B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6297/2019 U r t e i l v o m 2 3 . N o v e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Gérard Scherrer, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien, vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 28. Oktober 2019 / N (…). D-6297/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zu- folge am (…) in Richtung Türkei. Am 2. November 2016 reiste er illegal in die Schweiz ein und suchte gleichentags im Empfangs- und Verfahrensze- ntrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Das SEM befragte ihn am 8. No- vember 2016 zu seiner Identität, zum Reiseweg sowie summarisch zu den Asylgründen (Befragung zur Person; BzP). Am 14. Juni 2018 erfolgte die ausführliche Anhörung zu den Asylgründen. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er stamme aus C._______ (Provinz Aleppo) und habe dort eine (…) betrieben. Ab dem Jahr (…) habe er als (…) Militär- dienst geleistet, bis er am (…) vom Dienst befreit worden sei. Im Jahr (…) oder (…) habe er dann ein Aufgebot zur Leistung von Reservedienst erhal- ten, welchem er jedoch keine Folge geleis tet habe. Im Jahr (…) oder (…) sei er nach einem handgreiflichen Streit mit einem (…), in dessen Verlauf er unter anderem auch die Regierung beschimpft habe, in D._______ ver- haftet worden. Er sei einen Monat lang festgehalten und misshandelt und danach gegen Bezahlung einer Kaution freigelassen worden. Ende (…) sei sein Geschäft sowie das angrenzende Wohnhaus seiner Familie bei einem Bombardement zerstört worden. Seine Eltern sowie sein Bruder seien ums Leben gekommen, er selber sei am Bein verletzt worden und habe eine Operation benötigt. Er habe daraufhin nicht mehr in Syrien bleiben wollen, zumal er infolge seiner Weigerung, Reservedienst zu leisten, mit einer Ver- folgung durch die syrischen Behörden habe rechnen müssen. In der Folge sei er zunächst mehrmals nur vorübergehend in die Türkei gegangen. Der Islamische Staat (IS) habe damals die Kontrolle über seine Herkunftsregion übernommen, daher habe er nicht mehr in sein Dorf zurückkehren können, sondern sei jeweils in den Flüchtlingslagern an der Grenze ge blieben. Er habe Angst vor dem IS gehabt; denn einmal, noch vor der Zerstörung sei- nes Elternhauses, habe er mitangesehen, wie der IS einen Mann öffentlich angeklagt und umgebracht hab e. Da er ab und zu bei der Verteilung von Hilfsgütern an Bedürftige mitge holfen und in seiner (…) der Freien Syri- schen Armee (FSA) repariert habe, habe er befürchtet, vom IS als Ungläu- biger betrachtet und umgebracht zu werden. Mitte (…) sei er schliesslich definitiv und unkontrolliert aus Syrien ausgereist. Der Beschwerdeführer machte ausserdem geltend, er habe in Syrien mitgeholfen, Versammlun- gen und Kundgebungen gegen die Regierung zu organisieren. Er werde daher von den Behörden als Regimegegner betrachtet. Er habe jedoch D-6297/2019 Seite 3 deswegen keine konkreten Probleme gehabt. In der Schweiz habe er eben- falls an einigen Kundgebungen in E._______ und F._______ teilgenom- men, welche sich gegen den Gebrauch von Chemiewaffen durch das syri- sche Regime gerichtet hätten. Im Falle einer Rückkehr nach Syrien be- fürchte er, entweder von der Regierung oder vom IS verhaftet zu werden. A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens folgende Unterlagen zu den Akten: die Identitätskarte, Auszüge aus seinem Militärbüchlein (Kopien), den Führerschein (Kopie), ein türkisches sowie ein griechisches Aufenthaltsdokument, medizinische Unterlagen be- treffend seine Behandlung in der Schweiz (Kopien) sowie Fotos betreffend die exilpolitische Tätigkeit. B. Das SEM stellte mit Verfügung vom 28. Oktober 2019 fest, die Asylvorbrin- gen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungs- vollzugs ordnete das SEM jedoch die vorläufige Aufnahme des Beschwer- deführers an. C. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. November 2019 beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm vollumfängliche Ein- sicht in die Akten A6, A10, A11 – A14, A32 sowie in sämtliche eingereichten Beweismittel und Unterlagen zu gewähren, eventuell sei ihm dazu das rechtliche Gehör zu gewähren, anschliessend sei ihm eine Frist zur Einrei- chung einer Beschwerdeergänzung einzuräumen. Die angefochtene Ver- fügung sei aufzuheben und die Sache zur richtigen und vollständigen Ab- klärung un d Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzustel- len sowie Asyl zu gewähren, zumindest sei er als Flüchtling anzuerkennen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Kopie der vorinstanz- lichen Verfügung vom 28. Oktober 2019, eine Bestätigung der Fürsorgeab- hängigkeit vom 6. November 2019, ein Foto des N -Ausweises, Fotos des D-6297/2019 Seite 4 Militärbüchleins, ein Foto des syrischen Führerscheins, ein Foto einer Be- scheinigung betreffend die Absolvierung des Wehrdienstes (inkl. Überset- zung), ein Foto eines Aufgebots als Reservist (inkl. Übersetzung), ein Foto eines weiteren Schreibens (Beilage 13), eine microSD -Speicherkarte mit einem Video betreffend eine Kundgebung in E._______, Screenshots die- ses Videos sowie Fotos betreff end Kundgebungen in E._______ und F._______. Ausserdem verwies der Beschwerdeführer auf mehrere -On- line-Medienberichte (vgl. Art. 94 der Beschwerde). D. Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 hiess die Instruktionsrichterin das Akteneinsichtsgesuch hinsichtlich der Aktenstücke A12 und A14 sowie der vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel und Unterlagen gut und wies das SEM an, dem Beschwerdeführer diese Akten/Unterlagen innert Frist und allenfalls in anonymisierter Form zukommen zu lassen. Ausser- dem wurde das SEM angewiesen, die Aktenstücke A10, A11, A13 und A32 in aussagekräftiger Weise in das Aktenverzeichnis aufzunehmen, die Qua- lifizierung von A11 von «B» auf «A» zu ändern und dem Beschwerdeführer innert Frist eine Kopie des geänderten Verzeichnisses zu kommen zu las- sen. Das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Be- schwerdeergänzung wurde hingegen abgewiesen. Ferner wurde der Be- schwerdeführer aufgefordert, innert Frist eine Übersetzung des eingereich- ten arabischsprachigen Schreibens (Beilage 13) einzureichen. Die Instruk- tionsrichterin hiess sodann das Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung gut und verzichtete demzufolge auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses. E. Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. Dezem- ber 2019 ergänzende Akteneinsicht, indem es ihm Kopien der Aktenstücke A12 und A14 sowie Kopien der von ihm eingereichten Beweismittel zukom- men liess. Ausserdem stellte es dem Beschwerdeführer Kopien des Akten- verzeichnisses (vor und nach den vorgenommenen Änderungen) zu. F. Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 20. Dezember 2019 vollum- fänglich an seiner Verfügung fest. G. Mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 reichte der Beschwerdeführer die D-6297/2019 Seite 5 Übersetzung der Beschwerdebeilage 13 («Bestätigung der Rückgabe des Materials im Militärdienst») zu den Akten. H. Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 22. Januar 2020 . Er hielt dabei an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-6297/2019 Seite 6 3. In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, welche vorab zu prüfen sind, da sie unter Umständen geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 3.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des Aktenein- sichtsrechts sowie der Aktenführungspflicht (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 sowie Art. 26 ff. VwVG), wobei er geltend macht, ihm sei zu Unrecht die Einsicht in die Aktenstücke A6, A10-A14 und A32 sowie in die von ihm ein- gereichten Beweismittel und Unterlagen verweigert worden. Ausserdem bringt er vor, die Bezeichnung der Aktenstücke im Aktenverzeichnis sei teil- weise wenig aussagekräftig. Hinsichtlich dieser Rügen ist auf die Ausfüh- rungen in der Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2019 zu verweisen. Das Akteneinsichtsgesuch wurde teilweise (betreffend A12, A14 sowie die vom Beschwerdeführer selbst eingereicht en Unterlagen) gutgeheissen, das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerde- ergänzung hingegen abgewiesen. In der Folge gewährte das SEM dem Beschwerdeführer nachträglich Einsicht in die fraglichen Akten und präzi- sierte gewisse Einträge im Aktenverzeichnis (vgl. dazu vorstehend Bst. E). Der Beschwerdeführer hatte sodann Gelegenheit, sich im Rahmen der Replik zum Inhalt der nachträglich edierten Akten zu äussern, enthielt sich indessen diesbezüglicher Vorbringen. Soweit die gerügten Mängel betref- fend Verfahrensführung und Gewährung des Akteneinsichtsrechts berech- tigt waren, können diese damit als geheilt betrachtet werden. Die zu Un- recht verweigerte Einsicht in die Akten A12 und A14 sowie die vom Be- schwerdeführer selbst eingereichten Unterlagen stellt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör dar, da diese Akten für das Asylverfahren des Beschwerdeführers nicht relevant sind respektive das SEM in der an- gefochtenen Verfügung nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers darauf abgestellt hat. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass die asyl- suchende Person Kenntnis vom Inhalt der als Beweismittel eingereichten Unterlagen hat, und es kann von ihr grundsätzlich auch erwartet werden, dass sie von Dokumenten, welche sie bei den Behörden einreicht, vorgän- gig Kopien anfertigt. Insgesamt besteht somit keine Veranlassung, die an- gefochtene Verfügung infolge einer Verletzung des Akteneinsichtsrechts aufzuheben. 3.2 Ferner rügt der Beschwerdeführer, der rechtserhebliche Sachverhalt sei unrichtig und unvollständig erstellt respektive die Abklärungspflicht ver- letzt worden, weil die Anhörung des Beschwerdeführers unter Missachtung von Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, D-6297/2019 Seite 7 SR 142.311) durchgeführt worden sei, ihm in der BzP Fragen zu den Asyl- gründen gestellt worden seien, das Verfahren verschleppt worden sei, die Anhörung zu lange gedauert und es das SEM unterlassen habe abzuklä- ren, in welchem Zusammenhang die geltend gemachten Misshandlungen erfolgt seien. 3.2.1 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter- lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sach- verhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden. Die Be- hörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun- des; 3. Aufl. 2013, Rz. 629 ff.; CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl., 2019, Rz. 17 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Mül- ler/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 29 ff. zu Art. 49). 3.2.2 Zur Rüge, der Sachverhalt sei infolge Verletzung von Art. 6 AsylV 1 nicht korrekt festgestellt worden, ist Folgendes zu bemerken: Gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 wird die asylsuchende Person von einer Person gleichen Geschlecht s befragt, wenn konkrete Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. Als Ausgestaltung des recht- lichen Gehörs bezweckt Art. 6 AsylV 1, dass asylsuchende Personen ihre Vorbringen angemessen vortragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe möglichst frei und unbeeinträchtigt von Schamgefühlen schildern können. Gleichzeitig dient diese Vorschrift dazu, die Richtigkeit der Sachverhalts- abklärung zu gewährleisten. Da diese Schutzvorschrift nicht bloss ein Recht der asylsuchenden Person beinhaltet, eine solche Befragung zu ver- langen, sondern die Behörde dazu verpflichtet, in der vorgesehenen Weise vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes wegen anzuwenden (vgl. dazu BVGE 2015/42 E. 5.2, m.w.H.). D-6297/2019 Seite 8 Im vorliegenden Fall rei chte der Beschwerdeführer zu Beginn der Anhö- rung einen Bericht des Ärztezentrums G._______ zu den Akten und er- klärte dazu, er sei in der Vergangenheit auf die Hoden geschlagen worden und schäme sich, das in Anwesenheit von Frauen zu sagen (vgl. A30 F20). Damit lagen zu diesem Zeitpunkt Hinweise auf das Bestehen einer ge- schlechtsspezifischen Verfolgung im Sinne von Art. 6 AsylV 1 vor, und das SEM wäre aufgrund der Anwesenheit von zwei Frauen grundsätzlich ver- pflichtet gewesen, die Anhörung abzubrechen und den Beschwerdeführer zu einem anderen Zeitpunkt in einem reinen Männerteam zum geltend Vor- fall zu befragen. Die betroffene Person kann indessen darauf verzichten, von Personen des gleichen Geschlechts befragt zu werden; ein solcher Verzicht kann jedoch nur d ann angenommen werden, wenn er ausdrück- lich erklärt wird (vgl. BVGE 2015/42 E. 5.2 in fine). Vorliegend fragte die SEM-Mitarbeiterin den Beschwerdeführer, ob er etwas erzählen wolle, das er nicht in Anwesenheit von Frauen sagen könne. Der Beschwerdeführer erwiderte, es sei nur das, was er gesagt habe, sonst nichts. Daraufhin teilte ihm die SEM-Mitarbeiterin mit, er habe das Recht, von einem reinen Män- nerteam befragt zu werden, wenn er Schwierigkeiten habe, bestimmte Dinge in Anwesenheit von Frauen anzusprec hen. Der Beschwerdeführer erklärte, er habe bereits alles gesagt, und er schäme sich nicht, da die bei- den anwesenden Frauen wie Schwestern für ihn seien (vgl. A30 F21 f.). In der Folge erwähnte er bei der Schilderung seiner Asylgründe von sich aus erneut, dass er Schläge auf die Hoden erhalten habe, wobei er die Um- stände dieser Misshandlung näher erläuterte (vgl. A30 F107). Aufgrund dessen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer sein Recht, durch ein Männerteam angehört zu werden, kannte, aber bewusst darauf verzich- tete. Er hatte offensichtlich keine Hemmungen (mehr), über die erlittene geschlechtsspezifische Verfolgung zu sprechen, zumal er im Verlauf der Anhörung aus eigenem Antrieb (d.h. ohne dass ihm dazu Fragen gestellt worden wären) und trotz der Anwesenheit der beiden Frauen erneut darauf zu sprechen kam. Auf die ihm zum Schluss der Anhörung gestellte Frage, wie er sich während der Anhörung gefühlt habe, gab er denn auch zu Pro- tokoll, er habe sich sehr wohl gefühlt (vgl. A30 F182). Zudem bestätigte er durch seine Unterschrift unter anderem, dass das Protokoll seinen freien Äusserungen entspreche. Im Ergebnis ist daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ausdrücklich und damit gültig darauf verzichtet hat, sein Recht, zum erlittenen sexuelle n Übergriff durch ein reines Männer- team angehört zu werden, in Anspruch zu nehmen. Es ist somit keine Ver- letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen, und es besteht auch kein Hinweis darauf, dass sich der Beschwerdeführer nicht frei äus- sern konnte und der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf die geltend D-6297/2019 Seite 9 gemachte geschlechtsspezifische Verfolgung infolge der Anwesenheit von Frauen während der Anhörung unrichtig oder unvollständig erstellt wurde. Insbesondere werden auch auf Beschwerdeebene keine weiteren diesbe- züglichen Sachverhaltselemente vorgebracht. Die entsprechenden Rügen erweisen sich daher als unbegründet. 3.2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die BzP vom 8. November 2016 sei mangelhaft gewesen. Es sei nämlich zunächst ein Dublin-Verfahren einge- leitet worden, und in diesem Verfahren hätten keine Fragen zu den Asyl- gründen gestellt werden sollen. Dennoch seien ihm dazu gewisse Fragen gestellt worden. Sodann habe das SEM das Verfahren grundlos ver- schleppt, indem die Anhörung erst eineinhalb Jahre nach der Einreichung des Asylgesuchs durchgeführt und der Asylentscheid erst ungefähr einein- halb Jahre später ergangen sei. Dazu ist festzustellen, dass die BzP am 8. November 2016 durchgeführt wurde, in diesem Zeitpunkt noch keine Tri- age betreffend Verfahrensart stattgefunden hatte und daher die Asylgründe summarisch erfragt wurden. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, zumal dem Beschwerdeführer in keinem Zeitpunkt mitgeteilt worden war, die Befragung diene ausschliesslich der Feststellung der D ublin-Zustän- digkeit. Im Weiteren ist es zwar durchaus wünschenswert, dass die Anhö- rung möglichst bald nach der Einreichung des Asylgesuchs stattfindet und auch der Asylentscheid zeitnah erfolgt. Allerdings bestehen diesbezüglich keine zwingenden, mit Recht sfolgen ausgestatteten gesetzlichen Vor- schriften. Im Übrigen wäre es dem Beschwerdeführer unbenommen gewe- sen, im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens eine Rechtsverzöge- rungsbeschwerde einzureichen, was er jedoch unterlassen hat (vgl. dazu auch Urteil des BVGer D-2638/2018 vom 12. März 2020, E.3.8). Schliess- lich ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht konkret dargetan, inwiefern ihm infolge der summarischen Befragung zu den Asyl- gründen in der BzP und der relativ langen Verfahrensda uer ein Nachteil erwachsen ist. Der Vorwurf, das SEM habe mit seinem Vorgehen die Ab- klärungspflicht verletzt, ist somit unbegründet. 3.2.4 Bezüglich der Frage der Anhörungsdauer ist festzustellen, dass diese (inklusive Rückübersetzung und exklusive drei Pausen v on insgesamt 75 Min.) 8 Stunden und 25 Minuten dauerte. Dies ist im Vergleich mit einer durchschnittlichen Anhörungsdauer als eher lang zu erachten. Allerdings waren die einzelnen Anhörungsblöcke nicht übermässig lang. Lediglich die Rückübersetzung nahm knapp über zwei Stunden in Anspruch, im Übrigen dauerten die Anhörungsblöcke (mehrheitlich deutlich) weniger als zwei D-6297/2019 Seite 10 Stunden. Es bestehen keine verbindlichen gesetzlichen Weisungen betref- fend die Dauer der Anhörung im Asylverfahren. Die Dauer einer konkreten Anhörung bestimmt sich nicht anhand von starren zeitlichen Vorgaben, sondern ist situativ und unter Berücksichtigung individueller Kriterien fest- zulegen. Massgebend ist primär, ob die anzuhörende Person in der Lage ist, der Anhörung zu folgen. Im vorlieg enden Fall sind weder dem Anhö- rungsprotokoll noch dem Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung Hin- weise darauf zu entnehmen, dass die Konzentration des Beschwerdefüh- rers aufgrund der Anhörungsdauer beeinträchtigt war. Damit ist nicht er- sichtlich, dass die Sachverhaltsermittlung vorliegend infolge der relativ lan- gen Anhörungsdauer qualitativ mangelhaft war. Eine Verletzung der Abklä- rungspflicht ist daher zu verneinen. 3.2.5 Insoweit als der Beschwerdeführer rügt, das SEM habe nicht abge- klärt, in welchem Zusammenhang die geschlechtsspezifischen Misshand- lungen erfolgt seien, ist festzustellen, dass aus seinen Aussagen ohne wei- teres hervorgeht, dass er anlässlich der geltend gemachten Inhaftierung im Jahr (…) misshandelt wurde (Folter mit Elektrizität, Schläge auf Hoden; vgl. A30 F106 f.). Damit bestand für das SEM keine Veranlassung, den Zeit- punkt und die Umstände der geltend gemachten Misshandlungen weiter abzuklären. Diese Rüge ist offensichtlich unbegründet. 3.3 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, das SEM habe we- der im Sachverhalt erwähnt noch in den Erwägungen gewürdigt, dass er Anfang (…) Probleme mit syrischen Beamten gehabt habe und deshalb verhaftet worden sei. Das SEM habe die geschilderte einmonatige Haft und massive Folter einfach ignoriert, was umso schwerer wiege, da er offen- sichtlich schon damals von den syrischen Behörden als Regimegegner identifiziert worden sei. Ausserdem habe sich die Vorinstanz mit keinem Wort zur drohenden Verfolgung aufgrund der geltend gemachten exilpoliti- schen Tätigkeit geäussert und auch die diesbezüglichen Beweismittel nicht gewürdigt. Damit rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des An- spruchs auf rechtliches Gehör, namentlich der Prüfungs - und Begrün- dungspflicht. 3.3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 26 - 33 VwVG) beinhaltet als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 1 zu Art. 29, m.w.H., vgl. dazu auch BVGE 2009/35 D-6297/2019 Seite 11 E. 6.4.1). Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt, dass alle er- heblichen Parteivorbringen zu prüfen und zu würdigen und Entscheide zu begründen sind (vgl. Art. 32 Abs. 1 sowie Art. 35 Abs. 1 VwVG). Nach den von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen hat die verfügende Be- hörde im Rahmen der Entscheidbegründung die Überlegungen zu nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Behörde muss sich jedoch nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung auseinandersetzen, sondern kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (vgl. dazu LORENZ KNEUBÜHLER/RAMONA PEDRETTI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 7 ff. zu Art. 35; KÖLZ/HÄNER/ BERTSCHI; a.a.O., N. 629 ff.; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1, BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und 134 I 83 E. 4.1). 3.3.2 Der Beschwerdeführer brachte im Verlauf der Anhörung vor, er habe sich Anfang (…) eine Besitzurkunde betreffend eines Grundstücks ausstel- len lassen wollen. Der zuständige Beamte habe sich jedoch geweigert und ihn aufgefordert, zunächst Bestechungsgeld zu bezahlen. Daraufhin sei es zum Streit mit gegenseitigen Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten ge- kommen. Er habe dabei auch die Regierung beschimpft. Schliesslich sei die Polizei angerückt und habe ihn mitgenommen. Er sei einen Monat lang inhaftiert gewesen, wobei er gefoltert worden sei. Unter anderem habe er Elektroschocks und Schläge auf die Hoden erhalten. Sein Bruder habe schliesslich eine Kaution geleistet, worauf er entlassen worden sei (vgl. A30 F106 ff., F162). Ausserdem machte der Beschwerdeführer geltend, er sei in der Schweiz exilpolitisch tätig und habe bisher an zwei Kundgebun- gen (in E._______ und F._______) teilgenommen, welche sich gegen den Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Regime gerichtet hätten (vgl. A30 F14 ff.). Er reichte dazu mehrere Fotos zu den Akten. Diese Vor- bringen sind allesamt grundsätzlich als erheblich im Sinne von Art. 32 Abs. 1 VwVG zu erachten; exilpolitische Tätigkeiten können grundsätzlich sub- jektive Nachfluchtgründe darstellen. Es ist Aufgabe des SEM zu beurteilen, ob die konkret geltend gemachten Aktivitäten glaubhaft und intensiv genug sind, um im konkreten Fall zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft zu füh- ren. Auch die geltend gemachte Inhaftierung ist grundsätzlich relevant für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers respek- tive seines generellen Gefährdungsprofils, insbesondere wenn davon aus- gegangen werden müsste, er sei schon damals als Regimegegner identifi- ziert und registriert worden (vgl. dazu die Aussage in A30 F162, wonach er die Regierung beschimpft und deswegen verhaftet worden sei). Obwohl die D-6297/2019 Seite 12 genannten Asylgründe somit keineswegs als völlig unwesentlich bezeich- net werden können, hat sie das SEM in der angefochtenen Verfügung mit keinem Wort erwähnt. Es hat diese Vorbringen offensichtl ich überhaupt nicht zur Kenntnis genommen und sich folglich auch nicht damit auseinan- dergesetzt. In seiner Vernehmlassung schwieg sich das SEM zur vorge- brachten Inhaftierung und Misshandlung im Jahr (…) weiter aus. Hinsicht- lich der geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeit erwog es nachträglich, diese sei nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Ver- folgung zu begründen. Den entsprechenden Erwägungen ist indessen nicht zu entnehmen, aus welchen Überlegungen das SEM im konkreten Fall zu dieser Schlussfolgerung gelangte, zumal seine Ausführungen – mit Ausnahme des genannten Fazits – ausschliesslich aus Textbausteinen be- stehen und daraus nicht hervorgeht, dass das SEM die geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten sowie die dazu einge reichten Beweismittel tat- sächlich geprüft und gewürdigt hat. Eine gerichtliche Überprüfung des erst- instanzlichen Entscheidungsprozesses ist damit nur sehr beschränkt mög- lich. 3.3.3 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass das SEM im vorliegenden Fall die ihm ob liegenden Pflichten, die rechtserheblichen Vorbringen der asylsuchenden Person sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und zu würdigen und den Asylentscheid in nachvollziehbarer Weise zu begründen, verletzt hat, woraus eine Verletzung des Anspruchs des Beschwer deführers auf rechtliches Gehör resultiert. 4. 4.1 Angesichts des formellen Charakters des Gehörsanspruchs führt eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör grundsätzlich zur Kassa- tion und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, unabhängig davon, ob die angefochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis anders ausgefallen wäre. Im Beschwerdeverfahren kann die Gehörsverlet- zung jedoch unter Umständen aus prozessökonomischen Gründen geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz über die volle Kognition verfügt, das Versäumte nachgeholt wird, die beschwerdeführende Person dazu Stel- lung nehmen kann und die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist (vgl. dazu BVGE 2015/10 E. 7.1 m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 548 ff., 645). 4.2 Im vorliegenden Fall ist eine Heilung der festgestellten (mehrfachen) Gehörsverletzung nicht in Betracht zu ziehen, da die Verfahrensmängel re- lativ schwer wiegen, das SEM zur geltend gemachten Inhaftierung im Jahr D-6297/2019 Seite 13 (…) in der Vernehmlassung nach wie vor nicht Stellung genommen hat und seine dortigen rudimentären Ausführungen zur exilpolitischen Tätigkeit (vgl. dazu vorstehend E. 3.3.2) den Anforderungen an die Prüfungs - und Begründungspflicht offensichtlich nicht zu genügen vermögen. Ausserdem ginge dem Beschwerdeführer bei einer Heilung durch das Gericht und ei- nem daraufhin allenfalls ergehenden abweisenden Entscheid eine Instanz verloren. Obwohl die Beschwerde grundsätzlich reformatorisch ausgestal- tet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG), erscheint aus diesen Gründen eine Kas- sation der angefochtenen Verfügung angebracht. 5. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit die Aufhebung im Asyl- punkt beantragt wurde. Die angefochtene Verfügung ist hinsichtlich der Dispositivziffern 1-3 aufzuheben, und die Sache ist zur umfassenden Prü- fung und Würdigung der vorgebrachten Asylgründe sowie zur rechtsgenüg- lich begründeten Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei die- sem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Anträge und Be- schwerdevorbringen näher einzugehen. 6. 6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 6.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm notwendigerweise erwachsenen Parteikosten auszurichten. Es wurde keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten auf- grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Part eientschädi- gung von insgesamt Fr. 1’800.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu- schlag) zuzusprechen. D-6297/2019 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung im Asylpunkt beantragt wurde. 2. Die vorinstanzliche Verfügung vom 28. Oktober 2019 wird hinsichtlich der Dispositivziffern 1-3 aufgehoben, und die Sache wird zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 1’800.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Jeannine Scherrer-Bänziger Anna Dürmüller Leibundgut Versand: