<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, im Sinne einer besseren Koordination unter den Leistungserbringenden und um beispielsweise Mehrfachabklärungen zu vermeiden, in der Grundversicherung das Hausarztmodell bzw. verwandte Modelle, wie HMO oder Ärztenetze, obligatorisch und flächendeckend einzuführen. Die behandelnden Personen übernehmen gleichzeitig die Budgetverantwortung für die von ihnen behandelten Personen. Für Hochrisikofälle wird ein Fonds eingerichtet.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie aus der Botschaft über die 1. Teilrevision des KVG vom 21. September 1998 hervorgeht, erachtet der Bundesrat besondere Versicherungsformen mit eingeschränkter Wahl der Leistungserbringer als geeignet, wirksam zur Verringerung der Krankenversicherungskosten beizutragen. Dazu gehören das Hausarztmodell oder die HMO (so genannte "gatekeeper"-Modelle), aber auch die Bonusversicherung oder die Versicherung mit wählbarer Franchise. Wenden sich die versicherten Personen immer zuerst an ihren zu relativ vorteilhaften Tarifen praktizierenden Hausarzt bzw. an ihre Hausärztin, geht die Konsultation von Spezialisten, deren Leistungen höhere Kosten verursachen, zurück, und der Patiententourismus kann vermieden werden. Des Weiteren werden beim Hausarztmodell Mehrfachbehandlungen (mehrere Ärztinnen und Ärzte behandeln dasselbe Leiden einer Person) verhindert.</p><p>In der Schweiz haben gegenwärtig rund 400 000 Versicherte das Hausarztmodell gewählt. Die Versichertenzahl bei den besonderen Versicherungsformen wie Hausarztmodell, HMO und Ärztenetze steigt zwar, der Anstieg ist jedoch insbesondere in der Westschweiz, wo diese Modelle kaum bekannt sind, gering. In der Regel handelt es sich um neue, seit 1997 und 1998 bestehende Modelle. Erste Erfahrungen mit diesen Versicherungsformen weisen auf ein Kosteneinsparungspotenzial von rund 10 bis 20 Prozent hin. Nach Ansicht des Bundesrates dürfte indessen bei einer allgemeinen Einführung des "gatekeeper"-Modelles in Zukunft nicht mit Kosteneinsparungen von 20 Prozent gerechnet werden. Dies vor allem deshalb, weil die Schätzung des Kosteneinsparungspotenzials auf einer kurzen Versuchszeit beruht und folglich nur bedingt aussagekräftig ist. Zudem müssen die besonderen Umstände, die dieses Ergebnis ermöglicht haben, berücksichtigt werden. Bei den am Hausarztmodell beteiligten Ärztinnen und Ärzten handelt es sich um eine Auswahl motivierter Allgemeinmediziner, die bereit sind, auch einen Teil der wirtschaftlichen Verantwortung zu tragen. Ausserdem ist nicht auszuschliessen, dass die in diesen Modellen versicherten Personen eher ein geringes Risikopotenzial darstellen. </p><p>Es kann nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, dass sich die beim Hausarztmodell bezüglich der Kosteneffizienz und der Behandlungsqualität festgestellten Ergebnisse bei einer allgemeinen Einführung des "gatekeeper"-Systems im gesamten obligatorischen Krankenversicherungssystem bestätigen würden. Damit die erwarteten Kosteneinsparungen realisiert werden können, setzt die Verallgemeinerung dieses Systems in der Tat eine bedeutende Verhaltensänderung der Ärzte und der Patienten voraus. Die Ärztinnen und Ärzte hätten sich mit einer Vielzahl verschiedenster Patienten zu befassen, wovon einige anspruchsvollere Behandlungen benötigen würden. Ausserdem müssten die Allgemeinmediziner mehr Versicherte behandeln, was sich negativ auf die für jeden Patienten aufgewendete Zeit auswirken könnte. Die erhöhte Nachfrage nach Allgemeinmedizinern würde unweigerlich zu grundlegenden Änderungen in der Zusammensetzung des Ärztestandes führen. </p><p>Die allgemeine Einführung des "gatekeeper"-Systems wurde verworfen, weil es unmöglich ist, die Auswirkungen einer kompletten Umgestaltung des Systems auf die Krankenpflege und die Behandlungsqualität abzuschätzen. </p><p>Um jedoch das Angebot an besonderen Versicherungsformen mit eingeschränkter Wahl des Leistungserbringers und somit die Wahlmöglichkeiten der Versicherten zu erhöhen, hat der Bundesrat im Rahmen der Botschaft betreffend die 2. Teilrevision des KVG vom 18. September 2000 vorgeschlagen, die Versicherer landesweit zur Durchführung besonderer Versicherungsformen zu verpflichten. Die Versicherten sollen die Möglichkeit haben, kostenbewusst zu handeln und sich für eine beschränkte Wahl des Leistungserbringers zu entscheiden. In der Realität hängt diese Beschränkung aber vor allem von der Bereitschaft der Leistungserbringer ab, mit den Versicherern eine noch grössere Zahl solcher Vereinbarungen abzuschliessen. Bereits heute haben die Versicherer gestützt auf Artikel 41 Absatz 4 KVG die Möglichkeit, kostengünstige Leistungserbringer auszuwählen und ihren Versicherten die entsprechenden Versicherungsmodelle anzubieten.</p><p>Der Bundesrat erachtet die Einrichtung eines Fonds für Hochrisikofälle als ungeeignet. Im Allgemeinen vereinbart der im Rahmen von besonderen Versicherungsformen tätige Leistungserbringer mit dem Versicherer für jeden versicherten Patienten einen Pauschalbetrag, der Alter und Gesundheitszustand und somit die Risiken berücksichtigt. Es besteht also kein Grund, einen Fonds einzurichten, da Hochrisikofälle bereits in der Pauschale eingerechnet sind.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.