<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><p>1. Wie beurteilt er die Durchführung von Grossveranstaltungen zum Beispiel aus dem Sport- und Eventbereich in schutzwürdigen und geschützten Landschaftsräumen?</p><p>2. Ist er auch der Auffassung, dass derartige Veranstaltungen gar nicht bzw. bloss äusserst restriktiv bewilligt werden sollten, und ist dies heute bereits der Fall?</p><p>3. Wäre eine verstärkte Bundesaufsicht zum Beispiel in Form einer Mitsprache der involvierten Bundesstellen oder gar eine Bewilligungskompetenz seitens des Bundes gerechtfertigt? </p><p>4. Welche gesetzlichen Voraussetzungen wären gegebenenfalls hiefür zu schaffen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat teilt die Auffassung des Interpellanten, dass Grossveranstaltungen negative Auswirkungen auf die Lebensräume von Tieren und Pflanzen und auf das Erholungs- bzw. Ruhebedürfnis der Menschen haben können.</p><p>2. In der Regel sind Grossveranstaltungen einem kantonalen Bewilligungsverfahren zu unterziehen. Im Wald sieht das eidgenössische Waldgesetz eine kantonalrechtliche Bewilligungspflicht ausdrücklich vor. Eine Bundesbewilligung ist lediglich für akrobatische Vorführungen an Luftfahrzeugen vorgesehen. Dafür zuständig ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt nach Anhörung des Bundesamtes für Umwelt. Wie die Kantone von ihrer Bewilligungskompetenz im Einzelnen Gebrauch machen, entzieht sich der Kenntnis des Bundesrates.</p><p>3./4. Der Bundesrat hat im Rahmen der Natur- und Heimatschutz-, der Wald- sowie der Jagdgesetzgebung die Grundlagen für eine restriktive Bewilligungspraxis geschaffen. In Lebensräumen, die nach Bundesrecht geschützt sind (Art. 18a NHG), kommen bei der Prüfung der Bewilligungsvoraussetzungen die Schutzbestimmungen der entsprechenden Biotopverordnungen (Moorlandschaftsverordnung, Verordnung über die Jagdbanngebiete, Verordnung über die Wasser- und Zugvögelreservate von internationaler und nationaler Bedeutung) zur Anwendung. Ähnliche Schutzbestimmungen gelten in der Regel auch für kantonalrechtlich geschützte Lebensräume (Art. 18b Abs. 1 NHG). Die Nutzung von Moorlandschaften für sportliche und sonstige gesellschaftliche Grossanlässe (Art. 23d NHG) ist nur insofern zulässig, als sie den für solche Landschaften typischen Eigenheiten nicht widerspricht.</p><p>Es liegt an den entsprechenden Bewilligungsbehörden, die vorhandenen gesetzlichen Grundlagen konsequent anzuwenden. Neues Bundesrecht braucht es nicht. Ebenso lehnt der Bundesrat eine verstärkte Bundesaufsicht ab. Er erachtet es als zielführender, mittels Sensibilisierung und Beratung von Veranstaltern auf die Realisierung umweltfreundlicher Grossanlässe hinzuwirken (z. B. Projekt Ecosport).</p>  Antwort des Bundesrates.