<h2>SubmittedText<h2><p>Die neue Zugsicherung European Train Control System scheint vorerst gescheitert zu sein.</p><p>- Hält das Bundesamt für Verkehr (BAV) an der Einführung dieses Systems u. a. auf der im Dezember 2004 in Betrieb gehenden Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist fest?</p><p>- Wie viel (inklusive Eigenleistungen) hat das BAV bisher in dieses System investiert?</p><p>- Wie viel (inklusive Eigenleistungen) haben die SBB bisher in dieses System investiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das European Train Control System (ETCS) ist ein europaweit standardisiertes Zugsicherungssystem. Es wird in verschiedenen Entwicklungsstufen (Level 1-3) umgesetzt. Level 1 ist bereits operationell, Level 2 befindet sich in der Entwicklungsphase und soll in der Schweiz ab 2004 auf der zentralen Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist (NBS) von "Bahn 2000" sowie später in den beiden Neat-Basistunneln zum Einsatz kommen.</p><p>Das ETCS wurde vor allem aus Gründen der Interoperabilität entwickelt, d. h., ein damit ausgerüstetes (Mehrstrom-)Triebfahrzeug soll künftig in allen europäischen Ländern einsatzfähig sein. Damit entfällt der Lokomotivwechsel aufgrund unterschiedlicher Sicherheitssysteme oder deren Mehrfachausrüstung. Davon wird eine Erleichterung des freien Schienenzuganges sowie eine Rationalisierung namentlich im Güterverkehr erwartet.</p><p>Der Bundesrat betrachtet somit das ETCS nicht als gescheitertes System. Zwar sind auf der Pilotstrecke Zofingen-Sempach Probleme mit der Verfügbarkeit der eingesetzten Bauart aufgetreten; die konzeptionellen Erwartungen wurden hingegen erfüllt. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sind für die NBS von grösster Bedeutung.</p><p>In der Schweiz steht zunächst aber die Kapazitätserweiterung der NBS und der Neat dank ETCS (verbunden mit der Führerstandssignalisierung) im Vordergrund. Auf der NBS wird mit einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern und einer Zugfolge von 2 Minuten gefahren, um den für die Einführung der ersten Etappe von "Bahn 2000" vorgesehenen Fahrplan einhalten zu können. Mit konventioneller Signalisierung sind entweder 200 Stundenkilometer - aber mit verringerter Streckenkapazität - oder dann kurze Zugsfolgen - aber mit verringertem Tempo - möglich. Aus diesen Gründen hält das Bundesamt für Verkehr (BAV) für die NBS an einer Führerstandsignalisierung mittels ETCS Level 2 fest.</p><p>Im Januar 2000 hatte das BAV den Bahnen Vorgaben zur Einführung von ETCS gemacht. Für vorbereitende Massnahmen wurden bisher Mittel im Umfang von rund 62 Millionen Franken bewilligt und zu einem grösseren Teil beansprucht. Davon tragen die Kantone etwa 23 Millionen Franken. Die Investitionen betreffen die Nachrüstung von Fahrzeugen der SBB und verschiedener Privatbahnen (50 Millionen) sowie streckenseitige Ausbauten (12 Millionen).</p><p>Die SBB AG hat nach eigenen Angaben für die Ausrüstung der Pilotstrecke Zofingen-Sempach mit ETCS Level 2 rund 30 Millionen Franken und für die NBS rund 28,9 Millionen Franken investiert.</p>  Antwort des Bundesrates.