<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, ob er bereit wäre, sich den Anstrengungen Grossbritanniens und Frankreichs anzuschliessen und beispielsweise die Verantwortung für die Einschulung von einer Million Kindern in Afrika bis ins Jahr 2012 zu übernehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das finanzielle Engagement der Schweiz im Bildungsbereich sich mehr auf bestehende Projekte und Programme konzentrieren soll, statt neue Initiativen wie die im Postulat vorgeschlagene zu unterstützen.</p><p>In ihrer Entwicklungspolitik führt die Schweiz ihre mit anderen Gebern koordinierten Aktionen fort, die eine Stärkung der Kapazitäten der Staaten und die Umsetzung der nationalen Politiken anstreben. Die von der internationalen Gemeinschaft umgesetzten Initiativen - auch jene im Privatsektor - müssen sich ganz auf der Linie der nationalen Prioritäten befinden und über die bestehenden Kanäle laufen, um die Bildungsentwicklung in Afrika zu unterstützen. Beispielsweise beteiligt sich die Schweiz an der "Initiative Accélérée pour l'Education pour Tous" (EFA-FTI). Bei dieser von der Schweiz mit einem Betrag von 1,4 Millionen Franken pro Jahr unterstützten Initiative handelt es sich um eine globale Partnerschaft, die offizielle Staatsvertretungen, regionale Organismen, bilaterale und multilaterale Geber sowie Nichtregierungsorganisationen vereint. Sie will den am wenigsten entwickelten Ländern zusätzliche Ressourcen sichern. Die Initiative, die auch von Frankreich und Grossbritannien unterstützt wird, ist so aufgebaut, dass sie keine parallelen Mechanismen zu den vorhandenen Strukturen schafft, sondern die bereits bestehenden nationalen Systeme nutzt. Zudem werden alle Entscheide auf der Ebene der Gemeinschaft der in den Ländern stationierten Geber getroffen, die sich nahe am Geschehen befinden und deshalb am besten die nationalen Bedürfnisse und ihre Fähigkeit, zusätzliche Gelder angemessen einzusetzen, beurteilen können.</p><p>Momentan besteht die Priorität der Schweiz im Bildungsbereich deshalb darin, ihren finanziellen Beitrag in diesem globalen Fonds zu erhöhen, was auch das Gewicht der Schweiz im politischen Dialog auf nationaler Ebene mit den Empfängerländern stärken würde. Diese globale Initiative mobilisiert gegenwärtig Akteure des Privatsektors, um bestmögliche Synergien zu schaffen und so die Bildung in Afrika wirksam zu unterstützen.</p><p>In seiner Botschaft über die Weiterführung der technischen Zusammenarbeit und der Finanzhilfe zugunsten von Entwicklungsländern vom vergangenen 14. März hat der Bundesrat zehn prioritäre Themen festgelegt, darunter die Bildung.</p><p>Das geografische Schwerpunktgebiet der Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der Bildungshilfe ist Afrika, genauer Westafrika. Vier Länder (Burkina Faso, Benin, Mali, Niger) in dieser Region profitieren von Zusammenarbeitsprogrammen im Bildungsbereich.</p><p>In diesen Ländern konzentriert sich die Schweiz auf folgende wichtige Punkte:</p><p>- Verbesserung des Zugangs zur Grundbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die vom formellen Bildungssystem ausgeschlossen sind (über Schulen "der zweiten Chance", Gemeinschaftsschulen, Alphabetisierungskurse/Ausbildungen für Jugendliche und Erwachsene usw.).</p><p>- Verbesserung der Qualität und der Nützlichkeit der Ausbildungsangebote (zum Beispiel durch den Einsatz der afrikanischen Sprachen in den ersten Schuljahren, die Ausbildung der Lehrkräfte usw.).</p><p>- Bessere Steuerung der Bildungssysteme, insbesondere durch eine Dezentralisierung und Beteiligung der Zivilgesellschaft (Eltern von Schülern usw.) in Bildungsfragen.</p><p>Der Mehrwert der Schweiz liegt in ihrer Innovationskraft und der Fähigkeit, die Koordination unter den beteiligten Akteuren zu fördern.</p><p>Aktiv ist die Schweiz auf globaler Ebene auch über:</p><p>1. Uno-Institutionen (namentlich Unesco und Unicef) und die Entwicklungsbanken (Weltbank, Afrikanische Entwicklungsbank); </p><p>2. Organisationen und Netzwerke des politischen Dialogs zwischen Entwicklungsagenturen und afrikanischen Bildungsministern (Adea - Vereinigung für Bildungsentwicklung in Afrika); und </p><p>3. weltweite Initiativen, namentlich die Education for All Fast-Track Initiative.</p><p>Die Summe der jährlichen Beiträge der Schweiz im Bereich der Grundbildung beläuft sich im Durchschnitt auf 30 Millionen Franken für die bilaterale Hilfe (davon 8 Millionen für humanitäre Hilfe) und 24 Millionen Franken für die multilaterale Hilfe.</p><p>Die Deza ist auch über Schweizer NGO im Bildungsbereich tätig; ungefähr 6 Millionen Franken der Gelder, die diese jährlich von ihr erhalten, werden in die Bildung in Afrika investiert.</p><p>Im Rahmen der Reorganisation der Deza und der Umsetzung der Südbotschaft wurden die Synergien zwischen den bilateralen und multilateralen Massnahmen gestärkt. Dank einem proaktiven politischen Dialog im Rahmen der "Initiative Accélérée pour l'Education pour Tous" (EFA-FTI) setzt sich der Bundesrat für eine Stärkung der Synergien mit den neuen von Frankreich, Grossbritannien und der Fifa finanzierten Programmen ein.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.