<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-04-03-1F_7-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1F_7/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. April 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, Haag, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Gerber. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Gesuchsteller, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar Mauerhofer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">Gesuchsgegnerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gian Sandro Genna, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Einwohnergemeinde Fahrni, </div> <div class="para">Baubewilligungsbehörde, Rachholtern 66B, 3617 Fahrni b. Thun, </div> <div class="para">Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern, Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3013 Bern, </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1C_553/2022 vom 28. November 2023. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Mit Urteil 1C_553/2022 vom 28. November 2023 hiess das Bundesgericht die Beschwerde von B.________ gegen A.________ gut und hob den angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern auf. Es wies die Sache an dieses zurück, um zu prüfen, ob die Baubewilligung für eine neue Ökonomiebaute trotz der Zweifel an der längerfristigen Existenzfähigkeit des Landwirtschaftsbetriebs des Beschwerdegegners mit einem Beseitigungsrevers gemäss <span class="artref">Art. 16b Abs. 2 RPG</span> (SR 700) erteilt werden könne. Dazu sei den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren; u.U. könne das Verwaltungsgericht auch neue Unterlagen einholen, z.B. zur Ertragsentwicklung seit 2020. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 15. Dezember 2023 nahm das Verwaltungsgericht das Verfahren wieder auf. Mit Verfügung vom 8. März 2024 erwog es, im Rahmen der Fallbearbeitung sei aufgefallen, dass das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) in den Auflagen und Bedingungen der Verfügung vom 27. November 2020 bereits einen Beseitigungsrevers vorgesehen habe. Diese Verfügung bilde Bestandteil des Bauentscheids der Einwohnergemeinde Fahrni vom 19. Januar 2021 und sei von der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) mit Entscheid vom 26. August 2021 bestätigt worden. Das Bundesgericht habe diesen Beseitigungsrevers offensichtlich übersehen. Bei dieser Sachlage sei unklar, ob weitere Abklärungen zu tätigen seien und ob allenfalls ein Revisionsgrund gemäss <span class="artref">Art. 121 ff. BGG</span> vorliege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Am 21. März 2024 reichte A.________ ein Revisionsgesuch gegen das bundesgerichtliche Urteil ein. Er beantragt, das Urteil 1C_553/2022 des Bundesgerichts sei aufzuheben und der Entscheid des Verwaltungsgerichts Bern vom 19. September 2022 sei in Abweisung der Beschwerde der Revisionsgesuchsgegnerin zu bestätigen. Die Tatsache, dass die Baubewilligung bereits einen Beseitigungsrevers enthalte, den das Bundesgericht offensichtlich übersehen habe, sei erheblich und aktenkundig und stelle einen Revisionsgrund gemäss <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> dar. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>D.</b> </div> <div class="para">Es wurde keine Vernehmlassung eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 121 BGG</span> regelt die Revision wegen Verletzung von Verfahrensvorschriften. Danach kann die Revision eines bundesgerichtlichen Entscheids u.a. verlangt werden, wenn das Gericht in den Akten liegende erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt hat (lit. d). Das Revisionsgesuch wegen einer solchen Verfahrensverletzung ist gemäss <span class="artref">Art. 124 Abs. 1 lit. b BGG</span> innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids einzureichen. Das Urteil 1C_553/2022 wurde dem Rechtsvertreter vom A.________ am 12. Dezember 2023 zugestellt, d.h. die 30-Tages-Frist war im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung am 21. März 2024 längst abgelaufen. </div> <div class="para">Der Gesuchsteller bezieht sich auf die 90-Tagesfrist gemäss <span class="artref">Art. 124 Abs. 1 lit. d BGG</span>, die am 8. März 2024 mit der Verfügung des Verwaltungsgerichts zu laufen begonnen habe. Diese Frist bezieht sich jedoch auf Revisionsgesuche aus "anderen Gründen", die in <span class="artref">Art. 123 BGG</span> geregelt sind. Dazu gehört insbesondere der Fall, dass die ersuchende Partei nachträglich neue Tatsachen erfährt oder entscheidende Beweismittel auffindet, die sie im früheren Verfahren nicht beibringen konnte (Abs. 2 lit. a). Dieser Tatbestand liegt vorliegend offensichtlich nicht vor. Vielmehr macht der Gesuchsteller selbst geltend, die Tatsache, dass die Baubewilligung bereits einen Beseitigungsrevers enthalte, sei nicht neu, sondern aktenkundig. </div> <div class="para">Im Übrigen erscheint es äusserst zweifelhaft, dass das angebliche Versehen den Tatbestand von <span class="artref">Art. 121 lit. d BGG</span> erfüllen würde, geht es doch bei dieser Bestimmung um die Akten des Beschwerdeverfahrens, das zum fraglichen Urteil geführt hat (Urteil 4F_2/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1) und nicht ein jedwelches Aktenstück, das sich in den kantonalen Akten befindet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Damit ist das Revisionsgesuch verspätet, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. Es rechtfertigt sich, keine Kosten zu erheben (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigungen zugesprochen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Einwohnergemeinde Fahrni, der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. April 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kneubühler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: Gerber </div> </div></body></html>