<h2>SubmittedText<h2><p>"Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) fordert von den Kernkraftwerken Beznau und Gösgen, dass sie die Qualität und die Ausführung der Schmiedeteile für die Dampferzeuger hinsichtlich der Einhaltung der Materialspezifikationen überprüfen. Das Ensi reagiert damit auf Informationen aus Frankreich" (Zitat aus der Medienmitteilung des Ensi vom 13. Dezember 2016). </p><p>Um rasch erste Erkenntnisse zu haben, fordert das Ensi eine vertiefte Überprüfung der Herstellungsunterlagen. In Frankreich sind die betroffenen Werke zur effektiven Nachprüfung des Karbongehalts der Dampferzeuger abgestellt worden.</p><p>1. Kann der Nachweis der Unversehrtheit der betroffenen Bauteile in den Atomkraftwerken Beznau und Gösgen durch das alleinige Studium von Dokumenten, also ohne die Analyse von Stahlproben aus dem Atomkraftwerk, erbracht werden? </p><p>2. Könnte es sein, dass mögliche Versorgungsprobleme das Ensi dazu bewogen haben, die Sicherheit nur anhand von Dokumenten zu überprüfen, statt wie in Frankreich eine Abschaltung zu veranlassen? </p><p>3. In Frankreich wurde zur Überprüfung des Materials eine Abschaltung der AKW angeordnet. Welche Sicherheitsbedenken werden in Frankreich anders gewichtet als in der Schweiz?</p><p>4. Die erste Warnung zu Fehlern in Reaktorbestandteilen kam aus dem belgischen Reaktor von Tihange. Warum hat das Ensi damals nicht sofort reagiert und erst Sicherheitsmassnahmen ergriffen, nachdem Frankreich gehandelt hatte?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Nach Angaben des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) ist das Ziel der vertieften Überprüfung der Herstellungsunterlagen, rasch einen ersten Überblick über die Herstellung der Dampferzeuger zu erhalten. Daraus ergeben sich Informationen bezüglich der wichtigsten Sachverhalte. Gestützt auf diese Unterlagen ist in einem zweiten Schritt ein Konzept für die weitere Sicherheitsbewertung abzuleiten.</p><p>2./3. Auch in Frankreich wurden die Kernkraftwerke nicht sofort abgestellt. Erste Überprüfungen im Sommer 2016 hatten in Frankreich ergeben, dass Dampferzeuger in 12 der 58 französischen Reaktoren im Hinblick auf erhöhten Kohlenstoffgehalt genauer untersucht werden mussten. Die französische Aufsichtsbehörde, die Autorité de sûreté nucléaire (ASN), verfügte im Herbst 2016 gegenüber den betroffenen Anlagen, dass sie die geforderten Messungen und Berechnungen durchzuführen hätten. 7 der 12 Reaktoren standen zum Zeitpunkt der Verfügung schon still. Die übrigen betroffenen Reaktoren wurden Ende 2016/Anfang 2017 für die Vornahme der Arbeiten vom Netz genommen.</p><p>Auch die Schweizer Aufsichtsbehörde, das Ensi, sieht aus sicherheitstechnischer Sicht keinen Anlass, die beiden Anlagen Gösgen und Beznau kurzfristig vom Netz zu nehmen. Allfällige zerstörungsfreie Prüfungen am Dampferzeuger können während eines ordentlichen Revisionsstillstands durchgeführt werden.</p><p>In Frankreich sind die Untersuchungen inzwischen weitgehend abgeschlossen. Es hat sich gezeigt, dass auch die Dampferzeuger mit einem erhöhten Kohlenstoffgehalt robust sind und kein erhöhtes Risiko darstellen.</p><p>4. Die Befunde in den Reaktordruckbehältern in Belgien haben nichts mit den Überprüfungen der Dampferzeuger zu tun. Auslöser für die Überprüfung der Dampferzeuger waren Informationen aus Frankreich, wonach der Stahl der Dampferzeuger stellenweise einen zu hohen Kohlenstoffanteil aufweisen könnte.</p>  Antwort des Bundesrates.