B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2464/2016 U r t e i l v o m 2 6 . M ä r z 2 0 1 8 Besetzung Richterin Andrea Berger-Fehr (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Sylvie Cossy, Gerichtsschreiberin Regina Derrer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch MLaw Ruedy Bollack, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 23. März 2016 / N (…). E-2464/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im (…) 2012. Er reiste über den Su- dan, Libyen und Italien am (…) Juli 2014 in die Schweiz ein, wo er glei- chentags im Empfangs - und Verfahrenszentrum Basel ein Asylgesuch stellte. Am 31. Juli 2014 fand die Befragung zur Person (BzP) statt, am 29. Mai 2015 wurde der Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgrün- den angehört. Dabei trug er im Wesentlichen Folgendes vor: Er stamme aus einem Ort mit Namen B._______, der sich in der Zoba (…) befinde. Nach der 11. Klasse respektive in der (…) Runde sei er nach Sawa gekommen, um dort die 12. Klasse zu absolvieren. Zwei Wochen nach sei- ner Ankunft im (…) 2011 hätten einige Mitglieder seines Bataillons einen Fluchtversuch unternommen. Aus diesem Grund sei eine Bestandesauf- nahme durchgeführt worden, anlässlich welcher er nicht anwesend gewe- sen sei. Infolgedessen sei er verdächtigt worden, zur Gruppe der Flüchti- gen zu gehören, weshalb er zum Chef des KS gebracht, zum Verbleib der Flüchtigen befragt und geschlagen worden sei. Unter dem Vorwurf, auch er habe ins Ausland fliehen wollen, sei er unter widrigsten Bedingungen für [mehrere] Monate inhaftiert worden. Im (…) 2012 sei er zusammen mit un- gefähr dreissig weiteren Personen, von zwei Soldaten bewacht, zum Holz sammeln nach draussen geschickt worden. Dabei sei ihm die Flucht ge- lungen. Er habe eine Art Schlucht entdeckt, sei blit zschnell gerannt und habe sich dort versteckt. Glücklicherweise habe ihn das Wachpersonal nicht gesehen. Ansonsten hätten sie wohl auf ihn geschossen. Indem er sich an einem bekannten Berg orientiert habe, habe er daraufhin den Weg an die sudanesische Grenze gefunden. B. Mit Verfügung vom 23. März 2016 – eröffnet am 26. März 2016 – wies das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete seine Weg- weisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung hielt es im Wesentlichen fest, dass es dem Beschwerde- führer nicht gelungen sei, seine Asylvorbringen glaubhaft zu machen. Be- reits auf die Frage, zu welchem Zeitpunkt er sich nach Abschluss der 11. Klasse nach Sawa habe begeben müssen, habe er keine schlüssigen Antworten geben können. Vielmehr habe er seine Aussagen kontinuierlich angepasst, je tiefer nachgefragt worden sei, und habe sich sogar teilweise E-2464/2016 Seite 3 widersprochen. Danach gefragt, wann er sich in Sawa habe melden müs- sen, habe er ausgeführt, dass doch jeder wisse, dass man sich nach Ab- schluss der 11. Klasse in Sawa melden müsse. Auf weitere Nachfrage habe er zunächst angegeben, es würden Listen in den Schulen aufgehängt und man würde zur Schule gehen, um diese zu konsultieren, um daraufhin vor- zutragen, dass der Direktor einem mitteile, wann die Lis ten eingesehen werden könnten respektive wann man nach Sawa gehen müsse. Diese Antworten – so das SEM – entbehrten der Eindeutigkeit und Klarheit, wes- halb sie keineswegs überzeugten. Des Weiteren sei es dem Beschwerde- führer auch nicht gelungen, die Umstände seiner Inhaftierung so zu schil- dern, dass der Eindruck entstehe, er habe diese selbst erlebt. Über seinen direkten Vorgesetzten, der ihn zum Chef der KS gebracht habe, habe er lediglich zu berichten gewusst, dass er C._______ heisse. Auch hinsicht- lich der Antwort auf die Frage, wie es abgelaufen sei, als man ihn zum Chef der KS gebracht habe, habe er sehr monoton geantwortet . Dazu habe er einzig angegeben, er sei einfach zu Fuss zu ihm gebracht worden. Auch über den Chef der KS könne er lediglich ausführen, wie er genannt worden und dass er mittelgross sei. Darüber hinaus sei es dem Beschwerdeführer auch nicht gelungen, die [mehrmonatige] Haft in Sawa detailliert, plausibel und nachvollziehbar zu schildern. Seine eigenen Aussagen seien vielmehr widersprüchlich gewesen. So habe er zuerst angegeben, dass er im Zim- mer, in dem er untergebracht gewesen sei, auch gegessen und sich er- leichtert habe, um im selben Abschnitt auszuführen, dass er um 8 Uhr mor- gens für den Gang auf die Toilette und um 5 Uhr abends zum Abendessen rausgelassen worden sei. Auf diesen Widerspruch angesprochen, habe er lediglich vorgetragen, dass er, nachdem er draussen die Notdurft verrichtet habe, zum Essen gegangen sei, wobei er jeweils schnell wieder ins Zimmer habe zurückkehren müssen und sich daher Zellgenossen bei Durchfaller- krankungen auch im Zimmer erleich tert hätten. Ferner habe er trotz des [mehrmonatigen] Gefängnisaufenthalts sogar auf Nachfrage nur den Na- men eines Mitinhaftierten nennen können und auch über diesen nichts Per- sönliches zu erzählen gewusst, ausser dass er beim illegalen Grenzüber- tritt verhaftet worden sei. Auch die Flucht könne er nicht so schildern, dass der Eindruck entstehe, er habe sie selbst erlebt. Seinen Ausführungen fehle die Lebendigkeit, die bei einer selbst erlebten Flucht vor bewaffneten Soldaten, die ohne weiteres auf ihn hätten schiessen können, erwartet wer- den könne. So hätte dieser Vorfall durchaus mit seinem Tod enden können, weshalb von einem prägenden Ereignis auszugehen wäre. Hinzu komme, E-2464/2016 Seite 4 dass auch die Schilderungen zur illegalen Ausreise aus Eritrea substanz- arm und widersprüchlich ausgefallen seien, weshalb auch diese nicht ge- glaubt werden könnten. Zur Zulässigkeit des Wegweisungsvollzug hielt das SEM fest, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG (SR 142.31) nicht angewendet werden könne, da der Beschwerdeführer die Flüchtlings- eigenschaft nicht erfülle. Aus den Akten ergäben sich zudem keinerlei An- haltspunkte dafür, dass ihm im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte das SEM aus, dass weder die in Eritrea herrschende politische Situ- ation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimatstaat sprächen. Der Beschwerdeführer sei jung und eigenen Anga- ben zufolge auch gesund. Seine Mutter und seine (…) Geschwister lebten noch in Eritrea, weshalb er bei einer Rückkehr auf Hilfe und Unterstütz-ung zählen könne. C. C.a Gegen diesen Entscheid des SEM liess der Beschwerdeführer von sei- ner ehemaligen Rechtsvertreterin Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung vom 23. März 2016 sei aufzuheben, seine Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung ans SEM zurückzuweisen, subeventualiter sei festzu- stellen, dass der Wegweisungsvollzug unzulässig und unzumutbar sei, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei. In prozessualer Hinsicht wurde da rum ersucht, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege, inklusive Verbeiständung, zu gewähren und es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. C.b Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Asylvorbrin- gen des Beschwerdeführers seien sehr wohl glaubhaft. Dem Einwand des SEM, er habe nicht schlüssig auf die Fragen zum Zeitpunkt, in dem er sich nach Sawa habe begeben müssen, geantwortet, wurde entgegnet, er habe die Frage des SEM, die er damit beantwortet habe, dass jeder wisse, dass die Schüler nach der 11. Klasse nach Sawa gehen müssten, zunächst nicht verstanden. Daraufhin habe er plausibel erklärt, dass der Direktor der Schule den Schülern jeweils mitteile, dass sie zu einem bestimmten Zeit- punkt in die Schule gehen müssten, um zu erfahren, wann der Bus nach Sawa abfahre. In der Schule würden Listen aufgehängt, die von den Schü- lern eingesehen werden könnten. Bezüglich des Vorhalts des SEM, die E-2464/2016 Seite 5 Schilderungen des Beschwerdeführers zu seiner Inhaftierung wirkten nicht so, als hätte er sie selbst erlebt, wurde auf die entsprechende Antwort im Befragungsprotokoll verwiesen und ergänzend dazu ausgeführt, dass seine Argumente vom Chef der KS gar nicht gehört worden seien und statt- dessen sofort auf ihn eingeschlagen worden sei. Ein Angehöriger des Mili- tärs sei daraufhin mit ihm in den Schlafsaal gegangen, wo er seine Kleider habe packen müssen. Diese habe er während des 45-minütigen Marsches ins Gefängnis tragen müssen. Er sei deshalb nicht gefesselt gewesen, aber eine Flucht s ei trotzdem unmöglich gewesen, da die Begleitperson eine Waffe getragen habe. Dem Argument des SEM, die Schilderung der Haft sei unsubstantiiert ausgefallen, wurde entgegnet, dass dies nicht zutreffe, da der Beschwerdeführer sowohl den Raum als auch die Lebensumstände und die Mitgefangenen detailliert beschrieben habe. Er habe dargelegt, wie es heftige Streitigkeiten gegeben habe und es heiss gewe sen sei, wie er geschwitzt habe, und habe das enge Nebeneinanderliegen, das Blut, die Gerüche und die Mangelkrankheiten beschrieben. Der vermeintliche Wi- derspruch in den Ausführungen des Beschwerdeführers, um 8 Uhr mor- gens seien sie für den Toilettengang, um 5 Uhr abends zum Abendessen rausgelassen worden, wobei sie auch im Zimmer gegessen und sich er- leichtert hätten, lasse sich dadurch auflösen, dass die Inhaftierten zwar am Morgen zum Toilettengang rausgelassen worden seien, viele aber an Durchfallerkrankungen gelitten und sich in der Zelle hätten erleichtern müs- sen. Der Vorwurf, der Beschwerdeführer habe zu wenig Persönliches über die Mitinhaftierten berichten können, greife ins Leere. In den zahlreichen Berichten von Gefangenen in eritreischen Gefängnissen werde selten von persönlichen Umständen der Mitgefangenen erzählt, schon gar nicht, wenn die Mitinsassen zahlreich und davor Unbekannte gewesen seien. Zur Er- wartung des SEM, die Flucht hätte mit Lebendigkeit geschildert werden müssen, wurde geltend gemacht, dass die Ausführungen des Beschwer- deführers nicht spannend sein müssten, sondern nachvollziehbar. Aus den Erklärungen des Beschwerdeführers werde klar, dass er sich bereits mit anderen Personen über den Weg in den Sudan unterhalten habe und da- her auch gewusst habe, in welche Richtung er gehe n müsse. Zudem sei es ihm auch gelungen, die illegale Ausreise aus Eritrea glaubhaft zu ma- chen. In jedem Fall bestünden keine Anhaltspunkte für eine legale Aus- reise. Im Übrigen wolle er darauf hinweisen, dass der Dolmetscher in der Anhörung nicht gut Tigrinya gesprochen und ihn nicht gut verstanden habe. Er habe sich aber nicht getraut, seine Unterschrift zu verweigern. E-2464/2016 Seite 6 Da der Beschwerdeführer somit die Flüchtlingseigenschaft erfülle und ihm Asyl zu gewähren sei, greife auch das Prinzip des Rückschiebungsverbots gemäss Art. 5 AsylG und Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30). Der Wegweisungs- vollzug sei damit unzulässig. Zudem sei er auch unzumutbar, weil in Eritrea eine Militärdiktatur vorherrsche und von einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen sei. C.c Zur Untermauerung seiner Verfolgungsvorbringen legte der Beschwer- deführer eine Fotografie seiner eritreischen Identitätskarte, eine Fotografie seines Schulzeugnisses aus dem Schuljah r (…) (europäische Zeitrech- nung) und Kopien von Identitätskarten, die seinen Angaben zufolge seinen Eltern gehörten, ins Recht. D. Mit Schreiben vom 22. April 2016 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer den Eingang seiner Beschwerde. E. In seiner Zwischenverfügung vom 29. April 2016 hielt das Gericht fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwar- ten könne. Zudem hiess es das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung gut, verzichtete auf die E rhebung eines Kostenvor- schusses und bestellte die vom Beschwerdeführer mandatierte, ehemalige Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin. Es wies sie darauf hin, dass sie unaufgefordert eine Kostennote einzureichen habe, wobei das Gericht keine solche einholen, sondern die Entschädigung aufgrund der Akten festlegen werde, wenn im Entscheidzeitpunkt keine Kostennote vor- liege. Schliesslich forderte das Gericht den Beschwerdeführer auf, innert Frist das Original seiner in Kopie eingereichten eritreischen Identitätskarte nachzureichen respektive – wenn ihm dies nicht möglich sein sollte – mitzuteilen, weshalb er das Original nicht einreichen könne und wie er in den Besitz der Kopie dieses Dokuments gekommen sei. F. Mit Eingabe vom 14. Mai 2016 reichte die ehemalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ihre Kostennote ein. Zudem nahm sie im Namen des Beschwerdeführers zum Verbleib seiner Originalidentitätskarte Stellung. Diese sei mit seinen Kleidern auf dem Weg vom Sudan nach Libyen verlo- ren gegangen. Die Sachen seien von anderen Eritreern aufgefunden und an seinen früheren Wohnort zurückgebracht worden. Ein Mann namens E-2464/2016 Seite 7 D._______, mit dem der Beschwerdeführer im Sudan zusammengewohnt habe, habe die Identitätskarte und die Kleider entgegengenommen. D._______ habe dem Beschwerdeführer über einen eritreischen Freund in der Schweiz eine Fotografie der Identitätskarte zukommen lassen. Das Ori- ginal befinde sich noch im Sudan, wobei der Beschwerdeführer D._______ darum gebeten habe, ihm das Originaldokument in die Schweiz zu schi- cken. G. Mit Zwischenverfügung vom 27. Mai 2016 forderte das Bundesverwal- tungsgericht den Beschwerdeführer auf, das Original seiner Identitätskarte innert Frist nachzureichen, ansonsten das Verfahren aufgrund der Akten fortgeführt werde. H. Am 30. Mai 2016 reichte der Beschwerdeführer seine eritreische Identitäts- karte im Original sowie eine Skizze des Gefängnisses in Sawa ein. Zur Identitätskarte führte er aus, dass das darauf vermerkte Geburtsjahr ([…]) nicht stimme und sein Vater ihn so habe registrieren lassen, damit er ein Jahr früher habe eingeschult werden können. Zur Gefängnisskizze gab er an, dass er sich in der Zelle Nummer (…) befunden habe. I. Mit Zwischenverfügung vom 8. Juni 2016 lud das Bundesverwaltungsge- richt das SEM dazu ein, zur Beschwerde Stellung zu nehmen. J. Mit Eingabe vom 5 . Juli 2016 kam das SEM diesem E rsuchen nach und führte aus, dass die Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen und Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Entscheids recht- fertigen könnten. So sei einer handschriftlich eingereichten Zeichnung ei- nes Gefängnisses oder einer Zelle eines Gefängnisses mangels Überprüf- barkeit der Richtigkeit jeglicher Beweiswert abzusprechen. K. Am 11. Juli 2016 teilte die ehemalige Rechtsvertreterin des Beschwerde- führers dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie das Arbeitsverhältnis mit dem HEKS per Ende Juli 2016 gekündigt habe und deshalb im vorlie- genden Verfahren um Entlassung als amtliche Rechtsbeiständin und um E-2464/2016 Seite 8 Einsetzung eines anderen Mitarbeiters des HEKS, MLaw Ruedy Bollack, als amtlichen Rechtsbeistand ersuche. L. Mit Zwischenverf ügung vom 13. Juli 2016 entliess das Bundesverwal- tungsgericht die ehemalige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers aus ihren Verpflichtungen als amtliche Rechtsbeiständin und forderte MLaw Ruedy Bollack auf, eine Vollmacht des Beschwerdeführers betreffend die Rechtsvertretung im vorliegenden Verfahren einzureichen. Das Gericht stellte in Aussicht, MLaw Ruedy Bollack nach Eingang dieser Vollmacht unter den in der Zwischenverfügung vom 29. April 2016 genannten Bedin gung als amtlichen Rechtsbeistand beizuordnen. M. Mit Eingabe vom 25. Juli 2016 legte MLaw Ruedy Bollack die verlangte Vollmacht des Beschwerdeführers ins Recht. N. Mit Zwischenverfügung vom 27. Juli 2016 setzte das Bundesverwaltungs- gericht MLaw Ruedy Bollack (nachfolgend: der aktuelle Rechtsvertreter) im vorliegenden Verfahren als amtlichen Rechtsbeistand ein. O. Am 28. April 2017 ging beim Gericht ein Schreiben [eines Unternehmens in der Schweiz] ein, dem zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer dort ein Praktikum absolviere. Bereits in Eritrea habe er während mehreren Jahren in [einem Unternehmen der gleichen Branche] gearbeitet und habe sich als ein sehr interessierter und arbeitswilliger junger Mann erwiesen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). E-2464/2016 Seite 9 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der B eschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätz- lich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zu- gehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begrün- dete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ern st- hafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychi- schen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rech- nung zu tragen (Art. 3 AsylG). Die Flüchtlingse igenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 AsylG). Gleiches gilt für die Person, die subjektive Nachfluchtgründe behauptet. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbeson- dere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen respektive massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer- den. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen in BVGE 2010/57 (E. 2.2 und 2.3) dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis; darauf kann hier verwiesen werden. E-2464/2016 Seite 10 4. 4.1 Vor dem Hintergrund der von der vormaligen Schweizerischen Asylre- kurskommission (ARK) begründeten und vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführten Rechtsprechung (Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 3) ist festzustellen, dass Dienstverweigerung und Desertion in Eritrea unverhältnismässig streng bestraft werden. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweigerung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in einem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven Dienst stand und desertierte. Da - rüber hinaus ist jeglicher Kontakt zu den Behörden relevant, aus dem er- kennbar wird, dass die betroffene Person rekrutiert werden sollte (z.B. Er- halt eines Marschbefehls). In diesen Fällen droht grundsätzlich nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung unter unmenschlichen Bedin- gungen und Folter, wobei Deserteure regelmässig der Willkür ihrer Vorge- setzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird von den eritreischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. Demzufolge sind Perso- nen, die begründete Furcht haben, einer solchen Bestrafung ausgesetzt zu werden, als Flüchtlinge im Sinne von Art. 1A Abs. 2 FK und Art. 3 Abs. 1-3 AsylG anzuerkennen. Bei Personen, die erst nach Leistung ihrer Dienstpflicht ausgereist sind – insbesondere verheiratete Frauen und Personen, die Eritrea erst mit Mitte 20 oder älter verlassen haben –, ist im Falle der Rückkehr nicht von einer konkreten Gefahr des erneuten Einzugs in den Nationaldienst oder der Be- strafung wegen Missachtung einer Dienstpflicht auszugehen (vgl. BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 12 i.V.m. E. 13.3 [als Referenzurteil publiziert]). 4.2 Wie sich nach Durchsicht der Akten erschliesst, ist es dem Beschwer- deführer nicht gelungen, eine asylrechtlich relevante Gefährdung im Zeit- punkt seiner Ausreise aus Eritrea aufzuzeigen. Bezüglich des Vorbringens des Beschwerdeführers in seiner Rechtsmitte- leingabe, der bei der Anhörung eingesetzte Dolm etscher habe nicht gut Tigrinya gesprochen, ist vorweg festzuhalten, dass der Beschwerdeführer das Anhörungsprotokoll nicht nur unterzeichnet hat, sondern auf die Frage zu Beginn und am Ende der Befragung auch angab, den Dolmetscher gut zu verstehen. Auch die Lektüre des Befragungsprotokolls erweckt nicht den Eindruck, der Beschwerdeführer und der Dolmetscher hätten sich nicht richtig verstanden. E-2464/2016 Seite 11 Mit Blick auf die Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen fällt zunächst auf, dass der [gegen Ende der 1980er Jahre] geborene Beschwerdeführer erst im (…) 2011 die 11. Klasse beendet und in die 12. Klasse nach Sawa ge- schickt worden sei. Gemäss den vom Gericht konsultierten Quellen werden Kinder in Eritrea im Alter zwischen sechs und sieben Jahren schulpflichtig und sind in der 12. Klasse zwischen dem späten Teenageralter und Anfang zwanzig (vgl. United Kingdom Home Office, Report of a Home Office Fact- Finding Mission, Eritrea: Illegal Exit and National Service, Conducted 7-20 February 2016, Rz. 9.9.1; Amnesty International [AI], Just Deserters: Why Indefinite National Service in Eritrea Has Created a Generation of Refu- gees, Dezember 2015, S. 19; United Nations Human Rights Council [HRC], Report of the Detailed Findings of the Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea [A/HRC/29/CRP .1], 5. Juni 2015, S. 61). Der Beschwerde- führer war seinen Schilderungen zufolge im Zeitpunkt, als er nach Sawa geschickt worden sei, demgegenüber bereits [Mitte 20]. Dieses für den Ein- tritt ins 12. Schuljahr hohe Alter erstaunt umso mehr, als er in seiner Ein- gabe vom 30. Mai 2016 erklärte, dass er von seinem Vater mit dem Jahr- gang (…) (statt […]) registriert worden sei, um ein Jahr früher eingeschult werden zu können (vgl. Bst. H). Gemäss seiner offiziellen eritreischen Iden- titätskarte war der Beschwerdeführer beim geltend gemachten Übertritt nach Sawa somit bereits [Mitte 20]. Zwar geht aus seinem – lediglich in Kopie vorliegenden – Schulzeugnis hervor, dass er bei Abschluss der 8. Klasse im Jahr (…) bereits (…) Jahre alt war. Am Ende der 11. Klasse und damit bei Eintritt in Sawa hätte er aber auch unter diesen Umständen erst (…) Jahre alt sein sollen. Selbst wenn es zur Wiederholung von Klassen in der High School (9.-12. Klasse) gekommen wäre, ist es dennoch merkwür- dig, wenn er für die ersten drei Jahre High School [einige Jahre mehr] be- nötigt hätte. Im Übrigen passt die ihm attestierte mehrjährige [Berufserfah- rung] (vgl. Bst. O) nicht zu seinem Lebenslauf mit dem Abschluss der 11. Klasse und dem Übertritt nach Sawa (vgl. Urteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 12.2 [als Referenzurteil publiziert]). Ferner ist dem SEM zuzustimmen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, seine Asylvorbringen glaubhaft zu machen. Insbesondere die Schilderungen seiner Flucht aus der Haft in Sawa und die unmittelbar da- rauf folgende Ausreise über die sudanesische Grenze vermögen nicht zu überzeugen. Es erscheint wenig plausibel , dass das Wachpersonal nicht bemerkt haben soll , dass er sich beim Holzsammeln von seiner Gruppe entfernt hatte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Wächter – aus Eigeninteresse wegen möglicher Sanktionen – spätestens beim Verlassen der Holzsammelstelle die Vollzähligkeit der Gruppe überprüft und so seine E-2464/2016 Seite 12 Flucht festgestellt und nach ihm gesucht hätten. Ohnehin ist es schwer nachvollziehbar, dass jemand wie der Beschwerdeführer, dem seinen An- gaben zufolge bereits ein Fluchtversuch angelastet wurde, bei einer Tätig- keit im Freien nicht besser überwacht worden sein soll. Des Weiteren ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, den Fluchtweg von Sawa an die sudanesische Grenze substantiiert und realitätsnahe zu schildern. Seine Erzählungen erwecken den Eindruck, es habe sich um eine einfache Reise gehandelt, obwohl er angesichts der Umstände weder mit Wasser noch mit Nahrung ausgerüstet sein konnte. Auch erstaunt es, dass er sich kaum da- vor zu fürchten schien, vom eritreischen Militär in der Nähe des von ihm erwähnten Berges, den er ansteuerte, gesucht zu werden. So wäre es an- gesichts seiner Ausführungen – jeder der aus Sawa fliehen wolle, kenne diesen Berg (vgl. A18/17, F97) – naheliegend gewesen, dass das Militär in Sawa im Falle der Flucht eines Soldaten zwecks Suche nach diesem Per- sonal in diesem Gebiet mobilisiert hätte . Angesichts dessen überzeugt auch die seinen Erläuterungen zufolge gutgläubige Kontaktaufnahm e mit den (…) anderen Personen auf der Flucht nicht (vgl. A18/17, F101). Schliesslich ist dem SEM zuzustimmen, dass die Angaben des Beschwer- deführers zu seinem Fluchtweg in einzelnen Punkten widersprüchlich aus- gefallen sind. So gab er anlässlich der Anhörung zunächst tatsächlich zu Protokoll, auf den Berg hinaufgelaufen zu sein (A18/17, F101), um wenige Fragen danach zu erklären, aus Angst vor auf dem Berg stationierten Sol- daten seitlich daran vorbeigegangen zu sein (A18/17, F105). Zudem gab er bei der BzP noch zu Protokoll, er sei von Sawa aus zu Fuss ins Flücht- lingslager [im Sudan] gelaufen und danach mit einem Fahrzeug nach E._______ weitergereist (vgl. A3/12, Rz. 5.02). In der Anhörung führte er im Widerspruch dazu aus, er sei, nachdem er die sudan esische Grenze überquert habe, von einem sudanesischen Militärfahrzeug in ein Flücht- lingslager gebracht worden (vgl. A18/17, F104 ff.). 4.3 Insgesamt können die Schilderungen des Beschwerdeführers zu sei- ner Flucht aus Sawa im Jahr 2011 und die anschliessend u nvorbereitet angetretene Ausreise mangels nachvollziehbarer Angaben dazu und zu seinem Lebenslauf nicht geglaubt werden. Die Unglaubhaftigkeitselemente in seinen Vorbringen lassen sich auch mit den Ausführungen auf Be- schwerdeebene und den ins Recht gelegte n Beweismitteln nicht hinrei- chend erklären. Folglich ist eine zum Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea objektiv begründete Furcht des Beschwerdeführers, asylrechtlich relevan- ten Nachteilen ausgesetzt zu werden, zu verneinen. Nicht auszuschliessen ist demgegenüber – nicht zuletzt gestützt auf die Akten (mit Zeugnis beleg-E-2464/2016 Seite 13 ter Abschluss der 8. Klasse mit (…) Jahren und Arbeitserfahrung im Be- reich […]) –, dass er im Zeitpunkt, als er Eritrea verlassen hat, seiner Dienstpflicht in der eritreischen Armee bereits nachgekommen ist, war er bei seiner Ausreise im Jahr 2012 doch ber eits [Mitte 20] (vgl. Urteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017, E. 12 i.V.m. E. 13.3). Das SEM ist im Ergebnis somit zu Recht zum Schluss gekommen, dass die Vorflucht- gründe des Beschwerdeführers unglaubhaft sind. 5. 5.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen , ob der Beschwerdeführer we- gen seiner Ausreise aus Eritrea bei einer Rückkehr dorthin – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden. 5.2 Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenom- men. Als su bjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere das illegale Verlassen des Heimatlandes (sog. Republikflucht), das Einreichen eines Asylgesuchs im Ausland oder exilpolitische Betätigungen, wenn sie die Ge- fahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Durch Rep ublikflucht zum Flüchtling wird, wer wegen illegaler Ausreise Sanktionen des Heimatstaa- tes befürchten muss, die bezüglich ihrer Intensität ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG darstellen (BVGE 2009/29). Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe Eritrea illegal verlassen und sei deswegen im Falle einer Rückkehr dorthin an Leib und Leben sowie in seiner Freiheit gefährdet. 5.3 Gemäss langjähriger bisheriger Praxis der schweizerischen Asylbehör- den be gründete bereits eine (glaubhaft gemachte) illegale Ausreise aus Eritrea ohne weiteres die Flüchtlingseigenschaft. Das SEM verschärfte diese Praxis im Sommer 2016, wovon auch der Beschwerdeführer betrof- fen war. Das Bundesverwaltungsgericht befasste sich i m Rahmen des Urteils D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil publiziert) mit der Frage, ob Eritreerinnen und Eritreer, die ihr Land illegal verlassen haben, allein deswegen bei einer Rückkehr Verfolgung zu befürchten haben. Das Gericht kam dabei zum Schluss, dass sich die bisherige Praxis nicht mehr aufrechterhalten lasse und vom SEM zu Recht angepasst worden sei. Für die Entscheidfindung des Gerichts war auch die Tatsache von Bedeutung, E-2464/2016 Seite 14 dass seit einiger Zeit Personen aus der eritreischen Diaspora für kurze Auf- enthalte in ihren Heimatstaat zurückkehren und sich unter ihnen auch Per- sonen befinden, die Eritrea zuvor illegal verlassen hatten. Es sei mithin nicht mehr davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer un- erlaubten Ausreise au s Eritrea eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol- gung droht. Von der begründeten Furcht vor intensiven und flüchtlings- rechtlich begründeten Nachteilen sei nur dann auszugehen, wenn zur ille- galen Ausreise weitere Faktoren hinzukommen, welche die asylsuchende Person in den Augen der eritreischen Behörden als missliebige Person er- scheinen lassen (a.a.O., E. 5). 5.4 Die Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit seiner Flucht aus Sawa im Jahr 2011 und seiner anschliessenden Ausreise in den Sudan sind – wie in E. 4 ausgeführt – unglaubhaft. Der Frage, ob er noch gar nie mit den Militärbehörden in relevanten Kontakt geraten ist, muss vorliegend nicht nachgegangen werden, weil dies von ihm nicht geltend gemacht wurde. Der Beschwerdeführer kann sich mithin weder darauf be- rufen, Deserteur zu sein, noch seitens der eritreischen Behörden als Re- fraktär angesehen zu werden . Andere Anknüpfungspunkte, welche ihn in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könnten, beziehungsweise zu einer Schärfung seines Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten, sind aus den Akten nicht ersichtlich. 5.5 Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 respektive Art. 54 AsylG darzutun. Das SEM hat seine Flüchtlingseigenschaft demnach zu Recht verneint. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-2464/2016 Seite 15 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hingewie- sen, dass das flüchtlingsrechtliche Gebot des Non-Refoulements nur Per- sonen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorlie genden Verfahren keine Anwendung finden. 7.2.2 7.2.2.1 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De- zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Nach der Praxis des Europäischen Ge- richtshofs für Menschenrechte (EGMR) müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr („real risk“) nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung in seinen Heimatstaat Folter oder unmensch- liche Behandlung drohen würde. 7.2.2.2 Im Zusammenhang mit der Frage einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK und somit der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea ist insbesondere in Erwägung zu ziehen, ob die betroffene Person bei ihrer Rückkehr mit einem Einzug in den eritreischen Nationaldienst rechnen muss. Dieser Gesichtspunkt wurde durch das Bundesverwal- tungsgericht ebenfalls im Urteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 12 f. E-2464/2016 Seite 16 (als Referenzurteil publiziert) eingehend analysiert. Demnach sind diesbe- züglich drei hauptsächliche Personenkategorien zu unterscheiden. Bei Personen, die noch keinen Nationaldienst geleistet haben, ohne davon befreit worden zu sein ‒ mithin insbesondere bei Personen, die vor Vollen- dung des achtzehnten Lebensjahres aus Eritrea ausgereist sind ‒, ist da- von auszugehen, dass sie bei einer Rück kehr eingezogen würden (ebd., E. 13.2). Mit anderen Worten ist anzunehmen, dass Asylsuchende, die im Rahmen ihrer Ausführungen glaubhaft darlegen können, dass sie vor dem dienstpflichtigen Alter ausgereist sind oder dass sie aus anderen Gründen bis zu ihrer Ausreise keine Aufforderung zur Leistung des Dienstes erhalten haben, im Falle der Rückreise verpflichtet sind, den Nationaldienst zu leis- ten. Dabei kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass sie vorgängig mit Haft dafür bestraft werden, sich nicht für den Dienst bereitgehalten zu haben. Die Haftbedingungen sind in Eritrea generell als prekär zu bezeich- nen, und es ist zu erwarten, dass die Haftdauer aussergerichtlich und will- kürlich festgelegt wird (vgl. diesbezüglich ebd., unter Hinweis auf die dor- tige E. 16.6 und weitere Nachweise). Bei Personen, die ihre Dienstpflicht bereits erfüllt haben, ist davon auszu- gehen, dass es regelmässig zu Entlassungen aus dem Nationaldienst kommt (ebd., E. 13.3, unter Hinweis auf die dortige E. 12.5). Dies dürfte insbesondere bei verheirateten Frauen der Fall sein. Bei Männern wie auch bei Frauen, die erst mit Mitte zwanzig oder älter aus Eritrea ausgereist sind, ist die Frage zu stellen, ob sie den Nationaldienst bereits geleistet haben, ist doch von einer grundsätzlich möglichen Dienstentlassung nach fünf bis zehn Jahren auszugehen. Personen, die nach Erfüllung ihrer Dienstpflicht ausgereist sind, haben in diesem Zusammenhang wohl keine Strafe zu ge- wärtigen. Bei Personen, die ihren Dienst bereits geleistet haben, ist zudem auch nicht davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Eritrea erneut eingezogen würden. Schliesslich ist zu prüfen, ob andere Gründe dagegen sprechen, dass die wegzuweisende Person im Falle ihrer Rückkehr nach Eritrea in den Natio- naldienst eingezogen würde (ebd., E. 13.4). So gibt es Personengruppen, die vom Nationaldienst befreit werden können, wobei diesbezüglich aller- dings konkrete Hinweise vorhanden sein müssten. Weiter können in diese Kategorie auch Personen fallen, die sich bereits seit meh r als drei Jahren im Ausland aufhalten und bei denen davon auszugehen ist, dass sie ihre Situation mit den heimatlichen Behörden durch einen sogenannten E-2464/2016 Seite 17 „Diaspora-Status“ ‒ welcher die Bezahlung einer 2% -Steuer und die Un- terzeichnung eines Reuebriefes voraussetzt ‒ geregelt haben. Es ist anzu- nehmen, dass Personen mit dem „Diaspora -Status“ von der Dienstpflicht befreit sind und Eritrea nach erfolgter Rückkehr ohne Ausreisevisum wie- der verlassen dürfen. 7.2.2.3 Die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Flucht aus Sawa im Jahr 2011 und seiner anschliessenden Ausreise in den Sudan sind – wie in E. 4 ausgeführt – unglaubhaft. Aufgrund der Tatsache, dass er bei der Ausreise aus Eritrea eigenen Angaben zufolge überdies [Mitte 20] war und aufgrund der Akten (mit Zeugnis belegter Abschluss der 8. Klasse mit (…) Jahren und Arbeitserfahrung im Bereich […]) ist es als möglich zu erachten, dass er seine Dienstpf licht bereits regulär erfüllt hat und aus dem Dienst entlassen worden ist. Gemäss der aktualisierten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist wie erwähnt (E. 7.2.2.2) davon auszugehen, dass eritreische Staatsangehö- rige, die ihre Dienstpflicht im Rahmen des Nationaldiensts erfüllt haben und danach aus Eritrea ausgereist sind, weder eine Strafe zu gewärtigen haben noch bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat erneut zu m Nationaldienst eingezogen werden. Im vorliegenden Fall lässt sich aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers zwar nicht mit absoluter Gewissheit feststellen, ob er tatsächlich in diese Kategorie fällt. Den Asylbehörden ist es jedoch nicht möglich, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers zur Zulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung zu äussern, weil dieser unglaubhafte Angaben zu den Umständen seines ef- fektiven Kontaktes zu den eritreischen Behörden gemacht hat. Die Folgen dieser mangelhaften Mitwirkung gehen zu seinen Lasten. Angesichts des- sen und mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Dienstpflicht im Rahmen des eritreischen Na- tionaldiensts erfüllt hat und erst danach aus Eritrea ausgereist ist. 7.2.2.4 Zusammenfassend ist die Zulässigkeit des Vollzugs der Wegwei- sung im vorliegenden Fall folglich zu bejahen. Zum einen findet der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrücks chiebung keine Anwendung (E. 7.2.1). Zum anderen ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwer- deführer im Fall seiner Ausschaffung nach Eritrea mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit eine nach Ar t. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung droht (E. 7.2.2). Da der Beschwerdeführer nicht glaub- haft gemacht hat, dass er seiner Dienstpflicht nicht bereits nachgekommen ist und damit bei einer Rückkehr wieder in den Militärdienst eingezogen E-2464/2016 Seite 18 werden würde, können sich die Asylbehörden auch nicht in voller Kenntnis der Umstände zur geltend gemachten Verletzung von Art. 4 EMRK äus- sern. Vielmehr hat der Beschwerdeführer auch diesbezüglich die Nachteile seiner mangelhaften Mitwirkung zu tragen. Folglich ist davon auszugehen, dass er seine Nationaldienstpflicht erfüllt hat und damit nicht mehr in den eritreischen Militärdienst zurückkehren muss, weshalb auch eine Verlet- zung von Art. 4 EMRK nicht in Frage kommt. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Zur Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Eritrea hat das Bundesverwaltungsgericht jüngst im Rahmen des bereits erwähn- ten länderspezifischen Koordinationsentscheids auch zu dieser Frage eine aktualisierte Lageanalyse vorgenommen (Urteil D-2311/2016 vom 17. Au- gust 2017 E. 16 f. [ als Referenzurteil publiziert]). Zusammenfassend ge- langte das Gericht dabei zum Schluss, dass in Bezug auf Eritrea zum heu- tigen Zeitpunkt weder von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt auszugehen ist, noch sonstige Gründe für eine gene- relle Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorliegen (ebd., E. 17.2). Die Annahme einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG rechtfertigt sich in der Regel nicht schon deshalb, weil die wirtschaftliche Situation und damit die allgemeinen Lebensbeding ungen im betreffenden Staat prekär sind und dort beispielsweise Wohnungsnot oder hohe Arbeits- losigkeit herrschen (vgl. BVGE 2014/26 E. 7.6). Zwar ist die wirtschaftliche Lage in Eritrea nach wie vor schwierig. Die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zugang zu Wasser und auch der Zugang der Bevölkerung zu Bildung haben sich aber stabilisiert. Der kriegerische Kon- flikt mit dem Nachbarland Äthiopien ist seit vielen Jahren beendet, und auch im Inneren sind keine ernsthaften ethnischen oder religiösen Konflikte zu verzeichnen. Zu erwähnen sind des Weiteren die umfangreichen Zah- lungen aus der eritreischen Diaspora im Ausland, von denen ein grosser Teil der Bevölkerung profitiert. Das Bundesverwaltungsgericht zieht aus diesen Umständen den Schluss, dass die erhöhten Anforderungen an den Wegweisungsvollzug, wie sie gemäss der früheren Praxis vor dem Hinter- grund der damaligen wirtschaftlich und gesellschaftlich prekären Lage in E-2464/2016 Seite 19 Eritrea Bedingung waren (vgl. EMARK 2005 Nr. 12), nicht mehr gerecht- fertigt sind. Dabei vermag auch di e Situation in Bezug auf die anhaltende Überwachung der Bevölkerung nicht zur Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs zu führen. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz- bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bleibt im Einzelfall zu prüfen. 7.3.3 Somit ist danach zu fragen, ob im vorliegenden Fall besondere Um- stände vorliegen, aufgrund derer von einer Existenzbedrohung ausgegan- gen werden müsste. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jun- gen, gesunden Mann, der gemäss den Akten über eine gewisse Berufser- fahrung verfügt. Es ist davon auszugehen, dass er in seiner Heimatregion Angehörige hat, bei denen er nach seiner Rückk ehr unterkommen kann und auf deren Hilfe er nötigenfalls zählen könnte. So erwähnte er anlässlich der BzP neben seiner Ehefrau, deren Familie und seiner Mutter (…) Ge- schwister, die in Eritrea leben (vgl. A3/12, Rz. 1.14 und 3.01). Auch sonst sind keine per sönlichen Gründe ersichtlich, die es als wahrscheinlich er- scheinen liessen, der Beschwerdeführer könnte im Falle seiner Rückkehr nach Eritrea in eine existentiell bedrohliche Situation geraten. Gemäss der aktualisierten Lagebeurteilung des Bundesverwaltung sgerichts erweist sich der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Eritrea so- mit als zumutbar. 7.4 Mit Blick auf die Möglichkeit des Vollzugs der Wegweisung im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AuG ist zwar einzuräumen, dass zwangsweise Rückfüh- rungen nach Er itrea derzeit generell nicht möglich sind. Jedoch steht es dem Beschwerdeführer offen, freiwillig in seinen Heimatstaat zurückzukeh- ren, was praxisgemäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegwei- sungsvollzugs entgegensteht. Es obliegt dem Beschwerdeführ er, sich bei der zuständigen Vertretung seines Heimatstaats die für eine Rückkehr not- wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch BVGE 2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist folglich auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Die durch das SEM verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmungen und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufi- gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). E-2464/2016 Seite 20 8. Aus den angestellten Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Ver- fügung Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachver- halt richtig und vollständig feststellt ( Art. 106 AsylG; Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten an sich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Indessen wurde der mit der Beschwerdeschrift gestellte Antrag auf unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 29. April 2016 gutgeheissen. Die finanziellen Verhältnisse des Be- schwerdeführers haben sich gemäss der Aktenlage bisher nicht massge- blich verändert. Somit hat der Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten zu tragen. Aufgrund der Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistands gemäss Art. 110a AsylG (aktueller Rechtsvertreter MLaw Ruedy Bollack, vgl. Bst. N) ist diesem ein entsprechendes Honorar auszurichten (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des Regle- ments über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Mit der Honorarab- rechnung vom 14. Mai 2016 wurde ein Vertretungsaufwand in der Höhe von insgesamt 10 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht. Für die 9- seitige Beschwerdeschrift und die 2-seitige Eingabe vom 14. Mai 2016 er- weist sich dieser Aufwand nicht als vollumfänglich angemessen, zumal die restlichen Aufwendungen, nämlich die 2-seitige Eingabe vom 30. Mai 2016 und die beiden 1-seitigen Eingaben vom 11. und vom 25. Juli 2016 , darin nicht berücksichtigt sind. Es erweist sich ein gesamthafter Aufwand im Um- fang von 7 Stunden 30 Minuten als gerechtfertigt. Bei einem Stundenan- satz von Fr. 150.– (vgl. Eingabe vom 14. Mai 2016) resultiert unter Berück- sichtigung der ausgewiesenen Auslagen von Fr. 32.60 ein amtliches Hono- rar von gerundet Fr. 1‘160.–. Gemäss Angaben auf der Honorarabrech- nung besteht seitens der Rechtsvertretung keine Mehrwertsteuerpflicht. (Dispositiv nächste Seite) E-2464/2016 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzten, aktuellen Rechtsvertreter wird ein Honorar von Fr. 1‘160.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Andrea Berger-Fehr Regina Derrer Versand: