Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 3. Februar 2016 (810 15 271) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Errichtung Beistandschaft / Entlassung Mandatsperson Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen , Jgnaz Jermann, Niklaus Ruckstuhl Gerichtsschreiberin i.V. Alexandra Zumsteg Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Borter , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Bestätigung und definitive Errichtung der v orsorglich angeordneten Erwachsenenschutzmassnahme (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 19. August 2015) A. Seit dem 29. Dezember 2009 besteht für A.____ ( geb. am XX.XX.1950) eine Beistand- schaft, die damals auf eigenes Begehren errichtet w urde. Per 1. Januar 2013 wurde C.____ als Beiständin ernannt. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 20. Februar 2015 wandelte die Kindes- und Erw achsenenschutzbehörde B.____ (KESB) die einst für A.____ angeordnete altrechtliche Erwachsenenschutzmassnahme per so- fort in eine kombinierte Beistandschaft nach Art. 39 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 und 2 und Art. 396 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 1 0. Dezember 1907 um und bestätigte C.____ als Beiständin. Auf eine von A.____ dagegen erhobene Beschwerde trat das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt), mit Urteil vom 16. März 2015 (Verfahren 810 15 58) nicht ein. C. Am 1. April 2015 entschied die KESB, dass die kombin ierte Beistandschaft für die Dauer der weiteren Abklärungen bestehen bleibe. Sodann beau ftragte sie die Psychiatrie Basel- Landschaft, Ambulatorium und Tagesklinik Liestal, mit de r Erstellung eines Gutachtens über A.____. In diesem Gutachten vom 8. Juni 2015 wurde fe stgehalten, dass A.____ unter einer bipolaren Störung leide und sich gegenwärtig in eine r manischen Phase befinde (ICD-10 F31.1), in welcher trotz subjektiv empfundenem verbesse rtem Wohlbefinden die Gefahr von unangemessener Risikobereitschaft und von übermässigen fin anziellen Investitionen, die zu persönlichen Nachteilen führen könnten, bestehe. Zudem wurde im Gutachten festgehalten, dass A.____ derzeit nur bedingt in der Lage sei, gewisse administrative Angelegenheiten zu ihrem Vorteil wahrzunehmen, jedoch nicht, ihr Einkomme n und Vermögen gänzlich selbst zu verwalten. D. In einer Anhörung vom 7. Juli 2015 sprach sich A.___ _ gegen die errichtete Massnahme aus. E. Mit Entscheid vom 19. August 2015 bestätigte die KE SB die in ihrem Entscheid vom 20. Februar 2015 vorsorglich angeordnete Erwachsenenschu tzmassnahme und C.____ als Beiständin. F. Gegen den Entscheid der KESB vom 19. August 2015 erhob A.____, vertreten durch Daniel Borter, Advokat, am 21. September 2015 Beschwer de beim Kantonsgericht. Sie bean- tragt den Entscheid der KESB vom 19. August 2015 inso weit zu bestätigen, als eine Vertre- tungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung (Art. 39 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB) angeordnet werden soll. Zudem beantragt sie, die KESB anzuweisen, ihr das Renteneinkom- men zur freien Verfügung zu überlassen sowie monatlich Fr. 1‘500.-- von ihrem Vermögen aus- zubezahlen. Im Übrigen soll der Entscheid der KESB vom 19. August 2015 in Bezug auf die Einkommensverwaltung (Art. 395 Abs. 2 ZGB) und die Mit wirkungsbeistandschaft (Art. 396 Abs. 1 ZGB) aufgehoben werden. Des Weiteren beantragt sie die unentgeltliche Rechtspflege. Alles unter o/e-Kostenfolge. Zudem stellt sie folgende Verfahrensanträge: 1. Es seien die zuvor beantragten vormundschaftlichen Massnahmen vorsorglich sofor t anzuordnen. 2. Es sei die KESB Gelterkinden-Sissach aufzufordern, das Mandat von C.____ als Beiständin zu entziehen und nach Rücksprache mit der Beschwerdeführerin einen neuen Beistand zu ernennen. G. Das Kantonsgericht wies mit Verfügung vom 24. Septem ber 2015 das Gesuch der Be- schwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und V erbeiständung ab, da die Beschwer- deführerin nicht mittellos sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. In ihrer Stellungnahme zu den Verfahrensanträgen vom 8. Oktober 2015 beantragt die Vorinstanz die Ablehnung aller Verfahrensanträge der Beschwerdeführerin, unter o/e-Kosten- folge. I. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 wies das Kanton sgericht die Verfahrensanträge der Beschwerdeführerin betreffend die vorsorgliche Abän derung von Erwachsenenschutz- massnahmen sowie die Auswechslung der Mandatsperson ab. J. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vo m 29. Oktober 2015, dass ihr Ent- scheid vom 19. August 2015 vollumfänglich zu bestätigen sei und die Rechtsbegehren in der Beschwerdeschrift der Beschwerdeführerin vom 21. September 2015 abzuweisen seien. K. Am 4. Dezember 2015 reichte die Beschwerdeführerin eine weitere Stellungnahme ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Erwachsenenschutz- behörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben we rden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmunge n des kantonalen Verwaltungspro- zessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach dem Gesag ten ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (vgl. § 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am V erfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder di e ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids h aben (Ziff. 3). Die Beschwerdefüh- rerin ist als Betroffene zur Beschwerdeerhebung legitim iert. Da auch die übrigen formellen Vo- raussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Mit dem vorliegend angefochtenen Entscheid vom 19. A ugust 2015 hat die KESB die mit Entscheid vom 20. Februar 2015 angeordnete Vertre tungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung gemäss Art. 394 i.V.m. Art. 395 ZGB sowie die Mitwirkungs- beistandschaft nach Art. 396 ZGB bestätigt. Gestützt auf A rt. 396 ZGB wurde die Handlungsfä- higkeit der Beschwerdeführerin dahingehend eingeschränkt, dass sie gewisse vertragliche Ver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht pflichtungen nicht mehr ohne die Zustimmung ihrer Bei ständin eingehen kann. C.____ wurde in ihrem Amt als Beiständin bestätigt. 3.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerd e, dass die Anordnung der Ver- tretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung na ch Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB zu bestätigen sei, hingegen die Anordnung d er Einkommensverwaltung nach Art. 395 Abs. 2 ZGB sowie die Mitwirkungsbeistandschaft nach Art. 396 ZGB aufzuheben seien. Zudem beantragt sie die Überlassung ihres Renteneinkomm ens zu ihrer freien Verfügung so- wie, dass ihr monatlich ein Betrag in der Höhe von Fr . 1‘500.-- aus ihrem Vermögen ausbezahlt werde. Diese Anträge begründet sie damit, dass sie du rchaus in der Lage sei, haushälterisch mit ihrem Geld umzugehen. Des Weiteren macht sie gelte nd, dass der ihr von der KESB vor- geworfene Vermögensverzehr nicht so hoch gewesen sei wie behauptet. Gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin liege demnach keine Verschwendung ssucht vor, weshalb sie keinen behördlichen Schutz benötige. 3.2 Die behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes ste llen das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicher. Sie sollen die S elbstbestimmung der betroffenen Per- son so weit wie möglich erhalten und fördern (Art. 388 ZGB). 3.3 Nach Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB errichtet die Erw achsenenschutzbehörde eine Bei- standschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psy- chischen Störung oder eines ähnlichen in der Person lieg enden Schwächezustands ihre An- gelegenheiten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann. 3.4 Gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB wird eine Vertretungsb eistandschaft angeordnet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte Angelegenheite n nicht selbst erledigen kann und deshalb vertreten werden muss. Diese Form der Beistandschaft kann auch gegen den Willen der hilfs- bedürftigen Person angeordnet werden. Allerdings schrän kt sie die Handlungsfähigkeit der ver- beiständeten Person nicht ein, sofern die Erwachsenenschutzbehörde nicht eine andere Anord- nung trifft (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Die gleichen Rege ln gelten für die Vermögensverwaltung, die im Gesetz als besondere Form der Vertretungsbeistandschaf t ausgestaltet ist (Art. 395 ZGB). Hingegen wird die Handlungsfähigkeit bei der Mitwir kungsbeistandschaft von Gesetzes wegen eingeschränkt (Art. 396 Abs. 1 ZGB). 3.5 Bei der Beschwerdeführerin besteht eine langjährig e psychiatrische Vorgeschichte, die im Jahre 2009 unter anderem zu einem stationären Aufe nthalt in der Kantonalen Psy- chiatrischen Klinik (KPK) führte. 3.6 Aufgrund der psychischen Erkrankung der Beschwerdeführ erin ordnete die KESB die Erstellung eines Gutachtens an, welches Dr. med. D.___ _ und E.____ am 8. Juni 2015 erstell- ten. Das Gutachten gibt Auskunft über den aktuellen psychi schen Zustand der Beschwerdefüh- rerin. Danach leidet sie an einer bipolaren affektiven Störung und befand sich im Begutach- tungszeitpunkt in einer manischen Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F31.1). Gemäss dem Gutachten besteht in einer solchen Phase die G efahr von unangemessener Risi- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kobereitschaft und von übermässigen finanziellen Investiti onen, die zu persönlichen Nachteilen für die Beschwerdeführerin führen könnten. Des Weiteren wird im Gutachten festgehalten, dass die Beschwerdeführerin in der ordnungsgemässen Besorgung ihrer wirtschaftlichen Angelegen- heiten merkbar bis stark beeinträchtigt sei und bei der momentanen Symptomatik die Gefahr bestehe, dass sie ihr Einkommen und Vermögen auf inadäqu ate und für sie letztlich nachteilige Art und Weise einsetze und dadurch grosse Verluste erleiden könnte. Die Gutachter führen aus, dass die Beschwerdeführerin bei Einkäufen, der Planung von grösseren Ausgaben (z.B. für Ferien, Anschaffungen) sowie Vertragsabschlüssen zum Sch utz ihres Einkommens und Ver- mögens eine Beschränkung bezüglich der Höhe dieser Ausgabe n und Beratung durch eine ge- eignete Person bedürfe, insbesondere, weil sie derzeit nicht in der Lage sei, die Folgen ihres Handelns realistisch einzuschätzen. Zudem sei sie derzeit zw ar bedingt in der Lage, gewisse administrative Angelegenheiten zu ihrem langfristigen Vorteil wahrzunehmen, jedoch nicht, ihr Einkommen und Vermögen gänzlich selbst zu verwalten. 3.7.1 Die Beschwerdeführerin rügt in ihrer Beschwerde, dass das Gutachten nur auf margi- nalen Abklärungen beruhe. Es sei nicht möglich, aufgrun d von zwei Besprechungen und dem Beizug eines nach dem stationären Klinikaufenthalt de r Beschwerdeführerin vor fünf Jahren erstellten Austrittsberichts eine verbindliche Diagnose zu erstellen. Ausserdem würden sich die von der KESB gestellten Fragen in Bezug auf die wirtsch aftlichen Fähigkeiten der Beschwerde- führerin mehrheitlich auf die Aussagen der Beiständin und der Tochter stützen. Dies sei aus Sicht der Beschwerdeführerin problematisch, da zu beiden kein gutes Verhältnis bestehe. 3.7.2 Im Verfahren vor dem Kantonsgericht gilt der G rundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. § 12 Abs. 1 VPO). Danach haben Verwaltungsträger die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Beschwerdeverfahren, dass die Richterin oder der Richte r alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danac h zu entscheiden hat, ob die ver- fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des s treitigen Rechtsanspruches gestatten. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist hinsichtli ch des Beweiswertes eines Arztbe- richtes entscheidend, ob der Bericht für die streitigen B elange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber ücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur teilung der medizinischen Zusam- menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sit uation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen des Experten begründet sind (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3a). 3.7.3 Das von der Beschwerdeführerin beanstandete Gutach ten bezieht die Vorakten von 14. November 2009 bis 29. Oktober 2012 mit ein. Ebenf alls wurden zur Erstellung des Gutach- tens der langjährige Hausarzt, die Fachärztin für Psychiat rie und Psychotherapie, welche die ambulante Therapie durchführte, der Betreuer der Besc hwerdeführerin aus der Psychiatrie- Spitex sowie die Beiständin und die Tochter miteinbezoge n. Zudem wurden für das Gutachten zwei persönliche Gespräche mit der Beschwerdeführerin durchgeführt. Demnach stützt sich das Gutachten – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – nicht nur auf die Aussagen der Tochter und der Beiständin. Das Gutachten zeigt zudem schl üssig auf, weshalb die Gutachter zu den gezogenen Schlüssen gelangten, und es kann darauf abgestellt werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.7.4 Dazu kommt, dass sich auch in den Vorakten Hinweise auf das Unvermögen der Be- schwerdeführerin finden, ihre Finanzen selbst zu regeln. Die von der Beiständin erstellte Ver- mögensübersicht zeigt auf, dass das Vermögen der Beschwerd eführerin von Januar 2015 bis Mai 2015 um Fr. 43‘169.48 abgenommen hat. In der fraglichen Zeit hat die Beschwerdeführerin, obwohl die Wohnungseinrichtung mit der Übergabe von R echnungen für ihre neuen Möbel im Gesamtwert von Fr. 12‘660.-- abgeschlossen gewesen sein soll (vgl. Aktennotiz vom 19. Dezember 2014), weitere Anschaffungen in der Höh e von Fr. 20'000.-- ohne Absprache mit der Beiständin vorgenommen. Aus der Aktennotiz vom 11. M ärz 2015 ist zudem ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin begonnen hatte, bei einigen Einkaufsgeschäften auf Kredit einzu- kaufen. Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin gemäss de r Aktennotiz vom 3. September 2015 ihre Schwester um ein Darlehen in der Höhe von Fr . 25‘000.-- gebeten, um sich mit die- sem Geld ein Auto zu kaufen. 3.7.5 Aufgrund der obigen Ausführungen ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin an einer psychischen Störung im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB leidet und ohne Errichtung einer Beistandschaft ihre Angelegenheiten nicht, beziehungswei se nur teilweise, besorgen kann. Ausserdem wird aus den obigen Ausführungen ersichtlich, dass ein Unvermögen auf Seiten der Beschwerdeführerin hinsichtlich Ausgabenkontrolle vorliegt. 4.1 In Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle b ehördlichen Massnahmen des Er- wachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität un d der Verhältnismässigkeit. Sub- sidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördlic he Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemessen si- chergestellt ist (Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenen- schutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt [BBl] 2006 7042). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person auf andere Art – durch die Familie, an- dere nahestehende Personen oder private oder öffentlic he Dienste (vgl. dazu Urteil des Bun- desgerichts 5A_663/2013 vom 5. November 2013 E. 3) – sch on gewährleistet, so ordnet die Er- wachsenenschutzbehörde keine Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Z iff. 1 ZGB). Kommt die Er- wachsenenschutzbehörde demgegenüber zum Schluss, die vorha ndene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person sei nicht ausreichend oder von vor nherein ungenügend, so muss ihre behördliche Massnahme verhältnismässig, das heisst erforder lich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde hat dabei nich t gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern "Massnahmen nach Mass" zu treffen , das heisst solche, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB; Urteil des Bun- desgerichts 5A_4/2014 vom 10. März 2014 E. 6.1 f.). Es g ilt der Grundsatz "Soviel staatliche Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich" (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7017, Urteil des Bundesgerichts 5A_667/2013 vom 12. November 2013 E. 6.1). 4.2 Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass die B eschwerdeführerin über keine Krankheitseinsicht verfügt und ihre Hilfsbedürftigkei t verneint. Die Tatsache, dass die Be- schwerdeführerin – wie sie in der Beschwerdeschrift gelten d macht – während Jahrzehnten die Administration eines Geschäftsbetriebs geführt hat und si ch in kaufmännischen Angelegen- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht heiten hinlänglich auskennt, ändern nichts daran, dass d ie genannten aktenkundigen Verhal- tensweisen, die ihrerseits Folge der psychischen Beeinträchtigung sind, die wirtschaftliche Exis- tenz der Beschwerdeführerin gefährden. Die Gefahr des impulsiven, unüberlegten Ausgebens namhafter Geldbeträge begründet eine Hilfsbedürftig keit, die mit darauf abgestimmten erwach- senenschutzrechtlichen Massnahmen aufzufangen ist. Unter d iesen Gegebenheiten ist keine mildere Massnahme ersichtlich, mit welcher die gebotene Unterstützung für die Beschwerdefüh- rerin sichergestellt werden könnte. Die getroffenen M assnahmen erweisen sich als verhältnis- mässig, da die Verfügungsrechte über die eigenen Mitte l von der KESB nicht übermässig ein- geschränkt wurden. Damit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtskonform. 5.1 Schliesslich beantragt die Beschwerdeführerin, die KESB sei aufzufordern, der Bei- ständin das Mandat zu entziehen und nach Rücksprache mit ihr einen neuen Beistand zu er- nennen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin vor, das Vertrauensverhältnis zur Bei- ständin sei offensichtlich und schwerstens gestört. 5.2 Die KESB entlässt den Beistand oder die Beiständin auf Antrag der betroffenen oder einer ihr nahestehenden Person, wenn (1.) die Eignung für die Aufgaben nicht mehr besteht oder (2.) ein anderer wichtiger Grund für die Entlassu ng vorliegt (Art. 423 ZGB). Unbestrittener- massen ist die Eignung der Beiständin für die Weiterfüh rung des Mandats weiterhin gegeben. Unter wichtige Gründe für eine Entlassung werden Sach verhalte subsumiert, die das Vertrau- ensverhältnis zwischen Mandatsträger und verbeiständeter Pe rson betreffen. Dies kann durch unzulässige Vertretungshandlungen, Amtsanmassungen, Ver letzungen der Persönlichkeit der betreuten Person oder durch fortgesetzte leichtere Pfli chtverletzungen in der Amtsführung ge- schehen (vgl. U RS VOGEL , in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Auf lage, Zürich 2016, Art. 423 ZGB N 4). Die Beschwerdeführerin brin gt diesbezüglich vor, dass das Vertrau- ensverhältnis zur Beiständin offensichtlich und schwerstens gestört sei. Insbesondere sei es die Beiständin, die der Beschwerdeführerin einen überdurchsch nittlichen Vermögensverzehr vor- werfe, welcher sich auf Zwischenrechnungen stütze, die eine r näheren Prüfung nicht standhiel- ten. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin stellen diese Argumente allerdings keine wichtigen Gründe im Sinne von Art. 423 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB dar, die einen Wechsel der Mandats- person rechtfertigen könnten. Es sind aus den Akten kein e unzulässigen Vertretungshandlun- gen, Amtsanmassungen, Verletzungen der Persönlichkeit der betreuten Person oder sonstige Pflichtverletzungen der Beiständin ersichtlich. Dazu kommt, dass die Beschwerdeführerin beab- sichtigt, ihren neuen Wohnsitz in F.____ (BE) zu begründ en. Demgemäss hat die KESB bereits angekündigt, die Massnahme, sobald das vorliegende Besch werdeverfahren abgeschlossen sei, unverzüglich an die für die Gemeinde F.____ zuständi ge KESB zu übertragen. Dies wird zwangsläufig mit einem Beistandswechsel verbunden sein. Damit erscheint ein Beistandswech- sel für die Zeit bis zur Übertragung – wie die KESB zut reffend ausführt – nicht sinnvoll. Für den Fall, dass der Umzug nicht vollzogen werden könnte, hat die KESB zudem bereits angezeigt, sie werde nach Rücksprache mit der Beschwerdeführerin un d der Beiständin einen Wechsel der Mandatsperson prüfen. Der Antrag auf einen soforti gen Wechsel der Mandatsperson ist folglich abzuweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die gesetzlichen V oraussetzungen für eine kombinierte Beistandschaft nach Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 und 2 und Art. 396 ZGB, wie sie die KESB angeordnet hat, gegeben sind. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. 7. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Der zuviel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Be- schwerdeführerin zurückerstattet. Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. Der zuviel geleist ete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführ erin zurück- erstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 27. Mai 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 5A_410/2016) erhoben.