<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">303</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>61</b></span> <span class="ft2"><b>Berufskosten; Umzugskosten (§ 35 Abs. 1 lit. c StG)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Umzugskosten stellen beim Fehlen einer Residenzpflicht grundsätz-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lich nicht abziehbare Lebenshaltungskosten dar.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">304</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">22. Oktober 2009 in Sachen U. + B.K., 3-RV.2008.273.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">5.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Das Steuerrekursgericht hat in einem früheren Entscheid fest-</span><br/> <span class="ft1">gehalten, dass Umzugskosten grundsätzlich keine unmittelbaren Ge-</span><br/> <span class="ft1">winnungskosten, sondern nicht abzugsfähige Lebenshaltungskosten</span><br/> <span class="ft1">darstellen (AGVE 1982 S. 363 ff.).</span><br/> <span class="ft1">Im von den Rekurrenten angeführten Entscheid hat das Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgericht des Kantons Zürich in dieser Frage nach dem Grund</span><br/> <span class="ft1">des Wohnsitzwechsels differenziert und ausgeführt, dass bei</span><br/> <span class="ft1">Bestehen einer Residenzpflicht des Steuerpflichtigen ausnahmsweise</span><br/> <span class="ft1">die Umzugskosten als Berufsauslagen zu anerkennen seien (StE 1986</span><br/> <span class="ft1">B 22.3 Nr. 12).</span><br/> <span class="ft1">5.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Dazu ist festzuhalten, dass die Rechtsprechung des Kantons Zü-</span><br/> <span class="ft1">rich für die aargauischen Steuerbehörden keine Bindungswirkung zu</span><br/> <span class="ft1">begründen vermag, was auch die Rekurrenten anerkennen. Ob im</span><br/> <span class="ft1">Kanton Aargau Umzugskosten im Zusammenhang mit einer Resi-</span><br/> <span class="ft1">denzpflicht des Steuerpflichtigen ebenfalls ausnahmsweise als Be-</span><br/> <span class="ft1">rufsauslagen zum Abzug gebracht werden können, braucht vorlie-</span><br/> <span class="ft1">gend - wie sich zeigen wird (Erw. 5.3 ff.) - nicht beurteilt zu werden.</span><br/> <span class="ft1">5.3.</span><br/> <span class="ft1">5.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Rekurrenten bringen vor, der Umzug von B. nach W. sei</span><br/> <span class="ft1">"einzig erfolgt, weil die Ehefrau Residenzpflicht hat". Die Wohnsitz-</span><br/> <span class="ft1">pflicht für Pfarrerinnen/Pfarrer sei nicht lokal, sondern kantonal im</span><br/> <span class="ft1">Dienst- und Lohnreglement für die ordinierten Dienste der Synode</span><br/> <span class="ft1">der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau ge-</span><br/> <span class="ft1">regelt. Sie hätten sich der Verpflichtung gefügt und den Umzug nach</span><br/> <span class="ft1">W. vorgenommen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">305</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">5.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Das von den Rekurrenten angerufene Dienst- und Lohnregle-</span><br/> <span class="ft1">ment für die ordinierten Dienste vom 16. November 2005 (DLD;</span><br/> <span class="ft1">SRLA 371.300) hält in § 30 fest, dass die Pfarrerin oder der Pfarrer</span><br/> <span class="ft1">im Pfarrhaus oder der Pfarrwohnung wohnen (Abs. 1). Die Kirch-</span><br/> <span class="ft1">gemeinden stellen den hauptamtlichen Pfarrerinnen oder Pfarrern ein</span><br/> <span class="ft1">Pfarrhaus oder eine entsprechende Wohnung zur Verfügung. Verfügt</span><br/> <span class="ft1">die Kirchgemeinde über kein Pfarrhaus oder keine Pfarrwohnung, ist</span><br/> <span class="ft1">die Pfarrerin oder der Pfarrer ab einem Pensum von 50% gleichwohl</span><br/> <span class="ft1">verpflichtet, in der Kirchgemeinde Wohnsitz zu nehmen (Abs. 3). In</span><br/> <span class="ft1">begründeten Fällen sind die Kirchgemeinden befugt, Ausnahmen zu</span><br/> <span class="ft1">gestatten (Abs. 5).</span><br/> <span class="ft1">§ 30 DLD regelt somit zum einen die Pflicht der Pfarrerin oder</span><br/> <span class="ft1">des Pfarrers, das Pfarrhaus zu bewohnen und zum anderen bei feh-</span><br/> <span class="ft1">lendem Pfarrhaus die Wohnsitzpflicht für Pfarrerinnen und Pfarrer</span><br/> <span class="ft1">mit einem Pensum von mindestens 50 %.</span><br/> <span class="ft1">5.4.</span><br/> <span class="ft1">5.4.1.</span><br/> <span class="ft1">Die von den Rekurrenten vorgebrachte Residenzpflicht ist folg-</span><br/> <span class="ft1">lich (bei einem Hauptpensum bzw. ab einem Pensum von 50%) zwar</span><br/> <span class="ft1">erstellt, doch ist zu beachten, dass das DLD erst am 1. Januar 2007 in</span><br/> <span class="ft1">Kraft getreten ist (§ 66). Für die vorliegend zu beurteilende</span><br/> <span class="ft1">Steuerperiode 2006 ist es damit von vornherein nicht anwendbar.</span><br/> <span class="ft1">5.4.2.</span><br/> <span class="ft1">Die bis zum 31. Dezember 2006 gültigen Richtlinien für die</span><br/> <span class="ft1">Teilzeitanstellung von Theologinnen und Theologen vom 13. De-</span><br/> <span class="ft1">zember 1989 (SRLA 373.700) hielten in § 10 Folgendes fest:</span><br/> <span class="ft5">"Nur Pfarrer mit voller Anstellung und Ehepaare, die zusammen min-</span><br/> <span class="ft5">destens eine 100%-Stelle versehen, haben Anspruch auf unentgeltliche Be-</span><br/> <span class="ft5">nützung des Pfarrhauses nach § 76 Abs. 1 Kirchenordnung. Steht ein Pfarr-</span><br/> <span class="ft5">haus zur Verfügung, so kann es auch an Inhaber einer Teilzeitstelle abgege-</span><br/> <span class="ft5">ben werden. [...] Für Teilzeitanstellungen ist die Kirchenpflege entgegen</span><br/> <span class="ft5">§ 76 Abs. 2 Kirchenordnung nicht verpflichtet, eine Wohnung, wohl aber</span><br/> <span class="ft5">einen Amtsraum zur Verfügung zu stellen. Die selber gesuchte Wohnung</span><br/> <span class="ft5">muss sich aber auch nicht am Ort der Anstellung befinden."</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">306</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Daraus erhellt, dass für die Rekurrentin mit ihrem 80 %-Pen-</span><br/> <span class="ft1">sum pro 2006 weder ein Recht noch eine Pflicht bestand, in einem</span><br/> <span class="ft1">Pfarrhaus oder einer Pfarrwohnung in W. zu wohnen. Auch eine ge-</span><br/> <span class="ft1">nerelle Residenzpflicht am Arbeitsort lag nicht vor.</span><br/> <span class="ft1">5.5.</span><br/> <span class="ft1">Es ergibt sich, dass der von den Rekurrenten im Jahr 2006 voll-</span><br/> <span class="ft1">zogene Umzug von B. nach W. nicht auf einer Verpflichtung der Re-</span><br/> <span class="ft1">kurrentin gegenüber ihrer Arbeitgeberin beruhte. Die diesbezügli-</span><br/> <span class="ft1">chen Ausführungen der Rekurrenten gehen ins Leere. Unter diesen</span><br/> <span class="ft1">Umständen kann den geltend gemachten Umzugskosten kein Gewin-</span><br/> <span class="ft1">nungskostencharakter zukommen und sie wurden von der Vorinstanz</span><br/> <span class="ft1">zu Recht nicht zum Abzug zugelassen.</span><br/></div> </div> </body> </html>