<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00295</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205451&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00295</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.09.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufstockung eines Mehrfamilienhauses in Meilen. Überschreitung der Gebäudehöhe.<br/><br/>Die Bestimmung von § 5 ABauV ist auf unüberbaute Parzellen zugeschnitten. Unter "Baugesuch" im Sinn von § 5 Abs. 1 ABauV ist somit das "Stammbaugesuch" zu verstehen. Bei Änderung oder Erweiterung einer Baute ist nach § 5 Abs. 1 ABauV der gewachsene Boden bei Einreichung des ursprünglichen Gesuchs für die "Stammbaubewilligung" massgebend und nicht das Terrain bei Einreichung eines Änderungs- oder Erweiterungsgesuchs. Nur diese Auslegung des Verordnungstexts führt zu einer gesetzeskonformen und sinnvollen Rechtsanwendung. Zu diesem Ergebnis führt - entgegen der bisherigen Rechtsprechung - auch die Anwendung von § 5 Abs. 2 lit. b ABauV. Diese Bestimmung sieht im ersten Halbsatz den Rückgriff auf die früheren Verhältnisse dann vor, wenn der Boden im Hinblick auf die - gemäss ursprünglicher Neubaubewilligung - beabsichtigte Nutzung des Grundstücks umgestaltet worden ist (E. 3.2).<br/>Auch nach den vorgesehenen Regeln des künftigen Rechts (vgl. Anhang Ziff. 3.1 IVHB) wird bei der Festlegung des gewachsenen Bodens grundsätzlich auf das ursprüngliche natürlich gewachsene Terrain abgestellt und bleiben Abgrabungen und Aufschüttungen unbeachtlich (E. 3.3).<br/><br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABGRABUNG">ABGRABUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHÃTTUNG">AUFSCHÃTTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEHÃHE">GEBÃUDEHÃHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEWACHSENER BODEN">GEWACHSENER BODEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STAMMBEWILLIGUNG">STAMMBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TERRAIN">TERRAIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TERRAINVERÃNDERUNG">TERRAINVERÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)">WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 5 Abs. I ABauV</span><br/><span class="ungerade">§ 5 Abs. II lit. a ABauV</span><br/><span class="gerade">§ 5 Abs. II lit. b ABauV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 9</span><br/><span class="gerade">RB 2005 Nr. 75</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BaubehÃ¶rde Meilen erteilte mit Beschluss vom 1. Februar 2005 G und der H AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Aufstockung des Wohnhauses Assek.-Nr. 01 auf dem GrundstÃ¼ck L-Strasse 02 und 03, in Feldmeilen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhoben A, B und C sowie D und E mit gemeinsamer Eingabe vom 9. MÃ¤rz 2005 Rekurs an die Baurekurskommission II und rÃ¼gten eine Ãberschreitung der zulÃ¤ssigen GebÃ¤udehÃ¶he und Baumassenziffer. Mit Entscheid vom 31. Mai 2005 wies die Rekurskommission II den Rekurs ab und bestÃ¤tigte den Beschluss der BaubehÃ¶rde Meilen vom 1. Februar 2005 im Ã¼berprÃ¼ften Umfang.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 4. Juli 2005 beantragten die unterlegenen Rekurrenten dem Verwaltungsgericht, den Entscheid der Baurekurskommission II vom 31. Mai 2005 aufzuheben und die nachgesuchte Baubewilligung zu verweigern, eventuell die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission II, G und die H AG sowie die BaubehÃ¶rde Meilen beantragten je Abweisung der Beschwerde. Die BaubehÃ¶rde Meilen und die private Beschwerdegegnerschaft verlangten zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie die ErwÃ¤gungen des angefochtenen Entscheids werden, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zustÃ¤ndig zur Behandlung von Beschwerden gegen Entscheide der Baurekurskommissionen.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Entscheidet das Verwaltungsgericht â wie hier â als zweite gerichtliche Instanz, so kÃ¶nnen laut § 52 Abs. 2 VRG neue Tatsachen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die BaubehÃ¶rde Meilen macht in ihrer Beschwerdeantwort geltend, die BeschwerdefÃ¼hrenden wÃ¼rden unzulÃ¤ssigerweise neu vorbringen, die HÃ¶henkoten des bestehenden Terrains und der bestehenden Baute entsprÃ¤chen nicht den tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnissen. Da diese tatbestÃ¤ndlichen Behauptungen aber nicht entscheidrelevant sind, ist auf die RÃ¼ge nicht nÃ¤her einzugehen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das GebÃ¤ude Assek.-Nr. 01 wurde mit Beschluss der Baukommission Meilen vom 13. Dezember 1988 bewilligt und in der Folge erstellt. Das Wohnhaus besteht demgemÃ¤ss seit rund 15 Jahren in seiner heutigen Ausgestaltung. FÃ¼r die Bemessung der zulÃ¤ssigen GebÃ¤udehÃ¶he von 7,5 m hat die BaubehÃ¶rde auf den beim Einreichen des neuen Baugesuchs am 27. Mai 2004 bestehenden Verlauf des Bodens abgestellt. Unbestrittenermassen wird die GebÃ¤udehÃ¶he Ã¼berschritten, wenn â entsprechend der Rechtsauffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden â der Verlauf des gewachsenen Terrains zum Zeitpunkt der Errichtung des bestehenden Hauses massgebend ist.</p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission hat in ihrem Entscheid vom 31. Mai 2005 (BRK II, 100/2005, BEZ 2005 Nr. 26 E. 4c) hierzu ausgefÃ¼hrt, laut § 5 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung vom 22. Juni 1977 (ABauV) sei "Gewachsener Boden" der bei der Einreichung des Baugesuchs bestehende Verlauf des Bodens; auf frÃ¼here VerhÃ¤ltnisse sei zurÃ¼ckzugreifen, wenn die in § 5 Abs. 2 lit. a und b ABauV statuierten Ausnahmen vorlÃ¤gen. Der Verordnungsgeber habe sich mit dem Grundsatz von § 5 Abs. 1 ABauV fÃ¼r die praktikabelste LÃ¶sung entschieden und die jeweils im Zeitpunkt der Baueingabe gegebenen VerhÃ¤ltnisse als massgeblich erklÃ¤rt. Dass es damit ein GrundeigentÃ¼mer in der Hand hÃ¤tte, den GelÃ¤ndeverlauf mittels AufschÃ¼ttung zu seinen Gunsten zu beeinflussen, sei dabei erkannt worden. Mit der Formulierung von Abs. 2 habe der Verordnungsgeber versucht, solchen Vorkehren vorzubeugen. Diese "Missbrauchsklausel" habe sich in der Praxis in verschiedener Hinsicht als unzulÃ¤nglich erwiesen. So sei offenbar nicht bedacht worden, dass der Grundsatz der Massgeblichkeit der gegenwÃ¤rtigen TerrainverhÃ¤ltnisse nicht nur die Gefahr des Missbrauchs seitens des GrundeigentÃ¼mers in sich berge, sondern auch bei anderen GelÃ¤ndeverÃ¤nderungen, insbesondere Abgrabungen, eine Ausnahme erfahren mÃ¼sse. In Bezug auf derartige TatbestÃ¤nde sei von einer planwidrigen UnvollstÃ¤ndigkeit der Verordnung auszugehen, die von den rechtsanwendenden Organen zu ergÃ¤nzen bzw. zu korrigieren sei. Betreffend Abgrabungen bestehe mittlerweile eine gefestigte Rechtspraxis und werde bei Erweiterungs- und Umbauten auf die VerhÃ¤ltnisse abgestellt, wie sie sich bei Einreichung des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs prÃ¤sentiere. Vorliegend gehe es jedoch um AufschÃ¼ttungen, wofÃ¼r der Gesetzgeber in § 5 Abs. 2 lit. a ABauV bereits eine Ausnahmebestimmung formuliert habe. Indem dem Bauherrn wÃ¤hrend 10 Jahren nach erfolgter AufschÃ¼ttung die MÃ¶glichkeit zur AusnÃ¼tzung der neuen TerrainhÃ¶he genommen werde, werde die MÃ¶glichkeit ein unliebsames Fait accompli zu schaffen, wirkungsvoll eingeschrÃ¤nkt. Es bestehe keine Veranlassung, den Grundsatz von § 5 Abs. 1 ABauV dahingehend auszulegen, dass er generell â auch Ã¼ber AbgrabungstatbestÃ¤nde hinaus â bei Um- oder Erweiterungsbauten nicht zu Anwendung kÃ¤me.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Diesen AusfÃ¼hrungen halten die BeschwerdefÃ¼hrenden in Ihrer Beschwerdeschrift entgegen, die Rechtsprechung, wonach bei Ãnderungen an bestehenden GebÃ¤uden nicht der im Zeitpunkt der Ãnderungseingabe bestehende Terrainverlauf, sondern der in der seinerzeitigen Neubaubewilligung ausgewiesene gewachsene Boden massgebend sei, mache nicht nur bei Abgrabungen, sondern auch bei AufschÃ¼ttungen Sinn. Ansonsten kÃ¶nnte die private Beschwerdegegnerschaft wegen der seinerzeit vorgenommenen Neugestaltung des Terrains ihr bestehendes Wohnhaus allein als Folge des Zeitablaufs um ein Vollgeschoss aufstocken, obschon die maximal zulÃ¤ssige GebÃ¤udehÃ¶he immer noch die exakt gleiche sei wie im Zeitpunkt der Bewilligung und Realisierung des Wohnhauses. Hier kÃ¶nne der ursprÃ¼ngliche Terrainverlauf aufgrund der Projektunterlagen von 1988 und des bewilligten HÃ¶henkurvenplanes von 1988 noch zuverlÃ¤ssig festgestellt werden. Es komme hinzu, dass die Dachaufstockung bereits von Anfang an geplant gewesen sei, wie aus dem BenÃ¼tzungs- und Verwaltungsreglement der StockwerkeigentÃ¼mergemeinschaft hervorgehe.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>§ 5 ABauV hat folgenden Wortlaut:</p> <p class="EinzugZitat"><span> Gewachsener Boden ist der bei Einreichung des Baugesuchs bestehende Verlauf des Bodens.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> Auf frÃ¼here VerhÃ¤ltnisse ist zurÃ¼ckzugreifen, wenn der Boden</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>a) innert eines Zeitraums von 10 Jahren vor der Baueingabe in einem im Zeitpunkt der AusfÃ¼hrung der Bewilligungspflicht unterliegenden Ausmass aufgeschÃ¼ttet und das neue Terrain in der baurechtlichen Bewilligung oder in einem fÃ¶rmlichen Planungs- oder Projektgenehmigungsverfahren nicht ausdrÃ¼cklich als kÃ¼nftig gewachsener Boden erklÃ¤rt worden ist;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) im Hinblick auf die beabsichtigte Nutzung des GrundstÃ¼ckes oder zur Umgehung von Bauvorschriften umgestaltet worden ist.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht und die Baurekurskommissionen haben sich schon verschiedentlich mit § 5 ABauV auseinander gesetzt. In verschiedenen StreitfÃ¤llen musste dieser Bestimmung mittels Auslegung ein Sinn beigemessen werden, der zu vernÃ¼nftigen Ergebnissen fÃ¼hrt. Die Rechtsmittelinstanzen haben sich insbesondere schon wiederholt mit der Frage beschÃ¤ftigt, ob bei bewilligten Abgrabungen das gestaltete Terrain zum gewachsenen Boden werde mit der Folge, dass Bauten mit ausgeschÃ¶pfter GebÃ¤udehÃ¶he oder Baumassenziffer baurechtswidrig wÃ¼rden, weil die GebÃ¤udehÃ¶he und der umbaute Raum ab gewachsenem Boden (§ 280 Abs. 1 PBG und § 258 Abs. 1 PBG in Verbindung mit § 12 Abs. 1 ABauV) gemessen werden. Eine derartige Auslegung von § 5 ABauV wurde abgelehnt, weil diese Rechtsfolge vom Gesetz nicht gewollt und unsinnig sei. Die Praxis der Baurekurskommissionen, welche die Anwendbarkeit von § 5 Abs. 1 ABauV nach Abgrabungen im Rahmen von Neubauten verneint und bei Erweiterungs- und Umbauten auf die VerhÃ¤ltnisse abstellt, wie sie sich bei Einreichung des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs prÃ¤sentiert (BRK II, 235/1988, BEZ 1988 Nr. 40 E. 5d; 26/2000, BEZ 2000 Nr. 12 E. 6c), wurde vom Verwaltungsgericht in seinen neuesten Entscheiden geschÃ¼tzt (VGr, 18. August 2004, VB.2004.00202, E. 4, www.vgrzh.ch; vgl. auch VGr, 9. April 2003, BEZ 2003 Nr. 23).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend hat die Baurekurskommission nicht auf das beim Einreichen des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs von 1988 bestehende gewachsene Terrain abgestellt, weil es sich nicht um eine Abgrabung, sondern um eine AufschÃ¼ttung handle, fÃ¼r welche der Verordnungsgeber in § 5 Abs. 2 lit. a ABauV bereits eine Ausnahmebestimmung formuliert habe. Es bestehe keine Veranlassung, den Grundsatz von § 5 Abs. 1 ABauV im Sinn einer zusÃ¤tzlichen MissbrauchsprÃ¤vention dahingehend einzuschrÃ¤nken, dass er generell â das heisst Ã¼ber AbgrabungstatbestÃ¤nde hinaus â bei Um- oder Erweiterungsbauten nicht zur Anwendung kÃ¤me.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die aufgezeigte Rechtsprechung, wonach bei Erweiterungs- und Umbauten hinsichtlich des gewachsenen Bodens auf die VerhÃ¤ltnisse beim Einreichen des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs abgestellt wird und spÃ¤ter erfolgte Abgrabungen nicht berÃ¼cksichtigt werden, verhindert eine widersprÃ¼chliches, vom Verordnungsgesetzgeber nicht gewolltes Ergebnis. Diese Praxis dient letztlich dem Schutz des GrundeigentÃ¼mers, dessen Baute ansonsten bei ausgeschÃ¶pfter GebÃ¤udehÃ¶he und/oder Baumassenziffer baurechtswidrig wÃ¼rde (vgl. RB 1995 Nr. 84 E. 3.). Die Regelung von § 5 ABauV Ã¼ber den gewachsenen Boden dient aber â wie das Verwaltungsgericht schon wiederholt festgehalten hat (RB 1995 Nr. 84 E. 2; vgl. auch Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 13-23) â auch dem Schutz des Nachbarn und soll verhindern, dass sich ein Bauherr zulasten seiner Nachbarn einen baulichen Vorteil verschaffen kann, der aufgrund des natÃ¼rlichen GelÃ¤ndeverlaufs nicht bestÃ¼nde. Von dieser Zielsetzung her muss die aufgezeigte Rechtsprechung bei AufschÃ¼ttungen ebenso angewendet werden. Eine unterschiedliche Rechtsprechung, je nachdem ob eine Abgrabung oder AufschÃ¼ttung vorgenommen wurde, wÃ¤re auch kaum praktikabel, denn in der Praxis erfolgen auf einem BaugelÃ¤nde selten nur Abgrabungen oder nur AufschÃ¼ttungen, sondern meistens beides. In diesem Fall fÃ¼hrt beispielsweise die Berechnung der Baumassenziffer zu unvernÃ¼nftigen und unhaltbaren Ergebnissen, wenn bei der Ermittlung des gewachsenen Terrains frÃ¼here Abgrabungen nicht, wohl aber AufschÃ¼ttungen berÃ¼cksichtigt werden. Wie erwÃ¤hnt, hat der Gesetzgeber bei der Begriffsumschreibung der GebÃ¤udehÃ¶he und Baumassenziffer, aber auch bei der Abgrenzung zwischen Vollgeschoss und Untergeschoss (§ 275 PBG) auf das gewachsene Terrain abgestellt. Es wÃ¤re geradezu eine Vereitelung dieser gesetzlichen Regelung, wenn sich jeweils nach Ablauf von 10 Jahren die bestehende GebÃ¤udehÃ¶he plÃ¶tzlich um das Mass einer AufschÃ¼ttung verkleinern, bei der Baumasse entsprechend der vorgenommenen AufschÃ¼ttung Nutzungsreserven entstehen und ein Vollgeschoss infolge der AufschÃ¼ttung begrifflich zum Untergeschoss mutieren wÃ¼rde (§ 275 Abs. 3 PBG) mit der Folge, dass dieses Geschoss bei der Berechnung der AusnÃ¼tzungsziffer nicht mehr anrechenbar wÃ¤re (§ 255 PBG). Die Bestimmung von § 5 ABauV ist auf unÃ¼berbaute Parzellen zugeschnitten (Fritzsche/BÃ¶sch, S. 13-22). Wie das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid vom 18. August 2004 (VB.2004.00202) festgehalten hat, lÃ¤sst sich der Wortlaut von § 5 Abs. 1 ABauV zwanglos so verstehen, dass der bei Einreichung des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs bestehende Verlauf des Terrains als gewachsener Boden gelten soll. Unter "Baugesuch" im Sinn von § 5 Abs. 1 ABauV ist somit das <i>"Stammbaugesuch"</i> zu verstehen. Bei Ãnderung oder Erweiterung einer Baute ist nach § 5 Abs. 1 ABauV der gewachsene Boden bei Einreichung des ursprÃ¼nglichen Gesuchs fÃ¼r die "Stammbaubewilligung" massgebend und nicht das Terrain bei Einreichung eines Ãnderungs- oder Erweiterungsgesuches. Nur diese Auslegung des Verordnungstexts fÃ¼hrt zu einer gesetzeskonformen und sinnvollen Rechtsanwendung. Da sich der frÃ¼here Terrainverlauf aufgrund der seinerzeit genehmigten PlÃ¤ne in der Regel ohne weiteres feststellen lÃ¤sst, stehen dieser Rechtssprechung auch keine GrÃ¼nde der Rechtssicherheit oder PraktikabilitÃ¤t entgegen (vgl. VGr, 9. April 2003, BEZ 2003 Nr. 23).</p> <p class="Urteilstext">ErgÃ¤nzend ist anzufÃ¼gen, dass bei richtigem VerstÃ¤ndnis auch die Anwendung von § 5 Abs. 2 lit. b ABauV zu diesem Ergebnis <span>fÃ¼hrt. Diese Bestimmung sieht im ersten Halbsatz den RÃ¼ckgriff auf die frÃ¼heren VerhÃ¤ltnisse dann vor, wenn der Boden im Hinblick auf die â gemÃ¤ss ursprÃ¼nglicher Neubaubewilligung â beabsichtigte Nutzung des GrundstÃ¼cks umgestaltet worden ist (in diesem Sinn BRK II, 235/1988, BEZ 1988 Nr. 40 E. 5d; vgl. dazu auch Fritzsche/BÃ¶sch, S. 13-25). Dies trifft auch im vorliegenden Fall zu. Soweit dieser Auffassung widersprochen worden ist (VGr, 6. Dezember 1990, VB 90/0166; bestÃ¤tigt in RB 1995 Nr. 84 E. 3, wiederholt in VGr, 28. Januar 1998, VB.97.00487), ist von der bisherigen Rechtsprechung Abstand zu nehmen.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.3 </span></b><span>Die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich hat am 19. August 2005 eine Totalrevision des Planungs- und Baugesetzes in die Vernehmlassung gegeben. Dieser Entwurf sieht in § 139 Abs. 1 vor, dass sich die Begriffe und Messweisen betreffend GebÃ¤ude und GebÃ¤udeteile, LÃ¤ngen- und HÃ¶henmasse, Geschosse, AbstÃ¤nde, Baubegrenzung und Nutzungsziffern nach der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) bestimmen. Laut Art. 1 Abs. 2 IVHB (Vernehmlassungsentwurf vom 5. Juli 2004) werden die vereinbarten Baubegriffe und Messweisen im Anhang aufgefÃ¼hrt. GemÃ¤ss Anhang gilt als massgebendes Terrain fÃ¼r die HÃ¶henmasse (Niveaupunkt, GebÃ¤udehÃ¶he, FirsthÃ¶he, FassadenhÃ¶he) und Baumassenziffer in der Regel der "natÃ¼rlich gewachsene Terrainverlauf" (Anhang Ziff. 3.1 Abs. 1). Kann dieser infolge frÃ¼herer Abgrabungen und AufschÃ¼ttungen nicht mehr festgestellt werden, ist vom natÃ¼rlichen GelÃ¤ndeverlauf der Umgebung auszugehen (Ziff. 3.1 Abs. 2). Wo durch Abgrabungen und AufschÃ¼ttungen ein anderer Terrainverlauf vorgesehen ist, kann das massgebende Terrain in einem Planungsverfahren abweichend vom gewachsenen festgelegt werden (Ziff. 3.1 Abs. 3). Auch nach den vorgesehenen Regeln des kÃ¼nftigen Rechts wird somit bei der Festlegung des gewachsenen Bodens grundsÃ¤tzlich auf das ursprÃ¼ngliche natÃ¼rlich gewachsene Terrain abgestellt und bleiben Abgrabungen und AufschÃ¼ttungen unbeachtlich.</span></p> <p class="Urteilstext"><b><span>3.4 </span></b><span>Zusammengefasst ist festzuhalten, dass bei Ãnderung oder Erweiterung einer bestehenden Baute als gewachsener Boden der Terrainverlauf gilt, wie er bei der Einreichung des ursprÃ¼nglichen Baugesuchs fÃ¼r den Neubau bestand. Die Baugesuchsunterlagen fÃ¼r das 1988 bewilligte GebÃ¤ude sind nicht bei den Gerichtsakten. Laut der Dispositivziffer 1.10 der Baubewilligung der Baukommission Meilen vom 13. Dezember 1988 ist die HÃ¶henkote von 447,1 m Ã¼. M. fÃ¼r die GebÃ¤udehÃ¶he von 7,5 m massgebend. Offenbar erteilte die BaubehÃ¶rde Meilen in der Folge entgegen dieser Auflage die Baufreigabe fÃ¼r eine GebÃ¤udehÃ¶he von 447,35 m Ã¼. M.<i> </i>Die GebÃ¤udehÃ¶he des streitigen aufgestockten GebÃ¤udes weist eine Kote von 449,95 m Ã¼. M. auf und Ã¼berschreitet damit bei korrekter Festsetzung des gewachsenen Bodens die zulÃ¤ssige GebÃ¤udehÃ¶he erheblich. Auch die Baumassenzifferberechnung geht irrtÃ¼mlicherweise vom heutigen Terrainverlauf aus. Die Baubewilligung der BaubehÃ¶rde Meilen vom 1. Februar 2005 wurde daher zu Unrecht erteilt und ist aufzuheben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Damit erweist sich die Beschwerde als begrÃ¼ndet und ist gutzuheissen. Der Rekursentscheid vom 31. Mai 2005 und die Baubewilligung der BaubehÃ¶rde Meilen vom 1. Februar 2004 sind aufzuheben. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerschaft aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dieser steht von vornherein keine ParteientschÃ¤digung zu. Hingegen hat die private Beschwerdegegnerschaft den BeschwerdefÃ¼hrenden <span>eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r ihre Umtriebe im </span>Rekurs- und Beschwerdeverfahren <span>zu entrichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; § 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252). </span>Die unterliegende BehÃ¶rde wird dagegen nicht entschÃ¤digungspflichtig (§ <a id="juris1">17 Abs. 3 VRG</a>; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 17 N. 46 ff.). Als ange<span>messen erweist sich eine EntschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</span></p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden der Entscheid der Baurekurskommission II vom 31. Mai 2005 und die Baubewilligung der BaubehÃ¶rde Meilen vom 1. Februar 2005 aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten und die Kosten des Rekursverfahrens werden je zu einem Viertel und unter solidarischer Haftung fÃ¼r die HÃ¤lfte der Kosten dem Beschwerdegegner Nr. 1 und der Beschwerdegegnerin Nr. 2 sowie zur HÃ¤lfte der Beschwerdegegnerin Nr. 3 auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner Nr. 1 und die Beschwerdegegnerin Nr. 2 werden je verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (insgesamt Fr. 3'000.-; Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>