Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Juni 2012 ( 720 12 46 / 159) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Berechnung Rentenbetrag Invalidenrente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Christine Dedato Parteien M.____ , Beschwerdeführer gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Beigeladene Ausgleichskasse des Schweizerischen Gewerbes , Brunnmatt- strasse 45, Postfach 5072, 3001 Bern Betreff IV-Rente Sachverhalt A. Der 1957 geborene M.____ meldete sich am 14. März 2 008 unter Hinweis auf dauern- de Rücken- und Beckenschmerzen, Luftmangel und Stechen in der Lunge bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesund- heitlichen und der erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) Seite 2 nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügun g vom 23. Dezember 2011 für den Zeitraum vom 1. Januar 2008 bis 30. April 2010 einen Anspruch von M.____ auf eine Invaliden- rente (IV-Rente) ab. Für den Zeitraum ab dem 1. Mai 2010 gewährte die IV-Stelle M.____ einen Anspruch auf eine halbe Invaliditätsrente. B. Gegen diese Verfügung vom 23. Dezember 2011 erhob M.____ am 23. Januar 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversich erungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragt er eine Neuberechnung des konkreten monatli chen Rentenbeitrages. Er beanstandet das von der Ausgleichkasse ermittelte und der Rentenber echnung zu Grunde gelegte massge- bende durchschnittliche Jahreseinkommen. C. Mit Verfügung vom 13. Februar 2012 wird die zustä ndige Ausgleichskasse, hier die Ausgleichskasse des Schweizerischen Gewerbes (Ausgleichskasse), zu m Beschwerdever- fahren beigeladen, da die Berechnung des Rentenbetra ges in ihren Zuständigkeitsbereich fällt. Es wird ihr und der IV-Stelle eine Frist zur Einreichun g einer Vernehmlassung bis 14. März 2012 gewährt. D. Die IV-Stelle verzichtet mit Schreiben vom 27. Febr uar 2012 eine Vernehmlassung einzureichen, da sich die vorliegende Beschwerde einzig ge gen die Berechnung des konkreten frankenmässigen Rentenbetrages richten würde, welche in den Zuständigkeitsbereich der zu- ständigen Ausgleichskasse falle. E. Die Ausgleichskasse beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 12. März 2012 die Ab- weisung der Beschwerde. Erwägungen 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 23. Januar 2012 ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde t einzig die Berechnung des fran- kenmässigen Rentenbetrages. Im Übrigen ist die Verfügu ng der IV-Stelle vom 23. Dezember 2011 unbestritten. Seite 3 3.1 In der Beschwerde vom 23. Januar 2012 erläutert de r Beschwerdeführer, dass er mit der Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens nicht einverstanden sei. Insbesondere macht der Beschwerdeführer geltend, dass er, als er noch 100 % arbeitsfähig gewesen sei, ein Jahresgehalt in der Höhe von Fr. 50'000.-- bis Fr. 65'000.-- erzielt habe. 3.2 Die Ausgleichskasse hat in der Vernehmlassung vom 1 2. März 2012 detailliert aufge- zeigt, wie sie den konkreten frankenmässigen Betrag der d em Beschwerdeführer zustehenden halben IV-Rente ermittelt hat. Dabei hat sie ausdrückli ch auf die zur Anwendung gelangenden Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen hingewiesen und da rgelegt, welche tatsächlichen Begebenheiten (Beitragsdauer und Einkommen des Beschwer deführers) man der Berechnung zu Grunde gelegt hat. Zudem belegt die Ausgleichskasse di e massgebenden Zahlen mit ent- sprechenden Auszügen aus dem Individuellen Konto (IK) des Beschwerdeführers. 4.1 Gemäss Art. 60 Abs. 1 lit. b IVG ist die Ausgleichskasse für die Berechnung der Ren- ten, Taggelder, Einarbeitungszuschüsse und Entschädigungen für Betreuungskosten zuständig. 4.2 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versich erte, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet habe n (Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Berech- nung der ordentlichen Renten sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 sinngemäss anwendbar (Art. 36 Abs. 2 Satz 1 IVG). Die IV-Renten entsprechen den Alt ersrenten der Alters- und Hinterlasse- nenversicherung (Art. 37 Abs. 1 IVG). Die ordentlichen Renten werden als Vollrenten für Ve rsicherte mit vollständiger Beitragsdauer (lit. a) oder als Teilrenten für Versicherte mit unvol lständiger Beitragsdauer (lit. b) ausgerichtet (Art. 29 Abs. 2 AHVG). Die Teilrente entspricht dabei einem Bruchteil der Vollrente (Art. 38 Abs. 1 AHVG), für dessen Berechnung das Verhältnis zwischen den vollen Beitragsjahren der Versicherten zu denjenigen ihres Jahrgangs sowie die einge tretenen Veränderungen der Bei- tragsansätze berücksichtigt werden (Art. 38 Abs. 2 AHVG, Art. 52 der Verordnung über die Al- ters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947). 4.3.1 Für die Rentenberechnung werden die Beitragsja hre, das Erwerbseinkommen sowie die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der renten berechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versi- cherungsfalles (Rentenalter oder Tod) berücksichtigt (Art. 29 bis Abs. 1 AHVG). 4.3.2 Als vollständig gilt die Beitragsdauer, wenn die rentenberechtigte Person zwischen dem 1. Januar nach der Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Rentenalters gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29 ter Abs. 1 AHVG). Als Beitragsjahre gelten nach Art. 29 ter Abs. 2 AHVG Zeiten, in welchen eine Person Beiträge ge- leistet hat (lit. a), in welchen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 3 AHVG mindestens den doppel- ten Mindestbeitrag entrichtet hat (lit. b) sowie für die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerechnet werden können (lit. c). Dabei bestimmt sich die Beitragsdauer einer versicherten Person in der Regel nach den Einträgen in ihrem IK (Art. 30 ter Abs. 1 Satz 1 AHVG). Seite 4 4.3.3 Nach Art. 29 quater AHVG wird die Rente nach Massgabe des durchschnittlichen Jah- reseinkommens berechnet. Dieses setzt sich aus den Erwerbse inkommen (lit. a), den Erzie- hungsgutschriften (lit. b) sowie den Betreuungsgutschrif ten (lit. c) zusammen. Gemäss Art. 51 Abs. 2 AHVV werden die dem Versicherten bei der Ermitt lung des durchschnittlichen Jah- reseinkommens gemäss Art. 52b AHVV zusätzlich angerechneten Beitragsjahre und die ge- mäss Art. 52c AHVV herangezogenen Beitragszeiten mit den entsprechenden Erwerbsein- kommen mitgezählt. Beitragszeiten, die vor dem 1. Januar nach Vollendung de s 20. Altersjahres zurückgelegt wur- den, werden zur Auffüllung späterer Beitragslücken ang erechnet, wenn die Beitragsdauer im Sinne von Art. 29 ter AHVG unvollständig ist (Art. 29 bis Abs. 2 AHVG in Verbindung mit Art. 52b AHVV). Gemäss Art. 52c AHVV können Beitragszeiten zwischen dem 31. Dezember vor dem Eintritt des Versicherungsfalles und der Entstehung des Rentenanspruchs zur Auffüllung von Beitragslücken herangezogen werden. Die in diesem Zeitr aum erzielten Erwerbseinkommen werden bei der Rentenberechnung aber nicht berücksichtigt. 4.3.4 Bei erwerbstätigen Personen werden nur die Einko mmen berücksichtigt, auf denen Beiträge bezahlt wurden (Art. 29 quinquies Abs. 1 AHVG). Die Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalen derjahre der gemeinsamen Ehe er- zielt haben, werden geteilt und je zur Hälfte den bei den Ehegatten angerechnet (Art. 29 quinquies Abs. 3 AHVG). Die Einkommensteilung wird vorgenommen, wenn beide Ehegatten rentenbe- rechtigt sind (lit. a), wenn eine verwitwete Person Anspruch auf eine Altersrenten hat (lit. b) oder bei Auflösung der Ehe durch Scheidung (lit. c). Der Tei lung und der Anrechnung unterliegen laut Art. 29 quinquies Abs. 4 AHVG jedoch nur Einkommen aus der Zeit zwischen d em 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezemb er vor Eintritt des Versicherungsfal- les beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird (lit. a); und aus Zeiten, in denen beide Ehegatten in der schweizerischen Alters- und Hinterlassen enversicherung versichert gewesen sind (lit. b). Art. 29 quinquies Abs. 4 AHVG ist für das Kalenderjahr, in dem die Ehe geschlossen oder aufgelöst wird, nicht anwendbar (Art. 29 quinquies Abs. 5 AHVG). 4.3.5 Versicherten wird für diejenigen Jahre eine Erzie hungsgutschrift angerechnet, in wel- chen ihnen die elterliche Sorge für eines oder mehrere r Kinder zusteht, die das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben (Art. 29 sexies Abs. 1 Satz 1 AHVG). Die Erziehungsgutschrift entspricht dem Betrag der dreifachen minimalen jährlichen Altersr ente im Zeitpunkt des Rentenanspruchs (Art. 29 sexies Abs. 2 AHVG). Bei verheirateten Personen wird die Er ziehungsgutschrift während der Kalenderjahre der Ehe hälftig aufgeteilt (Art. 29 sexies Abs. 3 Satz 1 AHVG). Erziehungsgut- schriften werden immer für das ganze Kalenderjahr anger echnet, während des Jahres, in dem der Anspruch entsteht, werden keine Gutschriften angere chnet (Art. 52f Abs. 1 AHVV). Die Er- ziehungsgutschrift für das Jahr, in dem die Ehe aufgelö st wurde oder ein Elternteil stirbt, wird dem Elternteil angerechnet, welchem das Kind zugesprochen wurde oder welcher hinterblieben ist (Art. 52f Abs. 2 AHVV). Seite 5 4.3.6 Gemäss Art. 30 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Ar t. 51 bis Abs. 1 AHVV wird die Sum- me der Erwerbseinkommen entsprechend dem Rentenindex gemäss Art. 33 ter AHVG aufgewer- tet. Der Bundesrat lässt die Aufwertungsfaktoren jährlich festsetzen. Nach Art. 30 Abs. 2 AHVG werden die Summe der aufgewerteten Erwerbseinkommen so wie die Erziehungs- oder Betreu- ungsgutschriften durch die Anzahl der Beitragsjahre geteilt. 5.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob die Berechnung des massg ebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens und somit des frankenmässigen Rentenbetr ages des Beschwerdeführers von der Ausgleichskasse korrekt durchgeführt worden ist. 5.2.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Ausgleichskasse die Be itragsjahre des Beschwerdefüh- rers korrekt eruiert hat. In der Vernehmlassung vom 12. März 2012 führt die Ausgleichskasse unter "Bestimmung der Rentenskala" aus, dass für die Ber echnung des durchschnittlichen Er- werbseinkommens die Beitragszeiten ab dem 21. Altersjahr bis Dezember des dem Anspruch vorangehenden Jahres berücksichtigt würden. Zur Auffüllu ng allfälliger Beitragslücken würden die Jugendjahre verwendet. Man habe dem Beschwerdefü hrer dessen Jugendjahre (36 Monate) vollumfänglich angerechnet, da dieser von 1982 bis 1996 keine Beiträge aufweisen könne. Ebenfalls seien noch 8 Monate hinzugefügt worde n, die der Beschwerdeführer im Ren- tenjahr abgerechnet habe. Beim Beschwerdeführer gelang e die Rentenskala 28 zur Anwen- dung. Die Ausgleichskasse folgte bei der Ermittlung der anzuwendenden Rentenskala dem IK-Auszug des Beschwerdeführers. Sie ging unter Anrechnung seiner Jugendjahre (1975 bis 1977) und der 8 Monate im Jahr der Entstehung des Rentenanspruc hs nach Art. 52b und Art. 52c AHVV von 20 Beitragsjahren und 8 Monaten aus. Der IK-Auszug des Beschwerdeführers zeigt, dass der Beschwerdeführer von 1975 bis 1977 (Jugendjahre), 1 978 bis 1981 sowie von 1997 bis 2009 beitragspflichtiges Einkommen erzielt hat. Für die Zeit von 1982 bis 1996 liegt hingegen eine Beitragslücke vor. Wie unter E. 4.3.1 hiervor erläu tert werden zur Rentenberechnung die Beitragsjahre ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles berücksichtigt. Demgemä ss resultiert aus den Jahren 1978 bis 1981 sowie 1997 bis 2009 eine Beitragszeit von 17 Ja hren. Die Beitragslücke ist nach Art. 52b und Art. 52c AHVV mit der Beitragszeit in d en Jugendjahren des Beschwerdeführers (1975 bis 1977) sowie der Beitragszeit zwischen dem 31. Dezember vor dem Eintritt des Versi- cherungsfalles und der Entstehung des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers aufzufüllen. Der Beschwerdeführer verfügt demnach gesamthaft über 2 0 Beitragsjahre sowie 8 Monate. Die Ausgleichskasse konnte sich gemäss Art. 30 ter Abs. 1 Satz 1 AHVG auf die Eintragung im IK des Beschwerdeführer für die Berechnung der Rente des Be schwerdeführers stützen. Dies ins- besondere auch, weil sie sich mit Schreiben vom 24. Okto ber 2011 beim Beschwerdeführer nach der Beitragslücke in den Jahren 1982 bis 1996 erku ndigt hatte. Mit Schreiben vom 20. November 2011 erklärte der Beschwerdeführer, er h abe in den Jahren 1982 bis 1996 nicht in die Ausgleichskasse einzahlen können. Zur Bestimmung der für den Beschwerdeführer an- zuwendenden Rentenskala sind somit 20 Beitragsjahre und 8 Monate massgebend. Seite 6 5.2.2 Weiter gilt es zu prüfen, ob die Ausgleichskasse zu Recht von der Rentenskala 28 ausging. Für eine Vollrente (Rentenskala 44) sind gemä ss der Jahrgangstabelle 32 Beitragsjahre notwendig (Weisung der AHV zu den Re ntentabellen, Version 9, Stand: 1. Januar 2009, S. 8). Der Beschwerdeführer weist 20 Jahre und 8 Monate aus. Gemäss der Tabelle "Skalenwähler" resultiert aus der Beitragszeit des Beschwerdeführers im Vergleich zu den Beitragszeiten seines Jahrgangs von 32 Beitragsjahre n die Rentenskala 28 (Weisung der AHV zu den Rententabellen, Version 9, Stand: 1. Janua r 2009, S. 10). Die Anwendung der Rentenskala 28 ist somit richtig. 5.3 Die Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Er werbseinkommens des Be- schwerdeführers ist nun im nächsten Schritt zu prüfen. In der Vernehmlassung vom 12. März 2012 erläutert die Ausgleichskasse die Berechnung des dur chschnittlichen Erwerbsein- kommens gemäss Art. 29 quinquies AHVG. Man habe die Einkommen, welche der Beschwerdefüh- rer ab dem 1. Januar nach Vollendung seines 20. Altersjahres bis zum 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles erzielt habe, addiert. Aufgrund der Scheidung des Beschwerdeführers im Jahr 2008 seien die Einkommen während der Ehejahre von 1999 bis 2007 geteilt worden. Das Jahr der Eheschliessung und das Jahr der Scheidung seien nicht geteilt worden. Man habe eine Summe von Fr. 339'786.-- berechnet, diese mit dem Aufwertungsfaktor von 1.112 (erster massgebender IK-Eintrag im Jahr 1978) multipliziert und anschliessend durch die massgeben- de Beitragsdauer von 20 Jahren (240 Monate) dividiert, wonach ein durchschnittliches Er- werbseinkommen von Fr. 18'892.-- resultieren würde. D iese Berechnung ist nicht zu beanstan- den. Die Ausgleichskasse ist gemäss Art. 30 ter Abs. 1 AHVG an die IK-Eintragungen gebunden (vgl. E. 4.3.2 und E. 5.2.1 hiervor). Die von der Ausgleichskasse vorgenommene hälftige Teilung des Einkommens, welches die Ehegatten während der Kalenderj ahre der gemeinsamen Ehe von 1999 bis 2007 erzielt haben, wurde korrekt gemäss Art. 29 quinquies Abs. 3 AHVG durchgeführt. Ebenso ist die Auffüllung der Beitragslücke mit Beitrag szeiten nach Art. 52b und Art. 52c AHVV ordnungsgemäss erfolgt. Das zu berücksichtigende Einkommen beträgt somit Fr. 339'786.--, welches wie unter E. 4.3.6 hiervor erwähnt mit dem Auf wertungsfaktor zu multiplizieren ist. Der erste massgebende IK-Eintrag erfolgte im Jahre 1978, d emgemäss lautet der Aufwertungsfak- tor 1.112 (Weisung der AHV zu den Aufwertungsfaktoren 2 010, Version 4). Das aufgewertete Erwerbseinkommen von Fr. 377'842.-- (Fr. 339'786.-- x Aufwertungsfaktor 1.112) wird durch die Anzahl die massgebenden 20 Beitragsjahre geteilt (vgl. E. 4.3.2 und 4.3.6 hiervor) und ergibt demnach ein durchschnittliches Erwerbseinkommen von Fr. 18' 892.-- (Fr. 377'842.-- ./. 20 Beitragsjahre). Die Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Erwerbseinkommens der Ausgleichskasse ist demnach korrekt erfolgt. 5.4 Zum durchschnittlichen Erwerbseinkommen sind die Er ziehungsgutschriften gemäss Art. 29 sexies AHVG anzurechnen. In der Vernehmlassung vom 12. März 2012 weist die Aus- gleichskasse auf die Berechnung der anzurechnenden Erzie hungsgutschrift im Sinne von Art. 29 sexies AHVG hin. Man habe die Erziehungsgutschrift während der Kalenderjahre der Ehe geteilt. Der Anspruch auf die Erziehungsgutschrift en tstehe ab dem, der Geburt des ersten Kin- des, folgenden Kalenderjahr. Die Erziehungsgutschrift würde dem Betrag der dreifachen mini- Seite 7 malen jährlichen Altersrente entsprechen. Es seien 8 halbe Erziehungsgutschriften für die Jahre 2000 bis 2007 berücksichtigt worden, da die Kinder nach der Scheidung der Mutter zugespro- chen worden seien. Die Ausgleichskasse schrieb dem Beschwerd eführer Erziehungs- gutschriften in der Höhe von Fr. 8'208.-- gut. Auch diese Berechnung ist nicht zu beanstanden. Die Ausgleichskasse ging zu Recht gemäss Art. 29 sexies in Verbindung mit Art. 52e und Art. 52f AHVV davon aus, dass die Erziehungsgutschriften während d er Ehe hälftig zu teilen sind und ab dem ersten Kalenderjahr nach der Geburt des ersten Kindes ein Anspruch auf die Erzie- hungsgutschriften entsteht (vgl. E. 4.3.5 hiervor). Dass diese ab der Scheidung nicht mehr dem Beschwerdeführer, sondern der Inhaberin der elterlich en Sorge angerechnet werden, wurde richtig erkannt. Die Berechnung der Erziehungsgutschrif ten setzt sich wie folgt zusammen: Fr. 1'140.-- (minimale monatliche Vollrente der AHV, Weisung der AHV zu den Rententabellen, Version 9, Stand: 1. Januar 2009, S. 18) x 36 Monate (Art. 29 sexies Abs. 2 AHVG) x 12 Monate x 8 Jahre ./. 240 Beitragsmonate (20 Jahre) ./. 2 (hälf tige Teilung der Erziehungsgutschriften, vgl. E. 4.3.5 hiervor) = Fr. 8'208.--. Die Berechnung der Erziehungsgutschriften wurde somit korrekt durchgeführt und ist nicht zu beanstanden. 5.5.1 In einem letzten Schritt ist das durch die Aus gleichskasse berechnete Jahreseinkom- men zu überprüfen. In der Vernehmlassung vom 12. März 2 012 legt die Ausgleichskasse die Berechnung des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens des Beschwerdeführers dar. Man habe ein massgebendes durchschnittliches Jahresein kommen in der Höhe von Fr. 27'360.--, welches auf den Tabellenwert von Fr. 27'840.-- aufgerundet wurde, berechnet. 5.5.2 Das - von der Ausgleichskasse ermittelte - massgeben de durchschnittliche Jahresein- kommen setzt sich aus dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen in der Höhe von Fr. 18'892.- - und den Erziehungsgutschriften in der Höhe von Fr. 8 '208.-- zusammen. Bei der Nachrech- nung zeigt sich, dass das massgebende durchschnittliche Ja hreseinkommen des Beschwerde- führers Fr. 27'100.-- (Fr. 18'892.-- + Fr. 8'208.--) und der Tabellenwert der monatlichen Vollren- ten Fr. 27'360.-- beträgt (Weisung der AHV zu den monatlichen Vollrenten, Skala 44, Version 5, Stand: 1. Januar 2009, S. 2). Des Weiteren führt die Ausgleichskasse aus, man habe das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen auf den Tab ellenwert von Fr. 27'840.-- auf- gerundet. Der Tabellenwert, Fr. 27'840.--, gilt jed och erst ab 1. Januar 2011 (Weisung der AHV zu den monatlichen Vollrenten, Skala 44, Version 6, St and: 1. Januar 2011, S. 2). Es ist des- halb davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen, vorl iegend nicht relevanten, redaktio- nellen Fehler handelt. 5.5.3 Der frankenmässige Rentenbetrag für eine halbe I V-Rente ab dem 1. August 2010 bis zum 31. Dezember 2010 setzt sich wie folgt zusammen: Der Rentenskala 44 ist in der Zeile des obgenannten Tabellenwerts von Fr. 27'360.-- die monat lich auszurichtende Alters- und Invali- denrente in der Höhe von Fr. 1'436.-- zu entnehmen. D ie monatliche Vollrente ist gemäss Art. 52 Abs. 1 AHVV in Relation zur errechneten Rentenskala 28 zu setzen. Demgemäss ist die monatliche Vollrente von Fr. 1'436.-- mit dem Prozentw ert von 63,64 % zu multiplizieren. Dies ergibt eine Teilrente in der Höhe von Fr. 914.--. So mit ergibt sich für den Zeitraum vom 1. August 2010 bis 31. Dezember 2010 eine monatliche h albe IV-Rente in der Höhe von Seite 8 Fr. 457.--. Ab 1. Januar 2011 wurden die Tabellenwe rte erhöht (vgl. vorstehende E. 5.5.2), was unter Anwendung des vorgenannten Multiplikationsfakto rs zu einer monatlichen Invalidenrente von Fr. 465.-- ab Januar 2011 führt. Ausgehend von diesen Werten hat die Ausgleichskasse auf der Basis von 40 % der ermittelten Invalidenrente zwei Kinderrenten hinzugerechnet (vgl. Art. 38 Abs. 1 IVG), was von August bis Dezember 2010 zu einem Rentenanspruch von monat- lich Fr. 823.-- und von Januar bis November 2011 zu ein em solchen von Fr. 837.-- führt. Die Berechnung der Ausgleichskasse in der angefochtenen Ver fügung vom 23. Dezember 2011 erweist sich demnach als korrekt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 6. Für das vorliegende Verfahren sind keine Kosten zu e rheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht