B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3432/2011 U r t e i l v o m 2 2 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Jean-Pierre Monnet, Richterin Nina Spälti Giannakitsas; Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), Sri Lanka, beide vertreten durch lic. iur. Anita Biedermann, Bündner Beratungsstelle für Asyl Suchende, (…), Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Mai 2011 / N (…). D-3432/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin suchte am 3. August 2010 für sich und ihre damals vierjährige Tochter B._______ im Empfangs- und Verfahrenszent- rum (EVZ) C._______ um Asyl nach. Dort wurde sie am 17. August 2010 zu ihren Personalien, zu ihrem Reiseweg und – summarisch – zu ihren Asylgründen befragt. Ebenfalls noch im EVZ C._______ wurde sie am 2. September 2010 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) eingehend zu ihren Asylgründen ange- hört. A.b Die Beschwerdeführerinnen wurden am 6. September 2010 für den Aufenthalt während der Dauer des Asylverfahrens dem Kanton D._______ zugewiesen. A.c Anlässlich der Befragungen machte die B eschwerdeführerin im W e- sentlichen geltend, sie sei sri -lankische Staatsangehörige tamilischer Ethnie und stamme aus dem Distrikt Mullaitivu (Nordprovinz), wo sie nach Ende ihrer achtjährigen Schulzeit auf einer Kokosnussplantage gearbeitet habe. Im November 1996 habe sie sich mit S. K. verheiratet . S. K. sei bis zur Heirat aktives Mitglied der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) gewesen. Er habe eine schwere Nierenerkrankung gehabt und sich nur dank der finanziellen Hilfe der LTTE im Jahr 2006 in Vavuniya (Distrikt Vavuniya, Nordprovinz) die Niere seiner Schwester transplantieren lassen können. Wegen seiner früheren Mitgliedschaft bei de n LTTE sei ihr Ehemann von Unbekannten bei der sri-lankischen Armee angezeigt worden. Am 28. Mai 2007 sei in der Nä he des zu jener Zeit von ihnen in E.________ (Distrikt Vavuniya) bewohnten Hauses eine Bombe gezündet worden, die ihrem Ehemann das Leben gekostet habe. Nach dem Tod ihres Mannes seien wiederholt Leute des "Criminal Investigation Department" (CID) bezie- hungsweise Soldaten und Leute in Zivilkleidern z u ihr nach Hause ge- kommen; zweimal habe sie auch selber auf der Polizeistation von Vav u- niya erscheinen müssen. Dabei sei sie nicht nur zur LTTE -Zugehörigkeit ihres verstorbenen Mannes befragt, sondern – bei sich zu Hause – auch sexuell belästigt und zwei- oder dreimal vergewaltigt worden. Um den ständigen Schikanen zu entkommen, habe sie sich am 6. Juni 2007 ins "Vanni-Gebiet" begeben, wo sie bei verschiedenen Verwan dten D-3432/2011 Seite 3 und Bekannten sowie in einem Flüchtlings lager Unterkunft ge funden ha- be. Sie habe dann erfahren, dass Angehörige der "People's Liberation Organization of Tamil Eelam" (PLOTE) und der "Tamil Eelam Liberation Organization" (TELO) an ihrem Herkunftsort nach ihr gesucht hätten. Das CID habe überdies ein Bild von ihr veröffentlicht; sie stehe somit auf der Liste der gesuchten Personen. Aus Angst vor weiteren Verfolgung smassnahmen habe sie sich zur Au s- reise aus Sri Lanka entschlossen. Am 17. Juli 2010 sei sie zusammen mit ihrer jüngsten Tochter B.________ in Begleitung eines Schleppers mit e i- nem gefälschten Pass auf dem Luftweg von Colombo via Saudi -Arabien nach Italien gereist. Nach rund zweiwöchigem Aufenthalt in einer ihr nicht namentlich bekannten Stadt seien sie am 3. August 2010 in einem Pe r- sonenwagen unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz gefa h- ren worden. Ihre beiden anderen Kinder – die am 25. Juli 1997 geborene Tochter F.________ und den am 2. Mai 1999 geborenen Sohn G._________ – habe sie bei ihrer Mutter in H._______ (Distrikt Mullaitivu) und bei einem Verwandten in I._________ (Distrikt Vavuniya) zurückge- lassen. Für den weiteren Inhalt der Aussagen wird auf die Protokolle bei den A k- ten verwiesen. A.d Am 7. Oktober 2010 informierte die Rechtsvertreterin der Besc hwer- deführerinnen das BFM über die gleichentags erfolgte Mandatierung und ersuchte um Einsicht in die Verfahrensakten sowie um Ansetzung einer Frist zur Stellungnahme. Die Beschwerdeführerinnen reichten dem BFM durch ihre Rechtsvertrete- rin am 25. Novembe r 2010 einen S. K. betreffenden Todesschein, drei Geburtsurkunden und einen Eheschein im Original, eine Bestätigung der "Human Rights Commission of Sri Lanka" in Kopie und einen Ausweis derselben Organisation im Original sowie die Kopie ein es Zeitungsarti- kels, welcher über den Vorfall, bei dem S. K. ums Leben gekommen sein soll, berichtet, samt einem DHL -Umschlag zu den Akten. Bereits anläss- lich der Erstbefragung vom 17. August 2010 hatte die Beschwerdeführ e- rin ihre am 16. Juni 1995 ausgestellte Identitätskarte abgegeben. A.e Mit Zwischen verfügung vom 12. April 2011 liess das BFM der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerinnen die wesentlichen Akten in Kopie zukommen. D-3432/2011 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 13. Mai 2011 – eröffnet am 19. Mai 2011 – lehnte das BFM die Asylgesuche mit der Begründung ab, die Vorbringen der B e- schwerdeführerinnen würden weder den Anforderungen an die Flüch t- lingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit stand halten. Gleichzeitig ordnete es die Wegwe isung der Beschwerdeführerinnen aus der Schweiz an und stellte fest, der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. Dabei wurde insbesondere ausgeführt, die En t- wicklung der Lage in Sri Lanka werde sorgfältig und laufend verfolgt. Im Herbst 2010 hätten Vertreter des BFM auch eine Dienstreise nach C o- lombo sowie in den Osten und Norden des Landes durchgeführt, um sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Situation zu verschaffen. C. Die Beschwerdeführerin beantragte durch ihre Rechtsvertreterin für sich und ihre Tochter beim Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 17. Juni 2011 – unter Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung vom 13. Mai 2011 – die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die G e- währung des Asyls. Eventualiter sei die Sache zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit festzustellen, und es sei in der Folge die vorläufige Au f- nahme in der Schweiz anzuordnen. In prozessrechtlicher Hinsicht sei i h- nen die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Zur Untermauerung der Anträge – auf deren Begründung, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird – reichten die Beschwerdeführerinnen durch ihre Rechtsvertreterin eine am 17. Juni 2011 vom J.________ ausgestellte Fürsorgeabhängig- keitsbestätigung zu den Akten. D. Mit Zwischenverfügung vom 22. Juni 2011 teilte das Bundesverwaltung s- gericht den Beschwerdeführerinnen mit, sie könnten den Ausgang des Verfahrens gestützt auf Art. 42 AsylG in der Schweiz abwarten. Des We i- teren wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses (Art. 63 Abs. 4 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021] verzichtet und das Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. D-3432/2011 Seite 5 E. Das BFM beantragte mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2012 die Abwe i- sung der Beschwerde, da diese keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes rech t- fertigen könnten. In Bezug auf die Lageeinschätzung und die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs verwies es auf das zwischenzeit- lich ergangene Urteil E -6220/2006 des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011. Die Vernehmlassung des BFM wurde der Rechtsvertreterin der B e- schwerdeführerinnen am 20. Juli 2012 zur Kenntnisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwV. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist da her zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich des Asylrechts endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens eines Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Sch utz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführerinnen haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. D-3432/2011 Seite 6 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtlin g wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirke n; den frau- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das BFM befand in seiner angefochtenen Verfügung, angesichts der teils widersprüchlichen, unlogischen und unsubstanziierten Darlegungen erschienen die von der Beschwerdeführerin behaupteten Massnahmen der Sicherheitskräfte, die dabei erlittenen Übergriffe und die geltend g e- machte behördliche Suche nicht glaubhaft. 4.1.1 Wie in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 3) indessen zu Recht bemerkt wird, kann den von der Beschwerdeführerin gemachten Aussagen betref- fend die Kontakte ihres Ehemannes zu den LTTE (sie gab in der Erstb e- fragung zu Protokoll, ihr Mann sei seit der Heirat im Jahr 1996 nicht mehr bei de n LTTE [vgl. Vorakten A1 S, 7], um dann in der Anhörung vom 2. September 2010 weiter auszuführen, ihr Ehemann habe s ich auch nach Ende seiner aktiven Tätigkeit bis ins Jahr 2006 regelmässig mit drei einflussreichen LTTE-Männern getroffen [vgl. A10 S. 5]) kein klarer Wi- derspruch entnommen werden. D-3432/2011 Seite 7 4.1.2 Auch die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Problemen nach dem Tod ihres Ehemannes erscheinen nur auf den ersten Blick u n- gereimt. So erklärte die Beschwerdeführerin zwar anlässlich der Erstbefragung, ungefähr zehnmal seien Leute des CID vorbei gekommen und hätten sie befragt, wobei eine r der Männer sie auch habe berühren w ollen, doch beim Erscheinen einer Nachbarin von ihr gelassen habe (vgl. A1 S. 7); demgegenüber gab sie in der zwei Wochen später stattgefundenen Anhö- rung zu Protokoll, nicht Leute des CID, sondern Soldaten und Männer in Zivil seien unzählige Male bei ihr z u Haus e erschienen und hätten sie auch zweimal auf den Posten gebracht, wobei sie bei den Besuchen nicht nur befragt, sondern auch sexuell belästigt und vergewaltigt worden sei (vgl. A10 S. 14 ff.). In der Beschwerdeschrift (vgl. S. 3 Mitte) wird in diesem Kontext zutref- fend darauf hingewie sen, anlässlich der E rstbefragung seien zwei Mä n- ner – der Befrager und der Dolmetscher – anwesend gewesen, so dass es der Beschwerdeführerin nicht möglich gewesen sei, die erlittenen Ve r- gewaltigungen zu schildern. Im Gegensatz dazu sei die zweite, sehr aus- führliche Befragung von einem Frauenteam durchgeführt worden; dort habe die Beschwerdeführerin dann ihre Erlebnisse detailliert schildern können. Aufgrund der doch sehr unterschiedlichen Befragungen erschie- nen "gewisse Punkte in einem etwas anderen Kontext". Tatsächlich erwähnte die Beschwerdeführerin bereits in der Erstbefr a- gung sexuelle Übergriffe und erklärte auf entsprechende Nachfrage – un- ter Weinen – , sie möchte diese Vorfälle lieber vor einem Frauenteam er- zählen. Die diesbezüglich in der Erstbefragung gemachten Ausführungen sind in der Folge sehr vage geblieben und können angesichts der U m- stände nicht ohne Weiteres mit den Darlegungen in der späteren Anh ö- rung verglichen werden. Im Übrigen behauptete die Bes chwerdeführerin – entgegen der Darstellung auf S. 4 der angefochtenen Verfügung – auch nicht, die sexuellen Übergriffe hätten auf dem Posten stattgefunden (vgl. A10 S. 17). 4.1.3 In Bezug auf die Feststellung der Vorinstanz, den Schilderungen der Beschwerdeführerin mangle es auch an Plausibilität, ist Folgendes fes t- zuhalten: Zwar erscheint die Darstellung, einen Tag nach dem Tod des Ehemannes seien etwa hundert Soldaten und am darauffolgenden Tag D-3432/2011 Seite 8 rund fünfzig Militärangehörige in Jeeps und Lastwagen vorgefahren, wo- bei diese gleich mehrmals täglich – morgens, mittags und abends – ge- kommen seien und Fragen gestellt hätten (vgl. A 10 S. 11), wohl in der Tat übertrieben geschildert, und es ist auch nicht zu bestreiten, dass die B e- schwerdeführerin sich hinsichtlich de r Personen beziehungsweise der Gruppierungen, von welchen sie aufgesucht worden sein will , verschi e- dentlich etwas ungenau äusserte. Doch a ngesichts der Tatsache, dass auch für Personen mit fundierten Kenntnissen der politischen Situation in Sri Lanka nicht immer klar e r- kennbar war, welche (singhalesischen) Sich erheitsorgane zu welchem Zeitpunkt – unter anderem mangels eigener Kenntnisse der tamilischen Sprache – mit welchen (tamilischen) Gruppierungen zusammenarbeite- ten, erscheinen die in diesem Zusammenhang aufgetretenen Ungenauig- keiten durchaus nachvollziehbar. Sodann ist nachvollziehbar , dass die Beschwerdeführerin als Witwe eines ehemaligen LTTE -Aktivisten, der sich offenbar bis zu seinem Tod noch regelmässig mit einflussreichen LTTE-Leuten getroffen hat und der sich nur dank der – als Entschädigung für seine früheren Kampftätigkeiten erfolgten – finanziellen Hilfe der LTTE im Jahre 2006 eine Niere hat transplantieren lassen können, bei der e r- neuten Eskalation der Situation in Sri Lanka ins Blickfe ld der sri - lankischen Sicherheitsbehörden gerückt ist. Die darauf abgestützten Nachstellungen sind daher – trotz der oben erwähnten Ungenauigkeiten – grundsätzlich als glaubhaft zu werten. 4.1.4 Als Zwischenergebnis bleibt nach dem Gesagten mithin festzuha l- ten, dass der dargelegte Sachvortrag insgesamt glaubhaft geschildert wurde. Somit ist im Folgenden die Asylrelevanz der Ausführungen zu b e- urteilen. 4.2 Die überwiegend glaubhaft geltend gemachten Probleme (sowohl der gewaltsame Tod des Ehemannes der Beschwerdeführerin sowie zweier weiterer Männer im Mai 2007 [vgl. eingereichter Zeitungsausschnitt] als auch die nachfolgenden Behelligungen) sind praxisgemäss vor dem Hin- tergrund der während de s Bürgerkriegs herrschenden allgemein ang e- spannten Situation zu betrachten. Nachdem im Jahre 2002 zwischen der sri-lankischen Regierung und der LTTE ein Waffenstillstand geschlossen worden war, kam es im Sommer 2006 zu einem Wiederaufflammen des innerstaatlichen Konflikts. Dieser Krieg ist indessen im Mai 2009 mit de r Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Das Land befindet sich seither wieder unter Regierungskontrolle und es ist zu keinen terroristischen A n-D-3432/2011 Seite 9 schlägen der LTTE oder ihnen nahe stehenden Gruppierungen mehr g e- kommen. Trotz dieser Verbesserung der allgemei nen Lage sind gewisse Personen auch nach Kriegsende weiterhin einer erhöhten Verfolgungsgefahr au s- gesetzt. Dies betr ifft namentlich der politischen Opposition verdächtigte Personen, kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, Me n- schenrechtsaktivisten und regimekritische Vertreter von Nichtregierungs- organisationen, ferner Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Me n- schenrechtsverstösse wurden oder diesbezüglich juristische Schritte ei n- leiten, sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte z u den LTTE unterstellt werden beziehungsweise die über beträchtliche finanziel- le Mittel verfügen (vgl. BVGE 2011/24 E. 8.1 - 8.5). Die Beschwerdeführerin hat sich gemäss eigenen Ang aben nie politisch betätigt (vgl. A1 S. 8) und verfügt dadurch über kein (eigenes) politisches Profil. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie als Witwe eines ehemaligen LTTE-Aktivisten (sowie als Tante und Schwägerin von früher bei den LTTE aktiven Personen; vgl. Beschwerde S. 2 f.) einer e r- höhten Gefahr von Nachste llungen ausgesetzt ist. Sie machte indessen für die Zeit zwischen ihrem Wegzug von E._______ anfangs Juni 2007 und ihrer Ausreise aus Sri Lanka am 17. Juli 2010 keine konkret gegen sie gerichteten Ve rfolgungsmassnahmen geltend. Vielmehr erklärte sie, bis zur Ausreise nicht mehr gesucht worden zu sein (vgl. A10 S. 18). Es ist daher davon auszugehen, dass der Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten – und als überwiegend glaubhaft erachteten – Verfolgungsmassnahmen Ende Mai / anfangs Juni 2007 und de r gut drei Jahre später erfolgten Flucht unterbrochen ist und die Beschwerdeführe- rin im Falle ihrer Rückkehr nach Sri Lanka im jetzigen Zeitpunkt keine be- gründete Furcht vor asylbeachtlicher Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG (mehr) hat. 4.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschwerd e- führerin – ungeachtet ihrer Glaubhaftigkeit – den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten. Die im vorinstanzlichen Verfa h- ren eingereichten Beweismittel (vgl. oben Bst. A.d des Sachverhalts) sind dabei nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung des Sachverhaltes zu führen. Die Identitätskarte, die Geburtsurkunden, de r Ehe- und der T o- desschein betreffen nicht bestrittene Umstände (die Identität der B e- schwerdeführerin und ihrer Angehörige n), und die "Human Rights Co m- mission of Sri Lanka" bestätigt lediglich, dass am 12. Juni 2007 eine B e-D-3432/2011 Seite 10 schwerde eingereicht worden war. Letztere Bestätigung ist indessen – wie auch der Ausweis der Organisation und der Zeitungsartikel – eben- falls nicht geeignet, eine aktuelle Verfolgungssituation der Beschwerd e- führerin nachzuweisen. Es kann darauf verzichtet werden, auf die übrigen Erwägungen der Vorin- stanz und auf die weiteren Darlegungen in der Beschwerdeschrift näher einzugehen. Das Asylgesuch wurde vom Bundesamt nach dem Gesagten zwar mit nicht zutreffender Begründung, im Ergebnis jedoch zu Recht ab- gewiesen. Es besteht daher keine Veranlassung, die Verfügung des BFM vom 13. Mai 2011 im Asylpunkt aufzuheben und die Sache zur Neubeu r- teilung an d ie Vorinstanz zurückzuweisen. Das entsprechende Eventua l- begehren ist abzuweisen. 5. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 As ylG). Die Beschwerdeführerinnen verfügen weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über e i- nen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde daher zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2008/34 E.9.2 S. 510 sowie Entsche i- dungen un d Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekur s- kommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Gemäss ständiger Rechtsprechung sind die genannten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung alternativer Natur. Sobald eine davon erfüllt ist, ist der Vollzug als undurchführbar zu b e- trachten und die weitere Anwesenheit der betroffenen Person in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vo rläufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.) . Gegen eine allfällige Auf- hebung dieser vorläufigen Aufnahme steht dem weggewiesenen Asyls u- chenden wiederum die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht of- fen (Art. 105 i.V.m. Art. 44 Abs. 2 AsylG). In diesem Verfahren wäre dann D-3432/2011 Seite 11 der Vollzug der Wegweisung vor dem Hintergrund sämtlicher Vollzug s- hindernisse von Amtes wegen nach Massgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung – aus den nachfolgen- de aufgezeigten Gründen – als unzumutbar erweist, ist dementsprechend auf eine Erörterung der beiden anderen Kriterien zu verzichten. 6.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimatland aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 6.2.1 Im bereits erwähnten Urteil BVGE 2011/24 vom 27. Oktober 2011 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Analyse der allgemeinen, heute herrschenden Sicherheits - und politischen Lage in Sri Lanka vo r- genommen und die in BVGE 2008/2 publ izierte Wegweisungsvollzug s- praxis teilweise angepasst. Danach hat sich seit dem Ende des bewaffne- ten Konflikts zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblich verbessert (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz ist indes gebietsweise sehr unte r- schiedlich. So herrscht in den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit u n- ter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar (mit anderen Worten: die Nordprovinz unter Ausschluss des sogenannten "Vanni - Gebietes"), keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem ist die dortige poli- tische Lage nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im huma- nitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zu- rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit (u.a. sozio -ökonomische und med i- zinische Aspekte, Kindeswohl etc.) ist dabei auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen. Für Personen, die aus der Nordprovinz stammen und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürger krieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgega n-D-3432/2011 Seite 12 gen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zurückgreifen kann, die im Zeit- punkt der Ausreise geherrscht hat und dem Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Aufenthalt der betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder ergeben sich aus den Verfahrens- akten konkrete Hinweise, dass sich die Lebensumstände seit der Ausre i- se massgeblich verändert haben können, sind die aktuell vorliegenden Lebens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumut- barkeit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusa m- menhang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähigen Bezi e- hungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Exi s- tenzminimums und der Wohnsituation als massgebli che Faktoren. Falls solche begünstigenden Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, ist die Zumutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo , zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1). 6.2.2 Die Beschwerdeführerinnen stammen aus dem Distrikt Mullaitivu, welcher im "Vanni-Gebiet" liegt. Von Juli 2009 bis zu ihrer Ausreise im Ju- ni 2010 hätten sie jedoch in K._______/Vavuniya, ausserhalb des "Vanni- Gebietes", gelebt. Die beiden ander en Kinder der Beschwer deführerin sollen bei der Grossmutter in H._______ (Distrikt Mullaitivu) beziehungs- weise bei einem Verwandten in I._______/Vanvuniya leben. In Vavuniya soll auch S. R., die ältere Schwester der Beschwerdeführerin, wohnen (vgl. A1 S. 4) . Sodann hat die Besc hwerdeführerin während acht Jahren die Schule besucht und mehrere Jahre lang auf einer Kokosnussplantage gearbeitet (vgl. A1 S. 3). In der Beschwerdeschrift (vgl. S. 4 f.) wird geltend gemacht, das Haus der Beschwerdeführerin in H._______ sowie auch die K okosnussbäume, mit denen ein bescheidenes Einkommen habe erzielt werden können, seien zerstört worden. Die Mutter sei zusammen mit den beiden älteren Kindern der Beschwerdeführerin ins "Vanni -Gebiet" zurückgekehrt, wo sie "unter sehr ärmlichen Bedingungen in einer behelfsmässig erbauten Hütte" le b- ten. Ihre Schwester S. R. sei ebenfalls verwitwet und wohne in Vavuniya "in bescheidensten Verhältnissen". Auch die Kollegin, die ihr unmittelbar vor der Ausreise Unterkunft gewährt habe, könne sie nicht mehr behe r- bergen. D-3432/2011 Seite 13 Wie erwähnt ist der Vollzug der Wegweisung in die Heimatregion der B e- schwerdeführerin, das "Vanni-Gebiet", wo auch die Kokosplantage gew e- sen sei, nicht zumutbar. Immerhin hat die Beschwerdeführerin während einiger Monate in Vavuniya gelebt und ver fügt dort über eine Schwester. Zwar erscheint es denkbar, dass die Beschwerdeführerinnen im Falle e i- ner Rückkehr dorthin vorübergehend mit der finanziellen Unterstützung ihrer im Ausland wohnhaften Verwandten (Bruder der Beschwerdeführerin in Kanada, Nichte in Norwegen, Cousine in der Schweiz; vgl. A1 S. 4 f.) rechnen können. Dessen ungeachtet erscheint es jedoch – insbesondere auch angesichts der schwierigen Lebens - und Wohnverhältnisse, in we l- chen sich ihre in der Heimat verbliebenen Angehörigen befi nden – sehr unwahrscheinlich, dass sich die Beschwerdeführerinnen ausserhalb ihrer Heimatregion eine dauerhafte wirtschaftliche Existenz aufbauen können. Neben wirtschaftlichen Existenzproblemen hätte eine Rückschaffung der Beschwerdeführerinnen möglicherweise auch eine Gefährdung ihrer pe r- sönlichen Sicherheit zur Folge, zumal gemäss den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts allein lebende (und somit die Funktion des "Familienoberhauptes" ausübende) Frauen in Sri Lanka – und insbeson- dere in Regionen mit hoher Militärpräsenz – sexuellen Übergriffen schutz- los ausgeliefert sind. Schliesslich ist auch das Vorhandensein einer innerstaatlichen Aufen t- haltsalternative im übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum C o- lombo, zu verneinen. Die Beschwerdeführerinnen haben den Akten zufol- ge – mit Ausnahme von wenigen Wochen, während denen sie sich vor ih- rer Ausreise in L._______/Colombo versteckt haben wollen (vgl. A1 S. 8 f.) – nie dort gelebt , verfügen in dieser Region weder über Verwandte noch Bekannte und habe n auch keine Kenntnisse der singhalesischen Sprache (vgl. A1 S. 4). 6.2.3 Bei dieser Sachlage stellt sich der Vollzug der Wegweisung der Be- schwerdeführerinnen nach Sri Lanka – entgegen der Auffassung der Vor- instanz – zum gegenwärtigen Zeitpunkt als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG dar. 7. Die mit Eingabe vom 17. Juni 2011 angehobene Beschwerde ist nach den vorstehenden Erwägungen hinsichtlich des Vollzugs der Wegweisung gutzuheissen. Im Übrigen (hinsichtlich der Nichtzuerkennung der Flüch t- lingseigenschaft und der Verweigerung des Asyls sowie der Wegweisung an sich) ist sie abzuweisen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verf ü-D-3432/2011 Seite 14 gung des Bundesamtes sind aufzuheben und das BFM ist anzuweisen, die Beschwerdeführerinnen wegen gegenwärtiger Unzumutbarkeit vorläu- fig aufzunehmen. Einer vorläufigen Aufnahme stehen im Übrigen auch keine einschränkenden gesetzlichen Tatbestände (Art. 83 Abs. 7 AuG) entgegen. 8. 8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die praxisgemäss um die Hälfte auf Fr. 300.– zu reduzierenden Kosten den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG und Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem das vorli e- gende Beschwerdeverfahren jedoch nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte und die Beschwerdeführerin in der Schweiz zur Zeit keiner bezahlten Tätigkeit nachgeht (so dass von ihrer Bedürftigkeit ausgega n- gen werden kann), sin d in Gutheissung des in der Beschwerde vom 17. Juni 2011 gestellten, bis anhin noch nicht behandelten Gesuches um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen. Die Vertreterin der Beschwerdeführerinnen hat bisher keine Honorarnote eingereicht. Der notwendige Verwaltungsaufwand lässt sich indes au f- grund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der genannten Bestimmungen und unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8 ff. VGKE) is t die von der Vorinstanz auszurichtende reduzierte Parteientschädigung demnach von Amtes wegen auf Fr. 500. – (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festz u- setzen. Das BFM ist somit anzuweisen, den Beschwerdeführerinnen di e- sen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3432/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird , soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 2. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 13. Mai 2011 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, die B e- schwerdeführerinnen vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden – in Gutheissung des Gesuches um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung – keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM hat den Beschwerdeführerinnen für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 500.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerinnen, das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Kathrin Mangold Horni Versand: