Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel- Landschaft vom 6. Februar 2018 (420 17 371) ____________________________________________________________________ Schuldbetreibungs- und Konkursrecht Konkursrecht: Einem kollozierten Konkursgläubiger können keine Massaansprüche i.S.v. Art. 260 Abs. 1 SchKG abgetreten werden, deren Schuldner er selber, eine von ihm be- herrschte Gesellschaft (in casu GmbH) oder eine dem Schuldner nahestehende Person ist Besetzung Präsident Roland Hofmann, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Aktuar Rageth Clavadetscher Parteien A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Stefan Wirz, Hauptstrasse 12, Postfach 811 , 4153 Reinach BL, Beschwerdeführerin gegen Konkursamt Basel -Landschaft , Eichenweg 12, Postfach , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Gegenstand Betreibungsrechtliche Beschwerde A. Mit Urteil vom TT.MM.JJJJ eröffnete der Zivilkreisg erichtspräsident Basel-Landschaft Ost den Konkurs über die ausgeschlagene Erbschaft d es am TT.MM.JJJJ verstorbenen B.____. Mit Zirkularbeschluss vom 14. November 2017 teilte das Konkursamt Basel- Landschaft den Konkursgläubigern unter anderem den Verzicht auf Durchsetzung der Re- gressforderung gegenüber der C.____ GmbH (Inventarp osition Nr. 9) mit. Zur Begründung des Verzichts erklärte das Konkursamt, dass eine Gl äubigerin, D. ____, im laufenden Kon- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht kursverfahren eine Forderung aus diversen Darlehen an di e C. ____ GmbH angemeldet ha- be, für deren Rückzahlung sich der verstorbene B. ____ sol idarisch verpflichtet habe. Der Betrag der solidarischen Verpflichtung belaufe sich auf C HF 288‘089.20. Es könne nicht be- urteilt werden, ob eine Regressforderung gegenüber d er C. ____ GmbH erfolgreich geltend gemacht werden könne. Die Konkursverwaltung sehe von ei ner Weiterverfolgung der Ange- legenheit aus prozessökonomischen Gründen ab, um das ohne hin beschränkte Massaver- mögen nicht durch allfällige weitere Gerichts- und Anw altskosten zu belasten. Zugleich wur- de die besagte Regressforderung der Gläubigerschaft zur Abtretung gemäss Art. 260 SchKG offeriert mit Frist zur schriftlichen Interessenanmeldung bis 24. November 2017. Innert dieser Frist beantragten die Gläubigerinnen E. ____, D. ___ _ sowie A. ____, unter anderem die Abtretung gemäss Art. 260 SchKG bezüglich der Regressf orderung gegenüber der C. ____ GmbH. Mit jeweiligen Verfügungen vom 28. November 20 17 trat das Konkursamt diese For- derung an die genannten Gläubigerinnen zur gemeinsame n Geltendmachung ab verbunden mit einer Frist zur gerichtlichen Geltendmachung bis spät estens 28. Februar 2018 und unter Androhung der Annullierung der Abtretung im Säumnisfall. B. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2017 erhebt A. ____ (nach stehend Beschwerdeführe- rin), vertreten durch Advokat Dr. Stefan Wirz, Beschwer de bei der Aufsichtsbehörde Schuld- betreibung und Konkurs Basel-Landschaft. Sie beantragt die Feststellung der Nichtigkeit der Abtretungsverfügungen des Konkursamtes betreffend die R egressforderung gegenüber der C. ____ GmbH zugunsten der beiden anderen Abtretungs gläubigerinnen, E. ____ und D. ____. Eventuell seien diese Verfügungen aufzuheben, sub eventuell seien diese aufzuheben und die Sache sei an das Konkursamt zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Des Weiteren begehrt sie die Aufhebung und Abänderung der Abtretu ngsverfügung des Konkursamtes zu ihren Gunsten dahingehend, dass in derselben anzumerke n sei, sie selber sei mit einer For- derung von total CHF 405‘318.18 zugelassen, wobei CHF 5 ‘995.55 in der ersten Klasse und CHF 399‘322.63 in der dritten Klasse kolloziert seien. Zudem sei die Bedingung der Abtre- tungsverfügung, wonach die gerichtliche Geltendmachung bi s 28. Februar 2018 zu erfolgen habe, aufzuheben und stattdessen eine Befristung von 6 Monaten seit Rechtskraft der Ver- teilliste vorzusehen, wobei die Geltendmachung nicht au f eine gerichtliche zu beschränken sei. Eventualiter sei die Abtretungsverfügung des Konku rsamtes zu Gunsten der Beschwer- deführerin aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das Konkursamt zurückzuwei- sen. Sodann ersucht die Beschwerdeführerin um aufschieb ende Wirkung der Beschwerde und um superprovisorische Anordnung eines Verbots gegenü ber den anderen Gläubigerin- nen, unter Androhung der Straffolgen von Art. 292 S tGB im Missachtungsfall über die Re- gressforderung in irgendwelcher Art zu verfügen. Zur B egründung ihrer Anträge führt die Beschwerdeführerin zusammenfassend an, die Abtretung zugunsten der Gläubigerin E. ____ sei wegen bestehender wirtschaftlicher Identität zwischen der Abtretungsgläubigerin und der Schuldnerin der Regressforderung nichtig, da E. ____ als einzige Gesellschafterin und Ge- schäftsführerin der C. ____ GmbH fungiere. Die Nichtig keit hinsichtlich der Abtretung an die Gläubigerin D. ____ sei im verwandtschaftlichen Verhäl tnis als Mutter des verstorbenen B. ____ und als Schwiegermutter der anderen Gläubiger in, E. ____, begründet. Im Weiteren sei die Zessionarin Darlehensgeberin eines Darlehens an die C. ____ GmbH, für welches sich der Verstorbene zu Sicherungszwecken als Solidarschuldn er mitverpflichtet habe. Sie Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe demnach gegenüber der GmbH eine eigenständige Fo rderung und werde exakt für diese über die solidarische Haftung befriedigt. Durch die Abtretung der Regressforderung würde sie doppelt befriedigt, was nicht angehe. Weder E. ____ noch D. ____ hätten somit ein ernsthaftes Interesse an der Geltendmachung der Reg ressforderung. Mit der Abtretung würde einzig beabsichtigt, die Position der Beschwerdefü hrerin bei der Geltendmachung der Regressforderung zu erschweren. Sodann seien in der Abt retungsverfügung zugunsten der Beschwerdeführerin ihre Konkursforderungen falsch bezif fert, da sie nicht mit denjenigen gemäss rechtskräftigem Kollokationsplan übereinstimmen würden. C. Dem Verfahrensantrag auf aufschiebende Wirkung und su perprovisorisches Verfü- gungsverbot zu Lasten von E. ____ und D. ____ wurde mit Verfügung vom 1. Dezember 2017 zunächst vorläufig und mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 definitiv entsprochen. D. Das Konkursamt Basel-Landschaft liess sich zur Beschwerde mit Eingabe vom 13. Dezember 2017 vernehmen. Es beantragt die teilwe ise Gutheissung der Beschwerde. Das Konkursamt teilt die Ansicht der Beschwerdeführerin h insichtlich der Nichtigkeit der Ab- tretung gegenüber der Gläubigerin E. ____ und anerkennt den Fehler bei der Bezifferung der kollozierten Forderungen der Beschwerdeführerin auf de ren Abtretungsverfügung. Auch ge- gen eine Änderung der Befristung zur Geltendmachung der Regressforderung wehrt sich das Konkursamt nicht. Zur angefochtenen Abtretung an die G läubigerin D. ____ führt das Kon- kursamt aus, dass es nicht befugt sei, den Gläubigerinnen Vorschriften über die Art und Weise der Geltendmachung ihrer Forderungen aufzuerle gen. Sodann habe das Amt keine Kenntnis von Umständen gehabt, aus welchen es hätte able iten müssen, dass es sich bei den beiden anderen Gläubigerinnen um sich nahestehende Personen handle. Zudem ver- möge die Verwandtschaftsbeziehung zwischen zwei Personen allein diese Annahme nicht zu rechtfertigen. Es könne zudem nicht angehen, das Konkursa mt damit zu betrauen, Abklä- rungen über allfällig vorhandene nahe Beziehungen zwisch en Konkursgläubigern zu ermit- teln. E. E. ____ und D. ____, beide vertreten durch Advokat And reas H. Brodbeck, reichten ihre Stellungnahme am 14. Dezember 2017 ein. Sie be antragen die Abweisung der Be- schwerde, soweit die Nichtigkeit der Abtretungen zu ihre n Gunsten festgestellt werden sollte und über die entsprechenden Eventualbegehren der Bes chwerdeführerin in diesem Zusam- menhang zu entscheiden sei. Sie bestreiten, sich die Regressforderung abgetreten lassen zu haben, um der Beschwerdeführerin zu schaden. Es sei nie d ie Absicht der Mutter des Ver- storbenen gewesen, diesen respektive der C. ____ GmbH das geliehene Geld zu schenken oder auf eine Rückforderung zu verzichten. Mit Verweis auf den Kollokationsplan schulde der Nachlass E. ____ CHF 3‘936.35 für diverse von ihr übern ommene Todesfallkosten. Diese Forderung weise somit keinen Bezug zur abgetretenen Reg ressforderung und zur C. ____ GmbH auf. Dass sie gleichzeitig Gesellschafterin der genannten GmbH sei, sei in casu irrelevant. Soweit sich die Beschwerde gegen D. __ __ richte, verkenne die Beschwer- deführerin, dass die Mutter des verstorbenen B. ____ im Konkurs über dessen ausgeschla- gene Verlassenschaft eine Darlehensforderung über CHF 4 0'000.00 geltend mache, die in keinem Zusammenhang mit der C. ____ GmbH stehe, weshal b sie auch nicht Teil der Re- gressforderung sei. Eine behauptete doppelte Befriedi gung sei hier von vornherein ausge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlossen. Auch bezüglich der Forderungen gegenüber der C. ____ GmbH verfange die Argumentation der unrechtmässigen Mehrfachbefriedigung nicht, weil die Beschwerdeführe- rin verkenne, dass es sich um eine solidarische Haftung handle. F. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2017 wurde der Schri ftenwechsel geschlossen und die Zirkulation der Akten bei der Aufsichtsbehörde Schu ldbetreibung und Konkurs angeord- net. G. In Wahrnehmung ihres freiwilligen Replikrechts ergänzt e die Beschwerdeführerin ihre Beschwerdebegründung mit Schreiben vom 21. Dezember 2 017 dahingehend, dass für die persönliche Nähe der beiden anderen Gläubigerinnen un d deren gleichgerichteten Interes- sen an einer Erschwerung der Position der Beschwerdeführerin bei der Geltendmachung der Regressforderung die Mandatierung eines gemeinsamen Rechtsvertreters exemplarisch sei. Erwägungen 1. Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg de r gerichtlichen Klage vor- schreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder Konkursamtes bei der Auf- sichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs wegen Ge setzesverletzung oder Unan- gemessenheit Beschwerde geführt werden. Wird eine Geset zesverletzung oder Unange- messenheit geltend gemacht, so muss die Beschwerde gemäss Art . 17 Abs. 2 SchKG grundsätzlich innert zehn Tagen seit dem Zeitpunkt, in we lchem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, angebracht werd en. Mit drei separaten Verfügungen vom 28. November 2017 trat das Konkursamt Basel-Landschaft gestützt auf Art. 260 SchKG Regressansprüche der Konkursmasse der ausgeschlagenen Ve rlassenschaft des B. ____ gegenüber der C. ____, an die Beschwerdeführerin und die Konkursgläubigerinnen E. ____ und D. ____ ab. Die vorliegende Beschwerde ist am 1. Dezember 2017 am Schalter des Kantonsgerichts Basel-Landschaft abgegeben worden und s omit zweifellos rechtzeitig er- folgt. 2. Die Beschwerde richtet sich gegen Verfügungen des Konkur samts betreffend die Ab- tretung von Rechtsansprüchen der Konkursmasse nach Art. 26 0 SchKG. Nach der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung ist es nicht Sache des Sachric hters, sondern der Aufsichtsbe- hörde über Schuldbetreibung und Konkurs, die Abtretun gsverfügung der Konkursverwaltung auf ihre Rechtmässigkeit zu überprüfen (BGE 132 III 34 2 E. 2.2.1 m.N.; P ETER , in: BlSchK 2013, S. 84 f.). Die sachliche Zuständigkeit der Dreier kammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zur Behandlung der Angelegenheit ergib t sich somit aus § 6 Abs. 1 lit. b EG SchKG. Gerügt wird eine falsche Anwendung von Art. 2 60 SchKG, was einer Beschwer- de nach Art. 17 SchKG zugänglich ist. Die übrigen Prozessv oraussetzungen geben zu kei- nen Bemerkungen Anlass, sodass auf die vorliegende Beschwerde einzutreten ist. 3. Gemäss Art. 260 Abs. 1 SchKG ist jeder kollozierte Konkursg läubiger berechtigt, die Abtretung derjenigen Rechtsansprüche der Masse zu verlangen, auf deren Geltendmachung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Gesamtheit der Gläubiger verzichtet. Die Abtretun g nach Art. 260 SchKG bewirkt keine Abtretung im zivilrechtlichen Sinne von Art. 164 ff. O R, sondern verleiht dem Abtretungs- gläubiger ein Prozessführungsrecht mit Anspruch auf Vo rausbefriedigung aus dem erzielten Erlös (BGE 122 III 176 E. 6f). Der Übernehmer wird n icht selbst Träger des Anspruchs, son- dern er kann nur als Vertreter und Beauftragter der Konkursmasse, aber auf eigenes Risiko, prozessieren. Die Abtretung ist eine Prozessvollmacht zur P rozessführung auf eigene Rech- nung und Gefahr, aber mit der Verpflichtung zur Rechn ungsablage. Daraus folgt unter ande- rem, dass der prozessierende Gläubiger den Anspruch nicht w eiter abtreten kann, sondern selbst verfolgen muss (BGE 109 III 27 E. 1). Nicht legiti miert, die Abtretung zu verlangen, ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ein Konkursgläu biger, gegen den sich der ab- zutretende Anspruch richtet. Eine derartige Abtretung wäre nichtig, weil sie die Geltendma- chung des Anspruchs illusorisch machen würde (BGer 7B.18/2 006 vom 24. April 2006 E. 3.1; BERTI , Basler Kommentar SchKG, 2. Aufl. 2010, Art. 260 N 3 0; BAUER , Basler Kom- mentar SchKG, Ergänzungsband zur 2. Auflage, Art. 260 ad N 30; AMONN /W ALTHER , Grund- riss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2 013, § 47 Rz. 50). Inwiefern die Konkursverwaltung auch einer anderen Person als dem Schuldner selber die Abtretung einer Forderung verweigern kann, ist bis heute nicht höchstri chterlich geklärt. Nach der Ansicht von BERTI dürfen nicht nur einem kollozierten Konkursgläubiger kei ne Vermögensrechte ab- getreten werden, deren Schuldner er selber ist, sonder n muss dies – in Anwendung von Art. 2 ZGB – auch für diesem nahestehende Personen gelt en (BERTI , a.a.O., Art. 260 N 30; in diesem Sinne auch Urteil des Obergericht des Kanton s Thurgau [OGer TG] vom 16. November 2011 [= RBOG 2011 Nr. 19] E. 2a) dd); publ. in BlSchK 2013, S. 79 ff.); Urteil des Handelsgerichts des Kantons Zürich HG120129 vom 20. Au gust 2012 E. 5.4). Der An- trag eines Konkursgläubigers auf Abtretung eines Anspruch s nach Art. 260 SchKG ist vom Konkursamt zurückzuweisen, wenn die Abtretung eine Benachteiligung der Masse nach sich ziehen würde (OGer TG a.a.O.). 4. Soweit die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde die Verfügung des Konkursamtes vom 28. November 2017 bezüglich der Abtretung der Regr essforderung an sie selber an- ficht, haben sich die beiden anderen Abtretungsgläubigerinnen in ihrer Beschwerdevernehm- lassung hierzu nicht vernehmen lassen. Das Konkursamt anerkennt in seiner Stellungnahme die Rügen der Beschwerdeführerin zur Bezifferung ihrer Kollokationsforderungen und zu den Bedingungen der Geltendmachung der Regressforderung (Befristung auf 6 Monate nach Rechtskraft der Verteilungsliste anstatt per 28. Februar 2018 und keine Beschränkung auf eine gerichtliche Durchsetzung der Ansprüche). Die Beschwer de ist demnach in diesen bei- den Punkten gutzuheissen, womit sich weitere Ausführun gen in diesem Zusammenhang erübrigen. 5. Bezüglich der Abtretung der Regressforderung an E. __ __ wird deren Legitimation als Kollokationsgläubigerin am fraglichen Konkurs und Zessio narin nach Art. 260 SchKG im Grundsatz zu Recht nicht beanstandet. Hingegen wird de ren persönliche Verbindung zur Schuldnerin der abgetretenen Forderung moniert. E. _ ___ bestreitet einen Interessenskon- flikt, da die Kollokationsforderung gegenüber dem Nach lass aus von ihr übernommenen To- desfallkosten keinen Bezug zur Regressforderung habe. Es trifft zwar zu, dass die kollozierte Forderung der betreffenden Gläubigerin persönlich zuste ht, während die abgetretene Re- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gressforderung gegenüber der C. ____ GmbH geltend zu machen ist. Nach Ansicht der Auf- sichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs verkennt E. ____ allerdings, dass es auf einen sachlichen Bezug der Kollokationsforderung zur Abtretun gsforderung nicht ankommt. Nich- tigkeit einer Abtretung ist vielmehr stets anzunehmen, w enn beabsichtigt wird, eine Forde- rung der Konkursmasse abzutreten, deren Schuldner mit d em betreffenden Abtretungsgläu- biger identisch ist. Dass E. ____ alleinige Gesellschafteri n und Geschäftsführerin der C. ____ GmbH ist, hat sie ausdrücklich bestätigt. Zudem ergibt sich ihre Funktion auch aus dem Handelsregistereintrag dieser Gesellschaft. Auch we nn es sich bei der Konkursgläubi- gerin und Schuldnerin der Regressforderung somit um zwe i verschiedene Rechtssubjekte handelt, ist das Interesse von E. ____ an der Durchsetz ung einer Forderung gegenüber ei- ner von ihr zu 100% beherrschten Gesellschaft von vornh erein nicht mit demjenigen der Be- schwerdeführerin gleichgeschaltet. Dass diese Ausgangslage die Position der Beschwerde- führerin bei der Geltendmachung der abgetretenen Fo rderung erheblich beeinträchtigt, liegt auf der Hand und führt zur Nichtigkeit der Abtretungsv erfügung zugunsten von E. ____, was im Übrigen nicht nur seitens der Beschwerdeführerin, son dern auch durch das Konkursamt beantragt wird. In wirtschaftlicher Hinsicht bildet E. ____ mit der C. ____ GmbH eine Einheit. Betreffend Interessenlage besteht eine Nähe der Zessiona rin zu dieser Gesellschaft, welche einer tatsächlichen Identität zwischen Kollokationsgläubiger und Schuldner der abgetretenen Forderung gleichkommt. Nach subjektiven Beweggründen f ür die Abtretung braucht bei ei- nem solch offensichtlichen Interessenskonflikt nicht weiter gesucht zu werden. Die Be- schwerde ist demnach auch in diesem Punkt gutzuheissen und antragsgemäss die Nichtig- keit der Abtretungsverfügung zugunsten von E. ____ zufolge Verletzung von Art. 260 SchKG festzustellen. 6. Auch bei der Abtretung an D. ____ wird einzig monier t, dass bei ihr die subjektiven Erfordernisse einer Abtretung nicht erfüllt seien. 6.1 Die Beschwerdeführerin scheint eine fehlende Abtretba rkeit gegenüber D. ____ zu- nächst aufgrund ihrer schwägerschaftlichen Beziehung zu E. ____ als deren Schwiegermut- ter zu erblicken. Sodann befürchtet sie, dass sich diese Ab tretungsgläubigerin aufgrund der bestehenden Solidarschuldnerschaft der C. ____ GmbH zusa mmen mit dem Nachlass des B. ____ aus diversen der genannten Gesellschaft gewährt en Darlehen doppelt befriedigen lassen könnte. D. ____ habe eine eigenständige Forderun g gegenüber der C. ____ GmbH. Sie werde als Konkursgläubigerin für exakt diese Forde rung befriedigt. Sie verlange dem- nach die Abtretung einer Forderung, welche in der Befriedigung von ihr selbst liege. Die betreffende Gläubigerin bestreitet, Obstruktionsabsichten gegen die Beschwerdeführerin zu hegen. Es gehe ihr, so ihre Ausführungen in der Be schwerdevernehmlassung, vielmehr darum, ihren Schaden zu begrenzen. Sie habe der C. __ __ GmbH Darlehen gewährt, für welche sich ihr verstorbener Sohn solidarisch mitverpflicht et habe und deren Rückzahlung sie einfordere. Eine Gefahr der Doppelbefriedigung b estehe bei solidarischer Haftung indes- sen nicht. 6.2 Aus dem Kollokationsplan im Konkurs über den ausgeschlag enen Nachlass des B. ____ vom TT.MM.JJJJ ergibt sich eine in der dritten Kl asse kollozierte Gesamtforderung von D. ____, der Mutter des Verstorbenen, von CHF 325 ‘256.00. Als Forderungsgrund wer- den „diverse Darlehen“ angegeben. Die entsprechenden schriftlichen Darlehensverträge hat Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beschwerdeführerin als Beilagen 7 bis 14 zur Beschwerde ins Recht gelegt. Diese 8 Ver- träge haben – abgesehen von den vereinbarten Darlehen ssummen – allesamt den gleichen Wortlaut nämlich, dass D. ____ der C. ____ GmbH ein zin sliches Darlehen auf unbestimmte Laufzeit gewähre, welches allerdings jederzeit unter Einhaltung einer dreimonatigen Frist durch die Darlehensgeberin kündbar sei. Zudem wurde vere inbart, dass B. ____ als Solidar- schuldner in den jeweiligen Vertrag eintritt, wenn da s Darlehen nicht bis 31. Dezember 2013 zurückbezahlt sein sollte. Die vorliegend zur Diskussion steh ende Abtretungsforderung be- trifft nun – wie bereits erwähnt – einen allfälligen Regressanspruch des Nachlasses bzw. der Konkursmasse gegenüber der anderen Solidarschuldnerin, der C. ____ GmbH, welcher nach Feststehen der an die Darlehensgeberin und Kollo kationsgläubigerin, D. ____, ausge- richteten Konkursdividende ermittelt werden kann (vgl. A rt. 148 Abs. 1 und 2 OR). Was die Kollokationsgläubigerin aus dem Konkurs erhältlich mac hen kann, hat sie sich sodann als Erfüllung anrechnen zu lassen (Art. 147 Abs. 1 OR), wesha lb die behauptete Gefahr einer Doppelbefriedigung unbegründet ist. Aus den unbestrit tenermassen gewährten Darlehen kann die Darlehensgeberin zudem ein eigenes Interesse an der Abtretung und Durchsetzung einer allfälligen Regressforderung nach Art. 260 SchKG glaubhaft machen, zumal weder eine Begünstigung des Verstorbenen seitens der Beschwerdef ührerin behauptet wird, noch Umstände ersichtlich sind, welche auf ein fingiertes Kred itgeschäft hinweisen würden. Hat die Mutter des Verstorbenen ein nachvollziehbares eigene s Interesse an der Geltendma- chung der fraglichen Regressforderung, erscheinen die sei tens der Beschwerdeführerin be- haupteten Hinderungsabsichten, für welche diese im Übrigen auch keine konkreten Hinweise zu liefern vermag, weniger glaubwürdig. Allein aufgr und ihrer familiären Nähe zu der von ihrer Schwiegertochter beherrschten Gesellschaft, welche Schuldnerin der abgetretenen Forderung ist, anzunehmen, sie agiere zum Nachteil der Beschwerdeführerin oder der Kon- kursmasse, verfängt vor diesem Hintergrund ebenso wenig. Die Tatsache, dass E. ____ und D. ____ denselben Rechtsvertreter zur Wahrung ihrer In teressen im vorliegenden Be- schwerdeverfahren mandatiert haben, ist unter prozessökon omischen Gesichtspunkten nachvollziehbar. Auch hieraus vermag die Beschwerdeführe rin nichts für ihren Standpunkt abzuleiten. Die gemeinsame Beauftragung ist weder als Indiz dafür noch dagegen zu werten, dass es auch D. ____ bei der Abtretung ausschliesslich darum gehen soll, die Durchsetzung der Regressforderung für die Beschwerdeführerin zu erschweren oder gar illusorisch werden zu lassen. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde gege n die Abtretungsverfügung zugunsten der Abtretungsgläubigerin D. ____ demnach als unbegründet, weshalb sie abzu- weisen ist. 7. Für das Beschwerdeverfahren werden gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG keine Kosten erhoben. Nach Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG wird im Beschwerdeverfahren nach Art. 17 SchKG auch keine Parteientschädigung zugesprochen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird: 1. festgestellt, dass die Abtretungsverfügung des Konkursamte s vom 28. November 2017 im Konkurs Nr. XXXX (Konkurs über di e ausge- schlagene Erbschaft des B. ____) gegenüber E. ____ für die Re- gressforderung gegenüber der C. ____ GmbH nichtig ist, und 2. die Abtretungsverfügung des Konkursamtes vom 28. November 2017 im Konkurs Nr. XXXX (Konkurs über die ausgesc hlagene Erbschaft des B. ____ ) gegenüber der Beschwerdeführerin (A. ___ _ ) für die Regressforderung gegenüber der C. ____ GmbH wie folg t abgeän- dert: a) Es wird angemerkt, dass A. ____ mit einer Forderung von total CHF 405‘318.18 zugelassen ist, wobei CHF 5‘995.55 in d er ers- ten Klasse und CHF 399‘322.63 in der dritten Klasse koll oziert sind. b) Die Bedingung Nr. 8 der Abtretungsverfügung wird dahi ngehend geändert, dass die abgetretene Forderung innerhalb ei ner Frist von 6 Monaten ab Rechtskraft der Verteilun gsliste geltend zu machen ist. II. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. III. Es werden keine Kosten erhoben. Präsident Roland Hofmann Aktuar Rageth Clavadetscher