<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2016.00371</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=216611&amp;W10_KEY=13013509&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2016.00371</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 05.10.2016</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, welcher seine Nichte geheiratet hat.] Trotz der zahlreichen Hinweise für eine Scheinehe kann letztlich offenbleiben, ob eine Scheinehe vorliegt, da der Beschwerdeführer im Bewilligungsverfahren wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Die Ehe mit der schweizerischen Ehefrau bestand schon lange vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung nur formell. Zudem hat er bereits anlässlich der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verschwiegen, dass er mit seiner Ehefrau verwandt ist (Onkel/Nichte) (E: 3.1). Der Widerruf erweist sich auch als verhältnismässig. Die lange Aufenthaltsdauer von insgesamt über 20 Jahren ist insoweit zu relativieren, als dass er während neun Jahren als Saisonnier hier war und seine Anwesenheit in der Folge im Wesentlichen auf der Irreführung der Fremdenpolizei beruhte. Praxisgemäss kommt solchen Perioden bei der Bestimmung der massgeblichen Anwesenheitsdauer bloss geringeres Gewicht zu. Demgegenüber erscheint die Rückkehr als zumutbar (E. 3.2). Eine besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende private Bindung gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechend vertiefte soziale Beziehung zum ausserfamiliären oder ausserhäuslichen Bereich, liegt nicht vor. Es besteht kein Aufenthaltsanspruch aus dem Schutz des Privatlebens (E. 3.3). Abweisung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN">VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWANDTSCHAFT">VERWANDTSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WESENTLICHE TATSACHE">WESENTLICHE TATSACHE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 63 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 90 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=31485" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2016.00371</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal">der 2. Kammer</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">5. Oktober 2016</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1963, StaatsangehÃ¶riger von Bosnien und Herzegowina, heiratete am 20. MÃ¤rz 2003 die ursprÃ¼nglich aus Bosnien und Herzegowina stammende Schweizer BÃ¼rgerin C, geboren 1983. Am 19. August 2003 reiste er in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung. Am 12. August 2008 wurde ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt. Mit Mutationsmeldung vom 26. November 2008 teilte das Meldeamt D dem Migrationsamt mit, dass die Ehegattin per 1. Dezember 2008 an der E-Strasse 01 in F gemeldet sei. In der Folge befragte das Migrationsamt die Ehefrau schriftlich zur Trennung. Am 22. Juni 2009 erhielt das Migrationsamt Kenntnis, dass mit Urteil vom 8. Juni 2009 des Bezirksgerichts BÃ¼lach festgestellt wurde, dass A nicht der Vater der am 8. Dezember 2008 von C geborenen Tochter G ist. Am 10. November 2010 wurde die Ehe geschieden. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>25. Juni 2013 ersuchte A um VerlÃ¤ngerung der Kontrollfrist der Niederlassungsbewilligung. Im Rahmen dieser ÃberprÃ¼fung nahm das Migrationsamt Akteneinsicht in die Protokolle der beiden zivilrechtlichen Verhandlungen. GestÃ¼tzt auf weitere AbklÃ¤rungen stellte das Migrationsamt fest, dass A der Bruder der Mutter von C ist und er folglich seine Nichte geheiratet hatte. Eine Anfrage bei der Schweizer Botschaft in Sarajevo ergab, dass gemÃ¤ss dem fÃ¼r den Eheschliessungsort seit dem Jahr 2002 geltenden Familiengesetz eine Ehe zwischen Onkel und Nichte nicht zulÃ¤ssig war (Art. 33 des Familiengesetzes der Republik Serbien vom 27. August 2002). Weitere AbklÃ¤rungen beim Vermieter (und gleichzeitig Arbeitgeber des Ehemanns von der Schwester von A) der ehelichen Wohnung ergaben, dass in dieser Wohnung auch noch die Schwester von A und ihr Ehemann wohnen. Am 2. Dezember 2013 wurde C betreffend das EheverhÃ¤ltnis befragt. Sie gab auf Vorhalt zu, dass A ihr Onkel sei, den sie seit ihrer Kindheit gekannt habe. Bereits im Jahre 2004 habe sie mit H (dem biologischen Vater ihrer Tochter G) an der E-Strasse 01 in F gewohnt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 1. Juni 2015 widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung von A und wies ihn aus der Schweiz weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 25. Mai 2016 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 27. Juni 2016 beantragt</span><span>e</span><span> </span><span>A</span><span>, der Entscheid der Rekurs­abteilung </span><span>vom 25. Mai 2016 </span><span>sei vollumfÃ¤nglich aufzuheben, das Migrationsamt sei anzuweisen, ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen, eventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Es sei ihm fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht und das vorangegangene Rekursverfahren eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r die Anwaltskosten gestÃ¼tzt auf § 17 Abs.</span><span> </span><span>2 </span><span>des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zuzusprechen.</span></p> <p class="Sachverhalt1">WÃ¤hrend die Rekursabteilung auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrations­amt nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- oder -unterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der AuslÃ¤nder im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 62 lit. a in Verbindung mit Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG]). Dieser Widerrufs­grund ist unter anderem dann erfÃ¼llt, wenn ein AuslÃ¤nder den BehÃ¶rden zur Sicherung seines Aufenthalts ein intaktes Eheleben mit einem Schweizer BÃ¼rger vorspielt, obwohl die Ehe ausschliesslich aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven geschlossen und zu keinem Zeit­punkt tatsÃ¤chlich gelebt worden ist (vgl. BGr, 16. Juli 2010, 2C_205/2010, E. 3.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Das Vorliegen einer Scheinehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 15. August 2012, 2C_3/2012, E. 4.1). Dabei liegt in der Natur des Indizien­beweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãber­zeugung vermitteln kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die AuslÃ¤nderin oder der AuslÃ¤nder ist verpflichtet, den BehÃ¶rden wahrheitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann (Art. 90 AuG). Wesentlich sind dabei nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die Fremdenpolizei ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen die Gesuchstellerin wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid</span><span> massgeblich sein kÃ¶nnten. Dieser Widerrufsgrund ist unter anderem dann erfÃ¼llt, wenn eine AuslÃ¤nderin den BehÃ¶rden zur Sicherung ihres Aufenthalts ein intaktes Eheleben mit einem Schweizer BÃ¼rger vorspielt, obwohl die Ehe nicht (mehr) tatsÃ¤chlich gelebt wird oder wenn die Existenz ausserehelicher Kinder verschwiegen wird (BGr, 17. Januar 2013, 2C_291/2012, E. 3.2</span> <span>f.; 24. Januar 2012, 2C_595/2011, E. 3.3; 2. Dezember 2011, 2C_403/2011, E. 3.3.2; VGr, 10. Februar 2015, VB.2014.00687, E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Im vorliegenden Fall ergeben sich aus den Akten zahlreiche Hinweise fÃ¼r eine Scheinehe: </span>Der<span> BeschwerdefÃ¼hrer reiste im</span><span> </span><span>August 2003 in die Schweiz und erhielt </span>nur aufgrund der<span> Heirat </span>mit seiner 20 <span>Jahre jÃ¼ngeren </span>Nichte<span> ein ordnungsgemÃ¤sses Bleiberecht. </span>Er kannte seine Nichte seit ihrer Geburt und die Nichte<span> war zum Zeitpunkt der Heirat gerade einmal 20 Jahre alt. </span>Nebst dem grossen Altersunterschied und der Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ohne die Heirat keine Anwesenheitsbewilligung in der Schweiz erhalten hÃ¤tte, bildet die Verwandtschaft und <span>insbesondere deren Verschweigen im Bewilligungsverfahren ein sehr starkes Indiz fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe.</span> Die Ex-Ehefrau <span>sagte gegenÃ¼ber der Polizei</span> zwar<span> aus</span>, dass sie mit ihrem Onkel zusammen gewesen sei, er indes wegen seinen in der Schweiz lebenden Geschwistern hier leben wolle und sie bereits im Jahr 2004 mit ihrem Freund an der E-Strasse in F gewohnt habe, welcher auch der Vater ihrer im Jahre 2008 geborenen Tochter sei. <span>Ob eine Scheinehe vorliegt, kann indes trotz der (nicht abschliessend aufgezÃ¤hlten) zahlreichen Indizien letztlich dahingestellt bleiben. Jedenfalls bestand die Ehe mit der schweizerischen Ehefrau schon lange vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung nur formell und wurde vom BeschwerdefÃ¼hrer zum alleinigen Zweck aufrecht erhalten, die Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu erwirken.</span> Der BeschwerdefÃ¼hrer hat Ã¼berdies bereits anlÃ¤sslich der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung eine wesentliche Tatsache verschwiegen: <span>Auch wenn eine Heirat zwischen </span>Onkel<span> und </span>Nichte<span> in der Schweiz </span>â<span> im Gegensatz zu</span> Bosnien und Herzegowina â<span> nicht mehr verboten ist (GesetzesÃ¤nderung per 1. Januar 2000),</span> liefert die Verwandtschaft offensichtlich einen konkreten starken Hinweis auf das Vorliegen einer Scheinehe, was Anlass zu weiteren AbklÃ¤rungen gegeben hÃ¤tte. Je nach Ergebnis der AbklÃ¤rungen hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer keinen Anspruch auf eine Bewilligung gehabt, nicht erforderlich ist praxisgemÃ¤ss, dass die Bewilligung bei richtigen und vollstÃ¤ndigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wÃ¤re (vgl. BGr, 15. Januar 2016, 2C_562/2015, E. 3.2; 2. Dezember 2011, 2C_403/2011, E. 3.3.1). D<span>er BeschwerdefÃ¼hrer gibt denn auch zu, die BehÃ¶rden wissentlich getÃ¤uscht zu haben und mit seinem Verhalten den Widerrufsgrund gemÃ¤ss Art. 63 Abs. 1 lit. a i.</span><span> </span><span>V.</span><span> </span><span>m. Art. 62 lit. a AuG gesetzt zu haben. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Ein Widerrufsgrund fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf. Der Widerruf und die Wegweisung mÃ¼ssen sich auch als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen. Der heute 53-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer reiste im August 2003 im Alter von 40 Jahren in die Schweiz </span>ein <span>und hÃ¤lt sich somit seit </span>rund <span>13 Jahren ordnungsgemÃ¤ss und ununterbrochen in der Schweiz auf. Davor hielt er sich seinen Angaben zufolge bereits von 1987 bis 1991 jeweils wÃ¤hrend drei Sommermonaten und von 1992 bis 1997 jeweils von Anfang Dezember bis Ende August als Saisonnier in der Schweiz auf. Auch wenn er sich damit wÃ¤hrend insgesamt Ã¼ber 20</span> <span>Jahren (immer wieder) in der Schweiz aufgehalten hat, ist s</span><span>eine relativ lange Aufenthaltsdauer insofern zu relativieren, als er wÃ¤hrend den gut neun Jahren als Saisonnier auch stets monatelang in seinem Heimatland verweilte und seine Anwesenheit in der Folge im Wesentlichen auf der IrrefÃ¼hrung der Fremdenpolizei beruhte. </span><span>PraxisgemÃ¤ss kommt solchen Perioden bei der Bestimmung der massgeblichen Anwesenheitsdauer bloss geringeres Gewicht zu (vgl. BGr, 27. Januar 2016, 2C_868/2015; 22. Januar 2015, 2C_530/2014, E. 4.4; 24. September 2013, 2C_23/2013, E. 3</span><span>,</span><span> </span><span>30. August 2012, 2C_535/2012, E. 3.4; 11. Februar 2010, 2C_559/2009, E. 2.4)</span><span>. Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer geltend macht, sein tÃ¤uschendes Verhalten dÃ¼rfe im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung nicht (noch einmal) zu seinem Nachteil beachtet werden, verkennt er, dass bei Beurteilung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit </span><span>einer Fernhaltemassnahme eine einzelfallbezogene AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden Interessen vorzunehmen</span><span> ist </span><span>(vgl. Art. 96 AuG; BGr, 21. Februar 2012, 2C_679/2011, E. 3.1; 27. MÃ¤rz 2009, 2C_793/2008, E. 2.1 mit Hinweisen).</span><span> </span><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bereits zum Zeitpunkt der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung verschwiegen, dass er mit seiner Ex-Ehefrau verwandt ist und die BehÃ¶rden danach jahrelang Ã¼ber die nur formell bestehende Ehe getÃ¤uscht. In Kenntnis der tatsÃ¤chlichen Gegebenheiten wÃ¤re dem BeschwerdefÃ¼hrer mutmasslich weder die Aufenthaltsbewilligung noch die Niederlassungsbewilligung erteilt worden, was erschwerend auf das migrationsrechtliche Verschulden wirkt. Im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung ist dies (negativ) mitzuberÃ¼cksichtigen. Entgegen der Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers besteht schliesslich auch kein Zusammenhang zwischen dem Ã¶ffentlichen Interesse am Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung und der Verfahrensdauer. Er kann daher aus dem Umstand, dass das Migrationsamt rund eineinhalb Jahre seit Kenntnis des rechtserheblichen Sachverhalts bis zum VerfÃ¼gungserlass zuwartete, nichts zu seinen Gunsten ableiten. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Den grÃ¶ssten Teil seines Lebens und </span><span>insbesondere die prÃ¤genden Kindheits- und Jugendjahre hat er in seinem Herkunftsland verbracht</span>. <span>Er ist somit mit den soziokulturellen Gegebenheiten wie auch mit der Sprache seiner Heimat bestens </span><span>vertraut. E</span><span>s dÃ¼rfte ihm </span>daher <span>nicht schwerfallen, sich erneut in die dortigen VerhÃ¤ltnisse zu integrieren.</span><span> Die finanzielle UnabhÃ¤ngigkeit, die straf- und betreibungsrechtliche Unbescholtenheit ebenso wie die Sprachkenntnisse sind zwar durchaus zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers zu werten, vermÃ¶gen aber letztlich das Ã¶ffentliche Interesse an der Fernhaltung einer auslÃ¤ndischen Person, welche die MigrationsbehÃ¶rde bewusst in einen Grundlagenirrtum versetzte, um auf diese Weise ein Bleiberecht zu erlangen, nicht aufzuwiegen. </span><span>Die Wegweisung und der Widerruf sind somit auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig</span><span>.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Mit de</span>m Vorliegen eines Widerrufsgrunds <span>fallen zudem auch nacheheliche AufenthaltsansprÃ¼che nach Art. 50 AuG von vornherein ausser Betracht (Art. 51 Abs. 2 lit. </span>b<span> AuG). Ebenso kann </span>der BeschwerdefÃ¼hrer<span> keinen Aufenthaltsanspruch aus Art.</span> <span>8 Ziff.</span> <span>1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ableiten (Schutz des </span>Privatlebens<span>)</span><span>. Aus einer rein faktischen Anwesenheit kann im Licht von Art. 8 Ziff. 1 EMRK grundsÃ¤tzlich kein Aufenthaltsrecht abgeleitet werden. Zu verlangen wÃ¤re eine besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Bindung gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. eine entsprechend vertiefte soziale Beziehung zum ausserfamiliÃ¤ren oder ausserhÃ¤uslichen Bereich (BGE 130 II 281 E. 3.2.1). Eine Ã¼ber die berufliche Integration hinausgehende Verwurzelung in der Schweiz wird nicht geltend gemacht.</span><span> </span>Der<span> BeschwerdefÃ¼hrer hat folglich keinen Anspruch auf eine Anwesenheitsbewilligung in der Schweiz.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Schliesslich fÃ¤llt aufgrund des Vorliegens eines Widerrufsgrundes auch die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen ausser Betracht (Art. 33 Abs. 3 AuG)</span>. Die Vorinstanz hat dem BeschwerdefÃ¼hrer entgegen seiner Ansicht folglich auch zu Recht keine Bewilligung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen erteilt. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Schliesslich beantragt der BeschwerdefÃ¼hrer eventualiter noch die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer </span>den Widerrufsgrund<span> nach </span>Art. 63 lit. a i.<span> </span>V.<span> </span>m. <span>Art.</span> <span>62 lit.</span> a<span> AuG gesetzt hat und der Widerruf verhÃ¤ltnismÃ¤ssig ist, sind auch die Voraussetzungen zur Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht erfÃ¼llt (vgl. BGr, 18.</span> <span>Juni 2015, 2C_200/2015, E.</span> <span>4). Der Eventualantrag ist damit ebenfalls abzuweisen. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung1">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzu­erlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG), und es steht ihm keine Partei­entschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). Gleiches gilt fÃ¼r die ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekursverfahren. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-recht­lichen </span>Angelegenheiten<span> nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 bzw. 2C_126/2007, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>