<h2>SubmittedText<h2><p>Zwei wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass seit 1983 und 1984 die Verdienste der Arbeitnehmer zugunsten der Verdienste der Selbständigen und der Sozialtransfers von 68 auf 63 Prozent abgenommen haben. Andererseits wurde auch nachgewiesen, dass 25 Prozent der Arbeitslosen wieder eine Beschäftigung als Selbständige finden und davon 60 Prozent mit einem in manchen Fällen deutlich geringeren Verdienst rechnen müssen.</p><p>Kann uns der Bundesrat zu folgenden Fragen Auskunft geben:</p><p>1. Inwieweit sind diese Untersuchungen bestätigt worden?</p><p>2. Kann man sagen, dass es sich dabei um einen langfristigen Trend handelt?</p><p>3. Welches sind die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die langfristige Finanzierung der AHV?</p><p>4. Welche Überlegungen und welche Lösungen könnten - falls es sich dabei um einen langfristigen Trend handeln sollte - dazu führen, dass die Finanzierung der AHV sichergestellt ist?</p><p>Quellen:</p><p>1. Flückiger Yves: Nouvelles pistes pour le financement des assurances sociales (Aspect de la sécurité sociale 2/3, 1996).</p><p>2. Aeppli D., Hotz C., Hugentobler V. und Theiss R.: Die Situation der Ausgesteuerten. Ergebnisse einer Studie in acht Kantonen der Nordwestschweiz und der Romandie (Die Volkswirtschaft 1, 1996).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen variierte von 1980 bis 1992 zwischen 67,4 und 69,8 Prozent, ohne dass dabei eine eindeutige Tendenz erkennbar war. Die zitierte Reduktion des Anteils der Lohnsumme am Volkseinkommen von 68 auf 63 Prozent bezieht sich auf die Situation im Kanton Genf und ist in keiner Weise für die ganze Schweiz repräsentativ.</p><p></p><p>Der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben nach einer Phase der Arbeitslosigkeit erfolgt laut einer in der Schriftenreihe BIGA veröffentlichten Studie IPSO "Die Qualität der Wiederbeschäftigung nach Arbeitslosigkeit" lediglich für einen Drittel der Arbeitslosen auf einem tieferen Lohnniveau. Die zitierte Studie von D. Aeppli, C. Hotz, V. Hugentobler und R. Theiss betrifft nur die in der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerten Personen von acht ausgewählten Kantonen.</p><p></p><p>2. In der Vergangenheit ist der Anteil der Arbeitnehmereinkommen am Volkseinkommen seit 1980 stabil geblieben. Für die Zukunft ist die relative Entwicklung der Erwerbseinkommen umstritten. Befürchtet wird etwa, dass die Tendenz zur Automatisierung letztlich dazu führe, dass sich die Erwerbseinkommen im Verhältnis zu den Kapitaleinkommen verringere. Laut dem Bericht der interdepartementalen Arbeitsgruppe IDA FiSo sollte aber der Zuwachs der Reallöhne - wenn überhaupt - nur leicht hinter jenem des Volkseinkommens zurückbleiben. </p><p></p><p>3. Aus heutiger Sicht ist - abgesehen von konjunkturellen Einbrüchen - kaum mit einer gravierenden Entwicklung in diese Richtung zu rechnen. Dies um so mehr, als in der AHV nicht nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Selbständigerwerbenden Beiträge entrichten, sondern auch die Arbeitslosen auf ihren Taggeldern und die Nichterwerbstätigen. Der Anteil der AHV-Lohnsumme am ganzen Bruttoinlandprodukt variierte von 1978 bis 1995 zwischen 60 und 64,3 Prozent, heute liegt er bei 62,5 Prozent.</p><p></p><p>4. Diese Frage wird in den Folgearbeiten der IDA FiSo bzw. in den Arbeiten zur 11. AHV-Revision behandelt.</p>  Antwort des Bundesrates.