Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 16. Mai 2018 (810 18 28) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Regelung des persönlichen Verkehrs Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsri chter Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Tobias Treyer , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Gabrielle Bodenschatz, Advokatin Betreff Regelung des persönlichen Verkehrs (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 21. Dezember 2017) A. D.____, geboren am XX.XX.2004, und E.____, gebor en am XX.XX.2008, sind die Kin- der der verheirateten Eltern A.____, geboren 1967, und C.____, geboren 1965. Mit Schreiben vom 15. November 2016 reichte der Kindsvater bei de r Kindes- und Erwachsenenschutzbehör- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht de B.____ (KESB) einen Antrag auf Regelung des persön lichen Verkehrs mit der Begründung ein, die Kindseltern hätten sich im Februar 2016 getr ennt und er habe seine Kinder seit April 2016 nicht mehr gesehen. B. Am 4. Januar 2017 wurde die Kindsmutter einzeln an gehört, da sie auf die Einzelanhö- rung bestanden hatte. Die Kinder wurden auf ihren Wu nsch gemeinsam angehört. Alle drei er- klärten, keinen Kontakt mehr zu C.____ zu wollen. Aufgr und der teils massiven Äusserungen der Kinder gegen den Kindsvater erteilte die KESB der Kinder- und Jugendpsychiatrie Basel- Landschaft (KJP) mit Verfügung vom 8. Februar 2017 den Auftrag, ein prozessorientiertes psy- chiatrisches Gutachten zu erstellen. Für die Zeit der Erst ellung des Gutachtens verzichtete die KESB auf eine vorsorgliche Regelung des persönlichen Verkehrs zwischen dem Kindsvater und seinen Söhnen. C. Nach Eingang des Gutachtens vom 21. September 2017 e rhielten die Eltern mit Verfü- gung vom 23. Oktober 2017 Frist zur Stellungnahme. Die KESB stellte einen Entscheid mit dem Inhalt in Aussicht, dass eine regelmässige Umgangsregelung anzustreben sei und alle Beteilig- ten anzuweisen seien, regelmässig Therapiegespräche bei der KJP wahrzunehmen, wobei über die Modalitäten die entsprechende Fachperson zu entsche iden habe. Der Kindsvater sei von der Kindsmutter regelmässig, mindestens aber einmal mon atlich, über die Kinderbelange zu informieren. Die KJP sei zu beauftragen, mittels Kurzb erichte halbjährlich über den Verlauf zu berichten. Die Kindsmutter sei anzuweisen, den Kurs “Ki nder im Blick“ des Vereins “Kinder im Blick Region Basel“, c/o Familien-, Paar- und Erziehung sberatung der Familienberatung Basel, zu besuchen. D. Nach Eingang der Stellungnahmen der Kindseltern ver fügte die KESB mit Entscheid vom 21. Dezember 2017 Folgendes: “1. Der persönliche Verkehr zwischen D.____, (…), und E. ____, (…), und dem Vater, C.____, (…), wird gestützt auf Art. 273 Abs. 3 ZGB wie folgt geregelt: 1.1. im Grundsatz: a. Zur Kontaktanbahnung zwischen Vater und Söhnen sind drei moderierte Gespräche bei der KJP Bruderholz durchzuführen. A.____ wird nach Art. 273 Abs. 2 ZGB angewiesen, die entsprechenden Termine zu vereinba- ren und die Teilnahme der Kinder in den nächsten zwei Monaten sicherzustellen. b. Anschliessend resp. spätestens nach zwei Monaten d reimal jeden zweiten Sonntag (ungerade Kalenderwochen) von 09.00 Uhr bis 20.00 Uhr. c. Schliesslich jeweils alle 14 Tage (ungerade Kalende rwochen) von Freitag, 19.00 Uhr, bis Sonn- tag, 20.00 Uhr. 1.2. Die Kinder verbringen mit dem Vater drei Wochen Ferien pro Jahr. Die Details vereinbaren die Eltern direkt miteinander. 1.3. Die Betreuungsregel ist im Vollzug so anzupassen, dass beide Elternteile gleichberechtigt hohe Feiertage mit den Kindern verbringen können. Die Det ails vereinbaren die Eltern direkt miteinan- der. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4. Verbringt die Mutter mit den Kindern Ferien au swärts, fallen allfällige Besuchszeiten zwischen Va- ter und Kindern ersatzlos aus. Dies aber begrenzt auf vier Besuchszeiten pro Jahr. 1.5. Die Kindseltern sind angewiesen, sich so zu orga nisieren, dass auch bei allfälligen Hindernissen der persönliche Verkehr wie angeordnet und vereinbart vollzogen werden kann. 1.6. Für Änderungen und zur Streitbeilegung gilt: a. Die Eltern sind befugt, einvernehmlich von den obigen Regeln abzuweichen. b. Wo aus praktischen Gründen im Einzelfall ein Termin oder eine Modalität geändert oder präzi- siert werden soll, tauschen sich die Eltern immer zunächst direkt resp. über ihre Rechtsvertreter miteinander aus. c. Ohne Einigung empfiehlt die Kindesschutzbehörde, ei ne Mediation aufzusuchen. d. Die Kindesschutzbehörde weist darauf hin, dass auch bei Anträgen zur Regelung der Modalitä- ten entsprechende Entscheide eine gewisse Verfahrensdauer bedingen. 2. Es wird auf eine Weisung zur Teilnahme an Therapi egesprächen der Kinder verzichtet. Vielmehr liegt es in der Verantwortung der Kindsmutter, die Kinder für die verfügten Kontakte mit dem Vater zu motivieren und entsprechend ihren Bedürfnissen stützende Massnahmen einzuleiten. 3. Der Kindsvater ist von der Kindsmutter regelmäss ig, mindestens aber einmal monatlich, schriftlich oder mündlich über die Kinderbelange zu informieren. Diese Anordnung wird sofort vollstreckt; einer allfä lligen Beschwerde wird die aufschiebende Wir- kung entzogen. 4. A.____ wird nach Art. 307 Abs. 3 angewiesen, den nächsten Kurs "Kinder im Blick" der Familien- beratung Basel zu besuchen. 5. A.____ wird hiermit bei Widerhandlung der, mit d iesem Entscheid verfügten Massnahmen, die Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 des Schweizerischen Str afgesetzbuches angedroht. Art. 292 StGB lautet (…). 6. Die Verfahrenskosten der KESB B.____ werden auf C HF 9230.00 festgelegt und gehen je zur Hälf- te zu Lasten der Eltern A.____ und C.____.“ Im Wesentlichen führte die KESB in ihrem Entscheid al s Begründung aus, die Beziehung zu beiden Elternteilen sei für die Entwicklung von Kindern wichtig. Des Weiteren sei der Erfolg ei- ner Bewältigung der trennungsbedingten Belastung bei Kindern und Jugendlichen von einer guten, dauerhaften Beziehung zu beiden Eltern abhängig. Zwar hätten beide Söhne ausgesagt, keinen Kontakt zum Vater haben zu wollen. Aus Gründen der Persönlichkeitsentwicklung der beiden Kinder sollte aber trotzdem der Aufbau bzw. die Weiterführung der Beziehung zum Vater gefördert werden. Eine schrittweise Annäherung zum Vate r solle dabei nicht ein Zwang zur Be- ziehungsgestaltung, sondern ein Zwang zur Realitätskontro lle als minimaler Bestandteil des Kindswohls bei Kontaktverweigerung sein. Den Behörden seien keine Pflichtwidrigkeiten des Vaters bekannt, welche gegen unbegleitete Besuche beim Vater sprechen würden, deshalb sei der persönliche Verkehr ordentlich zu regeln. Die KESB appellierte an die Verantwortung der Kindsmutter für ihre Kinder, dass sie zukünftig den Bed arf der Kinder vor ihren eigenen Emp- findlichkeiten stelle und mit der Unterstützung von Fac hpersonen die für die Entwicklung der Kinder unhaltbare Situation positiv auflöse. Die KESB habe nötigenfalls auch zu prüfen, ob die Obhut für die Kinder dem Vater zuzuteilen sei. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Gegen diesen Entscheid erhob die Kindsmutter, vertre ten durch Tobias Treyer, Advokat, mit Eingabe vom 23. Januar 2018 beim Kantonsgericht, Ab teilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde und beantragte die kostenfällige vollumfängliche Auf- hebung des Entscheids der KESB vom 21. Dezember 2017. D es Weiteren beantragte sie, es seien die Kinder zu befragen und es sei eine Auskunft b eim Kursveranstalter des Kurses “Kin- der im Blick“ darüber einzuholen, dass eine zwangsweise Tei lnahme zu diesem Kurs sinnlos und vom Veranstalter nicht gewünscht sei. Im Wesentlichen führte die Beschwerdeführerin aus, das Gutachten habe keine derzeitige Zumutbarkeit der Kontaktaufnahme zwischen den Kindern und dem Kindsvater festgestellt, sondern unter Berücksichti gung des Kindswohls ausschliess- lich Quartalsberichte vorgesehen. Das Gutachten habe empf ohlen, es seien “vorderhand ledig- lich langfristig regelmässige Umgangsregelungen anzustreb en“ und die Kontaktaufnahme solle langsam im Einvernehmen der Kinder vollzogen werden. Damit entspreche der angefochtene Entscheid nicht der vor der Anhörung der Parteien in A ussicht gestellten Entscheidungen der KESB. Zudem berücksichtige der angefochtene Entscheid n icht die Einschätzungen und Emp- fehlungen des Gutachtens der KJP, sondern stelle eine dra stische Verschärfung der gutachter- lichen Vorgaben bzw. des ursprünglich in Aussicht gestellt en Entscheids zu Lasten der Be- schwerdeführerin dar. Der Entscheid der KESB liege nich t im Interesse des Kindswohls. Die Beschwerdeführerin sei bereit, den Kindsvater monatlich über die Kinder zu informieren. Des Weiteren beantragte die Beschwerdeführerin, die KES B habe einerseits zu erklären, weshalb die Gutachterkosten das Kostendach von Fr. 6‘000.-- um d en Betrag von Fr. 730.-- überschrei- ten würden und andererseits ihren behaupteten Aufwand von Fr. 2‘500.-- im Detail auszuwei- sen. Der Kindsvater, vertreten durch Gabrielle Bodenschatz, Ad vokatin, beantragte in seiner Ver- nehmlassung vom 8. März 2018, es sei die Beschwerde vom 23 . Januar 2018 vollumfänglich abzuweisen. Es sei eine Erziehungs- und Besuchsbeistandscha ft für die beiden Kinder zu er- richten; alles unter o/e-Kostenfolge. Im Übrigen sei se in langjähriger Therapeut, F.____, Basel, als Auskunftsperson zu laden. Des Weiteren wurden Aussagen und Zeugnisse aus dem Freun- deskreis bzw. vom Arbeitgeber des Kindsvaters zur Edition offeriert. Im Wesentlichen erklärte der Kindsvater, dass die Gründe für die im Gutachten ge schilderten und von der Kindsmutter vorgehaltenen Zwischenfälle und die familiären Spannun gen in der Vergangenheit klar in der Paarbeziehung und nicht im Charakter des Kindsvaters begrü ndet seien. Dies gehe deutlich aus dem Gutachten hervor. Wenn der Kontakt zum Vater nicht rasch wiederhergestellt werde, werde sich das Bild, welches die Kinder von ihm hätten, weiter verzerren und dessen Dämoni- sierung fortschreiten. Ein definitiver Kontaktabbruch sei vorprogrammiert. Die KESB beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. M ärz 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie erläuterte unter anderem, dass sie vo n ihrem in der Verfügung vom 23. Oktober 2017 in Aussicht gestellten Vorgehen abgerü ckt sei, da die Kindsmutter in ihrer Stellungnahme vom 22. November 2017 keinerlei Bereitsch aft habe erkennen lassen, von ihrer bereits anlässlich des Gutachtens gezeigten Haltung der Verweigerung gegenüber Gesprächen mit dem Kindsvater abzuweichen. Somit habe nicht meh r davon ausgegangen werden können, dass sich in Zukunft etwas ändern würde, zumal im Gutach ten mehrmals zum Ausdruck kom- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht me, dass sich die Meinung der Kinder zunehmend zementier e. Das Gutachten führe jedoch nicht aus, inwiefern eine Annäherung der Kinder an de n Vater konkret zustande kommen solle. Der Kontakt zwischen den Kindern und dem Vater werde i m Gutachten entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Meinung nirgends als un zumutbar qualifiziert. Es werde nir- gends erwähnt, dass mit dem Kontakt zum Vater eine Kind swohlgefährdung einhergehe. Hin- gegen halte das Gutachten fest, dass die Erziehungsfähig keit der Kindsmutter in Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kontakt mit dem Kindsvater zum jetzigen Zeitpunkt als problema- tisch eingeschätzt werde. Im Gegensatz dazu werde dieser Teil der Erziehungsfähigkeit beim Vater als gegeben eingestuft. F. Mit präsidialer Verfügung vom 27. März 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurtei- lung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Des Weiteren wurde von Beweismassnah- men abgesehen und die entsprechenden Beweisanträge der Parteien wurden abgewiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuch es (ZGB) vom 10. De- zember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen En tscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 6 6 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht des Kantonsgerichts für zuständig. Das Verfa hren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmunge n des kantonalen Verwaltungspro- zessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Demnach ist d ie Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozess- ordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 A bs. 2 ZGB sind Personen zur Be- schwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff . 1), die der betroffenen Person nahe ste- hen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Intere sse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Als direkte Ve rfahrensbeteiligte und Kindsmutter von D.____ und E.____ ist die Beschwerdeführerin zur Besch werdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und § 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2. Festzuhalten gilt an dieser Stelle, dass das Recht sbegehren des Kindsvaters, es sei eine Erziehungs- und Besuchsbeistandschaft für die beide n Kinder zu errichten, aus zwei Gründen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sein kann. Erstens war die Errichtung einer Beistandschaft nicht Gegenstand des erstinstanzlichen Entscheids und kann somit nicht Gegenstand der vorliegenden Beschwerde sein. Zweitens hat der Beschwerdegegner selber keine Beschwerde gegen den Entscheid der KESB erhoben u nd somit wird der Rahmen des Streitgegenstandes – innerhalb des durch den angefochten en Entscheid geregelten Gegen- standes – durch die Rechtsbegehren der Beschwerdeführeri n gegeben. Der Beschwerdegegner kann damit “lediglich“ die vollumfängliche oder teilwei se Abweisung oder Gutheissung der Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerde beantragen. Es steht dem Kindsvater jedoch unben ommen, einen Antrag auf Errich- tung einer Beistandschaft bei der KESB zu stellen. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Re chtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1. In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob alle Zi ffern des angefochtenen Entscheids recht- mässig erlassen wurden. Kernfrage ist dabei, ob die KESB zu Recht verfügt hat, dass nach drei moderierten Gesprächen bei der KJP das Besuchsrecht ausgeübt werden soll und damit, ob sie zu Recht zum Teil vom Gutachten abgewichen ist. 3.2. Wie jedes Beweismittel unterliegen auch Gutachten der freien richterlichen Beweiswür- digung. In Sachfragen weichen die Richter praxisgemäss a ber nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab (BGE 133 II 384 mit Hi nweisen; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 13. November 2013 [810 12 239] E. 6.4; KGE VV vom 15. Februar 2012 [810 11 264] E. 5.1). Die Beweiswürdigung und die Be- antwortung der sich stellenden Rechtsfragen ist Aufgab e der Richter. Diese haben zu prüfen, ob sich auf Grund der übrigen Beweismittel und der Vo rbringen der Parteien ernsthafte Ein- wände gegen die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darle gungen aufdrängen. Erscheint ihnen die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, haben sie nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben . Das Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 BV; BGE 133 II 391 E. 4.2.3; 130 I 345 f. E. 5.4.2; KGE VV vom 4. Juni 2015 [810 13 21 4/215] E. 4; vom 30. Oktober 2013 [810 13 171] E. 4.2; vom 28. Oktober 2015 [810 15 21] E. 5.3). Diese Grundsätze gelten auch für die Behörden und damit auch für die KESB. 4.1. Als erstes sind damit der wesentliche Inhalt des Gu tachtens der KJP vom 21. Septem- ber 2017 sowie die darin enthaltenen Empfehlungen aufzuzeigen. 4.2.1. Im Gutachten führen die zwei das Gutachten verfasse nden Ärztinnen unter dem Titel “Beurteilung und Überlegungen“ aus, dass sich die Beschwe rdeführerin zu Beginn sehr kritisch gegenüber dem Gutachten äussere, da es alles wieder auf wühle. Die Beschwerdeführerin mit akademischer Ausbildung schildere die Paar- und Familien vorgeschichte differenziert und nachvollziehbar. Sie berichte in Bezug auf den Kindsvat er über eine lange enttäuschende Vor- geschichte des Alleinseins bzw. des sich Alleinefühlens. Au fgrund des Verhaltens des Kindsva- ters habe sie zum Schutz der Kinder die Beziehung zu ihm beendet. Der Verarbeitungsprozess der zerbrochenen Partnerschaft und der zerbrochenen Familie wirke noch nicht abgeschlossen. Die Beschwerdeführerin scheine als Hauptbezugsperson mit ihren Söhnen emotional eng und liebevoll verbunden zu sein und ihnen ein sicheres und g eborgenes Daheim bieten zu können. Es sei der Eindruck entstanden, dass die Beschwerdeführerin ihren Söhnen bezüglich eigener Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Meinung viel Freiraum gewähre, dennoch würden D.____ und E.____ sehr eng und überaus loyal mit ihr verbunden wirken. Mehrmals würden die Besch werdeführerin und ihre Söhne be- richten wie viel ruhiger und angenehmer es im Familiensystem seit dem Auszug des Beschwer- degegners geworden sei. “Hier scheinen sie alles ‘Böse‘ a uf den Kindsvater zu projizieren.“ Ei- ne Entfremdung werde deutlich. D.____ und E.____ wür den beide einen intelligenten, wortge- wandten und für ihr Alter differenzierten Eindruck ma chen. Dem Kindsvater würden die Kinder abwertendes und beleidigendes Verhalten sowie mehrere Wutausbrüche und Ausraster vorwer- fen. Bewusst erfolgte GewaIttätigkeiten ihnen und der Beschwerdeführerin gegenüber seien klar verneint worden. Es falle auf, dass von den Kindern wiederholt Episoden von Ausrastern beschrieben würden, die in der Rückschau an Gewicht zuzun ehmen schienen. Das von den Kindern geschilderte Bild des Kindsvaters sei fast ausnahm slos negativ und wirke zum aktuel- len Zeitpunkt zementiert. D.____ und E.____ würden je glichen Kontakt zum Kindsvater ableh- nen. lhre Äusserungen seien massiv. Der Kindsvater, welcher von Beruf Chemiker sei und in de r pharmazeutischen Entwicklung ar- beite, wirke im Kontakt freundlich, eher introvertiert und fast schon aggressionsgehemmt. Es entstehe der Eindruck, dass er möglicherweise aus falsch v erstandener Rücksicht etwas nicht sage oder in der Vergangenheit nicht gemacht habe. An seinem Jähzorn habe er im Rahmen der Psychoanalyse intensiv gearbeitet und diesen in seine Persönlichkeit integriert. Der Kinds- vater zeige sich bereit für alles, was die Beziehung zu seinen Söhnen fördern könnte. Die Gut- achterinnen hätten ihn in den Gesprächen sehr bemüht und offen erlebt. Er scheine seine Söh- ne zu lieben und unter der aktuellen Situation sehr zu leiden. F.____, bei dem der Beschwerdegegner seit elf Jahren i n Psychoanalyse sei, habe im Telefon- gespräch berichtet, wie sehr der Beschwerdegegner unte r der Situation, seine Söhne nicht se- hen zu können, leide, und er gehe davon aus, dass dem Kindsvater grosses Unrecht geschehe. Er beschreibe ihn durchwegs positiv und sei erstaunt über die Wendung der Beziehung der Kinder zum Kindsvater. Er habe in den vergangenen Jahr en sehr viel vom Beschwerdegegner mitbekommen und unter anderem auch von den Geschichten gehört, in denen der Beschwer- degegner “nicht wahnsinnig pädagogisch jedoch überhaupt nicht dramatisch“ reagiert habe. Von Gewalttätigkeit fehle beim Beschwerdegegner jede Spur. 4.2.2. Unter dem Titel “Zusammenfassung des Verlaufs un d gutachterliche Stellungnahme“ kommen die Gutachterinnen zum Schluss, dass D.____ und E.____ körperlich altersentspre- chend entwickelte 9- und 12-jährige Knaben von Schweize r Eltern mit anamnestisch gutem kognitivem Leistungspotential seien. Beide Knaben seien gute Schüler, würden eine private Schule besuchen und diverse Hobbies betreiben. Psychopathol ogisch seien bei den Knaben keine Auffälligkeiten im Gespräch eruierbar gewesen. Sie würden sich im Rahmen des Gutach- tens offen zeigen und würden sich altersentsprechend dif ferenziert über ihre familiäre Situation äussern. E.____ habe ein Einzelgespräch verweigert. Au s diesem Grund habe das Gespräch gemeinsam mit beiden Knaben stattgefunden. Die Knaben würden dem Kindsvater Anschreien, Fluchen, Abwerten, Beleidigen und Ausrasten vorwerfen . Bei ihren Erzählungen seien Wut, Enttäuschung und eine starke Ablehnung spürbar. Zum aktu ellen Zeitpunkt würden die Kinder den Kontakt zum Kindsvater kategorisch ablehnen. Es sei nach der Einschätzung der Kinder zu Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht viel kaputt gegangen. Bei der Kindsmutter seien mangeln de Kommunikation mit dem Kindsva- ter, das Gefühl von Alleinsein, sich nicht verstanden f ühlen, sowie die zunehmende Aggression des Kindsvaters gegenüber ihr und den Kindern ausschlagg ebend für die Trennung gewesen. Sie betone, vor den Kindern nicht schlecht über den Kin dsvater reden zu wollen. Dennoch sei auch bei ihr eine grosse Enttäuschung und Trauer über den Bruch der Paarbeziehung sowie der Familie spürbar. Zum Selbstschutz könne sie keine persö nlichen Gespräche mit dem Kindsvater wahrnehmen, sondern sei ausschliesslich zu Quar tals-Berichten per E-Mail an den Kindsvater über D.____ und E.____ bereit. Der Kindsva ter wünsche, eine Beziehung zu seinen Söhnen zu haben und eine Entfremdung zu vermeiden. Er liebe seine Söhne und sei zu allem, was der Verbesserung der Beziehung diene, bereit. Auf G rund der massiven ablehnenden Hal- tung der Kinder bezüglich Kontakts mit dem Kindsvater lie ge der kleinste gemeinsame Nenner in Quartals-Berichten, in welchen die Kindsmutter den K indsvater über den aktuellen Stand von D.____ und E.____ berichten werde. Die Kindsmutter sei darüber informiert worden, dass Kon- taktabbruch für Kinder keine gute und gesunde Reaktion sei. Zudem sei sie darüber aufgeklärt worden, wie wichtig die Auseinandersetzung mit dem eigenen Vater für ihre Söhne sei. Die Gutachterinnen empfehlen “die Etablierung der Qu artals-Berichte mit dem Ziel der Eta- blierung eines persönlichen Kontaktes der Kinder mit dem Kindsvater, dies zum Wohle der Kin- der“. 4.2.3. Die Fragen der KESB und die Antworten der Gu tachterinnen lauten wie folgt: “1. Entspricht es dem Kindswohl, wieder Kontakte mit d em Vater zu haben? Wie kann dies aus psychiatrischer Sicht begründet werden? Es entspricht dem Kindeswohl wieder Kontakt mit dem Vater zu haben. Aufgrund der massiv ablehnenden Haltung der Kinder sollte die Kontaktauf nahme langsam und im Einvernehmen der Kinder vollzogen werden. 2. Wenn ja, wie kann ein Kontaktaufbau gestaltet werden? Zum jetzigen Zeltpunkt empfehlen wir einen Kontaktau fbau im Sinne der Quartals-Berichte der Kindsmutter. Die Kinder lehnen den persönlichen Kontakt zum Kindsvater ab. 3. Entspricht es dem Kindswohl, künftig eine regelmässige Umgangsregelung anzustreben? Werden unterstützende Massnahmen (ev. Beistandschaft) emp fohlen, damit die Kinder den Kontakt zu beiden Eltern leben können? Langfristig sind regelmässige Umgangsregelungen anzustreb en. Ob weitere unterstützende Massnahmen nötig sind, wäre in einem späteren Zeitpunkt zu prüfen. ( …). 4. (…). 5. (…). 6. Sind weiterführende Massnahmen notwendig um eine g esunde Entwicklung der Kinder zu unterstützen? (ev. Therapie etc.). Wir haben stützende therapeutische Gespräche zur Kon taktaufnahme der Kinder mit dem Vater, Paargespräche, Familiengespräche angeboten. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Angebote von der Kindsmutter und den Kindern abgelehnt. 7. (…).“ Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht In den Antworten zu den Fragen 3, 4 und 5 wird die allgemeine Erziehungsfähigkeit der Kindsel- tern bejaht. Die Erziehungsfähigkeit des Kindsvaters i n Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kontakt mit der Kindsmutter wird als gegeben eingesch ätzt. Die Erziehungsfähigkeit der Kindsmutter in Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kontakt mit dem Kindsvater wird zum jetzigen Zeitpunkt hingegen als problematisch eingeschätzt. 4.2.4. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass die Beschwer deführerin zu einem 100 % Pen- sum arbeitet und die Kinder nach der Schule durch die Grossmutter bei den Kindern zu Hause betreut werden. Die Beschwerdeführerin erklärt, bei e inem psychologischen Berater eine The- rapie gemacht zu haben, aktuell jedoch nicht mehr in Beh andlung zu sein. Gemäss Gutachten hat der Kindsvater den Kurs “Kinder im Blick“ absolviert und ist seit elf Jahren in analytischer Psychotherapiebehandlung. Der Kindsvater hat früher die Kinder meistens von der Schule ab- geholt. Der Kindsvater gibt auf die Frage nach dramat ischen Ereignissen zwischen dem Kinds- vater und den Knaben zu, etwa drei bis sieben Mal ausge flippt zu sein. Einmal habe er D.____ in einem Streit gestossen, so dass er mit dem Stuhl gekip pt sei. Dies tue dem Kindsvater heute noch leid. Ansonsten sei es zu keinen schwerwiegenden Vorfällen gekommen. Die Frage, ob er cholerisch oder impulsiv sei, verneint er und berichtet, d ass er häufig aufgrund von Konflikten mit seiner Frau bereits “auf 180“ gewesen sei und ihn d adurch bereits Kleinigkeiten von Seiten der Buben zum Ausflippen gebracht hätten. Der Psychoth erapeut erklärt, er erlebe den Kinds- vater als absolut stabil. Am Jähzorn habe der Beschwerde gegner in den vergangen Jahren in- tensiv gearbeitet. Von Gewalttätigkeit fehle es beim Be schwerdegegner jede Spur. Die Vorwür- fe seitens der Kindsmutter seien uralt. Er traue dem B eschwerdegegner zu, einen guten und sensiblen Weg zu finden, die Beziehung mit den Kindern wieder aufzubauen. Die Kindsmutter und die Kinder erzählen, dass es einige Male zu Eskalationen gekommen sei, bei der er E.____ einmal ein Wörterbuch ins Gesicht geworfen habe, was zu einer Blutung im Gesicht geführt habe. Im Gutachten ist ausserdem festgehalten, dass im Gespräch mit der Kindsmutter erarbeitet worden sei, dass ein Kontaktabbruch keine gesunde Reaktio n sei. Sie hätten das Thema Ver- drängung thematisiert. Die Auseinandersetzung mit dem leiblichen Vater sei für eine gesunde kindliche Entwicklung von grosser Bedeutung. Die aktuelle Situation sei gemäss der Schilde- rung der Kinder und der Kindsmutter geprägt von Wut, Groll und Enttäuschungen. Die Kinds- mutter sei lediglich bereit, vierteljährlich einen Beri cht an den Kindsvater zu verfassen. Im Ge- spräch mit dem Kindsvater sei mit ihm besprochen worden, dass es vorerst nicht anders gehe, als ein “Stand-by-Papi“ zu sein, in der Hoffnung, dass mi t der Pubertät der Knaben und der da- mit verbundenen Entidealisierung der Kindseltern in di esem Alter allenfalls eine Möglichkeit für einen erneuten Beziehungsaufbau entstehen werde. 4.2.5. Damit kann zusammenfassend festgehalten werden, d ass das Gutachten den Kindsva- ter als vollumfänglich erziehungsfähig erachtet und zwar im Gegensatz zur Beschwerdeführerin auch in Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kon takt mit dem anderen Elternteil. Es wird ausgeführt, dass der Kindsvater nicht gewalttätig sei. P sychopathologisch seien bei den Kna- ben keine Auffälligkeiten eruierbar. Des Weiteren wir d erörtert, wie wichtig der Kontakt der Kin- der auch zum Vater sei und dass die Kontaktaufnahme zum Vater dem Kindswohl entspreche. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufgrund der massiv ablehnenden Haltung der Kinder sollte die Kontaktaufnahme langsam und im Einvernehmen der Kinder vollzogen werden. Zum jetzig en Zeitpunkt werde eine Kontaktauf- nahme im Sinne der Quartals-Berichte der Kindsmutter empfohlen, wobei längerfristig regel- mässige Umgangsregelungen anzustreben seien. 4.3. Wie die KESB in ihrer Vernehmlassung an das Kant onsgericht ausführt, ist aus dem Gutachten nicht ersichtlich, inwieweit eine Kontaktaufnah me des Kindsvaters mit den Kindern via Quartals-Berichte der Kindsmutter an den Kindsvater st attfinden solle. Vielmehr kann sogar gesagt werden, dass es sich bei diesen Quartals-Berichten gar nicht um eine Kontaktaufnahme zwischen Kindern und Kindsvater handelt. Zwar wird im T eil des Gutachtens “Gespräch mit der Kindsmutter“ ausgeführt, Ziel dieser Quartals-Berichte sei, dass sich auch die Kinder an diesen Berichten in irgendeiner Form beteiligen würden. Jedo ch handelt es sich bei dieser Formulie- rung lediglich um einen Wunsch der Gutachterinnen, und in der Empfehlung wird die Mitwirkung der Kinder auch nicht erwähnt. Des Weiteren geht aus de m Gutachten ganz klar hervor, dass die Kindsmutter keine Gespräche mit dem Kindsvater wünsc ht und der Kindsvater lediglich als Störfaktor ihres funktionierenden Lebens erachtet wird. Damit leidet das Gutachten am nicht lösbaren Widerspruch, dass die Kontaktaufnahme mit dem Vater dem Kindswohl entspricht und eine längerfristige regelmässige Umgangsregelung anzustr eben ist, aufgrund der vorgeschla- genen Massnahme, nämlich die Quartals-Berichte, diese Z iele aber wohl kaum erreicht werden können. Zumal gemäss Gutachten die Erziehungsfähigkeit d er Mutter in Bezug auf die Unter- stützung der Kinder im Kontakt mit dem Kindsvater zum je tzigen Zeitpunkt als problematisch eingeschätzt wird, das negative Bild, welches die Kinde r vom Vater haben, im aktuellen Zeit- punkt zementiert wirkt und eine Entfremdung von den Kindern zum Vater deutlich wird. 4.4.1. Aufgrund der obigen Darlegungen lagen damit triftige Gründe vor, gestützt auf die die KESB vom Gutachten abweichen durfte. Die KESB hat na ch der Erstellung des Gutachtens sehr moderate, nur wenig vom Gutachten abweichende Ma ssnahmen ausgearbeitet, um die gutachterlichen Ziele der Kontaktaufnahme und Umgangsre gelung in die Wege zu leiten, ohne dabei die Kontaktaufnahme zwischen Kindsvater und Kinde r gegen den Willen der Kinder vor- zusehen. In ihrer Verfügung vom 23. Oktober 2017 erklär t die KESB nämlich, einen Entscheid in Erwägung zu ziehen mit dem wesentlichen Inhalt, dass eine regelmässige Umgangsregelung anzustreben sei, dass alle Beteiligten anzuweisen seien, r egelmässige Therapiegespräche beim KJP wahrzunehmen, wobei über Art und Häufigkeit die entsprechenden Fachpersonen entscheiden würden, dass der Kindsvater von der Kindsmut ter regelmässig, mindestens aber einmal monatlich, schriftlich oder mündlich über die Ki nderbelange zu informieren sei sowie dass die Kindsmutter den Kurs “Kinder im Blick“ zu besuchen habe. 4.4.2. Die Kindsmutter erklärt in ihrer Stellungnahme vom 22. November 2017 mit den in der Verfügung vom 23. Oktober 2017 vorgesehenen Massnahmen nicht einverstanden zu sein. Sie führt in ihrer Vernehmlassung aus, die KJP habe ausgef ührt, dass langfristig regelmässige Um- gangsregelungen anzustreben und weitere unterstützende Massnahmen in einem späteren Zeitpunkt zu prüfen seien. Die Verfügung sei insofern anzupassen, als dass langfristig und im Einvernehmen mit den Kindern eine regelmässige Umgangsregelung anzustreben sei. Die The- rapiegespräche im jetzigen Zeitpunkt seien im Gutachte n nicht vorgesehen und würden nur Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht sinnvoll sein, wenn sie willkommen seien. Auch ihre monat liche Berichterstattung sei im Gut- achten nicht vorgesehen. Zudem bringe auch der Kursbesuc h gegen den Willen der Kindsmut- ter nichts. 4.5. Wie oben dargelegt, können die im Gutachten gen annten Ziele der Kontaktaufnahme und Durchführung der Besuchsrechte nicht mit den empfoh lenen Quartals-Berichten erreicht werden. Die KESB hat daraufhin moderat weitergehend e Massnahmen, als im Gutachten vor- gesehen, vorgeschlagen. Wie die KESB in ihrer Vernehm lassung an das Kantonsgericht richtig ausführt, hat die Kindsmutter mit ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2017 ihre mangeln- de Kooperationsbereitschaft gezeigt und vehement jegli che vorgesehene Massnahme abge- lehnt. Damit wird deutlich, dass die Kontaktaufnahme u nd die angestrebte regelmässige Um- gangsregelung weder bald noch in naher Zukunft Realit ät werden können, wenn die Realisie- rung derselben lediglich in den Machtbereich der Mutter gelegt wird. Mit dieser Vernehmlassung hat die Kindsmutter die Zweifel der Gutachterinnen a n ihrer Erziehungsfähigkeit in Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kontakt mit dem Kind svater zum jetzigen Zeitpunkt untermau- ert. Die KESB musste aufgrund der gesamten Umstände d en Schluss ziehen, dass ohne klare Massnahmen und ohne behördlichen Zwang, – vor allem unt er Berücksichtigung der Tatsa- chen, dass der Vater die Kinder letztmals im April 201 6 gesehen hat und die Kinder im Zeit- punkt der angefochtenen Verfügung bereits 9 und knapp 13 Jahre alt waren, – die Realisierung einer Kontaktaufnahme mit späterer Etablierung einer Umgangsregelung äusserst fraglich war. Damit ist entgegen dem Standpunkt der Beschwerdeführer in nicht zu beanstanden, dass die KESB klare Massnahmen für die Kontaktaufnahme und Besuc hsregelung vorgesehen hat, wel- che zum Teil vom Gutachten abweichen. 5.1. Als nächstes stellt sich die Frage, ob die angeordne ten Massnahmen rechtmässig sind. 5.2. Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut n icht zusteht, und das minderjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Persönlicher Verkehr ist ein Recht der Eltern und des K indes (sog. Pflichtrecht). Zweck des Be- suchsrechts ist vor allem die Aufrechterhaltung regelmässig er Kontakte des Kindes zu seinen Eltern (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Breitschmid/Rumo-Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, N 3 zu Art. 273 ZGB). Dieses Recht steht dem Betroffenen u m seiner Persönlichkeit willen zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_50/2013 vom 19. März 2013 E . 6.1). Verpflichtet, den persönli- chen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dulden bzw. zu e rmöglichen, ist die die elterliche Sorge oder Obhut innehabende Person, d.h. in der Reg el der andere Elternteil, aber auch Pfle- geeltern. So haben auch der Vater und die Mutter all es zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Aufgabe der erziehenden Person er- schwert (Art. 274 Abs. 1 ZGB; vgl. INGEBORG SCHWENZER /MICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/ Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB, Basel 2014, N 5 zu Art. 273 ZGB). Als sog. Pflichtrecht dient es freilich i n erster Linie dem Interesse des Kindes. Bei der Festsetzung des Besuchsrechts geht es nicht darum, e inen gerechten Interessenaus- gleich zwischen den Eltern zu finden, sondern den elter lichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln, wobei die Bedürfnisse des Kleinkinde s nicht denjenigen eines Jugendli- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen entsprechen. Als oberste Richtschnur für die Ausgesta ltung des Besuchsrechts gilt somit immer das Kindeswohl, das anhand der gegebenen Umstän de zu beurteilen ist. Allfällige Inte- ressen der Eltern haben zurückzustehen (vgl. Urteile des Bu ndesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E.4.2 und 5A_50/2013 vom 19. März 2013 E. 6.1; BGE 127 III 295 E. 4a). 5.3. Der aus Art. 273 Abs. 1 ZGB fliessende Anspruch ka nn gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB verweigert oder entzogen werden, wenn das Wohl des Kin des durch den persönlichen Verkehr gefährdet wird, wenn ihn der betreffende Elternteil pflichtwidrig ausgeübt hat, wenn sich dieser nicht ernsthaft um das Kind gekümmert hat oder wenn an dere wichtige Gründe vorliegen. Eine Gefährdung des Wohls des Kindes im genannten Sinn liegt dann vor, wenn dessen ungestörte körperliche, seelische oder sittliche Entfaltung durch e in auch nur begrenztes Zusammensein mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht i st (Urteil des Bundesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktober 2014 E. 4.3). 5.4. Bei der Beschränkung des persönlichen Verkehrs ist stets das Gebot der Verhältnis- mässigkeit zu beachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_404 /2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.4). Das Bundesgericht hat ausdrücklich festgehalt en, dass es unhaltbar wäre, wenn der obhutsberechtigte Elternteil es in der Hand hätte, ge wissermassen durch Zwistigkeiten mit dem anderen Teil den Umfang des Besuchsrechts zu steuern. So darf der persönliche Verkehr in der Regel nicht allein wegen elterlichen Konflikten dauerh aft eingeschränkt werden, jedenfalls so- weit das Verhältnis zwischen dem besuchsberechtigten Elte rnteil und dem Kind gut ist (BGE 130 III 585 E. 2.2.1; Urteil 5C.221/2006 vom 16. Jan uar 2007 E. 2.2; KGE VV vom 16. Dezem- ber 2015 [810 15 293] E. 3.1). Es ist allgemein anerkannt, dass die Beziehungspflege zu beiden Elternteilen für die gedeihliche Entwicklung des Kindes sehr wichtig ist und bei dessen Identi- tätsfindung eine entscheidende Rolle spielen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_79/2014 vom 5. März 2015 E. 5, BGE 130 III 585 E. 2.2.2; KGE VV vom 10. Mai 2017 [810 17 12] E. 7.4). Der gänzliche Ausschluss eines Elternteils vom persönlichen V erkehr kommt schliess- lich nur als ultima ratio in Frage; er ist einzig dann statthaft, wenn sich die nachteiligen Auswir- kungen eines Besuchsrechts nicht anderweitig in für das Kin d vertretbaren Grenzen halten las- sen (Urteile des Bundesgerichts 5A_719/2013 vom 17. Oktob er 2014 E. 4.3; 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3). Wie die KESB in ihrer Vernehmlassung ausführt, kann si ch das Fehlen der Auseinandersetzung mit der Beziehung zum nicht obhutsberechtigten Elternteil wäh- rend der Pubertät äusserst negativ auf die Entwicklung der Jungen auswirken, insbesondere auch bezüglich ihrer Beziehung zur Mutter, denn nicht selten lehnen sich Jugendliche in der Pubertät gegen den Elternteil auf, der den Kontakt zum anderen Elternteil verhindert, resp. über den anderen Elternteil herzieht. 5.5. Zusammenfassend ergibt sich aus den obigen Ausführu ngen, dass der Kindsvater grundsätzlich ein Recht auf persönlichen Verkehr mit sein en Söhnen hat, die Kindsmutter die- ses Recht zu ermöglichen hat, die Beziehung zu beiden Elte rnteilen für die Entwicklung der Kinder wesentlich ist und dieses Recht bei einer droh enden Kindswohlgefährdung beschnitten werden kann. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1. Es ist daher zu prüfen, ob eine allfällige Kinde swohlgefährdung dem Besuchsrecht ent- gegensteht. 6.2. Die Kindsmutter macht in ihrer Beschwerde geltend , das von der KESB vermittelte Bild, – es habe “lediglich“ abwertendes und beleidigendes V erhalten seitens des Kindsvaters gege- ben, und bewusst erfolgte Gewalttätigkeiten seien von d en Kindern wie der Kindsmutter jedoch verneint worden, – haltlos sei. Hierbei übersehe die V orinstanz die Gesamtheit der Ausführun- gen der Kindsmutter sowie der Kinder, sondern dampfe ihre Einschätzung auf einen einzigen Satz im Gutachten ein, der keinesfalls so seitens der Kindsmutter wie Kinder gemeint gewesen sei. Es wurde exemplarisch auf die Aussagen im Gutachten d er KJP verwiesen, wie z.B. dass der Vater den Kindern mehrfach Sachen angeworfen ha be; dass es weniger Verletzungen am Körper gebe, weil der Kindsvater das Kind nicht mehr vom Stuhl heruntergeworfen habe, was mehrmals vorgekommen sei; dass der Kindsvater E.____ das Wörterbuch ins Gesicht geworfen habe, was zu einer Blutung geführt habe; dass der Kind svater die Kinder “angeflucht“, ernied- rigt, vernachlässigt habe und für sie kein Interesse gezei gt habe; der Kindsvater wiederholt ausgeflippt sei und die Kinder in Angst und Schrecken versetzt habe; und er sich bei den Kin- dern nicht entschuldigt habe, wenn er ihnen aus Versehen weh getan habe. Die KESB verken- ne bei ihrer zu einseitigen Feststellung insbesondere auch den Umstand, dass es vorliegend keinesfalls nur um physische Gewalt gehe, sondern in erste r Linie um psychische Gewalt, wel- che die Kinder gemäss ihren Schilderungen erfahren hätt en. Der Kindsvater sehe bis heute nicht ein, dass die verursachten seelischen Wunden, welche er den Kindern zugeführt habe, bis heute nicht geschlossen seien, weshalb umso mehr ein behutsames Vorgehen erforderlich sei. 6.3. Die Kindseltern sind seit Februar 2016 getrennt. Der Vater hat seine Söhne seit April 2016 nicht mehr gesehen. Aus dem Gutachten geht hervo r, dass der Beschwerdegegner vor der Trennung die Beziehung zu seinen Söhnen gelebt h at. Negativ wird in Bezug auf den Kindsvater ausgeführt, er habe ab und zu geflucht, se i ausgeflippt und sei beleidigend und ab- wertend gewesen. Es wird berichtet, der Beschwerdegegn er habe einmal seinen Sohn ge- schubst, worauf er vom Stuhl gefallen sei, ein andermal habe er ein Wörterbuch nach dem Sohn geworfen und ihn dabei verletzt. Der Psychotherap eut, bei dem der Beschwerdegegner seit 2005 in Behandlung ist (drei Stunden pro Woche) erklärt, dass von Gewalttätigkeit beim Beschwerdegegner jede Spur fehle, er erlebe den Besch werdegegner als absolut stabil und beschreibt ihn durchwegs positiv. In gewissen Situationen habe der Beschwerdegegner zwar “nicht wahnsinnig pädagogisch jedoch überhaupt nicht dra matisch“ reagiert. Er traue dem Be- schwerdegegner zu, einen guten und sensiblen Weg zu find en, mit seinen Söhnen den Kontakt wieder aufzubauen. Der Beschwerdegegner entgegnet auf die Frage der Gutachterinnen, ob er cholerisch oder impulsiv sei, dass er aufgrund der häufige n Konflikte mit seiner Ehefrau schon so “auf 180“ gewesen sei, dass ihn dadurch schon Kleinig keiten von Seiten der Kinder zum Ausflippen gebracht hätten. Er habe im Rahmen der Th erapie sehr daran gearbeitet. In Bezug auf seine Kinder sehe er ein geringes Risiko, dass er kün ftig ausflippe, da es den Grund dafür, nämlich das Zusammensein mit der Beschwerdeführerin, nicht mehr gebe. Im Gutachten wird festgehalten, dass die Kinder dem Kindsvater abwertende s und beleidigendes Verhalten sowie mehrere Wutausbrüche und Ausraster vorwerfen. Bewusst erf olgte Gewalttätigkeit ihnen und der Kindsmutter gegenüber sei klar verneint worden. Es falle auf, dass von den Kindern wieder- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht holt Episoden von Ausrastern beschrieben würden, die i n der Rückschau an Gewicht zuzuneh- men schienen. Das von den Kindern geschilderte Bild vom K indsvater sei fast ausnahmslos negativ und wirke zum aktuellen Zeitpunkt zementiert. De r Kindsvater habe im Rahmen der Psychoanalyse an seinem Jähzorn intensiv gearbeitet. Des Weiteren halten die Gutachterinnen fest, dass psychopathologisch bei den Knaben keine Auffälli gkeiten eruierbar gewesen seien. Die Gutachterinnen kannten alle Vorwürfe, welche die Mutter und die Kinder in der Beschwerde dem Kindsvater gegenüber gemacht haben, da diese auch im Gutachten enthalten sind. Den- noch attestieren sie dem Kindsvater eine vollumfängliche Erziehungsfähigkeit und halten fest, dass es dem Kindswohl entspreche wieder Kontakt mit dem Vater zu haben und dass langfristig regelmässige Umgangsregelungen anzustreben seien. Damit ist erhellt, dass, – auch wenn der Beschwerdegegner sich sicherlich nicht immer vorbildlich verhalten hat, – keine Rede davon sein kann, dass die Kontaktaufnahme und das Zusammensein m it ihm im Rahmen eines re- gelmässigen Besuchsrechts die ungestörte körperliche, seel ische oder sittliche Entfaltung sei- ner Kinder bedrohen würde. 7.1. Das einzige, was im vorliegenden Fall gegen die Ko ntaktaufnahme und die Ausübung eines Besuchsrechts sprechen kann, ist folglich der von den Kindern geäusserte Wille, den Va- ter nicht sehen zu wollen. 7.2. Der Wille des Kindes ist für die Regelung des Besuc hsrechts von grosser Bedeutung. Bei der Berücksichtigung des Willens des Kindes ist zunächst d essen Alter bzw. dessen Fähig- keit zu autonomer Willensbildung, welche ungefähr ab d em 12. Altersjahr anzunehmen ist, so- dann aber auch das Aussageverhalten und namentlich die K onstanz des geäusserten Willens zentral (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_367/2015 vom 1 2. August 2014 E. 5.1.3). Zur Ermitt- lung des Kindeswillens ist das Kind anzuhören (Art. 314a ZGB). Der Kindswille ist nicht nur bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts im Einzelnen zu berücksichtigen, sondern vor allem auch bei der Frage, ob überhaupt Besuche stattfinden sollen (vgl. SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 11 zu Art. 273 ZGB). 7.3. Was das Kind anbelangt, so steht es indessen nicht in dessen freien Belieben, ob es persönliche Kontakte wünscht oder nicht; dies gilt nament lich dort, wo die ablehnende Haltung wesentlich durch die Einstellung der sorgeberechtigten Partei geprägt ist (vgl. Urteil des Bun- desgerichts 5A_716/2010 vom 23. Februar 2011 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Es entspricht nämlich gerade nicht dem Wohl des Kindes, wenn jeglich er Kontakt zwischen ihm und dem nicht obhutsberechtigten Elternteil unter dem Vorwand verhindert wird, das Kind selber suche den Kontakt nicht: Es ist nichts Aussergewöhnliches, dass ein Kind – je nach den Modalitäten des Auseinanderlebens seiner Eltern und der Art und Wei se, wie der obhutsberechtigte Eltern- teil es begleitet, – mehr oder weniger Mühe haben kan n, in der neuen Situation mit dem ande- ren Elternteil den Kontakt zu behalten oder gegebenen falls wiederherzustellen (Urteil des Bun- desgerichts 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3). Gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung ist das Wohl des Kindes nicht nur aus seiner subj ektiven Sicht mit Blick auf sein momentanes Befinden zu beurteilen, sondern auch objekti v und mit Blick auf seine künftige Entwicklung. Anderes kann in engen Grenzen bei urteils fähigen und bald mündigen Kindern gelten. Niemals jedoch, wenn die angebliche ablehnend e Haltung des Kindes wesentlich durch Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Einstellung der sorgeberechtigten Partei geprägt ist: Dadurch würde – wie bereits in der Erwägung 5.4 ausgeführt – das Besuchsrecht gleichsam in die Hand des sorge- und obhutsbe- rechtigten Elternteils gelegt (Urteil des Bundesgerich ts 5A_341/2008 vom 23. Dezember 2008 E. 4.3; KGE VV vom 5. April 2017 [810 16 358] E. 4.4.2). 7.4. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass D.____ Famil ienfotos gezeigt hat, wo er den Vater ausgeschnitten hat. Er erklärte, die ausgeschnitte nen Fototeile verbrannt zu haben. Zu- dem habe er die E-Mail-Adresse des Kindsvaters blockiert, damit er keine E-Mails von ihm mehr erhalte. Er berichtet von vielen Beschimpfungen von Seit en des Vaters und dass er ihn nicht mehr sehen wolle. Auch E.____ habe anlässlich der KESB- Anhörung vom 10. Januar 2017 ei- nen Familienstammbaum gezeigt, wo er den Vater ausge schnitten habe, weil er ihn nicht mehr sehen wolle. Seit der Vater ausgezogen sei, seien alle glücklich. D.____ führt in der Anhörung durch die KESB am 10. J anuar 2017 aus, dass er seit der Tren- nung mit dem Vater einmal ins Kino und einmal essen gegangen sei. Dies habe sich aber falsch angefühlt. Er sei erleichtert gewesen, als sie wieder zu Hause gewesen seien. Im Anhörungs- protokoll der KESB vom 10. Januar 2017 wird festgehalte n, dass E.____ keinen Kontakt mehr zum Vater wolle, auch wenn dieser wieder lieb sein sol lte. Er würde sich nicht toll fühlen, wenn er den Vater wieder sehen würde, weil er schon lange bei der Mutter sei und nicht zum Vater gehen wolle. Die Mutter schimpfe weniger, seit der Vat er ausgezogen sei und alle hätten mehr Zeit für sich und keinen Stress und es seien alle glücklich . Er habe weniger Verletzungen am Körper, weil er vom Vater nicht mehr vom Stuhl herun tergeschmissen werde. Dies sei mehr- mals vorgekommen. 7.5. Die Aussagen der Kinder sind unbestrittenermassen eindeutig. Die Kinder wurden durch die KESB und die KJP angehört. Eine weitere Befragu ng der Kinder, wie von der Beschwerde- führerin in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht beantragt, würde zu keinen neuen Erkennt- nissen führen, weshalb der Antrag auf Befragung der Ki nder durch das Kantonsgericht abzu- weisen ist. Dem Gutachten ist zu entnehmen, dass die Kindsmutter ein gemeinsames Gespräch mit dem Kindsvater aus Selbstschutz abgelehnt hat. Sie f ührt aus, auf emotionaler Ebene habe sich beim Beschwerdegegner seit der Trennung nichts verände rt. Es müsse sich zuerst auf emotionaler Ebene etwas ändern, damit sie zu einem Gesp räch mit dem Beschwerdegegner bereit wäre. Die Kindsmutter erklärt sich bereit, alle drei Monate Berichte an den Kindsvater zu schreiben mit Fotos als Information dafür, wie es der Familie gehe. Ansonsten wünsche sie sich vom Beschwerdegegner, in Ruhe gelassen zu werden, und ke ine Fragen des Kindsvaters be- antworten zu müssen. Dem Gutachten ist weiter zu entnehmen, dass die Kinder ü ber die zwei Treffen mit ihrem Vater in den Monaten zwischen Februar und April 2016 berichte n. Sie erzählen, die Mutter habe sie gebeten, aus Respekt ihrem Vater gegenüber diesen zu tre ffen. Sie seien damals mit dem Va- ter im Kino gewesen. E.____ berichtet, dass er im Kino Angst gehabt habe und sich beim Vater angelehnt habe, dieser habe ihn weggestossen. Es sei nich t der beste Film gewesen (Zooma- nia). Sie hätten von da an den Vater nicht mehr sehe n wollen. Trotzdem sei es wegen der Mut- ter zwei Monate später zu einem weiteren Treffen gekom men, wo sie mit dem Vater in einem Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Restaurant gewesen seien. Nach dem Essen seien sie sehr f roh gewesen, als sie wieder zu Hause gewesen seien. 7.6. Die Kinder waren bei den Gesprächen mit den Guta chterinnen (April und Mai 2017) rund 12.5 Jahre und knapp 9 Jahre alt und bei der Trennu ng der Eltern (Februar 2016) 11 und 7 ½ Jahre alt. Seit April 2016 hat der Kindsvater die Kind er nicht mehr gesehen. Zwischen der Trennung und April 2016 hat der Beschwerdegegner die Kinder zwei Mal gesehen. Die Gutach- terinnen erörtern, dass der Eindruck entstanden sei, dass die Kindsmutter ihren Söhnen bezüg- lich eigener Meinung viel Freiraum gewähre, dennoch w ürden die beiden Kinder sehr eng und überaus loyal mit ihr verbunden zu sein. Mehrmals hätten die Kindsmutter und die Kinder be- richtet, wie viel ruhiger und angenehmer es im Famili ensystem seit dem Auszug des Kindsva- ters geworden sei. Hier schienen sie, alles “Böse“ auf de n Kindsvater zu projizieren. Eine Ent- fremdung werde deutlich. Das von den Kindern geschild erte Bild vom Kindsvater sei fast aus- nahmslos negativ und wirke zum aktuellen Zeitpunkt zementie rt. Nach dem Verfassen des Gut- achtens machte die Kindsmutter dem Kindsvater einen Vo rschlag, wie der Kontakt zwischen ihm und den Kindern abzulaufen habe. Die Kindsmutter erklärt darin, was der Kindsvater den Kindern zu schreiben, wie er sich zu entschuldigen und da ss er alle Aktivitäten mit den Kindern mit der Mutter vorher abzusprechen habe. 7.7. Wie im Gutachten ausgeführt, ist das Solidarisiere n der Kinder mit der Mutter ein norma- ler Prozess. Dies wird auch durch die Aussagen der Kind er gegenüber der KESB untermauert, dass es sich falsch bzw. nicht toll angefühlt habe, den Vater zu treffen. Die Kinder sind loyal mit der Mutter verbunden. Alles “Böse“ wird auf den Vater projiziert und dieses negative Bild scheint zum aktuellen Zeitpunkt zementiert. Aufgrund der gesamten Umstände muss die ableh- nende Haltung der Kinder als wesentlich durch die Einstellung der Kindsmutter geprägt beurteilt werden. Das Zusammenleben der Eltern war offensichtlich auf beiden Seiten von Spannungen und Enttäuschungen geprägt. Durch den Auszug des Vaters u nd dem Wegfall der ehelichen Spannungen hat sich die Situation der Kinder wesentlich entspannt. Die Kinder gehen in eine Privatschule, werden zudem auch durch die Grossmutter betreut, haben Hobbies und haben ein gutes Verhältnis zur Mutter. Der Vater wird dabei als Störfaktor gesehen. Der Vater hat aber nach der Trennung und damit nach dem Wegfall der bel astenden Ehesituation, abgesehen von den zwei kurzen Treffen (Kinobesuch und Essen), nie die Möglichkeit erhalten, die Beziehung zu seinen Kindern zu leben. Wie die KESB in ihrer Vern ehmlassung ausführt, ist davon auszu- gehen, dass die Situation der Kinder auch bei ihrem V ater nach der Trennung, wie bei ihrer Mutter auch, ruhiger wäre. Allerdings konnten die Kind er dies nicht erfahren, vielmehr blieben sie im bisher Erlebten hängen, worauf im Gutachten die Aussage hindeutet, dass “von den Kin- dern wiederholt dieselben Episoden von Ausrastern beschri eben wurden, die in der Rückschau an Gewicht zuzunehmen scheinen“. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde aus, dass keine Dämonisierung des Vaters erfolge, vielmehr hätten sich die Kinder bislang nicht von den überaus schlechten Erlebnissen mit dem Kindsvater löse n können, was ausschliesslich auf den Kindsvater zurückzuführen sei, habe er es bis heute n icht verstanden, sich bei den Kindern für diese Geschehnisse und negative Erfahrungen / das negative Verhalten adäquat zu ent- schuldigen und eine Besserung in Aussicht zu stellen. Der Kindsvater hatte – wie bereits ausge- führt – seit der Trennung keine Möglichkeiten dies zu t un. Nur weil der Kindsvater nicht bereit Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, sich in der von der Mutter geforderten Art zu entsc huldigen, kann ihm nicht vorgeworfen werden, es liege am ihm, dass die Kinder sich nicht vom Erlebten hätten lösen können. So führt die Kindsmutter in ihrer Beschwerde aus, die Kinder b räuchten nicht stundenlange Sitzungen bei der KJP mit vielen Worten und Versprechungen, um gr össere Sicherheit zu bekommen, dass sich der Vater geändert habe, vielmehr sich dieser im “Praxistest“ zu bewähren habe, was den Kindern die erforderliche Sicherheit gebe. Dadur ch, dass die Kindsmutter jedoch den Kon- takt zwischen den Kindern und dem Kindsvater verhindert, gibt sie dem Kindsvater nicht die Möglichkeit, den von ihr geforderten “Praxistest“ zu erbr ingen. Die Mutter wirft dem Kindsvater vor, er habe es weder beim Treffen im Kino noch im Re staurant verstanden, die Ängste und Vorbehalte der Kinder abzubauen. Es ist selbstredend, d ass ein Kinobesuch und ein Essen nicht ausreichen, um die Vorbehalte der Kinder, die – im Übrigen – immer im Einflussbereich der Mutter leben, zu beseitigen. Die Beschwerdeführe rin erklärt in ihrer Beschwerdebegrün- dung, dass die Behauptung der KESB, die abwehrende Ha ltung der Kinder sei auf Aussagen und das Verhalten der Mutter zurückzuführen, unbelegt sei. Das Gutachten gebe hierzu keines- falls ausreichend Auskunft, gehe ebenso nur von Annahme n aus. Es sei schliesslich die Kinds- mutter gewesen, welche in den vergangenen zwei Jahre d rei Mal den Versuch unternommen habe, auch gegen den Willen der Kinder den Kontakt w ieder zu lancieren. Alle drei Versuche seien letztlich wegen des Kindsvaters gescheitert. Erstens handelt es sich bei der Aussage, die drei Versuche seien wegen des Kindsvaters ge- scheitert, um die Einschätzung der Kindsmutter. Die Schilderungen der zwei Treffen lassen kei- nen solchen Schluss zu. Dies unabhängig davon, ob der Ki ndsvater den Sohn nicht in der von der Mutter als angemessen erachteten Art oder vom Soh n erhofften Weise getröstet hat. Im- merhin ist festzuhalten, dass die Altersfreigabe für de n besuchten Film Zoomania in Begleitung eines Erwachsenen sechs Jahre, ansonsten acht Jahre ist. De m Kindsvater kann also keines- falls vorgeworfen werden, er habe nicht einen kinderger echten Film ausgesucht. Zweitens er- scheint auch die Tatsache, dass die dreimalige Kontaktlancierung in zwei Jahren so positiv her- vorgehoben wird, äusserst fragwürdig. Ein Kindsvater, we lchem die Erziehungsfähigkeit – wie hier – attestiert wird, hätte in zwei Jahren rund 52 W ochenende, sechs Wochen Ferien und etli- che Feiertage mit seinen Kindern verbringen können. Es erscheint unangebracht, dass die Mut- ter ihre dreimaligen Bemühungen hervorhebt. Auch schätz en die Gutachterinnen die Erzie- hungsfähigkeit der Kindsmutter in Bezug auf die Unter stützung der Kinder im Kontakt mit dem Kindsvater als problematisch ein. Somit kommen auch die Gutachterinnen zum Schluss, dass die abwehrende Haltung der Kinder auf das Verhalten der Kindsmutter zumindest teilweise zu- rückzuführen ist. Die Aussage der Kindsmutter gegenüber den Gutachterinnen, zum Selbst- schutz keine persönliche Gespräche mit dem Kindsvater wahrn ehmen zu können, deutet sehr stark darauf hin, dass sie auch schwerlich in der Lage ist, nicht ein negatives Bild des Vaters zumindest durch ihr Verhalten den Kindern gegenüber z u vermitteln oder nicht das Gefühl zu vermitteln, es bestehe kein Platz für ihn als Vater. Unte r diesen Umständen und unter Beach- tung, dass dem Kindsvater eine vollumfängliche Erziehung sfähigkeit attestiert wird, die Erzie- hungsfähigkeit der Kindsmutter hingegen in Bezug auf die Unterstützung der Kinder im Kontakt mit dem Kindsvater als problematisch erachtet wird, da ss die Beziehungspflege zu beiden El- ternteilen für die gedeihliche Entwicklung der Kinder sehr wichtig und bei dessen Identitätsfin- dung eine entscheidende Rolle spielen kann, kommt das K antonsgericht zum Schluss, dass Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Kindsvater der Anspruch auf persönlichen Verkehr mi t seinen Kindern – trotz des Wun- sches der Kinder, mit ihm keinen Kontakt zu haben, – n icht zu verwehren ist. 8.1. Als nächstes sind die Modalitäten der Kontaktaufna hme und des persönlichen Verkehrs zwischen dem Kindsvater und seinen Söhnen zu prüfen. Die KESB sieht in ihrer angefochtenen Verfügung zur Kontaktanbahnung zwischen Vater und Söhne n die Durchführung dreier mode- rierter Gespräche bei der KJP vor. Damit sind die Kinder bei der anfänglichen Kontaktaufnahme nicht mit dem Vater alleine und es können allfällige Wünsche und Ängste der Kinder zur Spra- che kommen, so dass den Kindern eine gewisse Sicherheit geg eben wird. Anschliessend – spätestens nach zwei Monaten – soll der Kindsvater die Kinder dreimal jeden zweiten Sonn- tag von 9.00 bis 20.00 Uhr betreuen. Dadurch, dass bei den ersten drei Mal, an denen die Kin- der beim Vater sind, lediglich ein Tag ohne Übernachtu ng vorgesehen ist, findet auch eine Ein- gewöhnungsphase statt. Die anschliessende Regelung, nämlich jedes zweite Wochenende von Freitag, 19.00 Uhr, bis Sonntag, 20.00 Uhr, drei Wochen Ferien im Jahr sowie die hälftigen Fei- ertage entspricht einem Besuchsrecht im üblichen Rahmen und ist nicht zu beanstanden. Auch die anderen Regelungen gemäss den Ziffern 1.4, 1.5, 1.6, 2 und 3 des angefochtenen Ent- scheids sind nicht zu beanstanden. 8.2. Die Kindsmutter wehrt sich gegen den Kurs “Kinder im Blick“ (Ziffer 4 des angefochte- nen Entscheids), da den Teilnahmekriterien der Kursausschreibung zu entnehmen sei, dass die Kursteilnehmer motiviert sein sollen/müssen. Der Sinn e iner behördenseitig erzwungenen Teil- nahme sei damit grundsätzlich zu hinterfragen. Diesbezüglich stellte sie den Antrag, es sei eine Auskunft beim Kursveranstalter einzuholen. In der Webseit e zum Kurs “Kinder im Blick“ steht unter Teilnahmekriterien “Mindestanforderungen/Auswahl kriterien Eltern KiB Kurs: “Ein gutes Sprachverständnis; Motivation und Teilnahme an allen Ab enden; Kontakt zum Kind; Alter der Kinder (ca. 4 - 16 Jahre); Beide Elternteile im Optim alfall, Einzelteilnahme auch möglich“. Es ist nicht ersichtlich, welche weitere Erkenntnisse durch die Ei nholung einer Auskunft beim Kurs- veranstalter zu erwarten sind. Der entsprechende Antrag wird demzufolge abgewiesen. Es ist unbestritten, dass ein Kursbesuch, wenn er mit Motivation besucht wird, für alle Seiten ange- nehmer und sinnvoller ist. Dennoch kann ein Kurs auch hilfreich sein, wenn sich der Teilnehmer nicht freiwillig anmeldet. Unter dem Titel “Hintergr undinformationen“ ist der Webseite zu ent- nehmen, dass eine grosse Anzahl von Forschungsergebnissen dara uf hinweisen, dass Eltern- konflikte den grössten Risikofaktor im Trennungsprozess auf die Entwicklung der Kinder dar- stellen, d.h. besonders belastend wirken sich Konflikte dann auf die Kinder aus, wenn sie lange anhalten, intensiv sind, mit feindseligem Verhalten ein her gehen, die Kinder involvieren und ohne Lösung enden. Durch die Teilnahme am Kurs zeigten sich insgesamt positive Effekte be- sonders signifikant in den Bereichen Wohlbefinden, Redu ktion der Konfliktintensität, Konflikt- häufigkeit und Erziehungsprobleme. Auf Kinderebene zei gten sich signifikant positive Verände- rungen im Bereich Entwicklung. Hier profitierten die K inder hinsichtlich ihrer Trennungsbewälti- gung einerseits durch die erhöhte Sensibilität der Elt ern für die kindlichen Bedürfnisse aber auch durch das verbesserte Wohlbefinden der Eltern. Im Hinblick auf die im vorliegenden Fall sehr belastete Beziehung der Kindseltern und die in d er Regel positiven Effekte eines Kursbe- suchs ist nicht zu beanstanden, dass die KESB die Kindsmutte r angewiesen hat, diesen Kurs zu besuchen. Dies auch unter Berücksichtigung, dass die Ki ndsmutter einerseits aufgrund ihrer Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausbildung/Arbeit Kenntnisse im Umgang mit Personen un d Erfahrungen im Bereich des Kri- senmanagements und Personen in Change Prozessen hat. Des Weiteren ist anzumerken, dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 6. Februar 20 17 mit Bezug auf die Verfügung vom 24. Januar 2017 der KESB mitgeteilt hatte, bereit zu sein, am Kurs “Kinder im Blick“ teilzuneh- men. 8.3. Nach Art. 273 Abs. 2 ZGB kann die KESB Eltern, Pf legeeltern oder das Kind ermahnen und ihnen Weisungen erteilen, wenn sich die Ausübung o der Nichtausübung des persönlichen Verkehrs für das Kind nachteilig auswirkt oder wenn eine Ermahnung oder eine Weisung aus anderen Gründen geboten ist. Damit wurde ein ausdrückl iches Ermahnungs- und Weisungs- recht der KESB normiert. Tatsache ist, dass dem Kindsvater seit nunmehr zwei Jahren das Be- suchsrecht verweigert wird. Aufgrund der gesamten Umständ e ist zu befürchten, dass sich die Kindsmutter ohne Weisung der KESB der Ausübung des persönlichen Verkehrs widersetzt bzw. diesen nur unter gewissen von ihr diktierten Bedingung en zulassen will. Weiter können Wei- sungen mit der Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 des Schwe izerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 verbunden werden (SCHWENZER /COTTIER , a.a.O., N 22 f. zu Art. 273 ZGB). Damit sind auch die Ziffern 1 und 5 des angefochtenen Entscheids gesetzesmässig. 9.1. Schliesslich verlangt die Beschwerdeführerin, die V orinstanz habe zu erklären, weshalb die Gutachterkosten trotz des von der KESB verfügten Kostendachs im Umfang von Fr. 6‘000.-- dieses um letztlich Fr. 730.-- überschiessen. Zudem habe di e KESB den behaupteten Aufwand im Hinblick auf die eingeforderten Fr. 2‘500.-- im Detail auszuweisen. 9.2.1. Die KESB führt in ihrer Vernehmlassung aus, dass für das Gutachten tatsächlich ein Kostendach von Fr. 6‘000.-- verfügt worden sei. Die KJP habe aus früheren Aufträgen gewusst, dass die KESB “bei einer solch geringen Überschreitunge n von Fr. 730.--“ das Kostendach er- weitern würde. Tatsächlich hätten dadurch wiederum Kos ten gespart werden können, denn so- wohl die KJP als auch die KESB hätten bei einem Erwe iterungsantrag für die Fr. 730.-- wiede- rum einen in Rechnung zu stellenden Aufwand gehabt. 9.2.2. Die Ausführungen der KESB sind nachvollziehbar. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin durch die Vorgehensweise der KJP einen Nachteil erfahren hat, da davon auszugehen ist, dass der Antrag der KJP auf Erweit erung des Kostendachs genehmigt worden wäre. Damit kann die Beschwerdeführerin aus die ser Rüge nichts zu ihren Gunsten ableiten. 9.3.1. Die Beschwerdeführerin verlangt die Darlegung des Aufwandes der KESB. Die Verfah- renskosten der KESB betragen gemäss Ziffer 6 ihres Entschei ds Fr. 9‘230.--. Nach Abzug der Gutachtenkosten von Fr. 6‘730.-- belaufen sich die Kosten auf Fr. 2‘500.--. 9.3.2. Gemäss § 17 lit. b Ziff. 18 der Verordnung üb er die Gebühren zum Zivilrecht (GebV) vom 8. Januar 1991 betragen die Gebühren bei Anordnun gen über den persönlichen Verkehr zwischen Fr. 600.-- und Fr. 2'650. Die Vorinstanz erklär t in ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2018, dass die KESB die Verfahrenskosten anhand der tatsächlichen Aufwendungen, welche in Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht einem Geschäft getätigt würden, mittels Zeiterfassung ermittle. Des Weiteren macht sie Ausfüh- rungen zur Handhabung der Zeiterfassung. Die KESB erörtert ferner, bei der kantonalen Ausar- beitung der Gebührenverordnung sei festgelegt worden, wieviel Aufwand die einzelnen Ge- schäfte im Schnitt verursachen würden. Innerhalb der ein zelnen Geschäfte gebe es einfachere und zeitaufwendigere Tätigkeiten zu bewältigen, welche innerhalb des Kostenrahmens ihre Be- rücksichtigung fänden. Um diesen Kostenrahmen festzulegen, habe der Gesetzgeber eine Mus- ter-Vollkostenrechnung erarbeitet, aus welcher im Schnitt ein Stundenansatz von Fr. 105.-- eru- iert worden sei. Die KESB hat mit der Vernehmlassung e ine Auflistung der Zeiterfassungein- träge für den strittigen Fall eingereicht. Die gesam te aufgewendete Zeit in der Periode vom 23. November 2016 bis 21. Dezember 2017 für die aufg eführten 37 Einträge liegt dabei bei 35.25 Stunden. Die Einträge und der Gesamtaufwand sind nicht zu beanstanden. In Anbetracht des eruierten durchschnittlichen Stundenansatzes von Fr. 105.--, der aufgewendeten 35.25 Stunden und der Gebührenverordnung, welche bei Anord nungen über den persönlichen Ver- kehr eine Gebühr von Fr. 600.-- bis Fr. 2‘650 vorsieht , ist die von der Vorinstanz verfügte Ver- fahrenskostenhöhe von Fr. 2‘500.-- nicht zu beanstanden. 9.4. Die Beschwerde ist somit vollumfänglich abzuweisen. 10.1. Es bleibt noch über die Kosten des vorliegenden V erfahrens zu entscheiden. 10.2. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem K antonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- zu verrechnen. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. 10.3. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdegegner s macht in ihrer Honorarnote vom 13. April 2018 für die Zeit vom 4. März 2017 bis 4. A pril 2018 einen Aufwand von 20.4 Stunden à Fr. 350.-- geltend. Davon entfällt ein Aufwand von 4.95 Stunden auf die Zeit vor dem Erlass des angefochtenen Entscheids, welcher hier folglich nich t berücksichtigt werden kann. Für das kantonsgerichtliche Verfahren (ab 28. Dezember 2017) w urde ein Aufwand von 15.45 Stunden getätigt. Das Gericht erachtet statt den geltend gema chten 15.45 Stunden einen Aufwand von 12 Stunden als angemessen. Für die Zeit ab dem 28. De zember 2017 werden Auslagen und Spesen in der Höhe von Fr. 149.20 geltend gemacht, was nicht zu beanstanden ist. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdegegners zudem macht einen Stundenansatz von Fr. 350.-- geltend. Gemäss § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (Tarif- ordnung) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar Fr . 200.-- bis Fr. 350.-- pro Stunde, je nach Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der dam it verbundenen Verantwortung und der persönlichen und finanziellen Verhältnisse der zahlungsp flichtigen oder der auftraggebenden Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Person. Das Kantonsgericht erachtet im vorliegenden Fall ein Stundenhonorar von Fr. 250.-- als angemessen. Damit hat die Beschwerdeführerin dem Beschwe rdegegner für das vorliegende Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung in der H öhe von Fr. 3‘391.70 (12 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer, Auslagen und Spesen von Fr. 18.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer, Fr. 131.20 zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteu er) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlt e Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker- stattet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 3‘391.70 (inkl. Auslagen und 8 % bzw. 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Vorsitzender Gerichtsschreiberin