<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00224</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106342&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00224</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.10.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Festlegung des Grundbedarfs I für zwei Ein- oder einen Zweipersonenhaushalt Auf die Beschwerden ist einzutreten (E. 1). Die Ergänzung der Beschwerdeschrift ist aus dem Recht zu weisen, da sie nichts zur Beurteilung beiträgt (E. 2). Personen, die alle oder wichtige Haushaltsfunktionen gemeinsam ausüben, sind bei der Bemessung des Grundbedarfs als ein Haushalt zu behandeln (E. 3a). Die Vorinstanz stützte ihren Befund, es liege ein Zweipersonenhaushalt vor, auf mehrere aktenkundige Umstände (E. 3b). Der Behörde obliegt der Beweis, dass ein Zweipersonenhaushalt vorliegt, wobei die Unterstützten eine Mitwirkungspflicht trifft. Deuten die äusseren Umstände, insbesondere die Wohnsituation, genügend deutlich auf einen Zweipersonenhaushalt und liegen keine gegenteiligen Anzeichen vor, sind keine weiteren Abklärungen nötig (E. 3d). Hier liegt ein Grenzfall vor. Äussere Wohnsituation und persönliche Beziehung der Beschwerdeführenden deuten auf einen Zweipersonenhaushalt, insbesondere die Krankheit der Beschwerdeführerin weckt aber Zweifel, ob wichtige Haushaltfunktionen gemeinsam ausgeübt werden (E. 3e). Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (E. 3f).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINSAMER HAUSHALT">GEMEINSAMER HAUSHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAUSHALTGRÃSSE">HAUSHALTGRÃSSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEHRPERSONENHAUSHALT">MEHRPERSONENHAUSHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSABKLÃRUNG">SACHVERHALTSABKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT">UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A und B beziehen seit Dezember 1997 bzw. Januar 1999 Sozialhilfe. Seit MÃ¤rz 2000 wohnen sie an der Q-strasse in ZÃ¼rich als Untermieter in einem Haus, das vom Amt fÃ¼r Soziale Einrichtungen im Rahmen des Projekts "Begleitetes Wohnen" (BEWO) gemietet wird. Es steht ihnen dort je ein Einzelzimmer sowie gemeinsam ein Aufenthaltsraum, eine KÃ¼che, ein Bad und eine WaschkÃ¼che zur VerfÃ¼gung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 25. Juli 2000 setzte die Einzelfallkommission der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde fÃ¼r beide BezÃ¼ger die Leistungen fÃ¼r die Dauer eines Jahres neu fest. Dabei ging sie von einem Kon­kubinatsverhÃ¤ltnis aus, weshalb sie beim Grundbedarf I und beim Grundbedarf II je die An­­sÃ¤tze eines Zweipersonenhaushalts von Fr. 773.- bzw. Fr. 78.- berÃ¼cksichtigte; auf dieser Grundlage ergab sich ein monatlicher UnterstÃ¼tzungsbedarf von Fr. 1'895.- fÃ¼r A und von Fr. 1'645.- fÃ¼r B.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dagegen erhoben A und B am 9. bzw. 23. August 2000 Einsprache. Sie machten geltend, im vom Amt fÃ¼r Soziale Einrichtungen gemieteten Haus lebten insgesamt 20 Personen als Untermieter; es gehe nicht an, sie beide als Konkubinats­paar zu behandeln. Das Projekt "Begleitetes Wohnen" sehe keine Formen des Zusammenlebens im Sinn einer Wohn­gemeinschaft oder eines Konkubinats vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einspracheinstanz der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde wies die Einsprachen am 6. Februar 2001 ab. Sie erwog, es entspreche § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) sowie § 17 der Sozialhilfeverordnung vom 21. Oktober 1981 (SHV) in Verbindung mit den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS; Ziff. B.2.2 und B.2.4), bei familienÃ¤hnlichen Gemeinschaften, welche die Haushaltfunktionen gemeinsam ausÃ¼bten, den Grundbedarf I und II nach der Anzahl Personen des gemeinsamen Haushalts zu be­messen. Eine solche Haushaltsgemeinschaft sei mit Bezug auf die beiden Einsprechenden zu Recht angenommen worden: Entgegen ihrer sinngemÃ¤ssen Behauptung teilten sie die gemeinsam benÃ¼tzten RÃ¤ume (Aufenthaltsraum, KÃ¼che und Bad) nicht mit anderen Personen im gleichen Haus. Zudem verfÃ¼gten sie Ã¼ber einen gemeinsamen Telefonanschluss mit gemeinsamem Telefonbeantworter. Schliesslich sei unbestritten, dass sie seit lÃ¤ngerer Zeit befreundet seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhoben A und B am 20. bzw. 17. MÃ¤rz 2001 Rekurs. Der Bezirksrat ZÃ¼rich hiess am 23. Mai 2001 den Rekurs von A im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gut, so­weit er darauf eintrat, und setzte den monatlichen Grundbedarf II rÃ¼ckwirkend ab 25. Juli 2000 auf Fr. 100.- fest. Gleichentags hiess der Bezirksrat ZÃ¼rich den Rekurs von B ebenfalls im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gut und setzte dessen monatlichen Grundbedarf rÃ¼ckwirkend ab 25. Juli auf Fr. 100.- fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Dagegen erhoben A und B am 28. Juni 2001 mit gesonderten Eingaben Beschwerde an das Verwaltungsgericht. A reichte dabei zwei Fassungen ihrer Beschwerdeschrift ein, nÃ¤mlich eine gekÃ¼rzte und eine Fassung mit ErgÃ¤nzung "nur fÃ¼r das Verwaltungsgericht".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 12. Juli 2001 wurden die beiden Beschwerdeverfahren vereinigt und der Beschwerdegegnerin sowie der Vorinstanz Frist zur Einreichung einer Be­schwerdeantwort angesetzt, bezÃ¼glich der Beschwerde von A unter Zustellung der gekÃ¼rzten Fassung der Beschwerdeschrift.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat ZÃ¼rich beantragte am 23. Juli 2001 Abweisung der Beschwerden. Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich ersuchte am 8. August 2001 das Verwaltungsgericht um Zustellung der zweiten Fassung der Beschwerdeschrift von A. Der AbteilungssekretÃ¤r teilte der BehÃ¶rde hierauf am 14. August 2001 mit, diese Fassung werde allen­falls aus dem Recht gewiesen; falls dies nicht geschehe, werde der Beschwerdegegnerin Gelegen­heit zu einer ergÃ¤nzenden Beschwerdeantwort geboten. Mit Eingabe vom 27. August 2001 beantragte die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich Abweisung beider Beschwerden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden ist aufgrund des Streitwerts nach § 38 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) der Einzelrichter berufen, dessen Kompetenz auch die PrÃ¼fung der Sachurteilsvoraussetzun­gen â insbesondere der gerichtlichen ZustÃ¤ndigkeit nach §§ 19 ff. in Verbindung mit §§ 41 ff. VRG und der Beschwerdelegitimation nach § 21 in Verbindung mit § 70 VRG â um­fasst. Da diese Sachurteilsvoraussetzungen hier gegeben sind, ist auf die Beschwerden einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. In ihrer ergÃ¤nzenden Fassung zur Beschwerdeschrift schildert die BeschwerdefÃ¼hrerin Auseinandersetzungen mit der sie frÃ¼her betreuenden Sozialarbeiterin. Auf­grund ihres Hinweises "Original nur fÃ¼r das Verwaltungsgericht" will die BeschwerdefÃ¼hrerin diese ergÃ¤nzende Fassung nur dem Verwaltungsgericht, nicht jedoch der Beschwerdegegnerin zukommen lassen. Die Beschwerdegegnerin hat jedoch grundsÃ¤tz­lich Anspruch darauf, dass das Verwaltungsgericht seiner Beurteilung nur Beschwerdevorbringen zu Grund legt, zu denen sich die Beschwerdegegnerin Ã¤ussern kann. Weil die genannte BeschwerdeergÃ¤nzung nach Auffassung des Gerichts nichts zur Beurteilung der Beschwerde beitrÃ¤gt, ist dieses SchriftstÃ¼ck aus dem Recht zu weisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Unter "familienÃ¤hnlichen Gemeinschaften" werden im Sozialhilferecht Paare oder Gruppen verstanden, welche die Haushaltsfunktionen (Wohnen, Essen, Waschen, Rei­ni­gen, Telefonieren usw.) gemeinsam ausÃ¼ben und finanzieren, also zusammenleben, ohne ein Ehepaar oder eine Familie zu bilden, z.B. Konkubinatspaare, Geschwister, Kolleginnen, Freunde etc. Wie der Bezirksrat zutreffend dargelegt hat, dÃ¼rfen Einkommen und Ver­mÃ¶gen der in solchen Gemeinschaften zusammenlebenden Personen mangels gegenseitiger UnterstÃ¼tzungspflicht nicht zusammengerechnet werden, sondern ist fÃ¼r jede unterstÃ¼tzte Person ein individuelles UnterstÃ¼tzungskonto zu fÃ¼hren (SKOS-Richtlinien F.5.1); indessen ist der gÃ¼nstigeren Kostenstruktur eines Mehrpersonenhaushalts bei der Bemessung der UnterstÃ¼tzungsleistungen Rechnung zu tragen, wofÃ¼r die SKOS-Richtlinien sowohl fÃ¼r den Grundbedarf I wie auch fÃ¼r den Grundbedarf II je nach HaushaltgrÃ¶sse abgestufte BeitrÃ¤ge vorsehen, bei einem Zweipersonenhaushalt je Person/Monat als Grundbedarf I Fr. 773.- sowie als Grundbedarf II Fr. 78.-. Leben mehrere Erwachsene in einem Haushalt, bilden aber nur teilweise eine Wirtschaftsgemeinschaft, so ist jeder unterstÃ¼tzten Person der Grund­be­darf II fÃ¼r einen 1-Personen-Haushalt zu gewÃ¤hren (B.2.2 und B.2.4 der Richtlinien). â Auf diese ErwÃ¤gungen, die der Praxis des Verwaltungsgerichts entsprechen (VGr, 22. De­zem­ber 2000, VB.2000.00276; 11. Mai 2000, VB.2000.00072; beide einsehbar unter http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung/search.html), kann verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Grundbedarf I fÃ¼r den Lebensunterhalt entspricht dem Minimum, das zu einer auf die Dauer angelegten menschenwÃ¼rdigen Existenz nÃ¶tig ist; der Grundbedarf II bezweckt die regional differenzierte ErhÃ¶hung des Grundbedarfs I auf ein Niveau, das eine Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben erleichtert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen diese GrundsÃ¤tze nicht in Frage; sie machen jedoch geltend, diese Regelung seien in ihrem Fall nicht anwendbar, weil sie beide zusam­men keine familienÃ¤hnliche Gemeinschaft bildeten. Der Bezirksrat hat diesem Einwand teilweise Rechnung getragen; er anerkannte, dass die heutigen BeschwerdefÃ¼hrenden die Haushaltsfunktionen nur teilweise gemeinsam ausÃ¼bten und daher nur teilweise eine Wirtschaftsgemeinschaft bildeten; deswegen gestand er ihnen hinsichtlich des Grundbedarfs II je den vollen Betrag eines Einpersonenhaushalts von Fr. 100.- (statt Fr. 78.- als der HÃ¤lfte des vollen Betrags eines Zweipersonenhaushalts) zu. Vor Verwaltungsgericht beharren die BeschwerdefÃ¼hrenden auf ihrer Sachdarstellung, wonach sie Ã¼berhaupt keine familienÃ¤hnliche Gemeinschaft bildeten, weshalb ihnen auch hinsichtlich des Grundbedarfs I je der volle Betrag eines Einpersonenhaushalts von monatlich je Fr. 1'010.- (statt je Fr.773.- als der HÃ¤lfte des vollen Betrags eines Zweipersonenhaushalts) zuzuerkennen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Bezirksrat hat erwogen, es kÃ¶nne offenbleiben, ob die Rekurrierenden in einem stabilen Konkubinat lebten; entscheidendes Kriterium sei die gemeinsame AusÃ¼bung von Haushaltsfunktionen. GemÃ¤ss den AbklÃ¤rungen der stÃ¤dtischen BehÃ¶rde sowie aufgrund der vorliegenden Akten bestÃ¼nden hinreichende Indizien dafÃ¼r, dass die Rekurrierenden zumindest einen Teil der Haushaltsfunktionen in ihrer Unterkunft an der Q-strasse gemeinsam ausÃ¼bten. Diese Indizien seien von den Rekurrierenden nicht entkrÃ¤ftet worden. Der Bezirksrat stÃ¼tzt sich dabei insbesondere auf folgende Akten:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Die fÃ¼r A zustÃ¤ndige Betreuerin vermerkte am 15. Februar 2000, A kÃ¶nne mit ihrem Freund B im Rahmen des Projekts "Begleitetes Wohnen" eine gemeinsame Wohnung beziehen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Die fÃ¼r B zustÃ¤ndige Betreuerin hielt am 28. Februar 2000 fest, er werde nun mit seiner Freundin A in einer Wohnung des Projekts "BEWO" zusammenleben. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Die fÃ¼r A zustÃ¤ndige Betreuerin hielt zu einem am 25. Juli 2000 mit ihr gefÃ¼hrten GesprÃ¤ch fest: Ab August 2000 werde nunmehr bei der Bedarfsbemessung der Ansatz fÃ¼r einen Zweipersonenhaushalt angewendet. Dem Einwand von A, sie lebe "nur so" (ohne Konkubinat) mit B zusammen, hielt die Betreuerin entgegen, es liege ein Konkubinats­verhÃ¤ltnis vor, was sich aufgrund der seinerzeitigen Anfrage seitens der mit dem Projekt "Begleitetes Wohnen" befassten Stelle, ob B trotz fehlenden fÃ¼rsorgerechtlichen Wohnsitzes in der Stadt ZÃ¼rich zu A ziehen kÃ¶nne, ergebe.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> In ihrer Stellungnahme an die Einspracheinstanz vom 16. August 2000 fÃ¼hrte die Betreuerin aus, im Wissen um die lange Freundschaft zwischen A und B habe sie der Anfrage des BEWO, ob B zusammen mit A eine Wohnung im BEWO beziehen kÃ¶nne, zu­gestimmt. Bereits damals sei eigentlich klar ge­wesen, dass der Konkubinatsansatz an­gewendet werden mÃ¼sste. Weil A jedoch mit grossem Einsatz einen Vorkurs in Fotografie absolviert habe, sei man indessen Ã¼bereingekommen, dass sie vorerst "keine Extras" beziehe, dafÃ¼r aber die AnsÃ¤tze fÃ¼r einen Einpersonenhaushalt angewendet wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> Am 22. Januar 2001 befragte der SekretÃ¤r der Einspracheinstanz die zustÃ¤ndige Sachbearbeiterin des Projekts "Begleitetes Wohnen", D, Ã¼ber die Wohnsituation der beiden Einsprechenden. GemÃ¤ss Auskunft von D steht den beiden neben je einem Einzelzimmer gemeinsam ein Aufenthaltsraum, eine KÃ¼che und ein Bad zur VerfÃ¼gung, welche RÃ¤ume sie nicht mit weiteren Personen im Haus teilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die Annahme einer familienÃ¤hnlichen Gemeinschaft und damit eines Mehrpersonenhaushalts bei der Bedarfsberechnung setzt wie erwÃ¤hnt voraus, dass die betreffenden Personen alle oder mindestens wichtige Haushaltsfunktionen gemeinsam ausÃ¼ben und finan­zieren. Das wiederum bedingt vorab eine Wohnsituation, die sich durch gemeinsame Nutzung von RÃ¤umen kennzeichnet; erforderlich ist ferner die Absicht der Betroffenen, den Haushalt ganz oder zumindest teilweise gemeinsam zu fÃ¼hren. Nicht erforderlich ist hingegen - wie das Beispiel der heute hÃ¤ufig gebildeten Wohngemeinschaften vor allem junger Leute ("WG") zeigt - eine enge persÃ¶nliche Beziehung zwischen den beteiligten Personen. Ist streitig, ob eine unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftige Person zusammen mit anderen (bedÃ¼rftigen oder nicht bedÃ¼rftigen Personen) eine familienÃ¤hnliche Gemeinschaft bilde und ihr Grundbedarf deswegen nach den AnsÃ¤tzen eines Mehrpersonenhaushalts zu berechnen sei, so greift auch in dieser Hinsicht der im Sozialhilferecht allgemein geltende Grundsatz ein, dass die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde den massgebenden Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln hat, wobei dem SozialhilfeempfÃ¤nger eine erhebliche Mitwirkungspflicht trifft (RB 1998 Nr. 82 f.). LÃ¤sst sich auch aufgrund hinreichender SachverhaltsabklÃ¤rung hinsicht­lich der vermuteten familienÃ¤hnlichen Gemeinschaft kein eindeutiges Beweisergebnis erzielen, so trÃ¤gt die BehÃ¶rde die objektive Beweislast mit der Folge, dass die Bedarfsberechnung unter Annahme eines Einpersonenhaushalts zu erfolgen hat (zur Verteilung der objektiven Beweislast vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 5). Sowohl hinsichtlich des Umfangs der Sachverhaltsermittlungen wie auch bezÃ¼glich der BeweiswÃ¼rdigung umstritten bleibender Tatsachenbehauptungen kann sich die BehÃ¶rde mit schlÃ¼ssigen Indizien begnÃ¼gen. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht vorbringt, ist es kaum mÃ¶glich und ihr nicht zuzumuten, bei "zusammen wohnenden" Personen abzuklÃ¤ren, ob und inwieweit Haushaltsfunktionen tatsÃ¤chlich gemeinsam ausgeÃ¼bt werden. Der Verzicht auf weitere AbklÃ¤rungen setzt allerdings, was die Beschwerdegegnerin verkennt, voraus, dass zumindest aufgrund der Ã¤usseren Wohnsituation vernÃ¼nftigerweise vermutet werden kann, dass die betreffenden Personen die Haushaltsfunktionen zumindest in erheblichem Umfang gemeinsam ausÃ¼ben und finanzieren. In FÃ¤llen hingegen, in denen bereits die WohnverhÃ¤ltnisse diesbezÃ¼glich nicht zu einen eindeutigen Schluss fÃ¼hren, sind zusÃ¤tzliche AbklÃ¤rungen vorzunehmen, soweit nicht andere hinreichende Indizien fÃ¼r die Annahme einer Haushaltsgemeinschaft vorliegen. Ungeachtet der Ã¤usseren Wohn­situation abzuklÃ¤ren sind UmstÃ¤nde, die erhebliche Zweifel an einer gemeinsamen HaushaltfÃ¼hrung wecken.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Im Licht dieser Kriterien handelt es sich bei der vorliegenden Streitsache um einen Grenzfall:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Wohnsituation der beiden BeschwerdefÃ¼hrenden begrÃ¼ndet keine Vermutung des gemeinsamen Haushaltens, schliesst anderseits aber eine solche Annahme auch nicht von vornherein aus. Sie leben zwar nicht in einer gemeinsamen in sich abgeschlossenen Wohnung; anderseits steht ihnen im Haus Q-strasse, das im Rahmen des Projektes "Begleitetes Wohnen" genutzt wird, je ein Einzelzimmer sowie gemeinsam ein Aufenthaltsraum, eine KÃ¼che und ein Bad zur VerfÃ¼gung. Dabei ist festzuhalten, dass die am 22. Januar 2001 von der Betreuerin D gegenÃ¼ber der EinsprachebehÃ¶rde abgegebene ErklÃ¤rung , wonach die von den BeschwerdefÃ¼hrenden benutzten RÃ¤ume (Aufenthaltsraum, KÃ¼che und Bad) nicht mit weiteren Personen im Haus zu teilen seien, durch das von den BeschwerdefÃ¼hrenden nunmehr vorgelegte Schreiben von D vom 22. Juni 2001 nicht entkrÃ¤ftet wird; in diesem Schreiben Ã¤ussert sich die Betreuerin nur allgemein zur Nutzungsordnung im Haus Q-strasse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zumindest glaubwÃ¼rdig ist sodann aufgrund der vorliegenden Akten die vom Bezirksrat Ã¼bernommene Darstellung der Beschwerdegegnerin, die gemeinsame Unterbringung beider BeschwerdefÃ¼hrenden im Haus Q-strasse bzw. die in der genannten Weise erfolgte Zuweisung von RÃ¤umlichkeiten zur gemeinsamen Benutzung entspreche einem Wunsch der BeschwerdefÃ¼hrenden, welche seit lÃ¤ngerer Zeit befreundet seien. Diese Darstellung, die durch das von den BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichte Schreiben von D vom 22. Juni 2001 ebenfalls nicht entkrÃ¤ftet wird, spricht zusÃ¤tzlich dafÃ¼r, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden die Haushaltsfunktionen zumindest teilweise gemeinsam ausÃ¼ben. Wie erwÃ¤hnt setzt war die Annahme einer familienÃ¤hnlichen Gemeinschaft mit gemein­sam ausgeÃ¼bten Haushaltsfunktionen gar nicht voraus, dass die betroffenen Personen durch eine enge persÃ¶nliche Beziehung verbunden sind; anderseits kann dieser Umstand durchaus als Indiz fÃ¼r das Vorliegen einer Haushaltsgemeinschaft berÃ¼cksichtigt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die in den beiden Beschwerdeschriften enthaltene, weitgehend Ã¼bereinstimmende Sachdarstellung betreffend "Essen", "Telefonieren", "Reinigen" und "Waschen" lassen ander­seits Zweifel daran offen, ob die BeschwerdefÃ¼hrenden die Haushaltsfunktionen tatsÃ¤chlich gemeinsam ausÃ¼ben. Das grÃ¶sste Gewicht als Kostenfaktor kommt dabei der ErnÃ¤hrung zu. Zwar stellt die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrerin, sie nehme wegen ihrer be­ruflichen TÃ¤tigkeit FrÃ¼hstÃ¼ck und Mittagessen ausser Haus ein, kein zwingendes Argument gegen die Annahme einer Haushaltsgemeinschaft dar. Bei zahlreichen Wohngemeinschaften, die als solche anerkannt sind, dÃ¼rfte es sich so verhalten, dass ein Teil der tÃ¤glichen Verpflegung berufsbedingt auswÃ¤rts eingenommen wird. Von grÃ¶sserer Bedeutung ist aber ihr weiteres Vorbringen, ihre Lebererkrankung schliesse es aus, die gleiche Kost einzunehmen wie der BeschwerdefÃ¼hrer. Entgegen der Auffassung des Bezirksrats kann sich dieser Umstand sehr wohl massgebend auf die Beurteilung der Frage auswirken, ob von einer Haushaltsgemeinschaft zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden auszugehen ist: Bestehen die EinsparmÃ¶glichkeiten, welche die Abstufung des Grundbedarfs I nach HaushaltsgrÃ¶sse rechtfertigen, gar nicht, so ist dieser Umstand nicht nur bei der einen Person zu berÃ¼cksich­t­igen (i.c. durch die GewÃ¤hrung situationsbedingter Leistungen wegen der Mehrkosten der SpezialdiÃ¤t), sondern bei beiden. Entsprechend verhÃ¤lt es sich bei den AusfÃ¼hrungen der Be­­schwerdefÃ¼hrerin bezÃ¼glich des Waschens, dem allerdings bei einer GesamtwÃ¼rdigung der Situation geringere Bedeutung zukommt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Wie sich aufgrund dieser â vorlÃ¤ufigen â BeweiswÃ¼rdigung ergibt, sprechen gewichtige Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Haushaltsgemeinschaft, bleiben aber gleichwohl Zweifel offen. Aufgrund der zurzeit gegebenen Beweislage lÃ¤sst sich die Annahme einer Haushaltsgemeinschaft (noch) nicht rechtfertigen. Anderseits rechtfertigt es sich beim gegenwÃ¤rtigen Stand der Ermittlungen auch nicht, den von der Beschwerdegegnerin angestreb­ten Beweis fÃ¼r das Vorliegen einer Haushaltsgemeinschaft als definitiv gescheitert zu betrachten, mit der Folge, dass entsprechend den Beschwerdebegehren der Grundbedarf I nach den AnsÃ¤tzen eines Einpersonenhaushalt zu berechnen wÃ¤re. Vielmehr bedarf der Sach­verhalt der ergÃ¤nzenden Ermittlung. Ãber die Auswirkungen der Krankheit der BeschwerdefÃ¼hrerin auf die HaushaltsfÃ¼hrung wird in erster Linie deren Hausarzt Auskunft geben kÃ¶nnen. ZusÃ¤tzlich kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden persÃ¶nlich befragt werden. Die Vornahme der ergÃ¤nzenden Untersuchung ist der Beschwerdegegnerin zu Ã¼berlassen, an welche die Sache zu diesem Zweck zurÃ¼ckzuweisen ist (§ 64 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>ErhÃ¤rten sich aufgrund einer solchen Befragung die Indizien dafÃ¼r, dass die Beschwer­defÃ¼hrenden die Haushaltsfunktionen zu einem erheblichen Teil gemeinsam ausÃ¼ben, so ist der Grundbedarf I entsprechend den bisherigen Entscheiden der Vorinstanzen nach den AnsÃ¤tzen eines Zweipersonenhaushalt zu bemessen; andernfalls ist dieser Bedarf entsprechend den Ã¼bereinstimmenden Begehren der BeschwerdefÃ¼hrenden nach den AnsÃ¤tzen eines Einpersonenhaushalts zu veranschlagen. UnabhÃ¤ngig vom Ergebnis dieser wei­teren Untersuchung und neuen Beurteilung muss es schon aus prozessualen GrÃ¼nden (wegen des Verbots einer Schlechterstellung gemÃ¤ss § 63 Abs. 2 VRG) dabei bleiben, dass der Grundbedarf II nach AnsÃ¤tzen eines Einpersonenhaushalts zu bemessen ist (vgl. KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 12).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerden werden teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur ergÃ¤nzenden Untersuchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Einspracheinstanz der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>