Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. Oktober 2015 (720 15 143) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente abgelehnt; Beweiswürdigung der ärztlichen Berichte, Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann auf das polydisziplinäre Gutach- ten, insbesondere auf das psychiatrische Teilgutachten, abgestellt werden. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin i.V. Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Carole Held Lüthi, Anwäl- tin, Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1973 geborene A.____ arbeitete zuletzt bis Ende Mai 2011 bei der B.____ als Pa- ketchauffeur in einem 100% Pensum. Am 10. Juni 2011 (Eingang) meldete er sich erstmals unter Hinweis auf eine Herzproblematik und diesbezüglich erfolgten Operationen bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs bezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (IV-Stelle) führte in der Folge verschiedene medizinisch e und erwerbliche Abklärungen durch. Nach gescheiterten beruflichen Eingliederungsmassnahmen verfügte die IV-Stelle am 7. Januar 2013 gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C.____, FM H Kardiologie und Innere Medizin, und einen Invaliditätsgrad von 11% die Abweisung des Leistungsbegehrens. A.2 Am 29. Januar 2013 wurde die Verfügung vom 7. Jan uar 2013 im gegenseitigen Einver- nehmen der Parteien aufgehoben, weil der Beschwerdefü hrer psychiatrisch nicht abgeklärt worden war. Nachdem berufliche Eingliederungsmassnahmen erneut gescheitert waren, klärte die IV-Stelle wiederum die medizinischen und erwerblich en Verhältnisse ab. Nach durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 4. März 2015 im Wesentlichen gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der D.____ vom 1. September 2014, dass dem Versicherten die Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit unter Wec hselbelastung ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Einsatz der ob eren Extremitäten oberhalb des Brust- niveaus im Umfang von 80% zumutbar sei. Aufgrund eines I nvaliditätsgrades von 30% habe er keinen Anspruch auf eine Rente. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwä ltin Carole Held, Rechtsdienst für Behinderte, Behindertenforum Basel, am 21. April 201 5 Beschwerde beim Kantonsgericht, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er be antragte, es sei die Verfügung vom 4. März 2015 aufzuheben und ihm aufgrund seiner 50%ig en Erwerbsunfähigkeit eine Rente auszurichten. Eventualiter sei aufgrund der sich widersp rechenden fachärztlichen Einschätzun- gen zur abschliessenden Klärung seiner Arbeitsfähigkeit ei n psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Alles unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensmä ssiger Hinsicht beantragte er die Be- willigung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung mit Rechtsanwältin Held als unentgeltliche Rechtsvertreterin . Die Beschwerde begründete er im Wesentlichen damit, dass auf das Gutachten der D.____ vom 1. September 2014, insbesonde- re auf das psychiatrische Teilgutachten von Dr. med. E._ ___, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, nicht abgestellt werden könne, da es aufgrund d er widersprechenden Berichte der be- handelnden Ärzte zumindest in Zweifel zu ziehen sei. C. Mit Verfügung vom 8. Juni 2015 bewilligte das Kan tonsgericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltlic he Verbeiständung mit Advokatin Held als Rechtsvertreterin. D. Die IV-Stelle liess sich am 18. Mai 2015 zur Beschwerde vernehmen und beantragte deren Abweisung. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass auf das der ange- fochtenen Verfügung zugrundeliegende Gutachten der D .____ vom 1. September 2014, die Stellungnahme der D.____ vom 26. Januar 2015 sowie die ergänzende RAD-Stellungnahme vom 4. Mai 2015 abgestellt werden könne. E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels reichte der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokatin Held, am 5. August 2015 seine Replik und die Beschwerdegegnerin am 7. September 2015 ihre Duplik ein. Beide Parteien hi elten an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführ ers. Massgebend ist der Sach- verhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. März 2015 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die In validität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesun dheit verursacht, wobei sie im IV- Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unf all sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund e ines Einkommensvergleichs zu bestim- men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah- men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) . Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif- fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege nübergestellt werden. Aus der Ein- kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin- nen und Patienten aussagen. Im Weiteren ist laut die sen Richtlinien den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen folgende medizini- schen Akten zu berücksichtigen: 5.2 Dr. med. F.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil. G.____, Diplomier- te Psychotherapeutin, diagnostizierten am 14. März 2013 eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.20) und v. a. eine Pani kstörung (ICD-10 F41.0). In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur sei der Be schwerdeführer zu 50% arbeitsunfähig. Durch Weiterführung der ambulanten Psychotherapie, unt erstützt mit Psychopharmaka, liessen sich eine psychische Stabilisierung und eine Abnahme der psychischen Symptome erzielen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Die Beschwerdegegnerin beauftragte im Rahmen der medizinischen Abklärungen der D.____ mit der Begutachtung des Beschwerdeführers. Das polydisziplinäre Gutachten datiert vom 1. September 2014 und umfasst eine allgemeininter nistische, eine psychiatrische, eine orthopädische sowie eine kardiologische Untersuchung. D a im vorliegenden Beschwerdever- fahren lediglich der psychische Gesundheitszustand des Beschw erdeführers umstritten ist, be- schränkt sich die folgende Zusammenfassung auf das psychia trische Teilgutachten und die Gesamtbeurteilung. Dr. E.____ diagnostizierte eine le ichte depressive Episode mit posttrauma- tischen Symptomen (ICD-10 F32.0) sowie eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), wobei diese Diagnosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hä tten. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Dem Beschwerdeführer könne es trotz der geklagten Beschwerden aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden, in einer somatisch angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinschränkung zu arbeiten. Die vom behandelnden Psychiater Dr. F.____ gestellten Diagnosen könnten rückwir- kend bestätigt werden, aber keine Arbeitsunfähigkeit b egründen. Die eigenständige Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) könne hi er nicht gestellt werden. Die de- pressive Symptomatik und die Angststörung stünden im Vorde rgrund. Es seien auch nicht hin- reichende Befunde vorhanden für die Diagnose einer PTB S nach ICD-10 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Trotz der posttraumatischen Symptome habe der Beschwerdeführer vor seiner Erkrankung und anhaltenden Arbeitsunfähigkeit mit vol ler Leistung gearbeitet. Bei einer PTBS nach ICD-10 komme es zur wiederholten Hervorrufung tra umatischer Erinnerungen in sich auf- drängenden Träumen oder Tagträumen und zwar so, als ob das traumatische Ereignis unmit- telbar stattfinde, einem deutlichen Vermeidungsverhalt en und Phasen von Erregtheit aber vor allem auch einem emotionalen Rückzug mit Abstumpfung der Umgebung gegenüber, was beim Beschwerdeführer nicht deutlich ausgeprägt sei. Dieser zeige insbesondere keinen emotionalen Rückzug. Er sei im Untersuchungsgespräch gut spürbar gewese n, habe viel geredet und sich gut verbalisieren können. Auf die von Dr. F.____ besch einigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit als Chauffeur könne nicht abgestützt werden. In ihrer Gesamtbeurteilung kamen die Begutachter zum S chluss, dass aus polydisziplinärer Sicht beim Beschwerdeführer für die angestammte Tätigkeit als LKW-Chauffeur, ebenso wie für jede andere mittelschwer und schwer belastende beruflic he Tätigkeit eine vollständige Arbeits- unfähigkeit bestehe. In einer körperlich leichten, ang epassten Tätigkeit sei der Beschwerdefüh- rer vollschichtig arbeitsfähig mit erhöhtem Pausenbedarf im Sinne einer Leistungseinbusse von 20%. Die um 20% verminderte Arbeits- und Leistungsfäh igkeit von 80% resultiert aus den kar- diologischen und orthopädischen Diagnosen. Der Beschwerde führer leidet unbestrittenermas- sen an Herz- und Schulterbeschwerden. 5.4 Dr. G.____ und Dr. F.____ nahmen am 18. Dezembe r 2014 Stellung zum Gutachten der D.____. Dabei diagnostizierten sie eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.0) bei PTBS (ICD-10 F43.1), DD: andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0), eine Agoraphobi e mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) sowie eine iatrogene Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10 F13.24). Die Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers sei aufgrund dieser Diagnosen mittelgrad ig bis schwer eingeschränkt. Er sei aktuell bis auf weiteres mindestens zu 50% arbeitsunfähig. Zur Begründung, weshalb die ur- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprünglichen Diagnosen revidiert wurden, führten die Dr es. G.____ und F.____ aus, dass im weiteren Verlauf der Behandlung, nach dem letzten Ab bruch in diesem Sommer, die traumati- schen Kriegserlebnisse des Beschwerdeführers aus dem Balkankrieg immer wieder in den Vor- dergrund der Gespräche getreten seien. Er habe berichte t, dass er seit der letzten Herzoperati- on starke Todesängste bekommen hätte. Durch den letzte n lebensbedrohlichen Vorfall, der zur Herzoperation geführt habe, sei es zu einer Retraumatisi erung gekommen, welche die Exazer- bation der PTBS zur Folge gehabt habe. Die Angstzuständ e würden unter anderem durch kriegsbezogene Stimuli (wie z. B. Gewalt in den Nachrichten oder Filmszenen, Schulterschmer- zen, Spital) ausgelöst. Des Weiteren führten die Dres. G.____ und F.____ aus, die Kriterien einer PTBS nach ICD würden zweifellos erfüllt. Differe nzialdiagnostisch könne auch die Diag- nose einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung diskutiert werden. Das Teilgutachten von Dr. D.____ kommentierten sie folge ndermassen: Der Gutachter habe für die traumabezogenen Beschwerden den Begriff posttraumati sche Symptome verwendet, trotzdem habe er keine Diagnose PTBS objektivieren können. Die posttraumatischen Symptome lediglich einer depressiven Störung zuzuordnen anstatt eine eigenst ändige Diagnose PTBS zu stellen, sei nicht nachvollziehbar. Der Gutachter bagatellisiere somit den Schweregrad der Störung und scheine die restlichen Symptome (Nervosität, sozialer Rückzug , vermindertes Interesse und Freudlosigkeit) nicht in Verbindung mit den genannte n posttraumatischen Symptomen zu brin- gen. Weiter könne die Diagnose einer leichten depressiven Episode aufgrund der mangelhaften Exploration und teilweise oberflächlich beschriebenen Befunde nicht nachvollzogen werden. 5.5 Am 26. Januar 2015 nahm sodann Dr. E.____ Stellu ng zum Schreiben der Dres. G.____ und F.____ vom 18. Dezember 2014. Er führte a us, im psychiatrischen Teilgutachten sei bereits dargelegt worden, warum die Diagnose eine r PTBS nicht als eigenständige Diagno- se habe gestellt werden können. Menschen mit einer deutlichen PTBS könnten keine Ferienrei- sen mehr unternehmen. Der Beschwerdeführer reise aber in die Heimat, obwohl er diese da- mals verlassen habe, als er dort Kriegstraumatas erlebt habe. Zudem fehle auch das nach ICD- 10 für die Diagnose geforderte Vermeidungsverhalten, sei er doch recht aktiv, wie im Gutachten der D.____ dargelegt worden sei. Weiter fahre er au ch selber Auto und sei alleine zur Untersu- chung nach Basel gekommen. Schliesslich zeige er keinen emoti onalen Rückzug mit Abstump- fung der Umgebung gegenüber. Auch eine Agoraphobie kö nne nicht bestätigt werden. Zusätz- lich bleibe unklar, wie Dr. F.____ auf die Diagnose einer iatrogenen Benzodiazepinabhängigkeit komme. Leider fehle im Schreiben von Dr. F.____ eine e ingehende psychopathologische Be- funderhebung nach AMDP. Die von ihm aufgeführte Diag nose einer mittelgradigen depressiven Episode sei deshalb nicht genau begründet. Zum Schlus s wird festgehalten, dass auf die Beur- teilung von Dr. F.____ aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht abgestützt werden könne. 5.6 Am 20. April 2015 nahmen die behandelnden Dres. G.____ und F.____ Stellung zur Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 4. März 2015. Sie führten zunächst die Diagnosekrite- rien einer PTBS nach ICD-10 auf. Dazu hielten sie unte r anderem fest, dass ein „emotionaler Rückzug mit Abstumpfung der Umgebung“ für die Diagnosest ellung nicht unmittelbar relevant sei. Auch das soziale Verhalten (sich aktiv am Leben mit M itmenschen zu beteiligen) könne nur indirekt als ein Vermeidungsverhalten interpretiert wer den und somit indirekt für die Diagnose- stellung relevant werden. Es überrasche, dass die Gutac hter eine Reihe von typischem Ver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht meidungsverhalten beim Beschwerdeführer nicht hätten er fassen können, welche, zusammen mit den restlichen erfüllten Kriterien der Diagnose einer PTBS zugrunde lägen; keine Nachrich- ten zu schauen, weil die Gewaltszenen jeweils die Flashba cks hervorriefen; aufgrund der Erin- nerungen an den Transport in das Konzentrationslager, in keine überfüllten Trams oder Busse einsteigen zu können. Des Weiteren führten die Behandler aus, der Beschwerdeführer habe nie eine Ferienreise an den Ort gemacht, welcher ihn an d ie schlimmsten Momente seines Lebens erinnern würde. In der Therapie habe er sogar bericht et, seit der letzten Herzoperation über- haupt nicht mehr in seiner Heimat gewesen zu sein. We iter nannten die Dres. G.____ und F.____ Beispiele für das Vorhandensein der Agoraphobie sowie eines Vermeidungsverhaltens. Insgesamt sei die Stellungnahme der Gutachter der D.__ __ nicht nachvollziehbar, deswegen hielten sie an ihren Diagnosen, sowie an ihrer daraus resultierenden Einschätzung der Arbeits- fähigkeit fest. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 4. März 2015 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfä higkeit des Beschwerdeführers insge- samt auf das Gutachten der D.____, die RAD Stellungnah me sowie auf die Ausführungen von Dr. E.____ vom 26. Januar 2015. Sie ging demnach dav on aus, dass dem Beschwerdeführer aus gesamtmedizinischer Sicht die Ausübung einer körperli ch leichten Tätigkeit unter Wechsel- belastung ohne wiederholtes Heben oder Tragen von Las ten über 10kg, ohne Einsatz der obe- ren Extremitäten oberhalb Brustniveaus im Umfang von 8 0% zumutbar sei. Wie oben ausge- führt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eing ehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatt en und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das polydisziplinäre Gut achten der D.____, insbesondere das im vorliegenden Fall umstrittene psychiatrische Teilgutachten von Dr. E.____, weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bunde sgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hier- vor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es be- rücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis d er Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi- nischen Situation ein und es setzt sich mit den vorhandene n abweichenden ärztlichen Ein- schätzungen auseinander. Zudem wird einlässlich auf die Be schwerden eingegangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundhe itszustand des Beschwerdeführers vermittelt. Auch die fachärztlichen Einschätzungen der A rbeitsfähigkeit sind ausreichend be- gründet und nachvollziehbar. Es wird deutlich, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der ge- stellten Diagnosen eine körperlich adaptierte Arbeit zu 80% zumutbar ist. Nicht nur das psychi- atrische Teilgutachten von Dr. E.____, sondern auch se ine ergänzende Stellungnahme vom 26. Januar 2015 ist überzeugend. Es ist daher nicht zu bea nstanden, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustandes des B eschwerdeführers und dessen Ar- beitsfähigkeit auf das polydisziplinäre Gutachten stützte. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Was der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 21. April 2015 vorbringt, ist nicht geeignet, die beweisrechtliche Verwertbarkeit des p olydisziplinären Gutachtens der D.____ vom 1. September 2014 in Frage zu stellen. 6.3.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen gelt end, die behandelnden Dres. G.____ und F.____ äusserten sich in ihren Berichten vom 1 8. Dezember 2014 und 20. April 2015 ausführlich zu den gutachterlichen Feststellungen u nd Einschätzungen und stellten diese nachvollziehbar begründet in Frage. Insbesondere die Di agnose der PTBS, welche von Dr. E.____ in seiner stichprobenartigen Einschätzung nicht gestellt worden sei, werde durch die behandelnden Dres. G.____ und F.____, deren Einschätzung auf einer Längsschnittbeurteilung beruhe, einleuchtend begründet. Dem kann nicht gefol gt werden. Aus nachstehenden Gründen kann mit dem Gutachter festgehalten werden, dass beim B eschwerdeführer keine PTBS vor- liegt: Zunächst ist festzustellen, dass gemäss ICD-10 Defin ition der Beginn einer PTBS dem Trauma (Eingangskriterium) mit einer Latenz folgt, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Im vorliegenden Fall liegen die Kriegserlebnisse, welche der Versicherte als Trauma bzw. Eingangskriterium geltend macht, bereits über 20 Jahre zurück. Offensichtlich ist das Zeitkriteri- um daher nicht erfüllt. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich geltend macht, es sei nach seiner letzten Herzoperation im März 2 011 zu einer „Retraumatisierung“ gekommen. Diese Begründung erscheint nicht überzeugend , insbesondere auch vor dem Hin- tergrund, dass der Beschwerdeführer in seiner Anmeldun g zum Leistungsbezug im Juni 2011 (und somit drei Monate nach seiner letzten Herzoperation) nur auf sein Herzleiden hingewiesen hatte. Zudem ist er gemäss Aktenlage erst seit Oktober 201 2 in psychologischer Behandlung und die Diagnose einer PTBS wurde erstmals im Bericht der Dres. G.____ und F.____ vom 18. Dezember 2014 gestellt. Das zeitliche Kriterium wäre auch ab diesem Zeitpunkt (letzte Her- zoperation als Eingangskriterium) nicht erfüllt. Fraglich ist des Weiteren, ob das Eingangskrite- rium in genügendem Masse erfüllt ist. Verlangt wird ge mäss ICD-10 Definition ein Ereignis oder eine Situation mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass diesbezüglich lediglich auf die Ausführungen des Beschw erdeführers abgestellt werden kann. Unbestritten ist, dass er im Krieg gewesen ist. Die do rtigen Vorfälle führt er jedoch nicht sub- stantiiert aus, insbesondere macht er kein besonders eindrückliches Erlebnis geltend. Zu Guns- ten des Beschwerdeführers ist zwar festzuhalten, dass die Schusswunde in der Schultergegend mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus dem Krieg stam mt. Dies stellt indes keine so schwerwiegende Verletzung dar und ist nicht per se geei gnet, das Ereignis oder die Situation als aussergewöhnlich bedrohlich oder katastrophenartig zu bezeichnen. In Bezug auf das zwi- schen den Parteien umstrittene Vermeidungsverhalten ist festzuhalten, dass beim Beschwerde- führer ein solches durchaus vorliegt. Er macht glaubhaft geltend, wegen der Gewaltszenen kei- ne Nachrichten zu schauen oder aufgrund der Erinnerung an den Transport ins Konzentrations- lager in keine überfüllten Trams oder Busse einzusteige n. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, er sei seit seiner letzten Herzoperation im März 201 1 überhaupt nicht mehr in seiner Hei- mat gewesen. Dem ist jedoch entgegenzuhalten, dass im Gutachten der D.____ auf Seite 14 festgehalten wurde, dass er im letzten Jahr letztmals in der Heimat gewesen sei mit dem Auto, wobei die Ehefrau gefahren sei. Da die psychiatrische Un tersuchung im Sommer 2014 stattge- funden hat, müsste die Reise im Jahr 2013 und damit un gefähr zwei Jahre nach seiner letzten Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Herzoperation gewesen sein. Damit erscheint das Vermeidu ngsverhalten des Beschwerdefüh- rers jedenfalls nicht stark ausgeprägt zu sein. Zusammen fassend ist festzuhalten, dass das Zeitkriterium eindeutig und das Eingangskriterium wohl auch nicht gegeben ist. Die beim Be- schwerdeführer vorliegenden Symptome wie Schlaf- und Kon zentrationsstörungen wurden im Gutachten sodann nachvollziehbar der depressiven Symptomati k und das diskrete Vermei- dungsverhalten der Panikstörung zugeordnet. Der Gutacht er begründet unter diesen Umstän- den schlüssig, weshalb die Diagnose einer PTBS nicht geste llt werden kann. Darauf kann ab- gestellt werden. 6.3.2 Auch die Ausführungen der behandelnden Dres. G .____ und F.____ vermögen keine Zweifel am Gutachten zu begründen. In diesem Zusammenh ang ist zunächst auf die Erfah- rungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht- liche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Guns ten ihrer Patienten aussagen (vgl. oben E. 4.3). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abde ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen, doch übersieht der Beschwerdeführer bei seiner Kritik, dass es die unterschiedliche Natur von Be handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizini- schen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) n icht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Gesichtspunkte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts vom 16. September 2013, 9C_425/2013, E. 4.1 und vom 14. Februar 2011, 8C_642/2102, E. 5.2). Solche Aspekte legt der Beschwerdeführer nicht substantiiert dar. Entgegen seiner Auffassung muss bezüglich der Diagnose de r PTBS den Ausführungen des Gutachters gefolgt werden (vgl. E. 6.3.1 hiervor). Des W eiteren ist der Schweregrad der De- pression umstritten. Während Dr. E.____ von einer leicht en depressiven Episode mit posttrau- matischen Symptomen (ICD-10 F32.0) ausging, diagnostizie rten die Dres. G.____ und F.____ eine mittelgradige depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.0). Im psychiat- rischen Teilgutachten wird der Schweregrad aber nachvo llziehbar begründet. Demgegenüber äussert sich Dr. F.____ ungenau zum von ihm festgestellte n Ausmass der Diagnose. Deswe- gen kann auch diesbezüglich auf das formell und mate riell mangelfreie Teilgutachten (vgl. E. 5.5 hiervor) abgestellt werden. Schliesslich ist anzum erken, dass Dr. E.____ auch in Bezug auf die restlichen von den behandelnden Dres. G.____ und F.____ gestellten Diagnosen (an- dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, Agoraphobie sowie iatrogene Ben- zodiazepinabhängigkeit) im psychiatrischen Teilgutachten so wie in seiner Stellungnahme schlüssig und einleuchtend ausführt, weshalb er diese nicht bestätigen könne. 6.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass das polydisziplinäre Gutachten der D.____ vom 1. September 2014 eine zuverlässige Beurteilung des me dizinischen Sachverhalts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es ist demnach davon auszuge hen, dass dem Beschwerde- führer aufgrund der gestellten Diagnosen die Ausübung einer körperlich leichten, angepassten Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tätigkeit zu 80% zumutbar ist. Es besteht daher in anti zipierter Beweiswürdigung kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1; BGE 124 V 94 E . 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Das darauf beruhende Ergebnis, infolgedessen der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat, ist daher nicht zu beanstanden. Die gegen die Verfü- gung vom 4. März 2015 erhobene Beschwerde erweist sich unt er diesen Umständen als unbe- gründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 8. Juni 2015 die unentgel tliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 8. Juni 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden i st, ist diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honora r bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin des Besc hwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 16. September 2015 für das vorliegende Verfahren einen Rechnungsbetrag von Fr. 4‘149.90 inklusive Spesen von Fr. 200.-- geltend gemacht. Dieser Aufwand erweist sich um- fangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Hö he von Fr. 4‘149.90 (inkl. Spesen von Fr. 200.--) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘149.90 (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet.