<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">277</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>53 Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit; Privatanteil an den</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Autokosten (§ 25 Abs. 2 StG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Berechnung des Privatanteils an den Autokosten bei selbständig Erwer-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>benden ab dem Jahr 2007 (Pauschalmethode).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 25. März 2010 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen E. + M.B. (3-RV.2009.64)</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">5.2.</span><br/> <span class="ft1">5.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Pauschalmethode zur Ermittlung des Privatanteils an den</span><br/> <span class="ft1">Autokosten wurde - neben der Ermittlung aufgrund der effektiven</span><br/> <span class="ft1">Kosten - schon unter dem Merkblatt N1/2001 der EStV (gültig für</span><br/> <span class="ft1">die Geschäftsjahre mit Abschlusstag 30. Juni 2007 oder früher) von</span><br/> <span class="ft1">den aargauischen Steuerbehörden regelmässig im Verfahren der Kan-</span><br/> <span class="ft1">tons- und Gemeindesteuern angewendet. Gemäss den dort aufgeführ-</span><br/> <span class="ft1">ten Grundsätzen wurde der Privatanteil pauschal anhand der Kompo-</span><br/> <span class="ft1">nenten Katalogpreis des Geschäftswagens (bei Occasionswagen der</span><br/> <span class="ft1">Katalogpreis im Jahr der ersten Inverkehrsetzung), gesamte Fahrleis-</span><br/> <span class="ft1">tung mit dem Geschäftswagen im Jahr und private Fahrleistung mit</span><br/> <span class="ft1">dem Geschäftswagen im Jahr festgelegt (vgl. VGE vom 8. April</span><br/> <span class="ft1">2009 in Sachen E. + O.K. [WBE.2008.304], bestätigt durch Bundes-</span><br/> <span class="ft1">gerichtsurteil vom 4. Dezember 2009 [2C_452/2009]; RGE vom</span><br/> <span class="ft1">25. Oktober 2007 in Sachen S. + R.R.). Das StRG hat die Pauschal-</span><br/> <span class="ft1">methode in Fällen, in denen sich eine genaue Berechnung nur schwer</span><br/> <span class="ft1">erstellen lässt, als aussagekräftig erachtet (RGE vom 26. März 2009</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">278</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">in Sachen A. AG., mit Hinweis auf RGE vom 21. Juni 2007 in</span><br/> <span class="ft1">Sachen M. AG, bestätigt durch VGE vom 27.</span> <span class="ft1">Mai 2008</span><br/> <span class="ft1">[WBE.2007.236]).</span><br/> <span class="ft1">5.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Das Merkblatt N1/2007 (Naturalbezüge von Selbständigerwer-</span><br/> <span class="ft1">benden; anwendbar für die nach dem 30. Juni 2007 abgeschlossenen</span><br/> <span class="ft1">Geschäftsjahre) der EStV bestimmt bezüglich Privatanteil an den</span><br/> <span class="ft1">Autokosten - sowohl bei den kantonalen Steuern als auch der direk-</span><br/> <span class="ft1">ten Bundessteuer - Folgendes (Hervorhebungen im Original):</span><br/> <span class="ft3">"<b>5. Privatanteil an den Autokosten</b></span><br/> <span class="ft3">Der Privatanteil an den Autokosten kann entweder effektiv oder pau-</span><br/> <span class="ft3">schal ermittelt werden.</span><br/> <span class="ft2"><b>a) Effektive Ermittlung</b></span><br/> <span class="ft3">Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten</span><br/> <span class="ft3">Fahrzeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer</span><br/> <span class="ft3">anhand eines Bordbuches nachgewiesen werden, sind die effektiven Kosten</span><br/> <span class="ft3">proportional auf die geschäftlich und privat zurückgelegten Kilometer auf-</span><br/> <span class="ft3">zuteilen.</span><br/> <span class="ft2"><b>b) Pauschale Ermittlung</b></span><br/> <span class="ft3">Können die gesamten Betriebskosten des zum Teil privat genützten</span><br/> <span class="ft3">Fahrzeuges und die geschäftlich sowie privat zurückgelegten Kilometer</span><br/> <span class="ft3">anhand eines Bordbuches <b>nicht</b> nachgewiesen werden, ist pro Monat 0.8%</span><br/> <span class="ft3">des Kaufpreises (exkl. MWST), mindestens aber CHF 150 zu deklarieren."</span><br/> <span class="ft1">In lit. b der Vorbemerkungen zum Merkblatt N1/2007 ist festge-</span><br/> <span class="ft1">halten, dass</span><br/> <span class="ft3">"(d)ie hiernach angegebenen Pauschalbeträge (...) Durchschnittsansät-</span><br/> <span class="ft3">ze dar(stellen), von denen in ausgesprochenen Sonderfällen nach oben oder</span><br/> <span class="ft3">nach unten abgewichen werden kann."</span><br/> <span class="ft1">5.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Mit dem Merkblatt N1/2007 wurde damit die Methode zur pau-</span><br/> <span class="ft1">schalen Ermittlung des Privatanteils an den Autokosten geändert. So</span><br/> <span class="ft1">wird einerseits neu auf den Kaufpreis des Fahrzeuges anstatt auf den</span><br/> <span class="ft1">Katalogpreis abgestellt. Andererseits sind sowohl die gesamte als</span><br/> <span class="ft1">auch die private Fahrleistung mit dem Fahrzeug grundsätzlich unbe-</span><br/> <span class="ft1">achtlich und der Privatanteil pro Monat ist generell und schematisch</span><br/> <span class="ft1">auf 0.8 % des Kaufpreises festzusetzen. Im Ergebnis fand damit eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">279</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Harmonisierung zwischen der Einkommenssteuer (Festlegung der</span><br/> <span class="ft1">Privatanteile) und der MWSt (Festlegung des Eigenverbrauchs) statt.</span><br/> <span class="ft1">Nur wenn die geschäftlich und die privat zurückgelegten Kilo-</span><br/> <span class="ft1">meter anhand eines Bordbuches nachgewiesen werden können, ist</span><br/> <span class="ft1">der Privatanteil nach wie vor anhand der effektiven Methode zu</span><br/> <span class="ft1">bestimmen.</span><br/> <span class="ft1">5.3.</span><br/> <span class="ft1">5.3.1.</span><br/> <span class="ft1">Das KStA hielt im Merkblatt "Einführung Neuer Lohnausweis</span><br/> <span class="ft1">(NLA)" vom 15. November 2006 betreffend unselbständige Erwerbs-</span><br/> <span class="ft1">tätigkeit fest, dass im Kanton Aargau für "die Steuerperiode 2007</span><br/> <span class="ft1">(...) die Berechnung des Privatanteils Geschäftswagen aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">neuen Regelung von 0,8 % des Kaufpreises (mindestens jedoch</span><br/> <span class="ft1">Fr. 150.--) pro Monat, d.h. in der Regel 9,6 % des Kaufpreises pro</span><br/> <span class="ft1">Jahr, erfolgen" kann. Zur Festlegung des Privatanteils bei selbstän-</span><br/> <span class="ft1">diger Erwerbstätigkeit äusserte es sich in diesem Zusammenhang</span><br/> <span class="ft1">nicht.</span><br/> <span class="ft1">5.3.2.</span><br/> <span class="ft1">An der Steuertagung 2006 vertrat das KStA die Auffassung,</span><br/> <span class="ft1">dass Selbständigerwerbende bei überwiegend geschäftlicher Nutzung</span><br/> <span class="ft1">die Ermittlung des Privatanteils der Autokosten "ab dem nächsten</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeugwechsel" via MWSt-Regelung vornehmen können. "Es</span><br/> <span class="ft1">bleibt der Steuerbehörde jedoch vorbehalten, die Anwendung der</span><br/> <span class="ft1">Pauschalmethode zu überprüfen. Es wird insbesondere bei Luxus-</span><br/> <span class="ft1">fahrzeugen mit einem Nettokaufpreis von über CHF 80'000 oder bei</span><br/> <span class="ft1">Zweitfahrzeugen für die mitarbeitende Ehefrau möglich sein, dass</span><br/> <span class="ft1">die Anwendung der Pauschalmethode nicht akzeptiert werden kann"</span><br/> <span class="ft1">(Unterlagen Steuertagung 2006, Neuer Lohnausweis [NLA]/Festle-</span><br/> <span class="ft1">gung Privatanteil Auto bei selbständig Erwerbenden, S. 29).</span><br/> <span class="ft1">5.3.3.</span><br/> <span class="ft1">In seiner Vernehmlassung hält das KStA fest, dass eine</span><br/> <span class="ft1">"differenzierte Steuerpraxis Anwendung" finde, um den Einzelfällen</span><br/> <span class="ft1">gerecht zu werden. So gelange grundsätzlich bei "übersichtlichen</span><br/> <span class="ft1">Verhältnissen" die proportionale Methode zur Anwendung, nach der</span><br/> <span class="ft1">der Privatanteil an den Autokosten unter Berücksichtigung der priva-</span><br/> <span class="ft1">ten Fahrleistung im Verhältnis zur gesamten Fahrleistung mittels ei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">280</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nes prozentualen Anteils ermittelt würde. Für überwiegend geschäft-</span><br/> <span class="ft1">lich genutzte Fahrzeuge sei die bisher angewendete proportionale</span><br/> <span class="ft1">Methode beizubehalten. Auf Wunsch der betreffenden selbständig er-</span><br/> <span class="ft1">werbenden Person könne die Pauschalmethode ab dem nächsten</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeugwechsel angewendet werden, wobei die Angemessenheit im</span><br/> <span class="ft1">Einzelfall überprüft werde. Für überwiegend privat genutzte Fahr-</span><br/> <span class="ft1">zeuge finde nach wie vor die proportionale Methode Anwendung. Es</span><br/> <span class="ft1">könne "immer auch die im erwähnten Merkblatt N1/2007 genannte</span><br/> <span class="ft1">'effektive Methode' genutzt werden".</span><br/> <span class="ft1">Das KStA unterscheidet damit drei Vorgehensweisen zur Er-</span><br/> <span class="ft1">mittlung des Privatanteils an den Autokosten:</span><br/> <span class="ft1">- In der Regel wird die "proportionale Methode" mit den ge-</span><br/> <span class="ft1">schätzten privat gefahrenen Kilometern gemäss dem Merkblatt</span><br/> <span class="ft1">N1/2001 (was gemäss diesem Merkblatt der pauschalen Methode</span><br/> <span class="ft1">entspricht) angewendet.</span><br/> <span class="ft1">- Die pauschale Methode mit der 0.8 %-Regelung gemäss dem</span><br/> <span class="ft1">Merkblatt N1/2007 wird bei überwiegend geschäftlich genutzten</span><br/> <span class="ft1">Fahrzeugen auf Wunsch des Steuerpflichtigen ab dem nächsten Fahr-</span><br/> <span class="ft1">zeugwechsel angewendet, wobei die Angemessenheit zu prüfen ist.</span><br/> <span class="ft1">- Die effektive Methode wird bei Bestehen eines Bordbuches</span><br/> <span class="ft1">angewendet.</span><br/> <span class="ft1">5.4.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss Auskunft der ESTV ist bei der MWSt-Regelung - wie</span><br/> <span class="ft1">sie im Merkblatt N1/2007 übernommen wird - auf den tatsächlichen</span><br/> <span class="ft1">Kaufpreis und nicht auf den ursprünglichen Katalogpreis eines Fahr-</span><br/> <span class="ft1">zeuges abzustellen, unabhängig davon, ob es sich um einen Neuwa-</span><br/> <span class="ft1">gen oder um ein Occasionsfahrzeug handelt. Der Ansatz von 0.8 %</span><br/> <span class="ft1">des Kaufpreises pro Monat solle "der durchschnittlichen Wertvermin-</span><br/> <span class="ft1">derung - über die gesamte Lebensdauer - eines Fahrzeuges" Rech-</span><br/> <span class="ft1">nung tragen. Er gelte auch bei selbständiger Erwerbstätigkeit, wobei</span><br/> <span class="ft1">die effektive Ermittlung des Privatanteils sowie allfällige Sonder-</span><br/> <span class="ft1">regelungen beispielsweise bei eingeschränkter privater Nutzung oder</span><br/> <span class="ft1">bei Luxusfahrzeugen vorbehalten bleibe. Schliesslich seien die</span><br/> <span class="ft1">Kantone "weiterhin frei, von dieser 0.8 %-Regel abzuweichen, falls</span><br/> <span class="ft1">dies der Situation im Einzelfall besser gerecht wird". Ob und in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">281</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">wieweit von der 0.8 %-Regelung abgewichen werde, entscheide die</span><br/> <span class="ft1">zuständige Veranlagungsbehörde des betreffenden Kantons.</span><br/> <span class="ft1">5.5.</span><br/> <span class="ft1">5.5.1.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten:</span><br/> <span class="ft1">Zum einen hat sowohl nach dem Merkblatt N1/2001 wie auch</span><br/> <span class="ft1">dem Merkblatt N1/2007 grundsätzlich die Pauschalmethode zur Er-</span><br/> <span class="ft1">mittlung des Privatanteils an den Autokosten Anwendung zu finden.</span><br/> <span class="ft1">Auch wenn - wie bei jeder Pauschalierung - damit gewisse Ungleich-</span><br/> <span class="ft1">heiten in Kauf genommen werden, resultiert in einer Vielzahl von</span><br/> <span class="ft1">Fällen ein angemessenes Resultat. Die Ermittlung anhand der effekti-</span><br/> <span class="ft1">ven Methode ist bloss anwendbar, wenn die Aufzeichnung der ge-</span><br/> <span class="ft1">schäftlich und privat zurückgelegten Kilometer mittels Bordbuch die</span><br/> <span class="ft1">exakte Aufteilung der gesamten Betriebskosten des Geschäftsfahr-</span><br/> <span class="ft1">zeuges erlauben.</span><br/> <span class="ft1">Zum anderen wurde eine Vereinfachung und Vereinheitlichung</span><br/> <span class="ft1">im Bereich der Pauschalmethode angestrebt, indem die Pauschalme-</span><br/> <span class="ft1">thode nach dem Merkblatt N1/2001 mit einer Schätzung der jährli-</span><br/> <span class="ft1">chen privaten Fahrleistung (wenig - normal - viel) durch die</span><br/> <span class="ft1">(pauschale) 0.8 %-Regelung ersetzt wurde. Damit soll grundsätzlich</span><br/> <span class="ft1">die (häufig nach Ermessen festgesetzte) private Fahrleistung nur</span><br/> <span class="ft1">noch in Sonderfällen (Erw. 5.5.2) berücksichtigt werden.</span><br/> <span class="ft1">Da der Kanton Aargau den neuen Lohnausweis auf die Steuer-</span><br/> <span class="ft1">periode 2007 hin eingeführt hat (wobei die Löhne für das Jahr 2007</span><br/> <span class="ft1">noch mit dem alten Formular bescheinigt werden konnten; Merkblatt</span><br/> <span class="ft1">"Einführung Neuer Lohnausweis [NLA]" des Kantonalen Steueram-</span><br/> <span class="ft1">tes vom 15. November 2006, Ziff. 2), gilt die Pauschalmethode mit</span><br/> <span class="ft1">der 0.8 %-Regelung für Unselbständigerwerbende ab dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2007 und für Selbständigerwerbende für nach dem 30. Juni 2007</span><br/> <span class="ft1">abgeschlossene Geschäftsjahre (Merkblatt N1/2007). Ab diesen</span><br/> <span class="ft1">Stichtagen gilt grundsätzlich nur noch die Pauschalmethode nach</span><br/> <span class="ft1">dem Merkblatt N1/2007. Die Pauschalmethode gemäss dem Merk-</span><br/> <span class="ft1">blatt N1/2001, die vom KStA als proportionale Methode bezeichnet</span><br/> <span class="ft1">wird, ist damit für die vorliegende Veranlagung (Geschäftsabschluss</span><br/> <span class="ft1">per 31. Dezember 2007) nicht mehr anwendbar. Auch eine in der</span><br/> <span class="ft1">Vergangenheit als Privatanteil ausgeschiedene Quote an den Gesamt-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">282</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">kosten der Geschäftsfahrzeuge kann nicht mehr als verbindlich be-</span><br/> <span class="ft1">trachtet werden.</span><br/> <span class="ft1">Weiter entspricht der vom KStA in der Vernehmlassung vorge-</span><br/> <span class="ft1">brachte Wechsel von der "proportionalen Methode" zur Pauschalme-</span><br/> <span class="ft1">thode mit der 0.8 %-Regelung "ab dem nächsten Fahrzeugwechsel"</span><br/> <span class="ft1">weder dem Merkblatt NLA noch dem Merkblatt N1/2007 und ist</span><br/> <span class="ft1">abzulehnen.</span><br/> <span class="ft1">5.5.2.</span><br/> <span class="ft1">Ein Abweichen vom Ansatz von 0.8 % pro Monat ist - abgese-</span><br/> <span class="ft1">hen vom erwähnten Fall der Führung eines Bordbuches - insbesonde-</span><br/> <span class="ft1">re in folgenden Sonderfällen, in denen die pauschale Ermittlung des</span><br/> <span class="ft1">Privatanteils nicht sachgerecht erscheint, angezeigt:</span><br/> <span class="ft3">- bei Luxusfahrzeugen (bei der Einkommenssteuer beträgt der Lu-</span><br/> <span class="ft3">xusanteil den CHF 80'000.00 übersteigenden Wert [vgl. RGE vom 27. Mai</span><br/> <span class="ft3">2004 in Sachen J. + U.G.], bei der Mehrwertsteuer den CHF 100'000.00</span><br/> <span class="ft3">übersteigenden Wert [vgl. Merkblatt Nr. 03 der EStV])</span><br/> <span class="ft3">- bei bloss gelegentlicher geschäftlicher Nutzung des Geschäftsfahr-</span><br/> <span class="ft3">zeuges (teilzeitliche Ausübung der Erwerbstätigkeit; berufsbedingte seltene</span><br/> <span class="ft3">Nutzung z.B. bei Ärzten oder Coiffeuren)</span><br/> <span class="ft3">- bei sehr hoher geschäftlicher Fahrleistung</span><br/> <span class="ft3">- bei</span> <span class="ft3">Vorhandensein</span> <span class="ft3">mehrerer</span> <span class="ft3">Geschäftsfahrzeuge</span><br/> <span class="ft1">Wer - insbesondere in den genannten Sachverhalten - vom der</span><br/> <span class="ft1">Pauschalmethode zugrundeliegenden Erfahrungssatz (nach oben oder</span><br/> <span class="ft1">nach unten) abweichen will, hat den Nachweis zu erbringen, dass die</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzungen dafür erfüllt sind (analog Bundesgerichtsurteil</span><br/> <span class="ft1">2C_625/2009 vom 16. Februar 2010 bezüglich Wohnsitzverlegung).</span><br/> <span class="ft1">Wenn der Privatanteil gemäss der MWSt-Regelung nach Ansicht der</span><br/> <span class="ft1">Steuerbehörden zu tief ausfällt, hat diese glaubhaft zu machen und</span><br/> <span class="ft1">anhand von Indizien aufzuzeigen, dass ein Abweichen nach oben ge-</span><br/> <span class="ft1">rechtfertigt und der Privatanteil hilfsweise anhand des Merkblattes</span><br/> <span class="ft1">N1/2001 mit einer Quote festzusetzen ist. Bringt hingegen der Steu-</span><br/> <span class="ft1">erpflichtige vor, der gemäss der MWSt-Regelung bestimmte Pri-</span><br/> <span class="ft1">vatanteil sei zu hoch, hat er die Gründe hierfür glaubhaft darzulegen.</span><br/> <span class="ft1">5.5.3.</span><br/> <span class="ft1">Fraglich ist, ob der Kauf eines älteren Fahrzeuges mit einem</span><br/> <span class="ft1">entsprechend tiefen Kaufpreis (insbesondere im Verhältnis zum ur-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">283</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sprünglichen Katalogpreis) ein Abweichen von der Pauschalmethode</span><br/> <span class="ft1">rechtfertigen kann. So führt die EStV aus, dass gerade Angestellten</span><br/> <span class="ft1">grösserer Firmen kaum Geschäftsautos mit älteren Jahrgängen zur</span><br/> <span class="ft1">Verfügung gestellt werden dürften und daher in diesen Fällen der</span><br/> <span class="ft1">Grundsatz, dass der 0.8 %-Ansatz der durchschnittlichen Wertver-</span><br/> <span class="ft1">minderung <i>über die gesamte Lebensdauer</i> Rechnung tragen soll,</span><br/> <span class="ft1">nicht befolgt werden könne. Dies könnte bloss geschehen, wenn die</span><br/> <span class="ft1">Basis, auf welcher der Gegenwert der privaten Fahrleistung be-</span><br/> <span class="ft1">rechnet wird, unverändert bleibt. Beim Abstellen auf den Kaufpreis</span><br/> <span class="ft1">eines Occasionautos ist dies nicht der Fall, womit sich für das identi-</span><br/> <span class="ft1">sche Fahrzeug ganz unterschiedliche Privatanteile ergeben können</span><br/> <span class="ft1">(Ersterwerber behält das Fahrzeug: Gegenwert auf Basis des Kauf-</span><br/> <span class="ft1">preises, welcher mehr oder weniger dem Katalogpreis entsprechen</span><br/> <span class="ft1">dürfte/Zweiterwerber kauft das Fahrzeug: Gegenwert auf Basis des</span><br/> <span class="ft1">die Wertverminderung Rechnung tragenden Kaufpreises).</span><br/> <span class="ft1">Festzuhalten ist jedoch, dass der Privatanteil nach der Pauschal-</span><br/> <span class="ft1">methode pro Jahr mindestens CHF 1'800.00 beträgt. Dies ergibt um-</span><br/> <span class="ft1">gerechnet einen Kaufpreis von CHF 18'750.00 (exkl. MWSt), was</span><br/> <span class="ft1">etwa einem Fahrzeug der unteren Preisklasse ohne besondere Aus-</span><br/> <span class="ft1">stattung entspricht. Das Merkblatt N1/2007 macht damit deutlich,</span><br/> <span class="ft1">dass es bei der privaten Nutzung von Geschäftsfahrzeugen eine unte-</span><br/> <span class="ft1">re Wertgrenze gibt, die nicht unterschritten werden kann. Den Nut-</span><br/> <span class="ft1">zern von Occasionsfahrzeugen wird damit je nach Kaufpreis ein hö-</span><br/> <span class="ft1">herer Gegenwert angerechnet als ein Abstellen rein auf den 0.8 %-</span><br/> <span class="ft1">Ansatz ergeben würde. Die EStV ihrerseits hielt wiederholt fest, dass</span><br/> <span class="ft1">der Kauf- bzw. der Anschaffungspreis massgeblich sei. Sofern es sich</span><br/> <span class="ft1">nicht um einen augenfällig zu tiefen Kaufpreis handelt, dürfte damit</span><br/> <span class="ft1">in der Regel auch bei Occasionsfahrzeugen auf den Kaufpreis abzu-</span><br/> <span class="ft1">stellen sein. Damit wird auch in gewissem Umfang einem allfällig al-</span><br/> <span class="ft1">tersbedingten, erhöhten Unterhaltsbedarf Rechnung getragen.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>