Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. März 2012 ( 725 11 443 / 84) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Unfallbegriff Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A____AG , Beschwerdeführerin gegen B____AG , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Martin Schmid, Rechtsanwalt, Hartbertstrasse 11, Postfach 180, 7002 Chur Betreff Leistungen betr. C.____ A. Die 1979 geborene C.____ ist seit dem 1. Juni 2008 bei der D____GmbH als HR Advi- sor angestellt und dadurch bei der B____AG obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 23. Juli 2011 erlitt C.____ im Europapark in Rust (D) während einer Fahrt auf der "Fjord-Rafting"-Bahn durch einen Aufprall an der Seitenwand einen Schlag in den Nacken. Nach Durchführung der erforderlichen Abkl ärungen lehnte die B____AG mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 einen Anspruch von C.____ auf Versicherungsleistungen man- gels natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen der gesundhe itlichen Beeinträchtigung und dem Vorfall vom 23. Juli 2011 ab. Daran hielt sie auch auf Einsprache der Versicherten hin - Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nunmehr mit der Begrünung, dass kein Unfall im Rechtssin ne vorliege - mit Entscheid vom 9. November 2011 fest. B. Hiergegen erhob die Krankenversicherung von C.____, die A.____, am 7. Dezember 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialv ersicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, in Aufhebung des Einspracheentscheides vo m 9. November 2011 sei die Be- schwerdegegnerin zu verpflichten, betreffend den Unfal l vom 23. Juli 2011 die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur w eiteren Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolg e. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass der Unfallbegriff erfüllt sei. C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Januar 2012 schloss die B____AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Martin Schmid, auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Bevor die Rechtsmittelinstanz eine materielle Beurt eilung der Streitsache vornimmt, hat sie von Amtes wegen zu prüfen, ob die Sachurteilsvorausset zungen erfüllt sind. Zu diesen ge- hört nebst anderem auch die Frage der Aktivlegitimation der Beschwerde führenden Partei. Vor- liegend hat nicht die versicherte Person, sondern deren o bligatorischer Krankenversicherer, die A____AG, Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der B____AG vom 9. November 2011 eingereicht. Gemäss Art. 49 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 hat ein V ersicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines anderen Trägers berüh rt, diesem ebenfalls zu eröffnen. Der betroffene Versicherungsträger kann dieselben Rechtsmitt el ergreifen wie die versicherte Per- son. Vorliegend umstritten ist der Einspracheentscheid der B____AG vom 9. November 2011, mit welcher diese ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 23. Juli 2011 abgelehnt hat. Er- wächst dieser Einspracheentscheid in Rechtskraft, hat der obligatorische Krankenversicherer für die finanziellen Folgen der gesundheitlichen Beei nträchtigungen der versicherten Person aufzukommen. Die Beschwerdeführerin ist demnach durch de n Einspracheentscheid der B____AG ohne weiteres im Sinne von Art. 40 Abs. 4 ATSG berührt und demnach im vorliegen- den Verfahren aktivlegitimiert. Auf die im Übrigen f orm- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegneri n zu Recht die Übernahme von Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 23. Juli 2011 abgelehnt hat. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unf allversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 4.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, n icht beabsichtigte schädigende Ein- wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den me nschlichen Körper, die eine Beein- trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 4.2 Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Ra hmen des im jeweiligen Lebensbe- reich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob die s zutrifft, beurteilt sich im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fal len (BGE 134 V 76 E. 4.1, 129 V 402 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinw eisen). Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüf ung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Fo lgen nach sich gezogen hat. Aus- schlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkung en allein begründen keine Unge- wöhnlichkeit (BGE 134 V 80 E. 4.3.1). 4.3 Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des un gewöhnlichen äusseren Fak- tors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grund- satz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei einer solchen un koordinierten Bewegung ist der unge- wöhnliche äussere Faktor zu bejahen; der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der Programmwidrigkeit zugleich e in ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 118 E. 2.1; Kranken- und Unfallversicherung , Rechtsprechung und Verwaltungs- praxis [RKUV] 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c; A LFRED MAURER , Schweizerisches Unfallversiche- rungsrecht, Bern 1989, S. 176 f.). Dies trifft beispiel sweise dann zu, wenn die versicherte Per- son stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstöss t oder wenn sie, um ein Ausgleiten oder einen Sturz zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen ver- sucht (BGE 99 V 138 E. 1; RKUV 2004 U 502 S. 183 E. 4.1). 4.4 Ein gesteigertes Abgrenzungsbedürfnis besteht dort, wo der Gesundheitsschaden seiner Natur nach auch andere Ursachen als eine plötzliche schädigende Einwirkung haben kann, also keine gesicherte Zuordnung zum exogenen Faktor erlaubt. D ies gilt nach der Rechtsprechung insbesondere dann, wenn die Gesundheitsschädigung erfah rungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen de generativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus normalen Geschehen sablaufs auftreten kann. In solchen Fällen muss die unmittelbare Ursache der Schädigung unt er besonders "sinnfälligen" Umstän- den gesetzt worden sein (BGE 99 V 136 E. 1; RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b). Ist eine Ver- letzung wiederholten Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschreiben, welche zu einer all- mählichen Abnützung geführt haben, so ist sie (im Berei ch der obligatorischen Unfallversiche- rung unter Vorbehalt von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV] vom 20. Dezember 1982) als Krankheitsfolge zu betrachten (R KUV 1986 Nr. K 685 S. 295; Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht EVGE 1969 S. 24; zur Bedeutung des weiteren Begriffs elements der Plötzlichkeit in diesem Zusammenhang vgl. RKUV 2001 Nr. U 437 S. 344 mit Hinw eisen). Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Schadensneigung erst durch das Hinzuk ommen eines zusätzlichen Ereig- nisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor. Stellt sich nach einer Fahrt auf einem Auto- Scooter (oder einer anderen Vergnügungsbahn) beispiel sweise ein Zervikalsyndrom infolge Distorsion der Halswirbelsäule ein, so bedarf es - neben den üblichen auf den Körper einwir- kenden Kräften - eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, d amit ein Unfall angenom- men werden kann (vgl. RKUV 1998 Nr. U 311 S. 468, 199 6 Nr. U 253 S. 199; vgl. auch SVR 2006 UV Nr. 18 S. 65 [U 296/05]). Entsprechendes gil t mit Bezug auf eine Hyperflexionsbewe- gung der Halswirbelsäule bei der Vollbremsung eines Aut os ohne Kollision, weil es hier um ei- nen im betreffenden Lebensbereich alltäglichen und ü blichen Vorgang geht, zu dem nichts Be- sonderes ("Programmwidriges" oder "Sinnfälliges") hinzu getreten ist (Urteile des Bundesge- richts vom 25. März 2004,U 131/03, E. 3.3 und 3.4, und vom 3. August 2000, U 349/99; vgl. auch Urteil vom 20. Juli 2000, U 79/98, E. 3; vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1). 5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom Unt ersuchungsgrundsatz be- herrscht. Das Gericht hat den rechtserheblichen Sachverha lt von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an kei ne förmlichen Beweisregeln gebunden ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf dessen Stichhaltigkeit zu prüfen (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungs- rechts, 3. Auflage, Bern 2003, § 68 N 3). 5.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von i hrem Bestehen überzeugt sind (vgl. MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi- alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofe rn das Gesetz nichts Abweichen- des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah rscheinlichkeit zu fällen. Die blos- se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den B eweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu fol gen, die es von allen möglichen Ge- schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BG E 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). 6.1 Zur Beurteilung der umstrittenen Frage, ob sich a m 23. Juli 2011 ein Unfall im Rechts- sinne ereignet hat, liegen folgende Unterlagen vor: In der am 18. August 2011 erstatteten Baga- tellunfall-Meldung wird angegeben, die Versicherte ha be bei der Vergnügungsbahn "Fjord- Rafting" durch einen Aufprall an der Seitenwand eine n Schlag in den Nacken erlitten. Am 1. September 2011 diagnostizierte der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, eine Zervicobrachialgie bei Status nach Distorsionstrauma der Halswirbelsäule (HWS) am 23. Juli 2011. In ihrer Einsprache vom 19. Okt ober 2011 stellte die Versicherte den Unfallhergang im Wesentlichen so dar, dass es während d er Fahrt auf der Vergnügungsbahn "Fjord-Rafting" zu einem heftigen Ruck gekommen sei und sie sich am nassen Haltegriff nicht mehr habe festhalten können. Sie sei mit den Händen a bgerutscht, gegen die Seitenwand ge- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht prallt und schliesslich zwischen derselben und dem ebenfalls ins Rutschen geratenen Sitznach- barn eingeklemmt gewesen. 6.2 Bei der Vergnügungsbahn "Fjord-Rafting" werden a uf künstlich angelegten und mit Grosspumpen gespeisten geschlossenen Wasserläufen meist Rund boote aus Kunststoff mit umgebenden luftgefüllten Gummireifen eingesetzt. Die Boote können in der mehr oder weniger breiten Fahrrinne frei schwimmen. Durch die zufällige Bewegung und Drehung im Wasserstrom gleicht sich der Fahrtablauf nie vollständig. Neben den namengebenden Stromschnellen kom- men bei den Anlagen Wellenbecken, Wasserfälle, Wasserfall gassen, Strudel und Tunnel als Fahrelemente vor (aus: Wikipedia; vgl. http://de.wikipe dia.org/wiki/Rapid_River). Nach der Be- schreibung der Bahn auf der Seite des offiziellen Europ apark-Fanclubs können in den Rund- booten maximal sechs Personen mitfahren. Die Boote sind mit Einer- oder Zweiersitzen mit hohen Rücken- und niederen Seitenlehnen ausgerüstet. Z wischen den Zweiersitzen ist keine Mittellehne angebracht. In der Mitte des Bootes befind et sich ein Metallring, der als Haltegriff dient. Weiter wird ausgeführt, dass die Fahrt langsam und gemütlich beginne. Nach dem Pas- sieren eines Kanals komme ein Wasserfall und eine Wasserf ontäne, die in die Boote tropfe. Anschliessend würden die Boote durch eine kleine Höhle i n das Wellenbecken geführt, in dem sie kräftig schaukeln würden. Im folgenden engeren Kana l sei die Fahrt zwischenzeitlich etwas ruhiger. Danach folge wiederum ein breiterer Bereich mit Wellen und eine Passage mit beidsei- tigem Wasserfall (aus: http://www.epfans.info/?id=1515,12,11&). 6.3 Ausgehend vom detaillierten Beschrieb zum Unfallhe rgang in der Einsprache der Versi- cherten vom 19. Oktober 2011 ist davon auszugehen, dass w ährend einer Fahrt auf der Ver- gnügungsbahn "Fjord-Rafting" ein heftiger Ruck erfolgte, worauf sich die Versicherte am nassen Haltegriff nicht mehr festhalten konnte, gegen die Se itenwand prallte und schliesslich zwischen derselben und dem Sitznachbarn kurzzeitig eingeklemmt wa r. Ein solcher Vorfall kann aber entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht als un gewöhnlich bezeichnet werden. Viel- mehr ist mit Blick auf den Beschrieb der Vergnügungsbah n (vgl. E. 6.2 hiervor) festzustellen, dass die zufällige Bewegung und die Drehung Gummiboote im Wasserstrom mit Stromschnel- len, Wellenbecken, Wasserfällen, Wasserfallgassen und S trudeln zu kräftigem Schaukeln der Boote, aber auch zu Zusammenstössen mit Rinnenwand oder grossen Steinen in der Fahrrinne führen kann. Dies wiederum hat unweigerlich und progra mmmässig mehr oder weniger ruckar- tige Bewegungen der Boote zur Folge und entsprechendes Zusammenprallen mit Seiten- und Rücklehnen oder anderen Teilnehmern ist unvermeidbar. E in solcher Verlauf ist gewollt und gehört zum üblichen Geschehen. Aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf einen ungewöhnlichen Verlauf oder ein Zusatzgeschehen im Si nne einer den normalen Bewegungs- ablauf störenden Programmwidrigkeit. Weder ein mehr oder weniger heftiger Ruck, noch das Abrutschen der Hände vom unvermeidbar nass werdenden Ha ltegriff aus Metall, noch das - allenfalls gleichzeitige - Zusammenprallen der Teilne hmer mit der Seitenlehne oder dem Sitz- nachbarn überschreitet den Rahmen des Gewollten oder Üblichen dieser Vergnügungsbahn. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass die vom behan delnden Arzt Dr. E.____ diag- nostizierte Zervicobrachialgie bei Status nach Distorsionstrauma der HWS am 23. Juli 20011 im Rahmen des üblichen Verlaufs der Vergnügungsfahrt ents tanden ist. Allein der Umstand, dass sich die durchaus gewollte Belastung auf den Körper unge wöhnlich ausgewirkt und zu einem Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht behandlungsbedürftigen Zervicobrachialsyndrom geführt hat, genügt nicht, um von einem Unfall im Rechtssinne auszugehen. Entscheidend ist die Ungewöhnli chkeit des äusseren Faktors selbst und nicht die Wirkung auf den menschlichen Körper (vgl. E. 4.2 hiervor). Insgesamt han- delte es sich im vorliegenden Fall um einen üblichen Ve rlauf einer "Fjord-Rafting"- Vergnügungsfahrt, ohne dass ein schadenspezifisches Zusatzg eschehen hinzugetreten wäre. Bei der vorliegenden Körperschädigung ist schliesslich wede r zwangsläufig auf einen unge- wöhnlichen Verlauf zu schliessen noch eine unfallähnliche Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVV zu bejahen. 7. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass beim Vorfall vom 23. Juli 2011 das Vorlie- gen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors und damit ein U nfall im Rechtssinne zu verneinen ist. Der Entscheid der Vorinstanz ist deshalb nicht zu bean standen und die Beschwerde dem- nach abzuweisen. 8. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen; die obsiegende Beschwerdegeg- nerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g AT SG schränkt den Anspruch auf eine Partei- entschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.