<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Gesetzgebung so zu ändern, dass für alle Versicherungsnehmer kein Unterschied zwischen Krankheit und Unfall besteht.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Unfall und Krankheit sind, von ihren Auswirkungen her betrachtet, eng verwandt. Trotz der Parallelen haben die beiden Risiken beim Entstehen der Sozialversicherung fast aller Staaten eine unterschiedliche Behandlung erfahren. Der Unfall, namentlich der Arbeitsunfall, wurde wegen seiner engen Beziehung zum Haftpflichtrecht, und weil er ein überschaubares und kalkulierbares Risiko darstellt, leistungsmässig privilegiert.</p><p>Bei Aufhebung des UVG würden die Unfallkosten nicht nur auf die Krankenversicherung (obligatorische Krankenpflegeversicherung), sondern auch auf die Arbeitnehmer und deren Familien (die Renten der AHV/IV sind bedeutend tiefer als jene gemäss UVG) sowie die öffentliche Fürsorge überwälzt. Ausserdem wäre ein Spareffekt bei den administrativen Kosten fraglich, weil neu eine obligatorische Kranken- und Unfalltaggeldversicherung geschaffen werden müsste.</p><p>Die Motion zielt auf einen radikalen Umbau des schweizerischen Sozialversicherungssystems, der vom Bundesrat abgelehnt wird. Er hat der interdepartementalen Arbeitsgruppe "Finanzierungsperspektiven der Sozialversicherungen 2" (IDA-Fiso 2) zwar den Auftrag erteilt, unter anderem Kostensenkungspotentiale bei den Sozialversicherungen unter Berücksichtigung ihrer sozialpolitischen Konsequenzen zu untersuchen, gleichzeitig aber einen radikalen Systemwechsel ausgeschlossen.</p><p>Der Bundesrat sieht keine Veranlassung, diese von ihm verfolgte Zielrichtung zu ändern.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.