<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 113 S.400</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">400</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>113 Teuerungszulage.</b></span> <span class="ft2"><b>Übergangsrecht</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die per 1. Januar 2001 gewährte "generelle Teuerungszulage" von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>1.45% verpflichtete den Regierungsrat nicht, den Lohnstufenplan</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gemäss Anhang I Lohndekret entsprechend anzupassen (Erw. II/2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Das Vorgehen des Regierungsrates, den sog. "Besitzständern", wel-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>che über den 31. März 2001 hinaus beim Kanton tätig waren keine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Teuerungszulage bzw. keine generelle Lohnerhöhung auszuzahlen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lässt sich namentlich nach Massgabe des Rechtsgleichheitsgebotes</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht beanstanden (Erw. II/3).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 8. März 2004 in Sachen</span><br/> <span class="ft5">S. gegen Beschluss des Regierungsrates (BE.2004.50001).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 2. a) Gemäss § 20 Abs. 1 BD wurde nach altem Recht zur</span><br/> <span class="ft1">Erhaltung der Kaufkraft in der Regel auf den Grundbesoldungen eine</span><br/> <span class="ft1">Teuerungszulage ausgerichtet. Betrug die Jahresteuerung weniger als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">401</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">drei Prozent, wurde die Teuerungszulage durch den Regierungsrat</span><br/> <span class="ft1">festgelegt, lag sie über drei Prozent, war dafür der Grosse Rat zu-</span><br/> <span class="ft1">ständig (§ 20 Abs. 2 und 3 BD).</span><br/> <span class="ft1">Nach neuem Recht ist der Grosse Rat gestützt auf § 11 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">LD zuständig, die jährliche Veränderung der Lohnsumme festzule-</span><br/> <span class="ft1">gen. Ein Teuerungsausgleich im herkömmlichen Sinne ist im neuen</span><br/> <span class="ft1">Recht grundsätzlich - zu den Ausnahmen vgl. § 24 LD - nicht mehr</span><br/> <span class="ft1">vorgesehen (vgl. lit. b hienach).</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss § 35 Abs. 1 LD werden die Löhne, Lohnfortzahlun-</span><br/> <span class="ft1">gen und Lohnzulagen bis zum 31. März 2001 nach Massgabe des</span><br/> <span class="ft1">bisherigen, am 31. Dezember 1999 geltenden Rechts bemessen, unter</span><br/> <span class="ft1">Vorbehalt von § 34 Abs. 2 (ordentliche Dienstalterzulagen). Nach</span><br/> <span class="ft1">§ 34 Abs. 2 LD werden auf den 1. Mai 2000 grundsätzlich sämtliche</span><br/> <span class="ft1">Bestimmungen in kantonalen Besoldungserlassen aufgehoben, wel-</span><br/> <span class="ft1">che die Ausrichtung einer ordentlichen Dienstalterzulage vorsehen.</span><br/> <span class="ft1">Die umstrittene "generelle Teuerungszulage" von 1,45 % stellt Lohn</span><br/> <span class="ft1">(bzw. Lohnbestandteil) im Sinne von § 35 Abs. 1 LD dar. Für die</span><br/> <span class="ft1">vorliegend umstrittene Festsetzung der Löhne per 1. Januar 2001</span><br/> <span class="ft1">gelangen daher grundsätzlich diejenigen Bestimmungen zur Anwen-</span><br/> <span class="ft1">dung, die am 31. Dezember 1999 in Kraft standen.</span><br/> <span class="ft1">§ 20 Abs. 1 BD war am 31. Dezember 1999 in Kraft und ist da-</span><br/> <span class="ft1">her gestützt auf § 35 Abs. 1 LD für die Bemessung des Lohns bis</span><br/> <span class="ft1">zum 31. März 2001 anwendbar. Daran ändert auch der Umstand</span><br/> <span class="ft1">nichts, dass § 20 Abs. 1 BD gemäss § 34 Abs. 1 LD auf den 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2000 aufgehoben worden ist, da § 35 Abs. 1 LD ausdrücklich das am</span><br/> <span class="ft1">31. Dezember 1999 geltende Recht als anwendbar bezeichnet. Eine</span><br/> <span class="ft1">Ausnahme sieht § 35 Abs. 1 LD einzig für Bestimmungen über die</span><br/> <span class="ft1">Gewährung von ordentlichen Dienstalterzulagen vor, die auf den</span><br/> <span class="ft1">1. Mai 2000 aufgehoben wurden, nicht aber für Teuerungszulagen</span><br/> <span class="ft1">oder andere Lohnzulagen.</span><br/> <span class="ft1">c) Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass</span><br/> <span class="ft1">der Regierungsrat zuständig war, per 1. Januar 2001 eine Teuerungs-</span><br/> <span class="ft1">zulage auszurichten. Von dieser Kompetenz hat er tatsächlich Ge-</span><br/> <span class="ft1">brauch gemacht und dem Verwaltungspersonal eine "generelle Teue-</span><br/> <span class="ft1">rungszulage" von 1,45 % zukommen lassen. Dieser Beschluss er-</span><br/> <span class="ft1">folgte gestützt auf § 35 Abs. 1 LD in Verbindung mit § 20 Abs. 1 BD.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">402</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Für eine Lohnerhöhung nach Massgabe des neuen Rechts bestand</span><br/> <span class="ft1">zum fraglichen Zeitpunkt keine gesetzliche Grundlage, zudem hätte</span><br/> <span class="ft1">sie vom Grossen Rat beschlossen und nicht als Teuerungszulage</span><br/> <span class="ft1">bezeichnet werden dürfen.</span><br/> <span class="ft1">d) Da die umstrittene Teuerungszulage allein gestützt auf das</span><br/> <span class="ft1">alte Recht zu erfolgen hatte, führte sie nicht zu einer Anpassung der</span><br/> <span class="ft1">(neurechtlichen) Positionslöhne per 1. April 2001. Dies ergibt sich</span><br/> <span class="ft1">auch aus dem Umstand, dass gemäss Ziff. 1 Abs. 1 Anhang III LD</span><br/> <span class="ft1">die bisherigen Besoldungen per 1. April 2001 überführt wurden. Da</span><br/> <span class="ft1">sowohl das alte Recht (§ 19 in Verbindung mit § 28 Abs. 2 BD) als</span><br/> <span class="ft1">auch das neue Recht (§ 11 Abs. 1 LD) von Jahreslöhnen ausgehen,</span><br/> <span class="ft1">mussten am 1. April 2001 keine neuen Jahreslöhne mehr festgesetzt</span><br/> <span class="ft1">werden. Als "bisherige Besoldung" im Sinne der zitierten Bestim-</span><br/> <span class="ft1">mung ist der nach altem Recht festgelegt Lohn zu betrachten. Dieser</span><br/> <span class="ft1">umfasst auch die nach altem Recht (vgl. lit. c hievor) ausgerichtete</span><br/> <span class="ft1">"generelle Teuerungszulage" von 1,45 % per 1. Januar 2001. Dem-</span><br/> <span class="ft1">gegenüber führen erst Lohnerhöhungen nach neuem Recht u.U. (so-</span><br/> <span class="ft1">weit sie vom Regierungsrat für generelle und nicht für individuelle</span><br/> <span class="ft1">Lohnerhöhungen bestimmt werden, vgl. § 11 Abs. 3 LD) zu einer</span><br/> <span class="ft1">Anpassung des Positionslohns.</span><br/> <span class="ft1">Die obige Beurteilung rechtfertigt sich umso mehr, als sich den</span><br/> <span class="ft1">Materialien keinerlei Hinweise entnehmen lassen, wonach mit dem</span><br/> <span class="ft1">Budgetbeschluss vom 12. Dezember 2000 der Lohnstufenplan, wel-</span><br/> <span class="ft1">cher am 20. August 2000 beschlossen worden und bis dato noch gar</span><br/> <span class="ft1">nicht zur Anwendung gelangt war, bereits wieder abgeändert werden</span><br/> <span class="ft1">sollte. Es ist insbesondere in Anbetracht der finanziellen Bedeutung</span><br/> <span class="ft1">einer derartigen Anpassung schwerlich vorstellbar, dass diese ohne</span><br/> <span class="ft1">jegliche Diskussion vorgenommen worden wäre. Vielmehr lässt sich</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der fehlenden Diskussion darauf schliessen, dass der Gro-</span><br/> <span class="ft1">sse Rat gleichsam selbstverständlich davon ausging, dass der kurz</span><br/> <span class="ft1">zuvor beschlossene Lohnstufenplan durch den Budgetbeschluss nicht</span><br/> <span class="ft1">tangiert werde.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend erweist sich das Vorgehen des Regierungs-</span><br/> <span class="ft1">rates, die "generelle Teuerungszulage" nach altem Recht zuzuspre-</span><br/> <span class="ft1">chen und keine entsprechende Anpassung des Lohnbandes vorzu-</span><br/> <span class="ft1">nehmen, als rechtmässig.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">403</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">e) In Bezug auf die Einwände des Beschwerdeführers lässt sich</span><br/> <span class="ft1">ergänzend Folgendes festhalten:</span><br/> <span class="ft1">aa) Es trifft zu, dass die übergangsrechtlichen Regelungen des</span><br/> <span class="ft1">Lohndekrets nicht restlos kohärent erscheinen. Anlässlich der Bera-</span><br/> <span class="ft1">tung im Grossen Rat wurde dies von der zuständigen Departements-</span><br/> <span class="ft1">vorsteherin ausdrücklich anerkannt (vgl. Protokoll der Verhandlung</span><br/> <span class="ft1">des Grossen Rats vom 12. Dezember 2000 zum Voranschlag 2001</span><br/> <span class="ft1">[Grossratsprotokoll] S. 3673, Votum Regierungsrätin Dr. Stéphanie</span><br/> <span class="ft1">Mörikofer-Zwez). Die Inkohärenz zeigt sich insbesondere darin, dass</span><br/> <span class="ft1">§ 34 Abs. 1 LD u.a. § 20 BD bzw. die darin geregelt Teuerungszulage</span><br/> <span class="ft1">per 1. Januar 2000 aufhob, diese Bestimmung aber gestützt auf § 35</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 LD dennoch bis zum 31. März 2001 zur Anwendung gelangte</span><br/> <span class="ft1">(vgl. lit. b hievor). Aus den erwähnten Unzulänglichkeiten vermag</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführer indessen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.</span><br/> <span class="ft1">bb) Ziff. 1 Abs. 3 Anhang III LD hält im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="ft1">der Festlegung der individuellen Löhne per 1. April 2001 fest, dass</span><br/> <span class="ft1">sich die als Grundlage für die Festlegung der individuellen Löhne</span><br/> <span class="ft1">dienende Bruttobesoldung aus der bisherigen Grundbesoldung zu-</span><br/> <span class="ft1">züglich dauernd ausgerichteten individuellen Besoldungszulagen und</span><br/> <span class="ft1">der Teuerungszulage gemäss Besoldungsdekret zusammensetzt.</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 1 Anhang III LD trägt die Marginalie "Festlegung der in-</span><br/> <span class="ft1">dividuellen Löhne per 1. April 2001". Es lässt sich aus Abs. 3 dieser</span><br/> <span class="ft1">Bestimmung entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht ab-</span><br/> <span class="ft1">leiten, dass die als "generelle Teuerungszulage" bezeichnete Lohn-</span><br/> <span class="ft1">zulage von 1,45 % zu einer Anpassung des Lohnbandes (Positions-</span><br/> <span class="ft1">lohn) hätte führen müssen. Die Norm regelt lediglich die grundsätzli-</span><br/> <span class="ft1">che Zusammensetzung des zu überführenden individuellen Lohns.</span><br/> <span class="ft1">Sie enthält darüber hinaus keinen generellen Anspruch auf Ausrich-</span><br/> <span class="ft1">tung einer Teuerungszulage von einer bestimmten Höhe.</span><br/> <span class="ft1">cc) Auch aus dem vom Beschwerdeführer herangezogenen</span><br/> <span class="ft1">Rundschreiben der Abteilung Personal und Organisation vom</span><br/> <span class="ft1">25. Januar 2001 lässt sich nichts zu seinen Gunsten ableiten. Das</span><br/> <span class="ft1">Rundschreiben stellt u.a. lediglich die wesentlichen Bestimmungen</span><br/> <span class="ft1">des neuen Besoldungsrechts dar und verweist insbesondere in Bezug</span><br/> <span class="ft1">auf die Teuerungszulage für sog. "Besitzständer" für das Jahr 2001</span><br/> <span class="ft1">explizit auf den RRB Nr. 2462 vom 20. Dezember 2000 bzw. auf den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">404</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ihm zu Grunde liegenden Bericht des Finanzdepartements vom</span><br/> <span class="ft1">19. Dezember 2000. Auch das "Merkblatt Lohn" der Abteilung Per-</span><br/> <span class="ft1">sonal und Organisation vom Dezember 2000 bezieht sich lediglich</span><br/> <span class="ft1">auf die wichtigsten Neuerungen des neuen Rechts und ist nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">eignet, Ansprüche des Personals zu begründen.</span><br/> <span class="ft1">3. a) Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Bruttobesol-</span><br/> <span class="ft1">dung am 31. März 2001 nominal höher ist als das für ihre Funktion</span><br/> <span class="ft1">entsprechende Maximum der Lohnstufe nach neuem Recht, wird</span><br/> <span class="ft1">gemäss Ziff. 4 Abs. 1 Anhang III LD eine nominelle Besitzstandsga-</span><br/> <span class="ft1">rantie gewährt, wenn die Summe gebildet aus deren Lebensalter und</span><br/> <span class="ft1">Dienstaltersjahren mindestens 60 ergibt (sog. "Besitzständer").</span><br/> <span class="ft1">b) aa) Die Löhne der "Besitzständer" sind ab dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2001 von generellen Lohnerhöhungen ausgenommen (Ziff. 4 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">Anhang III LD). In korrekter Anwendung dieser Bestimmung hat der</span><br/> <span class="ft1">Regierungsrat ihnen per 1. Januar 2001 keine Lohnerhöhung gewährt</span><br/> <span class="ft1">(zur Rüge des Beschwerdeführers, wonach zwei Kategorien von</span><br/> <span class="ft1">"Besitzständern" geschaffen worden seien, vgl. lit. d/ee hienach).</span><br/> <span class="ft1">bb) Dass im Zusammenhang mit der Lohnerhöhung von 1,45 %</span><br/> <span class="ft1">per 1. Januar 2001 begrifflich nicht ganz klar ist, ob es sich dabei um</span><br/> <span class="ft1">eine generelle Lohnerhöhung im Sinne von Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III</span><br/> <span class="ft1">LD handelt, dürfte an der etwas unklaren Regelung des neuen Rechts</span><br/> <span class="ft1">(einschliesslich des Übergangsrechts) liegen, vermag an der obigen</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung jedoch nichts zu ändern. Mit dem neuen Recht wurde</span><br/> <span class="ft1">der Begriff des Teuerungsausgleichs grundsätzlich abgeschafft. Vor-</span><br/> <span class="ft1">behalten bleiben lediglich Löhne mit Teuerungszulagen aufgrund von</span><br/> <span class="ft1">Spezialerlassen (vgl. § 24 Abs. 1 LD). Grundsätzlich wird neu keine</span><br/> <span class="ft1">Teuerungszulage mehr gewährt, sondern der Grosse Rat legt jährlich</span><br/> <span class="ft1">fest, um welchen prozentualen Anteil sich die Lohnsumme verändert</span><br/> <span class="ft1">(§ 11 Abs. 1 LD; vgl. Erw. 2/a-c hievor). Der Begriff der generellen</span><br/> <span class="ft1">Lohnerhöhung findet sich dabei im Lohndekret selbst nicht, sondern</span><br/> <span class="ft1">lediglich in Ziff. 4 Anhang III, mit welchem das Lohndekret</span><br/> <span class="ft1">nachträglich ergänzt wurde. Die generelle Lohnerhöhung im Sinne</span><br/> <span class="ft1">des neuen Rechts versteht sich als Gegensatz zur individuellen</span><br/> <span class="ft1">Lohnerhöhung und hat eine Erhöhung der Positionslöhne bzw. der</span><br/> <span class="ft1">Grundlöhne zur Folge (vgl. § 11 Abs. 5 LD). Wie die Schlich-</span><br/> <span class="ft1">tungskommission in diesem Zusammenhang zu Recht festhält, bildet</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">405</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die generelle Lohnerhöhung gleichsam einen Oberbegriff für Teue-</span><br/> <span class="ft1">rungszulagen und Reallohnerhöhungen.</span><br/> <span class="ft1">c) Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, Ziff. 4 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">von Anhang III LD widerspreche dem Rückwirkungsverbot, indem</span><br/> <span class="ft1">die Bestimmung rückwirkend auf die Zeit vor dem 1. April 2001</span><br/> <span class="ft1">wirke. Der Beschwerdeführer verlangt insofern eine vorfrageweise</span><br/> <span class="ft1">Überprüfung der Bestimmung auf ihre Vereinbarkeit mit dem über-</span><br/> <span class="ft1">geordneten Recht.</span><br/> <span class="ft1">Von echter Rückwirkung wird gemeinhin gesprochen, wenn</span><br/> <span class="ft1">neues Recht auf einen Sachverhalt angewendet wird, der sich ab-</span><br/> <span class="ft1">schliessend vor Inkrafttreten des neuen Rechts verwirklicht hat. Eine</span><br/> <span class="ft1">unechte Rückwirkung eines Erlasses liegt dagegen dann vor, wenn</span><br/> <span class="ft1">neues Recht auf zeitlich offene Dauersachverhalte angewendet wird,</span><br/> <span class="ft1">oder wenn das neue Recht nur für die Zeit nach seinem Inkrafttreten</span><br/> <span class="ft1">zur Anwendung gelangt, aber auf Sachverhalte abstellt, die bereits</span><br/> <span class="ft1">vor seinem Inkrafttreten vorlagen, beispielsweise wenn der Umfang</span><br/> <span class="ft1">der Steuerpflicht aufgrund von Tatsachen bemessen wird, die sich in</span><br/> <span class="ft1">vorhergehenden Jahren ereignet haben (sog. Rückanknüpfung). Wäh-</span><br/> <span class="ft1">rend die echte Rückwirkung nur unter besonderen Voraussetzungen</span><br/> <span class="ft1">zulässig ist, wird die unechte Rückwirkung grundsätzlich als zulässig</span><br/> <span class="ft1">erachtet (vgl. zum Ganzen Ulrich Häfelin/Georg Müller, Allgemeines</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsrecht, 4. AufIage, Zürich/Basel/Genf 2002, Rz. 329 ff.).</span><br/> <span class="ft1">Anhang III LD ist durch Dekret vom 29. August 2000 in das</span><br/> <span class="ft1">Lohndekret eingefügt und auf den 1. Oktober 2000 in Kraft gesetzt</span><br/> <span class="ft1">worden. Damit lässt sich weder von echter noch von unechter Rück-</span><br/> <span class="ft1">wirkung sprechen. Insbesondere liegt auch keine Rückanknüpfung</span><br/> <span class="ft1">vor, denn massgebend für die Nichtgewährung der Lohnerhöhung</span><br/> <span class="ft1">sind ausschliesslich die Lohnverhältnisse, die nach dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2001, mithin nach Inkrafttreten des neuen Rechts, bestehen.</span><br/> <span class="ft1">d) aa) Im Weiteren ist zu prüfen, ob die zitierte Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">von Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD mit dem Rechtsgleichheitsgebot,</span><br/> <span class="ft1">dessen Verletzung der Beschwerdeführer rügt, vereinbar ist. Eine</span><br/> <span class="ft1">Regelung verletzt den verfassungsmässigen Grundsatz der Rechts-</span><br/> <span class="ft1">gleichheit, wenn sie rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein</span><br/> <span class="ft1">vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersicht-</span><br/> <span class="ft1">lich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund der Ver-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">406</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">hältnisse aufdrängen. Die Rechtsgleichheit ist verletzt, wenn Glei-</span><br/> <span class="ft1">ches nicht nach Massgabe seiner Gleichheit gleich oder Ungleiches</span><br/> <span class="ft1">nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird.</span><br/> <span class="ft1">Vorausgesetzt ist, dass sich der unbegründete Unterschied oder die</span><br/> <span class="ft1">unbegründete Gleichstellung auf eine wesentliche Tatsache bezieht.</span><br/> <span class="ft1">Dem Gesetzgeber bleibt im Rahmen dieser Grundsätze und des Will-</span><br/> <span class="ft1">kürverbots ein weiter Spielraum der Gestaltungsfreiheit (BGE 123 I</span><br/> <span class="ft1">7; 121 I 104). Ein grosser Ermessensspielraum der kantonalen Be-</span><br/> <span class="ft1">hörden besteht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts in be-</span><br/> <span class="ft1">sonderem Mass in Organisations- und Besoldungsfragen (BGE 123 I</span><br/> <span class="ft1">8; 121 I 104; Christoph Meyer/Thomas Müller, Marktlöhne im öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Personalrecht, in: ZBl 102/2001, S. 249 ff., 255 ff.). Die</span><br/> <span class="ft1">Behörden sind innerhalb der Grenzen des Willkürverbots und des</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgleichheitsgebots befugt, aus der Vielzahl denkbarer An-</span><br/> <span class="ft1">knüpfungspunkte die Tatbestandsmerkmale auszuwählen, die für die</span><br/> <span class="ft1">Besoldung massgebend sein sollen (BGE 129 I 161; 124 II 427; 123</span><br/> <span class="ft1">I 8).</span><br/> <span class="ft1">Eine gewisse richterliche Zurückhaltung bei der Beurteilung</span><br/> <span class="ft1">von Besoldungsfragen ist letztlich auch deshalb angebracht, weil re-</span><br/> <span class="ft1">gelmässig nicht nur das Verhältnis zwischen zwei Kategorien von</span><br/> <span class="ft1">Bediensteten zur Diskussion steht, sondern immer auch das ganze</span><br/> <span class="ft1">Besoldungssystem zu berücksichtigen ist. Der Richter hat demnach</span><br/> <span class="ft1">sorgfältig darauf zu achten, dass nicht neue Ungleichheiten geschaf-</span><br/> <span class="ft1">fen werden (BGE 129 I 161; 123 I 8; 120 Ia 333).</span><br/> <span class="ft1">bb) Nach Ansicht der Schlichtungskommission führe die An-</span><br/> <span class="ft1">wendung von Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD im Verhältnis zwischen</span><br/> <span class="ft1">den "Besitzständern" und denjenigen Mitarbeitenden, deren Lohn</span><br/> <span class="ft1">ebenfalls das Maximum der Lohnstufe übersteigt, deren Lebensalter</span><br/> <span class="ft1">zusammen mit ihrem Dienstalter die Zahl 60 indessen nicht erreicht</span><br/> <span class="ft1">(sog. "Verlierende"), zu einer rechtsungleichen Behandlung. Hätten</span><br/> <span class="ft1">"Verlierende" und "Besitzständer" am 31. Dezember 2000 über den-</span><br/> <span class="ft1">selben Lohn verfügt, sei der Lohn der "Besitzständer" auf dem glei-</span><br/> <span class="ft1">chen Niveau geblieben, während der Lohn der "Verlierenden" statt</span><br/> <span class="ft1">reduziert gar noch angehoben worden sei. Die "Verlierenden" hätten</span><br/> <span class="ft1">diesbezüglich eine Besserstellung gegenüber den "Besitzständern"</span><br/> <span class="ft1">erfahren. Die ursprüngliche Absicht des Gesetzgebers habe jedoch</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">407</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">umgekehrt darin bestanden, die "Besitzständer" gegenüber den "Ver-</span><br/> <span class="ft1">lierenden" insofern zu bevorzugen, als sie im Vergleich zu jenen</span><br/> <span class="ft1">keine Gehaltseinbussen zu gewärtigen hätten. Bei den "Besitzstän-</span><br/> <span class="ft1">dern" hätte die Treue zum Arbeitgeber belohnt werden sollen oder es</span><br/> <span class="ft1">hätte vor der Pensionierung keine Gehaltsreduktion mehr vorge-</span><br/> <span class="ft1">nommen werden sollen. Damit resultiere ein stossendes, mit der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgleichheit nicht mehr zu vereinbarendes Ergebnis.</span><br/> <span class="ft1">cc) Zwischen dem 1. Januar und dem 31. März 2001 erhielten</span><br/> <span class="ft1">die "Verlierenden" im Gegensatz zu den "Besitzständern" eine Teue-</span><br/> <span class="ft1">rungszulage von 1,45 %. Insofern waren die "Verlierenden" gegen-</span><br/> <span class="ft1">über den "Besitzständern" besser gestellt.</span><br/> <span class="ft1">Für die nachfolgenden Zeitabschnitte sieht Ziff. 2 Anhang III</span><br/> <span class="ft1">LD allerdings gestaffelt eine Reduktion der Löhne der "Verlieren-</span><br/> <span class="ft1">den" vor, und zwar per 1. April 2001 um 20 % der Differenz zwi-</span><br/> <span class="ft1">schen tatsächlicher Bruttobesoldung und Lohnstufenmaximum, per</span><br/> <span class="ft1">1. Januar 2002 um weitere 35 % der Differenz und per 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2003 um die restlichen 45 % der Differenz. Trotz der erwähnten Re-</span><br/> <span class="ft1">duktion um 20 % per 1. April 2001 konnten die "Verlierenden" ge-</span><br/> <span class="ft1">genüber den "Besitzständern" für den Zeitraum zwischen 1. April</span><br/> <span class="ft1">und 31. Dezember 2001 unter Umständen besser gestellt sein, näm-</span><br/> <span class="ft1">lich immer dann, wenn die Teuerungszulage höher ausfiel als die</span><br/> <span class="ft1">vorgenommene Lohnreduktion und somit unter dem Strich ein Lohn-</span><br/> <span class="ft1">zuwachs resultierte. Die entsprechenden Berechnungen der Abtei-</span><br/> <span class="ft1">lung Personal und Organisation belegen denn auch bereits bei Jah-</span><br/> <span class="ft1">reseinkommen um rund Fr. 100'000.-- (das Gehalt des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führers liegt höher) bei bestimmten Konstellationen Lohndifferenzen</span><br/> <span class="ft1">für das Jahr 2001 von mehreren hundert Franken.</span><br/> <span class="ft1">Trotz der zusätzlichen Lohnreduktion per 1. Januar 2002 war</span><br/> <span class="ft1">eine Besserstellung der "Verlierenden" im Jahr 2002 theoretisch noch</span><br/> <span class="ft1">immer möglich. Spätestens ab 1. Januar 2003 jedoch waren die "Be-</span><br/> <span class="ft1">sitzständer" gegenüber den "Verlierenden" im Vorteil, denn unabhän-</span><br/> <span class="ft1">gig vom umstrittenen Teuerungsausgleich war ab dann der Lohn der</span><br/> <span class="ft1">"Verlierenden" auf das Maximum der entsprechenden Lohnstufe her-</span><br/> <span class="ft1">abgesetzt, während der Lohn der "Besitzständer" über dem Lohnma-</span><br/> <span class="ft1">ximum "eingefroren" war.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">408</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Somit ergibt sich, dass bei einer kurzfristigen, namentlich auf</span><br/> <span class="ft1">die ersten drei Monate des Jahres 2001 bezogenen Betrachtungs-</span><br/> <span class="ft1">weise der Grundsatz der Rechtsgleichheit erheblich strapaziert wird.</span><br/> <span class="ft1">Mittel- bis längerfristig werden indessen die "Besitzständer" im Ver-</span><br/> <span class="ft1">gleich zu den "Verlierenden" bevorzugt. Gesamthaft verbietet sich</span><br/> <span class="ft1">daher der Schluss, die Anwendung von Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD</span><br/> <span class="ft1">benachteilige die "Besitzständer" gegenüber den "Verlierenden" in</span><br/> <span class="ft1">verfassungswidriger Art und Weise. Dies gilt umso mehr, als die</span><br/> <span class="ft1">kurzfristigen Lohndifferenzen zugunsten der "Verlierenden" wertmä-</span><br/> <span class="ft1">ssig relativ bescheiden sind.</span><br/> <span class="ft1">dd) Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Besser-</span><br/> <span class="ft1">stellung der "Verlierenden" wiederspreche der Zielsetzung des an-</span><br/> <span class="ft1">wendbaren kantonalen Rechts. Es ist offensichtlich, dass mit der spe-</span><br/> <span class="ft1">ziellen Übergangsregelung in Ziff. 4 Anhang III LD eine Besserstel-</span><br/> <span class="ft1">lung der "Besitzständer" gegenüber den "Verlierenden" gemäss Ziff.</span><br/> <span class="ft1">2 Abs. 2 Anhang III LD erreicht werden soll. Die "Besitzständer"</span><br/> <span class="ft1">sollen mithin gegenüber den "Verlierenden" nicht nur nicht benach-</span><br/> <span class="ft1">teiligt (vgl. lit. cc hievor), sondern sogar privilegiert werden. Es er-</span><br/> <span class="ft1">scheint daher nur schwer nachvollziehbar, weshalb den "Verlieren-</span><br/> <span class="ft1">den" eine Teuerungszulage gewährt wurde, nicht aber den "Besitz-</span><br/> <span class="ft1">ständern". Aus dieser Ungereimtheit vermag der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">indessen nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Nach Ansicht der</span><br/> <span class="ft1">Mehrheit des Gerichts wird dem Ziel des Gesetzgebers genügend</span><br/> <span class="ft1">Rechnung getragen, indem die Besserstellung der "Besitzständer"</span><br/> <span class="ft1">mittel- bis längerfristig gewährleistet ist (vgl. lit. cc hievor). Eine</span><br/> <span class="ft1">Minderheit des Gerichts hält demgegenüber dafür, dass die Gewäh-</span><br/> <span class="ft1">rung der Teuerungszulage an die "Verlierenden" und die daraus re-</span><br/> <span class="ft1">sultierende vorübergehende Besserstellung mit der Zielsetzung von</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 4 Anhang III LD (Privilegierung der "Besitzständer") nicht ver-</span><br/> <span class="ft1">einbar ist.</span><br/> <span class="ft1">ee) Schliesslich rügt der Beschwerdeführer, der Grundsatz der</span><br/> <span class="ft1">Rechtsgleichheit sei auch insofern verletzt worden, als man zwei</span><br/> <span class="ft1">Kategorien von "Besitzständern" geschaffen habe. Mitarbeitenden,</span><br/> <span class="ft1">die ihre Stelle bis zum 31. März 2001 verlassen hätten, sei die Teue-</span><br/> <span class="ft1">rungszulage voll ausbezahlt worden, auch wenn ihr Lohn über dem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">409</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Maximum der betreffenden Lohnstufe gelegen habe. Demgegenüber</span><br/> <span class="ft1">hätten die Weiterarbeitenden keine Teuerungszulage erhalten.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Ziff. 4 Abs. 1 Anhang III LD wird - sofern die entspre-</span><br/> <span class="ft1">chenden Voraussetzungen erfüllt sind - denjenigen Mitarbeiterinnen</span><br/> <span class="ft1">und Mitarbeitern eine Besitzstandsgarantie gewährt, deren Brutto-</span><br/> <span class="ft1">lohn am 31. März 2001 höher als das Maximum der Lohnstufe liegt.</span><br/> <span class="ft1">Mitarbeitende, die vor dem 1. April 2001 austraten, waren definiti-</span><br/> <span class="ft1">onsgemäss nicht "Besitzständer". Insofern lässt sich nicht von ver-</span><br/> <span class="ft1">schiedenen Kategorien von "Besitzständern" sprechen. Die austre-</span><br/> <span class="ft1">tenden Mitarbeitenden waren vom neuen Lohnsystem nicht betroffen</span><br/> <span class="ft1">und kamen daher nicht in den Genuss der aufgrund des neuen Lohn-</span><br/> <span class="ft1">systems gewährten Besitzstandsgarantie. Demzufolge wurde ihnen</span><br/> <span class="ft1">die Teuerungszulage vom 1. Januar 2001 bis 31. März 2001 ausbe-</span><br/> <span class="ft1">zahlt. Diejenigen Mitarbeitenden, die ab 1. April 2001 weiterhin im</span><br/> <span class="ft1">Staatsdienst standen, profitierten demgegenüber unter Umständen</span><br/> <span class="ft1">längere Zeit von der Besitzstandsgarantie. Es kommt hinzu, dass es</span><br/> <span class="ft1">sich um eine Lohndifferenz von lediglich 1,45 % über maximal drei</span><br/> <span class="ft1">Monate handelt. Die damit verbundene Ungleichbehandlung ist</span><br/> <span class="ft1">massvoll und beruht auf sachlichen Gründen, weshalb insofern kein</span><br/> <span class="ft1">Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot vorliegt.</span><br/> <span class="ft1">e) aa) Der Beschwerdeführer rügt einen Widerspruch zwischen</span><br/> <span class="ft1">§ 35 Abs. 1 LD und Ziff. 4 Anhang III LD, indem § 35 LD die Mar-</span><br/> <span class="ft1">ginalie "Übergangsrecht" trage, wohingegen Anhang III LD mit der</span><br/> <span class="ft1">Überschrift "Überführungsregelungen" versehen sei, d.h. das Über-</span><br/> <span class="ft1">gangsrecht umsetze. Bei den Regelungen von Anhang III sollte es</span><br/> <span class="ft1">sich daher nach Ansicht des Beschwerdeführers um reine Ausfüh-</span><br/> <span class="ft1">rungsvorschriften zu § 35 Abs. 1 LD handeln. Stattdessen liege bei</span><br/> <span class="ft1">Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD eine übergangsrechtliche Bestimmung</span><br/> <span class="ft1">vor, die zudem die Bestimmung von § 35 Abs. 1 inhaltlich abändere.</span><br/> <span class="ft1">bb) Übergangsrecht regelt im Wesentlichen die Frage, auf wel-</span><br/> <span class="ft1">che Sachverhalte das neue Recht bereits anwendbar ist und welche</span><br/> <span class="ft1">Sachverhalte noch nach altem Recht zu beurteilen sind (vgl. Häfe-</span><br/> <span class="ft1">lin/Müller, a.a.O., Rz. 322 ff.). In diesem Sinne lässt sich Ziff. 4</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 Anhang III LD, wie der Beschwerdeführer geltend macht, als</span><br/> <span class="ft1">eine übergangsrechtliche Bestimmung interpretieren. Es kann jedoch</span><br/> <span class="ft1">nicht gesagt werden, die Norm in Anhang III stehe gesetzessystema-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">410</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tisch an falscher Stelle, enthält sie doch zugleich auch eine Regelung</span><br/> <span class="ft1">für die Überführung des am 1. Januar 2001 geltenden Lohns der "Be-</span><br/> <span class="ft1">sitzständer" per 31. März 2001. Insbesondere lässt sich aber eine</span><br/> <span class="ft1">scharfe Trennung zwischen Übergangsrecht und Überführungsrecht</span><br/> <span class="ft1">kaum vornehmen. An welchem Ort diese Bestimmung innerhalb des</span><br/> <span class="ft1">Lohnrechts steht, ist im vorliegenden Zusammenhang ohnehin von</span><br/> <span class="ft1">untergeordneter Bedeutung. Entscheidend ist vielmehr, dass Ziff. 4</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 Anhang III LD mit dem übergeordneten Recht, insbesondere</span><br/> <span class="ft1">mit den Grundsätzen der Rechtsgleichheit und des Rückwirkungs-</span><br/> <span class="ft1">verbots, wie bereits dargelegt, vereinbar ist.</span><br/> <span class="ft1">Wohl steht die Bestimmung in einem gewissen Widerspruch zu</span><br/> <span class="ft1">§ 35 Abs. 1 LD, indem beide Normen für die Bemessung der Löhne</span><br/> <span class="ft1">im Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis 31. März 2001 nicht völlig ko-</span><br/> <span class="ft1">härente Regeln aufstellen: Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD spricht für</span><br/> <span class="ft1">diesen Zeitraum bereits von generellen Lohnerhöhungen, obwohl</span><br/> <span class="ft1">nach § 35 Abs. 1 LD die Bemessung der Löhne für diesen Zeitraum</span><br/> <span class="ft1">noch nach altem Recht, also u.a. mittels altrechtlichen Teuerungszu-</span><br/> <span class="ft1">lagen, zu erfolgen hat (vgl. Erw. 2/b hievor). Sodann wird gemäss</span><br/> <span class="ft1">§ 35 Abs. 1 LD in Verbindung mit § 20 BD eine Teuerungszulage</span><br/> <span class="ft1">ausgerichtet, wohingegen Ziff. 4 Abs. 2 Anhang III LD hiervon eine</span><br/> <span class="ft1">Ausnahme macht. Deswegen wird Ziff. 4 Abs. 2 indessen nicht</span><br/> <span class="ft1">rechtswidrig. Vielmehr stellt diese Bestimmung für "Besitzständer"</span><br/> <span class="ft1">in einem begrenzten Bereich eine spezielle Regelung auf (lex spe-</span><br/> <span class="ft1">cialis), die der allgemeinen Norm vorgeht. Ziff. 4 Abs. 2 ist daher</span><br/> <span class="ft1">nach allgemeinen Auslegungsregeln auf den vorliegenden Sachver-</span><br/> <span class="ft1">halt anwendbar (vgl. dazu Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 220 f.).</span><br/></div> </div> </body> </html>