<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp303136"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>113 IV 8<br/><br/><br/><div class="paraatf">3. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 2. Februar 1987 i.S. W. gegen Direktion der Justiz des Kantons Zürich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp304576"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 397bis Abs. 1 lit. f StGB</span>, <span class="artref">Art. 4 VStGB 1</span>, <span class="artref">Art. 1 VStGB 3</span>; Halbgefangenschaft. <div class="paratf">Die Halbgefangenschaft kann nur gewährt werden, wenn die Gesamtdauer mehrerer, im Vollzug zusammentreffender Gefängnisstrafen sechs Monate nicht übersteigt. </div> </div> </div> <a name="idp311568"></a> <a name="idp318304"></a> <br/><div> <a name="idp323552"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 8</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page8"></a><div class="center pagebreak">BGE 113 IV 8 S. 8</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp325664"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Vollzug der Freiheitsstrafe in Form der Halbgefangenschaft angestrebt. Diese ist gemäss <span class="artref">Art. 1 VStGB 3</span> für Strafen von bis zu sechs Monaten Dauer möglich. Die kantonalen Behörden gingen von der insgesamt zu verbüssenden Strafe aus, d.h. sie zählten die Dauer der alten (widerrufenen) und diejenige der neuen (unbedingt <a name="page9"></a><div class="center pagebreak">BGE 113 IV 8 S. 9</div>ausgesprochenen) Strafe zusammen, was gesamthaft über sechs Monate ausmacht.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp189104"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>a) Ihre Rechtsauffassung stützte die Vorinstanz auf <span class="artref">Art. 2 VStGB 1</span>, wonach mehrere Gefängnisstrafen gemeinsam gemäss <span class="artref">Art. 37 StGB</span> zu vollziehen seien, wenn sie zusammentreffen (...). Nach Ansicht des Beschwerdeführers verstösst diese Betrachtungsweise gegen "Bundesrecht auf Gesetzes- und Verordnungsstufe".</div> <div class="paraatf">b) Gemäss <span class="artref">Art. 37bis Ziff. 1 Abs. 1 StGB</span> sind die Bestimmungen über die Haft anwendbar, wenn eine Gefängnisstrafe von nicht mehr als drei Monaten zu vollziehen ist. Abs. 2 der genannten Ziffer behält für gleichzeitig vollziehbare Strafen <span class="artref">Art. 397bis Abs. 1 lit. a StGB</span> vor. Diese Norm erklärt den Bundesrat für befugt, ergänzende Bestimmungen aufzustellen über den Vollzug von mehreren, gleichzeitig vollziehbaren Einzelstrafen. Die aufgrund dieser Delegation erlassene VStGB 1 bestimmt in Art. 2 Abs. 2 für den Fall, in welchem Gefängnisstrafen im Vollzug zusammentreffen, dass diese gemeinsam zu vollziehen sind, und zwar ausschliesslich dann gemäss <span class="artref">Art. 37bis Ziff. 1 Abs. 1 StGB</span>, wenn die Gesamtdauer drei (heute sechs; <span class="artref">Art. 1 VStGB 3</span>) Monate nicht übersteigt (<span class="artref">Art. 2 Abs. 2 lit. b VStGB 1</span>). Auf eben diesen <span class="artref">Art. 37bis StGB</span> aber verweist <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 VStGB 1</span>, in welchem den Kantonen gestattet wird, für kurze Gefängnisstrafen im Sinne von <span class="artref">Art. 37bis StGB</span> den Vollzug in der Form der Halbgefangenschaft einzuführen. Aus dem Zusammenhang der Bestimmungen ergibt sich, dass die Halbgefangenschaft von Bundesrechts wegen nur gewährt werden kann, wenn die Gesamtdauer mehrerer, im Vollzug zusammentreffender Gefängnisstrafen sechs Monate nicht übersteigt.</div> <div class="paraatf">Von Bundesrechts wegen anders wäre es dann, wenn Haftstrafen und eine oder mehrere Gefängnisstrafen, welche letztere insgesamt sechs Monate nicht übersteigen, zusammen zu vollziehen wären. In diesen Fällen dürfte gemäss <span class="artref"><artref id="CH/311.01/2/4" type="start"></artref><artref id="CH/311.01/2/3" type="start"></artref>Art. 2 Abs. 3 und 4 VStGB 1</span><artref id="CH/311.01/2/4" type="end"></artref><artref id="CH/311.01/4" type="end"></artref> die Halbgefangenschaft auch länger als sechs Monate dauern, ohne dass Bundesrecht verletzt würde (WEILENMANN, Über den Strafvollzug, Zürich 1975, S. 41 N. 12).</div> </div></body></html></html>