22. September 1994 869 Motion Huber gisch einzuschreiten. Auch die kantonalen Gesetzgebungen ermangeln in den allermeisten Fällen einer rechtlichen Nor- mierung dieses Bereiches; sie richten sich in der Regel nur an die öffentlichen Krankenanstalten. Deshalb ist hier eine Lösung durch den Bundesgesetzgeber anzustreben und zu verwirklichen, wie dies auch bereits in an- deren Ländern, namentlich in der BRD, in Gang gesetzt wor- den ist. In gleicher Weise sucht nun auch das Europäische Parlament nach einer umfassenden Regelung, zu der die WHO schon vor drei Jahren in einer Resolution eindringlich aufgerufen hat. Hier rechtzeitig Ordnung zu schaffen ist auch im Interesse all jener, die sich in der Schweiz für die korrekte, freiwillige Organ- spende einsetzen, wie etwa die Stiftung für Organspende und Transplantation «Swisstransplant», die kürzlich eine Kundge- bung vor dem Bundeshaus durchgeführt hat, um die Öffent- lichkeit für ihre Anliegen zu sensibilisieren. 382 Personen warten auch in unserem Land auf eine Niere und bangen um ihr Lebensschicksal. Der Weg, ihnen zu hel- fen, muss über einen Gesinnungswandel in der breiten Öffent- lichkeit und über die wachsende Bereitschaft zur Organ- spendeführen, nicht aber über den dubiosen Schwarzhandel, der letztlich alle Bemühungen um Aufklärung und Transpa- renz in diesem Bereich zunichte macht Im Einklang mit diesen Bestrebungen, die ich unterstütze und fördere, bitte ich Sie, meine Motion zu überweisen, damit eine rechtliche Grundlage vorbereitet werden kann, die ein für alle- mal Klarheit, Rechtssicherheit und Ruhe schafft Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Je tiens à remercier M. Onken, ainsi d'ailleurs que M. Huber pour l'autre motion (94.3052) que nous traiterons tout à l'heure, pour les initiatives qu'ils ont prises dans ce domaine. Il s'agit d'un domaine extrêmement sensible, en évolution ra- pide, qui peut donner lieu à toute une série d'abus, d'exploita- tion commerciale, d'exploitation de la dignité humaine aussi, qu'il nous faut absolument éviter. Il serait faux bien sûr de pen- ser que la législation en vigueur n'offre aucune protection pour différents problèmes liés aux transplantations d'organes. La protection de la personnalité, qui figure dans le Code civil, l'interdiction d'infliger des lésions corporelles, selon le Code pénal, les droits fondamentaux à la vie et à l'intégrité physique, le respect de la dignité humaine s'appliquent, par analogie, aux transplantations d'organes. Ceci mis à part, les cantons disposent d'une marge de ma- noeuvre relativement grande, dont ils font peu usage pour édicter leur propre législation. L'Académie suisse des scien- ces médicales a publié des directives d'éthique médicale rela- tives à la transplantation et les a récemment remaniées d'ail- leurs. Celles-ci sont souvent suivies par la doctrine juridique et par la pratique, et ont même été déclarées contraignantes par certains cantons. Il n'en reste pas moins que la réglementation actuelle présente de graves lacunes. Il manque une loi fédé- rale qui règle de manière uniforme et étendue les différentes questions liées aux transplantations d'organes. L'une des plus urgentes est certainement la question soulevée par la motion Onken, c'est-à-dire celle qui est liée au com- merce clandestin de transplants. Il y a, dans ce domaine, non seulement des craintes, des rumeurs, mais certainement une nécessité d'agir, d'autant plus hélas que le monde est telle- ment marqué d'inégalités et de différences économiques, que la tentation d'un tel commerce ne peut pas être niée. Le risque, également entendu dans d'autres pays, que ce commerce soit finalement maîtrisé par des intermédiaires plus que dou- teux représente un immense danger. Encore une fois, le Conseil fédéral remercie M. Onken d'avoir non seulement attiré son attention, mais de l'avoir pressé d'agir dans ce domaine. Il a l'intention de le faire, en relation notamment avec toute la législation qu'il doit assumer actuel- lement, liée au contrôle en général dans le domaine médical. C'est là sans doute le premier lieu d'implantation des disposi- tions dont vous parlez. Nous sommes face à tout le problème, et non seulement celui du contrôle des médicaments. Je vous rappelle la discussion que nous avons eue ici sur un transfert de compétences et d'actions des cantons à la Confédération et il est clair que dans ce cadre le Conseil fédéral n'entend pas s'attacher uniquement au contrôle des médicaments, mais encore, suite aussi à la douloureuse expérience faite en ma- tière de transfusions sanguines, au sang et aux produits san- guins, ainsi qu'aux organes et aux équipements médicaux. Voilà donc toute une série d'activités que nous avons déjà entreprises pour préparer cette législation fédérale. A première vue, j'ai l'impression que votre motion s'inscrit dans ce cadre, mais si cela ne devait pas suffire, et en particu- Isi les efforts sur le plan international requerraient la partici- pation de la Suisse, nous avons l'intention, en acceptant la motion et en souhaitant la concrétiser, d'examiner aussi ces possibilités-là Überwiesen - Transmis #ST# 94.3052 Motion Huber Gesetzgebung Transplantationsmedizin Législation sur la transplantation d'organes Wortlaut der Motion vom 28. Februar 1994 Der Bundesrat wird aufgefordert, für die Bewältigung der viel- fältigen rechtlichen und organisatorischen Probleme der Transplantationsmedizin das notwendige eidgenössische Recht auf verfassungsrechtlicher und gesetzgeberischer Ebene zu erarbeiten. Texte de la motion du 28 février 1994 Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer les dispositions cons- titutionnelles et législatives nécessaires pour maîtriser les mul- tiples problèmes juridiques et organisationnels liés à la trans- plantation d'organes. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bloetzer, Cavelty, Danioth, Frick, Gemperli, Küchler, Meier Josi, Roth, Schallberger, Sim- men, Ziegler Oswald (11) Huber Hans Jörg (C, AG): Am 28. Februar 1994 habe ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen eine Motion eingereicht, die zum Ziel hat, die verfassungsmässigen und gesetzlichen Kompetenzen für die Transplantationsmedizin auf eidgenössi- scher Ebene zu schaffen. Ein ähnlicher Vorstoss wurde letztmals im Jahre 1990 von un- serem damaligen Kollegen Jelmini, allerdings in der milden Form eines Postulates, eingereicht (AB 1990 S 186). Der Po- stulant verlangte gesetzgeberische Initiativen auf bestimmten Feldern, fand aber in diesem Rat keine Zustimmung. Ich bin der Meinung, dass von der Sache her Entwicklungen stattgefunden haben, insbesondere in der Ausdehnung der medizinischen Möglichkeiten und der Häufigkeit der Eingriffe, die eine erneute Überprüfung, und zwar nicht sektoriell, son- dern gesamtheitlich, nötig machen. 1. Gestatten Sie mir einen kurzen Rückblick auf die historische Entwicklung. «Der Durchbruch der Transplantationsmedizin aus einer mehr oder weniger heroischen Experimentalphase zu einem aner- kannten klinischen Heilverfahren erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg. Wegbereitend waren neu entwickelte immunsup- pressive Medikamente, durch deren Einsatz die Gefahr der Abstossungsreaktionen entscheidend verringert werden konnte. Mit technischen Mitteln der Intensivmedizin .... liess sich der Spenderkreis bis zur Organentnahme aufrechterhal- ten und damit ein frisches, wiederverwendbares Organ gewin- nen. Schliesslich lieferte der Wandel des medizinischen To-Motion Huber 870 22 septembre 1994 desbegriffes vom 'Herz-Kreislauf-Tod' zum 'Hirntod' die theo- retische Legitimation für derartige Eingriffe an Personen, die nach überkommenen Todesvorstellungen noch 'lebten'.... Nach dem derzeitigen Stand der Medizin sind grundsätzlich alle Organe des Bauch- und Brustraumes - und nicht nur diese - einer Übertragung von Mensch zu Mensch zugäng- lich .... Die Zahl der Transplantationen, etwa bei der Niere, das zurzeit wichtigste transplantierbare Organ, und die eindrückli- che medizinische Erfolgsbilanz sind allerdings gehemmt durch einen limitierenden Faktor: den Mangel an geeigneten Spenderorganen.» So umschreibt ein österreichischer Autor die Szene, und die Beschreibung enthält alle Elemente, die zum Verständnis nö- tig sind. 2. Die Lage in der Schweiz: Ich stütze mich auf eine Zusam- menfassung der «Schweizer Ärzte-Information». In den sechs schweizerischen Transplantationszentren (Basel, Bern, Genf, Lausanne, St. Gallen, Zürich) sind 1993 insgesamt 367 Or- gane verpflanzt worden. Das bedeutet eine Zunahme um 18 Prozent Im Detail sehen die Zahlen wie folgt aus: Nie- ren 238, Lebern 51, Herzen 47, Pankreas 16, Lungen 152. 111 Organe stammen von Hirntoten, 44 von Lebenden, 113 Organspenden stammten von Spendern in 21 Spitälern. Auch in der Schweiz herrscht, wie in anderen Ländern, Mangel an verfügbaren Organen, allen bisherigen Aufklärungen zum Trotz. Der Mangel wäre noch grösser, wenn nicht die Zahl der Lebendspender, also derjenigen, von denen lebend trans- plantiert wird, zunehmen würde, und das sind vor allem Frauen: Mütter, Schwestern, Ehefrauen von Organempfän- gern. Nach dem Jahresbericht 1993 von «Swisstransplant» sind am 1. Januar 1994 444 Patienten auf der nationalen War- teliste registriert, davon warten 382 Patienten, also 86 Prozent, auf eine Nierentransplantation. Sie haben, Frau Bundesrätin, zusammen mit dem Präsidenten von «Swisstransplant» und vielen Bürgerinnen und Bürgern soeben auf dem Bundesplatz im Sinne einer Ermunterung der Organspende und einer Öffnung gegenüber der Transplanta- tionsmedizin demonstriert und Ihren Willen zur Verbesserung der Situation ganz klar dargelegt Nun gibt es hier eine ganze Menge von Rechtsproblemen. Es liegtauf der Hand, dasssich im Rahmen der Transplantations- medizin rechtliche und ethische Probleme in ausserordentli- chem Masse und von besonderer Qualität stellen. In einem Gutachten des Instituts für Föderalismus der Univer- sität Freiburg und des Instituts für Gesundheitsrecht der Uni- versität Neuenburg wird die Thematik wie folgt zusammenge- fasst: «Denn im Bereich der Organtransplantation, wie auch im Bereich der Versuche an Menschen und der Gentechnologie- forschung, arbeiten die Wissenschafter nicht nur für Men- schen, sondern auch mit oder an Menschen. Die Entnahme eines Organs an einem Menschen, um die Le- benserwartung eines anderen zu verbessern, ist ein Eingriff, bei dem notwendigerweise zwei Personen involviert sind. Da- bei stehen zwei an und für sich absolute Werte im Wider- spruch: einerseits das Recht auf Leben des Organempfän- gers, andererseits das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Spenders.» Das Gutachten hat in der Folge aus der Gesetzgebung von vier europäischen Ländern, nämlich Österreich, Belgien, Frankreich und Italien, die relevanten Probleme herausgear- beitet vor dem Hintergrund der generellen Feststellung, die ich zitiert habe. Unterschieden werden drei Problemgruppen: 1. Die Organentnahme an verstorbenen Personen. Einig ist man sich, dass der Zweck der Entnahme nur therapeutisch zu- lässig ist Es stellt sich sodann die Frage der Definition und der Feststellung des Todes. Bei der Frage der Zustimmung zur Entnahme gibt es in der Schweiz drei Lösungen: die Wider- spruchslösung, die Informationslösung, die Einwilligungslö- sung. Mehrere Gesetze regeln die Frage der Anonymität von Spendern und Empfängern, ferner die Entgeltlichkeit oder Un- entgeltlichkeit der Organspenden. 2. Die Organentnahme bei lebenden Personen. Es stellen sich mutatis mutandis die gleichen Probleme, wobei hier die Zu- stimmung des Spenders einen noch weiteren Bereich der Le- giferierung beansprucht Es gibt Altersgrenzen für Spender, die Berücksichtigung besonderer Risiken, gesundheitlicher Risiken - das alles muss gesetzlich erfasst werden. 3. Die Regelung der Organisation. Das ist nun nicht nur eine Frage der Koordination, wo die Transplantationsmedizin in der Schweiz anzusiedeln sei - allenfalls noch an weiteren Spitä- lern, was ich persönlich aber bezweifle -, vielmehr ist das Thema: die Zusammenführung von Entnahme, Einpflanzung innerhalb nützlicher Frist zusammen mit besonders zu beach- tenden Elementen, die den Gesetzgeber ebenso herausfor- dern wie die, die handeln. Da sind noch weitere Themen ange- sprochen: die für Organentnahme und Transplantation zu- ständigen Personen, die Regelung von Einfuhr und Ausfuhr von Organen - soeben war davon die Rede -, die Zuteilung der verfügbaren Organe und die entsprechenden Kriterien und die Förderung der Organspende. Jedermann wird klar: Hier handelt es sich um eine medizinisch und therapeutisch komplexe Materie, deren Regelung anspruchsvoll, aber auch notwendig ist Werfen wir einen kurzen Blick auf nichtstaatliche Aktivitäten, die angesprochen worden sind. Nun ist es so, dass einerseits supranationale Strukturen wie auch die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften Richtlinien in der angesprochenen Materie erliessen. Es handelt sich um ausgesprochen wertvolle Arbeiten, die aber mangels norma- tiven Geltungsgrunds nicht verpflichtend wirken. Ihnen ist es aber zu verdanken, dass in dieser Frage analysiert, systema- tisiert, gewichtet wurde, dass Lösungen aufgezeigt werden konnten. Auf internationaler Ebene erliess die Weltgesundheitsorgani- sation (WHO) zweimal «Principes directeurs sur la transplanta- tion d'organes humains». Der Europarat befasst sich - unter intensiver Mitwirkung der Schweiz notabene - schon seit den siebziger Jahren intensiv mit der Materie. Es ist jetzt vorgesehen, den Mitgliedstaaten des Europarates einen multilateralen Staatsvertrag zur Ratifi- kation zu unterbreiten. Welche Schwierigkeiten einem födera- listischen Gemeinwesen daraus erwachsen, ist, so nehme ich an, in diesem Saal hinlänglich bekannt Auf schweizerischer Ebene ist die bahnbrechende Arbeit der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaf- ten und ihrer Ethikkommission nachhaltig herauszustreichen. Bereits 1969 erschien die erste Fassung der «Richtlinien für die Definition des Todes», die nicht nur national, sondern auch in- ternational grosse Beachtung fand. Im November 1981 publi- zierte die Akademie eigene «Medizinisch-ethische Richtlinien zur Transplantation». Die stürmische Entwicklung auf dem Sektor der Transplantationsmedizin hat dazu geführt, dass zu Beginn des Jahres 1994 eine neue Fassung der «Richtlinien» in die Vernehmlassung gegeben wurde. Die privat gesetzten Richtlinien fixieren den gesundheitspolitischen Konsens der naturwissenschaftlichen Medizin in der Schweiz und werden von den betroffenen Professionsangehörigen stark beachtet. Das ist die Feststellung des Schweizerischen Instituts für das Gesundheitswesen, das für die Sanitätsdirektorenkonferenz in der Materie arbeitet Einige Bemerkungen zum Thema «Die Gesetzgebung in der Schweiz»: Das erwähnte Gutachten der Institute der Universi- täten Freiburg und Neuenburg arbeitet nun mit eindeutiger Klarheit den Stand der Normierung in der Schweiz heraus. Daraus ergibt sich für mich zwingend die Bejahung der Frage, ob der Bund zur Legiferierung mit allen Konsequenzen ver- pflichtet ist Die Kompetenzordnung ist uns allen in groben Zügen be- kannt: Gestützt auf das in Artikel 3 der Bundesverfassung ver- ankerte Prinzip der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kantonen haben die Kantone im Gesundheitswesen eine an- nähernd allumfassende Zuständigkeit. Trotz dieser kantona- len Zuständigkeit muss eine völlige gesetzgeberische Freiheit verneint werden. Denn die Kantone können ihre Gesetzge- bungskompetenz nur innerhalb der von der Verfassungsord- nung und der Gesetzgebung des Bundes aufgestellten Schranken ausüben. Dazu kommt die Beachtung der Recht- sprechung des Bundesgerichts. Die Freiheitsrechte, das Recht auf individuelle Freiheit, das Recht auf körperliche Un- versehrtheit, sowie alle Normen des Zivil- und Strafrechtes22. September 1994 871 Interpellation Petitpierre zum Persönlichkeitsschutz sind Minimalstandards, welche die kantonale Gesetzgebung nicht unterschreiten darf. Ohne einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, zeigt ein geraffter Überblick über die vorhandenen kantonalen Rege- lungen im Bereich der Organtransplantation die folgenden Mängel: 1. Einige Kantone haben keine spezifische Regelung ge- troffen. 2. Mehrere kantonale Gesetzgebungen beschränken sich auf Teile der Materie. 3. Die Geltungsbereiche sind zum Teil auf öffentliche Spitäler beschränkt, was der Rechtssicherheit nicht förderlich ist und unerwünschten Entwicklungen Vorschub leisten könnte. 4. Die Problematik der Organentnahme an lebenden Spen- dern ist nur in vier Kantonen geregelt, obwohl gerade diese Praxis ständig zunimmt. 5. Einige Kantone behelfen sich - und dafür habe ich alles Ver- ständnis - mit Hinweisen auf die erwähnten Richtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaf- ten, wobei die Gültigkeit dieses Vorgehens rechtlich nicht über jeden Zweifel erhaben ist. 6. Offenbar bestehen keine gesetzlichen Bestimmungen, die interkantonal sein müssten, betreffend Organisation der Zutei- lung der verfügbaren Organe an mögliche Empfänger. Dies ist eine Aufgabe, die gut von der privatrechtlichen Institution «Swisstransplant» (Schweizerische Stiftung für Organ- spende), die ihren Sitz in Genf hat, wahrgenommen wird. Der Jahresbericht 1993 weist darauf hin, dass pro Monat etwa zehn derartige Koordinationen vorgenommen werden kön- nen. Gleichzeitig wird der Mangel an Spendern beklagt. 7. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass die Frage der Zustimmung zur Organentnahme an Verstorbenen von Kanton zu Kanton anders geregelt ist. Berücksichtigt man die Zeitverhältnisse bei einer Transplantation und die menschli- chen Emotionen, die bei den Hinterbliebenen ins Spiel kom- men, so erkennt man die Grenzen der kantonalen Regelungen nochmals. Es kann gesagt werden, dass eine Zusammenstellung der kantonalen Gesetzgebungen in der Schweiz nach den Ge- sichtspunkten «Erlassstufe», «Geltungsbereich», «Inhalt», «Handel», «Entgelt», vor allem «Regelung der Frage der Zu- stimmung zur Organentnahme» - ich erinnere an die Patien- ten, die gemäss Jahresbericht 1993 von «Swisstransplant» auf eine Organtransplantation warten -, auf eine ausserordentli- che und letztlich beunruhigende Vielfalt hinweist. Damit ist meiner Meinung nach klar, dass sich eine Neuregelung auf- drängt Ich habe eingangs darauf hingewiesen, dass die Transplanta- tionsmedizin die Zukunft erst noch «vor sich hat». Ich bin über- zeugt, dass eine effektive nationale und internationale Zusam- menarbeit notwendig ist. Aufgrund der Zeitdimensionen in der Gesetzgebung, besonders bei einer Regelung auf eidgenössi- scher Ebene, ist der Aufruf zur Koordination unter den Kanto- nen heute am Platz. Die Vielfalt der Lösungen, die zum Teil ethische Grundhaltungen und zum Teil einfache Vorurteile re- flektieren, macht den Weg über ein Konkordat eher unwahr- scheinlich und zeitraubend. Nachdem es gelungen ist, die Rechtseinheit bei der Gentechnologie herbeizuführen - so meine ich - ist es auch an der Zeit, dies für die Transplantati- onsmedizin zu realisieren. Ich bitte Sie daher sehr - zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen, die den Vorstoss mitunterschrieben haben - um Überweisung meiner Motion. Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: J'ai remercié tout à l'heure M. Onken et vous-même, Monsieur Huber, d'avoir posé ce problème sur la table et amené ainsi le Conseil fédéral à assumer ses responsabilités de préparateur de nouveaux textes législatifs dans ce domaine. Sur la base d'un travail extrêmement sérieux, c'est un véritable rapport que vous nous avez fait sur la situation actuelle. Si le Conseil fédéral, il y a cinq ans seulement, avait considéré qu'il n'avait pas besoin d'agir dans ce domaine, qu'il pouvait se reposer sur les initiatives privées et sur les compétences cantonales dont vous avez brillamment montré à quel point elles sont appliquées de façon trop différente pour offrir, dans ce domaine vital, toute la sécurité nécessaire, il est convaincu aujourd'hui qu'il doit agir. Lorsque cette motion sera traitée devant l'autre Chambre, si vous décidez de suivre le motionnaire, je m'engage à donner des réponses plus précises sur la suite des travaux et le calen- drier des activités que l'administration et le Conseil fédéral en- tendent prendre. Pour le moment, merci, encore une fois, non seulement de mettre quelque chose en mouvement, mais de l'appuyer sur une telle analyse exhaustive de la situation ac- tuelle. Je ne peux ajouter rien d'autre que le fait que nous voulons nous mettre au travail et que nous acceptons la motion. Überwiesen - Transmis #ST# 93.3665 Interpellation Petitpierre Ernährungspolitik Politique de la nutrition Wortlaut der Interpellation vom 17. Dezember 1993 Die Schweiz hat die Schlusserklärung der Ernährungskonfe- renz der WHO in Rom im Dezember 1993 unterzeichnet und sich verpflichtet, bis Ende 1994 eine nationale Ernährungspoli- tik zu entwickeln. Ich bitte den Bundesrat um Auskunft auf die folgenden Fragen: 1. Wo stehen die Vorbereitungsarbeiten für diese Politik? 2. Welche Mittel will der Bund im Rahmen der Lebensmittelge- setzgebung einsetzen, um die erforderliche Information und den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu verbessern? 3. Mit welchen Fachinstitutionen ist eine Zusammenarbeit vor- gesehen? 4. Was für finanzielle Mittel sind vorgesehen, und innert wel- cher Frist sollen sie eingesetzt werden? Texte de l'interpellation du 17 décembre 1993 Le soussigné prie le Conseil fédéral de répondre aux ques- tions suivantes: Etant donné que la Suisse a signé la déclaration finale, à Rome en décembre 1992, de la Conférence de l'OMS sur l'alimenta- tion et qu'elle s'est engagée à développer jusqu'àfin 1994 une politique nationale de la nutrition: 1. Où en sont les préparatifs de cette politique? 2. Quels moyens la Confédération entend-elle mettre en oeu- vre dans le cadre de la législation sur les denrées alimentaires pour améliorer l'information et les connaissances scientifi- ques nécessaires? 3. Quelles collaborations avec des institutions spécialisées sont-elles envisagées? 4. Quels sont les moyens financiers prévus et dans quel délai seront-ils engagés? Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Petitpierre Gilles (R, GE): Je développerai mon interpellation brièvement La politique nutritionnelle est évidemment une composante importante d'une politique de la santé. Une alimentation ap- propriée prévient nombre de maladies. Elle contribue, quand les maladies sont intervenues, à leur traitement ou à l'efficacité de celui-ci. Il est intéressant d'avoir à l'esprit les proportions, les ordres de grandeur des montants consacrés par la Confédération à l'ap- pui de ses activités de prévention. D'un côté, quelques centai- nes de milliers de francs pour l'information sur l'alimentation et, de l'autre, une cinquantaine de millions de francs pour laSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Huber Gesetzgebung Transplantationsmedizin Motion Huber Législation sur la transplantation d'organes In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 04 Séance Seduta Geschäftsnummer 94.3052 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 22.09.1994 - 08:00 Date Data Seite 869-871 Page Pagina Ref. No 20 024 707 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.