Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2021 157 Entscheid vom 20. Dezember 2021 Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident lic.iur. Karl Gasser, Richter Monica Huber-Landolt, Richterin MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, gegen 1.Gemeinderat Altendorf, Dorfplatz 3, Postfach 155, 8852 Alten- dorf, 2.Amt für Raumentwicklung ARE, Bahnhofstrasse 14, Postfach 1186, 6431 Schwyz, 3.Regierungsrat des Kantons Schwyz, Bahnhofstrasse 9, Postfach 1260, 6431 Schwyz, Vorinstanzen, 4.B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. C.________, Gegenstand Planungs- und Baurecht (nachträgliche Baubewilligung)2 Sachverhalt: A.Auf Hinweise, dass auf dem in der Landwirtschaftszone gelegenen Grunds- tück KTN D.________, Altendorf, unbewilligterweise Bauarbeiten ausgeführt wurden, erliess der Gemeinderat Altendorf mit Verfügung vom 9. Juli 2020 einen Baustopp und forderte die Grundeigentümerin B.________ auf, ein nachträgli- ches Baugesuch einzureichen. Am 15. Juli 2020 reichte die Grundeigentümerin ein nachträgliches Baugesuch für den Ersatz einer defekten Abwasserleitung und die Errichtung eines Kontrollschachtes auf der Ostseite des Wohnhauses ein. Dieses nachträgliche Baugesuch wurde im Amtsblatt Nr. __ vom _____ 2020 (S. ____) publiziert und öffentlich aufgelegt. Hiergegen erhoben A.________, Ei- gentümer des westlich angrenzenden Grundstückes KTN E.________, Einspra- che. B.Mit Gesamtentscheid vom 17. September 2020 erteilte das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) die kantonale Baubewilligung unter Auflagen und Nebenbestimmungen (Disp.-Ziff. 1). Die Einsprache wurde aus kantonaler Sicht abgewiesen (Disp.-Ziff. 2). Unter Eröffnung dieses Gesamtentscheides erteilte der Gemeinderat mit Beschluss (GRB) Nr. 614 05.01.02 vom 26. Oktober 2020 die Baubewilligung unter Auflagen und Nebenbestimmungen (Disp.-Ziff. 1). Die Einsprache wurde abgewiesen; soweit sie zivilrechtliche Belange betraf, wurde darauf nicht eingetreten (Disp.-Ziff. 2). C.Gegen diese Baubewilligung erhoben A.________ mit Eingabe vom 18. November 2020 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen (Verfahren VB 273/2020): 1. Die Bewilligung des Gemeinderates Altendorf, GRB 614/2020 vom 26. Ok- tober 2020 zum Baugesuch Altendorf B2020-0977 vom 15.7.2020 sowie der ARE-Gesamtentscheid vom 17. September 2020 seien aufzuheben. Die Vor- instanzen seien anzuweisen, die nachträgliche Bewilligung der illegalen baulichen Veränderungen zu verweigern. Es seien entsprechende Untersuchungen (Probenahmen aus dem Bach/ von Ablagerungen an den Steinen) und die rechtlich vorgesehenen Sanktionen unverzüglich einzuleiten. 2. Es sei uns Akteneinsicht zu gewähren in den abwassertechnischen Prüfbericht F.________ vom 29. Juli 2020, den umfassenden Kanalisationsplan, den Ausführungsplan sowie den Prüfbericht der Fachstelle Abwasser. 3. Verfahrensvereinigungsantrag Es sei die ersuchte Entwässerung von Gebäude Nr. __1 ebenso wie dessen gesamte übrige Erschliessung von Amtes wegen als untrennbarer Bestandteil der Wohnhaus-Infrastruktur _______, Gebäude-Nr. __1 festzustellen. Hierzu sei zu veranlassen, dass das vorliegende Verfahren mit dem hängigen Verfahren Gemeinde Altendorf Nr. 2020-0004.00/ 82020-0081 zur ebenfalls 3 bereits illegal erstellten Vorplatzentwässerung und zu den Terrainveränderungen im Aussenraum von Gebäude Nr. __1 (Abweichungen bei bekiester Fläche zwischen Wohnhaus und Schopf, Belagsarbeiten bei der Hauszufahrt, Regenrinne bei der Hauszufahrt und Rasengittersteine als Wendeplatz, ______, «KTN D.________»/ ehem. GB. Nr. G.________), vereinigt werden. 4. Eventualantrag betr. Feststellungen, Akteneinsicht und Sanktionen im vereinigten Verfahren 4.1 Es sei bei Gutheissung der ersuchten Verfahrenszusammenlegung gemäss Antrag 3 von Amtes wegen festzustellen, dass sowohl das Wohngebäude Nr. __1, _______ als auch dessen gesamte Erschliessung illegal (ohne Baubewilligung auf KTN E.________/ ehem. GB H.________) erstellt wurden und in der Landwirtschaftszone hierfür keine Bestandesgarantie geltend gemacht werden kann. Insbesondere sei hierzu von Amtes wegen festzustellen: a) dass die «KTN D.________» / ehem. GB Nr. G.________ nie rechtsgültig vom Stammgrundstück KTN E.________/ ehem. GB I.________ abgetrennt wurde; b) dass das Gebäude Nr. __1 und dessen Erschliessung nicht auf «KTN D.________» / ehem. GB Nr. G.________, sondern auf dem Grundstück KTN E.________ / ehem. GB H.________ erstellt wurde; c) dass für das Gebäude Nr. __1 an diesem Standort zu keiner Zeit eine Baubewilligung erteilt wurde und auch nie eine Bauabnahme erfolgte. 4.2 Im vereinigten Verfahren seien uns sämtliche Akten, die im hängigen Einspracheverfahren zum Baugesuch Nr. 2020-0004.00 mit Antrag 1 zur Akteneinsicht verlangt wurden, zur Einsicht vorzulegen. Insbesondere sei uns Akteneinsicht zu gewähren in: a) die rechtsgültigen Mutationspläne bezüglich Abparzellierung von 756m 2 ab Stammliegenschaft KTN E.________ / ehem. GB Nr. H.________ im Jahre 1965 zu «KTN D.________ » / ehem. GB Nr. G.________; b) den vollständigen, datierten und rechtsgültig unterzeichneten/beglaubig- ten Kaufvertrag Nr. __ vom ______ 1965 gemäss Grundbuch, Verkauf von 756 m2 ab KTN E.________ / ehem. GB Nr. H.________; c) die rechtsgültigen Mutationspläne betreffend «KTN D.________»/ ehem. GB Nr.G.________ nach Zukauf von 1'162 m 2 durch M.________ ab der landwirtschaftlichen Liegenschaft von N.________ KTN J.________ / ehem. GB Nr. K.________, (Mutationsantrag Nr. ___ vom ___1973); d) die rechtsgültige Baubewilligung mit sämtlichen rechtsverbindlichen Baubewilligungsplänen zum Wohnhaus, Gebäude Nr. __1 auf «KTN D.________» / ehem. GB Nr. G.________ inkl. sämtliche Erschliessungspläne und die bewilligten, unterzeichneten und datierten Detailpläne zur Entwässerung sowie in das rechtsverbindliche Bauabnahme-Protokoll (ca. 1969). 4.3 Nach Feststellung der Illegalität aller bisherigen Bautätigkeiten auf «KTN D.________» gemäss Eventualantrag 4.1 sei das Gebäude Nr. __1 von 4 Amtes wegen unverzüglich zu versiegeln und jede weitere Wohnnutzung zu verbieten. Von Amtes wegen sei der totale Rückbau dieses Gebäudes und sämtlicher dazugehörenden Bauteile inkl. Schopf innert kürzester Frist anzuordnen. Zudem sei die Wiederherstellung der rechtswidrig zu Wohnzwecken umgenutzten landwirtschaftlichen Grundfläche (vollständige Altlasten-Sanierung, Renaturierung, Rekultivierung) auf KTN E.________/ ehem. GB H.________ mit kürzester Frist zu verfügen. 4.4 Es sei infolge der Kenntnisnahme aus diesem vereinigten Verfahren von Amtes wegen festzustellen, dass die nie rechtskräftig abgetrennte gesamte Fläche von «KTN D.________» den (dem) altrechtlichen Stammgrundstück(en) KTN H.________ und evtl. KTN J.________ zugehört, was im Grundbuch und amtlichen Katasterplan mit den rechtskonformen Parzellenbezeichnungen und -flächenangaben verbindlich einzutragen ist. Die entsprechende Grundbuch-Berichtigung und Wiederherstellung der rechtmässigen Parzellengrenzen von KTN E.________ /ehem. GB H.________ im amtlichen Katasterplan der Gemeinde Altendorf seien von Amtes wegen im öffentlich-rechtlichen Verfahren unverzüglich zu veranlassen. 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. Mwst. zulasten der Beschwerdegegnerin und des Staates. D.Mit Beschluss (RRB) Nr. 576/2021 vom 24. August 2021 wies der Regie- rungsrat die Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat (Disp.-Ziff. 1). Die Verfah- renskosten von Fr. 1'500.-- wurden den Beschwerdeführern auferlegt (Disp.- Ziff. 2). Zudem wurden die Beschwerdeführer verpflichtet, der Beschwerdegeg- nerin eine Parteientschädigung von Fr. 800.-- zu bezahlen (Disp.-Ziff. 3). E.Gegen diesen RRB Nr. 576/2021 (Versand am 31.8.2021) erheben A.________ mit Eingabe vom 20. September 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit den folgenden Anträgen: 1. Der RRB Nr. 576/2021 vom 24. August 2021 zu VB 273/2020 sei aufzuheben und die nachträgliche Bewilligung der illegalen baulichen Veränderungen sei zu verweigern. 2. Es seien vom Verwaltungsgericht sämtliche Vorakten beizuziehen und zur Gewährleistung eines rechtskonformen Verfahrens und unverzüglicher Wiederherstellung legaler öffentlich-rechtlicher Verhältnisse in eigener Kognition folgende Feststellungen und Verfügungen vorzunehmen und hierzu sämtliche Vorakten beizuziehen: [Durchstreichung gemäss Original] Der rechtlich relevante, wahre Sachverhalt sei festzustellen, [Durchstreichung gemäss Original] wonach sowohl das Wohngebäude Nr. __1, _______, Altendorf, als auch dessen gesamte Infrastruktur ohne Baubewilligung auf KTN E.________ / ehem. GB H.________) erstellt wurden und in der Landwirtschaftszone hierfür keine Bestandesgarantie/kein altrechtlicher Bestand geltend gemacht werden kann. Insbesondere sei festzustellen:5 a) dass die «KTN D.________» / ehem. GB Nr. G.________ nie rechtsgültig vom Stammgrundstück KTN E.________ / ehem. GB H.________ abgetrennt wurde und somit nicht existiert; b) dass das Gebäude Nr. __1 und dessen Entwässerungs-lnfrastruktur nicht auf «KTN D.________» / ehem. GB Nr. G.________, sondern auf unserem Grundstück KTN E.________ / ehem. GB H.________ erstellt wurde; c) dass das Gebäude Nr. __1 an diesem Standort illegal erstellt wurde, hierfür zu keiner Zeit eine Baubewilligung erteilt wurde und auch nie eine Bauabnahme erfolgte; und basierend auf diesen Feststellungen sei zu verfügen: d) dass das Gebäude Nr. __1 auf KTN E.________ / ehem. GB H.________ (im nur vorgeblich «abparzellierten» Bereich der inexistenten «KTN D.________») von Amtes wegen unverzüglich versiegelt und jede weitere Wohnnutzung untersagt wird; e) dass der totale vollständige Rückbau des Gebäudes Nr. __1 auf KTN E.________ / ehem. GB H.________ und sämtlicher auf der Pseudo-«KTN D.________» errichteten Bauteile und Entwässerungs- Infrastruktur mit kürzestmöglich anzusetzender Frist zu erfolgen hat; f) dass die illegal zu Wohnzwecken umgenutzte landwirtschaftliche Grundfläche auf KTN E.________ / ehem. GB H.________ mit kürzestmöglich anzusetzender Frist für die zonenkonforme Nutzung wiederherzustellen ist (inkl. amtlich vorgeschriebener, begleiteter und kontrollierter, vollständiger Altlasten-Sanierung, Terrainanpassung, Renaturierung und Rekultivierung) und die rechtlich vorgesehenen Sanktionen unverzüglich einzuleiten sind. g) dass der öffentlich-rechtlich relevante, wahre Sachverhalt zur Pseudo- «KTN D.________» im Grundbuch und im aktuellen, rechtsverbindlichen, amtlichen Katasterplan der Gemeinde Altendorf mit entsprechend korrigierten Parzellenbezeichnungen und Flächenangaben auf Kosten der Beschwerdegegnerin verbindlich einzutragen ist - d.h. Löschung sämtlicher falschen Eintragungen zur inexistenten «KTN D.________» und Zuordnung dieser Flächen zu den richtigen Parzellen KTN H.________, resp. evtl. KTN J.________ gemäss der bis heute rechtskräftigen Anerkennung der Vermessung Los 2, 1976, des Amtes für Geoinformation; h) dass uns wegen erwiesenen groben Amtspflichtsverletzungen (willkürliche Duldung rechtswidriger Nutzung unseres Eigentums) öffentlich-rechtlich eine angemessene Entschädigung aus der Staatskasse zu entrichten ist. 3. Eventualantrag 1 Eventualiter sei die Sache zur rechtskonformen Behandlung gemäss Antrag 2 an die Vorinstanzen zurückzuweisen. 4. Eventualantrag 2 Es sei dieses Verfahren mit dem parallelen Verfahren gegen den RRB Nr. 575/2021 vom 24. August 2021 zu VB 272/2020 zu den ersuchten 6 «Abweichungen bei bekiester Fläche zwischen Wohnhaus und Schopf / Belagsarbeiten bei der Hauszufahrt / Regenrinne bei der Hauszufahrt und Rasengittersteine als Wendeplatz, alles bereits vor 2003 erstellt, ______, 8852 Altendorf, GRB 613/2020 vom 26. Oktober 2020 zum Baugesuch Altendorf B2020-0004.00 / B2020-0081, vereinfachtes Verfahren, Baubewilligung sowie ARE-Gesamtentscheid vom 20. August 2020» zu vereinigen, und die entsprechenden Umgebungsveränderungen bei Gebäude Nr. __1 ebenso wie dessen gesamte Erschliessung seien von Amtes wegen als untrennbarer Bestandteil der Wohnhaus-Infrastruktur _______, Gebäude- Nr. __1 in der Landwirtschaftszone festzustellen. Die Vorakten seien im vereinigten Verfahren vollumfänglich beizuziehen. 5. Es sei uns eine vom Gericht zu bestimmende Genugtuungssumme wegen erwiesener, anhaltender Rechtsverweigerung/ Verweigerung korrekter Verfahren durch den Staat zuzusprechen und deren Zahlung an uns nach dem Verursacherprinzip, evtl. unter Regress auf die Verantwortlichen zu verfügen. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. Mwst. zulasten der Beschwerdegegnerin und des Staates (gemäss dem Verursacherprinzip/dem behördlichen Mitverschulden). F.Das Sicherheitsdepartement und das ARE beantragen mit Vernehmlas- sungen vom 28. September 2021 bzw. 11. Oktober 2021 die Abweisung der Be- schwerde unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführer. Die Beschwerde- gegnerin beantragt vernehmlassend am 11. Oktober 2021, die Beschwerde sei, soweit darauf einzutreten sei, abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs- folgen zu Lasten der Beschwerdeführer; den inhaltlich gleichen Antrag stellt am 12. Oktober 2021 der Gemeinderat. G.Mit Eingabe vom 27. Oktober 2021 nehmen die Beschwerdeführer Stellung zu den Vernehmlassungen. Die Beschwerdegegnerin teilt am 3. November 2021 unter pauschaler Bestreitung der Ausführungen der Beschwerdeführer ihren Ver- zicht auf eine Duplik mit. Die Vorinstanzen haben sich nicht mehr vernehmen lassen. Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Gemäss der Baueingabe vom 15. Juli 2020 wurden auf der Ostseite des Wohnhauses Nr. __1 der Beschwerdegegnerin drei Ab- wasserleitungen mit einem Gefälle von je 2 % ersetzt, welche das Ab-7 wasser via einen neuen Kontrollschacht in die bestehende Klärgru-be leiten (vgl. Plan 148_001 Baueingabe Kataster vom 15.7.2020, Massstab 1:500; Plan 148_002 Baueingabe Situation und Dokumentation vom 15.7.2020, Massstab 1:200; dieser Situationsplan weist zudem je zwei Fotos zur defekten Leitung und zu den neuen Leitungen/ Kontrollschacht auf). Die Publikation im Amtsblatt er- folgte entsprechend mit der Bauobjektbezeichnung "Ersatz defekte Abwasserlei- tung, Ergänzung Kontrollschacht". 1.2Das ARE qualifizierte das Bauvorhaben mit seinem Gesamtentscheid vom 17. Dezember 2020 als einen untergeordneten baulichen Eingriff und als teilwei- se Änderung des altrechtlich bestehenden Wohnhauses. Die Identität der Baute samt Umgebung bleibe unverändert gewahrt. Das Vorhaben lasse sich mit den wichtigen Anliegen der Raumplanung vereinbaren. Die Ausnahmebewilligung wurde gestützt auf Art. 24c des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raum- planungsgesetz; RPG; SR 700) vom 22. Juni 1979 erteilt. Das Amt für Umwelt und Energie (Grundwasserschutz) erachtete das Bauvorhaben als mit einer Auf- lage (Beachtung der Allgemeinen Bedingungen für die Ausführung von Bauten im Gewässerschutzbereich Au) bewilligungsfähig. Der Gemeinderat erklärte in der Baubewilligung vom 26. Oktober 2020 den Prüf- bericht des Ingenieurbüros F.________ vom 29. Juli 2020 zum integrierenden Bestandteil der Bewilligung. Die Bauherrschaft wurde zur Beachtung der Aufla- gen und Nebenbestimmungen gemäss dem Prüfbericht verpflichtet sowie zur Ausführung der Kanalisation nach der Norm SN 5920000 (recte wohl: 592000; Liegenschaftsentwässerung). 1.3Der Regierungsrat entschied sich im angefochtenen Beschluss (Erw. 1) gegen die Vereinigung des vorliegenden Verfahrens mit dem Beschwerdeverfah- ren VB 272/2020 (RRB Nr. 575/2021 vom 24.8.2021). Er bestätigte, dass der Gemeinderat zu Recht nicht auf die zivilrechtlichen Rügen der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit den Eigentumsrechten am Grundstück KTN D.________ eingetreten sei, womit sich auch der Beizug amtlich beglaubigter Katasterpläne aus den Jahren 1960, 1965 und 1973 erübrige (Erw. 3.2). Die (unbestrittene) Be- schwerdelegitimation der Beschwerdeführer bejahte er, womit auf die diesbezüg- lichen (weitschweifigen) Ausführungen der Beschwerdeführer nicht weiter einzu- gehen war (Erw. 4.1). Er erwog, dass die Frage der Rechtmässigkeit des Gebäu- des Nr. __1 auf dem Grundstück KTN D.________ nicht Gegenstand der ange- fochtenen Baubewilligung sei und es auch nicht habe sein müssen. Allenfalls müssten die Beschwerdeführer diese Frage in einem separaten Verfahren prüfen lassen (Erw. 4.3). In der Folge ging der Regierungsrat dennoch kurz auf die Rechtmässigkeit des Gebäudes Nr. __1 ein und bejahte, dass es sich hierbei um 8 ein altrechtliches Wohngebäude handle (Erw. 9.1 f. unter Hinweis auf VGE 1001/04 vom 11.3.2004 Erw. 4.3 und Erw. 5.3). Die Baugesuchsunterlagen wurden vom Regierungsrat als gesetzeskonform beurteilt; das bestehende Ab- wassersystem werde nicht verändert; Angaben zu einem (angeblich) bestehen- den Öltank im Gebäude Nr. __1 müssten im Rahmen des Baugesuchs betreffend den Ersatz der Kanalisationsleitung nicht gemacht werden (Erw. 5.1 f.). Betroffen sei ein Baugesuch für eine nichtlandwirtschaftliche Baute ausserhalb der Bauzo- ne, was gemäss § 46 der Vollzugsverordnung zum Planungs- und Baugesetz (VvPBG; SRSZ 400.111) vom 2. Dezember 1997 in den Zuständigkeitsbereich des ARE und nicht des Amtes für Landwirtschaft falle (Erw. 5.3). Die von den Be- schwerdeführern aufgeworfene Frage der Rechtmässigkeit oder Sanierungsbe- dürftigkeit der Klärgrube sei nicht Verfahrensgegenstand. Diese Rüge sei bei den Vorinstanzen separat vorzutragen. Sollte sich der Verdacht erhärten, hätten die Vorinstanzen ein entsprechendes Verfahren einzuleiten (Erw. 6). Allerdings sei der Hinweis anzubringen, dass das Amt für Umweltschutz in seiner Bewilligung vom 19. Juni 2001 die dazumal bestehende Abwasserbeseitigungsanlage beim Wohnhaus auf KTN D.________ nur als Provisorium bezeichnet habe. Aufgrund des Zustands der Leitungen sei fraglich, ob seither tatsächlich eine Sanierung er- folgt sei. Es sei daher angezeigt, dass die Vorinstanzen den Rügen der Be- schwerdeführer nachgingen und in einem separaten Verfahren vertiefte Ab- klärungen in Bezug auf die Klärgrube träfen (Erw. 7). Nicht gefolgt werden könne den Beschwerdeführern in der Auffassung, es handle sich um einen Neubau ei- ner Abwasserleitung vom Gebäude Nr. __1 in den östlich verlaufenden Bach (Erw. 8). Den von den Beschwerdeführern eingereichten Fotos lasse sich entge- gen der Behauptung der Beschwerdeführer nicht entnehmen, dass chemisch be- lastetes Abwasser vom Wohnhaus Nr. __1 in den östlich gelegenen Bach abge- leitet werde. Dies wäre in einem separaten Verfahren zu klären (Erw. 10). Unbe- rechtigt sei die Rüge der verzögerten Anordnung eines Baustopps (Erw. 11). Zu- sammenfassend sei die Beschwerde abzuweisen. Die Vorinstanzen hätten an- gesichts der Umstände in einem separaten Verfahren detaillierte Abklärungen bezüglich der Rechtmässigkeit bzw. Sanierungsbedürftigkeit der Klärgrube vor- zunehmen (Erw. 12). 2.1Der Regierungsrat hat den Antrag auf Vereinigung der Beschwerdeverfah- ren VB 272/2020 und VB 273/2020 abgewiesen. Die beiden Verfahren beträfen zwar das gleiche Grundstück, jedoch zwei separate und voneinander unabhängi- ge Bauvorhaben. Das Verfahren VB 272/2020 gehe auf eine im Jahr 2003 voll- endete Bautätigkeit zurück mit einer umfassenden Verfahrensgeschichte bis vor Bundesgericht. Beim vorliegenden Verfahren handle es sich um ein davon unab- hängiges nachträgliches Baugesuch für die am 9. Juli 2020 ausgeführten Arbei-9 ten an der Kanalisation. Der Umstand, dass die Beschwerdeführer in beiden Be- schwerdeverfahren dieselben (teilweise privatrechtlichen) Rügen vorbrächten und die beiden Beschwerdeverfahren miteinander vermischten, rechtfertige noch keine Verfahrensvereinigung. Eine solche stünde einer klaren und verständlichen Darstellung der Sachverhalts- und Rechtslage in unnötiger Weise entgegen. Eine genügende Koordination werde durch die gleichzeitige Eröffnung der beiden Be- schwerdeentscheide sichergestellt (angefochtener RRB Erw. 1.2). Aus den gleichen Gründen ist auch vorliegend von einer Verfahrensvereinigung abzusehen. Hieran können die Ausführungen der Beschwerdeführer (Beschwer- de S. 17 ff. Ziff. 2.1) nichts ändern. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführer im Vergleich mit den Verwaltungsbeschwerden noch umfassendere und - vom Ge- setz (§ 38 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [SRSZ 234.110; VRP] vom 6.6.1974) an und für sich verpönte - weitschweifige(re) Ausführungen ma- chen (46-seitige Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegenüber "bloss" 24-seitiger Verwaltungsbeschwerde, je inkl. Rubrum und Beilagenverzeichnis), die überdies grösstenteils am Thema vorbeigehen. Wie bereits der Regierungsrat ausgeführt hat, kann der Umstand, dass in den Beschwerden beider Verfahren über weite Strecken gleiche und/oder ähnliche - nicht sachbezogene - Vorbringen gemacht werden (vgl. Beschwerde S. 17 Ziff. 2.1.1), keine Verfahrensvereinigung rechtfer- tigen. Der Beschwerdeantrag Ziff. 4 (Eventualantrag 2) ist somit abzuweisen. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer wird durch die Abweisung des An- trags auf Verfahrensvereinigung nicht verletzt (vgl. Beschwerde S. 19 Ziff. 2.1.9). Ein Anspruch auf Verfahrensvereinigung besteht nicht. 2.2Unverändert zu bejahen ist nach wie vor die von den Vorinstanzen nicht bestrittene Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer. Die diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 4 ff. Ziff. 2; S. 22 f. Ziff. 2.3) zielen entsprechend ins Leere. 2.3Zwar bedarf es keiner Legitimation zum Argument (vgl. statt vieler VGE III 2020 196 vom 22.2.2021 Erw. 3.1.3 mit Hinweis auf I. Schwander, Zur Be- schwerdebefugnis in den Verwaltungsverfahren und Verwaltungsgerichtsverfah- ren, in: ZBl 79, 477 f.; VGE III 2008 144 vom 20.11.2008 Erw. 2.3.2; J. Hensler, Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde im Kanton Schwyz, Zürich 1980, S. 40). Die Bejahung der Beschwerdelegitimation bedeutet jedoch nicht, dass auch sämtli- che Vorbringen der beschwerdeführenden Partei von der angerufenen Rechts- mittelinstanz zu prüfen sind. Zum einen müssen die vorgebrachten Argumente auch in die Beurteilungszuständigkeit der angerufenen Rechtsmittelinstanz fallen (vgl. § 27 Abs. 1 lit. a VRP). Zum andern wird die Überprüfungsbefugnis der Rechtsmittelinstanz, wie bereits der Regierungsrat dargelegt hat (angefochtener 10 Beschluss Erw. 4.2), durch den Anfechtungsgegenstand begrenzt: Es kann nur das Gegenstand des Beschwerdeverfahrens sein, was auch Gegenstand der zu- grundeliegenden Verfügung war bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung hätte sein müssen. Gegenstände, über welche die erste Instanz bzw. die Vorinstanz zu Recht (noch) nicht entschieden hat, fallen nicht in den Kompetenzbereich des Verwaltungsgerichts als Beschwerdeinstanz (vgl. statt vieler VGE III 2017 113 vom 24.11.2017 Erw. 1.2 mit Hinweisen; VGE 1030/03 vom 6.8.2003 Erw. 1.b; Bertschi, in: Kommentar VRG, Vorbem. zu §§ 19-28a, Rz. 44-49; BGE 125 V 414 Erw. 1a). Es ist den Beschwerdeführern daher unbehelflich, wenn sie eine Ver- letzung des rechtlichen Gehörs monieren mit der Begründung, der Regierungsrat sei auf Ausführungen zur Begründung ihrer Legitimation nicht eingegangen (z.B. Beschwerde S. 6 f. Ziff. 2.3; S. 23 Ziff. 2.4). 2.4.1 Die Unzuständigkeit des Verwaltungsgerichts betrifft so beispielsweise die Forderung der Beschwerdeführer ans Verwaltungsgericht, "angemessene Sank- tionen gegen alle involvierten Amtsträger Personen" einzuleiten (Beschwerde S. 8 Ziff. 2.5.3). Die von den Beschwerdeführern beantragte Entschädigung und Genugtuung zu Lasten des Staates (Anträge Ziff. 2.h sowie Ziff. 5; vgl. Beschwerde S. 45 Ziff. 2.15.2) ist im Klageverfahren geltend zu machen (§ 14 Abs. 1 i.V.m. § 4 des Gesetzes über die Haftung des Gemeinwesens und die Verantwortlichkeit seiner Funktionäre [Staatshaftungsgesetz; SRSZ 140.100] vom 20.2.1970). Auf diesen Antrag ist daher mangels Zulässigkeit des Rechtsmittels (Beschwerde) im Sinne von § 27 Abs. 1 lit. e VRP nicht einzutreten. 2.4.2 Dem Regierungsrat ist weiter auch beizupflichten, dass die Rügen der Be- schwerdeführer betreffend die Eigentumsrechte am Grundstück KTN L.________ samt dem Wohnhaus Nr. __1 wie auch damit zusammenhängende grundbuch- rechtliche Fragestellungen (vgl. Beschwerdeantrag Ziff. 2.g) das Zivilrecht be- schlagen und somit mit den entsprechenden zivilprozessualen Mitteln geltend zu machen sind. Soweit die Beschwerdeführer also Themenbereiche wie Eigen- tumsverhältnisse, "Falschbehauptung der Grundeigentümerschaft" der Be- schwerdegegnerin (Beschwerde S. 4 ff. Ziff. 2.2; S. 9 ff. Ziff. 1.1 f. [mit umfangrei- cher Zitierung aus der Verwaltungsbeschwerde vom 18.11.2020]) oder "Fehlende Würdigung der öffentlich-rechtlich erforderlichen, relevanten Grundbuchberichti- gung" (Beschwerde S. 16 ff. Ziff. 1.3) aufgreifen, sind die Baubewilligungsbehör- den auf diese einspracheweise vorgebrachten Rügen zu Recht nicht eingetreten, und hat der Regierungsrat die Beschwerde in dieser Hinsicht zu Recht abgewie- sen. Unbehelflich ist die Bestreitung der Beschwerdeführer, dass es sich hierbei um zivilrechtliche Rügen handelt (Beschwerde S. 21 Ziff. 2.2.4), richtig hingegen 11 ihre Anerkennung der Massgeblichkeit des öffentlichen Rechts (Beschwerde S. 21 Ziff. 2.2.5). 2.4.3 Das von der Baubewilligungsbehörde und anschliessend den Rechtsmittel- instanzen zu beurteilende Baubewilligungsverfahren betrifft den Ersatz der be- stehenden Abwasserleitung und den Neubau eines Kontrollschachtes (vgl. vor- stehend Erw. 1.1). Anderes war nicht Gegenstand des Baubewilligungsverfah- rens und hatte es auch nicht zu sein. Dafür, dass es sich nicht um einen Ersatz, sondern um einen Neubau von Abwasserleitungen an einem anderen Ort als der bisher bestehenden handelt - dies in Abweichung von den mit Fotos illustrierten Planunterlagen -, sprechen keine Anhaltspunkte. Auf Rügen, welche die Hausentwässerung ohne Bezug zur ersetzten Abwasser- kanalisation betreffen (Beschwerde S. 30 f. Ziff. 2.7.4; S. 38 Ziff. 2.10), war und ist nicht weiter einzugehen. Es kann auch kein innerer Widerspruch in den Erwä- gungen des angefochtenen Entscheides erkannt werden, wenn es der Regie- rungsrat zwar als möglich ansieht, dass unbehandeltes Hausabwasser in den nahegelegenen Bach eingeleitet wird, woraus allenfalls zu schliessen wäre, dass die bestehende Klärgrube unrechtmässig oder sanierungsbedürftig sein könnte (Beschwerde S. 37 f. Ziff. 2.9; vgl. S. 40 f. Ziff. 2.12), der Regierungsrat hierfür aber auf ein separates Verfahren verweist. Da dem Verwaltungsgericht keine Aufsichtsbefugnis über den Regierungsrat und diesem unterstellte Ämter zu- kommt, kann dem Ersuchen der Beschwerdeführer um die unverzügliche Einlei- tung gebotener Gewässerschutzmassnahmen (Beschwerde S. 40 f. Ziff. 2.12) nicht Folge geleistet werden. 2.4.4 Dem Regierungsrat ist weiter zuzustimmen, dass auch die Frage der Rechtmässigkeit des Wohnhauses Nr. __1 an und für sich nicht Verfahrens- gegenstand ist. Da indes unter anderem die Erneuerung zonenwidriger Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen gemäss Art. 24c Abs. 2 RPG eine recht- mässig erstellte (oder geänderte) Baute und/oder Anlage voraussetzt, hat er sich gleichwohl zu Recht auch hierzu geäussert mit dem Ergebnis, dass das Wohn- haus vor dem 1. Juli 1972 bewilligt und erstellt wurde (angefochtener Beschluss Erw. 9.2). 2.5Die Beschwerdeführer beantragen verschiedene Feststellungen (Be- schwerdeanträge 2.a-c). 2.5.1 Feststellungsbegehren sind subsidiär zu Leistungsbegehren und nur zulässig, wenn daran ein schutzwürdiges Feststellungsinteresse besteht. Zudem kann ein Feststellungsantrag nicht abstrakte, theoretische Rechtsfragen zum 12 Gegenstand haben, sondern nur konkrete Rechte oder Pflichten (BGE 141 II 113 Erw. 1.7; BGE 137 II 199 Erw. 6.5; BGE 126 II 300 Erw. 2c; Urteil BGer 1C_455/2019 vom 19.6.2020 i.Sa. R. vs. Gemeinderat Wangen und Tuggen, Erw. 2.4). Vorliegend gehen die beantragten Feststellungen im (Haupt-)Leistungsbegehren auf Aufhebung des angefochtenen RRB und Verweigerung der Baubewilligung (Beschwerdeantrag Ziff. 1) wie auch im Antrag auf Rückweisung (Beschwerde- antrag Ziff. 3 ["Eventualantrag 1"]) auf bzw. in den von den Beschwerdeführern beantragten Verfügungen "basierend auf diesen Feststellungen" (Beschwerde- anträge Ziff. 2.d-h). 2.5.2 Was diese beantragten Verfügungen anbelangt, ist das Verwaltungsgericht hierfür entweder sachlich oder funktional nicht zuständig. 2.6Soweit der Regierungsrat auf die Verwaltungsbeschwerde vom 18. No- vember 2020 nicht eingetreten ist, ist der angefochtene Beschluss somit zu bestätigen und die Beschwerde abzuweisen. Soweit die Beschwerdeführer vor dem Verwaltungsgericht weitere Anträge stellen (namentlich betreffend Entschä- digung und Genugtuung zu Lasten des Staates), ist auf die Beschwerde nicht einzutreten. Soweit der Regierungsrat auf Rügen, welche sich ausserhalb des Streitgegen- standes beweg(t)en, nicht eingetreten ist und/oder sich dazu nicht geäussert hat, wurde auch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer - unter Einschluss der Begründungspflicht (vgl. z.B. Beschwerde S. 23 Ziff. 2.4; S. 33 Ziff. 2.8.2) und des Verzichts auf die Abnahme offerierter Beweismittel (z.B. betreffend die Ei- gentumsverhältnisse an KTN D.________, vgl. Beschwerde S. 6 f. Ziff. 2.3) so- wie der allfälligen Vorenthaltung diesbezüglicher Akten (vgl. Beschwerde S. 8 Ziff. 2.5.1 ff.; S. 15 f.) - nicht verletzt. Indes hat der Regierungsrat den Beschwer- deführern am 31. März 2021 vollumfängliche Akteneinsicht gewährt und ihnen am 26. April 2021 noch Kopien aus den Verfahrensakten zugestellt (vgl. Ver- nehmlassung des Sicherheitsdepartements S. 2 Ziff. 2; RR-act. VI/11 [Terminmit- teilung Akteneinsicht am 22.3.2021] und 13 [Kopiezustellung am 26.4.2021]). 3.1.1 Die Beschwerdeführer halten vor dem Verwaltungsgericht an ihrer Rüge ungenügender Baugesuchsunterlagen fest (Beschwerde S. 10 mit Zitat aus der Verwaltungsbeschwerde vom 18.11.2020 Ziff. 2.3). Namentlich machen sie (auch) eine fehlende Dokumentation der Grundeigentümerschaft in den Bauge- suchsunterlagen geltend (Beschwerde S. 13 ff. Ziff. 1.2). 13 3.1.2 Das Bewilligungsgesuch für Bauten und Anlagen muss eine Beschreibung des Vorhabens, Situations- und Baupläne, einen Katasterplan, Angaben über die Grundeigentumsverhältnisse und den Zweck der Baute sowie die Unterschrift des Bauherrn enthalten (§ 77 Abs. 1 Satz 2 des Planungs- und Baugesetzes [PBG; SRSZ 400.100] vom 14.5.1987). Das kommunale Baureglement 1996 vom 2. Dezember 1990 (BauR; letztmals revidiert am 19.5.2019) regelt die Bauge- suchsunterlagen in Art. 59 Abs. 1 BauR detaillierter. Dabei ist nicht zu überse- hen, dass der normierte Katalog an Baugesuchsunterlagen das ganze Spektrum denkbarer Bauten und Anlagen abdecken muss. Der Regierungsrat hält entspre- chend zu Recht fest, dass es sich hierbei um Ordnungsvorschriften handelt, wel- che jeweils im Einzelfall auf das konkrete Bauvorhaben anzuwenden sind (vgl. angefochtener Beschluss Erw. 5.1). Demgegenüber handelt es sich vorliegend klarerweise um ein kleines Baugesuch bzw. kleines Bauvorhaben. Mit den vor- stehend erwähnten (Erw. 1.1) Planunterlagen wird dem Bauvorhaben rechts- genüglich Rechnung getragen. Die Grundeigentümerschaft (Beschwerdegeg- nerin) wird auf dem Baugesuch ebenfalls genannt. Zwar nicht das Baugesuchs- formular, aber der Katasterplan (Plan 148_001) wurde von der Bauherrschaft und Grundeigentümerin auch unterzeichnet. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass ein Bauberechtigungsnachweis entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer (vgl. Beschwerde S. 26 ff. Ziff. 2.7; S. 31 f. Ziff. 2.7.6) gemäss konstanter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts nicht er- forderlich ist. Dem Grundeigentümer stehen für die Geltendmachung zivilrechtli- cher Ansprüche vielmehr die entsprechenden zivilprozessualen Instrumente zur Verfügung (vgl. angefochtener Beschluss Erw. 5.1; VGE III 2020 191 vom 27.2.2021 Erw. 3.1 [betr. den Beschwerdeführer; eine Beschwerde gegen diesen Entscheid ist derzeit noch beim Bundesgericht unter der Verfahrensnummer 1C_124/2021 hängig] mit Hinweis u.a. auf EGV-SZ 1982 Nr. 45; EGV-SZ 2000 Nr. 12). Vorliegend spricht indes nichts dagegen, dass es sich bei der Beschwer- degegnerin um die Grundeigentümerin handelt (vgl. im kantonalen WebGIS greifbarer Grundstücksbeschrieb mit Nennung der Beschwerdegegnerin als Al- leineigentümerin). 3.2Aus dem Festhalten an der Rüge eines fehlenden Mitberichts des Amtes für Landwirtschaft (Beschwerde S. 32 f. Ziff. 2.8) können die Beschwerdeführer auch nichts zu ihren Gunsten herleiten. Es kann diesbezüglich auf die zutreffen- de Darlegung des Regierungsrates verwiesen werden (angefochtener Beschluss Erw. 5.3). Das Amt für Landwirtschaft ist für landwirtschaftliche Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone zuständig (§ 46 Abs. 2 VvPBG). Vorliegend steht jedoch nicht ein landwirtschaftliches Bauvorhaben zur Diskussion. Mithin ist das ARE 14 zuständig (§ 46 Abs. 3 VvPBG). Zur gewässerschutzrechtlichen Einordnung der Erneuerung der Abwasserleitung (samt neuem Kontrollschacht) hat sich das Amt für Umwelt und Energie (Grundwasserschutz) geäussert, das das Bauvorhaben als mit einer Auflage bewilligungsfähig erachtete (vgl. vorstehend Erw. 1.2). 3.3Das Verwaltungsgericht hat sich zur Bewilligung des Wohnhauses im Sep- tember 1965 und seitherige bauliche Schritte unter Bezugnahme auf die Verfü- gung des damaligen Amtes für Raumplanung vom 8. Juni 2001 bereits ausführ- lich im VGE 1001/04 vom 11. März 2004 (insbesondere Erw. 4.3) geäussert. Die Rechtmässigkeit des Wohnhauses (vgl. Beschwerde S. 8 f. Ziff. 2.6.2; S. 24 ff. Ziff. 2.6; S. 39 ff. Ziff. 2.11) und somit auch die Rechtmässigkeit der Erschlies- sung desselben (vgl. Beschwerde S. 20 oben; S. 27 lit. d) kann nicht permanent wieder in Frage gestellt werden. (Auch) In dieser Hinsicht wird das rechtliche Gehör der Beschwerdeführer, zumal sie bereits in den Verfahren der Jahre 2001 bis 2004 Verfahrensbeteiligte waren, daher nicht verletzt. 3.4.1 Was das konkrete Bauvorhaben (d.h. die Ersetzung der Abwasserleitung samt neuem Kontrollschacht gemäss Bauplan, vgl. vorstehend Erw. 1.1) als sol- ches anbelangt, bringen die Beschwerdeführer, soweit ersichtlich, keine konkre- ten Rügen, jedenfalls keine substantiierten, vor. Mit dem Regierungsrat kann folglich festgehalten werden, dass die Beschwerdeführer nicht darzulegen ver- mögen, inwiefern der Unterhalt der bestehenden Kanalisationsanlage bzw. der Ersatz der undichten Leitungen gegen Rechtsnormen verstösst (angefochtener Beschluss Erw. 5.2). Für die Rechtskonformität der baurechtlichen Bewilligung des Ersatzes der Kanalisationsanlage samt neuem Kontrollschacht kann mithin voll und ganz auf die zu bestätigende Beurteilung der Baubewilligungsbehörden, namentlich des ARE, verwiesen werden (vgl. vorstehend Erw. 1.2). 3.4.2 Soweit die Beschwerdeführer den Nachweis der vorbestehenden recht- mässigen Haus-Entwässerung in Abrede stellen (Beschwerde S. 38 Ziff. 2.10) - soweit sie sich hierbei auf das strittige Bauvorhaben beziehen - hat der Regie- rungsrat dieses Vorbringen im angefochtenen Beschluss (Erw. 8.) ebenfalls be- reits entkräftet. Mit der Fotodokumentation (vgl. RR-act. II/01/1), welche von der Gemeinde am Tag der Meldung (9.7.2020) über die unbewilligten Arbeiten er- stellt wurde, ist erwiesen, dass es sich um den Ersatz der Abwasserleitungen handelt. 3.4.3 Nachdem der Gemeinderat noch am Tag der Meldung der unbewilligten Bauarbeiten gestützt auf einen Augenschein und die erwähnte Fotodokumentati- on den Baustopp angeordnet hat, entbehrt auch das Beharren der Beschwerde-15 führer auf der Rüge, der Baustopp sei ungebührlich verzögert worden (Be- schwerde S. 43 f. Ziff. 2.13), einer Grundlage im Faktischen. 3.5.1 Die Vorinstanzen haben die Baubewilligung für die Erneuerung der Ab- wasserleitung samt Kontrollschacht somit zu Recht erteilt. Damit erweist sich auch die Rüge der unrechtmässigen Unterlassung einer Anordnung des recht- mässigen Zustandes (Beschwerde S. 33 ff. Ziff. 3.1) als unbegründet. 3.5.2 Hingegen hat der Regierungsrat die Bewilligungsbehörden unter Berück- sichtigung entsprechender Rügen der Beschwerdeführer mit Nachdruck zur Vor- nahme detaillierter Abklärungen bezüglich der Rechtmässigkeit bzw. Sanie- rungsbedürftigkeit der Klärgrube angehalten (angefochtener Beschluss Erw. 12), dies zu Recht angesichts eines über gegen zwanzig Jahre geduldeten Provisori- ums (vgl. auch Vernehmlassung des Gemeinderates S. 2) und einer während dieser Zeit möglicherweise nur dürftig unterhaltenen Abwasserbeseitigungsanla- ge (angefochtener Beschluss Erw. 7). Die Bewilligungsbehörden werden dabei zu prüfen haben, ob diese Abklärungen und allfälligen Bewilligungsverfahren sinnvollerweise mit der Klärung der Funktion des Abwasserschachtes (vgl. Paral- lelverfahren III 2021 155) zusammen vorgenommen werden, um eine weitere Verzettelung in Einzelverfahren zu vermeiden und die allenfalls problematische Gewässerschutzsituation im Umfeld des streitbetroffenen Grundstückes ein für alle Mal zu klären und einer "sauberen" Lösung zuzuführen. 4.1Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die Kosten des verwal- tungsgerichtlichen Verfahrens (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) zu Lasten der solidarisch haftenden Beschwerdeführer. Angesichts der über wei- te Teile gleichen Vorbringen in den Beschwerden der Verfahren III 2021 155 und III 2021 157 und des daraus resultierenden Synergieeffektes bei der Behandlung der beiden Beschwerden sind die Kosten für das Verfahren III 2021 157 auf Fr. 1'000.-- zu beschränken. Damit wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass die Rügen zwar weitestgehend am Streitgegenstand vorbeigehen, ihnen aber sachlich nicht jede Berechtigung über die Streitsache hinaus abgesprochen werden kann, wie die Aufforderung des Regierungsrates an die Bewilligungs- behörden, offene (gewässerschutzrechtliche) Fragen im Umfeld der Bauparzelle zu klären, zeigt. 4.2Die unterliegenden Beschwerdeführer haben zudem der beanwalteten Be- schwerdegegnerin als obsiegende Partei eine Parteientschädigung auszurichten (§ 72 Abs. 2 VRP). 16 Mit der Kostennote vom 11. Oktober 2021 macht die Beschwerdegegnerin einen Aufwand von 4 Stunden 10 Minuten zu je Fr. 250.-- entsprechend Fr. 1'041.65 sowie eine Auslagenpauschale von Fr. 31.25, je zuzüglich Mehrwertsteuer, gel- tend. Der zeitliche Aufwand ist angemessen; ebenso die Auslagenpauschale (Fr. 33.65 inkl. MwSt.). Indes gewährt das Verwaltungsgericht praxisgemäss nur einen Stundenansatz von Fr. 220.-- (inkl. MwSt; vgl. VGE III 2021 62 vom 6.8.2021 Erw. 3.2.4; VGE III 2020 70 vom 16.6.2020 Erw. 4), was bei 4 Stunden 10 Mi- nuten Fr. 917.-- entspricht. Der Beschwerdegegnerin ist somit eine Parteien- tschädigung von insgesamt Fr. 980.-- (inkl. Barauslagen und MwSt) zuzuspre- chen. Die geringfügige Rundung rechtfertigt sich dadurch, dass in der Kostenno- te der (minimale) Aufwand für die Mitteilung des Verzichts auf eine Duplik vom 3. November 2021 nicht mitenthalten ist. 17 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) von insgesamt Fr. 1'000.-- werden den solidarisch haftenden Beschwerde- führern auferlegt. Sie haben am 24. September 2021 einen Kostenvor- schuss von Fr. 2'500.-- bezahlt, womit ihnen Fr. 1'500.-- aus der Gerichts- kasse zurückzuerstatten sind. 3. Die Beschwerdeführer haben unter solidarischer Haftung der beanwalteten Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 980.-- (inkl. MwSt und Barauslagen) zu bezahlen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: - die Beschwerdeführer (R; unter Beilage der Eingabe der Beschwerde- gegnerin vom 3.11.2021) - den Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin (2/R) - den Gemeinderat Altendorf (R; unter Beilage der Eingabe der Be- schwerdegegnerin vom 3.11.2021) - den Regierungsrat (EB) - das Sicherheitsdepartement (EB; unter Beilage der Eingabe der Be- schwerdegegnerin vom 3.11.2021) - das kantonale Amt für Raumentwicklung (EB; unter Beilage der Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 3.11.2021) - und das das Bundesamt für Raumentwicklung ARE, 3003 Bern (A). Schwyz, 20. Dezember 202118 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 19. Januar 2022