Abkommen vom 5. Oktober 1988 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ungarischen Volksrepublik über die gegenseitige Förderung und den Schutz von Investitionen (mit Prot.) <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><akomaNtoso xmlns="http://docs.oasis-open.org/legaldocml/ns/akn/3.0" xmlns:fedlex="http://fedlex.admin.ch/"><act name="publicLaw"><meta><identification source="#ch.bk"><FRBRWork><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1988-10-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRcountry value="CH"/><FRBRnumber value="0.975.241.8"/><FRBRname xml:lang="it" value="Accordo del 5 ottobre 1988 tra la Confederazione Svizzera e la Repubblica Popolare Ungherese concernente la promozione e la reciproca protezione degli investimenti (con Protocollo)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="de" value="Abkommen vom 5. Oktober 1988 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ungarischen Volksrepublik über die gegenseitige Förderung und den Schutz von Investitionen (mit Prot.)" shortForm=""/><FRBRname xml:lang="fr" value="Accord du 5 octobre 1988 entre la Confédération suisse et la République Populaire Hongroise concernant la promotion et la protection réciproque des investissements (avec prot.)" shortForm=""/><FRBRauthoritative value="true"/></FRBRWork><FRBRExpression><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516/de/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516/de"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1988-10-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRlanguage language="de"/></FRBRExpression><FRBRManifestation><FRBRthis value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516/de/xml/main-text"/><FRBRuri value="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1989/1376_1376_1376/19890516/de/xml"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateApplicability"/><FRBRdate date="1988-10-05" name="jolux:dateDocument"/><FRBRdate date="1989-05-16" name="jolux:dateEntryInForce"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#publisher"/><FRBRauthor href="#ch.bk" as="#rightsHolder"/><FRBRformat value="xml" fedlex:generator="2024-q4-rel-1.6.5"/></FRBRManifestation></identification><references source="#ch.bk"><TLCOrganization eId="ch.bk" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/legal-institution/2" showAs="Bundeskanzlei"/><TLCRole eId="publisher" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#publisher" showAs="Editeur"/><TLCRole eId="rightsHolder" href="http://data.legilux.public.lu/resource/ontology/jolux#rightsHolder" showAs="Détenteur des droits"/><TLCReference name="language" href="http://publications.europa.eu/resource/authority/language/DEU" showAs="de"/><TLCReference name="format" href="https://fedlex.data.admin.ch/vocabulary/user-format/xml" showAs="xml"/></references></meta><preface><p><docNumber>0.975.241.8 </docNumber></p><p> AS <b>1989</b> 1376</p><p xmlns:mig="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:migration">Übersetzung<i><authorialNote><p> Übersetzung des französischen Originaltextes.</p></authorialNote></i></p><p><docTitle>Abkommen<br/>zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ungarischen Volksrepublik über die gegenseitige Förderung und den Schutz von Investitionen</docTitle></p><p>Abgeschlossen am 5. Oktober 1988</p><p>In Kraft getreten durch Notenaustausch am 16. Mai 1989</p><p> (Stand am 16. Mai 1989)</p></preface><preamble><p fedlex:role="heading">Präambel</p><p>Der Schweizerische Bundesrat<br/>und<br/>die Regierung der Ungarischen Volksrepublik,</p><p>vom Wunsche geleitet, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten zum beiderseitigen Nutzen zu verstärken,</p><p>im Bestreben, günstige Bedingungen für Investitionen von Investoren der einen Vertragspartei auf dem Gebiete der anderen Vertragspartei zu schaffen und zu erhalten,</p><p>in der Erkenntnis, dass Förderung und Schutz von Investitionen zur Mehrung des wirtschaftlichen Wohlstandes in beiden Staaten beitragen,</p><p>haben folgendes vereinbart:</p></preamble><body><article eId="art_1"><num><b>Art. 1</b></num><heading>Begriffsbestimmungen</heading><paragraph eId="art_1/para_u1"><content><p>Für die Zwecke dieses Abkommens:</p></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_1"><num>(1)</num><content><p>Bezieht sich der Begriff «Investor» hinsichtlich beider Vertragsparteien auf</p><blockList><item eId="art_1/para_1/lbl_a"><num>(a) </num><p>natürliche Personen, die gemäss der Gesetzgebung der betreffenden Vertragspartei als ihre Staatsangehörigen betrachtet werden;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_b"><num>(b) </num><p>juristische Gebilde, einschliesslich Gesellschaften, Körperschaften, geschäftliche Vereinigungen und andere Organisationen, die nach dem Recht der betreffenden Vertragspartei konstituiert oder sonstwie rechtmässig organisiert sind und ihren Sitz im Gebiet derselben Vertragspartei haben und dort eine echte Wirtschaftstätigkeit entfalten;</p></item><item eId="art_1/para_1/lbl_c"><num>(c)<authorialNote><p> Siehe auch das Prot. am Schluss des vorliegenden Abkommens.</p></authorialNote> </num><p>juristische Gebilde, die nach dem Recht eines beliebigen Staates gegründet sind und direkt oder indirekt von Staatsangehörigen der betreffenden Vertragspartei oder von juristischen Gebilden <i>kontrolliert</i> werden, die ihren Sitz im Gebiet der betreffenden Vertragspartei haben und dort eine echte Wirtschaftstätigkeit entfalten.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_1/para_2"><num>(2)</num><content><p>Umfasst der Begriff «Investitionen» alle Arten von Vermögenswerten und Guthaben, insbesondere</p><blockList><item eId="art_1/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>bewegliche und unbewegliche Vermögenswerte sowie sämtliche dinglichen Rechte ‑wie Dienstbarkeiten, Hypotheken, Pfandrechte und Nutzniessungen;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>Aktien, Anteile und andere Formen der Beteiligung an Gesellschaften;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_c"><num>(c) </num><p>Forderungen auf Geld oder auf irgendwelche Leistungen, die einen wirtschaftlichen Wert aufweisen;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_d"><num>(d) </num><p>Urheberrechte, gewerbliche Eigentumsrechte (wie Patente, Gebrauchsmuster, gewerbliche Muster und Modelle, Fabrik‑, Handels‑ und Dienstleistungsmarken, Handelsnamen, Ursprungsbezeichnungen), «Know‑how» und «Goodwill»;</p></item><item eId="art_1/para_2/lbl_e"><num>(e) </num><p>Öffentlich‑rechtliche Konzessionen, einschliesslich solcher zur Prospektion, Gewinnung und Verwertung von natürlichen Ressourcen, sowie sämtliche anderen Rechte, die durch Gesetz, Vertrag oder Entscheid einer Behörde in Anwendung des Gesetzes verliehen werden.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_2"><num><b>Art. 2</b></num><heading>Anwendungsbereich</heading><paragraph eId="art_2/para_1"><num>(1)</num><content><p>Dieses Abkommen ist anwendbar auf Investitionen innerhalb des Gebietes einer Vertragspartei, die in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften von Investoren der anderen Vertragspartei getätigt worden sind, sofern solche Investitionen mit einer wirtschaftlichen Tätigkeit zusammenhängen und nach dem 31. Dezember 1972 vorgenommen wurden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_2/para_2"><num>(2)</num><content><p>Dieses Abkommen berührt nicht die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien hinsichtlich Investitionen, die nicht in den Anwendungsbereich des Abkommens fallen.</p></content></paragraph></article><article eId="art_3"><num><b>Art. 3</b></num><heading>Förderung und Zulassung von Investitionen</heading><paragraph eId="art_3/para_1"><num>(1)</num><content><p>Jede Vertragspartei fördert auf ihrem Gebiet nach Möglichkeit Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei und lässt diese Investitionen in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften zu.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_3/para_2"><num>(2)</num><content><p>Hat eine Vertragspartei auf ihrem Gebiet eine Investition zugelassen, so erteilt sie in Übereinstimmung mit ihren Gesetzen und übrigen Rechtsvorschriften die im Zusammenhang mit der Investition erforderlichen Bewilligungen, einschliesslich solcher für die Durchführung von Lizenzverträgen und von Verträgen über technische, kommerzielle oder administrative Unterstützung. Jede Vertragspartei ist bestrebt, die Bewilligungen zu erteilen, die gegebenenfalls für die Tätigkeit von Beratern und anderen qualifizierten Personen fremder Staatsangehörigkeit erforderlich sind.</p></content></paragraph></article><article eId="art_4"><num><b>Art. 4</b><authorialNote><p> Siehe auch das Prot. am Schluss des vorliegenden Abkommens.</p></authorialNote></num><heading>Schutz und Behandlung von Investitionen</heading><paragraph eId="art_4/para_1"><num>(1)</num><content><p>Jede, Vertragspartei schützt auf ihrem Gebiet die in Übereinstimmung mit ihrer Gesetzgebung und übrigen Rechtsvorschriften von Investoren der anderen Vertragspartei getätigten Investitionen und unterlässt es, die Verwaltung, den Unterhalt, den Gebrauch, die Nutzniessung, die Erweiterung, den Verkauf und allenfalls die Liquidation solcher Investitionen durch ungerechtfertigte oder diskriminierende Massnahmen zu behindern.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_2"><num>(2)</num><content><p>Jede Vertragspartei stellt auf ihrem Gebiet eine gerechte und billige Behandlung der Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei sicher. Diese Behandlung darf nicht weniger günstig sein als jene, welche die Vertragspartei Investitionen angedeihen lässt, die auf ihrem Gebiet von eigenen Investoren getätigt wurden, oder als die Behandlung, die Investitionen von Investoren der am meisten begünstigten Nation geniessen, sofern diese Behandlung günstiger ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_4/para_3"><num>(3)</num><content><p>Die Meistbegünstigung bezieht sich nicht auf Vorteile, welche eine Vertragspartei Investoren eines Drittstaates aufgrund dessen Mitgliedschaft bei oder Assoziation mit einer Freihandelszone, einer Zoll‑ oder Wirtschaftsunion zukommen lässt.</p></content></paragraph></article><article eId="art_5"><num><b>Art. 5</b></num><heading>Repatriierung und Transfer</heading><paragraph eId="art_5/para"><content><blockList><listIntroduction eId="art_5/para/listintro">Jede Vertragspartei, auf deren Gebiet Investoren der anderen Vertragspartei Investitionen getätigt haben, gewährt diesen Investoren den freien Transfer von Zahlungen im Zusammenhang mit diesen Investitionen, namentlich:</listIntroduction><item eId="art_5/para/lbl_a"><num>(a) </num><p>Zinsen, Dividenden, Gewinne und andere laufende Erträge;</p></item><item eId="art_5/para/lbl_b"><num>(b) </num><p>Rückzahlungen von Darlehen;</p></item><item eId="art_5/para/lbl_c"><num>(c) </num><p>Beträge, die zur Deckung der Kosten der Investitionsverwaltung bestimmt sind;</p></item><item eId="art_5/para/lbl_d"><num>(d) </num><p>Lizenzgebühren und andere Zahlungen für Rechte, die in Artikel 1 Absatz (2) Buchstaben c), d) und e) dieses Abkommens aufgezählt sind;</p></item><item eId="art_5/para/lbl_e"><num>(e) </num><p>zusätzliche Kapitalleistungen, die für den Unterhalt oder die Ausweitung der Investitionen erforderlich sind;</p></item><item eId="art_5/para/lbl_f"><num>(f) </num><p>Erlöse aus dem Verkauf oder der teilweisen oder vollständigen Liquidation einer Investition, einschliesslich allfälliger Wertzunahmen.</p></item></blockList></content></paragraph></article><article eId="art_6"><num><b>Art. 6</b></num><heading>Enteignung und Entschädigung</heading><paragraph eId="art_6/para_1"><num>(1)</num><content><p>Keine Vertragspartei darf direkt oder indirekt Enteignungs‑ oder Verstaatlichungsmassnahmen oder irgendwelche andere Massnahmen von derselben Art oder mit derselben Wirkung gegenüber Investitionen treffen, die Investoren der anderen Vertragspartei gehören, es sei denn, solche Massnahmen erfolgten im öffentlichen Interesse, seien nicht diskriminierend und entsprächen den gesetzlichen Vorschriften und vorausgesetzt, dass eine wertentsprechende und tatsächlich verwertbare Entschädigung vorgesehen ist. Der Entschädigungsbetrag einschliesslich Zinsen ist in der Währung des Herkunftslandes der Investition zu zahlen und dem Berechtigten ohne Verzögerung und unabhängig von seinem Wohn‑ oder Geschäftssitz zu überweisen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_6/para_2"><num>(2)</num><content><p>Investoren einer Vertragspartei, deren Investitionen als Folge eines Krieges oder eines anderen bewaffneten Konfliktes, einer Revolution, eines Ausnahmezustandes oder einer Rebellion auf dem Gebiet der anderen Vertragspartei Schaden genommen haben, haben Anspruch darauf, von der letzteren hinsichtlich Rückerstattung, Entschädigung, Abfindung oder anderer Entgelte nach Massgabe von Artikel 4 Absatz (2) dieses Abkommens behandelt zu werden.</p></content></paragraph></article><article eId="art_7"><num><b>Art. 7</b></num><heading>Günstigere Bedingungen</heading><paragraph eId="art_7/para"><content><p>Bestimmungen, die zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei vereinbart worden sind oder werden und die dem Investor eine günstigere Behandlung zuerkennen als jene, die im vorliegenden Abkommen vorgesehen ist, gehen diesem Abkommen vor.</p></content></paragraph></article><article eId="art_8"><num><b>Art. 8</b></num><heading>Subrogation</heading><paragraph eId="art_8/para"><content><p>Hat eine der Vertragsparteien für Investitionen, die durch einen Investor auf dem Gebiete der anderen Vertragspartei getätigt wurde, eine finanzielle Garantie gegen nichtkommerzielle Risiken gewährt und wurde aufgrund dieser Garantie eine Zahlung geleistet, so anerkennt die andere Vertragspartei aufgrund des Subrogationsprinzips den Übergang der Rechte des Investors auf die erste Vertragspartei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_9"><num><b>Art. 9</b></num><heading>Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zwischen Vertragsparteien</heading><paragraph eId="art_9/para_1"><num>(1)</num><content><p>Meinungsverschiedenheiten zwischen den Vertragsparteien bezüglich Auslegung oder Anwendung der Bestimmungen dieses Abkommens sind auf diplomatischem Wege beizulegen.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_2"><num>(2)</num><content><p>Falls die beiden Vertragsparteien sich nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Ausbruch der Streitigkeit verständigen können, ist sie auf Ersuchen der einen oder anderen Vertragspartei einem aus drei Mitgliedern bestehenden Schiedsgericht zu unterbreiten. Jede Vertragspartei bezeichnet einen Schiedsrichter. Diese beiden so bezeichneten Schiedsrichter ernennen einen Angehörigen eines Drittstaates zum Vorsitzenden.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_3"><num>(3)</num><content><p>Falls eine Vertragspartei ihren Schiedsrichter nicht bezeichnet und der Aufforderung der anderen Vertragspartei, innerhalb von zwei Monaten diese Bezeichnung vorzunehmen, nicht nachkommt, so wird der Schiedsrichter auf Ersuchen der letzteren Vertragspartei vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_4"><num>(4)</num><content><p>Können sich die beiden Schiedsrichter nicht innerhalb von zwei Monaten nach ihrer Bezeichnung auf die Wahl des Vorsitzenden einigen, so wird dieser auf Verlangen einer der beiden Vertragsparteien vom Präsidenten des Internationalen Gerichtshofes ernannt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_5"><num>(5)</num><content><p>Ist der Präsident des Internationalen Gerichtshofes in den in Absatz (3) und Absatz (4) erwähnten Fällen an seiner Mandatsausübung verhindert, oder ist er Staatsangehöriger einer der beiden Vertragsparteien, so werden die Ernennungen vom Vizepräsidenten vorgenommen. Ist auch dieser verhindert oder Staatsangehöriger einer der beiden Vertragsparteien, so werden die Ernennungen durch das amtsälteste Mitglied des Gerichtshofes vorgenommen, das nicht Staatsangehöriger einer Vertragspartei ist.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_6"><num>(6)</num><content><p>Sofern die Vertragsparteien nichts anderes bestimmen, regelt das Schiedsgericht sein Verfahren selber.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_9/para_7"><num>(7)</num><content><p>Die Entscheide des Schiedsgerichts sind für die Vertragsparteien endgültig und bindend.</p></content></paragraph></article><article eId="art_10"><num><b>Art. 10</b></num><heading>Beilegung von Meinungsverschiedenheiten zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der anderen Vertragspartei</heading><paragraph eId="art_10/para_1"><num>(1)</num><content><p>Zur Lösung von Meinungsverschiedenheiten über Investitionen zwischen einer Vertragspartei und einem Investor der andern Vertragspartei finden, unbeschadet von Artikel 9 dieses Abkommens (Meinungsverschiedenheiten zwischen Vertragsparteien), Beratungen zwischen den betroffenen Parteien statt.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_2"><num>(2)</num><content><blockList><listIntroduction eId="art_10/para_2/listintro">Führen diese Beratungen innerhalb von sechs Monaten nicht zu einer Lösung, so können die Streitparteien wie folgt vorgehen:</listIntroduction><item eId="art_10/para_2/lbl_a"><num>(a) </num><p>Eine Streitigkeit betreffend Artikel 6 dieses Abkommens wird auf Ersuchen des Investors dem unter dem Washingtoner Abkommen zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten zwischen Staaten und Angehörigen anderer Staaten vom 18. März 1965<authorialNote><p> <ref href="https://fedlex.data.admin.ch/eli/cc/1968/982_1022_938" xmlns:data="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:data" xmlns:tmp="urn:com:c-moria:legi4ch:xslt:temp">SR <b>0.975.2</b></ref></p></authorialNote> errichteten Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten unterbreitet.</p></item><item eId="art_10/para_2/lbl_b"><num>(b) </num><p>Im Falle einer Streitigkeit, die nicht unter Absatz (2) Buchstabe (a) dieses Artikels fällt, wird der Streit, sofern beide Streitparteien einwilligen, dem Internationalen Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten unterbreitet.</p></item></blockList></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_3"><num>(3)</num><content><p>Sind sich die Parteien nicht einig, ob ein Vergleichsverfahren oder Schiedsverfahren durchzuführen ist, liegt die Wahl beim betroffenen Investor. Die am Streit beteiligte Vertragspartei kann in keiner Phase des Streitbeilegungs‑ oder Vollstreckungsverfahrens den Einwand erheben, der Investor habe aufgrund eines Versicherungsvertrages eine Entschädigung für einen Teil oder die Gesamtheit des entstandenen Schadens erhalten.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_10/para_4"><num>(4)</num><content><p>Eine Gesellschaft, die gemäss den auf dem Hoheitsgebiet der Vertragspartei geltenden Gesetzen gegründet oder errichtet wurde und die vor dem Entstehen der Streitigkeit von Staatsangehörigen oder Gesellschaften der anderen Vertragspartei beherrscht wird, gilt im Sinne von Artikel 25 (2) (b) des Washingtoner Übereinkommens als Gesellschaft der anderen Vertragspartei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_11"><num><b>Art. 11</b></num><heading>Einhaltung der Verpflichtungen</heading><paragraph eId="art_11/para"><content><p>Jede Vertragspartei gewährleistet zu jedem Zeitpunkt die Einhaltung der durch sie eingegangenen Verpflichtungen bezüglich der Investitionen von Investoren der anderen Vertragspartei.</p></content></paragraph></article><article eId="art_12"><num><b>Art. 12</b></num><heading>Schlussbestimmungen</heading><paragraph eId="art_12/para_1"><num>(1)</num><content><p>Das vorliegende Abkommen tritt am Tage in Kraft, an dem sich die beiden Regierungen mitteilen, dass die verfassungsmässigen Vorschriften für den Abschluss und das Inkrafttreten von internationalen Abkommen erfüllt sind, und gilt für die Dauer von zehn Jahren. Wird es nicht durch schriftliche Anzeige sechs Monate vor Ablauf dieses Zeitraumes gekündigt, verlängert sich seine Laufzeit um jeweils weitere fünf Jahre.</p></content></paragraph><paragraph eId="art_12/para_2"><num>(2)</num><content><p>Im Falle der Kündigung dieses Abkommens gelten für Investitionen, die vor seiner Kündigung getätigt wurden, die in den Artikeln 1–11 enthaltenen Bestimmungen noch während einer Dauer von zehn Jahren.</p><p>Geschehen zu Bern, am 5. Oktober 1988, in zwei Originalen, in französisch, ungarisch und in englisch, wobei jeder Text gleichermassen verbindlich ist.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>Silvio Arioli</p></td><td><p>Für die Regierung<br/>der Ungarischen Volksrepublik:</p><p>András Patkó</p></td></tr></table></content></paragraph></article><level eId="lvl_u13"><heading>Protokoll</heading><p>Bei der Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Ungarischen Volksrepublik über die gegenseitige Förderung und den Schutz von Investitionen haben die bevollmächtigten Unterzeichner im weiteren die nachfolgenden Bestimmungen vereinbart, die einen integrierenden Bestandteil dieses Abkommens bilden.</p><level eId="lvl_u13/lvl_u1"><heading><i>Zu Artikel 1</i></heading><blockList><item eId="lvl_u13/lvl_u1/lbl_a"><num>a) </num><p>Ein Investor im Sinne des Artikels 1 Absatz (1) Buchstabe c) kann von der Vertragspartei, auf deren Gebiet die Investition getätigt worden ist oder werden soll, ersucht werden, den Nachweis der Kontrolle über die betreffende Investition zu erbringen, damit er als Investor der anderen Vertragspartei anerkannt werden kann.</p></item><item eId="lvl_u13/lvl_u1/lbl_b"><num>b) </num><p>Investoren gemäss Artikel 1 Absatz (1) Buchstabe c) können keinen Anspruch gestützt auf Artikel 6 des Abkommens geltend machen, sofern gemäss einer ähnlichen Bestimmung in einem anderen Investitionsschutzabkommen der Vertragspartei, auf deren Gebiet die Investition getätigt worden ist, Entschädigung geleistet worden ist.</p></item></blockList></level><level eId="lvl_u13/lvl_u2"><heading><i>Zu Artikel 4</i></heading><blockList><item eId="lvl_u13/lvl_u2/lbl_a"><num>a) </num><p>Es besteht Einverständnis darüber, dass die in diesem Artikel vorgesehene Behandlung auch Investitionen in der Form einer juristischen Person zukommt, an denen Investoren beider Vertragsparteien beteiligt sind.</p></item><item eId="lvl_u13/lvl_u2/lbl_b"><num>b) </num><p>Die Mitgliedschaft in einer «Wirtschaftsunion» schliesst die Mitgliedschaft im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) ein.</p></item></blockList><p>Geschehen zu Bern, am 5. Oktober 1988, in zwei Originalen, in französisch, ungarisch und in englisch, wobei jeder Text gleichermassen verbindlich ist.</p><table fedlex:function="layout"><tr><td><p>Für den<br/>Schweizerischen Bundesrat:</p><p>Silvio Arioli</p></td><td><p>Für die Regierung<br/>der Ungarischen Volksrepublik:</p><p>András Patkó</p></td></tr></table></level></level></body></act></akomaNtoso>