Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. November 2018 (810 18 89) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung / Nichterreichen der dreijährigen Dauer der eheli- chen Gemeinschaft Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Hans Furer, Markus Clau- sen, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Alex Hediger , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung (RRB Nr . 365 vom 13. März 2018) A. Die mazedonische Staatsangehörige A.____, gebore n am XX.XX.1994, reiste am 4. August 2013 in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung zu Ausbildungszwe- cken, da sie im September 2013 mit der Ausbildung z ur Betriebsökonomin an der Fachhoch- schule B.____ (B.____) begann. Auf den 13. Februar 2015 wurde die Beschwerdeführerin von der B.____ exmatrikuliert und zog am 1. April 2015 zu C.____, ihrem zukünftigen Schweizer Ehemann, geboren am XX.XX.1988, an die X.____strass e nach D.____. Am 20. Mai 2015 er- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht hielt A.____ eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorb ereitung der Heirat. Am 24. Juli 2015 hei- rateten A.____ und C.____. Die Ehefrau erhielt alsda nn eine Aufenthaltsbewilligung zum Ver- bleib bei ihrem Ehemann, welche letztmals bis zum 23. Juli 2018 ausgestellt wurde. B. Das Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft ( AfM) wurde im Dezember 2016 mittels Mutationsmeldung darüber informiert, dass sich A .____ am 1. Dezember 2016 von ih- rem Ehemann getrennt und die gemeinsame Wohnung verl assen habe und an die Y.____- strasse in D.____ gezogen sei. Gemäss Urteil des Zivilkrei sgerichts Basel-Landschaft Ost (Zi- vilkreisgericht) vom 9. März 2017 wurde den Ehegatten das Getrenntleben bewilligt und festge- stellt, dass sie dieses bereits per 20. Oktober 2016 aufgenommen hatten. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs für den in Betracht gezogenen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und die in Betracht gezogene W egweisung aus der Schweiz äusserte sich A.____ am 6. September 2017 zu ihrer Ehe und tei lte unter anderem mit, dass sie zur Zeit eine Ausbildung zur Kauffrau EFZ (eidgenössischer Fähigk eitsausweis) E-Profil (erweiterte Grundbildung) bei der E.____ AG absolviere und hierf ür die Kaufmännische Handelsschule in F.____ besuche. Der Ehemann nahm mit Schreiben vom 17. September 2017 Stellung. C. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2017 widerrief das Af M die Aufenthaltsbewilligung von A.____ und wies sie bis spätestens am 20. November 2017 aus der Schweiz weg. Das AfM begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, dass der Grund für die Erteilung der Auf- enthaltsbewilligung infolge der gerichtlichen Trennu ng ihrer Ehe seit dem 20. Oktober 2016 nicht mehr gegeben sei. Weil die Voraussetzungen gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a und b des Bun- desgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG ) vom 16. Dezember 2005 zur Ertei- lung einer Aufenthaltsbewilligung nicht gegeben seien , sei diese zu widerrufen. Ebenso wenig bestehe ein Anspruch gestützt auf Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. Zudem e rweise sich die Wegweisung als ver- hältnismässig. Ein persönlicher Härtefall liege nicht vor. D. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nachfolgend immer durch Advokat Alex Hediger vertreten, beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaf t (Regierungsrat) Beschwerde und beantragte, es seien die angefochtene Verfügung aufzu heben und die der Beschwerdeführerin erteilte Aufenthaltsbewilligung nicht zu widerrufen bzw. zu verlängern, alles unter o/e-Kosten- folge und im Falle des Unterliegens mit Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Im We- sentlichen machte die Beschwerdeführerin geltend, die Ehe sei nicht gescheitert. Werde den- noch von einer gescheiterten Ehe ausgegangen, liege ein nachehelicher Härtefall vor. Des Wei- teren erklärte die Beschwerdeführerin, sich bereits vor der Ehe zu Ausbildungszwecken in der Schweiz aufgehalten und in Mazedonien ihre Zelte abgeb rochen zu haben. Mitte 2019 werde sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Sie sei ein V orzeigebeispiel einer gelungenen In- tegration. Es sei somit unverhältnismässig, sie wegzuweisen. E. Mit Beschluss Nr. 365 vom 13. März 2018 wies der Regie rungsrat die Beschwerde ab. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde nicht entsprochen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- wurden der Beschwerdeführeri n auferlegt. Der Regierungsrat führte in Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht seinem Entscheid aus, die Ehe habe objektiv betrachtet a ls gescheitert zu gelten, die Voraus- setzungen für das Abweichen vom Erfordernis des Zusammenle bens seien nicht gegeben und die Ehe habe weniger als drei Jahre bestanden. Zudem l iege kein nachehelicher Härtefall vor. Es ergebe sich weder aus lit. a noch aus lit. b des Abs. 1 des Art. 50 AuG noch aus Art. 8 EMRK ein Anspruch. Die Wegweisung sei verhältnismässig. Es liege auch kein Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG vor. Überdies bestehe keine Veranlassung, der Beschwerde- führerin im Rahmen des regierungsrätlichen Ermessens die Aufenthaltsbewilligung zu belassen. Der Regierungsrat kam zum Schluss, unter Würdigung der ge samten Umstände dränge sich der Verbleib der Beschwerdeführerin in der Schweiz nicht auf. F. Mit Eingabe vom 26. März 2018 erhob die Beschwerdefü hrerin gegen diesen Ent- scheid beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde und beantragte, es seien die Verfügung des A fM vom 19. Oktober 2017 bzw. der Entscheid des Regierungsrates vom 13. März 2018 vollumfä nglich aufzuheben und die der Be- schwerdeführerin erteilte Aufenthaltsbewilligung nicht zu widerrufen bzw. angemessen zu ver- längern. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. Es sei der Be- schwerdeführerin sowohl für die o/e-Kosten des Verfahren s vor Kantonsgericht als auch für die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor Regierungsrat der Ko stenerlass mit dem sie vertreten- den Anwalt als unentgeltlichem Rechtsbeistand zu bewillig en; alles unter o/e-Kostenfolge. In- nert erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 26. April 2018 die Unter- lagen für das Kostenerlassgesuch und mit Eingabe vom 23. Mai 2018 die ergänzende Be- schwerdebegründung ein. In seiner Vernehmlassung vom 28. Mai 2018 beantragte der Regierungsrat die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. G. Mit Verfügung vom 19. Juni 2018 überwies das Gerichts präsidium den Fall der Kam- mer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Es wies den Beweisantrag der Be- schwerdeführerin auf Parteibefragung ab und verfügte, dass über das Gesuch um unentgeltli- che Prozessführung und Verbeiständung zusammen mit der Hauptsache entschieden werde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Demnach ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Besch werde örtlich und sachlich zustän- dig. Die Beschwerdeführerin ist vom angefochtenen Entsche id berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren for mellen Voraussetzungen nach §§ 43 ff. VPO sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nac h § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contratrio). 3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtver längerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin und deren Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 f. AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständig e kantonale Behörde entscheidet nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahmen der gesetzliche n Vorschriften und Verträge mit dem Aus- land – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstä- tigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung eine r Aufenthaltsbewilligung hat die ausländi- sche Person somit grundsätzlich nicht, es sei denn, das AuG oder völkerrechtliche Verpflich- tungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/ Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2. Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz un d Mazedonien keine staats- vertragliche Vereinbarung besteht, welche der Beschwerde führerin einen Anspruch auf Aufent- halt in der Schweiz einräumen würde. 4.3. Die Beschwerdeführerin reiste am 4. August 2013 zu Ausbildungszwecken in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung zu Ausbildungszwecken nach Art. 27 AuG. Gemäss Art. 27 Abs. 3 AuG richtet sich der weitere Aufen thalt in der Schweiz nach Abschluss oder Abbruch der Aus- oder Weiterbildung nach den all gemeinen Zulassungsvoraussetzungen des AuG. Am 13. Februar 2015 wurde die Beschwerdefüh rerin von der B.____ exmatrikuliert, da die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben (siehe S chreiben vom 23. April 2015 an das AfM) im Januar 2015 die Prüfung zur Assessment Stufe nich t bestanden habe. Somit erlosch der Grund für ihre Aufenthaltsbewilligung zwecks Ausbil dung und die Beschwerdeführerin hätte – wie ihr im Schreiben des AfM vom 8. Mai 2015 mitgete ilt wurde – die Schweiz verlassen müs- sen. In diesem Zusammenhang kann überdies festgehalten w erden, dass die Beschwerdefüh- rerin am 22. April 2013 eine Erklärung unterzeichnet hatte, wonach sie sich verpflichtete, nach Abschluss oder Abbruch ihres Studiums die Schweiz zu verlass en. Es kann also – entgegen ihrer in den Rechtsschriften vertretenen Auffassung – n icht die Rede davon sein, dass sie im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz zwecks Ausbildungszweck en berechtigterweise der Mei- nung gewesen sei, sie könne in ihrem Heimatland die Zelte abbrechen und hier eine neue Exis- tenz aufbauen. 5.1. Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person a uf Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG dann vor, wenn diese mit einem Schweizer bzw. einer Schwei- zerin verheiratet ist und mit dieser Person zusammenwohn t. Nach Art. 49 AuG besteht das Er- fordernis des Zusammenwohnens nach den Artikeln 42 - 4 4 AuG nicht, wenn für getrennte Wohnorte wichtige Gründe geltend gemacht werden und d ie Familiengemeinschaft weiter be- steht. Als wichtige Gründe gelten gemäss Art. 76 der Ver ordnung über Zulassung, Aufenthalt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 beru fliche Verpflichtungen oder eine vo- rübergehende Trennung wegen erheblicher familiärer P robleme. Regelmässige eheliche Kon- takte, namentlich auch der Besuch einer Ehetherapie während einem krisenbedingten Getrennt- leben, sprechen für den Weiterbestand der ehelichen G emeinschaft und sind daher als Recht- fertigungsgründe des Getrenntlebens für eine Übergangsz eit von sechs bis zwölf Monaten gel- ten zu lassen. Vorbehältlich durch Therapiebesuche oder anderswie belegter Versöhnungsbe- mühungen, etwa gemeinsamer Ferien, wird als Faustregel das Getrenntleben von über drei Monaten nicht mehr unter Art. 49 AuG subsumiert bzw. a ls Auflösung der Ehegemeinschaft interpretiert (vgl. M ARC SPESCHA in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrat ions- recht, 4. Aufl., Zürich 2015, Art. 49 AuG N 1 ff.). 5.2 Gilt die Ehegemeinschaft als aufgelöst, so besteht der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligun g nach Art. 50 Abs. 1 AuG i.V.m. Art. 42 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Ja hre bestanden hat und eine erfolg- reiche Integration vorliegt (lit. a) oder wenn wichti ge persönliche Gründe einen weiteren Aufent- halt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Art. 50 AuG kommt erst zur Anwendung, wenn mindestens faktisch von einer definitiven Auflösung der Familiengemeinschaft auszugehen ist. Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung d er Dauer der ehelichen Gemein- schaft ist in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinsch aft; demgegenüber ist nicht rele- vant, wie lange die Ehe nach Beendigung des Zusammenleb ens formell noch bestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine (relevante) Ehegemeinschaft vor, solange die eheliche Beziehung tatsächlich gelebt wird und ein gegensei- tiger Ehewille besteht. Mit Blick auf Art. 49 AuG ist jeweils aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall zu bestimmen, ab welchem Zeitpunkt die eheliche Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (BGE 137 II 345 E. 3.1.2; Urteil des Bu ndesgerichts 2C_501/2012 vom 21. De- zember 2012 E. 6.4.2). Für die Annahme einer Auflösu ng der Ehegemeinschaft ist somit weder eine eheschutzrichterliche oder gerichtliche Trennung noc h eine Scheidung der Ehegatten er- forderlich (SPESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 1). 5.3. Die Beschwerdeführerin heiratete am 24. Juli 2015 den Schweizer C.____ und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem E hemann. Das AfM wurde im Dezember 2016 informiert, die Beschwerdeführerin habe sich am 1 . Dezember 2016 von ihrem Ehemann getrennt, die gemeinsame Wohnung verlassen und eine Wo hnung an der Y.____strasse in D.____ bezogen. Mit Entscheid vom 9. März 2017 bewilligte das Zivilkreisgericht den Ehegatten rückwirkend das Getrenntleben per 20. Oktober 2016. Gege n die Höhe der durch das Zivil- kreisgericht festgelegten Unterhaltsbeiträge erhoben be ide Ehegatten Berufung. Am 11. Juli 2017 fand eine Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht , Abteilung Zivilrecht, statt, an wel- cher sich die Parteien vergleichsweise über die noch stritt igen Unterhaltsbeiträge einigten. In der Stellungnahme an das AfM vom 20. September 2017 bestätigte die Beschwerdeführerin auf Frage des AfM, dass sie seit 1. Dezember 2016 von ihrem Ehemann getrennt lebe. Die Be- schwerdeführerin machte zwar in ihrer Stellungnahme vom 20. September 2017 an das AfM geltend, ihr sei im Vorfeld zur Trennung klar gewesen, dass ihr Ehemann "nicht mehr wolle". Es sei jedoch durchaus möglich, dass er nach wenigen Monaten wieder auf sie zugehen werde und mit ihr zusammenleben wolle. Sie habe für ihn imm er noch starke Gefühle. Sie erklärte in Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihrer Stellungnahme vom 20. September 2017 weiter, keinen Kontakt zu ihrem Ehemann zu haben und ihn das letzte Mal bei der Trennungsverhan dlung gesehen zu haben. Der Ehemann erklärte in seiner Stellungnahme an das AfM vom 17. September 2017, dass die Ehe von seiner Seite aus definitiv gescheitert sei. Mit Verfügung vom 1 9. Oktober 2017 widerrief das AfM die Aufenthaltsbewilligung. Die Beschwerdeführerin macht i n ihrer Beschwerde an das Kantonsge- richt geltend, dass die Trennung insbesondere aus finanzi ellen Gründen erfolgt sei, weil der Ehemann nicht mehr damit einverstanden gewesen sei, dass die Beschwerdeführerin ihre ur- sprüngliche Anstellung zu Gunsten einer kaufmännischen Aus bildung aufgegeben habe und eine kaufmännische Lehre bei der E.____ AG absolviere. Die Beschwerdeführerin sei nach wie vor der Meinung, dass die Ehe mit ihrem Ehemann nicht definitiv gescheitert sei und sei ohne weiteres bereit, einen Neubeginn zu wagen, wenn dies auch dem Wunsch des Ehemannes ent- spreche. 5.4. Wie die obigen Ausführungen zeigen, wohnen die Beschwerdeführerin und ihr Ehe- mann spätestens seit dem 1. Dezember 2016 nicht mehr zusa mmen. Im Zeitpunkt der Verfü- gung des AfM vom 19. Oktober 2017 lebten die Ehegatten somit seit mindestens über zehn Monaten getrennt. Die Beschwerdeführerin bringt auch nichts vor, was als Indiz auf eine Wie- derannäherung der Ehegatten hindeutet. So wird nicht einmal geltend gemacht, die Ehegatten hätten wieder Kontakt miteinander. Aus dem Argument d er Beschwerdeführerin, sie könne sich die Fortführung der Ehe vorstellen, kann nichts zu ihren Gunsten abgeleitet werden, da ihr Ehemann die Fortführung der Ehegemeinschaft nicht wüns cht und keinerlei Anhaltspunkte für eine Wiederannäherung oder für Versöhnungsbemühunge n dargelegt wurden. Damit lagen im Zeitpunkt des Verfügungserlasses keine Rechtfertigungsgründe für das Nichtzusammenwohnen im Sinne von Art. 49 AuG vor und die Ehegemeinschaft h at spätestens per 1. Dezember 2016 als aufgelöst zu gelten, womit die Ehegemeinschaft maxim al 16 Monate und damit weniger als drei Jahre bestanden hat. Folglich hat die Beschwerdef ührerin gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG keinen Anspruch auf Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. 6.1. Zu prüfen ist als nächstes, ob ein Anspruch auf V erlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG besteht. Dieser ist gegeben, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Nach Art. 50 Abs. 2 AuG können wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 l it. b AuG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewa lt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereinglieder ung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint. Dabei ist etwa an geschiedene Frauen (mit Ki ndern) zu denken, welche in ein patri- archalisches Gesellschaftssystem zurückkehren und dort wegen ih res Status als Geschiedene mit Diskriminierungen oder Ächtungen rechnen müssten. Mö gliche weitere Anwendungsfälle bilden (gescheiterte) unter Zwang eingegangene Ehen oder solche im Zusammenhang mit Menschenhandel. Der Verbleib in der Schweiz kann sich zudem auch dann als erforderlich er- weisen, wenn der Ehegatte, von dem sich die Aufenthalts berechtigung ableitet, verstirbt (vgl. BGE 137 II 1 E. 3 f.). Schliesslich ist nach der Ehe auc h den Interessen gemeinsamer Kinder Rechnung zu tragen, falls eine enge Beziehung zu ihnen besteht und diese in der Schweiz ih- rerseits gut integriert sind (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Auslän- der vom 8. März 2002 [Botschaft AuG], BBl 2002, 3754 Ziff. 1.3.7.6). Ein wichtiger persönlicher Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund kann sich aber auch aus anderen Umständen oder Asp ekten im In- oder Heimatland der betroffenen Person ergeben. Die in Art. 31 Abs. 1 VZ AE erwähnten Gesichtspunkte können bei der entsprechenden Wertung eine Rolle spielen, auch wenn sie einzeln betrachtet grundsätzlich noch keinen Härtefall begründen, so etwa der Grad der Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziel len Umstände, die Dauer der Anwesen- heit oder der Gesundheitszustand des Betroffenen und seiner Familie (BGE 137 II 345 E. 3.2.3; SPESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 7). Bei Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG geht es darum, nacheheliche ausländerrechtliche Härtefälle bei der Bewilligungsverl ängerung nach der Auflösung der eheli- chen Gemeinschaft zu vermeiden. Anders als der Härtefall nach Art. 30 Abs. 1 AuG, der eine Ermessensbetätigung in Härtefällen ermöglicht, ist der n acheheliche Härtefall gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG als Anspruchsbewilligung geregelt. D es Weiteren ist im Unterschied zum all- gemeinen ausländerrechtlichen Härtefall nach Art. 30 A bs. 1 lit. b AuG hier nicht von Bedeu- tung, wie stark der einzelne Kanton das öffentliche Int eresse an einer restriktiven Einwande- rungspolitik gewichtet, sondern allein, wie sich die P flicht des Ausländers, die Schweiz verlas- sen zu müssen, nach der gescheiterten Ehe auf seine persö nliche Situation auswirkt (BGE 137 II 345 E. 3.2.1 ff.). Verlangt wird eine erhebliche Intensität der Konsequenzen für das Privat- und Familienleben, die mit der Lebenssituation nach d em Dahinfallen der abgeleiteten Anwe- senheitsberechtigung verbunden sein muss. Entscheidend ist , ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre. Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert und wur den keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich der Anspruch auf weiteren Ver bleib in der Schweiz nicht begrün- den, wenn die erneute Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme bereitet (137 II 345 E. 3.2.3; S PESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 7; Botschaft AuG, a.a.O., 37 54 Ziff. 1.3.7.6). So hat das Bundesgericht z.B. einen neunjährigen Aufentha lt in der Schweiz im Rahmen zweier Ehen nicht als kurz bewertet, jedoch auch nicht als so la nge, dass eine Rückkehr in die Heimat (Ukraine) deswegen unzumutbar wäre (Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2014 vom 15. Januar 2015 E. 5.4.2). Ebenso stellt die alleinige Tatsache, dass die ausländische Person in ihrem Herkunftsland Lebensbedingungen vorfinden muss, die dort üblich sind, nicht einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG dar (Urteile des Bundesgerichts 2C_1119/2012 vom 4. Juli 2013 E. 5.1; 2C_1258/2012 vom 2. August 2013 E. 5.1). Ebenso genügt allein die lange Aufenthaltsdauer und die In tegration (geregelte Arbeit, keine Straffällig- keit, keine Sozialhilfeabhängigkeit) nicht, um den wei teren Aufenthalt i.S. v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG erforderlich zu machen (Urteil des Bundesgerichts 2C_ 682/2010 vom 17. Januar 2011 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 6.2. Vorliegendenfalls liegt kein Fall von ehelicher Gewalt vor. Zu prüfen ist, ob die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet ist. Die Beschwerdeführerin lebt seit fünf Jahren in der Schweiz. Seit der Eheschliessung sind etwas mehr als drei Jahre vergangen, wo- bei die Beschwerdeführerin lediglich während maximal 1 6 Monaten in Ehegemeinschaft gelebt hat. Die Beschwerdeführerin hat ihre ersten 19 Lebensj ahre in ihrer Heimat verbracht, hat dort die Schulen besucht und ist mit den Gebräuchen und der Sprache ihres Heimatlandes bestens vertraut. Ihre Eltern und ihr Bruder leben dort. Sie hat in den letzten Jahren auch ihr Heimatland Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht besucht. Sie ist jung, gesund und hat gemäss ihrem Leben slauf in Mazedonien einen Mittel- schulabschluss mit Matur mit Bestnoten. Sie hat in der Sc hweiz Deutsch gelernt, was ihr in ih- rem Heimatland von Nutzen sein kann. Es liegen keine Anz eichen für eine Gefährdung der so- zialen Wiedereingliederung in Mazedonien vor. Die Beschwerdeführerin ist hier offensichtlich gut integ riert, spricht Deutsch, absolviert eine Lehre als Kauffrau, hat überdies noch eine weitere St elle, um finanziell über die Runden zu kommen, und ist nicht sozialhilfeabhängig. Wie oben ausge führt, genügen jedoch selbst die lange Aufenthaltsdauer und die Integration (geregel te Arbeit, keine Straffälligkeit, keine Sozial- hilfeabhängigkeit) nicht, um den weiteren Aufenthal t i.S. v. Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG erforderlich zu machen. Vorliegendenfalls ist die Aufenthaltsdauer d er Beschwerdeführerin in der Schweiz mit fünf Jahren auch nicht als lange zu bezeichnen. Sicherlich wird die Rückkehr nach Mazedo- nien für die Beschwerdeführerin nicht einfach sein. Wi e oben ausgeführt stellt aber die alleinige Tatsache, dass die ausländische Person in ihrem Heimatland Lebensbedingungen vorfinden muss, die dort üblich sind, nicht einen wichtigen persönl ichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG dar. 6.3. Aufgrund der Tatsache, dass die Beschwerdeführeri n nicht sehr lange in der Schweiz gelebt hat, hier keine Kinder hat und die Wiederein gliederung in ihrem Land nicht gefährdet ist, kann ein nachehelicher Härtefall nicht bejaht werden , selbst wenn sie hier in den fünf Jahren soziale Bindungen geknüpft hat und hier integriert ist. Somit liegt auch gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG kein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vor. 7. Des Weiteren können ausländische Staatsangehörige in besonderen Fällen einen An- spruch auf Aufenthalt oder Verbleib in einem andern Staat aus dem in Art. 8 Ziff. 1 EMRK sowie dem inhaltlich gleichwertigen Art. 13 Abs. 1 BV geschü tzten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens ableiten, wenn eine staatliche Entfernungsmassnahme zur Trennung von Fami- lienmitgliedern führt (vgl. A NDREAS ZÜND /THOMAS HUGI YAR , Aufenthaltsbeendende Massnah- men im schweizerischen Ausländerrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Fami- lienlebens, Europäische Grundrechte-Zeitschrift [EuGRZ] 2013, S. 10 ff.; BGE 135 I 153 E. 2.1). Diese Familienangehörigen müssen zur Kernfamilie (Ehega tte oder im gleichen Haushalt le- bende, minderjährige Kinder) gehören und es muss eine enge, tatsächliche und intakte Bezie- hung zu ihnen bestehen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGE 130 II 281 E. 3.1; BGE 127 II 60 E. 1d/aa). Gemäss Angaben der Beschwerdeführerin leben ihr Onkel, seine Frau und deren zwei Kinder in F.____. Damit hat die Beschwerdeführerin keine Familienmitglieder im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK in der Schweiz, womit sie auch gest ützt auf diese Bestimmung keinen An- spruch auf Verbleib in der Schweiz hat. Im Übrigen lie gt vorliegend weder ein Fall von kombi- niertem Schutzbereich von Privat- und Familienleben noch ein Fall von Schutzbereich des Pri- vatlebens vor (BGE 130 II 281 E. 3.2.2; BGE 129 II 193 E. 5.4; Urteile des Bundesgerichts 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E. 3.3 ff.; 2C_480/2013 vom 24. Oktober 2013 E. 4.4.1). 8.1. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch der Beschwerdeführerin auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren V erlängerung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensentsche ids, welcher nach den allgemei- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung de r Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/ Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländ erinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung habe n die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönli chen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. 8.2. Im angefochtenen Entscheid vom 13. März 2018 (E. 7) hat der Regierungsrat die rele- vanten Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfal- les beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begrün det. Es ist demzufolge nicht zu bean- standen, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, der Be schwerdeführerin die Aufenthaltsbe- willigung ermessensweise zu verlängern. 9.1. In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastunge n stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des Bundesgerichts 2C_705/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2). 9.2. Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Es ist zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastung en steht, die der Beschwerdeführerin mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessenabwägung vorge- nommen werden. 9.3. Als zulässiges öffentliches Interesse fällt insbesonder e das Durchsetzen einer re- striktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche rechtfertigt sich im Hinblick auf ein aus- gewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Einglie derung der in der Schweiz bereits an- sässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstru ktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 9.4. Die Beschwerdeführerin lebt seit fünf Jahren in der Schweiz, wobei sie im Übrigen erst ab frühestens Frühjahr 2015 davon ausgehen konnte, in der Schweiz bleiben zu können. Somit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kann nicht von einer langen Anwesenheitsdauer in der Schweiz die Rede sein. Ihre Kindheit und Jugend hat sie in Mazedonien verbracht. Sie ist mit den dortigen Bräuchen und der Spra- che vertraut. Ihre Eltern und ihr Bruder leben in Ma zedonien. Es ist davon auszugehen, dass sie auch Freunde und Bekannte aus der Schulzeit dort ha t. Sie ist in den letzten fünf Jahren besuchshalber in ihre Heimat zurückgekehrt und hat Kon takt zu ihrem Heimatland. Demzufolge ist eine Wiedereingliederung in ihr Heimatland mögli ch. Die Beschwerdeführerin absolviert eine kaufmännische Lehre und wird damit auch nach Beendigun g derselben keine gesuchte Fach- kraft auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt sein. Die Beschwerd eführerin hat keine Familien- angehörige im Sinne von Art. 8 EMRK in der Schweiz. Die Beschwerdeführerin spricht Deutsch, hat sich wohlverhalten, absolviert eine Lehre, arbeite t auch ausserhalb des Lehrbetriebes und bezieht keine Sozialhilfe. Damit kann sie als gut integr iert betrachtet werden. In Anbetracht, dass sich die Beschwerdeführerin nicht lange in der Sch weiz aufgehalten hat, sie gute Reinte- grationsmöglichkeiten in ihrem Heimatland hat, in ihr em Heimatland ihre Familie lebt und sie keine gesuchte Fachkraft ist, überwiegt das öffentliche I nteresse an der Gleichbehandlung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der Ausländerge setzgebung das private Interesse der Beschwerdeführerin trotz guter Integration an eine m weiteren Verbleib in der Schweiz. Die Tatsache, dass sie in ihrem Herkunftsland Lebensbedingungen – wie die in der Beschwerdebe- gründung angeführte Arbeitslosigkeit des Vaters und lediglich befristete Anstellung der Mutter – vorfinden wird, die dort üblich sind, und die Rückkehr für die Beschwerdeführerin allenfalls mit Nachteilen verbunden ist, reicht nicht aus, um die Massnahme als unverhältnismässig zu quali- fizieren. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig im engeren Sinn. 10. Das Vorliegen eines Härtefalles im Sinne von Art. 3 0 Abs. 1 lit. b AuG wird von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht und ist im Üb rigen zu verneinen. Diesbezüglich kann auf den angefochtenen Regierungsratsbeschluss (E. 9) verwiesen werden. 11. Damit erweisen sich die Nichtverlängerung der Aufe nthaltsbewilligung und die Weg- weisung als rechtmässig. 12. Gemäss Art. 64d Abs. 1 AuG ist mit der Wegweisungsve rfügung eine angemessene Ausreisefrist zwischen sieben und dreissig Tagen anzusetzen. Eine längere Ausreisefrist ist anzusetzen, wenn besondere Umstände wie die familiäre Situation, gesundheitliche Probleme oder eine lange Aufenthaltsdauer dies erfordern. Die Beschwerdeführerin musste die Ausbil- dung an der B.____ abbrechen, weil sie eine Prüfung nicht bestanden hatte. Gemäss Schreiben der E.____ AG vom 31. Oktober 2017 arbeitet die Besch werdeführerin seit 1. August 2016 bei Erstgenannter. Die Beschwerdeführerin befindet sich in d er Ausbildung zur Kauffrau EFZ E-Profil und wird diese voraussichtlich am 31. Juli 201 9 abschliessen. Die Beschwerdeführerin hat sich wohlverhalten, ihr Leben in die Hand genomme n und sie wird in ihrem Lehrbetrieb ge- schätzt. Da die Beschwerdeführerin im Sommer 2019 und d amit in wenigen Monaten voraus- sichtlich ihre Ausbildung beenden wird und ihr der Lehr abschluss berufliche Vorteile bringen wird, ist die Ausreisefrist bis zum 15. August 2019 anzusetzen, so dass die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung beenden kann. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 13. Die Beschwerdeführerin bemängelt weiter, dass der Regierungsrat ihr nicht die unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung für das Ve rfahren vor Regierungsrat bewilligt ha- be. Sie macht geltend, dass das Einkommen, welches der Reg ierungsrat als Basis für die Prü- fung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege herangezogen habe, nur dadurch zustande gekommen sei, indem die Beschwerdeführerin mehr gear beitet habe als gesetzlich erlaubt. So habe sie ihr damaliges monatliches Einkommen von rund Fr . 2'750.-- in dieser Höhe nur erwirt- schaften können, weil sie nebst ihrer 100%igen Erwerbstä tigkeit als Lehrling auch noch zwei Nebenjobs ausgeübt habe, welche aber insgesamt zu eine r Arbeitszeit geführt hätten, welche das gemäss Arbeitsgesetz zulässige Höchstmass von 50 Woche nstunden überschritten habe. Dies sei auch der Grund, weshalb sie den Nebenjob bei d er G.____ AG F.____ per Ende März 2018 gekündigt habe und gegenwärtig nur noch einen Ne benjob bei einer Filiale von H.____ ausübe. Tatsache ist, dass die Beschwerdeführerin die monatliche n Einnahmen in der Höhe von Fr. 2'750.-- erzielt hat, weswegen nicht zu beanstanden ist, dass der Regierungsrat diese für die Prüfung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege he rangezogen hat. Damit ist die Be- schwerde auch in diesem Punkt abzuweisen. 14.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpfl ichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessene m Ausmass auferlegt. Die Verfahrens- kosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- sind demzu folge der unterliegenden Beschwer- deführerin aufzuerlegen. Die Parteientschädigung ist gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. 14.2. Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschw erde die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung. Gemäss § 22 VPO wird eine Par tei auf ihr Begehren von der Bezah- lung der Verfahrenskosten und der Kosten von Beweismassna hmen befreit, sofern ihr die nöti- gen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos erscheint. Für die Darle- gung der Mittellosigkeit gilt die Schweizerische Zivilpro zessordnung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 (Abs. 1). Unter den gleichen Voraussetzungen wird einer Partei der kostenlose Beizug eines Anwaltes bzw. einer Anwältin gewährt, sofern die s zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (Abs. 2). 14.3. Das Begehren der Beschwerdeführerin erscheint nich t offensichtlich als aussichtslos, und zur Wahrung der Rechte erscheint der Beizug eines An waltes bzw. einer Anwältin notwen- dig. Zu prüfen ist, ob die Voraussetzung der Mittellosi gkeit gegeben ist. Gemäss Lohnabrech- nung vom März 2018 beträgt der Lehrlingslohn monatlich Fr. 857.60. Der in den Monaten Janu- ar bis März 2018 bei einer Filiale von H.____ erzielte Lohn betrug durchschnittlich Fr. 653.70 (Fr. 382.45, Fr. 866.15, Fr. 712.50). Gemäss Kündigun gsbestätigung der G.____ AG vom 13. März 2018 wurde die Kündigung der Beschwerdeführe rin per 30. April 2018 bestätigt. Ge- mäss Entscheid vom 11. Juli 2017 des Kantonsgerichts Basel- Landschaft, Abteilung Zivilrecht, und Vereinbarung vom 11. Juli 2017 erhielt die Beschwe rdeführerin von ihrem Ehemann für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 31. Juli 2018 einen mon atlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 600.-- und für die Zeit vom 1. August 2018 bis 30. November 2018 Fr. 300.--. Ab 1. Dezember 2018 ist Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht kein Unterhalt mehr geschuldet. Die monatlichen Einna hmen der Beschwerdeführerin beliefen sich somit in den Monaten Mai 2018 bis Juli 2018 auf F r. 2'111.30 (Fr. 857.60 + Fr. 653.70 + Fr. 600.--) und in den Monaten August 2018 bis Novembe r 2018 auf Fr. 1'811.30 (Fr. 857.60 + Fr. 653.70 + Fr. 300.--). Ab 1. Dezember 2018 betra gen die monatlichen Einnahmen Fr. 1'511.30 (Fr. 857.60 + Fr. 653.70). Auf der Ausgabeseite sind zumindest monatlich der Grun dbetrag von Fr. 1'200.--, die Erweite- rung des Grundbetrags in der Höhe von Fr. 180.--, die Mietkosten von Fr. 591.--, die Kranken- kassenprämien inkl. Selbstbehalte (gemäss Prämien- und Kost enübersicht für das Steuerjahr 2017) nach Berücksichtigung der Prämienverbilligung in der Höhe von Fr. 286.-- und die Kosten für das U-Abo von Fr. 53.-- zu berücksichtigen. Damit betr agen die monatlichen Ausgaben Fr. 2'310.--, womit für das Verfahren vor Kantonsgeri cht die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu bewilligen ist. 14.4. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozess führung sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- somit der Gerichtskasse zu überbinden. 14.5. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht i n seiner Honorarnote vom 21. Juni 2018 einen Aufwand von 10 Stunden und Auslagen in de r Höhe von Fr. 145.70 geltend, was nicht zu beanstanden ist. Bei unentgeltlicher Verbeistän dung beträgt der Stundenansatz ge- mäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen u nd Anwälte des Kantons Basel- Landschaft vom 17. November 2003 Fr. 200.--, womit e in Betrag von Fr. 2'310.90 (10 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 145 .70 und 7.7 % Mehrwertsteuer) resul- tiert. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbe iständung ist dem Rechtsvertreter der Be- schwerdeführerin somit ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'310.90 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 14.6. Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf h ingewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführerin hat die Schweiz spätestens bi s zum 15. Au- gust 2019 zu verlassen. 3. Der Beschwerdeführerin wird für das vorliegende V erfahren die unent- geltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2‘310.90 (inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin