Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2023 7 Entscheid vom 27. Juni 2023 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien 1.A.________, 2. B.________, Beschwerdeführerinnen, beide vertreten durch die Rechtsanwältinnen lic.iur. Micaela Tanner und MLaw C.________, gegen Ausgleichskasse Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Alters- und Hinterlassenenversicherung (Beitragsstatus nach AHV; Lohnbeiträge und Verzugszinsen für das Jahr 2021)2 Sachverhalt: A.B.________ (geboren ____1983, dipl. Pflegefachfrau HF; nachstehend: die Versicherte) ist seit dem 1. Oktober 2017 bei der Ausgleichskasse Schwyz im Bereich der Pflege als Selbständigerwerbende angeschlossen (vgl. AK-act. 1 [Anmeldung für Selbständigerwerbende vom 18.9.2017]). Eine Arbeitgeberkon- trolle bei der A.________ vom 7. Juni 2022 (AK-act. 2) kam zum Ergebnis, dass die Versicherte in die Arbeits- und Dienstorganisation der A.________ eingebun- den sei, womit ihre Tätigkeit für die A.________ eine unselbständige Erwerbs- tätigkeit darstelle. Die Versicherte ist (neu) einzige Gesellschafterin und Ge- schäftsführerin der seit dem 4. Januar 2023 im Handelsregister eingetragenen D.________ GmbH. Sie verfügt über das gesamte Stammkapital von Fr. 20'000.- - (200 Stammanteile zu je Fr. 100.--). Die Gesellschaft bezweckt die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Pflege. Zuvor bot sie ihre Dienstleistungen unter der Firma "E.________" an. B.1Gestützt auf den Arbeitgeberkontrollbericht vom 7. Juni 2022 erliess die Ausgleichskasse Schwyz am 10. Juni 2022 gegenüber der A.________ eine Nachzahlungsverfügung Lohnbeiträge für das Jahr 2021 (AK-act. 3). Auf der Ba- sis einer Lohnsumme von Fr. 19'427.-- (Rechnungsbetrag exkl. Spesen von Fr. 18'184.-- entsprechend 93.6 % sowie Aufrechnung von 6.4 % AHV/ALV ent- sprechend Fr. 1'243.--) wurden die von der A.________ zu entrichtenden Beiträ- ge auf Fr. 2'770.10 (inkl. Verwaltungskosten von Fr. 30.90) festgesetzt. Ebenso stellte die Ausgleichskasse der A.________ am 10. Juni 2022 eine Revisions- rechnung für die Lohnbeiträge 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021 in Rech- nung auf einer Lohnsumme von Fr. 3'330'193.65 und forderte Fr. 2'831.70 nach (AK-act. 5). Am gleichen Tag (10.6.2022) verfügte die Ausgleichskasse auch Verzugszinsen von Fr. 61.55 auf der Beitragsnachforderung 2021 für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis 10. Juni 2022 (AK-act. 4). B.2Mit SE[Selbständigerwerbende-]-Abweisungsverfügung vom 14. Juni 2022 erklärte die Ausgleichskasse die Versicherte gestützt auf die Arbeitgeberkontrolle vom 7. Juni 2022 zu einer unselbständigerwerbenden Person; die Versicherte werde darauf aufmerksam gemacht, dass die A.________ für sie die gesetzlich vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge abzurechnen habe (AK-act. 6). B.3Gestützt auf die Steuermeldung der kantonalen Steuerverwaltung vom 9. August 2022 (AK-act. 10) verfügte die Ausgleichskasse gleichentags (9.8.2022) betreffend die Versicherte für das Jahr 2021 auf einem Erwerbseinkommen von Fr. 51'155.-- und einem investierten Eigenkapital per 31. Dezember 2021 von Fr. 9'000.-- sowie aufzurechnenden persönlichen Beiträgen von Fr. 4'801.05 ein 3 beitragspflichtiges Einkommen von (abgerundet auf Fr. 100.--) Fr. 55'900.--, was Beiträge von insgesamt Fr. 6'145.-- (inkl. Fr. 208.40 Verwaltungskosten) ergab (AK-act. 11). Ebenfalls am 9. August 2022 stellte die Ausgleichskasse der Versi- cherten die Schlussrechnung (Restsaldo von Fr. 375.15 zugunsten der Aus- gleichskasse) für die persönlichen Beiträge 2021 zu (AK-act. 12). B.4Mit Schreiben vom 23. November 2022 (AK-act. 13) bestätigte die Aus- gleichskasse der Versicherten, dass sie ab dem 1. Oktober 2017 als Selbständig- erwerbende erfasst sei. Dies bedeute jedoch nicht, dass sie "für sämtliche aus- geübten Tätigkeiten selbständigerwerbend" sei. C.1Mit Schreiben vom 6. Juli 2022 erhob die A.________ bei der Ausgleichs- kasse Schwyz Einsprache gegen die Nachzahlungs- und Verzugszinsenverfü- gungen vom 10. Juni 2022 mit den folgenden Anträgen (AK-act. 7): 1. Die Nachzahlungsverfügung vom 10.06.2022 im Betrag von CHF 2'770.10 sei ersatzlos aufzuheben. 2. Die Verfügung betr. die Verzugszinsen für die Beitragsnachforderung 2021 vom 10.06.2022 im Betrag von CHF 61.55 sei ersatzlos aufzuheben. 3. Die Revisionsrechnung für Lohnbeiträge 2021 vom 10.06.2022 im Betrag von CHF 2'831.70 sei ersatzlos zu annullieren. C.2Mit Schreiben vom 11. Juli 2022 liess auch die beanwaltete Versicherte bei der Ausgleichskasse Einsprache gegen die SE-Abweisungsverfügung vom 14. Juni 2022 erheben mit dem Antrag, die Verfügung der Ausgleichskasse Schwyz vom 14. Juni 2022 sei aufzuheben. D.Mit Entscheid Nr. 1162/22&1164/22 vom 29. November 2022 vereinigte die Ausgleichskasse Schwyz die beiden Einsprachen (Disp.-Ziff. 1) und wies sie ab (Disp.-Ziff. 2). E.Gegen den Einspracheentscheid vom 29. November 2022 (Versand am gleichen Tag) lassen die A.________ und die Versicherte mit einer gemeinsa- men Eingabe vom Montag, 16. Januar 2023 (Postaufgabe am gleichen Tag), un- ter Berücksichtigung des Fristenstillstandes über die Weihnachtstage fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erheben mit den fol- genden Anträgen: 1. Es sei[en] der Einsprache-Entscheid vom 29. November 2022 sowie die Verfügungen vom 10. Juni 2022 und 14. Juni 2022 aufzuheben und festzustellen, dass die Versicherte 1 für die Vergütungen an die Versicherte 2 keine Pflicht zur Zahlung von Versicherungsbeiträgen gemäss AHVG trifft. Die Versicherte 2 ist für die Tätigkeit im Jahr 2021 als Selbständigerwerbende zu bestätigen.4 2. Eventualiter sei[en] der Einsprache-Entscheid vom 29. November 2022 sowie die Verfügungen vom 10. Juni 2022 und 14. Juni 2022 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks ergänzender Abklärung des Sachverhalts mittels Sachverständigengutachten, um anschliessend neu über das Beitragsstatut zu entscheiden und eine allfällige Pflicht der Versicherten 1 zur Nachzahlung von Lohnbeiträgen 2021 für die Versicherte 2 neu zum Ansatz einer angestellten Mitarbeiterin festzulegen. 3. In formeller Hinsicht seien die Parteien zur öffentlichen Verhandlung vorzuladen. 4. AIIes unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Gegenpartei zuzüglich MWST. F.Mit Vernehmlassung vom 13. Februar 2023 beantragt die Vorinstanz, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei abzuweisen unter Kosten- und Entschädi- gungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerinnen. G.Replizierend halten die Beschwerdeführerinnen am 24. März 2023 an den Anträgen und Ausführungen in der Beschwerde vom 16. Januar 2023 fest. Die Vorinstanz hält ihrerseits mit Duplik vom 17. April 2023 am vernehmlassend ge- stellten Abweisungsantrag fest. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Die Beschwerdeführerinnen haben mit der Beschwerde "in formeller Hin- sicht" die Vorladung zur öffentlichen Verhandlung beantragt. Gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.010) vom 4. November 1950 ist eine (mündliche) öffentliche Verhandlung durchzuführen, sofern die Parteien nicht ausdrücklich oder stillschweigend darauf verzichten (vgl. BGE 134 I 331 Erw. 2.1 und 2.3). Das Replikrecht ist mündlich (anlässlich einer mündlichen Verhandlung) oder aber schriftlich (unter Verzicht auf eine öffentliche Verhandlung) wahrzunehmen. Vorliegend haben die Beschwerdeführerinnen nach Zustellung der Vernehmlas- sung der Vorinstanz vom 13. Februar 2023 innert einmal erstreckter Frist am 24. März 2023 ihre Replik eingereicht. Auf die Duplik der Vorinstanz vom 17. April 2023 - den Beschwerdeführerinnen zugestellt mit Schreiben vom 18. April 2023 - haben die Beschwerdeführerinnen nicht mehr reagiert. Damit ha- ben sie stillschweigend ihren Verzicht auf die Durchführung der beantragten öf- fentlichen Verhandlung zum Ausdruck gebracht. 2.1Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich namentlich danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbsein-5 kommen als solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätig- keit zu qualifizieren ist (vgl. Art. 5 und 9 des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] vom 20.12.1946 sowie Art. 6 ff. der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101] vom 31.10.1947). Selbständig Erwerbende (SE) können gleichzeitig auch Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer sein, wenn sie entsprechendes Er- werbseinkommen erzielen (vgl. Art. 4 Abs. 1 AHVG; vgl. auch Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] vom 6.10.2000; Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich 2020, Art. 12 N 13 f.). 2.2Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht auf Grund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die zivilrechtlichen Verhältnis- se vermögen dabei allenfalls gewisse Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qua- lifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt. Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merk- male im konkreten Fall überwiegen (Urteil BGer 9C_669/2019 vom 7.4.2020 Erw. 3.1 [zur Publikation vorgesehen] mit Verweis auf BGE 144 V 111 Erw. 4.2 m.w.H.; vgl. auch Kieser, Alters- und Hinterlassenenversicherung, in: Schweizeri- sches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 1260 Rz. 191 ff.). Dabei ist auch Koordinationsgesichtspunkten Rechnung zu tragen. Dies gilt vor- ab bei Erwerbstätigen, die gleichzeitig mehrere erwerbliche Tätigkeiten für ver- schiedene oder denselben Arbeit- oder Auftraggeber ausüben. Es soll nach Mög- lichkeit vermieden werden, dass verschiedene Erwerbstätigkeiten für denselben Arbeit- oder Auftraggeber oder dieselbe Tätigkeit für verschiedene Arbeit- oder Auftraggeber unterschiedlich, teils als selbständige, teils als unselbständige Er- werbstätigkeit, qualifiziert werden (Frey, in: Frey/Mosimann/Bollinger [Hrsg.], 6 AHVG/IVG Kommentar, Zürich 2018, Art. 9 N 1; Urteile BGer 9C_132/2011 vom 26.4.2011 Erw. 3.2, 9C_1094/2009 vom 31.5.2010 Erw. 2.2, je m.w.H.). 2.3.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt selbständige Erwerbs- tätigkeit im Regelfall vor, wenn der Beitragspflichtige durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanziel- le oder geldwerte Gegenleistungen abgegolten wird (BGE 115 V 170 f. m.H.). Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind die Täti- gung erheblicher Investitionen, die Benützung eigener Geschäftsräumlichkeiten sowie die Beschäftigung von eigenem Personal (BGE 122 V 169 Erw. 3c; BGE 119 V 163 Erw. 3b). Das spezifische Unternehmerrisiko besteht dabei darin, dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der Versicherte selber zu tra- gen hat (ZAK 1986 S. 333 Erw. 2d). Für die Annahme selbständiger Erwerbs- tätigkeit spricht sodann die gleichzeitige Tätigkeit für mehrere Gesellschaften in eigenem Namen, ohne indessen von diesen abhängig zu sein (ZAK 1982 S. 215). Massgebend ist dabei nicht die rechtliche Möglichkeit, Arbeiten von mehre- ren Auftraggebern anzunehmen, sondern die tatsächliche Auftragslage (vgl. BGE 122 V 169 Erw. 3c). Weitere Indizien für die selbständige Erwerbstätigkeit sind das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung, die frei gewählte Or- ganisation und das Fehlen eines Entschädigungsanspruches bei (unverschulde- tem) Ausbleiben der Arbeitsleistung – etwa bei Krankheit oder Unfall (vgl. Rüedi, Die Abgrenzung zwischen selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit, in: Schaffhauser/Kieser, Aktuelle Fragen aus dem Beitragsrecht der AHV, St. Gallen 1998, S. 129 m.H.; Lanz, Selbständige oder unselbständige Erwerbs- tätigkeit, in: AJP 1997 S. 1468 ff.; zum Ganzen vgl. auch Kieser, SBVR, S. 1261 Rz. 195 ff.; derselbe, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich 2020, Art. 12 N 9). 2.3.2 Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist auszugehen, wenn die für den Arbeitsvertrag typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom "Arbeitgeber" abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in dessen Betrieb eingeordnet ist. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu erstatten sowie das Angewiesensein auf die Infrastruktur am Arbeitsort. Das wirtschaftliche Risiko des Versicherten erschöpft sich diesfalls in der (alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer re- gelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei Dahinfallen des Erwerbsverhält- nisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim Stellenverlust eines Arbeit- nehmers der Fall ist (vgl. SVR 2000, AHV Nr. 3 Erw. 3c, 2. Abs., mit Verweis auf 7 BGE 122 V 281 Erw. 2b; vgl. auch Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO des Bundesamtes für Sozialversicherungen [WML], gültig ab 1.1.2019, Stand: 1.1.2023 Rz. 1018 ff.; zur zusammenfassenden Übersicht über die Kriterien vgl. Kieser, SBVR, S. 1262 Rz. 198; derselbe, ATSG-Kommentar, Art. 10 N 29). 2.3.3 Im Sozialversicherungsrecht - so auch vorliegend - gilt der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. Urteile BGer 9C_281/2018 vom 9.10.2018 Erw. 5.2, H 318/01 vom 10.7.2003 Erw. 3, je betr. Beitragspflicht und mit Hinweis auf BGE 126 V 353 Erw. 5b). 2.4Als Unselbständigerwerbende werden beispielsweise Akkordanten einge- stuft (WML Rz. 4022); Selbständigerwerbende sind sie nur, wenn die Merkmale der freien Unternehmertätigkeit offensichtlich überwiegen und sie dem Auftrag- geber als gleichgeordnete Partner gegenüberstehen (BGE 100 V 129 Erw. 1.b). Fachleute, die einmalig oder wiederholt als Berater zur Lösung von bereichsspe- zifischen oder organisatorischen Problemen hinzugezogen werden, ohne eindeu- tig in einem Arbeitsverhältnis zum Auftraggeber zu stehen, gelten regelmässig als Selbständigerwerbende. Da für diese typische Dienstleistungstätigkeit häufig keine besonderen Investitionen anfallen, tritt das Unternehmerrisiko als eines der praxisgemäss heranzuziehenden Unterscheidungsmerkmale für die Abgrenzung der selbständigen von der unselbständigen Erwerbstätigkeit in den Hintergrund. Mehr Gewicht erhält dagegen die Frage der betriebswirtschaftlich-arbeitsorgan- isatorischen Abhängigkeit (Urteil BGer 9C_589/2019 vom 2.3.2020 Erw. 3.3 mit Hinweisen, u.a. auf BGE 144 V 111 Erw. 6.2.2). Betreffend die (freiberuflichen) Fotografen und Journalistinnen hat das Bundes- gericht unter anderem erwogen (Urteil BGer 9C_739/2019 vom 10.6.2020 Erw. 4.3 mit Hinweisen), dem Merkmal des Unternehmerrisikos komme bei die- ser Art von Berufen selten eine statusentscheidende Bedeutung zu. Auch das Begriffsmerkmal der arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit werde beim freien Journalisten häufig nicht derart sein, dass daraus ohne weiteres auf unselbstän- dige Erwerbstätigkeit geschlossen werden könnte. Eine diesbezüglich mass- gebliche Bedeutung werde in derartigen Fällen daher dem Element der regel- mässigen Arbeitsleistung für einen Verlag beigemessen. Den freierwerbenden Journalisten, welche regelmässig für die nämliche Zeitschrift arbeiten, komme für die betreffende Tätigkeit in der Regel AHV-rechtlich die Stellung eines Un- selbständigerwerbenden zu. Diese Grundsätze könnten auch auf die Beurteilung des Beitragsstatus von Freelancern angewendet werden. 8 Als Unselbständigerwerbende gelten im Allgemeinen Ärztinnen, Ärzte und in wei- teren Gesundheitsberufen tätige Personen für Entgelte, die sie für eine Tätigkeit in Anstalten, Werkstätten und Heimen erhalten, sofern sie verpflichtet sind, re- gelmässig oder nach Bedarf vertraglich bestimmte Dienste zur Verfügung zu stel- len (vgl. WML Rz. 4051 ff., Rz. 4055). Mit dem Urteil 9C_127/2009 vom 28. August 2009 hatte das Bundesgericht den Beitragsstatus einer der Ausgleichskasse als Selbständigerwerbende ange- schlossenen Krankenpflegerin zu prüfen, welche mit einer Klinik eine Auftrags- vereinbarung betreffend Einsätze als Operationsschwester nach Vereinbarung bzw. auf Abruf zur Überbrückung eines personellen Engpasses abgeschlossen hatte. Das Bundesgericht erwog unter anderem (Erw. 5.3 f.), das Recht, Einsätze kurzfristig abzusagen (wobei dasselbe Recht auch der Klinik zustand), die Ver- einbarung bei "ad-hoc-Absprachen" bis einen Tag vor dem jeweiligen Einsatz hiervon zurücktreten zu können und darüber hinaus das Fehlen einer Pflicht zur Annahme von angebotenen Arbeitseinsätzen könnten auf eine selbständige Er- werbstätigkeit hindeuten. Indes dürfe namentlich nicht unberücksichtigt bleiben, dass das Risiko, welches sich im Erfolg der persönlichen Arbeitsbemühungen, d.h. in der Frage erschöpfe, ob und in welchem Umfang die Beschwerdegegnerin mit Einsätzen für die Klinik rechnen könne, kein Verlustrisiko einer Selbständig- erwerbenden darstelle. Es liege eher ein Arbeitsverhältnis auf Abruf vor, was nichts an der Unselbständigkeit ändere. Es gelte zu beachten, dass die Be- schwerdegegnerin nicht nur weisungsgebunden und arbeitsorganisatorisch ab- hängig sei, sondern auch keine beträchtlichen Investitionen zu tätigen oder An- gestelltenlöhne zu bezahlen und demzufolge keine Einbusse im Sinne von Sub- stanzverlusten zu befürchte haben, selbst wenn sie infolge selbst getätigter Ab- sagen oder fehlender Angebote von Seiten der Klinik weniger oder keine Einsät- ze mehr leisten könne. Die Krankenpflegerin habe ihre Tätigkeit in den Räumen der Klinik ausgeübt und dabei deren Infrastruktur benützt. Mit Blick auf die Rechtsprechung zur beitragsrechtlichen Qualifikation von Tätigkeiten im Spitalbe- reich, wonach beispielsweise sowohl die Honorare der Chefärzte, Co-Chefärzte und leitenden Ärzte für die stationäre Behandlung von Patienten in Privatabtei- lungen als auch hauptberuflich selbständige Psychologen hinsichtlich ihrer Su- pervisionstätigkeit für (kantonale) Psychiatriekliniken Unselbständige seien, halte die vorinstanzliche Qualifikation der Tätigkeit als Operationsschwester in der Kli- nik als Selbständigerwerbende vor Bundesrecht nicht stand. Mit BGE 144 V 111 hat das Bundesgericht eine Psychotherapeutin für ihre Tätig- keit (rund 30%) an einem Institut entgegen der Auffassung der Psychotherapeu- tin und des Instituts sowie des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich als unselbständig Erwerbstätige qualifiziert. Die Psychotherapeutin konnte für ei-9 nen fixen Infrastrukturkostenbeitrag, womit auch Werbeauslagen abgedeckt wa- ren, die Infrastruktur des Instituts nutzen. Erhebliche Investitionen hatte sie nicht zu treffen. Zwar trug sie die Folgen der Zahlungsunfähigkeit von Klienten oder Patienten (Inkasso- und Delkredere-Risiko). Angesichts der in der Vereinbarung festgelegten dreimonatigen Kündigungsfrist konnte sie ihre Tätigkeit als Psycho- therapeutin aber bei wirtschaftlichem Misserfolg relativ kurzfristig und ohne Ein- bussen im Sinne von Substanzverlusten wieder aufgeben, da sie weder für An- gestelltenlöhne noch (mit Blick auf die mitbenutzten Institutsräumlichkeiten) für ein längerfristiges Mietverhältnis einzustehen hatte (Erw. 6.2.1). Was das Kriteri- um der betriebswirtschaftlichen oder arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit an- belangte, stand es der Psychotherapeutin frei, mit welchen Patientinnen und Pa- tienten sie ein Therapieverhältnis eingehen wollte; zudem konnte sie das Hono- rar für die von ihr durchgeführten Psychotherapien frei festlegen. Es bestand auch kein Konkurrenzverbot. Eine Pflicht zur Nutzung der Therapieräume be- stand nicht, ebensowenig eine Präsenzpflicht. Dennoch fanden sämtliche Thera- piesitzungen am Institut statt, was nach Auffassung des Bundesgerichts für eine faktische arbeitsorganisatorische Einbindung sprach. Obwohl die Psychothera- peutin die Rechnungsstellung an die Klienten und Patienten selber vornahm und die Honorarzahlungen direkt auf ihr persönliches Konto erfolgten, fand sich im Briefkopf der Rechnungen über ihrem eigenen Namen auch derjenige des Insti- tuts sowie allein dessen Anschrift. Gegen aussen konnte deshalb nicht von ei- nem Auftreten in eigenem Namen gesprochen werden (Erw. 6.3.1). Des Weite- ren bestand eine in der Vereinbarung geregelte Rapportierungspflicht mittels Leistungsblättern, welche allein der Abrechnung über den Infrastrukturkostenbei- trag diene und nicht etwa der Berichterstattung über den jeweiligen Inhalt der durchgeführten Therapie. Aus dem Fehlen jeglicher Hinweise auf ein Weisungs- recht des Instituts konnte gemäss dem Bundesgericht nichts Relevantes abgelei- tet werden: eine ausgeprägte Eigenverantwortlichkeit bei Erbringung der Dienst- leistung bilde Merkmal aller sog. freien Berufe, ohne dass damit bereits beant- wortet wäre, in welcher Stellung (selbständig oder unselbständig) die Tätigkeit ausgeübt werde. Auch aus dem Umstand, dass die Honorarzahlungen an die Versicherte nicht vom Institut geleistet würden, sondern direkt von deren Klienten und Patienten, lasse sich nichts gewinnen. Nach der Rechtsprechung sei nämlich von einer objektbezogenen Definition des massgebenden Lohnes auszugehen, nach welcher es grundsätzlich nicht darauf ankomme, wer das Entgelt bezahle. Entscheidend sei vielmehr, ob die geldwerte Leistung wirtschaftlich im Arbeits- verhältnis ihre hinreichende Begründung finde (Erw. 6.3.2 mit Hinweis auf BGE 137 V 321 Erw. 2.2.1; SVR 2012 AHV Nr. 6 S. 21, 9C_246/2011 Erw. 6.4). Ein hohes Gewicht wurde auch der Verpflichtung zur Beachtung der vom Institut 10 hochgehaltenen Qualitätsanforderungen beigemessen (Erw. 6.3.3 f.). Damit un- terwerfe sich die Psychotherapeutin in einer Weise den Kontrollbedürfnissen des Instituts wie sie sonst vielleicht bei ärztlich delegierten Psychotherapeutinnen und -therapeuten anzutreffen sei, welche unter direkter Aufsicht und Verantwortlich- keit der delegierenden Arztperson stünden (BGE 125 V 441 Erw. 2d). Dieser Teil der Vereinbarung sei jedenfalls Ausdruck eines arbeitnehmerähnlichen Subordi- nationsverhältnisses. 3.1Im Bericht der Arbeitgeberkontrolle vom 7. Juni 2022 wurde zum Beitrags- status der Beschwerdeführerin Ziff. 2 (nachstehend wird die Beschwerdeführerin Ziff. 2 der besseren Verständlichkeit/Differenzierung halber "Versicherte" genannt und die Beschwerdeführerin Ziff. 2 "A.________") Folgendes festgehalten (AK- act. 2): Aufrechnung unselbständiges Einkommen B.________ - E.________: B.________ ist bei der Ausgleichskasse Schwyz als selbständigerwerbende Pflegerin erfasst. Seit Juni 2021 wird sie für Temporäreinsätze als Pflegefachfrau HF von der A.________ beschäftigt. Die Einsatzstunden sowie Kilometerspesen stellt sie monatlich in Rechnung. Bei der Tätigkeit für die A.________ führt Frau B.________ keine Direktaufträge aus und tritt nicht in eigenem Namen gegenüber ihren Kunden auf. Sie ist in die Arbeits- und Dienstorganisation der A.________ eingebunden. Somit stellt die Tätigkeit für die A.________ eine unselbständige Erwerbstätigkeit dar. (...). 3.2Die A.________ legte in ihrer Einsprache vom 6. Juli 2022 dar, die Versi- cherte trete ihr gegenüber unter der Firma "E.________" auf. Dies sei aus dem Vertrag über die Erbringung von Pflegeleistungen sowie aus den Rechnungen der Versicherten eindeutig ersichtlich. Auch der Briefkasten sei mit diesem Fir- mennamen beschriftet. Die A.________ sei somit Kundin von "E.________". Die Versicherte stelle ihr nicht über Dritte, sondern direkt und in eigenem Namen Rechnung. Sie trage auch das lnkassorisiko für ihr Honorar. Die A.________ bu- che auf der Web-Site der Versicherten Einsatzzeiten der Versicherten. Für das gebuchte Zeitfenster würden der Versicherten von der Einsatzplanung der A.________ Einsätze zur Erledigung übergeben. Die Versicherte könne Anfragen der A.________ "jederzeit ablehnen"; es bestehe kein Weisungsrecht der A.________; im Gegenteil liege die Hoheit über die verfügbare Zeit anders als bei den arbeitsvertraglich angestellten Mitarbeitenden alleine bei der Versicher- ten. Die Versicherte erhalte für ihre Einsätze im Auftrag der A.________ ein deut- lich höheres Honorar pro Stunde als der durchschnittliche Stundenlohn einer von der A.________ angestellten Mitarbeiterin mit gleicher beruflicher Qualifikation (+75%), weil sie ihr unternehmerisches Risiko als Selbständigerwerbende (Auf- tragsschwankungen / Verlust eines Auftrages, eigene Krankentaggeldversiche-11 rung usw.) und ihre lnfrastrukturkosten decken müsse. Die Versicherte nehme an keinerlei Teamsitzungen, Teamanlässen, internen Weiterbildungen usw. teil, im Gegensatz zu den bei der A.________ angestellten Mitarbeitenden. Die Sachverhaltsdarstellung der Versicherten in der Einsprache vom 11. Juli 2022 ist knapper gefasst als diejenige der A.________ bzw. geht jedenfalls nicht über diese hinaus. 3.3Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Einspracheentscheid im Wesentli- chen, folgende Aspekte zeigten, dass die Versicherte in die Arbeitsorganisation der A.________ eingebunden sei (Erw. 7): - Zwischen der A.________ und der "E.________" sei ein Vertrag bezüglich der Ausführung von Dienstleistungen im Pflegebereich abgeschlossen wor- den. - Die Versicherte sei gemäss diesem Vertrag in die Betriebsabläufe der A.________ eingewiesen. Demnach scheine sie in einem gewissen Masse auch weisungsgebunden zu sein. - Die Vertragsleistungen seien gemäss Einsatzplan zu erbringen, was gegen die Darlegung der Versicherten spreche, wonach sie keine fixen Arbeitszeiten habe. - Die Versicherte arbeite in den Räumlichkeiten der A.________ und trage auch deren Kleidung. - Die Versicherte habe die Vertragsleistung auch in eigener Person zu erbrin- gen und im Rahmen des Einsatzplanes eine entsprechende Präsenzpflicht. An dieser Einbindung der Versicherten in die Arbeitsorganisation der A.________ ändere auch nichts, wenn diese an keinen Teammeetings, Weiterbildungen etc. teilnehme. Weiter trage die Versicherte in Bezug auf ihre Tätigkeit bei der A.________ ent- gegen deren beider Auffassungen gerade kein lnkassorisiko. So stelle die Versi- cherte der A.________ jeweils am Ende des Monats eine Rechnung, welche von der A.________ innert 30 Tagen nach Rechnungsstellung vergütet werde. Die Vergütung erfolge somit ungeachtet dessen, ob die Leistungen vom Endkunden (betreute Person) an die A.________ bezahlt würden. Die Abrechnung mit den Krankenkassen in diesem Zusammenhang übernehme ebenfalls die A.________. Die A.________ vergüte der Versicherten zudem Spesen für die Nutzung des Privatautos. Die Versicherte trage auch kein spezifisches Unter- nehmerrisiko, habe weder erhebliche Investitionen getätigt, trage weder Unkos- ten noch den Verlust und beschäftige auch kein eigenes Personal. Überdies trete die Versicherte gegen aussen bzw. gegenüber den zu betreuenden Personen 12 nicht in eigenem Namen auf, sondern im Sinne einer Arbeitnehmerin der A.________. Aufgrund der zu tragenden Kleidung der Versicherten sowie der Rechnungsstellung durch die A.________ an die betreute Person sei für diese kein Unterschied zu den übrigen Angestellten der A.________ erkennbar. Die Merkmale der unselbständigen Erwerbstätigkeit überwögen klar. 4.1Die Beschwerdeführerinnen legen zu ihren Tätigkeiten zunächst dar, dass die A.________ aktuell 90 Mitarbeitende, davon 16 in einem 100%-Pensum und 74 mit verschiedenen Teilzeit-Stellen, sowie eine variierende Anzahl im Auftrag für sie tätige Fachkräfte in der Pflege beschäftige. Für die sozialversicherungs- rechtliche Beitragsrechnung der 90 Mitarbeitenden trage die A.________ die al- leinige Verantwortung (Beschwerde S. 3 Rz. 4 f.; vgl. Homepage der A.________). Die Versicherte sei seit Juni 2015 als qualifizierte Pflegefachkraft für verschiede- ne voneinander unabhängige Privatpersonen, Spitex-Organisationen und auch Spitäler tätig. Sie sei im Besitz der jeweiligen kantonalen Arbeitsbewilligungen in AG, BL, GL, SG, SZ und ZH (Beschwerde S. 3 Rz. 7). 4.2Die Beschwerdeführerinnen machen beschwerdeweise namentlich geltend, die Vorinstanz verletze das Verbot der willkürlichen Beweiswürdigung sowie die Offizialmaxime unter Würdigung des umfassenden Kriterienkatalogs, basierend auf der reichhaltigen Bundesgerichtspraxis zur Abgrenzung der Statusfrage im AHV-Recht des Bundes. Die Vorinstanz gehe rein vermutungsweise von einer Einbindung der Versicherten in die Arbeitsorganisation der A.________ aus und verneine pauschal ein spezifisches Unternehmerrisiko trotz effektivem Auftreten der Versicherten gegen aussen in eigenem Namen, eigener Auftragsbeschaffung durch online Buchungsportal (vgl. Bf-act. 8 [https://F.________]) und der Mög- lichkeit jederzeitiger Ablehnung sowie Absage von angenommenen Aufträgen bis 24 Stunden vor Auftragszeitpunkt (S. 6 Rz. 18 f.). Aus den beiliegenden Unterla- gen gehe Folgendes hervor (S. 7 ff. Rz. 21 ff.): - Die Versicherte arbeite in eigenem Namen und trage die Kosten für das Ver- walten der Website, inkl. Link zum Buchungsportal der "E.________" selber. - Die Auftragsbeschaffung erfolge ebenfalls durch die Versicherte. - Sie trage dabei auch das wirtschaftliche Risiko, da sie kein vertraglich garan- tiertes Stundenvolumen der zu erbringenden Dienstleistungen bei der A.________ oder anderen Auftraggebern habe. - Auch könne die Versicherte die zugesagten Dienstleistungseinsätze bei der A.________ bis 24 Stunden vor dem Einsatz ohne Kostenfolge absagen. 13 Dieses Recht steht auch der A.________ zu und entspreche den Regeln im Auftragsrecht gemäss Art. 404 Abs. 1 OR. - Das finanzielle Risiko dabei trage die Versicherte ganz alleine. - Die Verneinung eines spezifischen Unternehmerrisikos werde als falsch und unbegründet zurückgewiesen. - Die A.________ habe gegenüber der Versicherten keine Aufsichtsfunktion mit Weisungsbefugnis. - Die im Dienstleistungsvertrag zwischen den Parteien vereinbarte Entschädi- gungsregelung mit den fixen Ansätzen sei als Stundenpauschale konzipiert. Dies stelle kein klares Indiz einer Entschädigung mit Lohncharakter dar. - Auch ein Abhängigkeitsverhältnis der Versicherten von der A.________ müs- se im konkreten Fall verneint werden. - Die Versicherte verfüge als Selbständigerwerbende über eine Betriebshaft- pflichtversicherung sowie eine Krankentaggeld- und Unfallversicherung. - Sie habe auch einen Personenwagen als notwendiges Transportmittel. - Mangels erheblicher Investitionen einer freelancenden Pflegefachfrau trete das Abhängigkeitsverhältnis in den Vordergrund. Ein solches sei zu vernei- nen. - Basis der Zusammenarbeit bildeten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der "E.________" sowie der Auftrag an sich. - Da die Versicherte ihre Tätigkeit im Auftrag der A.________ lediglich in Teil- zeit ausübe, könne auch nicht von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von der A.________ gesprochen werden. - Es bestehe weder eine Pflicht der Versicherten zur Rechenschaft oder Teil- nahme an monatlichen Mitarbeitersitzungen. Sie arbeite auch nicht in den Räumlichkeiten der A.________. - All diese Umstände würden von der Vorinstanz nicht berücksichtigt. Sie liste lediglich Merkmale einer unselbständigen Erwerbstätigkeit auf. - Die von der Vorinstanz genannte Einweisung der Versicherten in die Be- triebsabläufe der A.________ gelte ausschliesslich zu Qualitätszwecken und sei nicht Ausdruck einer Weisungsgebundenheit oder des Eingebundenseins in die Arbeitsorganisation der A.________. Mit der Replik der Beschwerdeführerinnen zur Vernehmlassung werden keine nennenswerten weiteren Argumente vorgebracht. 5.1.1 Die Versicherte als Auftragnehmerin hat sich mit unbefristetem Vertrag (mit dem Betreff "Auftrag") vom 5. Mai 2021 (ab 5.5.2021) gegenüber der A.________ als Auftraggeberin "verpflichtet (…, …) gegen Entschädigung" die Vertragsleistung "Temporär Einsätze als Pflegefachfrau HF im Früh- und Spät-14 dienst" zu verrichten (Bf-act. 6 u. 7). Der Vertrag ist gegliedert in 1. Gegenstand des Vertrages, 2. Einsichtsrechte des Auftraggebers, 3. Inkrafttreten der Verein- barung, 4. Allge-meine Geschäftsbedingungen der E.________ sowie 5. An- wendbares Recht und Gerichtsstand. Unter "Zeitplan" verpflichtet sich die Versicherte, die Vertragsleistungen gemäss Einsatzplan zu erbringen. Die möglichen Dienste, welche abgedeckt werden können, sind im F.________ Buchungsprogramm ersichtlich. Als "Ort der Vertragsleistungen" werden die "Räumlichkeiten des Auftraggebers" genannt. Der Auftraggeber gewährt der Versicherten den Zugang mittels Schlüs- sel oder Badge und "weist den Auftragnehmer in die Betriebsabläufe ein". Der Auftraggeber stellt dem Auftragnehmer "die für die Erbringung der Vertrags- leistung erforderlichen Informationen und Materialien zur Verfügung". Die über- lassenen Materialien sind nach Beendigung des Vertrags unverzüglich an den Auftraggeber zurückzugeben und dürfen nicht mehr verwendet werden. Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber "auf dessen Verlangen hin jederzeit Einsicht über den Stand der erbrachten Leistungen" zu gewähren und "erteilt die erforderlichen Informationen". Die Entschädigung bemisst sich nach der aufgewendeten Zeit. Die Vertragspar- teien haben einen Stundenansatz von Fr. 70.-- vereinbart mit Rechnungsstellung des Arbeitnehmers per Ende des Monats. Ab Januar 2021 sind 70 Rappen pro gefahrenen Kilometer mit dem privaten Auto dem Auftraggeber zu verrechnen. Des Weiteren wurde eine Geheimhaltungspflicht, d.h. die vertrauliche Behand- lung aller im Rahmen des Vertrages von der Gegenpartei erlangter Informatio- nen, vereinbart. Die gemäss der Vereinbarung erbrachten Vertragsleistungen werden vom Auf- tragnehmer sozialversicherungsrechtlich abgerechnet. Ebenso ist das Kranken- taggeld durch den Auftragnehmer zu bezahlen. Bei Krankheitsausfall wird kein Ersatz durch den Auftragnehmer zur Verfügung gestellt; dieser muss durch den Auftraggeber organisiert werden. Unter Vorbehalt einer Beendigung zur Unzeit haben beide Parteien das Recht, die Vereinbarung jederzeit und fristlos zu beendigen. Die "Allgemeine[n] Geschäftsbedingungen der E.________" sind dem Vertrag beigeheftet. 5.1.2 Die Beschwerdeführerinnen reichen soweit ersichtlich gleichlautende Ver- träge der Versicherten mit einer G.________ in H.________ vom 31. März 15 2022/6. April 2022 (ab 1.6.2022), dem Spital I.________ vom 22. August 2019/24. August 2019, der J.________ vom 5. September 2022/8. September 2022 sowie der K.________ vom 23. März 2022/17. Mai 2022 (Bf-act. 6) ein. Des Weiteren reicht die Versicherte ihre Policen für die Betriebshaftpflichtversi- cherung sowie die KTG- und Unfallversicherung (Bf-act. 9 u. 10) ein. 5.2.1 Aus den beiden Versicherungspolicen können vorliegend für die Beurtei- lung des Beitragsstatus der Versicherten keine entscheidrelevanten Schlüsse gezogen werden. Es ist unbestritten, dass die Versicherte auch selbständiger- werbend ist und sie für diese selbständige Tätigkeit entsprechender Versiche- rungen bedarf. Ebenso wenig ist der Versicherten der Hinweis auf ihre Steuererklärung und ihre steuerrechtliche Beurteilung hilfreich. Zwar ist die Parallelität zwischen sozialver- sicherungs- und steuerrechtlicher Qualifikation nicht leichthin preiszugeben (vgl. BGE 145 V 326 Erw. 4.2; BGE 141 V 634 Erw. 2.5). Gleichwohl haben die Aus- gleichskassen ihre Beurteilung grundsätzlich unabhängig von der steuerlichen Behandlung vorzunehmen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenen- falls solches aus selbständiger oder aus unselbständiger Erwerbstätigkeit vor- liegt. Für das vorliegend streitbetroffene Jahr 2021 besteht bis anhin soweit er- sichtlich keine eigenständige steuerrechtliche Beurteilung der Qualifikation des von der Versicherten im Rahmen ihrer Tätigkeit für die Beschwerdeführer Ziff. 1 erzielten Einkommens. Bei der Steuererklärung 2021 der Versicherten (Bf- act. 11) handelt es sich um deren diesbezügliche Eigenbeurteilung, welche nahe- liegenderweise mit ihrer vorliegend vertretenen Position übereinstimmen muss und der insofern kein Beweiswert zukommt. 5.2.2 Die Vorinstanz anerkennt zwar die versehentliche Erwähnung einer Ar- beitstätigkeit der Versicherte in den Räumlichkeiten der A.________ (Vernehm- lassung S. 2 Ziff. 5 mit Bezug auf Beschwerde S. 9 Rz. 25). Indes bestehen diesbezüglich widersprüchliche Angaben. Der Vertrag nennt als "Ort der Vertragsleistungen" die "Räumlichkeiten des Auftraggebers" (vgl. vorste- hend Erw. 4.1.1). In ihrer Einsprache vom 11. Juli 2022 führte die Versicherte selber aus (S. 4 Rz. 11), "die Einsprecherin ist bei ihren Einsätzen bei der A.________ aufgrund der dortigen Patienten in den Räumlichkeiten der A.________. Sie hat dort mit teilweise dementen älteren Patienten zu tun (…)". Die A.________ wiederum bestätigt mit Schreiben vom 16. Januar 2023 zuhan- den des Gerichts (Bf-act. 12), dass die Versicherte ihre Dienstleistungen nicht in den Räumlichkeiten der A.________ erbringe, sondern bei den Klienten zuhau- se, und sie nur in die Räumlichkeiten der Versicherten gelange, um dort die 16 Hausschlüssel der Klienten abzuholen. Die vertragliche Formulierung sei insofern nicht zutreffend. Wie es sich hiermit effektiv verhält, ist letztlich nicht entscheidend. An und für sich ist es notorisch, dass Spitex-Dienste in den eigenen vier Wänden der Kun- den/Patienten erfolgen. Deshalb spielt es auch keine Rolle, dass das Schreiben der A.________ vom 16. Januar 2023 als Bestätigung in eigener Sache geringen bzw. keinen Beweiswert haben kann. Die angesprochene sich aus dem Vertrag ergebende Ungereimtheit legt jedoch nahe, bei der Beurteilung der Statusfrage auf die (rudimentären) vertraglichen Vereinbarungen mit Zurückhaltung abzustel- len und vielmehr die Lebenswirklichkeit in den Vordergrund zu rücken. 5.2.3 Klarzustellen ist auch, dass die Vorinstanz zu Recht dementiert, der Versi- cherten ein Konkurrenzverbot (ein solches wird nur bei der Darlegung der rechtli- chen Grundlagen erwähnt [Einspracheentscheid Erw. 3.1]) unterstellt oder sich zur Kündigungsmöglichkeit (die Kündigungsfrist wird nur bei der Zusammenfas- sung der Argumente der Versicherten erwähnt [Einspracheentscheid Erw. 6]) geäussert zu haben (Vernehmlassung S. 2 Ziff. 7 mit Bezug auf Beschwerde S. 11 Rz. 30). Das Fehlen eines Konkurrenzverbotes, wie es arbeitsvertraglich für Geschäfte, welche mit demjenigen des Arbeitgebers in Wettbewerb stehen, ver- einbart werden kann (vgl. Art. 340 OR), kann immerhin als - wenn auch schwa- ches - Indiz gegen eine unselbständige Erwerbstätigkeit betrachtet werden. 5.3.1Der Beitragsstatus der Versicherten für ihre im Auftrag der A.________ zu Gunsten pflegebedürftiger Personen erbrachten Leistungen ist vorliegend nicht auf Anhieb klar. Es lassen sich Argumente für Unselbständigkeit wie für Selbständigkeit ins Felde führen. Mit der Vorinstanz ist eine gewisse Einbindung der Versicherten in den Betriebs- ablauf der A.________ und eine gewisse Weisungsbefugnis als Ausdruck einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nicht zu verkennen. Dies erklärt sich allerdings weniger mit arbeitsorganisatorischen und betrieblichen Gründen, als vielmehr ei- nerseits mit den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Personen und anderseits mit der Verantwortlichkeit der A.________ gegenüber den ihr angeschlossenen pfle- gebedürftigen Personen. Es ist auch nicht zu übersehen, dass die Versicherte von den Patienten, für de- ren Pflege sie von der A.________ "gebucht" wird, als Mitarbeiterin der A.________ wahrgenommen wird, was unabhängig von der Bekleidung und ei- nem allfälligen eigenen Logo sein dürfte. Weiter kann auch ein Inkassorisiko der Versicherten für die im Auftrag der A.________ erbrachten Leistungen, die zu über 50% von der öffentlichen Hand sowie zu über 30% mit Entgelten gemäss 17 der Krankenpflege-Leistungs-verordnung finanziert wird (vgl. Jahresbericht 2022 der A.________), verneint werden bzw. ist dieses als minimal zu veranschlagen. Für eine Unselbständigkeit kann an und für sich auch die Zurverfügungstellung von Materialien und Informationen durch die A.________ sprechen. Beides ist jedoch nicht zwingend typisch für eine unselbständige Erwerbstätigkeit. Vorlie- gend werden auch keine konkreten Angaben gemacht, wie es sich hiermit effek- tiv verhält. Für die Auftragserledigung erforderlicher Informationen bedarf der Selbständig-erwerbende seitens des Auftraggebers/Kunden gleichermassen. Wenn der Versicherten mittels Aushändigung eines Schlüssels Zugang zu den Räumlichkeiten der A.________ gewährt wird, steht dies mehr im Zeichen der Ökonomisierung der Verfahrensabläufe, als dass es als Ausdruck einer un- selbständigen Erwerbstätigkeit zu betrachten ist. Es ist notorisch, dass sich die Dienstleistungen der A.________ nicht an die üblichen Arbeitszeiten halten. Mit der freien Zugänglichkeit einer Freelancerin zu den Räumlichkeiten zwecks Be- schaffen des notwendigen Materials und Einsichtnahme in die entsprechenden Patientendossiers samt Erstellen der Rapporte lässt sich das Verfahren und der Personalbedarf zweifelsohne optimieren. Aus den Modalitäten der Rechnungsstellung der Versicherten sowie aus der Ent- richtung von Spesen lassen sich an und für sich ebenfalls keine gewichtigen Er- kenntnisse für die Beurteilung als unselbständig oder selbständig Erwerbende ableiten. Das Gleiche gilt für allfällige Investitionen. Diese nehmen sich bei frei- beruflichen Pflegepersonen, die ihre Leistungen direkt vor Ort bei den Patienten erbringen, regelmässig bescheiden aus. Dies legt z.B. auch die Jahresrechnung 2022 der A.________ nahe. Von einem gesamten Aufwand von knapp Fr. 5.87 Mio. entfallen rund 4.975 Mio. (rund 85%) auf den Personalaufwand und rund Fr. 320'000.-- (rund 5.5%) auf Sach- und Transportaufwand, der Rest von rund Fr. 570'000.-- auf den übrigen Betriebsaufwand. 5.3.2 Auf der anderen Seite fällt vorab auf, dass bei einem Jahresumsatz 2021 der Versicherten von Fr. 76'677.30 die Zahlungen seitens der A.________ insge- samt Fr. 18'597.10 betragen (Beilage 4 zur Einsprache vom 11.7.2022 = Vi- act. 8), also knapp einen Viertel. Die Zahlungen seitens der A.________ bzw. die von der Versicherten für diese erbrachten Leistungen sind also für die Versicher- te nicht existentiell. Insofern besteht kein Abhängigkeitsverhältnis, wie es für ein Arbeitsverhältnis typisch ist. Vertraglich vereinbart ist ein Stundenansatz von Fr. 70.--. Laut den ab 1. Januar 2023 gültigen Tarifen verlangt die A.________ für Massnahmen der Grundpflege (Langzeitpflege) Fr. 52.60 pro Stunde und bei Akut- und Übergangspflege Fr. 42.75 pro Stunde. Für vorliegend nicht in Betracht zu ziehende Massnahmen 18 der Bedarfsabklärung/Beratung und Koordination werden Fr. 76.90/Stunde bzw. Fr. 62.10/Stunde sowie für Massnahmen der Untersuchung und Behandlung Fr. 63.--/Stunde bzw. Fr. 50.85/Stunde erhoben. Die Einsätze der Versicherten betreffen die Pflege; also ist vom Stundenansatz von (maximal) Fr. 52.60 auszu- gehen. Bei einem Stundenlohn von Fr. 70.-- entfallen somit (mindestens) rund Fr. 17.-- (rund 25%) auf Kosten der Versicherten für Administration, Infrastruktur u.ä. Dieser doch hohe Anteil - Autospesen werden zusätzlich entschädigt - ist ebenfalls als gewichtiges Indiz für eine Unabhängigkeit bzw. selbständige Er- werbstätigkeit der Versicherten zu werten. Unbestritten ist auch, dass der Stun- denansatz von Fr. 70.-- über dem den angestellten Mitarbeitenden der A.________ ausgerichteten Lohn liegt; eine solche Lohnungleichheit könnte ar- beitsrechtlich problematisch sein. Die bereits angesprochene fehlende Abhängigkeit der Versicherten von der A.________ drückt sich auch darin aus, dass die A.________ die Versicherte für die im Auftrag der A.________ zu erbringenden Leistungen über die Buchungs- plattform der Versicherten buchen muss, was unbestritten ist. Hierin besteht also kein Unterschied zu den anderen - privaten wie institutionellen - Kunden der Ver- sicherten. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Versicherte der A.________ fixe Zeitfenster zur Verfügung stellt und/oder stellen muss. Insofern bleibt die Hoheit der Arbeitsplanung vollumfänglich bei der Versicherten. Betref- fend Arbeitszeiten, Einsatzbereitschaften, Ferienplanung besteht für die A.________ keine Handhabe, irgendwelche Vorgaben zu machen. Umgekehrt hat die Versicherte gegenüber der A.________ auch keinen Anspruch auf eine bestimmte Auftragsmenge. Insofern trifft die Versicherte auch ein gewisses un- ternehmerisches Risiko, das sie unter anderem damit minimiert, dass sie ihre Dienstleistungen einem offenen Kreis weiterer privater oder institutioneller Kun- den (mit oder ohne schriftlicher auftragsrechtlicher Vereinbarung) anbietet. Nichts spricht auch gegen das von den Beschwerdeführerinnen geltend gemach- te, wenn auch vertraglich nicht geregelte, Recht der Versicherten, Einsätze bei der A.________ bis 24 Stunden vor dem Einsatz ohne Kostenfolgen abzusagen, was bei einem Arbeitsverhältnis kaum denkbar, jedenfalls atypisch, ist. Mit der gleichen Problematik einer Ersatzbeschaffung ist die A.________ auch im Krankheitsfalle der Versicherten konfrontiert. Für diesen Fall sieht der Vertrag vor, dass ein Ersatz auch durch den Auftraggeber, d.h. die A.________, organi- siert werden muss. Den Beschwerdeführerinnen ist auch zuzustimmen, dass für die Versicherte kei- ne Pflicht zur Teilnahme an Mitarbeitersitzungen und Besprechungen bei/mit der A.________ besteht. Soweit die Versicherte zur Erbringung ihrer Dienstleistun-19 gen mit der notwendigen Sorgfalt und zur jederzeitigen Auskunft über den Stand der erbrachten Leistungen sowie Erteilung der erforderlichen Informationen ge- heissen ist, sind dies wenig aussagekräftige Kriterien zur Beurteilung des Bei- tragsstatus, handelt es sich doch um typische Elemente auch des Auftragsrechts. Dieses postuliert für den Auftragnehmer die gleiche Sorgfalt wie sie für den Ar- beitnehmer im Arbeitsverhältnis gilt (vgl. Art. 398 Abs. 1 OR und Art. 321a OR). Es regelt auch die jederzeitige Rechenschaftsablage auf Verlangen des Auftrag- gebers (vgl. Art. 400 Abs. 1 OR); dieses "Verlangen" wird arbeitsvertraglich nicht vor-ausgesetzt (vgl. Art. 321b OR). Es dürfte denn auch jedem Auftraggeber und Arbeitgeber gleichermassen eigen sein, die Qualität der erbrachten Dienstleis- tungen bzw. Arbeiten sicherzustellen. Instrumente der Qualitätssicherung können insofern kaum den Ausschlag zu Gunsten von Selbständigkeit oder Unselbstän- digkeit geben. 5.4In Würdigung der gesamten Umstände kommt das Verwaltungsgericht so- mit zum Ergebnis, dass die Argumente, welche für eine selbständige Erwerbs- tätigkeit der Versicherten (auch) für die im Auftrag der A.________ erbrachten Leistungen sprechen, zahlreicher und gewichtiger sind als jene, welche auf eine unselbständige Erwerbstätigkeit hinweisen. Nach Massgabe des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ist die Versicherte hinsichtlich ihrer für die A.________ erbrachten Dienstleistungen daher als Selbständigerwerbende zu qualifizieren. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. 5.5Angesichts des Verfahrensausganges nicht entscheidend, indessen gleich- wohl als unbegründet, erweist sich die Rüge der Verletzung elementarer Verfah- rensrechte (Gebot des rechtlichen Gehörs, Willkürverbot) sowie der Offizial- und Untersuchungsmaxime durch die Vorinstanz (Beschwerde S. 12 Rz. 37 ff.). Die Beschwerdeführerinnen konnten sich im vorinstanzlichen Verfahren äussern und ihre Beweismittel einreichen. Für die Vorinstanz bestand aufgrund der Vorbrin- gen und beigebrachten Belege kein Anlass, bei den Beschwerdeführerinnen nach weiteren Unterlagen zu forschen. Im Einspracheentscheid (Erw. 6) wurden die Argumente der Beschwerdeführerinnen ausführlich zusammengefasst und in der Beurteilung darauf eingegangen. Abgesehen davon wäre eine Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorliegenden Verfahren heilbar gewesen. Auf Willkür, d.h. eine offensichtlich unrichtige Beurteilung (vgl. BGE 140 III 115 Erw. 2; Urteil BGer 8C_693/2021 vom 27.10.2022 i.Sa. L. vs. Kanton Schwyz Erw. 2.1) der Vorinstanz deutet nichts hin. Eine von der Auffassung der Beschwerdeführerin- nen abweichende Beurteilung, auch wenn eine Rechtsmittelinstanz zu einem an- deren Ergebnis kommt, stellt keine Willkür dar. 20 6.1Dem Verfahrensausgang entsprechend werden die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) der Vorinstanz auferlegt (Art. 61 lit. fbis ATSG). 6.2Ebenfalls dem Verfahrensgang entsprechend haben die beanwalteten Be- schwerdeführerinnen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Parteien- tschädigung wird vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streit- wert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro- zesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG; Art. 61 Einleitungssatz ATSG i.V.m. § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRP; SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Der kantonale Gebührentarif für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411) vom 27. Januar 1975 sieht in § 14 für das Honorar in Verfahren vor dem Verwaltungsgericht einen Rahmen von Fr. 300.-- bis Fr. 8'400.-- vor. Unter Berücksichtigung der massgebenden, in § 2 Abs. 1 GebTRA aufgeführten Krite- rien, ist den Beschwerdeführerinnen zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien- tschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zuzusprechen.21 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheent- scheid Nr. 1162/22 und 1164/22 vom 29. November 2022 im Sinne der Er- wägungen aufgehoben. 2. Die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von insgesamt Fr. 800.-- werden der Vor- instanz auferlegt. Sie hat diesen Betrag innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids auf das Postkonto IBAN CH10 0900 0000 6002 2238 6 des Verwaltungsgerichts zu überweisen. Die Beschwerdeführerinnen haben am 18. Januar 2023 einen Kostenvor- schuss von Fr. 500.-- bezahlt, der ihnen aus der Gerichtskasse zurückzu- erstatten ist. 3. Die Vorinstanz hat den beanwalteten Beschwerdeführerinnen eine Partei- entschädigung von insgesamt Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zu bezahlen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: -die Rechtsvertreterinnen der Beschwerdeführerinnen (2/R) -die Vorinstanz (R) -und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A). Schwyz, 27. Juni 2023 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:22 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 24. Juli 2023