B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6601/2013 U r t e i l v o m 1 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Jürg Steiger, Richterin Marie-Chantal May Canellas, Gerichtsschreiberin Laura Bucher. Parteien A._______, (…), vertreten durch lic. iur. Thomas Tribolet, Fürsprecher, Advokaturbüro Advocomplex, Zinggstrasse 16, 3007 Bern, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Generalsekretariat VBS, Maulbeerstrasse 9, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Neubewertung der Funktion (Rückstufung). A-6601/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ arbeitet seit vielen Jahren im (…) und hatte während dieser Zeit verschiedene Stellungen inne. Ab dem 1. Januar 2004 war A._______ als Sachbearbeiter Lagerbewirtschaftung in der Lohnklasse 14 a ngestellt. In dieser Funktion führte er Waren für den Ausgang z u- sammen und stellte sie zur Abholu ng bereit. Er plante und koordinierte zudem die Auftragsabwicklung für den Warenein- und -ausgang. Ab Sep- tember 2011 war A._______ im Bereich Auftragssteuerung, Lieferservice und Kundendienst tätig. In dieser Funktion ist er zusammen mit drei we i- teren Pers onen für die Lagerbewirtschaftung und den Kontakt zu den Kunden mit Beratung, Entgegennahme der Bestellungen, Bestellung s- prozess und Reklamationen (…) zuständig. B. Am 12. November 2012 wurde A._______ aufgrund der Reorganisation (…) ein neuer Arbeitsvertrag mit Stellenbeschreibung vom 8. November 2012 zur Unterschrift zugestellt, welcher die neue Funktion als Logisiti k- fachmann in der Lohnklasse 13 vorsah. Nachdem A._______ den A r- beitsvertrag nicht unterschrieben hatte, verfügte der Chef (…) am 23. Ap- ril 2013 die Rückstufung (Neubewertung der Funktion) von A._______ von der Lohnklasse 14 in die Lohnklasse 13 per 1. November 2013. Gleichzeitig wurde ein gleichbleibender Lohn verfügt (Lohngarantie). Als Begründung wurde angefügt, im Rahmen der Reorganisation bestehe die bisher von A._______ ausgeübte Funktion als Sachbearbeiter Lagerb e- wirtschaftung nicht mehr, weshalb ihm die Funktion als Logistikfachmann zugewiesen wurde. C. Am 14. Mai 2013 erhob A._______ beim Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) Beschwerde g e- gen diese Verfügung und beantragte ein neues, für seine momentane Tä- tigkeit gültiges Pflichtenheft und eine angepasste Bewertung dieser Funk- tion rückwirkend auf den 1. Januar 2013. D. Mit Entscheid vom 23. Oktober 2013 wies das VBS (nachfolgend: Vori n- stanz) die Beschwerde ab und stellte fest, dass Anspruch auf eine Loh n- garantie bestehe. Durch die Reorganisation seien Organigramm und Au f- gaben verändert worden, weshalb die Funktion des Sachbear beiters La- gerbewirtschaftung nicht mehr existiere. Deshalb sei A._______ die Funk-A-6601/2013 Seite 3 tion des Logistikfachmanns zugewiesen worden. Da diese Funktion nur eine Lohnklasse tiefer eingegliedert und die Stelle am selben Ort ausz u- führen sei sowie keine höheren Anforderungen gestellt würden, sei die Stelle im Rahmen von Entlastungsprogrammen und Reorganisationen als zumutbar zu qualifizieren. Zudem habe A._______ aufgrund seines Alters Anspruch auf eine Lohngarantie, bei der allerdi ngs der Teuerungsau s- gleich und die Lohentwicklung ausgeschlossen seien, bis der neue Lohn den Betrag nicht mehr übersteige, der aufgrund der Funktionsbewertung gerechtfertigt sei. E. Gegen diesen Entscheid erhebt A._______ (nachfolgend: Beschwerd e- führer) am 25. November 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsg e- richt. Er beantragt, den Entscheid aufzuheben und zur Neubeurteilung zu- rückzuweisen. Mit dem Wechsel in die Auftragssteuerung im September 2011 hätten sich die Aufgaben des Beschwerdeführers geändert. D ie neue Tätigkeit bringe mehr Verantwortung und sei anspruchsvoller. Z u- dem spreche er gut Französisch und werde für Verhandlungen in Franzö- sisch beigezogen. Deshalb hätte der Beschwerdeführer damit rechnen können, dass damit eine Lohnerhöhung verbunden sei. Der anlässlich der Reorganisation (…) erhaltene Stellenbeschrieb vom 8. November 2012 beschreibe jedoch die Tätigkeiten, welche er vor September 2011 erledigt habe. Zwar sei abgebildet, dass er neu vermehrt mit Planungs - und Lei- tungsaufgaben betraut sei und Arbeitsgruppen leite sowie Führungsau f- gaben übernehme, doch entspreche der Stellenbeschrieb nicht der ta t- sächlichen Arbeit. Trotz anspruchsvolleren Arbeiten werde der Lohn von Lohnklasse 14 auf Lohnklasse 13 herabgesetzt. Der direkte Vorgesetzte habe bestätigt, dass die tatsächliche Arbeit des Beschwerdeführers nicht dem neuen Stellenbeschrieb entspreche. Die direkten Vorgesetzten wü r- den bestätigen, dass der Beschwerdeführer die Arbeit des Auftragssteue- rers (Sachbearbeiter Auftragssteuerung / Dispositio n) übernehme, we l- cher in der Lohnklasse 16 eingeteilt sei. Der Beschwerdeführer erledigte dieselben Arbeiten wie seine Kollegen, welche in der Lohnklasse 16 bzw. 17 eingeteilt seien. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt nicht richtig oder unvollständig festgestellt. F. In ihrer Stellungnahme vom 23. Dezember 2013 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde abzuweisen . Der direkte Vorgesetzte des Beschwerd e- führers (Chef …) habe auf Anfrage bestätigt, dass der Beschwerdeführer seine Funktion als Logistikfachmann t atsächlich ausübe und entspr e-A-6601/2013 Seite 4 chend eingesetzt werde. Dem Beschwerdeführer würden aufgrund seiner momentanen gesundheitlichen Situation auch administrative Aufgaben zugewiesen, um ihn körperlich zu entlasten. Entgegen seiner Behauptung sei der Beschwerdeführer folglich nicht als Sachbearbeiter Auftragssteue- rung/Disposition tätig. G. In seinen Schlussbemerkungen vom 30. Januar 2014 macht der B e- schwerdeführer geltend, der von der Vorinstanz angefragte Chef (…) sei nicht sein direkter Vorgesetzter. Entgegen der von der Vorinstanz eing e- reichten Stellungnahme würden seine Arbeitskollegen und die unmittelba- ren Vorgesetzten bestätigen, dass der Beschwerdeführer weitgehend dieselben Arbeiten ausführe wie seine Kollegen. Dies gehe auch aus der Zielvereinbarung für das Jahr 2014 sowie aus dem Ferienplan hervor, welcher aufzeige, dass gegenseitige Vertretungen stattfinden würden. H. Auf die übrigen gemachten Ausführungen wird – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) erlässt der Arbeitgeber bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis eine Verfügung. Die Verfügung des (…) wurde im Einklang mit der vor Inkrafttreten der Re vision des Bundespersonalrechts am 1. Juli 2013 geltenden prozessualen Rechtslage zunächst bei der Vor- instanz als interne Beschwerdeinstanz angefochten (vgl. Art. 35 Abs. 1 BPG in der Fassung vom 24. März 2000 [AS 2001 906], nachfol- gend aBPG ). Jenes Beschw erdeverfahren war bei Inkrafttreten dieser Revision noch hängig. Die Vorinstanz war deshalb gestützt auf den al l- gemeinen intertemporalrechtlichen Grundsatz, wonach hängige Recht s- mittelverfahren nach bisherigem Prozessrecht weiterzuführen sind, trotz der mit der Revision erfolgten Verkürzung des Instanzenzugs (neu direkte Anfechtung der Verfügung des Arbeitgebers beim Bundesverwaltungsg e- richt; vgl. Art. 36 Abs. 1 BPG) zum angefochtenen Entscheid be fugt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5321/2013 vom 24. Februar 2014 E. 1.1.2; MEYER/ARNOLD, Intertemporales Recht, Zeitschrift für A-6601/2013 Seite 5 Schweizerisches Recht [ZSR] 2005 I, S. 137; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 132). Ein Ausnahmefall im Si nne von Art. 32 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32; vgl. insbesondere Art. 32 Abs. 1 Bst. c VGG) ist nicht gegeben, weshalb das Bundesverwaltungsgericht damit zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist (vgl. auch Art. 31 VGG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. D e- zember 1968 über das Verwaltungsver fahren [VwVG, SR 172.021] und Art. 33 Bst. d VGG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 V wVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Tei l- nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt ist und ein schutzwürdige s Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfa h- ren beteiligt und ist mit seinem Anliegen nicht durchgedrungen. Er ist demnach durch den angefochtenen Entscheid beschwert und hat ung e- achtet der gewährten Lohngarantie ein schutzwürdiges Interesse an de s- sen Aufhebung oder Änderung (vgl. zum Bestehen eines aktuellen Rechtsschutzinteresses bei Beschwerden gegen Einreihungsentscheide trotz Lohngarantie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1876/2013 vom 6. Januar 2014 E. 1.2.2). Seine Legitimation ist somit zu bejahen. 1.4 Auf die im Übrigen frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist demnach einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüf t die bei ihm angefochtenen Entscheide mit uneingeschränkter Kognition. Es überprüft die angefoc h- tene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemes- senheit hin (Art. 49 VwVG). Die Beschwerdeinstanz überprüft demnach nicht nur, ob die Verwaltung bei ihrem Entscheid im Rahmen ihres E r- messens geblieben ist, sondern grundsätzlich auch, ob sie eine dem A-6601/2013 Seite 6 Sachverhalt angemessene Lösung getroffen hat, d as heisst nicht bloss rechtlich, sondern auch sachlich richtig entschieden hat. 2.2 Bei der Prüfung der Angemessenheit auferlegt sich das Bundesve r- waltungsgericht indessen eine gewisse Zurüc khaltung, soweit es um die Leistungsbeurteilung von Bediensteten, um verwaltungsorganisatorische Fragen oder um Probleme der betriebsinternen Zusammenarbeit und des Vertrauensverhältnisses geht. In diesen Fällen entfernt es sich im Zweifel nicht von der Auffassung der Vorinstanz und setzt nicht an deren Stelle sein eigenes Ermessen (BVGE 2007/34 E. 5 mit weiteren Hinweisen; U r- teile des Bundesverwaltungsgerichts A -5455/2007 vom 11. Juni 2008 E. 5.4 und A -1782/2006 vom 24. Mai 2007 E. 2.4.5; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsg e- richt, 2. Aufl. 2013, N. 2.151 ff.; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage 2010, Rz. 473 ff. mit Hinweisen). Bei Stelleneinreihungen im Zusammenhang mit eigentlichen Reorganis a- tionsmassnahmen überprüft das Bundesverwaltungsgericht diese Mass- nahmen nur darauf hin, ob sie auf ernstlichen Überlegungen und sachli- chen Gründen beruhen d.h. nicht lediglich vorgeschoben sind, um auf diese Weise auf ein bestimmtes Diens tverhältnis Einfluss zu nehmen. Insbesondere wird das Bundesverwaltungsge richt nicht selbst als qualif i- zierende Instanz tätig (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -1688/ 2011 vom 7. Dezember 2011 E. 4 mit Hinweisen ; A-1764/2010 vom 14. Oktober 2010 E. 2 ; vgl. auch OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 2009, Art. 49 N. 46 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). 2.3 Voraussetzung für diese Zurückhaltung ist allerdings, dass es im ko n- kreten Fall keine Anhaltspunkte für eine unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhal ts gibt und davon ausgegangen werden kann, dass die Vorinstanz die für den Entscheid wesentlichen Gesicht s- punkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfa s- send vorgenommen hat (BGE 133 II 35 E. 3, mit Hinweisen; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-8233/2010 vom 27. Dezember 2011 E. 2, A-438/2009 vom 1. März 2011 E. 19.7 sowie A-2424/2007 vom 4. April 2008 E. 4.4; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 446c f.). Als unrichtig gilt die Sachverhaltsfeststellung, wenn der angefochtenen Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt A-6601/2013 Seite 7 wurde oder entscheidrelevante Gesichtspunkte nicht geprüft oder Bewe i- se falsch gewürdigt wurden. Als unvollständig gilt sie, wenn nicht über alle rechtserheblichen Umstände Beweis geführt wurde oder eine entschei d- relevante Tatsache zwar erhoben, jedoch nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid einfloss (vgl. Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-5321/2013 vom 23. April 2013 E. 3.2.1, A -5321/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.1, A -3440/2012 vom 21. Januar 2014 E. 2.1.2 und A -3716/ 2010 vom 26. März 2013 E. 2.1.2, jeweils m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 1043; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.189; JÉRÔ- ME CANDRIAN, Introduction à la procédure administrative fédérale, 2013, Rz. 59, S. 43). 3. Am 1. Juli 2013 sind die revidierten Bestimmungen des Bundespersona l- rechts in Kraft getreten. Im vorliegenden Fall erliess die Erstinstanz ihre Verfügung am 23. April 2013 und damit noch vor Inkrafttreten der Revisi- on. Der Entscheid der Vorinstanz erging jedoch nach Inkrafttreten der Revision am 23 . Oktober 2013. Welches Recht im vo rliegenden B e- schwerdeverfahren zur Anwendung gelangt, ist mangels einer ausdrückli- chen Übergangsbestimmung in der Bundespersonalgesetzgebung au f- grund der allgemeinen intertemporalen Grundsätze zu entscheiden ( PE- TER HELBLING, in: Portmann/Uhlmann [Hrsg.], S tämpflis Handkommentar zum BPG, 2013, Art. 41 N. 6). Danach ist in der Regel dasjenige materiel- le Recht massgeblich, das im Zeitpunkt der Verwirklichung des streitigen Sachverhalts Geltung hat. Bei einer materiellen Rechtsänderung ist grundsätzlich das Rec ht anwendbar, das im Zeitpunkt des Erlasses der ursprünglichen Verfügung bzw. der Fällung des erstinstanzlichen En t- scheides in Kraft steht ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 325 ff. ; HELBLING, a.a.O., Art. 41 N. 6 ). Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die Rech t- mässigkeit eines angefochtenen Verwaltungsakts deshalb in der Regel anhand der bei dessen Ergehen geltenden materiellen Rechtslage (vgl. BGE 129 II 497 E. 5.3.2 m.w.H.; Urteil des Bundesgeri chts 2C_559/2011 vom 20. Januar 2012 E. 1.4 m.w.H.; Urteil e des Bundesverwaltungsge- richts A -5333/2013 vom 19. Dezember 2013 E. 3 , A -3753/2013 vom 22. August 2013 E. 2). Demnach beurteilt sich die vorliegende Beschwer- de nach dem vor Inkrafttreten der Revisi on am 1. Juli 2013 gültigen Bu n- despersonalrecht. A-6601/2013 Seite 8 4. 4.1 Gemäss Art. 15 Abs. 1 BPG bemisst sich der Lohn nach den drei Kr i- terien Funktion, Erfahrung und Leistung. Näheres regeln die gestützt auf Art. 15 Abs. 3 BPG erlassenen Ausführungsbestimmungen , namentlich die Bundespersonalverordnung vom 3. Juli 2001 (BPV, SR 172.220.111.3). Art. 36 BPV stellt ein System von 38 Lohnklassen auf. Jede Funktion wird bewertet und einer dieser Klassen zugewiesen (Art. 52 Abs. 1 BPV). Vor ihrem Entscheid über die Zuweisung holt die zuständige Stelle das Gutachten der Bewertungsstelle nach Art. 53 BPV ein (Art. 52 Abs. 2 BPV). Zuständige Bewertungsstellen für die Funkti o- nen der Lohnklassen 1 bis 31 sind die Departemente (Art. 53 Abs. 1 Bst. b BPV). Für die Funktionsbewertung sind die nötige Vorbildung, der Umfang des Aufgabenkreises sowie das Mass der betrieblichen Anforderungen, Ve r- antwortlichkeiten und Gefährdungen massgebend (Art. 52 Abs. 3 BPV). Grundlage für die Bewertung ist gemäss Art. 20 Abs. 1 der Verordnung des EFD zur B undespersonalverordnung vom 6. Dezember 2001 (VBPV, SR 172.220.111.31) die Stellenbeschreibung (Pflichtenheft). Die Stellen- beschreibung stellt die formelle Grundlage für die Bewertung und Einre i- hung der Stellen in die Lohnklassen dar. Darin werden die Anfo rderun- gen, der Aufgabenbereich sowie die Kompetenzen bzw. Verantwortlic h- keiten des Stelleninhabers zusammengefasst festgehalten. Die Bewe r- tung hat nicht zuletzt auch aufgrund von Vergleichen mit anderen Stellen zu erfolgen (sog. Quervergleiche, Art. 20 Abs. 2 VBPV). 4.2 Gemäss Art. 19 Abs. 1 BPG schöpft der Arbeitgeber alle Möglichke i- ten einer zumutbaren Weiterbeschäftigung aus, bevor er einer angestel l- ten Person ohne deren V erschulden kündigt. Gemäss Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Stellen - und Personal bewirtschaftung im Rahmen von Entlastungsprogrammen und Reorganisationen vom 10. Juni 2004 (Reorganisationsverordnung, SR 172.220.111.5 [seit dem 1. August 2014 nicht mehr in Kraft, AS 2014 2171]) ist eine andere Stelle zumutbar, wenn die neue Stelle höchs tens drei Lohnklassen tiefer eingereiht ist (Bst. a), der Arbeitsweg zwischen Wohn - und Arbeitsort mit den öffentlichen Ve r- kehrsmitteln von Tür zu Tür höchstens zwei Stunden für den Hinweg und zwei Stunden für den Rückweg pro Tag beträgt (Bst. b) und die neue Ar- beit nach gebührender Einführung mit einer Beurteilung der Stufe 3 ve r- richtet werden kann. Vorbildung, Sprache und Alte r sind zu berücksicht i- gen (Bst. c). Gemäss dazu ergangener Rechtsprechung ist sodann einem A-6601/2013 Seite 9 Angestellten eine neue Funktion nicht zuzumuten, welche zwar zu keinen oder geringen finanziellen Einbussen führt, aber im Hinblick auf die Tätig- keit eine völlige Unterforderung oder Überforderung mit sich bringt (Urte i- le des Bundesverwaltungsgerichts A -2662/2013 vom 9. Dezember 2013 E. 7.4.2 sowie A-6509/2010 vom 22. März 2011 E. 11.2.2). Ob eine Arbeit zumutbar ist oder nicht, kann jeweils nur in Bezug auf eine bestimmte A r- beit und eine bestimmte Person geprüft werden (Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts A-6329/2010 vom 1. April 2011 E. 4.5). 4.3 Muss eine Funktion aus Gründen, die nicht bei der angestellten Pe r- son liegen, tiefer bewertet werden oder wird eine tiefer bewertete Funkt i- on zugewiesen, so wird die Lohnklasse im Arbeitsver trag angepasst (Art. 52a aBPV [AS 2008 5646]). Wird die Funktion einer Person, die das 55. Altersjahr zurückgelegt hat, tiefer bewertet oder eine tiefer bewertete Funktion zugewiesen, so bleibt der Lohn unverändert und wird vom Teue- rungsausgleich und von einer Lohnentwicklung ausgenommen, bis er den Betrag nicht mehr üb ersteigt, der aufgrund der Funktionsbewertung g e- rechtfertigt ist (Art. 52a Abs. 2 aBPV [AS 2008 5646]). 5. 5.1 Im vorliegenden Fall ist klar und im übrigen nicht bestritten, dass dem Beschwerdeführer im Zuge einer Reorganisation eine tiefer bewertete Funktion zugewiesen wurde. Folglich liegen die Gründe für die Rückst u- fung nicht bei der angestellten Person. Nachfolgend ist deshalb zu pr ü- fen, ob die neue Stelle für den Beschwerdeführer gemäss den Vorgaben der Reorganisationsverordnung zumutbar ist. Eine abschliessende Beur- teilung der Zumutbarkeit ist – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – je- doch nicht möglich, weil der Sachverhalt im vorliegenden Fall nicht hinrei- chend geklärt ist. 5.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die von ihm seit September 2011 bis derzeit ausgeführte Tätigkeit entspreche nicht der Stellenbeschreibung des Logistikfachmanns vom 8. November 2012 , dessen Funktion er ge- mäss dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz per 1. November 2013 übernehmen müsste. Die Vorinstanz hält dem entgegen, der direkte Vorgesetzte habe bestätigt, dass der Beschwerdeführer als Logistikfac h- mann tätig sei, wobei er aufgrund seiner gesundheitlichen Situation auch für administrative Arbeiten eingesetzt werde. A-6601/2013 Seite 10 5.3 Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde ein Schreiben vom 4. Juli 2013 ein, worin B._______ , Chef (…), bestätigt, dass er sowie der direkte Vorgesetzte C._______ eine Einreihung des Beschwerdeführers als Auftragssteuerer als angebracht erachten würden. Der Beschwerd e- führer arbeite seit September 2011 mit se hr grossem Einsatz im Bereich Auftragssteuerung/Lieferservice/Kundendienst, eine Anpassung des O r- ganigramms sowie der Einreihung habe jedoch nicht erwirkt werden kö n- nen. Der Unterzeichnete sei nicht in die Entscheidungsfindung bezüglich Einreihung einbezogen worden. Mit seinen Schlussbemerkungen reichte der Beschwerdeführer weitere Bestätigungen, unter anderem von D._______ , stellvertretender Chef (…), und E._______ , Chef (…), ein. Diese bestätigen im wesentlichen die Ausführungen des B._______ (…). Die Vorinstanz reichte in ihrer Vernehmlassung ein Schreiben vom 12. Dezember 2013 ein, in dem F._______, Chef (…) bestätigt, dass der Be- schwerdeführer entsprechend seiner Stellenbeschreibung als Logisti k- fachmann eingesetzt werde. Die vollumfängliche Ausübung d ieser Funk- tion setze auch Kenntnisse als Sachbearbeiter voraus, weshalb – nicht zuletzt um dem gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers Rec h- nung zu tragen – ein Teileinsatz im administrativen Bereich erfolge. 5.4 Das vom Beschwerdeführer eingereichte Organigramm des (…) zeigt auf, dass F._______ dem (…) als Chef vorsteht. Die Abteilung "Nac h- schub/Rückschub" ist G._______ unterstellt. Eine Hierarchiestufe tiefer ist C._______ als Chef der (…) eingesetzt. Dem (…), wo der Beschwerd e- führer tätig ist, steh t B._______ als Chef und gleichzeitig Stellver treter von C._______ vor. Die dem Beschwerdeführer mit dem neuen Arbeit s- vertrag zugestellte Stellenbeschreibung vom 8. November 2012 nennt als direkt vorgesetzte Funktion des Beschwerdeführers (…) B._______ . Das Formular "Zielvereinbarung" für die Beurteilungsperiode vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Oktober 2014 vom 4. Dezember 2013 weist E._______ (…) als direkten Vorgesetzten des Beschwerdeführers aus und trägt auch dessen Unterschrift. Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass alle e r- wähnten Personen dem Beschwerdeführer als Vorgesetzte vorstehen. Welche Person jedoch als direkter Vorgesetzter des Beschwerdeführers zu bezeichnen ist, ist unklar. 5.5 Die Bestätigungen des F._______ (…) einerseits und diejenigen der Vorgesetzten aus dem Bereich (…) widersprechen sich bezüglich der vom Beschwerdeführer ausgeübten Funktion. Obwohl dieser Wide r- spruch offensichtlich ist, äussert sich die Vorinstanz in ihre r Vernehmlas- sung dazu nicht. Zudem ist es nicht nachvollziehbar, d ass die Vorinstanz A-6601/2013 Seite 11 ihre Stellungnahme auf eine Bestätigung des ihrer Ansicht nach direkten Vorgesetzten F._______ stützt, obwohl in der Stellenbeschreibung für die durch dieselbe Vorinstanz bestätigte neue Funktion des Beschwerdefü h- rers als direkter Vorges etzter B._______ aufgeführt ist. Die Vorinstanz führt aus, der Beschwerdeführer müsse aufgrund der ergangenen En t- scheide seit dem 1. November 2013 als Logistikfachmann tätig sein. J e- doch bleibt unklar, ob dies dem Beschwerdeführer aus betrieblichen Gründen überhaupt möglich ist o der ob er die neue Tätigkeit lediglich verweigert. Obwohl der Beschwerdeführer mehrfach ausführte, er erled i- ge seit September 2011 andere Aufgaben, nimmt die Vorinstanz dazu keine Stellung. Insgesamt bleibt damit auch unklar, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführer vor und nach der Reorganisation überhaupt au s- übte und wie der Beschwerdeführer in seiner neuen Funktion betrieblich und organisatorisch eingesetzt wird. Indem es die Vorinstanz unterlassen hat, diese Widersprüche und Unklarheiten zu klären, hat sie den Sac h- verhalt unrichtig bzw. unvollständig festgestellt. 6. 6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge- richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindl i- chen Weisungen an die Vorinstanz zur ück. Bei der Wahl zwischen den beiden Entscheidarten steht dem Gericht ein weiter Ermessensspielraum zu. Liegen sachliche Gründe vor, ist eine Rückweisung regelmässig mit dem Untersuchungsgrundsatz und dem Prinzip eines einfachen und r a- schen Verfahrens ver einbar (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-770/2013 vom 8. Januar 2014 E. 1.3). Zur Rückweisung führt insbesondere eine mangelhafte Abklärung des Sac h- verhalts durch die Vorinstanz, die ohne eine aufwändigere Beweiserh e- bung nicht behoben werden kann (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.194). Wie bereits ausgeführt, ist der Sachverhalt im vorliegenden Fall nicht hi n- reichend geklärt. Vor diesem Hintergrund ist ein Entscheid des Bunde s- verwaltungsgerichts nicht möglich. Es rechtfertigt sich deshalb, die Sache zur Vornahme der erforderlichen Abklärungen sowie zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies gilt umso mehr, als diese mit den Verhältnissen nicht nur besser vertraut, sondern auch besser in der Lage ist, diese Abklärungen durchzuführen. A-6601/2013 Seite 12 6.2 Bei diesem Ergebnis is t die Beschwerde demnach gutzuheissen, der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Klärung des Sachverhalts im Sinne der Erwägungen sowie zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 7. 7.1 Das Beschwerdeverfahren in personalrechtlichen Belangen ist ausser bei Mutwilligkeit kostenlos (Art. 34 Abs. 2 BPG). Es sind daher keine Ver- fahrenskosten zu erheben. 7.2 Der obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zuzuspr e- chen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Entschädigung u m- fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Pa r- tei (vgl. Art. 8 ff. VGKE). Wird keine Kostennote eingereicht, setzt das Ge- richt die Entschädigung aufgrund der Akten fest (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung der S a- che an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid (mit noch offenem Ausgang) praxisgemäss als volles Obsiegen der B e- schwerde führenden Partei (vgl. BGE 137 V 2010 E. 7.1 und BGE 132 V 215 E. 6.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 48.1). Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer gilt demnach als obsiegend und hat Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist in Anbetracht des mutmasslichen Arbeits- und Zeitaufwands für das vorliegende Beschwerdeverfahren auf Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Vorinstanz zur Zahlung aufzuerl e- gen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Besc hwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Vorinstanz vom 23. Oktober 2013 wird aufgehoben und die Sache zur Klärung des Sac h- verhalts im Sinne der Erwägungen sowie zu neuem Entscheid an die Vor- instanz zurückgewiesen. A-6601/2013 Seite 13 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Vorinstanz wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 04-14 / 7-2013 / 13.003834; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Laura Bucher Rechtsmittelbelehrung: Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebie t der öffen t- lich-rechtlichen Ar beitsverhältnisse können beim Bundesgericht ang e- fochten werden, sofern es um eine ver mögensrechtliche Angelegenheit geht, bei welcher der Streitwert mindestens Fr. 15'000.– beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Bei einer nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit ist die Beschwerde n ur zulässig, wenn sie die Gleichste l- lung der Geschlechter betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG). Steht die B e- schwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten offen, kann sie innert 30 Tagen nach Eröffnung dieses Entscheids beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 82 ff., 90 ff. und A-6601/2013 Seite 14 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweis- mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, be i- zulegen (Art. 42 BGG). Versand: