B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5148/2013/plo U r t e i l v o m 11 . D e z e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richter Thomas Wespi, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. August 2013 / N (…). D-5148/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger und et h- nischer Hazara mit letztem Wohnsitz in B._______ (Provinz Ghazni) ver- liess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge Anfang des Jahres 2007 oder 2008 und hielt sich in der Folge zunächst für ungefähr acht Monate in Teheran, Iran, auf. Danach sei er via die Türkei nach Griechen- land gelangt. Am 1. Februa r 2010 reiste er von dort sowie via ihm unb e- kannte Länder illegal in die Schweiz ein und suchte gleichentags im Emp- fangs- und Verfahrenszentrum C._______ um Asyl nach. Am 10. Februar 2010 wurde er dort zu seiner Identität sowie summarisch zu seinen Ge- suchsgründen befragt. Am 1. März 2010 hörte das BFM den damals mutmasslich noch minderjährigen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) im Bei- sein seiner Vertrauensperson ausführlich zu seinen Asylgründen an und wies ihn in der Folge für die Dauer des Verfahrens dem Kanton D._______ zu. A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, seine Mutter, seine Schwester und er seien von sei- nem Vater sehr schlecht behandelt wo rden. Sein Vater habe seine Schwester im Glücksspiel verspielt und an einen Kommandanten verl o- ren. Seine Mutter sei einige Tage später vor Kummer gestorben. Darauf- hin sei er von seiner Tante mütterlicherseits abgeholt worden und habe in der Folge zwei Tage lang bei ihr in Kabul gewohnt. Ihr Mann habe das aber nicht gutgeheissen, weshalb die Tante ihn wieder zum Vater zurück- gebracht habe. Sein Vater habe ihn nicht in die Schule gehen lassen, h a- be ihn öfters geschlagen und ihn gezwungen, harte Arbeit zu verri chten. Er habe ihn ausserdem regelmässig gedrängt, das Haus zu verlassen. Zwei Monate nach dem Tod der Mutter habe sein Vater eine andere Frau geheiratet. Diese Stiefmutter habe ihn ebenfalls schlecht behandelt. Um sich an ihr zu rächen sowie zur Finanzier ung der von ihm bereits b e- schlossenen Ausreise, habe er ihren Schmuck gestohlen. Daraufhin sei er – ungefähr im Jahr 2007 oder 2008 – mit Hilfe eines Schleppers aus Afghanistan ausgereist. Bei einer Rückkehr befürchte er, von seinem V a- ter wegen des Schmuckdiebstahls umgebracht zu werden. Er könne auch deshalb nicht zurück, weil er nicht so werden wolle wie sein Vater. D-5148/2013 Seite 3 A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah- rens lediglich ein afghanisches Ident itätsdokument im Original (Tazki ra) zu den Akten. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 2 6. August 2013 – eröffnet am 27. August 2013 – fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien u n- glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeiti g verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. C. Mit Beschwerde vom 14. September 2013 (Datum Poststempel) an das Bundesverwaltungsgericht liess der Beschwerdeführer beantragen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm Asyl zu gewäh- ren, eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- zuweisen, subeventuell sei infolge Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs seine vorläufige Aufnahme in der Schweiz a n- zuordnen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfa h- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Der Beschwerde lagen eine Ko pie der angefochtenen Verfügung, eine Vollmacht vom 3. September 2013, ein Arztbericht der Urologischen Klinik des Kantonsspitals E._______ vom 4. September 2013 (Kopie) sowie e i- ne Operationsbestätigung derselben Klinik vom 30. August 2013 bei. D. Mit Einga be vom 18 . September 2013 wurde eine Bestätigung der Fü r- sorgeabhängigkeit gleichen Datums zu den Akten gereicht. E. Mit Zwischenverfügung vom 19. September 2013 teilte der Instruktions- richter mit, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG werde im Endentscheid befu n- den. Gleichzeitig wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver- zichtet, und der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, bis zum 4. Okto- ber 2013 einen aktuellen und umfassenden Arztbericht betreffend die gel- tend gemachten gesundheitlichen Probleme sowie eine Erklärung über D-5148/2013 Seite 4 die Entbindung des behandelnden Arztes von der ärztlichen Schweig e- pflicht einzureichen. F. Mit Eingabe vom 19. September 2013 wurde eine Kopie der bereits a k- tenkundigen Fürsorgebestätigung vom 18. September 2013 eingereicht. G. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2013 (Datum Poststempel) reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers einen Arztbericht der Urolog i- schen Klinik des Kantonsspitals E._______ vom 23. September 2013 zu den Akten und ersuchte gleichzeitig um eine 14 -tägige Fristverlängerung zur Ergänzung der Angaben zum Gesundheitszustand des Beschwerd e- führers. Die Frist wurde am 7. Oktober 2013 antragsgemäss bis zum 22. Oktober 2013 verlängert. H. Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe vom 17. Oktober 2013 weitere Ausführungen zu seinem Gesundheitszustand machen. I. Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 29. Oktober 2013 vollumfäng- lich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der B e- schwerde. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers nahm dazu mit Eingabe vom 14. November 2013 Stellung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des Ver- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer Vor- instanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, aus- ser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende P erson Schutz sucht (Art. 105 des Asy l- gesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des D-5148/2013 Seite 5 Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme ist vorliegend nicht gegeben. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 eine Revision des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 verabschi edet (AS 2013 4375), welche am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen gilt für die im Zei t- punkt des Inkrafttretens hängigen Asylverfahren das neue Recht. 1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des E r- messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e-D-5148/2013 Seite 6 geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien in s- gesamt unglaubhaft, da seine Ausführungen sehr vage und unsubstanz i- iert ausgefallen seien. Er habe auf viele Fragen ausweichend geantwortet und keine präzisen und anschaulichen Beschreibungen der Ereignisse geliefert. Er habe ausserdem teilweise unplausible und widersprüchliche Angaben gemacht. So habe er beispielsweise erklärt, seine Tante habe ihn nach dem Tod seiner Mutter ohne das vorgängige Einverständnis i h- res Mannes nach Kabul geholt. Dieses Vorgehen widerspreche indes den kulturellen Gegebenheiten in Afghanistan. Der Beschwerdeführer habe zudem zunächst ausgesagt, der Ehemann der Tante habe sich seinem Aufenthalt in Kabul widersetzt. Später habe er dann vorgebracht, es sei die Tante selbst gewesen, welche ihn nicht bei sich habe behalten wollen. Angesichts der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen sei die Flüchtlingseigen- schaft des Beschwerdeführers zu verneinen. Sein Asylgesuch sei daher abzulehnen. Den Wegweisungsvollzug erachtete das BFM als durchfüh r- bar. Zur Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führte es aus, zwar sei eine Rückkehr des Beschwerdeführers an seinen Herkunftsort in der Provinz Ghazni aufgrund der dort herrschenden allgemeinen Lage als unzumutbar zu bezeichnen, jedoch bestehe für ihn in Kabul eine zumu t- bare Aufenthaltsalternative. Die Rückkehr nach Kabul sei aufgrund der dortigen Sicherheitslage nicht generell unzumutbar, sondern könne unter begünstigenden Umständen als zumutbar erkannt werden. Der B e- schwerdeführer v erfüge dort über Verwandte (Tante mit Ehemann und Kindern), mit welchen er in Kontakt stehe. Folg lich sei das Bestehen ei- nes tragfähigen sozialen Netzes zu bejahen. Mit Blick auf die unglaubhaf- ten Aussagen im Asylpunkt könne auch das Vorbringen, wonach ihm se i- ne Verwandten nicht helfen könnten und wollten, nicht geglaubt werden. Alter und Verfassung des Beschwerdeführers würden es ihm sodann er- möglichen, sich in seinem Heimatland rasch wieder zu integrieren und Arbeit zu finden. Der Beschwerdeführer habe bereits unter Beweis g e- stellt, dass er fähig sei, sich an gegebene Umstände anzupassen und selbständig für sein Auskommen zu sorgen. D-5148/2013 Seite 7 4.2 In der Beschwerde wird ausgeführt, entgegen der vom BFM vertret e- nen Auffassung seien die Schilderungen des Beschwerdeführers nac h- vollziehbar. Er sei ungebildet, habe aber beschrieben, wie er von seinem Vater schlecht behandelt worden sei und daher habe fli ehen müssen. Er habe auch dargelegt, inwiefern sich das Leben nach dem Tod seiner Mut- ter verändert habe, nämlich, dass eine neue Frau mit Sohn in den Hau s- halt gekommen seien und diese ihn nicht gemocht hätten. Es sei sodann unklar, ob nur der Ehemann der Tante oder auch die Tante selbst den Be- schwerdeführer nicht in Kabul habe behalten wollen. Immerhin habe das BFM aber selbst darauf hingewiesen, wie wenig Frauen in Afghanistan zu sagen hätten. Daher hätte die Tante den Beschwerdeführer ohne Einve r- ständnis des Ehemannes nie bei sich behalten dürfen. Das BFM glaube dem Beschwerdeführer offenbar nichts, ausser, dass er in Kabul eine Tante habe, da es ihn so nach Kabul zurückschicken könne. Dies sei aber unfair. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass er befürchten müsse, vom Vater umgebracht zu werden, weil er den Schmuck der Mutter g e- stohlen habe. Da der Staat in Afghanistan nicht schutzfähig sei, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft. Demzufolge sei auch der Vollzug der Wegwei- sung unzulässig. Darüber hinaus sei der Wegweisungsvollzug auch u n- zumutbar. Der Beschwerdeführer sei seit über fünf Jahren nicht mehr in Afghanistan gewesen. Der letzte Kontakt habe im Februar 2010 stattg e- funden, als ihm sein Cousin seine Tazki ra zugeschickt habe. Der B e- schwerdeführer habe bereits vor seiner Flucht nicht bei seinen Verwan d- ten bleiben können. Es sei daher anzunehmen, dass er nun, fünf Jahre später, noch weniger willkommen wäre und keine Hilfe erwarten könne. Der Beschwerdeführer sei zudem erkrankt. Die Ärzte hätten eine Nie ren- beckenkelchsystem-Erweiterung sowie eine Nierenbeckenentzündung nachgewiesen. Ausserdem sei seine Milz vergrössert. Es sei ein künstl i- cher Blasenausgang gelegt und ein Operationstermin festgesetzt worden. 4.3 In den ergänzenden Eingaben vom 3. und 17. Oktober 2013 wird vor- gebracht, gemäss Arztbericht (vom 23. September 2013) sei die Operat i- on gelungen, die Behandlung abgeschlossen und der Gesundheitsz u- stand des Beschwerdeführers gut. Laut mündlicher Auskunft der beha n- delnden Ärzte sei die Harnröhre des Besc hwerdeführers verengt gew e- sen. Dieses Problem sei durch eine Harnröhrenplastik erfolgreich bese i- tigt worden. Es bestehe die Chance, dass der Beschwerdeführer in Z u- kunft keine Beschwerden mehr haben werde, allerdings seien die Verlä u- fe bei den einzelnen Pat ienten sehr verschieden. Die Prognose sei gut, aber ein Rückfall sei lebenslänglich möglich. Beim Beschwerdeführer sei D-5148/2013 Seite 8 im Weiteren eine vergrösserte Milz festgestellt worden, dies sei jedoch nur eine Nebendiagnose gewesen und nicht näher untersucht worden. 4.4 Das BFM weist in seiner Vernehmlassung darauf hin, dass die B e- handlung des Beschwerdeführers laut dem eingereichten Arztbericht a b- geschlossen sei. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei gut, die Reisefähigkeit sei gegeben. Aus ärztlicher Sicht sei eine weitere Betreuung/Behandlung, sofern nötig, auch im Heimatland möglich. Der eingereichte Arztbericht führe daher nicht zu einer anderen Einschätzung des Falles, weshalb an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung vollumfänglich festgehalten werde. 4.5 In der Replik wird entgegnet, zwar sei der Beschwerdeführer zur Zeit beschwerdefrei, er fürchte sich aber vor einem Rückfall. Er könne erst seit knapp zwei Monaten wieder normal Wasser lösen. Die zukünftige Entwicklung sei offen, auch wenn die Chance n gut stünden, dass er b e- schwerdefrei bleiben werde. Es könne aber in diesem Fall nur bedingt davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer gesund sei. Sodann wird vorgebracht, der Wegweisungsvolllzug nach Kabul könne nur unter besonderen Umständen a ls zumutbar qualifiziert werden. G e- mäss Rechtsprechung müsse der Rückkehrer jung und gesund sein. U n- abdingbar sei zudem das Bestehen eines sozialen Netzes, welches sich im Hinblick auf die Wiedereingliederung als tragfähig erweise. Der B e- schwerdeführer habe nie in Kabul gelebt und habe dort kein Beziehung s- netz. Er habe dort nur zwei Tage bei seiner Tante verbracht. Diese sei zwar lieb gewesen, sie habe ihn aber nicht länger bei sich haben wollen. Der letzte Kontakt mit der Familie der Tante sei im Februar 2 010 gewe- sen. Der Beschwerdeführer könne seitens der Familie seiner Tante nicht mit der notwendigen Unterstützung rechnen. 5. Vorab ist festzustellen, dass der in der Beschwerde eventualiter gestellte Kassationsantrag (vgl. Ziff. 2 der Rechtsbegehren) nicht begründet wird. Da auch von Amtes wegen keine Kassationsgründe ersichtlich sind, ist auf diesen Antrag nicht weiter einzugehen. 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. D-5148/2013 Seite 9 6.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei aus seinem Heimatland geflohen, weil sein Vater ihn schlecht behandelt habe und weil er befürch- te, von ihm umgebracht zu werden, nachdem er vor seiner Ausreise den Schmuck seiner Mutter/Stiefmutter gestohlen habe. Damit macht der B e- schwerdeführer keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG geltend, z u- mal der angeblichen Verfolgung respektive befürchteten Verfolgung kein Motiv im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG zugrunde liegt. Die vom B e- schwerdeführer erlittenen respektive befürchteten Nachteile gründen au f- grund der Aktenlage vielmehr auf zwischenmenschliche n Problemen be- ziehungsweise Antipathien sowie auf der Tatsache, dass der Beschwe r- deführer eine kriminelle Handlung begangen hat. Angesichts dessen, dass bereits die Asylrelevanz der geltend gemachten Verfolgung zu ve r- neinen ist, kann offen gelassen werden, ob die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Asylgründe überhaupt glaubhaft sind oder nicht. 6.2 Nach dem Gesagten erfüllt der Beschwerdeführer die Flüchtlingse i- genschaft nicht. Das BFM hat sein Asylgesuch demnach zu Recht abg e- wiesen. 7. 7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Sch weiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis- sen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn de r strikte Beweis möglich ist, und ander n-D-5148/2013 Seite 10 falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.1 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Auslä n- der weder in den Herkunfts - oder in den Heimatstaat noch in einen Drit t- staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Der Vollzug kann für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret g e- fährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). 8.2 Die vorstehend genannten drei Bedingungen für einen (vorläufigen) Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung – Unzulässigkeit, Unzumutbar- keit und Unmöglichkeit – sind alternativer Natur: Ist eine dieser Vorau s- setzungen erfüllt, so ist der Vollz ug der Wegweisung als undurchführbar zu erachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. dazu BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748, m.w.H.). 9. Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Wegweisungsvollzu g nach Afghani s- tan für den Beschwerdeführer zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ist. 9.1 Angesichts dessen, dass die Rüge der Unangemessenheit (Art. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG) im Rahmen der am 1. Februar 2014 in Kraft getrete- nen Asylgesetzrevision gestrichen wurde (vgl. dazu vorstehend E. 1.3 sowie E. 2), ist an dieser Stell e der Vollständigkeit halber vorab Folge n- des auszuführen: Vorinstanzliche Verfügungen, die in Anwendung des Ausländergesetzes ergehen (beispielsweise Verfügungen gestützt auf Art. 83 Abs. 4 AuG), hat das Bundesverwaltungsgericht auch nach der e r- wähnten Gesetzesänderung gestützt auf Art. 112 AuG i.V.m. Art. 49 VwVG mit voller Kognition zu überprüfen, da sich die aus Art. 106 AsylG resultierende Einschränkung der Überprüfungsbefugni s im Beschwerd e- verfahren ausschliesslich auf im Asylgesetz geregelte Materien bezieht (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D-3622/2011 vom 8. Oktober 2014 E. 5.5). Bei der Beurte i- lung der Zumutbarkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs der D-5148/2013 Seite 11 Weg- oder Ausweisung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG kommt dem BFM indessen ohnehin kein Ermessen zu; denn wird eine konkrete Gefäh r- dung festgestellt, ist der Vollzug der Weg - oder Ausweisung unzumutbar, und es ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Auf- nahme zu gewähren. Beim Kriterium der "konkreten Gefährdung" handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, dessen Auslegung und Anwendung eine Rechtsfrage darstellt, die vom Bundesverwaltungsg e- richt ohne Einschränkung seiner Kognition überprüft wird (vgl. dazu a.a.O., E. 7.4, 7.8, 7.9, 7.10) . Demnach besteht für das Bundesverwa l- tungsgericht im Beschwerdeverfahren in Bezug auf Art. 83 Abs. 4 AuG von vornherein kein Anlass für eine Überprüfung der Angemessenheit. 9.2 Betreffend die allgemeine Lage in Afghanistan ist auf die vom Bu n- desverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung im Grundsatzurteil BVGE 2011/7 E. 9.9 S. 104 ff. zu verweisen, welche nach wie vor als z u- treffend zu erachten ist . Nach eingehender Lageanalyse stellte das Bu n- desverwaltungsgericht darin fest, dass die Sicherheitslage sowie die h u- manitären Bedingungen in weiten Teilen Afghanistans – ausser allenfalls in den Grossstädten – äusserst schlecht seien. Es kam deshalb zum Schluss, dass die Situation in Afghanistan praktisch flächendeckend als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei die Situation in der Hauptstadt Kabul zu unterscheiden. Angesichts dessen, dass sich dort die Siche r- heitslage im Verlauf des vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humanitäre Situation im Vergleich zu den übrigen Gebieten etwas weniger dramatisch sei, könne der Vollzug der Wegweisung nach Kabul unter bestimmten, im Einzelfall sorgfältig zu prüfenden Umständen als zumutbar qualifiziert werden. Solche Umstände könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim Rückkehrer um einen jungen, gesunden Mann handle. Sodann sei in erster Linie ein soziales Netz unabdingbar, welches sich im Hinblick auf die Aufnahme und Wi e- dereingliederung des Rückkehrers als tragfähig erweise; denn ohne U n- terstützung durch Familie oder Bekannte würden die schwierigen L e- bensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in eine existenz ielle bezie- hungsweise lebensbedrohende Situation führen. Für einen Rückkehrer aus Europa bestehe nach der Ankunft in Kabul ein erhöhtes Risiko, en t- führt oder überfallen zu werden, da vermutet werde, er trage Devisen auf sich. Verfüge er über keine genügend en finanziellen Mittel, hätte er ohne soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumutbare – das heisst wi n- terfeste und mit minimaler sanitärer Einrichtung ausgestattete – Unter- kunft. Auch für die Arbeitssuche seien persönliche Beziehungen unerläss-D-5148/2013 Seite 12 lich, da eine Einstellung (sogar von unqualifizierten Arbeitskräften) rege l- mässig nur aufgrund persönlicher Empfehlungen erfolge. Eine auch nur einigermassen gesunde Ernährung wäre ohne die Hilfe von nahestehe n- den Personen ebenfalls kaum möglich, der Zugang zu saub erem Trink- wasser schwierig; Unterstützungsmassnahmen der Regierung oder inte r- nationaler Organisationen könnten laut zuverlässigen Quellen daran nichts ändern. Ohne eine soziale Vernetzung würde daher auch ein ju n- ger und grundsätzlich gesunder Mann unweigerlich innert absehbarer Zeit in eine existenbedrohende Situation geraten (vgl. E. 9.3 ff.). Das Bundes- verwaltungsgericht kam in der Folge in zwei weiteren Grundsatzentschei- den zum Schluss, dass unter Vo raussetzung der genannten begüns ti- genden Umstände ein Vollzug der Wegweisung auch in die Städte Herat (vgl. BVGE 2011/38) und Mazar -i-Sharif (vgl. BVGE 2011/49) zumutbar sein könne. 9.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich den Akten zufolge um einen heute mutmasslich 20-jährigen afghanischen Staatsangehörigen, welcher aus dem Dorf B._______, Provinz Ghazni, stammt. Es besteht keine Ver- anlassung, an dieser Herkunftsangabe zu zweifeln. Gestützt auf die vo r- stehenden Ausführungen ist ein Wegweisungsvollzug dorthin von vor n- herein unzumutbar. Demnach bleibt zu prüfen, o b es dem Beschwerd e- führer zumutbar wäre, sich im Sinne einer innerstaatlichen Aufenthaltsa l- ternative in einer Grossstadt seines Heimatlandes (Kabul, Herat oder Ma- zar-i-Sharif) niederzulassen. Anknüpfungspunkte bestehen in dieser Hi n- sicht nur in Bezug auf d ie Hauptstadt Kabul, da gemäss Aussagen des Beschwerdeführers dort eine Tante mütterlicherseits mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt und sich der Beschwerdeführer ungefähr zwei Monate vor seiner Ausreise einmal für zwei Tage dort aufgehalten hat. Daraus kann allerdings nicht geschlossen werden, dass er bei einer Ausschaffung nach Kabul dort ein tragfähiges Beziehungsnetz vorfinden würde. Den Akten zufolge konnten und/oder wollten seine Tante und deren Ehemann den Beschwerdeführer bereits damals nicht für l ängere Zeit bei sich in Kabul aufnehmen und schickten ihn nach bloss zwei Tagen wieder nach Hause zurück. Sinngemäss ist den diesbezüglichen Aussagen des B e- schwerdeführers zu entnehmen, dass die Familie seiner Tante seine A n- wesenheit als Belastung empfand. Unter diesen Umständen erscheint es keineswegs als gewährleistet, dass die Tante und deren Familie den Be- schwerdeführer bei dessen Rückkehr nach Afghanistan über einen länge- ren Zeitraum hinweg beherbergen und unterstützen könnte oder würde. Gleichzeitig i st davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ange- sichts seiner mangelnden Bildung respektive Ausbildung ( er hat eigenen D-5148/2013 Seite 13 Angaben zufolge weder eine Schule besucht noch einen Beruf erlernt), in Anbetracht seiner geringen Arbeitserfahrung in den Bereichen Landwir t- schaft und Handwerk sowie unter Berücksichtigung der schwierigen A r- beitsmarktsituation in Kabul wohl Mühe haben dürfte, innert angemess e- ner Frist eine Anstellung zu finden, mit welcher er sich seinen Lebensu n- terhalt selbständig ve rdienen könnte. Weitere Bezugspersonen, welche ihn bei einer Ausschaffung nach Kabul allenfalls unterstützen könnten, sind nicht aktenkundig. 9.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Vollzug der Wegwe i- sung des Beschwerdeführers nach Afghanistan im heutigen Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine konkrete Gefährdung zur Folge hätte und deshalb als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist. Bei dieser Sachlage kann offengelassen werden, ob und inwiefern auch die inzwische n zumindest temporär durch eine Operation behobenen gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers im Falle seiner Rückkehr nach Afghanistan zu einer konkreten Gefährdung führen könnten. 10. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit damit de r Vollzug der Wegweisung angefochten wurde; soweit weitergehend ist sie abzuweisen. Folglich sind die Dispositivziffern 4 und 5 der vorinstanzl i- chen Verfügung vom 26. August 2013 aufzuheben, und das BFM ist an- zuweisen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen. 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens (hälftiges Obsiegen) wären die um die Hälfte reduzierten Verfahrenskosten dem Beschwerdeführer au f- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 16 Ab s. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 üb er die Kosten und En t- schädigungen vo r dem Bundesverwaltungsgericht [ VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem aber aufgrund der Aktenlage (vgl. die eingereichte Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 18. September 2013) nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkei t des Beschwerdeführers aus- zugehen ist und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet we r- den konnte, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). D-5148/2013 Seite 14 11.2 Dem teilweise o bsiegenden Beschwerdeführer ist sodann zulasten der Vorinstanz eine Entschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (vgl. Art. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). Diese Entschädigung ist entsprechend de m Grad des Durchdringens praxisgemäss um die Hälfte zu reduzieren. Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht. Der notwendige Vertr e- tungsaufwand lässt sich indessen aufgrund der Aktenlage zuverlässig ab- schätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der genannten Be- stimmungen und unter Berücksichtigung der massgeblichen Beme s- sungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) ist die von der Vorinstanz auszuric h- tende, um die Hälfte reduzierte P arteientschädigung demnach von Amtes wegen auf pauschal Fr. 800.– (inkl. MWSt) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) D-5148/2013 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, die angefochtene Verf ü- gung wird hinsichtlich des angeordneten Wegweisungsvollzugs (Dispos i- tivziffern 4 und 5) aufgehoben, und das BFM wird angewiesen, den B e- schwerdeführer vorläufig aufzunehmen. Soweit weitergehend, wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 800.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: