B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-462/2018 law/joc U r t e i l v o m 12 . J u n i 2 0 1 9 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Daniela Brüschweiler, Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Angelika Stich, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 10. Januar 2018 / N (…). D-462/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin verliess ihren Angaben zufolge ihren Heimat- staat am 15. August 2017 und reiste am 21. September 2017 in die Schweiz ein, wo sie am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ um Asyl nachsuchte. Mit Verfügung des SEM vom 22. September 2017 wurde sie in Anwendung von Art. 4 Abs. 3 der Test- phasenverordnung vom 4. September 2013 (TestV, SR 142.318.1) dem Testbetrieb des Verfahrenszentrums Zürich zugewiesen. A.b Am 27. September 2017 wurde rubrizierte Rechtsvertreterin durch die Beschwerdeführerin mandatiert. Am 28. September 2017 wurden im Ver- fahrenszentrum Zürich die Personalien der Beschwerdeführerin aufgenom- men. Das entsprechende Protokoll wurde in einzelnen Punkten am 6. Ok- tober 2017 durch die Rechtsvertreterin korrigiert. A.c Gestützt auf Art. 16 Abs. 3 TestV wurde die Beschwerdeführerin im Beisein ihre Rechtsvertreterin am 20. Oktober 2017 durch das SEM zu ih- rer Person, ihrem Reiseweg und summarisch zu ihren Ausreisegründen (Erstbefragung) befragt. Dabei machte die Beschwerdeführerin hauptsächlich geltend, ihr Ehe- mann, den sie (…) geheiratet habe, sei wegen des Verdachtes der Zuge- hörigkeit zu den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) nach einer eintä- gigen Festnahme in B._______, ihrem damaligen gemeinsamen Wohnsitz, im Jahre 2012 verschwunden. Deswegen hätten sich Unbekannte bei ihr in B._______ sowie später auch in D._______, nachdem sie dorthin zu ih- ren Eltern zurückgekehrt sei, nach ihrem Ehemann erkun digt und sie je- weils behelligt, indem man sie unter anderem geschlagen und sexuell be- lästigt habe. A.d Die Beschwerdeführerin reichte mittels ihrer Rechtsvertreterin am 8. Dezember 2017 (jeweils im Original) eine Identitätskarte, eine Geburts- urkunde und ein Heiratszertifikat zu den Akten. A.e Am 20. Dezember 2017 wurde die Beschwerdeführerin im Beisein ih- rer Rechtsvertreterin durch das SEM einlässlich zu den Asylgründen ange- hört. Dabei erklärte die Beschwerdeführerin in der Hauptsache erneut, nach dem Verschwinden ihres Ehemannes 2012 in Sri Lanka sei sie über Jahre D-462/2018 Seite 3 hinweg durch Unbekannte behelligt und dabei von diesen auch sexuell be- lästigt worden. A.f Das SEM übermittelte der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin am 3. Januar 2018 einen Entscheidentwurf, in dem sie im Wesentlichen zum Schluss kam, die von der Beschwerdeführerin dargelegten Flucht- gründe seien – insbesondere zufolge widersprüchlicher Aussagen – als nicht glaubhaft im Sinne von Ar t. 7 AsylG (SR 142.31) zu erachten, zur Stellungnahme. A.g In der Stellungnahme vom 4. Januar 2018 wurde im Wesentlichen gel- tend gemacht, die Beschwerdeführerin habe sich während der einlässli- chen Anhörung in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, was die vom SEM erwähnten, widersprüchlichen Angaben zwischen der Erst- befragung und der einlässlichen Anhörung erkläre. Es wurde um eine me- dizinische Abklärung, eine Zuweisung ins erweiterte Verfahren und eine er- neute Anhörung ersucht, da der Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei. A.h Mit Verfügung vom 10. Januar 2018 – eröffnet am selben Tag – hielt das SEM daran fest, die Angaben der Beschwerdeführerin, wonach sie we- gen ihres im Jahre 2012 verschwundenen Ehemannes durch Unbekannte in B._______ und später in D._______ behelligt und dabei auch sexuell belästigt worden sei, seien als nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG zu erachten. Das SEM vertrat den Standpunkt, es habe a n der einlässlichen Anhörung keine konkreten Hinweise auf einen psychischen Ausnahmezu- stand gegeben. Die Beschwerdeführerin habe keine psychischen Prob- leme erwähnt. Eine Zuweisung ins erweiterte Verfahren komme nicht in Frage. Die Vorinstanz stellte fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch vom 21. Septem- ber 2017 ab . Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. B. B.a Am 22. Januar 2018 erhob die Beschwerdeführerin mittels Eingabe ih- rer Rechtsvertreterin gegen den Entscheid des SEM vom 10. Januar 2018 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin wurde beantragt, die Verfügung der Vorinstanz und die Sache sei zur erneuten Sachverhaltsab- klärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht wurde zudem beantragt, der Beschwerdeführerin sei die unentgeltli- che Prozessführung zu gewähren und es sei insbesondere auf die Erhe- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. D-462/2018 Seite 4 Zur Begründung wurde – wie schon gegenüber dem SEM in der Stellung- nahme vom 4. Januar 2018 – geltend gemacht, im Rahmen der einlässli- chen Anhörung habe sich die Beschwerdeführerin in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Die entsprechenden Hinweise in Form von Gefühlsregungen habe die Vorinstanz ebenso wenig berücksichtig wie den Umstand, dass es sich um geschlechtsspezifische Vorbringen handle. Ent- sprechende Hinweise für eine psychische Erkrankung würden sich aus den ersten psychiatrischen Konsultationen ergeben. Der Sachverhalt sei daher noch nicht rechtsgenüglich erstellt, da vertiefte traumaspezifische A bklä- rungen mit Hilfe einer Psychiaterin noch ausstehend seien. Der Beschwerde lagen unter anderem Bestätigungen zweier ärztlicher Konsultationen der Beschwerdeführerin datierend vom 5. und vom 17. Ja- nuar 2018 bei. B.b Der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts stellte mit Ver- fügung vom 31. Januar 2018 fest, die Beschwerdeführerin könne den Aus- gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Er forderte sie auf, bis zum 2. März 2018 einen ärztlichen Bericht sowie eine Erklärung einzureichen, mit der sie die sie behandelnden Ärzte dem Bundesverwaltungsgericht und dem SEM gegenüber von der ärztlichen Schweigepflicht entbinde. Im Wei- teren hielt er fest, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde der- zeit verzichtet und über die weiteren Anträge werde in einem späteren Zeit- punkt befunden. B.c Mit Eingabe vom 2. März 2018 erklärte die Rechtsvertreterin, eine Ent- bindungserklärung befinde sich schon bei den Akten. Es wurden zwei me- dizinische Informationsblätter die Besc hwerdeführerin betreffend einge- reicht und detaillierte Arztberichte in Aussicht gestellt. Hinsichtlich des als weitere Beilage eingereichten Fotos eines Arztberichts die Mutter der Be- schwerdeführerin betreffend wurde ausgeführt, am 8. Februar 2018 hätten sich drei Personen Einlass in das Haus ihrer Eltern in D._______ verschafft und diese aufgefordert, Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes preiszugeben. Die Eltern seien der Aufforde- rung nicht nachgekommen, weshalb man sie bedroht habe. Die Mutter sei von einem der Männer gestossen und im Brustbereich verletzt worden. Deshalb sei die Mutter bis zum 14. Februar 2018 hospitalisiert gewesen. B.d Am 5. März 2018 wurde die Beschwerdeführerin dem Kanton K.______ als Aufenthaltskanton zugewiesen. D-462/2018 Seite 5 B.e Am 27. April 2018 reichte die Rechtsvertreterin einen medizinischen Bericht vom 24. April 2018 der Klinik für (…) zu den Gerichtsakten und stellte weitere ärztliche Berichte in Aussicht. Im Bericht vom 24. April 2018 wurden der Beschwerdeführerin eine (…) sowie eine (…) attestiert. B.f Das SEM wurde vom Instruktionsrichter mit Verfügung vom 11. Mai 2018 eingeladen, bis zum 28. Mai 2018 eine Vernehmlassung einzu- reichen. In seiner Stellungnahme vom 25. Mai 2018 hielt das SEM an sei- ner Einschätzung fest, wonach sich die Beschwerdeführerin anlässlich der einlässlichen Anhörung vom 20. Dezember 2017 nicht in einem psychi- schen Ausnahmezustand befunden habe. Auch bestätige es seine Auffas- sung, wonach die von der Beschwerdeführerin dargelegt en Ausreise- gründe als nicht glaubhaft zu erachten seien. B.g Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 30. Mai 2018 die Gelegenheit erteilt, bis zum 14. Juni 2018 eine Replik zur Vernehmlassung des SEM einzureichen. B.h Nachdem das Bundesverwaltungsgericht die Frist zur Einreichung ei- ner Replik auf Ersuchen der Rechtsvertreterin vom 13. Juni 2018 bis zum 5. Juli 2018 erstreckt hatte, replizierte diese mit Schreiben vom 4. Juli 2018. In der Replik wurde darauf hingewiesen, dass die Mutter der Be- schwerdeführerin zwischenzeitlich an den Folgen eines (…) verstorben sei und in diesem Zusammenhang ein Foto und eine Todesurkunde einge- reicht. Im Weiteren wurde hauptsächlich argumentiert, die Vorinstanz hätte im Rahmen der einlässlichen Anhörung nachfragen müssen, ob die Be- schwerdeführerin mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen habe. Denn sie habe offenbart, dass sie Mühe gehabt habe, die Fragen zu be- antworten. Der Replik lag ein fachärztlicher Kurzbericht vom 22. Juni 2018 des (…) bei, mit dem die diagnostizierte (…) und die (…) bestätigt wurden. B.i Am 21. Dezember 2018 wurde durch die Rechtsvertreterin ein weiterer Arztbericht des (…) vom 13. Dezember 2018 eingereicht. In diesem wur- den die zuvor gestellten Diagnosen bestätigt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be- handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei- det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorlie- gend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des D-462/2018 Seite 6 Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 und Art. 33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 und 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge- setzesartikel (Art. 83 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins AIG über- nommen worden, weshalb nachfolgend die neue Gesetzesbezeichnung verwendet wird. 1.4 Die Beschwerdeführerin ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Be- schwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG u nd Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bun- desrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, 2011/1 E. 2). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r D-462/2018 Seite 7 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken . Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl- suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunfts- staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wesentlich ist, ob die heimatli- chen Behörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich ein- stufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Ve rfolgung befürch- ten muss. Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 4.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub - haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent- scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D -5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] mit weiteren Hinweisen). 5. 5.1 In der Beschwerde wird dem SEM vorgeworfen, der Sachverhalt sei nicht rechtsgenügend erstellt worden. Die Beschwerdeführerin habe sich im Rahmen der einlässlichen Anhörung vom 20. Dezember 2017 in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Die entsprechenden Hinweise in Form von Gefühlsregungen habe die Vorinstanz ebenso wenig berück- sichtig wie den Umstand, dass es sich um geschlechtsspezifische Vorbrin- gen handle. Hinweise für eine psychische Erkrankung würden sich aus den D-462/2018 Seite 8 beigelegten ersten psychiatrischen Konsultationen ergeben. Vertiefte trau- maspezifische Abklärungen müssten mit Hilfe einer Psychiaterin noch ge- troffen werden (vgl. Beschwerde S. 6 ff.). 5.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs - grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen- digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu- klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1. m.w.H.). 5.3 5.3.1 Gemäss eigenen Angaben hat die Beschwerdeführerin, eine Tamilin und Hindu mit letztem Wohnsitz in D._______, (E.______), (…)provinz, am (…) geheiratet (vgl. act. A11/7 S. 2 ff. und act. A15/3 S. 2 f.). Im Rahmen der Erstbefragung vom 20. Oktober 2017 führte sie im Wesentlichen aus, sie habe ab 2011 bis 2015 in B._______ gelebt. Ende 2015 oder anfangs 2016 habe sie bis zu ihrer Ausreise wieder bei ihren Eltern, die sehr wohl- habend seien, in D._______ gelebt (vgl. act. A17/16 S. 3 ff.). Nach der Hei- rat habe sie erfahren, dass ihr Ehemann, der ebenfalls aus E._______ stamme, während seiner Schulzeit an Protestaktionen der LTTE teilgenom- men habe sowie Anführer einer Organisation gewesen sei. Er sei durch die Armee und den Geheimdienst beschattet, geschlagen und einmal festge- nommen worden. Man habe ihm mitgeteilt, er dürfe nicht mehr in E._______ bleiben. Dann sei er zu Verwandten nach F._______ gegangen. Dort habe sie ihn anlässlich einer Beerdigung kennengelernt. Bei den LTTE habe er ein Waffentraining absolviert. Da drei seiner Kameraden, die eben- falls an diesen Trainings teilgenommen hätten, erschossen worden seien, sei er nach B._______ gegangen. Von 2011 bis 2015 respektive anfangs 2016 habe sie, zunächst mit ihrem Ehemann zusammen, in B._______ ge- lebt. Sie habe dort in einer Firma gearbeitet, die für andere Firmen (…) habe. Ihr Ehemann sei bei einer (…) angestellt gewesen (vgl. act. A17/16 S. 8 f.). Im Dezember 2012 sei ihr Ehemann, der sichtbare Narben am Körper habe, wegen des Verdachtes der Zugehörigkeit zu den LTTE durch die Po- lizei festgenommen und am darauffolgenden Tag wieder freigelassen wor- den. Fünf, sechs Tage sei ihr Mann zu Hause gewesen. Danach sei er ver- schwunden. Sie habe ihn an dessen Arbeitsplatz und bei Freunden ver- geblich gesucht (vgl. act. A17/16 S. 9 und S. 12). Zirka 20, 25 Tage später D-462/2018 Seite 9 hätten sich drei Personen erstmals bei ihr nach ihrem Ehemann erkundigt, das Haus überprüft und dessen Dokumente mitgenommen. Sie hätten sie nach Waffen gefragt (vgl. act. A17 /16 S. 9 f.). Drei Tage später seien sie wiedergekommen. Sie hätten sie geschlagen und ihr Telefon und ihre Iden- titätskarte mitgenommen. Sie hätten ihr erklärt, wenn sie die Identitätskarte wolle, müsse sie sich an einen bestimmten Ort begeben. Dort sei sie nach drei Tagen hingegangen, habe zwei Stunden vergeblich gewartet und sei wieder nach Hause gegangen (vgl. act. A17 /16 S. 9 f.). Nach anderthalb Monaten seien sie wiedergekom men, hätten sie geschlagen, ihr gedroht, sie zu erschiessen und hätten sie auf das Bett geschubst. Sie hätten ihr die Hände, Arme und Füsse verbunden und ihr die Bluse ausgezogen. Da habe sie geschrien. Die Nachbarn, die die Schreie gehört hätten, hätten an die Türe geklopft. Die Unbekannten hätten der Nachbarin nicht geöffnet und seien verschwunden. Nachdem die Mutter durch die Nachbarin telefo- nisch über den Vorfall informiert worden sei, sei diese zu ihr gereist und bei ihr in B._______ geblieben (vgl. act. A17/16 S. 10). Nach einer gewissen Zeit sei sie wieder zur Arbeit gegangen. Die Unbekannten seien zurückge- kehrt, hätten ihre Mutter in die Toilette gesperrt und sie (die Beschwerde- führerin) mit verbundenen Händen auf einen Stuhl gesetzt und mit jeman- dem per Videoanruf telefoniert. Der Anrufer habe sie nach ihrem Ehemann gefragt. Nachdem sie geantwortet habe, sie wisse es nicht, habe man ihr eine Waffe an die Stirn gesetzt und ihr gedroht. Mit einem Tucktuck sei sie dann an einen Ort in ein Zimmer gebracht worden. Am zweiten Tag habe sie dort einen Anruf erhalten, den sie nicht beantwortet habe. Deshalb sei sie geschlagen und belästigt worden. Dann habe man sie nach Hause zu- rückgebracht. Daraufhin sei sie mit ihrer Mutter nach D._______ zurückge- kehrt (vgl. act. A 17/16 S. 10 f.). Nach einer bestimmten Zeit sei sie auch in D._______ wiederholt belästigt worden. Es seien andere Leute gewesen. Ihr Vater habe dies dem Dorfvor- steher erzählt. Dieser habe dann mit ihnen telefoniert, worauf die Personen eine Weile lang nicht mehr gekommen seien (vgl. act. A17 /16 S. 11). Als ihre Eltern einmal an einem Pubertätsfest teilgenommen und deshalb aus- wärts übernachtet hätten, seien morgens vier Personen gekomm en und hätten ihr dieselben Fragen gestellt. Man habe sie mit verbundenen Hän- den auf einen Stuhl gesetzt, ihr Kleidungsstück ausgezogen und sie foto- grafiert. Sie hätten ihr gedroht, die Fotos zu veröffentlichen, wenn sie nicht die Wahrheit sage. Man habe i hr mitgeteilt, sie würden nach fünf Tagen wiederkommen. Sie habe alles ihren Eltern erzählt und erklärt, sie wolle so nicht am Leben bleiben. Ihre Mutter habe ihr geraten, in irgendein Land zu D-462/2018 Seite 10 gehen. Ein Bekannter ihres Vaters habe die Ausreise organisiert (vgl. act. A17/16 S. 11 f.). 5.3.2 Diesen (vgl. E. 5.3.1) – und auch den weiteren – Ausführungen im Rahmen der Erstbefragung zufolge war es der Beschwerdeführerin – durchaus möglich, in freier, flüssiger Erzählung und zuweilen – wie in der Beschwerde bemerkt wird (vgl. Beschwerde S. 7 f.) – auch detailliert von ihren hauptsächlichen Fluchtgründen aus Sri Lanka zu erzählen (vgl. auch act. A17/16 S. 8-12). Es wären demnach hinsichtlich der Erstbefragung durchaus Merkmale in der Er zählweise der Beschwerdeführerin vorhan- den, die – wie in der Beschwerde argumentiert wird (vgl. Beschwerde S. 6 f.) – für die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen sprechen würden. Auch lagen im damaligen Zeitpunkt keinerlei Anzeichen für eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin vor (vgl. act. A17/16 S. 14 f.). 5.3.3 Entgegen der Auffassung sowohl in der Stellungnahme an das SEM, als auch in der Beschwerde und der Replik (vgl. act. A22 /3 S. 1 f., Be- schwerde S. 10, Replik S. 2 f.) sind auch keine Anhaltspunkte für eine vor- handene Erkrankung der Beschwerdeführerin während der rund zwei Mo- nate später erfolgten einlässlichen Anhörung vom 20. Dezember 2017 vor- handen, die ihr Aussageverhalten beeinflusst haben könnte. So beantwor- tete sie die Frage, wie es ihr gehe, mit "Gut" und erklärte auf die Frage, wie es ihr gesundheitlich gehe, "OK" (vgl. act. A19/20 F3 und F4). Die während der einlässlichen Anhörung anwesende Rechtsvertreterin stellte ihrer Kli- entin verschiedene Fragen und erklärte am Schluss, keine weiteren Fragen zu haben. Konkrete Fragestellungen zu ihrem Gesundheitszustand blieben seitens der Rechtsvertretung aus und es erfolgten auch keine Anmerkun- gen, die auf einen psychischen Ausnahmezustand der Beschwerdeführerin hingedeutet hätten. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin während dieser Anhörung ein- mal weinte (vgl. act. A19/20 S. 9), mag zwar – wie auf Beschwerdeebene bemerkt wird – ein Realkennzeichen in Form einer Gefühlsregung darstel- len. Ein Beleg oder ein Indiz für eine allfällige ernsthafte ges undheitliche Beeinträchtigung, die das damalige Aussageverhalten der Beschwerdefüh- rerin beeinflusst hätte, stellt dies aber nicht dar. Denn auch wenn nachvoll- ziehbar ist, dass die Beschwerdeführerin ihren Mann vermisst habe und deswegen anlässlich der Anhörung geweint habe (vgl. act. A19/20 S. 17 f.), sind die von ihr dargelegten Umstände, die zur Trennung respektive zum angeblichen Verschwinden ihres Mannes und damit einhergehend zu Be-D-462/2018 Seite 11 helligungen ihrer Person geführt haben, aufgrund zahlreicher Ungereimt- heiten (vgl. E. 5.4.1 ff.) insgesamt als nicht glaubhaft zu erachten. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es einen – wie in der Stellungnahme an das SEM und in der Replik bemerkt (vgl. act. A22/3 S. 2, Replik S. 2) – Wechsel bei der Rechtsvertretung zwischen der Erstbefragung und der An- hörung gegeben habe und daher kein gefestigtes Vertrauensverhältnis zur neuen Vertretung vorhanden gewesen sei. Dieser Wechsel bildet weder einen plausiblen Grund für ihre ungereimten und in sich nicht schlüssigen Aussagen noch kann daraus auf eine psychische Beeinträchtigung der Be- schwerdeführerin während besagter Anhörung geschlossen werden. Auch die auf Beschwerdeebene eingereichten medizinischen Zeugnisse und Gutachten ändern nichts an dieser Auffassung. Der Beschwerdeführe- rin wird darin zwar unter anderem eine (…) attestiert (vgl. Bst. B). Dass sie deswegen nicht fähig gewesen wäre, während der Erstbefragung klar e Aussagen zu machen oder sich aber anlässlich der zwei Monate später erfolgten Anhörung in einem psychischen Ausnahmezustand befand, lässt sich den ärztlichen Gutachten nicht entnehmen. Vielmehr wird sie etwa im Gutachten vom 24. April 2018 als wach, bewusstseinsklar und allseits ori- entiert beschrieben und es wird bemerkt, dass aus ärztlicher Sicht auch keine Anhaltspunkte für eine Auffassungs -, Aufmerksamkeits- oder Kon- zentrationsstörung gab, sondern die Beschwerdeführerin einzig eigen- anamnestisch von Konz entrationsstörungen sprach (vgl. Eingabe vom 27. April 2018, S. 1 der Beilage). Festzuhalten ist zudem, dass zwar die Einschätzung eines Facharztes res- pektive einer Fachärztin in Bezug auf die Plausibilität von Vorkommnissen oder Ereignissen, die als Ursachen für ein Trauma respektive einer diag- nostizierten (…) in Betracht fallen würden, als Indiz gewertet werden könnte, welches bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Verfolgungs- vorbringen im Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen wäre (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2 mit weiteren Hinweisen). Die gemäss den fachärztli- chen Berichten von der Beschwerdeführerin mithin angegebenen Ursache für die (…) (Befragungen und sexuelle Belästigungen der Beschwerdefüh- rerin wegen ihres verschwundenen Ehemannes ) ist indes bei einer Ge- samtwürdigung nicht als überwiegend wahrscheinlich und infolgedessen als unglaubhaft zu werten (vgl. E. 5.4.1 ff.). Von einem psychischen Ausnahmezust and der Beschwerdeführerin an- lässlich der Anhörung vom 20. Dezember 2017 kann daher – übereinstim-D-462/2018 Seite 12 men mit der Auffassung des SEM in dessen Vernehmlassung (vgl. Ver- nehmlassung S. 1 f.) – nicht gesprochen werden. Es bestand somit für das SEM keine Veranlassu ng, weitere Abklärung en zum Sachverhalt (insbe- sondere medizinischer Art) vorzunehmen oder die Beschwerdeführerin weitergehend oder ergänzend zu befragen. 5.4 5.4.1 In Einklang mit der Folgerung des SEM in der angefochtenen Verfü- gung (vgl. act. A25/14 S. 6) lässt sich feststellen, dass die Beschwerdefüh- rerin die Behelligungen durch Unbekannte im Rahmen der Erstbefragung anders schilderte, als in der Anhörung: Wie zuvor erwähnt (vgl. E. 5.3.1), gab sie an der Erstbefragung an, sie sei drei Tage nach dem ersten Vorfall erneut aufgesucht und geschlagen worden, wobei die Unbekannten ihr Te- lefon und ihre Identitätskarte mitgenommen hätten. Anderthalb Monate nach diesem Ereignis seien sie wiederholt aufgetaucht (das heisst also ein drittes Mal), hätten sie geschlagen, ihr gedroht sie zu erschiessen, sie aufs Bett geschubst, sie gefesselt und ihr die Bluse ausgezogen. Danach (und damit ein viertes Mal) seien sie wiedergekommen und man habe sie an den Händen gefesselt, auf einen Stuhl gesetzt und mit jemandem per Vi- deoanruf telefoniert, sie mit einer Waffe bedroht und ihre Mutter in die Toi- lette gesperrt. Dann sei sie an einen Ort gebracht und dort erneut geschla- gen und am anderen Tag freigelassen worden. Während der einlässlichen Anhörung erklärte sie demgegenüber zunächst, drei Tage nach dem ersten Vorfall in B._______ als Leute in Zivil sie mit einem Gewehr aufgesucht und das Haus kontrolliert hätten, seien diese erneut (also ein zweites Mal) gekommen, wobei sie ihr Mobiltelefon (ledig- lich) kontrolliert, sie (bereits bei diesem zweiten Vorfall) aufs Bett gestossen und fotografiert und sie dem Videoanrufer gezeigt sowie ihre Identitätskarte mitgenommen hätten (vgl. act. A19/20 S. 10). Diese sowie auch ihre wei- teren Beschreibungen der verschiedenen Behelligungen durc h Unbe- kannte im Rahmen der einlässlichen Anhörung (vgl. act. A19/20 S. 11 ff.) stehen damit nicht mit jenen im Rahmen der Erstbefragung in Einklang. Insbesondere fällt auch auf, dass sie an der einlässlichen Anhörung er- klärte, bereits einmal bei einem jener Vorfälle in B._______ fotografiert wor- den zu sein (vgl. dazu auch act. A19/20 S. 11 f.). Gemäss ihren Aussagen während der Erstbefragung wäre sie hingegen erst in D._______ fotogra- fiert worden, wobei man ihr mit der Veröffentlichung der Fotos gedroht habe (vgl. act. A17/16 S. 11). D-462/2018 Seite 13 Auch ist die Auffassung des SEM zu bestätigen, wonach die Beschwerde- führerin hinsichtlich der Anzahl der B ehelligungen durch Unbekannte in den beiden Befragungen unterschiedliche Angaben machte (vgl. act. A25/14 S. 5 f.). Ihren Ausführungen im Rahmen der Erstbefragung zufolge hätten sich vier solcher Vorfälle in B._______ ereignet (vgl. E. 5.3.1 u. E. 5.4.1). In der einlässlichen Anhörung war sie sich demgegenüber nicht mehr sicher respektive wäre sie ihren Schilderungen zufolge insgesamt vier bis fünf Mal oder aber auch bloss zwei bis drei Mal in B._______ schi- kaniert worden. (act. A19/20 S. 11 ff.). Dem SEM ist im Weiteren dahingehend beizupflichten (vgl. act. A25 /14 S. 6), dass nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Beschwerdeführerin erst im Rahmen der Anhörung vom 20. Dezember 2017 vorbrachte, sie sei we- gen ihres verschwundenen Ehemannes durch Unbekannte auch an ihrem Arbeitsplatz (in B._______) aufgesucht respektive einige Male dort gesucht worden (vgl. act. A19/20 S. 18). Denn dabei würde es sich um wesentliche Ereignisse handeln. Die Beschwerdeführerin erwähnte im Rahmen der Erstbefragung darüber hinaus auch nicht, dass sie nach dem Verschwinden ihres Ehemannes in- nerhalb von B._______ umgezogen sei (vgl. act. A19/20 S. 18). Ebenfalls erst im Rahmen der einlässlichen Anhör ung brachte sie zudem vor , sie habe 15 Tage nach ihrer Ankunft in der Schweiz erfahren, dass ihr Vater nach ihrer Ausreise mitgenommen und er gefragt worden sei, wo sich seine Tochter und der Schwiegersohn befinde. Man habe ihm gedroht, man würde die Fotos der Beschwerdeführerin im Internet veröffe ntlichen (vgl. act. A19/20 S. 3 f.). Da es sich bei der Mitnahme ihres Vaters ebenfalls um ein gewichtiges Sachverhaltselement handelt, leu chtet nicht ein, weshalb sie dieses nicht schon – wie vom SEM in der Vernehmlassung ebenso be- merkt (vgl. Vernehmlassung S. 3) – an der Erstbefragung vorbrachte. Zu- dem widerspricht sich die Beschwerdeführerin zu dieser Schilderung im Verlaufe der Anhörung vom 20. Dezember 2017, indem sie später davon spricht, drei Mal nach ihrer Ausreise seien Leute zu ihr nach Hause gekom- men, zuvor aber verneinte, dass sich – nebst der Mitnahme ihres Vaters – weitere Vorfälle ereignet hätten (vgl. act. A19/20 S. 4 und S. 16). Wie vom SEM in der Vernehmlassung erwähnt (vgl. Vernehmlassung S. 3), war die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, ihre Gefühle zu beschreiben, als sie nackt fotografiert wurde . Ihre Beschreibung des Mannes, der ihre Bluse geöffnet habe, wirkte stereotyp und unsubstantiiert und es fällt auf, D-462/2018 Seite 14 dass sie die Situationen, in denen sie sexuell belästigt worden sein soll, eher emotionslos schilderte (vgl. act. A17/16 S. 10 f., act. A19/20 S. 12). Im Weiteren sind die Angaben der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Verhältnisses ihres Ehemannes zu den LTTE als ungereimt und auswei- chend zu bezeichnen. So antwortete sie auf die Frage, von wann bis wann ihr Ehemann Anhänger der LTTE gewesen sei, als er Schüler gewesen sei, habe er angefangen die LTTE zu unterstützen und er habe diese Unter- stützung bis zu seiner Ausreise fortgeführt (vgl. act. A19/20 S. 7). Demnach wäre er nicht – wie von ihr während der Erstbefragung stets behauptet – verschwunden, sondern aus Sri Lanka ausgereist. Als sie gefragt wurde, bis zu welcher Ausreise, korrigierte sich die Beschwerdeführerin mehrmals, wobei sie erwähnte, er habe als Schüler angefangen die LTTE zu unter- stützen und sei dann im Jahre 2012 verschwunden, bis er mit ihr gelebt habe, respektive sie wisse nicht, ob er a usgereist sei. Auch gab sie an : "Nach unserer Hochzeit in B._______ wurde er durch die Polizei festge- nommen. Dann im Jahr 2012 ging er von dort weg. Seither habe ich keinen Kontakt mehr. (vgl. act. A19/20 S. 7). Da die Hochzeit nach ihren Angaben am (…) stattgefunden hat, wäre diesen Schilderungen zufolge ihr Ehe- mann bereits im Jahre 2011 – und nicht wie in der Erstbefragung erklärt – im Jahre 2012 (vgl. act. A15/3 S. 2, act. A17/16 S. 9 und S. 12) polizeilich festgenommen worden. Nebst diesen zahlreichen Unstimmigkeiten erhellt aber insbesondere nicht, weshalb die Beschwerdeführerin überhaupt wegen ihres Ehemannes Be- helligungen ausgesetzt gewesen sein sollte. Ihren Aussagen zufolge wurde ihr Ehemann nämlich bereits einen Tag nach seiner Festnahme durch die Polizei in B._______ wieder frei gelassen. Der Verdacht der allfälligen (ehemaligen) Zugehörigkeit zu den LTTE dürfte sich demnach nicht bestä- tigt haben. Selbst wenn er aber weiterhin diesem Verdacht ausgesetzt ge- wesen und deswege n verschwunden wäre, so erschiene nicht plausibel, weshalb die Beschwerdeführerin nicht durch die sri -lankischen Behörden offiziell und intensiv zu dessen Verbleib befragt worden wäre. Welches In- teresse Unbekannte daran gehabt hätten, ab 2012 in B._______ sowie später in D._______ bis zur Ausreise der Beschwerdeführerin im August 2017 und damit über ganze fünf Jahre hinweg in der Art und Weise vergeb- lich bei ihr nach ihrem Ehemann nachzu fragen, leuchtet jedenfalls nicht ein, zumal die LTTE seit Ende des Bürgerkrieges im Jahre 2009 denn auch nicht mehr existiert. D-462/2018 Seite 15 5.4.2 Entgegen der in der Beschwerde dahingehend vertretenen Auffas- sung, lassen sich e rwähnte Ungereimtheiten (E. 5.4.1) auch nicht darauf zurückführen, dass die Beschwerdeführerin geschlechtsspezifische Verfol- gungsgründe vorbrachte. Diesem Umstand hat das SEM mittels Anhörung durch ein entsprechen des Frauenteam genügend Rechnung getragen. Auch lagen – wie zuvor erwähnt (vgl. E. 5.3.3) – keine Anhaltspunkte dafür vor, sie sei während der Erstbefragung oder der einlässlichen Anhörung infolge medizinischer Probleme nicht im Stande gewesen , ihre Fluchtvor- bringen zu schildern. 5.4.3 Das SEM hat demnach die von der Beschwerdeführerin dargelegten Vorfluchtgründe richtig und vollständig festgestellt und diese zu Recht als nicht glaubhaft erachtet. An dieser Auffassung ändert im Übrigen auch die pauschale Beschreibung in der Eingabe vom 2. März 2018, wonach sich drei Personen Zugang in das Haus der Eltern in D._______ verschafft und diese aufgefordert hätten, Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Tochter und ihres Schwiegersohnes preiszugeben, nichts, sind diese Schil- derungen im Gesamtkontext doch als nachgeschoben und damit ebenso als nicht glaubhaft zu erachten. 5.5 5.5.1 Es bleibt zu prüfen, ob allenfalls subjektive Nachfluchtgründe vorlie- gen, die die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin begründen könnten. 5.5.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 festgestellt, dass Angehörige der tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nicht generell einer ernstzunehmenden Ge- fahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt sind (vgl. a.a.O. E. 8.3). Zur Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernst hafter Nach- teile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, wurden verschiedene Risikofaktoren identifiziert. Eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE, ein Eintrag in der „Stop List“ und die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen wurden als stark risikobegründende Faktoren eingestuft, da sie unter den im Ent- scheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genommen zur Be- jahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegenüber stellen das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka, Narben und eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land schwach risikobegründende Faktoren dar . Von den Rückkehrenden, die D-462/2018 Seite 16 diese weitreichenden Risikofaktoren erfüllen, ha t jedoch nur jene Gruppe tatsächlich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten, die nach Ansicht der sri -lankischen Behörden bestrebt ist, den tamilischen Separatismus wiederaufleben zu lassen und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährdet. Mit Blick auf die dargelegten Risikofaktoren sind in erster Linie jene Rückkehrer und Rück- kehrerinnen gefährdet, deren Namen in der am Flughafen in Colombo ab- rufbaren "Stop List" vermerkt sind und der Eintrag den Hinweis auf eine Verhaftung beziehungsweise einen Strafregistereintrag im Zusammen- hang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbindung zu den LTTE ent- hält. Entsprechendes gilt für sri -lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben (vgl. a.a.O. E. 8). Auch unter Berücksichtigung der allgemeinen politischen Lage in Sri Lanka sieht das Bundesverwaltungsgericht keinen Anlass, diese Rechtsprechung anzupassen. Demnach ist – insbesondere anhand der dargelegten Risiko- faktoren – zu beurteilen, ob für die Beschwerdeführerin im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka das Risiko besteht, Opfer von ernsthaften Nach- teilen in Form von Verhaftung und Folter zu werden. Ein solches Risiko besteht im Falle der Beschwerdeführerin offensichtlich nicht. 5.5.3 Die Schilderungen der Beschwerdeführerin mit Bezug auf die angeb- lichen Behelligungen nach dem Verschwinden ihres Ehemanns im Jahre 2012 sind – wie unter E. 5.4 besehen – als nicht glaubhaft zu erachten. Es ist nicht davon auszugehen, die Beschwerdeführerin weise eine flüchtlings- rechtlich relevante Verbindung zu den LTTE auf. Exilpolitische Tätigkeiten sind keine bekannt. Sie erfüllt damit keine der oben erwähnten stark risiko- begründenden Faktoren. Es ist auch nicht bekannt, dass sie wegen einer Straftat angeklagt oder verurteilt worden oder ein Strafregistereintrag vor- handen wäre. Alleine aus der Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie und der bald zweijährigen Landesabwesenheit kann sie ebenfalls keine Gefähr- dung ableiten. Die Beschwerdeführerin hat im vorinstanzlichen Verfahren eine Identitäts- karte im Original, hingegen keinen Reisepass zu den Akten gereicht. Ihre Angaben zu ihrem Reisepass sind nicht übereinstimmend ausgefallen. So gab sie an einer Stelle an, sie habe ihren Pass, auf dem ih r Foto drauf gewesen sei für die Reise benutzt respektive einen Pass abgegeben, der ihr Foto aber nicht ihren Namen getragen habe (vgl. act. A17 /16 S. 7). An anderer Stelle behauptete sie jedoch, sie sei mit einem gefälschten Reise- pass ausgereist, der eine Foto einer Person beinhaltet habe, die ihr ähnlich D-462/2018 Seite 17 gewesen sei (vgl. act. A19/20 S. 2). Selbst wenn sie aber ohne ihren Rei- sepass respektive mit temporären Reisedokumenten nach Sri Lanka zu- rückkehren müsste, wäre dies als nur schwach risikobegründender Faktor zu berücksichtigen, welcher allenfalls zu einer Befragung bei der Einreise sowie zu einem „Backgroundcheck“ (Befragung und Überprüfung von Tä- tigkeiten im In- und Ausland) führen könnte. 5.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelingt, Vor- oder Nachfluchtgründe nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Das SEM hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Be- schwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch vom 21. September 2017 abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegwei sung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 6.3 6.3.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach de n gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz (Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen- stehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-D-462/2018 Seite 18 scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest- gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Auf- nahme zu gewähren. Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6.3.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung ausgeführt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin- dernisse erkennbar sind. Gemäs s Rechtsprechung des Bundesverwal- tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs- vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E - 1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 f.). Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat – wie vom SEM zutreffend erwähnt – wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risi koeinschät- zung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Anhaltspunkte dafür, die Beschwerde- führerin hätte bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten, die über einen so genann- ten „Backgroundcheck“ (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden oder dass sie dadurch persönlich ge- fährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist somit nicht unzulässig. 6.3.3 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation a llgemeiner Gewalt. Diese Einschätzung gilt auch unter Berücksichtigung der aktuellen politischen Situation rund um D-462/2018 Seite 19 die Absetzung des Parlaments durch Präsident Sirisena und dem Ent- scheid des Supreme Court in Sri Lanka, welcher die Suspendierung des Parlaments wieder aufhob. Auch die am 22. April 2019 verübten Anschläge in Colombo, Batticaola und Negombo, zu welchen sich der IS bekannte und die gleichentags zur Ausrufung des Ausnahmezustands durch die sri- lankische Regierung führten (vgl. NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 29. April 2019: 15 Leichen nach Explosionen bei Razzien in Sri Lanka entdeckt – was wir über die Anschläge vom Ostersonntag wissen, https://www.nzz.ch/international/anschlaege-in-sri-lanka-was-wir-wissen- was-unklar-ist-ld.1476859, abgerufen am 2. Mai 2019; vgl. NEUE ZÜRCHER ZEITUNG vom 23. April 2019: Anschlagsserie in Sri Lanka – Angeblich steht die Terrormiliz Islamischer Staat hinter de m Anschlag , https://www.nzz.ch/international/terror-in-sri-lanka-steht-der-is-hinter-dem- anschlag-ld.1476769, abgerufen am 2. Mai 2019), vermög en an der Ein- schätzung, wonach nicht von einer in Sri Lanka herrschenden Situation all- gemeiner Gewalt auszugehen ist, nichts zu ändern. Gemäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord - und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individue llen Zumutbar- keitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder so- zialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkom- mens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). In se inem als Referenzurteil publizierten Ent- scheid erachtet das Bundesverwaltungsgericht auch den Wegweisungs- vollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (vgl. Urteil des BVGer D- 3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5). Die Beschwerdeführerin stammt ursprünglich au s D._______, Distrikt E._______,Nordprovinz, wo sie ihren Angaben zufolge ihren letzten Wohn- sitz bei ihren Eltern hatte. Ihre Mutter ist – gemäss den eingereichten Un- terlagen auf Beschwerdeebene – bedauerlicherweise verstorben. Ihr Vater lebt aber nach wie vor in der Nordprovinz, besitzt ein eigenes Geschäft und ist vermögend. Auch leb en in E._______ ein Geschwister sowie weitere Verwandte der Beschwerdeführerin. In ihrer Heimat konnte sie zudem be- reits Berufserfahrungen sammeln und hat zuletzt im väterlichen Betrieb ge- arbeitet (vgl. act. A11/7 S. 4, A17/16 S. 3 ff.). Es ist damit davon auszuge- hen, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka insbesondere von ihrem Vater, aber auch ihrem Bruder und weiteren Verwandten bei der Wieder- eingliederung unterstützt werden kann und damit eine neue Existenz wird aufbauen können. D-462/2018 Seite 20 Auch die Tatsache, dass ihr gemäss den ärztlichen Berichten eine (…) und eine mittelgradige depressive Episode attestiert wurde, lässt den Wegwei- sungsvollzug – in Einklang mit dem SEM in dessen Vernehmlassung (vgl. Vernehmlassung S. 3 f.) – nicht als unzumutbar erscheinen. Sollte die Be- schwerdeführerin nach wie vor auf psychotherapeutische und medikamen- töse Behandlung angewiesen sein, kann eine solche auch in ihrem Hei- matland erfolgen. Im Distrikt E._______ sind in verschiedenen staatlichen Institutionen ambulante Therapien möglich und diese werden grundsätzlich auch vom Staat bezahlt. Auch würde die in E._______ stationierte NGO "Shanthiham – Association for Health and Counselling" Beratun g, Grup- pentherapie und psychologische Unterstützung für traumatisierte Perso- nen anbieten. Eine allfällige weiterzuführende medikamentöse Behandlung wäre in Sri Lanka bei der State Pharmaceutical Corporation (SPC) grund- sätzlich kostenlos erhältlich. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass auch in B._______ die Möglichkeit vorhanden wäre, sich ambulant oder statio- när psychiatrisch behandeln zu lassen (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer E-7355/2016 vom 11. Februar 2019 E. 11.5.2, sowie auch das Referenzur- teil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 14.2.2 m.w.H.). Schliesslich sei auf die medizinische Rückkehrhilfe (vgl. aArt. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) sowie darauf verwiesen, dass im Falle eines – wie in den ärztlichen Berichten unter anderem vermerkt – vorhandenen Suizidrisikos diesem mittels einer adäquaten medizinischen Begleitung entgegnet werden könnte. Der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin erweist sich somit nicht als unzumutbar. 6.3.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustän- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 6.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. D-462/2018 Seite 21 8. Die Beschwerdeführerin ist mit ih ren Rechtsbegehren nicht durchgedrun- gen. Wie vorstehend aufgezeigt sind diese – ex ante betrachtet – jedoch nicht als aussichtslos zu bezeichnen. Gemäss dem Zentralen Migrationsin- formationssystem (ZEMIS) geht die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstä- tigkeit nach, w eshalb sie als prozessual bedürftig erachtet werden kann. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG und aArt. 110a AsylG) ist daher gutzuheissen und der Be- schwerdeführerin sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (Dispositiv nächste Seite) D-462/2018 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg Versand: