11. März 1991 385 Postulat Meier-Glattfelden compétence d'édicter des prescriptions sur la construction et l'équipement des véhicules automobiles appartient au Conseil fédéral. Or, dans les domaines où le législateur habi- lite le Conseil fédéral à légiférer, c'est-à-dire dans le domaine législatif délégué, il n'est pas possible d'obliger, par voie de motion, le Conseil fédéral à faire usage de sa compétence. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postu- lat. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, die Motion als Postulat entgegenzunehmen. Der Motionär ist damit einverstanden. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 90.432 Postulat Meier-Glattfelden Treibstoffverbrauch für Personenwagen Voitures particulières. Consommation de carburant Wortlaut des Postulates vom 20. März 1990 Der Bundesrat wird ersucht zu prüfen, ob der maximal zuläs- sige spezifische Norm-Benzinverbrauch pro 100 Kilometer für neu zugelassene Personenwagen begrenzt und, erstmals auf den 1. Januar 1991, auf 9 Liter (gemessen aufgrund des FTP- 75-Stadtwertes) festgelegt werden kann. Der obere Wert für andere Treibstoffarten und Motorräder wäre analog festzu- schreiben. Texte du postulat du 20 mars 1990 Le Conseil fédéral est prié d'examiner s'il serait possible de li- miter la consommation maximale de carburant aux 100 kilomètres pour les nouvelles voitures particulières. La li- mitation devra être fixée à 9 litres (mesurée selon la norme US 75 «Federai Test Procedure FTP» applicable à la consom- mation urbaine) au premier janvier 1991. Cette valeur pourrait être imposée pour d'autres espèces de carburant et être éga- lement appliquée aux motos. Mitunterzeichner - Cosignataires: Baerlocher, Bär, Diener, Fierz, Gardiol, Hafner Rudolf, Leutenegger Oberholzer, Re- beaud, Schmid, Stocker, Thür (11) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zu einem gut ausgebauten Netz des öffentlichen Verkehrs ge- hört ein vernünftiges Auto. Ein vernünftiges Auto ist in erster Li- nie ein Auto mit geringem Benzinverbrauch und kleinem Schadstoffausstoss. Die vorgeschlagene Massnahme ist in den USA bereits eingeführt. Die obere Benzinverbrauchslimite wäre stufenweise zu senken. Als Zielgrösse ist bis im Jahr 2000 ein spezifischer Benzinverbrauch von 3 Litern für Perso- nenwagen anzustreben. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Juni 1990 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 juin 1990 Zurzeit ist eine gesetzliche Grundlage, die es dem Bundesrat erlauben würde, den höchstzulässigen Treibstoffverbrauch für Fahrzeuge vorzuschreiben, nicht vorhanden. Im Rahmen des Energienutzungsbeschlusses werden jedoch auch Zulas- sungsbeschränkungen für Fahrzeuge geprüft. Damit wird dem Anliegen des Postulats bereits Rechnung getragen. Die mehrfache Prüfung gleicher oder gleichartiger Vorschläge ist angesichts der Ueberlastung der Bundesverwaltung nicht sinnvoll. Das Postulat ist ausserdem - schon rein hinsichtlich der vorgesehenen Termine - wenig realistisch. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. Meier-Glattfelden: In meinem Postulat bitte ich den Bundesrat zu prüfen, ob der maximal zulässige spezifische Norm-Benzin- verbrauch pro 100 Kilometer für neu zugelassene Personen- wagen begrenzt werden könne. Damit möchte ich ein vernünf- tiges Auto. Und ein vernünftiges Auto ist in erster Linie ein Auto mit geringem Benzinverbrauch und geringem Schadstoffaus- stoss. Die vorgeschlagene Massnahme ist in den USA bereits einge- führt. Die obere Benzinverbrauchslimite wäre stufenweise zu senken; als Zielgrösse ist bis im Jahr 2000 ein spezifischer Benzinverbrauch von drei Litern für Personenwagen anzustre- ben. Wie begründet nun der Bundesrat seine Ablehnung? Erstens: Mein Ansinnen würde geprüft, und zwar im Rahmen des Energienutzungsbeschlusses; damit würde meinem An- liegen bereits Rechnung getragen. Zweitens schreibt der Bun- desrat, man könne nicht gleiche Anliegen mehrfach prüfen. Drittens sei das Postulat «schon rein hinsichtlich der vorgese- henen Termine wenig realistisch». Herr Monteverdi, ein bekannter schweizerischer Autokon- strukteur, sagte in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» am 19. Oktober 1989: «So hat etwa die Firma Renault - hier- über wurde in der 'Automobil-Revue' berichtet - den Journali- sten ein Dreizylindermodell vorgestellt, das meine geforderten Werte» - er fordert diese Werte auch - «berücksichtigt und er- füllt. Die Pressevertreter wurden eingeladen, den Wagen zu fahren. Dabei sollte versucht werden, den Benzinverbrauch auf über drei Liter zu bringen. Der höchst ermittelte Verbrauch belief sich auf 2,8 Liter. Was ich als einzelner Automobilkon- strukteur kann, kann die Automobilindustrie mit ihren Compu- tern noch viel besser. Sie können mir aber auch einen VW-Golf oder einen grossen BMW bringen. Beide trimme ich im Rah- men meiner Formel auf einen Benzinverbrauch von drei Litern auf 100 km.» Das sagt Monteverdi. Das gilt, so sagt er, bereits heute. Und der Bundesrat findet, eine Zeitlimite bis ins Jahr 2000 sei un- realistisch. Eigentlich könnte ich ja zufrieden sein: Der Bundesrat sagt, mein Anliegen würde geprüft. Aber ich bitte Sie trotzdem, mein Postulat zu überweisen. Bundesrat Koller: Wenn wir das Postulat zur Ablehnung emp- fehlen, dann einfach deshalb, weil wir im SVG keine gesetzli- che Grundlage haben. Diese Frage wird aber im Rahmen des Energienutzungsbe- schlusses geprüft; insofern - das will ich Herrn Nationalrat Meier-Glattfelden zugestehen - wäre es vielleicht geschickter gewesen zu schreiben, das Postulat könne als erfüllt abge- schrieben werden. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung des Postulates Dagegen 33 Stimmen 34 StimmenSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Meier-Glattfelden Treibstoffverbrauch für Personenwagen Postulat Meier-Glattfelden Voitures particulières. Consommation de carburant In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.432 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 11.03.1991 - 14:30 Date Data Seite 385-385 Page Pagina Ref. No 20 019 671 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.