<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-10-19-5A_841-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_841/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 19. Oktober 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, Schöbi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Leistung des Kostenvorschusses, Nichteintreten (Abänderung eines Scheidungsurteils), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 22. September 2021 (LC200034-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Nach einem langjährig und erbittert geführten Verfahren schied das Bezirksgericht March mit Urteil vom 30. Dezember 2016 die Ehe der rubrizierten Parteien, wobei es die 2004 geborene Tochter unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter stellte und dem Vater kein Besuchsrecht einräumte. Den hiergegen bis zum Bundesgericht erhobenen Rechtsmitteln war kein Erfolg beschieden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Der Vater klagte mehrmals auf Abänderung. Im vorliegend interessierenden, am 15. November 2019 beim Bezirksgericht Zürich eingereichten Abänderungsverfahren verlangte er die Obhut über die Tochter und die Verpflichtung der Mutter zu Unterhaltszahlungen. Im weiteren Verfahrensverlauf kreuzten sich die mehrfachen Eingaben um Fristerstreckung bzw. Fristwiederherstellung für den Kostenvorschuss bzw. Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege mit den jeweiligen Verfügungen des Bezirksgerichts (für Einzelheiten wird auf die Darstellung im obergerichtlichen Entscheid verwiesen). Mit Verfügung vom 20. Oktober 2020 trat dieses auf die Abänderungsklage nicht ein mit der Begründung, der Kostenvorschuss sei nicht innert der gesetzten Nachfrist eingegangen. </div> <div class="para">In Gutheissung der Berufung des Vaters hob das Obergericht des Kantons Zürich diese Verfügung mit Beschluss vom 22. September 2021 auf und wies die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens an das Bezirksgericht zurück; sodann setzte es ihm eine nicht erstreckbare Nachfrist von 7 Tagen zur Leistung des erstinstanzlichen Kostenvorschusses von Fr. 3'600.-- (Ziff. 2) und behielt den Entscheid über eine allfällige Parteientschädigung im Berufungsverfahren und die Verteilung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens dem neuen Entscheid des Bezirksgerichts vor (Ziff. 4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Gegen Ziff. 2 und 4 des obergerichtlichen Beschlusses hat der Vater am 8. Oktober 2021 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht mit den Begehren, Ziff. 2 sei ersatzlos aufzuheben und Ziff. 4 sei aufzuheben und zu ersetzen durch eine Kostenauflage an das Bezirksgericht oder die Mutter. Ferner verlangt er die aufschiebende Wirkung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist, was in der Rechtsmittelbelehrung zutreffend festgehalten wird, ein kantonal letztinstanzlicher Zwischenentscheid, der nur unter den besonderen Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> (dazu ausführlich <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=18.10.2021&amp;to_date=06.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-798%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page798">BGE 142 III 798</a> E. 2.2 S. 801) mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann, wobei diese in der Beschwerde im Einzelnen darzutun sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=18.10.2021&amp;to_date=06.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-324%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page324">BGE 137 III 324</a> E. 1.1 S. 329; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=18.10.2021&amp;to_date=06.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-80%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page80">141 III 80</a> E. 1.2 S. 81; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=40&amp;from_date=18.10.2021&amp;to_date=06.11.2021&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-289%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page289">141 IV 289</a> E. 1.3 S. 292). Die Beschwerde scheitert bereits daran, dass keinerlei Ausführungen zu den Anfechtungsvoraussetzungen von <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 BGG</span> erfolgen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Ohnehin wäre sie aber auch in der Sache unzureichend begründet. Es wird nicht näher dargelegt, weshalb das Obergericht nicht befugt gewesen sein soll, direkt eine letzte Nachfrist für den erstinstanzlichen Kostenvorschuss zu setzen. Dies ist auch nicht ersichtlich, bildete doch die entsprechende Frage gerade den Anfechtungsgegenstand des Berufungsverfahren und hat das Obergericht die Sache zur Fortsetzung des materiellen Verfahrens an das Bezirksgericht zurückgewiesen. </div> <div class="para">Gleiches gilt in Bezug auf Ziff. 4: Das Obergericht hat sich bei der Überlassung des Entscheides betreffend die Kosten des Berufungsverfahrens auf <span class="artref">Art. 104 Abs. 4 ZPO</span> gestützt, welcher die betreffende Möglichkeit explizit eröffnet. Insofern ist eine Rechtsverletzung weder dargetan noch ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Mit dem sofortigen Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. Indes fragt sich, ob der Grundsatz von Treu und Glauben vor dem Hintergrund der Beschwerdeerhebung allenfalls die Ansetzung einer neuen Nachfrist für den erstinstanzlichen Kostenvorschuss durch das Bundesgericht gebieten würde; die Frage ist zu verneinen: Das angefochtene Urteil, mit welchem das Obergericht dem Beschwerdeführer eine siebentägige Nachfrist zur Bezahlung des erstinstanzlichen Gerichtskostenvorschuss setzte, wurde diesem am 24. September 2021 avisiert und von ihm am 1. Oktober 2021 abgeholt. Die Nachfrist lief somit am Freitag, 8. Oktober 2021, aus. Statt diese zu wahren, gab der Beschwerdeführer erst an diesem Tag seine Beschwerde an das Bundesgericht auf, wo sie am Montag, 11. Oktober 2021 eintraf. Im Zeitpunkt des Eintreffens der Beschwerde beim Bundesgericht war die Nachfrist längst abgelaufen und sie hätte deshalb selbst dadurch nicht gerettet werden können, dass der Beschwerde von Amtes wegen superprovisorisch die aufschiebende Wirkung erteilt worden wäre. Dies musste dem Beschwerdeführer, welcher angesichts seiner häufigen Prozessführung als sehr prozesserfahren gelten muss, denn auch bewusst sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Angesichts des Verfahrensausganges sind die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 19. Oktober 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>