Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung IV D-1242/2012 U r t e i l v o m 2 0 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), Türkei, vertreten durch lic. iur. Salman Fesli, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 27. Januar 2012 / N (…). D-1242/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 20. November 2006 in der Schweiz ein erstes Asylgesuch ein. Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete se ine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Mit Urteil D-4750/2007 vom 29. August 2007 trat das Bundesverwaltungsgericht auf die am 12. Juli 2007 vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde mangels Leistung des Kostenvorschusses nicht ein. Am 4. September 2007 tauch- te der Beschwerdeführer unter. B. Am 6. August 2008 reichte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein zweites Asylgesuch ein. Er gab an, sich im September 2007 in sein Hei- matland nach B._______ begeben zu haben, wo er sich bis im Jul i 2008 aufgehalten habe. Anschliessend sei er zurück in die Schweiz gereist. Am 15. August 2008 zog der Beschwerdeführer sein Asylgesuch zurück und nahm an einem Rückkehrhilfeprogramm teil, worauf sein zweites Asylge- such als gegenstandslos geworden abgeschrieben wurde. C. C.a Am 25. Mai 2011 reichte der Beschwerdeführer im Empfangs - und V erfahrenszentrum (EVZ) C._______ erneut ein Asylgesuch ein, wozu er am 31. Mai 2011 im EVZ C._______ befragt wurde (Kurzbefragung). Mit Zwischenverfügung vom 16. Juni 2011 wurde das zweite Asylverfahren des Beschwerdeführers ge stützt auf Art. 35a Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) wieder aufgenommen und am 12. Dezember 2011 wurde er in D._______ angehört (Anhörung). C.b Zur Begründung des Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei im September 2008 zu seiner Familie nac h E._______ zurückgekehrt, bevor er einen Monat später nach F ._______ gezogen sei, wo er sein Biologiestudium wieder aufgenommen habe. Er habe sich ausserdem bei den Studentenkollektiven der Halkevleri sowie bei einer ihrer illegale n Unterorganisationen, der Halki n Devrimci -Y olu, engagiert. Aufgrund der Wirtschaftskriese habe diese Organisation am 20. Februar 2009 vor dem AKP[Adalet ve Kalkinma Partisi]-Gebäude in F ._______ eine illegale Demonstration durchgeführt, bei der er eine Puppe – aussehend wie der türkische Ministerpräsident – angezündet D-1242/2012 Seite 3 habe. Die Demonstration sei anschliessend von der Polizei aufgelöst und er sowie die anderen Demonstrationsteilnehmer seien verhaftet worden. Nach zwei T agen Untersuchungshaft bei der Antiterroreinheit, wo man sie misshandelt habe, seien sie wieder freigelassen worden. Man habe ihn jedoch registriert und er sei in der Folge regelmässig von der Polizei auf der Strasse angehalten und befragt worden. Trotzdem habe er seine poli- tischen Aktivitäten fortgesetzt. Aufgrund der Ereignisse vom 20. Februar 2009 sei gegen ihn ein V erfahren wegen Teilnahme an einer unbewilligten Demonstration und V erleumdung des Präsidenten eingelei- tet worden. Im Juni 2010 sei er von einem Gericht von diesen V orwürfen freigesprochen worden. Zur gleichen Zeit habe er sein Biologiestudium aufgegeben, weil ihn ein Dozent wegen seines politischen Engagements durch mehrere Prüfungen habe fallen lassen. Am 10. September 2010 sei er in F ._______ beim V erteilen von Flugblättern von der Einheit für terro- ristische Abklärungen festgenommen und auf einen Polizeiposten g e- bracht worden, wo man ihn misshandelt und mit dem T od bedroht habe. Nach drei Stunden respektive einem T ag haben man ihn wieder freigelas- sen, worauf er auf Empfehlung seiner Organisation nach G._______ ge- gangen sei. Am 12. Januar 2011 habe er dort zusammen mit Kollegen Plakate aufgehängt, wobei sie von der Einheit für terroristische Abklärun- gen entdeckt und auf einen Polizeiposten gebracht worden seien, wo man ihn erneut misshandelt habe. Zudem habe man ihm eine Pistole an die Schläfe gehalten. Dabei sei er in Ohnmacht gefallen. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er sich bei seinen Kollegen auf der Strasse be- funden. Diese hätten ihn anschliessend in eine Woh nung in E._______ gebracht, wo er sich versteckt habe. V on seinem V ater habe er in der Folge erfahren, dass seine Wohnung durchsucht worden sei und man bei der Organisation Halkevleri nach ihm gefragt habe. Deswegen hätten seine Organisation sowie sein V ater entschieden, ihn ins Ausland zu schi- cken, weshalb er sich Mitte Mai 2011 nach B._______ begeben habe. Anschliessend sei er per LKW in die Schweiz gereist. Bezüglich der wei- teren Aussagen des Beschwerdeführers wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. Im Verfahren vor der V orinstanz reichte der Beschwerdeführer eine Identi- tätskarte, ein Anmeldeformular des Menschen rechtsvereins IHD (İnsan Hakları Derneği; in Kopie, inklusive teilweiser deutscher Übersetzung), ein Festnahme- und Haftprotokoll vom 20. Februar 2009 (in Kopie, inklu- sive teilweiser deutscher Übersetzung), ein Urteil des 13. Schwurgerichts in F ._______ vom 21. April 2010 (in Kopie, inklusive teilweiser deutscher D-1242/2012 Seite 4 Übersetzung), einen Internetartikel des Men schenrechtsvereins IHD s o- wie einen Memorystick zu den Akten. D. Mit V erfügung vom 27. Januar 2012 – eröffnet am 3. Februar 2012 – stell- te das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und deren V ollzug. Als Begründung führte die V orinstanz hauptsächlich aus, der Beschwer- deführer mache geltend, er sei an einer Demon stration am 20. Februar 2009 von der Polizei festgenommen worden, da er sich an der V erbrennung einer Puppe – aussehend wie der türkische Ministerprä- sident – beteiligt habe. Nach zwei T agen sei er zwar freigelassen worden, man habe aber ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Im Sommer 2010 sei er dann freigesprochen worden. Der Beschwerdeführer habe zur Un- termauerung dieser Aussagen das Festnahme - und Haftprotokoll vom 20. Februar 2009 sowie das Gerichtsurteil vom 27. Juli 2010 (rect e: 21. April 2010) eingereicht. Weiter habe er auch ein Anmeldeformular des Menschenrechtsvereins IHD abgegeben, auf dem er sich zu diesen Vor- fällen äussere, sowie einen Internetartikel des IHD zur genannten Kund- gebung, in welchem er mit Namen erwähnt werd e. Die Echtheit dieser Beweismittel einmal vorausgesetzt, könne davon ausgegangen werden, dass er an der besagten Demonstration vom 20. Februar 2009 teilg e- nommen habe und man ihn daraufhin festgenommen habe. Ebenso scheine die Aussage des Beschwerdeführers belegt zu sein, dass er im erwähnten V erfahren freigesprochen worden sei. Grundsätzlich sei in Be- zug auf die Türkei davon auszugehen, dass wer freigesprochen worden sei, in der Regel als strafrechtlich unbescholten gelte und daher auch mit keinen weiteren ernsthaften Nachteilen zu rechnen habe. Zudem würden allfällige Datenblätter nach einem Freispruch in der Regel gelöscht. V or diesem Hintergrund bestehe somit kein Grund zur Annahme, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei aufgrund der vorge- brachten Festnahme nach der Demonstrationsteilnahme mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von asylrelevanter V erfol- gung betroffen wäre. Ebenfalls als nicht asylrelevant sei seine Beteiligung an den Aktivitäten der legalen Organisation Halkevleri zu qualifizieren, da er in dieser Organisation gemäss eigenen Angaben keine führende Posi- tion übernommen habe und die einfache Mitgliedschaft bei solchen Pa r- teien und Organisationen in der Regel keine Furcht vor asylrelevanter V erfolgung begründe. Eine Überprüfung der Glaubhaftigkeit dieser Anga-D-1242/2012 Seite 5 ben erübrige sich daher an dieser Stelle, wobei diesbezüglich – insbe- sondere deswegen, weil er sein politisches Engagement für Halkevleri in seinem ersten Asylverfahren nicht erwähnt habe – ausdrücklich ein V or- behalt anzubringen sei. Diese Vorbringen hielten somit den Anforderu n- gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Der Beschwerdeführer habe des Weiteren vorgebracht, er sei nach se i- nem Freispruch noch zwei weitere Male v erhaftet und misshandelt wo r- den. Man habe ihn enorm unter Druck gesetzt und ihm mit dem T od ge- droht, weswegen er schliesslich ausgereist sei. Die Schilderungen dieser beiden V erhaftungen seien jedoch undifferenziert und stereotyp ausgefal- len und vermittelten so den Eindruck, dass der Beschwerdeführer das Geschilderte nicht selbst erlebt habe. Beispielsweise sei die Beschre i- bung der Festnahme und Misshandlungen im September 2010 u n- substanziiert und ausweichend gewesen. Zudem habe er sich diesbezüg- lich auch i n Widersprüche verstrickt. So habe er in der Kurzbefragung angegeben, er sei damals einen Tag lang misshandelt worden, bevor man ihn freigelassen habe. Demgegenüber habe er anlässlich der Anhörung ins Feld geführt, man habe ihn an dem T ag nur drei Stunden festgehalten. Auch die vom Beschwerdeführer geschilderten Umstände der Freilassung nach seiner letzten V erhaftung seien nicht glaubhaft. Er mache geltend, er habe während den Misshandlungen auf dem Polizeiposten das B e- wusstsein verloren und sei dann auf der Strasse in der Nähe des Postens wieder zu sich gekommen, wo sich seine Freunde um ihn gekümmert und ihn weggebracht hät ten. Er habe jedoch keine genaueren Angaben zu den Umständen seiner Freilassung machen können. Er habe vorge- bracht, er habe sich nach d em Erwachen aus der Ohnmacht nicht kon- zentrieren können und Angst gehabt, weshalb er bei seinen Freunden nicht nachgefragt habe, was passiert sei. Angesichts der Zentralität die- ses Ereignisses für die Entscheidung des Beschwerdeführers, aus se i- nem Heimatland auszureisen, sei nicht glaubhaft, dass er seine Freunde nach dem Erwachen aus seiner Ohnmacht oder zumindest irgendwann in den darauffolgenden vier Monaten bis zu seiner Ausreise nicht gefragt habe, was genau passiert sei und wie es gekommen sei, dass e r freige- lassen worden sei. Überdies sei die Angabe des Beschwerdeführers, es gebe zu diesen beiden Festnahmen keine Festnahmeprotokolle, realitäts- fremd. Gemäss gesicherten Kenntnissen des BFM wür den in der Türkei anlässlich einer Festnahme umgehend Festnahmebescheinigungen aus- gehändigt. Die Behauptung des Beschwerdeführers ihm Rahmen seiner Anhörung, in der Türkei sei dies nicht üblich, sei daher als tatsachenwid- rig einzustufen. Dies werde schon nur dadurch belegt, dass er in der La-D-1242/2012 Seite 6 ge gewesen sei, ein solch es Festnahmeprotokoll von seiner ersten V er- haftung im Februar 2009 einzureichen. Ebenfalls als realitätsfremd sei die Aussage des Beschwerdeführers zu qualifizieren, dass er lediglich au f- grund des V erteilens von Flugblättern und des Aufhängens von Plakaten gleich von der Einheit für terroristische Abklärungen festgenommen und verhört worden sei. Dies sei umso erstaunlicher, als dass er gleichzeitig geltend mache, diese beiden Male sei er nicht – wie beim ersten Mal – bei dieser Antiterroreinheit, sondern auf gewöhnlichen Polizeiposten fest- gehalten worden. Nicht zuletzt entbehre auch die Begründung des B e- schwerdeführers, weshalb er nicht an einem anderen Ort in der Türkei Zuflucht gesucht habe, wo doch gemäss seinen eigenen Angaben offiziell nichts gegen ihn vorliege, jeglicher Grundlage. Er habe diesbezüglich nämlich zu Protokoll gegeben, die Polizei würde ihn schon rein optisch in der ganzen Türkei erkennen. Diese Befürchtung sei nach der T eilnahme an einer Kundgebung und mehrmaligem Plakatieren u nd Verteilen von Flugblättern wohl kaum gerechtfertigt. Nach dem Gesagten könnten dem Beschwerdeführer somit die geltend gemachten beiden weiteren V erhaf- tungen, die letztendlich zu seiner Ausreise geführt haben sollen, nicht ge- glaubt werden. V or diesem Hin tergrund hielten seine V orbringen somit den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG sowie an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Den V ollzug der Wegweisung erachtete die V orinstanz als zulässig, zumutbar und möglich. Für die weitere Begründung wird auf die vorinstanzliche V erfü- gung verwiesen. E. Mit Beschwerde vom 5. März 2012 (Poststempel) an das Bundesverwal- tungsgericht liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter in materieller Hinsicht beantragen, es se i die V erfügung des BFM vom 27. Januar 2012 aufzuheben und es sei ihm die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die V erfügung des BFM vom 27. Januar 2012 aufzuheben und festzustellen, dass seine Wegweisung unzulässig sowie unzumutbar sei und es sei die Unmöglich- keit des V ollzugs der Wegweisung festzustellen sowie ihm in der Folge die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das V erwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um V erzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidrelevant, in den nach- folgenden Erwägungen eingegangen. D-1242/2012 Seite 7 Mit der Rechtsmittelschrift reichte der Beschwerdeführer unter anderem die folgenden Dokumente zu den Akten: Ein Bestätigungsschreiben des Präsidenten der Halkevleri Filiale in F ._______ vom 19. Februar 2012 (in- klusive deutscher Übersetzung), ein Zeugnis der Psychologin H._______ vom 5. März 2012 sowie ein Schreibe n der Anwältin I._______ vom 20. Februar 2012 (inklusive deutscher Übersetzung). F. Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters des Bundesverwaltungs- gerichts vom 12. März 2012 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des V erfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichzeitig wies der Instruktionsrichter die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Erlass des Kosten vorschusses ab und verfügte, dass der Beschwerdeführer einen Kostenvorschus s von Fr. 600.-- bis zum 27. März 2012 zu bezahlen habe. G. Am 26. März 2012 ging der Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse des Bundesverwaltungsgerichts ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des V erwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen V erfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei V orliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahmekonstellation liegt nicht vor. 1.2. Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). D-1242/2012 Seite 8 1.3. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V .m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Der B e- schwerdeführer hat am V erfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene V erfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V .m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist so- mit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die V erletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters b eziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung des Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere V orbringen, die in wesentl i-D-1242/2012 Seite 9 chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den T atsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1. V orab ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer den Wort- laut der Protokolle mit seiner Unterschrift bestätigt hat und sich deshalb seine Aussagen entgegenhalten lassen muss, zumal er die übersetze n- den Personen bei beiden Befragungen verstanden haben will (vgl. Akten BFM C 8/11 S. 8, C 37/20 S. 1). 5.2. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Asylvorbringen des B e- schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen beziehungsweise nicht asylrelevant sind, weshalb diesbezüglich vorab auf die ausführlichen und zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist (vgl. Ziffer I, Bst. D . vor- stehend). Die V orbringen in der Rechtsmittelschrift sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen V erfügung zu bewirken. Der Argu- mentation des BFM werden keine stichhaltigen und substanziierten Gründe entgegengesetzt. Insbesondere vermag die Behauptung in der Beschwerde, wonach die Datenblätter von den türkischen Behörden nur vordergründig gelöscht würden, damit in juristischer Hinsicht keine B e- schwerdemöglichkeit gegeben sei, nicht zu überzeugen, zumal sie durch nichts belegt wird. Soweit in der Rechtsmittelschrift zudem geltend ge- macht wird, der Beschwerdeführer sei im V orstand der Halkevleri Filiale in F ._______ gewesen, ist f estzuhalten, dass dieses V orbringen als nach- geschoben und damit unglaubhaft zu beurteilen ist, da der Beschwerd e- führer eine derartige (politische) Tätigkeit anlässlich der protokollierten Befragungen nicht erwähnt hat. An dieser Einschätzung vermag auch das eingereichte Bestätigungsschreiben des Präsidenten der Halkevleri Filiale in F ._______ vom 19. Februar 2012 nichts zu ändern , zumal keine G e- währ für die Echtheit dieses Schreibens besteht. Im Weiteren ist festzu- stellen, dass der Beschwerdeführer sein Hei matland nicht aus eigenem Antrieb verlassen haben will (C 37/20 S. 17), was den Schluss zulässt , dass er persönlich keine asylrelevanten Nachteile befürchtete. 5.3. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass es dem Beschwerde- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma- chen, dass er in seiner Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle D-1242/2012 Seite 10 einer Rückkehr in die Türkei befürchten müsste. Der Beschwerdefü hrer vermag mit seinen Beschwerdevorbringen und den eingereichten B e- weismitteln zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. D ie Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Ge ltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Y ar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2. 7.2.1. Der V ollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche V erpflichtun- gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). D-1242/2012 Seite 11 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV , SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung od er Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vor- liegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des B e- schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimat- oder Herkunftsstaat dort mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wä re. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saad i gegen Italien, U rteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 -127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm nach den vorstehenden Erwägungen nicht g e- lungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Türkei lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig er- scheinen. Nach dem Gesagten ist der V ollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3. D-1242/2012 Seite 12 7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der V ollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkret e Gefährdung festgestellt, ist – unter V orbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2. V orab ist festzustellen, dass angesichts der heutigen Lage in der Türkei nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder von kriegeri - schen oder bürgerkriegsähnlichen V erhältnissen gesprochen werden kann, welche für den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würde. 7.3.3. Auch aufgrund der persönlichen Situation des Beschwerdeführers sind keine Gründe ersichtlich, die gegen die Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs sprechen. Der junge, ledige Beschwerdeführer ver fügt über eine gute Ausbildung, weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner Heimat wieder wirtschaftlich integrieren. Gemäss seinen Angaben leben überdies seine Eltern sowie weitere nahe Verwandte in der Türkei. V or diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rer in seiner Heimat über ein soziales Beziehungsnetz ver fügt, welches ihm eine Reintegration erleichtern kann. Blosse soziale und wirtschaftl i- che Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im Allgemei- nen betroffen ist, genügen nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). So- weit im eingereichten Zeugnis der Psychologin H._______ vom 5. März 2012 festgehalten wird, der Beschwerdeführer leide an einer posttrauma- tischen Belastungsstörung sowie an einer mittelgradigen depressiven Störung, ist darauf hinzuweisen, dass in der Türkei die medizinische Grundversorgung gewährleistet ist. Die geltend gemachten psychischen Probleme des Beschwerdeführers sind demzufolge auch in der Türkei , sofern notwendig, behandelbar. Nach dem Gesagten ist der V ollzug der Wegweisung somit als zumutbar zu bezeichnen. 7.4. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer sich bei der zuständi- gen V ertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der V ollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). D-1242/2012 Seite 13 8. Insgesamt ist der durch die V orinstanz verfügte V ollzug der Wegweisung zu bestätigen. Die V orinstanz hat den Vollzug zu Recht als zulässig, zu- mutbar und möglich erachtet. Folglich fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene V erfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des V erfahrens sind die Kosten dem Beschwerde - führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 26. März 2012 in gleicher Höhe geleiste- ten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-1242/2012 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag wird mit dem in derselben Höhe geleisteten Kosten- vorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi V ersand: