Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. August 2019 (710 19 61 / 211) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Beitragsberechnung einer nichterwerbstätigen versicherten Person; das Abstellen auf interkantonale Repartitionswerte in Sinne von Art. 29 Abs. 3 AHVV bei Liegenschaften, welche sich im Ausland befinden, ist nicht rechtens Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Gerichtsschrei berin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Beiträge A. Die verwitwete A.____ wurde gemäss Schreiben der Au sgleichskasse Basel- Landschaft (Kasse) vom 21. September 2018 als Nichterwer bstätige erfasst und der Kasse per 1. Januar 2013 angeschlossen. Mit gleichentags erlassenen Verfügungen erhob die Kasse von der Versicherten für die Periode 2013 bis 2016 persönli che AHV/IV/EO-Beiträge für Nichter- werbstätige. Für die Jahre 2017 und bis Ende Septembe r 2018 machte die Kasse Akonto- beiträge geltend. Am 11. Oktober 2018 verfügte die K asse auch die persönlichen AHV/IV/EO- Beiträge für Nichterwerbstätige für das Jahr 2017. Die von der Versicherten gegen die Beitrags- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht verfügungen erhobene Einsprache lehnte die Kasse mit En tscheid vom 22. Januar 2019 ab, soweit sie darauf eintrat. B. Dagegen reichte A.____ mit Eingabe vom 18. Februar 2019 Beschwerde ans Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), ein. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 22. Januar 2019. C. Mit Vernehmlassung vom 18. März 2019 beantragte die Kasse die Abweisung der Be- schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Präsidentin zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- un d Hinterlassenenversicherung (AHVG) vom 20. Dezember 1946 entscheidet über Beschwerde n gegen Einspracheentscheide kantonaler Ausgleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse. Anfech- tungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet ein Ein spracheentscheid der Ausgleichskasse Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige ge- richtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprac heentscheide der Versicherungs- träger gemäss Art. 56 des Bundesgesetzes über den Allgemei nen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000. Es ist somit auch sa chlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fr ist- und formgerecht erhobene Be- schwerde der Versicherten vom 18. Februar 2019 ist einzutreten. 1.2.1 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vor- gängig verbindlich – in Form einer Verfügung – Stell ung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtun gsgegenstand (BGE 131 V 164 E. 2.1). Das verwaltungsgerichtliche Verfahren kann rechtsp rechungsgemäss aus prozessökono- mischen Gründen auf eine ausserhalb des Anfechtungsgegenst andes, d.h. ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstan d derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, u nd wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserkläru ng geäussert hat (BGE 122 V 34 E. 2a). 1.2.2 Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bil det der Einspracheentscheid vom 22. Januar 2019, in welchem sich die Kasse im Wesentlichen zu den persönlichen AHV/IV/EO- Beiträge für Nichterwerbstätige der Jahre 2013, 2014 , 2015 und 2016 äusserte. Aufgrund der Tatsache, dass die Kasse am 11. Oktober 2018 auch die Be iträge für das Jahr 2017 festsetzte und die Beschwerdeführerin ihre Einsprache erst am 15. O ktober 2018 erhob, ist es im Interes- se der Prozessökonomie, das vorliegende Verfahren auf da s Beitragsjahr 2017 auszudehnen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dies umso mehr, als sich auch die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 18. März 2019 dazu äusserte und dieses Vorgehen grundsätzlich bef ürwortete. In Bezug auf die Bei- tragsjahre 2018 und 2019 wurden hingegen bis zum Zeitp unkt des Einspracheentscheids am 22. Januar 2019 nur Akontobeiträge in Rechnung gestel lt, da die definitiven Steuerveranlagun- gen noch nicht vorlagen. Über die Beiträge der Jahre 2018 und 2019 ist folglich noch keine Ver- fügung erlassen worden. Es fehlt deshalb diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb diese Akontoberechnungen nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden und vom Gericht nicht zu überprüfen sind. 1.3 Nach § 55 Abs. 1 VPO, in der seit 1. Januar 2019 g eltenden Fassung, entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts durch Präsi- dialentscheid Streitigkeiten bis zu einem Streitwert vo n Fr. 20'000.--. Gegenstand des vorlie- genden Verfahrens sind die Verfügungen vom 21. Septem ber 2018 und 11. Oktober 2018 in Bezug auf die Beiträge Nichterwerbstätige für die Jah re 2013 bis 2017. Der strittige Gesamtbe- trag liegt unter der Streitwertgrenze von Fr. 20'000 .--, weshalb der Entscheid über die Be- schwerde der Versicherten in die Kompetenz der präsidier enden Person der Abteilung Sozial- versicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt. 2.1 Der obligatorischen Alters- und Hinterlassenenversiche rung unterstehen gemäss Art. 1a Abs. 1 lit. a AHVG die natürlichen Personen m it Wohnsitz in der Schweiz. Nach Art. 3 Abs. 1 AHVG sind die Versicherten beitragspflich tig, solange sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitrags pflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und sie dauert bis zum Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das 65. Altersjahr vollendet haben. Personen, welche über die Alters- und Hinterlas- senenversicherung versichert sind, sind auch nach Massgabe de s Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 versichert (A rt. 1b IVG). Schliesslich unterstellt auch Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Erwerb sersatz für Dienstleistende und bei Mutterschaft (EOG) vom 25. September 1952 die in Art. 3 AHVG genannten Versicherten der Beitragspflicht. 2.2 Gemäss Art. 10 Abs. 1 AHVG bezahlen Nichterwerbstä tige einen Beitrag nach ihren sozialen Verhältnissen. Der Mindestbeitrag beträgt für d ie Beitragsjahre 2013 - 2017 Fr. 392.-- (vgl. Art. 2 Abs. 2 der Verordnung 09 über Anpassungen an die Lohn- und Preisentwicklung bei der AHV/IV/EO vom 21. September 2012 und 15. Oktober 2014 [in der bis Ende 2018 gültigen Fassung]) und der Maximalbeitrag jeweils das 50-fache des Minimalbeitrages. Den Mindestbei- trag bezahlen nach Art. 10 Abs. 2 AHVG nichterwerbstätige Studierende bis zum 31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 25. Altersjahr vollenden ( lit. a); Nichterwerbstätige, die ein Min- desteinkommen oder andere Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe erhalten (lit. b) sowie Nicht- erwerbstätige, die von Drittpersonen finanziell unter stützt werden (lit. c). Art. 10 Abs. 2 bis AHVG ermächtigt den Bundesrat, den Mindestbeitrag für weit ere Nichterwerbstätige vorzusehen, de- nen höhere Beiträge nicht zuzumuten sind. Art. 10 Abs. 3 Satz 1 AHVG verpflichtet sodann den Verordnungsgeber, nähere Vorschriften über die Beitra gsbemessung zu erlassen. Gestützt auf diese Norm hat der Bundesrat in Art. 28 Abs. 1 der Ve rordnung über die Alters- und Hinterlas- senenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 bestimmt, dass sich die Beiträge der Nicht- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerbstätigen, die mehr als den jährlichen Mindestbei trag zu entrichten haben, aufgrund ihres Vermögens und Renteneinkommens bemessen, wobei die Beit räge nach der in Art. 28 Abs. 1 AHVV enthaltenen Tabelle berechnet werden. Verfügen Nichterwerbstätige gleichzeitig über Vermögen und Renteneinkommen, so wird der jährliche R entenbetrag mit 20 multipliziert und zum Vermögen hinzugerechnet (Art. 28 Abs. 2 AHVV). Fü r die Berechnung des Beitrages ist dieser Betrag schliesslich auf die nächsten 50'000 Franken abzurunden (Art. 28 Abs. 3 AHVV). 3.1 Die Beiträge werden für jedes Beitragsjahr festgese tzt. Als Beitragsjahr gilt das Kalen- derjahr (Art. 29 Abs. 1 AHVV). Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr erziel- ten Renteneinkommens und des Vermögens am 31. Dezemb er (Art. 29 Abs. 2 Satz 1 AHVV). Das für die Beitragsberechnung Nichterwerbstätiger mass gebende Vermögen wird durch die kantonalen Steuerbehörden aufgrund der entsprechenden rechtskräftigen kantonalen Veranla- gung ermittelt. Sie berücksichtigen dabei die interkantonalen Repartitionswerte (vgl. Art. 29 Abs. 3 AHVV). Die Steuerbehörden übermitteln die Angaben für jedes Steuerjahr laufend der Aus- gleichskasse (Art. 29 Abs. 7 AHVV in Verbindung mit Ar t. 27 Abs. 2 AHVV). Die entsprechen- den Angaben der kantonalen Steuerbehörden sind für d ie Ausgleichskassen verbindlich (vgl. Art. 29 Abs. 7 AHVV in Verbindung mit Art. 23 Abs. 4 AHVV). 3.2 Daraus hat die Rechtsprechung die Regel abgeleitet , dass das Sozialversicherungsge- richt von rechtskräftigen Steuertaxationen bloss dann abwei chen darf, wenn diese klar ausge- wiesene Irrtümer enthalten, die ohne weiteres richtig gestellt werden können, oder wenn sachli- che Umstände gewürdigt werden müssen, die steuerrechtlich belanglos, sozialversicherungs- rechtlich aber bedeutsam sind. Blosse Zweifel an der Richt igkeit einer Steuerveranlagung ge- nügen hierzu nicht, denn die ordentliche Einkommens- und Vermögensermittlung obliegt den Steuerbehörden, in deren Aufgabenkreis das Sozialversicherungsgericht nicht mit eigenen Ver- anlagungsmassnahmen eingreifen darf. Die versicherte Per son hat ihre Rechte im Hinblick auf die AHV-rechtliche Bemessung deshalb grundsätzlich im Ste uerjustizverfahren zu wahren (vgl. BGE 110 V 371). 4.1.1 Grundlage der Beitragsfestsetzung für das Jahr 20 13 war das Witwenrenteneinkommen der Beschwerdeführerin in Höhe von insgesamt Fr. 34'472 .-- (AHV-Witwenrente: Fr. 21'744.--; PK-Witwenrente: Fr. 12'727.80 [vgl. act. 21/24]). Die ser Betrag wurde gemäss Art. 28 Abs. 2 AHVV mit dem Faktor 20 multipliziert, woraus Fr. 689 '440.-- resultierten. Hinzugerechnet wurde das gemäss Steuerveranlagungsverfügung vom 16. Oktober 2014 ausgewiesene Vermögen für das Jahr 2013 in Höhe von Fr. 80'863.--. Das für die Berechnung des Beitrags massgebliche Vermögen belief sich somit auf Fr. 770'303.-- bzw. ab gerundet Fr. 750'000.--. Die Kasse stellte der Versicherten deshalb persönliche AHV/IV/EO-Beiträge für Nichterwerbstätige in Höhe von Fr. 1'442.-- zuzüglich Verwaltungskosten von Fr. 72.--, g esamt Fr. 1'514.--, in Rechnung, was korrekt ist. Die konkrete Berechnung wird denn auch von d er Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht in Frage gestellt. Im Weiteren hat di e Kasse Verzugszinsen in der Höhe von Fr. 357.65 für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 21. September 2018 geltend gemacht. Dies ist im Lichte der Bestimmungen von Art. 26 Abs. 1 ATSG und von Art. 41 bis Abs. 1 lit. b AHVV in Ver- bindung mit Art. 42 Abs. 2 AHVV nicht zu beanstanden und wird ebenfalls nicht konkret bestrit- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zutreff enden Erwägungen der Kasse im Ein- spracheentscheid vom 22. Januar 2019 verwiesen werden. 4.1.2 Bei der Berechnung der Beiträge für die Jahre 2014 und 2015 berücksichtigte die Kasse wiederum das mit dem Faktor 20 multiplizierte Witwenr enteneinkommen in Höhe von Fr. 689'440.-- (2014) bzw. Fr. 691'360.-- (2015). Hi nzugerechnet wurden das gemäss Veranla- gungsverfügung vom 24. September 2015 ausgewiesene Ver mögen für das Jahr 2014 in Höhe von Fr. 98'574.-- und für das Jahr 2015 in Höhe von F r. 106'748.-- (vgl. Veranlagungsverfügung vom 19. Januar 2017, act. 38). Bei einem massgeblichen g erundeten Vermögen von Fr. 750'000.-- resultierten für die Jahre 2014 und 20 15 wiederum persönliche AHV/IV/EO- Beiträge für Nichterwerbstätige von je Fr. 1‘442.--. Dazu kamen Verwaltungskosten von je Fr. 72.--. Weiter wurde der Betrag von Fr. 1'514.-- für das Beitragsjahr 2014 vom 1. Januar 2015 bis 21. September 2018 und für das Beitragsjahr 2015 v om 1. Januar 2016 bis 21. September 2018 zu 5 % verzinst, was nicht zu beanstanden ist und zu Recht nicht bestritten wurde. 4.2 Als Zwischenergebnis ist festzustellen, dass die von de r Kasse für die Jahre 2013, 2014 und 2015 erhobenen persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge f ür Nichterwerbstätige korrekt berech- net wurden. Daran ändern auch die Ausführungen der B eschwerdeführerin nichts. Während sie im vorinstanzlichen Verfahren ihre Beitragspflicht als Ni chterwerbstätige als solche bestritt, mo- niert sie vorliegend, es sei nicht gerecht, dass sie als Witwe Beiträge für Nichterwerbstätige zu entrichten habe, obwohl sie noch zwei Kinder mit Gebur tsgebrechen unterstützen müsse. Dies- bezüglich ist mit Blick auf die Ausführungen im Einspra cheentscheid vom 22. Januar 2019 und der Vernehmlassung vom 18. März 2019 festzustellen, dass g rundsätzlich alle in der Schweiz wohnhaften versicherten Personen, die keiner Erwerbstät igkeit nachgehen, als Nichterwerbstä- tige beitragspflichtig sind. Ihre Argumentation geht daher fehl. Wie vorstehend ausgeführt, stüt- ze sich die Ausgleichskasse zudem bei der Berechnung des R entenvermögens einzig auf die der Beschwerdeführerin ausbezahlten Witwenrenten der A HV und der Pensionskasse. Die Kin- derrenten wurden entgegen den Angaben der Beschwerde führerin nicht miteinbezogen. Die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 22. Januar 2019 erweist sich daher insofern als unbegründet, als sie sich gegen die Beiträge der Jahre 2013, 2014 und 2015 richtet. 4.3.1 Weiter sind die Beiträge für die Jahre 2016 un d 2017 zu prüfen. Dabei stützte sich die Kasse wiederum - wie im Jahr 2015 - auf das Witwenre nteneinkommen in Höhe von Fr. 34'568.--, welches sie mit dem Faktor 20 multiplizierte. Daraus resultierte für beide Jahre ein Rentenvermögen von je Fr. 691'360.--. Diese Berechnung erweist sich als korrekt. 4.3.2 Fraglich ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin das für die Beitragsbemessung mass- gebende Vermögen der Jahre 2016 und 2017 richtig fests tellte. Wie in Erwägung 3.1 erwähnt, wird dieses gemäss Art. 29 Abs. 3 AHVV durch die Steu erbehörden aufgrund der entsprechen- den rechtskräftigen kantonalen Veranlagung ermittelt. I m vorliegenden Verfahren erging die Veranlagungsverfügung für das Jahr 2016 am 24. August 2 017. Dieser ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin über Vermögenswerte von insgesa mt Fr. 186'003.-- (Wertschriften und Guthaben = Fr. 58'236.--, Lebens- und Rentenversicherungen = Fr. 29'940.--, Motorfahrzeuge = Fr. 1'000.--, Liegenschaften ausserhalb BL/X.____ = Fr . 96'827.--) verfügte. Weiter wies die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin eine Hypothekarschuld von Fr. 87'892 .-- aus. Die Beschwerdegegnerin ging in der Beitragsverfügung jedoch von einem Vermög enswert von Fr. 253'034.-- aus. Dabei erhöhte sie den Liegenschaftswert von Fr. 96'827.-- auf Fr. 251'750.--, indem sie den in der Steuerveranlagungsverfügung angegebenen Katasterwert d er Liegenschaft in X.____ unter Berücksichtigung des interkantonalen Repartitionswerts erhöhte (Fr. 96'827.-- x 2.6) und davon die private Hypothekarschuld von Fr. 87'892.-- in Abzug b rachte (vgl. auch die Berechnung in der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 18. März 2019). Auch betreffend die Beiträ- ge für das Jahr 2017 berechnete die Kasse das Gesamtvermö gen unter Beachtung des Repar- titionswerts. Gestützt auf die definitive Veranlagungsve rfügung vom 23. August 2018 setzte sie für das massgebende Vermögen einen Betrag von Fr. 265 '344.-- ein. Dabei berücksichtigte sie die in der Veranlagungsverfügung ausgewiesenen Vermöge nswerte (Wertschriften und Gutha- ben = Fr. 47'252.--, Lebens- und Rentenversicherungen = Fr. 33'044.--, Motorfahrzeuge = Fr. 1'000.--, Liegenschaften ausserhalb BL = Fr. 270' 24.-- [Fr 103'939.-- x 2,6] und zog die Hy- pothekarschuld von Fr. 86'193.-- davon ab (vgl. Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 18. März 2919). 4.3.3 Dieses Vorgehen wird von der Beschwerdeführerin bestritten. Zwar kann ihr nicht ge- folgt werden, wenn sie unter Hinweis auf ein Doppelbesteuerungsabkommen von 1976 behaup- tet, die Liegenschaft sei nur in X.____ zu versteuern. Diese Frage wäre im Rahmen eines steu- errechtlichen Verfahrens zu beantworten. Nicht gefolgt werden kann ihr auch in ihrem Vorbrin- gen, die Beschwerdegegnerin habe bei der Bestimmung de s anrechenbaren Vermögens einen Eigenmietwert und Mieteinnahmen berücksichtigt, wurde aufgrund der Angaben in den Bei- tragsverfügungen doch einzig der in der Veranlagungsverf ügung angegebene Katasterwert der Liegenschaft berücksichtigt. 4.3.4 Hingegen ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf Art. 29 Abs. 3 Satz 2 AHVV die Liegenschaft in X.____ mit dem Repar titionsfaktor von 260 % aufgerechnet hat. Betreffend die Repartitionswerte ist auf das Krei sschreiben 22 vom 22. März 2018 der Schweizerischen Steuerkonferenz, Regeln für die Bewertung der Grundstücke bei interkantona- len Steuerausscheidungen, hinzuweisen. Diesem ist unter anderem zu entnehmen, dass wegen der unterschiedlichen Bewertung der Grundstücke in den Kantonen, aus Gründen einer korrek- ten Ausscheidung und sachgemässen Besteuerung eine einheit liche Referenzgrösse zu be- stimmen ist. Dazu werden sogenannte Repartitionswerte herangezogen. Anhand einer gesamt- schweizerischen Erhebung werden die erzielten Grundstückverk aufserlöse mit den jeweiligen kantonalen Steuerwerten verglichen und daraus die inte rkantonalen Repartitionswerte berech- net. Bei nicht-landwirtschaftlichen Liegenschaften wur den bis 2018 die Repartitionswerte auf der Basis von 70% der Referenzgrösse (Kanton mit tiefstem Medianwert) ermittelt; der Reparti- tionswert im Kanton Basel-Landschaft beträgt (bis Ende 2018) 260 % des kantonalen Steuer- werts. 4.3.5 Vorliegend handelt es sich zwar unbestrittenermasse n um eine Liegenschaft, welche sich ausserhalb des Kantons Basel-Landschaft befindet. Da si e aber im Ausland liegt, kann nicht von einem interkantonalen Rechtsverhältnis gesprochen werden, weshalb Art. 29 Ab s. 3 AHVV keine Anwendung finden kann. Es stellt sich daher die Frage, ob und wie Liegenschaften Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Ausland im Zusammenhang mit der Berechnung von Beitr ägen für Nichterwerbstätige zu beachten sind. Da bei der Berechnung des massgebenden V ermögens unter anderem das ge- samte in- und ausländische Vermögen zu berücksichtigen ist, ist auch die Liegenschaft in X.____ grundsätzlich miteinzubeziehen (vgl. FRANZISKA GROB , Die Beiträge der Nichterwerbstä- tigen in der AHV, in: AHV-Beitragsrecht, St. Gallen 2 011, S. 84; vgl. auch: Wegleitung über die Beiträge der Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN], N 2080 ff.). Das massgebende Vermögen ergibt sich - wi e bereits mehrfach erwähnt - aus der definitiven Steuerveranlagung der kantonalen Steuerb ehörde. Gemäss Angaben im "Das Ba- selbieter Steuerbuch, Band 1, Vermögen 43 Nr. 1 Ziffer 2.3" haben die Steuerbehörden bei aus- ländischen Liegenschaften in der Regel den Kaufpreis zu übernehmen, welcher dem für die internationale Steuerausscheidung massgebenden Repartit ionswert entspricht. Dieser Wert ist dem Niveau des Kantons Basel-Landschaft anzupassen und mi t dem Faktor 2.6 zu dividieren, woraus sich der in der definitiven Steuerveranlagung an gegebene Katasterwert ergibt. Entspre- chend dieser Regelung hat die kantonale Steuerverwaltu ng in den Details zu den definitiven Veranlagungsverfügungen der Staatssteuern die Beträge von Fr. 96'827.-- für das Jahr 2016 (vgl. act. 39) und Fr 103'939.-- für das Jahr 2017 (vgl. act. 40) aufgeführt. 4.4 Die Kasse hat bei der Berechnung der Beiträge für die Jahre 2016 und 2017 gestützt auf Art. 29. Abs. 3 AHVV den interkantonalen Repartitionswert berücksichtigt. Aufgrund der vor- stehenden Ausführungen steht jedoch fest, dass ein Abstell en auf interkantonale Repartitions- werte bei Liegenschaften, welche sich im Ausland befinden, nicht rechtens ist. Der anrechenba- re Vermögenswert wurde daher auf einer fehlerhaften Grundlage kalkuliert. Aus diesem Grund ist der Einspracheentscheid vom 22. Januar 2019 in Bezu g auf diese beiden Jahre aufzuheben und die Angelegenheit an die Kasse zurückzuweisen, damit diese - unter Beachtung der vor- stehenden Erwägungen - die Beiträge für die Jahre 2016 und 2017 neu berechnet. 5. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Berechnung d er persönlichen AHV/IV/EO-Beiträge für Nichterwerbstätige für die Jah re 2013, 2014 und 2015 nicht zu bean- standen ist (vgl. oben E. 4.1.1 - 4.1.3). Die Beschwerd e erweist sich diesbezüglich als unbe- gründet, weshalb sie abzuweisen ist. In Bezug auf die Erhebung der persönlichen Beiträge für Nichterwerbstätige für die Jahr 2016 2017 ist jedoch festzustellen, dass diese zwar in Bezug auf das zu berechnende Renteneinkommen korrekt sind, betre ffend das anzurechnende Vermögen aber auf einer unzutreffenden Berechnungsgrundlage be ruhen, weshalb sie diesbezüglich auf- zuheben und an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sind . Diese hat unter Berücksichti- gung der vorstehenden Ausführungen die Nichterwerbstät igenbeiträge für die Jahre 2016 und 2017 neu zu berechnen und zu verfügen. In dieser Hinsicht ist die Beschwerde teilweise gutzu- heissen. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, d ass sie ausserstande sei, die von der Kasse verfügten Beiträge zu bezahlen, ist sie darauf hi nzuweisen, dass diese auf begründetes Gesuch hin für bestimmte oder unbestimmte Zeit erlassen werden können (vgl. Art. 11 AHVG). 6. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Soweit auf die Beschwerde einzutreten ist, wir d diese unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 22. Januar 201 9 in Bezug auf die Beitragserhebung für die Jahre 2016 un d 2017 teilweise gutgeheissen und die Angelegenheit an die Ausgleichska sse zurück- gewiesen, damit diese die persönlichen AHV/IV/EO-Beit räge für Nicht- erwerbstätige der Jahre 2016 und 2017 im Sinne der E rwägungen neu berechne und verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Gegen diesen Entscheid würde von der Beschwerdegegnerin am 8.10.2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: 9C_665/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht