Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Juli 2017 (720 17 67 /174) ___________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Adipositas wirkt sich nicht invalidisierend aus Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1959 A.____ arbeitete seit dem 1. Juli 1984 in einem 100%-Pensum als Logistiker bei der B.____ AG. Am 21. September 2011 (Eingang) meldete er sich bei der Invalidenversi- cherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 23. Mai 2012 das Leistungsbegehren ab. Nachdem das Arbeitsverhältnis des Versicherten bei der B.____ AG per 30. Juni 2012 aufgelöst worden war, bezog er vo n Juli 2012 bis Januar 2013 Taggelder der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitslosenversicherung. In der Zeit vom Februar 2013 bis Dezember 2014 lebte A.____ in X.____. A.2 Am 4. August 2015 reichte der Versicherte erneut e in Leistungsgesuch bei der IV ein und beantragte die Ausrichtung einer Rente, wobei er auf häufige Migräne, kardiologische Be- schwerden, körperliche Beeinträchtigung an der Wirbelsä ule mit ständigen starken Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit, Taubheitsgefühl im l inken Bein und beidseitig an den Ze- hen hinwies. Die IV-Stelle prüfte die erwerblichen un d die gesundheitlichen Verhältnisse und lehnte das Gesuch mit Verfügung vom 17. Februar 2017 ma ngels rentenbegründenden IV- Grads nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren ab. B. Hiergegen erhob A.____ am 24. Februar 2017 / 7. März 2017 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicher ungsrecht (Kantonsgericht), und bean- tragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Zu r Begründung brachte er im Wesentli- chen vor, dass der Entscheid der IV-Stelle auf unzureichen den medizinischen Unterlagen beru- he. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei er nicht mehr als Logistiker arbeits- fähig und kein Arzt habe ihn seit Frühjahr 2015 zu 10 0% arbeitsfähig geschrieben. In Ergän- zung zu den bisherigen Eingaben reichte der Beschwerdefü hrer am 4. April 2017 einen weite- ren medizinischen Bericht ein. C. Mit Verfügung vom 11. April 2017 bewilligte die i nstruierende Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdef ührer für das Beschwerdever- fahren die unentgeltliche Prozessführung. D. Die IV-Stelle liess sich mit Eingabe vom 2. Mai 2017 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim sachlich wie ör tlich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Vorliegend ist strittig und zu prüfen, ob die IV-S telle den Anspruch des Beschwerdefüh- rers auf eine Rente zu Recht verneinte. Massgebend ist de r Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 17. Februar 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art . 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidität [IVG] vom 19. Juni 1959). Unter Erwerbsunf ähigkeit ist der durch Beeinträchtigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich- keiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbe itsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Diese Definitionen entsprechen den vor Inkrafttreten des ATSG per 1. Januar 2003 von der Rechtsprechung entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung (BGE 130 V 343 ff.). 3.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Di agnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine V iertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der IV-Gr ad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der IV-Grad b estimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; bereits für den Zeitraum vor 1. Jan uar 2003: BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Un terlagen angewiesen, die vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufg abe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem U mfang und bezüglich welcher Tätig- keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BG E 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen e ine wichtige Grundlage für die Beurtei- lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus- geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Inva- liditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entsche idend, ob der Bericht für die strei- tigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun gen beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.3 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen de n IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Ve rfügung. Sie setzen die für die IV nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsf ähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2 bis IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Unter- suchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 der Vero rdnung über die Invalidenversiche- rung [IVV] vom 17. Januar 1961). RAD-Berichte sind ver sicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Ver- fahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 4.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me- dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde- rungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5 .1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist hin- sichtlich des Beweiswerts wie folgt zu differenzieren: Bezü glich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche "nicht oh ne zwingende Gründe" von den Ein- schätzungen des medizinischen Experten ab. Hinsichtlich von Versicherungsträgern im Verfah- ren nach Art. 44 ATSG eingeholter, den Anforderunge n der Rechtsprechung entsprechender Gutachten externer Spezialärzte wurde festgehalten, das Gericht dürfe diesen Gutachten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Exper- tise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztl icher Abklärungen - zu denen die RAD-Berichte gehören - kann nicht abgestellt werden, we nn auch nur geringe Zweifel an ihrer Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bunde sgerichts vom 12. April 2017, 8C_839/2016, E. 3.1 f.; BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7). 4.5 Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie au ch der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bu ndesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind im Wesentlichen folgende medizini- schen Unterlagen zu beachten: 5.2.1 Am 4. August 2015 diagnostizierte Dr. med. D.___ _, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, Leitende Ärztin des Spitals E.____, chr onische Nackenschmerzen, eine chroni- sche Lumbalgie bei Osteochondrose LWK5/SWK1 sowie eine degenerative Spondylolisthese LWK4/LWK5 (MRI der Lendenwirbelsäule [LWS] vom 13. Mä rz 2015: eine degenerative Pseu- doanterolisthese LWK4 auf LWK5 Meyerding 1), eine bil aterale Spondylarthrose mit Punctum maximum LWK4/LWK5, eine Osteochondrose LWK5/SWK1 und eine kleine breitbasige Protru- sio LWK3/LWK4. Das Vorliegen einer Spinalkanalstenose o der Wurzelkompressionen wurde verneint. Weiter lägen eine knöcherne Einengung der Neuroforamina HWK 3/4 rechts und HWK 5/6 beidseits, eine degenerativ bedingte minimale Ant erolisthese von HWK 7 auf LWK Iyon ca. 2 mm, degenerativ bedingte multisegmentale Veränderun gen der HWS mit multisegmentalen Osteochondrosen, Uncovertebralarthrosen, Retrospondylosen sowie Spondylarthrosen beid- seits vor. Als Nebendiagnosen wurden ein Status nach zere brovaskulärem Insult und ein Ver- dacht auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) bei anamnestischer Angina pectoris genannt. 5.2.2 Dr. med. E.____, FMH Allgemeinmedizin, führte in seinem Bericht vom 28. Oktober 2015 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit ein prolongiertes reversibles is- chämisches neurologisches Defizit (PRIND)/CVI mit Hemipare se links (2005), eine morbide Adipositas BMI 41 kg/m2 mit Belastungsintoleranz sowie ei n Lumbovertebralsyndrom auf. Der Beschwerdeführer sei adipös, zeige aber keine Herzinsuffizi enzzeichen. Ebenso sei der HJ- Reflux negativ und es lägen keine Ödeme vor. Die Lunge nauskultation sei normal, die Reflexe seien symmetrisch und es bestünden keine Hinweise auf eine Hemiparese. Zurzeit sei mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nicht zu rechnen. 5.2.3 PD Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chirurgi e und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, Leitender Arzt des Spitals D.____, nan nte am 30. November 2015 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Spondylolisthese LWK 4/5 Meyerding Grad I degenerativ, Osteochondrose LWK 5/SWK 1, Verdacht auf Status nach transitorischer ischämi- scher Attacke (TIA) sowie Verdacht auf KHK bei anamnest isch bekannter Angina pectoris. Der Versicherte habe seit Monaten zunehmende lumbosacrale Beschwerden und befände sich in Abklärung. Arbeitsunfähigkeitszeugnisse würden nach dem Aktenstudium nicht vorliegen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.4 Prof. Dr. med. G.____, FMH Endokrinologie/Diab etologie und Allgemeine Innere Medi- zin, Chefarzt der Medizinischen Klinik H.____, diagnostizierte am 13. Juni 2016 eine Adipositas WHO Grad III, schwere rezidivierende Lumbalgien, ein ob struktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), eine Misch-Cephalea mit chronischen Nackenschmerzen u nd Migräne mit Aura, einen Status nach CVI 01/2016 und diskrete Paresen des linken B eines. Als Diagnosen ohne Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit gab Prof. Dr. G.____ e ine Dyslipidämie mit erhöhter Nüchternglu- kose, eine arterielle Hypertonie sowie eine Polyneuropa thie an. Die Einschränkungen würden sich durch eine Gewichtsreduktion vermindern lassen und mit einer Wiederaufnahme der Tätig- keit könne gerechnet werden, wobei der Zeitpunkt und d er Umfang noch nicht absehbar seien. Aufgrund der Rückenbeschwerden sei der Versicherte aktuell aber zu 100% arbeitsunfähig. 5.2.5 Im Bericht vom 1. Oktober 2016 nannte der behan delnde Hausarzt Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit eine Adipositas III bei Status nach laparoskopischer Schlauchgastrektomie im Juli 2016 bei ein em BMI von 43.8 kg/m 2, ein schwergradiges OSAS, ein chronisches rezidivierendes Lumbove rtebralsyndrom bei Osteo- chondrose LWK5/SWK1 und degenerativer Spondylolisthesis LWK4/LWK5, eine Misch- Cephalea bei chronischen Nackenschmerzen und Migräne mit Aura, eine ausgeprägte multifak- toriell bedingte Dekonditionierung sowie eine diskrete Parese des linken Beines. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. I.____ eine arterielle Hypertonie, eine Hy- perlipidämie, einen Verdacht auf eine beginnende Pol yneuropathie, eine Nikotinabhängigkeit und einen Status nach Gelegenheits-Cholezystektomie bei Cholelithiasis auf. Im Juli 2016 seien beim Versicherten eine Iaparoskopische Schlauchgastrektom ie und eine Cholezystektomie bei Adipositas III und anderweitig nicht behandelbarem OSA S durchgeführt worden. Er habe durch die Schlauchgastrektomie bisher 16 kg abgenommen. Im Ansc hluss an die Operation hätten sich jedoch Schluckbeschwerden gezeigt, die auf eine umschri ebene dilatationsbedürftige Ste- nose auf Höhe des proximalen Magens zurückzuführen gewe sen seien. Bei bereits deutlicher Aufweitung des Oesophagus sei nun eine Dilatationsbehand lung erfolgt. Die Anstrengungs- dyspnoe habe sich bereits soweit gebessert, dass der präope rativ - ausserhalb des Hauses - kaum mehr gehfähige Versicherte nun Spaziergänge bis zu einer Dauer von 30 Minuten unter- nehmen könne. Zudem habe die pharmakologische Therapie der arteriellen Hypertonie bei normalisierten Blutdruckwerten abgesetzt werden können. Bezüglich des Rücken- und Nacken- leidens habe ebenfalls eine leichte Schmerzverminderung festgestellt werden können. Der Ef- fekt der nun schrittweise gesteigerten medizinischen Trai ningstherapie bleibe aber abzuwarten. Die Verbesserung des OSAS sei noch nicht objektiviert, der Versicherte berichte aber über eine reduzierte Tagesmüdigkeit. In der angestammten Tätigkeit als Logistiker bestünde vom 8. März 2015 bis 14. Oktober 2015 eine 50%ige und ab 15. Oktober 2015 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Er könne lediglich physisch weniger anstrengende wechselbelastende Tä- tigkeiten ohne Notwendigkeit zum Heben oder Verschieben von Lasten verrichten. Aufgrund der persistierenden Anstrengungsdyspnoe werde das Arbeitstem po dauernd verlangsamt sein. Zu- dem bestehe eine leicht verminderte psychische Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit. Da die Rehabilitationsbehandlung noch nicht abgeschlossen sei, seien hier nur ungefähre Angaben möglich. Vermutlich könnte bei einer geeigneten Tätigk eit mittelfristig eine Arbeitszeit von 4 Stunden erreicht werden. Auch für leichtere wechsel haltige Arbeiten (z.B. Kontrolltätigkeiten Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei Konfektionierung etc.) werde der Versicherte ein vermindertes Arbeitstempo behalten, so dass auch mittelfristig eine Beeinträchtigung der Leist ungsfähigkeit um weitere 50% anzuneh- men sei. Ob durch die erwähnte leicht verminderte psychi sche Belastbarkeit und Anpassungs- fähigkeit das Erlernen neuer (digitalisierter) Prozesse erschwert sei, müsse derzeit offen blei- ben. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 2 5-30% scheine aber auch später kaum realisierbar zu sein. 5.2.6 In seiner Stellungnahme hielt der RAD-Arzt Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chi- rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 7. Dezember 2016 fest, dass sich wegweisende klinische oder gar bildgebende Befunde, w elche qualitative oder quantitative Funktionseinschränkungen mit plausibler Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt aus- geübten Tätigkeit begründen könnten, in den umfassende n und differenzierten medizinischen Abklärungen letztlich nicht feststellen liessen. Deshalb könne unter versicherungsmedizinischen Kriterien keine massgebliche und dauerhafte Arbeitsunfä higkeit bestätigt werden. Bei genauer Betrachtung handle es sich um unspezifische Beschwerden. S o seien Rückenschmerzen zervi- kal und auch lumbal weit verbreitet. Diese liessen sich je doch in der Regel durch entsprechen- de Aktivitäten und Physiotherapie gegebenenfalls auch m it zeitweiser Analgesie soweit erfolg- reich behandeln, dass eine körperlich nicht über Gebühr beanspruchende Tätigkeit wieder un- limitiert zumutbar sei. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn - wie vorliegend - keinerlei neurokompressive Pathologien im Bereich des Achsenorgans zu finden seien. Eine diskrete Parese des linken Beins habe nach umfassender Abklärung möglicher peripherer und auch zentraler Ursachen keiner Pathologie zugeordnet werden können. Darüber hinaus sei die gene- rell mögliche Funktionseinschränkung nur von geringer Au sprägung, so dass sich auch daraus keine wesentliche Limitierung der Arbeitsfähigkeit able iten liesse. Analog könne dies auch für die Sensibilitätsstörung mit Taubheitsgefühl (Hypästhesie) der plantaren Zehen beidseits gel- ten, denn elektroneurographisch hätten wesentliche Pa thologien wie z.B. eine Polyneuropathie ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus könnten sich die daraus ableitenden Funkti- onseinschränkungen nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswi rken. Vergleichbar gelte dies auch für die Migränesymptomatik, die durchaus zu zeitlich befristete n Arbeitsausfällen von wenigen Ta- gen Anlass geben könne. Auch diese sei jedoch mit entspr echender Medikation als behandel- bar einzustufen, womit dieser medizinische Sachverhalt k einen invalidisierenden Charakter im Sinne einer monate- oder gar jahrelangen nicht behan delbaren Einschränkung begründen kön- ne. Der Status nach Hemisymptomatik stehe ebenfalls ohne w eitere wegweisende Abklärungs- ergebnisse und ohne bleibende Ausfälle im Raum und k önne somit nicht als dauerhaft die Ar- beitsfähigkeit einschränkend eingestuft werden. Hingege n seien psychosoziale Faktoren aus- gewiesen, welche das subjektive Krankheitsempfinden des Ve rsicherten massgeblich beein- flussen dürften. So habe er nach knapp 2-jähriger Selb ständigkeit in X.____ offensichtlich sei- nen Job verloren und versuche nun nach seiner Rückkehr in de r Schweiz wieder Fuss zu fas- sen. Bislang seien jedoch mehrere Bewerbungen erfolglos gewesen und er sei mit seiner Frau vom Sozialamt abhängig. Zur Arbeitsfähigkeit äusserte sich der RAD-Arzt Dr. J.____ dahingehend, dass für die Zeitdauer stationärer Aufenthalte und die jeweiligen Nachbehand lungen wie z.B. nach dem bariatrischen Eingriff vom Juli 2016 eine ca. dreimonatige Arbeitsu nfähigkeit im Sinne der postinterventionel- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht len Rehabilitation nachvollzogen werden könne. Späte stens ab dem Untersuchungszeitpunkt bei Dr. I.____ am 13. September 2016 sei jedoch von ei ner uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Logistiker auszugehen. 5.2.7 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens diagnostiziert e PD Dr. F.____ am 21. März 2017 eine Spondylolisthese LWK 4/5 Meyerding Grad I de generativ und eine Osteochondrose LWK 5/SWK 1. Der Versicherte berichte über starke wechselhafte Schmerzen am Rücken beim Gehen, Stehen, Sitzen und Liegen, so dass er häufige P ositionswechsel durchführen müsse. Klinisch sei die führende Pathologie zum aktuellen Zeit punkt unklar. Der Beschwerdeführer ha- be mehrere degenerative Veränderungen und das klinische Beschwerdebild zeige Hinweise für verschiedene Ursachen. Augenfällig sei die motorische Schwä che, welche sich im Vergleich zum neurologischen Untersuchungsbefund von vor 2 Jahren deu tlich verschlechtert habe. Der Versicherte werde daher in der neurologischen Abteilung des Spitals D.____ weiter untersucht. 5.2.8 In seiner RAD-Stellungnahme vom 19. April 2017 führte Dr. J.____ zum Bericht von PD F.____ vom 21. März 2017 aus, dass die diagnostischen B emühungen der behandelnden Ärzte weiter um die subjektiven Beschwerden des Versicher ten kreisen würden, welche auch diesen nicht hinlänglich klar seien. Letztlich handle es sich um altbekannte Beschwerdebilder. Die nun in der klinischen Untersuchung erwähnte auffäl lige Zunahme einer motorischen Schwäche der unteren Extremität korreliere bildgebend i m MRT nicht mit entsprechenden neu- rokompressiven Pathologien. Eine massgebliche Progredienz der vorbekannten degenerativen Veränderungen sei nicht feststellbar. Auch würden klin isch typische sensible Ausfälle fehlen. Abgesehen davon würden motorisch noch relevante Restm uskelfunktionen beschrieben. Von der avisierten neurologischen Abklärung sei deshalb rei n versicherungsmedizinisch keine weg- weisende medizinische Information zu erwarten. Die allfällig eingeschränkte Motorik der unteren Extremitäten sei auch bereits in der RAD-Stellungnahme vom 7. Dezember 2016 berücksichtigt worden. Auch wenn diese Parese im Verlauf zugenommen hätte, würde sie die Fortbewegung aufgrund der erhobenen Messwerte nicht verunmöglichen. Z udem würden die neuen Befunde auch im medizinischen Kontext nichts an der bisherigen versicherungsmedizinischen Beurtei- lung ändern. 5.2.9 PD Dr. F.____ hielt am 25. April 2017 fest, da ss nach der am 7. April 2017 durchge- führten neurologischen Verlaufskonsultation keine Anhal tspunkte für eine lumbale Radikulopa- thie oder eine Myelopathie als Ursache der Beschwerde des Versicherten bestünden. Die Schmerzen würden als Knochenhautreizung interpretiert und die Fortsetzung der Schmerz- und der Physiotherapie werde empfohlen. 6.1 Die IV-Stelle stellte bei der Beurteilung des Ge sundheitszustandes des Versicherten vollumfänglich auf die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr . J.____ ab. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte den Beruf als Logistiker grundsätzlich ausüben könne. Ledig- lich für die Zeitdauer stationärer Aufenthalte und die jeweilige Nachbehandlung könne eine circa 3-monatige Arbeitsunfähigkeit angenommen werden. Sp ätestens seit der Untersuchung bei Dr. I.____ am 13. September 2016 sei der Beschwerdefüh rer wieder 100% arbeitsfähig in sei- ner angestammten Tätigkeit als Logistiker. Wie oben in Erwägung 4.4 festgehalten, ist der Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiswert von RAD-Berichten mit jenem externer medizinisc her Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern diese den praxisgemässen Anforderun gen an ein ärztliches Gutachten ge- nügen, die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt und nicht einmal geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigk eit bestehen. Die RAD-Berichte von Dr. J.____ erfüllen diese Voraussetzungen ohne weiteres . Zudem verfügt er als Facharzt der Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates üb er die notwendigen fachärztlichen Kenntnisse, um die Auswirkung der gestellten Diagnosen a uf die Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können. Dr. J.____ setzte sich denn auch mit der medizini schen Aktenlage sorgfältig auseinan- der und begründete seine Einschätzung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit gestützt auf die Be- funde und Beurteilungen der behandelnden Ärzte schlüssi g und nachvollziehbar. Dabei stellte er zu Recht fest, dass Dr. E.____ und Dr. I.____ keine ei nleuchtenden Zumutbarkeitsbeurtei- lungen vornahmen. Dr. E.____ hielt am 28. Oktober 201 5 einzig fest, dass dem Beschwerde- führer die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit n icht zumutbar sei. Ob er diese Aussage auf die angestammte Tätigkeit als Logistiker bezog oder eine Verweistätigkeit meinte, ist dem Bericht nicht zu entnehmen. Mit Dr. J.____ ist diesbezü glich jedoch festzuhalten, dass Dr. E.____ keine massgeblichen Funktionseinschränkungen nannte, welche einer beruflic hen Tätigkeit entgegenstanden. Dr. I.____ ging sodann in seinem Bericht vom 1. Oktober 2016 da- von aus, dass der Beschwerdeführer vom 8. März 2015 bis 14 . Oktober 2015 zu 50% und ab diesem Datum vollständig arbeitsunfähig sei. Da Dr. I._ ___ den Beschwerdeführer erst ab 29. Oktober 2015 behandelte, erscheint seine Bescheinigun g der Arbeitsunfähigkeit ab März 2015 zweifelhaft. Die über Mitte Oktober 2015 hinaus b escheinigte ganze Arbeitsunfähigkeit wiederspricht den Angaben von PD Dr. F.____, der am 30. November 2015 keine Einschrän- kung attestierte. In Bezug auf dessen Ausführungen vom 1. Oktober 2016 steht fest, dass beim Beschwerdeführer nach der im Juli 2016 durchgeführten Schlauchgastrektomie bereits eine wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes eingetreten war und dieser 30-minütige Spaziergänge unternehmen kann. Zudem konnte er die Blu tdruckmedikamente absetzen und die Rückenbeschwerden haben sich ebenfalls leicht gebessert . Seine Zumutbarkeitsbeurtei- lung, wonach der Beschwerdeführer auch in einer adapti erten Tätigkeit nicht mehr als 20% - 30% arbeitsfähig sein soll, ist unter diesen Umständen n icht nachvollziehbar. Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Untersuchung bei Dr. I.____ im Wesentlichen ortho- pädische Beschwerden aufwies, welche aber gestützt auf di e Angaben der behandelnden Or- thopäden zu keiner dauernden Einschränkung der Arbeit sfähigkeit führten. Dr. C.____ verzich- tete in ihrem Bericht vom 4. August 2015 auf eine Beu rteilung der Arbeitsfähigkeit. PD Dr. F.____ hielt am 30. November 2015 fest, dass gar keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vorlä- gen. Einzig Prof. Dr. G.____ erachtete den Beschwerdef ührer in seinem Bericht vom 13. Juni 2016 aufgrund der Rückbeschwerden als 100% arbeitsunfähi g. In diesem Zusammenhang ist aber mit dem RAD-Arzt Dr. J.____ festzustellen, dass Prof . Dr. G.____ als Facharzt der Endo- krinologe, Diabetologie und der Allgemeinen Inneren Medizin nicht über die nötige Fachkompe- tenz verfügt, um die diagnostizierten orthopädischen Beschwerden überzeugend beurteilen und eine Zumutbarkeitsbeurteilung vornehmen zu können. Au ffallend ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass Prof. Dr. G.____ dem Beschwerdeführer aufg rund der in seinen Fachbereich fal- lenden Diagnosen wie die Adipositas keine Arbeitsunfähi gkeit attestierte. Dabei ist aber auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach di e Adipositas grundsätzlich keine zu Rentenleistungen berechtigende Invalidität bewirkt, w enn sie nicht körperliche oder geistige Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schäden verursacht oder nicht Ursache solcher Schäden ist. Li egen diese Voraussetzungen nicht vor, muss sie unter Berücksichtigung der besonderen G egebenheiten des Einzelfalles dennoch als invalidisierend betrachtet werden, wenn sie weder durch geeignete Behandlung noch durch zumutbare Gewichtsabnahme auf ein Mass reduzier t werden kann, bei welchem das Übergewicht in Verbindung mit allfälligen Folges chäden keine voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Beeinträchtigung der Erw erbsfähigkeit bzw. der Betätigung im bis- herigen Aufgabenbereich zur Folge hat (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 19. September 2012, 8C_496/2012, E. 2.2 mit Hinweisen). Zudem wurde bei ihm im Juli 2016 eine laparoskopische Schlauchgastrektomie durchgeführt, welche gemäss Angaben von Dr. I.____ in seinem Bericht vom 1. Oktober 2016 bereits eine deutliche Verbesserung d es Gesundheitszustandes bewirkte (vgl. oben E. 5.2.5). Unter diesen Umständen wurde di e Adipositas vorliegend zu Recht nicht als invalidisierend bezeichnet. Auch die übrigen Berichte sprechen gegen die Annahme von Dr. I.____ und die Auffassung des Beschwerdeführers, da ss ihm eine berufliche Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. So führte Dr. J.____ einleuchtend a us, dass weder die Migräne noch die diskrete Parese des linken Beins und die Sensibilitätsstörung mit Taubheitsgefühl der plantaren Zehen eine dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkei t verursachten. Dies bestätigen im Üb- rigen auch die Ergebnisse der am 7. April 2017 durchge führten neurologischen Verlaufskonsul- tation (vgl. oben E. 5.2.9), welche keine Anhaltspun kte für eine lumbale Radikulopathie oder eine Myelopathie ergeben hat. Somit gibt es keinen Anl ass daran zu zweifeln, dass der Versi- cherte auch mit seinen gesundheitlichen Beeinträchtigun gen in der Tätigkeit als Logistiker zu 100 % arbeitsfähig ist. 6.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Versicherte a us invalidenversicherungs- rechtlicher Sicht nicht in seiner Arbeitsfähigkeit als Log istiker eingeschränkt ist. Die IV-Stelle lehnte deshalb zu Recht einen Anspruch des Versicherte n auf eine Rente ab. Der verfügungs- weise Entscheid der IV-Stelle vom 17. Februar 2017 ist somit nicht zu beanstanden. Die Be- schwerde ist demzufolge abzuweisen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen- de Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten zu überbin den sind. Da ihm mit Verfügung vom 11. April 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewil ligt wurde, werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. Der Beschwerdef ührer wird in diesem Zusammen- hang jedoch auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Org anisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Parte i, der die unentgeltliche Rechtspfle- ge gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht