Übereinkunft vom 23. Juni 1909 betreffend die Polizeitransporte <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101"/><FRBRdate date="1980-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1909-06-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1910-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="354.1"/><FRBRname xml:lang="de" value="Übereinkunft vom 23. Juni 1909 betreffend die Polizeitransporte" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Convention du 23 juin 1909 relative aux transports de police" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="it" value="Convenzione del 23 giugno 1909 concernente i trasporti di polizia" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101/de"/><FRBRdate date="1980-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1909-06-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1910-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/25/524_573_523/19800101/de/xml"/><FRBRdate date="1980-01-01" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1909-06-23" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1910-01-01" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>354.1</docNumber></p><p><docTitle>Übereinkunft <br/>betreffend die Polizeitransporte</docTitle></p><p>vom 23. Juni 1909 (Stand am 1. Januar 1980)</p></preface><preamble><p>Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement<inline name="man-font-style-normal"><authorialNote><p> Ermächtigung zum Beitritt zu dieser Vereinbarung gemäss Ziff. 2 des BRB vom  23. Juni 1909 (BS <b>1</b> 143).</p></authorialNote></inline> <br/><inline name="man-font-style-normal">und </inline><br/>die Polizeidirektionen sämtlicher Kantone<inline name="man-font-style-normal"><authorialNote><p> Der Kt. Jura ist der Übereinkunft auf den 1. Jan. 1980 beigetreten (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/1980/166_166_166" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>1980</b> 166</ref>).</p></authorialNote></inline></p><p>haben nachstehende Vereinbarung über das polizeiliche Transportwesen getroffen.</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>§ 1</b><authorialNote><p> Siehe auch die Abschn. 2 Ziff. 20 und 28 (Polizeitransporte) und 4 Ziff. 40 und 46  (Bedürftige) des Tarifs 630 der Schweizerischen Transportunternehmungen vom  1. Nov. 1964.</p></authorialNote></num><paragraph eId="art_1/para_1"><num>1</num><content><p> Zu den Polizeitransporten im Sinne dieser Übereinkunft gehören alle von der Polizei angeordneten Transporte mit Einschluss der Armentransporte, welche die Abschiebung oder Heimschaffung gesunder oder kranker Personen aus einem Kanton nach einem andern (dem Heimatkanton) oder nach dem Auslande, oder aus dem Auslande nach dem schweizerischen Heimatkanton betreffen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>2</num><content><p> Die Beförderung von Personen gemäss dem Reglement betreffend den Transport inländischer Armer auf den schweizerischen Transportanstalten bleibt vorbehalten.</p></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>§ 2</b></num><paragraph eId="art_2/para_1"><num>1</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_2/para_1/listintro"> Die Behörde, welche einen Polizeitransport anordnet, sorgt dafür:</listIntroduction><item eId="art_2/para_1/lbl_a"><num>a. </num><p>dass der zu Transportierende vorerst auf seine Transportfähigkeit untersucht und in bezug auf Haut- und Ungezieferreinheit und Bekleidung transportfähig gemacht wird;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_b"><num>b. </num><p>dass die Identität des Transportanden wenn möglich festgestellt wird;</p></item><item eId="art_2/para_1/lbl_c"><num>c. </num><p>dass seine Ausweisschriften und seine Effekten dem Transport beigefügt werden.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>2</num><content><p> Jedem Polizeitransport, sei derselbe begleitet oder nicht, ist ein Transportbefehl nach einheitlichem Formular mitzugeben.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>§ 3</b></num><paragraph eId="art_3/para"><content><p>Die von den Kantonen angeordneten Polizeitransporte zerfallen mit Bezug auf die Verteilung der Fahrkosten in drei Kategorien:</p><blockList><listIntroduction eId="art_3/para/listintro">I.  Die Kosten des Transportes werden vom empfangenden Kanton getragen:</listIntroduction><item eId="art_3/para/lbl_a"><num>a. </num><p>wenn einem Kanton eine von ihm requirierte Person oder eine solche, deren strafrechtliche Verfolgung ihm obliegt, zugeführt wird;</p></item><item eId="art_3/para/lbl_b"><num>b. </num><p>wenn ausgewiesene oder ausgeschaffte (gesunde oder kranke) schweizerische Angehörige vom Ausland her an der Grenze eintreffen und von dort ihrem Heimatkanton zugeschoben werden.</p></item></blockList><p>II.  Die Kosten der Abschub- und Heimschaffungstransporte (gesunder und kranker Personen) aus der Schweiz nach dem Ausland trägt der Bund.</p><p>III.  Die Kosten der übrigen Transporte trägt der absendende Kanton. Hierher gehören u.a. auch alle Heimschaffungen von schweizerischen (gesunden oder kranken) Armen aus dem Aufenthalts- oder Niederlassungskanton nach dem Heimatkanton.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>§ 4</b></num><paragraph eId="art_4/para_1"><num>1</num><content><p> Die Abfertigung der Polizeitransporte seitens der Bahnverwaltungen erfolgt, ohne sofortige Taxzahlung, auf Grund von Ausweisen<authorialNote><p> Ausdruck gemäss den Abschn. 2 (Polizeitransporte) und 4 (Bedürftige) des Tarifs 630 der Schweizerischen Transportunternehmungen vom 1. Nov. 1964.</p></authorialNote> unter nachheriger Rechnungsstellung an die kantonalen Polizeibehörden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>2</num><content><p> …<authorialNote><p> Gegenstandslos</p></authorialNote></p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>3</num><content><p> …<authorialNote><p> Gegenstandslos</p></authorialNote></p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_4"><num>4</num><content><p> Zur Ausstellung der Fahrgutscheine sind nur polizeiliche Amtsstellen zuständig.<authorialNote><p> Heute sind zur Ausstellung der Ausweise, wovon der Fahrgutschein einen Teil bildet, die gemäss Abschn. 2 Ziffer 28 (Polizeitransporte) und Abschn. 4 Ziffer 46 (Bedürftige) des Tarifs 630 der Schweizerischen Transportunternehmungen vom 1. Nov. 1964  ermächtigten Stellen zuständig.</p></authorialNote></p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>§ 5</b></num><paragraph eId="art_5/para_1"><num>1</num><content><p> Die Rechnungsstellung über sämtliche auf dem ganzen schweizerischen Bahnnetz verwendeten Fahrgutscheine erfolgt monatlich durch die Einnahmenkontrolle der Schweizerischen Bundesbahnen in Bern an die Kantone, und zwar werden die Transporte der I. Kategorie (jedoch mit Ausnahme der Rückfahrt von Transportbegleitern, vgl. § 6 Abs. 2 und 3) dem empfangenden Kanton, alle übrigen Transporte dem absendenden Kanton in Rechnung gebracht. Als Rechnungsbelege dienen die gebrauchten Gutscheine. Die Einzahlung der entsprechenden Rechnungsbeträge soll an die Hauptkasse der Schweizerischen Bundesbahnen in Bern binnen Monatsfrist nach erfolgter Zustellung der monatlichen Rechnungen stattfinden. Die Schweizerischen Bundesbahnen übernehmen die Abrechnung mit den übrigen schweizerischen Bahn- evtl. Dampfschiffunternehmungen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_2"><num>2</num><content><p> Rechnungsstellen der Kantone sind die kantonalen Polizeidirektionen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_3"><num>3</num><content><p> Für die vom Bunde zu vergütenden Transportkosten der II. Kategorie stellen die Kantone dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement jeweilen vierteljährlich unter Beifügung der Belege Rechnung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_5/para_4"><num>4</num><content><p> Ist ein nach dem Ausland abzuschiebender Transportand, der nicht als Arrestant geführt wird, in der Lage, die Kosten des Transportes ganz oder teilweise zu bezahlen, so hat der absendende Kanton bei der Rechnungsstellung gegenüber dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement den Betrag, für welchen Zahlung erhältlich war, in Abzug zu bringen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>§ 6</b></num><paragraph eId="art_6/para_1"><num>1</num><content><p> Auslagen für allfällige Transportbegleitung gehen in der Transportkategorie I (§ 3 hiervor) zu Lasten des empfangenden Kantons, in Kategorie II zu Lasten des Bundes, in Kategorie III zu Lasten des absendenden Kantons. Eine Begleitung hat nur dann einzutreten, wenn eine solche zufolge der Gefährlichkeit oder des Zustandes (Jugend, Alter, Gebrechlichkeit, Krankheit) der zu transportierenden Person als notwendig erscheint. Die Begleitung eines Transportes ist von Fall zu Fall bei der Rechnungsstellung schriftlich zu begründen.<authorialNote><p> Letzter Satz eingefügt gemäss Anlage zum BRB vom 17. Dez. 1935 über die Polizeitransporte (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/51/813_825_997" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>51</b> 813</ref>).</p></authorialNote></p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>2</num><content><p> Die nach den Vorschriften über die Polizeitransporte auf den schweizerischen Eisenbahnen dem begleitenden Polizeipersonal zukommende Taxbegünstigung findet auf das Begleitpersonal aller Polizeitransporte im Sinne von § 1 der gegenwärtigen Übereinkunft (also auch auf begleitende Wärter und Wärterinnen) Anwendung. …<authorialNote><p> Satz aufgehoben (Abschn. 2 – Polizeitransporte – des Tarifs 630 der Schweizerischen Transportunternehmungen vom 1. Nov. 1964).</p></authorialNote></p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_3"><num>3</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_6/para_3/listintro"> Der absendende Kanton stellt für die Begleitungskosten in der Kategorie I dem empfangenden Kanton, in der Kategorie II dem Bund Rechnung, welche umfasst:</listIntroduction><item eId="art_6/para_3/lbl_1"><num>1. </num><p>eine Transportgebühr (für die Hinreise) von 20 Rappen für die ersten 30 km Bahnfahrt oder Fahrt im Auto, 10 Rappen für jeden weiteren Kilometer, von 60 Rappen pro Kilometer zu Fuss zurückgelegter Strecken, im Minimum 4 Franken, im Maximum 24 Franken.<authorialNote><p> Fassung gemäss einstweiliger Regelung des EJPD in Übereinstimmung mit den kantonalen Polizeidirektionen vom 1. Aug. 1942. Entschädigungsansätze gemäss Kreisschreiben des EJPD vom 23. März 1965.</p></authorialNote> </p></item><item eId="art_6/para_3/bull_u2"><num/><p>Ist ein Begleiter genötigt, die transportierte Person an den Ausgangsort zurückzubringen, oder hat er eine andere Person dorthin mitzunehmen, so beträgt das Minimum der Transportgebühr 6 Franken, wenn der Rücktransport sich aus amtlichen Gründen derart verzögert, dass der Begleiter auswärts eine Hauptmahlzeit einnehmen muss. Bedingt die Verzögerung die Einnahme von zwei Hauptmahlzeiten, so beträgt das Minimum der Transportgebühr 9.75 Franken. Die Wartezeit wird von der zuständigen Behörde des Ortes, wo die Verzögerung eintrat, bescheinigt;<authorialNote><p> Absatz eingefügt gemäss einstweiliger Regelung des EJPD in Übereinstimmung mit den kantonalen Polizeidirektionen vom 1. Aug. 1942. Gebühren gemäss Kreisschreiben der Eidgenössischen Polizeiabteilung vom 1. Dez. 1953.</p></authorialNote></p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_2"><num>2. </num><p>eine Entschädigung von 12 Franken für allfälliges Nachtquartier des Transportbegleiters;<authorialNote><p> Ansatz gemäss Kreisschreiben der Eidgenössischen Polizeiabteilung vom 1. Dez. 1953.</p></authorialNote></p></item><item eId="art_6/para_3/lbl_3"><num>3.<authorialNote><p> Neue Fassung (Abschn. 2 – Polizeitransporte – des Tarifs 630 der schweizerischen Transportunternehmungen vom 1. Nov. 1964).</p></authorialNote> </num><p>die Fahrkosten für Hin- und Rückfahrt zum halben Preis der gewöhnlichen Billette 2. oder 1. Klasse.</p></item><item eId="art_6/para_3/bull_u5"><num/><p>Den Behörden wird es zur Pflicht gemacht, die Transporte zeitlich in der Weise anzusetzen, dass der Begleiter, wenn immer möglich, am Tag, an dem der Transport stattfindet, an den Ausgangsort zurückkehren kann.</p></item><item eId="art_6/para_3/bull_u6"><num/><p>Die Rechnungsstellung erfolgt jeweilen von Fall zu Fall.<authorialNote><p> Fassung gemäss Anlage zum BRB vom 17. Dez. 1935 (<ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/oc/51/813_825_997" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">AS <b>51</b> 813</ref>).</p></authorialNote></p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>§ 7</b></num><paragraph eId="art_7/para_1"><num>1</num><content><p> Der Polizeitransport wird vom Ausgangspunkt direkt bis zum Bestimmungsort angeordnet und ausgeführt. Demgemäss ist der Eisenbahnfahrgutschein am Abgangsort für die ganze Route auszustellen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_7/para_2"><num>2</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_7/para_2/listintro"> Als Bestimmungsort gilt:</listIntroduction><item eId="art_7/para_2/lbl_a"><num>a. </num><p>bei Abschiebung von Schweizerbürgern in die Heimat der Hauptort des Bezirkes, wo die Heimatgemeinde liegt, oder eine im Transportbefehl im Einverständnis mit dem Empfangskanton als Abgabeort bezeichnete Eisenbahnstation;</p></item><item eId="art_7/para_2/lbl_b"><num>b. </num><p>bei Abschiebung von Ausländern die betreffende Station;</p></item><item eId="art_7/para_2/lbl_c"><num>c. </num><p>für polizeilich gesuchte oder requirierte Personen der Sitz der ausschreibenden oder requirierenden Amtsstelle bzw. eventuell eine im Einzelfalle besonders vereinbarte Abgabestation.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>§ 8</b></num><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Wenn die Übernahme des Transportierten an der Grenze oder am Transportziel auf Schwierigkeiten stösst, so ist die absendende Behörde zur Rücknahme des Transportierten auf ihre Kosten verpflichtet.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>§ 9</b></num><paragraph eId="art_9/para_1"><num>1</num><content><p> Bei Übergang eines Transportes auf einen andern Zug (Dampfschiff) ist die Überführung von den Polizeiorganen derjenigen Kantone vorzunehmen, in deren Gebiet die betreffende Station liegt, ohne dass hierfür Rechnung gestellt werden kann. Zur Erleichterung dieses Dienstes werden die Züge, welche unbegleitete Transportanden führen, in der Regel auf täglich vier nach jeder Richtung beschränkt. Die Bahnen werden jeweilen bei Einführung eines neuen Fahrplanes den kantonalen Polizeibehörden die für ihr Gebiet in Betracht fallenden Fahrkurse bezeichnen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>2</num><content><p> Vorbehalten bleiben die besondern Bestimmungen für den Verkehr auf denjenigen Linien, auf welchen Polizeitransportwagen zirkulieren.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>§ 10</b></num><paragraph eId="art_10/para"><content><p>Der Transportand ist vor dem Transport zu verpflegen und soll auf längeren Routen Zwischenverpflegung durch die Polizeiposten an grösseren Bahnhöfen erhalten. Kann der Transport seinen Bestimmungsort nicht an <i>einem</i> Tag erreichen, so erhalten die Transportierten an geeignetem Orte (in der Regel an einem Kantonshauptort oder Amtssitz) Unterkunft, womit warme Verpflegung am Abend und am folgenden Morgen verbunden sein solle. Auf den Zwischenverpflegungs- und Unterkunftsstationen soll bei Bedarf auch ärztliche Hilfe und Wartung zur Verfügung stehen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>§ 11</b></num><paragraph eId="art_11/para_1"><num>1</num><content><p> Über die Kosten der Zwischenverpflegung sowie allfälliger Unterkunft und ärztlicher Wartung für durchgehende Transporte der Kategorien I, II und III stellen die betreffenden Kantone vierteljährlich dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement Rechnung. Dieses prüft die eingegangenen Rechnungen, verteilt die Gesamtkosten nach der Bevölkerungszahl auf die sämtlichen an dieser Übereinkunft beteiligten Kantone und besorgt die allgemeine Abrechnung.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_11/para_2"><num>2</num><content><p> Für die bei der Verpflegung und Unterbringung der Transportanden in Anspruch genommene Polizeimannschaft kann keine Entschädigung berechnet werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>§ 12</b></num><paragraph eId="art_12/para_1"><num>1</num><content><p> Bei Transporten, welche ausschliesslich innerhalb des Gebietes <i>eines</i> Kantons stattfinden, darf dieser Kanton die erwachsenden Kosten für Zwischenverpflegung und allfällige Unterkunft und ärztliche Wartung nicht in die interkantonale Verpflegungsrechnung einstellen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>2</num><content><p> Bei Transporten, welche aus Auftrag des Bundes ausgeführt werden, hat der transportierende Kanton die erforderliche Zwischenverpflegung, Unterkunft und ärztliche Wartung für Rechnung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements bar zu bezahlen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_13"><num><b>§ 13</b></num><paragraph eId="art_13/para_1"><num>1</num><content><p> Die Zwischenverpflegungs- und Unterkunftsstationen werden vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement nach Anhörung der kantonalen Polizeidirektion bezeichnet. Ihre Organisation ist Sache der betreffenden Kantone.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_13/para_2"><num>2</num><content><p> Jede verabfolgte Zwischenverpflegung bzw. jede Nächtigung eines Transportierten wird durch den Ortsstempel der betreffenden Station auf dem Transportbefehl angemerkt; für Zwischenverpflegung ist ein runder, für Unterkunft (mit zugehöriger Verpflegung) ein viereckiger Stempel zu verwenden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_14"><num><b>§ 14</b></num><paragraph eId="art_14/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_14/para/listintro">Für die Transporte, welche von den Bundesbehörden angeordnet werden (Auslieferungen, eidgenössische Ausweisungen, Durchtransporte), stellen die Kantone dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement von Fall zu Fall Rechnung. Dieselbe umfasst:</listIntroduction><item eId="art_14/para/lbl_1"><num>1. </num><p>die Fahrkosten (vgl. § 4 Abs. 3);</p></item><item eId="art_14/para/lbl_2"><num>2. </num><p>die Begleitungskosten nach Massgabe der in § 6 Absatz 3 festgesetzten Gebühren;</p></item><item eId="art_14/para/lbl_3"><num>3. </num><p>die Kosten von Verpflegung, Unterkunft und ärztlicher Wartung während des Transportes (vgl. § 12 Abs. 2).</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_15"><num><b>§ 15</b></num><paragraph eId="art_15/para"><content><p>Die Transporte sind, wenn immer möglich, so einzurichten, dass sie in <i>einem</i> Tage zur Durchführung gelangen. Sie sollen am Bestimmungsort oder am Orte der Unterkunft nicht später als abends 8 Uhr ankommen. An Sonntagen sowie am Neujahrstag, Karfreitag, Auffahrtstag und Weihnachtstag sind Polizeitransporte zu unterlassen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_16"><num><b>§ 16</b></num><paragraph eId="art_16/para"><content><p>Weibliche Personen dürfen nicht in Zellen zusammen mit Männern transportiert werden. Insofern ihnen nicht eine besondere Zelle angewiesen wird, sind sie in dritter Wagenklasse<authorialNote><p> Heute: in 2. Klasse (Eisenbahn-Amtsblatt vom 2. Mai 1956, Mitteilung Nr. 244, S. 282).</p></authorialNote> zu transportieren, wobei begleitende Polizeiagenten Zivilkleidung tragen. Vorbehalten bleibt der gemeinsame Transport von Ehegatten und von Eltern mit ihren Kindern.</p></content></paragraph></article><article eId="art_17"><num><b>§ 17</b></num><paragraph eId="art_17/para"><content><p>Die Polizeiorgane haben ihr Augenmerk darauf zu richten, dass die benutzten Transportzellen (und allfällige besondere Transportwagen) sowie die zeitweiligen Unterkunfts- bzw. Arrestlokale für durchgehend Transportierte in gutem und reinlichem Zustande und bei kalter Witterung geheizt seien.</p></content></paragraph></article><article eId="art_18"><num><b>§ 18</b></num><paragraph eId="art_18/para"><content><p>Die vollzogenen Transportbefehle verbleiben am Bestimmungsorte des Transportes ein Jahr lang zur Verfügung der Rechnungskontrollstellen des Bundes und der Kantone aufbewahrt. Ein vom Formular loszutrennender Empfangsschein geht unmittelbar nach Eintreffen des Transportes am Bestimmungsorte an die absendende Stelle zurück; bei begleiteten Transporten ist der Empfangsschein dem Transportbegleiter auszuhändigen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_19"><num><b>§ 19</b></num><paragraph eId="art_19/para"><content><p>Dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement steht die allgemeine Kontrolle über das Polizeitransportwesen zu. Es entscheidet allfällige Anstände und Beschwerden betreffend die Handhabung dieser Vereinbarung.</p></content></paragraph></article><article eId="art_20"><num><b>§ 20</b></num><paragraph eId="art_20/para"><content><p>Die gegenwärtige Vereinbarung wird unter Genehmigung der zuständigen eidgenössischen und kantonalen Behörden abgeschlossen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_21"><num><b>§ 21</b></num><paragraph eId="art_21/para"><content><p>Der Bundesrat bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Abkommens.</p></content></paragraph></article><article eId="art_22"><num><b>§ 22</b></num><paragraph eId="art_22/para"><content><p>Die Übereinkunft kann von den Vertragsparteien jederzeit bei Jahresschluss gekündigt werden, und es tritt die Kündigung jeweilen ein Jahr nachher in Wirksamkeit.</p><p>Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 1910<authorialNote><p> BRB vom 25. September 1909, in der AS nicht veröffentlicht.</p></authorialNote></p></content></paragraph></article></body></act></akomaNtoso>