23. Juni 1989 N 1137 Motion Zbinden Hans #ST# 88.850 Motion Hari Güter-, Alp- und Rebwege. Unterhalt und Erneuerung Chemins agricoles, viticoles et d'alpage. Entretien et réfection Wortlaut der Motion vom 14. Dezember 1988 Der Bundesrat wird beauftragt, die einschlägige Landwirt- schaftsgesetzgebung (SR 910.1/913.1) in dem Sinne zu än- dern, dass der Unterhalt und die Erneuerung von Güter-, Alp- und Rebwegen (Belags- und Kieswege) vom Bund im glei- chen Ausmass unterstützt werden, wie dies in Artikel 38 Ab- satz 2 des Entwurfs zu einem Waldgesetz (WaG) für Erschlies- sungsanlagen, die für die Bewirtschaftung des Waldes erfor- derlich sind, vorgesehen ist. Texte de la motion du 14 décembre 1988 Le Conseil fédéral est chargé de modifier la législation actuelle sur l'agriculture (RS 910.1/913.1) de telle sorte que la Confé- dération participe à l'entretien et à la remise en état de che- mins alpestres et vicinaux dans la même mesure que le prévoit l'article 38, 2e alinéa, du projet de loi fédérale sur les forêts pour les installations nécessaires à l'exploitation de la forêt. Mitunterzeichner-Cosignataires: Aliesch, Baggi, Basler, Ber- ger, Blatter, Bühler, Bundi, Bürgi, Columberg, Daepp, Dietrich, Engler, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Giger, Graf, Hild- brand, Hösli, Jeanneret, Jung, Kühne, Mühlemann, Müller- Wiliberg, Nebiker, Neuenschwander, Oester, Reimann Maxi- milian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Rutishauser, Rüttimann, Ry- chen, Sager, Savary-Fribourg, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Seiler Hanspeter, Tschuppert, Wanner, Wellauer, Wyss William, Zölch, Zwingli (44) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Bei vielen Güter-, Alp- und Rebwegen wird die nötige Sanie- rung aus Finanzierungsgründen immer wieder hinausgescho- ben. Dabei kann häufig die Feststellung gemacht werden, dass die Bauherrschaft (Genossenschaften, Private, Koopera- tionen, Gemeinwesen usw.) zwar sehr wohl die Notwendigkeit der erforderlichen Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten ein- sieht, diese aber aufgrund der (zu tiefen) kantonalen und eid- genössischen Beiträge nicht aus eigener Kraft finanzieren kann. Dieser Zustand birgt nicht nur sicherheits- und erschlies- sungsmässige Risiken in sich, sondern es erwachsen daraus auch unnötige und zusätzliche volkswirtschaftliche Kosten. Es leuchtet in diesem Zusammenhang insbesondere nicht ein, dass sich der Bund gestützt auf Artikel 26 Buchstabe h der Bo- denverbesserungsverordnung (SR 913.1) erst dann an Sanie- rungsarbeiten beteiligt, wenn dies zur «Sicherung und Wieder- herstellung von Kulturland und kulturtechnischen Bauten» unumgänglich ist. Nach dem Motto «Vorsorge ist besser, als nachher teure Ge- samterneuerungen zu bezahlen», ist es unabdingbar, dass sich der Bund aus regional-, siedlungs-, landwirtschafts-, um- weit-, finanz- und landschaftsschutzpolitischen Gründen im gleichen Ausmass an den Unterhalts- und Erneuerungsarbei- ten von Güter-, Alp- und Rebwegen beteiligt, wie dies für die Erschliessungsanlagen, die für die Bewirtschaftung des Wal- des erforderlich sind, vorgesehen ist. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 5. Juni 1989 Rapport écrit du Conseil fédéral du S juin 1989 Vorab ist festzustellen, dass entgegen dem Wortlaut der Mo- tion, eine Unterstützung des Unterhaltes von forstlichen Er- schliessungsanlagen im Entwurf zum neuen Waldgesetz nicht vorgesehen ist. Bei Güter-, Alp- und Rebwegen wird die Erneuerung, d. h. die Anpassung der Wege an die heutigen Anforderungen bezüg- lich Breite, Tragfähigkeit usw., bereits heute gestützt auf Arti- kel 25 Buchstabe d der Bodenverbesserungsverordnung vom 14. Juli 1971 (BoV.SR 913.1) durch den Bund unterstützt. Dies trifft auch für die Wiederherstellung von Wegen zu, wel- che durch Naturereignisse zerstört worden sind. Laufende Unterhaltsarbeiten werden dagegen nicht unter- stützt. Die Reinigung von Fahrbahn und Wegentwässerungs- anlagen und die Behebung von kleineren Schäden an Bö- schungen, Strassenkörper und Kunstbauten gehören zu den Aufgaben der Unterhaltspflichtigen. Sie führen diese Arbeiten in der Regel von Hand mit einfachen Geräten aus. Eine Sub- ventionierung ist unzweckmässig, da der administrative Auf- wand für die Erfassung und eine minimale Kontrolle in keinem Verhältnis zu den oft geringen Kosten im Einzelfall stehen würde. Anders können die Verhältnisse beim sogenannten periodi- schen Unterhalt sein. Darunter werden jene Arbeiten verstan- den, welche in grösseren Zeitabständen -je nach den Verhält- nissen nach 7 bis 15 Jahren - notwendig werden zur Erhaltung einer genügenden Befahrbarkeit, wie Erneuerung des Quer- profils und der Verschleisschicht, Gesamtüberholungen von Kunstbauten und Wegentwässerungsanlagen. Sie müssen längerfristig geplant werden und erfordern den Einsatz geeig- neter Maschinen und Geräte mit entsprechend höheren Ko- sten. Sie können für die Unterhaltspflichtigen zu einer grossen Belastung'führen. Der Bundesrat ist bereit, zusammen mit den Kantonen eine Unterstützung des periodischen Unterhalts für Güter-, Alp- und Rebwege zu prüfen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 89.317 Motion Zbinden Hans «Bildungsoffensive» statt «Ausbildungsoffensive» Formation continue et éducation des adultes Wortlaut der Motion vom 1. Februar 1989 Der Bundesrat wird beauftragt, den von ihm zur Zeit vorberei- teten Bundesbeschluss im Bereich der beruflichen Weiterbil- dung qualitativ umfassender zu gestalten als ursprünglich ge- plant: Ein Teil der Vorlage soll zusätzlich zum Berufsbildungsbereich auch die ausserberufliche Erwachsenenbildung abdecken. Mögliche förderungswürdige Erwachsenenbildungsbereiche wären: Unterstützung von Kantonen und Gemeinden mit insti- tutionalisierter Erwachsenenbildung, Forschung und Untersu- chungen im Bereich der Erwachsenenbildung, Ausbildungs- stätten für Erwachsenenbildner/-innen, Projekt- und Konzept- arbeiten. Texte de la motion du 1er février 1989 Le Conseil fédéral est chargé de revoir la conception de l'arrêté fédéral qu'il prépare dans le domaine de la formation continue, de manière à élargir son champ d'application. Son projet devrait en effet comprendre, outre des dispositions sur la formation professionnelle, une partie qui réglerait le do-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Hari Güter-, Alp- und Rebwege. Unterhalt und Erneuerung Motion Hari Chemins agricoles, viticoles et d'alpage. Entretien et réfection In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1989 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 88.850 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.06.1989 - 08:00 Date Data Seite 1137-1137 Page Pagina Ref. No 20 017 480 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.