Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Mai 2020 (725 19 374 / 96) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Erreichen des Endzustands; adäquater Kausalzusammenhang verneint. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch D r. Heiner Schärrer, Ad- vokat, St. Jakobs-Strasse 30, Postfach, 4002 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Advokatur am Bahnhof GmbH, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1983 geborene A.____ arbeitete seit dem 1. M ai 2016 als Bauarbeiter bei der B.____ und war aufgrund dieses Anstellungsverhältnisses bei der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe rufsunfällen versichert. Gemäss Scha- denmeldung der Arbeitgeberin vom 20. März 2017 verlet zte sich der Versicherte am 18. März 2017 an der Halswirbelsäule (HWS), als er auf einer n assen Treppe ausgerutscht und auf den Rücken gefallen sei. Die Suva anerkannte in der Folge ih re Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilbehandlungskosten). Nachdem der Versicherte am Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. August 2018 kreisärztlich untersucht worden war, teil te die Suva ihm gleichentags mit, dass ein Endzustand eingetreten sei und die laufenden Leistungen per 30. September 2018 eingestellt würden; gleichzeitig erklärte sie sich bereit, für die laufenden Behandlungen und Therapien noch bis Ende Dezember 2018 aufzukommen. Mit Verfügung vom 9. August 2018 sprach die Suva dem Versicherten sodann für die verbleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfall vom 18. März 2017 eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Ein busse in der Integrität von 20 % zu, ver- neinte jedoch den Anspruch auf eine Invalidenrente. Daran hielt sie auf Einsprache des Versi- cherten hin mit Entscheid vom 15. Oktober 2019 fest. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. H einer Schärrer, am 12. November 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es seien die Verfügung vom 9. August 201 8 und der Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2019 aufzuheben. Die Suva sei zu verpflichten, ihm weiterhin die gesetzlichen Leistun- gen in Form von Taggeld und Heilbehandlungen auszurich ten und den Fallabschluss in einem späteren Zeitpunkt erneut zu prüfen. Eventualiter sei ihm eine ganze Rente auszurichten. Sube- ventualiter sei die Suva anzuweisen, ihm nach Festsetzung der Rente weiterhin Heilbehandlun- gen im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. d des Bundesgesetz es über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 zu gewähren; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht bean- tragt er, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Zur Begründung wurde im We- sentlichen ausgeführt, die Beschwerdegegnerin habe ihren Entscheid auf unzureichende medizi- nische Berichte abgestützt. Es sei nicht erstellt, dass d er Endzustand per 30. September 2018 erreicht gewesen sei. C. Mit Vernehmlassung vom 16. Januar 2020 beantragte die Suva, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer, unter Hinweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sac hlich zuständigen Gericht erhobene Be- schwerde des Versicherten vom 12. November 2019 ist einzutreten. 2. Mit Verfügung vom 9. August 2018 teilte die Suva de m Beschwerdeführer unter Berück- sichtigung ihres Schreibens vom 6. August 2018 mit, dass sie infolge Wegfalls der Kausalität die vorübergehenden Leistungen in Form von Taggeldleistungen per 30. September 2018 einstelle. Die Heilbehandlungskosten würden über diesen Zeitpunkt hinaus noch bis Ende Dezember 2018 übernommen. Zudem lehnte sie einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab. Für die ver- bleibenden Beeinträchtigungen aus dem Unfallereignis vom 18. März 2017 sprach sie jedoch eine Integritätsentschädigung in Höhe von Fr. 29'640. -- zu. In der dagegen erhobenen Einspra- che beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm eine 24 %ige Rente und eine 25%ige Integri- tätsentschädigung auszurichten. Die Suva wies die Einsprache in der Folge aber ab. Die vorlie- gende Beschwerdebegründung richtet sich gegen die Einstellung der vorübergehenden Leistun- gen und die Ablehnung des Anspruchs auf eine Rente. Hinsichtlich der Integritätsentschädigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht fehlt jegliche Begründung und es liegen keine weiteren Anhaltspunkte vor, dass der Versicherte zusätzlich auch die Ablehnung des Anspruchs auf eine höhere Integritätsentschädigung anfech- ten wollte. Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprech ung zur Frage der Teilrechtskraft von nicht angefochtenen Bestandteilen eines angefochtenen Verwaltungsakts und der damit verbun- denen Rügepflicht (BGE 119 V 347 ff.) ist daher festzuhalten, dass die Verfügung vom 9. August 2018 bzw. der Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2019 bezüglich der darin festgesetzten In- tegritätsentschädigung mangels Anfechtung in (Teil-) Rechtskraft erwachsen ist. Soweit der Be- schwerdeführer im vorliegenden Verfahren insgesamt die Aufhebung der Verfügung und des an- gefochtenen Einspracheentscheids verlangt, kann betreffe nd die Integritätsentschädigung nicht auf die Beschwerde eingetreten werden. Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfah- rens bilden somit einzig die Einstellung der vorübergeh enden Leistungen und der Anspruch auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1 5. Oktober 2019 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitli che Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig- keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arb eitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, w enn sie infolge des Unfalls zu mindes- tens 10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be- handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsma ssnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss U VG setzt - unter anderem - voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetret enen Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigen- den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.1 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgru ndsatz beherrscht (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli chen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (vgl. BGE 122 V 158 E. 1a; 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übrigen schliesst der Untersu- chungsgrundsatz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im So- zialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbe- wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (U LRICH MEYER -BLASER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1989, S. 32). Diese Beweis- regel greift Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsat- zes auf dem Weg der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die über- wiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkei t zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b; MEYER -BLASER , a.a.O., S. 32). 4.2 Die rechtsanwendende Behörde ist zur Abklärung medi zinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese medizi- nischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bin- dung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeu- tet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs- sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten . Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be- weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei- lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob di e Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweis e Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Für die Beurteilung der strittigen Fragen sind im Wesentlichen folgende ärztliche Berichte zu berücksichtigen: 5.2 Der Beschwerdeführer wurde nach dem Unfall vom 18 . März 2017 bis zum 30. März 2017 im Spital C.____ hospitalisiert. Am 28. März 2017 wurd en eine frische Deckplattenimpressions- fraktur BWK 12 A0-A1, welche am 22. März 2017 mit mini malinvasiver Fraktur-spondylodese (USS-MIS) BWK11-LWK1 operativ behandelt worden war, und eine passagere Hypokaliämie di- agnostiziert. Der intra- und postoperative Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Eine post- operative Stellungskontrolle des Spondylodesematerials zeige eine regelrechte Lage. Der Versi- cherte werde mit reizlosen und trockenen Wundverhältnissen in die Klinik D.____ entlassen. 5.3 Der Beschwerdeführer befand sich vom 30. März 2017 bis 26. April 2017 in der Klinik D.____. Im Austrittsbericht vom 26. April 2017 wurden (1) ein Unfall vom 18. März 2017, bei welchem der Beschwerdeführer auf einer Baustelle rückwärts von einer Treppe ca. 1.5 m gestürzt sei und eine kyphosierte BWK12-Kompressionsfraktur A0-A3 u nd (2) eine Allergie gegen Peni- cillin diagnostiziert. Der Beschwerdeführer sei aktuell zu 100% arbeitsunfähig. In der zusammen- fassenden Beurteilung wurde ausgeführt, dass der Beschwe rdeführer stets motiviert bei allen Therapien mitgemacht und entsprechend sehr gute Fortsc hritte erzielt habe. Die Schmerzen seien im Verlauf deutlich regredient gewesen und die Analgetika hätten schrittweise abgebaut werden können. Bei Austritt habe er schmerzfrei 20 Min uten ohne Pausen gehen können. Er kenne das rückengerechte Verhalten und könne es unter Aufsicht korrekt umsetzen. Es gelänge ihm, die Rumpfstabilität auch während dynamischen Bewegungen beizubehalten. Die selbststän- dige Umsetzung des rückengerechten Verhaltens im Alltag bereite ihm manchmal noch Mühe. Er sei am 26. April 2017 in einem guten und verbesserten A llgemeinzustand nach Hause in die Weiterbetreuung durch den Hausarzt entlassen worden. 5.4 Nach dem Austritt aus der Klinik D.____ klagte der B eschwerdeführer vermehrt über Schmerzen. Im Sprechstundenbericht des Kantonsspitals X.____ vom 7. September 2017 wurde ein Status nach Frakturspondylodese BWK11/LWK1 bei Frak tur des BWK 12 genannt. Der Be- schwerdeführer klage nach wie vor über muskuläre Beschwerden kranial und im lumbosakralen Übergang. Eine Infiltration im Bereich der Operatio n habe die Situation etwas verbessert. Die Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerden lumbosakral würden auch in einer MRT-Untersuchung erfasst. Hier sei ein kleiner Bandscheibenschaden festzustellen mit einem Modic Grad 1-Status bei kleinem Anulusriss. Die Beschwerden seien durch die Fehlbelastung muskulär beding t. Eine zusätzliche SPECT-CT- Untersuchung im Frakturbereich beschreibe ein mässiggradi g erhöhtes Uptake im Sinne einer Remodellierung und einer Frakturheilung. Der Beschwerdeführer habe bis anhin schwere körper- liche Arbeit auf Baustellen verrichtet. Es sei jedoch d avon auszugehen, dass diese Tätigkeit in den nächsten Jahren in dieser Form nicht mehr möglich sei. 5.5 Im Bericht vom 5. April 2018 wies das Spital C.___ _ auf einen Status nach Osteosynthese- Materialentfernung (OSME) und Débridement am 12. Mä rz 2018 und eine persistierende thora- columbale Schmerzsymptomatik bei Status nach minimalinvasiver Fraktur- spondylodese (USS- MIS) BWK11-LWK1 am 22. März 2017 bei BWK12 Fraktur hi n. Das klinische Verlaufsbild zeige sich konsistent mit den Erwartungen. Drei Wochen nach der Operation seien die beschriebenen Restbeschwerden nicht unerwartet. Es gelte weiterhin die physiotherapeutische Mobilisation fort- zuführen. 5.6 Im Rahmen der klinischen Verlaufsbeurteilung und B esprechung des in der Zwischenzeit durchgeführten MRT der Lendenwirbelsäule (LWS) sowie des thoracolumbalen Übergangs, wurde ein unveränderter Befund erhoben (Untersuchung des Beschwerdeführers vom 28. Juni 2018; Bericht des Spitals C.____ vom 2. Juli 2018). In Bezug auf die diagnostischen Untersu- chungen habe sich ergeben, dass sich aufgrund des MRT der LWS vom 21. Juni 2018 im Ver- gleich zur letzten MRT-Untersuchung vom August 2017 eine eher grössenprogrediente, intraver- tebrale Bandscheibenhernie mit fettiger Knochenmarksverän derung zeige. Als nächster thera- peutischer Schritt sei eine Infiltration der vier Zugang snarben mit Lokalanästhetikum und Kena- cort durchgeführt worden. Der Beschwerdeführer habe da raufhin eine geringfügige Besserung der Beschwerden angegeben. Am 19. Juli 2019 wurde nac h neuerlicher Untersuchung des Be- schwerdeführers berichtet, dass dieser von der BV-gesteuer ten Infiltration der Narben und der Facettengelenke am 28. Juni 2018 nicht habe profitieren können. Im Befund wurde erwähnt, dass reizlose Narbenverhältnisse und eine lokale Druckdolenz ü ber der oberen Brustwirbelsäule (BWS) sowie rechtsseitig im Bereich der kranialen und der linkscaudalen Narbe, jeweils im Be- reich der Facettengelenke, vorlägen. Zudem bestünde eine Exazerbation der Schmerzen bei In- klination, jedoch keine Veränderung der Schmerzen bei R eklination und kein sensomotorisches Defizit im Bereich der oberen und unteren Extremität. Der Verlauf sei weiterhin protrahiert bei Status nach Frakturspondylodese und anschliessender OSME vo r 4 Monaten. Es zeige sich, dass insbesondere die oberhalb der Fraktur liegende Band scheibe weitgehend intakt und ohne Hinweise auf eine signifikante Degeneration sei. Daher würden die Schmerzen und die Sympto- matik weitestgehend als Mobilisationsschmerz im Anschluss an eine einjährige Spondylodese - d.h. Ruhigstellung - gesehen. Unter diesen Umständen werde eine Wiederholung der CT- gesteuerten Infiltration und die Fortführung der Physi otherapie empfohlen. Zudem sei dem Be- schwerdeführer geraten worden, wieder einer Arbeit nachzugehen, um sich langsam an die Be- lastung zu gewöhnen. Bis zur nächsten Verlaufskontrolle in 6 - 8 Wochen sei er weiterhin zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.7 Die Beschwerdegegnerin legte die Akten im Hinblick auf einen möglichen Fallabschluss ihrer Kreisärztin Dr. med. E.____, Fachärztin für Ch irurgie, vor. Am 6. August 2018 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. In ihrem Bericht vom 7. August 2018 führte sie aus, dass in- spektorisch reizlose Narbenverhältnisse nach Frakturspondylodese BWK11 auf LWK1 mit Druck- dolenz thoracolumbal neben der rechtsseitigen Narbe sow ie links caudal im Bereich der Facet- tengelenke vorlägen. Dr. E.____ kam zum Schluss, dass es gemäss den vorliegenden Akten seit der OSME im März 2018 nicht zu einer namhaften Besserung der Schmerzsymptomatik gekom- men sei. Auch die durchgeführten Physiotherapien und Infiltrationen hätten keine Besserung ge- bracht. Dies werde in der heutigen Untersuchung anamnestisch bestätigt. Aufgrund der struktu- rellen Schädigung im Bereich der BWS könne der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf der Baustelle nicht mehr ausübe n. Leichte bis mittelschwere wechselbelas- tende Arbeiten ohne vornübergebeugter Zwangshaltungen seien ihm ganztags zumutbar. Bezüg- lich des aktuellen Zumutbarkeitsprofils auf dem allgemei nen Arbeitsmarkt werde von weiteren medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung erwartet. Die Physiotherapie mit Instruk- tion zur weiteren Muskelkräftigung könne für weitere ein bis zwei Serien fortgesetzt werden. 5.8 Den Akten liegt auch ein Bericht des Spitals F.__ __ vom 16. August 2019 bei. Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnosti- zierte eine schwere chronische Schmerzstörung mit fortgeschrittener Schmerzchronifizierung bei einem Status nach vollständig verheilter BWK12-Fraktur vom 18. März 2017 und OSME am 12. März 2018. Der Beschwerdeführer sei demonstrativ leidend. Es lägen peripher orientierend kei- nerlei neurologische Defizite vor und die Wundverhältn isse thoraco-lumbal seien reizfrei. Beim Versuch, den Beschwerdeführer zu bewegen, spanne er da gegen und gebe starke Schmerzen an, was zu einer schmerzhaft eingeschränkten Beweglichkeit in allen Bewegungsebenen führe. Der Schmerz sei aber weder facettogen noch diskogen im Rahmen der klinischen Untersuchung zuzuordnen. Auch sei kein Hinweis für eine streng neuropathische Schmerzkomponente erkenn- bar. Beim Versicherten läge posttraumatisch eine schwerst e Schmerzstörung mit hochgradiger Schmerzchronifizierung vor. Bildpathomorphologisch sei di e Situation verheilt und stabil. Eine interventionelle Therapie für das Schmerzproblem des Patienten existiere nicht. Es sei strikt von sämtlichen weiteren invasiven Massnahmen abzusehen, auch im Sinne der Vermeidung einer Retraumatisierung und hierdurch möglichen weiteren Schmerzchronifizierung. Die Analgesie sei komplett auf eine schmerzdistanzierende Medikation umzustellen. Des Weiteren müsse der Be- schwerdeführer einem gezielten Rekonditionierungsprogramm zugeführt werden. Inwieweit eine solche Behandlung langfristig erfolgversprechend sei, kö nne aufgrund der Sprachbarriere und des Verdachts auf einen sekundären Krankheitsgewinn aber nicht abgeschätzt werden. Von Sei- ten der chronischen Schmerzstörung sei eine Rückführung ins Arbeitsleben momentan auch für leichte Tätigkeiten unvorstellbar. Es sei zwingend eine psychologische-psychiatrische Stellung- nahme bezüglich der Schmerzstörung zur Einschätzung der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit erfor- derlich. 6.1 Mit Verfügung vom 9. August 2018, bestätigt mit E inspracheentscheid vom 15. Oktober 2019, schloss die Suva den Fall per Ende September 2018 grundsätzlich ab. Einzig für die Heil- behandlungskosten in Form der Physiotherapie kam sie bis Ende Dezember 2018 auf (vgl. auch Schreiben der Suva vom 6. August 2018; act. 128). In Wü rdigung der vorstehend geschilderten Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinischen Unterlagen ging die Suva davon aus, dass be im Versicherten der medizinische Endzustand hinsichtlich der Unfallfolgen Ende September 2018 erreicht gewesen sei. Es sei nicht ersichtlich, dass im genannten Zeitpunkt von einer Fortse tzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten gewesen wäre. Der Beschwer- deführer bringt demgegenüber vor, dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei, da der medizinische Endzustand Ende September 2018 noch nicht eingetreten sei. Die immer noch bestehenden Be- schwerden könnten sicherlich durch Physiotherapie beeinflusst werden. Zudem sei den Unterla- gen nicht zu entnehmen, welche Ursache die chronische Sch merzstörung habe. Zu prüfen ist deshalb vorab, ob die SUVA die vorübergehenden Leistungen zu Recht per 30. September 2018 (Taggeld) bzw. 31. Dezember 2018 (Heilbehandlung) eingestellt hat. 6.2.1 Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unte r Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erw artet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 137 V 199 E. 2.1, 134 V 109 E. 4.1). Die verunfallte Person hat demgemäss Anspruch auf Heilbehandlung, solange von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Bes- serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwen- dung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Ge- wicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen - wie etwa einer Badekur - zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher- ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1; Urtei le des Bundesgerichts vom 22. Juli 2016, 8C_285/2016, E. 7.1 und vom 31. Juli 2013, 8C_970/2012, E 2.3). 6.2.2 Der Fallabschluss durch die Suva per 30. Septemb er 2018 ist im Lichte der vorstehen- den Beurteilungen nicht zu beanstanden. Sie stellte d abei in erster Linie auf die Ausführungen ihrer Kreisärztin Dr. E.____ ab und kam zum Schluss, dass die über den 30. September 2018 hinausgehenden Beschwerden nicht mehr in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 18. März 2017 standen. Zwar sind an die Beweiswürdigung strenge Anforde- rungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall gestützt auf versicherungsinterne Berichte ent- schieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, s o sind ergänzende Abklärungen vor- zunehmen (vgl. E. 4.3 hiervor und die dortigen Rechtsprechungshinweise). Solche Zweifel liegen hier aber nicht vor. Dr. E.____ führt nachvollziehbar und unter Bezugnahme auf die Berichte des Kantonsspitals X.____ aus, dass es seit der OSME im März 2018 nicht zu einer namhaften Bes- serung der Schmerzsymptomatik gekommen sei. Die durchgeführten Physiotherapien und Infilt- rationen hätten nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt und eine namhafte Besserung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei nicht zu erwarten. Die Ausführungen der Kreisärztin stimmen mit den Angaben im Bericht des Kantonsspitals X.____ aus vom 19. Juli 2018 überein. Diesem ist zu entnehmen, dass dem Be- schwerdeführer nur noch eine Wiederholung der CT-gesteuerten Infiltration und die Fortführung der Physiotherapie empfohlen werde. Damit sind in Bezu g auf die Unfallfolgen gemäss Kan- tonsspital X.____ einzig schmerzlindernde Massnahmen angezeigt. Andere, operative Massnah- men, welche zu einer Verbesserung der unfallbedingten B eschwerden führen würden, wurden nicht mehr in Erwägung gezogen. Auch die Zumutbarkeitsbeurteilung der Kreisärztin überzeugt. Sie ging davon aus, dass dem Versicherten aufgrund der strukturellen Schädigung im Bereich der BWS die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiter a uf der Baustelle nicht mehr zumutbar ist. Adaptierte leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten sind ihm aber ganztags zu- mutbar, was aufgrund der erhobenen Befunde einleuch tet. Ist aber von einer vollständigen Ar- beitsfähigkeit in einer adaptierten Verweistätigkeit auszugehen, hätte mit einer allfälligen Weiter- führung der Heilbehandlung ohnehin keine (namhafte) Steigerung der unfallbedingt beeinträch- tigten Arbeitsfähigkeit mehr erreicht werden können. 6.2.3 Was der Versicherte gegen die Rechtmässigkeit des von der Beschwerdegegnerin vor- genommenen Fallabschlusses vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. So macht er geltend, sämtliche Ärzte seien der Meinung, dass er zu 100 % arbei tsunfähig sei. Diese Auffassung ist unzutreffend. Aufgrund der vorgenannten Beurteilung en steht fest, dass der Beschwerdeführer einzig die angestammte Tätigkeit nicht mehr ausüben kann. Hingegen wurde ihm in einer ange- passten Tätigkeit nachvollziehbar eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Lediglich dem Bericht von Dr. G.____ vom 16. August 2019 ist zu entnehmen, d ass der Beschwerdeführer momentan auch für leichte Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit a ufweise. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festhält, stützt Dr. G.____ diese Einschätzung jedoch auf die von ihr beim Beschwerdefüh- rer diagnostizierte chronische Schmerzstörung. Die Unfall folge (Fraktur des 12. BWK) ist - wie bereits erwähnt - auch nach ihrer Auffassung komplett und stabil verheilt, weshalb ihm eine an- gepasste Verweistätigkeit zumutbar ist. Soweit der Beschw erdeführer mit Blick auf die Ausfüh- rungen im Bericht des Kantonsspitals vom 19. Juli 2018 darauf hinweist, dass eine Bandschei- benhernie mit fettiger Knochenmarksveränderung und Muskelschmerzen vorläge, ist auf die bun- desgerichtliche Rechtsprechung zur Unfallkausalität von Diskushernien hinzuweisen. Danach be- steht die Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Diskushern ien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter beson- deren Voraussetzungen, als deren eigentliche Ursache in B etracht fällt. Als unfallbedingt kann eine Diskushernie nach der Rechtsprechung regelmässig nur gelten, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und überdies für eine Bandscheibenschädigung geeignet war. Zudem müs- sen die Symptome einer Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten (Urteil de s Bundesgerichts vom 4. August 2017, 8C_819/2016, E. 4.2 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Das Ereignis vom 18. März 2017 war nicht von besonderer Schwere und die im Zusammenhang mit der Diskushernie aufge- tretenen Beschwerden traten nicht zeitnah zum Unfall a uf. Zudem befindet sich der Bandschei- benvorfall nicht im Bereich der beim Unfall verletzten B WS, sondern wurde lumbal festgestellt. Der Beschwerdeführer kann daher auch unter diesem Aspekt nicht zu seinen Gunsten ableiten. Dem Bericht des Spitals C.____ vom 19. Juli 2018 ist weiter zu entnehmen, dass neben der auf die Schmerzbehandlung zielenden Infiltration keine weitergehenden medizinischen Massnahmen Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht in Erwägung gezogen würden und für die muskulären Beschwerden Physiotherapie angemessen sei. Da diese Massnahmen jedoch prognostisch keine namhafte Besserung des Gesundheitszu- stands zu begründen vermögen, stehen sie einem Fallabschluss jedenfalls nicht entgegen. 6.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Be schwerdegegnerin vorliegend berechtigt war, den Fall unter Einstellung der vorüb ergehenden Leistungen per 30. September 2018 (Taggeld) bzw. 31. Dezember 2018 (Heilbehandlung) abzuschliessen. Es ist mit ihr davon auszugehen, dass die somatischen Beschwerden in diesem Zei tpunkt stabil verheilt waren und von einer fortgesetzten medizinischen Behandlung keine namhafte Verbesserung mehr zu erwar- ten war. 7.1 Aufgrund der Ausführungen von Dr. G.____ stehen psychische Probleme zur Diskussion. Deshalb ist in einem nächsten Schritt zu prüfen, ob diese kausal zum Unfallereignis vom 18. März 2017 sind. Dabei wäre in der Prüfungsabfolge zunächst die natürliche Kausalität zu untersuchen. Die Frage, ob diese Beschwerden natürlich kausal durch das Unfallereignis verursacht worden sind, hat die Beschwerdegegnerin nicht weiter geklärt, sondern offengelassen, da sie davon aus- ging, dass eine Leistungspflicht mangels adäquaten Kaus alzusammenhangs ohnehin entfalle. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang bei psychischen Beschwerden in jenen Fällen offengelassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzu- sammenhang ohnehin verneint werden muss, was vorliegend der Fall ist (SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). 7.2 Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nich t (hinreichend) nachweisbaren Un- fallfolgeschäden, ohne dass die versicherte Person - wie es vorliegend unbestritten feststeht - ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule oder einen äquivalenten Verletzungsmechanismus erlitten hat, erfolgt die Adäquanzbeurteilung psychischer Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 133 ff. ent- wickelten Kriterien (vgl. zu den Anforderungen an die Objektivierbarkeit von organischen Leiden: nicht publizierte E. 2 des Urteils BGE 135 V 465, in: SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2009]). Nach dieser Rechtsprechung setzt die Bejahung des adäquate n Kausalzusammenhangs zwi- schen einem Unfallereignis bzw. einer unfallähnlichen Kö rperschädigung und einer anschlies- send einsetzenden psychischen Fehlentwicklung im Einzelfall vo raus, dass dem fraglichen Er- eignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbei ts- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine mass- gebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objektiv eine gewisse Schwere auf- weist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). 7.3 Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall na ch dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbei- zuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranla- gung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Ve rarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.1 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenha ngs zwischen dem Unfall und psy- chischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlan gen, dass dem Unfall für die Ent- stehung der Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutu ng zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beur- teilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wur de: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schlie sslich der dazwischenliegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 10 9 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2) 7.4.2 Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Fo lgeschäden in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Bet roffenen massgebend, sondern das ob- jektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91). 7.5.1 Bei banalen Unfällen kann der adäquate Kausalzu sammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiter es verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Ein bezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a). Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Un fall und psychisch bedingter Er- werbsunfähigkeit hingegen in der Regel zu bejahen. De nn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b). 7.5.2 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehu ngsweise indirekte Folgen davon er- scheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen: - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verle tzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen au szulösen; - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; - körperliche Dauerschmerzen; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen er heblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikatio nen; Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht - Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkei t (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa). Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erfor- derlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be urteilung des adäquaten Kausalzu- sammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies triff t einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff .; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsun- fähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufs. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bezie- hungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien her- angezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzu- ordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Krit erien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu- sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnte n (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2). 8.1 Die Prüfung der Adäquanz ist bei Anwendung der P sycho-Praxis in jenem Zeitpunkt vor- zunehmen, in dem von der Fortsetzung der auf die soma tischen Leiden gerichteten ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszusta nds mehr erwartet werden kann (BGE 134 V 106 E. 6.1). Da der Fallabschluss zu Recht auf den 30. September 2018 erfolgt, ist die Adäquanzprüfung auf diesen Zeitpunkt vorzunehmen. 8.2.1 Den Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bild et das (objektiv erfassbare) Unfaller- eignis. Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (Urteil des Bu ndesgerichts vom 3. Mai 2012, 8C_498/2011, E. 6.2.1). Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin das Unfallereignis als mittelschwer an der Grenze zu den leichten Fällen quali fiziert, was vom Beschwerdeführer be- stritten wird. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass es sich um einen mittelschweren Unfall im engeren Sinne handle. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Mit der Beschwerdegegne- rin ist festzuhalten, dass ein Sturz bzw. ein Ausrutschen über 1.5 Metern auf einer nassen Treppe unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht die Kriterien eines mittel- schweren Unfalls im eigentlichen Sinne erfüllt (vgl. RUMO -JUNGO /H OLZER , a.a.O., S. 65; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 9. Dezember 2010, 8C_748/2010, E. 4.3). Es ist daher vorliegend von einem Unfall im mittelschweren Bereich an der Gren ze zu den leichten auszugehen. Unter diesen Umständen müssen für die Bejahung der Adäquanz m indestens vier der massgeblichen Kriterien oder eines in besonders ausgeprägter Form erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_833/2016, E. 6.1 mit Hinweis; RUMO -JUNGO /H OLZER , a.a.O., S. 64). Dabei ist Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu beachten, dass bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nach der Psycho-Praxis die Folgen der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (vgl. ANDRÉ NABOLD , in: Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrech t, Bundesgesetz über die Unfallversicherung [UVG; Hürzeler/Kieser, Hrsg.], 2018, N. 70 zu Art. 6 UVG; Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_899/2013, E. 5.1 mit wichtigen Hinweisen). 8.2.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleit umstände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalls ist objektiv und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. des Angst- gefühls der versicherten Person zu beurteilen (RUMO -JUNGO /H OLZER , a.a.O., S. 69). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gew isse Eindrücklichkeit eigen ist, was aber noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2). Aus den vorliegenden Akten ist nicht klar zu ent- nehmen, wie sich der Unfall vom 18. März 2017 genau er eignete. In der Schadenmeldung vom 20. März 2017 wird einzig festgehalten, dass der Beschwerdeführer auf der nassen Treppe aus- gerutscht und auf den Rücken gefallen sei. Im Operationsbericht des Kantonsspitals X.____ vom 23. März 2017 wird festgehalten, der Beschwerdeführer sei eine Treppe rückwärts ca. 1,5 m her- untergefallen und auf dem Rücken gelandet. Aufgrund dieser Angaben ist unklar, ob der Be- schwerdeführer beim Hinauf- oder beim Hinuntergehen ve runfallte. Die Frage, ob dieses Krite- rium erfüllt ist, kann letztlich aber offenbleiben, weil die Adäquanzkriterien vorliegend gesamthaft ohnehin nicht erfüllt werden. 8.2.3 Auch das Kriterium der Schwere oder der besonde ren Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Feh lentwicklungen auszulösen, ist vorliegend nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer zog sich b eim Unfall eine kyphosierte BWK12 Kompressionsfraktur A0-A3 zu, welche in der Folge mit einer minimalinvasiven Frakturspondylo- dese BWK11 auf LWK1 mit Reposition behandelt wurde. Gemäss Angaben von Dr. G.____ am 16. August 2019 lag ein Status nach vollständig verhei lter BWK12-Fraktur vor. Die Situation sei in Bezug auf die Fraktur stabil und der Beschwerdeführer belastbar. Unter diesen Umständen ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die beim Unfall erlittene Verletzung nicht derart schwer war, dass sie geeignet gewesen wäre, eine psychische Störung hervorzurufen (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2009, 8C_116/2009, E. 4.3). 8.2.4 Die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer de r ärztlichen Behandlung und der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert haben, sind entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers ebenso wenig erfüllt wie jenes des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen. Beim zuletzt genannte Kriterium ist insbesondere zu beachten, dass nur Gründe berücksichtigt werden können, welche die H eilung als solche beeinträchtigen. Dazu zählen aber weder die Einnahme vieler Medikamente noch die Durchführung verschiedener Therapien. Gleiches gilt für den Umstand, dass - wie vorliegend - trotz regelmässiger Therapie keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2009, 8C_116/2009, E. 4.5). 8.2.5 Bezüglich des Kriteriums der körperlichen Dauersch merzen ist massgebend, ob über den gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden vorlagen (vg l. Urteil des Bundesgerichts vom Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14. Juni 2018, 8C_803/2017, E. 3.5.1 mit Hinweisen). Dem Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 26. April 2017 ist zu entnehmen, dass die Schmerzen im Verlauf deutlich regredient gewesen seien und die Analgetika schrittweise hätten abgebaut werden können. Bei Austritt habe der Be- schwerdeführer schmerzfrei 20 Minuten ohne Pausen gehen können. Zwar klagte er danach über zunehmende Schmerzen. Diese konnten aber durch die durchgeführten Infiltrationen (zumindest vorübergehend) positiv beeinflusst werden. Zudem hielt D r. G.____ am 16. August 2019 fest, dass der Beschwerdeführer demonstrativ leidend sei, die g eltend gemachten Schmerzen aber weder facettogen noch diskogen im Rahmen der klinischen Untersuchung hätten zugeordnet werden können und auch kein Hinweis auf eine streng neuropathische Schmerzkomponente er- kennbar sei. Unter diesen Umständen ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen nicht erfüllt ist. 8.2.6 Das zuletzt zu prüfende Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten Ar- beitsunfähigkeit bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_803/2017, E. 3.7 mit Hinweisen). Gemäss der Einschätzung der Kreisärztin im Bericht vom 7. August 20 18 ist dem Beschwerdeführer die an- gestammte Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr zumutbar; hingegen könne er spätestens ab die- sem Zeitpunkt in einer leidensangepassten Tätigkeit gan ztags erwerbstätig sein. Eine rund 16- monatige Arbeitsunfähigkeit genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts aber nicht, um dieses Kriterium zu erfüllen (vgl. dazu Urteil vom 26. Juni 2009, 8C_116/2006, E. 4.6). 8.3 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass - wenn üb erhaupt - nur eines der von der Rechtsprechung für die Bejahung der Adäquanz verlangte n Kriterien erfüllt ist. Damit steht der psychische Gesundheitsschaden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in adäquatem Kau- salzusammenhang mit dem Unfallereignis vom 18. März 2017. 8.4 Die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die Unfa llversicherung gemäss Art. 21 UVG verpflichtet sei, weiterhin für die Heilb ehandlungskosten aufzukommen, ist nicht stichhaltig. Art. 21 UVG bezieht sich auf Heilbehandlungen, welche nach Festsetzung der Rente weiterhin gewährt werden. Nachdem der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente hat, erübrigen sich weitergehende Ausführungen dazu. 9. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist zusammenfa ssend festzuhalten, dass es die Beschwerdegegnerin zu Recht abgelehnt hat, dem Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 18. März 2017 über den Monat September 2018 hinaus Taggelder aus- zurichten und länger als bis 31. Dezember 2018 für die H eilbehandlungskosten aufzukommen. Die gegen den Einspracheentscheid vom 15. Oktober 2019 erhoben Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 l it. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozess- ausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Abschliessend bleibt über den Antrag des Beschwerde führers zu befinden, es sei ihm die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen. Art. 61 lit. f ATSG um- schreibt die Voraussetzungen der unentgeltlichen Verbeistä ndung im kantonalen Beschwerde- verfahren dahingehend, dass die Verhältnisse dies rechtfertigen müssen. Dies ist nach der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung der Fall, wenn der Proz ess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (BGE 125 V 202 E. 4a, 372 E. 5b, je mit Hinweisen). Der Beschwe rdeführer hat mit Eingabe vom 12. No- vember 2019 eine Leistungsübersicht der Sozialen Dienste Y.____ eingereicht. Daraus geht her- vor, dass er derzeit von der Sozialhilfebehörde finanziell unterstützt wird. Damit ist seine finanzi- elle Bedürftigkeit zu bejahen. In Anbetracht des Umstands, dass die beiden weiteren Vorausset- zungen ebenfalls gegeben sind, ist ihm für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgelt- liche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter Advokat Dr. Heiner Schärrer zu bewilligen. 10.3 Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwäl tinnen und Anwälte vom 17. Novem- ber 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat im kanto- nalen Verfahren keine Honorarnote eingereicht. Das Gericht setzt die Parteientschädigung folg- lich androhungsgemäss nach Ermessen fest (§ 18 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen erachtet das Gericht eine Parteientschädigun g in Höhe von pauschal Fr. 1'600.-- als angemessen. 10.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufm erksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von pauschal Fr. 1'600.-- aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Beschwerdeführer am 10.9.2020 Beschwerde beim Bun- desgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils Verfahren Nr.: 8C_544/2020 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht