B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3398/2013/wif U r t e i l v o m 2 8 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter William Waeber, Richter Robert Galliker, Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Armenien, vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. Mai 2013 / N _______. D-3398/2013 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin – eine armenische Staatsangehörige arme- nischer Ethnie – am 5. Mai 2011 zusammen mit ihrem Ehemann und den beiden Töchtern (Verfahren D-3400/2013) bei der s chweizerischen Ver- tretung in Jerewan einen schriftlich begründeten Einreiseantrag stellte, dass das BFM der Familie mit Schreiben vom 30. August 2011 die Einrei- se in die Schweiz zwecks Durchführung des Asylverfahrens bewilligte, dass die Beschwerdeführerin ihr Heimat land eigenen Anga ben zufolge am 19. September 2011 zusammen mit dem Ehemann und den Kindern verliess, dass sie am 19. September 2011 in die Schweiz einreiste, wo sie glei- chentags im Em pfangs- und Verfahrenszentrum B._______ um Asyl nachsuchte, dass am 29. September 2011 die Befragung zur Person stattfand, dass die Anhörung vom 24. Januar 2012 abgebrochen werden musste, da die Beschwerdeführerin ein frauenspezifisches Anliegen äussert e, je- doch kein Frauenteam zur Verfügung stand, dass die Beschwerdeführerin am 14. Mai 2012 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu ihren Asy l- gründen angehört wurde, dass für die Begründung des Asylgesuchs vollumfänglich auf die protokol- lierten Aussagen zu verweisen ist (vgl. Befragungsprotokoll vom 29. Sep- tember 2011, A11; Anhörungsprotokoll vom 14. Mai 2012, A23), dass die Beschwerdeführerin dem BFM als Beweismittel ihren Reisepass, einen Eheschei n sowie zwei Arztberic hte der Psychiatrischen Dienste C._______, vom 30. Mai 2012 und 3. D ezember 2012 , zu den Akten reichte, dass das BFM mit Verfügung vom 29. Mai 2013 – eröffnet am 31. Mai 2013 – feststellte, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, deren Asylgesuch vom 19. September 2011 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordne- te, D-3398/2013 Seite 3 dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Beschwer- deführerin habe die angebliche, von Polizisten begangene Vergewalti- gung vom 28. September 2010 weder in ihrem persönlichen ersten Schreiben vom 5. Mai 2011 an die s chweizerische Botschaft noch an der Befragung vom 29. September 2011 auch nur andeutungsweise erwähnt, obwohl dieser Übergriff das zentrale Element ihres Asylgesuchs darg e- stellt habe, dass sie bis zur Anhörung immer behauptet habe, ausser aus unerklärl i- chen Gründen gezwungen worden zu sein, ihre Arbeit zu kündigen, se l- ber keine Probleme gehabt zu haben, dass man von der Beschwerdeführerin hätte erwarten können, den Übe r- griff zumindest ansatzweise zu erwähnen, auch wenn bei ge schlechts- spezifischen Vorbringen ein gewisses Verständnis für die Schwierigkeit, darüber zu sprechen, bestehe, dass sie zumindest hätte berichten können, sie sei von Polizisten mitg e- nommen und bedroht worden , ohne dass sie zwingend die Vergewalt i- gung hätte schildern müssen, dass ausserdem zum Zeitpunkt des Botschafts gesuches und der Befr a- gung bereits mehrere Monate beziehungsweise ein Jahr seit dem Vorfall vergangen seien und die Beschwerdeführerin sich nicht mehr im Schoc k- zustand befunden habe, dass sie de n Vorfall angesichts dessen, dass das Botschaftsgesuch schriftlich eingereicht worden sei, zuerst sogar nur hätte niederschreiben oder zumindest umschreiben müssen, was erfahrungsgemäss weniger Mut benötige, dass im Weiteren ihr Ehemann während des ganzen Verfahrens keinerlei Probleme hinsichtlich der Beschwerdeführerin erwähnt habe, dass er doch hätte bemerken müssen, dass sich ihr psychischer Zustand drastisch verschlechtert habe oder zumindest, dass sie einen Monat lang nicht zur Arbeit gegangen sei, auch wenn sie ihm den Vorfall angeblich aus Angst verschwiegen habe, dass er jedoch auch diesbezüglich nie etwas vorgebracht habe, D-3398/2013 Seite 4 dass es ohnehin schleierhaft sei, aus welchem Grund die Beschwerd e- führerin ihrem Ehemann überhaupt nichts von diesem Vorfall erzählt ha- be, obwohl dieser den Druck auf die ganze Familie und die Gefahr, noch schlimmere Repressalien erdulden zu müssen, stark gesteigert habe, dass aus diesen Gründen die im Zusammenhang mit dem erwähnten Übergriff geltend gemachten Vorbringen als nac hgeschoben, mithin u n- glaubhaft zu beurteilen seien, dass die Unkenntnis der Beschwerdeführerin bezüglich der politischen Aktivitäten und Probleme ihres Ehemannes ebenfalls als unglaubhaft b e- wertet werde, da sie nicht gewusst habe, wie er sich für die Oppos ition engagiert oder um welche Partei es sich gehandelt habe, dass man jedoch erwarten dürfe, sie wüsste als gut ausgebildete, arbeits- tätige Frau mehr darüber zu berichten, dass schliesslich darauf hinzuweisen sei, dass mit Verfügung vom 21. Mai 2013 (recte: 29. Mai 2013) auch das Asylgesuch des Ehemannes gestützt auf Art. 7 AsylG abgelehnt worden sei, da seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ebenso wenig standhielten, dass den Vorbringen der Beschwerdeführerin somit jegliche Grundlage entzogen werde, zumal sich diese hauptsächlich auf diejenigen ihres Ehemannes stützten, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 14. Juni 2013 (Poststem- pel vom 15. Juni 2013) gegen die sen Entscheid beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liess, es sei die ange- fochtene Verfügung aufzuheben und ihr in der Folge Asyl zu gewähren, dass eventualiter die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei, dass subeventualiter festzustellen sei, die Wegweisung der Beschwerd e- führerin sei unzulässig und ihr in der Folge die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei, dass die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, D-3398/2013 Seite 5 dass als Beweismittel das bereits beim BFM eingereichte ärztliche Att est der Psychiatrischen Dienste C._______, vom 3. Dezember 2012 , ins Recht gelegt wurde, dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, dass der damals zuständige Instruktionsrichter mit Zwischenverfügung vom 11. Juli 2013 der Beschwerdeführerin mitteilte, sie dürfe den Au s- gang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, die Gesuche um Gewä h- rung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses abwies und die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Säumni s- folge aufforderte, bis zum 26. Juli 2013 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– zu leisten, dass der Kostenvorschuss am 23. Juli 2013 fristgerecht einbezahlt wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwer deführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), D-3398/2013 Seite 6 dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem He imatstaat oder im Land, in dem s ie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen gelten, die einen unerträgl i- chen psychischen Druck bewirken, wobei den frauenspezifischen Fluch t- gründen Rechnung zu tragen ist (Art. 3 Abs. 2 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in w e- sentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass in der Rechtsmitteleingabe hinsichtlich des Verschweigens der b e- haupteten Vergewaltigung im Wesentlichen geltend gemacht wird, die Be- schwerdeführerin habe die Botschaft zusammen mit ihrem Ehemann au f- gesucht und sei auch mit ihm und den Kindern zur Empfangsstellenbefra- gung gegangen, D-3398/2013 Seite 7 dass sie grosse Angst gehabt habe, er könnte von der Vergewaltigung er- fahren, und befürchtet habe, der Sachbearbeiter könnte ihm Fragen ste l- len, welche ihn misstrauisch machen würden, dass das BFM übersehe, dass es um einiges einfa cher sei, über einen Vorfall zu schweigen, als ihn zu verfälschen, dass Vergewaltigungsopfer im Übrigen oft Jahre benötigten, bis sie über den Vorfall berichten könnten und viele Frauen gerade ihren Ehemännern eine Vergewaltigung verschwiegen, dass die Beschwerdeführerin davon überzeugt gewesen sei, ihr Ehemann würde starke Rachegedanken he gen und alles daran setzen , die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, was die Gefahr für die Familie erhöht hätte, dass sie auch sicher sei, dass es zur Trennung komme, wenn er von der Vergewaltigung erfahre, dass die Beschwerdeführerin bezüglich ihrer Unkenntnis im Zusamme n- hang mit den Aktivitäten und Problemen des Ehemannes insbesondere ausführt, sie habe sein Engagement akzeptiert, da es für ihn so bede u- tend gewesen sei, dass sie sich jedoch nicht sonderlich für Politik interessiere und eine eher neutrale Haltung eingenommen habe, dass ihr die Arbeit und die Kinder wichtig gewesen seien, dass sie sich mit dem Ehemann nicht über den Inhalt seiner Aktivitäten, sondern über deren Folgen unterhalten habe, dass die Beschwerdeführerin insgesamt die Voraussetzungen nach Art. 3 und Art. 7 AsylG erfülle, weshalb ihr Asyl zu gewähren sei, dass das Bundesverwaltungsgericht nach einer genauen Prüfung der vor- liegenden Akten zum Schluss kommt, die Ausführungen in der Beschwer- de seien nicht geeignet, die als zutreffend zu erachtenden Erwägungen des BFM zu entkräften, dass die Beschwerdeführerin zur Begründung des Asylgesuchs sowohl in ihrem Schreiben an die s chweizerische Botschaft (Eingangsstempel vom 24. Mai 2011) als auch bei der Befragung zur Person geltend machte, ihr D-3398/2013 Seite 8 Ehemann habe wegen seiner politischen Tätigkeit Probleme mit den he i- matlichen Behörden gewärtigen müssen, dass sie selbst keine Probleme gehabt habe, aber präzisieren mö chte, von ihren Vorgesetzten aufgefordert worden zu sein, ihre Arbeitsstell e zu kündigen (vgl. A11 S. 4/5), dass sie demgegenüber anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen z u- sätzlich vorbrachte, sie sei am 28. September 2010 von zwei Polizisten vergewaltigt worden (vgl. A23), dass gewisse Schamgefühle nach einem solchen Übergriff zwar durchaus nachvollziehbar sind, doch von der Beschwerdeführerin dennoch zu e r- warten gewesen wäre, dass sie diesen Vorfall zumindest ansatzweise be- reits im Schreiben an die Bot schaft beziehungsweise bei der summar i- schen Befragung geltend gemacht hätte, dass dies umso mehr zutrifft , als sie im Zusammenhang mit dem Vorfall verschiedene physische und psychische Beeinträchtigungen erwähnte, dass sie blaue Flecken, Schrammen und eine Narbe am Daumen davon- getragen habe (vgl. A23 S. 6 Q44, S. 7/8 Q54) und während eines M o- nats krankheitshalber zu Hause geblieben sei (vgl. A23 S. 7 Q50), dass sie mit ihrem Ehemann sexuelle Probleme habe (vgl. A23 S. 6/7 Q45/46), einen Psychotherapeuten be suche und Antidepressiva nehme (vgl. A23 S. 4 Q18), dass es gemäss den in der Beschwerde zitierte n Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 28 bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung um eine Gesamtbeu r- teilung aller Ele mente geht, die für oder gegen den Gesuchsteller spr e- chen, dass dabei eine Sachverhaltsdarstellung nur glaubhaft ist, wenn die pos i- tiven Elemente überwiegen und es für die Glaubhaftmachung nicht au s- reicht, wenn wesentliche und überwiegende Umst ände gegen die vorg e- brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen, dass eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen u n- glaubhaft wird (vgl. a.a.O., E. 3a S. 270), D-3398/2013 Seite 9 dass angesichts dessen und unter Berücksichtigung der vorstehenden Erwägungen die erst anlässlich der Anhörung geschilderte Vergewalt i- gung als unglaubhaft zu bewerten ist, jedenfalls bezüglich der geltend ge- machten Gründe und Umstände, dass der Rechtfertigungsversuch der Beschwerdeführerin, man habe i h- nen gesagt, bei der summarischen Befragung seien nur die Hauptpunkte zu erwähnen, und sie habe vermeiden wollen, dass ihr Ehemann zur Ver- gewaltigung befragt werd e (vgl. A23 S. 8 Q60), demnach nicht zu hören ist, dass es sich bei einem solchen Übergriff zweifellos um eine n zentralen Punkt handelt , welcher bereits bei der Befragung h ätte angesprochen werden müssen, dass es de r Beschwerdeführerin ausserdem offen gestanden hätte, den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin des BFM darüber zu informieren, sie möchte nicht, dass ihr Ehemann von der Vergewaltigung erfahre, dass die in der Rechtsmitteleingabe vertretene Argumentation, die B e- schwerdeführerin habe die Botschaft zusammen mit dem Ehemann au f- gesucht und grosse Angst gehabt, dieser könnte etwas von der Vergewal- tigung erfahren, nicht den Tatsachen entspricht, zumal sie bei der Befr a- gung zur Person angab, sie habe das Schreiben selber vorbeigebracht, da er sich mit den blauen Flecken in der Öffentlichkeit nicht habe zeigen wollen (vgl. A11 S. 4), dass darüber hinaus angesichts der unglaubhaften Vergewaltigung dem Vorbringen, es liege eine asylrelevante Reflexverfolgung vor, weil der Übergriff mit dem Ziel erfolgt sei, den Ehemann einzuschüch tern, die Grundlage entzogen ist, dass die Beschwerdeführerin im Weiteren geltend machte, ihr Ehemann werde von den armenischen Behörden wegen seiner politischen Ansic h- ten verfolgt (vgl. an die Botschaft gerichtetes Schreiben, A2), dass er verletzt und telefonisch bedroht worden sei (vgl. a.a.O.), dass sich vor diesem Hintergrund auch ihr Vorbringen, sie kenne die D e- tails hinsichtlich seiner politischen Tätigkeit nicht, als unglaubhaft erweist, D-3398/2013 Seite 10 dass vielmehr davon ausgegangen werden darf, sie hätte sich angesichts dieser Behelligungen ernst haft für die Einzelheiten seines Engagements interessiert und nicht lediglich mit dem Wissen begnügt, dass er die O p- position unterstütze (vgl. A23 S. 8 Q61), dass es der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten insgesamt nicht ge- lungen ist , die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das BFM ihr Asylgesuch zu Recht abg e- lehnt hat, dass bei dieser Sachlage der Eventualantrag abzuweisen ist, zumal die s- bezüglich auch keine Begründung vorliegt, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis- sen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Sc hweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leb en oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 D-3398/2013 Seite 11 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich e r- hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Re- foulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass darüber hinaus keine Anhaltspunkte für eine im Heimatland drohen- de menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedr i- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, dass die Beschwerdeführerin gemäss Praxis des Europäischen Gericht s- hofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folteraus- schusses eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen müsste, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder u n- menschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, m.w.H.), dass ihr dies mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen nicht gelungen ist, dass auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen lässt, dass somit der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situati o- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), D-3398/2013 Seite 12 dass weder die allgemeine Lage i m Heimatland der Beschwerdeführerin noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, dass in Armenien derzeit weder Krieg, Bürgerkrieg noch eine Situation all- gemeiner Gewalt herrscht, weshalb keine Anhaltspunkte dafür er sichtlich sind, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr dorthin konkret ge- fährdet wäre, dass auch hinsichtlich ihrer individuellen Situation keine Hinweise beste- hen, dass sie in ihrer Heimat einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ausgesetzt sein könnte, dass ihre psychischen Probleme (Posttraumatische Belastungsstörung, Depression) einem Wegweisungsvollzug nicht entgegenstehen, da eine medizinische Versorgung gemäss den Erkenntnissen des Gerichts auch in Armenien gewährleistet ist, dass dort generell die benötigten Apparaturen und Medikamente sowie hinreichend ausgebildete Ärzte für fast alle medizinisc hen Behandlungen vorhanden sind, dass in D._______, wo die Beschwerdeführerin bereits vor der Ausreise gelebt hat (vgl. A11 S. 1), und den grösseren Städten ambulante sowie stationäre psychologische Behandlungen durchgeführt werden können, dass sie ausserdem die Möglichkeit hat, nötigenfalls medizinische Rüc k- kehrhilfe zu beantragen (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]), dass auch sonst keine Wegweisungsvollzugshindernisse ersichtlich sind , da die Beschwerdeführerin eine Ausbildung zur Ärztin absolvierte sowie über Berufserfahrung und Sprachkenntnisse verfügt (vgl. A11 S. 2), wes- halb davon auszugehen ist, es werde ihr trotz einer mit westeuropäischen Ländern nicht vergleichbaren sozio -ökonomischen Lage und unter B e- rücksichtigung ihres Gesundheitszustands gelingen, in Armenien wieder eine Arbeit sstelle zu finden, um zum familiären Unterhalt beitragen zu können, D-3398/2013 Seite 13 dass ihr Ehemann und die beiden Töchter (Verfahren D-3400/2013) eben- falls ins Heimatland zurückkehren müssen, nachdem auch deren Asylg e- suche abgelehnt wurden, dass darüber hinaus ihre Eltern und zwei Schwestern sowie ein Bru der des Ehemannes im Heimatland leben (vgl. A11 S. 3; Befragungsprotokoll betreffend Ehemann vom 29. September 2011, A10 S. 3), dass somit auch von einem tragfähigen Beziehungsnetz ausgegangen werden darf, welches ihr bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann, dass insgesamt keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Beschwerdeführerin für den Fall ihrer Rückk ehr in eine existenzielle Notlage geraten würde, dass der Vollzug der Wegweisung demnach auch zumutbar ist, dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Heimat- staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt, bei der Beschaffung gültiger Re i- sepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisung s- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung d er vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es der Beschwerdeführerin infolgedessen nicht gelungen ist darz u- tun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvo llständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde a b- zuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der Beschwerdefüh- rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 600.– festzu- setzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 23. Juli 2013 in gleicher Höhe einbezahl- ten Kostenvorschuss zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) D-3398/2013 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Dieser Betrag wird mit dem am 23. Juli 2013 geleisteten Koste n- vorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Karin Schnidrig Versand: