B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3559/2014 spn/sts/don U r t e i l v o m 7 . A u g u s t 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima; Gerichtsschreiberin Sara Steiner. Parteien A._______, geboren (…), Bangladesh, vertreten durch lic. iur. Jürg Walker, Fürsprech, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Mai 2014 / N (…). D-3559/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 13. März 2013 verliess und über Bahrain und Italien am 16. März 2013 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, dass er bei der Befragung vom 28. März 2013 und der einlässlichen A n- hörung vom 20. März 2014 zu seinen Asylgründen im Wesentlichen vo r- brachte, er sei Vizepräsident der "Chatra-Dol", des studentischen Flügels der Oppositionspartei BNP (Bangladesh National Party), des Kreises B._______, dass er am 28. Januar 2013 an einer Demonstration teilgenommen habe und beschuldigt werde, dort Autos beschädigt zu haben , und der Fall bei einem Spezialgericht hängig sei, dass deswegen am 26. Februar 2013 das Haus seiner Familie von de r regierenden Partei Awami-Liga angegriffen worden sei, Wertgegenstände mitgenommen und zerstört worden seien und sein Vater verprügelt wo r- den sei, wobei eine entsprechende Anzeige bei der Polizei nicht entg e- gengenommen worden sei, dass er auf einer schwar zen Liste der Regierung über aktive und führe n- de Mitglieder der Opposition verzeichnet sei, dass das Zivilstandsamt C._______ am (…) 2014 einen Reisepass (au s- gestellt durch die Botschaft in Genf am […] 2014), einen Geburtsschein, ein Identifikations- und ein Nationalitätszertifikat (alle ausgestellt am […] 2014) sowie eine Ledigkeitsbescheinigung (ausgestellt am […] 2014) des Beschwerdeführers sicherstellte, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 19. Mai 2014 – eröffnet am 26. Mai 2014 – abwies und die Wegwei- sung sowie den Vollzug anordnete, dass es dabei zur Begründung im Wesentlichen ausführte, die Aussagen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft, dass der Beschwerdeführer an der Befragung angegeben habe, er sei beschuldigt worden, Autos während eines Streiks zerstört zu haben, o b- wohl er gar nicht dabei gewesen sei, während er an der Anhörung gesagt habe, dass er am Streik teilgenommen aber keine Autos zerstört habe, D-3559/2014 Seite 3 dass er an der Befragung angegeben habe, er habe von einem Bekan n- ten seines Vaters von seiner Verzeichnung auf der schwarzen Liste erfah- ren, während er an der Anhörung gesagt habe, sein Onkel, ein Mitglied der Awami-Liga, habe ihm davon erzählt, dass er unterschiedliche Angaben zum Vorsitzenden seiner Partei "Chatra-Dol" gemacht habe, dass er zu seinen Identitätsdokumenten an der Befragung gesagt habe, er habe eine neue Identitätskarte beantragt, weil die alte abgelaufen sei, während er a n der Anhörung davon gesprochen habe, dass er die alte Identitätskarte wegen einer Namensänderung zurückgegeben habe, dass in dem beim Zivilstandsamt abgegebenen Identitäts - und Le u- mundszeugnis stehe, dass er nicht gegen die Gesetze des Landes ve r- stossen habe, dass die Tatsache, dass er bei der Vertretung seines Landes in der Schweiz einen Pass beantragt habe, in krassem Widerspruch zu seinen Asylvorbringen stehe, dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – mit Eingabe vom 25. Juni 2014 gegen diesen Entscheid beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde erhob und die Aufhebung der angefoc h- tenen Verfügung , die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie die Asylgewährung und eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufna h- me beantragte, dass er in formeller Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG (SR 142.31) ersuchte, dass er zur Begründung seiner Beschwerde vorab ausführte, das BFM verstosse gegen die Grundsätze der Verfahrensökonomie, indem es se i- ne geplante Heirat nicht abgewartet habe, hätte es doch dann das Asy l- verfahren wohl ohne grossen Aufwand abschreiben können, dass er weiter natürlich an diesem Streik teilgenommen habe und sich die Aussage, nicht dabei gewesen zu sein, auf das Demolieren von Autos bezogen haben müsse, D-3559/2014 Seite 4 dass er den Bekannten seines Vaters immer schon mit Onkel be zeichnet habe, was in islamischen Ländern ein Zeichen der Verehrung sei, dass bei der Frage nach dem Vorsitzenden der Partei an den vom BFM zitierten Stellen nicht nach der gleichen Person gefragt worden sei, so n- dern einmal nach dem eigentlichen Parteipräs identen und einmal nach dem Vorsitzenden des lokalen Ablegers der Partei, dass weiter hinten im Protokoll der Anhörung dann aber auch noch Fr a- gen nach den Vorsitzenden der "Chatra-Dol" auf verschiedenen Hiera r- chiestufen gestellt worden seien, auf welche das BFM sinnigerweise nicht eingehe, da der Vorsitz regelmässig geändert habe, dass man ihm auch hier keinen Vorwurf machen könne, weil das BFM die Frage nach dem Präsidenten bei der Befragung und bei der Anhörung in der Gegenwartsform gestellt habe, sodas s er jeweils diejenige Person angegeben habe, die gerade im Amt gewesen sei, dass es bezüglich der Identitätskarte zu Verständigungsproblemen an der Befragung gekommen sei und er nie gesagt habe, die alte Identitätskarte sei abgelaufen, sondern nur, dass d ie, die er im Jahre 2007 bekommen habe, habe erneuert werden müssen, und er vorher nie eine Identitätskar- te mit der richtigen Namensschreibweise gehabt habe, dass das BFM, hätte in dem Identitäts- und Leumundszeugnis gestanden, er habe gegen die Gesetze de s Landes verstossen und sei deshalb a n- geklagt worden, behauptet hätte, so lche Papiere seien in Banglades h mühelos erhältlich und hätten keinen Beweiswert, und sich die Frage stel- le, wieso ein Beweismittel, das zumindest ein wenig seinen Vorbringen widerspreche nun einen Beweiswert haben solle, dass es trotz bestehender Verfolgung möglich sei, ein Identitäts- und Leumundszeugnis zu besorgen, das keinerlei Hinweise auf Verfolgung enthalte, dass zudem die Möglichkeit bestehe, dass weder die auszustellende B e- hörde noch die Vertretung im Ausland etwas von seiner Verfolgung g e- wusst habe, sei doch weder eine Anklage erhoben noch sei er zur Fah n- dung ausgeschrieben worden und fürchte er sich primär davor, von Mi t- gliedern der Awami-Liga verfolgt zu werden, D-3559/2014 Seite 5 dass es sich bei der Heirat um ein höchstpersönliches Recht handle und es ihm daher erlaubt sein müsse, zur Vertretung seines Heimatlandes Kontakt aufzunehmen, dass die Instruktionsrichterin mit Verfügung vom 7. Juli 2014 das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zufolge Aussichtslosigkeit der Begehren abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 21. Juli 2014 einen Kostenvorschuss von Fr. 600. – zu bezahlen, verbunden mit der Andro hung, bei ungenutzter Frist werde auf die Beschwerde nicht eingetreten, dass der einverlangte Kostenvorschuss am 21. Juli 2014 fristgerecht g e- leistet wurde, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Juli 2014 dem Bunde s- verwaltungsgericht anzeigte, der Beschwerdeführer habe den Kostenvor- schuss einbezahlt, dass er das Bundesverwaltungsgericht zudem aufforderte , sich in Bezug auf die angeblichen Widersprüche ausführlicher mit den Ausführungen in der Beschwerde zu befassen, dass er im Weiteren in Bezug auf die Einholung eines Reisepasses meh- rere Urteile der Asylrekurskommission (ARK) zitierte, welche im vorli e- genden Verfahren zu berücksichtigen seien, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, D-3559/2014 Seite 6 dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG un d Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde le gitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver halts gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche hand elt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem He imatstaat oder im Land, in dem s ie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nati o- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernst haften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, D-3559/2014 Seite 7 dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wid ersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass die vorinstanzlichen Erwägungen in materieller Hinsicht nicht zu b e- anstanden sowie zu bestätigen sind und die Vorinstan z das Asylgesuch zu Recht zufolge Unglaubhaftigkeit abgelehnt hat, dass der Beschwerdeführer beim Zivilstandsamt C._______ diverse Do- kumente im Original (darunter einen Reisepass) einreichte, welche im Februar und April 2014 ausgestellt wurden, dass von einer tatsächlich verfolgten Person nicht zu erwarten ist, dass sie sich an die Behörden des Verfolgerstaates wendet und die Behörde ohne weiteres Reisepapiere ausstellt, dass davon auszugehen ist, sowohl die Behörden im Inland als auch die heimatlichen Be hörden im Ausland wüssten über eine allfällige Verfo l- gung Bescheid, ist doch der Fall des Beschwerdeführers gemäss seinen Aussagen vor einem Gericht hängig, dass die diesbezüglichen Vorbringen in der Beschwerdeschrift und in der ergänzenden Eingabe vom 22. Juli 2014 diese Vermutung nicht umz u- stossen vermögen, zumal es sich bei den zitierten Urteile n der ARK um anders gelagerte Sachverhalte handelt, dass der Beschwerdeführer sich bis heute nicht dazu äusserte , weshalb es ihm im Rahmen des Ehevorbereitungsverfahren s im Gegensatz zum Asylverfahren gelang, Identitätspapiere zu beschaffen (vgl. Akten des BFM A5 S. 5 und A20 F8 ff.), und er dadurch die ihm obliegende Mitwi r- kungspflicht im Sinne von Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG verletzt hat, dass in den Dokumenten überdies bestätigt wird, dass der Beschwerd e- führer nicht gegen das Gesetz verstossen habe (didn't participate against the discipline of his country), dass diesen offiziellen Dokumenten im Original ein hoher Beweiswert z u- gemessen wird und das Argument in der Beschwerde, würden sie das Gegenteil beweisen, würde ihnen kein Beweiswert zugesprochen, nicht valide ist, zumal die Dokumente vom Justiz-, vom Aussenministerium und vom obersten Gerichtshof abgestempelt wurden, D-3559/2014 Seite 8 dass der Beschwerdeführer zudem in keiner Weise substan tiiert hat, wie er an die entsprechenden Beweismittel gelangt sein will, müsste er doch, falls sie tatsächlich etwas Falsches belegen, Behördenmitglieder best o- chen haben, dass die Aussagen des Beschwerdeführers vor diesem Hintergrund und aufgrund folgender Erwägungen als unglaubhaft zu werten sind, dass zwar das politische Engagement des Beschwerdeführers nicht gänzlich unglaubhaft erscheint, wusste er doch verschiedene N amen an- zugeben und kannte sich mit der Partei, deren Struktur und den polit i- schen Abläufen aus, dass aber schon hier erste Zweifel an den Aussagen des Beschwerdefüh- rers entstehen, gab er doch den Namen des Parteipräsidenten als sein Vorsitzender – wie vom BFM richtig ausgeführt aber mit falschen Prot o- kollstellen belegt – unterschiedlich an (vgl. A5 S. 8: D._______ und A20 F122: E._______), dass weder die Erklärung des Beschwerdeführers an der Anhörung, als er auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht wurde, noch die Ausfüh- rungen in der Beschwerde daran etwas ändern, gab er doch an, er habe an der Befragung vermutlich F._______ angegeben, das Komitee werde aber alle zwei Jahre gewechselt und E._______ sei der aktuelle Präs i- dent (A20 F166 f.), was aber wiederu m mit seiner Aussage im Wide r- spruch steht, wonach er nach dem 28. Januar 2013 führende Personen der "Chatra-Dol", darunter E._______, Präsident der "Chatra-Dol" und sein Vorsitzender, im Auto begleitet habe (A20 F120 ff.), dass weiter nicht auszuschliessen ist, dass der Beschwerdeführer an der Demonstration vom 28. Januar 2013 teilgenommen hat, machte er doch relativ lebensnahe Aussagen zum Ablauf der Demonstration (vgl. A20 F82 ff.), dass aber auch hier weitere Zweifel entstehen, gab doch der Beschwe r- deführer, auf die Nachfrage, wieso er an der Befragung angegeben habe, er habe nicht an der Demonstration teilgenommen, während er an der Anhörung angegeben habe, er habe teilgenommen, undurchsichtig an, dass er dort gewesen sei, sei korrekt, und dass er nich t hingegangen sei, sei auch korrekt, ob er zu einer Versammlung gegangen sei oder nicht, sein Name sei sowieso eingetragen worden (vgl. A20 F162), D-3559/2014 Seite 9 dass vor diesem Hintergrund auch die Erklärung in der Beschwerde, er habe damit gemeint, er habe an der Demon stration teilgenommen nicht aber die Autos demoliert, unbehelflich wirkt, dass der Beschwerdeführer gemäss seinen Aussagen aber ohnehin nicht eine überragend wichtige Persönlichkeit in der Partei gewesen ist und selber auch keine Demonstrationen organisier te, sondern lediglich seine Leute dahin brachte (vgl. A20 F98 ff.), dass dem Beschwerdeführer im Weiteren die über sein allfälliges politi- sches Engagement hinausgehenden Vorbringen , er sei deshalb asy l- rechtlich relevanten Nachteilen ausgesetzt, nicht gegl aubt werden kön- nen, dass der Beschwerdeführer nämlich weder zur schwarzen Liste, und weshalb er auf dieser stehe, noch zum Verfahren gegen ihn nähere A n- gaben gemacht hat und auch keine Anklageschrift einreichte, obwohl er angeblich sogar anwaltlich vertret en war (vgl. A5 S. 7 f., A20 F34, F62, F95, F112 f., F156 ff.), dass die Aussage, er sei als Vizepräsident einer relativ kleinen Stude n- tensektion von der Regierungspartei zu Hause angegriffen worden, wäh- rend die Häuser führender Mitglieder der BNP nicht angegriffen wurden (vgl. A20 F128 ff. und F142), realitätsfern ist, dass auch nicht nachvollziehbar ist, wieso der Beschwerdeführer zu e i- nem Zeitpunkt, da er bereits Angst vor der Polizei hatte und sich bei Freunden versteckte, den ganzen Tag führende Part eimitglieder im Auto begleitete (vgl. A20 F115 ff.), dass auch die Aussagen zu der Hausdurchsuchung vom 26. Februar 2013 unsubstantiiert waren und vom Beschwerdeführer, obwohl er nicht dabei war, diesbezüglich spezifischere Angaben hätten erwartet werden können (vgl. A20 F125 ff.), dass die umständliche Erklärung in der Beschwerde bezüglich der Wide r- sprüche rund um die Identitätskarte des Beschwerdeführers angesichts der Aussagen in den Protokollen konstruiert wirkt und deshalb nicht über- zeugt, zumal der B eschwerdeführer an der Befragung den Namensfehler zur Klärung des Missverständnisses nicht erwähnte, D-3559/2014 Seite 10 dass sich vor diesem Hintergrund eine weitere Auseinandersetzung mit vom BFM angeführten und vom Beschwerdeführer bestrittenen Wider- sprüchen erübrigt, da d ies zu keinem anderen Ergebnis zu führen ve r- möchte, dass insgesamt ein politisches Engagement des Beschwerdeführers al- lenfalls glaubhaft wirkt, aber nicht davon auszugehen ist, es habe daraus eine asylrechtlich relevante Verfolgung resultiert, dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseige n- schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung ein er solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), dass die Argumentation des Beschwerdeführers, das BFM hätte sein Ehevorbereitungsverfahren abwarten müssen, nicht stichhaltig ist, dass sich durch die Aussage in der Beschwerde, das BFM hätte bei einer Heirat das Asylverfahren wohl abschreiben können, der Verdacht au f- drängt, der Beschwerdeführer habe das Asylverfahren missbraucht, auch wenn im Schreiben vom 22. Juli 2014 nun ausgeführt wird, es stehe nicht fest, dass er das Asylgesuch nach der Heirat zurückgezogen hätte, dass das Recht auf Eheschliessung nach Art. 12 EMRK bezüglich U m- setzung des Anspruchs ausdrücklich auf die innerstaatlichen Gesetze verweist und diesbezüglich anzumerken ist, dass ein Ehevorbereitung s- verfahren in der Sc hweiz grundsätzlich auch möglich ist, wenn die Brau t- leute nicht in der Schweiz wohnen (Art. 62 ff. der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]), sodass der Beschwerdeführer den Ausgang seines Ehevorbereitungsverfahrens auch im Ausland ab- warten kann, dass es gemäss der in der Beschwerde zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts Aufgabe der kantonalen Migrationsbehörden ist, auf ent- sprechendes Gesuch hin dem Recht auf Ehe gemäss Art. 12 EMRK und Art. 14 BV Achtung zu verschaffen, indem diese unter Umständen eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zwecke der Eheschliessung zu erteil en D-3559/2014 Seite 11 haben (BGE 137 I 351 E. 3.7) und es eben nicht der Zweck des Asy l- rechts ist, Personen eine Aufenthaltserlaubnis zu verschaffen, damit sie in der Schweiz heiraten können, dass die verfügte Wegweisung demnach im Einklang mit den gesetzl i- chen Bestimmungen steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshinde r- nissen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und a n- dernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), dass der Vollzug der W egweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner For m zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge-D-3559/2014 Seite 12 gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be- handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK er- sichtlich sind, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufg rund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts- staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vol l- zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass zudem, wie bereits das BFM treffend feststellte, der Beschwerdefüh- rer ein junger – und soweit dies den Akten zu entnehmen ist – gesunder Mann ist, der überdurchschnittlich gebildet ist und davon auszugehen ist, dass ihm seine Familie bei der Reintegration in Bangladesh unterstützend zur Seite stehen wird, dass der Vollzug der Wegw eisung des Beschwerdeführers in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und der Beschwerdeführer vorliegend über gültige Reisepapiere verfügt, dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass die an gefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 21. Juli 2014 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvo r- schuss zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-3559/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt und mit dem in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss ve r- rechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner Versand: