<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00028</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105411&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00028</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.04.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>baurechtliche Bewilligung nach Art. 22 RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gewässerschutzrechtliche und lufthygienische Bewilligung der Errichtung einer offenen Jauchelagune.<br/><br/>Eintretensprüfung (E. 1).<br/>Angesichts des gewählten Konstruktionsprinzips und der vorgesehenen baulichen Umsetzung ist eine erdverlegte Jauchelagune mit den gewässerschutzrechtlichen Vorschriften vereinbar (E. 2).<br/>Dimensionierung der Jauchelagune im Verhältnis zur Betriebsgrösse <br/>(E. 3).<br/>Berechnung des immissionsrechtlich erforderlichen Mindestabstands der Jauchelagune zu Wohnbauten Dritter (E. 4a/b) und Frage der Pflicht zur Abdeckung der Jauchelagune (E. 4c).<br/>Sicherung der Jauchelagune durch einen Zaun (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: GEWÃSSERSCHUTZ">GEWÃSSERSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JAUCHE">JAUCHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JAUCHE">JAUCHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LUFTHYGIENE">LUFTHYGIENE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LUFTREINHALTUNG">LUFTREINHALTUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 6 GSchG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 LRV</span><br/><span class="gerade">Art. 11 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Herr und Frau B. fÃ¼hren in der Gemeinde X. einen Landwirtschaftsbetrieb. Im Ja­nuar 1999 erhielten sie ‑ unter Auflagen und Bedingungen ‑ die erforderlichen kantonalen Bewilligungen fÃ¼r den Bau eines erdverlegten Jaucheteichs (sog. Jauchelagune) auf ihrem an der C.‑Strasse in der kantonalen Landwirtschafts­zone gelegenen GrundstÃ¼ck Kat.Nr. ...1. Im Einzelnen handelt es sich um die strassenpo­lizeiliche Bewilligung der Baudirektion vom 8. Januar 1999, die gewÃ¤sserschutzrechtliche und lufthygienische Bewilligung des Am­tes fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vom 8. Januar 1999 sowie die Fest­stellung der Baudirektion vom 25. Januar 1999, dass das Vorhaben zonenkonform sei und keiner Ausnahmebewilligung nach Art. 24 des Raumpla­nungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG; SR 700) bedÃ¼rfe. Der Gemeinderat X. nahm am 8. Februar 1999 von den kanto­na­len Bewilligungen Vormerk und erteilte die bau­rechtliche Bewilligung fÃ¼r das Vorhaben unter Auflagen und Bedingungen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Der Regierungsrat wies gegen diese Bewilligungen gerichtete Rekurse von Herrn A. und zwei Nachbarinnen am 8. Dezember 1999 ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Herr A. erhob gegen den Rekursentscheid am 14. Januar 2000 Be­schwerde an das Verwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen Ent­scheids und die Verweigerung der baurechtlichen Bewilligung. Der Gemeinderat X. schloss am 14. Fe­bruar 2000 auf Beschwerdeabweisung, ebenso am 15. Februar 2000 im Namen des Regie­rungsrats die Staatskanzlei. Herr und Frau B. haben sich nicht vernehmen lassen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und in den Rechtsschriften werden, soweit erforderlich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktio­nell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Bewilligung der Jauchelagune verletze gewÃ¤sserschutzrechtliche Vorschriften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Art. 6 Abs. 1 des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 (GSchG; SR 814.20) verbietet es, Stoffe, die Wasser verunreinigen kÃ¶nnen, mittelbar oder unmittelbar in ein GewÃ¤sser einzubringen oder versickern zu lassen. GemÃ¤ss Art. 6 Abs. 2 GSchG ist es untersagt, solche Stoffe ausserhalb eines GewÃ¤ssers abzulagern oder auszubringen, so­fern dadurch die konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Wassers entsteht. Spezifische bundesrechtliche Vorschriften mit Anforderungen an GÃ¼llentanks, ‑teiche und dergleichen bestehen nicht, weder in der GewÃ¤sserschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201) noch in der Verordnung vom 1. Juli 1998 Ã¼ber den Schutz der GewÃ¤sser vor wassergefÃ¤hrdenden FlÃ¼ssigkeiten (VWF; SR 814.202). GemÃ¤ss Art. 1 Abs. 2 lit. d VWF ist die VWF auf Anlagen fÃ¼r landwirtschaftliche AbgÃ¤nge nicht anwendbar. Auch das kan­tonale Recht enthÃ¤lt keine einschlÃ¤gigen Vorschriften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Das Vorhaben kommt in einen GewÃ¤sserschutzbereich C zu liegen. Der Be­schwer­defÃ¼hrer rÃ¼gt, die Baubewilligung missachte eine Richtlinie des Bundesamtes fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Das BUWAL hat als Mitteilung Nr. 12 zum Ge­wÃ¤sserschutz vom September 1993 Hinweise fÃ¼r Bau und Unterhalt mit dem Titel "Baulicher GewÃ¤sserschutz in der Landwirtschaft" publiziert. Dieser Mitteilung kommt der Stellenwert einer Richtlinie zu; sie hat keine Gesetzeskraft und ist daher fÃ¼r die Gerichte grundsÃ¤tzlich nicht verbindlich. Indessen ist sie aufgrund des darin zum Ausdruck gelan­genden Fachwissens geeignet, einen sachge­mÃ¤ssen und rechtsgleichen Vollzug sicherzu­stellen, weshalb sie die gerichtliche ÃberprÃ¼fung dennoch erheblich beeinflussen kann (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflege­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 64 f.). GemÃ¤ss Ziffer 1.18 der Mit­teilung (Standortauflagen) sind GÃ¼llenteiche in den GewÃ¤sserschutzbereichen A, B und C nicht zugelassen. Indessen behÃ¤lt Ziffer 1.11 SpeziallÃ¶sungen aufgrund zukÃ¼nftiger Ent­wicklungen ausdrÃ¼cklich vor; fÃ¼r solche FÃ¤lle wird eine Bewilligung der kantonalen Ge­wÃ¤sserschutzfachstelle verlangt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine solche Bewilligung liegt hier vor. Das Projekt beruht auf einer LÃ¶sung fÃ¼r erd­verlegte GÃ¼llenteiche, die nach 1993, d.h. nach der Publikation der erwÃ¤hnten BUWAL-Mit­teilung, von einer auf Kunststoffabdichtungen spezialisierten Firma entwickelt wurde. Diese LÃ¶sung wurde von den GewÃ¤sserschutzbehÃ¶rden des Kantons Aargau geprÃ¼ft und fÃ¼r tauglich befunden, ebenso von den GewÃ¤sserschutzbehÃ¶rden des Kantons ZÃ¼rich durch die hier angefochtene Bewilligung. Praktische Erfahrungen mit dieser LÃ¶sung liegen na­tur­gemÃ¤ss erst wenige vor; immerhin scheint sich ein gleichartiger Teich seit 1997 bewÃ¤hrt zu haben. Insofern liegt eine in der BUWAL-Mitteilung vorbehaltene neue Entwicklung vor. Zur Mitteilung besteht kein Widerspruch.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Jaucheteich soll gemÃ¤ss Projekt mit einer doppelwandigen Folienkonstruktion abgedichtet werden. Nach den Angaben des Herstellers kÃ¶nnen die Folien nicht verrotten und weisen ‑ korrektes Arbeiten vorausgesetzt ‑ gegen etwaige Setzungen des Untergrunds und mechanische Beeinflussung die nÃ¶tige WiderstandsfÃ¤higkeit und ElastizitÃ¤t auf. Unter dem Teichboden werden Sickerleitungen verlegt, welche die bei einem allfÃ¤lligen Leck aus­fliessende Jauche auffangen und in einen Kontrollschacht ableiten wÃ¼rden. Dieses System dÃ¼rfte neben einer ausreichenden Sicherheit vor Leckagen vor allem auch das rasche Erkennen von solchen gewÃ¤hrleisten. Zu Recht weist der angefochtene Entscheid auch auf die Auflagen fÃ¼r regelmÃ¤ssige Kontrollen hin. Dies verbunden mit der Tatsache, dass ein Abpumpen des offenen Jaucheteichs im Notfall rasch bewerkstelligt werden kann, lÃ¤sst den Schluss zu, dass durch das Projekt keine konkrete Gefahr einer Wasserverunreini­gung im Sinn von Art. 6 Abs. 2 GSchG geschaffen wird.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der BeschwerdefÃ¼hrer beschrÃ¤nkt sich darauf, die ErwÃ¤gungen der Vorinstanzen als unsachlich abzuqualifizieren, ohne indessen konkrete EinwÃ¤nde gegen deren Argu­men­te vorzubringen. Allein der Umstand, dass das neue System von kantonalen Fachstel­len, aber noch nicht vom BUWAL untersucht worden ist, fÃ¼hrt nicht dazu, dass es als ge­setz­widrig anzusehen ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht weiter geltend, der Jaucheteich sei Ã¼berdimensio­niert. GemÃ¤ss der feststehenden Praxis des Bundesgerichts sind der landwirtschaftlichen Nutzung dienende Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone gemÃ¤ss Art. 16 RPG dann zonenkonform, wenn sie hinsichtlich Standort und GrÃ¶sse einem objektiven BedÃ¼rf­nis entsprechen; sie dÃ¼rfen daher nicht Ã¼berdimensioniert sein (BGE 122 II 160 E. 3a, 114 Ib 131 E. 3, mit Hinweisen). Bei forstlichen Bauten im Wald gelten dieselben GrundsÃ¤tze (BGE 123 II 499 E. 2). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ist unbestritten, dass die privaten Beschwerdegegner ausreichende Lagerein­rich­tungen fÃ¼r DÃ¼nger bzw. Jauche bereitstellen mÃ¼ssen (vgl. Art. 14 Abs. 3 GSchG). Aus­ge­hend vom heutigen Betrieb weisen die privaten Beschwerdegegner neben dem vorhan­de­nen Stapelvolumen fÃ¼r Jauche von 275 m<sup>3</sup> einen zusÃ¤tzlichen Bedarf von knapp 300 m<sup>3</sup> aus. So gesehen mÃ¼sste der geplante Jaucheteich mit einem FassungsvermÃ¶gen von rund 660 m<sup>3</sup> als Ã¼berdimensioniert bezeichnet werden. Indessen liegt die heutige Bewirtschaf­tungsintensitÃ¤t mit 1,5 DÃ¼ngergrossvieheinheiten (DGVE) pro ha weit unter dem Orientie­rungswert von 2,5 DGVE/ha und erst recht unter der gesetzlichen HÃ¶chstgrenze von 3 DGVE/ha (vgl. Art. 14 Abs. 4 GSchG). Es ist nicht zu beanstanden, dass die privaten Beschwerdegegner ihr Bauprojekt auf die gesetzlich zulÃ¤ssige BewirtschaftungsintensitÃ¤t ausrichten. Im VerhÃ¤ltnis zum Orientierungswert von 2,5 DGVE/ha erscheint das ange­streb­te Gesamtstapelvolumen von gut 900 m<sup>3</sup> als angemessen. Dadurch wird auch eine Re­serve fÃ¼r eine allfÃ¤llige FlÃ¤chenerweiterung des heute 16 ha bewirtschaftenden Betriebs ge­schaffen, was ebenfalls zulÃ¤ssig ist. Entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers kann keine Rede davon sein, dass ein "beliebig grosser" GÃ¼llensee zulÃ¤ssig wÃ¤re oder be­willigt worden ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) GemÃ¤ss Art. 11 des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (USG; SR 814.01) werden Luftverunreinigungen durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt (Abs. 1). Die Emissionen sind unabhÃ¤ngig von der bestehenden Umweltbelastung im Rah­men der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirt­schaftlich tragbar ist (Abs. 2). GemÃ¤ss Art. 3 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. De­zember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1) mÃ¼ssen neue stationÃ¤re Anlagen so ausgerÃ¼stet und betrieben werden, dass sie die in den AnhÃ¤ngen 1‑4 aufgestellten Anforderungen ein­halten. Soweit einer dieser AnhÃ¤nge die Emissionsbegrenzung fÃ¼r eine bestimmte Situation regelt, sind diese Vorschriften verbindlicher Ausdruck der erforderlichen vorsorglichen Emissionsbegrenzung (AndrÃ© Schrade/Theodor Loretan, Kommentar zum Umweltschutz­gesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Art. 11 N. 34b). ZusÃ¤tzliche Massnahmen sind ‑ als verschÃ¤rfte Emissionsbegrenzung im Sinn von Art. 11 Abs. 3 USG ‑ nur erforderlich, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass Ã¼bermÃ¤ssige Immissionen auftreten. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ziff. 51 des Anhangs 2 LRV befasst sich mit Anlagen der bÃ¤uerlichen Tierhaltung und der Intensivtierhaltung. Dazu gehÃ¶ren auch die erforderlichen Lagereinrichtungen fÃ¼r die tierischen AbgÃ¤nge. Als vorsorgliche Emissionsbegrenzung sind MindestabstÃ¤nde zu bewohnten Zonen einzuhalten, die gemÃ¤ss den Empfehlungen der EidgenÃ¶ssischen For­schungsanstalt fÃ¼r Betriebswirtschaft und Landtechnik (FAT) zu berechnen sind. Die FAT hat die entsprechenden Empfehlungen als Bericht Nr. 476 (1995 Ã¼berarbeitete Ausgabe des frÃ¼heren Berichtes Nr. 350) "MindestabstÃ¤nde von Tierhaltungsanlagen" publiziert.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat hat entsprechend der dargelegten Rechtslage geprÃ¼ft, ob der Min­destabstand gemÃ¤ss Anhang 2 Ziff. 512 LRV eingehalten sei. Weil dies nach seiner Auffassung der Fall ist, hatte er keinen Anlass, sich mit der vom BeschwerdefÃ¼hrer ins Recht gelegten ErklÃ¤rung von fÃ¼nf Personen zu befassen, die sich durch ungedeckte Jau­chebehÃ¤lter gestÃ¶rt erklÃ¤ren. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat die Situation oder Situationen, auf welche sich diese ErklÃ¤rung bezieht, vÃ¶llig im Unklaren belassen; die ErklÃ¤rung besitzt da­her keine Beweiskraft. Dass sich der Regierungsrat damit nicht befasst und die ErklÃ¤rung stillschweigend als unmassgeblich angesehen hat, stellt unter den gegebenen UmstÃ¤nden keine Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs dar.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Nichts fÃ¼r sich abzuleiten vermag der BeschwerdefÃ¼hrer auch aus seinen unsub­stan­zierten Behauptungen Ã¼ber eine Befangenheit der RekursbehÃ¶rde. Darauf ist nicht weiter einzugehen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) NÃ¤her zu prÃ¼fen ist, ob die Berechnung des erforderlichen Abstands (vgl. Re­kurs­antwort des AWEL vom 9. April 1999) korrekt erfolgt ist. Diese geht von der heutigen BewirtschaftungsintensitÃ¤t, d.h. von 23,5 DGVE, aus. Es ist zweifelhaft, ob dies sachge­recht ist. Nachdem mit der 660 m<sup>3</sup> fassenden Jauchelagune erklÃ¤rtermassen zusÃ¤tzliches Lagervolumen fÃ¼r eine intensivere Bewirtschaftung bereitgestellt werden soll, stellt sich die Frage, ob der Berechnung nicht eine BewirtschaftungsintensitÃ¤t von 2,5 DGVE/ha, d.h. (bei 16 ha) von 40 DGVE, zugrunde zu legen ist. Die Frage kann indessen offen bleiben, da auch ausgehend von dieser Berechnungsgrundlage der Abstand zur Wohn­zone aus­reicht. Dieser betrÃ¤gt im Minimum 45 m. Auf der Basis von 40 DGVE berechnet sich ge­mÃ¤ss FAT-Bericht Nr. 476 (S. 3 ff.) der erforderliche Min­dest­abstand wie folgt:</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat">Massgebliche Geruchsbelastung GB: 40 x 0,15 = 6</p> <p class="EinzugZitat">Normabstand N: 43 x ln(6) â 40 = 37 m</p> <p class="EinzugZitat">Korrekturfaktor (FlÃ¼ssigmist, offener BehÃ¤lter): 1,1 </p> <p class="EinzugZitat">Mindestabstand: 37 m x 1,1 = 40,7 m,<br/> aufgerundet 41 m</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ergibt sich, dass auch ausgehend von der korrigierten Berechnungsgrundlage der Minimalabstand allseitig eingehalten ist, und zwar selbst dann, wenn aus GrÃ¼nden der Vor­sicht bzw. Vorsorge darauf verzichtet wird, den gemÃ¤ss Richtlinie zulÃ¤ssigen Abzug von 30 % gegenÃ¼ber Kernzonen vorzunehmen. Andere GrÃ¼nde, die Korrektheit der Abstands­berechnung in Frage zu stellen, bestehen nicht. Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen kei­ne konkreten EinwÃ¤nde vor. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Ob zusÃ¤tzlich eine Abdeckung des Jaucheteichs erforderlich ist, kann zur Zeit of­fen gelassen werden. Eine Abdeckung wÃ¼rde eine verschÃ¤rfte Emissionsbegrenzung im Sinn von Art. 11 Abs. 3 USG darstellen. FÃ¼r eine solche Massnahme fehlen zur Zeit aus­reichende Anhaltspunkte. So fÃ¼hren die Vorinstanzen plausibel aus, dass sich auf dem Jau­cheteich ein natÃ¼rlicher Deckel bildet, der das Entweichen unangenehmer GerÃ¼che mindert. Mit Geruchsemissionen ist vor allem beim Entleeren des Teichs zu rechnen, weil die Jau­che vor der Entnahme gerÃ¼hrt werden muss. In dieser Situation wÃ¼rde aber auch eine feste oder eine mobile Abdeckung kaum eine Schutzwirkung entfalten. Es ist unter diesen Um­stÃ¤nden nicht zu beanstanden, dass eine kÃ¼nstliche Abdeckung nicht bereits verbindlich vorgeschrieben, sondern nur fÃ¼r den Fall vorbehalten wurde, dass ‑ wider Erwarten ‑ auch im Normalzustand Ã¼bermÃ¤ssige Geruchsimmissionen auftreten. Unmassgeblich ist ferner, dass der Jaucheteich wÃ¤hrend des ganzen Jahres benÃ¼tzt werden wird. Diese Tatsache Ã¤n­dert an der Korrektheit der Abstandsberechnung nichts und vermag auch die Anordnung verschÃ¤rfter Emissionsbegrenzungen zur Zeit nicht zu begrÃ¼nden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. Offensichtlich unzutreffend ist schliesslich die RÃ¼ge des BeschwerdefÃ¼hrers, die EinzÃ¤unung bzw. Absicherung der Anlage sei ungenÃ¼gend. GemÃ¤ss Projekt ist die UmzÃ¤u­nung mit einem 1,6 m hohen Maschendrahtzaun eines namentlich genannten Herstellers vorgesehen; auf der HÃ¶he von 1,8 m wird die UmzÃ¤unung mit einem Stacheldraht abge­schlossen. Die Baubewilligung der Gemeinde geht von dieser UmzÃ¤unung aus, hÃ¤lt aber fest (Dispositiv Ziffer 1.5), dass eine allenfalls abweichende Gestaltung des Zauns einer ausdrÃ¼cklichen Bewilligung des Gemeinderats bedarf. Damit ist die Ausgestaltung des Zauns hinreichend bestimmt. In jedem Projekt kÃ¶nnen ProjektÃ¤nderungen vorgenommen werden. Es versteht sich, dass eine ProjektÃ¤nderung einer Bewilligung bedarf und, soweit Nachbarinteressen betroffen sein kÃ¶nnten, eine neue Rechtsmittelfrist zu laufen beginnt. Strassenseitig ist der Jaucheteich zusÃ¤tzlich mit einer Leitplanke zu schÃ¼tzen. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern diese Sicherheitsmassnahmen nicht genÃ¼gen sollten. Es kann auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden, denen der Be­schwerdefÃ¼hrer nichts Ãberzeugendes entgegenhÃ¤lt (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>