Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Oktober 2013 (720 13 199 / 236) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Betätigungsvergleich; Haushaltsabklärungsbericht bei psychischen Gesundheitsstörun- gen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber i.V. Michael Blattner Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen IV -Ste lle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.9347.9843.72) A. Die 1951 geborene A.____ meldete sich am 23. Febr uar 2011 bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) unter Hinweis auf eine seit elf Jahren bestehende psychische Erkrankung zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der erwerblichen, gesundheitlichen und haushalteri- schen Verhältnisse sowie nach Durchführung des Vorbescheidve rfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3. Juni 2013 einen Rentenanspruch de r Versicherten in Anwendung der spezifischen Bemessungsmethode aufgrund eines Invaliditätsgrads von 13,3 % ab. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Ei ngabe vom 2. Juli 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht) und beantragte sinngemäss deren Aufhebung sowie die Zusprechung einer Invali- denrente. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen a n, dass die der Verfügung zugrundelie- gende Haushaltsabklärung nicht zutreffe, da sie gemäss ihr er Ärztin zu 60 bis 70 % arbeitsun- fähig sei. Somit sei auch der von der IV-Stelle mit 13,3 % ermittelte Invaliditätsgrad unrichtig. Im Weiteren stellte die Versicherte ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung. C. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juli 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. Die Bemessung des Invaliditätsgrads sei zu Recht anhand der spezifischen Methode vorgenommen worden, da die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 2011 keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehe und zuvor nur einen sehr geringen Lohn e rzielt habe. Die von der IV-Stelle in Auftrag gegebene Haushaltsabklärung habe eine Einschrä nkung im Umfang von 13,3 % erge- ben, was bei nicht erwerbstätigen Versicherten sodann den Invaliditätsgrad bilde. Der Bericht der Haushaltsabklärung sei eine grundsätzlich zuverlässige Entscheidgrundlage. Anhaltspunkte für offensichtliche Fehleinschätzungen der Abklärungsperson seien keine erkennbar. D. Mit Verfügung vom 30. Juli 2013 bewilligte das Ka ntonsgericht das Gesuch der Be- schwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes übe r die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 2. Juli 2013 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegner in in ihrer Verfügung vom 3. Juni 2013 zu Recht einen Rentenanspruch der Versicherten verneint hat. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktobe r 2000 die voraussichtlich blei- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen ( Betätigungsvergleich bzw. spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 I VG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbe it im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe- gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbere ich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Inva liditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitwei lig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter bundesgerich tlicher Rechtsprechung aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit ni cht, welches Ausmass der Erwerbstä- tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugem utet werden könnte, sondern in wel- chem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen versi- cherten Personen im Besonderen sind ausser der finanziel len Notwendigkeit die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse eben so wie allfällige Erziehungs- und Be- treuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die be ruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 150 E. 2; 117 V 195; AHI 1997 S. 289). Ob eine versicherte Person als ganztägig oder nur zeitweilig Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht erwerbstätig zu betrachten ist, beurteilt sich deshalb nicht danach, ob sie beispielsweise vor ihrer Heirat erwerbstätig gewesen ist oder nicht. Die se Tatsache kann allenfalls ein Indiz dar- stellen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 3. Juni 2013) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) E rwerbstätigkeit der im Sozialversiche- rungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Die IV-Stelle hat die Versicherte als Nichterwerbstä tige eingestuft und den Invaliditäts- grad nach der spezifischen Methode bemessen. Sie ist dav on ausgegangen, dass die Versi- cherte zum Zeitpunkt ihrer Anmeldung keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen und seit dem Jahr 2001 ausschliesslich im Haushalt tätig gewesen sei. Diese r Status als Nichterwerbstätige wird bestritten. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchti- gung zu 80 % arbeiten würde. 4.3.1 Im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigk eit anlässlich der Haushaltsabklärung vom 26. Oktober 2011 führte die zuständige Abklärungsp erson aus, dass die Frage nach der hypothetischen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall für die Versicherte schwierig zu beantwor- ten gewesen sei. Letztlich sei es der Versicherten nicht mö glich gewesen, zu sagen, wann sie je gesund gewesen sei und wie sie dann gelebt habe. In diesem Sinne habe sie auch die Sta- tusfrage nicht beantworten können, da es ihr nicht g elungen sei, dies hypothetisch zu überle- gen. So habe sie angegeben, dass sie heute am liebsten m it ihrem Ehemann den nahegelege- nen Kiosk mit Kaffee betreiben würde und dies schon seit dem Jahr 1995 gemacht hätte. Der Einwand der Abklärungsperson, wonach der Ehemann der Ve rsicherten bis zu seiner Pensio- nierung im Jahr 2008 einer Festanstellung mit einem P ensum im Umfang von 100 % nachge- gangen und dies somit gar nicht realisierbar sei, habe die Versicherte durcheinandergebracht. Sie habe nur wiederholen können, dass sie dies immer gern gemacht hätte. Die Frage, weshalb sie seit dem Jahr 2001 nicht mehr gearbeitet habe, habe die Versicherte nicht beantworten können, sie habe aber angegeben, immer gerne gearbeitet zu haben. Trotz ausführlichen Erläu- terungen habe die Versicherte die Statusfrage letztlich weder verstehen noch beantworten kön- nen. Am Ende der Abklärung habe der Ehemann der Versi cherten angegeben, dass diese seit seiner Pensionierung bei guter Gesundheit wahrscheinlich einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 80 % nachgehen würde. 4.3.2 Die Beschwerdeführerin verfügt nach unbestritten en Angaben über eine abgeschlosse- ne Berufsausbildung als Schuhverkäuferin. Dem IK-Auszug ist zu entnehmen, dass sie einen sehr unterschiedlichen beruflichen Werdegang bestritten und in diversen verschiedenen Bran- chen gearbeitet hat. Demnach war die Beschwerdeführerin im letzten Jahrzehnt vor Einstellung der Erwerbstätigkeit im Jahr 2001 für zehn verschiedene Ar beitgeber tätig. Im Jahr 1991 erziel- te sie ein Erwerbseinkommen in der Höhe von Fr. 8'138 .-- (drei Arbeitgeber), im Jahr 1992 Fr. 1'793.-- (ein Arbeitgeber), zwischen 1993 und 1996 erzielte die Versicherte kein Erwerbs- einkommen, im Jahr 1997 Fr. 14'821.-- (ein Arbeitgebe r), im Jahr 1998 Fr. 5'305.-- (ein Arbeit- geber), im Jahr 1999 Fr. 9'806.-- (drei Arbeitgeber), im Jahr 2000 Fr. 4'458.-- (zwei Arbeitgeber) Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht und im Jahr 2001 Fr. 3'025.-- (zwei Arbeitgeber). Sei t Juli 2001 erzielte die Versicherte kein Erwerbseinkommen mehr. 4.3.3 Grundsätzlich sind die von der versicherten Person im Rahmen der Haushaltsabklärung protokollierten Aussagen bei der Würdigung der Frage, in welchem Umfang sie bei guter Ge- sundheit arbeiten würde, massgebend. Vorliegend ersche int allerdings die Aussagekraft der Ausführungen der Beschwerdeführerin angesichts der im A bklärungsbericht beschriebenen Verständigungsschwierigkeiten reduziert, sodass nicht einzig auf diese abgestellt werden kann. Insbesondere sind ihre Angaben über den gemeinsam mit d em Ehemann beabsichtigten Be- trieb des nahegelegenen Kiosks aufgrund der fehlenden R ealisierbarkeit nicht geeignet, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine hypothetische Aufn ahme einer Erwerbstätigkeit zu be- legen, zumal hierfür keine weiteren überprüfbaren Un terlagen oder Hinweise vorhanden sind. Die im Jahr 2008 erfolgte Pensionierung des Ehemanns d er Versicherten mag aufgrund der dadurch zu erwartenden finanziellen Einbusse allenfalls e in Indiz für die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit darstellen. Die finanzielle Notwendig keit der Erwerbstätigkeit ist jedoch nur ein Teilaspekt bei der Beurteilung der Statusfrage. Da di ese unter Berücksichtigung sämtlicher (auch objektiver) Umstände zum Zeitpunkt des Verfügungse rlasses nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beantworten ist, is t namentlich dem Alter der Versicher- ten und den damit verbundenen Chancen auf dem Arbei tsmarkt Gewicht beizumessen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint es unwahrscheinlich, dass die zum Zeitpunkt des Verfügungs- erlasses 62-jährige Versicherte nach knapp zwölfjähriger U nterbrechung der Erwerbstätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt tatsächlich eine Erwerbstät igkeit aufgenommen hätte. Daran ver- mag schliesslich auch die Aussage des Ehemanns der Versicher ten nichts zu ändern, wonach diese seit seiner Pensionierung bei guter Gesundheit zu 80 % arbeiten würde. Zwar erscheint dies möglich, aber in Ermangelung weiter substantiiert er Anhaltspunkte nicht überwiegend wahrscheinlich. Die bisherige Erwerbssituation der Versiche rten als weiteres objektives Kriteri- um lässt ebenfalls nur den Schluss zu, dass sie im Gesundheit sfall mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit keine Erwerbstätigkeit im behaupteten Umf ang aufgenommen hätte (vgl. E. 4.3.2 hiervor). Nach dem Gesagten muss sowohl aufgrund der An gaben der Beschwerdeführerin wie auch der erwähnten Umstände mit überwiegender Wahrsch einlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Versicherte auch im Gesundheitsfall k einer Erwerbstätigkeit nachgehen wür- de. Die Beschwerdegegnerin hat die strittige Statusfra ge in der angefochtenen Verfügung zu Recht in diesem Sinne beantwortet. Die Versicherte hat demnach als Nichterwerbstätige zu gelten, weshalb die Bemessung der Invalidität anhand de r spezifischen Methode vorzunehmen ist. 5.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Ab- klärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 der Verordnung üb er die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Ein Haushaltsabklärungsbericht ist bewei skräftig, wenn er von einer qualifi- zierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtliche n und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderungen hat, die si ch aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Perso n zu berücksichtigen, wobei divergie- rende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeige n sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert be züglich der einzelnen Einschränkun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil des Bundesger ichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift – sofern der Bericht ei ne zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt – in das Ermessen der Abklärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte f ür die Unrichtigkeit der Abklärungs- resultate (z.B. infolge von Widersprüchlichkeiten) vorli egen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson nä her am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urte il des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 5.2 Der Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in erster Linie auf die Ermittlung des Aus- masses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. S eine grundsätzliche Massge- blichkeit ist darum – auch wenn die in E. 5.1 hiervor e rwähnten Anforderungen erfüllt sind – praxisgemäss eingeschränkt, wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet. Rechtsprechungsgemäss bedarf es hier des Beizugs einer ärzt lichen Fachperson, die sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter d em Gesichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008 , 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). Zwar bildet die Abklärung vor Ort auch hier grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Den ärztlichen Stellungnahmen ist in der Regel jedoch mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese prinzi- pielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für di e Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung i m konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Rechtsprech ung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen als auch d es Haushaltabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stel lungnahmen vor, muss geprüft wer- den, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder ein ander widersprechen. Bestehen Wi- dersprüche zwischen den Ergebnissen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellun- gen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre Haushalts tätigkeiten trotz des psychischen Lei- dens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Ein schätzung prinzipiell höheres Ge- wicht beizumessen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Sept ember 2011, 9C_201/2011, E. 2 mit weiteren Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherung sgerichts [EVG; heute: Bundes- gericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 23. Dezember 2003, I 311/03, E. 5.3). 6. Für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Be schwerdeführerin liegen folgende Be- richte bei den Akten: 6.1 Am 24. August 2011 wurde die Versicherte einer bid isziplinären Begutachtung durch Dr. med. B.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine I nnere Medizin, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, unterzogen. Aus rheum atologischer Sicht wurden als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein e akute Polyarthritis und ein chroni- sches Panvertebralsyndrom gestellt. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine Fingerpolyarthrose, eine ausgeprägte Rhizarthrose rechts, ein Status nach Hys- terektomie und nachfolgender Chemotherapie sowie ein e arterielle Hypertonie. Nach Angaben Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Versicherten sei es ab dem 9. Juli 2011 zu heftigs ten Schmerzen im Bereich beider Hände und einer massiven Schwellung gekommen. Gemäss Laborunter suchung habe sich ein mas- sivster Entzündungszustand gezeigt, welcher mit den angege benen Beschwerden korreliere. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wurde in Bezug a uf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorge- nommen. Demgemäss bestehe in der bisherigen Tätigkeit im Gastgewerbe eine Arbeitsunfä- higkeit im Umfang von 100 % seit Beginn der Handprobl ematik am 9. Juli 2011. Aufgrund der akuten Polyarthritis könne zur Zeit keine zumutbare Verweistätigkeit genannt werden. Eine über diesen Zeitpunkt zurückreichende, retrospektive Beurteilun g der Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der schlecht dokumentierten Aktenlage nicht möglich. A us psychiatrischer Sicht stellte Dr. C.____ die Diagnosen einer rezidivierenden depressive n Störung mit gegenwärtig mittel- gradiger Episode (ICD-10 F33.1) sowie einer kombinier ten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) mit ängstlich-selbstunsicheren, abhängigen sowie u nreifen Anteilen. Zwischen der Per- sönlichkeitsstörung und den rezidivierenden depressiven Episo den bestehe ein enges Zusam- menspiel, wobei die depressive Störung aus der zugrundeli egenden Persönlichkeitsstörung resultiere. Es sei nicht aussergewöhnlich, dass Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung über Jahre oder gar Jahrzehnte arbeitsfähig bleiben könnte n, bevor dann ein eigentlicher Zusam- menbruch der Arbeitsfähigkeit erfolge. Der Beginn de r Arbeitsunfähigkeit sei in keiner Weise einfach zu beurteilen. Die Versicherte habe im Zusammen hang mit der Beendigung ihrer Er- werbstätigkeit im Jahr 2001 geltend gemacht, dass es ihr bereits damals schlecht gegangen sei. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keinerlei Vorakten, die zur Arbeitsfähigkeit in den letz- ten Jahren explizit Stellung genommen hätten. Es sei un möglich, retrospektiv einen so langen Zeitraum beurteilen zu können, sodass einzig mit Sicher heit attestiert werden könne, dass ab dem Untersuchungsdatum (24. August 2011) aus rein psychiatrischer Sicht sowohl in der ange- stammten Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit e ine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Aus gesamtmedizinischer Sicht bestehe bei der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 %. 6.2 In der Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Die nsts (RAD) vom 8. September 2011 erachtete Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Med izin, die Begutachtung der Dres. B.____ und C.____ vom 24. August 2011 als korrekt, schlüssig und nachvollziehbar. 6.3 Am 26. Oktober 2011 liess die IV-Stelle eine Hausa ltsabklärung bei der Versicherten durchführen. Der Abklärungsbericht vom 4. November 20 11 verneinte eine Einschränkung in den Bereichen Haushaltsführung, Wäsche und Kleiderpf lege, Kinderbetreuung. Eingeschränkt sei die Versicherte im Umfang von 10 % bei der Ernähru ng, im Umfang von 3 % in der Woh- nungspflege und im Umfang von 0,3 % beim Einkauf un d weiteren Besorgungen. In diesen Be- reichen sei sie aufgrund ihrer somatischen Beschwerden ein geschränkt, wobei im Rahmen der Schadenminderungspflicht die zumutbare Mithilfe ihres E hemanns berücksichtigt wurde. Ge- samthaft bestehe bei der Versicherten eine Einschränkung im Haushalt im Umfang von 13,3 %. 6.4 Gemäss Austrittsbericht des Spitals E.____ vom 30. Nove mber 2011 war die Versicher- te vom 4. November 2011 bis zum 24. November 2011 hospit alisiert. Diagnostisch bestünden eine schwere Hypercalcämie unklarer Genese, eine akute N iereninsuffizienz unklarer Genese, eine hyperkalzämische Nephropathie, eine seronegative chronische Polyarthritis, ein pulmona- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ler Effekt bei Eintritt, eine hyporegeneratorische no rmochrome normozytäre Anämie. Das Ge- samtbild aller Komponenten lasse am ehesten eine Sarko idose vermuten, sodass zur weiteren Diagnostik eine Nierenbiopsie vorzuschlagen sei. 6.5 In ihrem Bericht vom 11. Juli 2012 stellte Dr. me d. F.____, FMH Rheumatologie, Allge- meine Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, die Diagnosen einer seronega- tiven Arthritis, eines dringenden Verdachts auf Sarkoido se bei Hypercalcämie sowie einer akuten interstitiellen Nephropathie bei Status nach ak utem Nierenversagen unklarer Genese. Die medikamentöse Behandlung der Polyarthritis habe a ufgrund der Nierenproblematik mehr- fach unterbrochen werden müssen. Bei der Versicherten be stehe seit dem 7. September 2011 eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 % für schwere , mittelschwere und leichte Tätigkei- ten. 6.6 Mit Bericht vom 26. März 2013 führte Dr. med. G._ ___, FMH Allgemeine Innere Medizin, aus, dass bei der Versicherten mehrere Erkrankungen vorläge n, wobei die seronegative Arthri- tis im Vordergrund stehe. Zudem bestehe der dringende Verdacht einer Sarkoidose. Bezüglich des psychischern Zustands der Versicherten zeichne sich keine Veränderung ab; die gutachter- liche Beurteilung vom 24. August 2011 habe noch immer Gültigkeit. Medizinisch könne davon ausgegangen werden, dass die Leiden der Versicherten th erapeutisch so gelindert werden könnten, dass diese mit einer einigermassen erträglichen Lebensqualität zu Hause verbleiben könne. Von einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit sei sie aber weit entfernt. 6.7 Am 26. Juni 2013 berichtete Dr. F.____, dass sich die bestehende schwere Polyarthritis durch die Niereninsuffizienz verkompliziere. Die Nierene rkrankung erschwere die medikamen- töse Behandlung der Polyarthritis. Trotz der medikament ösen Behandlung bestehe eine Ar- beitsfähigkeit von lediglich 30 bis maximal 40 % für lei chte Tätigkeiten. Dass die IV-Stelle eine Einschränkung im Haushalt von lediglich 13,3 % ermitte lte, widerspiegle nicht die reale Ein- schränkung der Versicherten und sollte überdacht werden. Auch ohne Kenntnis der psychiatri- schen Vorgeschichte der Versicherten sei anzunehmen, dass di e psychische Erkrankung seit langer Zeit bestehe und mit hoher Wahrscheinlichkeit d ie Ursache für den Unterbruch der Be- rufstätigkeit bilde. 7.1 Bei der Würdigung der medizinischen Unterlagen ist festzuhalten, dass sich diese nicht zur Einschränkung der Versicherten im Haushaltsbereich äusse rn. Dennoch fällt auf, dass die gemäss Haushaltsabklärungsbericht festgestellte Einschränku ng mit 13,3 % im Vergleich zu den medizinischen Berichten zur Beurteilung der Leistun gsfähigkeit der Beschwerdeführerin sehr gering ausgefallen ist. Die ärztlichen Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit attestieren demge- genüber übereinstimmend aus rein somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 100 % ab dem 9. Juli 2011, wobei diese durch medikamen töse und therapeutische Behandlun- gen auf 60 bis 70 % reduziert werden konnte. Aus rein p sychiatrischer Sicht besteht seit dem Zeitpunkt der bidisziplinären Begutachtung am 24. Aug ust 2011 eine 50 %-ige Arbeitsunfähig- keit. Es existiert demnach eine offensichtliche Divergenz zwi schen den medizinischen Beurtei- lungen einerseits und dem Ergebnis der Haushaltsabklärun g andererseits. Dieser Widerspruch lässt sich auch nicht mit dem Umstand erklären, dass sich das e rwähnte Gutachten einzig zur Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ä ussert und keine Stellung zur Ein- schränkung im Haushalt nimmt. Die Abklärung der Einschrä nkung im Haushalt erfolgte am 26. Oktober 2011, mithin lediglich zwei Monate nach der Begutachtung der Beschwerdeführerin vom 24. August 2011. Dass trotz der bestehenden gesundh eitlichen Beeinträchtigungen eine derart geringe Einschränkung im Haushalt resultieren kann, erscheint nicht nachvollziehbar, zumal zwei Monate vor der Haushaltsabklärung aus ärztliche r Sicht keine Verweistätigkeit für leichte Arbeiten genannt werden konnte (vgl. S. 16 des bidisziplinären Gutachtens). Die Haus- haltsführung beinhaltet indes nicht nur leichte Tätig keiten, sondern zumindest auch solche aus dem mittelschweren Bereich. Mit der schweren Hypercalcämie sowie der akuten Niereninsuffi- zienz traten bei der Versicherten nach erfolgter Hausha ltsabklärung zudem neue somatische Leiden auf (vgl. Austrittsbericht des Spitals E.____ vo m 30. November 2011). Deren Auswir- kungen auf die Einschränkung im Haushaltsbereich wurden von der IV-Stelle nicht weiter abge- klärt. Da die Haushaltsabklärung im Weiteren während der laufenden Behandlung der akuten Polyarthritis stattgefunden hat, erscheinen deren Feststel lungen ebenfalls fraglich, zumal ge- mäss den jüngsten medizinischen Berichten durch die medikam entöse Behandlung eine Ver- besserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist und ang enommen werden kann, dass durch die fortzuführende Behandlung eine weitere Steigerung de rselben resultieren wird (vgl. Bericht von Dr. G.____ vom 26. März 2013). Hinzu kommt, dass die bei der Beschwerdeführerin bestehen- den Leiden zu nicht unerheblichen Anteilen psychischer Natur sind. Wie bereits ausgeführt (vgl. E. 5.2 hiervor) sind die Möglichkeiten der Abklärungsp erson, das Ausmass der psychischen Leiden und der damit verbundenen Einschränkungen zu erk ennen, regelmässig eingeschränkt. Es muss davon ausgegangen werden, dass dies auch auf den vor liegenden Fall zutrifft. Zwar waren der Abklärungsperson sowohl die psychischen Untersuch ungsbefunde als auch die Zu- mutbarkeitsbeurteilungen bekannt, aufgrund deren Aus führungen zur Haushaltseinschränkung und der von der Versicherten versuchten Beantwortung de r Statusfrage muss jedoch ange- nommen werden, dass die psychischen Komponenten des Beschw erdebilds der Versicherten im Rahmen der Haushaltsabklärung zu wenig Beachtung ge funden haben. Angesichts der er- heblichen Diskrepanz zwischen den medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilungen und der festge- stellten Haushaltseinschränkung sowie aufgrund der eben erwähnten Umstände wäre es ange- zeigt gewesen, weitere Sachverhaltsabklärungen vorzuneh men. Eine solche ergänzende und vorliegend notwendige Erkundigung durch die IV-Stelle ist jedoch unterblieben. Vielmehr hat sie es dabei bewenden lassen, für die Einschränkung im Haus halt und mithin die Bemessung des Invaliditätsgrads auf einen zum Zeitpunkt des Verfügung serlasses zwei Jahre alten Haushalts- abklärungsbericht abzustellen. Damit genügt sie ihrer Abklärungspflicht nicht. 7.2 Da die Beschwerdegegnerin nach dem Gesagten für di e Beurteilung der Invaliditätsbe- messung nicht alle notwendigen Abklärungen im Sinne von Art. 43 Abs. 1 ATSG vorgenommen hat, beruht die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2 013 auf unzureichenden Abklärungser- gebnissen. Weil es nicht Aufgabe des kantonalen Gerichts i st, im Verwaltungsverfahren ver- säumte Abklärungen nachzuholen, ist die Angelegenheit i n Aufhebung der angefochtenen Ver- fügung vom 3. Juni 2013 zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Die IV-Stelle wird eine neuerliche Haushaltsabklärung durchzuführen u nd deren Resultat nötigenfalls einer medizinischen und gegebenenfalls psychiatrischen Fachperso n zur Stellungnahme zu unter- breiten haben. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenerg änzung wird die IV-Stelle über den Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entsche id über die Verlegung der Verfah- rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozess ausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanz en – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unter liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegende n Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Die ausserordentlichen Kosten sind bei der nicht anwaltlich vertretenen Be- schwerdeführerin wettzuschlagen. 9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2013 aufgehoben und die Angele genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erw ägungen an die IV-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V. http://www.bl.ch/kantonsgericht