B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-979/2014 U r t e i l v o m 2 0 . M ä r z 2 0 1 5 Besetzung Einzelrichterin Esther Karpathakis, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Beschwerdeführer, und (…) B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), Äthiopien, p.A. Schweizerische Botschaft in Khartum (Sudan), gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 20. September 2013 / N (…). E-979/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit undatierter, am 30. März 2011 bei der Schweizerischen Botschaft in Khartum (nachfolgend: die Botschaft) eingelangter englischsprachiger Eingabe ersuchte der Beschwerdeführer, ein äthiopischer Staatsangehöri- ger, sinngemäss für sich und seine Kinder um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um die Gewährung von Asyl. A.b Das BFM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 5. Juli 2013 mit, gemäss einer Mitteilung der Botschaft vom 23. März 2010 sei eine Be- fragung vor Ort aus sicherheitstechnischen, strukturellen und organisatori- schen Gründen nicht möglich, weshalb von einer solchen abgesehen werde. Gleichzeitig wies es darauf hin, das eingereichte schriftliche Asyl- gesuch lasse noch einige für den Entscheid relevante Fragen offen, wes- halb der Beschwerdeführer aufgefordert werde, zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts auf schriftlichem Weg eine Reihe von Fra- gen zu seiner Person und seinen Verhältnissen in der Heimat, zu allfälligen Beziehungen zu Drittstaaten oder zur Schweiz, zu seinen Asylgründen so- wie zu den Umständen seines Aufenthalts im Sudan zu beantworten. Auf Ausführungen zur allgemeinen Lage in Äthiopien oder im Sudan könne ver- zichtet werden, weil diese dem Amt bekannt sei. Zudem räumte es ihm im Rahmen des rechtlichen Gehörs die Möglichkeit ein, zu einer allfälligen Nichtbewilligung der Einreise in die Schweiz und Ablehnung seines Asyl- gesuchs Stellung zu nehmen. Seine Kinder seien im Falle ihrer Minderjäh- rigkeit in sein Asylgesuch eingeschlossen . Für den Fall, dass sie eigene Asylgründe geltend machen möchten oder bei Volljährigkeit würden sie ge- beten, den Fragebogen separat zu beantworten und zu unterschreiben. A.c Mit Schreiben vom 28. August 2013 beantwortete der Beschwerdefüh- rer die ihm unterbreiteten Fragen und legte zur Stützung seiner Vorbringen (…) bei. A.d Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei äthiopischer Staatsangehöriger aus dem Ort (...). Von (…) bis (…) habe er als (…) gearbeitet. Unter dem Derg-Regime sei er in seiner Eigenschaft als (…) verwundet worden. Ausserdem sei er bis zu deren Verbot durch die sudanesische Regierung im Jahr (…) Mit- glied der (…) gewesen. (…) sei er nach der Machtergreifung durch die Ti- gray People's Liberation Front (TPLF) in den Sudan geflüchtet, wo ihn das UNHCR als Flüchtling registriert habe. Nach einem (…) Aufenthalt im E-979/2014 Seite 3 Flüchtlingslager (...) sei er nach Khartum gegangen, weil es dort Arbeit ge- geben habe. Seit dem Tod seiner Frau müsse er alleine für den Unterhalt seiner Kinder aufkommen, sein sporadischer Lohn als Tagelöhner reiche für ihre Schulbildung nicht aus. Der Hauptgrund für das Einreichen des Asylgesuches liege in der Zukunftssicherung seiner Kinder. B. Mit am 8. Januar 2014 eröffneter Verfügung vom 20. September 2013 ver- weigerte das BFM dem Beschwerdeführer und seinen (...) die Einreise in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab. Zur Begründung führte es an, die Schilderungen des Beschwerdeführers liessen darauf schliessen, dass er ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den äthiopischen Behörden gehabt habe. Im Folgenden sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der Asylauss chlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) entgegenstehe, wonach einer Person das Asyl verweigert werden könne, wenn ihr zuzumuten sei, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Zwar sei die Lage der äthiopi- schen Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan angesichts deren Anzahl nicht einfach. Flüchtlinge im Sudan , die vom UNCHR registriert worden seien, verfügten nicht über ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land, sondern würden einem Flüchtlingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten. Es sei ihm daher zuzumuten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, sollte seine Situation tatsächlich kritisch sein. Der Beschwerdeführer lebe nunmehr seit (…) Jahren im Su- dan, wobei die Hürden für eine zumutbare Exist enz in Khartum in seinem Fall nicht unüberwindbar seien. Zudem lebe im Sudan eine grosse äthiopi- sche Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitge- hende Unterstützung biete. Es sei nicht in Abrede zu stellen, dass sich der Beschwerdeführer als alleinerziehender Vater in einer schwierigen Situa- tion befinde , eine schwierige Lebenssituation und insoweit humanitäre Überlegungen stellten indes keinen Grund für die Bewilligung der Einreise in die Schweiz dar. Vorliegend sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlich- keit von einer akuten Gefährdung des Beschwerdeführers auszugehen. Da weder nahe Verwandte noch sonstige Bezugspersonen des Beschwerde- führers in der Schweiz lebten und sich aus den Akten auch sonst keine Hinweise auf allfällige Anknüpfungspunkte zur Schweiz ergeben würden, sei keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz gegeben. Folgedessen benötige der Beschwerdeführer den zusätzlichen Schutz der Schweiz nicht, vielmehr sei ihm zuzumuten, im Sudan zu verbleiben. E-979/2014 Seite 4 C. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit englischsprachi- ger Eingabe vom 17. Januar 2014 (Eingang bei der Botschaft: 21. Januar 2014) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinn- gemäss deren Aufhebung und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz. Zur Begründung verwies er im Wesentlichen auf die bereits bei der Vo- rinstanz dargelegten Ereignisse. Es sei ihm wegen dem Tod seiner Frau nicht möglich, alleine im Sudan zu überleben und für seine (...) zu sorgen. Er erhalte auch keine Unterstützung vom UNHCR und die Behauptung, man erhalte als registrierter Flüchtling in den Flüchtlingscamps die nötige Obhut und Unterstützung , treffe nicht zu. Sein Antrag beim UNHCR auf Ausstellung von Identitätspapieren für seine (...) sei bis heute unbeantwor- tet geblieben. Die sudanesischen Behörden würden sie deshalb festneh- men und nach der Bezahlung einer Gebühr wieder auf freien Fuss setzen. Um solche Probleme loszuwerden, sei ihm Asyl zu gewähren. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das SEM gehört zu den Behör- den nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwal- tungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde wurde in englischer Sprache und somit nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Be- schwerdeverbesserung oder auf die Einholung einer Übersetzung kann in- dessen aus prozessökonomischen Gründen praxisgemäss verzichtet wer- den, zumal der Eingabe des Beschwerdeführers genügend klare, sinnge- mässe Rechtsbegehren sowie deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. E-979/2014 Seite 5 1.3 Die Beschwerde ist frist - und in der Form akzeptier t eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 2. Gestützt auf Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ergeht der vorlie- gende Entscheid in deutscher Sprache. 3. Im Asylbereich richtet sich die Kognition und die Rügemöglichkeiten nach Art. 106 Abs. 1 AsylG ( vgl. zur Frage der Auswirkung der Streichung von aArt. 106 Abs.1 Bst. a AsylG [Beschwerdegrund der Unangemessenheit] auf das Beschwerdeverfahren in Auslandverfahren das zur Publikation vor- gesehene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-103/2014 vom 21. Ja- nuar 2015, E. 4 ff.). 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu be- gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 5. Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsbestimmung zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (von der Bun- desversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft getreten), wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG in der bisherigen Fassung des Asylge- setzes Geltung haben. 6. Vorliegend wurde auf eine Befragung durch die Botschaft mangels entspre- chender Kapazitäten verzichtet und dem Beschwerdeführer – zwecks E-979/2014 Seite 6 Wahrung des rechtlichen Gehörs – ein schriftlicher Fragenkatalog zuge - stellt. Vor dem Hintergrund der massgeblichen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus dem Ausland sowie unter Berücksichtigung der gesam- ten Aktenlage ist festzustellen, dass auf eine Befragung des Beschwerde- führers verzichtet werden durfte und den massgeblichen verfahrensrecht- lichen Anforderungen mit der Aufforderung zur Beantwortung des Fragen- katalogs Genüge getan wurde (vgl. dazu BVGE 2007/30). Zudem wurde den Kindern mit der Zustellung des schriftlichen Fragebogens an den Be- schwerdeführer und dem Hinweis, sie müssten ihn im Falle ihrer Volljährig- keit und bei eigenen Asylgründen separat beantworten und unterschreiben, die Möglichkeit eingeräumt, selbständig um Asyl nachzusuchen, wovon sie indessen keinen Gebrauch gemacht haben. Nach einer Durchsicht der Ak- ten ist festzustellen, dass das SEM den dem Asylgesuch des Beschwerde- führers zugrunde liegenden Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt hat. 7. 7.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG); das Gesuch kann auch direkt beim BFM eingereicht werden (vgl. BVGE 2007/19 E. 3.3; zum Ver- fahren vgl. D-103/2014 vom 21. Januar 2015, E. 3). 7.2 Das Bundesamt bewilligt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des S achverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen anderen Staat auszureisen (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Unzumutbar ist ein Verbleib na- mentlich dann, wenn die asylsuchende Person schutzbedürftig ist. Schutz- bedürftig im Sinne des Asylgesetzes sind Personen, die in ihrem Heimat- staat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Reli- gion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer- den. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un erträglichen psychi- schen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 7.3 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, Asyl – und damit auch die Einreise in die Schweiz – verweigern, wenn keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr E-979/2014 Seite 7 zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen (aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 7.4 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorausset- zungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG nament- lich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Mög- lichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilli- gung ist die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prü- fung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob ihr der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BGVE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 7.5 Hält sich die Person, die ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt hat, in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon auszuge- hen, die betreffende Person habe in diesem Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort erlangen, weshalb auch anzu- nehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort zu verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) wie auch die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen . Es ist deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, und – falls dies zu bejahen ist – ob der asylsuchenden Person die Inanspruchnahme des Schutzes des Drittstaa- tes und somit der Verble ib in diesem Staat objektiv zugemutet werden kann. In jedem Falle sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zumutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Beziehungsnähe zur Schweiz abzuwägen. Es gilt also zu prüfen, ob aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die einer Person den erforderlichen Schutz gewäh- ren soll (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, EMARK 2004 Nr. 21 E. 4b.aa S. 139 f.). 8. E-979/2014 Seite 8 8.1 Vorliegend geht das SEM in seiner Verfügung davon aus, dass der Be- schwerdeführer aufgrund seiner Vorbringen in seinem Heimatstaat Äthio- pien Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden gehabt hat. Ob er bei einer allfälligen Rückkehr nach Äthiopien einer flüchtlingsrechtlich relevan- ten Gefährdung ausgesetzt sein könnte, kann vorliegend offen gelassen werden, weil es ihm im Ergebnis, wie das SEM zutreffend ausführt, gemäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG zugemutet werden kann, im Sudan zu verbleiben und damit den Schutz der Schweiz nicht benötigt (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-103/2014 vom 21. Januar 2015 E. 7.). 8.2 Der Beschwerdeführer hält sich gegenwärtig im Drittstaat Sudan auf. Wie bereits das SEM festgehalten hat, ist die dortige Situation für äthiopi- sche Flüchtlinge generell nicht einfach, zumal es sich beim Beschwerde- führer um einen alleinerziehenden Vater mit zwei Kindern handelt. Den- noch bestehen keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme, ein weite- rer Verbleib im Sudan sei nicht zumutbar oder nicht möglich. Der Be- schwerdeführer befindet sich nunmehr seit über (…) Jahren im Sudan, wo er beim UNHCR registriert ist. Folglich verfügt er über die erforderliche (temporäre) Bewilligung, um sich im Sudan aufhalten zu können, und ge- niesst weitgehend Schutz vor einer Abschiebung nach Äthiopien. Mit die- sem Schutz ist allerdings nicht ein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land verbunden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Beschwerde- führer im Sudan Schutz gefunden und die Möglichkeit hat, sich in das ihm zugewiesene Flüchtlingslager zurückzubegeben, sofern er einen weiteren Aufenthalt in der Region Khartum nicht mehr in Betracht zieht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3273/2013 vom 22. Juli 2013 E. 7). 8.3 Auch die Gefahr einer Deportation des Beschwerdeführers nach Äthi- opien kann vorliegend verneint werden. Der Beschwerdeführer hält sich nunmehr seit rund (…) Jahren im Sudan auf, ohne von den sudanesischen Behörden diesbezüglich behelligt worden zu sein. Zwar sind Deportationen äthiopischer Flüchtlinge nicht generell ausgeschlossen, aber es bestehen keine konkreten Anhaltpunkte dafür, dass solche Deportationen systema- tisch oder grossflächig durchgeführt würden. Im Sudan als Flüchtlinge re- gistrierte beziehung sweise anerkannte Flüchtlinge werden in der Regel nicht in ihr Heimatland zurückgeführt. Verhaftungen von in Khartum leben- den Flüchtlinge kommen zwar vor, sind aber dadurch bedingt, dass sie sich gemäss sudanesischem Gesetz in den Flüchtlingslagern aufzuha lten ha- ben und sich ihr Aufenthaltsrecht nicht auf das ganze Land, namentlich nicht auf den Grossraum Khartum, erstreckt (vgl. auch hierzu Urteil des E-979/2014 Seite 9 Bundesverwaltungsgerichts E-3273/2013 vom 22. Juli 2013 E. 7.3 m.w.H.). Vor diesem Hintergrund vermag der Beschwerdeführer mit seinem Vorbrin- gen in der Rechtsmitteleingabe, sein Antrag beim UNHCR auf Ausstellung von Identitätspapieren für seine (…) sei bis heute unbeantwortet geblieben, die sudanesischen Behörden würden sie deshalb festnehmen und nach der Bezahlung einer Gebühr wieder auf freien Fuss setzen, nichts zu sei- nen Gunsten abzuleiten. Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich das UNHCR bei ordnungsgemässer Anmeldung der (…) in einem Flüchtlings- lager weigern sollte, sie als Flüchtlinge zu registrieren. Auch aufgrund sei- ner ehemaligen Mitgliedschaft bei der (…) muss der Beschwerdeführer nicht mit einem erhöhten Deportationsrisiko rechnen, zumal er gemäss ei- genen Angaben seit (…) nicht mehr Mitglied ist und sich aus den Akten keine diesbezüglichen Probleme seitens der sudanesischen oder äthiopi- schen Behörden ergeben. Damit bestehen vorliegend keine konkreten Hin- weise auf ein Deportationsrisiko. 8.4 Das SEM hat sodann zutreffend ausgeführt, dass sich aus der schwie- rigen Lebenssituation des B eschwerdeführers keine einreise -relevante akute Gefährdung ableiten lässt. Er ist einem Flüchtlingscamp zugewiesen worden, hat es jedoch den Akten zufolge vorgezogen, sich in Khartum auf- zuhalten. Auch wenn sich die Sicherung des Lebensunterhalts für einen verwitweten Mann mit zwei Kindern dort als schwierig erweist, ergibt sich aus den Akten immerhin, dass er Gelegenheitsarbeiten ausführen kann. Dabei ist in diesem Zusammenhang auch auf die grosse äthiopische Ge- meinschaft in Khartum zu verweisen, die eine weitere Eingliederung eben- falls erleichtert. Sollten die finanziellen Mittel zur Deckung des Existenzbe- darfs nicht genügen, könnte der Beschwerdeführer und seine beiden Kin- der einer allfälligen Versorgungsnotlage dadurch entgehen, dass sie sich erneut an das UNHCR wenden und sich einem Flüchtlingslager zuteilen lassen würden, wo sie zumindest den erforderlichen Schutz beanspruchen und mit einer ausreichenden Grundversorgung rechnen können. Schliess- lich hat das SEM zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdefü hrer keine in der Schweiz lebenden Angehörigen hat und keine besondere Bezie- hungsnähe zur Schweiz besteht. 8.5 Aufgrund dieser Erwägungen erscheint es für den Beschwerdeführer objektiv zumutbar, den im Sudan gegenüber einer allfälligen Verfolgungs- gefahr in seinem Heimatstaat Äthiopien bestehenden Schutz weiterhin in Anspruch zu nehmen. Eine Schutzgewährung durch die Schweiz erscheint somit unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände, welche mit dem Aufenthalt des Beschwerdeführers im Sudan und seinem dor tigen E-979/2014 Seite 10 Status als registrierter Flüchtling verbunden sind, nicht erforderlich. Zu- sammenfassend ergibt sich, dass das SEM zu Recht und mit zutreffender Begründung festgestellt hat , eine Abwägung der Gesamtumstände im Sinne von aArt. 52 Abs. 2 AsylG führe zum Schluss, dass dem Beschwer- deführer ein weiterer Verbleib im Sudan zuzumuten ist. Unter diesen Um- ständen hat das Bundesamt zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig erweist und die Beschwerde abzuweisen ist. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungs- ökonomischen Gründen sowie in Anwen dung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu ver- zichten. (Dispositiv nächste Seite) E-979/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die schweize- rische Vertretung in Khartum. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Esther Karpathakis Peter Jaggi Versand: