<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-10-28-1B_126-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_126/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 28. Oktober 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Jametti, </div> <div class="para">Bundesrichter Merz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Dold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">1. A.________, </div> <div class="para">2. Gesellschaft D.________, </div> <div class="para">3. Gesellschaft E.________, </div> <div class="para">4. Gesellschaft F.________, </div> <div class="para">5. Gesellschaft G.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">alle vertreten durch Rechtsanwälte, </div> <div class="para">Tobias Zuberbühler und/oder David Leuthold, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich, </div> <div class="para">Qualifizierte Wirtschaftskriminalität und internationale Rechtshilfe, </div> <div class="para">Güterstrasse 33, 8010 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Strafverfahren; Entsiegelung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Zwangsmassnahmengericht, Einzelrichter, </div> <div class="para">vom 28. Januar 2022 (GT210103-L / U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich führt gegen A.________ ein Strafverfahren wegen Geldwäscherei. Geschädigte und Anzeigeerstatterin ist die Gesellschaft B.________. Im Rahmen dieses Strafverfahrens ordnete die Staatsanwaltschaft gegenüber der Bank C.________ AG mit Verfügungen vom 6. August 2019 und 14. Mai 2020 die Edition von Unterlagen betreffend verschiedene Kundenbeziehungen an. </div> <div class="para">Die Geschädigtenvertreter erhielten Einsicht in die entsiegelten Akten und kritisierten, dass gewisse Unterlagen nicht herausgegeben worden seien. Die Staatsanwaltschaft verpflichtete daraufhin die Bank C.________ AG mit Verfügung vom 5. August 2021, weitere Bankunterlagen einzureichen. Diese Verfügung stellte sie am 6. August 2021 dem Vertreter des Beschuldigten zu, der in dessen Namen und in demjenigen der Gesellschaft D.________, der Gesellschaft E.________, der Gesellschaft F.________ und der Gesellschaft G.________ mit Schreiben vom 16. August 2021 die Siegelung verlangte. Die Bank C.________ AG erhob gegen die Editionsverfügung Beschwerde ans Obergericht des Kantons Zürich, das dem Rechtsmittel aufschiebende Wirkung zuerkannte. </div> <div class="para">Am 30. August 2021 ersuchte die Staatsanwaltschaft um Entsiegelung der von der Bank C.________ AG einzureichenden Bankunterlagen. Mit Verfügung vom 28. Januar 2022 trat das Zwangsmassnahmengericht auf das Gesuch nicht ein und gab der Staatsanwaltschaft die noch einzureichenden Unterlagen zur weiteren Verwendung in der laufenden Strafuntersuchung frei (Dispositiv-Ziffer 1). Zur Begründung hielt es fest, dass der Siegelungsantrag verspätet erfolgt sei, weshalb auf das Entsiegelungsgesuch nicht eingetreten werden könne. Auch sei darauf hinzuweisen, dass die gemäss Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 5. August 2021 zu edierenden Dokumente bereits von der Editionsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. Mai 2020 umfasst worden seien und die Bank C.________ AG ihrer Herausgabepflicht nicht vollständig nachgekommen sei. Es erscheine als rechtsmissbräuchlich, die erneute Siegelung von unrechtmässig vorenthaltenen Unterlagen zu verlangen, nachdem das Entsiegelungsgesuch betreffend die ursprünglich edierten Unterlagen bereits mit Urteil des Zwangsmassnahmengerichts vom 24. September 2020 vollumfänglich gutgeheissen worden sei und das Bundesgericht auf die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 1B_563/2020 vom 29. Januar 2021 nicht eingetreten sei. Weiter legte das Zwangsmassnahmengericht dar, dass das Entsiegelungsgesuch vollumfänglich gutzuheissen wäre, selbst wenn der Siegelungsantrag rechtzeitig erfolgt wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht vom 4. März 2022 beantragen A.________, die Gesellschaft D.________, die Gesellschaft E.________, die Gesellschaft F.________ und die Gesellschaft G.________, Dispositiv-Ziffer 1 der Verfügung vom 28. Januar 2022 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Das Zwangsmassnahmengericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Die Staatsanwaltschaft hat sich nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para">Mit Präsidialverfügung vom 5. April 2022 hat das Bundesgericht der Beschwerde aufschiebende Wirkung gegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein Entsiegelungsentscheid des Zwangsmassnahmengerichts. Dagegen steht grundsätzlich die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht zur Verfügung (<span class="artref">Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG</span> i.V.m. <span class="artref">Art. 248 Abs. 3 StPO</span>). Näher zu prüfen ist, ob die Beschwerdeschrift den bundesrechtlichen Anforderungen genügt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Rechtsschriften haben die Begehren und deren Begründung zu enthalten (<span class="artref">Art. 42 Abs. 1 BGG</span>). In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), wobei für die Rüge der Verletzung von Grundrechten qualifizierte Rügeanforderungen gelten (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren voneinander unabhängigen Begründungen, die je für sich den Ausgang der Sache besiegeln (eine Haupt- und eine Eventualbegründung oder verschiedene Alternativbegründungen), müssen für eine Gutheissung der Beschwerde beide Begründungen das Recht im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> verletzen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">BGE 142 III 364</a> E. 2.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-III-534%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page534">136 III 534</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=13.10.2022&amp;to_date=01.11.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-IV-119%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page119">133 IV 119</a> E. 6.3; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Zwangsmassnahmengericht hat die Siegelungsgesuche der Beschwerdeführenden als verspätet qualifiziert. Dennoch hat es die Voraussetzungen der Entsiegelung auch inhaltlich geprüft. Es bejahte den hinreichenden Tatverdacht und setzte sich mit den von den Beschwerdeführenden vorgebrachten Geheimhaltungsinteressen auseinander, wobei es zum Schluss kam, dass diese der Entsiegelung nicht entgegenstehen. Unbesehen des Umstands, dass das Dispositiv des angefochtenen Entscheids einzig auf Nichteintreten lautet, hätten sich die Beschwerdeführenden unter diesen Umständen mit der inhaltlichen Begründung auseinandersetzen müssen (vgl. Urteil 1C_747/2021 vom 20. April 2022 E. 1.4). Das taten sie jedoch nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird deshalb nicht eingetreten. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1-3 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Beschwerdeführenden, der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich und dem Bezirksgericht Zürich, Zwangsmassnahmengericht, Einzelrichter, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 28. Oktober 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kneubühler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Dold </div> </div></body></html>