B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4864/2021 U r t e i l v o m 2 6 . N o v e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichtern Muriel Beck Kadima, mit Zustimmung von Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger, Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch/qualifizierte Wieder- erwägung); Verfügung des SEM vom 30. September 2021 / N (…). E-4864/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer suchte am 16. August 2016 erstmals in der Schweiz um Asyl nach. Dabei machte er im Wesentlichen geltend: Er sei in B._______ geboren worden und in C._______ im Distrikt D._______, Nordprovinz, aufgewachsen. 2006 hätten die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) begonnen, von jeder Familie eine Person zwangs- weise zu rekrutieren. Von 2007 bis 2009 sei er direkt in der Finanzabteilung der LTTE eingesetzt worden – dies obgleich er diese Tätigkeit nicht freiwil- lig ausgeübt habe und auch keine besondere Qualifikation hierzu gehabt habe. Er sei nie offizielles Mitglied gewesen. Im Januar 2009 habe er sich dieser Tätigkeit dann durch Flucht entzogen. Er habe sich in der Folge zu- sammen mit seiner Familie den sri-lankischen Behörden gestellt. Ab 2012 sei er von Soldaten zu allfälligen Geldverstecken der LTTE befragt worden. Ende 2014 und Ende 2015 sei er aufgesucht, befragt und mehr- mals auf der Strasse angesprochen und vorgeladen worden, wobei er die Soldaten aber jeweils erfolgreich habe abwimmeln können. Im Dezember 2015 sei er befragt und misshandelt worden. Es sei ihm aber die Flucht gelungen. Nach mehrmaligen Aus- und Rückreisen sei er am 30. Juli 2016 über Katar nach Europa geflogen. Der Beschwerdeführer reichte eine sri-lankische Identitätskarte, eine tem- poräre Identitätskarte, seine Geburtsurkunde, seine Heiratsurkunde sowie diverse weitere Fotos und Unterlagen zu den Akten. A.a Mit Verfügung vom 19. November 2019 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ord- nete den Vollzug an. A.b Mit Urteil E-6769/2019 vom 1. Oktober 2020 wies das Bundesverwal- tungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde als offensichtlich unbe- gründet ab. Es bestätigte dabei die Beurteilung der Vorinstanz, wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers unglaubhaft respektive nicht asylrele- vant im Sinne von Art. 3 AsylG befunden worden seien. Es befand im We- sentlichen, dass es b ei den Kernvorbringen an der erforderlichen und zu erwartenden Substanz mangle, zudem seien die Vorbringen stellenweise auch nur schwer nachvollziehbar. E-4864/2021 Seite 3 B. B.a Am 11. Juni 2021 re ichte der Beschwerdeführer – vertreten durch Matthias Rysler, Solidaritätsnetz E._______, beim SEM ein «Mehrfachge- such / Wiedererwägungsgesuch» ein. Er reichte als neue Beweismittel eine Vorladung der Terrorist Investigation Division (TID) vom 1. Dezember 2020, ihn betreffend, nebst eines Fotos der Übergabe der Vorladung an seine Ehefrau am 3. Januar 2021 (mit Übersetzung auf Englisch; BM 1 und 2), eine Vorladung der TID vom 10. Februar 2021 betreffen d seine Ehefrau (mit Übersetzung auf Englisch; BM 3), je ein Schreiben des F._______, Pa- rish Priest, G._______ Church, D._______, vom 16. April 2021, des Frie- densrichters H._______, vom 24. April 2021, des Parlamentsmitglieds I._______, Distrikt Jaffna, vom 24. April 2021 , und von J._______, K._______, betreffend den Gesuchsteller vom 2. Dezember 2020 (BM 4- 7), sowie das Foto einer Kundgebung in Sri Lanka vom 3. Februar 2021 (BM 8), nebst Sendeumschlag aus Sri Lanka (BM 9), ein. Er begründete sein Gesuch im Wesentlichen damit, dass er mit den neuen Beweismitteln belegen könne, dass er in Sri Lanka der Verfolgung ausge- setzt sei. Aufgrund der Vorladung seiner Person durch die TID vom 1. De- zember 2020 (BM1), wonach er im Rahmen einer Untersuchung des TID eine wichtige Stellungnahme hätte abgeben müssen, sei davon auszuge- hen, dass er auf einer sogenannten «Stop-List» oder «Watch-List» der sri- lankischen Behörden aufgeführt und bei einer Rückkehr gefährdet sei. Die Vorladung vom 10. Februar 2021 betreffe seine Ehefrau und beruhe auf der gleichen Gesetzesgrundlage und derselben Begründung. Sie habe am Protestmarsch von Pothuvil bis Polikandi vom 3. Februar 2021 teilgenom- men. Sie habe die Vorladung am 10. Februar 2021 an ihrer Wohnadresse erhalten, weshalb sie davon ausgehe, das s sie mit der Kundgebung zu- sammenhänge. Aus Angst vor Verfolgungshandlungen respektive ernst- haften Nachteilen durch die bereits ihren Ehemann (Beschwerdeführer) verfolgenden Behörden habe sie sich sofort zu ihrer Mutter in L._______, dann zu ihrem Bruder in M._______, B._______, und spä ter zu ihrer Schwester in N._______ begeben. Bei der Human Rights Commisson of Sri Lanka habe sie eine Beschwerde eingereicht und von verschiedenen Persönlichkeiten versucht Hilfe zu erlangen (vgl. BM 4–6). Schliesslich sei seine Ehefrau zurück zu ihrer Mutter gereist, wo sie sich seither aufhalte. Die Befürchtungen seiner Ehefrau, im Zusammenhang mit der Verfolgung ihres Mannes und ihrer Teilnahme am genannten Protest nun ebenfalls ernsthafte Nachteile von Seiten der sri -lankischen Behörden zu erleiden, erweise sich als objektiv begründet. Der Beschwerdeführer verwies weiter E-4864/2021 Seite 4 auf die eingereichte Bescheinigung eines in der Schweiz wohnhaften asyl- berechtigten Landsmannes vom 2. Dezember 2020, der bestätige, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2007 und 200 8 für die Finanzabtei- lung der LTTE gearbeitet habe. Somit sei belegt, dass er in Sri Lanka der Verfolgung ausgesetzt sei und gegen ihn ein Haftbefehl vorliegen würde. Die Foltergefahr für ihn sei bei einer Rückkehr als entsprechend sehr hoch einzustufen. Auch die Situation seiner Ehefrau zeige, dass ihm und seinen Angehörigen in Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes drohten. Ergänzend verwies er auf die allgemeine Menschenrechtslage in Sri Lanka, die sich seit der Wahl von Gotabaya Rajapaksa am 17. Novem- ber 2019 deutlich verschlechtert habe (Vorakten des SEM [A]1). B.b Das SEM nahm das Gesuch entgegen und setzte den Vollzug der Wegweisung am 16. Juni 2021 aus (A3). B.c Am 20. Juli 2021 räumte es dem Beschwerdeführer das rechtliche Ge- hör zu den eigereichten Vorladungen der TID ein. Aus Sicht des SEM seien diese gefälscht (A5). Der Beschwerdeführer liess sich nicht dazu verneh- men. B.d Mit Verfügung 30. September 2021 wies das SEM die als Mehrfachge- such qualifizierte Eingabe ab, verneinte die Flüchtli ngseigenschaft und wies den Beschwerdeführer aus der Schweiz weg. Es beauftragte den Kanton E._______ mit dem Vollzug und erhob eine Verfahrensgebühr von Fr. 600.– (A7). C. C.a Mit Eingabe vom 3. November 2021 erhob der Beschwerdeführer, nun- mehr vertreten durch Marek Wieruszewski, Solidaritätsnetz E._______, Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er beantragte die Aufhebung der Verfü- gung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei die angefochtene Ver- fügung aufzuheben und er infolge Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die an- gefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Begründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens- rechtlicher Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Re chtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Schliesslich sei der Vollzug der Wegweisung für die Dauer des Beschwer- deverfahrens auszusetzen (Beschwerdeakten [B-act.] 1). E-4864/2021 Seite 5 C.b Am 5. November 2021 bestätigte das Bundesver waltungsgericht den Eingang der Beschwerde und hielt fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe (B-act. 2). C.c Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 5. November 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsch ei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise E-4864/2021 Seite 6 einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 4.1.1 Das SEM äusserte sich in der angefochtenen Verfügung einleitend zur Frage, ob ein qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch oder ein Mehr- fachgesuch vorliege. Es führte gestützt darauf weiter aus, das Gesuch werde im Rahmen eines Mehrfachgesuchs behandelt. 4.1.2 Weiter führte das SEM aus, der Beschwerdeführer gehe im «Wieder- erwägungsgesuch» nicht auf die in der Verfügung vom 19. November 2019 festgestellten – vom Bundesverwaltungsgericht am 1. Oktober 2020 bestä- tigten – Unglaubhaftigkeitselemente ein und entkräfte sie daher nicht. Die eingereichten Vorladungen (BM 1 und BM 3) seien amtsintern einer Ana- lyse unterzogen worden und würden als gefälscht erachtet. Er habe auch das dazu gewährte rechtliche Gehör unbeantwortet gelassen, mithin dieser Analyse nichts entgegengesetzt. Es sei ihm daher nicht gelungen, glaub- haft zu machen, dass er in Sri Lanka vom TID vorgeladen worden sei. Es könne deshalb ausgeschlossen werden, dass er wegen dieser Vorladung auf einer Stop- oder Watch-List figurieren würde. Bei den übrigen ein ge- reichten Dokumenten handle es sich um Fürspracheschreiben, die von Drittpersonen zu seinen Gunsten ausgestellt worden seien. Derartige Par- teiaussagen seien zum objektiven Nachweis des Bestehens einer Verfol- gungssituation nicht geeignet. Das Foto, welche die Kundgebung vom 3. Februar 2021 zeige, sei unscharf und seine Ehefrau könne darauf nicht erkannt werden. Zudem zeige die Kundgebung ohnehin nicht den Be- schwerdeführer. Somit seien die Beweismittel nicht tauglich, den vorge- brachten Sachverhalt glaubhaft zu machen. 4.1.3 Soweit der Beschwerdeführer sich zur aktuellen Menschenrechtslage in Sri Lanka äussere, gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Anlass zur Annahme, dass ganze Volks - oder Berufsgruppen unter Präsident Gota- baya Rajapaksa kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. In Be- zug auf diese Wahl führe er keinen persönlichen Bezug an. Die bloss abs- trakte Angst vor verschärften behördlichen Massnahmen, ohne dabei einen E-4864/2021 Seite 7 persönlichen Konnex zu den Ereignissen herzustellen, vermöge die Anfor- derungen an die Annahme einer begründeten Verfolgungsfurcht offensicht- lich nicht zu erfüllen. Entsprechend sei das Gesuch in Bezug auf seine per- sönliche Situation zu wenig begründet. 4.2 Der Beschwerdeführer hielt den Ausführungen der Vorinstanz folgen- des entgegen: Es sei nicht das Ziel seines Mehrfachgesuches gewesen, die bereits im ersten Verfahren als unglaubhaft betrachten Aussagen nochmals zu wie- derholen. Trotzdem unterschreite (gemeint wohl: unterstreiche) er die Wahrhaftigkeit seiner Geschichte und habe sich bemüht, neue Beweismit- tel zu beschaffen. Dass er sich in Bezug auf Einzelheiten nicht überzeu- gend habe ausdrücken können, ändere nichts an seiner subjektiven Über- zeugung, in Sri Lanka ernsthaften Gefahren ausgesetzt zu sein. Mit den neuen Beweismitteln habe er versucht, seine bedauerlicherweise als un- glaubhaft erachteten Ausführungen in ihrem Kern zu bestätigen, nämlich, dass er für die LTTE tätig gewesen sei und deswegen durch die TID verfolgt werde. Die Kopien der Schreiben der TID bewiesen, dass die für die Ter- rorbekämpfung zuständige Behörde ihn im Visier habe, und weil er der Vor- ladung nicht Folge geleistet habe, könne er festgenommen werden. Das- selbe gelte für seine Ehefrau. Inwiefern diese Dokumente echt seien, dazu könne er keine Angaben machen. Alle Beweismittel seien ihm per Post aus Sri Lanka zugestellt worden. Seiner Einschätzung nach sei en sie mit sei- nen persönlichen Erlebnissen im Einklang, er könne aber dieser Analyse als Laie nichts entgegensetzen. Was die Verunreinigungen auf den Doku- menten betreffe, könne es mit der Tatsache erklärt werden, dass sie mit dem gleichen Gerät kopiert worden seien. Was die anderen Dokumente betreffe, seien ihm deren Verfasser bekannt. Auch wenn deren Inhalt ge- mäss seiner Sicht den Tatsachen entsprec he, könne er diesen naturge- mäss nicht beweisen. Die Dokumente seien aber nicht pauschal als un- glaubwürdig zu betrachten. Dies gelte vor allem für die Bestätigung seines in der Schweiz asylberechtigten Landsmanns. Dessen Zeugenaussage zur Tätigkeit des Beschwerdeführers für die LTTE sei im Rahmen des Gesuchs nicht angemessen gewürdigt worden. Weiter äusserte er sich zur die Sicherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka. Eine der wichtigsten Zielsetzungen der sri-lankischen Behörden sei die Erstickung je glichen Wiederaufflammens des tamilischen Separatis- mus. Jede Person, die als Gefahr für ein solches betrachtet werden könne, habe objektiv zu befürchten, Opfer ernsthafter Nachteile zu sein. Unter den E-4864/2021 Seite 8 geschilderten aktuellen Vorzeichen in Sri Lanka sei mit erhöhter Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes drohten, insbeson- dere aktuell unter Gotabhaya Rajapaksa und seinen Militärs an den Spit- zen der Geheimdienste. 5. 5.1 Vorab is t zur Qualifizierung des Gesuchs des Beschwerdeführer s durch die Vorinstanz festzuhalten, dass dieses sowohl Elemente eines qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs wie auch Elemente eines Mehr- fachgesuchs enthält. Soweit der Beschwerdeführer Belege zu seiner (an- geblichen) LTTE -Vergangenheit einreichte, sind diese als Bestandteile eines qualifizierten Wiedererwägungsgesuchs zu qualifizieren. Soweit die Belege und seine Argumentation sich auf eine Weiterentwicklung der An- gelegenheit (insbesondere die Situation seiner Ehefrau) und die aktuelle Situation in Sri Lanka seit dem Regierungswechsel beziehen, enthält das Gesuch Elemente eines Mehrfachgesuchs. Da die Vorinstanz in der ange- fochtenen Verfügung beide Aspekte einlässlich geprüft hat, ist vorliegend die Qualifizierung des Gesuchs durch die Vorinstanz als Mehrfachgesuch nicht zu beanstanden. 5.2 Im Weiteren ist vorab auf das Begehren des Beschwerdeführers, sub- eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Begründung an die Vorinstanz zurückzu- weisen, einzugehen. Dieses wird sinngemäss damit begründet, dass das SEM das Beweismittel 7 nicht angemessen gewürdigt habe. Es liegt indes keine Begründungspflichtverletzung vor, hat das SEM doch dieses Schrei- ben gemeinsam mit den ander en eingereichten Schreiben von Einzelper- sonen als ein Fürspracheschreiben taxiert und als für den Nachweis des Bestehens einer Verfolgungssituation nicht geeignet erachtet. Damit wurde es berücksichtigt. Auf den Vor wurf, es sei nicht angemessen gewürdigt worden, ist bei der materiellen Prüfung einzugehen. Das Subeventualbe- gehren ist folglich abzuweisen und die Sache nicht an die Vorinstanz zu- rückzuweisen. 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer E-4864/2021 Seite 9 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6.3 Flüchtlingen wird nach Art. 54 AsylG kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ih- res Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden (subjektive Nachfluchtgründe) 7. 7.1 7.1.1 Das SEM hält die eingereichten Vorladungen des TID für gefälscht und daher nicht für glaubhaft. Sie widersprächen hinsichtlich gestalteri- scher Elemente, Angaben zu behördlichen Bezeichnungen beziehungs- weise fehlenden Angaben, Rubriken und Telefonnummern authentischem Vergleichsmaterial. Es handle sich auch nicht um bedrucktes Papier, son- dern um Fotokopien in niedriger Auflösung mit mehreren Verunreinigun- gen, die sich auf beiden Dokumenten an identischen Stellen befänden. Das Bundesverwaltungsge richt bestätigt dies e Beurteilung, zumal auch der Beschwerdeführer die Ungereimtheiten nicht erklären kann . Wie die Vorinstanz schon feststellte, handelt es sich nicht um Originalformulare, sondern um Fotokopien niedriger Auflösung mit mehreren Verunreinigun- gen auf beiden Formularen, die identisch sind. Ergänzend fällt auf, dass es sich bei beiden (angeblichen) Vorladungen um dieselbe (schlechte) For- mularkopie handelt, die jeweils von derselben Person hinsichtlich Daten, Name und Adresse handschriftlich ausgefüllt und unterschrieben zu sein scheint. Es erweist sich somit – abgesehen von den weiteren vom SEM festgellten Hinweisen auf Unregelmässigkeiten – als unwahrscheinlich, dass dieselbe Person bei der TID in Colombo in unterschiedlichen Angele- genheiten (behaupteter LTTE-Bezug des Beschwerdeführers von 2007 bis E-4864/2021 Seite 10 2009; aktuelle Teilnahme der Ehefrau an einer Demonstration) für die Vor- ladung zuständig war. Unter diesen Umständen kann der Beschwerdefüh- rer nicht glaubhaft machen, dass er in Sri Lanka behördlich gesucht wird und gar auf einer Stop- oder Watch-List verzeichnet wäre. 7.1.2 Der Beschwerdeführer machte im Rahmen seines Asylgesuchs vom 16. August 2016 einen Bezug zu den LTTE geltend, wonach er (zwangs- weise) von 2007 bis 2009 in der Finanzabteilung der LTTE eingesetzt wor- den sei. Er habe damals ein- bis zweimal pro Woche Geld an einen ande- ren Ort bringen müssen, den Rest der Zeit habe er oft mit reinem Nichtstun verbracht (vgl. BVGer E-6769/2019, a.a.O., Bst. A und E. 5.2 S. 7). Seine diesbezüglichen Angaben wurden sowohl vom SEM wie auch vom Bun- desverwaltungsgericht als nicht überzeugend und unsubstantiiert in Zwei- fel gezogen (a.a.O., E. 6.2.2). Die nunmehr eingereichte Stellungnahme seines Landsmannes, der in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt und bestätigt, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2007 und 2008 in D._______ und O._______ in der Versorgungsabteilung für die Fi- nanzabteilung der LTTE mit ihm zusammengearbeitet habe, vermag daran nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat die Stellungnahme als eines von meh- reren Fürs pracheschreiben betrachtet, die für den objektiven Nachweis des Bestehens einer Verfolgungssituation nicht geeignet sei. Dieser Beur- teilung ist zuzustimmen. Gestützt auf diese Bestätigung erweist es sich in objektiver Hinsicht als unwahrscheinlich, dass diese (behauptete) Tätigkeit bei einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka Verfolgungs- handlungen durch die sri -lankischen Behörden auslösen könnte , selbst wenn der Beschwerdeführer im genannten Zeitraum als Geldkurier – das heisst in einer sehr untergeordneten Rolle – gearbeitet haben sollte. Auch die weiteren Bestätigungen von F._______, G._______ Church, D._______, vom 16. April 2021, des Friedensrichters H._______, vom 24. April 2021, sowie des Parlamentsmitglieds I._______, Distrikt Jaffna, vom 24. April 2021, vermögen an dieser Beurteilung nichts zu ändern. 7.1.3 Die Vorinstanz hat ausserdem zu Recht dargelegt, dass geltend ge- machte allfällige Probleme der Ehefrau des Beschwerdeführers mit den sri- lankischen Behörden wegen einer Teilnahme an einer Demonstration in Sri Lanka im Februar 2021 nicht massgeblich sind im Hinblick auf eine mögli- che Gefährdung des Beschwerdeführers durch diese Behörden, zumal die- ser sich seit August 2016 nicht mehr in Sri Lanka aufgehalten hat. 7.1.4 Schliesslich erweist sich das Vorbringen, die Sicherheits- und Men- schenrechtslage in Sri Lanka habe sich verschlechtert und das Risiko sei E-4864/2021 Seite 11 nicht hinnehmbar, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr Opfer unmenschlicher Behandlung werde n könnte, als sehr abstrakt. Er bringt hierzu – wie schon die Vorinstanz ausgeführt hatte – nichts Konkretes vor, weshalb er unter diesen Umständen individuell besonders gefährdet sein sollte. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, dass die allgemeine Lage in Sri Lanka sich seit dem Urteil vom 1. Oktober 2020 in einer Weise verändert hätte, die sich konkret in negativer Weise auf seine persönliche Situation auswirken würde. Demnach sind die Schlussfolg erungen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. 7.2 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine (neue) drohende asylrelevante Gefährdung im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das am 11. Juni 2021 gestellte Wiedererwägungs- respektive Mehrfachgesuch deshalb zu Recht abgewiesen und die Flüchtlingseigenschaft verneint. Insgesamt besteht auch keine Veranlassung, die Verfügung aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Weg- weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 E-4864/2021 Seite 12 9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheblic he Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Die mit dem Wiedererwägungs- respektive Mehr- fachgesuch unsubstantiiert dargelegten Vorbringen rechtfertigen keine an- dere Einschätzung. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimat- staat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien v om 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts – nach wie E-4864/2021 Seite 13 vor – nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil BVGer E- 1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler: Urteile des BVGer E -2413/2021 E. 10.2.2 vom 14. Juni 2021 ; D -2287/2019 vom 23. März 2021 E. 9.1.3 m.w.H.). Es ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu be- fürchten hätte, die über einen so genannten «Background Check» (Befra- gung und Überprüfung von Tätigkeiten im In - und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Daran vermögen der Re- gierungswechsel vom November 2019 sowie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Der Wegweisungsvollzug erweist sich somit als zulässig. 9.3 9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.2 Die Vorinstanz hat die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs be- jaht. Ihre Schlussfolgerungen sind nicht zu beanstanden. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell besteht in Sri Lanka keine gänzlich unsi- chere, von bewaffneten Konflikten oder anderen unberechenbaren Unru- hen dominierte Lage, aufgrund derer Rückkehrer unabhängig ihres indivi- duellen Hintergrunds konkret gefährdet wären. Das Bundesverwaltungsge- richt geht weiterhin davon aus, dass in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrscht und der Wegweisungsvollzug zu- mutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Bezie- hungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens - und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Referenzurteile E -1866/2015 E. 13.2 [Nord- und Ostprovinz ohne Vanni-Gebiet] sowie D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 [Vanni -Gebiet]). Diese Einschätzung bleibt auch nach den aktuellen Entwicklungen in Sri Lanka bestehen (vgl. statt vieler Ent- scheid E-3646/2019 vom 10. November 2021 E. 8.3.1 m.w.H.). Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die E-4864/2021 Seite 14 zutreffenden – und vom Beschwerdeführer nicht bemängelten – Ausfüh- rungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung (dort Teil V. Ziff. 2 in fine) verwiesen we rden, denen sich das Gericht vollumfänglich an- schliesst. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Entgegen des ent- sprechenden Eventualbegehrens fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahme somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. 11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das Begehren als aussichtlos zu gelten hat. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss bei Aus- sichtslosigkeit auf insgesamt Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 11.3 Mit vorliegendem Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. E-4864/2021 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge- wiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Susanne Flückiger Versand: