Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: RT210133-O/U Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie Gerichtsschreiber MLaw D. Tschanz Urteil vom 4. November 2021 in Sachen Gemeinde Winterthur, Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin vertreten durch Amt für Jugend und Berufsberatung gegen A._____, Gesuchsgegner und Beschwerdegegner betreffend Rechtsöffnung Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 15. April 2021 (EB210029-H) - 2 - Erwägungen: 1. Sachverhalt und Prozessverlauf 1.1. Der Gesuchsgegner und Beschwerdegegner (fortan Gesuchsgegner) wur- de mit (unbegründetem) abgeändertem Scheidungsurteil des Bezirksgerichts Win- terthur vom 13. Mai 2011 wie folgt zur Leistung von Kinder - und Volljährigenun- terhalt an seinen am tt.mm 2001 geborenen (vgl. Urk. 3) und damit mittlerweile volljährigen Sohn B._____ (fortan B._____) verpflichtet (Urk. 4/2 S. 2 f. Dispositiv- Ziffer 1.4): "1. […] 4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten an die Kosten des U n- terhalts und der Erz iehung des Sohnes B._____, geb. tt.mm 2001, einen monatlichen Beitrag zahlbar monatlich im Voraus wie folgt zu entrichten: - […] - Fr. 700.– (zzgl. allfällige Kinderzulagen) ab 1. Mai 2012 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, auch über die Mündigkeit hinaus, solange der Sohn in deren Haushalt lebt oder keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zah- lungsempfänger bezeichnet. […] 'Dieser Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsu- mentenpreise des Bundesamtes für Statistik zum Stande von Ende April 2011. Sie werden jeweils mit Wirkung ab 1. Februar jeden Jahres der seit Ende April eingetretenen Indexveränderung nach folgender Formel angepasst, erstmals per 1. Februar 2012: Neuer Unterhaltsbeitrag = Unterhaltsbeitrag gemäss Scheidungsurteil x Indexstand Ende Vorjahr Indexstand Ende April 2011' " 1.2. Mit Entscheiden vom 19. Dezember 2019 (Urk. 4/6) bzw. 5. August 2020 (Urk. 4/7) der Gemeinde Winterthur, hier vertreten durch das Amt für Jugend und Berufsberatung, Bezirke Andelfingen und Winterthur Alimente und KKBB (G e- suchstellerin und Beschwerdeführerin, fortan Gesuchstellerin), wurden B._____ für die Periode von Januar 2020 bis September 2020 Unterhaltsbeiträge im U m- fang von monatlich Fr. 846.90 und für Oktober 2020 bis Dezember 2020 von Fr. 796.95 bevorschusst. Gemäss der Zahlungsaufstellung der Gesuchstellerin (Urk. 4/5) blieb der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin für die Monate Januar bis - 3 - Dezember 2020 insgesamt Unterhaltsbeiträge in Höhe von Fr. 5'812.95 schuldig (6 Monate à Fr. 146.90 [Januar bis und mit Juni; Teilzahlungen von Fr. 700.–], 3 Monate à Fr. 846.90 [Juli bis September] sowie 3 Monate à Fr. 796.95 [Oktober bis Dezember]). Die Gesuchstellerin ist von B._____ für das Inkasso der Unter- haltsbeiträge bevollmächtigt (Urk. 3). 1.3. Mit Zahlungsbefehl vom 15. Dezember 2020 betrieb die Gesuchstellerin den Gesuchsgegner im Umfang von Fr. 5'812.95 nebst Zins zu 5 % seit genann- tem Datum für bevorschusste Unterhaltsbeiträge. Ge gen den Zahlungsbefehl er- hob letzterer Rechtsvorschlag (Urk. 4/1 S. 2). In der Folge ersuchte die Gesuc h- stellerin das Einzelgericht im summarischen Verfahren am Bezi rksgericht Pfäffik- on (Vorinstanz) mit Eingabe vom 24. Februar 2021 um Rechtsöffnung für den in Betreibung gesetzten Betrag nebst Zins und Betreibungskosten (Urk. 1). Die Vo- rinstanz führte am 15. April 2021 eine mündliche Verhandlung durch und gab den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme (Art. 253 ZPO; VI-Prot. S. 4 ff.). 1.4. Mit Urteil vom 15. April 2021 wies die Vorinstanz das Rechtsöffnungsge- such in der Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes Mittleres Tösstal (Zahlungs- befehl vom 15. Dezember 2020) für bevor schusste Unterhaltsbeiträge von Fr. 5'812.95 nebst Zins und Kosten ab; die Kosten wurden der Gesuchstellerin auferlegt (Urk. 10 = Urk. 13). 1.5. Gegen dieses ihr am 15. Juli 2021 zugestellte Urteil (vgl. Urk. 17/14/1) reichte die Gesuchstellerin am 22. Juli 2021 Beschwerde ein mit folgenden Anträ- gen (Urk. 12 S. 1): "1. Es sei der Entscheid des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 15. April 2021 aufzuheben. 2. Es sei der Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. 1 des Betrei- bungsamtes Mittleres Tösstal (Zahlungsbefehl vom 15. Dezember 2020) definitive Rechtsöffnung zu erteilen für den Betrag von CHF 5812.95 nebst Zins zu 5 % seit dem 15. Dezember 2020. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwer- degegners." Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-11 und Urk. 17/14/1-3). Mit Verfügung vom 5. August 2021 wurde der Gesuchstellerin für die zweitinstanzl i-- 4 - chen Gerichtskosten ein Vorschuss von Fr. 450.– auferlegt (Urk. 15), welcher am 11. August 2021 fristgerecht einging (Urk. 16). Der Gesuchsgegner reichte innert der ihm mit Verfügung vom 18. August 2021 angesetzten Frist keine Beschwer- deantwort ein (Urk. 18); die entsprechende Sendung wurde mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert (Urk. 19). Auf telefonische Bitte des Gesuchsgegners vom 19. Oktober 2021 hin, wurde ihm eine Kopie dieser Verfügung zur Kenntnis- nahme zugesandt mit dem Hinweis, dass dies ohne Einfluss auf den Fristenlauf bleibe (Urk. 20/1-2). 1.6. Die Zustellungsfiktion nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO bewirkt, dass eine Postsendung am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellversuch als zugestellt gilt, wenn die eingeschriebene Sendung (hier Urk. 18) nicht abgeholt wird, sofern der Adressat mit einer solchen rechnen musste. Bei einem hängigen Verfahren, also während des bestehenden Prozessrechtsverhältnisses, ist dies in der Regel anzunehmen (ZK ZPO-Staehelin, Art. 138 N 9). So auch hier: Mit dem Entscheid vom 15. April 2021 wurde das vorinstanzliche Verfahren zwar abgeschlossen (unten E. 2.2) und dem Gesuchsgegner konnten im vorliegenden Rechtsmittelverfahren bisher keine Dokumente nachweislich z u- gestellt werden; die Bestätigung des Beschwerdeeingangs (Urk. 14) und die Ver- fügung vom 5. August 2021 (Urk. 15) wurden ihm praxisgemäss weder per Ei n- schreiben mit Empfangsschein noch als Gerichtsurkunde zugesandt. Jedoch ging dem Gesuchsgegner der vorinstanzliche Entscheid vom 15. April 2021 im zweiten Zustellversuch zu (vgl. Urk. 17/14/2). Aus dem Dispositiv des Entscheides war für den Gesuchsgegner ohne Weiteres ersichtlich, dass der Entscheid der Vorinstanz mit Beschwerde (Art. 319 ff. ZPO) angefochten werden kann. Von einer Anfec h- tung des Entscheids konnte der Gesuchsgegner in der vorliegenden Ausgangsl a- ge auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkei t ausgehen; folglich musste er mit der Zustellung von weiteren Gerichtsdokumenten rechnen. D amit greift die Z u- stellfiktion; dem steht auch die bundesgerichtliche Rechtsprechung (zumindest) nicht entgegen (vgl. BGE 130 III 396 E. 1.2.3 und BGer 5A_710/2010 vom 28. Januar 2011, E. 3 [betreffen je den Wechsel vom betreibungsamtlichen B e- treibungs- zum gerichtlichen Rechtsöffnungsverfahren]; BGE 138 III 225 [betrifft - 5 - Wechsel vom betreibungsamtlichen Konkursbetreibungs - zum gerichtlichen Ko n- kurseröffnungsverfahren]). Nach dem Dargelegten ist das Verfahren androhungs- gemäss (Urk. 18 S. 2 Dispositiv -Ziff. 1) ohne Beschwerdeantwort fortzuführen (Art. 147 ZPO). 1.7. Weitere prozessuale Anordnungen oder Eingaben sind nicht erfolgt. Das Verfahren ist spruchreif. 2. Prozessuales 2.1. Die Rechtsmittelvoraussetzungen sind erfüllt: Die Beschwerde der vor Vor- instanz unterlegenen und deshalb zur Rechtsmittelerhebung legitimierten G e- suchstellerin richtet sich gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid, gegen den die Berufung unzulässig ist (Art. 319 lit. a i.V.m. Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO). Sie wurde form - und fristgerecht erhoben ( Art. 321 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 251 lit. a ZPO, Art. 142 f. ZPO; Urk. 12), und der einverlangte Kostenvorschuss ging rechtzeitig ein (Urk. 15 und Urk. 16). Unter dem Vorbehalt rechtsgenügender B e- gründung (dazu nachstehend, E. 2.2) ist auf die Beschwerde einzutreten. Der B e- schwerdeentscheid kann aufgrund der Akten ergehen (Art. 327 Abs. 2 ZPO). 2.2. Das Beschwerdeverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Verfahrens dar. Sein Zweck beschränkt sich darauf, den erstinstanzlichen Ent- scheid auf bestimmte, in der Beschwerde zu beanstandende Mängel hin zu über- prüfen. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offensicht- lich unrichtige Feststellun g des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). In der schriftlichen Beschwerdebegründung (Art. 321 Abs. 1 ZPO) ist hi n- reichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den an- gefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist, d.h. an einem der genann- ten Mängel (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts) leidet. Das setzt (im Sinne einer Eintretensvoraussetzung) vo- raus, dass die beschwerdeführende Partei die vorinstanzlichen Erwägun gen be- zeichnet, die sie anficht, sich inhaltlich konkret mit diesen auseinandersetzt und mittels präziser Verweisungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden B e- hauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus - 6 - welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Beschwerdegrund ergeben soll (vgl. BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3; BGer 5D_65/2014 vom 9. September 2014, E. 5.4.1; BGer 5A_488/2015 vom 21. August 2015, E. 3.2, je mit Hinweisen auf BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Dabei sind neue Anträge, neue Tat- sachenbehauptungen und neue Beweismittel (zum Nachweis des gerügten Man- gels) ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Was in der Beschwerde nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungs- anforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmi t- telinstanz nicht überprüft zu werden und hat grundsätzlich Bestand. Die B e- schwerdeinstanz ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht gehalten, von sich aus wie eine erstinstanzliche Gerichtsbehörde alle sich stellenden tatsächl i- chen und rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn keine entsprechenden Rügen der Parteien vorliegen. Das gilt zumindest insoweit, als ein Mangel nicht geradezu ins Auge springt. Abgesehen von dieser Relativierung gilt aber auch im B e- schwerdeverfahren der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 57 ZPO; "iura novit curia"). Die Beschwerdeinstanz ist deshalb weder an die in den Parteieingaben vorgetragenen Argumente noch an die Erwägungen der Erstinstanz gebunden. Sie kann die Beschwerde auch aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen oder mit einer von der Argumentation der Erstinstanz abweichenden Begründung abweisen (sog. Motivsubstitution; vgl. BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21, N 39 ff.; KUKO ZPO -Oberhammer, Art. 57 N 2). In diesem Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit dies für die Ent- scheidfindung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88; BGE 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41). 3. Materielles 3.1. Vorbemerkung Soweit in den Parteivorbringen oder im vorinstanzlichen Entscheid von einer "Leh- re als Koch EBA" (vgl. Urk. 13 S. 5 E. 2.3) oder "Hilfskoch" (vgl. VI -Prot. S. 4) die Rede ist, wird der Terminologie des Gesetzgebers (unten E. 3.5.4) und dem G e- schlecht von B._____ folgend fortan für die Attestlehre der Begriff "Küchenange-- 7 - stellter EBA" verwendet (siehe auch https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=5724). 3.2. Entscheid der Vorinstanz Die Vorinstanz erwog zunächst, das Urteil des Bezirksgerichts Winter thur vom 13. Mai 2011 (Urk. 4/2) bilde einen definitiven Rechtsöffnungstitel im Sinne von Art. 80 SchKG (Urk. 13 S. 4 E. 1.7). Sie hielt auch dafür, dass die Lehre als K ü- chenangestellter EBA nicht gleichwertig mit einem Abschluss als "Koch/Köchin mit Eidge nössischem Fähigkeitszeugnis " (fortan Koch EFZ) sei (Urk. 13 S. 9 E. 3.12). Es könne jedoch nicht leichthin angenommen werden, der Gesuchsgegner sei damit einverstanden gewesen, dass B._____ im August 2020 die Lehre als Koch EFZ wieder aufnehme, nachdem er diese zunächst aufgrund schulischer Schwi e- rigkeiten abgebrochen und dann im Juli 2020 eine Attestlehre als Küchenange- stellter EBA erfolgreich beendet habe. Zwar entstehe anhand der Parteivorbri n- gen der Eindruck, dass der ursprüngliche Ausbildungsplan eine Ausbildung als Koch EFZ vorgesehen habe. Nachdem B._____ aber eine erste Kochlehre abge- brochen und der Gesuchsgegner darauf und auf die Aufnahme der Lehre als Kü- chenangestellter EBA keinen Einfluss gehabt bzw. erst im Nachhinein davon er- fahren habe, könne ab Abbruch der ersten Lehre nicht mehr von einem gemei n- samen Ausbildungsplan ausgegangen werden (zum Ganzen Urk. 13 S. 8 ff. E. 3.9–3.13). Ausserdem sei dem Gesuchsgegner aufgrund des unbestritten ge- bliebenen Kontaktabbruchs die Zahlung von Volljährigenu nterhalt unzumutbar. Der Gesuchsgegner vermöge damit zu beweisen, dass die Resolutivbedingung des zugrundeliegenden Rechtsöffnungstitels erfüllt sei. Entsprechend müsse das Rechtsöffnungsgesuch abgewiesen werden (Urk. 13 S. 10 E. 3.14 und 3.15). - 8 - 3.3. Legitimation und Rechtsöffnungstitel Dass die Gesuchstellerin einen (angeblichen) Rückerstattungsanspruch auf pr o- zessualem Wege geltend machen kann, wird ( auch) von den Parteien zu Recht nicht in Frage gestellt (vgl. Art. 289 Abs. 2 ZGB). Die Gesuchstellerin stützt ihr Rechtsöffnungsbegehren auf das Urteil des Bezirk s- gerichts Winterthur vom 13. Mai 2011. Das Rechtsöffnungsgericht prüft aufgrund der Angaben der Parteien und der von ihnen eingereichten Unterlagen von Amtes wegen, ob ein Rechtsöffnungstitel, die sog. drei Identitäten sowie die Prozessv o- raussetzungen vorliegen (BGE 142 III 720 E. 4.1; BSK SchKG I-Staehelin, Art. 84 N 50; KUKO SchKG -Vock, Art. 84 N 18). Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass mit dem soeben genannten Urteil die Voraussetzungen an einen Rechtsöff- nungstitel erfüllt sind; es kann auf ihre Ausführungen verwiesen werden (Urk. 13 S. 2 ff. E. 1). Auch seitens der Parteien blieb vor Vorinstanz unbestritten, dass mit dem Entscheid des Bezirksgerichts Winterthur ein definitiver Rechtsöffnungstitel nach Art. 80 Abs. 1 SchKG vorliegt. 3.4. Zumutbarkeit 3.4.1. Die Gesuchstellerin ist der Auffassung, dass die Vorinstanz ihre Kognit i- onsbefugnis überschritten habe, indem sie den Anspruch auf Unterhaltszahlungen (auch) mit der Begründung verneint habe, dass diese zu leisten für den Gesuchs- gegner unzumutbar seien. B._____ habe bereits vor Jahren ohne ersichtlichen Grund die Beziehung zum Gesuchsgegner abgebrochen. Die Frage nach der Zumutbarkeit von Unterhaltszahlungen sei nicht vom Rechtsöffnungsgericht, son- dern allenfalls im Rahmen einer Abänderungsklage zu prüfen. Dementsprechend habe sie auch auf Anmerkungen vor Vorinstanz in diesem Zusammenhang ver- zichtet; der fehlende Kontakt könne ohnehin nicht B._____ alleine angelastet werden (Urk. 12 Ziff. 3 S. 4 f.). 3.4.2. Soweit die Vorinstanz unter Hinweis auf einen für das Rechtsöffnungsver- fahren nicht einschlägigen Artikel zum Volljährigenunterhalt (Urk. 13 S. 10 E. 3.13 mit Verweis auf Rizvi, Anmerkungen zum Volljährigenunterhalt, AJP 05/2021 - 9 - S. 567 ff.) die Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an B._____ für den Gesuchs- gegner al s nicht mehr zumutbar erachtet und gestützt darauf das Rechtsöf f- nungsgesuch abweist, beanstandet dies die Gesuchstellerin zu Recht. Die Zumutbarkeit nach Art. 277 Abs. 2 ZGB beschlägt eine Rechtsfrage (BGer 5A_129/2019 vom 10. Mai 2019, E. 2.2). Fragen nach der Zumutbarkeit zur Lei s- tung von Unterhaltbeiträgen sind Umstände, welche nicht im Rechtsöffnungsver- fahren, sondern im Rahmen einer Abänderungsklage gestützt auf Art. 286 Abs. 2 ZGB geltend zu machen gewesen wären (BGer 5A_204/2017 vom 1. März 2018, E. 2.5). Weil aber die Vorinstanz das Rechtsöffnungsgesuch nicht nur mit dieser nicht haltbaren Begründung abwies (vgl. Urk. 13 S. 9 f. E. 3.13), vermag die be- rechtigte Rüge den vorinstanzlichen Entscheid (noch) nicht zu Fall zu bringen; es sind mithin die Weiteren für den Entscheid relevanten Vorbringen der Gesuchstel- lerin zu prüfen. 3.5. Angemessene Ausbildung und Ausbildungsplan 3.5.1. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid wendet die Gesuchstellerin ein, dass die den Neigungen und Fähigkeiten angemessene Ausbildung für B._____ eine Lehre als Koch EFZ sei. Er habe bereits vor seiner Volljährigkeit diesen A b- schluss angestrebt. Zwar habe er dann seine erste Lehrstelle für eine Kochaus- bildung aufgeben und wegen der schulischen Schwierigkeiten auf eine Attestlehre wechseln müssen. Das bedeute aber nicht, dass er damit den Anspruch auf wei- tere elterliche Unterstützung für sein Berufsziel verloren habe; ein einmaliger Misserfolg führe nicht zum Untergang der elterlichen Unterstützungspflicht. Dass B._____ schliesslich beim gleichen Betrieb eine Lehrstelle als Koch EFZ erhalten habe, zeige, dass er sich für diese Ausbildung eigne bzw. diese seinen Fähigkei- ten entspreche. Der Nachweis, dass die Attestlehre als Küchenangestellter EBA ordentlich abgeschlossen worden sei, sei kein urkundlicher Nachweis dafür, dass es sich dabei um die angemessene Ausbildung handle, die den Fähigkeiten von B._____ entspreche (Urk. 12 Ziff. 3 S. 2 f.). Zwar sei a uch die Vorinstanz offenbar davon ausgegangen, dass ein Attestab- schluss nicht als angemessene Ausbildung betrachtet werden könne. Gestützt da-- 10 - rauf dennoch die definitive Rechtsöffnung für Volljährigenunterhalt mit der B e- gründung zu verweigern, es liege kein ausdrückliches Einverständnis des Ver- pflichteten für die Ausbildung vor, erweise sich als unzulässig. Dass B._____ sein Ziel aufgrund schulischer und persönlicher Schwierigkeiten auf dem Weg über ei- ne Attestlehre Küchenangestellter EBA erreicht habe, bedeute nicht, dass sich an seinem in den Grundzügen bereits vor Volljährigkeit gefassten Ausbildungsplan etwas geändert hätte. Zwar treffe zu, dass bei Volljährigenunterhalt das Kind ge- halten sei, mit den Eltern den Ausbildungs - bzw. den beruflichen Lebensplan zu besprechen. Die Ausbildung sei aber nicht von der Zustimmung der Eltern abhän- gig, die nach Volljährigkeit des Kindes kein Vetorecht hätten. Die Bedingung einer Zustimmung sei auch nicht Teil der Konvention gewesen, welche dem Urteil z u- grunde liege (Urk. 12 Ziff. 3 S. 3 f.). 3.5.2. Gemäss Art. 81 Abs. 1 SchKG wird die definitive Rechts öffnung erteilt, wenn nicht der Betriebene durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass des Entscheids getilgt oder gestundet worden ist, oder die Verjährung anruft. Un- ter dem Begriff "Tilgung" ist nicht nur die Zahlung, sondern jeder auf einem zivi l- rechtlichen Grund beruhende Untergang der Forderung wie Schulderlass, Ver- rechnung oder Eintritt einer Resolutivbedingung zu verstehen (BGE 124 III 501 E. 3b; BGE 144 III 193 E. 2.1; Stücheli, Die Rechtsöffnung, Zürich 2000, S. 233). Gerichtliche Urteile u nd gerichtlich genehmigte Vereinbarungen über Unterhalt s- beiträge berechtigen unter den genannten Voraussetzungen zur definitiven Rechtsöffnung. Im Einzelfall kann sich die Erteilung der definitiven Rechtsöffnung als schwierig erweisen, enthalten Unterhalts urteile doch häufig (Resolutiv - )Bedingungen, die künftige Veränderungen der Verhältnisse bereits im Urteil vor- wegnehmen. Besteht eine solche Bedingung, dass sich die Unterhaltsleistungen bei Eintritt eines bestimmten Ereignisses verändern, hat derjenige, der daraus Rechte ableitet, den Eintritt dieses Ereignisses durch Urkunden zu beweisen. Er- forderlich ist der strikte Urkundenbeweis (BGer 5A_331/2017 vom 17. Juli 2017, E. 3.1). Der Urkundenbeweis fällt dann weg, wenn der Gläubiger den Eintritt der Bedingung vorbehaltlos anerkennt oder wenn dieser notorisch ist (BGE 144 III 193 E. 2.2). Den Beweis anzutreten hat in der Regel der Gläubiger für die Umstände, die die Unterhaltsleistungen erhöhen, und der Schuldner für die - 11 - Umstände, die die Unterhaltsleistungen vermindern oder ganz aufheben (BGer 5A_487/2011 vom 2. September 2011, E. 3.2). Es ist nicht Sache des Rechtsöffnungsgerichts, über heikle materiellrechtliche Fragen oder Ermessensfragen zu befinden (BGer 5D_211/2018 vom 24. Mai 2019, E. 3.1; BGer 5A_869/2011 vom 10. Mai 2012, E. 3.3; vgl. zum Ganzen auch BSK SchKG I-Staehelin, Art. 80 N 45 und BSK SchKG EB-Staehelin, Art. 80 N 45; Stücheli, a.a.O., S. 115 f. und S. 204; OGer ZH RT140078 vom 10.02.2015, E. II.3; OGer ZH RT150171 vom 05.02.2016, E. 6.3.3; OGer ZH RT160113 vom 07.11.2016, E. III.3.4.1). Andernfalls würde der Gläubiger, der sich ein vollstrec k- bares Urteil erstritten hat, durch bloss glaubhaft gemachte Einwendungen des Schuldners gezwungen, seinen Anspruch erneut durch ordentliche Klage durc h- zusetzen, was nicht angehen kann. 3.5.3. Dispositivziffer 1.4 des abgeänderten Scheidungsurteils vom 13. Mai 2011 enthält die resolutive Bedingung der "angemessenen Ausbildung". Der Gesuchs- gegner ist insofern vom Urkundenbeweis befreit, als die Gesuchstellerin anläss- lich der vorinstanzlichen Verhandlung selbs t vorbrachte, B._____ habe die Lehre als Küchenangestellter EBA im Juli 2020 abgeschlossen (Urk. 13 S. 6 E. 3.3; VI- Prot. S. 4 f.). Zu klären bleibt, ob der Gesuchsgegner den urkundlichen Nachweis erbringt, dass die abgeschlossene Lehre als Küchenangestellter EBA eine "an- gemessene Ausbildung" im Sinne des Rechtsöffnungstitels darstellt und damit die Resolutivbedingung erfüllt und die Unterhaltsverpflichtung erloschen ist. Eine solche Prüfung nach dem Wortlaut der Klausel durch das Rechtsöffnungsge- richt erweist sich als unproblematisch. Denn weder wird die gerichtlich genehmi g- te Scheidungsvereinbarung nach dem wirklichen Willen der Vertragsparteien ge- mäss Art. 18 OR hinterfragt und ausgelegt noch eine materiel le Prüfung der ver- einbarten Unterhaltsregelung vorgenommen; auch eine heikle materiell -rechtliche bzw. Ermessensfrage im Sinne der Rechtsprechung liegt nicht vor (vgl. BGer 5A_505/2019 vom 19. Februar 2020, E. 2.6.2; vgl. auch OGer ZH RT180035 vom 26.02.2018, E. 5b)bc, siehe auch vorstehend E. 3.5.2 zweiter Absatz). - 12 - 3.5.4. Gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung des SBFI über die berufliche Grund- bildung Köchin/Koch mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) vom 5. Mai 2009 (SR 412.101.221.06) dauert die berufliche Gr undbildung als Koch EFZ drei Jahre. Inhabern eines Berufsattests Küchenangestellter EBA wird das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet (Art. 2 Abs. 2). Aus dieser gesetzlichen Bestimmung geht hervor, dass die Grundbildung Koch EFZ auch auf der Grun d- bildung Küchenangestellter EBA aufbauen kann. Ein Abgleich mit der Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Küchenangestellte/Küchenangestellter vom tt.mm2004 (SR 412.101.220.07) zeigt denn auch auf, dass sich das Be rufs- bild und der Eins atzbereich dieser beiden Ausbildungen unterscheidet (vgl. je Art. 1). Im Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG) vom 13. Dezember 2002 ist die Dauer der beruflichen Grundbildung auf zwei bis vier Jahre festgesetzt (Art. 17 Abs. 1). Gestützt auf die gesetzlichen Grundlagen kann somit darauf geschlossen werden, dass die abgeschlossene Ausbildung als Küchenangestellter EBA auf- grund des aufgezeigten Anrechnungsmechanismus an die eigentliche Grundbi l- dung keine angemessene Erstausbildung für B._____ darstellt ( so auch OGer ZH RT180035 vom 26.02.2018, E. 5b)bc). Soweit die Vorinstanz dem Ab- schluss der Lehre als Küchenangestellter EBA auf dem Arbeitsmarkt nicht den gleichen Wert wie ein em Abschluss als Koch EFZ beimisst, liegt sie richtig (vgl. Urk. 13 S. 9 E. 3.12). 3.5.5. Dass die Vorinstanz nach dieser richtigen Erkenntnis das Rechtsöffnungs- gesuch gleichwohl abwies, weil der Antritt der Lehre Koch EFZ nach Abschluss der Lehre Küchenangestellter EBA nicht dem ursprünglichen vereinbarten Ausbi l- dungsplan entspreche (Urk. 13 S. 9 f. E. 3.13), ist hingegen nicht vertretbar. Eltern und Kind legen gemeinsam den Plan für eine angemessene Ausbildung fest (vgl. auch Rizvi, a.a.O., S. 569). Ob aber eine Ausbildung diesem Plan ent- spricht, lässt sich hier vom Rechtsöffnungsgericht gestützt auf den Wortlaut des Dispositivs des hier unbegründeten Rechtsöffnungstitels nicht ohne Weiteres be- stimmen, sondern bedürfte der einlässlichen Befassung im Rahmen einer mater i- ell-rechtlichen Prüfung. Existiert nämlich ein solcher Ausbildungsplan, stützt sich - 13 - dieser regelmässig auf stillschweigende oder mündliche und damit nicht urkund- lich (vgl. oben E. 3.5.2) nachweisbare Vereinbarungen; die entsprechenden Vor- bringen der Parteien müssen diesfalls wie hier gewürdigt und gegeneinander ab- gewogen werden. Es liesse sich vor diesem Hintergrund bereits in Frage stellen, ob das Rechtsöffnungsgericht mit der Ermittlung des Ausbildungsplans betraut werden kann, oder ob eine solche Prüfung dessen Kognitionsbefugnis überschrei- tet, was aber hier offenbleiben kann. Jedenfalls gelingt es dem Gesuchsgegner nicht, einen anderweitigen Ausbi l- dungsplan und damit den Eintritt der Resolutivbedingung rechtsgenügend nac h- zuweisen; weitere Einwendungen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 SchKG (Tilgung, Stundung, Verjährung) bringt er nicht vor. Der V ollständigkeit halber ist noch Fo l- gendes anzumerken: Wollte der Gesuchsgegner geltend machen, dass unter den dargelegten Anforderungen an den Nachweis einer Resolutivbedingung dem Missbrauch durch den Unterhaltsberechtigten Tür und Tor geöffnet sei, ist er auf die Möglichkeit hinzuweisen, ggf. materielle Klage auf Feststellung des Eintritts der Resolutivbedingung gemäss Art. 85a SchKG bzw. auf Rückforderung des Be- zahlten (Art. 86 SchKG) erheben zu können. 3.5.6. Die Vorinstanz verletzte Art. 80 und Art. 81 Abs. 1 SchKG, indem sie das Rechtsöffnungsgesuch abwies. Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und das angefochtene Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des B e- zirksgerichts Pfäffikon vom 15. April 2021 aufzuheben. 3.6. Umfang der Rechtsöffnung 3.6.1. Da die Sache spruchreif ist, entscheidet die Beschwerdeinstanz neu (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO). Die gemäss dem Rechtsöffnungstitel monatlich ge- schuldeten Unterhaltsbeiträge von Fr. 700.– sind indexiert (oben E. 1.1 und Urk. 4/2 S. 3 Dispositiv-Ziffer 1.4). Darauf stützt sich auch die Gesuchstellerin bei der Festsetzung der B._____ zu bevorschussenden Unterhaltsbeiträge (z.B. Urk. 4/6 S. 2 lit. c und Urk. 4/7 S. 1 lit. d). Worauf sich aber die Erhöhung der im Rechtsöffnungstitel festgelegten Unterhaltsbeiträge von ursprünglich Fr. 700.– auf nunmehr Fr. 846.90 (seit tt.mm2019, vgl. Urk. 4/6) bzw. Fr. 796.95 (seit - 14 - 1. Oktober 2020, vgl. Urk. 4/7) in rechtlicher Hinsicht stützt und sich rechnerisch herleitet, legt die Gesuchstellerin nicht dar; insbesondere erhellt auch aus den Eingaben nicht, ob die Erhöhung der Unterhaltsbeiträge ausschliesslich auf der Indexklausel fusst und damit nachvollzogen werden könnte; die beigelegten Kon- toauszüge verschaffen hier keine Klärung (Urk. 4/4 und Urk. 4/5). Dem Rechtsöff- nungstitel wiederum sind zwar die rechnerischen Eckdaten zur Anpassung der Unterhaltsbeiträge zu entnehmen, es geht aus d iesem jedoch ni cht hervor, g e- stützt auf welche Basis die Anpassung erfolgen soll. Richtig ist aber auch, dass die Rechtsöffnung (hier für den Teuerungsausgleich) nur zu verweigern ist, wenn sich das vom Sachgericht Gewollte infolge einer un- geschickten Formulierung nicht mit Sicherheit ermitteln lässt (vgl. BGer 5A_204/2017 vom 1. März 2018, E. 2.4.1). Da es sich beim Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) und die darauf gestützte Berechnung von indexierten Unterhaltsbeiträgen um eine gerichtsnotorische Tatsache handelt (vgl. BGer 5A_309/2009 vom 9. Juni 2009, E. 2), kann für die Berechnung der indexierten Unterhaltsbeiträge auf die zeitlich dem Entscheid vom 13. Mai 2011 am nächsten stehende Basis "Dezember 2010" abgestellt werden (= 100 Punkte). Dies ergibt sich auch aus dem handschriftlichen Vermerk "100.80" auf dem Rechtsöffnungst i- tel, welcher dem Indexstand Ende April 2011 auf der "Basis Dezember 2010" ent- spricht (vgl. Urk. 4/2 S. 3 Dispositiv-Ziffer 1.4 am Ende und "Totalindex LIK" auf https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/preise/landesindex- konsumentenpreise/indexierung.assetdetail.19184237.html). Dem Totalindex LIK lässt sich entnehmen , dass die auf der Basis "Dezember 2010" indexierten Unterhaltsbeiträge nach der im Rechtsöffnungstitel festgelegten Berechnungsweise für das Jahr 2020 nicht a nzupassen waren (massgebender Indexstand im Dezember 2019 = 98.9 Punkte; vgl. Urk. 4/2 S. 3 Dispositiv-Ziffer 1.4 am Ende). Es wäre an der Gesuchstellerin gelegen, nachvollziehbar darzul e- gen, worin die Erhöhung der bevorschussten Unterhaltsbeiträge im Verg leich zu den im Rechtsöffnungstitel zugesprochenen b egründet ist und inwiefern dies mit dem Rechtsöffnungstitel zusammenhängt bzw. sich zweifelsfrei aus diesem ergibt. Gestützt auf die Indexklausel im Rechtsöffnungstitel kann für die Periode - 15 - Januar bis und mit Juni 2020 aufgrund der Teilzahlungen des Gesuchsgegner s von monatlich Fr. 700.– für den übersteigenden bevorschussten Betrag von mo- natlich Fr. 146.90 (Fr. 846.90 ./. Fr. 700.– [Teilzahlung], vgl. Urk. 4/5) die Rechts- öffnung nicht erteilt werden; für den Zeitraum Juli bis Dezember 2020 ist gestützt auf den Rechtsöffnungstitel definitive Rechtsöffnung für insgesamt Fr. 4'200.– zu erteilen (6 x Fr. 700.–, vgl. Urk. 4/5). 3.6.2. Die Gesuchstellerin verlangt weiter die Rechtsöffnung für Verzugszinsen von 5 % seit dem 15. Dezember 2020 (Urk. 12 S. 1). Für Verzugszinsen kann auch dann Rechtsöffnung erteilt werden, wenn kein Verzugszins im Urteil ausge- wiesen ist (BSK SchKG I -Staehelin, Art. 80 N 49). Gemäss Scheidungsvereinba- rung sind die Unterhaltsbeiträge jeweils monatlich, zahlbar im Voraus, geschuldet (Urk. 4/2 S. 2 Dispositiv-Ziffer 1.4), womit ein (mittlerer) Verfalltag ohne Weiteres erstellt werden könnte. Ist jedoch ein Schuldner mit der Zahlung von Unterhaltbei- trägen im Verzuge, hat er erst vom Tage der Anhebung der Betreibung an Ver- zugszinse zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 OR). Der Zahlungsbefehl datiert vom 15. Dezember 2020 (vgl. Urk. 4/1), der Gesuchstellerin ist mithin antragsgemäss definitive Rechtsöffnung für den gesetzlichen Zins von 5 % (Art. 104 Abs. 1 OR) seit dem 15. Dezember 2020 zu erteilen (vgl. zum Ganzen BGE 145 III 345). 3.6.3. Zusammenfassend ist der Gesuchstellerin in der Betreibung Nr. 1 des Be- treibungsamtes Mittleres Tösstal (Zahlungsbefehl vom 15. Dezember 2020) def i- nitive Rechtsöffnung für Fr. 4'200.– (6 x Fr. 700.– [bevorschusste Unterhaltsbei- träge Juli bis Dezember 2020 im Umfang des Rechtsöffnungstitels ]) zzgl. Zins zu 5 % seit dem 15. Dezember 2020 zu erteilen. 4. Kosten- und Entschädigungsfolgen 4.1. Gestützt auf den neuen Sachentscheid sind auch die mitangefochtenen Kosten- und Entschädigungsfolgen für das erstinstanzliche Verfahren neu zu r e- geln (vgl. BK ZPO II-Sterchi, Art. 327 N 23). 4.2. Die in der Höhe unangefochten gebliebene erstinstanzliche Entscheidg e- bühr von Fr. 300.– (Urk. 13 S. 10 Dispositiv -Ziffer 2) ist zu bestätigen. Die Pr o-- 16 - zesskosten sind nach Obsiegen und Unterliegen bzw. nach dem Ausgang des Beschwerdeverfahrens neu zu vertei len (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Die G e- suchstellerin obsiegt mit ihrem Beschwerdeantrag zu rund drei Vierteln, dement- sprechend hat der Gesuchsgegner die aus dem geleisteten Kostenvorschuss zu beziehende Entscheidgebühr von Fr. 300.– zu drei Viertel n (Fr. 225.–) und die Gesuchstellerin zu einem Viertel (Fr. 75.–) zu tragen. Der Gesuchsgegner ist zu verpflichten, der Gesuchstellerin den geleisteten Vorschuss im Umfang von Fr. 225.– zu ersetzen. Da die nicht nachgewiesenermassen anwaltlich vertretene Gesuchstellerin die geltend gemachte Umtriebsentschädigung nach Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO (Urk. 1 S. 1) nicht näher substantiiert hat (vgl. BGer 4D_54/2016 vom 2. November 2016, E. 4.2.3), muss ihr eine Parteientschädigung versagt bleiben. Der Gesuchsgegner wiederum hat keinen entsprechenden Antrag gestellt. 4.3. Der Streitwert des Beschwerdeverfahrens beträgt Fr. 5'812.95 (zur Be- rechnung oben E. 1.2). Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist in Anwendung von Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 450.– festzusetzen. Auch die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss zu drei Viertel n dem Gesuchsgegner und zu einem Viertel der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO) . Daran ändert nichts, dass der Gesuchsgegner die B e- schwerde nicht beantwortet und im Beschwerdeverfahren keine Anträge gestellt hat, liegt im vorliegenden Fall doch keine krass falsche Rechtsanwendung im Sinne einer eigentlichen Justizpanne vor, die ein Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Kostenverlegung nach Massgabe des Obsiegens und Unterli e- gens der Rechtsmittel -klägerin ausnahmsweise rechtfertigen wür de (vgl. BGer 4D_69/2017 vom 8. März 2018, E. 6; BGer 5A_932/2016 vom 24. Juli 2017, E. 2.2.4 mit weiteren Hinweisen). Die Kosten sind mit dem von der Gesuchstell e- rin geleisteten Vorschuss zu verrechnen. Der Gesuchsgegner ist zu verpflichten, der Gesuchstellerin den geleisteten Vorschuss im Umfang von Fr. 337.50 (drei Viertel von Fr. 450.–) zu ersetzen. Die Gesuchstellerin als Vertreterin der Gemeinde Winterthur verlangt auch im Be- schwerdeverfahren eine Parteientschädigung (Urk. 12 S. 1). Da es die nicht - 17 - nachweislich anwaltlich vertretene Gesuchstellerin auch hier unterlassen hat, ihre Aufwände zu belegen , besteht kein Anspruc h auf eine Umtriebsentschädigung (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO). Der Gesuchsgegner hat auch im Beschwerdeverfahren keinen Antrag auf eine Parteientschädigung gestellt. Es wird erkannt: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden Dispositiv -Ziffer 1 und 3 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksge- richts Pfäffikon vom 15. April 2021 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt bzw. hinsichtlich dessen Dispositiv-Ziffer 2 und 4 bestätigt: "1. Der Gesuchstellerin wird in der Betreibung Nr. 1 des Betreibungsamtes Mittle- res Tösstal (Zahlungsbefehl vom 15. Dezember 2020) definitive Rechtsöff- nung erteilt für den Betrag von Fr. 4'200.– nebst 5 % Zins seit dem 15. Dezember 2020. 2. […] 3. Die Kosten werden zu drei Vierteln dem Gesuchsgegner und zu einem Viertel der Gesuchstellerin auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der G e- suchstellerin den geleisteten Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 225.– zu ersetzen. 4. […] Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 450.– festgesetzt. 3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden zu drei Vierteln dem Gesuchsgegner und zu einem Viertel der Gesuchstellerin auferlegt und mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet . Der - 18 - Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin den geleisteten Vor- schuss im Umfang von Fr. 337.50 zu ersetzen. 4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigu ngen zuge- sprochen. 5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Gesuchsgegner unter Beilage des Doppels von Urk. 12, und an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmi t- telfrist an die Vorinstanz zurück. 6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen B e- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine verm ö- gensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 5'812.95. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Zürich, 4. November 2021 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Der Gerichtsschreiber: MLaw D. Tschanz versandt am: lm