<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Sind dem Bundesrat Lieferengpässe von Ernährungslösungen mit Vitaminen und Spurenelementen bekannt?</p><p>2. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, die Verfügbarkeit der Ernährungslösungen bei Lieferengpässen zu erhöhen? </p><p>3. Wurden bereits Massnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen?</p><p>4. Ist es angezeigt, Ernährungslösungen mit ausgewählten Vitaminen und Spurenelementen in die Liste der meldepflichtigen Wirkstoffe des BWL aufzunehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Dem Bundesrat sind einzelne Lieferengpässe bekannt. Ein von der Zulassunginhaberin freiwillig gemeldeter Engpass bei der Vitaminlösung Cernevit(R) zur parenteralen Ernährung wurde zur Sensibilisierung der Fachpersonen am 26. Mai 2021 auf der <a href="https://www.bwl.admin.ch/bwl/de/home/themen/heilmittel/meldestelle/aktuelle_versorgungsstoerungen.html">Webseite</a> des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) zu den aktuellen Versorgungsengpässen publiziert.</p><p>Die Produkte der parenteralen Ernährung sind aktuell jedoch nicht der Meldepflicht gemäss Verordnung über die Meldestelle für lebenswichtige Humanarzneimittel (SR 531.215.32) unterstellt. Es besteht deshalb im Moment keine systematische Übersicht über allfällige Engpässe in diesem Bereich.</p><p>2. Steht ein in der Schweiz zugelassenes, therapeutisch wichtiges Arzneimittel auf Grund eines Lieferengpasses (Stock-out Situation) für einen befristeten Zeitraum nicht zur Verfügung, können seitens der wirtschaftlichen Landesversorgung (WL) auch Empfehlungen und Massnahmen zum Umgang mit den knappen Gütern definiert und publiziert werden. Zudem kann Swissmedic auf Gesuch der Zulassungsinhaberin das befristete Inverkehrbringen eines identischen Präparates (qualitative und quantitative Zusammensetzung) in ausländischer Aufmachung gutheissen. Schliesslich können die Produkte, sofern der medizinische Nutzen, wie auch das Versorgungsrisiko als besonders hoch eingestuft werden müssen, der Melde- resp. der Lagerpflicht unterstellt werden.</p><p>3. Im konkreten Fall von Cernevit(R) wurde der Engpass sowie die die Empfehlungen der GESKES zum Umgang mit dem Versorgungsengpass von Cernevit(R) auf der BWL-Webseite der Versorgungsstörungen publiziert. Das Gesundheitswesen ist damit über Ausmass und Dauer der Störung informiert und kann entsprechend darauf reagieren.</p><p>4. Die Entscheide bezüglich der Melde- und Lagerpflicht basieren auf systematischen Versorgungsanalysen, welche zum einen den medizinischen Nutzen eines Arzneimittels und zum anderen dessen Versorgungssicherheit beurteilen. Die WL ist zurzeit daran, eine Versorgungsanalyse zu den Arzneimitteln zur parenteralen Ernährung zu erstellen. Basierend darauf wird über die Unterstellung der Melde- und Lagerpflicht entschieden werden.</p>  Antwort des Bundesrates.