<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Hat man die Folgen der Einführung des Luchses in die Schweiz untersucht und eine Zählung dieser Tiere vorgenommen? Wenn nicht, wäre es nicht angebracht, dies zu tun?</p><p>2. Gibt es Statistiken über die Schäden, die von den Luchsen verursacht wurden, und über die Entschädigungen, die in den vergangenen zehn Jahren für diese Schäden ausgerichtet wurden?</p><p>3. Muss man nicht davon ausgehen, dass es in der Schweiz zu viele Luchse gibt und daher rasch Massnahmen ergriffen werden müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Seit Beginn der achtziger Jahre wird die Entwicklung der Luchspopulation gesamtschweizerisch überwacht. In den Nordwestalpen war nach der ersten Phase der Ausbreitung und Populationszunahme Mitte der achtziger Jahre eine Stagnation, gebietsweise sogar eine Populationsabnahme, zu beobachten. Die jährlichen Erhebungen zeigen nun seit 1993/94 einen Anstieg des Luchsbestandes in den Nordwestalpen, sozusagen eine zweite "Luchswelle". Um dieses Phänomen zu verfolgen, hat das BUWAL 1996 gemeinsam mit den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt das Projekt "Luchs und Schafe in den Nordwestalpen" initiiert. Ziel dieses Projekts ist es:</p><p>die Entwicklung der Populationen von Reh, Gemse und Luchs in den Nordwestalpen wissenschaftlich abzuklären</p><p>die Schafhaltung in den betroffenen Regionen, insbesondere in Schadensgebieten, zu analysieren</p><p>die Diskussion mit den betroffenen Schäfern und Jägern zu suchen sowie die Information der breiten Öffentlichkeit zu intensivieren.</p><p>2. Die von Luchsen verursachten und von Bund und Kanton bezahlten Schäden werden seit Jahren statistisch überwacht. 1970 wurden im Kanton Obwalden die ersten Luchse ausgesetzt. 1980 traten die ersten Schäden auf. Die Übergriffe auf Haustiere erreichten 1988 mit 82 Tieren ihr Maximum. Seither sind sie zurückgegangen und haben sich bei 30 - 40 Tieren pro Jahr stabilisiert, bis 1995 die Schäden wieder zunahmen. Diese Zunahme ist allerdings ausschliesslich auf die Entwicklung in den Nordwestalpen zurückzuführen.</p><p>3. Der Luchs ist bundesrechtlich geschützt. Die vom Luchs verursachten Schäden sind volkswirtschaftlich unbedeutend. Die Bestände der wichtigsten Beutetiere Reh und Gemse sind trotz der Anwesenheit des Beutegreifers in den letzten zwanzig Jahren gesamtschweizerisch weiter angestiegen. Vielerorts ist heute sogar eine stärkere Reduktion der Schalenwildbestände erwünscht, da die Pflanzenfresser in Schutzwäldern erhebliche Schäden anrichten können.</p><p>Eine reguläre Bejagung des Luchses in der Schweiz würde die Population zurzeit kaum ertragen und drängt sich auch keinesfalls auf. Die Eliminierung von einzelnen, schadenstiftenden Luchsen kann sinnvoll sein, muss aber in jedem Fall sorgfältig abgeklärt werden. Der Abschuss eines Luchses ist allerdings vom Gesetzgeber nur dann vorgesehen, wenn Präventionsmassnahmen versucht worden sind. Wie diese aussehen können und müssen, wird im Projekt "Luchs und Schafe in den Nordwestalpen" gegenwärtig abgeklärt.</p>  Antwort des Bundesrates.