B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2729/2014 U r t e i l v o m 2 8 . M a i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea, c/o schweizerische Vertretung in Khartum, Sudan, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 6. September 2013 / N (….) D-2729/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine eritreische Staatsangehörige , suchte mit Schreiben vom 16. März 2011 bei der schweizerischen Botschaft in Khar- tum (nachstehend: Botschaft) um Asyl nach. B. Mit über die Botschaft versandter Zwischenverfügung vom 3. Juni 2013 – zugestellt am 21. Juli 2013 – teilte das Bundesamt der Beschwerdeführe- rin unter Hinweis auf das Urteil BVGE 2007/30 mit, sie sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des begrenzten Persona l- bestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im sicherheitstechn i- schen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen. Das BFM ersuchte sie unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht, zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachve r- halts innert 30 Tagen ab Erhalt dieser Zwischenverfügung konkrete Fra- gen betreffend persönliche Angaben, Familie und Angehörige in einem Drittstaat, Asylgründe sowie Aufenthalt im Sudan zu beantworten. Gleich- zeitig forderte die Botschaft sie auf, innert derselben Frist Kopien von Identitätsausweisen und Beweismitteln einzureichen, welche ihre Identität beziehungsweise Vorbringen belegen könnten. Bei unbenutztem Frista b- lauf werde aufgrund der Aktenlage entschieden und das Asylgesuch a l- lenfalls als gegenstandslos geworden abgeschrieben. C. Das diesbezügliche Antwortschreiben der Beschwerdeführerin vom 13. August 2013 traf am 15. August 2013 (Eingangsstempel) bei der Bot- schaft ein. D. In ihren beiden schriftlichen Eingaben machte die Beschwerdeführerin zur Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, sie sei in B._______ geboren, Mutter von (…) Kindern und der Ethnie der C._______ zugehörig. Sie habe Eritrea zusammen mit ihren Kindern im Verlauf des Jahres 2000 verlassen, nachdem der Grenzkonflikt zwischen Äthiopien und Eritrea ausgebrochen sei. Ihr Ehemann sei im Gefängnis, weil ihn die eritreischen Behörden zu Unrecht der Unterstützung Äthi o- piens bezichtigt hätten. Sie erhalte in Khartum vom UNHCR -Büro keine ausreichende Unterstützung. Sie selbst sei zu alt, um arbeiten zu können. Ausserdem habe sie Probleme mi t ihrem Blutdruck. Ihre Tochter sei au f- grund von Nierenproblemen ebenfalls kaum in der Lage, einer Arbeit D-2729/2014 Seite 3 nachzugehen. Zwei ihrer Söhne könnten aufgrund von finanziellen Pro b- lemen die Schule nicht besuchen. Die Beschwerdeführerin reichte im Rahmen des erstinstanzlichen Verfah- rens namentlich eine Kopie eines Schreibens des UNHCR im Sudan vom 2. November 2002 ein, worin ihr Flüchtlingsstatus im Sudan bestätigt wurde. E. Mit via die Botschaft versandter Verfügung vom 6. September 2013 – er- öffnet am 14. April 2014 – verweigerte das Bundesamt de r Beschwerde- führerin die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuch ab. Das Bundesamt begründete die Verweigerung der Einreise in die Schweiz und die Ablehnung des Asylgesuchs der Beschwerdeführerin im Wesentlichen damit, dass aufgrund des vollständig erstellten Sachve r- halts davon ausgegangen werden könne, es liege keine unmittelbare G e- fährdung vor, welche ihre Einreise in die Schweiz notwendig erscheinen lasse. Den Akten seien überdies keine glaubhaft dargelegten An halts- punkte dafür zu entnehmen, die darauf schliessen liessen, dass die B e- schwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Eritrea von einreiser e- levanten Nachteilen bedroht worden sei. Nach Angaben der Beschwerde- führerin sei ihr Ehemann unter dem falschen Verdacht, die äthiopische Regierung zu unterstützen, inhaftiert worden. Ihrem Asylgesuch sei j e- doch nicht zu entnehmen, dass sie selber konkrete Probleme mit dem eritreischen Staat gehabt habe oder von diesem zum Militärdienst aufg e- boten worden sei. Sie habe ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge auf- grund des Grenzkonflikts zwischen Eritrea und Äthiopien verlassen, was keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG (SR 142.31) darstelle. Damit erübrige sich eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen der Erteilun g einer Einreisebewilligung im asylrechtlichen Auslandverfahren (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-6893/2011 vom 6. Juni 2012 E. 6.4). Nur der Vollständigkeit halber sei an diesem Punkt die geschilderte pe r- sönliche Situation in Khartum im Sudan z u würdigen. In diesem Zusa m- menhang habe sie darauf hingewiesen, dass es für sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters sowie gesundheitlicher Probleme schwierig sei, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Khartum sei für eritreische Flüchtlinge gewiss nicht e infach. Aus den An- gaben der Beschwerdeführerin gehe indessen hervor, dass sie sich zw i-D-2729/2014 Seite 4 schenzeitlich seit mehr als zehn Jahren in Khartum aufhalten würde. Die Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum seien in ihrem Fall de m- zufolge als nicht unüberwindbar zu erachten. Überdies lebe im Sudan e i- ne grosse eritreische Diaspora, die für in Not geratene Landsleute berei t- stehe und weitgehend Unterstützung anbiete. Laut Berichten des UNHCR würden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan aufhalten. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für Menschen wie d ie Beschwerde- führerin nicht einfach sei. Dennoch würden keine konkreten Anhaltspun k- te für die Annahme bestehen, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für sie nicht zumutbar oder möglich wäre. Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR registriert worden seien, seien einem Flüchtlingslager zugeteilt worden, wo sie sich auf zuhalten hätten und die nötige Versorgung erha l- ten würden. Sie verfügten im Sudan nicht über ein fre ies Aufenthaltsrecht für das ganze Land. Es sei der Beschwerdeführerin zuzumuten, beim UNHCR in einem Flüchtlingslager um Schutz zu ersuchen, sollte ihre S i- tuation tatsächlich kritisch sein. Bei der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG seien zudem in einer Ge- samtschau die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Beziehungsnähe zu anderen Staaten zu prüfen. Den Angaben der Beschwerdeführerin zufo l- ge lebten keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz, weshalb keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz ersichtlich sei. Aus diesen Gründen sei ihr die Einreise in die Schweiz zu verweigern und ihr Asylgesuch abzulehnen. F. Mit an die Botschaft gerichteter undatierter, und dieser am 1. Mai 201 4 zugegangener englischsprachiger Eingabe beantragte d ie Beschwerde- führerin sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Die von der Botschaft zuständigkeitshalber an das Bunde s- verwaltungsgericht weitergeleitete Eingabe traf am 20. Mai 2014 ein (Da- tum Poststempel). Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Rechtsmittelschrift namentlich aus, sie sei nach der Inhaftierung ihres Ehemannes wiederholt von den he i- matlichen Behörden verhört worden. Im Übrigen sei sie während des fr ü- heren Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und Eritrea wie viele andere Leute gezwungen gewesen, ihr Heimatland zu verlassen, um ihr Leben D-2729/2014 Seite 5 zu retten. Auch im Sudan sei ihr Leben nicht sicher, da sie immer wieder von zivilen Personen behelligt werde, welche si ch als Sicherheitsleute ausgeben würden. Obwohl sie sich diesbezüglich bereits verschiedentlich hilfesuchend an den UNHCR gewandt habe, habe dieser nie etwas g e- gen die Unbekannten unternommen. Bei einer Rückkehr in ihre Heimat drohe ihr auch deswegen Ungem ach, weil sie der Ethnie der C._______ angehöre, deren Mitglieder in Eritrea nach wie vor diskriminiert würden. Aus den genannten Gründen ersuche sie um Gewährung der Bewilligung zur Einreise in die Schweiz. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Mit den dringlichen Änderungen des Asylge setzes vom 28. Septem- ber 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft getr e- ten sind, wurden unter anderem die Bestimmungen betreffend die Ste l- lung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbe- stimmung (Ziffer III) hält jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem I n- krafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind. Demnach sind auf den vorli e- genden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfa h- ren anzuwenden. 2. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebun g beziehungsweise Änd e- rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die D-2729/2014 Seite 6 frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht und die unrichti- ge und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterl icher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG), weshalb der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111 a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Sc hriftenwechsels ver- zichtet. 5. 5.1 Ein Asylgesuch kann gemäss a Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist ( a Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ve r- fahrens bei der schwe izerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als en t- scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei - nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.2 Die Beschwerdeführerin wurde durch die Schweizer Botschaft in Khartum nicht zu ihrem Asylgesuch befragt. Das BFM begründete den Verzicht auf eine mündliche Befragung in der angefochtenen Verfügung mit dem begrenzten Personalbestand der Botschaft und fehlenden Vo r- aussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich. Die Beschwerdeführerin legte ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 16. März 2011 schriftlich dar (vgl. Sachverhalt Bst. A). Zudem stellte D-2729/2014 Seite 7 ihr das BFM mit Zwischenverfügung vom 3. Juni 2013 zusätzlich einen Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zu, wozu sie am 13. August 2013 schriftlich Stellung nahm (vgl. Sachverhalt Bst. B und C). Damit erhielt sie rechtsgenüglich Gelegenheit, ihre Asylgründe darzul e- gen und bei der Erhebung und Ergänzung des massgeblichen Sachve r- halts mitzuwirken. 6. 6.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Perso n keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und a Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss a Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärun g des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf a Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass e i- ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 6.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung g elten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen ander en Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die E rteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverha ltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 7. 7.1 Die Beschwerdeführerin begründete ihr Asylgesuch aus dem Auslan d im Wesentlichen damit, sie sei im Jahr 2000 wegen des damaligen D-2729/2014 Seite 8 Grenzkonflikts zwischen Äthiopien und Eritrea aus ihrem Heimatland g e- flüchtet. Wie das BFM indessen in seiner Verfügung vom 6. September 2013 z u- treffend erwogen hat, stellt die Flucht vor einem Krieg keine asylrechtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG dar, sondern vermag im Inlandver- fahren allenfalls zur Anordnung einer vorläufigen Aufnahme wegen U n- zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu führen (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.2 S. 21) . Wegweisun gsvollzugshindernisse sind im Rahmen von Asylgesuchen aus dem Ausland indessen gerade nicht zu prüfen, da das Gesetz nicht vorsieht, dass Asylsuchenden, die ihr Gesuch im Ausland stellen, un abhängig von einer Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – und damit der Aussicht auf Asylgewährung in der Schweiz – die Einreise in die Schweiz schon deshalb zu bewilligen wäre, weil sie im Heimat - oder Herkunftsstaat wegen Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt oder einer medizinischen Notlage konkret gefährdet sind. 7.2 Als zutreffend erweist sich auch die Einschätzung der Vorinstanz, wo- nach den Akten keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen seien, die da r- auf schliessen liessen, dass sie im Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea von einreiserelevanten Nachteilen bedroht gewesen sei. Soweit die B e- schwerdeführerin in diesem Zusammenhang auf Beschwerdeebene b e- hauptet, sie sei im Zusammenhang mit der ungerechtfertigten Inhafti e- rung ihres Mannes vor ihrer Flucht aus Eritrea verschiedene Male von den heimatlichen Behörden verhört worde n, findet ihre diesbezügliche Behauptung in ihren früheren Ausführungen vom 16. März 2011 und vom 13. August 2013 keine Stütze. Selbst wenn ihre diesbezüglichen Vorbri n- gen auf Beschwerdeebene zutreffen sollten, deuten sie im Ergebnis nicht auf gravierende behördliche Behelligungen der Beschwerdeführerin hin, andernfalls sie diese Geschehnisse zweifellos von Anfang an erwähnt hätte. Nach dem Gesagten deutet nichts darauf hin, dass die Beschwe r- deführerin bei ihrer Ausreise aus Eritrea einer asylrelevanten Ver folgung ausgesetzt war. 7.3 Ob die Beschwerdeführerin demgegenüber aufgrund von Ereignissen seit ihrer Ausreise aus Eritrea – zum Beispiel durch ihre illegale Ausreise aus ihrer Heimat – tatsächlich die Flüchtlingseigenschaft erfüllt, kann im vorliegenden Fall offenbleiben, zumal gemäss den nachfolgenden Erw ä- gungen im Auslandverfahren allein massgebend sein kann, ob die Flücht- lingseigenschaft bereits im Zeitpunkt der Ausreise erfüllt war (vgl. E. 7.3.1 und 7.3.2 nachstehend). D-2729/2014 Seite 9 7.3.1 Das Schweizer Recht unterscheidet z wischen zwei Kategorien von Flüchtlingen (vgl. zum Ganzen: WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.46 f. und 11.77): Es nennt die Flüchtlinge, denen Asyl gewährt worden ist und die in d en Genuss sämtlicher in der Flüchtlingskonvention und im Asylgesetz aufgelisteten Rechte kommen. Und es bezeichnet di e- jenigen Flüchtlinge, die in der Schweiz an sich unerwünscht sind, weil ein Asylausschlussgrund gegen sie vorliegt, und denen deshalb ledig lich das "Rechtsbündel" zusteht, welches die Schweiz anerkannten Flüchtlingen entsprechend ihrer aus der Flüchtlingskonvention fliessenden Verpflic h- tungen zugestehen muss (vgl. CHRISTINE AMANN, Die Rechte des Flüch t- lings, Baden-Baden 1994, S. 28 ff. und 86 ff.). Solchen Flüchtlingen wird das Asyl verweigert und sie werden aus der Schweiz weggewiesen. Da sie jedoch als gefährdet gelten, ist der Vollzug der Wegweisung unzulä s- sig, und sie werden deshalb im Sinne einer Ersatzmassnahme in der Schweiz vorläufig a ufgenommen. Gemäss der jüngsten Praxis des Bu n- desverwaltungsgerichts entspricht es nun aber nicht der gesetzlichen L o- gik, Personen, die sich im Ausland befinden, die Einreise in die Schweiz zu gewähren, um sie anschliessend – trotz allfälliger Anerkennung als Flüchtlinge – aus der Schweiz wegzuweisen (vgl. BVGE 2011/10 und 2012/26 E. 7.1 S. 519 f.). Aus diesem Grund ist die Einreise trotz allfäll i- gen Bestehens der Flüchtlingseigenschaft und überwiegender Bezi e- hungsnähe zur Schweiz nicht zu bewilligen, falls die einreisewillige Pe r- son vom Asyl auszuschliessen ist. Die Flüchtlingskonvention enthält selbst nach weitester Interpretation kein Recht auf Einreise aus einem nicht an den Signatarstaat angrenzenden Land (vgl. AMANN, a.a.O., S. 151 ff.) , und dementspre chend ergibt sich in diesen Konstellationen auch keine Verpflichtung der Schweiz. 7.3.2 Gemäss Art. 54 AsylG ist vom Asyl auszuschliessen, wer allein au f- grund von subjektiven Nachfluchtgründen die Flüchtlingseigenschaft e r- füllt. Deshalb ist Asylsuchenden, die gemäss Art. 54 AsylG vom Asyl aus- geschlossen würden und die sich im Ausland befinden, die Einreise in die Schweiz grundsätzlich nicht zu bewilligen. Neben der reinen Logik des im Schweizer Recht für die vorläufige Aufn ahme von Flüchtlingen vorges e- henen Verfahrens wird dieses Resultat auch durch die gebotene restrikt i- ve Umschreibung der Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewi l- ligung und de m den Behörden zustehenden weiten Ermessensspiel raum gestützt. D-2729/2014 Seite 10 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung in Eritrea glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf weitere Vorbringen in der Beschwerde ei n- zugehen, da diese am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Damit erüb- rigt sich auch eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen der Erteilung einer Einreisebewilligung im asylrechtlichen Auslandverfahren, wie sie die Überprüfung der Zumutbarkeit des Verbleibs im Drittstaat (Sudan) im Sinne von aArt. 52 Abs. 2 AsylG darstellen würde. Denn eine zusätzliche Prüfung nach aArt. 52 Abs. 2 AsylG setzt gerade voraus, dass vorgängig das Bestehen einer asylerheblichen Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG in Bezug auf den Heimatstaat bejaht wurde. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt s ich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt ric htig und vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dere n Kosten grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal- tungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG in fine und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä digungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebung von Ve r- fahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-2729/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige schweizerische Vertretung. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Philipp Reimann Versand: