Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Januar 2016 (720 15 4 / 12) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich seit der erfolgten Rentenzu- sprache erheblich verbessert, weshalb dem Versicherten im Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügung die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit sowie sämtliche Ver- weistätigkeiten (wieder) in vollem Umfang zumutbar war. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Susanne Ackermann, Advokatin, Spittelerhof, Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1966 geborene A.____ war letztmals vom 1. Se ptember 1989 bis zu seiner Kündi- gung per 31. Dezember 1995 als Betriebsarbeiter bei der B.____ AG angestellt. Danach war er seit 1. April 2000 teilzeitlich bei der C.____ AG t ätig. Am 5. November 1997 meldete sich A.____ unter Hinweis auf psychische Probleme bei de r Eidgenössischen Invalidenversicherung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (IV) zum Leistungsbezug an, wobei er eine Rente beantragte. Nach Abklärung der gesundheitli- chen und erwerblichen Verhältnisse sprach ihm die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV- Stelle) am 23. September 1998 rückwirkend ab 1. August 1997 gestützt auf einen IV-Grad von 100 % eine ganze Rente zu Die ganze Rente wurde revisi onsweise mit Mitteilungen vom 1. Oktober 2002, 31. Dezember 2004 sowie 19. September 2008 bestätigt. Aufgrund einer am 5. August 2012 von Amtes wegen eingeleiteten Revision hob die IV-Stelle nach weiteren durchge- führten medizinischen und erwerblichen Abklärungen und nach durchgeführtem Vorbescheid- verfahren die ganze Rente verfügungsweise am 18. November 2014 auf. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch A dvokatin Susanne Ackermann, am 5. Januar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaf t, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei fe stzustellen, dass die IV-Stelle nicht zum Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig und die Verfügung vom 18. November 2014 aufzuheben sei. Eventualiter sei die Verfügung au fzuheben und ihm weiterhin eine volle IV-Rente auszubezahlen. Ferner wurde für die Dauer de s Verfahrens die aufschiebende Wir- kung der Beschwerde sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragt. Mit Verfügung vom 12. Januar 2015 bewilligte der in struierende Gerichtspräsident für das vor- liegende Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokatin Susanne Ackermann. Der instruierende Gerichtspräsident beschränkte mit Verfügung vom 16. Januar 2015 das Verfahren vorerst auf die Frage der örtlichen Zuständigkeit der I V-Stelle zum Erlass der angefochtenen Verfügung und wies den Verfahrensantrag des Beschwerde führers betreffend Wiederherstel- lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ab. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Februar 2015 beantragt e die IV-Stelle, es sei festzustellen, dass der Erlass der angefochtenen Verfügung rechtens gewe sen und die Zuständigkeit der IV- Stelle zum Erlass der angefochtenen Verfügung zu bestätigen sei. B. Mit Beschluss vom 11. Juni 2015 stellte das Kantonsge richt fest, dass die IV-Stelle zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 18. November 2014 zuständig war. Aufgrund veränderter Umstände forderte das Gericht den Beschwerdeführer auf, neue Unterla- gen zum Nachweis der prozessualen Bedürftigkeit einzureic hen. Da der Beschwerdeführer die- ser Aufforderung nicht nachkam, entzog der instruierende Gerichtspräsident mit Verfügung vom 17. August 2015 ab diesem Datum die unentgeltliche Rechtspflege. C. Mit Vernehmlassung vom 20. August 2015 beantragte d ie IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Der Beschwerdeführer hielt mit Replik vom 30. Oktob er 2015 am Antrag, die angefoch- tene Verfügung sei aufzuheben und dem Beschwerdeführe r weiterhin eine volle Rente auszu- richten, fest. Eventualiter sei ein unabhängiges Gutachten einzuholen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 5. Januar 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut bar oder – als alternative Vorausset- zung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 1 65; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen unveränder- ten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer ma teriellen Revision. Bloss auf einer ande- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche D ifferenzen sind daher von revisions- begründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verän- dert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung d es medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des Bun desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 23. September 1998 rückwirkend ab 1. August 1998 eine gan- ze Rente zugesprochen. Nachdem in mehreren Rentenrevisi onsverfahren unveränderte Ver- hältnisse festgestellt worden waren (Mitteilungen vom 1 . Oktober 2002, 31. Dezember 2004 sowie 19. September 2008), leitete die IV-Stelle im August 2012 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenanspruchs des Versicherten ein. Ges tützt auf die Ergebnisse der von ihr in der Folge vorgenommenen Abklärungen hob die IV -Stelle die laufende ganze Rente des Versicherten mit Verfügung vom 18. November 2014 auf das Ende der Zustellung der Verfü- gung folgenden Monats auf. Im Lichte der vorstehend er wähnten bundesgerichtlichen Recht- sprechung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einge- treten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis an hin ausgerichteten Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitp unkt der ursprünglichen Rentenver- fügung vom 23. September 1998 bestanden hat, mit demj enigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 18. November 2014. Obwohl anlässlich des letzten Revisions- verfahrens im Jahre 2008 ein psychiatrisches sowie ein rheumatologisches Gutachten eingeholt wurden, welche von einer Verbesserung des Gesundheitszust andes des Beschwerdeführers ausgingen, hat die IV-Stelle auf diese Gutachten nich t abgestellt und weder eine Beweiswürdi- gung noch einen Einkommensvergleich vorgenommen. Die IV -Stelle hat dem Beschwerdefüh- rer damals lediglich mitgeteilt, dass keine Änderung de s IV-Grades habe festgestellt werden können und er weiterhin Anspruch auf die bisherige Rent e habe (Mitteilung vom 19. September 2008). Als Vergleichszeitpunkt ist demzufolge nicht das Revi sionsverfahren im Jahre 2008, sondern der Zeitpunkt der Zusprechung der Invalidenrente im Jahre 1998 heranzuziehen. 5.1 Vorweg ist festzuhalten, dass die IV-Stelle zu Recht keine Revision nach lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen der am 18. März 2011 beschlossen en Änderung des IVG (6. IV- Revision, erstes Massnahmenpaket, in Kraft seit 1. Januar 2 012 [SchlB IVG]) vorgenommen hat. Der Beschwerdeführer bezieht seit 1. August 1997 e ine volle Rente. Im Zeitpunkt der Ein- leitung der Revision am 5. August 2012 bezog der Beschwerdeführer bereits seit 15 Jahren und 5 Tagen eine Rente, weshalb die Revision gemäss den Schlussbestimmungen nicht zulässig ist (lit. a Abs. 4 SchlB IVG). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob sich der Gesun dheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versi cherten tatsächlich, wie von der IV- Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in e iner anspruchserheblichen Weise ver- bessert hat. 6.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 6.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den – den medizinische n Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betracht et vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 23 2 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. August 201 1, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). 7. Zur Beurteilung der Frage, ob eine Revision gestützt auf Art. 17 ATSG erfolgen kann, liegen im Wesentlichen folgende ärztliche Unterlagen vor: 7.1 Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie, hielt mit G utachten vom 15. März 1997 folgen- de Diagnosen fest: Unteres Lumbovertebralsyndrom bei/mit - lumbaler Fehlhaltung/-form mit lubosacraler Hyperl ordose und linkskonvexer lumbaler Skoliose - muskulärer Dekonditionierung - Adipositas - psychosozialer Überlagerung In seiner Beurteilung führte Dr. D.____ aus, ein Stur z auf die lumbale Rückengegend im Jahre 1989 werde vom Versicherten als primär auslösendes Ereig nis für die in der Folge nicht mehr behebbaren Schmerzen verantwortlich gemacht. Auch würd en arbeitsbedingte Fehl- und Über- belastungen in den folgenden Jahren und insbesondere ein Verhebetrauma am Arbeitsplatz im April 1991 als weitere schmerzunterhaltende Faktoren an geführt. Im Dezember 1991 habe Dr. D.____ den Versicherten konsiliarisch beurteilt. Bei computertomographisch unauffälligen Verhältnissen auf Höhe L3-S1 sei klinisch die Diagnose e iner lumbosacralen Dysfunktion unbe- kannter Ätiologie zu stellen gewesen, ein Zusammenhan g mit körperlichen Über- und Fehlbe- lastungen sei angenommen worden. Zufolge verstärkter Lum balgien habe der Versicherte in den folgenden Jahren und insbesondere ab Herbst 1994 des Öfteren teilweise oder voll ar- beitsunfähig geschrieben werden müssen. Weiter führte Dr. D.____ aus, die letzten bildgeben- den Verfahren (vom 26. Juli 1997) liessen nur geringg radige, klinisch nicht relevante Befunde im LWS-Abschnitt erkennen. Unter Würdigung dieser klini schen und der vor ca. 1 ½ Jahren dokumentierten radiologischen Befunde sowie in Kennt nis der subjektiv erheblichen körperli- chen Belastungsintoleranz des Versicherten sei von einer e indeutigen Diskrepanz zwischen objektivierbaren Befunden und subjektivem Schmerzerlebe n auszugehen. Die somatischen Befunde seien seines Erachtens nicht ausreichend, um beim Versicherten die Zumutbarkeit von Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeiten auf eine leichte bis höchstens mittelschwere B elastung zu reduzieren. Zur Arbeitsfä- higkeit in der bisherigen Tätigkeit (schwer belastende Tä tigkeit) sei unter Annahme des schlimmsten, weder klinisch noch mittels bildgebender Verfa hren dokumentierbaren Falles ei- ner Mikroinstabilität der Lendenwirbelsäule eine Arbeitsunfähigkeit von max. 70 % für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit anzunehmen. In einer angepassten V erweistätigkeit sollte die Arbeitsleis- tung bei einer ganztägigen Arbeitszeit nicht wesentlich eingeschränkt sein. Zusammenfassend seien weitgehend sämtliche Tätigkeiten in Gewerbe und I ndustrie mit einer durchschnittlichen körperlichen Belastung zumutbar. 7.2 Mit Bericht vom 13. Februar 1998 diagnostizierte Dr . med. E.____, Oberarzt der F.____, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung F 4 5.4 nach ICD-10. In seiner Beurtei- lung führte Dr. E.____ aus, die chronifizierte Schmerzsym ptomatik könne als grundlegend für die problematische Lebenssituation gesehen werden. Damit einher-gehen würden einerseits auf der sozialen Ebene die Entwicklung eines hilfesuchenden und abhängigen Verhaltens, anderer- seits psychische Symptome wie Schlafstörungen, der Verlust de s Selbstwertgefühls, eine de- pressive Grundstimmung und eine erhebliche Kränkbarkeit. Seine kognitiven Fähigkeiten wür- den hingegen nicht beeinträchtigt erscheinen und würden sich auf einem durchschnittlichen Niveau bewegen. Seit seiner Kündigung der letzten Arb eitsstelle im Herbst 1995 hätten sich seine initialen Beschwerden auf sämtliche Lebensbereich e ausgeweitet. Sein erlebter Wertver- lust habe nicht zuletzt zu einer brisanten familiären L age geführt und begründe seine Niederge- schlagenheit und Hilflosigkeit. Aus psychiatrischer Sicht be stehe beim Versicherten eine psy- chische Beeinträchtigung im Zusammenhang mit der diagnostizierten Schmerzstörung im Sinne einer depressiven psychischen Verarbeitung von Eindrücken, verbunden mit einer leichten Kränkbarkeit bei narzisstischer Persönlichkeit. Aktuell resultiere eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit, welche an einem geschützten Arbeitsplatz auf 50 % reduziert werden könnte. Nach Ausstellung des Gutachtens führte Dr. E.____ auf An frage der IV-Stelle zur Arbeitsfähig- keit bzw. zu den zumutbaren Tätigkeiten Folgendes aus: Aufgrund der Erfahrungen, welche der Versicherte seit der Verfassung des Gutachtens mit stundenwe iser Arbeitstätigkeit habe sam- meln können, sei, trotz seiner guten Motivation, ansta tt der angegebenen 50%igen Tätigkeit weit eher mit einem 30%-Pensum zu rechnen. 7.3 Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Gutachten vom 19. März 2013 keine Diagnose mit Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er akzentuier te (narzisstische) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z 73.1) sowie einen Status nach Dysthymia (ICD- 10 F 34.1) fest. Dr. G.____ führte aus, beim Exploranden liessen sich anamnestisch die Symptome der Durchschlafstörung, der zeitweiligen Müdigkeit, der ausgeglichenen, manchmal f röhlichen und manchmal traurigen Stimmung nachweisen. Diese Symptome würden die zur D iagnosestellung einer depressiven Episode notwendigen Kriterien nicht erfüllen, insbeso ndere liesse sich keine andauernd be- drückt-traurige oder gereizt-aggressive Stimmung, keine E nergielosigkeit und auch keine Freud- oder Lustlosigkeit nachweisen. In der aktuellen Untersuchung sei die Stimmung zudem ausgeglichen, der Versicherte könne immer wieder lächeln und lachen, er sei auch zu Spässen aufgelegt. Die affektive Modulationsfähigkeit und di e Vitalität seien nicht eingeschränkt. Weder Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde noch der ana mnestischen Angaben des Explo- randen lasse sich somit eine Depression objektivieren. Die Kriterien für eine Dysthymie seien als ebenfalls nicht erfüllt zu betrachten. Insbesondere lasse sich keine chronische depressive Verstimmung nachweisen. Im psychiatrischen Gutachten der F .____ vom 13. Februar 1998 sei eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostizier t worden. Im Vergleich mit den da- maligen Befunden lasse sich eine deutliche Verbesserung erkennen. Insbesondere zeige der Versicherte heute nicht mehr wenig Mimik und wirke auch n icht mehr niedergeschlagen oder hilflos. Sein Gesprächsverhalten sei auch nicht mehr kla gend und an Hilfe appellierend. Zudem sei die Konzentrationsfähigkeit nicht mehr als herabge setzt zu beurteilen. Der Explorand gehe in seiner Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit davon aus, dass er höchstens noch ein bis zwei Stunden arbeiten könne. Aus psychiatrischer Sicht lasse sic h eine solch hohe Arbeitsunfähig- keit indes nicht begründen. Unter der Voraussetzung, da ss sich auch aus somatischer Sicht eine solche Arbeitsunfähigkeit nicht begründen lasse, mü sse von einer subjektiven Krankheits- und Behinderungsüberzeugung und auch einer Selbstlim itierung ausgegangen werden. Aus diesem Grund dürften berufliche Massnahmen wohl kaum e rfolgversprechend sein. Eine Psy- chotherapie sei nicht indiziert. Eine psychopharmakologische Behandlung sei ebenfalls als nicht zwingend indiziert zu betrachten. Der Versicherte könne vo n einer solchen jedoch im Sinne ei- ner Verbesserung der Schlafqualität sowie der Schmerzmo dulation profitieren. Aus psychiatri- scher Sicht wären keine speziellen Anforderungen an ein en künftigen Arbeitsplatz zu stellen. Am 8. März 2013 habe er ein Telefongespräch mit Dr. me d. H.____, FMH Rheumatologie, zwecks gemeinsamer interdisziplinärer Beurteilung geführt . Daraus habe sich ergeben, dass sich sowohl aus rein rheumatologischer wie auch aus psychiat rischer Sicht keine Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren lasse. 7.4 Dr. H.____ hielt in seinem Gutachten vom 11. März 2 013 fest, dass im rheumatologi- schen Fachbereich keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehen würden. Es würden keine relevanten Divergenzen bezüglich der Dia gnosen zu den rheumatologischen Vorgutachten bestehen. Es müsse festgehalten werden, dass am Bewegungsapparat bezüglich des rheumatologischen Fachbereichs kein relevanter patho logischer Befund vorhanden sei, weshalb auch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beg ründet werden könne. Die von Dr. D.____ im Jahre 1997 angegebene Einschränkung der Arbe itsfähigkeit von 70 % in einer kör- perlichen Schwerarbeit könne aufgrund des weiteren Ve rlaufes nicht mehr bestätigt werden. Dr. D.____ habe damals ausführlich dargelegt, dass er d iese Angabe nur unter der Annahme mache, dass durch frühere Traumatisierungen eine Mikroinst abilität im Bereich der Lendenwir- belsäule vorhanden sei, die weder klinisch noch radiol ogisch nachgewiesen werden könne. Aufgrund der weiteren radiologischen Kontrollen, die auch nach Jahren keinen entsprechenden morphologischen Hinweis zeigen würden, könne diese frü here Vermutung als nicht bestätigt betrachtet werden. Zusammenfassend habe sich aus rein rh eumatologischer Sicht der Ge- sundheitszustand des Exploranden weder verbessert noch versch lechtert, weshalb ihm weiter- hin und mit obiger Ergänzung auch in guter Korrelat ion zu den Vorgutachten und auch zur Be- urteilung des früheren Hausarztes eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert werde. 7.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und P sychotherapie, nahm mit Bericht vom 17. September 2014 Stellung. Er führte im Wesent lichen aus, dass die Arbeitsunfähigkeit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Jahre 2008 (recte 1998) massgeblich auf den depressive n Symptomen und der damit ein- hergehenden Funktionseinbusse des Versicherten beruhte, wie aus der Rückantwort der F.____ vom Mai 1998 hervorgehe. Somit sei aktenkundig, dass die depressiven Symptome mit vermindertem Selbstwertgefühl und Durchsetzungsfähigkeit sowie verminderter emotionaler Belastbarkeit gewichtige Gründe für das Attestieren de r damaligen Arbeitsunfähigkeit gewesen sei und nicht die Schmerzproblematik. Diese depressiven Sym ptome seien, wie im Gutachten von Dr. G.____ vom März 2013 ausführlich beschrieben we rde, heute nicht mehr vorhanden, weshalb die medizinische Verbesserung durch medizinische Befunde hinlänglich belegt sei und anhand der erhobenen Funktionalität im Alltag einer horizontalen Konsistenzprüfung standhalte. Zusammenfassend sei anhand medizinischer Fakten hinlänglich belegt, dass die im Jahre 2008 (recte 1998) für die Arbeitsfähigkeit ausschlaggebende depressive Symptomatik zwischenzeit- lich weitestgehend remittiert sei. Es sei nachvollziehbar , dass die rheumatologische Gesund- heitssituation unverändert geblieben sei. Die Arbeitsunfähigkeit sei damals nicht aufgrund einer rheumatologischen, sondern aufgrund der psychiatrischen Di agnose attestiert worden. Rheu- matologisch seien damals gemäss Gutachter Dr. D.____ (Mä rz 1997) trotz des unteren Lum- bovertebralsyndroms wechselbelastende Arbeiten ganztags zu mutbar gewesen und heute er- achte Gutachter Dr. H.____ den Versicherten trotz unspe zifischen Kreuzschmerzen, Becken- kamm-Ansatztendinose und muskulärer Dysbalance als ebenfal ls arbeitsfähig für somatisch adaptierte Tätigkeiten. 7.6 Mit Bericht vom 14. August 2015 nahm Dr. I.____ noch einmal – unter Berücksichti- gung der geänderten Rechtsprechung des Bundesgerichts – Stellung. Dr. I.____ kam zum Schluss, im Lichte der neuen Rechtsprechung könne nach A nalyse der Standardindikatoren aus medizinischer Sicht abschliessend davon ausgegangen werd en, dass aufgrund der beim Versicherten evaluierten Ressourcen die Arbeitsfähigke it nicht eingeschränkt sei. Beim Versi- cherten würden sich genügend Ressourcen abbilden, die ei ne volle Arbeitsfähigkeit begründen würden. 8. Zusammenfassend kann gestützt auf die vorliegenden är ztlichen Berichte festgehalten werden, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfü gung zutreffend davon ausgegangen ist, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der am 23. September 1998 erfolgten Rentenzusprache erheblich verbessert hat mit der Folge, dass dem Versicherten im Zeitpunkt des Erlasses der Revisionsverfügung die Ausübung seiner angestammten Tätigkeit sowie sämtliche Verweistätigkeiten (wieder) in vollem U mfang zumutbar war. Somit hat die IV- Stelle das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 ATSG zu Recht bejaht. 8.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch des Be schwerdeführers auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechti gung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Die IV-Stelle hat den Invaliditätsgrad nach der a llgemeinen Methode des Einkommens- vergleichs vorgenommen, was zu Recht nicht beanstandet wu rde. Ebenfalls zu Recht nicht be- stritten wurde die konkrete Berechnung des Invaliditätsg rades. Die IV-Stelle ist dabei korrekter- weise davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer zu 100 % in seiner angestammten Tä- tigkeit wie auch in einer leichten Verweistätigkeit ar beiten könnte und ermittelte gestützt auf die Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes für Statistik ei nen IV-Grad von 21 %. Diese Be- rechnung ist nicht zu beanstanden, womit der Beschwerdef ührer keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente hat. 9. Auch das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2015 (BG E 141 V 281) kann im vorlie- genden Fall keine andere Beurteilung bewirken. Mit di esem Urteil ist die Überwindbarkeitsver- mutung bei unklaren Beschwerdebildern aufgegeben worden. Die Grundsätze der Zumutbarkeit gelten allerdings weiterhin (BGE 141 V 281 E. 3.7.1). Vorliegend zeigt sich, dass keine Diagnosen mehr mit Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Psychiatrischerseits wurden ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzentuierte (narzisstische) Persönlichkeitszüge sowie ein Status nach Dyst hymia diagnostiziert. Diese Di- agnosen wirken sich in der Regel nicht invalidisierend aus (Urteile des Bundesgerichts vom 6. März 2014, 8C_806/2013, E. 6.2 und vom 14. Februar 2014, 8C_897/2013, E. 3.1 f.) und führten auch vorliegend gemäss Dr. G.____ nicht zu eine r Arbeitsunfähigkeit. Dr. H.____ konn- te aus rheumatologischer Sich keinen relevanten patholog ischen Befund erheben. Demzufolge liegt keine Diagnose vor, welche eine Überprüfung der relevanten Indikatoren nötig machen würde. Darüber hinaus hat der RAD-Arzt Dr. I.____ zu R echt festgehalten, dass aufgrund der beim Versicherten evaluierten Ressourcen die Arbeitsfäh igkeit nicht eingeschränkt sei, da sich beim Versicherten genügend Ressourcen abbilden würden, die eine volle Arbeitsfähigkeit be- gründen würden. Der Beschwerdeführer könnte demzufolge selbst bei Anwendung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. 10.1.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz a llgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ih r Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung d er gesamten objektiven und subjekti- ven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 11 3 V 28 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Die Wiedereingliederung vo n Versicherten im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fern bleiben von der Arbeitswelt ist oftmals schwierig. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Rege lfall eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu ver- werten. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters des Versicherten können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und m edizinisch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei h ervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchfüh rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Per son nicht möglich ist (Urteil des Bun- desgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6. 1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. Sep- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tember 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Die Ve rwaltung muss sich vor der Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich ein medizinisch-theoretisch wieder- gewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – ausnahmsweise – im Einzel fall eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmass- nahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Urteil des Bundesg erichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 10.1.2 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, p ubliziert in: Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in wel chen der Ausnahmetatbestand der Not- wendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massna hmen trotz wiedergewonnener Ar- beitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten ist, vom Regelfa ll deren sofortiger erwerblicher Verwert- barkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorstehend g eschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 10.1.1 hiervor) dahingehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sachverhalte zu beschrän- ken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungswe ise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Ren- te seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 10.1.3 Die beiden Abgrenzungskriterien Alter 55 und Rentenbezug 15 Jahre lehnen sich an die von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2011 besc hlossenen und am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen zur 6. I VG-Revision an. Anders als im vorlie- genden Kontext geht es dort um die generelle Überprüfung von Renten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen worden waren. Dies soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Ände- rung geschehen. Dabei sollen Renten auch gekürzt oder a ufgehoben werden, wenn sich der Invaliditätsgrad der versicherten Person nicht erheblich geändert hat. Hierfür regelt die erwähn- te Schlussbestimmung in Abs. 4, dass die erwähnte Überprüf ung auf Personen (mit dem obge- nannten Beschwerdebild) keine Anwendung findet, die i m Zeitpunkt des Inkrafttretens der Än- derung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge- leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Nach der Botschaft werden mit einer solchen Besitzstandgarantie di e Gesichtspunkte der Rechtssicher- heit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine W iedereingliederung in diesen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (Bundesblatt [BBl] 201 0, S. 1912; SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.4). 10.1.4 Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien bedeutet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentner/innen in dem revision s- (Art. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenen- falls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Kontext einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgese- hen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendauer die Selbsteingliede- rung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2.1 Der Beschwerdeführer bezog im Zeitpunkt der Ein leitung des Revisionsverfahrens be- reits seit mehr als 15 Jahren eine ganze IV-Rente. Dem zufolge hätte der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen. Zu klären gilt es allerdings, wie es sich mit dem Einglie derungswillen des Beschwerdeführers verhält. Würde dieser fehlen, so wäre die Durchführun g von Eingliederungsmassnahmen nicht erfolgsversprechend und diese wären von vornherein nicht angezeigt gewesen. 10.2.2 Das Bundesgericht hat im Urteil vom 28. Dezember 2012, 9C_368/2012, in Erwägung 3 festgehalten, dass, wenn wie im vorliegenden Fall gr undsätzlich Anspruch auf Eingliede- rungsmassnahmen besteht, nur dann von einem nachhaltig f ehlenden Eingliederungswillen auszugehen ist, wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht. 10.3 Dr. G.____ hat in seinem psychiatrischen Gutachten vom 19. März 2013 ausgeführt, der Beschwerdeführer gehe in seiner Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit davon aus, höchs- tens noch ein bis zwei Stunden arbeiten zu können. Aus psych iatrischer Sicht sei eine solch hohe Arbeitsunfähigkeit indes nicht zu begründen. Unter der Voraussetzung, dass sich aus so- matischer Sicht eine solche Arbeitsunfähigkeit nicht begründen lasse (gemäss Gutachten Dr. P. H.____ liegt keine Arbeitsunfähigkeit vor), müsse von ein er subjektiven Krankheits- und Behin- derungsüberzeugung und auch von einer Selbstlimitierung ausgegangen werden. Aus diesem Grund seien berufliche Massnahmen wohl kaum erfolgverspr echend. Dr. H.____ führte im rheumatologischen Teilgutachten aus, dass aus rein rhe umatologischer Sicht berufliche Mass- nahmen prinzipiell zumutbar, jedoch aufgrund der Selb stbeurteilung des Beschwerdeführers nicht angezeigt wären. Anlässlich des „Erstgesprächs Schlussb estimmungen“ vom 6. Februar 2014 gab der Beschwerdeführer an, er wolle sich das weitere Vorgehen betreffend angebotener Eingliederungsmassnahmen noch überlegen und nach Ablau f des Vorbescheids telefonisch melden, ob er interessiert sei. Mit Schreiben vom 21. Ma i 2014 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nochmals angefr agt, ob er an Eingliederungs- massnahmen interessiert sei. Die Rechtsvertreterin des Besch werdeführers führte mit Schrei- ben vom 27. Mai 2014 aus, dass sich die Frage nach Eing liederungsmassnahmen gestützt auf die Schlussbestimmungen gar nicht stelle. Sie empfehle dem Beschwerdeführer, sich erst zu allfälligen Eingliederungsmassnahmen zu äussern, wenn w ider Erwarten ein rechtskräftiger Entscheid über die Aufhebung der Rente vorliegen soll te. Die IV-Stelle hat in ihrer Vernehmlas- sung vom 20. August 2015 daraus den Schluss gezogen, dass di e subjektive Eingliederungsfä- higkeit nicht vorhanden sei. In seiner Stellungnahme vom 30. Oktober 2015 hat der Beschwer- deführer dazu keine Ausführungen getätigt. Aufgrund der Aktenlage lässt der Beschwerdeführer keine Bereitschaft erkennen, an Massnah- men zur Wiedereingliederung teilzunehmen, weshalb mi t der IV-Stelle davon auszugehen ist, dass es vorliegend an der subjektiven Eingliederungsfäh igkeit des Beschwerdeführers mangelt und demzufolge keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt sind. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die IV-Stelle m it Verfügung vom 18. Novem- ber 2014 die ganze IV-Rente des Beschwerdeführers zu Rech t aufgehoben hat, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist. 12. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfah ren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmen s einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwe rdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 12. Januar 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Diese wurde dem Beschwerdeführer jedoch mit Verfügung vom 17. August 2015 (per 17. August 2015) wieder entzogen. Aus diesem Grund werden dem Be schwerdeführer für den Zeitraum ab Beschwerdeeinreichung am 5. Januar 2015 bis 17. August 2015 anteilsmässig Verfahrenskos- ten in der Höhe von Fr. 300.-- auferlegt. Die verblei benden Verfahrenskosten für den Zeitraum ab 17. August 2015 in der Höhe von Fr. 300.-- werden vorläufig auf die Gerichtskasse genom- men. 12.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 12. Ja nuar 2015 die unentgeltliche Pro- zessführung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt, aber dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. August 2015 (per 17. August 2015) wieder ent zogen wurde, ist seine Rechtsvertreterin für ihre Bemühungen im angeführten Zeitraum aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Ge- mäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen u nd Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertre- terin des Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vo m 27. August 2015 für den Zeitraum vom 5. Januar 2015 bis 17. August 2015 einen Zeitauf wand von 10 Stunden geltend gemacht. Aus der eingereichten Deservitenkarte ergibt sich jedoch für diesen Zeitraum lediglich ein Auf- wand von 9,5 Stunden. Zudem erweisen sich die für die Ausarbeitung der 5-seitigen Beschwer- deschrift geltend gemachten 8 Stunden als zu hoch, insb esondere da sich keine schwierigen Rechtsfragen gestellt haben. Für die Ausarbeitung der Beschwerdeschrift kann ein Aufwand von höchstens 6 Stunden noch als angemessen bezeichnet werd en. Somit verbleibt ein zu ent- schädigender Aufwand von 7,5 Stunden. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 74.--. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘699.90 (7,5 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Ausla gen von Fr. 74.-- + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 12.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden zur Hälfte, also Fr. 300.--, dem Beschwerdeführer auferlegt. Die ve rbleibenden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- werden vorl äufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng für den Zeit- raum ab Beschwerdeeinreichung am 5. Januar 2015 bis 17. August 2015 wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘699.90 (inkl. Auslagen und 8 % Meh rwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht