Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Juli 2013 (720 11 320) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente aufgrund neuropsychologischer Defizite; leidensbedingter Abzug nach Einho- lung eines gerichtlichen Gutachtens Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin Elisabe th Berger Götz, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advo- kat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1954 geborene A.____ war zuletzt seit Januar 2 002 als Chauffeur für die B.____ AG in C.____ tätig gewesen. Am 5. September 2006 melde te er sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Die IV-Stelle Basel -Landschaft (IV-Stelle) klärte in der Folge die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ab und holte namentlich ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherap ie, vom 11. April 2007, zwei Ver- laufsgutachten von Dr. D.____ vom 25. Juli 2008 und 22. Juni 2011 sowie ein polydisziplinäres Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten der E.____ vom 19. Dezember 2008 ein. Nach D urchführung des Vorbescheidver- fahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 25. Jul i 2011 den Anspruch auf eine IV-Rente unter Hinweis auf einen IV-Grad von 28% ab 15. Oktober 2007 und von 0% ab 2. April 2009 ab. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Dr. Nicolas Roulet, Advokat, am 14. September 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht und b eantragte, es sei ihm ab 15. September 2007 eine ganze, eventualiter eine Tei lrente zuzusprechen; subeventualiter sei die Angelegenheit zur neuen Entscheidung im Sinne de r Erwägungen an die IV-Stelle zurück- zuweisen und es sei durch das Gericht ein neuropsychologisch es Gutachten einzuholen. Zur Begründung liess er im Wesentlichen vorbringen, auf di e Einschätzung von Dr. D.____ könne nicht abgestellt werden, weil der Gutachter selbst ange be, dass er nicht feststellen könne, ob eine neuropsychologische Funktionsstörung vorliege. Die IV -Stelle habe die Erkenntnisse der E.____ nicht berücksichtigt. Die Einschätzung von Dr. D._ ___ hätte der E.____ zur Stellung- nahme unterbreitet werden müssen. In diesem Sinne sei der medizinische Sachverhalt unge- nügend abgeklärt worden. Aus dem neuropsychologischen Te ilgutachten der E.____ ergebe sich, dass der Beschwerdeführer als Chauffeur zu 100% und in einer angepassten Tätigkeit zu lediglich 50% arbeitsunfähig sei. Diese eindeutigen Sch lussfolgerungen seien unberücksichtigt geblieben. Weil das Arbeitstempo auch in einer angepa ssten Tätigkeit reduziert sei, müsse von einer höchstens 40%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen we rden. Bei einem zusätzlichen lei- densbedingten Abzug vom Invalideneinkommen resultiere ein IV-Grad von mindestens 70%, so dass Anspruch auf eine ganze IV-Rente bestehe. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 21. September 2011 wurde dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Rechtspflege mit seinem Rech tsvertreter bewilligt. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2011 auf Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. Februar 2012 gelangte das Gericht zur Auffas- sung, dass gestützt auf die damaligen medizinischen Unterlagen keine abschliessende Beurtei- lung der Angelegenheit möglich sei. In der Folge wur de unter Mitwirkung der Parteien bei der F.____ in den Disziplinen Neuropsychologie und Psychiatrie ein gerichtliches Gutachten einge- holt, wobei die Gutachterstelle zu entscheiden hatte, o b eine Begutachtung auch in neurologi- scher und kardiologischer Hinsicht notwendig sei. Das gerichtliche Gutachten der F.____ erging am 19. Dezember 2012. Die Parteien hatten in der Fo lge Gelegenheit, dazu Stellung zu neh- men. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 13. Februar 2013 beantragen, die Sache sei zur neuen Entscheidung und zur Berechnung des IV-Grads a n die IV-Stelle zurückzuweisen. Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 25% ergebe sich ein IV-Grad von 60%. Dabei sei allerdings fraglich, ob die Verwertun g der bestehenden Restarbeitsfähigkeit überhaupt zumutbar sei. Die IV-Stelle gelangte mit St ellungnahme vom 14. Februar 2013 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer ab 1. Oktober 2007 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV habe. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge meinen Teil des Sozialversi- cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 i.V.m. Art. 69 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Ve rfügungen der kantonalen IV-Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am O rt der IV-Stelle innerhalb von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsp rozessordnung (VPO) vom 16. De- zember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Ü brigen form- und fristgerecht einge- reichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch a uf eine IV-Rente hat. Massgebend ist da- bei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Juli 2011 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs gemäss die zeitliche Grenze der richter- lichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2, 169 E. 1, 356 E. 1, je mit Hinweisen). 2.2 Am 1. Januar 2008 ist die Änderung des IVG vom 6 . Oktober 2006 (5. IV-Revision) in Kraft getreten. In intertemporalrechtlicher Hinsicht se hen deren Schlussbestimmungen lediglich eine vorliegend nicht interessierende Sonderregelung be treffend die Besitzstandswahrung bei Taggeldern für laufende Eingliederungsmassnahmen vor. In Bezug auf den Rentenanspruch enthalten die Schlussbestimmungen dagegen keine übergang srechtliche Sonderregelung. Für die Beurteilung der Frage, welches Recht bei der Beur teilung des Rentenanspruchs Anwen- dung findet, ist deshalb auf die allgemeinen Kriteri en des intertemporalen Rechts abzustellen (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Danach gilt der Grund satz, dass diejenigen Rechtssätze mass- gebend sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu or dnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 253 E. 3.5 mit Hinweis). 2.3 Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat als weisungsberechtigte Auf- sichtsbehörde gestützt auf Art. 64 und Art. 64a Abs. 1 l it. b IVG im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 Weisungen zur 5. IV-Revision und zum Intertemporalrecht erlassen. Da- nach ist grundsätzlich dasjenige Recht anwendbar, welche s bei Eintritt des Versicherungsfalles in Geltung stand. Ist der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 eingetreten, so gilt demnach altes Recht und die versicherte Person kann sich noch in nerhalb eines Jahres seit Eintritt des Versicherungsfalles ohne Einbusse an Rentenleistungen b ei der IV anmelden (vgl. Art. 48 Abs. 2 IVG [in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fass ung]). Tritt der Versicherungsfall hin- gegen ab 1. Januar 2008 oder später ein, so ist das neu e Recht anwendbar. Auch wenn das Gericht an die Verwaltungsweisungen nicht gebunden ist , weicht es praxisgemäss nicht ohne triftigen Grund davon ab, wenn diese eine überzeugend e Konkretisierung der rechtlichen Vor- gaben darstellen. Damit wird dem Bestreben einer rech tsgleichen Gesetzesanwendung Rech- nung getragen (vgl. BGE 133 V 587 E. 6.1). Das trifft auf die genannte Weisung des BSV in casu zu. 2.4 Vorliegend ist der Beschwerdeführer gemäss der unb estritten gebliebenen Feststellung seines Hausarztes seit Mitte Oktober 2006 vollständig arbei tsunfähig (vgl. Arztbericht von Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. G.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 14. November 2006 samt Beiblatt). Die Parteien gehen deshalb zu Recht darin einig, dass das Wartejahr für einen allfälligen Rentenanspruch somit im Jahre 2007 abgelaufen ist (vgl. Beschwerdebegrün dung vom 14. September 2011, Ziffer 21; Stellungnahme der IV-Stelle vom 14. März 2013, S. 1). Die Renten begründende Inva- lidität (Versicherungsfall Invalidenrente nach Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 und Art. 4 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 28 ff. IVG; vgl. dazu nunmehr auch BGE 137 V 417 ff.) wäre demnach noch vor dem 1. Januar 2008 eingetreten. Der strittige Rentenanspruch ist daher gemäss den bis 31. Dezember 200 7 gültig gewesenen Rechtsgrund- lagen zu beurteilen. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG ( in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine gan ze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2 007 gültig gewesenen Fassung) ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Ver sicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades d as Erwerbseinkommen, das die versi- cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur chführung der medizinischen Behand- lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli- chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkomme n), in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (Validenein- kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst gena u ermittelt und einander ge- genübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz läss t sich der Invaliditätsgrad bestim- men (vgl. BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; heu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleib t folglich weitestgehend anwendbar (vgl. BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die recht sanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewi esen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicher- te Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen e ine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Inva- liditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B eweisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicheru ngsgericht alle relevanten Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entsc heidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E . 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung) mit dem Grundsatz der freien Beweis- würdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Forme n medizinischer Berichte und Gutach- ten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen ( vgl. die ausführlichen Zusammenstellun- gen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). Den im Rahmen des Verwaltungsve rfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweisw ürdigung volle Beweiskraft zuzu- erkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuve rlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Wie das Bundesgericht unlängst präzisiert hat, sind in solchen Fällen jedoch strenge Anforderung en an die Beweiswürdigung in dem Sin- ne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an d er Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit jener ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts, I. sozialrechtliche Abteilung, vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit Ver- weisen). Dabei lässt es die unterschiedliche Natur von Beh andlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsa uftrag eines amtlich bestellten fach- medizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E . 4 S. 175; Urteil des EVG I 506/00 vom 13. Juni 2001, E. 2b) jedoch nicht zu, ein Admini strativ- oder Gerichtsgutachten in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Vorbehalten blei ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte w ichtige - und nicht rein subjektiver ärztli- cher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner- kannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 514/06 vom 25. Mai 2007, E. 2.2.1, mit Hinweisen). Schliesslich weicht das Gericht bei eigenen Gerichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerich tsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. E in allfälliger Grund für ein Abwei- chen kann höchstens dann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten de m Gericht als triftig genug er- scheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frag e zu stellen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle hat zur Beurteilung der Arbeitsfä higkeit des Versicherten in der angefoch- tenen Verfügung auf die Begutachtungsergebnisse von Dr. D.____ abgestellt. 5.1.1 In seinem ersten Gutachten vom 11. April 2007 ha tte Dr. D.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode diagno stiziert und war von einer 20%-igen Ar- beitsunfähigkeit des Versicherten sowohl im angestammten Beruf als auch in einer angepass- ten Tätigkeit ausgegangen. Diese Einschränkung habe se it Mai 2005 bestanden, da der Explo- rand seither in ambulanter psychiatrischer Behandlung ge standen sei. Mit Verlaufsgutachten vom 25. Juli 2008 stellte Dr. D.____ sodann fest, dass si ch die depressive Episode zurückge- bildet habe und deshalb keine Diagnose mehr mit Einfl uss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wer- den könne. Folglich bestehe seit der Verlaufsbegutachtun g eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Eine weitere psychiatrische Behandlung sei nicht indiziert. 5.1.2 Zusätzlich zum psychiatrischen Gutachten von Dr. D._ ___ hat die IV-Stelle ein neuro- psychologisches Gutachten bei der E.____ in Auftrag gegeb en. In deren Gutachten vom 19. Dezember 2008 wurde ebenfalls ein Status nach leic hter depressiver Episode und - ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - ein obstruktives S chlafapnoe-Syndrom angegeben. Daneben bestünden eine koronare 3-Ast-Erkrankung sowie mittelschwere neuropsychologische Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Defizite unklarer Ätiologie, schwerpunktmässig im Bereich d er Aufmerksamkeit, des episodi- schen Gedächtnisses und der exekutiven Funktionen sowie des R echnens. Da schon zuvor bei den ersten Untersuchungen des Versicherten in der Klinik H.____ vom 8. bis 12. April 2005 mittelschwere neuropsychologische Defizite festgestellt worden waren, ging die E.____ in ihrem Gutachten vom 19. Dezember 2008 deshalb davon aus, dass d er Versicherte aufgrund der wiederholt erhobenen Defizite in einer angepassten, kör perlich leichten bis mittelschweren Ver- weistätigkeit lediglich im Umfang von 50% arbeitsfähig se i. Es müsse sich dabei um eine klar strukturierte Tätigkeit handeln, bei welcher die Arbeit sschritte in sequentieller Abfolge ohne we- sentlich störende Einflüsse von Aussen ausgeführt werden könnten. Beim Anforderungsprofil sei zudem einem verlangsamten Arbeitstempo Rechnung zu tragen. 5.1.3 Da die Arbeitsfähigkeit im neuropsychologischen Gutachten der E.____ nicht von einem Psychiater mitbeurteilt worden war, nahm Dr. D.____ au f Veranlassung des Regionalen Ärztli- chen Dienstes (RAD) in der Folge Stellung zur Frage de r Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychiatrisch-neuropsychiatrischer Sicht. In seiner Stellungna hme vom 2. April 2009 stellte der Psychiater fest, dass in der neuropsychologischen Untersuchung der E.____ keine Ursachen für die mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung h abe gefunden werden können. Die subjektive Überzeugung des Versicherten, nicht mehr l eistungsfähig zu sein, habe sich in den neuropsychologischen Testresultaten niedergeschlage n. Eine Einschränkung der Arbeits- fähigkeit könne nicht durch eine neuropsychologische Unters uchung alleine begründet werden. Da keine somatischen oder psychiatrischen Störungen vorlägen , könne auch keine Arbeitsun- fähigkeit attestiert werden. 5.1.4 Nachdem diese Beurteilung von Dr. D.____ vom 2. April 2009 bereits im Vorbescheid- verfahren durch den Versicherten angezweifelt worden wa r und dessen Hausarzt am 17. Dezember 2010 psychische Einschränkungen sowie ein fra gliches depressives Zustands- bild erwähnt hatte, gab die IV-Stelle zur Abklärung einer allfälligen Verschlechterung der ge- sundheitlichen Verhältnisse eine weitere Verlaufsbeguta chtung bei Dr. D.____ in Auftrag. In dessen Gutachten vom 22. Juni 2011 hat Dr. D.____ in der Folge gleichbleibend keine Diagno- se mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit angegeben und dargelegt, dass die früher festgestellte depressive Störung vollständig remittiert sei. Hinweise fü r kognitive Einschränkungen hat der psychiatrische Gutachter keine festgestellt. Ob eine neurop sychologische Funktionsstörung vorliege, könne aus psychiatrischer Sicht allerdings nicht f estgestellt werden. Es bestünden jedoch keine Hinweise, dass der Explorand im Alltag durch kognitive Einschränkungen beein- trächtigt sei. Die in den neuropsychologischen Testungen f estgestellten Einschränkungen im verbalen Bereich seien möglicherweise auf frühkindliche Hi rnhautentzündungen zurückzufüh- ren. Diese Schwierigkeiten bestünden seit Kindheit un d hätten den Exploranden während Jah- ren in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Ein e erneute neuropsychologische Untersu- chung sei nicht notwendig. 5.2 Wie das Gericht bereits anlässlich der Urteilsberatu ng vom 16. Februar 2012 erkannt hat, haben sich diese Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsve rfahren als nicht ausreichend beweiskräftig erwiesen. Es kann an dieser Stelle auf die entsprechenden Erwägungen des Be- schlusses des Kantonsgerichts vom 16. Februar 2012 verwiesen werden. Hinzu tritt, dass die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Gutachten der E.____ vom 19. Dezember 2008 einzig auf neuropsychologische Defi zite zurückgeführt worden ist, demgegenüber alleine aufgrund eines Testverfahrens kei ne bleibende Arbeitsunfähigkeit attes- tiert werden kann (vgl. Stellungnahme von Dr. D.____ vom 2. April 2009). In der Tat hatte ein MRI des Neurokraniums bereits im April 2005 einen Norma lbefund gezeigt (vgl. Bericht der Kli- nik H.____ vom 23. Mai 2005, S. 3 ad Zusatzuntersuchung ). Auch sonst konnten bisher keine Ursachen für die neuropsychologischen Defizite des Versichert en erhoben werden, weshalb das Gericht zur abschliessenden Sachlage ein Gerichtsg utachten bei der F.____ angeordnet hat. 5.3 Die F.____-Gutachter haben in der Folge eine ps ychiatrische, neurologische, neuropsy- chologische und pneumologische Exploration des Beschwerdefü hrers durchgeführt. In ihrer Gerichtsexpertise vom 19. Dezember 2012 diagnostizieren sie mit Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit eine leichte bis mittelschwere neuropsychologisch e Störung bei namentlich unzurei- chender Schlafdauer, eine schwere obstruktive Schlafapnoe , eine chronische Migräne ohne Aura und wahrscheinlich Analgetika-induzierte Kopfschmerz en. Die koronare Herzerkrankung bei aktuell überdurchschnittlich guter kardialer Leist ungsfähigkeit sowie der starke Nikotinkon- sum hätten keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Au ch aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung. Die bisherige Tätigkeit als Chauf feur sei nicht mehr zumutbar, weil die berufliche Fahrtauglichkeit nicht mehr gegeben sei. In einer Verweistätigkeit ohne Fremd- und Eigengefährdung, bei klar strukturierten und kontrollie rten Arbeitsabläufen, kognitiv einfachem Anforderungsniveau und flexiblen Arbeitszeiten für körp erlich leichte bis mittelschwere, allen- falls auch repetitive Arbeiten liege eine Arbeitsfähi gkeit von 65% vor. Die neurokognitiven Ein- schränkungen in leicht- bis mittelschwerem Ausmass seien am w ahrscheinlichsten durch die Störung des Schlafrhythmus bzw. durch das nicht ausreichend behandelte Schlafapnoe- syndrom sowie möglicherweise durch die Kopfschmerzen verursa cht. Die attestierte Arbeitsun- fähigkeit sei vor allem in einer verminderten Aufmerksamke it begründet. Die neuropsychologi- schen Befunde stünden somit nicht im Zusammenhang mit ein er psychiatrischen Diagnose. Im Vergleich zur neuropsychologischen Untersuchung aus dem Ja hre 2008 zeige sich aktuell eine Verbesserung der erzielten Resultate, was sich in einer höheren Arbeitsfähigkeit niederschlage. Allerdings liege alleine aufgrund der Aufmerksamkeitsdef izite als Chauffeur auch weiterhin kei- ne Arbeitsfähigkeit vor. Gesamtmedizinisch sei es dem Exploranden möglich, seine verbliebene Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt praktisch zu verwerten. 6.1 Nachdem die IV-Stelle der angefochtenen Verfügung noch die medizinischen Abklärungs- ergebnisse von Dr. D.____ zu Grunde gelegt hatte, geh en mittlerweile beide Parteien darin ei- nig, dass die Beurteilung der gesundheitlichen Verhält nisse gestützt auf das gerichtliche Gut- achten der F.____ vom 19. Dezember 2012 zu erfolgen hat. So hat sich insbesondere auch der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 13. Febr uar 2013 den Schlussfolgerungen im Gutachten der F.____ vom 19. Dezember 2012 grundsätzli ch angeschlossen. Dieser überein- stimmenden Ansicht ist beizupflichten. Wie bereits der Ste llungnahme des RAD vom 13. März 2013 entnommen werden kann, basiert das Gutachten der F .____ auf allen relevanten Vorak- ten sowie umfangreichen, eigenen anamnestischen Erhebung en und Untersuchungen in allen explorierten Fachgebieten. Die einzelnen Teilgutachten wie auch das Gesamtgutachten sind Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachvollziehbar erläutert und nehmen umfassend Bezug zu früheren Untersuchungen sowie den dort erhobenen Befunden. Damit erfüllt das gerich tliche Gutachten der F.____ alle recht- sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien an eine aussage kräftige und schlüssige Expertise. Es ist daran zu erinnern, dass das Gericht bei eigenen Ger ichtsgutachten praxisgemäss nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinisch en Experten abweicht, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zu r Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein allfäl liger Grund für ein Abweichen kann höchstens dann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise wi dersprüchlich ist oder wenn gegen- sätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ger icht als triftig genug erschei- nen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu st ellen (vgl. Erwägung 4.4 hievor). Solche Gründe liegen hier keine vor. Die Gerichtsgutachte r geben eine nachvollziehbare Ein- schätzung der dem Versicherten noch zumutbaren Verweistät igkeit unter beruflicher Belastung ab. Mit Blick auf die dem Beschwerdeführer weiterhin v erwertbare Verweistätigkeit im Umfang von 65% postulieren sie verglichen mit den Ergebnissen i m Gutachten der E.____ vom 19. De- zember 2008 leicht verbesserte gesundheitliche Verhältniss e (vgl. a.a.O., S. 20). Eine nähere Betrachtung mit den im Gutachten der E.____ festgestel lten mittelschweren neuropsychologi- schen Defiziten unklarer Ätiologie, schwerpunktmässig unter anderem im Bereich der Aufmerk- samkeit, ergibt hingegen, dass die in der Begutachtung der F.____ festgestellten Verbesserun- gen nur minim sind. Zumal in anderen Teilbereichen teilweise auch verschlechterte Verhältnisse in neuropsychologischer Hinsicht erhoben worden sind (vgl. die detaillierten Untersuchungser- gebnisse im neuropsychologischen Fachgutachten der F.___ _ vom 20. August 2012, S. 21 f.), ist deshalb davon auszugehen, dass die leicht abweichende Einschätzung der E.____ aus dem Jahre 2008 auf einem bis zur Exploration der F.____ im Wesentlichen gleich gebliebenen Ge- sundheitszustand basiert und es sich bei der im Gerichtsgut achten der F.____ angegebenen Restarbeitsfähigkeit somit um eine lediglich leicht abwe ichende Einschätzung der Arbeitsfähig- keit bei letztlich identischem Beschwerdebild handelt. Di es gilt umso mehr, als sich der gericht- lichen Expertise zufolge über die verschiedenen kognitiven Funktionsbereiche ein schwanken- der Verlauf gezeigt hat und die aktuell leichte Verbe sserung in einzelnen Teilbereichen nur af- fektiv bedingt gewesen sei (vgl. neuropsychologisches Fachgu tachten der F.____ vom 20. Au- gust 2012, S. 21). In Bezug auf die gesundheitlichen Verhältnisse resultiert demnach, dass seit Ablauf des Wartejahres (vgl. oben, Erwägung 2.4) von e iner Arbeitsfähigkeit im Umfang von durchwegs 65% in einer entsprechenden Verweistätigkeit auszugehen ist. 6.2 Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht hinsichtli ch der Verwertbarkeit der dem Be- schwerdeführer noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit. Dieser stellt sich in seiner Stellung- nahme vom 13. Februar 2013 unter anderem auf den St andpunkt, dass aufgrund der erhebli- chen Einschränkungen und der erforderlichen Flexibilität in Frage stehe, inwiefern die attestierte Restarbeitsfähigkeit noch verwertbar sei. Bei der Inval iditätsbemessung ist jedoch von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen, wobei dieser Begriff im IVG nicht umschrieben ist. Nach der Definition in der Rechtsprechung handelt es sich um einen theoretischen und ab- strakten Begriff, wonach angenommen wird, es bestehe eine Nachfrage nach Arbeit, wie sie die versicherte Person trotz ihres Gesundheitsschadens noch zu le isten vermag (vgl. R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbe itsmarkt, in: René SCHAFFHAUSER / Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht FRANZ SCHLAURI , a.a.O. S. 34). Daraus folgt, dass für die Invalidität sbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den kon kreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsäch- lich vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob si e die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbei tsplätze dem Angebot an Arbeitskräf- ten entsprechen würden (vgl. AHI-Praxis 1998 S. 291 E . 3b). Das restliche erwerbliche Leis- tungsvermögen hat sich mit anderen Worten in einem fikti ven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsgemäss konjunkturell ausgeglichen ist (vgl. RÜEDI , a.a.O., S. 35). 6.3 Mit Bezug auf den Beschwerdeführer ist festzuhalten, dass dieser seine Restarbeitsfähig- keit auf dem so verstandenen Arbeitsmarkt noch verwerten k önnte. Gemäss den vorstehend wiedergegebenen Ausführungen der Gerichtsgutachter tr ifft es zwar zu, dass der Beschwerde- führer in verschiedener Hinsicht auch qualitativ in seine r Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Nichts desto trotz gehen die Gerichtsgutachter davon aus, d ass es dem Versicherten medizi- nisch möglich ist, seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auch weiterhin praktisch zu verwerten (vgl. F.____-Gutachten v om 19. Dezember 2012, Antwort auf die Ergänzungsfrage 10 des Beschwerdeführers, S. 24). Trotz den vorliegenden qualitativen Einschränkungen kann bei einer attestierten Restarbeit sfähigkeit von 65% denn auch nicht ge- sagt werden, hierfür bestehe auf einem theoretisch ausg eglichenen Arbeitsmarkt keine Einsatzmöglichkeit. Es ist vielmehr festzustellen, dass eine Vielzahl von Arbeiten mit einfachem Anforderungsniveau die fraglichen Einschränkungen ohne hin bereits mit umfassen. So ist bei- spielsweise bei klar strukturierten und kontrollierten Ar beitsabläufen an körperlich eher leichte Verpackungs- oder Überwachungsarbeiten zu denken, welche notorisch auch hinsichtlich der absolvierten Arbeitszeiten eine gewisse Flexibilität auf weisen. In diesem Sine verbleibt dem Versicherten nach wie vor ein relativ breiter Fächer ver schiedenster leichterer Hilfsarbeitertätig- keiten offen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass er im Umfang des ihm noch zumutbaren Pensums von 65% eine seinen Leiden angepasste Verweistät igkeit auch weiterhin verwerten kann. 7.1 Wie eingangs bereits ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervo r), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstä- tigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend , was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiege nden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkomme nsermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel auf den let zten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, abzustellen ist (vgl. Urteil I. des EVG vom 26. No- vember 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinwei sen). Vorliegend verfügt der Versicherte über keine Berufsausbildung und hat bereits vor dem Eint ritt seiner Gesundheitsbeeinträchti- gung lediglich Hilfsarbeiten verrichtet. Zuletzt war er arbeitslos bzw. lediglich kurzzeitig bei der B.____ AG in einem teilweise nur unregelmässigen Pens um als Chauffeur angestellt gewesen (vgl. Fragebogen Arbeitgeber vom 29. September 2006, ad Lohnbezüge, IV-Akt 5, Dossier 2). Unter diesen Umständen hat die IV-Stelle bei der Bem essung des Valideneinkommens zur Recht auf die statistischen Werte der Lohnstrukturerhebung (LSE) abgestellt. Es kann an dieser Stelle auf die zutreffenden Ausführungen der IV-Stel le in der angefochtenen Verfügung vom 25. Juli 2011 verwiesen werden, wonach sich gestützt auf die LSE 2006 (Tabelle 1, Anforde- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsniveau 4, Männer) nach Umrechnung auf eine wöchen tliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 59'197.-- er gibt. Weil sich auch das Invaliden- einkommen auf der gleichen Basis der LSE berechnet, blei bt sich das Verhältnis zum Valide- neinkommen gleich, weshalb an dieser Stelle auf eine teuerungsbedingte Aufrechnung der bei- den hypothetischen Einkommen verzichtet werden kann. Da der Versicherte seit Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihm zumutbare Tätigkeit mehr ausge übt hat, hat die IV-Stelle das Invalideneinkommen richtigerweise ausgehend von derselbe n Basis auch für das Invalidenein- kommen unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne per 2006 er mittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Da der Versicherte laut der massgebenden Einschätzung der F.____ (vgl. Erwägung 6.1 hiervor) in einer solchen Tätigkeit noch zu 65% arbeitsfähig ist, resultiert für ihn somit ein Inval ideneinkommen von Fr. 38'478.-- (Fr. 59'197.-- x 65%). 7.2 Von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE erho benen Invalideneinkommen sind praxisgemäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen de s konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dien stjahre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 80 E. 5b). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 25. Juli 2011 für die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung des Versicherten einen Abzug von 10% vom Invali- deneinkommen vorgenommen. Dies ist entgegen der vom Be schwerdeführer in seiner Stel- lungnahme vom 13. März 2013 vertretenen Auffassung nicht zu beanstanden. Der Abzug von 10% ergibt sich aus der zusätzlichen Lohneinbusse wegen T eilzeitarbeit (finanzielle Leistungs- fähigkeit; vgl. Urteil des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/ 04 mit Hinweisen). Weitere leidensbe- dingte Faktoren sind hingegen in der medizinisch begrün deten Einschränkung in der Arbeitsfä- higkeit im Umfang von 35% erfasst. Insbesondere ist mit d em Anforderungsniveau 4 bereits dem Umstand Rechnung getragen, dass der Versicherte kognitiv lediglich einfache Arbeiten mit klar strukturierten und kontrollierten Abläufen noch zu absolvieren in der Lage ist (vgl. oben, Erwägung 6.3 hievor). Zumal dessen kardiale Leistungsf ähigkeit besser ausgefallen ist als die durchschnittliche Leistungsfähigkeit gleichaltriger Männ er ohne Herzerkrankung, gilt dasselbe auch für die kardiale Situation. So sind dem Versichert en leichte bis mittelschwere Verweistä- tigkeiten unter Berücksichtigung des aktuellen Belastungs- EKG's im Umfang von 65% bedin- gungslos zumutbar (vgl. F.____-Gutachten vom 19. Dezembe r 2012, S. 21). Obschon ein Stel- lensuchender mit einer Häufung von gesundheitlichen Bee inträchtigungen, die seine Einsetz- barkeit einschränken, beruflich häufig nur dann Fuss zu f assen vermag, wenn ein neuer Arbeit- geber ihn zu einem tieferen Lohn einstellt (vgl. Urte il S. des EVG vom 5. September 2006, I 447/06, E. 3.2.2), ist den gesundheitlichen Nachteilen des Beschwerdeführers bei der Bemes- sung des Invalideneinkommens durch die Vornahme eines zusä tzlichen leidensbedingten Ab- zuges im Umfang von 10% demnach angemessen Rechnung getragen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Kürzt man den hiervor ermittelten Tabellenlohn von Fr. 38'478.-- um 10%, so ergibt dies für den Beschwerdeführer ein massgebendes Invalidene inkommen von Fr. 34'630.--. In Gegenüberstellung mit dem oben ermittelten Valideneinkommen von Fr. 59'197.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 24'567.--, was einen Invalidität sgrad des Versicherten von 41,5%, bzw. gerundet von 42% (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) ergibt. Damit hat der Be- schwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente der IV. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sich an diesem Ergebnis se lbst dann nichts ändern würde, wenn vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzu g von 20% vorgenommen würde. Diesfalls würde ein IV-Grad von 48% und mithin so od er anders ein Anspruch auf eine Viertels- rente der IV resultieren. 7.4 Wie eingangs bereits erwähnt (vgl. oben, Erwägun g 2.4 hievor), ist den in dieser Hin- sicht zu Recht unbestritten gebliebenen Unterlagen des H ausarztes zu entnehmen, dass der Versicherte seit Mitte Oktober 2006 massgebend arbeitsunf ähig war (vgl. Arztbericht von Dr. G.____ vom 14. November 2006 samt Beiblatt). Das gesetzlich vorgesehene Wartejahr ist damit im Oktober 2007 abgelaufen. Schliesslich ist auf Art. 29 Abs. 2 IVG (in der bis Ende 2007 gültigen Fassung) hinzuweisen, wonach die Rente vom Beginn des Monats an ausbezahlt wird, in dem der Rentenanspruch entsteht. Zusammenfassend resu ltiert somit, dass die angefochte- ne Verfügung der IV-Stelle vom 25. Juli 2011 aufzuheb en und festzustellen ist, dass der Be- schwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV hat. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen. 8.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1 bis Satz 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilli gung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt; gegenüber den Vorinstanzen bzw. den kant onalen Behörden werden indes grundsätzlich keine Verfahrenskosten erhoben. Da vorliege nd die Vorinstanz unterlegen ist, ist auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Die Aufwendungen für die gerichtliche Begutachtung durch die F.____ sind demgegenüber der I V-Stelle aufzuerlegen. So sind ge- mäss Art. 78 Abs. 3 IVV die Kosten von Abklärungsmassnahmen von der IV-Stelle dann zu tra- gen, wenn sie für die Zusprechung von Leistungen unerlässl ich waren (vgl. BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Diese Voraussetzung ist vorliegend gegeben, nachdem das Gericht mit Beschluss vom 16. Februar 2012 zum Schluss gekommen war, dass eine abschliessende Beurteilung ge- stützt auf die bis zu jenem Zeitpunkt vorgelegenen Akten n icht möglich war und insbesondere die Frage allfälliger neuropsychologischer Defizite näher er Prüfung bedurft hat. Die Bemühun- gen der F.____ für das polydisziplinäre Gerichtsgutachten belaufen sich gemäss Honorarrech- nung vom 10. Januar 2013 auf Fr. 12'937.75, welche die IV-Stelle somit zu tragen hat. 8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person An- spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Ausgang des Verfa hrens entsprechend ist dem Be- schwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Laste n der IV-Stelle zuzusprechen. Sein Rechtsvertreter hat in seiner aktualisierten Honorarno te vom 3. April 2013 einen Zeitaufwand von insgesamt 9 Stunden und 40 Minuten sowie Auslagen v on Fr. 155.-- ausgewiesen, was Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Seine Bemühungen sind zu dem in Sozialversiche- rungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Damit ist dem Beschwerdefüh rer für das vorliegende Beschwerde- verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'777.40 (9,66 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 155.-- zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft vom 25. Juli 2011 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV besitzt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 12'937.75 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'777.40 (inkl. Ausl agen und 8% Mehrwertsteuer) auszurichten.