Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. November 2016 (720 16 149 / 296) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die vorhandene Aktenlage lässt keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs zu: Sowohl in medizinischer als auch in erwerblicher Hinsicht sind zusätzliche Abklärun- gen erforderlich Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Roman Felix, Advokat, Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1959 geborene, seit 1. April 1989 als “Allro underin“ bei der B.____ AG teilzeitlich erwerbstätige A.____ hatte am 30. Juni 2011 einen H irnschlag (lakunäre Ischämie) erlitten. Aufgrund der darauf zurückzuführenden gesundheitlic hen Beeinträchtigungen meldete sie sich im Januar 2012 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerb lichen und der hauswirtschaftlichen Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht hältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft be i der Versicherten in Anwendung der ge- mischten Bemessungsmethode - mit einem Anteil von 80 % a n Erwerbs- und einem solchen von 20 % an Haushalttätigkeit - folgende Invaliditätsgra de: Ab Juni 2012 (Ablauf des Wartejah- res): 51 %, ab 9. August 2012: 31 %, ab 1. Januar 201 3: 51 %, ab 1. April 2013: 31 % und ab 14. Oktober 2013: 21%. Gestützt auf diese Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach Durch- führung des Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 12. April 2016 für die beiden Perioden vom 1. Juli 2012 bis 31. August 2012 und vom 1. Januar 2 013 bis 31. März 2013 jeweils eine befristete halbe Rente zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, am 9. Mai 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV- Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen; unter o/e Kostenfolge. Nachdem das Kantonsgericht dem Rechtsvertreter der Versi cherten aufgrund der von ihm ge- schilderten besonderen Umstände (kurzfristige Mandatieru ng, unvollständige Aktenkenntnis im Zeitpunkt des Ablaufs der Rechtsmittelfrist) ausnahmsweise eine Nachfrist für eine ergänzende Beschwerdebegründung gewährt hatte, reichte dieser am 23. Mai 2016 eine entsprechende Rechtsschrift nach. C. In ihrer Vernehmlassung vom 10. August 2016 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen ei ne kurze Beurteilung von Dr. med. C.____, Allgemeine Medizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 2. Juni 2016 bei. D. Am 19. September 2016 reichte die Beschwerdeführeri n einen aktuellen sowie zwei ältere Verlaufsberichte der behandelnden Ergotherape utin ein. Die IV-Stelle nahm am 20. Ok- tober 2016 unter Hinweis auf eine weitere Beurteilun g des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 3. Ok- tober 2016 hierzu Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 9. Mai 2016 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittl ich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 12. April 2016) entwickelt haben, wobei für di e hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen. Dabei hat sie bei der Festlegung de r Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit auf die im “Fragebogen zur Ermittlu ng der Erwerbstätigkeit“ vom 18. Septem- ber 2014 wiedergegebenen Angaben der Versicherten abg estellt, wonach diese ohne gesund- heitliche Beeinträchtigungen seit August 2011 (dem Mon at, in welchem ihre Tochter ihre Aus- bildung abgeschlossen hatte) in einem Pensum von 80 % eines Vollpensums einer ausserhäus- lichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre und weiterhin nachgehen würde. Gestützt auf diese Aussage der Versicherten hat die IV-Stelle den Anteil der Erwerbstätigkeit auf 80 % und jenen der Haushalttätigkeit entsprechend auf 20 % festgesetzt, was von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt wird. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszust andes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten als erstes ein neurologisches Gutachten bei Dr. med. D.____, Neurologie FMH, ein, welches am 1. Juli 2013 erstattet wurde. Dar in hielt dieser als Diagnosen mit Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit eine leicht bis mässig a usgeprägte kognitive Beeinträchtigung und eine Fatigue, jeweils bei im Vordergrund stehende r seelischer Interferenz und Zustand nach cerebrovaskulärem Ereignis am 30.06.2011 mit lakunärer Ischämie im Bereich der Medul- la oblongata rechts, sowie eine diskrete beinbetonte H emisymptomatik links fest. In seiner Be- urteilung führte Dr. D.____ aus, eine im Wesentlichen organische Ursache der Beeinträchtigun- gen der Explorandin sei, abgesehen von den körperliche n Symptomen, als unwahrscheinlich anzusehen. Im Vordergrund stünden seelische Interferenze n. Es empfehle sich deshalb eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung der Versicherten. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hielt Dr. D.____ sodann fest, aus neurologischer Sicht b estehe eine Beeinträchtigung für Tätig- keiten mit erhöhten Anforderungen an die Gehfähigkeit (unebene Böden; Notwendigkeit schnel- len Gehens). In sämtlichen anderen Tätigkeiten hingege n liege keine Beeinträchtigung der Ar- beitsfähigkeit vor. 6.2 Gestützt auf die erwähnte Empfehlung von Dr. D.___ _ gab die IV-Stelle bei der Klinik E.____ zusätzlich ein psychiatrisches Gutachten über die Versich erte in Auftrag. Dieses wurde am 2. Juni 2014 von Prof. Dr. med. F.____, Facharzt f ür Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie, und Dr. med. G.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattet. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit e rhoben sie darin eine leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.0) und eine leichte kognitive Störung (ICD-10 F06.7). Aus psychiatrischer Sicht sei bei der früher sehr aktiven und leistungsorientierten Explo- randin aufgrund der durch die Ischämie der Medulla obl ongata verursachten beinbetonten sen- somotorischen Hemisymptomatik links eine Veränderung ihrer Lebenssituation eingetreten. Da die damals entstandene kognitive Funktionsstörung sich tr otz der Bemühungen der Versicher- ten nicht genauso zurückgebildet habe wie die Hemisymptom atik, habe dies bei ihr zu einer starken Verunsicherung und bei einer geringen Introspekti onsfähigkeit zur Ausbildung einer sekundären depressiven Symptomatik geführt. Diese sei durcha us in der Lage, die bereits durch den zerebralen Insult entstandenen kognitiven Defi zite noch weiter zu verstärken. Vor diesem Hintergrund sei der leichten depressiven Symptomatik ein Einfluss auf die neuropsycho- logisch nachgewiesenen leicht bis mässig ausgeprägten kogni tiven Defizite und damit auch auf die Arbeitsfähigkeit zuzusprechen. Auf die Frage nach den Auswirkungen der erhobenen Stö- rungen auf die bisherige Tätigkeit der Versicherten führten Prof. Dr. F.____ und Dr. G.____ aus, durch die leichte depressive Symptomatik in Kombination m it den kognitiven Funktionsstörun- gen im Rahmen des 2011 stattgehabten zerebralen Insul ts sei die Explorandin in ihrer Flexibili- tät und Umstellungsfähigkeit sowie in ihrer Entscheidun gs- und Urteilsfähigkeit mittelgradig be- einträchtigt. Durch die Schwierigkeit, ihren erhöhten Zeitbedarf für einzelne Tätigkeiten richtig einzuschätzen, sei sie bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben trotz ihrer Akribie leicht eingeschränkt, dies gelte auch für den Bereich der An passung an Regeln und Routinen. Des Weiteren sei sie leicht eingeschränkt in der Anwendung ihrer fachlichen Kompetenzen, in ihrer Durchhaltefähigkeit und auch in ihrer Verkehrsfähigkei t. In andern Fähigkeiten liege keine Ein- schränkung vor. Insgesamt sei die Explorandin aus rein psych iatrischer Sicht derzeit in ihrer Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht angestammten Tätigkeit als Heimmitarbeiterin zu 40 % arbeitsunfähig. In ihrer Haushalttätigkeit erachte man die Explorandin zurzeit als zu 30 % arbeitsunfähig. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung bei der Beurteilung des ak- tuellen medizinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse, z u denen Prof. Dr. F.____ und Dr. G.____ in ihrem psychiatrischen Gutachten vom 2. Juni 2014 gelangt sind. Sie ging demzu- folge davon aus, dass bei der Versicherten ab 14. Oktober 2013, dem Datum der Begutachtung in der Klinik E.____, „anhaltend“ von einer 40 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Ent- gegen der Sichtweise der IV-Stelle kann nun allerdings bei der Würdigung des vorliegend mas- sgeblichen medizinischen Sachverhalts nicht ausschliesslich auf dieses Gutachten abgestellt werden. Wie auch die Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, handelt es sich beim neuro- logischen Gutachten von Dr. D.____ einerseits und dem psyc hiatrischen Gutachten von Prof. Dr. F.____ und Dr. G.____ anderseits um Einzeleinschät zungen aus dem jeweiligen Fachge- biet. Eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung zwischen d en genannten Fachärzten hat nicht stattgefunden. Eine solche wäre aber angezeigt gewesen , nachdem der Neurologe Dr. D.____ in seinem Gutachten ebenfalls zwei Diagnosen - eine lei cht bis mässig ausgeprägte kognitive Beeinträchtigung und eine Fatigue - mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erhoben hatte . Dass die vorhandenen kognitiven Beeinträchtigungen die Alltagsbewältigung und die Arbeitsfä- higkeit der Beschwerdeführerin nicht unerheblich einschränken, kann im Übrigen auch den ver- schiedenen, von der Versicherten eingereichten Ergothera pie-Verlaufsberichten entnommen werden. Zu bemängeln ist sodann, dass sowohl Dr. D.____ als auch Prof. Dr. F.____ und Dr. G.____ in ihren jeweiligen Beurteilungen der Ar beitsfähigkeit der Versicherten mit keinem Wort auf die Frage eingehen, in welchem Ausmass die dia gnostizierte Fatigue die Arbeitsfähig- keit der Beschwerdeführerin beeinflusst. Dies ist insofern unverständlich, als Dr. D.____ in sei- nem Gutachten die Fatigue explizit unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit aufgelistet hat. Dies hat zur Folge, dass diesbezügli ch die abschliessende Einschätzung von Dr. D.____ widersprüchlich ist, während sich diejenige von Prof. Dr. F.____ und Dr. G.____ als unvollständig erweist. Aus den genannten Gründen ka nn deshalb dem von der IV-Stelle als massgeblich erachteten Gutachten von Prof. Dr. F.____ un d Dr. G.____ vorliegend kein aus- schlaggebender Beweiswert beigemessen werden. Es ist vielme hr angezeigt, die Versicherte im Hinblick auf eine abschliessende Beurteilung des medizi nischen Sachverhalts nochmals aus neurologischer, neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht begutachten zu lassen. 7. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. 7.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend war die Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin bis zum Eintritt ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Juni 2011 als “Allrounderin“ im Umfang von 20 Wochenstunden bei de r B.____ AG teilzeitlich erwerbstätig. Dies entspricht - bei einer branchenüblichen Wochenarbeitszeit von 41,25 Stunden pro Woche - einem Pensum von knapp 50 % (exakt 48,48 %) eines Vollpe nsums. Im “Fragebogen zur Er- mittlung der Erwerbstätigkeit“ vom 18. September 2014 gab die Versicherte an, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ab August 2011 (d em Monat, in welchem ihre Tochter ihre Ausbildung abgeschlossen hatte) neu in einem Pensum vo n 80 % eines Vollpensums einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre (vgl . dazu auch E. 4.2 hiervor). Zur Er- mittlung des Valideneinkommens hat die IV-Stelle des halb das Gehalt, welches die Versicherte bisher mit einem Pensum von 20 Wochenstunden bei der B. ____ AG erzielt hatte, auf ein Pen- sum von 80 % hochgerechnet und so auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns im Juli 2012 für ein 80 %-Pensum ein Jahreseinkommen von Fr. 56‘630.-- ermitt elt. Die Versicherte rügt in diesem Zusammenhang, dass die IV-Stelle nicht einfach eine “Ho chrechnung“ des bisherigen, auf 20 Wochenstunden beruhenden Gehalts hätte vornehmen d ürfen. Sie hätte vielmehr bei der Arbeitgeberin das hypothetische Einkommen für den Fall , dass die Versicherte zu 80 % arbei- ten würde, erfragen sollen. Dieser Einwand erweist sich dann als korrekt, wenn die Versicherte ihr Pensum bei der bisherigen Arbeitgeberin - bei ans onsten gleichbleibendem Aufgabenbe- reich - nicht einfach neu im Umfang von 80 % statt wie bisher in einem solchen von knapp 50 % hätte ausüben können, sondern die Pensenerhöhung nur unter der Voraussetzung möglich ge- wesen wäre, dass sie zusätzlich zur bisherigen Tätigkeit auch anderweitige Aufgaben über- nommen hätte. Eine solche Anpassung des bisherigen Aufga benbereichs kann unter Umstän- den durchaus lohnwirksam sein, kann sie doch zu einer and eren “Lohneinreihung“ bzw. zu ei- nem höheren oder aber auch zu einem tieferen “Grundlo hn“ der betroffenen Person führen. Ob dies vorliegend der Fall gewesen wäre, kann den Akten nicht entnommen werden. Die IV-Stelle wird dies deshalb bei der B.____ AG nachträglich noch zu klären haben. 7.2 Was die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zu mutbarerweise noch reali- sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) betrifft, we ist die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung darauf hin, dass die Versicherte „weiterhin zu gleichen Konditionen bei ihrem bishe- rigen Arbeitgeber angestellt“ sei. Unter diesen Umstä nden entspreche das Invalideneinkom- men, so die Folgerung der IV-Stelle, grundsätzlich de m Betrag des Valideneinkommens und es sei im Rahmen des Einkommensvergleichs jeweils lediglich im Umfang der ärztlicherseits attes- tierten Arbeitsunfähigkeit zu kürzen. Ob dieser vorinsta nzlichen Berechnungsweise gefolgt wer- den kann, lässt sich gestützt auf die vorhandene Aktenla ge ebenfalls nicht abschliessend beur- teilen. Es trifft zwar zu, dass bei der Bemessung des Inva lideneinkommens primär von der be- ruflich-erwerblichen Situation auszugehen ist, in welche r die versicherte Person konkret steht. Übt diese nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbst ätigkeit aus, so kann der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkommen gleichgesetzt werden, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbei tsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung ang emessen ist, folglich nicht ein Sozial- lohn zur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4. 2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Vorliegend ergibt sich aus den Akten nicht mit hinreichender Klarheit, ob im Falle der Versicher- ten auch die letztgenannte Voraussetzung, wonach es sich beim ausbezahlten Lohn nicht um einen Soziallohn handeln darf, erfüllt ist. Gerade be i einer Institution wie der B.____ AG ist es Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchaus vorstellbar, dass diese aus ihrer sozialen Verant wortung heraus einer langjährigen Mitarbeiterin - jedenfalls für eine gewisse Zeitdauer - weiterhin den bisherigen, vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen erzielten Lohn ausr ichtet, obwohl dieser nicht mehr der eigentlichen Leistung entspricht. Im “Fragebogen für A rbeitgebende“ vom 6. Februar 2012 gab die B.____ AG in Ziffer 2.10 diesbezüglich zwar an, dass der Lohn der Arbeitsleistung entspre- che, gleichzeitig wies sie aber auch darauf hin, dass die Versicherte eine ihrer bisherigen Tätig- keiten, nämlich diejenige im Service des Gastronomiezentr ums, (noch) nicht wieder ausüben könne (Ziffern 2.7 und 2.8 des Fragebogens), und unter den Zusatzfragen führte die Arbeitge- berin aus, dass die Versicherte die Arbeiten in ihrem Be reich (nur) mit Unterstützung verrichten könne. Diese Angaben der Arbeitgeberin decken sich insowei t auch mit den Schilderungen der Versicherten anlässlich der Begutachtung in der Klinik E._ ___, erklärte sie dort doch ebenfalls, dass einzelne ihrer Arbeiten wie etwa das Bereitstellen der Medikamente für die Heimbewohner durch andere Mitarbeiter jeweils nachkontrolliert wer den müssten und dass ihr auch sonst Flüchtigkeitsfehler passieren würden. Unter diesen von de r Arbeitgeberin und der Versicherten geschilderten Umständen erscheint es aber angezeigt, dass d ie IV-Stelle bei der B.____ AG nochmals ausdrücklich abklärt, ob der Lohn der Versicherten tatsächlich der Leistung ange- messen ist oder ob es sich nicht doch - zumindest teilweis e - um einen Soziallohn handelt. Auch diesbezüglich besteht vorliegend somit zusätzlicher Abklärungsbedarf. 8. Zu ergänzen bleibt, dass sich der Europäische Gericht shof für Menschenrechte (EGMR) im unterdessen rechtskräftigen Urteil di Trizio vs. Schweiz vom 2. Februar 2016 (Re- quête n° 7186/09) mit der Frage der EMRK-Konformitä t der gemischten Methode der Invalidi- tätsbemessung zu befassen hatte. Dabei hat der EGMR fe stgestellt, dass mit dem bei ihm an- gefochtenen, in dieser Angelegenheit ergangenen bunde sgerichtlichen Urteil die Bestimmung des Art. 14 (Diskriminierungsverbot) in Verbindung mit Art. 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) der Konvention zum Schutze der Men schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) verletzt worden ist. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6 und 7 hiervor) hat die IV-Stelle im vorliegenden Fall weitere medizinische und erwerblich e Sachverhaltsabklärungen vorzu- nehmen und anschliessend über den Rentenanspruch neu z u befinden. Da im Fall der Versi- cherten ebenfalls die Anwendung der gemischten Bemessung smethode zur Diskussion steht, wird die IV-Stelle im Rahmen ihrer Neubeurteilung a uch zu prüfen haben, ob und gegebenen- falls in welcher Weise sich die Erwägungen und Feststellu ngen des EGMR im erwähnten Urteil vom 2. Februar 2016 auf die Bemessung des Rentenanspruc hs der Beschwerdeführerin aus- wirken. 9. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die vorha ndene Aktenlage keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versi cherten zulässt. Die angefochtene Verfügung vom 12. April 2016 ist deshalb aufzuheben un d die Angelegenheit zu weiteren Ab- klärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Zum einen hat diese den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nochmals au s neurologischer, neuropsychologischer und psychiatrischer Sicht gutachterlich abklären zu lassen. Zum andern hat sie im Hinblick auf die Bemessung des Invaliditätsgrades der Versicherten im Erwerbsbereich ergänzende Aus- künfte zu deren Validen- und Invalideneinkommen einzuholen. Gestützt auf die Ergebnisse die- ser Aktenergänzungen wird die IV-Stelle anschliessend übe r den Rentenanspruch der Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin neu zu befinden haben. Dabei wird sie auch zu prüfen haben, ob und gege- benenfalls in welcher Weise sich die Erwägungen und Fest stellungen des EGMR im Urteil di Trizio vs. Schweiz vom 2. Februar 2016 auf die Bemessung d es Rentenanspruchs der Versi- cherten auswirken. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit z um weiteren Vorgehen im Sinne der Er- wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessua- ler Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständ ig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten u m die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 18. September 20 16 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 8,15 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschni ttliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 38.--. Der Beschwerdeführerin ist des- halb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘2 41.55 (8,15 Stunden à Fr. 250.- + Ausla- gen von Fr. 38.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 11.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesge richt (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 11.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den i n Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 11.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 12. April 2016 aufgeho- ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die I V-Stelle Basel- Landschaft zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘241.55 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht