<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00310</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105810&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00310</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenübernahme für Privatschulung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Schulgemeinde ist nicht zur Kostenübernahme verpflichtet, wenn die Privatschulung nur eine von verschiedenen Möglichkeiten darstellt und die von der Volksschule ausgehenden Möglichkeiten - hier zur Förderung eines hochbegabten Kindes - noch nicht voll ausgeschöpft wurden.<br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Kein grundsätzlicher verfassungsmässiger Anspruch auf Kostenübernahme einer Privatschulung; sie ist ultima ratio (E. 2). Der Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht ist nicht gleichbedeutend mit einem Anspruch auf geeignetste Schulung (E. 3).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT">ERZIEHUNG, BILDUNG, WISSENSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENÃBERNAHME">KOSTENÃBERNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATSCHULKOSTEN">PRIVATSCHULKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULE">SCHULE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Grundrechte ST: ÃBRIGE GRUNDRECHTE">ÃBRIGE GRUNDRECHTE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERRICHT">UNTERRICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Kantonale Verwaltungsgerichtsbeschwerde ST: ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS">ZUSTÃNDIGKEIT DES VERWALTUNGSGERICHTS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 15 SchulleistungsG</span><br/><span class="gerade">§ 5 lit. II UnterrichtsG</span><br/><span class="ungerade">§ 38 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. J, geboren am 11. November 1989, die Tochter von A.1 und A.2, wurde im Som­mer 1996 eingeschult. Aufgrund ihrer speziellen Begabungen Ã¼bersprang sie die 2. Klasse. WÃ¤hrend des 4. Schuljahres liessen sie die Eltern im MÃ¤rz 1999 bei Dr. M von N testen. Seit dem 23. August 1999 besucht J den Unterricht in der Privatschule Z.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben vom 17. Februar 2000 lehnte die Primarschulpflege X den Antrag der Eltern um Ãbernahme der Kosten fÃ¼r die Privatschule ab. Ebenso erfolgslos blieb der hiergegen bei der Bezirksschulpflege G erhobene Rekurs. Hierauf gelangten die Eltern am 9. Mai 2000 an die Schulrekurskommission, welche mit Beschluss vom 14. August 2000 das Rechtsmittel ebenfalls abwies. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Beschwerde vom 15. September 2000 beantragten A.1 und A.2 dem Verwal­tungsgericht die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und die Verpflichtung der Pri­mar­schulpflege X zur Ãbernahme der Schulkosten an der Z. Eventualiter beantragten sie die Ãbernahme der Kosten in dem Umfang, als sie wÃ¤hrend des Besuchs der Ã¶ffentlichen Schule durch J entstehen wÃ¼rden. Subeventualiter beantragten sie den Erlass anderer Mass­nahmen betreffend finanzielle Beteiligung. Sowohl seitens der Vorinstanz als auch der Beschwerdegegnerin wurde die Abweisung der Beschwerde beantragt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorbringen der Parteien und der Vorinstanz werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden EntscheidungsgrÃ¼nden wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 5 N. 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 5 Abs. 2 des Unterrichtsgesetzes vom 23. Dezember 1859 (in der Fassung vom 29. November 1998) entscheidet die Schulrekurskommission abschliessend, soweit das Verwaltungsrechtspflegegesetz nicht den Weiterzug an das Verwaltungsgericht vorsieht. Ein solcher Weiterzug ist gemÃ¤ss § 41 VRG (in der Fassung vom 8. Juni 1997) grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig, und die Streitigkeiten um die Ãbernahme von Schulungskosten fÃ¤llt nicht unter die in § 43 Abs. 1 lit. f VRG (in der Fassung gemÃ¤ss § 42 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999; OS 55, 424 sowie bezÃ¼glich Inkraftsetzung OS 56, 54) fÃ¼r den Schul­­bereich vorgesehenen Ausnahmen. Sodann entfÃ¤llt seit dem 1. MÃ¤rz 2000 auch der Ausnahmegrund von § 42 VRG, nachdem auf diesen Zeitpunkt das Bundesgesetz vom 8. Oktober 1999 Ã¼ber prozessuale Anpassungen an die neue Bundesverfassung (AS 2000, 416) in Kraft getreten und damit Art. 73 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren (VwVG) aufgehoben worden ist, welcher in Streitigkeiten betref­fend die verfassungsrechtliche Garantie des unentgeltlichen Primarschulunterrichts die Beschwerde an den Bundesrat vorsah (vgl. RB 1998 Nr. 29). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde ist deshalb grundsÃ¤tzlich einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das monatliche Schulgeld der Z belÃ¤uft sich auf Fr. 1'850.-. Wird davon aus­ge­gangen, dass J bis zum Ãbertritt in die Oberstufe die Z besuchen wird, das heisst wÃ¤hrend insgesamt zwei Jahren, so ist von einem Ã¼ber Fr. 20'000 liegenden Streitwert auszugehen, weshalb die Kammer zur Beurteilung des vorliegenden Falles zustÃ¤ndig ist (§ 38 Abs. 1 VRG). Daran Ã¤ndert nichts, dass bis zum 31. Juli 2000 das Schulgeld fÃ¼r J auf Fr. 750.- im Monat reduziert worden ist, hÃ¤tten doch die BeschwerdefÃ¼hrenden bei einer Verpflichtung des Gemeinwesens zur vollen Ãbernahme der Privatschulkosten die entsprechenden BetrÃ¤ge, welche von der Z Ã¼bernommen worden sind, dieser zurÃ¼ckzuerstatten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Nach Art. 19 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ist der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunterricht gewÃ¤hrleistet. FÃ¼r das Schulwesen sind die Kantone zustÃ¤ndig (Art. 62 Abs. 1 BV), die fÃ¼r einen ausreichenden Grundschulunterricht sorgen, der allen Kindern offen steht (Abs. 2 Satz 1). Der Grundschulunterricht ist obligatorisch und untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht (Satz 2). An Ã¶ffentlichen Schulen ist er unentgeltlich (Satz 3).</span></p> <p class="Einzug1"><span>Bereits aus dieser letztgenannten Bestimmung geht hervor, dass der Besuch einer Privatschule nicht unentgeltlich ist und dass der Staat fÃ¼r dessen Kosten grundsÃ¤tzlich nicht aufzukommen hat (vgl. Bruno Mascello, Elternrecht und Privatschulfreiheit, St. Gallen 1995, S. 161; Thomas Fleiner-Gerster, Die Rechte der Eltern gegenÃ¼ber der Schule, Rechtsgutachten, ZÃ¼rich 1993, in: AJP 1993, S. 671). Die Volksschulgesetzgebung des Kantons ZÃ¼rich kennt die Ãbernahme fÃ¼r Privatschulkosten nur im Bereich der Sonder­schulung (§ 15 des Schulleistungsgesetzes vom 2. Februar 1919/16. MÃ¤rz 1986). Im Folgen­­den ist zu prÃ¼fen, ob vorliegend eine solche Ausnahmesituation vorliegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Unbestrittenermassen handelt es sich bei J um ein hochbegabtes Kind, auf dessen individuelle BedÃ¼rfnisse auch im schulischen Bereich eingegangen werden muss. Die Vorinstanz stellte sich auf den Standpunkt, aus den Feststellungen der beteiligten Fach­per­so­nen lasse sich nicht entnehmen, dass J unter keinen UmstÃ¤nden in der Volksschule weiter hÃ¤tte geschult und gefÃ¶rdert werden kÃ¶nnen. Auch wenn sich besondere Massnahmen im Sinn von § 12 Volksschulgesetz aufdrÃ¤ngten, so hÃ¤tten die Fachpersonen, auch die privat herbeigezogene Psychologin N, weitere FÃ¶rderungsmassnahmen von J in der Ã¶ffentlichen Schule gesehen. Zwar seien die VorschlÃ¤ge seitens der Schulpflege anlÃ¤sslich einer Sitzung vom 13. Juli 1999, an welcher K von der Sonderschulkommission, L vom Schulpsychologi­schen Dienst und die BeschwerdefÃ¼hrenden teilgenommen hÃ¤tten (vgl. act. --), wenig kon­kret ausgefallen, was aber nicht heisse, dass nicht eine Kombination von verschiedenen integrativen FÃ¶r­dermassnahmen hÃ¤tte angeordnet werden kÃ¶nnen. Diese Massnahmen hÃ¤tten zuerst aus­geschÃ¶pft werden mÃ¼ssen. Indem die BeschwerdefÃ¼hrenden mit Schreiben vom 21. Au­gust 1999 die Schulpflege darÃ¼ber informiert hÃ¤tten, J besuche mit Beginn des neuen Schul­jahres die Z, hÃ¤tten sie der Schulpflege die Gelegenheit genommen, die notwen­­digen integrativen Massnahmen anzuordnen, weshalb sie auch nicht zur Ãbernahme der Kosten verpflichtet werden kÃ¶nne. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrenden halten daran fest, dass die Volksschule den BedÃ¼rfnissen Js nicht genÃ¼gend habe Rechnung tragen kÃ¶nnen, weshalb sie diskriminiert worden sei. Sei­tens der Beschwerdegegnerin sei kein ausreichendes Angebot zur adÃ¤quaten Schulung Js gemacht worden. So sei der Vorschlag des nochmaligen KlassenÃ¼berspringens wegen der Unterschiede im sozial-emotionalen Bereich untauglich gewesen. Auch sei ihnen gegenÃ¼ber stets betont worden, dass die Primarschulpflege keine zusÃ¤tzlichen finanziellen Mittel zur FÃ¶rderung von J bereitstellen kÃ¶nne, weshalb die Realisierung des Vorschlags, einen Mentor oder eine Mentorin beizuziehen, durch sie, die BeschwerdefÃ¼hren­den, selbst hÃ¤tte finanziert werden mÃ¼ssen. Weitere VorschlÃ¤ge zur FÃ¶rderung von J seien ihnen gegenÃ¼ber nicht gemacht worden. So sei der Besuch der Z als einzige noch mÃ¶gliche und auch notwendige Massnahme in Frage gekommen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Anspruch auf unentgeltlichen Grundschulunterricht ist nicht gleichbedeutend mit dem Anspruch auf die optimalste bzw. geeignetste Schulung des einzelnen Kindes. Zwar hat die Volksschule im Rahmen ihres Auftrages den individuellen BedÃ¼rfnissen der Kinder gebÃ¼hrend Rechnung zu tragen und gegebenenfalls Sondermassnahmen zu treffen. Sind solche erforderlich, heisst das aber nicht, dass bei der PrÃ¼fung verschiedener mÃ¶glichen Varianten nur eine gewÃ¤hlt werden darf, sofern mehrere der in Frage stehenden MÃ¶glichkeiten tauglich und fÃ¼r das betreffende Kind zumutbar sind. Somit hat vorliegend die Vorinstanz zu Recht festgehalten, die BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tten durch die eigenmÃ¤chtige Anmeldung Js an der Z der Beschwerdegegnerin die MÃ¶glichkeit genommen, andere Mass­nahmen, welche auch in Frage hÃ¤tten kommen kÃ¶nnen, Ã¼berhaupt vorzuschlagen. Es versteht sich von selbst, dass die Ãbernahme der Kosten einer Privatschule durch die Ã¶ffent­liche Hand nur als ultima ratio in Frage kommen kann. Es trifft zu, dass in jÃ¼ngster Zeit in der Ãffentlichkeit das Bewusstsein gewachsen ist, dass hochbegabte Kinder der gezielten FÃ¶rderung bedÃ¼rfen. Seitens der SchulbehÃ¶rden wird denn auch zunehmend versucht, in diesem Zusammenhang gezielte Massnahmen zu treffen. Erst wenn diese nicht zum Ziel fÃ¼hren, stellt sich die Frage der Kostenbeteiligung an einer Privatschule. Vor­liegend hat sich die Beschwerdegegnerin der speziellen BedÃ¼rfnisse Js angenom­men, wie sich unter anderem aus dem Ãberspringen der 2. Klasse zeigt. Unbestrittenermas­sen hÃ¤tten im Lauf des Schuljahres 1999/2000 weitere Massnahmen getroffen werden mÃ¼ssen. AnsÃ¤tze fÃ¼r eine LÃ¶sung wurden anlÃ¤sslich der erwÃ¤hnten Sitzung vom 13. Juli 1999 diskutiert. Unter anderem war auch das Privatgutachten von N GesprÃ¤chsinhalt; die Feststellungen Ns wurden von keiner Seite in Frage gestellt. Um Js schulischen BedÃ¼rfnissen entgegenzukommen, waren in diesem Gutachten folgen­de MÃ¶glichkeiten aufgezeichnet worden (act. --):</span></p> <p class="Einzug1"><span>"- Sie kÃ¶nnte nochmal eine Klasse Ã¼berspringen, wÃ¤re dann allerdings zwei Jahre jÃ¼nger als ihre KameradInnen, was fÃ¼r J schwierig werden kÃ¶nnte, da sie eher zu RÃ¼ckzug als zu assertivem Verhalten neigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span>- Bleibt sie in ihrer Klasse, sollte J ein bis zwei halbe Tage vom Unterricht befreit werden, um in dieser Zeit mit einer Mentorin (vielleicht eine Studentin der UniversitÃ¤t oder ETH) an spannenden Projekten zu arbeiten. Zusammen mit ihr kÃ¶nnte J soziale und politische Themen durchnehmen und daneben auch das Mathematikpensum bis zur 6. Klas­se. J sollte nur so viele Ãbungsaufgaben lÃ¶sen wie sie braucht, um ein neues Mathematikthema zu ver­stehen und zu automatisieren. Die freiwerdende Zeit soll mit span­nenden Ersatzaufgaben gefÃ¼llt werden, die gezielt das mathematische Denken fÃ¶rdern (z.B. chinesische Tan­grams, Labyrinthe, Denkspiele, japanische Papierfaltkunst (Origami), rÃ¶mi­sche Zahlen, etc.). Sie soll jeweils an den RechnungsprÃ¼fungen in der Klasse teilnehmen, um den Nach­weis zu erbringen, dass sie den Leistungsstand der anderen SchÃ¼lerInnen hat. Ein guter Kon­takt zwischen Mentorin und Lehrer ist wichtig, damit man sich z.B. abstimmen kann, wann J im Regelklassenunterricht an Mentoratsaufgaben weiterarbeiten dÃ¼rfte oder in welcher Form sie ihre Projekte der Klasse vorstellen kÃ¶nnte (z.B. als Vortrag, Infoplakat, Ausstellung, etc.).</span></p> <p class="Einzug1"><span>- An einer Privatschule wie der Z wÃ¤ren Js BedÃ¼rfnisse meines Erachtens am optimalsten abgedeckt, da dort tÃ¤glich dafÃ¼r gesorgt wird, dass die Kinder an ihrer individuellen Leistungsgrenze arbeiten dÃ¼rfen. J zeigt sich sehr interessiert an dieser Schule, da sie wahrscheinlich genau merkt, wie anregend dieses Lernumfeld fÃ¼r sie wÃ¤re. Auch eine "International School" kÃ¶nnte fÃ¼r J fÃ¼r die nÃ¤chsten Jahre sehr anregend sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> Meine schulischen Empfehlungen zielen nicht zuletzt darauf hin, J anhand tÃ¤glicher Herausforderungen zu ermÃ¶glichen, effiziente Lern- und Arbeitstechniken kennenzulernen, die fÃ¼r spÃ¤ter sehr wichtig sein werden. Gelingt ihr immer alles spielend, kann sie nicht lernen, Frustrationen auszuhalten, DurchhaltevermÃ¶gen zu erwerben und mit Fehlern konstruktiv umzugehen."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Somit ergibt sich auch aus diesen gutachterlichen Feststellungen klar, dass fÃ¼r J der Besuch der Z eine von mehreren LÃ¶sungsvarianten darstellte. Zwar scheinen sich alle darin einig gewesen zu sein, dass ein nochmaliges Ãberspringen der Klasse fÃ¼r J nicht opportun sei; dies wird denn auch im Schreiben von Dr. M vom 11. September 2000 sowie im Schrei­ben von N vom 12. September 2000 festgehalten (act. -). Allerdings erachteten die Psychologinnen in diesen Schreiben ein Mentorat nunmehr als eine fÃ¼r J zu wenig weitreichende Massnahme, welche Schlussfolgerung aber aus den fundierten gutachterlichen Fest­stellungen von N vom 22. MÃ¤rz 1999 nicht hervorgeht. Angesichts der diversen FÃ¶rderungs­mÃ¶glichkeiten sowie des Umstands, dass mehrere Varianten im Gutachten N in ErwÃ¤gung gezogen worden ist, muss davon ausgegangen werden, dass die von der Volks­schule ausgehenden MÃ¶glichkeiten (z.B. ein Mentorat, ev. Supervision der Lehrkraft von J, kombiniert mit weiteren Massnahmen wie der Befreiung von Ã¼berflÃ¼ssigen Ãbungsaufgaben und stattdessen FÃ¼llung der frei werdenden Zeit mit spannenden Ersatz­aufgaben) noch nicht voll ausgeschÃ¶pft waren. Auch aus dem Inhalt des am 13. Juli 1999 zwischen den Be­schwerdefÃ¼hrenden und der Beschwerdegegnerin sowie dem Schulpsycho­logen L gefÃ¼hrten GesprÃ¤chs lÃ¤sst sich nicht ableiten, dass als einzige LÃ¶sungsmÃ¶g­lichkeit die Platzierung Js in der Privatschule Z in Frage kommen kÃ¶nne. Wenn sich die BeschwerdefÃ¼hrenden da­zu entschieden haben, J in die Z zu schicken, so haben sie dies in Eigenverantwortung getan. Es kann nicht angehen, die finanziellen Konsequenzen ihres unabhÃ¤ngig von der Beschwerdegegnerin gefÃ¤llten Entscheids nun dieser Ã¼berbinden zu wollen, ohne dass ihr Ã¼ber­haupt die MÃ¶glichkeit gegeben worden war, nach adÃ¤quaten LÃ¶sungen zu suchen und solche anzubieten. Auch ist nicht weiter auf das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden einzugehen, sie selber hÃ¤tten die Kosten eines Men­torats tragen mÃ¼ssen. Weder lÃ¤sst sich das aus den Akten ableiten noch hÃ¤tte dies bedeutet (angenommen, die Beschwerdegegnerin hÃ¤tte tatsÃ¤chlich das Tragen der Kosten eines Mentorats abgelehnt), dass letztlich die Kos­ten effektiv von den BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tten Ã¼bernommen werden mÃ¼ssen. Zusammen­fassend ist festzuhalten, dass es nicht angehen kann, die SchulbehÃ¶rden vor vollendete Tatsachen zu stellen, indem eigenmÃ¤chtig die Anmeldung an einer Privatschule erfolgt, ohne dass der SchulbehÃ¶rde die MÃ¶glichkeit zum Treffen anderer Massnahmen eingerÃ¤umt worden ist. Nachdem das GesprÃ¤ch zwischen den BeschwerdefÃ¼hrenden und der Primarschulpflege X am 13. Juli 1999, somit vor der Sommerpause stattgefunden hat, erscheint die Anmeldung Js in die Z im folgenden Monat als voreilig in dem Sinn, als der SchulbehÃ¶rde nicht vorgeworfen wer­den kann, sie habe nicht innert Frist nach geeigneten Massnah­men gesucht. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrenden die Z als die fÃ¼r J geeignetste Massnahme erachteten, so ist dies durchaus nachvollziehbar; allerdings kann aus den erwÃ¤hnten GrÃ¼nden das Gemein­wesen nicht zur finanziellen â auch nicht einer anteilsmÃ¤ssigen â Beteiligung verpflich­tet werden. Es scheint, dass dies ursprÃ¼nglich auch von den BeschwerdefÃ¼hrenden so gesehen wurde, haben sie doch den Antrag auf Kostengutsprache erst am 11. Januar 2000 gestellt. Aufgrund des Gesagten lÃ¤sst sich, trotz grundsÃ¤tzlicher MÃ¶glichkeit der nachtrÃ¤glichen Ãbernahme der Kosten </span>einer von den Eltern in eigener Kompetenz gewÃ¤hlten Sonderschulung (Ziffer 4.2.7.9 der Richtlinie zum Sonderklassenreglement vom 27. Dezember 1985), eine solche nicht rechtfertigen; der Beschwerdegegnerin kann kein VersÃ¤umnis vorgeworfen werden, welches trotz ausreichenden Angebots in der Ã¶ffentlichen Schule die An­ordnung der Sonderschulung in einer Privatschule rechtfertigen wÃ¼rde.<span> Im Ãbrigen ist auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz zu verweisen (§ 71 VRG in Verbindung mit § 161 Gerichtsverfassungsgesetz vom 13. Juni 1976). Die Beschwerde ist daher abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2.<span> </span></span><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>