Abteilung I A-7970/2007 {T 1/2} U r t e i l v o m 2 8 . A u g u s t 2 0 0 8 Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richter Jürg Kölliker, Richter Daniel Riedo, Gerichtsschreiberin Michelle Eichenberger. Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) , Zweigniederlassung, BUS Business Unit Sport, Fernsehstrasse 1 - 4, 8052 Zürich, vertreten durch Rechtsanwalt Rudolf Mayr von Baldegg, Töpferstrasse 5, 6004 Luzern Beschwerdeführerin, gegen Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz, Tele Tell, Tele Top, Tele Züri, vertreten durch Herr Marc Friedli, c/o Tele Bärn, Grünaustrasse 3, 3084 Wabern Beschwerdegegner, Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) , Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel Vorinstanz. Zulassung zur Kurzberichterstattung. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandA-7970/2007 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 21. Juli 2006 gelangten acht regionale Privat-Fern- sehveranstalter (Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz, Tele Tell, Tele Top, Tele Züri; nachfolgend: Regional- sender) an das Bundesamt für Kommunikation (nachfolgend: BAKOM). Sie kritisierten das Schreiben der Schweizerischen Radio- und Fern- sehgesellschaft (nachfolgend: SRG) vom 18. Juli 2006, welches über neue Zugangsbedingungen zu Fussball- und Eishockeyspielen der Saison 2006/07 ff., bezüglich deren die SRG über Exklusivrechte ver- fügt, informierte. Die Beanstandungen der Regionalsender richteten sich gegen die Regelung der SRG, wonach Drehgenehmigungen grundsätzlich nicht mehr gewährt würden, da praktisch alle Spiele live und mit einem hohen Kamerastandart produziert würden, sowie gegen die angekündigte Tarifpolitik der SRG. B. Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 erliess das BAKOM für die Dauer des Hauptverfahrens vorsorgliche Massnahmen. Danach wurde die SRG angewiesen, den Regionalsendern im Rahmen ihres Kurz- berichterstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eisho- ckeyspielen mit eigenen Bild- und Tonaufnahmegeräten, inklusive Drehgenehmigungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Dul- dungspflicht bestehe jeweils gegenüber denjenigen Veranstaltern, wel- che über Spiele berichten wollten, die Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus ihrem konzessionierten Verbreitungsgebiet beträ- fen. Sie gelte ab Eröffnung der Zwischenverfügung bis zu einem Ent- scheid in der Hauptsache. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Zwischenverfügung werde die aufschiebende Wirkung entzogen. Am 16. August 2006 erfolgte seitens des BAKOM eine Ergänzung der Zwi- schenverfügung vom 31. Juli 2006, da Tele Südostschweiz im Disposi- tiv versehentlich nicht erwähnt worden war. C. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2007 stellte das BAKOM neben der Kostenformel und der Eröffnung Folgendes fest bzw. ordnete Folgen- des an: Seite 2A-7970/2007 "1.Physical Access 1.1 Spiele bis zum 1. April 2007 Es wird festgestellt, dass die SRG SSR verpflichtet war, den Regional- sendern Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südost- schweiz, Tele Tell, Tele Top und Tele Züri im Rahmen ihres Kurzbericht- erstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eishockeyspie- len mit eigenen Bild- und Tonaufnahmegeräten, inklusive Drehgeneh- migungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Duldungspflicht bezog sich auf die Spiele der Saison 2006/2007, soweit die SRG SSR über Exklusivrechte verfügte. Diese Verpflichtung galt unter dem Vorbehalt, dass die räumlichen und technischen Voraussetzungen für einen Physical Access gegeben wa- ren. 1.2 Spiele ab dem 1. April 2007 Es wird festgestellt, dass die SRG SSR verpflichtet ist, den Regional- sendern Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südost- schweiz, Tele Tell, Tele Top und Tele Züri im Rahmen ihres Kurzbericht- erstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eishockeyspie- len mit eigenen Bild- und Tonaufnahmegeräten, inklusive Drehgeneh- migungen für eigene Spielbilder, zu gewähren. Diese Duldungspflicht bezieht sich auf die Spiele der Saison 2006/2007, und sie gilt für künf- tige Spielsaisons, soweit die SRG SSR über Exklusivrechte verfügt. Diese Verpflichtung gilt unter dem Vorbehalt, dass die räumlichen und technischen Voraussetzungen für einen Physical Access gegeben sind. Bei beschränkten Kapazitäten ist eine Priorisierung wie folgt vorzuneh- men: • Zunächst ist der Zugang an Veranstalter zu gewähren, welche auf- grund vertraglicher Vereinbarungen mit der SRG SSR bzw. des Er- eignisveranstalters einen Anspruch darauf haben. • Im Falle weiterer Kapazitäten ist auch Veranstaltern, die eine mög- lichst umfassende Versorgung in der Schweiz gewährleisten, Zu- gang zu gewähren, sowie Regionalveranstaltern mit Leistungsauf- trag, falls Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus dem Seite 3A-7970/2007 konzessionierten Verbreitungsgebiet dieser Veranstalter betroffen sind. • Im Falle weiterer Kapazitäten sind auch die übrigen Veranstalter zu berücksichtigen. 1.3 Akkreditierungsgebühr Es wird festgestellt, dass die Erhebung einer pauschalen «Akkreditie- rungsgebühr» für Kamerazugang in der «Mixed Zone», wie sie im Schreiben der SRG SSR vom 18. Juli bzw. 4. August 2006 für die Spielsaison 2006/2007 ff. angekündigt wurde, unzulässig ist. 2. Signal Access 2.1 Es wird festgestellt, dass die SRG SSR nur die aus ihrer Signalüber- lassungspflicht direkt entstehenden effektiven Mehrkosten auf die Re- gionalsender überwälzen darf. Es wird festgestellt, dass die SRG SSR eine Pauschalgebühr erheben kann. Diese muss sich auf überprüfbare Technik- und Personalkosten und allfällige weitere mit der Einräumung des Rechts auf Kurzberichterstattung notwendigerweise verbundenen Kosten beziehen und darf keine Überwälzung der eigenen Rechtekos- ten durch die SRG SSR beinhalten. 2.2 Es wird festgestellt, dass die pauschale «Kurzberichterstattungsge- bühr» von Fr. 300.--/Fr. 100.-- gemäss Schreiben der SRG SSR vom 18. Juli 2006 bzw. 4. August 2006 unzulässig ist. 2.3 Es wird festgestellt, dass die Pauschale von Fr. 300.-- für technische Kosten für die Abgabe eines Spiel-Mitschnitts zulässig ist. 3. Die SRG SSR wird aufgefordert, das BAKOM innert 30 Tagen ab Rechts- kraft dieser Verfügung über die Massnahmen zu informieren, welche sie zur Sicherstellung des Kurzberichterstattungsrechts der in Ziff. 1 ge- nannten Regionalsender trifft. Sollte die SRG SSR dieser Pflicht nicht nachkommen, werden weitere administrative Massnahmen im Sinne von Art. 89 f. des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernse- hen (RTVG, SR 784.40) ergriffen.“ Zur Begründung führte das BAKOM aus, die Auslegung des anwend- baren Art. 7 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über Radio und Fernsehen (aRTVG, AS 1992 601) führe dazu, dass der Seite 4A-7970/2007 Primärveranstalter (Rundfunkveranstalter, der mit dem Ereignis- veranstalter bzw. dem Rechtsinhaber oder -händler einen Vertrag be- züglich Erstverwertungs- oder Exklusivberichterstattungsrechten abge- schlossen hat; vorliegend: Beschwerdeführerin) ein Zugangsrecht des Sekundärveranstalters (Rundfunkveranstalter, der im Rahmen des ge- setzlichen Kurzberichterstattungsrechts über das Ereignis berichten möchte, aber über keine Exklusivrechte verfügt; vorliegend: Beschwer- degegner) zu dulden habe, welches grundsätzlich die Mitnahme eige- ner Aufzeichnungsgeräte zur Herstellung eigener Bilder inklusive Spielbilder mitbeinhalte. Diese Auslegung widerspreche auch nicht dem Urheberrechtsgesetz vom 9. Oktober 1992 (URG, SR 231.1) und habe auch unter dem neuen RTVG Geltung. Für Spiele bis zum 1. April 2007, d.h. für solche vor Inkrafttreten des neuen RTVG, habe der Sekundärveranstalter weiter das Wahlrecht, welche Art des Zugangs nach Art. 7 Abs. 1 aRTVG – Physical Access (Direktes Zugangsrecht des Sekundärveranstalters zum Ereignis, ge- koppelt mit einer entsprechenden Duldungspflicht des Primärveran- stalters und des Ereignisveranstalters sowie des Rechtehändlers [Bst. a]) oder Signal Access (Recht des Sekundärveranstalters, im Rahmen seines Kurzberichterstattungsrechts Bild- und Tonaufnahmen des Ereignisses zu angemessenen Bedingungen zu erhalten [Bst. b]) – er im konkreten Fall in Anspruch nehmen wolle. Der Physical Access gelte jedoch nicht absolut, sondern nur soweit es die technischen und räumlichen Gegebenheiten erlaubten. Für Spiele ab dem 1. April 2007 von primär regionaler Bedeutung sei die Prioritätenregelung für den Physical Access von Art. 69 Abs. 1 der Radio- und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV, SR 784.401) jedoch anzupassen. Hinsichtlich der finanziellen Abgeltung für das Kurzberichterstattungs- recht kam das BAKOM zum Schluss, beim Physical Access sei die Er- hebung einer pauschalen Akkreditierungsgebühr von Fr. 100.-- unzu- lässig, da sie dem Grundsatz der Kostenlosigkeit gemäss aRTVG bzw. RTVG widerspreche und die SRG allfällige effektiv aus der Einräu- mung des Zugangs vor Ort entstehende Kosten nicht nachvollziehbar ausweise. Beim Signal Access sei die Kurzberichterstattungsgebühr mit dem Grundsatz von Art. 20 Abs. 4 der Radio- und Fernsehverordn- ung vom 6 Oktober 1997 (aRTVV, AS 1997 2903) bzw. Art. 70 Abs. 2 RTVV nicht vereinbar, wonach nur durch die Signalüberlassungs- pflicht entstehende effektive Mehrkosten überwälzt werden dürften. Eine Pauschalgebühr sei zwar grundsätzlich zulässig, müsse aber auf Seite 5A-7970/2007 überprüfbaren Kosten beruhen und dürfe keine Überwälzung der eige- nen Rechtekosten beinhalten. Die pauschal erhobene Gebühr von Fr. 300.-- für eine Videokassette mit Spielaufzeichnungen in sendefähiger Qualität sei angemessen. Die SRG habe ihre Kosten aber den Regio- nalsendern auf deren allfälliges Begehren hin auszuweisen. Schliesslich verpflichtete das BAKOM die SRG im Rahmen einer admi- nistrativen Massnahme, die Aufsichtsbehörde über die getroffenen Massnahmen zur Sicherung des Kurzberichterstattungsrechts der Re- gionalveranstalter zu informieren. Eine verbindliche Regelung der Zu- gangsproblematik seinerseits erachte es nicht als sinnvoll. Vielmehr sei eine einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten vorzuzie- hen. D. Mit Eingabe vom 23. November 2007 führt die SRG (nachfolgend: Be- schwerdeführerin) gegen die Verfügung des BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz) vom 25. Oktober 2007 beim Bundesverwaltungsgericht Be- schwerde. Sie beantragt die vollumfängliche Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung und der vorsorglichen Massnahmen gemäss Zwi- schenverfügung der Vorinstanz vom 31. Juli 2006. Es sei festzustellen, dass die Vorinstanz mit den angefochtenen Verfügungen Bundesrecht, insbesondere verfassungsmässige Rechte sowie das RTVG, verletzt habe. Die Beschwerdeführerin macht geltend, für eine Auslegung von Art. 7 Abs. 1 aRTVG bestehe einerseits gar kein Raum. Andererseits würden auch die verschiedenen Auslegungsmethoden und die zitierte Lehre ohnehin nicht zu belegen vermögen, dass die Produktion eigener Spielbilder zulässig sei. Weiter habe sie in der Praxis die Herstellung eigener Bilder nicht generell erlaubt. Zu den finanziellen Abgeltungen führt sie aus, die Vorinstanz verkenne den technischen Aufwand für Vi- deomitschnitte und in Bezug auf Technik und Manpower. Auch sei der Kurzberichterstattungspreis früher vertraglich vereinbart gewesen und von den Parteien bis anhin als angemessen betrachtet worden. Schliesslich werde Art. 28 URG verletzt und verstosse die angefochte- ne Verfügung gegen die Rechtsgleichheit gemäss Art. 8 der Bundes- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), gegen Treu und Glauben und den Schutz vor Will- kür gemäss Art. 9 BV, gegen die Eigentumsgarantie gemäss Art. 26 Seite 6A-7970/2007 BV und gegen die in Art. 27 und Art. 94 ff. BV statuierte Wirtschafts- freiheit. E. Die Regionalsender (nachfolgend: Beschwerdegegner) beantragen mit Beschwerdeantwort vom 15. Januar 2008 die Abweisung der Be- schwerde und die vollumfängliche Bestätigung der angefochtenen Ver- fügung. Weiter sei festzustellen, dass die vorsorglichen Massnahmen der Zwischenverfügungen des BAKOM vom 31. Juli 2006 und 16. Au- gust 2006 betreffend Kurzberichterstattungsrecht bei Fussball- und Eishockeyspielen weiterhin gelten würden, und eventualiter seien die- se vorsorglichen Massnahmen dahingehend zu bestätigen, dass die Be schwerdeführerin angewiesen werde, den Beschwerdegegnern im Rahmen ihres Kurzberichterstattungsrechts physischen Zugang zu Fussball- und Eishockeyspielen mit eigenen Bild- und Tonaufnahme- geräten, inklusive Drehgenehmigungen für eigene Spielbilder, zu ge- währen. Diese Duldungspflicht gelte gegenüber denjenigen Veranstalt- ern, welche über Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus ih- rem konzessionierten Verbreitungsgebiet berichten wollten. Die Beschwerdegegner bringen vor, eine Anfechtung der Zwischenver- fügungen sei nicht mehr möglich, da diese in Rechtskraft erwachsen seien. Sie würden bis zum Vorliegen eines formell rechtskräftigen Ent- scheids gelten und seien somit auch heute noch gültig. Zum Physical Access führen die Beschwerdegegner aus, zum einen könnten sie ge- mäss dem Willen des Gesetzgebers vor Ort eigene Ton- und Bildauf- nahmen machen. Zum anderen würde das Verbot eigener Bilder die Regelung von Art. 72 RTVG ihres Sinns entleeren. Die Beschwerde- gegner hätten häufig einen anderen inhaltlichen Fokus und würden demnach die Schwerpunkte ihrer Berichterstattung anders als die Be- schwerdeführerin setzen, was eigenes Filmmaterial bedinge. Weiter werde weder Art. 28 URG verletzt noch stelle das Kurzberichterstat- tungsrecht einen unverhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfrei- heit dar. Schliesslich dürften für die Ausübung des Physical Access keine Akkreditierungskosten und Ähnliches abverlangt werden. F. Mit Vernehmlassung vom 21. Januar 2007 ersucht die Vorinstanz um Abweisung der Beschwerde. Weiter sei die von der Beschwerdeführe- rin anbegehrte Aufhebung der vorsorglichen Massnahmen gemäss Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 zeitlich prioritär zu behandeln Seite 7A-7970/2007 und die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen. Sie halte vollum- fänglich an ihrer angefochtenen Verfügung fest und verweise auf die dortigen Ausführungen. Darüber hinaus könne sich die Beschwerde- führerin nicht auf ihre Privatautonomie bezüglich der zu regelnden Konditionen des Zugangsrechts der Sekundärveranstalter berufen, wenn keine vertragliche Einigung zustande komme; dies obwohl die Bestimmungen des RTVG dispositiver Natur seien. Denn in diesem Fall könnten die Sekundärveranstalter die Aufsichtsbehörde anrufen und ihre gesetzlichen Ansprüche einfordern. Im Weiteren äussert sich die Vorinstanz zu den übrigen Vorbringen der Beschwerdeführerin. G. Die Instruktionsrichterin teilte mit Verfügung vom 24. Januar 2008 den Verfahrensbeteiligten unter anderem mit, der Feststellungsantrag der Beschwerdegegner, die mit Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2006 und 16. August 2006 angeordneten vorsorglichen Massnahmen hätten weiter zu gelten bzw. eventualiter seien diese zu bestätigen, sei sinn- gemäss als Antrag auf Anordnung von vorsorglichen Massnahmen bzw. Entzug der aufschiebenden Wirkung im Verfahren vor dem Bun- desverwaltungsgericht zu verstehen. Die Verfahrensbeteiligten hätten Gelegenheit, hierzu innert Frist Stellung zu nehmen. H. Die Beschwerdegegner beantragen mit Stellungnahme vom 4. Februar 2008, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Eventualiter seien vorsorgliche Massnahmen anzuordnen, welche den Ziff. 1.2 – abgesehen von der Änderung in Saison 2007/2008 anstatt Saison 2006/2007 –, 1.3, 2.1 sowie 2.2 der angefochtenen Verfügung entsprächen und die der Beschwerdeführerin untersagten, für techni- sche Kosten für die Abgabe eines Spielmitschnitts eine Pauschale von mehr als Fr. 300.-- zu erheben. Subeventualiter seien die vorsorglichen Massnahmen der Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2006 und 16. Au- gust 2006 zu bestätigen sowie abzuändern und zu ergänzen. I. Mit Stellungnahme vom 13. Februar 2008 bringt die Vorinstanz vor, es sei auf die Beschwerde, soweit sie sich auf die Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 beziehe, nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzu- weisen. Die Beschwerde im Punkt der vorsorglichen Massnahmen sei vorab zu behandeln. Subeventualiter sei für die Dauer des Beschwer- deverfahrens der Erlass vorsorglicher Massnahmen zu prüfen. Die Vor- Seite 8A-7970/2007 instanz führt aus, ob die Zwischenverfügung nachträglich noch an- fechtbar sei, sei im Rahmen von Art. 46a (recte: Art. 46) des Bundes- gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu entscheiden. J. Die Beschwerdeführerin verlangt mit Stellungnahme vom 14. Februar 2008, die Rechtsbegehren der Beschwerdegegner und der Vorinstanz im Zusammenhang mit dem Entzug der aufschiebenden Wirkung bzw. dem Erlass vorsorglicher Massnahmen seien abzuweisen, soweit dar- auf einzutreten sei. Sie bringt unter anderem vor, die Zwischenverfü- gungen könnten zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich nicht mehr gesondert angefochten werden, da sie gar nicht mehr in Kraft seien. K. Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2008 hiess das Bundesver- waltungsgericht das Gesuch der Beschwerdegegner um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut. L. Die Beschwerdeführerin stellt mit Replik vom 17. März 2008 erneut den Antrag, die Verfügung der Vorinstanz vom 25. Oktober 2007 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei festzustellen, dass die Vorins- tanz mit der angefochtenen Verfügung Bundesrecht, insbesondere ver- fassungsmässige Rechte sowie das RTVG, verletzt habe. Weiter seien die Anträge der Beschwerdegegner und der Vorinstanz vom 15. und 24. Januar 2008 abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Zur Beschwerdeantwort bringt die Beschwerdeführerin im Wesentli- chen vor, die Argumentation der Beschwerdegegner würde faktisch ih- ren Service-public-Auftrag aushöhlen, weil die teuer eingekauften Ex- klusivrechte entwertet würden. Der Vertragsabschluss zeige, dass kein gesetzlicher Anspruch auf Physical Access, inklusive Produktion eige- ner Spielbilder, bestehe, ansonsten ein solcher gar nicht nötig gewe- sen wäre. Auch gebe es für die Beschwerdeführerin selber gegenüber ausländischen Veranstaltern kein Kurzberichterstattungsrecht mit An- spruch auf eigene Spielbilder. Sie müsse diese deshalb für teures Geld erwerben. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegner einer- seits von den Vorteilen der kostengünstigen Übernahme des (Fremd-) Materials profitieren wollten und andererseits darüber hinaus noch ei- gene Spielbilder drehen möchten, ohne hierfür die üblichen Vergütung- Seite 9A-7970/2007 en zu übernehmen. Soweit die Vorinstanz den Preis auf die blosse Kostendeckung beschränke, fehle es zudem an einer Rechtsgrund- lage, weshalb die Handels- und Gewerbefreiheit sowie die Eigentums- garantie verletzt würden. Schliesslich erlaube die ungehinderte Aus- weidung des zur Verfügung gestellten Materials und dessen Zusam- menschnitt, Vertonung und Anreicherung mit eigenem Bild- und Ton- material nebst und hinter den Kulissen des eigentlichen Sportereignis- ses eine publizistisch vielseitige, technisch perfekte und finanziell tragbare Praxis des Kurzberichterstattungsanspruchs. Das Anliegen der Beschwerdegegner richte sich offensichtlich darauf, unter dem Ti- tel Kurzberichterstattung eigene Magazine aus den Sportproduktionen zu verfassen. Dies sprenge aber den Rahmen der Kurzberichterstat- tung. Zur Vernehmlassung der Vorinstanz macht die Beschwerdeführerin insbesondere geltend, der neueren Doktrin lasse sich kein Hinweis auf die Berechtigung zur Produktion eigener Bilder des Ereignisses selbst entnehmen. Weiter ergebe sich die Alternativität beider Zugangsarten zwar aus dem Gesetz. Es handle sich hierbei aber um ein Wahlrecht des Veranstalters und nicht der Ansprecher des Kurzberichterstat- tungsrechts. Auch müsse die Regelung für die gesamte Sportwelt gel- ten. Es könne nicht sein, dass die Auslegung des Gesetzes je nach Gusto und Veranstaltung unterschiedlich gehandhabt werde. Schliess- lich müssten auch die Rechtekosten anteilsmässig verrechnet werden können, ansonsten von einer angemessenen Vergütung nicht gespro- chen werden könne. M. Mittels Schreiben vom 10. April 2008 teilt die Vorinstanz ihren Verzicht auf die Einreichung einer Duplik mit. Sie verweise auf ihre angefochte- ne Verfügung sowie die Vernehmlassung und bestätige die bereits ge- stellten Anträge. N. In ihrer Duplik vom 11. April 2008 schliessen die Beschwerdegegner auf die Abweisung der Beschwerde. Hauptsächlich heben sie hervor, das Kurzberichterstattungsrecht mit dem Signal Access und dem Phy- sical Access beruhe auf einem bewussten gesetzgeberischen Ent- scheid, mit dem Exklusivrechte von Gesetzes wegen eingeschränkt würden. Bei den Sublizenzverträgen – welche nie Ergebnis von echten Verhandlungen gewesen seien – sei es zudem primär um die Rege- Seite 10A-7970/2007 lung der Übernahme von fremdproduzierten Bildern im nationalen und internationalen Sportbereich gegangen. Ferner machen die Beschwer- degegner erneut geltend, für die eigenständige Berichterstattung seien eigene Bilder unabdingbar. O. Auf weitere Vorbringen und die sich bei den Akten befindlichen Schrift- stücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägun- gen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BAKOM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun- desverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist da- her zur Behandlung vorliegender Beschwerde zuständig. Das Verfah- ren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG) – und nicht nach dem von der Beschwerdeführerin wiederholt zitierten Bundesge- richtsgesetz vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110), welches einzig für Verfahren vor dem Bundesgericht massgebend ist. 1.1 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung beson- ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Die Beschwerdeführerin ist formelle Adressatin der angefochtenen Verfügung und durch den angefochtenen Entscheid auch materiell beschwert. Sie ist deshalb grundsätzlich zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. Das schutzwürdige Interesse im Sinne von Art. 48 VwVG muss in der Regel aber ein aktuelles Interesse darstellen. Die Vorinstanz unter- schied bei der Beurteilung, ob im Rahmen des Physical Access eigene Ton- und Bildaufnahmen zulässig sind, zwischen der Situation vor dem 1. April 2007 – unter Anwendung des aRTVG und der aRTVV – und Seite 11A-7970/2007 der Situation nach dem 1. April 2007 – unter Anwendung des RTVG und der RTVV. In der Folge verlangte die Beschwerdeführerin die voll- umfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung, mithin auch die Aufhebung der Regelung des Physical Access vor dem 1. April 2007. Die Ausgestaltung des Physical Access unter dem aRTVG und der aRTVV vermag zum heutigen Zeitpunkt jedoch keine rechtlichen Wir- kungen mehr zu entfalten. Damit hat in diesem Punkt der Ausgang des Beschwerdeverfahrens auf die tatsächliche oder rechtliche Situation der Beschwerdeführerin keinerlei Einfluss. Folglich hat die Beschwer- deführerin an der Beurteilung dieses Beschwerdeantrags kein aktuel- les Rechtsschutzinteresse, womit auf die Beschwerde diesbezüglich nicht einzutreten ist (vgl. ALFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER , Verwaltungsver- fahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 413 und 540; ANDRÉ M OSER in: André Moser/Peter Uebersax, Pro- zessieren vor eidgenössischen Rekurskom-missionen, Basel 1998, Rz. 2.24 und 3.96 mit Hinweisen). Hinsichtlich den finanziellen Abgeltun- gen für das Kurzberichterstattungsrecht besteht aber nach wie vor ein Rechtsschutzinteresse, weshalb zwischen der Situation vor dem 1. Ap - ril 2007 – unter Anwendung des aRTVG und der aRTVV – und jener ab dem 1. April 2007 – unter Anwendung des RTVG und der RTVV – zu unterscheiden ist. 1.2 Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass sich Marc Friedli von Tele Bärn als Rechtsvertreter aller vorliegend betroffenen Regionalsender mit original unterzeichneten Vollmachten vom 27., 28., 30. und 31. Januar 2008 für das vorliegende Beschwerdeverfahren rechtsgenüglich ausgewiesen hat (Beilagen zur Stellungnahme vom 4. Februar 2008) – im Verwaltungsbeschwerdeverfahren beschränkt sich die Vertretungsbefugnis denn auch nicht auf die Anwaltschaft (Art. 11 VwVG). 1.3 Vorliegend ist fraglich, ob die Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2006 und 6. August 2006 nach wie vor Bestand haben oder nicht. Die Beschwerdeführerin hat diese mit ihrer Beschwerde vom 23. Novem- ber 2007 mitangefochten und die Aufhebung der damit angeordneten vorsorglichen Massnahmen beantragt. In ihrer Stellungnahme vom 14. Februar 2008 wiederum führt sie aus, die Zwischenverfügungen könnten zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich nicht mehr geson- dert angefochten werden, da sie gar nicht mehr in Kraft seien. Ebenso verlangt sie in ihrer Replik vom 17. März 2008 nur noch die Aufhebung der Verfügung vom 25. Oktober 2007 und nicht mehr auch jene der Seite 12A-7970/2007 Zwischenverfügungen. Zum einen bezwecken vorsorgliche Massnahmen den einstweiligen Rechtsschutz während des Verfahrens und fallen mit dem Erlass oder der Rechtskraft der Entscheidung in der Hauptsache dahin (ISABELLE H ÄNER , Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und im Ver- waltungsprozess, Zeitschrift für Schweizerisches Recht [ZSR] 116, 1997 II, S. 264; ANDRÉ MOSER , a.a.O., Rz. 3.13). Die Vorinstanz hielt in ihrer Zwischenverfügung vom 31. Juli 2006 denn auch fest, die ange- ordneten Massnahmen gälten ab Eröffnung der Zwischenverfügung bis zum Entscheid in der Hauptsache. Dieser Formulierung ist zu entneh- men, dass mit Erlass der angefochtenen Verfügung vom 25. Oktober 2007 die mit der Zwischenverfügung angeordneten vorsorglichen Massnahmen dahin fallen. Hätte die Vorinstanz beabsichtigt, dass die vorsorglichen Massnahmen bis zur Rechtskraft ihres Hauptsachenent- scheids andauern sollen, hätte sie dies explizit entweder in der Zwi- schenverfügung oder dann im Entscheid in der Hauptsache festhalten müssen. Zum ande ren sind zwar gemäss Art. 46 Abs. 2 VwVG Vor- und Zwischenentscheide, die weder die Zuständigkeit noch ein Aus- standsbegehren betreffen (vgl. Art. 45 Abs. 2 VwVG), im Rahmen der Beschwerde gegen den Endentscheid anfechtbar, wenn eine geson- derte Anfechtung unterblieben ist oder gar nicht zulässig war. Dies aber nur dann, wenn sie noch geeignet sind, den Endentscheid zu be- einflussen. Diese Bedingung ist im Prinzip erfüllt, wenn der Zwischen- entscheid die Zulassung eines Beweismittels zum Inhalt hat, nicht aber bei der Anordnung von vorsorglichen Massnahmen (vgl. zum gleich- lautenden Art. 88 [heute Art. 93 Abs. 3] BGG: Botschaft vom vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4334). Folglich können die Zwischenverfügungen vom 31. Juli 2006 und 6. August 2006 keine Geltung mehr beanspruchen. Sie sind nicht mehr anfechtbar. Insoweit ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. 1.4 Der Inhalt der angefochten Verfügung bildet den Rahmen bzw. das Anfechtungsobjekt, das den möglichen Umfang des Streitgegenstan- des begrenzt. Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügen- de Behörde nicht entschieden hat und auch nicht entscheiden musste, darf die zweite Instanz nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionale Zuständigkeit der unteren Instanz eingreifen würde. Die Parteibegeh- ren dürfen folglich nicht über das hinaus gehen, was die Vorinstanz Seite 13A-7970/2007 entschieden hat oder etwas anderes, Weitergehendes verlangen (KÖLZ / H ÄNER , a.a.O., Rz. 403). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens kann somit einzig die Ausgestaltung des Physical Access und des Signal Access bei Fussball- und Eishockeyspielen in der Schweiz, bezüglich derer die Beschwerdeführerin über Exklusivrechte verfügt, sein. Soweit die Beurteilung des Physical und des Signal Access anderer Veran- staltungen verlangt wird, ist auf die Begehren nicht einzutreten. Inso- fern spielt auch die Regelung des Physical Access im Ausland für das vorliegende Verfahren, in welchem Art. 72 RTVG und Art. 68 ff. RTVV Grundlage der Beurteilung bilden, keine Rolle. Dass die Beschwerde- führerin selber gegenüber ausländischen Veranstaltern kein Kurzbe- richterstattungsrecht mit Anspruch auf eigene Spielbilder hat und sie diese somit einkaufen muss, ist unerheblich. 1.5 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist demnach unter den genannten Einschrän- kung einzutreten. 2. Das BVGer überprüft die angefochtene Verfügung auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich der unrichtigen oder unvollständi- gen Feststellung des Sachverhalts und Überschreitung oder Miss- brauch des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 3. Umstritten ist vorliegend zum einen, ob die Beschwerdegegner im Rahmen des Physical Access einen Anspruch auf das Erstellen eige- ner Spielbilder bei Fussball- und Eishockeyspielen mit Exklusiv- oder Erstausstrahlungsrechten der Beschwerdeführerin haben. Zum ande- ren herrscht Uneinigkeit über die Angemessenheit der von der Be- schwerdeführerin im Zusammenhang mit dem Physical Access und dem Signal Access geltend gemachten finanziellen Abgeltungen. 4. Vorab sei darauf hingewiesen, dass die Parteien die Bedingungen des Kurzberichterstattungsrechts mittels Vertrag regeln können, aber – ab- gesehen von der Überlassung des Signal Access zu angemessenen Bedingungen – nicht müssen. In der Vergangenheit wurde durch den Ab schluss von Sublizenzverträgen zwischen der Beschwerdeführerin und den Beschwerdegegnern von dieser Möglichkeit Gebrauch ge- macht; die Zulässigkeit dieser Verträge ist bzw. war denn auch nicht Seite 14A-7970/2007 umstritten. Liegt aber wie vorliegend keine vertragliche Regelung des Kurzberichterstattungsrechts (mehr) vor, greift die gesetzliche Rege - lung. Die Beschwerdegegner haben gestützt darauf bei der Vorinstanz als der in der Sache zuständigen Aufsichtsbehörde die Durchsetzung ihrer gesetzlichen Rechte eingefordert (vgl. Art. 86 RTVG). Im Rahmen dieses Verfahrens können sich die Parteien nicht mehr auf ihre Privat- autonomie bzw. auf die einstmalige Regelung mittels Vertrag berufen. 5. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 1.1 hiervor), ist die Frage, ob die Be- schwerdegegner beim Physical Access eigene Spielbilder produzieren dürfen, nur unter der Geltung des neuen Rechts, mithin des RTVG und der RTVV, zu beurteilen. 6. Gemäss Art. 72 Abs. 1 RTVG hat jeder interessierte Programmveran- stalter das Recht auf aktuelle mediengerechte Kurzberichterstattung über ein öffentliches Ereignis, soweit die Berichterstattung über dieses Ereignis in der Schweiz durch Exklusivabreden eingeschränkt ist. Der Organisator eines öffentlichen Ereignisses und der Programmveran- stalter, die über Erstverwertungs- oder Exklusivrechte verfügen, sind verpflichtet, jedem interessierten Programmveranstalter die Möglich- keit zur Kurzberichterstattung zu gewähren (Abs. 2). Gemäss Abs. 3 geben sie hierfür den interessierten Programmveranstaltern einerseits Zugang zum Ereignis, soweit es die technischen und räumlichen Ge- gebenheiten erlauben (Bst. a) und andererseits die gewünschten Teile des Übertragungssignals zu angemessenen Bedingungen (Bst. b). Dass Fussball- und Eishockeyspiele öffentliche Ereignisse im Sinn von Art. 72 RTVG sind, ist vorliegend – anders als im erstinstanzlichen Ver- fahren – nicht umstritten. Die Parteien bestreiten auch nicht, dass die Beschwerdeführerin als Primärveranstalterin und der Ereignisveran- stalter sowohl den Physical Access (Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG) als auch den Signal Access (Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG) gewähren müs - sen; ein Wahlrecht zwischen Physical Access und Signal Access be- steht nicht (mehr). Die Beschwerdegegner haben somit ein Recht auf Kurzberichterstattung, wofür der Signal Access und der Physical Ac- cess kumulativ zu gewähren sind. Zudem wird ausdrücklich festgehal- ten, dass der Physical Access lediglich in dem Ausmass zuzulassen ist, wie es die technischen und räumlichen Gegenbenheiten erlauben (Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG). Unklar ist jedoch, ob das Kurzberichter- Seite 15A-7970/2007 stattungsrecht das Erstellen eigener Spielbilder beinhaltet, mithin ob im Rahmen des Physical Access eigene Spielbilder produziert werden dürfen. 7. Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, für eine Auslegung bestehe einerseits gar kein Raum, da mit der Formulierung „Kurzberichterstat- tung über dieses Ereignisse“ der Wortlaut klar sei. Zudem sei auch der Wille des Gesetzgebers eindeutig. Andererseits würden auch die ver- schiedenen Auslegungsmethoden und die zitierte Lehre ohnehin nicht zu belegen vermögen, dass die Produktion eigener Spielbilder zuläs- sig sei. Insbesondere lasse sich der neueren Doktrin kein Hinweis auf die Berechtigung zur Herstellung eigener Bilder des Ereignisses selbst entnehmen. Auch werde durch die angefochtene Verfügung Art. 28 URG verletzt. Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, die Argumen- tation der Beschwerdegegner höhle faktisch ihren Service-public-Auf- trag aus, weil die teuer eingekauften Exklusivrechte entwertet würden. Es werde zudem bestritten, dass die Produktion eigener Spielbilder to- leriert worden sei. Eine lückenlose Kontrolle sei jedoch unmöglich und sie habe immer wieder unerlaubte Vertragsbrüche gegenüber den Be- schwerdegegnern gerügt. Schliesslich würden ab der Saison 2006/ 2007 alle Fussball- und Eishockeyspiele von ihr produziert und ausge- strahlt. Produktionstechnische und platzmässige Hindernisse liessen eine Beteiligung der Beschwerdegegner schlicht als unmöglich er- scheinen. Kameras der Beschwerdegegner auf dem Spielfeld würden den Ablauf störend beeinflussen. Auch sei unklar, welche Beschwerde- gegner berechtigt sein sollten, eigene Spielbilder zu produzieren; dies- bezügliche schlüssige Kriterien würden fehlen. Bei allen Spielen könne aber der Signal Access für die Kurzberichterstattung gewährleistet werden. Die ungehinderte Ausweidung des zur Verfügung gestellten Materials und dessen Zusammenschnitt, Vertonung und Anreicherung mit eigenem Bild- und Tonmaterial nebst und hinter den Kulissen des eigentlichen Sportereignisses vermöge eine publizistisch vielseitige, technisch perfekte und finanziell tragbare Praxis des Kurzberichter- stattungsanspruchs zu gewährleisten. Der Schwerpunkt der eigenen, insbesondere regional ausgerichteten Kurzberichterstattung liege nicht in der Produktion eigener Spielbilder, sondern in einer journalistischen Aufbereitung in Form von eigenen Interviews, Studiogesprächen, Re- aktionen nach Spielende, Kommentaren etc. und in technischer Hin- sicht in der Auswahl und im Schnitt der Bilder der Beschwerdeführerin. Das Anliegen der Beschwerdegegner richte sich offensichtlich darauf, Seite 16A-7970/2007 unter dem Titel Kurzberichterstattung eigene Ma gazine aus den Sport- produktionen zu verfassen. Dies sprenge aber den Rahmen. Schliess- lich verletze ein Recht zur unentgeltlichen Produktion eigener Spielbil- der die Rechtsgleichheit, die Eigentumsgarantie sowie die Wirtschafts- freiheit und verstosse gegen das Willkürverbot und das Gebot von Treu und Glauben, da dieses Recht exklusiv den Primärveranstaltern zuste- he. 7.1 Die Beschwerdegegner halten dem entgegen, zum einen könnten sie gemäss dem Willen des Gesetzgebers vor Ort eigene Ton- und Bildaufnahmen machen. Zum anderen entleere ein Verbot eigener Bil- der die Regelung von Art. 72 RTVG ihres Sinns und enthalte der Wort- laut der gesetzlichen Bestimmung keine diesbezügliche Einschrän- kung. Sie würden die Schwerpunkte der Berichterstattung anders als die Beschwerdeführerin setzen, was eigenes Filmmaterial bedinge. Eine eigenständige Berichterstattung basiere auf eigenem Fokus (regionale Perspektive), eigenen Film- und Bildideen, eigenem Story- board, eigener Machart, eigenem roten Faden und der Wahl eigener Symbolbilder, weshalb eigene Bilder unverzichtbar seien. Zudem ge - nügten die in der Live-Produktion hergestellten Aufnahmen sogar der Beschwerdeführerin nicht immer, weshalb diese manchmal zusätzliche Bilder mache. Auch könnten der Kameraführung der Beschwerdefüh- rerin wichtige Szenen entgangen sein, welche aber von den Be- schwerdegegnern eingefangen worden seien oder aber die Be- schwerdeführerin erachte einzelne Szenen als unbedeutend und somit als nicht aufzeichnungswürdig, welche für die Beschwerdegegner aber wichtig seien. Das Kurzberichterstattungsrecht mit dem Signal Access und dem Physical Access beruhe denn auch auf einem bewussten ge- setzgeberischen Entscheid, mit dem Exklusivrechte von Gesetzes we- gen eingeschränkt würden. Zudem sei die Herstellung eigener Spielbil- der in der Vergangenheit Praxis gewesen und es liege keine Verlet- zung von Art. 28 URG vor. Schliesslich habe die Vorinstanz klare und in der Praxis umsetzbare Kriterien zur Beantwortung der Frage ent- wickelt, welche Regionalsender unter welchen Voraussetzungen An- spruch auf den Physical Access hätten. 7.2 Die Vorinstanz macht geltend, die Auslegung führe dazu, dass die Beschwerdeführerin ein Zugangsrecht der Beschwerdegegner zu dul- den habe, welches grundsätzlich die Mitnahme eigener Aufzeich- nungsgeräte zur Herstellung eigener Bilder inklusive Spielbilder mitbeinhalte. Insbesondere sprächen die zeitgemässe sowie die Seite 17A-7970/2007 teleologische Auslegung für das Recht der Beschwerdegegner, eigene Spielbilder herzustellen. Diese Auslegung widerspreche auch nicht dem URG. Der Physical Access gelte jedoch nicht absolut, sondern nur soweit es die technischen und räumlichen Gegebenheiten erlaub- ten. Für Spiele von primär regionaler Bedeutung sei die Prioritätenre- gelung für den Physical Access nach Art. 69 Abs. 1 RTVV anzupassen. Zudem berufe sich die Beschwerdeführerin selber auf Auslegungsme- thoden und sei eine Priorisierung im Einzelfall unumgänglich. Schliess- lich ergebe sich die Eigentumsbeschränkung direkt aus dem RTVG und scheine die Abgrenzung von sogenannten Sideline-Aktivitäten und Spielbildern in der Praxis nicht durchsetzbar, was die angeblichen Ver- tragsverstösse seitens der Beschwerdegegner zeigen würden. Schliesslich liege keine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots und der Eigentumsgarantie vor, da sich die Zulassung der Beschwerdegeg- ner zum Kurzberichterstattungsrecht direkt aus dem RTVG ergebe und im öffentlichen Interesse liege. Auch stelle das Recht auf Kurzbericht- erstattung keinen unverhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfrei- heit dar. 8. Eine Auslegung ist notwendig, wo der Gesetzeswortlaut entweder un- klar ist oder wo Zweifel bestehen, ob der scheinbar klare Wortlaut den wahren Sinn der Norm wiedergibt (vgl. zum Ganzen U LRICH H ÄFELIN /W ALTER H ALLER , Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 6. Aufl., Zürich 2002, Rz. 80 und 92 sowie U LRICH H ÄFELIN /GEORG M ÜLLER /FELIX U HLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 214). Ausgangspunkt jeder Auslegung ist die grammatikali- sche Auslegung, die auf Wortlaut, Wortsinn und (in der Regel den all- gemeinen) Sprachgebrauch abstellt (H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 91 ff.). Der Wortlaut von Art. 72 RTVG spricht lediglich von „aktuelle(r) me- diengerechte(r) Kurzberichterstattung über dieses (öffentliche) Ereig- nis“ und „Zugang zum Ereignis“. Ob diese Formulierung aber die Mög- lichkeit beinhaltet, eigene Spielbilder zu erstellen, ist dem Wortlaut – in allen drei Amtssprachen – nicht klar zu entnehmen. Der Umstand, dass von der Berichterstattung „über“ ein Ereignis gesprochen wird, klärt alleine nicht, ob die Herstellung eigener Spielbilder gestattet ist. Denn fraglich ist nicht, worüber berichtet werden kann, sondern was Grundlage dieser Berichterstattung sein darf, mithin ob auch eigene Spielbilder Inhalt derselben sein dürfen. Ebenso wenig hilft die allge- meine Bedeutung der Kurzberichterstattung weiter. Denn nach Sprach- gebrauch wird unter Bericht die Darstellung eines Geschehens Seite 18A-7970/2007 verstanden. Bericht erstatten bedeutet, über einen bestimmten Sach- verhalt zu informieren. Kurzberichterstattung impliziert, dass die Orien- tierung von (vergleichsweiser) geringer zeitlicher Ausdehnung bzw. Dau er ist und nicht ausführlich ausfällt, sich mithin auf das Wesentli- che beschränkt. Weiter ist umgangssprachlich unter Zugang die Stelle gemeint, von der aus ein Weg in einen Raum oder an einen Ort hinein- führt. Zugang bedeutet Betreten oder Hineingehen (vgl. hierzu: Duden, Das Bedeutungswörterbuch, Band 10, 3. Aufl., Mannheim/Leipzig/ Wien/Zürich 2002, S. 198 f., 565 und 1082) und sagt demnach eben- falls nichts über die Grundlagen der Kurzberichterstattung aus. Auf welches Material sich diese stützt – mithin auch auf im Rahmen des Physical Access selber hergestellte Spielbilder –, ist der grammatikali- schen Auslegung folglich nicht zu entnehmen. 8.1 Ist der Wortlaut nicht klar, so sind auch die übrigen Auslegungs- elemente zu Hilfe zu nehmen; abzustellen ist namentlich auf die Ent- stehungsgeschichte der Norm (historische Auslegung) und ihren Sinn und Zweck (teleologische Auslegung), das heutige Normverständnis (zeitgemässe Auslegung) sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt (systematische Auslegung). Hierbei ist einem Methodenpluralismus zu folgen, wobei keine der Methoden einen grundsätzlichen Vorrang geniesst (vgl. BGE 131 II 697 E. 4.1 so- wie H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 90 ff.). 8.2 D ie historische Auslegung stellt auf den Sinn ab, den man einer Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Eine Norm soll so gelten, wie sie vom Gesetzgeber vorgesehen worden war (H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 101). Die zeitgemässe Auslegung, nach der auf das heutige Normver- ständnis und die Verhältnisse, wie sie gegenwärtig bestehen, abzustel- len ist, kann unter Umständen der historischen Auslegung widerspre- chen. Sie soll eine zeitgemässe Fortbildung, eine kontinuierliche An- passung des Rechts an die soziale Wirklichkeit erlauben und dadurch eine Versteinerung der Rechtsordnung verhindern. Bei neueren Geset- zen darf aber der Wille des historischen Gesetzgebers nicht übergan- gen werden (H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 101 und 114 ff., BGE 128 I 288 E. 4). Sowohl Art. 72 RTVG wie auch Art. 68 ff. RTVV traten auf den 1. April 2007 in Kraft. Es handelt sich hierbei somit um ein neues Gesetz bzw. eine neue Verordnung, weshalb vorliegend die historische und zeitgemässe Auslegung zusammen fallen und vor allem der Wille des historischen Gesetzgebers (unverändert) massgebend ist. Seite 19A-7970/2007 8.2.1Der Botschaft vom 18. Dezember 2002 zur Totalrevision des RTVG (BBl 2003 1729) ist zu entnehmen, der Zugang zum Ort des Gesche hens ermögliche „den Drittveranstaltern die Herstellung eige- ner Stimmungsbilder, Interviews usw., was gerade lokal-regionalen Veranstaltern eine bessere Orientierung ihres Publikums erlaubt als die blosse Signalübernahme“. Auch der erläuternde Bericht zur RTVV (Total revidierte RTVV – Erläuternder Bericht vom 9. März 2007, S. 36) führt aus, „die Drittveranstalter haben grundsätzlich das Recht, eigene Stimmungsbilder, Interviews etc. anzufertigen. Gerade dies dient der vielfältigen Information des Publikums aus anderen (z.B. lokalen oder nicht rein sportlichen) Blickwinkeln“. Ein Vergleich mit der Botschaft zum aRTVG (Botschaft vom 28. Sep - tember 1987 zum RTVG [BBl III 731]) zeigt, dass mit der Totalrevision des Radio- und Fernsehrechts auch eine Lockerung des Physical Ac- cess beabsichtigt wurde. Die Botschaft zum aRTVG hält noch aus- drücklich fest, der Physical Access „berechtigt nur zur Berichterstat- tung ohne Bild- und Tonwiedergabe“ (BBl III 731). Die Herstellung ei- gener Spielbilder war danach im Rahmen des Physical Access aus- drücklich und unzweideutig nicht möglich. Es war klarerweise gewollt, die Produktion eigener Spielbilder zu untersagen. Mit der Ausführung in der Botschaft zum RTVG, Drittveranstalter hät- ten ein Recht, eigene Stimmungsbilder, Interviews etc. anzufertigen, fand nun aber eine Abkehr vom absoluten Bildverbot statt. Zwar wird die Herstellung eigener Spielbilder nicht ausdrücklich erwähnt. Doch ist zum einen die Aufzählung von Interviews und Stimmungsbildern durch den Anhang „etc.“ nicht abschliessend. Zum anderen wird deren Herstellung nicht (mehr) explizit ausgeschlossen. Des Weiteren bezie- hen sich Interviews wohl auf das Wiedergeben von Eindrücken und In- formationen neben dem eigentlichen Spielgeschehen. Stimmungsbil- der hingegen richten sich auf die Wiedergabe der Atmosphäre, die am Ereignisort herrscht. Diese wird neben dem Gesche hen rund um das Ereignis auch dadurch abgebildet, indem das, was im Spiel und wie dieses läuft, gezeigt wird. Das Ereignis selber hängt eng mit der Stim- mung am Ereignisort ab, ja ist Grundlage bzw. Ausgangspunkt derselben. Beispielsweise das Verhalten, die Mimik etc. von Spielern während des Matchs, die nicht im Mittelpunkt des Geschehens stehen, oder das Verhalten von lokalen Spielern, welche lediglich am Rande des Spielgeschehens agieren, können für die Berichterstattung der Beschwerdegegner aus eigenem Blickwinkel wichtig sein. Seite 20A-7970/2007 8.2.2Diese Abkehr vom absoluten Bildverbot, mithin die aufgezeigte Öffnung, stimmt überdies mit dem Grundtenor der Totalrevision des Radio- und Fernsehrechts überein. Seit dem Erlass des aRTVG im Jahre 1991 hat sich die Rundfunklandschaft entscheidend verändert, was Grund genug war, das gesamte Radio- und Fernsehrecht einer Totalrevision zu unterziehen. So ist der Botschaft zum RTVG zu ent- nehmen, dass mit der Totalrevision verschiedene, vorliegend relevante Interessen verfolgt wurden, die sich zum Teil gegenseitig bedingen. Zum einen steht im Zentrum der schweizerischen Rundfunkordnung nach wie vor die Erfüllung des Service public, wobei an der Be- schwerdeführerin als Hauptakteurin festgehalten wurde. Zum anderen soll sich die schweizerische Fernsehlandschaft gegen die finanz- kräftige, hochkommerzielle Konkurrenz aus dem Ausland behaupten können. Ein weiteres Ziel der RTVG ist ein Wettbewerb zwischen meh- reren inländischen Programmveranstaltern, um im Interesse einer le- bendigen demokratischen Willensbildung und vielfältiger kultureller Prozesse eine Vielzahl von Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Dies verlangt aber eine Verbesserung der Bedingungen der privaten einhei- mischen Veranstalter. Die lokalen Programmveranstalter sollten ge- stärkt bzw. der lokal-regionale Service public im Radio- und Fernseh- bereich gefördert werden. In der föderalistischen Schweiz ist zu ge- währleisten, dass auch auf lokaler und regionaler Ebene Radio- und Fernsehangebote zur Verfügung stehen, die das Leben dieser Gebiete abbilden und dort zur Willensbildung und kulturellen Entfaltung beitra- gen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits hat sich aber hinsichtlich Pro- gramminhalt hauptsächlich an die Schweiz als Ganzes oder zumindest an die einzelnen Sprachregionen zu richten. Um eine vielfältige Fern- sehlandschaft zu gewährleisten, sind somit Instrumente erforderlich, welche eine Medienkonzentration bekämpfen (vgl. zum Ganzen insbe- sondere: BBl 2003 1571 ff., 1580, 1584 ff., 1591 ff., 1601, 1607, 1614 und 1619). 8.2.3Aus der historisch-zeitgemässen Auslegung geht somit insge- samt hervor, dass die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des Physical Access möglich sein muss. 8.3 Die Ausführungen zur historisch-zeitgemässen Auslegung, insbe- sondere jene zu den im Allgemeinen verfolgten Interessen des RTVG bzw. der RTVV – Service public auch auf lokaler Ebene, Stärkung der lokalen Programmveranstalter, Medienvielfalt sowie Wettbewerb und Konkurrenzfähigkeit gegenüber den internationalen Veranstaltern –, Seite 21A-7970/2007 stehen im Einklang mit dem konkreten Sinn und Zweck von Art. 72 RTVG bzw. Art. 68 ff. RTVV. Diese teleologische Auslegung stellt ab auf die Zweckvorstellung, die mit einer Rechtsnorm verbunden ist. Eine auszulegende Norm ist danach im Zusammenhang mit den Ziel- vorstellungen des Gesetzgebers (bzw. des Verordnungsgebers) zu be- trachten (vgl. H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 120 ff.). 8.3.1Exklusivrechte von Rundfunkveranstaltern können dazu führen, dass nicht mehr alle Zuschauer und Zuschauerinnen Zugang zu den entsprechenden Sendungen haben. Dies deshalb, weil das Programm, in dem über die fraglichen Ereignisse exklusiv berichtet wird, technisch nicht überall empfangbar ist oder nur für Abonnenten offen steht (Pay- TV). Der freie Zugang des Publikums zu Informationen über wichtige Ereignisse ist gemäss Botschaft zum RTVG jedoch von grosser Be- deutung für eine kommunikative Chancengleichheit und ist Vorausset- zung dafür, dass Radio und Fernsehen die ihnen von der Verfassung übertragenen Funktionen erfüllen können. Das Kurzberichterstattungs- recht ermöglicht somit einerseits, dass die ganze Bevölkerung mindes- tens in den Grundzügen über ein öffentliches Ereignis informiert wird. Es schützt damit den freien Zugang des Publikums zu Informationen über öffentliche Ereignisse und erlaubt dem Publikum die Wahrung der Informationsbedürfnisse. Es soll verhindert werden, dass durch den Abschluss von Exklusivverträgen die Allgemeinheit von der Berichter- stattung über wichtige Ereignisse ausgeschlossen wird. Andererseits steht das Kurzberichterstattungsrecht im Dienst der Meinungsfreiheit, indem es ermöglicht, dass über ein Ereignis durch mehrere Pro- grammveranstalter aus unterschiedlichen Perspektiven berichtet wer- den kann (vgl. hierzu BBl 2003 1572, 1644 und 1728). Diese zwei Zie- le des Kurzberichterstattungsrechts werden von der Lehre bestätigt (vgl. u.a. FRANZ A. ZÖLCH /RENA ZULAUF , Kommunikationsrecht für die Pra- xis, 2. Aufl., Bern 2007, S. 159 f; PETER NOBEL /ROLF H. WEBER , Medien- recht, 3. Aufl., Bern 2007, § 8 Rz. 102 sowie § 10 Rz. 88; M ARTIN D UMERMUTH , Rundfunkrecht, Rz. 112 ff., veröffentlicht in: Heinrich Koller/ Georg Müller/René Rhinow/Ulrich Zimmerli, Schweizerisches Bundes- verwaltungsrecht, Basel und Frankfurt am Main 1996). Soweit es beim Kurzberichterstattungsrecht um die Information der Be völkerung geht, sind eigene Spielbilder nicht unbedingt erforderlich. Um über ein öffentliches Ereignis in den Grundzügen berichten zu können und hiermit dem Informationsanliegen nachzukommen bzw. um zu verhindern, dass ein Teil des Publikums von der Berichterstat- Seite 22A-7970/2007 tung über wichtige Ereignisse ausgeschlossen wird, genügt es, wenn die Beschwerdegegner das Spielbildmaterial von der Beschwerdefüh- rerin erhalten und dieses durch eigenes Material (Interviews etc.) er- gänzen können. Anders sieht es aus bei der von der Kurzberichter- stattung bezweckten Berichterstattung aus unterschiedlichen Perspektiven zwecks Meinungsvielfalt. Dieser Zweck kann nur dann er- reicht werden, wenn verschiedene, mithin unterschiedliche Programm- veranstalter berichten. Die Frage, ob unterschiedliche Perspektiven ei- gene Spielbilder bedingen, wurde auch in der Lehre diskutiert. Hierbei weist insbesondere O LIVER S IDLER (Exklusivberichterstattung über Sportveranstaltungen im Rundfunk, Bern 1995, S. 200 f.) – zwar noch im Zusammenhang mit dem aRTVG – darauf hin, dass ein Verbot eige- ner Bild- und Tonaufnahmen vom Ereignis selber, wie es in der Bot- schaft zum aRTVG statuiert werde, wenig Sinn mache und es sich hierbei allenfalls um ein redaktionelles Missgeschick handle. Auch D UMERMUTH (a.a.O., Rz. 114) ist der Ansicht, das Verbot eigener Bild- und Tonaufnahmen gemäss der Botschaft zum aRTVG sei missver- ständlich. Denn wenn Drittveranstalter am Ort des Ereignisses keine Bild- oder Tonaufnahmen machen dürften, würde das angestrebte Schutzziel nicht erreicht. 8.4 Weiter ist sodann im Rahmen der systematischen Auslegung der Sinn einer Rechtsnorm durch ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen und durch den systematischen Zusammenhang, in dem sie sich in ei- nem Gesetz präsentiert, zu bestimmen (H ÄFELIN /HALLER , a.a.O., Rz. 97). Dem systematischen Aufbau des RTVG ist – wie bereits erwähnt (vgl. E. 6 hiervor) – zu entnehmen, dass die Beschwerdegegner sowohl den Signal Access wie auch den Physical Access beanspruchen können. Wenn das RTVG diese beiden Möglichkeiten vorsieht, muss zwischen diesen auch ein Unterschied bestehen, welcher sich nicht darin er- schöpfen kann, dass der Physical Access den direkten, tatsächlichen Zugang zum Ereignis gewährt. Vielmehr liegt der Unterschied auch darin, dass beim Physical Access eigene Spielbilder produziert werden dürfen und nicht nur jene der Beschwerdeführerin bearbeitet werden können, wie dies der Signal Access vorsieht. Im Weiteren bringt der systematische Aufbau des RTVG keine besonderen Erkenntnisse. Ab- gesehen von Art. 72 RTVG enthält weder das RTVG noch die RTVV Bestimmungen zum Kurzberichterstattungsrecht, welche zur sich vor- liegend stellenden Frage Entscheidendes beitragen; insbesondere hel- fen weder Art. 73 RTVG noch Art. 68 ff. RTVV weiter. Seite 23A-7970/2007 Im Sinne einer erweiterten systematischen Auslegung ist das Verhält- nis von Art. 72 RTVG zu Art. 28 UR G zu prüfen (vgl. hierzu auch BBl 2003 1728). Art. 28 URG hält fest, soweit es für die Berichterstattung über aktuelle Ereignisse erforderlich ist, dürfen die dabei wahrgenom - mene n Werke aufgezeichnet, vervielfältigt, vorgeführt, gesendet, ver- breitet oder sonst wie wahrnehmbar gemacht werden (Abs. 1). Zum Zweck der Information über aktuelle Fragen dürfen kurze Ausschnitte aus Presseartikeln sowie aus Radio- und Fernsehberichten vervielfäl- tigt, verbreitet und gesendet oder weitergesendet werden; der Aus- schnitt und die Quelle müssen bezeichnet werden. Wird in der Quelle auf die Urheberschaft hingewiesen, so ist diese ebenfalls anzugeben (Abs. 2). Art. 28 Abs. 2 URG bezieht sich auf den Signal Access und ist somit vorliegend nicht von Bedeutung. Art. 28 Abs. 1 URG seiner- seits hält einzig fest, dass für die Berichterstattung die Verwendung von Werken gestattet ist. Zur Wiedergabe bzw. Aufzeichnung des Er- eignisses selber äussert sich Art. 28 Abs. 1 URG nicht bzw. schliesst diese nicht aus. Nach überwiegender Auffassung in der Schweiz ist denn auch weder die sportliche Darbietung der Fussball-Spieler noch der Eishockey-Match als Ganzes noch die Sportveranstaltung ein Werk im Sinn des URG; ein diesbezüglicher immaterialgüterrechtlicher Schutz ist somit nach überwiegender Auffassung nicht gegeben. Ein We rk im Sinn des URG kann einzig die Wiedergabe des Spiels als öf- fentliches Ereignis darstellen (vgl. BGE 107 II 82 E. 4a, R ETO ARP AGAUS , Fragen im Zusammenhan g mit den Uefa-Lizenzen für das Public View - ing bei der Fussball-Europameisterschaft 2008, veröffentlicht in: sic! Zeitschrift für Immate rialgüter-, Informations- und Wettbewerbsrecht 2008, S. 89 mit Hinweisen; D ENIS BARRELET /W ILLI EGLOFF , Das neue Urhe- berrecht – Kommen tar zum neuen URG, 2. Aufl., Bern 2000, Rz. 20 zu Art. 2 URG und Rz. 9 zu Art. 28 URG sowie BARBARA K. MÜL LER /REINHARD O ERTLI, Urheberrechtsgesetz [URG], Bern 2006, Rz. 41 ff. zu Art. 2 URG und Rz. 1 zu Art. 28 URG; SIDLER , a.a.O., S. 214). Das URG äus - sert sich somit ebenfalls nicht zur Frage, ob im Rahmen des Physical Access die Herstellung eigener Spielbilder erlaubt ist. 8.5 Gestützt auf vorstehende Erwägungen ergibt sich, dass die histor- isch-zeitgemässe Auslegung – welche stark zu gewichten ist (vgl. E. 8.2 ff. hiervor) – sowie die teleologische Auslegung gesamthaft be- trachtet dafür sprechen, dass die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des Kurz berichterstattungsrechts bzw. des Physical Access gemäss Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG erlaubt und die von der Vorinstanz verfügte Prioritätenordnung nicht zu beanstanden ist. Der grammatika- Seite 24A-7970/2007 lischen und systematischen Auslegung ist hierzu nichts zu entnehmen; sie stehen diesem Ergebnis aber auch nicht entgegen. Der Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des Physical Access nicht gestattet ist, kann demnach nicht gefolgt werden. Die Beschwerde ist in diesem Punkt als unbe- gründet abzuweisen. 9. Die Auffassung, dass eine Berichterstattung aus unterschiedlichen Perspektiven die Herstellung eigener Spielbilder bedingt, wird durch eine Prüfung der von der Beschwerdeführerin gerügten Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit, der Eigentumsgarantie, des Rechtsgleichheitsgebots und der Wirtschaftsfreiheit an einem Physical Access der Beschwerdegegner ohne die Herstellung eigener Spielbil- der im Rahmen der verfassungskonformen Auslegung bestätigt. 9.1 Ihre Interessen liegen einerseits in einem ungehinderten Ablauf der eigenen Aufzeichnungen. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, produktionstechnische und platzmässige Hindernisse stünden einer Produktion eigener Spielbilder entgegen bzw. Kameras der Beschwer- degegner auf dem Spielfeld würden den Ablauf störend beeinflussen. Zum einen kam es in der Vergangenheit wiederholt vor, dass die Be- schwerdegegner – sei dies mit oder ohne Bewilligung der Beschwer- deführerin – im Rahmen des Physical Access eigene Spielbilder pro- duziert haben. Zum anderen ordnete die Vorinstanz erstmals mit Zwi- schenverfügung vom 31. Juli 2006 – mithin vor rund zwei Jahren – an, die Beschwerdeführerin habe den Beschwerdegegnern für deren Kurzberichterstattung die Herstellung eigener Spielbilder zu gestatten. Diese Anordnung wurde mit der angefochtenen Verfügung vom 25. Ok - tober 2007 bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht hat in der Folge erneut mittels Zwischenverfügung vom 27. Februar 2008 die Anferti- gung eigener Spielbilder zugelassen. Mithin wurde von den Beschwer- degegnern bereits vor dem vorinstanzlichen und dem vorliegenden Verfahren teilweise eigene Spielbilder produziert und seit der Zwi- schenverfügung der Vorinstanz vom 31. Juli 2006 war bzw. ist dieses Vorgehen gerichtlich erlaubt. Hinzu kommt, dass die Beschwerdefüh- rerin weder die Zwischenverfügung der Vorinstanz noch jene des Bun- desverwaltungsgerichts angefochten hat. Dies spricht dafür, dass hin- sichtlich Technik und Platz keine allzu grossen Problem entstanden sein dürften. Es wird also seit längerer Zeit mit dieser Situation ohne Seite 25A-7970/2007 grössere Schwierigkeiten gelebt. Des Weiteren hält die angefochtene Verfügung der Vorinstanz in An- wendung von Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG fest, das Zugangsrecht inkl. das Recht auf die Herstellung eigener Spielbilder gelte nur, soweit es die technischen und räumlichen Gegebenheiten erlauben würden. Ob dies der Fall ist, entscheiden gemäss Art. 69 Abs. 1 RTVV der Organi- sator und die Beschwerdeführerin. Bei beschränkten Kapazitäten hat die Vorinstanz zudem in ihrer angefochtenen Verfügung eine Prioritä- tenordnung aufgestellt, nach der zunächst der Zugang denjenigen Ver- anstaltern zu gewähren ist, die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit der Beschwerdeführerin bzw. dem Ereignisveranstalter einen An- spruch darauf haben. Im Falle weiterer Kapazitäten ist auch Veranstal- tern Zugang zu gewähren, die eine möglichst umfassende Versorgung in der Schweiz gewährleisten, und Regionalveranstaltern mit Leis- tungsauftrag, falls Heim- oder Auswärtsspiele von Mannschaften aus dem kon zessionierten Verbereitungsgebiet dieser Veranstalter betrof- fen sind. Die übrigen Veranstalter sind schliesslich zu berücksichtigen, wenn noch weitere Kapazitäten bestehen. Diese Prioritätenordnung entspricht jener in Art. 69 RTVV, wurde aber durch die Regelung des Zugangsrechts der Regionalveranstalter mit Leistungsauftrag und der übrigen Veranstalter ergänzt. Somit ist entgegen der Auffassung der Be schwerdeführerin durchaus klar, welchen Beschwerdegegnern bzw. in welcher Reihenfolge diesen Zugang zum Ereignis zu gewähren ist. Auch besteht bei dieser Kaskade keine Gefahr, dass schon jeglicher lokaler oder regionaler Bezug zum Fussball- oder Eishockeyspiel ge- nügt. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass primär der Physical Ac- cess der Beschwerdegegner grundsätzlich technisch und räumlich möglich sein muss. Erst wenn dies der Fall ist, gelangt die von der Vor- instanz aufgestellte Prioritätenregelung zur Anwendung, welche genau festlegt, wer vor wem ein Recht auf Zugang zum Ereignis hat. Inwie- weit die von der Vorinstanz verfügte Kaskade unrealistisch sein soll, ist nicht ersichtlich. Insgesamt ist somit nicht erkennbar, inwiefern bei ei- ner solchen Regelung produktionstechnische und platzmässige Hin- dernisse der Herstellung eigener Spielbilder entgegenstehen sollen bzw. solche Hindernisse nicht berücksichtigt werden können. 9.2 Die Interessen der Beschwerdeführerin an einem Physical Access der Beschwerdegegner ohne Herstellung eigener Spielbilder sind an- dererseits finanzieller Natur. Die Beschwerdeführerin bringt vor, ihre teuer eingekauften Exklusivrechte würden entwertet, wenn den Be- Seite 26A-7970/2007 schwerdegegnern die Produktion eigener Spielbilder erlaubt würde, wo durch faktisch ihr Service-public-Auftrag ausgehöhlt werde. Ein Recht zur unentgeltlichen Produktion eigener Spielbilder verletze so- mit die Rechtsgleichheit sowie die Eigentumsgarantie und die Wirt- schaftsfreiheit und verstosse gegen das Willkürverbot und das Gebot von Treu und Glauben, da dieses Recht exklusiv den Primärveranstal- tern zustehe. Grundrechte wie die Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) und die Wirt- schaftsfreiheit (Art. 27 und 94 ff. BV) gelten nicht absolut. Vielmehr können sie gemäss Art. 36 BV eingeschränkt werden, sofern dafür eine gesetzliche Grundlage besteht, der Eingriff im öffentlichen Inter- esse liegt, verhältnismässig ist und der Kerngehalt respektiert wird. Dass die Herstellung eigener Spielbilder im Rahmen des Kurzbericht- erstattungsrechts der Beschwerdegegner weder den Kerngehalt der Wirtschaftsfreiheit noch jenen der Eigentumsgarantie der Beschwerde- führerin verletzt, ist unbestritten. Weiter findet die Herstellung eigener Spielbilder ihre gesetzliche Grundlage in Art. 72 RTVG. Mit anderen Worten ergibt sich die Beschränkung der Exklusiv- und Erst- verwertungsrechte direkt aus Art. 72 RTVG. Bei exklusiven Sportübertragungsrechten handelt es sich somit um immaterielle Ver- mögenspositionen, die durch das Kurzberichterstattungsrecht eine ge- setzliche Beschränkung erfahren. Exklusiv- oder Erstverwertungs- rechte stehen folglich stets unter dem Vorbehalt des Kurzberichterstat- tungsrechts Dritter. Zudem liegen eine vielseitige Berichterstattung bzw. Fernsehlandschaft, die Meinungsvielfalt, eine Stärkung der loka- len Programmveranstalter inkl. die Förderung des lokalen Service pub- lic, der Wettbewerb, die Vermeidung einer Medienkonzentration und ein Gegengewicht zur ausländischen Konkurrenz (vgl. hierzu E. 8.2.2 hiervor) im öffentlichen Interesse. Schliesslich wird vorliegend auch der Grundsatz der Verhältnismässigkeit gewahrt. Denn die Herstellung eigener Spielbilder ist erstens geeignet, die im öffentlichen Interesse liegenden Ziele zu verwirklichen. Zweitens ist sie erforderlich um den angestrebten Erfolg zu erreichen; ein milderes Mittel ist nicht ersicht- lich. Drittens hat das finanzielle, wirtschaftliche Interesse der Immaterialgut-Eigentümerin gegenüber den berechtigten Anliegen der Allgemeinheit – vielseitige Berichterstattung bzw. Fernsehlandschaft, Meinungsvielfalt, Stärkung der lokalen Programmveranstalter inkl. För- derung des lokalen Service public, Wettbewerb, Vermeidung einer Medienkonzentration, Gegengewicht zur ausländischen Konkurrenz – zurückzutreten. Ein Kurzberichterstattungsrecht von höchstens 180 Seite 27A-7970/2007 Sekunden Dauer bedeutet keinen unverhältnismässigen Grundrechts- eingriff und hat auch keinen Enteignungscharakter. In diesem Sinn liegt weder eine Verletzung der Eigentumsgarantie noch der Wirtschaftsfreiheit vor (vgl. zum Ganzen: BBl 2003 1728 sowie H ÄFELIN / H ALLER , a.a.O., Rz. 302 ff.; SIMON OSTERWALDER , Übertragungsrechte an Sportveranstaltungen, Bern 2004, S. 259, 264 und 267 mit Hinweisen; SIDLER , a.a.O., S. 218 ff. mit Hinweisen, insbesondere S. 234). Weiter sieht die Beschwerdeführerin in der Möglichkeit, im Rahmen des Physical Access eigene Spielbilder herstellen zu dürfen, eine Ver- letzung des Rechtsgleichheitsgebots, da ihr dieses Recht, für welches sie bezahlen müsse, exklusiv zustehe. Die Rechtsgleichheit (Art. 8 BV) als Gebot sachgerechter Differenzierung verbietet den rechtsanwen- denden bzw. den rechtssetzenden Behörden, zwei tatsächlich gleiche Situationen ohne sachlichen Grund rechtlich unterschiedlich zu behan- deln. Dabei ist eine Identität in allen tatsächlichen Elementen nicht notwendig; das Gleichbehandlungsgebot greift bereits bei Übereinstim- mung der relevanten Sachverhaltselemente (vgl. JÖRG P AUL M ÜLLER , Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 396 ff; BGE 125 I 1 E. 2b/aa). Einerseits stehen Exklusiv- oder Erstverwertungsrechte, wie bereits erwähnt, stets unter dem Vorbehalt des Kurzberichterstat- tungsrechts Dritter. Exklusive Sportübertragungsrechte erfahren durch das Kurzberichterstattungsrecht eine gesetzliche Beschränkung. An- dererseits umfasst das Kurzberichterstattungsrecht der Beschwerde- gegner lediglich höchstens 180 Sekunden und kann nur nach Beendi- gung des Ereignisses ausgestrahlt werden. Das Exklusivrecht der Be- schwerdeführerin hingegen ermöglicht dieser, live und zeitlich unbe- schränkt zu senden (vgl. Art. 68 RTVV sowie BBl 2003 1728). Folglich liegt keine vergleichbare Situation vor, weshalb eine rechtsungleiche Behandlung der Beschwerdeführerin vorliegend zu verneinen ist. In- wieweit darüber hinaus ein Verstoss gegen Treu und Glauben und den Schutz vor Willkür vorliegen soll ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht näher substanziiert. Der Vollständigkeit halber sei schliesslich darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin hinsichtlich der Erfüllung des Service public zwar Haupt-, aber eben nicht Alleinakteurin ist. Ziel der RTVG- Revision war unter anderem die Förderung des lokal-regionalen Service public (vgl. E. 8.2.2 hiervor). Seite 28A-7970/2007 10. Strittig ist weiter, ob die von der Beschwerdeführerin mit Informations- schreiben vom 18. Juli 2006 kommunizierten finanziellen Abgeltungen für das Kurzberichterstattungsrecht angemessen sind. Die entspre- chende Regelung lautet folgendermassen: „Kurzberichterstattung mit Verwendung von SRG SSR-Sportbildern (ohne Ka- merazugang) bis 3 Minuten Fr. 300.-- pro Sportveranstaltung, bis 30 Sekun- den Fr. 100.-- pro Sportveranstaltung. Kamera-Zugang in der Mixed Zone ohne Kurzberichterstattung (u.a. Interviews nach dem Spiel bei Live- Produktionen) Fr. 100.-- pro Sportveranstaltung als Akkreditierungsgebühr. Bei einem Mitschnitt auf Bestellung (pauschal Fr. 300.--) werden zudem tech- nische Kosten verrechnet.“ Wie bereits erwähnt (E. 1.1 hiervor), ist hinsichtlich der finanziellen Ab- geltungen für das Kurzberichterstattungsrecht nach wie vor zwischen der Situation vor dem 1. April 2007 – unter Anwendung des aRTVG und der aRTVV – und jener ab dem 1. April 2007 – unter Anwendung des RTVG und der RTVV – zu unterscheiden. 11. Die Beschwerdeführerin bringt hierzu vor, die Vorinstanz verkenne den technischen Aufwand für Videomitschnitte und in Bezug auf Tech- nik und Manpower. Es gehe nicht an, dass die Beschwerdegegner ei- nerseits von den Vorteilen der kostengünstigen Übernahme des (Fremd-)Materials profitieren wollten und andererseits darüber hinaus noch eigene Spielbilder drehen möchten, ohne hierfür die üblichen Vergütungen zu übernehmen. Das Prinzip der Entgeltlichkeit sei über- dies im Gesetz verankert und bei den Kurzberichterstattungstarifen handle es sich um rein ordnungspolitische und systemimmanente Kos- ten. Soweit die Vorinstanz den Preis auf die blosse Kostendeckung be- schränke, fehle es zudem an einer Rechtsgrundlage, weshalb die Wirt- schaftsfreiheit und die Eigentumsgarantie verletzt würden. Schliesslich müssten auch die Rechtekosten anteilsmässig verrechnet werden kön- nen, ansonsten von einer angemessenen Vergütung nicht gesprochen werden könne. Da dem Ereignisveranstalter ein entgeltliches Subli- zenzrecht eingeräumt werde, indem dieser für die Kurzberichterstat- tung von den Beschwerdegegnern ein Eintrittsgeld verlangen dürfe, liege eine Verletzung der Rechtsgleichheit und ein Verstoss gegen das Willkürverbot und das Gebot von Treu und Glauben vor, da eine Subli- zenzierung der Beschwerdeführerin an die Beschwerdegegner unter- sagt werde. Schliesslich werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Seite 29A-7970/2007 Exklusivrechte für die Sportverbände bzw. -veranstalter eine entschei- dende Einnahmequelle darstellten. 11.1 Die Beschwerdegegner erläutern, für die Ausübung des Physical Access dürften keine Akkreditierungskosten und Ähnliches abverlangt werden. Einzig Kosten für den Eintritt – welche aber nichts mit den Ak- kreditierungskosten zu tun hätten und auch keine Lizenzierung dar- stellten – und die Benutzung der Infrastruktur seien zu entschädigen. Aus dem Gesetz und den Materialien ergebe sich, dass sich die Ent- schädigung einzig auf die aus der Überlassung der Aufzeichnung er- wachsenen zusätzlichen Kosten zu beschränken habe. Andere Kosten wie solche für Exklusiv-, Erstverwertungs- oder Lizenzrechte dürften nicht auf sie überwälzt werden. Auch stelle das gesetzlich garantierte, auf 180 Sekunden beschränkte Kurzberichterstattungsrecht keinen un- verhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar und Exklusiv- und Erstverwertungsrechte seien stets unter dem Vorbehalt des Kurz- berichterstattungsrechts zu vergeben. 11.2 Die Vorinstanz ist der Ansicht, beim Physical Access sei die Er- hebung einer pauschalen Akkreditierungsgebühr von Fr. 100.-- unzu- lässig. Zum einen widerspreche sie dem Grundsatz der Kostenlosigkeit des Physical Access gemäss aRTVG bzw. RTVG. Zum anderen weise die Beschwerdeführerin allfällige effektiv aus der Einräumung des Zu- gangs vor Ort entstehende Kosten, welche allenfalls für eine Überwäl- zung des administrativen Aufwands für die Organisation des Physical Access in Frage kämen, nicht nachvollziehbar aus. Eine Befreiung von der Pflicht, Eintrittsgeld zu bezahlen, bestehe von Gesetzes wegen nicht. Das Erheben eines Eintrittgeldes für den Zugang zum Ereignis habe aber nichts mit einer faktischen Lizenzierung des Kurzberichters- tattungsrechts zu tun. Beim Signal Access sei die Kurz- berichterstattungsgebühr nicht mit dem Grundsatz von Art. 20 Abs. 4 aRT VV bzw. Art. 70 Abs. 2 RTVV vereinbar, wonach nur die durch die Signalüberlassungspflicht entstehenden effektiven Mehrkosten über- wälzt werden dürften. Eine Pauschalgebühr für Personal- und Technik- kosten sei zwar grundsätzlich zulässig, müsse aber auf überprüfbaren Kosten beruhen und dürfe keine Überwälzung der eigenen Rechte- kosten beinhalten. Die pauschal erhobene Gebühr von Fr. 300.-- für eine Videokassette mit Spielaufzeichnungen in sendefähiger Qualität sei im Hinblick auf den technischen Aufwand, die Material- und Infrastrukturkosten sowie im internationalen Vergleich angemessen. Seite 30A-7970/2007 Die Beschwerdeführerin habe ihre Kosten aber den Regionalsendern auf deren allfälliges Begehren hin auszuweisen. 12. Die Kurzberichterstattung mit Verwendung von Sportbildern der Be- schwerdeführerin für Fr. 300.-- bzw. Fr. 100.-- sowie die Pauschalge- bühr von Fr. 300.-- für einen Mitschnitt auf Bestellung betreffen den Signal Access. 12.1 In Anwendung des alten Rechts äussern sich Art. 7 Abs. 1 Bst. b aRTVG und Art. 20 Abs. 4 aRTVV zu den finanziellen Abgeltungen im Zusammenhang mit dem Signal Access. 12.1.1Art. 7 Bst. b aRTVG sieht vor, dass die Beschwerdeführerin als Primärveranstalterin den Regionalsendern als Sekundärveranstalter die von ihnen gewünschten Teile der Wiedergabe zu angemessenen Bedingungen zur Verfügung stellen muss. Der unbestimmte Rechtsbe- griff „zu angemessenen Bedingungen“ erfährt eine Konkretisierung durch Art. 20 Abs. 4 aRTVV (vgl. hierzu O STERWALDER , a.a.O., S. 319; PIERRE T SCHANNEN /ULRICH Z IMMERLI , Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 26 Rz. 25 ff. sowie H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 445 ff). Danach kann die Veranstalterin, die das Recht auf die exklusive Wiedergabe von öffentlichen Ereignissen in ihrem Pro- grammen besitzt – mithin die Beschwerdeführerin –, von den anderen Veranstaltern – folglich von den Beschwerdegegnern – eine Entschädi- gung in der Höhe der ihr aus der Überlassung ihrer Aufzeichnungen erwachsenen zusätzlichen Kosten fordern. Bei dem Begriff „zusätz- lichen Kosten“ handelt es sich wiederum um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der nicht näher definiert wird. 12.1.2Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet zwar grundsätzlich mit uneingeschränkter Kognition und überprüft hierbei auch die Angemes senheit behördlichen Handelns grundsätzlich frei (vgl. E. 2 hiervor). Es auferlegt sich jedoch dort eine gewisse Zurückhaltung und greift nicht ohne Not (sog. „Ohne-Not-Praxis“) in Ermessensentscheide der Vorinstanz ein, wenn sich diese durch besonderen Sachverstand und Fachwissen auszeichnet und wenn sie über einen gewissen Hand- lungs- bzw. Beurteilungsspielraum verfügen muss. Bei der Beurteilung, was unter „angemessene Bedingung“ bzw. „zusätzliche Kosten“ zu ver- stehen ist, stand der Vorinstanz ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Bei der Prüfung der finanziellen Abgeltungen für den Signal Ac- cess geht es zudem um die Beurteilung besonderer Umstände, für Seite 31A-7970/2007 welche die Vorinstanz über besondere (Fach-)Kenntnisse verfügt. Das Bundes verwaltungsgericht auferlegt sich deshalb bei der diesbezügli- chen Beurteilung eine grosse Zurückhaltung. Soweit die Überlegungen der Vorinstanz als sachgerecht erscheinen, ist deshalb nicht in deren Ermessen einzugreifen (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-6121/2007 vom 3. April 2008 E. 5.2, Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts A-3343/2007 vom 5. Dezember 2007 E. 3, Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts A-3193/2006 vom 12. September 2007 E. 2.2 sowie H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 446c f., 460 f. und 473 f. mit Hinweisen; TSCHANNEN /ZIMMERLI , a.a.O., § 26 Rz. 29 f.; ANDRÉ MOSER , a.a.O., Rz. 2.62 ff. und 2.74; KÖLZ /HÄNER , a.a.O., Rz. 633 ff.). 12.1.3Die Vorinstanz hat sich in ihrer angefochtenen Verfügung mit der Problematik der finanziellen Abgeltungen beim Signal Access eingehend befasst und kam hierbei zum Schluss, dass mit den diesbezüglichen Gebühren ein Teil der Lizenzkosten der Beschwerdeführerin auf die Beschwerdegegner überwälzt werde – was von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wird –, was nicht dem Willen des Gesetzgebers entspreche. Die Erhebung einer pauschalen Gebühr für Personal- und Technikkosten, die in direktem Zusammenhang mit der Einräumung des Signal Access entstünden, sei jedoch grundsätzlich zulässig, soweit sie auf überprüfbaren Abgaben basiere. Hinsichtlich der Pauschalgebühr von Fr. 300.-- für eine Videoaufzeichnung des ganzen Spiels in sendefähiger Qualität erscheine ihr ein pauschaler Abgabepreis mit Blick auf den technischen Aufwand, die Material- und Infrastrukturkosten und im internationalem Vergleich als angemessen. Be stätigt wird diese Auffassung der Vorinstanz dem Grundsatz nach von der Lehre, welche zur Entschädigung für den Signal Access festhält, die zusätzlichen Kosten umfassten einzig Material- und Aufwandkosten, aber keine Lizenzgebühren (vgl. O STERWALDER , a.a.O., S. 319 mit Hinweisen; D UMERMUTH , a.a.O., Rz. 115; SIDLER , a.a.O., S. 198). Die Botschaft zum aRTVG äussert sich zwar nicht zu den finanziellen Abgeltungen für den Signal Access. Doch ist der Botschaft zum RTVG zu entnehmen, „zu bezahlen sind einzig die zusätzlichen Unkosten für die Überlassung des Signals (beispielsweise bezüglich Material und Personal), nicht hingegen eine Entschädigung für allfällige Exklusivrechte. Dies entspricht der bisherigen Regelung in Art. 20 Abs. 4 (a)RTVV“ (Botschaft 2002 1729). Folglich wurde schon Seite 32A-7970/2007 unter altem Recht der Standpunkt vertreten, dass Rechtekosten nicht überwälzt werden dürfen. Die Rüge der Beschwerdeführerin, es fehle an einer Rechtsgrundlage, wenn der Preis auf die blosse Kosten- deckung beschränkt werde, weshalb die Wirtschaftsfreiheit sowie die Eigentumsgarantie verletzt würden, schlägt fehl (vgl. hierzu auch E. 9.2 hiervor). Der Verordnungsgeber spricht ausdrücklich von zu- sätzlichen Kosten, die aus der Überlassung der Aufzeichnungen ent- stehen. Eine weitergehende Kostenüberwälzung ist nicht vorgesehen. Schliesslich führt, wie bereits erläutert (vgl. E. 9.2 hiervor), das gesetzlich statuierte Kurzberichterstattungsrecht zu keiner Enteignung der Lizenzrechte der Beschwerdeführerin. Inwieweit die Argumentation der Vorinstanz somit sachfremd sein sollte, ist nicht ersichtlich. 12.2 Unter dem neuen Recht sind für die finanziellen Abgeltungen im Zusammenhag mit dem Signal Access Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG und Art. 70 Abs. 2 RTVV massgebend. 12.2.1Gemäss Art. 72 Abs. 3 Bst. b RTVG geben der Organisator ei- nes öffentlichen Ereignisses und die Beschwerdeführerin als Pro- grammveranstalterin, die über Erstverwertungs- oder Exklusivrechte verfügt, den interessierten Beschwerdegegnern die gewünschten Teile des Übertragungssignals zu angemessenen Bedingungen. Auch hier wird der unbestimmte Rechtsbegriff „zu angemessenen Bedingungen“ durch die Verordnung konkretisiert. Der entsprechende Art. 70 Abs. 2 RTVV hält fest, dass der Drittveranstalter die für den Zugang zum Signal entstehenden Kosten abzugelten hat. Diese beinhalten den technischen und personellen Aufwand sowie eine Entschädigung für zusätzliche Kosten, die mit der Einräumung des Rechts auf Kurzberichterstattung verbunden sind. 12.2.2Inhaltlich hat sich somit verglichen mit der Regelung im aRTVG und der aRTVV nichts geändert. Nach wie vor dürfen von der Be- schwerdeführerin lediglich die Kosten an die Beschwerdegegner wei- tergegeben werden, welche in direktem Zusammenhang mit der Über- lassung der Aufzeichnungen verbunden sind, was die – wenn auch nur anteilsmässige – Überwälzung der Lizenzgebühren ausschliesst. Dies wird einerseits wiederum durch die Lehre (vgl. O STERWALDER , a.a.O., S. 319) bestätigt. Andererseits hält auch die Botschaft zum RTVG aus- drücklich fest, der Bezug des Signals sei angemessen zu entschädi- gen, wobei aber einzig die zusätzlichen Unkosten für die Überlassung des Signals, wie beispielsweise bezüglich Material und Personal, nicht Seite 33A-7970/2007 hingegen eine Entschädigung für allfällige Exklusivrechte zu bezahlen seien, was der bisherigen Regelung in Art. 20 Abs. 4 aRTVV entspre- che (BBl 2002 1729). Ebenso ist dem erläuternden Bericht zur RTVV (Total revidierte RTVV – Erläuternder Bericht vom 9. März 2007, S. 37) zu entnehmen, zusätzliche Kosten, die notwendigerweise aus der Überlassung der Aufzeichnungen entstünden, dürften wie nach bishe- rigem Recht auf den Drittveranstalter abgewälzt werden. Dazu gehör- ten etwa Kosten, die für die Einräumung der Sublizenz an den Drittver- anstalter entstünden, worunter aber nicht Ausgaben fielen, welche die Erst- oder Exklusivveranstalter für den Erwerb ihrer eigenen Erst- oder Exklusivrechte hätten leisten müssen. 13. Die Akkreditierungsgebühr von Fr. 100.-- pro Sportveranstaltung be- trifft den Physical Access. Weder das aRTVG bzw. die aRTVV noch das RTVG bzw. die RTVV se- hen für den Zugang zum Ereignis eine Kostenpflicht der Beschwerde- gegner vor. Der Physical Access ist denn auch anders als der Signal Access nicht ausdrücklich an eine (finanzielle) Gegenleistung der Be- schwerdegegner gekoppelt. Entsprechend spricht Art. 7 Abs. 1 Bst. a aRTVG bzw. Art. 72 Abs. 3 Bst. a RTVG auch nicht von „angemesse- nen Bedingungen“. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin fehlt es somit nicht an einer Rechtsgrundlage für die Kostenlosigkeit, womit auch keine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit sowie der Eigen- tumsgarantie vorliegt (vgl. hierzu auch E. 9.2 hiervor). Es ist aber mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass diese grundsätzliche Kostenlosig- keit des Physical Access allenfalls dahingehend zu lockern ist, als Kosten in Rechnung gestellt werden können, die durch die Gewä hrung desselben entstehen. Insofern wird dem Vorbringen der Beschwerde- führerin Rechnung getragen, es gehe nicht an, dass die Beschwerde- gegner einerseits von den Vorteilen der kostengünstigen Übernahme des (Fremd-)Materials profitieren wollten und andererseits darüber hin- aus noch eigene Spielbilder drehen möchten, ohne hierfür die üblichen Vergütungen zu übernehmen. Wie die Vorinstanz bereits in ihrer ange- fochtenen Verfügung festgehalten hat, hat die Beschwerdeführerin die Kosten für den administrativen Aufwand hinsichtlich Organisation des Physical Access aber auszuweisen. Pauschale Akkreditierungskosten von Fr. 100.-- pro Sportveranstaltung genügen diesem Erfordernis nicht. Seite 34A-7970/2007 13.1 Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Kos- ten für die Gewährung des Physical Access und des Signal Access von der Frage, ob die Beschwerdegegner dem das Eintrittsgeld zu bezahlen haben, zu trennen sind. Zum einen sind nicht dieselben Posten betroffen und zum anderen handelt es sich um zwei verschiedene Gläubiger; nämlich um die Beschwerdeführerin im ersten und den Ereignisorganisator im zweiten Fall. So hält denn auch der erläuternde Bericht zur RTVV (Total revidierte RTVV – Erläuternder Bericht vom 9. März 2007, S. 36) fest, Drittveranstalter hätten keinen Anspruch auf unentgeltlichen Zutritt zum Ereignis; der von seinen Mitarbeitern in Anspruch genommene Raum am Ort des Ereignisses könne ihnen im Rahmen übli cher Eintrittsgelder vom Ereignisveranstalter belastet werden. Ebenso weist O STERWALDER (a.a.O, S. 318 mit Hinweisen) darauf hin, die finanziellen Bedingungen für die Ausübung des Kurzberichterstattungsrechts würden drei Vergütungsposten beinhalten – die Kosten für die Eintrittskarten der Ange stellten oder Beauftragten des Sekundärveranstalters, jene für den Signal Access und jene für den Physical Access. Zudem ist nicht ersichtlich, inwiefern die Pflicht der Beschwerdegegner, dem Ereignisorganisator ein allfälliges Eintrittsgeld zu bezahlen, eine Subli- zenzierung darstellen soll. 14. Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde so- mit auch im Punkt der finanziellen Abgeltungen als unbegründet und ist abzuweisen. 15. Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass die Vorinstanz die Be- schwerdeführerin im Rahmen einer administrativen Massnahme ver- pflichtet hat, die Aufsichtsbehörde über die getroffenen Massnahmen zur Sicherung des Kurzberichterstattungsrechts der Beschwerdegeg- ner zu informieren. Die Beschwerdeführerin hält hierzu einzig fest, die Zugangsbedingungen und andere Bedingungen seien immer wieder überprüft worden und würden auch in Zukunft einer Prüfung unterzo- gen werden. Die administrative Massnahme an sich ist somit nicht um- stritten. 16. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die der Beschwerdeführe- Seite 35A-7970/2007 rin aufzuerlegenden Verfahrenskosten von Fr. 2'500.--, bestehend aus Spruch- und Schreibgebühr für die Zwischenverfügung vom 27. Febru- ar 2008 und den vorliegenden Hauptentscheid, sind mit dem geleiste- ten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu verrechnen. Den Restbetrag von Fr. 1'000.-- hat die Beschwerdeführerin innert 30 Tagen nach Ein- tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichts- kasse zu überweisen. 17. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei ist von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertre- tung sowie allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Kosten der Vertretung umfassen insbesondere das An- waltshonorar oder die Entschädigung für eine nicht anwaltliche berufs- mässige Vertretung. Keine Entschädigung ist jedoch geschuldet, wenn der Vertreter oder die Vertreterin in einem Arbeitsverhältnis zur Partei steht (Art. 9 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 VGKE). Die obsiegenden Beschwerdegegner haben am 28. April 2008 eine Honorarnote von Fürsprecher Christoph Zubler eingereicht. Dieser habe sie im Beschwerdeverfahren begleitet, beraten und für sie die Rechtsschriften und Eingaben verfasst. Seit Beginn des vorinstanzli- chen Verfahrens und auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren tritt jedoch Marc Friedli als Vertreter der Beschwerdegegner auf (vgl. auch E. 1.2 hiervor). Dieser hat sich mittels Vollmachten ausgewiesen und auch die jeweiligen Rechtsschriften unterzeichnet. Folglich ist er als rechtmässiger Vertreter der Beschwerdegegner zu betrachten und nicht Fürsprecher Christoph Zubler, welcher keine Vertretungsbefugnis vorweist, weder die Rechtsschriften noch die Honorarnote unterzeich- net hat und während des ganzen Verfahrens nie in Erscheinung getre- ten ist. Marc Friedli hat jedoch keinen Anspruch auf Parteientschädi- gung, da er in einem Arbeitsverhältnis zu einem der Beschwerde- gegner steht (Art. 9 Abs. 2 VGKE). Die Vorinstanz und die unterliegen- de Beschwerdeführerin haben ebenfalls keinen Anspruch auf Partei- entschädigung (Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE). Seite 36A-7970/2007 Demnach erken nt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 1'000.-- ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: - die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) - die Beschwerdegegner (Gerichtsurkunde) - die Vorinstanz (Ref-Nr. 2006-00028; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Ryter Sauvant Michelle Eichenberger Seite 37A-7970/2007 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli- chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh- ren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter- schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: Seite 38