Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 19. Januar 2012 (760 11 217 / 19) ____________________________________________________________________ Familienzulagen Anspruchskonkurrenz beim Bezug von Ausbildungszulagen Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons- richter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Familienausgleichskasse Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Beigeladene B.____ Betreff Familienzulagen A. Am 21. September 2010 meldete sich A.____ zum Bezug von Ausbildungszulagen für seinen 1991 geborenen Sohn C.____ bei der Familienausgleich skasse Basel-Landschaft (Kasse) an. Nachdem die Kasse in der Folge zwecks Beurteilung der An spruchsberechtigung wiederholt und erfolglos diverse fehlende Unterlagen von A.____ e ingefordert hatte, verfügte sie am 12. Januar 2011 gegenüber dessen Arbeitgeberin D.____ AG mit Wirkung ab 1. Februar 2011 die Einstellung der Anspruchsberechtigung auf Ausbildungszulagen. Eine hiergegen am 4. Februar 2011 erhobene Einsprache der D.____ AG wies die Kasse mit Entscheid vom 10. Mai 2011 mit der Begründung nach wie vor fehlender Unterlagen ab. Seite 2 B. Mit Eingabe vom 10. Juni 2011 erhob A.____ beim K antonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), Beschwerde gegen den Ein- spracheentscheid der Kasse vom 10. Mai 2011 und beantrag te die Aufhebung der Verfügung vom 1. Februar 2011 sowie die Ausrichtung der ihm zuste henden Ausbildungszulagen. Zur Be- gründung führte er im Wesentlichen an, dass die Kasse in ihrem Einspracheentscheid erstmals eine Bestätigung des aktuellen Lehrbetriebs seines Sohn es angefordert habe, weshalb er die- sem Begehren bisher nicht habe nachkommen können. Da di eses Dokument der erhobenen Beschwerde nun aber beigelegt worden sei, sei die Verfügung aufzuheben. C. Die Kasse schloss in ihrer Vernehmlassung vom 2. August 2011 auf Abweisung der Be- schwerde. Zur Begründung führte sie aus, dass die elterli che Sorge über Sohn C.____ gemäss Scheidungsurteil der geschiedenen Ehefrau übertragen w orden sei. Der Beschwerdeführer be- antrage Leistungen der Familienausgleichskasse, die nach den Anspruchskonkurrenzbestim- mungen der Mitwirkung insbesondere beider Ehegatten be dürften. Der Beschwerdeführer habe diese Mitwirkungspflicht nur zögerlich und unvollständig er füllt. Da dessen Anmeldeformular bezüglich der Frage der Erwerbstätigkeit der geschieden en Ehefrau aufgrund deren fehlenden Unterschrift keine vollständige Beurteilung des Zulag enanspruchs zulasse, sei die Beschwerde abzuweisen. Darüber hinaus sei auf die telefonische Erku ndigung der Kasse hinzuweisen, wo- nach die geschiedene Ehefrau erwerbstätig sei und das Mindesteinkommen für den Anspruch auf Ausbildungszulagen erreiche. Da sie die elterliche S orge bis zur Mündigkeit von Sohn C.____ innegehabt habe, sei sie erstanspruchsberechtigt . Die Beschwerde sei ebenfalls aus diesem Grund abzuweisen. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 9. August 2011 wurde die geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers B.____, zum Beschwerdeverfahren beigeladen und die Beigeladene wurde aufgefordert, dem Gericht Auskunft über ihre Einkommen sverhältnisse in den Jahren 2007 bis heute zu erteilen. Mit Eingabe vom 24. August 2011 tei lte die Beigeladene dem Gericht mit, dass sich ihr Sohn C.____ noch bis zum 10. August 2012 i n der Ausbildung als Hochbauzeich- ner befinde. Er habe immer bei ihr im gemeinsamen H aushalt gelebt, weshalb sie vorrangig Anspruch auf die strittigen Ausbildungszulagen besitze. Zusammen mit dieser Eingabe reichte die Beigeladene dem Gericht diverse Belege betreffend ihre Einkommensverhältnisse und eine Kopie des Lehrvertrages ihres Sohnes ein. E. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Stellungnahme vom 20. September 2011 zusammen- fassend fest, dass seine geschiedene Ehefrau den eingereicht en Unterlagen zufolge kaum in der Lage sei, für sich selbst, geschweige denn für den g emeinsamen Sohn C.____ zu sorgen. Die Ausbildungszulage würde daher in ihre Schuldensanie rung fliessen, weshalb C.____ von den Ausbildungszulagen nicht profitiere. Er beantrage, die Ausbildungszulagen seien C.____ direkt zuzusprechen, damit diese dafür verwendet würden, wofür sie auch gedacht seien. In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 7. Oktober 2011 hi elt die Kasse an der Abweisung der Beschwerde fest. Zur Begründung führte sie aus, dass die geschiedene Ehefrau grundsätzlich erstanspruchsberechtigt sei, da ihr bisheriges Einkommen für das Jahr 2011 den eingereichten Unterlagen zufolge den massgebenden Schwellenwert deutl ich übersteigen würde. In seiner abschliessenden Stellungnahme vom 26. November 2011 hie lt der Beschwerdeführer an sei- nem Drittauszahlungsantrag zu Handen von Sohn C.____ fest. Zur Begründung machte er noch Seite 3 einmal geltend, dass seine geschiedene Ehefrau infolge hoher Schulden die Ausbildungszula- gen bis vor zwei Jahren grösstenteils für sich selbst verwendet habe. Mittlerweile seien ihre finanziellen Schwierigkeiten noch weiter angestiegen, w eshalb nicht davon ausgegangen wer- den könne, dass die strittigen Ausbildungszulagen zweckgerecht eingesetzt würden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Mit dem am 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Bu ndesgesetz über die Familienzulagen vom 24. März 2006 (FamZG) sowie der entsprechenden Vero rdnung über die Familienzulagen vom 31. Oktober 2007 (FamZV) wurde erstmals eine einhe itliche, gesamtschweizerische Rah- menordnung für Familienzulagen geschaffen. Die Kanton e müssen sich seither grundsätzlich zwingend an die materiellen Vorgaben des Bundesrechts halten. In gewissen Bereichen können sie aber über den vom Bund definierten Mindestrahmen h inausgehen und günstigere Bestim- mungen erlassen. In Ergänzung zu den bundesrechtlichen Vo rgaben erliess der Kanton Basel- Landschaft deshalb das kantonale Einführungsgesetz zum Bun desgesetz über die Familienzu- lagen vom 7. Mai 2009 (EG FamZG), welches Ausführungsbe stimmungen zu den bundesrecht- lichen Regelungen des FamZG enthält. Schliesslich sind a uch die Bestimmungen des am 1. Januar 2003 in Kraft getretenen Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversi- cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und der Verordn ung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 200 2 gemäss Art. 2 ATSG in Ver- bindung mit Art. 1 FamZG auf die Familienzulagen zu beachten, soweit das FamZG keine Ab- weichungen vom ATSG vorsieht. 1.2 Nach Art. 22 FamZG entscheidet in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 und 2 ATSG das Versi- cherungsgericht jenes Kantons über Beschwerden gegen Ent scheide der Familienausgleichs- kassen, dessen Familienzulagenordnung anwendbar ist. Im vo rliegenden Fall ist gestützt auf Art. 12 Abs. 2 FamZG die Familienzulagenordnung des K antons Basel-Landschaft anwendbar, da die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ihren Sitz im Kanton Basel-Landschaft hat. Ent- sprechend kann gemäss § 40 Abs. 1 EG FamZG in Verbindung mit § 54 Abs. 2 lit. a des Geset- zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung ( VPO) vom 16. Dezember 1993 gegen Einspracheentscheide oder Verfügungen der Famili enausgleichskassen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, innert 30 Tagen beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialver- sicherungsrecht, Beschwerde erhoben werden. Auf die vorli egend beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 3 FamZG umfassen die Familienzulagen die Kinder- und die Ausbildungszula- gen. Die Ausbildungszulage wird ab Ende des Monats, in d em das Kind das 16. Altersjahr voll- endet, bis zum Abschluss der Ausbildung ausgerichtet, längs tens jedoch bis zum Ende des Monats, in dem es das 25. Altersjahr vollendet (Art. 3 Abs. lit. b FamZG). Gemäss Art. 1 FamZV besteht ein Anspruch auf eine Ausbildungszulage für Ki nder, die eine Ausbildung im Sinne von Artikel 25 Absatz 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1 946 über die Alters- und Hinter- lassenenversicherung (AHVG) absolvieren. Laut Art. 25 Abs. 5 AHVG dauert der Rentenan- spruch für Kinder, die noch in Ausbildung sind, bis zu d eren Abschluss, längstens aber bis zum vollendeten 25. Altersjahr. Der Bundesrat kann festlegen, was als Ausbildung gilt. Auf 1. Januar Seite 4 2011 hat der Bundesrat von der Verordnungskompetenz Geb rauch gemacht (vgl. AS 2010 4573). Nach den neuen Bestimmungen in Art. 49 bis der Verordnung über die Alters- und Hinter- lassenenversicherung (AHVV) vom 31. Oktober 1947 steht ein Kind dann in Ausbildung, wenn es sich auf der Grundlage eines ordnungsgemässen, rechtli ch oder zumindest faktisch aner- kannten Bildungsganges systematisch und zeitlich überwiegen d entweder auf einen Berufsab- schluss vorbereitet oder sich eine Allgemeinausbildung er wirbt, die Grundlage bildet für den Erwerb verschiedener Berufe (Abs. 1). Als in Ausbildung befindet sich ein Kind aber auch dann, wenn es Brückenangebote wahrnimmt wie Motivationssemester und Vorlehren oder Sprachauf- enthalte, sofern sie einen Anteil Schulunterricht enth alten (Abs. 2). Diese Verordnungsbestim- mung lehnt sich somit in der Umschreibung der Ausbildung eng an die bisher ergangene Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts und des Bundesgerichts an. Un- ter Ausbildung ist somit jede Tätigkeit zu verstehen, we lche die systematische Vorbereitung auf eine künftige Erwerbstätigkeit zum Ziel hat und während welcher mit Rücksicht auf den vorherr- schenden Ausbildungscharakter ein wesentlich geringeres E inkommen erzielt wird, als ein Er- werbstätiger mit abgeschlossener Berufsbildung orts- und branchenüblich erzielen würde (vgl. BGE 108 V 56 E. 1c). 2.2 Gemäss § 6 EG FamZG entspricht die Höhe der Familie nzulagen den bundesrechtlichen Mindestansätzen. Die monatliche Ausbildungszulage beträg t gestützt auf Art. 5 Abs. 2 FamZG somit Fr. 250.--. Pro Kind wird grundsätzlich nur eine Zulage derselben Art ausgerichtet (vgl. Art. 6 FamZG). Anspruch auf Familienzulagen haben jene als Arbeitnehmerinnen oder Arbeit- nehmer in der Alters- und Hinterlassenenvorsorge (AHV) versicherte Personen, die von einem dem FamZG unterstellten Arbeitgeber beschäftigt werden . Der Anspruch entsteht und erlischt jeweils mit dem Lohnanspruch der Arbeit nehmenden Person (vgl. Art. 13 Abs. 1 FamZG). Aus- gerichtet werden jeweils nur ganze Zulagen. Anspruch a uf Zulagen hat, wer als arbeitnehmen- de Person auf einem jährlichen Erwerbseinkommen, das min destens dem halben jährlichen Betrag einer minimalen und vollen Altersrente der AHV entspricht, AHV-Beiträge entrichtet (vgl. Art. 13 Abs. 3 FamZG). Massgebend für die Anspruchsberech tigung einer in unselbständiger Tätigkeit erwerbstätigen Person ist demnach das nach AHV-Kriterien ermittelte Einkommen. Die hierbei zu erreichende Erwerbsschwelle beträgt jährlich Fr. 6'960.-- bzw. monatlich Fr. 580.-- (vgl. Wegleitung zum Bundesgesetz über die Familienzula gen, FamZWL, in der ab 1. Januar 2012 geltenden Fassung, gültig ab 1. Januar 2009, Bun desamt für Sozialversicherungen BSV, S. 51, Rz. 507). Wird dieses Mindesterwerbseinkommen ni cht erreicht, besteht kein Anspruch. Bei befristeten Arbeitsverhältnissen wird der erzielte Lo hn auf ganze Monate umgerechnet. Bei einer Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern werden die erzielten Löhne zusammengezählt. Bei unregelmässiger Beschäftigung auf Abruf oder im S tundenlohn wird jeweils auf die Zeit ab- gestellt, in welcher der Arbeitnehmende für Arbeitsei nsätze zur Verfügung gestanden hat. An- spruch auf Familienzulagen besteht jedoch immer nur in j enen Monaten, in welchen das ent- sprechende Schwelleneinkommen erreicht wird. Wenn vorab noch nicht bekannt ist, ob der jährliche Schwellenwert von aktuell Fr. 6'960.-- über das ganze Jahr erreicht wird, sind die Fa- milienzulagen vorerst nur für jene Monate auszurichten, i n welchen mindestens der monatliche Schwellenwert von Fr. 570.-- erreicht worden ist. Für die übrigen Monate erfolgt Ende des Jah- res allenfalls eine Nachzahlung. Stellt sich demgegenüb er am Ende des Jahres heraus, dass das monatliche Schwelleneinkommen nur in einzelnen Mon aten erreicht worden ist, so besteht jeweils nur für diese Monate Anspruch auf die entsprechenden Zulagen. Ist insgesamt unsicher, ob der erstanspruchsberechtigte Elternteil (vgl. hier zu sogleich unten, nachfolgende Erwägung Seite 5 2.3) den erforderlichen Mindestlohn auf das ganze Jahr betrachtet auch wirklich erreicht, haben sich die zuständigen Familienausgleichskassen darauf zu ei nigen, dass jener Elternteil die Fa- milienzulagen bezieht, dessen Einkommen klar über dem er forderlichen Schwellenwert liegt bzw. der in einem dauerhaften Arbeitsverhältnis steht. H intergrund dieser Regelung bildet die Überlegung, dass damit ein ständiger Wechsel der zuständi gen Familienausgleichskasse und mithin auch des Anspruchsberechtigten vermieden werden soll. Gleiches gilt für den Fall, in welchem ein anspruchsberechtigter Elternteil immer nu r in kurzen Arbeitsverhältnissen steht, demgegenüber der andere Elternteil sein Einkommen au s einem stabilen und insbesondere unbefristeten Arbeitsverhältnis bezieht (vgl. FamZWL, a.a.O., S. 52 f., Rz. 510). 2.3 Besitzen den erwähnten Vorschriften zufolge mehrer e Personen für das gleiche Kind An- spruch auf eine Familienzulage, so steht der Anspruch g emäss Art. 7 Abs. 1 lit. a FamZG zu- nächst der erwerbstätigen Person zu. Sind beide Eltern teile erwerbstätig und erreichen mithin beide den oben erwähnten Schwellenwert, wie er für e inen Anspruch auf Familienzulagen überhaupt zunächst vorausgesetzt wird (vgl. obige Erwägun g 2.2), steht der Anspruch jener Person zu, welche die elterliche Sorge über das Kind ha t oder bis zu seiner Mündigkeit hatte (vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. b FamZG). Lässt sich weiterhin keine erstanspruchsberechtigte Person bestimmen, weil die geschiedenen Eltern die elterliche Sorge über ihr Kind gemeinsam inne hatten, so steht der Anspruch jener Person zu, bei der das Kind überwiegend lebt oder bis zu seiner Mündigkeit gelebt hat (vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. c FamZG; vgl. zum Ganzen auch die detail- lierten Beispiele in der FamZWL, a.a.O., S. 36 ff.). 3.1 Die Kasse hat mit ihrer dem angefochtenen Einsprach eentscheid vorangehenden Verfü- gung vom 12. Januar 2011 den Anspruch des Beschwerdeführ ers auf Ausrichtung von Ausbil- dungszulagen ab 1. Februar 2011 verneint. Streitig u nd zu prüfen ist deshalb, ob der Be- schwerdeführer für die Zeit ab 1. Februar 2011 Anspruc h auf Familienzulagen für seinen Sohn C.____ besitzt. Die Kasse stellt sich auf den Standpunkt, nicht der Beschwerdeführer, sondern dessen geschiedene Ehefrau besitze prioritären Anspruch a uf deren Auszahlung. Dieser An- sicht ist zuzustimmen. Der Beschwerdeführer erfüllt zwar un bestritten ebenfalls die Grundan- spruchsvoraussetzung auf Ausrichtung von Ausbildungszulagen, da auch er unselbständig er- werbstätig ist und zweifelsohne den hierfür erforderlich en Schwellenwert eines jährlichen Ein- kommens von Fr. 6'960.-- erfüllt (vgl. oben, Erwägung 2.2). Diese Voraussetzung trifft jedoch ebenso auf seine geschiedene Ehefrau zu, soweit die Ausr ichtung der Ausbildungszulagen ab 1. Februar 2011 im Streit steht. So ist den telefonisch en Auskünften der Kasse zufolge davon auszugehen, dass die Beigeladene die erforderliche Verd ienstschwelle erreicht hat (vgl. Ver- nehmlassung der Kasse vom 2. August 2011, S. 2 a.E.). Au ch wenn bzw. gerade weil zu be- mängeln ist, dass sich hierzu keinerlei Aktennotiz der Kasse in den Akten befindet, hat das Kan- tonsgericht mit Aufforderung an die Beigeladene den Sachverhalt von Amtes wegen abgeklärt und die geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers aufgef ordert, Auskunft über ihre Ein- kommensverhältnisse zu erteilen (vgl. verfahrensleitende Verfügung vom 9. August 2011, Ziffer 4). Die daraufhin von der Beigeladenen eingereichten Unterlagen bestätigen die von der Kasse eingeholten Auskünfte. Demnach belief sich der im ersten Halbjahr erzielte Verdienst der Beige- ladenen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit auf Fr. 15 '230.45 (vgl. provisorische Staats- und Gemeindesteuerrechnung 2011, Ziffern 1 und 5). Die ap proximative Summe aller Einnahmen deklarierte die Beigeladene mit Fr. 25'600.-- (vgl. p rovisorische Staats- und Gemeindesteuer- rechnung 2011, Ziffern 3). Die geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers überschritt im Seite 6 massgebenden Jahr 2011 somit bei Weitem den massgebenden Schwellenwert von Fr. 6'960.-. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Beschwerdefü hrer in seinem Antragsformular vom 21. Juni 2010 angegeben hat, seine geschiedene Ehe frau befinde sich in keinem Anstel- lungsverhältnis. Auch wenn dem Beschwerdeführer zuzuges tehen ist, dass die Einkommens- verhältnisse seiner geschiedenen Ehefrau unter dem von ihm erzielten Verdienst liegen und die Beigeladene bis Ende des Jahres 2010 mit ihrer selbständi gen Erwerbstätigkeit nur sehr gerin- ge Einkünfte aufzuweisen hatte (vgl. Steuererklärungen der Beigeladenen per 2007 bis 2010), ist gemäss den gesetzlichen Bestimmungen von Art. 13 Abs. 1 und 3 FamZG erstellt, dass die Beigeladene für das Jahr 2011 wie auch der Beschwerdefü hrer ebenso grundsätzlich Anspruch auf Ausrichtung von Familienzulagen besitzt. 3.2 Gemäss den massgebenden Bestimmungen über die Anspru chskonkurrenz liegt der vor- rangige Anspruch auf Ausrichtung der strittigen Zulagen bei der Beigeladenen. So wurde die elterliche Sorge von Sohn C.____ ausschliesslich der Mutter zugeteilt (vgl. Urteil des Einzelrich- ters des Bezirksgerichts Frauenfeld vom 9. April 2003, Ziff er 2; ebenso Scheidungsvereinba- rung der Ehegatten vom 31. Dezember 2002, Ziffer 4). Unbestritten geblieben ist im Weiteren, dass Sohn C.____ bis zu seiner Mündigkeit bei seiner Mutt er gelebt hat, was sich im Übrigen nicht nur aus der Eingabe der Beigeladenen vom 24. A ugust 2011, sondern auch zweifelsohne aus dem von ihr eingereichten Lehrvertrag vom 16. Oktob er 2007 ergibt. Den gesetzlichen Konkurrenzbestimmungen zufolge ist damit erstellt, dass di e geschiedene Ehefrau des Be- schwerdeführers vorrangigen Anspruch auf Ausrichtung von Ausbildungszulagen für den ge- meinsamen Sohn C.____ besitzt. Die Kasse hat in ihrer Verfügung vom 1. Februar 2011 bzw. in ihrem nachfolgenden Einspracheentscheid vom 10. Mai 201 1 die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers auf Ausrichtung von Ausbildungszulagen l etztlich deshalb zu Recht abge- wiesen. 4. Es verbleibt über das Drittauszahlungsbegehren des Besch werdeführers zu befinden. Dieser hat in seiner Stellungnahme vom 20. September 2011 ge ltend gemacht, die strittigen Ausbil- dungszulagen seien direkt seinem mündigen Sohn auszubeza hlen. Werden die Familienzula- gen nicht für die Bedürfnisse einer Person verwendet, für die sie bestimmt sind, so kann diese Person oder ihr gesetzlicher Vertreter verlangen, dass ih r die Familienzulagen auch ohne Für- sorgeabhängigkeit ausgerichtet werden (vgl. Art. 9 Abs. 1 FamZG). Auf begründetes Gesuch hin kann die Ausbildungszulage im Speziellen auch dem mündigen Kind direkt ausgerichtet werden (vgl. Art. 9 Abs. 2 FamZG). Mit Erreichen der M ündigkeit erlischt jedoch die gesetzliche Vertretung der Eltern (vgl. Art. 14 ZGB in Verbindun g mit Art. 304 ZGB). Der Antrag auf Dritt- auszahlung kann somit nur solange durch einen Elternt eil verlangt werden, als die Person, für welche die Familienzulagen bestimmt sind, noch nicht mü ndig geworden ist. Im vorliegenden Fall hat der Sohn des Beschwerdeführers sein 18. Altersj ahr hingegen vollendet. Auf den ent- sprechenden Antrag des Vaters und Beschwerdeführers kann som it nicht eingetreten werden. Eine Drittauszahlung kann sich zudem immer nur an die f ür die Auszahlung zuständige Famili- enausgleichskasse richten. Unabhängig davon, ob die mat eriellen Voraussetzungen für eine Drittauszahlung an Sohn C.____ erfüllt sind, ist es mit anderen Worten nicht möglich, die Dritt- auszahlung über eine hierfür unzuständige Familienaus gleichskasse abwickeln zu lassen. Vor- aussetzung einer Drittauszahlung bildet daher immer au ch die örtliche und sachliche Zustän- digkeit gemäss Art. 12 Abs.1 und 2 FamZG. Dieser Bestim mung zufolge aber ist im vorliegen- den Fall die Familienzulagenordnung des Kantons Basel -Landschaft gerade nicht anwendbar, Seite 7 da der bzw. die Arbeitgeber der anspruchsberechtigten , geschiedenen Ehefrau des Beschwer- deführers ihren Sitz nicht im Kanton Basel-Landschaft haben. Ein allfälliger Drittauszahlungsan- trag gemäss Art. 9 FamZG von Sohn C.____ wäre vielmehr an die für die Auszahlung der Aus- bildungszulagen an die anspruchsberechtigte Beigeladene zuständige Familienausgleichskasse am Sitz ihrer Arbeitgeber zu richten gewesen. Auf den l etztlich gegen die hiefür unzuständige Familienausgleichskasse im Kanton Basel-Landschaft gerich teten Drittauszahlungsantrag des Beschwerdeführers kann deshalb nicht eingetreten werden. 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Kasse die Ans pruchsberechtigung des Be- schwerdeführers auf Ausrichtung von Ausbildungszulagen ab 1. Februar 2011 zu Recht abge- wiesen hat. Auf den Antrag auf Drittauszahlung ist nich t einzutreten. Die vorliegende Be- schwerde ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 6. Gemäss dem nach Art. 1 FamZG auf Verfahren betreff end Familienzulagen anwendbaren Art. 61 lit. a ATSG hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. Für das vorliegende Verfahren sind deshalb keine K osten zu erheben. Die ausserordentli- chen Kosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht