<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00104</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106833&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00104</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.09.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe von Architekturarbeiten für die Sanierung eines Schulhauses (Vorbefassung) Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1a); Streitgegenstand (E. 1b). Legitimation (E. 2). Rüge der Vorbefassung (E. 3a und 3b); genügende gesetzliche Grundlage: Personen, die vergabeseitig an der Submission mitgewirkt haben, sind als Anbieter ausgeschlossen (E. 3c aa). Vorliegend verfasste die Mitbeteiligte die wesentlichsten Grundlage der Vergabe und ist folglich auszuschliessen (E. 3c bb). Teilweise Gutheissung der Beschwerde (E. 4). Zuschlag auf das wirtschaftlich günstigste Angebot (E. 5a); Zuschlagskriterien im vorliegenden Fall (E. 5b); keine Offertbereinigungen (E. 5c); Vorsprung der Beschwerdeführerin gegenüber der Mitbeteiligten (E. 5d). Keine Anhaltspunkte für die Befangenheit eines Bauausschussmitglieds (E. 6). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AUSSTAND">AUSSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CHANCENGLEICHHEIT">CHANCENGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ETAPPIERUNG">ETAPPIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBMISSION">SUBMISSION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRANSPARENZ">TRANSPARENZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV">ÃBRIGES ZU ART. 8,9,29 FF. BV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORBEFASSUNG">VORBEFASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORBEREITUNGSHANDLUNG">VORBEREITUNGSHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WISSENSVORSPRUNG">WISSENSVORSPRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 lit. IV GPA</span><br/><span class="gerade">Art. 11 lit. I a IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 18 lit. IV SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 26 lit. I d SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 5a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Am 7. Dezember 2001 erÃ¶ffnete die Schulgemeinde X ein Vergabeverfahren fÃ¼r den Architekturauftrag zur Sanierung und Erweiterung der Schulanlage M, X. Insgesamt gin­­gen 10 Offerten mit bereinigten Kosten in der HÃ¶­he von Fr. 182'924.- bis Fr. 322'800.- ein. Mit Beschluss der Schulpflege X vom 5. MÃ¤rz 2002 wurde der Auftrag dem Firma B, in Y, zum offerierten Pauschalpreis von Fr. 225'000.- vergeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Beschwerde vom 2. April 2002 liess die A AG, Winterthur, dem Verwaltungs­­gericht beantragen, der Vergabeentscheid sei aufzuheben und es seien ihr die Arbeiten zum offerierten Pauschalpreis von Fr. 185'000.- zu vergeben. Even­tuell sei festzustellen, dass der Zuschlag an die Mitbeteiligte rechtswidrig erfolgt sei. Ferner wurde um Erteilung der aufschie­benden Wirkung und Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung ersucht. â Die Schulgemein­de X liess am 13. Mai 2002 Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Er­teilung der aufschiebenden Wirkung beantragen. Sodann wurde ebenfalls um Zusprechung einer Par­teientschÃ¤digung ersucht. Das mitbeteiligte Firma B, Y, liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 17. Mai 2002 wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Replik und Duplik vom 8. Juli bzw. 12. August 2002 hielten die Parteien im We­­sentlichen an ihren Standpunkten fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Parteivorbringen werden â soweit wesentlich â nachfolgend wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittel­­­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwer­de­verfahren finden die Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 Anwendung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin replikando erhobenen EinwÃ¤nde gegen die offenbar freihÃ¤ndige Vergabe des der Ausschreibung vorausgegangenen Projektierungsauftrags an die Mitbeteiligte und die entsprechenden vertraglichen ModalitÃ¤ten kÃ¶nnen nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Ein nicht berÃ¼cksichtigter Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeent­scheid legitimiert, wenn er bei deren Gutheissung eine realistische Chance hat, mit dem ei­genen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, bei welcher er ein neues Angebot einreichen kann. An­dernfalls fehlt ihm das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Vorliegend hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, eine Rangfolge der Angebote zu erstellen, so dass offen bleibt, ob und allenfalls wie viele Mitbewerber gemÃ¤ss ihrer Beurteilung vor der BeschwerdefÃ¼hrerin rangieren. Dementsprechend ungetrÃ¼bt erscheinen denn auch die Zuschlagschancen der BeschwerdefÃ¼hrerin, zumal sie in preislicher Hinsicht das zweitgÃ¼nstigste Angebot einreichte und sie laut der Sub­missionsauswertung zum Kriterium Referenzen/Erfahrung Ã¼ber grÃ¶ssere einschlÃ¤­gige Erfah­rungen verfÃ¼gt als die preislich gÃ¼nstigste Anbieterin. Die Rechtsmittellegi­timation der BeschwerdefÃ¼hrerin blieb demnach zu Recht unbestritten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt in erster Linie eine unzulÃ¤ssige Vorbefassung der Mitbeteiligten, weil diese die Projektgrundlagen, insbesondere die massgeblichen PlÃ¤ne, Bau­beschriebe und KostenvoranschlÃ¤ge ausgearbeitet habe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt es dagegen fÃ¼r unbedenklich, dass die Mitbeteilig­te das der Ausschreibung zugrunde liegende Projekt verfasste. Jeden­falls sei sie dadurch gegenÃ¼ber den Ã¼brigen Anbietern nicht in ungerechtfertigter Weise bevorteilt worden. Die Mitbeteiligte sei gar nicht in das Submissionsverfahren involviert gewesen. Vielmehr sei die Ausschreibung vom Bauausschuss und vom Gemeindeingenieur betreut worden, wobei Letzterer auch die Ausschreibungsunterlagen erstellt habe. Sofern die Mitbeteiligte Ã¼berhaupt Ã¼ber einen Wissensvorsprung verfÃ¼ge, entspringe dieser ihrer bisherigen TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Beschwerdegegnerin und nicht dem Submissionsverfahren. Sodann entbehre es einer gesetzlichen Grundlage und sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn Personen, die vergabeseitig an der Submission mitgewirkt hÃ¤tten, generell als Anbieter ausgeschlossen wÃ¤ren. Ein Aus­­schluss von vorbefassten Anbietern kÃ¤me nur dann in Betracht, wenn die aus der Vorbefassung entstandenen Vorteile nicht ausgeglichen werden kÃ¶nnten. Dies sei vorliegend geschehen, indem die fÃ¼r die Submittenten relevanten Informationen sÃ¤mtlichen Teilnehmern bekannt gegeben worden seien. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Vergaberegeln bezwecken die GewÃ¤hrleistung eines echten, fairen und transparenten Wettbewerbs, in welchem alle Anbieter gleich zu behandeln sind. Von zentraler Be­deutung ist, dass fÃ¼r alle Wettbewerbsteilnehmer dieselben Bedingungen bestehen. Wirkt ein Anbieter bereits vor der Ausschreibung bei der Vorbereitung der Vergabe in irgendeiner Wei­se mit, hat er unter UmstÃ¤nden die MÃ¶glichkeit, die Voraussetzungen der Ver­gabe in ei­ner fÃ¼r ihn gÃ¼nstigen Weise zu beeinflussen. Ausserdem kann er gegenÃ¼ber den Mitbewerbern von einem Wissensvorsprung sowie von Vorteilen in zeitlicher Hinsicht profitieren (VGr, 6. April 2001 [VB.2000.00068], http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung, E. 4 c bb = BEZ 2001 Nr. 24; vgl. VGr AG, AGVE 1998, S. 350 E. II/2 = ZBl 100/1999, S. 387; AGVE 1997, S. 348 E. 3; Elisabeth Lang, Die Praxis des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau zum Submissionsrecht, ZBl 103/2002, S. 453, 466 ff., auch zum Folgenden). Damit ist aber die Chancengleichheit der Anbieter nicht mehr gewÃ¤hrleistet. Ein Mit­offerieren von Anbietern, die bereits an der Projektverfassung oder der Erstellung von Ausschreibungsgrundlagen mitgewirkt haben, lÃ¤sst sich deshalb in der Regel nicht mit dem Grundsatz der Gleichbehand­lung der Anbieter und dem Gebot eines fairen Wettbewerbs (Art. 1 Abs. 2 lit. b IVÃ¶B) vereinbaren. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sich der vorbefasste Anbieter im konkreten Fall tatsÃ¤chlich einen Vor­teil ver­schafft, sondern es genÃ¼gt be­reits der objektiv begrÃ¼ndete Anschein eines mÃ¶gli­chen Vor­teils (Eidg. Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, 3. Sep­tember 1999, VPB 64/2000 Nr. 30 E. 2, mit weiteren Hinweisen). Zieht die Vergabebe­hÃ¶rde zur Vorbe­reitung der Submission einen Ingenieur oder Architekten hin­zu, muss die­ser absolut unab­hÃ¤ngig sein und darf insbesondere nicht mit irgendeinem der potentiellen Anbieter recht­liche, tatsÃ¤chliche oder persÃ¶nliche Verbindungen haben (VGr, 16. Juni 1999, BEZ 1999 Nr. 25 E. 5 = ZBl 101/ 2000, S. 265, VGr, 10. April 2002, http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung = BEZ 2002 Nr. 30 + 31). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Frage der Vorbefassung ist eng mit jener der Ausstandspflicht verwandt. Fach­leute und Unternehmen, die bei einer Ã¶ffentlichen Vergabe als Submittenten teilzunehmen gedenken, haben aufgrund dieses Umstands gestÃ¼tzt auf § 5a des Verwaltungsrechtspfle­ge­gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) bei der Vorbereitung der Submission in den Ausstand zu treten. Umgekehrt ergibt sich nach dem Gebot der Fair­ness und dem Gleich­­behandlungsprinzip ein grundsÃ¤tzliches Verbot fÃ¼r vorbefasste Anbie­ter, sich als Sub­­mittent am Vergabeverfahren zu beteiligen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die konkrete Problematik der Vorbefassung regelt Art. VI Abs. 4 des GATT/WTO-Ãbereinkommens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement [GPA]). Diese Bestimmung wurde mit dem gleich lautenden § 18 Abs. 4 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) in das kantonale Sub­missionsrecht Ã¼berfÃ¼hrt. Danach ist es den Vergabestellen untersagt, auf eine den Wett­be­werb ausschaltende Art und Weise von einer Firma, die ein geschÃ¤ftliches Interesse an der Beschaffung haben kÃ¶nnte, RatschlÃ¤ge ein­zuholen oder an­zunehmen, welche bei der Ausarbeitung der Spezifikationen fÃ¼r eine be­stimmte Beschaffung verwendet werden kÃ¶nnen. Auch daraus lÃ¤sst sich ableiten, dass Planer oder Unternehmer, die an die Vorbereitung der Ausschreibung BeitrÃ¤ge geleistet haben, vom nachfol­genden Vergabeverfahren grundsÃ¤tzlich auszuschliessen sind (VGr, 16. Juni 1999, BEZ 1999 Nr. 25 E. 5 = ZBl 101/ 2000, S. 265, VGr, 10. April 2002, BEZ 2002 Nr. 30 + 31; Peter Gauch/Hubert StÃ¶ckli, Thesen zum neuen Vergaberecht des Bundes â Vergabethesen 1999, Freiburg 1999, Ziff. 8.2, S. 15, auch zum Folgenden; vgl. auch die Bemerkungen von Stefan Scherler, BR 2/00, S. 52 f.). Derartige Anbieter verfÃ¼gen Ã¼ber einen projektbezogenen Wissensvorsprung, der die Gleichbehandlung der Ã¼brigen Anbieter und infolgedessen einen funktionierenden Wett­­be­werb gefÃ¤hrdet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Aus der Ausstandsregelung des VRG und den genannten submissionsrechtlichen Vor­­schriften ergibt sich nach dem Gesagten eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage, um Per­sonen, die vergabeseitig an der Submission mitgewirkt haben, als Anbieter auszuschlies­sen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) GrundsÃ¤tzlich nicht zu beanstanden ist dagegen, wenn ein Wissensvor­sprung nicht dem Submissionsverfahren entspringt, sondern der bisherigen TÃ¤tigkeit des Submitten­­ten. Soll zum Beispiel ein Dienstleistungsdauerauftrag (z.B. ein Buslinienbetrieb oder FriedhofsgÃ¤rtnerarbeiten) neu ausgeschrieben werden, hat der bisherige Leistungserbringer, der sich wiederum um den Auftrag bewirbt, gegenÃ¼ber den Mitbewerbern einen gewissen Wis­sensvorsprung, ohne dass deswegen ein Ausschluss zu erfolgen hÃ¤tte. Dementsprechend macht auch die Beschwerdegegnerin geltend, soweit die Mitbeteiligte Ã¼ber einen Wis­­sensvorsprung verfÃ¼ge, entspringe dieser ihrer bisherigen TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Vergabestel­le und nicht dem Submissionsverfahren. Zur bisherigen TÃ¤tigkeit bzw. dem daraus resul­tie­renden Wissen zÃ¤hlt die Beschwerdegegnerin sodann die "Erfahrungen und Kenntnisse [der Mitbeteiligten] als Erbauer des Schulhauses und Ersteller des Projekts, das den ausgeschriebenen Arbeiten zugrunde liegt". â Nachdem das Schulhaus M in den Jahren 1970 bis 1976 â mithin vor rund 30 Jahren â erbaut wurde, kann ein darauf zurÃ¼ckgehender, nachhaltiger Wissensvorsprung von vornherein ausgeschlossen und dementsprechend weder fÃ¼r noch gegen die Mitbeteiligte angefÃ¼hrt werden. Dass sodann die Rolle der Mitbeteiligten als Erstellerin des Sanierungs- und Erweiterungsprojekts unter dem Titel "bisherige TÃ¤tigkeit" abgetan werden kÃ¶nnte, ist ebenfalls abwegig, zumal die Beschwerdege­g­nerin selbst einrÃ¤umt, dass dieses Projekt den ausgeschriebenen Arbeiten zugrunde liege. Mithin handelt es sich dabei offenkundig um eine fÃ¼r die Frage der Vorbefassung relevante Vorbereitungshandlung. Fehl geht im Weiteren auch der Einwand der Beschwerdegegnerin, es sei anerkannt, dass die Ã¶ffentliche Hand die bei einem Bauprojekt anfallenden Arbei­ten etappieren und die einzelnen Etappen separat vergeben dÃ¼rfe, wobei die Vergabe von nachfolgenden Etappen an bereits berÃ¼cksichtigte Submittenten nicht ausgeschlossen sei. Abgesehen davon, dass die Aufteilung eines Auftrags nicht im freien Belieben der Ver­gabebe­hÃ¶r­den steht (vgl. § 5 SubmV), entbindet sie auch nicht von der Beachtung der Grund­sÃ¤tze betreffend Ausstand und Vorbefassung. Diese GrundsÃ¤tze mÃ¼ssen hier umso mehr Anwendung finden, als vorliegend nicht eine echte Etappierung, sondern vielmehr eine eindeutige Vorbereitungshandlung zu beurteilen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort ausfÃ¼hrt, wurde die Mitbe­teiligte im Sommer 2001 mit folgenden Arbeiten betraut:</span></p> <p class="Einzug1"><span>â Feststellung des Sanierungsbedarfs und detaillierte Auflistung der notwendigen Arbeiten;</span></p> <p class="Einzug1"><span>â VorschlÃ¤ge fÃ¼r die Umnutzung einzelner RÃ¤ume;</span></p> <p class="Einzug1"><span>â Erstellen von Projektskizzen und PlÃ¤nen fÃ¼r den Anbau SÃ¼d;</span></p> <p class="Einzug1"><span>â Erstellen von KostenvoranschlÃ¤gen.</span></p> <p class="Einzug1"><span><br/> In ErfÃ¼llung dieses Auftrags habe die Mitbeteiligte das Dossier "Baubeschriebe und Kos­ten­­voranschlÃ¤ge" erstellt, das die notwendigen Arbeiten und den Finanzbedarf definiert. Ge­stÃ¼tzt darauf habe sich die Schulpflege entschieden, das gesamte Projekt entsprechend den PlÃ¤nen der Mitbeteiligten auszufÃ¼hren. Angesichts der Bausumme habe die Schulpflege beschlossen, die Architekturarbeiten auszuschreiben. Die Ausschreibungsunter­lagen ha­be der Gemeindeingenieur erstellt. ZusÃ¤tzlich zu den Ausschreibungs­unterlagen sei jedem Interessenten das Dossier "Baubeschriebe und KostenvoranschlÃ¤ge" abgegeben worden. Nach dem Gesagten hat die Mitbeteiligte somit die fÃ¼r die Ver­gabe massgeblichen PlÃ¤ne, Baubeschriebe und KostenvoranschlÃ¤ge, mithin die wesentlichsten Grundlagen der vorliegenden Vergabe, verfasst. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Grundsatz, wonach vorbefasste Anbieter vom Vergabeverfahren auszu­schlies­sen sind, gilt dann absolut, wenn sie an der Vorbereitung nicht bloss beteiligt, sondern â wie vorliegend â mit der ganzen Vorbereitung <i>oder</i> gar mit dem Ausschreiben selbst betraut waren (vgl. VGr, 8. Mai 2002 [VB.2001.00261], E. 2d, http://www.vgrzh.ch/recht­spre­­chung = BEZ 2002 Nr. 32; Gauch/StÃ¶ckli, S. 15). Unter diesen UmstÃ¤nden besteht von vornherein keine MÃ¶glichkeit der "Heilung" im Sinn einer Wiederherstellung gleicher Wett­­bewerbschancen fÃ¼r alle Bewerber mittels irgendwelcher Ausgleichsmechanismen. Die von der Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang angerufenen Massnahmen (Transparenz bezÃ¼glich der Projektverfasserin, Abgabe des Dossiers "Baubeschriebe und KostenvoranschlÃ¤ge", MÃ¶glichkeit der Begehung des Schulhauses) waren denn auch nicht geeignet, den Wissensvorsprung der Mitbeteiligten auszugleichen. Trotz dieser Massnahmen hat sich die Mitbeteiligte mit den Problemstellungen und den BedÃ¼rfnissen der Beschwerdegegnerin bedeutend intensiver und schon viel frÃ¼her auseinander setzen kÃ¶nnen als der Rest der Anbieter, die sich erst anlÃ¤sslich der Besichtigung sowie anhand der abgegebenen Unterlagen ein Bild Ã¼ber die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse machen konnten. Nachdem die Ausschreibung am 7. Dezember 2001 erfolgte und die Offerten bis zum 11. Januar 2002 einzureichen waren, kann ferner auch nicht gesagt werden, die Eingabefristen sei­en so angesetzt worden, dass die vorbefasste Mitbeteiligte aus ihrer lÃ¤ngeren Be­schÃ¤f­ti­gung mit dem Projekt keinen Vorteil habe ziehen kÃ¶nnen. Von einem aus der Vorbefassung resul­­tierenden Wissensvorsprung geht letztlich auch die Beschwerdegegnerin aus, wenn sie ausfÃ¼hrt, dass die Mitbeteiligte "aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnisse als (...) Erstel­ler des Projekts, das den ausgeschriebenen Arbeiten zugrunde liegt, die besten persÃ¶nlichen Eigenschaften mitbringen, insbesondere am wenigsten auf UnterstÃ¼tzung durch die Schulpflege oder Dritte angewiesen sind und am besten dafÃ¼r GewÃ¤hr bieten, dass der Kostenrah­men und die Termine (3. Zuschlagskriterium) eingehalten werden. Diese Aussage belegt nicht nur, dass die Mitbeteiligte (auch) in den Augen der Beschwerde­gegnerin Ã¼ber einen wesentlichen Wissensvorsprung verfÃ¼gt, den sie gerade dem Umstand ihrer Vorbefas­sung verdankt. Zudem wird damit auch eingestanden, dass eben dieser Wissensvorsprung entscheidrelevant war oder anders gesagt, die Vorbefassung der Mitbeteiligten erklÃ¤rtermassen zum Vorteil gereichte. Die Beschwerdegegnerin konkretisiert den fÃ¼r die Pro­jektverfasserin sprechenden Vorteil im Weiteren auch mit ihren AusfÃ¼hrungen zu den so genannten "Schnittstellenkosten". Danach sind in die Submission "nach Angabe des be­auftragten Spezialisten bewusst Teilleis­tungen einbezogen [worden], welche zur Verrechnung gelangen kÃ¶nnten, obwohl diese der Projektierungsphase zuzuordnen sind. FÃ¼r den Fall, dass der Auftrag fÃ¼r die AusfÃ¼hrungsphase an ein anderes ArchitekturbÃ¼ro vergeben worden wÃ¤re, hÃ¤tte mit solchen Hono­rar­anteilen sowie mit weiteren Schnittstellenkos­ten gerechnet werden mÃ¼ssen". Damit erscheint ein aus der Vorbefassung fliessender Vorteil nicht mehr bloss wahrscheinlich, sondern war erklÃ¤rtermassen gegeben. Unklar bleibt, ob diese Verrechnungspositionen bei dem von der Mitbeteiligten offerierten Pauschalpreis bereits berÃ¼cksichtigt waren oder erst nachtrÃ¤glich Eingang finden sollten. Dass der Zuschlag ausdrÃ¼cklich zum offerier­ten Pauschalpreis erfolgte, spricht eigentlich dafÃ¼r, dass die verrechenbaren BetrÃ¤ge be­reits berÃ¼cksichtigt wurden und keine Preisminderung mehr zu erwarten wÃ¤re. Dies liesse dann aber besagten Pauschalpreis in einem anderen, fÃ¼r die Beschwerdegegnerin ungÃ¼nstigeren Licht erscheinen. Der Frage ist indessen nicht weiter nachzugehen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Mitbeteiligte aus ihrer Vorbefas­sung vergaberechtlich unzulÃ¤ssige Vorteile hat ziehen kÃ¶nnen. Sie hÃ¤tte sich nicht als Sub­mittentin am Verfahren beteiligen dÃ¼rfen oder aber nach den Regeln Ã¼ber die Ausstands­pflicht bereits von der Projektverfassung Abstand nehmen mÃ¼ssen. Nachdem sie nach ihrer Vorbefassung dennoch eine Offerte einreichte, hÃ¤tte sie gestÃ¼tzt auf § 26 Abs. 1 lit. d SubmV in Verbindung mit Art. 11 lit. a IVÃ¶B von der Teilnahme ausgeschlossen wer­den mÃ¼ssen. Der festgestellte Mangel fÃ¼hrt zwar "nur" zum Ausschluss der Mitbeteiligten und nicht zu einer Wiederholung des ge­samten Vergabeverfahrens. Mangels einer gehÃ¶rigen Sub­missionsauswertung fehlt es jedoch an einer Grundlage fÃ¼r eine Zuschlagserteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. fÃ¼r eine dahingehende Anweisung an die Beschwerdegegne­rin. Letztere hat die Angebote zwar anhand der Zuschlagskriterien beurteilt, hat es dann aber un­terlassen, diese Beurteilungen auszuwerten und das Ergebnis in einer Rangfolge der Angebo­te festzuhalten. Der Entscheid sei derart eindeutig zugunsten der Mitbeteiligten aus­gefal­len, dass sich eine Bewertung mit Punkten und die Erstellung einer Rangliste erÃ¼brigt habe. Entgegen dem DafÃ¼rhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin hat die Position ihre jeweilige Nennung</span></p> <p class="Einzug1"><span>in der Aufstellung "Auswertung Submission" somit nicht die Bedeutung eines Schlussranges. Die Reihenfolge der AufzÃ¤hlung ist bei allen Kriterienpunkten die gleiche, nÃ¤mlich nach der HÃ¶he der Offertsummen. Es steht demnach auch nicht fest, ob es sich beim Angebot der Be­schwerdefÃ¼hrerin tatsÃ¤chlich um das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot handelt. Folglich wird die Vorinstanz die Angebote unter Ausschluss des­jenigen der Mitbeteiligten neu zu beurteilen bzw. auszuwerten haben. Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss nur teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint es angezeigt, auf einzelne RÃ¼gen der Beschwerde­­fÃ¼hrerin hinsichtlich der Bewertung der Zuschlagskriterien nachfolgend kurz einzugehen. Vor­ab ist jedoch grundsÃ¤tzlich festzuhalten, dass der einer VergabebehÃ¶rde bei der Be­ur­tei­lung der Angebote anhand der Zuschlagskriterien zustehende erhebliche Ermessens­spiel­raum diese nicht davon entbindet, ihren Entscheid auf eine objektive und sachlich nachvollziehbare Grundlage zu stellen. Mangels einer Auswertung anhand des vorgesehenen Bewer­tungs­systems ist ein Vergabeentscheid nicht nachvollziehbar und damit auch nicht Ã¼berprÃ¼fbar. Vorliegend lÃ¤sst sich denn auch nur die fÃ¼r die Angebote der Mitbeteilig­ten und der Be­schwerdefÃ¼hrerin zugegebenermassen nachtrÃ¤glich erstellte Punktebewer­tung Ã¼berprÃ¼fen. Ob eine solchermassen "passend nachgeschobene" Bewertung Ã¼berhaupt berÃ¼cksichtigt wer­den mÃ¼sste, kann hier letztlich offen bleiben, da der Zuschlag an die Mit­beteiligte nach dem Gesagten schon aus anderen GrÃ¼nden aufzuheben ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Nach § 31 Abs. 1 SubmV erfolgt der Zuschlag â sofern nicht ausnahmsweise das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt â auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das</span></p> <p class="Einzug1"><span>Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die fol­gen­­den Kriterien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Betriebskos­ten, Kundendienst, Ãkologie, ZweckmÃ¤ssigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, Kre­a­ti­vitÃ¤t, Lehr­lingsausbildung, Infrastruktur. Die fÃ¼r eine Beschaffung massgeblichen Zuschlagskriterien legt die vergebende Be­hÃ¶rde im Hinblick auf die Besonderheiten des jeweiligen Auftrags fest. Um die notwen­dige Transparenz des Vergabeverfahrens (Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) zu gewÃ¤hr­leisten, muss die Festlegung der Zuschlagskriterien zu Beginn des Verfahrens er­folgen, und sie sind den In­teressenten in den Ausschreibungsunterlagen be­kannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Die Kriterien sind in der Reihenfolge ihrer Be­deutung aufzufÃ¼hren oder es ist zumindest die relative Bedeutung, die den einzelnen Kri­terien zukommt, er­sichtlich zu ma­chen (BGE 125 II 86 E. 7c; vgl. VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13 E. 3b). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerdegegnerin hat die Zuschlagskriterien in den Submissionsunterlagen (Architektur-Leistungsangebot) folgendermassen festgelegt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Der Zuschlag erfolgt an den/die Anbieterin, der aufgrund auch von per­sÃ¶nlichen und organisatorischen Eigenschaften und der Referenzen gesamthaft am besten GewÃ¤hr fÃ¼r eine wirtschaftlich kostengÃ¼nstige und termingerechte GesamtlÃ¶sung bietet. Es werden die folgenden Kriterien zur Anwendung gelangen: </span></p> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>Kriterien Gewichtung (Punkte)</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>1. Preis gemÃ¤ss Angebot 100</span></p> <p class="Einzug1"><span>(niedrigstes Angebot = 100 Punkte; Ã¼brige Angebote = </span></p> <p class="Einzug1"><span>prozentualer Abzug im Umfang vom Mehrpreis)</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>2. PersÃ¶nliche und organisatorische Eigenschaften 50</span></p> <p class="Einzug1"><span>des Anbieters sowie Referenzen bzw. bisherige </span></p> <p class="Einzug1"><span>Erfahrungen AnbieterIn/AuftraggeberIn, Wirtschaft-</span></p> <p class="Einzug1"><span>Lichkeit, Kostenrisiken, UnterstÃ¼tzungsbedarf, </span></p> <p class="Einzug1"><span>Kostentransparenz</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>3. Termine, Terminprogramm 50</span></p> <p class="Einzug1"><span>Terminrisiken 2002 â 2004</span></p> <p class="Einzug1"><span>(dem Angebot ist ein realistischer Terminprogramm-</span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorschlag beizulegen. Verlegung der Hauptarbeiten auf </span></p> <p class="Einzug1"><span>die Schulferien, GewÃ¤hrleistung des Schulbetriebs!)</span></p> </td> </tr> <tr> <td valign="top"> <p class="Einzug1"><span>Gesamtpunktzahl 200</span></p> </td> </tr> </table> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beschwerdegegnerin hat den Zuschlag im Vergabebeschluss wie folgt begrÃ¼ndet: "GemÃ¤ss § 31 SubmV muss nicht zwingend das preisgÃ¼nstigste, sondern das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot berÃ¼cksichtigt werden. Auf Grund dieser Tatsache werden alle An­forderungen in die Entscheidungsfindung einbezogen. Die bisherige gute Zusammenarbeit, die Verpflichtung des seinerzeitigen Erbauers fÃ¼r die Sanierung und die nach Bereinigung der Offerten durch das IngenieurbÃ¼ro verbleibende Preisdifferenz bewegen die Schulpflege zum Beschluss, das Angebot [der Mitbeteiligten] als das wirtschaftlich gÃ¼ns­tigs­te zu berÃ¼cksichtigen."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben vom 25. MÃ¤rz 2002 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin u.a. nachfragen, was mit der "Verpflichtung des seinerzeitigen Erbauers", der "Bereinigung der Offerten" und der danach verbleibenden "Preisdifferenz" gemeint sei. Die Beschwerdegegnerin nahm hierzu am 27. MÃ¤rz 2002 Stellung. Vorab hielt sie fest, dass keine Verpflichtun­gen des sei­nerzeitigen Erbauers bestÃ¼nden, die Formulierung sei unglÃ¼cklich gewÃ¤hlt. Sodann fÃ¼hrte sie aus, in die Submission seien "nach Angabe des beauftragten Spezialisten bewusst Teilleistungen einbezogen [worden], welche zur Verrechnung gelangen kÃ¶nnten, obwohl diese der Projektierungsphase zuzuordnen sind. FÃ¼r den Fall, dass der Auftrag fÃ¼r die AusfÃ¼hrungsphase an ein anderes ArchitekturbÃ¼ro vergeben worden wÃ¤re, hÃ¤tte mit sol­chen Hono­raranteilen sowie mit weiteren Schnittstellenkosten gerechnet werden mÃ¼ssen." â Dass ein solches Vorgehen mit dem Gleichbehandlungsgebot nicht vereinbar ist, wur­de bereits unter dem Titel der unzulÃ¤ssigen Vorbefassung festgestellt. Im Weiteren ist die Beschwerdegegnerin auf ihrer ErklÃ¤rung in der Beschwerdeantwort zu behaften, dass jedenfalls mit Bezug auf die nach Ausschluss der Mitbeteiligten verbleibenden Bewerber keine Offertbereinigun­gen und daraus resultierende Preisdifferenzen in die Bewertung eingeflossen seien. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die fÃ¼r die Gewichtung der Zuschlagskriterien vorgesehene Punktewertung wurde wie gesagt nicht vorgenommen. "Der Ordnung halber" indessen wird in der Beschwerde­antwort dennoch festgehalten, wie nach Auffassung der Beschwerdegegnerin die Punkte an die Angebote der Mitbeteiligten und der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verteilen wÃ¤ren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zum ersten Kriterium (Preis) fÃ¼hrt die Beschwerdegegnerin aus, die BeschwerdefÃ¼h­­rerin liege mit dem von ihr offerierten Pauschalpreis von Fr. 185'000.- an zweiter Stelle, ca. 1,13 % Ã¼ber dem gÃ¼nstigsten Angebot. Der von der Mitbeteiligten offerierte Pauschalpreis von Fr. 225'000.- liege 23 % hÃ¶her als das gÃ¼nstigste Angebot. Aufgrund der festgestell­ten Preisdifferenzen sei das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin mit 99 Punkten und dasje­nige der Mitbeteiligten mit 77 Punkten zu bewerten. Beim 3. Zuschlagskriterium (Termine) schneide demgegenÃ¼ber das Angebot der Mitbeteiligten bedeutend besser ab als dasjenige der BeschwerdefÃ¼hrerin. Aus Ziff. 15 der Ausschreibungsunterlagen gehe unmissverstÃ¤ndlich hervor, dass die Hauptarbeiten in die Schulferien zu verlegen seien und dass der Schulbetrieb gewÃ¤hrleistet werden mÃ¼sse. Das Angebot der Mitbeteiligten erfÃ¼lle sÃ¤mtliche Anforderungen, so dass sich die Bewertung mit der Maximalpunktzahl 50 rechtfertige. Die Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin sehe dagegen vor, dass die Arbeiten durchgehend von Juni 2002 bis Oktober 2003 ausgefÃ¼hrt wÃ¼rden. Eine Konzentration der Arbeiten auf die Ferien erfolge nur teilweise. Damit habe die BeschwerdefÃ¼hrerin die Vorgaben nicht vollstÃ¤ndig erfÃ¼llt. Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin erscheine eine Bewertung mit 30 Punkten als angemessen. â Ob diese massive KÃ¼rzung zu Lasten der Be­schwerdefÃ¼hrerin gerechtfertigt ist, kann offen bleiben. Immerhin ist anzumerken, dass der Terminplan der BeschwerdefÃ¼hrerin zwar durchgehend Arbeiten vorsieht, was indessen nicht ohne weiteres darauf schliessen lÃ¤sst, die Hauptarbeiten wÃ¼rden nicht wie verlangt in die Schulferien fallen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der Bewertung des ersten und dritten Zuschlagskriteriums resultiert folglich ein Zwischenstand von 129 Punkten fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. von 127 Punkten fÃ¼r die Mitbeteiligte, mithin liegt die BeschwerdefÃ¼hrerin sogar 2 Punkte im Vorsprung. Dieses VerhÃ¤ltnis Ã¤ndert sich erst aufgrund der Bewertung des 2. Kriteriums (persÃ¶nliche und organisatorische Eigenschaften des Anbieters sowie Referenzen bzw. bisherige Erfahrungen AnbieterIn/AuftraggeberIn, Wirtschaftlichkeit, Kostenrisiken, UnterstÃ¼tzungsbedarf, Kostentransparenz). Laut der Beschwerdegegnerin erzielt die Mitbeteiligte auch in diesem Punkt das beste Ergebnis. Sie begrÃ¼ndet dies einerseits mit den bereits bekannten Argumen­­ten der besseren Kenntnisse als Erbauerin und Projektverfasserin und zudem mit der Tat­sache, dass die Vergabestelle mit diesem ArchitekturbÃ¼ro bereits mehrere Projekte durchgefÃ¼hrt und dabei nur positive Erfahrungen gemacht habe. Zwar verfÃ¼ge auch die Be­schwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber Erfahrung bei der Sanierung von SchulhÃ¤usern und kÃ¶nne zudem sehr gute Referenzen vorweisen. FÃ¼r die vorliegende Vergabe habe man die Mitbeteiligte aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen aber dennoch als besser eingestuft. AusgedrÃ¼ckt in Punkten bedeute das fÃ¼r das Angebot der Mitbeteiligten wiederum die Maximalpunktzahl (50 Punkte). Bei der BeschwerdefÃ¼hrerin rechtfertige sich dagegen ein Abzug von 10 Punk­ten, so dass Letztere insgesamt 40 Punkte erhalte. â Entgegen dem DafÃ¼rhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin handelt es sich bei den bisherigen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit einzelnen Anbietern nicht um ein unzulÃ¤ssiges, weil nachtrÃ¤glich aufgebrachtes Zuschlagskriterium. Die BerÃ¼cksichtigung von "Referenzen bzw. bisherigen Erfahrungen AnbieterIn/AuftraggeberIn" wurde unter dem 2. Zuschlagskriterium ausdrÃ¼ck­lich aufgefÃ¼hrt. Dagegen ist der BeschwerdefÃ¼hrerin darin zu folgen, dass dieser Aspekt in unzulÃ¤ssigem Mass bewertet wurde. Der Umstand, dass ein Auftraggeber mit den bisherigen Leis­tungen eines Anbieters gute Erfah­rungen gemacht hat, vermag zwar die Bewertung der QualitÃ¤t der angebotenen Leistung positiv zu beeinflussen und kann Ã¤hnlich wie eine gÃ¼nstige Referenz eines Dritten in die Beurteilung einfliessen. Solange kein Anlass be­steht, an der QualitÃ¤t eines konkurrierenden Angebots zu zweifeln, reicht dies jedoch nicht aus, um das Angebot des bisherigen Liefe­ranten hÃ¶her einzustufen (VGr, 19. Mai 1999, BEZ 1999 Nr. 15 E. 5). Dies gilt erst recht, wenn der konkurrierenden Anbieter sogar anerkannter­mas­sen sehr gute Referenzen vorzuweisen hat. Dementsprechend war auch der vorliegend zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgenommenen Punkteabzug nicht gerechtfertigt. Insge­samt resultiert folglich ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber der Mitbeteiligten. Der Zuschlag an die Mitbe­teiligte liesse sich demnach auch auf diesem Weg nicht rechtfertigen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Unter den gegebenen UmstÃ¤nden kann ebenfalls offen bleiben, ob der Vergabeent­­scheid auch deswegen aufzuheben wÃ¤re, weil fÃ¼r das Bauausschussmitglied E angeblich ein Ausstandsgrund bestand, da er als Liegenschaftsverwalter und PlÃ¤ttlileger jahrelang mit der Mitbeteiligten zusammengearbeitet habe. Nachdem das Vergabeverfahren mit dem vor­liegenden Entscheid indessen noch nicht abgeschlossen ist, rechtfertigen sich hierzu immer­hin folgende Bemerkungen: GemÃ¤ss § 5a Abs. 1 VRG haben Personen, die eine Anord­nung zu treffen, dabei mitzuwirken oder sie vorzubereiten haben, in den Ausstand zu treten, wenn sie persÃ¶nlich befangen er­scheinen. Als persÃ¶nliche Befangenheit gilt insbesonde­re ein persÃ¶nliches In­teresse (lit. a), eine â im Einzelnen umschriebe­ne â Verwandtschaft (lit. b) oder die Vertre­tung einer Partei (lit. c). Liegt wie hier keiner der in § 5a Abs. 1 VRG beispielhaft aufgezÃ¤hlten Ausstands­grÃ¼nde vor, so ist zu prÃ¼fen, ob allgemein UmstÃ¤nde vor­handen sind, die den Betroffenen als persÃ¶nlich befangen erscheinen lassen. Massgeblich ist dabei eine objektive Betrach­tungsweise (VGr, 6. April 2001 [VB.2000.00068], E. 4c bb, http://www.vgrzh.ch/rechtsprechung = BEZ 2001 Nr. 24; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 5a N. 11f. auch zum Folgenden). Neben Vorbefassung und Eigenin­teresse vermÃ¶gen namentlich enge Beziehungen und Interessenbindungen den Anschein der Befangenheit zu erwecken. An einer entsprechenden BeziehungsnÃ¤he wird es aber regel­mÃ¤ssig fehlen, wenn lediglich die ZugehÃ¶rigkeit zur gleichen Branche und eine gelegent­liche Zusam­menarbeit in Frage stehen (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Ver­waltung, ZÃ¼rich 2002, S. 112 ff.). Anhaltspunkte welche auf eine das Ã¼bliche Mass geschÃ¤ft­licher Verbindungen Ã¼bersteigende, enge Beziehung schliessen liessen, sind vorliegend jedenfalls nicht ersichtlich bzw. wurden nicht substantiiert dargetan.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. AusgangsgemÃ¤ss wird die Beschwerdegegnerin kostenpflichtig und steht ihr von vornherein keine ParteientschÃ¤digung zu. Dagegen ist sie zur Ausrichtung einer solchen an die Ã¼berwiegend obsiegende BeschwerdefÃ¼hrerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG); ange­messen sind Fr. 1'500.-. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Vergabeentscheid der Schulpflege X vom 5. MÃ¤rz 2002 aufgeho­ben und werden die Akten zur neuen Entscheidung im Sinne der ErwÃ¤gungen an diese zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>