B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5308/2014 U r t e i l v o m 8. O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, Eritrea, vertreten durch Mag. iur. Christian Hoffs, Rechtsassessor, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen / Appenzell, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 4. September 2014 / (…). D-5308/2014 Seite 2 Sachverhalt: I. A. A.a Mit Eingabe vom 27. März 2012 an das BFM beantragte die HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen / Appen zell unter der Überschrift "Asylgesuch gemäss Art. 20 AsylG" im Auftrag der Beschwer- deführerin und ihrer B._______ (und deren C._______), alle im Sudan, sowie ihrer als anerkannter Flüchtling in der Schweiz wohnhaften Schwester D._______, es sei auf das Ge such einzutreten, den sich im Sudan aufhaltenden Gesuchstellenden die Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens zu bewilligen und die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin und von ihrer B._______ und deren C._______ festzustellen. Gleichzeitig wurden ein fremdsprachiges, hand schriftliches, von der Beschwerdeführerin unte r- zeichnetes Schreiben vom (…) samt deutscher Übersetzung, ein frem d- sprachiger Ausweis der B._______ sowie je eine Vollmacht der B e- schwerdeführerin und der B._______, alles in Kopie, sowie ein Foto der Beschwerdeführerin (…) eingereicht. A.b Mit Schreiben vom (…) 2013 reichte das HEKS beim BFM ein frem d- sprachiges, handschriftliches, von der Beschwerdeführerin unterzeichn e- tes Schreiben vom (…) 2013 im Original samt deutscher Übersetzung betreffend die Situation im Flüchtlingslager F._______ ein. A.c Mit Zwischenverfügung vom 7. Juni 2013 bestätigte das BFM gegen- über dem HEKS den Erhalt des Asylgesuchs aus dem Ausland und um Erteilung einer Einreisebewil ligung betreffend die Beschwerdeführerin (das Asylverfahren der B._______ und von deren C._______ wurde vom BFM unter N 580 551 registriert und – aufgrund unterschiedlicher Vo r- bringen und namentlich anderer Fallkonstellation – getrennt durchgeführt) und teilte ihm unter Hinweis auf BVGE 2007/30 mit, die s chweizerische Botschaft im Sudan sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylg e- suche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Vo r- aussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereic h nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen . Das BFM ersuchte das HEKS in diesem Zusammenhang unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin zur Vervollständigung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung ko nkreter Fragen betreffend persönliche Angaben, Familie und Angehörige in einem Drit t- staat, Asylgründe, Aufenthalt im Sudan sowie um Einreichung von Dok u-D-5308/2014 Seite 3 menten und Beweismitteln bis zum (…) 2013. Zudem wurde de r B e- schwerdeführerin für den Fall, dass den Rec htsbegehren nicht stattgege- ben werden könnte, Gelegenheit zu abschliessenden Bemerkungen b e- ziehungsweise Einwänden innert der erwähnten Frist eingeräumt . Schliesslich wurde das HEKS darauf aufmerksam gemacht, dass das Antwortschreiben von der Beschwerdefüh rerin selbst zu verfassen oder zumindest zu unterschreiben sei, damit diese persönlich in Erscheinung trete, falls deren bisheriges Ersuchen diesen Formvorschriften nicht b e- reits entspreche. A.d Nach stillschweigend gewährter Fristerstreckung reichte das HEKS mit Schreiben vom (…) 2013 beim BFM ein handschriftliches, von der Beschwerdeführerin unterzeichnetes Antwortschreiben vom (…) 2013 samt deutscher Übersetzung, einen Zustellumschlag (…) und ein Passfo- to im Original sowie einen fremdsprachigen Ausweis und (…) ein. Mit Schreiben vom (…) 2013 reichte das HEKS einen vom Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) ausgestellten fremdsprachigen Ausweis der Beschwerdeführerin nach. A.e Mit Schreiben vom (…) 2014 teilte das HEKS dem BFM eine Telefon- nummer in Khartum mit, über welche die Beschwerdeführerin kontaktiert werden könne, und ersuchte um beförderlichen Abschluss des Verfa h- rens. A.f Nach vorgängiger Korrespondenz reichte das HEKS m it Schreiben vom (…) 2014 beim BFM eine Vollmacht der Beschwerdeführerin im Or i- ginal ein. B. In ihren schriftlichen Eingabe n machte die Beschwerdeführerin zur B e- gründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend, sie sei eritreische Staatsangehörige tigrinischer Ethnie und orth odoxen Glaubens aus G._______. Im Zeitraum von (…) habe sie als Soldatin Nationaldienst ge- leistet. Nach (…) Monaten habe sie aufgrund familiärer Probleme um Ent- lassung gebeten. Als ihr Begehren abgelehnt worden sei, habe sie um Ur- laub ersucht, welcher ihr für einen Monat gewährt worden sei. Bei dieser Gelegenheit sei sie am (…) 2011 zusammen mit ihrem C._______, (…), aus Eritrea geflohen und am (…) 2011 im UNHCR -Flüchtlingslager F._______ im Sudan angekommen. Dort habe sie sich als Flüchtling r e- gistriert un d ihre B._______ getroffen. Als sie eines Tages zusammen einkaufen gegangen seien, seien sie von Rashaida -Nomaden entführt D-5308/2014 Seite 4 und am (…) 2011 nach H._______ gebracht worden. Von dort seien sie am (…) 2011 zusammen mit (…) Eritreern nach Eritrea deportiert und in L._______ in Haft genommen worden. Die Beschwerdeführerin wisse nicht, wie sie und ihre B._______ von den Rashaida den eritreischen Be- hörden übergeben worden seien. Mit Hilfe eines Soldaten sei ihnen die Flucht aus dem Gefängnis gelungen. Über I._______ und J._______ sei- en sie am (…) 2012 nach K._______ gelangt. Zurzeit wohne sie mit ihrem Lebenspartner, ihrer B._______ und ihrem C._______ in Khartum. Sie werde von ihrer in der Schweiz wohnhaften Schwester D._______ finan- ziell teilweise unterstützt. Sie könne nicht länger im Sudan bleiben, da sie dort aufgrund ihrer Herkunft und Religion schlecht behandelt würde. Z u- dem habe sie Angst vor einer Entführung oder Deportation nach Eritrea. C. Mit Verfügung vom (…) 2014 verweigerte das BFM der Beschwerdeführe- rin die Einreise in die Schweiz und lehnte de ren Asylgesuch ab. Zur Be- gründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, den Akten seien keine konkreten oder glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte dafür zu en t- nehmen, dass d ie Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Ausreise aus Eritrea ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt hätte oder ihr solche gedroht hätten. Namentlich habe sie sich damals in einem einmonatigen, bewilligten Urlaub befunden, weshalb d a- von ausgegangen werden könne, dass ihr keine Sanktionen durch die eritreischen Behörden gedroht hätten. Der Vollständigkeit halber sei da r- auf hinzuweisen, dass es der Beschwerdeführerin zuzumuten sei, sich beim UNHCR zu melden, falls ihre Situation tatsächlich kritisch s ein soll- te. Zwar sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihren Hei- matstaat illegal verlassen habe. Dabei handle es sich um einen subjekt i- ven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 54 AsylG (SR 142.31). Diese Ge- setzesbestimmung schliesse Personen von d er Asylgewährung aus, wel- che erst durch ihre Flucht oder durch ein Verhalten nach der Flucht Flüchtlinge geworden seien. Bei einem Ausschluss der Asylgewährung könne im Hinblick auf die auszusprechende Wegweisung keine Einreis e- bewilligung erteilt werden. D ie Erteilung einer solchen an Personen, we l- che nach den gesetzlichen Bestimmungen wieder weggewiesen werden müssten, widerspreche praxisgemäss (vgl. BVGE 2011/10 E. 7) der g e- setzlichen Logik. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass keine glau b- haft dargelegt en Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass die B e- schwerdeführerin zum Zeitpunkt der Ausreise von einreiserelevanten Nachteilen bedroht worden sei. Damit erübrige sich eine Prüfung der we i-D-5308/2014 Seite 5 teren Voraussetzungen der Erteilung einer Einreisebewilligung im a syl- rechtlichen Auslandsverfahren. D. Mit Eingabe vom (…) 2014 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter die Aufhebung der Verfügung des BFM vom (…) 2014 und die Erteilung einer Einreisebewi l- ligung zwecks Du rchführung eines ordentlichen Asylverfahrens in der Schweiz, eventualiter die Rückweisung der Sache zur neuen Entsche i- dung an die Vorinstanz. E. Mit Urteil vom (…) 2014 hiess das Bundesverwaltungsgericht die B e- schwerde gut, soweit die Aufhebung der Verfügung vom (…) 2014 bean- tragt worden war, und wies die Akten zur Neubeurteilung an das BFM zu- rück. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Beschwerdefüh- rerin habe sich, als sie sich in ihrem Urlaub auf den Weg zur sudanes i- schen Grenze gemacht habe, wei terhin im Nationaldienst beziehung s- weise im Sinne der asylrechtlichen Praxis in konkretem Kontakt mit den mit der Durchsetzung der Dienstpflicht betrauten Organen des eritre i- schen Staates befunden. Sie hätte zweifell os flüchtlingsrechtlich relevan- te Nachteile zu gewärtigen gehabt , wenn sie, als sie sich in der Absicht, sich dem weiteren Nationaldienst im Ausland zu entziehen, auf dem Weg zur eritreisch-sudanesischen Grenze von den Behörden ihres Heima t- staates aufgegriffen worden wäre. Mithin habe die Beschwerdeführerin bereits wegen ihrer Desertion auf eritreischem Territorium begründete Furcht vor ernstzunehmenden Schwierigkeiten im Sinne von Art. 3 AsylG mit den eritreischen Behörden gehabt. Indem in der angefochtenen Ve r- fügung festgestellt w orden sei , das s die Beschwerdeführerin erst durch ihre illegale Ausreise Flüchtling geworden sei und damit einen subjektiven Nachfluchtgrund verwirklicht habe, ha be das BFM mit der falschen A n- wendung der Art. 3 und 54 AsylG Bundesrecht verletzt, weshalb die Vo r- instanz i n der Folge die Prüfung der Frage der Zumutbarkeit des Ver - bleibs der Beschwerdeführerin im Drittstaat Sudan zu Unrecht unterla s- sen habe. Bei dieser Sachlage könne die Prüfung der Frage offenbleiben, ob das BFM auch aufgrund einer unzutreffenden oder unvol lständigen Sachverhaltsgrundlage entschieden ha be und die angefochtene Verf ü- gung auch diesbezüglich nicht weiter Bestand hätte haben können. II. D-5308/2014 Seite 6 F. Mit Verfügung vom 4. September 2014 – eröffnet am (…) 2014 – verwei- gerte das BFM de r Beschwerdeführerin erneut die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuch wiederum ab. G. Mit Eingabe vom 18. September 2014 (Datum des Poststempels) an das Bundesverwaltungsgericht beantragte d ie Beschwerdeführerin durch i h- ren Rechtsvertreter unter Kosten - und Entschädigung sfolge die Aufh e- bung der Verfügung des BFM vom 4. September 2014 und die Erteilung einer Einreisebewilligung zwecks Durchführung eines ordentlichen Asy l- verfahrens in der Schweiz. In prozessualer Hinsicht wurde die Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege , insbesondere das Absehen von einer Kostenvorschusspflicht, und die Bestellung eines amtlichen Recht s- beistands gemäss Art. 110a AsylG beantragt. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. H. Mit Schreiben vom (…) 2014 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Rechtsvertreter den Eingang der Beschwerde vom 18. September 2014. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig fü r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 Asylge- setz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in d er Übergangsbesti m- mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor D-5308/2014 Seite 7 dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vorliegend der Fall ist – die Art. 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung gelten. 2. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Zwar läuft die Rechtsmittelfrist noch bis zum 8. Oktober 2 014, das Urteil kann jedoch vor Ablauf derselben ergehen, da die vorliegende Beschwerde aufgrund der Aktenlage als abschliessend zu verstehen und der Sachverhalt vollständig festgestellt ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrek urskommission [EMARK] 1997 Nr. 13 E. 1 S. 95 ff.). 3. In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 Abs. 1 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet werden. 4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts g erügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 5. 5.1 Das Bundesamt konnte ein im Ausland gestelltes Asylgesuch able h- nen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen konnte oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden konn- te (Art. 3, Art. 7 und AsylG und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligte das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet we r- den konnte, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein an- deres Land auszureisen. Gestützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG konnte das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische D-5308/2014 Seite 8 Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machten, dass eine unmit telbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nam entlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutba r- keit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Ei nglie- derungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Au s- schlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fr a- gen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachve r- haltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, sowie auch die Zusammenfassung der Rechtspr e- chung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.3 Gemäss neuer Rechtsprechung schliesst indes im Auslandverfahren das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft allein aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen die Bewilligung zur Einreise von vornherein aus. Dem- zufolge kommt der Fra ge massgebliches Gewicht zu, ob die Person, die aus einem Drittstaat ein Asylgesuch stellt, bereits zum Zeitpunkt der Au s- reise eine asylrechtlich relevante Gefährdung zu gewärtigen hatte (vgl. zum Ganzen BVGE 2012/26 E. 7 S. 519 f.). 6. Ein Asylgesuch konnte gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt zu überweisen hatte (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sah Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (aArt. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asy l- gründe schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung konnte sich e r- übrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asy l- gesuchs als entsche idreif erstellt erschien; der asylsuchenden Person war aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu D-5308/2014 Seite 9 geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 6.1 Die Beschwerdeführerin wurde nicht zu ihrem Asylgesuch befragt. Ihr wurde jedoch mit Zwischenverfügung des BFM vom (…) 2013 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fragen zugestellt, wozu sie am (…) 2013 schriftlich Stellung nahm (vgl. Sachverhalt A.c und d ). Der en t- scheidwesentliche Sachverhalt erscheint angesichts der schriftlichen Dar- legung der Asylgründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten El e- mente vorliegen. 6.2 Bei dieser Sachlage bestand kei ne Veranlassung, die Beschwerd e- führerin vorgängig eines Entscheides durch eine schweizerische Vertr e- tung zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den verfah- rensrechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 7. 7.1 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung – im Sinne der vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil (…) dargelegten Erwägungen – im Wesentlichen aus, aufgrund der Stellungnahme der Beschwerdeführe- rin vom (…) 2013 (vgl. Sachverhalt Bst. A.d) könne nicht ausgeschlossen werden, dass diese zum Z eitpunkt ihrer Ausreise – aufgrund der Deserti- on aus dem Nationaldienst im Rahmen ihres Urlaubs – ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden gehabt habe. Daher sei zu prüfen, ob der allfälligen Asylgewährung durch die Schweiz der Asylau s- schlussgrund von aArt. 52 AsylG entgegenstehe (vgl. a.a.O. E. 7.3 und 7.4). Laut Berichten des UNHCR befänden sich zahlreiche eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor diesem Hintergrund verke n- ne das BFM nicht, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch für die Beschwerdeführerin nicht einfach sei. Dennoch würden keine konkre- ten Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für sie nicht zumutbar oder möglich wäre. Vom UNHCR im S u- dan registrierte Flüchtlinge seien einem Flüchtlingslager zugeteilt worden, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Versorgung erhielten, wobei sie über kein freies Aufenthaltsrecht für das ganze Land verfügten. Der Beschwerdeführerin sei daher zuzumuten, beim UNHCR um Schutz z u ersuchen, falls ihre Situation tatsächlich kritisch sein sollte. Sie habe es unterlassen, bezüglich ihres Vorbringens, wonach sie zusammen mit ihrer B._______ nach einer Entführung durch die Rashaida an die eritreischen Behörden übergeben, nach Eritrea d eportiert und dort in L._______ in D-5308/2014 Seite 10 Haft genommen worden sei, detaillierte Angaben zu machen. So habe sie weder ausgeführt, wie ihre Übergabe zusammen mit (…) weiteren Flücht- lingen an die eritreischen Behörden abgelaufen sei, noch wie, wann und unter welche n Umständen sie nach Eritrea zurückgebracht worden sei. Auch der angebliche Gefängnisaufenthalt erscheine in diesem Zusa m- menhang und mangels genauerer Angaben zur Haftdauer und den Haf t- umständen zweifelhaft. Ihre Befürchtung, nach Eritrea zurückgeschafft zu werden, werde daher als unbegründet erachtet. Gemäss gesicherten E r- kenntnissen sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für im Sudan vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge gering. Das UNHCR regis t- riere vor Ort sämtliche Eritreer, die sich in einem F lüchtlingslager melde- ten, unabhängig davon, weshalb sie Eritrea verlassen hätten. In casu l ä- gen keine konkreten Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführe- rin eine Rückführung nach Eritrea drohen könnte. So verfüge sie gemäss den Akten nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das eine Befürchtung vor einer Verschleppung nach Eritrea objektiv begründen könnte. Es sei ihr nicht gelungen, glaubhaft darzulegen, persönlich faktisch und unmi t- telbar bedroht zu sein, um unter Verletzung des Non -Refoulement- Prinzips nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Da sie den Flüchtlings- status durch das UNHCR erhalten habe , habe sie jederzeit die Möglic h- keit, sich bei einer Vertretung des UNHCR im Sudan zu melden. Das UNHCR habe den Sudan, welcher dem Abkommen über die Re chtsstel- lung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) beigetreten sei, an seine internati- onalen Verpflichtungen erinnert. Das Leben in Khartum sei für eritreische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. Gemäss ihren Angaben sei die B e- schwerdeführerin seit mehr als (…) Jahren zusammen mit ihrer B._______ und ihrem C._______ in Khartum wohnhaft. D ie Hürden für eine zumutbare Existenz in Khartum seien in casu trotz ihrer schwierigen sozialen und ökonomischen Lebenslage nicht unüberwindbar. Überdies lebe im Sudan eine grosse eritreische Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereitstehe und weitgehend Unterstützung biete. Im Zusam- menhang mit dem von der Beschwerdeführerin äusserst knapp ausg e- führten Vorbringen, aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit im Sudan dis- kriminiert und benachteiligt zu werden, schliesse das BFM nicht zum Vornherein aus, dass sie dort wegen ihrer Religionszugehörigkeit gewisse Schwierigkeiten haben könnte. Dem BFM sei bekannt, dass Christen im Sudan Opfer von Diskriminierungen sein könnten. Im Sudan bekenne sich eine Mehrheit zum Islam sunnitischer Richtung. Christen stellten 5 bis 10 % der Gesamtbevölkerung. Es befänden sich in den Städten des Sudan nebst kleineren Gemeinden alteingesessener, häufig orthodoxer beziehungsweise mit Rom uniert er Kirchen auch zahlreiche Christen u n-D-5308/2014 Seite 11 terschiedlicher Konfessionen. Die im Juli 2005 unterzeichnete Übe r- gangsverfassung für den Sudan garantiere Religionsfreiheit. Die christl i- chen Gemeinschaften seien grundsätzlich anerkannt. Weihnachten und Ostern seien staatliche Feiertage. Christliche Kirchen dürften sich nach dem Gesetz bei Seelsorge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und sozia- len Einrichtungen frei betätigen. Nach der Schaffung der Regierung der Nationalen Einheit im Juli 2005 gehöre ein Vizepräsident Sudans dem Christentum an. Unter den Mitgliedern der Regierung fänden sich mehr e- re Christen. Daher herrsche im Sudan keine allgemeine und staatliche Unterdrückung oder Verfolgung von Christen. Da d ie Beschwerdeführerin seit längerer Zeit im Sudan gelebt h abe, ohne dass es zu konkreten Vo r- fällen gekommen sei, könne nicht von einer ernsthaften oder drohenden Verfolgungsabsicht ausgegangen werden. Zudem würde es in Khartum offizielle Kirchen der Glaubensrichtung der Beschwerdeführerin geben, an welche sie sic h wenden könnte. Schliesslich lebe ihre Schwester D._______ in der Schweiz. Obwohl sie damit hier über einen Anknü p- fungspunkt verfüge, sei dieser nicht derart gewichtig, dass eine Abw ä- gung der Gesamtumstände im Sinne von aArt. 52 AsylG dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz sei, welche den erforderlichen Schutz gewähren soll. Alleine die Anwesenheit der Schwester bedeute noch keine enge Bindung mit der Schweiz im dem Sinne, dass aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht zu Anwendung käme. Aufgrund dessen sei kein e be- sondere Beziehungsnähe gegeben, welche die vorangegangenen Fes t- stellungen umzustossen vermöge. 7.2 Die Vorinstanz ging in der angefochtenen Verfügung in zutreffender Weise davon aus, dass die Beschwerdeführerin in Eritrea namentlich auf- grund ihrer Desertio n aus dem Nationaldienst im Rahmen ihres Urlaubs ernstzunehmende beziehungsweise in flüchtlingsrechtlicher Hinsicht rel e- vante Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden hatte beziehungs- weise zu befürchten hatte (vgl. E. 7.1 am Anfang). An dieser Feststellung vermag auch die neue gesetzliche Bestimmung von Art. 3 Abs. 3, 1. Satz AsylG nichts zu ändern, statuiert doch der zweite Satz von Art. 3 Abs. 3 AsylG gleichzeitig den Vorbehalt der F K. Ob die Beschwerdeführerin bei einer allfälligen Rückkehr nach Eri trea einer flüchtlingsrechtlich releva n- ten Verfolgung ausgesetzt sein könnte, kann dennoch offengelassen werden, da bei dieser Konstellation die Frage der Zumutbarkeit eines Verbleibs im Drittstaat Sudan zu prüfen ist. 7.3 In der Beschwerde wird an den bisheri gen Vorbringen festgehalten und eingewendet, gemäss einer Mitteilung des UNHCR vom (…) 2011 sei D-5308/2014 Seite 12 die Anzahl von Deportationen eritreischer Staatsangehöriger nach Eritrea in besorgniserregender Weise gestiegen. So sei es allein am (…) 2011 zu über (…) Rückführungen gekommen, nachdem im Zeitraum vom (…) le- diglich (…) Deportationen durchgeführt worden seien. Das Bundesverwal- tungsgericht habe in seinem Urteil E -4417/2011 vom 9. Februar 2012 bestätigt, dass die sudanesische Regierung Flüchtlingen keinen zuve r- lässigen Schutz vor Zwangsrückführungen in die Herkunftsländer biete. Gemäss einem Bericht der Organisation Human Rights Watch vom (…) 2014 seien Anfang (…) 2014 auch mindestens (…) registrierte Eritreer deportiert worden. Zudem habe damals ein Gericht in M._______ (…) Personen verurteilt und die Zwangsrückführung aller darunter befindl i- chen Eritreer angeordnet. Deshalb greife die diesbezügliche Argument a- tion des BFM zu kurz , umso mehr, als sie sich auch auf mehrere Urteile des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2011 stütze. Seither habe sich jedoch die Lage oder zumindest die Kenntnis darüber dank neuerer Berichte verändert. Wenn selbst die sudanesischen Behörden für die Rückschaffung eritreischer Flüchtlinge verantwortlich seien, erstaune es kaum, dass sie Zwangsrückschaffungen, namentlich durch die Rashaida - Beduinen, ohne Weiteres duldeten und diesbezüglich kein Interesse an einer Aufklärung an den Tag legten. Es würden von Eritrea über den S u- dan durch Ägypten und den Sinai nach Israel sich erstreckende Netzwer- ke für die Entführung von eritreischen Flüchtlingen im Sudan bestehen. Neben den Entführungen entlang der sudanesisch -eritreischen Grenze seien auch solche aus Kha rtum bekannt. Die in Khartum wohnhafte B e- schwerdeführerin gehöre daher klar der entsprechenden Risikogruppe an. Das UNHCR könne ihr den nötigen Schutz nicht erbringen. Auch dü r- fe sie sich im Sudan nicht frei bewegen, während die Situation in den Flüchtlingslagern untragbar sei. Dort würde überdies für alleinstehende Frauen grosse Gefahr bestehen, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Mithin verfüge sie weder in Khartum noch in anderen Teilen des Sudans über eine sichere, zumutbar e Aufenthaltsalternative. Entgegen der Einschätzung des BFM habe die Beschwerdeführerin die geltend g e- machte Deportation insbesondere durch genaue Angaben zur Route und die entsprechenden Datumsangaben glaubhaft dargelegt. Zudem leide sie wegen ihres orthodoxen Glaubens in Khartu m stark unter der Diskr i- minierung durch staatliche Institutionen sowie auch durch die Gesel l- schaft. Ferner sei ihre Traumatisierung durch die Inhaftierung im Gefän g- nis nach der Rückführung nach Eritrea in die Gesamtwürdigung einzub e- ziehen. Schliesslich sei in Bezug auf ihre Beziehungsnähe zur Schweiz anzumerken, dass gemäss ihrer schriftlichen Stellungnahme (…) Schwestern von ihr hier wohnhaft seien, mit denen sie vor ihrer Flucht D-5308/2014 Seite 13 zusammen gewohnt habe. Aufgrund ihrer Traumatisierung sei sie drin- gend auf di e moralische Unterstü tzung durch diese (…) Schwestern an- gewiesen. 7.4 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass die Ausführungen in der B e- schwerde den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nichts Su b- stanzielles entgegenzuhalten vermögen. 7.4.1 So wurde die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte En t- führung durch die Rashaida von der Vorinstanz mit zutreffender Begrü n- dung in Zweifel gezogen, worauf zur Vermeidung von Wiederholungen an dieser Stelle verwiesen werden kann (vgl. auch E. 7.1). Die im Zusa m- menhang mi t der angeblichen Verschleppung geltend gemachten Vo r- bringen stellen sich auch nach Ansicht des Gerichts als nicht stringent und darüber hinaus auch als unstimmig heraus, weshalb sie nicht glau b- haft sind. Die gegenteiligen Ausführungen in der Beschwerde vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. 7.4.2 Zwar ist erwiesen, dass eritreische Flüchtlinge na mentlich entlang der sudanesisch-eritreischen Grenze aus den Flüchtlingslagern und den Städten im Ostsudan entführt und deren Verwandte um Lösegelder e r- presst werden können (vgl. dazu insbesondere Urteil des BVGer E-3288/2013 vom 11. November 2013 E. 6.3.1 m. w. H.). Im Zusamme n- hang mit diesem Menschenhandel, den Entführungen und Verschleppu n- gen tritt häufig der arabische Nomadenstamm der Rashaida, welcher im sudanesischen-eritreischen Grenzgebiet lebt, in Erscheinung. Die Ra s- haida kontrollieren einen grossen Teil des Handels und Schmuggels in dieser Grenzregion; eine kleinere Anzahl von Angehörigen dieses Nom a- denstammes ist auch für den Menschenschmuggel und -handel verant- wortlich. Darüber hinaus verfügen die Rashaida über ein gut organisiertes Netzwerk und arbeiten mit anderen Nomadenstämmen und mit ägypt i- schen Beduinen zusammen. Seit Ende 2010 wird sodann über den Men- schen- und Organhandel, über Folter und Ve rgewaltigung von Flüchtli n- gen im Sinai berichtet, wobei die meisten der im Sinai Entführten aus Erit- rea oder dem Sudan stammen. Nach Einschätzung des UNHCR ist dabei das Risiko einer Entführung oder Verschleppung ("kidnapping") für eritrei- sche Flüchtlinge und Asylsuchende bei der Einreise in den Sudan am höchsten (vgl. a.a.O.). 7.4.3 Insoweit die Beschwerdeführerin – im Lichte dieser Ausführungen (E. 7.4.2) besehen – zum jetzigen Zeitpunkt eine Deportation befürchtet, D-5308/2014 Seite 14 erscheint eine solche Angst schon deshalb ni cht begründet, weil die B e- schwerdeführerin nach dem soeben Gesagten einerseits das Profil eines Entführungsopfers nicht erfüllt und anderseits auch andere Umstände wie etwa zeitlicher oder örtlicher Natur klarerweise gegen den Eintritt eines solchen Ereignisses sprechen. Dies gilt umso mehr, als sich die grosse Diaspora eritreischer Flüchtlinge in der Grossstadt Khartum relativ gefah- renlos aufhalten kann und das Risiko einer Deportation für im Sudan vom UNHCR registrierte eritreische Flüchtlinge gering ist . Es kann zwar nicht mit allerletzter Sicherheit ausgeschlossen werden , dass vereinzelte D e- portationen erfolgen, indessen finden solche nicht flächendeckend statt (vgl. statt vieler Urteil D -3075/2014 vom 2. Juli 2014). Mithin liegen alles in allem keine konkreten Hinweise dafür vor, dass die vom UNHCR regist- rierte Beschwerdeführerin akut von einer Rückschaffung bedroht wäre, umso mehr als er ihr ohne Weiteres zuzumuten wäre, sich gegebene n- falls wieder an das UNHCR zu wenden. 7.4.4 Was die allgemeinen Lebensbedingungen für eritreische Flüchtlinge im Sudan betrifft, sind jene zwar zugestandenermassen nicht einfach , doch teilt die Beschwerdeführerin diesbezüglich das Leid mit einer gro s- sen Zahl ihrer Landsleute. Die Grundversorgung ist in den Flüchtlingsl a- gern aber gewährleistet und der dortige Aufenthalt ist für die vom UNHCR registrierten eritreischen Flüchtlinge grundsätzlich zumutbar. Die Be- schwerdeführerin lebt gemäss eigenen Angaben se it (…) zusammen mit ihrem Lebenspartner, ihrer B._______ und ihrem C._______ in Khartum, wo sie durch eine Schwester in der Schweiz finanziell teilweise unte r- stützt wird . Mithin ist sie nicht auf sich allein gestellt. Zudem bringt sie nicht vor, dass sie im Sudan sexuell belästigt worden sei, während ihr Vorbringen, sie würde auf grund ihrer ethnischen Herkunft und Religion diskriminiert und benachteiligt, äusserst pauschal ausgefallen ist bezi e- hungsweise sie dieses mit keinem Wort konkretisiert hat. Diese Vorbri n- gen vermögen mithin keine akute und konkrete Gefährdungssituation der Beschwerdeführerin im Sudan zu begründen. Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Auch wenn die Lebensumstände der Beschwerdeführerin im Sudan u n- bestrittenermassen schwierig sind, sind sie nicht dergesta lt, dass sie e i- nen weiteren Verbleib gänzlich unzumutbar machen würden. 7.4.5 Schliesslich vermag auch der Umstand, dass gemäss den A usfüh- rungen in der Rechtsmitteleingabe (…) Schwestern der Beschwerdefüh- rerin in der Schweiz leben , keinen derart gewichtigen Ank nüpfungspunkt darzustellen, dass eine Abwägung der Gesamtumstände im Sinne von D-5308/2014 Seite 15 aArt. 52 Abs. 2 AsylG dazu führen müsste, dass es gerade die Schweiz ist, die ihr den erforderlichen Schutz gewähren soll. In diesem Zusa m- menhang fällt im Übrigen auf, dass die Beschwerdeführerin im ersti n- stanzlichen Asylverfahren D._______ beziehungsweise E._______ so- wohl als Schwester als auch als B._______ bezeichnete, von der sie im Sudan finanziell teilweise unterstützt werde, während sie N._______ in O._______ als Schwester erwähnte. Diese beiden Personen sind im (…) in die Schweiz gelangt und wesentlich älter (zirka […] beziehungsweise […] Jahre) als die Beschwerdeführerin. Demnach haben sie ihren He i- matstaat zirka (…) Jahre vor dieser verlassen, wobei sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sie vorher zusa m- mengelebt haben. 7.5 Aufgrund dieser Erwägungen erscheint es für die Beschwerdeführerin objektiv zumutbar, den im Sudan gegenüber einer allfälligen Verfolgungs- gefahr in ihrem Heimatstaat Eritrea bestehenden Schutz weiterhin in A n- spruch zu nehmen. Eine Schutzgewährung durch die Schweiz erscheint somit unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände, welche mit dem Aufenthalt de r Beschwerdeführerin im Sudan und ihrem dortigen Status als vom UNHCR registrierter Flüchtling verbunden sind, nicht e r- forderlich. Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM zu Recht und mit zutreffender Begründung feststellte, eine Abwägung der Gesamtu m- stände im Sinne von aArt. 52 Abs. 2 AsylG führe zum Schluss, dass de r Beschwerdeführerin ein Verbleib im Sudan zuzumuten ist. Unter diesen Umständen hat das Bundesamt ebenfalls zu Recht die Erteilung der Ei n- reisebewilligung verweigert und das Asylgesuch abgelehnt. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, weshalb sich das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses als gegenstandslos erweist. 9.2 Gemäss koordinierter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist Art. 110a AsylG in Verfahren nach aArt. 20 AsylG (Asylgesuch aus dem Ausland und Einreise bewilligung) nicht anzuwenden. Folglich gelten für D-5308/2014 Seite 16 das vorliegende Verfahren die Regeln der unentgeltlichen Rechtspflege des allgemeinen Verwaltungsrechts (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG). Gestützt auf die Aktenlage ist von der prozessualen Bedürftigkeit der B e- schwerdeführerin auszugehen. Zudem hat sich die Beschwerde zum Zeitpunkt ihrer Anhängigmachung nicht als aussichtslos erwiesen (Art. 65 Abs. 1 AsylG). Mithin ist das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen und es sind keine Verf ahrenskosten zu er- heben. Für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG ist ausschlaggebend, ob die Partei zur Wahrung i h- rer Rechte notwendigerweise der professionellen juristischen Hilfe eines Anwalts bedarf (vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5.2; BGE 122 I 49 E. 2c; BGE 120 Ia 43 E. 2a). In Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungsgrund- satz beherrscht sind, sind strenge Massstäbe an die Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtsverbeiständung anzusetzen (vgl. BGE 125 V 32 E. 4b m.w.H.) und im asylrechtlichen Beschwerdeverfahren geht es im Wesent- lichen um die Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts. Zur wirk- samen Beschwerdeführung sind besondere Rechtskenntnisse daher im Regelfall nicht unbedingt erforderlich, weshalb praxisgemäss die unen t- geltliche Rechtsverbeiständung im Sinn von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in den besonderen Fällen gewährt wird, in welchen in rechtlicher oder ta t- sächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen. Dies ist vorliegend nicht der F all, weshalb dem Antrag auf Beiordnung eines amtlichen Rechtsvertreters nach Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Notwendigkeit nicht stattzugeben ist. (Dispositiv nächste Seite) D-5308/2014 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) wird gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nach Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: