<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">6B_412/2011 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 7. Juli 2011 </div> <div class="para">Strafrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Mathys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Schneider, Denys, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber C. Monn. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">vertreten durch Fürsprecher Dr. Walter Heuberger, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Florhofgasse 2, 8001 Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Widerruf einer bedingten Geldstrafe, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 5. April 2011. </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Am 9. Oktober 2009, um ca. 14.15 Uhr, lenkte X.________ einen Lastwagen von Winterthur kommend durch den temporären Baustellenbereich der Autobahn A1 in Richtung St. Gallen. Sie folgte einem Personenwagen während einer Strecke von ca. acht Kilometern mit der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und einem deutlich zu geringen Abstand von teilweise nur drei bis fünf Metern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich sprach X.________ mit Urteil vom 5. April 2011 im Berufungsverfahren gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 25. August 2010 der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig und bestrafte sie mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 110.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren, sowie mit einer Busse von Fr. 1'500.-- bzw. einer Ersatzfreiheitsstrafe von 13 Tagen. Der mit einer früheren Strafverfügung vom 14. Oktober 2008 (ebenfalls wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln sowie Inverkehrbringens eines Fahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem Zustand) ausgefällte bedingte Vollzug einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 100.-- wurde widerrufen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">X.________ wendet sich mit Beschwerde ans Bundesgericht und beantragt, Ziff. 5 des obergerichtlichen Urteils (Widerruf des früheren bedingten Vollzugs einer Geldstrafe) sei aufzuheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Begeht die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass sie weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe (<span class="artref">Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB</span>). Voraussetzung für den Widerruf ist das Fehlen einer günstigen Prognose, so dass aufgrund der erneuten Straffälligkeit eine Schlechtprognose besteht. Bei der Beurteilung dieser Frage steht dem kantonalen Sachrichter ein Ermessensspielraum zu. In diesen greift das Bundesgericht nur ein, wenn der Sachrichter sein Ermessen über- bzw. unterschritten oder missbraucht und damit Bundesrecht verletzt hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=36&amp;from_date=03.07.2011&amp;to_date=22.07.2011&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-140%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page140">BGE 134 IV 140</a> E. 4.2 und 4.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Anwendung von <span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span> kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenen Entscheid S. 13-15 E. V). </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin macht geltend, der auf sie zukommende Führerausweisentzug werde sie hart treffen, da sie während dessen Dauer faktisch auf die Ausübung ihres Berufes als Chauffeuse verzichten müsse (Beschwerde S. 3). Indessen hat sie gemäss den Ausführungen ihres Anwalts vor Bezirksgericht bereits wegen des früheren Vorfalls die Stelle verloren (Protokoll Bezirksgericht S. 16). Selbst diese einschneidende berufliche Konsequenz vermochte sie nicht davon abzuhalten, nach recht kurzer Zeit wieder eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln zu begehen. Folglich musste die drohende Administrativmassnahme nicht zum Verzicht auf den Widerruf führen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der frühere Vorfall sei etwas sehr Spezielles gewesen (Beschwerde S. 3). Dies trifft zu (vgl. Strafverfügung vom 14. Oktober 2008). Es ändert indessen nichts daran, dass die Beschwerdeführerin aus den damaligen Sanktionen keine Konsequenzen zog. Und dies obwohl die damals verfügende Behörde die Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf aufmerksam machte, sie müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Strafe vollzogen werde, wenn sie innerhalb der Probezeit wieder straffällig werde (Strafverfügung E. IV). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Widerruf ist bundesrechtlich nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 7. Juli 2011 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mathys C. Monn </div> </div></body></html>