38 Obergericht 2012 2011 des Gerichtspräsidiums Brugg, welches nur mit Beschwerde anfechtbar war und dessen V ollstreckbarkeit nicht aufgeschoben war, somit vollstreckbar. Dass der beanzeigte Anwalt gleich am Tag nach der Urteilseröffnung seinen Parteikostenanteil bis Ende Januar 2012 einforderte und anschliessend die Betreibung einleitete, kann allen- falls als voreilig und forsch betrachtet werden, allerdings ist dieses V orgehen rechtlich nicht zu beanstanden. So vermag gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung die blosse Einleitung einer Betreibung grundsätzlich keine gegen Art. 12 lit. a BGFA verstossende Hand- lung darzustellen. Hinweise dafür, dass der beanzeigte Anwalt mit seiner Betreibung lediglich die Kreditwürdigkeit des Schuldners schädigen wollte, gibt es keine. So hat der beanzeigte Anwalt nicht sogleich eine Betreibung eingeleitet, sondern die Anzeigerin zu- nächst mit Schreiben vom 18. Januar 2012 aufgefordert, die Partei- kosten bis Ende Monat zu überweisen (vgl. Schreiben vom 18. Ja- nuar 2012, Beilage zur Anzeige vom 8. Februar 2012). Eine Berufs- regelverletzung gemäss Art. 12 lit. a BGFA liegt demnach nicht vor. 5 § 14 EG BGFA Kostenauflage zu Lasten Anzeiger bei mutwilliger Anzeige: - Kostenauflage bei Anzeige gegen einen am Verfahren offensichtlich nicht (mehr) beteiligten Anwalt. - Mutwillige Prozessführung liegt vor, wenn der Anzeiger die Anzeige auf einen Sachverhalt abstützt, von dem er weiss oder bei zumutba- rer Sorgfalt wissen müsste, dass er unzutreffend ist. Erhebung einer aussichtslosen Beschwerde stellt für sich noch keine mutwillige Be- schwerdeführung dar, es bedarf eines zusätzlichen subjektiven, ta- delnswerten Elementes. Entscheide der Anwaltskommission vom 26. September 2012 (A VV .2012.3 und A VV.2012.4