Abteilung V E-7028/2006 {T 0/2} U r t e i l v o m 1 4 . O k t o b e r 2 0 0 8 Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Daniel Schmid, Richterin Emilia Antonioni, Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis. A._______, Libyen, vertreten durch Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Advoka- tur Kanonengasse, Militärstrasse 76, Postfach 2115, 8021 Zürich, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern Vorinstanz. Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 18. Sep- tember 2002 / N_______. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandE-7028/2006 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Libyen gemäss eigenen Angaben am 8. Februar 1992 und gelangte auf dem Luftweg nach Saudi-Arabien. Nachdem er dort sechs Jahre verweilt und während vier Jahren stu- diert habe, sei er zu Beginn des Jahres 1998 nach Syrien gereist, wo er etwas mehr als ein Jahr lang gelebt habe. Im März des Jahres 1999 sei er dann auf illegale Weise in die Türkei gelangt. Am 19. Juli 2000 sei er schliesslich per Flugzeug von Istanbul nach Bosnien und Herze- gowina gelangt und von dort mit einem Auto über Kroatien, Slowenien und Italien am 7. August 2000 in die Schweiz gereist. An der Empfangsstelle Genf suchte er am selben Tag um Asyl nach. Im Tran- sitzentrum Altstätten wurde der Beschwerdeführer am 21. August 2000 summarisch zum Reiseweg und zu den Ausreisegründen befragt (A1). Am 27. September 2000 fand die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Behörde statt (A17). Der Beschwerdeführer gab einen libyschen Pass, ausgestellt am 12. August 1986 und gültig bis am 11. August 1990, zu den Akten. Ge- mäss Einträgen wurde der Pass am 30. Juli 1991 verlängert bis am 10. August 1994, und erneut am 19. Mai 1995 bis am 9. August 1998. Des Weiteren reichte der Beschwerdeführer eine libysche Identitätskarte, ausgestellt am 13. August 1988 mit einer Gültigkeitsdauer von 20 Jah- ren, und eine Kopie des Familienbüchleins zu den Akten. Der Beschwerdeführer erklärte, in Rotterdam geboren zu sein, für zwei bis drei Jahre in Tripolis und später während zweier Jahre mit seiner Mutter in Frankreich gelebt zu haben. Danach seien sie nach Tripolis zurückgekehrt, wo er, zusammen mit seinen Eltern, zwei Brüdern und zwei Schwestern aufgewachsen sei und bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Er habe während neun Jahren die ordentliche Schule und wäh- rend drei das Gymnasium besucht; schliesslich habe er während drei- einhalb Jahren die Universität Fatih (Fach: Wirtschaft) in Tripolis be- sucht. In der Folge habe er in den saudi-arabischen Städten Mekka (A1/5) beziehungsweise Medina (A17/5) während vier Jahren das isla- mische Rechtssystem studiert und das Studium abgeschlossen. Gear- beitet habe er nie; sein Vater habe ihn stets unterstützt und die Familie habe keine finanziellen Probleme gehabt. Den Militärdienst habe er nicht absolviert, da er als Student davon befreit gewesen sei. Seite 2E-7028/2006 B. B.a Zu seinen Asylgründen führte der Beschwerdeführer aus, er sei gegen das Regime Gaddafi eingestellt. Während der Studienzeit in Tri- polis habe er in einem kleinen Kreis von Kollegen über Politik disku- tiert. Anfangs der Neunziger-Jahre seien viele Leute der Gruppe „Jab- hat Inkaz Watania Libya“ (gemäss Erkenntnissen des Gerichts mut- masslich NFSL [National Front for the Salvation of Libya], Hauptsitz London) festgenommen worden. Einer seiner Freunde sei während der Schulzeit nach England gereist und habe für die Gruppierung „Enkadh“ (= Inkaz = Salvation/Befreiung) Flugblätter und Bücher ins Land geschmuggelt. Dieser Freund sei von den libyschen Behörden beobachtet worden. Er selbst habe nicht direkt etwas für die Gruppie- rung getan, jedoch Bücher und Prospekte gelesen und dann weiter ge- geben. Von den Sicherheitsbehörden der Universität sei er, ebenso wie andere Studenten, fünf- bis sechsmal in einem Büro an der Fakultät befragt worden. Zuvor festgenommene Personen der „Jabhat Inkaz Watania“ hätten unter anderem seinen Namen im Zusammenhang mit den verteilten Büchern und Prospekten genannt. Er habe mit dieser Organisation aber nichts zu tun haben wollen und sich von den Freun- den, die mit ihr in Verbindung gestanden hätten, distanziert. Anlässlich der Befragungen habe er auch jeglichen Kontakt zu dieser Bewegung abgestritten, und man habe ihn nach jeweils zwei bis drei Stunden wieder freigelassen, weil man ihm nichts habe nachweisen können und auch keine verbotenen Publikationen bei ihm gefunden habe. Die- se Gruppe habe in Libyen keine Änderung vollbringen können, und er habe sich anfangs der Neunzigerjahre der damals stärksten Oppositi- on, der islamistisch ausgerichteten, zugewandt. Mit den Islamisten, namentlich den Mitgliedern von islamistischen Gruppierungen wie „Ichuan Moslimi“ (Al-Ikhwan al-Muslimin, Muslim- Brüder) und „Tablig“ (Al-Tabligh, Die Warnung) habe er Kontakte ge- habt, und er sei in die Moschee gegangen. Sie hätten in kleinen Grup- pen über Politik, Religion und den Umgang der Regierung mit dem Is- lam diskutiert. Er sei jedoch nie Mitglied einer Gruppierung gewesen. Unter diesen Islamisten seien auch zahlreiche Personen aus Saudi- Arabien gewesen. Ein Monat vor seiner Ausreise, im Dezember 1991, seien drei seiner Freunde, B._______, C._______ und D._______, inhaftiert worden. Anfangs Januar 1992 sei er im Rahmen einer durch das Revolutionskommittee durchgeführten Untersuchung an der Universität festgenommen, mit verbundenen Augen weggeführt und in das Büro der Amen-Leute gebracht worden. Dort habe man ihn nach Seite 3E-7028/2006 seinen Kontakten zu Islamisten befragt. Er habe leichte Ohrfeigen bekommen und sei beschimpft worden; sonst sei nichts passiert. Die Behörden hätten wissen wollen, welche Beziehungen er zu Leuten aus Saudi-Arabien und zur saudi-arabischen Botschaft pflege. Zwar habe er tatsächlich zu einem Botschaftsangestellten Kontakt gehabt; dieser habe den Studenten verschiedene Bücher über die saudi-arabische Regierung, über den Islam und den Wahabismus in Saudi-Arabien gegeben. Er habe aber jegliche Kontakte zu Islamisten geleugnet. Bevor man ihn nach vier bis fünf Stunden zur Universität zurückgebracht habe, habe er sich schriftlich verpflichten müssen, mit keinen verdächtigen Personen Kontakte zu pflegen. Es sei ihm auch das Gefängnis Bou Slim (Abou Salim) angedroht worden für den Fall, dass sein Name in Zukunft von einem Zeugen erwähnt oder falls man ihn an einem heiklen Ort wieder treffen würde. Er habe noch während rund eines Monats versteckt in Libyen gelebt und das Land am 8. Februar 1992 legal mit seinem Pass und seiner Identitätskarte auf dem Luftweg verlassen; Bekannte, welche am Flughafen arbeiteten, hätten seine Ausreise erleichtert. Wenn er länger in Libyen geblieben wäre, wäre er, wie alle seine Freunde, inhaftiert worden. Diese seien alle verschwunden. B.b Der Beschwerdeführer gab an, ein saudi-arabischer Verantwortli- cher der Wahabismus-Bewegung in Libyen habe ihm zu einer Einreise- genehmigung für Saudi-Arabien verholfen, damit er dort die Scharia studieren könne. Während seines Studiums in Mekka beziehungsweise in Medina, welches von Anfang Oktober 1993 bis im Juni 1997 gedau- ert habe, sei er unter der Protektion derjenigen Personen gestanden, die sein Visum für Saudi-Arabien ausgestellt hätten. Die Rekrutierung von Agenten in Libyen sei aus einer saudi-arabischen Wahabismus- Bewegung gekommen, und er sei in Saudi-Arabien Mitglied dieser Be- wegung gewesen. Allerdings habe er im Verlaufe seines Studiums rea- lisiert, dass ihm die Idee nicht entspreche und ihm das saudi-arabi- sche System, insbesondere die Art, wie sich die Saudis im Ausland verhielten und ihr Land regierten, nicht gefalle. Er habe deswegen Ende des Jahres 1994 aufgehört, sich politisch zu betätigen; weiterhin habe er sich aber in der Moschee in Mekka mit vier bis fünf Personen getroffen, um über das libysche Regime zu diskutieren. Im dritten Jahr seines Studiums, zu Beginn des Jahres 1996, hätten ihn die saudi-ara- bischen Sicherheitsbehörden zu einem Gespräch vorgeladen, und ihm mitgeteilt, er sei als Agent nicht geeignet und müsse Saudi-Arabien nach der Beendigung seines Studiums umgehend verlassen bezie- Seite 4E-7028/2006 hungsweise das Gespräch finde im Auftrag der libyschen Behörden statt und diese wünschten seine Auslieferung nach Abschluss seines Studiums. Die saudi-arabischen Behörden hätten im Zuge der Verbes- serung ihrer Beziehungen zu Libyen oppositionelle libysche Staatsan- gehörige in ihr Heimatland ausgeliefert; von einer solchen Massnahme sei auch er bedroht gewesen. Im Januar 1998 habe er das Land ver- lassen, wobei ihm die saudi-arabischen Behörden mit der Aushändi- gung eines saudi-arabischen Passes zu einer einmaligen Reise nach Syrien verholfen hätten. In Syrien habe er den Pass einer bestimmten Person, wie zuvor mit den saudi-arabischen Behörden abgemacht, ausgehändigt. B.c In Damaskus habe der Beschwerdeführer illegal gelebt, bis auch die syrischen Behörden damit begonnen hätten, libysche Staatsange- hörige ins Heimatland zurückzuschicken. Im Monat März 1999 sei er deswegen auf illegalem Weg in die Türkei gereist. Bei den Vereinten Nationen (UN) in Ankara habe er ein Asylgesuch eingereicht. Er habe sich danach, wie von den UN-Behörden verlangt, bei der türkischen Polizei eintragen lassen, beziehungsweise er habe illegal dort gelebt. Nach drei Monaten sei sein Asylgesuch abgelehnt worden; die türki- schen Polizeibehörden hätten ihm daraufhin mitgeteilt, er werde nach Libyen zurückgeschafft, falls man ihn nochmals antreffen werde. Die türkisch-libyschen Beziehungen hätten sich ebenfalls verbessert, und auch die Türkei habe zwei Gruppen libyscher Oppositioneller in ihr Heimatland zurückgeschafft. An seinem Wohnort in Istanbul habe man ihm mitgeteilt, dass vier Personen des Sicherheitsdienstes ihn bereits gesucht hätten. Er habe deswegen mit Hilfe eines Schleppers seine Ausreise organisiert und die Türkei am 19. Juli 2000 verlassen. Der Beschwerdeführer gab schliesslich an, seit seiner Ausreise aus Libyen nur noch indirekt, über seinen Onkel in Kanada, Kontakt zu seiner Fa- milie gepflegt zu haben. Auf diese Weise habe er auch erfahren, dass sein Bruder E._______, welcher Student im Fach Luftfahrt gewesen sei, am 17. September 1995 in Libyen als Geisel an Stelle des Be- schwerdeführers in Haft genommen worden sei. Auch F._______, sein anderer Bruder, werde jetzt - Zeitpunkt der Anhörung: September 2000 - von den Behörden „gestört“. Anlässlich der kantonalen Befragung gab der Beschwerdeführer eine Bestätigung, dass er in den Jahren 1991 und 1992 als Student an der Universität Tripolis eingeschrieben gewesen sei, zu den Akten. Seite 5E-7028/2006 C. Am 4. September 2000 führte das BFF mit dem Beschwerdeführer eine Herkunftsanalyse durch, welche seine libysche Herkunft bestätig- te. D. Mit Verfügung vom 18. September 2002 - eröffnet am 25. September 2002 - stellte das BFF fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht- lingseigenschaft nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ver- fügte es seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Begründung führte das BFF aus, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten mehrmaligen Befragungen und die Festnahme durch die libyschen Sicherheitsbehörden während seiner Studienzeit in Libyen seien mangels genügender Intensität nicht asylrelevant. Der Beschwerdeführer sei vor seiner Ausreise aus Libyen nicht gesucht worden, weshalb er auch legal aus Libyen habe ausreisen können; zu- dem sei sein Pass am 19. Mai 1995 verlängert worden. Zwar sei nicht auszuschliessen, dass er bei einer Rückkehr nach Libyen aufgrund seiner langjährigen Abwesenheit einer Prüfung durch die libyschen Behörden unterzogen würde. Dass es dabei zu asylrelevanten Verfol- gungsmassnahmen kommen werde, sei jedoch nicht mit der zur An- nahme einer begründeten Furcht notwendigen Wahrscheinlichkeit an- zunehmen. Da die Vorbringen nicht asylrelevant seien, könne darauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente einzuge- hen. Ein Vollzug der Wegweisung erweise sich als zulässig, zumutbar und möglich. E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 24. Oktober 2002 gelangte der Be- schwerdeführer an die damals zuständige Schweizerische Asylrekurs- kommission (ARK) und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Ertei- lung von Asyl. Eventuell sei er wegen Unzulässigkeit oder Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht beantragte er den Verzicht auf die Erhebung ei- nes Kostenvorschusses und auf die Auferlegung von Verfahrenskosten. Des Weiteren seien die Akten des Amtes des Hohen Flüchtlingskom- missars der Vereinten Nationen (UNHCR) zum Asylgesuch des Be- schwerdeführers in der Türkei beizuziehen, zumindest sei die entspre- chende Stellungnahme des UNHCR abzuwarten. Seite 6E-7028/2006 Zur Begründung machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel- tend, das BFF bestreite die Glaubhaftigkeit des geltend gemachten Sachverhaltes nicht. Demzufolge sei aber eine begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung anzunehmen. Angesichts der libyschen Ver- hältnisse, welche im beigelegten Dokument von Amnesty International (AI) beschrieben würden, sei für den Zeitpunkt der Ausreise des Be- schwerdeführers ein unerträglicher psychischer Druck im Sinne des Asylgesetzes anzunehmen. Die Ereignisse nach seiner Ausreise seien als Nachfluchtgründe - mehrheitlich objektive - zu qualifizieren, so na- mentlich die Wahrnehmung der Ausreise des Beschwerdeführers aus Libyen durch die libyschen Behörden, Verhaftung, Verschwinden und mutmassliche Ermordung seines Bruders sowie die veränderte Wahr- nehmung der islamistischen Opposition durch Libyen seit den Ereig- nissen des 11. September 2001. Schliesslich habe der Beschwerde- führer, welcher sich nach einem Anfangsverdacht nach Saudi-Arabien abgesetzt habe und dort von den libyschen Behörden aufgespürt wor- den sei, mit dem Studium der Scharia und den damit zusammenhän- genden Diskussionen mit Islamisten einen subjektiven Nachflucht- grund gesetzt, selbst wenn er sich dort für seine Überzeugung, näm- lich dass Demokratie und Laizismus der richtige Weg seien, eingesetzt habe. Bei einer Überprüfung anlässlich seiner Rückkehr würden die li- byschen Behörden zu Tage fördern, wo und was er studiert und wel- che Kontakte er im Ausland gepflegt habe, sowie dass sein Bruder in Haft oder tot sei. Unter diesen Umständen hätte der Beschwerdeführer ernsthafte Nachteile zu befürchten. Mit der Beschwerdeschrift liess der Beschwerdeführer ein Schreiben der Libyan League for Human Rights (LLHR) vom 23. Oktober 2002 ein- reichen. Darin wird festgehalten, der Name des Beschwerdeführers figu- riere seit dem Jahre 1993 auf einer Liste gesuchter Personen, welche von der libyschen Regierung als antirevolutionär eingestuft würden. Sol- che Personen riskierten jederzeit die physische Liquidation, sowohl in Libyen als auch im Ausland. Der Beschwerdeführer sei umso schutzbe- dürftiger, als sein Bruder E._______ am 17. September 1995 am Technical Institute of Sbeea, nahe Tripolis, vom Revolutionären Komitee festgenommen und seither nicht mehr gesehen worden sei. Nach unbe- stätigten Berichten sei er unter den Opfern des Massakers von Abou Salim vom 26./27. Juni 1996. Des Weiteren reichte der Beschwerdefüh- rer einen Bericht des Economic and Social Council (Commission of Hu- man Rights) der UN vom 20. Februar 2002 sowie ein Antwortschreiben von AI an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vom 17. Oktober Seite 7E-7028/2006 2002 ein, worin insbesondere festgehalten wird, AI heisse Wegweisun- gen nach Libyen grundsätzlich nicht gut. Alle Asylsuchenden, die nach Libyen zurückkehrten, würden einer Befragung unterzogen und AI wisse nicht genau, was mit ihnen geschehe, da sie entweder nicht wieder auf- tauchten oder NGO's (Non governmental Organisations, nichtstaatliche Organisationen) nicht vor Ort ihrer Arbeit nachgehen könnten. Mit Schreiben vom 25. Oktober 2002 bestätigte der Sozialdienst des Kantons Aargau die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers. F. Mit Zwischenverfügung vom 4. November 2002 hiess die ARK das Ge- such des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Kostenerlass) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gut. G. G.a Mit Vernehmlassung vom 25. November 2002 beantragte die Vor- instanz die Abweisung der Beschwerde. Ergänzend hielt sie insbeson- dere fest, die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nach seiner Fest- nahme wieder freigelassen worden sei, mit seinem Reisepass legal habe ausreisen und diesen im Jahre 1995 habe verlängern lassen können, spreche klar gegen Verfolgungsabsichten der libyschen Be- hörden. Hätten diese den Gesuchsteller tatsächlich ernsthaft verdäch- tigt, hätten sie seinen Pass eingezogen und er hätte nicht legal ausrei- sen können. Vor diesem Hintergrund wirkten die Ausführungen des Rechtsvertreters bezüglich objektiver und subjektiver Nachfluchtgrün- de konstruiert und nicht stichhaltig. Ohne die Menschenrechtslage in Libyen verharmlosen zu wollen, sei zu berücksichtigen, dass die ein- gereichten Dokumente der libyschen Menschenrechtsliga und von AI nur einzelne von vielen möglichen Quellen seien, welche zudem die Li- beralisierungstendenzen, die es in den letzten Jahren in Libyen gege- ben habe - und etwa aus einem Bericht des Swedish Migration Board vom 10. Juli 2002 hervorgingen - nicht berücksichtigten. Insgesamt sei für den Fall einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach Libyen nicht von einem „real risk“ auszugehen. G.b Mit Zwischenverfügung vom 27. November 2002 gab der Instrukti- onsrichter der ARK dem Beschwerdeführer Gelegenheit, zur Vernehm- lassung des BFF und dem von diesem erwähnten Reisebericht der schwedischen Asylbehörden Stellung zu nehmen. Seite 8E-7028/2006 G.c Mit Replik vom 13. Dezember 2002 hielt der Beschwerdeführer entgegen, seine Gefährdung sei zu einem massgeblichen Teil erst nach der Ausreise aus Libyen entstanden, und die Verlängerung des Passes im Jahre 1995 sei nicht etwa über die libysche Botschaft in Saudi-Arabien erfolgt, sondern über eine private Quelle; es handle sich um eine Totalfälschung des Stempels. Anlässlich der kantonalen Befragung habe der Beschwerdeführer im Übrigen angegeben, dass er sich davor gefürchtet habe, mit den libyschen Behörden Kontakt aufzunehmen, um den Pass verlängern zu lassen. In einem ähnlichen Fall liege im Übrigen eine aktuelle Einschätzung der Schweizer Sekti- on von AI vor, welche er beilege und die derjenigen des Swedish Mig- ration Board vom 10. Juli 2002 widerspreche. Insgesamt sei nicht von einer Verbesserung der Menschenrechtslage in Libyen auszugehen, und Libyer, welche nach oppositioneller Tätigkeit im Ausland ins Hei- matland zurückkehrten, riskierten verhaftet und vor Gericht gebracht zu werden. Insbesondere mit Personen, welche dem religiösen Funda- mentalismus zugerechnet würden, gehe das Regime Gaddafi hart ins Gericht. Zusammen mit der Stellungnahme liess der Beschwerdeführer eine Stellungnahme von AI vom 26. November 2002 betreffend G._______, eine gutachterliche Stellungnahme des Deutschen Orient-Institutes vom 21. Oktober 2002 zu Fragen des sächsischen Oberverwaltungsgerichts im Zusammenhang mit der Rückkehr libyscher Asylbewerber sowie ein Unterstützungsschreiben des in Kanada lebenden Onkels des Beschwerdeführers vom 25. November 2002 einreichen. Das Schreiben von AI äusserst sich zur allgemeinen Lage in Libyen sowie zu einer von den schweizerischen Behörden im Fall eines anderen Asylgesuchstellers aus Libyen in Auftrag gegebenen Botschaftsabklärung. Im Gutachten des Deutschen Orient- Institutes wird die Frage abgehandelt, mit welchen Massnahmen allenfalls nach Libyen zurückkehrende abgewiesene Asylbewerber zu rechnen haben. In seinem an den Rechts vertreter des Beschwerdeführers adressierten Brief hält dessen Onkel fest, der Beschwerdeführer werde in Libyen gesucht und sein Vater sei wiederholt von den Sicherheitsbehörden belästigt und nach seinem Sohn gefragt worden. Der Beschwerdeführer könne nicht mit seinen Angehörigen telefonieren, da die Telefongespräche abgehört würden. Der Bruder des Beschwerdeführers sei am 17. September 1995 fest- genommen worden, und seine Eltern hätten bis zum aktuellen Zeit- punkt keine Neuigkeiten von ihm. Sämtliche Gesuche um Erteilung ei- Seite 9E-7028/2006 ner Besuchsbewilligung seien abgewiesen worden. Zweifellos sei der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Libyen gefährdet. H. Mit Eingabe vom 4. August 2003 liess der Beschwerdeführer Passkopi- en des Vaters und des Bruders des Beschwerdeführers, ein Original- zeugnis aus dem Schuljahr 1995 (den Bruder des Beschwerdeführers betreffend) sowie ein Unterstützungsschreiben des Vaters des Be- schwerdeführers in Kopie, inklusive Übersetzung in die deutsche Spra- che, zu den Akten reichen. Der Vater des Beschwerdeführers führt in seinem Schreiben aus, man habe den Bruder des Beschwerdeführers absichtlich durch die Prüfungen fallen lassen, um ihn bei seiner An- kunft zur Absolvierung der Nachprüfung verhaften zu können. Am 6. August 2003 liess der Beschwerdeführer den in Tunesien abgestem- pelten Originalbriefumschlag, in welchem die Beweismittel zugestellt worden seien, nachreichen. I. I.aMit Schreiben vom 7. Dezember 2004 gelangte der Instruktions- richter der ARK an das Urkundenlabor der Kantonspolizei Zürich und suchte um Überprüfung des libyschen Reisepasses des Beschwerde- führers nach. Er führte dazu aus, aus den Akten ergäben sich insbe- sondere Zweifel an der Echtheit der Verlängerungseintragungen. I.bIn seinem Schreiben vom 8. Dezember 2004 hielt das Urkundenla- bor der Kantonspolizei Zürich im Wesentlichen fest, es sei grundsätz- lich davon auszugehen, dass es sich beim libyschen Pass des Be- schwerdeführers um ein authentisches libysches Dokument handle. Bei den in Zweifel gezogenen Einträgen hätten keine Inhaltsverände- rungen festgestellt werden können. Es sei aber darauf hinzuweisen, dass Fälschungen von Nassstempelabdrücken keine grosse Heraus- forderungen für Fälscher seien. Insgesamt könne aus verschiedenen Gründen aus diesen Eintragungen kein schlüssiger Befund abgeleitet werden. J. J.a Ebenfalls am 7. Dezember 2004 forderte der Instruktionsrichter den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auf, eine Kopie der im Schreiben der LLHR vom 23. Oktober 2002 erwähnten Liste, auf wel- cher der Beschwerdeführer seit dem Jahre 1993 figuriere, einzurei- chen. Seite 10E-7028/2006 J.b Mit Schreiben vom 10. Januar 2005 machte der Beschwerdeführer geltend, bei der von der LLHR erwähnten Suchliste handle es sich um eine Liste, welche nur für den internen Gebrauch dieser Organisation verwendet werde. Gleichzeitig reichte er ein Schreiben der LLHR vom 6. Januar 2005 ein, worin diese erneut bestätigt, dass der Name des Beschwerdeführers seit Jahren auf ihrer Liste von Personen figuriere, welche aufgrund antirevolutionärer Aktivitäten von der libyschen Re- gierung gesucht seien. Ergänzend machte die LLHR allgemeine Anga- ben zum Inhalt und dem Zustandekommen dieser vertraulichen Liste. K. K.a Mit einem weiteren Schreiben vom 7. Dezember 2004 gelangte der Instruktionsrichter an das UNHCR fragte an, ob Informationen über das Asylgesuch des Beschwerdeführers in der Türkei vorlägen, ob UNHCR Informationen über eine in Libyen festgenommene Person mit dem Namen des Bruders des Beschwerdeführers habe bezie- hungsweise an solche Informationen gelangen könne, ob die Namen der Opfer des Massakers im Abou- Salim-Gefängnis von Ende Juni 1996 inzwischen bekannt seien und der Bruder des Beschwerdefüh- rers allenfalls zu den Opfern zähle, und ob es zutreffe, dass die Ange- hörigen der Opfer des Massakers im Juli 2002 über deren Tod infor- miert worden seien. Die drei letzten Fragen stellte der Instruktionsrich- ter mit Schreiben vom selben Tag auch AI. K.b Mit Schreiben vom 11. Januar 2005 hielt AI fest, die Organisation verfüge über keine Informationen zum Bruder des Beschwerdeführers. Dies bedeute allerdings nicht, dass dieser nicht verhaftet worden sein könnte, sondern nur, dass AI nicht darüber informiert worden sei. Dies wäre angesichts der schlechten und undurchsichtigen Informationspo- litik der libyschen Behörden nicht weiter erstaunlich. Gemäss aktuel- lem Wissensstand der Organisation gäbe es keine Liste der Opfer des Massakers von Abou Salim. Zwar verfüge die Organisation „Human Rights Solidarity“ über eine Liste von 96 Gefangenen, welche in der Haft gestorben seien; die jeweilige Todesursache sei jedoch unklar und es handle sich um Gefangene, deren Angehörige informiert worden seien. Insgesamt sage die Tatsache, dass AI über keine konkreten An- gaben zum Bruder des Beschwerdeführers verfüge, nichts über den Wahrheitsgehalt der im konkreten Fall gemachten Angaben aus. Zu- sammen mit dieser Stellungnahme gab AI ihre Position zu Wegweisun- gen von Asylsuchenden nach Libyen vom November 2004 zu den Ak- ten und hielt fest, in Widerspruch zur Feststellung in verschiedenen Seite 11E-7028/2006 ARK-Entscheiden seien AI Fälle bekannt, wo aus europäischen Staa- ten ausgewiesene Libyer bei der Rückschaffung in ihr Heimatland fest- genommen worden seien. K.c In seinem Schreiben vom 21. Juni 2005 hielt das UNHCR fest, der Beschwerdeführer sei im März 1999 aus Syrien in die Türkei eingereist und im Juni 1999 durch die Vertretung von UNHCR in der Türkei zu seinen Fluchtgründen befragt worden. Er habe geltend gemacht, wäh- rend seiner Studienzeit (1988 bis 1991) aufgrund seiner fehlenden Teilnahme an durch den Staat organisierten Treffen für Studenten mehrmals verhört und misshandelt worden zu sein. Er habe daraufhin bis 1997 Islamisches Recht in Saudi-Arabien studiert und sei dann ille- gal (über Malaysia) nach Syrien gelangt, wo er sich etwa ein Jahr auf- gehalten habe. Nach Aussagen des Beschwerdeführers sei sein Bru- der E._______ im Jahre 1996 in Libyen aufgrund seiner regimegeg- nerischen Ansichten verhaftet worden. Zum Zeitpunkt der Befragung habe sich der Bruder im Gefängnis befunden und der Beschwerdefüh- rer gehe davon aus, dass sein Bruder sich einer illegalen politischen Organisation angeschlossen habe. Im April 2000 sei das Gesuch durch die UNHCR-Vertretung in Ankara abgelehnt worden. Aus dem Dossier gehe jedoch hervor, dass die Möglichkeit einer Unterstellung von regimegegnerischen Ansichten durch die libyschen Behörden auf- grund der Verhaftung seines Bruders E._______ im Jahr 1996 sowie seines Auslandaufenthalts und Asylantrags nicht geprüft worden sei. Der Beschwerdeführer habe Widerspruch eingelegt, sei jedoch zum zweiten Befragungstermin nicht erschienen. Gegenstand dieser Befragung wäre die weitere Prüfung einer begründeten Furcht vor Ver- folgung, u.a. aufgrund der geltend gemachten Verhaftung seines Bru- ders, gewesen. Zu den anderen von der ARK aufgeworfenen Fragen könne UNHCR aus verschiedenen Gründen nicht Stellung nehmen. K.d Mit Verfügung vom 12. Juli 2005 liess der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer das Schreiben des UNHCR vom 21. Juni 2005 zur Kenntnisnahme zukommen und gab ihm Gelegenheit, sich zu den dar- in enthaltenen Feststellungen zu äussern. K.e Mit Eingabe vom 29. Juli 2005 führte der Beschwerdeführer aus, die türkische Polizei habe ihm noch vor der ersten Befragung durch das UNHCR mitgeteilt, dass er das Land verlassen müsse. Als der UNHCR-Vertreter anlässlich der ersten Befragung davon erfahren habe, sei die Befragung auf eine Dauer von 25 Minuten verkürzt wor- Seite 12E-7028/2006 den und das Asylgesuch des Beschwerdeführers sei gestützt auf diese Kurzbefragung abgelehnt worden. Die Möglichkeit einer Unterstellung von regimegegnerischen Ansichten aufgrund der Verhaftung seines Bruders sowie seines Asylaufenthaltes und -antrages sei nicht geprüft worden. Zwar habe der Beschwerdeführer Widerspruch eingelegt. Die vom UNHCR erwähnte Einladung zu einem zweiten Befragungstermin habe er jedoch nie erhalten. Er habe vielmehr auf Weisung der türki- schen Behörden das Land verlassen müssen. L. L.a Am 16. März 2005 lud die ARK die Vorinstanz ein, zum allfälligen Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles im Sinne des damals geltenden Asylgesetzes Stellung zu nehmen. L.b Mit Vernehmlassung vom 6. Mai 2005 erachtete das BFM eine schwerwiegende persönliche Notlage in Bezug auf den Beschwerde- führer nicht als gegeben. Insbesondere genügten der fünfmonatige Deutschkurs und der ebenfalls fünfmonatige Kurs in der Hotellerie nicht zur Annahme einer besonders engen Beziehung zur Schweiz im Sinne der anzuwendenden Bestimmungen. L.c Mit Zwischenverfügung vom 12. Mai 2005 gab der Instruktionsrich- ter dem Beschwerdeführer Kenntnis von der Vernehmlassung und dem entsprechenden Antrag des Migrationsamt des Kantons Aargau und gewährte ihm das rechtliche Gehör. L.d Mit Replik vom 2. Juni 2005 liess der Beschwerdeführer insbeson- dere festhalten, dass er trotz seiner guten Ausbildung noch keine Ar- beitsstelle gefunden habe sei nicht ihm anzulasten, sondern der schwierigen Arbeitsmarktsituation betreffend Asylsuchende. Insgesamt sei er gut in der Schweiz integriert, und ein Vollzug der Wegweisung würde eine schwerwiegende persönliche Härte im Sinne der gesetzli- chen Bestimmungen bedeuten. Mit seiner Eingabe reichte er verschie- dene Beweismittel, insbesondere betreffend seine Bemühungen zur Integration in der Schweiz ein. M. Mit Schreiben vom 3. Mai 2007 teilte der zuständige Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit, das Beschwerdeverfahren sei per 1. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsgericht übernommen worden. Seite 13E-7028/2006 N. Mit Schreiben vom 26. Juni 2007 und vom 29. Januar 2008 beantwor- tete der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichtes Anfragen des Beschwerdeführers vom 20. Juni 2007 beziehungsweise vom 18. Januar 2008 zum Verfahrensstand. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsge- richt Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgeset- zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM (vormals BFF) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsge- richts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent- scheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei- lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). Das Verfah- ren richtet sich nach dem VwVG und dem BGG, soweit das Asylgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 50 und 52 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders be- rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie- hungsweise Änderung, womit er zur Einreichung der Beschwerde legi- timiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Seite 14E-7028/2006 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner- kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei- ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An- schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei- heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nach- teile von bestimmter Intensität mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu wer- den drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f. und 2008/4 E. 5 so- wie die vom Bundesverwaltungsgericht fortgeführte Rechtsprechung der ARK in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 2 E. 3a, 2006 Nr. 18 E. 7-10 und Nr. 32 E. 8.7). 3.3 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG ist nicht die Situation im Zeitpunkt der Ausreise, sondern die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides, wobei allerdings erlit- tene Verfolgung oder begründete Furcht vor Verfolgung im Zeitpunkt der Ausreise Hinweis auf weiterbestehende Gefährdung sein kann (BVGE 2008/4 E.5.4 mit weiteren Hinweisen). Eine asylsuchende Person ist aber auch dann als Flüchtling anzuer- kennen, wenn sie erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Falle einer Rückkehr in ihren Heimat- oder Herkunftsstaat in flücht- lingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde. Zu unterscheiden ist da- bei zwischen objektiven und subjektiven Nachfluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn äussere Umstände, auf welche die asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Verfolgung bedrohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Subjektive Nachfluchtgründe sind gemäss Art. 54 AsylG Seite 15E-7028/2006 dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die un- erlaubte Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Als subjektive Nachfluchtgründe können ins- besondere ein illegales Verlassen des Heimatstaates (sog. Republik- flucht) oder die Einreichung eines Asylgesuchs im Ausland sowie eine politische Betätigung im Exil darstellen, sofern sie die Gefahr einer zu- künftigen Verfolgung begründen. Personen mit subjektiven Nachflucht- gründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläu- fig aufgenommen. Eine Person, die sich darauf beruft, dass durch ihr Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat - insbesondere durch politische Exilaktivitäten - eine Gefährdungssitua- tion erst geschaffen worden ist, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn davon auszugehen ist, sie würde aufgrund dieser im Heimat- oder Herkunftsstaat bekannt gewordenen Aktivitäten bei einer Rückkehr mit erheblicher Wahrscheinlichkeit in flüchtlings- rechtlich relevanter Weise verfolgt (vgl. EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10; 2000 Nr. 16 E. 5A S. 141 f.). Die vom Gesetzgeber bezweckte Bestim- mung subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund verbietet ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur Anerken- nung der Flüchtlingseigenschaft ausreichen (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7b und 8). 4. 4.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei- sen oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch- te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.2 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht wi- dersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darü- ber hinaus muss die asylsuchende Person persönlich glaubwürdig er- scheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor- bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber Seite 16E-7028/2006 auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner - im Gegensatze zum strikten Beweis - ein reduziertes Beweis- mass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegen- über nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. die zutreffende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). 5. 5.1 Was die Ereignisse vor der Ausreise des Beschwerdeführers aus Libyen betrifft, so geht das Bundesamt in tatsächlicher Hinsicht davon aus, er habe freundschaftliche Beziehungen zu Leuten mit Verbindun- gen zur „Jabhat Inakaz Watania“-Gruppierung gepflegt und sei deswe- gen während seiner Studienzeit fünf bis sechs Mal von Sicherheitsleu- ten verhört worden. Nach seiner Distanzierung vom Umfeld dieser Gruppierung habe er sich islamistisch ausgerichteten Oppositions- gruppierungen zugewandt, sei jedoch keiner solchen Bewegung beige- treten. Er habe sich aber mit Mitgliedern getroffen und sie hätten über die Grundsätze des Islams und über den Umgang der libyschen Re- gierung mit dem Islam gesprochen. Im Januar 1992 sei er deswegen an der Universität von Angehörigen des Sicherheitsdienstes festge- nommen, an einen unbekannten Ort gebracht und verhört worden, wo- bei er nach seinen Kontakten zu Islamisten gefragt worden sei. Nach vier bis fünf Stunden sei er freigelassen worden, weil die Behörden kein belastendes Material gefunden hätten. Er habe sich aber schrift- lich verpflichten müssen, keine Kontakte zu Personen zu pflegen, wel- che den Behörden verdächtig schienen. Nach seiner Freilassung habe er sich versteckt. Seite 17E-7028/2006 5.1.1Zu Recht qualifiziert das BFF diese geltend gemachten Eingriffe als nicht asylrelevant, weil es ihnen an Intensität mangle, um als ernst- hafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG gelten zu können (vgl. die heute noch geltende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2005 Nr. 17 E. 6.2, 2000 Nr. 17 E. 11b). Auf Beschwerdestufe führt der Rekurrent aus, aufgrund der erlittenen Nachteile und vor dem Hintergrund liby- scher Verhältnisse sei er in seinem Heimatstaat einem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt gewe- sen. Zwar sollen mit dem Begriff des unerträglichen psychischen Drucks auch staatliche Massnahmen erfasst werden, die sich nicht un- mittelbar gegen die Rechtsgüter Leib, Leben oder Freiheit richten. Aus- gangspunkt, um einen unerträglichen psychischen Druck bejahen zu können, stellen in der Regel konkrete staatliche Eingriffe dar, die effek- tiv stattgefunden haben. Vorliegend vermögen aber die vom Beschwer- deführer geschilderten Massnahmen auch in einer Gesamtwürdigung nicht zur Annahme zu führen, sie hätten ihm ein menschenwürdiges Leben in Libyen verunmöglicht, wie dies zur Annahme eines unerträg- lichen psychischen Druckes erforderlich wäre. Denn die staatlichen Verfolgungsmassnahmen müssten in einer objektivierten Betrachtung als derart intensiv erscheinen, dass dem Beschwerdeführer ein weite- rer Verbleib in ihrem Heimatstaat objektiv nicht mehr zugemutet wer- den könnte; ausschlaggebend ist mit anderen Worten nicht, wie die betroffene Person die Situation subjektiv erlebt hat, sondern ob auf- grund der tatsächlichen Situation für Aussenstehende nachvollziehbar ist, dass der psychische Druck unerträglich geworden ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 10.3.1, 1996 Nr. 30, E. 4d mit weiteren Hinweisen). Dies ist offensichtlich vorliegend nicht der Fall, selbst wenn das Gericht nicht davon ausgeht, die aussenpolitische Öffnung Libyens im Verlaufe der letzten Jahre habe auch innenpolitisch, im Speziellen in Bezug auf die prekäre Menschenrechtslage, eine entscheidende Verbesserung bewirkt (vgl. dazu unten E. 8.2.2). Schliesslich lassen die Umstände vermuten, bei der Ausreise des Beschwerdeführers aus Libyen seien weniger die nun geltend gemachten Asylgründe im Vordergrund ge- standen als vielmehr das geplante Studium in Saudi-Arabien. Solche Umstände sieht das Gericht etwa darin, dass der Beschwerdeführer bereits einige Zeit vor seiner Ausreise mit Personen aus Saudi-Arabien Kontakt gehabt habe, welche ihm offenbar zu einem Visum zwecks Studienaufenthalt dort verholfen haben, und dass er - trotz seiner gel- tend gemachten Angst vor einer Festnahme - Libyen mit seinen eige- nen, echten Papieren verlassen hat. Diesbezüglich ist im Übrigen er- wähnenswert, dass der Beschwerdeführer anerkanntermassen noch Seite 18E-7028/2006 im Juli 1991 das Dokument hat behördlich verlängern lassen (Stempel auf Seite 4 des Passes). 5.1.2Zwar hat das BFF angesichts der festgestellten mangelnden Asylrelevanz ausdrücklich darauf verzichtet, auf allfällige Unglaubhaf- tigkeitselemente in den Vorbringen des Beschwerdeführers einzuge- hen. Ergänzend kann hier immerhin festgehalten werden, dass an der Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers nicht unerhebliche Zweifel bestehen, welche sich gerade auch aus Aussagen zu den geltend ge- machten Ereignissen in Libyen vor seiner Ausreise ergeben. So hatte der Beschwerdeführer etwa anlässlich der summarischen Befragung eine einzige Untersuchung, nämlich diejenige durch das Revolutions- kommittee beziehungsweise den Geheimdienst, erwähnt. Er hatte an- gegeben, sie habe zwischen dem 1. und 5. Januar 1992 stattgefunden. Bis zu seiner Ausreise einen Monat später habe er keine Probleme mehr gehabt und - was auffällt - vorher auch nicht (A1/4 f.). Weder er- wähnt er im Zusammenhang mit der Anhaltung im Januar 1992, wie er dies später tut, dass er in einem Auto vom Universitätsgelände an ei- nen unbekannten Ort gebracht worden sei, wo das Verhör stattgefun- den habe, noch verliert er ein Wort zu den später geltend gemachten fünf- bis sechsmaligen Befragungen durch den Sicherheitsdienst der Universität. Die Zweifel werden genährt durch die Auskunft des UNHCR vom 21. Juni 2005. Die Organisation führt darin aus, der Beschwerdeführer habe zu seinen Asylgründen in der Türkei geltend gemacht, er sei während seiner Studienzeit (1988 - 1991) aufgrund seiner fehlenden Teilnahme an durch den Staat organisierten Treffen für Studenten mehrmals verhört und misshandelt worden. In seiner Stellungnahme vom 29. Juli 2005 verzichtet der Beschwerdeführer darauf, sich zu den vom UNHCR genannten, seinen eigenen Angaben krass widersprechenden Asylgründen zu äussern. 5.1.3Zusammenfassend ist im Sinne eines Zwischenergebnisses fest- zuhalten, dass das Bundesverwaltungsgericht zwar erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der vom Beschwerdeführer vorgebrachten, in Libyen erlittenen Benachteiligungen und schon deswegen der - daraus abgeleiten - Suche der libyschen Behörden nach ihm im Zeitpunkt sei- ner Ausreise aus seinem Heimatstaat hegt. Für einen Entscheid in der vorliegenden Sache kann allerdings die Glaubhaftigkeit dahingestellt bleiben, weil das BFF ungeachtet davon zu Recht zum Schluss ge- kommen ist, die geltend gemachten Benachteiligungen seien weder im Einzelnen noch in einer Gesamtbetrachtung asylrelevant. Es ist mithin Seite 19E-7028/2006 nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer sei deswegen im Zeitpunkt der Ausreise von den libyschen Behörden gesucht worden, zumal dem Beschwerdeführer laut seinen Angaben nichts habe nachgewiesen werden können und die Befragungen keine weiteren Konsequenzen gehabt hätten. Zudem hätten die Massnahmen nicht den Beschwerdeführer im Besonderen betroffen, sondern es habe sich um allgemeine Untersuchungen an der Universität gehandelt (A1/4 f., A17/7 ff.). 5.1.4Das Gericht geht des Weiteren mit der Vorinstanz darin einig, dass der Umstand der legalen Ausreise gegen eine Suche der liby- schen Behörde nach dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise spricht, will er doch mit seinen gültigen Papieren Libyen auf dem Luft- weg verlassen haben. Es ist mit an Sicherheit grenzender Wahrschein- lichkeit anzunehmen, dass ihm dies angesichts der rigorosen und mehrfachen Sicherheitskontrollen am Flughafen nicht gelungen wäre, hätten ihn die libyschen Behörden tatsächlich im Visier gehabt, zumal im Zeitpunkt seiner Ausreise das Wirtschaftsembargo in Kraft, und das Personenaufkommen am Flughafen entsprechend überschaubar, war. Das nicht näher konkretisierte und einzig anlässlich der kantonalen Anhörung vorgebrachte Argument, er habe Personen am Flughafen gekannt, welche ihm die Ausreise erleichtert hätten, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 5.1.5Des Weiteren ist aus der im Jahre 1995 erfolgten Passverlänge- rung (Stempel auf Seite 5 des Passes und handschriftlicher Eintrag des neuen Gültigkeitsdatum auf Seite 47) zu folgern, dass der Be- schwerdeführer jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt von den libyschen Behörde auch nicht gesucht wurde. Der Einwand, die Passverlänge- rung im Jahre 1995 sei nicht auf legalem Weg erfolgt, vermag nichts zu bewirken. Vorab fällt auf, dass dieser Einwand erstmals auf Be- schwerdestufe und dort erst im Rahmen der Replik vom 13. Dezember 2002 gemacht wurde, also erst nachdem das BFF das Argument der legalen Ausreise und späteren Passverlängerung als gewichtigen Punkt, welcher gegen eine asylrelevante Gefährdung des Beschwer- deführers spreche, erneut hervorgehoben hatte. Demgegenüber hatte der Beschwerdeführer anlässlich der summarischen Befragung ange- geben, dies sei sein erster und einziger Pass, er sei echt, er sei am 12. August 1986 ausgestellt worden und er sei bis am 9. August 1998 gültig. Auf die Frage, weshalb er ihn nicht nochmals habe verlängern lassen, hatte er nur angegeben, diese Pässe seien in Libyen nicht Seite 20E-7028/2006 mehr im Umlauf, es gäbe neue (A1/3). Auch anlässlich der kantonalen Anhörung hatte er mit keiner Silbe erwähnt, die Verlängerung aus dem Jahre 1995 sei gefälscht, sondern nur, dass sein Pass abgelaufen sei und er Angst habe, zwecks Verlängerung die libyschen Behörden auf- zusuchen (A17/4). Dass er sich dabei, wie in der Replik vom 13. De- zember 2002 dargestellt wird, auf die Verlängerung von 1991 bezogen haben sollte, findet im Protokoll keinen Niederschlag und ist unglaub- haft. Auch in der Beschwerdeeingabe reagierte er, wie erwähnt, noch nicht mit dem Einwand der Fälschung, obwohl die Vorinstanz diesen Umstand in ihrer Verfügung argumentativ verwendet hat. Die Überprü- fung des Papiers durch das Urkundenlabor der Kantonspolizei Zürich ergab hinsichtlich des Dokumentes keine objektiven Fälschungshin- weise. Hinsichtlich der Verlängerungsstempel konnte das Labor keine Inhaltsveränderungen feststellen, selbst wenn es darauf hinwies, dass diesbezüglich kein schlüssiger Befund abgeleitet werden könne, da es nicht hinreichende Kenntnisse über die Ausstellungsmodalitäten habe und zudem über keine verbürgten authentischen Vergleichsstempelab- drücke verfüge. Nach dem Gesagten sprechen gewichtige Indizien für die Echtheit der im Jahre 1995 erfolgten Verlängerung, und der nach- geschobene Einwand der Fälschung ist als unglaubhaft zu qualifizie- ren. 5.1.6Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass er in Libyen zur Zeit seiner Ausreise gesucht worden sei, lasse sich bereits daraus ableiten, dass seine Freunde alle inhaftiert worden und verschwunden seien; wäre er selbst nicht ausgereist, wäre es ihm ebenso ergangen. Zwar nennt der Beschwerdeführer drei Namen seiner Freunde, belegt aber in keiner Weise seine Behauptung. Zudem seien diese im Monat vor seiner Ausreise - genauer: im Dezember 1991 - verhaftet worden (A1/7). Wäre der Beschwerdeführer in irgendeiner Weise im Zusam- menhang mit ihnen verdächtigt worden, wäre seine Festnahme von Anfang Januar 1992 naheliegenderweise nicht ohne Folgen geblieben und eine legale Ausreise im Februar 1992 kaum denkbar gewesen. 5.1.7Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, die Suche nach ihm sei auch deswegen hinreichend dargetan, weil sein Bruder schliesslich an seiner Stelle als Geisel in Haft genommen wor- den sei, ist zwar festzustellen, dass eine Überprüfung der vorinstanzli- chen Verfügung in formeller Hinsicht diesbezüglich einen Mangel er- gibt. Wohl hat das BFF dieses Vorbringen im Sachverhalt aufgenom- men, jedoch vermag es mit dem allgemeinen Hinweis in den Erwägun- Seite 21E-7028/2006 gen, dass den Akten somit keine Hinweise zu entnehmen seien, die auf eine wahrscheinliche zukünftige asylrelevante staatliche Verfol- gung schliessen liessen, der Begründungspflicht diesbezüglich kaum zu genügen. Immerhin hat die Vorinstanz auf Vernehmlassungsstufe, wenn auch da wiederum äusserst knapp, zu erkennen gegeben, dass sie das Vorbringen des Beschwerdeführers, sein Bruder sei seinetwe- gen als Geisel verhaftet worden, nicht als glaubhaft erachtet. Sie hat nämlich festgehalten, die vorgebrachten objektiven und subjektiven Nachfluchtgründe - wobei das Vorbringen der Verhaftung seines Bru- ders am 17. September 1995 als objektiver Nachfluchtgrund zu qualifi- zieren ist - erschienen vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdefüh- rer habe legal ausreisen können und sein Pass im Jahre 1995 verlän- gert worden sei, konstruiert und nicht stichhaltig. Indem der Beschwer- deführer zur Vernehmlassung ebenso hat Stellung nehmen können wie zum bereits erwähnten Bericht des UNHCR (vgl. oben E. 5.1.2), worin - in völligem Widerspruch zu den vom Beschwerdeführer im schweize- rischen Asylverfahren geltend gemachten diesbezüglichen Vorbringen - festgehalten wird, nach Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich seines Asylverfahrens in der Türkei sei sein Bruder E._______ im Jahre 1996 in Libyen aufgrund seiner regimegegnerischen Ansichten verhaftet worden, wobei er, der Beschwerdeführer, davon ausgehe, sein Bruder habe sich einer illegalen politischen Organisation ange- schlossen, darf dieser Mangel jedoch als geheilt zu betrachtet werden. Ergänzend kann festgehalten werden, dass im Zusammenhang mit der geltend gemachten Verhaftung seines Bruders weitere Unstimmigkei- ten auffallen. So ist etwa im libyschen Kontext nicht nachvollziehbar, warum die Sicherheitsbehörden den Aufwand betrieben hätten, in Ko- operation mit der Lehranstalt den Bruder des Beschwerdeführers durch die Prüfung fallen zu lassen, nur damit sie ihn anlässlich seines Erscheinens zur Nachprüfung hätten festnehmen können, wie dies der Vater des Beschwerdeführers in seinem Bestätigungsschreiben dar- legt. Eigenartig wirkt auch die klare - und nicht etwa als Vermutung for- mulierte - Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der ersten Be- fragung, auf die Frage, wo sein Bruder seit dem 17. September 1995 in Haft sei. Seine Antwort lautete ohne Umschweife: „In Tripolis Bou Slim“ (A1/7). Ansonsten gab er, ebenso wie sein Vater in seiner Bestä- tigung, stets an, seit seiner Verhaftung hätten sie keinerlei Informatio- nen über ihn beziehungsweise er sei verhaftet worden, verschwunden und mutmasslich ermordet worden; jedenfalls fehle seit seiner Verhaf- tung jede Spur von ihm (A17/14, Beschwerdeeingabe, S. 3 f.). Aus dem selben Grunde unstimmig wirkt denn auch die Aussage, sein Bru- Seite 22E-7028/2006 der sei als Geisel an seiner Stelle in Haft genommen worden, wird doch nirgends klar, woraus der Beschwerdeführer dies ableitet, wobei er sich diesbezüglich, wie erwähnt, im Asylverfahren in der Türkei of- fenbar anders geäussert hat. Schliesslich ist nicht erkennbar, weshalb die libyschen Behörden den Bruder des Beschwerdeführers erst drei Jahre nach dessen Ausreise hätten als Geisel nehmen sollen, wenn er doch angeblich bereits im Zeitpunkt der Ausreise verdächtigt wurde. 5.1.8Auch mit den anderen zu den Akten gereichten Beweismitteln vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, dass er in asylrelevanter Weise bereits bei seiner Ausreise aus Libyen gesucht worden sei. Ins- besondere vermag er mit den Schreiben der LLHR vom 23. Oktober 2002 und vom 6. Januar 2005 nichts zu seinen Gunsten zu bewirken, zumal nicht in überzeugender Weise dargetan wird, weshalb die dort erwähnte Liste, worauf der Beschwerdeführer angeblich seit Jahren als von den libyschen Behörden gesuchte Person figurieren solle, al- lenfalls unter Abdeckung anderer Namen, nicht dem Gericht vorgelegt werden kann. 5.2 Für die Zeit nach seiner Ausreise aus Libyen macht der Beschwer- deführer geltend, aus dem Umstand, dass er in Saudi-Arabien das is- lamische Rechtssystem studiert habe, der Tatsache, dass sein Bruder und seine Freunde verhaftet worden seien und schliesslich seiner Aus- reise aus Libyen resultiere eine asylrechtlich relevante Gefährdung. 5.2.1Auch aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer in Saudi- Arabien möglicherweise ein Scharia-Studium absolviert und abge- schlossen haben mag (Unterlagen über das Studium und Abschluss- dokumente wurden allerdings keine eingereicht und als Ort des Studi- ums wird von ihm einmal Medina und einmal Mekka gesagt) und sich dort mit Islamisten unterhalten habe, vermag er jedoch keine asyl- rechtlich relevante Gefährdung seitens seines Heimatstaates abzulei- ten. Bezeichnenderweise führt er das Interesse der saudi-arabischen Behörden an seiner Ausweisung aus Saudi-Arabien zunächst auf de- ren eigene Auffassung zurück, wonach er nicht als Agent tauge und deswegen Saudi-Arabien nach seinem Studium sofort zu verlassen habe (A1/5). Anlässlich der kantonalen Anhörung soll das im dritten Jahr seines Studiums stattgefundene Gespräch auf Wunsch der liby- schen Behörden stattgefunden haben, wobei auch der Grund, dass er nach dem Studium Saudi-Arabien verlassen müsse, im entsprechen- den Wunsch der libyschen Behörden liege (A17/13). Am - so oder an- Seite 23E-7028/2006 ders begründeten - ernsthaften Interesse der saudi-arabischen Behör- den am Verlassen des Landes kommen schliesslich auch deshalb Zweifel auf, weil der Beschwerdeführer nach Abschluss seines Studi- ums offenbar noch mehrere Monate in Saudi-Arabien unbehelligt ge- lebt hat, wobei ihm die Behörden schliesslich sogar bei der Ausreise nach Syrien behilflich gewesen seien. Wenn der Beschwerdeführer ausserdem in seiner Rechtsmitteleingabe geltend macht, seine Kontakte in Saudi-Arabien seien den Spitzeln Libyens nicht verborgen geblieben, müsste auch davon auszugehen sein, diese hätten erfahren, dass der Beschwerdeführer eine von den Islamisten entscheidend abweichende Meinung vertreten habe - er habe sich nämlich vom Wahabitentum und dem Islamismus distanziert und sich für Demokratie und Laizismus eingesetzt - und angeblich deswegen auch von den saudi-arabischen Behörden nur bis zum Abschluss seines Studiums im Lande geduldet worden sei. Schliesslich kann erneut auf die im Juli des Jahres 1995, und somit fast zwei Jahre nach Aufnahme des Studiums in Mekka oder Medina, legal erfolgte Passverlängerung verwiesen werden. Zusammenfassend vermag es der Beschwerdeführer auch nicht, aus seinem Studium in Medina oder Mekka eine asylrechtlich relevante Gefährdung abzuleiten, sei dies nun für sich alleine oder in Mitberück- sichtigung des Umstandes, dass der Beschwerdeführer möglicherwei- se vor seiner Ausreise mehrmals zu seinen Verbindungen zu politi- schen und islamistischen Oppositionsbewegungen befragt worden ist. 5.2.2Aus der geltend gemachten Verhaftung seiner Freunde leitet der Beschwerdeführer nur insofern etwas ab, als er davon ausgeht, ihm hätte dasselbe früher oder später passieren können, wäre er nicht ausgereist (vgl. A1/7, A17/11). Diesbezüglich ist ihm aber das unter E. 5.1.6 Gesagte entgegenzuhalten. Bezeichnenderweise erwähnt der Beschwerdeführer die behauptete Verhaftung seiner Freunde im Zu- sammenhang mit den auf Beschwerdestufe geltend gemachten objek- tiven Nachfluchtgründen nicht mehr. 5.2.3Soweit der Beschwerdeführer aus der Verhaftung seines Bruders eine ihn selbst treffende Gefährdung ableitet kann zunächst auf das unter E. 5.1.7 Gesagte verwiesen werden, wo das Gericht zum Schluss gekommen ist, die diesbezüglichen Vorbringen des Beschwer- deführers seien nicht glaubhaft. Den als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizierenden Schreiben des Onkels und des Vaters des Beschwer- Seite 24E-7028/2006 deführers vermag aus naheliegenden Gründen kaum Beweiswert zu- zukommen. Aber selbst wenn davon ausgegangen wird, sein Bruder sei tatsächlich verhaftet worden, bleibt zufolge der widersprüchlichen Schilderung unklar, was der Grund seiner Verhaftung war und wann diese erfolgte. Demzufolge vermag der Beschwerdeführer aus einer allfälligen Haft seines Bruders nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Vor diesem Hintergrund vermag auch das nicht weiter konkretisierte Vorbringen, inzwischen werde sein anderer Bruder Ali von den liby- schen Behörden belästigt, nichts zu bewirken (A17/6). 5.2.4Aus der Ausreise für sich alleine ergibt sich ebenfalls keine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung des Beschwerdeführers, nachdem das Gericht zum Schluss kommt, er sei legal und mutmass- lich zu Studienzwecken ausgereist. Gestützt wird diese Einschätzung erneut durch den Umstand, dass die im Jahre 1995 erfolgte Passver- längerung mutmasslich auf legale Weise erfolgte. Der Beschwerdefüh- rer selbst leitet nichts Negatives aus dem Umstand ab, dass er im Zeit- punkt seiner Ausreise den Militärdienst noch nicht absolviert hatte. Es ist denn auch nicht davon auszugehen, auf Grund dessen seien ernst- hafte Nachteile zu befürchten, zumal der Beschwerdeführer laut sei- nen Angaben vom Militärdienst dispensiert worden sei (A17/5). Auch sonst sind keine Hinweise dafür erkennbar, dass eine allfällige diesbe- zügliche Sanktion die Voraussetzungen von Art. 3 AsylG erfüllen wür- de (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 3 Erw. 4.7 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2.5Was den Aufenthalt des Beschwerdeführers in Syrien (vom Ja- nuar oder Februar 1998 bis März 1999) anbelangt, macht der Be- schwerdeführer abgesehen von seiner Befürchtung, nach Libyen zu- rückgeschickt zu werden, keine neuen Ereignisse geltend. Die Gefähr- dung durch eine allfällige Ausweisung begründet er mit den bereits ge- würdigten Vorbringen. Ebensolches gilt für seinen Aufenthalt in der Türkei, wo er wiederum mit einer Rückschaffung nach Libyen habe rechnen müssen. Es erübrigt sich demzufolge, näher auf die Zeitspan- ne nach der geltend gemachten Ausreise aus Saudi-Arabien und der Einreise in die Schweiz einzugehen zumal sich diesbezüglich erneut Unstimmigkeiten ergeben, welche der Beschwerdeführer auch nach Kenntnisnahme nicht ausräumt. So etwa im Zusammenhang mit dem zeitlichen Ablauf des Asylverfahrens vor dem UNHCR: Während er im schweizerischen Asylverfahren angegeben hatte, er habe im März 1999 in Ankara das Asylgesuch gestellt, welches drei Monate später, im Juni 1999 abgelehnt worden sei (A1/6) führt das UNHCR aus, der Seite 25E-7028/2006 Beschwerdeführer sei im Juni 1999 zu seinen Asylgründen befragt und sein Antrag sei im April 2000 abgelehnt worden. Auch diesbezüglich verzichtete der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 29. Juli 2005 auf eine Klärung. 5.3 Damit kann der Sachverhalt wie folgt rekapituliert werden, wobei bei den zweifelhaften Angaben grundsätzlich von der für den Be- schwerdeführer günstigeren Version ausgegangen wird: Er hat an der Universität Fatih in Tripolis Wirtschaft studiert, mit Ange- hörigen von politischen Oppositionsgruppierungen Diskussionen ge- führt, Schriften entgegengenommen, gelesen und weitergegeben. In diesem Zusammenhang ist er mehrmals von den Behörden befragt worden, wobei ihm nichts nachgewiesen werden konnte und er jeweils nach wenigen Stunden wieder entgelassen wurde. Von der politischen Opposition hat er sich dann distanziert und der is- lamistischen zugewandt; nicht aus religiöser Überzeugung, sondern weil er ihr zutraute, etwas im Lande zu bewirken. Er war nie Mitglied einer politischen oder islamistischen Oppositionsgruppierung. Er hat mit Angehörigen von islamistischen Gruppierungen Diskussionen ge- führt und mit einem Angestellten der saudi-arabischen Botschaft Kon- takt gehabt, weswegen er einmal vom libyschen Sicherheitsdienst während vier bis fünf Stunden befragt und dabei leicht geohrfeigt wur- de. Bevor man ihn erneut freigelassen hat, musste er ein Papier unter- zeichnen, worin ihm Haft angedroht wurde, wenn er in Zukunft negativ auffallen würde. Freunde von ihm sind in Haft genommen worden. Der Beschwerdeführer war auf Grund seines Studiums vom Militär- dienst suspendiert und reiste im Februar 1992 legal - nachdem sein Pass einige Monate zuvor verlängert worden war - nach Saudi-Arabi- en. Dort hat er im Jahre 1994 in Mekka oder Medina das Studium der Scharia aufgenommen und im Jahre 1997 beendet. Im Verlaufe des Studiums hat er sich immer mehr vom Gedankengut der Wahabisten und Islamisten distanziert und seine Meinung in Diskussionen auch vertreten. Sein Pass wurde im Jahre 1995 um drei Jahre verlängert. 1996 ist er einmal von den saudi-arabischen Behörden befragt wor- den, wobei ihm mitgeteilt wurde, er müsse Saudi-Arabien nach Ab- schluss seines Studiums verlassen. Die libyschen Behörden haben vom Studium des Beschwerdeführers in Saudi-Arabien Kenntnis genommen, ebenso von seinen in diesem Rahmen geführten Diskussionen mit Islamisten. Im Jahr 1995 oder 1996 ist sein Bruder E._______, aus unbekanntem Grund in Libyen verhaftet worden. Seite 26E-7028/2006 Nach seiner Ausreise aus Saudi-Arabien hat sich der Beschwerdefüh- rer während eines Jahres illegal in Syrien aufgehalten, bevor er von dort illegal in die Türkei gelangt ist, wo er beim UNHCR ein Asylge- such eingereicht hat, welches abgewiesen worden ist, woraufhin er in die Schweiz gelangt ist. 5.4 Im Folgenden verbleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ge- stützt auf den unter E. 5.3 zusammengefassten Sachverhalt begründe- te Furcht vor künftiger Verfolgung hat. Eine solche Furcht wird nicht schon begründet durch Vorkommnisse oder Umstände, die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, sondern erst, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung werde mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit geschehen. Eine solchermassen begründete Furcht ist vorliegend nicht anzuneh- men. Der Beschwerdeführer wurde vor seiner Ausreise aus Libyen nicht konkret gesucht und es ist nicht davon auszugehen, mit seinem Aufenthalt und dem allenfalls absolvierten Studium der Scharia in Sau- di-Arabien sowie den in diesem Zusammenhang geführten Diskussio- nen mit Islamisten habe der Beschwerdeführer nach seiner Ausreise ein asylrechtlich relevantes Interesse der libyschen Behörden an ihm geweckt. Auch mit einer allenfalls Mitte der 90er-Jahre erfolgten Ver- haftung seines Bruders wäre nicht ein asylrechtlich relevanter objekti- ver Nachfluchtgrund gesetzt, zumal nicht ersichtlich ist, inwiefern eine solche mit dem Beschwerdeführer in Zusammenhang stehen sollte. Insgesamt ist nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer werde im heutigen Zeitpunkt in Libyen gesucht und hätte mit der erforderli- chen erheblichen Wahrscheinlichkeit in Libyen ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes zu befürchten. Zwar hätte er wohl bei einer allfälligen Wiedereinreise mit einer eingehenden Befragung zu rech- nen. Die ARK ist aber in einem Urteil aus dem Jahre 2003 zum Schluss gekommen, dass abgewiesene Asylbewerber, welche nach Li- byen zurückkehren, dort nicht allein aufgrund ihres Aufenthaltes im westlichen Ausland einer systematischen Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sind (vgl. EMARK 2003 Nr. 28). Diese Einschät- zung erweist sich auch heute noch als grundsätzlich zutreffend. Ge- mäss Kenntnissen des Gerichts, welche sich vorab auf von AI ausge- wertete Erfahrungen stützen, werden anlässlich dieser Befragungen nebst Kontrolle der Personalien des Zurückkehrenden seine Herkunft und der Zweck seines Auslandaufenthaltes einer Überprüfung unterzo- gen. Gemäss Einschätzung von AI ist davon auszugehen, dass die li- Seite 27E-7028/2006 byschen Behörden bei der Einreise am Flughafen Tripolis feststellen können, ob die zurückkehrende Person legal oder illegal das Land ver- lassen hat, wobei das Feststellen einer illegalen Ausreise die Sicher- heitskräfte zu gezielteren Nachforschungen veranlassen könnte. Es bestehen offenbar auch Anhaltspunkte dafür, dass dasselbe gilt, wenn den Behörden bekannt wird, das der Rückkehrer im Ausland ein Asyl- gesuch gestellt hat. Die Gefahr einer über die intensive Befragung hin- ausgehenden menschenrechtswidrigen Behandlung wird offenbar dann erheblich verstärkt, wenn der Zurückkehrende vor seiner Flucht wegen oppositioneller Aktivitäten inhaftiert oder verdächtigt war und sich einer Festnahme durch Flucht entzogen hat. Insbesondere schei- ne eine mutmassliche Zugehörigkeit zu islamistischen Gruppierungen ein verfolgungsauslösender Umstand zu sein. Wird ein Asylantrag ei- nes Rückkehrers den libyschen Behörden bekannt, was offenbar trotz Überprüfung des Rückkehrers nicht zwingend der Fall sein muss, scheint gemäss dem vom Beschwerdeführer selbst eingereichten Gut- achten des deutschen Orientinstitutes von Bedeutung zu sein, welche Überzeugung des Beschwerdeführers dem Antrag zugrunde lag, wobei das Risiko einer Menschenrechtsverletzung bei einer religiös begrün- deten Oppositionshaltung wesentlich höher liege als bei einer säkular begründeten. Schliesslich bestehe zwischen dem Grad des Engage- ments des Rückkehrers in exiloppositionellen Gruppen und der Schär- fe allfällig drohender Massnahmen ein Zusammenhang. Nachdem der Beschwerdeführer vor seiner Ausreise weder aufgrund von oppositio- nellen Aktivitäten inhaftiert gewesen war, noch sich einer Festnahme aufgrund eines Verdachtes durch Flucht entzogen hat, sondern viel- mehr legal ausgereist ist, um in Saudi-Arabien zu studieren, nachdem er sich dort klar und auch für den nach Beschrieb des Beschwerdefüh- rers sehr wachsamen libyschen Geheimdienst erkennbar von den Isla- misten distanziert habe und nachdem er seither aktenkundig weder mit säkularen noch mit islamistischen Oppositionsgruppierungen in Verbindung stand beziehungsweise sich diesbezüglich engagierte, ver- mag er aus dem alleinigen Umstand, dass die libyschen Behörden im Rahmen einer Befragung bei seiner Rückkehr allenfalls von seinen Asylgesuchen Kenntnis erhalten könnten, keine mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit drohenden ernsthaften Nachteile darzutun. Eben- sowenig gereicht die innere Einstellung des Beschwerdeführers ge- genüber dem Regime Gaddafi für die Annahme einer begründeten Furcht aus, zumal sich der Beschwerdeführer, wie erwähnt, wiederholt sowohl von der politischen Opposition als auch - und insbesondere - von den Islamisten distanziert habe. Seite 28E-7028/2006 Insgesamt besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, nach einer all- fälligen Wiedereinreise in Libyen wäre der Beschwerdeführer mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit ernsthaften Nachtei- len im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt. 6. Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und in den Stellung- nahmen zu den Vernehmlassungen sowie die eingereichten Beweis- mittel einzugehen erübrigt sich, weil sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darzutun. Die Vorinstanz hat demzufolge die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl zu Recht verweigert. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein- heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung (Art. 32 a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. die sich weiter- hin als zutreffend erweisende Rechtsprechung der ARK in EMARK 2001 Nr. 21). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet. 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsver- hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf- nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun- desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 8.2 8.2.1Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun- gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän- ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste- hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben Seite 29E-7028/2006 oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über- einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau- same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No - vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2Der Grundsatz der Nichtrückschiebung schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, geht im vorliegenden Verfahren mit der An- ordnung des Vollzugs der Wegweisung keine Verletzung des flücht- lingsrechtlichen Non-Refoulements einher. Eine Rückkehr des Be- schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei- ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi- schen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN- Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr („real risk“) nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung dro- hen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Was die allgemeine Menschenrechtslage in Libyen betrifft, so ist festzuhalten, dass sich der Staat zwar aussenpolitisch in den letzten paar Jahren geöffnet hat und die USA und EU begonnen haben, Beziehungen mit dem Land aufzubauen. Dass solche Öffnungen wirtschaftlicher und politischer Art auch immer wieder mit Rückschlägen verbunden sind, hängt wohl di- Seite 30E-7028/2006 rekt mit dem Charakter des unberechenbaren, willkürlich agierenden und sich allmächtig gebärdenden Despoten Gaddafi zusammen. In- nenpolitisch hat diese tendenzielle Öffnung allerdings noch nicht zu wesentlichen Veränderungen geführt. Nach wie vor kommt es zu zahl- reichen Menschenrechtsverletzungen in vielen Bereichen des politi- schen und gesellschaftlichen Lebens. Weiterhin ist es schwierig, ge- nauere Erkenntnisse zu gewinnen, da Libyen internationalen Men- schenrechtsorganisationen und UN-Menschenrechtsgremien über lan- ge Zeit den ungehinderten Zugang im Land verweigerte und auch heu- te noch streng kontrolliert, was diese zu sehen bekommen sollen. Was die politische und im Speziellen islamistische Opposition betrifft, ist trotz des Umstands, dass im Verlaufe der letzten paar Jahre auch im- mer wieder Häftlinge, die dem islamistischen Lager zugerechnet wur- den - unter strengen Auflagen - freigelassen worden sind, nicht von ei- ner grundsätzlichen Verbesserung der Lage auszugehen. Nach wie vor wird jegliche Art von Opposition rigoros unterdrückt. Die Behörden ver- fügen über umfassende Überwachungsmethoden, welche von diskre- ter Beobachtung sensibler öffentlicher Orte (z.B. Moscheen) bis zur Einsetzung von Spitzeln in engsten sozialen Netzen reicht (vgl. u.a. „Qaddafis Libyen. Endlos stabil und reformresistent?“, Studie der Stif- tung Wissenschaft und Politik [SWP], Isabelle Werenfels, März 2008; Human Rights Watch, World Report 2007, January 2008; Operational Guidance Note Libya, 9 October 2006; Freedom House, Libya 2007). Trotz dieser massiven Defizite vermag der Beschwerdeführer kein „real risk“ im oben umschriebenen Sinne darzutun, zumal, wie unter dem Asylpunkt erläutert, nicht davon auszugehen ist, er werde von den liby- schen Behörden der Zugehörigkeit zu politischen oder islamistischen Oppositionsbewegungen verdächtigt. Der Beschwerdeführer hatte fer- ner nicht geltend gemacht, er habe das Land verlassen, weil er einer drohenden Strafe aufgrund einer Verletzung seiner Militärdienstpflicht habe entgehen wollen. Zwar lassen sich nach Erkenntnissen des Ge- richts betreffend Libyen kaum allgemein gültige Regelungen betreffend die Militärdienstpflicht, Suspensionen davon oder allfällig drohende Sanktionen ausmachen; hinsichtlich der Schwere solcher Sanktionen hängt offenbar Vieles vom Offizier ab, der sie verhängt. Nachdem der Beschwerdeführer laut eigenen Angaben aufgrund seines Studiums vom Militärdienst dispensiert war, das Land legal verlassen hat und heute (...)-jährig ist, ist nicht mit der geforderten beachtlichen Wahr- scheinlichkeit davon auszugehen, er habe bei seiner Rückkehr nach Libyen eine menschenrechtswidrige Behandlung zu befürchten, weil er bisher den Militärdienst noch nicht absolviert hat. Seite 31E-7028/2006 8.2.3Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 8.3.1Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts- staat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG - die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bun- desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 8.3.2W eder aus der allgemeinen Lage in Libyen, wo der Beschwerde- führer in Tripolis über ein soziales Netz verfügt, noch aus individuellen Begebenheiten ergeben sich Umstände, welche auf die Unzumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs hindeuten würden. Der Beschwerdefüh- rer ist dort bei seiner Familie aufgewachsen, wo er bis zur Ausreise gelebt hat. Laut seinen Angaben leben seine Eltern und vier Ge- schwister nach wie vor dort. Der Beschwerdeführer ist aktenkundig ge- sund und verfügt über eine umfassende Bildung. Wenn er bisher nicht erwerbstätig war, hat dies seinen Angaben gemäss nur damit zu tun gehabt, dass sich eine Erwerbstätigkeit aufgrund der guten finanziel- len Verhältnisse seines Vaters nicht als notwendig erwiesen habe (A17/4). Es ist nach dem Gesagten davon auszugehen, dass er nach einer Rückkehr nach Tripolis in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht wieder Fuss fassen kann. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 8.4.1Mit Inkrafttreten der vom 16. Dezember 2005 datierenden Asyl- gesetzrevision am 1. Januar 2007 entfiel für die Asylbehörden des Bundes die Möglichkeit, in Fällen einer schwerwiegenden persönlichen Notlage eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, sofern vier Jahre nach Einreichen des Asylgesuch noch kein rechtskräftiger Entscheid ergan- gen war (gemäss Art. 44 Abs. 3 aAsylG; Art. 14 Abs. 4bis aANAG). Zu- folge dieser Gesetzesänderung (zur Gültigkeit des neuen Rechts für hängige Verfahren vgl. Art. 1 der Übergangsbestimmungen zur Asylge- setzänderung vom 16. Dezember 2005) kann der kantonale Bericht vom 28. April 2005, die diesbezüglich negative Vernehmlassung der Vorinstanz vom 6. Mai 2005 und die Stellungnahme des Beschwerde- Seite 32E-7028/2006 führers vom 2. Juni 2005 [(vgl. Sachverhalt L.), soweit den Tatbestand der schwerwiegenden persönlichen Notlage betreffend] mangels Zu- ständigkeit vom Bundesverwaltungsgericht nicht mehr gewürdigt wer- den. 8.4.2Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann jedoch neu der Wohnkanton bei Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls mit Zu- stimmung des Bundesamtes einer Person mit hängigem oder abgewie- senem Asylgesuch, sofern die im Gesetz genannten Voraussetzungen erfüllt sind, eine Aufenthaltsbewilligung erteilen. Es würde gemäss Art. 14 Abs. 3 AsylG diesfalls der zuständigen kantonalen Behörde oblie- gen, dem Bundesamt den Willen, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, unverzüglich zu melden. 8.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zu- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen- digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grund- sätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde jedoch mit Zwischenverfügung vom 4. November 2002 gutgeheissen. Nachdem auch im heutigen Zeitpunkt von der Bedürftigkeit des Be- schwerdeführers auszugehen ist, ist kein Grund ersichtlich, darauf zu- rückzukommen. Auf die Auferlegung von Verfahrenskosten ist demzu- folge zu verzichten. 10.2 Eine Parteientschädigung ist nicht auszurichten (vgl. Art. 64 VwVG und Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Seite 33E-7028/2006 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: - den Vertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilagen: Schulzeugnis vom 25. Juli 1995 im Original) - das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak- ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier) - die kantonale Migrationsbehörde (in Kopie). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Stöckli Esther Karpathakis Versand: Seite 34