B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-6076/2016 U r t e i l v o m 16 . O k t o b e r 2 0 1 7 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Hans Urech; Gerichtsschreiber David Roth. Parteien Dr. A._______, Beschwerdeführerin, gegen Schweizerischer Nationalfonds SNF, Abteilung Karrieren, Wildhainweg 3, Postfach 8232, 3001 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Forschungsförderung, Nichteintreten auf Beitragsgesuch. B-6076/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 1. August 2016 stellte Dr. A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführe- rin) beim Schweizerischen Nationalfonds SNF (nachfolgend: SNF oder Vo- rinstanz) ein Gesuch um ein Mobilitätsstipendium für fortgeschrittene Post- docs „Advanced Postdoc.Mobility“ mit dem Titel „(…)“. Für einen zweijähri- gen Aufenthalt am (Institut), (Department) an der (Universität) ersuchte sie um Stipendien-Grundbeträge bei Partnerschaft, Kinderzulagen sowie Zu- schüsse an Kongresskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 178'000.–. B. Mit Verfügung vom 20. September 2016 trat die Vorinstanz auf das Gesuch nicht ein (Nichteintretensentscheid (…)). Zur Begründung f ührte sie aus, gemäss dem „Advanced Postdoc.Mobility“-Reglement müssten die Ge- suchstellenden ihr Doktorat in der Regel maximal fünf Jahre vor dem Ein- gabetermin erworben haben. Die Beschwerdeführerin habe i hr Doktorat gemäss den von ihr eingereichten Unterlagen am 8. Dezember 2008 er- worben, infolgedessen sie den Richtwert von fünf Jahren in Bezug auf die Eingabefrist vom 1. August 2016 um zwei Jahre und sieben Monate über- schreiten würde. Die von der Beschwerdeführerin dargelegten Gründe für die Überschreitung des Richtwerts hätten den Forschungsrat des SNF nicht zu überzeugen vermocht. C. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 3. Oktober 2016 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Sie begehrt, die Verfü- gung vom 20. September 2016 sei aufzuheben und das Gesuch sei „wis- senschaftlich zu prüfen“. Zur Begründung führt sie aus, die Vorinstanz habe ihr anlässlich einer vorgängigen Erkundigung mit E-Mail vom 19. Mai 2016 mitgeteilt, sie müsse betreffend die Überschreitung des Richtwerts von fünf Jahren ein Ausnahmegesuch stellen. Die Beschwerdeführerin bemerkt, sie habe die Gründe dementsprechend genau dargelegt: Ihre beiden Ki nder seien in den Jahren (…), also nach Abschluss der Dissertation, zur Welt gekommen. Ihre wissenschaftliche Laufbahn habe dadurch sowie durch eine Phase ausschliesslicher Lehrtätigkeit (ohne akademische Forschung) Verzögerungen erfahren. Ausschlaggebend für den Unterbruch der For- schungstätigkeit resp. dessen Dauer sei die Karriere ihres Ehemannes ge- wesen sowie die Unmöglichkeit eines Stellenwechsels infolge Schwanger- schaft und Mutterschaftsurlaub. Darüber hinaus habe sie den Forschungs- schwerpunkt gewechselt. B-6076/2016 Seite 3 Die Beschwerdeführerin moniert weiter, der SNF verfüge über keine klaren Richtlinien für „Zeitgutschriften“ resp. „Abzüge beim akademischen Alter“ infolge Mutterschaft. Die Beurteilungspraxis sei selbst auf gezielte Nach- frage hin nicht kommuniziert worden. Im Übrigen propagiere der SNF, die Chancengleichheit in seiner Forschungsförderung weiter voranzutreiben, was den Entscheid noch unverständlicher erscheinen lasse. D. Am 18. Oktober 2016 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Be- schwerdeeingang und setzte der Vorinstanz Frist zur Vernehmlassung an. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2016 stellte die Vorinstanz die Wiedererwä- gung ihrer Verfügung vom 20. September 2016 in Aussicht und beantragte eine Sistierung des Beschwerdeverfahrens. Das Bundesverwaltungsg e- richt setzte der Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 28. Okto- ber 2016 Frist zur Stellungnahme bis zum 11. November 2016 an, mit gleichzeitigem Hinweis, dass ohne schriftlichen Gegenbericht der Be- schwerdeführerin bis zu diesem Datum das Beschwerdeverfahren bis zum Eingang der neuen Verfügung der Vorinstanz sistiert werde. Die Beschwer- deführerin verzichtete auf eine Stellungnahme. E. Mit Verfügung vom 1. Dezember 2016 hob die Vorinstanz ihre ursprüngli- che Verfügung vom 20. September 2016 wiedererwägungsweise auf, be- stätigte diese indes in der Sache, indem sie auf das Gesuch (erneut) nicht eintrat (Nichteintretensentscheid/Wiedererwägung (…)). Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, die gegenständliche Überschreitung des Richtwerts widerspreche grundsätzlich den mit der Einreichfrist angestreb- ten Förderungsbedingungen. Die dargelegten Gründe würden wohl teil- weise die Überschreitung des Zeitfensters rechtfertigen, nicht aber deren Dauer. Es würden keine besonderen Umstände vorliegen, we lche die Überschreitung des Richtwerts um mehr als zweieinhalb Jahre – ausnah- meweise – rechtfertigen könnten und eine frühere Gesuchstellung um ein „Advanced Postdoc.Mobility“-Stipendium verunmöglicht hätten. B-6076/2016 Seite 4 F. Mit Verfügung vom 9. Dezember 2016 hob das Bundesverwaltungsgericht die Sistierung des Beschwerdeverfahrens auf und setzte der Beschwerde- führerin Frist zur Stellungnahme sowie Ergänzung der Beschwerde an. G. Mit Beschwerdeergänzung vom 21. Januar 2017 hielt die Beschwerdefüh- rerin innert angesetzter Frist an ihren Anträgen fest. Sie führt ergänzend namentlich aus, dass das „Leitbild des SNF für die Gleichstellung von Mann und Frau“ eine Förderung der Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie, z. B. durch die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, sowie geeignete Massnahmen gegen geschlechtsspezifische Benachteiligungen festhalte. Hierzu stehe d er Nichteintretensentscheid auf grund ihres über längere Zeit reduzierten Arbeitspensums eindeutig im Widerspruch. H. Mit Vernehmlassung vom 27. März 2017 beantragt e die Vorinstanz nach erstreckter Frist die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Der Nichteintretensentscheid sei in pf lichtgemässer Anwendung des Ermes- sens gestützt auf eine rechtsgleiche Praxis erfolgt. Für die Zukunft habe sich der SNF mit Ziff. 1.11 Abs. 1 des Allgemeinen Ausführungsreglements zum Beitragsreglement v om 9. Dezember 2015 (Ausführungsreglement) hinsichtlich der Ausübung des Ermessens strengere Regeln auferlegt, in- dem begrenzte Zulassungszeitfenster um höchstens ein Jahr verlängert werden könnten. I. Mit Replik vom 7. Mai 2017 respektive mit Duplik vom 17. Juli 2017 hielten die Beschwerdeführerin sowie die Vorinstanz an ihren Anträgen fest. J. Auf die weiteren rechtserheblichen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B-6076/2016 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig (Art. 13 Abs. 3 und Abs. 5 des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation vom 14. Dezember 2012 [FIFG, SR 420.1] i.V.m. Art. 31 f. sowie Art. 33 Bst. h des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; vgl. Art. 31 des Reglements des Schweizerischen Nationalfonds über die Gewährung von Beiträgen vom 27. Februar 2015 [Beitragsreglement], wel- ches am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist [s. Beschluss des Forschungs- rats vom 9. Dezember 2015]). 1.2 Die Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin entsprechend der spezialgesetzlichen Legitimationsregelung von Art. 13 Abs. 2 FIFG be- schwerdeberechtigt (vgl. Botschaft zur Totalrevision des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes vom 9. November 2011, BBl 2009 8827, S. 8881; Teilentscheid des BVGer B-5028/2009 vom 8. März 2010, je mit Hinweisen). Sie verfügt über ein aktuelles und praktisches Interesse an der Behandlung ihres Beschwerdeantrags vom 3. Oktober 2016, zumal sich die sinngemässen Dispositive der aufgehobenen Verfügung vom 20. Sep- tember 2016 sowie der wiedererwägungsweise erlassenen Verfügung vom 1. Dezember 2016 entsprechen (vgl. Art. 58 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]; MARANTELLI/HUBER, in: Praxiskommentar Verwaltungsver- fahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 48 N. 7 und N. 15; MOSER/BEUSCH/KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsg ericht, 2. Aufl. 2013, S. 162 f. Rz. 3.45 f.; Abschreibungsentscheid des BVGer B-1395/2014 vom 25. Februar 2015). 1.3 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der Be- schwerdeschrift wurden gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde innert Frist bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. B-6076/2016 Seite 6 2. 2.1 Die Vorinstanz ist eine privatrechtliche Stiftung mit dem Zweck, die wissen- schaftliche Forschung in der Schweiz sowie ihre internationale Wettbe- werbsfähigkeit und Vernetzung und ihre Problemlösungskapazität zu för- dern. Sie schenkt der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses be- sondere Aufmerksamkeit (Art. 1 der Statuten des Schweizerischen Natio- nalfonds zur Förderung der wisse nschaftlichen Forschung vom 30. März 2007). Sie untersteht der Bundesgesetzgebung, soweit sie für die For- schung Bundesmittel verwendet , wozu mitunter die von ihr festgelegten Förderinstrumente zählen (Art. 3 f. und Art. 10 Abs. 2 Bst. a FIFG). 2.2 Die Vorinstanz hat gestützt auf Art. 9 Abs. 3 FIFG das (vom Bundesrat ge- nehmigte) Beitragsreglement erlassen, dessen Art. 4 und Art. 48 wiederum Grundlage bilden für das Reglement über die Gewährung von Mobili täts- stipendien mit Rückkehrmöglichkeit für fortgeschrittene Postdocs „Adv an- ced Postdoc.Mobility“ vom 16. Juli 2013 („Advanced Postdoc.Mobility“- Reglement) bilden. Gemäss Art. 5 Bst. a und Bst. c „Advanced Post- doc.Mobility“-Reglement sind – im Sinne von Art. 10 Abs. 5 und Abs. 6 Bei- tragsreglement – Forscherinnen und Forscher aller Fachdisziplinen zur Gesuchstellung für Mobilitätsstipendien berechtigt, die folgende Vorausset- zungen erfüllen: a. Sie verfügen über ein Doktorat (PhD) oder eine abgeschlossene Aus- bildung in der Human -, Zahn-, Veterinär-, Sozial- oder Präventivmedi- zin mit Doktorat (MD). c. Gesuchstellende mit einem Doktorat (PhD) haben dieses in der Regel maximal fünf Jahre vor dem Zeitpunkt des Eingabetermins erworben. Massgebend ist das Datum der Prüfung bzw. der Disputation. Bei den fünf Jahren nach dem Doktorat handelt es sich um einen Richtwert. Es können auch Gesuchstellende zugelassen werden, die diesen Richt- wert z.B. aufgrund familiärer Betreuungspflichten überschreiten. Die Gesuchstellenden müssen die Gründe für die Überschreitung darle- gen. Gestützt auf Art. 48 Beitragsreglement hat die Vorinstanz darüber hinaus – wiederum in Konkretisierung von Art. 10 Abs. 5 und Abs. 6 Beitragsregle- ment – das Ausführungsreglement erlassen, welches gleichfalls am 1. Ja-B-6076/2016 Seite 7 nuar 2016 in Kraft getreten ist (vgl. Ziff. 13.3 Ausführungsreglement). Des- sen Ziff. 1.11 „Verlängerung des Zeitfensters für die Zulassung zur Gesuch- stellung“ lautet: 1 Ist die Zulassung zur Gesuchstellung auf ein bestimmtes Zeitfenster be- grenzt, kann dieses auf Antrag der gesuchstellenden Person um höchstens ein Jahr verlängert werden. 2 Die gesuchstellende Person muss dem SNF die Gründe für die beantragte Verlängerung darlegen. Es werden namentlich folgende Gründe für Verzöge- rungen anerkannt: a. Mutterschafts-, Vaterschafts- und Adoptions- oder Elternurlaub; b. Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall; c. Betreuungspflichten; d. Dienste für die Allgemeinheit, namentlich Militär- oder Zivildienst; e. Weiterbildung, namentlich Praktika, klinische Tätigkeit; f. Obligatorische Teilnahme an einer Doktoratsschule vor Beginn der Dis- sertation. 3. Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Vorinstanz vertreten die Auf- fassung, dass Ziff. 1.11 Ausführungsreglement gegenständlich keine An- wendung findet. So bezeichnet namentlich die Vorinstanz letztere Norm als „nicht anwendbar, da Art. 5 Bst. c [‚Advanced Postdoc.Mobility‘]-Regle- ment eine vom Allgemeinen Ausführungsreglement abweichende, speziel- lere Bestimmung für die Beurteilung von verspätet eingereichten [‚Advan- ced Postdoc.Mobility‘]-Gesuchen darstellt“. Ob diese Überlegungen zur Normenkollision verfangen, kann – wie sich nachfolgend ergibt – offenblei- ben. Es ist demzufolge ebenso wenig zu erörtern, ob die Gesuchstellerin anlässlich des E -Mail-Verkehrs vom 19. Mai 2016 unvollständig über die objektiv geltende Rechtslage informiert wurde sowie ob diese Auskunft vor- liegend Bestandesschutz im Hinblick auf ein überjähriges E rmessen der Vorinstanz begründen vermochte. 4. Die Beschwerdeführerin rügt ausdrücklich „eine Überschreitung oder einen Missbrauch des Ermessens“ im Sinne von Art. 13 Abs. 3 Bst. a FIFG sowie die sinngemässe Unangemessenheit. B-6076/2016 Seite 8 5. 5.1 Gemäss Art. 13 Abs. 3 FIFG können die Gesuchsteller im Beschwerdever- fahren die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens ( Bst. a) bzw. die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Bst. b) rügen, jedoch nicht die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG) . Dementsprechend greift das Bundesverwal- tungsgericht nur beim Vorliegen entsprechender Verstösse ein, respektiert ansonsten aufgrund der Erfahrung und Fac hkenntnisse der Organe der Vorinstanz, der Mitglieder der entscheidenden Gremien sowie der allenfalls beigezogenen externen Gutachter die freie Ermessensausübung der unte- ren Instanz. Anders gesagt wirkt das Bundesverwaltungsgericht als Justiz- behörde und ni cht gleichsam als Aufsichts - oder fachliche Oberbehörde auf dem Gebiet der Forschungs- und Innovationsförderung. Diese Zurück- haltung rechtfertigt sich indessen nur bezüglich der fachlichen Einschät- zung der Förderungswürdigkeit eines bestimmten Gesuchs, insbesondere also bei der Beurteilung der wissenschaftlichen Qualität eines Projektes oder der Qualifikation des Gesuchstellers. Sind demgegenüber die Ausle- gung oder Anwendung von Rechtsnormen streitig oder werden Verfah- rensmängel geltend gemacht, sind die Ei nwendungen mit freier Kognition zu prüfen (vgl. Urteile des BVGer B-1186/2014, B-1190/2014 vom 22. Juli 2015 E. 2 und B-3923/2012 vom 21. Mai 2013 E. 2.4, je mit Hinweisen). Letzteres gälte desgleichen bei der Verdeutlichung eines unbestimmten Rechtsbegriffs (statt vieler TSCHANNEN ET AL ., Allgemeines Verwaltungs- recht, 4. Aufl. 2014, § 26 N 25 ff.). 5.2 In Art. 5 Bst. c „Advanced Postdoc.Mobility“-Reglement normiert die Vor - instanz ihr en Entscheidungss pielraum dahingehend, ob die Gesuchein- gabe innert Frist erfolgt und damit eine Eintretensvoraussetzung erfüllt ist. Das „Advanced Postdoc.Mobility“-Reglement kann (wie auch das Beitrags- reglement) als eine Verwaltungsverordnung im weiteren Sinne bezeichnet werden, in welcher eine Behörde ihre Praxis für sich selbst oder für Dritte kodifiziert und kommuniziert ( HÄFELIN ET AL., Allgemeines Verwaltungs- recht, 7. Aufl. 2016, S. 19 Tz. 81; UHLMANN/BINDER, Verwaltungsverord- nungen in der Rechtssetzung: Gedanken über Pechmari e, Leges 2009/2 S. 151 ff., S. 152). Die Vorschrift verdient vorliegend gerichtliche Berück- sichtigung, zumal sie generell eine dem Einzelfall gerecht werdende Aus- legung von Art. 13 Abs. 1 FIFG zulässt (vgl. BGE 137 V 1 E. 5.2.3; Urteil B-6076/2016 Seite 9 des BVGer B-612/2011 vom 23. August 2011 E. 3.1, mit Hinweisen). Damit geht auch eine gewisse Zurückhaltung bei der Überprüfung einher: Das Bundesverwaltungsgericht achtet den Wissensvorsprung sowie die prakti- sche Erfahrung der Vorinstanz bei der gegenständlichen Ermessensaus- übung (vgl. BVGE 2008/22 E. 3.1.1; KÖLZ ET AL., Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 372 ff. Rz. 1050 ff.) auch insofern, als es nicht durch eine isolierte Rechtspre- chung die Gleichbehandlung der Gesuchsteller innen und Gesuchsteller gefährden will. 5.3 Ein Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die Behörde zwar die Voraus- setzungen und Grenzen des ihnen zustehenden Ermessens beachtet, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden Vorschrift fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprinzipien wie das Willkür- verbot, die Rechtsgleichheit, das Gebot von Treu und Glauben oder den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt . Eine Ermessensüberschrei- tung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen ausübt, wo die Vo rschrift kein oder nur ein geringes Ermessen einräumt. Die Ermessensunterschreitung ist von Art. 13 Abs. 3 Bst. a FIFG – in Analogie zu Art. 49 Bst. a VwVG – gleichfalls erfasst. Sie ist gegeben, wenn sich die Behörde als gebunden erachtet, obwohl ihr die Vorschrift einen Ermessenspielraum einräumt; die Behörde kann nicht auf die Ermessensausübung verzichten (vgl. BGE 137 V 71 E. 5.1; KÖLZ ET AL., a.a.O., S. 368 Rz. 1037). Hingegen ist ein Entscheid (lediglich) unangemessen, wenn er zwar innerhalb des Ermes- sens- und Beurteilungsspielraums der Behörde bleibt, mithin keine Rechts- verletzung vorliegt, das Ermessen jedoch in einer Weise ausgeübt wird, die den Umständen des Einzelfalls nicht gerecht wird, und der Entscheid des- halb als nicht richtig, das heisst unzweckmässig erscheint (BGE 129 I 139 E. 4.1.1; Urteil des BVGer A-6956/2013 vom 16. September 2014 E. 5.2.1 mit Hinweisen). 5.4 Eine Ermessensüberschreitung der Vorinstanz bei der Anwendung von Art. 5 Bst. c „Advanced Postdoc.Mobility“-Reglement ist vorliegend nicht ersichtlich und ebenso wenig das tatsächliche Anliegen der Beschwerde- führerin, wenn sie die Zulässigkeit einer weitergehenden Überschreitung des Richtwerts moniert. Es liegt ferner kein Ermessensmissbrauch in dem Sinne vor, dass die zur Anwendung ge brachten Beurteilungskriterien an sich als unvollständig oder unzweckmässig erscheinen würden: Die Vor- instanz hat insbesondere die Mutterschaft und die damit einhergehenden B-6076/2016 Seite 10 familiären Betreuungspflichten der Beschwerdeführerin, ihre Unterbre- chung der Forschungstätigkeit sowie ihren Wechsel des Forschungsfelds berücksichtigt; sie hat die resultierende Überschreitung des Richtwerts im Licht der mit den „Advanced Postdoc.Mobility“-Stipendien verfolgten För- derungszielen gewürdigt. Nachfolgend bleibt zu klären, ob die Vorinstanz ihren Entscheidungsspielraum bei der Auslegung von Art. 5 Bst. c „Advan- ced Postdoc.Mobility“-Reglement anderweitig pflichtwidrig ausgeübt hat. 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin macht im Kern geltend, ihre Forschungstätigkeit habe durch die Mutte rschaften und die damit einhergehenden familiären Betreuungspflichten sowie den Wechsel des Forschungsfeld s einen „ver- hältnismässigen“ Unterbruch erfahren. Nach Abzug desselben von der Zeitspanne zwischen Disputation und Gesuchstellung unterschreite ihr akademisches Alter den Richtwert von fünf Jahren. Zum selben Ergebnis führe, wenn das Reglement „EU funding for Career Development“ betref- fend das Forschungsprogramm „Horizon 2020“ als Auslegungshilfe beige- zogen werde. Darin findet sich die Bedingung: „For maternity, the effective elapsed time since the award of the first PhD will be considered reduced by 18 months for each child born before or after the PhD award.“ 6.2 Richtigerweise räumt die Beschwerdeführerin in ihrer Replik ein, dass ihr selbstgewählter Unterbruch der Forschungstätigkeit von (…) bis (…) an sich nicht vom akademischen Alter abgezogen werden kann. Augenfällig ist indessen auch, dass die – in dieser Phase zu liegen gekommene – erste Schwangerschaft der Beschwerdeführerin bei der Bestimmung der zuläs- sigen Richtwertüberschreitung nicht unberücksichtigt bleiben darf : Sie machte gleichfalls einen Urlaub erforderlich, und eine daran anschlies- sende unmittelbare Wiederaufnahme der Forschungstätigkeit hätte sich tendenziell schwieriger gestaltet als wenn die Beschwerdeführerin bereits zuvor eine entsprechende Position innegehabt hätte. Die Vorinstanz wollte sich betreffend eine konkrete Anrechnungsdauer nicht ausdrücklich festle- gen. Unzutreffend ist indes das Vorbringen der Beschwerdeführerin in ihrer Replik insofern, als die Vorinstanz eine „Berücksichtigung von zwei Mutter- schaftsurlauben“ vorgenommen hat – und demzufolge die Geburt des ers- ten Kindes als Unterbrechungsgrund berücksichtigt wurde. B-6076/2016 Seite 11 6.3 6.3.1 Die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz stimmen weiter zu Recht darin überein, dass die zitierte Bedingung betreffend das Forschungsprogramm „Horizon 2020“ (vgl. E. 5.1) jedenfalls nicht direkt anwendbar ist. Tatsäch- lich verfügen die Forschungsförderungsinstrumente des SNF sowie von „Horizon 2020“ über eigene gesetzliche und reglementarische Grundlagen. In fraglicher Hinsicht statuiert namentlich auch die Botschaft zur Totalrevi- sion des Forschungs- und Innovationsförderungsgesetzes vom 9. Novem- ber 2011, BBl 2011 8827 (Botschaft FIFG) keine irgendwie geartete Oblie- genheit zur harmonisierten Auslegung. Unter „Das Forschungs- und Inno- vationssystem der Schweiz im europäischen Umfeld (Übersicht)“ wird be- treffend „Kompatibilität mit europäischem Recht “ vielmehr festgehalten: „Die Klärung von Aufgaben und die Präzisierung von Kompetenzdelegati- onen […] an [den] SNF […] betrifft ausschliesslich die souveräne nationale Regelung von Aufgaben und Zuständigkeiten“ (Botschaft FIFG, 8843). Da- ran ändert auch die zwischenzeitliche Voll -Assoziierung der S chweiz mit „Horizon 2020“ nichts. Die reglementarische Bedingung, welche die Be- schwerdeführerin anführt, behandelt weiter sog. „ERC Grants“, welche – im Gegensatz etwa zu den „Marie Sklodowska-Curie Actions“ – nicht als eigentliche Mobilitätsstipendien im Sinne der „SNF Postdoc.Mobility“-Pro- gramme ausgestaltet sind . Im Übrigen würden die „Horizon 2020“-Pro- gramme auch insofern keine „EU -Parallelen“ zu den SNF -Programmen darstellen, als Personen mit Schweizer Nationalität im fraglichen Zeitraum gleichfalls zur Bewerbung für erstere zugelassen waren (s. Medienmittei- lung des Bundesrats, des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie des Eidgenössischen Departements für aus- wärtige Angelegenheiten vom 22. Oktober 2014 „Bundesrat genehmigt Ho- rizon 2020-Paket“). 6.3.2 Nichtsdestotrotz ist grundsätzlich nachvollziehbar und wird entsprechend von der Vorinstanz in ihrer Duplik eingeräumt, dass die Beschwerdeführe- rin als juristische Laiin das fragliche Reglement in Ermangelung konkreter Hinweise als Anhaltspunkt beigezogen hat. Als Auslegungshinweis für die vorinstanzliche Beurteilungspraxis naheliegender wäre freilich die er- wähnte Ziff. 1.11 Ausführungsreglement gewesen, welche – unbeachtlich ihrer sachlichen Anwendbarkeit (vgl. E. 3) – jedenfalls im fraglichen Zeit- punkt in Kraft war. B-6076/2016 Seite 12 6.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet eine starre Anlehnung an die zi- tierte Bedingung des Reglements „EU funding for Career Development“ betreffend das Forschungsprogramm „Horizon 2020“ (vgl. E. 5.1) denn auch nicht als zweckmässig für die gegenständliche Zulässigkeitsbeurtei- lung einer Richtwertüberschreitung infolge Mutterschaft: Im Licht des in der Schweiz geltenden gesetzlichen Mutterschaftsurlaubs von 14 Wochen mit Geburt des Kindes sowie der mit den „Advanced Postdoc.Mobility“-Stipen- dien verfolgten Förderungszielen erscheint ein Wert von sechs Monaten pro Kind entsprechend der vorinstanzlichen Berücksichtigung der zweiten Mutterschaft vielmehr als im Grundsatz angemessen. Dies soll nicht aus- schliessen, dass namentlich Kinderbetreuungspflichten fallweise eine ge- wisse weitere Überschreitung zulässig erscheinen lassen können (vgl. E. 7). Festzuhalten ist aber immerhin, dass die Regel „jeweils 18 Mo- nate pro Kind, unbeachtlich seiner Geburt vor oder nach Doktorat “ für die schweizerischen Verhältnisse einen regelmässig zu langen Zeithorizont abdeckt sowie als ausgeprägt schematische Festlegung gerade der Ein- zelfallgerechtigkeit wenig zuträglich sein kann. 7. Keine Pflichtwidrigkeit ist denn weiter in der vorinstanzlichen Entscheidung zu sehen, das reduzierte Arbeitspensum der Beschwerdeführerin von 50 – 60 Prozent seit (…) nicht umfassend zu berücksichtigen: Die Vorinstanz bemerkt in der wiedererwägungsweise erlassenen Verfügung, dass „zwar auch [die Reduktion des Arbeitspensums aufgrund familiärer Betreuungs- pflichten] eine gewisse Verzögerung in der wissenschaftlichen Laufbahn [rechtfertigt], jedoch nur dann, wenn die Reduktion verhältnismässig gering und nicht über längere Perioden erfolgt ist“. Diese Beurteilung ersch eint angemessen. Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt vorbehaltlos, dass Mutterschaften eine Herausforderung darstellen. Es ist anspruchs- voll, Familie und Beruf zu vereinbaren, zumal es gemeinsame Planung und gegenseitige Rücksichtnahme der Par tner erfor derlich macht. Indessen kann eine über das objektiv Notwendige hinausgehende Übernahme von Betreuungspflichten, welche gezwungenermassen auf Kosten der eigenen wissenschaftlichen Karriere erfolgen muss, unter dem Gesichtspunkt der mit den SNF-Stipendien verfolgten Exzellenzförderung zumindest nicht in bedeutendem Masse als gerechtfertigte Überschreitung berücksichtigt werden. Ein Hintanstellen der Karriere (der Mutter) für die Karriere des Partners ist letztlich eine persönlich-familiäre Entscheidung; es vermag im vorliegenden Fall keine aussergewöhnlichen Umstände zu begründen, B-6076/2016 Seite 13 welche eine weitergehende Anrechnung, als sie von der Vorinstanz vorge- nommen wurde, rechtfertigen vermöchten . Die Beschwerdeführerin er- brachte – ohne weiteres bedeutsame – Betreuungsleistungen; gleichwohl hätten diese auch vom Partner oder im familiären Umfeld geleistet werden können. Nicht unüblich ist grundsätzlich ferner, dass externe Hilfspersonen (Tageseltern, Krippen) beigezogen werden. Einer früheren Gesuchstellung hätte im Übrigen ebenso wenig im Wege stehen sollen , dass eine solche Betreuung in Norwegen unmöglich wäre. 8. 8.1 Ferner ist entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin weder in- transparent noch unangemessen, dass ein Wechsel des Forschungsge- biets gemäss der Vorinsta nz bloss eine „marginale Überschreitung des Richtwerts“ zu rechtfertigen vermag: Die Umschreibung lässt einerseits hinreichend erkennen, dass hiermit lediglich ein kurzer Zeithorizont ( im Sinne weniger Monate) gemeint sein kann. Andererseits ist festzustel len, dass der Richtwert von fünf Jahren für die Einreichung eines „Advan- ced Postdoc.Mobility“-Gesuchs nicht generell zu kurz bemessen erscheint, um nach dem Doktorat das Forschungsinteresse neu auszurichten. Selbst bei Zugrundelegung der von der Beschwerde führerin in der Beschwerde- ergänzung behaupteten Dauer von eins bis zwei Jahren, um nach einem Wechsel des Forschungsgebiets den Publikationsfluss wieder in Gang zu setzen, bestünden drei bis vier Jahre plus eine marginale Überschreitung an Forschungszeit, um auf dem neuen Gebiet Fuss zu fassen sowie ein Stipendiengesuch zu stellen. 8.2 Unter demselben Gesichtspunkt ist im Übrigen der Stellenwechsel nach der ersten Schwangerschaft zu beurteilen . Dass sich eine unmittelbare Wiederaufnahme der Forschungstätigkeit nach einer Schwangerschaft tendenziell schwieriger gestaltet (vgl. E. 6.2), vermöchte wohl eine Über- schreitung des Richtwerts zu rechtfertigen, dessen Wert höher als die ge- nerellen sechs Monate pro Kind zu liegen kommt (vgl. E. 6.3.3). Der Richt- wert von fünf Jahren für die Einreichung eines „Advanced Postdoc.Mobi- lity“-Gesuchs bietet indes bereits an sich durchaus Spielraum für (wenigs- tens) einen Stellenwechsel. Infolgedessen können die möglicherweise ak- zentuierten Komplexitäten aufgrund einer Schwangerschaft zweckmässi- gerweise – wohlgemerkt zusätzlich zu den generellen sechs Monaten pro B-6076/2016 Seite 14 Kind – auch bloss noch marginal (im Sinne weniger Monate) berücksichtigt werden. 9. 9.1 Schliesslich lässt sich gegenständlich aus der zitierten Bestimmung „Ver- einbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Familie“ des „Leitbild des SNF für die Gleichstellung von Mann und Frau“ vom 15./16. Januar 2008 (Gleichstellungsleitbild) kein direkter Anspruch auf eine Reduktion des aka- demischen Alters herleiten . Die Bestimmung verfügt über lediglich pro- grammatischen Charakter und ist keine Selbstnormierung des vorinstanz- lichen Entscheidungsspielraums betreffend die unmittelbare Auslegung von Art. 5 Bst. c „Advanced Postdoc.Mobility“-Reglement. Dies räumt auch die Beschwerdeführerin in ihrer Replik ein; soweit sie hingegen deren Bei- ziehen als Auslegungshilfe verlangt, macht sie sinngemäss eine rechtsun- gleiche Ermessensausübung geltend (vgl. E. 5.3). 9.2 Art. 8 Abs. 3 der Bundesverfassung der Sch weizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) konkretisiert das Diskriminierungs- verbot von Art. 8 Abs. 2 BV im Hinblick auf die Gleichheit von Mann und Frau. Gemäss Satz 2 der ersteren Bestimmung sorgt das Gesetz für deren rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Der Verfassungstext enthält demnach ein Egalisierungsgebot, indes ebendieses sich nicht lediglich an den Gesetzgeber richtet. Vielmehr haben auch die rechtsanwendenden Behörden (Verwaltung, Richter) die Pflicht, dem Geschlechtergleichheitsgebot in den Schranken ihrer Zustän- digkeit zum Durchbruch zu verhelfen (BGE 140 I 201 E. 6.4.2, mit Hinwei- sen). Anerkanntermassen bestehen denn trotz erheblicher Fortschritte ge- wichtige Ungleichheiten und demzufolge fortwährender Handlungsbedarf sowohl auf kantonaler wie gesamtschweizerischer Ebene (vgl. BGE 137 I 305 E. 3.1 und E. 4, mit Hinweisen). Dies vermag eine geschlechts- spezifische Förderung von Frauen gegenüber Männern durch den Staat im Rahmen von Art. 36 BV rechtfertigen oder gar gebieten ( HÄFELIN ET AL., a.a.O., S. 178 Rz. 788; s. auch BERNHARD WALDMANN, in: Basler Kommen- tar, Bundesverfassung, 2015, N . 109 zu Art. 8, mit Hinweisen). Die Vor - instanz fördert in Konkretisierung des Gleichstellungsleitbilds demgemäss die wissenschaftliche Karriere von Frauen unter anderem auch gezielt durch spezielle Förderungsinstrumente. Auf fortgeschrittener Postdoc - Stufe bestanden hier seit Anfang der Neunzigerjahre namentlich die „Marie B-6076/2016 Seite 15 Heim-Vögtlin (MHV)“ -Stipendien, welche per Herbst 2017 durch das „PRIMA (promoting women in academia)“-Programm abgelöst wurden (vgl. http://www.snf.ch/de/foerderung/karrieren/mhv-beitraege/Seiten/ default.aspx, besucht am 24. August 2017). Ferner leistet die Vorinstanz bei unterstützten Forschungsprojekten Ersatzleistungen im Falle einer Mutterschaft nach den örtlichen Regeln und ermöglicht unter Bedingungen die Verlängerung von Projekten respektive die Einstellung einer Ersatzper- son. Stipendiatinnen des SNF haben im Falle einer Mutterschaft während der Dauer des Forschungsstipendiums Anspruch auf einen viermonatigen bezahlten Mutterschaftsurlaub (vgl. http://www.snf.ch/de/foerderung/ direkteinstieg/gleichstellung/Seiten/default.aspx#Mutterschafts- %20und%20Vaterschaftsurlaub, besucht am 24. August 2017). 9.3 Die vorinstanzliche Entscheidung ist derweil auch unter dem Gesichts- punkt des Egalisierungsgebots von Art. 8 Abs. 3 Satz 2 BV nicht zu bean- standen: Die auf den vorliegenden Einzelfall angewandten, abstrakten Er- messenskriterien erweisen sich im Hinblick auf die Erreichung der Ge- schlechtergleichheit als massvoll. Eine weitergehende Berücksichtigung von Gründen als Rechtfertigungen der Richtwertüberschreitung bei „Ad- vanced Postdoc.Mobility“-Gesuchen im Sinne der Vorbringen der Be- schwerdeführerin würde vielmehr die Gefahr bergen, dass mittels der ge- schlechtsspezifischen Förderung reflexweise klassische Rollenbilder per- petuiert werden (vgl. E. 7). 10. Im Erge bnis ist die vorinstanzliche Entscheidung nicht zu beanstanden . Das akademische Alter der Beschwerdeführerin überschreitet vorliegend selbst nach sämtlichen generell gerechtfertigten sowie sämtlichen speziell gerechtfertigten (marginalen) Abzügen allemal den Richtwert von fünf Jah- ren für die Einreichung eines „Advanced Postdoc.Mobility“-Gesuchs. Die Ermessensausübung hält vor dem Egalisierungsgebot stand. 11. 11.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei aufzuer- legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese werden auf Fr. 600.– festgelegt. Die Verfahrenskosten können einer Partei indes ganz oder teilweise erlassen werden, wenn Gründe in der Sache es als unverhältnismässig erscheinen lassen, sie ihr aufzuerlegen (Art. 6 Bst. b des Reglements über die Kosten B-6076/2016 Seite 16 und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Feb- ruar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]; vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorliegend rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten hälftig zu erlassen. Das Bundesverwaltungsgericht trägt hiermit der Tatsache Rechnung, dass die Beschwerdeführerin sowohl auf Nachfrage im Vor- gang zur Gesuchstellung als auch im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung gegen die in Wiedererwägung gezogene, äusserst kurz gehaltene Verfü- gung über keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Beurteilung von Aus- nahmefällen verfügte sowie in grundsätzlich nachvollziehbarer Weise das zitierte „Horizon 2020“ -Reglement als Anhaltspunkt beigezogen hat. Ein vorinstanzlicher Hinweis auf das publizierte und in zeitlicher Hinsicht an- wendbare Ausführungsreglement wäre – unbeachtlich seiner sachlichen Anwendbarkeit (vgl. E. 3) – immerhin eine Orientierungshilfe gewesen. 11.2 Die Beschwerdeführerin begehrt eine Parteientschädigung. Anspruch auf eine Parteientschädigung hat derweil nur die ganz oder teilweise obsie- gende Partei (s. nur MARCEL MAILLARD, in: Praxiskommentar Verwaltungs- verfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 64 N. 10). Eine gesetzliche Ausnah- mebestimmung, die ausnahmsweise eine Parteientschädigung trotz Unter- liegens erlauben würde, fehlt und kann hier auch richterrechtlich nicht ge- schaffen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario ; vgl. Urteil des BVGer B-605/2014 vom 10. November 2015 E. 10.2). Der Beschwerdeführerin ist folglich keine Parteientschädigung zuzusprechen. 12. Dieses Urteil kann nicht mit Beschwerde an das Bundesgericht weiterge- zogen werden (vgl. Art. 83 Bst. k des Bundesgesetzes über das Bundes- gericht vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]. Es ist demzufolge mit der Eröffnung endgültig. B-6076/2016 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Beschwerdeführerin werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.– auferlegt. Sie werden dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 300.– wird der Beschwerdeführerin auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto zurücker- stattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen zurück und Rückerstattungsformular); – die Vorinstanz (Ref-Nr. (…); Einschreiben; Vorakten zurück). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Ronald Flury David Roth Versand: 24. Oktober 2017