B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-3218/2021 U r t e i l v o m 2 9 . N o v e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Yanick Felley, Richter Daniele Cattaneo, Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren am (…), alias B._______, geboren am (…), Marokko, vertreten durch MLaw Marina Filou, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 5. Juli 2021 / N (…). F-3218/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein marokkanischer Staatsangehöriger – suchte am 27. Mai 2021 in der Schweiz um Asyl nach. B. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentralein- heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 11. März 2021 in der Slowakei ein Asylgesuch eingereicht hatte. C. C.a Beim Dublin-Gespräch vom 4. Juni 2021 (Akten der Vorinstanz [SEM- act.] 13/5) machte der Beschwerdeführer geltend, er sei über C._______, D._______, E._______, F._______, G._______, H._______, die Slowakei und I._______ in die Schweiz gereist. In der Slowakei habe er einen Be- hördenkontakt gehabt, da er dort angehalten und während vier Monaten wegen fehlender Papiere im Gefängnis festgehalten worden sei. Weitere Behördenkontakte habe es nicht gegeben. Zu seinem Aufenthalt im Gefängnis gab der Beschwerdeführer an, er sei in J._______ an der (…) Grenze festgehalten worden. Weshalb er genau frei- gelassen worden sei, wisse er nicht. Er hätte eigentlich sechs Monate in Haft bleiben sollen, sei aber bereits nach vier Monaten mit einem Landes- verweis entlassen worden. Die Frist zum Verlassen des Landes habe zehn Tage betragen. Er sei dieser Auflage nachgekommen, wozu er auch ver- pflichtet gewesen sei. Er sei wie ein Tier behandelt worden. Erstens sei er geschlagen worden und zweitens habe man ihm Schlafmittel in die Mahl- zeiten getan. Zu gesundheitlichen Problemen habe man nichts hören wol- len. Während der Corona-Zeit sei er in einem Raum mit 64 anderen Per- sonen untergebracht gewesen. Nur bei schwerer Krankheit seien Leute ins Spital gebracht worden. Er sei auch zehn Tage lang krank gewesen und habe während dieser Zeit keinen Arzt besuchen können. Er wisse nicht, woran er damals gelitten habe. Er habe hohes Fieber und Appetitlosigkeit gehabt. Auf die Frage, ob er vom Gefängnisaufenthalt Unterlagen habe, erklärte der Beschwerdeführer, er habe dort all es zurückgelassen. Er sei daran gehindert worden, entsprechende Unterlagen mitzunehmen. Er habe leider kein Beweismittel, weil er beim Verlassen des Gefängnisses nur seine Kleider habe mitnehmen dürfen. Den Lan desverweis habe er in I._______ an einem Bahnhof weggeworfen. Hinsichtlich seiner Registrierung in der Slowakei als Asylsuchender legte F-3218/2021 Seite 3 der Beschwerdeführer dar, dass ihm von Anfang an mitgeteilt worden sei, es würden ihm nur wegen der illegalen Einreise und der fehlenden Papiere die Fingerabdrücke abgenommen. Eines Tages habe er dann ein Interview gehabt, ohne zu wissen, dass es sich dabei um ein Asylgesuch gehandelt habe. Danach sei er wieder ins Gefängnis gebracht worden. Einen Monat später sei er freigelassen worden und habe den Landesverweis erh alten. Sein Asylantrag in der Slowakei sei abgelehnt worden. Die Behörden hät- ten ihm nur gesagt, dass er das Land innert zehn Tagen zu verlassen habe. Bei der Rückübersetzung präzisierte der Beschwerdeführer, dass man ihm gesagt habe, sein Asylgesuch sei a m 3. Juni 2021 beendet. Sollte er da- nach noch dort angetroffen werden, werde er ins Gefängnis kommen. Der Beschwerdeführer bestätigte, dass er ab dem Zeitpunkt seiner Fest- nahme und des Asylgesuchs und bis zur Eröffnung des negativen Asylent- scheids die ganze Zeit im Gefängnis festgehalten worden sei. Den Asylent- scheid habe man ihm nicht ausgehändigt. Er habe nur den Landesverweis erhalten. C.b Im Rahmen des ihm von der Vorinstanz gleichzeitig gewährten rechtli- chen Gehörs zur Zuständigkeit der Slowakei für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Wegweisung dorthin und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) führte der Beschwerdeführer aus, er würde sterben, sollte er in die Slowakei zurückkehren müssen. Er könne das nicht und werde das auch nicht tun. Es gebe dort nur Leid. Man habe ihn dort schlecht behandelt und gequält . Er sei geschlagen und von der Polizei schlecht behandelt worden, weshalb er nun generell Angst vor der Polizei habe. Das letzte Mal sei er im März geschlagen worden. Eines Tages habe er das Essen verweigert und gestreikt. Darum habe man das Militär ge- schickt. Sie seien in Gruppen von fünfzehn Personen geteilt und einfach gezwungen worden, in die Mensa zu gehen. Wann genau er geschlagen worden sei, wisse er nicht, es sei aber im März gewesen. Die Behörden hätten ihm so viele Medikamente gegeben. Auf Nachfrage, ob er nach der Verhaftung noch geschlagen worden sei, gab der Beschwerdeführer an, man habe ihn geschlagen und sein Handy kaputtgemacht. Sechs Polizis- ten hätten damals die Waffen auf ihn gerichtet. Dies sei in K._______ pas- siert, als er angehalten worden sei. Auf Nachfrage, ob die Polizei ihn auch geschlagen habe, als er in Haft gewesen sei, bestätigte der Beschwe rde- führer dies. Man habe ihn geschlagen, weil man keinen Lärm oder Fehler habe machen dürfen. Als man ihn gezählt habe, habe man ihn auch ge- schlagen. Warum man ihn nach dem März nicht mehr geschlagen habe , wisse er nicht, vermute aber, dies sei so gewesen, weil er sich ab diesem F-3218/2021 Seite 4 Zeitpunkt als Asylsuchender dort aufgehalten habe. Es seien ihm einfach die Fingerabdrücke abgenommen worden. Er habe aber nicht gewusst, wo- rum es gegangen sei. Auf die Frage, ob er an verschiedenen Orten oder immer am gleichen Ort inhaftiert gewesen sei, erklärte der Beschwerdefüh- rer, er sei immer im gleichen Gefängnis – jedoch auf einem anderen Stock – untergebracht gewesen. Der Grund für die Verlegung in den anderen Stock sei das Asylgesuch gewesen. Dort sei die Behandlung nicht anders gewesen als im ersten Stock, weil es sich um die gleichen Polizisten ge- handelt habe. Auf die Frage, ob er während der Haft Kontakt zu einem A nwalt gehabt habe, führte der Beschwerdeführer aus, er habe damals keinen Rechtsver- treter sehen dürfen. Er sei dort mit einem L._______ inhaftiert gewesen, welcher von I._______ in die Slowakei zurückgeschickt worden sei. Dieser L._______ habe dort eine (…) Frau und zwei Kinder. Er habe zwei Anwälte gehabt, welche ihn aber auch nicht hätten besuchen dürfen. Man habe dem Beschwerdeführer dort Papiere gegeben und ihn informiert, dass er An- spruch auf einen Rechtsvertreter habe. Es sei jedoch keiner geschickt wor- den. Sein Kollege habe eigentlich auch Anspruch auf zwei Anwälte gehabt, welche aber nicht ins Gefängnis gedurft hätten. Der L._______ sei auf dem gleichen Stock gewesen und habe auch um Asyl nachgesucht. Bei der Verlegung auf den anderen Stock habe es keine Corona -Schutz- massnahmen gegeben und der Beschwerdeführer habe keine Masken ge- habt. Es habe nur Schlafmittel gegeben. Auf entsprechende Nachfragen hin, erklärte der Beschwerdeführer, dass es insgesamt zwanzig Zimmer mit 140 Personen gegeben habe. Es habe Zimmer mit vier Personen und solche mit sechs P ersonen gehabt. Sein Zimmer sei circa 3 Meter auf 3 Met er gross gewesen und sie hätten sich zu viert dort aufgehalten. Die erwähnten zehn Tage, als er krank gewesen sei, seien im ersten Monat gewesen. Danach als Asylsuchender habe er medizinische Hilfe benötigt. Er sei oft krank gewesen und wenn er sich an die Krankenschwester gewandt habe, habe er nur Schlafmittel erhalten. Er habe Nierenprobleme gehabt, vermutlich weil das Wasser dort nicht sauber gewesen sei. Deshalb sei er auch einmal beim Arzt gewesen, habe aber nur Schlaftabletten bekommen. Der Arzt habe das Büro im Gefängnis ge- habt. Die Beschwerden hätten circa zwei Monate angedauert. Auf dem Stockwerk der Asylsuchenden seien alle mit Corona infiziert worden. Sie seien alle von einem Polizisten angesteckt worden. Danach habe man sie alle getestet. Die Polizisten hätten immer wieder zehn bis zwanzig Perso- nen mitgenommen. Man habe ihn getrennt, weil er angesteckt worden sei. F-3218/2021 Seite 5 Er sei im selben Gefängnis mit den anderen Corona -Erkrankten unterge- bracht gewesen. Der erwähnte Hungerstreik habe nach dem Asylantrag stattgefunden. Der Beschwerdeführer habe sich mi t den anderen Asylsu- chenden zum Streik entschieden, weil bei Personen, welche vor ihm dort gewesen seien, die Haftstrafe einfach um sechs Monate verlängert worden sei. Diese Personen seien bereits sechs Monate dort gewesen. Er habe gestreikt, weil mit ihm dasselbe passiert wäre. Man hätte ihm den Aufent- halt nach sechs Monaten nochmals um sechs Monate verlängert. Auf weitere Nachfragen hin, gab der Beschwerdeführer an, nach dem Asyl- gesuch habe er einmal pro fünfzehn Tage nach draussen gehen und einmal pro fünfzehn Tage via WhatsApp für fünfzehn Minuten kommunizieren dür- fen. Er sei mit anderen Personen, welche noch nicht daktyloskopiert wor- den seien, zusammen gewesen. M an habe ihm Produkte für die tägliche Hygiene (zum Rasieren, Duschen usw.) zur Verfügung gestellt. Vieles da- von sei aber abgelaufen gewesen; der Rasierschaum schon im Jahr 2016, Kaffee und Zucker bereits 2018. Ausserdem habe er nur alle zwei Monate eine Rasierklinge erhalten. Er sei vier Tage nach der Entlassung aus der Slowakei ausgereist. Man habe ihn in ein Camp ausserhalb der Stadt, in ein bergiges Gebiet, gebracht. Bei der Ausreise habe es sich nicht um eine von der Behörde kontrollierte Ausreise gehandelt. Man habe ihm aber ge- sagt, er könnte eine Haftstrafe von zwölf Monaten erhalten, sollte er sich nach der angesetzten Frist immer noch im Land aufhalten. C.c Zum medizinischen Sachverhalt befragt, gab der Beschwerdeführer an, im Gefängnis habe er trotz der Schlafmittel Albträume gehabt. Er habe auch Krätze gehabt. Woher dies gekommen sei, wisse er nicht, das Wasser sei gelb gewesen. Gegen die Krätze sei er in der Slowakei nicht behandelt worden. Man habe ihm nur Schlafmittel gegeben. Er leide auch heute noch unter Krätze. Auf Nachfrage, ob er sich diesbezüglich im Bundesasylzent- rum an die Pflege gewandt habe, erklärte er, dass es fast schon geheilt sei. Weitere gesundheitliche Probleme bestünden derzeit nicht. Auf seinen psychischen Zustand angesprochen, machte der Beschwerde- führer geltend, er habe seit dem Verlassen der Slowakei und schon bei seiner Ankunft in I._______ keine Albträume mehr gehabt. Solche habe er jetzt nur noch ab und zu. Er habe sich schon besser gefühlt, nachdem er die Slowakei verlassen habe. F-3218/2021 Seite 6 D. Anlässlich des Dublin-Gesprächs beantragte die Rechtsvertretung des Be- schwerdeführers, dass – sollte das SEM noch Zweifel am Gefängnisauf- enthalt haben – bei der Abklärung mit der Slowakei auch geklärt werde, ob der Beschwerdeführer wirklich währen d des Asylverfahrens in J._______ inhaftiert gewesen sei. Der Antrag wurde damit begründet, dass der Be- schwerdeführer sehr viele Gründe gegen eine Wegweisung in die Slowakei geltend gemacht habe, welche in direktem Zusammenhang mit diesem Ge- fängnisaufenthalt stünden. E. Mit E-Mail vom 4. Juni 2021 teilte das SEM der Pflege im Bundesasylzent- rum mit, dass der Beschwerdeführer beim Dublin-Gespräch erwähnt habe, er leide unter Krätze im Intimbereich. Dies habe er der Pflege bis anhin noch nicht gemeldet. F. Gestützt auf den Eurodac-Treffer ersuchte die Vorinstanz am 7. Juni 2021 die slowakischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle- gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu- ständig ist (Neufassung), ABl. L 180/31 vom 29.6.2013 (nachfolgend: Dub- lin-III-VO). Die slowakischen Behörden stimmten diesem Ersuchen am 18. Juni 2021 gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO zu. G. Mit Verfügung vom 5. Juli 2021 – eröffnet am 6. Juli 2021 (vgl. Empfangs- bestätigung [SEM-act. 27/1]) – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 27. Mai 2021 nicht ein, verfügte die Wegweisung in die Slowakei, forderte den Beschwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlas- sungsfall – auf, die Sc hweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den Kanton M._______ mit dem Vollzug der Weg- weisung, händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge- mäss Aktenverzeichnis aus und stellte fest, eine allfällige Beschwerde ge- gen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung. F-3218/2021 Seite 7 H. Mit Eingabe vom 13. Juli 2021 liess der Beschwerdeführer beim Bundes- verwaltungsgericht Beschwerde erheben und in materieller Hinsicht bean- tragen, es sei die Verfügung des SEM vom 5. Juli 2021 vollstän dig aufzu- heben und die Sache wegen Verletzung der Untersuchungs- und Begrün- dungspflicht an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sinngemäss wurde bean- tragt, das SEM sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen. In prozessualer Hin- sicht liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei der vorliegenden Be- schwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Im Sinne einer superpro- visorischen vorsorglichen Massnahme seien die Vollzugsbehörden unver- züglich anzuweisen, von einer Überstellung in die Slowakei abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wir- kung entschieden habe. Es sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge- währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ve rzichten. Auf die Begründung der Beschwerde wird – soweit für den Entscheid we- sentlich – in den Erwägungen eingegangen. I. Der zuständige Instr uktionsrichter setzte am 14. Juli 2021 gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus. J. Mit Vernehmlassung vom 28. Juli 2021 hielt die Vorinstanz an ihrem Stand- punkt fest. K. Mit Eingabe vom 17. August 2021 liess der Beschwerdeführer eine Replik einreichen, worin er an den Ausführungen und Anträgen in der Beschwerde vollumfänglich festhält. Auf die Begründung wird – soweit rechtserheblich – in den Erwägungen eingegangen. L. Mit Zwischenverfügung vom 24. September 2021 gewährte der Instrukti- onsrichter der Beschwerde antragsgemäss die aufschiebende Wirkung. M. Mit Entscheid der Vorinstanz vom 19. Oktober 2021 wurde der Beschwer- deführer dem Kanton M._______ zugewiesen. F-3218/2021 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, ist durch die angefochtene Ve rfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung b eziehungsweise Ände- rung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form- gerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. 2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschrän kt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 3. 3.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin -III-VO. Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die F-3218/2021 Seite 9 Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref- fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 3.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu- ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit- gliedstaat gestellt hat, auszugehen (Ar t. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah- men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge- genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 3.3. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu- ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwach stellen aufwei- sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand- lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgli edstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be- schliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten- losen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin -III-VO). Dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver- ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung "aus humani- tären Gründen" auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin -III-VO F-3218/2021 Seite 10 ein anderer Staat zuständig wäre. Stehen völkerrechtliche Vollzugshinder- nisse einer Überstellung entgegen, ist ein Selbsteintritt zwingend. 4. 4.1. Zur Begründung der angef ochtenen Verfügung führte das SEM na- mentlich aus, die slowakischen B ehörden hätten das Ersuchen um die Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dub- lin-III-VO gutgeheissen. Somit liege gemäss dem Dublin-Assoziierungsab- kommen die Zu ständigkeit bei der Slowakei, sein weiteres Verfahren durchzuführen. Zu den Angaben des Beschwerdeführers beim rechtlichen Gehör sei fest- zuhalten, dass die Slowakei gestützt auf die Dublin-III-VO für die Durchfüh- rung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens zuständig sei. Eine Weg- weisungsverfügung und die damit verbundene Androhung einer Haftstrafe vermöchten die Zuständigkeit der Slowakei zur Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens nicht zu widerlegen. Die Slowakei bleibe ge- mäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für das Verfahren des Beschwerdeführers bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug oder ei- ner allfälligen Regelung des A ufenthaltsstatus zuständig, auch wenn das Asylverfahren in der Slowakei bereits rechtskräftig abgeschlossen sei. Es würden keine begründeten Hinweise vorliegen, dass die Slowakei ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen wäre und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchgeführt hätte. Falls der Beschwerdeführer mit dem Entscheid der slowakischen Behör- den nicht einverstanden sein sollte, habe er diesen bei der zuständigen Beschwerdeinstanz anzufechten. Auch könne er in der Slowakei erneut ein Asylgesuch einreichen beziehungsweise habe er allfällige neue Asyl- gründe und Wegweisungshi ndernisse bei den zuständigen slowakischen Behörden vorzubringen. Schliesslich sei anzufügen, dass die Prüfung von Asylgründen nicht Gegenstand des vorliegenden Zuständigkeitsverfahrens sei. Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermöchten die Zuständigk eit der Slowakei zur Durchführung seines weiteren Verfahrens nicht zu wider- legen. Es gebe keine wesentlichen Gründe für die Annahme gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in der Slowakei Schwachstellen aufwiesen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von F-3218/2021 Seite 11 Art. 4 der EU-Grundrechtecharta und Art. 3 der Europäischen Menschen- rechtskonvention (EMRK) mit sich bringen würden. Die Slowakei sei sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention) als auch der EMRK. Es würden keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich die Slowakei nicht an ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen halte und die Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführe. Das SEM gehe nicht davon aus, dass der Beschwerdeführer bei einer Überstellung in die Slowakei gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin -III-VO und Art. 3 EMRK ausgesetzt werde, in eine existenzielle Notlage gerate oder ohne Prüfung seines Asyl- gesuchs und unter Verletzung des Non-Refoulement-Gebots in seinen Hei- mat- oder Herkunftsstaat überstellt werde. Zudem würden keine systemi- schen Mängel im slowakischen Asyl- und Aufnahmesystem vorliegen. So habe der Beschwerdeführer selber erklärt, er sei nach der Asylgesuchstel- lung in einen anderen Teil des "Gefängnisses" untergebracht und dort be- ziehungsweise nach März 2021 auch nicht mehr geschlagen worden. Dort habe es eine Krankenschwester gegeben, an die er sich jeweils gewandt habe. Auch sei er einmal wegen der Nierenprobleme, welche er etwa zwei Monate lang gehabt habe, beim Arzt gewesen. Aufgrund seiner Aussagen habe er die von ihm benötigten Hygieneprodukte sowie Verpflegung erhal- ten, letzteres auch als er gestreikt habe, um gegen eine allfällige Haftver- längerung für weitere sechs Monate zu protestieren. Auch sei er informiert worden, dass ihm eine Rechtsvertretung zustehe. Er hätte dieses Recht noch einmal einfordern beziehungsweise sich bei den betreffenden Stellen beschweren können. Auch hätte er nach seiner Entlassung aus der Haft eine Rechtsvertretung konsultieren und Beschwerde gegen den Asylent- scheid oder gegen die Bedingungen der Unterbringung während des Asyl- verfahrens erheben können. Ferner seien auch keine Gründe gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin -III-VO ge- geben, die die Schweiz verpflichten würden, das Asylgesuch des Be- schwerdeführers zu prüfen. Die Slowakei verfüge über eine ausreichende medizinische Infrast ruktur und sei gemäss Art. 19 Abs. 1 der Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (sogenannte Aufnahmericht- linie) verpflichtet, dem Beschwerdeführer allfällig erforderliche medizini- sche Versorgung, welche zumindest die Notversorgung und die unbedingt F-3218/2021 Seite 12 erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö- rungen umfasse, zu gewähren. Es sei im Rahmen des Dublin-Systems da- von auszugehen, dass der zuständige Dublin-Staat angemessene medizi- nische Versorgungsleistungen erbringen könne und den Zugang zu not- wendiger medizinischer B ehandlung gewährleiste. Es würden keine Hin- weise vorliegen, wonach die Slowakei dem Beschwerdeführer eine medi- zinische Behandlung verweigert hätte, zumal er auch wegen der Nieren- probleme beim Arzt gewesen sei. Auch bestünden keine Hinweise darauf, dass die Slowakei ihm zukünftig eine allenfalls benötigte medizinische Be- handlung verweigern würde. Für das weitere Dublin-Verfahren sei einzig die Reisefähigkeit ausschlag- gebend. Diese werde erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt. Zu- dem trage das SEM dem aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerde- führers bei der Organisation der Überstellung in die Slowakei Rechnung, indem es, falls nötig, die slowakischen Behörden im Sinne von Art. 31 und Art. 32 Dublin-III-VO vor der Überstellung über seinen Gesundheitszustand und die notwendige medizinische Behandlung informiere. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten gesundheitlichen Prob- leme vermöchten somit bei einer Überstellung kein en Verstoss gegen Art. 3 EMRK zu begründen. Folglich bestehe keine Verpflichtung, die Sou- veränitätsklausel gemäss Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzuwenden. Auch die geltend gemachte schlechte Behandlung in der Unterbringung beziehungsweise im Gefängnis ve rmöge die Anwendung der Souveräni- tätsklausel nicht zu begründen. Hierzu sei anzumerken, dass es sich bei der Slowakei um einen Rechtsstaat handle. Somit könne der Beschwerde- führer allfällige Übergriffe durch die Polizei oder mangelhafte S trukturen hinsichtlich der Unterbringung bei den zuständigen Stellen und, falls nötig, bei einer höheren Instanz zur Anzeige bringen. Es würden sich somit keine Gründe ergeben, die die Anwendung der Sou- veränitätsklausel im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzeigten. In Würdigung der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Um- stände bestünden keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveränitätsklausel anzuwenden. Das SEM informiere die slowakischen Behörden über den Zeitpunkt der F-3218/2021 Seite 13 Rückkehr des Beschwerdeführers in die Slowakei. Art und Umfang der Un- terstützung, worauf er in der Slowakei Anspruch habe, richte sich nach der nationalen Gesetzgebung. Die Slowakei sei somit weiterhin für sein Ver- fahren bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug zuständig, selbst wenn er aufgrund eines in der Slowakei bereits rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahrens keinen Anspruch mehr auf Unterbringung oder weiterge- hende staatliche oder nichtstaatliche Unterstützung hätte. Der Besc hwer- deführer habe diesbezüglich ausgeführt, dass er nach der Entlassung aus dem Gefängnis in ein Camp ausserhalb der Stadt gebracht worden sei. Aufgrund des Gesagten könne auf eine Abklärung, ob er während des Asyl- verfahrens in J._______ im Gefängnis inha ftiert gewesen sei oder nicht, verzichtet werden. Da die Slowakei für sein weiteres Verfahren zuständig sei und die Schweiz die Souveränitätsklausel nicht anwende, trete das SEM a uf sein Asylge- such nicht ein. Der Beschwerdeführer sei deshalb zur Ausrei se aus der Schweiz verpflichtet. 4.2. In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Be- schwerdeführer habe anlässlich des ihm am 4. Juni 2021 gewährten recht- lichen Gehörs sehr viele Aussagen gemacht und damit die Mängel im slo- wakischen Asylsystem aufgezeigt. Die vorgebrachten Gründe liessen ei- nen Wegweisungsvollzug als unzulässig erscheinen. Sie seien jedoch vom SEM fälschlicherweise unter dem Prisma der Zuständigkeitsfrage gemäss Dublin-III-VO und nicht des Wegweisungsvollzugspunktes gemäss Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG geprüft worden. Das SEM habe die vorgebrachten Mängel des slowakischen Asylsystems nicht überprüft, sondern diese falsch als "Angst vor einer erneuten Haftstrafe" gewürdigt. Dass dem SEM eine Verwechslung zu diesem Thema unterlaufen sei, wel- che zu einer falschen Würdigung geführt habe, ergebe sich auch aus der Tatsache, dass die Ausführungen des Beschwerdeführers im Dublin -Ge- spräch betreffend die Mängel des slowakischen Asylsy stems unter der "Unzufriedenheit mit dem Entscheid der slowakischen Behörden" subsu- miert worden seien. Es sei hierbei zunächst festzuhalten, dass die Über- prüfung eines allfälligen Wegweisungsvollzughindernisses zur gesetzli- chen Aufgabe der Behörde gehöre ( Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG). Zu- dem verkenne das SEM, dass sich die Ausführungen und die Unzufrieden- heit des Beschwerdeführers konkret auf die menschenunwürdigen Lebens- bedingungen im slowakischen Asylverfahren beziehen würden. F-3218/2021 Seite 14 Das SEM habe die Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich des Zu- gangs zur medizinischen Versorgung im Nichteintretensentscheid nicht ge- würdigt und stattdessen einfach die Aussage herausgegriffen, dass der Be- schwerdeführer zur Krankenschwester und einmal zum Arzt gegangen sei. Die Aussagen aber, dass dem Beschwerdeführer nicht geholfen worden sei, ihm und anderen Asylsuchenden nur Schlaftabletten verabreicht wor- den seien und er vom Arzt Schlaftabletten für das – zwei Monate lang an- dauernde – Nierenproblem erhalten habe, seien ausser Acht geblieben. Die Vorgehensweise, einige Aussagen herauszugreifen, sei nicht hinnehm- bar. Obwohl die Unterbringung in überfüllten Gefängnissen (auch im Hinblick auf die Corona -Pandemie) und der fehlende Hofgang bekanntlich eine Menschenrechtsverletzung darstellten, seien die entsprechenden Anga- ben des Beschwerdeführers vom SEM nicht überprüft worden. Dasselbe gelte für den fehlenden Kontakt zur Aussenwelt. Zur Verdeutlichung, dass solche Haftbedingungen bekannt seien und von den europäischen Orga- nen bemängelt würden, wird in der Beschwerde auf einen Internetbericht hingewiesen, der sich zur Untersuchungshaft in der Slowakei äussert . Schliesslich wird darauf aufmerksam gemacht, dass immer noch der Ver- dacht bestehe, die Slowakei komme ihren völkerrechtlichen Verpflichtun- gen betreffend Asylgesuche nicht nach. Die Verwendung von Textbaustei- nen im Nichteintretensentscheid befriedige das Recht des Beschwerdefüh- rers auf eine Überprüfung in concreto nicht. Die Sache sei somit wegen Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht an das SEM zu- rückzuweisen. 4.3. In ihrer Vernehmlassung verweist die Vorinstanz auf die Aufnahme- richtlinie 2013/33/EU, welche von der Slowakei ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt worden sei. Weder das Gericht erster Instanz noch der Europäische Gerichtshof für Menschen- rechte hätten bisher das Vorhandensein von Systemmängeln in der Slowa- kei festgestellt. Dublin -Rückkehrende und verletzliche Personen würden betreffend Unterbringung von den slowakischen Behörden bevorzugt be- handelt. Sollte der Beschwerdeführer jedoch nach seiner Rückkehr in die Slowakei durch die Umstände gezwungen sein, ein Leben zu führen, das nicht der Menschenwürde entspreche, oder sollte dieses Land seine Ver- pflichtungen zur Unterstützung des Betroffenen sowie die genannte Richt- linie verletzen oder in irgendeiner anderen Weise seine Grundrechte ver- letzen, wäre es an ihm, seine Rechte direkt bei den slowakischen Behör-F-3218/2021 Seite 15 den auf dem geeigneten Rechtsweg geltend zu machen, um die ihm zu- stehenden und vom Staat zugesicherten minimalen Lebensbedingungen, wie auch medizinische Versorgung, zu erhalten. Dasselbe gelte auch, wenn der Beschwerdeführer der Meinung sei, dass er bei seiner Ankunft in der Slowakei von den Polizei - und Verwaltungsbehörden ungerecht oder unrechtmässig behandelt worden sei (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Da- rüber hinaus nähmen sich in der Slowakei nebst den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsu- chenden und Flüchtlingen an. Es bestehe bei allfällig auftretenden Proble- men daher auch die Möglichkeit, sich jederzeit an eine dieser Organisatio- nen zu wenden. Ferner sei anzuführen, dass der Beschwerdeführer kontrolliert in die Slo- wakei zurückgeführt werde, was einerseits beinhalte, dass die slowaki- schen Behörden einer Rückübernahme zugestimmt hätten und anderer- seits, dass diese über den genauen Zeitpunkt der Ankunft des Beschwer- deführers im Vorfeld informiert würden. Demzufolge werde er zum Zeit- punkt seiner Rückkehr in die Slowakei nicht illegal dort einreisen, und es könne davon ausgegangen werden, dass er nach seiner kontrollierten Ein- reise zwecks Prüfung seines Asylgesuchs wieder einer Asylunterbringung zugewiesen werde. Entsprechend gebe es in der Slowakei mehrere Asyl- zentren, in denen Asylsuchende untergebracht seien. Die slowakischen Behörden hätten dem Ersuchen g estützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin - III-VO zugestimmt. Der Beschwerdeführer sei gemäss seinen Angaben nach der illegal erfolg- ten Einreise in die Slowakei in Haft genommen worden. Im Dublin-Verfah- ren würden die betroffenen Personen (Dublin-Rückkehrer) jedoch kontrol- liert überstellt. Der Beschwerdeführer werde sich daher nicht in der glei- chen Situation wiederfinden. Demzufolge sei der Zugang zum Asylsystem für Dublin-Rückkehrende ge- währt und der Beschwerdeführer halte sich nach seiner Rückkehr in die Slowakei nicht illegal dort auf, sofern er sich in die ihm zugewiesene Asyl- unterkunft begebe. Hingegen könne es aufgrund der aktuellen Corona - Lage sein, dass er nach der Rückkehr in die Slowakei zu Beginn in Qua- rantäne gehen müsse und danach regelmässig g etestet werde, sofern er das Impfangebot in der Schweiz nicht bereits wahrgenommen habe oder sich nicht gegen Corona impfen lassen wolle. Zum Schluss könne auch noch auf die UNHCR -Webseite https://help.un- hcr.org/slovakia/asylum (zuletzt am 27. Juli 2021 konsultiert) verwiesen F-3218/2021 Seite 16 werden, wo detaillierte Informationen zum Asylverfahren in der Slowakei zu finden seien. Darüber hinaus hätten die slowakischen Behörden einen Leitfaden für Asylbewerber in der Slowakei herausgegeben, welcher eben- falls über die UNHCR-Webseite verfügbar sei. 4.4. Replikweise wird beanstandet, dass die Vorinstanz sich in keiner Weise zu der in der Beschwerde gerügten Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht hinsichtlich des W egweisungsvollzugs äussere. Stattdessen beschränke sie sich auf allgemeine Ausführungen unter dem Blickwinkel der Zuständigkeitsfrage gemäss Dublin -III-VO, wobei wieder die üblichen Textbausteine verwendet worden seien. Die Vorinstanz ver- weise dabei abstrakt auf die Möglichkeit, bei einer Verletzung der Grund- rechte in der Slowakei den Rechtsweg beschreiten zu können. Eine wich- tige Voraussetzung bestehe jedoch im effizienten und ungehinderten Zu- gang zum Rechtsweg, der dem Beschwerdeführer vorenthalten worden sei. Auf diesen Einwand gehe die Vorinstanz in der Vernehmlassung mit keinem Wort ein. Sie gehe ferner davon aus, dass der Beschwerdeführer nach der kontrol- lierten Überstellung von den slowakischen Behörden in einer Asylunter- kunft untergebracht werde. O ffensichtlich sei dies lediglich eine Mutmas- sung ohne weitere Auseinandersetzung mit der Frage, ob in der Slowakei Unterbringungen für Rückkehrer gewährleistet seien. 5. Die formellen Rügen (Verletzung der Untersuchungs- und Begründungs- pflicht) sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls zu einer Kassation der ange- fochtenen Verfügung führen könnten (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 5.1. Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be- hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat. Für eine unrichtige und unvollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts gibt es vorliegend keine Hinweise. So hat das SEM mit dem Beschwerdeführer am 4. Juni 2021 das Dublin -Gespräch geführt. Gleich- zeitig erhielt er Gelegenheit, zur Zuständigkeit der Slowakei für die Durch- führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zur Weg- weisung dorthin und zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG Stellung zu nehmen. Schliesslich konnte er sich auch zum medizinischen Sachverhalt äussern. F-3218/2021 Seite 17 5.2. Die Vorinstanz tut ihrer Begründungspflicht dann Genüge, wenn sie im Rahmen der Begründung die wesentli chen Überlegungen nennt, welche sie ihrem Entscheid zugrunde legt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Be- gründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 m.w.H.). Wie der angefochtenen Verfügung zu entnehmen ist, hat die Vorinstanz in einer Gesamtwürdigung nachvollziehbar aufgezeigt, von welchen Überle- gungen sie sich leiten liess. Sie hat in der Verfügung dargelegt, aufgrund welcher Überlegungen sie zum S chluss gekommen ist, dass die Voraus- setzungen für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31 a Abs. 1 Bst. b AsylG erfüllt sind und der Beschwerdeführer in die Slowakei zu über- stellen ist. Im Weiteren wurden auf Vernehmlassungsstufe zur Untermau- erung der in der angefochtenen Verfügung vertretenen E inschätzung er- gänzende Ausführungen gemacht. Die Vorinstanz ist vor diesem Hinter- grund den Anforderungen an die Begründungspflicht gerecht geworden. Die Begründung ermöglichte dem Beschwerdeführer denn auch eine sach- gerechte Anfechtung, wie die vorliegende Beschwerde zeigt. 5.3. Für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz wegen Verletzung der Untersuchungs- und Begründungspflicht besteht demnach keine Ver- anlassung. 6. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank (Zentralein- heit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 11. März 2021 in der Slowakei ein Asylgesuch eingereicht hatte. Das SEM ersuchte deshalb die slowakischen Behörden am 7. Juni 2021 um Wie deraufnahme des Be- schwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO. Die slo- wakischen Behörden stimmten dem Ersuchen am 18. Juni 2021 zu. Vor diesem Hintergrund ist das SEM zu Recht von der Zuständigkeit der Slo- wakei für die Durchführung des weiteren Verfahrens des Beschwerdefüh- rers ausgegangen. Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sind die dargelegten Vorbrin- gen nicht geeignet, an dieser Zuständigkeit etwas zu ändern. Sie begrün- den auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrec hts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin -III-VO, Art. 29 a Abs. 3 AsylV 1). F-3218/2021 Seite 18 7. 7.1. Es gibt keine wesentlichen Gründe für die Annahme, das Asylverfah- ren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in der Slowakei wie- sen systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO auf, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigen- den Behandlung gemäss Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen würden (vgl. etwa Urteile des BVGer F-3213/2021 vom 19. Juli 2021 E. 4.2; F-2094/2021 vom 10. Mai 2021 und D-4376/2018 vom 7. August 2018). So ist die Slowakei Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt ihren diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich- tungen nach. Im Weiteren darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerk ennung und Aber- kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf- nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah- merichtlinie) ergeben. 7.2. Der Beschwerdeführer hat – schon angesichts der konkreten Wieder- aufnahme-Zusicherung der Slowakei – kein konkretes und ernsthaftes Ri- siko dargetan, die slowakischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzu- nehmen und in der Folge sein weiteres Verfahren unter Einhaltung der Re- geln der erwähnten Richtlinien durchzuführen. Den Akten sind auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, die Slowakei werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Der Beschwerdeführer hat ebenso wenig dargetan, die ihn bei einer Rückfüh- rung erwartenden Bedingungen in der Slowakei seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. Im Weiteren gibt es auch keine konkreten Hinweise für die Annahme, die Slowakei würde ihm dauerhaft die ihm ge- mäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vor- enthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung steht es ihm offen, sich an die zuständigen slowakischen Behörden zu wenden und F-3218/2021 Seite 19 die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufor- dern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Es sind keine konkreten Anhalts- punkte dafür ersichtlich, der Beschwerdeführer geriete im Falle einer Weg- weisung in die Slowakei wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage. Er hat die Möglichkeit, bei allfälligen Schwierig- keiten die dafür zuständigen Behörden beziehungsweise die vor Ort tätigen karitativen Organisationen zu kontaktieren. Zudem steht es ihm offen, sich bei allfälligen Problemen bei der Unterbringung oder beim Zugang zum Asylverfahren an die zuständigen slowakischen Justizbehörden zu wen- den. Ebenso kann er an die zuständigen Stellen gelangen, sollte er sich von den slowakischen Behörden oder Privatpersonen in anderer Weise un- gerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen. Vor diesem Hintergrund ver- mag der Beschwerdeführer aus dem in der Beschwerde zitierten Internet- bericht nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 7.3. Unter den genannten Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt. Es sind ferner auch keine individuellen völkerrechtlichen Überstellungshindernisse gegeben. 8. 8.1. 8.1.1. Was den Gesundheitszustand anbelangt, ist zunächst auf die Anga- ben des Beschwerdeführers beim Dublin -Gespräch zu verweisen (vgl. Sachverhalt, Bst. C.c). Im Rahmen der migrationsmedizinischen Abklärung vom 31. Mai 2021 (SEM-act. 23/2) erklärte der Beschwerdeführer, er habe in der Slowakei von einem Arzt R ivotril erhalten. De r allgemeine Eindruck des G esund- heitszustands war bei der Abklärung gut. Es wurde jedoch vermerkt, dass der Beschwerdeführer sehr nervös und ängstlich wirke. Das Pflegefachpersonal im Bundesasylzentrum teilte dem SEM mit E-Mail vom 5. Juli 2021 (SEM -act. 21/1) auf entsprechende Nachfrage mit, es stünden keine Arzttermine aus und der Beschwerdeführer bekomme keine Medikamente. 8.1.2. Die vorliegenden gesundheitlichen Probleme stellen kein völker- rechtliches Vollzugshindernis im Sinne von Art. 3 EMRK dar, welches zwin- gend zu einem Selbsteintritt führen müsste. Die Slowakei verfügt über eine ausreichende medizinische Infrastruktur (vgl. Urteil F -3213/2021 E. 4.2) und ist gemäss Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie verpflichtet, den Antrag-F-3218/2021 Seite 20 stellern die erforderliche medizinische Versorgung, die zumindest die Not- versorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugänglich zu machen. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach dem Beschwerdeführer dort eine adäquate Behandlung seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen verwei- gert würde. Im Bedarfsfall kann er sich an das dafür zuständige medizini- sche Fachpersonal wenden. Was sein Vorbringen betrifft, er habe hinsicht- lich seines Nierenproblems nur Schlaftabletten be kommen, wäre es ihm offengestanden, beim Arzt entsprechend zu insistieren. Die Überstellung des Beschwerdeführers in die Slowakei erweist sich nach dem Gesagten als zulässig. 8.2. Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, in Würdigung der Akten und der vom Beschwerdeführer geäusserten Umstände bestün- den keine Gründe, die die Schweiz veranlassen würden, die Souveräni- tätsklausel anzuwenden. Es hat diesen Umständen Rechnung getragen und sich mit der Situation des Beschwerdeführers hinreichend auseinan- dergesetzt. 8.3. Der Beschwerdeführer möchte in der Schweiz bleiben. Mit seiner Be- gründung kann er insgesamt nicht das gewünschte Verfahrensziel – die Behandlung seines Asylgesuchs in der Schweiz – erreichen, zumal die Dublin-III-Verordnung den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ih- ren Antrag prüfenden Staat selbst auszuwählen. In seinem Fall sind ebenso keine Gründe ersichtlich, welche die Vorinstanz zu einem Selbst- eintritt gemäss Art. 17 Dublin -III-VO beziehungsweise Art. 29 a Abs. 3 AsylV 1 hätten verpflichten können. 9. Die Vorinstanz ist nach dem Gesagten zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Wegweisung verfügt (vgl. Art. 31a Abs. 1 Bst. b und Art. 44 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 10. Der Vollständigkeit halber bleibt darauf hinzuweisen, dass das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensent- scheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, weshalb allfällige Voll- zugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). Die in der Beschwerde vertretene Auffassung, wonach die Vorinstanz eine Überprüfung allfälliger F-3218/2021 Seite 21 Wegweisungsvollzugshindernisse gemäss Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 AIG hätte vornehmen müssen, geht nach dem Gesagten ins Leere. 11. Mit vorliegendem Urteil fällt die mit Zwischenverfügung vom 24. September 2021 angeordnete aufschiebende Wirkung dahin. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen. 12. 12.1. Aufgrund der Akten ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen und die Beschwerde kann nicht als von vornherein aussichts- los bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist demnach gutzuheis- sen. 12.2. Ausgangsgemäss wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die unentgeltliche Prozess- führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wird, ist er indessen von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien. Mit dem vorliegen- den Urteil in der Sache ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) F-3218/2021 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: