<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00493</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224933&amp;W10_KEY=13045527&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00493</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.05.2025</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Das Migrationsamt verweigerte einem türkischen Staatsbürger die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung nach der Scheidung von seiner Schweizer Ehefrau, weil er straffällig geworden war.] Die eheliche Gemeinschaft des Beschwerdeführers und seiner Schweizer Exfrau in der Schweiz dauerte länger als drei Jahre, weshalb er nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG einen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat, wenn er die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfüllt (E. 2.3). Strittig ist nur die Erfüllung des Integrationskriteriums der Beachtung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit (E. 3.3 f.). Der Beschwerdeführer wurde nur einmal strafrechtlich verurteilt. Jedoch ist die bedingt ausgefällte Geldstrafe von 140 Tagessätzen nicht mehr gering und ist erschwerend zu berücksichtigen, dass es sich bei den begangenen Delikten teilweise um Vergehen und Offizialdelikte handelt. Zudem beging der Beschwerdeführer alle Delikte zum Nachteil seiner ehemaligen Ehefrau, wegen der Ehe zu derer er überhaupt einen Aufenthaltstitel in der Schweiz erhielt. Dies ist erschwerend zu berücksichtigen (E. 3.5). Bei dieser Ausgangslage vermag die in den übrigen Bereichen durchschnittlich gelungene Integration die vom Beschwerdeführer begangenen Straftaten nicht aufzuwiegen und erweist sich die Verweigerung eines nachehelichen Aufenthaltsanspruchs als rechtmässig (E. 3.6). Da der Beschwerdeführer mittlerweile wieder geheiratet hat und hieraus möglicherweise ein Aufenthaltsrecht ableiten kann, ist die Angelegenheit dennoch in teilweiser Gutheissung der Beschwerde an das Migrationsamt zu weiteren Sachverhaltsabklärungen und neuem Entscheid zurückzuweisen (E. 4). Keine Abänderung der Kostenverlegung des vorinstanzlichen Verfahrens aufgrund der Unbegründetheit der Beschwerde im Hauptpunkt (E. 6.2). Teilweise Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHEHELICHER HÃRTEFALL">NACHEHELICHER HÃRTEFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG UND SICHERHEIT">ÃFFENTLICHE ORDNUNG UND SICHERHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 58 Abs. 1 lit. a AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 77 Abs. 1 VZAE</span><br/><span class="ungerade">Art. 77 Abs. 1 lit. a VZAE</span><br/><span class="gerade">Art. 77a Abs. 1 lit. a VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=70625" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00493</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom 8. Mai 2025</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Martin Bertschi, Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A ist ein 1991 geborener tÃ¼rkischer StaatsangehÃ¶riger. Er heiratete am 25. Juli 2018 in der TÃ¼rkei die Schweizer StaatsangehÃ¶rige C. Daraufhin reiste A am 8. Februar 2019 in die Schweiz ein und erteilte ihm das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich am 11. Februar 2019 eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Diese Aufenthaltsbewilligung wurde jÃ¤hrlich verlÃ¤ngert, letztmals am 7. Januar 2022 mit GÃ¼ltigkeit bis am 7. Februar 2023.</p> <p class="Urteilstext">Ein weiteres VerlÃ¤ngerungsgesuch von A vom 16. Dezember 2022 wurde vom Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich mit VerfÃ¼gung vom 29. April 2024 abgelehnt, da seine Ehe mit C am 5. Oktober 2022 vom Bezirksgericht D geschieden und er mit Strafurteil desselben Gerichts vom 27. September 2023 wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung und mehrfacher TÃ¤tlichkeit zum Nachteil seiner (Ex-)Ehefrau verurteilt worden war. Das Migrationsamt wies A zudem aus der Schweiz und dem Schengenraum weg.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen am 30. Mai 2024 erhobenen Rekurs von A wies die Sicherheitsdirektion am 20. Juni 2024 ab (Dispositiv-Ziff. I), setzte ihm eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz und des Schengenraums an (Dispositiv-Ziff. II), auferlegte ihm die Kosten des Rekursverfahrens (Dispositiv-Ziff. III) und sprach ihm keine ParteientschÃ¤digung zu (Dispositiv-Ziff. IV).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 26. August 2024 erhob A Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge seien Dispositiv-Ziff. I und II des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 20. Juni 2024 sowie die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 29. April 2024 aufzuheben und sei das Migrationsamt anzuweisen, seine Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern. Ferner beantragte A, in AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III und IV des Entscheids der Sicherheitsdirektion vom 20. Juni 2024 seien die Kosten des Rekursverfahrens dem Migrationsamt aufzuerlegen und sei dieses zu verpflichten, ihm eine ParteientschÃ¤digung von mindestens Fr. 2'000.- zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete am 2. September 2024 auf Vernehmlassung. Das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein. Mit Schreiben vom 23. Januar 2025 zeigte die Rechtsvertreterin von A dem Verwaltungsgericht an, dass dieser am 24. Oktober 2024 in E die Ehe mit einer kosovarischen StaatsbÃ¼rgerin geschlossen habe.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 42 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Schweizerinnen und Schweizern Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft hat der auslÃ¤ndische Ehegatte oder die auslÃ¤ndische Ehegattin gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 AIG weiterhin Anspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AIG, wenn die Ehegemeinschaft in der Schweiz mindestens drei Jahre gedauert hat und die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt sind (lit. a) oder wenn wichtige persÃ¶nliche GrÃ¼nde einen Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer und seine ehemalige Schweizer Ehefrau heirateten im Juli 2018 und begrÃ¼ndeten die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz mit der Einreise des BeschwerdefÃ¼hrers im Februar 2019. Sie liessen sich im Oktober 2022 scheiden, wobei der beidseitige Ehewille gemÃ¤ss Ã¼bereinstimmenden Ãusserungen schon im August 2022 erloschen sei. Die eheliche Gemeinschaft dauerte damit lÃ¤nger als drei Jahre, womit der BeschwerdefÃ¼hrer Anspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung hat, wenn er die Integrationskriterien nach Art. 58a AIG erfÃ¼llt. Diese umfassen die Beachtung der Sicherheit und Ordnung, die Respektierung der Werte der Bundesverfassung, die Sprachkompetenzen und die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Erwerb von Bildung. Massgeblich fÃ¼r den Zeitpunkt der Beantwortung der Frage, ob eine erfolgreiche Integration vorliegt, ist die Aufgabe der Ehegemeinschaft oder jedenfalls die Dauer der noch bestehenden Aufenthaltsbewilligung (BGr, 29. Oktober 2018, 2C_160/2018, E. 2.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde vom Bezirksgericht D mit Urteil vom 27. September 2023 wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung und mehrfacher TÃ¤tlichkeit, alle begangen wÃ¤hrend der Ehe zum Nachteil seiner Exfrau, mit einer bedingten Geldstrafe von 140 TagessÃ¤tzen Ã Fr. 60.- sowie einer Busse von Fr. 1'000.- bestraft und zudem zur Bezahlung einer Genugtuung von Fr. 500.- an seine Exfrau verpflichtet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der Beschwerdegegner erachtete insbesondere die mehrfache Drohung nach Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a des Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) vorliegend nicht mehr als Bagatelldelikt, da es sich hierbei um ein Vergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StGB) und â wenn das Opfer Ehegatte oder Ehegattin des TÃ¤ters oder der TÃ¤terin ist â um ein Offizialdelikt handle (vgl. Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB). Damit kÃ¶nne es sich nicht mehr um eine "geringfÃ¼gige Strafe" handeln. Ausserdem sei zu berÃ¼cksichtigen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Todesdrohungen ausgesprochen habe. Es liege deshalb im Ã¶ffentlichen Interesse, die Aufenthaltsbewilligung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu verlÃ¤ngern, da er die Freiheit und kÃ¶rperliche IntegritÃ¤t seiner Exfrau verletzt habe. Dabei falle die ansonsten gute Integration nicht besonders ins Gewicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Eine Nichtbeachtung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinn von Art. 58a Abs. 1 lit. a AIG liegt laut Art. 77a Abs. 1 lit. a und lit. b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) insbesondere vor, wenn die betroffene Person gesetzliche Vorschriften und behÃ¶rdliche VerfÃ¼gungen missachtet oder Ã¶ffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfÃ¼llt. GeringfÃ¼gige Strafen schliessen eine Integration nicht notwendigerweise aus (BGr, 21. Mai 2024, 2C_360/2023, E. 5.5.1, und 16. Januar 2024, 2C_884/2022, E. 5.4.1; zum alten Recht: BGr, 4. Februar 2022, 2C_653/2021, E. 4.4 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung ist zur Beurteilung der Integration einer auslÃ¤ndischen Person eine Gesamtbeurteilung der UmstÃ¤nde des Einzelfalls vorzunehmen. Bei einer auslÃ¤ndischen Person, die in der Schweiz beruflich integriert ist und eine feste Anstellung hat, die finanziell unabhÃ¤ngig ist, sich korrekt verhÃ¤lt und die Ã¶rtliche Sprache beherrscht, bedarf es ernsthafter besonderer UmstÃ¤nde, um eine erfolgreiche Integration zu verneinen (zum Ganzen BGr, 1. Juni 2023, 2C_834/2022, E. 4.2.5 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde soweit ersichtlich bislang nie betrieben und bezog auch nie Sozialhilfe. Zum Zeitpunkt der Trennung von seiner Ehefrau arbeitete er in einem Coiffeur-GeschÃ¤ft und verdiente netto rund Fr. 4'500.- pro Monat. Das Integrationskriterium der Teilnahme am Wirtschaftsleben ist damit erfÃ¼llt. Er erreichte ausserdem im Jahr 2018 ein mÃ¼ndliches und schriftliches Sprachniveau in deutscher Sprache von A1 und mehrere Personen bestÃ¤tigen ihm in ihren Referenzschreiben gute mÃ¼ndliche Deutschkenntnisse. Mit dem Sprachdiplom A1 erfÃ¼llt er die Anforderungen an mÃ¼ndliche Sprachkompetenzen gemÃ¤ss Art. 77 VZAE (vormals aArt. 77 Abs. 4 VZAE in der Fassung vor dem 1. Januar 2025). Seine soziale Integration belegt der BeschwerdefÃ¼hrer mit der Einreichung von zahlreichen Empfehlungsschreiben aus seinem privaten Umfeld, wobei diese mehrheitlich von Kunden des Coiffeur-Salons verfasst wurden, in welchem er arbeitet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Ausser dem am 27. September 2023 gegen ihn ausgefÃ¤llten Strafurteil wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung und mehrfacher TÃ¤tlichkeit ergeben sich keine strafrechtlichen Verurteilungen des BeschwerdefÃ¼hrers aus den Akten. Dennoch ist mit Blick auf das nicht mehr geringe Strafmass (Geldstrafe von 140 TagessÃ¤tzen) sowie die Natur der von ihm begangenen Delikte bei seiner einmaligen Verurteilung nicht von einer geringfÃ¼gigen Strafe auszugehen: So beging der BeschwerdefÃ¼hrer die ihm vorgeworfenen Straftaten mehrfach und damit Ã¼ber eine lÃ¤ngere Zeit. Zudem sind zumindest gewisse der erfÃ¼llten StraftatbestÃ¤nde Vergehen (so die Drohung nach Art. 180 Abs. 1 StGB und die Beschimpfung nach Art. 177 Abs. 1 StGB) und werden die Drohungen â da der BeschwerdefÃ¼hrer sie gegen seine Ehefrau aussprach â als Offizialdelikt qualifiziert (Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB). Die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer alle diese Straftaten gegen seine Ehefrau beging, wegen der Ehe mit welcher er Ã¼berhaupt einen Aufenthaltstitel in der Schweiz erhielt, ist erschwerend zu berÃ¼cksichtigen (vgl. BGr, 28. Februar 2022, 2C_935/2021, E. 5.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Bei dieser Ausgangslage vermag die in den Ã¼brigen Bereichen durchschnittlich gelungene Integration die vom BeschwerdefÃ¼hrer begangenen Straftaten nicht aufzuwiegen. In einer Gesamtbetrachtung erfÃ¼llt der BeschwerdefÃ¼hrer die Integrationskriterien daher nicht und kommt ihm gestÃ¼tzt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG kein nachehelicher Aufenthaltsanspruch zu.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>WÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens reichte der BeschwerdefÃ¼hrer einen Auszug aus dem schweizerischen Eheregister ein, aus welchem hervorgeht, dass </span>er <span>am 24. Oktober 2024 F, eine 1998 geborene kosovarische StaatsangehÃ¶rige, geheiratet hat.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei den Rechtsgrundlagen und Sachverhaltselementen, aufgrund derer eine Aufenthaltsbewilligung beantragt wird, um BegrÃ¼ndungselemente, die am Streitgegenstand (der Aufenthaltsbewilligung) nichts Ã¤ndern (BGr, 2. Juni 2021, 2C_163/2021, E. 6.2 mit Hinweisen [auch zum Folgenden]). Da gemÃ¤ss Art. 110 </span><span>des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) </span><span>mindestens ein kantonales Gericht das Recht von Amtes wegen anwenden und den Sachverhalt frei prÃ¼fen muss, hat das Verwaltungsgericht den Sachverhalt und dessen Entwicklung bis zum Entscheidzeitpunkt zu berÃ¼cksichtigen (vgl. § 52 VRG in Verbindung mit § 20a Abs. 2 VRG; BGE 135 II 369 E. 3.3; vgl. VGr, 9. Dezember 2021, VB.2021.00650, E. 4). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aus den vom BeschwerdefÃ¼hrer eingereichten Unterlagen ergibt sich weder der Aufenthaltsstatus von F in der Schweiz noch deren berufliche und finanzielle Situation. Damit ist der rechtserhebliche Sachverhalt vorliegend nicht genÃ¼gend erstellt, um dem BeschwerdefÃ¼hrer wegen dieser neuen Ehe gestÃ¼tzt auf die Familiennachzugsbestimmungen des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Es rechtfertigt sich deshalb, die Sache â soweit die neue Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers betreffend â zur Vornahme der erforderlichen SachverhaltsabklÃ¤rungen, zur PrÃ¼fung der Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung und zu neuem Entscheid an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des vorinstanzlichen Entscheids vom 20. Juni 2024 und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 29. April 2024 sind aufzuheben; die Sache ist zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zu neuem Entscheid an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b><span>Die (Sprung-)RÃ¼ckweisung zur erneuten Entscheidung bei offenem Ausgang ist in Bezug auf die Regelung der Nebenfolgen grundsÃ¤tzlich als Obsiegen zu behandeln, wenn die Rechtsmittelinstanz reformatorisch oder kassatorisch entscheiden kann (BGr, 28. April 2014, 2C_846/2013, E. 3.2 f. mit Hinweisen; Marco Donatsch, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 64 N. 5). Nach § 13 Abs. 2 (teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2) VRG werden die Kosten des Rekurs- bzw. Beschwerdeverfahrens regelmÃ¤ssig nach Massgabe des Unterliegens und ausnahmsweise nach dem Verursacherprinzip auferlegt; mÃ¶glich ist sodann die Kostenauferlegung ohne AnknÃ¼pfung an die gesetzlichen Kriterien und unter BerÃ¼cksichtigung von BilligkeitserwÃ¤gungen (vgl. Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 13 N. 41). Nach § 17 Abs. 2 VRG kann die unterliegende Partei oder Amtsstelle im Rekursverfahren und im Verfahren vor Verwaltungsgericht zudem zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung verpflichtet werden. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b><span>Die Beschwerdeerhebung war vorliegend unbegrÃ¼ndet. Allein die erneute Heirat des BeschwerdefÃ¼hrers wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens ist fÃ¼r den Ausgang des vorliegenden Verfahrens entscheidend. Dementsprechend wies die Sicherheitsdirektion seinen Rekurs zu Recht ab, auferlegte ihm die Rekurskosten und verweigerte ihm eine ParteientschÃ¤digung. Vorliegend rechtfertigt es sich auch, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen, da der mit der Beschwerdeerhebung im Hauptpunkt verbundene Aufwand nicht zu entschÃ¤digen ist und die Einreichung der Heiratsurkunde wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens keinen besonderen Aufwand erforderte (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; vgl. VGr, </span>9. Dezember 2021, VB.2021.00650, E. 6.1<span>). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nach dem Unterliegerprinzip dem Beschwerdegegner aufzuerlegen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zu ergÃ¤nzen bleibt, dass es sich beim vorliegenden Urteil um einen RÃ¼ckweisungsentscheid handelt. Ein solcher wird grundsÃ¤tzlich als Zwischenentscheid qualifiziert, der sich nur unter den Voraussetzungen von (Art. 117 in Verbindung mit) Art. 93 Abs. 1 BGG weiterziehen lÃ¤sst (BGE 134 II 137 E. 1.3.2). Zwischenentscheide sind vor Bundesgericht nur dann mit subsidiÃ¤rer Verfassungsbeschwerde anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Dispositiv-Ziff. I und II des Rekursentscheids der Sicherheitsdirektion vom 20. Juni 2024 und die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 29. April 2024 werden aufgehoben. Die Sache wird zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zu neuem Entscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an das Migrationsamt zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>