A bteilung IV D -6513/2007 spn/w er {T 0/2} U rte il v o m 1 . O k to b e r 2 0 0 7 R ichterin N ina Spälti G iannakitsas, R ichter H ans Schürch, Bendicht Tellenbach G erichtsschreiber Patrick W eber X._______, geboren _______, Bosnien-H erzegow ina, alias X._______, geboren _______, Serbien, vertreten durch Fürsprecherin lic. iur. C laudia Leu, _______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, Verfügung vom 20. Septem ber 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandD -6513/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge seinen angebli- chen H eim atstaat am 28. Juli 2007 verliess und am 30. Juli 2007 in der Schw eiz um Asyl ersuchte, dass am 7. August 2007 die Erstbefragung im Em pfangs- und Verfah- renszentrum _______ und am 24. August 2007 gleichenorts eine direkte Anhörung gem äss A rt. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) durch das BFM stattfand, dass der Beschw erdeführer dabei geltend m achte, serbischer Staats- bürger zu sein, der Ethnie der R om a anzugehören und aus _______ (G em einde _______/Kosovo) zu stam m en, dass er sich zusam m en m it seinen Angehörigen im Jahre 1989 bezie- hungsw eise 1991 nach D eutschland begeben habe, dass ihn die deutschen Behörden am 29. M ärz 2007 in seine H eim at abgeschoben hätten, dass er nach _______ gereist sei und dort seinen Vater gesucht habe, dass er dabei am 30. M ärz 2007 in einem Kaffeehaus durch Albaner, w elche ihn m it seinem O nkel _______ verw echselt hätten, geschlagen w orden sei, dass er geflohen sei und sich bis zur W iederausreise aus Serbien an einem anderen O rt des Landes aufgehalten habe, dass der Beschw erdeführer als Beleg für seine Vorbringen ein D oku- m ent aus _______ (Bestätigungsschreiben) einreichte, dass das BFM Abklärungen bei den deutschen Behörden veranlasste, dass der Beschw erdeführer gem äss Auskunft der deutschen Behörden Staatsangehöriger von Bosnien-H erzegow ina und am 27. M ärz 2007 m it einem gültigen Pass dieses Landes dorthin abgeschoben w orden sei, S eite 2D -6513/2007 dass dem Beschw erdeführer am 19. Septem ber 2007 zum Ergebnis dieser Abklärungen und einem allfälligen N ichteintretensentscheid w egen Identitätstäuschung das rechtliche G ehör gew ährt w urde, dass der Beschw erdeführer die Abschiebungsm odalitäten nicht bestritt aber vorerst geltend m achte, nicht bosnischer Staatsangehöriger zu sein, dass er zu einem späteren Zeitpunkt des rechtlichen G ehörs im plizit einräum te, Staatsbürger Bosnien-H erzegow inas zu sein, dass das BFM m it Verfügung vom 20. Septem ber 2007 - gleichentags eröffnet - in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im W esentlichen anführte, gem äss den überm ittelten Passkopien sei der Beschw erdeführer in Bosnien gebo- ren w orden, dass er im Verlauf des gesam ten Asylverfahrens in M issachtung der gesetzlichen O bliegenheiten seine Staatsangehörigkeit verschw iegen habe, dass das eingereichte Bew eism ittel als G efälligkeitsschreiben zu qualifizieren sei, dass die Identitätstäuschung aufgrund von Bew eism itteln feststehe, w eshalb auf sein Asylgesuch gestützt auf A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der W egw eisung nach Bosnien-H erzegow ina als zulässig, zum utbar und m öglich zu erachten sei, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe seiner Vertretung vom 27. Septem ber 2007 gegen diesen Entscheid beim Bundesverw altungsge- richt Beschw erde einreichen und die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zw ecks N eubeurteilung, eventualiter die vorläufige Aufnahm e sow ie in prozes- sualer H insicht die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]) beantragen liess, S eite 3D -6513/2007 dass er zur Begründung ausführte, nicht in Bosnien, sondern in _______ im Kosovo geboren w orden zu sein, dass er im Kosovo nicht habe registriert w erden können und ihn sein Vater, w elcher in Bosnien erw erbstätig gew esen sei, dort angem eldet habe, dass er in der Folge in den Besitz eines bosnischen R eisepasses ge- langt sei, dass er m ithin seinen w ahren G eburtsort angegeben habe, dass er sich über den im Pass eingetragenen bosnischen G eburtsort keine G edanken gem acht habe, da er über keine Beziehungen zu die- sem Land verfüge, dass er zw ar seinen H eim atstaat nicht erw ähnt habe, dass aber keine Identitätstäuschung vorliege, da er korrekt über sei- nen N am en, seine Ethnie, sein G eburtsdatum sow ie seine bisherigen Aufenthaltsorte Auskunft gegeben habe, dass er als R om a im Kosovo aufgrund der angespannten Situation m it ernsthaften N achteilen zu rechnen habe und dort alleine auf sich ge- stellt w äre, dass sich seine Verlobte in der Schw eiz aufhalte und entsprechend auch das Fam ilienleben zu achten sei, dass er w eitere Abklärungen (Einvernahm e von Zeugen) beantragte und Bew eism aterial (Berichte über die Situation der R om a im Kosovo) beilegte, dass die vorinstanzlichen Akten am 28. Septem ber 2007 beim Bundes- verw altungsgericht eintrafen (A rt. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31 - 34 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungs- gericht vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des S eite 4D -6513/2007 Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 108a AsylG sow ie A rt. 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentschei- de praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it dar- auf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 34 S. 240 f. E. 2.1.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungs- gericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden konnte und der Beschw erdeent- scheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass gem äss A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf Asylgesuche nicht einge- treten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täu- schen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungs- dienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht, w obei der Begriff der Identität N am en, Vornam en, Staatsangehörigkeit, Eth- nie, G eburtsdatum , G eburtsort und G eschlecht des Asylsuchenden um fasst (vgl. A rt. 1 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), S eite 5D -6513/2007 dass die Vorinstanz aufgrund von Abklärungen bei den deutschen Be- hörden die bosnische Staatsangehörigkeit des Beschw erdeführers feststellte, dass derartige Abklärungsergebnisse grundsätzlich geeignet sind, den N achw eis einer Identitätstäuschung in Sinne von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu erbringen, zum al den deutschen Behörden ein gültiger Pass von Bosnien und H erzegow ina vorlag, dass der Beschw erdeführer dem nach die Asylbehörden durch seine tatsachenw idrigen Angaben über seine Identität im Sinne von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG i.V.m . A rt. 1 Bst. a AsylV 1 getäuscht hat, dass der Beschw erdeführer dieser Einschätzung w eder im R ahm en des rechtlichen G ehörs zum Ergebnis der getätigten Abklärungen noch in seiner Beschw erdeeingabe stichhaltige Argum ente entgegen- zuhalten verm ag, dass er bereits im R ahm en der Anhörung offensichtlich nicht gew illt w ar, das tatsächliche geografische Ziel der Abschiebung vom 29. M ärz 2007 zu nennen (A 11/23, S. 10), dass auch seine Angaben zum vorhandenen R eisepass auf seine Täuschungsabsicht hindeuten (A 1/9, S. 3; A 11/23, S. 12 f.), dass er in der Beschw erdeeingabe schliesslich einräum t, seinen H ei- m atstaat nicht genannt zu haben, dass seine E rklärung, w onach er dies nicht für relevant gehalten habe, als offensichtliche Schutzbehauptung zu w erten ist, dass die W ürdigung des eingereichten Bestätigungsschreibens durch die Vorinstanz nicht zu beanstanden ist, dass sich bei dieser Sachlage die beantragten Zeugenbefragungen im Sinne einer antizipierten Bew eisw ürdigung erübrigen, dass das BFM nach dem G esagten zu R echt und m it zutreffender Be- gründung in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asyl- gesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, S eite 6D -6513/2007 dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzt noch einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Ein- klang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (A rt. 44 Abs. 1 AsylG , A rt. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass der Beschw erdeführer auch im R ahm en der von ihm (beabsichti- gen) Verlobung in der Schw eiz in aufenthaltsrechtlicher H insicht aktuell nichts zu seinen G unsten ableiten kann, dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw ei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Be- stim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1991 (AN AG , SR 142.20) über die vorläu- fige Aufnahm e zu regeln ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), dass grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen ist, ob der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), diese U ntersuchungspflicht jedoch nach Treu und G lauben ihre G renze an der M itw irkungspflicht der Asylsuchenden fin- det (A rt. 8 AsylG ), w elche auch die Substanziierungslast tragen (A rt. 7 AsylG ), dass die Vorinstanz vorliegend den Vollzug der W egw eisung zutreffen- derw eise hinsichtlich des H eim atstaates des Beschw erdeführers ge- prüft hat, dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, w eil auf- grund der allgem einen Situation in Bosnien-H erzegow ina keine An- haltspunkte für eine m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschw erdeführer dort droht (A rt. 14a Abs. 3 AN AG ), dass w eder die im H eim atstaat des Beschw erdeführers herrschende politische Situation noch andere G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprechen, dass auch im Ü brigen den Akten keine individuellen Anhaltspunkte zu entnehm en sind, w onach der Vollzug der W egw eisung für den offenbar S eite 7D -6513/2007 w eitgehend gesunden, jungen und erw erbsfähigen Beschw erdeführer unzum utbar w äre, dass der Beschw erdeführer insbesondere auch über ein grosses fam iliäres N etz in der Schw eiz verfügt, das ihn in einer Anfangsphase finanziell unterstützen kann, und ihm auch nicht geglaubt w erden kann, er habe jeden Kontakt m it seinen Eltern und seinem B ruder verloren, dass der Vollzug der W egw eisung als grundsätzlich m öglich (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ) erscheint, da es Pflicht des Beschw erdeführers ist, sich um die Beschaffung der für die R ückkehr notw endigen R eisepapiere zu bem ühen (A rt. 8 Abs. 4 AsylG ), dass es dem Beschw erdeführer dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde im vereinfachten Verfahren abzuw eisen ist, dass die G esuche im Sinne von A rt. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG aufgrund der festgestellten Aussichtslosigkeit der Beschw erde abzuw eisen sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). (D ispositiv nächste Seite) S eite 8D -6513/2007 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege (A rt. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG ) w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw er- deführer auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner Vertretung (Ein- schreiben; Beilage: Einzahlungsschein) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den vor- instanzlichen Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______; per Kurier) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber Versand: S eite 9