<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 34 S.99</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title"> <p>Verwaltungsverfahren vor den vormundschaftlichen Behörden</p> </div> <span class="page_no">99</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VI. Verwaltungsverfahren vor den</b></span><br/> <span class="ft1"><b>vormundschaftlichen Behörden</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>34</b></span> <span class="ft2"><b>Art. 29 Abs. 3 BV. Unentgeltliche Rechtspflege.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Im - kostenlosen - Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde ist die un-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>entgeltliche Rechtsvertretung durch einen Anwalt in aller Regel nicht er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>forderlich.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Obergerichts, Kammer für Vormundschaftswesen,</span><br/> <span class="ft3">vom 18. Dezember 2001 in Sachen M. Sch.-C. (BE.2001.00055)</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">Mit rechtskräftigem Ehescheidungsurteil des Gerichtspräsidi-</span><br/> <span class="ft5">ums Z. vom 22. November 2000 wurde die Ehe der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rerin mit Th. Sch. geschieden, das eheliche Kind J., geb. 26. März</span><br/> <span class="ft5">1997, der Beschwerdeführerin zur Ausübung der elterlichen Sorge</span><br/> <span class="ft5">zugeteilt und dem Kindsvater das Recht eingeräumt, jedes erste und</span><br/> <span class="ft5">dritte Wochenende des Monats sowie vier Wochen Ferien pro Jahr</span><br/> <span class="ft5">mit dem Kind zu verbringen. Kurze Zeit nach Rechtskraft des Ehe-</span><br/> <span class="ft5">scheidungsurteils wurde der Kindsvater mit ernsthaften psychischen</span><br/> <span class="ft5">Problemen verhaltensauffällig, die sich zusehends verschärften. Er</span><br/> <span class="ft5">entzog sich nach einer vorübergehenden Unterbringung in der</span><br/> <span class="ft5">Psychiatrischen Klinik Königsfelden einer psychiatrischen Behand-</span><br/> <span class="ft5">lung, verweigerte die Medikamenteneinnahme, geriet in seiner</span><br/> <span class="ft5">Stimmungslage in ein Wechselspiel zwischen Depression und starker</span><br/> <span class="ft5">Aggression, verlor seine Arbeitsstelle und durch Mietkündigung auch</span><br/> <span class="ft5">seine Wohnung.</span><br/> <span class="ft5">In der Folge reichte die Beschwerdeführerin nach seiner An-</span><br/> <span class="ft5">kündigung, das Besuchsrecht für das Kind J. ausüben zu wollen,</span><br/> <span class="ft5">durch die von ihr beigezogene Anwältin mit Eingabe vom 26. April</span><br/> <span class="ft5">2001 bei der Vormundschaftsbehörde O. das Begehren ein, es sei in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">100</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Abänderung des rechtskräftigen Ehescheidungsurteils vom 22. No-</span><br/> <span class="ft5">vember 2000 dem Kindsvater das Recht auf persönlichen Verkehr</span><br/> <span class="ft5">mit dem Kind J. zu entziehen, eventuell ein begleitetes Besuchsrecht</span><br/> <span class="ft5">von einem Tag pro Monat einzuräumen, sowie vorsorglich sofort bis</span><br/> <span class="ft5">zum Entscheid über dieses Begehren das Recht auf persönlichen</span><br/> <span class="ft5">Verkehr zu sistieren. Mit der Einreichung dieses Begehrens ersuchte</span><br/> <span class="ft5">die Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechts-</span><br/> <span class="ft5">pflege mit Beiordnung ihrer Anwältin als unentgeltliche Rechtsver-</span><br/> <span class="ft5">treterin.</span><br/> <span class="ft5">Die Vormundschaftsbehörde O. untersagte mit Beschluss vom</span><br/> <span class="ft5">30. April 2001 dem Kindsvater bis auf weiteres die Ausübung des</span><br/> <span class="ft5">persönlichen Verkehrs mit dem Kind J., wies mit weiterem Beschluss</span><br/> <span class="ft5">vom 11. Juni 2002 das Begehren um Bewilligung der unentgeltlichen</span><br/> <span class="ft5">Rechtspflege ab und hob danach mit Beschluss vom 10. Juli 2001</span><br/> <span class="ft5">das dem Kindsvater im rechtskräftigen Ehescheidungsurteil gewährte</span><br/> <span class="ft5">Besuchs- und Ferienrecht auf unbestimmte Zeit auf.</span><br/> <span class="ft5">Gegen die Abweisung des Gesuchs um Bewilligung der unent-</span><br/> <span class="ft5">geltlichen Rechtspflege mit Beschluss der Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">O. vom 11. Juni 2001 erhob die Beschwerdeführerin Beschwerde,</span><br/> <span class="ft5">die nach ihrer Abweisung durch Verfügung des Bezirksamts X. vom</span><br/> <span class="ft5">18. Oktober 2001 auch durch Entscheid der Kammer für Vormund-</span><br/> <span class="ft5">schaftswesen des Obergerichts vom 18. Dezember 2001 abgewiesen</span><br/> <span class="ft5">wurde.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">1. a) Gemäss der im Verfahren vor den Vormundschafts- und</span><br/> <span class="ft5">vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden (Art. 361 Abs. 1 und 2 ZGB</span><br/> <span class="ft5">i.V.m. § 59 Abs. 1 und 4 EGZGB) massgebenden Kostenregelung</span><br/> <span class="ft5">des VRPG (§ 1 Abs. 1 VRPG bzw. § 59 Abs. 5 EGZGB) ist das Ver-</span><br/> <span class="ft5">fahren vor der Vormundschaftsbehörde als erster Instanz unentgelt-</span><br/> <span class="ft5">lich (§ 33 Abs. 1 VRPG) sowie eine Kosten- und Entschädigungs-</span><br/> <span class="ft5">pflicht für Verfahrens- und Parteikosten eines Verfahrensbeteiligten</span><br/> <span class="ft5">erst und nur im Beschwerdeverfahren vor den vormundschaftlichen</span><br/> <span class="ft5">Aufsichtsbehörden vorgesehen (§§ 33 Abs. 2 und 36 VRPG), wobei</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Verwaltungsverfahren vor den vormundschaftlichen Behörden</div> <span class="page_no">101</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">einem Verfahrensbeteiligten unter der Voraussetzung seiner Mittello-</span><br/> <span class="ft5">sigkeit und fehlenden Aussichtslosigkeit seines Rechtsbegehrens die</span><br/> <span class="ft5">Bezahlung von Verfahrenskosten und Verfahrenskostenvorschüssen</span><br/> <span class="ft5">erlassen (§ 35 Abs. 2 VRPG) sowie in Fällen, wo die Schwere einer</span><br/> <span class="ft5">Massnahme oder die Rechtslage es als gerechtfertigt erscheinen lässt,</span><br/> <span class="ft5">auch ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt werden kann (§ 35</span><br/> <span class="ft5">Abs. 3 VRPG). Nach dieser Kostenregelung ist die unentgeltliche</span><br/> <span class="ft5">Rechtspflege mit unentgeltlicher Rechtsvertretung durch einen An-</span><br/> <span class="ft5">walt ausdrücklich nur für das Beschwerdeverfahren vor den vor-</span><br/> <span class="ft5">mundschaftlichen Aufsichtsbehörden vorgesehen und im erstin-</span><br/> <span class="ft5">stanzlichen Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde ausgeschlos-</span><br/> <span class="ft5">sen.</span><br/> <span class="ft5">b) Diese Kostenregelung hält, soweit sie die unentgeltliche</span><br/> <span class="ft5">Rechtspflege mit unentgeltlicher Rechtsvertretung im erstinstanzli-</span><br/> <span class="ft5">chen Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde ausschliesst, vor</span><br/> <span class="ft5">Art. 29 Abs. 3 BV nicht Stand. Danach hat jede Person, die nicht</span><br/> <span class="ft5">über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren</span><br/> <span class="ft5">nicht aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechts-</span><br/> <span class="ft5">pflege und, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist, aus-</span><br/> <span class="ft5">serdem Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand. In dieser</span><br/> <span class="ft5">Verfassungsbestimmung wurde die bundesgerichtliche Rechtspre-</span><br/> <span class="ft5">chung zu Art. 4 aBV (BGE 120 Ia 43 ff., insbes. 44/45 E. 2 mit Hin-</span><br/> <span class="ft5">weisen, 122 I 8, 122 III 392, 123 I 146 E. 2, 124 I 304 mit Hinweis</span><br/> <span class="ft5">auf BGE 122 I 267 E. 2 mit Hinweisen und BGE 125 V 32, insbes.</span><br/> <span class="ft5">34 f. E. 4a) normiert, wonach eine Partei unter der Voraussetzung</span><br/> <span class="ft5">ihrer Mittellosigkeit und fehlenden Aussichtslosigkeit ihres Rechts-</span><br/> <span class="ft5">begehrens in einem von ihr oder gegen sie angestrengten Verfahren</span><br/> <span class="ft5">Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, nötigenfalls mit einem</span><br/> <span class="ft5">unentgeltlichen Rechtsvertreter, hat und diese nicht generell für be-</span><br/> <span class="ft5">stimmte Verfahrensarten ausgeschlossen werden darf. Die unentgelt-</span><br/> <span class="ft5">liche Rechtspflege, nötigenfalls mit Beiordnung eines unentgeltli-</span><br/> <span class="ft5">chen Rechtsvertreters, muss danach in allen Verfahren und damit</span><br/> <span class="ft5">auch im erstinstanzlichen Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">in einer durch das ZGB in die Zuständigkeit der vormundschaftli-</span><br/> <span class="ft5">chen Behörden gewiesenen Sache möglich sein. Sie ist indessen auch</span><br/> <span class="ft5">hier, wo sie angesichts der Unentgeltlichkeit des Verfahrens (§ 33</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">102</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Abs. 1 VRPG) bloss noch für die unentgeltliche Rechtsvertretung</span><br/> <span class="ft5">durch einen Anwalt in Betracht kommen kann, nur unter der Voraus-</span><br/> <span class="ft5">setzung fehlender Aussichtslosigkeit des Rechtsbegehrens und der</span><br/> <span class="ft5">Notwendigkeit der Rechtsvertretung durch Beiordnung eines unent-</span><br/> <span class="ft5">geltlichen Anwalts zu gewähren (Art. 29 Abs. 3 BV), wobei sprachli-</span><br/> <span class="ft5">che Verständigungsschwierigkeiten des Gesuchstellers oder eines</span><br/> <span class="ft5">Verfahrensbeteiligten bei der Abfassung und Einreichung des Rechts-</span><br/> <span class="ft5">begehrens und in dem damit eingeleiteten Verfahren vor der Vor-</span><br/> <span class="ft5">mundschaftsbehörde, wie schlechthin, auch hier mit Hilfe eines</span><br/> <span class="ft5">Übersetzers und nicht durch einen Rechtsvertreter zu beheben sind.</span><br/> <span class="ft5">2. Art. 29 Abs. 3 BV verlangt für die unentgeltliche Rechtsver-</span><br/> <span class="ft5">tretung eines Verfahrensbeteiligten durch einen Anwalt ausser Mittel-</span><br/> <span class="ft5">losigkeit und fehlender Aussichtslosigkeit des gestellten Rechtsbe-</span><br/> <span class="ft5">gehrens ausdrücklich, dass die Anwaltsvertretung des Verfahrensbe-</span><br/> <span class="ft5">teiligten zur Wahrung seiner Rechte notwendig ist.</span><br/> <span class="ft5">a) Ob diese Notwendigkeit vorliege, ist aufgrund der kon-</span><br/> <span class="ft5">kreten Umstände des Einzelfalls in Berücksichtigung der Eigenheiten</span><br/> <span class="ft5">der anwendbaren Verfahrensvorschriften und der Besonderheiten des</span><br/> <span class="ft5">jeweiligen Verfahrens zu entscheiden. Dabei fallen neben der Kom-</span><br/> <span class="ft5">plexität der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachver-</span><br/> <span class="ft5">halts auch in der Person des Betroffenen liegende Gründe in Be-</span><br/> <span class="ft5">tracht, wie etwa seine Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden.</span><br/> <span class="ft5">Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung des Betrof-</span><br/> <span class="ft5">fenen droht, ist die Rechtsvertretung grundsätzlich geboten, andern-</span><br/> <span class="ft5">falls bloss, wenn zur relativen Schwere des Falles besondere tatsäch-</span><br/> <span class="ft5">liche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Ge-</span><br/> <span class="ft5">suchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen ist (BGE 125 V</span><br/> <span class="ft5">32 Erw. 4b mit Hinweisen auf Lehre und Praxis).</span><br/> <span class="ft5">b) Die sachliche Notwendigkeit wird nicht allein dadurch</span><br/> <span class="ft5">ausgeschlossen, dass das in Frage stehende Verfahren von der Offi-</span><br/> <span class="ft5">zialmaxime oder dem Untersuchungsgrundsatz beherrscht wird, die</span><br/> <span class="ft5">Behörde also gehalten ist, an der Ermittlung des rechtserheblichen</span><br/> <span class="ft5">Sachverhalts mitzuwirken oder diesen von Amtes wegen abzuklären.</span><br/> <span class="ft5">Die Offizialmaxime rechtfertigt es jedoch, an die Voraussetzungen,</span><br/> <span class="ft5">unter denen eine Verbeiständung durch einen Rechtsanwalt sachlich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Verwaltungsverfahren vor den vormundschaftlichen Behörden</div> <span class="page_no">103</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">geboten ist, einen strengen Massstab anzulegen (BGE 125 V 32</span><br/> <span class="ft5">Erw. 4b S. 36 mit Hinweisen auf Lehre und Praxis).</span><br/> <span class="ft5">3. Mit der am 1. Januar 2000 in Kraft getretenen Änderung des</span><br/> <span class="ft5">Ehescheidungsrechts wurde u.a. die Abänderung rechtskräftiger Ehe-</span><br/> <span class="ft5">scheidungsurteile in Bezug auf das Recht des nicht sorge- oder ob-</span><br/> <span class="ft5">hutsberechtigten Elternteils auf persönlichen Verkehr (Art. 273/274</span><br/> <span class="ft5">ZGB) in die Zuständigkeit der Vormundschaftsbehörde (Art. 134</span><br/> <span class="ft5">Abs. 4 ZGB) und damit in das vor dieser durchzuführende Verwal-</span><br/> <span class="ft5">tungsverfahren (nach dem VRPG) gewiesen.</span><br/> <span class="ft5">a) Bei der Abänderung eines rechtskräftigen Ehescheidungs-</span><br/> <span class="ft5">urteils in Bezug auf das darin zu- oder aberkannte Recht auf persön-</span><br/> <span class="ft5">lichen Verkehr (Art. 273/274 i.V.m. Art. 134 Abs. 4 ZGB) handelt es</span><br/> <span class="ft5">sich um eine ausgesprochen einfache Rechtssache. Der Antragsteller</span><br/> <span class="ft5">hat nur mit einem Rechtsbegehren an die Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">eine wesentliche und dauerhafte Änderung der tatsächlichen, für die</span><br/> <span class="ft5">Regelung des persönlichen Verkehrs im rechtskräftigen Eheschei-</span><br/> <span class="ft5">dungsurteil massgebend gewesenen Verhältnisse seit dessen Rechts-</span><br/> <span class="ft5">kraft darzutun sowie gestützt darauf die Abänderung und Anpassung</span><br/> <span class="ft5">des darin geregelten bzw. beurteilten Rechts auf persönlichen Ver-</span><br/> <span class="ft5">kehr zu verlangen mit der Folge, dass die Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">diese behauptete wesentliche und dauerhafte Änderung der tatsächli-</span><br/> <span class="ft5">chen Verhältnisse als Voraussetzung für die Zulässigkeit der Abände-</span><br/> <span class="ft5">rung des rechtskräftigen Ehescheidungsurteils von Amtes wegen zu</span><br/> <span class="ft5">prüfen und abzuklären sowie das Abänderungsbegehren bejahenden-</span><br/> <span class="ft5">falls ganz oder teilweise gutzuheissen und verneinendenfalls wegen</span><br/> <span class="ft5">der ihm dann entegegenstehenden Rechtskraft des Ehescheidungsur-</span><br/> <span class="ft5">teils durch Nichteintretensentscheid zu erledigen hat.</span><br/> <span class="ft5">b) Das Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde ist ein sei-</span><br/> <span class="ft5">ner Natur nach einfaches, rasches, von der Offizial- bzw. Untersu-</span><br/> <span class="ft5">chungsmaxime (§ 20 VRPG) beherrschtes Einparteienverfahren mit</span><br/> <span class="ft5">bloss dem Antragsteller als Verfahrenspartei und unmittelbar Betrof-</span><br/> <span class="ft5">fenen als Verfahrensbeteiligten (§§ 15 ff. VRPG), das - anders als das</span><br/> <span class="ft5">gerichtliche Verfahren - kein kontradiktorisches Verfahren und in</span><br/> <span class="ft5">welchem auch weder ein Rechtsschriftenwechsel durchzuführen</span><br/> <span class="ft5">noch eine Replik und eine Duplik zu erstatten, sondern nach Eingang</span><br/> <span class="ft5">des Rechtsbegehrens, Anhörung der durch dieses unmittelbar Betrof-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">104</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">fenen und einer von Amtes wegen vorzunehmenden Sachverhaltsab-</span><br/> <span class="ft5">klärung ohne jeden Verzug der beschwerdefähige Erledigungsent-</span><br/> <span class="ft5">scheid (Art. 420 Abs. 2 ZGB) zu erlassen ist.</span><br/> <span class="ft5">Dabei hat die Vormundschaftsbehörde gemäss der im Verfah-</span><br/> <span class="ft5">ren vor den vormundschaftlichen Behörden in § 20 VRPG vorge-</span><br/> <span class="ft5">schriebenen Offizial- bzw. Untersuchungsmaxime dafür zu sorgen,</span><br/> <span class="ft5">dass keinem Verfahrensbeteiligten wegen Unbeholfenheit Nachteile</span><br/> <span class="ft5">erwachsen (Abs. 2). Die Vormundschaftsbehörde (Art. 361 Abs. 1</span><br/> <span class="ft5">ZGB i.V.m. § 59 Abs. 1 EGZGB) untersteht zudem der Aufsicht der</span><br/> <span class="ft5">vormundschaftlichen Aufsichtsbehörden (Art. 361 Abs. 1 und 2 ZGB</span><br/> <span class="ft5">i.V.m. § 59 Abs. 4 EGZGB), die in ihrer Doppelfunktion als Auf-</span><br/> <span class="ft5">sichts- und Beschwerdeinstanzen jederzeit inner- und ausserhalb ei-</span><br/> <span class="ft5">nes Beschwerdeverfahrens und damit auch im Falle der Verwirkung</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdefrist von Amtes wegen einschreiten und einen Ent-</span><br/> <span class="ft5">scheid der Vormundschaftsbehörde aufheben können, wenn dieser als</span><br/> <span class="ft5">Verstoss gegen eine klare Gesetzesvorschrift oder einen Rechts-</span><br/> <span class="ft5">grundsatz im wohlverstandenen Interesse eines massnahmebedürfti-</span><br/> <span class="ft5">gen oder sonstwie unbeholfenen Betroffenen nicht hingenommen</span><br/> <span class="ft5">werden kann. Antragsteller und Verfahrensbeteiligte haben daher im</span><br/> <span class="ft5">Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde praktisch kein Verfahrens-</span><br/> <span class="ft5">risiko zu tragen.</span><br/> <span class="ft5">c) Das Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde auf Abän-</span><br/> <span class="ft5">derung eines rechtskräftigen Ehescheidungsurteils in Bezug auf das</span><br/> <span class="ft5">darin geregelte Recht auf persönlichen Verkehr (Art. 134 Abs. 4 ZGB</span><br/> <span class="ft5">i.V.m. §§ 15 ff. VRPG) ist dem summarischen richterlichen</span><br/> <span class="ft5">Konkurseröffnungsverfahren auf eigenes Begehren (Art. 25 Ziff. 2</span><br/> <span class="ft5">Bst. a i.V.m. Art. 191 SchKG) vergleichbar, wo ebenfalls nur das</span><br/> <span class="ft5">Rechtsbegehren unter Darlegung der tatsächlichen Verhältnisse, hier</span><br/> <span class="ft5">der Verschuldung mit Grundangabe, einzureichen sowie daran an-</span><br/> <span class="ft5">schliessend ohne jeden Verzug der Erledigungsentscheid (Art. 191</span><br/> <span class="ft5">SchKG) zu erlassen und gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft5">wegen der Einfachheit des Verfahrens ohne sich in diesem stellende,</span><br/> <span class="ft5">nicht leicht zu beantwortende rechtliche Fragen die Rechtsvertretung</span><br/> <span class="ft5">des Gesuchstellers durch einen Anwalt nicht nötig und auch nicht im</span><br/> <span class="ft5">Rahmen unentgeltlicher Rechtspflege zu gewähren ist (BGE 118 III</span><br/> <span class="ft5">32 f. E. 3d mit Hinweisen). Sodann ist das Verfahren vor der Vor-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Verwaltungsverfahren vor den vormundschaftlichen Behörden</div> <span class="page_no">105</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">mundschaftsbehörde in den durch das ZGB in deren Zuständigkeit</span><br/> <span class="ft5">gewiesenen Rechtssachen nicht aufwändiger oder rechtlich komple-</span><br/> <span class="ft5">xer als ein Betreibungs- oder betreibungsrechtliches Beschwerdever-</span><br/> <span class="ft5">fahren (Art. 17 - 19 SchKG), wo die unentgeltliche Rechtsvertretung</span><br/> <span class="ft5">durch einen Anwalt vor einem unter der Aufsicht der betreibungs-</span><br/> <span class="ft5">rechtlichen Aufsichtsbehörden (Art. 13 SchKG i.V.m. § 10 AG</span><br/> <span class="ft5">SchKG) stehenden Betreibungs- oder Konkursamt (Art. 2 SchKG)</span><br/> <span class="ft5">stets ausser Frage stand und für das betreibungsrechtliche Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeverfahren in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im</span><br/> <span class="ft5">Hinblick auf die - nun in Art. 20a SchKG gesetzlich normierte Offi-</span><br/> <span class="ft5">zialmaxime - festgestellt wurde, dass "die Mitwirkung eines Rechts-</span><br/> <span class="ft5">anwalts in aller Regel nicht erforderlich" sei (BGE 122 I 8 und 10</span><br/> <span class="ft5">E. 3c mit Hinweis auf BGE 119 I 369 ff. E. 4c). Das muss um so</span><br/> <span class="ft5">mehr für das Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde gelten, die</span><br/> <span class="ft5">über die ihr - wie auch den Betreibungsbehörden in Art. 20a Abs. 2</span><br/> <span class="ft5">Ziff. 2 SchKG - aufgrund der Offizial- bzw. Untersuchungsmaxime</span><br/> <span class="ft5">vorgeschriebene Sachverhaltsabklärung von Amtes wegen (§ 20</span><br/> <span class="ft5">Abs. 1 VRPG) hinaus dafür zu sorgen hat, dass keinem Verfahrens-</span><br/> <span class="ft5">beteiligten wegen Unbeholfenheit Nachteile erwachsen, und die als</span><br/> <span class="ft5">unterste Entscheidungsinstanz der Aufsicht der Aufsichtsbehörden</span><br/> <span class="ft5">auch bezüglich ihrer Verfahrensdurchführung und Entscheidung un-</span><br/> <span class="ft5">tersteht. Im Hinblick auf diese Verfahrensgarantie, bei der ein Ver-</span><br/> <span class="ft5">fahrensbeteiligter praktisch kein Verfahrensrisiko mehr zu tragen hat,</span><br/> <span class="ft5">ist in dem ohnehin seiner Natur nach einfachen, raschen und auch in</span><br/> <span class="ft5">der Sache rechtlich regelmässig unkomplizierten Verfahren vor der</span><br/> <span class="ft5">Vormundschaftsbehörde die Vertretung durch einen Anwalt und da-</span><br/> <span class="ft5">mit die unentgeltliche Rechtsvertretung durch einen solchen in aller</span><br/> <span class="ft5">Regel nicht erforderlich und diese nur in Ausnahmefällen einer in der</span><br/> <span class="ft5">Person oder in besonderen Umständen des konkreten Falls liegenden</span><br/> <span class="ft5">Überforderung des Antragstellers bzw. Verfahrensbeteiligten in der</span><br/> <span class="ft5">ihn betreffenden Sache zu bewilligen (nicht veröffentlichter Ent-</span><br/> <span class="ft5">scheid der Kammer für Vormundschaftswesen vom 5. Mai 1999 i.S.</span><br/> <span class="ft5">G.B. E. 3 S. 12 ff.).</span><br/> <span class="ft5">4. Ein solcher Ausnahmefall, in welchem besondere Umstände</span><br/> <span class="ft5">auf Seiten der Beschwerdeführerin oder in der sie betreffenden Sache</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">106</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">selbst die unentgeltliche Rechtsvertretung durch einen Anwalt not-</span><br/> <span class="ft5">wendig machen könnten, liegen hier nicht vor.</span><br/> <span class="ft5">a) Das Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde O. bietet</span><br/> <span class="ft5">weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten.</span><br/> <span class="ft5">Die Beschwerdeführerin hat nur bei der Vormundschaftsbehörde O.</span><br/> <span class="ft5">unter Darlegung der seit Eintritt der Rechtskraft des Ehescheidungs-</span><br/> <span class="ft5">urteils eingetretenen Wesensveränderung des Kindsvaters und der</span><br/> <span class="ft5">Auswirkung dieser Veränderung auf den persönlichen Verkehr mit</span><br/> <span class="ft5">dem Kind das Begehren um Abänderung bzw. Aufhebung des dem</span><br/> <span class="ft5">Kindsvater im rechtskräftigen Ehescheidungsurteil zuerkannten</span><br/> <span class="ft5">Rechts auf persönlichen Verkehr einreichen müssen, worauf die Vor-</span><br/> <span class="ft5">mundschaftsbehörde nach einer von Amtes wegen vorzunehmenden</span><br/> <span class="ft5">Sachverhaltsabklärung unter Einbeziehung des Kindsvaters über die-</span><br/> <span class="ft5">ses Begehren zu entscheiden hatte. Es bestehen keine Anhaltspunkte</span><br/> <span class="ft5">dafür, dass die Beschwerdeführerin der Anforderung an ein solches</span><br/> <span class="ft5">Rechtsbegehren an die Vormundschaftsbehörde intellektuell nicht ge-</span><br/> <span class="ft5">wachsen oder aus irgend einem andern Grund in dem damit eingelei-</span><br/> <span class="ft5">teten Verfahren überfordert sein könnte. Die Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">hat denn gestützt auf dieses Begehren das Verfahren pflichtgemäss</span><br/> <span class="ft5">durchgeführt und dem Kindsvater das diesem mit rechtskräftigem</span><br/> <span class="ft5">Ehescheidungsurteil vom 22. November 2000 zuerkannte Recht auf</span><br/> <span class="ft5">persönlichen Verkehr mit dem Kind J. zunächst mit Beschluss vom</span><br/> <span class="ft5">30. April 2001 vorläufig und sodann mit Beschluss vom 10. Juli</span><br/> <span class="ft5">2001 endgültig entzogen.</span><br/> <span class="ft5">b) Das Verfahren gab auch nicht im Hinblick auf eine Dring-</span><br/> <span class="ft5">lichkeit des beantragten Entzugs des Rechts des Kindsvaters auf</span><br/> <span class="ft5">persönlichen Verkehr Probleme auf und hat die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">auch insoweit nicht überfordern können, als sie eine Dringlichkeit</span><br/> <span class="ft5">des Handlungsbedarfs hätte kenntlich machen müssen. Eine solche</span><br/> <span class="ft5">Dringlichkeit lag deshalb nicht vor, weil die Beschwerdeführerin als</span><br/> <span class="ft5">Inhaberin des elterlichen Sorgerechts mit gesetzlicher Vertretung des</span><br/> <span class="ft5">Kindes dem Kindsvater das Kind vorenthalten und so die Ausübung</span><br/> <span class="ft5">des ihm im rechtskräftigen Ehescheidungsurteil zuerkannten Rechts</span><br/> <span class="ft5">auf persönlichen Verkehr verhindern konnte. Dringlichkeit für einen</span><br/> <span class="ft5">Entzug dieses Rechts hätte erst und nur dann eintreten können, wenn</span><br/> <span class="ft5">der Kindsvater mit Vollstreckungsbegehren beim Einzelrichter im</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <div class="title">Verwaltungsverfahren vor den vormundschaftlichen Behörden</div> <span class="page_no">107</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">summarischen Verfahren die Vollstreckung des ihm im rechtskräfti-</span><br/> <span class="ft5">gen Ehescheidungsurteil zuerkannten Rechts auf persönlichen Ver-</span><br/> <span class="ft5">kehr verlangt hätte (§§ 422 ff. ZPO) und die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft5">daher mit der Vollstreckung dieses Rechts letztlich durch polizeiliche</span><br/> <span class="ft5">Zuführung des Kindes an den Kindsvater zur Ausübung des persön-</span><br/> <span class="ft5">lichen Verkehrs (vgl. §§ 435/436 ZPO) hätte rechnen müssen. In</span><br/> <span class="ft5">einem solchen Fall wäre indessen die Dringlichkeit durch eine Tatsa-</span><br/> <span class="ft5">chenschilderung und nicht durch rechtliche Ausführungen darzulegen</span><br/> <span class="ft5">gewesen, für die nur eine Rechtsvertretung hätte notwendig sein</span><br/> <span class="ft5">können.</span><br/> <span class="ft5">c) ...</span><br/> <span class="ft5">d) Das Argument der Beschwerdeführerin, bei früherer ge-</span><br/> <span class="ft5">richtlicher Zuständigkeit zur Abänderung des rechtskräftigen Ehe-</span><br/> <span class="ft5">scheidungsurteils auch in Bezug auf das Recht auf persönlichen Ver-</span><br/> <span class="ft5">kehr habe selbstverständlich Anspruch auf Gewährung der unent-</span><br/> <span class="ft5">geltlichen Rechtspflege bestanden, ist aus zwei Gründen nicht stich-</span><br/> <span class="ft5">haltig. Zum einen ist das Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde</span><br/> <span class="ft5">im Gegensatz zum gerichtlichen Verfahren nicht kontradiktorisch</span><br/> <span class="ft5">und aufgrund der über die Offizial- bzw. Untersuchungsmaxime hin-</span><br/> <span class="ft5">ausgehenden Verfahrensgarantie (vgl. § 20 Abs. 1 und 2 VRPG) auch</span><br/> <span class="ft5">im Hinblick auf die Aufsichtsfunktion der vormundschaftlichen Auf-</span><br/> <span class="ft5">sichtsbehörden für eine Verfahrenspartei bzw. einer betroffenen Ver-</span><br/> <span class="ft5">fahrensbeteiligten praktisch ohne Verfahrensrisiko. Zum andern war</span><br/> <span class="ft5">schon im früheren gerichtlichen Verfahren, das als kontradiktorisches</span><br/> <span class="ft5">Verfahren aufwändiger und komplizierter und mit einem Verfahrens-</span><br/> <span class="ft5">risiko für die Verfahrensparteien behaftet war, in jedem Fall indi-</span><br/> <span class="ft5">viduell konkret zu prüfen, ob die unentgeltliche Rechtspflege mit</span><br/> <span class="ft5">unentgeltlicher Rechtsvertretung durch einen Anwalt notwendig und</span><br/> <span class="ft5">zu gewähren sei.</span><br/> <span class="ft5">e) Schliesslich schlägt auch der Einwand der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin fehl, es sei für einen Laien schwierig herauszufinden, bei</span><br/> <span class="ft5">welcher Behörde er nun mit welchem Begehren in welchem Verfah-</span><br/> <span class="ft5">ren vorstellig werden müsse. Eine solche Schwierigkeit besteht inso-</span><br/> <span class="ft5">fern nicht, als der Laie bei der von ihm als zuständig erachteten Be-</span><br/> <span class="ft5">hörde die Zuständigkeit für sein Rechtsbegehren erfragen oder sein</span><br/> <span class="ft5">Rechtsbegehren einreichen kann und diese zur Bezeichnung der zu-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Obergericht/Handelsgericht</span> <span class="page_no">108</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">ständigen Behörde und im Falle ihrer Unzuständigkeit zur unverzüg-</span><br/> <span class="ft5">lichen Weiterleitung des Rechtsbegehrens an die dafür zuständige</span><br/> <span class="ft5">Behörde verpflichtet ist (§ 7 VRPG, § 83 Abs. 2 ZPO, § 52 Abs. 2</span><br/> <span class="ft5">StPO), wobei diese das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren durch-</span><br/> <span class="ft5">führt. Insoweit kann daher jedenfalls keine Notwendigkeit für die</span><br/> <span class="ft5">unentgeltliche Rechtsvertretung durch einen Anwalt vorliegen.</span><br/> <span class="ft5">5. a) Demnach ist in Abweisung der Beschwerde und Bestäti-</span><br/> <span class="ft5">gung der vorinstanzlichen Verfügung das Begehren der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung im</span><br/> <span class="ft5">Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde O. abzuweisen.</span><br/> <span class="ft5">b) Wird damit die unentgeltliche Rechtspflege für das Ver-</span><br/> <span class="ft5">fahren vor der Vormundschaftsbehörde O. verweigert, entfällt sie</span><br/> <span class="ft5">auch für das vorliegende Verfahren auf Bewilligung der unentgeltli-</span><br/> <span class="ft5">chen Rechtspflege, wo sie ohnehin aufgrund der Offizialmaxime</span><br/> <span class="ft5">(§ 20 VRPG) und Einfachheit des Verfahrens ohne sich stellende</span><br/> <span class="ft5">komplexe Rechtsfragen nicht nötig und daher auch nicht möglich ist</span><br/> <span class="ft5">(vgl. § 129 Abs. 4 ZPO; dazu zur Veröffentlichung bestimmter Ent-</span><br/> <span class="ft5">scheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 24. Januar 2001 i.S. V.</span><br/> <span class="ft5">B. - W., bestätigt durch BGE vom 24. Oktober 2001).</span><br/></div> </div> </body> </html>