Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. April 2017 (810 16 342) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Aufhebung des Unterhaltsvertrages / Fehlende Einigung der Beteiligten Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Stephan Gass, Claude Jeanneret, Gerichtsschreiberin Chiara Piras Beteiligte A.____, gesetzlich vertreten durch B.____, Beschwerdeführer, vertre- ten durch Dr. Peter Studer, Rechtsanwalt und Notar gegen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____, Vorinstanz D.____, Beschwerdegegner Betreff Aufhebung des Unterhaltsvertrages (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 27. Oktober 2016) A. B.____ und D.____ sind die nicht miteinander verheirateten, getrennt lebenden Eltern von A.____, geboren 2014. Mit Entscheid vom 27. April 2015 genehmigte die Kindes - und Er- wachsenenschutzbehörde C.____ (KESB) den am 18. April 2015 geschlossenen Unterhaltsver- trag zwischen A.____ und dem Kindsvater. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. B.____ und D.____ stellten am 15. Dezember 2015 ein Gesuch um Änderung resp. Anpassung des Unterhaltsvertrags vom 18. April 2015, da sich die Betreuungszeiten geändert hätten und die Kindsmutter eine Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. C. Am 15. Januar 2016 wurden B.____ und D.____ von der KESB persönlich angehört. Im Juli 2016 wurden die Betreuungsverhältnisse der Kindse ltern wieder geändert, weshalb e in von der KESB bereits ausgearbeiteter Unterhaltsvertrag nicht unterzeichnet werden konnte. Eine Einigung über einen neuen Unterhaltsvertrag kam auch in der Folge nicht zustande. D. Am 21. Oktober 2016 fand bei der KESB e ine weitere Anhörung der Kindseltern statt. Anlässlich dieser Anhörung konnte zwischen den Eltern eine Einigung über die Betreuungsze i- ten erzielt werden. In Bezug auf die Anpassung von Unterhaltsbeiträgen wies der Kindsvater darauf hin, dass ‟ihm sicher das Existenzminimum verbleiben müsse”. E. Mit Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016 hob diese den Unterhaltsvertrag vom 18. April 2015 auf (Ziff. 1) und hielt fest, dass der Kindsvater gegenwärtig nicht in der Lage sei, Unterhaltsbeiträge zu leisten (Ziff. 2). Die Kindseltern wurden ferner angewiesen, sich bei einer Veränderung der finanziellen Verhältnisse umgehend an die zuständige KESB zu wenden (Ziff. 3). Schliesslich wurden keine Verfahrenskosten erhoben und die Auslagen gingen zu Las- ten der KESB (Ziff. 4). F. Gegen den Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016 erhob A.____, gesetzlich ver- treten durch B.____, vertreten durch Dr. Peter Studer, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 1. D e- zember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel -Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er stellt das Begehren, der Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016 sei nichtig zu erklären (Ziff. 1); eventualiter sei der Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016 aufzuheben; es sei ihm ferner die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Ziff. 3); unter o/e -Kostenfolge (Ziff. 4). In der Beschwerde wird im Wesentlichen ausgeführt, dass anlässlich der Anhörung vom 21. Oktober 2016 zwischen den Kindseltern keine Einigung über den Unterhalt hätte erzielt werd en können. So sei weder ein neuer Unterhaltsvertrag u n- terzeichnet, noch der Unterhaltsvertrag vom 18. April 2016 (recte: 2015) aufgehoben worden. Die KESB sei gemäss Art. 287 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 für die Genehmigung von Unterhaltsverträgen zuständig. Die Kompetenz zur Aufhebung eines Unterhaltsvertrags falle dagegen nicht in den Zuständigkeitsbereich der KESB, sondern liege einzig beim Zivilgericht. G. Mit Eingabe vom 13. Januar 2017 liess sich die KESB vernehmen und schloss auf Ab- weisung der Beschwerde, unter o/e -Kostenfolge. Die KESB bestreitet nicht, dass die Komp e- tenz zur einseitigen Aufhebung eines Unterhaltsvertrags beim Zivilgericht liege. Vorliegend handle es sich aber nicht um eine einseitige Auf hebung des Unterhaltsvertrags. Für die KESB habe es anlässlich der Anhörung vom 21. Oktober 2016 keinen Anlass gegeben, am Einve r- ständnis der Kindsmutter in Bezug auf die Aufhebung des Unterhaltsvertrags zu zweifeln, auch wenn dieser Konsens in der Aktennotiz der Anhörung nicht festgehalten worden sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Verfügung vom 17. Januar 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung übe r- wiesen und das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und Verbei- ständung gutgeheissen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einf ührung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsg e- richt, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bi s 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwa l- tungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Pers o- nen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände- rung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Anfechtungsobjekt bildet vorliegend der Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016, durch welchen der – gesetzlich durch seine Mutter vertretene – Beschwerdeführer als direkter Verfahrensbeteiligter zur Beschwerdeerhebung legi- timiert ist. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und den §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassu ngs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sa chverhalts (Ziff. 2) sowie die U n- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. 3. Streitgegenstand ist vorliegend die mit Entscheid der Vorinstanz vom 27. Oktober 2016 verfügte Aufhebung des Unterhaltsvertrags vom 18. April 2015 zwischen dem Beschwerdefü h- rer und dem Kindsvater. 4.1 Der Beschwerdeführer macht vorerst geltend, der Entscheid der Vorinstanz vom 27. Oktober 2016 sei nichtig (vgl. Beschwerde vom 1. Dezember 2016, Rechtsbegehren Ziff. 1). Er begründet seinen Vorwurf der Nichtigkeit im Wesentlichen da mit, die Vorinstanz sei nicht zuständig, den gültigen Unterhaltsvertrag vom 18. April 2015 aufzuheben, ohne dass ein Ko n- sens betreffend der neu geschuldeten Unterhaltszahlungen zwischen den Kindseltern vorliegen würde (vgl. Beschwerde vom 1. Dezember 2016, Ziff. 3 f.). Die einseitige Aufhebung eines U n- terhaltsvertrags falle nicht in die Zuständigkeit der KESB, sondern in jene des zuständigen Z i- vilgerichts (vgl. Beschwerde vom 1. Dezember 2016, Ziff. 3). 4.2 Vorliegend ist unbestritten und wird von der Vor instanz nicht verkannt, dass die einsei- tige Aufhebung eines Unterhaltsvertrags nicht in den Zuständigkeitsbereich der KESB fällt, so n- dern ausschliesslich dem zuständigen Kreisgericht zusteht. Die Vorinstanz stellt sich jedoch auf den Standpunkt, es liege k eine einseitige Aufhebung des Unterhaltsvertrags vor, da anlässlich Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Anhörung vom 21. Oktober 2016 zwischen den Kindseltern eine Einigung in Bezug auf die Aufhebung des Unterhaltsvertrags habe erzielt werden können (vgl. Vernehmlassung vom 13. Januar 2017, S. 1). 4.3 Zuständig zur Genehmigung einer Unterhaltsvereinbarung ist ausserhalb eines häng i- gen gerichtlichen Verfahrens die KESB (Art. 287 Abs. 1 ZGB; BGE 126 III 49 E. 2a/bb; BRUNO ROELLI, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, N 4 zu Art. 287 ZGB). Bei Hängigkeit einer Unterhaltsklage (Art. 279 ZGB) oder eines eherechtlichen Verfahrens ist dagegen das Gericht zuständig (Art. 133 Abs. 1 ZGB, Art. 176 Abs. 3 ZGB). Ein gerichtliches Verfahren ist auch notwendig, wenn die KESB die ihr vorgelegte Vereinbarung für nicht genehmigungsfähig befand und sich eine die Genehmigung ermöglichende Anpassung nicht ergab ( PETER BREITSCHMID, in: Honsell /Vogt/Geiser [Hrsg. ], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, N 9 zu Art. 287 ZGB). 4.4 Ob die KESB vorliegend zu Recht von einem übereinstimmenden Willen der Kindsel- tern ausgegangen ist, bleibt noch zu prüfen. Fehlerhafte Verwaltungsakte sind in der Re gel je- doch nicht nichtig, sondern nur anfechtbar. Nichtigkeit, d.h. absolute Unwirksamkeit einer Ve r- fügung wird nur angenommen, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer wiegt, wenn er offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und wenn zudem die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Inhaltliche Mängel haben nur in seltenen Ausnahmefällen die Nichtigkeit einer Verfügung zur Folge (BGE 132 II 21 E. 3.1). Vorliegend sind keine besonders schweren Mängel ersichtlich, da die KESB bei Vorliegen einer Einigung zwischen den Kindseltern zur Genehmigung eines die Unterhaltspflichten des Kind s- vaters aufhebenden Unterhaltsvertrags zuständig gewesen wäre. Der Hauptantrag des B e- schwerdeführers, den Entscheid vom 2 7. Oktober 2016 nichtig zu erklären, ist demzufolge a b- zuweisen. 5. Es bleibt somit zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgehen konnte, der U n- terhaltsvertrag sei von den Kindseltern anlässlich der Anhörung vom 21. Oktober 2016 aufg e- hoben und die Vorinstanz um Genehmigung der Aufhebung des Unterhaltsvertrags ersucht worden. 6.1 Im angefochtenen Entscheid führt die KESB aus, der Kindsvater betreue den B e- schwerdeführer zweieinhalb Tage pro Woche. Künftig werde er ihn voraussichtlich drei Tage pro Woche betreuen, weshalb dem Kindsvater zusätzlich ein Anteil von Fr. 150. -- für die Ki n- derbetreuung anzurechnen sei. Der Kindsvater verfüge über ein Nettoeinkommen von Fr. 3‘248.--. Demgegenüber sei gesamthaft von einem erweiterten Grundbedarf von Fr. 1‘552.50 auszugehen. Aufgrund weiterer belegter Ausgaben für Miete (Fr. 1‘189. --), Kran- kenkasse (Fr. 439. --) und Abonnementskosten (Fr. 76. --) ergebe dies eine Unterdeckung von Fr. 8.50. Gestützt darauf hielt die Vorinstanz fest, dass das Einkommen des Kindsvat ers nicht ausreiche, um sein Existenzminimum zu decken. In der aktuellen Situation könnten deshalb keine Unterhaltsbeiträge geleistet werden (vgl. Entscheid der KESB vom 27. Oktober 2016 E. 1). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Der Beschwerdeführer macht dahingegen geltend, der Entsc heid der Vorinstanz sei wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs aufzuheben: Der Beschwerdeführer bzw. die Kind s- mutter seien zu den finanziellen Auswirkungen der neuen Betreuungsregelung und zur Neur e- gelung des Unterhalts nicht angehört worden, was eine Ver letzung von Art. 29 Abs. 2 der Bu n- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 darstelle (vgl. Beschwerde vom 1. Dezember 2016, Ziff. 6). 7.1 Nach Art. 276 ZGB leisten die Eltern den Unterhalt ihres Kindes durch Pflege und Er- ziehung oder, soweit nicht obhutsberechtigt, durch Geldzahlung, solange das Kind noch nicht selber in der Lage ist, seinen Unterhalt zu bestreiten. Die Bemessung des Unterhaltsbeitrags richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern; ausserdem sind Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie der Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB; BGE 135 III 66 E. 4). 7.2 Die Genehmigung eines Unterhaltsvertrags beinhaltet eine materielle Prüfung, ob der Unterhaltsvertrag den quantitativen (Art. 285 f. ZGB) und den qualitativen Aspekten (Dauer, Indexierung, etc.) sowie dem freien Willen und reiflicher Überlegung der Betroffenen entspricht . Dies erfordert eine konkrete Ermittlung der Verhältnisse in Nachachtung der Untersuchungsma- xime. Die Genehmigung ist zu erteilen oder zu verweigern und die massgebenden Umstände sind im Entscheid anzuführen (ROELLI, a.a.O., N 5 zu Art. 287 ZGB). Ziel dab ei ist die Wahrung der Interessen des Kindes, die Vollstreckbarkeit der Regelung, die rechtliche Zulässigkeit und die inhaltliche Angemessenheit nach den Kriterien von Art. 285 ZGB (BREITSCHMID, a.a.O., N 14 zu Art. 287 ZGB). 7.3 Nach Art. 7 ZGB i.V.m. A rt. 11 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht [OR]) vom 30. März 1911 ist eine Unterhaltsvereinbarung formlos gültig ( BGE 1 26 III 49 E. 2a bb m.w.H. ; BREITSCHMID, a.a.O., N 2 zu Art. 287 ZGB; ROELLI, a.a.O., N 1 zu Art. 287 ZGB). A us Gründen der Praktikabilität und möglicher Beweisprobleme bietet sich jedoch einfache Schriftlichkeit an (CYRIL HEGNAUER, in: drs. [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Band II, Bern 1997, Art. 270 -295 ZGB, N 36 zu Art. 287 ZGB). Der genehmigenden Behörde steht es beispielsweise aber auch frei, die Anhörung der Vertragsparteien und den Inhalt der Vereinb a- rung vor Erlass ihrer Verfügung zu protokollieren (BGE 126 III 49 E. 2b). 8.1 Vorliegend haben d ie Parteien am 18. April 2015 einen schriftlichen Unterhaltsvertrag geschlossen. Damit haben sie sich mitunter darauf geeinigt, dass der Vertrag bei einer erhebl i- chen und dauerhaften Veränderung der Verhältnisse geändert werden kann (Unterhaltsvertrag vom 18. April 2015, S. 2). Dem angefochtenen Entscheid lässt sich in diesem Zusammenhang entnehmen, dass die Kindseltern aufgrund veränderter finanzieller Verhältnisse und der hälft i- gen Betreuung des Beschwerdeführers bereits anlässlich der Anhörung vom 15. Januar 2016 um Anpassung des Unterhaltsvertrags ersucht haben. In der Folge hätten sich die Kindseltern jedoch nicht über die Betreuung einigen können, weshalb es auch zu keiner Einigung in Bezug auf eine Änderung der Unterhaltspflichten gekommen sei. Aus dem Entscheid ergibt sich ferner, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Betreuungsverhältnisse der Kindseltern auch anlässlich der Anhörung vom 21. Okt o- ber 2016 kontrovers diskutiert worden seien. Aus den Ausführungen im vorinstanzlichen En t- scheid ist jedoch nich t ersichtlich, in welchen Punkten sich die Kindseltern in Bezug auf eine Änderung oder Aufhebung des bestehenden Unterhaltsvertrags geeinigt hätten. Auch hat es die Vorinstanz versäumt darzulegen, aufgrund welcher Aspekte sie zum Schluss kam, die gänzl i- che Aufhebung des Unterhaltsvertrags zwischen dem Beschwerdeführer und dem Kindsvater könne genehmigt werden. Dasselbe ergibt sich aus den Verfahrensakten: Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 wandten sich die Kindseltern ein erstes Mal an die KESB mit dem Anl ie- gen, den Unterhaltsvertrag vom 18. April 2015 anzupassen. Mehrere Versuche der Vorinstanz, einen neuen Unterhaltsvertrag auszuarbeiten, scheiterten in der Folge an der fehlenden Ein i- gung der Kindseltern betreffend Betreuungsanteile und -zeiten bzw. Unter halt (vgl. Schreiben der KESB an die Kindsmutter vom 6. und vom 9. Juni 2016; E -Mail der Kindsmutter an die KESB vom 12. Juli 2016; E -Mail des Kindsvaters an die KESB vom 8. September 2016). A n- lässlich der Anhörung vom 21. Oktober 2016 konnten die Kindselt ern zwar einen Kompromiss über die Betreuungszeiten schliessen (Aktennotiz der KESB vom 21. Oktober 2016, S. 1). Im Hinblick auf die Anpassung der Unterhaltsbeiträge hielt die KESB in ihrer Aktennotiz jedoch einzig fest, der Kindsvater habe darauf hingewie sen, dass ihm ‟sicher das Existenzminimum verbleiben müsse” (Aktennotiz der KESB vom 21. Oktober 2016, S. 2). 8.2 Wie die Vorinstanz vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Positionen der Kinds- eltern in Bezug auf die Betreuungsverhältnisse und der übe r lange Zeit geführten Diskussionen im Zusammenhang mit der Änderung des bestehenden Unterhaltvertrags ohne weitere Abkl ä- rungen von einem vorhandenen Konsens der Kindseltern ausgehen konnte, kann nicht nac h- vollzogen werden. Ein übereinstimmender Wille der Kindseltern muss anhand konkreter Tatsa- chen belegt sein. Vorliegend ist das Einverständnis der Kindsmutter mit der Aufhebung der U n- terhaltspflichten des Kindsvaters nirgends dokumentiert: Aus den Akten geht nicht hervor, dass die Kindsmutter jemals mit ein em Unterhaltsvertrag, der die gänzliche Aufhebung der Unte r- haltspflichten des Kindsvaters vorsehen würde, einverstanden gewesen ist. Entgegen den Au s- führungen der Vorinstanz kann insbesondere auch nicht aus der Tatsache, dass die Kindsmu t- ter von der Sozial hilfe unterstützt wird, darauf geschlossen werden, dass sie mit der verfügten Neuregelung einverstanden ist (vgl. Vernehmlassung der KESB vom 13. Januar 2017, S. 2). Ferner verträgt es sich nicht mit einer verfassungskonformen Beweiswürdigung, aufgrund eines fehlenden Widerspruchs der Kindsmutter darauf zu schliessen, dass diese auf die Unterhalt s- zahlungen des Kindsvaters gänzlich verzichtet habe (vgl. Vernehmlassung der KESB vom 13. Januar 2017, S. 2). Schliesslich bleibt auch unklar, ob die getroffene Lösung den Interessen des beschwerdeführenden Kindes entspricht. Aufgrund der Aktenlage ist daher davon ausz u- gehen, dass zum Urteilszeitpunkt zwischen den Kindseltern keine Einigung in Bezug auf eine neue Unterhaltsregelung bestand. Schon aus diesem Grund ist der angefochtene Entscheid aufzuheben. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich, auf die im vorliegenden Zusammenhang erh o- bene Rüge des Beschwerdeführers einzugehen, wonach die KESB weder ihn noch die Kind s- mutter im Zusammenhang mit der neuen Regelung angehört und damit das rechtliche Gehör verletzt habe. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Zusammenfassend zeigen die obigen Ausführungen, dass kein genehmigungsfähiger Unterhaltsvertrag zustande gekommen ist. Nach dem Gesagten ist die Beschw erde gutzuheis- sen und der angefochtene Entscheid antragsgemäss aufzuheben. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Au s- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden – von hier nicht vorliegenden Konstellationen abgesehen – keine Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 und 4 VP O). Dem- entsprechend sind im vorliegenden Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben. 10.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulast en der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwe r- deführer als obsiegende Partei antragsgemäss eine Parteientschädigung zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 21. Januar 2017 geltend gemachte Aufwand von 4 Stunden à Fr. 200. -- ist nicht zu beanstanden. Hinzu kommen Auslagen in der Höhe von Fr. 45.--. Unter den vorli e- gend gegebenen Umständen hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer eine Parteientschäd i- gung von insgesamt Fr. 912.60 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) auszurichten. 10.3 Bezüglich der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ist festzustellen, dass im ange- fochtenen Entscheid keine Verfahrenskosten erhoben wurden und die Auslagen zu Lasten der Vorinstanz gingen (Dispositivziffer 4 des Entscheids vom 27. Oktober 2016). Es rechtfertigt sich deshalb, auf die Aufhebung der Dispositivziffer 4 des angefochtenen Entscheids sowie a uf die Rückweisung zur Neufestsetzung der Kostenfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens zu verzich- ten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositivziffern 1, 2 und 3 des Entscheids der Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 27. Oktober 2016 aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ hat dem B e- schwerdeführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 912.60 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiberin