<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-06-29-5D_125-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5D_125/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 29. Juni 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, von Werdt, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Zingg. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kantonsgericht Schwyz, </div> <div class="para">Kollegiumstrasse 28, Postfach 2265, 6431 Schwyz, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kanton Schwyz, Bezirk Einsiedeln und Römisch-Katholische Kirchgemeinde Einsiedeln, </div> <div class="para">alle vertreten durch den Bezirk Einsiedeln, Steueramt, Hauptstrasse 78, Postfach 161, 8840 Einsiedeln. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Rechtsverweigerung und -verzögerung (aufschiebende Wirkung, unentgeltliche Rechtspflege), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Kantonsgericht Schwyz (BEK 2020 93). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 8. Juni 2020 erteilte das Bezirksgericht Einsiedeln dem Kanton Schwyz, dem Bezirk Einsiedeln und der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Einsiedeln gegenüber der Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. xxx des Betreibungsamtes Einsiedeln die definitive Rechtsöffnung für Fr. 844.10 nebst Zins. </div> <div class="para">Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2020 Beschwerde an das Kantonsgericht Schwyz. Mit Verfügung vom 19. Juni 2020 forderte das Kantonsgericht Schwyz die Gläubiger zur Beschwerdeantwort innert zehn Tagen auf. </div> <div class="para">Gegen diese Verfügung hat die Beschwerdeführerin am 22. Juni 2020 Beschwerde an das Bundesgericht erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin erhebt zwar formell Beschwerde gegen die genannte Verfügung vom 19. Juni 2020. Sie ist durch diese jedoch nicht beschwert und demnach auch nicht zur Anfechtung berechtigt (<span class="artref">Art. 115 lit. b BGG</span>). Sie kritisiert denn auch gar nicht den Inhalt der Verfügung, der sich in der erwähnten Fristansetzung an die Gläubiger erschöpft, sondern sie wirft dem Kantonsgericht Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung vor, weil es noch nicht über die von ihr beantragte aufschiebende Wirkung und ihr Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entschieden habe. Ihre Eingabe ist demnach als Rechtsverweigerungs- bzw. Rechtsverzögerungsbeschwerde zu behandeln. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Eine formelle Rechtsverweigerung im Sinne von <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> liegt vor, wenn eine Behörde auf eine ihr frist- und formgerecht unterbreitete Sache nicht eintritt oder eine solche ausdrücklich bzw. stillschweigend nicht an die Hand nimmt und nicht behandelt, obschon sie darüber befinden müsste. Das Gleiche gilt, wenn einzelne Anträge oder Teile davon nicht behandelt werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=37&amp;from_date=25.06.2020&amp;to_date=14.07.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-184%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page184">BGE 144 II 184</a> E. 3.1 S. 192<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=37&amp;from_date=25.06.2020&amp;to_date=14.07.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-6%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page6">135 I 6</a></span> E. 2.1 S. 9<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=37&amp;from_date=25.06.2020&amp;to_date=14.07.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">134 I 229</a></span> E. 2.3 S. 232; Urteil 1D_8/2018 vom 3. April 2019 E. 4.1). </div> <div class="para">Eine Rechtsverzögerung nach <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> liegt vor, wenn das zuständige Gericht seinen Entscheid nicht binnen der Frist fällt, welche nach der Natur der Sache und der Gesamtheit der übrigen Umstände (u.a. Bedeutung für den Betroffenen und Berücksichtigung der fallspezifischen Entscheidungsabläufe) als angemessen erscheint. Es spielt keine Rolle, auf welche Gründe die Verzögerung zurückzuführen ist; entscheidend ist, dass das Gericht nicht fristgerecht handelt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=37&amp;from_date=25.06.2020&amp;to_date=14.07.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-486%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page486">BGE 144 II 486</a> E. 3.2 S. 489<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=37&amp;from_date=25.06.2020&amp;to_date=14.07.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-265%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page265">135 I 265</a></span> E. 4.4 S. 277). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nichts deutet vorliegend darauf hin, dass das Kantonsgericht die Behandlung der beiden Gesuche der Beschwerdeführerin ausdrücklich oder stillschweigend verweigert. Insbesondere macht die Beschwerdeführerin nicht geltend, dass über ihren Antrag auf aufschiebende Wirkung superprovisorisch (d.h. vor Einholung einer Stellungnahme der Gegenparteien) hätte entschieden werden müssen. Ebenso wenig macht sie geltend, sie sei trotz ihres (bis anhin unbehandelten) Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege zur Bezahlung eines Kostenvorschusses für das kantonale Beschwerdeverfahren aufgefordert worden. Dass das Kantonsgericht am 19. Juni 2020 (d.h. offenbar am Tag des Eingangs der Beschwerde) noch nicht über die beiden Gesuche entschieden hat, stellt offensichtlich auch keine Rechtsverzögerung dar. Weshalb darüber noch an jenem Tag hätte entschieden werden müssen, legt die Beschwerdeführerin nicht dar und ist auch nicht ersichtlich. Je nach den Umständen ist es nicht ausgeschlossen, solche Gesuche sogar erst mit dem Endentscheid zu behandeln. </div> <div class="para">Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet, so dass darüber im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG</span> zu befinden ist. Im Übrigen bewegt sich die Beschwerde am Rande des Rechtsmissbrauchs und des Querulatorischen. </div> <div class="para">Mit dem Entscheid in der Sache wird auch das nachträgliche Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Vor Bundesgericht stellt sie kein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Ein solches wäre infolge Aussichtslosigkeit ihres Rechtsbegehrens ohnehin abzuweisen gewesen (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>). Eine Entschädigung an die Beschwerdeführerin fällt ausser Betracht (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 29. Juni 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Escher </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Zingg </div> </div></body></html>