auf diese Ergebnisse und nach Durchführung des Vorbe- scheidverfahrens sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 21. Juni 2017 für den Zeitraum vom 1. August 2015 bis 31. Oktober 2015 ei ne Dreiviertelsrente und für die Zeit vom 1. November 2015 bis 31. Mai 2016 eine befristete ganze Rente zu. Für die Zeit ab 1. Juni 2016 lehnte sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente mangels rentenbegründenden Invalidi- tätsgrades ab. B. Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte, vertre ten durch Advokat Daniel Tschopp, mit Eingabe vom 21. August 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Ka ntonsgericht), ein. Darin beantragte er, es sei ihm in teilweiser Aufhebung der angefochten en Verfügung vom 21. Juni 2017, ab März 2015 bis Ende Mai 2016 eine ganze Invalidenrente a uszurichten. Ferner seien ergänzen- de medizinische Abklärungen vorzunehmen und berufliche M assnahmen durchzuführen und gestützt darauf neu über den Rentenanspruch ab 1. Juni 2016 zu entscheiden; unter o/e Kos- tenfolge. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vo r, dass im Zeitpunkt des frühestmögli- chen Rentenbeginns, im März 2015, keine Arbeitsfähigkeit auf dem massgebenden freien Ar- beitsmarkt bestanden habe. Ferner sei die medizinische Aktenlage in ganz grundsätzlicher Hin- sicht unvollständig. Die aktuellen medizinischen Unterlag en würden sodann den Schluss nahe legen, dass sich sein Gesundheitszustand in der Zwischenzeit verschlechtert habe, sodass im Zeitpunkt der verfügten Renteneinstellung nicht von e iner Arbeitsfähigkeit von 100% in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Hierz u reichte er im Rahmen einer weite- ren Eingabe am 22. August 2017 einen Bericht von Dr. med. B.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, nach. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 30. Oktober 2017 hielt der Beschwerd eführer vollumfänglich an seinen Anträgen fest. In der Duplik vom 7. Dezember 2017 hiel t auch die IV-Stelle an ihrem Stand- punkt fest. E. Aufgrund der mit Urteilen des Bundesgerichts vom 30 . November 2017 erfolgten Rechtsprechungsänderung betreffend die Beurteilung von psychischen Krankheitsbildern, nahm der Beschwerdeführer anlässlich einer weiteren Eingabe vom 15. Dezember 2017 erneut zur vorliegenden Sache Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgeg enstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und inso- weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E . 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hin- weisen). Vorliegend stellte die IV-Stelle in der Verf ügung vom 21. Juni 2017 im Wesentlichen fest, dass dem Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. Augu st 2015 bis 31. Oktober 2015 eine Dreiviertelsrente und ab 1. November 2015 eine ganze Re nte der Invalidenversicherung zuste- he, wobei die ganze Rente bis zum 31. Mai 2016 befri stet ausgerichtet werde. Nicht Gegen- stand der dem vorliegenden Verfahren zugrunde liegen den Rentenverfügung vom 21. Juni 2017 bildete die Frage, ob der Beschwerdeführer Anspr uch auf berufliche Massnahmen hat. Wie eingangs erwähnt, nahm die Beschwerdegegnerin hier zu im Rahmen der Verfügung vom 14. September 2016 Stellung, welche unangefochten in Rechtskraft erwuchs. Hinsichtlich der beantragten Durchführung von beruflichen Massnahmen f ehlt es demnach an einem Anfech- tungsgegenstand und folglich an einer Sachurteilsvoraussetzung, weshalb im Rahmen des vor- liegenden Beschwerdeverfahrens nicht auf diesen Antrag eingetreten werden kann. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit einzig der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist dabei der Sachverha lt, wie er sich bis zum Erlass der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2017 entwickelt ha t. Dieser Zeitpunkt bildet rechtspre- chungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Über prüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sin d jedoch insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenh ang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses des Verwaltungsakt es zu beeinflussen (Urteil des Bun- desgerichts vom 10. August 2009, 9C_136/2009, E. 2.5). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen v orzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache i st der medizinische Verlauf seit dem Unfall im Mai 2012 bzw. dem Rückfall im September 2013 massgebend, wobei im Wesentlichen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen sind: 5.2 Nach eingegangener Rückfallmeldung erfolgte am 25. November 2013 eine erste Be- urteilung durch Dr. med. C.___, FMH Orthopädische Chi rurgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates. Dieser diagnostizierte ein Schulter-I mpingement-Syndrom rechts bei einer Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Partialruptur der Rotatorenmanschette rechts, eine AC -Gelenks-Arthrose rechts sowie eine Hy- pertonie und Diabetes mellitus. Bei bekannter Partialr uptur der Rotatorenmanschette rechts nach dem Unfallereignis am 12. Mai 2012 bestünden nun ein chronisches Schulter- Impingement-Syndrom rechts und eine leichte AC-Gelenksa rthrose. Es sei eine weitere Abklä- rung mittels Kontroll-Arthro-MRI-Untersuchung sowie eine Schulterarthroskopie mit arthroskopi- scher subacromialer Dekompression und einer allfälligen R otatorenmanschettenrekonstruktion zu empfehlen. 5.3 Nach durchgeführter Schulterarthroskopie mit arthro skopischer subacromialer Dekom- pression rechts am 13. Dezember 2013 war der Beschwerdef ührer vom 19. Februar 2014 bis 26. März 2014 zur stationären Rehabilitation in der R ehaklinik D.___. Im Austrittsbericht vom 25. März 2014 wurden neben einer Schulterkontusion mit rezidivierender posttraumatischer Bursitis subacromialis am rechten Schultergelenk eine Art hro-MRI-mässig nachgewiesene resi- duell narbige Veränderung des anteroinferioren sowie posterosuperioren Labrums sowie eine stationär bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne diagnostiziert. Es konnte eine mäs- sige Symptomausweitung beobachtet werden. Das Ausmass der d emonstrierten physischen Einschränkungen hat sich mit den objektivierbaren Befund en nur zum Teil erklären lassen. Im Rahmen der Zumutbarkeitsbeurteilung wurde dem Versiche rten die angestammte Tätigkeit als Hilfskoch unter Berücksichtigung eines eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils (keine Tätigkeiten Überkopf und keine Tätigkeiten über Schulterhöhe) im U mfang von 50% ab 31. März 2014 als zumutbar erachtet. In einer leichten bis mittelschweren Verweistätigkeit ohne Tätigkeiten Über- kopf mit wiederholtem Krafteinsatz der rechten Schulter und keinen wiederholten Tätigkeiten über Schulterhöhe wurde dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert. 5.4 Im Bericht vom 28. März 2014 stellte Dr. C.___ anl ässlich einer Dreimonats-Kontrolle einen schwierigen Verlauf und eine unveränderte Schmerzsituation fest. 5.5 Mit Bericht vom 7. Juli 2014 führte Dr. med. E.__ _, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Rahmen eine r Zweitmeinung hinsichtlich der Schmerzsituation aus, dass die Impingement ähnlichen Schmer zen nicht vollständig mecha- nisch erklärbar seien. Falls sich anhand der angeforderte n MRI-Bilder diesbezüglich keine rele- vante Pathologie zeigen sollte, sei eine schmerztherapeutische Intervention bei Dr. med. F.___, FMH Anästhesiologie, zu empfehlen. 5.6 Anlässlich einer ersten kreisärztlichen Untersuchung a m 22. Juli 2014 stellte Prof. Dr. med. G.___, FMH Chirurgie, einen nach wie vor protrahierten Verlauf bei einem Status nach Schulterarthroskopie rechts mit arthroskopischer suba cromialer Dekompression am 13. Dezember 2013 fest. Eine Arbeitsfähigkeit gemäss d em Jobprofil in der angestammten Tä- tigkeit als Mitarbeiter der Zentralküche sei noch nicht gegeben. Mit einer Steigerung könne frü- hestens in sechs bis acht Wochen gerechnet werden, wobei diese Prognose davon abhänge, was Dr. E.___ hinsichtlich einer weiteren Behandlungso ption vorschlage. Möglicherweise kom- me eine Rearthroskopie in Frage. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7 Im Verlaufsbericht vom 22. August 2014 führte Dr. C.___ aus, dass sich aufgrund der skelettszintigraphischen Untersuchungsergebnisse sowie der fr üheren Untersuchungen keine pathologisch-anatomische Ursache für die noch vorliegende n Schmerzen finden lasse. Auch eine neurogene Ursache konnte in den zwei neurologische n Untersuchungen nicht nachgewie- sen werden. In diesem Sinne stimme er dem Vorschlag von D r. E.___ zu, dass eine Überwei- sung zur Schmerztherapie an Dr. F.___ erfolgen soll. 5.8 Nach fünfmaliger Behandlung bei Dr. F.___ in For m von Laserbehandlungen und Injek- tionen berichtete dieser am 13. November 2014, dass ma n im Rahmen der Infiltrationen wie- derholt auf einen Gegenstand stosse und beim Infiltrieren das Gefühl habe, eine grössere Mas- se ausdrücken zu müssen. Nach der letzten Infiltration am 28. Oktober 2014 sei der Patient erneut einige Stunden schmerzfrei gewesen. Es sei nun bewiesen, dass an dieser Stelle die Schmerzauslöser sitzen würden und es sich um ein akutes Pro blem handle. Dazu passe der Ultraschallbefund, der Verkalkungen im Bereich der Sup raspinatussehne beschreibe. Es sei sinnvoll den Versicherten erneut durch Dr. C.___ beurt eilen zu lassen und gegebenenfalls eine operative Sanierung zu evaluieren. 5.9 Am 25. November 2014 wurde beim Versicherten erneu t eine operative Schulterarthro- skopie rechts und eine arthroskopische ausgedehnte subacro miale und subdeltoidale Adhäsio- lyse rechts durchgeführt. Dabei wurde eine ausgeprägte Ar throfibrose der rechten Schulter mit Betonung des subacromialen und subdeltoidalen Kompartiments diagnostiziert. 5.10 Mit Verlaufsbericht vom 19. März 2015 stellte Dr. C.___ vier Monate nach subacromia- ler und subdeltoidaler Adhäsiolyse rechts bei posttrauma tischer Arthrofibrose der rechten Schulter seit Mitte Februar wieder zunehmende Schmerzen an der rechten Schulter fest, wel- che sich im Rahmen der Arbeitsaufnahme am 2. März 2015 wieder verstärkt hätten. Die Physio- therapie und die Wassertherapie sollten gestoppt und a uch keine weiteren Infiltrationen mehr durchgeführt werden. Die Arbeitsfähigkeit für die näc hsten zwei Monate betrage 50%, wobei eine Neubeurteilung Mitte April angezeigt sei. 5.11 Im Rahmen dieser Neubeurteilung berichtete Dr. C.___ am 13. April 2015 über eine unveränderte Situation mit anhaltenden Belastungsschmerzen oder Überbelastungsschmerzen. Nach wie vor sei keine Physiotherapie oder Wassertherapie zu empfehlen. Die Arbeitsfähigkeit sei weiterhin auf 50% zu veranschlagen. 5.12 Mit Bericht vom 21. Mai 2015 hielt Dr. C.___ hin sichtlich einer weiteren Verlaufskontrol- le fest, dass die Beschwerden wieder ähnlich wie vor der Operation seien. Insgesamt sei die Interpretation schwierig. Es bestünden anhaltende Bela stungsschmerzen über Schulterhöhe und anhaltende Überbelastungsbeschwerden bei der Arbeit . Differenzialdiagnostisch komme eine Nervus suprascapularis-Affektion in Frage. Die di esbezügliche neurologische Untersu- chung in der neurologischen Praxis H.___ habe aber keine n Nachweis ergeben. Es verbleibe somit nur noch eine Test-Anästhesie des Nervus suprascapularis medial der Incisura scapulae. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.13 Bei einer weiteren kreisärztlichen Untersuchung am 22. Juni 2015 wurden sieben Mo- nate nach der arthroskopischen subacromialen Dekompression sowie ausgedehnter subacro- mialer und subdeltoidaler Adhäsiolyse bei ausgeprägter Arthrofibrose der rechten Schulter nach wie vor anhaltende Belastungsschmerzen und bewegungsabhän gige einschiessende Schmer- zen festgestellt. Die Test-Anästhesie des Nervus suprascapul aris medial der Incisura scapulae habe keine Verbesserung gebracht. Eine Verlängerung de r Teilarbeitsfähigkeit analog des Job- profils wurde als medizinisch indiziert erachtet. Hierzu führte Dr. G.___ präzisierend aus, dass das Hauptproblem in den repetitiven schnellen Hin- un d Herbewegungen bestehe. Hier könne es häufig zu einschiessenden Schmerzepisoden kommen, die de n Versicherten zwingen wür- den, die Arbeit kurzfristig einzustellen und nach Abkli ngen der Beschwerden wieder aufzuneh- men. 5.14 Im Operationsbericht vom 28. August 2015 führte D r. C.___ nach Durchführung einer weiteren Schulterarthroskopie rechts und einer Rotator enmanschettenrevision bei Verdacht auf Einklemmungsneuropathie des Nervus suprascapularis aus, dass sich intraoperativ kein Nerv in der Nähe fand. Insgesamt bestehe eine ausgedehnte Revisio n des Intervalles zwischen Supra- spinatus und Subscapularis sowie dem Bereich der Incisura scapulae. Die Incisura scapulae selbst könne nicht dargestellt werden. Der Nervus suprascapularis werde ebenfalls nicht darge- stellt und nicht aufgefunden. In diesem Sinne könne ein e Einklemmungsneuropathie des Ner- vus suprascapularis weder ausgeschlossen noch nachgewiesen werden. 5.15 Nach einer weiteren Schulterarthroskopie rechts mit einer arthroskopischen Revision der Spinoglenoidalis rechts, einer arthroskopischen subacr omialen Adhäsiolyse und einer offe- nen Dekompression des Nervus suprascapularis rechts auf Höhe der Incisura scapulae am 21. September 2015 konnte eine Einklemmungsneuropath ie des Nervus suprascapularis aus- gemacht werden. 5.16 Anlässlich eines Verlaufsberichts am 4. Februar 2016 konnte Dr. C.___ keine Verände- rung feststellen. Die Schmerzen würden immer noch anha lten und der Versicherte benötige andauernd Analgetika. Es würden sich nun zwei Möglichkeit en ergeben: Entweder erfolge eine Zuweisung an eine Zweitmeinungsbeurteilungsstelle oder an eine spezialisierte Institution für Schmerztherapie. Eine Operationsindikation liege nicht mehr vor. 5.17 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 8. Februar 2016 führte Dr. G.___ aus, dass beim Versicherten inzwischen von einem Endzustand auszugehen se i. Nach nunmehr vier Operatio- nen und etlichen schmerztherapeutischen Interventionen s ei es unverändert seit Mai 2012 zu einer Problematik in der rechten Schulter gekommen, we lche trotz aller Bemühungen weder von den Schulterspezialisten Dr. C.___ und Dr. E.___ noch vom Schmerzspezialisten Dr. F.___ in irgendeiner Form dauerhaft haben verbessert werden können. Es sei nicht davon auszuge- hen, dass von weiteren Behandlungen mindestens mit übe rwiegender Wahrscheinlichkeit noch eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsz ustandes erwartet werden könne. Da der Versicherte seine Arbeitsstelle inzwischen verloren habe, gehe es um eine Zumutbar- keitsbeurteilung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Diesb ezüglich sei dem Versicherten eine leichte bis allenfalls mittelschwere körperliche Tätigkeit ganztags zumutbar, wobei keine Über- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kopfarbeiten, keine Arbeiten, die das Heben und Trag en von Lasten mit dem rechten Arm über Brusthöhe erfordern würden, keine schnellen ruckartigen , repetitiven Bewegungen des rechten Armes, auch unterhalb der Horizontalen, keine Vibration sbelastung und keine Stossbelastung für den rechten Arme in Frage kämen. 5.18 Am 15. Februar 2017 erfolgte eine Gesamtbetracht ung der medizinischen Aktenlage durch Dr. med. I.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, Regio naler Ärztlicher Dienst beider Basel (RAD). Anhand der vorliegenden Befunde sei es im Ver lauf nachvollziehbar, dass der Versi- cherte jeweils für allenfalls zwei bis drei Monate nach den Schulterarthroskopien vollständig auch in Verweistätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig gewese n sei. Dazwischen habe aber ledig- lich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% in der angestammten Tätigkeit als Hilfs- koch ohne EFZ bestanden aufgrund belastungsabhängiger Sch ulterschmerzen bei repetitiven Arbeiten. Für leichte bis allenfalls mittelschwere Ver weisarbeiten ohne repetitive Anteile sei der Versicherte weit vor der kreisärztlichen Beurteilung zu 1 00% arbeitsfähig gewesen. Dies wür- den eindeutig die klinischen und bildgebenden Befunde der fachärztlichen orthopädischen Un- tersuchungen zwischen Mitte 2014 und bis Ende 2015 zeigen. Ein letztes MRI am 31. Mai 2016 habe noch einmal einen leichten Reizzustand im AC-Gel enk und minimale Flüssigkeit in der Bursa subacromialis gezeigt, was auf eine diskrete Bursiti s subacromialis hindeute. Folglich sei seit der letzten Operation am 28. August 2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für repetitive Arbeiten, wie die zuletzt ausgeübte als Hi lfskoch auszugehen. In Übereinstimmung mit der kreisärztlichen Untersuchung und Beurteilung vom 8. Februar 2016 sei der Versicherte in leichten bis gelegentlich mittelschweren Hilfsarbeiten zu 100% einsetzbar. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochte nen Verfügung vom 21. Juni 2017 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen sowie im Wesentlichen auf die Kreisarztbeurtei- lung von Dr. G.___ vom 8. Februar 2016 und die Beurt eilung von Dr. I.___, RAD, vom 15. Februar 2017. Demzufolge ging sie davon aus, dass d em Beschwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (1. März 2015) eine angepasste leichte bis allenfalls mit- telschwere Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten, ohne Arbei ten, die Heben und Tragen von Lasten mit dem Arm über Brusthöhe erfordern würden, ohne r uckartige, repetitive Bewegungen des rechten Armes auch unterhalb der Horizontalen sowie ohn e Vibrations- und Stossbelastung für den rechten Arm vollschichtig zumutbar gewesen sei. Hier zu hat sie insbesondere auf der Grundlage der RAD-Beurteilung von Dr. I.___ erwogen , dass erst durch die am 28. August 2015 sowie 21. September 2015 durchgeführten Operati onen eine ab diesem Zeitpunkt bis zur kreisärztlichen Untersuchung am 8. Februar 2016 vorüberge hend andauernde vollständige Ar- beitsfähigkeit auch im Rahmen von Verweistätigkeiten bestanden habe. 6.2 Wie in Erwägung 4.4 hiervor ausgeführt, sind recht sprechungsgemäss an versiche- rungsinterne Beurteilungen, wie dem vorliegenden Beri cht des RAD-Arztes Dr. I.___, strenge Anforderungen zu stellen und diese lediglich insoweit zu berücksichtigen als keine – auch nur geringe – Zweifel an ihren Schlussfolgerungen bestehen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2). Solche Zweifel l iegen indessen nicht vor. Dr. I.___ zeigte nachvollziehbar auf, dass beim Versicherten gestützt auf d ie sich bei den Akten befindlichen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Berichte jeweils nach den durchgeführten Operationen eine in zeitlicher Hinsicht beschränkte vollständige Arbeitsunfähigkeit hinsichtlich je glicher Tätigkeiten bestand. Mit Blick auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen, insbesonde re die Berichte des Schulterspezia- listen Dr. C.___, ist auch seine Beurteilung, wonach di e erhobenen Befunde dazwischen ledig- lich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% i n der angestammten Tätigkeit zu be- gründen vermögen, nachvollziehbar. Insgesamt setzte sich Dr. I.___ mit der medizinischen Ak- tenlage sorgfältig auseinander, vermittelte ein umfa ssendes Bild über den Gesundheitszustand des Versicherten und begründete seine Einschätzung der A rbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit ge- stützt auf die Befunde und Beurteilungen der behandel nden Ärzte schlüssig und nachvollzieh- bar. 6.3 Der Beschwerdeführer bestreitet auf der Grundlag e der vorliegenden medizinischen Berichte eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit dem Argument, dass in ganz grundsätzlicher Hinsicht weitere medizinische Abklärungen erforderlich gewesen wären, um seine Arbeitsfähigkeit zuverlässig einschätzen zu können. 6.3.1 Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenh ang zunächst geltend macht, dass nicht auf das kreisärztliche und durch den RAD-Arzt Dr. I.__ bestätigte Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden könne, weil weitere organisch nicht nachweisbare Gesundheitsbeeinträchti- gungen bestünden, kann ihm nicht gefolgt werden. Er b ringt vor, bereits im Bericht der Rehakli- nik D.___ vom 25. März 2014 sei nachweislich dokumentiert w orden, dass sich das Ausmass seiner physischen Einschränkungen nicht allein mit objektivi erbaren pathologischen Befunden erklären lasse. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, d ass die vom Beschwerdeführer damit angesprochenen subjektiv beklagten Schmerzen von den invo lvierten Fachpersonen hinrei- chend gewürdigt wurden. Auch wenn keine Erklärung für die persistierenden Schmerzen gefun- den werden konnte, sind die daraus resultierenden funkt ionellen Einbussen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der fachärztlichen Beurteilung von Dr. G.___ durch ein entsprechend ein- geschränktes Zumutbarkeitsprofil vollumfänglich berücksich tigt worden. Wie der medizinischen Aktenlage, namentlich den zahlreichen Berichten von Dr. C.___ zu entnehmen ist, äusserten sich die nicht objektivierbaren Schmerzen vorwiegend in Überlastungsschmerzen bei der Vor- nahme repetitiver Bewegungen, wie anlässlich der angesta mmten Tätigkeit, oder in einer ein- geschränkten aktiven Schulterbeweglichkeit über Schulterhöhe. 6.3.2 Keine andere Betrachtungsweise vermag auch der m it Schreiben vom 21. August 2017 ins Recht gelegte Bericht von Dr. B.___ zu rechtfertigen. Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, anhan d dieses Berichts sei erstellt, dass sich die bei ihm zwischenzeitlich bestehenden unfallfremde n gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen seit 2017 in einer Verschlechterung der somatisch nich t erklärbaren Schmerzproblematik manifestiert hätten. Gleichzeitig gehe daraus hervor, dass sich auch sein psychischer Status verschlechtert habe. Dem ist zunächst entgegenzuhalten, da ss zwischen den Stellungnahmen von Dr. B.___ und Dr. G.___ bzw. Dr. I.___ bei genauerer Betrachtung in Bezug auf die Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit keine eigentliche Diskrepanz ausgemacht werden kann. So führt Dr. B.___ im Rahmen ihrer Zumutbarkeitsbeurteilung a us, der Beschwerdeführer könne über- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wiegend wahrscheinlich kein Arbeitspensum von über 50% mehr ausüben, es sei denn, es finde sich eine Tätigkeit, bei welcher der Arm gut geschont w erden könne. Wie aus dem unter Erwä- gung 6.1 Dargelegten hervorgeht, ist das dem Beschwerde führer medizinisch attestierte und der Verfügung vom 21. Juni 2017 zugrunde gelegte Zumut barkeitsprofil geradewegs auf eine solche armschonende Tätigkeit ausgerichtet, indem mehr ere Einschränkungen von Seiten des rechten Armes davon erfasst sind. Was ferner die diagnos tizierte mittelgradige depressive Epi- sode angeht, so lässt sich der Beurteilung von Dr. B.___ im Rahmen ihrer sehr kurz gehaltenen Ausführungen hinsichtlich dieser Diagnose keinerlei nachvo llziehbare Begründung entnehmen. Ihre Beschreibung, wonach der Versicherte zurückgezogene r lebe, ängstlich sei und Bewegun- gen vermeide, die mit Schmerzen verbunden seien, rei cht nicht aus, um eine psychische Er- krankung anzunehmen. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffe nd ausführt, ist der Beschwerde- führer sodann weder in psychotherapeutischer Behandlung noch nimmt er entsprechende Me- dikamente ein. Unter diesen Umständen kann auch eine we itere Auseinandersetzung mit der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung betreffend d ie invalidisierende Wirkung von leichten bis mittelgradigen Depressionen unterbleiben ( vgl. hierzu Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_841/2016 und 8C_130/2017). 6.4 Insgesamt sind weder dem Bericht von Dr. B.___ vom 2 1. August 2017 noch weiteren medizinischen Berichten Anhaltspunkte zu entnehmen, die geeignet sind, den Beweiswert der RAD-Beurteilung vom 15. Februar 2017 in Frage zu stellen, weshalb in antizipierter Beweiswür- digung auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichtet w erden kann (vgl. zur Zulässigkeit einer antizipierten Beweiswürdigung: BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweise n). Soweit sich die Beschwerde demnach auf einen ab 1. Juni 2016 neu zu beurteilenden Rentenanspruch bezieht, ist sie in diesem Punkt abzuweisen. 6.5 Anders präsentiert sich die Situation hinsichtlich des vom Beschwerdeführer beanstan- deten Beginns des Rentenanspruchs. Unter Berücksichtigung des auf den 23. September 2013 festgelegten Beginns des Wartejahres und der sechsmonatigen Karenzfrist nach Eingang der An meldung am 15. September 2014, besteht vorliegend zu Recht Einigkeit darüber, dass der frühestmögliche Rentenbeginn auf den 1. März 2015 zu liegen kommt. Soweit die Beschwerdegeg nerin aber in diesem Zeitpunkt hin- sichtlich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten die medizin isch attestierte Verweistätigkeit als massgeblich erachtet, kann ihr nicht beigepflichtet werden. Der Beschwerdeführer hat, wie auch schon anlässlich des Wartejahres, nachweislich versucht, seine angestammte Tätigkeit ab März 2015 wieder aufzunehmen. Diesbezüglich wurde er im Rahmen von beruflichen Massnahmen in Form eines Arbeitsversuchs durch die Beschwerdegegneri n begleitet. Indem die Beschwer- degegnerin zum einen berufliche Massnahmen zuspricht, und zum anderen für genau densel- ben Zeitraum ab März 2015 dem Rentenanspruch das Zum utbarkeitsprofil der leidensadaptier- ten Tätigkeit zugrunde legt, ist darin ein erheblicher Widerspruch zu sehen. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdegegnerin ab August 2015, zu wel chem Zeitpunkt der Beschwerdefüh- rer aufgrund übereinstimmender medizinischer Aktenalge auch in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsunfähig war, für den Rentenanspruch wiederum auf die durchschnittliche allein auf Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht der angestammten Tätigkeit basierende Arbeitsunfähigke it während des Wartejahres zurück- greift. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, i m Zeitpunkt des frühestmöglichen Renten- beginns auf die zumutbare Arbeit in der angestammten Tätigkeit abzustellen, für die in diesem Zeitpunkt eine medizinisch ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit von 50% bestand. Ab August 2015 ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten und ab Februar 2016 von eine r vollen Arbeitsfähigkeit in einer dem kreisärztlich attestierten Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Verweistätigkeit auszugehen. 7.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 3. 3 hiervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Dabei ist in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 2 22, 128 V 174), welcher – gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG – unbestritten auf den 1. M ärz 2015 zu liegen kommt. Das von der Beschwerdegegnerin anhand der Angaben des ehemaligen Arbeitgebers des Versicherten er- mittelte Valideneinkommen wie auch die massgebenden Be rechnungsgrundlagen des Invali- deneinkommens wurden vom Versicherten zu Recht nicht bea nstandet. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechts anwendung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen w äre, erübrigt sich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den durch die IV-Stelle ermitte lten Vergleichseinkommen und es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die Ausführungen in de r angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2017 verwiesen werden. 7.2 Wie sich aus Erwägung 6.5 ergibt, ist im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe- ginns, am 1. März 2015, entgegen der Auffassung der I V-Stelle auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit abzustellen, wobei von einer Arb eitsunfähigkeit von 50% auszugehen ist. Ab diesem Zeitpunkt ist der Invaliditätsgrad demna ch neu zu ermitteln. Anhand der mass- gebenden Bemessungsgrundlagen resultiert aufgrund der Gegenüberstellung des Validenein- kommens von Fr.57‘460.-- und des Invalideneinkommens vo n Fr. 28‘730.-- ein Invaliditätsgrad von 50%. Aufgrund der ab 28. Augst 2015 in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten bestehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit, kann ohne weitere Er örterungen festgehalten werden, dass der Invaliditätsgrad ab dem genannten Zeitraum 100% betrug. Für die Zeit ab 9. Februar 2016 steht nach dem Gesagten fest, dass der Beschwerdeführer un ter Berücksichtigung des formu- lierten Zumutbarkeitsprofils in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist, womit aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 57 ‘460.-- und des Invalideneinkom- mens von Fr. 66‘652.-- ein Invaliditätsgrad im Erwerb sbereich von 0% resultiert. In diesem Zu- sammenhang gilt es nun allerdings die Bestimmungen nach Art. 88 ff. IVV zu berücksichtigen. Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Bei einer Verbesserung der Er- werbsfähigkeit wiederum ist die anspruchsbeeinflussend e Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksi chtigen, in welchem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wi rd. Sie ist ebenso in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrech ung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV). Unter Berücksichtigung der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Karenzfrist von drei Monaten nach Art. 88a Abs. 2 IVV besteht der Anspruch auf die halbe Ren- te somit bis zum 31. Oktober 2015. Für die Zeit danach, d.h. mit Wirkung ab 1. November 2015, hat die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 21. Juni 20 17 die ganze Rente zu Recht bis zum 31. Mai 2016 befristet. 7.3 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass vom 1. März 2 015 bis zum 31. Oktober 2015 Anspruch auf eine halbe Rente resultiert. Vom 1. November 2015 bis zum 31. Mai 2016 besteht Anspruch auf eine ganze Rente. Ab 1. Juni 2016 besteht kein Rentenanspruch mehr. Die Beschwerde ist somit in Bezug auf den Rentenanspru ch für den Zeitraum ab 1. März 2015 teilweise gutzuheissen. Für die Zeit ab 1. Juni 2016 ist sie dagegen abzuweisen. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistung en vor dem kantonalen Versicherungs- gericht kostenpflichtig. Nach § 20 Abs. 3 Satz 2 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufe rlegt. Den Vorinstanzen werden in der Regel keine Verfahrenskosten auferlegt. Der Beschwe rdeführer ist mit seinen Begehren teilweise durchgedrungen, weshalb es sich rechtfertigt, ihm Verfahrenskosten von Fr. 200.-- aufzuerlegen, die in diesem Umfang mit dem geleistete n Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet werden. Der übrige Kostenvorschuss i n Höhe von Fr. 600.-- wird ihm zu- rückerstattet. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerde nur teilweise gutgeheissen wurde, kann dem Be- schwerdeführer nur eine reduzierte Parteientschädigung ausgerichtet werden (vgl. § 21 Abs. 1 VPO, wonach der ganz oder teilweise obsiegenden Partei eine angemessene Parteientschädi- gung zugesprochen werden kann). Der Rechtsvertreter des B eschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 29. November 2017 für das vorliegend e Beschwerdeverfahren ein Honorar von insgesamt Fr. 2‘666.10 bei einem Zeitaufwand von 9.5 Stunden ausgewiesen. In einer wei- teren Eingabe vom 15. Dezember 2017 machte er einen zusätzlichen Aufwand von 50 Minuten geltend, womit insgesamt eine Honorarforderung in d er Höhe von Fr. 2‘874.60 resultiert. Auf- grund der teilweisen Gutheissung der vorliegenden Bes chwerde ist die Zusprechung einer re- duzierten Parteientschädigung gerechtfertigt. Demnach h at die Beschwerdegegnerin dem Be- schwerdeführer eine reduzierte Parteientschädigung in d er Höhe von Fr. 2‘168.50 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Kosten wettgeschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit eingetreten werden kann wird die ang efochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Juni 2017 in teilwe iser Gutheis- sung der Beschwerde dahingehend geändert, dass der Beschwe rde- führer für die Zeit vom 1. März 2015 bis 31. Oktober 20 15 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. Im Übrigen wird die Be schwerde abge- wiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden Verfahrenskosten in de r Höhe von Fr. 200.-- auferlegt und in diesem Umfang mit dem g eleisteten Kosten- vorschuss verrechnet. Der zu viel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 60 0.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr 2‘168.50 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen.