<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Informationskampagne durchzuführen, welche internationale Firmen über das duale Bildungssystem informiert und diese motiviert, Lehrstellen anzubieten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweiz geniesst international den Ruf, über qualifizierte Berufsleute zu verfügen. Der Sieg des Schweizer Teams an der Berufsweltmeisterschaft 2003 in St. Gallen hat einmal mehr gezeigt, dass unser duales Berufsbildungssystem international konkurrenzfähig ist. Auch Deutschland und Österreich kennen das duale System.</p><p>Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmungen war Gegenstand einer breit angelegten Untersuchung der Forschungsstelle für Bildungsökonomie der Universität Bern über die Kosten und den Nutzen der Lehrlingsausbildung aus Sicht der Schweizer Betriebe. Die Studie zeigt einerseits, dass sich die Ausbildung von Lehrlingen für ausbildende Betriebe insgesamt lohnt. Andererseits legt die Studie auch dar, aus welchen Gründen Unternehmungen nicht ausbilden: Der Hauptgrund ist der Mangel an betrieblichem Nutzen, wenn die Ausbildungskosten weder durch die produktiven Leistungen der lernenden Person noch durch die Einsparung von Rekrutierungskosten wettgemacht werden können.</p><p>Wesentlichen Einfluss auf die Ausbildungsbereitschaft hat auch die Ausarbeitung der Bildungsverordnungen (die früheren Berufsreglemente). Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) hat deshalb eine Fachstelle beim Schweizerischen Institut für Berufspädagogik eingerichtet, um bei der Revision der Bildungsverordnungen jeweils den Kosten-Nutzen-Aspekt zu prüfen.</p><p>Erste Untersuchungen lassen vermuten, dass bei internationalen Unternehmungen - im Vergleich zu schweizerischen - die Wahrscheinlichkeit kleiner ist, dass sie Lehrstellen anbieten. Diese Vermutung ist jedoch noch nicht erhärtet worden. Sind es mangelnde Kenntnisse des dualen Berufsbildungssystems? Liegen unterschiedliche Unternehmenskulturen vor? Weisen internationale Unternehmungen eine höhere Spezialisierung auf und können deshalb nicht ausbilden? Für eine speziell auf internationale Unternehmungen gerichtete Informationskampagne des Bundes fehlen die Grundlagen.</p><p>Die Kantone verfügen jedoch über aufeinander abgestimmte und bewährte Lehrstellen-Marketingmassnahmen. Mit diesen richten sie sich auch an internationale Unternehmungen. Die Berufsbildungsämter und regionalen Organisationen der Arbeitswelt sind mit den Verhältnissen vor Ort vertraut. Sie pflegen den Kontakt mit den Unternehmungen, auch mit internationalen. Als Massnahmen haben sich bewährt: der Einsatz von Lehrstellenförderinnen und -förderern, die Schaffung von Lehrbetriebsverbünden und die Vermittlung und individuelle Begleitung (Mentoring) von Jugendlichen ohne Lehrstelle.</p><p>Der Bund seinerseits sorgt für optimale Rahmenbedingungen. Das BBT baut zurzeit eine Koordinationsstelle zur Förderung von Lehrbetriebsverbünden auf. Ein Netzwerk von Beraterinnen und Beratern unterstützt die Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt bei der Gründung und beim Aufbau von Lehrbetriebsverbünden. Ausserdem bietet der Bund den Kantonen in angespannten Lehrstellensituationen zusätzlich finanzielle Unterstützung für die Realisierung ihrer Lehrstellen-Marketingmassnahmen.</p><p>Damit stehen auf mehreren Ebenen aufeinander abgestimmte Massnahmen zur Verfügung. Diese werden unbesehen der Nationalität der Unternehmungen eingesetzt, um ein ausreichendes Lehrstellenangebot sicherzustellen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.