<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, um den Schutz von Personen, welche Pilze für den Eigengebrauch gesammelt haben, durch staatliche Kontrolle zu gewährleisten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die alte, Mitte 1995 aufgehobene Lebensmittelgesetzgebung regelte nebst der Kontrolle von Lebensmitteln, die an Konsumentinnen oder Konsumenten abgegeben wurden, in zwei Fällen auch die Kontrolle privat verbrauchter Erzeugnisse. Es gab einerseits Bestimmungen über Fleisch, das auf dem Bauernhof zum Eigengebrauch produziert wurde, andererseits solche über privat gesammelte Pilze. Diese beiden Sonderfälle fanden im neuen LMG vom 9. Oktober 1992 keine Aufnahme mehr.</p><p>Wie der Motionär zutreffend festhält, schliesst Artikel 2 Absatz 4 Buchstabe a LMG Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände, die für den Eigengebrauch bestimmt sind, vom Geltungsbereich des Gesetzes aus. Artikel 14 Absatz 2 der Pilzverordnung vom 26. Juni 1995 (SR 817.022.291) weist deshalb darauf hin, dass es Sache der Kantone ist, die Kontrolle von privat gesammelten Pilzen zu regeln. Die gesetzliche Grundlage dieser Bestimmung gab jedoch schon mehrfach zu Diskussionen Anlass. Beim in der Sache zuständigen BAG liegen denn auch Anträge vor, welche deren Streichung und die Aufhebung der Pilzkontrolleure-Verordnung vom 26. Juni 1995 (SR 817.49) verlangen.</p><p>Angesichts des Schädigungspotentials von Giftpilzen hat der Bundesrat Verständnis für die Anliegen des Motionärs. Er weist jedoch darauf hin, dass die Schaffung einer Rechtsgrundlage für die Kontrolle von privat gesammeltem Pilzgut dem Willen des Parlamentes, wonach der Eigenkonsum vom Geltungsbereich des LMG nicht erfasst wird, zuwiderlaufen würde. Er ist deshalb der Ansicht, dass es Sache der Kantone ist, die Pilzkontrolle für privat gesammeltes Pilzgut zu regeln. In diesem Sinne wird das BAG die Sanitätsdirektoren über die neue Rechtslage und deren Konsequenzen (Frage der Haftung der Kontrollstellen usw.) noch einmal nachdrücklich informieren.</p><p>Ungeachtet dessen werden die Verdienste der Vapko durchaus anerkannt. Der Bundesrat ist jedoch der Ansicht, dass die Möglichkeit einer qualifizierten Kontrolltätigkeit auch anderen Institutionen offenstehen sollte, nehmen in Frankreich doch beispielsweise Apotheken diese Aufgabe auf rein privater Basis wahr.</p><p>Das BAG verfolgt auch künftig die Risiken, die mit dem Eigenkonsum verbunden sind. Wie der vierte schweizerische Ernährungsbericht zeigt, stellen hygienische Mängel und Fehlernährung die grössten Risikofaktoren für den Privatkonsum dar. In diesen Bereichen wie auch bei Speisepilzen nimmt das BAG künftig in verstärktem Masse den ihm übertragenen Informationsauftrag wahr. Eine Änderung des LMG steht für den Bundesrat somit nur dann zur Diskussion, wenn die Kantone nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Pilzkontrolle einer dem Risiko angemessenen Regelung zuzuführen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.