<h2>SubmittedText<h2><p>Anfang Mai hat der ehemalige ETH-Professor Roger Francillon eine umfassende Geschichte der Literatur der Romandie publiziert ("Histoire de la littérature de la Suisse romande", Verlag Editions Zoé, 1800 Seiten). Dieses epochale Werk könnte enorm viel zum besseren Verständnis der welschen Schweiz und damit zum Zusammenhalt des Landes beitragen, wenn es denn auch in der deutschen Schweiz gelesen werden könnte. Doch scheint es Professor Roger Francillon gemäss seiner Äusserung am Radio SRF für wahrscheinlicher zu erachten, dass alle Deutschschweizer gut Französisch lernen würden und so sein Werk im Original lesen und verstehen könnten, als dass es übersetzt werden könnte.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat, ob er im Interesse des Landes bereit wäre, seinen Einfluss beispielsweise bei Pro Helvetia so wahrzunehmen, dass Francillons Literaturgeschichte auf Deutsch übersetzt werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Qualität und der Bedeutung des von Professor Roger Francillon herausgegebenen Werks bewusst. Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat den Verlag Editions Zoé bei der Publikation der Literaturgeschichte mit einem Druckkostenbeitrag in Höhe von 20 000 Franken direkt unterstützt. Pro Helvetia trägt überdies zu einer möglichst grossen Verbreitung des Werks bei, indem sie gedruckte Exemplare erwirbt und sie kostenlos internationalen Bibliotheken und Schweizer Vertretungen zur Verfügung stellt.</p><p>Die Förderung einer allfälligen deutschen Übersetzung der "Histoire de la littérature en Suisse romande" fällt auf Bundesebene auch in den Zuständigkeitsbereich von Pro Helvetia. Die Stiftung fördert die Schweizer Literatur mit Blick auf Vielfalt und nationale wie internationale Ausstrahlung. Allerdings ist es nicht Aufgabe von Pro Helvetia, selber Bücher zu publizieren. Ein interessierter Verlag könnte aber ein entsprechendes Gesuch bei der Stiftung einreichen. Pro Helvetia würde es sorgfältig prüfen, sofern die auf ihrer Website aufgeführten allgemeinen Kriterien erfüllt sind.</p>  Antwort des Bundesrates.