<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2019.00349</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=219934&amp;W10_KEY=4480708&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2019.00349</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.02.2020</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthalts-/Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Nachträglicher Familiennachzug. Erteilung der Niederlassungsbewilligung an die Beschwerdeführerin 1, eine 2003 in der Schweiz geborene, 2004 oder 2005 ins Herkunftsland ausgereiste und im Januar 2014 illegal wieder in die Schweiz eingereiste Staatsangehörige Ghanas, deren Mutter (Beschwerdeführerin 2) und jüngere Schwester über die Niederlassungsbewilligung verfügen.]<br/><br/>Der Beschwerdegegner liess während Jahren das kurz nach der illegalen Einreise der Beschwerdeführerin 1 gestellte Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung an diese unbehandelt und duldete implizit den Aufenthalt der Beschwerdeführerin 1 in der Schweiz. Diese wurde nie dem Zugriff der Behörden entzogen, sondern lebte stets bei ihrer Mutter und geht nunmehr seit sechs Jahren hier zur Schule. <br/>Daher liegt - unabhängig von der Frage einer Veränderung der Betreuungssituation im Herkunftsland - ein wichtiger familiärer Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG vor, weil das Kindeswohl zum massgeblichen heutigen Zeitpunkt nur noch durch den Nachzug gewahrt werden kann (E. 5.3).<br/><br/>Gutheissung.<br/></b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=45285" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2019.00349</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">13. Februar 2020</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vertreten<br/> durch BeschwerdefÃ¼hrerin 2,</span></p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch RA C,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerinnen,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></b><span><br/> </span><span>Postfach, 8090 ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Aufenthalts-/Niederlassungsbewilligung</span></b><b>,</b></p> <span><br/> </span> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>B ist eine 1972 geborene StaatsangehÃ¶rige Ghanas. Im April 1995 heiratete sie in Accra den 1943 geborenen und in der Schweiz <span>niederlassungsberechtigten D, einen StaatsangehÃ¶rigen von E</span>. Im Januar 1996 reiste sie in die Schweiz ein, worauf ihr in der Folge eine spÃ¤ter regelmÃ¤ssig verlÃ¤ngerte Aufenthaltsbewilligung und im Jahr 2001 die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde. Ende Juli 2002 reiste ihr aus einer frÃ¼heren Beziehung stammender, 1995 geborener Sohn F in die Schweiz ein, welcher ebenfalls eine Niederlassungsbewilligung erhielt. Im gleichen Jahr wurde die Ehe von B und D geschieden.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 10. November 2003 kam die Ã¤ltere Tochter von B, A, zur Welt. Seit Oktober 2003 ist B sozialhilfeabhÃ¤ngig. Im April 2005 kam die zweite Tochter, G, zur Welt. Die IdentitÃ¤t des Vaters bzw. der VÃ¤ter beider TÃ¶chter ist unbekannt. Beide MÃ¤dchen wurden in die Niederlassungsbewilligung ihrer Mutter einbezogen. </p> <p class="Urteilstext">Am 27. Juni 2005 wurde B wegen des Verdachts der Begehung von BetÃ¤ubungsmitteldelikten festgenommen und tags darauf in Untersuchungshaft gesetzt. A war zu diesem â bzw. einem nicht mit Sicherheit feststellbaren frÃ¼heren â Zeitpunkt bereits nach Ghana ausgereist. Ihr Bruder wurde in einem Kinderheim fremdplatziert, die jÃ¼ngere Schwester verblieb bei der Mutter. </p> <p class="Urteilstext">Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 16. MÃ¤rz 2006 wurde B wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951 (SR 812.121) zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Am 26. Oktober 2006 wurde sie bedingt aus dem vorzeitig angetretenen Strafvollzug entlassen. </p> <p class="Urteilstext">Am 13. Dezember 2006 wurde sie zufolge ihrer StraffÃ¤lligkeit und ihres Sozialhilfebezugs verwarnt, und ihr wurde fÃ¼r den Fall erneuter StraffÃ¤lligkeit sowie weiteren erheblichen Sozialhilfebezugs die Wegweisung aus der Schweiz angedroht.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 18. Mai 2009 wies das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich ein Gesuch von B vom 27. November 2007 um eine Einreisebewilligung fÃ¼r A im Rahmen eines Familiennachzugs ab. Diese VerfÃ¼gung erwuchs in Rechtskraft. </p> <p class="Urteilstext">Ein Rekurs von B gegen einen seitens des Migrationsamts am 2. November 2009 wegen ihrer StraffÃ¤lligkeit und SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verfÃ¼gten Widerruf ihrer Niederlassungsbewilligung wurde vom Regierungsrat mit Beschluss vom 4. Juli 2012 gutgeheissen, und zwar zufolge einer (Blut-)Krankheit von G, einer SichelzellanÃ¤mie, derentwegen ihre Ausreise nach Ghana als unzumutbar qualifiziert wurde. B wurde stattdessen verwarnt und ihr der Widerruf der Niederlassungsbewilligung und die Wegweisung insbesondere fÃ¼r den Fall angedroht, dass sie erneut straffÃ¤llig wÃ¼rde.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 19. Januar 2014 reiste A ohne Visum in die Schweiz ein und nahm daraufhin bei ihrer Mutter Wohnsitz, wo sie sich seither aufhÃ¤lt. Am 21. Januar 2014 stellte B ein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung an ihre Tochter. </p> <p class="Urteilstext">Mit (eingeschrieben versandtem) Schreiben des Migrationsamts vom 30. Januar 2014 wurde A zufolge ihres illegalen Aufenthalts zur Ausreise aufgefordert und ihr und ihrer Mutter sodann mitgeteilt, dass das Gesuch vom 21. Januar 2014 nach (nachweislich) erfolgter Ausreise geprÃ¼ft werde. </p> <p class="Urteilstext">Am 27. Februar 2017 ersuchte B unter Bezugnahme auf das Gesuch vom 21. Januar 2014 (erneut) um Erteilung der Niederlassungsbewilligung an ihre Tochter. </p> <p class="Urteilstext">G wurde im September 2017 eingebÃ¼rgert.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 12. Juli 2018 wies das Migrationsamt das Gesuch ab und A unter Ansetzung einer Ausreisefrist bis zum 15. September 2018 aus der Schweiz weg. Es hielt fest, ein allfÃ¤lliger Rekurs gegen diese VerfÃ¼gung entfalte in Bezug auf die Wegweisungsfrist keine aufschiebende Wirkung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen Rekurs gegen diese VerfÃ¼gung wies die Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 15. April 2019 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B fÃ¼hrten am 28. Mai 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten insbesondere, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben und A die Niederlassungs- bzw. eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie insbesondere um GewÃ¤hrung prozeduralen Aufenthalts sowie um GewÃ¤hrung unentgeltlicher Rechtspflege und -vertretung fÃ¼r das Rekurs- wie fÃ¼r das Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Urteilstext">Das Migrationsamt verzichtete stillschweigend auf eine Beschwerdeantwort, die Sicherheitsdirektion am 7./12. Juni 2019 ausdrÃ¼cklich auf eine Vernehmlassung.</p> <p class="Urteilstext">Am 9. August bzw. 1. Oktober 2019 reichte die Rechtsvertreterin ihre Honorarnote ein. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) prÃ¼ft das Verwaltungsgericht seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen. Diese ist unter anderem betreffend erstinstanzliche Rekursentscheide einer Direktion auf dem vorliegenden Gebiet des AuslÃ¤nderrechts gegeben (§§ 41 ff. VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Gesuch um GewÃ¤hrung prozeduralen Aufenthalts wird jedenfalls mit dem heutigen Entscheid gegenstandslos.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen verlangen vor Verwaltungsgericht, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 selbst sei "zum Sachverhalt" bzw. insbesondere zur Betreuung durch H (bzw. I) und zu weiteren BetreuungsmÃ¶glichkeiten anzuhÃ¶ren.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 Satz 2 AIG werden Kinder Ã¼ber 14 Jahren zum Familiennachzug angehÃ¶rt, sofern dies erforderlich ist. Aus Art. 12 des Ãbereinkommens vom 20. November 1989 Ã¼ber die Rechte des Kindes (Kinderrechtekonvention [KRK, SR 0.107]; vgl. hierzu Martina Caroni in: Martina Caroni/ Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 47 N. 26) ergibt sich kein Anspruch auf eine persÃ¶nliche bzw. mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung der Kinder. Die AnhÃ¶rung der Kinder kann je nach der zu behandelnden Problematik und den UmstÃ¤nden des Einzelfalls auch schriftlich oder Ã¼ber eine Vertretung vorgenommen werden (vgl. den Wortlaut von Art. 12 KRK; siehe auch BGr, 4. Mai 2010, 2C_599/2009, E. 3). Als erforderlich erweist sich eine AnhÃ¶rung zudem nur, wenn dies zur vollstÃ¤ndigen Erhebung des Sachverhalts notwendig ist.</p> <p class="Urteilstext">Wie sich sogleich zeigen wird, erweist sich der vorliegende Sachverhalt als hinreichend und zutreffend geklÃ¤rt. Beide BeschwerdefÃ¼hrerinnen konnten ihren Standpunkt im Rahmen der Rechtsschriften in angemessener Weise einbringen, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 den ihren zudem auch im Rahmen eines persÃ¶nlichen Schreibens. Ihre <i>Interessen</i> erweisen sich in der vorliegenden Angelegenheit sodann offenkundig als gleichgerichtet, wie auch bereits die Vorinstanz zu Recht festhielt, woran nichts Ã¤ndert, dass sie sich (naturgemÃ¤ss, aufgrund der Konstellation) nicht in der gleichen Situation bzw. Ausgangslage befinden. Es ist nicht ersichtlich, inwieweit die persÃ¶nliche Befragung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vor dem Verwaltungsgericht darÃ¼ber hinaus entscheidrelevante Erkenntnisse mit sich bringen kÃ¶nnte.<i> </i>Die Anforderungen von Art. 47 Abs. 4 Satz 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) und Art. 12 KRK erweisen sich damit als erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss Art. 43 Abs. 1 AIG in der bis Ende 2018 geltenden Fassung (AS 2007 5437 ff., 5449) haben ledige Kinder unter 18 Jahren von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (werden). Nach Art. 47 Abs. 1 AIG muss der Anspruch auf Familiennachzug fÃ¼r Kinder unter 12 Jahren innerhalb von 5 Jahren, fÃ¼r Kinder Ã¼ber 12 Jahren innerhalb von 12 Monaten geltend gemacht werden. Der Fristenlauf beginnt nach Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG bei FamilienangehÃ¶rigen auslÃ¤ndischer Personen mit der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses oder der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung. Ein Statuswechsel (namentlich die Erteilung der Niederlassungsbewilligung) lÃ¶st dabei eine neue Nachzugsfrist aus, sofern ein (erstes, erfolgloses) Gesuch mit Bezug auf bloss Aufenthaltsberechtigte fristgerecht gestellt wurde (vgl. BGE 137 II 393 E. 3.3; <span>Marc Spescha in: derselbe et al., Migrationsrecht, 4. A., ZÃ¼rich 2015, Art. 47 AuG N. 5</span>). GemÃ¤ss der Ãbergangsbestimmung in Art. 126 Abs. 3 AIG beginnen die Fristen nach Art. 47 Abs. 1 AIG allerdings erst mit Inkrafttreten des AuslÃ¤ndergesetzes, mithin am 1. Januar 2008, zu laufen, sofern vor diesem Zeitpunkt (die Einreise erfolgt oder) das FamilienverhÃ¤ltnis entstanden ist. Die anwendbaren Nachzugsfristen bestimmen sich nach dem Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs, wobei sich eine noch laufende 5-jÃ¤hrige Frist mit Vollendung des 12. Lebensjahrs auf maximal ein Jahr verkÃ¼rzt (BGE 137 II 284 E. 2.3.1, 129 II 11 E. 2; BGr, 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 3.5). Nach Ablauf dieser Fristen wird ein Familiennachzug nur noch bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde geltend gemacht werden (Art. 47 Abs. 4 Satz 1 AIG).</p> <p class="Urteilstext">Wurde der Nachzug innert Frist beantragt, ist er zu bewilligen, wenn weder Rechtsmissbrauch noch WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG gegeben sind (vgl. Art. 51 AIG), die nachziehenden Eltern das Sorgerecht haben bzw. der nachziehende Elternteil es hat und das Kindswohl dem Nachzug nicht offensichtlich entgegensteht (BGE 136 II 78 E. 4.7 f., 137 I 284 E. 2.3.1; BGr, 22. Mai 2017, 2C_1/2017, E. 3.1, und 21. Januar 2016, 2C_1014/2014, E. 2). Hierbei ist namentlich auch die bisherige Beziehung zwischen den nachziehenden Eltern und den Kindern zu berÃ¼cksichtigen: Es ist regelmÃ¤ssig erforderlich, dass die Beziehung zum Kind intakt ist und bereits bisher "sachgerecht" gelebt wurde (so BGE 137 I 284 E. 2.3.1 Abs. 2 [mit Verweis unter anderem auf BGE 136 II 497 E. 4.3, wobei dieser Aspekt dort allerdings im Rahmen des Rechtsmissbrauchs erwÃ¤hnt wird]; BGr, 28. April 2016, 2C_1075/2015, E. 3.1 f. je Abs. 3 â 13. Dezember 2011, 2C_371/2011, E. 2.4 â 26. August 2010, 2C_44/2010, E. 2.1.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Es ist (nunmehr) unbestritten, dass das â nach wie vor hÃ¤ngige â Gesuch vom 21. Januar 2014 nach Ablauf der fÃ¼nfjÃ¤hrigen Nachzugsfrist und damit verspÃ¤tet gestellt wurde.</p> <p class="Urteilstext">Es gilt daher nachfolgend zu prÃ¼fen, wie es sich mit den Voraussetzungen fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug verhÃ¤lt.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Ausserhalb der ordentlichen Nachzugsfristen kommt ein Familiennachzug nach Art. 47 Abs. 4 AIG wie erwÃ¤hnt nur in Betracht, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde geltend gemacht werden. Dabei ist auch dem Sinn der Nachzugsfristen Rechnung zu tragen, wonach die Integration der Kinder bzw. Jugendlichen mÃ¶glichst frÃ¼hzeitig erfolgen soll. Die Bewilligung des Nachzugs nach Fristablauf hat nach dem Willen des Gesetzgebers die Ausnahme zu bleiben. Ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug kommt deshalb nicht in Betracht, wenn die nachzugswillige Person die Einhaltung von Fristen, die ihr die ZusammenfÃ¼hrung der Familie ermÃ¶glicht hÃ¤tte, versÃ¤umt hat und sie keine gewichtigen GrÃ¼nde fÃ¼r einen spÃ¤teren Nachzug geltend macht. Namentlich dort, wo die Familie selber die Trennung freiwillig herbeigefÃ¼hrt hat, bedarf es stichhaltiger GrÃ¼nde, die zum Wohl der Familie eine andere LÃ¶sung erforderlich machen (vgl. BGr, 18. Mai 2015, 2C_914/2014, E. 3.1 mit Hinweisen). </p> <p class="Urteilstext">Wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde liegen gemÃ¤ss Art. 75 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) vor, wenn das Kindswohl <i>nur</i> durch einen Familiennachzug gewahrt werden kann. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn die notwendige Kinderbetreuung im Herkunftsland infolge von Tod oder Krankheit der betreuenden Person und fehlender Betreuungsalternativen im Heimatland nicht mehr ausreichend gewÃ¤hrleistet ist (Botschaft zum Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 8. MÃ¤rz 2002, BBl 2002, 3709 ff., 3794; BGE 133 II 6 E. 3.1.2). Insbesondere in FÃ¤llen, in welchen das Nachzugsbegehren erst nach vielen Jahren der Trennung gestellt wird, sind die gesamten UmstÃ¤nde in Bezug auf die persÃ¶nliche und familiÃ¤re Situation des Kindes sowie dessen Integrationschancen und EntfaltungsmÃ¶glichkeiten in der Schweiz zu berÃ¼cksichtigen. Von Bedeutung sind namentlich das Alter des Kindes, sein Ausbildungsniveau und seine sprachlichen Kenntnisse, aber auch die gegenwÃ¤rtige Betreuungssituation bzw. deren Ãnderung (beispielsweise wegen des Tods der bisherigen Betreuungsperson). Die Gefahr einer Entwurzelung und daraus folgender Integrationsschwierigkeiten mutet dabei umso wahrscheinlicher an, je Ã¤lter das Kind ist (vgl. zum Ganzen BGE 133 II 6 E. 3.1.1 f.; BGr, 25. Januar 2018, 2C_146/2017, E. 2.3 mit Hinweisen; ferner etwa VGr, 23. Mai 2018, VB.2018.00033, E. 5.2 Abs. 1). </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 â sie war per 26. Oktober 2006 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen worden â stellte im November 2007 ein erstes, mit beschwerdegegnerischer VerfÃ¼gung vom 18. Mai 2009 abgewiesenes Gesuch um Einreisebewilligung fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zum Verbleib bei ihr, der BeschwerdefÃ¼hrerin 2. Der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 ging es damit bei ihren Gesuchen um die Wiederaufnahme des familiÃ¤ren Zusammenlebens mit ihrer Tochter (vgl. in diesem Zusammenhang etwa BGE 133 II 6 E. 3.1.1 und 3.2).</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>Zu erwÃ¤hnen ist an dieser Stelle, dass zufolge fehlender Kenntnis von IdentitÃ¤t und Aufenthaltsort des Vaters der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 kein KindesverhÃ¤ltnis zu einem solchen begrÃ¼ndet werden konnte (Art. 261 und 263 des Zivilgesetzbuchs [SR 210]).</p> <p class="Urteilstext">Zwischen der Ausreise (wohl) im August 2004 oder (spÃ¤testens) Juni 2005 und ihrer Wiedereinreise im Januar 2014, mithin wÃ¤hrend fast zehn Jahren, wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 von einer Bekannten der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 betreut. Die Bezugsperson trat etwa gegenÃ¼ber dem Vorsteher der von der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 in Ghana bzw. J â dem frÃ¼heren Wohnort der BeschwerdefÃ¼hrerin 2 â wÃ¤hrend Jahren besuchten Kinderkrippe und Schule unter dem Namen I auf; auch die BeschwerdefÃ¼hrerin 2, selbst nannte auf Frage hin diesen Namen in einem Antwortschreiben an den Beschwerdegegner vom 26. Mai 2009. J ist im Ãbrigen der Ledigenname der BeschwerdefÃ¼hrerin 2, und auch ihr erstes Kind, F, trÃ¤gt diesen Namen; ihr zufolge bestehe indes kein VerwandtschaftsverhÃ¤ltnis. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen machen in ihren Eingaben keinerlei Angaben zu dieser Betreuungsperson. Sie erwÃ¤hnen lediglich regelmÃ¤ssig den Namen (oder die Vornamen) H, im Ãbrigen seien ihnen "weder die genauen Personalien noch die Wohnadresse von H" in Ghana bekannt â wobei die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 andernorts angegeben hatte, ihre Tochter wÃ¤hrend deren Aufenthalt, nÃ¤mlich in den Jahren 2007 und 2008, in Ghana besucht und ansonsten den Kontakt telefonisch aufrechterhalten zu haben. Sodann behaupten sie, "H" sei im Januar 2014 von Ghana nach Europa gereist und habe die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 "mitgenommen". Dass es den BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht mÃ¶glich gewesen sein soll, Ã¼ber den Namen hinausgehende Angaben zu dieser Person zu machen, obwohl diese die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 seit dem Kleinkindalter und beinahe zehn Jahre lang betreut hatte, ist unglaubhaft bzw. nicht plausibel. Auch die Behauptung, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe keine Verwandten bzw. Bekannten in Ghana, die die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 betreuen kÃ¶nnten, blieb stets vÃ¶llig unsubstanziiert und erweist sich angesichts dessen, dass Erstere anlÃ¤sslich einer Befragung noch im Dezember 2008 angegeben hatte, fÃ¼nf Cousins, mit welchen sie regelmÃ¤ssig wÃ¶chentlich telefoniere, lebten in Ghana, als ebenso wenig plausibel. Sie hatte damals angegeben, ihr gehÃ¶re dort ein Haus mit etwas Land; ihre Grossmutter habe bis zu deren Tod dort gewohnt, und nun lebe dort ein Cousin. Vor Verwaltungsgericht beschrÃ¤nken sich die BeschwerdefÃ¼hrerinnen darauf festzustellen, es werde "nicht geglaubt", dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 in Ghana keine Verwandten habe, die ihre Tochter aufnehmen kÃ¶nnten, auf die abermalige Erwiderung, "[h]Ã¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 jedoch betreuungsfÃ¤hige Verwandte, hÃ¤tten diese die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auch schon zuvor aufgenommen" und hÃ¤tte sie nicht gegen Bezahlung bei einer Bekannten untergebracht werden mÃ¼ssen, sowie schliesslich erneut auf die Behauptung, die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 habe auch "ansonsten [...] in Ghana kein familiÃ¤res oder freundschaftliches Netz", welches sie unterstÃ¼tzen kÃ¶nnte.</p> <p class="Urteilstext">Ungeachtet jedoch der (frÃ¼heren bzw. heutigen) Betreuungssituation im Herkunftsland unterscheidet sich der vorliegende Fall â wie noch darzulegen sein wird â insoweit grundlegend von anderen solchen Konstellationen, als sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 seit der Einreichung des Gesuchs nun schon sechs Jahre mit impliziter Duldung des Beschwerdegegners hierzulande aufhÃ¤lt, sodass sich die VerhÃ¤ltnisse heute massgeblich anders darstellen als im Jahr 2014. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼hren aus, Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sei das Nachzugsgesuch vom 21. Januar 2014 â nicht das irrtÃ¼mlich als "[n]eues Gesuch" bezeichnete vom 27. Februar 2017, auf welches sich der Beschwerdegegner in der AusgangsverfÃ¼gung vom 12. Juli 2018 beziehe. Sie rÃ¼gen, der Beschwerdegegner hÃ¤tte nach der Gesuchseinreichung im Januar 2014 das Bewilligungsverfahren nicht sistieren dÃ¼rfen, indem er die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zur Ausreise angehalten und mitgeteilt habe, er werde das gestellte Gesuch nach Erhalt des Nachweises der erfolgten Ausreise prÃ¼fen. Sie vertreten die Auffassung, die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 halte sich <i>nicht</i> seit ihrer Einreise am 19. Januar 2014 rechtswidrig in der Schweiz auf, sondern vielmehr zufolge der Einreichung des Gesuchs vom 21. Januar 2014 gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 AIG rechtmÃ¤ssig, und berufen sich sodann auf die inzwischen erfolgte sehr gute Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin 1.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.1 </b>Das Verwaltungsgericht hat grundsÃ¤tzlich auf den Sachverhalt bzw. die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse zum Zeitpunkt des verwaltungsgerichtlichen Urteils abzustellen (vgl. Marco Donatsch in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 20a N. 4 ff. sowie § 52 N. 8 f.; vgl. etwa BGr, 21. Januar 2018, 2C_146/2017, E. 4.4 mit Verweis auf BGE 139 II 534, E. 5.4.1).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist inzwischen als hierzulande grundsÃ¤tzlich integriert zu betrachten: Sie lebt seit ihrem 11. Altersjahr, mithin seit nunmehr sechs Jahren, in der Schweiz bzw. bei der Mutter, besucht seither hier die Schulen (heute wohl die 3. Sekundarklasse) und spricht die deutsche Sprache. GemÃ¤ss einer BestÃ¤tigung vom 27. Mai 2019 engagiert sie sich etwa auch im SchÃ¼ler/innenparlament. </p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz erwog unter Berufung auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, die BeschwerdefÃ¼hrerinnen kÃ¶nnten aus dem Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 seit Januar 2014 bei ihrer Mutter in der Schweiz lebe und ihrer seither "angeblich erfolgten Integration" nichts zu ihren Gunsten ableiten, da sie sich in Missachtung ihrer Pflicht zur Ausreise gemÃ¤ss beschwerdegegnerischer VerfÃ¼gung vom 30. Januar 2014 hierzulande aufgehalten habe.</p> <p class="Urteilstext">Zwar trifft grundsÃ¤tzlich zu, dass sich nicht auf durch eine Missachtung der Ausreisepflicht herbeigefÃ¼hrte bzw. auf eine solche zurÃ¼ckzufÃ¼hrende UmstÃ¤nde berufen werden kann (BGE 129 II 249 E. 2.3; BGr, 21. Januar 2016, 2C_1014/2014, E. 1.3; vgl. in diesem Zusammenhang auch VGr, 23. Oktober 2019, VB.2019.00509, E. 3.3, und die dort angefÃ¼hrte verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung). Vorliegend kann jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Beschwerdegegner das am 21. Januar 2014 gestellte Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen Ã¼ber Jahre nicht behandelt und die Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hierzulande â die dem Zugriff der BehÃ¶rden nie entzogen worden war â implizit geduldet hat (vgl. die Rekursvernehmlassung vom 11. September 2018). Die lange Anwesenheit der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist damit massgeblich auf die lange Verfahrensdauer zurÃ¼ckzufÃ¼hren, und das Kindeswohl kann jedenfalls zum <i>heutigen</i> Zeitpunkt nurmehr noch durch den Nachzug der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 gewahrt werden.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.2 </b>Vor diesem Hintergrund liegt ein wichtiger familiÃ¤rer Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 75 VZAE fÃ¼r die Bewilligung des nachtrÃ¤glichen Familiennachzugs der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Der Beschwerdegegner wird eingeladen, der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Niederlassungsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.1 </span></b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen ([§ 65a in Verbindung mit] § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG) und ist den BeschwerdefÃ¼hrerinnen antragsgemÃ¤ss fÃ¼r beide Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen ersuch(t)en um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung fÃ¼r das Rekurs- wie fÃ¼r das Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Erwgung3"><b>7.2.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offenkundig aussichtslos erscheinen, auf Ersuchen Anspruch auf unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung. Ein Anspruch auf Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung besteht, wenn sie zusÃ¤tzlich nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren (§ 16 Abs. 2 VRG). Offenkundig aussichtslos sind Begehren, deren Chancen auf Gutheissung um derart viel kleiner als jene auf Abweisung erscheinen, dass sie kaum als ernsthaft bezeichnet werden kÃ¶nnen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 16 N. 46). Mittellos ist, wer nicht in der Lage ist, die Gerichts- und Anwaltskosten aus seinem Einkommen â nach Abzug der Lebenshaltungskosten â innert angemessener Frist zu bezahlen (PlÃ¼ss, § 16 N. 20). Den Nachweis der Mittellosigkeit hat grundsÃ¤tzlich die gesuchstellende Person zu erbringen (PlÃ¼ss, § 16 N. 38).</p> <p class="Erwgung3"><b>7.2.2 </b>Da die BeschwerdefÃ¼hrerinnen nicht mit Rekurs- und Gerichtskosten belastet werden, sind die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Die BeschwerdefÃ¼hrerinnen sind mittellos, ihr Rekurs und ihre Beschwerde waren nicht aussichtslos, und eine Rechtsvertretung war notwendig. </p> <p class="Urteilstext">Daher ist in entsprechender AbÃ¤nderung des Entscheids der Vorinstanz vom 15. April 2019 das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung gutzuheissen und den BeschwerdefÃ¼hrerinnen in der Person ihrer Rechtsvertreterin eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu bestellen. Die Vorinstanz ist einzuladen, deren EntschÃ¤digung unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- festzusetzen, wobei die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerinnen vorbehalten bleibt (§ 16 Abs. 4 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren ist gutzuheissen und den BeschwerdefÃ¼hrerinnen in der Person von RechtsanwÃ¤ltin C eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts <span>vom 3. Juli 2018</span> (GebV VGr, LS 175.252) wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (AnwGebV, LS 215.3) seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde fÃ¼r RechtsanwÃ¤lte/-innen.</p> <p class="Erwgung3"><b>7.2.3 </b>Die Rechtsvertreterin der BeschwerdefÃ¼hrenden macht einen Aufwand von insgesamt 23,5 Stunden zu einem Ansatz von Fr. 220.- sowie Auslagen im Betrag von Fr. 58.10 geltend. Das Studium des Rekursentscheids â hier 40 Minuten â ist praxisgemÃ¤ss als zum Aufwand der unentgeltlichen Rechtsvertretung im Rekursverfahren gehÃ¶rig zu betrachten; f<span>Ã¼r die LektÃ¼re dieses Urteils, die dementsprechend als zur TÃ¤tigkeit der unentgeltlichen RechtsbeistÃ¤ndin im Beschwerdeverfahren gehÃ¶rig zu betrachten ist, ist demgegenÃ¼ber eine halbe Stunde dazuzugeben (vgl. VGr, 16. November 2009, VB.2009.00610, E. 2 Abs. 3). Zu kÃ¼rzen ist insbesondere der Aufwand fÃ¼r die Ausarbeitung der Beschwerde â veranschlagt wurden hierfÃ¼r 17 Stunden und 40 Minuten â, zumal die Rechtsvertreterin die BeschwerdefÃ¼hrerinnen bereits im Rekursverfahren vertrat. Zu streichen ist daher insbesondere auch der mit weiteren 90 Minuten veranschlagte Aufwand fÃ¼r (erneutes) Aktenstudium. Angesichts der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses scheint ein Aufwand von insgesamt 12 Stunden angemessen. </span>Zu erstatten ist demnach ein Gesamtbetrag von Fr. 2'913.95 (einschliesslich Mehrwertsteuer [12 Stunden Ã Fr. 220.- sowie Barauslagen von Fr. 58.10]). Nach Anrechnung der ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren von Fr. 1'615.50 (einschliesslich Mehrwertsteuer) verbleibt ein aus der Gerichtskasse auszurichtender Betrag von Fr. 1'298.45 (einschliesslich Mehrwertsteuer).</p> <p class="Erwgung3"><b>7.2.4 </b>Abschliessend gilt es, die BeschwerdefÃ¼hrerinnen auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtsvertretung gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zu erheben (vgl. BGr, 8. September 2016, 2C_775/2016, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 15. April 2019 und die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 12. Juli 2018 werden aufgehoben, und der Beschwerdegegner wird eingeladen, der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die Niederlassungsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung der Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Vorinstanz werden die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'425.- dem Beschwerdegegner auferlegt und wird das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abgeschrieben. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung wird gutgeheissen und den BeschwerdefÃ¼hrerinnen fÃ¼r das Rekursverfahren RechtsanwÃ¤ltin C als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin beigegeben. </span><span>Die Sicherheitsdirektion wird eingeladen, </span><span>die </span><span>EntschÃ¤digung von RechtsanwÃ¤ltin C unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) festzusetzen, wobei die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerinnen vorbehalten bleibt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Das Gesuch der BeschwerdefÃ¼hrerinnen um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben, dasjenige um unentgeltliche Rechtsvertretung gutgeheissen und ihnen RechtsanwÃ¤ltin C fÃ¼r das Beschwerdeverfahren als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin beigegeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, RechtsanwÃ¤ltin C fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'500.- (zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>RechtsanwÃ¤ltin C wird unter Anrechnung der ParteientschÃ¤digung mit Fr. 1'298.45 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschÃ¤digt. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerinnen bleibt vorbehalten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn von ErwÃ¤gung 8 Beschwerde erhoben werden. Sie ist binnen 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>