<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, die vom BWA abgeschaffte praktische Fachprüfung für gymnasiale Maturanden, die in eine Fachhochschule technischer Richtung eintreten wollen, wieder einzuführen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Auffassung des Motionärs, wonach der Wert des Fachhochschulabschlusses wesentlich von soliden beruflichen Kenntnissen abhängt. Der Praxisbezug der Absolvierenden stellt denn auch eines der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der Fachhochschulen gegenüber den universitären Hochschulen dar. In der Botschaft zum Fachhochschulgesetz hat der Bundesrat denn auch darauf hingewiesen, dass Verhältnisse, wie sie an Deutschlands Fachhochschulen bestehen, wo über 50 Prozent der Studierenden vom Gymnasium herkommen, in der Schweiz nicht wünschbar sind.</p><p>Die Begründung der Motion bedarf jedoch einiger Richtigstellungen:</p><p>- Gemäss Artikel 5 Absatz 1 des Fachhochschulgesetzes (FHSG) werden Inhaberinnen und Inhaber einer eidgenössisch anerkannten Berufsmaturität prüfungsfrei ins erste Semester einer Fachhochschule aufgenommen.</p><p>- Eine Aufnahmeprüfung wird nur von denjenigen Personen verlangt, welche keine Berufsmaturität abgelegt haben (Verordnung vom 11. September 1996 über die Zulassung zu Fachhochschulstudien und über die Anerkennung ausländischer Diplome, Art. 3, SR 414.715).</p><p>- Bei der Beratung des FHSG hat das Parlament die entsprechende Bestimmung über den prüfungsfreien Eintritt von Personen mit gymnasialer Maturität eingefügt (Art. 5 Abs. 2 FHSG), um auf die längst notwendige Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen hinzuarbeiten. In den vorberatenden Kommissionen wurde die Frage nach der Berufspraxis vor Studienbeginn ausführlich diskutiert; ein Vorschlag, wonach Personen mit einem anerkannten Maturitätszeugnis eine auf zwei Jahre verkürzte Berufslehre zu absolvieren hätten, wurde als zu prohibitiv abgelehnt. Schliesslich wurde in Absatz 2 festgeschrieben, dass Inhaberinnen und Inhaber eines eidgenössisch anerkannten Maturitätszeugnisses über eine mindestens einjährige geregelte Berufserfahrung verfügen müssten. Aus bildungspolitischen Gründen soll an dieser mindestens einjährigen Berufspraxis unbedingt festgehalten werden, auch wenn die Wirtschaft aus verschiedenen Gründen entsprechende Praxisplätze in genügender Zahl gar nicht zur Verfügung stellen kann. Eine Aufnahmeprüfung für Absolventinnen und Absolventen einer gymnasialen Maturität besteht allerdings schon seit vielen Jahren nicht mehr.</p><p>- Aufgrund der Verordnung vom 11. September 1996 über die Zulassung zu Fachhochschulstudien und über die Anerkennung ausländischer Diplome regelt die Fachhochschule Inhalt und Anforderungen für die Berufstätigkeit auf dem Gebiet der gewählten Studienrichtung (Art. 2). Damit wird auch die Praxis einiger Ingenieurschulen gestützt, die Richtlinien für die Ausgestaltung der Berufspraxis von Maturanden erlassen haben.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.