Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 21. Mai 2014 (810 13 320) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Revision der Zonenvorschriften Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Stefan Schulthess , Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Martin Michel Parteien Einwohnergemeinde Binningen , Beschwerdeführerin, vertreten durch Roman Zeller, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Betreff Revision der Zonenvorschriften Siedlung und Lan dschaft mit Zuwei- sung der Lärmempfindlichkeitsstufen (RRB Nr. 1521 vom 17. September 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Beschlüssen vom 31. Mai 2010 genehmigte der Einwo hnerrat der Gemeinde Binningen (Einwohnerrat) die Revision der Zonenvorschrif ten Siedlung und Landschaft (Zonen- plan und -reglement), wobei er diverse Gebiete von der Genehmigung ausnahm. Gegen den Genehmigungsbeschluss des Einwohnerrats wurde das Referen dum ergriffen. Anlässlich der Volksabstimmung vom 13. Februar 2011 stimmten die Stimmberechtigten dem Zonenplan Sied- lung und Landschaft mit dem Zonenreglement der Gemein de Binningen mit 2‘559 Ja-Stimmen (55,12 %) zu 2‘083 Nein-Stimmen (44,88 %) zu. B. Am 26. September 2011 beschloss der Einwohnerrat me hrere Mutationen zum Zonen- plan Siedlung und Landschaft, welche vom Genehmigungsbe schluss vom 31. Mai 2010 noch ausgenommen waren. Dagegen wurde kein Referendum ergriffen. C. Vom 24. Februar 2012 bis zum 10. April 2012 fand d ie öffentliche Planauflage statt. Während der Auflagefrist sind 185 Einsprachen eingerei cht worden, wovon 11 Einsprachen im Verständigungsverfahren erledigt werden konnten. D. Am 26. Juni 2012 unterbreitete der Gemeinderat Bi nningen dem Regierungsrat die Beschlüsse des Einwohnerrats zur Genehmigung und ersuchte um Abweisung der unerledigten Einsprachen. Mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1521 vo m 17. September 2013 geneh- migte der Regierungsrat die vom Einwohnerrat am 31. M ai 2010 und am 26. September 2011 beschlossene Revision der Zonenvorschriften Siedlung und Landschaft mit Zuweisung der Lärmempfindlichkeitsstufen im Sinne der Erwägungen mit den nachfolgenden Ausnahmen und Auflagen: Ausnahmen Von der Genehmigung ausgenommen und zur Überarbeitu ng zurückgewiesen werden (im Plan und Reglement rot gestrichen): a) Ziffer 3 Zeile Z des Zonenreglements b) Ziffer 13 „Spezialzone Hippotherapie Sp HAT“ des Z onenreglements, mitsamt dem gleichnamigen Eintrag im Zonenplan (und den Einträgen in den Ziffern 2 und 3 des Zonenreglements) c) Ziffer 20 Abs. 2 bis 4 des Zonenreglements d) - i) (…) j) Die Aufstufung der Lärmempfindlichkeitsstufe in d en Gebieten entlang der Paradiesstrasse, der Gorenmattstrasse, der Schlossgasse, der Ge werbezone (entlang dem Dorenbach) und im Gebiet nahe des Allschw iler Weihers (Holz- mattstrasse, Holeeholzweg und Holeeholzacker) (…) Auflagen Die Gemeinde Binningen wird beauftragt: - Die Empfindlichkeitsstufen in den Zonen für öffentli che Werke und Anlagen entsprechend ihrem Nutzungszweck bei kommender Gelegenheit zu differen- zieren. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht - (…) - (…) - Das Nutzungsmass für die Zentrumszone raschmöglichst im Si nne der Erwä- gungen festzulegen. E. Gegen den RRB vom 17. September 2013 liess die Gem einde Binningen, vertreten durch Roman Zeller, Advokat in Basel, beim Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Ver- waltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren: 1. Es seien die Ausnahmen a), b), c) und j) in Ziff. 2 des Dispositivs des Entscheids des Regierungsrats gemäss Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft Nr. 1521 vom 17. September 2013 aufzuheben und das Zonenregle ment Siedlung und Landschaft der Gemeinde Binningen diesbezüglich zu genehmigen; 2. Es s eien die Auflagen 1. und 4. Einzug in Ziff. 2 des Dispositivs des Entscheids des Regierungsrats gemäss Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft Nr. 1521 vom 17. September 2013 aufzu- heben und das Zonenreglement Siedlung und Landschaft ohne diese Auflagen zu genehmigen; 3. Es seien die Nicht-Genehmigungsvermerke resp. die Ver weise auf die Erwägungen des Ent- scheids des Regierungsrats in Ziff. 2, 3, 11, 13 und 20 d es Zonenreglements Siedlung und Landschaft aufzuheben resp. zu streichen und es seien die entsprechenden Bestimmungen des Zonenreglements Siedlung und Landschaft unverändert zu genehmigen; 4. Es sei dement- sprechend auch die Nicht-Genehmigungsbezeichnung der Spezi alzone Hippotherapiezentrum auf dem Zonenplan Siedlung und Landschaft zu streichen ; 5. Es seien die Aufstufungen der Lärmempfindlichkeitsstufen im Zonenplan Siedlung und Landschaft mit Ausnahme des Bereichs Bündtenmattstrasse zu genehmigen und es seien demgemäss die Nicht-Genehmigungs- bezeichnungen auf dem Zonenplan Siedlung und Landschaf t aufzuheben resp. zu streichen; unter o-/e-Kostenfolge. F. Der Regierungsrat, vertreten durch die Rechtsabteilun g der Bau- und Umweltschutz- direktion, schloss in seiner Vernehmlassung vom 24. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. G. An der heutigen – im Anschluss an den Augenschein d urchgeführten – Parteiverhand- lung halten die Parteien an ihren Anträgen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1. Einwohner- und Bürgergemeinden können Verfügung en und Entscheide letztinstanz- licher Verwaltungsbehörden des Kantons wegen Verletzung der Gemeindeautonomie beim Ver- fassungsgericht anfechten (§ 41 Abs. 1 des Gesetzes über di e Verfassungs- und Verwaltungs- prozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). In Verbin dung mit der Verletzung der Gemeindeautonomie können überdies die mit der verwal tungsgerichtlichen Beschwerde zuläs- sigen Rügen (§ 45 VPO) vorgebracht werden (§ 41 Abs. 4 VPO). Nach der Praxis des Kantons- gerichts gilt die Nichtgenehmigung von Zonenvorschriften zudem als aufsichtsrechtliche Mass-Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahme, welche von den Gemeinden gestützt auf § 43 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 47 Abs. 1 lit. c VPO mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwe rde beim Kantonsgericht angefoch- ten werden kann. Da die formellen Voraussetzungen sowoh l für die Erhebung der Autonomie- beschwerde als auch der verwaltungsgerichtlichen Beschw erde durch die Einwohnergemeinde erfüllt sind, kann letztlich offengelassen werden, ob d ie Beschwerde als Autonomiebeschwerde oder als verwaltungsgerichtliche Beschwerde entgegengenommen wird (vgl. zur bisherigen Pra- xis, wonach die verwaltungsgerichtliche Beschwerde in diesem Bereich die Beschwerde wegen Verletzung der Gemeindeautonomie verdränge: BLVGE 2 002/2003, S. 139). Das Kantons- gericht überprüft den angefochtenen Entscheid im Rahmen der Beschwerdeanträge (§ 18 Abs. 1 VPO) auf Verletzungen der Gemeindeautono mie, Rechtsverletzungen einschliess- lich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des E rmessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (§ 45 Abs. 1 lit. a und b VPO). 1.2. Die Vorinstanz macht in formeller Hinsicht gelten d, dass die Beschwerdeführerin bezüg- lich der Beschwerdepunkte "Differenzierung Lärmempfindlichkeitsstufe in den Zonen für öffentli- che Werke und Anlagen" und "Spezialzone Hundesportanla ge" nicht genügend betroffen sei, und sie demgemäss auch kein schutzwürdiges Interesse an der Änderung bzw. Aufhebung des angefochtenen Entscheids habe. Der erste Beschwerdepunkt beziehe sich nur auf die Auflage im Dispositiv: die Empfindlichkeitsstufen in den Zonen fü r öffentliche Werke und Anlagen seien entsprechend ihrem Nutzungszweck bei kommender Gelegenhei t zu differenzieren; es sei hier aber offensichtlich nichts von der vollumfänglichen Geneh migung ausgenommen worden. Der zweitgenannte Beschwerdepunkt finde überhaupt keinen Ni ederschlag im Dispositiv des ange- fochtenen Entscheids, sondern beziehe sich lediglich auf eine Erwägung im angefochtenen Entscheid (Ziff. 1.9.), in welcher festgehalten werde, dass unter den zulässigen Bauten und An- lagen für den Hundesport weder Club- noch Vereinsloka le zu verstehen seien. Demgemäss sei bezüglich dieser zwei Beschwerdepunkte mangels materielle r Beschwer auf die Beschwerde nicht einzutreten. 1.3. Generell gilt der Grundsatz, dass nur das Dispositiv eines Entscheids in Rechtskraft erwächst, nicht aber dessen Erwägungen. Davon wird all erdings eine Ausnahme gemacht für Rückweisungsentscheide, mit denen das Gericht eine Sache zu neuer Beurteilung im Sinne ihrer Erwägungen an eine Vorinstanz zurückweist: Bei d erartigen Entscheiden sind die Erwä- gungen des Entscheids für die Vorinstanzen verbindlich und können auch vom Gericht selbst in einem späteren Rechtsmittelverfahren nicht mehr zur Di skussion gestellt werden (Urteil des Bundesgerichts [1C_176/2007] vom 24. Januar 2008, E. 3.2. mit Hinweisen). 1.4. In Bezug auf die Differenzierung der Lärmempfin dlichkeitsstufen in den Zonen für öffent- liche Werke und Anlagen hat der Regierungsrat im Disposi tiv die Auflage formuliert, dass die Gemeinde die Empfindlichkeitsstufen in den Zonen für öffentliche Werke und Anlagen ent- sprechend ihrem Nutzungszweck bei kommender Gelegenheit zu differenzieren hat. Eine Auf- lage ist eine mit einer Verfügung verbundene zusätzliche Verpflichtung zu einem Tun, Dulden oder Unterlassen, wobei die Rechtswirksamkeit der Verfügung nicht davon abhängt, ob die Auf- lage erfüllt wird oder nicht. Die Auflage ist selbstä ndig erzwingbar, d.h. das Gemeinwesen kann die Auflage mit hoheitlichem Zwang durchsetzen oder die Nichterfüllung der Auflage kann einen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund für den Widerruf der Verfügung darstellen (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 201 0, S. 204 f.) Mit der Formulie- rung der "Auflage" hat der Regierungsrat zum Ausdruck gebracht, dass er die umstrittene Frage endgültig entschieden hat und es sich diesbezüglich um ein e verbindliche Anweisung an die Gemeinde handeln soll, die von der Gemeinde – sofern sie nicht im Rechtsmittelverfahren auf- gehoben oder abgeändert wird – auch umgesetzt werden m uss. Demgemäss kann dem Regie- rungsrat nicht gefolgt werden, wenn er nun vorbringt, die Gemeinde sei von der Auflage nicht genügend betroffen und habe damit kein schutzwürdiges Interesse an der Änderung. Indem der Regierungsrat nicht bloss im Rahmen der Erwägungen unv erbindliche Hinweise bzw. Empfeh- lungen formuliert hat, sondern ausdrücklich eine Aufla ge ins Dispositiv aufgenommen hat, hat er selbst ein schutzwürdiges Interesse der Gemeinde an der Änderung des Entscheids geschaf- fen. Auf die Beschwerde gegen diese Auflage ist folglich einzutreten. 1.5. Der Regierungsrat genehmigte die vorgesehene Spe zialzone Hundesportanlage. Er versah indes Ziff. 11 des Zonenreglements betreffend Spe zialzone Hundesportanlage mit dem Hinweis "siehe Erwägungen RRB" und hielt in den Erwäg ungen dazu fest, dass unter den zulässigen Bauten und Anlagen für den Hundesport weder Club- noch Vereinslokale und dergleichen zu verstehen seien. Dem Regierungsrat ist zuzu stimmen, dass der von ihm im Zonenreglement Siedlung und Landschaft angebrachte Hi nweis "siehe Erwägungen RRB" bei der Spezialzone Hundesportanlage keinen unmittelbaren Niederschlag im Dispositiv des ange- fochtenen Entscheids gefunden hat. Derartige Hinweise au f den Plänen bzw. im Reglement bewirken nicht, dass die Erwägungen des Entscheids damit quasi integrierender Bestandteil der kommunalen, vom Kanton genehmigten, Zonenplanung werd en; vielmehr stellen die Erwägun- gen eine (unverbindliche) Meinungsäusserung der Geneh migungsinstanz dar. Daraus folgt, dass derartige Hinweise – die im Übrigen vom Regierung srat in grosser Zahl im Zonenregle- ment Siedlung und Landschaft angebracht wurden – schon aus Gründen der Klarheit und Rechtssicherheit zu unterbleiben haben, da ansonsten fäl schlicherweise der Anschein einer Verbindlichkeit der Erwägungen geschaffen würde, die – wie der Regierungsrat selbst ausführt – gar nicht gegeben sein soll. Auf die gegen die Erw ägungen des Regierungsrats zur Spezial- zone Hundesportanlage erhobene Beschwerde ist demzufolge nicht einzutreten. 1.6. Da die weiteren formellen Voraussetzungen erfül lt sind, ist – mit Ausnahme des zuvor behandelten Punktes (siehe vorne Erwägung 1.5.) – auf die Beschwerde einzutreten. 2.1. Der Regierungsrat begründete die Auflage, wonach die Empfindlichkeitsstufen in den Zonen für öffentliche Werke und Anlagen (OeWA-Zonen) bei kommender Gelegenheit ent- sprechend ihrem Nutzungszweck zu differenzieren seien, im Wesentlichen mit den Vorgaben in der Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986, wonach in OeWA-Zonen nach Art. 43 LSV die Empfindlichkeitsstufe II gelte. Nur i n besonderen Fällen, beispielsweise bei einem Werkhof, könne die Empfindlichkeitsstufe III zugewiesen werden. 2.2.1. Das Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG) vom 7. Oktober 1983 soll unter ande- rem Menschen gegen schädliche oder lästige Einwirkungen sc hützen (Art. 1 Abs. 1 USG). Das geltende Recht sieht die Begrenzung solch unerwünschter Einwirkungen wie etwa Luftverunrei-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nigung oder Lärm an der Quelle nach einem zweistufige n Konzept vor: Zunächst sind unab- hängig von der bestehenden Umweltbelastung die Emission en im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich mög lich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). In einem zweiten Schritt sind di e Emissionsbeschränkungen zu verschär- fen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwir kungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Für die Beur- teilung dessen, was als schädlich oder lästig gilt und s omit zu verschärften Emissionsbegren- zungen führt, ist auf die Immissionsgrenzwerte abzustelle n, die der Bundesrat durch Verord- nung festgelegt hat (Art. 13 Abs. 1 USG). Für den Lär m sind die Belastungsgrenzwerte (Pla- nungs-, Immissionsgrenz- und Alarmwerte) der LSV massgebe nd. Darin wird die zulässige Lärmbelastung nach den Hauptemissionsquellen und vier verschiedenen Empfindlichkeitsstufen differenziert festgelegt (vgl. BGE 119 Ib 380 E. 3a). 2.2.2. Das Bundesrecht sieht in Art. 43 Abs. 1 lit. b LS V in Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen in der Regel die Empfindlichkeitsstufe II vor, welche die Verhinderung von Störungen verlangt, die das Wohlbefinden erheblich beeinträchtige n. Bei der Befolgung dieser generellen Zuordnungsprinzipien steht den zuständigen Behörden ei n weiter Ermessensspielraum zu. Nach Art. 43 Abs. 2 LSV ist es möglich, von diesem gener ellen Vorgehen abzuweichen und bei vorbelasteten Gebieten eine "Aufstufung" oder "Höherei nstufung" vorzunehmen. Davon ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch zurü ckhaltend und lediglich unter qualifizierten Voraussetzungen Gebrauch zu machen, zuma l solche Höhereinstufungen bestimmter Nutzungszonen grundsätzlich zonenwidrig sind, da sie der zonenmässigen Empfindlichkeitsstufe widersprechen. Zunächst sind Sanier ungsmassnahmen unabhängig von der Empfindlichkeitsstufe soweit durchzuführen, als sie technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar sind und den Interessen des Ortsbil d-, Natur- und Landschaftsschutzes, der Sicherheit und der Gesamtverteidigung nicht zuwide rlaufen (Art. 13 f. LSV). Daneben sind sie auf den zonenkonformen Immissionsgrenzwert (d.h. den Wert ohne Höhereinstufung) aus- zurichten. Anlageinhaber von lärmemittierenden Anlagen sollen nicht mit dem Mittel der Höher- einstufung von ihrer Sanierungspflicht befreit werden; erst wenn sich nach einem durch- geführten Sanierungsverfahren ergeben würde, dass eine erhebliche Lärmvorbelastung anzu- nehmen ist, ist die Frage der Höhereinstufung zu prüf en (vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundes- gerichts [1A.89/1994] vom 23. März 1995 publiziert in: S chweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 97 (1996) S. 407 ff. = Umweltrecht in der Praxis [URP] 1995 S. 308; BGE 121 II 239 E. 5b; D ANIEL GSPONER , Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen unter besonderer Berücksichtigung des Luzerner Planungs- und B aurechts, Diss. Zürich 2000, S. 131 ff.). 2.3. Tatsache ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss den Zonenvorschriften Siedlung und Landschaft (siehe insbesondere Ziff. 3 des Zonenreglemen ts) in den OeWA-Zonen nicht die gemäss Art. 43 Abs. 1 lit. b LSV vorgesehene Empfindli chkeitsstufe II definiert hat, sondern die höhere Stufe III. Aus den Akten ergeben sich jedoch kei ne Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin bei sämtlichen OeWA-Zonen eine Lär m- und Sanierungsprüfung vorge- nommen hätte und sich daraus eine erhebliche Lärmvorbela stung ergeben hätte, welche die vorgenommenen Höhereinstufungen rechtfertigen könnte. S oweit die Beschwerdeführerin Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht geltend macht, die Lärmempfindlichkeitsstufen seien v orbestehend gewesen und unverändert vom Lärmempfindlichkeitsstufenplan vom 22. Juni 1993 (RR B Nr. 1545) übernommen worden, kann ihr – zumindest hinsichtlich der OeWA-Zonen – nicht gefolgt werden. Gemäss dem dama- ligen Plan waren die OeWA-Zonen der Empfindlichkeitsst ufe II zugewiesen. Die vom Kanton formulierte Auflage betreffend Überarbeitung und Di fferenzierung der Lärmempfindlichkeits- stufen in den OeWA-Zonen ist damit nicht zu beanstanden. 3.1. Der Regierungsrat untersagte zudem die Zuweisungen der Empfindlichkeitsstufen in den Gebieten entlang der Paradies- und Gorenmattstrasse, d er Schlossgasse, der Gewerbezone (entlang dem Dorenbach) und im Gebiet nahe des Allschwiler Weihers (Holzmattstrasse, Holee- holzweg und Holeeholzacker), in welchen die Beschwerdefü hrerin eine Höhereinstufung der Lärmempfindlichkeitsstufe vorgenommen hat. Dies begründe te der Regierungsrat ebenfalls damit, dass eine Höherstufung nur unter bestimmten Bed ingungen vorgenommen werden könne. Dies sei der Fall, wenn bei lärmrechtlich sanierten Anlagen, bei welchen keine Massnah- men möglich seien und die Immissionsgrenzwerte der Empf indlichkeitsstufe II um 5 dB(A) oder mehr überschritten seien, an der bestehenden Nutzung fe stgehalten werden solle. Gelte eine Anlage lärmrechtlich noch nicht als saniert, könne unter denselben Kriterien erst ab einer Über- schreitung der Immissionsgrenzwerte der Empfindlichkeitsstufe II um 6-7 dB(A) in die nächst- höhere Empfindlichkeitsstufe III aufgestuft werden. Die se Bedingungen seien vorliegend nicht erfüllt. 3.2. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, die L ärmempfindlichkeitsstufen seien – mit Ausnahme der Aufstufung um die Gewerbezone – nicht ne u aufgestuft worden, sondern sie hätten sich bewilligter Weise seit jeher in dieser "au fgestuften Zone" befunden. Dies gelte für alle Strassenzüge gemäss Lärmempfindlichkeitsstufenplan vom 16. Mai 1995. Die geltenden Lärmempfindlichkeitsstufen seien mit vorliegender Revision lediglich übernommen worden. Wo geringfügige Strassenkorrekturen stattgefunden hätten, seien die entsprechenden Anpassun- gen vorgenommen worden. Die einzige Änderung habe bei der Gewerbezone entlang dem Dorenbach stattgefunden. Auf diese Aufstufung könne al lerdings verzichtet werden, weil das Areal in eine Gewerbezone umgezont worden sei, womit d ie Aufstufung obsolet werde. Die Höherstufung widerspreche auch nicht den gesetzlichen Gru ndlagen. Die LSV-Regelung habe bereits bei der Aufstufung im Jahr 1995 gegolten. Der heutige Entscheid des Regierungsrats stelle letztlich eine Abänderung des Entscheids aus dem Jahr 1995 dar. 3.3. Der Beschwerdeführerin ist zuzustimmen, dass es sich bei den von ihr vorgenommenen Zuweisungen der Empfindlichkeitsstufen – mit Ausnahme der Aufstufung um die Gewerbezone – nicht um neue erstmalige Aufstufungen bzw. Höhereinst ufungen handelt, sondern um eine Beibehaltung der (mit RRB Nr. 1545 vom 22. Juni 1993 und RRB Nr. 1307 vom 16. Mai 1995) genehmigten Höhereinstufungen der Empfindlichkeitsstufen. Der Beschwerdegegner anerkennt denn auch, dass die Höhereinstufungen der Lärmempfindl ichkeitsstufen (d.h. die Festlegung der Empfindlichkeitsstufe III) der angesprochenen Gebiete grösstmehrheitlich bereits im Jahre 1993 bzw. 1995 genehmigt worden seien. Der Sache nach verlangt der Regierungsrat folglich mit seiner Verweigerung der Genehmigung und der Rückweisung zur Überarbeitung eine Tiefereinstufung dieser Gebiete. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4. Nach Art. 21 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG) vom 22. Juni 1979 werden die Nutzungspläne überprüft und nötigenfalls angepasst, wen n sich die Verhältnisse erheblich geändert haben. Ein Zonenplan kann seinen Zweck nur erf üllen, wenn er eine gewisse Bestän- digkeit aufweist. Planung und Wirklichkeit müssen jedoch bei Bedarf in Übereinstimmung gebracht werden. Für die Beurteilung, ob die Verände rung der Verhältnisse erheblich ist und damit ein öffentliches Interesse an einer Planänderung besteht, bedarf es einer Interessen- abwägung unter Berücksichtigung namentlich der Geltungs dauer des anzupassenden Zonen- plans, seines Inhalts, des Ausmasses der beabsichtigten Änd erung und deren Begründung. Je neuer ein Zonenplan ist, umso mehr darf mit seiner Beständigkeit gerechnet werden, und je ein- schneidender sich die beabsichtigte Änderung auswirkt, umso gewichtiger müssen die Gründe sein, die für die Planänderung sprechen. Nach Ablauf des Planungshorizonts, der für Bauzonen 15 Jahre beträgt (Art. 15 lit. b RPG), sind Zonenpläne grundsätzlich einer Überprüfung zu unter- ziehen und nötigenfalls anzupassen. Je näher eine Planun gsrevision dieser Frist kommt, desto geringer ist deshalb das Vertrauen auf die Beständigke it des Plans, und umso eher können auch geänderte Anschauungen und Absichten der Planungso rgane als zulässige Begründung für eine Revision berücksichtigt werden (vgl. zum Ganzen Ur teil des Bundesgerichts [1C_429/2012] vom 15. April 2013, E. 5.2., mit zahlreichen Hinweisen). 3.5. Das USG soll – wie bereits erwähnt (siehe vorne E. 2.2.1. f.) – unter anderem Menschen gegen schädliche oder lästige Einwirkungen schützen (Art. 1 Abs. 1 USG). Für einige häufige, oft als besonders störend empfundene Schall- bzw. Lärmq uellen (Strassenverkehr, Regional- flughäfen und Flugfelder, Industrie- und Gewerbebetr iebe, Schiessanlagen) hat der Bundesrat gestützt auf Art. 13 Abs. 1 USG in den Anhängen 3 bi s 7 der LSV mit den Belastungsgrenz- werten (Planungs-, Immissionsgrenz- und Alarmwerte; Art. 2 Abs. 5 LSV) objektive Beurtei- lungskriterien aufgestellt, die auf die durchschnittlich e Reaktion normal lärmempfindlicher Personen abgestützt sind (Urteil des Bundesgerichts [1A.2 82/1993] vom 1. Dezember 1994, E. 3b, publ. in: URP 1995 S. 31 ff.). In den Belastu ngsgrenzwerten wird die zulässige Lärm- belastung nach den Hauptemissionsquellen und vier verschie denen Empfindlichkeitsstufen differenziert festgelegt (vgl. BGE 119 Ib 380 E. 3a). Art. 44 Abs. 1 LSV hält fest, dass die Kan- tone dafür sorgen, dass die Empfindlichkeitsstufen den Nu tzungszonen in den Baureglementen oder Nutzungsplänen der Gemeinden zugeordnet werden. Art. 44 Abs. 2 LSV (in der bis zum 1. Januar 2008 geltenden Fassung) verpflichtete die Kantone, für die ordentliche Zuordnung der Empfindlichkeitsstufen innerhalb von zehn Jahren seit Inkra fttreten der Verordnung, also bis zum 31. März 1997, zu sorgen. Bis zu diesem Zeitpunkt musste n die kommunalen Nutzungs- pläne entsprechend ergänzt werden. Dieser Verpflichtung sind die Beschwerdeführerin und der Kanton mit dem Erlass und der Genehmigung des Lärm-Emp findlichkeitsstufen-Plans 11/LES/1/3 (genehmigt mit RRB vom 16. Mai 1995) nac hgekommen. Zu bedenken ist diesbe- züglich aber, dass die Beschwerdeführerin ihre Zonenvor schriften zu jenem Zeitpunkt nicht an- gepasst hat. Vielmehr wird mit der vorliegenden Total revision der Ortsplanung erstmals eine RPG-konforme Nutzungsordnung geschaffen. Folglich drängt es sich umso mehr auf, in Nach- achtung der Grundsätze gemäss Art. 21 Abs. 2 RPG die damaligen Zuweisungen zu überprüfen und – sofern sich die Zuweisungen als fehlerhaft (bzw. a ls nicht mehr zutreffend) erweisen – auch zu korrigieren. Ebenfalls ist diesbezüglich zu berü cksichtigen, dass im Zeitpunkt der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht damaligen Genehmigung durch den Regierungsrat die heute gültige strenge bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1A.89/19 94] vom 23. März 1995, publ. in: ZBl 97/1996 S. 407 ff. = URP 1995, S. 303 ff.) dem Anschein nach noch keine Berücksichtigung gefunden hat. 3.6.1. In Bezug auf das Gebiet nahe des Allschwiler We ihers (Holzmattstrasse, Holeeholzweg und Holeeholzacker) ist festzuhalten, dass sich die Situation tatsächlich erheblich verändert hat. Die Begründung für die damalige Höhereinstufung lag im Betrieb der nahegelegenen Schiess- anlage Allschwiler Weiher. Nach längeren rechtlichen Au seinandersetzungen um die Lärm- sanierung und den Betrieb der Schiessanlage (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts [1A.101/2002] vom 24. April 2003 und [1A.239/2003] v om 30. April 2007) wurde die Schiessan- lage seit dem Jahr 2008 nicht mehr genutzt. Der Schiessstand ist zudem zwischenzeitlich sogar abgerissen worden (Meldung vom 14. Mai 2013 der Polizei Basel-Landschaft betreffend Räu- mung des besetzten Schiessplatzes Allschwiler Weiher). Damit ist der damalige Grund für die Höhereinstufung weggefallen. Die Nichtgenehmigung dur ch den Regierungsrat ist damit zu Recht erfolgt. 3.6.2. Hinsichtlich des umstrittenen Gebiets entlang der (früheren) Gewerbezone Dorenbach- strasse/Bündtenmattstrasse bringt der Regierungsrat zu Re cht vor, dass dieses Gebiet mit Mutation zum Zonenplan Siedlung vom 10. Dezember 201 2 (genehmigt mit RRB Nr. 1686 vom 22. Oktober 2013) von einer Gewerbe- in eine Wohn- un d Geschäftszone WG 3 umgezont wurde. Auch insofern liegt damit eine wesentliche Verän derung der Verhältnisse vor, die eine Überprüfung der Empfindlichkeitsstufen rechtfertigt und die Gemeinde müsste, damit an der früheren Höhereinstufung festgehalten werden kann, im Einzelnen nachweisen, dass weiterhin eine erhebliche Lärmvorbelastung vorliegt. Indem sie di es bislang nicht getan hat, ist die Nicht- genehmigung durch den Regierungsrat nicht zu beanstanden. 3.6.3. Die Gorenmattstrasse ist unbestrittenermassen (no ch) nicht lärmsaniert. Aus dem Lärm- belastungskataster des Kantons Basel-Landschaft ergibt sich zudem, dass die am meisten vom Lärm betroffenen Gebäude an der Gorenmattstrasse alle samt weniger als 5 dB(A) über dem Immissionsgrenzwert der Empfindlichkeitsstufe II liegen ( Auszug aus dem Lärmbelastungska- taster Gorenmattstrasse Stand Juli 2013). Aufgrund der vom Kanton Basel-Landschaft über- nommenen "Zürcher Praxis" (Leitfaden der Baudirektion Kanton Zürich: Gemeindeweise Zuord- nung der Lärmempfindlichkeitsstufen, Dezember 2001; vg l. dazu auch URP 1995 S. 303), wonach vor einer Sanierung erst bei einer Grenzwertüberschreitung von 6 bis 7 dB(A) höherein- gestuft werden darf, erweist sich hier eine Aufstufung folglich nicht (mehr) als gerechtfertigt. 3.6.4. Auch die Schlossgasse ist unbestrittenermassen (noch ) nicht lärmsaniert und die Lärm- belastung der am meisten vom Lärm betroffenen Gebäude entlang der Schlossgasse liegt wesentlich unter 5 dB(A) über dem Immissionsgrenzwert der Empfindlichkeitsstufe II (Auszug aus dem Lärmbelastungskataster Schlossgasse Stand Juli 2013). Die Voraussetzungen für eine Beibehaltung der Aufstufung sind somit auch diesbezüglich nicht erfüllt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.6.5. Betreffend die Paradiesstrasse ist – wie der Reg ierungsrat in der Vernehmlassung zutreffend ausführt – zu differenzieren: Im Gebiet we stlich der Hölzlistrasse ist der Grenzwert der Empfindlichkeitsstufe II maximal um 4 dB(A) überschri tten. Im Gebiet zwischen Hölzli- strasse und Hohlegasse wird der Immissionsgrenzwert der Empf indlichkeitsstufe II bei zwei Liegenschaften um max. 6 dB(A) überschritten, bei 18 von 21 Gebäuden ist die Überschreitung des Grenzwerts tiefer als 5 dB(A). Im Gebiet östlich der Hohlegasse wird der Grenzwert der Empfindlichkeitsstufe II um bis zu fast 11 dB(A) überschrit ten (Auszug aus dem Lärmbelas- tungskataster Paradiesstrasse Stand Juli 2013). Weil di e Beschwerdeführerin indes keine diffe- renzierte Prüfung vorgenommen hat, in welchen Gebieten effektiv eine erhebliche Vorbelastung vorliegt, welche eine Höhereinstufung rechtfertigt, so ndern das gesamte Gebiet entlang der Paradiesstrasse aufgestuft beliess, ist die Verweigerung d er Genehmigung des Regierungsrats auch diesbezüglich nicht zu beanstanden. 4.1. Der Regierungsrat genehmigte Ziff. 3 Zeile Z (" Zentrumszone") des Zonenreglements nicht und formulierte diesbezüglich die Auflage, dass die Gemeinde beauftragt werde, das Nut- zungsmass für die Zentrumszone raschmöglichst im Sinne der Erwägungen festzulegen. Diese Nichtgenehmigung begründete der Regierungsrat zusammen gefasst damit, dass bei der Zentrumszone keine Nutzungsziffer vorgesehen sei und das Nutzungsmass lediglich durch die Fassaden- und Gebäudehöhe sowie durch die gesetzlichen Abst andsvorschriften bzw. allfällige Baulinien bestimmt sei. Die beschlossenen Zonenvorschrift en würden eine ungesteuerte ver- dichtete Bauweise erlauben und de facto die Nutzung ohn e qualitätssichernde Massnahmen erhöhen; zumal die Grenzabstände mit Vereinbarungen r eduziert oder aufgehoben werden könnten. Vorliegend werde die Zentrumszone als solche zwa r als rechtmässig erachtet, in ihrer zonenrechtlichen Ausgestaltung sei sie aber unvollständi g. Das Fehlen einer Nutzungsziffer resp. einer anderen geeigneten Massnahme, Qualität zu sichern, widerspreche nicht nur dem Ziel, wohnliche Siedlungen zu schaffen (Art. 1 RPG), so ndern insbesondere den Planungs- grundsätzen c) und d) in Objektblatt S 2.1 des behördenve rbindlichen kantonalen Richtplans. Die Zeile Z müsse deshalb von der Genehmigung ausgenommen werden. 4.2. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin insbesonder e vor, der Regierungsrat gehe bei der Begründung der Unvollständigkeit der Zonenbestimmun gen davon aus, dass das Fehlen einer Nutzungsziffer resp. einer anderen geeigneten Ma ssnahme, "Qualität" zu sichern, dem Ziel widerspreche, "wohnliche Siedlungen" zu schaffen. M it dieser Interpretation des Begriffes "wohnliche Siedlung" suggeriere der Regierungsrat, da ss die Siedlungsqualität direkt vom Erlass eines entsprechenden Nutzungsmasses abhänge. Eine nä here Begründung, weshalb dies so sein solle, fehle im angefochtenen Entscheid. D ie Auffassung des Regierungsrats sei weder rechtlich noch sachlich nachvollziehbar. Mit dem E rlass der Zentrumszonen solle insbe- sondere auf Arealen entlang der Hauptstrasse eine dich te Überbauung ermöglicht werden. Damit keine ungehinderte Überbauung möglich sei, seien die Zentrumszonen entlang den Strassenzügen so schmal bemessen worden, dass die angestrebte Überbauungsdichte möglich werde, jedoch nicht mehr. So werde bezweckt, das Zentrum zu verdichten und aufzuwerten. 4.3. In seiner Vernehmlassung entgegnet der Beschwerde gegner, die fehlenden Festle- gungen in den Zonenvorschriften würden einen Verstoss ge gen übergeordnetes Recht dar-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellen. Gestützt auf Art. 14 RPG ergebe sich eine allg emeine Planungspflicht in Bezug auf die zulässigen Nutzungen (Art und Mass der Nutzung) in den v erschiedenen Zonen. Die Umset- zung der bundesrechtlichen Vorgaben erfolge bezüglich Ar t und Mass der Nutzung in § 18 Abs. 3 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Janu ar 1998. Darin sei explizit vor- gesehen, dass die Zonenreglemente Art und Mass der Nut zung bestimmen, insbesondere die Bauweise, die Gebäudemasse, die maximal zulässige bauliche Nutzung sowie die Dachformen und ihre Ausgestaltung. Die Zonenreglemente müssten die maximal zulässige bauliche Nut- zung nach einem bestimmten System (Bebauungs- und/oder Nutzungsziffer, Ausnützungsziffer, etc.) festlegen. Dies sei offensichtlich bezüglich der Zentrumszone nicht der Fall. 4.4. Nutzungspläne ordnen die zulässige Nutzung des Boden s (Art. 14 Abs. 1 RPG). Sie geben damit Aufschluss über die zulässige Nutzung des Boden s und legen in einem bestimm- ten Perimeter Art, Ort und Mass der Bodennutzung allg emeinverbindlich und parzellenscharf fest. Dabei geht es um die Unterscheidung und Trennung von Zonen unterschiedlicher Nutzung und Dichte. Der Begriff des Nutzungsplans umfasst sowohl den eigentlichen Plan in Kartenform als auch die dazugehörigen Nutzungsvorschriften (B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Hand- kommentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 14 N 3 ff.). Es werden zwei Arten von Nut- zungsplänen unterschieden: Rahmennutzungspläne (Zonen- u nd Grundnutzungspläne) und Sondernutzungspläne (Baulinienpläne, Überbauungspläne, Quartierpläne, u.a.m.). Rahmennut- zungspläne stellen die allgemeine Grundordnung für die Bodennutzung auf; d.h. sie teilen das Gemeindegebiet in Teilgebiete verschiedener Nutzungsar t und Nutzungsintensität sowie ver- schiedener Regelbauweise und Immissionstoleranz ein. Mit Sondernutzungsplänen wird die Zonenordnung ausgestaltet oder sogar verändert (WALDMANN /H ÄNNI , a.a.O., Art. 14 N 11 ff; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts [1C_518/2010] vom 22. März 2011, E. 2.1.2. und BGE 111 1b 9). 4.4.1. Nutzungsziffern im weiteren Sinne bestimmen im R ahmen der Nutzungspläne das Mass der zulässigen Grundstücknutzungen, indem sie die anrechenb are Landfläche ins Verhältnis zur überbauten Fläche setzen. Sie erfüllen damit ein erseits typische baupolizeiliche, insbeson- dere wohnhygienische Funktionen, andererseits stehen sie im Dienste gestalterischer Interessen. Mit Nutzungsziffern im weiteren Sinne – z.B . der Ausnützungsziffer, der Baumas- senziffer, der Überbauungsziffer oder der Grün- und Fre iflächenziffer – können namentlich die Erhaltung von Frei- und Grünflächen, die Verkehrssiche rheit oder der Landschaftsschutz gewährleistet werden. Zudem wirken sie sich auf den Cha rakter und die künftige Entwicklung einer Bauzone aus und erfüllen damit soziale Funktionen . Teils überlassen die Kantone den Entscheid, ob die Baubeschränkung mittels Nutzungsziffern oder primärer Bauvorschriften (d.h. Abstandsvorschriften, Höhenvorschriften, Geschosszahl, Gebäu delänge und -breite, etc.) erfolgen muss, den Gemeinden. Der Umfang der kommunale n Autonomie hängt folglich vom kantonalen Recht ab: In den Kantonen Zürich und Aarg au etwa können die Gemeinden die Bauweise mit Nutzungsziffern regeln, müssen dies aber nic ht (§ 251 des zürcherischen Pla- nungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975, § 50 Abs . 1 des aargauischen Gesetzes über Raumentwicklung und Bauwesen vom 19. Januar 1993; C HRISTIAN HÄUPTLI , in: Kom- mentar zum Baugesetz des Kantons Aargau, Bern 2013, § 50 N 5; vgl. zum Ganzen D ANIELA Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht IVANOV , Die Harmonisierung des Baupolizeirechts unter Einbezug der übrigen Baugesetz- gebung, Diss. Freiburg 2006, S. 69, mit Hinweisen). 4.4.2. Der Kanton Basel-Landschaft verlangt von den Ge meinden, dass die Zonenreglemente Art und Mass der Nutzung, insbesondere die Bauweise, die Gebäudemasse (Gebäudelänge, Gebäudetiefe, Gebäudehöhe oder Geschosszahl), die maxima l zulässige bauliche Nutzung sowie die Dachformen und ihre Ausgestaltung, bestimmen müssen. Die maximal zulässige bauliche Nutzung wird mit der Bebauungs- und Nutzungszif fer, der Bebauungsziffer allein, der Nutzungsziffer allein, der Ausnützungsziffer nach ORL (R ichtlinie des Instituts für Orts-, Regio- nal- und Landesplanung der ETH Zürich) oder einem an deren System bestimmt (§ 18 Abs. 3 RBG). Das kantonale Gesetz verlangt in einem Zonenregle ment folglich grundsätzlich die Angabe eines Nutzungsmasses, wobei es den Gemeinden aber eine erhebliche Wahlfreiheit lässt, indem die Gemeinden die maximal zulässige bauliche Nutzung mit "einem anderen System" bestimmen können. 4.4.3. Die Gemeinde Binningen ersetzte mit der Revisio n der Zonenvorschriften die bisherige Bebauungs- und Nutzungsziffer mit der (neuen) Geschossfl ächenziffer (GFZ). Die GFZ ist das Verhältnis der Summe aller Geschossflächen zur anrechenba ren Grundstücksfläche (Ziff. 25 Zonenreglement; vgl. auch: Interkantonale Vereinbarung über die Harmonisierung der Bau- begriffe [IVHB] vom 23. April 2009, Anhang 1, Ziff. 8.2). In den generellen Nutzungsvorschriften "Ziff. 3 Zonenreglement" definiert die Gemeinde die Nutzung der Bauzonen je nach Zonenart mit der maximalen Vollgeschosszahl, der maximalen Wohnung szahl pro Baukörper, der maxi- malen Geschossflächenziffer in %, der minimalen Grünflächenziffer in %, der maximalen Fassa- denhöhe, der maximalen Gebäudehöhe und der maximalen Gebäudelänge. Für die unter- schiedlichen Bauzonen mit Wohnnutzung werden teils sämtli che dieser Kriterien definiert (Zone W2a), zum Teil fehlen einzelne Vorgaben: In den Zonen W2b, W3 und WG3 wird einzig die maximale Wohnungszahl pro Baukörper nicht definie rt und in der Zone WG4 fehlen Rege- lungen betreffend maximale Wohnungszahl pro Baukörper, minimale Grünflächenziffer sowie maximale Gebäudelänge. Diese Nutzungsvorschriften hat d er Regierungsrat genehmigt. Demgegenüber wird in der – mit der Zonenplanrevision neu eingeführten – Zentrumszone einzig die maximale Fassadenhöhe und die maximale Gebäud ehöhe definiert. Es fehlen jegliche Vorgaben betreffend maximale Vollgeschosszahl, m aximale Wohnungszahl pro Baukörper, maximale Geschossflächenziffer in %, minimale Grünflächenziffer in % sowie maximale Gebäudelänge (siehe nachfolgende Darstellung). Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zonenbezeichnung max. Vollgeschosszahl max. Wohnungszahl / Baukörper Geschossflächenziffer max. in % Grünflächenziffer min. in % max. Fassadenhöhe in m max. Gebäudehöhe in m max. Gebäudelänge in m W2a 2 2 45 30 7.5 10.5 25 W2b 2 75 20 7.5 10.5 25 W3 3 110 10 10.5 13.5 35 WG3 3 110 10 10.5 13.5 35 WG4 4 120 13.5 16.5 Z 13.5 16.5 4.4.4. Selbst wenn – zugunsten der Gemeinde – davon au sgegangen wird, dass Gemeinden aufgrund der erwähnten offenen Formulierung in § 18 Abs. 3 RBG ganz auf Nutzungsziffern im weiteren Sinne verzichten und die maximal zulässige bauli che Nutzung einzig mit primären Bauvorschriften (d.h. Abstandsvorschriften, Höhenvorschriften , Geschosszahl, Gebäudelänge und -breite, etc.) definieren dürfen, genügt die von der Gemeinde getroffene Regelung in Bezug auf die Zentrumszone den Anforderungen gemäss § 18 Ab s. 3 RBG nicht. Dies insbesondere, weil die Gemeinde auch in Bezug auf die primären Bauvo rschriften einzig die maximale Fassaden- und Gebäudehöhe vorgeschrieben hat, womit die maximal zulässige Nutzung dieser Zone, in welcher Wohnnutzung zugelassen ist, ungenügend d efiniert ist. Eine rechtsgenügliche Regelung der Zentrumszone findet sich im Übrigen auch n icht in Ziff. 5 des Zonenreglements. Diesbezüglich wird lediglich bestimmt, dass die Zentr umszone den Nutzungen gemäss § 22 Abs. 2 RBG dient (Ziff. 5 Abs. 1 Zonenreglement). Gem äss § 22 Abs. 2 RBG umfassen Zent- rumszonen Gebiete, die zur Entwicklung von Orts- und Quar tierzentren bestimmt sind; darin zugelassen sind Wohnnutzung sowie mässig störende Betriebe . Damit übereinstimmend verlangen Ziff. 5 Abs. 3 und 4 des Zonenreglements, da ss in der Zentrumszone eine Misch- nutzung mit Arbeiten und Wohnen sicherzustellen sei und dass im Erdgeschoss keine neuen zur Hauptstrasse hin orientierten Wohnnutzungen zulässig seien. Das Mass der Nutzung wird indes nirgends ausreichend definiert. Ebenfalls zu berück sichtigen ist dabei, wie der Regie- rungsrat zu Recht vorbringt (vgl. Vernehmlassung vom 24. Januar 2014, S. 7), dass die aus- geschiedenen Zentrumszonen mehrheitlich nicht von Ortsb ildschutz- oder Ortsbildschonzonen überlagert sind, für welche die Zonenreglementsbestimm ungen noch spezifische Zusatzanfor- derungen definieren. Ebenso besteht in der Zentrumszon e Binningen keine Verpflichtung, eine zusätzliche Ausgestaltung der Zonenordnung mittels Erlasses eines Sondernutzungplans (z.B. eines Quartierplans in Sinne von § 37 ff. RBG) vorzunehm en. Dies im Unterschied etwa zur Gemeinde Pratteln, welche im Rahmen der letzten Zone nplanrevision zwar auch Zentrums- zonen (mit Wohnnutzung) festgelegt hat, in welchen nur die Gebäudehöhen festgelegt wurden. In der Gemeinde Pratteln gilt indes gemäss den Zonenvo rschriften in den Zentrumszonen zusätzlich eine Quartierplanpflicht. Demgemäss kann die B eschwerdeführerin aus der Geneh-Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht migung der Zonenvorschriften der Gemeinde Pratteln du rch den Regierungsrat nichts zu ihren Gunsten ableiten. 4.4.5. Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen gelt end macht, mit der Angabe eines Nut- zungsmasses sei ein verdichtetes, urbanes Bauen nicht möglich , ist ihr zu entgegnen, dass § 15 Abs. 2 RBG ausdrücklich vorsieht, dass die Gemeinden d ie verdichtete Bauweise fördern, soweit dem nicht Interessen des Ortsbild- und Landschaftsschutzes oder andere übergeordnete Planungsziele entgegenstehen. Die verdichtete Bauweise muss aber eine hohe Siedlungs- und Wohnqualität sowie eine gute Einfügung in die landschaftliche und bauliche Umgebung gewähr- leisten. Die verdichtete Bauweise ist insbesondere sicher zustellen durch Quartierpläne und Ausnahmeüberbauungen nach einheitlichem Plan (§ 15 A bs. 3 RBG). Auch aus den Gesetzes- materialien des RBG ergibt sich, dass für die verdichtete Bauweise eine hohe Siedlungs- und Wohnqualität sowie eine gute Einfügung in die Umgebu ng gewährleistet sein müsse, weshalb eine Erhöhung der maximal zulässigen baulichen Nutzung al lein nicht ausreiche. Daher sei die verdichtete Bauweise primär durch Quartierpläne sicherzu stellen (§§ 38-48 RBG). Neben den Quartierplänen soll die Ausnahmeüberbauung nach einhe itlichem Plan (§ 51 RBG) Anreize schaffen, verdichtet zu bauen, zumal bei dieser Überbau ungsart die Bewilligungsbehörde Aus- nahmen von Grenz- und Gebäudeabstandsvorschriften gestatte n könne, falls die Anfor- derungskriterien an eine solche Überbauung gegeben seie n (vgl. Vorlage an den Landrat Nr. 93/308, Raumplanungs- und Baugesetz, § 16). Die V erweigerung der Genehmigung der Zentrumszone führt damit keineswegs dazu, dass die von der Beschwerdeführerin beabsich- tigte verdichtete Bauweise verunmöglicht würde, vielmehr hat die Gemeinde bloss mit geeigne- ten planungsrechtlichen Massnahmen die vom RBG vorgesehe ne hohe Siedlungs- und Wohn- qualität sowie die gute Einfügung in die landschaftli che und bauliche Umgebung zu gewähr- leisten. 4.5. Unter Beachtung der genannten Umstände ist die N ichtgenehmigung der Nutzungs- vorschriften der Zentrumszonen durch den Regierungsrat s omit gerechtfertigt und die Beschwerde ist in diesem Punkt abzuweisen. 5.1. Sodann verweigerte der Regierungsrat seine Zusti mmung zur Schaffung der "Spe- zialzone Hippotherapie Sp HAT" (Ziff. 13 des Zonenreglements). Dazu führte der Regierungsrat im Wesentlichen aus, die Spezialzone liege gemäss kantona lem Richtplan innerhalb des Vor- ranggebietes Landschaft und tangiere Fruchtfolgefläche n. Vorranggebiete Landschaft seien im Grundsatz von neuen Bauten und Anlagen – mit Ausnahme von zonenkonformen Bauten und Anlagen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung – freizu halten. Die Spezialzone Hippotherapie erlaube jedoch das Errichten von Bauten und Anlagen, die nicht der landwirtschaftlichen Bewirt- schaftung dienen würden. Somit stehe die zonenrechtlich e Festlegung dieser Spezialzone mit den Planungsgrundsätzen des kantonalen Richtplans im Widerspruch. Bestehende rechtmässig erstellte Bauten und Anlagen würden hingegen Bestandesschutz geniessen. 5.2. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die Zonen "Vorranggebiet Landschaft" und "Fruchtfolgeflächen" im Richtplan nicht parzellensch arf definiert seien. Bei der Hippothe- rapie handle es sich um einen vorbestandenen Betrieb, d er heute in der Landwirtschaftszone Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht liege. Unmittelbar nördlich würden sich drei Parzelle n befinden, welche nichtlandwirtschaftliche Wohnnutzungen aufweisen würden. Der Zonenplan sehe auf der ganzen Parzelle die entspre- chende Spezialzone vor, definiere jedoch unmittelbar hi nter dem bestehenden Gebäude eine Freihaltezone. Damit werde gewährleistet, dass lediglich im Umfeld der bereits vorbestehenden Bauten zonenkonform zur Benkenstrasse hin allenfalls Ersatz- oder Ergänzungsbauten erstellt werden könnten und dass der hintere Teil von Überbauungen freigehalten werde. 5.3. In der Vernehmlassung macht der Beschwerdegegner geltend, es handle sich nicht um eine eigentliche Baugebietserweiterung, sondern um e ine Kleinbauzone im Landwirtschafts- gebiet. Es liege im vorliegenden Fall kein besonderer G rund vor, um ausnahmsweise eine solche grundsätzlich gesetzwidrige Kleinbauzone zu rechtfer tigen. Die Spezialzone als Klein- bauzone auszuscheiden würde voraussetzen, dass die Gemeinde einen entsprechenden Bedarfsnachweis erbringe, die Standortgebundenheit g egeben sei und eine entsprechende Ersatzfläche als Kompensation ausgewiesen werde. Diese Vor aussetzungen seien nicht erfüllt. Dies sei umso gravierender, als aus dem Prüfungsbericht de s Bundes zum Richtplan des Kantons Basel-Landschaft vom 2. August 2010 klar ersichtlich sei, dass der Kanton alle Mühe habe, die von ihm gemäss Bundessachplan verlangte Fruch tfolgefläche beibringen zu können. Die Nichtgenehmigung sei auch verhältnismässig, da die b estehenden Gebäulichkeiten der Stiftung im Genuss des Besitzstandes seien. Insoweit sei der Fortbestand des Therapiezen- trums in keiner Weise gefährdet. Die einzige Einschränku ng bestehe darin, dass die beste- henden Bauten und Anlagen nur "angemessen erweitert" werden dürften und dass zusätzliche Neubauten eine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG voraussetzen würden. 5.4.1. Bund, Kantone und Gemeinden sorgen gemäss Art . 1 Abs. 1 RPG dafür, dass der Boden haushälterisch genutzt und das Baugebiet vom Nich tbaugebiet getrennt wird. Sie stimmen ihre raumwirksamen Tätigkeiten aufeinander ab u nd verwirklichen eine auf die erwünschte Entwicklung des Landes ausgerichtete Ordnung d er Besiedlung, wobei sie auf die natürlichen Gegebenheiten und auf die Bedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft achten. Sie unterstützen mit Massnahmen der Raumplanung insbesondere die Bestrebungen, die natür- lichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und Landschaft zu schützen (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG) und die ausreichende Versorgungsbasis des Landes zu sichern (Art. 1 Abs. 2 lit. d RPG). Die mit Planungsaufgaben betrauten Beh örden müssen darauf achten, die Land- schaft zu schonen; insbesondere sollen der Landwirtschaft g enügende Flächen geeigneten Kulturlandes, insbesondere Fruchtfolgeflächen, erha lten bleiben (Art. 3 Abs. 2 lit. a RPG; Fas- sung gemäss Ziff. I des Bundesgesetzes vom 15. Juni 2012, in Kraft seit 1. Mai 2014). Frucht- folgeflächen sind Teil der für die Landwirtschaft gee igneten Gebiete (Art. 6 Abs. 2 lit. a RPG). Sie umfassen das ackerfähige Kulturland, vorab das Ackerland und die Kunstwiesen in Rotation sowie die ackerfähigen Naturwiesen, und werden mit Massnahmen der Raumplanung gesichert (Art. 26 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung [RPV] vom 28. Juni 2000). Ein Mindestumfang an Fruchtfolgeflächen wird benötigt, damit in Zeiten ge störter Zufuhr die ausreichende Versor- gungsbasis des Landes im Sinne der Ernährungsplanung gew ährleistet werden kann (Art. 26 Abs. 3 RPV). Der Bund hat im Sachplan Fruchtfolgefläch en vom 8. April 1992 (Bundesblatt [BBl] 1992 II 1649) den Mindestumfang der Fruchtfolge flächen und deren Aufteilung auf die Kantone festgelegt (Art. 29 RPV). Art. 30 Abs. 1 RPV verpflichtet die Kantone, dafür zu sorgen, Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass die Fruchtfolgeflächen den Landwirtschaftszonen zuget eilt werden; sie zeigen in ihren Richtplänen die dazu erforderlichen Massnahmen. Nach Art . 30 Abs. 1 bis RPV (in Kraft seit 1. Mai 2014) dürfen Fruchtfolgeflächen nur eingezont werden, wenn ein aus der Sicht des Kantons wichtiges Ziel ohne die Beanspruchung von Frucht folgeflächen nicht sinnvoll erreicht werden kann (lit. a); und sichergestellt ist, dass die beanspruchten Flächen nach dem Stand der Erkenntnisse optimal genutzt werden (lit. b). Die Kanto ne haben sicherzustellen, dass ihr Anteil am Mindestumfang der Fruchtfolgeflächen dauernd erhalten bleibt (Art. 30 Abs. 2 RPV). 5.4.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist de m Kulturlandschutz und der Frucht- folgeflächensicherung grosses Gewicht beizumessen (BGE 11 5 Ia 350, E. 3f/bb). Dennoch ist es nicht von vornherein ausgeschlossen, Fruchtfolgeflächen zu anderen als landwirtschaftlichen Zwecken in Anspruch zu nehmen, wenn dies durch entgegenst ehende, höher zu gewichtende Interessen gerechtfertigt erscheint. Hierfür ist eine um fassende Abwägung aller privaten und öffentlichen Interessen erforderlich (Art. 3 RPV; Urte il des Bundesgerichts [1A.19/2007] vom 2. April 2008, E. 5.2.). Hierzu muss ermittelt werde n, in welchem Ausmass Fruchtfolgeflächen beansprucht werden und inwiefern diese im Krisenfall wieder rekultiviert werden können. Zu prüfen ist auch, ob eine Kompensationsmöglichkeit für Fruchtfolgeflächen besteht, die aufgrund der Inanspruchnahme für landwirtschaftsfremde Zwecke verl oren gehen; dies gilt jedenfalls, wenn der bundesrechtlich gebotene Mindestumfang an Fru chtfolgeflächen nur knapp gewähr- leistet oder gar unterschritten wird (Urteil des Bundes gerichts [1A.19/2007] vom 2. April 2008, E. 5.2. mit Verweis auf BGE 114 Ia 371 E. 5d). 5.5. Mit der Revision der Zonenplanung sollte die Par zelle Nr. 1042 mit einer Gesamtfläche von 11'849 m 2 von der bisherigen Landwirtschaftszone in eine Hippothe rapiezone umgezont werden. Die Parzelle besteht mehrheitlich (zu 8'767 m 2) aus Acker, Wiese und Weide, wobei sich 9'565 m2 der Parzelle auf Fruchtfolgeflächen der Güteklasse 1 befinden. Mit der Umzonung würden somit Fruchtfolgeflächen von der bisherigen Landwirtschaftszone in eine Hippotherapie- zone umgezont werden. Gemäss Ziff. 13 des Zonenregleme nts Siedlung dient diese Zone der Hippotherapie. Darin ist das Erstellen von Bauten und Anlagen für die Hippotherapie zulässig, wobei die maximale Geschossflächenziffer 80 % und die min imale Grünflächenziffer 10 % beträgt (Ziff. 3 Zonenreglement). Dem Planungsbericht der Gemeinde vom 15. Februar 2012 ist in Bezug auf die Umzonung lediglich zu entnehmen, dass se it längerem in diesem Gebiet ein Dienstleistungsbetrieb für Therapien mit Pferden best ehe und dass die Gemeinde die Nach- frage nach solchen Kur- und Heilmethoden anerkenne. E ntsprechend werde im Zonenplan die Spezialzone definiert (Planungsbericht vom 15. Februar 2 012, S. 29). Nicht aktenkundig ist hingegen, dass die Beschwerdeführerin eine umfassende Ab wägung aller privaten und öffent- lichen Interessen vorgenommen und dass sie geprüft hat, ob Alternativstandorte existieren oder eine Kompensationsmöglichkeit für die Fruchtfolgefläch en besteht, die aufgrund der Inan- spruchnahme für landwirtschaftsfremde Zwecke verloren gin gen. Demzufolge erweist sich die von der Beschwerdeführerin vorgenommene raumplanerische Interessenabwägung als unzureichend. Mit der Umzonung und der darin zugelass enen Nutzung können die als Frucht- folgefläche ausgeschiedenen Teile des Grundstücks intensive r zu nichtlandwirtschaftlichen Zwecken genutzt werden, als dies mit der bisherigen Nutzun g der Fall war. Eine solche Aus- dehnung nichtlandwirtschaftlicher Nutzung von Fruchtfolg eflächen ist jedoch mit der Pflicht der Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kantone zur dauernden Erhaltung ihrer Fruchtfolgeflä chen (Art. 30 RPV) kaum vereinbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts [1C_312/2012] vom 17. April 2013, E. 2.4.3.). Die Nichtgenehmigung der Umzonung durch den Regierungsrat ist demzufolge nicht zu bemängeln. 6.1. Schliesslich genehmigte der Regierungsrat Ziff. 20 Abs. 2 bis 4 des Zonenreglements ("Zone Wärmeverbund") nicht, was er im Wesentlichen mit einer fehlenden kantonalen gesetz- lichen Grundlage begründete, welche der Gemeinde eine Festlegung einer Anschlusspflicht an das Wärmeverbundnetz der "A.____ AG" erlauben würde. E ntsprechend könne dieser starke Eingriff ins Grundeigentum nicht genehmigt werden. Ü berdies sei eine Einschränkung auf das gemeindeeigene Wärmeverbundnetz der "A.____ AG " als unzulässige Wettbewerbsbeschrän- kung anzusehen. 6.2. Gegen die (teilweise) Nichtgenehmigung der über lagerten Zone Wärmeverbund bringt die Beschwerdeführerin primär vor, es sei widersprüchlich, dass der Regierungsrat vom Grund- satz her die Zone für Wärmeverbund genehmige und zugle ich ausführe, eine Anschlusspflicht könne nicht verlangt werden. Grundsätzlich mache eine so lche Zone nur Sinn, wenn eine Anschlusspflicht bestehe. Nach den Zielen des RBG stelle sich die Frage, ob die Gemeinden nicht sogar verpflichtet wären, Überlegungen anzustelle n, wie sie im Zonenplan der Gemeinde nun stattfänden. Mit der Einfügung einer Zone für Wä rmeverbund bezwecke die Gemeinde im Sinne von § 3 lit. a und d RBG natürliche Lebensgrun dlagen zu schützen und im Rahmen der ökologischen Gegebenheiten mit natürlichen Ressourcen hau shälterisch und nachhaltig umzu- gehen. Dementsprechend werde die Auffassung vertreten, über eine genügende gesetzliche Grundlage zu verfügen. Die Massnahme liege auch im öffe ntlichen Interesse und sie sei ver- hältnismässig. Der Eingriff in die Eigentumsrechte der Privaten wiege relativ gering, gehe es letztlich doch einzig darum zu bestimmen, welcher Energi eträger in der Zone für Wärmever- bund gewählt werden müsse. Ein Anschluss werde nicht wese ntlich teurer zu stehen kommen als die Wahl eines anderen Energieträgers. Der Gemein derat könne die Anschlusspflicht im Einzelnen auch aufheben, wenn die A.____ AG nachweise n könne, dass eine Erschliessung mit Fernwärme wirtschaftlich nicht tragbar sei oder die technischen Anforderungen für eine Erschliessung nicht gegeben seien. Ausserdem könne jeder E igentümer entsprechend begründete Ausnahmeanträge an den Gemeinderat stellen. 6.3. In Bezug auf die Zone Wärmeverbund gibt der Besch werdegegner der Beschwerde- führerin Recht, dass ohne Anschlusspflicht die Ausscheidun g einer Zone für Wärmeverbund faktisch nur orientierenden Charakter habe. Bei der Fe stsetzung einer derartigen Zone handle es sich aber nicht um eine Nutzungsplanung im Sinne des B undesrechts. Ein weiteres Faktum sei, dass weder Bundesrecht noch kantonales Recht eine gese tzliche Grundlage enthalten würden, welche es den Gemeinden erlauben würde, eine n Anschlusszwang an ein Wärmever- bundnetz verbindlich vorzuschreiben. Selbst wenn die Ge meinde berechtigt wäre, auf kommu- naler Reglementsstufe eine entsprechende Anschlussverpfl ichtung zu stipulieren, so gehöre diese nicht in ein kommunales Rahmennutzungsplanungsregl ement. Durch Festschreibung einer Anschlusspflicht werde überdies zugunsten der Fern wärmebetreiberschaft ein Monopol begründet, welches einen direkten Konnex zum bundesver fassungsmässig gewährleisteten Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit habe. Die kantonale V erordnung über die rationelle Energie-Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht nutzung sehe in § 15 Abs. 4 explizit Alternativen zur F ernwärme vor (z.B. Sonnenenergie, Geothermie und Holzenergie) und die kommunale Besti mmung sei mit dieser kantonalrecht- lichen Bestimmung nicht in Einklang zu bringen. Im Ra hmen der laufenden Totalrevision des kantonalen Energiegesetzes sei vorgesehen, einen Passus au fzunehmen, welcher es den Gemeinden erlaube, unter gewissen Voraussetzungen ein e Anschlusspflicht an Fernwärme- oder Kälteversorgungsnetze festzulegen, wobei aber die Gemeinde stets den doppelten Nach- weis werde erbringen müssen, dass der Wärmepreis längerf ristig nicht wesentlich höher sein werde als bei einer anderen Wärmeversorgung und dass die Versorgungssicherheit gesichert sei. Die von der Beschwerdeführerin vorgesehenen Einschränku ngen seien indes auch nicht verhältnismässig. Über Ausnahmen von der Anschlusspflicht werde nur unter der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit und technischen Machbarkeit aus Opt ik des Fernwärmebetreibers geur- teilt. 6.4.1. Zweifelhaft erscheint, ob – wie der Regierungsr at im angefochtenen Entscheid ausführt – eine Stipulierung einer Anschlusspflicht an ein Wärm everbundnetz innerhalb der Rahmennut- zungsplanung in der Tat nicht möglich wäre (vorausgesetzt, es existiert eine genügende gesetz- liche Grundlage). Immerhin ist diesbezüglich zu erwähnen, dass der Kanton Bern in Art. 13 des Kantonalen Energiegesetzes (KEnG BE) vom 15. Mai 2011 eine gesetzliche Grundlage ge- schaffen hat, wonach die Gemeinden für das ganze Gemeindegebiet oder für Teile davon in der baurechtlichen Grundordnung (und damit in der Rahmenn utzungsplanung) oder in Über- bauungsordnungen die Verpflichtung einführen können – bei Gebäuden, die neu erstellt oder so umgebaut oder umgenutzt werden, dass die Energienutzun g beeinflusst wird – einen bestimm- ten erneuerbaren Energieträger einzusetzen oder das G ebäude an ein Fernwärme- oder Fern- kälteverteilnetz anzuschliessen (Art. 13 Abs. 1 lit. a KEnG BE). Von untergeordneter Bedeutung ist im Übrigen, in welchem Gesetz (z.B. Baugesetz oder Energiegesetz) sich die gesetzliche Grundlage befindet. Im Kanton Zürich bestimmt beispielsweise § 295 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975, dass der Staat oder die Gemeinde Grundeigentümer verpflichten können, ihr Gebäude innert angemessener Fr ist an das Leitungsnetz anzuschlies- sen und Durchleitungsrechte zu gewähren, wenn eine öff entliche Fernwärmeversorgung lokale Abwärme oder erneuerbare Energien nutzt und die Wärm e zu technisch und wirtschaftlich gleichwertigen Bedingungen wie aus konventionellen Anlagen anbietet. 6.4.2. Wie der Regierungsrat aber zu Recht vorbringt , fehlt im Kanton Basel-Landschaft eine entsprechende gesetzliche Grundlage, welche es den Geme inden erlauben würde, einen Anschlusszwang an ein Wärmeverbundnetz verbindlich vorzuschrei ben. Ein Blick in die Mate- rialen des RBG zeigt zudem, dass es sich dabei um einen bewussten Entscheid des kantonalen Gesetzgebers gegen eine derartige Anschlusspflicht gehandel t hat. § 37 Abs. 2 des Entwurfs des RBG zur Vorlage an den Landrat (93/308) sah nämli ch noch vor, dass die Erschliessungs- reglemente für genau bezeichnete Gebiete die Anschluss pflicht an bestimmte im öffentlichen Interesse errichtete Energieversorgungsnetze vorsehen kön nen. In der ersten Lesung des Landrats wurde diese Bestimmung jedoch kontrovers diskuti ert; und letztlich wurde ein Antrag auf Streichung des § 37 Abs. 2 Entwurf-RBG mehrheitlich gutgeheissen (vgl. dazu Protokoll der Landratssitzung vom 13. November 1997, 2. Bericht der Sp ezialkommission RBG an den Landrat vom 5. Dezember 1997 [Geschäft 93/308a]). Seit her gab es zwar politische Bestre-Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht bungen zur Schaffung der gesetzlichen Grundlagen einer Anschlusspflicht an Wärmeverbund- anlagen. Eine entsprechende Änderung der kantonalen G esetzgebung ist bislang indes noch nicht erfolgt. 6.4.3. Eine genügende gesetzliche Grundlage findet si ch im Übrigen nicht im RPG und – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – auch nicht in § 3 lit. a und d RBG. Zwar soll mit der Raumplanung darauf geachtet werden, dass durch raumwirksame Massnahmen die natürlichen Lebensgrundlagen im Kanton Basel-Landscha ft geschützt und die naturräumlich- ökologischen Gegebenheiten in die Planung einbezogen we rden und die natürlichen Res- sourcen haushälterisch und nachhaltig genutzt bzw. beansprucht werden (§ 3 lit. a und d RBG). Im Bereich der leitungsgebundenen Energie (Elektrizitä t, Gas, Fernwärme) steht dem Gemein- wesen kraft der Herrschaft über den öffentlichen Grund e in faktisches Monopol zu (vgl. Eidge- nössisches Justiz- und Polizeidepartement/Bundesamt für Raum planung, Erläuterungen zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Bern 1981, Art. 19 N 17; MAX IMBODEN /R ENÉ A. RHINOW , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Band II, Basel 1976, Nr. 120 B II/III). Will das Gemeinwesen aber die Alleinherrschaft über die Energi eversorgung beanspruchen, muss es ein rechtssatzmässig begründetes Monopol schaffen (sog. recht liches Monopol), wofür Art. 19 RPG nicht schon die notwendige Grundlage gibt (EJPD/ BRP, Erläuterungen RPG, Art. 19 N 17). Anders als bezüglich der elektrischen Energie, di e mindestens innerhalb der Bauzonen in ihrer Funktion als Licht- und Kraftspenderin ohne ec hte Alternative bleibt und insofern zum baupolizeilich notwendigen Standard einer Erschliessung gehört, besteht im Bereich der Wärmeversorgung eine Konkurrenz von Energieträgern, i n die das Gemeinwesen unter dem Gesichtspunkt der Eigentumsgarantie sowie der Handels- u nd Gewerbefreiheit mit Mass- nahmen, die auf die Monopolisierung eines bestimmten E nergieträgers hinauslaufen, nur eingreifen darf, wenn sie auf klarer gesetzlicher Grund lage beruhen, im öffentlichen Interesse liegen und dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz genügen (e benso Urteil des Verwaltungs- gerichts Zürich vom 28. Februar 1996, publ. in: Rechensch aftsbericht an den Kantonsrat [RB] 1996 Nr. 72 und ZBl 97/1996, S. 456 ff.). Weil die planmässige Festlegung einer leitungs- gebundenen Wärmeversorgung einen Anschluss- und Benutzung szwang beinhaltet und damit andere Energieträger ausschliesst, bedarf es einer besond eren energierechtlichen Grundlage, sei es in einer bau- und planungsrechtlichen Bestimmung mit energierechtlicher Zielsetzung (nominales Raumplanungsrecht) oder in einem energiere chtlichen Erlass (funktionales Raum- planungsrecht; vgl. dazu Urteil des Verwaltungsgerichts Z ürich vom 28. Februar 1996, publ. in: Rechenschaftsbericht an den Kantonsrat [RB] 1996 Nr. 72, E. 4). Eine solche fehlt jedoch wie erwähnt im Kanton Basel-Landschaft, zumal auch § 3 RBG , welcher einzig allgemeine Ziele und Grundsätze der Raumplanung beinhaltet, den Anfo rderungen an eine ausreichende gesetzliche Grundlage offensichtlich nicht genügt. Damit erübrigt es sich, im Einzelnen zu prüfen, ob die kommunalen Bestimmungen zur Zone Wärmev erbund auch im öffentlichen Inte- resse liegen und dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit genügen würden (vgl. zum Vorliegen eines öffentlichen Interesses: Urteil des Bundesgerichts [1 P.193/1994] vom 12. Septem- ber 1994, publ. in: ZBl 96/1995 S. 272). 6.5. Demzufolge erweist sich der Entscheid des Regierungsra ts, die in den Zonenvor- schriften vorgesehen Anschlusspflicht aufzuheben, als rechtm ässig, weil dafür eine hin-Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichende gesetzliche Grundlage fehlt. Die Beschwerde i st damit auch in diesem Punkt ab- zuweisen. 7. Zusammenfassend ist die Beschwerde somit vollumfänglich a bzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Gemäss § 20 Abs. 4 VPO werden den kantonalen Behörden und Gemeinden Verfahrenskosten auferlegt, wenn sie – wie hier – das Kantonsgericht i n Anspruch nehmen. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2’200.-- gehen demgemäss zu Lasten der Beschwerdeführerin. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Die Beschwerdeführerin hat somit noch Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- zu bezahlen. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 30. Oktober 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_520/2014) erhoben.