<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2004.00031</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204295&amp;W10_KEY=13013568&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2004.00031</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.06.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung 2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Weiterbildungskosten Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfähige Weiterbildungskosten zu würdigen sind, kann nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten Umstände, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die berufliche Tätigkeit oder Grundausbildung des Absolventen anderseits ankommt. Der im Rahmen des Executive MBA-Lehrgangs erfolgte Besuch des Fachstudiums Customer Relationship Management war offenkundig geeignet, das Wissen und die Fähigkeiten des Pflichtigen als Projektleiter eines Customer Relationship Management-Projekts zu vertiefen und zu erweitern. Indem die Rekurskommission bezüglich der Kosten des Lehrgangs lediglich einen Weiterbildungsanteil von 50 % ermittelt und die Kosten nur in diesem Umfang zum Abzug zugelassen hat, ohne eine quantitativ nachvollziehbare Begründung für diese Schätzung zu geben, ist sie in Willkür verfallen. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die Rekurskommission zur weiteren Untersuchung und zum Neuentscheid. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABZUGSFÃHIGKEIT">ABZUGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNG">AUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNGSKOSTEN">AUSBILDUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUF">BERUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLAST">BEWEISLAST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CUSTOMER RELATIONSHIP MANAGEMENT">CUSTOMER RELATIONSHIP MANAGEMENT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: EINKOMMENSSTEUER">EINKOMMENSSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSCHÃTZUNG">EINSCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEHRGANG">LEHRGANG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MBA">MBA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHDIPLOMSTUDIUM">NACHDIPLOMSTUDIUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTLEITER">PROJEKTLEITER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: QUOTELUNG">QUOTELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHÃTZUNG">SCHÃTZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERNEHMENSFÃHRUNG">UNTERNEHMENSFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSMAXIME">UNTERSUCHUNGSMAXIME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEITERBILDUNG">WEITERBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEITERBILDUNGSKOSTEN">WEITERBILDUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 30 BBG</span><br/><span class="gerade">§ 26 Abs. I lit. d StG</span><br/><span class="ungerade">§ 33 lit. b StG</span><br/><span class="gerade">§ 132 StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A, der nach Abschluss der kantonalen Handelsschule Lugano die Tourismusfachschule ZÃ¼rich, die Marketingplanerschule der KV Business School ZÃ¼rich sowie die Verkaufsleiterschule des SAWI Biel absolviert hatte, ist seit einigen Jahren Mitarbeiter der Firma B, wo er in den Jahren 2000 bis 2002 die Funktion eines Projektleiters eines Customer Relationship Management (CRM)-Projekts ausÃ¼bte. Ziel der CRM-Projekte war es, die GrundsÃ¤tze des Customer Relationship Management in die GeschÃ¤ftsbereiche Marketing, Vertrieb und Service einzufÃ¼hren. Im Einzelnen sollten die Mitarbeiter einen einfachen Informationszugriff aufzeigen, die Vermittlung einer einheitlichen Kundensicht sicherstellen, eine prÃ¤zisiere und einfachere Planung von Kampagnen (Direct Mails, Einladungen zu Events, GesprÃ¤chs-/Besuchsplanung) ermÃ¶glichen, usw. (Quick-Wins-Projekte). A besucht seit 2001 berufsbegleitend an der Fachhochschule fÃ¼r Technik, Wirtschaft und soziale Arbeit St. Gallen das Nachdiplomstudium zum Executive Master of Business Administration (EMBA) in Richtung UnternehmensfÃ¼hrung mit dem Fachstudium zum dipl. Customer Relationship Manager.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Das kantonale Steueramt veranlagte A fÃ¼r die Steuerperiode 2002 mit EinschÃ¤tzungs- und Einspracheentscheid vom 19. November 2003 bzw. 9. Dezember 2003 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -.-. Dabei liess es die im Zusammenhang mit dem Nachdiplomstudium als Weiterbildungs­kosten geltend gemachten Auslagen von gesamthaft Fr. 14'617.-, welche sich aus KursgebÃ¼hren von Fr. 3'000.- fÃ¼r "10 Tage CRM-Kurskomplettierung" und von Fr. 10'500.- fÃ¼r "Gen. Management Module 02/03" sowie Fahrtkosten von Fr. 716.-, Verpflegungskosten von Fr. 280.- und Ausgaben fÃ¼r diverses Schulmaterial von Fr. 121.- zusammensetzten, nur im Umfang der Pauschale von Fr. 400.- zum Abzug zu.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Die Steuerrekurskommission hiess den Rekurs des Pflichtigen am 16. MÃ¤rz 2004 teilweise gut und schÃ¤tzte diesen fÃ¼r die Steuerperiode 2002 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -.- ein. Sie betrachtete einen Anteil von 50 % der Bildungskosten von insgesamt Fr. 14'617.-, d.h. Fr. 7'309.-, als Weiterbildungskosten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Mit Beschwerde vom 7. April 2004 beantragte das kantonale Steueramt dem Verwaltungsgericht, es sei der Pflichtige mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. -.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. -.- einzuschÃ¤tzen. Ausserdem verlangte es die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Es machte geltend, bei den Studienkosten handle es sich vollumfÃ¤nglich um Ausbildungskosten, die nicht abzugsfÃ¤hig seien.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>WÃ¤hrend die Steuerrekurskommission auf Vernehmlassung verzichtete, reichte der Pflichtige eine Beschwerdeantwort ein, worin er sich zur Beschwerde vernehmen liess.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><span>Der Einzelrichter Ã¼berwies die Akten der 2. Kammer zur Entscheidung.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Re­kurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessen­heit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekursinstanz zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessensÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Ihr Ermessen Ã¼berschreitet die BehÃ¶rde, wenn sie den Rahmen des ihr gesetzlich zustehenden Ermessens verlÃ¤sst, indem sie nach Ermessen entscheidet, obwohl ihr das Gesetz kein solches einrÃ¤umt. Ein Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die BehÃ¶rde das Ermessen zwar im gesetzlich vorgegebenen Rahmen ausÃ¼bt, dieses aber unter sachfremden Gesichtspunkten oder in Missachtung allgemeiner Rechtsprinzipien betÃ¤tigt; das ist insbesondere der Fall, wenn die ErmessensbetÃ¤tigung als unhaltbar, als willkÃ¼rlich und rechtsungleich erscheint (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist â wie die Rekurskommission â gemÃ¤ss § 149 Abs. 2 StG in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG in seinem Entscheid nicht an die AntrÃ¤ge der Parteien gebunden. Es kann nach AnhÃ¶ren des Steuerpflichtigen die EinschÃ¤tzung auch zu dessen Ungunsten oder zu dessen Gunsten Ã¤ndern (RB 2002 Nr. 116).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei unselbstÃ¤ndiger ErwerbstÃ¤tigkeit werden als Berufskosten laut § 26 Abs. 1 lit. d StG ab­gezogen die mit dem Beruf zusammenhÃ¤ngenden Weiterbildungs- und Umschulungs­kosten. Nicht abzugsfÃ¤hig sind demgegenÃ¼ber gemÃ¤ss § 33 lit. b StG die Ausbildungs­kosten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Unter den Ausbildungskosten sind Aufwendungen zu verstehen, welche die AusÃ¼bung eines bestimmten Berufs Ã¼berhaupt ermÃ¶glichen oder hierzu befÃ¤higen. Sie bilden mangels qua­lifiziert engen wesentlichen Zusammenhangs mit einer vorbeste­henden so genannten an­gestammten beruflichen TÃ¤tigkeit keine Berufskosten im Sinn des Gesetzes (vgl. RB 1995 Nr. 36, auszugsweise verÃ¶ffentlicht in StE 1995 B 22.3 Nr. 57), sondern nicht ab­zugs­fÃ¤hige private Lebenshaltungskosten (vgl. Philip Funk, Der Begriff der Gewinnungs­kos­ten nach schweizerischem Einkommens­steuerrecht, GrÃ¼sch 1989, S. 95; August Rei­mann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 2. Bd., Bern 1963, § 25 N. 18).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>DemgegenÃ¼ber gelten Aufwendungen, mit welchen die Erhaltung und/oder Sicherung der vom Steuerpflichtigen erreichten beruflichen Stellung oder der Aufstieg in eine gehobenere Stellung im angestammten Beruf bezweckt wird, als Weiterbildungskosten und sind damit abzugsfÃ¤hige Berufskosten (VGr, 3. Juli 1996, StE 1997 B 27.6 Nr. 12 E. 1b mit weiteren Hinweisen). Solche Kosten sind also Auslagen, die getÃ¤tigt werden, um im angestammten Be­ruf auf dem Laufenden zu bleiben oder dessen steigenden oder neuen Anforderungen zu genÃ¼gen (Ziff. 3.2 Abs. 1 des Kreisschreibens Nr. 26 der EidgenÃ¶ssischen Steuerver­wal­tung vom 22. September 1995 betreffend Abzug von Berufskosten der unselbstÃ¤ndigen Er­werbs­tÃ¤tigkeit, ASA 64 [1995/96] S. 692 ff., 693 f.), aber auch solche Aufwendungen, die den Erwerb besonderer Fachkenntnisse mit Blick auf eine Spezialisierung oder den Auf­stieg im angestammten Beruf bezwecken (vgl. Peter Locher, Kommentar zum DBG, Ther­wil/Basel 2001, Art. 26 N. 62 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Zielen die Aufwendungen aber auf einen Aufstieg in eine von der bisherigen Berufs­tÃ¤­tig­keit zu unterscheidende hÃ¶here Stellung oder gar in einen anderen Beruf, so sind die be­tref­fenden Aufwendungen als solche fÃ¼r die Ausbildung zu einem neu­en Beruf zu wÃ¼rdi­gen und demzufolge zu den grundsÃ¤tzlich nicht abzugsfÃ¤higen privaten Lebenshal­tungs­kos­ten zu rechnen (BGE 113 Ib 114 E. 3 = StE 1988 B 27.6 Nr. 5; Locher, Art. 26 N. 64; Markus Reich in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 9 StHG N. 11 f.).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Im 4. Kapitel "Berufsorientierte Weiterbildung" vermittelt die Vorschrift von Art. 30 lit. a des </span>Be­rufsbildungsgesetzes<span> vom </span>13. Dezember 2002 (BBG) <span>jedenfalls insofern ein taugliches Kriterium fÃ¼r den Weiterbil­dungsbegriff von § 26 Abs. 1 lit. d StG, als die </span>berufsorientierte Weiterbildung dazu dient, "durch organisiertes Lernen bestehende berufliche Qualifikationen zu erneuern, zu vertiefen und zu erweitern [â¦]". Die in Art. 30 lit. a und lit. b BBG erwÃ¤hnten weiteren Zwecksetzungen, "neue berufliche Qualifikationen zu erwerben" bzw. "die berufliche FlexibilitÃ¤t zu unterstÃ¼tzen", erweisen sich indessen als Elemente der Umschulung oder Ausbildung.</p> <p class="Erwgung2"><span>Eine Weiterbildung liegt stets vor, wenn das Lernen darauf ausgerichtet ist, das zur AusÃ¼bung der betreffenden beruflichen TÃ¤tigkeit erforderliche Fachwissen zu aktualisieren, zu vertiefen und zu erweitern. Das in Frage stehende berufliche Fachwissen kann in der Praxis erlernt worden sein. Einer diesbezÃ¼glichen eigentlichen Grundausbildung â die es im Ãbrigen fÃ¼r verschiedene berufliche TÃ¤tigkeiten gar nicht gibt â bedarf es nicht. Soweit die Allgemeinbildung verbessert werden soll, handelt es sich in der Regel steuerrechtlich um zusÃ¤tzliche Ausbildung. Werden derartige Kenntnisse im Rahmen der beruflichen Weiterbildung vermittelt, so vermÃ¶gen sie an der Qualifikation der hierfÃ¼r getÃ¤tigten Aufwendung als Weiterbildungskosten nichts zu Ã¤ndern, sofern ihnen nur untergeordneter Charakter zukommt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ob die Kosten eines Lehrgangs als abzugsfÃ¤hige Weiterbildungskosten zu wÃ¼rdigen sind, kann nicht allgemein gesagt werden, sondern beurteilt sich aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde, indem es namentlich auf den im Lehrgang vermittelten Stoff einerseits und die berufliche TÃ¤tigkeit oder die Grundausbildung des Absolventen anderseits ankommt.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>So hat das Verwaltungsgericht in einem Entscheid vom 23. Oktober 2002 (StE 2003 B 22.3 Nr. 74 = RB 2002 Nr. 100, dessen Leitsatz allerdings zu eng formuliert ist) erkannt, dass der von einem Rechtsanwalt an einer amerikanischen UniversitÃ¤t absolvierte General Master of Laws (LL.M.)-Lehrgang fÃ¼r auslÃ¤ndische Juristen und Juristinnen offenkundig keine Vertiefung oder Aktualisierung derjenigen FÃ¤cher bewirkte, die ein in der Schweiz abgeschlossenes Rechtsstudium bietet bzw. die zÃ¼rcherische Rechtsan­waltsprÃ¼fung im Sinn einer juristischen Grundausbildung verlangt. Vielmehr bildete das Nachdiplomstudium eine ErgÃ¤nzung dieser Grundausbildung, indem es zur Hauptsache Kenntnisse in ausgewÃ¤hlten Bereichen des amerikanischen Rechts sowie juristischer Methodik, Arbeitsweise und Rechtssprache amerikanischer Juristen vermittelte. Ob der Betroffene dadurch sein Fachwissen im Rahmen seiner frÃ¼heren TÃ¤tigkeit in einer international ausgerichteten Anwaltskanzlei hatte vertiefen kÃ¶nnen, blieb im Dunkeln, da er keine nÃ¤here Darstellung seiner anwaltlichen Arbeit gegeben hatte. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.1 </span></b><span>Das Steuerrekursverfahren wird von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Nach diesem Verfahrensgrundsatz ist die Rekurskommission verpflichtet, die rechtserheblichen Tatsachen von Amtes wegen abzuklÃ¤ren und ihrem Entscheid nur solche Tatsachen zugrunde zu legen, von deren Vorhandensein sie sich Ã¼berzeugt hat. Denn Ziel der Sachverhaltsermittlung ist nach dem Grundsatz von § 132 StG stets, die fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige und richtige Besteuerung massgebenden tatsÃ¤chlichen und rechtlichen VerhÃ¤ltnisse festzustellen. Der nach dem Gesetz umfassenden Untersuchungspflicht mÃ¼ssen indessen aus praktischen GrÃ¼nden Schranken gesetzt sein. So ist die Rekurskommission nur insoweit zur Untersuchung verpflichtet, als der Steuerpflichtige an der Sachverhaltsermittlung gehÃ¶rig mitwirkt. Weil fÃ¼r steueraufhebende und ‑mindernde Tatsachen, fÃ¼r die der Steuerpflichtige die Beweislast trÃ¤gt, regelmÃ¤ssig die natÃ¼rliche Vermutung streitet, dass er alle ihn entlastenden UmstÃ¤nde von sich aus vorbringt, besteht seine Obliegenheit zur Mitwirkung hinsichtlich solcher Tatsachen auch darin, sie geltend zu machen, darzutun und nachzuweisen. Diesen Nachweis hat der Steuerpflichtige durch eine substanziierte Sachdarstellung in der Rekursschrift anzutreten, wobei er die erforderlichen Beweismittel beizulegen oder wenigstens genau zu bezeichnen hat. Fehlt es daran, trifft die Rekurskommission keine weitere Untersuchungspflicht; namentlich hat sie nichts vorzukehren, um sich die fehlenden Grundlagen zu beschaffen (RB 1987 Nr. 35, mit Hinweisen, auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Erwgung3">Die Substanziierungslast des Steuerpflichtigen wird indessen dadurch gemildert, dass die Anforderungen an die VollstÃ¤ndigkeit der Sachdarstellung nicht Ã¼berspannt werden dÃ¼rfen: Hat der Steuerpflichtige eine nicht vÃ¶llig lÃ¼ckenlose Sachdarstellung gegeben, muss die Rekurskommis­sion danach trachten, diesen Mangel durch eine ergÃ¤nzende Untersuchung zu beheben. </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.3.2 </span></b><span>Die Beweislosigkeit, die sich einstellt, wenn der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflicht hinsichtlich steueraufhebender oder -mindernder Tatsachen â z.B. bei einem von ihm geltend gemachten Abzug â nicht erfÃ¼llt, fÃ¼hrt grundsÃ¤tzlich nicht zu einer ErmessenseinschÃ¤tzung im Sinn von § 139 Abs. 2 StG. Vielmehr ist diesfalls aufgrund der allgemeinen Beweislastregel (vgl. BGr, 22. Februar 1993, ASA 62 [1993/94], S. 720 E. 5b; BGE 121 II 257 E. 4c/aa) zu Ungunsten des fÃ¼r derartige Tatsachen beweisbelasteten Steuerpflichtigen anzunehmen, die behaupteten Tatsachen hÃ¤tten sich nicht verwirklicht, und gestÃ¼tzt darauf der in Frage stehende Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen (vgl. etwa BGE 92 I 393 = ASA 36 [1967/68], S. 192 und BGr, 10. Juli 1977, ASA 46 [1977/78], S. 512).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>Unter bestimmten Voraussetzungen ist allerdings ausnahmsweise eine SchÃ¤tzung nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auch bezÃ¼glich steueraufhebender und -mindernder Tatsachen zu treffen, dann nÃ¤mlich, wenn dem Steuerpflichtigen die gehÃ¶rige Mitwirkung an der Ermittlung dieser Tatsachen aus GrÃ¼nden, die er nicht zu vertreten hat, unmÃ¶glich oder unzumutbar ist (vgl. RB 1975 Nr. 54). Gleich verhÃ¤lt es sich, wenn das Bestehen eines Abzugs erwiesen ist, z.B. feststeht, dass dem Steuerpflichtigen Gewinnungskosten erwachsen sind, aber deren HÃ¶he ungewiss ist. In einem solchen Fall wÃ¤re es sachwidrig und damit willkÃ¼rlich, den Abzug nicht zu berÃ¼cksichtigen; vielmehr muss dessen HÃ¶he nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen geschÃ¤tzt werden (vgl. Martin Zweifel in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2. A., Basel etc. 2002, Art. 46 StHG N. 30).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Das vom Pflichtigen seit 2001 an der Fachhochschule fÃ¼r Technik, Wirtschaft und soziale Arbeit St. Gallen besuchte berufsbegleitende Nachdiplomstudium zum Executive Master of Business Administration (EMBA) in Richtung UnternehmensfÃ¼hrung â mit dem Fachstudium zum dipl. Customer Relationship Manager â steht Absolventen eines Ãkonomiestudiums oder Personen mit entsprechenden Mindestqualifikationen offen. Das Nach­diplomstudium gliedert sich in eine General Management-Ausbildung und in eine Expertenausbildung von je 30 Tagen. In diesem vom Pflichtigen besuchten Bildungsgang, im Fachstudium Customer Relationship Management (CRM), das sich an zukÃ¼nftige Cus­tomer Relationship Manager und FÃ¼hrungskrÃ¤fte richtet, werden die Konzepte, Methoden und Instrumente des Customer Relationship Managements auf ganzheitliche Art gelehrt. Im Wesentlichen werden vermittelt: Grundlagen des Marketings, des CRM und des Database- und des Direkt-Marketings (inkl. des Vertriebsmanagements), Grundwissen Ã¼ber Datenbanken, Datenbeschaffung und Data Warehousing, Gestaltung und Automatisierung von GeschÃ¤ftsprozessen zur UnterstÃ¼tzung des Customer Relationship Management, EDV-Integration, Datenbeschaffung und Sicherstellung der DatenqualitÃ¤t, Technische UnterstÃ¼tzung durch CRM-Tools (Kampagnenmanagement, Call-Center etc.), Implementierung des CRM im Unternehmen, Neuere Trends und Tendenzen im CRM. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Es ist offenkundig, dass der im Rahmen des Executive MBA-Lehrgangs erfolgte Besuch des Fachstudiums Customer Relationship Management geeignet war, das Wissen und die FÃ¤higkeiten des Pflichtigen als Projektleiter eines Customer Relationship Management-Projekts zu vertiefen und zu erweitern, und zwar auch in dem Sinn, dass der Pflichtige, der seine berufliche TÃ¤tigkeit zur Hauptsache in der praktischen Arbeit gelernt hatte, die dem besseren VerstÃ¤ndnis dieser Arbeit dienenden Kenntnisse der Grundlagen, ZusammenhÃ¤nge und kÃ¼nftigen Entwicklungen, aber auch der Methoden zur ProblemlÃ¶sung erlangt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.5 </span></b><span>Die Rekurskommission hat indessen lediglich einen "Weiterbildungsanteil" an dem vom Pflichtigen besuchten Executive MBA-Lehrgang von 50 % ermittelt. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Kommission hat das in dessen Verlauf absolvierte Fachstudium Customer Relationship Management als Weiterbildung gewÃ¼rdigt, wÃ¤hrend sie den Besuch der General Management-Module als Ausbildung betrachtet hat, da in diesem Teil des Nachdiplomstudiums "diverse betriebswirtschaftliche Teilgebiete mit breiter Ausrichtung" und ohne konkreten Bezug zur beruflichen TÃ¤tigkeit des Pflichtigen gelehrt wÃ¼rden. Angesichts dessen, dass dieser im streitbetroffenen Jahr 2002 Fr. 3'000.- fÃ¼r "10 Tage CRM-Kurskomplettierung" und Fr. 10'500.- fÃ¼r "Gen. Management Module 02/03" bezahlt hat, lÃ¤sst sich die SchÃ¤tzung von 50 % der gesamten Auslagen von Fr. 14'617.-, d.h. von Fr. 7'309.-, als abzugsfÃ¤hige Weiterbildungskosten allerdings nicht quantitativ nachvollziehen. Die Vorinstanz ist daher insoweit in WillkÃ¼r verfallen.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die Rekurskommission wird im zweiten Rechtsgang im Licht der vorstehenden ErwÃ¤gungen und nach allfÃ¤lliger DurchfÃ¼hrung einer weiteren Untersuchung diesen Mangel zu beheben sowie einen Neuentscheid zu fÃ¤llen haben, wobei sie an die Begehren der Parteien nicht gebunden ist (vgl. vorn E. 1.2). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Das fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Bei diesem letztlich unentschiedenen Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und steht dem BeschwerdefÃ¼hrer keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird zur weiteren Unter­suchung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Steuerrekurskom­mission zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Ãber die Rekurskosten hat die Steuerrekurskommission im Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Einzug2">3. <span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2">4. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</p> <p class="Einzug2">5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>7. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>