Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Juni 2021 (720 20 84 / 172) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Auf das beweiskräftige Verwaltungsgutachten sowie d essen Ergänzung (vertiefende Be- urteilung anhand der bundesgerichtlichen Standardin dikatoren) kann abgestellt werden. Die Angelegenheit ist zur Abklärung der Einschränkun g im Haushalt an die IV-Stelle zu- rückzuweisen. Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Stephan Bläsi, Advokat, Birsigstrasse 34, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente / Rückweisung BGer (Urteil v. 7.2.202 0) A.a Die 1975 geborene A.____ meldete sich erstmals mi t Gesuch vom 15. November 2011 unter Hinweis auf multiple Schmerzen nach einem erlitte nen Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Ve rfügung vom 17. November 2013 lehnte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV- Stelle) den Anspruch auf eine Invaliden- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rente ab. Die gegen diese Verfügung geführte Beschwerd e wies das Kantonsgericht des Kan- tons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (K antonsgericht), mit Urteil vom 13. Februar 2014 ab. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.b Mit Gesuch vom 24. Juni 2015 meldete sich die Versiche rte erneut bei der IV an, wobei sie als gesundheitliche Beeinträchtigungen die bekannt en somatischen Beschwerden sowie eine depressive Verstimmung angab. Nach Abklärung der ges undheitlichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente mit Verfügung vom 10. September 2018 abermals ab. Zur Begründung führte die IV-Stelle an, bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts könne nicht auf das anlässlich des Verwaltungsve rfahrens eingeholte Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. Dezember 2016 abgestellt werden. Vielmehr sei gestützt auf die Beurteilung des R egionalen Ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD), insbesondere auf den Bericht vom 16. Juni 2017, davon auszugehen, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege. A.c Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vert reten durch Stephan Bläsi, Advokat, am 27. September 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, w elches die Beschwerde mit Urteil vom 11. April 2019 insoweit guthiess, als es die Angele genheit zur Abklärung der Einschrän- kungen im Haushalt und zum anschliessenden Erlass einer ne uen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. Die IV-Stelle zog dieses Urteil weiter an das Bundesgericht, welches mit Urteil vom 7. Februar 2020 (8C_423/2019) in teilweiser Gutheiss ung der Beschwerde den Entscheid des Kantonsgerichts vom 11. April 2019 aufhob und die Angel egenheit zur Neubeurteilung an die- ses zurückwies. Es erwog im Wesentlichen, dass das Kantonsgerich t die gutachterliche Zumut- barkeitsbeurteilung übernommen habe, ohne die Plausibi lität dieser Einschätzung anhand der Standardindikatoren zu überprüfen. Im vorliegenden Fa ll gebe es Hinweise auf Inkonsistenzen und Ressourcen sowie psychosoziale und soziokulturelle Fakt oren, hinsichtlich derer unklar bleibe, wie weit sie bei der Beurteilung der Arbeits fähigkeit Berücksichtigung gefunden hätten. Nachdem es nicht Sache des Bundesgerichts sei, die Beurt eilung der Arbeitsfähigkeit anhand der Standardindikatoren von sich aus vorzunehmen, sei die Sache an das Kantonsgericht zu- rückzuweisen, damit dieses − allenfalls nach Rücksprache mit dem Gutachter − vertiefend prü- fen könne, ob sich die Unstimmigkeiten auflösen liessen und sich ein stimmiges Gesamtbild ergebe. B. Anlässlich seiner Urteilsberatung vom 19. November 20 20 gelangte das Kantonsge- richt zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilun g der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Eine den Erwägungen des Bundesge- richts entsprechende vertiefende Beurteilung anhand e ines strukturierten Beweisverfahrens sei nicht möglich, ohne dass sich der in der Sache zuständige Gutachter erneut mit den hierfür er- forderlichen Grundlagen befasse. Dies gelte umso mehr, als es sich bei der Zumutbarkeitsbeur- teilung primär um eine medizinische Frage handle. Das Kantonsgericht beschloss daher, den Fall auszustellen und Dr. B.____ mit einer vertiefende n Zumutbarkeitsbeurteilung anhand der bundesgerichtlichen Standardindikatoren in Würdigung de r vom Bundesgericht hervorgehobe- nen Aspekte zu beauftragen. Die entsprechende Stellungnahme erging am 22. Januar 2021. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Die IV-Stelle hielt mit Eingabe vom 3. März 2021 unter Verweis auf die Stellungnahme ihres RAD vom 9. Februar 2021 vollumfänglich an ihrem Abweisungsantrag fest. Die umfas- sende Betrachtung sämtlicher Indikatoren führe nach w ie vor zur Abweichung von der gut- achterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von 60%. Mit Eingabe vom 5. März 2021 beantragte die Beschwerdeführerin, die Angelegenheit sei im Sinn e der Erwägungen 8.1 und 8.2 des Kan- tonsgerichtsurteils vom 11. April 2019 an die IV-Stelle zurückzuweisen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Das Kantonsgericht erachtete sich im Urteil vom 11. Ap ril 2019 zuständig für die Be- handlung der Beschwerde vom 27. September 2018. Im Rü ckweisungsentscheid des Bundes- gerichts vom 7. Februar 2020 wurde die örtliche und sa chliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts nicht in Frage gestellt und die Sache zu neuer Beurteilung an dieses zurückgewiesen. Auf die Beschwerde ist daher unbestrittenermassen einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine I nvalidenrente. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern könn en (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im S inne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi- sche Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi- tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung d er Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhän- gig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem wei tgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zum utbar ist, eine Arbeitsleistung zu er- bringen (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 5.2 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psyc hischen Erkrankungen ei- nem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Diese Abklärungen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfä- higkeit schliessen lassen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). 5.3 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit be i den genannten Gesundheitsschäden beachtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indi- katoren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behand lungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffen- den Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentw icklung und der -struktur gefragt, und es sind die persönlichen Ressourcen der versicherten Person zu eruieren. Im dritten Indika- toren-Komplex schliesslich ist unter dem Titel “sozialer K ontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der er mittelten Indikatoren ist schliesslich die “Konsistenz“ zu prüfen. Darunter fallen verhaltensbe zogene Kategorien wie die Indikatoren einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei- chen und eines behandlungs- und eingliederungsanamne stisch ausgewiesenen Leidensdrucks (vgl. BGE 141 V 281 E. 4). 5.4 Gemäss BGE 141 V 281 ergibt sich hinsichtlich der Be urteilung der Arbeitsfähigkeit, dass sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwen- dung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientie- ren haben; die Gutachter im Idealfall gemäss der ents prechend formulierten Fragestellung (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüf en die medizinischen Angaben frei ins- besondere daraufhin, ob die ärztliche Einschätzung de r Arbeitsunfähigkeit auch invaliditäts- fremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und sozio kulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Sta ndpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosozi ale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8C_582/2017, E. 5, vom 3. Februar 2016, 8C_746/2015, E. 2.2 und vom 19. Januar 2016, 9C_146/2015, E. 3.1). Es soll indes keine losgelöste juristische Parallelüberprüfun g nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens stattfinden (vgl. BGE 141 V 281 E. 5. 2.3), sondern im Rahmen der Beweis- würdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indika- toren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden un d somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (vgl. BGE 141 V 281 E. 6; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 8C_628/2018, E. 4.3 und vom 1. Dezember 2017, 8C_26 0/2017, E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer S icht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesund- heitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden B etrachtung ein stimmiges Ge- samtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (K onsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Im angefochtenen Urteil vom 11. April 2019 gela ngte das Kantonsgericht im Wesentli- chen zum Schluss, dass dem von der IV-Stelle anlässlich des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten von Dr. B.____ vom 28. Dezember 2016 volle Beweiskraft zukomme, wonach bei der Versicherten auch in einer leidensangepassten Täti gkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 60% bestehe. Nachdem die IV-Stelle in ihrer Verfügung vo m 10. September 2018 von einer fehlen- den Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ausgegange n war, hatte sie auf Abklärungen im Haushalt verzichtet. Weil unter Berücksichtigung einer A rbeitsunfähigkeit von 60% im Erwerbs- bereich bereits bei einer geringgradigen Beeinträchti gung im Haushaltsbereich eine rentenbe- gründende Invalidität nicht auszuschliessen ist, wies das K antonsgericht die Angelegenheit zur Abklärung der Einschränkungen im Haushalt und zum anschliessenden Erlass einer neuen Ver- fügung an die IV-Stelle zurück. 6.2 Im besagten Gutachten vom 28. Dezember 2016 diagno stizierte Dr. B.____ mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine depressive Störun g mittelgradigen Ausmasses (ICD-10 F32.1) sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). Hierzu führte er im We- sentlichen aus, dass sich im Vergleich zur Untersuchung aus d em Jahr 2012 eine Veränderung zeige, indem sich die Explorandin vermehrt zurückziehe, zu nehmend passiv geworden sei und eine Schreckhaftigkeit entwickelt habe, die zum damali gen Zeitpunkt noch nicht vorhanden ge- wesen sei. Sie sehe neu auch Bilder vom Unfall, die in flashback-artiger Weise auftreten wür- den. Der Unfall im Jahr 2010 sei ziemlich dramatisch g ewesen und folglich auch geeignet, eine posttraumatische Belastungsstörung auszulösen. Dies zeige sich heute in Form der Nachhaller- innerungen und es finde sich eine Anhedonie. Die Expl orandin würde jedoch trotzdem hin und wieder Auto fahren, so dass kein konsequentes Meideverh alten festgestellt werden könne. Sie könne auch recht gut über die Unfallsituation sprechen, so dass nicht von einer gravierenden Symptomatik bezüglich der posttraumatischen Belastungsstöru ng auszugehen sei. Gravieren- der sei die affektive Störung mit Beeinträchtigung de r Stimmung, Interessenverlust und Freud- losigkeit, psychomotorischer Beeinträchtigung und stark erh öhter Ermüdbarkeit, Kraftverlust, Rückzugstendenz, kognitiven Schwierigkeiten, negativistischer Haltung, Schlafstörungen, Appe- titstörungen und teilweise passiven Sterbegedanken. Die Explorandin fühle sich zwar wegen ihrer Körperschmerzen nicht in der Lage, die Haushaltst ätigkeiten zu verrichten. Anlässlich der Untersuchung habe sie diesbezüglich aber nicht wesentlich beeinträchtigt gewirkt, so dass eine vollständige Beeinträchtigung auch für leichteste Täti gkeiten nicht nachvollzogen werden kön- ne. Es sei jedoch anzunehmen, dass im Alltag teilweise mittelstarke Beeinträchtigungen be- stünden und die Explorandin teilweise auf die Hilfe a nderer angewiesen sei. Aufgrund der ob- jektivierbaren Befunde und der subjektiven Angaben müsse eine mittelschwere depressive Stö- rung bestätigt werden. Für eine schwergradige Störung fehle eine entsprechende affektive und psychomotorische Beeinträchtigung. Die Explorandin verfolg e eine ambulante Therapie sowie eine antidepressive und anxiolytische Medikation. Eine konsequente stationäre Therapie sei nie durchgeführt worden, obwohl dies aufgrund der bisherig en Erfolglosigkeit bei den Therapie- massnahmen indiziert wäre. Die bisherige Weigerung der Explorandin, entsprechende Thera- pien aufgrund der Leukämieerkrankung ihres Sohnes wah rzunehmen, sei nachvollziehbar. Ins- gesamt sei seit 2012 aufgrund des psychischen Befundes ei ne Verschlechterung eingetreten, indem sich eine depressive Entwicklung bemerkbar gemacht u nd ein mittelschweres Ausmass erreicht habe. Zusätzlich hätten sich auch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstö- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung manifestiert. Die Körperschmerzproblematik beste he weiterhin und könne mittlerweile im Rahmen der depressiven Störung interpretiert werden. Nicht nachvollzogen werden könne, dass die Explorandin alleine aufgrund der Körperschmerzen sich überhaupt nicht mehr in der Lage fühle, einfachste Haushaltstätigkeiten zu verricht en. Es bestehe aber aufgrund der de- pressiven Störung eine verminderte Belastbarkeit. Im Ve rlauf des Tages sei sodann auch mit kognitiven Beeinträchtigungen zu rechnen. Die Explorandi n benötige längere Pausen und sei nicht in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. Sie kö nne keine komplexen Tätigkeiten durchführen und sollte nicht unter Zeitdruck arbeiten m üssen. Eine einfach strukturierte, vorge- gebene Arbeit, die körperlich nicht belastend sei, sollt e halbtags möglich sein, so dass gesamt- haft von einer Arbeitsunfähigkeit von 60% sowohl für d ie angestammte als auch jegliche alter- native Tätigkeit auszugehen sei. Diese Beeinträchtigun g bestehe seit Aufnahme der psychiatri- schen Behandlung im November 2014. 6.3 Im bundesgerichtlichen Rückweisungsurteil vom 7. Febr uar 2020 wurde beanstandet, dass das Kantonsgericht die gutachterliche Zumutbarkeit sbeurteilung übernommen habe, ohne die Plausibilität dieser Einschätzung anhand der Standa rdindikatoren zu überprüfen. Die im vorliegenden Fall festgestellten Diagnosen und Befunde würden für sich gesehen noch keine besondere Schwere der Gesundheitsschädigung nahelegen u nd vermöchten die gestützt auf das Gutachten angenommene Arbeitsunfähigkeit von 60% n icht ohne Weiteres zu erklären. Im Gutachten würden verschiedene psychosoziale und soziokulture lle Faktoren genannt, welche an der Entstehung des Leidens ihren Anteil gehabt h aben mögen. Indessen fehle es an nach- vollziehbaren Angaben darüber, ob die bescheinigte Arb eitsunfähigkeit zumindest teilweise da- rin gründe. Aus den gutachterlichen Erhebungen gehe a lsdann hervor, dass die Versicherte über Ressourcen verfüge; nicht hinreichend geklärt sei jedoch, ob und inwieweit diese Res- sourcen unter dem Eindruck der Krankheit aktiviert werden könnten. In diesem Zusammenhang fehle es insbesondere an Feststellungen bezüglich der Persönlichkeit der Versicherten. Insge- samt sei die kantonsgerichtliche Würdigung des Gutachte ns nicht geeignet, die erforderliche Plausibilisierung der Folgenabschätzung durch den Guta chter zu erbringen. Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie − allenfalls nach Rücksprache mit dem Gutach- ter − vertiefend prüfen könne, ob sich die Unstimmigkeiten au flösen liessen und sich ein stim- miges Gesamtbild ergebe (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2020, 8C_423/2019, E. 6.1 ff.). 7.1 Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentschei ds hat die mit der Neubeur- teilung befasste kantonale Instanz nach ständiger Rechtsp rechung die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entsche idung zugrunde zu legen. Wegen die- ser Bindung ist es den Gerichten wie auch den Parteien verwehrt, den Streitpunkt der Rückwei- sung auszuweiten oder die Sache unter rechtlichen Gesi chtspunkten zu prüfen, die im Rück- weisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt n icht in Erwägung gezogen worden sind. Dabei beschlägt die Verbindlichkeit sowohl Punkte , bezüglich deren keine Rückweisung erfolgt, wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag umschreiben (BGE 135 III 334 E. 2, Urteil des Bundesgerichts vom 3. Augu st 2012, 8C_152/20212, E. 4.2; vgl. fer- ner J OHANNA DORMANN , in: Basler Kommentar BGG, Niggli, Marcel Alexander/U ebersax, Pe- ter/Wiprächtiger, Hans/Kneubühler, Lorenz [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 N 18). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Das Kantonsgericht ist anlässlich seiner Urteilsberat ung vom 19. November 2020 zur Auffassung gelangt, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es h at deshalb beschlossen, den Fall auszustellen und Dr. B.____ mit einer vertiefenden Beu rteilung der Standardindikatoren, unter Berücksichtigung der vom Bundesgericht hervorgehobenen Aspe kte, zu beauftragen. Die ent- sprechende Stellungnahme erging am 22. Januar 2021. Da rin führte der Gutachter im Wesent- lichen aus, als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit bestünden eine mittelgradige depressive Störung und eine posttraumatische Belastungsstör ung. Die objektivierbaren Befun- de würden nicht auf eine schwergradige depressive Störu ng hinweisen. Eine gravierende Be- einträchtigung der Affektivität sei nicht festzustellen, ebenso wenig sei die Explorandin psycho- motorisch verlangsamt. Ferner gebe es Hinweise für ein e posttraumatische Belastungsstörung. Ein eigentliches Meideverhalten liege aber nicht vor, d a die Versicherte gut über den Unfall sprechen könne. Die affektive Störung stehe daher im Vordergrund. Die Explorandin gebe auch eine Körperschmerzproblematik an, die aber als somatoform e Begleitreaktion im Rahmen der depressiven Störung zu interpretieren sei. Weitere psychi atrisch relevante Störungen lägen nicht vor, namentlich gebe es keine Hinweise auf eine P ersönlichkeitsproblematik. Es bestün- den verschiedene psychosoziale Belastungssituationen. Zum ein en die Leukämieerkrankung ihres Sohnes. Die Operation des Sohnes habe bei der Ex plorandin eine Krisenintervention aus- gelöst, was darauf hindeute, dass sie eine enge Bindung zum Sohn habe und schnell mit Ängs- ten und Verunsicherung reagiere, die sich in affektiven Schwankungen bemerkbar machen könnten. Indessen sei die Explorandin ihrem Sohn keine wesentliche Stütze, sondern eher um- gekehrt. So sei es der Sohn bzw. seien es die Kinder, die der Explorandin im Haushalt und auch beim Kochen helfen würden. Auch wenn die Leukämieerkrankung des Sohne Verunsiche- rung auslösen könne, so sei diesbezüglich nicht von e iner gravierenden dauerhaften Belastung auszugehen. Im Weiteren habe die Explorandin zwei ge scheiterte Ehen hinter sich, wobei sich die Explorandin schon circa zwei Jahre vor dem Untersuchu ngszeitpunkt von ihrem zweiten Ehemann getrennt habe. Als soziale Kontakte bestünden Ko ntakte zu den Geschwistern, eine ihrer Schwestern komme regelmässig vorbei. Ansonsten besuch e die Explorandin einmal jähr- lich ihre Eltern, weitere Kontakte gäbe es nicht. Die Passivität der Explorandin im Haushalt und die Delegation der entsprechenden Arbeiten an die Ki nder seien sicher auch durch soziokultu- relle Faktoren zu erklären. Aufgrund des objektivierbaren psychischen Zustands lasse sich die angegebene Passivität nicht nachvollziehen. Diesbezüglich bestünden wesentliche Inkonsisten- zen. In der Untersuchung habe die Explorandin nicht de rart beeinträchtigt gewirkt, wie aufgrund ihrer Angaben anzunehmen wäre, wobei schwierig zu unt erscheiden sei, inwieweit es sich da- bei um tatsächliche Aggravation handle oder soziokulturel le Gründe verantwortlich seien. In diesem Sinne sei angenommen worden, dass leichte bis mit telschwere Haushaltstätigkeiten aus psychiatrischer Sicht möglich sein sollten. Die besteh ende mittelschwere depressive Stö- rung begründe zumindest eine teilweise Beeinträchtigun g der Leistungsfähigkeit und verminde- re die Belastbarkeit, wodurch auch der Pausenbedarf erhöht sei. Ferner seien die Ansprüche an das kognitive Funktionsniveau reduziert. Ungünstig wirke sich auch die posttraumatische Belas- tungsstörung aus, wobei das Ausmass dieser Diagnose nicht a ls schwergradig eingestuft wer- den könne. Einige Symptome würden aber zu einer ungü nstigen Interaktion mit der Depression führen. Dies sei auch der Grund, warum zusammen mit de r depressiven Störung eine Arbeits- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht unfähigkeit von 60% angenommen worden sei. Bei der Be einträchtigung der Arbeitsfähigkeit seien allfällige psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nicht mitberücksichtigt worden, auch keine allfälligen eingeschränkten sprachlichen Kompetenzen oder bildungsmässige Defizite. Es seien einige Ressourcen vorhanden, die die Explorandin mobilisieren könnte. Sie beherrsche ordentlich die hiesige Sprache und sei diesbezüglich auf keine Hilfe angewiesen. Sie sei offen- sichtlich gut in der Lage, ihre Eltern einmal jährlich in der Heimat zu besuchen. Sie habe trotz Eheproblemen und Partnerwechsel ihre Kinder teilweise mit therapeutischer Unterstützung grossgezogen. Sie sei trotz des nur kleinen sozialen Umfeldes in der Lage, Hilfe im Haushalt zu organisieren. Die Passivität könne nicht aufgrund einer Persönlichkeitsproblematik erklärt wer- den. Es sei der Explorandin zuzumuten, sich mehr zu aktivi eren. Die psychische Beeinträchti- gung sei nicht derart gravierend, dass sie nicht in der Lage wäre, zumindest leichte Aufgaben zu übernehmen, sei dies im Haushalt oder bei der Strukt urierung des Tages. Allerdings sei in- zwischen von einer Gewöhnung an diesen Zustand auszugehen . Es liege ein sekundärer Krankheitsgewinn vor, wobei auch soziokulturelle Aspe kte eine Rolle spielen würden. Aus die- sen Gründen sei eine halbstationäre Massnahme vorgeschlag en worden, um die Explorandin aus ihrer Situation herauszuholen und ihre Eigenverantwortlichkeit zu fördern. Es könne von ihr eine aktivere Beteiligung am Therapieprozess erwartet werden, wodurch auch eine Besserung des psychischen Zustands zu erwarten wäre. Bei einer Besse rung des psychischen Zustands könnte auch mit einer sukzessiven Leistungssteigerung gerech net werden. Es sei zu erwarten, dass mit der vorgeschlagenen Massnahme innerhalb von drei Monaten eine Besserung der Depression und eine Stabilisierung der posttraumatischen Belastungsstörung erreicht werden könne. Mit einer gleichzeitig durchgeführten Verhaltenstherapie könne eine bessere Aktivierung erreicht werden. Es wäre dann anzunehmen, dass eine klar strukturierte Tätigkeit mindestens halbtags aufgenommen werden könnte ohne zusätzliche Leist ungseinschränkung. Bei Ange- wöhnung an eine Tätigkeit könne innerhalb eines Mona ts mit einer Leistungsfähigkeit von 70% gerechnet werden, sofern sich die Explorandin motiviert an den Massnahmen beteilige. 7.3 Das Gutachten von Dr. B.____ vom 28. Dezember 20 16 erfüllt mit dessen Ergänzung vom 22. Januar 2021 alle rechtsprechungsgemässen Vora ussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Nachdem sich der Gutachter im Rahmen seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2021 nunmehr eingehend zu den Standardindikatoren geäussert hat, weist seine Begutachtung weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – w ie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange u mfassend. Die darin dargelegten medizini- schen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schl ussfolgerungen sind nachvoll- ziehbar und überzeugend. Der Gutachter hat die Versiche rte persönlich untersucht, eine um- fassende Anamnese erhoben und geht einlässlich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Ins- gesamt sind die medizinisch-diagnostischen Feststellungen im Gutachten bzw. namentlich die daraus resultierenden Schlussfolgerungen betreffend d ie funktionelle Leistungsfähigkeit durch die ergänzenden Ausführungen des Gutachters vom 22. Jan uar 2021 umfassend und plausibel begründet worden, und es ergibt sich ein lückenloses Bild der Gesundheitsschädigung und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten. 7.4.1 Aufgrund des zuverlässigen Gutachtens von Dr. B.____ steht unstreitig fest, dass die Versicherte eine mittelgradige depressive Störung (ICD-1 0 F32.1) und damit ein objektiv be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht gründbares krankheitswertiges Leiden aufweist. Ferner be steht eine posttraumatische Belas- tungsstörung (ICD-10 F43.1). Der Bestand der besagten Diagnosen wurde im Verfahren vor Bundesgericht weder bestritten noch hat das Bundesgericht die Existenz dieser Diagnosen in grundsätzlicher Hinsicht in Frage gestellt. Der Gutachter legt in seinem Gutachten schlüssig dar, dass sich die funktionellen Einschränkungen vorwiegen d durch die mittelgradige depressi- ve Störung ergeben, die sich insbesondere durch eine Bee inträchtigung der Stimmung, Interes- senverlust und Freudlosigkeit, psychomotorische Beeinträch tigung und stark erhöhte Ermüd- barkeit, Kraftverlust, Rückzugstendenz, kognitive Schwier igkeiten, negativistische Haltung, Schlafstörungen, Appetitstörungen sowie teilweise passive S terbegedanken manifestieren. Damit ist eine erhebliche Ausprägung der Symptomatik dur ch objektive Befunde dargetan. In diesem Kontext kann denn auch nicht darüber hinweggese hen werden, dass eine konsequent verfolgte, kontinuierliche psychiatrisch-psychotherapeutische Fachbehandlung in wöchentlichen Abständen einschliesslich Psychopharmakotherapie erfolgt, w as den Leidensdruck der Versi- cherten unstreitig untermauert. Daran ändert auch nichts, dass bisher keine konsequent verfolg- te (halb-)stationäre Therapie erfolgt ist (vgl. auch E. 7.5 hiernach). Hinsichtlich der komorbid bestehenden posttraumatischen Belastungsstörung, welcher i n Bezug auf die Symptomatik eher eine untergeordnete Rolle zugeschrieben wird, bekräftigt der Gutachter im Rahmen seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2021, dass einige Symptom e indessen zu einer ungünstigen Interaktion mit der Depression führen würden. Diesbezügl ich ist daran zu erinnern, dass der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge jegliche Störung – selbst eine nicht invalidisieren- de – eine Komorbidität begründen kann. Vorausgesetzt wird lediglich, dass der in Frage ste- henden Störung ressourcenhemmende Wirkung zukommt (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1). Schliesslich zeigt der Gutachter mit Blick auf die Auspräg ung der diagnoserelevanten Befunde erneut nachvollziehbar auf, dass eine schwergradige Bee inträchtigung des Funktionsniveaus nicht begründet werden kann. 7.4.2 In Bezug auf die Komplexe "Persönlichkeit" und "so zialer Kontext" stellte der psychiat- rische Gutachter diverse Defizite in den psychischen Grundfunktionen fest. So bestehe nament- lich eine mittelgradige Beeinträchtigung der Durchhalte- und Umstellfähigkeit sowie der Flexibili- tät. Alsdann konnte er anlässlich der Begutachtung ein e Veränderung der Stimmung in Form einer leicht gedrückten Haltung, kognitive Beeinträchtigu ngen und eine Anspannung ausma- chen. Die Versicherte vermittelte dem Gutachter einen müden und wenig belastbaren Eindruck. In seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2021 zeigt der Gutachter nunmehr detailliert Ausmass und Grenzen der noch vorhandenen Ressourcen auf. Er nim mt dabei eine Ausscheidung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vor und würdi gt einen Teil der angegebenen Passivität als inkonsistent. Hinsichtlich des an Leukämie erkra nkten Sohnes hält der Gutachter nun fest, dass dieser sich tagsüber beschäftigen und akti vieren könne und keine wesentliche Mithilfe durch die Explorandin benötige. Die Exploran din sei ihrem Sohn keine wesentliche Stütze. Wenngleich der Gutachter in der Leukämieerkrank ung des Sohnes keine gravierende dauerhafte Belastung sieht, schreibt er der Erkrankung i nsofern einen Einfluss auf das Krank- heitsgeschehen zu, als die Versicherte aufgrund ihrer e ngen Bindung zu ihrem Sohn mit Ängs- ten und Verunsicherung reagiere, was sich in affektiven Schwankungen bemerkbar machen könne. Hinsichtlich der Ressourcen bekräftigt der Gutachter erneut, dass nur ein kleines sozia- les Umfeld vorhanden sei. Wie das Kantonsgericht bere its in seinem Urteil vom 11. April 2019 Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgehalten hat, unterhält die Versicherte ausschliesslich Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie. Weitere Ressourcen sieht der Gutachter in den ordentlic h vorhandenen Sprachkenntnissen sowie in der Tatsache, dass die Versicherte in der Lage sei, ihre Eltern einmal jährlich in ihrer Heimat zu besuchen, und im Umstand, dass es ihr möglich gewesen sei, ihre Kinder trotz Eheproblemen grosszuziehen. Der Gutachter weist in diesem Kontext darauf hin, dass das an- gegebene Ausmass der Passivität (die Explorandin würde n ur daliegen, ohne irgendwelchen Aktivitäten oder Interessen nachzugehen) teilweise wohl aufgrund der soziokulturellen Umstän- de zu erklären sei, wobei er einräumt, dass schwierig zu beurteilen sei, ob es sich bei der fest- gestellten Inkonsistenz um Aggravation handle oder aussch liesslich soziokulturelle Gründe ver- antwortlich seien. Nach Auffassung des Gutachters sei es d er Explorandin zuzumuten, die vor- handenen Ressourcen mehr zu mobilisieren, da keine der art schwergradige psychische Beein- trächtigung vorliege, die es ihr nicht erlauben würde, zumindest einige leichte Aufgaben zu übernehmen, sei dies im Haushalt oder bei der Strukturierung des Tages. 7.4.3 Mit der am 22. Januar 2021 ergangenen Stellun gnahme sind die vom Gutachter fest- gestellten Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit aufg rund des medizinisch festgestellten Ge- sundheitsschadens anhand der Indikatoren schlüssig und wide rspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen und der Gutachter schliesst nachvollziehbar auf eine Arbeits- unfähigkeit von 60%. Dabei weist er explizit darauf hin, dass er psychosoziale und soziokulturel- le Faktoren ohne Einfluss auf das Krankheitsgeschehen so wie weitere IV-fremde Gründe wie eingeschränkte sprachliche Kompetenzen oder bildungsmässige Defizite bei der veranschlag- ten Arbeitsunfähigkeit von 60% nicht berücksichtigt habe. Diese Schlussfolgerung steht im Ein- klang mit den gutachterlichen Angaben zu den funktionel len Auswirkungen und den noch vor- handenen Ressourcen. Nachdem der Gutachter es der Versicherten als zumutbar erachtet, ihre Ressourcen insoweit mehr zu mobilisieren, als dass sie auch im Haushalt oder bei der Struktu- rierung des Tages zumindest einige leichte bis mittelschwer e Aufgaben übernehmen könne, bestehen klare Hinweise für eine gleichmässige Einschränk ung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Ausser dem nicht nachvol lziehbaren Ausmass der Passivität, welches der Gutachter vorwiegend soziokulturellen Gründen zuordnet, konnte er nunmehr auch anlässlich seiner nachträglichen Stellungnahme keine weiteren Inkonsistenzen ausmachen. 7.5 Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, die dazu Anl ass geben könnten, an den Er- gebnissen des Gutachtens bzw. dessen Ergänzung zu zweifeln. Auch der RAD-Arzt Dr. C.____ erachtet die Gutachtensergänzung in seiner Stellungnahme vom 9. Februar 2021 zuhanden der Beschwerdegegnerin in jeder Hinsicht als valide und di e Restarbeitsfähigkeit von 40% als ver- einbar mit der mittelgradigen depressiven Störung und der komorbid bestehenden posttrauma- tischen Belastungsstörung sowie im Einklang mit der psychia trischen Lehrmeinung. Ferner be- zeichnet er die noch vorhandenen Ressourcen, namentlich die Beschränkung der sozialen Kon- takte auf den Verwandtenkreis, als konsistent mit der mi ttelgradigen Ausprägung der depressi- ven Störung, zumal kein sozialer Rückzug in allen Lebenslan gen bestehe (vgl. hierzu RAD- Stellungnahme vom 9. Februar 2021, S. 5). Unter Berü cksichtigung des vorstehend Dargeleg- ten zielt der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach ei ne umfassende Betrachtung sämtli- cher Indikatoren zu einer Abweichung von der gutachterl ichen Beurteilung der Arbeitsunfähig- keit führe, ins Leere. Die Beschwerdegegnerin begründ et diesen pauschalen Hinweis nicht und Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzt sich auch nicht näher mit den Ausführungen des Guta chters oder ihres RAD auseinander. Ebenso wenig zeigt sie auf, inwiefern es Dr. B.____ in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2021 unterlassen haben soll, auf sämtliche Aspekte einzug ehen bzw. die verbliebenen Unklar- heiten nachträglich auszuräumen. An der schlüssigen Beur teilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren ändert für den hier zu beurteilenden Zei traum auch die nun in der Stellungnahme vom 22. Januar 2021 vorgenommene Prognose hinsichtlich ei ner Leistungssteigerung bei kon- sequenter Therapieführung nichts. Bereits in seinem Guta chten vom 28. Dezember 2016 hatte Dr. B.____ als Therapieoption eine mehrwöchige station äre Behandlung oder eine Behandlung in einer Tagesklinik erwähnt. Erklärt ein medizinisches Gu tachten die versicherte Person als (teilweise) arbeitsunfähig, hält aber gleichzeitig fe st, dass nach durchgeführter erfolgreicher Eingliederung wieder eine deutlich bessere Arbeitsfähi gkeit erreichbar sein sollte, so ist nach der Rechtsprechung der Anspruch auf eine Rente für di e zurückliegende Zeit so lange nicht ausgeschlossen, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit ni cht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich behoben oder in einer für den Rentenanspruch erhebli- chen Weise verringert werden konnte (Urteil des Bundesger ichts vom 13. Dezember 2007, I 1048/2006, E. 6.3). Demnach steht die bis anhin nicht konsequent verfolgte (halb-)stationäre psychiatrische Behandlung einem Rentenanspruch nicht entg egen. Ungeachtet der Tatsache, dass einer Prognose sodann stets eine gewisse Unsicherheit innewohnt, sind die präzisen Aus- sagen des Gutachters hinsichtlich der ziffernmässigen Höh e einer künftigen Steigerung der Ar- beitsfähigkeit insofern etwas fraglich, als der Gutachte r die sukzessive Steigerung der Arbeits- fähigkeit zunächst von einer möglichen Besserung des Gesun dheitszustands abhängig macht (vgl. E. 6.2 hiervor). Jedenfalls kann die künftige gesu ndheitliche Entwicklung der Versicherten aufgrund der gutachterlichen Aussagen auch nicht als der art gesichert angesehen werden, dass es sich rechtfertigen würde, einen allfälligen Ren tenanspruch von vornherein zu befristen. Es steht der Beschwerdegegnerin indessen frei, einen allf älligen Leistungsanspruch mit einer Therapieauflage zu verknüpfen, unter Androhung der Folgen bei Nichtbeachtung der Auflage. 7.6 Neuere fachärztliche Berichte, die nach der Begutach tung durch Dr. B.____ eine mas- sgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustands beschrei ben würden oder an den Fest- stellungen im Gutachten Zweifel zu begründen vermöchten , liegen nicht vor. In dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Kurzbericht der Psychia trie D.____ vom 7. Mai 2020 wird, wie bereits im Bericht derselben Institution vom 16. M ärz 2016 (vgl. IV-act. 81), neben der Di- agnose der posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) eine schwere depressive Epi- sode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) diagnostiziert. Gestützt darauf sowie auf die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung mit somatische n und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.1) wird sodann ohne weitere Begründung a uf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit geschlossen. Dessen ungeachtet hat Dr. B.____ in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2021 erneut schlüssig und nachvollziehbar bekräftigt, weshalb d ie Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt und eine vollständige Ar beitsunfähigkeit nicht begründet werden kann. 8. Für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten kann demnach auf das überzeugende Gutachten von Dr. B. ____ sowie dessen Ergänzung ab- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestellt werden, wonach auch in einer angepassten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von 40% besteht. 9. Nach dem Gesagten bleibt es bei den kantonsgerichtl ichen Erwägungen, wonach die Angelegenheit an die IV-Stelle zurückzuweisen ist (vgl. E. 6.1 hiervor). Diese wird eine Haus- haltsabklärung und allenfalls eine weitere Beurteilun g bei Dr. B.____ zu veranlassen haben, in deren Rahmen er sich mit der Frage auseinanderzusetzen haben wird, inwiefern die Beschwer- deführerin aus medizinisch-psychiatrischer Sicht in den ein zelnen Bereichen im Haushalt ein- geschränkt ist. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Abkläru ngen wird die Beschwerdegegnerin neu über den Leistungsanspruch zu verfügen haben. 10. Im Ergebnis ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuh eissen, als die angefochtene Ver- fügung vom 10. September 2018 aufzuheben und die Ange legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfü gung an die IV-Stelle Basel- Landschaft zurückzuweisen ist. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festg elegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In ca su hat deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.- sind somit der IV-Stelle aufzuerlegen. 11.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträ ger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die M assnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Vorliegend war das Kantonsgericht anlässlich seiner Urt eilsberatung vom 19. November 2020 zum Ergebnis gelangt, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich w ar. Es entschied deshalb, den Fall auszustellen und Dr. B.____ mit einer vertiefenden Be urteilung der Standardindikatoren zu be- auftragen. Wie aus den vorstehenden Erwägungen resultiert, waren diese zusätzlichen Ausfüh- rungen für eine abschliessende Beurteilung des medizin ischen Sachverhalts unerlässlich. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten für die Stellungna hme von Dr. B.____ vom 22. Januar 2021, welche sich gemäss Honorarrechnung vom 22. Januar 20 21 auf Fr. 700.-- belaufen, der IV-Stelle aufzuerlegen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende be schwerdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin o bsiegt, ist ihr eine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertr eter macht in seiner Honorarnote vom 15. März 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 32 Stun- den und Auslagen von pauschal Fr. 150.-- geltend. Währ end die geltend gemachten Auslagen zu keinen Beanstandungen Anlass geben, erweist sich der Aufwand im Quervergleich zu ähn- lich gelagerten Fällen als zu hoch. Vorab gilt es festzuhalten, dass das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 11. April 2019 für die bis zu diesem Zeitpunkt erbrachten Bemühungen eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 2’550.-- (inkl. Auslagen und 7,7% Mehrwertsteuer) als angemessen erachtet hatte. Daran ist festzuhalten. In Bezug auf den geltend gemachten Auf wand nach diesem Zeitpunkt gilt es zu- nächst zu berücksichtigen, dass das kantonsgerichtliche Verfahr en erst nach der bundesge- richtlichen Rückweisung weitergeführt und zunächst kein w eiterer Schriftenwechsel angeordnet wurde. Bis zur Urteilsberatung vom 19. November 2020 ga b es daher für den Rechtsvertreter keine Veranlassung, Aufwendungen zu tätigen. Erst nach Eingang der Stellungnahme von Dr. B.____ vom 22. Januar 2021 war er gehalten, wied er aktiv zu werden. Die ab diesem Zeit- raum geltend gemachten Bemühungen belaufen sich auf in sgesamt 9 Stunden und 5 Minuten. Dabei macht der Rechtsvertreter einen Aufwand von 6 S tunden und 5 Minuten für das Verfas- sen seiner auf die gutachterliche Stellungnahme hin ergangene fünfseitige Eingabe an das Kan- tonsgericht geltend. Die Stellungnahme von Dr. B.___ _ ist gut leserlich und verständlich ge- schrieben und die gesundheitliche Situation der Beschwe rdeführerin erweist sich vorliegend nicht als besonders komplex, weshalb ein Aufwand von 4 St unden und 5 Minuten für die ge- nannte Eingabe als ausreichend zu beurteilen ist. Der geltend gemachte Aufwand ist folglich um 2 Stunden zu kürzen. Ferner ist das Erstellen einer Hono rarnote keine zu entschädigende Leis- tung des Anwaltes, sondern Voraussetzung seiner Entschä digung nach Aufwand und anwaltli- che Obliegenheit. Der hierfür geltend gemachte Aufwan d von 20 Minuten ist daher nicht zu be- rücksichtigen. Zusätzlich gewährt das Gericht indessen pauscha l 2 Stunden für die Bemühun- gen bis zur Gutachtensergänzung durch Dr. B.____. Der Beschwerdeführerin ist daher eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5’067.50 (Fr. 2'550.-- + Fr. 2’517.50 [8,75 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Fr.150.-- zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer]) zuzusprechen. 12. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde i n öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzuma chenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Septe mber 2018 aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abkläru ng im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV- Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 3. Die Kosten für die Gutachtensergänzung in der H öhe von Fr. 700.-- werden der IV -Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 5’067.50 (inkl. Ausla gen und 7.7% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht