<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00153</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205912&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00153</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.06.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Lagerplatz in Kernzone. <br/><br/>Gemäss kommunaler Bauordnung sind in der Kernzone (mässig störende) Betriebe wie Gewerbe-, Handels-, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe ausdrücklich zulässig. Eine Bauunternehmung stellt einen gewerblichen Betrieb dar. Zum Betrieb gehören alle "personellen und sachlichen" Mittel, welche der Bauunternehmung dienen, mithin auch ein Lagerplatz für Baumaterial, Maschinen und technische Ausrüstung. Ein Lagerplatz kann nicht "isoliert" betrachtet werden, sondern ist Teil des gewerblichen Gesamtbetriebes. Der strittige Lagerplatz ist grundsätzlich mit dem Zweck der Kernzone vereinbar und damit zonenkonform (E. 3.3).<br/>Bei einem Bauvorhaben sind nicht nur die einschlägigen Baunormen, sondern auch allfällige ästhetische Schutzvorschriften zu beachten; diese haben eigenständige Bedeutung. Ästhetikvorschriften - wie die Einordnungsvorschrift von § 238 PBG - können somit zu einer Reduktion des nach der Bau- und Zonenordnung zulässigen Bauens führen (BGr, 15. April 2005 = BauR 1/2006, S. 21, Nr. 83). Die Vorinstanz hat die ästhetische Würdigung der örtlichen Baubehörde als vertretbar beurteilen dürfen und damit nicht rechtsverletzend entschieden (E. 4.3).<br/>Abweisung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃSTHETIKVORSCHRIFT">ÃSTHETIKVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINORDNUNG">EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWERBEBETRIEB">GEWERBEBETRIEB</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LAGERPLATZ">LAGERPLATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 49a Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 PBG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 8 Abs. I BZO StÃ¤fa</span><br/><span class="gerade">Art./§ 28 Abs. II BZO StÃ¤fa</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bauausschuss der Gemeinde StÃ¤fa erteilte am 25. Oktober 2004 der E AG nachtrÃ¤glich die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen Lagerplatz auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in StÃ¤fa. Gleichzeitig erteilte der Bauausschuss StÃ¤fa eine Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Unterschreitung des Waldabstandes und erÃ¶ffnete er die strassenpolizeiliche Bewilligung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 20. Oktober 2004.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben B und A am 1. Dezember 2004 Rekurs an die Baurekurskommission II und beantragten die Aufhebung der baurechtlichen Bewilligung vom 25. Oktober 2004.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II hiess mit Entscheid vom 28. Februar 2006 die Rekurse teilweise gut, hob die Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Ãberstellung der Waldabstandslinie auf und lud den Bauausschuss StÃ¤fa ein, die Baubewilligung mit einer Nebenbestimmung zu ergÃ¤nzen, wonach auf dem BaugrundstÃ¼ck Materialien mit GebÃ¤udecharakter nur unter Wahrung der massgeblichen Abstandsvorschriften aufgestellt werden dÃ¼rfen. Im Ãbrigen wies die Baurekurskommission II die Rekurse ab, soweit sie darauf eintrat.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 31. MÃ¤rz 2006 beantragten B und A dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission II vom 28. Februar 2006 aufzuheben, soweit damit der Rekurs der BeschwerdefÃ¼hrer abgewiesen bzw. darauf nicht eingetreten wurde, und der privaten Beschwerdegegnerin die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Nutzung des GrundstÃ¼ckes Kat.-Nr. 01 als Lagerplatz zu verweigern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II schloss am 2. Mai 2006 auf Abweisung der Beschwerde. Der Bauausschuss der Gemeinde StÃ¤fa und die private Beschwerdegegnerin verzichteten auf Vernehmlassung.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 3. Mai 2006 nahm der AbteilungsprÃ¤sident des Verwaltungsgerichtes vom Eintritt der D AG als neue GrundeigentÃ¼merin des streitbetroffenen GrundstÃ¼ckes anstelle der E AG Vormerk.</p> <p class="Urteilstext">Die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden in ihrer Rechtsschrift werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde gegen einen Entscheid der Baurekurskommission zustÃ¤ndig. Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrenden ist unbestritten. Auf die rechtzeitige Beschwerde ist einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>In prozessualer Hinsicht beantragen die BeschwerdefÃ¼hrenden die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheines. Da der massgebliche Sachverhalt aus den Akten hinreichend hervorgeht, erÃ¼brigt sich indessen ein eigener Augenschein des Verwaltungsgerichtes (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen). Die auf einem Augenschein beruhenden Feststellungen der Vorinstanz kÃ¶nnen auch im Beschwerdeverfahren berÃ¼cksichtigt werden und dokumentieren die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse in rechtsgenÃ¼gender Weise.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 liegt im Ortsteil M und ist nach dem Zonenplan der Gemeinde StÃ¤fa der Kernzone B (KB) zugeteilt. Die private Beschwerdegegnerin bzw. ihre RechtsvorgÃ¤ngerin benutzen die nÃ¶rdliche, durch einen Drahtflechtzaun begrenzte GrundstÃ¼cksflÃ¤che von ca. 800 m<sup>2</sup> des insgesamt 1'234 m<sup>2</sup> grossen unÃ¼berbauten GrundstÃ¼ckes seit mehreren Jahren als Lagerplatz fÃ¼r Baumaterialien, Baubaracken und Baumaschinen. Der Lagerplatz war bisher nie Gegenstand eines baurechtlichen Bewilligungsverfahrens. Nachdem die E AG ein nachtrÃ¤gliches Baugesuch eingereicht hatte, erteilte der Bauausschuss der Gemeinde StÃ¤fa mit dem angefochtenen Beschluss unter verschiedene Nebenbestimmungen, unter anderem unter der Auflage einer abgestuften HÃ¶henbeschrÃ¤nkung der Materialstapel, die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Lagerplatz. Gleichzeitig wurde die Bewilligung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich erÃ¶ffnet. Da die BeschwerdefÃ¼hrenden vor Verwaltungsgericht keine EinwÃ¤nde mehr gegen die strassenpolizeiliche Bewilligung der Baudirektion erheben, ist im Beschwerdeverfahren allein noch die baupolizeiliche Bewilligung des Bauausschusses StÃ¤fa vom 25. Oktober 2004 Streitgegenstand.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Wie schon im Rekursverfahren machen die BeschwerdefÃ¼hrenden vorab geltend, der strittige Lagerplatz sei in der Kernzone zonenwidrig und damit nicht bewilligungsfÃ¤hig. Die Baurekurskommission fÃ¼hrte in ihrem Rekursentscheid hierzu aus, in der Kernzone StÃ¤fa seien sowohl Wohn- als auch Gewerbenutzung zugelassen. Unter Gewerbe resp. Betrieben verstehe das Gesetz in diesem Zusammenhang in umfassendem Sinn jede Art von Arbeitsplatznutzung, also sowohl Produktion wie auch Verkauf, Dienstleistungen, freie Berufe etc. Mangels eines Verbotes von Gewerbebetrieben sei die strittige Lagerplatznutzung mit dem Zonenzweck grundsÃ¤tzlich vereinbar und in der fraglichen Kernzone KB nicht von vornherein unzulÃ¤ssig. Die ZonenkonformitÃ¤t des Lagerplatzes entbinde die Bauherrschaft indes nicht von der Einhaltung der Ãsthetikvorschriften.</p> <p class="Urteilstext"><span>Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrenden vor Verwaltungsgericht entgegen, es sei zwar richtig, dass in der Kernzone StÃ¤fa sowohl Wohn- als auch Gewerbenutzung zugelassen sei, doch falle das blosse Lagern von Baumaterialien, Baubaracken und Baumaschinen wie hier nicht unter den Begriff "Gewerbe". Das blosse Lagern beinhalte weder eine Arbeitsleistung noch habe es etwas mit Produktion, Verkauf, Dienstleistungen oder freien Berufen zu tun. Der strittige Lagerplatz sei daher zonenwidrig. Gewerbebetriebe mÃ¼ssten der gewÃ¼nschten strukturellen Ausgewogenheit innerhalb der betreffenden Kernzone entsprechen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg habe daher in einem Entscheid vom 20. Juni 1995 zu Recht entschieden, dass ein Transportunternehmen in einer Kernzone zonenwidrig sei. Gleiches mÃ¼sse auch fÃ¼r den strittigen Lagerplatz gelten, der nichts zum sozialen oder gewerblichen Leben innerhalb der Kernzone beitrage.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wie die Vorinstanz richtig ausgefÃ¼hrt hat, umfassen Kernzonen gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) schutzwÃ¼rdige Ortsbilder, wie Stadt- oder Dorfkerne oder einzelne GebÃ¤udegruppen, die in ihrer Eigenart erhalten oder erweitert werden sollen. Die Bestimmungen Ã¼ber die Kernzonen (§ 50 PBG) enthalten keine Vorschrift Ã¼ber die Nutzungsart. Nach § 49a Abs. 3 PBG (in der Fassung vom 1. September 1991) kann in der Bau- und Zonenordnung fÃ¼r ganze Zonen, gebietsweise oder fÃ¼r einzelne Geschosse die Nutzung zu Wohnzwecken oder gewerblichen Zwecken zugelassen, vorgeschrieben oder beschrÃ¤nkt werden. Die Bauordnung der Gemeinde StÃ¤fa vom 14. MÃ¤rz 1994 (BauO) erklÃ¤rt in Art. 28 Abs. 2 unter dem Marginale "Nutzweise" in der hier massgebenden Kernzone KB (mÃ¤ssig stÃ¶rende) Betriebe wie Gewerbe-, Handels-, Produktions- und Dienstleistungsbetriebe ausdrÃ¼cklich als zulÃ¤ssig. Die BeschwerdefÃ¼hrenden anerkennen denn auch, dass in der fraglichen Kernzone KB von StÃ¤fa sowohl Wohn- als auch Gewerbenutzung zugelassen ist, bestreiten indessen, dass der Lagerplatz auf Kat.-Nr. 01 unter den Begriff "Gewerbe" falle. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Unter den Begriff des Betriebes fÃ¤llt die Zusammenfassung personeller und sachlicher Mittel zu einem wirtschaftlichen Zweck, mithin um eine nach kaufmÃ¤nnischer Art gefÃ¼hrte Unternehmung (VGr, 21. Oktober 1998, VB.1998.00181, E. 3b/cc; vgl. auch BGE 101 Ia 205 E. 3b, 117 Ib 147 E. 5a; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 11-40). Mit Bezug auf § 49a Abs. 3 PBG versteht das Gesetz in umfassendem Sinn jede Art von Arbeitsplatznutzung, also sowohl Produktion als auch Verkauf, Dienstleistungen, freie Berufe etc. (vgl. Robert Wolf/Erich Kull, Das revidierte Planungs- und Baugesetz (PBG) des Kantons ZÃ¼rich, VLP-Schriftenfolge Nr. 58, Bern 1992, Rz. 154 und 160). </p> <p class="Urteilstext"><span>Eine Bauunternehmung stellt einen gewerblichen Betrieb im aufgezeigten Sinn dar. Zum Betrieb gehÃ¶ren alle "personellen und sachlichen" Mittel, welche der Bauunternehmung dienen, so â wie das Verwaltungsgericht schon in einem frÃ¼heren Entscheid (VGr, 17. Juni 1988, VB.1988.00028) festgehalten hat â auch ein Platz fÃ¼r die Lagerung von Baumaterial, Maschinen und technische AusrÃ¼stung. Ein solcher Lagerplatz kann nicht "isoliert" betrachtet werden, sondern ist Teil des gewerblichen (Gesamt)Betriebes, d.h. der Bauunternehmung und wird von dieser fÃ¼r die Erstellung von Bauten und Anlagen benÃ¶tigt. Er ist somit durchaus als gewerblicher Betrieb(-steil) zu qualifizieren und als solcher in der Kernzone KB von StÃ¤fa zulÃ¤ssig. Daran Ã¤ndert die von den BeschwerdefÃ¼hrenden sinngemÃ¤ss geltend gemachte funktionelle Betrachtungsweise (vgl. hierzu RB 1998 Nr. 95 E. 2 = BEZ 1999 Nr. 1) nichts. Zum einen ist diese Rechtsprechung auf die Wohnzonen ausgerichtet und nicht auf gemischte Zonen wie die Kernzone. Zudem weist hier der streitige Lagerplatz mit 800 m<sup>2</sup> von vornherein nicht eine GrÃ¶sse auf, welche funktional mit dem Kernzonenzweck unvereinbar wÃ¤re. Zu Recht hat die Baurekurskommission festgehalten, dass der strittige Lagerplatz grundsÃ¤tzlich mit dem Zweck der Kernzone KB der Gemeinde StÃ¤fa vereinbar und damit zonenkonform ist. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Mit Bezug auf die ebenfalls strittige Einordnung des Lagerplatzes hat die Rekurskommission in ihrem Entscheid weiter ausgefÃ¼hrt, da dieser grundsÃ¤tzlich zonenkonform sei, dÃ¼rften die Gestaltungsanforderungen nicht derart hoch angesetzt werden, dass damit im Resultat ein Verbot fÃ¼r denselben bewirkt wÃ¼rde. Mittels der Ãsthetikvorschrift kÃ¶nne vielmehr einzig eine den VerhÃ¤ltnissen angepasste bestmÃ¶gliche Gestaltung des zonenkonformen Lagerplatzes verlangt werden. Wie am Augenschein festgestellt worden sei, befinde sich das BaugrundstÃ¼ck in einem stilistisch durchmischten, heterogenen baulichen Umfeld. Das Gebiet der fraglichen Kernzone weise eine erhebliche architektonische Vielfalt auf; die einzelnen GebÃ¤ude verfÃ¼gten Ã¼ber ein sehr uneinheitliches Erscheinungsbild. Die bauliche Umgebung des Lagerplatzes kÃ¶nne nicht als kernzonentypisch bezeichnet werden und weise keine hervorstechende architektonische QualitÃ¤t auf. Der Augenschein habe gezeigt, dass der strittige Lagerplatz in der fraglichen Kernzone KB M aufgrund seiner Lage, Ausdehnung, Umgebung und insbesondere mit den in der Baubewilligung auferlegten, von der Bauherrschaft akzeptierten HÃ¶henbeschrÃ¤nkungen das bestehende, charakteristische Ortsbild nicht beeintrÃ¤chtige oder wesentlich beeinflusse. Vom Lagerplatz gehe kein erhebliches Ã¤sthetisches StÃ¶rpotential aus. Die Ansicht der BaubewilligungsbehÃ¶rde, der Lagerplatz mit den auferlegten HÃ¶henbeschrÃ¤nkungen ordne sich in der Kernzone genÃ¼gend ein, sei vertretbar. Die Gemeinde habe sich innerhalb des ihr zustehenden Ermessensspielraumes gehalten. </p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden sprechen dem strittigen Lagerplatz auch vor Verwaltungsgericht eine rechtsgenÃ¼gende Einordnung ab. Sie fÃ¼hren hierzu aus, die Rekurskommission habe aus der ZonenkonformitÃ¤t des Lagerplatzes auf dessen Vereinbarung mit dem Einordnungsgebot von § 238 PBG geschlossen. Eine weitergehende PrÃ¼fung des Projekts im Hinblick auf den Ortsbildschutz habe sie nicht bzw. ungenÃ¼gend vorgenommen. Die Vereinbarkeit des Bauvorhabens mit den Regeln Ã¼ber den Ortsbildschutz allein mit der Einhaltung der allgemeinen Bestimmungen Ã¼ber die Einordnung zu bejahen, sei willkÃ¼rlich. Im Weiteren stellten die vom Bauausschuss in der Baubewilligung statuierten HÃ¶henbeschrÃ¤nkungen fÃ¼r die Materialstapel keine Anordnungen im Zusammenhang mit dem Einordnungsgebot dar, sondern seien Anordnungen zur Einhaltung der zulÃ¤ssigen Grundmasse in der Kernzone KB. SÃ¤mtliche GebÃ¤ude in der Kernzone KB in M und um den strittigen Lagerplatz wiesen steile GiebeldÃ¤cher und eine gewisse architektonische Einheit auf. Die auf dem BaugrundstÃ¼ck gelagerten Baumaterialien, Baubaracken und Baumaschinen wirkten wie ein FlachdachgebÃ¤ude und trÃ¤ten so in einen offensichtlichen und krassen Widerspruch zu den umliegenden GebÃ¤uden mit GiebeldÃ¤chern. Der Lagerplatz stelle ein erhebliches Ã¤sthetisches StÃ¶rpotenzial dar. Sowohl der Bauausschuss StÃ¤fa wie auch die Baurekurskommission hÃ¤tten das ihnen zustehende Ermessen Ã¼berschritten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes besondere RÃ¼cksicht zu nehmen. Art. 8 Abs. 1 BauO stellt als Ãsthetikgeneralklausel an die Gestaltung von Bauvorhaben in der Kernzone keine weiter gehenden Anforderungen als § 238 PBG. </p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission hat die zu § 238 PBG entwickelte Praxis grundsÃ¤tzlich zutreffend dargestellt, so dass auf diese AusfÃ¼hrungen verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG). Bei der Anwendung dieser Bestimmung steht der kommunalen BaubehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Trotz umfassender Kognition (§ 20 VRG) hat sich deshalb die Baurekurskommission bei der ÃberprÃ¼fung eines Einordnungsentscheids der kommunalen BaubehÃ¶rde ZurÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Beruht dieser auf einer vertretbaren WÃ¼rdigung der massgebenden SachumstÃ¤nde, so hat die Rechtsmittelinstanz ihn zu respektieren und darf nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der kommunalen BehÃ¶rde setzen. Die Rekursinstanz darf erst dann eingreifen, wenn sich die vorinstanzliche ErmessensausÃ¼bung als offensichtlich unvertretbar erweist (RB 1981 Nr. 20; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 20 N. 19).</p> <p class="Urteilstext">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BehÃ¶rde bestÃ¤tigt, so kann vor Verwaltungsgericht nur geltend gemacht werden, die Rekursinstanz sei zu Unrecht zum Ergebnis gelangt, der erstinstanzliche Entscheid bewege sich im Rahmen des der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde zustehenden Ermessensspielraums. Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft dann lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als vertretbar hat beurteilen dÃ¼rfen; nimmt es statt dessen eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Einordnung des Bauvorhabens vor, so Ã¼berschreitet es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition und verletzt damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Rechtsauffassung der Vorinstanz, mittels der Ãsthetikvorschrift kÃ¶nne "einzig eine den VerhÃ¤ltnissen angepasste bestmÃ¶gliche Gestaltung des zonenkonformen Lagerplatzes verlangt werden" (Rekursentscheid E. 7.3), ist offensichtlich rechtsirrtÃ¼mlich. Bei einem Bauvorhaben sind nicht nur die einschlÃ¤gigen Baunormen, sondern auch allfÃ¤llige strengere Ã¤sthetische Schutzvorschriften zu beachten. Diese haben eigenstÃ¤ndige Bedeutung und sind nicht vorneweg eingehalten, weil die baurechtlichen Vorschriften eingehalten werden. Ãsthetikvorschriften â wie die Einordnungsvorschrift von § 238 PBG â kÃ¶nnen somit zu einer Reduktion des nach der Bau- und Zonenordnung zulÃ¤ssigen Bauens fÃ¼hren (BGr, 15. April 2005 = BauR 1/2006, S. 21, Nr. 83; RB 1979 Nr. 93 = ZBl 81, 75). Insofern ist der entsprechende Einwand der BeschwerdefÃ¼hrenden an sich berechtigt. Die Vorinstanz hat indessen in der Folge die konkrete PrÃ¼fung der Einordnung des Lagerplatzes in die bauliche und landschaftliche Umgebung auf zutreffender Rechtsgrundlage vorgenommen. Sie ist aufgrund der am Augenschein festgestellten baulichen Umgebung, welche ein sehr uneinheitliches Erscheinungsbild vermittle, nicht kernzonentypisch sei und keine hervorstechende architektonische QualitÃ¤t aufweise, zum Schluss gelangt, dass der strittige Lagerplatz in BerÃ¼cksichtigung der vom Bauausschuss verlangten HÃ¶henbeschrÃ¤nkungen das bestehende charakteristische Ortsbild nicht beeintrÃ¤chtige oder wesentlich beeinflusse. Inwiefern die Vorinstanz dabei ihr Ermessen Ã¼berschritten haben soll, ist nicht erkennbar.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden vor Verwaltungsgericht zur Frage der Einordnung stellen eine andere, jedoch weit gehend nicht nÃ¤her substanziierte Ã¤sthetische WÃ¼rdigung des Streitobjektes dar. Die in der Baubewilligung verfÃ¼gten HÃ¶henbeschrÃ¤nkungen fÃ¼r die Materialstapel erfolgten entgegen den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden ausdrÃ¼cklich als "Anordnung zum Schutz der Kernzone und des Ortsbildes" (Baubewilligung vom 25. Oktober 2004, S. 2). UnabhÃ¤ngig davon durfte die Rekurskommission bei der Beurteilung der Einordnung diese Auflage auf jeden Fall berÃ¼cksichtigen. Offenkundig verfehlt ist weiter der Einwand, die gelagerten GegenstÃ¤nde wirkten wie ein FlachdachgebÃ¤ude und stÃ¼nden damit im Gegensatz zu den GiebeldÃ¤chern der GebÃ¤ude in der Kernzone KB. Die â fÃ¼r GebÃ¤ude geltenden â Dachgestaltungsvorschriften der Kernzone kÃ¶nnen nicht auf die gelagerten GegenstÃ¤nde (auch nicht beispielsweise auf abgestellte Motorfahrzeuge) Ã¼bertragen werden. Die Vorinstanz hat auf jeden Fall die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als vertretbar beurteilen dÃ¼rfen und damit nicht rechtsverletzend entschieden.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst erweisen sich die EinwÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrenden als unbegrÃ¼ndet. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden unter solidarischer Haftung je zur HÃ¤lfte den BeschwerdefÃ¼hrenden auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>