Motion Leuenberger 1780 N 17 décembre 1982 très nombreux produits ont été examinés, mais aujourd'hui il n'y en a que 20 qui ont droit au label de qualité. Lors des essais auxquels ils ont été soumis, toute une série de ces produits se sont révélés être d'une efficacité insuffisante, mais ils continuent malgré tout à être mis sur le marché. Il est probable que, parmi les produits qui n'ont pas été exa- minés mais qui sont mis en vente, certains sont bons, mais que d'autres sont d'une efficacité insuffisante. Si l'on considère qu'il est nécessaire de faire un usage pru- dent des produits chimiques servant à la protection du bois, la situation actuelle doit être qualifiée de peu satisfai- sante. Le Conseil fédéral est invité à introduire un système de test obligatoire, semblable à celui qui existe pour les matières auxiliaires de l'agriculture, étant entendu que l'exécution devrait être confiée à des organismes déjà exis- tants. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion. Überwiesen- Transmis An den Ständerat -Au Conseil des Etats #ST# 80.590 Motion Leuenberger Verjährung während eines hängigen Prozesses Prescription durant un procès en cours Wortlaut der Motion vom 8. Dezember 1980 Der Bundesrat wird beauftragt, Artikel 138 des Obligatio- nenrechtes in der Weise zu ändern, dass eine Forderung nicht mehr während eines hängigen Prozesses verjähren kann. Texte de la motion du 8 décembre 1980 Le Conseil fédéral est chargé de modifier l'article 138 du code des obligations de façon à empêcher dorénavant qu'une dette puisse se prescrire durant un procès en cours. Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Aider, Ammann-St. Gallen, Baechtold, Barchi, Bäumlin, Bircher, Blunschy, Bratschi, Braunschweig, Bundi, de Capitani, Carobbio, Christinat, Columberg, Crevoisier, Dafflon, Deneys, Duvoisin, Eggenberg-Thun, Eggli, Forel, Friedrich, Ganz, Gerwig, Gloor, Grobet, Herczog, Hubacher, Huggen- berger, Jaggi, Kaufmann, Kühne, Loetscher, Lüchinger, Mascarin, Mauch, Meier Josi, Meizoz, Merz, Morel, Morf, Muheim, Müller-Bern, Nauer, Neukomm, Oehler, Ott, Rei- mann, Reiniger, Renschier, Riesen-Freiburg, Robbiani, Rot- hen, Schalcher, Steinegger, Stich, Vannay, Vincent, Wagner, Zbinden, Zehnder (62) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In einem Entscheid des Schweizerischen Bundesgerichtes wurde kürzlich wieder ein Fall veröffentlicht (BGE 106 II 32), wo während eines hängigen Prozesses gestützt auf Artikel 138 OR die Verjährung eintrat. Das ist stossend. Der Rechtssuchende, insbesondere der- jenige, der sich ohne Rechtsanwalt an die Gerichte wendet, muss sich darauf verlassen können, dass sein Anliegen materiell erledigt wird. Insbesondere muss vermieden wer- den, dass die Gerichte gar noch durch Untätigkeit im Pro- zess mit dem Eintritt der Verjährung spekulieren, um sich mit schwierigeren Rechtsproblemen nicht auseinanderset- zen zu müssen. Das Bundesgericht hat bereits 1960 «jene Vorschriften, soweit sie den Eintritt der Verjährung während der Hängigkeit eines ordnungsgemäss eingeleiteten Pro- zesses zulassen», als «ohnehin problematisch geworden» bezeichnet, «seitdem sich im Prozessrecht weitgehend der Grundsatz durchgesetzt hat, dass es Sache des Gerichtes ist, für eine beförderliche Durchführung und Erledigung der Prozesse zu sorgen» (BGE 86 II 346). Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral 1. Artikel 138 Absatz 1 des Obligationenrechts, um den es hier geht, sagt folgendes: Wird die Verjährung durch eine Klage oder Einrede unter- brochen, so beginnt im Verlaufe des Rechtsstreites mit jeder gerichtlichen Handlung der Parteien und mit jeder Verfügung oder Entscheidung des Richters die Verjährung von neuem. Diese Ordnung weicht in der Tat bei der Regelung des Ein- flusses eines hängigen Prozesses auf die Verjährung von den meisten vergleichbaren ausländischen Rechtsordnun- gen zuungunsten des Gläubigers ab. Die schweizerische Ordnung dieses Sachverhaltes ist in der Durchführung des Grundgedankens der Verjährung insofern konsequenter, als dem Gläubiger auch nach der Klageanhebung noch zugemutet wird, sein Recht aktiv durch «gerichtliche Hand- lung» weiterzuverfolgen. Im Entscheid, den der Motionär zum Anlass für seinen Vorstoss nimmt (BGE 106 II 32), hat das Bundesgericht entschieden, dass solche Handlungen einer gewissen Förmlichkeit, d. h. grundsätzlich schriftlicher Eingaben, bedürfen und blosse telefonische Interventionen nicht genügen. Da anderseits die Verjährung aber auch durch Tätigwerden des Richters unterbrochen werden kann - nämlich durch «Verfügungen» und «Entscheidungen» -, muss der Eintritt der Verjährung bei hängigem Prozess vor allem dann als stossend erscheinen, wenn es an sich Sache des Richters wäre, diesen Prozess voranzutreiben. Auf diese Problematik hat das Bundesgericht denn auch schon im Entscheid BGE 86 II 346 mit Blick auf den Gesetzgeber aufmerksam gemacht. Auch in früheren Entscheiden hatte es wiederholt Versuche unternommen, die Härten der bean- standeten Regelung zu mildern, dies unter Berufung auf all- gemeine Rechtsgrundsätze und namentlich unter Hinweis auf die teilweise vergleichbare Situation im Rahmen von Artikel 134 Ziffer 6 OR, wonach die Verjährung gehemmt wird, solange eine Forderung vor einem schweizerischen Gericht nicht geltend gemacht werden kann (BGE 75 II 235f. und andere). Zwar ist denkbar, dass sich ein Kläger bei Nachlässigkeit des Richters unter Umständen mit einer Verantwortlich- keitsklage nach öffentlichem Recht, bei einer Sorgfaltsver- letzung seines Anwalts mit einem entsprechenden Schadenersatzanspruch aus Auftragsrecht schadlos halten könnte. Es ist aber zuzugeben, dass es sich hier lediglich um sekundäre Rechtsbehelfe handelt, die das Problem dann nicht lösen, wenn der Gläubiger ohne Rechtsbeistand einen Prozess führt, für den die Verhandlungsmaxime gilt. 2. Der Bundesrat ist daher bereit, Inhalt und Tragweite von Artikel 138 Absatz 1 des Obligationenrechts neu zu über- prüfen und nötigenfalls dem Parlament Revisionsvorschläge zu unterbreiten. a. Der verbindlichen Form der Motion stehen aber folgende Erwägungen entgegen: Lässt man mit der Klageerhebung den Stillstand der Verjäh- rung eintreten (vgl. Art. 134 Abs. 1 OR), ermöglicht man dem Gläubiger, sich ein für allemal vom Risiko der Verjäh- rung seiner Forderung zu befreien, indem er sie gerichtlich geltend macht. Dies scheint nicht zuletzt insofern zu weit zu gehen, als das Institut der Verjährung als solches auch um der öffentlichen Ordnung willen ins Gesetz aufgenommen wurde (vgl. BGE 90 II 437f. E 8). b. Paragraph 211 des deutschen Bürgerlichen Gesetzbu- ches (vgl. auch Art. 2244 und 2247 cc und Art. 2945 cc it.) sieht vor, dass die Klageerhebung die Verjährung hemmt17. Dezember 1982 1781 Motion Bundi und dass diese mit der Beendigung des Prozesses von neuem zu laufen beginnt. Ein neuer Fristenlauf beginnt auch im Zeitpunkt der letzten Prozesshandlung einer Partei oder des Gerichtes, wenn der Prozess in Stillstand gerät, beispielsweise weil er nicht weiterbetrieben wird. Es ist zu bezweifeln, ob-die Übernahme einer solchen Lösung ins schweizerische Recht dem nicht rechtskundigen Kläger helfen würde. c. Jede neue Lösung muss zudem im Hinblick auf die kan- tonalen Prozessordnungen und insbesondere auf das unterschiedlich geregelte Institut der Prozessverwirkung überprüft werden, um stossende Widersprüche zwischen kantonalem und Bundesrecht zu vermeiden. Die Überprüfung des Problems, wozu der Bundesrat bereit ist, muss diesen Gesichtspunkten Rechnung tragen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 80.924 Motion Bundi Bäuerlicher Grundbesitz Propriété foncière rurale Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1980 Der Bundesrat wird eingeladen, mit einer Revision des Bun- desgesetzes über die Erhaltung des bäuerlichen Grundbe- sitzes Bestimmungen zu erlassen, die gutes und geeigne- tes Kulturland der Landwirtschaft tatsächlich auch sichern und erhalten. Insbesondere wird die Revision von Artikel 3 angestrebt. Texte de la motion du 18 décembre 1980 Le Conseil fédéral est chargé de préparer une révision de la loi fédérale sur le maintien de la propriété foncière rurale, de manière à établir des dispositions garantissant effective- ment aux agriculteurs la propriété de terres cultivables fer- tiles qui se prêtent à l'exploitation agricole, et empêchant véritablement un changement d'affectation de ces terres. Il s'agira en particulier de modifier l'article 3 de ladite loi. Mitunterzeichner - Cosignataires: Affolter, Akeret, Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Bratschi, Bühler- Tschappina, Christinat, Deneys, Dürr, Duvoisin, Felber, Frei-Romanshorn. Geissbühler, Gloor, Hofmann, Houmard, Hubacher, Jaggi, Kaufmann, Kühne, Lang, Loetscher, Mei- zoz, Morel, Muheim, Nef, Neukomm, Nussbaumer, Oester, Ogi, Räz, Reiniger, Renschier, Riesen-Freiburg, Risi- Schwyz, Robbiani, Roth, Rutishauser, Rüttimann, Schal- cher, Scherer, Uchtenhagen, Vannay, Wagner (45) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ein Hauptzweck des Bundesgesetzes über die Erhaltung des bäuerlichen Grundbesitzes vom Jahre 1951 war der Schutz des bäuerlichen Grundbesitzes als Träger eines gesunden und leistungsfähigen Bauernstandes. Rückblik- kend muss man feststellen, dass das Gesetz in diesem Punkte seinen Zweck in keiner Weise erfüllt hat. Die jüngsten Zahlen über die Entwicklung der landwirt- schaftlichen Nutzflächen in der Schweiz von 1939 bis 1975 (vgl. «Die Volkswirtschaft» August 1979) zeigen ein bedenk- liches Bild. Hier bestätigt eine wissenschaftliche Untersu- chung frühere Befürchtungen, Annahmen und Schätzungen über einen wesentlichen Kulturlandverlust in den betreffen- den 36 Jahren. Im besagten Zeitraum ging nämlich die in der Betriebszählung ausgewiesene landwirtschaftliche Nutzfläche um 112747 Hektaren oder um durchschnittlich etwa 3130 Hektaren pro Jahr zurück. Dieses Areal ist grös- ser als die Bodenfläche der Kantone Thurgau oder Uri. In 36 Jahren gingen mehr als 10 Prozent der heute bestehenden landwirtschaftlichen Fläche der Schweiz (1 032000 Hekta- ren) verloren. In der Tat dürfte der eigentliche Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche aber noch über den ausge- wiesenen 112747 Hektaren liegen; denn die Untersuchung bezieht eine Flächenzunahme in manchen Berggebieten ein, die nur statistisch bedingt ist und auf unpräzisen und im Laufe der Zeit sich verändernden Abgrenzungen zwi- schen Heim- und Sömmerungsweiden beruht. Die Entwicklung auf dem Bau- und Verkehrssektor ver- drängt fortlaufend landwirtschaftliche Betriebe aus ihrem angestammten Gebiet. Allein für den ruhenden Verkehr (Parkplätze) werden heute in grösseren Gemeinden bis zu einem Drittel des Siedlungsareals beansprucht. Verschie- dene Planungen auf Quartier-, Orts- und Regionalebene führen zur Einengung und schliesslichen indirekten Ver- drängung landwirtschaftlicher Tätigkeiten. Dies hat insbe- sondere an Fremdenverkehrsorten bis zur völligen Aus- schaltung bäuerlicher Betriebe geführt. Bekanntlich sind nach bisherigem Planungsrecht an vielen Orten zu grosse und unzweckmässige Bauzonen ausgeschieden worden. Es ist vorauszusehen, dass diese Entwicklung (zu grosse Bau- zonen, zu bescheidene Landwirtschaftszonen) auch nach Inkrafttreten des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes weitergeht. Für die Landwirtschaft ergibt sich dadurch der Zwang zur noch stärkeren Konzentration und Intensivbe- wirtschaftung. Gutes, intensiv genutztes Land nimmt pro- portional stärker ab als extensiv genutzte Böden. Der anhaltende Einbezug guten Kulturlandes in die Bauzonen führt nicht selten dazu, dass bei Hofübertragungen (Erbtei- lungen) der Sohn den Bauernbetrieb in der Zukunft nicht mehr bewirtschaften kann. Dazu kommt das Problem der indirekten Aufwertung des landwirtschaftlichen Bodens zum Baulandpreis, wodurch der Hofnachfolger sich über- haupt ausserstande sieht, seine Geschwister dementspre- chend abzugelten. Ihm bleibt schliesslich nur die Veräusse- rung des Betriebes und die Hinwendung zu einem anderen Beruf übrig. Womit nicht nur eine Schmälerung des bäuerli- chen Grundbesitzes eintritt, sondern auch ein weiterer Rückgang der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung. Und bei diesem Stand der Dinge muss man feststellen, dass unser Bundesgesetz in mehreren Punkten nicht zu genügen vermag. Die Fragen des Bodenpreises, des Vorkaufsrechtes und des Einspracheverfahrens bildeten Gegenstand einer Motion Broger vom Jahre 1973, die der Ständerat damals als Postulat überwies. Der Bundesrat erklärte sich bereit, diese Probleme im Hinblick auf die nächste umfassende Revision des Gesetzes zeitgerecht abzuklären. Unterdes- sen sind sieben Jahre vergangen. - Ein Haupthindernis für die Zweckmässigkeit des genannten Bundesgesetzes scheint mir auch im Artikel 3 zu liegen, wo es heisst: «Die Kantone können die Anwendung dieses Gesetzes auf Bau- zonen, die für die Entwicklung einer Ortschaft unentbehr- lich sind, ausschliessen. Sie können diese Befugnis den von ihnen bezeichneten Gemeinden übertragen, unter Vor- behalt der Genehmigung der von diesen erlassenen Vor- schriften durch eine kantonale Behörde.» Unter dem Titel der für eine Ortschaft unentbehrlichen Entwicklung kann alles mögliche untergebracht und bäuerlicher Grundbesitz noch und noch zweckentfremdet werden. In diesem Zusam- menhang muss auch erwähnt werden, dass bereits eine starke Belastung von Grundstücken mit öffentlich-rechtli- chen Dienstbarkeiten eine Erschwerung der praktischen Bewirtschaftung herbeiführen und letztlich deren Aufgabe erzwingen kann. Dies geht zum Beispiel aus dem Fall her- vor, wo die zuständige Behörde den Betrieb eines geplan- ten Skiliftes als in einem «eminenten öffentlichen Interesse» liegend bezeichnete und damit der Erteilung des Enteig- nungsrechtes zustimmte. Artikel 3 muss demnach minde- 225-NSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Leuenberger Verjährung während eines hängigen Prozesses Motion Leuenberger Prescription durant un procès en cours In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 80.590 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.12.1982 - 08:00 Date Data Seite 1780-1781 Page Pagina Ref. No 20 011 035 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.