B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3120/2013 U r t e i l v o m 9 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren (…), und ihre Kinder B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), und D._______, geboren (…), Eritrea, vertreten durch Dr. iur. Oliver Brunetti, BAS Beratungsstelle für Asylsuchende der Region Basel, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 1. Mai 2013 / N (…). D-3120/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin – eine Staatsangehörige Eritrea s, welche sich seit November 2011 mit ihren Kindern im Sudan aufhält – liess am 6. Juli 2012 durch ihren Rechtsvertreter beim BFM um Bewilligung der Einreise in die Schweiz ersuchen, zwecks Durchführung des Asylverfahrens, so- wie um Feststellung der Flüchtli ngseigenschaft und die Gewährung von Asyl, eventualiter um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die An- ordnung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz . Am 24. Dezember 2012 liess sie durch ihren Rechtsvertreter mehrere Beweismittel nachrei- chen. Mit Schreiben des BFM vom 4. Februar 2013 wurde ihr mitgeteilt, eine Anhörung zu den Gesuchsgründen durch die Schweizerische Bo t- schaft in Khartum sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Gleichzeitig wurde sie aufgefordert, zur Vervollständigung des r echtser- heblichen Sachverhalts auf schriftlichem Weg eine Reihe von Fragen zu ihrer Person und ihren Verhältnissen in Eritrea, zu allfälligen Beziehungen zu Drittstaaten oder der Schweiz, zu ihren Asylgründen sowie zu den Umständen ihres Aufenthalts seit ih rer Ausreise aus der Heimat zu b e- antworten. Am 7. März 2013 nahm sie durch ihren Rechtsvertreter zu den vom Bundesamt aufgeworfenen Fragen Stellung. Zur Begründung ihres Gesuches brachte die Beschwerdeführerin im We- sentlichen das Folgende vor: Sie stamme a us E._______, wo sie 2004 geheiratet habe und ihre beiden ersten Kinder zur Welt gekommen seien. (…) 2009 sei ihr Ehemann ohne ersichtlichen Grund nicht mehr von sei- ner Arbeit (…) nach Hause zurückgekehrt, worauf sie sich am nächsten Tag (…) nach seinem Ve rbleib erkundigt habe. Da niemand etwas dar- über gewusst habe, habe sie davon ausgehen müssen, er sei verhaftet worden. Sie habe Angst bekommen, ebenfalls verhaftet zu werden, we s- halb sie eine Woche später – zusammen mit ihren beiden Kindern und mit ihrem dritten Kind schwanger – von Eritrea in den Sudan ausgereist sei. Diesbezüglich gab sie an, über ihre Ausreise habe sie damals niemanden informiert, nicht einmal ihre Mutter, und ihre Ausreise sei illegal und mit Hilfe eines Schleppers erfolg t. Da sie ihre Heimat illegal verlassen habe, habe sie dort im Falle einer Rückkehr mit einer unverhältnismässig harten Bestrafung zu rechnen, weshalb ihr die Einreise in die Schweiz zu bewi l- ligen sei, zumal sie in der Person ihrer ältesten Schwester über einen di- rekten Bezug zur Schweiz verfüge und da für sie und ihre Kinder ein wei- terer Verbleib im Sudan nicht zumutbar sei. D-3120/2013 Seite 3 Im Zusammenhang mit den letztgenannten Vorbringen führte sie nament- lich das Folgende an: Heute lebe nur noch ihre (…) verwitwete Mutter in E._______, da ihre drei Geschwister schon vor ihr aus Eritrea ausgereist seien. So lebe ihre älteste Schwester schon seit einigen Jahren in der Schweiz, wo sie über eine vorläufige Aufnahme als Flüchtling verfüge. (… Ein Geschwister) halte sich Griechenland auf; (…ein Geschwister) sei seit 2008 verschollen. Sie selber sei nach ihrer Ausreise aus Eritrea mit ihren Kindern vom Sudan nach Libyen weitergereist, von wo sie Ende April 2009 nach Italien habe gelangen wollen. Vor ihrer Abreise sei sie jedoch mit anderen eritreischen Flüchtlingen von den libyschen Behörden verhaf- tet worden, worauf sie in Libyen für zwei Jahre ins Gefängnis gekommen sei. Ihr jüngstes Kind sei im Gefängnis zur Welt gekommen, und während ihrer zweijährigen Haft sei sie imm er wieder von den libyschen Wachen missbraucht worden. Nachdem im Juli 2011 alle Gefangenen entlassen worden seien, habe sie sich noch für einige Monate in Libyen aufgehal- ten, bis sie im November 2011 mit ihren Kindern von Libyen in den Sudan zurückgekehrt sei. Seither halte sie sich in Khartum auf, wo sie – organi- siert vom Pfarrer der orthodoxen Kirche – wochenweise bei immer wieder anderen eritreischen Familien unterkomme. Zusätzlich erhalte sie etwas Unterstützung von ihrer Schwester in der Schweiz. Vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) habe sie sich nicht registrieren lassen, da sie sich aufgrund der dortigen Verhältnisse vor einer Verlegung in ein Flüchtlingslager fürchte. Aufgrund ihrer Erle b- nisse in Libyen sei sie psyc hisch angeschlagen, und sie würde aufgrund von Depressionen sowie einer Erkrankung an Hämorrhoiden medizini- sche Behandlung benötigen. Auch ihre Kinder wären auf eine Behan d- lung angewiesen, da alle drei an Hauterkrankungen litten und eines zu- sätzlich an (… einer weiteren Erkrankung ). Vor dem Hintergrund dieser Umstände sei für sie ein weiterer Verbleib im Sudan kaum verkraftbar, zumal sie als alleinstehende Frau mit Kindern zur Gruppe der besonders verletzlichen Personen gehöre. Für die vorgelegten Beweismittel – Kopien von Geburtsscheinen, mehre- re Arztberichte und Fotos – ist auf die Akten zu verweisen. B. Mit Verfügung des BFM vom 1. Mai 2013 wurde den Beschwerdeführen- den die Einreise in die Schweiz verweigert und ihre Asylgesuche aus dem Ausland abgelehnt. Dabei hielt das Bundesamt zum Asylgesuch aus dem Ausland namentlich fest, aufgrund der Aktenlage bestünden keine glaub- haften Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt D-3120/2013 Seite 4 ihrer Ausreise aus Eritrea von einreiserelevanten Nachte ilen bedroht g e- wesen sei, womit sich nach Praxis des Bundesverwaltungsgerichts eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewi l- ligung im asylrechtlichen Auslandsverfahren erübrige. Ergänzend dazu hielt das Bundesamt m it Blick auf die in der Schweiz lebende Schwester der Beschwerdeführerin fest, mangels hinreichender Beziehungsnähe seien auch die Anforderungen für einen allfälligen Familiennachzug nach Art. 51 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) oder nach Art. 85 Abs. 7 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht erfüllt, we s- halb auch von daher die beantrage Einreise nicht zu bewilligen sei. Für die diesbezüglichen Erwägungen ist auf die Akten zu verweisen. C. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – am 31. Mai 2013 Beschwerde, wobei sie in ihrer Eingabe namentlich die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz zweck s Durchführung des Asy l- verfahrens sowie die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die G e- währung von Asyl beantragte. Gleichzeitig ersuchte sie um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht. Auf die Beschwerdevorbringen wird – soweit wesentlich – in den nachfolgen- den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei en t- scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und 33 de s Verwaltungsgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 AsylG). D-3120/2013 Seite 5 1.3 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht, die unric h- tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Die Beschwerdeführerin ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und ihre Eingabe erweist sich als frist - und formgerecht (Art. 108 Abs. 1 AsylG ; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.5 Die Beschwerde erweist sich indes – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensichtlich unbegründet, weshalb darüber in einzelrichterlicher Z u- ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG). Gleichzeitig ist auf die Durchführung eines Schriftenwechsels zu verzichten und der Entscheid nur summarisch zu begründen (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 2. Mit der Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 – von der Bundesversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft getreten – ist die Möglichkeit der Einreichung eines Asylgesuches aus dem Ausland weggefallen (vgl. BBL 2012 5359). Das vorliegende U r- teil – welches ein Asylgesuch aus dem Ausland nach altem Recht zum Gegenstand hat – ergeht demzufolge gestützt auf die Übergangsbesti m- mung zur Änderung vom 28. September 2012, wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind , die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des Gesetzes gelten. Wird demnach nachfolgend auf das AsylG oder Verordnungstexte verwiesen, bezieht sich dies stets auf die bisherige Fassung der entsprechenden Bestimmungen. 3. 3.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG im Ausland bei ei- ner Schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es an das Bunde s- amt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens sieht Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass die Schweizerische Vertretung mit der asylsuchen- den Person in der Regel eine Befragung durchführt. Ist dies nicht mö g- lich, sind die Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). 3.2 Der Umstand, dass das vorli egende Asylgesuch nicht bei einer Schweizerischen Vertretung im Ausland gestellt, sondern über einen Rechtsvertreter direkt beim BFM eingereicht wurde, ist nicht massgeblich D-3120/2013 Seite 6 (vgl. BVGE 2011/39 E. 3). Das BFM hat die Eingabe vom 6. Juli 2012 zu Recht als Asylgesuch aus dem Ausland entgegengenommen, da mit dem Gesuch vom 6. Juli 2012 eine von der Beschwerdeführerin unterzeichne- ten Vollmacht vorgelegt wurde, womit eine erkennbare persönliche Wi l- lensbekundung vorlag. Die persönliche Willensäusserung wurde sodan n bestätigt, indem die Beschwerdeführerin die Stellungnahme vom 7. März 2013 persönlich mitunterzeichnete (vgl. BVGE 2011/39 E. 4). 3.3 Vorliegend wurde auf eine Befragung durch die Schweizerische Ver- tretung mangels entsprechender Kapazitäten der Botschaft i n Khartum verzichtet und der Beschwerdeführerin – zwecks Wahrung des rechtl i- chen Gehörs – ein schriftlicher Fragekatalog zugestellt. Vor dem Hinte r- grund der massgeblichen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus dem Ausland und Einreisebewilligung sowie unter Berücksichtigung der Aktenlage ist festzustellen, dass vorliegend auf eine Befragung verzichtet werden durfte, und dass mit der Einladung zur Stellungnahme den mas s- geblichen verfahrensrechtlichen Anforderungen Genüge getan wurde (vgl. dazu BVGE 2007/ 30, insbes. E. 5.6 f.) . Die Beschwerdeführerin hat schliesslich in der Eingabe vom 7. März 2013 zu dem vom Bundesamt aufgeworfenen Fragen einlässlich Stellung genommen, womit sie die Möglichkeit genutzt hat, ihre Gesuchsgründe darzulegen. 4. 4.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 A sylG be- willigt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachve r- haltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Auf- enthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 4.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten nach ständiger Pra- xis restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Erme s- sensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezi e- hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutba r- keit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingli e- derungsmöglichkeiten in der Schweiz in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für d ie Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der Frage, ob e i-D-3120/2013 Seite 7 ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sach verhaltsabklä- rungen zugemutet werden kann (vgl. dazu BVGE 2011/10 E. 3.3, mit Hinweisen auf die gesamte bisherige Praxis). 5. 5.1 Im angefochtenen Entscheid gelangt das BFM zum Schluss , auf- grund der Aktenlage bestünden keine glaubhaften Anhaltpunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea von einreiserelevanten Nachteilen bedroht gewesen sei. Dieser Schluss ist aufgrund der Akten zu bestätigen, da weder aufgrund der Gesuchseinga- be vom 6. Juli 2012 noch der Stellungnahme vom 7. März 2013 Anlass zur Annahme besteht , die Beschwerdeführerin habe vor ihrer Ausreise aus Eritrea asylrelevante Verfolgung erlitten, noch nachvollziehbare Hin- weise darauf bestehen, im Zeitpunkt ihrer Ausreise wäre sie vor solchen ernsthaft bedroht gewesen. Zwar macht die Beschwerdeführerin im Rah- men ihrer Beschwerdeeingabe geltend, aufgrund der besonderen U m- stände in ihrer Heimat habe sie nach dem grundlosen Verschwinden ihres Mannes geradezu davon ausgehen müssen, dass sie und ihre beiden Kinder ebenfal ls unmittelbar bedroht seien, zumal in ihrer Heimat das Verschwinden einer Person erfahrungsgemäss entweder deren Verha f- tung durch die Behörden oder aber deren illegale Landflucht bedeute, was beides Konsequenzen für die Angehörigen der Kernfamilie der b e- troffenen Person nach sich ziehe. Damit habe ihr – entgegen den Ausfüh- rungen des BFM – in Eritrea Gefahr im Sinne von Art. 3 AsylG gedroht, wobei es ihr nicht zuzumuten gewesen sei, zuzuwarten bis sich nach dem normalen Lauf der Dinge in Eritrea für sie ein e Gefahr manifestiert hätte, etwa in der Form einer Verhaftung. Diese Ausführungen vermögen jedoch aufgrund der Aktenlage nicht zu überzeugen. 5.2 Selbst vor dem Hintergrund der in Eritrea herrschenden, notorisch schlechten Menschenrechtsverhältnisse ist kei n Grund ersichtlich, we s- halb die Beschwerdeführerin – eine Mutter von damals zwei noch kleinen Kindern, welche keinerlei politisches Profil erkennen lässt und mit den heimatlichen Behörden offenbar noch nie in Konflikt geraten ist – alleine wegen des behau pteten Verschwindens ihres Ehemannes ernsthaft von flüchtlingsrechtlich relevanten Nachstellungen hätte bedroht sein sollen. Ihre anderslautenden Ausführungen wirken konstruiert, wie beispielswe i- se auch das Vorbringen, sie habe die Heimat innert nur einer Woche ver- lassen und über ihre sofortigen Ausreise nicht einmal ihre betagte Mutter informiert. Die Planung und Umsetzung einer illegalen Ausreise aus Eri t-D-3120/2013 Seite 8 rea dürfte gerade im Falle der mit Kindern reisenden Beschwerdeführerin sowohl in zeitlicher als auch finanzieller Hinsicht eine erhebliche Vorberei- tung in Anspruch genommen haben. Nur schon von daher kann das Vo r- bringen über eine angeblich spontane Ausreise vor dem Hintergrund e i- ner angeblich konkreten Gefährdungslage nicht überzeugen. Im Übrigen hat die Beschwerdeführerin im erstinstanzlichen Verfahren ihr Asylgesuch aus dem Ausland nicht primär mit dem Vorliegen einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdungslage schon vor ihrer Ausreise aus Eritrea, so n- dern ganz überwiegend mit der Furcht vor Verfolgu ng wegen ihrer illeg a- len Ausreise begründet. Bei einer Gesamtbetrachtung der Akten ist mit dem BFM darin einig zu gehen, dass im Falle der Beschwerdeführerin keine glaubhaften Anhaltpunkte dafür bestehen, sie sei im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea von flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen b e- droht gewesen. 5.3 Aufgrund der Aktenlage ist nicht auszuschliessen, dass die Be- schwerdeführerin zum heutigen Zeitpunkt in ihrer Heimat von flüchtlings- rechtlich relevanten Nachteilen bedroht sein könnte, da eine illegale Aus- reise aus Eritrea – wie von ihr geltend gemacht – im Falle einer Rückkehr erhebliche Sanktionen von Seiten der heimatlichen Behörden nach sich ziehen kann. Aufgrund der Aktenlage ist jedoch für die Annahme einer all- fälligen Gefährdung in der Heimat kein Vorfluchtgrund, sondern einzig die geltend gemachte illegale Ausreise aus Eritrea ersichtlich, und damit aus- schliesslich ein subjektiver Nachfluchtgrund. Das Bestehen der Flücht - lingseigenschaft alleine aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen schliesst jedoch – wie vom BFM zu Recht erkannt – die Bewilligung zur Einreise in einem Auslandverfahren von vornherein aus (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/26, insbes. E. 7 und E. 8.10). 5.4 Nach dem Gesagten hat das BFM – da aufgrund der Aktenlage keine Vorfluchtgründe ersichtlich sind, mithin kein Anlass zur Annahme besteht, die Beschwerdeführerin sei bereits vor ihrer Ausreise ernsthaft vor Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG bedroht gewesen – der Be- schwerdeführerin zu Recht die Erteilung einer Einreiseb ewilligung ve r- weigert und das Asylgesuch aus dem Ausland abgelehnt. 5.5 Auch wenn anzunehmen ist , dass die Beschwerdeführerin in Kha r- tum wie zahlreiche anderer Flüchtlinge auch unter schwierigen Verhäl t- nissen lebt, und auch wenn sie während ihres Aufenthalts in Libyen unter Umständen schwerwiegende Übergriffe erlebt hat, so kommt ihren die s- bezüglichen Vorbringen nach den vorstehenden Schlüssen keine ent-D-3120/2013 Seite 9 scheidrelevante Bedeutung zu. Auf die Beschwerdevorbringen betreffend die Situation der Beschwerdeführerin in Khartum ist daher nicht weiter einzugehen, da sie zu keinem anderen Schluss zu führen vermögen. In dieser Hinsicht ist aufgrund der Aktenlage lediglich anzumerken, dass die Beschwerdeführerin im Falle einer Registrierung durch das UNHCR kaum mehr vor einer Abschiebung nach Eritrea bedroht sein dürfte , und dass sie mit einer UNHCR -Registrierung – trotz ihrer diesbezüglichen Vorbe- halten – Zugang zu einem Flüchtlingslager des UNHCR erhielte, wo sie als alleinstehende Frau mit Kindern eher als andere mit einer bevorzu g- ten Behandlung rechnen dürfte. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache wird das Gesuch um B e- freiung von der Kostenvorschu sspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos. Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens wären der Beschwerdeführerin grundsätzlich Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), zumal das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) nach vorstehenden Erwägungen wegen Aus- sichtlosigkeit der Beschwe rde im Urteilszeitpunkt abzuweisen wäre. Aus verwaltungsökonomischen Gründen respektive zufolge voraussichtlicher Uneinbringlichkeit der Kosten ist jedoch von einer Kostenauflage abzuse- hen (vgl. Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3120/2013 Seite 10 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden keine Kosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand: