Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Januar 2013 (720 12 338 / 13) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision der Invalidenrente; Notwendigkeit vorgängiger beruflicher Massnahmen bei fortgeschrittenem Alter oder einer langen Rentendauer; Abgrenzungskriterien Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thom men, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Martina Freivogel Parteien A.____, vertreten durch Markus Schmid, Rechtsan walt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1952 geborene A.____ war seit dem 1. Januar 19 87 als B.____ für den Kanton Basel-Landschaft tätig. Per 1. Januar 1997 wurde das D ienstverhältnis aus gesundheitlichen Gründen aufgelöst. Ab Mai 1997 bezog A.____ gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 % (Einkommensvergleich nach der allgemeinen Bemessungsmetho de) eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Diese wurde aufgrund der 4. Revisio n des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) per Januar 2004 auf eine Dr eiviertelsrente erhöht. In der Folge Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Versicherte n, sodass sie beruhend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % ab Januar 2006 eine ganze Invalidenrente ausgerichtet bekam. Im März 2011 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV -Stelle) von Amtes wegen eine Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs von A.____ ein. Aufgrund ihrer Abklärungen gelangte die IV-Stelle zur Auffassung, dass sich der Gesun dheitszustand der Versicherten verbessert habe. Der vorzunehmende Einkommensvergleich ergebe lediglich noch einen Invaliditätsgrad von 44 % und damit Anspruch auf eine Viertelsrente. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens kam die Vorinstanz den Einwänden von A.____ teilweise entgegen und stellte neu einen Invaliditätsgrad von 52 % fest. Info lgedessen setzte sie mit Verfügung vom 26. September 2012 die laufende ganze Rente der Versicherten per 1. November 2012 auf eine halbe Rente herab. B. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Markus Sc hmid namens und im Auftrag von A.____ am 31. Oktober 2012 Beschwerde beim Kantons gericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung der Vorin- stanz aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, der Beschwerdeführerin über den 1. November 2012 hinaus eine ganze Invalidenrente auszur ichten. Eventualiter sei die Verfü- gung der Vorinstanz vom 26. September 2012 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Versicherten ab dem 1. November 2012 e ine Dreiviertelsrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesen tlichen geltend gemacht, die IV-Stelle habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie die Berichte der behandelnden Ärzte Dr. med. C.____, Facharzt FMH für Rheumatologie, und Dr. med. D.____, Spezialarzt FMH Innere Medizin, unberücksichtigt gelassen habe. Der aktuel le Bericht von Dr. C.____ lasse Be- denken aufkommen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde führerin in einer adaptierten Tä- tigkeit tatsächlich 80 % betrage. In den letzten Jahren sei der Krankheitsverlauf sehr wechsel- haft gewesen und beinahe monatlich seien Exazerbationen aufgetreten. Das Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____, auf welches die Beschwerdegegnerin die Rentenrevision abstel- le, beschränke sich auf die Beurteilung des Gesundheitszusta ndes in einem zeitlich engen Rahmen, welcher mit einem symptomarmen Intervall zusamme nfalle. Es bilde daher keine me- dizinische Gesamtsicht ab und könne für die Belange der Invaliditätsbemessung nicht als einzig ausschlaggebende Grundlage dienen. Die Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit beschränke sich bestenfalls auf symptomarme Intervalle und gehe deshalb fehl. Im Sinne der Ausführungen von Dr. D.____ müsse davon ausgegangen werden, dass die Versicherte im Umfang von 40 % bis 60 % arbeitsunfähig sei, was einen Anspruch auf ein e ganze oder zumindest auf eine Drei- viertelsrente begründe. C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. November 2012 bea ntragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Auf ihre Vorbringen wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versiche rten vom 31. Oktober 2012 ist dem- nach einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigke it. Sie kann im Bereich der Invaliden- versicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung un d Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten au f dem in Betracht kommenden allge- meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Inval iditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 104 V 136 f. E. 2a und b). Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin gestützt auf diese allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs berechnet. 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist d ie Rente auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich geblie benen Gesundheitszustandes er- heblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5 mit Hinweisen). 3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte der versicherten Pe rson eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruc hs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 f. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 16. Mai 2006 gestützt auf einen Invalidi tätsgrad von 100 % eine ganze Rente zugesprochen. Nach Überprüfung des Rentenanspruchs von Amtes wegen samt Vornahme der erforderlichen Abklärungen ist die laufende ganze Rent e der Versicherten von der Vorinstanz mit Verfügung vom 26. September 2012 und mit Wirkun g ab 1. November 2012 auf eine halbe Rente herabgesetzt worden. Somit beurteilt sich die Fr age, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine r evisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich de s Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 16. Mai 2006 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 26. September 2012. 4.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die dur ch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar beit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande rn Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hin weisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damalige n Eidgenössischen Versicherungs- gerichts (EVG; seit 1. Januar 2007 Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 f. E. 3c, 105 V 158 f. E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden di e ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätig- keiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauig- keit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schla uri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen - wie a lle anderen Beweismittel - nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz d er freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel - unabhängig von wem sie stammen - objektiv z u prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die IV-Stelle die l aufende ganze Invalidenrente der Be- schwerdeführerin zu Recht mit Wirkung ab 1. November 20 12 auf eine halbe Rente herabge- setzt hat. 5.1 In der angefochtenen Verfügung ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass das Er- werbseinkommen, welches die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer aktuellen gesundheitlichen Situation erzielen könnte, dem zur Ermittlung des Invali ditätsgrades anzustellenden Einkom- mensvergleich ohne Weiteres zu Grunde zu legen ist. Auf die sich in diesem Zusammenhang stellende Problematik der Wiedereingliederung der im Zeitpunkt des Verfügungserlasses bereits 60 Jahre alten Versicherten ist sie hingegen nicht eingegangen. 5.2 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt im Allge meinen der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selbst vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung de r gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 23 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Laut ständiger Rechtsprec hung ist zwar im Regelfall eine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigk eit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Die Wiedereinglied erung von versicherten Personen im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleiben von der Arbeitswelt ist jedoch regelmässig erschwert. Nach langjäh rigem Rentenbezug und/oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Versicherten kön nen daher die Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhande nen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfaltung entgegenstehe n. So kann es vorkommen, dass - ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen - die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials allein vermittels Eigenan strengung der versicherten Person nicht möglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17 . November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163 /2009, E. 4.1 und 4.2.2). Aus diesem Grund muss sich die Verwaltung vor der Herabsetzung oder A ufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich das medizinisch-theoretisch wiedergew onnene Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tieferen Invaliditätsgra d niederschlägt oder ob dafür - ausnahmsweise - eine erwerbsbezogene Abklärung (der Eign ung, Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6 .1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 5.3 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, publ iziert in: Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht seine vorstehend geschilderte Rechtsprechung präzisiert: Aus Gründen der Rechtssicherheit sind diejenigen Fälle, in welchen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit ausnahmsweise (vorgängige) befähigende berufliche Massnahmen notwendig sind, vom Regelfall der sofortigen erwerblichen Verwertbarkeit der wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit abzugrenzen. Der besagte Ausnahmetatbestand ist sodann grundsätzlich auf Sachverhalte zu beschränken, in denen di e revisions- oder wiedererwä- gungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrent e eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit m ehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 5.4 Die beiden Abgrenzungskriterien “55 Altersjahre“ und “15 Rentenbezugsjahre“ lehnen sich an die von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2011 beschlossenen und am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen zur 6. IVG-Revision an. Anders als im vorliegenden Kontext geht es dort um die generelle Übe rprüfung von jenen Renten, welche bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdeb ildern ohne nachweisbare or- ganische Grundlage gesprochen worden sind. Diese Überpr üfung hat die IV-Stelle innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten der Änderung vorzunehm en. Dabei sind Renten auch in jenen Fällen zu kürzen oder aufzuheben, in welchen sich der I nvaliditätsgrad der versicherten Person nicht erheblich geändert hat, selbst wenn dadurch die V oraussetzungen für eine Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Als Ausnahmere gel sieht die erwähnte Schlussbestim- mung in Abs. 4 für gewisse Fälle eine Besitzstandsgaranti e vor. So findet die Rentenüberprü- fung keine Anwendung auf jene Personen, welche zwar das besagte Beschwerdebild aufweisen (pathogenetisch-ätiologisch unklaren Syndrome ohne nach weisbare organische Grundlage), jedoch im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung b ereits das 55. Altersjahr zurückgelegt ha- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Gemäss Botschaft des Bundesrates werden mit dieser Besitzstandgarantie die Gesichtspunkte der Rechtssiche rheit und des Vertrauensschut- zes berücksichtigt, da eine Wiedereingliederung in solchen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (Bundesblatt [BBl] 2010, S. 1912; SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.4). 5.5 Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien (55 Altersjahre oder 15 Renten- bezugsjahre) bedeutet nun allerdings nicht, dass die bet roffenen Rentnerinnen und Rentner im Zusammenhang mit einer herkömmlichen Revision (Art. 17 A bs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) einen Besitzstands anspruch geltend machen können. Es wird ihnen lediglich zugestanden, dass grundsätzlich die Selbsteingliederung aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer langen Rentendaue r nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 5.6 Die Versicherte ist im Zeitpunkt der vorliegend stri ttigen Rentenherabsetzung über 60 Jahre alt gewesen. Trotz dieses fortgeschrittenen Alters sowie der medizinisch offensichtlich ausgewiesenen gesundheitlichen Einschränkungen hat die IV-Stelle keinerlei berufliche Abklä- rungsmassnahmen und/oder Eingliederungsversuche ergriffen. Indem die Vorinstanz ohne Wei- teres davon ausgegangen ist, dass sich die Beschwerdeführerin auf dem allgemeinen ausgegli- chenen Arbeitsmarkt selbst eingliedern könne, hat sie offenbar übersehen, dass die Versicherte zur Gruppe jener zählt, welchen nach dem vorstehend Gesag ten die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist. Vor einer Rentenherabsetzung hät ten deshalb eine erwerbsbezogene Ab- klärung erfolgen und anschliessend die allenfalls als zweckmä ssig erachteten beruflichen Ein- gliederungsmassnahmen durchgeführt werden müssen. Die o hne vorherige Durchführung von Eingliederungsschritten angeordnete Rentenherabsetzung erweist sich demnach als unzuläs- sig, weshalb die angefochtene Verfügung bereits aus diesem Grund aufzuheben ist. 6. In Weiteren ist darauf einzugehen, ob sich der Gesu ndheitszustand und – damit ein- hergehend – der Grad der Erwerbsfähigkeit der Versich erten tatsächlich, wie von der IV-Stelle geltend gemacht, in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 6.1 In ihrer Verfügung vom 16. Mai 2006, mit welcher sie der Versicherten eine ganze Rente zugesprochen hatte, stützte sich die IV-Stelle be i der Beurteilung des Gesundheits- zustandes und der Erwerbsfähigkeit im Wesentlichen auf d ie Angaben von Dr. C.____ vom 1. Dezember 2005 und vom 1. März 2006 sowie auf die Ste llungnahme von PD Dr. med. F.____, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) vom 20. Mär z 2006. Darin wurden bei der Beschwerdeführerin insbesondere eine enteropathische A rthropathie bei Morbus Crohn und Progredienz der entzündlichen Gelenkbeteiligung seit Au gust 2005 diagnostiziert. Betreffend die Erwerbsfähigkeit hielten die Mediziner fest, dass d er Versicherten keine Arbeitstätigkeit mehr zugemutet werden könne. 6.2 Im Rahmen des im März 2012 von Amtes wegen eingele iteten Rentenrevisionsverfah- rens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medi zinischen Sachverhalts beim Begutach- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tungsinstitut E.____ ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, welches am 22. Dezember 2011 erstattet wurde. Darin gelangten die beteiligten Fach ärzte zum Ergebnis, dass bei der Versi- cherten weder aus rheumatologischer noch aus psychiatrischer Sicht ein invalidisierendes Lei- den vorliege. Lediglich aus gastroenterologischen Gründe n sei die Arbeitsfähigkeit einge- schränkt. Die Explorandin leide seit Jahren an einem Mor bus Crohn, welcher während wenigen Tagen bis maximal einer Woche monatlich zu Beschwerden mit Krämpfen und Durchfällen füh- re. Infolgedessen ergebe sich eine Arbeitsunfähigkeit vo n 20 %. Durch Optimierung der medi- kamentösen Therapie könne möglicherweise eine Stabilisie rung der klinischen Symptome und damit eine Verminderung der Arbeitsunfähigkeitsphasen erreicht werden. Eine vollständig attes- tierte Arbeitsunfähigkeit sei in früheren Jahren aufgr und von entzündlichen Gelenkschüben ausgesprochen worden. Die aktuelle rheumatologische Beurteilung ergebe jedoch, dass zurzeit keine entzündlichen Veränderungen fassbar seien. Dements prechend seien der Versicherten aus rheumatologischer Sicht - abgesehen von gewissen Einsch ränkungen - leichte bis intermit- tierend mittelschwere Tätigkeiten zu 100 % zumutbar. Die se Einschätzung gelte mit Zeitpunkt ab Begutachtung; eine retrospektive Würdigung der Arbeitsfähigkeit sei nicht möglich. 6.3 Die IV-Stelle hat sich bei der Beurteilung des ak tuellen medizinischen Sachverhaltes und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschw erdeführerin eingetreten ist, auf das soeben erwähnte Gutachten des Begutachtungsinst ituts E.____ gestützt. Sie ist demzufolge davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszust and der Beschwerdeführerin seit der Rentenverfügung vom 16. Mai 2006 deutlich ve rbessert habe, insbesondere in rheumatologischer Hinsicht. Diese vorinstanzliche Beweisw ürdigung kann nicht ohne Weiteres bestätigt werden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hi ervor), ist zwar den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Sp ezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sola nge nicht konkrete Hinweise gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Vorliegend d euten mehrere Anzeichen darauf hin, dass dem Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ kei ne volle Beweiskraft zugesprochen werden kann, und zwar aus nachfolgenden Gründen. 6.3.1 Die meisten Beschwerden der Versicherten sind auf den bereits in den 1980er Jahren diagnostizierten Morbus Crohn zurückzuführen. Die gastroe nterologische Beurteilung ist daher für die Einschätzung des Gesundheitszustandes sowie der Erw erbsfähigkeit der Beschwerde- führerin zentral. PD Dr. med. G.____, FMH für Innere Medizin spez. Gastroenterologie, hat al- lerdings nur ein kurzes und unzureichendes Teilgutachten an das Gutachten des Begutach- tungsinstituts E.____ vom 22. Dezember 2011 geliefert. Darin diagnostiziert er bei der Explo- randin Crohnschübe in der Form von Durchfällen (vier b is zehn wässrig-breiige Entleerungen pro Tag), Blut- und Schleimabgaben ab ano sowie Malai se. Als Komplikation liege zudem eine Crohn-assoziierte Arthropathie vor. Aufgrund dieser Be schwerden attestiert Dr. G.____ der Be- schwerdeführerin - ohne nähere Begründung - eine 20%i ge Arbeitsunfähigkeit. Auf welche Kri- terien sich der Gastroenterologe bei der Quantifizie rung der Arbeitsunfähigkeit stützt bzw. wes- halb er diese genau bei 20 % festsetzt, kann dem Gutachten nicht entnommen werden. Ebenso Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wenig ist ersichtlich, ob und inwiefern sich der Gesundhei tszustand der Versicherten bezüglich des Morbus Crohn seit der letzten Rentenrevision vom 26. Mai 2006 verbessert haben sollte. Schliesslich wird auch die Problematik des fluktuierenden Krankheitsverlaufs nicht berücksich- tigt. Diesbezüglich hat der behandelnde Arzt Dr. D.___ _ in seinem Bericht vom 21. März 2012 darauf hingewiesen, die Arbeitsfähigkeit der Beschwe rdeführerin sei infolge des Morbus Crohn instabil. Während Schüben müsse die Patientin infolge Diarrhoe mit Krämpfen die Toilette bis zu 12-mal am Tag, meist notfallmässig, aufsuchen. Die Arbeitsunfähigkeit steige in diesen Pha- sen auf 100 % an. Bedingt durch die schwankende Situati on müsse mindestens von einer Ar- beitsunfähigkeit in der Höhe von 40 bis 60 % ausgegang en werden. Bezüglich der gastroente- rologischen Beurteilung im Gutachten des Begutachtungsi nstituts E.____ ist sodann festzustel- len, dass darin zahlreiche wesentliche Fragestellunge n keine Beachtung gefunden haben. An- gesichts der Bedeutung des gastroenterologischen Teils für den vorliegenden Fall hätten diese Belange jedoch ins polydispziplinäre Gutachten einflie ssen müssen. Dies trifft umso mehr zu, als Dr. G.____ mit seiner Einschätzung indirekt darauf schliesst, die vormals gänzlich erwerbs- unfähige Beschwerdeführerin sei nun - zumindest was ihr e Darmerkrankung angeht - 80 % ar- beitsfähig. In Bezug auf die gastroenterologische Beurteilung fällt das Gutachten des Begutach- tungsinstituts E.____ daher zu knapp aus. 6.3.2 Was die rheumatologische Begutachtung betrifft, hat Dr. H.____, FMH Rheumatologie, in ihrem Fachgutachten vom 17. November 2011 folgend e “Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ gestellt: Beginnende Gonarthrose re chtsbetont und Retropatellararthrose rechts mit Periarthropathia genu beidseits; beginnende Interphalangealarthrose Grosszehen beidseits; fasciitis plantaris links (DD im Rahmen der Cro hn-assoziierten Arthropathie, mecha- nisch/Überbelastung bei Adipositas und beidseitigem Senk fuss; radiologisch kleiner Fersen- sporn beidseits); beginnende Omarthrose beidseits, Acrom ioclaviculargelenksarthrose beid- seits, klinisch zudem Supraspinatus- und Subscapularistendin ose rechtsbetont; beginnende distalbetonte Fingerpolyarthrose, Triscaphoidarthrose l inksbetont und beidseitige Rhizarthrose. Gestützt auf diese Ergebnisse muss davon ausgegangen werd en, dass die Versicherte seit der letzten Rentenrevision im Mai 2006 an neuen Beschwerden leidet, welche die Erwerbsfähigkeit reduzieren. Trotzdem kommt das Begutachtungsinstitut E.___ _ in seinem Gutachten zum Schluss, der Beschwerdeführerin seien aus rheumatologischer Sicht - abgesehen von gewissen Einschränkungen - leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zu 100 % zumutbar. Die Steigerung der Arbeitsfähigkeit wird damit begründet , dass die entzündlichen Gelenkschübe, aufgrund welcher früher eine vollständige Arbeits un fähigkeit attestiert worden sei, im Beurtei- lungszeitpunkt nicht mehr vorgelegen hätten. Dieser Ein schätzung der Arbeitsfähigkeit kann nicht ohne Weiteres gefolgt werden: Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass betreffend die entzündlichen Gelenksveränderungen tatsächlich eine Besserung stattgefunden hätte, so ist es fraglich, ob in Anbetracht der zahlreichen neu aufge tretenen Beschwerden insgesamt eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Versicherten vorli egt. Das Gutachten des Begut- achtungsinstituts E.____ zählt zwar einige Arbeiten auf, welche die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht vornehmen sollte (vgl. a usführlich E. 6.3.3 hiernach); ansons- ten setzt es sich jedoch nicht damit auseinander, ob und inwiefern die neu aufgetretenen rheu- matologischen Beschwerden einen Einfluss auf die Arbeitsf ähigkeit der Beschwerdeführerin haben. So werden zwar einerseits zahlreiche rheumatologi sche Beschwerden unter der Rubrik Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht “Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ auf geführt, anderseits widerspiegelt sich dies aber keineswegs in der Höhe der attestierten Arbei ts(un)fähigkeit; diese Beurteilung leuch- tet nicht ein. Selbst wenn von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen würde, so scheint die rheumatologische Einschätzung einer 100%igen Arbeit sfähigkeit bei den zahlreichen diagnostizierten Beschwerden unwahrscheinlich. Ferner handelt es sich bei der Crohn-assozierten Arthropathie ebenfalls (vgl. zum Morb us Crohn E. 6.3.1 hiervor) um eine Erkrankung mit schwankender Symptomatik. Es ist folglich durchaus möglich und in Betracht zu ziehen, dass es der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Ärzte des Begutachtungsinstituts E.____ gesundheitlich besser gegangen ist als bei der Rentenzusprache im Mai 2006. Trotz dessen muss jederzeit mit einem neuen Krankheitsschub gerechnet werden. Dies bestätigt auch der die Beschwerdeführerin behandelnde Arzt Dr. C.____ in seinem Bericht vom 23. März 2012, worin er festhält, seine Patientin h abe ihn aufgrund von erheblichen ent- zündlichen Aktivierungszuständen, vorwiegend im Fussbereich un d den Schultern, im Jahr 2012 bereits zweimal konsultiert. Die im Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ attestierte Arbeitsfähigkeit sei deshalb nicht realisti sch. Gestützt auf die erwähnten Erkenntnis- se kommt das Gericht zum Schluss, dass die Annahme einer 10 0%igen Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht dem unregelmässigen Krankheitsve rlauf eines Morbus Crohn bzw. dessen rheumatologischen Begleitbeschwerden nicht ausrei chend Rechnung trägt. So scheint das Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ auch diesbezüglich zu wenig aussagekräftig. 6.3.3 Das rheumatologische Gutachten zählt zahlreiche Arbe iten auf, welche die Beschwer- deführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht vornehmen kann: repetitives oder dauerndes Steigen auf Leitern oder Treppen, Gehen auf unebene m Grund oder Arbeiten in kniender Posi- tion, dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in oder über der Horizontalen, Arbei- ten verbunden mit einer Zwangshaltung des Oberkörpers, ununterbrochenes Stehen bzw. Ge- hen länger als 30 Minuten sowie manuelle belastende A rbeiten wie Feinarbeiten oder andau- ernd kraftvolles Arbeiten. Unter Berücksichtigung all die ser Einschränkungen könnte der Versi- cherten gemäss Dr. H.____ eine Arbeit zu einem Pensum vo n 100 % zugemutet werden. In- wieweit die zuletzt von der Beschwerdeführerin ausgeü bte Arbeit den genannten Anforderun- gen entspricht, hat die Rheumatologin nicht beurteil t bzw. beurteilen können. Die Wahl des Konjunktivs macht jedenfalls deutlich, dass auch sie daran zweifelt, ob die Versicherte die aus rheumatologischer Sicht attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tatsächlich umsetzen kann. In Anbetracht der zahlreichen Einschränkungen sowie für die Beur- teilung der Wiedereingliederung ins Arbeitsleben ist e ine eindeutige Einschätzung betreffend die Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit jedoch unabd ingbar. Das Gutachten des Begutach- tungsinstituts E.____ ist auch in dieser Hinsicht mangelhaft und als Beweismittel untauglich. 6.3.4 Schliesslich bleibt anzufügen, dass das Gutachten d es Begutachtungsinstituts E.____ sowohl im rheumatologischen Teil von Dr. H.____ als au ch in der psychiatrischen Evaluation durch Dr. med. I.____, FMH für Psychiatrie und Psychothera pie, akute Schlafstörungen der Beschwerdeführerin erwähnt. Diese gehe zwar zwischen 24 .00 und 1.00 Uhr zu Bett, könne aber erst einige Stunden später zwischen 4.00 und 5.00 U hr einschlafen. Zudem erwache sie nachts etwa alle zwei Stunden wegen Stuhldrangs oder S chmerzen. Oft lege sie sich deshalb auch tagsüber zum Schlafen hin. Die Versicherte hat den Ärzten des Begutachtungsinstituts Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht E.____ angegeben, ihre Schlafprobleme würden sie nich t sonderlich stören, da sie nicht arbei- ten müsse. Schwieriger sei es jedoch gewesen, als sie noch gearbeitet habe. Trotz mehrfacher Erwähnung von massiven Schlafstörungen geht keiner der G utachter des Begutachtungsinsti- tuts E.____ in seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkei t näher auf dieses Problemfeld ein. Die Schlafschwierigkeiten scheinen jedoch für die Beschwerdefüh rerin nur ohne Arbeitstätigkeit halbwegs erträglich. Daher muss geprüft werden, ob di e Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit bei der Versicherten zu einer Verschlimmerung der Schlaf störungen und damit der gesundheit- lichen Situation führen würde. Dieser Gesichtspunkt ist im Gutachten des Begutachtungsinsti- tuts E.____ übersehen worden. Eine ähnliche Problematik liegt im Übrigen bei den rheumatolo- gischen Beschwerden - insbesondere den entzündlichen Gelen kschüben - vor. Diesbezüglich ist ebenfalls in Erwägung zu ziehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin vorwiegend aufgrund der Niederlegung ihrer Arbeitstät igkeit verbessert hat. Das Risiko einer Verschlimmerung der gesundheitlichen Beschwerden nach Wie deraufnahme der Arbeitstätig- keit findet jedoch im Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ in keiner Weise Erwähnung; die polydisziplinäre Beurteilung ist auch diesbezüglich unvollständig. 6.3.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzu stellen, dass das Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ vom 22. Dezember 2011 nicht dazu taugt, eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin nachzuweisen. Es beschränkt sich auf eine Momentanaufnahme im Zeitpunkt der Begutachtung und w ird damit dem fluktuierenden Krank- heitsverlauf der Versicherten nicht gerecht. Ausserdem w eist es zahlreiche weitere Mängel auf, weshalb es selbst im Zeitpunkt der Beurteilung durch die Ärzte des Begutachtungsinstituts E.____ nicht dazu gedient hat, eine Verbesserung des G esundheitszustandes bzw. der Er- werbsfähigkeit nachzuweisen. Der Beschwerdeführerin ist daher zuzustimmen, dass das poly- disziplinäre Gutachten vom 22. Dezember 2011 nicht als Gr undlage für eine Rentenrevision dienen kann und sich die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 26. September 2012 zu Unrecht da- rauf abgestützt hat. 6.4 Im Übrigen haben die zwei behandelnden Ärzte, Dr . D.____ in seinen Berichten vom 21. März 2012 und vom 4. Juni 2012 sowie Dr. C.____ in seinem Bericht vom 23. März 2012, ebenfalls auf die Problematik des schwankenden Krankheit sverlaufs und auf die in akuten Phasen stark steigende Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hingewiesen (vgl. E. 6.3.2 f. hiervor). Insbesondere erwähnt Dr. C.____, die Patient in habe ihn im ersten Quartal des Jahres 2012 bereits zweimal wegen erheblich entzündlichen Aktivierungszuständen konsultiert. In Anbetracht der vorgängigen Konsultationsfrequenz - höchstens fünf Arztbesuche pro Jahr mit abnehmender Tendenz zwischen 2006 und 2011 - deutet di es auf eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes hin. Eine Exazerbation bestätigt sod ann die Auskunft von Dr. D.____, wonach sich auch im Darmbereich der Patientin eine deu tliche Aktivierung des Morbus Crohn eingestellt habe. Beide behandelnden Ärzte äussern erh ebliche Zweifel an der vom Begutachtungsinstitut E.____ attestierten Arbeitsfähigk eit in der Höhe von 80 % aus gastroenterologischer bzw. 100 % aus rheumatologischer Sicht. Die besagten Arztberichte sind jedoch von der IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 26. S eptember 2012 unberücksichtigt geblieben. So hat die Vorinstanz bei ihrem Revisionsent scheid lediglich das früher erstellte Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ beachtet und ist gestützt darauf von einer Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht insgesamt 80%igen Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführeri n ausgegangen. In ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2012 begründet die I V-Stelle diese Beweiswürdigung damit, es fehle den Berichten von Dr. D.____ und Dr. C .____ an Informationsgehalt. Der RAD habe in seiner Stellungnahme durch Dr. med. J.____, Fa charzt für orthopädische Chirurgie, vom 26. April 2012 ebenso festgehalten, die beiden Ar ztberichte vom März 2012 würden substantiell wenig bis nicht geeignet sein, die fundier ten und ausführlichen Überlegungen im Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ vom 22. Dezem ber 2011 in Frage zu stellen. Insbesondere würden sie keine neuen oder kontroversen Bef undkostellationen enthalten. Ausserdem hätten die behandelnden Ärzte in den besagt en Berichten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht ausreichend beurteilt. Weder der Argumentation des RAD-Arztes noch jener der IV-Stelle kann gefolgt werden. Betref fend das Gutachten des Begutachtungsinstituts E.____ ist bereits vorstehend ausfü hrlich erläutert worden, dass dieses den bundesrechtlichen Anforderungen an ein vollwertiges Beweismittel nicht genügt. Was die behandelnden Ärzte Dr. D.____ und Dr. C.____ angeht, haben diese ihre Berichte erst nach dem 22. Dezember 2011 erstellt und sind bezüglich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sowie der Aktivität der Krankheiten zu einem anderen Schluss als das Begutachtungsinstitut E.____ gekommen. Die IV-Stelle u nd das RAD hätten deshalb - insbesondere in Kenntnis des fluktuierenden Krankheitsver laufs bei Morbus Crohn - vermehrt auf diese aktuelleren Beurteilungen eingehen müssen. Da ran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass die behandelnden Ärzte die vom Begutachtungsinstitut E.____ ermittelte 100%ige Arbeitsfähigkeit lediglich kritisiert haben, ohne diesb ezüglich selbst eine präzise Einschätzung abzugeben. Die Vorinstanz wäre demzufolge verpflichtet gewesen, die kurz vor ihrer Verfügung vom 26. September 2012 erstellten Arztberichte gebührend zu berücksichtigen. Zu Recht macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die Beschwerdegeg nerin dies unterlassen hat und dadurch ihrer Untersuchungspflicht nicht genügend nachgekommen ist. 7. Als Ergebnis kann zusammenfassend festgehalten werde n, dass die Beschwerde gut- zuheissen und die angefochtene Verfügung vom 26. Septem ber 2012 aufzuheben ist. Solange eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes nich t überwiegend wahrscheinlich ist und die erforderlichen Abklärungs- und Eingliederungsschr itte nicht erfolgt sind, darf die Rente der Beschwerdeführerin nicht revidiert werden. Demzufol ge ist der Versicherten auch für die Zeit ab dem 1. November 2012 und bis auf Weiteres eine ganze Invalidenrente auszurichten. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entsche id über die Verlegung der Verfah- rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Pro zessausgang abzustellen. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin obsiegende und die Beschwerdegegnerin unterliegende Partei. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden in der Regel gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Aufgrund dieser Be- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistet e Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Der Versicherten ist als obsiegende Partei daher eine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvert reter der Beschwerdeführerin hat in seiner Honorarnote vom 14. Dezember 2012 für das vorli egende Verfahren einen Zeitaufwand von 10.8 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig i n Anbetracht der vorgebrachten Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialver- sicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu bea nstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 128.--. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'054.24 (10.8 Stunden à Fr. 250.-- plus Auslagen von Fr. 128.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zulasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 26. September 2012 au fgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin auch f ür die Zeit nach dem 1. November 2012 und bis auf Weiteres Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 3'054.25 (inkl. A uslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht