Postulat Bundi 1920 N 14 décembre 1984 Nach dem Inkrafttreten des BVG fallen in den nächsten 15 Jahren wiederum etwa 100 Milliarden Franken Vermögen an. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, Vorschläge auszu- arbeiten, mit denen erreicht werden kann, dass die Pen- sionskassen und Versicherungen ihr Vermögen nur noch zu einem wesentlich kleineren Teil in Grund- und Wohneigen- tum anlegen. Texte du postulat du 6 juin 1984 Les caisses de retraite placent environ 30 pour cent de leur fortune, évaluée globalement à 100 milliards de francs, sous forme de bien-fonds, immeubles et titre hypothécaires. Pour les compagnies d'assurance, cette proportion atteint même 50 pour cent. A la suite de l'entrée en vigueur de la loi sur la prévoyance professionnelle (LPP), on estime que la fortune globale des établissements de prévoyance augmentera encore de quelque 100 milliards de francs au cours des 15 prochaines années. Le Consil fédéral est prié en conséquence d'élaborer un projet de dispositions légales amenant les caisses de retraite et les compagnies d'assurance à ne pics placer qu'une part sensiblement plus réduite de leur fortune sous forme de propriété foncière et immobilière. Schriftliche Begründung - Développement par écrit Wie anfangs vermerkt, legen die Pensicnskassen und Versi- cherungen einen beträchtlichen Teil ihres riesigen Vermö- gens in Grund- und Wohneigentum an. Gesetzliche Bestim- mungen (z. B. Art. 12 der Aufsichtsverordnung AVO vom 11. September 1931; SR 961.05) zwingen sie sogar dazu. In den nächsten 15 Jahren rechnet man mit weiteren 100 Milliarden Franken anlagesuchender Gelder. Es ist anzuneh- men, dass von diesen 100 Milliarden Franken ein grosser Teil wiederum in Grund- und Wohneigentum angelegt wird (vergleiche dazu auch Artikel 71 Absatz 1 BVG). Das Verhalten der Pensionskassen und Versicherungen unterstützt eine staatspolitisch unerwünschte und bedenkli- che Entwicklung. Grundbesitz wird auf einige wenige Gross- investitoren beschränkt werden. Weiten Teilen der Bevölke- rung wird es nicht mehr möglich sein, privates Wohneigen- tum zu erwerben, denn durch die gewaltigen Mengen von anlagesuchenden Geldern werden die heute in den Agglo- merationen schon sehr hohen Bodenpreise in unerschwing- liche Höhen getrieben. Neben den Bodenpreisen werden auch die Mietzinse von dieser Entwicklung erfasst. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 1. Oktober 1984 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 1" octobre 1984 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat in dem Sinne entge- genzunehmen, dass er die Entwicklung der Lage aufmerk- sam verfolgt, zurzeit aber keine gesetzgeberischen Eingriffe in Aussicht nimmt. Überwiesen - Transmis #ST# 84.532 Postulat Bundi Pensionskassengelder. Anlage in Liegenschaften Fonds des caisses de retraite. Placements immobiliers Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1984 Die anhaltende Tendenz von Pensionskassen und Versiche- rungen, einen grossen Teil ihres Vermögens in Liegenschaf- ten anzulegen, nimmt bedrohliche Firmen an und dürfte zunehmend unerwünschte Auswirkungen zeitigen. Mit dem Inkrafttreten der obligatorischen zweiten Säule am 1. Januar 1985 suchen jährlich 12 Milliarden Franken rentable Anla- gen. Der knapp zur Verfügung stehende Boden in der Schweiz droht in diesem Zusammenhang über Gebühr beansprucht, zweckentfremdet und monopolisiert zu werden. Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, die einschlägigen allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zu revidieren und insbesondere die Verordnung vom 18. April 1984 (BW 2) zu überprüfen. Die in den dortigen Artikeln 53 bis 55 vorgese- henen, viel zu hohen Grenzen der Anlagemöglichkeiten in Liegenschaften sind erheblich nach unten zu korrigieren. Texte du postulat du 3 octobre 1984 La tendance persistante des caisses de retraite et des com- pagnies d'assurance à affecter une grande partie de leur fortune à des placements immobiliers prend des propor- tions inquiétantes et risque d'avoir de plus en plus des effets fâcheux. Après l'entrée en vigueur le 1er janvier 1985 des modalités du deuxième pilier obligatoire, on cherchera vraisemblable- ment à investir chaque année d'une manière rentable quel- que douze milliards de francs. Le peu de sol encore disponi- ble en Suisse risque alors d'être accaparé à l'excès, détourné de son but et monopolisé. C'est pourquoi j'invite le Conseil fédéral à revoir les disposi- tions légales de caractère général qui se réfèrent au pro- blème évoqué ci-dessus et, notamment, à réexaminer l'or- donnance du 18 avril 1984 (OPP 2): II s'agit d'abaisser fortement les limites beaucoup trop élevées que prévoient les articles 53 à 55 pour les possibilités de placements immobiliers. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bratschi, Braunschweig, Bühler-Tschappina, Fankhauser, Fehr, Gloor, Graf, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Kühne, Lanz, Longet, Mauch, Meyer-Bern, Morf, Nef, Neu- komm, Nussbaumer, Oester, Reimann, Riesen-Freiburg, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Stamm Walter, Stappung, Uhl- mann, Wagner, Weber-Arbon (31 ) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Schweiz nimmt betreffend Anlage von Geldern der Pen- sionsfonds in Liegenschaften eine Spitzenstellung ein. Indem 24 Prozent des Gesamtvermögens in Liegenschaften angelegt sind, behauptet unser Land den ersten Rang unter den vergleichbaren Staaten wie England (18 Prozent), die BRD (10 Prozent), Frankreich (3 Prozent), die USA (1 Pro- zent). Der Anteil der Investitionen in Grundstücke und Wohneigentum stieg seit 1955 kontinuierlich an. Das grosse Geschäft mit dem Boden wird aber erst ab 1985 beginnen; innerhalb von 15 Jahren dürften sich die Vermögensanlagen von heute 100 Milliarden Franken auf 220 Milliarden gut verdoppeln. Unser dichtbesiedeltes Land, das zudem noch stark über- baut und verstrasst ist, erträgt einen praktisch ungezügelten Wettlauf auf unsere letzten Reserven kostbaren Kulturbo- dens nicht. Die Verordnung des Bundesrates zur zweiten Säule, erlassen am 18. April 1984, sieht vor, dass die Vermö- gen der Vorsorgeeinrichtungen bis zu 50 Prozent in schwei- zerischen Wohn- und Geschäftshäusern sowie in Bauland angelegt werden können; in Kumulation mit Wertschriften liegt diese Grenze bei 70 Prozent. Diese Werte sind eindeu- tig zu hoch und müssen namhaft nach unten korrigiert werden. Die meisten vergleichbaren Staaten kennen ein- schränkendere Bestimmungen, die bis zum gänzlichen Anlageverbot in Liegenschaften reichen - mit Ausnahme sozialer Institutionen. Die Beschränkungen drängen sich ferner im Interesse der Nutzungsplanung und im Hinblick auf die Preistreiberei mit dem Boden auf. In Zusammenhang mit obgenannter Verord- nung' ist auch eine Überprüfung der Aufsichtsverordnung vom 11. September 1931 angezeigt.14. Dezember 1984 N 1921 Postulat Pitteloud Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. November 1984 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 novembre 1984 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat in dem Sinne entge- genzunehmen, dass er die Entwicklung der Lage auf dem Immobilienmarkt auch im Hinblick auf das Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge aufmerksam verfolgt, zurzeit aber keine gesetzgeberischen Eingriffe, etwa durch Änderung der diesbezüglichen Anlagerichtlinien in der BW 2, in Aussicht nimmt. Überwiesen - Transmis #ST# 84.541 Postulat Darbellay Berufliche Vorsorge. Anwendung Prévoyance professionnelle Application de la loi Wortlaut des Postulates vom 3. Oktober 1984 Die Einführung des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge und die Anpassung der bestehenden Vorsorgeein- richtungen gehen nicht ohne zahlreiche Probleme vorsieh. Die Massnahmen, welche gewisse Kassen in Aussicht gekommen oder bereits getroffen haben, entsprechen kaum dem Willen des Gesetzgebers. So war zum Beispiel nicht anzunehmen, dass die Staffelung der Altersgutschriften, die eine gewisse Solidarität zwischen den Generationen gewährleisten soll, zu einer derartigen Staffelung bei den Beiträgen führen würde, was die älteren Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Weitere Probleme stellen zum Beispiel die Verminderung der Leistungen auf das vom Gesetz vorgesehene Minimum und der Einbezug der bis zum 1. Januar 1985 erworbenen Ansprüche. Zahlreiche Versicherte sind über diese Entwicklung beunru- higt und sehen ihre berechtigten Erwartungen enttäuscht. Diese Lage muss ernst genommen werden. Der Bundesrat wird eingeladen, die weitere Entwicklung in diesem Bereich von einer - bestehenden oder noch einzu- setzenden - Kommission verfolgen zu lassen und Lösungen vorzuschlagen, die dem Willen des Gesetzgebers entspre- chen. Texte du postulat du 3 octobre 1984 La mise en application de la loi sur la prévoyance profes- sionnelle et l'adaptation des institutions de prévoyance exis- tantes ne se font pas sans poser de nombreux problèmes. Les dispositions envisagées ou déjà prises par certaines caisses ne correspondent guère à la volonté du législateur. Ainsi l'échelonnement des bonifications de vieillesse, prévu pour assurer une certaine solidarité entre les générations, n'était pas censé entraîner un échelonnement semblable des cotisations, défavorisant les travailleurs d'un certain âge sur le marché de l'emploi. Se posent également d'autres problèmes, tels que la réduc- tion des prestations au minimum prévu par la loi, et la prise en compte des droits acquis au 1" janvier 1985. De nombreux cercles d'assurés sont inquiets de cette évolu- tion et se sentent frustrés dans leur légitime attente. Cette situation mérite d'être prise au sérieux. Le Conseil fédéral est invité à suivre de près l'évolution du problème, par l'intermédiaire d'une commission, existante ou à créer, et à proposer des solutions conformes à la volonté du législateur. Mitunterzeichner - Cosignataires: Blunschy, Butty, Cotti Flavio, Dirren, Grassi, Keller, Maître-Genève, Ruffy, Savary- Fribourg, Schmidhalter, Segmüller, Stamm Judith, Wick, Ziegler (14) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. November 1984 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 novembre 1984 Le Conseil fédéral est prêt à accepter le postulat. Überwiesen -Transmis #ST# 84.334 Postulat Pitteloud Dibromethan und Dichlorethan in Treibstoffen. Verbot Interdiction du dibrométhane et/ou du dichloréthane dans les carburants Wortlaut des Postulates vom 7. März 1984 Der Bundesrat wird gebeten, rasch Massnahmen zu treffen, damit den in der Schweiz verkauften Treibstoffen kein Dibromethan oder Dichlorethan mehr beigemischt werden darf. Texte du postulat du 7 mars 1984 Le Conseil fédéral est prié de prendre rapidement des mesu- res visant à interdire l'adjonction de dibrométhane et/ou de dichloréthane aux carburants vendus en Suisse. Mitunterzeichner- Cosignataires: Bäumlin, Bircher, Borei, Bratschi, Bundi, Christinat, Clivaz, Deneys, Fankhauser, Friedli, Hubacher, Jaggi, Lanz Leuenberger Ernst, Leuen- berger Moritz, Longet, Morf, Neukomm, Renschier, Rob- biani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Schmid, Vannay, Weber-Arbon, Zehnder (26) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Par une question ordinaire, datée du 19 septembre 1983, la soussignée avait demandé au Conseil fédéral quelles mesures il envisageait pour interdire l'adjonction aux carbu- rants des deux substances dibrométhane et dichloréthane (connues sous le nom de «scavengers») destinées à éviter le dépôt de tétraéthyle de plomb dans les cylindres des moteurs. Le dibrométhane et le dichloréthane sont des substances cancérigènes et leur contact avec des êtres humains, même à petites doses, devrait par conséquent être évité. Dans sa réponse du 28 novembre 1983, le Conseil fédéral, tout en reconnaissant le caractère cancérigène et potentiel- lement dangereux du dibrométhane et du dichloréthane, déclarait qu'un remplacement de ces deux substances par d'autres potentiellement moins toxiques ou une interdiction d'usage de ces deux substances ne paraissait pas oppor- tune, car le remplacement des essences à moteur actuelle- ment utilisées par de l'essence sans plomb, dès 1985, ren- drait cette mesure superflue (l'adjonction de dibrométhane ou de dichloréthane ne se justifie plus si l'essence et exempte de plomb). Or, l'introduction de l'essence sans plomb, en Suisse, pour des raisons commerciales et techniques, dépend de l'intro- duction de l'essence sans plomb en République fédérale d'Allemagne. Cette dernière, prévue à l'origine pour 1986,Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Bundi Pensionskassengelder. Anlage in Liegenschaften Postulat Bundi Fonds des caisses de retraite. Placements immobiliers In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 84.532 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 14.12.1984 - 08:00 Date Data Seite 1920-1921 Page Pagina Ref. No 20 012 995 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.