<h2>SubmittedText<h2><p>Compenswiss hat den Verein "Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK - ASIR)" 2015 mitgegründet. Dieser Verein hat für seine Mitglieder den Zweck, Dienstleistungen zu erbringen, damit sie im Rahmen ihrer Anlageentscheide die Verantwortung gegenüber Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft ganzheitlich wahrnehmen können. Gemäss Medienberichten (17.1.23, tribune de Genève) beträgt der Anteil an klimaschädlichen Investments 1 Prozent. </p><p>Die Interpellantin bittet den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen: </p><p>1. Wie gross sind klimaschädliche Investments bei Compenswiss? </p><p>2. Wie hat sich der Anteil an klimaschädlichen Investsments seit 2015 bei compenswiss verändert? </p><p>3. Wie hoch ist der Anteil der Rendite klimaschädlicher Investments bei compenswiss? </p><p>4. Wie sind diese Investments mit dem Pariser Klimaabkommen und den Schweizer Bemühungen gegen den Klimawandel zu vereinbaren? </p><p>5. Welchen Regulierungen untersteht compenswiss zur Vermeidung von Rendite zu Lasten des Klimas? </p><p>6. Ist der Bundesrat der Meinung, dass compenswiss weiterhin klimaschädliche Investments tätigen darf? Falls nicht, was unternimmt er dagegen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. und 2. Die Compenswiss setzt sich seit Langem dafür ein, ihre Investitionen auf der Grundlage der ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) klimaverträglich auszurichten. Seit 2002 übt die Compenswiss die Stimmrechte für die von ihr gehaltenen Schweizer Aktien aus; 2013 schloss sie beispielsweise umstrittene Waffen aus. 2015 war die Compenswiss Mitbegründerin des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) und führte einen ESG-Aktionärsdialog ein, der Unternehmen, die in umweltbelastenden Sektoren tätig sind, zur Energiewende motivieren soll. Die Compenswiss misst die Exposition gegenüber der Fossilindustrie seit dem Erwerb von ESG-Daten im Jahr 2021. Die Folge ist ein schrittweiser Ausschluss von Wertpapieren, die mit Kohlekraft in Verbindung stehen. 2021 konnte die Exposition gegenüber der Fossilindustrie, insbesondere im Kohlesektor, auf diese Weise reduziert werden. Ende 2022 hingegen war gegenüber 2021 nur eine geringfügige Veränderung feststellbar: Durch die Energiekrise und den Krieg in der Ukraine konnten die Werte der Fossilindustrie im Vergleich zu denen anderer Sektoren zulegen.</p><p>Gemäss Indikatoren des Swiss Climate Scores liegt die Exposition der Compenswiss gegenüber Emittenten, die mehr als 5 Prozent ihrer Einnahmen aus fossilen Energieträgern (Öl, Gas und Kohle) erzielen, unter 5 Prozent ihres Anlagevermögens.</p><p>3. und 5. Die Compenswiss untersteht dem Bundesgesetz über die Anstalt zur Verwaltung der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO (SR 830.2). Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, genügend Liquidität bereithalten, um jederzeit die Auszahlung von Renten und anderen Leistungen sicherstellen zu können. Laut Gesetz muss die Compenswiss das Vermögen so anlegen, dass das bestmögliche Verhältnis zwischen Sicherheit und marktkonformem Ertrag gewährleistet werden kann. In diesem Rahmen entwickelt sie ihre Anlagestrategie weiter, um gestützt auf die drei ESG-Nachhaltigkeitskriterien nachhaltiger zu wirtschaften. Die Ausrichtung nach den ESG-Kriterien hat aber auch finanzielle Auswirkungen. So erzielte die Compenswiss im Jahr 2021 mit dem Ausschluss bestimmter Unternehmen einen Gewinn. Hingegen führte die gleiche Politik 2022 zu einem Gewinnrückgang in vergleichbarer Grössenordnung. Wäre die Compenswiss im Januar 2022 vollständig aus dem Sektor Öl &amp; Gas ausgestiegen und hätte den entsprechenden Betrag in den allgemeinen Aktienmarkt investiert, hätte das im Jahr 2022 zu einem Opportunitätsverlust von rund 200 Millionen Franken geführt. Der Renditeanteil hängt von der relativen Entwicklung der jeweiligen Branche respektive der nicht nachhaltigen Unternehmen zum Gesamtmarkt ab. Dies ändert sich laufend.</p><p>4. Die Entwicklungen im Bereich nachhaltige Vermögensanlagen der Compenswiss gehen in Richtung des Pariser Abkommens. Dass die Compenswiss Unternehmen mit einem zu hohen Umsatz im Kohlesektor aus ihrem Portfolio ausschliesst, ist ein erstes Beispiel dafür. Ein weiteres Beispiel ist das aktive über den SVVK laufende Engagement bei Stahlwerken und Zementherstellern. Die Ausübung der Stimmrechte für die von ihr gehaltenen Schweizer Aktien ist ebenfalls ein Schritt für mehr Nachhaltigkeit. Nimmt man Anfang 2021 als Referenzwert, zeigt sich, dass die über Investitionen der Compenswiss finanzierten Emissionen um rund 10 Prozent zurückgegangen sind.</p><p>6. Das Ziel des Bundesrates ist die Sicherung der langfristigen Stabilität der Vorsorgesysteme. Dazu gehört auch die treuhänderische Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit von Anlagen. Die Compenswiss hat in diesem Bereich Vorbildfunktion, und sie nimmt diese mit der Ausschluss- und der aktiven Aktionärspolitik auch wahr. Wie das vergangene Jahr gezeigt hat, ist aber eine Diversifikation über verschiedene Branchen vorteilhaft und ein Übergangspfad zur Klimaneutralität sinnvoll.</p>  Antwort des Bundesrates.