TPF 2006 320 320 - A.keinenAnspruchaufVerschiebungderEinvernahmevom 20. November 2006 hat; - deramtlicheVerteidigernachdemGrundsatzdereffektivenbzw. effizientenVerteidigungdieInteressendesAngeschuldigteninausrei- chenderundwirksamerWeisewahrnehmenmussundbeiseinerAuf- gabediegleichenRechteunddieselbenSorgfaltspflichtenwieeinpri- vater,erbetenerVerteidigerhat(H AUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 165 f. N. 17f.); - esdaherdemamtlichenVerteidigerobliegt,f üreineangemessene VerteidigungvonA.an lässlichderEinvernahmevom20.November 2006 besorgt zu sein; - sichdieBeschwerdenachdemGesagtensofortalsunbegr ündeter- weistundohnevor gängigenSchriftenwechselabzuweisenist(Art.219 Abs. 1 BStP); (… ) TPF 2006320 87.AuszugausdemEntscheiddesPr äsidentenderBeschwerdekammerin SachenBundesanwaltschaftgegenUnbekanntvom30.November2006 (TK.2006.154) Telefonüberwachung; Genehmigungsprüfung; Rückzug des Gesuchs. Art. 7 BÜPF Jede Überwachungsanordnungistvoneinerrichterlichen Behörde zu überprü- fen; ein Rückzug des Genehmigungsgesuches ist unbeachtlich. Surveillance téléphonique; examen de l'autorisation; retrait de la requête. Art. 7 LSCPT Chaqueordredesurveillancedoit être vérifié paruneautorit é judiciaire;un retrait de la requête d'autorisation est sans importance. TPF 2006 320 321 Sorveglianza telefonica; esame dell’approvazione; ritiro della domanda. Art. 7 LSCPT Ogniordinedisorveglianzadeveessereesaminatoda un’autorità giudiziaria;il ritiro della domanda di approvazione è irrilevante. Zusammenfassung des Sachverhalts: DieBundesanwaltschafter öffneteam6.November2006eingerichtspoli- zeilichesErmittlungsverfahrengegenUnbekanntwegenVerdachtsder WiderhandlunggegenArt.226Abs.2StGB.LautderdemPr äsidentender BeschwerdekammerzurGenehmigungeingereichten Überwachungsanord- nungvom23.November2006,mitwelchereiner ückwirkendeRanddaten- erhebungf ürzweiRufnummernangeordnetwurde,erfolgtedieseMass- nahmeimStrafverfahrengegeneineC.,welcheInhaberinderzu überwa- chenden Anschlüsse sei;inderGesuchsbegr ündungwurdedem gegenüber ausgeführt,dassdasVerfahrengegenUnbekanntgef ührtwerde.DieBun- desanwaltschaftwurdedeshalbtelefonischaufgefordert,dieEr öffnungsver- fügung einzureichenundklarzustellen,gegenwelche(n)Beschuldigtenein Ermittlungsverfahrengef ührtwerdeundobdieseselbstoderallenfallseine DrittpersonimSinnevonArt.4Abs.1B ÜPFZielpersonder Überwa- chungsanordnungsei;allenfallsseidieAnordnungsverf ügung zuberichti- gen.Zudemwurdesieaufgefordert,weiterf ührendeAngabenzumTatver- dachtzumachenunddiesedurchentsprechendeAktenzudokumentieren sowiegegebenenfallsAusf ührungenzudenVoraussetzungender Überwa- chungeinerDrittpersonzumachen.AusderinderFolgeeingereichten Eröffnungsverfügung vom6.November2006unddemAntragderBundes- kriminalpolizeivom6.November2006ergabsich,dassdasgerichtspolizei- licheErmittlungsverfahrengegenUnbekannter öffnetwurde.DieBundes- anwaltschaftzogdasGenehmigungsersuchenam24.November2006mit sofortigerWirkungzur ück under klärtebeimDienstdensofortigen Rück- zug derr ückwirkenden Überwachungsanordnung. DerPr äsidentderBeschwerdekammerer klärtedenGesuchsr ückzug für unbeachtlichundverweigertedieGenehmigungder Überwachung,wobeier dieAussonderungundVernichtungs ämtlicherausder Überwachungerhal- tenenDokumenteundDatentr ägersowiedieNichtverwendbarkeitderge- wonnenen Erkenntnisseanordnete.TPF 2006 320 322 Aus den Erwägungen: Jede Überwachungsmassnahmeist,weilsieohneWissendesBetroffenen angeordnetwird,voneinerrichterlichen Behördezu überprüfen;diesever- trittgewissermassendieInteressendesBetroffenen.DieGenehmigungsbe- hördeistdabeinichtandieAntr ägederanordnendenBeh ördegebunden. SiehatdenSachverhaltvonsichausabzukl ärenundallenfallserg änzende Akteneinzufordern,umdieVoraussetzungenf ürdieGenehmigungzu überprüfen.IhrEntscheidlautetmithinaufGenehmigung,vor läufigeGe- nehmigung,Er gänzung derAkten,Anordnungweiterer Abklärungenoder VerweigerungderBewilligung;ausserdemkanndieGenehmigungsbeh örde zusätzlicheVorkehrenzumSchutzderPer sönlichkeittreffen(Art.7Abs.3 und4 BÜPF; H ANSJAKOB, BÜPF/VÜPF, KommentarzumBundesgesetz undzurVerordnung überdie ÜberwachungdesPost-undFernmeldever- kehrs,St.Gallen2002,S.174und181).Gr undsätzlichistderDienstver- pflichtet,eineschriftliche Überwachungsanordnungumgehendnachderen Erhaltauszuf ührenundderanordnenden BehördedieverlangtenInformati- onenzu übermitteln;ausgenommenhievonsindeinzigklarunrichtigeoder unbegründeteAnordnungen,namentlichAnordnungeneiner unzuständigen BehördeundsolcheohneAngabeeinerKatalogtat(Art.13Abs.1lit.a BÜPF undArt.5Abs.2 VÜPF).Dasbedeutet,dassdieanordnendeBe hör- dedieverlangtenInformationen-jedenfallssoweitnichteinelaufende ÜberwachungdesFernmeldeverkehrsinFragesteht-inderRegelvollum- fänglich schonvorderMitteilungdesEntscheidsderGenehmigungsbeh ör- deandenDienstgem äss Art.7Abs.3B ÜPFundArt.6 VÜPF erhält (HANSJAKOB,a.a.O.,S.171,246,256,295f.).Die MöglichkeiteinesGe- suchsrückzugsohnemateriellePr üfungderVoraussetzungenderangeord- neten(undinderRegelbereitserfolgten) Überwachungistdeshalbaus rechtsstaatlichenGr ündengrunds ätzlichauszuschliessen.NachdemGesag- tenistderGesuchsr ückzugvom24.November2006unbeachtlichunddas Genehmigungsersuchenmateriellzubeurteilen,zumaldieanordnendeBe- hördeinder Rückzugserklärungnichtausgef ührthat,dassihrimZeitpunkt derAufhebungderangeordneten ÜberwachungvomDienstnochkeine Informationen übermittelt worden seien.