Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. April 2022 (810 21 243) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz / Absehen von fakultativer Landesverweisung durch Strafgericht / Schuldenwirtschaft / Verhältnismäs- sigkeit der Massnahme Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Hans Furer, Markus Clausen, Daniel Ivanov, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber i.V. Matthias Plattner Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegw eisung aus der Schweiz (RRB Nr. 1067 vom 17. August 2021) A. Der serbische Staatsangehörige A.____ (geb. 1977) re iste am 16. April 2007 in die Schweiz ein und heiratete am 8. Juni 2007 die schweizer ische Staatsangehörige B.____. In der Folge erhielt er die Aufenthaltsbewilligung zum Verbl eib bei der Ehefrau. Aus der Ehe ging der gemeinsame Sohn C.____ (geb. 2010) hervor. A.____ un d B.____ leben seit März 2012 ge- trennt, wobei auf eine gerichtliche Regelung des Getrenntlebens verzichtet wurde. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Urteil des Strafgerichts des Kantons D.____ ( Strafgericht D.____) vom 12. April 2019 wurde A.____ wegen Vergehen gegen das Betäubung smittelgesetz, Gehilfenschaft zu einem Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mehrfacher vorsätzlicher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes und vorsätzlichen Missbrauchs von Au sweisen und Schildern zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von Fr. 200.-- (bedingt vollziehbar, Pro- bezeit vier Jahre) verurteilt. Von einer fakultativen Landesverweisung wurde abgesehen. C. Nach Erhalt des Urteils des Strafgerichts D.____ forde rte das Amt für Migration und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft (AfMB) A.____ mit Schreiben vom 20. Juni 2019 unter anderem zur Einreichung von Unterlagen betreff end Schuldenabzahlungen und einer ak- tuellen Arbeitsbestätigung mit Angabe von Pensum und Fu nktion auf. Am 24. Juni 2019 reichte A.____ einen vom 25. März 2019 datierten Arbeitsvertrag als Hilfsmonteur zu einem Pensum von 70 % ein. Mit Schreiben des AfMB vom 19. September 2019 und 24. Oktober 2019 wurde A.____ erneut zur Einreichung von Belegen über Schuldenabzahlungen aufgefordert. D. Am 26. Juni 2020 räumte das AfMB A.____ das rechtl iche Gehör zu einem allfälligen Widerruf der Aufenthaltsbewilligung ein. Er wurde er sucht, zur Entstehung seiner Schulden und zu seiner Erwerbssituation Auskunft zu geben und Belege betreffend Stellensuchbemühungen einzureichen. Am 17. Juli 2020 forderte das AfMB A.____ im Rahmen eines ergänzenden recht- lichen Gehörs erneut auf, über die Entstehung der Sch ulden detailliert Auskunft zu geben und Belege über Stellensuchbemühungen bzw. Bemühungen um eine Erhöhung des Arbeitspen- sums einzureichen. E. Mit Verfügung vom 28. September 2020 widerrief d as AfMB die Aufenthaltsbewilligung von A.____ und wies ihn aus der Schweiz weg. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge- führt, dass A.____ in erheblichem Umfang Schulden ange häuft und damit gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen habe. F. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Eingabe vo m 2. Oktober 2020 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regieru ngsrat), welcher diese mit Be- schluss Nr. 2021-1067 vom 17. August 2021 abwies. G. Mit Eingabe vom 30. August 2021 erhob A.____, vertr eten durch Guido Ehrler, Advo- kat, gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 17. Aug ust 2021 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Der Beschwerdeführer beantragt, es sei der angefochtene Entscheid unter o/e-Kostenfolge auf- zuheben und es sei ihm die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. H. In seiner Vernehmlassung vom 3. Januar 2022 beantrag t der Regierungsrat die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. I. Mit Präsidialverfügung vom 2. Februar 2022 wurde de r Fall der Kammer zur Beurtei- lung überwiesen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht J. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurde eine Befragung des Beschwerdefüh- rers und seiner Ehefrau durchgeführt. Die Parteien hi elten an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgeset zlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefocht enen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen vorliegend untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Strittig ist, ob das AfMB den Widerruf der Aufenth altsbewilligung und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz zu Recht angeordnet hat. 4.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländer innen und Ausländer und über die In- tegration [AIG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art . 2 AIG). Die zuständige kantonale Be- hörde entscheidet gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AIG – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen üb er die Zulassung zu einem Aufent- halt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsansp ruch auf die Erteilung einer Aufenthalts- bewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzl ich nicht, es sei denn, das AIG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 189 E. 2.3; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Auflage, Zürich 2019, N 1 ff. zu Art. 3 AIG; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus- länderrecht, Eine umfassende Darstellung der Rechtsstellun g von Ausländerinnen und Auslän- dern in der Schweiz, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 4.2 Gemäss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG kann die zuständige Behörde eine Aufenthaltsbewilli- gung widerrufen bzw. nicht mehr verlängern, wenn die ausländische Person unter anderem erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche Sicher heit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat. Dies kann auch bei einer mutwill igen Nichterfüllung öffentlich- rechtlicher oder privatrechtlicher Verpflichtungen der Fall sein. Die Schuldenwirtschaft vermag Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine aufenthaltsbeendende Massnahme bloss dann zu rechtf ertigen, wenn das erschwerende Merkmal der Mutwilligkeit hinzutritt. Diese setzt ein vo n Absicht, Böswilligkeit oder qualifizierter Fahrlässigkeit getragenes Verhalten voraus. Die Verschuldung muss selbst verursacht und dem Betroffenen qualifiziert vorwerfbar sein, wobei zumin dest ein erheblicher Ordnungsverstoss er- forderlich ist, welcher aber bereits in einer qualifizie rten Leichtfertigkeit liegen kann. Neben der Höhe der Schulden und der Anwesenheitsdauer des pflic htvergessenen Schuldners ist ent- scheidend, ob und inwiefern dieser sich bemüht hat, seine Verbindlichkeiten abzubauen und mit den Gläubigern nach einer Lösung zu suchen. Sind solch e Bemühungen dargetan, liegt die Wegweisung der ausländischen Person nicht im Interesse der vorhandenen Gläubiger, da der Schuldenabbau dadurch kompromittiert würde. Ferner ist im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen, dass das öffentliche Interesse an der Wegweisung ausländischer Personen, welche einzig dem Schutz potentieller Gläubiger dient, von geringerem Gewicht erscheint als dasjenige an der Wegweisung straffälliger oder dauern d sozialhilfeabhängiger Personen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_724/2018 vom 24. Juni 2019 E. 3.1 und 2C_789/2017 vom 7. März 2018 E. 3.3.1; MARC SPESCHA , a.a.O., N 11 zu Art. 62 AIG). 4.3 Es obliegt primär der Behörde, abzuklären, ob Mutw illigkeit vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_27/2018 vom 10. September 2018 E. 2.2). Die Ausländerinnen und Auslän- der sind jedoch nach Art. 90 AIG verpflichtet, an der Feststellung des für die Anwendung dieses Gesetzes massgebenden Sachverhalts mitzuwirken. Die Mitwir kungspflicht erstreckt sich dabei insbesondere auf Tatsachen, die eine Partei besser kennt als die Behörden und die diese ohne Mitwirkung der Betroffenen gar nicht oder nicht mit ve rnünftigem Aufwand erheben können (vgl. BGE 143 II 425 E. 5.1 mit Hinweisen). Anwendbar ist dieser Grundsatz auch dann, wenn sich aufgrund der gesamten Sachlage die Hinweise für ei nen ausländerrechtlichen Tatbestand so verdichtet haben, dass ohne Not davon ausgegangen we rden kann, dass der strittige Tatbe- stand vorliegt (vgl. Urteil 2C_1019/2016 vom 9. Mai 20 17 E. 2.3). Insofern besteht quasi eine Tatsachenvermutung. In solchen Konstellationen obliegt es deshalb der Ausländerin bzw. dem Ausländer, den Gegenbeweis zu erbringen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_138/2018 vom 16. Januar 2019 E. 3.2; 2C_1152/2014 vom 14. September 2015 E. 4.3). 5.1.1 Der Beschwerdeführer macht vorab geltend, dass da s AfMB angesichts des Urteils des Strafgerichts D.____ vom 12. April 2019 nicht berechti gt gewesen sei, die Aufenthaltsbewilli- gung gestützt auf den Widerrufsgrund der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bzw. aufgrund seiner Verschuldung zu widerrufen. Die S chulden seien wie alle damaligen Um- stände vom Strafgericht bereits abschliessend beurteilt worden. Im Rahmen der Prüfung des Widerrufs der Aufenthaltsbewilligung durch die Ausländ erbehörde dürften nur neue Tatsachen, welche dem Strafgericht nicht bekannt gewesen seien, in Betracht gezogen werden. Das AfMB wäre somit verpflichtet gewesen, die Verschuldenssituation dahingehend zu prüfen, ob der Be- schwerdeführer sich nach dem Urteil des Strafgerichts D.__ __ mutwillig neu verschuldet habe, was es unterlassen habe. 5.1.2 Am 1. Oktober 2016 sind die neuen Bestimmungen über die Landesverweisung (Art. 66a ff. des Schweizerisches Strafgesetzbuchs [St GB] vom 21. Dezember 1937) in Kraft getreten. Gleichzeitig wurde ein neuer Abs. 2 von Art . 62 AIG aufgenommen, welcher lautet: Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht "Unzulässig ist ein Widerruf, der nur ("uniquement", "p er il solo motivo") damit begründet wird, dass ein Delikt begangen wurde, für das ein Strafgericht bereits eine Strafe oder Massnahme verhängt, jedoch von einer Landesverweisung abgesehen hat." Mit der fraglichen Regelung soll vermieden werden, dass der unter dem früheren Recht be stehende Dualismus von strafrechtli- cher Landesverweisung und ausländerrechtlichem Bewilligun gswiderruf wiedereingeführt wird. Der ausländerrechtliche Widerruf ist unzulässig, wenn er allein gestützt auf ein Delikt erfolgt, für welches ein Strafgericht bereits eine Strafe verhängt und keine Landesverweisung ausgespro- chen hat. Sobald jedoch über das Delikt hinausreichende Aspekte in die Beurteilung einfliessen, etwa solche, die zum Zeitpunkt des Urteils nicht bekann t waren, erst später eintraten oder rein ausländerrechtliche Gründe betreffen, steht es den Ausl änderbehörden weiterhin zu, die Bewil- ligung dieser Person gestützt auf ausländerrechtliche Übe rlegungen zu widerrufen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_358/2019 vom 18. November 2019 mit Hinweisen). 5.1.3 Das Strafgericht D.____ verurteilte den Beschwer deführer mit Urteil vom 12. April 2019 zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten und einer Busse von Fr. 200.-- (bedingt vollziehbar, Probezeit vier Jahre), wobei von einer fakultativen Land esverweisung abgesehen wurde. Mit Blick auf die zitierte Rechtsprechung des Bundesgerichts ( E. 5.1.2 hiervor) war es dem AfMB damit verwehrt, den Widerruf der Aufenthaltsbewillig ung alleine gestützt auf diese Verurteilung anzuordnen. Davon kann vorliegend indes nicht ausgegan gen werden: Das AfMB stützte sich für den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nicht a uf die Verurteilung des Beschwerdeführers durch das Strafgericht D.____, sondern auf dessen Schulde nwirtschaft. Es nahm diesbezüglich ergänzende Abklärungen vor und berücksichtigte die zwischen zeitlichen (ungenügenden) Be- mühungen des Beschwerdeführers um einen Schuldenabba u. Insofern stellte es auf Aspekte ab, welche im Zeitpunkt der Verurteilung durch das Stra fgericht D.____ nicht bekannt waren. Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers war es dem AfMB somit nicht verwehrt, die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers wegen seiner Verschuldung bzw. gestützt auf den Widerrufsgrund der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG) zu widerrufen. 5.2.1 Hinsichtlich der Schuldenwirtschaft des Beschwerdefü hrers erwog der Regierungsrat zusammengefasst, dass dieser für den Zeitraum vom 25. Juni 2010 bis 25. Juni 2020 mit 75 Betreibungen in der Höhe von Fr. 238'242.87 und 47 o ffenen Verlustscheinen in der Höhe von Fr. 158'519.17 beim Betreibungsamt des Kantons Basel-Landschaft verzeichnet sei. Damit liege zweifelsohne eine erhebliche Verschuldung im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vor. Der Beschwerdeführer führe zu Recht aus, dass mit der Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit von 2010 bis 2015 gewisse wirtschaftliche Risiken verbunden gewesen seien und ihm bezüglich der in diesem Zeitraum entstandenen Schulden von rund Fr. 73'000.-- nicht zwingend ein Vorwurf gemacht werden könne. Jedoch seien auch nach diesem Zeitpunkt er- hebliche Schulden entstanden: Namentlich seien im Jahr 2016 Verlustscheine von rund Fr. 50'000.-- und in den Jahren 2017 und 2018 Verlust scheine von rund Fr. 10'000.-- bzw. rund Fr. 20'000.-- hinzugekommen. Im Jahr 2020 seien ein Ve rlustschein von rund Fr. 2'400.-- sowie Betreibungen von rund Fr. 15'000.--, gegen welche der Beschwerdeführer keinen Rechtsvor- schlag erhoben habe, entstanden. Der Beschwerdeführer sei gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (AHV-Auszug) vom 23. Juli 2020 ab Mai 2016 verschiedenen Teilzeitstellen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachgegangen oder teilweise arbeitslos gewesen. Dabei h abe er ein durchschnittliches Jahres- einkommen von lediglich rund Fr. 16'000.-- erwirtschafte t, womit sich erklären lasse, dass er auch ab 2016 weiterhin Schulden angehäuft habe. Ange sichts dieser desolaten und sich zu- nehmend verschlechternden finanziellen Lage wäre der B eschwerdeführer verpflichtet gewe- sen, sein Arbeitspensum auszuweiten. Das AfMB sei im Jah r 2019 an den Beschwerdeführer gelangt und habe ihn um Darlegung seiner Schuldensitu ation und um entsprechende Belege betreffend Schuldensanierung ersucht. Trotz zweimaliger Nachfrage seitens des AfMB habe der Beschwerdeführer in der Folge keine Unterlagen einge reicht, welche über die Entstehung und Sanierung seiner Schulden Auskunft gegeben hätten. Im Juli 2020 habe der Beschwerdeführer schliesslich Kontakt mit der Fachstelle für Schuldenfragen Basel-Landschaft aufgenommen, wobei sich diese Bemühungen in der Folge offenbar verwä ssert hätten, jedenfalls unterlasse der Beschwerdeführer diesbezüglich weitere Ausführung en. Vom Beschwerdeführer wäre an- gesichts seiner Situation erwartet worden, dass er sich mit Tatkraft um die Sanierung seiner Schulden bemüht und einen Sanierungsplan oder entsprechende Abmachungen mit Gläubigern einreicht. Der Beschwerdeführer bringe nicht (mehr) vo r, dass ihm dies nicht möglich oder zu- mutbar gewesen wäre und dies sei auch den Akten nicht zu entnehmen. Dass der Beschwerde- führer nicht bereits ausländerrechtlich verwarnt worden sei, führe als solches nicht bereits dazu, dass die vorausgesetzte Mutwilligkeit zu verneinen wäre. Ob eine Verwarnung im Sinne einer milderen Massnahme angezeigt sei, sei im Rahmen der Ver hältnismässigkeit der Massnahme zu prüfen. 5.2.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen zusammengef asst ein, dass der Regierungsrat nicht abgeklärt habe, ob es sich bei seinen Schulden um A lt- oder Neuschulden handle. Zudem sei der Tatbestand der Mutwilligkeit nicht gegeben, da er aufgrund des Scheiterns seiner Ein- zelfirma in eine Schuldenfalle geraten sei und seine Verschuldung nach Aufgabe der selbstän- digen Arbeitstätigkeit nicht mehr wesentlich angestiegen sei. Um eine Mutwilligkeit zu bejahen, wäre zudem eine vorgängige Verwarnung notwendig gewe sen. Weiter widerspreche es dem Grundsatz von Treu und Glauben, wenn der Regierungsrat von Mutwilligkeit ausgehe, zumal die diesbezüglichen Umstände bei der letztmaligen Ver längerung der Aufenthaltsbewilligung bereits bekannt gewesen seien. Schliesslich erlaube sei ne wirtschaftliche Situation selbst bei vollumfänglicher Arbeitstätigkeit, um welche er sich auc h bemüht habe, kaum eine Abzahlung seiner Schulden, weshalb ihm die fehlende Schuldensanier ung nicht vorgeworfen werden kön- ne. 5.2.3 Mit dem Regierungsrat ist festzustellen, dass im Fa ll des Beschwerdeführers von einer erheblichen Verschuldung im Sinne der bundesgerichtlich en Rechtsprechung auszugehen ist. Die von ihm über die Jahre angehäuften Schulden lieg en angesichts von offenen Verlustschei- nen von über Fr. 150'000.-- in einem Bereich, welcher gar als schwerwiegende Gefährdung der öffentlichen Ordnung qualifiziert werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_93/2018 vom 21. Januar 2019 E. 3.5). Was die Mutwilligkeit der Verschuldung anbelangt, so ist dem Beschwerdeführer dahingehend beizupflichten, dass ein Te il seiner Schulden auf den Konkurs seiner Firma zurückzuführen ist. Dass mit der Aufnahme ei ner selbständigen Erwerbstätigkeit ein wirtschaftliches Risiko verbunden ist, wird vom Regi erungsrat indes anerkannt und dem Beschwerdeführer auch nicht vorgeworfen. Dem Beschwerde führer wird vielmehr vorgehalten, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass er zu wenig unternommen habe, um die bestehende V erschuldung abzubauen oder zu- mindest die Generierung von neuen Schulden zu verhinde rn. Diesbezüglich verweisen die Vor- instanzen zu Recht auf den Umstand, dass der Beschwerdefüh rer nach Aufgabe seiner selb- ständigen Tätigkeit weitere Schulden anhäufte und gle ichzeitig ein Erwerbseinkommen von durchschnittlich lediglich Fr. 16'000.-- erzielte. Das AfMB hat den Beschwerdeführer nach Erhalt des Urteils des Strafgerichts D.____ ab Juni 2019 mehrf ach aufgefordert, unter anderem Bele- ge für Schuldenabzahlungen einzureichen. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 26. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer zudem aufge fordert, sich zur Frage zu äus- sern, wie es zur Entstehung der Schulden kam und was er unternehme, um diese abzubauen. Ausserdem wurde der Beschwerdeführer ersucht, zu seine r Erwerbssituation und seinen Stel- lensuchbemühungen Stellung zu nehmen und diese zu beleg en. Der Beschwerdeführer teilte mit Eingabe vom 10. Juli 2020 mit, dass er momentan in einem 50 %-Pensum auf Probe arbei- te, ohne allerdings entsprechende Belege einzureiche n. Mit Schreiben vom 17. Juli 2020 er- suchte das AfMB den Beschwerdeführer im Rahmen eines erg änzenden rechtlichen Gehörs, detailliert zur Entstehung der Schulden Stellung zu ne hmen und Belege über seine Arbeitsbe- mühungen bzw. seine Bemühungen zur Erhöhung des Pensum s in den letzten sechs Monaten einzureichen. Am 24. August 2020 nahm der Beschwerdefüh rer dahingehend Stellung, dass er sich telefonisch bei 14 Unternehmen nach Stellen erkundigt und überall Absagen erhalten habe. Zur Entstehung der Schulden verwies er in allgemeiner Weise auf die finanziellen Schwierigkei- ten im Rahmen seiner selbständigen Tätigkeit, ohne alle rdings detailliert zu den einzelnen Schuldenpositionen Stellung zu nehmen. Anlässlich der P arteiverhandlung führte der Be- schwerdeführer aus, dass er sich um eine Erhöhung seines Arbeitspensums bemüht habe, reichte indes keine entsprechenden Belege ein. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass es der Beschwerdeführer unterlassen hat, zur Entstehung sein er Schulden detaillierte und schlüs- sige Angaben zu machen. Der alleinige Verweis auf finanzielle Probleme seiner Firma genügt in diesem Zusammenhang nicht, zumal den Beschwerdeführer b ezüglich der Entstehung seiner Schulden eine Mitwirkungspflicht trifft und er auch na ch der Aufgabe seiner selbständigen Er- werbstätigkeit Schulden generierte. Der Beschwerdeführ er muss sich zudem vorhalten lassen, dass er keine ernsthaften Bemühungen um eine Verbesseru ng seiner Schuldensituation unter- nommen hat und sein Verhalten diesbezüglich vielmehr von Passivität geprägt war. Den Vor- instanzen ist beizupflichten, dass es in diesem Zusammenha ng nicht ausreichen kann, sich im Zeitraum von 6 Monaten auf telefonischem Weg bei 14 Unternehmen zu bewerben und über die entsprechenden Absagen zu berichten. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, das AfMB habe seine Aufenthaltsbewilligung in der Vergangenh eit ungeachtet der Schulden jeweils ver- längert und davon abgesehen, eine Verwarnung auszuspre chen, kann er daraus nichts zu sei- nen Gunsten ableiten. Das AfMB hat den Beschwerdeführer wie aufgezeigt im Kontext der Ver- längerung seiner Aufenthaltsbewilligung im Jahr 2019 mehrfach aufgefordert, Belege für Schul- denabzahlungen einzureichen und seine Erwerbssituation darzulegen. Dem Beschwerdeführer musste somit bewusst sein, dass er sich um den Abbau seiner Schulden und dementsprechend um eine Vollzeitstelle zu bemühen hatte. Unter diesen Umständen durfte das AfMB zulässiger- weise von einer Verwarnung absehen, ohne dass deswegen d ie Mutwilligkeit der Verschuldung entfallen wäre. Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstan den, dass die Vorinstanzen den Wi- derrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG im Fall des Beschwerdeführers bejahten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Liegt ein Widerrufsgrund nach Art. 62 AIG vor, mu ss die Massnahme im konkreten Fall auch verhältnismässig sein (Art. 96 Abs. 1 AIG). Die Ver hältnismässigkeitsprüfung erfordert eine Interessenabwägung, welche die wesentlichen Umst ände des Einzelfalls berücksichtigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_39/2016 vom 31. August 2016 E. 3.1). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten In teressen an der Erteilung der Bewilli- gung und der öffentlichen Interessen an deren Verweige rung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als notwendig e rweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung sind die bekannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schw eiz, berufliche Situation, Wirt- schafts- und Arbeitsmarktlage, persönliches Verhalten sowi e Integrationsgrad zu berücksichti- gen (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.2.2; BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.). Entscheidend ist stets das Ge- samtbild eines jeden Einzelfalles, welches anhand von säm tlichen der massgeblichen Kriterien zu beurteilen ist (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4). Die Int eressenabwägung gemäss Art. 96 AIG deckt sich mit jener nach Art. 8 Ziff. 2 der Konventio n zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. 6.2 Im Rahmen des öffentlichen Interesses an einer Wegw eisung fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer mutwillig Schulden in erheblichem Umfang angehäuft hat. Zu berücksich- tigen ist allerdings, dass sich die Schulden des Beschwerdeführers seit 2017, als er mit Verlust- scheinen in der Höhe von Fr. 149'274.12 im Betreibung sregister verzeichnet war, zunehmend stabilisiert haben. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführe r wegen seiner Schuldenwirtschaft bis anhin nicht ausländerrechtlich verwarnt wurde. Auch wenn dieser Umstand nicht dazu führt, die Mutwilligkeit der Verschuldung im vorliegenden Fall zu verneinen, ist er im Rahmen der Verhältnismässigkeit zugunsten des Beschwerdeführers zu berü cksichtigen. Entgegen der Ar- gumentation des Regierungsrats ist jedenfalls nicht erste llt, dass eine Verwarnung im Fall des Beschwerdeführers voraussichtlich keine Wirkung zeitigen wü rde. Zwar trifft zu, dass der Be- schwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs auf sein e finanzielle Situation aufmerksam gemacht wurde, was indes nicht mit einer förmlichen ausl änderrechtlichen Verwarnung gleich- gesetzt werden kann. Dem entspricht, dass die öffentlichen Interessen am Widerruf bzw. an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung umso gewich tiger sind, je mehr sich eine auslän- dische Person trotz Verwarnung nicht um eine Schuldentilgung bemüht hat (vgl. Urteil des Kan- tonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrech t [KGE VV], vom 20. Oktober 2021 [810 21 25] E. 10.2). 6.3 Der Beschwerdeführer ist ausserdem strafrechtlich in E rscheinung getreten, was ge- mäss den zutreffenden Erwägungen des Regierungsrats ung eachtet der Regelung von Art. 62 Abs. 2 AIG bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit der Massnahme berücksichtigt werden kann (vgl. BGE 146 II 321 = Pra 110 [2021] Nr. 46 E. 6). Angesichts des Umstands, dass das Strafgericht D.____ von einer fakultativen Landesverwei sung abgesehen hat, ist diesbezüglich im ausländerrechtlichen Verfahren gleichwohl eine gewi sse Zurückhaltung angezeigt. Nebst zwei Verurteilungen wegen der Nichtabgabe von Ausweise n und/oder Kontrollschildern fällt insbesondere die Verurteilung des Beschwerdeführers zu 1 5 Monaten Freiheitsstrafe wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Jahr 201 9 zu seinen Lasten ins Gewicht. Wie der Regierungsrat zu Recht ausführt, bestehen bei Bet äubungsmitteldelikten praxisgemäss ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht wichtige öffentliche Interessen an einer Wegweisung der straffälligen Person. Gleichzeitig ist mit dem Regierungsrat festzustellen, dass es sich um die einzige Verurteilung des Beschwerdefüh- rers in diesem Bereich und von dieser Schwere handelt und der Beschwerdeführer seither nicht mehr deliktisch in Erscheinung getreten ist. 6.4.1 Den dargelegten öffentlichen Interessen sind die privaten Interessen an einem Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz gegenüberzustellen. 6.4.2 Der Regierungsrat erwog diesbezüglich zusammenge fasst, dass sich der Beschwerde- führer mittlerweile seit rund 14 Jahren in der Schweiz aufhalte, weshalb er durchaus ein persön- liches Interesse an einem weiteren Verbleib in diesem L and habe. Trotz des relativ langen Auf- enthalts in der Schweiz verfüge er jedoch lediglich übe r eine Aufenthaltsbewilligung, welche ein weniger gefestigtes Anwesenheitsrecht vermittle als die Niederlassungsbewilligung, was im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen sei. Bet reffend die persönlichen Bezie- hungen des Beschwerdeführers sei festzuhalten, dass dieser einen 11-jährigen Sohn habe, mit dem er ein gutes Verhältnis pflege und den er regelmä ssig sehe bzw. betreue. Unzweifelhaft begründe diese Beziehung grundsätzlich ein grosses Interesse des Beschwerdeführers an ei- nem Verbleib in der Schweiz. Es liege auf der Hand, dass es dem grundlegenden Bedürfnis des Kindes entspreche, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können. Entsprechend komme der intakten Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Prüfung der Verhält- nismässigkeit einer aufenthaltsbeendenden Massnahme eine gewichtige Bedeutung zu. Den- noch gelte es zu beachten, dass der gemeinsame Sohn der zeit bei seiner Mutter wohne und nur teilweise vom Vater betreut werde bzw. dieser die beiden an den Abenden "besuche" und einmal pro Woche dort übernachte. Die Betreuung durch den Beschwerdeführer sei also bereits unter den aktuellen Umständen eingeschränkt. Dem Beschwerdeführer sei es daher grundsätz- lich auch zuzumuten, sein Besuchsrecht im Rahmen von Kur zaufenthalten vom Ausland her auszuüben. Im Übrigen könnten die familiären Beziehung en nicht nur besuchsweise, sondern auch vom Ausland her über Briefverkehr, Telefonate, E- Mail oder Internet (Skype etc.) gepflegt werden. Hinsichtlich der beruflichen Situation sei festz ustellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, sich erfolgreich in den hiesigen Arb eitsmarkt zu integrieren. Es treffe zwar zu, dass er nie Sozialhilfe bezogen habe, was ihm zugutezu halten sei. Wie bereits dargelegt, habe er jedoch eine sehr hohe Zahl offener Verlustschei ne angehäuft und es unterlassen, sein Arbeitspotenzial auszuschöpfen und damit seine Schulden abzubauen. Soweit der Beschwer- deführer behaupte, der Ausbau des Pensums wolle nicht glücken, bleibe es dabei bei einer un- belegten Behauptung. 6.4.3 Der Beschwerdeführer führt zusammengefasst aus, dass er sich seit 2007 rechtmässig in der Schweiz aufhalte, was einer langjährigen Aufen thaltsdauer entspreche. In die Verhält- nismässigkeitsprüfung seien zudem die Beziehung zu seinem Sohn C.____ und die damit ver- bundenen Kindesinteressen als Gesichtspunkt von vorrangig er Bedeutung einzubeziehen. Den eingereichten kinderpsychiatrischen Berichten könne entno mmen werden, dass C.____ auf- grund der damaligen Trennung der Eltern mit massiven V erhaltensauffälligkeiten reagiert habe, die sich nach der Wiederversöhnung und Stabilisierung des Familienlebens gelegt hätten. C.____ identifiziere sich heute stark mit seinem Vater u nd übernachte einmal pro Woche bei Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihm. Da er mit seiner Ehefrau oft gemeinsam esse und sie die Ferien zusammen verbrächten, habe er auch auf diese Weise regelmässig Kontakt zu sein em Sohn. Nach Aussage der Kin- derpsychiaterin stelle die Ausweisung des Vaters die wei tere gesunde Entwicklung von C.____ ernstlich in Frage. Entgegen der Argumentation des Reg ierungsrats könne diese Beziehung nicht durch den Kontakt in den sozialen Medien bzw. Besuche im Rahmen des bewilligungsfrei- en Aufenthalts ersetzt werden. Im Weiteren sei unbestri tten, dass der Beschwerdeführer auch mit seiner Ehefrau trotz getrennten Wohnsitzen weiterh in ein sehr gutes Verhältnis habe. Die Ehegatten praktizierten seit längerer Zeit das Modell des "living apart together", welches unter den gegebenen Umständen anderen Formen des ehelichen Z usammenlebens gleichzustellen sei. Aus den knappen wirtschaftlichen Verhältnissen könne sodann nicht auf eine fehlende wirt- schaftliche Integration geschlossen werden. Im Übrigen bew erbe er sich weiterhin um Vollzeit- pensen. 6.4.4 Der Beschwerdeführer hält sich mittlerweile seit knapp 15 Jahren in der Schweiz auf, was für ein gewichtiges privates Interesse am Verbleib in diesem Land spricht. Mit Blick auf seine Schuldenwirtschaft ist festzustellen, dass die wirtsch aftliche Integration des Beschwerde- führers nicht als gelungen bezeichnet werden kann. Zu seinen Gunsten ist der Umstand zu wer- ten, dass er nie Sozialhilfe bezogen hat. Positiv ins G ewicht fällt zudem, dass der Beschwerde- führer seit dem 1. August 2020 zu einem Pensum von 70 % arbeitet, was ihm allerdings aktuell kaum eine Sanierung seiner umfangreichen Schulden erl aubt. Zugunsten eines Verbleibs des Beschwerdeführers in der Schweiz fällt sodann massgebl ich dessen Beziehung zu seinem Sohn ins Gewicht. Wie sich aus den Akten ergibt und au s den Befragungen des Beschwerde- führers und seiner Ehefrau anlässlich der heutigen Part eiverhandlung hervorging, ist von einer engen affektiven Bindung zwischen Vater und Sohn auszuge hen. Namentlich gehen die Kon- takte des Beschwerdeführers zu seinem Sohn unbestrittener massen über diejenigen im Rah- men eines üblichen Besuchsrechts deutlich hinaus. In diese m Zusammenhang ist nebst dem Interesse des Beschwerdeführers auch das Kindeswohl zu berücksichtigen. Es entspricht dem grundlegenden Bedürfnis eines Kindes, in möglichst engem Kontakt mit beiden Elternteilen auf- zuwachsen (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.1). Gemäss den Beric hten der Psychiatrie Baselland, Kin- der- und Jugendpsychiatrie, vom 11. Juni 2018 und 6. Ju li 2019 sind bei C.____ starke emotio- nale Belastungen und Trennungsängste vorhanden. Dem Be richt von Dr. med. E.____, Fach- ärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, vom 21. Oktober 2021 kann entnommen werden, dass C.____ nach der Trennung der E ltern Verlustängste entwickelt habe, wobei die Symptomatik des Kindes nach der Versöhnung d er Eltern bald wieder verschwunden sei. Weiter wird festgehalten, dass die Wegweisung des Beschwerdeführers die gesunde Ent- wicklung von C.____ angesichts der engen Bindung zwischen Vater und Sohn in höchstem Masse gefährden würde. Auch die Ehefrau bestätigte anlä sslich der heutigen Parteiverhand- lung, dass ihr Sohn grosse Verlustängste habe und die We gweisung seines Vaters für ihn eine grosse Belastung darstellen würde. Bei dieser Ausgangslage ist davon auszugehen, dass die psychische Gesundheit des Sohns des Beschwerdeführers im Fal l einer Wegweisung in erhöh- tem Mass gefährdet wäre. Der Verweis des Regierungsrats auf die Möglichkeit, den Kontakt zwischen Vater und Sohn besuchsweise oder mittels der ele ktronischen Medien aus dem Aus- land aufrechtzuerhalten, stellt kaum einen adäquate n Ersatz dar und ändert jedenfalls nichts daran, dass unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls gew ichtige private Interessen an einem Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz bestehen. Entsprechend ist davon auszuge- hen, dass eine Rückkehr nach Serbien auch für den Beschw erdeführer mit einer besonderen Härte verbunden wäre. 6.5 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist festzustellen, dass die öffentlichen Interessen an der Wegweisung des Beschwerdeführers die privaten Int eressen an dessen Verbleib in der Schweiz, welche insbesondere mit Blick auf das Kindeswoh l als hoch zu gewichten sind, nicht zu überwiegen vermögen. Der Widerruf der Aufenthalts bewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz erweisen sich demnach als unverhältnismässig, was zur Gutheissung der Beschwerde führt. 7. Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht ange- messen, so kann die betroffene Ausländerin oder der bet roffene Ausländer unter Androhung der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AIG). D ie Verwarnung soll als Ausfluss des Verhältnismässigkeitsprinzips verhindern, dass es überhaupt zu einer aufenthaltsbeendenden Massnahme kommt, und den Betroffenen auf sein problemat isches Verhalten zu einem Zeit- punkt hinweisen, in welchem sich die Anordnung der anged rohten Massnahme gerade noch nicht rechtfertigt (vgl. KGE VV vom 20. Oktober 2021 [81 0 21 25] E. 11 mit Hinweisen). Sollte der Beschwerdeführer in absehbarer Zeit erneut in re levanter Weise straffällig werden oder in relevantem Umfang neue Schulden generieren und damit das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen enttäuschen, muss er mit einer Nichtverlänge rung bzw. mit einem Widerruf der Auf- enthaltsbewilligung rechnen. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegen- den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Ver- fahrenskosten in der Höhe von Fr. 3’000.-- entsprechen d dem Ausgang des Verfahrens dem Regierungsrat aufzuerlegen. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise ob siegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss ist dem B eschwerdeführer eine Partei- entschädigung zulasten des Regierungsrats zuzusprechen. De r in der Honorarnote vom 3. März 2022 für das kantonsgerichtliche Verfahren gelte nd gemachte Aufwand von 23.17 Stunden à Fr. 250.-- erweist sich als angemessen. Zusätzli ch erscheint für die heutige Partei- verhandlung (inkl. Vorbereitung) in Berücksichtigung der Honorarnote vom 6. April 2022 ein Aufwand von 6 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- al s angemessen. Dem Beschwerdeführer ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 8'097.50 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zulasten des Regierungsrats zuzusprechen. 8.3 Bezüglich der Kosten des vorinstanzlichen Verfahren ist die Sache zu deren Neuverle- gung an den Regierungsrat zurückzuweisen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regier ungsratsbeschluss Nr. 1067 vom 17. August 2021 aufgehoben und das Amt f ür Migration und Bürgerrecht des Kantons Basel-Landschaft angewiese n, die Auf- enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers zu verlängern. 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägunge n ausländerrecht- lich verwarnt. 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanz- lichen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft zurückgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'000.-- werden dem Regie- rungsrat des Kantons Basel-Landschaft auferlegt. 5. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat de m Beschwer- deführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 8'097.50 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V.