A. Verwaltungsentscheide 1500 13 1500 Einsprachelegitimation. Art. 111 Abs. 1 BauG. Ergeben sich aus der Au s- führung eines umstrittenen Bauprojekts keine aktuelle n praktischen oder rechtlichen Nachteile für den Einsprecher, ist dessen Einsprachelegitimation zu verneinen. Aus den Erwägungen: 1a) Gemäss Art. 111 Abs. 1 BauG ist zu Einspr achen und Rekursen nach diesem Gesetz und den Ausführungserlassen „legitimiert, wer durch den a n- gefochtenen Gegenstand berührt und ein eigenes schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung hat“. Dies entspricht den Vorausse t- zungen für die Legitimation zur Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angele- genheiten gemäss Art. 82 i.V.m. Art. 89 Abs. 1 BGG und deckt sich inhaltlich auch damit. b) Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Beschwer- debefugnis nach Art. 89 Abs. 1 BGG ist „berührt“, wer durch die angefochtene Anordnung infolge einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache in höherem Masse als irgendein beliebiger Dritter betroffen ist (BGE 134 II 120). Ein „schutzwürdiges Interesse“ ist dann gegeben, wenn die rechtliche oder tatsächliche Stellung des Beschwerdeführers durch den Au s- gang des Beschwerdeverfahrens unmittelbar beeinflusst werden kann, es sich mithin um ein eigenes unmittelbares Interesse handelt. Das Interesse besteht im prakti schen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerd e- führer eintragen würde, oder in der Abwendung eines wirtschaftlichen, idee l- len, materiellen oder anders gearteten Nachteils (BGE 133 II 353). c) Gemäss bundesrechtlicher Rechtsprechung muss bei B auprojekten die Nähe der Beziehung insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein (vgl. BGE 133 II 249 ff. und BGE 133 II 353). Der Rekurrent ist Eigentümer der Parzellen Nrn. X und Y. Die Parzelle Nr. Y stösst zwar unmittelbar an die Par- zelle Nr. Z an, auf welcher der Pferdezuchtbetrieb geplant ist, an, doch gilt es vorliegend zu beachten, dass sich die anstossenden Parzellengrenzen im Waldgebiet befinden und die gemeinsame Parzellen grenze lediglich etwa 30 m beträgt. Die Parzelle Nr. Y, welche eine Fl äche von etwa 1 ha aufweist, wird nicht vom Rekurrenten bewohnt. Dessen Wohnhaus befindet sich vie l- mehr auf der Parzelle Nr. X in einer Entfernung von über 300 m Luftlinie zum geplanten Betriebszentrum bzw. 170 m zum nächstgelegenen Teil der Parzel- le Nr. Z. In Anbetracht dieser Umstände ist eine hinreichend nahe Beziehung des Rekurrenten zum Bauvorhaben zu verneinen. d) Die Legiti mationsvoraussetzungen von Art. 111 Abs. 1 BauG müssen kumulativ erfüllt sein; deshalb ist auch die zweite Legitimat ionsvoraussetzung, nämlich ein eigenes aktuelles sch utzwürdiges Interesse des Rekurrenten an der Änderung oder Aufhebung des Bauentscheides, zu prüfen. A. Verwaltungsentscheide 1500 14 Das schutzwürdige Interesse muss nicht rechtlicher Natur sein. Als schutzwürdige Interessen kommen auch faktische Inte ressen wirtschaftlicher oder ideeller Natur in Frage. Strittig ist, ob sich aus der Ausführung des u m- strittenen Bauprojekts für den Rekurrenten aktue lle praktische oder rechtliche Nachteile ergeben. Somit müsste der Rekurrent einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des aufgehobenen Entscheids ziehen. So wü r- de ein schutzwürdiges Interesse vorliegen, wenn die tatsächliche oder rechtl i- che Situation des Rekurrenten durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden könnte. Die Behauptung allein, jemand sei von den Folgen einer Ba u- bewilligung betroffen, genügt nicht, um die Rekursbefugnis zu begründen. Vielmehr müssen aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere B e- rührtsein und das schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, ansonsten stünde jedermann, der eine unzutreffende Behauptung aufstellt, die Legitim a- tion zu. Dies liefe im Ergebnis auf eine unzulässige Popularbeschwerde hi n- aus (Urteil BGer 1C_40/2010, E. 2.3) e) Der Rekurrent begründet seine Einspracheberechtigung ledi glich damit, dass er Anstösser zur Bauparzelle sei. Am Augenschein vom 12. November 2010 liess er im Weiteren festhalten, dass ihm im Jahr 1999 der Neubau e i- nes Stalles nicht bewilligt worden sei. Dieser Entscheid sei korrekt gefällt wo r- den, weshalb auch in dieser Ange legenheit korrekt vorgegangen werden sol l- te. Bei der richtigen Anwendung des objektiven Rechts ha ndelt es sich um ein allgemeines öffentliches Interesse, welches keine Einsprachelegitimation b e- gründet (BGE 133 II 249 E. 1.3.2). Im Weiteren ist nicht ersich tlich und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Pferdezuchtbetrieb mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit zu Immissionen führt, durch we lche der Rekurrent mehr als die Allgemeinheit betroffen wäre, zumal Pferde in der Regel gering e- re Lärm- bzw. Geruchsimmissionen als Kühe verurs achen. In Anbetracht der räumlichen Distanz ist insofern nicht davon auszugehen, dass die Pferdezucht auf dem Wohngrundstück des Rekurrenten überhaupt wahrgenommen wird bzw. zu irgendwelchen tatsächlichen Störungen oder g ar grossflächigen I m- missionen führt. Selbst wenn dies der Fall wäre, ist darauf hinzuweisen, dass ein gewisses Mass an ideellen Immissionen insbesondere in ländlichen G e- genden hingenommen werden muss, da kein G ewähr geboten werden kann, dass die Umgebung f rei von Bauten oder Anlagen bleibt, welche gewisse I m- missionen mit sich bringen. Andere rechtse rhebliche Sachverhaltselemente, wie zum Beispiel eine übermässige Verkehrszunahme durch das Bauvorh a- ben sind im Weiteren nicht ersichtlich und werden auch nicht gelten gemacht. Insgesamt kann der Schluss gezogen werden, dass der Pferdezuchtb e- trieb weder mit Sicherheit noch mit grosser Wahrscheinlichkeit zu Immissi o- nen führt, welche das Grundstück des Rekurrenten beei nträchtigen. Insofern ist der Rekurrent durch d as Bauvorhaben nicht mehr als jedermann betroffen. Eine Anerkennung der Legitimation im Baubewilligungsverfahren kommt d a-A. Verwaltungsentscheide 1501 15 mit einer Berechtigung zur Popularbeschwerde gleich, welche jedoch im Ka n- ton Appenzell Ausserrhoden nicht zulässig ist. f) Da aufgrund vorstehender Erwägungen sowohl eine enge nac hbarliche Beziehung zum Grundstück Nr. Z als auch ein eigenes schutzwürdiges Int e- resse des Rekurrenten zur Einsprache im Baubewilligungsverfahren zu ve r- neinen ist, kommt das Departement Bau und Umwelt zum Schluss , dass die Vorinstanzen die Einsprachelegitimation des Rekurrenten zu Unrecht bejaht haben. Da es diesem bereits an der Einsprach eberechtigung fehlte, stehen dem Rekurrenten auch in diesem Rekursverfahren keine Parteirechte zu. In Anbetracht dieser Umständ e kann nicht auf den Rekurs eingetreten werden, womit auch auf materiellen Rügen nicht einzutreten ist. Departement Bau und Umwelt, 18.03.2011 1501 Bauen ausserhalb der Bauzone . Unbewilligte Errichtung eines Holzunte r- stands im Waldgebiet. Verweigerung der nachträglichen Bewilligung wegen Verstosses gegen die Gewässerschutz -, Wald- und Raumplanungsgesetzge- bung. Aus den Erwägungen: 3. a) Baubewilligungen für Neu - und Umbauten dürfen nur erteilt we r- den, wenn gewährleistet ist, dass Abwasser, das sich für die Behandlung in einer zentralen Abwasserreinigungsanlage nicht eignet, zweck mässig bese i- tigt wird (Art. 17 Abs. 1 lit. c GSchG). In der Schutzzone S2 sind Grabungen, welche die schützende Deckschicht nachteilig verändern, nicht zulässig (A n- hang 4 Z iffer 222 Abs. 1 lit. b der Gewässer schutzverordnung [GSchV; SR 814.201]). Das Erstellen von Anlagen ist nicht zulässig. Die B ehörde kann aus wichtigen Gründen Ausnahmen gestatten, wenn eine Gefährdung der Trinkwassernutzung ausgeschlossen werden kann (Anh ang 4 Ziff. 222 Abs. 1 lit. a GSchV). Das Bundesgericht hat bei einer Anlage in der Schutzzone S2 entschieden, dass wichtige Gründe für Ausnahmen u nter anderem dann nicht vorliegen, wenn bestimmte Tätigkeiten auch in einer anderen dafür vorges e- henen Bauzone ausserhalb der Grundwasserschutzzone ausgeü bt werden könne. Die Schutzzone S2 sei für das Trinkwasser derart zentral, dass darin alle Tätigkeiten verboten seien, die das Trinkwasser qualitativ und quantitativ beeinträchtigen könnten. Dementsprechend sind alle An lagen in der Schut z- zone S2 unzulässig (Urteil BGer 1A.150/2000). Da sich der erstellte H olzunterstand in der Schutzzone S2 befindet, ist er grundsätzlich unzulässig. Weil die untergestellten Maschinen wassergefähr- dende Stoffe enthalten, kann auch keine Ausna hme im Sinne von Anhang 4