<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2003.00011</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204184&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2003.00011</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.04.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuer 1998</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Rechtliches Gehör<br/><br/>Die Rekurrierenden erhoben Einsprache gegen eine Nachsteuerverfügung des kantonalen Steueramts, wobei sie gleichzeitig den Antrag stellten, ihre Einsprache mündlich zu vertreten. In der Folge wurde ein entsprechender Termin für eine mündliche Anhörung angesetzt. Gestützt auf eine interne Aktendurchsicht sah sich das Steueramt anschliessend veranlasst, den Rekurrierenden mitzuteilen, dass der vorgesehene Termin für die mündliche Einsprachevertretung einstweilen gegenstandslos geworden sei. Im Verlauf des weiteren Schriftenwechsels hatten die Rekurrierenden zwar Gelegenheit, zur in Aussicht gestellten höheren Nachsteuer schriftlich Stellung zu nehmen, indessen wies das Steueramt die Einsprache schliesslich ab, ohne dass eine mündliche Anhörung erfolgt wäre. Dadurch wurde das rechtliche Gehör verletzt. Im Verzicht der Rekurrierenden auf Erneuerung ihres Begehrens um mündliche Einsprachevertretung kann nach Treu und Glauben kein stillschweigender Verzicht auf den entsprechenden Antrag gesehen werden. Gutheissung des Rekurses und Rückweisung der Sache ins Nachsteuerverfahren.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSPRACHE">EINSPRACHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEHÃRSVERWEIGERUNG">GEHÃRSVERWEIGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HÃHEREINSCHÃTZUNG">HÃHEREINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE ANHÃRUNG">MÃNDLICHE ANHÃRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE EINSPRACHEVERTRETUNG">MÃNDLICHE EINSPRACHEVERTRETUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHSTEUER">NACHSTEUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: NACHSTEUERPFLICHT">NACHSTEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHRIFTLICHE STELLUNGNAHME">SCHRIFTLICHE STELLUNGNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STILLSCHWEIGENDER VERZICHT">STILLSCHWEIGENDER VERZICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWISCHENTAXATION">ZWISCHENTAXATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 141 Abs. II StG</span><br/><span class="ungerade">§ 162 Abs. III StG</span><br/><span class="gerade">§ 269 Abs. I StG</span><br/><span class="ungerade">§ 269 Abs. III StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Nachdem die Eheleute A und B fÃ¼r das Steuerjahr 1998 unter Annahme einer ZwischeneinschÃ¤tzung auf den 1. Januar 1998 infolge der Pensionierung von A rechtskrÃ¤ftig eingeschÃ¤tzt worden waren, reichten sie im Rahmen der Ein­schÃ¤tzung bezÃ¼glich ausserordentlicher EinkÃ¼nfte des Jahres 1998 unter anderem einen Lohn­ausweis fÃ¼r das erste Halbjahr 1998 ein. Aufgrund der Vermutung, die Zwi­schen­taxation sei zu Unrecht auf den 1. Januar 1998 erfolgt, erÃ¶ffnete das kantonale Steueramt per 12. April bzw. (ergÃ¤nzend) per 24. April 2002 ein Nachsteuer- und Steuer­straf­ver­fah­ren. Nach mehrfachem Schriftenwechsel sowie einer persÃ¶nlichen Befragung von A verfÃ¼gte das Steueramt am 5. November 2002 eine Nachsteuer (samt Zins) von Fr. 21'149.25.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Gegen diese VerfÃ¼gung erhoben die Eheleute A und B mit Eingabe vom 10. De­zem­ber 2002 Einsprache, wobei sie mit Schreiben vom 17. Dezember 2002 ergÃ¤nzend beantragten, die Einsprache mÃ¼ndlich zu vertreten. In der Folge setzte das kantonale Steu­eramt einen entsprechenden Termin fÃ¼r eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung an. Der anschliessende Schriftenwechsel zwischen A und dem Chef des kantonalen Steu­eramts veranlasste Letzteres zu einer internen Aktendurchsicht. Im Anschluss an diese teil­te das Steueramt den Eheleuten A und B am 28. Januar 2003 mit, dass der vorge­se­he­ne Termin fÃ¼r die mÃ¼ndliche Vertretung der Einsprache einstweilen gegenstandslos ge­worden sei. Im Verlauf des weiteren Schriftenwechsels wurde ihnen eine hÃ¶here Nach­steuer in Aussicht gestellt und Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme eingerÃ¤umt. Nachdem sie innert mehrfach erstreckter Frist schriftlich Stellung genommen hatten, erfolgte schliesslich eine neue Nachsteuerberechnung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die gegen die NachsteuerverfÃ¼gung erhobene Einsprache der Eheleute A und B wies das kantonale Steueramt mit VerfÃ¼gung vom 10. September 2003 ab und setzte die Nachsteuer neu auf Fr. 418'516.- fest. Eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung erfolgte nicht.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Hiergegen erhoben die Eheleute A und B am 27. Oktober 2003 Rekurs beim Ver­wal­tungs­ge­richt mit dem Antrag, es sei das Verfahren an das kantonale Steueramt zurÃ¼ck­zuweisen, eventualiter sei das Nachsteuerverfahren einzustellen, subeventualiter sei das steu­er­bare Einkommen 1998 auf Fr. 217'800.- herabzusetzen. Ferner verlangten sie eine ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Das kantonale Steueramt schloss in seiner Rekursantwort sinngemÃ¤ss auf Abweisung des Rekurses.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Mit dem Inkrafttreten des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) auf den 1. Januar 1999 ist laut § 268 StG das alte Steuergesetz vom 8. Juli 1951 aufgehoben worden. Indessen werden EinschÃ¤tzungen bis und mit Steuerjahr 1998 gemÃ¤ss § 269 Abs. 1 zweiter Satz StG nach altem Recht vorgenommen. DemgegenÃ¼ber gelangt die verfahrensrechtliche Ordnung des neuen Rechts grundsÃ¤tzlich ungeachtet der infrage stehenden EinschÃ¤tzung zur An­wen­dung (§ 268 StG und § 269 Abs. 1 StG e contrario). FÃ¼r das Nachsteuerverfahren ist das neue Recht auch kraft der ausdrÃ¼cklichen Bestimmung von § 269 Abs. 3 zweiter Satz StG anwendbar.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 141 Abs. 2 StG ist der Steuerpflichtige berechtigt, seine Einsprache vor dem kantonalen Steueramt mÃ¼ndlich zu vertreten. Diese Bestimmung kommt laut § 162 Abs. 3 Satz 2 StG auch im Nachsteuerverfahren zur Anwendung und dient dort der Feststellung der geschuldeten Nachsteuer. Will der Steuerpflichtige von seinem Recht Gebrauch ma­chen, so hat er dies rechtzeitig mitzuteilen, was bereits in der Einspracheschrift geschehen kann. Geht die EinsprachebehÃ¶rde trotz rechtzeitiger Mitteilung darÃ¼ber hinweg, macht sie sich einer GehÃ¶rsverweigerung schuldig (vgl. RB 2001 Nr. 95; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 141 N. 11, § 162 N. 30). Ist der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) statuierte Grund­satz des rechtlichen GehÃ¶rs verletzt worden, so ist der angefochtene Entscheid ohne weiteres aufzuheben (BGE 125 I 113 E. 3; BGE 124 I 49 E. 3e), weshalb Ã¼ber diese Frage formeller Na­tur vorab zu entscheiden ist (BGE 126 I 15 E. 2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Auch im Steuerrecht ist das allgemeine Prinzip des Handelns nach Treu und Glauben gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 3 bzw. Art. 9 BV zu beachten, welches in erster Linie den Schutz des be­rechtigten Vertrauens durch gegenseitige RÃ¼cksichtnahme beinhaltet und nicht nur fÃ¼r die SteuerbehÃ¶rden, sondern auch fÃ¼r die Steuerpflichtigen gilt (Richner/Frei/Kaufmann, § 132 N. 37 f.).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Pflichtigen rÃ¼gen vorab die Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs im Einsprache­ver­fahren. ErgÃ¤nzend zur Einsprache vom 10. Dezember 2002 gegen die Nachsteuer­ver­fÃ¼­gung des kantonalen Steueramts hÃ¤tten sie am 17. Dezember 2002 schriftlich den Antrag gestellt, die Einsprache mÃ¼ndlich zu vertreten. In der Folge habe der zustÃ¤ndige juristische SekretÃ¤r des Steueramts einen entsprechenden Termin angesetzt; mit Schreiben vom 28. Januar 2003 sei ihnen jedoch mitgeteilt worden, dass dieser Termin einstweilen gegen­stands­los geworden sei. Zur in Aussicht gestellten HÃ¶hereinschÃ¤tzung des kantonalen Steueramts hÃ¤tten sie zwar schriftlich Stellung nehmen kÃ¶nnen, dieses habe jedoch am 10. September 2003 im Einspracheverfahren ohne weitere Untersuchungen die neue â an­ge­fochtene â VerfÃ¼gung erlassen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>In seiner Rekursantwort macht das kantonale Steueramt hierzu geltend, dass das Gesuch der Pflichtigen um mÃ¼ndliche Vertretung der Einsprache und die Anberaumung eines entsprechenden Termins Anlass zu einem amtsinternen Verfahren gegeben habe. Im Rahmen jenes Verfahrens sei den Pflichtigen bereits eine HÃ¶hereinschÃ¤tzung angekÃ¼ndigt worden, zudem sei ihnen diese im Einspracheverfahren formell zur Stellungnahme unter­breitet worden. In der betreffenden schriftlichen Stellungnahme der Pflichtigen finde sich kein Hinweis darauf, dass diese trotz geÃ¤nderter UmstÃ¤nde weiterhin ein Interesse an einer mÃ¼ndlichen Vertretung der Einsprache gehabt hÃ¤tten. Nach Treu und Glauben habe des­halb davon ausgegangen werden dÃ¼rfen, das frÃ¼her gestellte Begehren sei obsolet gewor­den bzw. habe infolge fehlender Erneuerung keine eigenstÃ¤ndige Bedeutung mehr.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Es ist aktenkundig, dass die Pflichtigen mit Eingabe vom 17. Dezember 2002 aus­drÃ¼ck­lich den Antrag gestellt haben, ihre Einsprache mÃ¼ndlich zu vertreten. Ebenso steht fest, dass die Vorinstanz die Einsprache der Pflichtigen mit VerfÃ¼gung vom 10. September 2003 abgewiesen hat, ohne dass eine mÃ¼ndliche AnhÃ¶rung stattgefunden hÃ¤tte. Unter die­sen UmstÃ¤nden ist von einer Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs im Einspracheverfahren auszu­gehen. Daran Ã¤ndert auch das Argument der Vorinstanz nichts, die HÃ¶herein­schÃ¤t­zung sei den Pflichtigen angekÃ¼ndigt worden, zudem hÃ¤tten diese dazu schriftlich Stellung nehmen kÃ¶nnen. Eine GehÃ¶rsverletzung mÃ¼sste hÃ¶chstens dann verneint werden, wenn die Vorinstanz nach Treu und Glauben hÃ¤tte annehmen dÃ¼rfen, die Pflichtigen hÃ¤tten auf ihr Begehren um mÃ¼ndliche Einsprachevertretung verzichtet.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ein solcher Verzicht kann sowohl ausdrÃ¼cklich wie auch stillschweigend erfolgen. Ob Letz­teres der Fall ist, beurteilt sich anhand sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde des Einzelfalls. Mangels eines ausdrÃ¼cklichen Verzichts stellt sich vorliegend die Frage, ob in der Tatsache, dass die Pflichtigen im weiteren Schriftenwechsel ihr Begehren nicht erneuert haben, ein still­schwei­gender Verzicht erblickt werden kann. HierfÃ¼r liegen jedoch zu wenig Anhalts­punkte vor. Einerseits durften die Pflichtigen aufgrund der Formulierung des Schreibens der Vorinstanz vom 28. Januar 2003, wonach der Termin fÃ¼r die mÃ¼ndliche Einspra­che­ver­tretung "einstweilen" gegenstandslos geworden sei, eine abwartende Haltung einnehmen, ohne dass im Lichte von Treu und Glauben Anlass fÃ¼r eine Erneuerung ihres Begehrens bestanden hÃ¤tte. Ãberdies wurden sie trotz ihres ausdrÃ¼cklichen Ersuchens um mÃ¼ndliche Einsprachevertretung und trotz massiv zu ihren Ungunsten verÃ¤nderter UmstÃ¤nde im Ver­lauf des weiteren Verfahrens vom kantonalen Steueramt nie mehr auf die Frage der mÃ¼nd­lichen AnhÃ¶rung angesprochen. Es sei dahingestellt, ob das Verhalten der Pflichtigen, den Antrag in ihrer schriftlichen Stellungnahme zur HÃ¶hereinschÃ¤tzung nicht zu wiederholen, allenfalls den Gepflogenheiten im Verkehr mit BehÃ¶rden widersprach; jedenfalls darf daraus in rechtlicher Hinsicht kein stillschweigender Verzicht auf das Begehren um mÃ¼nd­liche AnhÃ¶rung abgeleitet werden. Indem die Vorinstanz in Missachtung dieses Antrags einen Einspracheentscheid erlassen hat, hat sie sich einer GehÃ¶rsverweigerung schuldig gemacht.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung des Rekurses. Wegen der im Einspracheentscheid erfolgten VerbÃ¶serung rechtfertigt sich aus GrÃ¼nden der Wahrung des Instanzenzugs eine RÃ¼ck­wei­sung der Sache ins Nachsteuerverfahren.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die â angesichts der vorliegenden Verfahrens­erledi­gung reduzierten â Kosten dem unterliegenden Rekursgegner aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 162 Abs. 3 StG). Dieser hat den Rekurrierenden zudem eine ange­mes­sene ParteientschÃ¤digung auszurichten, welche auf insgesamt Fr. 1'000.- festzusetzen ist (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit §§ 152 und 162 Abs. 3 StG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Sache wird zur DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen AnhÃ¶rung und zum Erlass einer neuen NachsteuerverfÃ¼gung im Sinn der ErwÃ¤gungen an das kantonale Steueramt ins Nachsteuerverfahren zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 10'000.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 10'060.- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Rekursgegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Der Rekursgegner wird verpflichtet, den Rekurrierenden eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>