<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist es aus regionalwirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht dringend angezeigt, die erste Röhre der A9-Umfahrung von Visp zeitlich vorgezogen im Gegenverkehr in Betrieb zu nehmen?</p><p>2. Können die bisherigen zeitlichen Zusicherungen, nämlich Inbetriebnahme der ersten Röhre im Jahr 2009 und der zweiten 2013, eingehalten werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Wunsch nach einer zeitlich gestaffelten Inbetriebnahme von Strasseninfrastrukturen taucht bei grossen Bauwerken regelmässig auf. Eine gestaffelte Eröffnung von Bauwerken wird insbesondere dann vorgenommen, wenn dies in technischer Hinsicht machbar, finanziell tragbar und von der Sicherheit her zu vertreten ist.</p><p>Im vorliegenden Fall ist gemäss der Projektbeschreibung vorgesehen, die Südumfahrung von Visp etappenweise in Betrieb zu nehmen, um Visp möglichst bald vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Gemäss der Informationsschrift vom Mai 2005 des Departementes für Verkehr, Bau und Umwelt des Kantons Wallis zum Bau der A9 sollten im Jahr 2010 die Südröhre des Tunnels Visp (bestehender Vispertaltunnel mit Abzweigung bis Chatzuhüs), die Staldbach-Brücken und die Südröhre des Tunnels Eyholz betriebsbereit sein. Visp könnte dann in einer Röhre umfahren werden. Ab 2012 sollten die Nordröhre des Tunnels Visp und die Nordröhre des Tunnels Eyholz ebenfalls betriebsbereit sein. Während des Baus des Überwurftunnels (2013 bis 2014) müsste anschliessend der Verkehr in den zwei Röhren des Tunnels Visp abwechslungsweise in der Nordröhre bzw. in der Südröhre geführt werden. In den Tunnels Eyholz könnte der Verkehr in beiden Röhren richtungsgetrennt geführt werden.</p><p>Nach den folgenschweren Brandunfällen in Strassentunnels in den vergangenen Jahren sind nun aber erhebliche Sicherheitsbedenken aufgetreten, ob der Verkehr zwischen 2010 und 2014 tatsächlich im Gegenverkehr durch eine einzige Tunnelröhre geführt werden soll. Während dieser Bauphase bis zur voraussichtlichen Inbetriebnahme des gesamten Bauwerkes im Jahr 2014 bestünden für die Fahrzeuginsassen im Ereignisfall lediglich eingeschränkte Fluchtmöglichkeiten. Auch die Bauarbeiten in der räumlich nahen, zweiten Röhre bzw. im Überwurftunnel bergen gewisse Gefahren für den Verkehr in der ersten Röhre. Hinzu kommt, dass die Lüftung und die elektromechanischen Einrichtungen während des Verkehrsbetriebes in einer Röhre - vorübergehend - aufwendig auf dieses Verkehrsregime umgebaut werden müssten.</p><p>Unter diesen Umständen ist der definitive Entscheid über eine möglicherweise gestaffelte Inbetriebnahme der A9 Visp-West bis Visp-Ost noch nicht getroffen. Die Verkehrsführung zwischen 2010 und 2014 wird - unter gebührender Berücksichtigung der Anliegen des Kantons - spätestens im Hinblick auf die Fertigstellung der ersten Röhre festzulegen sein.</p>  Antwort des Bundesrates.