Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Juli 2014 (729 13 310 / 160) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1976 geborene, als Ergotherapeutin tätige A. ____ meldete sich am 31. Mai 2010 unter Hinweis auf “Rückenbeschwerden im Hals- und L endenbereich“ bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. N achdem sie die gesundheitlichen Verhält- nisse der Versicherten abgeklärt hatte, lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft - nach durchge- führtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 25 . September 2013 einen Anspruch von A.___ auf eine IV-Rente ab. Zur Begründung hielt si e im Wesentlichen fest, laut den erfolgten Abklärungen liege bei der Versicherten seit 22. Jun i 2010 kein IV-relevanter Gesundheitsscha- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht den vor, sodass ihr die Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Ergotherapeutin sowie jeder Ver- weistätigkeit weiterhin vollumfänglich zumutbar sei. B. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Daniel A ltermatt namens und im Auftrag von A.____ am 25. Oktober 2013 Beschwerde beim Kantons gericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben. Zudem seien der Beschwerdeführerin die unentgel tliche Rechtspflege und die unentgeltli- che Verbeiständung mit ihm als unentgeltlichem Rechtsvert reter zu bewilligen; alles unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er sodann, es sei ihm eine Nachfrist zur Einreichung einer ergänzenden Beschwerdebegründung zu gewähren. Aufgrund der geschilderten besonderen Umstände (kurzfri stige Mandatierung, fehlende Akten- einsicht im Zeitpunkt des Ablaufs der Rechtsmittelfrist) räumte das Kantonsgericht dem Rechts- vertreter der Versicherten ausnahmsweise eine Nachfrist für die Einreichung einer ergänzenden Beschwerdebegründung ein. Zudem bewilligte es der Ver sicherten mit Verfügung vom 5. No- vember 2013 gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfah- ren die unentgeltliche Prozessführung und die unentge ltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsvertreter. Innert der ihm eingeräumten Nachfrist reichte der Re chtsvertreter der Versicherten am 20. No- vember 2013 die in Aussicht gestellte ergänzende Beschwerdebegründung ein. C. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Januar 2014 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Da die IV-Stelle zusammen mit ihrer Vernehmlassun g einen nachträglich eingeholten Bericht von Dr. med. B.____, Facharzt für Orthopädie sow ie für Physikalische und Rehabilitati- ve Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider B asel, vom 9. Januar 2014 eingereicht hatte, ordnete das Kantonsgericht die Durchführung eine s zweiten Schriftenwechsels an. In ihrer Replik vom 4. April 2014 hielt die Beschwerdefü hrerin an ihren bisherigen Anträgen und Ausführungen fest. Die IV-Stelle wiederum ersuchte in ihrer Duplik vom 7. Mai 2014 weiterhin um Abweisung der Beschwerde, wobei sie ihrer Eingabe e ine weitere Beurteilung des RAD- Arztes Dr. B.____ vom 11. April 2014 beilegte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 25. Oktober 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. In der angefochtenen Verfügung vom 25. September 2 013 hat die IV-Stelle einen Ren- tenanspruch der Versicherten mit der Begründung abge lehnt, laut ihren medizinischen Abklä- rungen liege bei der Versicherten seit 22. Juni 2010 kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vor, sodass ihr die Ausübung der bisherigen selbständigen Tätigkeit als Ergotherapeutin sowie jeder Verweistätigkeit weiterhin vollumfänglich zumutba r sei. In der gegen diese Verfügung er- hobenen Beschwerde macht die Versicherte im Wesentlichen geltend, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der im Auftrag der IV-Stelle erfolgte n rheumatologischen Begutachtung - aber noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung - nachweisl ich verschlechtert. Somit fehle es an einer fachärztlichen Expertise, welche auf dem aktuell en Gesundheitszustand basiere. Bei die- ser Ausgangslage müsse zwingend eine neue rheumatologisch e Begutachtung erfolgen, wel- che über das Ausmass ihrer Arbeitsunfähigkeit Auskunft gebe . Die Beschwerdeführerin bean- tragt denn auch hauptsächlich, die angefochtene Verfügu ng sei aufzuheben und die Angele- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht genheit sei zur Anordnung einer solchen Begutachtung a n die IV-Stelle zurückzuweisen. Streit- gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet somit in e rster Linie die Frage, ob die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt vor Erlass der angefochtenen Verfügung ausreichend abgeklärt hat. 4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren un d der Sozialversicherungs- prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen, aus eigener Ini tiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneinge- schränkt, sondern er wird ergänzt durch die Mitwirkungspf lichten der Parteien sowie durch die im Anspruch auf rechtliches Gehör mitenthaltenen Parte irechte auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerd efall - das Gericht dürfen eine Tat- sache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihr em Bestehen überzeugt sind. Im So- zialversicherungsrecht haben Versicherungsträger und Sozial versicherungsgericht ihren Ent- scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, n ach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sach- verhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Versicherungsträger und Sozialversicherungs- gericht haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigen (B GE 138 V 221 E. 6 mit zahlreichen Hinweisen). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszust andes und zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein rheumatologisch es Gutachten bei Dr. med. C.____, Rheumatologie FMH, Innere Medizin FMH, manuelle Medi zin SAMM, ein, welches am 8. März 2011 erstattet wurde. Darin diagnostizierte der Gutach ter als Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Synd rom beidseits mit/bei Chondrose L3/4 und L4/5, Osteochondrose L5/S1 sowie breitbasiger Bandscheibenprotrusion resp. kleiner medio-lateraler Discushernie L5/S1 links (MRT LWS vom 02 .12.2009). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhob Dr. C.____ ei ne Tendenz zu einem generalisierten, weichteilrheumatischen Schmerzsyndrom (gemäss Akten differentialdiagnostisch: Fibromyalgie, wobei heute die Kriterien alle nicht erfüllt seien) so wie ein chronisches cervicospondylogenes Schmerzsyndrom links mit/bei Osteochondrose C6/7 und gerin ger breitbasiger Bandscheiben- protrusion C6/7 (MRT HWS vom 01.12.2009). In seiner Be urteilung der Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus, in der angestammten Tätigkeit als E rgotherapeutin mit Behandlung von Kin- dern, also von Patienten, die sie körperlich nicht bela sten würden, bestehe aus rein rheumato- logischer Sicht eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit, die s bezogen auf ein Ganztagespensum. Sodann sei die Explorandin auch für jegliche leicht e bis gelegentlich mittelschwere (Verweis-) Tätigkeit voll arbeitsfähig. Eine Arbeit, bei welcher sie nicht über 10 kg, selten bis 15 kg, heben, stossen oder ziehen müsse und bei welcher sie nicht dauernd in Zwangshaltungen wie dauernd vornüber gebeugt oder repetitiv nur bückend arbeiten m üsse, sei ihr zu einem Vollpensum zu- mutbar. 5.2 Im Weiteren holte die IV-Stelle bei Dr. med. D. ____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein fachärztliches Gutachten über die Versicherte e in. In seinem Gutachten vom 16. Februar 2012 erhob Dr. D.____ als Diagnose eine anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung (ICD-10 F45.4). In Bezug auf die Arbeitsfähigke it hielt er allerdings fest, dass psychiatri- scherseits aus versicherungsmedizinischer Sicht in der bisheri gen Tätigkeit keine Einschrän- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kung begründet werden könne. Der Explorandin sollte generell die Verrichtung einer leichten bis mittelschwer körperlich belastenden Tätigkeit zumutbar sein. 5.3 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Erge bnisse, zu denen die Dres. C.____ und D.____ in ihren Gutachten vom 8. März 2011 und 16. Februar 2012 gelangt sind. Sie ging dem- zufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin zwar schwere u nd häufige mittelschwere Tä- tigkeiten nicht mehr verrichten könne, dass sie jedoch in d er angestammten Tätigkeit als Ergo- therapeutin - mit Kindern als Patienten - sowie in je der körperlich leichten bis gelegentlich mit- telschweren leidensadaptierten Tätigkeit vollschichtig ar beitsfähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und - ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unt ersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die beiden Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 8. März 2011 und 16. Februar 2012 weisen weder formale noch inhaltliche Mängel au f, sie sind - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) - für die streitig en Belange umfassend, sie beruhen auf allsei- tigen Untersuchungen, sie berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leuchten in der Darleg ung der medizinischen Zusammenhän- ge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ei n, sie setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und sie sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere nehmen sie auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. 5.4.1 Die Versicherte bestreitet das Ergebnis der vorinst anzlichen Würdigung des medizini- schen Sachverhaltes im Wesentlichen mit dem Einwand, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der rheumatologischen Begutachtung durch Dr. C.____ - a ber noch vor Erlass der angefochte- nen Verfügung - nachweislich verschlechtert habe. Somit fehle es an einer fachärztlichen Ex- pertise, welche auf dem aktuellen Gesundheitszustand basiere. Bei dieser Ausgangslage müs- se zwingend eine neue rheumatologische Begutachtung erf olgen, welche über das Ausmass ihrer Arbeitsunfähigkeit Auskunft gebe. Zur Begründung ihrer Auffassung beruft sich die Be- schwerdeführerin im Wesentlichen auf die Schreiben des Spitals E.____, Radiolo- gie/Nuklearmedizin, vom 25. Februar 2013 und von Dr. m ed. F.____, Facharzt für Neurochirur- gie, vom 14. Mai 2013. Im ersteren Bericht über eine g leichentags durchgeführte MRI- Untersuchung hielten die behandelnden Ärzte des Spital s E.____ fest, dass im Vergleich zur Voruntersuchung vom 2. Dezember 2009 ein progredienter Befund vorliege, nämlich eine breit- basige mediolinkslaterale Bandscheibenprotrusion mit nun kleiner Hernierung auf Höhe LWK 4/5 mit Einengung und Dorsalverlagerung der recessalen Nervenwurzel L5 links und möglicher Irritation dieser Nervenwurzel unter Belastung. Dr. F. ____ wiederum führte in seinem Bericht aus, letztendlich sei durchaus denkbar, dass die Segment degeneration L3 bis S1 die lumbale, von der Patientin beklagte Beschwerdesymptomatik mitverurs ache. Als Behandlungsvorschlag Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht empfahl Dr. F.____ die Evaluation sämtlicher konservativ er und schmerztherapeutischer Mass- nahmen. 5.4.2 Auf Grund dieser Vorbringen der Beschwerdeführe rin ersuchte die IV-Stelle den RAD- Arzt Dr. B.____ um eine Stellungnahme zu diesen beid en von der Versicherten angerufenen Arztberichte. In seinen Beurteilungen vom 9. Januar 2014 und 11. April 2014 führte Dr. B.____ aus, dass die in den Berichten beschriebenen degenerative n Veränderungen im rheumatologi- schen Gutachten von Dr. C.____ berücksichtigt worden seien. Insbesondere habe Dr. C.____ (auch) die breitbasige Bandscheibenprotrusion bzw. die kle ine medio-laterale Discushernie L5/S1 links in seinen Diagnosen festgehalten. Richtig sei , dass sich im MRI vom 26. Februar 2013 nunmehr eine Progredienz des radiologischen Befund s mit einer breitbasigen mediolinks- lateralen Bandscheibenprotrusion mit nun kleiner Herni erung auf Höhe LWK 4/5 mit Einengung und Dorsalverlagerung der recessalen Nervenwurzel L5 li nks und möglicher Irritation dieser Nervenwurzel unter Belastung habe feststellen lassen. Konse quenzen hinsichtlich der Leis- tungsbeurteilung würden sich aus radiologischen MRI-Befu nden aber erst dann ergeben, wenn sich entsprechende zugehörige klinische Befunde zeigen würde n. Eine geeignete Fachdisziplin zur Würdigung einer möglichen Nervenwurzelirritation oder Kompression sei die Neurochirurgie. Mit dem Bericht von Dr. F.____ vom 14. Mai 2013 lieg e denn auch ein klinischer Befundbericht aus diesem Fachbereich vor. Dieser dokumentiere, dass kein e Paresen oder Sensibilitätsstö- rungen vorliegen würden, die Muskelreflexe seitengleich se ien und kein Lasuège festgestellt werden könne. Damit sei seitens der klinischen Befunde eine radikuläre Symptomatik eindeutig ausgeschlossen worden. Die im MRI dargestellte Einengu ng und Dorsalverlagerung der reces- salen Nervenwurzel L5 links mit möglicher Irritation die ser Nervenwurzel unter Belastung habe kein klinisches Korrelat gefunden. Somit bestehe aber kein e Indikation für eine neue rheumato- logische/orthopädische Begutachtung der Versicherten. 5.5 Im Lichte dieser schlüssigen Ausführungen des RAD-Ar ztes Dr. B.____ erweist sich der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach die IV-Ste lle den medizinischen Sachverhalt vor Erlass der angefochtenen Verfügung nicht ausreichend abgeklärt habe, als unbegründet. Die in den Berichten des Spitals E.____ vom 25. Februar 2013 u nd von Dr. F.____ vom 14. Mai 2013 beschriebenen degenerativen Veränderungen sind von Dr. C.____ in seinem rheumatologi- schen Gutachten berücksichtigt worden. Es trifft zwar zu, da ss der im MRI vom 25. Februar 2013 erhobene radiologische Befund auf einer Segmenth öhe (LWK 4/5) eine Progredienz auf- weist, dieser ist jedoch hinsichtlich seiner klinischen Relevanz hinterfragt und abgeklärt worden. Dabei hat sich in der entsprechenden klinischen Untersuch ung durch Dr. F.____ keinerlei radi- kuläre Symptomatik finden lassen. Dr. B.____ gelangt de shalb in seinen Beurteilungen zu Recht zum Ergebnis, dass der radiologisch veränderte Befun d keine klinische Veränderung oder ein entsprechendes Korrelat zeigt. Dies hat aber - auch darin ist Dr. B.____ beizupflichten - zur Folge, dass bezüglich der Beurteilung der Arbeits fähigkeit aus somatischer Sicht weiterhin auf die von Dr. C.____ in seinem Gutachten vorgenomme ne Zumutbarkeitsbeurteilung abge- stellt werden kann. Unter diesen Umständen sind jedoch - entgegen der Auffassung der Be- schwerdeführerin - weitere fachmedizinische Abklärungen nicht angezeigt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Erweist sich der medizinische Sachverhalt nach dem Gesa gten im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses als hinreichend abgeklä rt und kann somit - wie oben ausge- führt (vgl. E. 5.3 hiervor) - bei der Beurteilung de s Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähig- keit der Versicherten vollumfänglich auf die schlüssigen Er gebnisse abgestellt werden, zu de- nen die Dres. C.____ und D.____ in ihren fachärztliche n Gutachten vom 8. März 2011 und 16. Februar 2012 gelangt sind, so ist nicht zu beanstande n, dass die IV-Stelle in der angefoch- tenen Verfügung vom 25. September 2013 einen Rentena nspruch der Versicherten verneint hat. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich demn ach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sin d. Der Beschwerdeführerin ist nun aller- dings mit Verfügung vom 5. November 2013 die unentg eltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da der Beschwerdeführerin in der Verfügung vom 5. November 2013 die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Das Honorar beträgt bei unentgeltlicher Verbeistän- dung für den bis Ende 2013 erbrachten Aufwand Fr. 18 0.-- pro Stunde (§ 3 Abs. 2 der Tariford- nung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. Novembe r 2003 [TO], in der bis 31. Dezember 2013 gültig gewesenen Fassung) und für den ab 1. Janua r 2014 erbrachten Aufwand Fr. 200.-- pro Stunde (§ 3 Abs. 2 TO, in der seit 1. Januar 20 14 geltenden Fassung). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 4. Juni 2014 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von 11 Stunden geltend gemacht, wovon 7 2/3 Stunden im Jahr 2013 und 3 1/3 Stunden im Jahr 2014 erbracht worden sind. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfr agen als angemessen. Nicht zu be- anstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr . 94.--. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘311.90 (7 2/3 Stunden à Fr. 180.-- und 3 1/3 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 94.-- + 8 % Mehr wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 a ufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in d er Höhe von Fr. 2‘311.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht