<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00428</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203918&amp;W10_KEY=4467143&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00428</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.10.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Überschreitung der Planungswerte jedenfalls nach 24 Uhr durch Änderung einer ortsfesten Anlage in ein Tanzlokal/Barbetrieb in einer Wohnzone mit Gewerbeerleichterung ES III.<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANZEIGEVERFAHREN">ANZEIGEVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BARBETRIEB">BARBETRIEB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSFESTE ANLAGE">ORTSFESTE ANLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TANZLOKAL">TANZLOKAL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMNUTZUNG">UMNUTZUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 7 Abs. I LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. I lit. b LSV</span><br/><span class="ungerade">Art. 43 Abs. I Ziff. c LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 15 USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 19 USG</span><br/><span class="gerade">Art. 23 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 12. November 1996 bewilligte der Bauausschuss der Gemeinde X C unter Auflagen und Bedingungen u.a. die Umnutzung des Erd- und Untergeschosses des GebÃ¤udes Vers.-Nr. 01 an der N-Strasse 10 zu einem Freitzeit­raum/Spiel­salon. Am 14. August 1998 wurde im Anzeigeverfahren die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r diverse bauliche Ãnderungen im Erd- und Untergeschoss erteilt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 26. Oktober 1999 wurde C hinsichtlich der streitbetroffenen LokalitÃ¤ten durch die Polizei, Chef Verwaltungspolizei, die dauernde Hinausschiebung der Schliessungsstunde am Mittwoch und am Donnerstag je bis 2 Uhr sowie am Freitag und Samstag je bis 5 Uhr ab 1. Januar 2000 bewilligt. Nachdem in der Folge die RÃ¤umlichkeiten an den "Club I" sowie "Club J" (unter-)vermietet worden waren, welche MietverhÃ¤ltnisse zwischenzeitlich wieder aufgelÃ¶st worden sind, traten gehÃ¤ufte LÃ¤rmklagen auf, was schliesslich die Aufforderung zur Einreichung eines entsprechenden Baugesuchs auslÃ¶ste. Am 19. MÃ¤rz 2002 bewilligte der Bauausschuss der Gemeinde X C die Umnutzung des Erd- und Untergeschosses des GebÃ¤udes Vers.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 an der N-Strasse 10 in X von einem Freizeitraum / Spielsalon in einen Barbetrieb / Tanzlokal. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit diesem Beschluss wurden dem Bauherrn die "heute aktuellen Nutzungen" bewilligt, das heisst die Nutzung des Untergeschosses als Tanzlokal sowie fÃ¼r Barbetrieb und des Erdgeschosses als Bar, Billiardraum und fÃ¼r Videogames. Ausserdem wurde C mit separatem Beschluss unter Auflagen und Bedingungen die nachtrÃ¤gliche baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die eigenmÃ¤chtig erstellte Ãberdachung und Einwandung der frÃ¼heren Rampe zur Unterniveaugarage erteilt, die heute als Abgang zum Tanzlokal und Barbetrieb im Untergeschoss dient.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Gegen den Beschluss des Bauausschusses vom 19. MÃ¤rz 2002 erhoben A und B, beide EigentÃ¼mer von Liegenschaften, welche sich unmittelbar neben dem BaugrundstÃ¼ck befinden, am 20. bzw. am 22. April 2002 Rekurs an die Baurekurskommission IV. Beide Rekurrenten beantragten, die Bewilligung aufzuheben und das NutzungsÃ¤nderungsvorhaben zu verweigern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 6. September 2002 fÃ¼hrte die Baurekurskommission IV einen Augenschein durch. Sie vereinigte die beiden Rekurse und hiess diese mit Entscheid vom 14. November 2002 teilweise gut. Die Sache wurde an die BaubehÃ¶rde zur ErgÃ¤nzung des Entscheides in lÃ¤rmrechtlicher Hinsicht zurÃ¼ckgewiesen. Die als Grundlage zur Beurteilung des beabsichtigten Betriebs benutzten Angaben seien als erhebliche Tatsachen verbindlich zu erklÃ¤ren und zusammen mit den diesbezÃ¼glich noch zusÃ¤tzlich zu treffenden Anordnungen (Ausdehnung des Ãberwachungsdienstes auch auf Mittwoch und Donnerstag, interne Erschliessung der beiden Geschosse, Schliessung des Tores beim nordÃ¶stlichen Zugang zum BaugrundstÃ¼ck wÃ¤hrend den Ãffnungszeiten des Betriebs sowie Verbot des Befahrens durch GÃ¤ste und Zubringer des im SÃ¼dwesten gelegenen Vorplatzes) in die baurechtliche Bewilligung aufzunehmen. Im Ãbrigen wurden die Rekurse abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. A am 16. Dezember 2002 und B am 19. Dezember 2003 erhoben fristgerecht Beschwerde gegen den Entscheid der Bauerkurskommission IV. Beide verlangten die ErgÃ¤nzung von Dispositiv-Ziffer II des angefochtenen Entscheids dahingehend, dass die Betriebs- und Ãffnungszeiten des strittigen Barbetriebs / Tanzlokals generell auf 24 Uhr beschrÃ¤nkt wÃ¼rden und die Baubewilligung entsprechend anzupassen sei. Sodann verlangten sie, dass die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens entsprechend dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens neu festzusetzen seien. Schliesslich beantragten sie, die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem privaten Beschwerdegegner aufzuerlegen und diesen zu einer EntschÃ¤digung zu verpflichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 14. Januar 2003 beantragte die Vorinstanz unter Verzicht auf weitere Bemerkungen Abweisung der Beschwerden. Mit Eingabe vom 15. Januar 2003 ersuchte auch die kommunale BaubehÃ¶rde um Abweisung der Beschwerden unter Kostenfolge zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrer. Am 7. MÃ¤rz 2003 reichte der private Beschwerdegegner innert erstreckter Frist seine Beschwerdeantwort ein mit dem Antrag, die Beschwerden seien abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrer.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 13. Juni 2003 liess B dem Verwaltungsgericht ein Schreiben der RÃ¶misch-Katholischen Kirchgemeinde und ein Schreiben der Anwohner an den Stadtrat zur weiteren Dokumentation der LÃ¤rmsituation einreichen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) </span>Die Verfahren VB.2002.00428 und VB.2002.00438 betreffen den gleichen Sachverhalt und werfen weitgehend die nÃ¤mlichen rechtlichen Fragen auf; sie sind deshalb aus prozessÃ¶konomischen GrÃ¼nden zu vereinigen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es ist unbestritten, dass die NutzungsÃ¤nderung als Ãnderung einer neuen ortsfesten Anlage zu beurteilen ist. GestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 4 i.V.m. Art. 7 Abs. 1 LÃ¤rmschutzverordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV) sind daher die LÃ¤rmemissionen der Anlage so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich sowie wirtschaftlich tragbar ist und dass die von der Anlage allein erzeugten LÃ¤rmimmissionen die Planungswerte nicht Ã¼berschreiten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die Vorinstanz prÃ¼fte in erster Linie, ob die von der Anlage allein erwarteten LÃ¤rmimmissionen die Planungswerte Ã¼berschreiten wÃ¼rden (Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV). In Ãbereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts hielt die Vorinstanz fest, da fÃ¼r ortsfeste Anlagen der zu beurteilenden Art keine Belastungsgrenzwerte bestÃ¼nden, sei unter Orientierung an den Kriterien der Art. 15, 19 und 23 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (USG) im Einzelfall zu beurteilen, ob eine unzumutbare StÃ¶rung vorliege. Dabei seien der Charakter des LÃ¤rms, Zeitpunkt und HÃ¤ufigkeit seines Auftretens sowie die LÃ¤rmempfindlichkeit bzw. LÃ¤rmvorbelastung der Zone, in der die Immissionen auftreten, zu berÃ¼cksichtigen<b> </b>(Art. 2 Abs. 5 LSV). Mangels eines unmittelbaren Planungswertes sei ein Immissionsniveau einzuhalten, bei welchem nach behÃ¶rdlicher Beurteilung hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶rungen auftreten wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die BeschwerdefÃ¼hrer attestieren der Vorinstanz, dass sie die LÃ¤rmproblematik erkannt und die Rechtslage grundsÃ¤tzlich richtig dargelegt habe. Jedoch vertritt der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 die Ansicht, dass die angeordneten Massnahmen (VideoÃ¼berwachung, TÃ¼rsteher, Tor an der nordwestlichen GrundstÃ¼cksgrenze) ungenÃ¼gend seien und sich nicht so umsetzen liessen, dass sie die angenommenen emissionsbeschrÃ¤nkenden und notwendigen Wirkungen zeigen wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 2 rÃ¼gt, dass die Vorinstanz die ausgedehnten Ãffnungs- und Betriebszeiten viel zu wenig berÃ¼cksichtigt habe. Sodann verlangt er, dass die Dislokation der Besucher zwischen Erd- und Untergeschoss ab 21 Uhr intern zu erfolgen habe. Weiter verlangt er das Schliessen des Tores an der Nordwestseite des BaugrundstÃ¼cks fÃ¼r die gesamte Ãffnungszeit des umstrittenen Betriebes. Schliesslich mÃ¼sse die Anweisung an die GÃ¤ste und Zubringer, den Hofraum aus sÃ¼dwestlicher Richtung mit Motorfahrzeugen nicht zu befahren, ab 22 Uhr fÃ¼r sÃ¤mtliche Betriebstage GÃ¼ltigkeit haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die Vorinstanz hat die Angaben zum Betrieb ausfÃ¼hrlich dargestellt (S. 9-11 des angefochtenen Entscheids), weshalb auf diese verwiesen werden kann (§ 70 i.V.m. § 28 VRG). Zudem stellte die Vorinstanz zutreffend fest, dass der Betrieb selbst keine direkten Immissionen auf die Liegenschaften der BeschwerdefÃ¼hrer verursachen wird, jedoch die mit dem Betrieb indirekt zusammenhÃ¤ngenden Immissionen lÃ¤rmrechtlich umstritten sind. Die von den Besuchern verursachten Immissionen stehen somit im Vordergrund. Es handelt sich in erster Linie um die mit dem Kommen und insbesondere Gehen der GÃ¤ste erfahrungsgemÃ¤ss verbundenen Ãusserungen wie Lachen, Schwatzen, lautes BegrÃ¼ssen und Verabschieden. Zu berÃ¼cksichtigen ist dabei, dass sich der Ein- und Ausgang zum streitbetroffenen Betrieb in einem sehr geringen Abstand zu den beiden GebÃ¤uden der BeschwerdefÃ¼hrer an der N-Strasse 11 und 12 befindet und es sich um eine enge Hofsituation handelt. Unter diesen Gegebenheiten scheint es wenig wahrscheinlich, dass ein TÃ¼rsteher derartige LÃ¤rmereignisse verhindern kann. Ein TÃ¼rsteher wird erst im Nachhinein Besucher und Besucherinnen auffordern leiser zu sein, wenn diese den LÃ¤rm schon verursacht haben. Die Anwohner sind dann aber bereits in ihrer Ruhe gestÃ¶rt bzw. aufgewacht, bevor der TÃ¼rsteher einschreitet. Auch die besagte VideoÃ¼berwachung wird daran nichts Ã¤ndern. Die LÃ¤rmsituation wird durch das Installieren der Kamera nicht bedeutend beeinflusst, denn auch wenn die Besucher wissen, dass eine solche installiert ist, wird ihnen die Tatsache im Moment der Verabschiedung nicht ohne weiteres prÃ¤sent sein. Dabei ist unerheblich, ob das Personal den Monitor von der Bar aus problemlos einsehen kann bzw. stÃ¤ndig Ã¼berwachen wird. Auch wenn mit Hilfe der Aufzeichnungen problemlos eruiert werden kann, wessen Verhalten dazu gefÃ¼hrt hat, dass die Anwohner aufgewacht sind, wird eine Verwarnung bestenfalls kurzfristig das Bewusstsein fÃ¼r die Problematik erhÃ¶hen. Als notorisch kann bezeichnet werden, dass GÃ¤ste, die im Laufe ihres Besuchs eine bestimmte Menge Alkohol getrunken haben, sich in der Regel ihres Verhaltens bzw. der Auswirkungen ihres Verhaltens nicht mehr in gleichem Masse bewusst sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>HÃ¤lt man sich den Massstab fÃ¼r die Einhaltung der Planungswerte vor Augen, wonach die Immissionen <i>hÃ¶chstens geringfÃ¼gige StÃ¶rungen</i> zu Folge haben dÃ¼rfen (BGE 123 II 325 E. 4d/bb, S. 335) â erhebliche StÃ¶rungen wÃ¤ren bereits die Grenze fÃ¼r die Immis­sionsgrenzwerte â dann ist dieses Mass angesichts der dargestellten Situation mÃ¶glicherweise schon ab 22 Uhr, zweifellos aber ab einer Betriebszeit nach 24 Uhr Ã¼berschritten. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine ungestÃ¶rte Nachtruhe ein erheblich schutzwÃ¼rdiges Gut (BGE 101 II 248 E. 6a; BGr, 24. Juni 1997, URP 1997, S. 495 ff.). Aufgrund der Ãffnungszeiten und der ausschlaggebenden Besucherzahl ist von einer erheblichen HÃ¤ufigkeit des LÃ¤rms wÃ¤hrend der Nachtruhe auszugehen. Die mit VerfÃ¼gung vom 27. Dezember 1999 bewilligte Hinausschiebung der Schliessungs­stunde am Mittwoch und Donnerstag je bis 2 Uhr und am Freitag und Samstag je bis 5 Uhr bedeutet fÃ¼r die Anwohner, dass sie an vier Tagen die Woche zur Nachtzeit im Schlaf gestÃ¶rt werden kÃ¶nnen. Hinzu kommt, dass die Schliessung des Betriebs am Sonntag und am Dienstag auf 24 Uhr festgelegt ist, was nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung Ã¼ber die besonders schutzwÃ¼rdige Zeit zwischen 22 und 23 Uhr hinausgeht (BGr, 15. Mai 2001, 1A.282/2000 E. 4c mit Hinweisen). Die von den Besuchern verursachten LÃ¤rmereignisse bewirken bei den Anwohnern Aufwachreaktionen. Dies ist bei der engen Hofsituation nicht erst der Fall, wenn es sich um ein grobes Einzelereignis handelt. Schon wenn sich zwei Leute voneinander verabschieden, kann dies Aufwachreaktionen bewirken. Bereits wenn die Anwohner zwei Mal die Woche zwischen 24 und 5 Uhr morgens aufgrund eines beschriebenen LÃ¤rmereignisses erwachen, muss von einer erheblichen StÃ¶rung des Wohlbefindens im Sinne eines objektivierten Empfinglichkeitsmassstabs ausgegangen werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 fÃ¼hrt an, dass das Quartier der Empfindlichkeitsstufe III zugeordnet sei, weil es sich um eine Wohnzone mit Gewerbeerleichterung handle. Die vom Gewerbe ausgehenden LÃ¤rmemissionen wÃ¼rden sich allerdings wÃ¤hrend den Ã¼blichen Arbeitszeiten abspielen. Vorliegend gehe es jedoch um LÃ¤rm, der die Anwohner mitten in der Nacht in ihrer rechtlich geschÃ¼tzten Nachtruhe stÃ¶re. Von einer zonenbedingten grÃ¶sseren LÃ¤rmvorbelastung kÃ¶nne somit keine Rede sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf Art. 43 Abs. 1 lit. c LSV werden Wohn- und Gewerbezonen, in denen mÃ¤ssig stÃ¶rende Betriebe zulÃ¤ssig sind, der Empfindlichkeitsstufe III zugeordnet. Diese Zuordnung hat zur Folge, dass gegenÃ¼ber reinen Wohnzonen, welche der Empfindlichkeitsstufe II zuzuordnen sind (Art. 43 Abs. 1 lit. b LSV), hÃ¶here LÃ¤rmgrenzwerte gelten. So sind die in den AnhÃ¤ngen zur LSV festgesetzten Belastungsgrenzwerte in der ES III gegenÃ¼ber der ES II durchwegs um 5 dB(A) hÃ¶her. Diese Festsetzungen entsprechen Art. 2 Abs. 5 LSV, wonach die Belastungsgrenzwerte nach der LÃ¤rmart, der Tageszeit und der LÃ¤rmempfindlichkeit der zu schÃ¼tzenden GebÃ¤ude und Gebiete festgelegt sind. Der Umstand, dass sich das zu beurteilende Vorhaben in einem der ES III zugehÃ¶rigen Gebiet befindet, hat damit zur Folge, dass hÃ¶here Immissionen toleriert werden mÃ¼ssen, als dies in einer der ES II zugeordneten Zone der Fall wÃ¤re. Dies ist auch bei der einzelfallweisen Beurteilung von LÃ¤rmimmissionen zu beachten. Die einzelfallweise Beurteilung bezieht sich sodann allein auf die zu beurteilende LÃ¤rmart und deren Auswirkungen. BerÃ¼cksichtigt werden darf jedoch, dass es sich nicht um eine sehr lÃ¤rmige Gegend handelt, auch wenn sich das GrundstÃ¼ck inmitten der Stadt befindet. Der Hof ist im Vergleich zur Strassenseite der HÃ¤user recht ruhig gelegen, weshalb es auch glaubwÃ¼rdig erscheint, dass die Bewohner ihre SchlafrÃ¤ume vor allem auf den Hof hinaus orientiert haben. Diese RÃ¼ckzugsmÃ¶glichkeit wird ihnen genommen, wenn auch der Hof belÃ¤rmt wird. MÃ¶glicherweise wÃ¤re der Betrieb mit verlÃ¤ngerten Ãffnungszeiten an diesem Standort tolerierbar, wenn er von der Strasse her erschlossen wÃ¤re. Diese Frage ist hier jedoch nicht zu beurteilen. Mit dem auf den Hof gerichtete Ausgang sind die Immissionen auch in der ES III jedoch als Ã¼bermÃ¤ssig zu beurteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Die Vorinstanz ging zu Unrecht davon aus, dass die strittige NutzungsÃ¤nderung zu keiner Ãberschreitung des Planungswerts fÃ¼hre. Der von ihr verlangte Vorbehalt in der Baubewilligung, wonach die Massnahmen zur Emissionsbegrenzung spÃ¤ter ergÃ¤nzt werden kÃ¶nne, wenn berechtigte Klagen erhoben werden, wÃ¤re nur dann zulÃ¤ssig, wenn mit erheblicher Wahrscheinlichkeit erwartet werden dÃ¼rfte, dass vorderhand keine unzulÃ¤ssigen Immissionen entstehen. Muss aber von vornherein mit solchen Immissionen gerechnet werden, ist es nicht zulÃ¤ssig, die Bewilligung dennoch zu erteilen und sie lediglich mit einem Vorbehalt zu versehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die von der Vorinstanz in Ziff. 8 ihres Entscheids angeordnete ErgÃ¤nzung der Baubewilligung (Ausdehnung des Ãberwachungsdienstes auf Mittwoch und Donnerstag, interne Erschliessung der Beiden Geschosse, Schliessung des Tores beim nÃ¶rdÃ¶stlichen Zugang zum BaugrundstÃ¼ck wÃ¤hrend den Ãffnungszeiten des Betriebs sowie Verbot des Befahrens durch GÃ¤ste und Zubringer des im SÃ¼dwesten gelegenen Vorplatzes) und die Festschreibung der erheblichen Tatsachen (Ãffnungszeiten, Art und vorgesehende FÃ¼hrung des Betriebs, insbesondere der Einsatz von Kontrollorganen und Ãberwachungssystemen [Videokamera]) wurden nicht angefochten und sind somit zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. Die Immissionen der neuen lÃ¤rmigen Anlage fÃ¼hren zu einer Ãberschreitung der Planungswerte nach 24 Uhr, weshalb die Baubewilligung rechtsverletzend und insoweit aufzuheben ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AusgangsgemÃ¤ss wird der private Beschwerdegegner fÃ¼r das Verfahren vor Verwaltungsgericht vollstÃ¤ndig kostenpflichtig, und er hat den BeschwerdefÃ¼hrern eine ParteientschÃ¤digung von je 1'500.- (MwSt. inkl.) zu entrichten (§ 13 Abs. 2 VRG). Die Kosten fÃ¼r das Rekursverfahren, worin die Nachbarn noch die vollstÃ¤ndige Aufhebung der Bewilligung beantragten, sind ihm zur HÃ¤lfte aufzuerlegen</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdeverfahren VB.2002.00428 und VB.2002.00438 werden vereinigt;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. </span>Die Beschwerden werden gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Entscheid der Baurekurskommission IV vom 14. November 2002 und die Baubewilligung vom 19. MÃ¤rz 2002 insoweit aufgehoben, als die Schliessungszeit auf spÃ¤ter als 24 Uhr festgesetzt wird<span>.</span><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'180.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. a) Die Gerichtskosten werden dem privaten Beschwerdegegner auferlegt. <br/> <br/> b) Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem privaten Beschwerdegegner zur<br/> HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der private Beschwerdegegner wird fÃ¼r die Verahren vor beiden Instanzen zu ParteientschÃ¤digungen von je Fr. 1â5000.- (MwSt. inkl.) an die BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen von der Rechtskraft des Entscheid an gerechnet. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">5. <span>Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>