<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">73</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>11</b></span> <span class="ft1"><b>Fahren trotz Entzugs des Führerausweises</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Entschuldbarer Notstand, daher kein schweres Verschulden i.S.v. Art. 16c</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Abs. 1 lit. f SVG; Lückenfüllung mittels analoger Anwendung von</b></span><br/> <span class="ft1"><b>Art. 16a Abs. 2 SVG</b></span><br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 18. Oktober</span><br/> <span class="ft2">2017, i.S. N. gegen das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau und das</span><br/> <span class="ft2">Departement Volkswirtschaft und Inneres (WBE.2017.338)</span><br/> <span class="ft3"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft4">II.</span><br/> <span class="ft4">1.</span><br/> <span class="ft4">Dem angefochtenen Entscheid liegt im Wesentlichen folgender</span><br/> <span class="ft4">Sachverhalt zugrunde:</span><br/> <span class="ft5">Der Beschwerdeführer wurde dabei beobachtet, wie er am 12. August</span><br/> <span class="ft5">2016 in A. ein Motorrad lenkte, obwohl ihm der Führerausweis mit</span><br/> <span class="ft5">Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 11. Dezember 2015 zu</span><br/> <span class="ft5">jenem Zeitpunkt entzogen war. Auf dem Sozius befand sich eine</span><br/> <span class="ft5">Begleiterin.</span><br/> <span class="ft4">Als Folge dieses Vorfalls verurteilte die Staatsanwaltschaft B.</span><br/> <span class="ft4">den Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 8. November 2016 we-</span><br/> <span class="ft4">gen Fahrens ohne Berechtigung (Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG) sowie</span><br/> <span class="ft4">wegen eines weiteren, nicht mit dem Strassenverkehrsrecht in</span><br/> <span class="ft4">Zusammenhang stehenden Delikts zu einer unbedingten Geldstrafe</span><br/> <span class="ft4">von 180 Tagessätzen je Fr. 30.00. Der Strafbefehl ist unangefoch-</span><br/> <span class="ft4">ten in Rechtskraft erwachsen.</span><br/> <span class="ft4">2.</span><br/> <span class="ft4">2.1.</span><br/> <span class="ft4">Der Beschwerdeführer räumt ein, eine kurze Strecke mit dem</span><br/> <span class="ft4">Motorrad gefahren zu sein, er beruft sich dafür aber auf einen Not-</span><br/> <span class="ft4">stand i.S.v. Art. 17 StGB. Er macht zusammenfassend geltend, seine</span><br/> <span class="ft4">Partnerin habe gesundheitliche Probleme erlitten, die bei ihm den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">74</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">Verdacht auf einen Schlaganfall hervorriefen, weshalb er seine</span><br/> <span class="ft4">Partnerin umgehend in das Kantonsspital C. habe fahren wollen.</span><br/> <span class="ft4">Diese Notstandskonstellation werde im Strafbefehl nicht erwähnt</span><br/> <span class="ft4">und der Beschwerdeführer habe den Strafbefehl nicht angefochten,</span><br/> <span class="ft4">da der Staatsanwalt ihm mitgeteilt habe, er könne diese Umstände</span><br/> <span class="ft4">vor dem Strassenverkehrsamt vorbringen. Das Strassenverkehrsamt</span><br/> <span class="ft4">und das DVI hätten eigene Beweise erheben müssen, da die Staatsan-</span><br/> <span class="ft4">waltschaft die Notstandshilfe nicht berücksichtigt habe.</span><br/> <span class="ft4">2.2.</span><br/> <span class="ft4">2.2.1.-2.2.3.</span><br/> <span class="ft4">(Ausführungen zur Bindung an den im Strafverfahren</span><br/> <span class="ft4">festgestellten Sachverhalt)</span><br/> <span class="ft4">2.2.4.</span><br/> <span class="ft4">Mit der Einholung des Amtsberichts hat das Verwaltungsgericht</span><br/> <span class="ft4">eigene Beweismittel erhoben, womit es nicht an die Feststellungen</span><br/> <span class="ft4">des Strafbefehls gebunden ist.</span><br/> <span class="ft4">Gemäss dem Amtsbericht von Staatsanwalt D. vom 23. August</span><br/> <span class="ft4">2017 legten der Beschwerdeführer und seine Partnerin glaubhaft dar,</span><br/> <span class="ft4">dass der Beschwerdeführer aus einer subjektiven Notsituation heraus</span><br/> <span class="ft4">gehandelt habe. Er sei aber der Meinung, dass kein rechtfertigender</span><br/> <span class="ft4">Notstand i.S.v. Art. 17 StGB vorgelegen habe, sondern dass der Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeführer seine Partnerin zum Sanitätsposten hätte bringen</span><br/> <span class="ft4">und/oder eine Ambulanz herbeirufen sollen. Somit habe der</span><br/> <span class="ft4">Beschwerdeführer den Tatbestand des Fahrens ohne Berechtigung er-</span><br/> <span class="ft4">füllt. Das Verhalten des Beschwerdeführers habe er bei der Strafzu-</span><br/> <span class="ft4">messung unter dem Aspekt des entschuldbaren Notstands stark straf-</span><br/> <span class="ft4">mindernd berücksichtigt. Entgegen dem Vorbringen des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft4">führers in seiner Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei die Argumenta-</span><br/> <span class="ft4">tion des Beschwerdeführers nicht ungehört geblieben. Nach Erhalt</span><br/> <span class="ft4">des Strafbefehls habe der Beschwerdeführer ihn angerufen, wobei er</span><br/> <span class="ft4">dem Beschwerdeführer erklärt habe, dass das Strassenverkehrsamt</span><br/> <span class="ft4">die Strafakten beiziehe und sich aus diesen ergebe, dass er eine Not-</span><br/> <span class="ft4">situation geltend mache. Er habe dem Beschwerdeführer mitgeteilt,</span><br/> <span class="ft4">dass er sich im Administrativverfahren werde äussern können.</span><br/> <span class="ft4">Aufgrund dieser Ausführungen sowie aufgrund der polizei-</span><br/> <span class="ft4">lichen Einvernahme des Beschwerdeführers vom 28. August 2016,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">75</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">der Einvernahme des Beschwerdeführers vom 28. Oktober 2016</span><br/> <span class="ft4">durch die Staatsanwaltschaft sowie der Einvernahme der Partnerin</span><br/> <span class="ft4">des Beschwerdeführers durch die Staatsanwaltschaft vom</span><br/> <span class="ft4">28. Oktober 2016 ist für das Verwaltungsgericht erstellt, dass der Be-</span><br/> <span class="ft4">schwerdeführer das Motorrad lenkte, um seine Partnerin - bei wel-</span><br/> <span class="ft4">cher er den Verdacht auf einen Schlaganfall hegte - schnellst mög-</span><br/> <span class="ft4">lich in das nahe gelegene Kantonsspital C. zu führen.</span><br/> <span class="ft4">3.</span><br/> <span class="ft4">Wer ein Motorfahrzeug führt, bedarf des Führerausweises</span><br/> <span class="ft4">(Art. 10 Abs. 2 SVG).</span><br/> <span class="ft4">Indem der Beschwerdeführer trotz des entzogenen Führeraus-</span><br/> <span class="ft4">weises am 12. August 2016 ein Motorfahrzeug führte, verstiess er</span><br/> <span class="ft4">gegen die genannte Bestimmung.</span><br/> <span class="ft4">4.</span><br/> <span class="ft4">4.1.</span><br/> <span class="ft4">Zu prüfen ist weiter, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausge-</span><br/> <span class="ft4">gangen ist, dass das Verhalten des Beschwerdeführers unter Art. 16c</span><br/> <span class="ft4">Abs. 1 lit. f SVG zu subsumieren ist.</span><br/> <span class="ft4">4.2.</span><br/> <span class="ft4">4.2.1.</span><br/> <span class="ft4">Das DVI führte im Wesentlichen aus, dass die Nichterwähnung</span><br/> <span class="ft4">der durch den Beschwerdeführer geltend gemachten Notstands-</span><br/> <span class="ft4">situation nur den Schluss zulasse, dass der Strafrichter offensichtlich</span><br/> <span class="ft4">ausgeschlossen habe, dass sich der Beschwerdeführer in einer Not-</span><br/> <span class="ft4">standssituation befunden habe. Demnach habe der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft4">eine Widerhandlung i.S.v. Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG begangen, wo-</span><br/> <span class="ft4">mit ihm der Führerausweis gestützt auf Art. 16c Abs. 2 lit. e SVG für</span><br/> <span class="ft4">immer zu entziehen sei. Das gleiche gelte auch für die Schiffsführer-</span><br/> <span class="ft4">ausweise des Beschwerdeführers.</span><br/> <span class="ft4">4.2.2.</span><br/> <span class="ft4">Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, sich in einer</span><br/> <span class="ft4">Notstandssituation befunden zu haben, da er den Verdacht gehabt</span><br/> <span class="ft4">habe, dass seine Partnerin einen Schlaganfall erlitten habe und er sie</span><br/> <span class="ft4">so schnell wie möglich in das nahe gelegene Kantonsspital C. habe</span><br/> <span class="ft4">bringen wollen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">76</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">4.3.</span><br/> <span class="ft4">Eine schwere Widerhandlung begeht, wer ein Motorfahrzeug</span><br/> <span class="ft4">trotz Ausweisentzugs führt (Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG). Die spezifi-</span><br/> <span class="ft4">schen Widerhandlungstatbestände i.S.v. Art. 16c Abs. 1 lit. b bis f</span><br/> <span class="ft4">SVG sind erfüllt, wenn die objektiven Tatbestandselemente vorlie-</span><br/> <span class="ft4">gen, ein Rechtfertigungsgrund fehlt und der Fahrzeuglenker schuld-</span><br/> <span class="ft4">haft gehandelt hat, wobei bereits fahrlässiges Handeln ein Verschul-</span><br/> <span class="ft4">den darstellt (B</span><span class="ft2">ERNHARD</span> <span class="ft4">R</span><span class="ft2">ÜTSCHE</span><span class="ft4">, in: M</span><span class="ft2">ARCEL</span> <span class="ft4">A</span><span class="ft2">LEXANDER</span><br/> <span class="ft4">N</span><span class="ft2">IGGLI</span><span class="ft4">/T</span><span class="ft2">HOMAS</span> <span class="ft4">P</span><span class="ft2">ROBST</span><span class="ft4">/B</span><span class="ft2">ERNHARD</span> <span class="ft4">W</span><span class="ft2">ALDMANN</span> <span class="ft4">[Hrsg.], Basler</span><br/> <span class="ft4">Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Basel 2014, Art. 16 N 82).</span><br/> <span class="ft4">Durch das wissentliche und willentliche Führen eines</span><br/> <span class="ft4">Motorfahrzeugs hat der Beschwerdeführer den Tatbestand des Füh-</span><br/> <span class="ft4">rens eines Motorfahrzeugs trotz Ausweisentzugs erfüllt (vgl. Erw. 3.</span><br/> <span class="ft4">hiervor). Der Staatsanwalt hat in seinem Amtsbericht vom</span><br/> <span class="ft4">23. August 2017 das Vorliegen eines rechtfertigenden Notstands</span><br/> <span class="ft4">i.S.v. Art. 17 StGB verneint, er hat aber die subjektive Notsituation</span><br/> <span class="ft4">des Beschwerdeführers dahingehend berücksichtigt, als er vom</span><br/> <span class="ft4">Vorliegen eines entschuldbaren Notstands i.S.v. Art. 18 StGB ausge-</span><br/> <span class="ft4">gangen ist und gestützt darauf die Strafe stark gemindert hat. Da der</span><br/> <span class="ft4">Staatsanwalt den Beschwerdeführer sowie seine Partnerin einver-</span><br/> <span class="ft4">nommen hat und somit die Tatsachen besser kennt als das Ver-</span><br/> <span class="ft4">waltungsgericht, besteht für das Verwaltungsgericht kein Grund für</span><br/> <span class="ft4">eine Abweichung von dieser Beurteilung. Es liegt somit kein</span><br/> <span class="ft4">Rechtfertigungsgrund vor und der Beschwerdeführer hat auch</span><br/> <span class="ft4">schuldhaft gehandelt. Somit wären die Voraussetzungen für die An-</span><br/> <span class="ft4">wendbarkeit von Art. 16c Abs. 1 lit. f SVG vorliegend grundsätzlich</span><br/> <span class="ft4">erfüllt.</span><br/> <span class="ft4">5.</span><br/> <span class="ft4">5.1.</span><br/> <span class="ft4">Das Bundesgericht hat mehrfach für die Anwendbarkeit von</span><br/> <span class="ft4">Art. 16c SVG ein <i>schweres</i> Verschulden vorausgesetzt (Urteile des</span><br/> <span class="ft4">Bundesgerichts vom 4. Juli 2016 [1C_25/2016], Erw. 2.1; vom</span><br/> <span class="ft4">21. Dezember 2009 [1C_355/2009], Erw. 5.3). Da der Staatsanwalt</span><br/> <span class="ft4">anerkennt, dass der Beschwerdeführer aus einer subjektiven Not-</span><br/> <span class="ft4">situation heraus gehandelt und der Staatsanwalt aus diesem Grund</span><br/> <span class="ft4">die Strafe stark gemindert hat, ist vorliegend jedoch lediglich von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">77</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">einem geringen Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen,</span><br/> <span class="ft4">womit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung folgend kein Raum</span><br/> <span class="ft4">für die Anwendbarkeit von Art. 16c SVG bleibt. Da im Gesetz nicht</span><br/> <span class="ft4">geregelt ist, welches die Rechtsfolge des Führens eines Motorfahr-</span><br/> <span class="ft4">zeugs trotz Entzugs des Führerausweises sein soll, wo kein schweres</span><br/> <span class="ft4">Verschulden vorliegt, besteht eine Gesetzeslücke (ebenfalls vom Vor-</span><br/> <span class="ft4">liegen einer Lücke in Fällen von Fahren trotz Ausweisentzugs bei ge-</span><br/> <span class="ft4">ringem Verschulden geht die Verwaltungsrekurskommission des</span><br/> <span class="ft4">Kantons St.Gallen aus, die es als zulässig erachtet, die Mindestent-</span><br/> <span class="ft4">zugsdauer in Fällen eines leichten Verschuldens zu unterschreiten:</span><br/> <span class="ft4">Entscheid vom 29. Juni 2017 [IV-2016/179], Erw. 2d; Entscheid vom</span><br/> <span class="ft4">30. Mai 2013 [IV-2013/18], Erw. 2e; Entscheid vom 18. August</span><br/> <span class="ft4">2011 [IV-2011/57], Erw. 3a/bb; Entscheid vom 19. April 2007 [IV-</span><br/> <span class="ft4">2006/174], Erw. 2b [alle abrufbar unter: <a href="http://www.gerichte.sg.ch/">http://www.gerichte.sg.ch/</a></span><br/> <span class="ft4">home/dienstleistungen/rechtspre-chung/aktuelle_entscheide2.html;</span><br/> <span class="ft4">besucht am 18. Oktober 2017]; vgl. auch Entscheid des Kantons-</span><br/> <span class="ft4">gerichts des Kantons Luzern vom 29. Juli 2015 [7H 15 166],</span><br/> <span class="ft4">Erw. 3.2 [abrufbar unter: https://gerichte.lu.ch/recht_sprechung/</span><br/> <span class="ft4">lgve/Ajax?EnId=10436; besucht am 18. Oktober 2017]).</span><br/> <span class="ft4">Das Gericht hat daher - mangels Gewohnheitsrechts - nach der</span><br/> <span class="ft4">Regel zu entscheiden, die es als Gesetzgeber aufstellen würde (Art. 1</span><br/> <span class="ft4">Abs. 2 ZGB). Es folgt dabei bewährter Lehre und Überlieferung</span><br/> <span class="ft4">(Art. 1 Abs. 3 ZGB). Als Mittel zur Schliessung der echten Lücke</span><br/> <span class="ft4">fällt unter anderem der Analogieschluss in Betracht (BGE 129 V 345,</span><br/> <span class="ft4">Erw. 4.1).</span><br/> <span class="ft4">5.2.</span><br/> <span class="ft4">Bei der Bemessung der Entzugsdauer sind gemäss Art. 16</span><br/> <span class="ft4">Abs. 3 SVG die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden,</span><br/> <span class="ft4">der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwen-</span><br/> <span class="ft4">digkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, zu berücksichtigen. Da das</span><br/> <span class="ft4">Fahren trotz Ausweisentzugs in erster Linie aus Gründen der wirksa-</span><br/> <span class="ft4">men Rechtsdurchsetzung mit einem Entzug des Führerausweises</span><br/> <span class="ft4">sanktioniert wird, wird durch diesen Entzugsgrund nur indirekt der</span><br/> <span class="ft4">Verkehrssicherheit gedient (B</span><span class="ft2">ERNHARD</span> <span class="ft4">R</span><span class="ft2">ÜTSCHE</span><span class="ft4">/D</span><span class="ft2">ENISE</span> <span class="ft4">W</span><span class="ft2">EBER</span><span class="ft4">,</span><br/> <span class="ft4">in: M</span><span class="ft2">ARCEL</span> <span class="ft4">A</span><span class="ft2">LEXANDER</span> <span class="ft4">N</span><span class="ft2">IGGLI</span><span class="ft4">/T</span><span class="ft2">HOMAS</span> <span class="ft4">P</span><span class="ft2">ROBST</span><span class="ft4">/B</span><span class="ft2">ERNHARD</span><br/> <span class="ft4">W</span><span class="ft2">ALDMANN</span> <span class="ft4">[Hrsg.], Basler Kommentar zum Strassenverkehrs-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">78</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft4">gesetz, Basel 2014, Art. 16c N 41). Dem Kriterium der Gefährdung</span><br/> <span class="ft4">der Verkehrssicherheit kommt vorliegend bei der Bemessung der Ab-</span><br/> <span class="ft4">erkennungsdauer somit keine Bedeutung zu (vgl. Entscheid der Ver-</span><br/> <span class="ft4">waltungsrekurskommission des Kantons St.Gallen vom 29. Juni</span><br/> <span class="ft4">2017 [IV-2016/179], Erw. 3c/bb).</span><br/> <span class="ft4">5.3.</span><br/> <span class="ft4">Es bietet sich an, auf den zu beurteilenden Sachverhalt dem</span><br/> <span class="ft4">leichten Verschulden entsprechend Art. 16a Abs. 2 SVG analog anzu-</span><br/> <span class="ft4">wenden, wonach der Führerausweis nach einer leichten Widerhand-</span><br/> <span class="ft4">lung für mindestens einen Monat entzogen wird, wenn in den</span><br/> <span class="ft4">vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine</span><br/> <span class="ft4">andere Administrativmassnahme verfügt wurde.</span><br/></div> </div> </body> </html>