B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3141/2014 law/joc U r t e i l v o m 16 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Einzlerichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren (…), dessen Ehefrau B._______, geboren (…), und deren Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), Marokko, (…) Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 2. Juni 2014 / N (…). D-3141/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden am 2. Februar 2014 in der Schweiz um Asyl nachsuchten, dass das BFM mit Verfügung vom 2. Juni 2014 in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien anordnete, den Kanton F._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, und die Beschwerdeführenden – unter Hinweis der Inhaftnahme und zwangsweisen Rückfü hrung nach Italien – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde- frist zu verlassen, dass es gleichzeitig die Aushändigung der editionspflichtigen Akten g e- mäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführenden verfügte und fest- stellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 6. Juni 2014 gegen die- se Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei beantragen, der Entscheid des BFM sei aufzuheben, die Flüch t- lingseigenschaft sei festzustellen, es sei ihnen Asyl zu gewähren , es sei die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Vollzuges der Wegweisung festzustellen und info lgedessen die vorläufige Aufnahme anzuordnen, dass sie in verfahrensrechtl icher Hinsicht um Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung und Rechtsverbeiständung und um Erlass vo n der Kostenvorschusspflicht ersuchen und beantragen, es sei die aufschi e- bende Wirkung der Beschwerde wieder herzustellen, dass sie weiter beantrag en, die zuständige Behörde sei vorsorglich an - zuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Her- kunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen und bei bereits erfolgter Datenweitergabe seien sie darüber in einer sepa- raten Verfügung zu informieren, dass der Beschwerde – nebst der a ngefochtenen Verfügung – eine Für- sorgebestätigung der G._______ vom 5. Juni 2014 beilag, D-3141/2014 Seite 3 dass die vorinstanzlichen Akten am 11. Juni 2014 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonde rs berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti miert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit – unter Vorbehalt nachfolgender Einschränkung – auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass die Verfügung als Anfechtungsgegenstand in der Bundesverwa l- tungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung un- terbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen darf, Gegenstand des Be - schwerdeverfahrens somit grundsätzlich nur sein kann, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausle - gung hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER/ MICHAEL BEUSCH/ LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Auflage, Basel 2013, S. 29 f. Rz. 7.2 f., CHRISTOPH AUER, Streitgegens- tand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Pr o- zessmaximen, Bern 1997, S. 63), dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend Flüchtling s- eigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, D-3141/2014 Seite 4 dass mit den Begehren, es sei die Flüchtlingseigenschaft der Beschwer- deführenden festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren, der Streitgegens- tand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung g e- regelten Anfechtungsgegenstand hinaus erweitert wird (vgl. AUER, a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb auf diese Begehren nicht einzutr e- ten ist, dass es sich beim Dublin-Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen Staat handelt, weshalb das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernisse n regelmässig bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG erfolgenden Nichteintretensentscheides ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645 zu aArt. 34 Abs. 2 Bst. d, welcher Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG entspricht), dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse im Rahmen der eventuellen Anwendung der sogenannten Souveränität s- klausel (Art. 17 Abs. 1 der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europä i- schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in e i- nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist [Dublin III-VO] i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) zu prüfen sind, dass folglich kein Raum für Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 83 Abs. 1-4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslä n- derinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht, dass daher auf den dahingehenden Antrag, es sei die Unzulässigkeit, Un- zumutbarkeit und Unmöglichkeit des Vollzuges der Wegweisung (Art. 83 Abs. 2-4 AuG) festzustellen, nicht einzutreten ist, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren mithin einzig zu prüfen ist, ob das BFM gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht nicht eingetreten ist und infolgede s- sen die Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um D-3141/2014 Seite 5 eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Be gründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vori n- stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und das BFM die Zuständigkeitsfrage vorliegend zutreffend gestützt auf die Dublin -III-VO, deren Bestimmungen die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 zu einem grossen Teil vorläufig anwendet, geprüft hat, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem ei n- zigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird, wobei di e einzelnen Bestimmungskriterien in der Reihenfolge ihrer Auflistung im Kapitel III Anwendung finden (Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig- keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu- ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller re- spektive eine Antragstellerin in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in j e- nem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine G e-D-3141/2014 Seite 6 fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfolgend: EU -Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann, dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, einen Antragsteller respektive eine Antragstellerin, der/die in einem ande- ren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO), dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO b e- schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein- trittsrecht), dass Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO besagt, dass wenn ein Antrags teller re- spektive eine Antrags tellerin einen gültigen Aufenthaltstitel besitzt, der Mitgliedstaat für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz r e- spektive zur Prüfung des Asylgesuches zuständig ist, der den Aufen t- haltstitel ausgestellt hat, dass Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO gemäss Art. 12 Abs. 4 erster Satz Du b- lin-III-VO ebenso zur Anwendung gelangt, wenn ein Antragsteller respek- tive eine Antragstellerin im Besitz eines Aufenthaltstitels ist, welcher w e- niger als zwei Jahre zuvor abge laufen ist, solange der Antrags teller r e- spektive die Antrags tellerin das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten nicht verlassen hat, dass sich die Beschwerdeführenden vor ihrer Einreise in die Schwei z in Italien aufgehalten haben, wobei die Besch werdeführerin B._______ ih- ren Aussagen zufolge seit 1992 grösstenteils in Italien gelebt, dort die Schulen besucht und bis im April 2014 über eine gültige italienische Auf- enthaltsbewilligung verfügt habe (vgl. act. A8/12 S. 4 und 6), dass sich der Beschwerdeführer A._______ seinen Angaben zufolge seit 1998 fast ununterbrochen in Italien aufgehalten und dort ebenfalls über einen Aufenthaltstitel in Form einer Aufenthaltsbewilli gung, zuletzt gültig bis im Dezember 2013, verfügt habe (vgl. act. A9/13 S. S.5 und S. 7 f.), D-3141/2014 Seite 7 dass gestützt auf diese Sachlage das BFM zu Recht die italienischen Be- hörden am 28. März 2014 unter Anrufung von Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO (mit Bezug auf die Beschwerdeführerin) und Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO (mit Bezug auf den Beschwerdeführer ) um Rückübernahme der B e- schwerdeführenden ersuchte (vgl. act. A19/5 S. 4, act. A21/5 S. 4), dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin -III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III- VO), dass die Beschwerdeführenden die grundsätzliche Zuständig keit Italiens im Rahmen des ihnen gewährten rechtlichen Gehörs vom 5. Februar 2014 nicht bestreiten, dass sie indes gegen eine Rücküberführung nach Italien einwendet en, der italienische Staat – von dem sie in der Vergangenheit unter anderem wegen Betäubungsmitteldelikten verurteilt worden seien und deswegen im Januar 2013 erneut ein Strafverfahren ge gen sie eingeleitet worde n sei – würde ihnen die Kinder wegneh men (vgl. act. A8/11 S. 6 ff., act. A9/13 S. 7 ff.) dass der Beschwerdeführer befürchte, dass er bei einer Rückkehr nach Italien ins Gefängnis müsse (vgl. ac. A9/13 S. 9), dass in der Beschwerde zudem ausgeführt wird , in Italien könnten die Beschwerdeführenden nicht arbeiten und in Ruhe leben, da in H._______ ein Prozess gegen sie laufe, sie befürchten ins Gefängnis zu kommen und ein Verfahren beim Jugendgericht in I._______ hängig sei, wonach man ihre Kinder fremdplatzieren wolle, dass im Weiteren erklärt wird, eine Rückkehr nach Marokko komme nicht in Frage, da es dort keine Arbeit gebe und sie weder Arabisch schreiben noch lesen könnten und ausserdem die Familie des Beschwerdefüh rers gegen die Verbindung mit der Beschwerdeführerin sei, dass damit jedoch nichts geltend gemacht wird, das in Be zug auf die Z u- ständigkeit von Italien für die Durchführung des Asylverfah rens zu einer anderen Beurteilung führen könnte, dass es auch keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asyl- verfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien wü r-D-3141/2014 Seite 8 den systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer u n- menschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–Grundrechtecharta mit sich bringen, dass Italien Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmens chliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vo m 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzproto- kolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und seinen diesb e- züglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt, dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Au fnahmerichtli- nie), ergeben, dass demnach nicht davon ausgegangen werden kann, die Beschwerde- führenden würden bei einer Rücküberführung nach Italien in eine existen- zielle Notlage geraten oder gravierenden Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt oder ohne Prüf ung ihrer Asylgesuche und unter Verletzung des Non-Refoulementgebots nach Marokko zurücküberstellt, dass demnach kein Grund für die Anwendung der Souveränitätsklausel besteht und unter diesen Umständen keine Hindernisse einer Überste l- lung der Beschwerdeführenden nach Italien entgegenstehen, dass daran auch der Umstand, dass die Beschwerdeführenden in Italien in gerichtliche Verfahren involviert sind, nichts ändert, da sie in Italien – wie aus der Beschwerde hervorgeht – vor Gericht anwaltlich vertreten sind und sich somit gegen allfällige zu Unrecht gegen sie erhobene straf- rechtliche Vorwürfe wehren und gegen ein allfälliges negatives Strafurteil die vom italienischen Rechtstaat dagegen vorgesehenen Rechtsmittel er- greifen können, dass sie auch ge gen einen allfälligen zu Unrecht getroffenen behördli- chen Fremdplatzierungsentscheid hinsichtlich ihrer Kinder vorgehen und D-3141/2014 Seite 9 mittels der dafür vom italienischen Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Rechtsmittel bei den zuständigen Justizbehörden Beschwerde einreichen können, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführenden nicht einge- treten ist und – weil die Beschwerdeführenden nicht im Besitz einer gült i- gen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung sind – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen – wie erwähnt – bereits Voraus- setzung des Nichteintretensentscheides g emäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache die Gesuche um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Erteilung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos geworden sind, dass auch der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das Bundesverwaltungsgericht – solche können nur für die Dauer des Be- schwerdeverfahrens Wirkung entfalten – infolge des direkten Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist, dass ebenfalls der Antrag, eine eventuell bereits erfolgte Datenweiter - gabe an den Heimatstaat offenzulegen, als gegenstandslos geworden zu betrachten ist, dass den Akten im Übrigen nicht entnommen werden kann, das BFM h a- be allfällige Daten an die Behörden von Marokko weitergegeben, und der diesbezügliche Antrag ohnehin unsinnig erscheint, da vorliegend einzig die Rücküberstellung der Beschwerdeführenden nach Italien Gegenstand des Verfahrens bildet, dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuwei-D-3141/2014 Seite 10 sen sind, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als a ussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die kumulativen Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-3141/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: