Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. April 2016 (720 15 364 / 89) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invalidenrente; das noch nach altem Verfahrensstand ard eingeholte bidisziplinäre Gut- achten lässt auch im Lichte der neuen Schmerzrechts prechung nach BGE 141 V 281 ff. eine zuverlässige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu; Rentenanspruch des Versicherten zu Recht verneint Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaela Biaggi, Advoka- tin, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.4125.8575.10) A. Der 1963 geborene A.____ meldete sich erstmals i m Oktober 1999 zum Leistungsbe- zug bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung ( IV) an. Mit Verfügung vom 11. November 1999 sprach ihm die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) eine halbe IV-Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 54% rückwirk end ab November 1998 zu. Dies im We- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sentlichen aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung. Infolge eines von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens stellte die IV-Stelle die Leistungen des Versicherten mit Ver- fügung vom 11. Februar 2000 unter Hinweis auf einen ve rbleibenden Invaliditätsgrad von nun- mehr noch 10% ein. Diese Verfügung erwuchs unangefochte n in Rechtskraft. In der Folge ar- beitete der Versicherte wieder regelmässig, zuletzt al s Versicherungsberater in einem vollen Pensum bei der B.____ AG. Am 1. März 2013 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine leichte Epilepsie, einen Tinnitus, psychosomatische Krankheiten und eine Depression erneut b ei der IV zum Bezug von Leistun- gen an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Oktober 2015 den Rentenanspruch bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 30% ab. B. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vert reten durch Advokatin Raffaela Bi- aggi, mit Eingabe vom 25. November 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanton sgericht). Darin beantragte er, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Oktober 2015 sei aufzuheben und es sei die Be- schwerdegegnerin zu verurteilen, ihm die gesetzliche In validenrente zu bezahlen. Eventualiter sei eine neue Begutachtung durch das Gericht anzuordnen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün- dung brachte er im Wesentlichen vor, dass das von der IV -Stelle eingeholte bidisziplinäre Gut- achten, auf das sich die Verfügung stütze, nicht über den erforderlichen Beweiswert verfüge, da es unvollständig und in Bezug auf die darin vorgenomme ne Beurteilung der Arbeitsfähigkeit als auch die Diagnostik nicht schlüssig sei. Überdies sei die Be messung des Invalideneinkommens insofern fehlerhaft, als höchstens vom Kompetenzniveau 1 d es Tabellenlohns ausgegangen werden könne, womit ein Anspruch auf eine Viertelsrente entstünde. Zudem sei ein leidensbe- dingter Abzug von mindestens 15% zu berücksichtigen, so dass selbst bei Abstellen auf die der angefochtenen Verfügung vom 29. Oktober 2015 zugrunde gelegte Zumutbarkeitsbeurteilung ein Anspruch auf eine halbe Rente resultieren würde. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Dezember 2015 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen einer weiteren Eingabe vom 5. Januar 2 016 reichte der Beschwerdeführer eine am 26. November 2015 durchgeführte neuropsychologi sche Testung und einen hierzu er- läuternden Bericht seiner behandelnden Psychiaterin ein. E. Mit Schreiben vom 7. Januar 2016 wurde der IV-Stel le im Rahmen des rechtlichen Ge- hörs die Möglichkeit eingeräumt, fakultativ bis zum 8. Februar 2016 zu den entsprechenden Berichten Stellung zu nehmen. In der Folge machte di e IV-Stelle mit Schreiben vom 4. Februar 2016 von dieser Möglichkeit Gebrauch, wobei sie im Wesentlichen festhielt, dass in den ihr vor- liegenden Arztberichten keine neuen Befunde aufgeführ t würden, welche die im bidisziplinären Gutachten gestellten Diagnosen in Frage stellen oder a uf eine massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes hinweisen würden. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefoch tenen Verfügung vom 29. Oktober 2015 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen e ntsprechen den vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwi ckelten Begriffen in der Invalidenversi- cherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Januar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers ist vorliegend das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Neuro- logie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychoth erapie, vom 9. Februar 2015 von zentraler Bedeutung. Im neurologischen Teilgutachten von Dr. C.____ werden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei der Zustand nach inter- laminärer Fensterung und Sequestrektomie am 17. Oktobe r 2011 bei Bandscheibenvorfall L4/5 links. Anlässlich der aktuellen klinisch-neurologischen Unte rsuchung seien keine pathologi- schen Befunde erhoben worden. Es finde sich einzig eine r eizlose Narbe tief lumbal über den Dornfortsätzen aufgrund der erfolgten Sequestrektomie. Ansonsten gebe es keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung des zentralen oder peripheren Nervensystems. Der Hirnnervenbefund sei unauffällig, die Reflexe seien symmetrisch und die Kraft , die Sensibilität und die Trophik seien intakt. Auch das durchgeführte Elektroencephalogramm wei se keinen Herdbefund und keine Hinweise auf eine Epilepsie auf. Bei der Fatigue Skala für Motorik und Kognition weise lediglich einer von insgesamt 82 Werten auf eine schwere Fatigue hin. Insgesamt könne keine neurolo- gische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit g estellt werden. Anhand der Akten sei eine ab 1992 gestellte Verdachtsdiagnose einer Temporal lappenepilepsie anlässlich eines Auf- enthalts in der Klinik E.____ 1998 nicht bestätigt w orden. Als Folge davon seien die Antiepilep- tika abgesetzt worden. Im Oktober 2011 sei es aufgrund e iner Radikulopathie L5 links zu einer Diskushernienoperation gekommen mit seither bestehender Beschwerdefreiheit. Anlässlich ei- ner Begutachtung durch den Psychologen Dr. phil. F.__ __, Fachpsychologe für klinische Psy- chologie (FSP), sei im Mai 2013 bei mehrheitlich unau ffälliger kognitiver Leistung anhand einer Beeinträchtigung des figuralen Gedächtnisses auf eine f unktionelle bzw. hirnorganische Stö- rung und auf eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähig keit von 50% geschlossen worden. Diese Beeinträchtigung werde durch den Psychologen letztlich n icht begründet und sei aus rein neu- rologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Ausserdem würde n die aktuellen Aktivitäten einer we- sentlich über 50% liegenden Tätigkeit entsprechen. Der Explorand kümmere sich an zwei Ta- gen pro Woche um seine pflegebedürftigen Eltern. Fer ner kümmere er sich um seine Kinder und um den Haushalt und beschäftige sich mit Daytrading . Wenn sich der Explorand in seiner angestammten Tätigkeit im Bankensektor als stellvertretend er Teamleiter nicht mehr arbeitsfä- hig sehe, so könne dies aus neurologischer Sicht nicht er klärt werden. Ebenso könne aus neu- rologischer Sicht die von ihm beklagte Fatigue nicht ein em neurologischen Leiden im engeren Sinne zugeordnet werden. Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens diagnostizierte D r. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierend depressive Episoden, zurzeit remittiert (ICD-10 F33.4), eine undif- ferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1) sowie e ine Neurasthenie (ICD-10 F48.0). Bezüglich der psychiatrischen Diagnostik würden sich aktuell ke ine Befunde finden lassen. Die depressive Störung sei unter medikamentöser Behandlung r emittiert. Anlässlich der Untersu- chung sei der Antrieb des Exploranden unvermindert und die Gestik und Mimik seien unauffällig gewesen. Ferner sei keine verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit aufgefal- len. Der Explorand habe unter Medikation auch keine Schlafstörungen. Er leide aber an multip- len insbesondere psychovegetativen Symptomen wie Übelkei t, Schwankschwindel und einem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tinnitus, so dass ferner eine undifferenzierte Somatisier ungsstörung zu diagnostizieren sei. Diese stehe in direktem Zusammenhang mit der depressiven S ymptomatik und den akzentuier- ten Persönlichkeitszügen. Der Explorand habe wenig Zugang zu seinen Phantasien und Emoti- onen und zeige eine heftig abgewehrte Aggressivität zug unsten der Anpassung. Er kehre die Aggressivität mehrheitlich gegen sich selbst, was zur depre ssiven Symptomatik führe. Einen Teil der affektiven Spannung führe er ins Körperliche über, so dass es dann zur somatoformen Problematik komme. Überdies bestehe eine neurasthenische Problematik im Sinne einer sich unter der Depression rasch entwickelnden Erschöpfungsproblematik ohne organische Ursache. Der Explorand sei eigentlich über Jahrzehnte seinen Auf gaben nie wirklich gewachsen gewe- sen, was er aber durch seine Zuverlässigkeit und seine Ei genanstrengung habe vertuschen können. Die Problematik habe aber zu Leistungsdefiziten u nd zu Kündigungen geführt. Die Neurasthenie werde als neurotische Erkrankung aufgefasst u nd liege im Grenzbereich zwi- schen Neurose und Persönlichkeitsstörung. Aus rein psychia trischer Sicht sei der Explorand angesichts des Krankheitsverlaufs, der funktionellen Ein schränkungen und der Diagnostik in einer leitenden Funktion nicht mehr arbeitsfähig. Mit der Verantwortung für ein Team von sieben Mitarbeitern – wie dies früher der Fall gewesen sei – würde er mit grosser Wahrscheinlichkeit sehr schnell überfordert und wieder symptomatisch werden. In einer subalternen Tätigkeit als Sachbearbeiter mit einem eingeschränkten Verantwortun gsspektrum und einem eingeschränk- ten Aufgabenbereich sowie einer guten wohlwollenden Führung sei der Explorand spätestens seit der Begutachtung durch Dr. F.____ als zu 100% arb eitsfähig zu beurteilen. Gemäss den Ergebnissen des Arbeitstrainings bei der Genossenschaft G.____ und bei der H.____ AG wer- de ihm eine Arbeitsfähigkeit von nur 50% attestiert. Dieser Einschätzung könne aber im Hinblick auf das Aktivitäts- und Leistungsniveau des Exploranden im Alltag nicht gefolgt werden. Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass dem Versicher- ten aus gesamtmedizinischer Sicht dem psychiatrischen Teilg utachten entsprechend eine an- gepasste Tätigkeit ohne Führungsfunktion und einem ei ngeschränkten Verantwortungsbereich zu 100% zumutbar sei. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Er gebnisse, zu denen die Gutachter in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 9. Februar 2015 ge langt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer eine leidensadaptierte Tä tigkeit ohne Führungsfunktion zu 100% zumutbar sei. 5.3. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor) ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen keine vor. Das b idisziplinäre Gutachten ist insge- samt umfassend und die darin vorgenommenen Schlussfolg erungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben den Versicherten pers önlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf seine Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden med izinischen Berichten auseinander und begründen abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Überdies wird namentlich im psychiatrischen Teilgutachten hinsichtlich der in den Ber ichten über das Arbeitstraining bei der H.____ AG dokumentierten, realisierbaren Arbeitsfähigkeit im Umfang von nur 50% schlüs- sig dargelegt, weshalb aus psychiatrischer Sicht angesichts des Aktivitäts- und Leistungsni- veaus des Versicherten eine solche Beeinträchtigung der Ar beitsfähigkeit nicht begründet wer- den könne. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle dem Gutachten vom 9. Februar 2015 vollen Beweiswert zuerkannte. 5.4 Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind nicht geei gnet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens vom 9. Februar 2015 in Frage zu stellen. 5.5 Der Beschwerdeführer zweifelt zunächst den psychiatr ischen Fachteil des Gutachtens in Bezug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung an. Dabei m acht er geltend, diese sei insofern nicht nachvollziehbar, als Dr. D.____ den Beurteilungen von D r. F.____ vom 21. Mai 2013 und der behandelnden Psychiaterin Dr. I.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, vom 7. Juni 2013 zwar explizit zustimme, ihrer Einschätzung der Arbeitsfäh igkeit von 50% aber nicht folge. Dazu ist zunächst festzuhalten, dass Dr. D.____ in Bezug auf die entsprechenden Berichte lediglich anmerkt, dass er in der Befunderhebung keine gravierend en Divergenzen sehe. Was hingegen die Zumutbarkeit angeht, so hält Dr. D.____ ausdrückli ch fest, dass aufgrund der zwischenzeit- lich entwickelten Alltagsaktivitäten des Versicherten, wie der Pflege der Eltern, der Betreuung der Kinder, der Führung des Haushalts und des gelegent lichen Daytradings, von einer Arbeits- fähigkeit im Umfang von 100% in einer leidensadaptier ten Tätigkeit ausgegangen werden kön- ne. Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang ferner geltend macht, allein auf- grund dieser Alltagsaktivitäten könne nicht auf eine vo llständige Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft geschlossen werden, ist ihm entgegenzuhalten, da ss Dr. D.____ nicht von einer vol- len Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, sondern in einer angepassten Tätigkeit ohne Verantwortung und Führungsfunktion ausgeht. Darüber hinaus bildet die Beurteilung der Beein- trächtigung der Alltagsaktivitäten bzw. Alltagsfunktionen sowohl im Rahmen einer Depression als gerade auch bei den pathogenetisch-ätiologisch unkl aren syndromalen Beschwerdebildern, wie einer Neurasthenie oder einer Somatisierungsstörung , ein gewichtiges Kriterium bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit (vgl. auch E. 6.1 ff. h iernach). Im Übrigen weist Dr. D____ im Sinne einer umfassenden Beurteilung aufgrund der im G utachten beschriebenen Symptomatik unter Einbezug aller relevanter Vorakten überzeugend darauf hin, dass der Beschwerdeführer sich unter den Arbeitsbedingungen eines Sachbearbeiter s ohne weiteres an Regeln und Routi- nen anpassen könne. Er sei flexibel und umstellungsfähi g, er könne planen und strukturieren und seine fachlichen Kompetenzen anwenden. In der Ent scheidungsfindung sei er nicht beein- trächtigt. Die Ressourcen des Exploranden seien auf priv ater Ebene als gut zu bezeichnen und auch die psychischen Ressourcen seien insofern gut, als der Explorand in einem Tätigkeitsbe- reich eingesetzt werde, dessen Verantwortungs- und Aufgabenbereich deutlich eingegrenzt sei. 5.6 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, Dr. D .____ habe sich nicht mit der Frage auseinandergesetzt, wieweit die Remission der Depression mit der Tatsache zusammenhänge, dass er nicht mehr arbeite. Dem ist unter Hinweis auf d as unter Erwägung 5.1 Dargelegte ent- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegenzuhalten, dass Dr. D.____ sehr wohl festhält, die stetige Überforderung in der ange- stammten Tätigkeit habe die Depression nicht nur verursacht , sondern die depressive Entwick- lung auch wesentlich begünstigt. Diesbezüglich legt er f erner nachvollziehbar dar, dass der Be- schwerdeführer in einer Tätigkeit verbunden mit einem g rossen Verantwortungsbereich, wie er sie zuvor ausgeübt hatte, umgehend wieder symptomatisch we rden würde. Aus diesem Grund erachtet er den Beschwerdeführer auch nur noch in Täti gkeiten ohne wesentliche Verantwor- tung als arbeitsfähig. Seine Einschätzung, wonach es im Rahmen solcher Tätigkeiten unter Medikation nicht zu einer Exazerbation der Symptomatik komme, wird auch durch das Ergebnis des ersten Arbeitstrainings bei der Genossenschaft G.____ bestätigt. Im entsprechenden Be- richt vom August 2013 wird festgehalten, dass der Versiche rte sich durch die Arbeit in der Ad- ministration deutlich stabiler fühle. Im Rahmen des Pro gramms habe er sein Pensum innerhalb der letzten fünf Monate von 40% auf 80% steigern könne n, welches er schliesslich im Umfang von 80% nachhaltig und stabil gemeistert habe. Das Erge bnis des zweiten Arbeitstrainings bei der H.____ AG, im Rahmen dessen das Arbeitspensum auf über 80% hätte gesteigert werden sollen, ist diesbezüglich weniger aussagekräftig, da der Be schwerdeführer in dieser Zeit eine perforierte Sigmadivertikulitis erlitt und deshalb operiert werden musste, so dass es zu vermehr- ten Arbeitsausfällen kam und er sein Pensum aus dies em Grund nicht auf über 60% steigern konnte. Insofern zielt auch der Einwand des Beschwerdeführers ins Leere, wonach sich die von Dr. F.____ gezogene Schlussfolgerung, dass er nur noch zu 50% arbeitsfähig sei, in seinem Arbeitstraining widerspiegeln würde. 5.7 Als weiterer Einwand bringt der Beschwerdeführer vor, Dr. D.____ habe die Auswir- kung des Tinnitus auf die depressive Erkrankung nicht unt ersucht. Wie Dr. D.____ anlässlich der psychiatrischen Begutachtung festgehalten hat, steh t die diagnostizierte undifferenzierte Somatisierungsstörung, welche sich unter anderem in Form des Tinnitus kennzeichnet, insofern in einem direkten Zusammenhang zur depressiven Symptomati k, als ein Teil der affektiven Spannungen ins Körperliche überführt werden. Den über zeugenden Ergebnissen von Dr. D.____ zufolge ist die Depression unter Medikation seit längerer Zeit vollständig remittiert, was nahelegt, dass der Tinnitus auch keinen negativen Ein fluss auf die depressive Erkrankung hat. Im Übrigen hat die behandelnde Psychiaterin Dr. I.____ bereits in ihrem Bericht vom 7. Juni 2013 den Tinnitus als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert. Sodann hat der Beschwerdeführer gemäss dem Teilgutachten von Dr . C.____ selbst ausgesagt, dass der Tinnitus, wenn er beschäftigt sei, nicht im Vordergrund stehe. 5.8 Soweit der Beschwerdeführer im Weiteren unter Hi nweis auf die mit Schreiben vom 5. Januar 2016 eingereichte, erneut durchgeführte neu ropsychologische Testung vom 26. No- vember 2015 und den entsprechenden Bericht der behand elnden Psychiaterin Dr. I.____ vom 30. Dezember 2015 eine erneute Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit geltend macht, kann ihm ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Wie Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst beider B asel (RAD), in seiner Stellungnahme vom 21. Januar 2016 hierzu festhält, sind die neurokogni tiven Werte in ihrer Gesamtschau im Vergleich zur früheren Testung nicht signifikant schlechter geworden und es kann für vereinzel- te tiefe Messwerte auch gemäss der begutachtenden Psychologi n Dr. phil. K.____, Fachpsy- chologin Psychotherapie (FSP), Aggravation oder Simula tion von Seiten des Beschwerdefüh- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rers nicht ausgeschlossen werden. In diesem Sinn ist auch die neu geltend gemachte schwere depressive Symptomatik wenig aussagekräftig, da sie auf eine r Testmethode gründet, welche sich auf einen reinen Selbst-Evaluations-Fragebogen abst ützt. Dessen ungeachtet steht sie im Widerspruch zur Aussage des Beschwerdeführers selbst, wonach er sich selbst aktuell nicht als depressiv empfinde (vgl. den Bericht von Dr. K.____ vom 26. November 2015, S. 6). 6.1 Schliesslich ist der Einwand des Beschwerdeführers zu p rüfen, das Gutachten von Dr. Horlacher gebe keinen Aufschluss darüber, inwieweit die Somatisierungsstörung gemäss der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung Einfluss au f die Arbeitsfähigkeit habe. Inwie- fern eine im Rahmen einer Depression bestehende somatof orme Symptomatik überhaupt eine eigenständige Prüfung im Sinne der angesprochenen Sch merzrechtsprechung rechtfertigen würde, ist fraglich, da namentlich bei einer undiffer enzierten Somatisierungsstörung, im Unter- schied zu einer somatoformen Schmerzstörung, kein andaue rnder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht. Unbestritten ist aber, da ss es sich bei der von Dr. D.____ ne- ben der undifferenzierten Somatisierungsstörung diagnos tizierten Neurasthenie um ein Leiden handelt, welches zu den pathogenetisch-ätiologisch unklar en syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gezählt wird und für welches die diesbezügliche Rechtsprechung Relevanz hat. 6.2 Mit Leitentscheid vom 3. Juni 2015 hat das Bundes gericht seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörunge n und vergleichbaren psycho- somatischen Leiden revidiert und sich von der bisherigen Überwindbarkeitsvermutung verab- schiedet (BGE 141 V 281 ff.). Die Rechtsprechungsänderun g findet grundsätzlich auch auf lau- fende Verfahren wie auf das vorliegende Anwendung. Ei ne Einschränkung der Leistungsfähig- keit kann. deshalb weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenan- spruch – in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen V orgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechts- gleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumut barkeitsbeurteilung) – anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs- unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit länge- rem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristisch er Sicht an der bisherigen Schmerz- rechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Mode lls tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichb are Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äussere n Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Stell ungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizi- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargeta n werden kann, trägt weiterhin die ma- teriell beweisbelastete versicherte Person die Folgen. E ine anhaltende somatoforme Schmerz- störung und vergleichbare Leiden können somit eine Inval idität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlich en Anspruchsgrundlage im Einzel- fall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit zumindest überwiegen- der Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Au smass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). 6.4 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Licht e dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten – wie das hier vorliegende Gut achten vom 9. Februar 2015 – nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesa mthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschlies- sendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vo r Bundesrecht standhält. In sinn- gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogene n administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8 mit Hinweis). 6.5.1 Das Bundesgericht hat die massgeblichen Abklärunge n in zwei Bereiche eingeteilt: In einem ersten Teil sind unter dem Stichwort des funktion ellen Schweregrades drei Indikatoren- Komplexe zu klären, welche wiederum in weitere Indikato ren unterteilt sind. In einem zweiten Teil sind die Ergebnisse aus dem ersten Teil einer Konsistenzprüfung zu unterziehen. 6.5.2 Der erste Indikatoren-Komplex steht unter dem Ti tel “Gesundheitsschädigung“. Dabei stellt sich zunächst die Frage nach der Ausprägung der d iagnoserelevanten Befunde. Zu würdi- gen ist unter dem Aspekt der Schwere des Krankheitsgesc hehens, wie stark die Alltagsfunktio- nen beeinträchtigt sind und ob Hinweise auf Aggravation oder Simulation ersichtlich sind. Im vorliegenden Fall geht aus dem psychiatrischen Teilgutachten hervor, dass der Beschwerde- führer zusammen mit seiner Ehefrau, deren Tochter un d den gemeinsamen zwei Söhnen in einer Wohnung lebt und einen strukturierten Tagesrhyth mus verfolgt. Er führt den Haushalt vorwiegend alleine, während seine Frau einer Arbeit n achgeht. Er bringt seine beiden kleineren Kinder in die Kindertagesstätte und seine Frau zur Ar beit, kauft ein, kocht und putzt. Hin und wieder verdient er mit Daytrading etwas Geld. An zwei T agen in der Woche sorgt er zudem für seine Eltern. Dabei hilft er ihnen beim Aufstehen und Anziehen, besorgt ihnen den Haushalt, Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht kauft ein und kocht. Mit Ausnahme der Tatsache, dass er si ch schon kurz nach dem Aufstehen müde und erschöpft fühlt und nochmals hinlegt, ist seinen anamnestischen Angaben nichts zu entnehmen, was auf irgendeine Beeinträchtigung der Al ltagsfunktionen hindeuten würde. Hin- weise auf mögliche Aggravation oder Simulation finden sich ausschliesslich im neuropsycholo- gischen Testbericht von Dr. K.____ vom 26. November 2015. 6.5.3 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht d en Behandlungs- und Eingliede- rungserfolg. Dabei sind Verlauf und Ausgang der bisher durchgeführten Therapien und Einglie- derungsversuche zu würdigen, und es ist zu prüfen, ob di e therapeutischen Möglichkeiten aus- geschöpft wurden. Der Beschwerdeführer ist seit Juni 2013 nicht mehr arbe itstätig. Bis dahin hat er im Rahmen eines Pensums von 100% gearbeitet. Seinen eigenen Aussage n zufolge erachtet er sich noch immer zu circa 60% arbeitsfähig, er sucht aber keine en tsprechende Stelle, sondern ist vorwie- gend im Haushalt und in der Kindebetreuung tätig. E r ist in regelmässiger, aber eher niedrigfre- quentierter psychiatrischer Behandlung verbunden mit an tidepressiver Medikation. Den Akten ist zu entnehmen, dass je ein stationärer Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik im Jahr 1998 und im Jahr 2009 stattgefunden hat. Seit sieben Jahren war er nicht mehr in stationärer psychi- atrischer Behandlung. Als Eingliederungsmassnahmen fande n zwei Arbeitstrainings statt, von denen zumindest das erste im Ergebnis vielversprechend war . Insgesamt scheinen die thera- peutischen Möglichkeiten damit weitgehend ausgeschöpft zu sein. 6.5.4 Als weiterer Indikator zu würdigen sind die Komo rbiditäten. Der psychischen Komorbi- dität ist nach der neuen Praxis keine vorrangige Bedeut ung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche Begleiterkrankungen zu würdigen. Als p sychiatrische Diagnose besteht einzig eine remittierte depressive Störung, also keine eigent liche Diagnose. Als körperliche Begleiter- krankungen liegen lediglich eine operierte Diskushernie sowie die operierte Sigmadivertikulitis vor, welche aus neurologischer Sicht jedoch nicht als Diag nosen mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit qualifiziert werden. Vor diesem Hinter grund sind die Komorbiditäten als eher ge- ring einzuschätzen. 6.5.5 Im zweiten, die Persönlichkeit betreffenden Ind ikatoren-Komplex wird nach der Persön- lichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt , und es sind die persönlichen Res- sourcen des Versicherten zu eruieren. Aus den gutachterliche n Ausführungen von Dr. Horlacher geht hervor, dass der Beschwerdeführer in seiner Urteilsbildung nicht gestört ist. Weder der Gedankengang noch die Ideenproduktion sind ve rlangsamt. Es besteht ein guter affektiver Kontakt. Der Beschwerdeführer hat einen klaren und guten Bezug zur Realität und zu seiner Person. Seine Beziehungsfähigkeit ist erhalten, er pflegt regelmässigen Kontakt zu sei- ner Schwester, seinen Eltern und Freunden und hat auc h gelegentlich Kontakt zu Verwandten. Die persönlichen Ressourcen sind damit insgesamt noch um fassend genug erhalten, um einer Tätigkeit nachgehen zu können. 6.5.6 Im dritten Indikatoren-Komplex ist unter dem Ti tel „sozialer Kontext“ eine Abgrenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorzuneh men. Diese Faktoren bleiben als Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht invaliditätsfremd unbeachtlich. Im vorliegenden Fall si nd keine psychosozialen Faktoren mit Einfluss auf das Krankheitsgeschehen ersichtlich. 6.5.7 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht a uch in diesem Indikatoren-Komplex – wie im Indikatoren-Komplex der Persönlichkeit – die Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds. Beachtlich sind dabei die Verankerung u nd Vernetzung im sozialen Umfeld und die daraus mobilisierbaren Ressourcen. Der Beschwerdeführer lebt – wie bereits erwähnt – zusammen mit seiner Ehefrau und drei Kindern gemeinsam in einer Wohnung. Er hat aber auch regelmässigen Kontakt zu seinen Eltern und zu seiner Sch wester. Von seinem sozialen Umfeld geht somit zweifellos eine starke Stütze aus. 6.6.1 Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslic h die „Konsistenzprüfung“ vorzuneh- men. Dabei ist zu prüfen, ob die vom Gutachter festgest ellten Auswirkungen auf die Leistungs- fähigkeit aufgrund des medizinisch festgestellten Gesundheitsschadens anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrschein lichkeit nachgewiesen sind. Ein wichtiger Indikator ist dabei die Frage, ob die diskuti erte Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit gleich ausgeprägt ist wie die Einschränkungen in den sonstigen Lebensbereichen. Ferner ist zu beachten, ob die versicherte Person Therapieangebote w ahrnimmt oder mögliche Behandlun- gen auslässt. 6.6.2 Der Beschwerdeführer verfolgt eine regelmässige P sychotherapie in Kombination mit einer psychopharmakologischen Medikation. Ausser Schlafmittel beansprucht er keine weiteren therapeutischen Hilfen. Eigentliche Schmerzen beklagt er nicht. Die Beeinträchtigungen beste- hen vor allem in den die Neurasthenie kennzeichnenden Erschöpfungszuständen und den der somatoformen Problematik zuzuordnenden gelegentlichen Schwindelgefühlen und dem Tinni- tus. Aufgrund der erwähnten Indikatoren ist insgesamt e ine wesentliche Einschränkung nicht plausibel, vielmehr sind noch beträchtliche Restressourcen erkennbar, welche mit Blick auf eine künftige Arbeitstätigkeit auch im Rahmen des Erwerbsleb ens verwertbar sein dürften. Die feh- lenden Einschränkungen des Beschwerdeführers im Alltag st ehen demnach durchaus im Ein- klang mit der von den Gutachtern entsprechend veranschlagt en, vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne Verantwortung und Führungsfunktion. 7. Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, dass d as bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ genügend Aufschluss über die mass geblichen Indikatoren gibt. Die von den Gutachtern darin vorgenommene Zumutbarkeitsbeurt eilung erweist sich auch in Wür- digung der nach neuer Rechtsprechung zu berücksichtigenden Indikatoren als überzeugend. Das fragliche Gutachten lässt mithin eine zuverlässige Beu rteilung der verbleibenden Arbeitsfä- higkeit des Versicherten zu, weshalb in antizipierter Bewe iswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf allfällige zusät zliche Abklärungen verzichtet werden kann. Insgesamt resultiert in medizinischer Hinsicht, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit ohne Führungsfunktion zu 100% arbeitsfähig ist. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben bereits ausgeführt (vgl. E. 3.2 hier vor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer die Berechnung des Invalidität sgrades beanstandet, ist nachfolgend der von der IV-Stelle vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen. 8.1.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielba ren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite rentwicklung, soweit hierfür hinrei- chend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten geh abt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3 b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsge- mäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 8.1.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist zu R echt unbestritten, dass dieses unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruktu rerhebung (LSE) zu bestimmen ist. Die IV-Stelle stellte dabei auf den Tabellenlohn von Fr. 11‘488.-- gemäss Tabelle TA 1_tirage_skill_level, Sektor Finanz- und Versicherung sdienstleistungen, Kompetenzniveau der Tätigkeit 4, Spalte Männer, basierend auf 40 Woc henstunden (LSE 2012) ab. Nach Anpas- sung dieses Betrages an die Nominallohnentwicklung von 2.1% (Jahre 2013/2014) und Um- rechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszei t von 41.4 Stunden ermittelte sie ein Jahreseinkommen von Fr. 145‘677.--. 8.2.1 Gestützt auf die Ergebnisse der Abklärungen, welche dem Beschwerdeführer aus me- dizinischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit o hne Führungsfunktion eine Arbeitsfä- higkeit von 100% attestierten, ging die IV-Stelle bei der Ermittlung des Invalideneinkommens von einem jährlichen Einkommen von Fr. 101‘928.-- aus . Sie stützte sich dabei auf den Tabel- lenlohn von Fr. 8‘038.-- gemäss TA 1_tirage_skill_level , Sektor Finanz- und Versicherungs- dienstleistungen, Kompetenzniveau der Tätigkeit 2, Spalte Männer (LSE 2012). Diesen rechne- te sie nach Anpassung des Betrages an die Nominallohnen twicklung von 2.1% (Jahre 2013/2014) auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.4 Stunden um. Aus der Ge- genüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen e rmittelte sie einen Invaliditätsgrad von 30% bei einer Erwerbseinbusse von Fr. 43‘749.--. 8.2.2 Dem hinsichtlich des Invalideneinkommens vorab gelte nd gemachten Einwand, wo- nach bei der Berechnung desselben nicht auf das Kompete nzniveau 2 abgestellt werden dürfe, sondern vielmehr das Kompetenzniveau 1 – was dem früher en Anforderungsniveau 4 entspricht – zu veranschlagen sei, kann nicht gefolgt werden. Das Kom petenzniveau 1 umfasst lediglich einfache körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten, wä hrend Tätigkeiten wie Datenverarbei- tung und Administration dem Kompetenzniveau 2 zugeordnet sind. Den gutachterlichen Ausfüh- rungen von Dr. D.____ zufolge ist der Beschwerdeführer durchaus noch fähig, seine kaufmän- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischen Fachkompetenzen zu realisieren. Der Versicherte s ei anpassungsfähig, er könne pla- nen und strukturieren und sei flexibel und umstellungsf ähig, so dass er eine administrative Tä- tigkeit ohne erhöhte Verantwortung ausüben könne. Unter diesen Umständen ist nicht zu bean- standen, dass die IV-Stelle bei der Festlegung des Invali deneinkommens vom Kompetenzni- veau 2 ausgegangen ist. 8.2.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Ein- zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch a uf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er d arf 25% nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Die Ein schätzung des leidensbedingten Abzugs ist eine Ermessensentscheidung. Bei deren Überprüfung ka nn es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vor- instanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob der zu ü berprüfende Entscheid, den die Be- hörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit d en allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässiger weise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung al s naheliegend erscheinen lassen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis). 8.2.4 Vorliegend hat die IV-Stelle keinen Abzug vom Tabellenlohn vorgenommen. Der Be- schwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle hätte ihm aufgrund seiner leidensbedingten Ein- schränkungen einen Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 15% zubilligen müssen. 8.2.5 Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers wu rde seiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit mit der Berücksichtigung eines tieferen Lohnes aus dem Kompetenzniveau 2 bereits ausreichend Rechnung getragen. Da ihm die vor Eintritt der Invalidität ausgeübte Arbeit − einzig aus psychischen Gründen in einem anderen Kompete nzniveau − körperlich uneinge- schränkt zumutbar ist, besteht somit keine Grundlage für einen Abzug wegen leidensbedingter Einschränkung. Wie die IV-Stelle im Weiteren bereits ausgeführt hat, gilt eine psychisch beding- te verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeit skollegen rechtsprechungsge- mäss nicht als eigenständiger abzugsfähiger Umstand (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2014, 8C_97/2014, E. 4.2 mit zahlreichen Hin weisen). Weitere Kriterien, die einen Ab- zug vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind vorlie gend aber nicht ersichtlich. Vor diesem Hintergrund gibt es keinen Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen und einen lei- densbedingten Abzug zu gewähren. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinko mmen von Fr. 101‘928.-- dem Valideneinkommen von Fr. 145‘677.-- gegenüber, so ergibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 43‘749.--. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad vo n rund 30% (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.). Die IV-Stelle hat den Rentenans pruch des Versicherten in der angefochte- nen Verfügung vom 29. Oktober 2015 demnach zu Recht ve rneint. Bei diesem Ergebnis ist die Beschwerde abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist de r Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen si nd . Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Sozialversicherungen Präsidentin Gerichtsschreiberin http://www.bl.ch/kantonsgericht