<h2>SubmittedText<h2><p>In den vergangenen sechs Jahren konnte das Schweizer Theatertreffen an jeweils verschiedenen Orten (Winterthur, Genf, Tessin, Zürich und dieses Jahr im Wallis) die drei Theaterkulturen auf nationaler Ebene zusammenbringen. Diese in der Theaterwelt einzigartige kulturelle Veranstaltung erfreut sich sowohl beim lokalen Publikum als auch bei den Theaterschaffenden der ganzen Schweiz einer steigenden Beliebtheit.</p><p>Kurz nach Ende des Theatertreffens im Wallis wurde nun aber offenbar den Organisatorinnen und Organisatoren des Treffens mitgeteilt, dass die finanzielle Unterstützung des Bundes stark reduziert oder gar gestrichen werde. Dies erstaunt doch sehr, zumal die Vorbereitungen für die Organisation des Treffens in Chur im Jahr 2020, aber auch jene für das Treffen im Jahr 2021 in Freiburg schon weit fortgeschritten sind. Ich bitte den Bundesrat deshalb um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Trifft es zu, dass der Bund das Schweizer Theatertreffen ab 2021 nicht mehr finanziell unterstützen will, und wenn ja, aus welchem Grund?</p><p>2. Nimmt er bewusst in Kauf, die Durchführung der bereits geplanten Theatertreffen in Chur im Jahr 2020 und in Freiburg im Jahr 2021 zu gefährden?</p><p>3. Hält es der Bundesrat nicht vielmehr für sinnvoll, das Theatertreffen in die Kulturbotschaft aufzunehmen, insbesondere weil es sich dabei um ein für den nationalen Zusammenhalt wichtiges und einzigartiges Instrument handelt, indem es Einblicke verschafft in die verschiedenen Theaterkulturen unseres Landes und hochstehenden künstlerischen Produktionen den Wert verleiht, die sie verdienen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Schweizer Theatertreffen (nachfolgend Theatertreffen) wird seit seiner ersten Ausgabe 2014 durch den Bund unterstützt. Das Bundesamt für Kultur (BAK) leistet keine Subventionen, sondern vergütet gewisse Leistungen des Theatertreffens in Verbindung mit der Verleihung der Schweizer Theaterpreise. Seit seiner Einführung 2014 findet die Verleihung dieses Preises im Rahmen des Theatertreffens statt. Die Leistungen sind vertraglich festgelegt und beinhalten die Miete des Theaters für die Preisverleihung der Schweizer Theaterpreise sowie Technik, Personal und Kommunikation. Für die diesjährige Ausgabe war ein Betrag von 165 000 Franken vorgesehen.</p><p>Pro Helvetia hat auf Antrag Beiträge zwischen insgesamt 36 500 und 50 000 Franken pro Jahr an eingeladene Projekte aus anderen Sprachregionen geleistet. Diese Beiträge sind für den Transport der Theatergruppen zwischen den Sprachregionen sowie für die Übertitelung der Vorstellungen bestimmt. </p><p>Mit der Zusammenlegung der Schweizer Theaterpreise und der Schweizer Tanzpreise zu den Schweizer Preisen Darstellende Künste ab 2021 wird die Preisverleihung jeweils im Herbst stattfinden und somit vom Theatertreffen entkoppelt. Derzeit laufen Gespräche zwischen dem BAK und dem Theatertreffen zur Festlegung der Leistungen, die dieses weiterhin erbringen könnte. Da diese Leistungen im Vergleich zu den jetzigen geringer sein werden, müssen die aktuellen Beträge angepasst werden. </p><p>Der Bund beendet somit nicht die finanzielle Unterstützung des Theatertreffens, sondern wird den durch das BAK vorgesehenen Vertrag im Hinblick auf die effektiven Leistungen ab 2021 anpassen. </p><p>2. Die siebte Ausgabe des Theatertreffens 2020 ist bereits Teil des Vertrags zwischen dem BAK und dem Theatertreffen mit dem gleichen Betrag wie in den vorhergehenden Jahren. Der Betrag für die Ausgabe von 2021 wird den erbrachten Leistungen entsprechen. Sofern die Anträge ihren Kriterien und Prioritäten entsprechen, kann Pro Helvetia diese Anträge prüfen und die betreffenden Projekte gegebenenfalls unterstützen.</p><p>3. In der Fragestunde vom 18. September 2017 (Frage Reynard 17.5377) hat der Bund signalisiert, dass er sich der Bedeutung des Theatertreffens bewusst ist.</p><p>Der Bund wünscht, dass das Theatertreffen ein Partner der Schweizer Theaterpreise bleibt. In der Kulturbotschaft 2021-2024, die sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet, ist es als aktueller Partner der Schweizer Theaterpreise aufgeführt. Wie bereits erwähnt, laufen die Gespräche über Leistungen, die das Theatertreffen in der nächsten Förderperiode erbringen kann.</p>  Antwort des Bundesrates.