B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-43/2013 U r t e i l v o m 1 4 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren am (…), Indien, vertreten durch Dr. iur. Marion Jakob, Rechtsanwältin, Medi- atorin (IRP-HSG), Anwaltskanzlei Jakob, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. Dezember 2012 / N (…). E-43/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer, ein indischer Staatsangehöriger, welcher aus dem Bundesstaat B._______ stamme und der Glaubensgemeinschaft der Sikh angehör e, eigenen Angaben zufolge sein Heimatland in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2012 verliess und auf dem Luft- und Land- weg über Polen und Deutschland am 3. September 2012 in die Schweiz einreiste, wo er am darauffolgenden Tag um Asyl nachsuchte, dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs - und Verfahrenszent- rum [EVZ] (…) vom 28. September 2012 und der einlässlichen Anhörung vom 18. Dezember 2012 zu seinen Ausreise - und Asylgründen im W e- sentlichen Folgendes geltend machte, dass sich sein alkoholabhängiger Vater, als er 200(…) Indien verlassen habe, um in [westliches Land] auszuwandern, von über 15 Personen im Dorf Geld geliehen habe, um seine Reise in der Höhe von 1,8 Millionen indischen Rupien zu finanzieren, dass aufgrund der hohen Schulden seines Vaters, welche dieser nicht zu- rückzahlen könne, da er mittlerweile in [westliches Land] verwahrlost sei, der Beschwerdeführer und seine Mutter unter Druck geraten seien und insbesondere zwei Gläubiger auf die Rückzahlung des Geldes beharren würden, dass es im Jahr 2009 erstmals zu einer Auseinandersetzung mit dem Gläubiger C._______ gekommen sei, bei welcher er den Beschwerdefüh- rer mit dem Tod bedroht habe, falls er das Geld nicht zurückzahlen würde, und es sodann im Jahr 2011 zu einem weiteren Konflikt gekommen sei, wobei C._______ den Beschwerdeführer (…) von hinten angegriffen und (…) auf den Kopf geschlagen habe, indes die Mutter des Beschwerdefüh- rers von der Ehefrau von C._______ (…) auf den Rücken respektive die Schulter geschlagen worden sei, dass sich der Beschwerdeführer nach diesem Vorfall an die Polizei ge- wandt und diese ihm geraten habe, er solle das Geld zurückzahlen und sich mit C._______ versöhnen, dass seine Mutter ih n aus Angst, die Gläubiger könnten ihn umbringen, gebeten habe, Indien zu verlassen, und die Familie der Mutter seine Rei- se in die Schweiz in der Höhe von 650'000 indi schen Rupien finanziert habe, E-43/2013 Seite 3 dass er zur Stützung seiner geltend gemachten Vorbringen eine Kopie seines Passes Nr. (…), ausgestellt in D._______ am (…) 2001, gültig bis (…) 2011, einreichte, dass das BFM mit Verfügung vom 21. Dezember 2012 – eröffnet am 27. Dezember 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 i.V.m. Art. 6a Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz anordnete, dass es den Beschwerdeführer gleichzeitig unter Androhung von Zwangs- mitteln im Unterlassungsfall aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Verfügung zu verlassen, den Kanton (…) mit dem Vollzug der Wegweisungsverfügung beauftragte und die Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis anordnete, dass das BFM zur Begründung anführte, der Bundesrat habe Indien mit Beschluss vom 18. März 1991 – letztmals bestätigt am 25. Juni 2003 – als verfolgungssicheren Staat (Safe Country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet, weshalb auf Asylgesuche indischer Staatsa nge- höriger nicht eingetreten werde, ausser es gebe Hinweise auf eine Ve r- folgung, dass solche Hinweise, welche die widerlegbare Vermutung der Verfo l- gungssicherheit umstossen könnten, vorliegend nicht ersichtlich seien, dass betreffend die geltend gemachten Schwierigkeiten mit den Geldg e- bern des Vaters des Beschwerdeführers festzuhalten sei, dass Übergriffe durch Dritte oder Befürchtungen künft ig solchen ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nac h- komme oder nicht in der Lage sei, Schutz zu gewähren, dass sich der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen im Jahr 2011 an die örtliche Polizei gewandt habe und diese ihm geraten habe, die Schulden zu bezahlen sowie sich mit den Gläubigern zu versöhnen, dass im Ü brigen gemäss dem Subsidiaritätsprinzip Personen mit einer innerstaatlichen Fluchtalternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen seien, dass der Beschwerdeführer Nachteile geltend mache, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsmassnahmen ableiten würden E-43/2013 Seite 4 und er sich diesen Verfolgungsmassnahmen durch einen Wegzug in e i- nen anderen Teil des Heimatlandes entziehen könne, womit er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen sei, dass sodann erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit seiner geltend gemachten Vorbringen bestehen würden, zumal es nicht nachvollziehbar sei, weshalb es einerseits erst [mehrere] Jahre nach der Ausreise seines Vaters zu einem akuten Problem bezüglich dessen Schulden gekommen sei und weswegen andererseits nicht wirklich vermögende Personen e i- nem als Alkoholiker bekannten Mann überhaupt eine grosse Geldsumme anvertraut hätten, und der Beschwerdeführer auf die diesbezüglichen Nachfragen auch keine begründeten Antworten habe liefern können (A23/13 S. 10 f.), dass auch nichts gegen die Zulässigkeit sowie Zumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs spreche und dieser zudem möglich sei, dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Eingabe vom 4. Januar 2013 (Datum Poststempel) gegen diesen Entscheid beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Ver- fügung des BFM sei vollumfänglich aufzuheben, es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft erfülle und sein Asylg e- such sei gutzuheissen, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit unentgeltlicher Verbeiständung durch die Recht s- vertreterin ersucht wurde, dass der Argumentation des BFM im Wesentlichen entgegengesetzt wu r- de, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz, trotz Zugeständ- nis der geltend gemachten Vorfälle, das Asylgesuch des Beschwerdefü h- rers abgelehnt habe, dass es des Weiteren dem Beschwerdeführer nicht möglich sei, in einen anderen Teil seines Heimatlandes zurückzukehren, da ihm auch dort Ver- folgungsmassnahmen drohen würden, da man bei einer derart hohen Geldsumme, wie sie im vorliegenden Fall geschuldet sei, im ganzen Land verfolgt werde, dass er ferner nicht die entsprechende Sprache spreche sowie nicht über die notwendigen Kontakte respektive Beziehungen und die erforderliche E-43/2013 Seite 5 Ausbildung verfüge, um sich anderswo in Indien eine Existenz aufbauen zu können, dass er dagegen die Möglichkeit habe, in der Schweiz [im Betrieb] eines Freundes zu arbeiten, sobald er im Besitze einer Arbeitsbewilligung sei, dass es sodann deshalb erst [mehrere] Jahre nach der Ausreise des Va- ters zu einem akuten Problem bezüglich de ssen Schulden gekommen sei, weil die Gläubiger [einige] Jahre zugewartet und daran geglaubt hä t- ten, dass der Vater – wie versprochen – das Geld doch noch zurückzahle, was in Indien nicht unüblich sei, da man seinen Freunden und Bekannten dort oft Geld leihe und dafür nur deren Wort erhalte, dass im Übrigen der Grossvater des Beschwerdeführers ein bekannter und angesehener Mann gewesen sei, weshalb es nicht erstaune, dass der Vater des Beschwerdeführers von diesem guten Ruf profitiert habe, zumal er damals noch kein Alkoholiker gewesen sei, dass der Beschwerdeführer schliesslich nach dem Überfall durch den Gläubiger C._______ ins Krankenhaus gegangen sei, was er nötigenfalls auch mittels eines Arztzeugnisses, welches sein Hausarzt in Indien auf Verlangen beim Krankenhaus einfordern könne, belegen könne, dass die vorinstanzlichen Akten am 7. Januar 2012 beim Bundesverwal- tungsgericht per Fax eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung: dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende P erson Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, E-43/2013 Seite 6 dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 - 35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen m ate- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass die Verfügung als Anfechtungsgegenstand in der Bundesverwa l- tungsrechtspflege den äusseren Rahmen bildet, innerhalb welchem die Parteien der Rechtsmittelinstanz ein Rechtsverhältnis zur Beurteilung u n- terbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über den Anfechtungsgegenstand hinaus reichen darf, Gegenstand des B e- schwerdeverfahrens somit grundsätzlich nur sein kann, was Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder nach richtiger Gesetzesausl e- gung hätte sein sollen (vgl. ANDRÉ MOSER, in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren E-43/2013 Seite 7 [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegen - stand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwaltungsrechtlichen Prozessmaximen, Bern 1997, S. 63), dass die angefochtene Verfügung keine Regelung betreffend Gewährung von Asyl enthält, dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei das Asyl zu gewähren, der Streitgegenstand in unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten Anfechtungsgegen stand hin- aus erweitert wird (vgl. Auer, a.a.O., S. 63; BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenann- te Safe Countries) nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf eine Verfolgung, dass der Bundesrat mit Beschluss vom 18. März 1991 Indien zum Safe Country erklärt hat, in welchem nach seinen Feststellungen Sicherheit vor Verfolgung besteht, dass somit die Grundvoraussetzung für einen Nichteintretensentscheid gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG erfüllt ist, dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, einerseits ein weiter Verfolgungsbegriff gilt, der alle erlittenen oder befürchteten Nachteile umfasst, die von Men schenhand zugefügt werden, und and e- rerseits lediglich einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb auf ein Gesuch einzutreten ist, wenn Ve rfolgungshinweise gel- tend gemacht werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als haltlos zu erkennen sind (vgl. EMARK 2004 Nr. 5), E-43/2013 Seite 8 dass zwar die von der Vorinstanz gewählte Argumentation – die geltend gemachte Verfolgung gehe von Privaten aus, woge gen der Beschwerde- führer bei seinem schutzfähigen und schutzwilligen Heimatstaat, gegeb e- nenfalls unter Inanspruchnahme einer innerstaatlichen Fluchtalternative, hätte Schutz suchen können – grundsätzlich gemäss ständiger Praxis nicht vorfrageweise in einem Nichteintretensentscheid, sondern vielmehr im Rahmen einer umfassenden materiellen Prüfung des Asylgesuches zu erfolgen hätte (vgl. EMARK 2004 Nr. 5, 2003 Nrn. 19 und 20, 1993 Nr. 17), dass aber weitere Ausfüh rungen in diesem Zusammenhang unterbleiben können, da das Bundesverwaltungsgericht sich jedenfalls nach Prüfung der Akten der vorinstanzlichen Einschätzung anschliesst, dass die Vo r- bringen des Beschwerdeführers haltlos seien, wobei den Erwägungen der Vorinstanz in der Beschwerde keine stichhaltigen Einwände entgegeng e- setzt werden, dass im Übrigen aus den vorinstanzlichen Erwägungen – anders als in der Beschwerdeeingabe behauptet – keineswegs hervorgeht, dass se i- tens der Vorinstanz Zugeständnisse in Bezug au f die geschilderten Vor- fälle gemacht wurden, dass ferner nicht nachvollziehbar dargelegt wurde, inwiefern zwischen der vorgebrachten Verfolgungssituation und der Ausreise des Beschwe r- deführers im September 2012 in sachlicher sowie zeitlicher Hinsicht ein Kausalzusammenhang besteht, zumal sich die diesbezüglichen Ausfüh- rungen des Beschwerdeführers in unplausiblen Schilderungen erschö p- fen und die nötige Substanz sowie Kohärenz vermissen lassen (vgl. A23/13 S. 11), dass er sodann das erstmals auf Beschwerdestufe vorgebrachte Arg u- ment, wonach er sich nach dem Vorfall mit dem Gläubiger C._______ ins Krankenhaus begeben habe – was er nötigenfalls auch mittels eines Arztzeugnisses belegen könne –, nicht ansatzweise in den Befragungen zu Protokoll gab, weshalb dieses nachträglich geltend gemachte Vorbrin- gen als unbegründet nachgeschoben und damit unglaubhaft einzustufen ist, dass schliesslich festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer in seiner einlässlichen Anhörung explizit ausführte, sein Vater sei bereits in Indien E-43/2013 Seite 9 Alkoholiker gewesen (A23/13 S. 5), weshalb die diesbezüglichen Ei n- wände nicht gehört werden können, dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilun g einer solchen be- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenheitsve rhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Fl ücht- lingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist und andernfalls wenig stens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148; BVGE 2011/24 E. 10.2), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), E-43/2013 Seite 10 dass der Vollzug der Wegw eisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und ke i- ne Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinko m- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) er- sichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Indien noch individuelle Gründe – der junge und gemäss Aktenlage gesunde Beschwerdeführer verfügt in sei- nem Heimatstaat über ein tragfähiges soziales Netz und weist mehrere Jahre Schulbildung sowie Arbeitserfahrung [Tätigkeit] auf – auf eine kon- krete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung dem Beschwerdeführer in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n-E-43/2013 Seite 11 gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass der Beschwerdeführer die Gewährung der unentgeltlichen Rechts - pflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG beantragte, was auch die Ent- bindung von der Vorschussleistungspflicht umfasst, dass aufgrund des direkten Entscheids in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist, dass sich die Beschwerdebegehren aufgrund vorstehender Erwägungen als aussichtslos erweisen, weshalb da s Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuwe i- sen ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor d em Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) E-43/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: