B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5435/2016, D-7286/2018 U r t e i l v o m 2 6 . J u l i 2 0 1 9 Besetzung Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), Richter Hans Schürch, Richter Gérald Bovier; Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______, geboren am (…), die Ehefrau B._______, geboren am (…), und die Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), Syrien, (…) Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügungen des SEM vom 9. August 2016 und vom 21. November 2018 / N (…). D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a A.a.a Die Beschwerdeführerin B._______ (nachfolgend: Beschwerdefüh- rerin) suchte am 2. November 2015 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ für sich und ihre beiden damals (…) und (…) Kinder um Asyl nach. Dort wurde sie am 24. November 2015 im Rahmen der Befra- gung zur Person (BzP) summarisch zu ihren Personalien sowie zu denje- nigen ihrer Kinder, und zu ihrem Reiseweg befragt. Für den Aufenthalt wäh- rend der Dauer des Asylverfahrens wurden sie dem Kanton F._______ zu- gewiesen. Am 28. Juli 2016 wurde die Beschwerdeführerin, welche das SEM mit Schreiben 13. Juni 2016 sinngemäss um Erteilung einer Einreise- bewilligung zugunsten ihres sich aktuell in G._______ aufhaltenden Ehe- mannes A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ersucht hatte, durch eine Mitarbeiterin des SEM in Bern-Wabern vertieft angehört. A.a.b Anlässlich der Befragungen machte die Beschwerdeführerin im We- sentlichen geltend, sie sei syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie und stamme aus H._______ ([…] I._______). Nach de r Matura habe sie zwei Jahre lang als Lehrerin in Rmelan (ebenfalls Gouvernement I._______) und später als Aushilfe in einem Sekretariat in J._______ ([…] J._______) gearbeitet. Im Jahr (…) habe sie geheiratet und sei mit ihrem Ehemann nach K._______ ([…] L._______) gezogen, wo dieser als (…) in einem Restaurant gearbeitet habe. Als sich wegen des Krieges die Lage in L._______ verschlechtert habe, sei sie mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn ins Heimatdorf ihres Mannes, M._______ ([…] I._______) gezogen. Sie selber habe sich nicht politisch betätigt und nie Probleme mit den syri- schen Behörden oder Drittpersonen gehabt. Ihr Ehemann habe sich früher aber – wie dessen Brüder und auch ihr Bruder N._______, der bei den Peshmerga gewesen sei und drei Jahre in Haft verbracht habe – für die Sache der Kurden in Syrien eingese tzt. Nachdem er sich nach der Rück- kehr in sein Dorf eine syrische Identitätskarte habe ausstellen lassen, sei er von den Behörden gesucht worden. In der Folge hätten sie sich in ihr Heimatdorf, H._______, begeben. Als sich der Islamische Staat (IS) H._______ genähert habe und sie auch oft Bombardierungen gehört hät- ten, hätten sie sich im Juni 2014 entschlossen, Syrien in Richtung Irak zu verlassen. Rund eineinhalb Jahre später sei sie mit ihren beiden Kindern (…) in Begleitung zweier Schwager über die Aa._______ nach G._______ weitergereist, während ihr Mann vorerst im Irak geblieben sei . Von D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 3 G._______ aus seien sie über die (…) und via O._______ nach P ._______ gelangt und schliesslich am 31. Oktober 2015 unter Umgehung der Grenz- kontrollen in die Schweiz eingereist. Ihr Ehemann befinde sich mittlerweile in G._______. A.a.c Im Verlauf des vorinstanzlichen Verfahrens gab die Beschwerdefüh- rerin ihre syrische Identitätskarte, ihr Familienbüchlein sowie die Geburts- urkunden ihrer Kinder zu den Akten. A.b Mit Verfügung vom 9. August 2016 – eröffnet am 10. August 2016 – stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder erfüll- ten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab und ord- nete die Wegweisung an. Gleichzeitig erachtete es den Vollzug der Weg- weisung nach Syrien aufgrund der dortigen Sicherheitslage als nicht zu- mutbar und ordnete die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder in der Schweiz an. A.c Mit Eingabe vom 8. September 2016 erhob die Beschwerdeführerin für sich und ihre Kinder beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie be- antragte die Aufhebung der SEM -Verfügung vom 9. August 2016 und die Gewährung des Asyls, eventualiter die Zuerkennung der Flüchtlingseigen- schaft und die vorläufige Aufnahme als Flüchtlinge. In verfahrensrechtli- cher Hinsicht wurde um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht. Zur Untermauerung der Anträge – auf deren Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird – wurden neben einer am 29. August 2016 vom Sozialamt des Kan- tons Schaffhausen ausgestellten Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung drei online einsehbare Artikel der Nachrichtenmagazine "Focus", "Spiegel" und "Welt" betreffend Übergriffe auf Frauen zu den Akten gegeben. A.d Die Instruktionsrichterin teilte der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. September 2016 mit, sie und ihre Kinder dürften – ungeachtet der von der Vorinstanz verfügten vorläufigen Aufnahme – den Abschluss des Verfahrens gestützt auf Art. 42 AsylG (SR 142.31) in der Schweiz abwar- ten. Sodann wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt dieser Verfügung die in der Beschwerdeeingabe in Aussicht gestellten Beweismittel betreffend ihre Aktivitäten in der Schweiz (soweit möglich im Original und vollständig in eine Amtssprache übersetzt) D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 4 einzureichen, andernfalls gestützt auf die bestehende Aktenlage entschie- den werde. Schliesslich wurde festgehalten, über die Gesuche um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses werde nach Ablauf der Frist zur Einrei- chung der erwähnten Beweismittel befunden. Innert der am 27. September 2016 abgelaufenen Frist reichte die Be- schwerdeführerin keine Beweismittel zu den Akten. A.e Mit Verfügung vom 7. Oktober 2016 verzichtete die Instruktionsrichte- rin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ver- wies den Entscheid über das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung indessen auf einen späteren Zeitpunkt. B. B.a B.a.a Am 7. September 2016 stellte die Schweizer Botschaft in Q._______ dem Beschwerdef ührer ein humanitäres Visum aus. Am 10. September 2016 stellte er im EVZ E._______ ein Asylgesuch. Dort wurde er im Rah- men seiner BzP zu seinen Personalien und zu seinem Reiseweg sowie zu seinen Fluchtgründen befragt. Für den Aufenthalt während der Dauer des Asylverfahrens wurde er dem Aufenthaltskanton seiner Ehefrau und seiner beiden Kinder, F._______, zugewiesen. Überdies fügte das SEM die Akten seines Asylverfahrens dem Dossier N (…) der Beschwerdeführerin und der beiden Kinder bei. Am 18. Mai 2018 wurde der Beschwerdeführer durch eine Mitarbeiterin des SEM in Bern-Wabern ein erstes und am 9. Novem- ber 2018 ein zweites Mal vertieft angehört. B.a.b Der Beschwerdeführer brachte anlässlich der Befragungen vor, er sei kurdischer Ethnie und in M._______ ([…]: R._______; S._______ [{…}: T._______), […] I._______) geboren und aufgewachsen. Als Maktum habe er keine Rechte gehabt und sei in jeder Hinsicht diskriminiert worden; auch habe er schon nach wenigen Jahren die Schule verlassen müssen. Als er etwa zehn Jahre alt gewesen sei, sei er mit seiner Familie nach U._______ an die syrisch-irakische Grenze gezogen, wo die syrische Regierung der Bevölkerung Land zur Bewirtschaftung übergeben habe. Zehn Jahre spä- ter sei die Familie wieder in ihr Heimatdorf zurückgekehrt. Im Jahr 2004 sei sein Bruder V._______ (N […]) festgenommen und ein Jahr lang inhaftiert worden. Nach der Festnahme seines Bruders und weil er sich selber auch für die "kurdische Sache" eingesetzt habe (er habe in D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 5 den Jahren 2003 und 2004 Personen bei der illegalen Ausreise in den Irak geholfen sowie Zeitungen, Briefe, Flaggen und Bilder der irakisch-kurdi- schen [Politiker-]Familie W._______ über die Grenze nach Syrien gebracht und verteilt) hätten sich die Sicherheitsbehörden rund zwanzig mal in sei- nem Elternhaus nach ihm erkundigt. Noc h im Jahr 2004 sei er nach L._______ gezogen, wo er im Bezirk X._______ gewohnt und als (…), hauptsächlich als (…), gearbeitet habe. Sein im Jahr 2000 verstorbener Vater habe ihn schon als Kind an Sitzungen der "Parti" beziehungsweise der (…) mitgenommen. In L._______ habe er ebenfalls an Sitzungen der "Parti" teilgenommen und Zeitschriften, Fotografien sowie Kalender ver- teilt; nach Ausbruch der Unruhen sei er zudem mehrmals an friedlichen Demonstrationen mitgegangen, wobei er einmal von der Polizei mit einem Holzstock auf den Rücken geschlagen worden sei. Nach der Heirat in M._______ sei er mit seiner Frau nach L._______ zu- rückgekehrt. Weil die Lage in L._______ aber immer schlimmer geworden sei und er zudem gehofft habe, sich einbürgern lassen zu können, s ei er im Jahr 2011 nach M._______ zurückgekehrt. Im Juli 2011 hätten er und seine Familienangehörigen schliesslich mit Hilfe eines Anwalts und mittels Geldzahlungen die syrische Staatsangehörigkeit erlangen können. Bis zur Ausreise im Jahr 2014 habe er Lan dwirtschaft betrieben und auch seine politischen Aktivitäten weitergeführt. Er habe an Parteisitzungen sowie an friedlich verlaufenden Demonstrationen teilgenommen und bei der Herstel- lung von Plakaten geholfen; auch habe er Kurierdienste für die "Parti" aus- geführt. Nach den Kundgebungen hätten die Behörden Razzien durchge- führt und versucht, Leute festzunehmen. Alle seine (männlichen) Angehö- rigen, auch sein einziger noch in Syrien wohnhafter Bruder, seien politisch aktiv. Bis zur Ausreise sei er mehrmals von der Polizei und den politischen Sicherheitskräften zu Hause gesucht worden, wobei seine Mutter und seine Ehefrau gestossen worden seien. Wegen dieser Probleme habe er Syrien mit seiner Familie im Jahr 2014 verlassen und sei nach Y ._______ (Z._______) gezogen. Seine Frau und die beiden Kinder hätten nach rund einem Jahr den Z._______ in Richtung Europa verlassen, während er erst im Juni 2016 via die Aa._______ nach G._______ gereist sei, wo er in Q._______ ein Einreisevisum für die Schweiz erhalten habe. Obwohl er mit dem Erhalt der syrischen Staatsbürgerschaft von der Militär- dienstleistung befreit worden sei, sei ihm – wie er nach der Ausreise von D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 6 seinem Bruder erfahren habe – eine militärische Vorladung überbracht wor- den, wobei es den Behörden offenbar darum gegangen sei, ihn auch we- gen seiner politischen Aktivitäten verhaften zu können. Im Falle einer Rück- kehr nach Syrien müsste er sich nicht nur vor dem Regime, sondern auch vor der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) beziehungsweise den Volksvertei- digungseinheiten (YPG) fürchten, da letztere seinen Bruder Bb._______, der im Kader der KDP sei und an einer vierzigtägigen militärischen Ausbil- dung im Nordirak teilgenommen habe, schon zweimal festgenommen und ihm – dem Beschwerdeführer – ebenfalls mit einer "Abrechnung" gedroht hätten. Schliesslich sei er auch in der Schweiz für die "Parti" politisch aktiv. Er habe an Parteisitzungen in Cc._______ und F._______ sowie viermal an De- monstrationen in Cc._______ teilgenommen. B.a.c Der Beschwerdeführer reichte nebst seinem syrischen Reisepass und seiner Identitätskarte eine auf den 29. Mai 2018 datierte Mi tglied- schaftsbestätigung der (…), acht Fotografien, die ihn bei der Teilnahme an Demonstrationen in Cc._______ zeigen sollen, sowie zwei DVDs mit Film- aufnahmen eines deutschen Fernsehsenders betreffend eine Demonstra- tion vom 18. Januar 2018 in Cc._______ ein. B.b Mit Verfügung vom 21. November 2018 – eröffnet am 23. November 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings- eigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an. Gleichzeitig erachtete es den Vollzug der Wegweisung nach Syrien aufgrund der dortigen Sicherheitslage als nicht zumutbar und schob diesen – wie am 9. August 2016 für die Beschwerdeführerin und die beiden Kinder – zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. B.c Am 21. Dezember 2018 reichte der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte die Aufhebung der SEM-Verfügung vom 21. November 2018 und die Gewährung des Asyls , eventualiter die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die vorläufige Aufnahme als Flüchtling. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ersucht. Zur Untermauerung der Anträge – auf deren Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 7 wird – wurden neben einer am 6. Dezember 2018 vom Sozialamt des Kan- tons F._______ ausgestellten Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung ein on- line einsehbarer Artikel der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ), ein auf den 10. Januar 2013 datierter Marschbefehl samt deutscher Übersetzung , zwei Screenshots aus der Sendung " (…) vom 7. Februar 2018, auf denen der Beschwerdeführer anlässlich der Teilnahme an einer Demonstration zu se- hen sei, sowie zwei Auskünfte der Länderanalyse der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) mit den Titeln "Syrien: Rückkehr" und "Syrien: Zwangsrekrutierung, Wehrdienstentzug, Desertion" vom 21. März 2017 be- ziehungsweise vom 23. März 2017 zu den Akten gegeben. C. Die Instruktionsrichterin hob mit Verfügung vom 3. Januar 2019 die am 9. Oktober 2017 (bis zum Entscheid des SEM über das Asylgesuch des Beschwerdeführers) verfügte Sistierung des die Beschwerdeführerin und ihre beiden Kinder betreffenden Beschwerdeverfahrens D -5435/2016 auf und vereinigte die beiden Beschwerdeverfahren D -7286/2018 und D-5435/2017. Gleichzeitig teilte sie dem Beschwerdeführer mit, er dürfe – ungeachtet der vorinstanzlich verfügten vorläufigen Aufnahme – den Abschluss des Ver- fahrens in der Schweiz abwarten. Sodann wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet, der Entscheid über das Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch auf einen späteren Zeit- punkt verwiesen. D. D.a Ebenfalls mit Instruktionsverfügung vom 3. Januar 2019 wurden die Akten an das SEM überwiesen, und die Vorinstanz wurde zur Einreichung von Vernehmlassungen zu den beiden am 8. September 2016 und am 21. Dezember 2018 eingereichten Beschwerden eingeladen. D.b Mit Vernehmlassung vom 10. Januar 2019 beantragte das SEM sinn- gemäss die Abweisung der beiden Beschwerden, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthielten, welche eine Ände- rung seines Standpunktes rechtfertigen könnten. Insbesondere seien auch die von der Beschwerdeführerin neu vorgebrachten, jedoch nicht näher spezifizierten oder mit Beweismitteln untermauerten exilpolitischen Aktivi- täten nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrelevanter Verfolgung zu be- gründen. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 8 D.c Das Bundesverwaltungsgericht liess den Beschwerdeführenden am 16. Januar 2019 ein Doppel der Vernehmlassung zukommen und gab ihnen gleichzeitig Gelegenheit, eine Replik sowie entsprechende Beweis- mittel einzureichen. D.d Der Beschwerdeführer nahm mit Eingabe vom 30. Januar 2019 (Da- tum Poststempel) zu den Ausführungen in der Vernehmlassung vom 16. Januar 2019 Stellung und wies dabei darauf hin, seine exilpolitischen Akti- vitäten seien im Internet und in anderen Medien veröffentlicht worden, wes- halb die Wahrscheinlichkeit, dass die syrischen Behörden davon Kenntnis genommen hätten, sehr gross sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VwVG und Art. 6 AsylG). 1.4 Die Beschwerden sind frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben an den Verfahren vor der Vorinstanz teilge- nommen, sind durch die angefochtene n Verfügungen besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs- weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde n legiti- miert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 9 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 In den beiden Beschwerden (jeweils S. 2) wird gerügt, die Vorinstanz habe die Gesuche nicht genügend umfassend und sorgfältig geprüft und somit ihre Pflicht zur vollständigen und richtigen Prüfung der Asylg ründe verletzt. Formelle Rügen sind grundsätzlich vorab zu beurteilen, da sie al- lenfalls geeignet wären eine Kassation zu bewirken. 3.2 Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet ei- nen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG) . Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor- den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe- sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT- SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 3.3 In den vorliegenden Beschwerden wird indessen nicht näher ausge- führt, inwieweit das SEM den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig abgeklärt haben könnte. Vielmehr werden in allgemeiner Art und Weise die Erwägungen der Vorinstanz betreffen d die Glaubhaftigkeit und Asylrelevanz beanstandet. Der blosse Umstand, dass die Beschwer- deführenden die Beurteilung ihrer Vorbringen durch das SEM nicht teilen, stellt indessen keine formelle Frage dar, sondern ist im Rahmen der mate- riellen Würdigung der Argumente durch das Gericht zu berücksichtigen. Dessen ungeachtet ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht den Akten auch sonst keinerlei Hinweise entnehmen kann, dass die Vor - instanz den Sachverhalt nicht ausreichend erstellt haben könnte. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten soziale n Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 10 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 3 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die we- gen Wehrdienstverweigerung oder Desertion ernsthaften Nachteilen aus- gesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Vorbehalten bleibt die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). Eine Wehrdienstverweigerung oder Desertion vermag im Sinne von Art. 3 Abs. 3 AsylG nicht für sich alleine, sondern nur verbunden mit einer Verfol- gung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG die Flüchtlin gseigenschaft zu be- gründen. Mit anderen Worten muss die betroffene Person aus den in die- sem Gesetzesartikel genannten Gründen (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen An- schauungen) wegen ihrer Wehrd ienstverweigerung oder Desertion eine Behandlung zu gewärtigen haben, die ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG gleichkommt (BVGE 2015/3 E. 5). Bezogen auf die spezifische Situation in Syrien seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im März 2011 erwog das Gericht im besagten Entscheid, die genannten Vor- aussetzungen seien im Falle eines syrischen Refraktärs erfüllt, welcher der kurdischen Ethnie angehöre, einer oppositionell aktiven Familie ent- stamme und bereits in der Vergangenheit die Aufmerks amkeit der syri- schen Sicherheitskräfte auf sich gezogen habe (vgl. a.a.O. E. 6.7.3). 4.3 Beruft sich eine Person darauf, dass durch ihre illegale Ausreise (sog. Republikflucht) oder durch ihr Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat (insbesondere durch exilpolitische Aktivitäten) eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, hat sie begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn der Heimat - oder Her- kunftsstaat mit erheblicher Wahrscheinlichkeit vom fraglichen Umstand er- fahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrecht- lich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. Urteil des BVGer E -5232/2015 vom 3. Februar 2015 E. 5.3). Solche subjektiven Nachfluchtgründe b egründen zwar die Flüchtlingsei- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss von Asyl, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 11 nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Pe rsonen, wel- che subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen kön- nen, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). 4.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Entscheidend ist, ob eine Gesamtwürdigung der Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Rich- tigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwie- gen oder nicht (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 [S. 142 f.]). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 5. 5.1 Das SEM stellte in seiner Verfügung vom 9. August 2016 fest, die Be- schwerdeführerin habe im Wesentlichen geltend gemacht, Syrien im Jahr 2014 aufgrund des dort herrschenden Bürgerkriegs verlassen zu haben. So sei der IS in der Nähe ihres Heimatdorfs einmarschiert, weshalb sie dieses mit ihrer Familie habe verlassen müssen. Persönlich habe sie keine Probleme in Syrien gehabt (vgl. Vorakten SEM A20 zu F65–71 und F85 ff.) Das Verlassen des Heimatlandes aufgrund einer Kriegssituation stelle kei- nen Asylgrund im Sinne von Art. 3 AsylG dar. Bei Zivilpersonen, die an den Kampfhandlungen nicht beteiligt und vom Krieg nur als Nebenfolge des Kampfes betroffen seien, fehle es an der Voraussetzung der Gezieltheit der Verfolgung. Solange also Personen "nur" unter den all gemeinen Auswir- kungen und Folgen eines Krieges (zum Beispiel schlechte Versorgungs- lage, Einschränkungen von Grundrechten durch den Ausnahmezustand, allgemeine Unsicherheit und Gefährdung von Leib und Leben) litten, könne ihnen kein Asyl gewährt werden. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 12 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin, die sich auf den in Syrien herr- schenden Bürgerkrieg beziehen würden, hielten demnach den Anforderun- gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand, wes- halb darauf verzichtet werden könne, auf allfälli ge Unglaubhaftigkeitsele- mente in den Vorbringen einzugehen. 5.2 In der Beschwerde (vgl. S. 2 f.) wird dagegen eingewendet, in Syrien seien – wie durch die eingereichten Berichte belegt werde – schon unzäh- lige Frauen Opfer von Entführungen und Vergewaltigunge n geworden; viele hätten sich danach das Leben genommen und einige seien von An- gehörigen getötet worden, weil ihre Ehre beschmutzt worden sei. Kriegssi- tuationen seien daher für Frauen besonders gefährlich. Ausserdem sei die Beschwerdeführerin der Gefahr e iner Zwangsrekrutie- rung ausgesetzt gewesen. Alle Konfliktparteien seien daran interessiert, möglichst viele Frauen und Männer zu rekrutieren. Wer sich dann der Rek- rutierung widersetze, werde verfolgt, verhaftet und gefoltert. Sie habe sel- ber grosse Angst gehabt, bei einer Strassenkontrolle zwangsrekrutiert zu werden (vgl. Beschwerde S. 3) Überdies nehme sie seit ihrer Einreise in die Schweiz regelmässig an poli- tischen Anlässen und an Benefizveranstaltungen teil. Sie trete immer wie- der in der Öffentlichkeit auf, wobei die Medien darüber berichteten. Sie werde auch weiterhin in der Schweiz die Politik und Praxis des syrischen Regimes anprangern. Es könne deshalb nicht behauptet werden, dass sei- tens des Regimes und der Konfliktparteien kein Interesse mehr an ihrer Person bestehe (vgl. Beschwerde S. 4). 5.3 Die im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage in Syrien stehenden Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermögen die zutreffenden Erwä- gungen der Vorinstanz nicht in Frage zu stellen, zumal die Beschwerdefüh- rerin in der BzP und in der Anhörung auch keine geschlechtsspezifischen Behelligungen geltend gemacht hatte. Was die nunmehr vorgebrachte Furcht der Beschwerdeführerin vor einer Zwangsrekrutierung betrifft, so ist festzuhalten, dass in Syrien nach wie vor die allgemeine Wehrdienstpflicht nur für Männer zwischen dem Alter von 18 Jahren bis 42 Jahren, nicht aber für Frauen gilt. Während eine Zwangs- rekrutierung der Beschwerdeführerin für die syrische Regierungsarmee vor D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 13 diesem Hintergrund als ausgeschlossen zu erachten ist, vermöchte ein all- fälliger, zuvor jedoch nie vorgebrachter Rekrutierungsversuch durch die YPG keine Asylrelevanz zu entfalten. Sodann wurde der Beschwerdeführerin vom Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 19. September 2016 Gelegenheit gege ben, ihre auf Be- schwerdeebene neu geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten mittels entsprechender Unterlagen zu belegen. Obwohl die Beschwerdeführerin schon in der Beschwerdeschrift deren Nachreichung in Aussicht gestellt hatte, wurden bis heute keine derartigen Beweismittel zu den Akten gege- ben, weshalb Zweifel an den behaupteten Aktivitäten anzubringen sind. Soweit sich das SEM in seiner Vernehmlassung vom 10. Januar 2019 und die Beschwerdeführenden in ihrer Stellungnahme (in allgemeiner Form) mit den politischen Tätigkeiten syrischer Staatsangehöriger im Ausland be- ziehungsweise deren möglicher Verfolgungssituation befassen, ist auf die den Beschwerdeführer betreffenden Ausführungen unter E. 6.4.5 nachfol- gend zu verweisen. Was eine allfällige Furcht der Beschwerdeführer vor Reflexverfolgung zu- folge der Aktivitäten des Beschwerdeführers anbelangt, kann ebenfalls auf die nachfolgenden Ausführungen verwiesen werden. 6. 6.1 In Bezug auf den ein knappes Jahr nach seiner Ehefrau und seinen Kindern in die Schweiz eingereisten Beschwerdeführer befand das SEM in seiner Verfügung vom 21. November 2018 , dessen Vorbringen hielten in verschiedener Hinsicht weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand. 6.1.1 Dabei wies es vorab darauf hin, der Beschwerdeführer habe geltend gemacht, nach der Festnahme seines Bruders V._______ im Jahr 2004 selber auch während neun oder zehn Jahren beziehungswiese von 2004 bis 2011 ständig gesucht worden zu sein (vgl. Vorakten SEM B13 zu F50 ff.); einerseits weil er sich für die "Parti" engagiert habe, andererseits weil er aus einer politisch aktiven Familie stamme. Die Tatsache, dass die syri- schen Behörden dem Beschwerdeführer – wie auch seinen Familienange- hörigen – im Jahr 2011 die syrische Staatsangehörigkeit verliehen hätten, spreche jedoch klar gegen die von ihm behauptete Verfolgungssituation. 6.1.2 Des Weiteren habe der Beschwerdeführer im Verlauf des Verfahrens zu wesentlichen Punkten unterschiedliche Angaben gemacht. So habe er D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 14 sich insbesondere sowohl in Bezug auf den Ort der behördlichen Suchen (bei ihm zu Hause beziehungsweise bei einer Tante mütterlicherseits; vgl. B13 zu F64 ff. und B15 zu F53) als auch hinsichtlich seiner eigenen Anwe- senheit anlässlich der Suchen (vgl. B13 zu F67 und F71 sowie B15 zu F59 und F79) und der Anwesenheit seiner Ehefrau (vgl. B13 zu F70 und B15 zu F58) widersprüchlich geäussert, wobei er diese groben Widersprüche auch auf entsprechenden Vorhalt hin nicht habe auflösen können (vgl. B15 zu F113–120). Überdies habe er in der ersten Anhörung vom 18. Mai 2018 angegeben, ab 2011 bis zu zehnmal von Sicherheitskräften gesucht worden zu sein, wobei zweimal die Polizei und die politischen Sicherheitskräfte in einer ge- meinsamen Patrouille mit den Staatssicherheitskräften bei ihm vorgespro- chen hätten (vgl. B13 zu F61 –63). In der ergänzenden Anhörung vom 9. November 2018 nach der Anzahl der Suchen gefragt, sei er trotz wie- derholtem Nachfragen nicht bereit gewesen, diesbezüglich auch nur annä- hernde Angaben zu machen, sondern habe lediglich gesagt, dies bereits in der vorangegangenen Anhörung dargelegt zu haben (vgl. B15 zu F58–62). Angesichts der festgestellten Widersprüche könne dieses Aussageverhal- ten nur dahingehend gedeutet werden, dass der Beschwerdeführer an der ergänzenden Anhörung einerseits nicht auf Erlebtes habe zurückgreifen können und sich andererseits nicht mehr an seine bei der ersten Anhörung gemachten Aussagen habe erinnern können. Sodann seien auch die im Zusammenhang mit der angeblichen militäri- schen Ausbildung seines Bruders Bb._______ und mit dessen Kaderfunk- tion bei der (…) stehenden Aussagen, insbesondere die Angaben zur An- zahl und zur Dauer der Festnahmen, widersprüchlich ausgefallen (vgl. B7 S. 8 und B13 zu F127) . Auch habe der Beschwerdeführer die angeblich ihm gegenüber ausgesprochene telefonische Drohung, man werde im Fall seiner Rückkehr nach Syrien mit ihm abrechnen, anders als die angebli- chen Probleme seines Bruders Bb._______, in der BzP noch mit keinem Wort erwähnt. Daraus sowie aus dem Umstand, dass Bb._______ offenbar noch heute in M._______ wohnhaft und für die (…) aktiv sei, ohne dabei grössere Probleme mit der YPG zu haben (vgl. B13 zu F87 und F132 ff.) , ergebe sich, dass keine ernsthaften Anhaltspunkte bestün den, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat seitens der YPG asylrelevante Nach- teile zu befürchten hätte. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 15 6.1.3 Ferner seien die Vorbringen des Beschwerdeführers in Bezug auf den Erhalt einer militärischen Aufforderung in wesentlichen Punkten zu we- nig konkret, detailliert und differenzi ert dargelegt worden und vermittelten somit den Eindruck, dass er das Geschilderte nicht selber erlebt habe. Auch wenn er anlässlich des Überbringens nicht anwesend gewesen sei, wäre zu erwarten gewesen, dass er etwas über die Art und den Inhalt der Vorladung sowie über den Zeitpunkt ihrer Überbringung hätte berichten können, was jedoch nicht der Fall gewesen sei (vgl. B13 zu F108–118 so- wie B15 zu F82 und F100). Die Glaubhaftigkeit der behaupteten Rekrutierung sei auch deshalb in Frage zu stellen, weil sich die syrische Regierung im Juli 2012 aus den kurdischen Gebieten ( […] I._______ und Dd._______) zurückgezogen habe. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass im Jahr 2014 oder später in S._______ nach wie vor ein Rekrutierungsbüro des syrischen Regimes bestanden hätte. Im Zusammenhang mit der Übernahme der Kontrolle durch die PYD und die YPG in diesem Gebiet habe die syrische Regierung prinzipiell die Einberufung von kurdischstämmigen Personen zum Militär- dienst gestoppt, um Spannungen mit den kurdischen Tru ppen zu vermei- den. Demnach erscheine es unwahrscheinlich, dass die Sicherheitskräfte des syrischen Regimes nach der Ausreise des Beschwerdeführers noch Rekrutierungsmassnahmen für die staatliche Armee im Wirkungsgebiet der kurdischen Truppen durchgeführt hätten. Diese Feststellung gelte im Übri- gen auch für die geltend gemachte (und bereits vorstehend als unglaubhaft erachtete) Suche der Sicherheitskräfte nach dem Beschwerdeführer in M._______. 6.2 Das SEM erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers in einigen Punkten auch als nicht asylrelevant. 6.2.1 So seien die Benachteiligungen und Diskriminierungen der Maktumin in Syrien zwar sehr bedauerlich. Nachdem der Beschwerdeführer aber im Jahr 2011 eingebürgert worden sei, könnten diese Nachteile jedoch weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht als kausal für seine Ausreise aus Syrien im Jahr 2014 gewertet werden. Im Übrigen würden Maktumin ge- mäss geltender Rechtsprechung der Asylbehörden in Syrien keiner Kollek- tivverfolgung unterliegen; sie seien zwar in vielerlei Hinsicht benachteiligt und zahlreichen einschneidenden Restriktionen seitens der Regierung ausgesetzt. Von staatlichen Repressionen, die ein menschenwürdiges Le- ben in Syrien verunmöglichen würden, könne für diese Personen gruppe aber nicht generell gesprochen werden. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 16 Auch der vom Beschwerdeführer vorgebrachte Zwischenfall anlässlich der Teilnahme an einer Demonstration in Ee._______/L._______ im Jahr 2011 (die Polizei habe ihm mit einem Holzstock auf den Rücken geschlagen) könne weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht als kausal für seine Ausreise aus Syrien gewertet werden. 6.2.2 Schliesslich seien auch die geltend gemachten und mit der Einrei- chung verschiedener Unterlagen untermauerten exilpolitischen Aktivitäten (Teilnahme an Sitzungen der "Parti" in Cc._______ und F._______ sowie an Demonstrationen in Cc._______) nicht geeignet, eine Furcht vor flücht- lingsrechtlicher Verfolgung zu begründen. Zwar sei bekannt, dass die syrischen Sicherheitsdienste auch im Ausland aktiv seien und – beispielsweise mittels Infiltration – oppositionelle Kreise aus Syrien überwachten. Angesichts der umfangreichen exilpolitischen Be- tätigungen von syrischen Staatsangehörigen im Ausland sei jedoch davon auszugehen, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrierten, die qualifizierte Aktivitäten ausübten. Massge- bend sei dabei nicht primär das Hervortreten im Sinne einer optischen Er- kennbarkeit und Individualisierung, sondern eine öffentliche Exponierung, die aufgrund der Persönlichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärun- gen den Eindruck erwecke, dass ein Asylsuchender aus Sicht des syri- schen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen werde. Es müssten somit konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die darauf schliessen liessen, dass der syrische Staat ein Interesse daran habe, den Betroffenen als regimefeindliche Person zu identifizieren und zu registrieren. Exilpoliti- sche Aktivitäten würden daher erst dann wahrgenommen und bei der Rück- kehr geahndet, wenn sie als exponiert im dargelegten Sinn einzustufen seien. An dieser Einschätzung vermöge auch die gegenwärtige Situation in Syrien nichts zu ändern; vielmehr sei davon auszugehen, dass das Schwergewicht der Aktivitäten der syrischen Sicherheitskräfte in Syrien selber liege und keine intensive Überwachung der im Ausland lebenden Opposition erlaube. 6.3 In der Beschwerde vom 21. Dezember 2018 (vgl. S. 2 f.) wird vorab gerügt, für die Befragungen des Beschwerdeführers seien insgesamt drei über sehr unterschiedliche Niveaus verfügende D olmetscher aufgeboten worden. Es sei daher nicht auszuschliessen, dass "viele Missverständnisse und einige Übersetzungsfehler" passiert seien; so mache auch der beige- legte, in der Online-Ausgabe der NZZ vom 21. Februar 2017 erschienene D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 17 Artikel auf die Rolle und den Einfluss der Asyl-Dolmetscher beziehungs- weise auf den Umstand, dass diese über die Zukunft der Asylsuchenden entscheiden würden, aufmerksam. Auch sei die BzP k urz gewesen. Asyl- suchende würden aufgefordert, sich in dieser Befragung kurz zu fassen, und sie würden immer wieder auf die Bundesanhörung verwiesen. Dieses Verhalten sorge für Unsicherheiten und Hemmungen ; auch lasse durch diese "Zwangsbremsung" bei den Befragten die Konzentration nach. Im Weiteren wird – nebst allgemeinen Ausführungen zur Präsenz der syri- schen Militärbehörden in den von Kurden kontrollierten Gebieten, zum Vor- gehen der syrischen Behörden gegenüber Militärdienstverweigerern und auch gegenüber der Zivilbevölkerung – am Wahrheitsgehalt der Vorbringen des Beschwerdeführers festgehalten (vgl. Beschwerde S. 3 ff.). Die Gründe für allfällige Ungereimtheiten beziehungsweise Ungenauigkeiten müssten von kompetenten Fachpsychologen beurteilt und dürften "nicht einfach oberflächlich und unsorgfältig abgeleitet" werden. Sodann weist der Beschwerdeführer auf den mit der Beschwerdeschrift eingereichten Marschbefehl hin, welcher eindeutig und zweifellos belege, dass er von den heimatlichen Behörden kontaktiert und einberufen worden sei und nun als Dienstverweigerer gelte (vgl. Beschwerde S. 6 ff.) . Es könne jedenfalls nicht behauptet oder ausgeschlossen werden, dass sei- tens des Regimes kein Interesse an s einer Person mehr bestehe, was auch durch die Ausführungen in den beiden eingereichten Auskünften der SFH-Länderanalyse bestätigt werde. Ferner sei in einem Beitrag des Fernsehen SRF deutlich erkennbar gezeigt worden, dass er auch in der Schweiz an politischen Demonstrationen teil- nehme. Es sei davon auszugehen, dass er bei der Ausübung dieser Aktivi- täten identifiziert worden sei (vgl. Beschwerde S. 11). Schliesslich wird in der Stellungnahme vom 30. Januar 2019 (vgl. S. 1 f.) erneut geltend gemacht, der syrische Geheimdienst sei sehr aktiv und be- obachte jede kleine Aktion. Da aus dem Profil des Beschwerdeführers ein- deutig hervorgehe, dass er als Regimegegner gelte, sei er einer gezielten Bedrohung ausgesetzt. 6.4 Die Einwendungen in der Beschwerdeschrift und in der Stellungnahme vermögen indessen nicht zu überzeugen, und auch die eingereichten Un- terlagen sind nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden Beurteilung des Sachverhalts zu führen. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 18 6.4.1 So ist etwa der Umstand, dass in der BzP und in den beiden Bundes- anhörungen jeweils verschiedene Per sonen mit der Übersetzung betraut waren, für sich allein nicht zu beanstanden. Alle drei Protokolle waren dem Beschwerdeführer in seine Muttersprache Kurmanci rückübersetzt worden, wobei dieser – allenfalls nach der Vornahme von Korrekturen (vgl. B13 S. 25) – die Vollständigkeit und Richtigkeit seiner Angaben unterschriftlich bestätigte. Aus den Protokollen ergeben sich auch sonst keine Hinweise auf Übersetzungsfehler oder Missverständnisse, die nich t durch entspre- chende Rückfragen – allenfalls im Rahmen de r ergänzenden Anhörung (vgl. B15 sowie Anmerkungen der Hilfswerkvertretung [vgl. B13 letzte Seite]) hätten geklärt werden können. Im Übrigen erklärte der Beschwer- deführer schon a m Schluss der Anhörung vom 18. Mai 2018 (vgl. B13 S. 24) ausdrücklich, die Übersetzung sei sehr gut gewesen, er habe alles sagen können und er sei "voll wach, fit" gewesen). Der erwähnte NZZ-Ar- tikel vom 21. Februar 2017 vermag an dieser Feststellung nichts zu ändern. Der Antrag, die festgestellten Ungereimtheiten seien durch einen "kompe- tenten Fachpsychologen" beurteilen zu lassen (vgl. Beschwerde S. 5), ist daher abzuweisen. Im Weiteren erscheint die Rüge der zu kurzen BzP-Befragung haltlos. Aus dem in der BzP erstellten Protokoll ergibt sich nämlich, dass diese Befra- gung untypisch lang ausgefallen ist und dem Beschwerdeführer schon dort – auch mittels entsprechender Nachfragen – Gelegenheit geboten wurde, detaillierte Angaben zu seinen Gründen für das Verlassen seiner Heimat und die Asylgesuchstellung in der Schweiz zu machen. 6.4.2 Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Vorverfolgung durch das syrische Regime wegen politischer Aktivitäten im Heimatland anbelangt, kann grundsätzlich auf die zutreffenden Erwägungen in der an- gefochtenen Verfügung verwiesen werden. In Ergänzung dazu ist ausser- dem festzuhalten, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Juli (…) unter Verwendung seines Reisepasses – mithin legal – in die Türkei ausreiste und wieder nach Syrien zurückkehrte (vgl. B7 S.5; vgl. auch die Seiten 06 und 07 des Reisepasses). Ein solches Verhalten lässt sich mit dem Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei seit Jahren vom Regime gesucht worden, nicht vereinbaren. Auch wenn nicht auszuschlies- sen ist, dass sich der Beschwerdeführer an Demonstrationen und anderen Aktivitäten beteiligt hat, vermochte er nicht glaubhaft zu machen, er habe dadurch die Aufmerksamkeit der syrischen Behörden in relevantem Mass auf sich gelenkt. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 19 6.4.3 Angesichts der zutreffenden Ausführungen des SEM (vgl. oben E. 5.2.3) ist auch der nunmehr zu den Akten gegebenen Ma rschbefehl nicht geeignet, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdefüh- rer behaupteten Rekrutierung zu beseitigen. So können nämlich einerseits derartige Dokumente syrischer Behörden gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ohne Weiteres käuflich erworben werden, und andererseits fällt auf, dass der Marschbefehl auf den 10. Januar 2013 da- tiert ist und den Beschwerdeführer (dessen Wohnort darauf als R._______ vermerkt wird) auf den 20. Januar 2013 vorlädt, der Beschwerdeführer aber angab, er habe bis zu seiner Ausreise im Frühjahr 2014 i m besagten Ort gewohnt (vgl. B7 S. 5 und B13 zu F110) und erst nach der Ausreise aus Syrien, allenfalls sogar erst nach der Einreise in die Schweiz , von seinem Bruder telefonisch von der Zustellung des Marschbefehls erfahren (vgl. B13 zu F106 ff.) , beziehungsweise die militärische Aufforderung sei erst etwa sechs Monate nach seiner Ausreise seinen Angehörigen überbracht worden (vgl. B15 zu F88). Ungeachtet dieser Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Rekrutierung ist nochmals auf die unter E. 4.2 gemachten Ausführungen betreffend Wehr- dienstverweigerung und Desertion hinzuweisen. Vorliegend würde es näm- lich an einem in Art. 3 AsylG umschriebenen Motiv und an der erforderli- chen Gezieltheit der Verfolgung fehlen, zumal angesichts der nicht glaub- haft gemachten behördlichen Suchen nicht davon auszugehen ist, dass der vom syrischen Regime als Regimegegner oder politischer Oppositio- neller eingestuft wurde. Somit ist nicht anzunehmen, dass das vom Be- schwerdeführer angeblich missachtete militärische Aufgebot asylrechtlich relevante Konsequenzen für ihn hat. 6.4.4 Ferner ist festzuhalten, dass zwar aufgrund der längeren Landesab- wesenheit davon auszugehen ist, dass bei einer Wiedereinreise nach Sy- rien eine Befragung durch die heimatlichen Behörden stattfinden würde. Da der Beschwerdeführer aber keine Vorverfolgung hat glaubhaft machen können und nicht davon auszugehen ist, dass er vor dem Verlassen Syri- ens als regimefeindl iche Personen ins Blickfeld der syrischen Behörden geraten ist, kann mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass er als staatsgefährdend eingestuft würde, weshalb die Furcht vor asylrelevanten Massnahmen im Falle einer Rückkehr nicht b egründet ist. 6.4.5 Nach dem Gesagten kann der Auffassung der Vorinstanz gefolgt wer- den, der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft darlegen können, dass er D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 20 von den syrischen Behörden wegen politischer Aktivitäten in seiner Heimat gesucht oder in den Militär - beziehungsweise Reservedienst einberufen worden sei, und es seien den Akten auch keine ernsthaften Anhaltspunkte für asylrelevante Massnahmen seitens der YPG zu entnehmen. Im Übrigen ist auch den Akten seiner sich in der Schweiz befindenden Brüder (insbe- sondere des von ihm anlässlich der Anhörungen mehrfach erwähnten Bru- ders V._______) nichts zu entnehmen, was geeignet wäre, die geltend ge- machte Verfolgungssituation zu stützen. In Bezug auf V._______ ist an die- ser Stelle auch darauf hinzuweisen, dass das Bu ndesverwaltungsgericht die am 11. Juni 2018 gegen den ablehnenden Entscheid des SEM vom 11. Mai 2018 eingereichte Beschwerd e mit Urteil D -3415/2018 vom 3. Juli 2018 abwies. 6.4.6 Schliesslich ist hinsichtlich der erst im späteren Verlauf d es vorin- stanzlichen Verfahrens vorgebrachten politischen Aktivitäten für die "Parti" in der Schweiz (vgl. B15 zu F3 ff.) auf das Referenzurteil des Bundesver- waltungsgerichts D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 hinzuweisen. Da- nach ist es unwahrscheinlich, dass die syrischen Geheimdienste noch über die logistischen Ressourcen und Möglichkeiten verfügen, um sämtliche re- gimekritischen exilpolitischen Tätigkeiten syrischer Staatsangehöriger oder staatenloser Kurden syrischer Herkunft im Ausland systematisch zu über- wachen. Es wird dav on ausgegangen, dass sich die syrischen Geheim- dienste angesichts des Überlebenskampfs des Regimes primär auf die Si- tuation im Heimatland konzentrieren (vgl. a.a.O. E. 6.3.5 S. 18), und der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten im Ausland bei einer selektiven und gezielten Überwachung der im Ausland lebende n Opposition liegt (vgl. Urteil des BVGer D-5362/2018 vom 19. Februar 2019, mit Hinweisen). Die Annahme, die betroffene Person habe die Aufmerksamkeit der syrischen Geheim- dienste in einer Weise auf sich gezogen, d ie auf eine begründete Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten schliessen lässt, rechtfer- tigt sich deshalb nur, wenn diese sich in besonderem Mass exponiert. Dies ist – wie das SEM in seiner angefochtenen Verfügung (vgl. S. 8, 3. Ab- schnitt) und in seiner Vernehmlassung vom 10. Januar 2019 zutreffend festhielt – dann der Fall, wenn sie aufgrund ihrer Persönlichkeit, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebe- nen Erklärungen den Eindruck erweckt, sie werde aus Sicht des syrischen Regimes als potentielle Bedrohung wahrgenommen. Da der Beschwerdeführer keine Vorverfolgung glaubhaft machen konnte, ist nicht davon auszugehen, dass er vor dem Verlassen Syriens als regime- D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 21 feindliche Person ins Blickfeld der Behörden geraten ist. Aufgrund der Ak- tenlage ist der Schluss zu ziehen, dass er nicht der Kategorie von Perso- nen zuzurechnen ist, die wegen ihrer exilpolitischen Tätigkeiten als ernst- hafte und potentiell gefährliche Regimegegner die Aufmerksamkeit der sy- rischen Geheimdienste auf sich gezogen haben könnten. Mit der Einrei- chung einer Mitgliedschaftsbetätigung der (…), von verschiedenen Fotos, von zwei DVDs mit Filmaufnahmen eines deutschen Fernsehsenders und zwei Screenshots aus der Sendung "(…)" gelingt es ihm nicht, zu belegen oder glaubhaft zu machen, dass er innerhalb einer der exilpolitisch tätigen Organisationen und Parteien eine exponierte Kaderstelle innehat oder nur schon regelmässig an exilpolitischen Veranstaltungen oder Kundgebungen teilnimmt. Seine Teilnahme an Demonstrationen übersteigt die Schwelle der massentypischen Erscheinungsformen exilpolitischen Protests syri- scher Staatsangehöriger nicht. Es kann – entgegen der in der Beschwer- deschrift und in der Stellungnahme vom 30. Januar 2019 vertretenen Auf- fassung – auch nicht davon ausgegangen werden, dass er innerhalb der exilpolitischen Szene eine bedeutsame Rolle einnimmt, aufgrund welcher er als ausserordentlich engagierter und exponierter Regimegegner aufge- fallen sein könnte. Deshalb ist es nicht wahrscheinlich, dass seitens des syrischen Regimes ein besonderes Interesse an seiner Person bestehen könnte (vgl. Referenzurteil des BVGer D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 E. 6.4.2). Das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen ist zu vernei- nen. 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich weder aus den Vorbringen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Hinweise auf eine asylrechtlich relevante Verfolgung oder Verfolgungsfurcht ergeben. Das SEM hat des- halb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden ver- neint und deren Asylgesuche abgelehnt. Es kann daher darauf verzichtet werden, auf die übrigen Erwägungen der Vorinstanz sowie auf weitere Dar- legungen in den beiden Beschwerdeschriften vom 8. September 2016 und vom 21. Dezember 2018 sowie in der Stellungnahme vom 30. Januar 2019 einzugehen. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel di e Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 22 8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligungen noch über einen Anspruch auf Erteilung von sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8.3 Da das SEM in seine n Verfügungen vom 9. August 2016 und vom 21. November 2018 die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges. Es bleibt anzumerken, dass sich aus den vorstehenden Erwägungen nicht der Schluss ergibt, d ie Beschwerdeführenden seien zum heutigen Zeit- punkt angesichts der jüngsten Entwicklungen der Situation in Syrien in ih- rem Heimatstaat nicht gefährdet. Indessen ist eine solche Gefährdungs- lage im Falle der Beschwerdeführenden ausschliesslich auf die allgemeine in Syrien herrschende Bürgerkriegssituation zurückzuführen, welche durch die Vorinstanz gestützt auf Art. 83 Abs. 4 AIG (SR 142.20) im Rahmen der Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung berücksichtigt wurde. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtenen Verfügungen Bundesrecht nicht verletzen und die rechtserheblichen Sachverhalte richtig sowie vollständig festgestellt worden sind (Art.106 Abs.1 AsylG). Die bei- den (nunmehr in einem Verfahren vereinigten) Beschwerden sind abzuwei- sen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten de n Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die Beschwerden nicht als aussichtslos zu qualifizieren waren, sind die beiden in den Beschwer- den gestellten, bis anhin nicht entschiedenen Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen. Zwar geht der Beschwerdeführer gemäss Eintrag im Zentralen Migrationssystem (Zemis) seit dem 1. September 2018 einer Erwerbstätigkeit nach, indessen besteht kein Anlass zur Annahme, er könne durch diese Tätigkeit die finan- ziellen Aufwendungen für eine vierköpfige Familie vollumfänglich decken, zumal die von ihm eingereichte "Bestätigung Sozialhilfeleistungen" vom 6. Dezember 2018 datiert, als er die Erwerbstätigkeit bereits aufgenommen hatte. Entsprechend sind keine Verfahrenskosten zu erheben. D-5435/2016 D-7286/2018 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden werden abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni Versand: