<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00059</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224379&amp;W10_KEY=13045537&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00059</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.09.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen: Die Beschwerdeführerin 1 (BF 1) reiste mit ihren drei Kindern in die Schweiz zwecks Eheschliessung mit einem Schweizer ein. In Folge der Ankerkennung des jüngsten Kindes als seine Tochter, erhielt diese die schweizerische Staatsbürgerschaft. Zwischen den Verlobten kam es in der Folge zur Trennung. Umstritten ist, ob den Beschwerdeführenden gestützt auf die schweizerische Staatsbürgerschaft der jüngsten Tochter bzw. der Schwester Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen sind.] Die BF 1 kann sich bezüglich ihrer schweizerischen Tochter auf Art. 8 EMRK (Achtung des Familienlebens) berufen. Die Tochter hat als Schweizer Bürgerin ein offenkundiges Interesse daran, in der Schweiz zu leben. Es liegen aktuell keine besondereren - namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeilichen â Gründe vor, welche die mit der Ausreise für das Schweizer Kind verbundenen weitreichenden Folgen rechtfertigen würden, weshalb der BF 1 im umgekehrten Familiennachzug eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist (E. 4.3). Den Beschwerdeführenden 2 und 3 kommt grundsätzlich ebenfalls ein von der BF 1 abgeleiteter Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu, jedoch hat die BF 1 in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht trotz mehrfacher Aufforderung keine beglaubigten und übersetzten Sorgerechtsnachweise eingereicht. Es fehlt damit an einer Voraussetzung für die Bewilligungszuerteilung, weshalb den Beschwerdeführenden 2 und 3 keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann (E. 4.4). Teilweise Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68120" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00059</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. September 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">alle vertreten durch RA D, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I.</b> <br/> A, geboren 1985, StaatsangehÃ¶rige von Brasilien, war seit November 2020 mit dem Schweizer E (geboren 1969) liiert. Aus dieser Beziehung ging 2021 die in Brasilien geborene Tochter F hervor. A hat zwei weitere Kinder aus zwei frÃ¼heren Beziehungen, B, geboren 2011, und C, geboren 2017. Am 30. MÃ¤rz 2022 reiste A zusammen mit ihren drei Kindern in die Schweiz ein. Am 28. Juni 2022 reichte sie Gesuche um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib bei ihrem in G wohnhaften Schweizer Partner E bzw. fÃ¼r ihre Kinder zum Verbleib bei der Mutter ein. Die Tochter F wurde in der Zwischenzeit aufgrund der Anerkennung der Vaterschaft durch E als Schweizer BÃ¼rgerin anerkannt. Mit Schreiben vom 25. August 2022 wurde A vom Migrationsamt aufgefordert, weitere Angaben zu machen und Beweisunterlagen (u.a. Sorgerechtsnachweise fÃ¼r die zwei Ã¤lteren Kinder, Mietvertrag, Lohnabrechnungen und VermÃ¶gensnachweise sowie den Arbeitsvertrag des sie angeblich unterhaltenden Partners) einzureichen. Mit verspÃ¤tetem Antwortschreiben vom 6. Dezember 2022 reichte sie einzelne Unterlagen ein. Von der Schweiz beglaubigte und Ã¼bersetzte Sorgerechtsnachweise fÃ¼r die zwei Ã¤lteren Kinder wurden jedoch nicht beigebracht. Zudem fehlten Nachweise, dass A bzw. E den kÃ¼nftigen Lebensbedarf der Familie sicherstellen kÃ¶nnten. Mit Schreiben vom 5. Januar 2023 forderte das Migrationsamt A auf, Lohnabrechnungen von E bzw. (bei selbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit) den Jahresabschluss und die Steuerrechnung einzureichen. Ferner wurde auch fÃ¼r die Schweizer Tochter F ein Sorgerechtsnachweis verlangt. Nachdem sich A trotz Mahnschreiben vom 1. MÃ¤rz 2023 nicht vernehmen liess, gewÃ¤hrte ihr das Migrationsamt am 18. April 2023 das rechtliche GehÃ¶r und teilte ihr mit, dass es beabsichtige, den beiden Kindern keine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und ihnen Frist zum Verlassen der Schweiz anzusetzen. Innert der gewÃ¤hrten Frist ging keine Stellungnahme ein. </p> <p class="Urteilstext">In der Folge kam es gemÃ¤ss Rapport der Kantonspolizei ZÃ¼rich am 22. Mai 2023 zwischen A und E zu hÃ¤uslicher Gewalt (gegenseitigen Todesdrohungen und TÃ¤tlichkeiten). Beide wurden in Polizeihaft genommen und die Kinder wurden vorÃ¼bergehend bei einer Bekannten untergebracht. Die Kantonspolizei verfÃ¼gte gegen beide ein Kontaktverbot und E wurde fÃ¼r die Dauer von 14 Tagen aus der Wohnung verwiesen und mit einem Rayonverbot belegt. Mit E-Mail vom 13. Juni 2023 teilte er dem Migrationsamt mit, dass weder zu A noch zu den Kindern eine Beziehung bestehe. A sei nur in die Schweiz gekommen, um fÃ¼r sich und die Kinder Aufenthaltsbewilligungen zu erhalten. Aufgrund seiner angespannten finanziellen VerhÃ¤ltnisse seien diese nun von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig.</p> <p class="Urteilstext">A und ihre Kinder werden seit dem 30. Mai 2023 ununterbrochen und vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. A ist in der Schweiz strafrechtlich in Erscheinung getreten. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. September 2022 wurde sie wegen FÃ¤lschung von Ausweisen etc. mit einer bedingten Geldstrafe von 50 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30.- bestraft (Probezeit von zwei Jahren). </p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 29. Juni 2023 wies das Migrationsamt die Gesuche um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen fÃ¼r A und ihre zwei Ã¤lteren Kinder ab, wies sie aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg und setzte ihnen Frist zum Verlassen dieses Gebietes bis am 28. August 2023. FÃ¼r den Fall der Nichtbeachtung wurde ihnen die Anordnung von Zwangsmassnahmen in Aussicht gestellt. Weiter stellte das Migrationsamt fest, dass A und ihre zwei Ã¤lteren Kinder Ã¼ber keine weitergehenden Aufenthaltsberechtigungen in der Schweiz und den Schengen-Raum verfÃ¼gten, weshalb ihnen das Einreichen eines Rekurses keine Berechtigung einrÃ¤ume, weiterhin in diesen Gebieten zu verbleiben und dem Vollzug der Wegweisung somit nicht entgegenstehe.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II.</b></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Den gegen die VerfÃ¼gung vom 29. Juni 2023</span> <span>erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 12. Dezember 2023 ab und setzte </span>A, B und C Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 29. Februar 2024.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III.</b></p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 1. Februar 2024 liessen A, B und C dem Verwaltungsgericht beantragen, es seien ihnen in Gutheissung der Beschwerde Aufenthaltsbewilligungen zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an das Migrationsamt zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei ihnen fÃ¼r das Rekursverfahren (recte: das Beschwerdeverfahren) die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und in der Person von Rechtsanwalt D ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Weiter sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und den BeschwerdefÃ¼hrenden gestÃ¼tzt auf Art. 17 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 [AIG] der Aufenthalt wÃ¤hrend der Dauer des Verfahrens zu gestatten, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 2. Februar 2024 hielt der AbteilungsprÃ¤sident fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden die Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 17 AIG nicht offensichtlich erfÃ¼llten und daher den Bewilligungsentscheid grundsÃ¤tzlich im Ausland abwarten mÃ¼ssten, es sich jedoch gleichwohl rechtfertige, vorerst von Vollzugshandlungen abzusehen, ohne dass der weitere Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrenden in der Schweiz rechtmÃ¤ssig werde oder die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 deshalb vor der Regulierung ihres Aufenthalts zur Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit berechtigt sei.</p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. </span></p> <p class="Urteilstext">Am 6. Februar 2024, am 6. MÃ¤rz 2024, am 12. MÃ¤rz 2024, am 8. Mai 2024, am 3. Juni 2024, am 28. Juni 2024, am 23. Juli 2024 und am 12. September 2024 reichten die BeschwerdefÃ¼hrenden weitere Beweismittel zu den Akten. </p> <p class="Urteilstext">Am 17. April 2024 reichte das Migrationsamt eine Mutationsmeldung, wonach die BeschwerdefÃ¼hrenden an einer neuen Adresse wohnen, zu den Akten. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung1">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung1">Es ist vorliegend unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 keinen bundesrechtlichen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz hat. Indessen verfÃ¼gt ihre jÃ¼ngste Tochter Ã¼ber das Schweizer BÃ¼rgerrecht. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Frage, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 (und den von ihr abhÃ¤ngigen BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3) gestÃ¼tzt auf die Beziehung zu ihrer minderjÃ¤hrigen Tochter und deren schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zukommt. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 24 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) haben Schweizerinnen und Schweizer das Recht, die Schweiz zu verlassen oder in die Schweiz einzureisen. Die Niederlassungsfreiheit schÃ¼tzt die Freiheit jeder einzelnen Person mit dem Schweizer BÃ¼rgerrecht, ihren Aufenthaltsort und Wohnsitz zu wÃ¤hlen sowie in die Schweiz einzureisen und einzuwandern (BGE 148 I 97 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Die Niederlassungsfreiheit ist ein Individualrecht mit einer im Wesentlichen negativen Natur (Abwehrrecht), an dessen AusÃ¼bung aber bis zu einem gewissen Grad auch positive Verpflichtungen des Staates geknÃ¼pft sind (Leistungspflichten), um dem Interessierten zu ermÃ¶glichen, sie auch tatsÃ¤chlich ausÃ¼ben zu kÃ¶nnen (BGE 148 I 97 E. 3.2.1 mit Hinweisen). Die Niederlassungsfreiheit kann wie jedes Grundrecht unter den Voraussetzungen von Art. 36 BV eingeschrÃ¤nkt werden (BGE 128 I 280 E. 4.1.2). Auch minderjÃ¤hrigen Schweizerinnen und Schweizern steht die Niederlassungsfreiheit zu. Solange sie minderjÃ¤hrig sind, bestimmen sie ihren Wohnsitz jedoch nicht selbst. Vielmehr haben die Inhaber der elterlichen Sorge das Recht, den Wohnsitz der Kinder festzulegen. Entscheiden diese, dass das Kind mit ihnen im Ausland verbleibt, gilt dies als legitime EinschrÃ¤nkung der Einreisefreiheit (vgl. Art. 25 Abs. 1 ZGB; BGE 135 I 153 E. 2.2.3; BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5.3 mit weiteren Hinweisen). </p> <p class="Erwgung1">Allerdings darf die Meinung des Kindes nicht unbeachtet bleiben. GemÃ¤ss Art. 12 Abs. 1 der UNO-Kinderrechtskonvention (KRK) sichern die Vertragsstaaten dem Kind, das fÃ¤hig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berÃ¼hrenden Angelegenheiten frei zu Ã¤ussern, und berÃ¼cksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. Um zu beurteilen, welches Gewicht der Meinung des Kindes beizumessen ist, kommt es gemÃ¤ss zivilrechtlicher Rechtsprechung des Bundesgerichts entscheidend auf das Alter des Kindes, auf die Konstanz des geÃ¤usserten Willens und auf seine FÃ¤higkeit zu autonomer Willensbildung an (BGr, 11. Januar 2024, 5A_400/2023, E. 3.3.3 mit Hinweisen). Je Ã¤lter das Kind ist, desto mehr Gewicht ist seinem Wunsch beizumessen, von seiner Einreise- und Niederlassungsfreiheit Gebrauch zu machen, da mit zunehmendem Alter auch seine FÃ¤higkeit, sich in der Frage, wo es leben mÃ¶chte, einen eigenen, freien Willen zu bilden, wachsen dÃ¼rfte (vgl. zum Ganzen BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5.4). Von dieser FÃ¤higkeit ist ungefÃ¤hr ab dem zwÃ¶lften Altersjahr auszugehen (BGr, 11. Januar 2024, 5A_400/2023, E. 3.3.3 mit Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss Art. 8 Ziff. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) hat jede Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens. Artikel 8 Ziff. 1 EMRK verschafft zwar grundsÃ¤tzlich kein Recht auf Einreise und Aufenthalt, kein Recht auf einen Aufenthaltstitel, kein Recht auf Wahl des Familiendomizils oder FamilienzusammenfÃ¼hrung in einem bestimmten Staat (Urteil des EGMR B.F. gegen Schweiz vom 4. Juli 2023 [Nr. 13258/18] § 88 mit Hinweisen; BGE 144 I 266 E. 3.2; 144 I 91 E. 4.2). AuslÃ¤nderrechtliche Fernhaltemassnahmen kÃ¶nnen aber unter bestimmten UmstÃ¤nden das Recht auf Familienleben verletzen. Unter dem Aspekt des Familienlebens ist Art. 8 EMRK berÃ¼hrt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsÃ¤chlich gelebte familiÃ¤re Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anwesenheitsberechtigten Person beeintrÃ¤chtigt, ohne dass es dieser ohne Weiteres mÃ¶glich bzw. zumutbar wÃ¤re, ihr Familienleben andernorts zu pflegen (BGE 144 II 1 E. 6.1; 144 I 266 E. 3.3; 144 I 91 E. 4.2; 143 I 21 E. 5.1). Zum geschÃ¼tzten Familienkreis gehÃ¶rt in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjÃ¤hrigen Kindern (BGE 144 I 266 E. 3.3). Artikel 8 EMRK verschafft den Familienmitgliedern das Recht, zusammenzuleben und in den Genuss ihrer gegenseitigen Gesellschaft zu kommen (Urteil des EGMR Strand Lobben gegen Norwegen vom 10. September 2019 [Nr. 37283/13, GC] § 202; vgl. zum Ganzen BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5.2.1). </p> <p class="Erwgung1">GemÃ¤ss konstanter Rechtsprechung des EGMR besteht das wesentliche Ziel von Art. 8 EMRK darin, den Einzelnen vor willkÃ¼rlichen Massnahmen von staatlicher Seite zu schÃ¼tzen (Abwehrrecht). DarÃ¼ber hinaus kann es aber auch positive Verpflichtungen geben, die sich aus einer wirksamen "Achtung" des Familienlebens ergeben (Schutzpflichten). Die Grenzen zwischen den positiven und negativen Verpflichtungen des Staates im Rahmen von Art. 8 EMRK lassen sich zwar nicht genau festlegen. Die anwendbaren GrundsÃ¤tze sind jedoch Ã¤hnlich: In beiden FÃ¤llen muss eine faire InteressenabwÃ¤gung zwischen den sich gegenÃ¼berstehenden konkreten privaten und Ã¶ffentlichen Interessen stattfinden, und in beiden FÃ¤llen verfÃ¼gt der Staat Ã¼ber einen gewissen Ermessensspielraum (Urteile des EGMR Pormes gegen Niederlande vom 14. Dezember 2020 [Nr. 25402/14, GC] § 54; El Ghatet gegen Schweiz vom 8. November 2016 [Nr. 56971/10] § 43 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5..2.2). </p> <p class="Urteilstext">Als positive Verpflichtung haben die Staaten insbesondere verfahrensrechtliche Regelungen zu schaffen, die ein wirksames Familienleben ermÃ¶glichen. Allerdings kann die positive Verpflichtung auch in der erstmaligen Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur FamilienzusammenfÃ¼hrung bestehen. Der EGMR weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass die tatsÃ¤chliche und rechtliche Situation einer aufenthaltsberechtigten AuslÃ¤nderin und die einer AuslÃ¤nderin, die (erstmals) um ein Aufenthaltsrecht ersucht â selbst wenn Letztere sich bereits seit mehreren Jahren im Land aufgehalten habe â, nicht dieselbe sei. Die Kriterien fÃ¼r die Beurteilung, ob der Entzug einer Aufenthaltsbewilligung mit Art. 8 EMRK vereinbar sei, seien nicht automatisch auf die Situation der erstmaligen Aufenthaltserteilung Ã¼bertragbar. Vielmehr sei in diesem Fall zu prÃ¼fen, ob die BehÃ¶rden in Anbetracht der GesamtumstÃ¤nde nach Art. 8 EMRK verpflichtet waren, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und damit die AusÃ¼bung des Familienlebens im Hoheitsgebiet zu ermÃ¶glichen (Urteil des EGMR Jeunesse gegen Niederlande vom 4. Dezember 2012 [Nr. 12738/10, GK] § 105). Zur vorliegenden konkreten Rechtsfrage hat sich der EGMR noch nicht geÃ¤ussert (vgl. zum Ganzen BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5.2.3 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht hielt daran anknÃ¼pfend fest, dass in der Konstellation, wo es um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung geht, mindestens so strenge Voraussetzungen gelten mÃ¼ssen wie im Falle des umgekehrten Familiennachzugs. Namentlich dÃ¼rfen keine ordnungs- oder sicherheitspolizeilichen GrÃ¼nde gegen den Aufenthalt des auslÃ¤ndischen Elternteils sprechen (vgl. BGE 137 I 247 E. 4.2.1 mit Hinweisen; BGr, 30. Mai 2024, 2C_273/2023, E. 5.7). </p> <p class="Urteilstext">Beim umgekehrten Familiennachzug gestÃ¼tzt auf das Aufenthaltsrecht eines Kindes mit schweizerischer NationalitÃ¤t fÃ¼hrt die Verweigerung des Nachzugs dazu, dass das Schweizer Kind faktisch gezwungen ist, auszureisen oder im Ausland zu bleiben. MinderjÃ¤hrige haben grundsÃ¤tzlich dem Inhaber der gemeinsamen elterlichen Sorge und der faktischen Obhut (im Sinne einer Ã¼berwiegenden Betreuung) zu folgen; das auslÃ¤ndische unmÃ¼ndige Kind teilt schon aus familienrechtlichen GrÃ¼nden (Art. 25 Abs. 1 und Art. 301 Abs. 3 sowie heute Art. 301a ZGB; BGE 133 III 305 E. 3.3) regelmÃ¤ssig das auslÃ¤nderrechtliche Schicksal des sorge-/betreuungsberechtigten Elternteils; es hat das Land gegebenenfalls mit diesem zu verlassen, wenn er Ã¼ber keine Aufenthaltsberechtigung (mehr) verfÃ¼gt (BGE 143 I 21 E. 5.4, BGE 139 II 393 E. 4.2.3; BGr, 7. Mai 2017, 2C_76/2017 E. 3.2.3). Dadurch wird die aus der StaatsbÃ¼rgerschaft fliessende Niederlassungsfreiheit des Kindes gemÃ¤ss Art. 24 Abs. 2 BV berÃ¼hrt; indirekt betroffen ist auch das Recht auf Schutz vor Ausweisung gemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 BV bzw. gemÃ¤ss Art. 12 Abs. 4 UNO-Pakt II, wonach niemandem willkÃ¼rlich das Recht entzogen werden darf, in sein eigenes Land einzureisen. Deswegen mÃ¼ssen im Fall der Verweigerung der Bewilligung an den sorgeberechtigten Elternteil nebst der Zumutbarkeit der Ausreise bzw. des Verbleibs des Schweizer Kindes im Ausland besondere, namentlich ordnungs- oder sicherheitspolizeiliche GrÃ¼nde vorliegen, welche die weitreichenden Folgen der erwÃ¤hnten Reflexwirkung zu rechtfertigen vermÃ¶gen. Allein das Ã¶ffentliche Interesse, eine restriktive Einwanderungspolitik betreiben zu kÃ¶nnen, genÃ¼gt hierzu nicht. Liegt gegen den auslÃ¤ndischen, sorgeberechtigten Elternteil eines Schweizer Kindes nichts vor, was ihn als unerwÃ¼nschte Person erscheinen lÃ¤sst oder auf ein missbrÃ¤uchliches Vorgehen zum Erwerb der Aufenthaltsberechtigung hinweist, ist regelmÃ¤ssig davon auszugehen, dass dem schweizerischen Kind nicht zugemutet werden darf, dem Elternteil in dessen Heimat zu folgen bzw. mit ihm dort zu verbleiben, und dass im Rahmen der InteressenabwÃ¤gung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK sein privates Interesse, in der Schweiz aufzuwachsen, das Ã¶ffentliche Interesse an einer restriktiven Zuwanderungspolitik Ã¼berwiegt (vgl. BGE 137 I 247 E. 4.2.2; 136 I 285 E. 5.2; 135 I 153 E. 2.2.4; 135 I 143 E. 4.4). </p> <p class="Urteilstext">Das Verbot des Rechtsmissbrauchs setzt der AusÃ¼bung eines Anspruchs, der formal im Einklang mit der Rechtsordnung steht, jedoch treuwidrig und damit unredlich geltend gemacht wird, eine ethisch-materielle Schranke. Es steht der Inanspruchnahme eines Rechtsinstituts zu Zwecken entgegen, welche dieses nicht schÃ¼tzen will (BGE 131 I 166 E. 6.1). Das Rechtsmissbrauchsverbot lÃ¤sst scheinbares Recht weichen, wo offenbares Unrecht geschaffen wÃ¼rde (BGE 125 III 257 E. 3). Nur stossendes, zweckwidriges Verhalten erscheint rechtsmissbrÃ¤uchlich und soll Ã¼ber das Rechtsmissbrauchsverbot sanktioniert werden (vgl. BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 2.4.1). Zu denken ist dabei an LÃ¼gengebÃ¤ude und falsche, tÃ¤uschende Angaben, an Umgehungsanerkennungen bzw. -adoptionen oder Umgehungsehen. Auch in solchen FÃ¤llen ist jedoch auslÃ¤nderrechtlich dem Wohl des Schweizer Kindes im Einzelfall jeweils sachgerecht und nicht schematisierend Rechnung zu tragen; das Kindeswohl muss dem gegenlÃ¤ufigen Ã¶ffentlichen Interesse der GeneralprÃ¤vention und MissbrauchsbekÃ¤mpfung gegenÃ¼bergestellt und sorgfÃ¤ltig abgewogen werden. Beziehungen oder VerwandtschaftsverhÃ¤ltnisse, die ausschliesslich geschlossen oder begrÃ¼ndet werden, um der auslÃ¤ndischen Person die Einreise oder den Aufenthalt in der Schweiz zu ermÃ¶glichen, verdienen als solche verfassungs- und konventionsrechtlich keinen Schutz (vgl. BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 2.4.2). Ein bloss mutmassliches missbrÃ¤uchliches Verhalten des sorgeberechtigten Elternteils darf dem Schweizer Kind im Rahmen der auslÃ¤nderrechtlichen InteressenabwÃ¤gung nicht entgegengehalten werden, solange sein zivilrechtlicher Status und die daran geknÃ¼pften Rechtswirkungen fortbestehen (vgl. BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 2.4.3). Nicht erhÃ¤rtete Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der auslÃ¤ndische Elternteil versucht haben kÃ¶nnte, Ã¼ber das KindsverhÃ¤ltnis ein Anwesenheitsrecht zu erwirken, genÃ¼gen fÃ¼r sich allein deshalb noch nicht, um dem Interesse des Schweizer Kindes am Verbleib im Land in jedem Fall vorzugehen. Erforderlich sind auch hier zusÃ¤tzlich besondere, namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeiliche GrÃ¼nde, welche die mit der Ausreise fÃ¼r das Schweizer Kind verbundenen weitreichenden Folgen zusÃ¤tzlich rechtfertigen. Die InteressenabwÃ¤gung ist in diesem Fall wegen Art. 3 Abs. 1 KRK zwingend eine andere, als wenn der Aufenthalt des auslÃ¤ndischen Partners eines Schweizer Gatten zur Diskussion steht; einem unmÃ¼ndigen Kind unter der elterlichen Gewalt des auslÃ¤ndischen Ehepartners ist es kaum mÃ¶glich, allein in der Schweiz zu verbleiben, sondern dieses wird faktisch gezwungen, mit diesem die Schweiz zu verlassen. Unter Integrationsgesichtspunkten erscheint es allerdings als wenig sinnvoll, einem Schweizer Kind zuzumuten, im Ausland aufzuwachsen und in Kauf zu nehmen, dass es nach einer â ihm nach der MÃ¼ndigkeit jederzeit offenstehenden â RÃ¼ckkehr in die Schweiz mit den hiesigen VerhÃ¤ltnissen nicht oder kaum vertraut ist (vgl. BGE 135 I 143 E. 4.3). Dass das (Klein-)Kind â als Schweizer BÃ¼rger â in den fraglichen auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren in aller Regel nicht selber am Verfahren beteiligt ist, erscheint bei dieser Rechtslage im Rahmen der vorzunehmenden InteressenabwÃ¤gung als irrelevant (vgl. BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 2.4.3). Schliesslich wird in dieser Konstellation vom sorgeberechtigten Elternteil auch nicht verlangt, dass er in der Vergangenheit ein tadelloses Verhalten im Sinn der Rechtsprechung (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.2; 142 II 35 E. 6.1 und 6.2; 139 I 315 E. 2.2) an den Tag gelegt hat (BGE 140 I 145 E. 3.3; vgl. zum Ganzen BGr, 10. September 2018, 2C_7/2018, E. 2.3). Eine fortgesetzte und erhebliche SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit kann dem Verbleib des sorgeberechtigten auslÃ¤ndischen Elternteils eines Schweizer Kindes im umgekehrten Familiennachzug entgegenstehen, wenn keine Ãnderung absehbar erscheint (BGE 137 I 247 E. 5.2.5; BGr, 10. September 2018, 2C_7/2018, E. 3.1).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kann die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 aufgrund ihrer jÃ¼ngsten Tochter, welche aufgrund der Anerkennung der Vaterschaft durch ihren Ex-Partner die Schweizer StaatsbÃ¼rgerschaft erhielt und somit Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfÃ¼gt, grundsÃ¤tzlich einen Anwesenheitsanspruch aus Art. 8 EMRK ableiten. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat jedoch trotz mehrfacher Aufforderung und Mahnung nach wie vor keinen Sorgerechtsnachweis fÃ¼r ihre jÃ¼ngste Tochter eingereicht. Es lÃ¤sst sich deshalb nicht Ã¼berprÃ¼fen, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 das (alleinige) Sorgerecht fÃ¼r ihre jÃ¼ngste Tochter hat. Ihr kommt als Mutter jedoch von Gesetzes wegen zumindest das gemeinsame Sorgerecht mit dem Kindsvater zu (Art. 296 Abs. 2 des Zivilgesetzbuchs [ZGB]). Der Kindsvater hat die Tochter anerkannt. Ob die Ex-Partner dabei eine ErklÃ¤rung Ã¼ber das gemeinsame Sorgerecht abgegeben haben, ist nicht bekannt. Bis zu einer gemeinsamen ErklÃ¤rung wÃ¼rde die elterliche Sorge von Gesetzes wegen der Mutter zukommen (Art. 298a ZGB). Unbestritten ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die faktische Obhut hat. Das gemeinsame Kind wird ausschliesslich durch die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 betreut, der Kindsvater hat zumindest aktuell keinen Kontakt zu seiner Tochter. Es ist daher vorliegend trotz fehlendem Sorgerechtsnachweis davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 zumindest das gemeinsame Sorgerecht zukommt. Die Betreuung der Tochter wird von der Mutter sichergestellt, weshalb sie das Land grundsÃ¤tzlich mit ihr zu verlassen hat (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.4; BGr, 17. November 2016, 2C_27/2016, E. 6.3.1). Die Tochter befindet sich in einem anpassungsfÃ¤higen Alter. Ihr kommt mit zweieinhalb Jahren noch keine FÃ¤higkeit zu autonomer Willensbildung zu und es ist nicht von einer konstanten Willenskundgebung auszugehen. In Ãbereinstimmung damit stellt der Entscheid der Mutter Ã¼ber den Aufenthaltsort der Tochter grundsÃ¤tzlich einen legitimen Grund dar, die Niederlassungsfreiheit der Schweizer Tochter einzuschrÃ¤nken. Die Tochter kÃ¶nnte ihre Niederlassungsfreiheit sodann grundsÃ¤tzlich auch unabhÃ¤ngig vom Aufenthalt der Mutter in der Schweiz ausÃ¼ben, da ihr Vater Schweizer ist und hier lebt. Der Kindsvater pflegt jedoch seit der Trennung von der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 keinen Kontakt zu seiner Tochter und kommt auch finanziell nicht fÃ¼r sie auf. Er teilte dem Migrationsamt mit E-Mail vom 19. Juni 2023 mit, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit aller Macht versuche, in der Schweiz ein Aufenthaltsrecht zu erhalten. Sie habe zunÃ¤chst eine Hochzeit mit ihm forcieren wollen. Als er sich getrennt habe, habe sie versucht, mit einer erfundenen Attacke, ein Aufenthaltsrecht zu erhalten. Seine finanzielle Lage sei sehr schlecht, sodass er sie und die Kinder nicht unterstÃ¼tzen kÃ¶nne. Sie habe ihm alsdann mitgeteilt, dass sie keinen Kontakt zwischen ihm und der Tochter wÃ¼nsche, da er ohnehin nicht ihr biologischer Vater sei. Der Ex-Partner hat jedoch soweit ersichtlich keine rechtlichen Schritte zur Aberkennung der Vaterschaft eingeleitet. Im Rahmen einer auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungserteilung ist von den zivilrechtlichen Vorgaben auszugehen und sind diese von den MigrationsbehÃ¶rden anzuerkennen, solange sie nicht auf den dort vorgesehenen Rechtswegen abgeÃ¤ndert wurden (vgl. BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 3.4). Er gilt daher nach wie vor als ihr Vater. Sodann ist aufgrund der mangelnden Mitwirkung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 unklar, ob der Kindsvater Ã¼berhaupt Ã¼ber das (gemeinsame) Sorgerecht verfÃ¼gt. Es ist vor diesem Hintergrund nicht von einer Betreuungsalternative in der Schweiz auszugehen.<span> </span>Die Tochter ist folglich auf die Betreuung durch ihre Mutter angewiesen, um in der Schweiz zu leben. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 kann sich deshalb zu Recht auf Art. 8 EMRK berufen. Die Verweigerung der Erteilung der Anwesenheitsberechtigung kommt einem Eingriff in den darin gewÃ¤hrleisteten Anspruch auf Achtung des Familienlebens gleich. Dieser Anspruch ist jedoch nicht absolut. Vielmehr ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK ein Eingriff in das durch Ziff. 1 geschÃ¼tzte Rechtsgut statthaft, soweit er eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft fÃ¼r die nationale Sicherheit, die Ã¶ffentliche Ruhe und Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutze der Gesellschaft und Moral sowie der Rechte und Pflichten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt insofern eine AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden individuellen Interessen an der Erteilung der Bewilligung einerseits und der Ã¶ffentlichen Interessen an deren Verweigerung andererseits, wobei Letztere in dem Sinne Ã¼berwiegen mÃ¼ssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 156 E. 2.2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die jÃ¼ngste Tochter der BeschwerdefÃ¼hrerin hat als Schweizer BÃ¼rgerin ein offenkundiges Interesse daran in der Schweiz zu leben und von den hiesigen AusbildungsmÃ¶glichkeiten und Lebensbedingungen zu profitieren. Als Schweizerin wÃ¼rde sie spÃ¤testens bei VolljÃ¤hrigkeit selbstÃ¤ndig hierher zurÃ¼ckkehren kÃ¶nnen. MÃ¼sste sie die Schweiz heute verlassen, wÃ¤re bei einer solchen spÃ¤teren RÃ¼ckkehr vermehrt mit Integrationsschwierigkeiten zu rechnen, als wenn sie hier aufwÃ¤chst. Das liegt nicht im Ã¶ffentlichen Interesse. (BGE 135 I 143 E. 4.3). Dem Wohl des Schweizer Kindes ist im Einzelfall jeweils sachgerecht und nicht schematisierend Rechnung zu tragen; das Kindeswohl muss dem gegenlÃ¤ufigen Ã¶ffentlichen Interesse der GeneralprÃ¤vention und MissbrauchsbekÃ¤mpfung gegenÃ¼bergestellt und sorgfÃ¤ltig abgewogen werden (BGr, 19. Mai 2011, 2C_841/2009, E. 2.4.2). </p> <p class="Erwgung2">Es ist zu prÃ¼fen, ob ein negatives Verhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 vorliegt, welches das private Interesse des Schweizer Kindes zu Ã¼berwiegen vermÃ¶chte, mit diesem in der Schweiz verbleiben zu dÃ¼rfen. Die Anschuldigungen des Ex-Partners der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bezÃ¼glich seiner Vaterschaft blieben unbelegt und er gilt aufgrund der Vaterschaftsanerkennung nach wie vor als Vater der jÃ¼ngsten Tochter. Solange keine VerÃ¤nderungen im zivilrechtlichen Status von Vater, Mutter und Tochter angeordnet worden sind, kann der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 kein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten nachgewiesen werden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist sodann strafrechtlich in Erscheinung getreten: Sie wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 7. September 2022 wegen FÃ¤lschung von Ausweisen etc. mit einer bedingten Geldstrafe von 50 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30.- bestraft. Nur Verfehlungen von einer gewissen Schwere kÃ¶nnen das Interesse des Schweizer Kindes Ã¼berwiegen, mit dem sorgeberechtigten Elternteil hier aufwachsen zu kÃ¶nnen (BGE 136 I 285 E. 5.2; BGr, 7. Juni 2010, 2C_660/2009, E. 2.2 und 2.3 [Verurteilung zu 10 Jahren wegen banden- und gewerbsmÃ¤ssiger Widerhandlung gegen das BetmG]); Bagatelldelikte oder blosse VerstÃ¶sse gegen aufenthaltsrechtliche Vorschriften gehÃ¶ren nicht dazu (BGE 136 I 285 E. 5.3). Die Verfehlung der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 erreicht diese Schwere nicht. Es bleibt zu prÃ¼fen, ob die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit dem Verbleib entgegensteht: Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 und ihre Kinder werden seit dem 30. Mai 2023 ununterbrochen und vollumfÃ¤nglich von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Sie werden monatlich mit rund Fr. 4'661.05 FÃ¼rsorgegeldern unterstÃ¼tzt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 kann zurzeit mangels einer Bewilligung jedoch nicht arbeiten, sie hat indes eine Zusicherung fÃ¼r eine Arbeitsstelle bei der Firma H AG eingereicht, wonach die Firma sie nach Erhalt der Arbeitsbewilligung als Raumpflegerin anstellen werde. Sodann ist eine Unterhaltsklage gegen den Kindsvater der jÃ¼ngsten Tochter hÃ¤ngig. AbhÃ¤ngig vom Ausgang dieses Verfahrens wird die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 allenfalls zudem Unterhalt erhalten, was ihre finanzielle Situation weiter entlasten wÃ¼rde. Sollte sie in der Schweiz einer Arbeit nachgehen kÃ¶nnen, dÃ¼rfte ihre BedÃ¼rftigkeit dahinfallen. WÃ¼rde sich dies nicht bestÃ¤tigen, bestÃ¼nde die MÃ¶glichkeit, im Rahmen einer neuen InteressenabwÃ¤gung â wiederum unter angemessener BerÃ¼cksichtigung der Interessen der Schweizer Tochter â die Aufenthaltsbewilligung allenfalls zu widerrufen oder nicht mehr zu verlÃ¤ngern, wessen sich die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 bei der Gestaltung ihres weiteren Aufenthalts im Land bewusst sein muss (vgl. BGE 137 I 247 E. 5.2.5). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aktuell keine besonderen â namentlich ordnungs- und sicherheitspolizeilichen â GrÃ¼nde vorliegen, welche die mit der Ausreise fÃ¼r das Schweizer Kind verbundenen weitreichenden Folgen rechtfertigen wÃ¼rden (vgl. BGE 136 I 285 E. 5.2). Der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 ist daher im umgekehrten Familiennachzug eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. DiesbezÃ¼glich ist die Beschwerde gutzuheissen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Was die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 betrifft, kommt diesen grundsÃ¤tzlich ebenfalls ein von der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 abgeleiteter Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zu, sofern die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auch tatsÃ¤chlich das Sorgerecht fÃ¼r die beiden hat. Im Rahmen seiner Untersuchungspflicht forderte das Migrationsamt die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 mit Schreiben vom 25. August 2022 deshalb unter Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht (Art. 90 AIG) auf, einen durch die zustÃ¤ndige Schweizer Vertretung (mit beglaubigter deutscher Ãbersetzung) bezÃ¼glich Echtheit beglaubigten gerichtlichen Sorgerechtsnachweis fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 einzureichen. Mi Eingabe vom 6. Dezember 2022 reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 die gerichtlichen Sorgerechtsnachweise ein und teilte dem Migrationsamt mit, dass sie diese aus KostengrÃ¼nden nicht ins Deutsche Ã¼bersetzen lasse, dies jedoch nachhole, falls dies unbedingt nÃ¶tig sei. Mit Schreiben vom 5. Januar 2023 forderte das Migrationsamt die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nochmals zur Einreichung der gerichtlichen Sorgerechtsnachweis in beglaubigter deutscher Ãbersetzung auf. Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 nach erstreckter Frist und zweiter Anfrage vom 14. MÃ¤rz 2023 die geforderten Sorgerechtsnachweise nicht einreichte, gewÃ¤hrte ihr das Migrationsamt am 18. April 2023 das rechtliche GehÃ¶r. Unter erneutem Hinweis auf ihre Mitwirkungspflicht, forderte es die BeschwerdefÃ¼hrerin nochmals auf die gerichtlichen Sorgerechtsnachweise in beglaubigter deutscher Ãbersetzung bis am 9. Mai 2023 einzureichen, ansonsten eine Bewilligungserteilung nicht Betracht komme. Innert der gewÃ¤hrten Frist und bis heute reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 keine beglaubigten und Ã¼bersetzte Sorgerechtsnachweise fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 ein. Es kann deshalb nicht mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sie auch das Sorgerecht fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 hat, was jedoch Voraussetzung fÃ¼r eine Bewilligungserteilung wÃ¤re. Die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 hat die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, weshalb den BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 keine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann (VGr, 24. November 2022, VB.2022.00227, E. 3.3; VGr, 13. Januar 2021, VB.2020.00725, E. 2.2.5). Die Beschwerde ist diesbezÃ¼glich abzuweisen. </p> <p class="Erwgung1">Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden unterliegen in Bezug auf die Frage, ob den minderjÃ¤hrigen BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist, und obsiegen bezÃ¼glich der Frage, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist. </span>Trotzdem die BeschwerdefÃ¼hrenden nur teilweise als obsiegend zu betrachten sind, rechtfertigt es sich, die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 steht aufgrund des teilweisen Obsiegens eine reduzierte ParteientschÃ¤digung zu welche mit je Fr. 1'000.- fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren festzusetzen ist <span>(§ 17 Abs. 2 VRG in Verbindung mit § 8 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 [GebV VGr]). </span>Die ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekursverfahren ist mit der bereits empfangenen EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren zu verrechnen. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 reduziert sich in diesem Umfang auf Fr. 2'223.80.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden ersuchen um unentgeltliche Rechtspflege. Durch die Kostenbelastung des Beschwerdegegners wird das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren gegenstandslos. Zu prÃ¼fen bleibt jedoch ihr Gesuch um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands fÃ¼r das Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>Nach Art. 16 Abs. 2 VRG haben Private, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, Anspruch auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte selbst zu wahren.</p> <p class="Urteilstext">Angesichts der Tatsache, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden, ist von ihrer Mittellosigkeit auszugehen. Die Erhebung der Beschwerde war offensichtlich begrÃ¼ndet und die Rechtsvertretung erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als notwendig. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung (des Obergerichts) Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>FÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren weist der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden einen zeitlichen Aufwand von 14.2 Stunden aus, was bei dem in § 3 AnwGebV als Regelsatz vorgesehenen Stundensatz von Fr. 220.- zu einer EntschÃ¤digung von Fr. 3'446.70 (inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen) fÃ¼hrt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren als angemessen. Die fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zugesprochene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inklusive) ist an diese EntschÃ¤digung anzurechnen und der Mehrbetrag von Fr. 2'446.70 durch die Gerichtskasse zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Abschliessend gilt es die BeschwerdefÃ¼hrerin 1 auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG aufmerksam zu machen, wonach eine Partei, der unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt wurde, Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird gutgeheissen und Rechtsanwalt D als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Das Migrationsamt wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. BezÃ¼glich der BeschwerdefÃ¼hrenden 2 und 3 wird die Beschwerde abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 12. Dezember 2023 werden die Rekurskosten dem Beschwerdegegner auferlegt. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekursverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 fÃ¼r das Rekursverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, in Verrechnung mit der bereits empfangenen EntschÃ¤digung als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 wird auf Fr. 2â223.80 auf reduziert.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin 1 fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine reduzierte ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Rechtsanwalt D ist fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag von Fr. 2'446.70 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu entschÃ¤digen. Die Nachzahlungspflicht gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Mitteilung an:<br/> a) die BeschwerdefÃ¼hrenden;<br/> b) die Beschwerdegegnerin;</span></p> <p class="Einzug2"><span> c) die Sicherheitsdirektion;<br/> d) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration;<br/> e) die Gerichtskasse (zwecks Ausrichtung der EntschÃ¤digung).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>