Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. November 2016 (715 16 108) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Anspruch auf Pendlerkostenbeiträge gemäss Art. 68 Abs. 1 AVIG mangels finanzieller Einbusse verneint Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Gerichtsschreiberi n Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Pendlerkostenbeitrag A. Der 1981 geborene und bis 31. März 2016 in V.___ _ wohnhaft gewesene A.____ arbeite- te von Juli 2013 bis Juli 2015 bei der B.____ in V.____. Vom 16. Juli 2015 bis 31. Oktober 2015 hatte er über die Personalleihfirma C.____ einen Ar beitseinsatz in der D.____ in W.____. Der Einsatzort befand sich in X.____. Am 1. März 2016 t rat er eine unbefristete Stelle als IP- Projektleiter bei der E.____ in Y.____ an. Mit dem Formular "Gesuch um Pendlerkosten- oder Wochenaufenthalterbeiträge" vom 23. Januar 2016 ers uchte er um Ausrichtung von Pendler- kosten ab Stellenantritt per 1. März 2016. Das Kant onale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA), Abteilung Ergänzende Massnahmen ALV, vernei nte mit Verfügung vom 1. Februar Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2016 einen Anspruch auf Pendlerkostenbeiträge. Die Bere chnung der Vergleichseinkommen ergebe, dass keine finanzielle Einbusse vorliege. Die g egen diese Verfügung erhobene Ein- sprache wies die Einspracheinstanz des KIGA mit Entscheid vom 25. Februar 2016 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 1. April 20 16 Beschwerde ans KIGA, welche am 11. April 2016 zuständigkeitshalber ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) weitergeleitet wurde. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefoch- tenen Entscheides. Zur Begründung führte er an, dass die Strecke von seinem Wohnort in V.____ nach Y.____ 91 km betrage. C. Das KIGA schloss in ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 201 6 auf Abweisung der Be- schwerde. Sie wies darauf hin, dass bei der Berechnung de r Fahrdistanz die vom Beschwerde- führer geforderten 91 km pro Arbeitsweg zugrunde gelegt worden seien. D. Auf Anfrage des Kantonsgerichts vom 21. Juni 2016 mac hte der Beschwerdeführer geltend, dass sich sein früherer Arbeitsort - entgegen der Annahme der Vorinstanz - nicht in X.____, sondern an der Z.____strasse 5 in V.____ und somit 1,4 km von seinem Wohnort in V.____ entfernt befunden habe. Damit erfülle er die Voraussetzungen für die Ausrichtung von Pendlerkostenbeiträgen. E. Das KIGA führte am 25. Juli 2016 aus, dass die Aussag en des Beschwerdeführers wahrheitswidrig seien. Gemäss ihren Abklärungen sei das letzte Anstellungsverhältnis bei der Personalverleihfirma C.____ gewesen, über welche er e inen Einsatzvertrag mit der D.____ ab 16. Juli 2015 abgeschlossen habe. F. Mit Eingabe vom 12. August 2016 wies der Beschwerde führer darauf hin, dass sich die D.____ nicht in X.____, sondern in W.____ befinde. Vo n dieser Firma habe er ein Geschäfts- fahrzeug zur Verfügung erhalten, welches er auch zur B ewältigung seines Arbeitsweges habe benützen dürfen. Dadurch seien ihm keine Fahrtkosten en tstanden, weshalb diese bei der Be- rechnung des Vergleichseinkommens vor der Arbeitslosigkeit ausser Acht zu lassen seien. G. Das KIGA verzichtete mit Schreiben vom 1. September 2 016 auf eine Stellungnahme. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Arbei tslosenversicherung und In- solvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 in Verbind ung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide aus de m Bereich der Arbeitslosenversiche- rung Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erho ben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslo senversicherung und die Insolvenzent- schädigung (AVIV) vom 31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht die versicherte Person zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentsche ide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht form- und fristge- recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierend e Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Vorliegend beläuft sich der S treitwert unter Fr. 10'000.--. Über die Beschwerde ist demnach präsidial zu entscheiden. 2.1 Vorliegend ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Pendlerkostenbeiträge ab März 2016 zu prüfen. Da er seit 1. April 2016 in Y.__ __ wohnt (vgl. Mietvertrag mit der F.____), begrenzt sich die Prüfung in zeitlicher Hinsicht auf den Monat März 2016. 2.2 Gemäss Art. 68 Abs. 1 AVIG gewährt die Arbeitslose nversicherung Pendlerkostenbei- träge, wenn den versicherten Personen in ihrer Wohnort sregion keine zumutbare Arbeit vermit- telt werden kann (lit. a) und sie die Beitragszeit nach Art. 13 AVIG erfüllt haben (lit. b). Die be- troffenen Versicherten erhalten die Beiträge innerha lb der Rahmenfrist während längstens sechs Monaten (Abs. 2). Sie erhalten nur so weit Beiträg e, als ihnen im Vergleich zur letzten Tätigkeit durch die auswärtige Arbeit finanzielle Einb ussen entstehen (Abs. 3). Der Begriff der letzten Tätigkeit ist im Sinne von Art. 23 Abs. 1 AVI G in Verbindung mit Art. 37 Abs. 1 AVIV zu verstehen; d.h. es ist diejenige Tätigkeit, die während des letzten Beitragsmonats vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug ausgeübt wurde (vg l. AGNES LEU , Die arbeitsmarktli- chen Massnahmen im Rahmen der Arbeitslosenversicherung in der Schweiz, in: SZS, Nr. 15, Zürich 2006, S. 146 ff., insbesondere S. 148; AVIG-Pr axis Arbeitsmarktliche Massnahmen [AVIG-Praxis AMM] L30). Nach Art. 94 AVIV erleidet die versicherte Person eine finanzielle Einbusse, wenn bei ihrer neuen Tätigkeit der Verdienst, abzüglich der im Rahmen des An- spruchs auf Pendlerkostenbeiträge notwendigen Auslagen (F ahrtkosten, Verpflegung), den vor der Arbeitslosigkeit erzielten versicherten Verdienst (Ar t. 23 Abs. 1 AVIG), abzüglich der ent- sprechenden Auslagen, nicht erreicht (lit. a) und die n otwendigen Auslagen (Fahrtkosten, Ver- pflegung) höher sind als die entsprechenden Auslagen vor der Arbeitslosigkeit. 2.3 Der Pendlerkostenbeitrag deckt die nachgewiesenen n otwendigen Fahrtkosten von Versicherten, die täglich vom neuen Arbeitsort an ihren Wohnort zurückkehren (Art. 69 AVIG). Der Arbeitsort liegt gemäss Art. 91 AVIV in der Wohno rtsregion der versicherten Person, wenn zum Wohnort eine öffentliche Verkehrsverbindung besteht, deren Länge 50 Tarifkilometer nicht übersteigt (lit. a), oder die versicherte Person ihn v om Wohnort aus mit einem privaten Motorfahrzeug, das ihr zur Verfügung steh t, innert einer Stunde erreichen kann (lit. b). Ausnahmsweise erhält die versicherte Person mit Zustimmung der kantonalen Amtsstelle die nachgewiesenen notwendigen Auslagen für die Benützung eines privaten Fahrzeugs vergü- tet, wenn kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder dessen Benützung ihr un- zumutbar ist (Art. 85 Abs. 2 Satz 3 AVIV). Zur Bestimmun g der Fahrzeit bei Benutzung eines Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Privatfahrzeugs wird die durchschnittliche Fahrzeit geschät zt. Die Fahrzeit und die Entfernung können mit einem Computerprogramm wie z.B. "Twixroute" ermittelt werden (vgl. AVIG Praxis AMM L21). 2.4 Gemäss Art. 85 Abs. 3 lit. b AVIV in Verbindung mit Art. 92 AVIV legt das Volkswirt- schaftsdepartement (EVD; seit 2013 Departement für Wir tschaft, Bildung und Forschung [WBF]) periodisch die Ansätze für die Benützung private r Fahrzeuge fest. Die Ansätze für die Vergütung für die Verpflegung betragen gemäss Art. 1 lit. b der Verordnung des EVD über die Ansätze der Arbeitslosenversicherung beim Ersatz der Ausla gen für Kursbesuch (Verordnung WBF) vom 18. Juni 2003 in Verbindung mit Art. 85 Abs. 3 AVIV Fr. 15.-- für eine auswärtige Hauptmahlzeit. Kann sich der Teilnehmer oder die Teiln ehmerin des Kurses zu kostendecken- den Preisen in einer Betriebskantine oder ähnlichen An stalt verpflegen, so beträgt die Vergü- tung für die Hauptmahlzeit Fr. 10.-- (Art. 1 Abs. 2 V erordnung WBF). Nach Art. 3 lit. a der Ver- ordnung WBF beträgt die Reisenkostenvergütung bei der Benutzung von Privatfahrzeugen 50 Rappen pro Kilometer. 3.1 Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug, für welche der Beschwerdeführer einen An- spruch auf Pendlerkosten geltend macht, begann am 2. N ovember 2015 zu laufen. In der vo- rangegangenen zweijährigen Rahmenfrist für die Beitra gszeit vom 2. November 2013 bis 1. November 2015 arbeitete der Versicherte von November 2013 bis Juli 2015 bei der B.____ und von Juli 2015 bis Ende Oktober 2015 über die Person alleihfirma C.____ bei der D.____ in W.____. Damit ist die für den Anspruch auf Pendlerkost enbeiträge erforderliche Beitragszeit nach Art. 13 AVIG unbestritten erfüllt. Da die Rahm enfrist für den Leistungsbezug unmittelbar nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei der D.____ beginnt, stellt die dortige Arbeit die letzte Tätigkeit im Sinne von Art. 23 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit 37 Abs. AVIV dar. Die Vorinstanz legte der Berechnung des entsprechenden Verdi enstes das Einkommen bei der D.____ zugrunde. Dieser Verdienst in Höhe von monatlich Fr. 4'259.-- dient als Vergleichsbasis für die Beantwortung der Frage, ob dem Versicherten durch die auswärtige Arbeit für die er Pendlerkostenbeiträge beansprucht, eine finanzielle Ei nbusse entsteht. In diesem Zusammen- hang ist darauf hinzuweisen, dass der Lohn von Fr. 4'259. -- einem Beschäftigungsgrad von 84 % (gemäss Verfügung vom 1. Februar 2016) bzw. 84,69 % (gemäss Einspracheentscheid vom 25. Februar 2016) entspricht. In der Verfügung vo m 1. Februar 2016 - aber nicht im ange- fochtenen Einspracheentscheid - wurde dieser Verdienst au f ein Vollzeitpensum umgerechnet (= Fr. 5'070.--). Auf diese Diskrepanz wird in nachfolgender Erwägung näher eingegangen. 3.2.1 Gemäss Verfügung vom 1. Februar 2016 resultiert aus der Gegenüberstellung der be- reinigten Einkommen ein Mehreinkommen am neuen Arbei tsort von Fr. 424.95. Diese Berech- nung beruht auf folgenden Grundlagen: Früheres monatliches Einkommen bei der D.____ in X.____ Verdienst Fr. 5'070.-- (bei einer 100 %-Anstellung) Fahrtkosten Fr. 1'180.50 (54,4 km x 2 Fahrten/Tag x 21,7 Arbeitstage/Monat x 0,5 Fr./km) Bereinigter Verdienst Fr. 3'889.50 Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Neues monatliches Einkommen bei der E.____ in Y.____ Verdienst Fr. 6'300.-- (100 %-Anstellung) Fahrtkosten Fr. 1'985.55 (91,5 km x 2 Fahrten/Tag x 21,7 Arbeitstage/Monat x 0,5 Fr./km) Bereinigter Verdienst Fr. 4'314.45 Differenz + Fr. 424.95 (Fr. 4'314.45 ./. Fr. 3'889.50) 3.2.2 Im Einspracheentscheid vom 25. Februar 2016 wurde diese Berechnung wie folgt kor- rigiert: Früheres monatliches Einkommen bei der D.____ in X.____ Versicherter Verdienst Fr. 4'259.-- (effektiver Beschäftigungsgrad = 84.69 %) Fahrtkosten Fr. 1'204.35 (55,5 km x 2 Fahrten/Tag x 21,7 Arbeitstage/Monat x 0.5 Fr ./km) Verpflegungskosten Fr. 217.-- (21,7 Arbeitstage/Monat x Fr. 10.-- [Art. 1 Abs. 2 der Verordnung WBF]) Bereinigter Verdienst Fr. 2'837.65 Neues monatliches Einkommen bei der E.____ in Y.____ Verdienst Fr. 5'335.45 (84,69 % von Fr. 6'300.--) Fahrtkosten Fr. 1'681.55 (84,69 % von 91,5 km x 2 Fahrten/Tag x 21,7 Arbeits tage/Monat x 0,5 Fr./k m) Verpflegungskosten Fr. 275.65 ( 84,69 % von 21,7 Arbeitstage/Monat x Fr. 15.-- [Art . 1 Abs. 1 lit. b der Verordnung WBF]) Bereinigter Verdienst Fr. 3'378.25 Differenz + Fr. 540.60 (Fr. 3'378.25 ./. Fr. 2'837.65) 3.3 Die Vorinstanz berücksichtigte in ihrem Einspracheent scheid beim Einkommen vor der Arbeitslosigkeit zu Recht den gemäss Art. 23 AVIG festge legten versicherten Verdienst von Fr. 4'259.-- (vgl. auch Schreiben der Unia Arbeitslose nkasse vom 30. November 2015) anstelle des in der Verfügung vom 1. Februar 2016 auf ein Vollzeitpensum umgerechneten Einkommens von Fr. 5'070.--. Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Prüfung, ob eine versicherte Person eine finanzielle Einbusse erleidet, de r Vergleich der tatsächlich erzielten Verdienste massgebend. Liegen diesen Verdiensten untersc hiedliche Arbeitspensen zugrunde, so ist auf die effektiven Einkommen abzustellen (vgl. BGE 111 V 279 E. 5b; B ARBARA KUPFER BUCHER , Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversich erung und Insolvenzent- schädigung, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 294). Die Vorinst anz beachtete in ihrem Einsprache- entscheid auch richtigerweise nebst den Auslagen für de n Arbeitsweg auch diejenigen für die Verpflegung. Es ist jedoch bei der Ermittlung des berei nigten Einkommens bei der E.____ frag- lich, ob der Verdienst, die Auslagen für den Arbeitsweg und die Verpflegung an den Beschäfti- gungsgrad der bei der D.____ ausgeübten Erwerbstätig keit (= 84,69 %) anzupassen ist. In An- betracht der Tatsache, dass der Beschwerdeführer bei der E.____ in einem Vollzeitpensum arbeitet, sind keine Anpassungen aufgrund eines reduzi erten Pensums vorzunehmen; andern- falls würde nicht mehr auf den effektiven Verdienst abg estellt werden. Desgleichen stellt sich die Frage, ob der Ansatz für die Verpflegung beim Ve rgleichseinkommen vor der Arbeitslosig- keit von Fr. 10.-- anstelle von Fr. 15.-- korrekt ist, is t doch aus den Akten nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer bei der D.____ eine Kantinenverp flegung zur Verfügung stand. Die Prü- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fung dieser Fragen kann jedoch offen gelassen werden, weil das Ergebnis bei entsprechender Korrektur in jedem Fall ungünstiger für den Beschwerde führer wäre als dasjenige im angefoch- tenen Einspracheentscheid. Es wird deshalb bei der Prüfung des geltend gemachten Anspruchs auf Pendlerkostenbeiträge auf die Berechnungsweise gemä ss Einspracheentscheid vom 25. Februar 2016 abgestellt. 3.4 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass sich sein n euer Arbeitsort in Y.____ befin- det und er dort bei einem Vollzeitpensum Fr. 6'300. -- monatlich verdient (vgl. Arbeitsvertrag mit der E.____ vom 21. Januar 2016). Weiter geht er mit der Vorinstanz einig, dass bei der Berech- nung der Auslagen nicht die Kosten für öffentliche Ver kehrsmittel, sondern die Reisekosten mit einem Personenwagen zu berücksichtigen sind. Ebenso weni g beanstandet er den Kilometer- ansatz von 0,5 Fr. pro Kilometer. In seiner Beschwerde vom 1. April 2016 macht er jedoch gel- tend, dass sein neuer Arbeitsweg von V.____ nach Y.____ pro Strecke 91 km betrage. In dieser Hinsicht ist anzumerken, dass die Vorinstanz diese Streck e praktisch die gleiche Distanz, näm- lich 91,5 km, zugrunde legte. Es ist daher in dieser Hin sicht nicht klar, inwiefern der Beschwer- deführer mit dem angefochtenen Einspracheentscheid nicht einverstanden ist. Die Überprüfung der Fahrtstrecke mit Hilfe des von den Parteien verwendet en Computerprogramms www.google.ch/maps (Recherche 26. September 2016) ergi bt, dass dieses für den Arbeitsweg von V.____ bis Y.____ drei unterschiedliche Fahrzeiten und Strecken angibt (1 Stunde 12 Minu- ten = 91,9 km, 1 Stunde 20 Minuten = 117 km, 1 Stunde und 23 Minuten = 90,6 km). Diese un- terschiedlichen Streckenangaben waren denn auch der Anlass , dass der Beschwerdeführer im Einspracheverfahren seinem Arbeitsweg nicht 91,5 km, sonde rn 117 km pro Fahrt zugrunde gelegt haben wollte (vgl. Einsprache vom 3. Februar 2 016). Es stellt sich daher die Frage, wel- cher der drei Strecken bei der Prüfung des Anspruchs auf einen Pendlerkostenbeitrag massge- bend ist. Gemäss AVIG-Praxis AMM L21 ist für die Bestimmun g der Fahrzeit auf den Durch- schnitt abzustellen. Nichts anderes kann für die Strecke ge lten. Die durchschnittliche Fahrtstre- cke beträgt hier 99,8 km ([91,9 km + 117 km + 90,6 km] : 3). Gestützt auf dieses Ergebnis be- laufen sich die Fahrtkosten auf Fr. 1'834.10 (84,69 % von 99,8 km x 2 Fahrten/Tag x 21,7 Ar- beitstage/Monat x 0,5 Fr./km). Daraus resultiert ein ber einigtes Einkommen bei der E.____ in Höhe von Fr. 3'225.70. 3.5 In seiner Eingabe vom 25. Juni 2016 führt der Besch werdeführer an, dass sein früherer Anstellungsort in V.____ bei der B.____ gewesen sei. Damit sei bei der Berechnung des berei- nigten Einkommens vor der Arbeitslosigkeit eine Strecke von 1,4 km (Wohnort: V.____, Ar- beitsort: Z.____strasse 5, V.____) massgebend. Demzuf olge würden die bereinigten Ver- gleichseinkommen Fr. 5'009.20 (B.____) und Fr. 4'314 .45 (E.____) betragen, was eine finanzi- elle Einbusse von Fr. 694.75 ergebe. Dieser Einwand ist nicht stichhaltig. Der Beschwerdefüh- rer verkennt, dass bei der Prüfung des Anspruchs auf Pendle rkostenbeiträge nicht auf eine be- liebige einst ausgeübte Arbeitsstelle abgestellt werden kann. Wie bereits in Erwägung 2.2 und 3.1 dargelegt, gilt die Arbeit bei der D.____ als le tzte Tätigkeit. Dass er diese Tätigkeit im letz- ten Monat vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistung sbezug (hier: Oktober 2015) ausübte, kann er gestützt auf seine eigenen Angaben nicht ernsthaf t bestreiten (vgl. Lebenslauf des Be- schwerdeführers und Anmeldung zur Arbeitsvermittlung vom 19. August 2015). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6.1 Am 12. August 2016 machte der Beschwerdeführer nun geltend, dass sein Anstel- lungsort bei seiner früheren Arbeitsgeberin, die D.____, in W.____ und nicht in X.____ gewesen sei. Lediglich sein Einsatzgebiet sei in X.____ gewesen . Aus diesem Vorbringen kann der Be- schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die dur chschnittliche Fahrtstrecke von V.____ nach W.____ beträgt 50,6 km (V.____; W.____) b zw. von V.____ nach X.____ 52,45 km (1 Stunde 22 Minuten : 59,5 km; 50 Minuten : 45,4 km; vgl. www.google.ch/maps (Recherche: 26. September 2016). Die Fahrtkosten nach W .____ belaufen sich somit auf Fr. 1'098.-- (50,6 km x 2 Fahrten/Arbeitsweg x 21,7 Arb eitstage/Monat x 0,5 Fr./km) und nach X.____ Fr. 1'138.15 (52,45 km x 2 Fahrten/Arbeitsweg x 21,7 Arbeitstage/Monat x 0,5 Fr./km). Dies ergibt ein bereinigtes Einkommen bei der D.____ von Fr. 2'944.-- (W.____) bzw. Fr. 2'903.85 (X.____). Aus beiden bereinigten Einkomm en resultiert keine finanzielle Einbusse, weshalb es nicht entscheidrelevant ist, ob auf den Arbei tsort in W.____ oder in X.____ abge- stellt wird (vgl. folgende Erwägung 3.6). 3.6.2 Weiter führte er in seiner Eingabe vom 12. Au gust 2016 an, dass er von der D.____ ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt erhalten hab e. Es seien deshalb bei der Berechnung des bereinigten Einkommens bei der D.____ keine Fahrtko sten zu berücksichtigen. Dieses Vorbringen ist schon allein aufgrund der Tatsache, dass er dieses zum ersten Mal und in einem fortgeschrittenen Stadium des Beschwerdeverfahrens gelt end macht, nicht glaubwürdig. Aus- serdem ergeben sich aus den Akten keinerlei Hinweise für d ie Richtigkeit seiner Behauptung. Der Beschwerdeführer vermag sein Vorbringen auch nich t zu belegen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Arbeitsweg zur D.____ mit dem Privatfahrzeug zurücklegte. 3.7 Aufgrund dieser Ausführungen ist festzustellen, dass d ie bereinigten Einkommen bei der E.____ Fr. 3‘225.70 und bei der D.____ Fr. 2‘94 4.-- (W.____) bzw. Fr. 2‘903.85 (X.____) betragen. Mangels finanzieller Einbusse lehnte die Vor instanz zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Pendlerkostenbeiträge für den Mo nat März 2016 ab. Die Beschwerde ist demgemäss abzuweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 8. Dezember 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 8C_828/2016 ) erhoben.