B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6590/2020 U r t e i l v o m 11 . F e b r u a r 2 0 2 1 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Teresia Gordzielik. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 25. November 2020 / N (…). D-6590/2020 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili- scher Ethnie – am 8. Oktober 2018 in der Schweiz um Asyl nachsuchte und am 18. Oktober 2018 im Rahmen der Befragung zur Person (BzP) summa- risch befragt wurde, dass das SEM mit Verfügung vom 13. Dezember 2018 zunächst auf das Asylgesuch in Anwendung von Art. 31 a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung des Beschwerdeführers nach B._______ anordnete, diesen Entscheid nach Ablauf der Überstellungsfrist aber wie- der aufhob und das nationale Verfahren in der Schweiz aufnahm, dass der Beschwerdeführer am 28. O ktober 2020 einlässlich zu seinen Asylgründen angehört wurde, dass er zu seinem persönlichen Hintergrund angab, er stamme aus C._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz, und sei im Kindesalter nach D._______ im selben Distrikt gezogen, wo er bis kurz vor sein er Ausreise zusammen mit seiner Familie (Eltern und […] Geschwister) gelebt habe, dass er die Schule auf O-Level-Niveau nach einem (…) abgebrochen habe und seither als (…) tätig gewesen sei, dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vorbrachte, er habe in seiner Tätigkeit als (…) einen Mann ins Spital gefahren, dass Letzterem illegal Organe entnommen worden seien und er (der Be- schwerdeführer) daraufhin Probleme mit ihm unbekannten Personen be- kommen habe, dass er sich versteckt habe und schliesslich über Colombo ausgereist sei, nachdem die Suche nach ihm und die damit verbundenen Behelligungen seiner Familie nicht aufgehört hätten, dass diese nach seiner Ausreise fortgesetzt worden seien und seine Mutter sich deswegen bei der Polizei gemeldet habe, die jedoch nichts unternom- men habe, dass der Beschwerdeführer mit dem Gesuch seine Identitätskarte und sei- nen Fahrausweis, jeweils im Original, sowie eine Kopie seiner Geburtsur- kunde einreichte, D-6590/2020 Seite 3 dass das SEM mit Verfügung vom 25. November 2020 – eröffnet am 30. November 2020 – die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneinte, dessen Asylgesuch ablehnte sowie seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete, dass es seinen Entscheid im Wesentlichen damit begründete, die Angaben des Beschwerdeführers zu den fluchtauslösenden Ereignissen und den ihn behelligenden Personen in der Befragung zur Person (BzP) sowie in der Anhörung wiesen erhebliche Widersprüche auf (BzP: Fahrt des Mannes ins Spital und Abholung, erneute Fahrt und Information über Organent- nahme, Anzeige bei der Polizei und deswegen Probleme mit Unbekannten und Angehörigen des Criminal Investigation Department [CID]; Anhörung: einmalige Fahrt des Mannes ins Spital und keine Abholung, nach einem Monat Kenntnis von dessen Tod, in der Folge Probleme mit Unbekannten, möglicherweise Angehörige des Verstorbenen oder Ärzte), dass er diese in der Anhörung auf Nachfrage nicht habe auflösen können, sondern lediglich auf seine Vergesslichkeit und ein Durcheinander auf- grund von Stress verwiesen habe und darauf, die CID-Beamten vergessen zu haben, obschon er zuvor Behördenkontakte verneint habe, dass er zur zeitlichen Abfolge der Ereignisse wenig Auskunft habe geben können und diese weitere Unstimmigkeiten aufweise (keine Angabe zum Jahr der Fahrt ins Spital; Tod des Mannes nach einem Monat Spitalaufent- halt, Ausreise nach einem weiteren; später: keine Kenntnis von Dauer des Spitalaufenthalts, bei Tod des Mannes bereits im Ausland; BzP: vier Mo- nate vor Ausreise in Colombo, Anhörung: eine Woche), dass seine Angaben ferner jegliche Substanz und persönlichen Bezug ver- missen liessen, so zum Grund der Probleme mit den Unbekannten und betreffend den Moment, der ihn zur Ausreise bewegt haben solle, dass die Aufforderung zu kurzen und zusammenfassenden Angaben in der BzP an der mangelnden Glaubhaftigkeit angesichts der W idersprüchlich- keit der Vorbringen nichts zu ändern vermöchte, dass dies auch für die geltend gemachten psychischen Beschwerden gelte, welche zudem bei der Anhörung sowie bei der Entscheidfindung be- rücksichtigt worden seien, dass zudem auch bei traumatisierten Personen anzunehmen sei, sie könn- ten sich an wichtige biographische Ereignisse erinnern, D-6590/2020 Seite 4 dass mangels Glaubhaftmachung der fluchtauslösenden Vorbringen deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse, dass sodann keine Risikofaktoren im Fall des Beschwerdeführers ersicht- lich seien, aufgrund derer er bei einer Rückkehr nach Sri-Lanka einer asyl- relevanten Verfolgung ausgesetzt würde, dass sich aus den Akten des Weiteren keine Hinweise auf eine Verschär- fung seiner persönlichen Situation nach der Präsidentsc haftswahl 2019 und in deren Folge ergäben und der Beschwerdeführer solche auch nicht vorgebracht habe, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, zu- mal der Beschwerdeführer über ein Beziehungsnetz verfüge, er und seine Familie finanziell gut gestellt seien und ihm aufgrund einer gewissen Schul- bildung und Berufserfahrung die Wiederaufnahme einer Tätigkeit in Sri - Lanka zumutbar sei, dass schliesslich auch sein physischer und psychischer Gesundheitszu- stand nicht gegen den Vollzug der Wegweisung spreche, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertreterin vom 30. Dezember 2020 gegen diese Verfügung beim Bundesverwal- tungsgericht Beschwerde erhob und beantragte, der angefochtene Ent- scheid sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm sei die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu ge- währen, dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiordnung seiner Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin er- suchte, dass er zudem beantragte, es sei die aufschiebende Wirkung der Be- schwerde festzustellen, dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2021 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Beiordnung der Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin abwies und den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses bis zum 25. Januar 2021 aufforderte, D-6590/2020 Seite 5 dass der einverlangte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht zuständig für Beschwerden gegen Verfügungen auf dem Gebiet des Asyls ist und regelmässig – so auch hier – endgültig entscheidet (Art. 5 VwVG, Art. 31 ff. V GG, Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass am 1. März 2019 eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten ist (AS 2016 3101) und für das vorliegende Verfahren das bisherige Recht gilt (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde und der Be- schwerdeführer beschwerdelegitimiert ist (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG), weshalb auf die Be- schwerde einzutreten ist, dass der Antrag auf Fests tellung der aufschiebenden Wirkung der Be- schwerde gegenstandslos ist, zumal diese von Amtes wegen besteht, dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver- zichtet wurde, dass die Schweiz Flüch tlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im D-6590/2020 Seite 6 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in wesent- lichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden, dass die umfassenden Ausführungen der Vorinstanz in Bezug auf die Un- glaubhaftigkeit der Vorbringen des Besch werdeführers – auf welche hier verwiesen sei – zu bestätigen sind, dass der Beschwerdeführer diesen in der Beschwerde keine stichhaltigen Argumente entgegenzuhalten vermag, dass es zwar wünschenswert ist , wenn die anhörende Person mit jener identisch wäre, welche den Entscheid getroffen hat, daraus aber keine Ver- letzung des rechtlichen Gehörs resultiert und eine solche auch nicht gel- tend gemacht wurde, dass im Übrigen – wie nachfolgend dargelegt – massgeblich auf die feh- lende Glaubhaftmachung der Vorbringen des Beschwerdeführers abge- stellt wird und nicht auf dessen persönliche Glaubwürdigkeit, weshalb sich weitere Ausführungen zu den diesbezüglichen Beschwerdevorbringen er- übrigen, dass die vom SEM angeführten Widersprüche nicht nur zwischen den An- gaben in der BzP und der Anhörung, sondern auch in der Anhörung selbst zahlreiche und – entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift – noch dazu zentrale Aussagen des Beschwerdeführers betreffen, namentlich zum Anlass seiner Probleme, deren Verursacher sowie den zeitlichen Ab- läufen bis zur Ausreise, D-6590/2020 Seite 7 dass sich das SEM auf diese widersprüchlichen Angaben daher zu Recht und in legitimer Weise gestützt hat, dass sich die Beschwerdevorbringen zu den einzelnen Widersprüchen dar- über hinaus im Wesentlichen in einer Wiederholung der Asylvorbringen und Verweise auf die physische und psychische Verfassung des Beschwerde- führers erschöpfen (dazu sogleich), dass sich angesichts der Widersprüche in zentralen Aussagen und im Hin- blick auf nachfolgende Erwägungen Ausführungen zu weiteren Unstimmig- keiten, etwa dazu, welches Organ entnommen worden sei, erübrigen, dass das SEM bei seiner Glaubhaftigkeitsprüfung ferner nicht allein auf die Widersprüche, sondern auch auf die fehlende Substanz der fluchtauslö- senden Vorbringen abstellte, dass es dabei explizit dem physischen und psychischen Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers Rechnung trug, weshalb der wiederholte Einwand nicht verfängt, die Unstimmig- und Ungenauigkeiten in seinen An- gaben sowie das fehlende Erinnerungsvermögen könnten namentlich mit seiner Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und Vergesslichkeit erklärt werden, dass die bereits auf vorinstanzlicher Ebene erwähnten psychischen un d physischen Probleme wie (…), (…), (…), (…) ([…]) und Vergesslichkeit in- folge eines (…) bis dato nicht mit medizinischen Berichten untermauert und die Beibringung solcher auch auf Beschwerdeebene nicht in Aussicht ge- stellt wurden, dass dies ebenso für d ie erst auf Beschwerdeebene geltend gemachte PTBS gilt, weshalb nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, der Beschwerdeführer verdränge deshalb relevante biographische Ereig- nisse und könne sich an zeitliche Abfolgen nicht erinnern, und sich weitere Ausführungen zu den Einwänden an der vorinstanzlichen Argumentation betreffend das Erinnerungsvermögen traumatisierter Personen erübrigen, dass der Beschwerdeführer abgesehen davon gemäss Aktenlage zu den Umständen der Suche nach ihm und den Behelligungen seiner Familien- angehörigen – im auffälligen Widerspruch zu seinen Aussagen betreffend den Anlass und die Verursacher seiner Probleme – sehr wohl detaillierte Angaben machen konnte, was den Eindruck erweckt, diese seien auf an- dere als die geltend gemachte Verfolgung zurückzuführen, D-6590/2020 Seite 8 dass das SEM vor diesem Hintergrund gerade nicht davon ausgehen musste, der Beschwerdeführer sei Zeuge eines Transportes in ein Kran- kenhaus geworden, welches illegal Organe verkaufe, dass es somit auch keine Prüfung der Asylrelevanz vorzunehmen brauchte und sich daher weitere Ausführungen zu den diesbezüglichen Beschwer- devorbringen erübrigen, dass an dieser Einschätzung die allgemeinen Ausführungen zum Organ- handel in Sri Lanka sowie die Hinweise auf entsprechende Berichte nichts zu ändern vermögen, zumal sie gerade keinen konkreten Zusammenhang mit der Situation des Beschwerdeführers aufweisen, dass ferner auch für das Gericht beim Beschwerdeführer keine Risikofak- toren ersichtlich sind (vgl. Referenzurteil E -1866/2015 vom 15 . Juli 2016 E. 8), aufgrund derer er bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise verfolgt werden würde, dass er gemäss den obigen Ausführungen keine flüchtlingsrelevanten Ver- folgungsmassnahmen vor Ausreise glaubhaft machen konnte, nach eige- nen Angaben auch keine Verbindungen zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam oder Probleme deswegen beziehungsweise aus anderen Gründen mit den Behörden hatte, dass die sri -lankischen Behörden zwar gegenüber Personen tamilischer Ethnie, welche illegal ausgereist sind und nach einem Auslandsaufenthalt zurückkehrten, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen, dies alleine aber nicht den Anforderungen von Art. 3 AsylG genügt, dass selbst die Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Norden – trotz allenfalls erhöhter Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behörden im Rah- men der Wiedereinreise und Wiedereingliederung – keinen hinreichend be- gründeten Grund zur Annahme bietet, er habe Massnahmen zu befürchten, welche über einen sogenannten background check (Befragungen , Über- prüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Aus- land) am Flughafen oder später am Wohnort hinausgehen, dass daran auch die Narbe an der Schläfe nichts zu ändern vermag, zumal es sich lediglich um einen schwachen Risikofaktor handelt, D-6590/2020 Seite 9 dass das Gericht im Weiteren die – in der Beschwerde näher dargelegten – Entwicklungen in Sri Lanka seit der Präsidentschaftswahl 2019 aufmerk- sam verfolgt und diese bei seiner Entscheidfindung berücksichtigt, dass beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer möglichen Ak- zentuierung der Gefährdungslage auszugehen ist, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des Bunde sverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016; Human Rights Watch [HRW], Sri Lanka: Families of "Disappeared" Threatened, 16.02.2020). dass es aktuell aber keinen Grund zur Annahme gibt, seit dem Machtwech- sel in Sri Lanka wären ganze Bevölkerungsgrup pen kollektiv einer Verfol- gungsgefahr ausgesetzt, weshalb weiterhin im Einzelfall zu prüfen ist, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen zur Präsidentschafts- wahl vom 16. November 2019 respektive deren Folgen besteht, dass den – zumal erst auf Beschwerdeebene geltend gemachten – Vor- bringen dazu keine Anhaltspunkte zu entnehmen sind, der Beschwerde- führer würde angesichts der genannten Entwicklungen in individueller Hin- sicht einer flüchtlingsrelevanten Verfolgung bei Rückkehr ausgesetzt, dass es ihm somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Staatssekretariat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe- willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bes timmungen steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim- mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg- weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), dass bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu D-6590/2020 Seite 10 beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoule- ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass sodann ke ine Anhaltspunkte für eine in Sri Lanka drohende men- schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, dass dies auch unter Berücksichtigung der jüngsten politischen Entwick- lungen in Sri Lanka gilt, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon- kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), dass die allgemeine Lage in Sri nicht auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lässt, dass der Beschwerdeführer aus der Nordprovinz stammt und gemäss der Rechtsprechungspraxis des Gerichts der Wegweisungsvollzug dorthin zu- mutbar ist, wenn das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskriterien bejaht D-6590/2020 Seite 11 werden kann (vgl. Referenzur teil des BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2 bis 13.4), dass dies im Fall des Beschwerdeführers zutrifft, zumal (…) Geschwister und seine Mutter (Vater zwischenzeitlich verstorben) ebenso wie Onkel und Tanten mütterlicherseits weiterhin in Sri Lanka leben und er damit über ein weites familiäres Beziehungsnetz verfügt, welches ihn bei seiner Rückkehr unterstützen kann, dass er und seine Familie zudem nach eigenen Angaben finanziell gut ge- stellt sind (mehrere Grundstücke und […]), dass er sodann noch jung ist und ihm angesichts einer gewissen Schulbil- dung (bis zum O-Level) und seiner Berufserfahrung als (…) die Wiederauf- nahme einer Tätigkeit in Sri-Lanka zugemutet werden kann, dass hinsichtlich der psychischen Probleme auf die diesbezüglichen Erwä- gungen im Asylpunkt verwiesen werden kann, dass abgesehen davon diese wie auch seine physischen Probleme in Folge des (…) in Sri Lanka behandelbar sind und Letztere nach eigenen Angaben in der BzP dort auch schon behandelt wurden, dass nach dem Gesagten der Vollzug der Wegweisung vorliegend auch als zumutbar zu erachten ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht n icht verletzt, den rechts- erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist , weshalb die Be- schwerde abzuweisen ist, D-6590/2020 Seite 12 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1– 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der am 21. Januar 2021 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss zur Bezah- lung der Verfahrenskosten zu verwenden ist. (Dispositiv nächste Seite) D-6590/2020 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrens- kosten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Nina Spälti Giannakitsas Teresia Gordzielik Versand: