B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-121/2011 U r t e i l v o m 2 6 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A._______ AG, Schweiz Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Vorinstanz. Gegenstand Aufnahme von B.______ […] g/l in die Liste der nichtbewilli- gungspflichtigen Pflanzenschutzmittel; Allgemeinverfügung des BLW vom 30. November 2010. C-121/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Schreiben vom 14. Mai 2010 teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW, im Folgenden: Vorinstanz) der A._______ AG (nachfolgend: B e- schwerdeführerin oder A._______ AG) unter Beilage einer Liste mit, sie beabsichtige, neue ausländische Produkte auf die Liste der nicht bewill i- gungspflichtigen Pflanzenschutzmittel (Parallelimport) zu setzen. Auf di e- se Liste gesetzt werden sollten unter anderem die Produkte «C._______ B._______» (ausländische Zulassungsnummern: PI 0[...]-00/0[..]), «C._______ B._______» (PI 0 [...]-00/0[..]), «C._______ B._______» (PI 0[...]-00/0[..]) und «E._______» (PI 0 […]-00/0[..]), je mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l; B-act. 8.1-1 f., 8.1-5). Die A._______ nahm am 14. Juli 2010 aufforderungsgemäss Stellung und führte im Wesentlichen aus, die in Frage stehenden Pflanzenschutzmittel dürften nicht auf die Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pflanze n- schutzmittel gesetzt werden, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt seien, im Wesentlichen stünden Produkte mit dem Wir kstoff B._______ noch unter Patentschutz. Die A._______ habe in Deutschland weder der Firma D._______ noch der Firma C._______ je die Zusti m- mung für das Inverkehrbringen der aufgeführten Produkte gegeben und liefere diesen Firmen kein e Wirkstoffe oder fertig formulierte Produkte. Zudem passe die PI -Nummer von «E._______» nicht zum Produkt bzw. existiere unter dieser Nummer nicht (B-act. 1.2 S. 11). B. Das BLW erliess am 30. November 2010 gestützt auf Art. 32 der Veror d- nung vom 18. Mai 2005 über das Inverkehrbringen von Pflanzenschut z- mitteln (PSMV, SR 916.161; in der ab 1. Januar 2008 bis Ende Juni 2011 gültig gewesenen Fassung [AS 2007 6291; vgl. AS 2010 2331]) eine Al l- gemeinverfügung, die es gleichentags im Bundesblatt publizierte (BBl 2010 […] B-act. 1.1). In der Allgemeinverfügung wurde die Aufnahme von vier Pflanzenschutzmitteln (im Folgenden auch: PSM) mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l (SC [Suspensionskonzentrat]) in die Liste von im Au s- land zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, die in der Schw eiz bewilligten Pflanzenschutzmitteln entsprechen (Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pflanzenschutzmittel; im Folgenden: Liste), verfügt: C-121/2011 Seite 3 1. Produkteigenschaften (für alle aufgeführten Produkte) Wirkstoff(e): B._______ [...] g/l Formulierungstyp: SC Suspensionskonzentrat 2. Handelsprodukte «C._______ Schweizerische Zulassungsnummer: D-[…] B._______» Herkunftsland: Deutschland Ausländische Zulassungsnummer: PI 0[...]-00/0[..] Ausländischer Bewilligungsinhaber: C._______ «C._______ Schweizerische Zulassungsnummer: D-[…] B._______» Herkunftsland: Deutschland Ausländische Zulassungsnummer: PI 0[...]-00/0[..] Ausländischer Bewilligungsinhaber: C._______ «C._______ Schweizerische Zulassungsnummer: D-[…] B._______» Herkunftsland: Deutschland Ausländische Zulassungsnummer: PI 0[...]-00/0[..] Ausländischer Bewilligungsinhaber: C._______ «E._______» Schweizerische Zulassungsnummer: D-[…] Herkunftsland: Deutschland Ausländische Zulassungsnummer: PI 0[...]-00/0[..] Ausländischer Bewilligungsinhaber: D._______ Die Vorinstanz stützte sich beim Erlass dieser Allgemeinverfügung auf das in der Schweiz zugelassene Pflanzenschutzmittel «F._______» (B._______ [...] g/l SC; B-act. 8.4-23 ff.). C. Am 7. Januar 2011 erhob die Beschwerdeführerin beim Bund esverwal- tungsgericht Verwaltungsbeschwerde gegen diese Allgemeinverfügung und beantragte deren Aufhebung. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass für den Wirkstoff B._______ [...] g/l, SC, für die in Frage ste- henden Produkte ein Patentschutz bestehe, welcher noch bis zum 23. Februar 2012 wirksam sei. Zudem habe sie den Firmen C._______ und D._______ nie die Zustimmung zum Vertrieb der Produkte «C._______ B._______» (PI 0[...]-00/0[..], PI 0[...]-00/0[..], PI 0[...]- 00/0[..]) bzw. «E._______» (PI 0[…]-00/0[..]) gegeben und liefere diesen Firmen weder Wirkstoff noch fertig formuliertes Produkt. Im Übrigen exi s- tiere kein Produkt «E._______» mit der aufgeführten PI -Nummer (B-act. C-121/2011 Seite 4 1). Aufforderungsgemäss ging am 3. Februar 2011 beim Bundesverwa l- tungsgericht ein Kostenvorschuss von Fr. 2'000.- ein (B-act. 4). D. D.a In ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2011 beantragte die Vori n- stanz, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin (B-act. 8). Sie begründete dies im Wesentlichen da- mit, dass sowohl die drei in Deutschland zugelassenen Handelsprodukte «C._______ B._______» (Parallelimportnummern [PI] 0[...]-00/0[..], PI 0[...]-00/0[..], PI 0[...]-00/0[..]) als auch das in Deutschland zugelassene Handelsprodukt «E._______» (PI 0[..]-00/0[..] [recte: PI 0[...]-00/0[..]; vgl. B-act. 1.1 und 8 Ziff. 2.1.1]) dem in der Schweiz zugelassenen bewilligten Referenzprodukt «F._______» der Beschwerdeführerin entspreche (B-act. 8.4-23 ff.). Vorliegend hätten sämtliche in der angefochtenen Allgemeinverfügung genannten Handelsprodukte gleichartige wertbestimmende Eigenscha f- ten wie das Refer enzprodukt «F._______». Sie seien auch im Ausland aufgrund gleichwertiger Anforderungen wie in der Schweiz zugelassen worden und die agronomischen und umweltrelevanten Voraussetzungen für ihren Einsatz seien mit jenem in der Schweiz vergleichbar. Es seien keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die agronomischen und umweltr e- levanten Bedingungen sich in Deutschland in rele vanter Weise von den Schweizer Verhältnissen unterscheiden würden (B-act. 8 Ziff. 3.2.1) Zur Frage des Patentschutzes führte die Vorinstanz aus, die Beschwerde- führerin mache durchaus glaubhaft, dass für das Referenzprodukt noch ein gewisses Patentschutzrecht bestehe (vgl. Ergänzendes Schutzzertifi- kat [ESZ] C[…] für B._______, Schutzdauerbeginn am 24. Februar 2007, maximale Laufzeit bis 23. Februar 2012; B-act. 8.6-39 f.). Die Beschwer- deführerin erbringe indes keinen Beweis dafür, dass die in Deutschland zugelassenen Handelsprodukte «C._______ B._______» und «E._______» ohne Zustimmung der Patentinhaberin – A._______, Z._______ (JP) – innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Ve r- kehr gebracht worden sei. Es lägen auch keine objektiven Anhaltspunkte dafür vor, die einen Zweifel am Vorliegen der Zustimmung der Patenti n- haberin wecken würden, weshalb von einer Zustimmung der Patentinh a- berin am Inverkehrbringen der genannten Produkte in den europäischen Wirtschaftsraum auszugehen sei. Somit seien sämtliche Voraussetzu n- gen gemäss Art. 32 Abs. 2 PSMV erfüllt, weshalb das BLW die Aufnahme der in Frage stehenden Produkte auf die Liste zu Recht verfügt habe. Die C-121/2011 Seite 5 falsche ausländische Zulassungsnummer von «E._______» sei mit Wi e- dererwägungsentscheid vom 6. April 2011 (recte: 19. April 2011, siehe hienach) korrigiert worden. D.b Mit "Wiedererwägung" vom 19. April 2011 ersetzte die Vorinstanz die ausländische Zulassungsnummer des Produkts «E._______», Schweize- rische Zulassungsnummer: D-[…], der Allgemeinverfügung vom 30. N o- vember 2010 (Zulassungsnummer PI 0[…]-00/0[..] [BBl 2010 […] mit der Zulassungsnummer PI 0[...]-00/0[..] (BBl 2011 […], B-act. 8a). Die "Wie- dererwägung" blieb unangefochten. E. Mit Replik vom 1. Juni 2011 hielt die Beschwerde führerin an ihrem B e- gehren, die in Frage stehenden Produkte dürften nicht auf die Liste g e- setzt werden, fest (B-act. 10) . Sie wiederholte, die ESZ-Inhaberin: A._______ (Japan) – habe bezüglich de m Wirkstoff B._______ keinerlei geschäftliche Beziehungen zu den Firmen C._______ und D._______ und habe nie die Zustimmung gegeben, dass diese Firmen diese Produk- te vermarkten. Sie könne daher eine – nicht existierende Bewilligung – nicht beweisen. Sie selbst vermarkte jedoch natürlich ihr eigenes Produkt «F._______» (B._______ [...] g/l) in verschiedenen EWR-Staaten (S. 4). Sie führte weiter aus, Reimporteure müssten z.B. der deutschen Behörde nachweisen, dass die Produkte "identisch" mit den in Deutschland ve r- markteten Originalpräparaten seien. Dann bekäm en sie hierfür eine PI-Nummer. Es habe sich indes gezeigt, dass von solchen Reimporteuren ein A._______ Originalprodukt aus dem EWR vorgelegt worden sei, unter der dafür erteilten PI-Nummer, aber ein Produkt mit anderer Herkunft ver- trieben worden sei. Sie wies weiter darauf hin, dass sie bei Testkäufen teilweise Originalprodukte, Parallelimportprodukte und illegale Produkte und Empfehlungen erhalten habe. Es sei "unendlich" schwierig, solche Parallelimportprodukte zu überprüfen bzw. Fälschungen zu beweisen . Beim letzten – über einen Landwirt getätigten – Probekauf habe sie Or i- ginalprodukte, Parallelimportprodukte und illegale Produkte und Empfe h- lungen erhalten. Zudem sei bei keinem der eingekauften Parallelimpor t- produkte die obligatorisch beizulegende Packu ngsbeilage mit den Info r- mationen für die Anwendung in der Schweiz enthalten gewesen (S. 4 f.). C-121/2011 Seite 6 F. Mit Duplik vom 8. Juli 2011 hielt die Vorinstanz an ihren Anträgen fest und äusserte sich ausführlich zur gesetzlichen Beweislastverteilung im Ra h- men der Zulassung von Parallelimporten von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (B-act. 12). Zum vorliegend zu beurteilenden Fall führte sie aus, die Beschwerdefü h- rerin habe keine Beweise dafür erbracht, dass die in Deutschland zug e- lassenen Produkte «C._______ B._______» (PI 0[...]-00/0[..], PI 0[...]- 00/0[..] und PI 0[...]-00/0[..]) und «E._______» (PI 0[...]-00/0[..]) ohne Zu- stimmung der ESZ -Inhaberin A._______ Z._______ (Japan) innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Verkehr gebracht worden sei en. Sie habe auch keine objektiven Anhaltspunkte substantiiert dafür vorg e- bracht, die einen Zweifel an der Zustimmung der ESZ -Inhaberin wecken und die Vermutung des rechtmässigen In verkehrbringens umstossen könnten. Sie habe im Gegenteil bestätigt, dass das in der Schweiz zug e- lassene PSM «F._______» in verschiedenen Staaten des europäischen Wirtschaftsraums mit Zustimmung der Patentinhaberin in Verkehr g e- bracht worden sei und werde. Mangels Beweisen bzw. substantiierter und konkreter anderer Hinweise müsse davon ausgegangen werden, dass die ESZ-Inhaberin dem Inverkehrbringen de r genannten Produkte zuge- stimmt habe. Zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin bezüglich der Gefahr, dass unter de n PI-Nummern nicht zugelassene Produkt e eingeführt würden, führte die Vorinstanz aus, dass diese Gefahr bei der Einführung von Pflanzenschutzmitteln immer bestehe. Sie verwies diesbezüglich auf die Pflicht der Kantone zur Marktüberwachung und die für das Inverkehrbrin- gen von rechtswidrigen PSM im Landwirtschaftsgesetz vorgesehenen Straftatbestände. G. Mit Verfügung vom 13. Juli 2011 übermittelte das Bundesverwaltungsg e- richt die Duplik der Beschwerdeführerin zur Kenntnis und räumte ihr die Gelegenheit zur Triplik ein (B-act. 13). Die Beschwerdeführerin liess sich nicht mehr vernehmen. Am 10. Oktober 2011 schloss der Instruktionsrich- ter den Schriftenwechsel ab (B-act. 14). H. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten C-121/2011 Seite 7 wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den a n- fechtbaren Verfügungen gehören jene des BLW in Anwendung des Bun - desgesetzes vom 29. April 1998 über die Landwirtschaft (LwG, SR 910.1) und dessen Ausführungsbestimmungen, zumal das BLW eine Dienststelle der Bundesverwaltung ist (Art. 33 Bst. d VGG in Verbindung mit Art. 166 Abs. 2 LwG). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Angefochten ist die Allgemeinverfügung des BLW v om 30. November 2010, mit welcher die Aufnahme der deutschen Pflanzenschutzmittel «C._______ B._______» (PI 0[...]-00/0[..], PI 0[...]-00/0[..] und PI 0[...]- 00/0[..]) und «E._______» (PI 0 […]-00/0[..] [recte: PI 0[...]-00/0[..], vgl. "Wiedererwägung" vom 19. April 2011, act. 8a]) mit de m Wirkstoff B._______ [...] g/l SC in die Liste der nicht bewilligungspflichtigen Pfla n- zenschutzmittel gemäss Art. 32 PSMV angeordnet wurde. Der Verwa l- tungsakt des BLW vom 30. November 2010 ist als Allgemeinverfügung einer Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 VwVG gleichzustellen (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwa l- tungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 925, BGE 125 I 313 E. 2b mit Hinweisen und Urteil des Bundesgerichts 2A.99/ 2002 vom 13. September 2002 E. 1). 1.3 Die Beschwerdeführerin hat fristgerecht Beschwerde erhoben (Art. 50 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in seinen Urteilen C-3952/2008 und C -3953/2008 (je vom 16. Dezember 2011, jeweils E. 1.3) die Unterschriftsberechtigung der vorliegend die Beschwerde un- terzeichnenden G._______, Geschäftsbereichsleiter […] und Mitglied der Geschäftsleitung der A._______ AG, und Dr. H._______, technischer Lei- ter der A._______ AG, bejaht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahre n vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Allgemei n- verfügung als Inhaberin der Erstbewilligung für das Inverkehrbringen des C-121/2011 Seite 8 Referenzprodukts «F._______» und als Vertreiberin dieses Pflanze n- schutzmittels besonders berührt und hat ein sch utzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Allgemeinverfügung, so dass sie zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG; vgl. z.B. Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts C-599/2007 vom 16. November 2007, E. 2.2; mit Hinweis en). Nachdem auch der eingeforderte Kostenvo r- schuss fristgerecht geleistet wurde, sind sämtliche Prozessvoraussetzu n- gen erfüllt, weshalb auf die vorliegende Beschwerde einzutreten ist. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale B e- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6743/2009 vom 3. Mai 2010 E. 1.5). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend g e- machten Argumente (Art. 62 Abs. 4 VwVG) noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen (BGE 133 II 249 E. 1.4; BVGE 2007/41 E. 2). Immerhin ist das Bundesverwaltungsgericht nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche B e- hörde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht vorgetragen wurden und sofern die rechtlic hen Mängel nicht geradezu offensichtlich sind oder anhand des festgestellten Sachverhalts nahe liegen (vgl. BGE 119 V 347 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 2C_388/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen und Urteil des Bundesverwaltungsgerich ts A-3545/2010 vom 17. Januar 2011 E. 1.2 mit Hinweisen). Soweit es um die Beurteilung technischer oder wirtschaftlicher Spezialfragen geht, in denen die Vorinstanzen über ein besseres Fachwissen verfügen, kann den Beschwerdeinstanzen zugebilligt werden, n icht ohne Not von den Auffassungen der Vorinstanzen abzuweichen (BGE 130 II 449 E. 4.1). 3. Nachfolgend ist darzulegen, welche Rechtsnormen vorliegend in zeitl i- cher Hinsicht zur Anwendung gelangen. C-121/2011 Seite 9 3.1 Im Rahmen der am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Revision des LwG (AS 2007 6095) wurde Art. 160 a LwG eingeführt, wonach Pflanzen- schutzmittel, die im räumlichen Geltungsbereich des Abkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über den Handel mit land wirtschaftlichen Er- zeugnissen (SR 0.916.026.81) rechtmässig in Verkehr gebracht worden sind, auch in der Schweiz in Verkehr gebracht werden dürfen (Paralleli m- port), wobei der Bundesrat bei Gefährdung öffentlicher Interessen die Ein- fuhr und das Inverkehrbringen beschränken oder untersagen kann. Im Zusammenhang mit der Einführung von Art. 160 a LwG sind die Vo r- schriften der PSMV über die Zulassung von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln durch Aufnahme in die Liste an die neuen gesetzl i- chen Bestimmungen angepasst worden. So wurde insbesondere mit Wi r- kung ab 1. Januar 2008 Art. 32 Abs. 2 Bst. c PSMV aufgehoben (Änd e- rung der PSMV vom 21. November 2007, AS 2007 6291) und – im Rah- men der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen PSMV – aArt. 32 Abs. 2 PSMV neu in Art. 36 Abs. 2 Bst. a bis e normiert. 3.2 Gemäss Lehre und bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist grun d- sätzlich vom Rechtszustand auszugehen, wie er sich im Zeitpunkt des Er- lasses der angefochtenen Verfügung (hier: 30. November 2010 bzw. (Teil-)Wiedererwägung vom 19. April 2011, siehe B-act. 8a) dargestellt hat – soweit nicht Übergangsbestimmungen eine andere Regelung vorsehen (zu den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen vgl. etwa BGE 125 II 591 E. 5e/aa mit Hinweisen). Im Laufe des Bes chwerdeverfahrens eingetretene Rechtsänderungen sind an sich unbeachtlich, es sei denn, zwingende Gründe sprächen für die sofortige Anwendung des neuen Rechts (zum Ganzen ausführlich siehe Urteile C -3952/2008 und C-3953/2008 des Bundesverwaltungsgerichts , je vom 16. Dezember 2011, E. 2.2 f.). 3.3 Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, welche für die Berücksicht i- gung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen der PSMV sprächen – bereits die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Ä n- derungen der PSMV dienten der Durchsetzung wirtschaftspolitischer Inte- ressen, die – anders als polizeiliche Interessen – nicht nach einer soforti- gen Anwendung auch in hängigen Beschwerdeverfahren rufen (vgl. hiezu Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts C-8602/2007 vom 29. Januar 2010, E. 3.2.3). Daran hat die am 1. Juli 2011 in Kraft getretene neue PSMV nichts geändert. Damit ist der vorliegende Rechtsstreit mit Blick C-121/2011 Seite 10 auf das Datum der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 30. Novem- ber 2010 im Lichte jener Fassung der PSMV zu prüfen, welche zwischen dem 1. Januar 2008 und dem 30. Juni 2011 in Kraft stand (AS 2007 6291 [Änderungen vom 21. November 2007; diese bezogen sich auf die vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2007 in Kraft gewesenen Fassung [AS 2005 3035]). Im Sinne einer Ergänzung ist jedoch festzuhalten, dass auch die Anwe n- dung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen der PSMV am Ergebnis nichts zu ändern vermöchten (vgl. nachfolgend E. 7). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin führt beschwerdeweise aus, di e Vorinstanz habe die in der Eingabe vom 14. Juli 2010 geäusserten Argumente, we s- halb die Produkte «C._______ B._______» und «E._______» nicht auf die Liste gesetzt werden solle, ignoriert, weshalb nun die Allgemeinverf ü- gung angefochten werden müsse (B -act. 1). Sollte die Beschwerdeführ e- rin im Umstand, dass sich die Vorinstanz vor Verfügungserlass nicht we i- ter zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 14. Juli 2010 geäussert hat, eine Verletzung des rechtlichen Gehörs erblickt haben, ist Folgendes festzuhalten: 4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. In diesem Sinne dient es einerseits der Sachabklärung, stellt andererseits aber auch ein persönlichk eitsbezogenes Mitwirkungs- recht beim Erlass von Verfügungen dar, welche in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreifen (vgl. BGE 126 V 131 f., BGE 121 V 152). Zum ve r- fassungsmässigen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]), der für das Verwaltungsverfahren in Art. 26 ff. VwVG konkretisiert worden ist, gehören insbesondere Garantien bezüglich B e- weisverfahren, Akteneinsicht, Anhörungsrecht und Begründungspflich t der Behörden. Darin enthalten ist auch der Anspruch, dass die Behörde vorgelegte Beweismittel, die entscheidrelevant sein können, würdigt und in ihrem Entscheid berücksichtigt (Art. 32 Abs. 1 VwVG). 4.3 Der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene, vorliegend anwendbare Art. 33 Abs. 2 PSMV (AS 2007 6291; vgl. auch Art. 37 Abs. 2 Bst. a und b in der seit 1. Juli 2011 in Kraft stehenden Fassung) stellte – soweit er den Bewilligungsinhaberinnen das Recht auf vor gängige Stellungnahme zu C-121/2011 Seite 11 Fragen des Patentschutzes einräumt – eine Konkretisierung des A n- spruchs auf rechtliches Gehör dar. Indem die Vorinstanz der Beschwerde- führerin zwar mitgeteilt hatte, dass sie die Aufnahme de r Produkte «C._______ B._______» PI 0 [...]-00/0[..], PI 0 [...]-00/0[..] und PI 0[...]- 00/0[..] sowie «E._______» PI […]-00/0[..] in die Liste beabsichtige, sich jedoch vor Erlass der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 30. N o- vember 2010 zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Eingabe vom 14. Juli 2010 nicht geäussert hatte, fragt sich, ob dadurch der A n- spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden war bzw. die Verletzung des Gehörsanspruchs – welcher formeller Natur ist – ungeachtet der E r- folgsaussichten in der Sache selbst zur Aufhebu ng der angefochtenen Allgemeinverfügung vom 30. November 2010 führt. Diese Fragen können jedoch letztlich offen gelassen werden (anders: Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-8602/2007 vom 29. Januar 2010, E. 2.). Dies aus folge n- den Gründen: 4.4 Nach ständiger Rechtsprechung kann eine (nicht besonders schwer wiegende) Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdei n- stanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Recht slage frei überprüfen kann – wobei die Heilung eines allfälligen Mangels die Ausnahme bleiben soll (BGE 133 I 201 E. 2.2, 127 V 431 E. 3d/aa, 126 V 130 E. 2). Selbst bei einer schwer wiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs ist dann von einer Rückweisun g abzusehen, wenn und soweit diese zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge- rungen führen würde, die mit dem Interesse an einer möglichst beförderli- chen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 387 E. 5.1, je mit weiteren Hinweisen; vgl. auch LORENZ KNEUBÜHLER, Gehörsverletzung und Heilung, in: Schweizerisches Zent- ralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 99 [1998] S. 114 f.). Da dem Bundesverwaltungsgericht im vorliegenden Verfahren die volle Kognition zukommt und diese ohne Zurückhaltung wahrgenommen wird (vgl. E. 2.2 hiervor), und weil die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Beschwerde vom 7. Januar 2011 (B-act. 1) sowie ihrer Replik vom 1. Juni 2011 (B-act. 10) Gelegenheit zur Stell ungnahme erhalten und sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 14. April 2011 (B -act. 8) sowie ihrer Duplik vom 8. Juli 2011 (B -act. 12) mit den Vorbringen der B e- schwerdeführerin ausführlich auseinander gesetzt hat, ist die – wenn überhaupt – nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs im vorliegenden Verfahren als geheilt zu betrachten und auf eine C-121/2011 Seite 12 Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu verzichten – umso mehr, als eine solche hier ohnehin zu einem formalistischen Leerlauf führen und das Verfahren zusätzlich verzögert würde. 5. Im Folgenden werden die vorliegend zur Anwendung gelangenden Rechtsnormen wiedergegeben: 5.1 Gemäss Art. 6 Bst. b des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 über den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Zubere itungen (ChemG, SR 813.1) in Verbindung mit Art. 160 LwG und Art. 4 PSMV bedarf das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln einer Zulassung. Ein Pfla n- zenschutzmittel wird gemäss Art. 11 ChemG in Verbindung mit Art. 10 PSMV zugelassen, wenn es bei der vo rgesehenen Verwendung insb e- sondere keine unannehmbaren Nebenwirkungen auf die Gesundheit des Menschen oder von Nutz- und Haustieren hat. 5.2 Die Zulassung kann nach Art. 5 PSMV namentlich aufgrund eines Be- willigungsverfahrens (3. Kapitel, 2. bis 5. Abschnitt PSMV) ergehen, oder aber – wie vorliegend – mittels Allgemeinverfügung durch die Aufnahme in die Liste von im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, die in der Schweiz bewilligten Pflanzenschutzmitteln entsprechen (3. Kapitel, 8. Abschnitt PSMV). Da neben gibt es die besondere Zulassung zur B e- wältigung von Ausnahmesituationen (3. Kapitel, 7. Abschnitt PSMV). 5.3 Die Zulassung eines im Ausland zugelassenen Pflanzenschutzmittels durch Aufnahme in die Liste setzt gemäss Art. 32 Abs. 2 PSMV (in der ab 1. Januar 2008 bis Ende Juni 2011 in Kraft gestandenen Fassung) kum u- lativ voraus, dass - in der Schweiz ein Pflanzenschutzmittel bewilligt ist, das gleichartige wertbestimmende Eigenschaften, namentlich den gleichen Gehalt an Wirkstoffen, aufweist und zum gleichen Z ubereitungstyp gehört (Bst. a), - das Pflanzenschutzmittel im Ausland auf Grund gleichwertiger Anfo r- derungen zugelassen ist und die agronomischen und umweltreleva n- ten Voraussetzungen für seinen Einsatz mit jenen in der Schweiz ver - gleichbar sind (Bst. b), - aufgehoben (Bst. c), C-121/2011 Seite 13 - das Pflanzenschutzmittel weder ein pathogener oder gentechnisch veränderter Mikro- oder Makroorganismus ist noch einen solchen ent- hält (Bst. d), - die Bewilligungsinhaberin des in der Schweiz bewilligten Pflanze n- schutzmittels (Referenzprodukt) nicht glaubhaft machen konnte, dass dieses noch patentgeschützt ist und, wenn dies der Fall ist, dass das im Ausland zugelassene Pflanzenschutzmittel ohne Zustimmung des Patentinhabers nach Artikel 27 b LwG in Verkehr gebracht wurde (Bst. e). 5.4 Art. 27b LWG besagt Folgendes: Hat der Patentinhaber ein Produkt i- onsmittel oder ein landwirtschaftliches Investitionsgut im In - oder Ausland in Verkehr gebracht oder dessen Inverkehrbringen zugestimmt, so darf dieses eingeführt, weiterveräussert und gewerbsmässig gebraucht we r- den (Abs. 1). Als Produktionsmittel gelten Stoffe und Organismen, die der landwirtschaftlichen Produktion dienen. Darunter fallen insbesondere Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel und pflanzliches Vermehrungs- material (Art. 158 Abs. 1 LwG). 6. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die in der angefochtenen Allg e- meinverfügung genannten deutschen Pflanzenschutzmittel dürften nicht in die Liste aufgenommen werden, da die Voraussetzungen von Art. 32 Abs. 2 PSMV nicht erfüllt seien. Nachfolgend sind demnach die kumulativ anwendbaren Zulassungsa n- forderungen von Art. 32 Abs. 2 PSMV zu prüfen und ist zu klären, ob die Vorinstanz die in Frage stehenden PSM «C._______ B._______» und «E._______» zu Recht auf die Liste gesetzt hat. 6.1 6.1.1 Unter den Parteien ist unter Bezugnahme auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV unbestritten, dass die in Frage stehende n drei PSM «C._______ B._______» in Deutschland in der im Internet aufgeschalteten Liste der erteilten Verkehrsfähigkeitsbescheinigungen für Parallelimpo rtmittel des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter de n Zulassungsnummern PI 0 [...]-00/0[..], PI 0 [...]-00/0[..] und PI 0[...]-00/0[..] aufgeführt sind (http://www.bvl.bund.de/DE/04_Pflan- zenschutzmittel/01_Aufgaben/02_ZulassungPSM/01_ZugelPSM/psm_Zu- gelPSM_node.html, genehmigungen_parallelhandel.xls, zuletzt besucht C-121/2011 Seite 14 am 26. Juni 2013). Ebenso unbestritten ist , dass die Handelsprodukte «C._______ B._______» dem in der Schweiz bewilligten Pflanze n- schutzmittel « F._______» entsprechen. Die Voraussetzungen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV sind damit für die Allgemeinverfügung vom 30. November 2010 betreffend die Produkte «C._______ B._______» mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l SC erfüllt. 6.1.2 6.1.2.1 Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2010 und in der Beschwerde vom 7. Januar 2011 zu Recht aus, dass unter der – am 30. November 2010 verfügten – Zulassungsnummer PI 0[...]-00/0[..] kein Produkt mit dem Namen «E._______» – existiere. Die Vorinstanz hat am 14. April 2011 vernehmlassungsweise dargelegt, «E._______» sei in Deutschland korrekterweise unter der Nummer PI-0[...]-00/0[..], und nicht unter der fälschlicherweise verfügten PI 0[..]- 00/0[..] (vgl. B-act. 8 Ziff. 2.1.1; recte: 0[. .]-00/0[..] [B-act. 1.1]) zugelas- sen. Mit "Wiedererwägung" vom 19. April 2011 (BBl 2011 […], B-act. 8a) korrigierte sie die deutsche Zulassungsnumm er von «E._______» ge- mäss der in der deutschen Zulassungsliste verzeichneten Genehm i- gungsnummer PI […] (B-act. 8.2-11). Die Beschwerdeführerin focht in der Folge weder diese "Wiedererwägung" an, noch äusserte sie sich zur Zu- lassungsnummer von «E._______» in der Replik. 6.1.2.2 Unter Bezugnahme auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV ergibt sich demnach aufgrund der Akten, dass auch das in Frage stehende PSM «E._______» in Deutschland in der im Internet aufgeschalteten Liste der erteilten Verkehrsfähigkeitsbescheinigungen für Parallelimportmittel des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unter de r Zulassungsnummer PI 0 [...]-00/0[..] aufgeführt ist ( http://- www.bvl.bund.de/DE/04_Pflanzenschutzmittel/01_Aufgaben/02_Zulassun gPSM/01_ZugelPSM/psm_ZugelPSM_node.html, genehmigungen_paral - lelhandel.xls, zuletzt besucht am 26. Juni 2013). Unbestritten bleibt, dass das Handelsprodukt «E._______» dem in der Schweiz bewilligten Pfla n- zenschutzmittel « F._______» entspricht. Die Voraussetzungen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a PSMV sind damit auch für das in der Allgemeinver- fügung vom 30. November 2010 i.V.m. der "Wiedererwägung " vom 19. April 2011 verzeichnete Produkt « E._______» mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l SC erfüllt. C-121/2011 Seite 15 6.2 Ebensowenig bestritten und aufgrund der Akten nicht zu bezweifeln ist, dass die in Frage stehenden Handelsprodukte «C._______ B._______» und «E._______» in Deutsc hland aufgrund gleichwertiger Anforderungen zugelassen worden sind und die agronomischen und u m- weltrelevanten Voraussetzungen für ihren Einsatz mit jenem für die Schweiz vergleichbar, zumindest aber – hinsichtlich des Schutzniveaus – gleichwertig sind (B-act. 8 Ziff. 3.2.2 mit Hinweisen auf die Richtlinie 91/414/EWG [ABl. 1991 L 230, 1; und Weitere] sowie Urteil C -8602/2007 des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Januar 2010 E. 4.1). Unter die- sen Umständen sind auch die d ie Aufnahmevoraussetzungen nach Art. 32 Abs. 2 Bst. b PSMV erfüllt. 6.3 Von den Parteien im Weiteren nicht bestritten wird, dass die fraglichen PSM «C._______ B._______» und « E._______» weder ein pathogener oder gentechnisch veränderter Mikro - oder Makroorganismus sind noch einen solchen enthalten. Damit sind auch die Aufnahmevoraussetzungen gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. d PSMV erfüllt. 6.4 Somit bleibt die Prüfung, ob die Aufnahmevoraussetzunge n gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV erfüllt sind, was die Beschwerdeführerin b e- streitet. 6.4.1 Die Beschwerdeführerin führte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juli 2010, in ihrer Beschwerde und in der Replik bezüglich der Parallelimport- produkte mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l SC ( «F._______») im We- sentlichen aus, dieses Produkt stehe noch unter Patentschutz und die A._______ AG oder andere Vertreiber des Produkts hätten den Firmen C._______ und D._______ nie das Einverständnis für die Vermarktung von «C._______ B._______» bzw. «E._______» in Deutschland gegeben (B-act. 1.2 S. 11, 1 S. 4, 10 S. 4). In der Beschwerde reichte sie den ent- sprechenden Swissregauszug des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum für das damals noch gültige Ergänzende Schutzzert ifikat (ESZ) für B._______ nach ( C[…], maximale Laufzeit bis 23. Februar 2012 , B-act. 1.3). Sie wiederholte, sie habe den Firmen C._______ und D._______ nie die Zustimmung zum Vertrieb de r in Frage stehenden Produkte gegeben und ergänzte, die A._______ AG liefere diesen Firmen weder Wirkstoff noch fertig formuliertes Produkt. Sie habe keinerlei B e- ziehungen mit den beiden Firmen. Sie könne daher eine – nicht existie- rende Bewilligung – nicht belegen. Auf der anderen Seite vermarkte die A._______ AG natürlich ihr Produkt «F._______» (B._______ [...] g/l SC) selber in verschiedenen EWR-Staaten. C-121/2011 Seite 16 6.4.2 Die Vorinstanz führte in der Vernehmlassung und der Duplik aus, die Beschwerdeführerin als Bewilligungsinhaberin des in der Schweiz bewilligten PSM (Referenzprodukt) mac he zwar die Tatsache glaubhaft, dass dieses noch bis am 23. Februar 2012 unter dem ESZ-Schutz stehe. Sie erbringe aber keinen Beweis dafür, dass die in Deutschland zugela s- senen – in Frage stehenden – PSM «C._______ B._______» und «E._______» ohne ihre Zust immung in Verkehr gebracht worden seien. Darüber hinaus lägen auch keine objektiven Anhaltspunkte dafür vor, die Zweifel an der Zustimmung der Patentinhaberin am Inverkehrbringen des genannten Produkts wecken würden. 6.4.3 Aufgrund der Akten ist festzustellen, dass der ESZ-Schutz für B._______ (Inhaberin: A._______, Z._______, Japan, ESZ-Nr. C[…]) am 23. Februar 2012 abgelaufen ist, weshalb für B._______ und das in der Schweiz bewilligte Pflanzenschutzmittel « F._______» (B._______ [...] g/l SC; Referenzprodukt) kein Patentschutz mehr besteht bzw. die B e- schwerdeführerin keinen Patentschutz mehr glaubhaft machen kann. Un- ter diesen Umständen ist die Frage nach der Zusatzbedingung der umge- kehrten Beweisführungslast bzw. Glaubhaftmachung, wonach die Bewill i- gungsinhaberin glaubhaft darzulegen hat, dass das im Ausland zugela s- sene PSM ohne Zustimmung der Patentinhaberin nach Art. 27 b LwG (i.V.m. Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV) in Verkehr gebracht worden sei, nicht mehr zu prüfen. Es ist indes darauf zu verweisen, dass es d er Beschwerdeführerin au f- grund der eingereichten Akten – ohne jegliche Akten, die belegt hätten, dass sie sich (vor ESZ-Ablauf) gegen die Aufnahme der in Frage stehe n- den Produkte auf die deutsche "Liste der erteilten Genehmigungen und Verkehrsfähigkeitsbescheinigungen für den Parallelhandel" und gegen die Vergabe von PI-Nummern zur Wehr gesetzt hätte – nicht gelungen wäre, glaubhaft darzulegen, dass die im Ausland zugelassene n Produkte «C._______ B._______» und « E._______» ohne die Zustimmung der Patentinhaberin in Deutschland in Verkehr gebracht wurde n, weshalb die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit – bzw. vorliegend die Folgen der ungenügenden Glaubhaftmachung – auch ohne ESZ -Ablauf getragen hätte (vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetz buchs vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). 6.4.4 Unter diesen Umständen ist auch die Aufnahmevoraussetzung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e PSMV erfüllt. C-121/2011 Seite 17 6.5 Soweit die Beschwerdeführerin replikweise im Allgemeinen vorbringt, die Schweiz dürfe sich bei diesen Parallelimportprodukten nicht auf die Entscheide und Kontrolle der ausländischen Behörden verlassen, da u n- ter den im Ausland zugelassenen Parallelimportprodukten und den mittels Testkäufen erworbenen Produkten teilweise die bewilligten Originalpr o- dukte, te ilweise Parallelimportprodukte und teilweise illegale Produkte und falsche Empfehlungen zur Anwendung der PSM in Verkehr geliefert worden seien, verkennt sie, dass im vorliegend in Frage stehenden Z u- lassungsverfahren gemäss Art. 33 PSMV nur die Voraussetzu ngen g e- mäss Art. 32 Abs. 2 PSMV zu prüfen sind (siehe oben E. 3.1 ff. m.w.H. sowie B -act. 12 Ziff. 3.1.1 ). Die Kontrolle der Produkteverpackung, der -kennzeichnung und der Erstellung und Abgabe von Sicherheitsdatenblät- tern sowie der vorschriftsgemässen Anwendung der Pflanzenschutzmittel erfolgt im Rah men der nachträglichen Marktüberwachung, welche den Kantonen und nicht dem BLW obliegt (Art. 64 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. b PSMV; und B-act. 12 Ziff. 3.2 sowie ausführlich Urteil des Bundeverwa l- tungsgerichts C-3952/2008 vom 16. Dezember 2011 E. 5.4.4.1). Die ent- sprechenden Vorbringen der Beschwerdeführerin sind folglich für das vor- liegende Verfahren unbeachtlich. 6.6 Damit steht fest, dass vorliegend sämtliche Voraussetzungen für die Aufnahme der deutschen Pflanzensc hutzmittel «C._______ B._______» und «E._______» mit dem Wirkstoff B._______ [...] g/l, Formulierungstyp SC Suspensionskonzentrat, in die Liste erfüllt sind. Die angefochtene Al l- gemeinverfügung vom 30. November 2010 (BBl 2010 [..] ff.) in Verbin- dung mit de r [teilweisen] Wiedererwägung bezüglich der deutschen Z u- lassungsnummer für «E._______» vom 19. April 2011 (BBl 2011 […]) er- weist sich demnach als rechtmässig, weshalb die Beschwerde vom 7. Januar 2011 abzuweisen ist. 7. Wie bereits erwähnt (vgl. oben E. 3.3) , vermöchte auch die Anwendung der am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen der PSMV an diesem Ergebnis nichts zu ändern. Dies aus folgenden Gründen: Art. 36 Abs. 2 Bst. a, b, c und d PSMV in der ab 1. Juli 2011 gültigen Fas- sung entsprechen wortwörtlich Art. 32 Abs. 2 Bst. a, b, d und e PSMV in der bis Ende Juni 2011 gültig gewesenen Fassung. Hinsichtlich der neuen Bestimmung von Art. 36 Abs. 2 Bst. e PSMV ergibt sich einerseits, dass die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren für das Re ferenzpro- dukt «F._______» – welches mit Verfügung vom 18. März 2011 (Ersatz der Verfügung vom […] 2011, Erstgesuch vom […] 1999; vgl. B -act. 8.4-C-121/2011 Seite 18 23-25) zugelassen wurde – den in dieser Verordnungsbestimmung neu normierten Berichtschutz für Versuchs- und Studienberichte nicht in A n- spruch nehmen kann, da dieser Schutz erst mit dem Inkrafttreten der neuen PSMV eingeführt wurde und entsprechende Versuchs - und Studi- enberichte nicht aktenkundig sind. Andererseits hat die Beschwerdeführe- rin auch nicht glaubhaft machen können, dass für den Berichtschutz nach Art. 46 PSMV (neu) das im Ausland zugelassene Pflanzenschutzmittel vor dem ESZ-Ablauf vom 23. Februar 2012 ohne Zustimmung einer ihrer ausländischen Vertreterinnen oder Lieferantinnen in Verkehr gebracht wurde (siehe hievor E. 6.4.3). Zudem ist festzustellen, dass die Be- schwerdeführerin seit 24. Februar 2012 für die in Frage stehenden Pr o- dukte auch keinen bestehenden Patentschutz mehr glaubhaft machen kann. 8. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient- schädigung. 8.1 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 VwVG kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten sind g e- mäss dem Reglement vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) zu bestimmen. Sie werden auf Fr. 2'000.- festgelegt und sind mit dem ge- leisteten Verfahrenskostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 8.2 Weder die obsiegende Vorinstanz noch die unterliegende Beschwe r- deführerin habe n einen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE und Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-121/2011 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000. - werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Susanne Flückiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: