<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00163</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205448&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00163</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.11.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 11.04.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungs- bzw. Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Der Beschwerdeführer, Staatsangehöriger von Bangladesch, heiratete 1997 eine Schweizer Bürgerin. Im März 2003 erhielt er die Niederlassungsbewilligung. Im Juli 2003 wurde die Ehe geschieden. Im September des gleichen Jahres heiratete er in Bangladesch eine Landsfrau und stellte daraufhin für die Ehefrau ein Gesuch um Bewilligung des Familiennachzugs. Darauf widerrief das Migrationsamt die Niederlassungsbewilligung. Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulässig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Dies ist der Fall bei Entscheiden über den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (E. 1.1). Nach Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat (E. 4). Die Vorinstanz hat zu Recht aus dem an die Erteilung der Niederlassungsbewilligung anschliessenden Verhalten des Beschwerdeführers den Schluss gezogen, dass die Aufrechterhaltung der seit 1999 getrennten Ehe einzig und allein der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und dem anschliessenden Erteilen der Niederlassungsbewilligung diente (E. 5). Abweisung, soweit auf die Beschwerde einzutreten ist.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 3 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. I ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. IV ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 Abs. I ANAV</span><br/><span class="gerade">Art. 16 Abs. III ANAV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 8 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 100 Abs. I Ziff. 3 OG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. I lit. h VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 1959, StaatsangehÃ¶riger von Bangladesch, reiste erstmals 1990 in die Schweiz ein. Sein Asylgesuch wurde 1994 letztinstanzlich abge­wiesen. Nachdem ihm eine Ausreisefrist bis 31. Oktober 1994 angesetzt worden war, galt er als verschwunden. Anfangs 1995 stellte er mit der Schweizer BÃ¼rgerin C ein VerkÃ¼ndungsgesuch betreffend Eheschliessung. Die Ehe wurde jedoch nicht geschlossen, und nach eigenen (spÃ¤teren) Angaben kehrte er Ende Mai 1995 in seine Heimat zurÃ¼ck. Am 17. August 1995 reiste er ohne das erforderliche Visum wiederum in die Schweiz ein und wurde in der Folge wegen mehr­fachen rechtswidrigen Aufenthaltes sowie der Missachtung einer Ausreisefrist zu einer unbedingten GefÃ¤ngnisstrafe von 30 Tagen verurteilt. Am 20. August 1995 wurde er nach Bangladesch ausgeschafft. Aus vorsorglich armen­polizeilichen GrÃ¼nden verfÃ¼gte das damalige Bundesamt fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen am 13. September 1995 eine bis 12. September 1998 geltende Einreise­sperre. Am 1. Januar 1996 reiste er illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, das am 7. April 1997 letztinstanzlich abgewiesen wurde. Das Gesuch um Aussetzung des Voll­zugs der Wegweisung wurde am 18. Juni 1997 abgewiesen, und auf ein Revisionsgesuch wurde am 21. Juli 1997 nicht eingetreten. Wegen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Reisedoku­menten konnte er jedoch nicht in seine Heimat ausgeschafft werden. </p> <p class="Urteilstext"><span>Im Oktober 1997 heiratete A die 1952 geborene, ursprÃ¼nglich aus Zimbabwe stammende und im Kanton ZÃ¼rich wohnhafte Schweizer BÃ¼rgerin D. Hierauf erteilte ihm die Fremdenpolizei (heute Migrationsamt) des Kantons ZÃ¼rich eine Aufenthaltsbewilligung, die in der Folge mehrmals verlÃ¤ngert wurde. Am 11. November 1999 gaben die Eheleute A und D die eheliche Wohngemeinschaft auf. GegenÃ¼ber der Fremdenpolizei gaben sie auf deren Anfragen in den Jahren 2000, 2001 und 2002 jeweils Ã¼bereinstimmend an, dass sie keine Scheidungsabsicht hÃ¤tten bzw. eine Wiedervereinigung nicht ausschlÃ¶ssen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach mit einem blossen Schreiben mitgeteilter Ablehnung eines ersten Gesuchs um Niederlassungsbewilligung vom 2. September 2002 erteilte das Migrationsamt A auf dessen erneutes Gesuch vom 9. Januar 2003 hin am 7. MÃ¤rz 2003 die Niederlassungsbewilligung. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 11. Juli 2003 (in Rechtskraft erwachsen am 2. September 2003) wurde die kinderlos gebliebene Ehe geschieden. Am 7. September 2003 heiratete A in Bangladesch die ebenfalls aus Bangladesch stammende E, geboren 1978, und am 29. September 2003 stellte er fÃ¼r die Ehefrau ein Gesuch um Bewilligung des Familiennachzugs. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 5. Februar 2004 widerrief die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) die Niederlassungsbewilligung von A. Zudem wurde das Gesuch um Be­willigung der Einreise von E abgewiesen. Dies mit der BegrÃ¼ndung, dass A planmÃ¤ssig Ã¼ber Jahre hinweg allein mit dem Ziel vorgegangen sei, zuerst eine Aufenthaltsbewilligung und dann die Niederlassungsbewilligung zu erhalten. Seine Ab­sicht, das formale Band der Ehe nach der am 11. November 1999 erfolgten Trennung von D gleichwohl aufrechtzuerhalten, mÃ¼sse als krass rechtsmissbrÃ¤uchlich gewertet werden. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der von A am 8. MÃ¤rz 2004 hiergegen erhobene Rekurs wurde vom Regierungsrat am 2. MÃ¤rz 2005 abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 6./7. April 2005 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den Entscheid des Regierungsrats vom 2. MÃ¤rz 2005 vollumfÃ¤nglich aufzuheben und auf den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zu verzichten, eventuell ihm eine Aufent­haltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Vernehmlassung vom 11. Mai 2005 beantragte die Staatskanzlei im Auftrag des Regie­rungsrats die Abweisung der Beschwerde. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf Beschwerdeantwort. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der Fall bei Entscheiden Ã¼ber den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 [OG]). Insoweit ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht ist im Weiteren gegen Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen gegeben, auf deren Erteilung die auslÃ¤ndische Person einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat. Einen solchen Anspruch verleihen Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV). Auf diese Bestimmungen kÃ¶nnte sich der BeschwerdefÃ¼hrer, der in der Schweiz nicht mehr ehelich verbunden ist, nur berufen, wenn er besonders intensive private Beziehungen und eine besonders ausgeprÃ¤gte Verwurzelung in der Schweiz aufwiese (BGE 130 II 286, 120 Ib 16 f. je mit Verweisungen). Abgesehen von dem Hinweis, dass der BeschwerdefÃ¼hrer immer beruflich tÃ¤tig gewesen sei und dass er der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde nie habe zur Last fallen mÃ¼ssen, wird allerdings nichts Konkretes vorgebracht, was auf ein besonders intensives privates Beziehungsnetz in der Schweiz hinweisen kÃ¶nnte. Dies selbst dann, wenn die Zeit seines Aufenthaltes als Asylbewerber noch mitberÃ¼cksichtigt wÃ¼rde. Auf den Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers, ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, ist daher nicht einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) hat der auslÃ¤ndische Ehegatte eines Schweizer BÃ¼rgers An­spruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach einem ordnungs­gemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren hat er Anspruch auf die Nie­derlassungsbewilligung. Kein Anspruch besteht indessen, wenn die Ehe eingegangen wor­den ist, um die Vorschriften Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung von AuslÃ¤ndern und namentlich jene Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder zu umgehen (Art. 7 Abs. 2 ANAG). Erfasst wird davon die so genannte Scheinehe bzw. AuslÃ¤nderrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen. Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies jedoch nicht zwingend, dass dem auslÃ¤ndischen Ehepartner der Aufenthalt weiterhin gestattet werden muss. Zu prÃ¼fen ist diesfalls, ob nicht insofern Missbrauch vorliegt, als die Ehe, auf welche sich der AuslÃ¤nder im Verfahren auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung beruft, nur noch for­mell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemein­schaft besteht (BGE 128 II 145 E. 2.1+2 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Als eigenes und selbstÃ¤ndiges Niederlassungsrecht erlischt die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit Wegfall der Ehe nicht automatisch, sondern sie kann allenfalls widerrufen werden, und zwar nicht nach den allgemeinen Regeln Ã¼ber den Widerruf von VerfÃ¼gungen, sondern ausschliesslich unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG. Dies gilt insbesondere fÃ¼r den Fall, dass sich nachtrÃ¤glich Indizien ergeben, welche die mittlerweile aufgelÃ¶ste Ehe, auf die sich der AuslÃ¤nder berufen hat, als Scheinehe oder bloss aus fremdenpolizeilichen GrÃ¼nden aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Nach Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der AuslÃ¤nder sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesent­licher Tatsachen erschlichen hat. Der Widerruf setzt voraus, dass der Betroffene wissent­lich falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat in der Ab­sicht, gestÃ¼tzt darauf den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten (BGE 112 Ib 473 E. 3b). Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der AuslÃ¤nder verpflichtet, der BehÃ¶rde wahr­heitsgetreu Ã¼ber alles Auskunft zu geben, was fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hievon ist er selbst dann nicht befreit, wenn die FremdenpolizeibehÃ¶rde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst hÃ¤tte ermitteln kÃ¶nnen. Wesentlich sind dabei nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die Fremdenpolizei ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid mass­geblich sind. Dazu gehÃ¶rt etwa die Absicht der Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der BegrÃ¼ndung einer neuen Ehe. Ein Erschleichen der Niederlassungsbewilligung kann nach der Praxis auch darin liegen, dass die Angaben, auf die sich die BehÃ¶rden bei der seiner­zeitigen Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt hatten oder die bei der spÃ¤teren VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als mass­gebend betrachtet werden durften, falsch oder unvollstÃ¤ndig waren. Es ist nicht erforder­lich, dass die Bewilligung bei richtigen und vollstÃ¤ndigen Angaben notwendigerweise zu verweigern gewesen wÃ¤re. Immerhin ist die kantonale BehÃ¶rde ihrerseits verpflichtet, vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung "das bisherige Verhalten des AuslÃ¤nders noch­mals eingehend zu prÃ¼fen" (Art. 11 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. MÃ¤rz 1949 zum Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder [ANAV]). Das Vorliegen eines Widerrufs­grundes fÃ¼hrt zudem nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung auch tat­sÃ¤chlich zu widerrufen ist; es muss beim entsprechenden Entscheid vielmehr jeweils den be­sonderen UmstÃ¤nden des Einzelfalles angemessen Rechnung getragen werden (zum Ganzen BGE 112 Ib 473 E. 4+5; BGr, 10. Dezember 2004, 2A.346/2004, E. 2.2 mit Hinweisen, www.bger.ch = Pra 94/2005 Nr. 100). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer anerkennt die vorstehend dargelegten Voraussetzungen von Ertei­lung und Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Auch hÃ¤lt er der Feststellung der Vor­instanz, dass sein Vorgehen zur Erlangung der Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligung einem bekannten, auf Umgehung der fremdenpolizeilichen Schranken ausgerichteten Ver­haltensmuster entspreche, das den Widerruf einer auf dieser Grundlage erschlichenen Nie­derlassungsbewilligung rechtfertigen kÃ¶nne (BGr, 23. Mai 2002, 2A.46/2002, E. 3.4, www.bger.ch), nichts entgegen. Er stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass ein Widerruf ausgeschlossen sei, weil die BehÃ¶rde trotz hinreichender Kenntnisse der massgebenden UmstÃ¤nde die Nieder­lassungsbewilligung erteilt habe, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob gegebenenfalls falsche Angaben gemacht worden seien. Das Gleiche gelte, wenn die Niederlassungsbewilligung erteilt worden sei, ohne dass der AuslÃ¤nder Gelegenheit zur Ãusserung erhalten habe. In seinem Fall habe das Migrationsamt sein Gesuch vom 2. September 2002 zunÃ¤chst am 29. Oktober 2002 abgewiesen, das am 9. Januar 2003 erneut gestellte Gesuch dann aber ohne weitere AbklÃ¤rungen gutgeheissen. Es stelle sich deshalb nur noch die Frage, ob er bei den frÃ¼heren VerlÃ¤ngerungen der Aufenthaltsbewilligung falsche Angaben gemacht habe. Das sei jedoch nicht der Fall, habe er doch jeweils bei den VerlÃ¤ngerungen der Aufenthalts­bewilligung darauf hingewiesen, dass er von seiner Ehefrau getrennt lebe und eheliche Schwierigkeiten bestÃ¼nden, was von der Ehefrau bestÃ¤tigt worden sei. </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2002 (2A.46/2002, www.bger.ch) auf das der Beschwerde­fÃ¼hrer sich beruft, betrifft jedoch einen anderen Sachverhalt. In dem diesem Entscheid zugrunde liegenden Fall hatte die zustÃ¤ndige kantonale BewilligungsbehÃ¶rde Kenntnis von einer rechtsmissbrÃ¤uchlichen AuslÃ¤nderrechtsehe des tÃ¼rkischen Gesuchstellers, der wenige Tage nach der Scheidung von der 28 Jahre Ã¤lteren schweizerischen Ehefrau</span> seine ehemalige Ehefrau und Mutter der drei gemeinsamen Kinder wieder geheiratet hatte. Sechs Jahre spÃ¤ter kam diese seine erste und erneute Ehefrau mit dem 17-jÃ¤hrigen jÃ¼ngsten Sohn in die Schweiz zu ihrem Mann und stellte erfolglos ein Asylgesuch. Noch wÃ¤hrend der HÃ¤ngigkeit des Asylverfahrens erhielt der Ehemann die Niederlassungsbewilligung und stellte darauf ein Familiennachzugsgesuch. </p> <p class="Urteilstext"><span>Im vorliegenden Fall des BeschwerdefÃ¼hrers dagegen liegt nicht schon eine im Zeitpunkt der Erteilung der Niederlassungsbewilligung erwiesene rechtsmissbrÃ¤uchliche AuslÃ¤n­derrechtsehe vor. Es gab gerade keine greifbaren Fakten, angesichts deren das Migrations­amt wis­sen musste oder hÃ¤tte wissen mÃ¼ssen, dass die seit 1999 getrennte Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers mit D bloss noch der Form nach, zum Zweck der Erlangung der Niederlas­sungsbewilligung aufrecht erhalten wurde. Der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers hatte auf die diesem am 29. Oktober 2002 noch nicht mit formeller VerfÃ¼gung mitgeteilte Abwei­sung des Gesuchs hin mit Eingabe an das Migrationsamt vom 28. November 2002 erklÃ¤rt: "Im vorliegenden Fall leben die Eheleute zwar seit November 1999 getrennt, pflegen je­doch nach der Darstellung beider Partner nach wie vor engen Kontakt. Die seinerzeitige Trennung hatte offensichtlich mit dem Gesundheitszustand der Ehefrau zu tun. Auch in ihrem neuesten Schreiben â¦ hÃ¤lt die Ehefrau (genauso wie mein Klient) ausdrÃ¼ck­lich an der Ehe fest und rechnet selber mit einem Zusammenleben im neuen Jahr." Angesichts dieser AusfÃ¼hrungen eines Rechtsanwalts bestand fÃ¼r das Migrations­amt kein Anlass, nicht auf diese Angaben abzustellen. Jedenfalls hÃ¤tte es, da es sich bei dem behaupteten immer noch bestehenden Ehewillen um einen inneren Vorgang handelt, im Rahmen seiner MÃ¶glichkeiten auch keine Handhabe gehabt, diese ErklÃ¤rung des BeschwerdefÃ¼hrers als vÃ¶llig unglaubwÃ¼rdig nachzuweisen. Die massgebenden UmstÃ¤nde, welche das Migrationsamt kannte und nicht anders kennen konnte, waren die, dass die vom BeschwerdefÃ¼hrer nach Ab­lehnung des Asylgesuchs eingegangene Ehe mit D nach drei Jahren, d.h. seit 11. November 1999, getrennt war, und dass nach wie vor ein nicht widerlegbarer Wille beider Parteien zur Rettung der Ehe erklÃ¤rt wurde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Erst als nur kurze Zeit nach der am 7. MÃ¤rz 2003 erfolgten Erteilung der Niederlassungsbewilligung die Ehe geschieden wurde, aufgrund eines am 9. Mai 2003, also nur gerade zwei Monate spÃ¤ter vereinbarten gemeinsamen Scheidungsbegehrens, wobei nach Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers die Scheidungsabsicht "ca. im April 2003" feststand, der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼berdies schon am 7. September 2003, d.h. wenige Tage nach Rechtskraft des Scheidungsurteils, in Bangladesch eine neue Ehe mit einer Landsfrau eingegangen war und fÃ¼r diese ein Familiennachzugsgesuch gestellt hatte, wurde evident und fassbar, dass die frÃ¼heren Bekundungen des weiter bestehenden Ehewillens unglaubwÃ¼rdig waren. Sobald der BeschwerdefÃ¼hrer im Besitz der Niederlassungsbewilligung war, nahm das zur Erlangung einer Anwesenheitsberechtigung typische Verhaltensmuster nahtlos seinen Fortgang. Die Vorinstanz hat zu Recht aus dem an die Erteilung der Niederlassungsbewilligung anschliessenden Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers den Schluss gezogen, dass die Aufrechterhaltung der seit 1999 getrennten Ehe mit D einzig und allein der VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung und anschliessenden Niederlassungsbewilligung diente. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Vorwurf, das Migrationsamt habe bei der Erteilung der Niederlassungsbewilligung aufgrund des erneuten Gesuchs vom 9. Januar 2003 keine weiteren AbklÃ¤rungen vorge­nommen, geht fehl. Wohl hatte der BeschwerdefÃ¼hrer am 9. Januar 2003 ein neues Gesuch gestellt. Dasjenige vom 2. September 2002 war jedoch noch gar nicht formell abgewiesen. Vielmehr erfolgte die Mitteilung der Verweigerung der Niederlassungsbe­willigung durch ein blosses Schreiben, worauf der Rechtsvertreter des BeschwerdefÃ¼hrers eine formelle VerfÃ¼gung verlangte. Im Anschluss daran, also bevor die formelle VerfÃ¼gung erging, nahm der BeschwerdefÃ¼hrer die Gelegenheit zur Stellungnahme mittels Eingaben seines Rechtsvertreters wahr. Offenbar waren es gerade die AusfÃ¼hrungen des Rechtsver­treters in der Eingabe vom 28. November 2002, welche das Migrationsamt umzustim­men vermochten. Daraus nun ableiten zu wollen, das Migrationsamt hÃ¤tte nicht darauf abstellen dÃ¼rfen und noch weitere AbklÃ¤rungen machen mÃ¼ssen â wie der behauptete Ehewille hÃ¤tte abgeklÃ¤rt werden mÃ¼ssen, wird allerdings nicht gesagt â, ist abwegig. Fehl geht auch die Behauptung, die Verweigerung der Niederlassungsbewilligung sei erfolgt, ohne dass dem BeschwerdefÃ¼hrer die MÃ¶glichkeit der Stellungnahme eingerÃ¤umt worden sei. Das Gesuch vom 2. September 2002 war noch nicht formell abgewiesen, und in dem noch offenen Verfahren hatte der BeschwerdefÃ¼hrer durch seinen Rechtsvertreter mit der Eingabe vom 28. November 2002 Stellung nehmen kÃ¶nnen. Ob das vom BeschwerdefÃ¼hrer am 9. Januar 2003 eingereichte neue Gesuch Ã¼berhaupt zu einem neuen Verfahren fÃ¼hrte, kann offen bleiben, hatte der BeschwerdefÃ¼hrer in diesem Gesuch doch noch ausdrÃ¼cklich auf die Eingabe seines Rechtsvertreters vom 28. November 2002 hingewiesen. FÃ¼r eine Einladung zu erneuter Stellungnahme bestand schon aus diesem Grund kein Anlass. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist auch insoweit rechtens. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Widerruf muss verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein, wobei dem Migrationsamt ein gewisses Ermessen zukommt. Dessen AusÃ¼bung prÃ¼ft das Verwaltungsgericht laut § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a sowie 104 OG nur auf Ãberschreiten oder Missbrauch hin. Bei diesem Entscheid analog Art. 11 Abs. 3 ANAG ist sinngemÃ¤ss Art. 16 Abs. 3 ANAV anzuwenden, wonach es namentlich auf die Schwere des Verschuldens des AuslÃ¤nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile ankommt (VGr, 7. Januar 2004, VB.2003.00392, E. 3.1 Abs. 3, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Urteilstext"><span>Massgebend fÃ¼r die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz ist nur die Zeit, in welcher der Gesuchsteller Ã¼ber ein gesichertes Aufenthaltsrecht verfÃ¼gte, was seit November 1997, da der BeschwerdefÃ¼hrer im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung nach Art. 7 Abs. 1 ANAG war, also seit neun Jahren der Fall ist. Auch wenn und gerade weil die Dauer des gesicherten Aufenthalts in der Schweiz nicht starrer Massstab fÃ¼r die Frage der Verwurzelung des AuslÃ¤nders in der Schweiz ist, kommt es in erster Linie auf die konkreten VerhÃ¤ltnisse an. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bis zum Alter von 31 Jahren in seinem Heimatland Bangladesch gelebt, auch spÃ¤ter nochmals fÃ¼r kurze Zeit. Die Ehe, die er in Bangladesch mit einer Landsfrau nur einige Tage nach Rechtskraft der Scheidung seiner Ehe mit D einging, wurde nach dortigem Brauch, Ã¼ber einen Vermittler und ohne dass die kÃ¼nftigen Eheleute sich vorher gekannt hÃ¤tten, geschlossen. Das bestÃ¤tigt, dass er mit Kultur und Lebensweise in seinem Heimat­land noch sehr vertraut ist. Dass diese Ehe nur ein Jahr spÃ¤ter, am 7. September 2004, be­reits wieder geschieden wurde, Ã¤ndert daran nichts. Dem BeschwerdefÃ¼hrer kann daher zugemutet werden, in seine Heimat zurÃ¼ckzukehren. Im Ãbrigen ist auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz zu verweisen (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ist die Beschwerde somit unbegrÃ¼ndet und abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>9. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm von vornherein nicht zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwal­tungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>