<h2>SubmittedText<h2><p>Swiss-Prot ist eine über Internet zugängliche Datenbank. Sie enthält Informationen zu über 52 000 Proteinen; nahezu die gesamte Dokumentation zu diesem Thema ist darin zusammengefasst. Ursprünglich von einem Genfer Biologen aufgebaut, erlebte sie eine erstaunliche Entwicklung, so dass sie heute von 200 000 Personen aus der ganzen Welt benutzt werden soll, alle die Personen nicht gerechnet, die indirekt darauf zurückgreifen. Heute kann diese Datensammlung nur noch durch bezahlte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem neuesten Stand gehalten werden. Swiss-Prot befindet sich daher in finanziellen Schwierigkeiten und steht an einem Wendepunkt ihrer Existenz. Es gibt zwar Kaufangebote von privater und ausländischer Seite, doch damit wäre die Datenbank zum Nachteil der Wissenschaftsgemeinschaft nicht mehr öffentlich verfügbar; so würde auch eine Visitenkarte für die Forschung unseres Landes verschwinden. Es wäre jedoch bedauerlich, wenn das Schweizer Ursprungszeichen dieses Dienstes verschwände.</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie schätzt der Bundesrat dieses Problem ein?</p><p>2. Welche Finanzierungsquellen kämen für den Bundesrat gegebenenfalls in Betracht? Könnte die Finanzierung durch eine wissenschaftliche Akademie sichergestellt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der wachsenden Bedeutung der Bioinformatik für die moderne biomedizinische Forschung durchaus bewusst und er anerkennt die aussergewöhnliche Qualität der von der Datenbank SWISS-PROT an der Universität Genf auf diesem Gebiet geleisteten Arbeit. Im Sinne einer von den zuständigen Stellen des EDI koordinierten Übergangslösung wird die kurzfristige Finanzierung (bis Ende 1999) gemeinsam durch den Schweizerischen Nationalfonds, den ETH-Rat, das Bundesamt für Bildung und Wissenschaft (BBW) und die Universität Genf im Rahmen ihrer ordentlichen Budgets sichergestellt.</p><p></p><p>Eine Finanzierung in Form von zeitlich befristeten und projektgebundenen Beiträgen - eine Beitragsart, die sich für Forschungsprojekte als äusserst wirksam und zweckmässig erweist - ist auf längere Sicht für die Finanzierung von Dienstleistungen - wie gerade das Beispiel SWISS-PROT zeigt - wenig geeignet, da solche Dienste eine möglichst konstante und dauerhafte Unterstützung erfordern. Eine unter der Leitung des Nationalfonds stehende Arbeitsgruppe wird nun im Hinblick auf die nächste Wissenschaftsförderungsbotschaft (Beitragsperiode 2000-2003) geeignete Lösungen prüfen, um die Finanzierung der Infrastruktur für Bioinformatik in der Schweiz sicherzustellen. In Anlehnung an das für den Dokumentationsdienst der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften DOKDI gewählte Finanzierungsmodell gehört eine Lösung im Rahmen der Akademien zweifelsfrei zu den prüfenswerten Optionen.</p>