Baurekursgericht des Kantons Zürich 3. Abteilung G.-Nr. R3.2013.00121 BRGE III Nr. 0190/2014 Entscheid vom 17. Dezember 2014 Mitwirkende Abteilungspräsident Felix Müller , Baurichterin Monika Spring -Gross, Bau- richter Walter Linsi, Gerichtsschreiber Roland Blaser in Sachen Rekurrierende 1. R. H., [….] 2. N. K., [….] 3. T. U., [….] 4. O. und B. M., [….] 5. T. T., [….] 6. C. C., [….] gegen Rekursgegner Gemeinderat X, [….] betreffend Gemeinderatsbeschluss vom 8. Juli 2013; Festsetzung Quartierplan YZ _______________________________________________________ R3.2013.00121 Seite 2 hat sich ergeben: A. Mit Beschluss vom 8. Juli 2013 setzte der Gemeinderat X den Quartierplan YZ fest. Die Publikation im Amtsblatt des Kantons Zü rich erfolgte am 12. Juli 2013. B. Dagegen rekurrierten [….] mit gemeinsamer Eingabe vom 12. August 2013 binnen gesetzlicher Frist an das Baurekursgericht und beantragten: "Hauptantrag: Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei auf- zuheben und die Grundstücke der Rekurrenten 1 - 4 sowie 6 vollumfänglich und das Grundstück des Rekurrenten 5 bezüglich der E.-Strasse seien aus dem Quartierplanverfahren zu entlassen." "Eventualanträge: 1. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei aufzuheben und die Sache an den G emeinderat X zur weiter en Sachverhaltsabklärung (Ziff. II. D. 1. und G. 1.) zurückzuweisen. 2. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben und das Grundstück der Reku rrentin 1 teilweise aus dem Quartierplanverfahren zu entlassen (II. C). 3. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben (Belagsanierung der E.-Strasse, Strasse nbe- leuchtung, Kreuzungsbuchten, Privateigentum und Fahrverbot) und die im Festsetzungsbeschluss sowie den dazugehörenden U nterlagen vor- gesehenen Mas snahmen seien anzupassen (Ziff. II. d) s owie das Grundstück Nr. 11405 in den Quartierplanperimeter einzub eziehen (Ziff. II. E.). 4. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben, der heutige Wert der Mischwasserle itung auf CHF 80'675.00 festzulegen und der Betrag von CHF 26'937.38 von dem durch den Reku rrenten 2 zu bezahlenden Betrag abzuziehen s o- wie den Betrag von CHF 7'849.68 von dem durch den Rekurrenten 5 zu bezahlenden Betrag (vgl. G esamtübersicht im Bericht Ziff. 9.8, S. 65 [Ziff. II. F]). 5. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben und die Gemei nde X habe sich angemessen an den Sanierungskosten der E.-Strasse zu beteiligen (Ziff. Ii. G). 6. Der Festsetzungsbeschluss des Gemeinderates X vom 8. Juli 2013 sei teilweise aufzuheben und den Rekurrenten eine angemessene Kosten- reduktion zu gewähren (Ziff. II. H). Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt. auf die Parte i- R3.2013.00121 Seite 3 entschädigung) zulasten des Rekursgegners." C. Mit Verfügung vom 14. August 2013 wurde der Eingang des Rekurses vo r- gemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. D. In ihrer Rekursantwort vom 9. Oktober 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des Rekurses unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu La s- ten der Rekurrierenden. E. Die rekurrentische Replik datiert vom 14. November 2013; die Duplik des Gemeinderates vom 25. November 2013. F. Am 19. März 2014 führte die 3. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein vor Ort durch. G. Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 liess die rekurrentische Vertreterin das Ba u- rekursgericht wissen, A. G. habe ihre Liegenschaft kürzlich an R. H. ver- kauft. Dieser habe sich en tschieden, in das Rekursverfa hren einzutreten. Zudem sei bereits vor einigen Monaten die Rekurrentin E. U. verstorben. T. U. verbleibe als Alleinerbe im Rekursverfahren. H. Auf die Vorbringen der Parteien und die Ergebnisse des Augenscheins wird, soweit entscheidrelevant, in den nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. R3.2013.00121 Seite 4 Es kommt in Betracht: 1. Die Rekurrierenden sind als Eigentüme r von Quartierplangrundstücken vom angefochtenen Beschluss mehr als irgendwelche Dritte oder die Al l- gemeinheit in ihren eigenen Interessen betroffen und aufgrund ihrer nac h- stehend unter Ziffer 4.1 zusammengefassten Rügen gemäss § 338a des Planungs- und Bau gesetzes (PBG) rechtsmittellegitimiert. Alle Rekurri e- renden haben zudem ihre Begehren im Sinne von § 155 Abs. 1 PBG (mit einer Ausnahme; vgl. nachstehend Erwägungen Ziffer 7) rechtzeitig vorg e- bracht und erfüllen zudem die übrigen Prozessvoraussetzungen. Fo lglich ist auf ihren Rekurs grundsätzlich einzutreten. 2. Die Rekurrierenden monieren eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs. Verschiedene Quartierplanmassnahmen seien nicht nachvollziehbar, etwa der Einbezug der eigentlich gar nicht sanierungsbedürftige n E.-Strasse in den Quartierplanperimeter. Anlässlich der Grundeigentümerversam mlung seien die überarbeiten Entwürfe zudem unzureichend erläutert worden. Dieser Vorwurf ist objektiv nicht nachvollziehbar und ungerechtfertigt. Ta t- sache ist vielmehr, da ss das Quartierplanverfahren YZ in der g ebotenen Formstrenge rechtskonform durchgeführt wurde. Die Quartie rplanbeteilig- ten konnten die vorgesehenen Mitwirkungsrechte ohne recht srelevante Einschränkungen im gesetzlich vorgesehenen Rahmen ausüben. A nläss- lich der beiden Grundeigentümerversammlungen wurden die anw esende Grundeigentümerschaft bzw. ihre Vertreter ausführlich und korrekt über die vorgesehenen Quartierplanmassnahmen informiert, was die Pr otokolle oh- ne weiteres belegen (act. 16.13.4 und 16. 13.9). Letztere wurden von den Rekurrierenden denn auch innert Frist nicht in Frage gestellt bzw. es sind bei der Vorinstanz keine entsprechenden Ber ichtigungsbegehren eing e- gangen. Der rekurrentische Einwand einer Gehörsverletzung erweist sich unter di e- sen Umständen als völlig unbegründet. R3.2013.00121 Seite 5 3. Wesentliche materielle Streitpunkte im vorliegenden Rechtsmittelverfahren sind der Einbezug der rekurrentischen Grundstücke ins Quartierplanverfa h- ren, eine Erweiterung des Quartierplanperimeters um das Grundstück Ka t.- Nr. 11405, der vorgesehene Ausbaustandard und Sanierungsbedarf der E.-Strasse sowie deren Übernahme durch die Gemeinde bzw. die u ngenü- gende Kostenbeteiligung letzterer sowie die Kostenpflicht bzw. der r ekur- rentische Kostenanteil bezüglich des Mischwasserkanals in der E.-Strasse. Der nachstehende Auszug aus dem Situationsp lan 1:500, "Neuzuteilung" (act. 16.13.6) zeigt die strittige Situation u.a. im Bereich der rekurrentischen Liegenschaften. Die E.-Strasse bildet dabei einerseits die südliche Grenze des Quartierplanperimeters; andererseits erschliesst diese Strasse samt den darin integrierten Werkleitungen den südlichsten Teil des Qua rtier- plangebiets, wo sich auch die rekurrentischen Wohnliegenschaften b efin- den. [….]. Das Gebiet südlich der E.-Strasse sowie die Pa rzelle Kat.-Nr. 11445 nör d- lich dieser Strasse (letztere Parzelle ist innerhalb des Qua rtierplanperime- ters situiert) befinden sich in der Landwirtschaftszone. R3.2013.00121 Seite 6 4.1. Die Rekurrierenden argumentieren zusammengefasst im Wesentlichen, der Einbezug ihrer bereits vollständig erschlossenen Grundstücke in das Quartierplanverfahren lasse sich unter keinem Titel rechtfertigen und ve r- letze den Zweck dieses Planungsinstrumentes sowie das Verhältnismä s- sigkeitsprinzip in gravierender Weise. Sowohl in sachlicher als auch in rechtlicher Hinsicht müssten ihre Grundstücke sowie die im Miteigentum der Anstösser stehe nde E.-Strasse vielmehr zwingend aus dem Qua rtier- plan YZ entlassen werden. Die Aufklassierung der E.-Strasse vom Flurweg zur Gemeindestrasse widerspreche dem Landwir tschaftsgesetz und hätte zudem von der kantonalen Volkswirtschaftsdirekt ion genehmigt werden müssen. Bei der gebotenen Quartierplanentlassung dürften die Rekurri e- renden mit keinerlei Kosten belastet werden. Eventual iter hätte zumindest das Grundstück von R. H. aufgrund der ko nkreten Interessenlage nur zur Hälfte in den Quartierplanperimeter einbezogen werden dürfen, weil es n e- ben der E.-Strasse auch an die T.-Strasse grenze. Ferner müsse das Grundstück Kat. -Nr. 1140 5 südlich der E.-Strasse – obwohl in der Landwirtschaftszone liegend – in den Quartierplan ei nbezo- gen werden, weil diese überbaute und intensiv landwirtschaftlich genut zte Fläche über die E.-Strasse erschlossen werde und daher in hohem Masse von ihr profitiere. Es gehe nicht an, dass sich dieses Grundstück nicht an den Sanierungskosten für die E.-Strasse beteiligen müsse. Die mit dem Quartierplan vorgesehene umfassende Belagsanierung der E.- Strasse schiesse weit über das notwendige Ziel hinaus und sei vö llig un- verhältnismässig. Angesichts ihrer absolut untergeordneten E rschlies- sungsfunktion und in Berücksichtigung ihres heutigen Zustandes sei es ausreichend, wenn sie nur einer sanften Renovation unterzogen werde. Die Aufrüstung der E.-Strasse mit einer Strassenbeleuchtung sei u nnötig und finde keine Rechtsgrundlage. Die beiden neuen Kreuzungsbuchten, welche im Übrigen zu einem unverhältnismässig schweren Eingriff ins E igentum der betroffenen Grundeigentümer führten, seien angesichts der äusserst seltenen fahrzeugmässigen Begegnungsfälle auf dieser Strasse weit übe r- triebene baulic he Massnahmen. Das bisherige Regime mit zwei Au s- weichmöglichkeiten im Bereich von bestehenden Grundstückszufahrten bzw. Wegabzweigungen und dem bisher signalisierten Fahrverbot für Nichtanstösser habe sich vielmehr bestens bewährt. Auf die Realisierung der beiden neuen Kreuzungsbuchten könne deshalb ohne weiteres ve r- R3.2013.00121 Seite 7 zichtet werden. Insgesamt könne die E.-Strasse, mit minimsten baul ichen Anpassungen im Zuge der Sanierung der Wasserleitung durch die G e- meinde und unter Beibehaltung des bisherigen Fahrverb ots, im Status e i- nes Flurwegs und im Privateigentum der Anstösser belassen werden. O h- nehin müsse sich die Gemeinde angemessener an den Sanierungsko sten der E.-Strasse beteiligen; die festgelegten Fr. 19'600.00 seien zu gering. Der aktuelle Wert des vo n N. K. und T. T. seinerzeit finanzierten Misc h- wasserkanals in der E.-Strasse sei nicht mit Fr. 50'563.00, so ndern mit Fr. 80'675.00 festzulegen. Folglich müsse sich anteilsmässig die reku rren- tische Gutschrift in der Quartierplan rechnung für diese Vorleistung s owie zu ihren Gunsten auch der Einkaufsbetrag des Quartierplanbeteili gten D.K. für diesen Mischwasserkanal erhöhen. Insgesamt führe der Quartierplan YZ für die Rekurrierenden zu keinen Vo r- teilen, jedoch zu gravierenden Nachteilen. Somit liege eine Au snahmesitu- ation vor, welche eine angemessene rekurrentische Kostenr eduktion recht- fertige. 4.2. Demgegenüber hält die Vorinstanz kurz zusammengefasst fest, die reku r- rentischen Grundstücke seien allesamt nic ht rechtsgenügend erschlossen und folglich zu Recht als quartierplanbedürftig in den Perimeter einbezogen worden, weshalb die Voraussetzungen für die beantragten Entlassungen nicht vorhanden seien. Das Begehren für den nachträglichen Einbezug der Parzelle Kat.-Nr. 11405 sei verspätet. Die Einwände der Rekurrierenden gegen den Festsetzungsbeschluss seien insgesamt nicht stichhaltig un d weitgehend subjektiver Natur. Ein Belassen der E.-Strasse im Privateigentum der Anstösser wide r- spreche den Grundsätzen des Quartierplanrechts und komme folglich nicht in Frage. Die Sanierung der sich in einem sehr schlechten baulichen Zu - stand befindenden E.-Strasse sei zwingend geboten und die diesb e- zügliche Kostenpflicht der Rekurrierenden sei gesetzlich vorgeschr ieben. Immerhin trage die Gemeinde die Kosten des neuen Strassenbelags. W e- gen der nicht normalienkonformen Breite der E.-Strasse sei die Er stellung von zwei Kreuzungsbuchten notwendig. Die Alternative wäre eine Verbre i- terung der Strasse auf die gese tzliche Minimalbreite von 3,6 m auf ihrer ganzen Länge, was die Rekurrierenden aber nicht wollten. Auch im Übrigen R3.2013.00121 Seite 8 seien die Quartierplanfestlegungen sachgerecht, rechtmässig und ang e- messen. 5.1. Der Quartierplan soll im erfassten Gebiet eine der planungs - und baurecht- lichen Ordnung entsprechende Nutzung ermöglichen (§ 123 Abs. 1 PBG). Zu diesem Zweck hat er zwei zentrale Aufgaben zu erfüllen: Einerseits muss er – soweit nötig – mittels Grenzveränderungen und Lan d- umlegungen dafür sorgen, dass Parzellen ges chaffen werden, die sich für eine zonengemässe Überbauung eignen. Das Quartierplangebiet ist so einzuteilen, dass alle Grundstücke ohne Ausnahmebewilligungen und ohne nachbarliche Zustimmung in einer den örtlichen Verhältnissen und der Bauzone angemessenen Weise überbaut werden können; ist dies nicht möglich, sind die erforderlichen Rechte und Lasten mit dem Quartierplan zu begründen (§ 126 Abs. 1 PBG). Andererseits muss der Quartierplan dafür sorgen, dass alle Grundstücke im Beizugsgebiet feinerschlossen werden und an gegebenenfalls erforde r- lichen gemeinschaftlichen Ausstattungen und Ausrüstungen teilhaben (§ 128 Abs. 1 PBG). Erschliessungen sowie gemeinschaftliche Ausstattu n- gen und Ausrüstungen sind so festzulegen, dass sie bei vollständiger Nu t- zung der e rfassten Grundstücke den einschlägigen gesetzlichen Anford e- rungen genügen (§ 128 Abs. 2 PBG). Die genügende Zugänglichkeit bedingt in tatsächlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestimmung der Bauten oder Anlagen entsprechende Zufahrt für die Fahrzeuge der öffentlichen Dienste und der Benützer (§ 237 Abs. 1 Satz 1 PBG). Zufahrten müssen für jedermann verkehrssicher sein (§ 237 Abs. 2 Satz 1 PBG). Der Regierun gsrat erliess zu diesem Zweck − gestützt auf § 237 Abs. 2 Satz 2 PBG − Normalien im Sinne von § 360 PBG über die Anforderungen an Zugänge (Zugangsnormalien; [ZN]), we l- che die technischen Anforderungen an die verschiedenen Zugangsarten regeln. Die Zugangsnormalien legen unter anderem di e minimalen Que r- profile des Strassenkörpers fest, die unter dem Aspekt der Verkehrssiche r- heit noch verantwortet werden können. R3.2013.00121 Seite 9 5.2. Der Quartierplan dient demnach sowohl den privaten Interessen der bete i- ligten Grundeigentümer als auch dem massgebenden raum planerischen Interesse an der Erschliessung und zweckmässigen Überbauung des Ba u- gebiets. Im Quartierplanverfahren werden die Interessen der einzelnen Grundeigentümer gegeneinander abgewogen, in einem möglichst hohen Grad ausgeglichen und mit den öffentlich en Interessen in Einklang g e- bracht. Insbesondere hinsichtlich der Ausgestaltung der Erschliessung müssen sich die Interessen der einzelnen Grundeigentümer jed och den Gesamtinteressen unter ordnen. Sonderwünschen der Beteiligten kommt daher in der Regel kein entscheidendes Gewicht zu; die Lösung der E r- schliessungsfrage muss vielmehr in objektiver Hinsicht norm - und sachge- recht sein. 5.3. Gemäss Lehre und bisheriger Rechtsprechung hatte sich die Rekurs - instanz bei der Überprüfung von Nutzungsplänen und Sondern utzungsplä- nen einschliesslich Quartierplänen unbesehen ihrer grundsätzlich uneing e- schränkten Überprüfungsbefugnis (vgl. § 20 Abs. 1 des Verwaltungsrechts- pflegegesetzes [VRG]) aus Gründen der aus der Gemeindeau tonomie (Art. 50 der Bundesverfassung [BV] und Art. 85 der Zürcher Kantonsve r- fassung [KV]) abgeleiteten Planungsautonomie Zurückhaltung aufzuerle- gen. Diese Zurückhaltung hatte insbesondere bei der Würdigung der örtl i- chen Verhältnisse Platz zu greifen. Die Rekursinstanz durfte daher nur dann korrigierend eingreifen, wenn sich die kommunale Lösung auf Grund überkommunaler Interessen als unzweckmässig erwies, den wegleitenden Zielen und Grundsätzen der Raumplanung widersprach oder wenn die U n- zweckmässigkeit oder Unangemessenheit der kommunalen Planfestse t- zung offensichtlich war (vgl. Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 20 Rz. 77 ff. ). Folglich sah die Rekursinstanz regelmässig davon ab, noch vertretbare Planungsentscheide auf Grund e i- gener, anderslautender planerischer Überlegungen aufzuheben, und schritt nur bei klarer Unvertretbarkeit ein. Mit Entscheid vom 10. Juli 2014 (VB.2013.00320 und VB.2013.00321) hat die in Planung ssachen zuständige 3. Kammer des Verwaltungsgerichts in einem Nutzungsplanungsfall erstmals auf den Entscheid der 1. Kammer des Verwaltungsgerichtes vom 17. Dezember 2013 (VB.2013.00468 in R3.2013.00121 Seite 10 BEZ 2014 Nr. 3) Bezug genommen, mit welchem die langjährige (und bi s- lang höchstrichterlich bestätigte) Praxis zur Kognition der Rekursinstanz bei Einordnungsstreitigkeiten geändert wurde. Die 3. Kammer des Verwa l- tungsgerichts führte in diesem neueren Entscheid aus, in VB.2013.00468 seien Erwägungen angestellt worden, die auch bei der Überprüfung von Planungsentscheiden zu berücksichtigen seien. So habe das Verwaltung s- gericht festgehalten, der Umstand, dass die Gemeinden bei der Anwe n- dung offen formulierter kantonaler Bestimmungen über einen gewissen Spielraum verfügten, bedeute nicht, dass das zur Angemessenheitskontro l- le befugte Baurekursgericht erst dann eingreifen dü rfe, wenn sich der a n- gefochtene Entscheid geradezu als sachlich nicht mehr vertretbar erweise. Das Baurekursgericht dürfe den kommunalen Entscheid unter gebührender Berücksichtigung der "Erwägungen" überprüfen; abgesehen von der ins o- weit gebotenen Rücksich tnahme auf die Gemeindeautonomie rechtfertige sich jedoch keine weitergehende Einschränkung seiner Kognition (E.3). In welcher Weise bzw. mit welchen Folgen die einschlägigen Erwägungen in VB.2013.00468 b ei der Überprüfung von Planungsentscheiden "zu b e- rücksichtigen" sind, hat das Verwaltungsgericht in seinem neuen Entscheid auch nicht ansatzweise dargetan, obwohl dies im Kontext mit einer weit re i- chenden Änderung einer Jahrzehnte alten, Fragen von Verfassungsrang beschlagenden Praxis zweifelsohne Not getan hätte. Unbesehen der Frage der Gemeindeautonomie ist den Gemeinden bei Planerlassen ein prospektiv-technisches Ermessen zuzubilligen (Donatsch, § 20 Rz. 79 ). Hinzu kommt, dass mit Bl ick auf die Gemeindeautonomie − der Bürger regelt seinen eigenen Lebenskreis selber (vgl. Benjamin Schindler, Die Gemeindeautonomie als Hindernis für einen wirksamen Rechtsschutz, S. 153, in: Staats - und Verwaltungsrecht auf vier Ebenen, Festschrift für Tobias Jaag, 2012 ) – die Bedeutu ng der Ortsplanung wohl deutlich höher zu veranschlagen ist als jene der Anwendung kantonaler Rechtsnormen. Den – ohnehin schon wegen des rechtlichen Gehörs g e- mäss Art. 29 Abs. 2 BV zu berücksichtigenden – Planungsgründen der Gemeinde ("Erwägungen") ist so mit namentlich dann ein erhöhtes Gewicht beizumessen, wenn sie Ausdruck der Planungsautonomie sind; dies etwa, indem sie grundsätzliche planerische Überlegungen beinhalten. Aus alldem ergibt sich zwar, dass nunmehr ein Planungsentscheid nicht mehr prinzipi ell erst dann aufgehoben werden kann, wenn sich die ang e- R3.2013.00121 Seite 11 fochtene Planung als klar unvertretbar oder gar als rechtsverletzend e r- weist. Vielmehr kann auch ein vertretbarer Entscheid aufgehoben werden; dies namentlich dann, wenn die Aufhebung zu Gunsten einer besser ver- tretbaren Lösung erfolgt. Mit andern Worten endet die Überprüfungsbefu g- nis der Rekursinstanz nicht zwingend schon dann, wenn der vorinstanzl i- chen Planung Vertretbarkeit zu bescheinigen ist, so dass die Anfechtung s- gründe der rekurrierenden Partei nunmehr in erhöhtem Masse beachtet werden können (und müssen). Planungsautonomie und technisches E r- messen der Gemeinde sind indes ebenfalls zu beachten. So ist im Einze l- fall zwischen dem sich aus Art. 77 Abs. 1 KV, Art. 29a BV und Art. 33 Abs. 3 lit. b de s Raumplanungsgesetzes (RPG) ergebenden Anspruch auf einen wirksamen Rechtsschutz einerseits und der Planungsautonomie s o- wie dem technischen Ermessen andererseits "praktische Konkordanz" (vgl. Marco Donatsch, § 20 Rz. 67), d.h. ein sachlich begründetes, au sgewoge- nes Verhältnis herzustellen. 6.1. Die Rekurrierenden stellen teils gemeinsame, teils spezifisch auf ihre Grundstücke bezogene Änderungsanträge. Alle verlangen sie jedoch die Entlassung ihrer Liegenschaften sowie der E.-Strasse aus dem Quar - tierplanverfahren. 6.2. Gemäss § 155 Abs. 1 lit. b PBG können die in den Quartierplan einbez o- genen Grundeigentümer das Begehren stellen, dass ihre Parzellen aus dem Quartierplanverfahren entlassen werden. Weil erst mit dem Festse t- zungsbeschluss im Sinne von § 158 PBG definitiv feststeht, welche E r- schliessungsmassnahmen oder andere planerische Notwendigkeiten die jeweiligen Grundstücke betreffen, kann die Entlassung einzelner Parzellen konsequenterweise auch erst nach erfolgter Festsetzung verlangt werden. Zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr geltend gemacht werden kann der generelle Einwand, die Voraussetzungen für die Einleitung des Quartie r- plans fehlten überhaupt. Dieses Argument hätte in einem Rekurs gegen den Einleitungsbeschluss vorgebracht werden müssen (§ 148 Abs. 2 PBG; BGr 1P.246/2002 vom 18. Februar 2003, E. 1.2). R3.2013.00121 Seite 12 Im vorliegenden Fall geht es nach dem Gesagten um rechtzeitig erhobene Entlassungsbegehren, bei welchen sich die einzelnen Rekurrierenden auf ihre konkrete Parzellensituation im Kontext mi t den strittigen Quartierpla n- massnahmen beziehen. 6.3. Grundsätzlich ist das Beizugsgebiet eines Quartierplans bei der Verfa h- renseinleitung im Zweifel eher weit zu fassen, damit für die eigentliche Pl a- nung genügend Spielraum besteht. In der Regel ist es nä mlich einfacher, im Nachhinein Grundstücke aus dem Verfahren zu entlassen als solche nachträglich ins Quartierplanverfahren einzubeziehen (Christoph Frit zsche/ Peter Bösch/Thomas Wipf, Zürcher Planungs - und Baurecht, 5. Aufl., Z ü- rich 2011, S. 179; BGr 1P.246/2002 vom 18. Februar 2003, E. 2.5). Auch angesichts dieser Praxis soll die Entlassung von Parzellen bei der e i- gentlichen Planausarbeitung im nachfolgenden Bereinigungsverfahren in Zweifelsfällen nicht übermässig einschränkend gehandhabt werden. Ger a- de bei bereits überbauten Grundstücken müssen – wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden – bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit sich deren weiterer Verbleib im Quartierplanverfahren rechtfertigt. Die frühere Rechtsprechung im Kanton Zürich, einmal ein bezogene Flächen zumeist im Quartierplan zu belassen, hat schon länger keinen Bestand mehr und widerspricht vorab der Eigentumsgarantie der betroffenen Grundeigent ü- merschaft. Denn die mit einem Quartierplanverfahren verbunden en Belas- tungen der Quartierplanbeteiligten lassen sich in der Regel nur dann rech t- fertigen, wenn der Plan quasi als Kompensation ebenfalls den privaten I n- teressen der bet roffenen Grundeigentümer dient (BGr 1P.721/1999 vom 14. März 2000, E. 3a). 6.4.1. Das öffentliche Interesse an einem Quartierplanverfahren liegt, wie bereits erläutert, in einer raumplanerisch geordneten Überbauung des einbezog e- nen Landes. Dies bedingt im Wesentlichen eine rechtskonforme Erschlie s- sung und eine geeignete Parzellarordnung. Zugleich dient der Quartierplan aber auch den privaten Interessen der b e- teiligten Eigentümer, weil er ihnen eine in technischer und rechtlicher Hi n- sicht genügende Erschliessung verschafft und deswegen die Überbauung R3.2013.00121 Seite 13 ihrer Grundstücke und damit die Erzielung eines Mehrwerts ermöglicht. Is t somit ein Grundstück bereits hinreichend erschlossen und erfährt es auch sonst durch den Quartierplan keinen Vorteil, so ist sein Einbezug nicht g e- rechtfertigt (BGE 117 Ia 412 E. 2c und d, S. 417 f.). In welchen Fällen ein Quartierplan bei einem Grundstü ck keinen Vorteil mehr generiert, kann allerdings nicht das Resultat einer subjektiven Ei n- schätzung des betreffenden Eigentümers sein, sondern es ist dies nach rein objektiven Kriterien zu beurteilen. Eine Parzelle verfügt etwa nicht b e- reits über eine konforme Erschliessung, wenn letztere aufgrund des aktue l- len Überbauungsstandes genügt und/oder die Eigentümerschaft mit dem status quo zufrieden ist, sondern erst dann, wenn sie den gesetzlichen E r- fordernissen entspricht. Selbst voll erschlossene, überbaute G rundstücke sind ins Verfahren einz u- beziehen, wenn die bestehenden Erschliessungswerke sanierungsbedürftig sind und diese Sanierung zweckmässigerweise im Rahmen des vorges e- henen Quartierplans vorgenommen wird. Sanierungsbedürftig ist ein Werk nicht nur, wen n es rein technisch reparaturbedürftig ist, sondern auch dann, wenn es den geltenden Normen nicht (mehr) entspricht (Christoph Fritzsche/Peter Bösch/Thomas Wipf, S. 18 4; VB.2003.00331, E. 3.1 in BEZ 2004 Nr. 23). Wird ein Grundstück, welches per se die Vor aussetzungen für den Einb e- zug in einen Quartierplan nach den soeben dargelegten Kriterien klar nicht erfüllt, zwingend für eine Gesamterschliessung benötigt, kann es auf dem Weg der Enteignung gegen volle Entschädigung für die Erstellung von E r- schliessungsanlagen herangezogen, nicht aber – mit den geschilderten nachteiligen Folgen – in den betreffenden Quar tierplan einbezogen werden (BGr 1P.721/1999 vom 14. März 2000, E. 3a mit Verweis auf BGE 100 Ia 223 E. 3c, S. 230). 6.4.2. Nachfolgend wird also zu prüfe n sein, ob die rekurrentischen Grundstücke aus objektiv nachvollziehbaren Gründen in den Quartierplan YZ einbezo- gen wurden bzw. werden mussten oder ihre Entlassungsbegehren berec h- tigt sind. Dasselbe gilt bezüglich der bis anhin u.a. im Miteigentum der Re- kurrierenden stehenden E.-Strasse. Zu prüfen ist an dieser Stelle überdies R3.2013.00121 Seite 14 das Eventualbegehren von R. H. um lediglich häl ftigen Einbezug seines Grundstücks. Die Wohnliegenschaften aller Rekurrierenden werden verkehrsmässig über die E.-Strasse erschlossen. Diese Strasse ist, wie sich noch zeigen wird, nicht normalienkonform ausgebaut und teilweise reparatur - bzw. s a- nierungsbedürftig, weshalb diesbezüglich Handlungsbedarf besteht. Zudem ist die E.-Strasse bis anhin als Flurweg klassiert und steht im Eigentum der Anstösser, wozu die Rekurrierenden gehören. Solche Erschlie s- sungsstrassen sind im Rahmen des Quartierplans nicht nur auf ein norm a- lienkonformes Mass auszubauen, sondern grundsätzlich auch ins Eige n- tum der Gemeinde üb erzuführen (§ 171 PBG). Flurwege innerhalb des Quartierplanperimeters sind aufzuheben, wenn sie – wie im vorliegenden Fall – nicht mehr ausschliesslich der land - oder forstwirtschaftlichen Nu t- zung dienen, sondern auch Bauzonengebiet erschliessen. Die Aufh ebung erfolgt unmittelbar durch den Quartierplan, ohne dass die kantonale Volk s- wirtschaftsdirektion noch explizit zustimmen müsste (VB.2004.00427 vom 20. Januar 2005, E. 2.3). Auch das Einverständnis der Wegberechti gten ist nicht erforderlich (Peter Kleb, Kosten und Entschädigungen im zürcher i- schen Quartierplanverfahren, Zürich 2004, S. 20 f.). Private Strassen und Wege fallen in die sogenannte Quartierplanmasse (§ 138 Abs. 1 PBG). Als Quartierplanmasse wird die in den Quartierplan einzubeziehende private und öffentliche Landfläche bezeichnet. Von der sich ergebenden Masse wird u.a. das für den Bau der Erschliessungsstra s- sen benötigte La nd abgezogen (§ 138 Abs. 2 lit. a PBG; BRGE I Nr. 0184/2013 vom 13. Dezember 2013, E. 4.2; www.baurekursgericht - zh.ch; Archiv aktuelle Entscheide). Der rekurrentische Einwand, alle ihre Wohnliegenschaften würden von der längst bestehenden E.-Strasse bereits umfassend und einwandfrei e r- schlossen und ihre Parzellen würden im Weiteren nicht zur Formung übe r- baubarer Fläche n oder aus anderen Gründen benötigt, ist folglich unzutreffend und erweist sich als rein subjektive Sichtweise der Rekurri e- renden. Tatsache ist vielmehr, dass nach dem Gesagten sämtliche Parze l- len der Rekurrierenden sowie die E.-Strasse als notwendige s Erschlie s- sungswerk zwingend ins Quartierplanverfahren einzubeziehen sind und die beantragten Entlassungen somit nicht in Frage kommen. R3.2013.00121 Seite 15 Bezüglich des Eventualbegehrens von R. H. bleibt ergänzend festzuhalten, dass sein Grundstück – obwohl an seine r nordwestlichen Ecke an die T.- Strasse angrenzend – realiter vollumfänglich von der E.-Strasse aus und von dort über einen Weg, der über die Nachba rparzelle Kat. -Nr. 11434 führt, erschlossen wird und sich deshalb auch ke ine teilweise En tlassung oder partielle Kostenbefreiung rechtfertigt. Die A nwendung der so genan n- ten Winkelhalbierenden, welche bei einer tatsäc hlichen Erschliessung von zwei Strassen aus ein Thema wäre, steht folglich ausser Frage. Diesbezüg- lich ist ergänzend auf die zutreffenden un d au sführlichen Darl egungen in der Rekursantwort der Vorinstanz zu verweisen (act. 14, S. 9). 7. Die Rekurrierenden verlangen den nachträglichen Einbezug des in der Landwirtschaftszone situierten Grundstücks Kat. -Nr. 11405 südlich der E.- Strasse in de n Quartierplan ( vgl. Pla nausschnitt "Neuzuteilung" voranst e- hend unter Erwägu ngen Ziffer 3). Dabei handelt es sich um die (grossfl ä- chige) landwirtschaftl iche Liege nschaft des mit seiner Parzelle Kat. -Nr. 11445 bereits am Qua rtierplan bete iligten D. K. (vgl. BRGE III Nr. 0169/ 2014 vom 5. November 2014). Mit der Rüge des fehlenden Einbezugs dieser Parzelle machen die Reku r- rierenden sinngemäss und im Ergebnis geltend, die von der Quartierpla n- behörde vorgeno mmene Gebietsabgrenzung sei unzweckmässig. Unter anderem Letztere festzulegen ist Inhal t des Einleitungsbeschlusses (§ 23 der Quartierplanverordnung [QPV]; 701.13). Einwände gegen die Gebiet s- abgrenzung müssen deshalb zwingend im Rahmen eines Rekurses gegen den Einleitungsbeschluss erhoben werden und können nicht, wie im vorli e- genden Fall, im Nachhinein gegen den Festsetzungsbeschluss vorgebracht werden (§ 148 Abs. 2 PBG; VB.200 0.00130 vom 24. August 2000, E. 4a und 4c). Folglich haben die Rekurrierenden ihr en Rechtmittelanspruch in dieser Frage verwirkt, we shalb insoweit nicht auf ihren Rekurs einzutreten ist. Damit erübrigt sich eine materielle Auseinandersetzung mit den en t- sprechenden rekurrentischen Rügen. 8.1.1. Strittig sind im Weiteren der Sanierungs - bzw. Ausbaubedarf der E.- Strasse sowie die Verteilung der entsprechenden Baukosten. R3.2013.00121 Seite 16 Die bis anhin als Flurweg klassierte E.-Strasse im südlichen Quartie rplan- bereich führt von der T.-Strasse zur L-Strasse und weist eine Länge von insgesamt rund 250 m auf. Ein Trottoir ist nicht vorhanden und in Zukunft nicht vorgesehen. Grundbuchmässig wird die Strasse in drei A bschnitte eingeteilt: neuKat.-Nr. 13202  T.-Strasse bis Einmündung B.-Strasse (nachfolgend Abschnitt A); neuKat.-Nr. 13 223  Einmündung B.-Strasse bis zum Ende der Pa rzelle Kat.-Nr. 11445 des Quartierplanbeteiligten D. K. (nachfolgend Abschnitt B); neuKat.-Nr. 13224  Ende der Parzelle Kat.-Nr. 11445 des Quartierplanbe- teiligten D. K. bis zur Einmündung in die L-Strasse (nachfolgend Abschnitt C). Der Ausbaustandard und der bauliche Zustand der E.-Strasse ist, was an- lässlich des Augenscheins ebenfalls deutlich wurde, auf diesen A bschnit- ten unterschiedlich. Der Abschnitt A weis t eine Breite von 4,5 m auf; die Abschnitte B und C hingegen haben Breiten von grossmehrheitlich lediglich um ca. 3,2 m (mit Einengungen bis auf 3 m). Der Strassenbelag ist an zahl- reichen Orten in unterschiedlichem Ausmass von starken Rissen durchz o- gen und an den Rändern zu den Grünflächen hin an vielen Stellen komplett aufgebrochen bzw. gar nicht mehr vorhanden (act. 15.3 ; Prot. S. 7a und 7b); diesbezüglich besteht auf der ganzen Länge der E.-Strasse gross- mehrheitlich ein hoher grosser Sanierungs bedarf. Die Stas senabschlüsse müssen weitgehend neu erstellt werden. Zu dem dürfte ein dem Standard der Strasse entspre chender Unterbau (Koffe rung) weitgehend fehlen. Eine umfassende stras senmässige Sanierung im Rahmen des Quartierplanver - fahrens steht demnach ausser Frage; nur eine sanfte "kosmetische" Ren o- vation im rekurren tischen Sinne würde dem schlechten Zustand dieses Strassenteils nicht gerecht und wäre keine nachhaltige ba uliche Mass - nahme. Über den notwendigen Umfang der Strassensanierung wi rd im Detail erst dannzumal im Rahmen des konkre ten Strassenbauprojekts – gemäss Dar- legungen der Vorinstanz unter Mi twirkung der Quartierplanbeteiligten ( vgl. act. 14, S. 10, Ziffer 28) – entschieden werden. Folglich ist die Koste n- schätzung von Fr. 420'000 .00 (o hne Beleuchtung und Toranpassung N. K.), wie im Techn ischen Bericht (TB) zutreffend festgehalten, als approx i- mativer Richtwert zu verstehen (TB, S. 53). R3.2013.00121 Seite 17 8.1.2. Über die Strassenabschnitte B und C werden nur drei Wohneinheiten s o- wie die au sserhalb des Quartierplanperimeters situierte landwirtschaftliche Liegenschaft von D. K. im südlich ans Quartierplangebiet angrenzenden Gebiet erschlossen. Nach dem Gesa gten wird die normalie nkonforme Mi- nimalbreite von 3,6 m (3 m Strassenbre ite zuzüglich zweier Bankette von jeweils 0,3 m; vgl. Anhang Technische Anford erungen ZN) dort nicht e r- reicht, was von der Vorinstanz wegen der unterg eordneten Erschliessungs- funktion der E.-Strasse auf diesen Abschni tten sowie in B erücksichtigung der örtlichen Situation – u.a. Lage neben der Landwir tschaftszone, best e- hende Stützmauern auf der nördl ichen Seite der Stra sse – als sogenannte Erleichterung im Sinne von § 11 ZN grun dsätzlich hi ngenommen wurde (vgl. auch die Darlegungen in der Rekursantwort in act. 14, S. 4, Zi ffer 9), allerdings nur unter dem Vorbehalt der Statuierung b estimmter ba ulicher flankierender Massnahmen (vgl. nachstehend unter Ziffer 8.1.3). Für den sogenannten Begegnungsfall im Sinne der Normalien ist der G e- meinderat aufgrund dieser Erschliessungssituation richtigerweise von der Konstellation Pw/Pw ausgegangen. Mit Ausnahme der Kehrrichtabfuhr und des gelegentlichen landwirtschaftlich bedingten Schwerverkehrs (Milc hlast- wagen etc.) verkehren auf diesem mit einem F ahrverbot belegten Teil der E.-Strasse im Wesentlichen nämlich nur Personenwagen. Auch in Zukunft wäre die Beibehaltung des bestehenden Fahrverbots wohl sinnvoll, gerade um den Schleich verkehr durch das vorliegende Qua rtier zu ve rhindern. Diese Auffassung vertritt auch die Gemeinde (act. 14, S. 12, Ziffer 34). 8.1.3. Quasi als Kompensation für die gerade im Bereich der rekurrentischen Grundstücke neuKat. -Nrn. 13235 ( T. U. ) und 13238 ( N. K. ) zu geringe Strassenbreite sowie aufgrund der dort etwas unübe rsichtlichen Kurvensi- tuation sieht der Quartierplan je eine Kreuzungsbucht mit den Dimensionen von jeweils ca. 11 m Länge und 2,5 m Breite auf den beiden genannten r e- kurrentischen Grundstücken vor. Selbst die Rekurrierenden stellen nicht in Abrede, dass bei den – ihrer An- sicht nach allerdings seltenen – Kreuzungs- bzw. Begegnungssituationen auf einen bestehenden Hausvorplatz oder in den Einmündungsbereich der Flurstrasse Kat. -Nr. 11459 ausgewichen werden muss, was bis anhin je - doch immer problemlos funktioniert habe. Folglich bestehe kein (baulicher) R3.2013.00121 Seite 18 Handlungsbedarf im Rahmen des Quartierplans YZ. Dieser rekurrentischen Auffassung kann nicht gefolgt werden. Es ist gerade Sache des Quartie r- plans, solches rechtsverbindlich zu regeln, zumal die festg esetzten Kre u- zungsbuchten die im vorliegenden Fall von der Vorinstanz zu gunsten der Rekurrierenden durchaus grosszügig angewendeten Erleicht erungen im Sinne von § 11 ZN im Lichte der Verkehrssicherheit ausgleichen bzw. kompensieren sollen. Anlässlich des Augenscheins hat sich gezeigt, dass die Kreuzungsbucht auf dem Grundstück neuKat. 13238 ( N. K. ) aufgrund der t opografischen und baulichen Situation proble mlos realisiert werden kann und deshalb nicht zu beanstanden ist. Die Kosten der notwendigen Anpa ssungsarbeiten in der Höhe von voraussichtlich Fr. 5'000.00 (Versetzung des Eingang s- tors) werden N. K. in der Quartierplanrechnung gutgeschrieben. Problematischer ist hingegen die Kreuzungsbucht auf dem Grundstück neuKat.-Nr. 13235 von T. U., welche im Bereich einer bestehenden Hau s- zufahrt liegt und in Richtung der rekurrentischen Liegenschaft ein e r- hebliches Gefälle aufweist (Prot. S. 7e) . Se lbst wenn mit dem strittigen Quartierplan noch keine konkrete Ausgestaltung dieser Kreuzungsbucht im Sinne eines Detailprojektes festgesetzt wurde, ist bereits jetzt klar, dass dort eine solche aufgrund des Gefälles und der übrigen örtlichen Situation kaum plangemäss realisiert werden kann, wovon sich das Baurekursgericht am Augenschein überzeugen konnte. Insoweit erweist sich der rekurrentische Einwand und somit der Rekurs als begründet. Folglich ist der angefochtene Festsetzungsbeschluss bezüglich der ge planten Kreuzungsbucht auf dem Grundstück neuKat. -Nr. 13235 aufzuheben. Die Vorinstanz ist einzuladen, diese Bucht zu verschieben, an einem anderen Ort zu platzieren oder – falls aus Gründen der Verkehrss i- cherheit verantwortbar – auf diese ganz zu verzichten. 8.2. Strittig ist ferner die Höhe der Kostenbeteiligung der Gemeinde an der S a- nierung der E.-Strasse. Die Besonderheit liegt hier darin, dass die öffentlichen Leitungen für die Wasserversorgung u.a. im Bereich der E.-Strasse alt und sanierun gs- bedürftig sind und die Kosten für diese Leitungserneuerung (rund R3.2013.00121 Seite 19 Fr. 150'000.00) als gebundene Ausgaben vollumfänglich zulasten der G e- meinde gehen (TB, Anhang Gemeinderat sbeschluss vom 7. Juni 2010, S. 1). Das bedingt, dass die Strasse für diesen Leitu ngsneubau ohnehin geöffnet werden muss. Daraus kann nun entgegen rekurrentischer Auffa s- sung nicht geschlossen werden, die Gemeinde hätte deshalb die Strasse n- sanierungskosten vollständig oder wenigstens grösstenteils zu überne h- men. Vielmehr rechtfertigt sich eine angemessene Kostenteilung aufgrund der konkreten Sachlage. Die Gemeinde X hat sich verpflichtet, die vollen Kosten für die B elagsanie- rung der E.-Strasse, welche gemäss Kostenschätzung mit rund Fr. 19'600.00 zu veranschlagen sind (TB, S. 53), zu übernehmen. Hä tte die Wasserleitung nicht erneuert werden müssen, wäre die Finanzi erung der Belagsarbeiten vollumfänglich zulasten der beteiligten Quartie rplangenos- sen gegangen. Aufgrund des sehr schlechten baulichen Zusta ndes der E.- Strasse hätte eine umfassende Strassensanierung selbst ohne die jetzt auch noch notwendige Werkleitungserneuerung im Rahmen di eses Quar- tierplans zwingend angeordnet werden müssen. Die Quartie rplangenossen profitieren also durchaus von dieser Konstellation. Eine grössere Kosten - beteiligung der Gemeinde an der Sanierung der E.-Strasse wäre daher weder sachgerecht noch angemessen. 8.3. Die Einrichtung einer Beleuchtung für die E.-Strasse halten die Reku r- rierenden für unnötig, dies insbesondere im Ra hmen der strittigen Quar- tierplanung sowie unter Kostenfolge für die einbezogenen Quartierplanbe - teiligten. Dafür fehle jede Rechtsgrundlage. Zu den Bestandteilen einer Strasse im Sinne von § 267 Abs. 1 PBG zählen neben dem eigentlichen Strassenkörper auch die Strassenbeleuchtung, welche entgegen rekurrentischer Auffassung zum standardmässigen Au s- bau einer Quartierstrasse gehört, selbst wenn damit nur wenige Wohnei n- heiten erschlossen werden ( Kleb, S. 152; VB.1990.00039 und 00040 vom 21. August 1991, S. 21, E. 4d). Damit steht ausser Frage, dass die Kosten für die neu zu erstellende B e- leuchtung der E.-Strasse (gemäss approx. Kostenschätzung Fr. 40'500.00) von den Quartierplanbeteiligten zu tragen sind. Die Rekurri erenden bringen R3.2013.00121 Seite 20 nichts vor, was ein Abweichen von dieser Praxis im vorliegenden Fall recht- fertigen würde. 9.1. Die Mischwasserkanalisation in der E.-Strasse wurde 1988/89 auf Kosten von N. K. und T. T. privat erstellt. Laut Schlussa brechnung vom 16. März 1989 werden Gesamtkosten von Fr. 76'610.55 ausgewiesen (Fr. 56'415.05 zulasten von N. K. und Fr. 20'195.50 zulasten von T. T.). Die Kanalisation geht mit der Re alisierung des Quartie rplans ins G emeindeeigentum über (§ 171 PBG). Im vorliegenden Fal l unbestritten ist, dass diese Mischwasserkanalisation N. K. und T. T. als anrechenbare Vorleistung in der Quartierpla nrechnung gutzuschreiben sind ( Kleb, S. 183 und 221) . Die e rmittelte Vo rleistung ist zugunsten der Begünstigten zu v erzinsen. Die Zin spflicht b eginnt im Zei t- punkt der Erbringung der Vorleistung und endet im Zeitpunkt der vorläuf i- gen Abrechnung (Kleb, S. 222). Umstritten ist hingegen die Höhe der Gutschriften von N. K. und T. T. 9.2.1. Der Mischwasserkanal in der E.-Strasse ist, obwohl bereits 1988/89 erstellt, noch in einem guten, nicht sanierungsbedürftigen Zustand. G emäss den durchgeführten Kanalfernsehaufnahmen wurden im oberen B ereich zwar einige Deformationen festgestellt, welche offenba r jedoch keine Funktion s- einbussen zur Folge haben (TB, S. 43). Bei der Berechnung der Höhe der rekurrentischen Vorleistungen ist die Vorinstanz von einer durchschnittlichen Lebensdauer der strittigen Kanal i- sationsleitung (PVC -Rohre) von 70 Jahren ausgegan gen, was – bezogen auf die Erstellungszeit von 1988/89 – zu einer Altersentwertung der Anlage von 34 % führte, welche sich betragsmässig wie folgt auswirkt: Gesamtkosten gemäss Schlussabrechnung Fr. 76'610.55 Altersentwertung 34 % Fr. 26'047.55- Aktueller Wert der Kanalisation (Stand 2013) Fr. 50'563.00 Daraus ergeben sich – dem damaligen Finanzierungsanteil bei der Erste l- lung entsprechend und mit einer zu vernac hlässigenden Abweichung von R3.2013.00121 Seite 21 Fr. 3.00 – im Sinne einer Gutschrift anr echenbare Vorleistungen v on Fr. 13'145.00 (T. T.) und Fr. 37'415.00 (N. K.). 9.2.2. Die Rekurrierenden gehen hingegen von einer Lebensdauer der Kanalis a- tion von 100 Jahren aus (≙ Altersentwertung von 24 %) und verlangen zu- dem die Berücksichtigung der Teueru ng (Landesindex der Konsumente n- preise) seit der privaten Erstellung der Anlage. Das ergibt aus ihrer Sicht folgende Rechnung: Erstellungskosten privat finanziert Fr. 76'610.00 Teuerungszuschlag seit 1989 Fr. 29'542.00+ Effektive private Investition inkl. Teuerung Fr. 106'152.00 Altersentwertung 24 % Fr. 25'477.00- Aktueller Wert der Kanalisation (Stand 2013) Fr. 80'675.00 9.2.3. Die durchschnittliche Lebensdauer von Leitungsanlagen aus PVC (Polyv i- nylchlorid) bei Abwasserkanälen hängt u.a. von deren Qualität, Wanddicke und verwendeten Materialien, aber auch vom Baugrund, der Ausführung, der Beanspruchung und dem Unterhalt ab (www.h akagerodur.ch/upload/ downloads/de/rohrsystem/VKR_RL03.pdf). Die Qualität solcher PVC -Rohre hat sich in den letzten Jahrzehnten tendenziell verbessert. Gemäss Richtl i- nien des Verbandes Schweizer Abwasser - und Gewässerschutzfachleute (VSA) beträgt sie zwischen 50 und 100 Jahre (act. 15.5; www.vsa.ch/publi- kationen/shop/produkt/finanzierung-der-abwasserentsorgung-dokumenta- tionsordner). Andere Fachstellen gehen von 40 - 50 (act. 15.4; www.ksb - hi.de/4_3_3_Lebensdauer_Bauteile.pdf) oder 60 - 100 Jahren aus (www. akatherm-fip.de/content/Germany/Akatherm-FIP/Download/KRV-Publikatio- nen/PDF/16.09.2009_13.27.55/de_PVC%20im%20Rohrbereich.pdf). Folg- lich lag es ohne weiteres im sachlichen Ermessen der Vorinstanz, bei der Mischwasserkanalisation in der E.-Strasse von einer Lebensdauer von 70 und nicht von 100 Jahren auszugehen, zumal doch an einigen Or ten im- merhin gewisse Deformationen festgestellt wurden (TB, S. 43). Nicht zu beanstanden ist im Weiteren die Nichtberücksichtigung der Teu e- rung seit der Erstellung der Anlage. Eine solche ist regelmässig nicht zu den seinerzeitigen Erstellungskosten zu addieren. R3.2013.00121 Seite 22 Hingegen ist die Vorleistung, wie bereits unter Ziffer 9.1 dargelegt, zuguns- ten von N. K. und T. T. zu verzinsen. Die Höhe des den beiden Reku rrie- renden zusprechenden Gesamtzinses kann im jetzigen Zeitpunkt alle rdings noch nicht bestimmt werden, we il die Zinspflicht erst im Zeitpunkt der Rechtskraft der vorläufigen Abrechnung endet. Es dürfte j edoch ein Betrag zumindest in der Nähe des von den Rekurrierenden zu U nrecht bea n- spruchten Teuerungsaufschlags sein. Korrekt und korrelierend zur abwassermäss ig erschlossenen Fläche ist schliesslich auch der von D. K. für sein Quartierpla ngrundstück Kat. -Nr. 11445 zu leistende Einkaufsbetrag von Fr. 21'802.00. 10.1. Auch im Übrigen erweisen sich die strittigen Quartierplanfestlegungen als sachgerecht und angemessen. Die Rekurrierenden bringen diesbezüglich im Sinne einer speziellen Interessenlage keine objektiv haltbaren rechtl i- chen oder tatsächlichen Gründe vor, welche eine Besserstellung im Ra h- men der Quartierplanfestsetzung rechtfertigen würde. 10.2. Hingegen monieren die Rekurrierenden zu Recht, in der Gesamtübersicht der Quartierplankosten auf S. 65 des Technischen Berichts sei versehen t- lich der von D. K. zu bezahlende Einkaufsbetrag abgez ogen und die Gu t- schriften für N. K. und T. T. als zu bezahlende Belastungen au fgeführt worden. Dies sei im Rahmen einer Teilaufhebung des Festse tzungsbe- schlusses zu korrigieren. Bei diesem (von der Vorinstanz ohne wei teres eingeräumten Fehler; act. 14, S. 13, Ziff. 40) h andelt es sich offensichtlich um einen Verschrieb (Vertausch der +/ -Zeichen), der als sogenanntes Kanzleiversehen zwar nicht zur rekurrentischerseits beantragten Teilaufhebung führt, aber i m- merhin von der Vorinstanz formlos zu korrigieren ist. 11. Zusammenfassend ist der Rekurs insoweit gutzuheissen, als die Festle- gungen für die auf dem Grundstück neuKat. -Nr. 13235 vorgesehene Kre u- zungsbucht aufzuheben sind. Die Vorinstanz ist einzuladen, diese Bucht zu R3.2013.00121 Seite 23 verschieben, an einem anderen Ort zu platzieren oder – falls aus Gründen der Verkehrssicherheit verantwortbar – auf diese ganz zu verzichten. Z u- dem hat die Vorinstanz die Gesamtübersicht auf S. 65 des Technischen Berichts im erwähnten Umfang zu berichtigen. Im Übrigen ist der Rekurs, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen. [….]