B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-5107/2018 E-5637/2018 U r t e i l v o m 1 3 . D e z e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, mit Zustimmung von Richterin Mia Fuchs; Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch; Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des SEM vom 24. August 2018 / N (…). E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili- scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______ (Jaffna, Nordprovinz) – ersuchte am 15. Dezember 2014 in der Schweiz um Asyl. Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 18. Dezember 2014 und Anhörung vom 29. Juni 2015 im Wesentlichen geltend, er habe wiederholt Mitglieder der Tamil Na- tional Alliance (TNA) mit (…) chauffiert, als diese Plakate verteilt hätten , und um sie zu Meetings zu bringen . Seine Familie sei wohlhabend gewe- sen. Daher hätten vermutlich Neider aus der Nachbarschaft diese Fahr- dienste der Polizei gemeldet, worauf ihn am 29. September 2014 Polizisten auf das Polizeirevier abgeführt hätten. Er sei dort – auch wegen der Aktivi- täten seines Vaters bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) – be- fragt und geohrfeigt und nach vier Stunden mit d er Aufforderung, seine Fahrdienste aufzugeben, wieder freigelassen worden. Nach etwa zwei Wo- chen zu Hause habe er wiederum Fahrdienste für TNA -Mitglieder unter- nommen, worauf er zwei Tage später von der Polizei zu Hause aufgesucht worden sei. Er sei jedoch nicht anwesend gewesen respektive habe bei einer weiteren Suche rechtzeitig fliehen können. Er habe sich bei seinem Onkel in C._______ versteckt. Später habe er von seiner Mutter telefonisch erfahren, dass die Polizei einen Haftbefehl gegen ihn und seinen Vater vor- gezeigt habe. Sein Vater hätte wegen (…)arbeiten für die LTTE im Jahre 2005/2006 festgenommen werden sollen. Nachdem ihn die Polizei noch weitere Male zu Hause gesucht habe, habe er sich zur Ausreise entschlos- sen. Im Übrigen wird auf die vorinstanzlichen Akten verwiesen. A.b Das SEM lehnte mit Verfügung vom 5. August 2015 das Asylgesuch des Beschwerdeführers mangels Glaubhaftigkeit und Asylrelevanz ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. A.c Am 7. September 2015 erhob der Beschwerdeführer gegen diese Ver- fügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Ergänzend machte er dabei im Wesentlichen geltend, er habe nicht nur TNA -Mitglieder, son- dern in deren Auftrag weitere Personen chauffiert. Diese seien „mit grosser Wahrscheinlichkeit“ untergetauchte ehemalige LTTE-Mitglieder gewesen. Er habe dies bei der Anhörung aus Angst nicht erwähnt. Sein Vater sei durch seinen Bruder in den Kreis der LTTE gelangt. Der Onkel sei in den Achtzigerjahren deren Mitglied gewesen. Er (der Beschwerdeführer) habe E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 3 im Oktober 2014 einer Festnahme entgehen können. Sein Vater sei seither verschwunden. Seine Familie sei als „Tiger-Familie“ bekannt. Ihren Wohl- stand habe sie von Arbeiten seines Vaters für die LTTE und von ihm (Be- schwerdeführer) für die TNA erworben, was das Interesse der Polizei an ihnen verstärkt habe. Aufgrund der Nähe von LTTE und TNA sei es nicht verwunderlich, dass TNA-Unterstützer mit einer familiären oder sonst ent- fernten Verbindung zu den LTTE behördliche Aufmerksamkeit nach sich ziehen würden. A.d Die Beschwerde wurde mit Urteil des Bundesverwaltun gsgerichts E-5464/2015 vom 20. Juni 2017 abgewiesen. B. Mit Eingabe vom 16. November 2017 an das SEM reichte der Beschwer- deführer – handelnd durch seinen Rechtsver treter – unter Hinweis auf Art. 18 AsylG (SR 142.31) ein neues Asylgesuch ein. In formeller Hinsicht beantragte er einen Vollzugsstopp. Zudem ersuchte er um vollständige Einsicht in die Vollzugsakten sowie um Offenlegung sämtlicher Akten, wel- che im Zusammenhang mit der Papierbeschaffung beim sri -lankischen Konsulat vorhanden seien , und allenfalls u m eine umfassende Stellung- nahme zum Vorgehen und der Aktenführung im Zusammenhang mit der Papierbeschaffung sowie der Übergabe von Informationen an das sri-lan- kische Generalkonsulat. Ferner wurde um Offenlegung der Unterlagen und Informationen, welche durc h das sri -lankische Generalkonsulat Mitarbei- tenden des SEM übermittelt worden seien, ersucht. Im Weiteren hätten die Schweizer Behörden gestützt auf Art. 6 un d 8 DSG (SR 235.1) ihr aus Art. 16 Bst. g Migrationsabkommen (Schweiz – Sri Lanka) erwachsenes Recht und ihre Pflicht wahrzunehmen und sich bei den zuständigen sri - lankischen Behörden danach zu erkundigen, in welcher Weise die ihn (den Beschwerdeführer) betreffenden und übermittelten Daten verwendet wür- den, und diese Informationen seien ihm anschliesse nd offenzulegen. Schliesslich sei zu erläutern, wie er vorzugehen habe, wenn er sich bei den sri-lankischen Behörden nach der Verwendung der übermittelten Daten er- kundigen wolle und welche Konsequenzen eine solche Erkundigung nach sich ziehen würde. Ferner sei er in einer ausführlichen Anhörung zu befra- gen. Zur Begründung wies der Beschwerdeführer darauf hin, er befürchte auf- grund seiner früher geltend gemachten sowie gestützt auf bisher ver- schwiegene und neue Asylgründe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 4 asylrelevanter Art und Weise verfolgt zu werden. Im bisherigen Asylverfah- ren habe es bei der Berufsbezeichnung seines Vaters offensichtlich einen Übersetzungsfehler gegeben. Sein Vater sei im Bereich des (…) tätig ge- wesen. Dabei habe es sich um eine illeg ale Tätigkeit gehandelt. Deshalb sei er bereits dreimal von den sri-lankischen Behörden angeklagt worden. Diese seien immer wieder auf der Suche nach Sündenböcken. Während anderen regelmässig eine Bewilligung für den illegalen (…) erteilt worden sei, seien kleine Unternehmen wie das seines Vaters bestraft worden. Es sei davon auszugehen, dass bei einer erneuten Suche der sri -lankischen Behörden nach dem Vater der Beschwerdeführer an dessen Stelle mitge- nommen würde. Er müsse daher im Falle einer Rückkehr nac h Sri Lanka mit einer Festnahme rechnen. Als bisher unbekannter asylrelevanter Sach- verhalt erweise sich zudem der Reichtum seiner Familie. Weil er der älteste Sohn sei, könnte bei ihm bei einer Entführung das höchste Lösegeld er- presst werden. Weiter ersuchte der Beschwerdeführer um Ansetzung einer Frist zur Übersetzung eines Auszugs aus einer tamilischen Webseite, aus dem sich das Profil seines im Jahre 1986 als LTTE-Kämpfer getöteten On- kels ergebe. Zudem wies er darauf hin, er stamme , wie [Mitglied LTTE] D._______, aus E._______. Deshalb gelte er wie die anderen dort wohn- haften Personen in den Augen der sri-lankischen Behörden als LTTE-Sym- pathisant und würde im Falle einer Rückkehr dorthin der LTTE-Verbindun- gen verdächtigt. Ferner habe er im September 2015 an der Kundgebung „F._______“ in G._______ teilgenommen, was er durch Fotos belegen könne. Daher würde er in den Augen der sri-lankischen Behörden als akti- ver LTTE-Unterstützer im Exil angesehen. Im Weiteren habe das SEM durch die Beantragung von Ersatzreisepapie- ren beim sri -lankischen Konsulat einen umfassenden Backgroundcheck, namentlich unter Konsultation der Datensammlungen des CID (Criminal Investigation Department) und des TID (Terrorist Investigation Division), ausgelöst. Es drohe ihm aufgrund seiner Vorgeschichte, seines langen Auf- enthalts in der Schweiz, dem Fehlen von Identitätspapieren sowie der er- folgenden „freiwilligen Ausreise“ oder der Ausschaffung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka eine asylrelevante Verfolgung. Das Migrationsabkommen der Schweiz mit Sri Lanka stehe bezüglich der Datenweitergabe im Wider- spruch zum Schweizer Asylgesetz, weshalb die einschlägigen Bestimmun- gen zur Datenweitergabe ungültig seien und nicht angewendet werden könnten. Daraus würden sich neue Asylgründe ergeben. Im W eiteren sei das Lagebild der Schweizer Asylbehörden zur Situation in Sri Lanka unzu- treffend, indem darin davon ausgegangen werde, dass sich die Menschen- rechtslage verbessert habe. Es werde deshalb ein eigener Lagebericht zur E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 5 heutigen Situation eingereicht. Die Lage in Sri Lanka habe sich verschlech- tert und es komme weiterhin zu systematischen Festnahmen, Folterungen und sexuellen Missbräuchen. Personen mit einem politischen Profil seien heute einer grösseren Gefährdung ausgesetzt als noch zu Bürgerkriegs- zeiten. Personen mit einem politischen Profil oder Personen mit angebli- chen Verbindungen zur LTTE seien heute viel eher im Visier der sri -lanki- schen Sicherheitsbehörden. Es gebe neue Fälle von Verfolgung nach Rückschaffungen aus der Schweiz. Rückkehrende seien nach ihrer Rück- schaffung nach Sri Lanka verfolgt worden, weil die Schweizer Behörden den sri-lankischen Behörden die gesamten Asylakten übermittelt hätten. Aufgrund dieser Problematik sei davon auszugehen, dass der Beschwer- deführer bei einer Rückschaffung nach Sri Lanka – unabhängig von seinem Risikoprofil – mit asylrelevanten Nachteilen konfrontiert wäre. Schliesslich wies der Beschwerdeführer auf ein Urteil des High Court in Vavuniya vom 25. Juli 2017 hin, mit welchem ein ehemaliges LTTE -Mitglied, ungeachtet dessen, dass er ein Rehabilitationsprogramm durchlaufen habe, wegen Unterstützung des Terrorismus zu einer lebenslangen Haft verurteilt wor- den sei. Dieses Urteil widerlege die bisherigen Einschätzungen der Schweizer Asylbehörden betreffend den Beschw erdeführer und weitere seit 2015 gefällte Entscheide des SEM und des Bundesverwaltungsge- richts. Der Beschwerdeführer riskiere aufgrund der neuesten Entwicklun- gen nach einer Rückschaffung nach Sri Lanka verhaftet und angeklagt zu werden. Es werde zudem verlangt, dass das SEM alle nicht öffentlich zu- gänglichen Quellen seines Lagebildes offen lege. Aufgrund der neuesten Entwicklung seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5464/2015 vom 20. Juni 2017 und seiner Vorgeschichte sei der Beschwerdeführer ei- ner asylrelevanten Gefährdung ausgesetzt und erfülle damit die Flücht- lingseigenschaft. Er sei gefährdet, da er durch seinen Vater und seinen Onkel familiäre LTTE-Verbindungen aufweise und sich für die TNA enga- giert habe (1), da er sich in der Schweiz exilpolitisch betätige (2), da er sich über längere Zeit im Ausland aufhalte (3) und da er über keinen gültigen Reisepass verfüge und illegal ausgereist sei (4) . Aufgrund dieser Risiko- faktoren sei er als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewäh- ren. Da er zudem aufgrund seiner Vorgeschichte als zurückgeschaffter ta- milischer Asylgesuchsteller Gefahr laufe, bei einer Rückkehr Opfer einer Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter zu werden, müsse auch im Sinne der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) die Unzulässigkeit oder aber die Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt werden. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 6 Der Eingabe waren mehrere Fotos des Familienhauses, von Fahrzeugen und eines „Lagers für Sand, Steine und Zementbausteine“, ein Auszug aus einer tamilischen Webseite den Onkel betreffend und Fotos der Teilnahme des Beschwerdeführers an einer Kundgebung in G._______ sowie ver- schiedene Dokumente inklusive einer CD ohne unmittelbaren Bezug zum Beschwerdeführer beigelegt. C. Mit Verfügung vom 21. November 2017 sistierte das SEM den Vollzug der Wegweisung einstweilen. D. Mit Zwischenverfügung vom 24. Juli 2018 gewährte es dem Beschwerde- führer Einsicht in die Vollzugsakten. E. Mit Verfügung vom 24. August 2018 – eröffnet am 31. August 2018 – wies das SEM die Anträge auf Fristansetzung zur Einreichung weiterer Beweis- mittel beziehungsweise einer Übersetzung, auf Offenlegung der nicht öf- fentlich zugänglichen Quellen im Lagebild des SEM, auf Beizug weiterer Dossiers, auf eine Anhörung im Sinne von Art. 29 AsylG sowie den Antrag, die sri-lankischen Behörden seien um Akteneinsicht sowie um Löschung von Personendaten zu ersuchen, ab. Im Weiteren trat es auf die als Revi- sionsgründe erkannten Vorbringen sowie das qualifizierte Wiedererwä- gungsgesuch nicht ein. Ferner stellte es fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Mehrfachgesuch ab und ord- nete die Wegweisung sowie den Vollzug an. Zudem erhob es eine Gebühr von Fr. 900.–. In der Rechtsmittelbelehrung wurde darauf hingewiesen, dass gegen diese Verfügung innert 30 Tagen, gegen die Nichteintretenstatbestände innert fünf Arbeitstagen, Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden könne. F. Mit Eingabe vom 7. September 2018 erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter – innerhalb der ihm anberaumten fünftägigen Frist – Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht (E-5107/2018) und bean- tragte zur Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen Verfügung wegen Befangenheit/Voreingenommenheit des für diese Verfügung verantwortli- chen Fachspezialisten M. Kaufmann und die Rückweisung an die E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 7 Vorinstanz sowie die Anweisung an das SEM, das Gesuch vollumfänglich als neues Asylgesuch zu behandeln. Eve ntualiter sei die angefochtene Verfügung wegen der Verletzung des Willkürverbots aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese anzuweisen, vollstän- dig auf das Gesuch einzutreten; (sub-)eventualiter sei die Flüchtlingseigen- schaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren, beziehungsweise seien die Ziffern 12 und 13 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Unzu- lässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bekanntgabe des Spruch- körpers und um Mitteilung, ob dieser zufällig ausgewählt worden sei. An- dernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben, nach welchen die Ge- richtspersonen ausgewählt worden seien. Ferner habe das Bundesverwal- tungsgericht festzustellen, das s die Splittung des Rechtsmittelwegs ge- mäss Verfügung unzulässig respektive unsinnig sei. Als Beweismittel reichte er neben der angefochtenen Verfügung eine CD mit verschiedenen Beweismitteln (387 Beilagen zu dem vom Rechtsvertre- ter verfassten Bericht zu Sri Lanka, Version vom 15. August 2018, und 65 weitere Dokumente [Auszug aus dem Lagebild des SEM vom 16. August 2016; Kopien der Gerichtsakten der Verfahren vor den High Courts Va- vuniya und Colombo mit Übersetzung; verschiedene Zeitungsberichte und Länderinformationen; „Strategie: Schwerpunkte des zukünftigen Schwei- zer Engagements in Sri Lanka“, EDA; „Swiss Analyst & Envoy learn about well-being of former combatants“, 22. September 2017; Urteil des EGMR, X gegen Schweiz, Nr. 16744/14 vom 26. Januar 2017 ]) sowie vier Verfü- gungen des SEM vom 24. August 2018 andere Verfahren betreffend in Ko- pie zu den Akten. G. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 12. September 2018 zeigte die In- struktionsrichterin den Eingang der Beschwerde an und teilte dem Be- schwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. H. Mit der – im Wesentlichen mit der Eingabe vom 7. September 2018 identi- schen – Eingabe vom 1. Oktober 2018 erhob der Beschwerdeführer Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht (E -5637/2018). Dabei bean- tragte er zur Hauptsache (erneut) die Aufhebung der angefochtenen Ver- fügung wegen Befangenheit/Voreingenommenheit des für diese Verfügung E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 8 verantwortlichen Fachspezialisten M. Kaufmann beziehungsweise wegen Verletzung des Willkürverbots und die Rückweisung an die Vorinstanz so- wie die Anweisung an das SEM, das Gesuch vollumfänglich als neues Asyl- gesuch zu behandeln. Es sei gestützt auf Art. 6, Art. 8 und Art. 25 Abs. 1 Bst. c DSG (SR 235.1) die Widerrechtlichkeit der Übermittlung seiner Per- sonendaten an die sri-lankischen Behörden festzustellen. Das Bundesver- waltungsgericht habe festzustellen, dass sich das Lagebild des SEM vom 16. August 2016 zu Sri Lanka auf nicht existierende und nicht bewiesene Quellen stütze. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung wegen Verlet- zung des Anspruchs auf rechtliches Gehör respektive der Begründungs- pflicht aufzuheben, subeventualiter sei die Sache zur Feststellung des voll- ständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeur- teilung an di e Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter sei die Flücht- lingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, (sub-) subeventualiter seien die Ziffern 12 und 13 der angefochtenen Verfügung aufzuheben und die Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Sistierung des vorlie- genden Verfahrens in Bezug auf die Beurteilung der Flüchtlingseigen- schaft, des Asylpunkts und der Wegweisung, bis über die sich stellenden datenschutzrechtlichen Fragen vorab entschieden worden sei. Das Bun- desverwaltungsgericht habe nach dem Eingang der vorliegenden Be- schwerde unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der Be- handlung der vorliegenden Sache b etraut würden. Gleichzeitig habe das Gericht zu bestätigen, dass diese Gerichtspersonen tatsächlich zufällig ausgewählt worden seien. Dem Beschwerdeführer sei vollständige Ein- sicht in die Vollzugsakten der Vorinstanz zu gewähren, insbesondere in die Akten der sri-lankischen Behörden im Zusammenhang mit der Ersatzreise- papierbeschaffung. Nach Gewährung der Akteneinsicht sei ihm eine Frist zur Beschwerdeergänzung zu gewähren. Für den Fall, dass das Bundes- verwaltungsgericht materiell entscheiden sollte, stellte er verschiedene Be- weisanträge. Als Beweismittel reichte er neben der angefochtenen Verfügung weitestge- hend dieselben Dokumente wie mit der Beschwerde vom 7. September 2018 und eine CD mit verschiedenen Beweismitteln (403 Beilagen zu dem vom Rechtsvertreter verfassten Bericht zu Sri Lanka, Version vom 15. Sep- tember 2018, und 71 weitere Dokumente) sowie eine (weitere) Verfügung des SEM vom 21. September 2018 ein anderes Verfahren betreffend in Kopie zu den Akten. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 9 I. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2018 reichte der Beschwerdeführer drei wei- tere Verfügungen des SEM, die andere Verfahren betreffen, in Kopie zu den Akten. J. Am 4. Oktober 2018 wurde dem Beschwerdeführer der Eingang der Be- schwerde bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerden sind frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerden legitimiert (A rt. 105 und 108 Abs. 1 und 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerden ist unter Vorbehalt von Erwägung 1.4 einzutreten. 1.3 Bei den vorliegenden Verfahrensumständen kann aufgrund des engen sachlichen und persönlichen Zusammenhangs über die beim Gericht ein- gelegten Rechtsmittel in einem Urteil befunden werden. Die Verfahren wer- den vereinigt. 1.4 Auf den Antrag um Mitteilung betreffend die zufällige Bildung des Spruchkörpers ist nicht einzutreten (vgl. Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 4.3 [zur Publikation vorgesehen]). E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 10 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um solche, weshalb der Be- schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. Der Antrag auf Mitteilung des Spruchgremiums ist mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Sistierung des Verfahrens in Be- zug auf die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft, des Asylpunkts sowie der Wegweisung. Das vorliegende Verfahren betreffe nicht nur asylrechtli- che, sondern auch datenschutzrechtliche Fragen. Diese seien vorab zu be- urteilen. 5.2 Die Abteilung I des Bundesverwaltungsgerichts ist zuständig für die Be- handlung von Verfügungen über Einsichtsgesuche, welche die Akten eines abgeschlossenen Asyl- beziehungsweise Vollzugsverfahrens betreffen und die in Anwendung des DSG ergangen sind. Demgegenüber sind die asyl- rechtlichen Abteilungen IV und V für Akteneinsichtsgesuche im Rahmen der bei diesen Abteilungen hängigen Beschwerdeverfahren zuständig so- wie in Fällen, in denen die angefochtene Verfügung sich nicht auf das Da- tenschutzgesetz stützt (vgl. Ur teil des BVGer A-5275/2015, A-5278/2015 vom 4. November 2016 E. 6). Dem Beschwerdeführer wurde am 24. Juli 2018 antragsgemäss im Zusammenhang mit seinem ne uen Asylgesuch Einsicht in die Vollzugsakten gewährt. Folglich sind die Asylabteilungen zu- ständig für die Behandlung der Fragen im Zusammenhang mit der Weiter- gabe von Personendaten (Art. 97 AsylG) und es gelangt das VwVG zur Anwendung (vgl. Urteil A-5275/2015, A-5278/2015 E. 8.4.1 f.). Der Antrag E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 11 auf Sistierung des Verfahrens zur Vorabklärung datenschutzrechtlicher Fragen ist daher abzuweisen. 6. In den Beschwerdeeingaben werden verschiedene formelle Rügen erho- ben, die vorab zu beurteilen sind, da sie allenfa lls geeignet wären, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 7. 7.1 Zu prüfen ist vorab die Rüge des Beschwerdeführers, die angefochtene Verfügung sei wegen Voreingenommenheit und Befangenheit des an der Verfügung mitwirkenden Fachspezialisten Asyl M. Kaufmann aufzuheben und die Sache zur korrekten Behandlung an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. 7.2 Der Anspruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung ergibt sich aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge- nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; vgl. hierzu und zum Folgen- den: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-1583/2011 vom 8. Juni 2011 E. 2.1 – 2.6). Danach hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Ver- waltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behand lung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist. Artikel 29 Abs. 1 BV wird durch Art. 10 Abs. 1 VwVG konkretisiert (vgl. BREITENMOSER/SPORI FEDAIL, in: Waldmann/Weissenberger, VwVG, Praxiskommentar, 2016, N. 17 zu Art. 10 VwVG). 7.3 Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Beurteilung durch eine un- parteiische und unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Ausstandsvorschriften sind sowohl auf Personen anwendbar, welche einen Entscheid alleine oder zusammen mit anderen zu fällen haben, als auch auf Personen, welche an einem Entscheid in irgendeiner Form mitwirken und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können, sei es be- ratend oder instruierend (vgl. BENJAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 2002, S. 74; RETO FELLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008 N. 5 zu Art. 10 VwVG). Für die Annahme von Zweifeln an der Unparteilichkeit genügen nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtspre- chung Umstände, welche objektiv geeignet sind, den Anschein einer Vor- eingenommenheit oder einer Gefährdung der Unparteilichkeit aufkommen zu lassen. Das Misstrauen in die Unparteilichkeit muss objektiv und durch vernünftige Gründe gerechtfertigt sein (vgl. BGE 127 I 196 E. 2b, BGE 119 V 456 E. 5b; SCHINDLER, a.a.O., S. 91 f.). Eine tatsächliche Befangenheit E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 12 wird laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung für den Ausstand nicht ver- langt. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der Befangenheit zu begründen vermögen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_234/2007 vom 31. Januar 2008 E. 4.3, mit Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -4632/2010 vom 21. April 2011 E. 3.2). 7.4 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bringt vor, M. Kaufmann habe am 24. August 2018 vier Verfügungen erlassen. Sollte er tatsächlich vier Verfügungen am selben Tag erlassen haben, wäre seine Unbefangen- heit bereits erheblich eingeschränkt. Zudem seien viele Passagen iden- tisch. Andererseits sei auch möglich, dass er die Daten so gewählt habe, um den unterzeichnenden Rechtsvertreter zu schikanieren, zumal drei der Verfügungen einen gesplitteten Rechtsweg aufweisen würden, was eine zusätzliche Belastung darstelle. Ferner würden die Entscheide zum Teil groteske rechtliche F ehler aufweisen. Wer so schikanös vorgehe, leide „zwangsläufig unter dem Verlust der Urteilsfähigkeit“, entscheide „vorein- genommen“ und sei „befangen“. 7.5 Diese Aussagen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers sind deutlich überzeichnet. Weder das beschriebene Vorgehen des Fachspezi- alisten noch der Umstand, dass er aus der Sicht des Rechtsvertreters fal- sche rechtliche Schlüsse gezogen und Beilagen nach Datum kontrolliert und sortiert habe (vgl. Rechtsmitteleingabe vom 7. September 2018, S. 6), lassen auf eine Befangenheit schliessen. Das gewählte Vorgehen, die Be- handlung der vom Rechtsvertreter genannten Geschäfte zeitlich und per- sonell zu koordinieren, erscheint angesichts der inhaltlich weitgehend de- ckungsgleichen Eingaben vielmehr als nachvollzieh bar, wenn nicht gar prozessökonomisch geboten. Das vom Rechtsvertreter geäusserte Miss- trauen in die Unparteilichkeit von M. Kaufmann ist insofern weder objektiv noch durch vernünftige Gründe gerechtfertigt. Für das Gericht besteht kein Anschein der Befangenheit von M. Kaufmann, so dass der diesbezügliche Kassationsantrag des Beschwerdeführers abzuweisen ist. 8. Der Beschwerdeführer rügt ferner Verletzungen des rechtlichen Gehörs so- wie des Untersuchungsgrundsatzes. 8.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspru ch auf rechtliches Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 13 wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hinweisen). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prü- fen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten ein- lässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wi- derlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach- verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver- haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach- verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise fa lsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal- tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043). 8.2 Der Beschwerdeführer beantragt, das Bundesverwaltungsgericht habe festzustellen, dass sich das Lagebild der Vorinstanz vom 16. August 2016 zu Sri Lanka auf nichtexistierende und nicht bewiesene Quellen stütze, weshalb die Verfügung aufzuheben und die Sache a n die Vorinstanz zu- rückzuweisen sei. Hierbei handelt es sich sinngemäss um den vom Rechts- vertreter des Beschwerdeführers in anderen Verfahren be reits öfters ge- stellten Antrag auf Offenlegung aller nicht öffentlich zugänglichen Quellen des besagten Lagebilds, zumal die Begründung der beiden Anträge prak- tisch identisch ist. Der vorliegende Antrag ist folglich abzuweisen (vgl. Urteil des BVGer E-5142/2018 vom 13. November 2018 E. 6.1 m.w.H.). 8.3 Zu verneinen ist schliesslich auch eine Verletzung der Begründungs- pflicht (vgl. BVGE 2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2). In der angefochtenen Verfügung hat das SEM nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend dif- ferenziert aufgezeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. Es hat sich auch mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des Beschwerdefüh- rers auseinandergesetzt. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM nicht teilt, ist keine Verletzung der Begründungs- pflicht, sondern eine materielle Frage. 8.4 8.4.1 Schliesslich bemängelt der Beschwerdefü hrer, der rechtserhebliche Sachverhalt sei unvollständig und unrichtig abgeklärt worden, indem die Vorinstanz die Tragweite seiner individuellen Vorbringen – seine Kontakte E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 14 zu Mitgliedern der TNA und ehemaligen LTTE-Mitgliedern, seine Flucht, die Tätigkeit seines Vaters und seines Onkels für die LTTE, der gegen ihn aus- gestellte Haftbefehl, sein exilpolitisches Engagement – im Kontext der ak- tuellen Situation in Sri Lanka nur unzureichend erkannt habe. Die Vorinstanz habe seine Vorbringen nicht richtig in de n sri-lankischen Kon- text eingeordnet und aus diesem Grund den Sachverhalt unrichtig und un- vollständig festgestellt. Seine sehr ausführlichen Darlegungen zur Länder- situation und zur Schweizer Asylpraxis betreffend Sri Lanka können dahin- gehend zusammengefasst werden, dass sowohl der Vorinstanz als auch dem Gericht vorgeworfen wird, sich bei der Ermittlung des rechtserhebli- chen Sachverhalts und dessen Beurteilung auf eine unzutreffende Lage- einschätzung abgestützt zu haben. Insbesondere genüge das vom SEM erstellte Lagebild vom 16. August 2016 nicht den Anforderungen an korrekt erhobene Länderinformationen. Weiter habe es die Vorinstanz unterlas- sen, die Relevanz des Urteils des High Court Vavuniya vom 25. Juli 2017 und der Verfahren vor dem High Court in Colombo für das vorliegende Ver- fahren korrekt und vollständig abzuklären. Politische Interessen in der Schweiz würden sodann einer objektiven und neutralen Betrachtung der Lage in Sri Lanka entgegenstehen. 8.4.2 Diese Rügen gehen fehl. Die Vorinstanz hat sich im Sachverhalt und in den Erwägungen mit den eingereichten Beweismitteln sowie den vom Beschwerdeführer vorgebrachten neuen Sachverhaltselementen – soweit diese Gegenstand des vorliegenden zweiten Asylverfahrens sind – umfas- send auseinandergesetzt und diese vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Sri Lanka gewürdigt. Entgegen der Auffassung des Beschwerde- führers bestehen keine stichhaltigen Gründe, von einem unkorrekt erfass- ten Sachverhalt in Bezug auf sein individuelles Profil respektive die allge- meine Menschenre chtssituation in seinem Heimatstaat auszugehen. Im Weiteren sind die Vorbringen des Beschwerdeführers im ersten Asylver- fahren weder als glaubhaft noch als asylrelevant erachtet worden . Allein der Umstand, dass das SEM zum einen in seiner Länderpraxis zu Sr i Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, und es zum anderen aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen Würdi- gung der Vorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung. Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde von der Vorinstanz richtig und vollständig festgestellt. 9. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 15 9.1 Der Beschwerdeführer rügt schliesslich eine Verletzung von Art. 111 b Abs. 1 AsylG und Art. 66 Abs. 2 bst. a VwVG, von Art. 45 VGG in Verbin- dung mit A rt. 121 ff. BGG respektive eine Verletzung des Willkürverbots aufgrund einer unterlassenen Gesamtwürdigung des asylrelevanten Risi- koprofils. Die vom SEM im Rahmen eines qualifizierten Wiedererwägungs- gesuchs geprüften Beweismittel würden Entwicklungen darle gen, welche nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E -5464/2015 vom 20. Juni 2017 entstanden seien und demnach nicht Gegenstand eines früheren Verfahrens vor dem SEM oder dem Bundesverwaltungsgericht hätten sein können. Der diesbezügliche Nichteintretensentscheid des SEM sei zu Unrecht erfolgt, da die Frist von 30 Tagen für das Einreichen des Gesuchs (Art. 111b Abs. 1 AsylG) nicht zur Diskussion gestanden habe. Die Behandlung der weiteren Beweismittel und Tatsachen als Revisions- gründe sei falsch, da n eue Tatsachen und Beweismittel den Prozessge- genstand des früheren Urteils betreffen müssten und nicht bisher nicht ein- mal bekannte Sachverhalte. Zudem nehme das SEM keine Gesamtwürdi- gung der verschiedenen Risikofaktoren vor und reisse Sachverhaltsele- mente aufgrund formeller Überlegungen auseinander. Auch der gesplittete Rechtsweg sei widerrechtlich und unsinnig. Aus dem Dispositiv ergebe sich auch nicht, welche Ziffern respektive welche Vorbringen welche Beschwer- defrist hätten. 9.2 Die Vorinstanz qualifizierte die Vorbringen des Beschwerdeführers und seine neu eingereichten Beweismittel in Anwendung der massgebenden Gesetzesbestimmungen über ausserordentliche Rechtsmittel und Mehr- fachgesuche (vgl. Art. 111b und 111c AsylG, Art. 66 VwVG, Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121 BGG, Art. 45 VGG i.V.m. Art. 121 ff. BGG; BVGE 2013/22) zu Recht differenziert als Mehrfachgesuch respektive zweites Asylgesuch, (qualifiziertes) Wiedererwägungsgesuch und Revisionsgesuch. Erhöhte Formerfordernisse sind im Rahmen von ausserordentlichen Rechtmitteln zulässig respektive vom Gesetzgeber ausdrücklich so gewollt (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5). Bei einer in jeder Hinsicht korrekten Rechtsanwendung ist eine Verletzung des Willkürverbots ausgeschlossen. Auch der Einwand hinsichtlich der fehlenden Gesamtwürdigung geht fehl; so ist spätestens bei einer drohenden Verletzung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schweiz insbesondere nach Art. 3 EMRK (SR 0.101), des Übereinkom- mens vom 10. Dezember 1984 ge gen Folter und andere grausame, un- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und/oder des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) eine Gesamtwürdigung des gesamten Sach- verhalts vorzunehmen. Das SEM hat dies in der angefochtenen Verfügung E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 16 in expliziter Weise getan, was insbesondere im Hinblick auf die in casu geringe Erheblichkeit der neu eingereichten Beweismittel und Sachver- haltsvorbringen genügt. Auch die Rechtsmittelbelehrung mit zw ei unter- schiedlichen Fristen erscheint nicht willkürlich beziehungsweise wider- rechtlich. 10. Die formellen Rügen erweisen sich insgesamt als unbegründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen Rechtsbegeh- ren sind somit abzuweisen. 11. 11.1 In den Beschwerdeeingaben werden sodann verschiedene Rügen im Zusammenhang mit der Reisepapierbeschaffung auf der Grundlage des Migrationsabkommens zwischen der Schweiz und Sri Lanka und damit zu- sammenhängenden Datenschutzbestimmungen erhoben. 11.2 Das SEM hielt in der angefochtenen Verfügung zu den Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Beantragung von Ersatzreisepapieren fest, im Rahmen des standardisierten und langjährig erprobten Verfahrens der Papierbeschaffung übermittle es dem sri -lankischen Generalkonsulat die Personalien der betroffenen Person und beantrage die Ausstellung ei- nes sri-lankischen Ersatzreisepapiers. Dem Generalkonsulat würden aus- schliesslich Personendaten bekannt gegeben, die dem Zweck der Ersatz- reisepapierbeschaffung dienen würden. Die Datenschutzbestimmungen nach Art. 97 AsylG und Art. 106 Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) wür- den vollumfänglich eingehalten. Neue Gefährdungselemente würden durch die Übermittlung von Daten nicht geschaffen. Weiter komme Art. 16 Bst. g des Migrationsabkommens nur zwischen den sri -lankischen und schweizerischen Behörden zur Anwendung. Eine Einzelperson könne sich daher weder direkt darauf berufen, noch bei den schweizerischen Behö r- den einen Antrag zur Stellung eines Gesuchs an die sri-lankischen Behör- den stellen. Sie habe ein solches Gesuch direkt an die sri -lankischen Be- hörden zu stellen. Es sei auch nicht Sache der Asylbehörden, Gesuchstel- lende in datenschutzrechtlichen Belangen gegenüber ausländischen Staa- ten zu beraten und theoretische Überlegungen zu allfälligen Konsequen- zen eines Akteneinsichtsgesuchs anzustellen. Es obliege dem Beschwer- deführer, die hierzu benötigten Informationen einzuholen und sich über das Prozedere zu erkundigen. Schliesslich sei dem Beschwerdeführer mit Zwi- schenverfügung vom 24. Juli 2018 Einsicht in die Vollzugsakten des SEM E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 17 gewährt worden, wobei diese alle Dokumente enthielten, die im Zusam- menhang mit der Papierbeschaffung und dem Austausch mit dem sri -lan- kischen Generalkonsulat vorliegen würden. 11.3 Der Beschwerdeführer führt demgegenüber aus, in Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen sei abschliessend aufgelis- tet, welche Daten über ihn an Sri Lanka übermittelt werden dürften. Es sei davon auszugehen, dass über das Migrationsabkommen Daten von der Schweiz an Sri Lanka übermittelt würden, die in Sri Lanka eine Verfolgung der jeweils betroffenen Person auszulösen vermögen. Dies widerspreche dem Zweck des Abkommens. Gestützt auf Art. 16 Bst. f des Migrationsab- kommens werde beantragt, dass die Schweiz die in der genannten Bestim- mung vorgesehenen Massnahmen wahrnehme. Sie solle von den zustän- digen sri-lankischen Behörden verlangen, dass die Informationen über die besuchten Schulen und anderweit ige Informationen, welche nicht aus- schliesslich der Identifikation der betroffenen Person dienen, gelöscht wür- den. Zudem werde beantragt, dass die Schweiz gemäss Art. 16 Bst. f Mig- rationsabkommen ihr Recht wahrnehme und jede weitere Übermittlung von nicht relevanten Informationen beziehungsweise Informationen, die der Verfolgung der betroffenen Person dienten, sperre. Sodann stelle die Über- mittlung von Personendaten des Beschwerdeführers an die sri-lankischen Behörden eine Verletzung von Art. 6 DSG dar, da Sri Lanka keinen dem Schweizer Schutzniveau entsprechenden Datenschutz aufweise. Da die ihn betreffenden Personendaten bereits an die sri -lankischen Behörden übermittelt worden seien, sei die Widerrechtlichkeit dieser Übermittlung ge- mäss Art. 25 Abs. 1 Bst . c DSG festzustellen. Die Folge der widerrechtli- chen Datenübertragung sei die ihm drohende Verfolgungsgefahr in Sri Lanka. Im Rahmen seines neuen Asylgesuchs habe er zudem beantragt, dass die Schweizer Behörden gestützt auf Art. 6 und 8 DSG ihr aus Art. 16 Bst. g Migrationsabkommen erwachsendes Recht und ihre Pflicht wahrzu- nehmen und sich bei den zuständigen sri-lankischen Behörden danach zu erkundigen hätten, inwiefern die ihn betreffenden und übermittelten Daten verwendet, wo diese und zu welchem Zweck g espeichert seien, welche Behörden zu diesen Informationen Zugang hätten und welche Ergebnisse damit erzielt würden. Diese Informationen seien in der notwendigen Über- setzung offenzulegen. Diesen Antrag habe die Vorinstanz nicht klar behan- delt, weshalb daran festgehalten werde. Sodann werde beantragt, die Vor- instanz sei anzuweisen, zu erläutern, wie der Beschwerdeführer gegen- über den sri-lankischen Behörden vorzugehen habe, um Auskunft über die ihn betreffenden Daten zu erhalten. Auch werde beantragt, dass d ie Vor- instanz zu erläutern habe, welche Konsequenzen eine Erkundigung durch E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 18 einen abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden bei den sri -lankischen Terrorbekämpfungsbehörden nach dem Vorhandensein der ihn betreffen- den Daten nach sich ziehen würde. 11.4 Die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. oben E. 11.2) sind korrekt und praxiskonform. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in BVGE 2017 VI/6 mit den Rügen im Zusammenhang mit dem Migrations- abkommen Schweiz – Sri Lanka betreffend die Datenweitergabe und damit möglicherweise verbundene Verpflichtungen der Schweizer Migrationsbe- hörden ausführlich auseinandergesetzt und eine Verletzung der angerufe- nen Bestimmungen durch das Vorgehen des SEM bei der Papierbeschaf- fung verneint. Insoweit kann – wie bereits in zahlreichen früheren Verfah- ren desselben Rechtsvertreters vor dem Bundesverwaltungsgericht (z.B. Urteil E-5015/2018 vom 1. Oktober 2018 E. 8) – auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (a.a.O. E. 2.5.2 und 2.4.3) und sämtliche in diesem Zusammenhang gestellten Anträge sind abzuweisen. 11.5 Folglich sind die Anträge des Beschwerdeführers um Einsicht in die gesamten Akten der sri -lankischen Behörden im Zusammenhang mit der Ersatzreisepapierbeschaffung und um Übersetzung dieser Akten ebenfalls abzuweisen. 12. 12.1 Der Beschwerdeführer stellt für den Fall einer materiellen Beurteilung seiner Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht folgende Beweis- anträge (Beschwerde vom 1. Oktober 2018, S. 60 f.): Es sei ihm vollstän- dige Einsicht in die Akten zu gewähren, welc he von den schweizerischen und sri-lankischen Behörden im Zusammenhang mit seiner Ersatzreisepa- pierbeschaffung angelegt worden seien (Antrag 1). Die Vorinstanz sei an- zuweisen, darzulegen, inwiefern die sri -lankische Gesetzgebung im Be- reich Datenschutz dem Schweizer Schutzniveau entspreche und ob in die- sem Zusammenhang die ihn betreffenden und an die sri-lankischen Behör- den überwiesenen Daten im Sinne des Schweizer Datenschutzrechts be- ziehungsweise eines dem Schweizer Datenschutzrecht entsprechenden Schutzniveaus behandelt würden (Antrag 2). Die Vorinstanz sei weiter an- zuweisen, zu erläutern, wie er gegenüber den sri-lankischen Behörden vor- zugehen habe, um Auskunft über die ihn betreffenden Daten zu erhalten. Auch werde beantragt, dass die Vorinstanz zu erläutern habe, welche Kon- sequenzen eine Erkundigung durch einen abgewiesenen tamilischen Asyl- suchenden bei den sri-lankischen Terrorbekämpfungsbehörden nach dem E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 19 Vorhandensein der ihn betreffenden Daten nach sich ziehen würde (An- trag 3). Er sei erneut anzuhören, insbesondere zu seinen neu vorgebrach- ten Asylgründen, und zwar durch eine Person, die über ausreichende Län- derhintergrundinformationen zu Sri Lanka verfüge (Antrag 4). 12.2 Aus den Asylakten ist ersichtlich, dass die Vorinstanz dem Beschwer- deführer mit Verfügung vom 24. Juli 2018 sämtliche Akten im Zusammen- hang mit der Ersatzreisepapierbeschaffung zugestellt hat; es existieren keine weiteren Akten. Soweit er Einsicht in die Unterlagen der sri -lanki- schen Behörden verlangt, ist auf Erwägung 11.5 hievor zu verweisen. An- trag 1 ist somit abzuweisen. Die Frage, inwiefern die sri-lankische Gesetz- gebung dem schweizerischen Datenschutzniveau entspricht, kann für vor- liegendes Verfahren offen bleiben (Antrag 2; vgl. Entscheid E-1931/2018 vom 10. Juli 2018 E. 8.1 und 8.2). Hinsichtlich des Antrags 3 kann auf Erwägung 11.4 verwiesen werden. Der Antrag ist abzuweisen. Schliesslich ist auch Antrag 4 auf erneute Anhörung abzuweisen. So be- steht kein Anspruch auf eine erneute Anhörung im Rahmen eines Mehr- fachgesuches. Es ist dar auf hinzuweisen, dass der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer seine neuen Vorbringen im schriftlichen Gesuch im Sinne von Art. 111c AsylG ausführlich darlegen konnte; in den Beschwer- deschriften wird denn auch diesbezüglich nichts Neues vorgetragen. 13. 13.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid in materiel- ler Hinsicht im Wesentlichen damit, bei den Vorbringen und eingereichten Beweismitteln betreffend den illegalen Sandabbau seines Vaters und die in diesem Zusammenhang gegen diesen erfolgten Anklagen und behördli- chen Suchen handle es sich um Sachverhalte, die sich vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verwirklicht hätten, weshalb es sich um Revi- sionsgründe handle, die einem Mehrfachgesuch oder einem Wiedererwä- gungsgesuch nicht zugänglich seien. Auch beim geltend gemachten Reich- tum seiner Familie handle es sich um Revisionsgründe. Die diesbezüglich eingereichten undatierten Fotos wür den einen Sachverhalt betreffen , der sich mutmasslich vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verwirk- licht habe. Das Vorbringen, wonach sein Onkel als LTTE-Kämpfer im Jahre 1986 getötet worden sei, sei bereits Gegenstand des früheren Entscheids des SEM und des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts gewesen. Es sei auch davon auszugehen, dass der vorgebrachte Eintrag über diesen Onkel auf einer tamilischen Webseite seit Jahren bestehe. Der Antrag, diesbe- züglich eine Frist für die Übersetzung anzusetzen, werde abgelehnt, da seit der Einreichung des Gesuchs mehrere Monate vergangen seien und es E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 20 dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers habe bekannt sein müssen, dass Beweismittel unaufgefordert in einer Schweizer Amtssprache einzu- reichen seien. Weiter habe sich die geltend gemachte Teilnahme des Be- schwerdeführers an der Kundgebung „ F._______“ in G._______ im Sep- tember 2015 vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verwirklicht, weshalb es sich auch bei diesem Vorbringen um einen Revisionsgrund handle, der einem Mehrfachgesuch oder einem Wiedererwägungsgesuch nicht zugänglich sei. Dasselbe gelte für die meisten mit der Länderdoku- mentation vom 12. Oktober 2017 eingereichten Berichte und Zeitungsarti- kel sowie die Ausführungen des Beschwerdeführers zur aktuellen Lage in Sri Lanka. Daher seien die Vorbringen, welche sich auf diese Dokumente stützten, in einem Revisionsverfahren zu prüfen, welches in die Zuständig- keit des Bundesverwaltungsgerichts falle. Erachte sich eine Behörde für eine ihr übermittelte Eingabe als nicht zuständig, so überweise sie die Sa- che ohne Verzug an die zuständige Behörde (Art. 8 VwVG). Falls eine Par- tei die Zuständigkeit der angerufenen Behörde behaupte, bestehe alterna- tiv die Möglichkeit der Ausfällung eines Nichteintretensentscheids (Art. 9 Abs. 2 VwVG). Vorliegend rechtfertige es sich – infolge fehlender Zustän- digkeit und in Anwendung von Art. 9 Abs. 2 VwVG – auf die als neues Asyl- gesuch betitelte Eingabe vom 16. November 2017 nicht einzutreten, soweit sie Sachverhalte und Beweismittel betreffe, die zum Zeitpunkt des materi- ellen Beschwerdeurteils des BVGer E -5464/2015 vom 20. Juni 2017 be- reits bestanden hätten. Überdies werde der Antrag auf eine Anhörung ab- gelehnt, da im Rahmen von Nachfolgeverfahren solche schriftlich und hin- reichend begründet einzureichen seien und zusätzliche Instruktionsmass- nahmen grundsätzlich nicht in Betracht kommen würden. Bei einem Teil der Beilagen zur vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers erstellten Länderdokumentation vom 12. Oktober 2017 und beim Beitrag des Tamil Guardian zum Urteil des High Court Vavuniya von 26. Juli 2017 (welche nach dem Abschluss des ordentlichen Verfahrens beim BVGer entstanden seien), handle es sich um nachträglich entstandene Beweismittel, welche vorbestandene Tatsachen belegen sollten und im Rahmen eines qualifi- zierten Wiedererwägungsgesuchs zu prüfen seien. Seit deren Entstehung seien mehr als 30 Tage vergangen, weshalb sie verspätet eingereicht wor- den seien und auf die Vorbringen nicht einzutreten sei. Die Beweismittel seien zudem ohnehin nicht erheblich, zumal weder aus den in den genann- ten Beilagen behandelten einzelnen Ereignissen bezüglich der Sicherheits- kräfte ein individuelles Verfolgungsinteresse am Beschwerdeführer abge- leitet noch aus dem Artikel des Tamil Guardian oder dem erwähnten Urteil des High Court Vavuniya Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zum vorliegenden Sachverhalt entnommen werden könnten. Die Beweismittel E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 21 seien nicht erheblich und nicht geeignet, die Frage ernsthaft aufzuwerfen, ob beim Wegweisungsvollzug Art. 33 FK oder Art. 3 EMRK verletzt würden. Ferner sei das Vorbringen im Zusammenhang mit dem Backg roundcheck als Mehrfachgesuch entgegenzunehmen. Dem sri-lankischen Generalkon- sulat würden gemäss dem Migrationsabkommen Personendaten bekannt gegeben, die dem Zweck der Ersatzreisepapierbeschaffung dienen wür- den. Die Datenschutzbestimmungen würden dabei vo llumfänglich einge- halten und neue Gefährdungselemente nicht geschaffen. Das Vorliegen ei- ner begründeten Furcht vor Verfolgungsmassnahmen wegen der Ersatz- reisepapierbeschaffung sei somit zu verneinen. Die weiteren Ausführungen und Beweismittel würden daran nichts ändern. Weitere Faktoren bezüglich seiner Rückkehrgefährdung, die im vorliegenden Mehrfachgesuch zu be- rücksichtigen wären und nicht schon in den vorhergehenden Verfahren vor dem SEM und des Bundesverwaltungsgerichts behandelt worden seien, würden nicht vorliegen. In Bezug auf den gemachten Hinweis auf neue Fälle von Verfolgung nach Rückschaffungen aus der Schweiz sei festzu- stellen, dass das SEM generell eine Einzelfallprüfung vornehme. Die Vorinstanz hielt weiter fest, eine Rückkehr des Beschwerdefü hrers nach Sri Lanka erweise sich als zulässig. Bezüglich der individuellen Zu- mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs könne auf die heute noch zutreffen- den Erwägungen im Entscheid des SEM vom 5. August 2015 und das Ur- teil E-5464/2015 vom 20. Juni 2017 verwiesen werden. 13.2 Der Beschwerdeführer beantragt auf Beschwerdeebene au sdrück- lich, seine Eingabe vom 16. November 2017 sei vollumfänglich als neues Asylgesuch zu behandeln (Antrag 3 respektive 4) und vom SEM zu prüfen. Er begründet seine Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid (vgl. Eingabe vom 7. September 2018) – neben den bereits beurteilten formel- len Rügen und der bereits mit Eingabe vom 15. November 2017 beim SEM dargelegten Begründung – in materieller Hinsicht im Wesentlichen dahin- gehend, die Beurteilung der Schweizer Asylbehörden bezüglich des Urteils des High Court Vavuniya sei eine Fehleinschätzung, ohne dass der Fall und dessen Hintergrund genau erfasst worden seien. Das Bundesverwal- tungsgericht habe die diesbezüglichen Informationen zum Urteil frei erfun- den, indem in einem Zeitungsartikel eine passend scheinende Argumenta- tion gefunden worden sei, ohne weitergehende Informationen einzuholen. Bezüglich der politischen Interessen, die Risikoanalyse betreffend Sri Lanka beschönigt darzustellen, sei zu prä zisieren, dass der Ausschaf- fungsstopp im Jahre 2013 und die Verurteilung der Schweiz durch den EGMR auf ein kollektives Versagen der Behörden zurückgehen würden. Er E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 22 könne aufgrund der neuesten Entwicklungen nach seiner Rückschaffung jederzeit verhaftet und angeklagt werden. Aus dem Lagebericht des SEM könne aus den öffentlichen Quellen nur der Schluss gezogen werden, dass es seit dem Kriegsende zu keinen Kampfhandlungen und terroristischen Aktivitäten mehr gekommen sei. Die Einschätzung des SEM, wonach sich die Menschenrechtssituation in Sri Lanka seit der Wahl des neuen Präsi- denten Sirisena verbessert habe, treffe nicht zu. Es werde deshalb ein ak- tueller Länderbericht zu Sri Lanka vom 15. August 2018 eingereicht, aus welchem die tatsächliche Situation in Sri Lanka hervorgehe. Da er zudem aufgrund seiner Vorgeschichte als zurückgeschaffter tamilischer Asylge- suchsteller in systematischer Weise Gefahr laufe, bei einer Rückkehr Opfer einer Verhaftung oder von Verhören unter Anwendung von Folter zu wer- den, müsse auch im Sinne der Rechtsprechung des EGMR die Unzuläs- sigkeit oder aber die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festge- stellt werden. In seinen Eingaben gegen die Ablehnung des Mehrfachgesuchs (vgl. Ein- gaben vom 7. September 2018 und 1. Oktober 2018) macht der Beschwer- deführer neben dem bereits Dargelegten ergänzend geltend, er wäre auf- grund seiner tamilischen Ethnie, seines hinduistischen Glaubens und sei- ner Herkunft aus dem Norden Sri Lankas bereits einem erhöhten Grund- verdacht seitens der sri-lankischen Behörden und damit der Gefahr von Übergriffen ausgesetzt. Er stamme aus dem Geburtsort des LTTE-Führers. Diese Tatsache dürfte den sri-lankischen Behörden durch die problemati- schen Papierbeschaffungsmassnahmen bereits bekannt sein. Zudem habe er tatsächlich Kontakte zu ehemaligen LTTE-Mitgliedern gehabt und die TNA trotz Verbot unterstützt. Deshalb und vor dem Hintergrund der ak- tuellen Entwicklungen in Sri Lanka sei er klar in den Fokus der sri-lanki- schen Sicherheitskräfte geraten. Aufgrund seines Engagements für die TNA sei er bereits einmal auf den Polizeiposten mitgenommen und miss- handelt worden. Zudem sei seiner Mutter ein Haftbefehl gezeigt worden. Weiter habe er sich in der Schweiz exilpolitisch betätigt. Das SEM verfüge über gesicherte Informationen, wonach die an das sri -lankische General- konsulat übermittelten Daten – im Zusammenhang mit der Ersatzreisepa- pierbeschaffung – gezielt zur Terrorbekämpfung und damit zur Verfolgung des Beschwerdeführers in Sri Lanka eingesetzt würden, weshalb die Dar- stellung des SEM in der angefochtenen Verfügung eine schriftliche Lüge sei. In der Vernehmlassung im Verfahren D-4794/2017 habe das SEM ein- gestanden, dass jeder zurückgeschaffte Tamile am Flughafen einer mehr- stufigen intensiven Überprüfung und Befragung unterzogen werde und die von der Schweiz im Rahmen der Papierbeschaffung übermitt elten Daten E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 23 zur Vorbereitung der Verfolgung verwendet würden, was eine massive Ver- letzung des Migrationsabkommens bedeute. Eine begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen sei alleine wegen der Bekanntgabe der Perso- nendaten somit klar zu bejahen. Durch die Angabe der N-Nummer seien die sri-lankischen Behörden zudem darüber informiert, dass es sich bei ihm um einen abgewiesenen Asylsuchenden aus der Schweiz handle. Auch mit Verweis auf die neue Verfolgungsstruktur von LTTE-Aktivisten gestützt auf das Urteil des High Court Vavuniya vom 25. Juli 2017 würde er klar verfolgt werden. Schliesslich habe auch das Ergebnis der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 auf die Gefährdungslage von abgewiesenen tamilischen Asylgesuchstellern Einfluss. Der Beschwerdeführer reichte dazu einen ak- tualisierten Länderbericht seines Rechtsvertreters vom 18. September 2018 ein. 14. Insofern der Beschwerdeführer mit den angerufenen Beweismitteln und Tatsachen eine bereits bestehende Gefährdung zum Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts geltend machen will, sind – je nach Zeit- punkt des Entstehens der entsprechenden Beweismittel – die Bestimmun- gen zum Wiedererwägungs- respektive Revisionsverfahren einschlägig. 14.1 Das SEM trat aufgrund der mangelnden funktionalen Zuständigkeit zu Recht auf die Vorbringen, welche sich auf Beweismittel und Sachverhalte stützen, welche vor dem Urteil des BVGer E-5464/2015 vom 20. Juni 2017 entstanden sind respektive sich verwirklicht haben – namentlich Berichte betreffend illegalen Sandabbau in Sri Lanka (Beilagen 1 – 4), der Reichtum der Familie des Beschwerdeführers (Fotos, Beilagen 5 – 7), Auszug aus einer tamilischen Webseite mit Profil des Onkels des Beschwerdeführers (Beilage 8), drei Fotos betreffend exilpolitische Tätigkeit (Beilage 9) sowie zahlreiche Beweismittel zum Länderbericht vom 12. Oktober 2017 (Doku- mente inklusive einer CD) – und vorbestandene Tatsachen betreffen, nicht ein, da diese im Rahmen einer Revision beim Bundesverwaltungsgericht geltend gemacht werden müssten. Es bleibt dem Beschwerdeführer unbe- nommen, mit den entsprechenden Beweismitteln ein form- und fristgerech- tes Revisionsgesuch beim Bundesverwaltungsgericht zu stellen, wobei den Beweismitteln – bei denjenigen zum Länderbericht des Rechtsvertre- ters des Beschwerdeführers aufgrund des mangelnden persönlichen Be- zugs zum Beschwerdeführer – die Erheblichkeit abgesprochen werden dürfte. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 24 14.2 14.2.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich geregelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift- lich und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66–68 VwVG (Art. 111b Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). 14.2.2 Indessen können verspätete Vorbringen in einem qualifizierten Wie- dererwägungsverfahren ungeachtet der 30-tägigen Frist zur Revision eines rechtskräftigen Entscheids führen, wenn aufgrund dieser Vorbringen offen- sichtlich wird, dass dem Beschwerdeführer Verfol gung oder menschen- rechtswidrige Behandlung droht und damit ein völkerrechtliches Wegwei- sungshindernis besteht (vgl. EMARK 1995 Nr. 9 E. 7). Dabei muss die be- achtliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften Gefahr schlüssig nachgewiesen werden, sel bst wenn dabei ein herabgesetzter Beweis- massstab des Glaubhaftmachens genügt. 14.2.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die Beweismittel zum Urteil des High Court Vavuniya und bezüglich des aktu- ellen Lageberichts sowie eine Vielzahl der eingereichten Berichte, welche nach dem Urteil des BVGer E -5464/2015 vom 20 . Juni 2017 entstanden sind, aber eine Gefährdung des Beschwerdeführers zum Urteilszeitpunkt aufzeigen sollen, als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch nach Art. 111b Abs. 1 AsylG zu behandeln sind. Mit der Eingabe vom 16. November 2017 ist die Frist von 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes jedoch abgelaufen, weshalb die Beweismittel, welche zwischen Juli und dem 12. Oktober 2017 datiert sind, verspätet eingereicht wurden. Das SEM ist auf die entsprechenden Vorbringen zu Recht nicht eingetreten. Die entsprechenden Tatsachen und Beweismittel sind darüber hinaus auch nicht als erheblich zu qualifizieren und vermögen – unabhängig von der Rechtzeitigkeit der Einreichung – nicht zu einer Änderung der bisherigen Einschätzung zu führen. Es ist keine drohende Verfolgung oder menschen- rechtswidrige Behandlung ersichtlich, zumal ein individueller Bezug, wel- cher eine Gefährdung des Beschwerdeführers aufzeigen würde, zu vernei- nen ist. 15. In einem weiteren Schritt sind die neu vorgebrachten Tatsachen und Be- weismittel zu prüfen, mit welchen eine Änderung des zum Zeitpunkt des E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 25 Urteils des BVGer E-5464/2015 vom 20. Juni 2017 bestehenden Sachver- halts geltend gemacht werden sol l und entsprechend im Rahmen eines zweiten Asylgesuchs zu prüfen sind. Der Kern des Gesuchs vom 1 6. No- vember 2017 – die durch die Datenübermittlung entstandene Gefähr- dungslage – ist klar als Mehrfachgesuch zu qualifizieren, was in der Zu- ständigkeit des SEM liegt. 16. 16.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 16.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 17. 17.1 Soweit der Beschwerdeführer geltend machte, er sei aufgrund der Da- tenweitergabe im Zusammenhang mit dem Migrationsabkommen bei einer Rückkehr einer asylrelevant en Gefährdung ausgesetzt, ist festzustellen, dass sich das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2017 VI/6 zur Frage ge- äussert hat, ob (allein) aufgrund einer Datenweitergabe im Zusammen- hang mit dem Migrationsabkommen von einer Gefährdung auszugehen sei. Es hielt fest, dass es sich bei Art. 97 Abs. 3 AsylG und Art. 16 Bst. c Migrationsabkommen um eine nicht abschliessende Aufzählung der Daten handle, die einer ausländischen Behörde für die Organisation der Ausreise der betroffenen Person übermittelt werden dürften. Bei der Ersatzreisepa- pierbeschaffung handle es sich um ein standardisiertes, lang erprobtes und gesetzlich geregeltes Verfahren. Nur aufgrund der Datenübermittlung der schweizerischen an die sri -lankischen Behörden sei bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht mit einer asylrelevanten Verfolgung zu rechnen. An E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 26 dieser Einschätzung ist vorliegend festzuhalten, zumal sich den diesbezüg- lichen Ausführungen des Beschwerdeführers keine konkreten Anhalts- punkte dafür entnehmen lassen, dass er aufgrund der Datenübe rmittlung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit Nachteilen asylrelevanten Ausmas- ses zu rechnen hat. 17.2 Es kann zudem der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, wonach keine weiteren Faktoren bezüglich einer Rückkehrgefährdung vorliegen würden, die im vorliegenden Mehrfachgesuch zu berücksichtigen wären und nicht schon in den vorhergehenden Verfahren vor dem SEM und dem BVGer behandelt wurden, gefolgt werden. Dies betrifft insbesondere auch den auf Beschwerdeebene erneut vorgebrachten Haftbefehl, der angeblich gegen ihn bestehe. Weiter vermag auch der Hinweis auf denselben Geburtsort wie [Mitglied LTTE] zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen. 17.3 Auch unter Berücksichtigung der nach Abschluss des ersten Asylver- fahrens entstandenen, vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel, welche sich im Wesentlichen auf die allgemeine Situation in Sri Lanka be- ziehen, ohne einen konkreten Bezug zum Beschwerdeführer zu haben, be- stehen nach Auffassung des Gerichts keine stichhaltigen Gründe zur An- nahme, dass er einer der im R eferenzurteil E-1866/2015 genannten Risi- kogruppen zuzurechnen ist. Es sind aufgrund der derzeitigen Aktenlage keine massgeblichen Hinweise dafür ersichtlich, dass er ins Visier der sri- lankischen Behörden geraten könnte und diese ein potenzielles Verfol- gungsinteresse an ihm haben könnten. Nach Einschätzung des Bundes- verwaltungsgerichts ändert der Ausgang der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 an der Einschätzung der Verfolgungssituation nach Sri Lanka zurückkehrenden Tamilen und Tamilinnen nichts. Es wird in der Be- schwerde nicht schlüssig dargetan, dass die Regierung Sirisena ihre Politik im Umgang mit Rückkehrenden aus der tamilischen Diaspora deshalb ge- ändert hätte. Dies gilt auch unter Berücksichtigung der aktuellen politi- schen Lage in Sri Lanka, zumal n icht ersichtlich ist, wie sich diese zum heutigen Zeitpunkt auf den Beschwerdeführer auswirken könnten. Insofern ist an der Lageeinschätzung im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 festzuhalten. 17.4 Im Übrigen kann auf die zutreffenden und ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 27 17.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und das SEM auch sein zweites Asylge- such zu Recht abgelehnt hat. 18. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord- net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 19. 19.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 19.2 19.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 28 19.2.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin- dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs- vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 12.2 f.). Wei- ter ändert der Ausgang der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 nichts an der Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Verfol- gungssituation von nach Sri Lanka zurückkehrenden Tamilen. Insofern ist an der Lageeinschätzung im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 festzuhalten. Auch der EGMR hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine R isikoeinschät- zung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. neben vielen EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Nr. 10466/11; Rechtsprechung bestätigt in J.G. gegen Polen, Entscheidung vom 11. Juli 2017, Beschwerde Nr. 44114/14). Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behandlung. Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet wäre. Zwar steht die diesbezügliche Erwägung in der angefochtenen Verfügung „Aus den als Mehrfachgesuch zu behandelnden Vorbringen und Akten er- geben sich jedoch Anhaltspunkte dafür, dass Ihnen im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrsc heinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung droht“ wie vom Beschwerdefüh- rer zu Recht festgestellt worden ist, im Widerspruch zur Schlussfolgerung der Vorinstanz „Ihre Rückkehr nach Sri Lanka erweist sich somit – entge- gen ihrer Auffassung – als zulässig“. Indessen ist aufgrund der vorherigen Erwägungen und der korrekt zitierten Rechtsprechung des EGMR betref- fend die Rückkehr von Tamilinnen und Tamilen von einem offensichtlichen Schreibfehler auszugehen. Die Vorinstanz hat denn auch i n der nachfol- genden Auseinandersetzung festgehalten, dass keine Vollzugshindernisse E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 29 vorliegen würden und den Vollzug der Wegweisung angeordnet. Auch un- ter Berücksichtigung der aktuellen politischen Ereignisse besteht, wie be- reits weiter vorne (E. 17.3) festgehalten wurde, keinerlei konkreter Grund zur Annahme, die aktuellen politischen Entwicklungen in Sri Lanka könnten sich zum heutigen Zeitpunkt auf den Beschwerdeführer in wegweisungs- vollzugsrechtlich relevanter Weise auswirken. Der Vollzug der Wegwei- sung ist somit sowohl im Sinne der asylgesetzlichen als auch der völker- rechtlichen Bestimmungen zulässig. 19.3 19.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläu- fige Aufnahme zu gewähren. 19.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter Be- rücksichtigung der aktuellen Ereignisse in Sri Lanka. Nach einer eingehen- den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das Bundes- verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvoll- zug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eine s tragfähigen familiä- ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 13.2). Der Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz und hat bis vor seiner Ausreise in B._______ (Jaffna, Nordprovinz) gelebt, wo auch seine Eltern respektive seine Mutter, zwei Brüder sowie weitere Verwandte leben. Er verfügt über eine elfjährige Schulbildung (O Level) sowie über Berufserfah- rungen als (…) (vgl. Akten A3 S. 4 f. und A13 S. 3 f.). Es ist davon auszu- gehen, dass seine Familie ihn bei der Wiedereingliederung unterstützen und er eine neue Existenz wird aufbauen können. 19.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 30 19.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 19.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 20. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 21. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und praxisgemäss auf insgesamt Fr. 1‘500.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 22. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers stellte in den vorliegenden Be- schwerdeschriften vom 7. September 2018 und 1. Oktober 2018 erneut Rechtsbegehren, über welche bereits mehrfach befunden worden ist (vor- liegend betreffend die Offenlegung der Quellen des Länderberichts des SEM vom 16. August 2016 zu Sri Lanka, betreffend die Bestätigung der Zufälligkeit beziehungsweise die Offenlegung der objektiven Kriterien der Zusammensetzung des Spruchkörpers sowie im Zusammenhang mit der Reisepapierbeschaffung [E. 11] und dem Datenschutz [E. 12]). Andro- hungsgemäss (vgl. etwa D -3777/2018 vom 13. September 2018 E. 14.2) sind dem Rechtsvertreter diese unnötig verursachten Kosten deshalb per- sönlich aufzuerlegen und auf Fr. 500.– festzusetzen (vgl. Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG; u.a. Urteil des BGer 5D_56/2018 vom 18. Juli 2018 E. 6). (Dispositiv nächste Seite) E-5107/2018 und E-5637/2018 Seite 31 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Verfahren E-5107/2018 und E-5637/2018 werden vereinigt. 2. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Die unnötig verursachten Verfahrenskosten von Fr. 500.– werden Rechts- anwalt Gabriel Püntener auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: