Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Geschäfts-Nr.: SB130069-O/U/eh Mitwirkend: der Oberrichter lic.iur. P. Marti, Präsident, die Ersatzoberrichter lic.iur. E. Leuenberger und lic.iur. B. Amacker sowie die Gerichts- schreiberin lic.iur. A. Truninger Urteil vom 13. Juni 2013 in Sachen A._____, Beschuldigter und Berufungskläger verteidigt durch Fürsprecher B._____ gegen Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. U. Frauenfelder Nohl, Anklägerin und Berufungsbeklagte betreffend mehrfache einfache Körperverletzung Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung - Einzelgericht, vom 21. November 2012 (GG120182) - 2 - Anklage: Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl vom 30. Juli 2012 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 42). Urteil und Verfügung der Vorinstanz: (Urk. 63 S. 33 ff.) "Es wird verfügt: 1. Der folgende Beweisantrag wird abgelehnt: Es sei die Polizei damit zu beauftragen, vor Ort im Restaurant C._____, Ecke …strasse / … strasse im Rahmen einer Haussuchung die aktuell dort verwendeten Küchenmesser zu eruieren und photografisch festzuhalten. 2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkenntnis. Es wird erkannt: 1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB. 2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 31 Tage durch Haft erstanden sind. 3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 4. Das sichergestellte Rüstmesser Marke "Victorinox" (Sachkaution Nr. ...) wird einge- zogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1 D._____ eine Prozessent- schädigung für das vorliegende Verfahren (anwaltliche Vertretung) in der Höhe von Fr. 3'100.– zu bezahlen. 6. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 D._____ wird abgewiesen. 7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: - 3 - Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 785.– ; Auslagen Vorverfahren Fr. 3'920.15 ; amtliche Verteidigung Untersuchung (RA X._____) Fr. 1'200.–, Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 9. … (Mitteilung) 10. … (Rechtsmittel)." Berufungsanträge: a) Der Verteidigung des Beschuldigten: (Urk. 86 S. 2) 1. Herr A._____ sei frei zu sprechen von der Anschuldigung der angeblichen einfachen Körperverletzung; 2. Herrn A._____ sei eine Entschädigung im Betrag von Fr. 4'100. -- brutto, zu- züglich Zins (Schaden) und von Fr. 4'650. -- Genugtuung, zuzüglich Zins von 5% seit 5.10.2010 (Festnahmetag) für die ungerechtfertigt erstandene Haft zuzusprechen. 3. Soweit das die abgewiesene Genugtuung betrifft, sei auf die Entschäd i- gungsforderung der Privatklägersc haft nicht einzutreten bzw. diese seien abzuweisen. 4. Die Verfahrenskosten seien gesamthaft auf die Staatskasse zu nehmen. Die angefallenen Anwaltskosten für die erstinstanzliche Verhandlung seien ebenfalls auf die Staatskasse zu nehmen und Fr. 4'231.50 (a b Anwalt s- wechsel) seien Herrn A._____ zu entschädigen. Für die Anwaltskosten der zweiten Instanz sei eine Entschädigung von 9,5 h à Fr. 250.00 - 4 - (Fr. 2'375.00), zuzüglich Fr. 32.70 Auslagen und Fr. 192.61 Mehrwertsteuer total Fr. 2'407.70 gemäss Honorarrechnung auszurichten. 4a) Betreffend der Kosten, die durch den vormaligen amtlichen Vertreter ent- standen sind, wären diese eventualiter auch im Falle des Schuldspruches auf die Staatskasse zu nehmen. 5. Eventualiter sei das vorliegende Verfahren zur Durchführung des Austands- verfahrens auszusetzen. b) Der Staatsanwaltschaft: (schriftlich) Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. c) Des Vertreters des Privatklägers 1, D._____: (Prot. II S. 12; sinngemäss) 1. Es sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen. 2. Bezüglich der anwaltlichen Kosten des Privatklägers 1 sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger für das Berufungsverfahren eine Ent - schädigung von Fr. 1'000.-- zu leisten. Erwägungen: I. Prozessuales 1. Verfahrensgang 1.1. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl vom 26. September 2011 wurde der Beschuldigte der mehrfachen Körperverletzung im Sinne von A rt. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 6 Mona- ten bestraft, wovon 30 Tage durch Haft erstanden sind. Der Vollzug dieser Strafe wurde unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben (Urk. 14). - 5 - 1.2. Dagegen liessen sowohl der Beschuldigte als auch der Privatkläger 1 recht- zeitig Einsprache erheben (Urk. 15, 16). 1.3. Mit Verfügung vom 3. November 2011 überwies die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl den Strafbefehl an das Einzelgericht am Bezirksgericht Zürich (Urk. 18), welches mit Verfügung vom 30. Januar 2012 die Akten zur Ergänzung der Untersuchung an die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zurückwies (Urk. 20). 1.4. Am 5. April 2012 erhob die Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl Anklage und beantragte unter anderem die Bestrafung des Beschuldigten wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung im S inne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB und die Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten (Urk. 27). Mit Verfügung vom 30. April 2012 wurde zur Hauptverhandlung auf den 21. Juni 2012 vorgeladen (Urk. 29). So weit kam es jedoch nicht, da die Ladungen am 20. Juni 2012 abge- nommen wurden (U rk. 37). Tags darauf wurde das Verfahren sistiert und die Anklage zur Präzisierung an die Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl zurückgewiesen (Urk. 38). 1.5. Mit Eingabe vom 24. Juli 2012 liess der Beschuldigte einen Beweisantrag stellen, nämlich die Durchführung einer Hausdurchsuchung am Tatort und die Inventarisierung und Fotografie der dortigen Küchenmesser (Urk. 39/4). Mit Entscheid vom 27. Juli 2012 der Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl wurde der Antrag abgelehnt (Urk. 39/5). 1.6. Am 30. Juli 2012 wurde erneut Anklage erhoben und unter anderem die Bestrafung des Beschuldigten wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten beantragt (Urk. 42). 1.7. Am 21. November 2012 schliesslich wurde die Hauptverhandlung durch- geführt und der Beschuldigte anklagegemäss schuldig gesprochen ( Urk. 54). Mit Eingabe vom 3. Dezember 2012 liess der Beschuldigte dagegen Berufung an- melden (Urk. 59). Mit Eingabe vom 6. Mär z 2013 liess er die B erufungserklärung einreichen (Urk. 65) und ebenfalls mit Eingabe vom 6. März 2013 die Ergänzung dazu (Urk. 74 ). Mit Präsidialverfügung vom 26. März 2013 wurde dem Privat -- 6 - kläger D._____ sowie der S taatsanwaltschaft Zürich- Sihl Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde (Urk. 76). D ie Staatsanwaltschaft Zürich- Sihl ver- zichtete auf Anschlussberufung und beantragte die B estätigung des vorinstanzl i- chen Urteils (Urk. 78). Der Privatkläger D._____ liess sich innert Frist nicht ver- nehmen. 2. Umfang der Berufung 2.1. Mit Präsidialverfügung vom 8. März 2013 wurde dem Beschuldigten Frist angesetzt, um seine Berufungserklärung zu verdeutlichen und insbesondere anzugeben, wie das Dispositiv des zu fällenden Urteils lauten soll, wobei für den Säumnisfall angedroht wurde, dass das Urteil mit entsprechender Kostenfolge als ganzes angefochten gelte (Urk. 67). 2.2. In seiner Stellungnahme vom 6. März 2013 - wobei das Datum aufgrund der zeitlichen Abläufe nicht zutreffen kann - reichte der Verteidiger eine leicht präzisierte Berufungserklärung ein, unterliess es aber erneut darzulegen, wie das Dispositiv des zu fällenden Berufungsantrages lauten sollte (Urk. 74). 2.3. Nachdem der Verteidiger an lässlich der Berufungsverhandlung aber erklär- te, dass Dispositiv-Ziff. 4 (Einziehung und Vernichtung des Rüstmessers), Dispo- sitiv-Ziff. 6 (Abweisung der Genugtuungsforderung des Privatklägers 1) und Dispositiv-Ziff. 7 (Koste nfestsetzung) nicht angefochten seien (Prot. II S. 7f.), ist vom Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen vorab Vormerk zu nehmen. 3. Prozessuales 3.1. Beweiserhebung/Antrag auf Durchführung einer Hausdurchsuchung Der Verteidiger erklärte anlässlich der Berufungsverhandlung, dass er an seinen vor Vorinstanz gestellten Beweisanträgen festhalte (vgl. Prot. II S. 9 und Urk. 86 S. 4). Hinzuweisen ist, dass gemäss Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO die Beweisanträge grundsätzlich mit der Berufungserklärung einzureichen sind, was die Verteidigung vorliegend nicht tat. Nachdem aber nicht ausgeschlossen ist, dass gestützt auf den Ver lauf des weiteren Berufungsverfahrens später noch Beweisanträge - 7 - gestellt werden können (Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009, Art. 399 N 13) , ist auf die Beweisanträge der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung bzw. den Verweis auf die Beweisanträge vor Vorinstanz einzugehen. Grundsätzlich beruht das Rechtsmittelverfahren aber auf den Bewei- sen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben wor- den sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Vor Vorinstanz beantragte der Beschuldigte eine "Hausdurchsuchung" (tatsächlich handelt es sich beim Beantragten um einen Augenschein i.S.v. Art. 193 StPO) im Restaurant C ._____ und Inventarisierung und Fotografie der dort angetroffenen Küchenmesser (Urk. 39/4). Seinen Antrag begründete er sinngemäss damit, dass, falls anlässlich des Augenscheins Messer in der Art der Tatwaffe gefunden würden, anzunehmen sei, dass der Beschuldigte das Messer am Tatort behändigt und nicht mit sich mitgeführt habe (Urk . 39/4). Dies würde der Behauptung von D._____ widersprechen, wonach es am Tatort nur grosse Messer mit über 25 cm langen K lingen gehabt habe (Urk. 4/5 S. 8). Wie schon die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 63 S. 9) wird über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsge- nügend erwi esen sind, nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Die Ergebnisse eines Augenscheins am Tatort mit Fokus auf die damals dort verwen- deten Messer zum heutigen Zeitpunkt ist unerheblich und von vornherein nicht geeignet, um für die Urteilsfindung relevante Erkenntnisse zu gewinnen. Die he u- te dort verwendeten Messer lassen keinerlei Rückschlüsse zu, welche auch nur ansatzweise zur Klärung des noch offenen Sachverhaltes geeignet wären, wie auch immer dieser ausfallen würde: Würden zum jetzigen Zeitpunkt k eine kleinen Messer angetroffen, so ist nicht auszuschliessen, dass zum Tatzeitpunkt eben doch welche dort waren, würden zum heutigen Zeitpunkt kleine Messer ange- troffen werden, l iesse sich nicht daraus schliessen, dass zum Tatzeitpunkt keine dort waren. Soweit die Untersuchungsführung durch den Beschuldigten generell gerügt wird (Urk. 53 S. 3) , ist nicht weiter darauf einzugehen. Bei der vorgebrachten Kritik, wonach die Vorwürfe nicht effektiv abgeklärt worden seien, die Staatsanwaltschaft keine Anstrengungen unternommen habe und einen offensichtlich untauglichen Weg gegangen sei, handelt es sich um unsubstantiierte und pauschale Vorwürfe, - 8 - welche jeglicher Grundlage entbehren und die, wie die Vorinstanz zu recht fes t- gehalten hat (Urk. 63 S. 9), haltlos sind. So erstaunt es auch nicht weiter, dass der Beschuldigte denn - mit Ausnahme des beantragten Augenscheins - nicht darzulegen vermag, welche Untersuchungshandlungen und welche zusätzlichen Anstrengungen noch hätten vorgenommen werden müssen. Er rügte zwar anläss- lich seines Schlusswortes an der Berufungsverhandlung, dass nicht untersucht worden sei, ob er damals die Polizisten im Streifenwagen tatsächlich ange - sprochen habe und ob er die Tasche, die er vor fünf bis sechs Monaten gefunden habe, wieder zurückgegeben habe (Prot. II S. 15). Inwiefern diese Kritik aber die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale des in Frage stehenden Delikts betrifft, ist nicht ersichtlich. 3.2. Verletzung des Anklageprinzips Betreffend weiterer prozessualer Einwände hat die Verteidigung hauptsächlich auf ihre Ausführungen vor Vorinstanz verwiesen und diese nur vereinzelt erneut vorgebracht (Urk. 86 S. 4). Der Vollständigkeit halber ist in der Folge auch auf die vor Vorinstanz vorgebrachten Einwände einzugehen. Bezüglich Verletzung des Anklageprinzips hat sich die Vorinstanz umfassend und zutreffend geäussert und es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Ausfüh- rungen verwiesen werden. Die dem Beschuldigten zur Last gelegten Handlungen sind ausführlich und klar umschrieben und es war ihm im Rahmen der Unter - suchung und des erstinstanzlichen Verfahrens (Urk. 22, 49) ohne weiteres möglich, dazu Stellung zu nehmen. Die gerügte Weglassung der angeblichen Notwehrsituation (Urk. 48) erweist sich als unbegründet. Wie die Vorinstanz aus- führlich dargelegt hat, ist es nicht Aufgabe der Anklage, denkbare Entlastungs- szenarien oder "Vorgeschichten" aufzuführen (Urk. 6 3 S. 7). Somit stösst auch diese Kritik ins Leere. 3.3. Vorbefassung Dasselbe gilt auch für den Vorwurf, wonach die erstinstanzliche Gerichts - besetzung den Anforderungen von Art. 6 EMRK nicht genügt habe, indem derselbe Richter die Anklageprüfung vorgenommen und alsdann auch in der - 9 - Hauptsache entschieden habe, weshalb sich die Frage der Vorbefassung stelle (Urk. 48, Prot. I S. 12 und Urk. 86 S. 11). Die Verpflic htung, das Verfahren in den vom G esetz vorgesehenen Formen durchzuführen, umfasst nicht nur die Bindung an die einfachgesetzlichen Normen der StPO, sondern umfasst auch die Verpflichtung, den Anforderungen gerecht zu werden, die sich aus dem Verfassungsrecht ergeben. Gleiches gilt für die Normen des Völkerrechts, welche für die Schweiz verbindlich sind ( Wohlers, in: Donatsch/ Hansjakob/ Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Straf prozessordnung, Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 2 N 1 0). Dazu zählt die EMRK, welche in de r Schweiz unmittelbar anwendbar ist (Schmid, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, Zürich/ St. Gallen 2009, N 42). Nach Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefan- genen Richter ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters wird verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Umstände vorliegen, die den Anschein der Bef angenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Solche Umstände können in einem bestimmten Verhalten des betreffenden Richters oder in gewi s- sen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Eine Besorgnis der Voreingenommenheit und damit Misstrauen in die Unab- hängigkeit des Gerichts kann bei den Parteien insbesondere entstehen, wenn ein Richter bereits in einem anderen, die gleiche Strafsache betreffenden Verfahren tätig war. Ein solcher Richter hat in Anwendung von Art. 56 lit. b StPO in den Ausstand zu treten (Urteil des Bundesgerichts 6B_26/2013 vom 14. März 2013). Indessen ist nicht jedes Mitglied einer Strafbehörde, das sich bereits früher mit der gleichen Sache befasst hat, ohne weiteres vorbefasst. So sind gemäss Lehre und neuerer Rechtsprechung diverse K ombinationen als nicht per se ausschlies- sende Vorbefassung qualifiziert worden, s o insbesondere Sachrichter und R ich- ter, welcher die Vorprüfung der Anklage nach Art. 329 StPO vornahm (Schmid, Handbuch des Schweizerischen Strafprozessrechts, a.a.O, N 516 mit Verweisen). - 10 - Wohl gibt es hierzu abweichende Lehrmeinungen, so etwa Yvona Griesser i n Donatsch/Hansjakob/Lieber, a.a.O., Art. 329 N 12 . Sie übersieht aber, dass das separate Zwischenverfahren über die Anklagezulassung weggefallen ist und die Verfahrensleitung im Rahmen von Art. 329 StPO keinen entsprechenden Ent- scheid fällt, ausser das Verfahren werde sistiert oder eingestellt. Mit der Erfüllung der in dieser Bestimmung umschr iebenen Obliegenheiten allein legt sich die Ver- fahrensleitung nicht in einem Mass fest, dass sie nicht mehr als unvoreingenom- men gelten könnte und das Verfahren nicht mehr als offen erschiene. Das gilt auch für die Abweisung von Beweisanträgen der Verteidi gung, zumal abgelehnte Beweisanträge an der Hauptverhandlung erneut gestellt werden können (Art. 331 Abs. 3 StPO; Bundesgerichtsurteil 1B_703/2011 vom 3. Februar 2012). Weitere Umstände, welche den Vorderrichter als befangen erscheinen lassen könnten, hat der Beschwerdeführer nicht vorgebracht. Eine Verletzung der kon- ventions- und verfassungsmässigen Garantien ist daher nicht ersichtlich. 3.4. Verfahrensvereinigung Der Beschuldigte lässt geltend machen, dass bezüglich der Privatklägerschaft ein paralleles Verfahren betreffend Körperverletzung und Angriff hängig sei (Urk. 53 S. 3). D ie Verfahren von mehreren B eteiligten als Mittätern sei en allgemein und gerade in diesem Fall gemeinsam zu führen, da die Gefahr von sich widerspr e- chenden Entscheidungen und der V erletzung von V erfahrensrechten bestehe , dies auch insbesondere vor dem Hintergrund des abgeänderten Sachverhalts (Urk. 53 S. 4). Der zur Begründung angeführte Art. 29 StPO besagt freilich etwas anderes und er gebietet vorliegend gerade keine Verfahrensvereinigung: Straf - taten werden gemeinsam verfolgt und beurteilt, wenn eine beschuldigte Person mehrere Straftaten verübt hat oder Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt. Soweit bekannt, treffen diese Voraussetzungen vorliegend nicht zu. Gründe, welche eine Vereinigung gestützt auf Ar t. 30 StPO geboten erscheinen lassen , wurden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Das Verfahren ist somit fortzu - führen. - 11 - 3.5. Rechtliches Gehör/Anklage Schliesslich lässt der Beschuldigte geltend mac hen, dass er "fraglos" zur neuen Anklage nochmals hätte durch die Staatsanwaltschaft befragt werden und ihm zur Stellungnahme hätte Gelegenheit gewährt werden müssen (Urk. 53 S. 4). Anläs s- lich der Berufungsverhandlung rügte er, dass die Vorinstanz den Besc huldigten nochmals umfassend, intensiv und zeitlich lange befragt habe und demnach Beweise erhoben habe, obwohl die Staatsanwaltschaft nicht anwesend gewesen sei. I n diesem Zusammenhang verwies er auf den Entscheid des EGMR vom 18. Mai 2010 Nr. 6496201 Oserov [recte: Ozerov] vs. Russland (Urk. 86 S. 11). In jenem Entscheid war für den EGMR von erheblicher Relevanz, dass das russische erstinstanzliche Gericht jeweils in Abwesenheit der Anklagebehörde Beweise abgenommen (u.a. Zeugen befragt) hatte, was die Vorinstanz im vorlie- genden Fall aber nicht getan hat. Die Vorinstanz hat lediglich e ine Befragung des Beschuldigten, wie sie in der Strafprozessordnung vorgesehen ist (Art. 341 Abs. 3 StPO), durchgeführt. Aus der schweizerischen Gesetzgebung lässt sich keine von der Verteidigung geltend gemachten Pflicht, wonach der Beschuldigte zur neuen Anklagte nochmals durch die Staatanwaltschaft zu befragen sei, ableiten. Die Staatsanwaltschaft hat den Parteien lediglich den bevorstehenden Abschluss und ob sie Anklage erheben oder das Verfahren einstellen will , anzukündigen (Art. 318 StPO). Sodan n sieht Art. 327 StPO lediglich die Übermittlung der Anklage unter anderem auch an den Beschuldigten vor, eine Vorlage zur Stellungnahme ist nicht vorgesehen. Somit zielt auch diese Rüge ins Leere. II. Sachverhalt 1. Zusammenfassung Auf die vorinstanzliche Darstellung des Anklagesachverhalts kann vorab ver - wiesen werden (Urk. 63 S. 2), sie entspricht der Schilderung in der Anklage (Urk. 42 S. 2) und braucht an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden. - 12 - 2. Standpunkt des Beschuldigten Der Beschuldigte anerkennt den äusseren Ablauf der in der Anklage umschriebe- nen Geschehnisse, macht aber geltend, in Notwehr gehandelt zu haben (Urk. 22 S. 8 f., Urk. 49 S. 2 und Urk. 85 S. 11). 3. Beweismittel 3.1. Übersicht Neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 4/3, 4/4, 4/6, 4/9, 22, 49) und der als Zeugen befragten D._____ (Urk. 4/1, 4/5), E._____ (Urk. 4/2, 4/7) und F._____ (Urk. 4/8) liegen umfangreiche Fotodokumentationen (Urk. 5), Spurenbe- richte und -auswertungen (Urk. 6) sowie ein ärztlicher Kurzbericht vor (Urk. 8/6). 3.2. Grundsätze für die Beweiswürdigung Diese hat die Vorinstanz ausführlich und z utreffend dargestellt, weshalb Z wecks Vermeidung von Wiederholunge n ohne we iteres darauf verweisen werden kann (Urk. 63 S. 13 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 3.3. Würdigung der einzelnen Beweismittel 3.3.1. Aussagen des Beschuldigten Bei der Würdigung der Aussagen des Beschuldigten ist vorweg festzuhalten, dass keine Hinweise bestehen, welche an seiner allgemeinen Glaubwürdigkeit zweifeln lassen. Es ist jedoch zu beachten, dass er aufgrund seiner Stellung im V erfahren ein legitimes Interesse daran haben dürfte, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht erscheinen zu lassen. Was die Würdigung im Einzelnen anbelangt, so kann auch dazu - um unnötige Wiederholungen zu vermeiden - auf die ausführliche, sorgfältige und überzeugen- de Würdigung der Vorinstanz verwi esen werden (Urk. 63 S. 19 - 21; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend dazu kann festgehalten werden, dass die Schilderung des Ablaufs der Geschehnisse durch den Beschuldigten insgesamt wenig glaubhaft wirkt. - 13 - Bereits anlässlich der ersten Befragung durch die Polizei fällt seine Schilderung durch ausserordentliche D etailarmut auf, insbesondere was die angebliche Vor- geschichte anbelangt. So schilderte er in wenigen Sätzen, dass er von D._____ am Arm gepackt worden sei und sich einige mollige Frauen und Männer dazu ge- sellt haben sollen und er dann nicht mehr wisse, was geschehen sei. Er sei getre- ten und geschlagen worden und sei dann auf dem Boden gelegen (Urk. 4/3 S. 2). Diese Schilderung spricht nicht für selbst E rlebtes. So widerspricht er sich bereits in d iesen wenigen Sätzen, indem er einerseits sagt, dass er nicht mehr wisse , was geschehen sei , um sogleich auszuführen, dass er getreten und geschlagen worden sei. Völlig atypisch für die Schilderung einer solchen Begebenheit ist auch das Auslassen der Abläufe unmittelbar vor der Rangelei , etwa von welcher Seite her die Angreifer gekommen s ind, was sie zu ihm gesagt haben oder wie es zu diesen ersten Handgreiflichkeiten kam. Und obwohl es in der Natur der Sache liegt, dass bei den eigentlichen Handgreiflichkeiten die genaue Abfolge auf G rund der Dynamik der Geschehnisse in aller Regel nicht mehr detailliert nachvollzogen werden kann, erstaunt es doch, das s er auch keine groben Angaben zu den Geschehensabläufen macht. Ebenso auffällig ist, dass er keinerlei Angaben zu seinem subjektivem Erleben der Geschehniss e und zu seiner Gefühlslage macht, beispielswiese Schilderungen von Angst und Schmerz. Seine Schilderung wirkt somit in keiner Art und Weise authentisch und spricht gegen tatsächlich selbst Erlebtes. Wenig überzeugend wirkt sodann auch die Schilderung, w onach er nach dem angeblichen Vorfall den zufällig angetroffenen P olizisten die Geschichte erzählt habe und dieser ihn angewiesen habe, am nächsten Tag zur Polizei zu gehen (Urk. 4/3 S. 3, auch Urk. 85 S. 7) . Es widerspricht jeglicher Erfahrung, dass sich die Polizei bei derart gravierenden Vorkommnissen, wie dem vom Beschuldigten geschilderten brutalen Raub, und nachdem der Beschuldigte der Polizei auch sei- ne Verletzung an der Lippe gezeigt haben soll (Urk. 85 S. 8), nicht unmittelbar der Opfer annimmt und diese derart vertröstet. Nicht nachvollziehbar und ebenfalls wider jeglicher Lebenserfahrung ist sodann, dass der Beschuldigte nach dieser angeblichen Malträtierung nicht geflüchtet ist, - 14 - sondern zum Tatort zurückgekehrt ist, um seinen Peiniger zu bitten, die Polizei zu benachrichtigen, weil die angetroffenen Polizisten nicht auf ihn aufmerksam geworden seien (Urk. 4/3 S. 3, auch Urk. 85 S. 8 ). Dass er als Opfer wieder an den Tatort zurück gekehrt sein will, um die Sache vor Ort zu klären, im Wissen, dass er dort vermutlich wieder auf die Täter treffen wird und diesen dort schutzlos ausgeliefert sein wird, ist völlig unglaubhaft. Daran können auch die Ausführun- gen der Verteidigung (Urk. 86 S. 6) nichts ändern. Auch die Schilderung des Beschuldigten der nachfolgenden Ereignisse mit dem Messer überzeugt in keiner Art und Weise. Auch sie leidet an Detailarmut und es fehlt ihr jegliche Authentizität. So fällt wiederum auf, dass er die Geschehens - abläufe nur sehr rudimentär und bruchstückhaft schildert. So konnte er auch nicht ansatzweise beschr eiben, wie er dem Privatkläger die Verletzungen zugefügt haben soll. Auch fehlen jegliche Hinweise bezüglich gesprochener Worte und wiederum macht er keinerlei Angaben zu seinen inneren Vorgängen, mit Aus- nahme der pauschalen Angabe, dass er Angst gehabt habe. Bemerkenswert ist weiter, dass er keinerlei Angaben zum Messer macht. So will er den Angreifer ja deshalb am Handgelenk gepackt haben, weil dieser ihm ein Messer in Richtung Brust entgegengestreckt haben soll (Urk. 4/3 S. 3) . Dabei handelt es sich aber um ein singuläres und eindrückliches Erlebnis, welches eine sehr grosse Gefahrensituation darstellt. T ypische Reaktion hierauf ist ein Schock, bei welchem sich die Bilder beim Betrachter einprägen. Dass er das ihm - notabene wenige Zentimeter von seinen Augen entfernt - präsentierte Messer nicht so wahrgenommen haben will, dass er in der Lage ist , dieses zu be- schreiben, ist völlig unglaubhaft. Auch die staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 14. März 2012 ist wenig ergiebig (Urk. 22). Nachdem d er Beschuldigte seine polizeiliche Einvernahme nochmals durchgelesen hatte, bestätigte er im Wesentlichen, dass er bei seinen polizeilichen Aussagen bleibe. Eine Befragung fand nur punktuell statt , doch bereits mit diesen wenigen Antworten setzte er sich zu seinen bisherigen Aus - sagen in erheblichen Widerspruch. So konnte er sich nun, anderthalb Jahre nach - 15 - dem angeblichen Vorfall, plötzlich an d ie Abläufe des angeblichen Angriffs erinnern, so etwa, dass die mollige F rau einen Stuhl aufgehoben haben soll und gegen ihn habe werfen wollen (Urk. 22 S. 6). Ein krasser weiterer Widerspruch ergibt sich auch aus seinen Ausführungen bezüglich der übrigen Personen, welche angeblich auf ihn losgegangen seien . So will er sich einerseit s auf alle Personen geachtet haben, welche auf ihn los - gegangen sein sollen , um bei einer kurz darauf folgenden Frage zu weiteren Details auszuführen, dass er nicht habe feststellen können, wie die Leute auf ihn losgegangen seien, weil es ja dunkel gew esen sei (Urk. 22 S. 6). Bemerkenswert ist schliesslich, dass der Beschuldi gte, durch den Staatsanwalt auf seine Wider- sprüche aufmerksam gemacht, die Aussage verweigerte, da er das Gefühl hatte, dass die Fragen des Staatsanwaltes dazu dienen sollten, W idersprüche zu "b e- zwecken" (Urk. 22 S. 7). Erst beim Schlussvorhalt gab er schliesslich erstmalig an, dass er am Boden gelegen sei und "diese Frau" ihm gegen den Kopf getreten habe (Urk. 22 S. 8 f.). Dass er einen solch wichtigen Teil der G eschehensabläufe in den vorangehenden B efragungen unerwähnt liess und diese erst erwähnte, als ihm der konkrete Tatvorwurf gemacht wurde, spricht gegen tatsächlich selbst Erlebtes. Gestützt au f die Aussage des B eschuldigten lässt sich weder die geltend gemachte Notwehr situation noch ein anderer, zur Ankl age alternativer Sachverhalt erstellen. Nur vollständigkeitshalber ist in der Folge auf die Aussagen der weiteren Beteiligten einzugehen. 3.3.2. Aussagen Privatkläger D._____ D._____ bestätigte, dass es zwei klar getrennte Geschehnisse gegeben habe und dass zwischen der ersten und der zweiten Auseinandersetzung schätz ungsweise 30 Minuten gelegen hätten (Urk. 4/1 S. 2). Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 6 3 S. 22) ist es nicht so, dass er den ersten Vorfall verschwieg. So führte er anlässlich der polizeilichen Einvernahme aus , dass er dem Beschul- digten das Portemonnaie abgenommen und dass ihm E._____ dabei geholfen habe (Urk. 4/1 S. 2 ff.), während dem er bei seiner Einvernahme als Auskunfts- person angab, er sei dem B eschuldigten nachgelaufen und habe es ihm aus der Hand genommen (Urk. 4/5 S. 3). Damit verschweigt er die genaueren Umstände - 16 - der Portemonnaierücknahme, was aber insofern nachvollziehbar ist, als er sich ansonsten selber belaste t hätte. Dementsprechend rudimentär sind seine Anga- ben zur ersten Episode. G anz im G egensatz zu den Schilderun gen des zweiten Vorfalls. Sie sind detailliert, ausführlich und wirken lebensnah. So gab er bei- spielsweise Aussagen des Beschuld igten und ei gene in direkter Rede wieder. Auch seine farbigen Schilderungen zu weiteren Details, etwa zur Situation im Restaurant und zum Verhalten weiterer Unbeteiligter, tragen zur Authentizität sei- ner Schilderungen bei. Dies gilt insbesondere auch für die Schilderungen der ei- gentliche Messerstecherei. Der Detailreichtum und die ausführ liche Schilderung der einzelnen Tatphasen (vgl. Urk. 4/5 S. 6) sprechen stark dafür, dass es sich dabei um tatsächlich Erleb- tes handelte und nicht um eine erfundene oder zurechtgebogene Geschichte. 3.3.3. Aussagen E._____ Ihre Aussagen bei der Polizei waren sehr dürftig und beschränkten sich auf die Angabe, dass der Beschuldigte eine Stichbewegung gegen D._____ gemacht ha- be, sie habe helfen wollen und habe in der Folge selber vier Stiche abbekommen. Dass sie dabei keine Angaben zum ersten Vorfall machte ist nicht weiter erstaun- lich, einerseits hätte sie sich dabei selbst belasten müssen und andererseits wurde sie von der Polizei auch nur zur eigentlichen Messerstecherei befragt (Urk. 4/2 S. 2). Anlässlich ihrer Befragung als Zeugin gab sie an, beim R estaurant vor die Türe getreten zu sein und gespürt zu haben, wie sie völlig überraschend gestochen worden sei. Ein Messer will sie nicht gesehen haben, auch nicht , dass D._____ bedroht worden sei. Sie habe ihm auch nicht geholfen (Urk. 4/7 S. 4 ff.). Damit setzt sie sich zu ihren eigenen Angaben und den glaubwürdigen Aussagen Dritter in erheblichen Widerspruch. Da sie zudem erwiesenermassen V orgefallenes bestreitet oder nicht gesehen haben will, sind ihre A ussagen als unglaubhaft zu qualifizieren und es ist nicht auf sie abzustützen. - 17 - 3.3.4. Aussagen F._____s Dieser unbeteiligte Zeuge befand sich zum Tatzeitpunkt ausserhalb des Restau- rants C._____. Er schildert, wie der Beschuld igte mit D._____ und E._____ am Boden gerangelt habe. Vornehmlich habe E._____ mit Tritten gegen den Kopf auf den Beschuldigten eingeschlagen, währenddem D._____ versucht habe, sie auf die Seite zu stossen. Im Laufe der Rangelei sei dem Beschuld igten das Port e- monnaie abgenommen worden. Dieses sei einem älteren, angetrunkenem Mann auf der anderen Strassenseite zurückgegeben worden. Daraufhin hätten sich alle Beteiligten verzogen. Zirka 15- 30 Minuten später habe er Lärm aus dem Restau- rant gehört, die Polizei sei gekommen und er habe gesehen, wie D._____ verletzt gewesen sei. Angaben zum angeklagten Tatgeschehen konnte er keine machen (Urk. 4/8 S. 3). Da es sich hierbei um die einzige Einvernahme F._____s handelt, sind seine Aus- sagen dementsprechend frei von Widersprüchen. Als unbeteiligter Dritter ohne erkennbares Interesse am Verfahren macht e er klare und nüchterne Aussagen, welche frei von Interpretationen und Wertungen sind. Seine Glaubwürdigkeit ist somit als hoch einzustufen und auch die Ausführungen zur Sache selbst sind glaubhaft. In den wesentlichen Punkten decken sie sich sodann auch mit den Ausführungen der übrigen Beteiligten, soweit diese als erstellt zu betrachten sind. Dies betrifft insbesondere seine allgemeinen Angaben zu Ort und Zeit sowie den Beteiligten. Auch die Ausführungen zum Portemonnaie und zum B estohlenen decken sic h mit den Aussagen der übrigen B eteiligten. Weiter lässt sich aus seinen Aussagen insbesondere e rstellen, dass der Beschuldigte vorgängig ein Portemonnaie gestohlen hat und ihm dieses durch D._____ und E._____ wieder abgenommen wurde. Ebenso zentral für den vorliegenden Fall ist sodann die A n- gabe, dass zwischen dem ersten Vorfall und der Messerstecherei eine ge raume Zeit vergangen ist, etwa zwischen 15 und 30 Minuten. 3.3.5. Fotodokumentation/Spuren Auf dieser lassen sich die Verletzungen D._____s und E._____ s klar erkennen. Hingegen fällt beim Beschuld igten auf, dass dieser k aum erkennbare Blessuren am Kopf aufweist. Seine praktische Unversertheit am Kopf ist mit seiner B ehaup-- 18 - tung, wonach er von E._____ massiv an den Kopf getreten wurde, nicht in Ein- klang zu bringen (Urk. 5/2, Fotos 23, 29). Wohl finden sich an seinem Rücken und am Kopf ganz leichte, kaum wahrnehmbare Rötungen ( Urk. 5/3 S. 4 - 14). Diese sind aber nicht adäquate Folge der behaupteten schweren Auseinandersetzun- gen. Auch die minimen Verletzungen auf der unteren Innenseite der Lippe, wel- che typische Folgen eines schwachen Schlages sind (Urk. 5/3 S. 9, 10), sprechen klar gegen die Sachverhaltsdarstellung des B eschuldigten und sind vielmehr mit den Ausführungen von D._____ ohne Weiteres in Einklang zu bringen. Das selbe gilt für die Resultate der Spurenauswertung an der Tatwaffe. Es konnten weder Fingerabdrücke noch DNA -Spuren D._____s sichtbar gemacht werden (vgl. Urk. 6/3 S. 3), was die Behauptung des Beschuldigten, wonach er zuerst mit dem Messer angegriffen worden sei, als v öllig unglaubhaft qualifiziert. Dafür spricht auch, dass keiner der befragten Personen das Messer zunächst in der Hand von D._____ gesehen hat und das entstandene Verletzungsbild. 4. Zusammenfassung Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass auf die Aussagen D._____ s und F._____s abgestützt werden kann und somit davon auszugehen ist, dass sich der Sachverhalt wie in der Anklage beschrieben zugetragen hat. Der vom B e- schuldigten behauptete Angriff , welcher unmittelbar vorher stattgefunden haben soll, lässt sich hingegen nicht erstellen und somit auch keine Notwehrsituation. Weiter ist davon auszugehen, dass eine halbe Stunde vorher eine Rauferei zwischen den Dreien stattgefunden hat. Sie ist jedoch nicht anklagerelevant. III. Rechtliche Würdigung 1. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz erweist sich in jeder Hinsicht als zutreffend, weshalb, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, vollumfänglich auf diese verwiesen werden kann (Urk. 63 S. 26 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 2. Wie erwähnt, ist nicht von einer Notwehrsituation auszugehen. Die erste Rangelei lag eine halbe S tunde zurück und es besteht kein innerer Zusammen- hang zwischen d en beiden H andlungskomplexen. Auch beim zweiten Vorfall ist - 19 - nicht davon auszugehen, dass die Handlungen des Beschuldigten eine Reaktion auf Handlungen Dritter war en, sondern klare Angriffshandlungen darstell ten. Der Ansicht der Verteidigung, wonach Fahrläs sigkeit im Rahmen der Notwehr vorlag (Urk. 86 S. 10), kann demnach nicht gefolgt werden. 3. Der Beschuldigte ist somit der einfachen Kör perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. IV. Strafzumessung 1. Strafrahmen, Strafzumessung Die Vorinstanz hat den Strafrahmen und die allgemeinen Regeln der Strafzumes- sung zutreffend und ausführlich dargelegt, weshalb darauf verwiesen werden kann (Urk. 63 S. 27 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 2. Tatkomponente Mit Bezug auf die ob jektive Tatschwere gilt es zu berücksichtigen, dass der Einsatz eines, wenn auch nur kleinen, Messers ein erhebliches Gefährdungs - potential beinhaltet. Dies erst recht, wenn es in einer Situation eingesetzt wird, in welcher es zu einer Rangelei kommen kann. Dann wird der weitere V erlauf der Geschehnisse unvorhersehbar und auf Grund der D ynamik der Abläufe und der wirkenden Kräfte ist ein kontrollierter Einsatz des Messers nicht mehr möglich. Die Einstichstelle und die Art und Schwere der Stiche oder Schnitte hä ngen weitgehend vom Zufall ab und somit sind auch bei Verwendung eines kleinen Messers ohne weiteres schwerste Verletzungen möglich. Immerhin sind die zuge- fügten Verletzungen vorliegend noch als vergleichsweise leicht zu qualifizieren. In subjekt iver Hinsicht macht der Beschul digte geltend, angegriffen worden zu sein und sich lediglich verteidigt zu haben. Davon ist, wie bereits erwähnt, nicht auszugehen. E ntsprechend bleiben seine wahren Beweggründe und Motive im Dunkeln. Die von der Vorinstanz vermut ete Reaktion wegen des ersten Angriffs ist zwar nicht erwiesen, liegt aber nahe. Inwiefern sich dies aber als auch nur leicht entlastend auswirken sollte, ist nicht nachvollziehbar. Wie gesagt lag keine - 20 - Notwehrsituation vor und sollte der Beschuldigte tats ächlich aus Rache gehandelt haben, so wäre dies ein besonders niederes Motiv und würde sich sicher lich nicht zu seinen Gunsten auswirken. Statt sich in Selbstjustiz zu üben, hätte er die Polizei rufen können. Somit ist die von der Vorinstanz festgesetzte hypothetische Einsatzstrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe als ausserordentlich, ja fast unerklärlich wohl- wollend zu qualifizieren, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass es vorli e- gend nur vom Zufall abhing, dass es nicht zu schwere ren Verletzungen kam. So hat er das Auge E._____ nur knapp verfehlt und diese hätte bei dem Vorfall ge- nau so gut das Augenlicht verlieren oder an der Halsschlagader getroffen werden können. 3. Täterkomponente Auch diese hat die Vorinstanz ausführlich und zutreffend dargestellt und ge- würdigt, weshalb vollumfänglich darauf verweisen werden kann (Urk. 63 S. 29, Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend führte er an der heutigen Berufungsverhandlung aus , dass er einer Teilzeittätigkeit von 60 Prozent nachgehe und dadurch ein Einkommen von Fr. 2'040.-- erziele. Sein Grundbedarf sei vom Sozialamt auf Fr. 3'800.-- festgelegt worden, weshalb er den Rest betrag vom Sozialamt erhalte. Er habe weder Vermögen noch Schulden. Im Jahre 2008 habe er sich scheiden lassen, müsse seiner geschiedenen Frau aber keine Unterhaltszahlungen leisten. Er sei jetzt wieder verheiratet und habe ein Kind, das 17 Monate alt sei . Seine jetzige Ehefrau gehe keiner Erwerbstätigkeit nach (Urk. 85 S. 2 ff.) . Den Angaben des Beschuldigten zum Vorleben und den per sönlichen Verhältnissen kann nichts entnommen werden, was die Strafzumessung beeinflussen könnte. 4. Strafart 4.1. Die Vorinstanz hat eine Freiheitsstrafe ausgefällt und dies damit begründet, dass dem Täterprofil eine entscheidende Bedeutung zukomme. Zwar sei der Beschuldigte nicht vorbestraft, habe aber nicht gezögert , ein Messer einzusetzen - 21 - und Personen zu verl etzen. Aus spezialpräventiven Überlegun gen dränge sich hier eine Freiheitsstrafe auf. 4.2. Entgegen den Freiheitsstrafen unter 6 Monaten, welche nur unter bestim m- ten Voraussetzungen auszusprechend sind (Art. 41 StGB), würde dies nach dem Gesetzeswortlaut für Freiheitsstrafen ab 6 Monaten nicht gelten (Art. 40 StGB). Der Gesetzgeber wollte mit der letzten Revision des Strafgesetzbuches , abge- sehen von der Ausnahme in Art. 40 StGB, keine Hierarchie der Sanktionen schaffen, sondern dem Gericht das "Arsenal der Sanktionen" erweitern (Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Vor Art. 34). Trotzdem ver- tritt das Bundesgericht die Auffassung, dass nach dem Prinzip der Verhältnismäs- sigkeit bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfal l diejenige gewählt werden müsse, welche weniger i n die persönliche Freiheit des B etroffe- nen eingreife. So reiche insbesondere ein schweres V erschulden und Vorstrafen nicht, um statt einer Geld- eine Freiheitsstrafe auszusprechen. Auch die Schwere einer Tat reiche nicht aus, da es mit dem Schuldprinzip unvereinbar wäre, wenn einzelne Deliktsgruppen, etwa Gewaltdelikte, als der Geldstrafe unwürdig betrach- tet würden. Sodann sei es bei Ersttätern auch unter spezialpräventiven Gesicht s- punkten nicht gerechtfertigt, eine Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe aus - zusprechen (Urteil vom 18. Februar 2010, 6B_721/2009. E. 4.2 und 4.3 mit Verweisen). Im Lichte dieser Rechtsprechung besteht bei der vorliegenden Ausgangslage kein Raum für die Verhängung einer Freiheitsstrafe. Die Vorinstanz begründet die gewählte Sanktionsart mit der Deliktsart, nämlich dass er mit einem Messer gegenüber Dritten gewalttätig geworden sei (Urk. 63 S. 30). Genau dies will aber das Bundesgericht nicht als Grund für eine Freiheitsstrafe gelten lassen, denn dies käme ja einer Privilegierung bestimmter Deliktsgruppen gleich. Da vorliegend keine Gründe im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorliegen, welche die Ausfällung einer Freiheitsstrafe zuliessen, hat es vorliegend bei einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu bleiben Der Anrechnung der erlittenen 31 Tage Untersuchungshaft steht nichts im Wege. - 22 - 4.3. Vor Abschluss der Untersuchung war der Beschuldigte arbeitslos und bezog eine Entschädigung von monatlich Fr. 2' 100.-- bis 2'800. --. E r hatte weder V er- mögen noch Schulden (Urk. 13/7). Aktuell präsentieren sich seine wirtschaftlichen Verhältnisse wie folgt: Wie bereits ausgeführt, erzielt der Beschuldigte ein durc h- schnittliches monatliches Einkommen von Fr. 2'040. -- und wird bis zum Betrag von Fr. 3'800. -- vom Sozialamt unterstützt. Schulden oder Vermögen weist er nach wie vor keines auf (Urk. 84 und Urk. 85 S. 2 ff.). Dementsprechend ist der Tagessatz auf Fr. 30.-- festzusetzen. V. Strafvollzug Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen zur Gewährung des bedingten Straf - vollzugs zutreffend und umfassend dargelegt, ebenso wie diese Grundsätze auf den vorliegenden Fall anzuwenden sind. Dem Beschuldigten ist der bedingte Strafvollzug unter Ansetzung einer zweijährigen Probezeit zu gewähren (Urk. 63 S. 30 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). VI. Zivilansprüche/Entschädigung Privatkläger Die Vorinstanz hat ausführlich und zutref fend dargelegt, weshalb dem Privat - kläger D._____ eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 3'100. -- zuzusprechen ist. Auch hierfür kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen ver- wiesen werden (Urk. 63 S. 32; Art. 82 Abs. 4 StPO) und es ist der vorinstanzliche Entscheid zu bestätigen. Nachdem der Privatkläger D._____ auch im Rechtsmi t- telverfahren nicht unterliegt, ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger für die anwaltlic he Vertretung die geltend gemachte Prozessentschädigung von Fr. 1'000.-- (vgl. Prot. II S. 12) zu entrichten. - 23 - VII. Entschädigungsansprüche Beschuldigter 1. Der Beschuldigte liess für die erstandene Haft Entschädigungsansprüche stellen (Urk. 86 S. 10 ). Zu Folge der heutigen Verurteilung fehlt es an einer ent- sprechenden Anspruchsgrundlage. 2. Erfolgt weder ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch eine Einstel- lung des Verfahrens, obsiegt die beschuldi gte Person aber in anderen Punkten, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendun- gen (Art. 436 Ab. 2 StPO). Nachdem der Beschuldigte, wie noch aufzuzeigen sein wird, teilweise obsiegt, ist ihm für die anwaltliche Vertretung eine reduzierte Ent- schädigung zu entrichten. Die Verteidigung erklärte, dass die mit der Berufung verbundenen Anwaltskosten Fr. 2'407.70 betragen würden, wobei er für die Berufungsverhandlung zwei Stunden einberechnet habe (Prot. II S. 12). Berüc k- sichtigt man vorliegend, dass die Berufungsverhandlung drei Stunden dauerte und dass eine reduzierte Prozessentschädigung von einem Sechstel gerecht - fertigt erscheint (vgl. Erw. VIII. 2.), ist dem Beschuldi gten eine Entschädigung von Fr. 450.-- zuzusprechen. VIII. Kostenfolgen 1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Dass die Vorinstanz eine andere Sanktionsart gewählt hat, hat keinen Einfluss auf die dort entstandenen Kosten (Art. 426 Abs. 1 StPO). Von der Vorinstanz nicht entschieden wurde, was mit den Kosten der amtlichen Verteidigung zu geschehen hat. Der Beschuldigte war in der Untersuchung von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ amtlich verteidigt, hat dann aber um Widerruf der amtlichen Verteidigung ersucht, da er einen Wahlver- teidiger beauftragte (Urk. 10/5). Die Kosten der amtlichen Ver teidigung in der Un- tersuchung sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen; vorbe- halten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. - 24 - 2. Der Beschuldigte unterliegt mit se iner Berufung in den wesentlichen Punkten, dringt aber mit sei nem Eventualantrag auf Verhängung einer G eldstrafe anstatt der Freiheitsstrafe (vgl. Urk. 74) für den Fall einer Verurteilung durch. Demnach sind ihm die Kosten nur teilweise aufzuerlegen. Die Voraussetzungen von Art. 428 Abs. 2 lit. b. StPO, wonach auch i m Falle eines günstigeren Entscheides die gesamten Kosten auferlegt werden können, sind vorl iegend nicht erfüllt. Dies käme etwa dann in Frage, wenn die R echtsmittelinstanz vom ihr zustehenden Ermessen Gebrauch machen würde, also beispielsweise die Dauer einer Sanktion geringfügig herabsetz en oder die Schätzungsregel bei der E in- ziehung nach Art. 70 StGB anders anwenden würde. Nach den Materialien geht die Bestimmung davon aus, dass in solchen Fällen nicht ein eigentlich unrichtiger Entscheid zu korrigieren ist (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O. Art. 428 N 10). Die Änderung der Sanktionsart übersteigt jedoch dieses M ass der Geringfügigkeit. Es handelt sich dabei nicht um eine leichte Anpassung, sondern um eine kategor i- sche Änderung, weshalb es sich rechtfertigt, die Kosten zu einem Sechstel auf die Gerichtskasse zu nehmen und zu fünf Sechsteln dem Beschuld igten aufzu- erlegen. Es wird beschlossen: 1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung - Einzelgericht, vom 21. November 2012, wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 1. (…) 2. (…) 3. (…) 4. Das sichergestellte Rüstmesser Marke "Victorinox" (Sachkaution Nr. ...) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 5. (…) 6. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 D._____ wird abgewiesen. 7. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: - 25 - Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: Fr. 785.-- Auslagen Vorverfahren Fr. 3'920.15 amtliche Verteidigung Untersuchung (RA X._____) Fr. 1'200.-- Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 8. (…) 9. Mitteilung 10. Rechtsmittel 2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. Es wird erkannt: 1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 1 StGB. 2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 31 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten. 3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. 4. Die Kosten der Unt ersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, mit Aus- nahme der Kosten der amtlichen Verteidigung in der Untersuchung (RA X._____), werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Untersuchung (RA X._____) werden einst - weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. - 26 - 5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ für das ersti n- stanzliche Verfahren für die anwaltliche Vertretung eine Prozessentschädi- gung von Fr. 3'100.00 bezahlen. 6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–. 7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden zu 5/6 dem Beschuldigten auf- erlegt und zu 1/6 auf die Gerichtskasse genommen. 8. Dem Beschuldigten wird für das Berufungsverfahren für die anwaltliche Ver- tretung eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr.450.– zugesprochen. 9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger D._____ für das Ber u- fungsverfahren für die anwaltliche Vertretung eine Prozess entschädigung von Fr. 1'000.– bezahlen. 10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben) − die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl − den Vertreter des Privatklägers D._____ im Doppel für sich und zuhan- den des Privatklägers D._____ sowie in vollständiger Ausfertigung an − die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten − die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl − den Vertreter des Privatklägers D._____ im Doppel für sich und zuhan- den des Privatklägers D._____ und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all - fälliger Rechtsmittel an − die Vorinstanz − das Migrationsamt des Kantons Zürich − die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A − die Bezirksgerichtskasse - 27 - 11. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf - sachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrec htlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes - gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgericht s- gesetzes. Obergericht des Kantons Zürich I. Strafkammer Zürich, 13. Juni 2013 Der Präsident: lic. iur. P. Marti Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Truninger