Interpellation du groupe démocrate-chrétien 616 N 19 mars 1993 Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Bundesrat beabsichtigt, auf den 1. Januar 1993 die revi- dierte Verordnung über die Nationalstrassen in Kraft zu setzen. Mit den Artikeln 60 und 61 (inkl. Anhang 1) sollen auch die Bei- tragssätze des Bundes für den Bau der Nationalstrassen neu festgesetzt werden, nachdem dies am 9. Februar 1962 erst- mals und gleichzeitig letztmals geschehen ist Der Bundesrat begründet seine Massnahme im wesentlichen damit, dass sich die Finanzkraft der Kantone in den letzten 30 Jahren untereinander stark geändert habe und dass der niedrigste gesetzlich vorgeschriebene Beitragssatz von 50 Prozent nie angewendet worden sei. Dieser plötzliche Wechsel ist in mehrfacher Weise stossend. 1. Die Finanzkraft der Kantone untereinander hat sich laufend verändert. Es entbehrt jeder Begründung, diesen Sachverhalt während drei Jahrzehnten hinzunehmen und dann plötzlich den «Pfad der Tugend» zu entdecken. 2. Die erstmalige Anwendung des niedrigsten Beitragssatzes von 50 Prozent ergibt eine klar rechtsungleiche Behand- lung. 82 Prozent des schweizerischen Nationalstrassennetzes sind ohne diesen Minimalsatz erstellt worden, und für die rest- lichen 18 Prozentsoll er nun plötzlich Gültigkeit haben. 3. Das schweizerische Nationalstrassennetz wurde nach Prio- ritäten erstellt. Zuerst nahm man die Hauptachsen in Angriff und jene Abschnitte, mit denen auf dem Hauptstrassennetz diegrössten Entlastungseffekte erzielt werden konnten. Erst in zweiter Linie baute man jene Abschnitte (z. B. die N 7 im Kan- ton Thurgau), mit denen man einen Abbau der regionalen Disparitäten erreichen wollte. Die Prioritätenliste wurde also ganz klar vom Bund vorgegeben. Wer nun zuletzt an die Reihe kommt, ist der doppelt Geprellte: Nicht nur wird seine Natio- nalstrasse zuletzt erstellt, sondern er hat dafür auch noch die höheren Kosten zu tragen. 4. Erschwerend kommt dazu, dass sechs Nationalstrassen- abschnitte durch die Kommission Biel einer Ueberprüfung un- terzogen werden mussten. Dieser Grundsatzentscheid ver- bunden mit den nötigen Projektanpassungen hat bei der N 7 z. B. eine Verzögerung von rund zehn Jahren gebracht, für wei- che der betroffene Kanton überhaupt nichts kann. Er läuft also völlig unverschuldet in höhere Beitragssätze hinein. 5. Viele der Projektanpassungen gehen in Richtung Umwelt- und Landschaftsschutz. Die Folge ist, dass die noch zu bauen- den Nationalstrassenabschnitte wesentlich teurer zu stehen kommen als die bereits erstellten. Ausgerechnet für diese teu- ren Strecken soll nun in einigen Kantonen ein höherer Bei- tragssatz angewendet werden. 6. Ganz und gar unverständlich wäre dieser Schritt des Bun- desrates angesichts einer Treibstorfzollerhöhung von 20 Rap- pen pro Liter, mit dem erklärten Ziel, dem Strassenbau mehr Mittel zukommen zu lassen, und dem Auftrag der eidgenössi- schen Räte, das Nationalstrassennetz nun rasch und unter Einsatz grösserer Kredittranchen zu vollenden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993 Entgegen der ursprünglichen Absicht hat der Bundesrat auf den 1. Januar 1993 mit einer Teilrevision der geltenden Ver- ordnung über die Nationalstrassen lediglich die Beitragssätze des Bundes an die Kosten des betrieblichen Unterhalts und der polizeilichen Verkehrsüberwachung neu festgesetzt. Der Beschluss über die totalrevidierte Verordnung, einschliesslich der Beitragssätze des Bundes an die Kosten des Baus und baulichen Unterhalts, erfolgt später, nach der Auswertung der Ergebnisse der Vernehmlassung und in Kenntnis der Stellung- nahmen der Kantone. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 92.3597 Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Delegierter des Bundesrates für Europafragen Interpellation du groupe démocrate-chrétien Délègue du Conseil fédéral pour les questions européennes Wortlaut der Interpellation vom 18. Dezember 1992 Der Bundesrat wird um Auskunft gebeten, wie er in Zukunft die nach Ablehnung des EWR-Vertrages durch Volk und Stände entstehenden Probleme im europäischen politischen Umfeld koordinieren und behandeln will. Namentlich erbitten wir Auskunft über die Frage, ob er - zur Koordination der verschiedenen Problembereiche; - zur Abklärung der Folgen der neuen Gegebenheiten; - für die zu ziehenden Schlussfolgerungen; sowie - für die zu treffenden Massnahmen die Ernennung einer ausgewiesenen Persönlichkeit zum Dele- gierten des Bundesrates für Europafragen als gegeben erach- tet. Wenn dem so sein sollte, erwarten wir eine Antwort auf die Frage, in welchem Zeitrahmen dieser Plan realisiert werden soll. Texte de l'interpellation du 18 décembre 1992 Le Conseil fédéral est prié d'indiquer comment il entend traiter et coordonner les problèmes provoqués, au plan politique eu- ropéen, par le rejet de l'Accord sur l'EEE à la double majorité. Le Conseil fédéral juge-t-il opportun de nommer une person- nalité compétente en qualité de délégué du Conseil fédéral pour les questions européennes, eu égard: -à la coordination nécessaire entre les divers secteurs concernés par ces problèmes; - à l'examen des conséquences de la situation nouvelle; - aux conclusions qu'il convient d'en tirer; - aux mesures qui s'imposent? Le cas échéant, dans quel délai un tel plan devrait-il être réalisé? Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Der Bundesrat beabsichtigt, weiterhin selbst die Entscheide zu fällen, die im Bereich der Europapolitik im allgemeinen und der Integrationspolitik im speziellen (d. h. der Politik gegen- über der EG und der Efta einer der Prioritäten der Europapoli- tik) angezeigt sind. Damit diese Entscheide optimal vorberei- tet werden, können sie durch eine Delegation des Bundesra- tes für die europäische Integration vorbesprochen werden. Diese Delegation setzt sich zusammen aus den Vorstehern des EDA, des EVD und des EJPD oder des Departementes, das durch den Entscheidentwurf besonders betroffen ist. Der Bundesrat ist somit in der Lage, selbst alle Massnahmen im Bereich der Innen- und Aussenpolitik zu koordinieren und zu treffen, die in seiner Kompetenz liegen. Auf Verwaltungsebene hat der Bundesrat bereits 1961 ein Ko- ordinationsorgan für die Integrationspolitik geschaffen. Es handelt sich um das Integrationsbüro, das einerseits Teil der Politischen Direktion des EDA ist, welche durch den Staatsse- kretär für auswärtige Angelegenheiten geleitet wird. Anderer-19. März 1993 N 617 Interpellation Wick seits ist das Integrationsbüro Teil des Bundesamtes für Aus- senwirtschaft, das dem Staatssekretär für Aussenwirtschaft untersteht Gemäss Bundesratsbeschluss vom 27. Juni 1973 obliegt dem Integrationsbüro auch die Betreuung der Bezie- hungen der Schweiz zur EG im ausserökonomischen Bereich, dies in Zusammenarbeit mit den zuständigen Departementen (siehe Ziff. 64 des Berichtes vom 24. August 1988 über die Stellung der Schweiz im europäischen Integrationsprozess, BB11988 III 249). Die Intensivierung der Verhandlungen mit der EG ab 1989 (EWR) hat den Bundesrat veranlasst, einen interdepartemen- talen Ausschuss für die europäische Integration einzurichten. Dieser hat die Aufgabe, die verwaltungsinternen Konsultati- ons- und Koordinationsprozeduren zu erleichtern und zu be- schleunigen. Er wird kopräsidiert durch die Staatssekretäre des EDA und des EVD und umfasst hohe Beamte aller Depar- temente sowie den Chef des Integrationsbüros. Der Aus- schuss tritt mindestens einmal pro Trimester zusammen. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die hier beschriebe- nen Strukturen sehr gut funktionieren und dass sie auch den gegenwärtigen Bedürfnissen entsprechen. Es ist daher nicht nötig, die neue Stelle eines Delegierten des Bundesrates für Europafragen zu schaffen. Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993 Le Conseil fédéral entend continuer à prendre lui-même tou- tes les décisions utiles en matière de politique européenne en général et de politique d'intégration (c'est-à-dire la politique à l'égard de la CE et de l'AELE) en particulier, qui est une des priorités de la politique européenne. Afin d'assurer une prépa- ration optimale des projets de décision, ceux-ci peuvent être discutés par une délégation du Conseil fédéral pour les affai- res liées à l'intégration européenne. Cette délégation est com- posée des chefs du DFAE, du DFEP et du DFJP ou du départe- ment le plus particulièrement concerné par le projet de déci- sion. Le Conseil fédéral est ainsi en mesure de coordonner lui- même et de décider toutes les mesures de politique intérieure et de politique étrangère qui relèvent de sa compétence. Sur le plan administratif, le Conseil fédéral a constitué un ins- trument de coordination de notre politique d'intégration en 1961 déjà II s'agit du Bureau de l'intégration, qui fait partie de la Direction politique du DFAE, dirigée par le secrétaire d'Etat aux affaires étrangères, et de l'Office des affaires économi- ques extérieures du DFEP, dirigé par le secrétaire d'Etat aux affaires économiques extérieures. Selon l'arrêté du Conseil fé- déral du 27 juin 1973, le Bureau de l'intégration est également chargé des questions relatives aux relations de la Suisse avec la CE dans les domaines non économiques, cela en collabora- tion avec les autres départements compétents (voir le ch. 64 du rapport du 24 août 1988 sur la position de la Suisse dans le processus d'intégration européenne, FF 1988III367). L'intensification des négociations avec la CE dès 1989 (EEE) a motivé le Conseil fédéral à instituer un Comité interdéparte- mental pour l'intégration européenne afin de faciliter et d'accé- lérer les procédures de consultation et de coordination. Ce co- mité est coprésidé par les secrétaires d'Etat du DFAE et du DFEP et il est composé d'un haut fonctionnaire de chaque dé- partement ainsi que du chef du Bureau de l'intégration. Il se réunit au minimum une fois par trimestre. En conclusion, le Conseil fédéral estime que les structures dé- crites ci-dessus fonctionnent de manière très satisfaisante et qu'elles restent conformes aux besoins actuels. Il n'est donc pas nécessaire de créer un nouveau poste de délégué du Conseil fédéral pour les questions européennes. Präsident: Die Interpellanten sind von der Antwort des Bun- desrates nicht befriedigt und verlangen Diskussion. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion offensichtliche Mehrheit Dagegen Minderheit Verschoben - Renvoyé 78-N #ST# 92.3482 Interpellation Wick Europainstitut in Basel Institut européen à Bàie Wortlaut der Interpellation vom 7. Dezember 1992 Der Binnenmarkt Europa entsteht - jetzt eben ohne die Schweiz. Um so wichtiger wird eine Institution werden, die sich professionell mit den Entwicklungen in Europa befasst Das Europainstitut soll wissenschaftlich in Lehre und Forschung diese Aufgabe übernehmen. Im Bereich der Lehre sollen ein Nachdiplomstudium sowie Fort- und Weiterbildungskurse für Interessierte aus der Praxis angeboten werden. Die For- schung soll die europarelevante Problematik in einem breiten Spektrum bearbeiten. Das Institut soll ferner eine umfassende Dokumentation unterhalten und für Gutachtertätigkeit in Poli- tik und Wirtschaft zur Verfügung stehen. Basel wäre bereit, ein solches Europainstitut aufzunehmen und seiner Universität anzugliedern. Als Stand, der dem EWR- Vertrag zugestimmt hat, und durch seine europäische Vernet- zung in der Region des Oberrheins ist Basel als Standort für ein solches Europainstitut geradezu prädestiniert. Ich frage deshalb den Bundesrat an, ob er ein solches Europa- institut ebenfalls als wichtig erachtet und einem solchen Pro- jekt seine Unterstützung zusagen könnte. Texte de l'interpellation du 7 décembre 1992 Le grand marché intérieur se met en place, mais désormais sans la Suisse. C'est dire à quel point il devient important qu'une institution suive en professionnelle les évolutions di- verses que connaîtra l'Europe. C'est l'institut européen qui de- vra mener cette tâche à bien, par une approche scientifique dans les domaines de l'enseignement et de la recherche. Pour ce qui est de l'enseignement, il s'agira d'offrir un cursus d'étu- des postdiplôme aux personnes engagées dans la vie active, ou encore de leur permettre de suivre une formation complé- mentaire ou des cours de perfectionnement. Quant à la re- cherche, elle devra aboutir à une présentation exhaustive des questions ayant trait à l'Europe. L'institut devra également te- nir à jour une documentation complète sur l'Europe, et il fau- dra en outre qu'il apporte son concours aux experts en politi- que et en économie. Baie serait prête à accueillir un tel institut et à l'intégrer à son université. Le vote de ce canton en faveur de l'Accord sur l'EEE, ainsi que ses attaches européennes dans la région du Haut-Rhin, en font un lieu d'accueil tout désigné pour l'institut européen. C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral s'il est lui aussi convaincu de l'importance de cet institut européen, et s'il peut s'engager à soutenir ce projet Mitunterzeichner-Cosignataires: Keine-Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993 Der Bundesrat hat auf der Grundlage eines Postulates von Na- tionalrat Gianfranco Cotti vom 20. Juni 1990 (90.582), das vom Nationalrat am 3. März 1992 überwiesen wurde, die Voraus- setzungen für eine allfällige Errichtung eines schweizerischen Europainstituts prüfen lassen. Der Vorsteher des EDA hat an- lässlich der Parlamentsberatung am 3. März 1992 den damali- gen Stand der Vorbereitung erläutert: Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe war zum Schluss gelangt, dass eine bessereSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion Delegierter des Bundesrates für Europafragen Interpellation du groupe démocrate-chrétien Délègue du Conseil fédéral pour les questions européennes In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3597 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.03.1993 - 08:00 Date Data Seite 616-617 Page Pagina Ref. No 20 022 485 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.