Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 24. Februar 2022 (720 21 262 / 48) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Carole Held, Rechtsan- wältin , Rechtsdienst Behindertenforum, Bachlettenstrasse 12, 4054 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1977 geborene, zuletzt als Verkaufsstellenleiter bei der B.____ GmbH tätig gewe- sene A.____ meldete sich am 29. April 2013 unter Hinw eis auf "Epilepsie" bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesund- heitlichen und der erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft beim Ver- sicherten folgende Invaliditätsgrade: Ab 31. Dezember 2013 (Ablauf des Wartejahres): 12 %, ab 14. Januar 2014: 100 %, ab 1. Juli 2014: 58 % und a b 1. Oktober 2014: 12 %. Gestützt auf die- se Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung vom 12. Juli 2021 vom 1. Januar 2014 bis 30. S eptember 2014 eine befristete ganze und vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014 eine bef ristete halbe Rente zu. Gleichzeitig lehnte sie einen weiteren Rentenanspruch ab 1. Januar 2015 ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Rechtsanwältin Carole Held, am 8. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die ange fochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm "aufgrund seiner maximal 50 %-igen Arbeitsfäh igkeit eine entsprechende Rente unbe- fristet auszurichten." Eventualiter sei zur abschliessenden Klärung seiner Arbeits- und Erwerbs- fähigkeit durch das Gericht ein Obergutachten in den F achrichtungen Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie einzuholen. Ferner ersuchte der B eschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung; unter o/e-Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 10. September 2021 bewilligte d as Kantonsgericht A.____ gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung m it Rechtsanwältin Carole Held als Rechtsvertreterin. D. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vo m 5. Oktober 2021 die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde des Versicherten vom 8. September 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19 . Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtene Verfü- gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgeme inen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmun gen des IVG und diejenigen der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AT SG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendb ar (Urteil des Bundesgerichts vom Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 23. Februar 2022, 8C_455/202, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie- dergegeben, zitiert und angewendet. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2, 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die ander e medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eine s Arztberichtes ist demnach entschei- dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntn is der Vorakten (Anamnese) abge- geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schl ussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszusta nds und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bei den Dres. med. C.____, Neurologie FMH, und D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das neurologisch-psychiatrische Gutachten vom 4. September/6. Oktober 2017 ein. 5.1.1 Im neurologischen Gutachten vom 6. Oktober 2017 er hob Dr. C.____ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine fokale Epile psie mit sekundär generalisierten tonisch- klonischen Anfällen und als Diagnosen ohne Auswirkung au f die Arbeitsfähigkeit - nebst ande- ren - "nicht epileptische anfallsartige Störungen" so wie einen Verdacht auf Spannungskopf- schmerzen. Diese Beeinträchtigungen würden sich dahingeh end auf die Arbeitsfähigkeit aus- wirken, als der Explorand wegen der Epilepsie keine Tä tigkeiten auf Gerüsten, Dächern sowie in sonstigen Situationen mit Absturzgefahr ausüben kön ne. Nicht zumutbar seien ihm sodann Arbeiten mit oder an gefährlichen Maschinen und Tätigk eiten, die das Führen von Fahrzeugen erfordere. Ebenfalls nicht mehr verrichten könne er Schich tarbeit und Tätigkeiten, welche die alleinige Betreuung von anderen Personen umfassen würd en. Dies bedeute, dass dem Versi- cherten die angestammte Tätigkeit - ursprünglich als Au tomonteur und später als stellvertreten- der Filialleiter bzw. als Filialleiter - nicht mehr zum utbar sei. Diese Beurteilung gelte seit dem ersten Anfallsereignis am 31. Dezember 2012. Zur Arbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten führte Dr. C.____ aus, dem Versicherten seien aus neurologischer Sicht Arbeiten ohne die vorstehend umschriebenen Gefahrenmomente und Einschränkungen wegen der Epilepsie in vollem Pen- sum und ohne weitere Beeinträchtigung des Rendements zumutbar. 5.1.2 Dr. D.____ gelangte im psychiatrischen Gutachten vo m 4. September 2017 zur Auffas- sung, dass sich aus psychiatrischer Sicht keine Krankheit mit A uswirkung auf die Arbeitsfähig- keit diagnostizieren lasse. Als Leiden ohne Auswirkung au f die Arbeitsfähigkeit erhob er einen Status nach schwerer depressiver Episode mit psychotischen Sym ptomen (ICD-10 F32.2) so- wie akzentuierte (nervöse/ängstliche) Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Aufgrund der Tatsa- che, dass aus psychiatrischer Sicht keine invaliditätsrelevante Krankheit diagnostiziert werden könne, lasse sich weder eine Einschränkung der Arbeitsfäh igkeit noch eine Verminderung der Leistungsfähigkeit begründen. Retrospektiv sei aus den Akten zu schliessen, dass ab ca. Mitte Januar 2014 wegen der damals diagnostizierten schweren depressiven Episode eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bis etwa Mitte 2014 bestanden habe. Damals sei dem Ver- sicherten keine Tätigkeit zumutbar gewesen. Gemäss der ec htzeitlichen Beurteilung von Dr. med. E.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 15. August 2014 habe dann ab Mitte 2014 wieder eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit b is und mit September 2014 bestanden. Seither, d.h. seit Oktober 2014, lasse sich aus psychiatrisch er Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr begründen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1.3 Im Rahmen ihrer bidisziplinären Konsensbesprechung wiesen die Dres. C.____ und D.____ darauf hin, dass aus psychiatrischer Sicht keine K rankheit mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit vorliege. Somit könne, so ihr Fazit, be i der Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähig- keit die Beurteilung aus neurologischer Sicht uneingeschränkt übernommen werden. 5.2 Aufgrund der Einwände des Versicherten im Vorbeschei dverfahren erachtete die IV- Stelle im November 2018 das Einholen eines Verlaufsgu tachtens bei den Dres. C.____ und D.____ für angezeigt. 5.2.1 Im neurologischen Gutachten vom 27. Juli 2019 hi elt Dr. C.____ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine fokale Epile psie mit sekundär generalisierten tonisch- klonischen Anfällen, komplex-fokale Anfälle nicht ausgeschl ossen, fest. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gab er - wie bere its im Vorgutachten - "nicht epileptische anfallsartige Störungen" sowie einen Verdacht auf Spannungskopfschmerzen an. Auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit des Versicherten bestätigte D r. C.____ vollumfänglich seine Beurtei- lung, wie er sie im Vorgutachten vom 6. Oktober 2017 vorgenommen hatte. 5.2.2 Dr. D.____ konnte in seinem psychiatrischen Verla ufsgutachten vom 31. Juli 2019 - wie bereits im Vorgutachten - wiederum keine psychische K rankheit mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit erheben. Auch bei den Leiden ohne Auswi rkung auf die Arbeitsfähigkeit wieder- holte er seine früheren Feststellungen, wonach akzentu ierte (nervöse/ängstliche) Persönlich- keitszüge (ICD-10 Z73.1) und ein Status nach schwerer de pressiver Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.2) vorliegen würden. In seiner Beurteilung befasste sich Dr. D.____ ausführlich mit dem in der Zwischenzeit verfassten Berich t der Klinik F.____ vom 19. Oktober 2018, in welchem beim Exploranden eine paranoide Sch izophrenie diagnostiziert wurde. Dabei gelangte er zum Schluss, dass die Kriterien für eine ent sprechende Diagnosestellung als nicht erfüllt zu betrachten seien. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, sei es seit der Erstbegutachtung vom 4. September 2017 bis zur aktuellen Untersuchung zu keiner wesentlichen Veränderung gekommen. Zurzeit lasse sich deshalb aus psychiatrischer Si cht nach wie vor keine Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit begründen. Eine solche habe , wie im Vorgutachten ausgeführt, einzig ab ca. Mitte Januar 2014 bis Ende September 2014 besta nden, wobei davon auszugehen sei, dass diese von Mitte Januar 2014 bis Mitte des Jahres 2014 100 % und anschliessend bis Ende September 2014 50 % betragen habe. 5.2.3 Schliesslich gelangten die Dres. C.____ und D.__ __ in ihrer bidisziplinären Konsens- besprechung erneut zum Schluss, dass bei der heutigen Beu rteilung der Arbeitsfähigkeit einzig die Einschränkungen zu beachten seien, die sich aus neu rologischer Sicht ergeben würden. Somit sei davon auszugehen, dass der Explorand aktuell in der angestammten Tätigkeit nicht mehr, in angepasster Tätigkeit hingegen zu 100% arbeitsfähig sei. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 12. Juli 2021 bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Dres. C.____ und D.___ _ in ihren beiden bidisziplinären Gut- achten vom 4. September/6. Oktober 2017 und 27./31. J uli 2019 gelangt waren. Sie ging dem- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zufolge von folgenden Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit aus: Ab 31. Dezember 2013 (Ab- lauf des Wartejahres) sei dem Versicherten die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % zumutbar gewesen. Mitte Januar 2014 habe sich der psychische Gesundheitszustand verschlechtert mit der Folge, dass der Versicherte von diesem Zeitpunkt an bis Mitte des Jahres 2014 keiner Arbeitstätigkeit mehr habe nachgehen könne n. Ab 1. Juli 2014 sei ihm die Aus- übung einer dem Leiden angepassten Tätigkeit wieder zu 50 % und ab 1. Oktober 2014 schliesslich wieder zu 100 % zumutbar gewesen. Diese vorin stanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, die aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach E insicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die beiden bidisziplinä- ren Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 4. Septe mber/6. Oktober 2017 und 27./31. Juli 2019 weisen weder formale noch inhaltl iche Mängel auf, sie sind - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, sie be- ruhen auf allseitigen Untersuchungen, sie berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, sie leucht en in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizi nischen Situation ein, sie setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätz ungen auseinander und sie sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. 6.2 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht gee ignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft der beiden Gutachten der Dres. C.____ und D._ ___ vom 4. September/6. Oktober 2017 und 27./31. Juli 2019 in Frage zu stellen. 6.2.1 Der Versicherte beruft sich auf den Bericht der P sychologin Dr. phil. G.____, Zentrum H.____, vom 23. November 2020. Darin diagnostizierte diese beim Beschwerdeführer eine mit- telgradige neuropsychologische Störung. Aus rein neuropsych ologischer Sicht bestehe deswe- gen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von minde stens 50 %. Die Funktionsfähigkeit sei im Alltag sowie in den meisten beruflichen Anforderungen mittelgradig eingeschränkt. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist dieser Bericht n un allerdings nicht geeignet, die Er- gebnisse der Gutachten der Dres. C.____ und D.____ in Zweifel zu ziehen. In diesem Zusam- menhang ist vorab darauf hinzuweisen, dass die Gutachter a nlässlich ihrer eigenen Untersu- chungen beim Exploranden keine kognitiven Defizite objekt ivieren konnten (vgl. das neurologi- sche Gutachten von Dr. C.____ vom 27. Juli 2019, S. 33). Sodann weist die IV-Stelle zu Recht darauf hin, dass anlässlich der Untersuchung im Zentrum H .____ keine Symptomvalidierung vorgenommen worden sei, weshalb die dort festgestellte mittelgradige neuropsychologische Störung nicht als valide eingestuft werden könne. Eine solche Symptomvalidierung wäre aber umso mehr angezeigt gewesen, nachdem die anlässlich der vorausgegangenen neuropsycho- logischen Abklärung in der Klinik I.____ im Mai 2016 er brachten unterdurchschnittlichen kogni- tiven Leistungen von den untersuchenden Fachleuten als n icht authentisch eingeschätzt wor- den waren und das Antwortverhalten bei der Validierung als auffällig beschrieben worden war. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2.2 Nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerd eführer sodann aus dem Um- stand, dass ihn sein behandelnder Facharzt Dr. med. J.__ __, Neurologie FMH, seit Jahren auch in einer angepassten Tätigkeit lediglich als maxima l 50 % arbeitsfähig erachtet. Diesbe- züglich ist der Beschwerdeführer vorab auf die Rechtsprec hung hinzuweisen, wonach es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therape utisch tätigen (Fach-) Arztes einer- seits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander- seits nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behan delnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, i n denen sich eine abweichende Beurtei- lung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher In- terpretation entspringende - Aspekte schildern, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesge richts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweis, und vom 8. April 20 20, 8C_60/2020, E. 3.2). Eine solche Konstellation liegt hier nicht vor, benennt der behan delnde Arzt doch keine relevanten Punkte, die im Rahmen der Exploration unerkannt oder ungewür digt geblieben wären. Es verhält sich vielmehr so, dass sich die Beurteilungen des neurologische n Gerichtsgutachters und des be- handelnden Neurologen vor allem in der Frage untersch eiden, in welchem Ausmass sich die aus der Epilepsie resultierenden Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auswirken. 6.2.3 Nachdem der psychiatrische Experte in seinem Verlau fsgutachten vom 31. Juli 2019 einlässlich und schlüssig aufgezeigt hat, dass die Kriter ien für die im Bericht der Klinik F.____ vom 19. Oktober 2018 gestellte Diagnose einer paranoide n Schizophrenie als nicht erfüllt zu betrachten sind (vgl. das psychiatrische Gutachten von Dr. D.____ vom 31. Juli 2019, S. 13), stellt der Versicherte in seiner Beschwerde die Auffassung der beiden Gutachter, wonach sich aktuell einzig neurologische Beeinträchtigungen auf di e Arbeitsfähigkeit auswirken, zu Recht nicht mehr in Frage. 6.3 Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten e ine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Be- schwerde vom 8. September 2021 gestellten Eventualantra g des Beschwerdeführers zu ent- sprechen, wonach zur abschliessenden Klärung seiner Arbeits- und Erwerbsfähigkeit durch das Gericht ein Obergutachten in den Fachrichtungen Psychiat rie, Neurologie und Neuropsycholo- gie einzuholen sei. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträ- ge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Beh örde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur ü ber jene Tatsachen abzuneh- men, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflicht- gemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhan denen Unterlagen ein zuverläs- siges Bild des relevanten Sachverhalts ergeben und diese r demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Re chtsprechung zulässig (BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim men. In der angefochtenen Ver- fügung vom 12. Juli 2021 nahm die IV-Stelle den erf orderlichen Einkommensvergleich vor. Da der Beschwerdeführer seit Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht mehr im zu- mutbaren Rahmen einer Erwerbstätigkeit nachging, setz te die IV-Stelle das Invalideneinkom- men zu Recht unter Beizug der Tabellenlöhne der Schwe izerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik fest (vgl. dazu BG E 126 V 75 E. 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 321 E. 3b/aa). Auf diese Weise errechnete sie ab 31. Dezember 2013 (Ablauf des Warte- jahres) bei einem zumutbaren Pensum von 100 % ein Invali deneinkommen von Fr. 67'701.--. Für den Zeitraum von Mitte Januar 2014 bis Mitte 2014 ging sie davon aus, dass der Versicher- te aufgrund seiner vorübergehenden vollständigen Arbei tsunfähigkeit nicht in der Lage war, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Ab 1. Juli 2014 errechnet e sie auf der Grundlage eines nun- mehr zumutbaren Pensums von 50 % ein Invalideneinkommen von Fr. 31'859.-- und ab 1. Ok- tober 2014, als ihm die angepasste Tätigkeit wieder zu 100 % zumutbar war, erneut ein solches von Fr. 67'071.--. Diese Beträge stellte sie dem gestüt zt auf die Angaben der ehemaligen Ar- beitgeberin ermittelten Valideneinkommen von Fr. 76‘2 28.-- gegenüber und gelangte so zu fol- genden Invaliditätsgraden: Ab 31. Dezember 2013 (Abla uf des Wartejahres): 12 %, ab 14. Ja- nuar 2014: 100 %, ab 1. Juli 2014: 58 % und ab 1. Okt ober 2014: 12 %. Diese Berechnungen der IV-Stelle sind nicht zu beanstanden, sie wurden de nn auch vom Versicherten in seiner Be- schwerde nicht in Frage gestellt. Unter diesen Umstände n kann hier von weiteren Erörterungen zu den vorinstanzlichen Einkommensvergleichen abgesehen und stattdessen auf die entspre- chenden Ausführungen der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2021 verwie- sen werden. 7.2 Gestützt auf die genannten Invaliditätsgrade und i n korrekter Berücksichtigung der Be- stimmung von Art. 88a IVV sprach die IV-Stelle dem Beschwerdeführer zu Recht vom 1. Januar 2014 bis 30. September 2014 eine befristete ganze und vom 1. Oktober 2014 bis 31. Dezember 2014 eine befristete halbe Rente zu. Ebenso zutreffen d lehnte sie einen weiteren Rentenan- spruch des Versicherten ab 1. Januar 2015 ab. 7.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die an gefochtene Verfügung der IV- Stelle vom 12. Juli 2021 nicht zu beanstanden ist. Die hiergegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festg elegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 10. September 2021 die u nentgeltliche Prozessführung bewilligt Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse ge- nommen. 8.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist dem Beschwerdef ührer keine Parteientschädi- gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. In der Verf ügung vom 10. September 2021 ist ihm jedoch die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin bewilligt worden, weshalb diese für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschä digen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vo m 17. November 2003 beträgt das Hono- rar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2021 forderte das Kantonsgericht die Rechtsvertreterin auf, innert unerstreckbarer Frist bis 25. Oktober 2021 ihre Honorarnote nach Zeitaufwand e inzureichen. Gleichzeitig wurde sie da- rauf hingewiesen, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Fol ge liess die Rechtsvertreterin dem Kan- tonsgericht keine Kostennote zukommen, sodass das Honorar ankündigungsgemäss nach Er- messen festzusetzen ist. Im Quervergleich zu anderen IV-Beschw erdeverfahren, in denen ebenfalls ausschliesslich der medizinische Sachverhalt stritt ig war, rechtfertigt es sich, vorlie- gend von einem angemessenen Zeitaufwand von insgesamt 1 0 Stunden für das gesamte kan- tonsgerichtliche Beschwerdeverfahren auszugehen. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Hono- rar in der Höhe von Fr. 2'000.-- (10 Stunden à Fr. 200.--) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2000.-- aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht