Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 27. Mai 2021 (720 21 19 / 146) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts und des Einkommensvergleichs Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Silvia Bucher, Rechts- anwältin, iur.team, Metzgerrainle 9, 6004 Luzern gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente / Kinderrente A. Der 1962 geborene A.____ war zuletzt vom 29. Septe mber 2014 bis 30. April 2015 als System Engineer in einem befristeten Arbeitsverhältnis b ei der B.____ AG angestellt, wobei er seine Tätigkeit wegen einer schweren Erkrankung ab 21. Januar 2015 nicht mehr ausüben konnte. Am 15. Juli 2015 meldete er sich bei der Eidge nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) untersuchte den rechts- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erheblichen Sachverhalt und klärte die erwerbliche und die medizinische Situation des Versicher- ten ab. In der Folge befand sich der Versicherte ab 21. November 2017 in einem Arbeitstraining beim Verein C._____. Nach dessen Abschluss holte die IV-Stelle bei der D._____ ein polydiszip- linäres Gutachten ein, welches am 14. Juni 2019 erstattet wurde. Gestützt auf diese Abklärungs- ergebnisse und nach einem weiteren Arbeitstraining be im Verein C.____ sprach die IV-Stelle – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – A.____ mit Verfügungen vom 3. Dezember 2020 für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis 30. November 2018 eine ganze Rente und eine Kinderrente für seine im Jahr 1996 geborene Tochter zu. Einen über diesen Zeitpunkt hinausgehenden Ren- tenanspruch des Versicherten lehnte sie bei einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 37 % ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwä ltin Dr. Silvia Bucher, am 19. Ja- nuar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung So zialversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Er beantragte, dass die Verfügungen vom 3. De zember 2020 aufzuheben seien, soweit darin für die Zeit ab 1. Dezember 2018 ein Rentenspruch abgelehnt werde, und es sei ihm über den 30. November 2018 hinaus eine Rente (Haupt- und K inderrente) auszurichten; unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle den Invali- ditätsgrad fehlerhaft ermittelt habe, indem sie das Valideneinkommen auf die Lohnstrukturerhe- bungen (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) abgestützt habe. Zudem sei vom Invalidenein- kommen ein zu tiefer leidensbedingter Abzug vorgenommen worden. Weiter wurde in medizini- scher Hinsicht das Abstellen auf die Ergebnisse im Gutacht en der D.____ vom 14. Juni 2019 beanstandet und geltend gemacht, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fraglich sei. Insbesondere könne nicht auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung abgestellt wer- den. C. Am 13. März 2020 liess sich die IV-Stelle vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sa chlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde vom 19. Januar 2021 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch des B eschwerdeführers ab 1. Septem- ber 2018. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü- gung vom 3. Dezember 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä- higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht dur ch zumutbare Eingliederungsmassnah- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we- sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre- chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allge meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraf t gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG aus- schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalidi tätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein- tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi nischen Behandlung und allfälliger Einglie- derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit be i ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens- vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein- kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einan der gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver- waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterla gen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei- len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausge- übte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem a llgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch ver- richtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts- schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgeg eben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch- tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge- bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut- achten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt- linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2 001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahre ns eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs- sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Z weifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati- entinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungs- auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesge richt, sozialrechtliche Abteilun- gen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln- den Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzung en gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf drängt, weil die behandelnden Ärzte und Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlich er Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale S ozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wege n für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vo m 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter- suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln , dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zah lreiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden werden indessen lediglich diejeni- gen Gutachten und Berichte wiedergegeben, welche sich nach Auffassung des Gerichts für die Beurteilung der Angelegenheit als zentral erweisen. 7.2 In den Akten befindet sich das polydisziplinäre Gu tachten der D.____ vom 14. Juni 2019. In der Konsensbeurteilung diagnostizierten die Gutacht er aus den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Gastroenterologie und Neuropsychologie mit Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit ein proximales Rektumkarzinom, Stadium pT3 pN0 (0/25) V1 pN1 G2 R0 (Erst-diagnose [ED] 01/2015) bei Status nach Operation im Januar 2015 (mit Komplikationen im postoperativen Verlauf), einen Status nach adjuvanter Chemotherapie von April bis September 2015, bis dato ohne Rezidiv, bei bestehender Fatigueproblematik und Stuhlunregelmässigkeiten (differentialdi- agnostisch [DD] Low anterior resection syndrome). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be- stünde eine arterielle Hypertonie. Bei unregelmässigem und oft imperativem Stuhlgang sei es nachvollziehbar, dass die bisherige Tätigkeit als IT-Spezia list in den Labors der Grosschemie, welche eine hochgradige Teamintegration notwendig gem acht und in hygieneintensiven Berei- chen stattgefunden habe, deutlich eingeschränkt sei. Aus diesen Gründen dürfe davon ausge- gangen werden, dass diese Arbeit, welche als stark spezialisiert einzustufen sei, dauerhaft nicht mehr praktikabel sei. Für eine angepasste Tätigkeit sei ab Abschluss der Behandlung im Oktober 2015 von einer grundsätzlich gegebenen Teilarbeitsfähi gkeit bei Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rezidivfreier Situation und gemäss Einschätzung des E.__ __ vom 24. Dezember 2015 bei sehr erfreulichem Verlauf und Behandlungsabschluss auszugehen. Allerdings lasse sich das Ausmass der im Dezember 2015 noch bestehenden Einschränkungen (vor allem Stuhlunregelmässigkei- ten) aus den Akten nicht schlüssig eruieren. Nach Abschluss der Integrationsmassnahmen im August 2018 sei von einer Arbeitsfähigkeit in einer allgemeinen IT-Tätigkeit auszugehen, sofern ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilett e sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der Pausen möglich sei. Aktuell bestünde unter Berücksichtigung der Fatigueproblematik und der Stuhlunregelmässigkeiten mit gestörtem Nachtschlaf eine Leistungsreduktion von 20 % bis ma- ximal 30 %. 7.3 Dem Bericht des behandelnden Arztes PD Dr. med. F. ____, FMH Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin, vom 19. März 2020 ist zu ent nehmen, dass der Beschwerdeführer unter Stuhlunregelmässigkeiten und immer wieder auftretenden Bauchschmerzen mit Blähungen und intermittierenden Krampferscheinungen leide. Diese Beschwerden würden teilweise sehr un- vermittelt auch in der Nacht auftreten, weshalb kein regelmässiger Schlafrhythmus möglich sei und eine ausgeprägte Müdigkeit und Leistungsintoleranz b estünden. Zudem sei es deshalb nur schwer möglich, einen geordneten Tagesablauf zu organisie ren. PD Dr. F.____ erachtete den Beschwerdeführer im geschützten Rahmen für zwei Mal vier Stunden pro Tag als arbeitsfähig. Es müssten jedoch immer ein Zugang zu einer Toilette u nd die Möglichkeit bestehen, das Ta- gespensum an die Abdominalbeschwerden anzupassen. Eine Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt sei unter diesen Umständen kaum umsetzbar. 7.4 Dr. med. G.____, Facharzt Allgemeinmedizin, Regio naler ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, hielt in seiner Beurteilung des Gutachtens der D.____ am 29. Mai 2020 im Wesentlichen fest, dass das Ergebnis der polydisziplinären Begutachtu ng aus medizinischer Sicht nachvoll- ziehbar und widerspruchsfrei sei, weshalb darauf abgestellt werden könne. 8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen V erfügung vom 3. Dezember 2020 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeits fähigkeit des Versicherten auf die Er- gebnisse, zu denen die D.____ in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 14. Juni 2019 gelangt war. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne. Ab August 2018 sei ihm aber eine allgemeine IT-Tätigkeit vollschichtig zumutbar, sofern ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbar- keit der Pausen gewährleistet seien. Unter Berücksichtigun g der Fatigueproblematik und der Stuhlunregelmässigkeiten sei eine Leistungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % zu beachten. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beansta nden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi- gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung voll e Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das polydisziplinäre Gutachten der D.___ _ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die strei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Unt ersuchungen, es berücksichtigt die ge- klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Dar- legung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurtei lung der aktuellen medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abwei chenden ärztlichen Einschätzungen aus- einander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugen d. Ebenso nimmt es eine schlüssige Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Das Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019 genügt somit den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten, weshalb darauf abgestellt werden kann. 8.2.1 Daran ändern die Vorbringen des Beschwerdeführe rs nichts. Er moniert, dass auf das im Rahmen der Begutachtung der D.____ durch Prof. Dr. H.____ erstellte neuropsychologische Teilgutachten vom 16. Mai 2019 nicht abgestellt werden könne. Die Testergebnisse seien in er- holtem Zustand ohne vorgängige Belastung erhoben worden. Sie würden deshalb nicht das tat- sächliche Leistungsvermögen in einem vollschichtigen Pensum abbilden, weshalb die so erho- benen Resultate nicht verwertbar seien. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dabei ist zu beachten, dass der neuropsychologische Gutachter Prof. Dr. H.____ den Beschwerdeführer eingehend verhaltensneurologisch und testpsychologisch unte rsucht hat. Die Resultate dieser Abklärungen haben durchschnittliche Leistungen gezeigt und ergaben keine klinisch relevanten Leistungseinschränkungen. Es besteht daher kein Anlass, nicht auf dieses Ergebnis abzustellen. Dies umso mehr, als das Teilgutachten von Prof. Dr. H.__ __ gesamthaft überzeugend ist und weder formale noch inhaltliche Mängel aufweist. Es wir d deutlich, dass der Beschwerdeführer entgegen seiner Auffassung kognitiv nicht beeinträchtigt ist. Auch die Tatsache, dass die Unter- suchung ohne vorgängige Belastung vorgenommen wurde, ändert daran nichts. Der Beschwer- deführer gab bei der Alltags- und Sozialanamnese wäh rend der Begutachtung durch Prof. Dr. H.____ an, gegen 8 Uhr aufzustehen und nach Einnahme des Frühstücks und nach Erledigung der Morgentoilette die anstehenden Hausarbeiten zu erledigen. Danach arbeite er am Computer und tätige diverse Anrufe, was ihn aber ermüde. Diese Aussage stimmt mit den Erhe- bungen in den anderen Teilgutachten überein, wonach der Beschwerdeführer insbesondere am Nachmittag müde sei. Da die Begutachtung am Nachmitta g zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr stattfand, kann daher kaum von einer unbelasteten Situ ation gesprochen werden. Davon wäre gegebenenfalls dann auszugehen, wenn die neuropsycholog ische Begutachtung am Morgen stattgefunden hätte. Weiter ist zu beachten, dass die neuropsychologischen Testergebnisse, wo- nach beim Beschwerdeführer keine klinisch relevanten Leistu ngseinschränkungen vorlägen, nicht unbesehen Eingang in die Zumutbarkeitsbeurteilung fanden. Die Gutachter kamen in ihrer Konsensbeurteilung nämlich zum Schluss, dass diese Resultate aufgrund der Stuhlunregelmäs- sigkeiten und der Fatigueproblematik sowie den dadurch verursachten Schwankungen im Tages- ablauf und im Berufsalltag nur angepasst beachtet werden könnten. Unter Berücksichtigung der als konsistent und repräsentativ bezeichneten Schilderung en des Beschwerdeführers in Bezug auf seinen Tagesablauf und die reduzierten Belastungen ohne berufliche Tätigkeit attestierten sie ihm nachvollziehbar in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungs- reduktion von 20 % bis maximal 30 %. 8.2.2 Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass im Gutachten von einem regen Sozial- leben ausgegangen werde. Dies entspreche aber nur se iner Wunschvorstellung und nicht der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Realität, weshalb diese Angaben stark zu relativieren se ien. Auch dieser Einwand kann nicht gehört werden. Entgegen der Ansicht des Versicherten gehen die Gutachter nicht von einem sehr aktiven Sozialleben aus. Zwar ist dem psychiatrischen Teilgut achten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer am Nachmittag manchmal spontan mit Freunden abmache und abends auch gerne einmal auswärts essen gehe oder sich mit jemanden treffe. Indem aber im allgemein-me- dizinischen Teilgutachten ausdrücklich festgehalten wird, dass der Beschwerdeführer sehr oft Veranstaltungen oder Termine absagen müsse, wird deutlich, dass auch die Gutachter nicht von einem sehr regen Sozialleben ausgehen. Auch berücksichtige n sie die schnelle Ermüdbarkeit und die Information, dass er aktuell langsamer sei und länger für die Erledigung des Haushalts sowie die anderen anfallenden Arbeiten brauche. Damit werden im polydisziplinären Gutachten die Möglichkeiten des Beschwerdeführers realistisch aufzei gt. Von wiedergegebenen Wunsch- vorstellungen in Bezug auf sein Sozialleben kann daher nicht gesprochen werden. 8.3 Zusammenfassend ergibt sich gestützt auf die Darlegung en im polydisziplinären Gut- achten insgesamt stimmig, dass es mit Blick auf die funktionellen Einschränkungen im Alltag und Berufsleben entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers an der nötigen Schwere des Lei- dens mangelt, um auf eine invalidisierende Gesundheits beeinträchtigung zu schliessen. Somit steht fest, dass die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid zu Recht auf das polydisziplinäre Gut- achten der D.____ vom 14. Juni 2019 abstützte. Sie durft e daher davon ausgehen, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Verweistätigkeit im IT-Bereich zu 100 % mit einer Leistungs- einschränkung von 20 % bis maximal 30 % zumutbar ist. Lä sst die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebende n medizinischen Sachverhalts zu, so kann auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet werden. Die damit verbundene an- tizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgeri chtlicher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c am Ende mit Hin- weisen). 9.1 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren sinngemäss ge ltend, die ihm gutachterlich attestierte Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar. Die Beschwerdegegnerin scheine über- sehen zu haben, dass die Gutachter der D.____ in ihrer Arbeitsfähigkeitseinschätzung von einer allgemeinen IT-Tätigkeit mit der Möglichkeit zur frei en Pausengestaltung und Arbeitseinteilung sowie zu jederzeit ungestörtem Toilettenzugang, ohne regelmässig schwere oder mittelschwere Tätigkeitsanteile ausgegangen seien. Dies sei bei einem 58-jährigen Versicherten in dem Sinne realitätsfremd, als das Finden einer entsprechenden Stelle auch auf einem ausgeglichenen Ar- beitsmarkt ausgeschlossen erscheine. 9.2 Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbli ebene Leistungsvermögen auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umste llungs- und Einarbeitungsauf- wand und in diesem Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfah- rung aus dem angestammten Bereich (vgl. Urteil des Bunde sgerichts vom 29. April 2021, 9C_426/2020, E. 5.2 mit Hinweisen). Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen w erden kann, die verbliebene Leis- tungsfähigkeit sei unverwertbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 20. Juli 2019, 8C_442/2019, E. 4.2 und vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3 .3.1). Unverwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis- tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein al s ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 9C_644/2019, E. 4.2 und vom 13. Juni 2019, 8C_759/2018, E. 7.1, je mit Hinweis). 9.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, da ss der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) verwerten kann. Ge- mäss den Ausführungen im Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019 muss davon ausgegangen werden, dass für den Beschwerdeführer die in den letzte n Jahren ausgeübte Tätigkeit als IT- Spezialist in den Labors der Grosschemie, welche als stark s pezialisiert einzustufen sei, dauer- haft nicht mehr praktikabel ist. Ab Abschluss der Integrat ionsmassnahmen im August 2018 ist aber von einer Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % in einer allgemeinen IT-Tätigkeit auszugehen, sofern ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der Pausen mö glich ist. Auch der behandelnde Gastro- enterologe PD Dr. F.____ erachtete den Beschwerdeführer am 19. März 2020 für zwei Mal vier Stunden pro Tag als arbeitsfähig, wobei auch er einen Zugang zu einer Toilette und die Möglich- keit, das Tagespensum an die Abdominalbeschwerden anzupas sen forderte. Diese Einschrän- kungen erscheinen nicht derart gross, dass von einer Unverwe rtbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auszugehen ist. Vielmehr ist anzunehmen, dass dem Besch werdeführer auch unter Beachtung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor genügend Tätigkeiten im IT-Bereich offen- stehen. Dies umso mehr, als aufgrund der Angaben in den medizinischen Unterlagen keine Hin- weise zu entnehmen sind, dass der Beschwerdeführer die Toilette während des Tages unüblich oft frequentiert (vgl. gastroenterologisches Teilgutachten, Seite 2). Demnach komme es morgens zu 3 bis 4 Stuhlentleerungen, danach aber zu keinen we iteren mehr während des Tages. Unter diesen Umständen erscheint eine Verwertbarkeit der Restar beitsfähigkeit nicht unrealistisch. Schliesslich ist – wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Ve rnehmlassung ausführt – darauf hinzu- weisen, dass Arbeiten im IT-Bereich geeignet sind, im Homeoffice erledigt zu werden. Dies wird erfahrungsgemäss auch immer wieder so gehandhabt und gilt vor allem seit der Corona-Pande- mie vermehrt. 9.4 Zusammenfassend ist deshalb im vorliegenden Fall die Verwertbarkeit der Arbeitsfähig- keit im Rahmen der von den Ärzten attestierten vollen Ar beitsfähigkeit mit einer Leistungsein- busse von 20 % bis maximal 30 % nicht zu beanstanden. 10.1 Der Beschwerdeführer beanstandet ferner den von der Beschwerdegegnerin vorgenom- menen Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG (vgl. E. 4.2 hiervor). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.1 Der Beschwerdeführer bestreitet zunächst das Vali deneinkommen und macht geltend, dass der zuletzt verdiente Lohn von Fr. 153'398.-- weit höher gewesen sei als der von der Be- schwerdegegnerin gestützt auf die LSE ermittelte in Höhe von Fr. 93'117.--. Zwischen der B.____ AG und ihm habe ein Temporär-Rahmenarbeitsvertrag bestanden, wobei sich der temporäre Ein- satzvertrag vom 1. Januar 2015 bis 30. April 2015 nahtlos an einen früheren vom 29. September 2014 bis 31. Dezember 2014 abgeschlossen habe. Es dürfe ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass er auch über den 1. Mai 2015 hinaus bis zu m Ende des betreffenden Projekts bei der I.____ temporär hätte arbeiten könne, wäre er nicht im Januar 2015 arbeitsunfähig geworden. Auch hätte es durchaus nach Ende des dortigen Temporäreinsatzes zu einer Anstellung bei der I.____ oder zu weiteren durch die B.____ AG vermittelte Einsätze in anderen Betrieben kommen können. Dies hätte zur Folge gehabt, dass er ein weit über dem von der Beschwerdegegnerin gestützt auf die LSE ermittelten Einkommen hätte erzielen können. 10.2.2 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird i n der Regel am zuletzt erzielten, nö- tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensen twicklung angepassten Verdienst ange- knüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits- schaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit übe rwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.1 mit Hin- weis). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, war die versicherte Person zur Zeit des Unfalls ar- beitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle auch ohne den Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn verloren, können die Zahlen der LSE herangezogen werden (vgl. Urteil vom 28. November 2013, 9C_501/2013, E. 4.2). Insbesondere um eine berufliche Weiterentwicklung mit einem daraus re- sultierenden höheren Einkommen mit zu berücksichtigen, müssen konkrete Anhaltspunkte dafür gegeben sein, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein ent- sprechend höherer Verdienst tatsächlich realisiert worden wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 mit Hinweisen). 10.2.3 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zuletzt in einem temporären Arbeitsverhältnis bei der B.____ AG angestellt war, welches von 29. September 2014 bis 30. April 2015 dauerte. Daraus wird deutlich, dass der Beschwerdeführer auch im Gesund- heitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit Abl auf des Einsatzvertrags per Ende April 2015 nicht mehr dort angestellt gewesen wäre. 10.2.4 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdefüh rers nichts. So sind den Akten – entgegen seiner Auffassung – keine Anhaltspunkte für eine über den Temporäreinsatz hinausge- hende Anstellung bei der B.____ AG oder der I._____ zu entnehmen. Die im Arbeitszeugnis der Firma J._____ attestierte gute Qualifikation ändert daran ebenfalls nichts und auch mit Blick auf die relativ kurze Dauer der letzten Temporäreinsätze erscheint eine dauerhafte Anstellung beim letzten Arbeitgeber nicht überwiegend wahrscheinlich. Darauf ist ausserdem unter Berücksichti- gung des IK-Auszugs (vgl. act. 11 Seite 2) zu schliessen. Demnach war der Beschwerdeführer in den Jahren vor seiner Erkrankung für einzelne IT-Projekte angestellt. Nach deren Abschluss war er arbeitslos, bevor er wiederum für ein neues Projekt temporär angestellt wurde. Da den vorlie- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht genden Unterlagen zudem keine konkreten Hinweise für einen beruflichen Aufstieg und ein ent- sprechendes Einkommen zu entnehmen sind, kann ein solches nicht berücksichtigt werden (vgl. E. 10.2.2 hiervor). 10.2.5 Es ist unter diesen Umständen auch unter Berücksicht igung der vorstehend zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass bei der Berechnung des Valideneinkommens nicht auf das zuletzt erzielte Einkom- men von Fr. 153'398.--, sondern auf die LSE abzustelle n ist. Gemäss den zutreffenden Ausfüh- rungen der IV-Stelle könnte der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden in einer Tätigkeit im Bereich IT-Support ab September 2018 ein Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 93'117.-- erzie- len. Grundlage hierfür ist die LSE 2016, Tabelle TA1 _tirage_skill_level, Sektor Information und Kommunikation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Männer, Fr. 7'502.-- monatlich, basie- rend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betra gs an die Nominallohnentwicklung von 0.9% (vgl. BFS T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2017) und Umrechnung auf die be- triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.0 Stunden (BFS Dokument je-d-03.02.04.19) x 12 Monate resultiert das vorstehend erwähnte jährliche Einkommen von Fr. 93'117.--. 10.3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet auch das dem Ei nkommensvergleich zugrunde ge- legte Invalideneinkommen. Unter Berücksichtigung der im Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019 attestierten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ging die Beschwerdegegnerin da- von aus, dass der Beschwerdeführer ein jährliches Einkommen von Fr. 58'664.-- erzielen könnte. Dabei stützte sie sich wiederum auf die LSE 2016, Tabe lle TA1_tirage_skill_level, Sektor Infor- mation und Kommunikation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Männer, CHF 7'502.-- mo- natlich, basierend auf 40 Wochenstunden ab. Nach Anpa ssung dieses Betrags an die Nominal- lohnentwicklung von 0.9 % (vgl. BFS T1.1.10 Nominallohn index Männer 2011-2017) und Um- rechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.0 Stunden (BFS Dokument je- d-03.02.04.19) x 12 Monate ergabt sich das jährliche lnvalideneinkommen von Fr. 93'117.--, von dem ein Abzug von 10 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung vorgenommen wurde. In einem vollschichtig zumutbaren Pensum von 100 % mit einer Leistungseinschränkung von 30 % resultiert das vorstehend erwähnte Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 58'664.--. 10.3.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen insbesonde re ein, dass bei der Bemessung des Invalideneinkommens nicht wie beim Valideneinkommen auf das Kompetenzniveau 3 abgestellt werden dürfe. Es sei realitätsfremd, eine IT-Stelle gemäss dem im Gutachten der D.____ erstell- ten Anforderungsprofil mit freier Einteilung von Arbeitszeit und Pausen auf dem bisherigen Niveau ausüben zu können. Eine solche freie Einteilbarkeit sei nur für einfachere IT-Support-Tätigkeiten denkbar, weshalb bei der Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE vom Kom- petenzniveau 2 und damit von einem tieferen Lohn auszu gehen sei. Auch bei Zugrundelegung des von der Beschwerdegegnerin angenommenen Valideneinkommens von Fr. 93'117.-- würde unter Annahme eines lnvalideneinkommens von Fr. 50'869 .-- (vgl. LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Information und Kommuni kation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 2, Spalte Männer, CHF 6'506.-- monatlich, basierend a uf 40 Wochenstunden, angepasst an die Nominallohnentwicklung von 0.9% und umgerechnet auf di e betriebsübliche wöchentliche Ar- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitszeit von 41.0 Stunden x 12 Monate, abzüglich 10 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträch- tigung x 70 %) ein Invaliditätsgrad von 45 % resultieren und damit ein Anspruch auf eine Viertels- rente begründet. 10.3.3 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Di e Beschwerdegegnerin ging in der an- gefochtenen Verfügung gestützt auf die Ausführungen im Gutachten der D.____davon aus, dass der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit in IT-Bereich wegen der hochgradigen Teamin- tegration und den hygieneintensiven Bereichen nicht mehr ausüben könne, aber es ihm zumutbar sei, eine adaptierte Tätigkeit mit den erwähnten Einschränkungen (freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der Pausen) vollschichtig mit einer Leis- tungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % auszuüben. Die so definierte Verweistätigkeit berück- sichtigt zwar die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers bei der Umsetzung seiner Arbeitsfähig- keit. Diese Belastungen haben aber keinen Einfluss auf die fachliche Kompetenz des Beschwer- deführers. Es ist vielmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er auf- grund seines Bildungsniveaus und seiner langjährigen Berufserfahrung auch mit den erwähnten Einschränkungen auf hohem Niveau einer Tätigkeit im IT-Support nachgehen kann. Das Abstel- len auf das Kompetenzniveau 3 ist daher nicht zu beanstanden. 10.3.4.1 Auch die übrigen Einwände des Beschwerdeführ ers können nicht gehört werden. So führt er aus, dass ein rentenbegründender lnvaliditätsgrad sich auch dann ergäbe, wenn anstelle der Wahl eines tieferen Kompetenzniveaus vom Invalideneinkommen ein höherer Leidensabzug von 15 % (anstelle von 10 %) gewährt würde. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 93'117.-- und einem lnvalideneinkommen von Fr. 55'405.- (Fr. 7'503.- x 100,9% : 40 x 41 x 12 x 85 % x 70 %) ergäbe sich ein lnvaliditätsgrad von 40 % m it der Folge eines Anspruchs auf eine Viertelsrente. 10.3.4.2 Wird das Invalideneinkommen gestützt auf die LS E ermittelt, sind praxisgemäss ver- schiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat da s damalige Eidgenössische Versi- cherungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Ein- zelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nac h pflichtgemässem Ermessen ge- samthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statist ischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu be- grenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). 10.3.4.3 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung in Würdigung der gegebe- nen Umstände sowie unter Berücksichtigung aller in Betra cht fallenden Merkmale einen Abzug von 10 % vom Tabellenlohn gewährt. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sie bei der Bemessung des Invalideneinkommens zugunsten des Beschwerdeführers von einer 70%igen Leistungsfähigkeit ausgegangen ist, obwohl im Gutachten der D.____ eine 20%ige bis maximal 30%ige Einschränkung attestiert wurde, eher grosszügig. Dies umso mehr, als gesund- heitliche Einschränkungen, welche bereits im medizinisch en Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wurden, nicht ein weiteres Mal über die Anwendung ein es leidensbedingten Abzugs beachtet werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2008, 9C_362/2008, E. 3.2.4). Damit wurden aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit alle persönlichen und beruflichen Um- ständen des Beschwerdeführers berücksichtigt. Das Kantonsgericht sieht unter diesen Umstän- den keinen Anlass, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen und einen Abzug von 15 % zu gewähren. 10.4 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest , dass der von der Beschwerdegeg- nerin vorgenommene Einkommensvergleich nicht zu beanstanden ist. Ausgehend von einem Va- lideneinkommen in Höhe von Fr. 93'117.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 58'664.-- re- sultiert ab 1. September 2018 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 %. 11. Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Erw ägungen fest, dass die ange- fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 3. Dezember 202 0 rechtens ist, weshalb die dagegen er- hobene Beschwerde unbegründet und deshalb abzuweisen ist. 12. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ei nheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwa ltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in an- gemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerd eführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten zu überbinden sind. Diese werden mit dem von ihm bezahlten Vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Ein Anspruch auf Parteienschädigung besteht bei diesem Verfahrensausgang nicht (Art. 61 lit. g ATSG e contrario). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde- führer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Gegen vorliegenden Entscheid wurde durch den Beschwerdeführer am 14. September 2021 beim Bundesgericht Beschwerde (vgl. 9C_478/2021 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht