Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2021 15 Zwischenbescheid vom 27. Januar 2021 im Hauptverfahren III 2020 213 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter lic.iur. Josef Mathis, Gerichtsschreiber Parteien A.________ AG, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________, gegen 1.C.________, Vorinstanz, 2.D.________ AG, Beigeladene, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. E.________, Gegenstand Öffentliches Beschaffungsrecht (Druckleitungen: Erneuerung Aussenkorrosionsschutz; aufschiebende Wirkung)2 Sachverhalt: A.Die C.________ AG (nachfolgend C.________) hat am ___ im Amtsblatt (ABl Nr. ___) sowie auf der Plattform www.simap.ch die Arbeiten zur Erneuerung des Aussenkorrosionsschutzes der Druckleitungen 1 und 2, ___, im offenen Ver- fahren, nicht dem Staatsvertragsbereich unterliegend, ausgeschrieben. Innert Frist bis am 15. September 2020, 12 Uhr, reichten fünf Anbieter Offerten ein. Gemäss Protokoll der Angebotsöffnung vom 15. September 2020 haben unter anderem die D.________ AG ein Angebot über Fr. 3'777'059.71 eingereicht so- wie die A.________ AG ein Angebot über Fr. 3'700'785.-- sowie eine Unterneh- mervariante über Fr. 3'559'260.--. B.Die D.________ AG und die A.________ AG wurden von der C.________ je auf den 13. Oktober 2020 zu einer Angebotspräsentation eingeladen. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2020 bedankte sich die C.________ bei der A.________ AG für deren Offertstellung und sie teilte ihr mit, dass aufgrund der Auswertung der Angebote keine Leistungen an sie vergeben werden könnten, ihr dies auf Wunsch anlässlich eines Debriefings erläutert werde. Das Schreiben enthielt eine Rechtsmittelbelehrung und als Beilage die Bekanntgabe des Sub- missionsergebnisses, wonach die Arbeiten für Fr. 3'777'059.71 exkl. MwSt. an die D.________ AG vergeben worden seien. Dies mit der Begründung "Beste Er- füllung der Zuschlagskriterien". Auf Wunsch der A.________ AG erfolgte am 21. Dezember 2020 mit der C.________ eine Nachbesprechung der Arbeitsvergabe. C.Am 23. Dezember 2020 lässt die A.________ AG gegen die Vergabe vom 14. resp. 15. Dezember 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Beschwerde erheben und beantragen: I. Anträge 1. Die vorliegende Beschwerde sei gutzuheissen und die Verfügung der C.________ AG ("Submissionsergebnis", Vergabe des Auftrags an die D.________ AG vom 15. Dezember 2020) sowie der Verwaltungsratsbeschluss der C.________ AG vom 14. Dezember 2020 seien aufzuheben. 2. Der Zuschlag betreffend Arbeitsvergabe für den Auftrag "C.________ AG, ___, Druckleitungen 1 und 2, Erneuerung Aussenkorrosionsschutz" sei der Be- schwerdeführerin entsprechend dem eingereichten Angebot zu erteilen. 3. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung im Sinne der Erwägungen des Verwaltungsgerichts an die Vorinstanz / Auftraggeberin zurückzuweisen. 4. Subeventualiter sei bei Nichterteilung der aufschiebenden Wirkung und bei Ver- tragsschluss zwischen der Vorinstanz / Auftraggeberin und der Zuschlagsemp- fängerin die Rechtswidrigkeit der Zuschlagsverfügung vom 15. Dezember 2020 festzustellen und die Vorinstanz / Auftraggeberin zu verpflichten, an die Be- schwerdeführerin einen Schadenersatz von CHF 175'000.00 zu leisten.3 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Vorinstanz. Prozessanträge 1. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und der Vorinstanz / Auftraggeberin sei zu verbieten, den Vertrag gemäss dem er- folgten Zuschlag abzuschliessen. 2. Der Beschwerdeführerin sei unter Beachtung des Vertraulichkeitsgrundsatzes Akteneinsicht in die Unterlagen der Vorinstanz / Auftraggeberin betreffend die Offertbewertung (Unterlagen, wie die Offertbewertung bzw. die einzelnen Be- wertungen bzw. Benotungen betreffend die Grundofferte und die Unternehmer- variante der Beschwerdeführerin und betreffend die Offerte der Zuschlagsemp- fängerin zustande kamen) zu gewähren und eine angemessene Frist von min- destens 30 Tagen zur Vernehmlassung anzusetzen. D.Mit Verfügung vom 29. Dezember 2020 wurde der Beschwerde einstweilen bis auf Widerruf aufschiebende Wirkung erteilt. Der C.________ wurde Frist zur Vernehmlassung und Akteneinreichung angesetzt; die Zuschlagsempfängerin wurde eingeladen, durch Einreichen einer Vernehmlassung dem Verfahren als Beigeladene beizutreten. Sämtliche Parteien wurden aufgefordert, zum Umfang der Einsichtnahme in die vorinstanzlichen Akten Stellung zu nehmen. E.Mit Vernehmlassung vom 15. Januar 2021 tritt die D.________ AG als Bei- geladene dem Verfahren bei und beantragt: I. Rechtsbegehren 1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten wer- den kann. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. 7.7% MWST) zulasten der Be- schwerdeführerin. II Verfahrensanträge 1. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen. 2. Es sei der Beschwerdeführerin keine Einsicht in die Akten der Vorinstanz zu gewähren. 3. Eventualiter sei der Beschwerdeführerin unter Beachtung des Vertraulichkeits- grundsatzes Akteneinsicht zu gewähren, mit Ausnahme der von der Beigelade- nen eingereichten Angebotsunterlagen etc. 4. Allfällige Fristen (Einreichung von allfälligen weitere Stellungnahmen etc.) seien kurz und nicht erstreckbar anzusetzen. F.Die C.________ beantragt mit Vernehmlassung vom 18. Januar 2021: 1. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Das Gesuch um die Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, und die superprovisorisch gewährte aufschiebende Wirkung sei aufzuheben.4 3. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Akteneinsicht und allfällige Editionsbe- gehren seien einstweilen abzuweisen; eventualiter sei die Akteneinsicht erst nach dem Entscheid über die aufschiebende Wirkung zu gewähren und auf Ak- tenstücke zu beschränken, die keine schutzwürdigen Informationen der Mitbe- teiligten oder anderer Anbieterinnen oder der Vorinstanz enthalten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% MWST) zulasten der Beschwerdeführerin und/oder der Staatskasse. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Die Beschwerdeführerin beantragte mit Beschwerde vom 23. Dezember 2020 die aufschiebende Wirkung. Mit Verfügung vom 29. Dezember 2020 wurde diese einstweilen bis auf Widerruf erteilt (vgl. Art. 17 Abs. 2 Interkantonale Ver- einbarung über das öffentliche Beschaffungswesen [IVöB; SRSZ 430.120.1] vom 25.11.1994 / 15.3.2001). Die Vorinstanz sowie die Beigeladene beantragen ver- nehmlassend den umgehenden Entzug der aufschiebenden Wirkung. Gegen- stand des vorliegenden Zwischenbescheides bildet allein dieser Antrag auf Ent- zug der aufschiebenden Wirkung. Mithin ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen hierzu gegeben sind. 1.2Über ein Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ist ohne Verzug zu entscheiden (§ 42 Abs. 3 Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRP, SRSZ 234.110] vom 6.6.1974). Das Nämliche gilt für den von der Vorinstanz so- wie der Beigeladenen beantragten Entzug der aufschiebenden Wirkung. Nach- dem die für das öffentliche Beschaffungswesen zuständige Gerichtskammer III zeitnah tagt, ist über den Antrag in Kammerbesetzung und nicht durch den Ein- zelrichter zu befinden (vgl. betreffend die konkurrierende Zuständigkeit nach § 23 Abs. 2 VRP VGE III 2014 2 vom 7.1.2014 Erw. 1.5 mit Hinweis auf EGV-SZ 1982 Nr. 1 Erw. 2). 2.1Die Submissionsbeschwerde hat von Gesetzes wegen keine aufschieben- de Wirkung (Art. 17 Abs. 1 IVöB). Auf Gesuch hin oder von Amtes wegen kann das Gericht die aufschiebende Wirkung erteilen, wenn die Beschwerde als aus- reichend begründet erscheint und keine überwiegenden öffentlichen oder priva- ten Interessen entgegenstehen (Art. 17 Abs. 2 IVöB). Vorliegend erfolgte die Er- teilung einstweilen bis auf Widerruf, nachdem die Beschwerdeführerin die auf- schiebende Wirkung mit begründeter Beschwerde vom 23. Dezember 2020 be- antragt hatte. 2.2Einer Beschwerde kann keine aufschiebende Wirkung erteilt werden, wenn sie offensichtlich unbegründet ist. Mit diesem Erfordernis soll verhindert werden, 5 dass offensichtlich unbegründete Rechtsmittel dazu verwendet werden, die Durchführung einer Beschaffung hinauszuzögern (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3c; Galli/Moser/Lang/Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. Zürich 2013, Rz. 1342). Das Kriterium der ausreichenden Begründung verlangt eine Prima-facie-Würdi- gung der materiellen Rechtslage. Diese Würdigung erfolgt - praxisgemäss und soweit der Mangel nicht geradezu offensichtlich ist - nicht unmittelbar nach Ein- gang der Beschwerde, sondern nach einstweiliger Erteilung der aufschiebenden Wirkung bis auf Widerruf hin auf entsprechenden Antrag zum Entzug der auf- schiebenden Wirkung. Dem Antrag auf Entzug ist statt zu geben, wenn die sum- marische Prüfung ergibt, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten oder sie ab- zuweisen ist. 2.3.1Sind hingegen Erfolgschancen der Beschwerde vorhanden oder bestehen darüber Zweifel, bedarf es einer Interessenabwägung aufgrund einer summari- schen Beurteilung der im Zeitpunkt des prozessualen Entscheids überblickbaren Rechts- und Sachlage (VPB 66.37 Erw. 2e; BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3a). Es gilt dabei einerseits zu beachten, dass die Anordnung der aufschiebenden Wirkung der erwähnten Verwirklichung eines ausreichenden Rechtsschutzes dient. Aus- gangspunkt ist mithin die Gewährung des effektiven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen, die das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (vgl. VPB 69.80 Erw. 2c; VPB 66.37 Erw. 2c). Dem Interesse der Auftraggeberin ist dabei nicht von vornherein ein stärkeres Gewicht beizumessen (vgl. Galli/Mo- ser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1341). Wird die aufschiebende Wirkung nicht erteilt und ist der Vertrag bereits abgeschlossen, ist nämlich nurmehr ein Feststel- lungsentscheid möglich (Art. 18 Abs. 2 IVöB; BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3a). Ander- seits ist aber auch zu berücksichtigen, dass der Vergabestelle bei der Beurtei- lung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien ein weiter Ermessensspiel- raum zur Verfügung steht, in welchen das Gericht, dem keine Überprüfung der Angemessenheit des Entscheids zusteht (Art. 16 Abs. 2 IVöB), nicht eingreift (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3c). Gleiches gilt analog auch bei der Festlegung der Eignungskriterien (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 557 und 564; EGV- SZ 2003 B. 1.3). 2.3.2Der Umstand, dass die aufschiebende Wirkung nicht ex lege gilt, gebietet nicht, die aufschiebende Wirkung nur ausnahmsweise zu gewähren. Vielmehr bedarf es einer individuellen Prüfung (BEZ 1999, Nr. 9 Erw. 1c; VPB 66.37 Erw. 2c; BR 4/99, S. 149 Nr. S 53). Dabei soll aber die aufschiebende Wirkung nur bei Vorliegen guter Gründe gewährt werden, kommt doch dem öffentlichen 6 Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides von Vornherein einiges Gewicht zu (vgl. Verfügung BGer 2C_717/2020 vom 6.10.2020). 2.3.3 Das öffentliche Interesse ist vornehmlich in einer möglichst verzögerungs- freien Beschaffung zu sehen. Soweit zeitliche Dringlichkeit geltend gemacht wird, darf darauf in der Regel nur abgestellt werden, wenn sich diese aus äusseren Umständen ergibt und nicht der eigenen unzureichenden Zeitplanung der verge- benden Instanz zuzuschreiben ist (BEZ 2001, Nr. 39 Erw. 3b). Schon bei der Planung ist zu bedenken, dass gegen den Zuschlag ein Rechtsmittel ergriffen werden kann, dem gegebenenfalls die aufschiebende Wirkung erteilt wird (BR 4/99, S. 149, S. 53). Beschaffungsgeschäfte samt Durchführung des eigentlichen Submissionsverfahrens sind nach Möglichkeit langfristig genug zu planen (Galli/ Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1328; VPB 62.79 Erw. 3c; betr. zeitliche Dring- lichkeit siehe auch EGV-SZ 2005 B 1.4 und 1.5). 2.3.4Die Interessen einer beschwerdeführenden Partei liegen in der Chancen- wahrung im Hinblick auf den Zuschlag, die des Zuschlagsempfängers in einem baldigen Vertragsabschluss (BEZ 1999, Nr. 2 Erw. 1c; zur aufschiebenden Wir- kung im Submissionsverfahren: VGE 1024/05Z vom 30.6.2005 Erw. 2). Diesbe- züglich hält die bundesgerichtliche Praxis fest, dass dieses wirtschaftliche Inter- esse der Beschwerde führenden Partei für sich allein zur Gewährung der auf- schiebenden Wirkung grundsätzlich nicht genügt, ausser wenn bei provisorischer Einschätzung eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Gutheissung der Be- schwerde spricht oder wenn Umstände aufgezeigt werden, welche klar gegen die im Submissionsverfahren grundsätzlich zu vermutende Dringlichkeit bei der Um- setzung des Vergabeentscheides sprechen (Verfügungen BGer 2C_717/2020 vom 6.10.2020; 2C_1086/2017 vom 17.1.2018 Erw. 3.2; 2C_994/2016 vom 17.11.2016 Erw. 2.1). 2.4Es gilt damit in einem ersten Schritt im Rahmen einer prima-facie-Würdi- gung der Eintretensvoraussetzungen und der materiellen Rechtslage vorzuneh- men; ergibt diese, dass auf Nichteintreten oder Abweisung der Beschwerde zu befinden ist, ist dem Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung statt zu ge- ben. Andernfalls ist in einem zweiten Schritt die erwähnte Interessenabwägung vorzunehmen und dem Antrag dann statt zu geben, wenn das öffentliche Interes- se am raschen Vollzug des Vergabeentscheides überwiegt. 3.Was die Sachurteilsvoraussetzungen anbelangt, so kann festgehalten wer- den:7 3.1Gegen Verfügungen der Vergabebehörde (wozu sowohl der Zuschlag als auch der Ausschluss vom Verfahren zählen, Art. 15 Abs. 1 bis lit. d und e IVöB) kann innert 10 Tagen seit Eröffnung der Verfügung schriftlich und begründet Be- schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz erhoben werden (Art. 15 Abs. 2 IVöB; § 3 KRB über den Beitritt des Kantons Schwyz zur IVöB). Vorliegend reicht die Beschwerdeführerin Beschwerde gegen die ihr am 15. De- zember 2020 eröffnete Arbeitsvergabe an die Beigeladene ein sowie - implizit - auch gegen die Nichtberücksichtigung / den Ausschluss ihrer Unternehmervaria- nte. Die Beschwerde wurde am 23. Dezember 2020 und damit fristgerecht beim hierfür zuständigen Verwaltungsgericht schriftlich mit einer Begründung einge- reicht. 3.2Die Beschwerdelegitimation setzt bei der Submissionsbeschwerde nicht nur voraus, dass die Partei von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen ist (etwa weil sie sich durch Offertstellung am Verfahren beteiligt hat), sondern gemäss Rechtsprechung darüber hinaus auch, dass die Stellung der Beschwer- de führenden Partei durch eine Beschwerdegutheissung unmittelbar beeinflusst wird (vgl. VGE III 2019 46 vom 24.4.2019 Erw. 1.3.1 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. auch BGE 141 II 14 Erw. 5). Zeigen Zwischenergebnisse der gerichtlichen Beurteilung auf, dass keine Chancen für einen Zuschlag an die Beschwerde führende Partei mehr bestehen, werden die noch nicht beurteilten Rügen praxis- gemäss nicht weiter beurteilt (vgl. VGE III 2008 241 vom 30.1.2009 Erw. 2.1, mit Hinweisen u.a. auf VGE 1053-1055/02 vom 17.4.2003 Erw. 1b, Robert Wolf, Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide - Eine Übersicht über die Rechtspre- chung zu den neuen Rechtsmitteln, in: ZBl 2003, S. 1 ff. v.a. S. 11 f.). Gemäss Auswertungstabelle rangiert die Beschwerdeführerin mit 558 Punkten (von maximal 600 Pt) unmittelbar hinter der Beigeladenen mit 572 Punkten auf Rang 2. Beim Zuschlagskriterium Preis (max. 300 Pt; Gewichtung 50%) erreichte sie mit einer Offertsumme von Fr. 3'700'785.-- die maximal möglichen 300 Punk- te, die Beigeladene für das Angebot über Fr. 3'777'059.71 290 Punkte. Die Be- schwerdeführerin macht sodann geltend, das günstigste Angebot sei ihre Unter- nehmervariante mit Fr. 3'559'260.--, wobei bezüglich deren Auswertung bzw. Ausschluss Unklarheit bestehe. Dringt die Beschwerdeführerin mit ihren Rügen durch, besteht offenkundig die Chance, den Zuschlag zu erhalten. Mithin ist sie zur Beschwerde legitimiert. Somit ist in einem nächsten Schritt die materielle Rechtslage summarisch zu prüfen. 4.1Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Begründung des Submissionsergebnisses resp. der Mitteilung sei ungenügend 8 (vgl. Ingress Bst. B), die Vergabebehörde habe ihren Entscheid ungenügend be- gründet. Die Vergabeverfügung ist summarisch zu begründen und mit einer Rechtsmittel- belehrung zu versehen (§ 36 Abs. 2 VIVöB). Letzterem ist die C.________ nach- gekommen; die Begründung ist offenkundig sehr kurz gehalten. Allerdings offe- rierte die C.________ der Beschwerdeführerin eine Nachbesprechung, wovon diese am 21. Dezember 2020 Gebrauch gemacht hat, was die doch sehr sum- marische Begründung in den Hintergrund treten lässt. Anlässlich der Nachbe- sprechung wurden ihr die Auswertungen der Eignungs- und Zuschlagskriterien (inkl. Unterkriterien und zu vergebende Punkte, d.h. das Auswertungsschema) sowie die Bemerkungen zu ihrer Offerte offengelegt. Dieses Vorgehen der C.________ ist nicht zu beanstanden (vgl. § 36 Abs. 3 VI- VöB). Aus der Vorankündigung der Beschwerdeführung der Beschwerdeführerin an die C.________ vom 22. Dezember 2020 geht denn auch hervor, dass es ihr insbesondere um eine vertiefte Akteneinsicht gehe, um die Situation noch einmal zu beurteilen und alsdann zu entscheiden, ob an der Beschwerde festgehalten werden solle. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist unter diesen Umständen prima vista auszuschliessen. Aber selbst wenn eine solche vorläge, dann wäre sie nicht der- art gravierend, dass sie im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nicht geheilt werden könnte (Urteil BVGer B-3302/2019 vom 24.9.2019 Erw. 6.2). Es wäre die Verletzung gegebenenfalls im Rahmen der Kostenfrage zu berücksichtigen, än- derte aber nichts an der Vergabe (vgl. VGE III 2019 205 vom 20.3.2020 Erw. 2.4 und 8). 4.2Des weitern ist vorauszuschicken, dass im Submissionsbeschwerdeverfah- ren in ausgeprägtem Masse ein Rügeprinzip gilt; eine Rechtsanwendung von Amtes wegen drängt sich nur bei schwerwiegenden Rechtsmängeln auf. Dies ist beispielsweise der Fall bei der Wahl einer nicht den Vorschriften entsprechenden Verfahrensart (EGV-SZ 2006 B 11.1 Erw. 4.1 sowie B 11.2 Erw. 3.2). Vorliegend trägt die Beschwerdeführerin nicht viele materielle Rügen vor. Sie be- gründet dies mit mangelnder Information aufgrund einer Verletzung des rechtli- chen Gehörs durch die Vorinstanz (diese Rüge ist - wie aufgezeigt - prima vista unbegründet). Die Beschwerdeführerin behält sich aus diesem Grunde weitere Rügen für einen zweiten Schriftenwechsel ausdrücklich vor. Dies ist nicht grundsätzlich unzulässig und namentlich dann angezeigt, wenn eine Vergabe- behörde in der Tat erst mit einer Beschwerdevernehmlassung die Begründung der Vergabe liefert (vgl. Urteil BGer 2P.23/2004 vom 13.8.2004 Erw. 2.2). Vorlie-9 gend jedoch hat eine Nachbesprechung der Vergabe stattgefunden, anlässlich welcher der Beschwerdeführerin die Kriterien, das Auswertungsschema und die Auswertung ihrer Offerte dargelegt wurden. Wie ihrem Mail vom 22. Dezember 2020 entnommen werden kann, ermöglichte dies ihr selbst, im Nachgang der Nachbesprechung vertiefte Überlegungen anzustellen und sich für die Be- schwerdeführung zu entscheiden. Es waren ihr denn auch sämtliche Unterkriteri- en der Zuschlagskriterien bekannt und sie wusste um alle ihr Angebot beschla- genden Punkteabzüge inkl. deren Begründung. Damit waren ihr sämtliche Rügen ihr eigenes Dossier betreffend grundsätzlich möglich und es bestand keine Ver- anlassung, nur schon das Vorbringen von minimal begründeten Rügen auf den zweiten Schriftenwechsel zu verschieben. So ist insbesondere nicht zu hören, ei- ne fehlerhafte Auswertung des Zuschlagskriteriums Preis könne noch nicht gerügt werden. Denn diesbezüglich erhielt die Beschwerdeführerin bereits sämt- liche erforderlichen und möglichen Informationen (vgl. dazu auch nachfolgend Erw. 4.3). Unbekannt ist ihr lediglich das Angebot der Zuschlagsempfänge- rin/Beigeladenen und dessen Auswertung (abgesehen vom Preis und dessen Auswertung, was bekannt war). Die entsprechende Akteneinsicht ist aber ohne- hin begrenzt aufgrund der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses (§ 17 Verord- nung zur Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen [VIVöB; SRSZ 430.130] vom 15.12.2004; Urteil BGer 1C_665/2017 vom 16.1.2019 Erw. 3.3). Auch steht der Vergabebehörde bei der Auswertung der Zu- schlagskriterien ein erhebliches Ermessen zu, welches das Gericht - namentlich wenn es um technische Belange geht - beachtet (VGE III 2015 239 vom 21.4.2016 Erw. 4.4). In Prima-facie-Würdigung lässt ein Blick in die Auswertung der Offerte der Beigeladenen keine willkürliche Ermessensausübung erkennen. Zusammenfassend besteht - im Rahmen der Prüfung des beantragten Entzugs der aufschiebenden Wirkung - keine Veranlassung, allfällige erst im zweiten Schriftenwechsel vorzutragende Rügen zu berücksichtigen bzw. die aufschie- bende Wirkung nur deshalb nicht zu entziehen, weil im zweiten Schriftenwechsel womöglich noch neue Rügen vorgetragen werden. Hierzu besteht im konkret vor- liegenden Fall keine Veranlassung. 4.3Die Beschwerdeführerin spricht die Möglichkeit einer fehlerhaften Auswer- tung des Zuschlagskriteriums 'Preis' an (Beschwerde Rz. 25), behält sich indes eine substantiierte Rüge für den zweiten Schriftenwechsel vor. Gemäss Ausschreibungsunterlage wird das Kriterium Preis mit 50% gewichtet. Weitere Informationen enthielt die Unterlage nicht (vgl. Ausschreibungsunterlage, 0_Gesamtübersicht, Ziff. 11). 10 Der Bewertungstabelle kann entnommen werden, dass für das Zuschlagskriteri- um Preis maximal 300 Punkte und minimal 50 Punkte zu vergeben waren. Dies konnte die Beschwerdeführerin auch der ihr abgegebenen, teilweise geschwärz- ten Bewertungstabelle entnehmen. Der Vernehmlassung der Vorinstanz lässt sich sodann entnehmen, dass der Be- schwerdeführerin anlässlich der Nachbesprechung "auch die Preisspanne von 50% erläutert" wurde (Vernehmlassung Vi Rz. 27). Eine Nachkontrolle der Auswertung bestätigt die Korrektheit der Bewertung: Das Angebot der Beschwerdeführerin ist mit Fr. 3'700'785.-- das günstigste und er- hielt die vollen 300 Punkte. Die Minimalpunktezahl von 50 gab es ab einer Of- fertsumme von 150% des günstigsten, d.h. ab Fr. 5'551'177.50. Dies führt dazu, dass pro Fr. 7'402.-- Unterschied zum günstigsten Angebot 1 Punkt abgezogen wird ([5'551'177.50 - 3'700'785] / 250). Das Angebot der Zuschlagsempfängerin ist um Fr. 76'294.71 teurer, was zu einem Punkteabzug von (gerundet) 10 Punk- ten führt (Berechnungsalternative: pro 1% teureres Angebot gibt es 5 Punkte Ab- zug [Preisspanne von 50%, max. 300Punkte, mind. 50 Punkte]; das Angebot der Beigeladenen ist 2.06% teurer, was 10 Punkten Abzug entspricht). Gemäss Auswertung erhielt die Zuschlagsempfängerin 290 Punkte, was somit nachvoll- ziehbar ist. Das Nämliche gilt auch für die weiteren Angebote. 4.4Weiter hält die Beschwerdeführerin fest, es bestünden mindestens begrün- dete Zweifel, ob die Unterkriterien des Zuschlagskriteriums ZK01 in der Auswer- tung ihres Angebotes korrekt bewertet worden seien. Neben dem Zweifel bezüglich der Preisauswertung (vgl. oben Erw. 4.3) führt die Beschwerdeführerin als einziges konkretes Beispiel an, sie müsse davon ausge- hen, dass der C.________ beim Punkt "Unterdruckhaltung" ein Rechenfehler un- terlaufen sei, der zu einem unberechtigten Punkteabzug geführt habe. Die Vorin- stanz habe sowohl ihre Berechnung der Unterdruckhaltung als auch deren Berücksichtigung in der Auswertung offen zu legen, damit sie dies nachvollzie- hen könne (Beschwerde Rz. 21). Allerdings geht die Beschwerdeführerin dann auch nicht weiter auf diesen Punkt ein mit der Begründung, sie benötige zuvor umfassende Akteneinsicht. Die C.________ bestätigt in der Vernehmlassung, dass sie beim beschwerdefüh- rerischen Angebot einen Abzug vorgenommen habe, weil gemäss Ihrer eigenen Berechnung der gemäss Ausschreibungsunterlagen verlangte Unterdruck und Luftaustausch durch dieses Angebot nicht gewährleistet werden könne (vgl. Ver- nehmlassung Vi Rz. 30 ff.). Sie bestreitet dabei, dass es zu einem Rechenfehler gekommen sei und hält fest, das Angebot der Beschwerdeführerin und die wei-11 terführenden Ausführungen anlässlich der Angebotspräsentation seien teils wi- dersprüchlich und teils wenig nachvollziehbar. Aufgrund dieser Unklarheiten ha- be die C.________ für die Kontrollrechnung vier verschiedene Szenarien be- trachtet. Insgesamt könne die Einhaltung dieses für die Sicherheit entscheiden- den Kriteriums bei keinem Szenario als gewährleistet beurteilt werden. Es herr- sche ein Defizit von mehreren tausend m 3/h effektiver Luftwechselleistung für die Unterdruckhaltung. Sollte die Kontrollrechnung nicht gänzlich zutreffen, so habe dies die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer unklaren resp. teils widersprüchli- chen Eingabe selbst verschuldet. Von den beim Unterkriterium "Einteilung Schutzzonen, Leistungsfähigkeit der Geräte" zu vergebenden maximal 3 Punkten habe man bei der Beschwerdeführerin einen Abzug von 1.25 Punkten vorge- nommen. Jedoch habe man aufgrund dieses Abzuges sowie gegebener Unsi- cherheiten zu Gunsten der Beschwerdeführerin auf weitere - auch grössere - Ab- züge bei den Unterkriterien "Risikoabschätzung" oder "Plausible Zonenauftei- lung, Schleusen" verzichtet. Insgesamt habe man das Ermessen korrekt aus- geübt. Beim genannten Unterkriterium "Einteilung Schutzzonen, Leistungsfähigkeit der Geräte" hat die Beschwerdeführerin 1.75 von maximal 3 Punkten erreicht. Selbst wenn sie der C.________ einen Rechenfehler bei der Berechnung der Unter- druckhaltung nachweisen könnte, würde dies im besten Fall zu 1.25 zusätzlichen Punkten führen, gewichtet zu 7.5 Punkte (vgl. bezüglich Punkteverteilung den einleitenden Beschrieb auf dem Bewertungsformular, das der Beschwerdeführe- rin abgegeben wurde). Es würde dies nicht reichen, um das Punktedefizit zur Zu- schlagsempfängerin von 14 Punkten wett zu machen. Auch wenn die Beschwer- deführerin die Bewertung der Zuschlagsempfängerin - ausser der Gesamtpunkt- zahl und der Bewertung des Preises - nicht kannte, so kannte sie nach der Nachbesprechung doch die eigene Bewertung inkl. der abgezogenen Punkte und auch die Begründung der Abzüge für jedes einzelne Unterkriterium. Dennoch brachte die Beschwerdeführerin keine weiteren konkreten Rügen vor. Bei den weiteren Unterkriterien, bei denen die C.________ beim Angebot der Beschwerdeführerin Abzüge vorgenommen hat, handelt es sich weitestgehend um solche, die einer fachlichen Beurteilung bedürfen. Jedes Unterkriterium wur- de durch die C.________ begründet bewertet und dies prima vista nachvollzieh- bar. Es ist im Rahmen der summarischen Prüfung nicht offensichtlich, dass die C.________ ihr Ermessen bei der Auswertung über- oder unterschritten hätte. Offensichtliche Fehler sind keine erkennbar. Auch erhebt die Beschwerdeführerin keine entsprechenden Rügen.12 4.5Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass bei summari- scher Prüfung die vorgebrachten Rügen nicht mit erheblicher Wahrscheinlichkeit begründet sind und dies auch nicht mit der geltend gemachten fehlenden Akten- einsicht in Zusammenhang steht. 5.1Die zweite Hauptrüge der Beschwerdeführerin betrifft die Berücksichtigung bzw. Nichtberücksichtigung der von ihr eingereichten Unternehmervariante. Es handle sich hierbei um die günstigste Offerte. Zum einen enthalte diese Unter- nehmervariante den Ersatz von Helikopterflügen für Materialtransporte durch den Einsatz einer Seilbahninstallation und zum andern solle auf die Entfernung der Spritzverzinkung verzichtet werden, da diese nicht mit Asbest belastet sei. Indes werde diese Unternehmervariante von der C.________ gar nie angesprochen. Mithin bleibe unklar, ob sie vom Verfahren ausgeschlossen oder berücksichtigt worden sei. Ein förmlicher Ausschluss sei auf jeden Fall nie verfügt worden. Tatsächlich findet sich die Unternehmervariante einzig in den Angebotsunterla- gen der Beschwerdeführerin sowie als Vermerk im Offertöffnungsprotokoll. Hin- gegen zeigen die Unterlagen, dass die Variante weder Thema der Angebotsprä- sentation vom 13. Oktober 2020 war (sie wird weder in den Präsentationsunter- lagen noch dem Protokoll erwähnt; die Problematik des Verzichts auf die Entfer- nung der Spritzverzinkung sei gemäss C.________-Vernehmlassung (Rz. 18) anlässlich der Angebotspräsentation kurz angesprochen worden, ohne dass die Beschwerdeführerin darauf eingegangen sei), noch wird die Unternehmervarian- te auf der Auswertungstabelle aufgeführt. In der Vernehmlassung legt denn die C.________ auch offen, dass sie die Variante gar nicht berücksichtigt hatte. Auch bestätigt sie, dass der Ausschluss nicht förmlich erfolgt sei. 5.2Der Umgang der C.________ mit der Unternehmervariante erscheint selbst bei summarischer Prüfung nicht ganz unbedenklich. 5.2.1Varianten müssen grundsätzlich in einer Submission nicht zugelassen wer- den. Werden sie zugelassen, kann sich die Vergabestelle deren formlosen Aus- schluss vorbehalten, was jedoch ausdrücklich aus den Unterlagen hervorzuge- hen hat. Wird dieser Vorbehalt nicht angebracht, ist eine Variante wie ein "Amts- angebot" zu behandeln und wie ein solches förmlich auszuschliessen. Ein Aus- schlussgrund ist dabei namentlich gegeben, wenn die funktionale Gleichwertig- keit nicht bewiesen ist. Um diesen Beweis erbringen zu können, muss dem Un- ternehmer das rechtliche Gehör gewährt werden. Ein weiterer Ausschlussgrund liegt vor, wenn der Leistungskatalog klare Pflicht-Leistungen definiert und festhält, dass diese auch durch eine Variante erfüllt werden müssen, die Variante 13 dies aber nicht einhält (vgl. zum Ganzen etwa VGE III 2016 188 vom 29.5.2017 Erw. 5; VGE III 2016 93 vom 28.9.2016 Erw. 4 f.; je mit weiteren Hinweisen). 5.2.2Vorliegend steht fest, dass Varianten zusätzlich zum Grundangebot aus- drücklich zugelassen waren. Die C.________ führte dazu aus, sie behalte sich vor, das Grundangebot oder eine Variante auszuwählen (vgl. Ausschreibungsun- terlagen, 0_Gesamtübersicht, Ziff. 7). Weitere - hier interessierende - Ausführun- gen zu den Varianten enthalten die Ausschreibungsunterlagen nicht. 5.2.3Die C.________ macht geltend, die Ausschreibungsunterlagen hätten ihr ein Wahlrecht eingeräumt, indem definiert worden sei, man behalte sich vor, das Grundangebot oder eine Variante auszuwählen. Wenn aber ein Ausschlussvor- behalt nach freiem Ermessen ohne Grundangabe vergaberechtlich zulässig sei, so müsse auch der vorliegende Vorbehalt als milderes Mittel zulässig sein. Von diesem Wahlrecht habe die C.________ Gebrauch gemacht und zwar zu Guns- ten der Beschwerdeführerin, indem die eingereichte Amtsvariante und nicht die technisch nicht vergabekonforme Unternehmervariante berücksichtigt worden sei. Das von der C.________ beschriebene Wahlrecht ergibt sich so nicht zweifelsfrei aus der genannten Formulierung. Immerhin scheint auch eine Lesart denkbar, wonach die C.________ sich grundsätzlich gegen die Beschaffung eines Grun- dangebots, d.h. gegen die von ihr ausgeschriebene Leistung, und für eine Varia- nte, die sie so nicht ausgeschrieben hat, zu entscheiden. Zudem erscheint das geltend gemachte Wahlrecht auf den ersten Blick nicht ganz unproblematisch, könnte sich die Vergabestelle doch so gegen ein valables Grundangebot und für eine nicht konkurrenzfähige Variante entscheiden und einen Anbieter vom Ver- fahren faktisch ausschliessen. Ein gültiges Grundangebot eines Bewerbers gar nicht zu berücksichtigen, weil man seine Variante berücksichtigt, dürfte mit dem Vergaberecht nur schwer vereinbar sein und stellt keinesfalls ein milderes Mittel dar als der formlose Ausschluss einer Variante ohne Grundangabe. 5.2.4Die Nichtberücksichtigung der Unternehmervariante begründet die C.________ sodann mit technischen Gründen. Aus den Ausschreibungsunterla- gen gehe klar hervor, dass die bestehende Spritzverzinkung restlos entfernt wer- den müsse. Dies sei eine Pflichtleistung. Mit der Unternehmervariante biete die Beschwerdeführerin nun aber genau an, die Spritzverzinkung nicht restlos zu entfernen, mithin die Pflichtleistung nicht zu erbringen. Damit aber komme diese Variante gar nicht in Frage. Zudem sei der Anbieter beweispflichtig für die funkti- onale Gleichwertigkeit einer Variante zur Amtsvariante und es treffe sie diesbe- züglich eine Mitwirkungspflicht. Die Beschwerdeführerin halte jedoch einzig fest, 14 die Teilentschichtung und anschliessende Beschichtung von spritzverzinkten Bauteilen sei mit der nötigen Sorgfalt durchaus eine sehr langlebige Sanierungs- variante. Damit sei die Gleichwertigkeit keinesfalls bewiesen. Trotz Mitwirkungs- pflicht bringe sie aber keine Belege für ihre Behauptung bei. Namentlich vermöge sie nicht zu garantieren, dass trotz der Nichtentfernung der Spritzverzinkung sämtliche Schadstoffe entfernt werden und von Resten der Altbeschichtung keine Schadstoffe mehr ausgehen, dass die verlangte Nassreinigung für die poröse Spritzverzinkung folgenlos bleibe und dass trotz Nichtentfernung die Anforderung an die Schutzdauer des Korrosionsschutzes von > 40 Jahren gewährleistet sei. Mithin sei die funktionale Gleichwertigkeit der Unternehmervariante in korrosi- onsschutztechnischer und arbeitssicherheitstechnischer Hinsicht keinesfalls er- wiesen. 5.2.5Als Variante gilt ein Angebot, mit welchem das Ziel der Beschaffung auf andere Art als von der Auftraggeberin im Amtsvorschlag vorgesehen erreicht werden kann (vgl. Art. 33 Abs. 2 der revIVöB 2019). Mit einer Variante wird die verlangte Leistung inhaltlich anders angeboten, als in der Leistungsbeschreibung vorgesehen, ohne dass es deshalb zu einer anderen als der geforderten Leistung kommt. Keine Variante liegt damit vor, wenn das Ergebnis der Ausführung sich nicht mit dem geforderten Gegenstand deckt oder etwas Zusätzliches zur Aus- führung gelangt (Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 757). Die Variante muss dabei ausschreibungskonform sein, d.h. namentlich dem ausgeschriebenen Wil- len des Auftraggebers entsprechen, die Ziele der Ausschreibung wahren und mit der Amtsvariante vergleichbar sein (Beyeler, Der Geltungsanspruch des Verga- berechts, Zürich 2012, Rz. 1995). 5.2.6In der Ausschreibungsunterlage, 0_Gesamtübersicht, Ziff. 1 wird folgende Projektbeschreibung festgehalten: Gesucht wird ein Unternehmer, der den Aussenkorrosionsschutz an den beiden Druckleitungen erneuert. Dabei ist die asbesthaltige Altbeschichtung zu entfernen und ein neues Korrosionsschutzsystem aufzubringen. Der Unternehmer ist zustän- dig für die Asbestsanierung sowie für Gerüstung und Einhausung. Im Dokument F, Technischer Teil, Ziff. 4.4 Spezielle Hinweise zur Anlage ist fest- gehalten: Schadstoffe: Der bestehende Korrosionsschutz enthält Schadstoffe (u.a. Asbest, Zink, Chrom, geringe Mengen an PCB - siehe Analysen). In der Entschichtungs- phase ist der komplette Korrosionsschutzaufbau (inkl. der Spritzverzinkung) zu ent- fernen, um in der anschliessenden Phase der Nachstrahlarbeiten keine Schadstof- fe aus dem Korrosionsschutz mehr befürchten zu müssen.15 Anlässlich der Begehung vom 25. Juni 2020 wurde eine Frage zu den Schichtdi- cken der vorhandenen Spritzverzinkung gestellt, welche per Mail an alle interes- sierten Anbieter beantwortet wurde. Bei dieser Ausgangslage, wonach die C.________ als ausgeschriebene Leistung die totale Entfernung des bisherigen Korrosionsschutzes inkl. der Spritzverzin- kung und Neubeschichtung beschaffen will, stellt sich mit Fug die Frage, ob die Unternehmervariante der Beschwerdeführerin, welche den bestehenden Korrosi- onsschutz nur teilentfernen (ohne Entfernung Spritzverzinkung) will, überhaupt eine zulässige Variante darstellt. Wenn die zu bestellende Leistung in der totalen Entfernung des bestehenden Korrosionsschutzes inkl. Spritzverzinkung und Neubeschichtung besteht und nicht bloss in der Entfernung von Schadstoffen und Erstellen eines langjährigen Neuschutzes, dann stellt sich die Frage der funktionalen Gleichwertigkeit nicht, da keine Variante vorliegt sondern eine nicht verlangte Leistung. Hierfür spricht einiges, geht doch aus den gesamten Aus- schreibungsunterlagen klar hervor, dass der gesamte bestehende Korrosions- schutz inkl. Spritzverzinkung restlos zu entfernen ist, um einerseits das Problem der vorhandenen Schadstoffe ganz zu beseitigen und anderseits eine über 40jährige Schutzdauer zu gewährleisten (aus den Zustandsaufnahmen der zu sanierenden Druckleitungen aus den Jahren 2008/2009, 2014 und 2017 zeigt sich, dass die erste Zustandsaufnahme ergab, dass die Spritzverzinkung belas- sen werden kann, wenn eine Sanierung innert 5 Jahren erfolgt; die nächste Auf- nahme 2014 ergab, dass die Gefahr der Notwendigkeit einer grossflächigen Ab- tragung der Spritzverzinkung besteht, eine zeitnahe Sanierung aber unumgäng- lich sei; und anlässlich der letzten Zustandsaufnahme wurde festgehalten, dass eine Weiterverwendung der Spritzverzinkung technisch nicht mehr vertretbar sei, sondern ebenfalls ganz zu entfernen sei). Mithin stellt die Entfernung der Spritz- verzinkung eine Pflichtleistung dar, was sich so auch aus den Ausschreibungsun- terlagen ergibt. Damit hat die C.________ die Unternehmervariante (die keine Variante darstellt) zu Recht unberücksichtigt gelassen. Dennoch wäre ein förmlicher Ausschluss angezeigt gewesen. Dieser Mangel führt aber nicht dazu, dass der Zuschlag an die Beschwerdeführerin zu erteilen wäre. 6.Damit aber steht - nach Prima-facie-Würdigung der Eintretensvorausset- zungen und der materiellen Rechtslage - fest, dass auf Abweisung der Be- schwerde zu befinden wäre, womit dem Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung statt zu geben ist.16 7.Zum selben Ergebnis würde das Gericht auch bei Vornahme der Interes- senabwägung gelangen, falls die Beschwerde nach summarischer Prüfung nicht abzuweisen wäre (weil etwa trotzdem die Rügen des zweiten Schriftenwechsels abzuwarten wären oder die Unternehmervariante als Variante zu betrachten wä- re und die Sache für den Nachweis der funktionalen Gleichwertigkeit an die C.________ zurückzuweisen wäre). 7.1Das private Interesse an der aufschiebenden Wirkung begründet die Be- schwerdeführerin ausschliesslich mit ihrer Chance, bei Obsiegen der Beschwer- de den Zuschlag für die Arbeiten zu erhalten. Zum einen teilt die Beigeladene dasselbe Interesse für den Fall des Entzuges der aufschiebenden Wirkung. Zum andern genügt dieses wirtschaftliche Interesse für sich allein zur Gewährung der aufschiebenden Wirkung grundsätzlich nicht, so- weit nicht bei provisorischer Einschätzung eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für die Gutheissung der Beschwerde spricht (was wie aufgezeigt nicht der Fall ist) oder wenn Umstände aufgezeigt werden, welche klar gegen die im Submissions- verfahren grundsätzlich zu vermutende Dringlichkeit bei der Umsetzung des Ver- gabeentscheides sprechen (vgl. oben Erw. 2.3.4). Diesbezüglich belässt es die Beschwerdeführerin bei der Behauptung der Nichtdringlichkeit; eine Verschie- bung sei zumutbar und es seien keine weiteren Arbeiten, die von der Durch- führung der vorliegenden Arbeiten abhängig seien, ausgeschrieben. Dem wider- spricht allerdings die C.________. 7.2Die C.________ ihrerseits stützt sich nicht bloss auf die jedem Submissi- onsverfahren inhärente Dringlichkeit. Vielmehr vermag sie aufzuzeigen, dass der Zustand des Korrosionsschutzes der Druckleitungen eine zeitnahe Sanierung er- fordert, der Arbeitsbeginn noch Vorarbeiten benötigt, die Arbeiten nur in der Nichtwinterzeit durchgeführt werden können und die Arbeiten mehr als eine Sai- son benötigen. Wenn die Verträge nicht abgeschlossen werden können, dann können die Vorarbeiten und damit die Arbeiten nicht mehr im 2021 begonnen werden, wodurch sich die ganze Schadstoff- und Korrosionsschutzsanierung um mindestens ein Jahr verzögere. Mit der Sanierung der Druckleitungen stehe zu- dem die Altlastensanierung des Bodens in Zusammenhang, da aufgrund der Druckleitungen der Boden kontaminiert sei. Diese Arbeit sei in Abhängigkeit der vorliegenden Arbeiten an die Hand zu nehmen. Hiervon hänge wiederum die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens ab. Untermauert wird dies mit Abspra- cheprotokollen zwischen den verschiedenen zuständigen Behörden. Damit aber ist eine zeitliche Dringlichkeit ausgewiesen, welche für eine zeitnahe Umsetzung des Vergabeentscheides spricht, womit das öffentliche Interesse am Entzug der 17 aufschiebenden Wirkung höher zu gewichten ist als das private Interesse an der Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung. 8.Diesem Ergebnis entsprechend ist den Anträgen der C.________ sowie der Beigeladenen auf Entzug der aufschiebenden Wirkung statt zu geben. 9.1 Der Beschwerdeführerin werden mit diesem Zwischenbescheid die Ver- nehmlassung der C.________ vom 18. Januar 2021 sowie jene der Beigelade- nen vom 15. Januar 2021 zugestellt. Die Beigeladene erhält die Vernehmlassung der Vorinstanz sowie die beschwerdeführerische Eingabe vom 18. Januar 2021. Diese erhält auch die Vorinstanz zusätzlich zur Vernehmlassung der Beigelade- nen. Die Beschwerdeführerin und die Beigeladene erhalten zusätzlich die von der C.________ als nicht vertraulich bezeichneten Akten. Soweit eine Partei weitere Akten zur Einsicht wünscht, sind diese dem Gericht zeitnah genau zu bezeichnen, so dass dies der Gegenpartei vor Herausgabe zur Stellungnahme unterbreitet werden kann. 9.2 Es wird ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. Die Beschwerdeführerin hat die Replik dem Gericht bis spätestens 19. Februar 2021 einzureichen. Im Un- terlassungsfall wird Verzicht angenommen. 10. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge dieses Zwischenbescheides wird mit der Hauptsache befunden. 11. Gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide über die Zu- ständigkeit und über Ausstandsbegehren ist gemäss Art. 92 Abs. 1 des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) vom 17. Juni 2005 die Be- schwerde ans Bundesgericht zulässig. Gegen andere selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die Beschwerde zulässig (Art. 93 Abs. 1 BGG), wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen unbedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufi- ges Beweisverfahren ersparen würde (lit. b). Des Weiteren ist zu beachten, dass dieser Entscheid betreffend aufschiebende Wirkung nur in dem Umfang beim Bundesgericht angefochten werden kann, als in der Hauptsache der Beschwer- deweg ans Bundesgericht offensteht (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1354). Über die Anfechtbarkeit dieses Zwischenbescheides hat im Falle eines Weiter- zuges das Bundesgericht zu entscheiden. Wenn dieser Zwischenbescheid, um 18 allen Eventualitäten gerecht zu werden, mit einer Rechtsmittelbelehrung verse- hen wird, kann die Vorinstanz hieraus im Falle eines Weiterzuges folglich nichts zu ihren Gunsten herleiten.19 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Der Beschwerde vom 23. Dezember 2020 wird die aufschiebende Wirkung per sofort entzogen. 2. Der Beschwerdeführerin wird zur Einreichung einer Replik eine Frist bis 19. Februar 2021 angesetzt; im Unterlassungsfall wird Verzicht angenom- men. 3. Über die Kosten- und Entschädigungsfolge dieses Zwischenbescheides wird mit der Hauptsache entschieden. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden, wenn der staatsvertragliche Schwellenwert überschritten ist und soweit sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be- deutung stellt (Art. 42 und 82 ff., insbesondere Art. 83 lit f. des Bundesge- setzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Im Übrigen kann ebenfalls innert 30 Tagen seit Zustellung subsidiäre Ver- fassungsbeschwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässi- gen Rechten gerügt werden (Art. 113 ff. BGG). Bei gleichzeitiger ordentli- cher Beschwerde sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift ein- zureichen. 5. Zustellung an: -den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (2/R; inkl. Beilagen gemäss Erw. 9.1) -die Vorinstanz (R; inkl. Beilagen gemäss Erw. 9.1) -den Rechtsvertreter der Beigeladenen (2/R; inkl. Beilagen gemäss Erw. 9.1) -das Baudepartement des Kantons Schwyz (A) -und die Eidg. Wettbewerbskommission WEKO, 3003 Bern (A). Schwyz, 27. Januar 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der Gerichtsschreiber:20 *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 28. Januar 2021