<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00261</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205635&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00261</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Dreifamilienhaus in einer Kernzone in Horgen: Die Beschwerdeführenden machen ungenügende Erschliessung (E. 3), Strassenabstandsverletzungen (E. 4) sowie Verstösse gegen die Verkehrssicherheitsverordnung (E. 5) geltend. Beim streitbetroffenen Baugrundstück handelt es sich praktisch um die letzte unüberbaute Parzelle in dieser Kernzone. Die im Rahmen der engen Verhältnisse möglichen Verbesserungen der Erschliessung wurden vorgenommen. Unter diesen Voraussetzungen wäre es unverhältnismässig, einen weiteren Ausbau der Erschliessungsflächen oder einen Verzicht auf Nutzungsmöglichkeiten zu verlangen. Es liegen damit wichtige Gründe im Sinn von § 360 Abs. 3 PBG vor, die ein Abweichen von den Anforderungen der Zugangsnormalien erlauben (E. 3.2.2). Unabhängig von der Qualifikation der an das Baugrundstück grenzenden Verkehrsflächen lässt Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO gestützt auf § 50 Abs. 2 PBG für die Kernzonen das Bauen auf oder näher an die Strassengrenze zu, wenn dadurch das Ortsbild verbessert wird und die Wohnhygiene sowie die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt werden (E. 4.2.1). Die Voraussetzungen für eine Abstandsunterschreitung sind erfüllt (E. 4.3). Die geplante Ausfahrt vom Baugrundstück hält die Anforderungen an den Ausfahrts-Typ A gemäss Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung unbestrittenermassen nicht ein. Den kleinräumigen Verhältnissen ist jedoch im Sinn einer weniger strengen Handhabung der technischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Baurekurskommission hat die Abweichungen gestützt auf § 360 Abs. 3 PBG zu Recht als vertretbar beurteilt (E. 5.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTAND">ABSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSUNTERSCHREITUNG">ABSTANDSUNTERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSFAHRT">AUSFAHRT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)">ERSCHLIESSUNG (ANFORDERUNGEN, DURCHFÃHRUNG, FINANZIERUNG)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORTSBILD">ORTSBILD</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHTVERHÃLTNISSE">SICHTVERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRASSENABSTAND">STRASSENABSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEIT">VERKEHRSSICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSSICHERHEITSVERORDNUNG">VERKEHRSSICHERHEITSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WOHNHYGIENE">WOHNHYGIENE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUGÃNGLICHKEIT">ZUGÃNGLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUGANGSNORMALIEN">ZUGANGSNORMALIEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2.2.4 Abs. I BZO Horgen</span><br/><span class="gerade">§ 50 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 265 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 360 Abs. III PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 7. Juni 2004 erteilte der Gemeinderat Horgen der einfachen Gesellschaft "K", nÃ¤mlich L und M sowie N und O, die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Erstellung eines Dreifamilienhauses mit Unterniveaugarage auf dem in der Kernzone <span class="urteilstextchar0">liegenden GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 am R-Weg in S. Gleichzeitig wurde die im koordinierten Verfahren ergangene VerfÃ¼gung der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich, Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung, vom 13. Mai</span> 2004 (ortsbildschutzrechtliche Bewilligung) erÃ¶ffnet.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte die aus A, B, C, D, E, F, G, H und I bestehende Anwohnerschaft mit gemeinsamer Eingabe vom 12. Juli 2004 bei der Baurekurskommission II. Nach DurchfÃ¼hrung eines Referentenaugenscheins wies diese die gegen beide Bewilligungen gerichteten Rekurse mit Entscheid vom 10. Mai 2005 ab und bestÃ¤tigte den Beschluss des Gemeinderats Horgen vom 7. Juni 2004 sowie die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 13. Mai 2004 im beurteilten Umfang.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 16. Juni 2005 gelangte die gleiche Anwohnerschaft an das Verwaltungsgericht und beantragte diesem die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie die Verweigerung der baurechtlichen Bewilligung, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r beide Verfahren zulasten der privaten Beschwerdegegnerschaft.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II schloss am 23. August 2005 ohne weitere Bemerkungen auf Abweisung der Beschwerde. L und M sowie N und O liessen am 2. September 2005 ebenfalls Abweisung der Beschwerde beantragen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. Den gleichen Antrag stelle innert erstreckter Frist am 26. Sep­tember/ 3. Oktober 2005 der Gemeinderat Horgen.</p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz sowie die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) fÃ¼r die Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Vernehmlassungen der Gegenparteien sind den BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¼bungsgemÃ¤ss zugestellt worden. Der entsprechende Antrag ist gegenstandslos. Die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels ist mangels neuer und umstrittener rechtserheblicher Vorbringen entbehrlich (vgl. BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 2.4, www.bger.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden ersuchen um DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. â Im vorliegenden Fall hat bereits die Baurekurskommission am 24. Januar 2005 einen Augenschein durchgefÃ¼hrt. Auf die bei dieser Gelegenheit gewonnenen Erkenntnisse, die im Protokoll des Rekursverfahrens festgehalten sind, darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abgestellt werden <span class="UrteilstextChar">(RB 1981 Nr. 2)</span>. Da der massgebliche Sachverhalt aufgrund des vorinstanzlichen Augenscheins sowie der bei den Akten liegenden Fotografien und PlÃ¤ne mit hinreichender Deutlichkeit dokumentiert ist, kann auf die DurchfÃ¼hrung eines verwaltungs­gerichtlichen Augenscheins verzichtet werden (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das streitbetroffene BaugrundstÃ¼ck in der Kernzone S grenzt im SÃ¼den an den T-Weg und im SÃ¼dwesten an den R-Weg. Nach Plan hÃ¤lt das Bauvorhaben gegenÃ¼ber beiden Wegen ein Abstand von 4 m ein. Das geplante Mehrfamilienhaus soll von der U-Strasse her Ã¼ber den V-Weg und den von diesem abzweigenden R-Weg erschlossen werden.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen zum einen vor, das BaugrundstÃ¼ck sei nicht genÃ¼gend zugÃ¤nglich (nachfolgende E. 3); zum andern machen sie geltend, der projektierte Bau unterschreite mit einem Abstand von lediglich 4 m zum R-Weg und zum von diesem wegfÃ¼hrenden T-Weg den erforderlichen Strassenabstand deutlich (E. 4). Schliesslich rÃ¼gen sie, die Ausfahrt vom BaugrundstÃ¼ck auf den R-Weg genÃ¼ge den massgeblichen Anforderungen nicht (E. 5).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind der Ansicht, dass Ã¼ber den R-Weg mehr als 10 Wohneinheiten erschlossen wÃ¼rden, weshalb dieser die Anforderungen an eine Zufahrtsstrasse zu erfÃ¼llen habe, tatsÃ¤chlich aber, wie die Vorinstanz festgestellt habe, nicht einmal diejenigen an einen Zufahrtsweg erfÃ¼lle.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Vorab stellt sich die Frage, ob die RÃ¼ge, die ZugÃ¤nglichkeit zum BaugrundstÃ¼ck sei ungenÃ¼gend, unter Beachtung des im Baurecht weit gehend geltenden RÃ¼geprinzips Ã¼berhaupt zulÃ¤ssig ist, da die heutigen BeschwerdefÃ¼hrenden im Rekursverfahren diesbezÃ¼glich nichts vorgebracht haben, oder ob sie als neue BegrÃ¼ndung im Rahmen der Auseinandersetzung mit den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen zu hÃ¶ren ist (vgl. dazu Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 52 N. 4 und 7). Die Frage kann jedoch offen bleiben, da der Einwand â wie anschliessend zu zeigen ist â materiellrechtlich unbegrÃ¼ndet ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>§ 236 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) verlangt unter dem Titel "Erschliessung", dass ein GrundstÃ¼ck fÃ¼r die darauf vorgesehenen Bauten und Anlagen genÃ¼gend zugÃ¤nglich sein muss. Hinreichende ZugÃ¤nglichkeit bedingt in tatsÃ¤chlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten und Anlagen entsprechende Zufahrt fÃ¼r Fahrzeuge der Ã¶ffentlichen Dienste und der BenÃ¼tzer (§ 237 Abs. 1 PBG). Zufahrten sollen fÃ¼r jedermann verkehrssicher sein. Der Regierungsrat erlÃ¤sst Ã¼ber die Anforderungen Normalien (§ 237 Abs. 2 PBG). Diese sind richtunggebend, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit Hinweisen).</p> <p class="Urteilstext">Von diesen technischen Anforderungen, wie sie fÃ¼r den Strassenausbau in den vom Regierungsrat erlassenen Normalien Ã¼ber die Anforderungen an ZugÃ¤nge vom 9. Dezember 1987 (Zugangsnormalien; LS 700.5) und fÃ¼r Ausfahrten im Anhang zur Verkehrs­sicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 (VerkehrssicherheitsV; LS 722.15) festgehalten sind, kÃ¶nnen gestÃ¼tzt auf § 360 Abs. 3 PBG aufgrund der tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse Erleichterungen gewÃ¤hrt werden (VGr, 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 64; 27. September 1988, VB 88/0078; zu § 11 Zugangsnormalien vgl. RB 1988 Nr. 74 = BEZ 1988 Nr. 45; VGr, 5. Oktober 1998, VB.1998.00154; 26. Novem­ber 1997, VB.1997.00131 und 132).</p> <p class="Urteilstext">Bei der GewÃ¤hrung solcher Erleichterungen kommt den Gemeinden ein von den Rekursinstanzen zu beachtender Ermessensspielraum zu (RB 1986 Nr. 13). Diese prÃ¼fen, ob die GemeindebehÃ¶rde, den ihr eingerÃ¤umten Ermessenspielraum nicht Ã¼berschritten hat, das heisst im vorliegenden Zusammenhang insbesondere, ob die bewilligte ErschliessungslÃ¶sung als verkehrssicher und unter dem Gesichtswinkel der ZweckmÃ¤ssig­keit als vertretbar erscheint. Eine ÃberprÃ¼fung dieser ErmessensausÃ¼bung steht dem Verwaltungsgericht nicht zu; dieses hat im Rahmen seiner gemÃ¤ss § 50 VRG eingeschrÃ¤nkten PrÃ¼fungsbefugnis unter anderem zu beurteilen, ob die Rekursinstanz den kommunalen Entscheid mit der gebotenen ZurÃ¼ckhaltung geprÃ¼ft hat.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>Beim streitbetroffenen BaugrundstÃ¼ck handelt es sich praktisch um die letzte unÃ¼berbaute Parzelle im zwischen der U-Strasse und dem Eisenbahntrassee der Linie ZÃ¼richâChur liegenden Teil der Kernzone S. FÃ¼r dieses Gebiet wurde 1985 ein Quartierplan festgesetzt. In der Folge wurden beim T-Weg und am Ende des R-Wegs KehrplÃ¤tze erstellt. Sowohl der T-Weg wie auch der R-Weg wurden verbreitert; im Umfang von 83 m<sup>2</sup> zulasten des BaugrundstÃ¼cks. Dennoch weist der R-Weg mit Ausnahme der Ausweichstelle (4,5 m) auf halber LÃ¤nge eine Fahrbahnbreite von lediglich 2,9 m auf. Die im Rahmen der engen VerhÃ¤ltnisse mÃ¶glichen Verbesserungen der Erschliessung wurden jedoch vorgenommen. Weitere Verbesserungen scheinen laut EinschÃ¤tzung der Vorinstanz kaum mÃ¶glich zu sein.</p> <p class="Urteilstext">Unter diesen Voraussetzungen wÃ¤re es unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, einen weiteren Ausbau der ErschliessungsflÃ¤chen oder vom Bauherrn einen Verzicht auf NutzungsmÃ¶glichkeiten zu verlangen (vgl. dazu <a id="juris1">RB 1983 Nr. 97</a>, wo es um die Schliessung einer BaulÃ¼cke in einem stÃ¤dtischen Gebiet [ZÃ¼richberg] ging, in welchem eine nachtrÃ¤gliche Verbesserung der ErschliessungsverhÃ¤ltnisse praktisch ausgeschlossen war. Der hier vorliegende Fall unterscheidet sich damit von denjenigen Sachverhalten, die den Entscheiden VGr, 2. November 2005, VB.2005.00263, E. 4.1.2, und 16. November 2005, VB.2005.00379, E. 3.4, beide unter www.vgrzh.ch, zu Grunde lagen. Dort waren die BaugrundstÃ¼cke bereits Ã¼berbaut; durch Ersatzbauten sollten AusnÃ¼tzungsreserven ausgeschÃ¶pft werden. Massvolle Verbesserungen der ErschliessungsverhÃ¤ltnisse waren realisierbar.) Damit liegen wichtige GrÃ¼nde im Sinn von § 360 Abs. 3 PBG vor, die ein Abweichen von den Anforderungen der Zugangsnormalien erlauben. Angesichts dieser Sach- und Rechtslage durfte der Gemeinderat Horgen ohne Rechtsverletzung davon ausgehen, dass die Parzelle Kat.-Nr. 01 strassenmÃ¤ssig hinreichend erschlossen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrenden stellen sich im Weitern auf den Standpunkt, der projektierte Bau habe gegenÃ¼ber dem R-Weg und dem T-Weg einen Abstand von 6 m einzuhalten.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.1 </b>Die kommunale BaubehÃ¶rde bringt in ihrer Vernehmlassung vor, die damaligen Rekurrierenden hÃ¤tten eine Abstandsverletzung gegenÃ¼ber dem T-Weg nicht gerÃ¼gt, weshalb ihre diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen in der Beschwerdeschrift verspÃ¤tet erfolgen wÃ¼rden. â Mit diesem Einwand wird Ã¼bersehen, dass die Vorinstanz gemÃ¤ss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amts wegen durchaus befugt war, eine allfÃ¤llig unzulÃ¤ssige Abstandsunterschreitung auch gegenÃ¼ber dem T-Weg zu prÃ¼fen und in ihre ErwÃ¤gungen aufzunehmen (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 79). Damit steht es auch den BeschwerdefÃ¼hrenden ohne weiteres zu, sich mit diesen AusfÃ¼hrungen auseinander zu setzen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.2 </b>Die Vorinstanz ist gestÃ¼tzt auf die Zugangsnormalien zum Ergebnis gelangt, dass der R-Weg von der EinmÃ¼ndung des T-Wegs bis zum Kehrplatz weniger als 10 Wohneinheiten erschliesse und daher in jenem Bereich als Zufahrtsweg zu bezeichnen sei. Entgegen der Ansicht der rekurrierenden Anwohnerschaft wÃ¼rden die Liegenschaften R-Weg 02, 03, 04, 05, 06 und 07 nicht durch den R-Weg erschlossen, sondern Ã¼ber den V-Weg und die W-Strasse. Hingegen wÃ¼rden Ã¼ber den T-Weg Ã¼ber 20 Wohneinheiten erschlossen, weshalb dieser Weg nur bei dichter Bebauung und guter Erschliessung durch Ã¶ffentliche Verkehrsmittel als Zufahrtsweg qualifiziert werden kÃ¶nne. Anders als die kommunale BewilligungsbehÃ¶rde beurteilte die Vorinstanz die Erschliessung durch den Ã¶ffentlichen Verkehr nicht als gut im Sinn der Zugangsnormalien. GemÃ¤ss § 265 Abs. 1 PBG mÃ¼sse deshalb das Bauvorhaben gegenÃ¼ber dem T-Weg einen Abstand von 6 m und gegenÃ¼ber dem R-Weg einen solchen von 3,5 m einhalten.</p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde Horgen habe jedoch von der in § 265 Abs. 1 PBG enthaltenen ErmÃ¤chtigung Gebrauch gemacht und in Ziff. 2.2.4 der Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Horgen vom 21. September 1995 (BZO) fÃ¼r die Kernzonen das Bauen auf oder nÃ¤her an die Strassengrenze gestattet, wenn dadurch das Ortsbild verbessert und die Wohnhygiene sowie die Verkehrssicherheit nicht beeintrÃ¤chtigt werde. Die Vorinstanz sah in der Reduktion eine Verbesserung des Ortsbilds und konnte keine Verschlechterung der Wohnhygiene und keine BeeintrÃ¤chtigung der Verkehrssicherheit erkennen, weshalb sie die projektierten StrassenabstÃ¤nde im Ergebnis als rechtskonform beurteilte.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.1.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass der R-Weg ein Quartier mit einer tatsÃ¤chlich mÃ¶glichen KapazitÃ¤t von mehr als 30 Wohneinheiten erschliesse, weshalb eine Zufahrtsstrasse erforderlich sei. Zum einen erschliesse der R-Weg entgegen der Annahme der Vorinstanz nicht weniger als 10 Wohneinheiten, da einerseits die Liegenschaften R-Weg 02, 03, 04, 05, 06 und 07 Ã¼ber den R-Weg erschlossen wÃ¼rden â diesbezÃ¼glich sei der Sachverhalt von der Vorinstanz unrichtig bzw. unvollstÃ¤ndig ermittelt â und anderseits die Liegenschaften R-Weg 08 und 09 eine tatsÃ¤chliche NutzungskapazitÃ¤t von bis zu 6 Wohneinheiten hÃ¤tten. Zum andern wÃ¼rden 20 Wohneinheiten Ã¼ber den T-Weg erschlossen, weshalb Ã¼ber den T- und den R-Weg, die hinsichtlich der verkehrsmÃ¤ssigen Erschliessung eine funktionale Einheit bilden wÃ¼rden, der Zugang zu mehr als 30 Wohneinheiten erfolge. Somit sei sowohl gegenÃ¼ber dem T- wie auch dem R-Weg ein Abstand von 6 m einzuhalten.</p> <p class="Urteilstext">Die Voraussetzungen fÃ¼r die in Ziff. 2.2.4 BZO vorgesehene Unterschreitung des Strassenabstands erachten die BeschwerdefÃ¼hrenden als nicht gegeben. Eine Verbesserung des Ortsbilds werde nicht erzielt, da der bestehende Eindruck beengter VerhÃ¤ltnisse noch verstÃ¤rkt wÃ¼rde. Die wohnhygienischen VerhÃ¤ltnisse und die Verkehrssicherheit wÃ¼rden aufgrund des ohnehin ungenÃ¼genden Strassenausbaus verschlechtert.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.1 </b>FÃ¼r die an die Bauparzelle grenzenden VerkehrsflÃ¤chen der Parzelle Kat.-Nr. 10 (T- und R-Weg) sind unbestrittenermassen keine Baulinien festgesetzt worden. Soweit Baulinien fehlen und die Bau- und Zonenordnung keine anderen AbstÃ¤nde vorschreibt, haben gemÃ¤ss § 265 Abs. 1 PBG oberirdische GebÃ¤ude â ungeachtet der Zonierung â gegenÃ¼ber Strassen und PlÃ¤tzen einen Abstand von 6 m und gegenÃ¼ber Ã¶ffentlichen Wegen einen solchen von 3,5 m einzuhalten. GemÃ¤ss § 50 Abs. 2 PBG kann die Bau- und Zonenordnung in Kernzonen das Bauen <i>auf</i> die Strassengrenze vorschreiben oder das Bauen <i>bis auf</i> die Strassengrenze gestatten. In Ziff. 10.2 BZO nennt die Ã¶rtliche Bau- und Zonenordnung allgemein fÃ¼r HauptgebÃ¤ude die nÃ¤mlichen AbstÃ¤nde wie in § 265 Abs. 1 PBG. Im Besonderen lÃ¤sst Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO gestÃ¼tzt auf § 50 Abs. 2 PBG fÃ¼r die Kernzonen das Bauen <i>auf</i> oder <i>nÃ¤her an</i> die Strassengrenze zu, wenn dadurch das Ortsbild verbessert wird und die Wohnhygiene sowie die Verkehrssicherheit nicht beeintrÃ¤chtigt werden.</p> <p class="Urteilstext">Dass sowohl in § 50 Abs. 2 PBG wie auch in Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO von <i>Strassen</i>grenze gesprochen wird, ist in diesem Zusammenhang bedeutungslos. Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO erlaubt in der Kernzone eine Unterschreitung des Strassenabstands unabhÃ¤ngig davon, ob es sich um eine Strasse bzw. einen Platz oder einen Weg handelt. Die Qualifikation der angrenzenden VerkehrsflÃ¤che spielt fÃ¼r die Anwendung dieser Norm also keine Rolle. Damit sind die von den BeschwerdefÃ¼hrenden als unrichtig bzw. unvollstÃ¤ndig gerÃ¼gten Feststellungen der Vorinstanz bezÃ¼glich derjenigen Sachverhaltselemente, die massgeblich fÃ¼r die Qualifikation der VerkehrsflÃ¤chen wÃ¤ren, nicht weiter zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.2.2 </b>Im vorliegenden Fall hat die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde allerdings weder in der Baubewilligung selbst noch in ihrer Rekursvernehmlassung auf Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO abgestellt. Sie ist vielmehr erst stillschweigend und hernach explizit davon ausgegangen, dass es sich bei den angrenzenden VerkehrsflÃ¤chen um Wege handle, weshalb das Bauvorhaben mit geplanten AbstÃ¤nden von 4 m gegenÃ¼ber dem T- und dem R-Weg den gemÃ¤ss Ziff. 10.2 BZO allgemein geltenden Abstand von 3,5 m einhalte. Erst die Baurekurskommission ist zum Schluss gekommen, dass Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO eine Unterschreitung des Regelabstands von 6 m gegenÃ¼ber dem von ihr als Strasse qualifizierten T-Weg rechtfertige, da die entsprechenden Voraussetzungen erfÃ¼llt seien.</p> <p class="Urteilstext">Ob die Vorinstanz mit der Anwendung von Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO eine Motivsubstitution vorgenommen hat, die es zur Wahrung des Anspruchs auf rechtliches GehÃ¶r gebieten wÃ¼rde, zumindest der beschwerten Partei Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 81 und 84 sowie § 8 N. 19 mit Hinweisen), kann mangels entsprechender RÃ¼ge offen bleiben. Jedenfalls haben die BeschwerdefÃ¼hrenden schon im Rekursverfahren vorbringen lassen, dass eine Verbesserung des Ortsbilds durch die Abstandsunterschreitung nicht erreicht werde und dass die Wohnhygiene verschlechtert und die Verkehrssicherheit beeintrÃ¤chtigt werde. Sie haben insofern zu den Voraussetzungen gemÃ¤ss Ziff. 2.2.4 Abs. 1 BZO Stellung genommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Nachfolgend sind diese Voraussetzungen zu Ã¼berprÃ¼fen:</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Wie erwÃ¤hnt handelt es sich beim GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 praktisch um die letzte unÃ¼berbaute Parzelle. Der Dimensionierung und Positionierung des Neubaus auf diesem GrundstÃ¼ck kommt damit bezÃ¼glich des Ortsbilds zweifellos eine grosse Bedeutung zu. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrenden in negativem Sinn von "Strassenschluchten" sprechen, verkennen sie, dass das nahe Zusammenstehen der Bauten der Kernzone ihr besonderes GeprÃ¤ge verleiht. Die "beengten VerhÃ¤ltnisse" sind Teil des Ortsbilds. Die Einhaltung des Strassenabstands von 6 m gegenÃ¼ber beiden angrenzenden VerkehrsflÃ¤chen (T- und R-Weg) wÃ¼rde das zulÃ¤ssige Bauvolumen massiv verkleinern. Ein zu kleiner BaukÃ¶rper inmitten des GrundstÃ¼cks entsprÃ¤che nicht der Bebauungsstruktur der Kernzone S. Mit einer Angleichung der Dimensionierung und der Positionierung des Bauvorhabens an die gewachsene Bebauungsstruktur wird noch keine verpÃ¶nte Kopie eines historischen Baus erstellt, wie das die BeschwerdefÃ¼hrenden anzunehmen scheinen. Daraus, dass es sich beim geplanten Bau nicht um einen Ersatzbau, sondern um einen Neubau handelt, kÃ¶nnen die BeschwerdefÃ¼hrenden nichts zu ihren Gunsten ableiten. Ersatzbauten dÃ¼rfen nur an der bisherigen Stelle und in den Ausmassen des bestehenden Altbaus erstellt werden (Ziff. 2.1.1 BZO); Neubauten ihrerseits, die das Ortsbild ebenso prÃ¤gen, haben sich in ihrer Stellung gut in die jeweilige Siedlungsstruktur einzuordnen (Ziff. 2.2.3 BZO). Gerade weil der Positionierung fÃ¼r das Ortsbild eine grosse Bedeutung zukommt, erlaubt Ziff. 2.2.4 BZO eine Unterschreitung des Strassenabstands. Die Baurekurskommission hat zu Recht erkannt, dass die Einhaltung eines Abstands von 6 m auf die kernzonentypische Ãberbauungsstruktur keine RÃ¼cksicht nehmen wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Die Vorinstanz hat anlÃ¤sslich des Augenscheins keine Anhaltspunkte fÃ¼r eine BeeintrÃ¤chtigung der Wohnhygiene gefunden. Inwiefern diese durch die geplanten StrassenabstÃ¤nde von 4 m beeintrÃ¤chtigt werden soll, legen die BeschwerdefÃ¼hrenden auch im vorliegenden Verfahren nicht nÃ¤her dar. Worin die geltend gemachte BeeintrÃ¤chtigung durch den NÃ¤herbau liegen soll, weil der Strassenausbau aufgrund des "nicht geringen Verkehrsaufkommens" ungenÃ¼gend sei, ist nicht ersichtlich. Aus den Akten ergeben sich auch keine weiteren Anhaltspunkte.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Mit Bezug auf die Verkehrssicherheit hat die Vorinstanz aufgrund ihrer Wahrnehmungen am Augenschein ausgefÃ¼hrt, der Strassenabstand von 4 m verringere die Sichtweiten fÃ¼r Motorfahrzeuglenker nur marginal, weshalb die Verkehrssicherheit nicht beeintrÃ¤chtigt werde. â Letztere werde, so die Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrenden, durch den ohnehin ungenÃ¼genden Strassenausbau beeintrÃ¤chtigt, weshalb der Abstand nicht noch verkleinert werden dÃ¼rfe.</p> <p class="Urteilstext">Vorab ist festzuhalten, dass die sich hier unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit interessierenden VerkehrsflÃ¤chen in einer Tempo-30-Zone befinden, in welcher gemÃ¤ss Art. 22a der Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 besonders vorsichtig und rÃ¼cksichtsvoll gefahren werden muss. FÃ¼r FussgÃ¤nger oder Fahrzeuge ist beim Kreuzen mit einem entgegenkommenden Fahrzeug ein Ausweichen auf das streitbetroffene GrundstÃ¼ck wegen der bestehenden EinzÃ¤unung schon heute nicht mÃ¶glich. Die Einhaltung eines grÃ¶sseren Strassenabstands wÃ¼rde diesbezÃ¼glich keine Verbesserung bringen. Durch den Neubau auf der Parzelle Kat.-Nr. 01 werden die SichtverhÃ¤ltnisse in Richtung des nÃ¶rdlichen Teils des R-Wegs einzig fÃ¼r Fahrzeuge leicht behindert, die vom T-Weg in den R-Weg einbiegen, um in sÃ¼dlicher Richtung zur U-Strasse wegzufahren; sie haben aber wegen der Vortrittsberechtigung von Fahrzeugen aus dem nÃ¶rdlichen Teil des R-Wegs ihre Fahrt zu verlangsamen. FÃ¼r die vom Kehrplatz am Ende des R-Wegs wegfahrenden Fahrzeuge wird die Sicht nicht zusÃ¤tzlich behindert; diese wird schon heute allein durch das bis an die Strassengrenze reichende GebÃ¤ude auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 11 (R-Weg 08) eingeschrÃ¤nkt. Es ist aus diesen GrÃ¼nden nicht zu beanstanden, wenn die Baurekurskommission eine BeeintrÃ¤chtigung der Verkehrssicherheit verneint hat.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Im Ergebnis sind die Voraussetzungen fÃ¼r eine Abstandsreduktion im Sinn von Ziff. 2.2.4 BZO erfÃ¼llt und hat die Vorinstanz den vom Bauvorhaben gewahrten Strassenabstand von 4 m zu Recht geschÃ¼tzt.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen schliesslich, die Ausfahrt vom BaugrundstÃ¼ck auf den nÃ¶rdlichen Teil des R-Wegs mÃ¼sse den Anforderungen an den Ausfahrts-Typ A gemÃ¤ss Anhang zur Verkehrssicherheitsverordnung entsprechen. â Dabei ist unbestritten, dass die geplante Ausfahrt diese Anforderungen zum Teil nicht einhÃ¤lt. Die Baurekurskommission hat jedoch erwogen, dass angesichts der besonderen kernzonentypischen VerhÃ¤ltnisse und der geringen Verkehrsbedeutung dieses Abschnitts des R-Wegs die Verkehrssicherheit nicht beeintrÃ¤chtigt sei, weshalb gestÃ¼tzt auf § 360 Abs. 3 PBG ein Abweichen von den technischen Anforderungen der Verkehrssicherheitsverordnung gerechtfertigt sei.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b>DiesbezÃ¼glich ist wiederum auf die beschrÃ¤nkte Kognition des Verwaltungsgerichts hinzuweisen (§ 50 VRG; vgl. vorn E. 3.2.1). Bei der PrÃ¼fung der Frage der Verkehrssicherheit steht der Gemeinde â entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrenden â ein von der Rekursinstanz zu beachtender Ermessensspielraum zu (RB 1986 Nr. 13; VGr, 18. Dezember 2001, VB.2001.00205; 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 64).</p> <p class="Urteilstext">Wie die Baurekurskommission zutreffend ausfÃ¼hrte, ergeben sich die Anforderungen an die projektierte Ausfahrt aus dem Anhang "Technische Anforderungen fÃ¼r Ausfahrten" zur Verkehrssicherheitsverordnung (Rekursentscheid, E. 6b). Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts stellen diese Anforderungen Normalien dar, von denen gestÃ¼tzt auf § 360 Abs. 3 PBG aufgrund der tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse abgewichen werden kann (RB 1999 Nr. 128; VGr, 18. August 2004, BEZ 2004 Nr. 64, mit weiteren Hinweisen; zuletzt VGr, 9. Februar 2005, VB.2004.00461, E. 3.2, und 29. Juni 2005, VB.2005.00048, E. 3.1, beide unter www.vgrzh.ch; vgl. auch vorn, E. 3.2.1). WÃ¤hrend von Bauvorschriften mit Gesetzesrang gemÃ¤ss § 220 Abs. 1 PBG nur beim Vorliegen besonderer VerhÃ¤ltnisse abgewichen werden darf, kÃ¶nnen bei Normalien gemÃ¤ss § 360 Abs. 3 PBG "wichtige GrÃ¼nde" ein Abweichen rechtfertigen. Diese geringeren Anforderungen fÃ¼r den Verzicht auf die Durchsetzung der Normalien erklÃ¤ren sich daraus, dass Normalien lediglich richtung­gebend sind, indem sie zeigen, was Fachleute bei durchschnittlichen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r angemessen halten (RB 1984 Nr. 100 = BEZ 1985 Nr. 5, mit Hinweisen auf frÃ¼here Entscheide). Kommt die rechtsanwendende BehÃ¶rde im Einzelfall zum Schluss, dass unter den gegebenen UmstÃ¤nden die gesetzlichen Bewilligungsvorausset­zungen â hier insbesondere die hinreichende Verkehrssicherheit gemÃ¤ss § 240 Abs. 1 PBG â erfÃ¼llt sind, ohne dass die technischen Anforderungen der Normalien eingehalten sind, so ist deren Durchsetzung unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die Baurekurskommission ist deshalb zutreffend davon ausgegangen, dass der Katalog zulÃ¤ssiger Abweichungen in § 6 VerkehrssicherheitsV nicht abschliessend ist (Rekursentscheid, E. 6c). GrÃ¼nde fÃ¼r zulÃ¤ssige Abweichungen von den Normanforderungen sind insbesondere besonders geringes Verkehrsaufkommen, Funktion der Ã¼bergeordneten Strasse als ausschliessliche Zufahrt ohne Durchgangsverkehr, bauliche Ausgestaltung oder Zweckbestimmung der Ã¼bergeordneten Strasse, die eine langsame Fahrweise nach sich ziehen (vgl. Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. <span>A., ZÃ¼rich 2003, S. 10-27).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Im vorliegenden Fall ist die Baurekurskommission nach PrÃ¼fung der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse zum Schluss gekommen, die umstrittene Ausfahrt lasse sich aufgrund der fÃ¼r eine Kernzone typischen VerhÃ¤ltnisse (relativ dichte Ãberbauungsstruktur mit beinahe an die Strassen grenzenden Bauten) kaum verbessern. Wegen der Fahrbahnbreite von 2,9 m, die der R-Weg fast Ã¼berall aufweise, kÃ¶nne dieser ohnehin nur im Schritttempo befahren werden. Von Bedeutung sei jedoch, dass sich der Weg auf der HÃ¶he der geplanten Ausfahrt auf rund 4,5 m aufweite. Der Weg sei Ã¤usserst verkehrsarm, da er nur zwei Parzellen erschliesse und eine Sackgasse sei. Die Behauptung, zum GeschÃ¤ftsbetrieb am R-Weg 09 wÃ¼rden vielen Lastwagen fahren, wertete die Vorinstanz als nicht glaubhaft.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bestreiten das Vorliegen wichtiger GrÃ¼nde oder besonderer ortsbaulicher VerhÃ¤ltnisse fÃ¼r die GewÃ¤hrung von Erleichterungen. Sie bringen in tatsÃ¤chlicher Hinsicht insbesondere vor, dass sich die mangelhaften SichtverhÃ¤ltnisse von der geplanten Ausfahrt zum Kehrplatz und die teilweise Verengung des R-Wegs auf 2,9 m verkehrsgefÃ¤hrdend auswirkten. Zudem sei der R-Weg nicht verkehrsarm, sondern wÃ¼rde unter anderem auch von vielen Lastwagen benutzt, die zum Betrieb des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 zufahren wÃ¼rden. Deshalb seien an die Verkehrssicherheit hÃ¶here Anforderungen zu stellen und die Ausfahrt an einer Ã¼bersichtlichen Stelle vorzusehen, was eine Neuprojektierung zur Folge habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Wie das Verwaltungsgericht in RB 1997 Nr. 82 entschieden hat, ist kleinrÃ¤umigen VerhÃ¤ltnissen, wie sie in alten Dorfkernen hÃ¤ufig vorkommen, nicht nur beim Ausbau des Ã¶ffentlichen Strassennetzes, sondern auch bei der Gestaltung privater Zufahrten im Sinn einer weniger strengen Handhabung der technischen Anforderungen Rechnung zu tragen. Es sind keine GrÃ¼nde ersichtlich, hier von dieser Rechtsprechung abzuweichen. Insbesondere fehlen Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass das Unterschreiten der auf den Regelfall abgestimmten technischen Anforderungen unter den gegebenen VerhÃ¤ltnissen zu einer BeeintrÃ¤chtigung der Verkehrssicherheit fÃ¼hrt:</p> <p class="Urteilstext">Es ist zwar richtig, dass das GebÃ¤ude auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 11 die Sicht in den nÃ¶rdlichen Teil des R-Wegs einschrÃ¤nkt. Dieser Teil ist jedoch â von der Ausfahrt gemessen â nur noch rund 25 m lang und wird lediglich von wenigen, langsam verkehrenden Fahrzeugen benutzt, weshalb die eingeschrÃ¤nkte Sicht in diese Richtung hingenommen werden kann. Auch wenn die Vorinstanz bezÃ¼glich der Verkehrsfrequenz die Zubringerdienste und Besucher der Liegenschaften R-Weg 02, 03, 04, 05, 06 und 07 nicht in ihre ErwÃ¤gungen einbezogen hat, Ã¤ndert das nichts daran, dass der nÃ¶rdliche Teil des R-Wegs, der im Wesentlichen als Zufahrt zu den GrundstÃ¼cken Kat.-Nrn. 11 und 12 dient, als verkehrsarm gelten kann. Die Benutzung durch viele Lastwagen ist nicht belegt.</p> <p class="Urteilstext">Die Ausfahrt vom BaugrundstÃ¼ck in den R-Weg mag von den Verkehrsteilnehmern erhÃ¶hte Aufmerksamkeit verlangen, verkehrsgefÃ¤hrdend ist sie jedoch nicht. Die Baurekurskommission hat die Abweichungen von den Anforderungen der Verkehrs­sicherheits­verordnung zu Recht als vertretbar beurteilt.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde erweist sich damit als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Verfahrenskosten <span>zu gleichen Teilen sowie unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag </span>den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG), die Ã¼berdies zu einer angemessenen ParteientschÃ¤digung an die private Beschwerdegegnerschaft zu verpflichten sind (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). Als angemessen erweist sich im vorliegenden Fall ein Betrag von Fr. 1'200.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Urteilstext">Die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung an die nicht anwaltlich vertretene Gemeinde sind nicht erfÃ¼llt; weder war besonderer Aufwand erforderlich noch war die Beschwerde offensichtlich unbegrÃ¼ndet (§ 17 Abs. 2 lit. a und b VRG).</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden </span><span>zu je einem Neuntel und </span><span>unter solidarischer Haftung </span><span>fÃ¼r den Gesamtbetrag den </span><span>BeschwerdefÃ¼hrenden auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. </span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden unter solidarischer Haftung zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 1'200.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die private Beschwerdegegnerschaft verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"> Der Gemeinde Horgen wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>