Motion Ruffy 508 20 mars 1987 für die Giftklasseeinteilung prinzipiell mitberücksichtigt, sofern sie wengier als tausendfach unter der Gefährlich- keitsgrenze für Mensch und Tier liegt. Die Quellen möglicher Schadstoffemissionen im Innen- raumbereich sind indessen sehr vielfältig und kaum abschliessend erfass- oder kontrollierbar. In Frage kommen beispielsweise Spanplatten, Isolationsschäume, Klebstoffe, Farben und Lacke, Spannteppiche und andere Bodenbe- läge, Möbel, Beton, Mörtel usw. Durch das Zusammenwir- ken vieler verschiedener Quellen kann es in Innenräumen zu hohen Konzentrationen einzelner oder verschiedener Schadstoffe kommen, die bei entsprechender Veranlagung gesundheitlicher Beeinträchtigungen zur Folge haben können. Der Bundesrat ist sich dieses Problems, das durch den wachsenden Einsatz chemischer Stoffe in Bau- und Werk- stoffen zunehmend komplexer wird, durchaus bewusst. Arti- kel 13 des Giftgesetzes gibt ihm die Möglichkeit, die Ver- wendung bestimmter giftiger Stoffe zu bestimmten Zwecken zu verbieten, wenn Leben oder Gesundheit auf keine andere Weise zu schützen sind. Von dieser Kompetenz hat er ver- schiedentlich Gebrauch gemacht und die Verwendung ein- zelner Stoffe in der Verordnung über verbotene giftige Stoffe eingeschränkt oder ganz verboten. Er hat aber bisher mit einer generellen Regelung des Schadstoffproblems im Innenraumbereich noch zugewartet, weil er der Ansicht ist, dass die ganze Problematik in Anbetracht ihrer Komplexität zunächst einer genauen Abklärung bedarf und vorerst die wissenschaftlichen und juristischen Grundlagen für eine mögliche Regelung erarbeitet werden müssen. Einige der Probleme seien hier erwähnt. Lieber die tatsächli- che Gefährdung, die von Innenluftschadstoffen ausgeht, ist zum Teil noch recht wenig bekannt. Es fehlen insbesondere grössere epidemiologische Untersuchungen am Menschen, die beim komplexen multifaktoriellen Geschehen wissen- schaftlich fundierte Beurteilungskriterien liefern könnten. Die Meinungen über die Gefährlichkeit einzelner Stoffe sind zudem vielfach kontrovers, und die wissenschaftliche Dis- kussion hierüber ist noch nicht abgeschlossen. Ein generel- les Verbot für Stoffe, von denen tatsächlich eine Gesund- heitsgefährdung ausgeht, lässt sich unter Umständen nicht rechtfertigen, wenn erst die massive Kumulation verschiede- ner Quellen zu einer gefährlichen Schadstoffkonzentration führt. Oft entscheidet erst der Endverbraucher, ob ein bestimmtes Produkt, das als Schadstoffquelle in Frage kom- men kann, überhaupt im Innenraumbereich angewendet oder installiert wird. Zahl und Art der Schadstoffquellen sind vielfältig und nie endgültig erfassbar oder voraussehbar, zumal sie nicht selten erst nach und nach und von verschie- denster Seite eingebracht werden. Eine allfällige Regelung müsste deshalb eine Vielzahl von möglichen verantwortli- chen Adressaten ins Auge fassen, gleichzeitig aber sachge- recht und leicht vollziehbar bleiben. Aehnliche Probleme, vor allem im Bereich der Durchführbarkeit, stellen sich dann, wenn für bestimmte Schadstoffe Grenzwerte festge- legt würden. Der Bundesrat ist bereit, die Angelegenheit einer eingehen- den Prüfung zu unterziehen und gegebenenfalls die nötigen Schritte zu unternehmen, wenn sich zeigen sollte, dass das bestehende gesetzliche Instrumentarium nicht ausreicht, um das Problem einer Lösung zuzuführen. Er weist jedoch darauf hin, dass dies angesichts der Komplexität des The- mas und der beschränkten personellen Mittel einige Zeit beanspruchen wird. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.938 Motion Ruffy Bodenstatistik Données statistiques sur le sol Wortlaut der Motion vom 9. Oktober 1986 Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes betreffend die amtlichen statistischen Auf- nahmen in der Schweiz in Zusammenarbeit mit den Kanto- nen für die Erhebung der Daten, die den Boden betreffen, ein zuverlässiges System zu schaffen. Dieses System sollte es erlauben, die Entwicklung der Bodennutzung, die Verteilung des Grundeigentums nach grossen Eigentümerkategorien und die Bodenpreise je Nut- zungsart zu messen. Darüber hinaus wird der Bundesrat beauftragt, die Kantone in ihren Bemühungen zur allgemeinen Einführung der auto- matischen Registrierung (Digitalverfahren) der Nutzungs- pläne der Gemeinden zu unterstützen. Dieses Verfahren ist für eine sinnvolle Bodennutzung unersetzlich. Texte de la motion du 9 octobre 1986 Le Conseil fédéral est chargé, dans le cadre de la révision de la loi concernant les relevés statistiques en Suisse, de mettre en place en collaboration avec les cantons un système crédible de prélèvement des données portant sur le sol. Il devra permettre de mesurer l'évolution de l'occupation des sols, la répartition de la propriété foncière (par grandes catégories de propriétaires) et le prix des terrains selon leur affectation. De plus, le Conseil fédéral est chargé de soutenir les efforts des cantons de manière à généraliser l'enregistrement auto- matique (digitalisation) des plans d'affectation communaux en tant que mesure indispensable pour assurer une utilisa- tion judicieuse du sol. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Berger, Bircher, Borei, Bratschi, Brélaz, Bühler- Tschappina, Bundi, Carobbio, Chopard, Christinat, Clivaz, Cottet, Cotti Flavio, Darbellay, Deneys, Dünki, Eggenberg- Thun, Fankhauser, Fehr, Fetz, Frey, Friedli, Früh, Gloor, Grassi, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hofmann, Hösli, Houmard, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Kühne, Lanz, Leuenber- ger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appen- zell, Magnin, Martignoni, Martin, Mauch, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau, Müller-Bachs, Nauer, Nebiker, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ogi, Pini, Pitteloud, Rebeaud, Rechsteiner, Reichling, Reimann, Renschier, Riesen-Fri- bourg, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Salvioni, Savary-Fribourg, Schnyder-Bern, Seg- müller, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Van- nay, Weber Monika, Weber-Arbon, Weder-Basel, Widmer, Zehnder, Ziegler, Zwingli, Zwygart (86) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Les difficultés soulevées par l'absence de statistique concernant le sol d'une manière générale sont de plus en plus nombreuses et l'on trouve de plus en plus de textes officiels qui le déplorent. Il serait faux de croire que ceux qui dénoncent ces lacunes agissent par simple curiosité, à la recherche d'une connais- sance purement gratuite. En raison de l'imprécision qui règne à l'échelle nationale en matière d'occupation du sol, de propriété foncière et de prix du sol, l'application de certaines lois telle celle sur l'aména- gement du territoire devient de plus en plus difficile et l'évaluation des mesures prises pour savoir si elles répon- dent bien à des options politiques fondamentales quasi impossible. Ces incertitudes autorisent les discours les plus20. März 1987 N 509 Motion Früh contradictoires et jettent le trouble sur la validité de cer- taines décisions. Une telle situation ne saurait durer sans porter préjudice à la politique menée par les autorités et sans mettre dans l'embarras les administrations chargées de leur application. Pour être crédibles, ces statistiques devront reposer sur une information qui soit homogène, prélevée à des fréquences qui correspondent aux impératifs d'une politique suivie et cohérente et selon une trame couvrant l'ensemble du terri- toire suisse. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Februar 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 27 février 1987 Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion. Ueberwiesen - Transmis #ST# 86.172 Motion Weder-Basel Tanzkunst. Verbesserung der Rahmenbedingungen Motion Weder-Bâle Art de la danse. Conditions d'activité plus propices Wortlaut der Motion vom 16. Dezember 1986 Der Bundesrat wird beauftragt, im Bereich der Tanzkunst (Tänzer, Choreographen, Tanzpädagogen usw.) zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um die Rahmenbedingun- gen zu verbessern, etwa durch die Berufsanerkennung durch das Biga, die Normierung der Ausbildung, die Verbes- serung der sozialen Sicherheit freier Kulturschaffender sowie durch die Unterstützung der Fachorganisationen. Texte de la motion du 16 décembre 1986 Le Conseil fédéral est chargé de veiller à ce que les condi- tions d'activité des professionnels de la danse (danseurs, chorégraphes, professeurs de danse, etc.) soient amélio- rées, notamment en demandant à l'OFIAMT de reconnaître la profession, en uniformisant les méthodes de formation, en accordant de meilleurs avantages sociaux aux artistes indépendants et en soutenant les organisations profession- nelles. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Biel, Braunschweig, Dünki, Fankhauser, Fetz, Grendelmeier, Günter, Gurtner, Hubacher, Jaeger, Lanz, Maeder-Appen- zell, Mauch, Meyer-Bern, Morf, Müller-Aargau, Gehen, Oester, Rechsteiner, Renschier, Steffen, Weber Monika (23) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Tanzberuf ist gekennzeichnet durch Schwerarbeit vom Beginn des Studiums bis zum letzten Tag der zeitlich stark beschränkten Karriere. Eine frühzeitige Aufgabe kann täg- lich durch Unfall oder Krankheit eintreten. Ein Schutz des Tänzers gegen sein berufliches Risiko oder die Möglichkeit der Umschulung besteht nicht. Dem freien Schweizer Tanz- schaffen ist wie anderen Kunstsparten die ihm zukommende Präsenz in der öffentlich subventionierten Kunstpflege zu gewähren. Eine Förderung, wie sie in den meisten Kulturlän- dern eine Selbstverständlichkeit darstellt, sollte auch von der Schweiz diesem Berufszweig zugestanden werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. März 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 mars 1987 Die Schwierigkeiten und Risiken, denen die im Bereich der Tanzkunst tätigen Kulturschaffenden begegnen, sind aus verschiedenen Gründen tatsächlich grösser als in anderen künstlerischen Berufen. Die Organisationen der Fachkräfte des künstlerischen Tanzes bemühen sich daher heute inten- siv um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Zuständigkeit für konkrete Massnahmen liegt dabei fast ausschliesslich bei den Kantonen sowie im privaten Bereich. Verfassungsrechtliche Schranken hindern den Bund weit- gehend an einer direkten Mitwirkung. So liegt namentlich die Ausbildung von Tanzkünstlern ausserhalb der Reich- weite des Berufsbildungsgesetzes. Dennoch steht der Bund nicht ganz abseits: Durch jährliche Beiträge wird der Dach- verband der Fachkräfte des künstlerischen Tanzes in seinen Bemühungen um ein wirkunsvolles Dienstleistungsangebot zugunsten seiner Mitglieder unterstützt. Der Bundesrat wird die Entwicklungen in diesem Bereich weiter verfolgen, kann jedoch den Vorstoss in Anbetracht der fehlenden Verfas- sungsgrundlagen nur in der Form eines Postulats entgegen- nehmen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.906 Motion Früh Herabsetzung des Mündigkeitsalters Abaissement de l'âge de la majorité Wortlaut der Motion vom 2. Oktober 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, das ZGB in dem Sinne zu revidieren, dass das Mündigkeitsalter auf 18 Jahre festge- legt wird. Texte de la motion du 2 octobre 1986 Le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision du code civil, fixant l'âge de la majorité à 18 ans. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Allenspach, Aregger, Eppenberger-Nesslau, Giger, Hunziker, Künzi, Lüchinger, Mühlemann, Müller-Meilen, Nef, Wanner, Wyss, Zwingli (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 25. Februar 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 25 février 1987 Der Bundesrat hat sich schon bei der Beantwortung frühe- rer Vorstösse bereit erklärt, die Frage einer Herabsetzung des zivilrechtlichen Mündigkeitsalters zu prüfen, und zwar im Rahmen der letzten Etappe der grossen Fami lien rechts- revision, der Revision des Vormundschaftsrechts. Indessen hat sich die Familienrechtsrevision aus verschiedenen Gründen verzögert, so dass es noch eine gute Weile dauern wird, bis die Vorbereitungen für eine Neuordnung des Vor- mundschaftsrechts an die Hand genommen werden kön- nen. Der Bundesrat ist deshalb bereit, den Problemkreis des Mündigkeitsalters bereits im Zusammenhang mit der laufen- den Revision des Eheschliessungs- und Scheidungsrechts zu untersuchen. Im übrigen beantragt der Bundesrat aber eine Umwandlung der Motion in ein Postulat. Zwar entspricht das Mündigkeits-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Ruffy Bodenstatistik Motion Ruffy Données statistiques sur le sol In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.938 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1987 - 08:00 Date Data Seite 508-509 Page Pagina Ref. No 20 015 247 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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