B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-445/2015 U r t e i l v o m 1 8 . N o v e m b e r 2 0 1 5 Besetzung Richterin Salome Zimmermann (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien A._______, vertreten durch lic. iur. Elisabeth Brüngger, Rechtsanwältin, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössisches Finanzdepartement EFD, Generalsekretariat Rechtsdienst, Vorinstanz. Gegenstand Schadenersatz. A-445/2015 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 5. August 2012 brachte A._______ ihre Westfalenstute «B._______» ausserhalb der normalen Geschäftszeiten in das Schweizerische National- gestüt in Avenches, um sie dort mit dem im Dezember 2011 eingefrorenen Samen eines ihrer Hengste besamen zu lassen. Am 6. August 2012 erfolgte eine routinemässige gynäkologische Untersu- chung der Stute durch Dr. med. vet. C._______, eine Angestellte der Uni- versität Bern. Die Stute musste jedoch gleichentags in die Pferdeklinik Bern überführt und eingeschläfert werden. Ausschlaggebend für die Euthanasie des Pferdes w ar ein Riss im Mastdarm , welcher dem Tier gemäss einer vom Institut für Tierpathologie der Universität Bern erhobenen Anamnese vermutlich während des Untersuchungsganges zugefügt worden war. B. A._______ liess noch am Tag der Tötung ihrer Stute «B._______» beim Regionalgericht Bern-Mittelland ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen und Beweisführung stellen sowie namentlich die Konservierung von Kada- verteilen des Tieres fü r die spätere Durchführung einer gerichtlichen Ex- pertise verlangen. Mit Entscheid vom 14. November 2012 trat das Präsidium der Zivilabtei- lung des Regionalgerichts Bern-Mittelland auf das genannte Gesuch nicht ein. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Stute «B._______» sei durch das Schweizerischen Institut für Pferdemedizin (SIP) bzw. Institut Suisse de Médicine Equine (ISME) , eine organisatori- sche Einheit des Departem ents der klinischen Veter inärmedizin der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern, im Rahmen eines Kooperations- vertrages zwischen der Universität und der von der Agroscope Liebefeld- Posieux ALP-Haras vertretenen Schweizerischen Eidgenossenschaft be- handelt bzw. untersucht worden. Das Rechtsverhältnis unter den Parteien – A._______ als Gesuchstellerin, der Universität Bern als Gesuchsgegne- rin 1 und der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Gesuchsgegnerin 2 – sei dem öffentlichen Recht zuzuordnen, weshalb das angerufene Gericht sachlich nicht zuständig sei. C. Am 4. Juli 2013 stellte A._______ (nachfolgend: Gesuchstellerin) beim Eid- genössische Finanzdepartement (EFD) ein Schadenersatzbegehren in Höhe von Fr. 236'153.55 zzgl. Zins von 5 % ab dessen Einreichung. Das A-445/2015 Seite 3 Begehren richtete sich gegen die Schweizerische Eidgenossenschaft, han- delnd durch Agroscope, c/o Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). D. Nach Durchführung zweier Schriftenwechsel unter Beteiligung des BLW, welche auf die Frage der Zuständigkeit des EFD beschränkt waren, trat letztere Behörde mit Verfügung vom 22. Dezember 2014 auf das genannte Schadenersatzbegehren nicht ein. In der Begründung der Verfügung er- klärte das EFD (nachfolgend auch: Vorinstanz), es sei nur zuständig, so- weit es sich bei der Besamung und gynäkologischen Untersuchung der Stute «B._______» um eine amtliche Tätigkeit des Bundes handle. Letzte- res gelte unabhängig davon, ob die Gesuchstellerin mit der ALP -Haras o- der dem SIP eine Vereinbarung g eschlossen habe. Eine künstlichen Be- fruchtung und gynäkologische Untersuchung eines Pferdes der Rasse Westfale, zu welcher «B._______» gezählt habe, sei als gewerbliche Leis- tung und nicht als amtliche Tätigkeit des Bundes zu qualifizieren. Die Zu- ständigkeit des EFD sei somit nicht gegeben. Weil die Gesuchstellerin die Zuständigkeit des EFD behauptet habe, sei ein Nichteintretensentscheid zu fällen und komme eine Überweisung der Sache an die zuständige Be- hörde nicht in Betracht. E. Am 22. Januar 2015 liess die Gesuchstellerin (nachfolgend: Beschwerde- führerin) gegen die erwähnte Verfügung des EFD Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht erheben. Sie beantragt, die angefochtene Verfü- gung sei aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Beur- teilung an die zuständige Behörde weiterzuleiten. Sodann verlangt die Be- schwerdeführerin eine Parteientschädigung zulasten der Vorinstanz. F. In ihrer Vernehmlassung vom 16. März 2015 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. G. Mit unaufgefordert eingereichte r Eingabe vom 1. April 2015 hält die Be-A-445/2015 Seite 4 schwerdeführerin vollumfänglich an ihren Anträgen fest. Sie führt dabei ins- besondere aus, dass in der vorliegenden Konstellation folgende drei Mög- lichkeiten bestünden (S. 11 der Eingabe): «1. Der Schaden ist im Rahmen einer öffentlichen Aufgabe des Bundes verursacht worden, weshalb die Vorinstanz zuständig, der angefoch- tene Entscheid aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. 2. Der Schaden wurde vom Bund im Rahmen einer gewerblichen Leis- tung verursacht. Der Beschwerdeführerin sind infolge der falschen und treuwidrigen Ausführungen des Bundes keine Kosten für das Ver- fahren vor der Vorinstanz aufzuerlegen. Aus diesem Grund ist der an- gefochtene Entscheid im Kostenpunkt aufzuheben unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zulasten der Gerichtskasse. 3. Der entstandene Schaden ist dem Kanton Bern anzulasten und im Rahmen der Staatshaftung gegen diesen geltend zu machen. Diesfalls ist de r vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und das Ge- such an die zuständige kantonale Behörde unter Kosten - und Ent- schädigungsfolgen zulasten der Gerichtskasse weiterzuleiten.» H. Mit Eingabe vom 13. April 2015 erklärte die Vorinstanz, auf weitere Ausfüh- rungen zu verzichten. I. Mit Verfügung vom 1 7. Juli 2015 fordert e das Bundesverwaltungsgericht die Vorinstanz auf, verschiedene Fragen zur Durchführung künstlicher Be- samungen von Pferden auf dem Gelände des Schweizerischen National- gestüts und zu den dortigen Verhäl tnissen zu beantworten. Ferner wurde die Beschwerdeführerin darum ersucht, Rechnungen im Zusammenhang mit der beabsichtigt gewesenen künstlichen Besamung ihrer Stute «B._______» einzureichen und sich zu den tatsächlichen Gegebenheiten ihrer Pferdehaltung sowie Pferdezucht zu äussern. J. Die Beschwerdeführerin erklärte mit Schreiben vom 17. August 2015, dass sie möglicherweise ein Pferd verkaufe und diesen Umstand dem Bundes- verwaltungsgericht innert zu erstreckender Frist zur Kenntnis bringen wolle. A-445/2015 Seite 5 K. Mit Schreiben vom 3. September 2015 beantwortete die Vorinstanz die sei- tens des Bundesverwaltungsgericht s gestellten Fragen, wobei sie ver- schiedene Dokumente einreichte. L. Innert antragsgemäss erstreckter Frist reichte die Beschwerdeführerin am 4. September 2015 eine Stellungnahme ein, in welcher sie die Fragen des Bundesverwaltungsgerichts zu ihrer Pferdehaltung und Pferdezucht beant- wortete. Die Beschwerdeführerin führte zudem aus, dass keine Rechnun- gen im Zusammenhang mit der geplant gewesenen Besamung der Stute «B._______» in Avenches vorhanden seien. M. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 reichte die Beschwerdeführerin Schlussbemerkungen ein. N. Die Vorinstanz liess die ihr angesetzte Frist zur Einreichung allfälliger Schlussbemerkungen ungenutzt verstreichen. O. Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie die einge- reichten Akten wird – soweit entscheidrelevant – in den folgenden Erwä- gungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer- den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben und die Verfügung von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen worden ist. Das EFD ist eine Vorinstanz gemäss Art. 33 Bst. d VGG. Im Bereich der Staatshaftung liegt keine sachliche Aus- nahme nach Art. 32 VGG vor. Entsprechend hält Art. 10 Abs. 1 des Bun- desgesetzes vom 14. März 1958 über die Verantwortlichkeit des Bundes sowie seiner Behördenmitglieder und Beamten (Verantwortlichkeitsgesetz, VG, SR 170.32) auch fest, dass sich das Beschwerdeverfahren nach den allgemeinen Bestimmungen über die Bundesrechtspflege richte. Dies wird im Übrigen in Art. 2 Abs. 3 der Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz A-445/2015 Seite 6 vom 30. Dezember 1958 (SR 170.321) ausdrücklich bestätigt. Die Zustän- digkeit des Bundesverwaltungsgerichtes im Bereich der Staatshaftung setzt freilich grundsätzlich voraus, dass eine zu Recht in Anwendung des Verantwortlichkeitsgesetzes erlassene Verfügung angefochten ist (vgl. Ur- teil des BVGer A-5837/2010 vom 4. April 2011 E. 1.1). Im vorliegenden Fall bildet zwar nicht die gestützt auf das Verantwortlich- keitsgesetz verfügte Gutheissung oder Abweisung eines Entschädigungs- begehrens Gegenstand der angefochtenen Verfügung, sondern das Nicht- eintreten auf ein Begehren um Entschädigung nach diesem Gesetz. Das Bundesverwaltungsgericht ist indessen zur Beurteilung der Beschwerde gegen das Nichteintreten auf ein Gesuch zuständig, dessen materielle Er- ledigung bei diesem Gericht angefochten werden könnte, denn bei der An- fechtung eines Prozessentscheides richtet sich die sachliche Zuständigkeit nach dem Grundsatz der Einheit des Prozesses nach dem Recht, das für den eigentlichen Streitgegenstand bestimm end ist (vgl. Urteile des BVGer C-7498/2008 vom 31. A ugust 2012 E. 1.2, C -7720/2009 vom 13. Juni 2012 E. 1.1 Abs. 2; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 87). Folglich ist das Bundesverwaltungsgericht für den Entscheid über die vorliegende Beschwerde zuständig. 1.2 Als Adressatin der Verfügung, mit der auf ihr Schadenersatzbegehren nicht eingetreten wurde, ist die Beschwerdeführerin ohne weiteres zur Be- schwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.3 Zwar beurteilt das Bundesverwaltungsgericht nach Art. 35 Bst. a VGG auf Klage als erste Instanz Streitigkeiten aus öffentlich -rechtlichen Verträ- gen, an denen der Bund, seine Anstalten oder Betriebe oder Organisatio- nen im Sinne von Art. 33 Bst. h VGG – also Organisationen ausserhalb der Bundesverwaltung, die in Erfüllung ihnen übertragener öffentlich -rechtli- cher Aufgaben des Bundes verfügen – beteiligt sind. Im vorliegenden Fall steht aber fest, dass sich die Beschwerdeführerin nicht mittels einer ver- waltungsrechtlichen Klage im Sinne von Art. 35 Bst. a VGG zur Durchset- zung vertraglicher Ansprüche an das Bundesverwaltungsgericht als erste Instanz gewendet hat. Es ist deshalb im hier anstehenden Verfahren von vornherein nicht zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin vertragliche H af- tungsansprüche zustehen. Mit wem die Beschwerdeführerin ein haftungs- rechtlich relevantes Vertragsverhältnis eingegangen ist und welches die Rechtsnatur dieses Verhältnisses ist, also ob es sich um einen öffentlich -A-445/2015 Seite 7 rechtlichen oder stattdessen um einen privatrechtlichen Vertrag handelt, ist somit im vorliegenden Beschwerdeverfahren jedenfalls nicht für die hier of- fen zu lassende Frage nach dem Bestehen vertraglicher Entschädigungs- ansprüche von Interesse (vgl. zum Ganzen BVGE 2008/59 E. 1.3). 1.4 Der angefochtene Entscheid stellt – wie erwähnt – einen Nichteintre- tensentscheid dar. 1.4.1 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist derjenige, auf des- sen Begehren bzw. Rechtsmittel nicht eingetreten worden ist, befugt, durch die ordentliche Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen, ob dieser Nicht- eintretensentscheid zu Recht ergangen ist (BG E 132 V 74 E. 1.1, 124 II 499 E. 1b, 118 Ib 381 E. 2b/bb [je mit weiteren Hinweisen]). Allerdings kann die beschwerdeführende Partei dabei nur die Anhandnahme beantragen, nicht aber einen materiellen Entscheid in der Streitsache verlangen. Mit anderen Wort en ist auf materielle Begehren nicht einzutreten (vgl. zum Ganzen statt vieler: Urteil e des B VGer A-6030/2011 vom 30. Juli 2012 E. 1.3, A-6922/2011 vom 30. April 2012 E. 1.3). 1.4.2 Da vorliegend ein Nichteintretensentscheid angefochten ist, stellt die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren im Lichte des hiervor Dargelegten zu Recht nicht den materiell-rechtlichen Antrag, ihr sei Schadenersatz zuzusprechen. 2. Art. 29 Abs. 1 BV statuiert einen Anspruch auf Verfahrenserledigung innert angemessener Frist. Das sich daraus für die Behörden ergebende Verbot der Rechtsverzögerung oder Beschleunigungsgebot schützt die Beteiligten vor einer Verschleppung und Verzögerung ihrer Angelegenheit durch die angegangene Instanz u nd verlangt eine beförderliche Behandlung (Ent- scheidung) innert begründ- und vertretbarer Frist. Die Verfahrensdauer ist dabei zunächst an allfälligen im Gesetz festgelegten Fristen zu messen. Sind dem Gesetz im konkreten Fall keine Präzisierungen zu entne hmen, liegt eine Rechtsverzögerung dann vor, wenn die Behörde mehr Zeit ver- streichen lässt, als dies nach der Natur der Sache und den gegebenen Umständen gerechtfertigt erscheint (vgl. FELIX UHLMANN/SIMONE WÄLLE- BÄR, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2009 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 46a N. 20). Massgeblich sind dabei namentlich die Art des Verfahrens, die Schwierigkeit der Materie so- wie das Verhalten der Beteiligten. Sodann wird die beförderliche Erledi- gung des Verfahrens umso mehr verlangt, je schwerer dessen Ausgang für A-445/2015 Seite 8 den Betroffenen wiegt (so etwa im Strafrecht oder bei existenzsichernden sozialversicherungsrechtlichen Ansprüchen). Ein Verschulden der Be- hörde an der Verzögerung wird nicht vorausgesetzt, sondern es wird allein auf objektive Gesichtspunkte abgestellt (vgl. zum Ganzen BGE 138 II 513 E. 6.4, 130 I 312 E. 5.1; Urteil des BVGer B-1186/2014 und B-1190/2014 vom 22. Juli 2015 E. 3.1). 3. Soweit der Gesetzgeber keine abweichende Übergangsregelung getroffen hat, sind diejenigen Rechtssätze anzuwenden, welche bei Erfüllung eines rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Gel- tung hatten (vgl. Urteile des BVGer B -976/2012 vom 29. Oktob er 2012 E. 3, B-1055/2009 vom 30. April 2010 E. 3.2, B -8363/2007 vom 18. De- zember 2008 E. 3.2). Der vorliegend zu beurteilende Sachverhalt bezieht sich auf eine gynäko- logische Untersuchung an einem Pferd im August 2012, weshalb die da- mals geltenden Rechtssätze anzuwenden sind. Soweit im Folgenden nicht anders vermerkt, haben die anwendbaren Vor- schriften keine für den vorliegenden Fall entscheidwesentlichen Änderun- gen erfahren. 4. 4.1 Nach Art. 104 Abs. 1 BV sorgt der Bund dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag leistet zur sicheren V ersorgung der Bevölkerung (Bst. a), zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Pflege der Kulturlandschaft (Bst. b) sowie zur dezentralen Besiedlung des Lan- des (Bst. c). Ergänzend zur zumutbaren Selbsthilfe der Landwirtschaft so- wie nötigenfalls abweichend vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit fördert der Bund die bodenbewirtschaftenden bäuerlichen Betriebe (Art. 104 Abs. 2 BV). Er richtet die Massnahmen so aus, dass die Landwirtschaft ihre multifunktionalen Aufgaben erfüllt (Art. 104 Abs. 3 BV). Namentlich kann er die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung fördern sowie Investitionshilfen leisten (Art. 104 Abs. 3 Bst. e BV). 4.2 Nach Art. 1 des Bundesgesetzes vom 29. April 1998 (Landwirtschafts- gesetz, LwG, SR 910.1) in der bis 31. Dezember 2012 gültigen Fassung sorgt der Bund dafür, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag leistet A-445/2015 Seite 9 zur sicheren Versorgung der Be völkerung, Erhaltung der natürlichen Le- bensgrundlagen, Pflege der Kulturlandschaft, und dezentralen Besiede- lung des Landes. Insbesondere fördert er gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. e LwG in der erwähnten Fassung die landwirtschaftliche Forschung und die Pflan- zen- und Tierzucht. 4.3 4.3.1 Im Abschnitt betreffend die Forschung (1. Kapitel des 6. Titels) sieht das Landwirtschaftsgesetz in Art. 114 in der bis Ende 2012 gültig gewese- nen Fassung vor, dass der Bund Versuchs - und Untersuchungsanstalten betreiben kann (Abs. 1), welche dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstellt sind (Abs. 3). Nach Art. 115 Abs. 1 LwG in der gleichen Fassung des Gesetzes haben die Versuchs- und Untersuchungsanstalten nament- lich folgende Aufgaben: «a. Sie erarbeiten die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die technischen Grundlagen für die landwirtschaftliche Praxis, Bildung und Beratung. b. Sie erarbeiten wissenschaftliche Grundlagen für agrarpolitische Ent- scheide. c. Sie entwickeln, begleiten und evaluieren agrarpolitische Massnahmen. d. Sie liefern Grundlagen für Neuorientierungen in der Landwirtschaft. e. Sie liefern Grundlagen für umwelt- und tiergerechte Produktionsformen. f. Sie erfüllen Vollzugsaufgaben.» 4.3.2 Der Bund betreibt die drei Forschungsanstalten Agroscope Chan- gings-Wädenswil (ACW), Agroscope Liebefeld -Posieux (ALP-Haras) und Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) (Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 27. Oktober 2010 über die landwirtschaftliche Forschung [altVLF, AS 2010 5871 ff.]). Die ALP-Haras ist in Bezug auf Forschung und Entwicklung namentlich im Bereich der landwirtschaftlich en Pferdehaltung und -zucht federführend (Art. 7 Bst. a Ziff. 2 altVLF). 4.4 4.4.1 Betreffend die Tierzucht sieht das Landwirtschaftsgesetz im diesbe- züglichen Abschnitt des Gesetzes (3. Kapitel, 2. Abschnitt) in seiner vorlie- gend intertemporalrechtlich massgebenden Fassung in Art. 141 Abs. 1 vor, dass der Bund die Zucht von Nutztieren fördern kann, welche (a) den na- türlichen Verhältnissen des Landes angepasst sind, (b) leistungs- und wi- derstandsfähig sind, und (c) eine auf den Markt ausgerichtete und kosten- günstige Erzeugung hochwertiger viehwirtschaftlicher Produkte ermögli-A-445/2015 Seite 10 chen. Die Zuchtförderung soll gemäss Art. 141 Abs. 2 LwG eine hoch ste- hende eigenständige Zucht gewährleisten. Gemäss Art. 142 Abs. 1 Bst. c LwG in der bis 31. Dezember 2013 gültig gewesenen Fassu ng kann der Bund namentlich für Massnahmen zur Erhaltung der Schweizer Rassen anerkannten Organisationen Beiträge ausrichten. Nach Art. 145 Abs. 1 LwG in der gleichen Fassung des Gesetzes kann der Bundesrat insbesondere den Besamungsdienst für bewilligungspflichtig er- klären. Gemäss Art. 147 Abs. 1 LwG in der bis 31. Dezember 2013 gültig gewese- nen Fassung kann der Bund zur Unterstützung der Pferdezucht ein eidge- nössisches Gestüt betreiben. Das Gestüt ist dem BLW unterstellt (Art. 147 Abs. 2 LwG). 4.4.2 Auf Ve rordnungsstufe sieht Art. 18 der früheren Verordnung vom 14. November 2007 über die Tierzucht (Tierzuchtverordnung, nachfolgend: altTZV, AS 2007 6411) vor, dass der Bund ein Gestüt (Schweizerisches Nationalgestüt) in Avenches unterhält (Abs. 1), das der gezielten Zuchtwahl dient und die Förderungsmassnahmen für die landwirtschaftliche Pferde- haltung ergänzt, indem es (Abs. 2): «a. selber wertvolle Zuchthengste, insbesondere der Freibergerrasse, se- lektioniert, ankauft oder Samenlager anlegt und den Züchterinnen und Züchtern zur Verfügung stellt; b. während der Decksaison Zuchthengste an Pferdezüchterin- nen und -züchter sowie Pferdezucht-Organisationen abgibt, vermittelt oder verkauft; c. die notwendigen Grundlagen für die Reproduktionstechniken beim Pferd, i nsbesondere für die künstliche Besamung, erarbeitet, neue wissenschaftliche Erkenntnisse der züchterischen Grundlagenfor- schung in die Praxis überträgt und in Zusammenarbeit mit den Hoch- schulen Kenntnisse über Zucht, Reproduktion, Haltung, Ausbildung und Aufzucht erarbeitet und vermittelt; d. Kenntnisse über die Pferdehaltung und -zucht an die Bevölkerung ver- mittelt sowie Aus- und Weiterbildungskurse veranstaltet; e. sich an züchterischen und weiteren für die Pferdezucht wichtigen Ver- anstaltungen beteiligt; A-445/2015 Seite 11 f. seine Einrichtungen für die Ausbildung, Leistungsprüfungen und Ver- kaufsförderung inländischer Pferde, insbesondere der Freiberger- rasse, zur Verfügung stellt.» 4.5 Die landwirtschaftlichen Forschungsanstalten (insbesondere die ALP - Haras) und das Schweizer ische Nationalgestüt waren im massgebenden Zeitraum unter der Bezeichnung Agroscope dem BLW unterstellt (Art. 7 Abs. 3 der früheren Organisationsverordnung für das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement vom 14. Juni 1999 [OV -EVD; heutige Be- zeichnung: O rganisationsverordnung für das Eidgenössische Departe- ment für Wirtschaft, Bildung und Forschung]; zur Zusammenfassung der Forschungsanstalten unter dem Namen Agroscope vgl. auch Art. 3 Abs. 1 altVLF). Die Agroscope bildete dabei nach der erwähnten Vorschri ft der OV-EVD das Kompetenzzentrum des Bundes im Bereich der landwirt- schaftlichen Forschung, welches die Landwirtschaft im Bestreben unter- stützt, qualitativ hochwertige und wettbewerbsfähige Produkte im Einklang mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung zu erzeugen (zu den Aufga- ben der Agroscope vgl. ferner Art. 5 ff. altVLF). 4.6 4.6.1 Nach Art. 41 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 2005 über den eidgenössischen Finanzhaushalt (Finanzhaushaltsgesetz, FHG, SR 611.0) dürfen Verwaltungseinheiten Dritten gewerbliche Leistungen nur erbringen, soweit ein Gesetz sie hierzu ermächtigt. Eine entsprechende Ermächti- gungsnorm für das BLW, seine Versuchs- und Untersuchungsanstalten und das Eidgenössische Gestüt findet sich in Art. 177b LwG. Nach Abs. 1 die- ser Bestimmung könne n diese Verwaltungseinheiten Dritten gewerbliche Leistungen erbringen, wenn diese Leistungen: «a. mit den Hauptaufgaben in einem engen Zusammenhang stehen; b. die Erfüllung der Hauptaufgaben nicht beeinträchtigen; und c. keine bedeutenden zusätzlichen sachlichen und personellen Mittel er- fordern.» Gewerbliche Leistungen sind nach Art. 177b Abs. 2 LwG auf der Grundlage einer Kosten - und Leistungsrechnung zu mindestens kostendeckenden Preisen zu erbringen, wobei das Eidgenössische Departement für Wirt- schaft, Bildung und Forschung (WBF) für bestimmte Leistungen Ausnah- men zulassen kann, wenn damit die Privatwirtschaft nicht konkurrenziert wird. A-445/2015 Seite 12 4.6.2 Auf Verordnungsstufe sieht Art. 18 Abs. 3 altTZV vor, dass das Schweizerische Nationalgestüt für seine Dienstleistungen und Auslagen Gebühren erhebt, welche sich nach der Verordnung vom 16. Juni 2006 über Gebühren des Bundesamtes für Landwirtschaft (GebV -BLW, SR 910.11) richten. 5. Nach dem Kooperationsvertrag betreffend das SIP arbeiten die Vetsuisse- Fakultät Bern und die ALP-Haras im SIP aktiv zusammen (Ziff. 1.1 Koope- rationsvertrag). Das SIP bildet nach diesem Vertrag eine Einheit im Depar- tement Klinische Veterinärmedizin der Vetsuisse-Fakultät Bern und wird in deren Struktur eingegliedert (Ziff. 1.2 Kooperationsvertrag). Das SIP ist nach Ziff. 2.1 Satz 1 Kooperationsvertrag «in Forschung, Lehre (tierärztli- che Aus- und Weiterbildung) und im Bereich Dienstleistungen als Funktion von Lehre und Forschung (Veterinärdienst, Reproduktion, Kurse) tätig». Die Mitarbeitenden des SIP werden entweder durch die Universität Bern oder die Schweizerische Eidgenossenschaft angestellt (Ziff. 1.4 Koopera- tionsvertrag). Die Vetsuisse -Fakultät Bern und die ALP-Haras regeln die Aufgaben und Leistungen des SIP in einer jährlichen gemeinsamen Leis- tungsvereinbarung (Ziff. 2.2 Kooperationsvertrag). Das SIP sorgt für die medizinische Betreuung der Pferde der ALP-Haras und unterstützt die ALP-Haras in allen tierärztlichen Belangen (Ziff. 2.5 Kooperationsvertrag). Die Leistungsvereinbarung des Bundes und der Universität Bern mit dem SIP für das Jahr 2012 sieht insbesondere als Leistungsziel im Bereich «Dienstleistungen» «reproduktionstechnische Dienstleistungen an Pfer- den von Privaten» vor, wobei als Indikatoren «Durchführung gemäss Ver- einbarung mit Auftraggeber», Termingerechtigkeit der Resultate und «po- sitive Rückmeldungen von Kunden und überweisenden Tierärzten» ange- geben sind (Ziff. 3.2.3 Leistungsvereinbarung). 6. 6.1 Die Zuständigkeit des EFD zum materiellen Entscheid über Entschädi- gungsbegehren setzt insbesondere voraus, dass das Verantwortlichkeits- gesetz anwendbar ist (vgl. Art. 10 Abs. 1 VG in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung zum Verantwortlichkeitsg esetz; siehe dazu ferner BVGE 2008/59 E. 2.1). 6.2 Nach dem Verantwortlichkeitsgesetz richtet sich die Haftung des Bun- des für Schäden, welche Personen, denen die Ausübung eines öffentlichen A-445/2015 Seite 13 Amtes des Bundes übertragen ist, insbesondere die Beamten und übrigen Arbeitskräfte des Bundes, und allgemeiner, alle Personen, «insoweit sie unmittelbar mit öffentlichrechtlichen Aufgaben des Bundes betraut sind » (Art. 1 Abs. 1 VG; insbesondere Bst. e und f der Bestimmung), in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit widerrechtlich verursachen (vgl. Art. 3 Abs. 1 VG). Gemäss Art. 19 Abs. 1 Bst. a VG haftet für den Schaden, den ein Organ oder ein Angestellter einer mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben des Bundes betrauten und ausserhalb der Bundesverwaltung stehenden Organisation in Ausübung der mit diesen Aufgaben verbundenen Tätigkeit Dritten wider- rechtlich zufügt, primär die Organisation nach den Art. 3 -6 VG; subsidiär bzw. soweit die Organisation die geschuldete Entschädigung nicht zu leis- ten vermag, haftet der Bund dem Geschädi gten für den ungedeckten Be- trag. Aus Art. 3 Abs. 1 VG und Art. 19 Abs. 1 VG folgt, dass für eine Haftung nach dem Verantwortlichkeitsgesetz das haftungsbegründende Verhalten im Zusammenhang mit der Wahrnehmung einer öffentlich-rechtlichen Auf- gabe des Bundes stehen muss (BVGE 2011/54 E. 1.1.2, 2008/59 E. 2.1 f.; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für die Staatshaftung vom 18. März 2005, in: Verwaltungspraxis de r Bundesbehör- den [VPB] 69.78 E. 2a/cc). Soweit der Bund als Subjekt des Privatrechts auftritt, haftet er gemäss Art. 11 Abs. 1 VG nach den zivilrechtlichen Vor- schriften. Es ergibt sich daraus, dass das EFD nicht zuständig ist, gegen- über dem Bund geltend gemachte Haftungsansprüche materiell zu beurtei- len, soweit der Bund als Privatrechtssubjekt handelt bzw. eine privat-recht- liche Tätigkeit ausübt (BVGE 2008/59 E. 2.1). 6.3 Im Hinblick auf die Anwendbarkeit des öffentlichen Verantwortlichkeits- rechts zum einen oder des privaten Haftungsrechts zum anderen sowie den entsprechenden Rechtsweg ist ents cheidend, ob das als widerrecht- lich erachtete Verhalten des Staat es oder der Organisation im Sinne von Art. 19 VG in Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe oder in Ausübung einer gewerblichen bzw. privatrechtlichen Tätigkeit erfolgte (vgl. BGE 139 III 110 E. 2.2.3). Grundsätzlich wird eine amtliche Verrichtung dann angenom- men, wenn das Gemeinwesen, allenfalls auch in Konkurrenz mit Privaten, wesensmässig öffentliche Aufgaben erfüllt und das Rechtsverhältnis zum Privaten ganz oder teilweise öffentlich -rechtlich eingebunden und durch- normiert ist (Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für Staats- haftung vom 18. März 2005, VPB 69.78 E. 2a/cc; JOST GROSS, Schweize- risches Staatshaftungsrecht, 2. Aufl. 2001, S. 115 f.; vgl. dazu ferner Urteil des Verwaltungsgerichtshofes FR 1A 2001-47 vom 1. Dezember 2009 A-445/2015 Seite 14 E. H./III). Eher von einer gewerblichen und damit privatrechtlichen Tätigkeit ist demgegenüber auszugehen, wenn sie vorab finanziellen Interessen dient und dem Staat nicht als unausweichliche Aufgabe übertragen ist bzw. bei denen ihm ein entsprechendes Auswahlermessen zusteht (vgl. Ent- scheid der Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für die Staatshaftung vom 18. März 2005, VPB 69.78 E. 2a/cc; GROSS, a.a.O., S. 116 ff.; TOBIAS JAAG, Staats- und Beamtenhaftung, in: Heinrich Koller et al. [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band I, Teil 3, 2. Aufl. 2006, N. 89; MARIANNE RYTER, Kapitel 29: Staatshaftungsrecht, in: Giovanni Biaggini et al. [Hrsg.], Fachhandbuch Verwaltungsrecht, 2015, N. 29.56). So kann der Staat etwa als Privatrechtssubjekt auftreten, wenn er in Konkurrenz zu Privatpersonen eine gewerbliche oder industrielle Tä- tigkeit ohne Monopolstellung ausübt und die Tätigkeit auf die Erzielung ei- nes Gewinns ausgerichtet ist (vgl. BVGE 2011/54 E. 1.1.2; JÉRÔME CAND- RIAN, La responsabilité de droit public devant le Tribunal administratif fédéral, in: Anne-Christine Favre et al. [Hrsg.], La responsabilité de l'État, 2012, S. 145 ff., S. 152). Die erwähnte Abgrenzung gestaltet sich im Bereich der Leistungsverwal- tung schwieriger als im Bereich der Eingriffsverwaltung, zumal der Staat etwa im Bereich der Grundversorgung – ohne hoheitlich zu handeln – re- gelmässig im Bereich des öffentlichen Rechts tätig wird bzw. eine amtliche Tätigkeit ausübt (vgl. BVGE 2011/54 E. 1.1.2, 2008/59 E. 2.3.2 f.; Ent- scheid der Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für die Staatshaftung vom 18. März 2005, VPB 69.78 E. 2a/cc; CANDRIAN, a.a.O., S. 152; RYTER, a.a.O., Rz. 29.54; vgl. ferner ULRICH HÄFELIN et al., Allge- meines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, N. 27 ff.). 6.4 Um Rechtsverhältnisse zum öffentlichen bzw. zum privaten Recht zu- zuordnen, können im Wesentlichen diejenigen Unterscheidungskriterien herangezogen werden, welche zur Abgrenzung des Zivilrechts vom öffent- lichen Recht entwickelt worden sind (WOLFGANG WIEGAND, Die Überleitung von Rechtsverhältnissen, in: ders. [Hrsg.], Rechtliche Probleme der Priva- tisierung, 1997, S. 51 ff., S. 69). Das Bundesgericht nimmt die Abgrenzung zwischen Privat- und öffentlichem Recht gestützt auf verschiedene Metho- den (z.B. Interessen-, Funktions-, oder Subordinationstheorie) vor, wobei keiner a priori ein Vorrang zukommt und stattdessen in jedem Einzelfall geprüft wird, welches Abgrenzungskriterium den konkreten Gegebenheiten am besten Rechnung trägt (vgl. anstelle vieler: BGE 138 I 274 E. 1.2, 138 II 134 E. 4.1, 132 V 303 E. 4.4.2; siehe zum Ganzen BVGE 2015/15 E. 2.3.1). A-445/2015 Seite 15 Wird die Rechtsnatur eines Vertrages nicht durch das Gesetz selbst be- stimmt, ist das massgebliche Kriterium für die Unterscheidung zwischen verwaltungsrechtlichem und privatrechtlichem Vertrag der Gegenstand der dadurch geregelten Rechtsbeziehungen oder Rechtsverhältnisse. Es kommt auf die Funktion der Regelung oder die damit verfolgten Interessen an: Der verwaltungsrechtliche Vertrag dient unmittelbar der Erfüllung einer öffentlichen Aufgabe oder öffentlichen Interessen oder er betrifft unmittel- bar einen öffentlich-rechtlich geregelten Gegenstand; die Wahl des privat- rechtlichen Vertrages erfolgt dagegen im Hinblick auf die Verfolgung priva- ter Interessen der Vertragsparteien (in diesem Sinn liegt etwa ein privat- rechtlicher Vertrag vor, wenn sich der Staat durch Kauf, Werkvertrag oder Auftrag lediglich Hilfsmittel zur Erfüllung seiner öffentlichen Aufgaben be- schafft). Die Rechtsnatur hängt mit anderen Worten davon ab, zu welchem Zweck oder mit welchem Interesse der Vertrag abgeschlossen wird. Keine Rolle spielt die Organisationsform oder die Stellung der Ver tragsparteien (BGE 134 II 297 E. 2.2, 128 III 250 E. 2b; BVGE 2015/15 E. 2.3.1 , Urteil des BVGer A-5237/2008 vom 15. Juli 2008 E. 1.4.2). 7. Im vorliegenden Fall s treitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz ihre Zu- ständigkeit zur Beurteilung des von der Bes chwerdeführerin erhobenen Schadenersatzbegehrens vom 4. Juli 2013 zu Recht verneint hat. Die Beschwerdeführerin machte mit ihrem Schadenersatzbegehren eine Schädigung anlässlich einer am 6. August 2012 durchgeführten gynäkolo- gischen Untersuchung ihres deutschen Warmblutpferdes «B._______» der Rasse Westfale geltend. Es ist deshalb zu prüfen, ob diese gynäkologische Untersuchung, welche im Rahmen der Vorbereitungen für eine künstliche Besamung des genannten Pferdes auf dem Gelände des Schweizerischen Nationalgestüts in Avenches stattfand, im haftungsrechtlichen Sinne im Zu- sammenhang mit der Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufgaben des Bundes erfolgte. Sollte die genannte gynäkologische Untersuchung keine mit einer öffentlich-rechtlichen Aufgabe des Bundes v erbundene Tätigkeit bilden, wäre nämlich das Verantwortlichkeitsgesetz nicht anwendbar und hätte da- mit das EFD seine Zuständigkeit zur materiellen Beurteilung des Schaden- ersatzbegehrens zu Recht verneint (vgl. E. 6). Nach übereinstimmender Ansicht der Ver fahrensbeteiligten war die er- wähnte gynäkologische Untersuchung für eine künstliche Besamung mit einer guten Erfolgschance «unvermeidbar» (vgl. Stellungnahme A-445/2015 Seite 16 der Vorinstanz vom 3. September 2015, S. 2 ; Stellungnahme der Be- schwerdeführerin vom 29. Oktober 2015, S. 2). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass diese Untersuchung haftungsrechtlich als Teil der ursprünglich beabsichtigten künstlichen Insemination mit dem eingefrore- nen Samen eines Hengstes der Beschwerdeführerin zu qualifizieren ist. Mit anderen Worten ist zu klären, ob diese Insemination eine Massnahme im Bereich der Pferdezucht bildet, welche zu den unausweichlichen Bundes- aufgaben zählt (vgl. E. 6.2 f.). 8. Zu Recht wird vorliegend nicht geltend gemacht, es ergebe sich bereits aus der Bundesverfassung, dass die streitbetroffene, undurchführbar gewor- dene künstliche Besamung Teil einer unausweichlichen Bundesaufgabe bildet. Denn namentlich aus dem erwähnten Landwirtschaftsartikel von Art. 104 BV (vgl. E. 4.1) ergibt sich nicht, dass der Bund eine solche künst- liche Insemination durchführen muss. Dies würde selbst dann gelten, wenn diese Insemination Teil der landwirtschaftlichen Forschung, Beratung oder Ausbildung bilden würde. Denn die Bedeutung von Art. 104 Bst. e BV, wel- cher die Förderung dieser Bereiche durch den Bund betrifft, erschöpft sich nach der Formulierung als Kann-Vorschrift darin, den Bund zum Tätigwer- den bzw. zur Gesetzgebung in diesem Bereich zu ermächtigen (vgl. zum nicht verpflichtenden Charakter dieser Vorschrift GIOVANNI BIAGGINI, BV Kommentar, 2007, Art. 104 N. 11). 9. 9.1 Untersucht man, ob der (Bundes -)Gesetzgeber künstliche Besamun- gen der vorliegend streitbetroffenen Art als Teil einer Bundesaufgabe ver- standen wissen wollte, fällt zunächst auf, dass Art. 141 Abs. 1 LwG und Art. 147 Abs. 1 LwG in der hier massgebenden Fassung ebenfalls als Kann-Vorschriften formuliert sind. Letzteres spricht dafür, dass der Gesetz- geber sowohl die Tierzucht als auch die Unterstützung der Pferdezucht durch ein eidgenössisches Gestüt als nicht z wingend erachtete (anders verhält es sich in Bezug auf Art. 147 Abs. 1 LwG in der heute geltenden Fassung, wonach der Bund zur Unterstützung der Pferdezucht ein Gestüt «betreibt». Die neue Formulierung geht auf eine Motion zurück und wurde im Bestreben gewählt, den Bund dazu zu verpflichten, ein Gestüt zu betrei- ben [Botschaft vom 1. Februar 2012 zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014–2017, BBl 2012 2075 ff., 2234 und 2263]). Selbst wenn die vorliegend streitbetroffene künstliche Besamung unter die hier genann- ten beiden Kann -Vorschriften fallen würde, stünde deshalb allein damit noch nicht fest, dass der Bundesgesetzgeber eine künstliche Insemination A-445/2015 Seite 17 dieser Art als unau sweichliche Aufgabe des Bundes verstand. Weiteres kommt hinzu: Das Landwirtschaftsgesetz stipuliert, der Bund könne die Zucht von Nutz- tieren fördern, welche den natürlichen Verhältnissen des Landes an ge- passt sowie leistungs- und widerstandsfähig sind und eine auf den Markt ausgerichtete sowie kostengünstige Erzeugung hochwer tiger viehwirt- schaftlicher Produkte ermöglichen (vgl. E. 4.4.1). Zwar kann ein Pferd grundsätzlich als Nutztier betrachtet werden (vgl. Art. 27 Abs. 2 der Verord- nung vom 7. Dezember 1998 über landwirtschaftliche Begriffe und die An- erkennung von Betriebsfor men [LBV, SR 910.91]; BVGE 2008/59 E. 3.4) und bezeichnet die Beschwerdeführerin in der von ihr eingereichten «Equideneigentumsliste» vom 17. August 2015 die meisten ihrer Pferde einschliesslich des Hengstes «D._______», mit dessen Sperma «B._______» hätte befruchtet werden sollen, als Nutztiere. Es ist – wie im Folgenden aufgezeigt wird – gleichwohl mehr als fraglich, ob die streitbe- troffene künstliche Besamung einen für die genannte Förderungskompe- tenz hinreichenden Bezug zur Landwirtschaft aufweist. Nach den eingereichten Akten hat «D._______» anscheinend im Spring- reiten verschiedene Sporterfolge erzielt. Die Beschwerdeführerin erklärt in Zusammenhang mit diesen Sporterfolgen, auch ein weiteres, aus ihrer Zucht stammendes Pferd sei ein erfolgreiches Springpferd geworden (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 4. September 2015, S. 3). Sie hält ferner fest, dass ein verwaistes Fohlen der Stute «B._______» alle Anlagen für ein erstklassiges Dressurpferd besitze. Vor diesem Hintergrund muss davon ausgegangen werden, dass mit der von der Beschwerdeführer geplanten Insemination der Stute «B._______» mit Samen von «D._______» nicht die Zucht eines Tieres angestrebt wurde, welches der Erzeugung viehwirtschaftlicher Produkte bzw. der Er- zeugung von Le bensmitteln zur Konsumation oder Weiterverarbeitung dient. Unter diesen Umständen ist aber ein öffentliches Interesse an der Zucht bzw. künstlichen Besamung zu verneinen (vgl. BVGE 2008/59 E. 3.4). Daran kann auch der Umstand, dass die Pferdezucht der Be- schwerdeführerin unbestrittenermassen Teil eines von ihr geführten Land- wirtschaftsbetriebes bildet, nichts ändern (zu einem in tatsächlicher Hin- sicht diesbezüglich anders gelagerten Fall vgl. BVGE 2008/59 E. 3.4). 9.2 Der Gesetzgeber hat sodann ausdrücklich klarstellt, wo er die Aufga- ben des Bundes im Rahmen der Unterstützung der Pferdezucht sieht. In A-445/2015 Seite 18 der Botschaft zur Reform der Agrarpolitik vom 26. Juni 1996 erklärte er nämlich Folgendes (BBl 1996 IV 1 ff., 275): «Das Eidgenössische Gestüt in Avenches wird we iterhin vom Bund betrie- ben. Es wird aber redimensioniert und reorganisiert. Die dadurch freiwerdende Infrastruktur wird gegen entsprechende Abgeltung den an der Pferdezucht in- teressierten Kreisen zur Verfügung gestellt. […] Der Bund beschränkt sich auf die zur Förderung der Pferdezucht unerlässli- chen Aufgaben. Es ist dies die Bereitstellung von Zuchthengsten hauptsäch- lich der Freibergerrasse. Dieses Engagement steht im Zusammenhang mit der Erhaltung der Rassenvielfalt und der einzigen Pferderasse, die in un serem Land beheimatet ist.» Aus dem zitierten Passus geht der Wille des Gesetzgebers hervor, dass der Bund nur die zur Förderung der Pferdezucht unerlässlichen Aufgaben übernehmen soll und zu diesen unerlässlichen Aufgaben einzig die Bereit- stellung von Zuchthengsten hauptsächlich der Freibergerrasse zählt. Für die vorliegend beabsichtigte künstliche Besamung war nicht vorgese- hen, dass Sperma eines vom Bund bzw. vom Schweizerischen National- gestüt bereitgestellten Zuchthengstes verwendet wird. Auch ging es nicht um die Zucht von Pferden der Freibergerrasse, da «B._______» ein Warm- blutpferd der Rasse Westfale war und «D._______», dessen Sperma für die künstliche Besamung verwendet worden ist, ebenfal ls der letzteren Rasse zugehört (vgl. Akten Vorinstanz, S. 18; Beilage 2 zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 4. September 2015). Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass die vorliegend in Frage ste- hende Reproduktion smassnahme eine unausweichliche öffentliche Auf- gabe des Bundes bildete. 9.3 Dafür, dass es sich bei der fraglichen künstlichen Insemination um keine Aufgabe des Bundes im erforderlichen Sinne handelt, spricht auch der Umstand, dass im Bereich der künstlichen Besamung von Pferden keine rechtliche oder faktische Monopolstellung des Bundes (oder seiner Verwaltungseinheiten wie dem Schweizerischen Nati onalgestüt) besteht (vgl. auch BVGE 2008/59 E. 3.6, wo nach eine Monopolstellung des Schweizerischen Nationalgestüts im Zusammenhang mit der Entnahme sowie de m Tiefgefrieren von Pferdesperma zur Verwendung in der Schweiz zu verneinen ist). Nach der insoweit nicht bestrittenen Darstellung der Vorinstanz unterscheidet sich das Angebot der künstlichen Besamung von Privatpferden in Avenches nämlich nicht von demjenigen anderer An- bieter und werden die entsprechenden Dienstleistungen kostendeckend A-445/2015 Seite 19 erbracht (nichts daran ändern kann der Umstand, dass das SIP nach einer aktenkundigen Stellungnahme des BLW vom 10. September 2012 Repro- duktionsmassnahmen für ein durchschnittlich ca. 10 -15 % unter dem Marktpreis liegendes Entgelt erbringt [vgl. dazu Akten Vorinstanz, S. 37]). Unter diesen Umständen sind diese Dienstleistungen nicht als im Rahmen der Erfüllung einer unausweichlichen Bundesaufgabe erbrachte Leistun- gen zu qualifizieren. 10. 10.1 Der hiervor gezogene Schluss wird durch die vorerwähnten, in Gesetz sowie auf Verordnungsstufe festgehaltenen Umschreibungen der Aufga- ben der Agroscope , der landwirtschaftlichen Forschungsa nstalten (na- mentlich der ALP-Haras) und des Schweizerischen Nationalgestüts nicht umgestossen: Unter diese Aufgabenumschreibungen würde die streitbetrof fene künstli- che Besamung zwar allenfalls dann fallen, - wenn sie als Teil der Erarbeitung der wissenschaftlichen Erkenntnisse und der technischen Grundlagen für die landwirtschaftliche Praxis, Bil- dung und Beratung zu betrachten wäre (vgl. E. 4.3.1), oder/bzw. - damit die notwendigen Grundlagen für die Reproduktionstechniken beim Pferd (insbesondere für die künstliche Besamung ) erarbeitet, neue wissenschaftliche Erkenntnisse der züchterischen Grundlagen- forschung in die Praxis übertragen oder in Zusammenarbeit mit den Hochschulen Kenntnisse über Zucht, Reproduktion, Haltung, Ausbil- dung und Aufzucht erarbeitet und vermittelt würden (vgl. E. 4.4.2). Indessen dient die künstliche Besamung von Privatpferden auf dem Ge- lände des Schweizerischen Nationalgestüts nach der insoweit unbestritten gebliebenen Darstellung der Vorinstanz vorab den Interessen der Halter einer Stute. Deshalb kann trotz des Umstandes, dass anlässlich solcher künstlicher Besamungen als positiver Nebeneffekt auch (Forschungs-)Er- kenntnisse für die Pferdezucht gewonnen werden können und diese Besa- mungen – auch mit Blick auf die Beteiligung des SIP bzw. der Universität Bern – der Aus- und Weiterbildung von jungen Tierärzten dienen, jedenfalls nicht von Tätigkeiten im Kernbereich der erwähnten Aufgabenbereiche ausgegangen werden. Denn das private Interesse an der Durchführung ei- ner entsprechenden künstlichen Besamung deckt sich nur insoweit mit dem erwähnten Auftrag des Bundes und seiner Verwaltun gseinheiten im Bereich der Landwirtschaft, als d ieser Auftrag willkommenen Anlass bie-A-445/2015 Seite 20 tet, den Aus- bzw. Weiterzubildenden anhand einer praktischen Anwen- dung wissenschaftliche Methoden zu vermitteln und idealerweise auch – als Nebenzweck – neue wissenschaft liche Erkenntnisse zu gewinnen (vgl. VGr ZH, VB.2000.00311 vom 8. Dezember 2000 E. 3b zu einer ver- gleichbaren Interessenlage bei Forschungsaufträgen von privater Seite, welche an eine Universität mit staatlichem Bildungsauftrag erteilt werden). In diesem Zusammenhang fällt im Übrigen auch ins Gewicht, dass die Be- schwerdeführerin, soweit ersichtlich , mit Bezug auf «B._______» keine ausdrückliche Erklärung abgegeben hat, wonach der Aufenthalt dieser Stute auf dem Gelände des Schweizerischen Nationalgestüts z u For- schungszwecken genutzt werden darf. Jedenfalls hat die Beschwerdefüh- rerin das in vergleichbaren Fällen von den Stutenbesitzern verwendete vor- gedruckte Formular mit der Erklärung, ob die Stute im Stall in Avenches an Studien zur Förderung der Furchtbar keit te ilnimmt, nicht ausgefüllt (vgl. Stellungnahme der Vorinstanz vom 3. September 2015, S. 3, sowie Beilagen 2 und 3 zu dieser Stellungnahme; vgl. ferner Stellungnahme des BLW vom 10. September 2012, S. 3 f. [= Akten Vorinstanz, S. 36 f.]). Es bleibt somit auch unter dem genannten Blickwinkel dabei, dass es vor- liegend an einer unausweichlichen Bundesaufgabe im haftungsrechtlichen Sinne fehlt. Eine andere Betrachtungsweise drängt sich entgegen der Auf- fassung der Beschwerdeführerin auch nicht etwa deshalb auf, weil in dem vom Bundesrat am 9. Dezember 2011 der Agroscope erteilten Leistungs- auftrag für die Jahre 2012 und 2013 (vgl. Beilage 4 zur Stellungnahme des EFD vom 3. September 2015) in allgemeiner Form, also ohne Einschrän- kung auf bestimmte Pferderass en, von einer Unterstützung der Pferde- branche durch das Schweizerische Nationalgestüt zt die Rede ist. Denn entscheidend ist, dass die Verfassungs -, Gesetzes - und Verordnungs- grundlagen die Durchführung von Reproduktionsmassnahmen der vorlie- gend streitbetroffenen Art dem Bund nicht verpflichtend vorschreiben. 10.2 Die hier in Frage stehende künstliche Besamung erscheint im Übrigen auch im Lichte der vorn (E. 5) skizzierten Zusammenarbeit des Bundes mit der Universität Bern im Rahmen des Kooperationsvertrages betreffend das SIP nicht als Bundesaufgabe im Sinne des Verantwortlichkeitsgesetzes. Das gilt ungeachtet dessen, dass der Bund in diesem Kontext das SIP bzw. die Universität Bern beauftragt hat, reproduktionstechnische Dienstleistun- gen an Pferden von Priva ten anzubieten bzw. entsprechend den jeweils getroffenen Vereinbarungen mit den Auftraggebern durchzuführen. Nach dem hiervor Ausgeführten steht es nämlich jedenfalls insoweit, als es nicht A-445/2015 Seite 21 um die Reproduktion von Pferden der Freiburgerrasse geht, im Ermessen des Bundes, mit entsprechenden Kooperationsverträgen Dritte zur Bereit- stellung eines Privaten zugänglichen Angebotes einer künstlichen Pferde- besamung zu verpflichten. 11. Mit Blick auf das Ausgeführte bilden eine künstliche Besamung, wie sie für «B._______» geplant war, und die damit zusammenhängende vorberei- tende gynäkologische Untersuchung eines Pferdes nicht Bestandteil einer unausweichlichen Aufgabe des Bundes. Stattdessen handelt es sich dabei namentlich mit Blick auf das Fehlen eines Monopols und in Ermangelung rechtswesentlicher Unterschiede zu entsprechenden Leistun gen privater Anbieter (vgl. E. 9.3) um gewerbliche Dienstleistungen (vgl. zu den gewerb- lichen Leistungen E. 4.6), welche in erster Linie zur Befriedigung eines pri- vaten Bedürfnisses und damit im Rahmen privatrechtlicher Rechtsverhält- nisse zu den Pferdeeigentümern erbracht werden. Es verhält sich insoweit nicht anders als in Bezug auf das weder zum Schutz bedrohter Pferderas- sen noch zum Export tiefgefrorenen Pferdespermas bestimmte Konservie- ren (Tiefgefrieren) von Pferdesperma durch das Schweizerische National- gestüt, das in der Rechtsprechung als privatrechtliche Dienstleistung qua- lifiziert wurde (BVGE 2008/59 E. 3). Der Umstand, dass für die vorliegend in Frage stehenden, gegenüber pri- vaten Pferdehaltern erbrachten Reproduktionsdienstleistungen unbestrit- tenermassen losgelöst von der einzelnen Behandlung festgesetzte Preise verlangt werden, schliesst den gewerblichen Charakter dieser Leistungen nicht per se aus (vgl. Urteil des VGr ZH VB.2000.00311 vom 8. Dezember 2000 E. 3b und 3c, wonach die veterinärmedizinische Behandlung in einem Tierspital trotz Festlegung von Gebühren in einer Gebührenordnung des Spitals im Rahmen eines privatrechtlichen Verhältnisses erfolgt; vgl. zu den gewerblichen Leistungen auch vorn E. 4.6). Denn auch für den privatrecht- lichen Tätigkeitsbereich der Verwaltung können Tarife aufgestellt werden (BGE 102 Ib 314 E. 3a). Ebenso wenig kann aus dem Umstand, dass die Zusammenarbeit zwi- schen dem Bund und der Universität B ern betreffend das SIP öffentlich - rechtlicher Natur sein dürfte, abgeleitet werden, dass das hier in Frage ste- hende Rechts verhältnis zu den Pferdehaltern als öffentlich -rechtlich zu qualifizieren ist. A-445/2015 Seite 22 12. Nach dem Gesagten hat sich die Vorinstanz mangels Anwendbarkeit des Verantwortlichkeitsgesetzes zu Recht als nicht zuständig für die materielle Beurteilung des bei ihr eingereichten Schadenersatzbegehrens erachtet. Die weiteren Vorbringen der Beschwerdeführerin können daran – wie im Folgenden aufgezeigt wird – nichts ändern. 12.1 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hätte die Vorinstanz ihre Zu- ständigkeit auch bei Annahme einer Schädigung im Rahmen einer gewerb- lichen Leistung bejahen müssen, und zwar auf grund der Regeln über die sog. Kompetenzattraktion. Die für die Beurteilung von Schadenersatzbe- gehren betreffend eine Schädigung im Zusammenhang mit einer gewerb- lichen Tätigkeit zuständige Instanz, das Regionalgericht Bern -Mittelland, habe nämlich ihre Zuständigkeit mit Entscheid vom 14. November 2012 bereits verneint. Folglich habe ein negativer Kompetenzkonflikt gedroht. Die Vorinstanz habe es bei dieser Sachlage unter Missachtung von Art. 7 VwVG und unter Verstoss gegen das Verbot der formellen Rechtsverwei- gerung unterlassen, ihre Zuständigkeit nach den Grundsätzen der Kompe- tenzattraktion zu prüfen und zu bejahen. Bei der Beurteilung einer Angelegenheit, die in ihre Kompetenz fällt, kann eine Behörde ausnahmsweise auch über Fragen entscheiden, zu deren Beurteilung sie an sich sachlich unzuständig ist (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar VwVG , Art. 7 N. 35 f.). Die Notwendigkeit, die Ent- scheidzuständigkeit in diesem Sinne bei einer bestimmten Behörde zu kon- zentrieren, kann sich aus prozessökonomischen Gründen, aus dem Gebot der Rechtssicherheit sowie aus dem Grundsatz der Einheit des Verfahrens ergeben (Urteil des BVGer A-6471/2009 vom 2. März 2010 E. 4.2.3). Im vorliegenden Fall fehlte es nach der gesetzlichen Ordnung – wie aus- geführt – nicht nur an der sachlichen Zuständigkeit der Vorinstanz in Bezug auf Haftungsansprüche im Zusammenhang mit Schädigungen im Rahmen einer privatrechtlichen Tätigkeit. Vielmehr fehlte der Vorinstanz generell die Kompetenz, hinsichtlich des in Frage stehenden Schadensfalles materiell zu befinden. Eine Kompetenzattraktion im Sinne einer Ausweitung oder Ausdehnung einer sachlichen Zuständigkeit kam deshalb von vornherein nicht in Betracht. Denn es fehlte an der Grundvoraussetzung einer Kom- petenzattraktion, nämlich an einem Teilbereich, der nach der Zuständig- keitsordnung ohne weiteres in die Kompetenz der Vorinstanz fallen würde. A-445/2015 Seite 23 Im Übrigen ist in diesem Kontext darauf hinzuweisen, dass das Regional- gericht Bern-Mittelland mit seinem präsidialiter erlassenen Entscheid vom 14. November 2012 lediglich hinsichtlich eines Begehrens betreffend vor- sorgliche Massnahmen und vorsorgliche Beweisführung im Zusammen- hang mit dem vorliegenden Schadensfall seine Zuständigkeit verneint hat. Der entsprechende Entscheid erging im Rahmen eines summarischen Ver- fahrens betreffend vorsorgliche Massnahm en (vgl. Art. 248 Bst. d der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2009 [ZPO, SR 272]) bzw. in einem Verfahren der vorsorglichen Beweisführung nach Art. 158 ZPO, das vor der Rechtshängigkeit des Hauptverfahrens eingelei- tet wird und sich gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung nach den Vorschriften über die vorsorglichen Massnahmen richtet. I n einem solchen Verfahren getroffene Anordnungen dürfen den (allfälligen) Hauptprozess nicht präju- dizieren (vgl. zu den vorsorglichen Massnahmen ROBERT HAUSER et al. [Hrsg.], GOG, Kommentar zum zürcherischen Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil - und Strafprozess vom 10. Mai 2010 , 2012, § 45 c N. 10). Folglich wirkt sich ein solches Verfahren auch in Bezug auf die Zuständigkeit für das Hauptve rfahren nicht präjudizierend aus (so für das Verfahren nach Art. 158 ZPO ausdrücklich Entscheid ZK 14 182 der 1. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 10. Juni 2014 , E. 4). Vor diesem Hintergrund ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass sich das Regionalgericht Bern -Mittelland trotz seines erwähnten Präsidialent- scheids vom 14. November 2012 als für die Beurteilung eines zivilrechtli- chen Haftungsanspru ches der Beschwerdeführerin zuständig erklär en könnte. Es ist deshal b – anders als nach der Darstellung in der Be- schwerde – nicht manifest, dass die Beschwerdeführerin Gefahr läuft, dass ihr eine materielle Beurteilung des streitbetroffenen Schadensfalles infolge eines negativen Kompetenzkonfliktes gänzlich verwehrt wird. Mit dem erwähnten Vorbringen stösst die Beschwerdeführerin somit ins Leere. 12.2 12.2.1 Die Beschwerdeführerin erklärt ferner, das BLW habe im Verfahren betreffend vorsorgliche Massnahmen vor dem Regionalgericht Bern-Mittel- land den Standpunkt vertreten, dass es sich bei der gynäkologischen Un- tersuchung und der künstlichen Besamung von «B._______» um eine öf- fentlich-rechtliche Aufgabe handle. Deshalb habe die Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, dass die Vorinstanz zur A-445/2015 Seite 24 Beurteilung ihres Haftungsanspruches zuständig sei. Soweit die Vorinstanz mit dem angefochtenen Entscheid nunmehr auf eine Unzuständigkeit man- gels amtlicher Tätigkeit des Bundes schliesse, verhalte sich der Bund treu- widrig. 12.2.2 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlich en Organen ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV). Das Gebot von Treu und Glauben verhindert illoyales Verhalten der Behör- den, prüft also deren Verhalten nach den materiellen Kriterien der Vertrau- enswürdigkeit und der Widerspruchsfreiheit (FELIX UHLMANN, Das Willkür- verbot [Art. 9 BV], 2005, N. 106). Nach dem Grundsatz des Vertrauens- schutzes haben die Privaten Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Ver- trauen in behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwar- tungen begründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden ( HÄ- FELIN et al., a.a.O., N. 627). Nach dem Verbot widersprüchlichen Verhaltens dürfen Verwaltungsbehör- den insbesondere einen einmal in einer bestimmten Angelegenheit einge- nommenen Standpunkt ohne sach lichen Grund nicht wechseln. Verhält sich eine Verwaltungsbehörde widersprüchlich und vertrauen Private auf deren ursprüngliches Verhalten, stellt das widersprüchliche Verhalten eine Verletzung des Vertrauensschutzprinzips dar, wobei die Unterscheidung zwischen dem Verbot widersprüchlichen Verhaltens und dem Vertrauens- schutzprinzip schwer fällt (vgl. Urteile des BVGer A-2221/2014 vom 27. Ja- nuar 2015 E. 1.7, A-2632/2013 vom 26. Februar 2014 E. 2.8, A-1560/2007 vom 20. Oktober 2009 E. 1.3). 12.2.3 Vorliegend hat das BLW vor dem Regionalgericht Bern -Mittelland zwar erklärt, dass «für das Rechtsverhältnis zwischen dem ISME […] und der Gesuchstellerin nur öffentliches Recht zur Anwendung gelangen kann» (Akten Vorinstanz, S. 134). In keiner der aktenkundigen Eingaben an die- ses Gericht erteilte das BLW freilich eine Auskunft, wonach die Vorinstanz für die Beurteilung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Schadenersatzforderung zuständig ist. Ebenso wenig äusserte sich das BLW dahingehend, dass die in Frage stehe nde Schädigung in Wahrneh- mung einer öffentlich -rechtlichen Aufgabe des Bundes erfolgte. Folglich hat das BLW bzw. der Bund der Beschwerdeführerin keine Auskunft erteilt oder sich in einer Weise verhalten, welche bei dieser unter Vertrauens- schutzgesichtspunkten berechtigtes Vertrauen auf die Zuständigkeit der Vorinstanz hätte wecken können. Letzteres gilt selbst dann, wenn – wie in der Beschwerde behauptet wird – der Bund bei der Beschwerdeführerin A-445/2015 Seite 25 den irreführenden Anschein geweck t haben sollte, dass das Schweizeri- sche Nationalgestüt über eigene Rechtspersönlichkeit verfügt und es mit der Beschwerdeführerin betreffend die künstliche Besamung von «B._______» ein Vertragsverhältnis eingegangen ist. Vor diesem Hintergrund muss eine Verletzung des Vertrauensschutzprin- zips ohne Rücksicht auf die weiteren Voraussetzungen des Vertrauens- schutzes bei unrichtigen behördlic hen Auskünften oder bei anderem, be- stimmte Erwartungen begründendem Verhalten der Verwaltungsbehörden verneint werden. Nach dem Gesagten setzte die Vorinstanz mit ihrer Be- gründung im angefochtenen Entscheid, wonach keine amtliche Tätigkeit des Bundes in Frage stehe, auch nicht in Widerspruch zum Rechtsstand- punkt des BLW. Selbst wenn davon abgesehen würde, dass es sich beim BLW und der Vorinstanz nicht um die nämliche Behörde handelt, kann folg- lich keine Verletzung des Verbots widersprüchlichen Verhaltens angenom- men werden. 13. 13.1 Nach Art. 9 Abs. 2 VwVG tritt eine Behörde, welche sich als unzustän- dig erachtet, durch Verfügung auf eine Sache nicht ein, wenn eine Partei die Zuständigkeit behauptet. Eine Partei behauptet ihre Zuständigkeit im Sinne dieser Vorschrift, wenn sie nicht nur eine Eingabe an eine bestimmte Behörde richtet, sondern zugleich zu erkennen gibt, «dass ihr an ein em Entscheid gerade durch die befasste Behörde liege » (BGE 108 Ib 540 E. 2a/aa). Gemäss einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist auch dann von einer Behauptung der Zuständigkeit einer Behörde im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG auszugehen, wenn die Parte i von der Behörde einen Entscheid betreffend ihre Zuständigkeit verlangt (vgl. Urteil des BVGer B-6235/2008 vom 7. Oktober 2008). Entscheidend ist letztlich, ob aus dem Verhalten der Partei abzuleiten ist, dass sie gegen eine formlose Überwei- sung der Sache an eine andere Behörde opponieren würde und stattdes- sen auf dem Erlass einer formellen Verfügung der angerufenen Behörde über die Zuständigkeitsfrage beharrt (Urteile des BVGer A-759/2014 vom 28. April 2014, A-36/2013 vom 7. August 2013 E. 3.1.2; FLÜCKIGER, in: Pra- xiskommentar VwVG, Art. 9 N. 10; ANDRÉ MOSER et al., Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, N. 3.10; vgl. ferner ALAIN GRIFFEL, in: ders. [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. Aufl. 2014, § 28 N. 12). A-445/2015 Seite 26 13.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin in ihrem Schadensersatzbe- gehren vom 4. Juli 2013 ausgeführt, weshalb sie das EFD für sachlich zu- ständig erachte. In einer am 30. Januar 2014 bei der Vorinstanz eingereich- ten Stellungnahme machte sie sodann geltend, sie sei mit den Abklärungen zur verantwortlichen Verwaltungseinheit bzw. zur Zuständigkeit des Bun- des oder des Kantons Bern allein gelassen worden und der bisherige Um- gang mit dem vorliegenden Schadenfall seitens der involvierten Ins titutio- nen erschöpfe sich im Abschieben jeder Verantwortung auf die jeweils an- dere. Zugleich bekräftigte sie ihren Standpunkt, dass die Vorinstanz für die Beurteilung ihres Schadenersat zbegehrens zuständig sei (Ak- ten Vorinstanz, S. 163 ff.). Schliesslich b rachte sie in einem an das EFD gerichteten Schreiben vom 19. Dezember 2014 vor, die Angelegenheit sei, was die Frage der Zuständigkeit zur Behandlung des Schadenersatzbe- gehrens betreffe, spruchreif. Dabei erklärte sie, sie behalte sich vor, die Sache wegen Rechtsverzögerung an die Beschwerdeinstanz weiterzuzie- hen, «sollte ein Entscheid betreffend die Zuständigkeit des EFD weiterhin auf sich warten lassen» (Akten Vorinstanz, S. 202). Mit Blick auf diese Vorbringen der Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz – namentlich angesichts der letztgenannten beiden Schreiben – ist entge- gen der in der Beschwerde diesbezüglich geäusser ten Ansicht (vgl. Be- schwerde, Rz. 40 f.) davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren von der angerufenen Behörde einen Entscheid über die Zuständigkeit verlangt hat und gegen eine formlose Überweisung opponiert hätte. Es lässt sich deshalb entgegen der Darstellung der Be- schwerdeführerin vor dem Bundesverwaltungsgericht (vgl. Stellungnahme vom 1. April 2015, Rz. 41 ff.) nicht annehmen, dass sie im Verfahren vor der Vorinstanz aufgezeigt hat, dass es ihr unabhängig von der angerufenen und entscheidenden Behörde einzig um die materielle Beurteilung ihres Falles ging. 13.3 Nach dem Gesagten hat d ie Vorinstanz zu Recht ihre Zuständigkeit verneint und in Übereinstimmung mit Art. 9 Abs. 2 VwVG einen Nich tein- tretensentscheid gefällt. 14. Es fragt sich weiter, ob die nach dem Ausgeführten sachlich unzuständige Vorinstanz die Angelegenheit an eine andere Behörde hätte überweisen müssen. A-445/2015 Seite 27 14.1 14.1.1 Art. 1 der Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz hat folgenden Wortlaut: «1 Die Begehren auf Schadenersatz oder Genugtuung, die auf Grund des Ver- antwortlichkeitsgesetzes gege nüber dem Bund erhoben werden, sind dem Eidgenössischen Finanzdepartement schriftlich, begründet und mindestens im Doppel einzureichen. 2 Das Eidgenössische Finanzdepartement leitet die Begehren an die zur An- erkennung oder Bestreitung zuständige Stelle wei ter, soweit es nicht selbst zuständig ist. 3 Sämtliche Amtsstellen sind gehalten, Begehren, zu deren Behandlung sie nicht zuständig sind, unverzüglich an die zuständige Stelle weiterzuleiten. » Mit Blick auf Art. 1 Abs. 1 dieser Bestimmung ergibt sich in systematischer Auslegung der Vorschrift, dass die darin statuierten Weiterleitungspflichten nur für Begehren auf Schadenersatz oder Genugtuung gelten, welche ge- stützt auf das Verantwortlichkeitsgesetz gegenüber dem Bund erhoben werden. 14.1.2 Vorliegend wurde die Frage, ob auf das streitbetroffene Schadener- satzbegehren das Verantwortlichkeitsgesetz anwendbar ist, seitens der Vorinstanz als der dafür zuständigen Stelle beurteilt und zu Recht ver- neint (vgl. E. 7 ff.). Soweit das Schadenersatzbegehren der Beschwerde- führerin (auch) aufgrund anderer Rechtsgrundlagen als gestützt auf das Verantwortlichkeitsgesetz erhoben worden sein sollte, bildet es nach dem Gesagten kein Begehren im Sinne von Art. 1 der Verordnung zum Haf- tungsgesetz (vgl. E. 14.1.1). Die in dieser Vorsc hrift statuierten Weiterlei- tungspflichten sind deshalb im hier zu beurteilenden Fall nicht massge- bend. 14.2 14.2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 VwVG überweist die Behörde, die sich als un- zuständig erachtet, die Sache ohne Verzug der zuständigen Behörde. Dem allgemeinen Rechtsgrundsatz, wonach ein Rechtssuchender nicht ohne Not um die Beurteilung seines Begehrens durch die zuständige Instanz ge- bracht werden soll, Rechnung tragend statuiert dieses Vorschrift eine Pflicht der Behörden, die Sache von Amtes wegen an die zuständige Be- hörde zu überweisen (MICHEL DAUM, in: Christoph Auer et al. [Hrsg.], Kom- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2008, Art. 8 A-445/2015 Seite 28 N. 1 und 5). In erster Linie sind unter den zuständigen Behörden die eid- genössischen Verwaltungsbehörden gemäss Art. 1 Abs. 1 und 2 VwVG, aber auch die anderen Verwaltungsrechtspflegeorgane des Bundes sowie namentlich die kantonalen Verwaltungsbehörden gemeint (Urteil des BVGer A-36/2013 vom 7. August 2013 E. 3.1.2; FLÜCKIGER, in: Praxiskom- mentar VwVG, Art. 8 N. 17). Die Überweisungspflicht greift bereits, wenn die Zuständigkeit der anderen Verwaltungsbehörde als wahrscheinlich er- scheint (DAUM, a.a.O., Art. 8 N. 4). Keine Weiterleitungspflicht nach Art. 8 Abs. 1 VwVG besteht indessen im Verhältnis zu kantonalen Zivilgerichten (vgl. BGE 102 Ib 314 E. 3c; 97 I 852 E. 3a; Urteil des BGer 2C_707/2010 vom 15. April 2011 E. 3.4; DAUM, a.a.O., Art. 8 N. 3). Eine Pflicht zur Überweisung an die sachzuständige Behörde nach Art. 8 Abs. 1 VwVG entfällt trotz des Umstandes, dass die Weiterleitung von Am- tes wegen erfolgen muss, ferner auch dann, wenn die betroffene Partei deutlich macht, dass sie die Weiterleitung ihrer Eingabe entweder generell oder jedoch an eine bestimmte Behörde nicht wünscht. Letzteres ist freilich nur zurückhaltend anzunehmen (s. zu dieser Ausnahme von der Überwei- sungspflicht DAUM, a.a.O., Art. 8 N. 5; FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 10 N. 1). Nach einem Teil der Lehre ist ein infolge Unzuständigkeit erlassener Nicht- eintretensentscheid mit einer Überweisung an die zuständige Behörde ge- mäss Art. 8 Abs. 1 VwVG zu verbinden (DAUM, a.a.O., Art. 8 N. 2 und Art. 9 N. 7; REGINA KIENER et al., Öffentliches Verfahrensrecht, 2012, N. 461 und 489). Es wird aber auch die Meinung geäussert, eine Überweisung scheide aus, sobald von einer Partei im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG die Zustän- digkeit der Behörde behauptet wird (so FLÜCKIGER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 8 N. 11). 14.2.2 Im vorliegenden Fall erliess die Vorinstanz zu Recht einen Nichtein- tretensentscheid wegen Unzuständigkeit und hat die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 9 Abs. 2 VwVG die Zuständigkeit der Vorinstanz behaup- tet (vgl. E. 11 ff.). Trotz dieser Sachlage braucht hier entschieden zu wer- den, ob sich ein wegen Un zuständigkeit erlassener Nichteintretensent- scheid mit einer Überweisung der Angelegenheit an die zuständige Be- hörde verbinden lässt (vgl. zur diesbezüglichen Kontroverse in der Doktrin hiervor E. 14.2.1 am Ende). Denn wie im Folgenden ersichtlich wird, gri ff A-445/2015 Seite 29 die Überweisungspflicht im Sinne von Art. 8 Abs. 1 VwVG in diesem Ver- fahrensstadium ohnehin nicht. 14.2.3 Zwar ist nicht von vornherein ausgeschlossen, dass für die Beurtei- lung eines sich gegen den Bund richtenden Schadenersatzbegehrens das Bundesverwaltungsgericht auf Klage hin als erste Instanz zuständig ist (vgl. E . 1.3). Hierfür müsste sich der entsprechende Schadenersatzan- spruch aber auf einen öffentlich -rechtlichen Vertrag im Sinne von Art. 35 Bst. a VGG stützen. Wie aufgezeigt, steht aber vorliegend kei n öffentlich- rechtliches Verhältnis, sondern eine privatrechtliche Dienstleistung zur Dis- kussion (vgl. E. 11). Soweit die Beschwerdeführerin ihr bei der Vorinstanz eingereichtes Schadenersatzbegehren auf eine Haftung aus einem (an- geblich) verwaltungsrechtlichen Vertrag stützte, hat sie mit anderen Worten die zivilrechtliche Rechtsnatur des von ihr eingegangen en Rechtsverhält- nisses verkannt. Für vertragliche Ansprüche, welche die Beschwerdefüh- rerin mit ihrem Schadenersatzbegehren geltend gemacht hat, war und ist das Bundesverwaltungsgericht mangels öffentlich-rechtlichen Vertrages im Sinne von Art. 35 Bst. a VGG nicht zuständig. Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz nicht verpflichtet war, die Sa- che zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten. 14.2.4 Wie ausgeführt, haftet der Bund nach zivilrechtlichen Vorschriften, soweit er – wie vorliegend – als Subjekt des Privatrechts auftritt (vgl. E. 6.2 am Ende und E. 11). Soweit es um die Haftung des Bundes nach privat- rechtlichen Bestimmungen geht, sind die Zivilgerichte zur Beurteilung zu- ständig (vgl. BVGE 2011/54 E. 1.1.2; CANDRIAN, a.a.O., S. 152). Da aber die erstinstanzliche Beurteilung eines entsprechenden Haftungsanspruchs in die Zuständigkeit eines kantonalen Zivilgerichtes f allen würde und ge- genüber einem solchen Gericht keine Überweisungspflicht nach Art. 8 Abs. 1 VwVG bestehen würde (vgl. E. 14.2.1 Abs. 2), gab es keinen Grund, die Sache vorliegend an ein Zivilgericht weiterzuleiten. Im vorliegenden Zusammenhang spielt im Übrigen keine Rolle, ob die Be- schwerdeführerin mit ihren Eingaben bei der Vorinstanz sinngemäss (eventualiter) auch zivilrechtliche Schadenersatzansprüche gegenüber der Universität Bern und/od er dem Kanton Bern geltend gemacht hat. Denn auch die Beurteilung solcher Schadenersatzforderungen fällt in die Zustän- digkeit der kantonalen Zivilgerichtsbarkeit, weshalb ein entsprechender An- trag bei der Vorinstanz keine Überweisungspflicht begründet hätte. A-445/2015 Seite 30 14.2.5 Es könnte sich beim hier zu beurteilenden Sachverhalt mit Blick auf die Zusammenarbeit des SIP mit der ALP-Haras zwar die Frage stellen, ob ein kantonalrechtlicher Staatshaftungsanspruch oder ein Haftungsan- spruch aus einem öffentlich-rechtlichen Vertrag gegenüber der Universität Bern und/oder dem Kanton Bern besteht. Allerdings hat die Beschwerde- führerin mit ihrem bei der Vorinstanz eingereichten Begehren einzig vom Bund Schadenersatz gefordert, und zwar gestützt auf das bundesrechtli- che Staatshaftungsrecht. Aus dem Umstand, dass sie beim EFD einen sol- chen bundesrechtlichen Staatshaftungsanspruch gegenüber dem Bund geltend gemacht hat, kann nicht gefolgert werden, dass sie mit d amit zu- gleich (bzw. eventualiter) eine Schadenersatzforderung gegenüber der Universität Bern und/oder dem Kanton Bern gestützt auf kantonales Staatshaftungsrecht und/oder gestützt auf einen öffentlich-rechtlichen Ver- trag hat erheben wollen. Denn eine solche Forderung bildet einen anderen Anspruch als der geltend gema chte Staatshaftungsanspruch gegenüber dem Bund, weil sie sich auf einen anderen Rechtsgrund bzw. andere Rechtsgründe stützt (vgl. zum – freilich im hier nicht einschlägigen Zusam- menhang mit der Frage nach einer abgeurteilten Sache verwendeten – Be- griff der Anspruchsidentität Urteil des BGer 4C.263/2005 vom 5. Oktober 2006 E. 2.1). Die Beschwerdeführerin hat bei der Vorinstanz keine Rechtsbehauptungen oder Anträge gestellt , wonach die Universität Bern oder /und der Kanton Bern gestützt auf kantonales Staatshaftungsrecht und/oder gestützt auf ei- nen öffentlich-rechtlichen Vertrag zur Leistung von Schadenersatz zu ver- pflichten sei(en). Nicht von ungefähr hat sie denn auch in einem Schreiben an die Universitä t Bern vom 19. Juli 2013 erklärt, sie werde gezwungen sein, ein Schadenersatzbegehren an die Universität zu richten, «sollte sich die Schweizerische Eidgenossenschaft […] für nicht zuständig erklären» (Akten Vorinstanz, S. 149). Damit hat sie eingeräumt, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt bei der Vorinstanz noch k einen entsprechenden Haftungsan- spruch gegen die Universität Bern geltend gemacht zu haben. Angesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin beim EFD we- der kantonalrechtliche Staatshaftungsansprüche noch Ansprüche gegen die Universität Bern und/oder den Kanton Bern aus einem öffentlich-recht- lichen Vertrag angemeldet hat, bestand kein Anlass, unter diesem Ti- tel eine Überweisung zu prüfen. Letzteres gilt umso mehr, als die Be- schwerdeführerin weder ausdrücklich noch implizit für den Fall, dass sich die Vorinstanz als unzuständig erachten sollte, diese um eine Weiterleitung der Angelegenheit an die zuständige Behörde ersucht hat. Ein solche r A-445/2015 Seite 31 Eventualantrag auf Überweisung kann namentlich nicht in ihren Ausführun- gen vor der Vorinstanz, wonach die verantwortlichen Institutionen die Ver- antwortung auf die jeweils andere abgeschoben hätten (Akten Vorinstanz, S. 164), erblickt werden. Vor diesem Hintergrund war die Vorinstanz nicht gehalten, die Sache ge- stützt auf Art. 8 Abs. 1 VwVG an die Universität Bern oder an eine andere Verwaltungsstelle des Kantons Bern zu überweisen. 14.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es läge ein negativer Kompetenz- konflikt vor, bei welchem die Vorinstanz als zweitbefasste Behörde (auch) aufgrund von Art. 29a BV sowie mit Blick au f das Gebot der formellen Rechtsverweigerung die Sache der zuständigen Behörde überweisen oder aber – bei fehlender Möglichkeit der Überweisung – darüber materiell hätte befinden müssen. Wie im Folgenden ersichtlich wird, stösst diese Rüge ins Leere. 14.3.1 Nach Art. 29a BV hat jede Person bei Rechtsstreitigkeiten einen grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Anspruch auf Beurteilung durch eine richterliche Behörde. Das verfassungsrechtliche Verbot der formellen Rechtsverweigerung ge- währleistet den Anspruch auf einen behördlichen Entscheid. Er ist verletzt, wenn eine Verwaltungs- oder eine Gerichtsbehörde auf ein Begehren nicht eintritt, obwohl die Eintretensvoraussetzungen erfüllt sind und die Behörde zum Entscheid verpflichtet wäre (BGE 135 I 6 E. 2.1; Urteil de s BGer 1C_479/2009 vom 17. März 2010 E. 3). Es erscheint nicht als von vornherein ausgeschlossen, dass eine mit einer Angelegenheit befasste Behörde, welche sich für unzuständig hält, unter Umständen aufgrund von Art. 29a BV und/oder aufgrund des Verbots der formellen Rechtsverweigerung zur Überweisung der Sache an die zustän- dige Behörde verpflichtet ist. Ebenso wenig ist von vornherein undenkbar, dass die zweitbefasste Behörde aufgrund der Rechtsweggarantie von Art. 29a BV und/oder aufgrund des Verbots der formellen Rechtsverweige- rung in bestimmten Konstellationen, bei welchen eine andere möglicher- weise zuständige Behörde nicht ersichtlich ist, trotz fehlender Zuständig- keit in der Sache entscheiden muss. Nicht von ungefähr wird denn auch zu Art. 29a BV in der Literatur – freilich in Bezug auf die örtliche und nicht die A-445/2015 Seite 32 sachliche Zuständigkeit – unter anderem Folgendes ausgeführt ( ISAAK MEIER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2010, S. 136 f.): «Tritt ein Gericht auf eine Klage mangels Zuständigkeit nicht ein, kann am selben Ort nicht nochmals geklagt werden. Möglich bleibt aber, die Klage bei einem anderen – dem örtlich zuständigen – Gericht einzureichen. Dieses ist in der Beurteilung seiner Zuständigkeit grundsätzlich frei. Da allerdings ein über- geordnetes Gericht für die Lösung allfälliger Zuständigkeitskonflikte fehlt, ist jedes Gericht gehalten, sog. negative Kompetenzkonflikte zu vermeiden. Hält sich das zweite Gericht demnach für nicht zuständig, ist jedoch kein anderer Gerichtsstand ersichtlich, an dem die Klage erhoben werden könnte, hat das zweite Gericht die Klage trotz fehlender Zuständigkeit gestützt auf Art. 29a BV anhand zu nehmen. Tritt es auf die Klage nicht ein, kann sein Entscheid mit Rechtsmitteln wegen Verletzung des Justizgewährungsansp ruchs angefoch- ten werden.» 14.3.2 Der vorliegend angefochtene, nicht mit einer Überweisung an eine andere Behörde verbundene Nichteintretensentscheid der Vorinstanz be- wirkt nicht, dass der Beschwerdeführerin keine richterliche Behörde für die materielle Beurteilung ihres Schadensfalles zur Verfügung steht. Denn zum einen ist gemäss dem Ausgeführten eine Zuständigkeit der Zivilgerichte nicht ausgeschlossen und hat das Regionalgericht Bern-Mittelland bislang keinen Entscheid über seine Zuständigkeit in einem Hauptverfahren betref- fend zivilrechtliche Haftungsansprüche gefällt (vgl. E. 12.1 und E. 14.2.4). Zum anderen haben auch die für allfällige Staatshaftungsansprüche oder Ansprüche aus einem öffentlich-rechtlichen Vertrag gegenüber der Univer- sität Bern und/oder dem Kanton Bern zuständigen Behörden (vgl. dazu hinten E. 15.3 und E. 16) noch nicht rechtskräftig entschieden, dass ihnen die Kompetenz zur Beurteilung solcher Ansprüche abgeht. Bei dieser Sachlage liegt keine Konstellation vor, bei welcher es mit Blick auf Art. 29a BV und/oder aufgrund des Verbots der formellen Rechtsverweige- rung geboten gewesen wäre, die Angelegenheit an eine andere Behörde zu überweisen oder trotz nach dem Gesetz fehlender Zuständigkeit allein aufgrund dieser Verfassungsgarantien in der Sache zu entscheiden. 14.4 Es ergibt sich aus dem Dargelegten, dass die Vorinstanz nicht ver- pflichtet war, das Schadenersatzbegehren der Beschwerdeführerin an eine andere Behörde weiterzuleiten. 15. Nach dem hiervor Ausgeführten ist das Bundesverwaltungsgericht sachlich nicht zuständig, über Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit der künstlichen Besamung von «B._______» zu befinden (vgl. E. 14.2.3). A-445/2015 Seite 33 Anders als im Verfahren vor der Vorinstanz beantragt die Beschwerdefüh- rerin vor dem Bundesverwaltungsgericht eventualiter ausdrücklich eine Weiterleitung an die zuständige Behörde (vgl. Beschwerde, S. 2). In ihrer unaufgefordert eingereichten Stellungnahme vom 1. April 2015 führt sie präzisierend aus, die Sache sei «an die zuständige kantonale Behörde » weiterzuleiten, soweit der entstandene Schaden «dem Kanton Bern anzu- lasten und im Rahmen der Staatshaftung gegen diesen geltend zu ma- chen» sei (vgl. S. 11 der Stellungnahme). Es ergibt sich daraus, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls mit der letzteren Stellungnahme sinnge- mäss ein sich nicht ausschliesslich gegen den Bund als Haftungssubjekt richtendes Schadenersatzbegehren gestellt hat. Vor diesem Hintergrund bleibt zu klären, ob das Bundesverwaltungsgericht verpflichtet ist, die Angelegenheit zuständigkeitshalber an eine andere Be- hörde weiterzuleiten. 15.1 Vorauszuschicken ist, dass eine Weiterleitung an ein (kantonales) Zi- vilgericht zwecks Beurteilung allfälli ger privatrechtlicher Ansprüche von vornherein nicht in Frage kommt. Die vorstehenden Ausführungen zur feh- lenden behördlichen Pflicht, eine Angelegenheit zuständigkeitshalber an kantonale Zivilgerichte zu überweisen (vgl. E. 14.2.1 und E. 14.2.4), gelten nämlich mutatis mutandis auch dann, wenn das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung von privatrechtlichen und damit nicht in seine Zuständigkeit fallenden Ansprüchen angerufen wird. Die folgende Prüfung beschränkt sich vor diesem Hintergrund auf die Frage, ob das Bundesverwaltungsgericht die Angelegenheit gestützt auf Art. 8 Abs. 1 VwVG einer zuständigen kantonalen Verwaltungsbehörde zu überweisen hat. Dabei ist auch zu untersuchen, ob eine Überweisung an die Universität Bern zu erfolgen hat: Zwar scheint die Beschwerdeführerin mit ihrer Rede von einer Überweisung im Fall, dass der Schaden «dem Kanton Bern » anzulasten ist, (eventualiter) einzig diesen Kanton, nicht aber die Universität staatshaftungsweise ins Recht fassen zu wollen (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 1. April 2015, S. 11, auch zum Folgenden). Indessen spricht sie ohne Einschränkung von einer Über- weisung «an die zuständige kantonale Behörde ». Zudem bezeichnet sie die Universität Bern an einer Stelle ihrer Eingabe vom 1. April 2015 als «in Frage kommenden Anspruchsgegner » (S. 3 der Stellungnahme). Unter diesen Umständen verbietet es sich nach Treu und Glauben sowie unter Berücksichtigung der diesbezüglich g ebotenen Zurückhaltung A-445/2015 Seite 34 (vgl. E. 14.2.1) anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin eine Überwei- sung an die Universität Bern nicht wünscht. 15.2 Wie aufgezeigt, steht im hier zu beurteilenden Fall nach der vorste- henden Würdigung – jedenfalls unter dem Blickwinkel des Verantwortlich- keitsgesetzes des Bundes – ein privatrechtliches Rechtsverhältnis zur De- batte (vgl. E. 11). Es ist vor diesem Hintergrund fraglich, ob der Kanton Bern mit Blick auf die sog. derogatorische Kr aft des Bundesrechts (vgl. Art. 49 BV) für eine Konstellation wie der hier zu beurteilenden öffent- lich-rechtliche Haftungstat bestände und diesbezügliche Zuständigkeiten der Verwaltungsbehörden vorsehen darf. Nach der Praxis des Bundesgerichts ist es den Kantonen gestützt auf Art. 61 Abs. 1 OR gestattet, alle in öffentlichen Kliniken vorgenommenen veterinärmedizinischen Pflege- und Behandlungsmassnahmen einer ein- heitlichen kantonalen , öffentlich-rechtlichen Haftungsregelung zu unter- werfen: So hat das Bundesgericht in einem Urteil aus dem Jahre 2002 be- treffend einen Haftungsfall entschieden, dass die Abgrenzung zwischen öf- fentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Rechtsverhältnissen im Bereich der veterinärmedizinischen Behandlung in öffentlichen Kliniken von der Ausgestaltung des kantonalen Rechts abhänge (Urteil des BGer 4P .188/2002 vom 5. November 2002 E. 3.3, auch zum Folgenden). Im be- treffenden Urteil hat das höchste Gericht im Rahmen einer staatsrechtli- chen Beschwerde entschieden, dass der Kanton Bern im Bereich der uni- versitären Bildung und der in diesem Rahmen angebotenen tiermedizini- schen Dienstleistungen zuständig sei, die Beziehungen seiner Institutionen zu den Benützern öffentlich-rechtlich zu regeln (zur entsprechenden Praxis im Bereich der Humanmedizin vgl. BGE 122 III 101 E. 2; Urteil des BGer 2P .248/2002 vom 28. Januar 2003 E. 2.2). Angesichts des erwähnten, sich au f den Kanton Bern beziehenden Ent- scheides des Bundesgerichts erscheint es als prinzipiell möglich, dass der vorliegende Sachverhalt (trotz der vorstehenden Würdigung als «privat- rechtlich» unter dem Blickwinkel des Verantwortlichkeitsgesetzes des Bun- des) von einem Staatshaftungstatbestand des Kantons Bern erfasst ist und für dessen Beurteilung eine Behörde des Kantons Bern zuständig ist. 15.3 15.3.1 Die Staatshaftung ist im Kanton Bern im Personalgesetz des Kan- tons Bern vom 16. September 2004 (BSG 153.01; nachfolgend: PG BE) geregelt (vgl. Art. 1 Abs. 3 PG BE). Die entsprechenden Vorschriften finden A-445/2015 Seite 35 sich in Art. 100 ff. PG BE. Nach Art. 100 Abs. 1 PG BE haftet der Kanton für Schäden, welche Mitarbeitende und nebenamtlich Tätige in Ausübung ihrer amtlichen Tätigkeit Dritten widerrechtlich zugefügt hab en. Gemäss Art. 101 Abs. 1 PG B E haften öffentliche Organisationen des kantonalen Rechts sowie private Organisationen oder Personen, welche unmittelbar mit kantonalen öffentlichen Aufgaben betraut sind, für den Schaden, wel- chen ihre Organe oder Angestellten in Erfüllung ihrer Aufgabe Dritten wi- derrechtlich zugefügt haben. Wird ein Schaden, für welchen eine Organi- sation oder Person im Sinne von Art. 101 Abs. 1 PG BE haftet, nicht ge- deckt, steht der Kanton für den Ausfall ein (Art. 101 Abs. 2 Satz 1 PG BE; sog. Ausfallhaftung). Bei streitigen Schadenersatzansprüchen gegen den Kanton erlässt die Di- rektion, in deren Aufgabenbereich sich der anspruchsbegründende Sach- verhalt ereignet hat, eine Verfügung (vgl. Art. 104 Abs. 1 PG BE) . Hat sich der anspruchsbegründende Sachverhalt hingegen im Rahmen der Aufgabenerfüllung einer Organisation oder Person gemäss Art. 101 PG BE ereignet, ist das Schadenersatzbegehren bei der jeweiligen Organisation oder Person einzureichen und erlässt diese eine Verfügung (Art. 104a Abs. 1 PG BE). 15.3.2 Die Universität Bern ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit (Art. 1 Abs. 2 Satz 1 des [Kantonalberner] Gesetzes über die Universität vom 5. September 1996 [BSG 436.11]). Für Schäden, welche Angestellte der Universität in Erfüllung ihrer Aufgabe Dritten wider- rechtlich zugefügt haben, haftet demnach gemäss Art. 101 PG in erster Linie die Universität; der Kanton Bern haftet nur im Rahmen der sog. Aus- fallhaftung (vgl. E. 15.3.1). Es ergibt sich aus dem Gesagten, dass im vorliegenden Fall ein Anspruch gegen die Universität Bern zur Debatte stehen könnte, soweit aufgrund ei- ner (allfälligen) Beteiligung des SIP an der gynäkologischen Untersuchung der Stute «B._______» kantonalrechtliche Staatshaftungsansprüche be- stehen sollten (nur im Rahmen der sog. Ausfallhaftung kann es um einen Staatshaftungsanspruch gegen den Kanton Bern gehen). Für die Beurtei- lung eines solchen Anspruchs gegen die Universität Bern ist nach dem kantonalen Recht die Universität selbst zuständig (vgl. E. 15.3.1 am Ende). Da vor diesem Hintergrund die Zuständigkeit der Universität Bern wahr- scheinlich ist, ist die vorliegende Angelegenheit gestützt auf Art. 8 Abs. 1 A-445/2015 Seite 36 VwVG zuständigkeitshalber an die Universität Bern zur Prüfung ihrer Zu- ständigkeit und gegebenenfalls zur Beurteilung allfälliger Staatshaftungs- ansprüche nach dem kantonalen Recht weiterzuleiten (vgl. E. 14.2.1). 16. Nicht untersucht werden muss hier, ob in einer Konstellation wie der vor- liegenden trotz Annahme eines im Sinne des Verantwortlichkeitsgesetzes des Bundes privatrechtlichen Rechtsverhältnisses ein kantonalrechtlicher Haftungsanspruch aus einem öffentlich-rechtlichen Vertrag bestehen kann. Ebenso wenig braucht hier die Frage beantwortet zu werden, welch e Be- hörden gegebenenfalls für die Beurteilung eines solchen Anspruches zu- ständig wären und ob das Bundesverwaltungsgericht die Sache grundsätz- lich gemäss Art. 8 Abs. 1 VwVG auch an diese Behörden weiterzuleiten hätte, soweit es sich um andere Instanzen als die Universität Bern handeln würde. Denn selbst wenn es sich bei diesen Behörden um Verwaltungsbe- hörden handeln würde, an welche nach Art. 8 Abs. 1 VwVG prinzipiell zu überweisen ist, käme die entsprechende Weiterleitungspflicht im vorliegen- den Fall nicht zum Tragen. Die Beschwerdeführerin hat nämlich deutlich gemacht, dass sie eine Überweisung zur Beurteilung kantonaler Ansprü- che aus einem (allfälligen) öffentlich-rechtlichen Vertrag nicht wünscht (vgl. E. 14.2.1): Wie erwähnt, erklärt die Beschwerdeführerin vor dem Bundesverwaltungs- gericht, der Schaden sei, sofern er dem Kanton Bern anzulasten sei, «im Rahmen der Staatshaftung […] geltend zu machen » (Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 1. April 2015, S. 11). Damit bringt sie zum Aus- druck, dass aus i hrer Sicht kein Haftungsanspruch aus einem öffentlich - rechtlichen Vertrag gegen die Universität Bern und/oder den Kanton Bern zur Diskussion steht. Dieser Schluss rechtfertigt sich umso mehr, als die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren ein von ihr mit der Univer- sität Bern und/oder dem Kanton Bern eingegangenes öffentlich-rechtliches Vertragsverhältnis sinngemäss ausschliesst, indem sie geltend gemacht, es sei für sie bis zum Schadenseintritt ebenso wenig wie für andere Aus- senstehende erkennbar gewesen, dass das SIP bzw. die Universität Bern an der Durchführung der geplanten künstlichen Besamung und der vorgän- gigen gynäkologischen Untersuchung der Stute «B._______» beteiligt ge- wesen sei (vgl. insbesondere die Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 29. Oktober 2015). A-445/2015 Seite 37 17. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht der Beschwer- deführerin Kosten von Fr. 1'500.- auferlegt hat. 17.1 17.1.1 Art. 63 VwVG regelt die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren. Auch die ge stützt auf Abs. 5 dieser Bestimmung erlassene Verordnung vom 10. September 1969 über Kosten und Entschädigungen im Verwal- tungsverfahren (SR 172.041.0; im Folgenden: VKEV) bezieht sich in erster Linie auf die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren und nicht auf die Kosten für das Verfahren auf Erlass einer erstinstanzlichen Verfügung. Bei einem Verfahren vor dem EFD im Anwendungsbereich des Verantwortlich- keitsgesetzes handelt es sich um ein «übriges Verfahren» im Sinne des Titels «II. Übrige Verfah ren» dieser Verordnung (vgl. Urteil des BVGer A-1793/2006 vom 13. Mai 2008 E. 5.4). Diesbezüglich hält Art. 13 Abs. 1 VKEV (vorbehältlich hier nicht interessierender Ausnahmen gemäss Art. 11 und 12 VKEV) fest, dass sich die Verfahrenskosten nach dem in der Sache anwendbaren Bundesrecht bestimmen. Weder das Verantwortlich- keitsgesetz noch die Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz enthalten indessen eine entsprechende Bestimmung (die hier nicht einschlägige Vor- schrift von Art. 7a der Verordnung zum Verantwortlichkeitsgesetz verweist auf Art. 13 VKEV). Fehlt es an einer abweichenden Bestimmung in dem in der Sache anwend- baren Bundesrecht, kann die verfügende Behörde nach Art. 1 3 Abs. 2 Bst. a VKEV von der Partei eine Entscheidgebühr zwischen Fr. 100.- und Fr. 3'000.- verlangen (Ziff. 1 der Bestimmung) oder, wenn die Sache erheb- liche finanzielle Interessen betrifft, wenn sie einen aussergewöhnlichen Umfang oder besondere Schwierigkeiten aufweist, wenn mehrere Parteien beteiligt sind oder wenn eine Partei in mutwilliger Weise gehandelt hat, eine solche zwischen Fr. 200.- und Fr. 7'000.- (Ziff. 2 der Bestimmung) . Das EFD legt innerhalb dieser Gebührenansätze die Gebühr im Einzelfall unter Berücksichtigung der konkreten Umstände fest (Art. 19 VK EV in Verbin- dung mit Art. 7 der Allgemeinen Gebührenverordnung vom 8. September 2004 [AllGebV, SR 172.041.1]). Auf die Gebührenerhebung kann verzichtet werden, wenn ein überwiegen- des öffentliches Interesse an der Verfügung oder Dienstleistung besteht oder wenn es sich um Verfügungen oder Dienstleistungen mit geringem Aufwand, insbesondere um einfache Auskünfte, handelt (Art. 13 A-445/2015 Seite 38 Abs. 3 VKEV in Verbindung mit Art. 19 VK EV in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 AllGebV). 17.1.2 Nach dem Kostendeckungsprinzip dürfen die Gesamteingänge an Gebühren den Gesamtaufwand des betreffenden Verwaltung szweiges nicht oder nur geringfügig übersteigen. Das Äquivalenzprinzip verlangt in Konkretisierung des Verhältnismässigkeitsprinzips, dass die Höhe der Ge- bühr im Einzelfall nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objek- tiven Wert der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen Grenzen be- wegen muss. Der Wert der Leistung bemisst sich dabei entweder nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den die Leistung für den Abgabepflichtigen hat, oder nach dem Kostenaufwand der konkreten Inanspruchnahme der Verwaltung. Gebühren sollen jedenfalls nach sachlich vertretbaren und wirklichkeitsnahen Kriterien bemessen sein (vgl. zum Ganzen BGE 132 II 371 E. 2.1, 130 III 225 E. 2.3; Urteile des BVGer A-3593/2014 vom 13. April 2015 E. 4.3, A-1175/2011 vom 28. März 2012 E. 5.2.2, A-4903/2010 vom 17. März 2011 E. 5.1 f.; DANIELA WYSS, Kausalabgaben, 2009, S. 88 f.). 17.2 17.2.1 Im vorliegenden Fall richten sich die Kostenfolgen der angefochte- nen Verfügung nach Art. 13 Abs. 2 und 3 VKEV, und zwar unabhängig da- von, ob das vorinstanzliche Verfahren in Bezug auf diese Kostenfolgen als Verfahren im Anwendungsbereich des Verantwortlichkeitsgesetzes zu qua- lifizieren ist oder nicht. Denn wie aufgezeigt , enthalten weder das Verant- wortlichkeitsgesetz noch die dazu erlassene Verordnung einschlägige Vor- schriften zu den Verfahrenskosten. Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ist mit Blick auf Art. 13 Abs. 2 und 3 VKEV nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit dem angefochtenen Entscheid zur Bezahlung ei- ner Gebühr verpflichtet hat. Denn zum einen ist weder substantiiert darge- tan noch aus den Akten ersichtlich, dass ein überwiegendes öffentliches Interesse am Erlass der angefochtenen Verfügung bestand, welches einen Verzicht auf die Gebührenerhebung gerechtfertigt hätte. Zum anderen war der Erlass der angefochtenen Verfügung – obschon sie nur die Zuständig- keitsfrage betraf – nicht mit einem bloss geringen Aufwand verbunden, weshalb auch unter diesem Blickwinkel kein Grund bestand, von einer Ge- bührenerhebung abzusehen (vgl. E. 17.1.1 am Ende). A-445/2015 Seite 39 Die Beschwerdeführerin macht zwar in diesem Zusammenhang geltend, es hätten ihr keine Verfahrenskosten auferlegt werden dürfen, weil sie auf- grund unrichtiger und treuwidriger Ausführungen des Bundes von der Zu- ständigkeit des EFD habe ausgehen dürfen. Es ist ihr jedoch entgegenzu- halten, dass der Bund (namentlich das BLW im Verfahren vor dem Regio- nalgericht Bern-Mittelland) – wie ausgeführt – kein Verhalten an den Tag gelegt hat, das bei der Beschwerdeführerin berechtigtes Vertrauen auf die Zuständigkeit der Vorinstanz hätte wecken können (vgl. E. 12.2.3). 17.2.2 Was die Bemessung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten betrifft, macht die Beschwerdeführerin zu Recht nicht geltend, die vorn genannten Gebührenansätze von Art. 13 Abs. 2 VKEV würden gegen höherrangiges Recht (namentlich das Kostendeckungs- und/oder das Äquivalenzprinzip) verstossen. Indessen rügt sie, in ihrem Fall seien die Kosten in willkürlicher oder zumindest unangemessener Weise zu hoch festgesetzt worden. Dies ergebe sich insbesondere daraus, dass vorliegend mangels erheblicher fi- nanzieller Interessen der Gebührenansatz von Fr. 100.- bis Fr. 3'000.- zur Anwendung komme, das vorinstanzliche Verfahren auf die Zuständigkeits- frage beschränkt gewesen sei und sich die Vorinstanz ab dem von ihr an- genommenen Zeitpunkt der Spruchreife über neun Monate Zeit zum Erlass der angefochtenen Verfügung gelassen habe. Die Festsetzung der vorinstanzlichen Verfahrenskosten auf Fr. 1'500.- er- scheint selbst dann als rechtskonform, wenn mit der Beschwerdeführerin angenommen würde, dass vom Gebührenansatz von Art. 12 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 VKEV (Entscheidgebühr zwischen Fr. 100.- und Fr. 3'000.-) auszu- gehen ist. Denn selbst unter dieser Annahme hat die Vorinstanz mit ihrer Gebührenbemessung den konkreten Umständen des vorliegenden Falles hinreichend Rechnung getragen: Auch wenn es sich bei der angefochtenen Ver fügung nur um einen Pro- zessentscheid betreffend die Zuständigkeit und nicht um eine materiell- rechtliche Anordnung handelt, war das vorinstanzliche Verfahren mit einem nicht zu vernachlässigenden Aufwand verbunden. Dies zeigt sich bereits daran, dass unter Einbezug des BLW zwei Schriftenwechsel durchgeführt wurden und in diesem Zusammenhang nicht nur das erwähnte Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland, sondern insbesondere auch eine Stel- lungnahme der Universität Bern zu den Akten gegeben wurde. Mit Blick auf die Schwierigkeit der sich stellenden Fragen erscheint auch die Verfah- rensdauer bei der Vorinstanz nicht übermässig lang, zumal die Vorinstanz innert weniger als sieben Monaten seit Zugang der letzten ausführlicheren A-445/2015 Seite 40 Stellungnahme – einem Schreiben der Universität Bern vom 3. Juni 2014 – entschieden hat. Von einer verfassungswidrigen Rechtsverzögerung kann jedenfalls, auch mit Blick darauf, dass die Erledigung der Angelegen- heit nicht als besonders dringlich erscheint, keine Rede sein (vgl. zum Ver- bot der Rechtsverzögerung vorn E. 2), weshalb eine allfällige Herabset- zung der Verfahrenskosten wegen einer der Vorinstanz anzulastenden Ver- fahrensverzögerung von vornherein entfällt. 17.3 Der angefochtene Entscheid erweist sich nach dem Gesagten auch insoweit als rechtskonform, als die Vorinstanz damit die Verfahrenskosten auf Fr. 1'500.- festgesetzt und diese der Beschwerdeführerin auferlegt hat. 18. Mangels analoger Anwendbarkeit von Art. 64 VwVG betreffend die Partei- entschädigung in Beschwerdeverfahren sowie ma ngels diesbezügli- cher Rechtsgrundlage namentlich im Verantwortlichkeitsgesetz, in der zu- gehörigen Verordnung sowie in der VK EV bestand im Verfahren vor der Vorinstanz von vornherein kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Urteile des BVGer A-96/2010 vom 29. Juli 2010 E. 3.2.2.2, A-1793/2006 vom 13. Mai 2008 E. 5.4). Die Beschwerdeführerin bean- standet denn auch zu Recht nicht ausdrücklich, dass ihr die Vorinstanz keine Parteientschädigung zugesprochen hat. 19. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene Entscheid rechtskonform ist. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen und die Sache ist zuständigkeitshalber der Universität Bern zu überweisen. 20. Es bleibt über die Kosten - und Entschädigungsfolgen des vorliegenden Verfahrens zu befinden. 20.1 20.1.1 Die Verfahrenskosten des Bundesverwaltungsgerichts werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Die Verfahrenskosten können einer Partei, der keine unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 VwVG gewährt wird, gemäss Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen A-445/2015 Seite 41 vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ganz oder teil- weise erlassen werden, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Aufwand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird (Bst. a) oder andere Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unver- hältnismässig erscheinen lassen, ihr die Kosten aufzuerlegen (Bst. b). 20.1.2 Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens erscheint die Be- schwerdeführern als vollumfänglich unterliegend, obschon die Sache ge- mäss ihrem Eventualantrag zuständigkeitshalber an eine andere Behörde überwiesen w ird (vgl. zu einer entsprechenden Konstellation Urteil des BVGer A-1184/2012 Bst. C und E. 4). Denn bei letzterem Antrag handelt es sich lediglich um einen Prozessantrag, der sich nicht auf den angefoch- tenen Nichteintretensentscheid bezieht. Zwar macht di e Beschwerdeführerin sinngemäss geltend, es seien ihr keine Verfahrenskosten aufzuerlegen, weil sie in guten Treuen davon habe ausgehen dürfen, «den öffentlich-rechtlichen Prozessweg beschreiten zu müssen» (Beschwerde, S. 4 f.). Ein Grund, der unterliegenden Beschwer- deführerin die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 6 VGKE zu erlassen, be- steht indessen nicht. Denn soweit die Beschwerdeführerin mit dem ge- nannten Vorbringen den Standpunkt vertreten sollte, ihr seien die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu erlassen, weil sie auf die Zuständigkeit des EFD für die Beurteilung ihres Schadenersatzbegehrens habe vertrauen dürfen, ist ihr entgegenzuhalten, dass die Bundesbehörden – wie ausge- führt (E. 12.2.3) – bei der Beschwerdeführerin kein schutzwürdiges Ver- trauen auf die Zuständigkeit des EFD geweckt haben. Andere Gründe für einen Erlass der Verfahrenskosten sind vorliegend weder aus den Akten ersichtlich noch substantiiert geltend gemacht. Die auf Fr. 5'000. - festzusetzenden Kosten des Beschwerdeverfahrens sind somit der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der einbezahlte Kosten- vorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 20.2 Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht zuzu- sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). 21. In der Rechtsmittelbelehrung ist (insbesondere) das zulässige ordentliche Rechtsmittel zu nennen (vgl. Art. 35 Abs. 2 VwVG; Urteil des BVGer A-2654/2014 vom 5. Februar 2015 E. 10; MOSER et al., a.a.O., N. 3.186). A-445/2015 Seite 42 Die Staatshaftung zählt zum öffentlichen Recht (vgl. Urteil des BGer 2C_692/2012 vom 10. Februar 2013 E. 1.3), weshalb diesbezügliche Ent- scheide des Bundesverwaltungsgerichts unter den Voraussetzungen von Art. 82 ff. BGG der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht unterliegen . Von diesem Rechtsmittelweg ausge- nommen ist indessen die Staatshaftung aus medizinischer Tätigkeit, wel- che trotz ihrer öffentlich-rechtlichen Natur im Rahmen der Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff. BGG) von der ersten zivilrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts behandelt wird (vgl. Art. 72 Abs. 2 Bst. b BGG in Verbin- dung mit Art. 31 Abs. 1 Bst. d des Reglements für das Bundesgericht vom 20. November 2006 [BGerR, SR 173.110.131]; BGE 135 III 329 E. 1.1, 133 III 462 E. 2.1; Urteil des BGer 2C_692/2012 vom 10. Februar 2013 E. 1.3). Es ist ungewiss, ob der vorliegende Entscheid im Bereich betreffend Staatshaftung im Bereich der Veterinärmedizin als öffentlich -rechtlicher Entscheid – soweit die weiteren Prozessvoraussetzungen erfüllt sind – mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten oder aber als zwar öffentlich-rechtlicher, aber unmittelbar mit dem Zivilrecht in Zusammen- hang stehender Entscheid betreffend Staatshaftung aus medizinischer Tä- tigkeit (vgl. Art. 72 Abs. 2 Bst. b BGG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 Bst. d BGerR) mittels Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht angefoch- ten werden kann. Mit Blick auf diese Unsicherheit mit Bezug auf den Rechtsweg rechtfertigt es sich, die Rechtsmittelbelehrung vorliegend kon- ditional zu formulieren (vgl. BERNHARD EHRENZELLER, in: Marcel Alexander Niggli et al. [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 112 N. 11; FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Pra- xiskommentar VwVG, Art. 35 N. 38). (Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) A-445/2015 Seite 43 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen an die Universität Bern weiter- geleitet. 3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 5'000.- festgesetzt und der Beschwer- deführerin auferlegt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 4. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde); – die Universität Bern (Gerichtsurkunde). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Salome Zimmermann Beat König A-445/2015 Seite 44 Rechtsmittelbelehrung: Sofern es sich bei diesem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der Staatshaftung um einen Entscheid in einer Angelegenheit des öffentlichen Rechts im Sinne von Art. 82 Bst. a BGG handelt, kann er nach Art. 82 ff. BGG mit Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegen- heiten beim Bundesgericht angefochten werden, wenn der Streitwert min- destens Fr. 30'000.- beträgt oder wenn sich eine Rechtsfrage von grund- sätzlicher Bedeutung stellt (Art. 85 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 BGG). Sofern es sich bei diesem Entscheid um einen Entscheid im Sinne von Art. 72 BGG handelt, kann dagegen nach Art. 72 ff. BGG Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht erhoben werden, wenn der Streitwert min- destens Fr. 30'000.- beträgt oder wenn sich eine Rechtsfrage von grund- sätzlicher Bedeutung stellt (Art. 74 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 Bst. a BGG). So oder anders ist die Beschwerde innert 30 Tagen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen (Art. 100 BGG). Dabei ist die Rechts- schrift in einer Amtssprache abzufassen und hat sie die Begehren, d eren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Be- schwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: