16. März 1982 155 Missbräuche im Mietwesen Ihre zweite Frage: Preisdifferenzierung der Milch. Ich nehme an, Sie werden bei der Behandlung weiterer parla- mentarischer Vorstösse nochmals mit dieser Idee konfron- tiert werden. Es ist ausserordentlich schwierig, diese Preis- differenzierung - vor allem bei der Milch - administrativ durchzuführen. Ich bin auch gar nicht sicher, ob sie wirklich den kleinen und mittleren Milchproduzenten zum Vorteil gereichen würde. Die Zahlen und Unterlagen, die heute zur Verfügung stehen, zeigen ein anderes Bild. Man muss also dieses Problem sehr differenziert betrachten. Sie könnten diese Preisdifferenzierung übrigens nicht nur auf die Milch beziehen, sondern müssten sie dann auch für viele andere Produkte durchführen. Der Schweizerische Bauernverband hat diese Fragen sehr gründlich an die Hand genommen, an einer gut besuchten Delegiertenversammlung eingehend behandelt und dem Buhdesrat dann das Resultat in einer Studie unterbreitet. Der Schweizerische Bauernverband kommt zum Schluss, dass eine Preisdifferenzierung kein zweckmässiges Mittel sei, um den zum Teil berechtigten Begehren der kleinen und mittleren Bauernbetriebe zu ent- sprechen. Ein Zuwarten wäre also wohl nicht zweckmässig gewesen und eine Verkuppelung mit den Preisbegehren der Land- wirtschaft auch nicht. Wenn nun zugunsten der Milchrech- nung insgesamt 3 Rappen abgeschöpft werden können, also 2 Rappen jetzt (von 3 auf 5) und 1 Rappen noch von früher, so darf man vielleicht doch darauf aufmerksam machen, dass die Milchrechnung für die Eidgenossenschaft immerhin ein Defizit in der Grössenordnung von 500 bis 600 Millionen Franken ausmacht. Diese 500 bis 600 Millionen Franken sind vom Bund in diese Rechnung einzuschiessen. Ich glaube, es ist deshalb nicht mehr als anständig, wenn man versucht, diesen Betrag etwas zu reduzieren. Der Kommissionspräsident, Herr Gerber, hat Ihnen die Zahlen genannt; es handelt sich jetzt pro Monat etwa um 1,5 Millio- nen Franken. Wir gehen aber davon aus - und ich glaube, das ist reali- stisch -, dass wir auf den 1. Juli den Milchpreis zugunsten der Produzenten erhöhen werden. In welchem Umfange, wissen wir noch nicht. Das werden wir in den Gesprächen mit dem Bauernverband näher klären müssen. Nachher werden wir diese 3 Rappen einwerfen können. Der Bund wird dann wieder auf diese 3 Rappen verzichten, die jetzt zugunsten der Milchrechnung anfallen, und sie den Produ- zenten zur Verfügung stellen. Ob das genügt oder nicht, darüber kann ich mich im jetzigen Zeitpunkt nicht äussern. Herr Dreyer, noch eine Antwort an Ihre Adresse: Es ist rich- tig, wir haben relativ rasch gehandelt. Wir haben rund drei Monate gebraucht: November, Dezember des letzten und Januar dieses Jahres. Auf den 1. Februar haben wir diese Margenverbesserung in Kraft gesetzt. Ich habe Ihnen erklärt, dass wir gewillt sind, auf den 1. Juli dieses Jahres auch die Preisforderung des Schweizerischen Bauernver- bandes zu analysieren und das, was realisierbar ist, in Kraft zu setzen. Wir haben diese Begehren noch nicht erhalten. Ich nehme an, Herr Gerber, dass wir sie im Laufe des Monats April erhalten werden. Es steht uns also nicht mehr Zeit zur Verfügung als für die Realisierung dieser Margen - auch etwa zwei Monate -, also eher etwas weniger, als das für die Realisierung der berechtigten Begehren des Detail- handels und der Molkereien der Fall war. Ich darf zudem sagen, dass wir im Bundesrat nicht «trölen», sondern die Begehren der Landwirtschaft sehr rasch behandeln. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Gesamtberatung - Traitement global du projet c Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Titre et préambule, art. 1 et 2 Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 40 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat -Au Conseil fédéral #ST# 81.018 Missbräuche im Mietwesen Abus dans le secteur locatif Botschaft und Beschlussentwurf vom 29. April 1981 (BBI II, 201) Message et projet d'arrêté du 29 avril 1981 (FF II, 201) Beschluss des Nationalrates vom 1. Dezember 1981 Décision du Conseil national du 1er décembre 1981 Antrag der Kommission Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des Nationalra- tes Proposition de la commission Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil natio- nal M. Donzé, rapporteur: Comme chacun le saft, l'arrêté du 30 juin 1972, fondé sur l'article 34septies de la constitution fédérale et instituant des mesures contre les abus dans le secteur locatif, cessera d'être en vigueur le 31 décembre 1982. Il faut savoir aussi que par ordonnance et conformé- ment aux dispositions constitutionnelles, le Conseil fédéral désigna, le 11 décembre 1978, des communes où sévissait la pénurie de logements ou de locaux commerciaux. Certains symptômes ayant laissé prévoir une demande accrue de logements, le Conseil fédéral a revisé la régle- mentation d'assujettissement et l'ordonnance a été modi- fiée le 2 avril 1980. Il est intéressant de savoir qu'actuelle- ment, l'article s'applique à 1533 des 3029 communes suisses. Toute une série de motions transformées en postulats ont, de 1972 à 1979, demandé au Conseil fédéral d'entreprendre la revision totale du chapitre du code des obligations, consacré au bail à loyer. Le Conseil fédéral s'est engagé à tout mettre en œuvre pour améliorer la protection contre les résiliations. Sur mandat du Conseil fédéral, le Départe- ment de justice et police a été chargé d'élaborer des pro- positions en vue de la revision totale du droit du bail. Il est prévu de supprimer la clause limitant le champ d'application de cette législation sur les abus. Le Département de justice et police a, par conséquent, ouvert la procédure de consul- tation sur la revision d'ensemble du droit de bail auprès des cantons et, comme il se fait toujours, auprès des partis poli- tiques et des organisations intéressées. Etant donné l'importance de cette revision, les nouvelles dispositions ne pourront entrer en vigueur que le 1er janvier 1933. n faut donc absolument éviter la suppression des mesures qui assurent actuellement la protection des locataires d'où l'arrêté sur lequel nous avons à nous prononcer. Je vous rappelle que le Conseil national, saisi le premier de cet objet, l'a accepté par 132 voix sans opposition. Etant donné la simplicité du problème posé, la commission, en accord avec le chef du département, a renoncé à se réu- nir spécialement entre les sessions. Elle s'est réunie sim- plement au cours des la session d'hiver, en une courte séance, le 17.décembre 1981. A cette occasion, à une question d'un commissaire, M. le président de la Confédé- ration a précisé que si la prorogation est demandée pour cinq ans, cela ne signifiait pas que les nouvelles disposi- tions ne seraient pas prises entre-temps. Le Conseil fédéral a voulu éviter d'avoir à revenir devant le Parlement si celles-ci, pour des raisons imprévues, devaient être retar- dées. Après avoir entendu M. Honegger, président de la Confédération, donner toutes explications désirées, la com- mission a décidé, à l'unanimité, de vous recommander d'entrer en matière et d'accepter l'arrêté dans son ensem- ble. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matièreEmploi d'armes 156 17 mars 1982 Gesamtberatung - Traitement global du projet Titel und Ingress, Ziff. l und II Titre et préambule, ch. I et II Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 39 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat -Au Conseil national Schluss der Sitzung um 18.45 Uhr La séance est levée à 18 h 45 #ST# Neunte Sitzung - Neuvième séance Mittwoch, 17. März 1982, Vormittag Mercredi 17 mars 1982, matin 8.50h Vorsitz - Présidence: Herr Vizepräsident Weber Vizepräsident Weber: Da der Ständeratspräsident unseren Rat bei einer Feier im Kanton Basel-Landschaft vertritt, habe ich die Ehre, die heutigen Verhandlungen zu leiten. Heute vor 150 Jahren, am 17. März 1832, wurde der zweit- jüngste eidgenössische Stand aus der Taufe gehoben. In Liestal proklamierten damals Abgeordnete der gegen Basel rebellierenden Gemeinden den souveränen Kanton Basel- Landschaft. Anderthalb Jahre später, am 26. August 1833, anerkannte dann auch die Tagsatzung die Trennung. Mit dem 17. März beginnen im Kanton Basel-Landschaft die Jubiläumsfeierlichkeiten, die sich bis ins nächste Jahr hin- einziehen werden. Unser Gruss geht an Volk und Stand von Basel-Landschaft. #ST# 81.061 Waffeneinsatz. Verbot oder Beschränkung Emploi d'armes. Interdiction ou limitation Botschaft und Beschlussentwurf vom 16. September 1981 (BBI III, 301) Message et projet d'arrêté du 16 septembre 1981 (FF III, 273) Beschluss des Nationalrates vom 1. Dezember 1981 Décision du Conseil national du 1™ décembre 1981 Antrag der Kommission Eintreten und Zustimmung zum Beschluss des National- rates Proposition de la commission Entrer en matière et adhérer à la décision du Conseil natio- nal Ulrich, Berichterstatter: Ich darf Sie betreffend das Über- einkommen über das Verbot oder die Beschränkung von Waffeneinsatz im Namen der aussenpolitischen Kommis- sion orientieren. Die Schweiz hat das am 10. Oktober 1980 im Schosse der Vereinten Nationen in Genf verabschiedete Vertragswerk über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können, am 18. Juni 1981 in New York unterzeichnet. Vorausgegangen waren die Arbeiten verschiedener vom IKRK einberufener Regierungsexpertentreffen und die Diplomatische Konfe- renz zur Neubestätigung und Weiterentwicklung des in bewaffneten Konflikten anwendbaren humanitären Völker- rechtes. Leider - und diesen Hinweis möchte ich zu Beginn meines Berichtes ganz besonders hervorheben - lässt die Dynamik der technischen Entwicklung der Kriegswaffen die Entwick- lung des Kriegsrechtes weit hinter sich. Die Schweiz fördert und unterstützt seit jeher alle Bemühungen und Bestrebun- gen, das Kriegsrecht den neuen Begebenheiten anzupas- sen. Entscheidende Impulse für ein humanitäres Völker- recht sind übrigens von Genf ausgegangen (Genfer Abkommen, Rotkreuz-Konvention). Darum hat die SchweizSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Missbräuche im Mietwesen Abus dans le secteur locatif In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 08 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.018 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.03.1982 - 18:15 Date Data Seite 155-156 Page Pagina Ref. No 20 010 453 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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