<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">C 196/99 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>III. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesrichter Schön, Spira und Bundesrichterin Widmer; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 22. März 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kantonale Arbeitslosenkasse St. Gallen, Davidstrasse 21, </div> <div class="para">St. Gallen, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">G.________, 1941, Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen, St. Gallen </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Mit Verfügung vom 29. Januar 1998 forderte die Kanto- </div> <div class="para">nale Arbeitslosenkasse St. Gallen von dem 1941 geborenen </div> <div class="para">G.________ einen Betrag von Fr. 2'296.85 an zu Unrecht </div> <div class="para">erbrachten Taggeldleistungen zurück. </div> <div class="para"> Die dagegen erhobene Beschwerde mit dem Begehren </div> <div class="para">um Aufhebung der Rückerstattung und Nachzahlung von </div> <div class="para">Fr. 6453.20 hiess das Versicherungsgericht des Kantons </div> <div class="para">St. Gallen mit Entscheid vom 22. April 1999 teilweise gut. </div> <div class="para">Es verpflichtete die Kasse, G.________ Fr. 50.75 nachzuzah- </div> <div class="para">len. </div> <div class="para"> Die Kasse führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem </div> <div class="para">Antrag, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. </div> <div class="para"> G.________ und das Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit </div> <div class="para">(ab 1. Juli 1999: Staatssekretariat für Wirtschaft [seco]) </div> <div class="para">lassen sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Im Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder </div> <div class="para">Verweigerung von Versicherungsleistungen ist die Überprü- </div> <div class="para">fungsbefugnis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">nicht auf die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich </div> <div class="para">Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens beschränkt, </div> <div class="para">sondern sie erstreckt sich auch auf die Angemessenheit der </div> <div class="para">angefochtenen Verfügung; das Gericht ist dabei nicht an die </div> <div class="para">vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sach- </div> <div class="para">verhalts gebunden und kann über die Begehren der Parteien </div> <div class="para">zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen (<span class="artref">Art. 132 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Streitig sind auf Grund der Vorbringen in der </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzig rechnerische Probleme </div> <div class="para">im Zusammenhang mit den Auszahlungen für November 1995 und </div> <div class="para">Dezember 1996. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Im November 1995 hatte die Kasse ursprünglich </div> <div class="para">Fr. 1'656.25 ausbezahlt (Abrechnung vom 11. Dezember 1995). </div> <div class="para">Diese Auszahlung erhöhte sie kurz danach auf Fr. 2065.20, </div> <div class="para">indem sie zwei Krankentaggelder für den 29. und 30. Novem- </div> <div class="para">ber hinzu addierte (Abrechnung vom 14. Dezember 1995, Arzt- </div> <div class="para">zeugnis Dr. med. L.________, FMH Allgemeine Medizin, vom </div> <div class="para">6. Dezember 1995). Die Differenz von Fr. 408.95 (2065.20 - </div> <div class="para">1656.25) zahlte die Kasse ebenfalls aus. Im Zuge einer </div> <div class="para">gesamten Neuberechnung aller Leistungen wegen der von der </div> <div class="para">Vorinstanz mit Entscheid vom 12. August 1997 neu fest- </div> <div class="para">gelegten Rahmenfristen forderte die Kasse das Total von </div> <div class="para">Fr. 2065.20 am 8. Dezember 1997 zurück, um dem Versicherten </div> <div class="para">mit Abrechnung vom 16. Dezember 1997 wieder Fr. 1656.25 für </div> <div class="para">den November 1995 zuzusprechen. Die Vorinstanz erhöhte die- </div> <div class="para">sen Betrag auf Fr. 2065.20, indem sie die von der Kasse bei </div> <div class="para">der Neuberechnung übersehenen zwei Krankentaggelder hinzu- </div> <div class="para">fügte. Somit ist die Tabelle im vorinstanzlichen Entscheid </div> <div class="para">betreffend den erwähnten Monat ("Auszahlung durch ALK: </div> <div class="para">Fr. 2065.20, Anspruch Fr. 2065.20, Differenz 0.00") rich- </div> <div class="para">tig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Im Dezember 1996 hatte der Versicherte nach 8,8 Ta- </div> <div class="para">gen seinen Höchstanspruch von 400 Tagen erschöpft (die </div> <div class="para">Summe der "entschädigungsberechtigten Tage" gemäss Tabelle </div> <div class="para">der Vorinstanz für die Monate Januar 1995 bis November 1996 </div> <div class="para">abzüglich der 5 Wartetage vom Januar 1995 ergibt ein Total </div> <div class="para">von 391,2 Tagen). Die Vorinstanz hat dies übersehen, </div> <div class="para">schrieb sie dem Beschwerdegegner in ihrer Tabelle für den </div> <div class="para">genannten Monat doch einen Anspruch auf 22 Tage gut. Da das </div> <div class="para">Taggeld im Dezember 1996 Fr. 215.35 betrug, hatte der Ver- </div> <div class="para">sicherte in diesem Monat Anspruch auf eine Auszahlung von </div> <div class="para">Fr. 1799.30 (Fr. 215.35 x 8,8 Tage = Fr. 1895.10 - 5,05 % </div> <div class="para">AHV/IV/EO = Fr. 1799.30). Nachdem die Kasse in diesem Monat </div> <div class="para">bereits Fr. 3189.70 ausbezahlt hatte (Abrechnung vom </div> <div class="para">10. Dezember 1997), entsteht ihr nach dem Gesagten für </div> <div class="para">Dezember 1996 eine Rückforderung von Fr. 1390.40 </div> <div class="para">(Fr. 3189.70 - Fr. 1799.30). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Ferner enthält die Tabelle im vorinstanzlichen Ent- </div> <div class="para">scheid einen Verschrieb in der Zeile des Monats Januar </div> <div class="para">1995, worin wohl "Auszahlung durch ALK Fr. 4650.50, An- </div> <div class="para">spruch Fr. 3628.10", aber "Differenz 0.00" steht. In Wirk- </div> <div class="para">lichkeit hat die Kasse in diesem Monat Fr. 1022.40 zu viel </div> <div class="para">ausbezahlt. Die Vorinstanz hat jedoch diese Summe trotz des </div> <div class="para">Verschriebs bei der Berechnung des Gesamtsaldos von </div> <div class="para">Fr. 50.75 berücksichtigt, wie eine Überprüfung des Totals </div> <div class="para">aller Differenzbeträge sämtlicher Monate ergibt. Daher </div> <div class="para">führt der erwähnte Verschrieb zu keiner rechnerischen Ver- </div> <div class="para">änderung des Schlussergebnisses. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die </div> <div class="para">Vorinstanz den November 1995 korrekt ermittelt hat, die </div> <div class="para">Kasse hingegen im Dezember 1996 Fr. 1390.40 zu viel bezahlt </div> <div class="para">hat. Wird von diesem Betrag der im Übrigen zutreffende Sal- </div> <div class="para">do gemäss Tabelle der Vorinstanz von Fr. 50.75 subtrahiert, </div> <div class="para">besteht als Endergebnis somit eine Rückforderung der Kasse </div> <div class="para">von Fr. 1339.65. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird</i> </div> <div class="para"> der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons </div> <div class="para"> St. Gallen vom 22. April 1999 aufgehoben, und es wird </div> <div class="para"> festgestellt, dass der Beschwerdegegner der Beschwer- </div> <div class="para"> deführerin einen Betrag von Fr. 1339.65 zurückzuer- </div> <div class="para"> statten hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungs-</i> </div> <div class="para"> gericht des Kantons St. Gallen, dem Amt für Arbeit </div> <div class="para"> St. Gallen und dem Staatssekretariat für Wirtschaft </div> <div class="para"> zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 22. März 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">i.V. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>