<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00631</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223691&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00631</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.12.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kurzaufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Umstritten ist, ob dem Beschwerdeführer zu Recht die Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe mit einer Schweizerin verweigert wurde. Der Beschwerdeführer, ein abgewiesener Asylbewerber, wurde während des Verfahrens in den Irak zwangsausgeschafft.] Es ist entgegen der Feststellung der Vorinstanz davon auszugehen, dass einzig noch der rechtmässige Aufenthalt des Beschwerdeführers nachgewiesen sein muss und mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (E. 2.2.3). Im Umstand, dass der Beschwerdeführer ohne die Ehe mit einer hier anwesenheitsberechtigten Frau keine Aussicht auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz hätte, ist ein Indiz für das Eingehen einer Scheinehe zu sehen. Demgegenüber liegen zahlreiche Indizien vor, welche auf eine echte Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Verlobten schliessen lassen. Es kann vor diesem Hintergrund nicht auf ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des Beschwerdeführers geschlossen werden (E. 2.3.3). Der Beschwerdeführer rügt zu Recht die Vorgehensweise der Vorinstanzen. Die vorangetriebene Zwangsausschaffung des Beschwerdeführers verletzt u.a. den Grundsatz, wonach unverhältnismässige, schikanöse Ausreiseverpflichtungen zu unterlassen sind (E. 2.3.4). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64378" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00631</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">6. Dezember 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, wohnhaft im Irak, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Kurzaufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">A, geboren 1999, StaatsangehÃ¶riger des Irak, reiste am 6. Januar 2016 in die Schweiz ein. Mit Entscheid vom 7. MÃ¤rz 2017 wies das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und setzte ihm Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 2. Mai 2017. Das in der Folge von A eingereichte Gesuch um WiedererwÃ¤gung wies das SEM mit Entscheid vom 17. Juni 2021 ab. Die dagegen beim Bundesverwaltungsgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 20. September 2021 abgewiesen.</p> <p class="Urteilstext">Auf das am 10. Juni 2022 eingereichte Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (HÃ¤rtefallbewilligung) gemÃ¤ss Art. 14 Abs. 4 Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG) trat das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 28. Juni 2022 mit der BegrÃ¼ndung nicht ein, dass A die bundesrechtlichen Kriterien nicht erfÃ¼lle, da sein Aufenthalt in der Vergangenheit wiederholt unbekannt gewesen sei.</p> <p class="Urteilstext">Am 12. Mai 2023 reichte A ein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung <a id="_Hlk152764363">zur Vorbereitung der Ehe mit der Schweizerin </a>C, geboren 1992, ein. Das Migrationsamt wies dieses Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 5. Juli 2023 mit der BegrÃ¼ndung ab, dass nicht in absehbarer Zeit mit einem Eheschluss zu rechnen und von einer Scheinehe auszugehen sei.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 8. September 2023 ordnete das Migrationsamt eine Meldepflicht nach Art. 64e lit. a <span>Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG) an. A wurde verpflichtet, jeden Mittwoch persÃ¶nlich beim Migrationsamt vorzusprechen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion wies den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 5. Juli 2023 erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 19. September 2023 ab.</p> <p class="Urteilstext">Am 20. September 2023 kam A seiner Meldepflicht beim Migrationsamt nach und wurde verhaftet. Gleichentags erliess das SEM ein Einreiseverbot gegen A fÃ¼r die Dauer von drei Jahren. Am 21. September 2023 wurde A in den Irak ausgeschafft. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 15. Oktober 2023 liess der BeschwerdefÃ¼hrer dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der Rekursentscheid vom 19. September 2023 aufzuheben und das Migrationsamt anzuweisen, ihm eine Kurzaufenthaltsbewilligung zu erteilen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei ihm zu gestatten, in die Schweiz zurÃ¼ckzukehren und den Entscheid Ã¼ber die vorliegende Beschwerde in der Schweiz abzuwarten. Weiter sei ihm fÃ¼r das vorliegende Beschwerdeverfahren sowie das vorinstanzliche Rekursverfahren die unentgeltliche Rechtspflege und ein unentgeltlicher Rechtsbeistand in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B zu gewÃ¤hren, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 25. Oktober 2023 hielt der AbteilungsprÃ¤sident des Verwaltungsgerichts fest, dass Ã¼ber das Gesuch um vorsorgliche Massnahme (Wiedereinreise in die Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens) und das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege allenfalls nach Eingang der Akten oder aber mit dem Endentscheid zu entscheiden sei. </p> <p class="Sachverhalt1">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen betreffend Wiedereinreise in die Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens wird mit heutigem Urteil gegenstandslos. Ohnehin<span> haben AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder, die um eine Bewilligung zum dauerhaften Aufenthalt nachsuchen, den Entscheid grundsÃ¤tzlich im Ausland abzuwarten (Art. 17 Abs. 1 AIG). Etwas anderes gilt nur fÃ¼r auslÃ¤ndische Personen, die rechtmÃ¤ssig eingereist sind und die Zulassungsvoraussetzungen offensichtlich erfÃ¼llen (Art. 17 Abs. 2 AIG). Der BeschwerdefÃ¼hrer hÃ¤lt sich derzeit nicht in der Schweiz auf und hatte den Bewilligungsentscheid aus diesem Grund im Ausland abzuwarten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rgerinnen oder SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten die Zivilstandesbeamten die Trauung nicht vollziehen dÃ¼rfen (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 67 Abs. 3 der Zivilstandesverordnung vom 28. April 2004). In Konkretisierung des Gesetzeszwecks dieser Bestimmung und in Beachtung des von Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) geschÃ¼tzten Familienlebens sind die MigrationsbehÃ¶rden gehalten, Ehewilligen ohne Aufenthaltsrecht zur Vermeidung einer Verletzung ihres Rechts auf Ehe gemÃ¤ss Art. 12 EMRK bzw. dem analog ausgelegten Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) eine (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern keine Hinweise dafÃ¼r vorliegen, dass die auslÃ¤ndische Person rechtsmissbrÃ¤uchlich handelt (Scheinehe, missbrÃ¤uchliche Anrufung der Familiennachzugsbestimmungen etc.), und "klar" erscheint, dass sie nach der Heirat mit dem Ehepartner in der Schweiz wird verbleiben kÃ¶nnen, das heisst, sie auch die weiteren hierfÃ¼r erforderlichen Voraussetzungen erfÃ¼llt (analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AIG; BGE 139 I 37 E. 3.5.2, 137 I 351 E. 3.5 und E. 3.7; BGr, 5. Oktober 2021, 2C_309/2021, E. 3.1). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der prozedurale Aufenthalt nach Art. 17 Abs. 2 AIG im Anwendungsbereich von Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 BV bereits dann zu gestatten, wenn die Chancen, dass die Bewilligung zu erteilen sein wird, bedeutend hÃ¶her einzustufen sind als diejenigen der Verweigerung. Dabei ist die BewilligungsbehÃ¶rde indes nicht verpflichtet, vertiefte AbklÃ¤rungen vorzunehmen; umgekehrt darf sie aber auch nicht schematisch entscheiden und im Rahmen von Art. 96 AIG die ihr bekannten UmstÃ¤nde des Einzelfalls Ã¼bergehen. Bei Bewilligungen, auf deren Erteilung ein Anspruch besteht, bedarf es hinreichend konkreter Indizien fÃ¼r das Vorliegen von VerweigerungsgrÃ¼nden, um das ErfÃ¼llen der Zulassungsvoraussetzungen im Sinn von Art. 17 Abs. 2 AIG verneinen zu kÃ¶nnen (vgl. zum Ganzen BGE 139 I 37 E. 4.1 f.; BGr, 23. Mai 2013, 2C_76/2013, E. 2.3.2). <span>Ãber die Offensichtlichkeit des Anspruchs ist aufgrund einer summarischen PrÃ¼fung zu entscheiden (BGr, 24. Juli 2017, 2C_551/2017, E. 2.3.2, und 17. MÃ¤rz 2017, 2C_947/2016, E. 3.5).</span> </p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r die Annahme, es liege eine AuslÃ¤nderrechtsehe vor bzw. der Bewilligungsanspruch werde rechtsmissbrÃ¤uchlich geltend gemacht â was gegen das Bestehen eines offensichtlichen Bewilligungsanspruchs spricht â bedarf es konkreter Hinweise dafÃ¼r, dass die Ehegatten nicht eine eigentliche Lebensgemeinschaft fÃ¼hren wollen, sondern die Beziehung nur aus aufenthaltsrechtlichen Ãberlegungen eingehen. Die allgemein fÃ¼r das Vorliegen einer Umgehungsehe sprechenden Indizien kÃ¶nnen beigezogen werden, um festzustellen, ob die Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe zu erteilen ist und ob nach der Heirat ein offensichtlicher Bewilligungsanspruch besteht oder nicht. Indizien, die auf eine Umgehungsehe und das Fehlen eines Bewilligungsanspruchs nach der Heirat hindeuten, liegen unter anderem vor, wenn der auslÃ¤ndischen Person die Wegweisung droht, weil sie ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erhielte bzw. eine Bewilligung ohne Ehe nicht oder kaum erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nnte. Auch die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und die kurze Dauer der Bekanntschaft kÃ¶nnen fÃ¼r einen fehlenden Ehewillen sprechen; dasselbe gilt bei einem grossen Altersunterschied oder wenn die Eheleute gar nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (BGr, 7. Juni 2019, 2C_117/2019, E. 4.1 f.).</p> <p class="Erwgung2">Eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung soll indes nur erteilt werden, wenn mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (vgl. BGr, 17. Januar 2020, 2C_827/2019, E. 3). Absehbar ist die Eheschliessung, wenn mit der Beschaffung der zivilrechtlich erforderlichen Papiere bzw. BestÃ¤tigungen innert der fÃ¼r die Vorbereitung der Eheschliessung Ã¼blichen Zeitperiode von sechs Monaten gerechnet werden kann; <span>der entsprechende Aufenthalt ist gestÃ¼tzt auf das VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprinzip allenfalls ausnahmsweise sach- und fallgerecht anzupassen (BGr, 5. Oktober 2021, 2D_14/2021, E. 3.3.3 und E. 4.1 mit Hinweis; </span> VGr, 8. Dezember 2022, VB.2022.00690, E. 2.3.1 mit Hinweisen; VGr, 1. September 2020, VB.2020.00293, E. 3.6). So darf die Kurzaufenthaltsbewilligung nach dem Bundesgericht in der Regel nicht verweigert werden, wo BemÃ¼hungen um die Beschaffung (noch) fehlender Heiratsdokumente glaubhaft gemacht sind bzw. die entsprechenden zivilrechtlichen Rechtswege beschritten wurden, auch wenn mit der entsprechenden Bewilligung die Anwesenheit einer auslÃ¤ndischen Person nicht lÃ¤ngerfristig gesichert werden soll (BGr, 5. Oktober 2021, 2D_14/2021, E. 5.2 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zu Schluss, dass nicht davon auszugehen sei, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Verlobte in absehbarer Zeit in der Schweiz getraut werden kÃ¶nnten. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, dass das Vorbereitungsverfahren bereits acht Monate andauere und ein baldiger Abschluss nicht absehbar sei. Das BevÃ¶lkerungsamt habe zwar mit Schreiben vom 24. August 2023 bestÃ¤tigt, dass die AktenprÃ¼fung erfolgreich abgeschlossen worden sei. Es habe jedoch gleichzeitig festgehalten, dass noch Unterschriften fehlten, die zum Abschluss des Vorbereitungsverfahrens fÃ¼hren wÃ¼rden. Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer habe sich in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht nicht dazu geÃ¤ussert, welche Unterschriften noch fehlten und wann mit der ErfÃ¼llung der Formvorschriften bzw. dem Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens zu rechnen sei.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, dass davon auszugehen sei, dass die Vorinstanzen mit dem Ablauf eines Ehevorbereitungsverfahren vertraut seien. Zum Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens mÃ¼ssten die Unterlagen unterschrieben werden, was aber erst dann getan werden kÃ¶nne, wenn das Migrationsamt dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt habe und so der rechtmÃ¤ssige Aufenthalt dargelegt werde. Die fehlenden Unterschriften wÃ¼rden somit kein Hindernis darstellen, sondern seien vielmehr Bestandteil und Erfordernis des administrativen Ablaufs. Die Zivilstandesamt habe diese ErlÃ¤uterungen im E-Mail vom 22. September 2023 bestÃ¤tigt. </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.3 </b>Aus dem E-Mail des Zivilstandesamts vom 22. September 2023 geht hervor, dass die im Schreiben vom 24. August 2023 erwÃ¤hnten Unterschriften beim Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens benÃ¶tigt wÃ¼rden und dieser Termin noch nicht vereinbart werden kÃ¶nne, da die Registrierung der Personendaten des BeschwerdefÃ¼hrers noch nicht abgeschlossen sei. Damit das Zivilstandesamt die Akten zur Aufnahme im Schweizerischen Personenstandesregister zur PrÃ¼fung und Bewilligung an seine AufsichtsbehÃ¶rde (Gemeindeamt des Kantons ZÃ¼rich) einreichen kÃ¶nne, fehle es nach wie vor an der BestÃ¤tigung Ã¼ber den rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers. Nach der Bewilligung durch das Gemeindeamt des Kantons ZÃ¼rich kÃ¶nne die Aufnahme in das Schweizerische Personenstandsregister erfolgen und die Brautleute wÃ¼rden zum Abschluss der Ehevorbereitung am Schalter eingeladen. Es ist somit <a id="_Hlk152764565">entgegen der Feststellung der Vorinstanz davon auszugehen, dass zum Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens </a><a id="_Hlk152764603"><span>einzig noch der rechtmÃ¤ssige Aufenthalt des BeschwerdefÃ¼hrers nachgewiesen sein muss</span></a><span>. Vor diesem Hintergrund ist mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen </span><span>und hÃ¤tte die Vorinstanz die Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung nicht deshalb verweigern dÃ¼rfen (vgl. VGr, 8. Juni</span> 2023, VB-2023-00129, E. 2.5;<span> BGr, 5. Oktober 2021, 2D_14/2021, E. 3.3.3 und E. 4.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.1 </b>Die Vorinstanz begrÃ¼ndet die Abweisung des Gesuchs um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung im Weiteren damit, dass starke Indizien fÃ¼r eine geplante Scheinehe vorlÃ¤gen. Der BeschwerdefÃ¼hrer stehe unter enormem migrationsrechtlichen Druck. Alle bisherigen Versuche, einen legalen Aufenthaltsstatus zu erlangen, seien gescheitert. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe bei der Einreichung des HÃ¤rtefallgesuches am 10. Juni 2022 die Liebesbeziehung zu seiner heutigen Verlobten nicht erwÃ¤hnt, obwohl diese bereits seit dem 24. Mai 2022 bestehen solle. Es sei deshalb am BeschwerdefÃ¼hrer gelegen, die entsprechenden UmstÃ¤nde vorzubringen und einen echten Ehewillen glaubhaft zu machen. Er habe hierzu zwar einige Fotos vorlegt, die dafÃ¼r sprechen wÃ¼rden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Verlobte nach aussen als Paar auftreten. Ein echter Ehewille lasse sich damit aber nicht belegen. Es lÃ¤gen keine substanziierten Berichte Ã¼ber gemeinsame AusflÃ¼ge vor und seien auch keine gemeinsamen Interessen geschildert worden. Die Verlobte habe ihr VerhÃ¤ltnis zum BeschwerdefÃ¼hrer in einem umfangreichen Schreiben geschildert. Daraus ergebe sich aber nicht das Bild eines jungen verliebten Paares, sondern mehr einer Partnerschaft mit rationalem Hintergrund. So habe die Verlobte geschrieben, dass Liebe nicht nur aus GefÃ¼hlen bestÃ¼nde, sondern auch eine Entscheidung sei. Diese Worte wÃ¼rden den Gesamteindruck des Schreibens auf den Punkt bringen, wonach sich die Verlobten zwar sympathisch seien, die geplante Ehe aber nur zu dem Zweck anstrebten, dem BeschwerdefÃ¼hrer einen Aufenthaltsstatus zu verschaffen.</p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bringt dagegen vor, dass aus der Tatsache, dass er sich als abgewiesener Asylbewerber rechtswidrig in der Schweiz aufgehalten habe, sich nicht schliessen lasse, dass sein Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung rechtsmissbrÃ¤uchlich sei. Er habe wÃ¤hrend der Dauer des rechtswidrigen Aufenthalts mehr als einmal die MÃ¶glichkeit gehabt, eine Frau mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht der Legalisierung seines Aufenthalts wegen zu heiraten. Er sei aber nie bereit gewesen, eine solche Ehe ohne Liebe und gemeinsame ZukunftsplÃ¤ne einzugehen. Die Dauer des rechtswidrigen Aufenthalts spreche gerade nicht dafÃ¼r, dass die Liebes- und Paarbeziehung zwischen ihm und seiner Verlobten vorgetÃ¤uscht sein kÃ¶nnte. Er sei ein in der Schweiz sehr gut integrierte junger Mann, der sich â ausser der Tatsache, dass er die Schweiz nicht verlassen habe â nichts habe zuschulden kommen lassen. Sodann kÃ¶nne aus dem Umstand, dass er die um den 24. Mai 2022 beginnende Liebesbeziehung mit seiner Verlobten in seinem HÃ¤rtefallgesuch vom 10. Juni 2022 nicht erwÃ¤hnt habe, kein Indiz fÃ¼r das Eingehen einer Scheinehe gesehen werden. Es habe fÃ¼r entsprechende AusfÃ¼hrungen im HÃ¤rtefallgesuch keinen Anlass gegeben. Zwischen dem Beziehungsbeginn, d.<span> </span>h. dem gegenseitigen Eingestehen der LiebesgefÃ¼hle â in der weiteren Entwicklung ihrer bereits vorher Ã¼ber Jahre gewachsenen und bedeutenden Freundschaft â und dem Einreichen des HÃ¤rtefallgesuchs wÃ¼rden ca. 16 Tage liegen (wobei grundsÃ¤tzlich alle Unterlagen bereits weit frÃ¼her als zwei Wochen vor Einreichen eines HÃ¤rtefallgesuchs zusammengestellt worden seien). Selbst wenn der BeschwerdefÃ¼hrer zwei Wochen vor dem Absenden des HÃ¤rtefallgesuches seiner RechtsanwÃ¤ltin von der Beziehung erzÃ¤hlt hÃ¤tte, hÃ¤tte dies keinen Eingang in das Gesuch genommen, da dies fÃ¼r das Vorliegen eines HÃ¤rtefalls kein erhebliches Argument gewesen wÃ¤re. Der Schwerpunkt des PrÃ¼fungspunktes liege vor allem in den ausserordentlichen Integrationsleistungen der betreffenden Person. Die sehr hohe soziale Integration des BeschwerdefÃ¼hrers sei Ã¼ber die grosse Anzahl Referenzen dargelegt worden. Eine Liebesbeziehung, die gerade erst entstanden sei, sei viel zu jung, als dass man in der Regel seine Rechtsvertreterin darÃ¼ber informiere. Der BeschwerdefÃ¼hrer habe die Beziehung denn auch seiner Rechtsvertreterin gegenÃ¼ber nicht erwÃ¤hnt. Die Vorinstanz habe sich mit den eingereichten Beweismitteln nicht auseinandergesetzt. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb es die eingereichten Fotos von der Verlobungsfeier des Paares am 22. MÃ¤rz 2023 als erstellt erachtete und die Referenzen als zum TÃ¤uschen zweckgerichtet habe. Es habe nie ein Indiz fÃ¼r das Eingehen einer sogenannten Scheinehe oder sonstiges rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten in Bezug auf das Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung vorgelegen. Obwohl bereits mehr als genug Beweise fÃ¼r den echten beidseitigen Ehewillen vorgelegt worden seien, reiche er als zusÃ¤tzliche Beweismittel weitere Fotos und ChatverlÃ¤ufe ein. </p> <p class="Urteilstext">Die Schweizer BehÃ¶rden seien mit unÃ¼blicher HÃ¤rte und behÃ¶rdlicher Gewalt gegen den BeschwerdefÃ¼hrer vorgegangen. Das Migrationsamt habe ihn â trotz der Verfahren betreffend seiner Kurzaufenthaltsbewilligung und Kenntnis Ã¼ber den Stand des fast abgeschlossenen Ehevorbereitungsverfahrens â wegen rechtswidrigen Aufenthalts bei der Polizei angezeigt und seine Ausschaffung mit grossem Aufwand vorangetrieben. Noch bevor der vorinstanzliche Rekursentscheid vom 19. September 2023 seiner Rechtsvertreterin zugestellt worden sei, habe man ihn bereits am 20. September 2023 um 8.00 Uhr bei einem vorher angeordneten Meldetermin im Migrationsamt verhaftet. Am 21. September 2023 sei er mit einem Sonderflug in den Irak ausgeschafft worden. Das Migrationsamt habe damit u.<span> </span>a. gegen die geltende Praxis im Kanton ZÃ¼rich verstossen, wonach der Aufenthalt bis zum Eheschluss geduldet werde, wenn eine BestÃ¤tigung des Zivilstandesamts vorliege und die Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach dem Eheschluss erfÃ¼llt seien (Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons ZÃ¼rich, Sitzung vom 27. Februar 2019, KR-Nr. 403/2018, S. 5).</p> <p class="Erwgung3"><a id="_Hlk152764738"><b><span>2.3.3 </span></b><span>Beim BeschwerdefÃ¼hrer handelt es sich um einen rechtskrÃ¤ftig abgewiesenen Asylbewerber</span></a><span>, der nach einem erfolglosen WiedererwÃ¤gungsverfahren und Gesuch um Erteilung einer HÃ¤rtefallbewilligung die Schweiz hÃ¤tte verlassen mÃ¼ssen. <a id="_Hlk152764765">Ohne die Heirat mit einer hier anwesenheitsberechtigten Frau hÃ¤tte er keine Aussicht auf einen weiteren Verbleib in der Schweiz</a>. Darin kann tatsÃ¤chlich ein Indiz fÃ¼r das Vorliegen einer Umgehungsehe gesehen werden. <a id="_Hlk152764831">DemgegenÃ¼ber gehen aus den Akten jedoch zahlreiche Indizien hervor, welche auf eine echte Beziehung zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Verlobten schliessen lassen:</a> So liegen zahlreiche Beweismittel vor, welche die Echtheit der Beziehung bestÃ¤tigen: unzÃ¤hlige gemeinsame Fotos der Verlobten, welche Ã¼ber Monate hinweg und an unterschiedlichen Orten aufgenommen wurden und die beiden als Paar zeigen, gemeinsame Fotos mit Verwandten und Freunden, Fotos der Verlobungsfeier, auf denen die Verlobten festliche Kleidung tragen und mit Freunden und Familie gemeinsam feiern, Ã¼ber Monate hinweg dokumentierte WhatsApp-Chats der Verlobten und mit ihren Familien und Freunden, die eine gelebte Beziehung belegen, Schreiben von Verwandten und nahestehenden Personen, welche ebenfalls die enge Beziehung bestÃ¤tigen. Als weiteres Indiz fÃ¼r eine echte gelebte Beziehung ist zu werten, dass die Verlobte dem BeschwerdefÃ¼hrer nach dessen Ausschaffung in den Irak nachgereist ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat sich bei seiner Verhaftung gegenÃ¼ber der Polizei dahingehend geÃ¤ussert, dass seine Verlobte es nicht einen Tag ohne ihn aushalte und sie eine ganz enge Beziehung fÃ¼hren wÃ¼rden. <a id="_Hlk152764871">Es kann vor diesem Hintergrund â zumindest derzeit und im Rahmen der hier vorzunehmenden summarischen Beurteilung â nicht auf ein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers geschlossen werden. </a></span></p> <p class="Erwgung3"><b>2.3.4 </b>Schliesslich rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer zu Recht <a id="_Hlk152765070">die Vorgehensweise </a>der Vorinstanzen: Es ist unter BerÃ¼cksichtigung der Akten- und Rechtslage nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanzen zum Schluss gelangten, dass hinreichend konkrete Indizien vorliegen wÃ¼rden, die fÃ¼r eine Verweigerung und sofortige Ausschaffung des BeschwerdefÃ¼hrers in den Irak sprechen. Selbst wenn sie aufgrund der sich ihnen bietenden Sachverhaltslage das Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zu Recht abgewiesen hÃ¤tten, gab es keinen Grund, die Ausschaffung des BeschwerdefÃ¼hrers derart voranzutreiben. Das Migrationsamt konnte den Entscheid der Vorinstanz vom 19. September 2023 frÃ¼hestens am 20. September 2023 im Empfang nehmen. In den Akten befindet sich (soweit ersichtlich) kein Zustellungsnachweis an das Migrationsamt, weshalb sich der genaue Empfang nicht Ã¼berprÃ¼fen lÃ¤sst. Das Migrationsamt liess den BeschwerdefÃ¼hrer bereits am 20. September 2023 um 8.00 Uhr im Migrationsamt verhaften und am 21. September 2023 mit einem Sonderflug in den Irak ausschaffen. Aufgrund der engen zeitlichen Abfolge der Geschehnisse erscheint fraglich, ob das Migrationsamt vorab vom Erlass des abweisenden Entscheids Kenntnis hatte, zumal die Anordnung der Verhaftung und Planung des Sonderflugs einige Zeit in Anspruch genommen haben dÃ¼rfte. Ein solches Vorgehen wÃ¼rde gegen das verfassungsmÃ¤ssig garantierte Prinzip der prozeduralen Fairness (Art. 29 Abs. 1 BV) sowie der Rechtsstaatlichkeit (Art. 5 BV) verstossen und wÃ¤re nicht zu tolerieren. <a id="_Hlk152765059">Die Ausschaffung des BeschwerdefÃ¼hrers verletzt zudem den Grundsatz, wonach <span>unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige, schikanÃ¶se Ausreiseverpflichtungen zu unterlassen sind </span></a><span>(vgl. Art. 29 Abs. 1 BV; BGE 139 I 37 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdegegner anzuweisen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung zu erteilen. FÃ¼r eine allfÃ¤llige VerlÃ¤ngerung der Kurzaufenthaltsbewilligung sowie fÃ¼r die Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ist im jeweiligen Zeitpunkt erneut und vertieft zu untersuchen und zu prÃ¼fen, ob die dannzumal geltenden Voraussetzungen hierfÃ¼r erfÃ¼llt sind, zumal die vorliegende PrÃ¼fung lediglich summarisch erfolgt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Desgleichen hat dieser dem BeschwerdefÃ¼hrer eine angemessene ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG), welche auf je Fr. 1'500.- festzusetzen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Durch die Kostenbelastung des Beschwerdegegners werden die Gesuche um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren gegenstandslos. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist sodann offenkundig mittellos, die Erhebung von Rekurs und Beschwerde waren begrÃ¼ndet, und die Rechtsvertretung erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als notwendig. Demnach hÃ¤tte die Vorinstanz das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung gutheissen und dem BeschwerdefÃ¼hrer in der Person von RechtsanwÃ¤ltin B eine unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin bestellen mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>GemÃ¤ss § 9 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 wird der unentgeltlichen Rechtsvertretung der notwendige Zeitaufwand nach den StundenansÃ¤tzen des Obergerichts fÃ¼r die amtliche Verteidigung entschÃ¤digt, wobei die Bedeutung der Streitsache und die Schwierigkeit des Prozesses berÃ¼cksichtigt und Barauslagen separat entschÃ¤digt werden. Die EntschÃ¤digung betrÃ¤gt nach § 3 der Verordnung (des Obergerichts) Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 seit dem 1. Januar 2015 in der Regel Fr. 220.- pro Stunde.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b>FÃ¼r das Rekursverfahren weist die Rechtsvertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers<span> einen zeitlichen Aufwand von 11,85 Stunden aus, was bei dem in § 3 der Verordnung Ã¼ber die AnwaltsgebÃ¼hren vom 8. September 2010 (AnwGebV) als Regelsatz vorgesehenen Stundensatz von Fr. 220.- zu einer EntschÃ¤digung von Fr. 2'612.30 (inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen) fÃ¼hrt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren als angemessen. Die fÃ¼r das </span>Rekursverfahren <span>zugesprochene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) ist an diese EntschÃ¤digung anzurechnen und der Mehrbetrag von Fr. 1'112.30 durch die Gerichtskasse zu entschÃ¤digen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>FÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren weist</span> die Rechtsvertreterin des BeschwerdefÃ¼hrers<span> einen zeitlichen Aufwand von 12 Stunden aus, was bei dem in § 3 AnwGebV als Regelsatz vorgesehenen Stundensatz von Fr. 220.- zu einer EntschÃ¤digung von Fr. 2'645.30 (inklusive Mehrwertsteuer und Auslagen) fÃ¼hrt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Verfahren als angemessen. Die fÃ¼r das </span>Beschwerdeverfahren <span>zugesprochene ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) ist an diese EntschÃ¤digung anzurechnen und der Mehrbetrag von Fr. 1'145.30 durch die Gerichtskasse zu entschÃ¤digen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren wird gutgeheissen und RechtsanwÃ¤ltin B als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Kosten des Rekursverfahrens in HÃ¶he von insgesamt Fr. 820.- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span><span>RechtsanwÃ¤ltin B <span>ist fÃ¼r das Rekursverfahren im Mehrbetrag von Fr. 1'112.30 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)</span> <span>durch die Sicherheitsdirektion aus der Staatskasse als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu entschÃ¤digen. Die Nachzahlungspflicht gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.)</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. <span>Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>8. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span> RechtsanwÃ¤ltin B <span>ist fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag von Fr. 1'145.30 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)</span> <span>aus der Gerichtskasse als unentgeltliche RechtsbeistÃ¤ndin zu entschÃ¤digen. Die Nachzahlungspflicht gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.)</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>9. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Sicherheitsdirektion;</span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM);</span></span></p> <p class="MsoNormal"><span>d) die Kasse des Verwaltungsgerichts </span><span>(zur RÃ¼ckerstattung der Kaution).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>