A bteilung III C -1268/2006 {T 0/2} U rteil vom 3. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler (Vorsitz); R ichterin Avenati-C arpani; R ichter Vaudan; G erichtsschreiber Segessenm ann. 1. A._______, 2. B._______, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für Justiz (B J), Vorinstanz, betreffend Fürsorgeleistungen an A uslandschw eizer. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Kinder der Beschw erdeführer, X._______ und Y._______ sind Bürger von W altersw il/BE und Pakistan. Sie leben seit dem Erreichen des Kinder- gartenalters m ehrheitlich beim Bruder des Beschw erdeführers in Pakistan, w o sie auch die Schule besuchen. B. Am 16. N ovem ber 2005 stellten die dam als in Basel w ohnhaften und von der Fürsorge abhängigen Beschw erdeführer für die beiden Kinder bei der Schw eizerischen Botschaft in Islam abad ein G esuch um Ausrichtung einer m onatlichen U nterstützung von Fr. 300.- sow ie um Ü bernahm e der Flug- kosten für den jährlichen Besuch in der Schw eiz. C . D ie Schw eizerische Botschaft in Islam abad erachtete in ihrem Bericht vom 20. Januar 2006 die Bedingungen zur H ilfeleistung im Sinne des Bundes- gesetzes vom 21. M ärz 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw ei- zer (ASFG , SR 852.11) - nam entlich aufgrund des vorherrschenden paki- stanischen Bürgerrechts der Kinder - als nicht erfüllt. D . M it Verfügung vom 15. Februar 2006 lehnte die Vorinstanz das U nterstüt- zungsgesuch ab. D a die Beschw erdeführer ihren W ohnsitz in Basel hätten und M inderjährige zusam m en m it ihren Eltern eine U nterstützungseinheit bilden w ürden, seien die beiden Kinder nicht als Auslandschw eizer zu be- trachten. Aus diesem G rund finde nicht das ASFG , sondern das kantonale Sozialhilferecht Anw endung. Im Ü brigen w ürden sich die Kinder erst seit kurzem in Pakistan aufhalten und seien dort nicht verw urzelt. Selbst w enn das ASFG anw endbar w äre, w ürde daher praxisgem äss keine dauernde U nterstützung vor O rt gew ährt. E. D ie Beschw erdeführer reichten gegen diesen Entscheid am 16. M ärz 2006 (Posteingang) Beschw erde ein beim dam als zuständigen Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ). In der Beschw erde w ird sinnge- m äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Zusprechung von Fürsorgeleistungen beantragt. F. M it Zw ischenverfügung vom 24. M ärz 2006 w urde die Sozialhilfe der Stadt Basel zur Einreichung einer Stellungnahm e eingeladen. Von dieser M ög- lichkeit m achte sie m it Eingabe vom 3. M ai 2006 G ebrauch. G . In der Vernehm lassung vom 12. M ai 2006 hält die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. H . Am 13. Juni 2006 reichten die Beschw erdeführer ihre R eplik ein und führ- ten darin unter anderem aus, dass sie lediglich U nterstützung für die Be- streitung der Schul- und Lebenshaltungskosten ihrer Kinder w ollten und keine Entschädigung für die Flugtickets. I. M it w eiterer Eingabe vom 8. D ezem ber 2006 erklärte die Beschw erdefüh- rerin, dass sie M itte N ovem ber 2006 zusam m en m it ihrem dritten Kind nach Pakistan ausgereist sei und sich in der Schw eiz abgem eldet habe. Aus diesem G rund bitte sie die Vorinstanz, ihr und ihren drei Kindern Für- sorgeleistungen für Auslandschw eizer zu gew ähren.3 J. Am 2. Februar 2007 teilte das Bundesverw altungsgericht - w elches das Beschw erdeverfahren vom EJPD per 1. Januar 2007 übernom m en hatte - den Beschw erdeführern den Spruchkörper für den Entscheid in der Sache m it. Zudem w urde die Beschw erdeführerin darauf hingew iesen, dass ein entsprechendes U nterstützungsgesuch bei der zuständigen Schw eizeri- schen Vertretung in Islam abad einzureichen w äre. K. M it Schreiben vom 26. M ärz 2007 überm ittelte das Bundesverw altungsge- richt dem BJ Kopien der R eplik der Beschw erdeführer vom 13. Juni 2006 sow ie der Eingabe vom 8. D ezem ber 2006 und erklärte den Schriften- w echsel als abgeschlossen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer in Art. 33 VG G aufgeführten Behörde erlassen w urden. D arunter fallen Entscheide des BJ gem äss Art. 14 Abs. 1 des Bundesge- setzes vom 21. M ärz 1973 über Fürsorgeleistungen an Auslandschw eizer (ASFG , SR 852.1). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sow eit dieses G esetz nichts anderes bestim m t. 1.3 D ie Beschw erdeführer sind als G esuchsteller und gesetzliche Vertreter der Kinder X._______ und Y._______ durch die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 15. Februar 2006 besonders berührt und haben ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 48 Vw VG ). Auf die frist- und form gerecht beim EJPD eingereichte Beschw erde vom 16. M ärz 2006 ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 Vw VG ). 2. D er Bund gew ährt Auslandschw eizern, die sich in einer N otlage befinden, im R ahm en der gesetzlichen Bestim m ungen Fürsorgeleistungen (Art. 1 ASFG ). Auslandschw eizer im Sinne dieses G esetzes sind Schw eizer Bür- ger, die im Ausland W ohnsitz haben oder sich seit m ehr als drei M onaten dort aufhalten (Art. 2 ASFG ).4 3. 3.1 In der Beschw erde w ird nam entlich vorgebracht, X._______ und Y._______ w ürden seit dem Kindergartenalter bei ihrem O nkel in Pakistan leben. D ie Kinder seien bei der Einw ohnerkontrolle in Basel abgem eldet w orden, w orauf das Sozialgeld auf drei Personen - die Beschw erdeführer und ihr drittes Kind - gekürzt w orden sei. Aus diesem G rund könne nicht vom Bestehen einer U nterstützungseinheit gesprochen w erden. D am it be- rufen sich die Beschw erdeführer sinngem äss darauf, dass für die U nter- stützung ihrer in Pakistan lebenden Kinder auf das ASFG und nicht auf das kantonale Sozialhilferecht abzustellen sei. 3.2 D em hält die Vorinstanz entgegen, vorliegend sei es unerheblich, ob und unter w elchen Voraussetzungen die Stadt Basel zur Ausrichtung von So- zialhilfe verpflichtet sei. G eprüft w erden m üsse vielm ehr, ob das ASFG m it Blick auf den persönlichen G eltungsbereich anw endbar sei, und - w enn ja - ob ein Anspruch auf Leistungen bestehe. D ie Kinder der Beschw erdeführer seien jew eils länger als drei M onate pro Jahr im Ausland. N ach dem W ortlaut von Art. 2 ASFG könnten sie daher als Auslandschw eizer betrachtet w erden. Es sei jedoch fraglich, ob dies dem Sinn der G esetzesnorm entspreche. N ach dem schw eizerischen R echtsverständnis begründe näm lich der vom elterlichen W ohnsitz ge- trennte Aufenthalt M inderjähriger zu Ausbildungszw ecken keinen eigen- ständigen W ohnsitz der Kinder; es sei von einer U nterstützungseinheit der ganzen Fam ilie auszugehen. G em äss der Praxis des Bundesgerichts be- stehe kein Anlass, in international gelagerten Fällen ohne besondere G ründe von diesem G rundsatz abzuw eichen. D ie Erfassung der Fam ilie als U nterstützungseinheit m üsse folglich auch für die Festlegung des G el- tungsbereichs des ASFG gelten. Für M inderjährige sei m ithin nicht der fak- tische Aufenthalt im Ausland von m ehr als drei M onaten, sondern der W ohnsitz der Eltern m assgeblich. D ieser liege im vorliegenden Fall in der Schw eiz. D ie Kinder der Beschw erdeführer seien deshalb nicht als Aus- landschw eizer im Sinne des ASFG zu betrachten, so dass dieses G esetz nicht zur Anw endung gelange. Für den Fall, dass die Anw endbarkeit des ASFG bejaht w ürde, m üsste dennoch eine U nterstützung abgelehnt w erden. N achdem nicht dargelegt sei, dass zw ingende G ründe für den Aufenthalt der Kinder in Pakistan sprechen w ürden, sei es den Beschw erdeführern aus Kostengründen zu- zum uten, die Kinder in der Schw eiz zu behalten bzw . in einem gem einsa- m en H aushalt zu leben. Aus fürsorgerischen Ü berlegungen erscheine die Trennung der Kinder von den Eltern nicht optim al. D as BJ versuche im R ahm en der Sozialhilfe vielm ehr, die Zusam m enführung von Fam ilien zu fördern. D em Kontakt der Kinder zu ihren Eltern w erde höheres G ew icht beigem essen als dem Kennenlernen des väterlichen U rsprungslandes. Ferner dürfe w ohl das hiesige Schulsystem als dem pakistanischen eben- bürtig bezeichnet w erden. D ie Ausbildungsqualität sei dem nach ebenfalls kein G rund, die von den Beschw erdeführern gew ählte, kostspielige Lösung 5 finanziell zu unterstützen. 4. 4.1 Aus den Akten geht hervor, dass die Kinder X._______ und Y._______ seit Jahren überw iegend - m it Ausnahm e der Som m erferien - in Pakistan bei der Fam ilie ihres O nkels leben und dort die Schule besuchen. H alten sie sich som it w ährend m ehr als drei M onaten pro Jahr im Ausland auf, so erfüllen sie nach dem W ortlaut von Art. 2 ASFG zum indest zeitw eise - d.h. nach jew eils drei M onaten Auslandaufenthalt - die Auslandschw eizereigen- schaft, D ies zieht gem äss Art. 1 ASFG grundsätzlich die Anw endbarkeit dieses G esetzes nach sich. 4.2 Sow eit die Vorinstanz geltend m acht, M inderjährige, die sich ohne ihre El- tern im Ausland aufhielten, seien von der erw ähnten R egelung nicht er- fasst, stützt sie sich im W esentlichen auf ein unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 1995. Im zitierten U rteil hielt das Bundesge- richt unter anderem fest, dass die Fam ilie nach schw eizerischem R echt in der R egel als U nterstützungseinheit gelte. D er U nterstützungsw ohnsitz ei- nes unm ündigen Kindes leite sich daher nach Art. 7 Abs. 1 des Zuständig- keitsgesetzes vom 24. Juni 1977 (ZU G , SR 851.1) interkantonal grund- sätzlich von dem jenigen seiner Eltern ab. Es bestehe kein Anlass, in inter- national gelagerten Fällen ohne besondere G ründe von diesem G rundsatz abzuw eichen (unveröffentlichtes U rteil des Bundesgerichts 2A.222/1993 vom 28. Juni 1995, E. 3a). 4.3 D as von der Vorinstanz angeführte Präjudiz lässt sich indessen nicht ohne w eiteres auf die vorliegende Konstellation übertragen. Im besagten Ent- scheid hatte das Bundesgericht darüber zu befinden, ob der Aufenthalt in der Schw eiz einer m inderjährigen schw eizerischen Staatsangehörigen, de- ren Eltern w eiterhin im Ausland lebten, als R ückkehr im Sinne von Art. 2 der Verordnung vom 26. N ovem ber 1973 über Fürsorgeleistungen an Aus- landschw eizer (ASFV, SR 852.11) zu betrachten sei. D as Bundesgericht verneinte diese Frage m it der Begründung, dass die m inderjährige Person durch den blossen Aufenthalt in der Schw eiz keinen eigenen U nterstüt- zungsw ohnsitz begründet habe, zum al nicht gesichert sei, dass sie dauer- haft in der Schw eiz verbleiben w olle (E. 3b des zitierten Bundesgerichtsur- teils). D am it fehlte es an einer Voraussetzung zur Beendigung der Fürsor- gezuständigkeit nach dem ASFG . W ährend die R ückkehr nach Art. 2 ASFV die Absicht dauernden Verbleibs verlangt, lässt das G esetz für die Begründung der Auslandschw eizereigen- schaft - und som it für die Anw endbarkeit des ASFG - ausdrücklich bereits einen länger als drei M onate dauernden Aufenthalt im Ausland genügen. Auf G rund dieser expliziten Anknüpfung des G esetzgebers am blossen Aufenthalt einer Person und unter Berücksichtigung des spezialgesetzli- chen C harakters des ASFG (vgl. Art. 1 Abs. 3 ZU G ) erscheint es daher fraglich, inw iefern vorliegend R aum für eine analoge Anw endung der inter- kantonalen R egelung von Art. 7 Abs. 1 ZU G besteht, gem äss w elchem un- m ündige Kinder, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, den U nterstüt-6 zungsw ohnsitz der Eltern teilen. 4.4 W ollte m an aus dem bundesgerichtlichen Entscheid dennoch den U m kehr- schluss ziehen, dass m inderjährige Schw eizer Bürger, die sich ohne ihre Eltern w ährend m ehr als drei M onaten im Ausland aufhalten, m angels ei- genen U nterstützungsw ohnsitzes nicht als Auslandschw eizer im Sinne von Art. 2 ASFG zu betrachten w ären, w ürde dies - anders als in der vom Bun- desgericht behandelten Konstellation - die G efahr eines vom G esetzgeber kaum gew ollten negativen Kom petenzkonfliktes in sich bergen. Für die Ausrichtung von Fürsorgeleistungen an bedürftige Personen, die sich in der Schw eiz aufhalten, sind - vorbehältlich spezialgesetzlicher Aus- nahm en (vgl. insbesondere die Verw eise in Art. 1 Abs. 3 ZU G ) - die Kanto- ne zuständig (vgl. Art. 115 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] i.V.m . Art. 1 Abs. 1 ZU G ). U m in den G enuss von Fürsorgeleistungen zu kom m en, m üssen Bedürftige w eder über das Schw eizer Bürgerrecht noch über einen festen W ohnsitz in der Schw eiz verfügen (vgl. Art. 20 ff. ZU G ). Eine generelle Zuständigkeit zur U nterstützung bedürftiger Personen, die sich w ährend m ehr als drei M onaten im Ausland aufhalten, ist indessen w eder im ZU G noch in den kantonalen Fürsorgegesetzen vorgesehen. Zw ar haben verschiedene Kantone - so auch der Kanton Basel-Stadt (vgl. § 23 Abs. 1 des kantonalen Sozialhilfegesetzes vom 29. Juni 2000, Syste- m atische G esetzessam m lung des Kantons Basel-Stadt [SG ] 890.100) - den im interkantonalen Verhältnis geltenden G rundsatz des einheitlichen U nterstützungsw ohnsitzes von Fam ilien gem äss Art. 7 Abs. 1 ZU G auf das innerkantonale Verhältnis übertragen (vgl. FELIX W O LFFER S, G rundriss des Sozialhilferechts, Bern/Stuttgart/W ien 1993, S. 56). Es bestehen jedoch keine Anhaltspunkte, dass der Kanton Basel-Stadt oder andere Kantone diesen G rundsatz auch auf internationale Verhältnisse hätten ausdehnen w ollen. Eine solche Ausw eitung der inländischen Fürsorge auf ausländi- sche Sachverhalte hätte w eitreichende praktische Konsequenzen, da eine entsprechende R egelung aus G ründen der R echtsgleichheit (vgl. Art. 8 BV) für säm tliche im Ausland lebenden Kinder von Eltern m it U nterstüt- zungsw ohnsitz in der Schw eiz - und nicht nur für schw eizerische Staatsan- gehörige - gelten m üsste. M angels einer entsprechenden ausdrücklichen gesetzlichen G rundlage kann daher ein solcher W ille nicht leichthin ange- nom m en w erden. D ie Annahm e des Bestehens einer U nterstützungseinheit zw ischen in der Schw eiz lebenden Eltern und deren im Ausland befindlichen m inderjähri- gen Kindern könnte folglich dazu führen, dass in derartigen Konstellatio- nen w eder der Kanton noch der Bund zur Ausrichtung von Sozialhilfe zu- ständig w äre. Ein solches Ergebnis w ürde jedoch im W iderspruch zu den Bem ühungen des G esetzgebers stehen, Lücken im Bereich der H ilfeleis- tungen zu G unsten von im Ausland in einer N otlage befindlicher schw eize- rischer Staatsangehöriger zu schliessen. So ist auf Bundesebene - in Er-7 gänzung zur U nterstützung von Auslandschw eizern nach den Bestim m un- gen des ASFG - die M öglichkeit vorgesehen, w ährend einer Auslandreise in N ot geratenen schw eizerischen Staatsangehörigen, die sich seit w eniger als drei M onaten im Ausland aufhalten und dort keinen festen W ohnsitz haben, rückzahlbare Vorschüsse zu gew ähren (Art. 1 f. der Verordnung vom 3. Juli 2002 über die finanzielle H ilfe an vorübergehend im Ausland w eilende Schw eizer Staatsangehörige [SR 191.2]; vgl. zum ergänzenden C harakter der durch die vorgenannte R egelung abgelösten Verordnung vom 26. N ovem ber 1973 über die H ilfe an vorübergehend im Ausland w ei- lende Schw eizer Bürger: R U D O LF BIN G G ELI, D ie Fürsorge für Auslandschw ei- zer, in: Zeitschrift für öffentliche Fürsorge, Band 71 (1974), H eft 12, S. 187 f.). 4.5 N ach dem G esagten fällt die Behandlung des G esuchs der Beschw erde- führer vom 16. N ovem ber 2005 um Ausrichtung von Fürsorgeleistungen zugunsten ihrer in Pakistan lebenden Kinder X._______ und Y._______ - ungeachtet der offenbar M itte N ovem ber 2006 erfolgten nachträglichen W ohnsitzverlegung der Beschw erdeführerin nach Pakistan - in die Zustän- digkeit des Bundes. Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob die Beschw erde- führer für ihre Kinder X._______ und Y._______ Fürsorgeleistungen nach dem ASFG beanspruchen können oder ob die Vorinstanz die Ausrichtung solcher Leistungen zu R echt verw eigert hat. 5. 5.1 W ie bereits erw ähnt w urde, gew ährt der Bund im R ahm en des ASFG Aus- landschw eizern, die sich in einer N otlage befinden, Fürsorgeleistungen (Art. 1 ASFG ). D oppelbürger, deren ausländisches Bürgerrecht vor- herrscht, w erden in der R egel nicht unterstützt (Art. 6 ASFG ). Für die Be- stim m ung des vorherrschenden Bürgerrechts sind vor allem die U m stände, w elche zum Erw erb des ausländischen Bürgerrechts geführt haben und die Beziehungen zur Schw eiz m assgebend (Art. 8 Abs. 1 ASFV). 5.2 D ie beiden Kinder X._______ und Y._______ entstam m en der Ehe einer Schw eizerin m it einem pakistanischen Staatsangehörigen, w elcher im heu- tigen Zeitpunkt ebenfalls über das Schw eizer Bürgerrecht verfügt. Anlass der U nterbringung der Kinder bei Verw andten in Pakistan w ar offenbar ei- ne Ü berforderung der Eltern auf G rund eigener gesundheitlicher Problem e. D ie Kinder halten sich in den Som m erferien anscheinend regelm ässig w ährend m ehrerer M onate in der Schw eiz auf. Bevor die Beschw erdefüh- rerin ihren Kindern nach Pakistan gefolgt ist, w urde die Beziehung zu den Kindern durch Besuche in Pakistan sow ie durch regelm ässige telefonische Kontakte gepflegt. D ie Kinder verstehen angeblich schw eizerdeutsch. 5.3 Auf der anderen Seite ist für die Frage des vorherrschenden Bürgerrechts zu berücksichtigen, dass der Aufenthalt der Kinder in Pakistan bereits so lange andauert, dass sie inzw ischen den überw iegenden Teil ihres bisheri- gen Lebens - und nam entlich die für die persönliche Entw icklung beson- ders w ichtige Schulzeit - bei der Fam ilie ihres O nkels in Pakistan verbracht haben.8 5.4 Bei dieser Sachlage ist trotz einem sehr engen Bezug der Kinder zum U r- sprungsland ihres Vaters - zum indest im heutigen Zeitpunkt - noch vom Vorherrschen des schw eizerischen Bürgerrechts auszugehen. D ies vor al- lem deshalb, w eil auf G rund der Akten nach w ie vor anzunehm en ist, dass der Aufenthalt in Pakistan bloss vorübergehender N atur ist und m it einer späteren R ückkehr in die Schw eiz - beispielsw eise nach Abschluss der schulischen Ausbildung - zu rechnen ist. Keine entscheidende Bedeutung kann diesbezüglich der Ende 2006 erfolgten N achreise der Beschw erde- führerin nach Pakistan beigem essen w erden, da diese W ohnsitzverlegung offenbar in einem engen Zusam m enhang zum vorliegenden Beschw erde- verfahren steht. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt herausstellen, dass dem Aufent- halt von X._______ und Y._______ in Pakistan nun doch definitiver C ha- rakter zukom m t und eine R ückkehr in die Schw eiz nicht m ehr als w ahr- scheinlich betrachtet w erden kann, so w äre ab diesem Zeitpunkt m ögli- cherw eise vom Vorherrschen des pakistanischen Bürgerrechts auszuge- hen. D iese Frage braucht vorliegend indessen nicht abschliessend beur- teilt zu w erden. 6. 6.1 N ach Art. 11 Abs. 1 ASFG kann H ilfsbedürftigen die H eim kehr in die Schw eiz nahe gelegt w erden, w enn dies in ihrem w ohlverstandenen Inte- resse oder dem ihrer Fam ilie liegt. In diesem Fall übernim m t der Bund an- stelle der U nterstützung im Ausland die H eim reisekosten. O b die H eim kehr im w ohlverstandenen Interesse liegt, ist nach fürsorgerischen G rundsätzen zu beurteilen; finanzielle Erw ägungen sollen nicht ausschlaggebend sein. D ie H eim kehr soll nam entlich dann nicht nahe gelegt w erden, w enn M enschlichkeitsgründe dagegen sprechen, insbesondere w enn sie enge Fam ilienbande zerreissen oder aus einem Aufenthalt von längerer D auer sich ergebende enge Beziehungen zum Aufenthaltsstaat zerstören w ürde (vgl. Art. 14 ASFV). 6.2 D ie Beschw erdeführer m achen diesbezüglich nam entlich geltend, dass m an die Kinder nach so vielen Jahren nicht aus der Schule und aus ihrem U m feld in Pakistan reissen könne. D ie Kinder w ürden dort eine anerkannte Englisch-Schule besuchen und es gefalle ihnen sehr gut. 6.3 W ie bereits erw ähnt w urde, ist auf G rund der derzeitigen Aktenlage davon auszugehen, dass die Kinder der Beschw erdeführer früher oder später in die Schw eiz zurückkehren w erden (vgl. oben E. 6.2). Vor diesem H inter- grund erscheint eine w eitere Verlängerung des Aufenthalts von X._______ und Y._______ in Pakistan aus fürsorgerischer Sicht und nam entlich aus der Sicht des Kindesw ohls (vgl. betreffend die Pflicht der Behörden zur vorrangigen Berücksichtigung dieses Prinzips: Art. 3 Abs. 1 des Ü berein- kom m ens vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes [SR 0.107]) problem atisch. Zw ar m ag es zutreffen, dass die Kinder X._______ und Y._______ in Pakistan eine gute Schulausbildung geniessen und ih- nen das Leben dort gefällt. G leichzeitig gilt es jedoch zu bedenken, dass 9 eine R eintegration in die schw eizerischen Verhältnisse m it zunehm ender D auer des Auslandaufenthalts im m er schw ieriger w erden dürfte. D as älte- re Kind w ird schon bald 14 Jahre alt sein und befindet sich dam it bereits in der für die soziale Integration so entscheidenden Phase der Adoleszenz (vgl. aus der schw eizerischen Praxis zu sog. H ärtefällen: BG E 123 II 125 E.4a S. 128 f. sow ie Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 25 E.6d S. 199). H inzu kom m t, dass die Q ualität der schulischen Ausbildung in der Schw eiz m it derjeni- gen in Pakistan zum indest vergleichbar sein dürfte und es ihnen auch aus diesem G rund zugem utet w erden könnte, die Schulen in der Schw eiz zu besuchen. Ferner spricht auch der U m stand, dass die Tante, die sich bis- her in Pakistan um X._______ und Y._______ geküm m ert hat, gem äss den Angaben der Beschw erdeführer aus gesundheitlichen G ründen nicht m ehr in der Lage ist, die Kinder zu betreuen, gegen einen w eiteren Ver- bleib in Pakistan und dam it auch gegen eine U nterstützung vor O rt. 6.4 Im Ü brigen verm ag auch der U m stand, dass die Beschw erdeführerin ihren Kindern im N ovem ber 2006 nach Pakistan nachgereist ist, zu keiner ande- ren Einschätzung zu führen. D ie Beschw erdeführerin hat ihm R ahm en des Beschw erdeverfahrens beim EJPD ein G esuch um Ausrichtung von Sozial- hilfe nach dem ASFG gestellt, w elches jedoch - sofern sie ihr G esuch überhaupt w eiterverfolgt hat (vgl. Art. 13 Abs. 1 ASFG , Art. 18 Abs. 1 ASFV) - kaum Aussichten auf Erfolg haben dürfte. D ie Ausrichtung von Fürsorgeleistungen nach dem ASFG kom m t grundsätzlich nur dann in Be- tracht, w enn sich der Auslandschw eizer im G astland bereits eine gew isse Existenz geschaffen hat (vgl. U rteil des Bundesgerichts 2A.302/2002 vom 24. Juni 2002, E. 3.2). D avon kann jedoch bei der bereits in der Schw eiz von der Fürsorge abhängigen Beschw erdeführerin keine R ede sein. Zu- dem m uss nicht befürchtet w erden, dass durch die H eim kehr enge Fam ili- enbande zerrissen w ürden im Sinne von Art. 14 ASFV. D ie Beschw erde- führer haben die Trennung von ihren Kindern selber herbeigeführt und w ährend Jahren aufrecht erhalten. Zudem steht ihnen die M öglichkeit of- fen, eine W iedervereinigung der Fam ilie in der Schw eiz - allenfalls m it H ilfe der schw eizerischen Behörden (vgl. Art. 11 ASFG ) - herbeizuführen. 6.5 Vor diesem H intergrund kann schliesslich auch dem geltend gem achten R uhebedürfnis des in der Schw eiz verbliebenen Beschw erdeführers, der angeblich an starken D epressionen sow ie R ücken- und Kopfschm erzen lei- det, kein entscheidendes G ew icht beigem essen w erden. D ie Kinder besu- chen tagsüber die Schule und befinden sich zudem bereits in einem Alter sind, in w elchem sie in der Lage sein dürften, dem besonderen Bedürfnis ihres Vaters nach R uhe R echnung zu tragen. Im Ü brigen handelt es sich bei diesem Vorbringen in erster Linie um eine Frage der adäquaten m edizi- nischen Behandlung des Beschw erdeführers. D iese Frage bildet jedoch nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens, w eshalb sich w eitere Ausführungen dazu erübrigen. 7. Zusam m enfassend ergibt sich som it, dass die Vorinstanz den Beschw er- deführern die Ausrichtung von Fürsorgeleistungen nach dem ASFG für die beiden Kinder X._______ und Y._______ zu R echt verw eigert hat.10 8. D em nach gelangt das Bundesverw altungsgericht zum Schlusss, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserhebli- chen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt; sie ist auch angem essen (Art. 49 Vw VG ). D ie Beschw erde ist daher abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ürden die Beschw erdeführer grund- sätzlich kostenpflichtig. Angesichts der besonderen U m stände ist jedoch von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzusehen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 6 Bst. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführern (G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (eingeschrieben; Akten retour) - der Sozialhilfe der Stadt Basel D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler Thom as Segessenm ann R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D as angefochtene U rteil und die Bew eism ittel sind, sow eit sie die Partei in H änden hat, bei- zulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :