<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">494</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>98 Recyclingsammelstelle</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine Unterflursammelstelle für Glas, Alu und Weissblech ist in der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zonenkonform.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Anzahl Sammelstellen und Wahl des Standorts (Erw. 8)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Lärmbeurteilung gemäss der Orientierungshilfe des Bundes (Erw. 9)</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom 5. September</span><br/> <span class="ft5">2013 (BVURA.12.687).</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">3. Sachverhalt</span><br/> <span class="ft1">a) Die Gemeinde beabsichtigt, auf den Parzellen 102 und 103</span><br/> <span class="ft1">eine Sammelstelle mit Unterflur-Containern mitsamt zwei Parkplät-</span><br/> <span class="ft1">zen sowie einer Fläche für einen Lastwagen zur Entleerung der Con-</span><br/> <span class="ft1">tainer zu erstellen. Beide Parzellen sind der Zone für öffentliche Bau-</span><br/> <span class="ft1">ten und Anlagen (Zone OE) zugewiesen und gehören der Gemeinde.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 14 Abs. 1 BNO ist die Zone für öffentliche Bauten und</span><br/> <span class="ft1">Anlagen für Bauten und Anlagen bestimmt, die dem öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Interesse dienen. ... Die Sammelstelle wird parallel zur Neuen Aa-</span><br/> <span class="ft1">rauerstrasse in einem Abstand von rund 4 m realisiert. ... Es werden</span><br/> <span class="ft1">fünf Container für die Sammlung von Glas und zwei Container für</span><br/> <span class="ft1">die Sammlung von Alu und Weissblech bereitgestellt. Die sieben Un-</span><br/> <span class="ft1">terflur-Container verfügen je über ein quadratisches Ausmass von</span><br/> <span class="ft1">1,95 m. Anschliessend an die Neue Aarauerstrasse liegt der Platz für</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">495</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">den Lastwagen zur Entleerung der Container. Auf einer mergelge-</span><br/> <span class="ft1">splitteten Unterlage befinden sich auf der Westseite zwei Abstellplät-</span><br/> <span class="ft1">ze für die Personenwagen. ... Auf den zwei Abstellplätzen gilt eine</span><br/> <span class="ft1">zehnminütige Parkplatzbegrenzung, worauf mit einer Hinweistafel</span><br/> <span class="ft1">hingewiesen wird... Das Bauprojekt weist zu den Parzellen der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführenden einen Abstand zwischen 20 m bis 70 m auf. ...</span><br/> <span class="ft1">7. Zonenkonformität</span><br/> <span class="ft1">7.1</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden sind der Ansicht, dass eine Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle mit sieben Containern zu einem erheblichen Güterumschlag</span><br/> <span class="ft1">führe und damit nicht mehr in einer von der Wohnzone umschlosse-</span><br/> <span class="ft1">nen Zone OE zonenkonform sei. Insbesondere gehöre der dazugehö-</span><br/> <span class="ft1">rige Umschlagplatz für LKWs nicht in die Zone OE. ...</span><br/> <span class="ft1">7.2</span><br/> <span class="ft1">Öffentliche Bauten und Anlagen sind Bauwerke, die von der öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Hand oder von beauftragten Privaten in Erfüllung verfas-</span><br/> <span class="ft1">sungsmässiger Aufgaben erstellt werden. Sie dienen dem Gemeinwe-</span><br/> <span class="ft1">sen unmittelbar durch ihren Gebrauchswert entweder als Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsvermögen oder als Sachen im Gemeingebrauch. Dazu gehören</span><br/> <span class="ft1">neben Verwaltungsgebäuden auch Schulhäuser, Spitäler, Gefängnisse</span><br/> <span class="ft1">oder Asylunterkünfte. Bauwerke im öffentlichen Interesse helfen im</span><br/> <span class="ft1">weitesten Sinn, Aufgaben des modernen Leistungs- und Sozialstaates</span><br/> <span class="ft1">wahrzunehmen (W</span><span class="ft5">ALDMANN</span><span class="ft1">/H</span><span class="ft5">ÄNNI</span><span class="ft1">, Handkommentar RPG,</span><br/> <span class="ft1">Bern 2006, zu Art. 3 N 52). Für öffentliche oder im öffentlichen Inte-</span><br/> <span class="ft1">resse liegende Bauten und Anlagen soll die Raumplanung sachge-</span><br/> <span class="ft1">rechte Standorte finden. Dies geschieht im Rahmen einer Interessen-</span><br/> <span class="ft1">abwägung. Einerseits beansprucht die wirtschaftliche Verwaltung</span><br/> <span class="ft1">Standorte, die dem Zweck des jeweiligen öffentlichen Bauwerks am</span><br/> <span class="ft1">besten entsprechen. Andererseits müssen entgegenstehende schutz-</span><br/> <span class="ft1">würdige (öffentliche oder private) Interessen bei der Standortwahl</span><br/> <span class="ft1">mitberücksichtigt werden. Wie weit sie durchschlagen, hängt von der</span><br/> <span class="ft1">Hauptbestimmung des betreffenden Gebiets ab (Erläuterungen zum</span><br/> <span class="ft1">Bundesgesetz über die Raumplanung, Bern 1981, Herausgeber: Bun-</span><br/> <span class="ft1">desamt für Raumplanung, zu Art. 3 N 58).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">496</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">7.3</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 14 Abs. 1 BNO ist die Zone für öffentliche Bauten</span><br/> <span class="ft1">und Anlagen für Bauten und Anlagen bestimmt, die dem öffentlichen</span><br/> <span class="ft1">Interesse dienen. Die Entsorgung von Siedlungsabfällen liegt im öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Interesse, wofür gemäss den gesetzlichen Vorgaben die</span><br/> <span class="ft1">Gemeinde zuständig ist. ... Eine Sammelstelle für Glas, Alu und</span><br/> <span class="ft1">Weissblech ist somit in der Zone OE als zonenkonform zu betrachten</span><br/> <span class="ft1">(vgl. VGE III/21 vom 30. Mai 2007; EBVU 06.26 vom 18. Mai</span><br/> <span class="ft1">2006). ...</span><br/> <span class="ft1">Beim strittigen Umschlagplatz für Lastwagen für die Entleerung</span><br/> <span class="ft1">der Container handelt es sich um eine Nebenanlage, welche in die-</span><br/> <span class="ft1">nender Funktion eng mit der Sammelanlage als (Haupt-) Baute ver-</span><br/> <span class="ft1">knüpft ist. Die Sammelanlage als solche liegt im öffentlichen Inte-</span><br/> <span class="ft1">resse. Gleiches gilt für die dazu gehörigen Abstell- und Umschlag-</span><br/> <span class="ft1">plätze (vgl. BGer 1C_310/2011 vom 10. November 2011;</span><br/> <span class="ft1">VGE III/57 vom 11. Juni 2013). ...</span><br/> <span class="ft1">8.2</span><br/> <span class="ft1">... Gemäss Art. 31 Abs. 1 USG erstellen die Kantone eine</span><br/> <span class="ft1">Abfallplanung. Insbesondere ermitteln sie ihren Bedarf an Kehricht-</span><br/> <span class="ft1">verbrennungsanlagen, vermeiden Überkapazitäten und legen die</span><br/> <span class="ft1">Standorte der Abfallanlagen fest. Der Begriff der Abfallplanung, wie</span><br/> <span class="ft1">er in dieser Bestimmung verwendet wird, umfasst sowohl die Sach-</span><br/> <span class="ft1">planung (insbesondere die Ermittlung des Bedarfs und die vorge-</span><br/> <span class="ft1">sehenen Massnahmen) als auch die Standortplanung (vgl. URP 2006,</span><br/> <span class="ft1">S. 724). Der Planungsgegenstand ist damit die Bewirtschaftung der</span><br/> <span class="ft1">Abfälle, d.h. die Vermeidung der Abfälle sowie die Entsorgung der</span><br/> <span class="ft1">nicht vermiedenen Abfälle. In örtlicher Hinsicht erstreckt sich die</span><br/> <span class="ft1">Abfallplanung auf das Gebiet des planungspflichtigen Kantons. In</span><br/> <span class="ft1">sachlicher Hinsicht erfasst die Abfallplanung alle im Kanton erzeug-</span><br/> <span class="ft1">ten Abfälle, soweit sie dem Abfallrecht des USG unterstehen. Es sind</span><br/> <span class="ft1">sowohl die vom Gemeinwesen zu entsorgenden Siedlungsabfälle als</span><br/> <span class="ft1">auch die vom Inhaber zu entsorgenden übrigen Abfälle in die Pla-</span><br/> <span class="ft1">nung einzubeziehen. Dabei steht eine Bedarfsplanung an Abfallanla-</span><br/> <span class="ft1">gen im Kantonsgebiet im Vordergrund, wobei es insbesondere darum</span><br/> <span class="ft1">geht, die Standorte der Abfallanlagen festzulegen (Kommentar USG;</span><br/> <span class="ft1">Art. 31 N 8-20). Entsprechend dieser Abfallplanung werden die Ein-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">497</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zugsgebiete für Siedlungsabfälle bestimmt, wobei das gesamte Kan-</span><br/> <span class="ft1">tonsgebiet lückenlos abgedeckt werden muss. Eine gesetzliche Rege-</span><br/> <span class="ft1">lung, wonach bereits auf Gemeindeebene Sammelstellen zu planen</span><br/> <span class="ft1">sind, existiert demgegenüber nicht. Präzisierend hält das Abfallregle-</span><br/> <span class="ft1">ment der Gemeinde vom 24. November 2011 fest, dass Siedlungsab-</span><br/> <span class="ft1">fälle aus Haushaltungen den gemeindeeigenen Sammelstellen über-</span><br/> <span class="ft1">geben werden müssen (§ 6 Abs. 3 AR). Gemäss den vom Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">rat am 1. Januar 2013 erlassenen Vollzugsvorschriften bietet die Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinde unter anderem für Glas, Aluminium und Weissblech dezen-</span><br/> <span class="ft1">trale Sammelstellen an.</span><br/> <span class="ft1">8.3</span><br/> <span class="ft1">Im Gemeindegebiet sind insgesamt drei Sammelstellen vorgese-</span><br/> <span class="ft1">hen. Am Mühleweg, im Dorfteil Zentrum, befindet sich die Haupt-</span><br/> <span class="ft1">sammelstelle. Im Weiteren ist an der Hinteren Bahnhofstrasse (Dorf-</span><br/> <span class="ft1">teil Süd) eine von zwei Nebensammelstellen geplant, bei der anderen</span><br/> <span class="ft1">Nebensammelstelle handelt es sich um die hier diskutierte Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle Neue Aarauerstrasse. Nur die Sammelstelle Neue Aarauerstras-</span><br/> <span class="ft1">se wird als Unterflur-Containeranlage realisiert und befindet sich in</span><br/> <span class="ft1">unmittelbarer Nähe zu den Nachbargemeinden A. und B. Gemäss</span><br/> <span class="ft1">den statistischen Erhebungen Stand 31. Dezember 2012 beträgt die</span><br/> <span class="ft1">Bevölkerungszahl der Gemeinde 9'662 Einwohnerinnen und Ein-</span><br/> <span class="ft1">wohner.</span><br/> <span class="ft1">Die kantonale Abfallexpertin hält anlässlich der Augenscheins-</span><br/> <span class="ft1">verhandlung fest, dass Sammelstellen grundsätzlich in die Nähe der</span><br/> <span class="ft1">Wohngebiete gehörten und gut einsehbar sein müssten. Beide Vor-</span><br/> <span class="ft1">aussetzungen sind nach Ansicht der kantonalen Fachexpertin einge-</span><br/> <span class="ft1">halten, weshalb sich der Standort Neue Aarauerstrasse als Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle grundsätzlich als geeignet erweist. ... Die Fachexpertin führt</span><br/> <span class="ft1">aus, dass keine fest fixierten Bevölkerungszahlen existierten, welche</span><br/> <span class="ft1">die Anzahl der zu realisierenden Sammelstellen in einer Gemeinde</span><br/> <span class="ft1">bestimmten... Gemäss den Empfehlungen des eidgenössischen Bun-</span><br/> <span class="ft1">desamts für Umwelt seien bei einer Bevölkerungsgrösse von 2'000</span><br/> <span class="ft1">bis 10'000 Einwohnern eine Haupt- sowie zwei Nebensammelstellen</span><br/> <span class="ft1">sinnvoll. Weiter hält die kantonale Fachexpertin fest, dass für die</span><br/> <span class="ft1">Festlegung von Sammelstellen kein Bedürfnisnachweis erforderlich</span><br/> <span class="ft1">sei. ...</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">498</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Betreffend der Verkehrszunahme hält die kantonale Abfall-</span><br/> <span class="ft1">expertin fest, dass aufgrund von Erfahrungswerten davon auszugehen</span><br/> <span class="ft1">sei, dass die Anwohnenden Sammelstellen in ihrer unmittelbaren</span><br/> <span class="ft1">Umgebung gebrauchten. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass ge-</span><br/> <span class="ft1">wisse Personen das Gebiet nur wegen der Sammelstelle aufsuchen</span><br/> <span class="ft1">würden. Sinn und Zweck von dezentralen Sammelstellen seien aber</span><br/> <span class="ft1">gerade, dass die Bevölkerung nur kurze Wege gehen müsse, weshalb</span><br/> <span class="ft1">nicht mit deutlich mehr quartierfremdem Verkehr zu rechnen sei. Ein</span><br/> <span class="ft1">Teil der Bevölkerung werde die Siedlungsabfälle zu Fuss abliefern,</span><br/> <span class="ft1">wiederum andere würden den Abfall auf dem Weg zur Arbeit entsor-</span><br/> <span class="ft1">gen. Gerade mit einer Vielzahl von dezentralen Sammelstellen soll</span><br/> <span class="ft1">mit einem möglichst geringen Anfahrtsweg ein Anreiz für die Entsor-</span><br/> <span class="ft1">gung geschaffen werden. Weite Wege sind nicht wünschenswert,</span><br/> <span class="ft1">weshalb erfahrungsgemäss mehrere dezentrale Sammelstellen gerade</span><br/> <span class="ft1">auch betreffend Verkehrsentwicklung positiv ins Gewicht fallen. Es</span><br/> <span class="ft1">steht der Gemeinde aber grundsätzlich frei, wie viele Sammelstellen</span><br/> <span class="ft1">sie realisieren will. ... Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Wohn-</span><br/> <span class="ft1">gebiet ist erfahrungsgemäss mit einem relativ hohen Fussverkehr bei</span><br/> <span class="ft1">der Abfallentsorgung zu rechnen. Auch die unmittelbare Nähe zu</span><br/> <span class="ft1">zwei benachbarten Gemeinden bewirkt nichts Gegenteiliges, zumal</span><br/> <span class="ft1">die Gemeinde in § 8 Abs. 1 AR regelt, dass Sammelstellen aus-</span><br/> <span class="ft1">schliesslich der Gemeindebevölkerung und den in der Gemeinde</span><br/> <span class="ft1">ansässigen und zur Benützung berechtigten Betrieben zur Verfügung</span><br/> <span class="ft1">stehen. ...</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden bringen vor, eine solche Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle animiere die Bevölkerung dazu, den Abfall bei der Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle wild zu deponieren. Damit werde Littering gefördert. Die Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführenden sprechen damit die Eigenverantwortung der Be-</span><br/> <span class="ft1">völkerung an. Abzustellen ist darauf, was zulässig ist, und nicht, wie</span><br/> <span class="ft1">sich die Bevölkerung im Allgemeinen verhält. Unbeachtlich sind da-</span><br/> <span class="ft1">mit jene Negativfälle in Gemeinden, welche sich durch wildes Litte-</span><br/> <span class="ft1">ring bemerkbar machen. Weil Littering grundsätzlich verboten ist, er-</span><br/> <span class="ft1">weist sich der Einwand als unbegründet. Zudem führt die kantonale</span><br/> <span class="ft1">Fachexpertin aus, dass Littering insbesondere bei einer Unterfluran-</span><br/> <span class="ft1">lage wegen der grossen Einsehbarkeit kein grosses Problem darstelle.</span><br/> <span class="ft1">Es gebe keine grossen Container, an welche man volle Plastik- und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">499</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Papiersäcke hinstellen könne. Die Anwohner hätten freie Sicht auf</span><br/> <span class="ft1">die Container. So könnten soziale Kontrolle und Abschreckung wir-</span><br/> <span class="ft1">ken. Die Gemeinde ist sich ferner dieser Problematik bewusst und</span><br/> <span class="ft1">hält anlässlich der Augenscheinsverhandlung fest, dass dreimal</span><br/> <span class="ft1">wöchentlich wild deponierte Abfälle an den bereits existierenden</span><br/> <span class="ft1">Sammelstellen entsorgt würden. Gleiches werde auch für den Stand-</span><br/> <span class="ft1">ort Aarauerfeld gelten. Dies stellt eine taugliche Massnahme zur Ver-</span><br/> <span class="ft1">minderung von Littering dar, zumal sauber gehaltene Sammelstellen</span><br/> <span class="ft1">die korrekte Entsorgung fördern.</span><br/> <span class="ft1">... Als mögliche Massnahme zur Vermeidung von Littering</span><br/> <span class="ft1">würde sich allenfalls eine Schranke aufdrängen. ... Schlüssig hält die</span><br/> <span class="ft1">kantonale Fachexpertin dagegen, dass das Öffnen und Schliessen der</span><br/> <span class="ft1">Sammelstelle einen zusätzlichen Aufwand bedeuteten. Ebenso führe</span><br/> <span class="ft1">dies dazu, dass bei geschlossener Sammelanlage die Abfälle an der</span><br/> <span class="ft1">Schranke deponiert würden, womit Littering eben gerade gefördert</span><br/> <span class="ft1">werde.</span><br/> <span class="ft1">Diesen Darlegungen folgend ergibt sich, dass keine Argumente</span><br/> <span class="ft1">gegen den Standort Neue Aarauerstrasse sprechen. Der gewählte</span><br/> <span class="ft1">Standort ist hinsichtlich der Zufahrtsmöglichkeiten für Anwohnende</span><br/> <span class="ft1">und für die Entsorgungsfahrzeuge, der Gehdistanz der Anwohnenden</span><br/> <span class="ft1">für die Entsorgung etc. den Umständen entsprechend ausgewählt</span><br/> <span class="ft1">worden (vgl. zum Ganzen URP 2005, S. 773; Baurechtsentscheide</span><br/> <span class="ft1">des Kantons Zürich [BEZ] 2005, Nr. 16, S. 61 ff.). Die Notwendig-</span><br/> <span class="ft1">keit, dass sich solche Sammelstellen in bewohnten Gebieten befinden</span><br/> <span class="ft1">müssen, ist allgemein anerkannt (Eidgenössischen Materialprüfungs-</span><br/> <span class="ft1">und Forschungsanstalt [EMPA], Untersuchungsbericht vom 19. Juni</span><br/> <span class="ft1">2012, Lärmermittlung und Massnahmen bei Recyclingsammelstel-</span><br/> <span class="ft1">len, S. 7). Der Einwand der Beschwerdeführenden erweist sich damit</span><br/> <span class="ft1">insgesamt als unbegründet.</span><br/> <span class="ft1">9. Lärmbeurteilung</span><br/> <span class="ft1">9.1</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden machen geltend, die Sammelstelle</span><br/> <span class="ft1">führe zu erheblichen Lärmimmissionen, welche durch geeignete</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen, namentlich die Realisierung von Lärmschutzwänden,</span><br/> <span class="ft1">zu reduzieren seien. ...</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">500</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">9.2</span><br/> <span class="ft1">9.2.1</span><br/> <span class="ft1">Das USG will den Menschen und seine natürliche Umwelt ge-</span><br/> <span class="ft1">gen schädliche und lästige Einwirkungen schützen (Art. 1 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">USG). Das USG ist kein Verhinderungs-, sondern ein Massnahmen-</span><br/> <span class="ft1">gesetz, das seinem Konzept nach die Quellen der Umweltbelastung</span><br/> <span class="ft1">nicht als solche in Frage stellen will; die Nachfrage soll nicht unter-</span><br/> <span class="ft1">sagt, sondern befriedigt werden, wobei aber gleichzeitig die den Um-</span><br/> <span class="ft1">weltschutzanforderungen entsprechenden Vorkehren getroffen wer-</span><br/> <span class="ft1">den sollen (vgl. Pra 1991, S. 179). In diesem Sinn sind Einwirkun-</span><br/> <span class="ft1">gen, die schädlich oder lästig werden könnten, unabhängig von der</span><br/> <span class="ft1">bestehenden Umweltbelastung frühzeitig so weit zu begrenzen, als</span><br/> <span class="ft1">dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist</span><br/> <span class="ft1">(sog. Vorsorgeprinzip gemäss Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG;</span><br/> <span class="ft1">Art. 7 Abs. 1 lit. a und Art. 8 Abs. 1 LSV; vgl. BGE 126 II 305 ff.</span><br/> <span class="ft1">sowie AGVE 1999, S. 272).</span><br/> <span class="ft1">In einem zweiten Schritt sind die Emissionsbegrenzungen zu</span><br/> <span class="ft1">verschärfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkun-</span><br/> <span class="ft1">gen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung</span><br/> <span class="ft1">schädlich oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). Für die Beurtei-</span><br/> <span class="ft1">lung der schädlichen oder lästigen Einwirkungen legt der Bundesrat</span><br/> <span class="ft1">durch Verordnung Immissionsgrenzwerte fest (Art. 13 Abs. 1 USG).</span><br/> <span class="ft1">Bezüglich des Lärms ist er diesem Auftrag in den Anhängen 3 bis 8</span><br/> <span class="ft1">der LSV nachgekommen. Die dort für spezifische Lärmarten festge-</span><br/> <span class="ft1">legten Belastungsgrenzwerte sind aber nur aussagekräftig in Verbin-</span><br/> <span class="ft1">dung mit auf sie zugeschnittenen Mess- und Beurteilungsverfahren.</span><br/> <span class="ft1">Sie bilden zusammen eine funktionale Einheit, ansonsten besteht die</span><br/> <span class="ft1">Gefahr, dass Unvergleichbares miteinander verglichen wird</span><br/> <span class="ft1">(VGE III/105 vom 20. Dezember 2002). Die LSV enthält in ihrem</span><br/> <span class="ft1">Anhang 6 Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewerbelärm.</span><br/> <span class="ft1">Deren Geltungsbereich erstreckt sich grundsätzlich auch auf Entsor-</span><br/> <span class="ft1">gungsanlagen (Anhang 6 Ziffer 1 Abs. 2 LSV; vgl. aber nachfolgend</span><br/> <span class="ft1">Erw. 9.2.2).</span><br/> <span class="ft1">9.2.2</span><br/> <span class="ft1">Aus der Sicht des Lärmschutzrechts stellt die beanstandete</span><br/> <span class="ft1">Sammelanlage eine neue, ortsfeste Lärm erzeugende Anlage im Sin-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">501</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ne von Art. 7 Abs. 7 USG dar, da sie nach dem Inkrafttreten des Um-</span><br/> <span class="ft1">weltschutzgesetzes (am 1. Januar 1985) bewilligt wurde (vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGE 123 II 325; URP 2002, S. 103 ff.). Die von einer solchen An-</span><br/> <span class="ft1">lage allein erzeugten Immissionen dürfen in der Umgebung die Pla-</span><br/> <span class="ft1">nungswerte nicht überschreiten (Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV, Art. 25</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 USG). Für die Beurteilung des Lärms einer neuen Anlage sind</span><br/> <span class="ft1">die am jeweiligen Immissionsort geltenden Belastungsgrenzwerte re-</span><br/> <span class="ft1">levant. ... Für die ES II resultiert bei Industrie- und Gewerbelärm für</span><br/> <span class="ft1">den Tag ein Beurteilungspegel Lr von 55 dB(A) und für die Nacht</span><br/> <span class="ft1">ein solcher von 45 dB(A) (vgl. Ziffer 31 von Anhang 6 der LSV: Tag</span><br/> <span class="ft1">von 07.00-19.00 Uhr sowie Nacht von 19.00-07.00 Uhr).</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht hat in einem wegweisenden Entscheid erwo-</span><br/> <span class="ft1">gen, dass für den Lärm von Sammelstellen spezifische Belastungs-</span><br/> <span class="ft1">grenzwerte fehlen, weshalb die Lärmimmissionen nach Art. 15 unter</span><br/> <span class="ft1">Berücksichtigung von Art. 19 und 23 USG zu beurteilen sind (vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGer 1A.36/2000 vom 5. Dezember 2000, publiziert in: URP 2001,</span><br/> <span class="ft1">S. 147 f.). Nach Art. 15 USG sind die Immissionsgrenzwerte für</span><br/> <span class="ft1">Lärm so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der</span><br/> <span class="ft1">Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte die Bevölkerung in</span><br/> <span class="ft1">ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören. Neue Anlagen müssen</span><br/> <span class="ft1">ein Immissionsniveau einhalten, bei welchem nach richterlicher</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung höchstens geringfügige Störungen auftreten. Im Rahmen</span><br/> <span class="ft1">der vorzunehmenden Einzelfallbeurteilung sind der Charakter des</span><br/> <span class="ft1">Lärms, der Zeitpunkt und die Häufigkeit seines Auftretens sowie die</span><br/> <span class="ft1">Lärmempfindlichkeit bzw. Lärmvorbelastung zu berücksichtigen. Es</span><br/> <span class="ft1">ist nicht auf das subjektive Lärmempfinden einzelner Personen abzu-</span><br/> <span class="ft1">stellen, sondern eine objektivierte Betrachtung unter Berücksichti-</span><br/> <span class="ft1">gung von Personen mit erhöhter Empfindlichkeit vorzunehmen (vgl.</span><br/> <span class="ft1">BGer 1C_299/2009 vom 12. Januar 2010 mit Hinweis auf BGE 133</span><br/> <span class="ft1">II 292; 130 II 32).</span><br/> <span class="ft1">Diesen Vorgaben folgend hat das Bundesamt für Umwelt</span><br/> <span class="ft1">(BAFU) in Zusammenarbeit mit der EMPA eine Untersuchung der</span><br/> <span class="ft1">Lärmermittlung bei Recyclingsammelstellen in Auftrag gegeben. Das</span><br/> <span class="ft1">Resultat dieser Untersuchungen findet sich im Untersuchungsbericht</span><br/> <span class="ft1">vom 19. Juni 2012 Lärmermittlung und Massnahmen bei Re-</span><br/> <span class="ft1">cyclingsammelstellen (nachfolgend: Untersuchungsbericht;</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">502</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">www.bafu.admin.ch &gt; Lärm &gt; Lärmbelastung &gt; Lärmermittlung &amp;</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung &gt; übrige Lärmarten &gt; Lärmermittlung und -beurteilung:</span><br/> <span class="ft1">Recyclingsammelstellen). Das BAFU hat in Anlehnung an diesen</span><br/> <span class="ft1">Untersuchungsbericht eine Orientierungshilfe für die Beurteilung des</span><br/> <span class="ft1">Lärms von Glassammelstellen nach Anhang 6 LSV kreiert (nachfol-</span><br/> <span class="ft1">gend: Orientierungshilfe, Stand 7. Mai 2012; im Internet am angege-</span><br/> <span class="ft1">benen Ort).</span><br/> <span class="ft1">9.3</span><br/> <span class="ft1">9.3.1</span><br/> <span class="ft1">Das BVU hat die Gemeinde aufgefordert, die für die Einzelfall-</span><br/> <span class="ft1">beurteilung erforderlichen Daten einzureichen. Diesen Aufforderun-</span><br/> <span class="ft1">gen ist der Gemeinderat mit Eingabe vom 28. Januar 2013 nachge-</span><br/> <span class="ft1">kommen. Er hielt fest, dass die Anlage während 307 Tagen pro Jahr</span><br/> <span class="ft1">geöffnet sei, und dies jeweils von Montag bis Freitag von 07.00-</span><br/> <span class="ft1">12.00 Uhr sowie 13.00-20.00 Uhr. An Samstagen sei die Anlage von</span><br/> <span class="ft1">07.00-12.00 Uhr sowie 13.00-18.00 Uhr und an Vorabenden vor Fei-</span><br/> <span class="ft1">ertagen lediglich bis 18.00 Uhr geöffnet. Demgegenüber sei während</span><br/> <span class="ft1">der übrigen Zeiten sowie an Sonn- und Feiertagen das Entsorgen</span><br/> <span class="ft1">untersagt. Die Leerungen mit dem Sammelfahrzeug würden im Übri-</span><br/> <span class="ft1">gen an einem Wochentag während der normalen Arbeitszeiten, also</span><br/> <span class="ft1">zwischen 07.00-12.00 Uhr sowie 13.00-17.30 stattfinden. Weiter</span><br/> <span class="ft1">hielt der Gemeinderat fest, dass im Jahr 2011 im ganzen Gemeinde-</span><br/> <span class="ft1">gebiet 107 t Altglas und 9,30 t Alu und Weissblech entsorgt worden</span><br/> <span class="ft1">seien, 2012 seien es 109,85 t und 9,01 t gewesen. Da diese Mengen</span><br/> <span class="ft1">neu auf drei Sammelstellen verteilt würden, resultiere für die Sam-</span><br/> <span class="ft1">melstelle im Aarauerfeld für das Glas eine Sammelmenge von ca.</span><br/> <span class="ft1">36 t. Basierend auf einer Annahme von 600 g pro Glasflasche wür-</span><br/> <span class="ft1">den somit täglich 192 Flaschen entsorgt. Weil die Gemeinde nur die</span><br/> <span class="ft1">gesammelte Gesamtmenge von Alu und Weissblech kenne, seien hier</span><br/> <span class="ft1">Rückschlüsse auf die Stückzahlen nur schwer möglich; es sei aber</span><br/> <span class="ft1">davon auszugehen, dass sich diese etwa im gleichen Umfang wie</span><br/> <span class="ft1">beim Glas bewegten. Die Anzahl Fahrzeugbewegungen pro Betriebs-</span><br/> <span class="ft1">tag sei ferner nur abschätzbar, wobei von einem grossen Anteil von</span><br/> <span class="ft1">Fahrradanlieferungen und Entsorgungen zu Fuss auszugehen sei.</span><br/> <span class="ft1">Überdies werde mit einer zweiwöchigen Containerleerung gerechnet.</span><br/> <span class="ft1">Bei diesem Zweiwochenturnus würden die sieben Container mit ei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">503</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nem am Lastwagen angehängten Kranarm aus der Versenkung geho-</span><br/> <span class="ft1">ben und über der nach oben offenen Lastwagenbrücke entleert und</span><br/> <span class="ft1">nachher wieder in die unterirdischen Betonelemente versenkt. Die</span><br/> <span class="ft1">Entleerung von Glas, Alu und Weissblech könne nicht gemeinsam</span><br/> <span class="ft1">erfolgen, weshalb einmal pro Woche das Glas und in der nachfolgen-</span><br/> <span class="ft1">den Woche Alu und Weissblech abgeführt würden. Insgesamt würden</span><br/> <span class="ft1">damit für Alu, Weissblech und Glas jährlich ca. 52 Lastwagenan-</span><br/> <span class="ft1">fahrten resultieren.</span><br/> <span class="ft1">9.3.2</span><br/> <span class="ft1">Betreffend die in der Gemeinde während der letzten Jahre erho-</span><br/> <span class="ft1">benen Abfallmengen hielt die kantonale Abfallexpertin fest, dass die</span><br/> <span class="ft1">jährliche Altglasmenge im Kantonsdurchschnitt pro Einwohner 32</span><br/> <span class="ft1">bis 33 kg betrage. Bezogen auf diesen kantonalen Durchschnittswert</span><br/> <span class="ft1">falle die in der Gemeinde gesammelte Altglasmenge mit 11 kg relativ</span><br/> <span class="ft1">gering aus. Bei Alu und Weissblech falle pro Einwohner im Kanton</span><br/> <span class="ft1">ca. eine Menge von 2 kg an. Auch hier falle der Durchschnittswert</span><br/> <span class="ft1">mit ca. 1 kg pro Einwohner in der Gemeinde eher dürftig aus. Selbst</span><br/> <span class="ft1">wenn aber die kantonalen Durchschnittswerte in der Gemeinde er-</span><br/> <span class="ft1">zielt würden, seien die drei dezentralen Sammelstellen immer noch</span><br/> <span class="ft1">ausreichend für die Entsorgung der Siedlungsabfälle. Auch wenn</span><br/> <span class="ft1">mehr Glas, Alu und Weissblech entsorgt würden, nehme nach An-</span><br/> <span class="ft1">sicht der kantonalen Abfallexpertin die Zahl der Containerleerungen</span><br/> <span class="ft1">nicht zu.</span><br/> <span class="ft1">Die Gemeinde berechnet die Glasflascheneinwürfe gestützt auf</span><br/> <span class="ft1">ein hypothetisches Flaschengewicht von 600</span> <span class="ft1">g. Der kantonale</span><br/> <span class="ft1">Lärmexperte hält dazu fest, dass man bei der Berechnung gewisse</span><br/> <span class="ft1">Annahmen treffen müsse. Ein Durchschnittsgewicht von 600 g sei</span><br/> <span class="ft1">sicher nicht abwegig, wenn man bedenke, dass ein Konfitürenglas</span><br/> <span class="ft1">leichter, eine Magnumflasche aber schwerer als 600 g sei.</span><br/> <span class="ft1">9.3.3</span><br/> <span class="ft1">Die Abteilung für Umwelt (AfU) führte entsprechend diesen Er-</span><br/> <span class="ft1">hebungen die Berechnungen gemäss der Orientierungshilfe durch.</span><br/> <span class="ft1">Die fehlenden Angaben hat die AfU durch Annahmen gemäss den im</span><br/> <span class="ft1">Untersuchungsbericht getroffenen Erkenntnissen ergänzt. Die AfU</span><br/> <span class="ft1">ging dabei von 250 Flascheneinwürfen und 15 Autoanlieferungen pro</span><br/> <span class="ft1">Betriebstag aus. Die AfU vertritt die Meinung, dass lärmmässig aus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">504</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">schliesslich die Entleerung der fünf Glascontainer ins Gewicht falle,</span><br/> <span class="ft1">und legte der Berechnung 130 Containerleerungen pro Jahr zu</span><br/> <span class="ft1">Grunde entsprechend der Angabe, dass die fünf Glascontainer jede</span><br/> <span class="ft1">zweite Woche geleert würden (5 x 26 = 130). Weil die Leerung der</span><br/> <span class="ft1">zwei Alu- und Weissblechcontainer lärmmässig von untergeordneter</span><br/> <span class="ft1">Bedeutung ist, verzichtete die AfU in ihrer Berechnung auf deren Be-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigung. Die Gemeinde ist von 307 Betriebstagen pro Jahr</span><br/> <span class="ft1">ausgegangen. Demgegenüber schreibt die Orientierungshilfe eine</span><br/> <span class="ft1">fixe Zahl vor, welche bei 302 Betriebstagen pro Jahr liegt. Das BVU</span><br/> <span class="ft1">sieht keine Veranlassung, diese auf Erhebungen basierende Zahl in</span><br/> <span class="ft1">Zweifel zu ziehen, fallen doch alljährlich mindestens 5 Feiertage auf</span><br/> <span class="ft1">Werktage (was 307-308 Betriebstage ergibt). ...</span><br/> <span class="ft1">9.3.4</span><br/> <span class="ft1">Unter Berücksichtigung dieser Angaben resultiert ein Beurtei-</span><br/> <span class="ft1">lungspegel Lr (Mittelungspegel Leq am Immissionsort mit Pegelkor-</span><br/> <span class="ft1">rekturen) von 58.4 dB(A).</span><br/> <span class="ft1">Grundsätzlich lässt die gerichtliche Rechtsprechung eine solche</span><br/> <span class="ft1">antizipierte Beweiswürdigung und vorweggenommene Lärmprog-</span><br/> <span class="ft1">nose zu (AGVE 1999, S. 262).</span><br/> <span class="ft1">9.3.5</span><br/> <span class="ft1">Nachdem gewisse Unsicherheiten bestehen, hat die AfU ge-</span><br/> <span class="ft1">stützt auf die am Augenschein gewonnenen Erkenntnisse und den er-</span><br/> <span class="ft1">gänzenden Produktangaben der Unterfluranlage der Gemeinde eine</span><br/> <span class="ft1">korrigierte Berechnung vorgenommen.</span><br/> <span class="ft1">Diese korrigierte Berechnung hat die AfU mit der Annahme</span><br/> <span class="ft1">vorgenommen, dass die sieben Container einmal pro Woche geleert</span><br/> <span class="ft1">würden, wodurch jährlich insgesamt 364 Containerleerungen resul-</span><br/> <span class="ft1">tieren (7 x 52 = 364; die beiden Container für Alu und Weissblech</span><br/> <span class="ft1">werden in der neuen Berechnung den fünf Glascontainern gleichge-</span><br/> <span class="ft1">stellt). Zwar hat der zuständige kantonale Lärmexperte anlässlich der</span><br/> <span class="ft1">Verhandlung ausgeführt, dass es in lärmmässiger Hinsicht keine</span><br/> <span class="ft1">Rolle spiele, ob man von 15 oder 20 Autoanlieferungen pro Betriebs-</span><br/> <span class="ft1">tag ausgehe. Nachdem die Beschwerdeführenden die Berechnung der</span><br/> <span class="ft1">AfU vor allem aber auch bezüglich der täglichen Fahrzeuganfahrten</span><br/> <span class="ft1">bezweifelten, werden in der korrigierten Berechnung pro Betriebstag</span><br/> <span class="ft1">zwanzig Anlieferungen mit dem Auto berücksichtigt. Ebenfalls</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">505</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">bezüglich der Flascheneinwürfe werden die Angaben der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführenden übernommen, die die Meinung vertreten, es seien 350</span><br/> <span class="ft1">und nicht bloss 250 Flascheneinwürfe pro Betriebstag zu berücksich-</span><br/> <span class="ft1">tigen.</span><br/> <span class="ft1">Der Gemeinderat reichte im Nachgang zur Augenscheinsver-</span><br/> <span class="ft1">handlung eine Schallleistungsberechnung ein, welche belegt, dass die</span><br/> <span class="ft1">Anlage leiser ist als angenommen. Die Berechnung weist bei einem</span><br/> <span class="ft1">täglichen Flaschenwurf von 120 einen LWAE (Schallleistungspegel</span><br/> <span class="ft1">pro Ereignis auf eine Sekunde Dauer normiert) von 83 dB(A) aus.</span><br/> <span class="ft1">Bei einem Flascheneinwurf von 350 pro Betriebstag beträgt der Wert</span><br/> <span class="ft1">88 dB(A). Zwar müsste auch der Umstand berücksichtigt werden,</span><br/> <span class="ft1">dass die Unterfluranlage mit 88 dB(A) leiser ist als gemäss Orientie-</span><br/> <span class="ft1">rungshilfe, die von 94 dB(A) spricht. Im Sinne einer konservativen</span><br/> <span class="ft1">Berechnung wird vorliegend vom höheren Wert ausgegangen, womit</span><br/> <span class="ft1">die Berechnung gemäss Orientierungshilfe unter Berücksichtig der</span><br/> <span class="ft1">Korrekturen wie folgt ausfällt:</span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>Betriebsdaten</b></span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Schallausbreitungsdistanz in Meter</span> <span class="ft5">20</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Anzahl Flascheneinwürfe pro Betriebstag</span> <span class="ft5">350</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Anzahl Anlieferungen mit Auto pro Betriebs-</span> <span class="ft5">20</span><br/> <span class="ft5">tag</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Anzahl Containerleerungen pro Jahr</span> <span class="ft5">364</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Anzahl LKW-Anfahrten pro Jahr</span> <span class="ft5">52</span><br/> <span class="ft7">·</span> <span class="ft5">Anzahl Betriebstage pro Jahr</span> <span class="ft5">302</span><br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>Empfindlichkeitsstufe</b></span> <span class="ft2"><b>Planungswert (PW)</b></span> <span class="ft2"><b>PW-Grenzabstände</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(ES)</b></span> <span class="ft2"><b>tags [dBA]</b></span> <span class="ft2"><b>[m]</b></span><br/> <span class="ft5">I 50</span> <span class="ft5">87</span><br/> <span class="ft5">II 55</span> <span class="ft5">49</span><br/> <span class="ft5">III 60</span> <span class="ft5">28</span><br/> <span class="ft5">IV 65</span> <span class="ft5">16</span><br/> <br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">506</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <img height="350" src="./AGVE-2013-98.bmp" width="500"/><br/> <br/> <span class="ft1">9.3.6</span><br/> <span class="ft1">9.3.6.1</span><br/> <span class="ft1">Der kantonale Lärmexperte hält dafür, dass ausschliesslich die</span><br/> <span class="ft1">364 Containerentleerungen lärmmässig von Bedeutung seien. Diese</span><br/> <span class="ft1">Schlussfolgerung deckt sich mit der Berechnung gemäss Orientie-</span><br/> <span class="ft1">rungshilfe, wonach für die wöchentliche Leerung der sieben Contai-</span><br/> <span class="ft1">ner ein Wert von 62.4 dB(A) resultiert. Klarerweise überschreitet die-</span><br/> <span class="ft1">ser Wert den in einer ES II während des Tages zulässigen Planungs-</span><br/> <span class="ft1">wert von 55 dB(A). Demgegenüber bewegen sich die anderen Ein-</span><br/> <span class="ft1">zelereignisse, nämlich "LKW Bereitstellung inkl. An- und Wegfahrt"</span><br/> <span class="ft1">(37 dBA), "Container heben und zurückstellen" (47.4 dBA), "PW-</span><br/> <span class="ft1">Anlieferung" (38.6 dBA) sowie "Flascheneinwurf" (48.1 dBA), bei</span><br/> <span class="ft1">dieser sehr konservativen Berechnung im Rahmen des zulässigen</span><br/> <span class="ft1">Grenzwerts. Präzisierend führt der kantonale Lärmexperte aus, dass</span><br/> <span class="ft1">die Anzahl der Zu- und Wegfahrten mit dem Auto für die Anwohne-</span><br/> <span class="ft1">rinnen und Anwohner in lärmmässiger Hinsicht nicht ins Gewicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">507</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">fielen. Die Addition der Lärmphasen aller Einzelereignisse führt mit</span><br/> <span class="ft1">62.8 dB(A) zwar zu einer Überschreitung des Grenzwerts. Offenkun-</span><br/> <span class="ft1">dig ist aber, dass dafür ausschliesslich mit 62.4 dB(A) der Lärm bei</span><br/> <span class="ft1">der Entleerung der (Glas-)Container verantwortlich ist. Fällt die</span><br/> <span class="ft1">Entleerung der Container weg, so wird der Gesamtpegel durch den</span><br/> <span class="ft1">"Flascheneinwurf" (48.1 dBA) sowie das "Container heben und zu-</span><br/> <span class="ft1">rückstellen" (47.4 dBA) dominiert. Diese Einzelereignisse über-</span><br/> <span class="ft1">schreiten den Grenzwert nicht. Den durch die Containerleerung ver-</span><br/> <span class="ft1">ursachten Lärm stuft der kantonale Lärmexperte zwar als sehr laut</span><br/> <span class="ft1">ein und nennt als Vergleichswert den Lärm, welcher durch die Ab-</span><br/> <span class="ft1">gabe eines Schusses aus einer Schusswaffe entsteht. Der kantonale</span><br/> <span class="ft1">Lärmexperte hält somit fest, dass ausschliesslich die Entleerung der</span><br/> <span class="ft1">sieben Container lärmmässig mit 62.4 dB(A) ins Gewicht falle. Zwar</span><br/> <span class="ft1">muss die Beurteilung in Anwendung der bundesgerichtlichen Recht-</span><br/> <span class="ft1">sprechung im Rahmen einer Einzelfallbeurteilung erfolgen. Jedoch</span><br/> <span class="ft1">darf nicht gänzlich ausser Acht fallen, dass als Entscheidungshilfe</span><br/> <span class="ft1">immer auch noch Anhang 6 der LSV beigezogen werden darf (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Untersuchungsbericht, S. 3). Die Beurteilung erfolgt unter Berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigung des Charakters des Lärms, dem Zeitpunkt und der Häufig-</span><br/> <span class="ft1">keit seines Auftretens. Diese Situation präsentiert sich wie nachfol-</span><br/> <span class="ft1">gend dargestellt.</span><br/> <span class="ft1">9.3.6.2</span><br/> <span class="ft1">Die Gemeinde hält zur Frage des Zeitpunkts fest, dass die Ent-</span><br/> <span class="ft1">leerung der Container während der normalen Arbeitszeiten, also an</span><br/> <span class="ft1">Werktagen zwischen 07.00-12.00 sowie 13.00-17.30 Uhr, stattfinde.</span><br/> <span class="ft1">Präzisierend hielten die Gemeindevertreter am Augenschein fest,</span><br/> <span class="ft1">dass betreffend den Zeitpunkt der Entleerung kein Spielraum be-</span><br/> <span class="ft1">stehe, da das Entsorgungsunternehmen in Eigenregie den Arbeitsab-</span><br/> <span class="ft1">lauf bestimme. Die drei Sammelstellen würden jeweils gemeinsam</span><br/> <span class="ft1">an einem Wochentag geleert. Bis anhin sei dies jeweils zwischen</span><br/> <span class="ft1">09.00-11.00 Uhr der Fall gewesen. Damit findet die lärmmässig als</span><br/> <span class="ft1">störend ins Gewicht fallende Containerleerung zu einem günstigen</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt statt. Dieser Umstand führt dazu, dass es sich um ein für</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerdeführenden zumutbares Einzelereignis handelt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">508</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">9.3.6.3</span><br/> <span class="ft1">Klarzustellen ist, dass die strittige Anlage nur über fünf Glas-</span><br/> <span class="ft1">container und nicht über deren sieben verfügt. Nur die Glascontainer</span><br/> <span class="ft1">verursachen den für die Beschwerdeführenden als störend empfunde-</span><br/> <span class="ft1">nen Lärm. Der Lärm bei der Entleerung der mit Alu und Weissblech</span><br/> <span class="ft1">gefüllten zwei Container fällt nicht auf. Nur um den Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">renden zu folgen, sind in der Berechnung sieben Container aufge-</span><br/> <span class="ft1">führt. ...</span><br/> <span class="ft1">Dass die Orientierungshilfe festhält, dass das Berechnungsmo-</span><br/> <span class="ft1">dul auf Erkenntnissen für eine Hauptsammelstelle mit sechs grossen</span><br/> <span class="ft1">Glascontainern basiert, es sich hier aber um sieben Container (Glas-</span><br/> <span class="ft1">container effektiv nur fünf) handelt, ist irrelevant, da eine Lärmprog-</span><br/> <span class="ft1">nose dem Wortlaut folgend immer mit einer gewissen Ungenauigkeit</span><br/> <span class="ft1">behaftet ist. Der kantonale Lärmexperte hält fest, dass das Einzeler-</span><br/> <span class="ft1">eignis wohl als störend empfunden werde. Weil die Entleerung der</span><br/> <span class="ft1">Glascontainer lediglich einmal wöchentlich auftrete, hätten es die</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführenden aber hinzunehmen. Der Lärm sei auch dann</span><br/> <span class="ft1">noch zumutbar, wenn die sieben Container zweimal pro Woche ge-</span><br/> <span class="ft1">leert würden. Das BVU schliesst sich dieser schlüssigen und aus der</span><br/> <span class="ft1">allgemeinen Erfahrung nachvollziehbaren Fachmeinung an. Der Ein-</span><br/> <span class="ft1">wand der Beschwerdeführenden ist somit unbegründet.</span><br/> <span class="ft1">9.3.6.4</span><br/> <span class="ft1">Der Untersuchungsbericht hält fest, dass für Sammelanlagen</span><br/> <span class="ft1">gegenüber Nachbarparzellen ein Abstand von 27 m (Nebensammel-</span><br/> <span class="ft1">stellen) bis 46 m (Hauptsammelstellen) anzustreben ist (vgl. Untersu-</span><br/> <span class="ft1">chungsbericht, S. 15). Damit wird jedoch nur zum Ausdruck ge-</span><br/> <span class="ft1">bracht, dass bei Einhaltung der relevanten Abstände die Sammel-</span><br/> <span class="ft1">stelle im Sinne einer vorweggenommenen Lärmbeurteilung bewilligt</span><br/> <span class="ft1">werden kann. Werden die Abstände - wie vorliegend gegeben -</span><br/> <span class="ft1">unterschritten, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Dass die</span><br/> <span class="ft1">Abstände das als unproblematisch bezeichnete Mass unterschreiten,</span><br/> <span class="ft1">ist unbestritten. Deshalb nahm die AfU in Anwendung der Orientie-</span><br/> <span class="ft1">rungshilfe entsprechende Berechnungen vor. Zutreffend ist, dass die</span><br/> <span class="ft1">geplante Sammelstelle zu den Nachbarparzellen einen Abstand von</span><br/> <span class="ft1">20 m bis 70 m aufweist. Die Beschwerdeführenden vertreten zwar</span><br/> <span class="ft1">die Ansicht, bei der Sammelstelle Neue Aarauerstrasse handle es sich</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">509</span></div> <div class="page" id="S16"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">aufgrund ihrer Grösse um eine Hauptsammelstelle, womit der Lärm</span><br/> <span class="ft1">erheblich deutlicher in Erscheinung trete. Der Gemeinderat argumen-</span><br/> <span class="ft1">tierte, nur die Sammelanlage Mühleweg sei eine Hauptsammelstelle,</span><br/> <span class="ft1">weil dort neben Glas, Alu und Weissblech auch noch andere Abfälle</span><br/> <span class="ft1">entsorgt werden könnten. Die Unterscheidung zwischen Haupt- und</span><br/> <span class="ft1">Nebensammelstelle spielt nur eine Rolle für eine Grobeinschätzung</span><br/> <span class="ft1">darüber, ob detaillierte Abklärungen notwendig sind oder nicht.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem hier ergänzende Berechnungen durch die AfU in Anleh-</span><br/> <span class="ft1">nung an die Orientierungshilfe vorgenommen wurden, ist es uner-</span><br/> <span class="ft1">heblich, ob es sich um eine Haupt- oder Nebensammelstelle handelt.</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der vorgenommenen Einzelfallbeurteilung kommt das</span><br/> <span class="ft1">BVU zum Schluss, dass zwar der Abstand gegenüber den Parzellen</span><br/> <span class="ft1">Y. und Z. nicht sehr gross, aber auch nicht zu gering ist. Klarerweise</span><br/> <span class="ft1">unterschreitet die strittige Anlage den als kritisch beurteilten Abstand</span><br/> <span class="ft1">von 15 m nicht; der relevante Abstand, der vom Zentrum der Anlage</span><br/> <span class="ft1">bis zur Mitte des offenen Fensters des lärmempfindlichen Raums zu</span><br/> <span class="ft1">bestimmen ist, beträgt weit mehr als 15 m (Untersuchungsbericht,</span><br/> <span class="ft1">Tabelle 3 S. 15 f.). Der Lärm bewegt sich hinsichtlich seines Charak-</span><br/> <span class="ft1">ters, des Zeitpunkts und der Häufigkeit seines Auftretens im zulässi-</span><br/> <span class="ft1">gen und zumutbaren Rahmen. Das BVU sieht keine Veranlassung,</span><br/> <span class="ft1">die Meinung des kantonalen Lärmexperten zu korrigieren, weshalb</span><br/> <span class="ft1">sich der Einwand als unbegründet erweist.</span><br/> <span class="ft1">9.3.7</span><br/> <span class="ft1">Das Bauprojekt sieht ferner zwei Parkplätze vor, welche zur</span><br/> <span class="ft1">Parzelle Y. einen Abstand von 2,50 m bis 3,50 m aufweisen. Die von</span><br/> <span class="ft1">der AfU gestützt auf die Orientierungshilfe vorgenommene Berech-</span><br/> <span class="ft1">nung schreibt für die ES II PW-Grenzabstände von 49 m vor. Der</span><br/> <span class="ft1">Berechnung liegen 20 Anlieferungen mit Auto pro Betriebstag zu</span><br/> <span class="ft1">Grunde, was einem Wert von 38.6 dB(A) entspricht. Dieses Einzeler-</span><br/> <span class="ft1">eignis bewegt sich im Rahmen des Zulässigen, wenn man bedenkt,</span><br/> <span class="ft1">dass der Untersuchungsbericht der Anlieferung mit Personenwagen</span><br/> <span class="ft1">eine ungeordnete Bedeutung zuschreibt (vgl. Untersuchungsbericht,</span><br/> <span class="ft1">S. 15). ...</span><br/> <span class="ft1">9.3.8</span><br/> <span class="ft1">Zur Problematik der bewilligten Öffnungszeiten lässt sich sa-</span><br/> <span class="ft1">gen, dass gemäss geltender Rechtsprechung eine Benützung von</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">510</span></div> <div class="page" id="S17"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">06.00 Uhr bis 21.00 Uhr mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen als</span><br/> <span class="ft1">zumutbar gilt (vgl. BGer 1A.36/2000 vom 5. Dezember 2000; Unter-</span><br/> <span class="ft1">suchungsbericht, S. 7). Im vorliegenden Fall wird die Anlage an</span><br/> <span class="ft1">Werktagen und an Samstagen erst um 07.00 Uhr geöffnet und ist</span><br/> <span class="ft1">über Mittag von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr geschlossen. Überdies wird</span><br/> <span class="ft1">die Anlage an Werktagen bereits um 20.00 Uhr und an Samstagen</span><br/> <span class="ft1">um 18.00 Uhr geschlossen. Die bewilligten Öffnungszeiten bewegen</span><br/> <span class="ft1">sich damit im zulässigen Rahmen. Diese Anordnungen entbinden den</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat als Vollzugsbehörde jedoch nicht, Kontrollen durchzu-</span><br/> <span class="ft1">führen und bei Missständen Massnahmen zur Durchsetzung der Re-</span><br/> <span class="ft1">geln umzusetzen (vgl. Untersuchungsbericht, S. 7). Der kantonale</span><br/> <span class="ft1">Fachexperte hält zudem fest, weil ausschliesslich die während der</span><br/> <span class="ft1">üblichen Arbeitszeiten stattfindende Entleerung der Glascontainer für</span><br/> <span class="ft1">die Beschwerdeführenden störend ins Gewicht falle, bewirke auch</span><br/> <span class="ft1">eine Reduktion der Öffnungszeiten in lärmmässiger Hinsicht keine</span><br/> <span class="ft1">Verbesserung. Weitergehende Massnahmen sind damit nicht erfor-</span><br/> <span class="ft1">derlich, zumal die Erfahrungen aus dem Betrieb der Sammelstelle</span><br/> <span class="ft1">Mühleweg belegen, dass die Bevölkerung die Öffnungszeiten akzep-</span><br/> <span class="ft1">tiert und auch einhält.</span><br/> <span class="ft1">9.3.9</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden erwähnen, sie seien durch den Bus-</span><br/> <span class="ft1">verkehr und das Stadion Brügglifeld schon erheblich lärmvorbelastet,</span><br/> <span class="ft1">weshalb die lärmige Sammelstelle auch deshalb anderswo zu reali-</span><br/> <span class="ft1">sieren sei. Der kantonale Lärmexperte führt aus, dass gemäss der</span><br/> <span class="ft1">LSV verschiedene Lärmquellen von verschiedenen Anlagen nicht ge-</span><br/> <span class="ft1">meinsam beurteilt würden, sondern je separat. Das BVU sieht keine</span><br/> <span class="ft1">Veranlassung, diese rechtlich zutreffende Einschätzung zu ergänzen,</span><br/> <span class="ft1">weshalb sich der Einwand der Beschwerdeführenden auch in diesem</span><br/> <span class="ft1">Punkt als unbegründet erweist.</span><br/> <span class="ft1">9.3.10</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden sind weiter der Ansicht, es seien</span><br/> <span class="ft1">Lärmschutzwände zur Verbesserung der Lärmsituation zu realisieren.</span><br/> <span class="ft1">Der kantonale Lärmexperte führt dagegen ins Feld, dass als störend</span><br/> <span class="ft1">lediglich die Glascontainerleerungen empfunden würden. Gerade in</span><br/> <span class="ft1">diesem Bereich bewirke eine Lärmschutzwand in lärmmässiger Hin-</span><br/> <span class="ft1">sicht keine Verbesserung, weshalb sie keine geeignete Massnahme</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2013</span> <span class="title">Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">511</span></div> <div class="page" id="S18"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">darstelle. Das BVU schliesst sich dieser schlüssigen und nachvoll-</span><br/> <span class="ft1">ziehbaren Fachmeinung an, weshalb sich die Beschwerde auch in</span><br/> <span class="ft1">diesem Punkt als unbegründet erweist.</span><br/> <span class="ft1">9.4</span><br/> <span class="ft1">Im Sinne einer Einzelfallbeurteilung lässt sich damit sagen, dass</span><br/> <span class="ft1">ausschliesslich die Entleerung der Glascontainer zur Überschreitung</span><br/> <span class="ft1">des Grenzwerts führt. Dieses Einzelereignis ist zwar mit dem Schuss</span><br/> <span class="ft1">aus einer Waffe gleichzusetzen und damit lautstark und störend. Je-</span><br/> <span class="ft1">doch findet die Entleerung der Container nur einmal in der Woche an</span><br/> <span class="ft1">einem Werktag zwischen 09.00 Uhr und 11.00 Uhr statt und weist</span><br/> <span class="ft1">eine sehr begrenzte Dauer auf. ... Ein wöchentliches lautstarkes Ein-</span><br/> <span class="ft1">zelereignis ist zumutbar. Die weiteren Einzelereignisse überschreiten</span><br/> <span class="ft1">den Grenzwert nicht. ... Darüber hinaus wird am Standort Neue Aa-</span><br/> <span class="ft1">rauerstrasse eine Unterflurcontaineranlage realisiert. Solche Anlagen</span><br/> <span class="ft1">sind betreffend Lärm als sehr gute Lösung einzustufen. Weitergehen-</span><br/> <span class="ft1">de Massnahmen sind damit auch unter dem Aspekt des Vorsorge-</span><br/> <span class="ft1">prinzips nicht erforderlich. Betreffend die eingehaltenen Abstände</span><br/> <span class="ft1">ergeben sich keine Probleme, nachdem die lauten Geräusche nur sehr</span><br/> <span class="ft1">selten auftreten. Auch die Berechnung anhand der Orientierungshilfe</span><br/> <span class="ft1">und unter Berücksichtigung eines Abstands von 20 m legt offen, dass</span><br/> <span class="ft1">abgesehen vom durch die Entleerung der Glascontainer entstehenden</span><br/> <span class="ft1">Lärm die Sammelanlage die Grenzwerte nicht überschreitet. Die</span><br/> <span class="ft1">Öffnungszeiten bewegen sich im empfohlenen Rahmen, weshalb sich</span><br/> <span class="ft1">weitergehende Einschränkungen erübrigen. Insgesamt erweisen sich</span><br/> <span class="ft1">damit die Einwände der Beschwerdeführenden als unbegründet.</span><br/></div> </div> </body> </html>