B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-242/2013 U r t e i l v o m 1 . J u l i 2 0 1 3 Besetzung Richter Frank Seethaler (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger, Richterin Eva Schneeber- ger, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien X._______, Beschwerdeführer, gegen Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI, Regionalzentrum Aarau, Vorinstanz. Gegenstand Dienstverschiebung. B-242/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ist zum Zivildienst zugelas- sen. Mit Schreiben vom 14. September 2012 wurde ihm mitgeteilt, er ha- be noch gesamthaft 356 Tage und davon in den Jahren 2012 bis 2013 278 Tage (mit 180 Tagen als langer Einsatz im Schwerpunktprogramm) zu leisten. B. Mit einem undatierten, bei der Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI (nachfolgend: Vorinstanz) am 11. Oktober 2012 eingegangenen Schre i- ben stellte der Beschwerdeführer ein Dienstverschiebungsgesuch . Er führte aus, er sehe sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, zum jetzigen Zeitpunkt seine Einsatzpflicht zu erfüllen . Dabei stellte er in Aussicht, ein Arztzeugnis nachzureichen. Am 21. November 2012 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz ein Arztzeugnis eines Psychiaters und weitere Unterlagen ein . In einem E-Mail vom 3. Dezember 2012 erklärte er sodann zuhanden der Vori n- stanz, er arbeite zwar mit einem Pensum von 100 %, sei aber deshalb nicht zwingend in diesem Umfang arbeitsfähig bzw. in der Lage, den Z i- vildiensteinsatz zu absolvieren . Bei seiner derzeitigen Anstellung könne er sich – anders als beim Zivildiensteinsatz – seine Arbeitszeit und Pa u- sen frei nach Tagesform einteilen; zudem habe er keinen Kundenkontakt. C. Die Vorinstanz wies das Dienstverschiebungsgesuch mit Verfügung vom 6. Dezember 2012 mit der Begründung ab, es fehle an einer hinreichend gravierenden gesundheitlichen Einschränkung. D. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Januar 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bea n- tragt sinngemäss, die angef ochtene Verfügung sei aufzuheben und sein Dienstverschiebungsgesuch sei gutzuheissen. Im Wesentlichen macht er wiederum geltend, er sei trotz seiner gegenwärtigen Anstellung aus g e- sundheitlichen Gründen nicht imstande, den Zivildienstein satz zu abso l- vieren. Dies zeige sich namentlich daran, dass für ihn eine flexible A r- beitszeitregelung gelte und er in den letzten Monaten ca. 37 Minusstu n- den habe einziehen müssen. B-242/2013 Seite 3 E. Die Zentralstelle Zivildienst beantragt mit Vernehmlassung vom 22. Feb- ruar 2013 die Abweisung der Beschwerde. F. Mit Zwischenverfügung vom 26. Februar 2013 ersuchte das Bundesve r- waltungsgericht die Vorinstanz darum, eine in der genannten Vernehm- lassung erwähnte ärztliche Stellungnahme der Medizinischen Abkl ä- rungsstelle MEDAS W._______ vom 23. Mai 2012 einzureichen . Nach- dem die Zentralstelle Zivildienst diesem Ersuchen nachgekommen war, wurde die erwähnte ärztliche Stellungnahme dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 11. März 2013 zur Kenntnis gebracht. G. Der Beschwerdeführer hält mit Replik vom 26. März 2013 an seinem B e- gehren um Gutheissung seines Dienstverschiebungsgesuches fest. H. Auf eine entsprechende Aufforderung durch das Bundesverwaltungsg e- richt (Zwischenverfügung vom 27. März 2013) hin reichte der Beschwe r- deführer ein aktuelles ärztliches Z eugnis zu seinem Gesundheitszustand ein, das in der Folge der Vorinstanz zur Kenntnis gebracht wurde. I. Mit Duplik vom 13. Mai 2013 hält die Zentralstelle Zivildienst an ihrem An- trag auf Abweisung der Beschwerde fest. J. Das Bundesverwaltungsgericht lud den Beschwerdeführer mit Zwischen- verfügung vom 15. Mai 2013 ein, bis zum 31. Mai 2013 Belege für die von ihm behauptete flexible Arbeitszeitregelung und die geltend gemachten Minusstunden im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses bei der Y ._______ AG einzureichen. Nach Ablauf dieser Frist reichte der Beschwerdeführer zwei Aufstellungen über die von ihm in den Jahren 2012 und 2013 geleis- teten Arbeitsstunden (mit einer Zahl an Minusstunden von insgesamt 33.6 bzw. 39.57) sowie eine Beschreibung des Jahresarbeitszeitmodells "[…]" der Y ._______ AG ein (Eingabe vom 3. Juni 2013). K. Mit Stellungnahme vom 20. Juni 2013 , welche in der Folge dem B e- schwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde, hält die Zentralstelle Zivi l- dienst weiterhin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. B-242/2013 Seite 4 L. Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Der Entscheid der Vorinstanz vom 12. November 2009 ist eine Verfü- gung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Diese Verfügung kann nach Art. 63 des Bundesgesetzes über den zivilen Ersatzdienst vom 6. Oktober 1995 (Zivildienstges etz [ZDG, SR 824.0 ]) im Rahmen der allgemeinen Bestimmungen über die Bundesverwaltungsrechtspflege (Art. 44 ff. VwVG i.V.m. Art. 31 ff. und 37 ff. des Bundesgesetzes über das Bunde s- verwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 17 3.32]; Art. 65 Abs. 4 ZDG) mit Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht angefochten werden. Der Beschwerdeführer ist als Adressat der angefochtenen Verfügung durch diese besonders berührt und hat deshalb ein schutzwürdiges Int e- resse an ihrer Aufhebung oder Änderung. Er ist daher zur Beschwerd e- führung legitimiert, zumal er auch am vorinstanzlichen Verfahren teilg e- nommen hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Eingabefrist und die Anforderu n- gen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift sind gewahrt ( Art. 66 Bst. b ZDG; Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die übrigen Sachurteilsvoraussetzu n- gen liegen vor (Art. 47 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 1.2 Der Beschwerdeführer nimmt in seiner Replik unter anderem auf sei- ne Zulassung zum Zivildienst und ein Gesuch um Entlassung aus der Dienstpflicht Bezug. Letzteres Gesuch wurde mit Verfügung der Zentra l- stelle Zivildienst vom 13. September 2012 abgewiesen, wobei die Zen t- ralstelle in ihrer Duplik konzediert, die Zustellung dieser Verfügung an den Beschwerdeführer nicht nachweisen zu können (vgl. Duplik, S. 1). Mit Blick auf die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach sein G e- such um Entlassung aus der Dienstpflicht "an dieser Stelle nicht zur Di s- kussion" steht (Replik, S. 1 ), ist davon auszugehen, dass vorliegend w e- der die Zulassung zum Zivildienst noch die genannte Verfügung vom 13. September 2012 angefochten ist. Diesbezügliche Weiterungen erü b-B-242/2013 Seite 5 rigen sich deshalb. Namentlich kann die Frage offen gelassen werden, ob dem Besc hwerdeführer die Verfügung vom 13. September 2012 zug e- stellt worden ist. 2. 2.1 Nach dem Zivildienstgesetz leisten Militärdienstpflichtige, die den Mili- tärdienst mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren können, auf Gesuch hin einen länger dauernden zivilen Ersa tzdienst (Art. 1 ZDG). Die Zivildiens t- pflicht umfasst namentlich die Pflicht zur Erbringung ordentlicher Zivi l- dienstleistungen, bis deren gesetzliche Gesamtdauer erreicht ist (Art. 9 Bst. d i.V.m. Art. 8 ZDG). Der Bundesrat regelt die Mindestdauer und die zeitliche Abfolge der Einsätze und erlässt Vorschriften über die Behan d- lung von Gesuchen um Dienstverschiebung sowie die Anrechnung der Diensttage an die Erfüllung der Zivildienstpflicht (Art. 20 und 24 ZDG). 2.2 Die zivildienstpflichtige Person hat ihre E insätze so zu planen und zu leisten, dass sie die Gesamtheit der nach Art. 8 ZDG verfügten ordentl i- chen Zivildienstleistungen vor der Entlassung aus der Zivildienstpflicht erbracht hat (Art. 35 Abs. 1 der Verordnung über den zivilen Ersatzdienst vom 11. September 1996 [Zivildienstverordnung, ZDV; SR 824.01]). Grundsätzlich sucht die zivildienstpflichtige Person Einsatzbetriebe und spricht die Einsätze mit ihnen ab (vgl. Art. 31a Abs. 1 ZDV). Damit wird ihr die Möglichkeit eingeräumt, in weitem Masse die Ab solvierung des Zivi l- dienstes ihren Wünschen entsprechend mitzugestalten (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1649/2013 vom 16. Mai 2013 , mit Hi n- weis). Wenn die Ergebnisse der Suche der zivildienstpflichtigen Person nach einem Einsatzbetrieb den Erl ass eines Aufgebots nicht erlauben, legt die Vollzugsstelle in einem Aufgebot von Amtes wegen selbst fest, wann und wo der Einsatz geleistet wird. Dabei hat die Vollzugsstelle die Eignung der zivildienstpflichtigen Person sowie die Interessen eines g e- ordneten Vollzugs zu berücksichtigen (Art. 31a Abs. 4 ZDV). 2.3 Die zivildienstpflichtige Person hat bei der Vorinstanz ein Dienstve r- schiebungsgesuch einzureichen, wenn eine gesetzliche Verpflichtung oder ein Aufgebot nicht befolgt werden kann. Die Gesuche müss en eine Begründung und die nötigen Beweismittel sowie die Angabe des Zei t- raums, in welchem der fragliche Einsatz geleistet werden soll, enthalten (Art. 44 ZDV). Die Gründe, welche eine Dienstverschiebung rechtfertigen oder au s- schliessen, hat der Verordnungsgeber in Art. 46 ZDV umschrieben. Abs. 3 B-242/2013 Seite 6 der Bestimmung sieht vor, dass die Vollzugsstelle das Gesuch einer zivi l- dienstpflichtigen Person um Dienstverschiebung dann gutheissen kann, wenn die zivildienstpflichtige Person: "a) während des Einsatzes oder der diesem folgenden drei Monate eine wichtige Prüfung ablegen muss; b) eine schulische oder berufliche Ausbildung absolviert, deren Unterbr e- chung mit unzumutbaren Nachteilen verbunden ist; c) andernfalls ihren Arbeitsplatz verlieren würde; cbis) mit einem Einsatzbetrieb vereinbart hat, sämtliche verbleibenden Diens t- tage im Folgejahr zu leisten; die Vollzugsstelle bewilligt das Gesuch nicht, wenn das Folgejahr das Jahr der Entlassung aus der Zivildienstpflicht ist; d) vorübergehend aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage ist, den vorgesehenen Einsatz zu absolvieren; die Vollzugsstelle kann eine vertra u- ensärztliche Untersuchung anordnen; e) glaubwürdig darlegt, dass die Ablehnung des Gesuchs für sie, ihre eng s- ten Angehörigen oder ihren Arbeitgeber eine a usserordentliche Härte bedeu- ten würde." Demgegenüber hat die Vollzugsstelle ein Gesuch einer zivildienstpflichti- gen Person um Dienstverschiebung insbesondere dann abzulehnen, wenn keine Gründe im Sinne von Art. 46 Abs. 3 ZDV vorliegen (vgl. Art. 46 Abs. 4 Bst. a ZDV). 2.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit voller Überprüfungsbefugnis. Aus diesem Grund können nicht nur Rechtsverlet- zungen oder fehlerhafte Sachverhaltsfeststellungen gerügt werden, so n- dern auch die Unangemessenheit (Art . 49 VwVG). Die "Kann - Formulierung" von Art. 46 Abs. 3 ZDV bringt zum Ausdruck, dass kein un- bedingter Rechtsanspruch auf Dienstverschiebung besteht. Diese Vo r- schrift r äumt der Vorinstanz beim Entscheid über ein Dienstverschi e- bungsgesuch vielmehr einen Erme ssensspielraum ein, der vom Bunde s- verwaltungsgericht grundsätzlich zu respektieren ist (vgl. Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts B-2674/2009 vom 23. Juni 2009 E. 3.1; allgemein zur Einräumung von Ermessen durch sog. "Kann -"Vorschriften ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 431). Die in Art. 46 Abs. 3 ZDV statu- ierten Dienstverschiebungsgründe sind jedoch einer vollen richterlichen Kognition zugänglich (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs gerichts B- 4135/2010 vom 3. November 2010 E. 4.1). So stellt etwa das Kriterium B-242/2013 Seite 7 der "ausserordentlichen Härte" einen unbestimmten Rechtsbegriff dar, dessen Auslegung und Anwendung gemäss bundesgerichtlicher Rech t- sprechung eine Rechtsfrage bildet, die grund sätzlich ohne Beschränkung zu überprüfen ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2674/2009 vom 23. Juni 2009 E. 3.1 ). Eine ausserorde ntliche Härte im Sinne von Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV wird nach der Rechtsprechung des Bundesve r- waltungsgerichts nur dann anerkannt, wenn beim Zivildienstpflichtigen, seinen engsten Angehörigen oder seinem Arbeitgeber eine eigentliche Notsituation vorliegt (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts B-1649/2013 vom 16. Mai 2013 , und B-1515/2013 vom 14. Mai 2013 [je mit Hinwei- sen]). Nach konstanter Praxis ist indessen selbst bei der Überprüfung der Au s- legung sowie Anwendung von unbestimmten Rechtsbegriffen Zurückha l- tung zu üben und der zuständigen Behörde ein gewisser Beurteilung s- spielraum zuzugestehen, wenn diese den örtlichen, technischen oder persönlichen Verhältnissen näher steht. Ein Gericht hat aus diesen Grü n- den nicht einzugreifen, solange die Auslegung der Verwaltungsbehörde als vertretbar erscheint (vgl. anstelle vieler: Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts B-8800/2010 vom 21. November 2012 E. 3.2, und B- 2674/2009 vom 23. Juni 2009 E. 3.1). 2.5 2.5.1 In der Bundesverwaltungsrechtspflege gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den B undeszivilprozess [BZP , SR 273]). Frei ist die Beweiswürdigung darin, dass sie nicht an bestimmte starre Beweisr e- geln gebunden ist, welche der Behörde genau vorschreiben, wie ein gü l- tiger Beweis zustande kommt und welchen Beweiswert die einzelnen Beweismittel im Verhältnis zueinander haben (BGE 132 V 393 E. 2.1, BGE 130 II 482 E. 3.2, und BGE 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesver- waltungsgerichts B-3923/2012 vom 21. Mai 2013 E. 4.1.2). 2.5.2 Kommt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige Festste l- lung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne du rch diese antiz i- pierte Beweiswürdigung den Anspruch auf rechtl iches Ge hör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum Ganzen anstelle vieler: BGE 136 I 229 E. 5.3, mit Hinweisen). B-242/2013 Seite 8 2.5.3 Gemäss einem allgemeinen Rechtsgrundsatz hat , wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupt e- ten Tatsache zu beweisen, welcher aus ihr Rechte ableitet (vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuc hs vom 10. Dezem ber 1907 [ZGB, SR 210]; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C-4192/2012 vom 29. April 2013 E. 5, und A-1700/2013 vom 13. Mai 2013 E. 4.4.2). 3. Im Folgenden ist unter Berücksichtigung des der Vorinstanz zustehenden Beurteilungs- und Ermessensspielraumes (vorn E. 2.4) zu prüfen, ob das Dienstverschiebungsgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abgewi e- sen wurde. 3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, aus seiner derzeitigen Anste l- lung zu einem Pensum von 100 % könne nicht ohne weiteres a uf seine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, weil er mit seiner Erkrankung (ADHS/POS) sowie den Nebenwirkungen der damit verbu n- denen Medikation (mit Ritalin) nur unter besonderen Rahmenbedingu n- gen arbeiten könne. Bei seiner aktuellen Stell e herrsche namentlich eine grosse Flexibilität mit Bezug auf die Wahl der Arbeitszeit , welche "weit über reine Gleitzeit" hinausgehe (vgl. Replik, S. 2). Auch bestehe aus technischer Sicht die Möglichkeit, die Arbeit von zu Hause aus zu verrich- ten. Eine Än derung der Umstände könne zu einer weiteren Einschrä n- kung seiner Arbeitsfähigkeit führen. Bei der Beurteilung seines Dienstver- schiebungsgesuches sei zudem zu berücksichtigen, dass die Diagnose ADHS aus militärärztlicher Sicht gravierend sei, indem sie jewe ils zur Empfehlung führe, die Betroffenen aus der Dienstpflicht zu entlassen. Mit diesen Vorbringen macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, er sei im Sinne von Art. 46 Abs. 3 Bst. d ZDV aus gesundheitlichen Grü n- den nicht in der Lage, den Zivildiens t zu absolvieren. Sinngemäss beruft er sich damit aber auch auf die Dienstverschiebungsgründe von Art. 46 Abs. 3 Bst. c ZDV (drohender Verlust des Arbeitsplatzes) und Art. 46 Abs. 3 e ZDV (Härtefall). 3.2 3.2.1 Der behandelnde Arzt, Dr. med. Z._______, stellte beim Beschwer- deführer mit einem Arztzeugnis vom 9. Dezember 2010 die Diagnose ADHS. Diese Diagnose hat Dr. Z._______ in der Folge mehrmals best ä- tigt und ist vorliegend zu Recht unbestritten (vgl. Vernehmlassungsbeila- gen 8, 10 und 15; Beilage zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 17. April 2013; Vernehmlassung, S. 3). B-242/2013 Seite 9 3.2.2 Dr. Z._______ hielt sodann insbesondere i n einem Zeugnis vom 7. November 2012 fest , der Beschwerdeführer stehe aufgrund eines ADHS seit dem 2. September 2010 unte r Therapie mit 30mg Ritalin pro Tag. Damit sei aktuell sowie aller Voraussicht nach auch für die nächsten zwölf Monate keine Tauglichkeit für den Militär- oder Zivildienst gegeben. 3.2.3 In einem Arztzeugnis vom 14. April 2013 erklärte Dr. Z._______ fer- ner im Wesentlichen, beim Beschwerdefü hrer liege ein Vollbild eines ADHS vor, welches sich unter kontinuierlicher Behandlung mit 30mg Rita- lin täglich symptomatisch gebessert habe. Aktuell leide der Beschwerd e- führer an Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, die sich an in- teraktionellen Schwierigkeiten zeigen würden. Zur Zeit bearbeite der B e- schwerdeführer unter den Rahmenbedingungen von Gleit - und Jahresar- beitszeit selbständig IT -Projekte, wobei ihm ausser Abgabeterminen kaum Vorgaben gemacht würden. In diesem angestammten Beruf sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers "selbstverständlich gegeben" (Arztzeugnis vom 14. April 2013, S. 2). Indes wies Dr. Z._______ im genannten Arztzeugnis darauf hin, dass e in Zivildiensteinsatz von über 200 Tagen an einem "Standardarbeitsplatz" wie beispielsweise in einem Altersheim oder Spital (als Betreuungshelfer oder als sonstige Arbeitskraft) nicht sehr abwechslungsreich sei und auch keine grosse Selbständigkeit erfordere . Bei einer solchen Tätigkeit, die nichts mit den beruflichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers zu tun h a- be, seien interaktionelle Schwierigkeiten mit Vorgesetzen oder Mitarbe i- tern in hohem Grad wahrscheinlich. Ferner bestehe bei einem ADHS ein grosses Risiko einer Verschlechterung des Gesundheit szustandes unter Militär- oder Zivildienst bzw. ein grosses Risiko des Impulskontrollverlu s- tes, fremd- und selbstaggressiver Handlungen sowie legalen und illegalen Substanzkonsumes. Zwar habe der Beschwerdeführer nach eigenen A n- gaben etwa im Jahr 2004 eine n 30-tägigen Zivildiensteinsatz in der K ü- che einer anthroposophischen Klinik absolviert. Dies sei jedoch nach dessen Darstellung einzig aufgrund der kurzen Dauer des Einsat zes und dank dem grossen Verständnis des Einsatzbetriebes für die bestehende Erkrankung möglich gewesen. Der Beschwerdeführer sei einem Einsat z- betrieb "sicherlich nicht einfach" zuzumuten. Zusammenfassend sei keine Arbeitsfähigkeit für die vorgesehene Zivildienstleistung gegeben. 3.3 Trotz der vorgenannten Arztzeugnisse (hiervor E. 3.2) und seinen Ausführungen hat der Beschwerdeführer vorliegend nicht hinreichend substantiiert, dass er entweder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der B-242/2013 Seite 10 Lage ist, den vorgesehenen Zivildiensteinsatz zu absolvieren , oder dass er seinen Arbeitsplatz bei Absolvierung dieses Einsatzes verlieren würde. Ebenso wenig vermochte der Beschwerdeführer glaubhaft darzulegen, dass die Abweisung des Dienstverschiebungsgesuches im Sinne von Art. 46 Abs. 3 Bst. e ZDV eine ausserordentliche Härte für ihn, seine engsten Angehörigen oder seinen Arbeitgeber bedeutet: Gemäss der Darstellung von Dr. Z._______ hat der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben etwa im Jahr 2004 einen Zivildienstein satz von 30 Tagen absolviert. Aus dem Arztzeugnis vom 14. April 2013 kann abge- leitet werden, dass Dr. Z._______ davon ausgeht, dass der Beschwerde- führer schon damals an den gleichen Symptomen wie heute litt. Es ist vor diesem Hintergrund nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer he u- te im Gegensatz zu früher nicht mehr in der L age sein soll, den vorges e- henen Zivildiensteinsatz zu absolvieren. Der Umstand, dass der etwa im Jahr 2004 absolvierte Einsatz – anders als der bevorstehende Zivildienst – nur 30 Tage dauerte, erscheint dabei nicht als erheblich , bedingt doch auch ein 30-tägiger Einsatz, dass sich der Zivildienstleistende (zumindest für eine gewisse Zeitdauer) auf eine neue Situation einstellt . Ebenso we- nig spricht zugunsten des Beschwerdeführers, dass die anthroposoph i- sche Klinik, bei welcher er seinen früheren Zivildienst einsatz absolvierte, in besonderem Mass auf seine Situation Rück sicht genommen haben soll. Vielmehr ist Letzteres als Indiz für die Annahme zu werten, dass Einsatzbetriebe existieren, welche den besonderen Bedürfnissen des B e- schwerdeführers gerecht werden. Es erscheint insbesondere nicht als ausgeschlossen, dass ein Einsatzbetrieb dem Beschwerdeführer (zumi n- dest verhältnismässig) abwechslungsreiche A ufgaben zur weitgehend selbständigen Erledigung anvertraut. Sodann ist nicht ersichtlich, dass mit Bezug auf die zeitliche Einteilung der Arbeit zwischen dem Zivildienst zum einen und der Anstellung des Beschwerdeführers bei der Y ._______ AG zum anderen erhebliche Un- terschiede bestehen. Nach unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz und der Zentralstel le sind Zivildiensteinsätze mit flexiblen A r- beitszeiten nicht unüblich und existieren Einsatzbetriebe, die ein Glei t- zeitarbeitsmodell anbieten (Vernehmlassung, S. 4; Duplik, S. 2; angefoch- tener Entscheid, S. 2 ). Es erscheint deshalb nicht als plausibel, da ss die Arbeitszeit- und Pauseneinteilung beim vorgesehenen Zivildiensteinsatz zwingend wesentlich weniger flexibel als im Rahmen des Anstellungsver- hältnisses des Beschwerdeführers mit dem Jahresarbeitszeitmodell "[…]" ist (vgl. Beilage 2 zur Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. Juni 2013). B-242/2013 Seite 11 Nichts daran zu ändern vermögen die bei der derzeitigen Stelle entsta n- denen Minusstunden, welche nach Darstellung des Beschwerdeführers auf die mit seiner Erkrankung verbundene Einschrä nkung seiner Lei s- tungsfähigkeit zurückzuführen sind. Zwar ist be legt, dass seine Arbeit s- zeiterfassung Ende Dezember 2012 einen Saldo von 33.6 Minusstunden sowie Ende Mai 2013 einen Saldo von 3 9.57 Minusstunden aufwies (vgl. Beilage 1 zur Eingabe des Beschw erdeführers vom 3. Juni 2013). Indessen sind diese Minusstunden – soweit ersichtlich – durch Absenzen von jeweils nicht mehr als zwei Arbeitstagen pro Monat entstanden, was in einem üblichen Rahmen liegt und nicht auf eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hindeutet. Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen kann der Annahme von Dr. Z._______, wonach ein Zivildiensteinsatz mit einem untragbaren Ris i- ko der Verschlechterung des Gesundheitszustandes verbunden wäre und der Beschwerdeführer für den vorgesehenen Zivildienst als arbeitsunfähig zu qualifizieren ist, nicht gefolgt werden. Ebenso wenig lässt sich gestützt auf die Einschätzung von Dr. Z._______ davon ausgehen, dass ein Zivi l- diensteinsatz zu einem Verlust der bisherigen Stelle führen oder eine ausserordentliche Härte bedeuten würde. Mit anderen Worten ist mangels hinreichender gegenteiliger Anhaltspunk- te zu Ungunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen, dass ein geeigneter Einsatzbetrieb bzw. eine passende Einsatzmöglichkeit besteht (vgl. zur Beweislastverteilung vorn E. 2.5.3). Letzteres gilt umso mehr, als es dem Beschwerdeführer obliegt und ihm freigestellt ist, entsprechend seinen Wünschen einen Einsatzbetrieb zu suchen und mit diesem die Einsätze abzusprechen (vgl. Art. 31a Abs. 1 ZDV sowie vorn E. 2.2). Die Vorinstanz hat somit zu Recht das Vorliegen eines Dienstverschi e- bungsgrundes im Sinne von Art. 46 ZDV verneint. 4. Die weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen den hier g e- zogenen Schluss nicht umzustossen: 4.1 Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, die Stellun g- nahme der MEDAS vom 23. Mai 2012 sei als reines Aktengutachten nur begrenzt aussagekräftig. Zudem würde sie – zu seinen Gunsten – die für ihn in Frage kommenden Einsatzgebiete im Rahmen des Zivil dienstes stark einschränken. B-242/2013 Seite 12 Inwieweit der gestützt auf die vorhandenen Akten verfasste n Stellung- nahme der MEDAS vom 23. Mai 2012 Beweiskraft zukommt, kann hier of- fengelassen werden. Diese Stellungnahme eines Rheumatologen belegt jedenfalls nicht, dass einer der hier streitigen Dienstverschiebungsgründe von Art. 46 Abs. 3 Bst. c, d oder e ZDV vorliegt. Viel mehr wird darin au s- geführt, der Beschwerdeführer sei in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eing e- schränkt. Zwar wird in der Stellungnahme auch festgehalten, für den Be- schwerdeführer sei ein Einsatzgebiet ideal, bei welchem er "in einem ve r- ständnisvollen Milieu und unter wenig Zeitdruck arbeiten " könne (vgl. Stellungnahme der MEDAS vom 23. Mai 2012, S. 2). Zu Recht stellt der Arzt der MEDAS aber nicht in Abrede, dass Einsatzbetriebe bestehen, welche eine solche Arbeitsumgebung anbieten können. Sollte der Beschwerdeführer sinngemäss geltend machen, die Stellun g- nahme der MEDAS sei – insbesondere weil sie nicht von einem Facharzt des hier in Frage stehenden medizi nischen Fachgebiete s ( Psychiatrie und Psychotherapie ) abgefasst worden ist – unbeachtlich und es fehle damit an einer vertrauensärztlichen Abklärung, ist ihm entgegenzuhalten, dass es nach Art. 46 Abs. 3 Bst. d ZDV nicht in jedem Fall einer solchen Untersuchung bedarf. Diese Vorschrift stellt es nämlich – wie die Formu- lierung als "Kann-"Vorschrift zeigt – ins pflichtgemässe Ermessen der Be- hörden, ob eine vertrauensärztliche Untersuchung anzuordnen ist (vgl. auch vorn E. 2.4) . Vorliegend erscheint der Sachve rhalt als hinre i- chend erstellt, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung auf die Durc h- führung einer vertrauensärztlichen Untersuchung sowie weitere Bewei s- erhebungen verzichtet werden kann (vgl. vorn E. 2.5.2). 4.2 Sinngemäss bringt der Beschwerdeführer ferner vor, er sei bei seiner Zulassung zum Zivildienst nicht richtig über die geltenden Regeln aufg e- klärt worden. Es könne ihm deshalb nicht angelastet werden, früher statt eines Gesuches um Entlassung aus der Dienstpflicht aus gesundheitl i- chen Gründen ei n Gesuch um Zulassung zum Zivildienst gestellt zu h a- ben (vgl. Replik, S. 2). Dieses Vorbringen ist nicht hinreichend substantiiert. Ob und inwieweit die Behörden Anwärter für den Zivildienst über das geltende Recht aufzu- klären hatten bzw. haben, kann desha lb ebenso offen gelassen werden wie die Frage, ob eine diesbezügliche behördliche Falschinformation oder eine unterlassene Aufklärung bei einem späteren Dienstverschiebung s- gesuch zugunsten des Betroffenen berücksichtigt werden kann. B-242/2013 Seite 13 4.3 Der Beschwerdeführer rügt sodann , er werde im Vergleich zu Ang e- hörigen des Zivilschutzes und Militärangeh örigen ungleich behandelt (vgl. Replik, S. 2). Für den Zivilschutz würden "weniger strenge Regeln für die Tauglichkeit" gelten als für die Zulassung zum Militär - oder Zivil- dienst. Zudem bringt der Beschwerdeführer vor, er werde im Vergleich zu Militärangehörigen benachteiligt, da diese unter den gleichen Umständen bereits ausgemustert wären und keine n Wehrpflichtersatz mehr zahlen müssten. Eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes von Art. 8 Abs. 1 BV , nach welchem Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und U n- gleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln ist (vgl. anstelle vieler: BGE 131 I 394 E. 4.2, mit Hinweisen), ist vorliege nd weder substantiiert noch aus den Akten ersichtlich. Entgegen der Auffas- sung des Beschwerdeführers kann er aus einer allfälligen Ungleichb e- handlung bei der Beurteilung der Militär - und Zivildiensttauglichkeit zum einen und der Tauglichkeit für den zivile n Schutzdienst zum anderen im Zusammenhang mit seinem Dienstverschiebungsgesuch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch geht es vorliegend nic ht um Fragen der Gleich- behandlung bei der Entlassung aus der Dienstpflicht oder bei der Pflicht zur Leistung von Wehrpflichtersatz. 5. Nach dem Ausgeführten hat die Vorinstanz das Gesuch um Dienstve r- schiebung zu Recht abge lehnt. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. 6. Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht ist kostenlos, sofern es sich nicht um eine mutwillige Beschwerdeführung handelt (Art. 65 Abs. 1 Satz 1 ZDG). Vorliegend ist keine Mutwilligkeit in der Prozessführung g e- geben, weshalb keine Verfahrenskosten zu erheben sind. Es wird auch keine Parteientschädigung ausgerichtet (Art . 65 Abs. 1 Satz 2 ZDG). 7. Dieser Entscheid kann nicht an das Bundesgericht weiter gezogen we r- den (Art. 83 Bst. i des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005, Bundesgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). Er ist somit endgültig. B-242/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Akten zurück); – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben; Beilage: Vorakten zurück); – die Vollzugsstelle für den Zivildienst ZIVI, Zentralstelle Thun (Ein- schreiben). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Frank Seethaler Beat König Versand: 1. Juli 2013