<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00371</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203996&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00371</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.02.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wiederherstellung; Duldung der sexgewerblichen Nutzung<br/><br/>Die vom Beschwerdeführer bestrittene sexgewerbliche Nutzung der Appartements kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden (E. 2). Der baurechtliche Anspruch der Behörden zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verwirkt grundsätzlich erst nach 30 Jahren (E. 3.1 f.). Vertrauensschutz: Bei behördlicher Duldung des baurechtswidrigen Zustands über Jahre rechtfertigt sich eine kürzere Verwirkungsfrist; nicht jedoch bei vierjähriger Untätigkeit. Keine Gutgläubigkeit des Beschwerdeführers (E. 3.3). Abweisung der Beschwerde (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DULDUNG">DULDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTÃTIGKEIT">UNTÃTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWIRKUNGSFRIST">VERWIRKUNGSFRIST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 5. November 2002 verweigerte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Nutzung der im ersten Obergeschoss bis Dachgeschoss des GebÃ¤udes an der L-Strasse gelegenen RÃ¤ume zu sexgewerblichen Zwecken; gleichzeitig befahl sie den EigentÃ¼mern und allfÃ¤lligen Rechtsnachfolgern dafÃ¼r zu sorgen, dass bis spÃ¤testens drei Monate nach Rechtskraft des Beschlusses die sexgewerbliche Nutzung der erwÃ¤hnten LokalitÃ¤ten, insbesondere durch A, durch allfÃ¤llig Rechtsnachfolger/innen bzw. Untermieter/innen oder sonstige Drittpersonen beendet werde. Zudem wurde A als Mieter sowie allen Rechtsnachfolgern und -nachfolgerinnen im Sinne der ErwÃ¤gungen befohlen, bis spÃ¤testens drei Monate ab Rechtkraft des Beschlusses die sexgewerbliche Nutzung der von ihm vom ersten Obergeschoss bis zum Dachgeschoss der Liegenschaft an der L-Stras­se gemieteten LokalitÃ¤ten zu beenden, die LokalitÃ¤ten zu rÃ¤umen und dafÃ¼r besorgt zu sein, dass allfÃ¤llige darin befindliche Drittpersonen, insbesondere Prostituierte, diese RÃ¤ume verlassen. Bis spÃ¤testens zwei Monate ab Rechtskraft des Beschlusses hÃ¤tten die Adres­saten Bericht Ã¼ber die zur ErfÃ¼llung des Befehls getroffenen Massnahmen zu erstatten. FÃ¼r den Fall der nicht fristgemÃ¤ssen RÃ¤umung wurde das Amt fÃ¼r Baubewilligungen zur Zwangsvollstreckung ermÃ¤chtigt.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den gegen diesen Beschluss von A erhobenen Rekurs wies die Baurekurskommission I am 5. September 2003 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 13. Oktober 2003 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, die angefochtenen BeschlÃ¼sse der Bausektion und der Baurekurskommission aufzuheben und die Bausektion anzuweisen, die baurechtliche Bewilligung, soweit eine solche Ã¼berhaupt erforderlich sei, zu erteilen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet in erster Linie die Nutzung der von ihm gemieteten Appartements zu sexgewerblichen Zwecken. Die Aufgabe einer allfÃ¤lligen solchen Nutzung kÃ¶nne jedenfalls nicht mehr verlangt werden, weil der Anspruch auf Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands wegen Schaffung eines Vertrauenstatbestands bzw. wegen Fristablaufs verwirkt sei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz schloss am 21. Oktober 2003 auf Abweisung der Beschwerde. Die Bausektion beantragte am 12. November 2003, die Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen VerfÃ¼gung vom 5. November 2002 und die Vorinstanz im Rekursentscheid vom 5. September 2003 haben die BewilligungsfÃ¤higkeit der sexgewerblichen Nutzung in zahlreichen Appartements der streitbetroffenen Liegenschaft sowohl nach dem heute geltenden Recht als auch nach demjenigen geprÃ¼ft, das im Zeitpunkt der eigenmÃ¤chtigen Umnutzung galt, welche nach Angaben der damaligen Eigen­tÃ¼merin am 1. April 1991, nach frÃ¼heren Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers bereits im Jahr 1988 erfolgt sein soll. Beide Instanzen sind zum Schluss gekommen, dass die sex­gewerbliche Nutzung weder dem geltenden Recht entspricht, noch nach dem 1991 oder 1988 geltenden Recht bewilligungsfÃ¤hig war. Diese zutreffenden ErwÃ¤gungen, auf die gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) verwiesen werden kann, werden vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht in Frage gestellt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet in erster Linie, dass die von ihm untervermieteten Appartements in der Liegenschaft an der L-Strasse sexgewerblich genutzt wÃ¼rden. Es mÃ¶ge zutreffen, dass gemÃ¤ss den Rapporten der Sittenpolizei Prostituierte die Appartements im vierten Stock zu diesem Zweck gemietet hÃ¤tten. Diese Wohnungen stÃ¼nden jedoch nicht mehr zur Diskussion. Die Zimmer im ersten bis dritten Obergeschoss vermiete der BeschwerdefÃ¼hrer mehrheitlich an Brasilianerinnen mit Touristenvisa, wobei die Wohnungen ausschliesslich zu Wohnzwecken genutzt werden dÃ¼rften. Sie verfÃ¼gten denn auch Ã¼ber keinerlei Einrichtungen wie Massageliegen, Spiegel, Sauna oder Dampfbad, und seien sehr einfach, wie gewÃ¶hnliche Hotelzimmer eingerichtet. Es treffe nicht zu, dass die vom BeschwerdefÃ¼hrer gemieteten RÃ¤ume durch die Untermieter eigenmÃ¤chtig zu sexgewerblichen Zwecken umgenutzt worden seien; jedenfalls seien sie mehrheitlich Brasilianerinnen mit Touristenvisa, was nicht "eo ipso" bedeute, dass es sich um Prostituierte handle, zumal sie ohne Arbeitsbewilligung Ã¼berhaupt nicht arbeiten dÃ¼rften. Die Wohnungen wÃ¼rden auch an andere Frauen und MÃ¤nner aus dem Ausland vermietet. Durch die Untervermietung seien bisher keinerlei stÃ¶rende Immissionen entstanden und die Liegenschaft sei von der Sittenpolizei auch nicht als Salon oder Ã¤hnliches registriert. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span> Die Vorinstanz hat im Rekursverfahren, in welchem der BeschwerdefÃ¼hrer gegen die Sachverhaltsfeststellungen der BaupolizeibehÃ¶rde bereits die nun auch im Beschwerdeverfahren vorgebrachten EinwÃ¤nde erhoben hatte, von der Stadtpolizei einen Amtsbericht Ã¼ber die tatsÃ¤chliche Nutzung der vom BeschwerdefÃ¼hrer in der Liegenschaft an der L-Stras­se untervermieteten Appartements eingeholt. Laut diesem Bericht vom 13. MÃ¤rz 2003 wurden zwischen dem 14. Oktober 2002 und dem 24. April 2003 in und um die Liegenschaft an der L-Strasse insgesamt acht Frauen wegen des Verdachts auf Prostitution kontrolliert, wobei es in vier FÃ¤llen zu Verzeigungen kam, wÃ¤hrend bei den anderen vier Frauen die Prostitution nicht rechtsgenÃ¼gend nachgewiesen werden konnte, obwohl teilweise in den Appartements das entsprechende Handwerkszeug entdeckt wurde und sich die Frauen in aufreizender Kleidung vor der Liegenschaft an der L-Strasse oder in der ebenfalls in dieser Liegenschaft befindlichen "Bar M" aufhielten. Laut Bericht logierten die kontrollierten und verhafteten Frauen in den Appartements Nrn. 13, 14, 22, 32 und zweimal in einem Appartement im fÃ¼nften Stock.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Baurekurskommission ist aufgrund dieses Amtsberichts, zu dem sich der BeschwerdefÃ¼hrer innert der ihm angesetzten Frist nicht vernehmen liess, sowie der weiteren Berichte, welche bereits von der BaupolizeibehÃ¶rde eingeholt worden waren, zum Schluss gekommen, dass die vom BeschwerdefÃ¼hrer untervermieteten RÃ¤umlichkeiten zu sexgewerblichen Zwecken genutzt werden. Die im Rekurs erhobenen EinwÃ¤nde, nÃ¤mlich dass die Appartements wie gewÃ¶hnliche Hotelzimmer und nicht wie Massagesalons eingerichtet seien und dass nicht alle Brasilianerinnen oder Frauen mit Touristenvisa zugleich auch Prostituierte seien, vermÃ¶chten gegen diese klare Aktenlage nicht aufzukommen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auch vor Verwaltungsgericht bringt der BeschwerdefÃ¼hrer nichts vor, was die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanzen als unrichtig oder ungenÃ¼gend erscheinen lÃ¤sst. Wie aus dem Bericht der Stadtpolizei vom 26. Januar 1999 hervorgeht, hatte der BeschwerdefÃ¼hrer neben dem Gastwirtschaftslokal im Erdgeschoss ("Bar M") in den Obergeschossen damals 22 Appartements und zwei Dachgeschoss-Wohnungen gemietet, die er an Prostituierte oder an Frauen vermietete, die der Prostitution verdÃ¤chtigt wurden. Bereits die Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer schon damals die fÃ¼r Fr. 826.- bis Fr. 920.- monatlich angemieteten und einfach mÃ¶blierten Appartements fÃ¼r Fr. 1'700.- bis Fr. 2'200.- untervermietet hat, ist ein deutlicher Hinweis auf die Vermietung zu sexgewerblichen Zwecken. Dass sich insofern die VerhÃ¤ltnisse geÃ¤ndert hÃ¤tten, macht der BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend. Zwar scheinen die behÃ¶rdlichen BemÃ¼hungen bei der EigentÃ¼merschaft dazu gefÃ¼hrt zu haben, dass sich die Zahl der von ihm gemieteten Appartements verringert hat und sich diese nun auf die unteren Stockwerke der Liegenschaft an der L-Strasse beschrÃ¤nken. An der sexgewerblichen Nutzung der untervermieteten Appartements hat sich jedoch nichts geÃ¤ndert. GemÃ¤ss dem von der Baurekurskommission eingeholten Amtsbericht der Stadtpolizei vom 13. MÃ¤rz 2003 logierten mindestens drei der wegen Verdachts auf Prostitution kontrollierten und verhafteten Frauen in Appartements, die ihnen der BeschwerdefÃ¼hrer untervermietet hatte. Wenn sich diese Frauen in oder auf der Strasse vor der Liegenschaft an der L-Strasse der Prostitution verdÃ¤chtig gemacht haben und dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r einfach mÃ¶blierte Zimmer rund das Doppelte der von ihm selber entrichteten Miete bezahlen, und zwar fÃ¼r RÃ¤umlichkeiten im ersten Obergeschoss der Liegenschaft, wo nach Angaben der EigentÃ¼merschaft wegen des LÃ¤rms der Bar im Erdgeschoss an eine Vermietung an seriÃ¶se Mieter nicht zu denken sei, so ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass sie die ihnen vom BeschwerdefÃ¼hrer untervermieteten Appartements zu sexgewerblichen Zwecken nutzen. Dass diese Mieterinnen nur Ã¼ber Touristenvisa verfÃ¼gen, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Ebenso ist die Argumentation unbehelflich, dass die RÃ¤umlichkeiten nicht als Massage-Salon oder dergleichen sittenpolizeilich registriert sind und auch nicht Ã¼ber Besonderheiten wie Massageliegen, Spiegel, Sauna oder Dampfbad verfÃ¼gen, welche zur AusÃ¼bung von Geschlechtsverkehr und dergleichen bekanntermassen nicht zwingend erforderlich sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht sodann geltend, die Beschwerdegegnerin kÃ¶nne die Aufgabe der sexgewerblichen Nutzung nicht mehr verlangen, weil dieser Anspruch wegen Schaffung eines Vertrauenstatbestands bzw. wegen Fristablaufs verwirkt sei.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Nach § 341 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde, ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts verwirkt im Bereich des Baurechts der Anspruch der BehÃ¶rden, die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands zu verlangen, aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit grundsÃ¤tzlich nach 30 Jahren (BGE 107 Ia 121 E. 1b). Diese Voraussetzung ist hier offenkundig nicht erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Eine kÃ¼rzere Verwirkungsfrist rechtfertigt sich nach der bundesgerichtlichen Recht­sprechung aus GrÃ¼nden des Vertrauensschutzes (Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999), und zwar namentlich dann, wenn die BaubehÃ¶rden zwar vor Ablauf der 30-jÃ¤hrigen Frist einschreiten, den baurechtswidrigen Zustand aber Ã¼ber Jahre hinaus duldeten, obschon ihnen die Gesetzwidrigkeit bekannt war oder sie diese bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hÃ¤tten kennen mÃ¼ssen (BGE 107 Ia 121 E. 1c). Allerdings darf die blosse UntÃ¤tigkeit nur mit grosser ZurÃ¼ckhaltung als behÃ¶rdliche Duldung interpretiert werden (BGr, 19. September 2001, 1P.768/2000 E. 4c, www.bger.ch, ZBl 103/2002, S. 188, 195; VGr, 24. Januar 2002, BEZ 2002 Nr. 4 E. 4a; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/ 1988, S. 261 E. 3b; Beatrice Weber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 228; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 879; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Rz. 652).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie die Baurekurskommission unwidersprochen festgestellt hat, sind die stÃ¤dtischen BehÃ¶rden im Sommer 1998 von privater Seite auf die unbewilligte Umnutzung aufmerksam gemacht worden. In der Folge hat die zustÃ¤ndige BaupolizeibehÃ¶rde die damalige EigentÃ¼merin auf die unzulÃ¤ssige Nutzung aufmerksam gemacht, worauf sich diese um die AuflÃ¶sung der mit dem BeschwerdefÃ¼hrer eingegangenen MietverhÃ¤ltnisse fÃ¼r 22 Wohnungen bemÃ¼hte. ZunÃ¤chst wegen der vom BeschwerdefÃ¼hrer angestrengten Anfechtung der KÃ¼ndigungen und in der Folge wegen Handwechsels verzÃ¶gerte sich die von der alten und der neuen EigentÃ¼merschaft den BehÃ¶rden in Aussicht gestellte Beendigung der MietverhÃ¤ltnisse mit dem BeschwerdefÃ¼hrer. Als sich im FrÃ¼hjahr 2002 herausstellte, dass auf diesem Weg die unzulÃ¤ssige Nutzung nicht zu unterbinden war, erliess die Bausektion am 5. Novem­ber 2002 die angefochtene VerfÃ¼gung. Von einer Duldung der rechtswidrigen Nutzung Ã¼ber Jahre hinaus kann somit keine Rede sein. Dass die unzulÃ¤ssige Nutzung seit 1988 anhalte, was die Vorinstanz als unglaubwÃ¼rdig beurteilt hat, macht der BeschwerdefÃ¼hrer vor Verwaltungsgericht nicht mehr geltend. Abgesehen vom Fehlen einer Vertrauensgrundlage konnten dem BeschwerdefÃ¼hrer, der nach eigenen Angaben vom Dezember 1999 um die AnstÃ¤nde mit der Baupolizei wusste, die BeweggrÃ¼nde fÃ¼r die von den EigentÃ¼mern angestrebte AuflÃ¶sung der MietverhÃ¤ltnisse nicht verborgen geblieben sein, weshalb er sich nicht auf seinen guten Glauben berufen kann. Dass die ZÃ¼rcher Praxis das Sexgewerbe aus intensiv genutzten Wohnzonen generell ausschliesst (RB 1997 Nr. 65 [Leitsatz] = BEZ 1997 Nr. 1 [volle BegrÃ¼ndung]), ist allgemein bekannt und hÃ¤tte jedenfalls dem in dieser Branche tÃ¤tigen BeschwerdefÃ¼hrer bei der gebotenen Sorgfalt bekannt sein mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist abzuweisen. Die Gerichtskosten sind dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Angesichts des Streitwerts rechtfertigt sich eine GerichtsgebÃ¼hr von Fr. 6'000.-. Da sich die Beschwerde zudem als offensichtlich unbegrÃ¼ndet erweist, ist der BeschwerdefÃ¼hrer zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (einschliesslich MWSt) an die Beschwerdegegnerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. b VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (einschliesslich MWSt) an die Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft des Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>