B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2985/2013 U r t e i l v o m 3 0 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), B._______, geboren (...), C._______, geboren (...), Jemen, alle vertreten durch Michael Steiner, Rechtsanwalt, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 7. Mai 2013 / N_______. D-2985/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden – jemenitische Staatsangehörige mit letz- tem Wohnsitz in D._______ – verliessen eigenen Angaben zufolge ihre Heimat am 19. April 2010 auf dem Luftweg und gelangten am folgenden Tag über E._______ illegal in die Schweiz, wo sie am 4. Mai 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um Asyl nachsuch- ten. Am 11. Mai 2010 wurden sie dort summarisch befragt und mit En t- scheid vom 14. Mai 2010 für den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton G._______ zugewiesen. Am 10. Juni 2010 fanden die Anhö- rungen durch das BFM statt. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe sich seit dem Jahre (...) zusammen mit anderen jungen Männern, die keiner Partei angehört hätten, für die U n- abhängigkeit Südjemens eingesetzt und dafür Flugblätter verteilt , die Fahne des Südens hochgehalten und an verschiedenen Kundgebungen teilgenommen. An den Demonstrationen hätten sie die Feinde aufgefo r- dert, den Süden zu verlassen. Zudem hätten sie auch die Gründung einer Zeitung namens H._______ gefordert, da die Situation im Süden durch den Nordjemen in den Medien nur einseitig dargestellt werde. Anlässlich solcher Kundgebungen hätten die Sicherheitsbehörden manchmal auf die Teilnehmer geschossen, worauf sie jeweils geflüchtet seien und sich in Häusern versteckt hätten. Deswegen sei er vom politischen Sicherheit s- dienst mehrmals mündlich vorgeladen und an einem ihm zugewiesenen Ort befragt worden. Dabei sei er mehr als einmal aufgefordert worden, für die Behörden zu arbeiten und die Namen von Demonstrationsteilnehmern preiszugeben. Er habe aber dieser Aufforderung keine Folge geleistet. Im (...) – an den genauen Tag könne er sich nicht mehr erinnern – hätten bewaffnete Angehörige des politischen Sicherheitsdienstes ihr Haus g e- stürmt, dieses durchsucht und dabei die Fahnen und die Flugblätter g e- funden. Er sei an den Händen gefesselt worden und man habe ihm einen schwarzen Sack über den Kopf gestülpt. Danach habe man begonnen , ihn aus dem Haus zu führen. Seine Eltern hätten dies zu verhindern ve r- sucht, worauf sowohl diese als auch seine Frau geschlagen worden se i- en. Er sei in der Folge an einen unbekannten Ort respektive ins Gef äng- nis gebracht und dort in ein Zimmer, das wie ein Käfig ausgesehen habe, gesteckt worden. Dort habe man ihn geschlagen, gefoltert und aufgefo r- dert mitzuteilen, welcher Gruppierung er angehöre und für wen er seine Propagandatätigkeit leiste. Während der H aft habe man ihn befragt und D-2985/2013 Seite 3 ihn dazu bringen wollen zuzugeben, dass er gegen die Regierung sei, die Fahne des Südens hochgehalten und auch sonst umstürzlerische Aktiv i- täten entfaltet habe, um ihn zu einer hohen Gefängnisstrafe verurteilen zu können. Während (...) Monaten sei er dort festgehalten worden. Aufgrund der Folterungen habe er eine Verletzung (genaue Bezeichnung der Ve r- letzung) erlitten, weshalb er notfallmässig ins Spital gebracht und operiert respektive ihm wegen der entstandenen Schwellung Blut abgezogen worden sei. Am Tag danach respektive im Monat (...) sei ihm die Flucht aus dem Spital gelungen, worauf er sich an seinen Geburtsort I._______ begeben und dort während zirka drei er Monate bei seinen Grosseltern geblieben sei. Anschliessend habe er sich nach J._______ begeben, wo er sich bis zur Ausreise bei seiner Schwester aufgehalten habe. Aus Angst vor einer erneuten Verhaftung habe er deren Domizil jedoch nie verlassen. Während dieser Zeit sei ihr Z uhause von den Behörden mehr- fach nach ihm durchsucht worden. Seine Eltern hätten ihm in der Folge von einer Rückkehr nach D._______ abgeraten, um eine Festnahme zu vermeiden. In der Folge habe sein Vater seine Frau nach J._______ ge- bracht, wo er – da die Situation mit der Zeit une rträglich geworden sei – schliesslich den Entschluss zur Ausreise gefasst habe. A.c Die Beschwerdeführerin ihrerseits machte geltend, sie habe persö n- lich keine Probleme mit den heimatlichen Behörden gehabt, sei jedoch wegen der behördlichen Suche nach ihrem Eh emann aus Jemen ausg e- reist. Im Falle einer Rückkehr würde dieser exekutiert. Überdies würden zwei ihrer Brüder von den Behörden festgehalten und sie hätten keinerlei Kenntnis über deren aktuellen Aufenthaltsort. Ihr Mann sei wegen seiner Unterstützungstätigkeit für die Unabhängigkeit Südjemens zwei Mal ve r- haftet, aber jeweils gleichentags freigelassen worden. Im (...) hätten vier bis fünf bewaffnete Männer am Morgen auf ihre Wohnungstüre gescho s- sen und anschliessend die Wohnung gestürmt, um ihren Mann erneut zu verhaften. Während der Verhaftung sei sie von den Leuten des polit i- schen Sicherheitsdienstes brutal auf die Nase und mit dem Gewehr auf den Rücken geschlagen worden. Auch hätten die Angreifer Tränengas eingesetzt. Sie habe ferner keinerlei Kenntnis da von, wo ihr Mann in den folgenden (...) Monaten inhaftiert gewesen sei. Erst im (...), als sie ihren Mann in J._______ wieder getroffen habe, habe sie von ihm erfahren, dass es sich um ein Gefängnis gehandelt habe. Sie sei sicher, dass ihr Mann in der Zeit bis zur Ausreise weiter gesucht worden sei, sie hätten aber mit der Familie in D._______ keinen Kontakt mehr gehabt. D-2985/2013 Seite 4 Auf die weiteren Ausführungen der Beschwerdeführenden wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. A.d Am (...) brachte die Beschwerdeführerin C._______ zur Welt. A.e Mit Eingaben vom 3. September 2010, 4. Oktober 2010, 8. November 2010, 28. Dezember 2010, 21. Dezember 2011, 7. März 2012, 15. Juni 2012, 15. August 2012 und 28. Februar 2013 reichten die Beschwerde- führenden zur Stützung ihrer Asylgesuche diverse Beweismittel zur ge l- tend gemachten Verfolgung (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. A.f Mit Schreiben des BFM vom 9. April 2013 erhielten die Beschwerd e- führenden Gelegenheit, sich zu einem Widerspruch in ihren Aussagen bis zum 22. April 2013 schriftlich zu äussern, wobei im Unterlassungsfall au f- grund der bestehenden Aktenlage entschieden werde. Mit Eingabe vom 19. April 2013 reichten die Beschwerdeführenden ihre Stellungnahme ein. B. Mit Verfügung vom 7. Mai 2013 – eröffnet am 8. Mai 2013 – lehnte das BFM d ie Asylgesuche der Beschwerdeführenden ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Be- schwerdeführenden vermöchten weder den Anforderungen von Art. 3 AsylG (SR 142.31) an die Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftigkeit zu genügen. Der Vollzug der Wegwei- sung der Beschwerdeführenden in ihre Heimat sei zulässig, zumutbar und möglich. C. Mit Eingabe vom 2 4. Mai 2013 liessen die Beschwerdeführenden durch ihren damaligen Rechtsvertreter (...) gegen diese Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen und beantragte n die Aufh e- bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Guthe issung ihrer Asylge- suche. Zudem sei ihnen die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG zu gewähren und (sinngemäss) sei auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Auf die Begründung und die der Rechtsmitteleingabe bei gelegten Beweismittel (Nennung B e- weismittel) wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eing e- gangen. D-2985/2013 Seite 5 D. Mit Eingabe vom 29. Mai 2013 legten die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht. E. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 19. Juni 2013 wurde de n Be- schwerdeführenden mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Beschwerd e- verfahrens in der Schweiz abwarten dürfen. Sie wurden aufgefordert, die vier fremdsprachigen Beweismittel (Beilagen 1 und 6 der Eingabe vom 29. Mai 2013) bis zum 4. Juli 2013 in eine Amtssprache übersetzen zu lassen, wobei bei unbenutztem Fristablauf des Verfahren aufgrund der bestehenden Aktenlage weitergeführt werde . Die Behandlung des G e- suchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde abgewiesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. F. Mit Eingabe vom 2 . Juli 2013 (Poststempel) reichten die Beschwerdefüh- renden die verlangten Übersetzungen der fremdsprachigen Beweismittel (Nennung Beweismittel) nach. G. Am 14. November 2013 (Poststempel) legten die Beschwerdeführenden weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) ins Recht. H. Mit Schreiben vom 8. Januar 2014 zeigte der neu beauftragte Rechtsver- treter – unter Beilage seiner Vollmacht – die Übernahme des Mandats an und stellte die Einreichung weiterer Unterlagen in Aussicht. I. Mit Eingabe vom 11. März 2014 reichten die Beschwerdeführenden weite- re Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Akten und verwiesen betreffend die Rückführung jemenitischer Asylsuchender und hinsichtlich der aktuellen Situation in Jemen auf weitere im Internet veröffentlichte Ar- tikel und Berichte von Nichtregierungsor ganisationen und Onlinezeitun- gen. J. Am 21. Mai 2014 legten die Beschwerdeführenden zusätzliche Bewei s- mittel (Nennung Beweismittel) ins Recht und verwiesen hinsichtlich der D-2985/2013 Seite 6 derzeitigen Sicherheitslage in ihrer Heimat und der Gefahr für Rückkehrer erneut auf weitere, öffentlich zugängliche Quellen, so im Internet verö f- fentlichte Artikel und Berichte von Nichtregierungsorganisationen und On- linezeitungen. K. Mit Eingabe vom 24. Juli 2014 liessen die Beschwerdeführenden einen Arztbericht (...) betreffend die Beschwerdeführerin einreichen. L. Am 11. August 2014 reichten die Beschwerdeführenden (Nennung B e- weismittel) ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach A rt. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen e i- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschiedet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangs bestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren grundsätzlich das neue Recht. D-2985/2013 Seite 7 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefoc htene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie A rt. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.5 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.6 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchfü hrung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111 a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer um Asyl nachsucht, muss die F lüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-2985/2013 Seite 8 3. 3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Asylen t- scheides im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe angeführt, i n seiner Heimat für die Unabhängigkeit Südjemens aktiv gewesen zu sein. Er habe mit anderen jungen Männern zusammen Flyer verteilt und D e- monstrationen veranstaltet. Seine Angaben in Bezug au f sein politisches Engagement in Jemen seien jedoch sehr vage und widersprüchlich au s- gefallen, so hinsichtlich der Veranstaltung respektive Durchführung von Demonstrationen, des Inhalts, Orts und Datums seiner Kundgebungstei l- nahmen und der Herkunft der verteilten Flugblätter beziehungsweise Fly- er. Die vagen Angaben zum politischen Engagement würden erste Zwe i- fel am Wahrheitsgehalt seines Vorbringens aufkommen lassen. Diese Zweifel würden durch einen erheblichen Widerspruch in den Angaben der Beschwerdeführenden bezüglich der Hausdurchsuchung erhärtet. So hät- ten beide ausgeführt, dass ihr Haus im (...) durchsucht und der B e- schwerdeführer abgeführt worden sei. Die Beschwerdeführerin habe in diesem Zusammenhang angegeben, vier bis fünf Personen hätten die Tür aufgebrochen und geschossen. Der Beschwerdeführer hingegen habe keine Schüsse genannt. Es hätte jedoch erwartet werden dürfen, dass die Beschwerdeführenden diesbezüglich dieselben Angaben machen wü r- den, zumal beide anwesend gewesen seien und die Hausdurchsuchung zum Kerngeschehen ihres Vorbringens gehöre. Im Rahmen des ihnen zu diesem Widerspruch gewährten rechtlichen Gehörs hätten sie erklärt, dass es nicht zu Schüssen gekommen sei. Das habe das BFM anlässlich der Bundesanhörung falsch verstanden. Diese Erklärung vermöge nicht zu überzeugen, zumal die Beschwerdeführerin die Schüsse in der Anh ö- rung zwei Mal und auf explizite Nachfrage erwähnt habe. Aufgrund dieser widersprüchlichen Angabe sei die geltend gemachte Hausdurchsuchung als unglaubhaft einzustufen. Die Bes chwerdeführenden hätten sodann vorgebracht, die Beamten hätten bei der Hausdurchsuchung Tränengas eingesetzt. Ein solcher Einsatz widerspreche jedoch der allgemeinen E r- fahrung, zumal die Beamten zivile Kleidung getragen hätten und bei e i- nem Tränengaseinsatz im Haus genauso darunter gelitten hätten wie die Beschwerdeführenden. Der Beschwerdeführer habe im Weiteren ang e- führt, wegen der erlittenen Folter im (Nennung Körperstelle) in ein Spital gebracht worden zu sein, wo ihn zwei Polizisten bewacht hätten. Nac h zwei Tagen Aufenthalt im Spital sei ihm die Flucht gelungen . Angesichts der Bewachung durch zwei Polizisten widerspreche es aber der allgeme i- nen Erfahrung, dass dem Beschwerdeführer die Flucht gelingen sollte. Die diesbezügliche Erklärung, die Polizisten seien in ein Gespräch vertieft gewesen, vermöge nicht zu überzeugen. So sei es absolut nicht nac h-D-2985/2013 Seite 9 vollziehbar, dass dieser ob der geltend gemachten Verfolgung zwar die Erlaubnis des Polizisten benötige, um zur Toilette zu gehen, darauf aber nicht mehr beob achtet werde. Aufgrund dieser vagen, widersprüchlichen und ungereimten Angaben gelinge es den Beschwerdeführenden nicht, eine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen. An dieser Erkenntnis vermöchten auch die eingereichten Beweismittel – namentlich die Kopien der jemenitischen polizeilichen Vorladung und des jemenitischen Haftb e- fehls – nichts zu ändern. Erstens würden Kopien keine grosse Bewei s- kraft besitzen und zweitens seien jemenitische Dokumente leicht käuflich erwerbbar. Die übrigen Vorbringen der Beschwerdeführenden, so zum exilpolitischen Engagement des Beschwerdeführers in der Schweiz, vermöchten nur dann im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen zur Flüchtlingseige n- schaft zu führen, wenn davon ausgegangen werden müsse, dass diese Aktivitäten im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Massnahmen für den Betroffenen zur Folge hätten. Der Beschwerdeführer engagiere sich eigenen Angaben zufolge auch in der Schweiz gegen das jemenitische Regime in exil politischer Weise. Diesbezüglich reiche er mehrere Beweismittel ein, gemäss wel- chen er Mitglied der K._______ sei, an mehreren Demonstrationen tei l- genommen und zwei eigene Artikel im Internet publiziert habe. Zwar gehe das Bundesamt davon aus, dass der jemenitische Staat Oppositionelle im Exil, vor allem in Grossbritannien, in geringerem Masse aber wohl auch in der Schweiz, beobachte. Die jemenitischen Behörden dürften indes nur dann ein Interesse an der namentlichen Identifizierung einer Person h a- ben, w enn deren Aktivitäten über den Rahmen massentypischer und niedrig profilierter Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinausg e- hen und den Asylsuchenden somit als ernsthaften und gefährlichen R e- gimegegner erscheinen lassen würden. Vorliegend ergebe sic h aus den Eingaben der Rechtsvertretung und den eingereichten Beweismitteln kein solch herausragendes exilpolitisches Profil, welches den Beschwerdefü h- rer als konkrete Bedrohung für das jemenitische Regime erscheinen lie s- se. Seine Tätigkeiten seien vergleichbar mit denjenigen einer Vielzahl von Jemeniten im Exil und würden sich nicht von den üblichen Aktivitäten a n- derer exilpolitisch tätiger Landsleute abheben. Seine Aktivitäten – sollten die heimatlichen Behörden überhaupt davon Kenntnis erlangen – seien aufgrund der gesamten Umstände jedenfalls nicht geeignet, ihn als eine Person mit klar definierten oppositionspolitischen Vorstellungen und pe r- sönlichem Agitationspotenzial, welche zu einer Gefahr für das Regime werden könnte, erscheinen zu lassen. Sein Verhalten in der Schweiz sei D-2985/2013 Seite 10 somit insgesamt betrachtet nicht geeignet, ein ernsthaftes Vorgehen der jemenitischen Behörden zu bewirken. Die geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe seien deshalb asylirrelevant. 3.2 Demgegenüber hielten die Beschwerdeführen den in ihrer Rechtsmi t- teleingabe im Wesentlichen an den bisherigen Sachverhaltsvorbringen fest und führten ergänzend an, es sei gerichtsnotorisch, dass sie aus dem südlichen Teil Jemens stammten, der sich vom Norden des Landes a b- spalten wolle, da Südjemen jahrelang vom Norden vernachlässigt und ausgebeutet worden sei. Aufgrund der eingereichten regimekritischen Ar- tikel des Beschwerdeführers, die im Internet veröffentlicht worden seien, sowie aufgrund seiner übrigen exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz könne die Vorinstanz nicht behaupten, dass er politisch nicht aktiv sei. Darüber hinaus habe er sich bereits in Jemen für die Unabhängigkeit des Südens eingesetzt. Deshalb sei er in der Heimat persönlich verhaftet und gefoltert worden, zumal nicht zu erwa rten sei, dass die Regierung in Sa- naa die Kämpfer und Aktivisten für die Unabhängigkeit des Südens mit Samthandschuhen anfasse. Auch nach der Wahl des neuen Präsidenten seien der Sicherheitsapparat und die Verwaltung – somit auch die Folter- und Verfolgung smaschinerie – praktisch unverändert geblieben. Unter Berücksichtigung der eingereichten Beweismittel komme die Rückkehr nach Jemen einem Selbstmord gleich. Aus der eingereichten Bestätigung der K._______, einer Organisation, welche weltweit für ihre Seriosität und Objektivität bekannt sei, werde die politische und militärische Situation Südjemens ersichtlich . D iese Organisation bestätige das Engagement des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang. Zudem sei bekannt, dass alle in Jemen entdeckten Mitglieder der K._______ ermordet wor- den seien. Es könne in Anbetracht der eingereichten Vorladung nicht bestritten werden, dass der Beschwerdeführer von der Polizei gesucht worden sei. Die Vorinstanz habe die Schweizer Vertretung in Sanaa zu beauftragen, den Fall des Beschwerdeführers zu untersuchen, weil de s- sen Leben und auch dasjenige seiner Familie in Gefahr sei. Die in der Haft in Jemen erlittene Folter könne am Körper des Beschwerdeführers nachgewiesen werden und sei auch von blossem Auge sichtbar. Folglich könne nicht bestritten werden, dass er gefoltert worden sei. Weiter habe er in seiner Befragung nicht widersprüchlich ausgesagt und lediglich an friedlichen Demonstrationen in Südjemen teilgenommen. Zudem sei es notorisch, dass der Beschwerdeführer die Flyer nur heimlich verteilt habe, weil er ansonsten vom Geheimdienst verfolgt wür de. Zum Vorhalt wide r- sprüchlicher Aussagen bezüglich der Schüsse sei es bekannt und komme auch oft vor, dass Zeugen total unterschiedliche Umschreibungen abg e-D-2985/2013 Seite 11 ben würden. Es gebe in Südjemen keine Verhaftung durch den Gehei m- dienst, die ohne den Einsatz von Waffen geschehe. Zudem sei der B e- schwerdeführer ein Folteropfer, was nicht ausser Acht gelassen werden dürfe. Der Vorgang einer Verhaftung sei sehr hektisch und jeder nehme nur ein en bestimmten Teil desselben wahr. Deshalb seien ihre Ausfü h- rungen dazu nicht widersprüchlich zu werten. Sodann werde Tränengas sehr wohl bei Verhaftungen eingesetzt und zwar zu Beginn des jeweiligen Einsatzes, um die zu verhaftenden Personen zu verwirren. Danach werde die Festnahme durch ein weiteres spezielles Team vollzogen. Bezüglich der Flucht aus dem Spital sei anzuführen, dass es auch in der Schweiz zahlreiche Gefangene gegeben habe, die aus Sicherheitsgefängnissen geflüchtet seien. Deshalb sei die geschilderte Flucht aus dem Spital plau- sibel und nachvollziehbar. Die Vorinstanz habe den vorliegenden Fall nicht genau untersucht. Ein Auftrag an die Schweizer Vertretung zur A b- klärung ihres Falles wäre von grossem Vorteil gewesen. So hätte auch ein Berich t über (Nennung ärztlicher Eingriff) des Beschwerdeführers mehr Licht in den vorliegenden Fall gebracht. Sie würden insgesamt die Flüchtlingseigenschaft erfüllen, weil sie von der Regierung von Jemen wegen der politischen Aktivität zugunsten Südjemens verfolgt würden. Im Weiteren seien die subjektiven Nachfluchtgründe sehr relevant. Die zahlreichen ins Recht gelegten Unterlagen würden belegen, was der B e- schwerdeführer in der Schweiz alles geschrieben und getan habe. Alleine diese Aktivitäten bedeuteten dessen sicheren Tod im Falle einer Rückkehr nach Jemen. 4. 4.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach einer Beurteilung sämtl i- cher Sachverhaltselemente zum Schluss, dass die Vorbringen, welche die Beschwerdeführenden zur Flucht aus Jemen bewogen haben sollen, insgesamt nicht als asylrelevant erachtet werden können. In der B e- schwerdeschrift sowie den weiteren Eingaben auf Beschwerdeebene werden keine Argumente vorgebracht, welche an den Schlussfolgerungen im vorinstanzlichen Entscheid, wonach die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, Zweifel aufkommen lassen. 4.2 Vorweg ist die sinngemässe Rüge der Verletzung des Unters u- chungsgrundsatzes zu prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklärter Sachverhalt eine materielle Beurteilung verunmöglichen würde. D-2985/2013 Seite 12 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsätzen des Asylverfahrens (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorg en. Sie muss die für das Verfahren notwendigen Sachverhaltsunterlagen beschaffen und die recht- lich relevanten Umstände abklären sowie ordnungsgemäss darüber B e- weis führen (beispielsweise durch die Einholung eines Gutachtens). Di e- ser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt, er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 Abs. 1 AsylG). Vorliegend ging die Vorinstanz aufgrund der Parteiau s- künfte (vgl. Art. 12 Bst. b VwVG) der Beschwerdeführenden – so wurden diese nebst der Befragung im EVZ und der Anhörung durch das BFM von der Vorinstanz zuletzt mit Schreiben vom 9. April 2013 aufgefordert, zu einem Widerspruch in ihren Aussagen Stellung zu nehmen – und der im Verfahren unter neun Malen eingereichten Bew eismittel (vgl. Art. 12 Bst. a VwVG) davon aus, dass der rechtserhebliche Sachverhalt als e r- stellt gelten könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergreifen seien. So gilt ein Sachverhalt erst dann als unvollständig festgestellt, wenn nicht über alle r echtserheblichen Umstände Beweis geführt wurde oder wenn eine entscheidrelevante Tatsache zwar erhoben wurde, diese jedoch daraufhin nicht gewürdigt wurde und nicht in den Entscheid ei n- floss (vgl. OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger (Hrsg.), Zürich 2009, Art. 49 N 38; siehe zum Ganzen auch BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG), Zürich 2008, Rz. 28 zu Art. 49). Weiter ist anzuführen, dass die Vori n- stanz in Beachtung des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) die Vorbringen der Be- schwerdeführenden tatsächlich hörte, sorgfältig und ernsthaft prüfte und in der Entscheidfindung berücksicht igte, was sich entsprechend in den betreffenden Erwägungen niederschlug. So würdigte das BFM darin s o- wohl die geltend gemachten Vorfluchtgründe der Beschwerdeführenden als auch die angeführten subjektiven Nachfluchtgründe des Beschwerd e- führers. Am Schluss der Anhörung en beim BFM bestätigten die B e- schwerdeführenden mit ihrer Unterschrift jeweils die Vollständigkeit und Korrektheit des Protokolles (vgl. act. A13/16 S. 14 f.; A14/10 S. 10). Dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen in Bezug auf sein poli- tisches Engagement i m Jemen keine vertieften, mit Realkennzeichen versehenen Sachverhaltsschilderungen machte, kann vorliegend der Vor- instanz nicht als Unterlassung und damit einhergehend als eine ungen ü- gende Sachverhaltsabklärung angelastet werden, s ondern muss er sich D-2985/2013 Seite 13 selber zu seinen Ungunsten anrechnen lassen. Liefert ein Asylg e- suchsteller im Rahmen der durchgeführten Befragungen – wie vorliegend – auch auf Nachfragen lediglich stereotype und oberflächliche Sachve r- haltselemente, so ist die Vorinsta nz auch im Rahmen des eingeschrän k- ten Untersuchungsgrundsatzes nicht verpflichtet, diese Sachverhaltsel e- mente noch weiter zu vertiefen. Von einer Verletzung des Unters u- chungsgrundsatzes in Form einer unrichtigen oder unvollständigen Fes t- stellung des rechts erheblichen Sachverhaltes kann demnach nicht au s- gegangen werden. Die Vorinstanz kam nach Würdigung der Parteivo r- bringen und der aktuellen Situation i n Jemen, die im Übrigen durch das BFM einer laufenden Überprüfung unterzogen wird, zu einem anderen Schluss als d ie Beschwerdeführenden , was noch keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes darstellt. Dementsprechend drängten sich auch keine weitergehenden Abklärungen des Sachverhal tes auf, so in s- besondere durch das Schweizer Konsulat in Sanaa. Die Beschwerdefüh- renden führen in diesem Zusammenhang denn auch nicht a us, in we l- chen Punkten die angeführte Verfolgung in ihrer Heimat genauer abzuklä- ren gewesen wäre, sondern geben lediglich in pauschaler Form an, ihr Fall sei zu untersuchen, weil ihr Leben in Jemen i n Gefahr sei (vgl. B e- schwerdeschrift S. 4). Die Rüge der Verletzung de s Untersuchungsgrundsatzes erweist sich demnach als unbegründet, weshalb der Rückweisungsantrag abzuweisen ist. 4.3 4.3.1 In materieller Hinsicht weis en die Beschwerdeführenden zum Vo r- halt widersprüchlicher Aussagen bezüglich der Schüsse zunächst auf die grundsätzlich unterschiedliche Wahrnehmung von Ereignissen durch Zeugen und deren Beschreibungen der fraglichen Ereignisse hin, nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich beim Beschwerdeführer um e in Folter- opfer handle. Zudem würden i n Südjemen Verhaftungen durch den G e- heimdienst stets mit Einsatz von Waffen geschehe n. Diese Vorbringen sind jedoch als nicht stichhaltig zu erachten. Auch wenn nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Wahrnehmung und Wiedergabe von Erle b- nissen durch Zeugen durch verschiedenste Faktoren beeinflusst werden können, die letztlich zu unterschiedlichen Aussagen führen mögen, han- delt es sich vorliegend bei der wiederholten Abgabe von Schüssen auf ei- ne Wohnungstür um eine derart intensive , br achiale und mit Lärm ve r- bundene Weise, in ein Haus zu gelangen, dass diesbezüglich eine in den wesentlichen Zügen übereinstimmende Schilderung dieses Ereignisses D-2985/2013 Seite 14 durch die Beschwerdeführenden erwartet werden kann, zumal sich die se den Akten zufolge beim Eindringen der Sicherheitskräfte i n unmittelbarer Nähe zueinander befunden haben (vgl. act. A13/16 S. 5). Das Gleiche hat auch für den von der Beschwerdeführerin angeführten Einsatz von Tr ä- nengas im Verlaufe der Festnahme ihres Mannes zu gelten. So hätten sich alle Beteiligten auf der Treppe befunden, wo sie – die Eltern des Be- schwerdeführers und die Beschwerdeführerin – Widerstand geleistet hät- ten. Nachdem Tränengas gegen sie eingesetzt worden sei, hätten sie nichts mehr gesehen (vgl. act. A14/10 S. 5). Aus diesen Schilderungen ist ersichtlich, dass sowohl die Beschwerdeführenden und deren Angehör i- gen als auch die das Haus stürmenden Beamten im Zeitpunkt des Tr ä- nengaseinsatzes noch im Haus gewesen sein müssen, was jedoch als realitätsfremd und daher unglaubhaft gewertet werden muss. Die Siche r- heitskräfte hätten dadurch – wie die Vorinstanz in zutreffender Weise festhielt – genauso unter dem Tränengas gelitten wie die Beschwerdefüh- renden und selber nicht mehr erkennen können, in welche Richt ung sie hätten gehen müssen , zumal sie gemäss Angaben der Beschwerdefü h- renden zivile Kleider getragen hätten und auch nicht angeführt wurde, dass sie mit Schutzmasken ausgerüstet gewesen seien, um vom Tränen- gas unbeeinträchtigt zu bleiben (vgl. act. A13/16 S. 6; A14/10 S. 5). Zu- dem widersprachen sich die Beschwerdeführenden hinsichtlich der Kop f- bedeckung der das Haus stürmenden Personen, da der Beschwerdefü h- rer eine solche bejaht und die Beschwerdeführerin sich demgegenüber nicht erinnern konnte, dass diese eine solche getragen hätten (vgl. act. A13/16 S. 6 oben; A14/10 S. 5 oben). Der Einwand, dass Tränengas sehr wohl bei Verhaftungen und zwar zu Beginn des jeweiligen Einsatzes ein- gesetzt werde, um die zu verhaftenden Personen zu verwirren , und da- nach die Festnahme durch ein weiteres spezielles Team vollzogen werde, vermag an obiger Einschätzung nichts zu ändern, zumal diese Ausfü h- rungen im Widerspruch zu den Schilderungen der Beschwerdeführenden stehen, welche zu keinem Zeitpunkt von zwei Teams sprachen, welche ihr Haus gestürmt haben sollen (vgl. act. A13/16 S. 5 ff.; A14/10 S. 3 ff.). Zu- dem sei das Tränengas gemäss den Beschwerdeführenden erst zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt worden, nämlich als die Sicherheitskräfte versucht hätten, den Beschwerdefü hrer aus dem Haus zu z iehen (vgl. act. A14/10 S. 5). In diesem Zusammenhang ist es im Übrigen als u n- glaubhaft zu erachten, dass die Beschwerdeführenden das genaue D a- tum dieses Übergriffs nicht benennen konnten respektive sich nicht daran hätten erinnern kö nnen, zumal der Umgang der Beamten gemäss der Beschwerdeführerin "schrecklich" gewesen sei (vgl. act. A14/10 S. 3), ein Asylbewerber bei der Anhörung grundsätzlich nur eigene Erlebnisse zu D-2985/2013 Seite 15 schildern hat und nicht komplizierte theoretische oder abstrakte Er örte- rungen anzustellen braucht, sondern lediglich selber Erlebtes wiede r- zugeben ist, und es sich bei der geschilderten Festnahme, verbunden mit Folter und der daran anschliessenden Flucht um ein äusserst einschnei- dendes Ereignis handelt, d as erfahrungsgemäss besonders gut im G e- dächtnis haften bleibt. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich darauf verweist, dass er ein Folteropfer sei und damit sinngemäss auf eine ei n- geschränkte und damit andere Wahrnehmung als diejenige der B e- schwerdeführerin hinweist, ist dieser Hinweis als unbehelflich zu erac h- ten. So ist in diesem Zusammenhang auffällig, dass der Beschwerdefü h- rer anlässlich der summarischen Befragung im EVZ offensichtlich prob- lemlos imstande war, Daten und Zeiten ihrer Ausreise auf den Ta g r e- spektive auf die Stunde genau anzugeben, was deutlich gegen die e r- wähnte Argumentation in der Beschwerdeschrift spricht (vgl. act. A4/11 S. 2 ff.). Sodann vermag auch der Einwand, wonach in der Schweiz zah l- reiche Gefangene aus Sicherheitsgefängnissen geflüchtet seien, weshalb die von ihnen geschilderte Flucht aus dem Spital plausibel und nachvo ll- ziehbar sei, nicht zu überzeugen. Zum einen handelt es sich dabei nicht um einen vergleichbaren Sachverhalt und zum anderen kann mit einem Ereignis in der Schwe iz nicht per se irgendein Vorfall in einem anderen Land glaubhaft gemacht werden. So handelt es sich bei der Prüfung e i- nes Asylgesuchs um eine Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung der jeweiligen länderspezifischen Begebenheiten. Soweit der Beschwerd e- führer darauf hinweist, dass die in der Haft erlittene Folter an seinem Körper nachgewiesen werden könne und auch von blossem Auge sich t- bar sei, ist zunächst festzustellen, dass er diesbezüglich keinerlei mediz i- nischen Unterlagen eingereicht hat. Zudem wäre die Ursache von allen- falls noch am Körper des Beschwerdeführers vorhandenen Spuren ohne- hin nicht mehr festzustellen, da die Beschwerdeführenden über ein Jahr nach der geltend gemachten Fol ter des Beschwerdeführers aus reisten, und es sich bei der angeführten Operation um eine Routineangelegenheit gehandelt habe, bei welcher lediglich (Nennung Behandlung) und es im Wesentlichen um (Nennung Behandlung) gegangen sei (vgl. act. A13/16 S. 7 f.), welche im Ausreisezeitpunkt ebenfalls nicht mehr vorhanden und somit auch nicht sichtbar gewesen sein dürfte. Da die Beschwerdefü h- renden ferner hinsichtlich des Vorhalts vager und widersprüchlicher A n- gaben zum politischen Engagement des Beschwerdeführers in Südjemen keine konkreten Entgegnungen vorbringen – ausser der paus chalen und nicht weiter begründeten Behauptung, dass der Beschwerdeführer b e- züglich der Flyer nicht widersprüchlich ausge sagt habe – kann zur Ve r- meidung von Wiederholungen auf die diesbezüglich zutreffenden vor -D-2985/2013 Seite 16 instanzlichen Erwägungen im angefochtenen Ent scheid ver wiesen we r- den. 4.3.2 An dieser Einschätzung vermögen auch die eingereichten Bewei s- mittel nichts zu ändern. Mit der Beschwerdeschrift reichte der Beschwe r- deführer (Auflistung Beweismittel) zu den Akten. Diesen Unterlagen kann jedoch – entgegen der auf Beschwerdeebene geäusserten Ansicht – kei- ne rechtserhebliche Beweiskraft beigemessen werden und sie vermögen deshalb auch die vorgebrachte behördliche Verfolgung des Beschwerd e- führers nicht zu belegen. So fällt bei den Vorladungen zunächst auf, dass die darauf befindliche Ad- resse leichte Abweichungen zu derjenigen enthält, die von den Beschwer- deführenden anlässlich der Befragungen im E VZ als ihre Wohnadresse angegeben wurde (vgl. act. A4/11 S. 1, A5/11 S. 1). Weiter enthalten die erwähnten Vorladungen – gemäss den vorliegenden beglaubigten Übe r- setzungen – formale Mängel. So ist der Vorladung vom (...) bezüglich des Vorladungstermins lediglich der Wochentag, nicht jedoch das Datum zu entnehmen, und die Vorladung vom (...) enthält gar kein Datum. Ausse r- dem fehlt in beiden Vorladungen der Grund, weshalb der Beschwerdefüh- rer zu einer Einvernahme zu erscheinen habe. So wird in der Rubrik "M o- tifs d'arrestations" lediglich der Vermerk "Selon ordres" angeführt. Übe r- dies wäre der Beschwerdeführer entsprechend der V orladung vom (...) bereits damals schriftlich aufgefordert worden, sich auf der Polizeistelle zu melden. Im Widerspruch dazu gab er anlässlich der Anhörung jedoch zu Protokoll, er sei vor der Festnahme im (...) wiederholt vorgeladen wor- den; er habe jedoch keine schriftlichen Vorladungen erhalten, sondern sei nur mündlich vorgeladen worden (vgl. act. A13/16 S. 5). Weiter handelt es sich bei den beiden Schreiben (Nennung Beweismittel) um eine Aufforde- rung der (...) an die (...) in D._______, an sämtliche Dien ststellen den Haftbefehl betreffend den Beschwerdeführer zukommen zu lassen. Es handelt sich bei den erwähnten Dokumenten also um interne Dokumente der jemenitischen Ermittlungsbehörden, in deren Besitz die Beschwerd e- führenden gar nicht hätten gelangen können. Diesbezüglich wird denn auf Beschwerdeebene auch nicht ausgeführt, wie sie in den Besitz dieser Dokumente gelangt sein sollen. Sodann haben die Beschwerdeführenden mit ihrer Eingabe vom 21. Mai 2014 eine heimatliche Zeitung im Original, sowie eine CD -ROM, enthaltend einen kurzen Ausschnitt eines Internet - Fernsehberichts, und diverse Internetausdrucke jeweils zum gleichen Vorfall, der sich am (...) zugetragen habe, eingereicht. Gemäss den e r- wähnten Unterlagen seien die Sicherheitskräfte am besagten Tag in das D-2985/2013 Seite 17 Haus der Familie in L._______ eingedrungen. Seinen Familienangehöri- gen zufolge hätten die Sicherheitskräfte in der Folge den jüngeren Bruder M._______ mitgenommen, wobei über dessen Schicksal und Aufen t- haltsort bis heute nichts bekannt sei. Die Beso nderheit des eingereichten Zeitungsartikels und des Fernsehberichts bestehe darin, dass ein Foto des Beschwerdeführers gezeigt werde. Es sei offensichtlich, dass die j e- menitischen Behörden wegen ihm in das Elternhaus eingedrungen und seinen Bruder M._______ entführt hätten. Zudem stelle dieser Vorfall nicht den ersten Übergriff auf die Familie des Beschwerdeführers seitens der Sicherheitskräfte dar. Hinsichtlich der zum fraglichen Vorfall eing e- reichten Beweismittel ist jedoch festzustellen, dass diese den D arstellun- gen des Beschwerdeführers anlässlich der summarischen Befragung im EVZ F._______ zum Aufenthaltsort des in Frage stehenden Bruders wi- dersprechen. So gab er dort zu seinem Bruder M._______ an, dieser lebe in N._______ (vgl. act. A4/11 S. 5), weshalb M._______ – folgt man den eigenen Aussagen des Beschwerdeführers – gar nicht entführt worden sein kann, zumal sich in den Akten keinerlei Hinweise befinden und auch nicht geltend gemacht wird, dass M._______ in der Zwischenzeit nach Jemen zurückgekehrt wäre. Zudem wird im Artikel der Zeitung (...) in tat- sachenwidriger Weise angeführt, dass es sich beim (...) um einen Montag gehandelt haben soll. Sodann ist auf der eingereichten Zollerklärung – diese soll die an den Beschwerdeführer geschickte Zeitung betr effen – von blossem Auge zu erkennen, dass der ursprüngliche und aus dem Jahre (...) stammende Aufgabestempel von Hand überschrieben und mit dem Datum vom (...) versehen wurde. Zudem erklärte der Beschwerd e- führer im Rahmen der Anhörung von sich aus, dass d ie Behörden in se i- ner Heimat bestechlich seien und man für Geld dort alles machen lassen könne (vgl. act. A13/16 S. 2). Den erwähnten Beweismitteln kann somit insgesamt kein rechtserheblicher Beweiswert zuerkannt werden. An di e- ser Einschätzung vermag auch das mit Eingabe vom 29. Mai 2013 einge- reichte Schreiben des Vaters des Beschwerdeführers, in welchem dieser mitteilt, dass das Haus unter behördlicher Beobachtung stehe und auch schon durchsucht worden sei, da er (der Beschwerdeführer) von der Pol i- zei gesucht werde, nichts zu ändern, da es angesichts obiger Ausführu n- gen als blosses Gefälligkeitsschreiben qualifiziert werden muss. 4.4 Weiter machen die Beschwerdeführenden subjektive Nachfluchtgrü n- de betreffend den Beschwerdeführer geltend, da dieser in der Schwe iz mehrere regimekritische Artikel geschrieben und auch an Kundgebungen teilgenommen habe. Ausserdem bestätige die K._______, dass der B e- schwerdeführer eine wichtige Rolle bei der Organisation habe und inne r-D-2985/2013 Seite 18 halb derselben für die Jugend zuständig sei. Der Beschwerdeführer habe deswegen eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung durch die jemeni- tischen Behörden zu gewärtigen. Zum Beleg dieser Vorbringen reichten sie (Nennung Beweismittel) (vgl. Bstn. C., D., G. , I., J. und L. oben) zu den Akten. Es stellt sich demnach die Frage, ob der Beschwerdeführer aufgrund dieser exilpolitischen Aktivitäten in seiner Heimat flüchtling s- rechtlich relevante Verfolgung zu befürchten hätte. 4.4.1 Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer unter sei- nem eigenen Namen fünf regimekritische Artikel zur Situation i n Südje- men verfasst haben soll, welche im (Nennung Daten) auf verschiedenen Internetseiten ver öffentlicht w orden seien. Weiter nahm er den eing e- reichten Fotos entsprec hend an verschiedenen Kundgebungen für die Unabhängigkeit Südjemens teil. Zudem sei er gemäss der Bestätigung der K._______ vom (...) aktiv bei der en Schweizer Sektion und dort in- nerhalb der Organisation Verantwortlicher für die Jugend. Bezüglich der Bestätigung der K._______ vom (...) ist zunächst festzuhalten, dass di e- ses vorliegend als blosses Gefälligkeitsschreiben gewertet werden muss, soweit der Beschwerdeführer darin als politisch aktiv für die Bewegung des Südens bezeichnet wird, zumal er anlässlich der Anhörung selber an- führte, er sei nicht Mitglied einer politischen Partei gewesen und sie hä t- ten ihre Aktivitäten unabhängig von einer Parteizugehörigkeit entfaltet (vgl. act. A13/16 S. 4). Dementsprechend sind auch bezüglich der weit e- ren Feststellungen in dieser Bestätigung zur angeblichen Festnahme und der anschliessend erlittenen Folter infolge seines politischen Engag e- ments überwiegende Zweifel anzubringen. Ungeachtet dessen sind dem dargestellten Engagement des Beschwerdeführers die in den Ziffern 4.4.2 – 4.4.3 aufgeführten Feststellungen entgegenzuhalten: 4.4.2 Bei der K._______ handelt es sich um eine im Jahre (...) in (...) ge- gründete Organisation von Südjemeniten im Exil, die in erster Linie au s- serhalb Jemens aktiv ist und die Losl ösung und Unabhängigkeit Südj e- mens vom jemenitischen Staat anstrebt. Es bestehen konkrete Anzeichen dafür, dass die Aktivitäten dieser Organisation in der Vergangenheit durch die Behörden Jemens überwa cht wurden. Aus diesem Grund kann nicht ausgeschlossen werden, dass besonders aktive Mitglieder der K._______ beziehungsweise deren Führungsmitglieder bei einer Rückkehr nach Je- men von Seiten der jemenitischen Behörden Nachteile zu gewärtigen h a- ben. Indes ist angesichts der politischen Umstrukturierung und der schwachen Kontrolle der Zentralregierung fraglich, inwieweit diese aktuell gewillt beziehungsweise in der Lage ist, exilpolitische Aktivitäten umfa s-D-2985/2013 Seite 19 send zu überwachen. Abgesehen davon reicht der Umstand, wonach die jemenitischen Behörden im Ausland politi sierende Personen überwacht, für sich allein genommen nicht aus, eine begründete Verfolgungsfurcht zu konstituieren. Vielmehr müssen zusätzlich konkrete Anhaltspunkte – nicht lediglich abstrakte oder rein theoretische Möglichkeiten – dafür vorliegen, dass der Beschwerdeführer tatsächlich das Interesse der jemenitischen Behörden auf sich gezogen respektive als regimefeindliches Element na - mentlich registriert wurde. 4.4.3 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer vorliegend keinen Bekanntheitsgrad erreicht, bei dem angenommen werden müsste, dass er die besondere Aufmerksamkeit der jemenitischen Behörden erregt hat und diese ihn als Gefährdung für das Regime betrachten könnten. Wie vorstehend erwähnt (vgl. E. 4.3.1 – 4.3.2), haben sich die von den Beschwerdeführenden vor- gebrachten Vorfluchtgründe als unglaubhaft erwiesen und demnach kann eine Registrierung des Beschwerdeführers als regimefeindliche Person vor seiner Ausreise ausgeschlossen werden. Seine Vorbringen und die diesbezüglich ins Recht gelegten Unterlagen lassen zudem auf ein bloss niederschwelliges exilpolitisches Engagement schliessen. Zwar wurden die im Internet veröffentlichten Beiträge, die von ihm verfasst worden sein sollen, teilweise unter seinem eigenen Namen publiziert und auch mit seinem Foto unterlegt, weshalb diesbezüglich gewisse Rückschlüsse auf seine Identität möglich sind. Aufgrund der Aktenlage liegen aber trotzdem insgesamt keine hinreichenden Anhaltspunkte für die Annahme vor, das Engagement de s Beschwerdeführers würde dasjenige vieler seiner Landsleute im Exil deutlich übersteigen und er hätte sich dadurch mas s- gebend exponiert. An dieser Einschätzung ändert auch der Umstand nichts, dass er Verantwortlicher innerhalb der K._______ in Angelegen- heiten der Jugend sei, da es sich dabei nicht um eine hochrangige Posit i- on innerhalb dieser Organisation handelt und in Ermangelung konkreter Angaben auch nicht näher ersichtlich ist, in welcher Form und in welchem Umfang er sich diesbezüglich eingesetzt haben soll. Insgesamt besteht nach dem Gesagten keine überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür, dass seitens der jemenitischen Behörden aktuell ein Verfolgungsinteresse a m Beschwerdeführer wegen seiner exilpolitischen Tätigkeiten – und mithin auch an der Beschwerdeführerin – besteht. In diesem Zusammenhang ist anzuführen, dass eine generelle Verfolgungsgefahr für Befürworter eines unabhängigen Südens zurzeit nicht vorhanden ist (vgl. Urteil des BVGer D-942/2013 vom 8. Mai 2014 E. 7 .4 m.w.H.), zumal in Jemen Zehnta u- sende für die Unabhängigkeit des Südens demonstrieren. D-2985/2013 Seite 20 4.5 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwer- deführenden aufgrund ihrer Ausreise aus Jemen und der Asylbeantr a- gung in der Schweiz bei einer Rückkehr in ihre Heimat keine asylrechtlich relevanten Nachteile zu befürchten haben. 4.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die we i- teren Ausführungen in der Beschwerde und die im Beschwerdeverfahren eingereichten weiteren Beweismittel zu r Situation im Süden des Landes respektive im Heimatdorf des Beschwerdeführers im Einzelnen einzug e- hen, weil sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Unter Berücksic h- tigung der gesamten Umstände folgt, dass die Beschwerdeführenden kei- ne Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen kon n- ten. Das Bundesamt hat daher zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG verneint. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 5.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrech t- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502 ; 2009/50 E. 9 S. 733; 2008/34 E. 9.2 S. 510). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in D-2985/2013 Seite 21 den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder S trafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Nonrefoulement nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Deren Rückkehr nach Jemen ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführen- den noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass si e für den Fall einer Ausschaffung nach Jemen dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten sie eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmensc h- liche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi g e- gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind jedoch nicht erfüllt. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Jemen lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen. D-2985/2013 Seite 22 6.2.3 Was die in den eingereichten medizinisch en Unterlagen diagnost i- zierten und ärztlich behandelten (Nennung Erkrankung) der Tochter C._______ und die psychischen Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin betrifft, so kann gemäss der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegwe i- sung eines abgewiesenen Asylsuc henden mit gesundheitlichen Probl e- men im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des E GMR). Vorliegend können solche ganz ausserg e- wöhnlichen Umstände („very ex ceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer kurzen Le benserwartung aufseiten des an AIDS e rkrankten Auszuweisenden erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Leiden hinzukam, hinlän g- lich ausgeschlossen werden (vg l. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f.; 2009/2 E. 9.1.3). 6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürg erkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländer innen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Hinsichtlich der allgemeinen Lage in Jemen ist festzustellen, dass eine dauerhafte, echte Beruhigung des innerpolitischen Konflikts nach der Wahl des neuen Präsidenten am 21. Februar 2012 nach wie vor nicht ge- sichert ist. Nach dem Vorrücken der Huthi -Rebellen auf die Hauptstadt Sanaa trat die im Jahre 2012 gebildete Übergangsregierung zurück. Nach Abschluss eines Friedensabkommens am 21. September 2014 zwischen führenden Politikern Jemens und Anführern d er Huthi -Rebellen ist die weitere Entwicklung in politischer Hinsicht ungewiss. Es herrscht indes- sen aktuell weder eine landesweite Bürgerkriegssituation noch eine Situa- tion allgemeiner Gewalt, weshalb in dieser Hinsicht der Wegweisungsvoll- zug nicht unzumutbar erscheint. D-2985/2013 Seite 23 6.3.2 In individueller Hinsicht ist festzustellen, dass trotz der schwierigen Existenzbedingungen für die Mehrheit der Bevölkerung – der Grossteil der Bevölkerung lebt am oder unter dem Existenzminimum – aufgrund der positiven Faktoren zugu nsten der Beschwerdeführenden in casu ke i- ne Gründe ersichtlich sind, die gegen die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs sprechen. So verfügen die Beschwerdeführenden an ihrem letzten Wohnort D._______ sowie an anderen Orten ihrer Heimat mit i h- ren jeweiligen Eltern und Geschwistern über ein grosses soziales Bezi e- hungsnetz, das ihnen bei einer Rückkehr nach Jemen eine Stütze und bei der Reintegration eine wichtige Hilfe sein wird (vgl. act. A4/11 S. 5, A5/11 S. 5). Der Beschwerdeführer verfügt weiter über langjährige Berufserfah- rungen als (Nennung Tätigkeit) (vgl. act. A 4/11 S. 5) und offensichtlich über einige finanzielle Mittel, zumal es ihm den Akten zufolge offenbar problemlos möglich war, sich für die Ausreise gefälschte Pässe zu b e- schaffen und mit Hilfe seines Schwagers den Schlepper für die Organisa- tion der Ausreise zu finanzieren (vgl. act. A13/16 S. 2 und 13) . Es dürfte den Beschwerdeführenden daher mit Hilfe ihrer Familie nangehörigen ge- lingen, ihre wirtschaftliche Existenz in der Heimat (erneut) zu si chern. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansä s- sige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, wie beispielsweise Wo h- nungsnot oder ein schwieriger Arbeitsmarkt, begründen zudem in der Re- gel für sich allein noch keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG (vgl. BVGE 2010/41 E.8.3.6 S. 591 f.). 6.3.3 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen be- legten gesundheitlichen Beschwerden von C._______ ist Folgendes zu erwägen: Gründe ausschliesslich medizinisc her Natur lassen den We g- weisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich . Entsprechen ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, so b e- wirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenüge n- de Möglichkeit der Weiterbehandlung eine drastische und lebensbedr o- hende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.2 und 8.3 S. 1002 ff.; 2009/2 E. 9.3.2 S. 21 m.w.H.). Vorliegend sind unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine stich- haltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer med izinischen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. So kann den Akten und den eingereichten medizinischen Unterlagen (Nennung B e-D-2985/2013 Seite 24 weismittel) entnommen werden, dass C._______ infolge (Nennung Gebrechen) am (...) operiert wurde. Gemäss (Nennung Arztbericht inkl. Resultat nach Operation und Therapie) . Da C._______ mittlerweile (...) Jahre alt ist, ist von einem Abschluss der (Nennung Therapie und Ko n- trollmassnahme) auszugehen. Gemäss diesen Ausführungen benötigt C._______ derzeit offenbar keine we iteren medizinischen Massnahmen; es wird lediglich darauf hingewiesen, dass sie im Alter von (...) Jahren, d.h. im (...) (Nennung weitere Kontrollmassnahme) benötigen wird. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass C._______ bei einer Rückkehr nach Jemen mit einer existenziellen Notlage konfrontiert wäre. Selbst wenn die Beschwerdeführenden die für die Weiterbehandlung von C._______ in ih- rer Heimat benötigte (Nennung Kontrollmassnahme) in Ermangelung e i- nes entsprechenden Gerä tes nicht durchführen lassen könnten, würde dies angesichts der oben erwähnten Ausführungen im (Nennung B e- weismittel) noch keine drastische und lebensbedrohende Verschlecht e- rung des Gesundheitszustandes für C._______ nach sich ziehen. Auch widerspricht dieser Bericht den Ausführungen der Beschwerdeführenden in ihrer Eingabe vom 29. Mai 2013, wonach C._______ noch sehr lange eine Behandlung in der Schweiz benötige, deutlich. 6.3.4 In Bezug auf die Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass das vor- zeitige Ende der S chwangerschaft im (...), so tragisch dieser Vorfall für sie auch gewesen sein muss, den Wegweisungsvollzug aus ge - sundheitlichen Gründen nicht als unzumutbar erscheinen zu lassen ver- mag. Mit Eingabe vom 24. Juli 2014 wurde ein die Beschwerdeführerin betre f- fender Arztbericht vom (...) eingereicht, wonach sie wegen einer Ve r- schlechterung ihres psychischen Zustandes seit (Nennung Behandlungs- zeitpunkt) sei. (Darstellung Anamnese) . Gemäss öffentlich zugänglichen Quellen gibt es beispielsweise in D._______ eine psychiatrische Einrichtung im (...) Spital. Daneben gibt es Programme von Médecins Sans Frontières zur Behandlung von psych i- schen Erkrankungen. Dem eingereichten Arztbericht ist nicht zu entne h- men, die Beschwerdeführerin bedürfe einer Be treuung, die nur in der Schweiz gewährleistet wäre. Aus dem Bericht ergibt sich auch nicht, die Beschwerdeführerin benötige Medikamente. Es ist ihr somit möglich, im Bedarfsfall die in ihrer Heimat bestehenden Strukturen in Anspruch zu nehmen. Eine konkrete Gefährdung ist deshalb zu verneinen. D-2985/2013 Seite 25 6.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung ins- gesamt als zumutbar. 6.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden , sich bei der z u- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwend i- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der We g- weisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt sowie den rechtserheblichen Sachverhalt ric h- tig und vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde i st abzuweisen. 8. Die Beschwerdeführenden ersuch ten um die Gewährung der unentgeltl i- chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Danach kann die Beschwerdeinstanz eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreien, so- fern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Es ist von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführenden auszugehen. Auch können die Begehren der Beschwerde nicht insgesamt als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit gutzuheissen , weshalb keine Verfahrens- kosten aufzuerlegen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-2985/2013 Seite 26 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: