Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Januar 2019 (720 18 311 / 17) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung der Arztberichte Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Elisabeth Maier , Adv o- katin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1961 geborene A.____ arbeitete seit 1993 bei der B.____ AG in X.____. Am 12. Juni 2015 wurde das Arbeitsverhältnis durch die Arbeitgeberin fristlos gekündigt. Am 19. August 2015 meldete sich A.____ bei der Eidgenössischen In validenversicherung (IV) zum Leistungs- bezug an. Sie gab an, an einem Burn-out, Depression en und Morbus Bechterew zu leiden. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) klärte in de r Folge die erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse ab und lehnte nach durchgeführtem Vorb escheidverfahren mit Verfügung vom 17. August 2018 gestützt auf einen IV-Grad von 28 % einen Rentenanspruch ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Elisabeth Maier, am 19. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angef ochtene Verfügung aufzuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventu aliter sei die Angelegenheit zu wei- teren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2018 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 2. November 2018 hielt die Beschwerde führerin an ihren Anträgen und Argumenten fest und reichte dem Gericht eine Stellungn ahme von Dr. med. I.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 2. November 2018 ein. E. Die IV-Stelle reichte mit Duplik vom 22. November 2018 einen RAD-Bericht vom 21. November 2018 zu den Akten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die I V-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht keine IV-Rente zugesprochen hat. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltend e somatoforme Schmerzstö- rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vg l. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (B GE 143 V 409 und 143 V 418) , sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte I ndikatoren beachtlich, die – unter Berück- sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktor en einerseits und Kompensationspo- tentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tats ächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1 ). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten verlieren ni cht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenhei- ten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschl iessendes Abstellen auf die vorhan- denen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht bestritten wird. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Zur Frage der beweisrecht- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befa ngenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerding s nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksi chtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf un d soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc, Urteil des Bundesgerichts vo m 17. Dezember 2009, 8C_908/2009, E. 4.2.1). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtung sauftrag des amtlich bestellten fachme- dizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2016, 9C_615//2015, E 6.2, mit Hinweisen) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder u ngewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 19. August 2016, 9C_276/2016, E. 3.1.1, mit Hinweis auf Urteil vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1). 5. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Beschwerd eführerin liegen im Wesent- lichen die folgenden ärztlichen Unterlagen vor: 5.1 Im Rahmen eines bidisziplinären Gutachtens (Psychiatr ie/Rheumatologie) erstattet Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, am 9. Au gust 2017 ein psychiatrisches Teilgutachten zu Handen der IV-Stelle. Dr. C.____ ste llt keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung au f die Arbeitsfähigkeit hält Dr. C.____ eine rezidivierende depressive Störung mit chronischem Verl auf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.0/1) sowie akzentuierte (ängst- lich-vermeidende, abhängige, narzisstische und pflichtbewusst e) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) fest. Die Beschwerdeführerin habe während der Untersuchung beim Gespräch über die Beschwerden oft Tränen in den Augen gehabt, die Stim mung sei bedrückt gewesen. Beim Ge- spräch über andere Themen habe sich die Stimmung ein we nig aufgehellt. Die affektive Modu- lationsfähigkeit und die Vitalität seien eingeschränkt. Eine subjektiv geklagte Müdigkeit, vermin- derte Konzentrationsfähigkeit oder eine ausgeprägtere Vergesslichkeit würden sich rein klinisch nicht feststellen lassen: Die Beschwerdeführerin sei imme r sehr konzentriert, sie könne auch meist präzise zeitliche Angaben machen. Gegen das Vorlieg en einer schweren Depression spreche die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin über e inen Tagesablauf berichte, dem zu entnehmen sei, dass sie am Morgen tätig sein könne und erst am Mittag ermüde. Haushaltsar- beiten könne sie alleine erledigen, mittlerweile habe sie offenbar auch gelernt, die Haushaltsar- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht beiten systematisch anzugehen. Am Nachmittag gehe sie mit dem Hund mindestens einmal, manchmal zweimal spazieren. Tagsüber lege sie sich nie hin. Gegen einen schweren Schwere- grad der Depression spreche auch, dass sie mit ihren Enkelki ndern und manchmal mit ihrem Lebenspartner lachen, manchmal auch fröhlich sein kö nne. Darüber hinaus würden sich rein klinisch keine relevanten kognitiven Beeinträchtigungen feststellen lassen, anamnestisch lasse sich auch keine Freud- oder Interesselosigkeit nachweisen. Sie sei an Aktualitäten interessiert, sie informiere sich mit dem Lesen der 20-Minuten-Zeitun g und dem Schauen von Nachrichten- sendungen im Fernseher. Aufgrund der längeren Dauer d er Depression sei in diagnostischer Hinsicht insgesamt von einer rezidivierenden depressiven Störung mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode ohne somatisches Syndrom auszugehen. Die Angaben der Beschwerdeführerin seien nicht immer konsistent. Da es bis heute noch zu keiner Remission der depressiven Beschwerden gekommen sei, wäre allenfalls die Verordnung eines zusätzlichen Antidepressivums zu empfehlen. Allenfalls wäre eine erneute psychiatrische Hos- pitalisation in Erwägung zu ziehen. An Funktionseinschrä nkungen führt Dr. C.____ eine ver- minderte Energie, eine häufige Müdigkeit, eine oft bedrückt-traurige Stimmung, eine subjektiv geklagte Vergesslichkeit und verminderte Konzentrationsf ähigkeit sowie ein vermindertes Selbstvertrauen auf. Die psycho-physische Belastbarkeit sei insgesamt als eingeschränkt zu beurteilen. Aus psychiatrischer/versicherungsmedizinischer Sicht lasse sich aufgrund der Tat- sache, dass das therapeutische Potenzial als noch nicht ausge schöpft beurteilt werden könne, respektive dass noch keine Therapieresistenz bestehe, keine Einschränkung der Arbeitsfähig- keit begründen. 5.2 Im rheumatologischen Teilgutachten hält Dr. med. D .____, FMH Rheumatologie, fol- gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: 1. Chronisches lumgospondylogenes Schmerzsyndrom links und kl inisch persistieren- des senso-motorisches Ausfallsyndrom L5 links bei Status nach lumbosakraler De- kompression links, Sequesterotomie, Reposition und posteriorer intercorporeller Fu- sion LWK 5/S1 mit Beckenkamm Spongiosaentnahme dorsal l inks am 08.04.2014 infolge schwergradiger L5-Parese links bei dekompensierte r lytischer Spondylo- listhesis lumbo-sakral mit intraforaminaler Diskushernie l inks sowie nach kranial se- questrierter Diskushernie - begleitende Ansatztendinose am medialen Beckenkamm links (SIPS) mit pseu- doradikulärer Schmerausstrahlung ins linke Bein Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte er folgende Diagnosen an: 2. Aktenanamnestisch axiale Spondyloarthritis (ED 12/201 3) - Status nach Basistherapie mit Simponi, Humira, Sal azopyrin und Cimzia (abgesetzt wegen Wirkungslosigkeit und/oder Nausea) - gemäss Akten nur initial erhöhte Entzündungsparam eter - HLA-B27 negativ 3. Klinisch beginnende Rhizarthrose beidseits 4. Muskuläre Dysbalance am Schultergürtel (Trapezius beids eits, Pectoralis links) Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Status nach Kontusion der Achillessehne rechts 10/20 13 laut Akten 6. Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung, nicht einem rheumatologischen Krank- heitsbild entsprechend Die Beschwerdeführerin habe ihre Beschwerden an sich k onsistent zur Aktenlage geschildert und sei bei der klinischen Untersuchung uneingeschränkt koope rativ gewesen. Es fänden sich aber Inkonsistenzen im Sinne des multilokulären Schmerzsynd roms (positive Fibromyalgie- Druckpunkte), die nicht einem organischen Krankheitsbild zugeordnet werden könnten. Auch die zeitweise zitternden Bewegungen und die Selbstlimit ierung seien so zu werten. Es würden sich aber keine Zeichen einer Aggravation finden. Aufgru nd der verminderten Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule würden sowohl qualitative wie auch quantitative Beeinträchtigungen beste- hen. Der Beschwerdeführerin seien aus rein rheumatolo gischer Sicht nur noch körperlich leich- te, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten z umutbar. In der zuletzt ausgeübten, praktisch rein stehenden und gehenden Tätigkeit im Verka uf in einer B.____ bestehe aus rein rheumatologischer Sicht eine andauernde teilweise Einsch ränkung der Arbeitsfähigkeit um ge- schätzt 40 %. In einer körperlich leichten, wechselbelast enden und rückenadaptierten Tätigkeit bestehe dagegen aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. 5.3 Mit Schreiben vom 15. November 2017 nimmt Dr. E. ____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, Stellung zum Gutachten von Dr. C.____. Aus seiner Sicht bestehe in den letzten Monaten ein mittelgradiges depressives Syndrom, welche s immer wieder auch die Kriterien für ein schwergradiges depressives Syndrom erfülle. Die Beschwe rdeführerin sei es gewohnt, sich „zusammenzureissen“ und zu funktionieren, weshalb auch ve rmutet werden könne, dass sie in der Begutachtungssituation eher „zu gut“ eingeschätzt w erde. In der Gewichtung werde auch die traumatische Vorgeschichte fast völlig vernachlässigt. Die Symptome der Beschwerdeführe- rin seien auf dem Boden einer „komplexen posttraumatischen Belastungsstörung“ zu verstehen. Leider lasse sich diese Diagnose anhand der ICD-10 nur un befriedigend abbilden. Als Diagno- se würde am ehesten eine „andauernde Persönlichkeitsveränd erung nach Extrembelastung“ (ICD-10 F62.0) passen. Die Beschwerdeführerin habe auf grund von Missbrauchs- und Gewalt- erfahrung „gelernt“, dass sie sich zusammenreissen und fu nktionieren müsse, dass ihre Gren- zen nicht respektiert würden und man sie schlecht behande ln könne und dass die Bedürfnisse und Wünsche von anderen immer wichtiger seien als ihre e igenen. Die begleitende antidepres- sive Behandlung könne allenfalls ergänzt werden, dies sei jedoch nicht zwingend. Eine stationä- re Behandlung sei jedoch nicht geeignet. Er sei auch d er Auffassung, dass die Beschwerdefüh- rerin nicht therapieresistent sei. Er könne jedoch die A nsicht des Gutachters bezüglich Arbeits- fähigkeit nicht teilen. Auch aus rein psychiatrischer Sicht sei die Versicherte weiterhin nicht ar- beitsfähig. 5.4 Der RAD-Arzt Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, hält mit Bericht vom 29. Januar 2018 fest, dass sich die Einschätzung eines schwergradig depressiven Syn- droms durch einen nicht in die Therapie involvierten Facharzt nicht bestätigen lasse. Es würden sich keine Hinweise ergeben, dass hier eine unter Ausschöpfung aller zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten unbeeinflussbare depressive Episode vorliegen würde. Überein- stimmend mit dem Gutachter halte der behandelnde Psychia ter die Versicherte ebenfalls für Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht therapieresistent. Für die Diagnose einer „anda uernden Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung“ müsste eine posttraumatische Belastun gsstörung vorangegangen sein und diese ausgelöst haben. Dafür fehle die entsprechende An amnese. Auch die Kardinalkriterien einer Persönlichkeitsstörung würden nicht vorliegen. D ie Indikatorenprüfung ergebe, dass eine Tätigkeit weiterhin zumutbar sei. 5.5 Auch Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurg ie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, gelangt mit RAD-Bericht vom 6. Juni 2018 zum Schluss, eine indikatorenge- stützte Prüfung ergebe keine Hinweise, dass eine 80%ige A rbeitstätigkeit in einer adaptierten Verweistätigkeit nicht zumutbar wäre. 5.6 Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nimmt als behandelnder Arzt am 17. September 2018 Stellung. Diagnostisch stelle er bei der Beschwerdeführerin eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden und abhängigen Komponenten fest, deren Fortbestehen er für die lang anhaltende depressi ve Symptomatik verantwortlich mache. Bei Ablehnung des Rentenbegehrens befürchte er eine De kompensation mit Verschlechterung der körperlichen und psychischen Symptomatik. Es liege auc h eine rezidivierende depressive Störung mit aktuell mittelgradiger Episode vor. 5.7 Mit Bericht vom 27. September 2018 führt Dr. F.__ __ aus, die Voraussetzungen für eine Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt. Die Ver sicherte habe nachweislich ein Berufsle- ben lang ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt. I m Gutachten Dr. C.____ werde auch plausibel begründet, dass der Versicherten entgegen der Auffassung von Dr. H.____ trotz ihrer leicht- bis mittelgradigen depressiven Episode eine Arbei tstätigkeit weiterhin zumutbar sei. Die von Dr. H.____ geltend gemachten ausgeprägten kognitive n Fehlleistungen könnten nicht nachvollzogen werden. Immerhin fahre die Versicherte ge mäss Aktenlage selbst mit dem Auto und könne sich geraume Zeit den heutigen Erfordernisse n des dichten Strassenverkehrs ent- sprechend gut konzentrieren. Im Gutachten Dr. C.____ sei die Konzentrationsfähigkeit einge- hend geprüft worden und es hätten keine kognitiven Einbussen festgestellt werden können. 5.8 Mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 hält Dr. med. I .____, FMH Rheumatologie und FMH Allgemeine Innere Medizin, fest, der RAD gehe von einer lediglich 40%igen Arbeitsfähig- keit im Beruf der B.____-Fachangestellten aus, was nicht der Einschätzung von Dr. D.____ ent- spreche, der die Mandantin zu 60 % in diesem Beruf für arbeitsfähig erachte. Dr. D.____ habe seine Einschätzung ohne Berücksichtigung des generalisierten Schmerzsyndroms und somit unvollständig vorgenommen. Er habe also keine Indikato ren-Prüfung vorgenommen bzw. sich nicht daran beteiligt. Wenn er von einer 80%igen Bela stbarkeit in adaptierter Tätigkeit spreche, berücksichtige er dabei lediglich biomechanische Aspekte un d nicht die Physiologie eines Schmerzsyndroms, welches er aber ausdrücklich von seiner Bewe rtung ausnehme, weil er es ausserhalb seines Beurteilungsbereiches verordne. Diese B eschränkung auf rein biomechani- sche Aspekte ohne Berücksichtigung der Schmerzphysiologie halt e er für falsch, da die Fibro- myalgie eine rheumatologische Diagnose sei und eine Bewe rtung dadurch erfolgender Ein- schränkungen nicht allein dem Psychiater überlassen werden dürfe. Der Rheumatologe beurtei- le täglich den Einfluss von Schmerzen auf den Bewegung sapparat und die Auswirkung von Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schmerzen auf die Handlungsfähigkeit. Angesichts seiner Beobachtung der Mandantin über mehrere Jahre könne er auch die Bewertung der Indika toren durch den Psychiater Dr. C.____ nicht nachvollziehen. 5.9 Der RAD-Arzt Dr. G.____ führt in seinem Bericht vom 21. November 2018 aus, ent- scheidend sei nicht die Arbeitsfähigkeit in der bisheri gen Tätigkeit, sondern die gutachterlich ermittelte Arbeitsfähigkeit von 80 % in einer angepa ssten Tätigkeit. Eine Schmerzfehlverarbei- tung sei von Dr. D.____ nicht ausgeklammert worden, so ndern unter Diagnosen ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit geführt, weil sie keine m rheumatologischen Krankheitsbild ent- sprochen habe. Dass Dr. I.____ die Ergebnisse der Indikato renprüfung nicht nachvollziehen könne, vermöge diese nicht per se in Frage zu stellen. 6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verf ügung vom 17. August 2018 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer körperlich leichten, wechselbelastenden und rückena daptierten Tätigkeit zu 80 % arbeits- fähig ist. 6.1 Bezüglich des psychiatrischen Krankheitsbildes macht die Beschwerdeführerin geltend, dass nicht bloss akzentuierte Persönlichkeitszüge, sondern eine kombinierte Persönlichkeitsstö- rung (Dr. H.____) bzw. eine komplexe Traumafolgestörung oder eine posttraumatische Belas- tungsstörung (Dr. E.____) vorliege. Fraglich ist, ob di e Diagnose einer posttraumatischen Be- lastungsstörung erstellt ist, da diesbezüglich kein Einga ngskriterium ersichtlich ist. Die Be- schwerdeführerin ist zwar von ihrem ersten Freund geschla gen worden, aber ob sie dabei Angst um ihr Leben gehabt hat, ist zumindest fraglich. Auch scheinen wichtige Symptome wie Flashbacks und vegetative Symptome nicht vorzuliegen. Bezüglich der geltend gemachten Per- sönlichkeitsstörung ist auszuführen, dass ein dysfunktionales V erhalten sich spätestens im jun- gen Erwachsenenalter zeigen muss, ein solches ist jedoch nicht ersichtlich. Eine Persönlich- keitsstörung wurde zudem weder in der Psychiatrischen Univ ersitätsklinik in X.____ noch wäh- rend eines stationären Aufenthalts der Beschwerdeführerin in der Klinik Y.____ diagnostiziert. In somatischer Hinsicht bestehen bezüglich der Diagnosen keine nennenswerten Unterschiede. Es ist aber darauf hinzuweisen, dass sich gemäss Dr. I.____ seit der Begutachtung durch Dr. D.____ eine Fibromyalgie entwickelt hat. Dies wir d von der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt und steht auch nicht im Widerspruch zum rheumatologischen Teilgutachten von Dr. D.____, der bei der Untersuchung zwar keine vollstä ndige Fibromyalgie festgestellt hat. Er hat jedoch festgestellt, dass bei einigen Triggerpunkten keine dem Nervensystem entsprechen- den Schmerzen ausgelöst werden konnten. 6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass Dr. C.__ __ die depressive Symptomatik deshalb als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be urteilt habe, weil die Therapiemöglich- keiten noch nicht ausgeschöpft worden seien, was gemäss n euer Rechtsprechung des Bun- desgerichts nicht mehr entscheidend sei. Es müsse nun eine Prüfung der Überwindbarkeit der Beeinträchtigung vorgenommen werden. Dabei seien die Ressourcen gemäss einem standardi- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sierten Verfahren gestützt auf sogenannte Indikatoren i m Einzelfall zu prüfen. Die Beschwerde- gegnerin wendet dagegen ein, eine solche Prüfung hab e stattgefunden. Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Allerdings zählt auch die Fibromyalgie zu de n syndromalen psychischen Be- schwerdebildern ohne eindeutige Aetiologie. Auch hier ist eine Prüfung anhand der Indikatoren vorzunehmen. Im Gutachten von Dr. C.____ wurde eine Indikatorenprüfung jedoch nur hinsicht- lich der depressiven Symptomatik, nicht aber in Bezug au f die damals noch nicht ausgebildete Fibromyalgie vorgenommen. Unabhängig davon, ob bezügli ch der Beurteilung der Überwind- barkeit einer Depression und der Überwindbarkeit der Fi bromyalgie Unterschiede bestehen, ist zu beachten, dass vorliegend die Beschwerdeführerin gle ichzeitig zwei psychisch bedingte Be- einträchtigungen zu überwinden hat, was im Gutachten nicht berücksichtigt wurde. Damit ist die Indikatorenprüfung in dieser Hinsicht unvollständig. Im Übrigen ist der Beschwerdeführerin zu- zustimmen, dass der Schluss von Dr. C.____, es bestehe keine Therapieresistenz und demzu- folge liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor, nicht mehr zulässig ist. Auch fällt auf, dass Dr. C.____ doch wesentliche Funktionseinschränkungen (verminderte Energie, eine häufi- ge Müdigkeit, eine oft bedrückt-traurige Stimmung, ei ne subjektiv geklagte Vergesslichkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit sowie ein vermind ertes Selbstvertrauen) anführt und fest- hält, die psycho-physische Belastbarkeit sei insgesamt als ein geschränkt zu beurteilen. Den- noch stuft er die Beschwerdeführerin als voll arbeitsfähig ein. Zur Beurteilung von Dr. C.____ ist weiter anzufügen, dass dieser die Überwindbarkeit gemä ss Art. 7 Abs. 2 ATSG zu einem be- trächtlichen Teil mit den Tagesaktivitäten der Beschwerd eführerin begründet. Diese sind am Nachmittag allerdings beschränkt. Sie gibt an, sie lese d ie Zeitung „20 Minuten“, gehe mit dem Hund 1-2 mal spazieren und sie schaue fern. Diese Aktivitä ten sind zweifellos nicht anstren- gend. Zudem liegen fremdanamnestische Angaben vor, die eine erhöhte Ermüdbarkeit der Be- schwerdeführerin nahe legen. Die diesbezüglichen Schreiben des Sohnes und des Lebenspart- ners der Beschwerdeführerin sind zwar mit der nötigen Z urückhaltung zu würdigen, bestätigen jedoch eine erhöhte Ermüdbarkeit. Zudem liegt auch eine Bestätigung des Betriebs „sahara“ vor, in welchem die Beschwerdeführerin ein Arbeitstrain ing absolviert hat. Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin bis zum Mittag stark ermüdet g ewesen sei und nicht länger habe arbeiten können. Diese Hinweise lassen doch erhebliche Z weifel an der von Dr. C.____ festge- stellten Überwindbarkeit aufkommen. In Bezug auf die Einschätzung von Dr. D.____, die Besch werdeführerin sei in der angestamm- ten Tätigkeit zu 60 % und in einer adaptierten Verwei stätigkeit zu 80 % arbeitsfähig, fällt auf, dass Dr. D.____ die sekundäre Fibromyalgie nicht diagn ostiziert und demzufolge bei der Fest- legung der Arbeitsfähigkeit auch nicht berücksichtigt hat . Insofern ist auch die Beurteilung von Dr. D.____ nicht überzeugend. 6.3 Insgesamt liegt eine ungenügende medizinische Abklär ung vor. Einerseits ist die nun unbestrittenermassen vorliegende sekundäre Fibromyalgie von den Gutachtern nicht diagnosti- ziert worden, andererseits vermag die vorgenommene Ind ikatorenprüfung nicht zu überzeugen. Dabei ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die v on Dr. C.____ gezogene Schlussfolge- rung, aufgrund einer fehlenden Therapieresistenz könne keine Einschränkung der Arbeitsfähig- keit angenommen werden, nicht haltbar ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend nicht auf da s verwaltungsexterne Gut- achten von Dr. C.____ und Dr. D.____ abgestellt werde n kann. Angesichts der bestehenden Unklarheiten und Zweifel hätte die IV-Stelle weitere Abklärungen vornehmen müssen. Mit ihrem Vorgehen verletzt sie den Untersuchungsgrundsatz, da si e den Sachverhalt nicht rechtsgenüg- lich abgeklärt hat. Die Angelegenheit ist demzufolge a n die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese wird den medizinischen Sachverhalt neu abzuklären haben und zwar sowohl in rheumatologi- scher als auch in psychiatrischer Hinsicht. Nach Vornahme der erforderlichen Abklärungen wird die IV-Stelle eine neue Verfügung zu erlassen haben. In diesem Sinne ist die Beschwerde gut- zuheissen. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. In der ab 1. Januar 2019 neu in Kraft getretene n Bestimmung gemäss § 20 Abs. 3 VPO sind die ordentlichen Kosten neuerdings auch den unterli egenden Vorinstanzen zu auferlegen. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. D ie ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit ihr auferlegt, und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuer- statten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführerin ist desha lb eine Parteientschädigung zu Las- ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvert reterin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 30. Oktober 2018 für das vorl iegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 9,25 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in So- zialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fä lle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Ni cht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 142.6 0. Der Beschwerdeführerin ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘644.15 (9,25 Stunden à Fr. 250.-- und Aus- lagen von Fr. 142.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu- zusprechen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 17. August 2018 aufge- hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘644.15 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht