Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. August 2013 (725 13 75 / 200) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Leistungseinstellung / Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzer n, Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1972 geborene A.___ bezog seit dem 23. Januar 2012 Leistungen der Arbeitslosen- versicherung. Als arbeitslose Person war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen Unfälle versichert. Am 5. Jun i 2012 liess A.____ der SUVA einen Unfall melden. Laut den Angaben in der "Schadenmeldu ng UVG für arbeitslose Personen" war der Versicherte am 1. Juni 2012 „in der Dusche ausgerutsc ht und hingefallen." Dabei zog er sich laut "Arztzeugnis UVG" der erstbehandelnden Ärztin me d. pract. B.____, Fachärztin Allge- meinmedizin, vom 12. Juli 2012 eine LWS-Distorsion und eine gluteale Prellung zu. Nachdem die SUVA dem Versicherten die gesetzlichen Leistungen (H eilkosten, Taggelder) für die Folgen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht dieses Unfalls erbracht hatte, schloss sie mit Verfügung vom 19. Dezember 2012 den Fall per 31. Dezember 2012 ab und stellte die Versicherungsleistu ngen mit der Begründung ein, laut kreisärztlicher Beurteilung seien die aktuell bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallbe- dingt, sondern ausschliesslich krankhafter Natur. Nachdem der Versicherte gegen diese Verfü- gung Einsprache erhoben und die SUVA daraufhin eine ausführlichere Stellungnahme ihres Kreisarztes eingeholt hatte, wies die SUVA die Einsprach e des Versicherten mit Entscheid vom 18. Februar 2013 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ mit Schreiben vom 15. März 2013 (Postaufgabe: 19. März 2013) Beschwerde beim Kantonsgeri cht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der angefochtene Einspracheentscheid der SUVA aufzuheben und es sei diese anzuweisen, ihm we iterhin die gesetzlichen Versiche- rungsleistungen zu erbringen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Mai 2013 beantragte die SUVA die Abweisung der Be- schwerde. D. Zur Vervollständigung der Unterlagen zog das Kanton sgericht auf Ersuchen des Be- schwerdeführers bei der SUVA die ein früheres Unfalle reignis vom 12. August 2009 betreffen- den Unfallakten des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. März 2 013 (Postaufgabe: 19. März 2013) ist demnach einzutreten. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Versicherte über den 31. Dezember 2012 hinaus Anspruch auf Leistungen au s der obligatorischen Unfallversi- cherung hat. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus , dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit , Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri- tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteh t (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa- chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al le Umstände, ohne deren Vor- handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr eten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen eine m schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamme nhang besteht, ist eine Tatfrage, wo- rüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu b efinden hat. Die blosse Möglichkeit ei- nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leist ungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahe n zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nu r ein natürlicher, sondern auch ein adä- quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtspr echung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) . Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftu ngsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eing etretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenha ng ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli- chen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). 2.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderli chen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfa llfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszusta nd erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustande s auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bede utung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Bewei slast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicher- ten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss j edoch nicht den Beweis für unfall- fremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach w ie vor geklagtes Leiden hat, ist uner- heblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingt en Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefall en sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen , dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei v oller Gesundheit sei (Sozialversiche- rungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). Beizufügen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer u nd nicht der Versicherte die Beweis- last für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalitä t trägt, erst Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s und der Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3. Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Be urteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.1 Laut den Angaben der erstbehandelnden Ärztin pract . med. B.____ im "Arztzeugnis UVG" vom 12. Juli 2012 zog sich der Versicherte beim Sturz vom 1. Juni 2012 eine LWS- Distorsion und eine gluteale Prellung zu. Auf Grund d er in der Folge anhaltenden Beschwerden überwies die genannte Ärztin den Versicherten zur weiter en Abklärung an die Klinik D.____. Dort diagnostizierte die Oberärztin Dr. med. E.____ a m 27. November 2012 (1) persistierende, lumbalbetonte Rückenbeschwerden bei Status nach Sturz in d er Badwanne am 01.06.2012; (2) einen Status nach Autounfall am 19.11.1999 mit m ultiplen Schürfungen im Gesicht, einer Rissquetschwunde an der rechten Augenbraue, einer Kontusi on im Bereich des thoracolumba- len Überganges und des Thorax sowie einer Schulterkontusi on rechts; (3) einen Status nach Rückenkontusion am 13.09.2006 und (4) einen Status nach Kontusion der LWS am 12.08.2009. In ihren Ausführungen wies Dr. E.____ darauf hin, da ss der Versicherte „sehr schlecht“ zu un- tersuchen gewesen sei. Es hätten diffuse Druckdolenzen bereits bei kleinsten Berührungen im Bereich der gesamten LWS sowie paravertebral rechts und links bestanden. Die ISG seien schmerzbedingt ebenfalls nicht untersuchbar gewesen. Schlie sslich sei es auch kaum möglich gewesen, den Patienten im Liegen zu untersuchen. Zum A usschluss einer Diskopathologie ha- be sie zusätzlich ein MRI der LWS in die Wege geleitet. Dieses MRI wurde in der Folge am 10. Dezember 2012 im Institut F.____ durchgeführt un d ergab folgende Befunde: (1) eine be- kannte Spondylolyse LWK5 mit eher etwas regredienter Anterolisthesis Meyerding I LWK5 über SWK1; (2) aktuell auch wieder weitere Foramina LWK5 beidseits, nach wie vor geringe Enge, aber im Liegen aktuell keine Kompression mehr - ledigli ch links allenfalls eine Kompression unter Belastung möglich - radikuläre Symptomatik?; (3) eine beginnende Anschlussarthrose im Segment LWK4/5 mit Dehydration des Bandscheibenfaches u nd - im Vergleich zur Voruntersu- chung - zunehmender aktivierter Facettengelenksarthrose(lin ks mehr als rechts). Im Bericht betreffend die Konsultation vom 13. Dezember 2012 füh rte Dr. E.____ aus, der Versicherte sei zur Besprechung des erwähnten MRI erschienen. Auf eine erneute Untersuchung habe sie ver- zichtet, da der Patient noch mehr Schmerzen als beim l etzten Mal angegeben habe und er Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schon damals aufgrund der diffusen Schmerzen nicht habe untersucht werden können. Die nun vorliegenden MRI-Befunde würden die Symptomatik jedenf alls nicht erklären. In der Folge un- terbreitete die Beschwerdegegnerin die medizinischen Akt en ihrem Kreisarzt Dr. med. G.____, Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, mit der Bitte, zur Frage der Un- fallkausalität der vom Versicherten geklagten Beschwerden S tellung zu nehmen. In seiner Kurzantwort vom 19. Dezember 2012 vertrat der Kreisarzt die Auffassung, dass keine struktu- rellen Unfallfolgen vorliegen würden und sich keinerlei Verschlimmerung bildgebend am Rücken ereignet habe. 4.2 Im Rahmen des Einspracheverfahrens ersuchte die Besch werdegegnerin den Kreisarzt Dr. G.____ um eine nochmalige, ausführlichere Stellun gnahme zur Frage, ob die vom Versi- cherten aktuell geklagten Beschwerden auf das Unfallere ignis vom 1. Juni 2012 zurückgeführt werden könnten. In seiner Beurteilung vom 14. Februar 2013 hielt der Kreisarzt fest, aus versi- cherungsmedizinischer Sicht könne mit Sicherheit gesagt werden, dass am 31. Dezember 2012 Unfallfolgen keinerlei Rolle mehr gespielt hätten. Als Beweise hierfür seien zum einen die stets fehlende bildgebende Darstellung strukturell objektivier barer Unfallfolgen und zum andern die dokumentierte, gleiche degenerative Situation am Rücken wie vor dem Unfall anzuführen. Auch in der klinischen Symptomatik und in der klinischen Unters uchung würden sich bezüglich des neurologischen Status keine Schädigungen zeigen, welche d ie Schmerzsymptomatik des Pati- enten erklären würden. Selbst im nicht unfallkausalen Bereich, also rein aus klinischer medizini- scher Optik, lasse sich die Symptomatik des Patienten mit de n bildgebenden Befunden nicht in Einklang bringen. Diese Tatsache spreche für eine Schme rzstörung, welche sicher keinerlei Zusammenhang zum Unfallereignis aufweise. Somit könne e r - als Ergebnis - nur wiederholen, dass spätestens Ende Dezember 2012 Unfallfolgen mit Sich erheit keine Rolle mehr spielen würden und dass beim Versicherten strukturell objektivierb are Unfallfolgen niemals vorhanden gewesen seien. Auch sei nie eine Verschlimmerung eines vor bestehenden degenerativen Zu- standes an der Wirbelsäule eingetreten. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung des medizinischen Sachverhal- tes vollumfänglich auf die Ausführungen des Kreisarzte s Dr. G.____ vom 19. Dezember 2012 und 14. Februar 2013. Sie ging demzufolge davon aus , dass beim Versicherten jedenfalls am 31. Dezember 2012 keine Unfallfolgen mehr vorgelegen hätten, die mit dem erforderlichen Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das U nfallereignis vom 1. Juni 2012 zu- rückgeführt werden könnten. Diese vorinstanzliche Beweiswü rdigung ist nicht zu beanstanden. Die von der Beschwerdegegnerin übernommenen Ergebnisse, zu denen Dr. med. G.____ ge- langt ist, beruhen auf einem sorgfältigen Studium der vorhandenen medizinischen Akten. Die beiden Berichte erweisen sich sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend, weshalb vollum- fänglich darauf abgestellt werden kann. Dazu kommt, dass sich in den übrigen (medizinischen) Akten keinerlei Anhaltspunkte finden, die Anlass geben kö nnten, die Schlüssigkeit der Beurtei- lung von Dr. G.____ in Zweifel zu ziehen. Es verhält sich vielmehr so, dass die kreisärztliche Einschätzung durchaus im Einklang mit den Ergebnissen steht, zu denen Dr. E.____ - die ande- re Fachärztin, die sich aktuell mit dem Fall befasst hat - in ihren Berichten vom 27. November und 13. Dezember 2012 gelangt ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Nach dem Gesagten erlauben die vorhandenen Unterla gen eine zuverlässige Beurtei- lung des medizinischen Sachverhaltes. Es besteht demnach kei n Grund, weitere (fach-) ärztli- che Abklärungen vornehmen zu lassen. Somit ist aber auch dem Anliegen des Versicherten nicht stattzugeben, wonach man seine behandelnden Ärzte, die ihn seit längerem kennen wür- den und die deshalb seine Situation besser beurteilen könnten, in die weitere Abklärung des medizinischen Sachverhaltes einbeziehen müsse. Der Anspruc h auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korr elat - die Pflicht der Behörde zur Be- weisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmä ssigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Ge- langt die rechtsanwendende Behörde bei pflichtgemäss er Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf e in beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgericht- licher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 12 2 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen; vgl. auch 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen). 6. Mit seinem im Laufe des vorliegenden Beschwerdeverfa hrens gestellten Antrag, es sei- en bei der Beschwerdegegnerin (auch) die seinen früher en Unfall vom 12. August 2009 betref- fenden Unfallakten beizuziehen, wirft der Beschwerdeführ er - zumindest sinngemäss - die Fra- ge auf, ob das heutige Beschwerdebild allenfalls in ei nem Zusammenhang mit dem damaligen Ereignis stehen könnte, bei welchem sich der Versicherte auf einer Baustelle bei einem Sturz in ein leeres, ca. 1,2 m tiefes Schwimmbecken eine Kontusi on der LWS zugezogen hatte. Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UV V) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolge n gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar (Art. 22 UVG; BGE 127 V 457 E. 4b, 118 V 297 E. 2d). Bei einem Rückfall handelt es sich um da s Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Vorliegend l assen sich den aktuellen medizinischen Akten aber keinerlei Hinweise entnehmen, wonach die heutigen Beschwerden des Versicherten in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 12. August 2009 stehen könn- ten. Es ist vielmehr übereinstimmend davon die Rede, dass die vorhandenen, im MRI vom 10. Dezember 2012 bildgebend dokumentierten Beeinträchtigungen im Bereich der LWS krank- hafter Natur seien. Somit kann aber von weiteren Aus führungen zu dieser Frage abgesehen und als Ergebnis festgehalten werden, dass sich vorliegend eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin klarerweise auch nicht mit dem Argum ent begründen lässt, es liege ein Rückfall zum Unfallereignis vom 12. August 2009 vor. 7. Schliesslich führt der Versicherte in seiner Beschwerde aus, er leide auch in psychischer Hinsicht „unter den Nachwehen der Unfallsituation.“ So weit er hierfür eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ableiten will, kann ihm ebenfalls n icht gefolgt werden. Der Kreisarzt geht in seiner Beurteilung vom 14. Februar 2013 zwar vom Vorliegen einer “Schmerzstörung“ aus, er Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht hält aber fest, dass diese „sicher keinerlei Zusammenhang zu m Unfallereignis aufweise.“ Wie es sich mit dieser Diagnose und mit der weiteren Frage verhält, ob dieses psychische Leiden - oder eine andere, allenfalls vorhandene psychische Gesun dheitsbeeinträchtigung - in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 1. Juni 2012 steht, kann letztlich offen bleiben. Die Beschwerdegegnerin legt im angefoc htenen Einspracheentscheid schlüssig dar, dass und weshalb es vorliegend ohnehin an dem - f ür die Bejahung einer Leistungspflicht zusätzlich erforderlichen - adäquaten Kausalzusammenhang zwischen der psychischen Prob- lematik des Versicherten und dem Unfallereignis fehlt. An dieser Stelle kann deshalb von weite- ren Erörterungen zu der vom Versicherten aufgeworfene n Thematik abgesehen und stattdes- sen vollumfänglich auf die überzeugenden Erwägungen hierzu im angefochtenen Einsprache- entscheid (vgl. dessen E. 3.2) verwiesen werden. 8. Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für den Versicherten per Ende Dezember 2012 eingestellt hat. Die gegen den be- treffenden Einspracheentscheid vom 18. Februar 2013 erh obene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht