Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. September 2017 (810 17 43) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Behördliche Aufsicht über den Willensvollstrecker / Auszahlung von Vorschüssen Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch PD Dr. Peter Reetz und Silvia Meier, Rechtsanwälte gegen 1. Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner 2. B.____ , Beschwerdegegnerin 3. C.____ , Beschwerdegegner Beschwerdegegner 2 + 3 vertreten durch Dr. Stefan Schmiedlin, Advo- kat und Notar Betreff Anweisung an die Willensvollstrecker zur Au szahlung von Vorschüssen (RRB Nr. 117 vom 24. Januar 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die verwitwete D.____ schloss mit ihren Nachkommen B._ ___, A.____ und C.____ am 14. Dezember 2011 einen öffentlich beurkundeten Erbve rtrag. Sie sahen darin vor, dass der Nachlass zu gleichen Teilen an die Kinder gehen solle. D.____ ernannte weiter E.____ und F.____ zu ihren Willensvollstreckern. Diese letztwillige Verfügung hielt sie im öffentlich beur- kundeten Testament vom 27. Mai 2014 aufrecht. Am 9. Juni 2014 verstarb D.____. B. Das Verhältnis zwischen A.____ und seinen Geschwistern ist seit Jahren von Konflikten geprägt. Diese traten im Zuge der Abwicklung des umfan greichen Nachlasses, der hauptsäch- lich aus einem beträchtlichen Immobilienportefeuille b esteht, schon früh zu Tage. Kurz nach deren Amtsantritt kam es auch zwischen A.____ und den Wil lensvollstreckern zu ersten Diffe- renzen, die in der Folge eskalierten und schliesslich dari n gipfelten, dass A.____ vor dem Zivil- kreisgericht Basel-Landschaft West im Rahmen von Ungültigkeitsklagen die Absetzung der Wil- lensvollstrecker verlangte (separate Klagen vom 10. Juli 2 015, die Verfahren sind noch hängig) sowie Straf- und Aufsichtsanzeigen gegen die Willensvollstrecker einreichte. C. Am 19. April 2016 gelangten B.____ und C.____, ve rtreten durch Dr. Stefan Schmiedlin, Advokat und Notar, an die Willensvollstrecker und ersuch ten diese, ihnen die Steuerlasten von rund Fr. 1 Mio. pro Erbe für die Jahre 2014 bis 2016 aus dem Nachlass zu bevorschussen. D. Der von den Willensvollstreckern angefragte A.____ " untersagte" den Willensvollstre- ckern mit Schreiben vom 29. April 2016, eine entsprechende Akontozahlung vorzunehmen. E. Mit Eingabe vom 6. Juni 2016 gelangten B.____ und C.____, weiterhin vertreten durch Dr. Stefan Schmiedlin, Advokat und Notar, an die an die Zivilrechtsverwaltung Basel-Landschaft als Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker und ste llten das Begehren, die Willensvoll- strecker seien unter o/e-Kostenfolge anzuweisen, den Er ben aus den Nachlassmitteln für die Bezahlung der sich aus dem Erbanspruch ergebenden zusätzlich en Steuerverpflichtungen für die Jahre 2014 und 2015 per sofort einen Vorschuss auf Anrechnung an den Erbteil von je Fr. 600'000.-- auszubezahlen bzw. dem Miterben A.____, sollte er keine Auszahlung wünschen, im Rahmen der Nachlassverwaltung gutzuschreiben. F. Mit Verfügung vom 5. September 2016 wies die Zivil rechtsverwaltung Basel-Landschaft die Willensvollstrecker an, den drei Erben B.____, A.____ und C.____ je Fr. 1 Mio. zu vergüten. Die Auszahlung sei anteilmässig ihrem Erbanteil zulasten der Nettoerträge der aus dem Nach- lassvermögen stammenden Erträge zu verbuchen. Sollten d ie Nettoerträge ab Todestag nicht für die Auszahlung von insgesamt Fr. 3 Mio. ausreichen, s ei auf das Nachlassvermögen zu- rückzugreifen. G. Dagegen gelangte A.____, vertreten durch PD Dr. P eter Reetz und Silvia Meier, Rechtsanwälte, mit Beschwerde vom 16. September 2016 an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Er verlangte zusammenfassend die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung und den Verzicht auf eine Anweisung an die Willensvollstrecker, eventualiter eine Bevorschussung im Umfang von lediglich Fr. 300'000.-- pro Erbe. Der Regie- rungsrat wies die Beschwerde mit Regierungsratsbeschluss Nr. 117 vom 24. Januar 2017 ab. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Gegen diesen Entscheid hat A.____, nach wie vor vert reten durch PD Dr. Peter Reetz und Silvia Meier, Rechtsanwälte, mit Eingabe vom 6. Februar 2017 beim Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), B eschwerde erhoben. Er stellt den Antrag, der angefochtene Entscheid sei vollumfänglich aufzuheben und es sei von einer Anwei- sung an die Willensvollstrecker zur Ausrichtung von Vorschüsse n an die Erben abzusehen. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid dahingehend abzuändern, dass die Willensvoll- strecker zur Auszahlung von je Fr. 433'500.-- pro Erbe anzuweisen seien, verbunden mit der Auflage zu Lasten der Erben, die ihnen zugewiesenen V orschüsse ausschliesslich zur Tilgung von Steuerbelastungen der Jahre 2014 und 2015 zu verwen den. Subeventualiter sei die Ange- legenheit zur Neubeurteilung an den Regierungsrat, su bsubeventualiter an die Erstinstanz zu- rückzuweisen. Dies alles habe unter Kosten- und Entschädig ungsfolge, zuzüglich 8 % MWST auf der Prozessentschädigung, für das vorinstanzliche Verf ahren vor dem Regierungsrat und das erstinstanzliche Verfahren sowie für das vorliegende Beschwerdeverfahren vor Kantonsge- richt zu Lasten der Beschwerdegegner zu erfolgen. I. Der Regierungsrat beantragt in seiner Vernehmlassung vom 21. März 2017 die Abwei- sung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. J. Die Beschwerdegegner, nach wie vor vertreten durch Dr . Stefan Schmiedlin, Advokat und Notar, schliessen mit Vernehmlassung vom 21. März 201 7 ebenfalls auf kostenfällige Ab- weisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Die Sachurteilsvoraussetzungen der verwaltungsgericht lichen Beschwerde nach § 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. 2. Der Erblasser kann in einer letztwilligen Verfügung eine oder mehrere handlungsfähige Personen mit der Vollstreckung seines Willens beauftrag en (Art. 517 Abs. 1 des Schweizeri- schen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907). Die Wi llensvollstrecker haben den Willen des Erblassers zu vertreten und gelten insbesonde re als beauftragt, die Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers zu bezahlen, die V ermächtnisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anordnunge n oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen (Art. 518 Abs. 2 ZGB). Sie stehen von Gesetzes wegen in den Rechten und Pflich- ten des amtlichen Erbschaftsverwalters und damit unter der Aufsicht der Behörde, bei der die Erben gegen die von ihnen beabsichtigten oder getroffe nen Massregeln Beschwerde zu erhe- ben befugt sind (Art. 518 Abs. 1 i.V.m. Art. 595 Abs. 3 ZGB). 3.1 Eine Beschwerde gegen die Willensvollstrecker drängt d ie Amtsinhaber, gegen die Be- schwerde geführt wird, automatisch in die prozessuale Stel lung des Beschwerdegegners (BRUNO DERRER , Die Aufsicht der zuständigen Behörde über den Wille nsvollstrecker und den Erbschaftsliquidator, Zürich 1985, S. 20; M ARTIN KARRER /NEDIM PETER VOGT /DANIEL LEU , in: Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil gesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2015, Art. 518 ZGB Rz. 100; BERNHARD CHRIST /MARK EICHNER , in: Abt/Weibel [Hrsg.], Praxiskommen- tar Erbrecht, 3. Aufl., Basel 2015, Art. 518 ZGB Rz. 92; CHRISTIAN BRÜCKNER /THOMAS WEIBEL , Die erbrechtlichen Klagen, 3. Aufl., Basel 2012, Rz. 31 6). Diesen Umstand haben beide Vor- instanzen verkannt. Weder die Zivilrechtsverwaltung als zust ändige Aufsichtsbehörde noch der Regierungsrat als Rechtsmittelinstanz haben den Willensvo llstreckern im vorliegenden Verfah- ren Parteistellung eingeräumt. Dies wirkt sich insbesond ere in schwerwiegenden Verletzungen ihrer Verfahrensgrundrechte aus. Als (heutzutage) rechtsstaatliche Selbstverständlichkeit haben die Beaufsichtigten als im aufsichtsrechtlichen Verfahre n Passivlegitimierte unter anderem An- spruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs (D ERRER , a.a.O., S. 68). Vorliegend haben es beide Instanzen versäumt, die Willensvollstrecker zu den Vorbringen in der Eingabe vom 6. Juni 2016 anzuhören. Sie wurden im gesamten Verfahren nie eingeladen, ihre Beweggründe für die in der Eingabe beanstandete Amtsführung zu erläutern und den eigenen Standpunkt in das Ver- fahren einzubringen. Weiter ist festzustellen, dass der angefochtene Entscheid den Willensvoll- streckern nicht zugestellt worden ist (vgl. Verteiler). D as dadurch verletzte Gebot, einen Ent- scheid den direkt betroffenen Personen zu eröffnen, e rgibt sich als elementares Prinzip eben- falls aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (BGE 133 I 201 E. 2.1). Das bisherige Verfahren muss bei einer Gesamtbetrachtung bereits aus diesem Grund als insgesamt derart fehlerbehaf- tet bezeichnet werden, dass eine Heilung im kantonsgerichtlichen Verfahren ausgeschlossen ist (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 28. Oktober 2016 [810 16 276] E. 3.3). 3.2 Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheid s und zur Rückweisung der An- gelegenheit an die Zivilrechtsverwaltung zu neuem erstinstanzlichem Entscheid. Die Beschwer- de wird damit im Ergebnis im Subsubeventualstandpunkt g utgeheissen. Die Zivilrechtsverwal- tung wird das Verfahren unter Einbezug der Willensvoll strecker zu wiederholen haben. Dabei wird sie insbesondere zu beachten haben, dass sie - anders als im ersten Rechtsdurch- gang - den Parteien sämtliche Eingaben der übrigen V erfahrensbeteiligten zur Kenntnis bringt und sodann zur Wahrung eines effektiven Replikrechts mit dem Entscheid solange zuwartet, bis sie annehmen darf, die Adressaten hätten auf eine weitere Eingabe verzichtet. 4. Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigen sich einig e nicht abschliessende Be- merkungen zur Sache. 4.1 Der Ordnung halber ist zunächst klar zu stellen, dass sämtliche Verfahrensbeteiligte die Rolle der Zivilrechtsverwaltung als Aufsichtsbehörde über die Willensvollstrecker missverste- hen, wenn sie davon ausgehen, diese könne unter Umgehun g und anstelle der Willensvollstre- cker frei über die Verwaltung des Nachlasses entscheiden. Es ist nicht Aufgabe der Aufsichts- behörde, wie ein Zivilgericht einen diesbezüglichen Str eit unter den Erben zu schlichten. Die Kognitionsbefugnis der Aufsichtsbehörde ist vielmehr au f die Beurteilung allfälliger Mängel der Mandatsführung der Willensvollstrecker beschränkt. Dazu ge hören Kompetenzüberschreitun- gen, Pflichtverletzungen, Untätigkeit und Unfähigkeit, Unzweckmässigkeit bis hin zur Willkür sowie Verletzung der schützenswerten Interessen aller am Nachlass Beteiligten. Hinsichtlich der Zweckmässigkeit der Massnahmen zur Ausübung ihres Amtes ve rfügen Willensvollstrecker Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht über einen von der Aufsichtsbehörde zu respektierende n grossen Ermessensspielraum (BGE 142 III 9 E. 4.3.1; Urteil des BGer 5A_794/2011 vom 16. Februar 2012 E. 3.2; R AINER KÜNZLE , in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schwei zerischen Privatrecht, Bern 2011, Art. 517-518 ZGB Rz. 98; P ETER BREITSCHMID , Behördliche Aufsicht über den Willensvollstre- cker, in: Druey/Breitschmid [Hrsg.], Willensvollstreckung, Be rn 2001, S. 156). Pflichtgemässes Ermessen bedeutet im vorliegenden Zusammenhang letztlich , dass die Willensvollstrecker ihre Entscheide nach sachlich vertretbaren Gesichtspunkten treffen und im objektiven Interesse des Nachlasses handeln (KGE VV vom 11. August 2017 [810 17 35] E. 6.3; vgl. C HRIST /EICHNER , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 49; K ÜNZLE , a.a.O., Art. 517-518 ZGB Rz. 98; D ERRER , a.a.O., S. 42 ff.). 4.2 Bis zur Erbteilung haben die Willensvollstrecker den N achlass exklusiv in der Hand und sind alleine verantwortlich für dessen Administration. W enn die Vorbereitung der Teilung länger dauert, können die Willensvollstrecker den Erben grundsät zlich Vorschüsse verteilen, wenn Abschlagszahlungen testamentarisch nicht ausdrücklich ausge schlossen wurden. Solche Vor- schüsse auf Anrechnung an den Erbteil haben provisorischen Charakter und stellen nach der herrschenden Lehre Verwaltungshandlungen (und nicht e twa Teil-Erbteilungen) dar (K ARRER / VOGT /LEU , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 46; K ÜNZLE , a.a.O., Art. 517-518 ZGB Rz. 300; C HRIST / EICHNER , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 75a; BREITSCHMID , a.a.O., S. 163 f.). Verwaltungsentscheide bedürfen keiner Zustimmung der Erben. Der Widerstand einzelner Erben vermag die Willens- vollstrecker deshalb nicht an der Ausrichtung von Vorschüssen zu hindern (B REITSCHMID , a.a.O., Fn. 47; KARRER /VOGT /LEU , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 46; BGE 142 III 9 E. 4.3. 1). Es liegt in ihrer Amtspflicht, nach pflichtgemäss auszuübendem Er messen über entsprechende Zahlun- gen zu befinden. Sie können die Verantwortung dafür nicht an die Aufsichtsbehörde delegieren, indem sie sich die Entscheidung von dieser abnehmen lassen (K ARRER /VOGT /LEU , a.a.O., Art. 595 ZGB Rz. 27). Die Auszahlung von Vorschüssen kom mt namentlich dann in Betracht, wenn die Mittel liquide sind, nicht für die laufende Verwaltung bzw. Reservenbildung benötigt werden und ihre Ausrichtung die nachmalige Erbteilung nicht präjudiziert. Auf einen eigentlichen Bedürfnisnachweis kann zumindest dann verzichtet werden, w enn Abschlagszahlungen quotal gleichmässig sowie quantitativ zurückhaltend ausgerichtet we rden und die Verhältnisse eine massvolle Vorschusszahlung offensichtlich zulassen (B REITSCHMID , a.a.O., S. 163 f.). Die Mög- lichkeit zu Vorschusszahlungen kann sich unter Umständen zu e iner entsprechenden Pflicht verdichten, wenn ein ausgewiesenes, unaufschiebbares und von den Erben nicht beeinflussba- res Bedürfnis für eine solche Abschlagszahlung besteht, wi e dies etwa für Steuerforderungen zutreffen kann (K ARRER /VOGT /LEU , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 46; K ÜNZLE , a.a.O., Art. 517-518 ZGB Rz. 300; Beschluss des Obergerichts ZH vom 23. Septembe r 1991, in: ZR 1992-1993 Nr. 46, E. 4.c.bb). 4.3 Die Nichtauszahlung von Vorschüssen kann mit Beschwerde bei der Aufsichtsinstanz gerügt werden. Allerdings entzieht sich der entsprechend e Entscheid bei pflichtgemässer Er- messensbetätigung seitens der Willensvollstrecker aufsichtsbe hördlicher Kognition, welche nicht ihr Ermessen an Stelle des pflichtgemässen Ermessens der Willensvollstrecker zu stellen hat (BREITSCHMID , a.a.O., Fn. 47). Sollten die Willensvollstrecker im Rahmen der nachzuholen- den Anhörung eine Auszahlung von Vorschüssen (weiterhi n) verweigern, wird die Zivilrechts- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht verwaltung gestützt auf die Akten und vorgebrachten A rgumente zu prüfen haben, ob die Wil- lensvollstrecker im vorliegenden Fall eine Pflicht zu Absc hlagszahlungen trifft oder ob sie ihr Ermessen sonstwie unsachlich ausüben. Nur wenn die Behörd e auf eine derartige Pflichtverlet- zung erkennt - was sie in ihrer Verfügung vom 5. Septem ber 2016 nicht getan hat -, kommt ein aufsichtsrechtliches Eingreifen mittels verbindlicher We isung überhaupt in Betracht. Hierzu ist weiter anzumerken, dass die Behörde im Falle einer Guth eissung der Beschwerde die erforder- lichen Anordnungen von Amtes wegen und aus eigenem Erme ssen trifft, ohne an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Sie hat sich dabei am Grundsatz der Stufenfolge zu orientieren, wonach Prävention der Sanktion und die mildere der sch ärferen Anordnung vorgeht (C HRIST / EICHNER , a.a.O., Art. 518 ZGB Rz. 93; D ERRER , a.a.O., S. 79 ff.; Urteil des BGer 5A_672/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.1). Die entsprechenden Überlegungen zur Verhältnismässigkeit sind in der Entscheidbegründung offenzulegen. 5. Nach dem Ausgeführten ist der angefochtene Entschei d in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit zu neuem Entscheid an die Zivilrechtsverwaltung als erste Instanz zurückzuweisen. 6.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Ausrichtung ei ner Parteientschädigung für das erst- instanzliche Verfahren. Da er von der Zivilrechtsverwaltung in dieses Verfahren gar nicht einbe- zogen worden war, konnten ihm durch das Verfahren auch keine Kosten entstanden sein, was sich im Übrigen auch aus der eingereichten Honorarnote ergibt, die für die betreffende Zeit- spanne keine Leistungen ausweist. Ein Entscheid über di e Parteientschädigung für das Verfah- ren vor der Zivilrechtsverwaltung erübrigt sich. Zur Reg elung der Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens ist die Sache an den Regierungsrat zurückzuwei sen. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu befinden. 6.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorinstanzen werden nur dann Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie das Kanto nsgericht in Anspruch nehmen (§ 20 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 VPO). Eine Kostenauflage an die V orinstanz fällt vorliegend ausser Be- tracht und angesichts der groben behördlichen Fehler re chtfertigt es sich nicht, den unterlie- genden privaten Beschwerdegegnern Kosten aufzuerlegen. A uf die Erhebung von Verfahrens- kosten ist dementsprechend zu verzichten. Dem Beschwerdef ührer ist der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- zurückzuerstatten. 6.3 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Ausgangsgemäss ist dem anwalt lich vertretenen Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zuzusprechen, wobei es auch d iesbezüglich angezeigt erscheint, die Kosten alleine der Vorinstanz zu überbinden. Die Rechtsv ertreter des Beschwerdeführers ma- chen in ihrer Honorarnote vom 30. Juni 2017 ihren Aufwand für das gesamte Verfahren geltend. Vorliegend ist lediglich über die Parteientschädigung für das kantonsgerichtliche Verfahren zu entscheiden. Den ab Erhalt des angefochtenen Entscheid s ab 26. Januar 2017 angefallenen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufwand weisen die Rechtsvertreter mit 33.30 Stunden au s, wofür sie ein Honorar von insge- samt Fr. 10'675.-- in Rechnung stellen. In der Honorar note wird nicht ausgewiesen, wessen Arbeitsleistung in den einzelnen Positionen fakturiert w ird. Ohne weitergehende Erklärungen werden drei verschiedene Honoraransätze zwischen Fr. 250 .-- und Fr. 450.-- in Ansatz ge- bracht. Der von der geltenden Tarifordnung vorgegebene reguläre Tarifrahmen beträgt Fr. 200.-- bis Fr. 350.-- (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifor dnung für die Anwältinnen und Anwälte [TO] vom 17. November 2003). Weshalb vorliegend teilweise ei n Zuschlag nach § 4 TO gerechtfer- tigt sein soll, wird nicht ausgeführt und ist auch nich t ersichtlich. Ebenso bleibt unklar, ob Be- mühungen von Substitutinnen oder Substituten, die gemä ss § 3 Abs. 3 TO zu einem reduzier- ten Stundenansatz zu berechnen sind, im Leistungsverzeichn is enthalten sind. Die Rechtsver- treter machen für die Auslagen sodann eine Kleinspese npauschale von 4 % des Honorars gel- tend. Eine derartige Berechnung der Auslagen widerspri cht der Tarifordnung, welche vorsieht, dass Telefonauslagen, Porti und ähnliche Auslagen nach d em tatsächlichen Aufwand in Rech- nung zu stellen sind (§ 16 Abs. 1 TO). Da keine transpa rente und tarifkonforme Honorarnote vorliegt, setzt das Gericht die Parteientschädigung nach Ermessen fest (§ 18 Abs. 1 TO). Unter Berücksichtigung der massgeblichen Aspekte erscheint eine re duzierte Parteientschädigung von Fr. 6'000.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) gerechtfertigt. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. 7. Der vorliegende Entscheid wird neben den im Rubrum aufgeführten Beteiligten zusätz- lich direkt der Zivilrechtsverwaltung sowie den Willensvollstreckern zur Kenntnis gebracht. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Regierungsrats Nr. 117 vom 24. Januar 2017 aufgehoben und die Angel egenheit an die Zivilrechtsverwaltung Basel-Landschaft zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen zurückgewiesen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-La ndschaft zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800 .-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 4. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat de m Beschwerde- führer für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 6'000.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszu- richten. Präsidentin Gerichtsschreiber