<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-01-11-5A_14-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_14/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 11. Januar 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.A.________, </div> <div class="para">vertreten durch MLaw Diana Follpracht, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Eheschutz, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 8. Dezember 2022 (LE220062-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Mit Eheschutzentscheid vom 9. Juni 2022 regelte das Bezirksgericht Zürich das Getrenntleben der Parteien, wobei es die Obhut über die Kinder C.A.________ und D.A.________ (geb. 2017 und 2020) der Beschwerdegegnerin zuteilte. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 24. Oktober 2022 regelte das Bezirksgericht die finanziellen Belange, wobei es den Beschwerdeführer zu Unterhaltsbeiträgen für C.A.________ ab Trennung (15. Dezember 2021) bis Mai 2022 von Fr. 1'100.--, ab Juni 2022 bis Februar 2023 von Fr. 840.-- und ab März 2023 von Fr. 885.--, für D.A.________ ab Trennung bis Mai 2022 von Fr. 1'850.-- (wovon Fr. 750.-- Betreuungsunterhalt), ab Juni 2022 bis Februar 2023 von Fr. 1'460.-- (wovon Fr. 640.-- Betreuungsunterhalt) und ab März 2023 von Fr. 1'580.-- (wovon Fr. 720.-- Betreuungsunterhalt) sowie für die Beschwerdegegnerin ab Trennung bis Mai 2022 von Fr. 525.-- und ab März 2023 von Fr. 50.-- verpflichtete. </div> <div class="para">Diesen Entscheid nahm der Beschwerdeführer am 14. November 2022 in Empfang. Am 19. (Postaufgabe: 20.) November 2022 erhob er Berufung, ohne darin konkrete Rechtsbegehren zu stellen. Mit Schreiben vom 23. November 2022 teilte ihm das Obergericht des Kantons Zürich mit, dass innert der zehntägigen Berufungsfrist bezifferte Rechtsbegehren zu stellen sind. Dieses Schreiben nahm der Beschwerdeführer am 24. November 2022 in Empfang. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2022 hielt er fest, dass er für die Kinder und die Ehefrau in Anbetracht seiner Finanzen höchstens Fr. 1'000.-- bezahlen könne, wenn alles gut laufe. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 8. Dezember 2022 trat das Obergericht des Kantons Zürich auf die Berufung mangels bezifferter Rechtsbegehren nicht ein mit der Begründung, in der fristgerechten Berufungsschrift seien diese gänzlich unbeziffert geblieben und selbst im Zusammenhang mit der verspäteten Eingabe vom 3. Dezember 2022 könne nicht von genügend bezifferten Rechtsbegehren gesprochen werden, da insbesondere nicht ersichtlich sei, an wen wie viel an Unterhalt zu bezahlen wäre. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 6. Januar 2023 wendet sich der Beschwerdeführer an das Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Bei Eheschutzsachen handelt es sich um vorsorgliche Massnahmen im Sinn von <span class="artref">Art. 98 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-393%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page393">BGE 133 III 393</a> E. 5.1), so dass nur die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte möglich ist. Es gilt somit das strenge Rügeprinzip im Sinn von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> und das Bundesgericht prüft in diesem Fall nur klar und detailliert erhobene Rügen, während es auf appellatorische Kritik nicht eintritt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para">Im Übrigen ist zu beachten, dass die Vorinstanz auf das Rechtsmittel des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist. Anfechtungsgegenstand kann deshalb nur die Frage bilden, ob sie zu Recht einen Nichteintretensentscheid gefällt hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-38%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page38">BGE 135 II 38</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">139 II 233</a> E. 3.2). Diesbezüglich hat die Beschwerde ein Rechtsbegehren zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>) und hierauf haben sich die erwähnten Verfassungsrügen zu beziehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde enthält kein Rechtsbegehren und der Beschwerdeführer nimmt auch keinerlei Bezug auf die Nichteintretenserwägungen des angefochtenen Entscheides. Vielmehr äussert er sich in allgemeiner Weise zur Sache (sie hätten einen Ehevertrag gehabt und dort sei alles geregelt; seine Ehefrau habe die Scheidung gewünscht und müsse somit die Kosten selbst zahlen; das Bezirksgericht habe diverse Auslagen nicht berücksichtigt; als vielbeschäftigter Unternehmer könne man nicht immer sofort Sendungen entgegennehmen; er verdiene nicht viel mehr als ein angestellter Sanitärmonteur; er müsse oft warten, bis die Kunden die Rechnungen begleichen würden und er habe Ausgaben für die neue Wohnungseinrichtung etc. gehabt, hoffe aber, dass er in Zukunft die Mitarbeiterzahl und somit auch seine Einnahmen steigern könne). All diese Ausführungen, welche ohnehin nicht in Form von Verfassungsrügen erfolgen, gehen an den Erwägungen des Obergerichtes vorbei, wonach auf die Berufung mangels bezifferter Rechtsbegehren nicht eingetreten werden könne. </div> <div class="para">Der Vollständigkeit halber sei festgehalten, dass das Bezifferungserfordernis bei Geldforderungen insbesondere auch für die Berufung gilt (<span class="artref">Art. 311 Abs. 1 ZPO</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-617%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page617">BGE 137 III 617</a> E. 4.3 S. 619), und zwar selbst dort, wo im Zusammenhang mit der Unterhaltsfestsetzung für Kinder die Offizialmaxime und der Untersuchungsgrundsatz zum Tragen kommen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=01.01.2023&amp;to_date=20.01.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-617%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page617">BGE 137 III 617</a> E. 4.5 bzw. E. 5 S. 620 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. Januar 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>