<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00049</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106687&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00049</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 19.06.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aktuelles Interesse als Voraussetzung für die Legitimation zur Erhebung von Rechtsmitteln<br/><br/>Nach ständiger Rechtsprechung muss das Interesse an der Anfechtung eines baurechtlichen Entscheids aktuell sein. Ein blosses Vorkaufsrecht im Sinn von Art. 216 Abs. 3 OR hinsichtlich einer dem Baugrundstück benachbarten Parzelle genügt nicht zur Begründung der Rechtsmittellegitimation, weil ungewiss ist, <br/>- ob und wann ein Vorkaufsfall eintreten wird, und<br/>- ob die Berechtigten dannzumal ihr Recht tatsächlich ausüben werden (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELL">AKTUELL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTUELLES INTERESSE">AKTUELLES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUFRECHT">KAUFRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBAR">NACHBAR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARLEGITIMATION">NACHBARLEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PTT">PTT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORKAUFSRECHT">VORKAUFSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 216 lit. III OR</span><br/><span class="gerade">Art. 216c OR</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2002 Nr. 48</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Bau- und Werkausschuss X bewilligte der Firma E sowie dem Baukonsor­tium G am 5. Januar 2000 den Abbruch verschiedener Ge­bÃ¤ude sowie den Neubau von sechs Wohn- und GeschÃ¤ftshÃ¤usern auf den GrundstÃ¼cken Kat.Nrn. 01, 02, 03, 04, 05 und 06, ferner den Abbruch von zwei weiteren Ge­bÃ¤uden mit nachfolgender Errichtung der ZentrumsÃ¼berbauung "Z", bestehend aus sechs teilweise zusammengebauten Mehrfami­lien- und GeschÃ¤ftshÃ¤usern mit Unterniveauga­rage. Das Bauvorhaben soll im Geviert V-/­T-/­U-/S-strasse realisiert werden. Hiergegen erhoben A und die Stiftung B am 16. Februar 2000 Rekurs beim Regierungsrat. Am 11. April 2001 stimmte der Bau- und Werkaus­schuss verschiedenen ProjektÃ¤nderungen zu.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Beschluss vom 19. Dezember 2001 trat der Regierungsrat auf den Rekurs nicht ein. Zur BegrÃ¼ndung hielt er fest, dass die Rekurrenten als EigentÃ¼mer der Grund­stÃ¼cke Kat.Nrn. 09, 10 (neu 15), 11 und 12 nicht direkte AnstÃ¶sser der sÃ¼dlich der T-strasse gelegenen Bauparzellen seien. Vielmehr betrage die Entfernung zwischen ih­rem nÃ¶rdlich der T-strasse gelegenen GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 12 und dem nÃ¤chstge­legenen Punkt des Bauareals 75 m. Entgegen der Behauptung der Rekurrenten wÃ¼rden deren Liegen­schaften nicht ebenfalls Ã¼ber die T-strasse, sondern Ã¼ber zwei Stichstrassen erschlossen, die auf die V- bzw. auf die U-strasse gingen. Ferner beriefen sich die Rekurrenten auf eine Vereinbarung mit der Schweizerischen Post, wonach sie deren GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 13 Ã¼bernÃ¤hmen und ihr im Gegenzug an der eigenen Liegenschaft Kat.Nr. 12 Miteigentum verschafften. Ãberdies machten sie geltend, sie hÃ¤tten im Februar 1999 mit der Post eine AbsichtserklÃ¤rung Ã¼ber den Kauf von Kat.Nr. 13 unterzeichnet, und diese habe ihnen ein unlimitiertes Vorkaufsrecht eingerÃ¤umt. Nach dem genehmigten Quar­tierplan Q werde das "PostgrundstÃ¼ck" (Kat.Nr. 13) Ã¼ber die Quartierstrasse C und die T-strasse erschlossen. Weil die Zu- und Wegfahrt zum Bauprojekt im Einbahn­verkehr auf die bereits Ã¼berlastete T-strasse erfolge, und zwar gegenÃ¼ber der Strasse C, werde die Post in ihrem "Erschlies­sungsrecht" beeintrÃ¤chtigt; als "designierte KÃ¤ufer" wÃ¼r­den die Rekurrenten durch das Projekt somit mehr als irgend ein Dritter betroffen. Der Regie­rungsrat hielt dem entgegen, fÃ¼r die Beurteilung der Rekurslegitimation komme es auf die VerhÃ¤ltnisse im Zeitpunkt des Entscheids Ã¼ber das Rechtsmittel an; das geltend gemachte In­teresse an der Aufhebung oder Ãnderung der angefochtenen VerfÃ¼gung mÃ¼sse aktuell sein. An dieser Voraussetzung fehle es, wenn ein Anfechtender erst durch kÃ¼nftige, nicht mit Sicherheit eintretende Sach­verhaltsumstÃ¤nde berÃ¼hrt werde. Die Rekurrenten leiteten ihre Anfechtungs­befugnis allein aus dem beabsichtigten Erwerb des "PostgrundstÃ¼cks" (Kat.Nr. 13) ab. Ob eine solche HandÃ¤nderung je stattfinde, sei ungewiss; die Schweizerische Post habe den Re­kurrenten lediglich am 25. Januar 2000 "ein ohne grundbuchamtliche Eintragung gesichertes, nicht­vertragliches und unlimitiertes Vorkaufsrecht" eingerÃ¤umt. Fehle es schon an einem ak­tuellen Anfechtungsinteresse, kÃ¶nne offen bleiben, ob Ã¼berdies ein unzulÃ¤ssiger Konkur­ren­tenrekurs vorliege.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 11. Februar 2002 liessen die unterlegenen Rekurrenten dem Verwaltungsgericht beantragen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Der Beschluss des Regierungsrates ... vom 19. Dezember 2001 ... und die Baubewilligungen ... vom 5. Januar 2000 seien aufzuheben.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2. Der Projektgenehmigungsbeschluss fÃ¼r die private Baulandumlegung vom 12. Januar 2000 sei mangels formeller Koordination aufzuheben.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3. Eventuell sei der Beschluss des Regierungsrates aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. Die Vernehmlassungen von Vorinstanz und Gegenpartei seien den Be­schwerdefÃ¼hrern zur Kenntnisnahme zuzustellen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>6. Den BeschwerdefÃ¼hrern sei eine angemessene ParteientschÃ¤digung zuzusprechen."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In seiner Vernehmlassung vom 5. MÃ¤rz 2002 schloss der Regierungsrat auf Abwei­sung der Beschwerde. Der Bau- und Werkausschuss der Stadt X sowie die privaten Be­schwerdegegnerinnen beantragten am 11./18. MÃ¤rz bzw. am 9./10. April 2002 Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Letztere verlangten Ã¼berdies eine Partei­entschÃ¤di­gung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Parteivorbringen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Urteils­grÃ¼n­den Bezug genommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Nach dem vorinstanzlichen Nichteintretensbeschluss beschrÃ¤nkt sich der Streit­ge­genstand im Beschwerdeverfahren auf die Frage, ob der Regierungsrat den Rekurrenten die Anfechtungsbefugnis zu Recht abgesprochen habe. Sollte dies nicht zutreffen, wÃ¤re die Sache kraft § 64 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur materi­ellen Behandlung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 63 N. 11 und § 64 N. 2). Dem Beschwerdeantrag Ziffer 1, womit die Aufhebung der Baubewilli­gung verlangt wird, kann daher von vornherein nicht entspro­chen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Kraft § 58 Satz 2 VRG fÃ¼hrt das Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren ge­wÃ¶hnlich nur einen Schriftenwechsel durch. Weil die Beschwerdeantworten keine ent­scheid­relevanten Vorbringen enthalten, zu denen die Gegenpartei(en) angehÃ¶rt werden mÃ¼sste(n), kann von der Einholung einer Replik abgesehen werden (vgl. auch KÃ¶lz/Boss­hart/­RÃ¶hl, § 58 N. 9 ff.). Im Ãbrigen ist das Verfahren spruchreif, weshalb sich weitere Untersuchungshand­lungen erÃ¼brigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Kraft § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/­<br/> 20. Mai 1984 (PBG) ist zu Rekurs und Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnde­rung hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der Nachbar wird durch ein Bauvorhaben berÃ¼hrt, wenn er in einer hinreichend en­gen rÃ¤umlichen Beziehung zur Bauparzelle steht (RB 1995 Nr. 9 mit Hinweisen; Walter Hal­ler/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, N. 984). Ob das Erfordernis der hinreichend engen rÃ¤umlichen Beziehung zur Bauparzelle gegeben ist oder fehlt, hÃ¤ngt nicht von einer in Metern gemessenen Distanz, sondern davon ab, auf welche Ent­fernung sich das streitige Bauvorhaben im Sinn des geltend gemachten An­fechtungsinteresses auszuwirken vermag (RB 1982 Nr. 18; BGr, 26. Oktober 2000, ZBl 103/2002, S. 105). Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse ist anzunehmen, wenn der Ausgang der Verfahrens, in das sich der Nachbar einschalten will, seine InteressensphÃ¤re zu beeinflus­sen vermag, er "also einen prakti­schen Nutzen hat bzw. einen Nachteil abwenden kann, den der angefochtene Verwaltungsakt fÃ¼r ihn zur Folge hÃ¤tte" (RB 1980 Nr. 7; Haller/ Karlen, N. 986).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, dass sie sich mit der Post schon im Jahr 1994 auf einen Landabtausch verstÃ¤ndigt hÃ¤tten. Danach hÃ¤tten sie das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 13 Ã¼bernehmen und der Post im Gegenzug Miteigentum an ihrer Parzelle Kat.Nr. 12 ver­schaffen sollen. Die Realisierung dieses GeschÃ¤fts habe sich zwar verzÃ¶gert, doch habe die Post ihnen mit Schreiben vom 25. Januar 2000 ein unlimitiertes Vorkaufsrecht eingerÃ¤umt. Schon zuvor habe die Post ihnen mit zwei Vereinbarungen die Ãbertragung ihres GrundstÃ¼cks versprochen. Der gesamte Erschliessungs-, Anlieferungs- und Kunden­verkehr des angefochte­nen Projekts werde im Einbahnverkehr auf die heute schon Ã¼ber­lastete T-strasse geleitet, und zwar genau gegenÃ¼ber der Ein- und Ausfahrt in die Strasse C (= Kat.Nr. 7308), welche als Zufahrt zum PostgrundstÃ¼ck Kat.Nr. 13 diene. Die vorgese­hene Erschliessung des umstrittenen Vorhabens beeintrÃ¤chtige daher jene des Postgrund­stÃ¼cks. Als dessen "desi­gnierte KÃ¤ufer" mit einem "hundertprozentig sichere(n) Erwerbs­recht" wÃ¼rden die Beschwer­defÃ¼hrenden somit mehr als irgendein Dritter berÃ¼hrt. Am 21. Dezember 2000 habe die Post erneut bekrÃ¤ftigt, dass sie ihr GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 13 verkaufen wolle und "dieses in abseh­barer Zeit Ã¶ffentlich ausgeschrieben werde".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die privaten Beschwerdegegner unterstÃ¼tzen die Argumentation des Regierungsrats und vertreten Ã¼berdies die Auffassung, dass eine unzulÃ¤ssige Konkurrentenbeschwerde vor­liege. In gleichen Sinn Ã¤ussert sich der Bau- und Werkausschuss X, welcher hervorhebt, dass "ein verkehrstechnischer Konflikt zwischen den beiden benachbarten Baugebieten ('Q' und 'S-strasse') ... weder aus heutiger Sicht noch fÃ¼r die Zukunft ersichtlich" sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrenden leiten ihre Rechtsmittelbefugnis zu Recht nicht aus dem Eigentum an den GrundstÃ¼cken Kat.Nrn. 09 â 12 ab. Denn die letztgenannte Kat.Nr. 12 befindet sich rund 75 m vom Bauareal jenseits der T-strasse. Sodann werden die Kat.Nrn. 09 â 12 nach zutreffender Feststellung des Regierungsrats Ã¼ber die V-­strasse bzw. Ã¼ber die U-strasse erschlossen. Die nicht nÃ¤her substanzierte Behaup­tung der Beschwerde­fÃ¼hrenden, wonach sie "ihre GrundstÃ¼cke" Ã¼ber die T-strasse erschliessen, ist nach den PlÃ¤nen offensichtlich unzutreffend. Die Anbindung des Einkaufs­zentrums Q an das Ã¼ber­geordnete Strassennetz erfolgt hauptsÃ¤chlich Ã¼ber die im Rahmen des Quartierplans Q er­stellte Strasse "unterer Q" und die U-stras­se; die Zufahrt von der V-strasse hat nur unterge­ordnete Bedeutung. Als Ver­bindung zwischen V- und U-strasse dient nicht nur die T-strasse, sondern auch die weiter sÃ¼dlich zu dieser verlaufende S-strasse; eine allfÃ¤llige Ãberlastung der T-strasse bringt den Verkehrsfluss daher kaum zum Erliegen. Zur Haupt­sache leiten die BeschwerdefÃ¼hrenden ihre Rekurslegitimation aus dem Vorkaufsrecht an der "Post­liegenschaft" Kat.Nr. 13 ab. Diese stÃ¶sst zwar ebenfalls nicht an die T-strasse an, sondern liegt nÃ¶rdlich von dieser in der zweiten Bautiefe. Hingegen wird Kat.Nr. 13 <br/> â Ã¼ber die Strassenparzelle Kat.Nr. 7308 (Strasse C) â ebenso von der T-strasse her er­schlossen wie das Bauprojekt sÃ¼dlich dieser Strasse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung muss das Interesse an der Anfechtung eines bau­recht­lichen Entscheids aktuell sein (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 25; Isabelle HÃ¤ner, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZÃ¼rich 2000, Rz. 674 ff.). Dies trifft dann zu, wenn das Anfechtungsinteresse sowohl im Zeitpunkt der Anfechtung als auch im Zeit­punkt des Entscheids der RechtsmittelbehÃ¶rde vorliegt. Gelegentlich kommt es vor, dass das Anfechtungsinteresse im Lauf des Rechtsstreits wegfÃ¤llt, etwa weil in einer Baurechtsstreitig­keit der RechtsmittelklÃ¤ger seine Opposition aufgibt oder sein GrundstÃ¼ck verÃ¤ussert. Unter solchen UmstÃ¤nden wird das Verfahren gegenstandslos (RB 1983 Nr. 11; HÃ¤ner, Rz. 674). Die umgekehrte Konstellation, nÃ¤mlich dass ein An­fechtungsinteresse ursprÃ¼nglich fehlt und erst wÃ¤hrend des Rekursverfahrens eintritt, ist selten (vgl. HÃ¤ner, Rz. 686 ff., auch zum folgenden Satz). Die nachtrÃ¤gliche Heilung man­gelnder Prozessvoraussetzungen wird gewÃ¶hnlich dann als unzulÃ¤ssig angesehen, wenn es um unmittelbar fristgebundene Handlungen, wie etwa die rechtzeitige Erhebung einer Be­schwerde geht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung vom 5. Januar 2000 bzw. der Zu­stim­mung zur ProjektÃ¤nderung am 11. April 2001 verfÃ¼gten die BeschwerdefÃ¼hrenden Ã¼ber eine "AbsichtserklÃ¤rung" der Schweizerischen Post, Immobilien, vom 3. Februar 1999. Danach erklÃ¤rte sich die Post bereit, diesen ihre Liegenschaft Kat.Nr. 13 "zu einem Preis von Fr. 1'000.- bis Fr. </span>1'500.-/m<sup>2</sup>" zu verkaufen<span>. Die unter verschiedenen Vorbehal­ten abgegebene ErklÃ¤rung sollte nur solange gelten, bis definitiv feststehe, dass die von den BeschwerdefÃ¼h­renden geplante Ãberbauung "nicht innert nÃ¼tzlicher Frist realisierbar" sei. Am 25. Januar 2000 gewÃ¤hrte die Post den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r diese Parzelle ein "ohne grundbuch­amtliche Eintragung" gesichertes, "nichtvertragliches unlimitiertes Vor­kaufsrecht". WÃ¤hrend des hÃ¤ngigen Rekursverfahrens widerrief die Post die Absichts­erklÃ¤­rung am 21. Dezember 2000 und teilte mit, statt dessen werde das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 13 dem Meistbietenden ver­Ã¤ussert; das Vorkaufsrecht bleibe jedoch bestehen. An dieser Rechtslage hat sich bis zum Ent­scheid des Regierungsrats bzw. dem heute ergehenden Ur­teil des Verwaltungsgerichts nichts geÃ¤ndert.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Kurz nach Erteilung der angefochtenen Baubewilligung erhielten die Beschwerde­fÃ¼h­renden demnach ein unlimitiertes Vorkaufsrecht am "PostgrundstÃ¼ck" Kat.Nr. 13; zu einer weitergehenden Bindung oder gar zu einer HandÃ¤nderung haben die jahrelangen Ver­handlun­gen der BeschwerdefÃ¼hrenden mit der Post nicht gefÃ¼hrt. Weil fÃ¼r die EinrÃ¤u­mung eines Vor­kaufsrechts nach Art. 216 Abs. 3 OR einfache Schriftlichkeit genÃ¼gt und das EinverstÃ¤ndnis der BeschwerdefÃ¼hrenden vorausgesetzt werden kann, ist diese Be­rechti­gung mit dem Schrei­ben vom 25. Januar 2000 zustande gekommen. Laut Art. 216c OR kann das Vorkaufsrecht geltend gemacht werden, wenn das GrundstÃ¼ck verkauft wird so­wie bei jedem anderen RechtsgeschÃ¤ft, das wirtschaftlich einem Verkauf gleichkommt (Abs. 1). Nicht als Vorkaufs­fall gelten namentlich die Zuweisung an einen Erben in der Erbteilung, die Zwangsversteige­rung und der Erwerb zur ErfÃ¼llung Ã¶ffentlicher Aufgaben (Abs. 2). Im Unterschied zu einem Kaufsrecht, das dem Berechtigten die MÃ¶glichkeit ver­schafft, durch einseitige ErklÃ¤rung eine Sache â unter gewissen vereinbarten Vorausset­zungen â zu erwerben (Gauch/Schluep/ Schmid/­­Rey, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 7. A., 1998, Rz. 69, 487 und 1097; Christian BrÃ¼ckner, in: Alfred Koller (Hrsg.), Der GrundstÃ¼ckkauf, 2. A., Bern 2001, § 11 Rz. 12 ff.), hat der Vorkaufsberech­tigte keine solche MÃ¶glichkeit. Ihm steht ledig­lich das Recht zu, im Fall einer VerÃ¤usse­rung der Sache diese an sich zu ziehen (BrÃ¼ckner, § 11 Rz. 40 ff.). Ob und wann der Ei­gentÃ¼mer die Sache verkauft oder ein wirtschaftlich gleichwertiges GeschÃ¤ft abschliesst, ist ungewiss. Vorliegend sind seit der EinrÃ¤umung des Vorkaufsrechts denn auch bald 2 ½ Jahre verstrichen, ohne dass die Post aktenkundige Ver­kaufsanstrengungen unternommen hÃ¤tte. Sollte ein Verkauf tatsÃ¤chlich zustande kommen, steht es ferner ungeachtet der Ab­sichtserklÃ¤rungen der BeschwerdefÃ¼hrenden nicht fest, ob diese vom Vorkaufsrecht tat­sÃ¤chlich Gebrauch machen oder nicht. Unter solchen UmstÃ¤nden ist mit dem Regierungsrat davon auszugehen, dass die blosse MÃ¶glichkeit eines Erwerbs des "PostgrundstÃ¼cks" Kat.Nr. 13 den Vorkaufsberechtigten heute kein Recht verschafft, die mit dem Eigentum an diesem GrundstÃ¼ck mutmasslich verbundenen RekursmÃ¶glichkeiten auszu­schÃ¶pfen. Ob das Rechtsmittel Ã¼berdies auf eine unzulÃ¤ssige Konkurrentenbeschwerde hin­auslaufe, kann unter diesen UmstÃ¤nden dahingestellt bleiben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese ErwÃ¤gungen fÃ¼hren zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Auch wenn der Regierungsrat auf den Rekurs nicht eingetreten ist, hat er auf­sichts­rechtlich geprÃ¼ft, ob die neben dem kommunalen Bauentscheid zusÃ¤tzlich erforderli­chen Be­willigungen entsprechend den Anforderungen von Art. 25a des Raumplanungsge­setzes vom 22. Juni 1979/6. Oktober 1995 mit diesem koordiniert worden seien, und ist zu einem positi­ven Ergebnis gekommen. Weil dem Verwaltungsgericht gegenÃ¼ber dem Re­gierungsrat keine Aufsichtsbefugnisse zukommen, ist der Koordinationsfrage nicht weiter nachzugehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>