B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7713/2016 U r t e i l v o m 2 2 . F e b r u a r 2 0 1 9 Besetzung Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (...), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 7. November 2016 / (...). D-7713/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Tamile, reiste seinen Angaben zu- folge am (...) 2014 illegal über den Flughafen Colombo aus seinem Hei- matstaat aus und gelangte über mehrere Länder am (...) 2014 in die Schweiz. Am selben Tag suchte er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nach. Am 6. Januar 2015 wurde er zu seiner Person und summarisch zu seinen Asylgründen befragt (Befragung zur Person; BzP). Am 26. Januar 2016 hörte das SEM den Beschwerdeführer vertieft an. In den Anhörungen machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen gel- tend, er habe seit seiner Geburt bis ins Jahr 2002 in C._______ gelebt, das zum „südlichen Bezirk“ respektive zu D._______ und zur „südlichen Pro- vinz“ gehöre. In der Folge sei er wegen des Kriegs für zwei Jahre nach E._______ gezogen. Im Jahr 2004 sei er nach C._______ zurückgekehrt. Er sei Leiter respektive Sekretär eines sozialen, den Sport fördernden Ver- eins gewesen beziehungsweise habe dessen Leitungs-Komitee angehört. F._______ (nachstehend: F._______) von der Tamil National Alliance (TNA) habe bei den Parlamentswahlen für die „südliche Provinz“ kandidiert und sei in dieser Angelegenheit an den Vorsitzenden des Vereins gelangt. Daraufhin habe ihn der Beschwerdeführer während der Wahlpropaganda im (...) 2013 unterstützt. Er sei zwar nicht TNA-Mitglied, habe sich aber für die Partei einsetzen wollen. Die TNA sei oppositionell und setze sich für die Rechte der Tamilen ein. Er sei während eines M onats von Haus zu Haus gegangen und habe Plakate aufgeklebt. Das Aufhängen der Plakate sei zwar legal, aber doch irgendwie verboten gewesen. Die gesamten Aktivi- täten seien schon damals von der Geheimpolizei beobachtet worden. Mit- arbeiter des Criminal Investigation Department (CID) seien jeweils in Zivil auf Motorrädern anwesend gewesen. Es habe auch eine Zusammenkunft aller Kandidaten im Sportstadion stattgefunden und während Sportwettbe- werben seien jeweils Kandidierende gekommen, um für sich zu werben. Der Beschwerdeführer habe alles organisiert, damit sie sich auf der Bühne hätten präsentieren und die Sieger ehren können. Wenn dies in den Zei- tungen angekündigt wo rden sei, seien auch Mitarbeiter des CID präsent gewesen. Als sich der Beschwerdeführer und seine Begleiter auf dem Rückweg von der Wahlpropaganda befunden hätten, seien sie von Ange- hörigen des CID angesprochen worden. Diese hätten (...) mit sich geführt und sie schlagen wollen. Sie hätten die mit sich geführten Plakate fallen D-7713/2016 Seite 3 gelassen und seien in ein benachbartes Haus geflohen, wobei (...) Perso- nen aus ihrer Gruppe verletzt worden seien. Der Vorsitzende des Vereins habe dann F._______ angerufen, welcher sofort mit der Polizei gekommen sei. Die sri-lankische Armee habe Titel von von ihr besetzt gehaltenen Grund- stücken Angehörigen der singhalesischen Bevölkerung übergeben. Dage- gen habe der Beschwerdeführer mit betroffenen Grundeigentümern und Vertretern der TNA protestiert. Am (...) 2014 habe er mit seinen Freunden in G._______ an einer solchen Demonstration teilgenommen. Dabei hätten sie die Armee aufgefordert, die besetzten Grundstücke freizugeben. Sie hätten (...) und eine Puppe des Präsidenten Mahinda Raja-paksa angezün- det. Es sei zum Wortstreit zwischen der Armee und den Demonstrierenden gekommen. Weil Parlamentsabgeordnete der TNA anwesend gewesen seien, sei die Armee nicht eingeschritten und es sei zu keinen Zwischen- fällen gekommen. Am (...) 2014 sei sein Freund H._______, der ebenfalls an der Demonstration teilgenommen habe, verhaftet beziehungsweise auf der Strasse angehalten und geschlagen worden. H._______ sei von der Armee ausführlich über den Beschwerdeführer und seinen anderen Freund Ketheswaran befragt worden. H._______ habe sich ins Spital begeben. Von dort aus habe er beziehungsweise hätten seine Eltern, da er im Koma gelegen sei, den Beschwerdeführer angerufen und ihm mitgeteilt, dass das CID intensiv nach ihm suche und er sich versteckt halten solle. In derselben Nacht sei I._______, der ein rehabilitiertes Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) gewesen sei, in J._______ erschossen worden. Der Beschwerdeführer habe sofort davon erfahren und deshalb bei Verwand- ten übernachtet. Am selben Tag sei er zuhause gesucht worden. Es seien (...) und sein Vater sei geschlagen worden. Daraufhin habe er sich während dreier Monate bis zur Ausreise bei seinem K._______ in L._______ ver- steckt. Er sei auch nach seiner Ausreise gesucht worden. Im (...) 2015 habe man ihn erneut zuhause gesucht. Er selbst sei nicht in Verbindung mit der Bewegung gestanden, habe je- doch Heldengedenktage besucht und Lichter angezündet. Er habe für die LTTE auch Plakate angebracht und Bäume gepflanzt. Auf den Plakaten, die Heldengedenktage angekündigt hätten, seien Kerzen, Waffen und Grabstätten zu sehen gewesen. Sie hätten implizit vermittelt, dass es die Bewegung noch gäbe und die Organisation wiederbelebt würde. Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine sri-lan- kische Identitätskarte zu den Akten. D-7713/2016 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 7. November 2016 – eröffnet am 9. November 2016 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und verfügte den Wegweisungsvollzug. C. Mit Schreiben vom 16. November 2016 informierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das SEM über seine Mandatierung und ersuchte um vollständige Akteneinsicht sowie namentlich in die von seinem Mandanten eingereichten Aktenstücke oder die ihm bereits d irekt zugestellten und in die als unwesentlich bezeichneten oder auf deren Edierung aus ökologi- schen Gründen verzichtet worden war. D. Mit Schreiben vom 22. November 2016 gewährte das SEM dem Beschwer- deführer Einsicht in die Verfahrensakten mit Ausnahme der internen Akten. E. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2016 erhob der Beschwerdeführer gegen die Verfügung der Vorinstanz durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Dabei beantragte er, es sei festzustellen, dass die Verfügung des SEM vom 7. November 2016 den Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung verletze und deshalb nichtig sei. Das SEM sei anzuweisen, das Asylverfahren des Beschwerdeführers weiterzu- führen. Die Verfügung des SEM sei wegen Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf das rechtliche Gehör aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung des SEM aufzuheben und die Sache sei zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen. Eventuell sei die Verfügung des SEM wegen Verlet- zung der Begründungspflicht aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen. Für den Fall, dass die Sache nicht an die Vorinstanz zurückgewiesen werde, stellte er folgende Beweisanträge: Der Beschwerdeführer sei erneut anzuhören durch eine Fachperson mit aus- reichendem Hintergrundwissen zu Sri Lanka (1); inhaltlich identischer An- trag, falls von Seiten des Bundesverwaltungsg erichts Zweifel an seinem belegten exilpolitischen Engagement bestünden (2); allenfalls sei eine an- gemessene Frist zur Einreichung einer Stellungahme sowie allenfalls wei- terer Beweismittel zu seinem exilpolitischen Engagement anzusetzen (3); sollte von Sei ten des Bundesverwaltungsgerichts angezweifelt werden, D-7713/2016 Seite 5 dass er aufgrund seines Risikoprofils bei einer Rückkehr nach Sri Lanka eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten habe, wäre ihm eine ange- messene Frist zur Beibringung einer weiteren Dokumentation des entspre- chenden asylrelevanten Risikoprofils anzusetzen (4). Eventuell sei die Ver- fügung des SEM aufzuheben und es sei die Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers festzustellen. Es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewäh- ren. Eventuell sei die Verfügung des SEM betreffend die Ziffern 3 und 4 (recte: 4 und 5) aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. Zudem bean- tragte der Beschwerdeführer die Bekanntgabe der mit dem Beschwerde- verfahren betrauten Gerichtspersonen sowie die Bestätigung durch das Gericht, dass diese Personen zufällig ausgewählt worden seien. F. Mit Schreiben vom 19. Dezember 2016 bestätigte das Bundesverwaltungs- gericht dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde. G. Mit Zwischenverfügung vom 21. Dezember 2016 gab der damals zustän- dige Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer den voraussichtlichen Spruchkörper des Beschwerdeverfahrens bekannt und verwies betreffend die Zufälligkeit der Zusammenset zung auf das Geschäftsregle ment vom 17. April 2008 für das Bundesverwaltungsgericht (VGR, SR 173.320.1). Ausserdem forderte er den Beschwerdeführer auf, innert Frist einen Kos- tenvorschuss zu leisten. H. Mit Eingabe vom 5. Januar 2017 ersuchte der Beschwerdeführer unter Bei- lage einer Fürsorgebestätigung um Befreiung von der Bezahlung der Ver- fahrenskosten und um Verzicht auf die Erhebung des Kostenvorschusses. I. Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2017 hiess der damals zuständige Instruktionsrichter das Gesuch um Erlass der Verfahrensko sten gut, ver- zichtete wiedererwägungsweise auf die Erhebung des Kostenvorschusses und ersuchte die Vorinstanz, eine Vernehmlassung einzureichen. J. Nach erstreckter Frist reichte das SEM am 16. Februar 2017 eine Ver- nehmlassung beim Bundesverwaltungsgericht ein. D-7713/2016 Seite 6 K. Mit Instruktionsverfügung vom 22. Februar 2017 gab das Gericht dem Be- schwerdeführer Gelegenheit, eine Replik einzureichen. L. Mit Eingabe vom 9. März 2017 replizierte der Beschwerdeführer und reichte weitere Beweismittel (Beilagen 26–39) zu den Akten. M. Mit Instruktionsverfügung vom 20. November 2018 wurde das SEM um Einreichung einer ergänzenden Vernehmlassung ersucht. Diese datiert vom 29. November 2018 und wurde dem Beschwerdeführer am 4. respek- tive 19. Dezember 2018 zur Kenntnis gebracht. N. Mit Instruktionsverfügung vom 21. Januar 2019 wurde dem Beschwerde- führer mitgeteilt, dass das vorliegende Beschwerdeverfahren aus organi- satorischen Gründen am 18. Januar 2019 zur Behandlung auf Richter Jürg Marcel Tiefenthal übertragen worden sei. O. Mit Eingabe vom 29. Januar 2019 ersuchte der Rechtsvertreter um Erläu- terung der Gründe für die Übertragung des Beschwerdeverfahrens und um Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung einer Beschwerde- ergänzung mit der aktuellsten asylrelevanten Entwicklung. P. Mit Zwischenverfügung vom 31. Januar 2019 teilte der Instruktionsrichter dem Rechtsvertreter die Gründe für die Verfahrensübertragung mit und wies den Antrag auf Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung unter Ver- weis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ab. Q. Mit Beweismitteleingabe vom 6. Februar 2019 (vorab per Telefax) äusserte sich der Rechtsvertreter zur aktuellen Lage in Sri Lanka, reichte diesbe- züglich die auf einer CD-R gespeicherten Beilagen 40–78 ein und ersuchte um Berücksichtigung seiner Ausführungen bei der Beurteilung der Vorbrin- gen des Beschwerdeführers. D-7713/2016 Seite 7 R. Auf die zahlreichen mit den Eingaben des Beschwerdeführers als Beweis- mittel eingereichten Beilagen wird – soweit für den vorliegenden Entscheid wesentlich – in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Gericht – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über den Antrag des Beschwerdeführers auf Bekanntgabe des Spruchkör- pers sowie auf Bestätigung durch das Gericht, dass diese Personen zufäl- lig ausgewählt worden seien, wurde mit Zwischenverfügung vom 21. De- zember 2016 befunden. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozia len Gruppe oder wegen ihrer D-7713/2016 Seite 8 politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, d es Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hie r verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2). 4.4 4.4.1 Das SEM begründete seinen ablehnenden Asylentscheid mit der Un- glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. So habe er wider- sprüchlich geschildert, von wem er nach der Anhaltung s eines Freundes H._______ nach der Teilnahme an der Demonstration informiert worden sei. Ausserdem habe er in der BzP gesagt, dass der Freund verhaftet wor- den sei, wogegen er in der Anhörung erklärt habe, dass dieser auf der Strasse angehalten und geschlagen worden sei, ohne verhaftet worden zu sein. Weil seine Aussagen bezüglich der Folgeereignisse zur Demonstrati- onsteilnahme so widersprüchlich ausgefallen seien, könnten ihm diese Vorbringen nicht geglaubt werden. Sein Vorbringen, dass er nach der Teil- nahme an der Demonstration gesucht worden sei, sei auch nicht glaubhaft, weil er gesagt habe, dass sich die Verfolgung auf den einen Freund ([I._______]) beschränkt habe, der ein rehabilitiertes ehemaliges LTTE - Mitglied gewesen sei. Deswegen sei dieser umgebracht worden, wogegen ein anderer Freund ([H._______]), der lediglich an der Demonstration teil- genommen und davor keine Verbindungen zur Bewegung gehabt habe, wieder freigelassen worden sei. Somit wäre auch nicht logisch, dass der Beschwerdeführer verfolgt worden wäre, zumal er auch keine Verbindun- gen zu den LTTE gehabt habe. Als er gemerkt habe, dass seine Vorbringen unlogisch seien, habe er noch geltend gemacht, er hätte solche Verbindun- gen gehabt, da er an Heldengedenktagen Lichter angezündet und Plakate D-7713/2016 Seite 9 aufgehängt habe, was eine verbotene Handlung gewesen sei. Dieses Vor- bringen sei als nachgeschoben und somit als unglaubhaft einzustufen. Es erwecke den Eindruck, dass er das nachgeschoben habe, um eine mut- massliche Gefährdung in Sri Lanka zu konstruieren. Der Beschwerdeführer habe erklärt, die Soldaten hätten nichts gegen die Demonstration unternommen, weil sie von der TNA organisiert und unter- stützt worden sei und Parteimitglieder anwesend gewesen sei en. Ausser- dem seien Polizisten vor Ort gewesen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Demonstration sei ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen. Die TNA sei eine legale Partei und auch im Parlament vertreten. Demzufolge sei es sehr unwahrscheinlich, dass er in diesem Zusammenhang Nachteile zu befürchten gehabt hätte. Ohne auf die Glaubhaftigkeit des Vorfalls, der sich während der Wahlpro- paganda ereignet habe, einzugehen, sei festzuhalten, dass der Beschwer- deführer nicht wisse, ob die Personen, die ihn damals angesprochen hät- ten, vom CID seien, habe er dies doch auf mehrmaliges Fragen hin nicht plausibel zu erklären vermocht. Auch habe er nach den mutmasslichen An- griffen polizeilichen Schutz erhalten. Gemäss der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka und gestützt auf seine Aussagen sei wegen seiner Teilnahme an der Demonstration und der Be- teiligung an der Wahlpropaganda keine Verfolgungssituation abzuleiten. Somit sei auch eine asylrelevante Verfolgung wegen seiner Unterstützung einer legalen Partei sehr unwahrscheinlich. Allgemein sei festzuhalten, dass seine Aussage n insgesamt zu generell und stereotyp ausgefallen seien. Auf die Fragen, weshalb er hätte gefähr- det sein sollen oder bei einer Rückkehr gefährdet sein könnte, habe er ge- nerell und unpersönlich geantwortet. Seine diesbezüglichen Aussagen wie- sen keine persönliche Komponente auf. Es sei noch zu prüfen, ob er im Falle einer Rückkehr dennoch begründete Furcht vor Verfolgung habe. Dazu habe die Rechtsprechung Risikofaktoren gebildet. Seine tamilische Ethnie und seine Landesabwesenheit von rund zwei Jahren reichten gemäss Praxis nicht aus, um von Verfolgungsmass- nahmen bei seiner Rückkehr auszugehen. Darüber hinaus sei auch in Be- rücksichtigung des Umstands, dass er das Land illegal verlassen habe, nicht davon auszugehen, dass er in den Augen der sri -lankischen Sicher- heitsbehörden als Per son gelte, die eine besonders enge Beziehung zu D-7713/2016 Seite 10 den LTTE gepflegt habe. So habe er angegeben, nicht mit der Bewegung in Verbindung gestanden zu sein, und dann unglaubhaft geltend gemacht, Plakate für die LTTE aufgehängt zu haben. Es bestehe somit kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in ab- sehbarer Zukunft asylrelevanten Massnahmen ausgesetzt sein würde. 4.4.2 In seiner Beschwerde führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er habe am (...) 2016 sowie am (...) 2016 an zwei Grossdemonstrati- onen in M._______ vor (...) teilgenommen, in welchen Tausende von Tami- len aus ganz Europa gegen den Genozid an den Tamilen in Sri Lanka für eine unabhängige internationale Untersuchung und für Ge rechtigkeit für die Tamilen in Sri Lanka im Allgemeinen demonstriert hätten. Beide De- monstrationen hätten ein weites internationales Medienecho ausgelöst. Bei der Demonstration vom (...) 2016 habe er sich mit besonders provokativen Schildern und Transparenten exponiert. Als Beweismittel reichte er die Be- schwerdebeilagen 8–11 (Medienberichte) und 12–20 (Fotos, auf denen der Beschwerdeführer abgebildet ist) ein. Insbesondere halte er auf einem der Fotos ein Schild auf, auf dem in englischer und tamilischer Sprache stehe, dass die LTTE die einzigen authentischen nationalen Volksvertreter seien. Ein anderes Schild zeige Leichen von Tamilen und verlange eine unabhän- gige internationale Untersuchung des tamilischen Genozids. Da die sri-lan- kischen Behörden die exilpolitischen Aktivitäten der tamilischen Diaspora, insbesondere mithilfe von Gesichtserkennung ssystemen, rigoros über- wachten, sei davon auszugehen, dass sie von den exilpolitischen Tätigkei- ten des Besch werdeführers wüssten. Da das SEM es trotz der grossen zeitlichen Distanz zwischen Anhörung und Entscheid unterlassen habe, den Beschwerdeführer erneut anzuhören, habe es seine exilpolitischen Tä- tigkeiten weder erfasst noch abgeklärt. Daraus ergebe sich insgesamt ein schwerer Mangel in der Sachverhaltsabklärung, welcher zwingend für sich alleine genommen zu einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache zu führen habe. Des Weiteren erfülle der Be- schwerdeführer zahlreiche der im Referenzurteil des Bundesverwaltungs- gerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (nachstehend: Referenzurteil E-1866/2015) definierten Risikofaktoren. So sei er konkret in einer spezifi- schen Funktion für die Sache der LTTE und den tamilischen Separatismus tätig gewesen, habe sich wiederholt für das Wiederaufflammen des tamili- schen Separatismus betätigt und verfüge somit über eine Verbindung zu den LTTE und ihrem Gedankengut (1). Durch die Befragung seines Freun-D-7713/2016 Seite 11 des H._______ seien die sri -lankischen Behörden über dieses Engage- ment informiert worden, weshalb mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass sein Name nach seinem Untertauchen auf der Stop- List der sri-lankischen Behörden stehe (2). Er habe sich exilpolitisch öffent- lich für den tamilischen Separatism us und die Wiederbelebung der LTTE eingesetzt; auch deshalb sei davon auszugehen, dass er auf der Stop-List vermerkt sei (3). Er habe sich über längere Zeit im Ausland aufgehalten (4). Er verfüge über keine gültigen Identitäts- und Ausweispapiere (5). In ihrer Kumulation ergebe sich, dass diese Risikofaktoren nach geltender Recht- sprechung zwingend zu einer Bejahung der Flüchtlingseigenschaft des Be- schwerdeführers führen müssten. Es sei davon auszugehen, dass er auf der „Stop-List“ der sri-lankischen Behörden aufgeführt sei und deshalb bei einer erneuten Einreise sofort inhaftiert würde. Deshalb sei klar, dass er bei einer allfälligen Rückkehr nach Sri Lanka den Flughafen in Colombo nicht unbemerkt würde verlassen können, was zu einer Verhaftung entweder di- rekt am Flughafen oder aber zu einem späteren Zeitpunkt führen würde, dies mit den entsprechenden asylrelevanten Folgen. Insoweit sei er als Flüchtling anzuerkennen und sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. Zudem wurde an der Glaubhaftigkeit der Vorbringe n festgehalten. Die Vorinstanz habe die von ihm geltend gemachten Verbindungen zu den LTTE zu Unrecht als nachgeschoben und unglaubhaft qualifiziert und dar- aus den Widerspruch konstruiert, wonach es unlogisch sei, dass der über keine Verbindungen zu den LTTE verfügende H._______ freigelassen wor- den sei, während der ebenfalls über keine solche Verbindung en verfü- gende Beschwerdeführer verfolgt worden wäre. Schliesslich habe das SEM aus den Tätigkeiten des Beschwerdeführers für die TNA und seiner Demonstrationsteilnahme zu Unrecht keine Verfolgungssituation abgelei- tet, dokumentierten doch einschlägige Länderinformationen zahlreiche Übergriffe auf Mitglieder und Sympathisanten der TNA und zeigten, dass solche insbesondere im Zusammenhang mit LTTE-Verbindungen tatsäch- lich relativ häufig zu einer asylrelevanten Verfolgung führen könnten. Sollte die Glaubwürdigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers dennoch wei- terhin in Frage gestellt werden, müsste ihm die Möglichkeit gegeben wer- den, sich im Rahmen einer Anhörung zu den erhobenen Vorwürfen zu äus- sern. 4.4.3 Das SEM argumentierte in seiner Vernehmlassung, es sei langjäh- rige Praxis, insbesondere im EVZ B._______, dass nur das Kürzel der SEM-Mitarbeiterin und kein vollständiger Name ersichtlich sei. Mit dem Kürzel sei jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin amtsintern identifizierbar. D-7713/2016 Seite 12 Falls nötig könne jederzeit nachvollzogen werden, wer den Entscheid ge- fällt und welche (r) Vorgesetzte(r) mitunterschrieben habe. Mithin sei die Verfügung keineswegs nichtig. In materieller Hinsicht habe der Beschwer- deführer in der Anhörung gesagt, dass er nicht in Verbindung zu den LTTE gestanden sei. Er habe aber Heldengedenktage besucht, Lichter angezün- det und Plakate angebracht. Obwohl er in der Einleitung der BzP und der Anhörung darauf hingewiesen worden sei, alles über seine Tätigkeiten für die LTTE zu erzählen, habe er bis zum Schluss der Anhörung nichts er- wähnt. Erst als er gemerkt habe, dass keine Gefährdung in Sri Lanka gel- tend gemacht werden könne, habe er dies nachgeschoben. Diesbezüglich hielt das SEM vollumfänglich an seinen Ausführungen im Entscheid fest. Des Weiteren sei der Beschwerdeführer bei der Anhörung darauf aufmerk- sam gemacht worden, dass er das SEM während des gesamten weiteren Asylverfahrens über allfällige Ereignisse, insbesondere auch politische Tä- tigkeiten in der Schweiz, zu informieren habe. Dies gehöre zu seiner Mit- wirkungspflicht und das SEM müsse nicht nochmals zu einer Anhörung ein- laden, um allfällige weitere Ereignisse zu prüfen. Sodann habe die TNA gemäss SEM – Focus Sri Lanka vom 5. Juli 2016 – Lagebild 2016 nach den Parlamentswahlen im August 2015 im Parlament offiziell die Rolle der Opposition übernommen. Ausserdem besetze die TNA im Parlament der Nordprovinz alle wichtigen Positionen auf Provinz- und Bezirksebene. Die Beschwerdebeilagen 3–7 bezögen sich nicht auf den Beschwerdeführer, sondern seien Berichte zu anderen Fällen, die seinem ähnlich sein sollen. Deswegen nehme das SEM keine Stellung dazu. Im Übrigen verwies es auf seine diesbezüglichen Erwägungen. Der Beschwerdeführer habe seine Pflicht, das SEM über neu eintretende Ereignisse zu informieren, verletzt. Im Zusammenhang mit seiner Teilnahme an den beiden erwähnten De- monstrationen sei nicht davon auszugehen, dass er sich in erheblicher Weise exilpolitisch betätigt habe. Das Bundesverwaltungsgericht vertrete die Auffassung, dass angesichts des gut aufgestellten und technisch hoch entwickelten Nachrichtendienstes Sri Lankas davon auszugehen sei, dass die sri-lankischen Behörden blosse „Mitläufer“ von Massenveranstaltungen als solche identifizieren könne und diese in Sri Lanka mithin nicht als Ge- fahr wahrgenommen würden. Mitläufertätigkeiten von untergeordneter Be- deutung wie etwa das Tragen von Flaggen reichten für die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht aus, da diese das Verfolgungsinteresse des tamilischen Staats nicht auslösten. Vielmehr müsse die Person von staatlicher Seite als ein überzeugter Aktivist im Bestreben der (radikalen) Diaspora für einen separaten tamilischen Staat wahrnehmbar sei n. Dabei bezog sich das SEM auf das Referenzurteil E -1866/2015. Die Beschwer- debeilagen 8–11 wiesen wiederum keine Hinweise zu den Vorbringen des D-7713/2016 Seite 13 Beschwerdeführers auf, weswegen nicht darauf eingegangen werde, wäh- rend die Beilagen 12 –20 ihn mit Plakaten etc . an den Demonstrationen zeige. Wie bereits erwähnt, sei daraus nicht eine exponierte Stellung des Beschwerdeführers zu erkennen. Er sei einer von vielen und erwecke da- mit noch kein Interesse des tamilischen Staats. Beschwerdebeilage 24 (Sri Lanka – Bericht zur aktuellen Lage; Stand: 12. Oktober 2016; recherchiert und verfasst durch das Advokaturbüro des Rechtsvertreters) stütze sich auch auf aktuelle Länderinformationen des SEM. Schliesslich sei der Be- schwerdeführer in der BzP und Anhörung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, insbesondere Tätigkeiten für die LTTE offenzulegen. Es sei nahe- liegend, dass man davon ausgehe, dass es nachgeschoben sei, wenn erst am Ende der Anhörung diesbezügliche Vorbringen vorgebracht würden. 4.4.4 Der Beschwerdeführer hielt in der Replik an seinem Vorwurf fest, das SEM habe es in der angefochtenen Verfügung unterlassen, deutlich und nachvollziehbar zu machen, wer diese erlassen habe. Sodann deute nichts darauf hin, dass der Beschwerdeführer in seiner Anhörung bewusst Tatsa- chen nachgeschoben habe, um seinem Asylgesuch Nachdruck zu verlei- hen. Aus seiner Perspektive habe sein Engagement für die TNA seine asyl- relevante Verfolgung ausgelöst. Infolgedessen sei es nur konsequent, zu- erst diesen Sachverhalt zu schildern und erst anschliessend seine Verbin- dung zu den LTTE zu erwähnen. Letztere sei ja zunächst nicht in einem direkten Zusammenhang mit seiner Verfolgung gestanden, sondern nur aufgrund seiner Tätigkeit für die TNA und der Befragung seines Freundes H._______ den sri-lankischen Behörden bekannt geworden. Des Weiteren könne auch keineswegs von einer diametralen Abweichung seiner Aussa- gen anlässlich der BzP und von denen in der Anhörung vom 26. Januar 2016 gesprochen werden. Vielmehr sei klar, dass er sein Engagement für die TNA und die LTTE als Teil eines breiteren Engagements für die Gerech- tigkeit und Gleichstellung der Tamilen in Sri Lanka sehe. Sodann hielt er daran fest, dass er wegen der zwischen seiner Anhörung und dem Ent- scheid des SEM vergangenen Zeit von neun Monaten sein ex ilpolitisches Engagement in seinem Asylverfahren nicht habe geltend machen können, wobei er seine Mitwirkungspflicht nicht verletzt habe. In einem Rechtsgut- achten vom 23. Februar 2014 (Beilage 26) habe Prof. Dr. Walter Kälin empfohlen, die Nähe zwischen An hörung und Entscheid sicherzustellen. Der Beschwerdeführer habe nie behauptet, dass es sich bei der TNA um eine illegale Partei handeln soll, sondern er habe mit Beweismitteln (Be- schwerdebeilagen 3–7) belegt, dass in Sri Lanka ein politisches Engage- ment für eine legale – aber häufig als LTTE-Nachfolgeorganisation stigma-D-7713/2016 Seite 14 tisierte – politische Partei zu Verdächtigung und allenfalls zu einer asylre- levanten Verfolgung führen könne. Zudem sei belegt worden, dass solche Verfolgungshandlungen häufig niederschwellige Unterstützer und Sympa- thisanten der TNA träfen. Insbesondere wenn wie beim Beschwerdeführer zusätzliche LTTE-Verbindungen vorhanden seien, erwecke ein TNA-Enga- gement in den Augen der sri-lankischen Behörden den Verdacht auf Wie- derbelebungsbestrebungen des tamilischen Separatismus. Im Referenzur- teil E-1866/2015 (E. 8.5.4) habe das Bundesverwaltungsgericht ausge- führt, dass geltend gemachte Aktivitäten dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermöch- ten, wenn der betroffenen Person seitens der sri -lankischen Behörden in- folgedessen ein überzeugter Aktivismus mit dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus zugeschrieben w ürde. Dass sich eine Per- son in besonderem Masse exilpolitisch exponiere, sei dafür nicht erforder- lich. Durch seine Demonstrationsteilnahmen habe sich der Beschwerde- führer besonders exponiert. Schliesslich weise er aufgrund seines LTTE - und TNA -Engagements bereits intensive separatistische Bestrebungen auf, was sein Profil weiter sc härfe. Aus der Vernehmlassung ergebe sich, dass sich das SEM nicht auf aktuelle Länderinformationen stütze. Zu den jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka reichte er weitere Berichte ein (Beila- gen 28–39). Vor diesem Hintergrund sei klar, dass er in Sri Lanka aufgrund seines (exil-)politischen Profils jederzeit eine asylrelevante Verfolgung durch die sri-lankischen Sicherheitskräfte zu befürchten habe. 4.4.5 In der ergänzenden Vernehmlassung vom 28. November 2018 legte das SEM die Namen der für die angefochtene Verfüg ung verantwortlich zeichnenden Personen samt den entsprechenden Funktionsbezeichnun- gen und Kürzeln offen. 5. 5.1 In der Beschwerde wurden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa- tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügte zur Hauptsache eine Verletzung der Rechtsgleichheit, eine Verlet- zung des rechtlichen Gehörs, eine Verletzung der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sach verhalts sowie eine Verletzung der Begründungspflicht. 5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter B stn. a-e aufgelisteten D-7713/2016 Seite 15 Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mit- wirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu ge- hört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzuge- ben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der Anhö- rung die Asylgründe darzulegen, a llfällige Beweismittel vollständig zu be- zeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung der biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verl etzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri- ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor- den sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe- sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT- SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 5.3 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Ei nzelnen ein- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die ei ner Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begr ündung muss so ab- gefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachge- recht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nen- nen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren D-7713/2016 Seite 16 Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor- bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 5.4 5.4.1 Der Beschwerdeführer brachte zunächst vor, die angefochtene Ver- fügung enthalte zwar das Kürzel N._______. Daraus könnten jedoch keine Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche/r Sachbearbeiter/in für die- sen Entscheid verantwortlich sei, weshalb für den Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar sei, wer jenen überhaupt erlassen habe. Die nicht lesbaren Unterschriften, teilweise mit dem Vermerk „i.V.“, sowie die vorgedruckten Funktionsbezeichnungen als „Fachspezialist“ und „Chefin Fachbereich Asyl“ liessen keine Rückschlüsse auf die verantwortlichen Personen zu. Da der Name der Person mit dem Kürzel N._______ keiner allgemein zu- gänglichen Publikation entnommen werden könne, sei nicht bestimmbar, wer die am Entscheid beteiligten Personen seien. Damit verstosse die an- gefochtene Verfügung gegen einen zentralen Rechtsgrundsatz. Dieser schwere Mangel formeller Natur sei unheilbar, mache die Verfügung nichtig und führe zwingend zu einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Daran hielt der Beschwerdeführer in seiner Replik fest. 5.4.2 Nach der Rechtsprechung ist eine Verfügung nichtig, wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nich- tigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird (vgl. dazu BGE 132 II 342 E. 2.1 m.w.H.). Schwerwiegende Form- oder Eröffnungsfehler können unter Um- ständen die Nichtigkeit einer Verfügung nach sich ziehen. Aus der mangel- haften Eröffnung einer Verfügung darf der Partei kein Nachteil erwachsen. Eine Person in einem Verwaltungsverfahren hat Anspruch darauf, dass die Behörden in einem sie betreffenden Verfahren ordnungsgemäss zusam- mengesetzt sind und die Ausstands- und Ablehnungsgründe beachtet wer- den. Dieses Recht umfasst den Anspruch auf Bekanntgabe der Behörden- mitglieder, die beim Entscheid mitwirken, denn nur so können die Betroffe- nen feststellen, ob ihr verfassungsmässiger Anspruch auf richtige Beset- zung der Verwaltungsbehörde und eine unparteiische Beurteilung ihrer Sa- che gewahrt ist. Die Namen der am Entscheid beteiligten Personen müs- sen jedoch nicht in demselben ausdrückl ich genannt werden. Nach bun- desgerichtlicher Praxis genügt die Bekanntgabe in irgendeiner Form, bei- spielsweise in einem besonderen Schreiben (vgl. dazu Urteil des BVGer D-7713/2016 Seite 17 D-2335/2013 vom 8. April 2014 E. 3.4.1; HÄFELIN/HALLER/KELLER/THURN- HERR, Allgemeines Verwaltungsrecht, 9. Aufl. 2016, N. 979). 5.4.3 Vorliegend ist die auf der Verfügung als „Chefin Fachbereich Asylver- fahren“ vermerkte Person sowie deren Stellvertretung weder aus dem Or- ganigramm des SEM – welches auf dessen allgemein zugänglicher Webs- ite (https://www.sem.admin.ch) abgerufen werden kann – noch aus dem Staatskalender bestimmbar. Dasselbe gilt hinsichtlich des Kürzels N._______. Die über der erwähnten Funktionsbezeichnung stehende, mit „i.V.“ beginnende Handschrift ist schlecht lesbar, wobei nicht klar ist, ob es sich um eine Unterschrift oder um ein Kürzel handelt. Auch die Unterschrift über der links davon stehenden Funktionsbezeichnung „Fachspezialis tin“ ist nicht eindeutig lesbar. Der oben erwähnte, sich aus Art. 29 BV erge- bende Anspruch auf Bekanntgabe der personellen Zusammensetzung der Behörde wurde somit durch das Vorgehen der Vorinstanz verletzt (vgl. dazu Teilurteil des BVGer D-1549/2017 vom 2. Mai 2018 E. 8.2). Der formelle Mangel der Verfügung wird allerdings dadurch relativiert, dass der Rechtsvertreter bereits mit Schreiben vom 16. November 2016 an das SEM, in welchem er um Akteneinsicht ersuchte, die Offenlegung der Na- men hätte verlangen k önnen, um danach allfällige Ausstandsgründe gel- tend zu machen (vgl. Sachverhalt Bst. C). Zudem wurde der vollständige Name der Fachspezialistin bei der Gewährung der Akteneinsicht am 22. November 2016 ersichtlich, wobei auf der ersten Seite nach dem Re- ferenzzeichen das Kürzel der zuständigen Person vermerkt ist und die zweite Seite unter deren Unterschrift den vollständigen Namen sowie die Funktionsbezeichnung enthält (vgl. […]). Überdies wurden die Namen der beiden für die vorinstanzliche Verfügung verantwortlich zeichnenden Per- sonen vom SEM in Anwendung seiner zwischenzeitlich angepassten Pra- xis bezüglich der Namensnennung samt den entsprechenden Funktions- bezeichnungen und Kürzeln in seiner ergänzenden Vernehmlassung vom 29. November 2018 offengelegt. Im vorgenannten Teilurteil erwog das Ge- richt schliesslich, die abgehandelten formellen Mängel seien nicht als krass zu bezeichnen. Die Vorinstanz wurde sodann darauf hingewiesen, dass ihre Praxis, die Namen der Sachbearbeiter systematisch nicht offenzule- gen, n icht rechtmässig und daher anzupassen sei (vgl. D -1549/2017 E. 8.4). Nach dem Gesagten besteht keine Grundlage, den angefochtenen Entscheid als nichtig zu erklären und die Sache an die Vorinstanz zurück- zuweisen. D-7713/2016 Seite 18 5.5 Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehö rs begründete der Be- schwerdeführer mit dem Umstand, dass der Asylentscheid mehr als neun Monate nach seiner letzten Anhörung ergangen sei, ohne dass bei der ver- änderten Sachlage eine ergänzende Anhörung stattgefunden habe. So sei sein exilpolitisches Engag ement für die tamilische Sache offensichtlich durch die fehlende zeitliche Nähe vom SEM nicht richtig erfasst worden. Diesbezüglich ist im Sinne der Ausführungen in den Eingaben des Be- schwerdeführers auf Beschwerdeebene festzuhalten, dass ein zeitnaher Entscheid durchaus wünschenswert ist, es aber keine gesetzliche Ver - pflichtung des SEM gibt, nach einer gewissen verstric henen Zeit automa- tisch eine ergänzende Anhörung des Asylsuchenden durchzuführen. Das SEM wies in der Vernehmlassung berechtigterweise darauf hin, dass der Beschwerdeführer bei der Anhörung vom 26. Januar 2016 einleitend aus- drücklich auf seine Mitwirkungspf licht hingewiesen wurde. Dabei wurde ihm gesagt, er sei verpflichtet, das SEM während des gesamten weiteren Asylverfahrens über allfällige Ereignisse (z.B. Vorkommnisse in Sri Lanka, politische Tätigkeit in der Schweiz) zu informieren, da es dem SEM nur so möglich sei, zu beurteilen, ob er in Sri Lanka gefährdet sei. Im Übrigen wurde er bereits im Rahmen der BzP auf seine Pflicht aufmerksam ge- macht, das SEM über allfällige Ereignisse (auch hier wurde auf exilpoliti- sche Tätigkeiten hingewiesen) zu informieren (vgl. […]). Es sind den Akten keinerlei Anzeichen dafür zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer diese klaren Hinweise nicht verstanden hätte. Die behördliche Untersuchungs- pflicht findet ihre Grenzen bekanntermassen an der Mitwirkungs-pflicht des Gesuchstellers (Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer dem SEM nach der Anhörung bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktuellen Ereignisse vermeldete, weshalb die ses zu Recht darauf verzichtete, ihn nochmals anzuhören. Der Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf rechtliches Gehör wurde somit nicht verletzt, vielmehr ist dieser hinsichtlich der geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten der ihm ob- liegenden Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen. Folglich ist der Antrag auf Rückweisung der Sache an das SEM mit der Aufforderung , eine er- neute Anhörung des Beschwerdeführers durchzuführen, abzuweisen. 5.6 In der Beschwerdeschrift wurde weiter gerügt, das SEM habe den Sachverhalt in verschiedener Hinsicht unvollständig und unrichtig abge- klärt. D-7713/2016 Seite 19 5.6.1 So hätte das SEM zwingend prüfen müssen, ob Mitglieder und Sym- pathisanten der TNA tatsächlich von Seiten der sri -lankischen Regierung Verfolgungen ausgesetzt (gewesen) seien. Zwar handle es sich bei der TNA in der Tat um eine legale Partei, welche anlässlich der Provinzwahlen 2013 sogar die Mehrheit in den Lokalwahlen erlangt habe. Ein Blick in die lokalen Ereignisse zeige aber, dass die TNA von den sri-lankischen Behör- den (bis heute) verdächtigt werde, der parlamentarische Arm der LTTE zu sein, welcher das Ziel verfolge, den tamilischen Separatismus unter den Tamilen zu schüren. Diesbezüglich wurde unter Bezugnahme auf die Be- schwerdebeilagen 3–7 weiter ausgeführt, vor dem Hintergru nd aktueller Länderinformationen werde klar, dass die Annahme de r Vorinstanz, die TNA sei eine legale Partei und der Beschwerdeführer habe wegen der Wahlpropaganda keine Verfolgung durch die sri -lankischen Behörden zu befürchten, falsch sei. Zudem habe das SEM die Tätigkeiten des Be- schwerdeführers für die Wiederbelebung der LTTE pauschal als nachge- schoben taxiert. Für die vollständige und richtige Erhebung des rechtser- heblichen Sachverhalts wäre zwingend nötig gewesen, zu ermitteln, ob die sri-lankischen Be hörden von de ssen Aktivitäten für die Wiederbelebung des tamilischen Separatismus gewusst hätten. Diese Vorhaltungen verfangen nicht, zumal sie nicht die Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts betreffen, sondern die Beweiswürdigung, die Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen sowie die Lageeinschät- zung des SEM beschlagen. Sie beziehen sich auf die materielle Würdigung der Sache, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Darauf ist in den nachgehenden Erwägungen einzuge- hen (vgl. E. 6.3). Unter dem Titel der unvollständigen und unrichtigen Sach- verhaltsabklärung ist der Vorinstanz diesbezüglich jedenfalls nichts vorzu- werfen. 5.6.2 Sodann wiederholte der Beschwerdeführer seinen Vorwurf, die Vorinstanz habe seine exilpolitischen Tätigkeiten weder erfasst noch abge- klärt, da sie es trotz der grossen zeitlichen Distanz zwischen Anhörung und Entscheid unterlassen habe, ihn erneut anzuhören (vgl. E. 5.5). Er habe sein relativ starkes exilpolitisches Engagement mit Beweismitteln belegt und eine ihm daraus resultierende behördliche Verfolgung in Sri Lanka do- kumentiert. Damit habe er insbesondere dargelegt, dass das SEM anhand zusätzlicher Sachverhaltsabklärungen sein asylrelevantes Risikoprofil als exponierter, exilpolitischer Aktivist weiter hätte abklären müssen. D-7713/2016 Seite 20 Der in diesem Zusammenhang erhobene Vorwurf der unvollständigen und unrichtigen Sachverhaltsabklärung geht fehl. Die exilpolitischen Tätigkei- ten des Beschwerdeführers wurden erstmals in der Beschwerdeschrift gel- tend gemacht. Diesbezüglich liegt keine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsabklärung vor. Vielmehr wäre der Beschwerdeführer aufgrund seiner Mitwirkungspflicht gehalten gewesen, diese Vorbringen den schwei- zerischen Asylbehörden von sich aus im Rahmen des erstinstanzlichen Asylverfahrens zur Kenntnis zu bringen (vgl. E. 5.5). Im Übrigen ist auf den Inhalt der geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeite n im Rahmen der Prüfung von subjektiven Nachfluchtgründen einzugehen (vgl. E. 7.2). 5.6.3 Unter Bezugnahme auf einen in der NZZ am Sonntag vom 27. No- vember 2016 veröffentlichten Bericht (Beschwerdebeilage 23) führte der Beschwerdeführer aus, dass unmittelbar na ch den durch die Schweizer Behörden organisierten Rückschaffungen vom 16. November 2016 sri-lan- kische Medienberichte mit den Namen und Herkunftsorten der betroffenen Personen erschienen seien. Wegen der Veröffentlichung der Namen der Ausgeschafften, welche vermutungsweise von der Schweizer Vertretung in Colombo preisgegeben worden seien, befänden sich diese in grosser Ge- fahr. Dieses Beispiel zeige, dass eine Rückschaffung an und für sich unter den gegebenen Zuständen in Sri Lanka eine asylrelevante Verfolgungsge- fahr und damit auch vorliegend einen neuen, zwingend zu berücksichtigen- den Asylgrund darstelle. Die Vorinstanz kam nach Prüfung der Vorbringen des Beschwerdeführers zum Schluss, es bestehe kein begründeter Anlass zur Annahme, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausge- setzt sein werde. Die Vorbringen im Zusammenhang mit den Ereignissen bei den Ausschaffungen vom 16. November 2016 betreffen nicht die Er- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts, sondern beziehen sich auf die materielle Würdigung der Sache, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Die Vorgehensweise der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden, zumal sie sich mit den wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandersetzte und eine sachge- rechte Anfechtung möglich war. 5.6.4 In der Beschwerdeschrift wurde weiter eingewandt, das SEM habe in der angefochtenen Verfügung den Kontext der Verfolgung, insbesondere die allgemeine Lage in der Nordprovinz Sri Lankas anlässlich der Wahlen im Hebst 2013 sowie die Verdächtigungen, welchen TNA-Sympathisanten D-7713/2016 Seite 21 ausgesetzt seien, nicht erfasst. Zum Beweis dafür, wie sich die Situation in Sri Lanka aktuell präsentiere, wurde eine CD mit einer Zusammenstellung von Länderinformationen (Stand : 12. Oktober 2016) eingereicht und auf einzelne Kapitel darin verwiesen (vgl. Beschwerdebeilage 24). Die Vorinstanz hat die Vorbringen des Beschwerdeführers vor dem Hinter- grund der aktuellen Lage in Sri Lanka gewürdigt. Sie kam dabei in Berück- sichtigung der von ihm geltend gemachten Aktivitäten als Sympathisant der TNA und zugunsten der LTTE zum Schluss, es sei ihm nicht gelun gen glaubhaft zu machen, dass er wegen Unterstützung der TNA von den sri - lankischen Behörden gesucht werde. Auch diese Vorgehensweise ist nicht zu beanstanden. Alleine der Umstand, dass das SEM auf der Basis einer breiten Quellenlage einer anderen Einschät zung der Lage in Sri Lanka folgt, als vom Beschwerdeführer gefordert, spricht nicht für eine ungenü- gende Sachverhaltsfeststellung. 5.7 Der Beschwerdeführer rügte schliesslich eine Verletzung des Rechts auf Prüfung der Parteivorbringen und der damit verbundenen Begrün- dungspflicht. Dazu verwies er vorweg auf die von ihm vorgängig themati- sierte Verletzung des rechtlichen Gehörs durch eine unsachgemässe Be- fragung sowie ungenügende und unkorrekte Sachverhaltsabklärungen. In- dem das SEM in der angefochtenen Verfügung die wesentlichen Sachver- haltselemente sowie das Risikoprofil des Beschwerdeführers nicht rechts- genüglich gewürdigt habe, verstosse es klarerweise gegen die Begrün- dungspflicht. Besonders unsorgfältig, konstruiert und deshalb willkürlich sei es, die Verbindungen des Beschwerdeführers zu den LTTE als „nachge- schoben“ zu taxieren, und dann daraus den Widerspruch zu konstruieren, es sei unlogisch, dass H._______, der über keine solche Verbindungen verfüge, freigelassen worden sei und der angeblich ebenfalls über keine diesbezüglichen Verbindungen verfügende Beschwerdeführer verfolgt würde. Die gerügte Verletzung der Begründungspflicht ist zu verneinen. Soweit der Beschwerdeführer diese mit seinen vorangegangenen Rügen der Verlet- zung des Anspruchs auf rechtliches G ehör und der unvollständigen und unrichtigen Sachverhaltsabklärungen begründet, ist auf die vorstehenden Erwägungen 5.5–5.6.4 zu verweisen. Sodann hat das SEM in der ange- fochtenen Verfügung nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufge- zeigt, von welchen Überlegungen es sich leiten liess. Es hat sich auch mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinander- gesetzt. Dabei nahm es insbesondere auf Frage (...) der Anhörung Bezug: D-7713/2016 Seite 22 Die Befragerin wies darauf hin, ihre Frage sei gewesen, wieso man die eine Person erschiesse und d ie andere gehen lasse, das verstehe sie nicht. Darauf gab der Beschwerdeführer zur Antwort, dass H._______ nur an der Demonstration beteiligt gewesen sei, während I._______ Mitglied der Be- wegung gewesen sei (vgl. […]). Zudem begründete das SEM in der ange- fochtenen Verfügung, wiederum unter Bezugnahme auf die entsprechende Protokollstellen (vgl. a.a.O. […]), weshalb es das Vorbringen, der Be- schwerdeführer habe Verbindungen zu den LTTE gehabt, als nachgescho- ben und damit als unglaubhaft einstufe (vgl. E. 4.4.1). Diese Begründung vertiefte es in der Vernehmlassung zutreffend (vgl. E. 4.4.3). Mithin ist es der Begründungspflicht hinreichend nachgekommen. Der blosse Umstand, dass der Beschwerdeführer die Auffassung des SEM nicht teilt, stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar. 5.8 Insgesamt ist festzustellen, dass die Vorinstanz, abgesehen von dem in E. 5.4 festgestellten Verfahrensmangel, das Asylverfahren gesetzeskon- form durchgeführt hat. Aus diesem Grund sind d ie Rückweisungsanträge abzuweisen. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass es dem Beschwerdeführer – wie die Vorinstanz detailliert ausführte und eingehend begründete – entgegen seinen Vorbringen im Be- schwerdeverfahren nicht gelungen ist, eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen. 6.2 Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer an der Glaubhaftigkeit sei- ner Verfolgungsvorbringen fest. So sei es gemäss aktueller Rechtspre- chung unzulässig, ein Vorbringen als „nachgeschoben“ zu taxieren, weil er dieses bei der BzP nicht erwähnt habe. Zur Begründung führte er weiter aus, dass d ie BzP gemäss Rechtsprechung ausdrücklich nur summari- scher, nicht abschliessender Natur sei und ihr ein verminderter Beweiswert zukomme, und verwies zudem auf den Leitfaden des SEM (vgl. Handbuch Asyl und Rückkehr, Artikel C5 Der Nachweis der Flüchtlingseigenschaft; Beschwerdebeilage 25). Diesbezüglich ist vorweg auf Erwägung 5.7 zu verweisen. Bei der Anhö- rung erklä rte der Beschwerdeführer, die sri -lankischen Behörden hätten seinen Freund H._______ nach der Anhaltung beziehungsweise Verhaf- tung freigelassen, weil er nur an der Demonstration beteiligt gewesen sei, wogegen sein Freund I._______ getötet worden sei, weil er Mitglied der D-7713/2016 Seite 23 Bewegung gewesen sei (vgl. […]); der Beschwerdeführer sei nicht in Ver- bindung mit der Bewegung gestanden, habe aber Heldengedenktage be- sucht und Lichter angezündet sowie Plakate für sie aufgehängt (vgl. a.a.O. […]). Auf Beschwerdeebene wurden seine angeblichen Verbindungen zu den LTTE sodann als ein zentraler Asylgrund dargestellt. Deshalb wäre ge- mäss der erwähnten Rechtsprechung und dem diesbezüglich eingereich- ten Beweismittel von ihm zu erwarten gewesen, dass er dieses Vorbringen bereits anlässlich der BzP genannt hätte. Daran vermag nichts zu ändern, dass er im späteren Verlauf der Anhörung erklärte, er habe seine Aktivitä- ten für die LTTE nicht vorher offengelegt, weil er gedacht habe, dass ihm zuerst Fragen zur TNA und erst danach zu den LTTE gestellt würden (vgl. a.a.O. […]), umso weniger, als er bereits zu Beginn der BzP darauf hinge- wiesen worden war, dass er insbesondere verpflichtet sei, jegliche Tätig- keiten für die LTTE und für andere ihnen nahestehenden Organisationen offenzulegen (vgl. […]). Unter diesen Umständen wurden die geltend ge- machten LTTE-Verbindungen vom SEM zu Recht als nachgeschoben und unglaubhaft eingestuft. Mithin erweist sich auch der weitere Vorwurf als un- begründet, das SEM habe aus seiner diesbezüglichen Einschätzung unzu- lässigerweise einen Widerspruch abgeleitet und diesen zur Begründung der mangelnden Glaubhaftigkeit der Verfolgungsvorbringen verwandt. 6.3 Zudem wurde in der Beschwerde geltend gemacht, soweit das SEM in der angefochtenen Verfügung argumentiert habe, dass aus den Tätigkeiten des Beschwerdeführers für die TNA und seiner Teilnahme an der Demonst- ration keine Verfolgungssituation abzuleiten sei, seien diese Erwägungen, wie er bereits im Rahmen der formellen Rügen aufgezeigt habe, nicht nur nachweislich falsch und basierten nicht auf einschlägigen Länderinforma- tionen, sondern auf der Annahme, dass die TNA eine legale Partei in Sri Lanka sei und es deshalb zu keiner Verfolgung von Seiten des sri -lanki- schen Staats kommen könne. So dokumentierten einschlägige Länderin- formationen zahlreiche Übergriffe auf Mitglieder und Sympathisanten und zeigten, dass solche insbesondere im Zusammenhang mit LTTE -Verbin- dungen tatsächlich relativ häufig zu einer asylrelevanten Verfolgung führen könnten. Vom Beschwerdeführer wird nicht bestritten, dass es sich bei der TNA um eine legale Partei handelt. Dies ändert nichts daran, dass es, wie er in sei- nen diesbezüglich eingereichten Beweismitteln dokumentierte, in der Ver- gangenheit vielfach zu Übergriffen, Bedrohungen und Einschüchterungen gekommen ist, von welchen sowohl (hohe) Repräsentanten als auch Sym- pathisanten der Partei betroffen waren. Indessen wurde von der Vorinstanz D-7713/2016 Seite 24 einlässlich aufgezeigt, weshalb er im Zusammenhang mit den von ihm gel- tend gemachten Aktivitäten für die TNA und Verbindungen zu den LTTE keine Verfolgung glaubhaft zu machen vermochte. Unter diesen Umstän- den erweist sich auch der weitere Vorwurf als unbegründet, die Prüfung der Risikofaktoren gemäss dem Referenzurteil E-1866/2015 sei in der an- gefochtenen Verfügung gänzlich mangelhaft und falsch ausgefallen. 6.4 Somit ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer für den Zeitraum bis zur Ausreise aus dem Heimatstaat – im Rahmen einer sogenannten Vor- verfolgung – geltend gemachten Verfolgungsvorbringen den Anforderun- gen an die Glaubhaftigkeit nicht genügen, weshalb diesbezüglich die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt hat. 6.4.1 Des Weiteren ist auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwer- deführer aufgrund verschiedener risikobegründender Faktoren bei einer Rückkehr nach Sri Lanka der Gefahr einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. 6.4.2 Rückkehrende aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden, sind bei der Wiedereinreise einer erhöhten Verfolgungs- gefahr ausgesetzt. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtspre- chung vermag eine geltend gemachte Verbindung zu den LTTE dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im asylrechtlichen Sinn zu be- gründen, wenn der betroffenen Person aus Sicht der sri-lankischen Behör- den infolgedessen ein Interesse am Wiederaufflammen des tamilischen Separatismus in Sri Lanka zugeschrieben und sie mithin als Gefahr für die nach dem Krieg wiedergewonnene Einheit des Landes wahrgenommen wird. Ob einer Person aufgrund dessen die Flüchtlingseigenschaft zuzuer- kennen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine asylsuchende Person die für diese Beurteilung relev anten Umstände glaubhaft machen muss (vgl. Referenzurteil E-1866/2015 E. 8.5.3). Dass der Name des Beschwer- deführers in der am Flughafen in Colombo abrufbaren „Stop-List“ vermerkt ist, erscheint als unwahrscheinlich, da er nach dem Gesagten zum Zeit- punkt der Ausreise kein politisches Profil aufwies. Die von ihm geltend ge- machten Verbindungen zu den LTTE sind, wie bereits erwähnt, nachge- schoben und damit unglaubhaft. Das allfällige Fehlen ordentlicher Identi- tätsdokumente bei der Einreise in Sri Lanka sowie eine zwangsweise res- pektive durch die Internationale Organisation für Migration (IOM) begleitete Rückführung nach Sri Lanka sind schwach risikobegründende Faktoren, welche in der Regel keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im D-7713/2016 Seite 25 Sinne von Art. 3 As ylG zu begründen vermögen (a.a.O. E. 8.5.4 f.), aber stets in einer Gesamtsicht zu würdigen sind. Eine solche ergibt in Anbe- tracht der genannten Umstände keine relevante Erhöhung seines Risi- koprofils. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer machte erstmals auf Beschwerdeebene exilpo- litische Tätigkeiten geltend (Teilnahme an zwei Grossdemonstrationen im Jahr 2016; vgl. E. 4.4.2). 7.2 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Her - kunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfol - gung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit sub - jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/2 8 E. 7.1 sowie Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a m.w.H.). Aufgrund der Ausführungen des Beschwerdeführers zu seinen exilpoliti- schen Aktivitäten und gestützt auf die diesbezüglich von ihm eingereichten Beweismittel ist übereinstimmend mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass es sich dabei um Mitläufertätigkeiten von untergeordneter Bedeutung handelt. Selbst wenn der Beschwerdeführer bei diesen Tätigkeiten von Vertretern seines Heimatstaats be obachtet oder sogar erkannt worden wäre, ist nicht davon auszugehen, dass sich sein Risikoprofil derart ge- schärft hätte, dass anzunehmen wäre, er würde seitens der sri-lankischen Behörde zu derjenigen Gruppe gezählt, welche bestrebt ist, den tamili- schen Separatismus wiederaufleben zu lassen, und so den sri-lankischen Einheitsstaat gefährdet. Somit liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass er in Sri Lanka wegen der Beteiligung an exilpolitischen Aktivitäten einer spezifischen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt sein könnte. 8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Es ist nicht davon auszugehen, dass er einer Verfol- gung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war oder begründete Furcht hat, künftig einer solchen ausgesetzt zu werden. Es erübrigt sich in diesem Zusammenhang, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und D-7713/2016 Seite 26 die weiteren Eingaben des Beschwerdeführers sowie den Inha lt der Be- weismittel detaillierter einzugehen, da sie an der vorliegenden Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Deshalb sind auch die noch nicht behandelten Beweisanträge abzuweisen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 9. 9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 9.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen A nspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheits verhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 10.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche V erpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). D-7713/2016 Seite 27 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 10.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im v orliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts nicht als un- zulässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 E. 12.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 10.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In Sri Lanka herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. In den beiden Referenzurteilen D-7713/2016 Seite 28 E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und D -3619/2016 vom 16. Oktober 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Einschätzung der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Dabei stellte es fest, dass der Wegweisungsvoll- zug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar ist, wenn das Vorliegen von in- dividuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähi- gen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann. Der Beschwerdeführer verfügt an seinem Herkunftsort C._______ (Distrikt D._______, Nordprovinz) über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz ([…]) und ein K._______ von ihm ist im nahen L._______ wohnhaft (vgl. […]). Seine Familie besitzt ein Haus und einen eigenen (...)betrieb, in dem er nach Abschluss der Schule tätig war. Zudem arbeitete er gelegentlich als (...) (vgl. a.a.O. […]). Sein O._______ ist erwerbstätig. Die dem Mittel- stand angehörende Familie besitzt zudem (...) (vgl. […]). Es ist somit davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer in seiner Heimat beruflich wieder integrieren und auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen kann, welches ihn nach einer Rückkehr im Bedarfsfall unterstützen kann. Es sprechen auch keine medizinischen Gründe gegen eine Rückkehr. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich damit sowohl aus individueller Sicht als auch allgemein als zumutbar. 10.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 10.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 11. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-7713/2016 Seite 29 12. 12.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sein Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2017 gutgeheissen wurde und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle Lage seither entscheidrelevant verändert hätte, ist auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 65 Abs. 1 VwVG). 12.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er- wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Obsiegt eine Partei nur teilweise, so ist die Partei- entschädigung zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Sind die Kosten verhältnis- mässig gering, kann von einer Parteientschädigung abgesehen werden (Art. 7 Abs. 4 VGKE). Als geringe Kosten gelten Aufwendungen von weni- ger als Fr. 100.– (analog zu Art. 13 Bst. b VGKE: als verhältnismässig hohe Kosten gelten Spesen von mehr als Fr. 100. –; vgl. zum Ganzen: MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsge- richt, 2. Aufl. 2013, Rz. 4.69). Allein die (formelle) Rüge der Verletzung des sich aus Art. 29 BV ergebenden Anspruchs auf Bekanntgabe der personel- len Zusammensetzung der Behörde als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs erwies sich vorliegend als begründet, weshalb der Beschwerdeführer dies- bezüglich obsiegt. Mit allen anderen Rechtsbegehren ist er unterlegen. Da im vorliegenden Verfahren der Aufwand für die Rüge der Verletzung des Akteneinsichtsrechts als gering einzustufen ist (weniger als Fr. 100.–), kann von einer Parteientschädigung abgesehen werden. (Dispositiv nächste Seite) D-7713/2016 Seite 30 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Widmer Versand: