Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Februar 2019 (725 18 337 / 36) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kausalzusammenhang: Die Angelegenheit ist zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat neu über den Leistungsanspruch des Versicherten zu verfü- gen. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Neslihan Kalayci Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch Dominik Zehntner, Ad- vokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen AXA Versicherungen AG , General Guisan -Strasse 40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1972 geborene A.____ war zum Zeitpunkt des U nfallereignisses vom 2. Juni 2016 als Haushaltsgehilfin bei der B.____ tätig. In dies er Eigenschaft war sie bei der Axa Winterthur (AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- un d Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 3. Juni 2016 war A.____ mit dem Auto auf dem Weg zu einem Kunden, als ein anderes Auto in sie hineinfuhr und ihr Auto an den Trottoirrand drückte. Dabei Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht zog sie sich vom Abstützen aufs Lenkrad Schmerzen im Nacken so wie im Handgelenk zu. An- lässlich einer ersten Untersuchung in der Notfallstation des D.____ vom 3. Juni 2016 diagnos- tizierte Dr. med. C.____, Leitende Ärztin Notfall, ei nen Auffahrunfall mit kraniozervikalem Be- schleunigungstrauma Grad II, undisloziertem Abriss Processus styloideus ulnae rechts (domi- nant), eine Ellenbogenkontusion rechts und eine Schulte rkontusion beidseits. Das Röntgenbild des Ellenbogens ergab keinen Nachweis einer dislozierten Fraktur. Auf dem Röntgenbild des Handgelenks rechts war ein undislozierter Abriss des Processus styloideus ulnae rechts und SL weit erkennbar. Weiter konnte eine Druckdolenz über de m Radiusköpfchen und am lateralen Epicondylus, mittig über dem Handgelenk und minim am Ul naköpfchen, festgestellt werden. Daraufhin wurde eine Bedarfsanalgesie aufgenommen und das Tragen einer Handmanschette verordnet. In der Folge gewährte die AXA die gesetzli chen Leistungen (Taggelder und Hei- lungskosten). B. Aufgrund der geklagten Beschwerden wurden im D.___ _ am 14. Dezember 2016 eine diagnostische Handgelenksarthroskopie (rechts) und eine Ulnaverkürzungsosteotomie durchge- führt. Im Rahmen einer versicherungsmedizinischen Stellun gnahme vom 11. Juni 2017 vertrat der beratende Arzt der AXA, PD Dr. E.____, FMH Ortho pädie und Handchirurgie, die Auffas- sung, dass die beklagten Beschwerden der Versicherten in einem kausalen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 2. Juni 2016 stünden, und dass de r Eingriff vom 14. Dezember 2016 überwiegend wahrscheinlich durch unfallkausale Verletzun gen indiziert gewesen sei. In der Folge beauftragte die AXA Dr. med. F.____, FMH Orth opädische Chirurgie, mit einer zweiten Stellungnahme zur Unfallkausalität der Beschwerden. Dieser verneinte sowohl die Unfallkausa- lität der geklagten Beschwerden als auch der erfolgten Operation und hielt fest, dass der Status quo sine per 7. Juli 2016, spätestens aber per 25. August 2017 wieder erreicht worden sei. C. Gestützt auf die Beurteilung von Dr. F.____ stellte die AXA mit Verfügung vom 9. Feb- ruar 2018 die Taggeldleistungen per 1. Dezember 2017 und die Leistungen für die Heilungskos- ten per 1. Februar 2018 ein. Zur Begründung führte sie an, dass die anhaltend geklagten Be- schwerden am rechten Handgelenk mit überwiegender Wahr scheinlichkeit nicht mehr auf den erlittenen Unfall zurückzuführen seien. Eine hiergege n erhobene Einsprache wies die AXA mit Einspracheentscheid vom 12. September 2018 ab. D. Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte, vertrete n durch Advokat Dominik Zehntner, mit Eingabe vom 9. Oktober 2018 Beschwerde b eim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan tonsgericht). Sie beantragte, es sei der Einspracheentscheid vom 12. September 2018 aufzuheb en, unter o/e-Kostenfolge. Zur Be- gründung brachte sie vor, dass gemäss der Beurteilung von Dr. E.____ sowie aufgrund weiterer ärztlicher Berichte erstellt sei, dass der Unfallmechani smus vom 2. Juni 2016 zu einer Verlet- zung des TFCC geführt habe. Dies habe wiederum den ope rativen Eingriff gerechtfertigt, womit das Handgelenk letztendlich aufgrund des Unfallereignisse s definitiv verändert worden sei. Der AXA sei es nicht gelungen, den Wegfall der Unfallfolgen nachzuweisen. E. In ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2018 bea ntragte die AXA die Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwe rde vom 9. Oktober 2018 beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht ist einzutreten. 2.1 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Zu den ge änderten Normen gehören auch die Bestimmungen von Art. 10 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 UVG, welche die Ansprüche auf Heilbe- handlung und auf eine Invalidenrente regeln. Laut d er Übergangsbestimmung von Art. 118 Abs. 1 UVG werden jedoch Versicherungsleistungen für Ere ignisse, die sich vor dem Inkrafttre- ten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor die- sem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gew ährt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, weshalb nachfolgend auf das bisheri ge Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewä hren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Ans pruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet wer den kann und allfällige Eingliede- rungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschloss en sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetreten en Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.2 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Be- hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis- würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Dabei hat sie ihren Entscheid, sofern das Gesetz nicht et- was Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überw iegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. dazu BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Die blosse Mög- lichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Bewe isanforderungen nicht. Es ist viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste gewürdigt wird (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a und 208 E. 6b). 3.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderli chen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheit sschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er u nmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, w ie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsb egründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung vo n unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Di e blosse Möglichkeit nunmehr gänz- lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genüg t nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausa lzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Dies e Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass- gebend (Urteil des Bundesgerichts vom 23. September 201 4, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinwei- sen). 4.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht ha t diese nach dem für den Sozial- versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürd igung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um- fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, obj ektiv zu prüfen und danach zu ent- scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlä ssige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einan der widersprechenden medizini- schen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische The- se abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberich tes ist demnach entscheidend, ob Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor akten (Anamnese) abgegeben wor- den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhä nge und in der Beurteilung der medi- zinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gut- achten versicherungsinterner Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung ei nes externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind er gänzende Abklärungen vorzuneh- men (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urte il des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 5.1 Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die AXA die Versicherungsleistungen zu Recht mit Einspracheentscheid vom 12. September 2018 per 1. Dezember 2017 (für die Taggeldleis- tungen) bzw. per 1. Februar 2018 (für die Heilungskost en) eingestellt hat. Zur Beurteilung der strittigen Frage sind folgende medizinische Unterlagen von Relevanz: 5.2 Im Notfallbericht vom 3. Juni 2016 diagnostizierte D r. med. C.____, Leitende Ärztin der Interdisziplinären Notfallstation des D.____, einen Auf fahrunfall mit kraniozervikalem Beschleu- nigungstrauma Grad II, undisloziertem Abriss Processus stylo ideus ulnae rechts, eine Ellenbo- genkontusion rechts sowie eine Schulterkontusion beidsei ts. Betreffend die rechte Hand wurde Folgendes aufgeführt: Druckdolenz mittig über dem Han dgelenk, minim am Ulnaköpfchen, Fle- xion/Extension endgradig schmerzhaft, jedoch frei auch geg en Widerstand möglich. Im Weite- ren hielt sie fest, dass die Patientin eine Handgelenksmanschette tragen müsse. 5.3 Dr. med. G.____, Oberärztin der Klinik Orthopädi sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des D.____, hielt in ihrem Sprechstu ndenbericht vom 15. Juni 2016 fest, dass noch eine deutliche Druckdolenz und leichte Schwell ung über dem Processus styloideus ulnae bestehe. Auf dem Röntgenbild des Handgelenks (re chts) sei eine Fraktur kaum erkenn- bar. Das Tragen der Handgelenksmanschette sei für weitere vier Wochen notwendig. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. med. H.____, Oberärztin der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung sapparates des D.____, vom 7. Juli 2016 ist zu entnehmen, dass die Patientin beschwerdearm sei. Lediglich im Bereich des dorsa- len Daumens verspüre sie teilweise noch Schmerzen, wobei diese auf eine Druckstelle von der Handgelenksmanschette zurückzuführen seien. Die Handgelenksm anschette müsse sie nicht mehr tragen. 5.5 Aus dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. G. ____ vom 18. August 2016 geht hervor, dass die Patientin nach längeren Belastungen nach ts teilweise noch Schmerzen im ul- narseitigen Handgelenk verspüre. Seit zwei Wochen seien auch Parästhesien am ulnaren Un- terarm aufgetreten, insbesondere nach dem Aufstützen des Ellenbogens. 5.6 Im Szintigraphie-Bericht vom 25. August 2016 hielt Dr. med. I.____, FMH Nuklearmedi- zin, Z.____, fest, dass die Fraktur am rechten Handgele nk vom 2. Juni 2016 orthopädisch be- handelt worden sei. Er diagnostizierte keine Anzeichen f ür eine Entzündung sowie für eine Al- godystrophie. 5.7 Im Sprechstundenbericht vom 18. Oktober 2016 diagn ostizierte Dr. med. J.____, Leiten- der Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates des D.____, nebst den bekannten Diagnosen an der recht en Hand eine Tendovaginitis ste- nosans de Quervain. Zudem habe die Patientin weiterhi n Parästhesien vom Oberarm bis in die Fingerspitzen reichend und alle Langfinger betreffend . Sie leide immer noch an Schmerzen im Bereich des dorsalen Daumens und radialen Handgelenke s, wie sie sie bereits am 7. Juli 2016 erstmals erwähnt habe. Eine leichte Druckdolenz über dem Processus styloideus ulnae sei wei- terhin vorhanden. Im Weiteren berichtete er, dass die radialseitigen Schmerzen am ehesten im Rahmen einer Tendovaginitis stenosans de Quervain vermut lich posttraumatisch aufgetreten seien. 5.8 Dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. G.___ _ vom 17. November 2016 ist zu entnehmen, dass sich die Schmerzen aufgrund der Tendova ginitis stenosans de Quervain leicht gebessert hätten. Im Vordergrund stünden vor alle m die ulnarseitigen Handgelenks- schmerzen. 5.9 In seiner Beurteilung vom 24. November 2016 stellt e Dr. med. K.____, Leitender Arzt des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin des D._ ___, einen grossen Defekt des Discus articularis mit Abriss der radialen Anheftung vom Gelenkknorpel bei unklarem Läsionsalter fest. 5.10 In ihrem Sprechstundenbericht vom 29. November 201 6 berichtete Dr. G.____, dass sie der Patientin aufgrund des grossen Defektes des Discus ar ticularis eine Handgelenksar- throskopie mit Ulnaverkürzungsosteotomie empfohlen habe, und sich die Patientin damit ein- verstanden erklärt habe. 5.11 Dr. H.____ hielt in ihrem Operationsbericht vom 15. Dezember 2016 unter anderem fest, dass sich ulnarseitig am radialen Anteil des TFCC eine s ehr grosse Läsion zeige, am ehesten posttraumatisch mit teilweiser freier Sicht auf den n och unversehrten Knorpel des Ulnaköpf- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chens. Der Discus articularis zeige sich frei fluktuierend bei ansonsten noch intakten Bandstruk- turen. Die Indikation zur Verkürzungsosteotomie der Ulna sei daher gegeben. 5.12 Im Sprechstundenbericht vom 3. Februar 2017 hielt Dr. J.____ fest, dass der Osteoto- miespalt mit vermutlich beginnender Konsolidierung ohn e ausgeprägte Kallusbildung auf dem Röntgenbild des rechten Handgelenks noch deutlich ersichtlich sei. 5.13 Dr. G.____ führte im Sprechstundenbericht vom 1 5. März 2017 folgende Befunde auf: Handgelenk rechts: Keine lokale Druckdolenz im Bereich der Verkürzungsosteotomie. Die Pati- entin gebe vor allem Schmerzen bei Umwendbewegungen im ulnarseitigen Handgelenk an. Der Osteotomiespalt sei noch deutlich zu sehen. Im Vergleich zur letzten Untersuchung habe die Konsolidierung vermutlich zugenommen. 5.14 Dr. J.____ berichtete in seinem Sprechstundenberi cht vom 18. April 2017 Folgendes: Handgelenk rechts: Unauffällige Trophik, keine Schwellun g, über dem Osteotomiespalt und vor allem ulnarseitig im Bereich des Handgelenks noch deutli che Druckdolenz auslösbar. Ein deut- licher Ulnarimpaktionsschmerz sei noch vorhanden. Auf dem Röntgenbild sei der Osteotomie- spalt weiterhin noch deutlich zu sehen. 5.15 Dem Eintrag in der Krankengeschichte von Dr. G.___ _ vom 17. Mai 2017 ist zu entneh- men, dass die Patientin weiterhin Schmerzen im Bereich des Handgelenks (ulnarseitig) habe. 5.16 Am 11. Juni 2017 diagnostizierte PD Dr. med. E.__ __, FMH Orthopädie und Handchi- rurgie, eine verzögerte Heilung der Ulnaverkürzungsost eotomie. Über die Situation des Hand- gelenks der Beschwerdegegnerin berichtete er wie folgt: Belastungsabhängige Schmerzen am rechten Vorderarm auf Höhe der Operationsnarbe, vor al lem beim Heben von schweren Objek- ten in der Supinationsstellung des Vorderarmes. Die Sch merzen seien trotz mehrerer verschie- dener Schmerztherapien nicht unter Kontrolle gekommen. Betreffend die Unfallkausalität hielt Dr. E.____ fest, dass ihm der Vorzustand unbekannt sei. Da die Patientin jedoch vor dem Auto- unfall im Bereich des Handgelenks vollständig beschwerd efrei gewesen sei, denke er, dass eine Unfallkausalität mit Ruptur des TFC vorhanden sei. Auch die Operation vom 14. Dezember 2016 sei überwiegend wahrscheinlich durch unfallkausale V erletzungen indiziert gewesen. Im Weiteren hielt er fest, dass ein weiterer Eingriff eval uiert werden müsse, sofern sechs Monate nach dem Eingriff keine vollständige Heilung der Osteotomie eintreten werde. 5.17 Dr. med. L.____, FMH Anästhesie, Abteilung Schm erztherapie des D.____, berichtete in seinem Bericht vom 23. Juni 2017, dass die Patientin vor allem laterale Schmerzen im Narben- verlauf und im rechten Handgelenk verspüre. 5.18 Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und beratender Arzt der Beschwerde- gegnerin, hielt in seinem Bericht vom 24. November 201 7 fest, dass er nach Durchsicht der Röntgenbilder vom 2. Juni 2016 und vom 9. Juni 2016 grosse Zweifel habe, dass bezüglich des rechten Handgelenks der Versicherten eine korrekte Diagno se erhoben worden sei. Es werde von einer undislozierten Fraktur am Processus styloideus uln ae berichtet, die sich ihm aber auch bei wiederholter Betrachtung der auf einer CD zur Verfügung stehenden Bilder nicht er- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schliesse. Zwar zeige sich eine leicht hypointense Zone ra dial an der Basis des Processus sty- loideus ulnae, die aber die knöcherne Oberfläche auf d er Gelenksseite nicht eindeutig erreiche und sich dann insbesondere nicht nach proximal in Rich tung der ulnaren Kortikalis fortsetze. Hierbei von einer Fraktur oder auch nur einer Fissur zu sprechen, halte er für eine Überinterpre- tation, zumal die Versicherte am Unfalltag nur „minim “ Schmerzen in diesem Bereich angege- ben habe, was bei einer frischen knöchernen Verletzun g sehr ungewöhnlich gewesen wäre. Wenn man sich überlege, was biomechanisch beim Ereignis v om 2. Juni 2016 abgelaufen sei, komme man ebenfalls fast zwingend zum Schluss, dass es im Ber eich der Handgelenke nicht zu einer relevanten Verletzung gekommen sein könne. Die Versicherte habe als Lenkerin ihr Auto angehalten, als es zu einer Kollision mit einem von hinten nahenden Fahrzeug gekommen sei. Der Personenwagen der Versicherten sei dadurch nach vorne verschoben worden, wohin- gegen sich ihr Körper aufgrund der Massenträgheit relat iv nach hinten bewegt habe. Entspre- chend sei es auch nicht zu einer relevanten Krafteinwir kung auf die am Steuerrad gehaltenen Hände gekommen (wie dies bei einer Frontalkollision der Fall gewesen wäre), die vielmehr so- gar eher entlastet worden seien. Auch sekundär sei es ka um zu deren Traumatisierung in we- sentlichem Ausmass gekommen, nachdem sich der Airbag nicht geöffnet habe. Anlässlich der Kontrolluntersuchung vom 9. Juni 2016 werde dann zwar geschrieben, es zeige sich eine „noch deutliche Druckdolenz und leichte Schwellung über dem P rocessus styloideus ulnae“, ohne dass aber funktionelle Defizite zu verzeichnen gewesen sei en. Die postulierte Fraktur sei als „kaum erkennbar“ bezeichnet worden, was wiederum ungewö hnlich sei, weil im Heilungsbe- reich von Frakturen nach etwa einer Woche nach dem erlit tenen Trauma typischerweise gewis- se resorptive Vorgänge zu sehen seien, was vorliegend nich t der Fall sei. Spätestens nachdem die Versicherte anlässlich der Kontrolle vom 7. Juli 2016 „praktisch keine“ Schmerzen mehr verspürt habe, die zudem ausschliesslich auf der Daumenseite, nicht aber über dem Processus styloideus ulnae („keine Druckdolenz“) angegeben worden s eien, habe davon ausgegangen werden dürfen, dass es hier nicht zu einer relevanten Ve rletzung gekommen sei. Dies wider- spiegle sich dann auch anlässlich einer weiteren Kontrolle am 18. August 2016, wo zwar anam- nestisch ulnarseitige Handgelenkschmerzen beschrieben word en seien, die aber aufgrund der ebenfalls beschriebenen Parästhesien am ulnarseitigen Vo rderarm am wahrscheinlichsten auf eine leichte Affektion des Nervus ulnaris am Ellbogen zur ückzuführen gewesen seien, wo sich auch ein positives Tinel-Zeichen habe finden lassen. Er neut sei der Processus styloideus ulnae aber als nicht druckdolent beschrieben worden, sodass ein e relevante Verletzung habe ausge- schlossen werden können. Falls es noch eines abschliessenden Beweises bedürfe, dass sich die Versicherte anlässlich des Ereignisses vom 2. Juni 2016 am rechten Handgelenk nicht mak- rostrukturell verletzt habe, könnten hierfür die nachträglich eingegangenen Bilder der 3-Phasen- Skelett-Szintigraphie vom 25. August 2016 aus Frankreich herangezogen werden. Damit lasse sich nicht nur eine allfällige Algodystrophie (CRPS) klar verneinen, sondern es zeige sich viel- mehr ein symmetrischer Befund beider Hände, was eine nur gerade gut 2 ½ Monate zuvor ver- meintlich stattgefundene Fraktur des Processus styloideus u lnae rechts nahezu sicher aus- schliesse. Somit könne spätestens mit dieser Untersuchung von einem morphologischen Status quo sine im Bereich beider Hände ausgegangen werden. Die in der Folge durchgeführten Be- handlungen, sofern man sie überhaupt als wirksam, zweckmässig und wirkungsvoll bewerten wolle, seien somit ausschliesslich aus unfallfremden Grün den erfolgt. Die zur Verfügung ste- henden CT-Aufnahmen vom 19. September 2017 zeigten ei ne hypertrophe Pseudarthrose im Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bereich der ehemaligen Osteotomie, die sich im Vergleich zu den Aufnahmen vom 12. Juli 2017 kaum wesentlich verändert habe. Entsprechend ergäben sich einige Zweifel, dass sich durch ein weiteres Abwarten noch eine Verbesserung einstelle. Wahrscheinlich bleibe somit nur eine Implantatentfernung mit Pseudarthrose-Resektion, Dek ortikation, allenfalls Anlagerung von au- tologer Spongiosa und Reosteosynthese, um letztlich eine stabile ossäre Durchbauung zu er- reichen. Dies sei bereits von Dr. E.____ in seinem Beri cht vom 11. Juni 2017 in dieser Weise vorgeschlagen worden. 5.19 Dr. G.____ führte in ihrem Sprechstundenbericht vom 13. Dezember 2017 folgende neue Diagnosen auf: Delayed Union bei nun beschwerdef reier Patientin auf Höhe des Osteo- synthesematerials bei Status nach diagnostischer Handgelen ksarthroskopie rechts und Ulna- verkürzungsosteotomie rechts vom 14. Dezember 2016 bei ak tuell leichten Beschwerden auf Höhe des Ulnastyloid sowie insbesondere persistierende bzw. progrediente Tendovaginitis de Quervain. 5.20 Dr. med. M.____, FMH Handchirurgie und SIM-zer tifizierter Gutachter, nahm zum Un- fallhergang sowie zu den Beschwerden der Beschwerdefüh rerin in seinem Bericht vom 5. Januar 2018 wie folgt Stellung: Die Patientin ha be ihr Auto zum Stillstand gebracht. Sie sei von einem weiteren Auto von hinten gerammt worden, wo bei sich der Airbag nicht geöffnet ha- be. Da die Patientin ihre Hände am Steuerrad belassen habe, sei es durch den Rückschlag zu einer Verletzung des rechten Handgelenks gekommen. Entg egen der Ansicht von Dr. F.____ sei er der Auffassung, dass das gerammte Auto nach dem Zu sammenprall wieder gestoppt worden sei, wahrscheinlich, weil die Patientin reflexar tig auf der Bremse gestanden sei. Daraus könne gefolgert werden, dass sowohl ein Zug als auch ein e Stauchung auf die Handgelenke eingewirkt hätten. Beide Krafteinwirkungen könnten ein e Läsion des Discus articularis im ulna- ren Handgelenkskompartiment bewirkt haben. Die entstandenen Kräfte seien stark von der Ge- schwindigkeit des Zusammenpralls, vom Gewicht des beteiligt en Autos und dem Gewicht der Patientin abhängig, worüber jedoch keine Angaben be stünden. Deshalb scheine ihm die Argu- mentation von Dr. F.____, wonach die Unfallkausalität zu verneinen sei, nicht zulässig. Im Wei- teren merkte er an, dass im Röntgenbild vom 2. Juni 2016 eine undislozierte Fraktur des Pro- cessus styloideus ulnae beschrieben worden sei. Im Röntgenbild vom 9. Juni 2016 sei die Frak- tur als kaum erkennbar bezeichnet worden. Klinisch best ehe jedoch noch eine deutliche Druck- dolenz und eine leichte Schwellung. Ein funktionelles De fizit liege angeblich nicht vor. Eine for- cierte Supination mit Schmerzen in der Endstellung als Zeichen einer TFCC-Läsion sei nicht geprüft bzw. beschrieben worden. Eine TFCC-Läsion liege aber sicher vor, wie die Arthroskopie vom 15. Dezember 2016 zeige. Dieser Befund zeige einersei ts das Wegfallen des wichtigen Trampolineffektes des TFCC, was richtigerweise zur Ulnaverkürzung geführt habe, andererseits erkläre er das Fehlen einer starken Druckdolenz über de m „abgebrochenen“ Ulnastyloid, wel- che die ulnare, dorsale und ligamentäre Verankerung d es TFCC darstelle. Betreffend das 3-Phasenszintigramm vom 25. August 2016 führte Dr. M.__ __ aus, dass dieses symmetrische Befunde beider Hände zeige, da keine Entzündungszeichen am rechten Handgelenk zu erwar- ten gewesen seien. Weiter teilte er die Meinung von Dr. E.____, dass die Unfallkausalität zwi- schen dem Unfallereignis vom 2. Juni 2016 und den Beschw erden der Beschwerdeführerin ge- geben sei. Die erfolgte Operation sei lege artis gewes en, doch leider sei es zu einer verzöger- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Osteotomieheilung gekommen. Eine begleitende Ten dovaginitis de Quervain in Folge der intensiven Therapie bei solch komplexen Verletzungen wie TFCC-Läsionen werde immer wie- der beobachtet. 5.21 Bezugnehmend auf die Stellungnahme von Dr. M.__ __ vom 5. Januar 2018 hielt Dr. F.____ am 9. Februar 2018 Folgendes fest: Dr. M._ ___ äussere sich in seiner Stellungnah- me zunächst zum Unfallhergang und versuche darzulegen, wi e es beim Unfallereignis vom 2. Juni 2016 zu einer Verletzung des rechten Handgelen ks gekommen sein solle. Dabei akzep- tiere er offensichtlich seine Einschätzung, dass es bei der Heckauffahrkollision primär zu einer Entlastung des Körpers der Versicherten gekommen sei, die sich relativ zu ihrem Fahrzeug nach hinten bewegt habe. Er postuliere jedoch eine anschliessende Kontusion, die er durch das nachfolgende Bremsmanöver der Versicherten begründe, w ie sie in den vorliegenden Akten allerdings nicht explizit bestätigt werde. Da es beim Un fallereignis aber nicht zu einer weiteren Kollision gekommen sei, und sich auch der Airbag nicht g eöffnet habe, dürfe davon ausgegan- gen werden, dass es sich dabei bestenfalls um ein zwar abr uptes, darüber hinaus aber keines- wegs ungewöhnliches Bremsen eines Autos handle, bei dem es sicher nicht typischerweise zu einer Verletzung der Handgelenke komme. Eine übermässi ge Krafteinwirkung auf das rechte Handgelenk, die zu einer relevanten strukturellen Verl etzung hätte führen können, sei insge- samt jedenfalls nicht ausgewiesen. Im Weiteren verweise Dr. M.____ auf die in den initialen Röntgenbildern postulierte undislozierte Fraktur des Processus styloideus. Wahrscheinlich habe er jedoch nicht die Gelegenheit gehabt, die Bilder sel bst zu betrachten, ansonsten er ihm bei- gepflichtet hätte, dass sich bereits auf diesen Bildern e ine Fraktur allenfalls erahnen, aber sich nicht definitiv bestätigen lasse. Dieser Meinung sei of fensichtlich auch der primär beurteilende Radiologe gewesen, der in seinem Bericht vom 2. Juni 2 016 keine Fraktur beschrieben habe. Anlässlich ihrer Kontrolluntersuchung vom 9. Juni 2016 hätten auch die Ärztinnen der Orthopä- die und Traumatologie des Bewegungsapparates im D.___ _ die Fraktur als „kaum erkennbar“ bezeichnet. Definitiv ausschliessen lassen habe sich die Fra ktur jedenfalls mit der Skelettszinti- graphie vom 25. August 2016, auf welcher keine Reparati onsvorgänge am Knochen sichtbar gewesen seien, wie sie nach einer stattgehabten Fraktur fast zwingend zu sehen sein müssten. Auch diese Skelettszintigraphie habe Dr. M.____ aber wahrscheinlich nicht zur eigenen Be- trachtung zur Verfügung gestanden, ansonsten er sich selb st davon hätte überzeugen können, dass sich darin keine Residuen einer stattgehabten Fraktur hätten finden lassen. Seiner Ein- schätzung, wonach sich darin lediglich „Entzündungszeichen“ erkennen liessen, sei dabei im Grundsatz nicht widersprochen. Da allerdings nahezu jed er Heilungsprozess nach strukturellen Läsionen irgendeiner Art physiologischerweise mit einer Entzündung verbunden sei, habe eine solche auch nach einer stattgehabten Fraktur oder einer sonstigen Ver- letzung des Handgelenks sichtbar sein müssen. Betrachte man die Bilder im Detail, so erkenne man eine nahezu symmetrische Belegung beider Arme mit de m Radionuklid und könne im Be- reich der Handgelenke allenfalls sogar postulieren, dass die linke Seite stärker betroffen sei. Definitiv ausschliessen lasse sich jedenfalls eine nur auf der rechten Seite vorhandene struktu- relle Läsion, was besonders für den ulnaren Anteil des H andgelenkes gelte, der im Vergleich zum übrigen Anteil beider Handgelenke und beider Ellb ogen eine geringere Nuklidbelegung zeige. Dies lasse nicht nur eine Fraktur, sondern jegli che anderweitige relevante strukturelle Läsion jüngeren Datums fast sicher ausschliessen. Dass sich bei der Versicherten anlässlich Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Arthroskopie vom 15. Dezember 2016 eine TFCC-Läsio n habe finden lassen, sei unbestrit- ten. Dabei handle es sich jedoch fast sicher um eine chr onische Veränderung, die jedenfalls überwiegend wahrscheinlich nicht in einem kausalen Zu sammenhang mit dem Ereignis vom 2. Juni 2016 stehe. Ob unter diesen Umständen eine ope rative Behandlung indiziert gewesen sei, sei nie thematisiert worden. Dr. M.____ habe ledi glich festgehalten, dass es sich um eine unfallfremde Problematik handle. Die von ihm zitierte Einschätzung von Dr. E.____, wonach die Problematik am Handgelenk deshalb unfallkausal sein müsse , weil zuvor keine Beschwerden bestanden hätten, basiere auf dem Grundsatz „post hoc erg o propter hoc“ und sei deshalb kaum stichhaltig. 6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. September 2018 bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts auf die Stellungnah- men ihres beratenden Arztes Dr. F.____. Es sei, so das Fazi t der Beschwerdegegnerin, davon auszugehen, dass diese versicherungsmedizinischen Stellungna hmen nachvollziehbar, gut be- gründet und widerspruchsfrei seien. Dr. F.____ habe sich intensiv mit den Unterlagen und im Speziellen auch mit dem bildgebenden Material ausein andergesetzt. Er habe nicht nur die ra- diologischen Bilder, sondern auch die Untersuchungsbef unde beurteilt. In ihrer Vernehmlas- sung hält die Beschwerdegegnerin an dieser Auffassung f est. Sie stellt sich auf den Stand- punkt, dass die Berichte von Dr. E.____ sowie Dr. M.____ für die Beurteilung der Kausalitäts- frage nicht schlüssig seien. Die Begrenzung der Leistungspf licht per 1. Dezember 2017 (für Taggeldleistungen) bzw. 1. Februar 2018 (für Heilungsko sten) sei deshalb korrekt. Die Be- schwerdeführerin vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass bei der Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts nicht auf die Stellungnahmen von Dr . F.____ abgestellt werden könne. Sämtliche spezifische Fachleute seien von der These des kausa len Zusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und der Handgelenksverletzung ausgega ngen. Lediglich der zweite bera- tende Arzt der Beschwerdegegnerin, bei dem es sich um ei nen orthopädischen Chirurgen ohne Spezialausweis handle, negiere diese These. Zum Schluss de s kausalen Zusammenhangs sei ausserdem auch der sehr erfahrene Berater der Beschwer deführerin, Dr. M.____, gekommen. Er habe aufgezeigt, dass der Unfallmechanismus zu einer Verletzung des TFCC geführt habe, was wiederum den operativen Eingriff gerechtfertigt habe, wodurch das Handgelenk letztendlich aufgrund des Unfallereignisses definitiv verändert worden sei. Erhebliche Zweifel an den Schlussfolgerungen von Dr. F.____ seien gerechtfertig t, da zumindest drei andere Ärzte eine gegenteilige Meinung vertreten hätten, sodass aus der Sicht der bundesgerichtlichen Recht- sprechung eine externe Begutachtung durch einen unabhän gigen Facharzt in dieser Sache zwingend sei. 6.2 Wie erwähnt sind an die Beweiswürdigung strenge An forderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einholung eines externen Gut achtens entschieden werden soll. Be- stehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsin- ternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklä rungen vorzunehmen (vgl. E. 4.2 hiervor und die dortigen Rechtsprechungshinweise). Im vorliegenden Fall begründen die darge- legten Unzulänglichkeiten mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Kausalitätsbeurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass sich bei d er Beschwerdeführerin anlässlich der Arthroskopie vom 15. Dezember 2016 eine TFCC-Läsi on hat finden lassen. Unbestritten ist auch, dass die Beschwerdeführerin immer noch unter Schme rzen leidet. Augenfällig ist, dass die Beurteilungen von Dr. E.____ sowie Dr. M.____ al lerdings sehr von derjenigen von Dr. F.____ abweichen, der bereits deutlich vor der Oper ation vom 14. Dezember 2016, nämlich schon am 7. Juli 2016, spätestens aber am 25. August 20 16, von einem Eintritt des Status quo sine ausgeht. Die Beschwerdegegnerin wendet in diesem Zusammenhang ein, dass das Vor- liegen von geringen Zweifeln nicht deshalb bejaht wer den dürfe, nur weil andere Ärzte nicht dieselbe Meinung wie jene des beratenden Arztes vertrete n würden. Dieser Auffassung ist ent- gegenzuhalten, dass vorliegend nicht alleine nur deshal b geringe Zweifel an den Beurteilungen von Dr. F.____ bestehen, weil Dr. E.____ und Dr. F.__ __ eine andere Meinung vertreten. Viel- mehr liegen konkrete Anhaltspunkte vor, welche deutlich m ehr als nur geringe Zweifel an sei- nen Beurteilungen auch inhaltlicher Natur wecken: Sow eit Dr. F.____ eine unfallkausale Verlet- zung des Handgelenks bestreitet, sind ihm zunächst die Erke nntnisse im Bericht des D.____ vom 3. Juni 2016, das MRI vom 24. November 2016 und der Operationsbericht vom 15. De- zember 2016 entgegenzuhalten. Entgegen der von ihm vertretenen Auffassung geht aus diesen Unterlagen hervor, dass auf dem Röntgenbild vom 2. Juni 2016, welches am Tag des Unfaller- eignisses erstellt wurde, eine undislozierte Fraktur am P rocessus styloideus ulnae ersichtlich war. Bereits unmittelbar nach dem Unfallereignis, näm lich am 3. Juni 2016, wurde eine Druck- dolenz mittig über dem Handgelenk diagnostiziert. Im Üb rigen musste die Beschwerdeführerin während rund eines Monats nach dem Unfallereignis eine Handgelenksmanschette tragen. So- dann wurde im MRI vom 24. November 2016 ein grosser Defekt im Discus articularis ersichtlich, weshalb schliesslich auch eine Operation im Bereich des Hand gelenks durchgeführt wurde, wodurch es zu einer verzögerten Heilung der Ulnaverkür zungsosteotomie kam, und sich die Schmerzsituation der Beschwerdeführerin nicht verbesserte. Aufgrund der Tatsache, dass bild- gebenden Befunden ein hoher Beweiswert zukommt, stellen die nach der Röntgenaufnahme vom 2. Juni 2016 erhobenen Befunde, welche nicht bildd iagnostisch gestützt sind und gegen das Vorliegen einer Fraktur sprechen, lediglich unbeleg te Annahmen dar. Betreffend die Rönt- genaufnahme vom 3. Juni 2016 sowie die Szintigraphie vo m 25. August 2016, welchen eben- falls ein hoher Beweiswert zukommt, gilt es festzuhalten, dass es nach der allgemeinen Le- benserfahrung durchaus möglich ist, dass die Gewebestruktur en des menschlichen Körpers nicht immer und nicht in jedem bildgebenden Verfahren ersichtlich werden. Dass in dieser zwei- ten Röntgenaufnahme die „Fraktur kaum erkennbar“ war, und in der Szintigraphie keine Ent- zündungszeichen ersichtlich waren, reicht daher alleine nicht aus, das Vorliegen einer weiterhin unfallkausalen Fraktur auszuschliessen. 7.2 Die Beschwerdegegnerin macht weiter geltend, dass der Status quo sine am 7. Juli 2016 eingetreten sei, da die Beschwerdeführe rin anlässlich der Kontrolluntersuchung vom 7. Juli 2016 angegeben habe, keine Schmerzen mehr zu verspüren. Die Beschwerdegeg- nerin übersieht jedoch dabei, dass die Versicherte bis z u ihrer Kontrolluntersuchung an diesem Tag angewiesen war, eine Handgelenksmanschette zu trage n. Dadurch war das Handgelenk einerseits stets stabil und konnte andererseits aber auch nicht belastet werden, sodass es nahe liegt, dass im Bereich des Handgelenks bis am 7. Juli 2016 auch keine Schmerzen ausgelöst werden konnten. Zumal das alleinige Vorliegen oder N icht-Vorliegen von Schmerzen ohnehin Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht geeignet ist, das Fehlen jeglicher unfallkausaler Folgen mit überwiegender Wahrschein- lichkeit zu belegen, erweist sich dieser Zeitpunkt für di e Beurteilung, ob der Status quo sine eingetreten ist, demnach als ungeeignet. 7.3 Soweit sich Dr. F.____ sodann auf die Szintigraphi e vom 25. August 2016 beruft und daraus ableitet, dass spätestens in diesem Zeitpunkt wiede r der Status quo sine eingetreten sei, kann dieser Auffassung ebenfalls nicht gefolgt werden . Der Szintigraphie-Bericht, welchem zu entnehmen ist, dass keine Anhaltspunkte für eine Algod ystrophie bestünden, ist nur sehr summarisch ausgefallen. Ausserdem geht daraus hervor, das s die Versicherte sehr wohl einen Bruch des Handgelenks erlitten hat, was letztlich gegen d ie von Dr. F.____ vertretene Argu- mentation spricht. Daran vermag auch nichts zu ändern, da ss Dr. M.____ in seinem Bericht vom 5. Januar 2018 fehlende Entzündungszeichen festgest ellt hat. Das Fehlen von Entzün- dungszeichen alleine stellt keine überzeugende Grundlage dar, aufgrund welcher eine relevante Verletzung des Handgelenks ausgeschlossen werden kann. Wen n die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang einwendet, dass die „post hoc ergo pr opter hoc“-Argumentation von Dr. E.____ unzulässig sei, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Als beweisbelastete Partei muss sie nachweisen, dass vor dem Unfallereignis vom 2. Juni 2016 überwiegend wahrschein- lich ein degenerativer Vorzustand bestanden hat. Solches ist aber weder dargetan, noch beste- hen hierfür allfällige Hinweise in den übrigen Akten. 7.4 Nicht gänzlich nachvollziehbar ist schliesslich das genere lle Vorgehen der Beschwerde- gegnerin im Zusammenhang mit der Abklärung des medizin ischen Sachverhalts gemäss Art. 43 ATSG. Aus den vorliegenden Akten ist insbesonde re nicht ersichtlich, weshalb sie nicht Dr. E.____ zu einer weiteren Stellungnahme aufgeford ert, sondern stattdessen Dr. F.____ mit einer Zweitmeinung beauftragt hat. Diese Vorgehenswei se lässt Zweifel an einer nach objekti- ven Massstäben orientierten Abklärung des medizinischen Sac hverhalts aufkommen. Aufgrund in den medizinischen Akten bildgebend gegenteilig dokum entierten Befunde (oben, Erwägung 7.1) kann das Vorgehen der Beschwerdegegnerin und dami t auch die Einschätzung von Dr. F.____ nicht überzeugen. 8. Zusammenfassend ist mit den Beurteilungen von Dr. F. ____ die strittige Kausalitätsfrage nicht geklärt, da dem Gesagten zufolge mehr als nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit seiner Beurteilungen bestehen. Somit besteh t ein Defizit bei der Ermittlung des relevanten medizinischen Sachverhalts, welches einer abschli essenden Beurteilung der streiti- gen Kausalitätsfrage entgegensteht. Bei dieser Sachlage hat es die Beschwerdegegnerin unter- lassen, im Rahmen der ihr obliegenden Untersuchungspflic ht ergänzende Abklärungen im Rahmen eines unabhängigen Gutachtens im Sinne von Art . 44 ATSG einzuholen. Der ange- fochtene Einspracheentscheid ist somit aufzuheben, und e s sind weitere medizinische Abklä- rungen vorzunehmen. Da es nicht die Aufgabe des kantonal en Gerichts ist, im Verwaltungsver- fahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer R ückweisung an die Beschwerdegeg- nerin nichts entgegen (BGE 137 V 263 E. 4.4.1 ff.). Demzufolge ist die Angelegenheit zur weite- ren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird die Unfallkausalität der bei der Versicherten über den 1. Dezember 2017 bzw. de n 1. Februar 2018 hinaus bestehen- den Beschwerden und die Frage des Erreichens eines allf älligen medizinischen Endzustands Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch ein versicherungsexternes Gutachten abklären zu lassen h aben. Gestützt auf die Ergeb- nisse dieser Aktenergänzung wird sie in der Folge über d en Leistungsanspruch der Versicher- ten erneut zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren v or dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 9.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahren s entsprechend ist der Be- schwerdeführerin deshalb eine angemessene Parteientschäd igung zuzusprechen. Der Rechts- vertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 27. November 2018 einen Zeit- aufwand von 6 Stunden und 40 Minuten sowie Auslagen i n der Höhe von Fr. 35.80 geltend ge- macht. Der zeitliche Aufwand ist umfangmässig nicht zu be anstanden und die entsprechenden Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen für d urchschnittliche Fälle zur An- wendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Hinsichtlich der Kopiatu- ren ist allerdings zu berücksichtigen, dass gemäss § 15 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (TO) neben dem Hon orar ein Auslagenersatz von ledig- lich Fr. 1.50 pro Seite berechnet werden darf. Der Be schwerdeführerin sind demnach für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘821.65 (6 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr. 35.80 zuzüglich 7,7% Mehrwert- steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zust ändigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öff entlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 12. September 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne rin zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die AXA Versicherungen AG hat der Beschwerdeführeri n eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘821.65 (inkl. Ausl agen und 7.7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.