Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 13. Juli 2017 (720 17 70 / 184) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Trotz Arbeitsunfähigkeit als Reinigungsfrau ist die IV-Stelle zu Recht lediglich von einer unwesentlichen Einschränkung im Haushaltsbereich ausgegangen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Isabelle Salathe Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Claudia Rohrer , Rechtsanwältin, Baslerstrasse 15, Postfach 44, 4310 Rheinfelden gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1955 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Febr uar 2005 bis zum 30. Juni 2014 beim B.____ als Reinigungsangestellte tätig. Am 24. März 2014 meldete sich A.____ bei der IV- Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbe zug an, wobei sie auf einen Unfall am 14. September 2013 verwies. Nach Abklärung der gesu ndheitlichen, erwerblichen und haus- wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Durchführun g des Vorbescheidverfahrens ermittelte die IV-Stelle in Anwendung der gemischten Bemessungsmet hode mit Anteilen von 21 % Erwerbs- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätigkeit und 79 % Haushaltstätigkeit einen Invalidi tätsgrad von 19.87 %. Gestützt auf dieses Ergebnis lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch de r Versicherten mit Verfügung vom 30. Januar 2017 ab. B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Cla udia Rohrer, am 2. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Verfügung vom 30. Januar 2017 au fzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Verfügu ng vom 30. Januar 2017 aufzuheben und das Verfahren zur Klärung der Invalidität an die Vorinstanz zurückzuweisen, wobei eine neue Haushaltsabklärung unter Beizug eines Dolmetschers un d der rechtlichen Vertretung der Beschwerdeführerin durchzuführen sei; alles unter o/e- Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Ergebnisse des Haushaltsabklär ungsberichtes vom 29. September 2015 seien nicht nachvollziehbar und daher nicht verwertbar. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. April 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 2. März 2017 ist demnach einzutreten. 2. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die IV-St elle den Anspruch der Beschwerdefüh- rerin auf eine Rente zu Recht verneinte. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. Januar 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bil- det rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richter lichen Überprüfungsbefugnis BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglied erungsmassnahmen durch eine ihr zu- mutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n icht invalid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Unterva- rianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausseror- dentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.3 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 4.4.1 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versi cherten anzunehmen, dass sie im Zeit- punkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschade n ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung ausschliesslich nach d en Grundsätzen für Erwerbstäti- ge zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.4.2 Vorliegend bemass die IV-Stelle den IV-Grad der Versicherten nach der gemischten Methode. Dabei stellte sie bei der Festlegung der Ante ile der Erwerbs- und Haushaltstätigkeit Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die im „Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstät igkeit“ vom 29. September 2015 wieder- gegebenen Angaben ab, wonach die Beschwerdeführerin o hne gesundheitliche Beeinträchti- gung wie bisher in einem Pensum von 21 % eines Vollpen sums einer ausserhäuslichen Er- werbstätigkeit nachgegangen wäre. Gestützt auf diese Au ssage der Versicherten setzte die IV- Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 21 % und jenen der Haushaltstätigkeit entsprechend auf 79 % fest, was von der Versicherten nicht in Frage gestellt wird. 5. Ausgangspunkt bei der Ermittlung des Invaliditätsgra des bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Stü tzt sich der angefochtene Entscheid hin- gegen ausschliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen, sind an die Beweis- würdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solche n Fällen sind bereits bei geringen Zwei- feln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztliche n Feststellungen ergänzende Abklä- rungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27 . Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). 5.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussa- gen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natu r von Behandlungsauftrag des thera- peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutacht ungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Admi nistrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbeh alten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die beh andelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – A spekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 6. Im vorliegenden Fall liegen für die Beurteilung d es medizinischen Sachverhaltes zahl- reiche medizinische Berichte und Gutachten vor, welche all esamt vom Gericht gewürdigt wur- den. In der Folge wird indessen lediglich das aktuell e ntscheidrelevante Gutachten wiedergege- ben. 6.1 Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, mit der Ermittlung der Einschränkung im Erwer bsbereich. In seinem Gutachten vom 5. August 2015 hielt er fest, die Explorandin habe zwei Unfälle erlitten. Sie sei am 28. Dezember 2012 zwei Treppenstufen hinuntergefallen und auf beide Knie gestürzt. Am 14. September 2013 sei sie anlässlich eines Misstrittes mit dem rechten Fuss über den Trottoir- rand getreten und habe sich den Fuss abgeknickt. Dr. C._ ___ stellte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Beginnende Calcane o-Cuboidal-Arthrose rechts mit/bei Status nach OSG-Distorsion rechts am 4. September 2013 mit schw erer Chopart-Distorsion rechts, verzögerter Diagnosestellung einer nicht dislozierten Fr aktur am Processus anterior calcanei sowie beginnende mediale Gonarthrose links. Weiter hie lt er fest, dass die Patientin von Seiten des rechten Fusses keine dauernd stehende, kniende oder ka uernde Tätigkeiten ausüben kön- ne. Die Gehstrecke betrage maximal 10 Minuten, dann sei eine Pause notwendig. Sie könne nicht auf Leitern oder Gerüste steigen und auf uneben em Boden gehen. Von Seiten des linken Knies zeige sich ein praktisch identisches Profil. Sie sei so wohl in Bezug auf den rechten Fuss als auch betreffend das linke Kniegelenk beim Heben von Lasten limitiert, d.h. mittelschwere und schwere körperliche Lasten kämen nicht mehr in Frage . Die Belastungsfähigkeit bewege sich im körperlich leichten Bereich, d.h. bis 10 kg. Für eine Tätigkeit, welche diese Restriktionen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht berücksichtige, bei welcher sie zudem vorwiegend sitzen kö nne und die Möglichkeit bestehe, dass sie gelegentlich aufstehen und etwas herumgehen könne, bestehe bezogen auf ein Ganz- tagespensum eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Für ihre bisherige Tätigkeit als Reinigungsfrau bestehe hingegen eine dauerhafte 100 %ige Arbeitsunfähigkeit. 6.2 Diese Einschätzung des Gutachters wird zu Recht von ke iner Partei bestritten. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 30. Januar 2017 in einer leidensadaptierten Tätigkeit von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ausging. 7. Die Beschwerdeführerin bringt nun aber vor, dass sie die ihr bleibende Restarbeitsfä- higkeit nicht verwerten könne. Alleine die Tatsache, da ss es nur wenige Arbeiten gebe, die den Vorgaben der Verweistätigkeit überhaupt entsprechen wü rden, mache es für sie schwer, eine Stelle zu finden. Es müsse auch berücksichtigt werden, da ss die Beschwerdeführerin auf dem Arbeitsweg nicht länger als 10 Minuten gehen könne. Zudem werde sie in diesem Jahr 62 Jahre alt und verfüge über keine Berufsausbildung. Ihr ganz es Erwerbsleben habe sie als Reini- gungskraft gearbeitet. Somit müsste sie umgeschult werde n, was ihr jedoch aufgrund ihres Al- ters nicht mehr zugemutet werden könne. Dieser Betrach tungsweise der Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Gemäss der oben (vgl. E. 4. 2 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Ermittlung des Invaliditätsgra des von einer ausgeglichenen Arbeits- marktlage auszugehen. Ein solcher Arbeitsmarkt ist gekennze ichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskr äften; er weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich d es körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugeh en. Es können nur Vorkehren ver- langt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten o bjektiven und subjektiven Gegeben- heiten des Einzelfalles zumutbar sind. Anderseits sind an die Konkretisierung von Arbeitsgele- genheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anfo rderungen zu stellen (SVR 2008, IV Nr.62 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). Wie vorstehend festgehalten (vgl. E. 6.1 hiervor), ist die Beschwerdeführerin in einer ihrem Leiden angepasst en Tätigkeit 100 % arbeitsfähig. Somit kann aber entgegen der Auffassung der Beschwerdeführeri n klarerweise nicht gesagt werden, dass in ihrem Fall von realitätsfremden und in diesem S inne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten ausgegangen wird. Ihr sind mit ander en Worten Tätigkeiten nicht nur in derart eingeschränkter Form zumutbar, dass sie der allgem eine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt werden könnten. Daran ändert a uch das fortgeschrittene Alter der Be- schwerdeführerin mit Blick auf die strenge Praxis des Bunde sgerichts nichts (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. September 2013 8C_345/2013). In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass Hilfsarbeiten auf dem hypotheti schen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nach gefragt werden (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.3). 8.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen d er gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen (vgl. Art. 16 ATSG). Dabei ist zu beachten, dass die von der IV-Stelle vorgenommene Be- messung der Vergleichseinkommen (Valideneinkommen: Fr. 10'604.-- und Invalideneinkom- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht men: Fr. 10'100.--) durch die Beschwerdeführerin nicht bestritten werden und auch im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gericht kei ne andere Einschätzung der Vergleichseinkommen vorzunehmen ist. Die Beschwerdeführe rin machte jedoch geltend, dass ihr die IV-Stelle bei der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens einen Abzug von 20% und nicht nur von 10% vom Tabellenlohn hätte gewähren müssen. 8.2.1 Wird das Invalideneinkommen wie im vorliegenden Fall auf der Grundlage von statisti- schen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich ber ücksichtigt, dass versicherte Per- sonen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Sch werarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur n och beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht errei- chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugela ssene Abzug entwickelte sich in der Fol- ge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, w obei die Rechtsprechung dem Um- stand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes h aben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür be- stehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehr erer dieser Merkmale ihre gesund- heitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem al lgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmun g der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das I nvalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insg esamt auf höchstens 25 % des Tabel- lenlohnes zu begrenzen (BGE 134 V 327 f. E. 5.2; vgl. z um Ganzen auch BGE 126 V 80 E. 5b/bb und cc). 8.2.2 Vorliegend ist mit der Vorinstanz davon auszugehe n, dass kein Spielraum für einen leidensbedingten Abzug in Höhe von 20 % besteht. Den medizinischen Einschränkungen, wel- che dazu führen, dass die Beschwerdeführerin nur noch ad aptierte leichte Tätigkeiten ausüben kann, wurde mit dem leidensbedingten Abzug von 10 % be reits genügend Rechnung getragen. Weiter bildet auch das Alter der Beschwerdeführerin keinen Grund zur Annahme, sie würde ihre Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem wirtschaft- lichem Erfolg verwerten können (vgl. Urteil des Bundesg erichts vom 15. März 2012, 9C_128/2012, E. 4). Unter diesen Umständen gibt es kei nen Anlass, in das Ermessen der Vor- instanz einzugreifen und einen höheren Abzug vorzunehme n. Im Übrigen würde selbst ein lei- densbedingter Abzug in beantragter Höhe nichts am Ergebnis ändern. 8.3 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinko mmen von Fr. 10'100.-- dem Valideneinkommen von Fr. 12'604.-- (vgl. oben E. 8.1) gegenüber, so resultiert daraus eine Er- werbseinbusse von Fr. 2'504.--, was für den Erwerbsbereich einen Invaliditätsgrad von 19,87 % ergibt. 9. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Versicherte zuf olge ihrer gesundheitlichen Be- schwerden im Haushalt eingeschränkt ist. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft vo n Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist be- weiskräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verf asst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigunge n und Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil P. des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil A. des Bund esgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 9.2 Die IV-Stelle hat zur Ermittlung der Einschränkun g der Versicherten im Haushaltsbereich beim Abklärungsdienst die hierfür vorgesehene Abklärung vor Ort in Auftrag gegeben. In ihrem Bericht vom 29. September 2015 ermittelte die Abklärungsperson gesamthaft eine Beeinträchti- gung von 3 %. So sei sie etwa im Bereich Ernährung nu r unwesentlich eingeschränkt. Sie kön- ne verschiedene Arbeiten im Sitzen erledigen und werd e vom Ehemann und der Tochter im Rahmen der Schadenminderungspflicht punktuell unterstü tzt. Im Bereich der Wohnungspflege seien der Versicherten oberflächliche Reinigungen in E tappen sicher möglich und zumutbar. Die Unterstützung des Ehemannes in diesem Bereich beisp ielsweise beim Abstauben und feucht Aufnehmen sowie bei der gründlichen Reinigun g von Bad/WC sei nicht unüblich. Somit resultiere in diesem Bereich eine geringe Einschränkung. Im Bereich Einkauf und weitere Be- sorgungen bestehe ebenfalls lediglich eine unwesentlich e Einschränkung und im Bereich Wä- sche und Kleiderpflege bestehe eine geringe Einschränkung. Die Wäsche werde von der Versi- cherten im Badezimmer sortiert. Den Rest würden der Ehemann oder die Tochter übernehmen. Die Einschränkungen, welche die Versicherte diesbezügli ch geltend mache, seien nicht nach- vollziehbar und auch nicht medizinisch belegt. Die punkt uelle Mithilfe des Ehemannes sei an den arbeitsfreien Tagen möglich. Hingegen könne die S chadenminderungspflicht der Tochter nicht angerechnet werden, da diese nicht im gleichen Haushalt wohne. Im Bereich Verschiede- nes seien keine Einschränkungen anrechenbar. Im Rahmen des Einwandverfahrens erhöhte die Abklärungsperson mit Stellungnahme vom 19. Septemb er 2016 die Gesamteinschränkung im Haushalt auf 4.8 %. Sie anerkannte eine Einschrän kung von 10 % im Bereich Wäsche und Kleiderpflege, da es dem Ehemann aufgrund seiner Schic htarbeit nicht immer möglich sei, am Waschtag mitzuhelfen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Der Haushaltsabklärungsbericht vom 29. September 20 15 ist formal korrekt erstellt wor- den und er ist auch vollständig. Es ist daher nicht zu be anstanden, dass die IV-Stelle sich in ihrer Verfügung vom 30. Januar 2017 darauf abstützte u nd demzufolge im Bereich Haushalt eine Einschränkung von 4,8 % annahm. 9.4 Daran vermögen auch die Vorbringen der Beschwerdefü hrerin nichts zu ändern. Diese erachtet das Ergebnis der Haushaltsabklärung als deutlich zu tief. Sie verweist auf die Ein- schätzung von Dr. C.____, der in seinem Gutachten vom 5. August 2015 festgehalten hatte, dass die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkei t als Reinigungsfrau zu 100 % arbeits- unfähig sei. Es sei daher unverständlich, dass betreffend die Tätigkeiten im Haushalt lediglich eine Einschränkung von 4,8 % vorliegen solle. Sie könne g erade im häuslichen Bereich nur noch wenige Arbeiten selbständig und ohne fremde Hi lfe erledigen, da es in der Natur dieser Aufgaben liege, dass sie mit Gehen, Stehen, Bücken, Kaue rn und auf Leitern steigen verbun- den seien. Weshalb eine Einteilung der Arbeit in Etappen und der Beizug von Hilfsmitteln Abhil- fe schaffen sollte, wie dies von der IV-Stelle in der V erfügung vom 30. Januar 2017 empfohlen werde, sei nicht ersichtlich. Betreffend die von der IV angeführte Schadenminderungspflicht führt die Beschwerdeführerin aus, diese betreffe ledig lich im selben Haushalt wohnende Fami- lienangehörige. Im selben Haushalt würde jedoch nur noch der Ehemann der Beschwerdeführe- rin wohnen, welcher zu 100 % im Schichtbetrieb bei der D.____ arbeite. Dieser helfe in jedem Bereich mit, seine Unterstützung nebst einem Vollzeit pensum im Schichtbetrieb gehe weit über die Schadenminderungspflicht hinaus. Ebenso könne die Unterstützung der Tochter, welche nicht im selben Haushalt wohne, nicht im Rahmen der Scha denminderung angerechnet wer- den. Es würden sich auch keine Hinweise finden lassen, we shalb den Äusserungen der Be- schwerdeführerin kein Glauben geschenkt werden könnte. Z u den einzelnen Haushaltsberei- chen führt die Beschwerdeführerin aus, das Kochen und Anrichten der Mahlzeiten erfolge heute mit Unterstützung des Ehemannes, auch die Reinigung der Küchenkombination sowie die Ge- schirreinigung. Es sei ebenfalls der Ehemann, der den K üchenboden sauge und feucht auf- nehme. Dennoch werde von der Abklärungsperson festgehalt en, dass in diesem Bereich keine wesentlichen Einschränkungen bestehen würden und der Ehe mann nur punktuell mithelfe. Auch sei es heute so, dass das Abstauben und feucht Auf nehmen der Böden durch den Ehe- mann übernommen werde, ebenso die gründliche Bad- un d WC-Reinigung sowie die Fenster- reinigung. Auch das Wechseln der Bettwäsche könne nur zusammen mit dem Ehemann erle- digt werden. Die Feststellung der IV-Stelle, dass oberflächliche Reinigungen in Etappen möglich seien, sei nicht nachvollziehbar, zumal Dr. C.____ in seinem Gutachten festgehalten habe, dass diese Tätigkeiten der Beschwerdeführerin nicht mögl ich seien. Ebenso leuchte die Be- hauptung der Beschwerdegegnerin nicht ein, dass nicht er sichtlich sei, weshalb die Beschwer- deführerin einfache Einkäufe nicht selbst erledigen kön ne. Dr. C.____ habe in seinem Gutach- ten klar ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin nicht länger als 10 Minuten am Stück ge- hen könne. Die Distanz zum nächsten Geschäft betrage bereits drei Minuten. Damit sei ein Ein- kauf für die Beschwerdeführerin nicht möglich. Weiter üb ernehme ihr Ehemann im Bereich Wä- sche und Kleiderpflege das Ein- und Ausräumen der Waschm aschine und des Tumblers sowie das Aufhängen der Wäsche und das Säubern der Waschmasch ine und der Waschküche. Sie beteilige sich in diesem Bereich nur punktuell. Die Feststellungen der Abklärungsperson würden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Ausführungen der Beschwerdeführerin in jedem Pun kt widersprechen, weshalb sie als will- kürlich angesehen werden müssten. Es ist der Beschwerdeführerin zwar beizupflichten, dass es auf den ersten Blick wenig einleuch- tend erscheint, dass bei einer medizinisch diagnostizierten 100 %igen Arbeitsunfähigkeit als Reinigungsfrau nahezu keine Einschränkung im Haushaltsb ereich bestehen solle. Es müssen indessen verschiedene Grundsätze beachtet werden, welche im Rahmen einer Haushaltsabklä- rung zu berücksichtigen sind. So hat die versicherte Person mit Blick auf die Schadenminde- rungspflicht Verhaltensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und eine möglichst vollständige und unabhängige Erle- digung dieser Arbeiten ermöglichen. Der Umstand, dass d iese nur mühsam und mit höherem Zeitaufwand bewältigt werden können, begründet nicht ohne weiteres eine Invalidität. Zudem wird eine Unterstützung durch Familienangehörige vor ausgesetzt, welche weiter geht als im Gesundheitsfall (BGE 130 V 101 E. 3.3.3; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH] Rz. 3089). Dadurch sind der Beschwerdeführerin in ihrem Zwei- personenhaushalt zahlreiche Tätigkeiten möglich, welche sie als Reinigungsangestellte nicht speditiv erledigen könnte. So kann beispielsweise im Bereich Ernährung Vieles im Sitzen vorbe- reitet werden. Sowohl das Kochen wie auch die Reinigu ng der Küchenkombination und die Ge- schirrreinigung kann im Stehen mit gelegentlichen Pause n erfolgen. Auch können im Bereich Wohnungspflege leichte Reinigungsarbeiten im Stehen un d in Etappen erfolgen. Die knien- den/gebückten Reinigungsarbeiten im Bad können dem Ehem ann im Rahmen der Schaden- minderungspflicht zugemutet werden. Zudem ist nicht ersi chtlich, weshalb der Beschwerdefüh- rerin Kleineinkäufe im drei Minuten entfernten Lebe nsmittelgeschäft nicht möglich sein sollten. Es ist der Abklärungsperson zudem zuzustimmen, dass die vorgebrachten Einschränkungen im Bereich Wäsche und Kleiderpflege nicht medizinisch bele gt sind. Der Beschwerdeführerin ist immerhin zuzustimmen, dass die Unterstützung der Tochter ni cht im Rahmen der Schadenmin- derungspflicht angerechnet werden darf, da diese nicht im selben Haushalt lebt. Da die Unter- stützung der Tochter nur punktuell berücksichtigt war un d die jeweiligen Tätigkeiten der Be- schwerdeführerin selbst möglich sein sollten, hat dies ke ine Auswirkungen auf die Beurteilung. Die vorliegende Einschätzung der Abklärungsperson ist zweif elsohne streng und im Ergebnis erscheint eine Einschränkung von lediglich 4,8 tief. Es l iegen jedoch keine eindeutig feststellba- ren Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unri chtigkeit der Abklärungsresultate vor (vgl. E. 10.1 hiervor). Die Zumutbarkeitsbeurteilung b ewegt sich im Rahmen des zulässigen Ermessens und es kann keine Willkür festgestellt werden. Di e IV-Stelle durfte daher auf den Haushaltsabklärungsbericht vom 29. September 2015 abst ellen und von einer Einschränkung im Haushalt von 4,8 % ausgehen. 9.5 Unter diesen Umständen ist der Antrag der Beschw erdeführerin, es sei die Verfügung vom 30. Januar 2017 aufzuheben und das Verfahren zur Klärung der Invalidität an die Vor- instanz zurückzuweisen, wobei eine neue Haushaltsabklärung unter Beizug eines Dolmetschers und der rechtlichen Vertretung der Beschwerdeführerin durchzuführen sei, abzuweisen. Im Üb- rigen kann weder dem Haushaltsabklärungsbericht noch aus dem Gutachten von Dr. C.____ ein Hinweis auf Verständigungsschwierigkeiten entnommen werden. Die Beschwerdeführerin Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lebt zudem seit 1982 in der Schweiz und ist Schweizer Bürgerin. Es kann daher davon ausge- gangen werden, dass keine sprachlichen Schwierigkeiten bestehen. 10. In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich aufgrund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspr uchung von 21 % im Erwerbs- und von 79 % im Haushaltsbereich bei einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 3,79 % (4,8 % x 0,79) und einer solchen im Erwerbsbereich von 4,17 % (19,87 % x 0,21) insgesamt ein Invali- ditätsgrad in der Höhe von gerundet 8 % (vgl. zur Ru ndungspraxis des Bundesgerichts BGE 130 V 121 ff.). Bei einem Invaliditätsgrad unter 40 % hat die Versicherte keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Die angefochtene IV-Verfügung vom 30. Januar 2017 erweist sich als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 11. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahr en bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die Beschwerdeführerin vorliegend die unterliegende Partei ist, sind ihr die Verfahrens- kosten in dieser Höhe aufzuerlegen. Sie werden mit dem bereits bezahlten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht