B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-1700/2013 U r t e i l v o m 1 3 . M a i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), Richterin Marie-Chantal May Canellas, Richter Jérôme Candrian, Gerichtsschreiberin Christa Baumann. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich), c/o Studienadministration HG FO 22.1, Rämistras- se 101, 8092 Zürich, vertreten durch Dr. Dieter Wüest, Leiter Rektorat, Rämistras- se 101, 8092 Zürich ETH-Zentrum, Beschwerdegegnerin, ETH-Beschwerdekommission, Postfach 6061, 3001 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Bachelor-Studiengang Architektur; Leistungsausweis ohne Abschluss. A-1700/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ studiert an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zü- rich (ETH Zürich) Architektur. Im Sommer 2011 nahm er an den Basisprü- fungen für das Bachelor-Architekturstudium teil, erzielte jedoch ein ung e- nügendes Prüfungsresultat. Deshalb meldete sich A._______ fristgerecht abermals zu den fraglichen Prüfungen an, trat diese jedoch nicht an. Am 17. September 2012 teil te die ETH Zürich A._______ in der Folge mit, aufgrund der zum zweiten Mal nicht bestandenen Leistungskontrollen das Diplom nicht mehr erwerben zu können. Eine Weiterführung und ein A b- schluss im Bachelor -Studiengang Architektur sei nicht mehr möglich, weshalb er vom Studium ausgeschlossen werde. B. Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies die ETH - Beschwerdekommission mit Verfügung vom 26. Februar 2013 ab , nach- dem sie vorgängig die Beurteilung des vom Beschwerdeführer eing e- reichten Wiederwägungsgesuchs abgewartet hatte. C. Dagegen führt A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 30. März 2013 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Dar in beantragt er sinngemäss, die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm zu gestat- ten, die Ba sisprüfungen im Bachelor-Studiengang Architektur zu wiede r- holen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er im Sinne einer vorsorg- lichen Massnahme um Zulassung zu den Basisprüfungen für das Bach e- lor-Architekturstudium. D. Mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2013 beantragt die ETH (nachfol- gend: Beschwerdegegnerin) d ie Abweisung der Beschwerde. Die ETH - Beschwerdekommission (nachfolgend: Vorinstanz) schliesst in ihre r Ver- nehmlassung vom 25. April 2013 unter Hinweis auf die Begründung des angefochtenen Entscheides ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. E. In den Schlussbemerkungen vom 3. Mai 2013 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. F. Auf die weiteren Vorbringen und die sich bei den Akten befindenden A-1700/2013 Seite 3 Schriftstücke wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ri chtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes vorsieht (Art. 37 VGG). 1.1 Gemäss Art. 31 VwVG beurteilt das Bundesverwaltungsgeri cht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt . Die ETH -Beschwerdekommission gehört zu den eidgenössischen Kommissionen nach Art. 33 Bst. f VG G (vgl. ausführlich dazu: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2232/2010 vom 31. März 2011 E. 1.1, A-5041/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 1.1); eine Ausnah- me, was das Sachgebiet betrifft, liegt nicht vor. Überdies stellt d er ange- fochtene Entscheid als individuell konkrete Anordnung, die in Anwendung des Bundesverwaltungsrechts ergangen ist, ein taugliches Anfechtung s- objekt dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur Beur teilung der dagegen erhobenen Beschwerde zuständig. 1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be- rührt ist und ein schutzwürdiges Inter esse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Der Beschwerdeführer ist durch den in der angefochtenen Verfügung ausgesprochenen Ausschluss v om Architekturstudium be- schwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung. Demnach ist seine Beschwerdelegitimation zu bejahen. 1.3 Auf die im Übrigen frist - (Art. 50 VwVG) und formgerecht (Art. 52 VwVG) eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht untersucht angefochtene Verfügung en grundsätzlich auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger ode r unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübu ng des Ermessens – sowie auf An gemes- senheit hin (Art. 49 VwVG). Bei der Überprüfung von Prüfungsergebnis-A-1700/2013 Seite 4 sen auferlegt es sich allerdings eine gewisse Zurückhaltung, da es in der Regel nicht in der Lage ist , sich ein zuverlässiges Bild über die Leistu n- gen des Beschwerdeführers zu machen. Ausserdem betreffen Prüfungen regelmässig Spezialgebiete, in denen das Bundesverwaltungsgericht über keine Fachkenntnisse verfügt. Deshalb weicht es in Fragen, die sich durch die Justizbehörden naturgemäss nur schwer beurteilen lassen, nicht ohne Not von der Beurteilung der Prüfungsorgane und Experten ab (BVGE 2008/14 E. 3.1; Urteil e des Bundesverwaltungsgerichts A-2496/2009 vom 11. Januar 2010 E. 2.1, A-5458/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2.2). Diese Zurückhaltung rechtfertigt sich freilich nur bei der eigentl i- chen Bewertung von Prüfungsergebnissen. Sind hingegen die Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden V erfahrens- mängel im Prüfungsablauf gerügt, prüft das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen mit voller Kognition (BVGE 2008/14 E. 3.3, BVGE 2007/6 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3137/2012 vom 14. Januar 2013 E. 3). Dies gilt insb esondere für die vorliegend im Raum stehenden Fragen nach der Prüfungserstehungs(un)fähigkeit so- wie deren rechtzeitiger Geltendmachung (Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A-3595/2009 vom 8. Dezember 2009 E. 2; Urteil der Eidgenössi- schen Rekurskommission für medizinische Aus - und Weiterbildung [RE- KO MAW] vom 25. November 2003 [MAW 02.005] E. 2). 3. Am 1. August 2012 ist die Verordnung vom 22. Mai 2012 der ETH Zürich über Lerneinheit und Leistungskontrollen (Leistungs kontrollenverordnung ETH Zürich, SR 414.135.1) in Kraft getreten. Diese enthält keine inter- temporalrechtliche Regelung. Deshalb ist aufgrund der allgemeinen Prin- zipien über das anwendbare Recht zu entscheiden (ULRICH HÄFELIN/ GE- ORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zü- rich/St. Gallen 2010, N. 325). Das Interesse am Schutz des Vertrauens der Betroffenen auf Weitergeltung des bisherigen Rechts und an der Rechtssicherheit wird am besten gewahrt, wenn das im Zeitpunkt der Ein- leitung des Verfahrens gelte nde Recht angewendet wird. Das Interesse daran, das neue Recht möglichst rasch und umfassend wirksam werden zu lassen, verlangt dagegen, dass Änderungen des Rechts auch dann berücksichtigt werden, wenn sie erst während des Verfahrens eintreten (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 325). In Abwägung dieser Intere s- sen sind nach der Rechtsprechung bei materiell -rechtlichen Vorschriften im Allgemeinen jene Regelungen anzuwenden, die im Zeitpunkt der Ve r- wirklichung des zu Rechtsfol gen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.2, BGE 129 V 1 E. 1.2; Urteil des Bundesverwa l-A-1700/2013 Seite 5 tungsgerichts A -2232/2010 vom 31. März 2011 E. 3.1.4; vgl. HÄFE- LIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 326). Werden diese Überlegungen auf den vorliegenden Fall übertragen, so beurteilt sich dieser nach der Le is- tungskontrollenverordnung ETH Zürich, da der als nicht bestanden g e- wertete Prü fungszyklus nach dem Inkrafttreten des neuen Rechts statt- fand. 4. Gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. a bis des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH -Gesetz, SR 414.110) erteilen die Eidgenössischen Technischen Hochschulen Ba- chelor- und Mastertitel. Welche Lerneinheiten hierfür zu absolvieren und Lernkontrollen zu bestehen sind, ist für die ETH Zürich grundsätzlich in der Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich sowie den gestützt darauf erlassenen Studienreglement en (Art. 6 Abs. 4 und Art. 7 Abs. 3 Lei s- tungsverordnung der ETH Zürich) geregelt (Art. 1 Leistungsv erordnung der ETH Zürich) . Gemäss Art. 14 Abs. 1 Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich kann eine nicht bestandene Leistungskontrolle in demselben Studiengang nur einmal wiederholt werden. Handelt es sich bei der nicht bestandenen Leistungskontrolle um einen Prüfungsblock, so muss dieser als Ganzes wiederholt werden (Art. 14 Abs. 2 Leistungskontrollenverord- nung ETH Zü rich). Ein Student ist vom Studium auszuschliessen, wenn dessen abermaliges Scheitern zur Folge hat, dass er die Anzahl ETCS- Kreditpunkte, die für den Abschluss des Studiums erforder lich sind, nicht mehr erreichen kann (Art. 7 Abs. 2 Bst. a Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich). 4.1 Der Beschwerdeführer bestand die Basisprüfungen für den Bachelor- Studiengang Architektur im Sommer 2011 ni cht. Daraufhin meldete er sich fristgerecht erneut zu den fraglichen Prüfungen an, trat diese jedoch nicht an. Mit Verfügung vom 17. September 2012 teilte die Beschwerd e- gegnerin dem Beschwerdeführer daraufhin mit, er könne aufgrund der zum zweiten Mal nicht b estandenen Leistungskontrollen das Architektur- diplom nicht mehr erwer ben. Eine Weiterführung und ein Abschluss im Bachelor-Studiengang Architektur sei deshalb nicht mehr möglich , we s- halb er vom Architekturstudium ausgeschlossen wurde. 4.2 Der Beschwerdeführer hält diese Auf fassung für unzutreffend, da er den Prüfungen vom 6. bis 24. August 2012 aus gesundheitlichen Grü n- den zu Recht ferngeblieben sei, weshalb der fragliche Prüfungszyklus nicht als Fehlversuch gewertet werden dürfe . Entgegen der Auffassung A-1700/2013 Seite 6 der V orinstanz habe er die Beschwerdegegnerin rechtzeitig über seine gesundheitlichen Probleme informiert, die ihm eine Teilnahme an den Prüfungen verunmöglicht hätten. Dass ihm eine frühere Benachrichtigung nicht möglich gewesen sei, habe seine behandelnde Psy chotherapeutin im nachgereichten Bericht festgehalten. Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin entgegen, der Beschwerdeführer habe in seinem Schreiben vom 7. Oktober 2012 unter anderem festgehalten, sich siche r- heitshalber von den Prüfungen ferngeh alten zu haben, um einen Misse r- folg zu vermeiden. Er sei somit am 6. August 2012 in der Lage gewesen, das Risiko eines Prüfungsmisserfolges abzuschätzen. Unter diesen U m- ständen könne ausgeschlossen werden , dass er nicht im Stande gew e- sen sei, einen Arzt au fzusuchen und sich bei der zuständigen Stelle a b- zumelden. Im Arztzeugnis vom 10. August 2012 und im Psychotherapi e- bericht vom 5. Oktober 2012 werde ausserdem nur festgehalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen sei, die Prüfungen zu a b- solvieren. Erst nachdem das Annullationsgesuch des Beschwerdeführers abgewiesen worden sei , sei der Psychotherapiebericht dahingehend e r- gänzt worden, dass ihm eine Abmeldung zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich gewesen sei. 4.3 Gemäss Art. 10 Abs. 1 Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich können Prüfungen nach dem Beginn der Prüfungssession nur mehr aus wichtigen Gründen, wie Krankheit oder Unfall, unter brochen werden . Beim wichtigen Grund , der einen Prüfungsunterbruch rechtfertigen kann, handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der unter Berüc k- sichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalles auszulegen ist. Massgebend ist dabei, ob es dem Kandidaten unter den gegebenen U m- ständen möglich und zumutbar ist, die Prüfung(en) abzu legen. Beruft er sich auf einen solchen Hinderungsgrund, so hat er die Prüfungsplanstelle darüber unverzüglich zu informieren und ihr die nötigen Zeugnisse vorz u- legen (Art. 10 Abs. 2 Leistungs kontrollenverordnung ETH Zürich ). Wird das Fernbleiben von einer Leistungskontrolle nicht oder nicht ausreichend begründet, so gilt diese als nicht bestanden. Handelt es sich um eine Prü- fung als Teil eines Prüfungsblockes, so gilt der ganze Prüfungsblock als nicht bestanden. In einem solchen Fall wird das Nichtbestehen mit dem Begriff "Abbruch" vermerkt (Art. 10 Abs. 4 Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich). 4.4 Ob es dem Beschwerdefü hrer möglich und zumutbar gewesen wäre, an den Basisprüfungen vom 6. -24. August 2012 für den Bachelor - Studiengang Architektur teilzunehmen, mithin ein wichtiger Grund im Si n-A-1700/2013 Seite 7 ne von Art. 10 Abs. 1 Leistungskontrollenverordnung vorgelegen hat, kann im Lichte der obigen Ausführungen dahingestellt bleiben, wenn er es versäumt hat, sich unverzüglich bei der Prüfungsplanstelle abzume l- den. 4.4.1 Der Gesetz geber hat die Frist für die geforderte Abmeldung in Art. 10 Abs. 2 Leistungskontrollenverordnung ETH Zürich nicht starr be- messen, sondern hierfür mit "unverzüglich" einen auslegungsbedürftigen Begriff verwendet. Dies hat zur Folge, dass unter Berücksichtig ung der Umstände des Einzelfalles zu entscheiden ist, ob sich ein Kandidat recht- zeitig bei der Prüfungsplanstelle gemeldet hat. Dabei wird mit dem Begriff "unverzüglich" zum Ausdruck gebracht, dass eine sofortige Benachricht i- gung der Prüfungsplanstelle verlangt wird. Dies bedeutet im Allgemeinen, dass ein Kandidat – wie in den abgegebenen Weisungen der Beschwe r- degegnerin zu den Basisprüfungen für den Bachelor Studiengang Arch i- tektur vom 6. August bis zum 24. August 2012 festgehalten – die Pr ü- fungsplanstelle an dem Tag zu kontaktieren hat, an de m er eine Prüfung nicht antritt oder diese abbricht . Ist er hierzu indes aus objektiver Sicht unverschuldet nicht in der Lage ge wesen oder kann ihm eine solche Handlung nicht zugemutet wer den, so ist die Benachricht igung der Pr ü- fungsstelle als unverzüglich erfolgt anzusehen, wenn diese vorgeno m- men wird, sobald der Hinderungsgrund wegefallen ist . Bei der Beurte i- lung, ob ein Prüfungskandidat an der Benachrichtigung gehindert gew e- sen ist, besteht ein breiter Ermessenssp ielraum. Massgebend sind aller- dings nur Gründe, welche dem Kandidaten die Wahrung seiner Interes- sen bei gehöriger Sorgfalt verunmögli cht oder in unzumutbarer Weise er- schwert haben . In Anlehnung an die zur Wiederherstellung von Fristen entwickelten Praxis i st dabei in erster Linie an Naturkatastrophen, ge- sundheitliche Probleme des Kandidaten sowie allenfalls einer ihm nahe- stehenden Person zu denken (STEPHAN VOGEL, in: Kommentar zum Bun- desgesetz über das Verwaltungsverfahren, Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Zürich/St. Gallen 2008, Art. 24 N. 10; ähnlich hinsichtlich der nachträgl i- chen Aufhebung von Prüfungsresultaten: Urteil des Bundesverwaltung s- gerichts A -2619/2010 vom 11. Juni 2011 E. 4.1; Entscheide der REKO MAW vom 26. November 2004 i.S. S [MAW 04.40] E. 4.1 publiziert in VPB 69.95 und vom 27. August 2002 i.S. A.K. [MAW 02.001] E. 3b publi- ziert in VPB 67.30). Musste der Kandidat mit dem Auftreten eines solchen Grundes rechnen, so ist er gehalten, die geeigneten Vorkehren zu treffen, um sicherzustellen, das s eine Drittperson die geforderte Benachricht i- gung vornimmt (bezüglich der Wiederherstellung: VOGEL, a.a.O., Art. 24 N. 11). A-1700/2013 Seite 8 4.4.2 Der Beschwerdeführer hat sich am 10. August 2012 mit der St u- dienleitung in Verbindung gesetzt und sie unter Beilage eines Arztzeu g- nisses davon in Kenntnis gesetzt, dass er an den Prüfungen vom 6. s o- wie 8. August 2012 aus gesundheitlichen Gründen nicht habe teilnehmen können. Eine solche Benachrichtigung ist nach dem vorangehend Ausge- führten als verspätet einzustufen, es sei denn, der Beschwerdeführer war wegen seiner damaligen gesundheitlichen Verfassung aus objektiver Sicht unverschuldet nicht in der Lage, sich früher mit der Beschwerd e- gegnerin in Verbindung zu setzen, oder ihm war eine solche Kontaktau f- nahme nicht zumutbar. Misslingt dieser Beweis, so trägt der Beschwerde- führer nach der allgemeinen Beweislastregel die Folgen der Beweislosig- keit (Art. 8 des Zivilgesetzbuches vom 10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]), womit das Fernbleiben als nicht begründet einzustufen und der gesamte Prüfungsblock infolgedessen als nicht bestanden zu werten ist. 4.4.2.1 Der Beschwerdeführer hat zum Beweis seiner damaligen gesun d- heitlichen Verfassung und den daraus resultierenden Beeinträchtigungen das Schreiben von Dr. med. Daniel Steiner, Facharzt für Allgemeinmedi- zin, datierend vom 10. August 2012, sowie die Schreiben seiner behan- delnden Psychotherapeutin, Mari anne B. Klauser, Dipl. Psychologin FH, Psychotherapie SBAP , FSP und EMDR, Gespräch spsychotherapeutin SGGT, vom 10. sowie 31. Oktober 2012 ein gereicht. Im erstgenannten Schreiben hält Dr. med. Daniel Steiner fest, den Beschwerdeführer gle i- chentags in Vertretung seines Hausarztes in seiner Sprechstunde ges e- hen zu haben. Dieser sei aus medizinischen Gründen nicht in der Lage gewesen, seine Prüfungen zu absolvieren. Diese Auffassung wird von der behandelnden Psychotherapeutin, Marianne B. Klauser, in ihrem Schre i- ben vom 10. Oktober 2012 geteilt. Danach befindet sich der Beschwerde- führer seit dem Sommer 2010 wegen akuter Angststörungen in psych o- therapeutischer Behandlung. Im Laufe der Therapie sei es ihm gelungen, Blockadenherde und angstbedingte Hemmungen recht gut in den Griff zu bekommen. Leider sei es vor den Prüfungen zu einem Rückfall geko m- men, weshalb es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen sei, die Prüfungen, wie geplant, zu absolvieren. Diese Einschätzung bestätigte die behandelnde Psychotherapeutin in ihrem Bericht vom 31. Oktober 2012, wobei sie präzisierend ausführt, der Beschwerdeführer leide an e i- ner Panikstörung episodisch – paroxysmaler Art (International Classifika- tion of Deseases [ICD-10]: F 41.0) sowie an einer generalisierten Angs t- störung (ICD-10: F 41.1) . Im Übrigen weist sie ergänzend darauf hin, dass dem Beschwerdeführer deswegen ein zeitgerechtes Abmelden un- möglich gewesen sei. A-1700/2013 Seite 9 4.4.2.2 Von Interesse ist für das behauptete Unvermögen, die Prüfung s- planstelle am 6. August 2012 zu kontaktieren, ist vorliegend ausschlies s- lich das Schreiben der behan delnden Psychotherapeutin vom 31. Oktober 2012. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass die beha n- delnde Psychotherapeutin den Beschwerdeführer im interessierenden Zeitraum vom 6.-10. August 2012 nicht gesehen hat. Deren Einschätzung beruht somit ausschliesslich auf den Schilderungen des Beschwerdefü h- rers, ohne dass diese einer Überprüfung hätte n unterzogen werden kö n- nen. Aufgrund dessen kommt ihnen von vornherein ein geringer Bewei s- wert zu (vgl. dazu: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -2619/2010 vom 11. Juni 2011 E. 4.3 und E. 7.4 [bezüglich eines zehn bzw. 14 Mona- te nach dem interessierenden Zeitpunkt ausgestellten Arztzeugnisses]; in Bezug auf den Beweiswert von Arztzeugnissen im Arbeitsrecht: STREIFF/VON KAENEL/RUDOLF, a.a.O., Art. 324a/b N. 12, WOLFGANG PORTMANN, in: Basler Kommentar, Obligationenrec ht I, Art. 1-529 OR, Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], 5. Aufl., Basel 2011, Art. 324a N. 25). Dies muss für den vorliegenden Fall umso mehr gelten, als die krankheitsbe- dingte Unfähigkeit des Beschwerdeführers, mit der Prüfungsstelle in Kon- takt zu treten, im Arztbericht vom 10. Oktober 2012 unerwähnt blieb und erst vorgetragen wurde, als es die Beschwerdegegnerin deswegen abge- lehnt hat, den Beschwerdeführer abermals zu den Basisprüfungen für den Bache lor-Studiengang Ar chitektur zuzulassen (vgl. hinsichtlich des geringen Beweiswertes solcher Zeugnisse: Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts A -2619/2010 vom 11. Juni 2011 E. 7.4). Der Arztbericht vom 31. Oktober 2012 vermag daher eine krankheitsbedingte Unfähigkeit des Beschwerdeführers, sich am 6 . August 2012 bei der Prüfungspla n- stelle zu melden, nicht zu belegen. Dass ihm eine solche Kontaktaufnah- me unter den gegebenen Umständen nicht zugemutet werden konnte, wurde weder geltend gemacht noch ist solches ersichtlich, zumal die erlit- tene gesundheitliche Beeinträchtigung für den Beschwerdeführer voraus- sehbar gewesen ist, weshalb er verpfli chtet gewesen wäre, durch geei g- nete Vorkehren sicherzustellen, dass eine Drittperson die Prüfungspla n- stelle am 6. August 2012 über den krankheitsbedingten Prüfungsu nter- bruch informiert. Damit ist nicht erstellt, dass es dem Beschwerdefüh rer nicht möglich bzw. zuzumuten war, am 6. August 2012 die Prüfungsplan- stelle zu kontaktieren , weshalb die Benachrichtigung vom 10. August 2012 verspätet erfolgt ist. 4.5 Im Ergebnis ist damit festzuhalten, dass es der Beschwerdeführer un- terlassen hat, der Prüfungsplanstelle rechtzeitig seine krankheitsbedingte Prüfungserstehungsunfähigkeit anzuzeigen. Bei dieser Ausgangslage hat A-1700/2013 Seite 10 die Vorinstanz dessen Fernbleiben von den Prüfungen zu Rech t als Nichtbestehen des fraglichen Prüfungsblockes gewertet und den B e- schwerdeführer aufgrund dessen vom Bachelor -Architekturstudium au s- geschlossen, da er unter diesen Umstände n nicht mehr in der Lage ist, die für den Abschluss dieses Studienganges erforde rlichen ETCS - Kreditpunkte zu erwerben . Soweit der Beschwerdeführer dem entgegen- hält, die mit diesem Entscheid verbundenen Konsequenzen seien ihm zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zumutbar, habe er doch sein Studium zwischenzeitlich fortgesetzt un d dadurch einen nicht unerhebl i- chen zeitlichen sowie finanziellen Aufwand auf sich ge nommen, ist anzu- merken, dass die Beschwerdegegnerin als Folge der aufschiebenden Wirkung der eingereichten Beschwerden gehalten war, den Beschwerde- führer zum Architekturstudium zuzulassen. Der Beschwerdeführer hat von dieser Möglichkeit indes, worauf die Beschwerdegegnerin zutreffend hi n- weist, in Kenntnis des pendenten Beschwerdeverfahrens aus freien St ü- cken Ge brauch gemacht, weshalb er diesen Aufwand nicht als Begrün- dung für die Abweisung der Beschwerde anführen kann. Die gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 26. Februar 2013 erhobene Beschwerde erweist sich damit als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist . Die be- antragte vorsorgliche Massnahme kann bei diesem Ergebnis als gegens- tandslos geworden abgeschrieben werden (vgl. Sachverhalt C.). 5. Bei diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer als unterli e- gender Partei die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG sowie Art. 7 Abs. 3 und 8 des Reglements über die Kosten und Entsch ä- digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- verrechnet. A-1700/2013 Seite 11 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Einschreiben) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Kathrin Dietrich Christa Baumann Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), soweit er nicht un- ter die Ausnahme gemäss Art. 83 Bst. t BGG fällt. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ang e- fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwe r- deführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: