15. Dezember 1989 N 2227 Petition betreffend Aufhebung der Sommerzeit #ST# 89.046 Grenzabfertigung. Abkommen mit der Bundesrepublik Deutschland Contrôles douaniers. Accord avec la République fédérale d'Allemagne Botschaft und Beschlussentwurf vom 28. Juni 1989 (BBIII, 1145) Message et projet d'arrêté du 28 juin 1989 (FF II, 1033) Herr Maître unterbreitet im Namen der Kommission für aus- wärtige Angelegenheiten den folgenden schriftlichen Bericht: Die Kommission hat die Botschaft des Bundesrates zum Ab- kommen mit der Bundesrepublik Deutschland zurAenderung des Abkommens über die Errichtung nebeneinanderliegen- der Grenzabfertigungsstellen und die Grenzabfertigung in Verkehrsmitteln während der Fahrt geprüft. Wie gleiche Abkommen mit ändern Nachbarstaaten - z. B. mit Frankreich und Italien - regelt das Abkommen von 1961 die Stellung und die Befugnisse der Behörden und ihrer Bedien- steten, die für die Personen- und Warenkontrolle in Abferti- gungsanlagen auf ausländischem Gebiet zuständig sind. Artikel 22 Absatz 2 dieses Abkommens bestimmt, dass Zollde- klaranten, die ihre Tätigkeit in nebeneinanderliegenden Grenzabfertigungsstellen ausüben, für die direkten Steuern aus dieser Tätigkeit von dem Staat besteuert werden, auf des- sen Gebiet sich die Grenzabfertigungsstelle befindet. Im vor- liegenden Fall befinden sich die schweizerischen und die deutschen Grenzabfertigungsanlagen am Autobahnüber- gang Basel-Weil auf deutschem Gebiet. Dies hat zur Folge, dass die schweizerischen Speditionsfirmen auf deutschem Gebiet tätig sind und folglich ihre Steuerabgaben in Deutsch- land entrichten müssen. Sie haben indessen aus verschiede- nen Gründen den Wunsch geäussert, von der Besteuerung durch die Bundesrepublik Deutschland befreit zu werden. In Verhandlungen mit den Behörden der BRD einigte man sich auf eine Aenderung von Artikel 22. Diese Aenderung sieht vor, dass die direkten Steuern an denjenigen Staat gehen, dem die Grenzabfertigungsstelle gehört. Diese neue Regelung, die aus den Abkommen mit Frankreich und Italien übernommen wird, befriedigt die Betroffenen ebenso wie die betreffenden Behörden. M. Maître présente au nom de la Commission des affaires étrangères le rapport écrit suivant: La commission a examiné le message du Conseil fédéral con- cernant l'Accord avec la République fédérale d'Allemagne en vue de la modification de la Convention relative à la création de bureaux à contrôles nationaux juxtaposés et aux contrôles dans les véhicules en cours de route. Cette convention de 1961, comme celles du même type pas- sées avec d'autres Etats voisins tels que la France et l'Italie, règlent le statut et les compétences des autorités et de leurs agents chargés du contrôle des personnes et de marchandi- ses à la frontière lorsqu'ils accomplissent leurs tâches sur terri- toire étranger. L'article 22, alinéa 2 de cette convention dispose que les déclarants en douane, qui effectuent leurs opérations auprès des bureaux à contrôles nationaux juxtaposés, sont imposés, en ce qui concerne l'impôt direct sur ces opérations, par l'Etat sur le territoire duquel se trouve le bureau à contrôles. En l'oc- currence, les bureaux à contrôles suisses et allemands situés au passage autoroutier de Bâle-Weil se trouvent sur territoire allemand. Cette situation a pour conséquence que les transi- taires suisses doivent effectuer leurs opérations sur le territoire allemand et donc payer leurs redevances fiscales au fisc alle- mand. Ceux-ci ont souhaité pourtant, pour diverses raisons, être exonérés de l'imposition en RFA. Les négociations engagées avec les autorités de la RFA ont abouti à un amendement de l'article 22 précité. Cette modifica- tion proposée prévoit que les impôts directs sont perçus par l'Etat auquel le bureau de contrôle est rattaché. Cette nouvelle réglementation, reprise des accords passés avec la France et l'Italie susmentionnés, satisfait tant les in- téressés que les autorités concernées. Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, dem Bundesbe- schluss zum Abkommen mit der Bundesrepublik Deutschland zur Aenderung des Abkommens über die Errichtung neben- einanderliegender Grenzabfertigungsstellen und die Grenz- abfertigung in Verkehrsmitteln während der Fahrt zuzustim- men. Proposition de la commission La commission propose à l'unanimité d'accepter l'arrêté fédéral concernant l'Accord avec la République fédérale d'Al- lemagne en vue de la modification de la Convention relative à la création de bureaux à contrôles nationaux juxtaposés et aux contrôles dans les véhicules en cours de route. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le conseil décide sans opposition d'entrer en matière Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1,2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Titre et préambule, art. 1,2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 115 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Ständerat-Au Conseil des Etats 89.271 Uhlmann Walter. Petition betreffend Aufhebung der Som- merzeit Pétition concernant la suppression de l'heure d'été Herr Hess Peter unterbreitet im Namen der Petitions- und Ge- währleistungskommission den folgenden schriftlichen Be- richt: 1. Mit Eingabe vom 20. September 1989 reichte Herr Walter Uhlmann eine Petition ein. Der Petent fordert von den eid- genössischen Räten, die Sommerzeit wegen ihrer Nutzlosig- keit aufzuheben. 2. Die Petitions- und Gewährleistungskommission befasste sich am 25. Oktober 1989 mit dieser Eingabe. Sie hielt dabei fest, dass die Schweiz 1980 bzw. 1981 die Sommerzeit ein- führte, um in Europa nicht zur Zeitinsel zu werden. Eigenstän- digkeit unseres Landes hätte in diesem Falle unnötige Nach- teile und Schwierigkeiten in sich geborgen. An dieser Situation hat sich bis heute nichts geändert. Solange Europa die Som- merzeit beibehält, wird unser Land keinen ändern Weg als denjenigen der Zusammenarbeit einschlagen können. Eine Aenderung der Lage wird nur durch die Meinungsänderung in allen ändern Ländern möglich sein.Motion Fischer-Seengen 2228 N 15 décembre 1989 Antrag der Kommission Aus diesen Gründen beantragt die Kommission, von der Peti- tion Kenntnis zu nehmen, ihr aber keine Folge zu geben. Proposition de la commission Pour ces raisons, la commission propose de prendre acte de la pétition, mais de ne pas y donner suite. Zustimmung-Adhésion #ST# 87.947 Postulat Leutenegger Oberholzer Krankenversicherung. Stopp der Desolidarisierung Assurance-maladie. Frein à la désolidarisation Siehe Jahrgang 1988, Seite 433 - Voir année 1988, page 433 87.954 Postulat Leutenegger Oberholzer Krankenkassenfusionen. Vermehrter Schutz der Versicherten Fusion de caisses-maladie. Meilleure protection des assurés Siehe Jahrgang 1988, Seite 434 - Voir année 1988, page 434 Diskussion - Discussion Allenspach: Sie haben am Mittwoch diese beiden Postulate von der Traktandenliste abgesetzt. Das gab Zeit und Gelegen- heit, Kontakte mit der Verwaltung aufzunehmen und über den Stand der Arbeiten der Kommission Schoch orientiert zu wer- den. Vor zwei Jahren habe ich der Ueberweisung dieser beiden Po- stulate opponiert. Die Neuordnung der Krankenversicherung, so schien es mir, müsste von einer ganzheitlichen Sicht aus- gehen; Postulate, die nur einzelne Fragen angehen und damit die Ganzheitlichkeit unterbrechen, sind aus dieser Sicht falsch. Inzwischen hat der Bundesrat einen umfassenden Revisions- auftrag erteilt. Die in beiden Postulaten erwähnten Probleme sind in diesem Gesamtauftrag erörtert worden. Damit fallen meine Vorbehalte gegen die Ueberweisung der beiden Postu- late weg. Die zuständige Verwaltung vertritt ebenfalls die Auf- fassung, dass mit der Erteilung des Gesamtauftrags und den entsprechenden Eckwerten die Postulate bereits erfüllt sind und dass sie ohne weiteres bei der nächsten Revision der Krankenversicherungsgesetzgebung abgeschrieben werden können. Ich kann mich diesem Vorgehen durchaus anschlies- sen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 88.517 Motion Fischer-Seengen Volkszählung 1990 Recensement de la population de 1990 Wortlaut der Motion vom 22. Juni 1988 Der Bundesrat wird ersucht, die Volkszählung 1990 so zu or- ganisieren und durchzuführen, dass deren Ergebnisse für die Nationalratswahlen 1991 verwendet werden können. Texte de la motion du 22 juin 1988 Le Conseil fédéral est chargé d'organiser et de faire exécuter le recensement de la population de 1990 de telle sorte que les résultats puissent être utilisés pour l'élection du Conseil natio- nal de 1991. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bircher, Bonny, Cincera, Fi- scher-Hägglingen, Giger, Hess Otto, Humbel, Keller, Loretan, Mauch Rolf, Mauch Ursula, Müller-Aargau, Müller-Wiliberg, Nabholz, Reimann Maximilian, Rüttimann, Thür, Wanner, Zbin- denHans.Zwingli (20) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die eidgenössischen Räte haben mehrheitlich beschlossen, die nächste Volkszählung nicht gemäss Antrag des Bundes- rates 1989, sondern erst 1990 durchzuführen. Gemäss Aus- sage in der Botschaft stehen somit die Resultate nicht frühzei- tig genug zur Verfügung, um Grundlage für die Verteilung der Nationalratsmandate unter den Kantonen im Jahr 1991 bilden zu können. In der Volkszählung werden nicht nur zu statistischen Zwecken, sondern auch für Planungen und Entscheide der Wirtschaftspolitik, der Raumordnungs- und Regionalpolitik, der Wohnungspolitik, der Verkehrspolitik, der Bildungs- und Sozialpolitik (Botschaft S. 3) zahlreiche Daten erhoben, deren sorgfältige Auswertung naturgemäss einige Zeit beansprucht. Für die Festlegung der Parlamentssitze nach Kantonen ist je- doch nur ein einziges Element massgeblich, jenes der Wohn- bevölkerung (Art. 16 BG über die politischen Rechte). Es ist schwer einsehbar, dass es im Zeitalter der elektronischen Da- tenverarbeitung nicht möglich sein soll, die Zahl der Wohn- bevölkerung als einziges Element bis Ende Februar 1991, dem nach Auffassung des Bundesrates spätesten Zeitpunkt für die Berücksichtigung zur Festlegung der Sitzverteilung (Botschaft S. 7), zu ermitteln. Es ist staatspolitisch nicht akzeptabel, wenn 1991 die National- ratswahlen aufgrund veralteter statistischer Unterlagen durch- geführt werden, nachdem die neue Volkszählung bereits statt- gefunden haben wird. Die Kantone, denen voraussichtlich zu- sätzliche Mandate zufallen (Aargau, Tessin, Zug) haben An- spruch auf Berücksichtigung der aktuellen Zahlen zur Vertei- lung der Mandate unter den Kantonen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1988 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1988 In seiner Botschaft vom 28. Oktober 1987 über die Aenderung des Volkszählungsgesetzes hat der Bundesrat die Gründe dargelegt, die eine Verwendung der Volkszählungsdaten vom Dezember 1990 für die Nationalratswahlen 1991 verunmögli- chen. Diese haben ihn veranlasst, den eidgenössischen Räten die Vorverschiebung der Volkszählung auf Dezember 1989 zu beantragen. Bei seiner Beurteilung hat der Bundesrat nur auf jene Termine abgestellt, die für die Bestimmung der Wohn- bevölkerung der Schweiz ausschlaggebend sind. Für die Be- reitstellung der demographischen und sozioökonomischen Strukturdaten für die Gemeinden und Kantone gelten andere, längere Fristen.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Grenzabfertigung. Abkommen mit der Bundesrepublik Deutschland Contrôles douaniers. Accord avec la République fédérale d'Allemagne In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 15 Séance Seduta Geschäftsnummer 89.046 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 15.12.1989 - 08:00 Date Data Seite 2227-2228 Page Pagina Ref. No 20 018 085 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.