<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-09-06-1C_296-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1C_296/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 6. September 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Kneubühler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Haag, Merz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Dold. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Staatsanwaltschaft See/Oberland, </div> <div class="para">Büro A-4, Postfach, 8610 Uster, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, Güterstrasse 33, Postfach, 8010 Zürich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ermächtigung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts </div> <div class="para">des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 5. April 2024 (TB240017-O/U/MUL). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ erstattete am 17. November 2023 Strafanzeige gegen Staatsanwalt B.________ wegen Amtsmissbrauchs, ungetreuer Amtsführung, Urkundenfälschung im Amt, Begünstigung und falscher Anschuldigung. </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft See/Oberland des Kantons Zürich überwies die Akten mit Verfügung vom 5. Februar 2024 dem Obergericht des Kantons Zürich, damit dieses über die Ermächtigung zur Durchführung einer Strafuntersuchung entscheide. In der Sache beantragte sie, die Ermächtigung sei nicht zu erteilen, da nach summarischer Prüfung kein Anfangsverdacht vorliege. </div> <div class="para">Mit Beschluss vom 5. April 2024 verweigerte das Obergericht die Ermächtigung zur Strafverfolgung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 13. Mai 2024 beantragt A.________ dem Bundesgericht, der Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben und die Ermächtigung zu erteilen. </div> <div class="para">Das Obergericht und die Staatsanwaltschaft haben auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich beantragt, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Beschwerdegegner beantragt deren Abweisung. Der Beschwerdeführer hat eine Replik eingereicht. </div> <div class="para">Mit Präsidialverfügung vom 8. August 2024 hat das Bundesgericht ein Gesuch der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat um Herausgabe eines vom Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde eingereichten USB-Sticks (Tonaufnahme der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 20. September 2023) gutgeheissen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Gegen den angefochtenen Beschluss steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung (<span class="artref">Art. 82 lit. a BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=28.08.2024&amp;to_date=16.09.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-I-257%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page269">BGE 137 I 269</a> E. 1.3 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist nach <span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span> insoweit zur Beschwerde berechtigt, als er durch die Straftatbestände, die er dem Beschwerdegegner zur Last legt, potenziell direkt betroffen ist. In Bezug auf den Vorwurf, der Beschwerdegegner habe als Staatsanwalt die C.________ AG begünstigt (<span class="artref">Art. 305 StGB</span>), ist diese Voraussetzung nicht erfüllt (Urteil 1C_661/2020 vom 15. April 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). Im Übrigen kann die Frage offenbleiben. Die Beschwerde erweist sich jedenfalls als offensichtlich unbegründet, sodass sie im Verfahren gemäss <span class="artref">Art. 109 Abs. 2 lit. a und Abs. 3 BGG</span> mit summarischer Begründung abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Der Beschwerdeführer warf dem Beschwerdegegner in seiner Strafanzeige im Wesentlichen vor, die Aussagen, die er selbst an zwei Einvernahmen gemacht habe, nicht richtig protokolliert zu haben. Der Beschwerdegegner sei ihm zudem mehrfach ins Wort gefallen, als er begonnen habe, über andere Tatverdächtige zu reden. Durch die manipulative Gesprächsleitung habe er es ihm verunmöglicht, sich zu konzentrieren und wesentliche Aussagen zu machen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Obergericht hat unter Berücksichtigung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dargelegt, dass das behauptete Verhalten keiner Urkundenfälschung gleichkomme (<span class="artref">Art. 251 StGB</span>) und auch sonst keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung bestünden. Darüber hinaus erwog es, nach <span class="artref">Art. 78 StPO</span> bräuchten nicht alle Aussagen wörtlich protokolliert zu werden. Der Beschwerdeführer hätte mit einer späteren Eingabe (<span class="artref">Art. 109 StPO</span>) seine Aussagen noch ergänzen können, wenn er sich direkt im Anschluss an die Einvernahme nicht mehr habe erinnern können, was er alles habe sagen wollen (vgl. <span class="artref">Art. 78 Abs. 5 StPO</span>). Im Übrigen habe der Beschwerdeführer weder das fragliche Einvernahmeprotokoll vorgelegt noch aufgezeigt, was er konkret ausgesagt habe bzw. inwiefern das Protokoll von seinen wörtlichen Aussagen abweiche. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Die Beschwerde an das Bundesgericht enthält teilweise Schilderungen der erwähnten Einvernahmen, die sich nicht aus den kantonalen Akten ergeben. Auch legt der Beschwerdeführer erstmals eine Reihe von Beweismitteln vor, mit denen er seine Sicht belegen will. Dabei handelt es sich um neue Tatsachen und Beweismittel, zu denen nicht erst der angefochtene Beschluss Anlass gegeben hat. Sie sind deshalb nach <span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span> unzulässig. Im Übrigen überzeugen die Erwägungen im angefochtenen Entscheid vollumfänglich. Darauf kann verwiesen werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/3" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1-3 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/3" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/3" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft See/Oberland, der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 6. September 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Kneubühler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Dold </div> </div></body></html>