A bteilung II B -7505/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter D avid Aschm ann (vorsitzender R ichter), R ichter M arc Steiner, R ichter H ans U rech; G erichtsschreiber Philipp J. D annacher. X._______, vertreten durch E. Blum & C o. AG , Patentanw älte und M arkenanw älte VSP, Vorderberg 11, 8044 Zürich, Beschw erdeführerin gegen Y._______, vertreten durch R echtsanw alt D r. Patrick Troller, Schw eizerhofquai 2, Postfach, 6002 Luzern, Beschw erdegegnerin, Eidgenössisches Institut für G eiY.stiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Verfügung vom 19.7.2006 im W iderspruchsverfahren N r. 7219 M axx (fig.) / m ax M axim um + value (fig.) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie schw eizerische M arke N r. 523'715 "m ax M AXIM U M + VALU E" (fig.) der Beschw erdeführerin w urde am 27. Juli 2004 im Schw eizerischen H an- delsam tsblatt (SH AB) veröffentlicht. D ie M arke sieht w ie folgt aus: und w urde ursprünglich unter anderem für folgende W aren registriert: 11 Beleuchtungs-, H eizungs-, D am pferzeugungs-, Koch-, Kühl-, Trocken-, Lüftungs- und W asserleitungsgeräte sow ie sanitäre Anlagen. B. Am 27. O ktober 2004 erhob die Beschw erdegegnerin W iderspruch gegen diese Eintragung. Sie stützte sich dabei auf ihre internationale M arke N r. IR 709'474 "M axx" (fig.), die in der Schw eiz für folgende W aren Schutz geniesst: 07 O utils actionnés par un m oteur électrique; m atériel électrique de nettoyage à usage dom estique dont dispositifs pour le nettoyage des vitres et dispositifs pour nettoyer les chaussures; broyeurs électriques de déchets dont m asticateurs et com presseurs d'ordures; lave-vaisselle; m achines et appareils électriques pour le traitem ent du linge et des vêtem ents dont m achines à laver, es- soreuses, presses, repasseuses; aspirateurs; élém ents desdits produits com pris dans cette classe; en particulier flexibles, tuyaux, filtres à poussières et sacs à poussière, tous destinés aux aspira- teurs. 09 Fers à repasser électriques; appareils électriques à souder les film s étirables; bigoudis électrotherm iques; balances de cuisine, pèse-personnes; systèm es de sécurité pour portes d'accès; dispo- 3 sitifs et systèm es d'alarm e électriques et électroniques; dispositifs de signalisation de danger et m atériel de protection contre les dégâts causés par l'eau et par le feu (à usage dom estique); élé- m ents desdits produits com pris dans cette classe. 11 Séchoirs tels que sèche-linge, sèche-linge à tam bour; sèche- m ains; sèche-cheveux; dispositifs de ventilation, en particulier ventilateurs, appareils à filtrer la graisse, dispositifs séparateurs de graisse et hottes filtrantes anti-graisse; dispositifs de condition- nem ent d'air et dispositifs d'assainissem ent de l'air, hum idifica- teurs d'air, dispositifs à canalisations d'eau ainsi qu'appareils sani- taires, en particulier égalem ent robinetterie pour équipem ents à canalisations de vapeur, d'air et d'eau, dispositifs à eau chaude, chauffe-eau à accum ulation et chauffe-eau instantanés; éviers de cuisine; pom pes à chaleur; élém ents des produits précités com - pris dans cette classe. C . M it Stellungnahm e vom 6. Juni 2005 bestritt die Beschw erdeführerin den rechtserhaltenden G ebrauch der W iderspruchsm arke, ausser für H aus- halts-W aschm aschinen, W äschetrockner (Tum bler) und H aushalts-Staub- sauger. Zudem bestritt sie das Bestehen einer Verw echslungsgefahr zw i- schen der W iderspruchsm arke und der angefochtenen M arke. D . In ihrer R eplik vom 23. D ezem ber 2005 erläuterte die Beschw erdegegnerin Vertriebsstruktur und U m satzzahlen ihrer Produkte, vornehm lich für W aschm aschinen, W aschvollautom aten und W äschetrockner in der Schw eiz und im Ausland. Als G ebrauchsnachw eis ihrer M arke reichte sie unter anderem Auszüge aus einer Zeitschrift und aus Prospekten ein. Sie führte aus, das Publikum gehe davon aus, dass sie als "branchentypische H erstellerin" und als "M ulti" die ganze Palette von "G eräten für das Zuhau- se" herstelle und vertreibe. Vor diesem H intergrund w ürden die Verkehrs- kreise davon ausgehen, dass die W iderspruchsm arke für "H ausgeräte" ge- braucht w erde. N ebst der unm ittelbaren bestehe auch eine m ittelbare Ver- w echslungsgefahr, zum al es sich bei der W iderspruchsm arke um eine be- kannte M arke handle, w as die U m satzahlen belegen w ürden. E. In ihrer D uplik vom 3. April 2006 beantragte die Beschw erdeführerin die folgende N euform ulierung (Einschränkung) ihrer W arenliste m it Bezug auf die Eintragung in Klasse 11: Beleuchtungs-, H eizungs-, D am pferzeugungs-, Kühl-, Lüftungs- und W as- serleitungsgeräte sow ie sanitäre Anlagen; Kochgeräte, näm lich H erde, Backöfen, G rillgeräte, Steam er, R eiskocher, elektrische Schnellkochtöpfe, elektrische D am pfdrucktöpfe, Tischkochgeräte, R acletteöfen, M arroniöfen, R echauds, W arm halteplatten; Trockengeräte, näm lich G eräte zur Trock- nung von Lebensm itteln, D örrapparate. 4 Ferner zog sie die Bekanntheit der W iderspruchsm arke in Zw eifel und m achte geltend, die W iderspruchsm arke sei nur für W aschm aschinen, Staubsauger und W äschetrockner (Tum bler) rechtserhaltend gebraucht w orden. Zw ischen diesen W aren und den von der angegriffenen M arke ak- tuell beanspruchten W aren sei keine G leichartigkeit vorhanden. D as W ort- elem ent "m ax" zähle zum G em eingut. F. Am 19. Juli 2006 hiess die Vorinstanz den W iderspruch der Beschw erde- gegnerin teilw eise gut. Zur Begründung führte sie aus, dass der rechtser- haltende G ebrauch der W iderspruchsm arken nur für "m achines et ap- pareils électriques pour le traitem ent du linge et des vêtem ents dont m a- chines à laver, essoreuses; aspirateurs" (Klasse 7) und "séchoirs tels que sèche-linge, sèche-linge à tam bour" (Klasse 11) anerkannt beziehungsw ei- se glaubhaft gem acht w orden sei. Zw ischen diesen W aren und den von der angefochtenen M arke beanspruchten W aren bestehe, ausser in Bezug auf Beleuchtungsgeräte, W asserleitungsgeräte und sanitäre Anlagen, W a- rengleichartigkeit. Im entsprechenden U m fang w erde die angefochtene M arke w iderrufen, da sie einen für den G esam teindruck m assgeblichen Bestandteil der W iderspruchsm arke übernehm e und w eitere Elem ente ei- ner Verw echslungsgefahr bestünden. G . G egen diese Verfügung erhob die Beschw erdeführerin am 14. Septem ber 2006 Beschw erde an die R ekurskom m ission für geistiges Eigentum (hier- nach: "R KG E") m it den R echtsbegehren: "1. Es sei der Entscheid des IG E vom 19. Juli 2006 in den W iderspruchsverfah- ren N r. 7219 aufzuheben; 2. es sei der W iderspruch gestützt auf die internationale M arke N r. 709 474 M AXX (fig.) gegen die schw eizerische M arke N r. 523 715 M AX M AXIM U M VALU E (fig.) vollum fänglich abzuw eisen; 3. U nter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschw erdegegnerin." Sie stütze sich auf die bereits im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrach- ten Argum ente und unterstrich erneut, dass "M AX(X)" ein Synonym für das W ort M axim um und insbesondere in Verbindung m it den Elem enten "M A - XIM U M + VALU E" nicht geeignet sei, eine Verw echslungsgefahr m it älte- ren D rittm arken zu begründen. H . D ie Vorinstanz beantragte m it Vernehm lassung vom 6. N ovem ber 2006, die Beschw erde sei abzuw eisen. I. M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen.5 J. D ie Beschw erdegegnerin beantragte m it Stellungnahm e vom 19. Januar 2007, die Beschw erde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzuw ei- sen. U nter anderem begründete sie ihren Antrag dam it, dass die W aren- gleichartigkeit nicht nur anhand von W äschetrocknern, W aschm aschinen und Staubsaugern zu beurteilen sei, sondern anhand der entsprechenden "rechtserhaltend gebrauchten O berbegriffe". Im Ergebnis liege eine Ver- w echslungsgefahr vor. K. Eine Parteiverhandlung w urde nicht durchgeführt (Art. 40 des Bundesge- setzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Entscheide der Vorinstanz in W iderspruchssachen zuständig (Art. 31, 32 und 33 lit. d VG G ). Es hat das vorliegende Verfahren am 1. Januar 2007 von der R KG E übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) am 14. Septem ber 2006 eingereicht, und der verlangte Kostenvorschuss w ur- de rechtzeitig geleistet. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschw erdeführerin zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Vom M arkenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen be- stim m t sind w ie diese, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr er- gibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG , SR 232.11]). Allerdings w ird eine ältere M arke nur geschützt, so- w eit sie in hinreichendem U m fang im Zusam m enhang m it den W aren und D ienstleistungen gebraucht w orden ist, für die sie beansprucht w ird (Art. 11 Abs. 1 M SchG ). D ieser rechtserhaltende G ebrauch m uss im W ider- spruchsverfahren in den letzten fünf Jahren stattgefunden haben, bevor er durch die G egenpartei einredew eise bestritten w orden ist (Art. 32 M SchG , R KG E in sic! 2002, 106 E. 6.1 G enesys). 3. D ie Beschw erdeführerin hat, w ie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, den rechtserhaltenden G ebrauch der W iderspruchsm arke für H aushalt- W aschm aschinen, H aushalts-Staubsauger in Klasse 7 und W äschetrock- ner (Tum bler) in Klasse 11 anerkannt und nur für die übrigen W aren, für w elche die W iderspruchsm arke registriert ist, bestritten. D ie Beschw erde- gegnerin hat der Vorinstanz gegen diese Bestreitung verschiedene G e- brauchsbelege vorgelegt. Sie führte dazu aus, die Verkehrskreise erw arte- ten auf G rund dieses belegten G ebrauchs, unter der W iderspruchsm arke das gesam te Sortim ent eines H ausgeräteherstellers anzutreffen. D ie W i-6 derspruchsm arke sei darum in einer m arkt- und w irtschaftsbezogenen Sichtw eise für alle eingetragenen W aren und nam entlich für die O berbe- griffe appareils m énagers in Klasse 7, appareils dispositifs de chauffer, sé- choirs, dispositifs de conditionnem ent d'air und dispositifs à canalisations d'eau ainsi qu'appareils sanitaires in Klasse 11 als rechtserhaltend ge- braucht anzusehen. D ie Vorinstanz ist dieser Auffassung nicht gefolgt, sondern hat festgestellt, dass durch die eingereichten Belege ausserhalb der anerkannten W arenkategorien kein w eiterer G ebrauch der M arke dar- getan w orden sei. 4. D ie Beschw erdegegnerin hätte gegen diese Argum entation der Vorinstanz im Beschw erdeverfahren zusätzliche G ebrauchsbelege einreichen dürfen (R KG E in sic! 2005, 760 E. 4 Proline). Sie bestritt die Bew eisw ürdigung der Vorinstanz in ihrer Beschw erdeantw ort aber nicht. Vielm ehr verzichtete sie auf die Einreichung w eiterer G ebrauchsbelege und äusserte sich zum rechtserhaltenden G ebrauch ihrer M arke nicht m ehr. 5. In Lehre und R echtsprechung w erden unterschiedliche Ansichten darüber vertreten, ob der G ebrauch einer M arke für bestim m te W aren und D ienst- leistungen als rechtserhaltende Benutzung eines ganzen registrierten O berbegriffs gelte oder ob er auf die einzelnen Ausführungsform en dieses G ebrauchs, w ie sie tatsächlich stattgefunden haben, beschränkt sei. Zw ar besteht Einhelligkeit, dass der tatsächliche G ebrauch im Sinne des G e- brauchs einer Kategorie von W aren oder D ienstleistungen zu generalisie- ren sei, ein konkreter G ebrauch also für die ganze entsprechende W aren- oder D ienstleistungskategorie rechtserhaltend w irkt (PH ILIPPE G ILLIÉR O N , L'usage à titre de m arque en droit suisse, sic!-Sondernum m er 2005, S. 104, LUCAS DAVID, in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Mar- kenschutzgesetz / Muster- und Modellgesetz, Basel 1999, MSchG Art. 11, N . 7, EU G EN M AR B AC H , in: R O LAN D VO N BÜ R EN /LU C A S D AVID [H rsg.], Schw ei- zerisches Im m aterialgüter-, und W ettbew erbsrecht/SIW R Band III Kennzei- chenrecht, Basel 1996, S. 181 [hiernach: Kom m entar M AR B AC H ]), doch w er- den unterschiedliche Ansichten darüber vertreten, w ie eng oder w eit eine solche Kategorie gefasst w erden soll, w enn der R egistereintrag relativ abs- trakte O berbegriffe, zum Beispiel "M öbel" für einen bestim m ten Stuhl, ver- w endet (vgl. C H R ISTO PH W ILLI, M arkenschutzgesetz, Zürich 2002, M SchG Art. 11, R z. 42 ff., ER IC M EIE R , L'obligation d'usage en droit des m arques, D iss. Zürich 2005, S. 80 ff., PAU L STR Ö BELE/FR AN Z H AC KER , M arkengesetz, 8. Aufl. M ünchen 2006, R z. 135 ff. zu § 26 D -M SchG , auch R KG E in sic! 2002, 759 E. 9 Le M eridien). D ass es sogar gerechtfertigt sein könnte, ei- nen rechtserhaltenden G ebrauch zu bejahen, der über die im W aren- und D ienstleistungsverzeichnis der M arke aufgeführten Kategorien hinaus- reicht, w ird unter diesen Lehrm einungen, entgegen den Ausführungen der Beschw erdegegnerin, allerdings nicht behauptet. Selbst w o eine w eiterge- hende Benützung bew iesen ist, w ird der rechtserhaltende M arkengebrauch vom R egistereintrag der M arke begrenzt (Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ). Auch die von der Beschw erdegegnerin angerufene und von M AR BAC H und W ILLI 7 postulierte "w irtschaftliche Betrachtungsw eise" verm öchte eine derartige Ausdehnung des M arkeneintrags nicht zu rechtfertigen (Kom m entar M AR B AC H , W ILLI, a.a.O .). In Bezug auf O berbegriffe w ie "appareils m éna- gers" oder "dispositifs de chauffage", die im Verzeichnis der W iderspruchs- m arke nicht vorkom m en, verm ag die Beschw erdegegnerin deshalb auch nichts aus dem anerkannten G ebrauch der W iderspruchsm arke abzuleiten. D ie Anerkennung des G ebrauchs ersetzt seine G laubhaftm achung in die- ser H insicht nicht (Art. 12 Abs. 1 M SchG ). D ie Vorinstanz hat den Schutz der W iderspruchsm arke darum zurecht, nach dem W ortlaut des R egister- eintrags und dem anerkannten G ebrauch, auf "m achines et appareils électriques pour le traitem ent du linge et des vêtem ents dont m achines à laver, essoreuses; aspirateurs" in Klasse 7 und "séchoirs tels que sèche- linge, sèche-linge à tam bour" in Klasse 11 begrenzt, w obei diese Begriffe im Sinne der anerkannten Begriffe W aschm aschinen, Staubsauger und W äschetrockner einschränkend zu verstehen sind, also zum Beispiel keine Bügelm aschinen oder Trockenapparate für Lebensm ittel m ehr enthalten. 6. O b zw ischen der so eingeschränkten W iderspruchsm arke und der ange- fochtenen M arke der Beschw erdeführerin eine Verw echslungsgefahr be- steht, ist aus der Sicht der m assgeblichen Verkehrskreise zu beurteilen, w elche die M arken in ihrem Erinnerungsbild auseinanderhalten können sollen (BG E 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 477 E. 2d R adion). D ie m ass- geblichen Verkehrskreise w erden vorliegend für beide M arken aus Perso- nen gebildet, die einen eigenen H aushalt führen; ausserdem aus Personen w ie Sanitäre oder Verm ieter, die sich m it der Einrichtung frem der H aushal- tungen befassen (vgl. EU G EN M AR BAC H , D ie Verkehrskreise im M arkenrecht, sic! 2007, S. 7 ff.). Zw ischen der Zeichenähnlichkeit und der G leichartigkeit der W aren und D ienstleistungen als Kriterien der Verw echslungsgefahr (vgl. E. 2 vorstehend) besteht eine W echselw irkung: An die Verschieden- heit der Zeichen sind um so höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die W aren oder D ienstleistungen der zu vergleichenden M arken sind, und um gekehrt (DAVID, a.a.O., MSchG Art. 3, N. 8). 7. G leichartigkeit liegt vor, w enn die m assgeblichen Abnehm erkreise auf den G edanken kom m en können, die unter Verw endung ähnlicher M arken an- gebotenen W aren oder D ienstleistungen (m ögen sie auch von einander völlig verschieden sein und unterschiedlichen Zw ecken dienen) w ürden an- gesichts ihrer üblichen H erstellungs- und Vertriebsstätten aus dem selben U nternehm en stam m en oder zum indest unter der Kontrolle des gem einsa- m en M arkeninhabers hergestellt (D AVID , a.a.O ., M SchG Art. 3, N . 35). Für das Bestehen gleichartiger W aren sprechen dabei insbesondere Ü berein- stim m ungen zw ischen den H erstellungsstätten der W aren, dem fabrikati- onsspezifisch erforderlichen Know -how , den Vertriebskanälen, den Abneh- m erkreisen und dem Verw endungszw eck der W aren, deren Substituierbar- keit, verw andte oder gleiche technologische Indikationsbereiche und das Verhältnis von H auptw are und Zubehör (R KG E in sic! 2004 S. 864 E. 6 H arry/H arry's Bar, sic! 2006 S. 36 E. 5 Käserosette). Eher gegen das Vor-8 liegen von G leichartigkeit sprechen getrennte Vertriebskanäle innerhalb derselben Käuferschicht sow ie das Verhältnis von H ilfsw are oder R ohstoff zu H aupt-, Zw ischen- oder Fertigw are (R KG E in sic! 2004 S. 864 E. 6 H ar- ry/H arry's Bar; EU G EN M AR BAC H , G leichartigkeit – ein m arkenrechtlicher Schlüsselbegriff ohne Konturen?, Zeitschrift für Schw eizerisches R echt [ZSR ], 2001, S. 264 ff.). 8. Zu vergleichen sind m achines et appareils électriques pour le traitem ent du linge et des vêtem ents dont m achines à laver, essoreuses; aspirateurs; séchoirs tels que sèche-linge, sèche-linge à tam bour m it den von der an- gegriffenen M arke beanspruchten W aren: H eizungs-, D am pferzeugungs-, Kühl- und Lüftungsgeräte; Kochgeräte, näm lich H erde, Backöfen, G rillge- räte, Steam er, R eiskocher, elektrische Schnellkochtöpfe, elektrische D am pfdrucktöpfe, Tischkochgeräte, R acletteöfen, M arroniöfen, R echauds, W arm halteplatten; Trockengeräte, näm lich G eräte zur Trocknung von Le- bensm itteln, D örrapparate. Sow eit die Vorinstanz den W iderspruch m it Be- zug auf die Eintragung der angefochtenen M arke für Beleuchtungsgeräte, W asserleitungsgeräte und sanitäre Anlagen abgew iesen hat und keine Be- schw erde erhoben w orden ist, kann der Ansicht der Vorinstanz, dass in dieser H insicht keine G leichartigkeit bestehe, ohne W eiteres gefolgt w er- den. 9. Bei den noch zu vergleichenden W aren handelt es sich um elektrische H aushaltsgeräte, doch bestehen zw ischen den beiden W arenlisten keine direkten Ü berschneidungen. D ie üblichen H erstellungsstätten der W aren der W iderspruchsm arke stim m en m it denjenigen von "H eizungs-, D am pfer- zeugungs-, Kühl- und Lüftungsgeräten; Kochgeräten, näm lich H erden, Backöfen, G rillgeräten, Steam ern, R eiskochern, elektrischen Schnellkoch- töpfen, elektrischen D am pfdrucktöpfen, Tischkochgeräten, R acletteöfen, M arroniöfen, R echauds, W arm halteplatten; Trockengeräten, näm lich G erä- ten zur Trocknung von Lebensm itteln, D örrapparaten" w eitgehend überein; das dafür erforderliche Know -how und die Vertriebsw ege solcher Produkte sind, w ie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid anhand von Elektro- fachm ärkten und Spezialgeschäften korrekt darlegte, w eitgehend diesel- ben. D ie für die Textilw äsche und Bodenreinigung dienenden W aren der Beschw erdegegnerin sind zw ar nicht m it den W aren der Beschw erdeführe- rin substituierbar und w erden im G egensatz zu jenen nicht hauptsächlich in der Küche und im Zusam m enhang m it Lebensm itteln verw endet. Auch die Abnehm erkreise stim m en jedoch überein, so dass, w ie die Vorinstanz korrekt festgestellt hat, eine entfernte W arenähnlichkeit besteht. 10. D ie Zeichenähnlichkeit beurteilt sich aufgrund des G esam teindrucks, den die sich gegenüberstehenden M arken in der Erinnerung der angesproche- nen Verkehrskreise hinterlassen. Für die Zeichenähnlichkeit ist bei Bild- m arken die G estaltung und allenfalls der begriffliche Inhalt der M arke 9 m assgebend, bei W ortm arken der W ortklang, das Erscheinungsbild und gegebenenfalls deren Sinngehalt. M arkenzeichen sind schon dann ähnlich, w enn sie nur in einem einzigen der aufgezählten Aspekte übereinstim m en (D AVID , a.a.O ., M SchG , Art. 3, N . 17). Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass das angesprochene Publikum die Zeichen in der R egel nicht gleich- zeitig vor sich hat. D eshalb ist auf den von den M arken ausgehenden Erin- nerungseindruck abzustellen, der w esentlich vom Erscheinungsbild der kennzeichnungskräftigen M arkenelem ente geprägt w ird. D ie unveränderte Ü bernahm e prägender, kennzeichnungskräftiger Bestandteile begründet in der R egel eine Verw echslungsgefahr (BG er in sic! 2001 S. 408 ff. Jaguar, R KG E in sic! 2006 S. 858 E. 6 Pum a, AppH of BE in sic! 1997 S. 574 E. 3 Butterverpackung, R KG E in Schw eizerische M itteilungen über Im m aterialgü- terrecht [SM I], 1995 S. 324 E. 3b Avenir/Avenit). D iese allgem einen G rund- sätze gelangen auch dort zur Anw endung, w o es um den Vergleich kom bi- nierter W ort-/Bildm arken geht: W eder dem W ort- noch dem Bildelem ent kom m t verm utungsw eise der Vorrang zu. G egebenenfalls genügt bereits die Verw echselbarkeit bloss im W ort- oder bloss im Bildelem ent für die An- nahm e einer Verw echslungsgefahr (Kom m entar M AR B AC H , S. 122 f.). 11. D ie grafische G estaltung der W iderspruchsm arke "M axx" (fig.) ist auf die Schrägstellung und den Fettdruck der Buchstaben beschränkt und trägt zur U nterscheidungskraft der M arke w enig bei. N ach einer am Internet pu- blizierten, aber nicht näher belegten "Praxis" der Vorinstanz soll das Zei- chen "M ax" als M utilation von "M axim um " oder als Kurzform des Vorna- m ens "M axim ilian" verstanden w erden. Ihm soll dadurch ein hinreichendes M ass an U nterscheidungskraft eignen (http://w w w .ipi.ch/pool4s/m ar ken/ m a praxisd.htm ). Erst w enn das Zeichen durch einen Punkt ergänzt w erde ("M ax."), handle es sich um eine dem M arkenschutz nicht zugängliche Ab- kürzung. Sollte sich nach der Ansicht der Vorinstanz das gegensätzliche rechtliche Schicksal dieser beiden Fallgruppen tatsächlich am nachgestell- ten Punkt entscheiden, erschiene eine derartige Praxis allerdings w enig überzeugend. M it w elcher U nterscheidungsw irkung ein Bestandteil "M ax." oder "M ax" verstanden w ird, ist darum nach den jew eiligen U m ständen im Einzelfall zu entscheiden und lässt sich nicht in dieser W eise verallgem ei- nern (vgl. E. 13). In der gleichen am Internet veröffentlichten "Praxis"-Sam m lung führt die Vorinstanz zudem aus, das Zeichen "M axx" diene im Französischen als übliche Abkürzung für "M axim um " und sei des- halb vom M arkenschutz ausgeschlossen. D em gegenüber führt die Vorins- tanz im angefochtenen Entscheid aus, derselbe Bestandteil habe "keinen direkt beschreibenden Sinngehalt" (E. III.E ). Belege dafür, dass "M axx" im Französischen eine gängige Abkürzung ist, finden sich allerdings nicht, insbesondere nicht in den einschlägigen W örterbüchern der französischen Sprache. Auf G rund seiner auffälligen zw eiten H älfte ist darum davon aus- zugehen, dass es sich bei dem W ortelem ent "M axx" um ein kennzeich- nungskräftiges und zudem um das prägende Elem ent der W iderspruchs- m arke handelt.10 12. D ie Beschw erdegegnerin m acht ausserdem geltend, dass sie die Kenn- zeichnungskraft der W iderspruchsm arke durch langjährige und intensive Benützung für W aschm aschinen, W aschvollautom aten und W äschetrock- ner zusätzlich gesteigert habe. Von 2002 bis M itte 2005 seien in der Schw eiz über 20'000 solche G eräte verkauft w orden. D ie hierfür einge- reichten Belege zeigen allerdings, dass die W iderspruchsm arke aus- schliesslich in Verbindung m it ihrer H ausm arke [...] verw endet w orden ist. D iese w urde dem W ort "M axx", in fetterer Schrift und in G rossbuchstaben, stets direkt vorangestellt. Aus der Anzahl verkaufter G eräte m it dieser W örterkom bination kann darum nicht auf die Bekanntheit der Linienm arke "M axx" in Alleinstellung geschlossen w erden. D ass dieser G ebrauch der M arke "M axx" eine Bekanntheit ohne den Zusatz [...] geschaffen habe, ist nicht dargetan (BG E 127 III 167 2b/bb Securitas). Es erscheint darum nicht glaubhaft, dass die W iderspruchsm arke als solche eine besondere Be- kanntheit geniesst. 13. D ie angegriffene M arke besteht aus den W ortelem enten "m ax" und "M axi- m um + Value", die m it einem auffälligen roten O val hinterlegt sind. D er Schriftzug "M axim um + Value" ist lesbar, aber viel kleiner geschrieben als der Schriftzug "m ax". G em essen an der Kürze der beiden W örter besteht zw ischen dem H auptbestandteil "m ax" und dem Elem ent "M axx" der W i- derspruchsm arke zw ar ein m arkanter U nterschied im Erscheinungsbild (vgl. BG E 121 III 380 E. 3a Boss/Boks), doch w erden beide Elem ente gleich ausgesprochen, besteht derselbe U nterschied im W ortklang also nicht. Ein unterschiedlicher Sinngehalt, der die akustische Identität w ettzu- m achen verm öchte, ist ebenfalls nicht vorhanden. D ie Zeichen sind sich som it ähnlich. 14. Schliesslich ist in einem w ertenden G esam tblick zu entscheiden, ob ange- sichts der festgestellten G leichartigkeit der beanspruchten W aren und der erm ittelten Zeichenähnlichkeit unter Berücksichtigung der vorhandenen Abw eichungen auch eine Verw echslungsgefahr besteht (Art. 3 Abs. 1 lit. c M SchG ). H ierbei ist zu beachten, dass die W aren, für w elche die M arken beansprucht w erden, nicht täglich erw orben w erden. Vielm ehr w ählen die m assgeblichen Verkehrskreise G eräte dieser Art m it einer Sorgfalt aus, die sich auch auf die darauf angebrachte M arke erstreckt (BG er in sic! 2002, 167 E. 6f Audi; U rteil des Bundesgerichts 4C .79/2000 vom 16. Juni 2000 E. 4e H elvetic Tours). "M axim um + Value" w irkt im Zusam m enhang m it den W aren der angegriffenen M arke anpreisend und ist daher für sich al- lein kein prägender Bestandteil der angegriffenen M arke. D asselbe gilt je- doch auch für das W ortelem ent "m ax", w elches, auch ohne Punkt, unw ei- gerlich als Abkürzung von "M axim um " beziehungsw eise als Superlativ in Bezug auf die m öglichen Eigenschaften der beanspruchten W aren (bei- spielsw eise "m axim ale Leistung", "m axim ale Einsparung", "m axim ales Fassungsverm ögen", "m axim ale Lebensdauer") verstanden w ird. D erlei Angaben sind auf elektrischen G eräten häufig anzutreffen. D urch die N ähe des Bestandteils zur sloganhaften Anpreisung "M axim um + Value" w ird 11 zw ischen "m ax" und dem erläuternden W ort "M axim um " ein leicht ver- ständlicher Bezug geschaffen. Entsprechend ist "m ax" kein prägender Be- standteil der angegriffenen M arke, sondern gehört zum G em eingut. D a- durch, dass nicht m ehr als dieser Teil m it der W iderspruchsm arke überein- stim m t, unterscheidet sich aber auch die angegriffene M arke hinreichend von derselben, w enn zudem das auffällige, schattierte rote O val und die Kom bination ihrer W ortbestandteile berücksichtigt w erden. Folglich besteht keine Verw echslungsgefahr zwischen den zu vergleichenden M arken. 15. D ie Beschw erde ist dam it gutzuheissen, Ziff. 1, 2, 4 und 5 des angefochte- ne Entscheids sind aufzuheben, und der W iderspruch ist vollum fänglich abzuw eisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ird die Beschw erde- gegnerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 64 Abs. 3 Vw VG ). 16. D ie G erichtsgebühr ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigun- gen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Im Beschw erdeverfahren vor dem Bundesverw altungsge- richt ist dafür ein Streitw ert zu veranschlagen (Art. 4 VG KE). Im W ider- spruchsverfahren besteht dieser Streitw ert vor allem im Schaden der be- schw erdeführenden Partei im Fall einer M arkenverletzung durch die ange- fochtene M arke. Es w ürde aber zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den relativ geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschre- ckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw andsnachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrelevanter Angaben ist der Streitw ert darum nach Erfahrungsw erten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H E R , D er Streitw ert im Im m aterialgüter- und W ettbew erbspro- zess, sic! 2002, S. 505; LEO N Z M EYE R , D er Streitw ert in Prozessen um Im - m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 2001, S. 559 ff., LU C A S D AVID , in: R o- land von Büren/Lucas D avid [H rsg.], Schw eizerisches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). 17. D ie Parteientschädigung ist nach Art. 14 Abs. 2 VG KE aufgrund der einge- reichten Kostennote festzusetzen. Ist von der anspruchsberechtigten Par- tei w ie im vorliegenden Fall keine Kostennote eingereicht w orden, setzt das G ericht die Entschädigung aufgrund der Akten für die notw endigen er- w achsenen Kosten fest (Art. 7 VG KE). In W ürdigung der m assgeblichen Faktoren erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.-- (inkl. allfälli- ge M W ST) für das erstinstanzliche Verfahren und das Beschw erdeverfah- ren angem essen.12 18. D ieses U rteil unterliegt keiner Beschw erde ans Bundesgericht und ist da- her rechtskräftig (Art. 73 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, Ziff. 1, 2, 4 und 5 des Entscheids des eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 19. Juli 2006 (W i- derspruchsverfahren N r. 7219) w erden aufgehoben, und der W iderspruch w ird vollum fänglich abgew iesen. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 4'000.-- w ird der Beschw erdegegnerin aufer- legt. 3. D ie Beschw erdegegnerin hat die Beschw erdeführerin für das erstinstanz- liche Verfahren und für das Beschw erdeverfahren m it total Fr. 2'800.-- (inkl. M W ST) zu entschädigen. 4. D er Beschw erdeführerin w ird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- zurückerstattet. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, Beschw erdebeilagen zurück) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben, Beschw erdebeilagen zurück) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. N r. 7219; eingeschrieben, Vorakten zu- rück) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: D avid Aschm ann Philipp J. D annacher Versand am : 6. Juli 2007