B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4981/2012 U r t e i l v o m 4 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Fulvio Haefeli, Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), alias C._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch Patrizia Carù, Amt für Jugend und Berufsbe- ratung Zürich, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 13. September 2012 / N (…). D-4981/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Be schwerdeführer am 1. September 2012 von Griechenland herkommend in D._______ landete und am folgenden Tag im Flughafen um Asyl nachsuchte, dass das BFM ihm mit Verfügung vom 2. September 2012 die Einreise in die Schweiz vorläufig ver weigerte und ihm für d ie Dauer des weiteren Asylverfahrens bis maxi mal 60 Tage den Transitbereich des Flughafens E._______ als Aufenthaltsort zuwies, dass der Beschwerdeführer am 6. September 2012 summarisch befragt wurde und die Direktanhörung zu den Asylgründen durch das BFM am 12. September 2012 aufgrund der vom Beschwerdeführer behaupteten Minderjährigkeit in Anwesenheit einer Vertrauensperson (Art. 7 Asylver- ordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) erfolgte, dass er dabei im Wesentlichen vorbrachte, er sei im Jahre 1996 geboren und stamme aus dem Dorf F._______ (Bezirk G._______, Provinz Pa k- tia), wo er bis zu seiner Ausreise aus Afghanistan zusammen mit seiner Familie gelebt habe, dass zirka Anfang Juli 2012 die Taliban drei Nächte hintereinander zu ihm nach Hause gekommen seien, um ihn zu rekrutieren, wobei es ihm j e- weils gelungen sei, sich zu verstecken, dass die Taliban beim dritten Besuch gegenüber seinem Vater gedroht hätten, sie würden ihn (Beschwerdeführer) umbringen, falls sie ihn fä n- den, dass er sich in der Folge während eines Monats in einem Loch im Garten versteckt habe, dass die Taliban während dieser Zeit mehrere Briefe in den Garten g e- worfen hätten, in denen sie ihm gedroht und ihn aufgefordert hätten, zu ihnen zu kommen, dass er aus Furcht vor den Taliban seinen Heimatstaat Anfang Juli 2012 verlassen habe und via den Iran und di e Türkei nach Griechenland g e- reist sei , von wo er am 1. September 2009 auf dem Luftweg nach E._______ gelangt sei, D-4981/2012 Seite 3 dass für den Inhalt der weiteren Aussagen auf die Akten verwiesen wird, dass die Flughafenpolizei eine vom Beschwerdeführer verwendete bulga- rische Identitätskarte zu den Akten nahm, dass der Beschwerdeführer eingestand, die bulgarische Identitätskarte missbräuchlich verwendet zu haben, und im Verlauf des Verfahrens die Telefaxkopie einer afghanischen Identitätskarte (Taskara) zu den Akten reichte, dass das BFM mit Verfügung vom 13. September 2012 – eröffnet am 15. September 2012 – feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüch t- lingseigenschaft nicht, das Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus dem Transitbereich des Flughafens E._______ sowie den Vollzug anord- nete, und ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus- händigte, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, der B e- schwerdeführer gebe an, minderjährig zu sein, wozu festzuhalten sei, dass er keine rechtsgenüglichen Identitäts- oder Reisepapiere zu den Ak- ten gegeben habe und entsprechend seine Identität nicht abschliessend habe belegen können, dass z udem begründete Zweifel an seinem Alter bestü nden, zumal er eindeutig älter aussehe als ein sechzehnjähriger Jugendlicher, dass der Beschwerdeführer überdies keine rechtsgenüglichen Identität s- papiere zu den Akten gegeben habe, die sein Alter belegen könnten, dass er zwar eine Faxkopie seiner Taskara eingereicht habe, dieses D o- kument jedoch keinen Beweiswert aufweise , zumal es sich um eine schlechte Kopie handle, auf der das Geburtsjahr des Beschwerdeführers nicht ersichtlich sei, dass im Weiteren zu beac hten sei, dass er nicht überzeugend erklär en könne, wie er seine Taskara in Afghanistan erhalten und aus welchen Gründen er das Original des Dokuments in Griechenland gelassen habe, dass er diesbezüglich erkläre, er habe Griechenland in Eile verlassen müssen und habe seine Identitätskarte nicht mitnehmen können, u nd der Freund, der die Taskara von Griechenland aus nach E._______ gefaxt habe, könne das Original wegen fehlenden finanziellen Mitteln nicht nachschicken, D-4981/2012 Seite 4 dass diese fadenscheinige Rechtfertigung keineswegs zu überzeugen vermöge, weshalb keine berechtigten Gründe für das Fehlen von Dok u- menten bestünden, dass ferner zu beachten sei, dass sich der Beschwerdeführer in Gri e- chenland als Zwanzigjähriger ausgegeben habe, dass auch auf der anlässlich seiner Weiterreise nach E._______ verwen- deten bulgarischen Identitätskarte das Geburtsjahr 1992 aufgeführt sei, dass der Beschwerdeführer nach seiner Ankunft in E._______ während seiner Einvernahme durch die Grenzpolizei zuerst ausgesagt habe, er sei im Jahre 1371 (1992) geboren und erst später, als die Flughafenpolizei im Rahmen des Asylgesuchs seine Personalien aufgenommen habe, er sein Geburtsjahr in 1375 (1996) geändert habe, dass der Beschwerdeführer schliesslich sehr dürftige Angaben zu seinen Familienverhältnissen zu Protokoll gegeben habe, dass er insbesondere nicht nachvollziehbar darstellen könne, weshalb seine Mutter ihr erstes Kind, den Beschwerdeführer, erst mit 33 Jahren zu Welt gebracht hätte, dass der Beschwerdeführer auch zu diesem Punkt eine überzeugende Antwort schuldig bleibe, sei es doch für eine auf dem Land lebende a f- ghanische Frau sehr ungewöhnlich, erst mit 33 Jahren das erste Kind zu gebären, dass es somit dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine Minde r- jährigkeit nachzuweisen, weshalb für das weitere Verfahren von seiner Volljährigkeit auszugehen sei, dass er geltend mache, er stamme aus dem Distrikt G._______, Provinz Paktia, wobei seine diesbezüglichen dürftigen und zum Teil falschen Äus- serungen diese Herkunft keineswegs zu bestätigen vermöchten, dass er insbesondere die Hauptstadt der Provinz Paktia nicht korrekt nennen könne, dass zudem auffallen d sei, dass er kein Paschtu spreche, obwohl diese Sprache in seiner angeblichen Herkunftsregion überwiegend gesp rochen werde, seien doch 90% der Einwohner der Provinz Paktia Paschtus, D-4981/2012 Seite 5 dass zusammenfassend ausgeschlossen werden könne, dass der B e- schwerdeführer aus der Provinz Paktia stamme, dass er ferner angebe, er sei von den Taliban verfolgt worden, wobei di e- se versucht hätten, ihn zwangsweise zu rekrutieren, dass die diesbezüglichen Aussagen äusserst oberflächlich, standardisiert und realitätsfremd seien, weshalb sie dem Beschwerdeführer nicht g e- glaubt werden könnten, dass er insbesondere – trotz mehrfachem Nachfragen – keine substanzi- ierten Angaben zu den drei nächtlichen Besuchen der islamischen Kämp- fer machen könne, dass es im Übrigen nicht nachvollziehbar sei, dass die Taliban dreimal versucht hätten, den Beschwerdeführer zu rekrutieren und sich in der Folge lediglich mit einigen in den Hof geworfenen Drohbriefen begnügt hätten, dass in diesem Zusammenhang auch nicht plausibel sei, das s er sich nach den Taliban-Aktionen weiterhin zu Hause aufgehalten habe, dass seine Erklärung, er habe sich einen Monat l ang in einem Loch im Garten versteckt, nicht zu überzeugen vermöge, hätte doch eine zu Ha u- se gefährdete Person v ersucht, so rasch wie möglich an einem sicheren Ort Unterschlupf zu finden, dass daher die Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Gla ubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse, dass ein Wegweisungsvollzug nach Afghanistan zudem zulässig, zumu t- bar und möglich sei, dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu verweisen ist, dass der Beschwerdeführer durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 21. September 2012 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde erheben und beantrag en liess, die angefocht e- ne Verfügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass er die Flüch t- lingseigenschaft erfülle, es sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, D-4981/2012 Seite 6 eventualiter sei die Unzumutbarkeit, die Unzulässigkeit und die Unmö g- lichkeit des Vollzugs de r Wegweisung festzustellen , und er sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, dass er überdies in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchte, es sei ihm für die Beibringung von Beweismitteln (Taskara) eine angemessene Frist anzusetzen, zudem sei ihm übe r seine Rechtsvertreterin vollständ i- ge Akteneinsicht zu gewähren, und ihm sei eine angemessene Frist ei n- zuräumen, um zu den bisher nicht zur Einsicht geöffneten Akten Stellung nehmen zu können, dass er schliesslich beantragte, es sei ihm die unentgeltlich e Rechtspfle- ge im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren, dass auf die Begründung der Beschwerde – soweit für den Entscheid we- sentlich – in den Erwägungen eingegangen wird, dass am 21. September 2012 eine den Beschwerdeführer betreffende Taskara der Flughafenpolizei E._______ zugestellt wurde, dass es sich bei diesem Dokument gemäss dem Ausweisprüfbericht der Kantonspolizei E._______ vom 21. September 2012 lediglich u m ein Ko- pierprodukt ohne sicherheitsrelevante Merkmale handle, welches in di e- ser Form keinerlei Legitimationswert besitze, dass der Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts mit Verf ü- gung vom 27. September 2012 die Anträge des Beschwerdeführers au f Akteneinsicht bezüglich der Aktenstücke A 2/1, A 8/4, A 11/1 sowie des Grenzkontrollrapports abwies, jedoch die Anträge auf Akteneinsicht b e- züglich der Aktenstücke A 3/5, A 7/2 sowie A 15/1 guthiess, wobei er gleichzeitig verfügte, dass Kopien dieser Akten dem Beschwerdeführer – teilweise unter Abdeckung gewisser Stellen aus Geheimhaltungsgründen – zur Kenntnis gebracht würden, dass der Instruktionsrichter zudem festhielt, dem Beschwerdeführer wer- de Einsicht in den Ausweisprüfbericht der Kantonspolizei E._______ vom 21. September 2012 bezüglich der am gleichen Tag eingereichten Taska- ra gewährt, wobei gewisse Stellen aus Geheimhaltungsgründen im Sinne von Art. 27 VwVG abgedeckt worden seien, dass dem Beschwerdeführer überdies die Gelegenheit eingeräumt wurde, seine Beschwerde bis zum 2. Oktober 2012 zu ergänzen ; im Weiteren D-4981/2012 Seite 7 ordnete der Instruktionsrichter an, dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im S inne von Art. 65 Abs. 1 VwVG im Endentscheid zu befinden sei, auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses ver zichtet werde und über die weiteren Anträge zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde, dass bezüglich d er Einzelheiten auf die Verfügung des Inst ruktionsrich- ters vom 27. September 2012 zu verweisen ist, dass sich der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Oktober 2012 wie folgt vernehmen liess, an den gestellten Anträgen werde festgehalten und auf weitere Ausführungen verzichtet, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz su cht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass der Beschwerdeführer durch d ie angefochtene Verfügung beso n- ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde l e- gitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rech tserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), D-4981/2012 Seite 8 dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ve r- zichtet wurde, dass in der Beschwerde in formeller Hinsicht gerügt wird, dem Beschwe r- deführer sei nicht vollständige Akteneinsicht gewährt und damit sein A n- spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden, da ihm keine Einsicht in die Aktenstücke A 2/1, A 3/5, A 7/2, A 8/4, A 11/1, A 15/1 sowie in den Grenz- kontrollrapport gewährt worden sei, dass diesbezüglich zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Verf ü- gung des Instruktionsrichters vom 27. September 2012 zu verweisen ist, wo festgestellt wurde, dass die Vorinstanz das Akteneinsichtsrecht des Beschwerdeführers bezüglich der Aktenstücke A 3/5 , A 7/2 sowie A 15/1, nicht jedoch hinsichtlich der Akten A 2/1, A 8/4, A 11/1 sowie des Gren z- kontrollrapports verletzt habe, dass der Instruktionsrichter dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 27. September 2012 Einsicht in die Aktenstücke A 3/5, A 7/2 sowie A 15/1 einräumte und ihm Gelegenheit gab, seine Beschwerde zu ergänzen, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 2. Oktober 2012 ausdrücklich auf weitere Ausführungen verzichtete, dass der gerügte Verfahrensmangel dadurch als geheilt erachtet werden kann, zumal die festgestellte Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht schwerwiegender Natur ist und dem Bundesverwaltungsgericht volle Kognition zukommt sowie der rechtserhebliche Sachverhalt erstellt sowie die notwendige Entscheidreife gegeben ist, dass der Beschwerdeführer geltend macht, er sei minderjährig, dass im Unterschied zum Verfahren bei Nichteintreten wegen Täuschung über die Identität in materieller Hinsicht die Beweislast für die behauptete Minderjährigkeit bei der asylsuchenden Person liegt, wobei diesbezüglich eine Gesamtwürdigung vorzunehmen ist (vgl. Entscheidungen und Mitte i- lungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 22 E. 3b S. 182 f.), dass die angeblich minderjährige Person , deren tatsächliches Alter sich mit vernünftigem Aufwand nicht ermitteln lässt, im Rahmen des Wegwe i- sungsvollzugs die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, d.h. sich nicht auf die für Minderjährige geltenden Regelungen berufen kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 23 E. 6c S. 186 f.), D-4981/2012 Seite 9 dass diese Praxis bezüglich der Beweislast und Beweisführung bei b e- haupteter Minderjährigkeit in der Folge in einem Grundsatzurteil vom 29. Oktober 2004 (vgl. EMARK 2004 Nr. 30) bestätigt worden ist und vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird, dass das BFM in Anwendung der erwähnten Praxis – entgegen den Vor- bringen in der Rechtsmittelschrift – zu Recht von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgegangen ist, und in diesem Kontext auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung zu verweisen ist, dass an dieser Einschätzung auch die am 21. September 2012 eing e- reichte Taskara nichts zu ändern vermag, zumal in dieser weder das Ge- burtsjahr des Beschwerdeführers enthalten ist noch sonst wie dessen A l- ter anhand dieses Dokuments berechnet werden kann, dass es zudem gerichtsnotorisch ist, dass insbesondere Asylbewerber aus Afghanistan unter Inanspruchnahme unlauterer Machenschaften b e- hördliche und andere Dokumente zur Stützung ihrer Asylvorträge beibri n- gen, weshalb ohnehin Zweifel an der Echtheit der eingereichten Taskara bestehen, da es sich bei der eingereichten Taskara gemäss Ausweisprüf- bericht der Kantonspolizei E._______ lediglich um ein Kopierprodukt o h- ne sicherheitsrelevante Merkmale handelt, dass durch die inzwischen erfolgte Einreichung der Taskara der Antrag in der Beschwerde, dem Beschwerdeführer sei für die B eibringung von Be- weismitteln (Taskara) eine angemessene Frist anzusetzen, gegenstand s- los geworden ist, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei als Flüchtling eine ausländische Person anerkannt wird, wenn sie i n ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), D-4981/2012 Seite 10 dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorha ndensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass nach Prüfung der Akten durch das Gericht – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen ist, dass die Asylvorbringen des Beschwer- deführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge mäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf zutre f- fenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist, dass in Ergänzung dazu festzuhalten ist, dass die Aussagen des B e- schwerdeführers auch hinsichtlich des Zeitpunktes, wann die Taliban erstmals bei ihm zu Hause vorbeigekommen sein sollen, und dem Datum seiner Ausreise Ungereimtheiten aufweisen, zumal er anlässlich der Kurzbefragung vom 6. September 2012 zu Protokoll gab, er habe Afgh a- nistan vor zirka zwei Monaten – das heisst Anfang Juli 2012 – verlassen (A 10/25 Reiseweg 5.01), während er in der Anhörung vom 12. Septe m- ber 2012 vorbrache, die Taliban seien vor zwei Monaten zum ersten Mal zu ihm nach Hause gekommen (A 14/14 F42), dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen- schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, dass auch die Beschwerdevorbringen nicht geeignet sind, zu einer a b- weichenden Betrachtungsweise zu führen, zumal der Beschwerdeführer den vorinstanzlichen Erwägungen nichts Neues und Substanzielles en t- gegenhält, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf E r- teilung einer solchen besteht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 732), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmu n- gen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, D-4981/2012 Seite 11 dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass - geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wesh alb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass darüber hinaus auch keine Anhaltspunkte für eine menschen - rechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. No- vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Afgh a- nistan droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit rechtsgenüglich nachzuweisen, weshalb er aus seinen Ausführungen in der Beschwerde betreffend unbegleitete minderjährige Asylsuchende und Kindeswohl nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag und es sich erübrigt, darauf einzugehen, D-4981/2012 Seite 12 dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Wegweisung s- vollzug durchführbar ist, diese Untersuchungspflicht jedoch – wie das BFM zutreffend festgehalten hat – nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person findet (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), dass es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, falls die asylsuchende Person in Verletzung ihrer Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht, insbesondere bei der Erhebung der persönlichen Verhältnisse im Herkunftsland nicht bzw. nur in ungenügendem Mass nachkommt oder ihre diesbezüglichen Angaben nicht glaubhaft sind, und sie damit eine sinnvolle Prüfung ihrer tatsächl i- chen Situation verunmöglicht (vgl. betreffend Verheimlichung der Nationa- lität: EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 f.), dass bei einem solchen Verhalten der asylsuchenden Person im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezem- ber 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273] i.V.m. Art. 9 VwVG) durchaus Rückschlüsse auf die für sie im Heimatland tatsächlich best e- hende Situation gezogen werden können, so dass – lassen sich im Ra h- men der Beweiswürdigung die Verhältnisse, die sich im Falle einer Rüc k- kehr ins Herkunftsland ergeben w ürden, zuverlässig einschätzen – kein Anlass besteht, diesbezüglich von Amtes wegen weitere Abklärungen vor- zunehmen, dass der Beschwerdeführer im Asylverfahren geltend macht, er stamme aus der Provinz Paktia, wo er vor seiner Ausre ise aus Afghanistan gelebt habe, dass er anlässlich der Befragung bei der Grenzkontrolle durch die Flu g- hafenpolizei E._______ demgegenüber angab, er stamme aus Kabul, wo er auch wohne (vgl. A 16/2 S. 2), dass übereinstimmend mit der Vorinstanz festzustel len ist, dass dem Be- schwerdeführer nicht geglaubt werden kann, dass er aus der Provinz Paktia stammt, da seine diesbezüglichen Aussagen entweder falsch oder nur dürftig ausgefallen sind, dass aufgrund der Aktenlage anzunehmen ist, der Beschwerdeführer stamme aus Kabul und er habe vor seiner Ausreise auch dort gelebt, so wie er dies anlässlich der Befragung bei der Grenzkontrolle angab, zumal D-4981/2012 Seite 13 kein Grund ersichtlich ist, weshalb er an dieser Befragung nicht hätte die Wahrheit sagen sollen, dass der Einwand in der Rechtsmittelschrift, er habe damals deshalb fal- sche Angaben gemacht, da er Angst gehabt habe, er zudem keine Kenntnis bezüglich der gesetzlichen Regelungen betreffend Asylverfahren in Europa gehabt habe und nach Deutschland habe weiterreisen wol len, das Gericht nicht zu überzeugen vermag, dass an der Einschätzung, wonach der Beschwer deführer aus Kabul stamme und dort vor seiner Ausreise Wohnsitz hatte, auch die von ihm eingereichte Taskara nichts ändert, da – wie bereits ausgeführt – Zweifel an der Echtheit des eingereichten Dokumentes bestehen, dass in weiten Teilen von Afghanistan eine derart schlechte Sicherheitsla- ge und derart schwierige humanitäre Bedingungen bestehen, dass die Si- tuation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifi- zieren ist, die Sicherheitslage und die humanitäre Situation in der Haup t- stadt Kabul im Vergleich zu den übrigen Gebieten jedoch etwas weniger dramatisch ist, so dass der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter begünstigenden Umständen als zumutbar q ualifiziert werden kann (vgl. BVGE 2011/7 E.9.9.1 und E. 9.2.2 S. 104 f.), dass aufgrund der Herkunft des – gemäss den Akten – gesunden B e- schwerdeführers aus Kabul davon auszugehen ist, er verfüge dort über ein soziales Netz (Fami lie, Freunde), weshalb nicht anzunehmen ist, er werde im Falle der Rückkehr nach Kabul aus sozialen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Gründen in eine existenzbedrohende Situation g e- raten, weshalb der Vollzug der Wegweisung dorthin zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, in - wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtse r- heblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unange -D-4981/2012 Seite 14 messen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass der Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG beantragt, dass dieses Gesuch gutzuheissen ist, da von der Bedürftigkeit des B e- schwerdeführers auszugehen ist und die Beschwerde zum Zeitpunkt der Einreichung nicht als aussichtslos erschien, weshalb ihm keine Verfa h- renskosten aufzuerlegen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-4981/2012 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird gut- geheissen. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM, die Flughafenpo- lizei und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: