<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00165</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106358&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00165</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.10.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Gesundheitswesen</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bewilligung zur selbständigen Berufsausübung als Physiotherapeutin</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Notwendigkeit einer mindestens einjährigen praktischen Tätigkeit in einem Krankenhaus Das Verwaltungsgericht ist zuständig (E. 1). Die Vorinstanz hat das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt (E. 2). Die Wirtschaftsfreiheit gewährleistet die freie Berufsausübung. Einschränkungen bedürfen einer gesetzlichen Grundlage sowie eines öffentlichen Interesses und haben sich im Rahmen der Verhältnismässigkeit zu halten (E. 3). Die strittige Voraussetzung hat eine genügende gesetzliche Grundlage (E. 4). Zulässige öffentliche Interessen sind namentlich solche polizeilicher oder sozialpolitischer Natur (E. 5a). Die Beschwerdegegnerin begründet die unterschiedlichen Anforderungen an die Physiotherapie im Vergleich mit anderen Berufsarten ausreichend (E. 3c). Ein Interesse an Berufserfahrung in einer stationären Einrichtung besteht zwar; die Praxis der Beschwerdegegnerin zeigt jedoch auf, dass es klein ist. Von Bedeutung ist weniger die stationäre als die interdisziplinäre Erfahrung (E. 5d). Am strittigen Erfordernis kann deshalb nicht in der bisherigen Form festgehalten werden (E. 6a). Vorliegend ist die Bewilligungsverweigerung unverhältnismässig (E. 6b). Die bisherige Praxis zu § 24 Abs. 2 VBG bedarf der Korrektur (E. 6c).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Gesundheit ST: BERUFSAUSÃBUNG">BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESETZLICHE GRUNDLAGE">GESETZLICHE GRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERDISZIPLINÃR">INTERDISZIPLINÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHES INTERESSE">ÃFFENTLICHES INTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTÃNDIGE BERUFSAUSÃBUNG">SELBSTÃNDIGE BERUFSAUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STATIONÃR">STATIONÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTSFREIHEIT">WIRTSCHAFTSFREIHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 8 Abs. I aGesundheitsG</span><br/><span class="ungerade">§ 31a aGesundheitsG</span><br/><span class="gerade">§ 8 VBG</span><br/><span class="ungerade">§ 9 VBG</span><br/><span class="gerade">§ 24 lit. I+II VBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A, geb. 1971, erwarb 1995 an der Schule fÃ¼r Physiotherapie des UniversitÃ¤ts­spitals ZÃ¼rich das Diplom als Physiotherapeutin. Anschliessend arbeitete sie vom 16. Oktober bis 30. November 1995 sowie vom 1. Februar bis zum 15. MÃ¤rz 1996 als Physiotherapeutin am UniversitÃ¤tsspital ZÃ¼rich und hernach wÃ¤hrend mehrerer Jahre in verschiedenen pri­vaten Ã¤rztlichen und therapeutischen Praxen. Daneben besuchte sie zahlreiche Weiterbildungskurse und absolvierte eine Nachdiplomausbildung in OrthopÃ¤discher Manueller Therapie.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 19. MÃ¤rz 2001 ersuchte A die Gesundheitsdirektion um Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen BerufsausÃ¼bung als Physiotherapeutin. Die Direktion lehnte das Gesuch vorerst mit einfachem Brief und hernach mittels fÃ¶rmlicher VerfÃ¼gung am 12. April 2001 ab. Zur BegrÃ¼ndung wurde im Wesentlichen darauf hingewiesen, dass die Gesuchstellerin zwar Ã¼ber den erforderlichen FÃ¤higkeitsausweis und die notwendige zweijÃ¤hrige Berufsarbeit verfÃ¼ge, dass ihr jedoch das nach § 24 der Verordnung Ã¼ber die Berufe der Gesundheitspflege (VBG) vorgeschriebene Praxisjahr an einem Krankenhaus fehle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diese VerfÃ¼gung wandte sich A am 17. Mai 2001 an das Verwaltungsgericht und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die ersuchte Bewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Gesundheitsdirektion beantragte am 18. Juni 2001 die Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 11. Juli 2001 forderte der AbteilungsprÃ¤sident die Parteien zu einer zusÃ¤tzlichen Stellungnahme zu einzelnen aufgeworfenen Fragen auf. Die Gesundheitsdirektion ergÃ¤nzte ihre Vernehmlassung am 19. Juli 2001. Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¤usserte sich ihrerseits am 10. August 2001 zu den aufgeworfenen Fragen und nahm schliesslich am 5. September 2001 Stellung zur Eingabe der Gesundheitsdirektion.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die vorliegende Streitsache gemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 Ziff. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 (VRG) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit der vorliegenden direkten Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen sowohl Rechtsverletzungen als auch die Unangemessenheit der angefochtenen VerfÃ¼gung geltend gemacht werden (§ 50 Abs. 1 und 3 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt vor, die Gesundheitsdirektion habe das rechtliche GehÃ¶r verletzt, indem sie in ihrem Entscheid in keiner Weise auf die Argumente in der Eingabe vom 5. April 2001 eingegangen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die RÃ¼ge erweist sich als unbegrÃ¼ndet. Streitgegenstand bildete im Verwaltungsverfahren das Gesuch vom 19. MÃ¤rz 2001, worin die BeschwerdefÃ¼hrerin ihren Anspruch auf Berufszulassung begrÃ¼nden konnte. Nachdem ihr alsdann mittels Brief die Abweisung ihres Gesuchs in Aussicht gestellt worden war, verlangte sie am 5. April 2001 die Zustellung einer fÃ¶rmlichen VerfÃ¼gung. Da der zu beurteilende Sachverhalt bereits vollstÃ¤ndig den Gesuchsunterlagen zu entnehmen war, beinhaltete demnach diese Eingabe in verfahrensrechtlicher Hinsicht nur das Ersuchen um Zustellung einer anfechtbaren VerfÃ¼gung, nicht jedoch eine Noveneingabe oder eine Einsprache, mit der sich die BehÃ¶rde im einzelnen auseinanderzusetzen gehabt hÃ¤tte. Da die Motive, welche die Gesundheitsdirektion zur Abweisung des Gesuches veranlasst haben, vollstÃ¤ndig aus der angefochtenen VerfÃ¼gung hervorgehen, liegt keine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die von der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) gewÃ¤hrleistete Wirtschaftsfreiheit umfasst insbesondere die freie Wahl des Berufs sowie den freien Zugang zu einer privatwirtschaftlichen ErwerbstÃ¤tigkeit und deren freie AusÃ¼bung (Art. 27 Abs. 1 und 2 BV). EinschrÃ¤nkungen der Wirtschaftsfreiheit bedÃ¼rfen wie alle GrundrechtseinschrÃ¤nkun­gen einer gesetzlichen Grundlage, mÃ¼ssen durch ein Ã¶ffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt und Ã¼berdies verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein, ohne dabei den Kerngehalt des Grundrechts anzutasten (Art. 36 BV).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht vorab geltend, es fehle eine gesetzliche Grund­lage, um von ihr zu verlangen, dass sie wÃ¤hrend eines der beiden Praxisjahre in einem Spital gearbeitet haben mÃ¼sse.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Das Gesundheitsgesetz vom 4. November 1962 (GesundheitsG) regelt im III. Abschnitt "die Berufe der Gesundheitspflege". Eine Bewilligung der Direktion des Gesundheitswesens ist gemÃ¤ss § 7 Abs. 1 GesundheitsG unter anderem erforderlich, um gegen Entgelt oder berufsmÃ¤ssig Krankheiten, Verletzungen oder sonstige gesundheitliche StÃ¶­rungen festzustellen und zu behandeln oder Ã¼berhaupt medizinische Verrichtungen vorzunehmen (lit. a). Die Direktion des Gesundheitswesens erteilt die Bewilligung, wenn der Gesuchsteller die durch dieses Gesetz verlangten fachlichen Anforderungen erfÃ¼llt, vertrau­enswÃ¼rdig ist und nicht an einem geistigen oder kÃ¶rperlichen Gebrechen leidet, das ihn zur BerufsausÃ¼bung offensichtlich unfÃ¤hig macht (§ 8 Abs. 1 GesundheitsG). Bei der Regelung der fachlichen Anforderungen als Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Bewilligung zur Vornahme von "medizinischen Verrichtungen" regelt das Gesundheitsgesetz selber nur die Zulassungsvoraussetzungen fÃ¼r Ãrzte (§§ 16 f.), ZahnÃ¤rzte (§ 18), Chiropraktoren (§ 19), Zahnprothetiker (§§ 20 f.), Apotheker (§§ 23 ff.) und Drogisten (§§ 27 ff.), wÃ¤h­rend es in § 31a GesundheitsG den Regierungsrat ermÃ¤chtigt, die Ausbildung und <br/> TÃ¤tig­­keit der andern Berufe der Gesundheitspflege durch Verordnung zu regeln. GestÃ¼tzt darauf hat der Regierungsrat die Verordnung Ã¼ber die Berufe der Gesundheitspflege vom 8. Januar 1992 (VBG) erlassen, welche die frÃ¼here Verordnung Ã¼ber die medizinischen Hilfsberufe vom 11. August 1966 ersetzt hat. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 2 VBG unterscheidet zwischen unselbstÃ¤ndiger und selbstÃ¤ndiger AusÃ¼bung der Berufe der Gesundheitspflege. WÃ¤hrend die unselbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung nach § 35 VBG nicht bewilligungspflichtig ist, bedarf die selbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung nach § 9 VBG einer Bewilligung der Gesundheitsdirektion. Insgesamt kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 8 VBG zehn "andere Berufe der Gesundheitspflege" selbstÃ¤ndig ausgeÃ¼bt werden, wobei die Bewilligungsvoraussetzungen fÃ¼r jede einzelne Berufsart separat definiert sind. Im Vergleich der verschiedenen Bestimmungen zeigt es sich, dass die Verordnung abgesehen von den Spe­zialfÃ¤llen der Psychotherapeuten, fÃ¼r die bisher noch gar keine Regelung rechtskrÃ¤ftig werden konnte (vgl. aufgehobener § 32 VBG), und der Laboratoriumsleiter, deren Zulassung sich nach der Kassenanerkennung richtet (§ 30 VBG), grundsÃ¤tzlich zwei Kategorien von Berufsarten unterscheidet. FÃ¼r die selbstÃ¤ndige Berufszulassung beider Berufskategorien ist regelmÃ¤ssig ein FÃ¤higkeitsausweis erforderlich. FÃ¼r die eine Kategorie von Berufsarten jedoch genÃ¼gt dieses Diplom bereits fÃ¼r die Zulassung zur selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit, so fÃ¼r Krankenschwestern, die keiner zusÃ¤tzlichen Bewilligung bedÃ¼rfen (§ 18 Abs. 1 VBG) oder fÃ¼r Hebammen, Podologinnen und Augenoptiker, denen die Bewilligung gestÃ¼tzt auf den FÃ¤higkeitsausweis zu erteilen ist (§§ 20, 28 Abs. 1 und 34 VBG). In der anderen Kategorie hingegen wird zusÃ¤tzlich zum FÃ¤higkeitsausweis eine praktische BerufstÃ¤tigkeit im Umfang von zwei Jahren verlangt, so bei den Physio- (§ 24 Abs. 1 VBG) und Ergotherapeutinnen (§ 26 VBG), bei den LogopÃ¤dinnen (§ 34 b Abs. 1 VBG) und bei den ErnÃ¤hrungs­beraterinnen (§ 34 d Abs. 1 VBG). Von diesen zwei Jahren Berufsarbeit haben gemÃ¤ss den §§ 24 Abs. 2, 26 und 34 b Abs. 2 VBG sowohl die Physio- und Ergotherapeutinnen als auch die LogopÃ¤dinnen ein Jahr in einem Spital zu leisten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die BeschwerdefÃ¼hrerin scheint zu anerkennen, dass mit der dargestellten Regelung eine materiellgesetzliche Grundlage fÃ¼r die Bewilligungsverweigerung mangels Spitaljahr im vorliegenden Fall besteht. Sie beanstandet jedoch, dass das Gesundheitsgesetz selber diese Voraussetzung nicht aufstelle, sondern erst die Verordnung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Frage, ob eine EinschrÃ¤nkung eines Grundrechts einer formell- oder bloss einer materiellgesetzlichen Grundlage bedarf, hÃ¤ngt von der Schwere des Eingriffes ab (Art. 36 Abs. 1 BV). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Bewilligungspflicht bzw. ein Verbot fÃ¼r die AusÃ¼bung eines bestimmten Berufes als schwerer Eingriff in die Wirt­schaftsfreiheit zu gelten, wofÃ¼r eine ausdrÃ¼ckliche formellgesetzliche Grundlage erforderlich ist. Hingegen ist es nicht ausgeschlossen, dass sich das formelle Gesetz auf die Regelung der GrundzÃ¼ge beschrÃ¤nkt und die nÃ¤here Ausgestaltung der Einzelheiten einer nachgeordneten Instanz Ã¼berlÃ¤sst (BGE 125 I 322 E. 3b; 122 I 130 E. 3b bb). Die Bewilligungspflicht fÃ¼r die AusÃ¼bung der Physiotherapie als medizinischer Therapiemethode ergibt sich im vorliegenden Fall klar aus § 7 GesundheitsG. Dass fÃ¼r eine Bewilligung sodann gewisse fachliche Anforderungen hinsichtlich Ausbildung und TÃ¤tigkeit erfÃ¼llt sein mÃ¼ssen, lÃ¤sst sich aus den §§ 8 und 31a GesundheitsG schliessen. Unter diesen UmstÃ¤nden ergeben sich die GrundzÃ¼ge der Regelung durchaus aus dem formellen Gesetz, und es ist nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber die Regelung der nÃ¤heren Einzelheiten hinsicht­lich der Berufsausbildung und praktischen BerufstÃ¤tigkeit fÃ¼r bestimmte Berufsarten dem Verordnungsgeber Ã¼berlÃ¤sst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Unter dem Gesichtspunkt des Ã¶ffentlichen Interesses sind insbesondere wirtschafts- oder standespolitisch motivierte Massnahmen unzulÃ¤ssig, wÃ¤hrend etwa polizeilich motivierte Eingriffe zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung, Gesundheit, Sittlichkeit, Treu und Glauben im GeschÃ¤ftsverkehr sowie sozialpolitisch begrÃ¼ndete EinschrÃ¤nkungen zulÃ¤ssig sind (BGE 118 Ia 175 E. 1; 116 Ia 118 E. 3; 115 Ia 120 E. 2b). Der Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit verlangt sodann, dass sich die gesetzliche EinschrÃ¤nkung zur Erreichung des angestrebten Zwecks eignet und erforderlich ist und das Ã¶ffentliche Interesse an der EinschrÃ¤nkung das private Interesse Ã¼berwiegt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Im vorliegenden Fall begrÃ¼ndet die Gesundheitsdirektion die strittige Anforderung damit, dass Physiotherapeutinnen Ã¼ber Erfahrung im stationÃ¤ren Bereich und die damit verbundene interdisziplinÃ¤re Zusammenarbeit verfÃ¼gen mÃ¼ssten, um die Vernetzung zwischen ambulantem und stationÃ¤rem Betreuungsangebot zu verstehen und sich darin einzugliedern.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In ihrer ergÃ¤nzenden Stellungnahme vom 19. Juli 2001 legte die Direktion die GrÃ¼nde dar, weshalb eine zweijÃ¤hrige Berufserfahrung â teilweise unter Einschluss eines Spitaljahrs â bei einzelnen Berufen der Gesundheitspflege verlangt wird, wÃ¤hrend bei anderen teilweise auf das Praxiserfordernis oder sogar ganz auf die Bewilligungspflicht verzichtet wird. Im Gegensatz zur Physiotherapie wÃ¼rden die Berufe der Podologie, Laborleitung, Augenoptik und ErnÃ¤hrungsberatung Ã¼blicherweise nicht im Spital ausgeÃ¼bt, so dass zwischen der ambulanten BerufsausÃ¼bung und der SpitaltÃ¤tigkeit keine Schnittstellen entstÃ¼nden. Krankenschwestern andererseits wÃ¼rden ihre gesamte Ausbildung am Spital absolvieren, wÃ¤hrenddem die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten wÃ¤hrend ihrer Aus­bildung nur Praktika von beschrÃ¤nkter Zeit abzulegen hÃ¤tten. Dass die Medizinischen Masseurinnen, welche die passive Physiotherapie anwenden, aufgrund ihres FÃ¤higkeitsaus­weises FA-SRK gar keine persÃ¶nliche Bewilligung fÃ¼r die selbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung benÃ¶tigen (vgl. ABl 2001, 593), ist nach Darstellung der Gesundheitsdirektion sodann darauf zurÃ¼ckzufÃ¼hren, dass an den SpitÃ¤lern zur Zeit gar keine Stellen fÃ¼r die medizinische Massage zur VerfÃ¼gung stÃ¼nden. Zudem wÃ¼rden die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowohl die aktive als auch die passive Therapie und somit auch die Rehabilitation ausÃ¼ben, woraus sich erst die Schnittstelle zwischen der ambulanten und der stationÃ¤ren TÃ¤tigkeit ergebe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die AusfÃ¼hrungen in der ergÃ¤nzenden Stellungnahme vom 19. Juli 2001 vermÃ¶gen die Unterscheidung zwischen den Anforderungen an die selbstÃ¤ndige Physiotherapie einerseits und an die AusÃ¼bung anderer Berufe anderseits befriedigend zu begrÃ¼nden. Aller­dings bleibt ein gewisses Ungleichgewicht bestehen im Anforderungsvergleich zwischen der Physiotherapie und der medizinischen Massage, die ebenfalls Teil der klassischen Physio­therapie bildet, auch als passive Physiotherapie bezeichnet wird und Heilmassagen, Elek­­tro- sowie Hydrotherapie umfasst. Wenn fÃ¼r eine auf Medizinalmassagen beschrÃ¤nkte Physiotherapie innerhalb eines Spitals jedoch kein Bedarf besteht und daher gar keine solche Praktikumsstellen angeboten werden kÃ¶nnen, ist dies immerhin ein Umstand, der bei der erleichterten Berufszulassung selbstÃ¤ndiger medizinischer Masseure beachtet werden darf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Ein Ã¶ffentliches Interesse am Erfordernis der Berufserfahrung in einer stationÃ¤ren Einrichtung und dessen Eignung zur Sicherstellung des Patientenschutzes ist grundsÃ¤tzlich gegeben. Es ist durchaus wÃ¼nschenswert, dass Medizinalpersonen, die Patienten regelmÃ¤ssig auch vor oder nach einem stationÃ¤ren Aufenthalt zu betreuen haben, Kenntnisse Ã¼ber diesen stationÃ¤ren Bereich haben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Andererseits will die BeschwerdefÃ¼hrerin dieses Ã¶ffentliche Interesse aber zu Recht nicht allzu stark gewichtet sehen, da ein grosser Teil der Patienten eines Physiotherapeuten diesem vom ambulanten Arzt und nicht vom Spital zugewiesen werden. Bei der Beurteilung dieses Interesses fÃ¤llt zudem erheblich ins Gewicht, dass die Gesundheitsdirektion das Erfordernis des Spitaljahrs nach § 24 Abs. 2 VBG nicht buchstabengetreu versteht und bereit ist, die Arbeit in einer anderen stationÃ¤ren Einrichtung als Spitaljahr zu anerkennen, was an sich der Zielsetzung des Erfordernisses durchaus entspricht. DarÃ¼ber hinaus gehend anerkennt die Gesundheitsdirektion aber bereits die TÃ¤tigkeit in einem Ambulatorium eines Krankenhauses als SpitaltÃ¤tigkeit mit der BegrÃ¼ndung, ein Ambulatorium sei immerhin in den stationÃ¤ren Betrieb eingebunden und Teil des interdisziplinÃ¤ren Angebots. Mit dieser Anerkennung zeigt die Direktion auf, dass sie selber das Interesse am Erfordernis eines Jahrs TÃ¤tigkeit in einem Spital bzw. einer anderen stationÃ¤ren Einrichtung als gering ansieht, da zwischen einem Spital-Ambulatorium und einer anderen interdisziplinÃ¤ren Einrichtung nicht allzu grosse Unterschiede bezÃ¼glich eigentlicher Erfahrungen im stationÃ¤ren Bereich bestehen. Mit dieser Praxis kann der ursprÃ¼ngliche Zweck der Norm kaum mehr er­­reicht werden. Das Ã¶ffentliche Interesse am genannten Erfordernis ist somit erheblich zu relativieren; es bezieht sich weniger auf eine praktische TÃ¤tigkeit in einem Spital bzw. einer anderen stationÃ¤ren Einrichtung als vielmehr auf eine ausreichende Erfahrung in interdisziplinÃ¤rer Zusammenarbeit Ã¼berhaupt, deren Bedeutung die Gesundheitsdirektion in der Beschwerdeantwort betont hat. Als interdisziplinÃ¤re Zusammenarbeit haben die in § 24 Abs. 2 VG B genannten TÃ¤tigkeiten mit Ausnahme der Arbeit bei einem selbstÃ¤ndigen Physiotherapeuten zu gelten, neben der Praxis in einem Krankenhaus also diejenige bei Spezial­Ã¤rzten fÃ¼r physikalische Medizin und Rehabilitation, fÃ¼r orthopÃ¤dische Medizin und fÃ¼r innere Medizin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Durch TÃ¤tigkeit in einer stationÃ¤ren Einrichtung im engeren Sinn erworbene Kenntnisse und Erfahrungen kÃ¶nnen damit zwar als nÃ¼tzlich, fÃ¼r die Erteilung der Bewilligung zur selbstÃ¤ndigen AusÃ¼bung der Physiotherapie jedoch nicht als unverzichtbar angesehen werden. Unter dem Gesichtswinkel der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit geht es daher nicht an, am Erfordernis einer einjÃ¤hrigen SpitaltÃ¤tigkeit auch in jenen FÃ¤llen festzuhalten, in denen eine Gesuchstellerin ohne genÃ¼gende Erfahrung in einem Spital oder einer sonstigen statio­n­Ã¤ren Institution eine umfassende Berufsarbeit von Ã¼ber zwei Jahren in einer anderen Einrichtung mit interdisziplinÃ¤rer Zusammenarbeit geleistet hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wies im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung beinahe fÃ¼nf Jahre Berufserfahrung auf. In dieser Zeit arbeitete sie unter anderem wÃ¤hrend beinahe zwei Jahren in einem Rheuma- und Reha-Zentrum und wÃ¤hrend Ã¼ber eineinhalb Jahren bei einer FachÃ¤rztin fÃ¼r Physikalische Medizin und Rehabilitation. Damit weist sie eine sehr erhebliche Erfahrung in interdisziplinÃ¤rer Zusammenarbeit auf. Aufgrund ihrer kontinuierlichen Weiterbildungsanstrengungen ist die BeschwerdefÃ¼hrerin zudem als Ã¼berdurchschnittlich qualifiziert zu bezeichnen. Angesichts dieser beruflichen Erfahrung erweist sich die Verweigerung der nachgesuchten Bewilligung als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dass das Erfordernis einer einjÃ¤hrigen SpitaltÃ¤tigkeit in einem generell-abstrakten Rechtssatz (§ 24 Abs. 2 letzter Satz VBG) festgelegt ist, steht diesem Schluss nach dem Gesagten nicht entgegen, weil sich diese Bestimmung insoweit als verfassungswidrig (Art. 36 Abs. 3 BV) erweist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Nach den voran stehenden ErwÃ¤gungen bedarf die bisherige Praxis zu § 24 Abs. 2 letzter Satz VBG der Korrektur. Am Erfordernis einer einjÃ¤hrigen SpitaltÃ¤tigkeit kann â jedenfalls in der bisherigen Form ânicht festgehalten werden. Die Gesundheitsdirektion wird damit die kÃ¼nftigen Anforderungen an die praktische TÃ¤tigkeit selbstÃ¤ndiger Physiotherapeuten bis Inkrafttreten des revidierten Gesundheitsgesetzes bzw. einer revidier­ten VG B neu zu definieren haben. MÃ¶glich wÃ¤re beispielsweise eine Regelung, wonach eines der beiden erforderlichen Praxisjahre an einem Spital, einer anderen stationÃ¤ren Einrichtung oder bei einem Spezialarzt einer der genannten Fachrichtungen absolviert worden sein muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet</span><span> das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Gesundheitsdirektion wird eingeladen, der Be­schwerdefÃ¼hrerin die Bewilligung fÃ¼r die selbstÃ¤ndige BerufsausÃ¼bung als Physiotherapeutin unter den erforderlichen Nebenbestimmungen zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>