<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00748</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223807&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00748</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.02.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz. Es besteht kein Anlass, den älteren Sohn der Parteien persönlich anzuhören oder ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend die Beschwerdegegnerin einzuholen. Angesichts der relativ geringen Anforderungen an das Beweismass betreffend den Fortbestand der Gefährdung, der beschränkten Kognition des Verwaltungsgerichts bei der Überprüfung der haftrichterlichen Anordnung und vor allem des auf eine kurze Dauer und einen möglichst raschen Entscheid ausgelegten, charakterlich einem Summarverfahren entsprechenden Gewaltschutzverfahrens fallen Beweismittel wie die Einvernahme von Zeugen oder â erst Recht â das Einholen von Gutachten regelmässig bereits aus grundsätzlichen Überlegungen ausser Betracht (E. 1.2). Was die Rechtmässigkeit der Anordnung der Schutzmassnahmen betrifft, sind die Erwägungen des Haftrichters nicht zu beanstanden. Das vom Beschwerdeführer am 12. November 2023 gegenüber der Beschwerdegegnerin an den Tag gelegte, eingestandene Verhalten ("am Kragen packen" und "anschreien") ist â gerade im Zusammenhang mit dem tätlichen Angriff auf ihren Begleiter â als häusliche Gewalt im Sinn von § 2 Abs. 1 lit. a GSG zu qualifizieren (E. 4.1). Jedoch spricht der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer nur gerade drei Tage nach dem Vorfall vom 12. November 2023 und zwei Tage nach Geltungsbeginn der Schutzmassnahmen an seinem Arbeitsort aufsuchte, gegen eine Verlängerung der Schutzmassnahmen. Videoaufnahmen zeigen, wie die Beschwerdegegnerin mit dem Beschwerdeführer in dessen Büro in durchaus lockerem Umgangston spricht und dabei keinerlei Angst oder Hilflosigkeit an den Tag legt und wie sie sich auch zu einem späteren Zeitpunkt ebenso zwanglos in den (übrigen) Geschäftsräumlichkeiten bewegt. Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Vorfall vom 12. November 2023 die Beschwerdegegnerin "nachhaltig" verängstigte und sie sich deswegen vom Beschwerdeführer darüber hinaus bedroht fühlte. Mithin bedurfte es zur (weiteren) Beruhigung der Situation keiner Verlängerung der Schutzmassnahmen (E. 4.2). Gutheissung; Aufhebung der Schutzmassnahmen.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORTBESTAND DER GEFÃHRDUNG">FORTBESTAND DER GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLAUBHAFTMACHUNG">GLAUBHAFTMACHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTAKTVERBOT">KONTAKTVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RAYONVERBOT">RAYONVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 10 Abs. I GSG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64687" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00748</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>des Einzelrichters</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">2. Februar 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Einzelrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Cyrill Bienz.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N">A, vertreten durch RA B, </a></p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">C, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegnerin, </b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal">Kantonspolizei ZÃ¼rich, </p> <p class="MsoNormal">Fachstelle HÃ¤usliche Gewalt, </p> <p class="MsoNormal"><b>Mitbeteiligte,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Massnahmen nach Gewaltschutzgesetz,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A und C sind seit 2016 verheiratet, leben jedoch getrennt. Sie sind die Eltern von D (geb. 2018) und E (geb. 2021), die bei ihrer Mutter in F wohnen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 13. November 2023 ordnete die Kantonspolizei ZÃ¼rich in Anwendung des Gewaltschutzgesetzes vom 19. Juni 2006 (GSG; LS 351) gegenÃ¼ber A fÃ¼r die Dauer von jeweils 14 Tagen die Wegweisung aus der Wohnung in F, ein Rayonverbot betreffend das Gebiet der Gemeinde F und ein Kontaktverbot zu C an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Mit Eingabe vom 17. November 2023 beantragte C dem Bezirksgericht Dielsdorf (Zwangsmassnahmengericht), die Schutzmassnahmen um drei Monate zu verlÃ¤ngern und zugleich das Kontaktverbot auf die Kinder auszudehnen. Mit VerfÃ¼gung vom 23. November 2023 verlÃ¤ngerte der Haftrichter das Rayon- und das Kontaktverbot vorlÃ¤ufig â mithin ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung der Parteien â bis 27. Februar 2024. Vom Kontaktverbot ausgenommen seien Verhandlungen vor Gerichten und Termine, zu denen die Parteien von BehÃ¶rden vorgeladen seien (Dispositivziffer 1). In den ErwÃ¤gungen hielt der Haftrichter zudem fest, dass es A im Sinn einer EinschrÃ¤nkung des Kontaktverbots zu gestatten sei, zur Vereinbarung der BesuchsmÃ¶glichkeiten der Kinder Ã¼ber Drittpersonen mit C zu kommunizieren (E. 5); ins Dispositiv der VerfÃ¼gung fand dies indes keinen Eingang. Das Gesuch von C um Anordnung eines Kontaktverbots von A zu den Kindern wies der Haftrichter ab (Dispositivziffer 2). Die Gerichtskosten von Fr. 300.- auferlegte er A (Dispositivziffern 4 und 5), ParteientschÃ¤digungen sprach er keine zu (Dispositivziffer 6). </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>In der Folge erhob A, vertreten durch RechtsanwÃ¤ltin B, mit Eingabe vom 30. November 2023 Einsprache und beantragte, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von C sei die VerfÃ¼gung vom 23. November 2023 aufzuheben und sei von einer VerlÃ¤ngerung des Kontaktverbots abzusehen. Daraufhin hÃ¶rte der Haftrichter die Parteien am 8. Dezember 2023 persÃ¶nlich an. Mit VerfÃ¼gung vom 12. Dezember 2023 wies er die Einsprache ab (Dispositivziffer 1) und verlÃ¤ngerte die Wegweisung, das Rayon- und das Kontaktverbot definitiv bis 27. Februar 2024. Vom Kontaktverbot ausgenommen seien Verhandlungen vor Gerichten und Termine, zu denen die Parteien von BehÃ¶rden vorgeladen seien (Dispositivziffer 2). Die Gerichtskosten von Fr. 800.- auferlegte der Haftrichter A (Dispositivziffern 4 und 5), eine ParteientschÃ¤digungen sprach er C keine zu (Dispositivziffer 6). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, weiterhin vertreten durch RechtsanwÃ¤ltin B, gelangte daraufhin mit Beschwerde vom 19. Dezember 2023 an das Verwaltungsgericht und beantragte, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten von C sei die VerfÃ¼gung vom 12. Dezember 2023 aufzuheben. Eventualiter seien der Kindergarten, die Anfahrt zum Kindergarten, das Haus der Tagesmutter und die Anfahrt zum Haus der Tagesmutter vom Rayonverbot auszunehmen. Die Kosten "des erstinstanzlichen und des zweitinstanzlichen Verfahrens" seien C aufzuerlegen, soweit sie nicht auf die Staatskasse genommen werden kÃ¶nnten. Sodann ersuchte A (bzw. RechtsanwÃ¤ltin B) um Akteneinsicht, um Beizug der Videoaufnahmen vom Vorfall vom 12. November 2023 und um AnhÃ¶rung von D "zur ehelichen Situation und zu seinem VerhÃ¤ltnis zu seinen beiden Eltern". Eventualiter sei ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend C einzuholen. Am 21. Dezember 2023 reichte A weitere Unterlagen zu den Akten. Mit Eingabe vom 22. Dezember 2023 verzichtete der Haftrichter auf Vernehmlassung. Am 4. Januar 2024 stellte das Verwaltungsgericht RechtsanwÃ¤ltin B die Akten zur Einsicht zu. C reichte keine Beschwerdeantwort ein, nahm jedoch am 8., 14. und 16. Januar 2024 am Verwaltungsgericht Einsicht in die Akten. Weitere Eingaben erfolgten nicht. </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 11a Abs. 1 GSG fÃ¼r die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide der Haftrichterin oder des Haftrichters in Angelegenheiten des Gewaltschutzgesetzes zustÃ¤ndig. Beschwerden im Bereich dieses Erlasses werden von der Einzelrichterin oder dem Einzelrichter behandelt, sofern sie nicht wegen grundsÃ¤tzlicher Bedeutung der Kammer Ã¼berwiesen werden (§ 38b Abs. 1 lit. d Ziff. 4 und Abs. 2 in Verbindung mit § 43 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG; LS 175.2]). Dem vorliegenden Fall kommt keine solche Bedeutung zu, weshalb der Einzelrichter zum Entscheid berufen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der massgebliche Sachverhalt ergibt sich aus den vorliegenden Akten. Der â vom BeschwerdefÃ¼hrer beantragte â Beizug der Videoaufnahmen vom Vorfall vom 12. November 2023 erÃ¼brigt sich daher. Ebenso wenig besteht Anlass, D persÃ¶nlich anzuhÃ¶ren oder ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend die Beschwerdegegnerin einzuholen. Angesichts der relativ geringen Anforderungen an das Beweismass betreffend den Fortbestand der GefÃ¤hrdung, der beschrÃ¤nkten Kognition des Verwaltungsgerichts bei der ÃberprÃ¼fung der haftrichterlichen Anordnung (hinten E. 2.3) und vor allem des auf eine kurze Dauer und einen mÃ¶glichst raschen Entscheid ausgelegten, charakterlich einem Summarverfahren entsprechenden Gewaltschutzverfahrens fallen Beweismittel wie die Einvernahme von Zeugen oder â erst Recht â das Einholen von Gutachten regelmÃ¤ssig bereits aus grundsÃ¤tzlichen Ãberlegungen ausser Betracht (vgl. statt vieler VGr, 23. August 2023, VB.2023.00408, E. 1.4). Wie sich aus den nachfolgenden ErwÃ¤gungen ergibt, ist die Beschwerde im Ãbrigen ohnehin gutzuheissen und sind die Schutzmassnahmen per sofort aufzuheben.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss dessen § 1 Abs. 1 bezweckt das Gewaltschutzgesetz den Schutz, die Sicherheit und die UnterstÃ¼tzung von Personen, die von hÃ¤uslicher Gewalt (lit. a) oder Stalking (lit. b) betroffen sind. HÃ¤usliche Gewalt liegt nach § 2 Abs. 1 GSG vor, wenn eine Person in einer bestehenden oder einer aufgelÃ¶sten familiÃ¤ren oder partnerschaftlichen Beziehung in ihrer kÃ¶rperlichen, sexuellen oder psychischen IntegritÃ¤t verletzt oder gefÃ¤hrdet wird. Dies kann durch AusÃ¼bung oder Androhung von Gewalt (lit. a) oder durch mehrmaliges BelÃ¤stigen, Auflauern oder Nachstellen (lit. b) der Fall sein.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>In FÃ¤llen von hÃ¤uslicher Gewalt oder Stalking stellt die Polizei den Sachverhalt fest und ordnet umgehend die zum Schutz der gefÃ¤hrdeten Personen notwendigen Massnahmen an (§ 3 Abs. 1 GSG). So kann die Polizei die gefÃ¤hrdende Person aus der Wohnung oder dem Haus weisen, ihr untersagen, von der Polizei bezeichnete, eng umgrenzte Gebiete zu betreten, und ihr auch verbieten, mit den gefÃ¤hrdeten und diesen nahestehenden Personen in irgendeiner Form Kontakt aufzunehmen (§ 3 Abs. 2 lit. aâc GSG). Die Schutzmassnahmen gelten wÃ¤hrend 14 Tagen ab Mitteilung an die gefÃ¤hrdende Person (§ 3 Abs. 3 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdende Person kann ein Gesuch um gerichtliche Beurteilung stellen (§ 5 Satz 1 GSG). Die gefÃ¤hrdete Person ihrerseits kann beim Gericht um VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen ersuchen (§ 6 Abs. 1 GSG). Dieses entscheidet innert vier Arbeitstagen Ã¼ber solche Gesuche (§ 9 Abs. 1 GSG). Es stellt den Sachverhalt von Amtes wegen fest und fordert unverzÃ¼glich die polizeilichen Akten und, sofern ein Strafverfahren eingeleitet wurde, jene der Strafuntersuchung an. Auf Verlangen des Gerichts nehmen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zum Gesuch Stellung (§ 9 Abs. 2 GSG). Das Gericht hÃ¶rt die Gesuchsgegnerin oder den Gesuchsgegner nach MÃ¶glichkeit an. Es kann auch eine AnhÃ¶rung der Gesuchstellerin oder des Gesuchstellers anordnen (§ 9 Abs. 3 SÃ¤tze 1 und 2 GSG). Das Gericht weist das Gesuch um Aufhebung der Schutzmassnahmen ab oder heisst das VerlÃ¤ngerungsgesuch gut, wenn der Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (§ 10 Abs. 1 Satz 1 GSG). Dabei entscheidet es vorlÃ¤ufig, wenn die Gesuchsgegnerin oder der Gesuchsgegner nicht angehÃ¶rt worden ist, und setzt dieser bzw. diesem eine Frist von fÃ¼nf Tagen an, um gegen den Entscheid Einsprache zu erheben (§ 10 Abs. 2 GSG; § 11 Abs. 1 GSG). Die gerichtlich verfÃ¼gten Schutzmassnahmen dÃ¼rfen insgesamt drei Monate nicht Ã¼bersteigen (§ 6 Abs. 3 GSG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Im Zusammenhang mit der VerlÃ¤ngerung bzw. NichtverlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen steht der Haftrichterin bzw. dem Haftrichter ein relativ grosser Beurteilungsspielraum zu. Zum einen kann sie bzw. er sich im Rahmen der persÃ¶nlic</span>hen AnhÃ¶rung der Parteien einen umfassenden Eindruck von der Situation machen, wÃ¤hrend das Verwaltungsgericht aufgrund der Akten zu entscheiden hat. Zum anderen greift Letzteres nur im Fall von Rechtsverletzungen im Sinn von <span>§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und lit. b VRG</span> ein, nicht aber bei blosser Unangemessenheit. Ferner genÃ¼gt wie erwÃ¤hnt bereits die Glaubhaftmachung des Fortbestands einer GefÃ¤hrdung. Demnach rechtfertigt sich seitens des Verwaltungsgerichts eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung bei der Beurteilung der vorinstanzlichen WÃ¼rdigung. Auch ist es nicht notwendig, den Ablauf der Geschehnisse im Detail zu rekonstruieren (statt vieler VGr, 24. Oktober 2023, VB.2023.00541, E. 2.3).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Mitbeteiligte begrÃ¼ndete die Anordnung der Schutzmassnahmen damit, dass der BeschwerdefÃ¼hrer der Beschwerdegegnerin von ca. 1. September 2021 bis 13. November 2023 gedroht habe, dass "dies erst der Anfang gewesen sei und sie werde sehen, was passiert". Sodann habe der BeschwerdefÃ¼hrer die Beschwerdegegnerin mit der Faust geschlagen, so dass ihr ein Teil eines Zahnes abgebrochen sei, und sei es zu wiederholten TÃ¤tlichkeiten zwischen den Eheleuten gekommen. Ferner habe der BeschwerdefÃ¼hrer die Beschwerdegegnerin unzÃ¤hlige Male angerufen, obwohl sie ihm mitgeteilt habe, dass er sich nicht melden solle. Der Anordnung der Schutzmassnahmen ging ein Vorfall vom 12. November 2023 in G voraus, anlÃ¤sslich welchem der BeschwerdefÃ¼hrer auf den damaligen Begleiter der Beschwerdegegnerin eingeschlagen hatte.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Der Haftrichter erwog in der VerfÃ¼gung vom 12. Dezember 2023, angesichts des summarischen Charakters des Verfahrens seien keine Zeugen einzuvernehmen und keine Berichte bei Drittpersonen zu edieren. Ebenso sprenge die vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichte Sammelbeilage von Textnachrichten der Beschwerdegegnerin den Verfahrensumfang (E. 3.3). Das vorliegende Verfahren sei zudem nicht der geeignete Ort, um die gesamte Beziehungsgeschichte der Parteien aufzuarbeiten; Streitgegenstand bilde allein die Frage, ob der Fortbestand der GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin glaubhaft sei und die Schutzmassnahmen deswegen zu verlÃ¤ngern seien (E. 3.4).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Unbestritten sei das Vorliegen einer (aufgelÃ¶sten) partnerschaftlichen Beziehung im Sinn von § 2 GSG und grundsÃ¤tzlich auch der die Schutzmassnahmen primÃ¤r auslÃ¶sende Vorfall vom 12. November 2023 in G. So habe der BeschwerdefÃ¼hrer eingestanden, den Begleiter der Beschwerdegegnerin zu Boden gestossen und mehrfach geschlagen sowie danach die Beschwerdegegnerin am Kragen gepackt und angeschrien zu haben, was â entgegen seiner Ansicht â als Gewalt im Sinn des GSG gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin zu qualifizieren sei (E. 3.5). Eine detaillierte Auseinandersetzung mit den weiteren von den Parteien gegenseitig vorgebrachten und bestrittenen VorfÃ¤llen sei nicht erforderlich. Soweit die Beschwerdegegnerin dem BeschwerdefÃ¼hrer Gewalt oder Stalking in der Vergangenheit vorwerfe, sei immerhin festzuhalten, dass ihre Aussagen Ã¤usserst glaubhaft erschienen. Dies treffe zwar auch auf die Aussagen des BeschwerdefÃ¼hrers zu. Die Glaubhaftigkeit der Schilderungen der Beschwerdegegnerin vermÃ¶gen letztere indes nicht entscheidend in Zweifel zu ziehen (E. 3.6).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Aus den Akten und den persÃ¶nlichen AnhÃ¶rungen ergebe sich das Bild einer Ã¤usserst ambivalenten und instabilen On-Off-Beziehung der Parteien, welche mit dem Vorfall vom 12. November 2023 eine neue Eskalationsstufe erreicht habe. Der Vorfall bzw. das Treffen der Beschwerdegegnerin mit einem anderen Mann habe den BeschwerdefÃ¼hrer wohl schwer getroffen. Aufgrund dieser neuen Eskalationsstufe erscheine glaubhaft, dass aktuell und in naher Zukunft ein erhÃ¶htes Konfliktpotenzial zwischen den Parteien bestehe, das bei einem erneuten Kontakt im privaten Rahmen zu heftigen und potenziell gewalttÃ¤tigen Auseinandersetzungen fÃ¼hren wÃ¼rde, welche die psychische und allenfalls auch physische IntegritÃ¤t der Beschwerdegegnerin (oder auch beider Parteien) beeintrÃ¤chtigen wÃ¼rde. Der Fortbestand der GefÃ¤hrdung der Beschwerdegegnerin sei deshalb ebenfalls zu bejahen (E. 3.7).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.4 </b>Was die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Schutzmassnahmen angehe, sei festzuhalten, dass diese den Kontakt des BeschwerdefÃ¼hrers zu den Kindern nicht betrÃ¤fen. Sodann umfasse das Rayonverbot weder den Wohn- noch den Arbeitsort des BeschwerdefÃ¼hrers. Dieser scheine sich denn auch primÃ¤r daran zu stÃ¶ren, dass die Massnahmen den Kontakt mit den Kindern erschwerten und er die Kinder nicht mehr direkt im Kindergarten abholen kÃ¶nne. Indes sei der Kontakt mit den Kindern wÃ¤hrend der bisherigen Dauer der Schutzmassnahmen unbestritten mÃ¶glich gewesen. Der Konflikt scheine sich denn auch aktuell eher auf die konkreten Betreuungstage zu beziehen, was jedoch nichts mit den Schutzmassnahmen oder dem Rayonverbot im Besonderen zu tun habe. Der BeschwerdefÃ¼hrer empfinde zwar die Organisation des Kontakts zu den Kindern Ã¼ber Drittpersonen als mÃ¼hsam. Dies sei jedoch als "milde Unannehmlichkeit" zu qualifizieren und mache die Schutzmassnahmen nicht unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Der Kindergarten sei nicht aus dem Rayon "herauszunehmen", da er sich in unmittelbarer NÃ¤he zur Wohnung der Beschwerdegegnerin befinde. Ebenso wenig sei eine Ausnahme in Bezug auf die Adresse der Tagesmutter angezeigt, wÃ¼rde dies doch aufgrund der engen rÃ¤umlichen VerhÃ¤ltnisse in F zu einer erheblichen Gefahr fÃ¼r unerwartete (oder gar provozierte) Kontakte zwischen den Parteien fÃ¼hren (E. 3.8).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.5 </b>Schliesslich fÃ¼hre der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin unbestrittenermassen nach Inkrafttreten der Schutzmassnahmen mehrfach im BÃ¼ro des BeschwerdefÃ¼hrers â ein Ã¶ffentlicher Ort ausserhalb des Rayons â vorbeigekommen sei, nicht dazu, dass die Schutzmassnahmen nicht mehr notwendig seien, wobei offengelassen werden kÃ¶nne, auf wessen Initiative hin diese Treffen stattgefunden hÃ¤tten. Der Beschwerdegegnerin sei kein Kontaktverbot gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt worden, wogegen sie verstossen hÃ¤tte, und die Schutzmassnahmen dienten dazu, ihr einen "geographischen Bereich" mit erhÃ¶htem SicherheitsgefÃ¼hl zu verschaffen, in welchem sie nicht mit einem unerwarteten Kontakt mit dem BeschwerdefÃ¼hrer rechnen mÃ¼sse. Zur Beruhigung der Situation erschienen die Schutzmassnahmen auch aktuell noch geeignet, erforderlich und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dem BeschwerdefÃ¼hrer stehe es seinerseits frei, von seinem Hausrecht in Bezug auf die GeschÃ¤ftsrÃ¤ume Gebrauch zu machen (E. 3.9).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.6 </b>Zu berÃ¼cksichtigen sei schliesslich, dass die Beschwerdegegnerin ein Eheschutzgesuch eingereicht und auch der BeschwerdefÃ¼hrer entsprechende Schritte vorbereitet habe. Es sei deshalb davon auszugehen, dass zeitnah eine Eheschutzverhandlung stattfinden werde, anlÃ¤sslich welcher die Situation neu beurteilt werden kÃ¶nne (E. 3.10).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Was die RechtmÃ¤ssigkeit der Anordnung der Schutzmassnahmen betrifft, sind die ErwÃ¤gungen des Haftrichters nicht zu beanstanden. Das vom BeschwerdefÃ¼hrer am 12. November 2023 in G gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin an den Tag gelegte, eingestandene Verhalten ("am Kragen packen" und "anschreien".) ist â gerade im Zusammenhang mit dem tÃ¤tlichen Angriff auf ihren Begleiter â als hÃ¤usliche Gewalt im Sinn von § 2 Abs. 1 lit. a GSG zu qualifizieren, zumal solche <span>nicht nur dann vorliegt, wenn physische Gewalt angewendet wird. Vielmehr kann diese auch auf verbaler und psychischer Ebene stattfinden, indem der gefÃ¤hrdeten Person beispielsweise gedroht oder sie stark unter Druck gesetzt wird </span>(VGr, 23. Mai 2022, VB.2022.00199, E. 3.4.2). Es ist ohne Weiteres nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin aufgrund des Vorfalls vom 12. November 2023 â jedenfalls zunÃ¤chst (vgl. sogleich E. 4.2) â verÃ¤ngstigt und "schockiert" und, wenn auch nicht in ihrer physischen, in ihrer psychischen IntegritÃ¤t betroffen war. Ob bzw. inwiefern der BeschwerdefÃ¼hrer zuvor Opfer (hÃ¤uslicher) Gewalt seitens der Beschwerdegegnerin geworden war, ist dabei nicht massgeblich, ebenso wenig, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer am fraglichen Tag von der Beschwerdegegnerin betrogen und angelogen fÃ¼hlte. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>BegrÃ¼ndet ist hingegen der Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers, der Umstand, dass ihn die Beschwerdegegnerin nur gerade drei Tage nach dem Vorfall in G und zwei Tage nach Geltungsbeginn der Schutzmassnahmen an seinem Arbeitsort aufsuchte, spreche gegen eine VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen. TatsÃ¤chlich zeigt eine in den Akten befindliche Videoaufnahme, wie die Beschwerdegegnerin am 15. November 2023 mit dem BeschwerdefÃ¼hrer in dessen BÃ¼ro in durchaus lockerem Umgangston spricht und dabei keinerlei Angst oder Hilflosigkeit an den Tag legt. Weitere Aufnahmen zeigen, wie sich die Beschwerdegegnerin auch am 23. November 2023 ebenso zwanglos in den (Ã¼brigen) GeschÃ¤ftsrÃ¤umlichkeiten bewegt. Ãber den Anlass dieser Besuche bzw. darÃ¼ber, ob der BeschwerdefÃ¼hrer die Beschwerdegegnerin aufgefordert haben soll, ihn am Arbeitsort zu treffen, gehen die Aussagen der Parteien zwar auseinander. So macht der BeschwerdefÃ¼hrer geltend, die Initiative sei jeweils von der Beschwerdegegnerin ausgegangen. Die Beschwerdegegnerin behauptete im Wesentlichen das Gegenteil, gab aber immerhin auch an, die "ersten beiden Male" von sich aus bzw. auch "ungefragt" die GeschÃ¤ftsrÃ¤umlichkeiten aufgesucht zu haben. GrÃ¼nde dafÃ¼r seien entweder die Kinder gewesen, die sich dort aufgehalten hÃ¤tten, oder weil sie den BeschwerdefÃ¼hrer um Abgabe eines RAV-Formulars oder um Geld habe bitten mÃ¼ssen bzw. wollen. Diese Frage muss indes nicht abschliessend beantwortet werden. Angesichts ihres auf den Videoaufnahmen festgehaltenen Verhaltens kann jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, dass der Vorfall vom 12. November 2023 die Beschwerdegegnerin "nachhaltig" verÃ¤ngstigte und sie sich deswegen vom BeschwerdefÃ¼hrer darÃ¼ber hinaus bedroht fÃ¼hlte. WÃ¤re dies der Fall gewesen, hÃ¤tte die Beschwerdegegnerin gerade in den folgenden Tagen zweifellos unmittelbare Kontakte mit dem BeschwerdefÃ¼hrer zu vermeiden und "unaufschiebbare" Anliegen an den BeschwerdefÃ¼hrer â Kinderbelange, das RAV-Formular, Geld â beispielsweise Ã¼ber ihre Schwester (vgl. vorn II.A.) zu kommunizieren versucht. Dass die Beschwerdegegnerin selbst kein Kontaktverbot zu beachten hatte, Ã¤ndert daran nichts. Zwar trifft es grundsÃ¤tzlich zu, wenn der Haftrichter erwÃ¤gt, die Schutzmassnahmen dienten dazu, der Beschwerdegegnerin einen "geographischen Bereich" mit erhÃ¶htem SicherheitsgefÃ¼hl zu verschaffen, in welchem sie nicht mit einem unerwarteten Kontakt mit dem BeschwerdefÃ¼hrer rechnen mÃ¼sse (vorn E. 3.2.5). Zu beachten ist jedoch stets der Zweck von Gewaltschutzmassnahmen. Dieser besteht in der Deeskalation einer Gewaltsituation und in der Sicherstellung eines sofort notwendigen, durch andere Verfahren nicht leistbaren Schutzes fÃ¼r gefÃ¤hrdete Personen. FÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die VerlÃ¤ngerung von Schutzmassnahmen ist daher in erster Linie massgeblich, ob eine konkrete Gewaltsituation Anlass fÃ¼r die Anordnung einer oder mehrerer Schutzmassnahmen gab und ob diese Situation weiterhin der Deeskalation bedarf bzw. ein in diesem Sinn verstandener Fortbestand der GefÃ¤hrdung glaubhaft ist (statt vieler VGr, 6. Oktober 2023, VB.2023.00525, E. 3.2). Dies ist mit Blick auf das Verhalten der Beschwerdegegnerin wie ausgefÃ¼hrt gerade nicht der Fall. Mithin bedurfte es zur Beruhigung der Situation keiner VerlÃ¤ngerung der Schutzmassnahmen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen; das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 12. Dezember 2023 und damit die darin verlÃ¤ngerten Schutzmassnahmen sind aufzuheben. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>GemÃ¤ss § 12 Abs. 1 Satz 1 GSG werden die Verfahrenskosten auf die Staatskasse genommen, wenn das Gesuch um Aufhebung einer Schutzmassnahme gemÃ¤ss § 5 GSG gutgeheissen wird. In den Ã¼brigen FÃ¤llen kÃ¶nnen die Kosten nach § 12 Abs. 1 Satz 2 GSG der unterliegenden Partei auferlegt werden, wenn gegen sie Massnahmen nach § 3 Abs. 2 erlassen oder verlÃ¤ngert werden. GemÃ¤ss § 12 Abs. 2 GSG hat jede Partei die Gegenpartei nach Massgabe ihres Unterliegens fÃ¼r Kosten und Umtriebe zu entschÃ¤digen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>Das Gewaltschutzgesetz sieht im haftrichterlichen Verfahren eine Kostenauflage zulasten der gefÃ¤hrdeten Person gestÃ¼tzt auf das Unterliegerprinzip (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG) â mit Ausnahme von FÃ¤llen <span>bÃ¶s- oder mutwilliger ProzessfÃ¼hrung â </span>nicht (mehr) vor (statt vieler VGr, 6. November 2023, VB.2023.00584, E. 2.1). Sodann ist die in § 12 Abs. 1 GSG statuierte Kostenbefreiung gefÃ¤hrdeter Personen auch im Beschwerdeverfahren anwendbar (statt vieler VGr, 7. Juli 2023, VB.2023.00334, E. 6.1). Demzufolge sind die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens von Fr. 800.- auf die Kasse des Bezirksgerichts Dielsdorf und die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Kasse des Verwaltungsgerichts zu nehmen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>AusgangsgemÃ¤ss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das vorinstanzliche sowie vorliegende Verfahren eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 12 Abs. 2 GSG in Verbindung mit § 17 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweist sich ein Betrag von Fr. 1'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) fÃ¼r beide Verfahren zusammen. Die Beschwerdegegnerin selbst beantragte keine ParteientschÃ¤digung; eine solche stÃ¼nde ihr mangels Obsiegens auch nicht zu. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>der Einzelrichter</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und das Urteil GS230055-D des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 12. Dezember 2023 aufgehoben.</p> <p class="Einzug2"> Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens von Fr. 800.- sind auf die Kasse des Bezirksgerichts Dielsdorf zu nehmen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'200.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 105.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 1'305.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von zusammen Fr. 1'500.- (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Mitbeteiligte;<br/> c) das Bezirksgericht Dielsdorf.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>