B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1455/2020 U r t e i l v o m 1 3 . O k t o b e r 2 0 2 0 Besetzung Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richterin Christine Ackermann, Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. Parteien A.________, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Datenberichtigung im ZEMIS. A-1455/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 8. Dezember 2019 reichte A.________, afghanische Staatsbürgerin, in der Schweiz ein Asylgesuch ein und wurde daraufhin dem Bundesasylzent- rum (BAZ) der Region Zürich zugewiesen. Beim Eintritt in das BAZ füllte sie auf dem Personalienblatt des Staatssekretariats für Migration (SEM) handschriftlich als Geburtsdatum aus, im Juni 2003 geboren zu sein. B. Am 18. Dezember 2019 wurde A.________ vom SEM zur Erstbefragung eingeladen und zu ihren persönlichen Umständen sowi e summarisch zu den Asylgründen befragt. Auch dabei gab sie an, im Juni 2003 geboren worden zu sein, aber den genauen Tag nicht zu wissen. Sie sei 16.5 Jahre alt. Dies wisse sie aufgrund der Tazkira, die am (…) (umgerechnet: (…)) gemäss persischem Kalender ausgestellt worden sei und gemäss der sie damals 5 -jährig gewesen sei. Sie reichte eine Kopie (Handyfoto) der Tazkira ein, da das Original bei der Überfahrt nach Griechenland ins Meer gefallen sei. In Griechenland sei ihr Geburtsdatum sowie das ihrer Fami- lienangehörigen falsch erfasst worden. C. Am 10. Januar 2020 erfolgte eine medizinische Altersabklärung, bei der A.________ einer zahnärztlichen Altersschätzung, einer radiologischen Al- tersschätzung des linken Handskeletts und einer radiologischen Alters- schätzung der Brustbein -Schlüsselbein-Gelenke unterzogen wurde. Das Gutachten vom 15. Januar 2020 (nachfolgend: Altersgutachten) ergab in Bezug auf die Zahnanalyse ein Durchschnittsalter von 16 Jahren, in Bezug auf die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse ein Durchschnittsal- ter von 22 Jahren bei einem Mindestalter von 19.4 Jahren. Zusammenfas- send kam das Gutachten zum Schluss, dass A.________ im Zeitpunkt der Untersuchung das 19. Lebensjahr sicher vollendet hatte und das von ihr angegebene Geburtsdatum somit aufgrund der Ergebnisse nicht zutreffe. D. Mit Antwortschreiben vom 10. Januar 2020 führten die griechischen Behör- den auf ein Informationsersuchen des SEM vom 13. Dezember 2019 na- mentlich aus, dass A.________ in ihrem System mit einem Geburtsdatum vom 4. Mai 2001 erfasst sei. E. Am 24. Januar 2020 gewährte das SEM A.________ das rechtliche Gehör A-1455/2020 Seite 3 zum Resultat des medizinischen Altersgutachtens. Aufgrund der dortigen Erkenntnisse beabsichtigte das SEM ihr Geburtsdatum im Zentralen Mig- rationsinformationssystem (nachfolgend: ZEMIS) von Amtes wegen auf den 1. Januar 2001 anzupassen und den Eintrag mit einem Bestreitungs- vermerk gemäss Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Datenschutz vom 19. Juni 1992 (DSG, SR 235.1) zu versehen. F. Am 31. Januar 2020 nahm A.________ Stellung zur Änderung ihres Ge- burtsdatums, mit der sie nicht einverstanden sei. G. Am 28. Februar 2020 nahm A.________ zum Entwurf des Asylentscheids des SEM Stellung und bestritt das geänderte Geburtsdatum. H. Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 3. März 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch von A.________ ab und wies sie aus der Schweiz weg. Da der Vollzug der Wegweisung zurzeit nicht zumutbar sei, wurde sie vorläufig aufgenommen (Dispositiv-Ziffern 1-6). Das Geburtsdatum von A.________ wurde im ZEMIS mit dem Datum 1. Januar 2001 erfasst (Dispositiv -Zif- fer 7). I. Gegen diese Verfügung lässt A.________ (nachfolgend: Beschwerdefüh- rerin) am 12. März 2020 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragt, die D ispositiv-Ziffer 7 der Verfügung des SEM (nachfolgend: Vorinstanz) vom 3. März 2020 sei aufzuheben. Als ihr Geburtsdatum sei im ZEMIS der 1. Juni 2003 einzuset- zen. Zudem sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und es sei ihr die unentgel tliche Prozessführung und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person von lic. iur. Dominik Löhrer zu gewähren. J. Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2020 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. A-1455/2020 Seite 4 K. In ihrer Vernehmlassung vom 27. März 2020 bringt die Vorinstanz vor, dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis- mittel enthalte, die eine Änderung ihres Standpunktes rechtfertigen könnte. Diese Stellungnahme wurde der Beschwerdeführerin am 9. April 2020 zur Kenntnis gebracht. L. Mit Eingabe vom 2. September 2020 bittet die Beschwerdeführerin um möglichst raschen Abschluss des Verfahrens. Gleichzeitig reicht sie zwei medizinische Berichte des Kantonsspitals Aarau vom 1. September 2020 und vom 20. Juni 2020 ein. M. Auf die weiteren Vorbringen und die sich bei den Akten befindenden Unter- lagen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem- ber 1968 (VwVG, SR 172.021), die von einer Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) erlassen wurde. Da keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG). Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 1.2 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei- ligt und ist als Adressatin des angefochtenen Entscheides, mit welchem ihr Asylgesuch abgewiesen und ihr Geburtsdatum festgelegt wurde, sowohl formell als auch materiell beschwer t, weshalb sie zur Beschwerde legiti- miert ist (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Die Beschwerdeführerin hat die Rechtsmitteleingabe formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und die vom SEM angesetzte 7 -tägige Frist A-1455/2020 Seite 5 zur Beschwerdeerhebung eingehalten. Auf die Frage, ob diese Frist in Be- zug auf die Berichtigung des ZEMIS-Eintrags (Dispositiv-Ziffer 7 der Verfü- gung) korrekt angesetzt wurde, ist angesichts der frist- und formgerechten Beschwerdeeinreichung sowie des Verfahrensausgangs nicht näher einzu- gehen. 1.4 Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Er- messensausübung – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an und ist nicht an die Anträge oder die rechtlichen Begründungen der Parteien gebu nden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). 3. 3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent- rale Migrationsinformationssystem vom 12. April 2006 (ZEMIS -Verord- nung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verord- nung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus- kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa- tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, nach den Bestimmungen des DSG und des VwVG. 3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver- gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga- nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein absoluter und uneingeschränkter Anspruch (statt vieler Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts [BVGer] A ‑7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.2, m.w.H.; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_224/2014 vom 25. September 2014 E. 3.1). Die ZEMIS -Verordnung sieht im Übrigen in A-1455/2020 Seite 6 Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be- streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen- daten zu beweisen (Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 E. 3.1; BVGE 2013/30 E. 4.1; Urteil des BVGer A‑3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.3). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen Zweifel bleiben; unumstöss li- che Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. Die mit dem Berichtigungs- begehren konfrontierte Behörde hat zwar nach dem Untersuchungsgrund- satz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung mitzuwirken (zum Gan- zen Urteile des BVGer A ‑7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.3 und A‑7822/2015 vom 25. Februar 2016 E. 3.3, je m.w.H.). 3.4 Kann bei einer verlangten beziehungsweise von Amtes wegen beab- sichtigten Berichtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personenda- ten zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bear- beitet werden, was namentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Ge- burtsdaten gilt. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die Anbringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten ist. Spricht dabei mehr für die Richtigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zu- nächst zu berichtigen und die neuen Daten anschliessend mit einem der- artigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben (als Neben- bzw. Aliasidentität) weiterhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätzlich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Da- ten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig davon zu A-1455/2020 Seite 7 entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (zum Gan- zen BVGE 2018 VI/3 E.3 sowie Urteile des BVGer A ‑3051/2018 vom 12. März 2019 E. 5.4 und A ‑7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.5, je m.w.H.; vgl. ferner Urteil des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 E. 3.2). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, dass das SEM gar nicht befugt gewesen sei, ein medizinisches Altersgutachten einzuholen, da keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten, dass das von ihr angegebene Alter nicht korrekt sei. So habe sie von Anfang an kon- sistente Angaben zu ihrem Geburtsdatum gemacht sowie das Original der Tazkira eingereicht, welches ihr Alter belege. Den Ausschlag für die Anord- nung des Gutachtens habe offenbar einzig der Eindruck der SEM-Mitarbei- terin gegeben, wonach sie ein reifes Auftreten habe und ihr Erscheinungs- bild nicht einer Minderjährigen entspreche. Sinngemäss reiche dies nicht aus, um den mit der Durchführung des Altersgutachtens einhergehenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte zu rechtfertigen. 4.2 Im Asylverf ahren gilt der Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) sowie die Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts, wovon auch behördliche Nach- forschungen zur Identität und mithin zum Geburtsdatum einer asylsuchen- den Person erfasst sind ( JOËL OLIVIER MÜLLER, "Nichts Genaues" weiss man nicht: Altersbestimmung im schweizerischen Asylverfahren, Jusletter vom 20. März 2017, Rz. 21). Bestehen Hinweise, dass eine angeblich min- derjährige, asylsuchende Person das Mündigkeitsalter bereits erreicht hat, so kann das SEM ein Altersgutachten veranlassen (Art. 17 Abs. 3bis AsylG). Entsprechend hat das SEM gestützt auf seine Untersuchungspflicht bei Zweifeln an einem vorgetragenen Alter jegliche sachdienlichen Abklärun- gen durchzuführen, wobei diese schliesslich zugunsten oder zulasten der asylsuchenden Person ausfallen können. Fehlen rechtsgenügliche Identi- tätsausweise, kann im Rahmen der Feststellung des Sachverhalts mit Un- terstützung wissenschaftlicher Methoden abgeklärt werden, ob die Alters- angabe der asylsuchenden Person dem tatsächlichen Alter entspricht (Ur- teile des BVGer D-6448/2016 vom 31. März 2017 E. 6.1 und D-2307/2015 vom 12. August 2016 E. 4). Folglich kommt der Behörde diesbezüglich ein grosses Ermessen zu. A-1455/2020 Seite 8 4.3 Die Beschwerdeführerin führte bereits in der Erstbefragung aus, ihr Ge- burtsdatum nicht genau zu kennen. In Griechenland, wo sie am 3. Okto- ber 2018 von den Behörden registriert worden ist, sei ihr Alter fälschlicher- weise mit 17 Jahren erfasst worden. Anders als in der Rechtsmitteleingabe vorgebracht, reichte sie die Tazkira zudem nicht im Original, sondern ledig- lich über ein Handyfoto in Kopie ein. Bereits deshalb – sowie aufgrund des generell reduzierten Beweiswerts der Tazkira (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2) – kommt dem Beweismittel nur eine geringe Aussagekraft zu. Unter diesen Umständen sowie aufgrund des persönlichen Eindrucks der befassten SEM-Mitarbeiterin, welcher in das Gesamtbild miteinfliessen darf, ist es nachvollziehbar, dass das SEM am angegebenen Al ter der Beschwerde- führerin zweifelte. Somit ist der Auftrag zur Durchführung eines rechtsme- dizinischen Gutachtens über die forensische Lebensaltersschätzung unter Berücksichtigung des dem SEM zustehenden Ermessens vorliegend nicht zu beanstanden, zumal das Gutachten ohne Weiteres auch zugunsten der Beschwerdeführerin hätte ausfallen können. Die Rüge der Beschwerdefüh- rerin erweist sich als unbegründet. 5. 5.1 Gemäss den in E. 3 dargelegten Beweisregeln obliegt es vorliegend grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen , dass das mit Dispositivziffer 7 der angefochtenen Verfügung auf den 1. Januar 2001 geänderte Geburts- datum korrekt ist. Die Beschwerdeführerin hat wiederum nachzuweisen, dass das von ihr geltend gemachte Geburtsdatum (1. Juni 2003) richtig ist. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasje- nige im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahr- scheinlicher ist. 5.2 Die Vorinstanz ordnete wie erwähnt aufgrund von Zweifeln an der Al- tersangabe der Beschwerdeführerin ein medizinisches Gutachten zur Al- tersabklärung an, welches am 15. Januar 2020 zum Schluss kam, dass sie das 19. Lebensjahr sicher vollendet habe. Aufgrund dieser Erkenntnis so- wie den Angaben der Beschwerdeführerin hat das SEM ihren Geburtstag auf den 1. Januar 2001 gesetzt. Zur Begründung dieses Entscheids führte die Vorinstanz insbesondere aus, es sei der Beschwerdeführerin nicht ge- lungen, die von Anfang an bestehenden Zweifel an ihrem Alter auszuräu- men und die Ergebnisse des Altersgutachtens in Frage zu stellen. Alters- gutachten in der Art des Vorliegenden seien bei der Beurteilung des Alters als starkes Indiz zu gewichten, da diese einerseits auf den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forensische Altersdiagnostik der Deutschen A-1455/2020 Seite 9 Gesellschaft für Rechtsmedizin (AGFAD) basieren würden und anderer- seits mehrere Einzeluntersuchungen zum Gegenstand hätten. Demgegen- über eigne sich die von der Beschwerdeführerin eingereichte Tazkira als Beleg des Alters nicht, da das Dokument aufgrund fehlender Sicherheits- merkmale nicht auf seine Echtheit überprüfbar sei. Auch sonst habe die Beschwerdeführerin nicht darlegen können, dass das von ihr vorgebrachte Alter respektive Geburtsdatum wahrscheinlicher sei, als jenes, das vom SEM im ZEMIS erfasst worden sei. 5.3 Die Beschwerdeführerin hielt dem im Wesentlichen entgegen, dass das SEM sich bei der Beurteilung ihres Alters allein auf das Altersgutachten abgestützt habe, obwohl dessen Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar seien. Die für die Minderjährigkeit sprechenden Elemente habe es bei sei- nem Entscheid nicht berücksichtigt beziehungsweise eine einseitige Wür- digung vorgenommen. Sie habe sowohl in Griechenland als auch in der Schweiz angegeben, am 1. Juni 2003 geboren worden zu sein, was mit der Tazkira übereinstimme. Die Tazkira sei vom SEM nicht geprüft und zu Un- recht aus dem Recht gewiesen worden. Auch der Umstand, dass die be- handelnden Ärzte bei ihr eine traumaspezifische Psychotherapie bei einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten für indiziert hielten, weise auf ihre Minderjährigkeit hin. Auch dieser Umstand sei vom SEM unberücksichtigt geblieben. Bei einer Gesamtabwägung sei klar davon auszugehen, dass das von ihr angegebene Alter wahrscheinlicher sei, als jenes, das von der Vorinstanz im ZEMIS eingetragen worden sei. 6. 6.1 6.1.1 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellen die in der Schweiz angewendeten Methoden der medizinischen Altersabklä- rungen je nach Ergebnis unterschiedlich zu gewichtende Indizien für das Vorliegen der Minder - respektive der Volljährigkeit ei ner Person dar. Die Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Un- tersuchung sind dabei grundsätzlich, anders als die Handknochenanalyse und die ärztliche Untersuchung, zum Beweis der Minder - respektive Voll- jährigkeit einer Person geeignet. Ein sehr starkes Indiz für die Volljährigkeit liegt vor, wenn das Mindestalter sowohl bei der Schlüsselbein - respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren liegt. Liegt das Mindestalter A-1455/2020 Seite 10 bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztli- chen Untersuchung über 18 Jahren und überlappen sich die anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen ist dies ein starkes Indiz für die Volljährigkeit. Lediglich ein schwaches Indiz für die Volljäh rigkeit liegt vor, wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettalters- analyse oder der zahnärztlichen Untersuchung über 18 Jahren und die sich anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen nicht überlappen, wobei es dafür eine plausible medizinische Erklärung gibt. Ein sehr schwa- ches oder gar fragliches Indiz für Volljährigkeit ist gegeben, wenn das Min- destalter bei der Schlüsselbein - respektive Skelettaltersanalyse oder der zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren liegt und die sich anhand der beiden Analysen ergebenden Altersspannen nicht überlappen, ohne dass es dafür eine plausible medizinische Erklärung gibt. Wenn das Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse und der zahnärztli- chen Untersuchung unter 18 Jahren liegt, lässt sich – ähnlich wie bei der Handknochenaltersanalyse – anhand der medizinischen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit einer Person machen (selbst wenn das Maximalalter bei beiden oder einer Methode darübe r liegt). Die radiographische Untersuchung des Handknochens kann zum Nachweis des Alters im Übrigen nur dann herangezogen werden, wenn die Abweichung zwischen dem festgestellten Knochenalter und dem behaup- teten Alter drei Jahre übersteigt. Insgesamt kommt es umso weniger auf die Gesamtwürdigung der Beweise an, je stärker die medizinischen Abklärungen ein Indiz für das Vorliegen der Volljährigkeit darstellen respektive bleibt bei eindeutigen Ergebnissen der Altersabklärung nur wenig Raum für die Beweiswürdigung (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2 f. m.w.H.; ebenso BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 6.1.2 Vorliegend folgert das Altersgutachten in Bezug auf den Handkno- chen der Beschwerdeführerin, dass der radiologische Befund gemäss den Untersuchungen von THIEMANN, NITZ UND SCHMELING einem mittleren ske- lettalen Alter von 18 Jahren (18.1 +/ - 0.6) entspreche. Gemäss GREULICH UND PYLE sei dieser Befund einem mittleren skelettalen Alter von 18 Jahren zuzuordnen, das heisst die knöcherne Handentwicklung sei abgeschlos- sen. Nach aktuellen Ergebnissen von TISÈ entspreche dies einem Mindest- alter von 16.2 Jahren. In Bezug auf die Schlüsselbein- respektive Skelettal- tersanalyse wurde gefolgert, dass die Wachstumsfugen der inneren Schlüsselbeinanteile der Beschwerdeführerin anhand der durchgef ührten computertomographischen Untersuchung gemäss WITTSCHIEBER einem durchschnittlichen Lebensalter von 22 Jahren (22.0 +/ - 2.2) sowie einem A-1455/2020 Seite 11 Mindestalter von 19.4 Jahren entspreche. Aufgrund der zahnärztlichen Un- tersuchung sei ein vollständiger Abschluss des Wurzelwachstums festzu- stellen, welcher nach DEMIRJIAN auf ein Durchschnittsalter von 16 Jahren schliessen lasse. Aufgrund fehlender Weisheitszahnanlagen in allen vier Quadranten hätten die Weisheitszähne nicht zur Beurteilung herangezo- gen werden können. Aus rechtsmedizinischer Sicht seien im Übrigen keine Hinweise auf eine relevante Entwicklungsstörung ersichtlich. Aufgrund der Ergebnisse der forensischen Altersschätzung habe die Beschwerdeführe- rin das 19. Lebensjahr sicher vollendet. Das von ihr angegebene Geburts- datum (chronologisches Lebensalter von 16 Jahren und 7 Monaten) könne nicht zutreffen. 6.1.3 An den Ausführungen des Gutachtens fällt zunächst auf, dass sich das Ergebnis zur zahnärztlichen Untersuchung lediglich zum Durch- schnittsalter äussert und we der eine Altersspanne noch ein Mindestalter oder das statistisch wahrscheinlichste Alter angibt. Weshalb diese Anga- ben fehlen, wird im Gutachten nicht erklärt. Auch der Schlüsselbein - res- pektive Skelettaltersanalyse ist nicht zu entnehmen, welches aufgrund der Untersuchung das statistisch gesehen wahrscheinlichste Alter ist. Ob sich die Alterspannen aufgrund der Einzelergebnisse überlappen und wie sich die divergierenden Ergebnisse der Zahnarzt - und der Schlüsselbein- res- pektive Skelettaltersanalyse begründen lassen, ergibt sich aus dem Alters- gutachten ebenfalls nicht. Unabhängig von den erwähnten Unvollständigkeiten lassen sich die fol- genden Schlüsse ziehen: Aufgrund des Ergebnisses der zahnärztlichen Untersuchung, welche auf ein durchschnittliches Alter vo n 16 Jahren hin- weist, erscheint das von der Beschwerdeführerin angegebene Alter im Be- reich des Möglichen zu liegen. Die Schlüsselbein- respektive Skelettalters- analyse kommt hingegen zu einem Mindestalter von 19.4 und einem Durchschnittsalter von 22 Jahren (+/- 2.2), was für das im ZEMIS eingetra- gene Geburtsdatum spricht. Da vorliegend lediglich ein Ergebnis auf ein Mindestalter von über 18 Jahren hinweist und aufgrund der fehlenden Al- tersspannen nicht überprüft werden kann, ob sich die Befunde der zahn- ärztlichen Untersuchung und der Schlüsselbein - respektive Skelettalters- analyse überlappen, kann das Ergebnis des Gutachtens mangels weiter- führenden medizinischen Erklärungen gemäss den zuvor dargelegten Be- weisregeln des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. E. 6.1.1) nicht als starkes Indiz gewertet werden, das für ein Alter der Beschwerdeführerin von über 19 Jahren und damit für das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum spricht. Vielmehr handelt es sich um ein lediglich schwaches Indiz für die A-1455/2020 Seite 12 Volljährigkeit der Beschwerdeführerin. Aus dem Ergebnis der Handkno- chenanalyse lassen sich sodann keine darüber hinausgehenden Erkennt- nisse gewinnen. 6.2 Anhand der Würdigung des Aussageverhaltens erscheint das von der Beschwerdeführerin angegebene Geburtsdatum zutreffend. Ver gleicht man ihre Aussagen in der Erstbefragung und der Anhörung zur Schule, zu ihrem Aufenthalt im Herkunftsland und dem Iran sowie zum Ausreiseweg, so sind diese mit einem Alter von 16.5 Jahren bei Ankunft in der Schweiz ohne Weiteres vereinbar. So gab sie an, mit sieben Jahren im Iran einge- schult worden zu sein und die Schule bis zur 8. Klasse besucht zu haben. Diese habe sie rund ein halbes bis ein Jahr vor ihrer Ausreise aus dem Iran abgeschlossen. In Griechenland sei sie rund ein Jahr gewesen, bevor si e in die Schweiz gelangt sei. In einem anderen Kontext führte sie aus, Afgha- nistan etwa als sie viereinhalb- oder fünfjährig gewesen sei, verlassen und im Iran rund zehn Jahre gelebt zu haben. Zumal des aktenkundig schlech- ten psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin, sprechen die von Beginn weg konsistenten und widerspruchsfreien Ausführungen zu ihrem Alter für die Richtigkeit ihrer Angaben. Dass sie dabei nur ihr unge- fähres Alter, nicht aber ihr genaues Geburtsdatum angeben konnte, ist an- gesichts des kulturellen Hintergrunds nicht aussergewöhnlich und es spricht eher für als gegen sie, dass sie bei ihrer Ankunft auf dem Persona- lienblatt lediglich den Monat und das Jahr, nicht aber den Tag angegeben hat. Die Altersangaben stimmen im Übrigen mi t den Informationen aus der Tazkira überein. Obwohl dem lediglich in Kopie eingereichten Dokument kein hoher Beweiswert zuzusprechen ist, ist immerhin festzustellen, dass das Beweismittel vor der Ausreise der Beschwerdeführerin aus Afghanis- tan erstellt worden ist beziehungsweise fällt es vom Datum her, ungefähr mit der Ausreise nach Iran zusammen, was ein naheliegender Ausstel- lungszeitpunkt wäre. In das stimmige Gesamtbild fügt sich schliesslich ein, dass die zu Beginn des Asylverfahrens die Beschwerdeführerin behandeln- den Ärzte ihr ein jugendliches Alter attestieren und sie auch nach Bekannt- werden des Altersgutachtens für eine Behandlung an die Kinder - und Ju- gendpsychiatrie der psychiatrischen Universitätsklinik Zürich überwiesen. Weshalb als Geburtsdatum i n Griechenland der 5. April 2001 registriert wurde, lässt sich nicht abschliessend klären. Die Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin, wonach die Behörden ihren Geburtstag sowie der aller Familienangehörigen, nachdem sie aus dem Meer gerettet worde n A-1455/2020 Seite 13 seien, falsch erfasst hätten, ist angesichts der anhaltenden anerkannten systemischen Mängeln im griechischen Asylsystem zumindest nicht aus- zuschliessen (vgl. Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, EGMR in der Sache M.S.S. gegen Belgien und Griechen land, Beschwerde Nr. 30696/09 sowie BVGE 2011/35). Immerhin fällt auf, dass ihre Angaben zum Alter ihrer Geschwister mit den Informationen aus der zu einem spä- teren Zeitpunkt in Kopie eingereichten Tazkiras ihrer Familienangehörigen übereinstimmen. Dass si e das Geburtsjahr im persischen Kalender nicht anzugeben vermochte, sondern angab, in ihrem Kulturkreis werde anders gezählt, spricht insgesamt nicht wesentlich gegen die ansonsten konsis- tenten Ausführungen der Beschwerdeführerin. 6.3 Zusammengefasst vermag weder die Vorinstanz noch die Beschwer- deführerin die Richtigkeit des jeweils behaupteten Geburtsdatums der Letzteren rechtsgenüglich darzulegen. Wie aufgezeigt stellt das Resultat des Altersgutachtens vorliegend nur ein schwaches Indiz für das vom SEM eingetragene Geburtsdatum dar. Aufgrund der von Anfang an wider- spruchsfreien Angaben der Beschwerdeführerin sowie der darüber hinaus zu berücksichtigenden Indizien erscheint das von ihr angegebene Geburts- datum zumindest als wahrscheinlicher als das von der Vori nstanz festge- legte. Der ZEMIS -Eintrag ist daher auf den 1. Juni 2003 zu berichtigen, jedoch mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. 7. Die vorliegende Beschwerde ist demnach im Sinne der Erwägungen gut- zuheissen und die Dispositivziffer 7 der angefochtene n Verfügung aufzu- heben. Die Vorinstanz ist anzuweisen, das im ZEMIS eingetragene Ge- burtsdatum der Beschwerdeführerin auf den 1. Juni 2003 zu ändern und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. 8. 8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Keine Verfahrens- kosten trägt die Vorinstanz (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Beschwerdeführerin ist mit ihrem Begehren auf Berichtigung des Geburtsdatums im Ergebnis durchgedrungen. Sie gilt demnach a ls obsiegend. Schon aus diesem Grund sind ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weshalb sie das ihr gewährte Recht auf unentgeltliche Rechtspflege nicht zu beanspruchen braucht. A-1455/2020 Seite 14 8.2 Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben für ihnen erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten Anspruch auf eine Partei- entschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Entschädigung umfasst die not- wendigen Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Par- tei (vgl. Art. 8 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In seiner Kostennote vom 20. März 2020 weist der Rechtsver- treter einen Betrag von insgesamt Fr. 1'740.– bei einem Stundenansatz von Fr. 200.– aus. Die dort aufg eführten Spesenpauschalen von gesamt- haft Fr. 40.– sind nicht zu entschädigen, zumal keine besonderen Verhält- nisse vorliegen (Art. 11 Abs. 1 und 3 VGKE). Ansonsten erscheint der gel- tend gemachte Vertretungsaufwand jedoch als angemessen und der Be- schwerdeführerin ist von der Vorinstanz entsprechend ein Betrag von Fr. 1700.– auszurichten. 9. Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten- schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge- nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt zu geben. (Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) A-1455/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die Dispo- sitiv-Ziffer 7 der Verfügung vom 3. März 2020 wird aufgehoben und die Vor- instanz wird angewiesen, das im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum der Beschwerdeführerin auf den 1. Juni 2003 zu ändern und mit einem Bestrei- tungsvermerk zu versehen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Der Beschwerdeführerin wird eine durch die Vorinstanz nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils auszurichtende Parteientschädigung von Fr. 1'700.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Einschreiben) – das Generalsekretariat EJPD (Gerichtsurkunde) – den EDÖB z.K. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Maurizio Greppi Sibylle Dischler A-1455/2020 Seite 16 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die Be- schwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: