Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. September 2015 (720 14 365 / 230) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle wegen unvollständiger Abklärung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes (geänderte Schmerzrechtsprechung ge- mäss Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014) Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Bea t Hersberger, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Lukas Meyer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.1361.7871.68) A. Die 1962 geborene A.____ war seit Juni 1986 bei der Genossenschaft B.____ in einem vollen Erwerbspensum als Hilfsarbeiterin tätig. Weg en starker Schmerzen am ganzen Körper war sie seit 1997 arbeitsunfähig geschrieben und gi ng seither keiner beruflichen Tätigkeit mehr nach. Aufgrund einer anhaltenden somatoformen Schme rzstörung bei schwerer depressiver Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Episode wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vo m 12. Dezember 2001 ab dem 1. De- zember 2000 eine ganze Invalidenrente bei einem Invali ditätsgrad von 100 % zugesprochen. Am 7. April 2003 leitete die IV-Stelle Basel-Landscha ft (IV-Stelle) von Amtes wegen eine erste Revision ein, worauf sie mit Mitteilung vom 16. Juni 2003 die ganze Rente unverändert ausrich- tete. Eine weitere Revision von Amtes wegen wurde mit M itteilung vom 5. Juni 2008 ebenfalls ohne Leistungsänderung abgeschlossen. Im Juni 2013 leitet e die IV-Stelle die dritte revisions- weise Überprüfung des Rentenanspruches der Beschwerdeführerin ein, woraufhin eine bidiszip- linäre rheumatologische und psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und innere Medizin, und Dr. med. D .____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, folgte. Aufgrund der neuen medizinischen Ab klärungen wurde der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin nach Durchführung des Vorbescheid verfahrens mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 bei einem Invaliditätsgrad von 0 % au f das Ende des der Zustellung folgen- den Monats aufgehoben. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat A ndré Baur, am 21. November 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversich erungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2014 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, die mit Verfügu ng vom 21. Dezember 2001 zuge- sprochene ganze Invalidenrente der Beschwerdeführerin we iterhin auszurichten. Die Leistun- gen der Invalidenversicherung seien gegebenenfalls ab 1 . Dezember 2014 mit 5 % p.a. zu ver- zinsen. Eventualiter seien der Beschwerdeführerin umfasse nde berufliche Massnahmen zu ge- währen, während denen die bisher ausgerichtete Rente d er Invalidenversicherung weiterhin auszurichten sei; alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass das psychiatrisch e Gutachten von Dr. D.____ auf welches sich die IV-Stelle zur Hauptsache stütze, in f ormeller und materieller Hinsicht feh- lerhaft sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 15. Januar 2015 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 18. Juni 2015 gel angte das Gericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizini- sche Aktenlage nicht möglich sei und beschloss daher den Fall auszustellen. E. Am Tag der Urteilsberatung publizierten die Medien Berichte über den Entscheid des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014, mit welch em die Rechtsprechung bezüglich psychosomatischer Störungen geändert wurde. F. Nachstehendes Urteil ergeht auf dem Weg der Zirkulat ion. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 21. November 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführe rin über den 30. November 2014 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vier- telsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen). Ebenso kann auch eine Änderung der Bemessungsmethode - bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand und bei unveränderten erwerblichen Auswirkungen - eine erhebliche Änderung de s Invaliditätsgrads mit sich bringen (UELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 17 Rz. 20 mit Hin- weisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 12. Dezember 2001 rückwirkend ab 1. Dezember 2000 eine ganze Rente zugesprochen. Nachdem sie im Juni 2013 e ine Überprüfung des Rentenan- spruchs der Versicherten eingeleitet und die erforderlich en Abklärungen vorgenommen hatte, hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente der Versi cherten mit Verfügung vom 28. Oktober 2014 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verh ältnissen eingetreten ist, die eine revisi- onsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente r echtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 12. Dezember 2001 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2014. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Zu den psych ischen Gesundheitsschäden gehören somit neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelisch e Abwegigkeiten mit Krank- heitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelisc hen Verfassung und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beein trächtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gute n Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass d es Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 6.2 Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 3. Juni 2015 (9C_492/2014), welches am Tag der Urteilsberatung des Kantonsgerichts vom 18. Juni 201 5 publiziert wurde, seine Rechtspre- chung zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende som atoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründen de Invalidität zu bewirken ver- mögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert. Somit ist zu prüfen, welche Auswirkun- gen sich dadurch auf den hier zu beurteilenden Fall erg eben (zur Anwendbarkeit einer Recht- sprechungsänderung auf laufende Verfahren vgl. BGE 13 7 V 266 E. 6, Urteil des Bundesge- richts vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014, E. 8). 6.3 Weiterhin kann eine Einschränkung der Leistungsfähi gkeit nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizi erten Gesundheitsbeeinträchtigung ist (BGE 130 V 396, Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 20 15, 9C_492/2014, E. 3.7.1). Auch künftig wird der Rentenanspruch – in Nachachtung der ver fassungs- und gesetzmässigen Vor- gaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schwe izerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeur- teilung) – anhand eines normativen Prüfrasters beurteil t (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.2 S. 353 und 139 V 547 E. 5.9 S. 558 f.), und es braucht medizi nische Evidenz, dass die Erwerbsunfä- higkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt d as Bundesgericht der seit längerem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristischer S icht an der bisherigen Schmerz- rechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 , 9C_492/2014, E. 3.5). Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturiertes, normatives Prüfverfahren. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktion ellen Schweregrad bezogenen Standar- dindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermöge n ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsf aktoren wie den vorhandenen Res- sourcen Rechnung getragen wird. 6.4 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Stell ungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so sub- stanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist (vgl. BGE 140 V 196 E. 3.2). Die diesbezüglichen Anforderungen hat das Bundesgericht abe r nunmehr dahin gehend konkreti- siert, dass aus den medizinischen Unterlagen genauer als bi sher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbe messung haben somit stärker als bis anhin Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Be funde zu berücksichtigen. Medi- zinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen Ausfällen bei objek- tivierter Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der Standard indikatoren eine Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegende r Wahrscheinlichkeit dargetan werden kann, trägt weiterhin die materiell beweisbelastete ve rsicherte Person die Folgen. Eine anhal- tende somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare Leid en können somit eine Invalidität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizin isch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs- frei mit zumindest überwiegender Wahrscheinlichkeit in e inem anspruchserheblichen Ausmass nachgewiesen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 9C_492/2014 E. 6). 7. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 8.1 Der ursprünglichen Rentenzusprache lag der Arztberi cht der Klinik E.____vom 22. März 2001 zugrunde, wo festgestellt wurde, dass bei der Ver sicherten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) bei einer schweren depre ssiven Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F 32.3) gegeben sei und eine Arbei tsunfähigkeit von 100 % vorläge. Auch dem in der ersten Revision eingeholten Arztbericht des Hausarztes Dr. med. F.____, FMH Inne- re Medizin, vom 6. Mai 2003 ist zu entnehmen, dass eine schwere depressive Episode, eine somatoforme Schmerzstörung sowie ein chronisch rezidiviere ndes Zervikobrachialsyndrom be- stünden. Im Vordergrund der Krankheit stehe die schwere Depression. Diese Beschwerden führten zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Diese D iagnosen stellte Dr. F.____ mit Bericht vom 7. Juli 2007 und 19. Juni 2013 erneut. Die Rehakl inik G.____ hielt in ihrem Austrittsbericht vom 12. November 2013 fest, dass ein primäres Fibromyalg ie-Syndrom, eine depressive Ver- stimmung, ein Verdacht auf CTS rechts, eine Hypercholes terinämie sowie ein Vitamin D- Mangel bestünden. 8.2 Bei der dritten revisionsweisen Überprüfung des Re ntenanspruchs beauftragte die IV- Stelle im Juli 2013 aufgrund der „lichten Aktenlage“ D r. C.____ und Dr. D.____ eine bidiszipli- näre Begutachtung der Versicherten durchzuführen. Gemäs s dem rheumatologischen Teilgut- achten von Dr. C.____ vom 27. November 2013 könne keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Ohne Auswirkung en auf die Arbeitsfähigkeit sei ein Ganz- körperschmerzsyndrom ohne organische Ursache feststellbar. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 3. Dezember 2013 wurde lediglich eine chronische Sc hmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41), die keine Auswirku ngen auf die Arbeitsfähigkeit habe, diagnostiziert. Es bestehe hingegen keine eigentliche d epressive Störung, da die geklagten depressiven Verstimmungen im Rahmen der chronischen Schm erzstörung zu sehen seien. In seiner Stellungnahme zu früheren ärztlichen Einschätzungen berichtet Dr. D.____, dass keine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinweise für eine schwere depressive Verstimmung vorlägen. Die Versicherte gestalte aufgrund der geklagten somatischen Beschwerden ihren Alltag passiv. Sie leide unter Schlafstörungen, wobei die Tatsache, dass sie 12 - 14 Stunden im Bett lie ge, zu den subjektiv empfundenen Schlafstörungen beitrage. Auch aufgrund der intensiven u nd guten Beziehung zu ihren Kindern und zu ihrer Schwester könne die Diagnose einer schweren depressiven Störung nicht bestätigt werden. Aus bidisziplinärer Sicht, so das Gutachten der D res. C.____ und D.____, bestehe demnach bei der Versicherten keine Arbeitsunfähigkeit. 9.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 19. März 2013 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf das bidisziplinäre Gutachten vom 27. November 2013 respektive 3. Dezember 2013. Si e ging demzufolge davon aus, dass durch den Wegfall der schweren depressiven Episode im Ve rgleich zur Rentenzusprache im Jahr 2001 eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten eingetre- ten sei. Eine Revision sei demzufolge gestützt auf Art. 17 ATSG vorzunehmen. Heute leide die Beschwerdeführerin lediglich noch an einer chronischen S chmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, welcher aufgrund des Nichterfüllens der Foerster-Kriterien keine Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit zugesprochen werden könne. 9.2 Da im vorliegenden Fall u.a. die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit soma- tischen und psychischen Faktoren im Raum steht und die geä nderte höchstrichterliche Recht- sprechung auf alle laufenden Verfahren anzuwenden ist ( vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015, 9C_492/2014, E. 8), muss diese auch im vo rliegenden Verfahren berücksichtigt werden. Das psychiatrische Gutachten vom 3. Dezember 2013 ist noch auf die alte Praxis aus- gerichtet. Es fehlt insbesondere eine umfassende Beurte ilung nach Massgabe der bei der Be- schwerdeführerin – anamnestisch, aktuell und prognostisch – relevanten Indikatoren. Somit ist ein abschliessendes Abstellen auf das Gutachten vom 3. Dezem ber 2013 bereits aus diesem Grunde nicht möglich. 9.3.1 Abgesehen davon gelangte das Gericht anlässlich der Urteilsberatung vom 18. Juni 2015 und noch in Unkenntnis des neuesten Grundsatzurtei ls zur Auffassung, den Fall auszu- stellen, da die Angelegenheit gestützt auf die vorhan dene Aktenlage nicht beurteilt werden kann. Dr. D.____ hält in seinem Bericht zu der im RAD-B ericht vom 11. Juli 2013 geforderten Stellungnahme bezüglich des Verlaufs der Erkrankung (Verb esserung oder Verschlechterung) lediglich fest, dass keine eigentliche depressive Störung bestehe, da die geklagten depressiven Verstimmungen im Rahmen der chronischen Schmerzstörung zu sehen seien. Es sei davon auszugehen, dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand ver bessert habe, womit die frü- her gestellte Diagnose einer Depression nicht bestätigt werden könne. 9.3.2 Der tatsächlichen Alltagssituation, wie sie im psych iatrischen Gutachten beschrieben wird (vgl. E. 8.3 hiervor) und aufgrund derer jeglich e depressive Störung gemäss Dr. D.____ zu verneinen sei, stehen die Vorbringen in der Beschwerdeschrift entgegen. Darin wird geschildert, dass die Beschwerdeführerin eher eine Belastung für ihr e Kinder darstelle. Der Sohn habe sich während seiner Ehe weiterhin um die Versicherte geküm mert, woraufhin sich seine Frau von ihm getrennt habe, da diese das nicht akzeptiert habe. Die Versicherte sei daraufhin mit ihrem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mann beim Sohn eingezogen. Die Tochter übernehme die Körperpflege der Beschwerdeführe- rin und der Sohn stelle ihr das eigene Haus zur Verfügu ng und führe dort grösstenteils den Haushalt. Die Kinder bezeichneten die Beziehung zur Mutter als schlecht. 9.3.3 Diese widersprüchlichen Schilderungen vermögen Zweifel an der Diagnose einer nicht vorhandenen Depression und mithin an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Gutach- tens vom 3. Dezember 2013 aufkommen zu lassen. Auch die im Gutachten erwähnte Tatsache, dass die Beschwerdeführerin 12 - 14 Stunden pro Tag i m Bett liege, macht es schwer nach- vollziehbar, dass keinerlei depressive Störung vorliegen sol le. Vor diesem Hintergrund fällt ent- scheidend ins Gewicht, dass es Dr. D.____ unterlassen hat, die Depressionsprüfung anhand standardisierter Verfahren wie beispielsweise dem Hami lton Depressionstest durchzuführen. Schliesslich wären bei der Zumutbarkeitsbeurteilung, ei ner seit der ursprünglichen Rentenzu- sprechung vom 12. Dezember 2001 attestierten 100 %-ig en Arbeitsunfähigkeit hin zu einer ak- tuell festgehaltenen vollen Arbeitsfähigkeit, ausführlichere Angaben zum Verlauf der Beschwer- den erforderlich. Weil diese fehlen, ist aus dem vorliegenden Gutachten nicht klar ersichtlich, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin tatsäch lich erheblich geändert hat, oder ob er vom Gutachter nicht bloss neu und anders beurteil t wurde. Dem Gesagten nach spricht sich das der Verfügung zugrunde gelegte Gutachten bloss ungenügend über eine massgebliche Veränderung des Gesundheitszustands aus. 10.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegende n Fall die Auswirkungen der mit dem Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (9C_492/2 014) geänderten Rechtsprechung berücksichtigt werden müssen. Zudem ist aufgrund der Akte nlage der massgebende medizini- sche Sachverhalt im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht ausreichend abgeklärt, weshalb kein abschliessender materieller Entscheid anhand des gegeben en psychiatrischen Gutachtens von Dr. D.____ vom 3. Dezember 2013 möglich ist. Folglich ist der rechtserhebliche Sachverhalt durch geeignete weitere medizinische Abklärungen zu vervollständigen. 10.2 Nach dem Gesagten ist als Ergebnis festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung vom 28. Oktober 2014 aufzuheben und die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Diese hat die Beschwerdeführerin durch eine bisher nicht involvierte psychiatrische Fachperson umfassend begutachten zu lassen. Dafür ist ein unabhängi ger Sachverständiger zu beauftra- gen, der insbesondere den aktuellen Gesundheitszustand, den Verlauf der Beschwerden und die Frage der Arbeitsfähigkeit der Versicherten guta chterlich und unter Berücksichtigung der im Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (9C_492/201 4) neu ergangenen Rechtsprechung abzuklären hat. Gestützt auf die Ergebnisse des neuen Gutachtens wird die IV-Stelle anschlies- send über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin n eu zu befinden haben. Die vorliegen- de Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 11.1 Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 11.2 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahre ns- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergän zender Abklärung und neuer Beurtei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unte rliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 11.3 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Der Beschwerdeführerin ist de r geleistete Kostenvorschuss zu- rückzuerstatten. 11.4 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 4. März 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 16 Stunden und 5 Minuten geltend gemacht. Di eser Aufwand erweist sich umfang- mässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemühungen sind zu den in Sozialversicherungsprozessen pra xisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansätzen von Fr . 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewi esenen Auslagen von Fr. 342.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘362.85 (16 Stunden und 5 Minuten à Fr. 250.-- zuzüglich Ausl agen von Fr. 342.--) zu Lasten der IV- Stelle zuzusprechen. 12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 28. Okto ber 2014 auf- gehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘362.85 (inkl. A uslagen) zu bezahlen.