<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-02-24-1B_5-2020.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1B_5/2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Verfügung vom 24. Februar 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Chaix, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Störi. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Bertisch, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Untersuchungshaft, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 18. Dezember 2019 (UB190176-O/U/HON). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland führt gegen A.________ eine Strafuntersuchung wegen gewerbsmässigen Diebstahls. Sie wurde am 30. November 2019 zusammen mit B.________ verhaftet, als sie in einer Migros-Filiale in U.________ Waren im Wert von Fr. 535.40 in den Einkaufswagen legten, wovon B.________ Artikel im Wert von Fr. 11.- mit einem Selfscanning-Gerät erfasste und bezahlte, währendem A.________ mit den unbezahlten Waren den Kassenbereich verliess. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beiden mehrere gleichgelagerte Ladendiebstähle vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________ wurde am 3. Dezember 2019 in Untersuchungshaft versetzt, wogegen sie am 5. Dezember 2019 Beschwerde erhob. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Obergericht des Kantons Zürich wies die Beschwerde von A.________ am 18. Dezember 2019 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 30. Dezember 2019 beantragt A.________, sie auf freien Fuss zu setzen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Vernehmlassung vom 16. Januar 2020 teilt die Staatsanwaltschaft mit, sie habe A.________ heute aus der Untersuchungshaft entlassen und beantragt, die Beschwerde als gegenstandslos geworden abzuschreiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________ erklärt sich in ihrer Replik mit dem Antrag der Staatsanwaltschaft einverstanden, "soweit die Beschwerde nicht gutgeheissen werden" müsse. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Haftentscheid des Obergerichts. Dagegen ist die Beschwerde in Strafsachen nach den <span class="artref">Art. 78 ff. BGG</span> gegeben. Deren Erhebung setzt u.a. ein aktuelles Rechtsschutzinteresse voraus (<span class="artref">Art. 81 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die Beschwerdeführerin beantragt vor Bundesgericht, sie unter Auflagen aus der Haft zu entlassen. Die Staatsanwaltschaft hat sie nunmehr am 16. Januar 2020 freigelassen und damit dem entsprochen, was sie vor Bundesgericht beantragt hat. Ihre Beschwerde ist gegenstandslos geworden, sie hat kein aktuelles Rechtsschutzinteresse an der Anfechtung des Haftentscheids mehr. Von diesem Erfordernis sieht das Bundesgericht zwar ausnahmsweise ab, wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen jeweils unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine höchstrichterliche Prüfung stattfinden könnte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=06.02.2020&amp;to_date=25.02.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-II-670%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page670">BGE 131 II 670</a> E. 1.2 mit Hinweisen; Urteil 5A_187/2019 vom 24. April 2019 E. 2.1). Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt, schon weil sich keine Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung stellen. Der Umstand, dass sich die Beschwerdeführerin auch auf die EMRK beruft, rechtfertigt entgegen ihrer Auffassung ein Eintreten auf die Beschwerde nicht. Die Beschwerde ist als gegenstandslos geworden abzuschreiben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Bei Entfallen des Rechtsschutzinteresses bzw. Gegenstandslosigkeit des Verfahrens entscheidet das Bundesgericht mit summarischer Begründung über die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes (<span class="artref">Art. 71 BGG</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 72 BZP</span>). Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist somit in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=06.02.2020&amp;to_date=25.02.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-V-373%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page373">BGE 125 V 373</a> E. 2a S. 374 zur Praxis zu Art. 135 des früheren Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege [OG] in Verbindung mit <span class="artref">Art. 40 OG</span> und <span class="artref">Art. 72 BZP</span>). Dabei wird in erster Linie jene Partei kosten- und entschädigungspflichtig, die das gegenstandslos gewordene Verfahren veranlasst oder bei der die Gründe eingetreten sind, die zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 2C_201/2008 vom 14. Juli 2008 E. 2.3 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Nach der Verhaftung der Beschwerdeführerin und ihres Komplizen waren für die Staatsanwaltschaft zunächst verschiedene Fragen offen zu früheren Ladendiebstählen, die auch von ihnen begangen worden sein könnten. Es war damit zu befürchten, dass sich die beiden in Freiheit absprechen und die Untersuchung behindern könnten. Das Obergericht hat kein Bundesrecht verletzt, indem es Kollusionsgefahr annahm. Da die weiteren Haftvoraussetzungen ohne weiteres erfüllt waren, erweist sich die Anordnung von Untersuchungshaft gegen die Beschwerdeführerin bis zur Konfrontationseinvernahme, nach der sie umgehend entlassen wurde, als rechtmässig. Die Beschwerde wäre somit bei summarischer Prüfung abzuweisen gewesen. Sie war indessen nicht von vornherein aussichtslos, und die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin scheint ausgewiesen, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Vertretung gutzuheissen ist (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/64/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/64/1" type="start"></artref>Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/64/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Dementsprechend sind keine Kosten zu erheben, und der Anwalt der Beschwerdeführerin ist angemessen zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach verfügt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird gutgeheissen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Rechtsanwalt Christoph Bertisch, Zürich, wird für das bundesgerichtliche Verfahren als amtlicher Verteidiger eingesetzt und mit Fr. 1'500.-- aus der Bundesgerichtskasse entschädigt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Diese Verfügung wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 24. Februar 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Chaix </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Störi </div> </div></body></html>