<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-12-23-4A_582-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4A_582/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 23. Dezember 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Kiss, May Canellas, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Stähle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ Inc., </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Nadine Mayhall, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________ GmbH &amp; Co. KG, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Joël Bürgisser, Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Vor- und Zwischenentscheid, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 4. November 2021 </div> <div class="para">(HG200219-O). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Am 25. November 2020 reichte die B.________ GmbH &amp; Co. KG (Klägerin, Beschwerdegegnerin) mit Sitz in Deutschland beim Handelsgericht des Kantons Zürich eine Klage gegen die A.________ Inc. (Beklagte, Beschwerdeführerin) mit Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika ein. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 erhob die Beklagte die Einrede der Unzuständigkeit und machte darüber hinaus geltend, die "verfahrenseinleitenden Schriftstücke" seien ihr nicht ordnungsgemäss zugestellt worden. Sie stellte folgende Anträge: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1. Das Verfahren sei vorab auf die Frage der Zuständigkeit des Handelsge richts Zürich zu beschränken; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Auf die Klage sei mangels Zuständigkeit des Handelsgerichts Zürich nicht einzutreten; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. a) Eventualiter sei das Verfahren auf die Frage der ordnungsgemässen Zu stellung der verfahrenseinleitenden Schriftstücke zu beschränken; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Eventualiter sei das verfahrenseinleitende Schriftstück sei [sic] ordnungsgemäss zuzustellen und der Beklagten sei eine (neue) Frist für die Einreichung der Klageantwort ab ordnungsgemässer Zustellung anzusetzen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4. Subeventualiter sei der Beklagten die Frist zur Einreichung der Klage antwort abzunehmen und neu anzusetzen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5. Subsubeventualiter sei eine Nachfrist für die Klageantwort anzusetzen; </div> <div class="para"> </div> <div class="para">[Kosten- und Entschädigungsfolgen]." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Mit Beschluss vom 4. November 2021 entschied das Handelsgericht - soweit hier interessierend - was folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">"1. Die Unzuständigkeitseinrede der Beklagten wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. Die Eventualanträge und der Subeventualantrag der Beklagten werden ab gewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. Der Beklagten wird eine einmalige, kurze Nachfrist bis zum 29. November 2021 angesetzt, um ihre <span class="artref">Art. 222 Abs. 2 ZPO</span> entsprechende Klageantwort in fünffacher A u sfertigung einzureichen; die Beilagen sind der Klage antwort (einschliesslich Verzeichnis der Beweismittel) in zweifacher Ausferti gung beizulegen. </div> <div class="para">Bei Säumnis wird das Gericht entweder einen Endentscheid treffen, sofern die Angelegenheit spruchreif ist, oder zur Hauptverhandlung vorladen." </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Bezug auf die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 erwog die Vorinstanz, der Beschwerdeführerin sei die Klageschrift samt Verfügung mit Fristansetzung zur Klageantwort ordnungsgemäss auf dem Rechtshilfeweg zugestellt worden, und zwar spätestens am 26. Juli 2021. Entsprechend sei die Frist zur Klageantwort in diesem Zeitpunkt ausgelöst worden. Die Beschwerdeführerin habe innert mittlerweile verstrichener Frist keine Klageantwort eingereicht, weshalb gestützt auf <span class="artref">Art. 223 Abs. 1 ZPO</span> eine kurze Nachfrist anzusetzen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Die Beklagte verlangt mit Beschwerde in Zivilsachen vom 15. November 2021, die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des angefochtenen Beschlusses seien aufzuheben. Das Verfahren vor Handelsgericht sei auf die Frage der ordnungsgemässen Zustellung der "ersten verfahrenseinleitenden Schriftstücke" zu beschränken und die "ersten verfahrenseinleitenden Schriftstücke" seien durch die Vorinstanz ordnungsgemäss zuzustellen. Das Handelsgericht habe ihr eine neue Frist zur Klageantwort ab ordnungsgemässer Zustellung anzusetzen. Ausserdem ersuchte sie um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. </div> <div class="para">Am 17. November 2021 ordnete das Bundesgericht an, dass bis zum Entscheid über das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben hätten. </div> <div class="para">In der Sache wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Dispositiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Beschlusses, in der das Handelsgericht über die Zuständigkeit entschied, wird in der Beschwerde nicht angefochten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Beschwerdeführerin wendet sich einzig gegen die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 des Beschlusses. Darin wies das Handelsgericht im Wesentlichen den Antrag der Beschwerdeführerin ab, das "verfahrenseinleitende Schriftstück [...] ordnungsgemäss zuzustellen und der Beklagten [...] eine (neue) Frist für die Einreichung der Klageantwort anzusetzen". Ausserdem setzte es eine Nachfrist zur Klageantwort an. Insoweit handelt es sich beim angefochtenen Beschluss um einen Vor- und Zwischenentscheid im Sinne von <span class="artref">Art. 93 BGG</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Davon geht denn auch die Beschwerdeführerin aus. Sie bringt vor, die Beschwerde sei gestützt auf <span class="artref">Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG</span> zulässig: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.1.</b> Nach dieser Bestimmung kann ein selbständig eröffneter Vor- und Zwischenentscheid angefochten werden, wenn er einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Dabei muss es sich um einen Nachteil rechtlicher Natur handeln, der auch durch einen für die beschwerdeführende Partei günstigen Entscheid in der Zukunft nicht mehr behoben werden kann, wogegen rein tatsächliche Nachteile wie die Verfahrensverlängerung oder -verteuerung nicht ausreichen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=17.12.2021&amp;to_date=05.01.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-475%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page475">BGE 144 III 475</a> E. 1.2 S. 479; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=17.12.2021&amp;to_date=05.01.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-798%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page798">142 III 798</a> E. 2.2 S. 801; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=17.12.2021&amp;to_date=05.01.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-80%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page80">141 III 80</a> E. 1.2; je mit Hinweisen). Dass im konkreten Fall ein derartiger Nachteil droht, ist in der Beschwerdebegründung aufzuzeigen, andernfalls auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=17.12.2021&amp;to_date=05.01.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-798%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page798">BGE 142 III 798</a> E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.2.</b> Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr drohe insofern ein Nachteil, als sie "bei einer Fortsetzung des vorinstanzlichen Ver fahrens [...] in ein Klageverfahren gezwungen würde und ihr fristwahrende Handlungen (wie die Einreichung einer materiellen Klage antwort) auferlegt würden, obwohl bei zutreffender Betrachtungsweise angesichts der mangelhaften Eröffnung der ersten verfahrenseinleitenden Schriftstücke noch gar keine Fristen zu laufen begonnen hätten". </div> <div class="para">Damit zeigt die Beschwerdeführerin nicht auf, inwiefern der angefochtene Beschluss einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil rechtlicher Natur im eben dargestellten Sinne bewirken kann. Die Rüge der nicht rechtskonformen Zustellung der "verfahrenseinleitenden Schriftstücke" könnte jedenfalls auch mit der Beschwerde gegen den Endentscheid vorgetragen werden (<span class="artref">Art. 93 Abs. 3 BGG</span>). Die Beschwerdeführerin verweist auf das bundesgerichtliche Urteil 4A_141/2015 vom 25. Juni 2015 E. 3, das indes weder einen Zusammenhang mit <span class="artref">Art. 93 BGG</span> aufweist noch sonst einschlägig wäre. </div> <div class="para">Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung - dem das Bundesgericht im Sinne einer superprovisorischen Massnahme entsprochen hatte - gegenstandslos. </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die - allerdings reduzierten - Gerichtskosten gemäss <span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span> der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der Beschwerdegegnerin, die sich nur zum Gesuch um aufschiebende Wirkung zu äussern hatte, ist für das bundesgerichtliche Verfahren eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 500.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons Zürich, der Beschwerdegegnerin unter Zusendung von act. 13 f. zur Kenntnisnahme, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 23. Dezember 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Hohl </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Stähle </div> </div></body></html>