Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 1. April 2020 (810 19 156) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Daniel Häring , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Moritz Gall, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz (RRB Nr. 733 vom 28. Mai 2019) A. A.____ (Ledigname B.____), serbischer Staatsangehör iger, geboren am XX.XX.1988 in Serbien, heiratete am 9. März 2011 in C.____ in S erbien die 1984 geborene österreichische Staatsangehörige D.____, welche im Kanton Basel-Landschaft über eine Aufenthaltsbewilligung verfügte. A.____ reiste in der Folge im Rahmen des Fa miliennachzugs am 6. Juni 2011 in die Schweiz ein und erhielt die Aufenthaltsbewilligung zu m Verbleib bei seiner Ehefrau. Am 20. September 2011 kam es in der Wohnung der Ehegatt en zu einer polizeilichen Intervention im häuslichen Bereich und D.____ erstattete Anzeige g egen A.____ (Vergewaltigung, sexuelle Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nötigung, Drohung, Freiheitsberaubung und Entführun g, Tätlichkeiten, einfache Körperverlet- zung, Beschimpfung). Mit Entscheid des Zwangsmassnahmenger ichts vom 23. September 2011 wurde A.____ in Untersuchungshaft genommen und a m 22. Dezember 2011 aus der Un- tersuchungshaft entlassen. Das Zwangsmassnahmengericht be legte ihn am 23. Dezember 2011 mit einem Kontakt- und Annäherungsverbot gegenüb er D.____. Die Ehe wurde mit Urteil des Bezirksgerichts E.____ vom 29. März 2012 geschieden. Am 5. Juni 2012 teilte das Zivil- standsamt Basel-Landschaft dem damaligen Amt für Migrat ion (heute Amt für Migration und Bürgerrecht [AFMB]) mit, A.____ und D.____ hätten zun ächst einen jeweils anderen Partner heiraten wollen. Nun würden sie erneut einander heir aten wollen. Am 12. Juni 2012 hob die Staatsanwaltschaft die angeordneten Ersatzmassnahmen bzw. das Kontakt- und Annäherungs- verbot vom 23. Dezember 2011 auf. Die Staatsanwaltscha ft stellte am 28. Oktober 2015 das Verfahren gegen A.____ ein. Am 20. Juli 2012 teilte das Zivilstandsamt dem AFMB mit, A.____ und D.____ hätten sich nicht mehr gemeldet und die fü r das Ehevorbereitungsverfahren erfor- derlichen Dokumente nicht beigebracht. Mit Verfügung v om 18. September 2012 verfügte das AFMB, dass A.____ die Aufenthaltsbewilligung nicht verl ängert werde und er bis spätestens zum 20. Oktober 2012 aus der Schweiz ausreisen müsse, worauf er nach Serbien zurückreiste. B. Am 25. September 2012 heiratete A.____ in C.____ die am XX.XX.1987 in der Schweiz geborene Schweizerin F.____. Am XX.XX.2013 wu rde die gemeinsame Tochter G.____ geboren. Aus einer Parallelbefragung von A.____ und F.____ hatten sich Widersprüche ergeben und es bestand der Verdacht, die Ehe sei lediglich eingegangen worden, damit A.____ das Aufenthaltsrecht in der Schweiz erhalte. Trotzdem erteilte der Kanton Aargau A.____ eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefra u, worauf A.____ am 12. August 2013 in die Schweiz einreiste. Am 16. August 2015 meldete sich F.____ bei der Polizei und beschuldig- te ihren Ehemann einer Tätlichkeit. Am 1. Februar 201 7 zog A.____ mit seiner Familie nach E.____. C. lm April 2017 kam es zu einer Intervention im häuslich en Bereich. F.____ beschuldigte A.____ der Vergewaltigung. Am 1. Mai 2017 trennte si ch F.____ von ihrem Ehemann. Am 30. Mai 2017 wurde A.____ mit einem Kontakt- und Ann äherungsverbot gegenüber F.____ und der gemeinsamen Tochter G.____ belegt. Mit Eheschutzurteil vom 10. Juli 2017 (Rektifikat vom 20. Juli 2017) bewilligte das Zivilkreisgericht Basel-Land schaft H.____ (Zivilkreisgericht) den Ehegatten das Getrenntleben. Das Kontakt- und Annäher ungsverbot wurde aufgehoben. A.____ wurde jedoch bei seiner Bereitschaft behaftet, sich der Ehefrau nicht zu nähern und sie nicht zu kontaktieren. Die gemeinsame Tochter G.____ st ellte das Gericht unter die Obhut der Mutter. Am 27. September 2017 ordnete das Zivilkreisger icht superprovisorisch ein Kontakt- und Annäherungsverbot an, welches mit Urteil vom 1. März 2018 bestätigt wurde. D. Am 13. Dezember 2018 verfügte das AFMB die Nichtverl ängerung der Aufenthaltsbe- willigung für A.____ und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz an. Das AFMB begründe- te die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung im Wesentlichen damit, dass A.____ auf- grund fehlender erfolgreicher Integration keinen An spruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbe- willigung habe. Auch aus dem Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens könne A.____ Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht kein Aufenthaltsrecht ableiten. Die Nichtverlängerung d er Aufenthaltsbewilligung sei zudem verhältnismässig. E. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nachfolgend i mmer vertreten durch Rechtsan- walt Moritz Gall, am 24. Dezember 2018 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat). Er beantragte, die angefo chtene Verfügung vom 13. Dezember 2018 sei vollumfänglich aufzuheben. Dem Beschwerdeführ er sei die unentgeltliche Rechtspfle- ge zu gewähren, alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge. F. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss Nr. 733 vom 28. Mai 2019 ab, verfügte die Wegweisung von A.____ und ordnete an, dass er die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Beschlusses zu verlassen habe. Des Weiteren wurde ihm die un- entgeltliche Rechtspflege bewilligt. Der Regierungsrat begründete seinen Entscheid im Wesent- lichen damit, dass A.____ nicht integriert sei und zwisch en ihm und seiner Tochter weder in affektiver noch in wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge Eltern-Kind-Beziehung bestehe. Seine ungenügende Integration wurde damit begründet , dass es ihm während der gesamten Ehedauer mit F.____ nicht möglich gewesen sei, seinen L ebensunterhalt selbstständig zu be- streiten, und er auch im Zeitpunkt des Entscheids des Regierungsratsbeschlusses keine Anstel- lung habe, die ihm ermögliche, seinen vollständigen Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Zu- dem habe er in den letzten Jahren öfters die Stelle ge wechselt und sei immer wieder arbeitslos gewesen. Des Weiteren habe A.____ in den Jahren 2011 u nd 2012 rund Fr. 50'000.-- von der Sozialhilfe bezogen. Ausserdem sei er während seiner Anw esenheit in der Schweiz vier Mal strafrechtlich verurteilt worden und es seien aufgrund seines Verhaltens mehrere Kontakt- und Annäherungsverbote ausgesprochen worden. G. A.____ erhob gegen den Regierungsratsbeschluss mit E ingabe vom 11. Juni 2019 Beschwerde und beantragte die vollumfängliche Aufhebun g des vorinstanzlichen Entscheids. Des Weiteren sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege z u bewilligen. Innert gewährter Frist reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Augus t 2019 die Beschwerdebegründung ein. Im Wesentlichen machte er geltend, dass in Bezug auf die Integration des Beschwerdefüh- rers die negativen Elemente hervorgehoben und alle po sitiven, wie z.B. seine guten Deutsch- kenntnisse, heruntergespielt worden seien. Die Vorinstan z scheine nicht bereit gewesen zu sein, die belastenden und entlastenden Umstände in glei chem Masse zu berücksichtigen. In- dem sie die belastenden Elemente stark gewichtet und die entlastenden Umstände gänzlich unerwähnt gelassen habe, habe sie dem Beschwerdeführer ein faires Verfahren versagt. H. In seiner Vernehmlassung vom 2. September 2019 bean tragte der Regierungsrat die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. I. Mit präsidialer Verfügung vom 30. September 2019 w ies das Kantonsgericht das Ge- such des Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ab. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mit Eingabe vom 7. Oktober 2019 reichte der Regierun gsrat dem Kantonsgericht die Anzeige von F.____ gegen A.____ ein, gemäss welcher der Beschwer deführer am 19. Juni 2019 an ihrem Wohnort erschienen sei und damit das Kontakt- und Annäherungsverbot verletzt habe. Der Beschwerdeführer beantragte mit Eingabe vom 8. Okto ber 2019 erneut die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit der Begründung, das Zivilkreisgericht habe am 24. September 2019 entschieden, dass er mit Wirkung ab 1. Oktober 20 19 einen Kinderunterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 450.-- zuzüglich ihm allenfalls ausgerichteter Kinderzulagen zu bezahlen habe. J. Mit präsidialer Verfügung vom 10. Oktober 2019 überw ies das Kantonsgericht den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Der Antrag des Beschwerdefüh- rers auf Einholung eines Gutachtens zum affektiven Näheve rhältnis zwischen ihm und seiner Tochter wurde abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wurde d ie unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Wirkung ab 8. Oktober 2019 bewi lligt. Der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers reichte am 11. November 2019 und am 3. Februar 2020 jeweils eine Honorar- note ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialge setzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtene n Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 li t. c VPO e contrario). 3. Per 1. Januar 2019 wurden das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integratio nsgesetz, AIG) vom 16. Dezember 2005 so- wie die darauf gestützten Verordnungen revidiert. Wie der Regierungsrat in seinem Beschluss (E. 3.a bis 3.c) ausführt und unbestritten geblieben i st, kommt vorliegend das im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung geltende Recht zur Anwendung. Damit kommen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 und die Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstäti gkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 in der jeweils bis Ende 2018 geltenden Fassung zur Anwendung. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtver längerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 5.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Z ulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 5.2. Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz un d Serbien keine staatsvertrag- liche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 6. Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person auf Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 42 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, wenn diese mit einer Schweizerin oder einem Schweizer verheiratet ist und mit ihm bzw. ihr zusam menwohnt. Der Beschwerdeführer heiratete am 25. September 2012 die Schweizerin F._ ___. Am 1. Mai 2017 trennte sich seine Ehefrau von ihm. Mit Eheschutzurteil vom 10. bzw. 20. Juli 2017 bewilligte das Zivilkreisgericht den Ehegatten das Getrenntleben. Mit dem Getrenntle ben ist der ursprüngliche Anspruch des Beschwerdeführers auf Anwesenheit nach Art. 42 Abs. 1 Au G spätestens am 1. Mai 2017 weg- gefallen. Es ist jedoch zu prüfen, ob er einen ander weitigen Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung geltend machen kann. 7.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 AuG besteht nach Auflösung d er Familiengemeinschaft der Anspruch des ausländischen Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung nach Art. 42 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (lit. a) o der wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). Im vorliegenden Fall hat die Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG (vgl. dazu BGE 136 II 113 E. 3.2) über drei Jahre bestanden, womit die Voraussetzung der dreijährigen Dauer erfüllt ist. 7.2. Die zweite in Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG genannte Voraussetzung ist das Erfordernis der erfolgreichen Integration. Nach Art. 77 Abs. 4 VZAE l iegt eine erfolgreiche Integration nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor, wenn die Ausländerin o der der Ausländer namentlich die rechts- staatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert (lit. a) sowie den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am W ohnort gesprochenen Landesspra- che bekundet (lit. b). Bei einem Ausländer, der in der Schweiz beruflich integriert ist und eine feste Anstellung hat, immer finanziell unabhängig war, sich korrekt verhält und die örtliche Sprache beherrscht, bedarf es ernsthafter besonderer Um stände, um eine erfolgreiche Integra- tion zu verneinen (Urteile des Bundesgerichts [BGer] 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2; Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 3.3; 2C_839/2010 vom 25. Februar 2011 E. 7.1.2). Nicht erforderlich ist eine besonders qualifizierte berufliche Karriere. Auch das Fehlen besonders en- ger sozialer Beziehungen schliesst für sich allein eine erfolgreiche Integration nicht aus, ebenso wenig wie das Fehlen von Vereinsmitgliedschaften. Eine ungenügende Integration besteht, wenn die betroffene Person kein Erwerbseinkommen erw irtschaftet, welches ihren Lebensun- terhalt zu decken vermag, und sie während einer substantiellen Zeitdauer auf Sozialhilfeleistun- gen angewiesen war. Auch geringfügige Strafen schliessen eine erfolgreiche Integration nicht notwendigerweise aus. Entscheidend ist die Gesamtabwägun g der konkreten negativen und positiven Integrationsindikatoren im Einzelfall (Urteil des BGer 2C_625/2017 vom 13. Dezember 2017 E. 2.2.2 m.w.H.). Umgekehrt lässt sich aus dem U mstand, dass die ausländische Person sich strafrechtlich nichts hat zuschulden kommen lassen und ih r Unterhalt ohne Sozialhilfe ge- währleistet erscheint, für sich allein nicht unumgänglich auf eine erfolgreiche Integration schliessen; entscheidend sind immer die gesamten Umstände i m Einzelfall (Urteil des BGer 2C_970/2016 vom 6. März 2017 E. 3.2 m.w.H.). Das Bundesgericht hat z.B. die Integration ver- neint bei einem Ausländer, der zeitweilig arbeitslos w ar, die Unterhaltsbeiträge für seinen Sohn teilweise nicht leistete und sich mehrere Verstösse geg en die Strassenverkehrsgesetzgebung hatte zuschulden lassen kommen (Urteil des Bundesgerichts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.1). In einem anderen Fall hat das Bundesgericht die erfolgreiche Integration verneint, weil der Ausländer wegen eines Vergehens gegen das Arbeitslose nversicherungsgesetz zu einer bedingt vollziehbaren Gefängnisstrafe von 14 Tagen verur teilt worden war und er Schwierigkei- ten hatte, seinen finanziellen Pflichten nachzukommen (Schulden, vollzogene Pfändungen von bisher rund Fr. 25'000.--, bestehende Lohnpfändung von Fr. 1'500.-- pro Monat; Urteil des BGer 2C_359/2011 vom 6. Oktober 2011 E. 2; vgl. auch Urteil des BGer 2C_983/2011 E. 3.3.1 ff.). Auch bereits länger zurückliegende Verurteilungen habe n bei der Gesamtbetrachtung im Rah- men der erfolgreichen Integration Berücksichtigung zu finden (siehe Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 23. Juli 2014 [810 14 29] E. 5.4, welches mit Urteil des BGer 2C_1031/2014 vom 1. Dezember 2014 bestätigt wurde). 7.3. Der Regierungsrat kommt in seinem Beschluss zum Schl uss, dass der Beschwerde- führer nicht integriert sei. Der Beschwerdeführer ge ht auf verschiedene Aussagen im Regie- rungsratsbeschluss ein und macht im Wesentlichen geltend, die Ausführungen seien einerseits korrekt, andererseits würden sie aber auch in aller Deutl ichkeit die Antipathie offenbaren, wel- che dem Beschwerdeführer bereits erstinstanzlich zuteilwu rde. So sei die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer problemlos in deutscher Sprache un d Mundart verständigen könne, kaum positiv gewertet worden. Umgekehrt sei viel Gewicht auf die Vorstrafen im Bereich des SVG gelegt worden. Des Weiteren seien belastende Elem ente stark gewichtet worden und die entlastenden Umstände gänzlich unerwähnt geblieben. So seien Strafverfahren eingestellt wor- den, was im angefochtenen Beschluss nicht richtig wiederge geben worden sei. Auch sei der Beschwerdeführer in der Lage mit seinem Einkommen und den Leistungen der Arbeitslosen- kasse seinen Lebensunterhalt selbst zu finanzieren. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4.1. Der Beschwerdeführer wurde bisher viermal straf rechtlich verurteilt: Mit Strafbefehl vom 30. April 2014 verurteilte die S taatsanwaltschaft St. Gallen den Beschwer- deführer wegen einer Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse von Fr. 350.--. Der Be- schwerdeführer hatte infolge Nichteinhaltens eines genügenden Abstands beim Hintereinander- fahren eine Auffahrtkollision verursacht. Mit Strafbefehl vom 27. Juli 2015 verurteilte die Staa tsanwaltschaft Basel-Landschaft den Be- schwerdeführer wegen einer groben Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingt vollziehba- ren Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 70.-- bei ei ner Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 1'250.--. Der Beschwerdeführer fuhr am 12. Mai 2014 mit dem Motorrad mit einer Geschwindigkeit von 126 km/h und überschritt damit die erlaubte allgemeine Höchstge- schwindigkeit ausserorts um 46 km/h. Am 14. Februar 2017 verurteilte die Staatsanwaltschaf t Schaffhausen den Beschwerdeführer wegen Führen eines Motorfahrzeugs trotz Aberkennung des e rforderlichen Ausweises mit Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 30.--. Mit Strafbefehl vom 6. September 2018 verurteilte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft den Beschwerdeführer wegen falscher Anschuldigung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 50.-- bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- als Zusatzstrafe zum Urteil der Staatsanwaltsch aft Basel-Landschaft vom 27. Juli 2015. 7.4.2. Der Regierungsrat bezieht sich in seinem Beschluss a uf den Strafbefehl vom 27. Juli 2015 und erklärt, unter welchen Voraussetzungen das Ge richt den Vollzug einer Geldstrafe aufschiebt, und kommt zum Schluss, dass offenbar die Staat sanwaltschaft des Kantons Schaff- hausen es für notwendig erachtet habe, den Beschwerdefü hrer von der Begehung weiterer Vergehen abzuhalten, und ihn mit einer unbedingten u nd nicht mit einer bedingten Geldstrafe wegen Führen eines Motorfahrzeugs trotz Aberkennung des erforderlichen Ausweises bestraft habe. Der Regierungsrat erklärt, es handle sich dabei so mit nicht mehr um blosse Übertretun- gen, sondern um Vergehen. Insgesamt könne somit nicht m ehr von geringfügigen Strafen ge- sprochen werden. Der Beschwerdeführer macht geltend, de r Regierungsrat habe dabei uner- wähnt gelassen, dass der Beschwerdeführer mit Strafbefe hl der Staatsanwaltschaft Basel- Landschaft vom 6. September 2018 "lediglich" zu einer bedingt vollziehbaren und nicht zu einer unbedingt vollziehbaren Geldstrafe verurteilt worden se i. Damit würden die belastenden und entlastenden Umstände nicht in gleichem Masse berücksichtig t. Wie der Regierungsrat in sei- ner Vernehmlassung vom 2. September 2019 erklärt hat, hat er sämtliche Verurteilungen des Beschwerdeführers aufgeführt. Dem Entscheid ist somit ohne Weiteres zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer auch zu bedingt vollziehbaren Geldstra fen verurteilt worden ist. Dem Regie- rungsrat kann nicht vorgeworfen werden, er habe kein faires Verfahren gewährleistet. 7.4.3. Der Beschwerdeführer bemängelt den Beschluss des R egierungsrats (Regierungsrats- beschluss E. 8.d) auch insofern, als dass es zwar richtig sei, dass die Bestätigung der super- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht provisorisch erlassenen Verfügung "insbesondere auch unt er Berücksichtigung des gegen den Ehemann damals noch laufenden Strafverfahrens" erfolgt sei, dieses Strafverfahren aber, wie von der Vorinstanz nur beiläufig erwähnt, eingestellt worden sei. Deshalb solle der eigentlich weggefallene Bedeutungsgehalt des darauf aufbauende n Kontaktverbots nun mit einem Ver- weis auf "sein sonstiges Verhalten" aufrechterhalten we rden. Das Vorbringen von solchen un- substantiierten und vom Beschwerdeführer bestrittenen "E rsatzbegründungen" sei unzulässig und führe zu einer Verletzung der Unschuldsvermutung. D er Regierungsrat geht in seiner Ver- nehmlassung auf diesen Vorwurf und auf die Ausführunge n in Ziffer 18 des Urteils des Zivilge- richts ein und kommt zum Schluss, dass das Zivilgericht das Kon takt- und Annäherungsverbot nicht nur aufgrund des damals gegen den Beschwerdefüh rer noch laufenden Strafverfahrens bestätigt habe. Ausschlaggebend sei auch der Umstand gewe sen, dass der Beschwerdeführer trotz Zusage gegenüber dem Zivilgericht, sich der Ehefra u nicht zu nähern, gegen diese Ver- einbarung verstossen habe und sich die Ehefrau durch ihn bedrängt gefühlt habe. Somit habe eben auch sein "sonstiges Verhalten" zum Kontakt- und Annäherungsverbot geführt. Im Übrigen habe der Regierungsrat im Beschluss ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass das Kontakt- und Annäherungsverbot "nicht einzig, aber auch im Zusammenhang mit dem (mittlerweile eingestell- ten) Strafverfahren ausgesprochen" worden sei. Diesen Au sführungen kann vollumfänglich ge- folgt werden. Der diesbezügliche Vorwurf des Beschwerd eführers geht damit ins Leere. Im Zu- sammenhang mit dem Annäherungs- und Kontaktverbot ist ü berdies festzuhalten, dass F.____ am 19. Juni 2019 der Polizei gemeldet hat, dass der Be schwerdeführer an ihrem Wohnort auf- getaucht sei. Der Beschwerdeführer bestreitet dies in der Einvernahme. Im Bericht der Polizei vom 19. September 2019 hält die Polizei jedoch fest, d ass sich in der Einvernahme von F.____ vom 12. Juli 2019 herausgestellt habe, dass der Beschwerd eführer am 7. Juli 2019 via Face- book erneut Kontakt zu ihr aufgenommen habe und somit erneut gegen eine amtliche Verfü- gung verstossen habe. 8.1. Der Beschwerdeführer hat laut Führungsbericht vom 18. Juli 2017 im Zeitraum vom 1. August 2011 bis zum 30. November 2012 Sozialhilfe in der Höhe von Fr. 50'061.30 bezogen. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto der SVA Basel- Landschaft arbeitete der Be- schwerdeführer in den Jahren 2013 bis 2017 bei sechs verschi edenen Arbeitgebern. Er erzielte in diesen Jahren ein Einkommen von Fr. 87'202.--. Er reiste am 12. August 2013 in die Schweiz ein und lebte mit seiner Ehefrau F.____ bis zur Trenn ung am 1. Mai 2017 zusammen. In den Jahren 2014 bis 2017 erzielte er ohne Arbeitslosenentschä digung ein durchschnittliches Jah- reseinkommen von Fr. 18'535.--. Damit war es ihm nicht möglich, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Wie der Regierungsrat in seinem Beschluss ausführt, deuten diese Angaben darauf hin, dass nach der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz am 12. August 2013 seine Ehefrau oder eine dritte Person einen Anteil an sein en Lebensunterhalt geleistet hat. Mit Ehe- schutzurteil vom 10. Juli 2017 (Rektifikat vom 20. Juli 201 7) wurde auf die Festlegung von Un- terhaltsbeiträgen verzichtet. Der Beschwerdeführer erlit t einen Arbeitsunfall und war vom 15. Januar 2018 bis zum 20. März 2018 zu 100 %, vom 21. März bis zum 10. April 2018 zu 50 %, vom 11. April 2018 bis 18. November 2018 zu 10 0 % und vom 19. November 2018 bis zum 11. Januar zu 2019 zu 80 % arbeitsunfähig. Der Beschw erdeführer schloss am 17. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag mit sofortigem Arbeitsbeginn mit der I.____ GmbH als Hilfsarbei- ter/Allrounder. Der Basislohn beläuft sich auf Fr. 18. 80 zuzüglich Ferien- und Feiertagszu- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlag. Die wöchentliche Normalarbeitszeit beträgt mind estens 10 Stunden. Es ist somit offen, ob der Beschwerdeführer mehr als diese Stunden pro Wo che arbeiten kann. Mit der Beschwer- debegründung reichte der Beschwerdeführer seine Lohnabr echnungen der I.____ GmbH der Monate April bis Juli 2019 ein. Der monatliche Bruttol ohn variierte in diesen Monaten zwischen Fr. 1'194.30 und Fr. 2'034.60 und betrug in diesen vi er Monaten durchschnittlich Fr. 1'602.85.-- (Fr. 6'411.40 : 4). Die Leistungen der Arbeitslosenkasse n betrugen in dieser Zeit monatlich durchschnittlich brutto Fr. 2'638.80 (Fr. 10'555.25 : 4). Mit Verfügung vom 24. September 2019 verpflichtete das Zivilkreisgericht den Beschwerdeführer zur Bezahlung von Unterhaltsbeiträgen an seine Tochter von monatlich Fr. 450.-- mit Wirkung per 1. Oktober 2019. Dieser Unterhalts- beitrag basiert auf einer Arbeitslosenentschädigung des Beschwerdeführers von Fr. 44'040.-- netto inklusive Zulagen vor Steuern pro Jahr. Der Besch werdeführer verfügt damit nicht über eine Anstellung, welche ihm ermöglicht, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Dies gelingt ihm nur dank den Leistungen der Arbeitslosenversicherung, die jedoch zeitlich begrenzt sind und deshalb keine dauerhafte Lösung darstellen. 8.2. Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz schen ke dem Umstand, dass er sich während seines gesamten Aufenthalts in der Schweiz imme r um Arbeit bemüht habe und auch eine Arbeitsstelle innehabe, kaum Beachtung. Sie fixier e sich primär auf die bezogenen Sozial- hilfeleistungen und verkenne, dass der Europäische Geri chtshof für Menschenrechte (EGMR) eine erfolgreiche Integration auch bei Sozialhilfebezü gen von Fr. 165'000.-- nicht ausschliesse (Urteil des EGMR Udeh gegen Schweiz [12020/09] vom 16 . April 2013). Wie der Regierungsrat in seiner Vernehmlassung ausführt, äussert sich der EGM R zur Frage der Sozialhilfeabhängig- keit in jenem Urteil nicht. Er erwähnt nur, dass der B eschwerdeführer Sozialhilfeleistungen in dieser Höhe bezogen habe. Der EGMR betonte in Ziff. 5 1 des Urteils einzig, dass das Bundes- gericht die Bemühungen des Beschwerdeführers anerkannt habe, seine Sozialhilfeabhängigkeit zu beenden. Das Bundesgericht habe zudem nicht ausgesch lossen, dass die Erkrankung (Tu- berkulose) des Beschwerdeführers dazu beigetragen habe, dass er keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei. Der Beschwerdeführer kann aus diesem Urteil des EGMR nichts zu seinen Gunsten ableiten. 8.3. Aus den obigen Erwägungen ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer während der gesamten Ehedauer mit F.____ nicht möglich war, sei nen Lebensunterhalt selbstständig zu finanzieren. Auch heute kann er mit seinem Erwerbseinko mmen seinen Lebensunterhalt nicht finanzieren. Zudem wechselte der Beschwerdeführer in d en vergangenen Jahren häufig die Arbeitsstelle und war immer wieder arbeitslos. In den Jahren 2011 und 2012 bezog er rund Fr. 50'000.-- von der Sozialhilfebehörde. Zudem wurde der Beschwerdeführer während seiner Anwesenheit in der Schweiz vier Mal strafrechtlich verurte ilt und es wurden aufgrund seines Verhaltens mehrere Kontakt- und Annäherungsverbote ausg esprochen. Obwohl er Deutsch kann, hier einen Freundeskreis hat und zumindest früher b ei der freiwilligen Feuerwehr in E.____ aktiv gewesen ist, muss seine Integration insgesamt als nicht gelungen bezeichnet wer- den. Damit sind die Voraussetzungen gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht erfüllt und der Be- schwerdeführer hat keinen Anspruch auf Verlängerung d er Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1. Zu prüfen ist als nächstes, ob ein Anspruch auf V erlängerung der Aufenthaltsbewilli- gung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG besteht. Dieser ist gegeben, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Nach Art. 50 Abs. 2 AuG können wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewa lt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereinglieder ung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint. Dabei ist etwa an geschiedene Frauen (mit Kindern) zu denken, welche in ein patriar- chalisches Gesellschaftssystem zurückkehren und dort wegen ihres Status als Geschiedene mit Diskriminierungen oder Ächtungen rechnen müssten. Mögliche weitere Anwendungsfälle bilden (gescheiterte) unter Zwang eingegangene Ehen oder solc he im Zusammenhang mit Men- schenhandel. Schliesslich ist nach der Ehe auch den Interesse n gemeinsamer Kinder Rech- nung zu tragen, falls eine enge Beziehung zu ihnen best eht und diese in der Schweiz ihrerseits gut integriert sind (Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [Botschaft AuG], BBl 2002, 3754 Ziff. 1.3 .7.6). Ein wichtiger persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen Umständen oder Aspekten im In- oder Heimatland der be- troffenen Person ergeben. Die in Art. 31 Abs. 1 VZAE erwähnten Gesichtspunkte können bei der entsprechenden Wertung eine Rolle spielen, auch wenn sie einzeln betrachtet grundsätzlich noch keinen Härtefall begründen, so etwa der Grad de r Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziel len Umstände, die Dauer der Anwesen- heit oder der Gesundheitszustand des Betroffenen und seiner Familie (BGE 137 II 345 E. 3.2.3; MARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/ Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migr ationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2015, Art. 50 AuG N 7). Bei Art. 50 Abs. 1 li t. b AuG geht es darum, nacheheliche aus- länderrechtliche Härtefälle bei der Bewilligungsverläng erung nach der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft zu vermeiden. Von Bedeutung ist, wie sich die Pflicht des Ausländers, die Schweiz verlassen zu müssen, nach der gescheiterten Ehe auf seine persönliche Situation auswirkt (BGE 137 II 345 E. 3.2.1 ff.). Verlangt wird eine erhebliche Intensität der Konsequen- zen für das Privat- und Familienleben, die mit der Leb enssituation nach dem Dahinfallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (BGE 139 II 393 E. 6). Entschei- dend ist, ob die persönliche, berufliche und familiäre Wiedereingliederung als stark gefährdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre. 9.2. Hat der Aufenthalt nur kürzere Zeit gedauert un d wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich der Anspruch auf weiteren Ver bleib in der Schweiz nicht begrün- den, wenn die erneute Integration im Herkunftsland ke ine besonderen Probleme bereitet (BGE 137 II 345 E. 3.2.3; S PESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 7; Botschaft AuG, a.a.O., 37 54 Ziff. 1.3.7.6). So hat das Bundesgericht z.B. einen neu njährigen Aufenthalt in der Schweiz im Rahmen zweier Ehen nicht als kurz bewertet, jedoch auch nicht als so lange, dass eine Rück- kehr in die Heimat (Ukraine) deswegen unzumutbar wäre ( Urteil des BGer 2C_480/2014 vom 15. Januar 2015 E. 5.4.2). Ebenso stellt die alleinige Tatsache, dass die ausländische Person in ihrem Herkunftsland Lebensbedingungen vorfinden muss, die dort üblich sind, nicht einen wich- tigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 l it. b AuG dar (Urteile des BGer 2C_1119/2012 vom 4. Juli 2013 E. 5.1; 2C_1258/2012 v om 2. August 2013 E. 5.1). Ebenso genügt allein die lange Aufenthaltsdauer und die In tegration (geregelte Arbeit, keine Straffällig- keit, keine Sozialhilfeabhängigkeit) nicht, um den wei teren Aufenthalt i.S. v. Art. 50 Abs. 1 lit. b Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht AuG erforderlich zu machen (Urteil des BGer 2C_682/2010 vom 17. Januar 2011 E. 3.2 m.w.H.; BGE 137 II 350 E. 3.2.2 und 3.2.3 m.w.H.; Urteil de s Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV, 810 18 89], vom 7. November 2018 E. 6.1). 9.3. Wie oben ausgeführt, ist die Integration des Besc hwerdeführers nicht gelungen. Seine Aufenthaltsdauer mit gut sechseinhalb Jahren seit seiner zweiten Einreise in die Schweiz am 12. August 2013 ist nicht als lang zu bezeichnen. Der Beschwerdeführer lebte während 23 Jah- ren bis zu seiner ersten Einreise in die Schweiz in Serb ien. Auch wenn für ihn eine Rückkehr nach Serbien nicht einfach sein sollte, gilt es zu beachten, dass die alleinige Tatsache, dass die ausländische Person in ihrem Heimatland Lebensbedingung en vorfinden muss, die dort üblich sind, nicht einen wichtigen persönlichen Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG darstellt. Der Beschwerdeführer begründet den Härtefall damit, d ass sich sein gesamter Lebensmittel- punkt in der Schweiz befinde, er hier wieder eine Arb eitsstelle, einen intakten Freundeskreis und weitere soziale Kontakte habe. Diese Umstände vermög en jedoch gemäss Rechtspre- chung noch keinen Härtefall zu begründen. 10.1. Als wichtiger Grund kommt vorliegend einzig eine schützenswerte Beziehung des Be- schwerdeführers zu seiner Schweizer Tochter in Frage (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.1; Urteil des BGer 2C_873/2013 vom 25. März 2014 E. 3.4.1). Bei de r Beurteilung, ob eine schutzwürdige Eltern-Kind-Beziehung vorliegt, ist auf die Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK abzustellen, können doch die wichtigen persönlichen Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, die einen weite- ren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen, nicht einschränkender verstanden werden als ein aus Art. 8 EMRK abgeleitetes Recht auf Erteil ung und Verlängerung einer Aufenthalts- bewilligung (Urteile des BGer 2C_723/2014 vom 6. Augu st 2015 E. 2.3; 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 4.1; HUGI YAR , Von Trennungen, Härtefällen und Delikten - Auslände rrecht- liches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Jahrbuch für Migration 2012/2013, 2013, S. 80). 10.2. Ob das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Ab s. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999, welcher einen inhaltlich identi- schen Anspruch vermittelt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb), geschützte Rechtsgut überhaupt betroffen ist und gegebenenfalls welche Interessen in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gegeneinander abzuwägen sind, ist jeweils im Einzelfall zu beurteilen. Dem Kindesinteresse kommt bei der Interessenabwägung regelmässig eine gewichtige Bedeutu ng zu. Das private Interesse eines ausländischen Elternteils am Verbleib im Land vermag da s öffentliche Interesse an einer ein- schränkenden nationalen Einwanderungspolitik regelmässig zu überwiegen, wenn zwischen dem ausländischen Elternteil und seinem im Inland leben den Kind eine besonders enge Bezie- hung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besteht und sich dieser Elternteil in der Schweiz tadellos verhalten hat bzw. dessen bisheriges Verhalten i n der Schweiz zu keinerlei Klagen An- lass gegeben hat (sog. "tadelloses Verhalten"; BGE 140 I 147 E. 3.2; 139 I 319 E. 2.2; vgl. be- reits BGE 120 Ib 5 f. E. 3c; vgl. zum Kriterium des ta dellosen Verhaltens: Urteile des BGer 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015; BGE 140 I 145 E. 4 publiziert in: Die Praxis 2014 Nr. 90; S PESCHA , a.a.O., Art. 50 AuG N 8). Das Kindesinteresse, wenn möglich mit beiden Elternteilen in der Schweiz a ufwachsen zu können, überwiegt dem- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach in einer Gesamtbetrachtung, wenn im Wesentlichen ausschliesslich Gründe der Zuwande- rungssteuerung den privaten Interessen bereits anwesenh eitsberechtigter Personen gegen- überstehen, nicht indessen, wenn es zusätzlich darum geht, die öffentliche Sicherheit und Ord- nung vor der Gefahr weiterer (gewichtiger) Straftate n zu schützen (Urteile des BGer 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_387/2014 vo m 3. März 2015 E. 4.4.1; 2C_740/2014 vom 27. April 2015 E. 4.2.5). Das Bundesgericht hat das Kriterium des tadellosen Verhaltens bisher streng gehandhabt (vgl. BGE 139 I 321 E. 2.5, Urteil des BGer 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.1). 10.3. Eine Berufung auf einen nachehelichen Härtefall und die konventionsrechtliche Garan- tie von Art. 8 EMRK setzen eine familienrechtliche Be ziehung von einer gewissen Intensität voraus (BGE 139 I 315 E. 2.1 ff.). Das Konventionsrecht begründet keinen Anspruch darauf, das Familienleben in einem bestimmten Staat verwirkliche n zu können (Urteil des EGMR M.P.E.V. gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [3910/13] § 51). Das Recht auf Achtung des Famili- enlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung eine r in der Schweiz gefestigt anwesenheits- berechtigten Person beeinträchtigt, ohne dass es diese r von vornherein ohne Schwierigkeiten möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleb en andernorts zu pflegen (BGE 140 I 145 E. 3.1; BGE 139 I 330 E. 2.1; BGE 135 I 1 53 E. 2.1; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 27. August 2014 [810 14 167] E. 4.5 ff.). 10.4. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländisch e Elternteil kann die familiäre Be- ziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränkt em Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses w ahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Eltern teil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben genügt, dass der Konta kt zum Kind über Kurzaufenthalte, Ferienbesuche bzw. die traditionellen oder modernen K ommunikationsmittel vom Ausland her grenzüberschreitend gelebt werden kann; gegebenenfall s sind die Modalitäten des Besuchs- rechts den ausländerrechtlichen Vorgaben anzupassen (BGE 139 I 315 E. 2.2). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der nicht sorge- bzw. obhutsbe- rechtigte ausländische Elternteil dann einen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Bezie- hung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distan z zum Herkunftsland der ausländi- schen Person praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und deren bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat. Der Begriff der besonderen Intensität der affektiven Beziehung wurde für bereits in der Schweiz an sässige ausländische Personen da- hingehend präzisiert, dass das Erfordernis erfüllt ist, wenn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab üblichen Besuchsrechts ausgeüb t wird (Urteil des BGer 2C_614/2014 vom 5. Mai 2015 E. 5.1.1; BGE 139 I 319 ff. E. 2.3 ff.). Nach wie vor bleibt aber erforderlich, dass auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine b esonders intensive Beziehung zwi- schen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elternteil besteht und dass dessen bisheriges Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhalten in der Schweiz zu keinerlei wesentlichen Klagen Anlass gegeben hat (BGE 139 I 315 E. 2.5 S. 321; Urteil des BGer 2C_547/2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). 10.5. Mit Urteil des Zivilkreisgerichts vom 10. Juli 2017 wurde die Tochter des Beschwerde- führers für die Dauer des Getrenntlebens in die Obhut der Mutter gestellt. Für die Tochter wurde eine Erziehungsbeistandschaft erstellt mit der Aufgabe, gemeinsam mit den Eltern eine Rege- lung des Besuchsrechts auszuarbeiten und die Eltern bei deren Umsetzung zu unterstützen. Mittelfristig sollte ein gerichtsübliches, unbegleitetes B esuchsrecht installiert werden. Zwischen dem 9. Oktober 2017 und dem 19. Dezember 2017 haben f ünf begleitete Besuche stattgefun- den. Gemäss Bericht des Berufsbeistandes vom 15. März 20 18 seien diese Besuche allesamt konfliktbehaftet gewesen. Die KESB J.____ hat nach dem geplanten fünften Treffen entschie- den, vorerst auf weitere Treffen zu verzichten. Im Bericht vom 14. November 2018 teilte der von der KESB eingesetzte Berufsbeistand mit, dass seit dem 19. Dezember 2017 keine weiteren Besuche mehr zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Toc hter hätten aufgegleist werden können. Es sei mehrfach versucht worden, grundlegende Regeln für die Treffen zu klären. Dies sei jedoch aufgrund des Verhaltens des Beschwerdeführers n icht ansatzweise möglich gewe- sen. Weder der Beizug eines Mitarbeitenden des Bedrohu ngsmanagement Baselland noch ein Wechsel der Institution zur Begleitung der Besuchstage noch ein Wechsel des Beistandes habe zu einer Lösung geführt. Wie der Regierungsrat in seiner Erwägung 12.e ausführt, zeichnen die Berichte des Berufsbeistandes insgesamt das Bild eines Be schwerdeführers, der sich unge- bührlich, aufbrausend, zeitweise aggressiv und nicht koop erativ verhält. Das Verhalten des Be- schwerdeführers führte dazu, dass er seine Tochter seit Deze mber 2017 nicht mehr besuchte. Laut Beschwerdeführer fand am 15. Februar 2018 erstmal s wieder ein Treffen zwischen ihm und seiner Tochter statt. Er leistete seit der Trennung von der Kindsmutter und der Erziehungs- beistandschaft mit Urteil vom 10. Juli 2017 (Rektifikat vom 20. Juli 2017) keinen Beitrag dazu, ein angemessenes Setting zur Durchführung der Besuche seiner Tochter zu entwickeln und um regelmässige Besuche, mittelfristig auch unbegleitete Besuche, zu ermöglichen. 10.6. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, die Vorinstanz verkenne, dass die von der KESB geschilderten und vom Beschwerdefü hrer nicht grundsätzlich bestritte- nen Konfliktsituationen gerade Ausdruck der in affektiver Hinsicht ausserordentlich engen Va- ter-Tochter-Beziehung seien. Diese werde bis 2017 denn auch grundsätzlich bejaht und für die Folgezeit primär in Frage gestellt, weil die Besuchsre chte nicht regelmässig gelebt worden sei- en. Unbeachtet bleibe aber, dass gerade die für den Va ter schmerzhafte und unverständliche Beschneidung des Besuchsrechts ausschlaggebend für das g espannte Verhältnis zum Bei- stand gewesen sei und sei. Diese Probleme würden aber wiederum zur gänzlichen Sistierung des Besuchsrechts führen, welche dem Beschwerdeführer nun negativ angelastet würden. Dem sei nicht zu folgen und der vorliegende Sachverhalt sei vo n solchen zu unterscheiden, in wel- chen die Eltern-Kind-Beziehung aufgrund eines mangelha ften Interesses des betreffenden El- ternteils nicht gelebt werde. Der Beschwerdeführer lie be seine Tochter, und er leide unter dem fehlenden Kontakt derart stark, dass er sich in seinem Sc hmerz immer wieder zu einem für ihn ungünstigen Verhalten hinreissen lasse (Diskussion mit dem Beistand etc.). Die Frage einer allfälligen Verletzung von Art. 8 EMRK könne somit ni cht einzig über das formale Kriterium der tatsächlich stattfindenden Besuche beantwortet werden. Vielmehr sei zu prüfen, ob die gesetz- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich vorausgesetzte affektive Nähe zwischen Vater und Tochte r bestehe. Diesen Umstand ver- kenne die Vorinstanz, womit ihr eine unvollständige bzw. unrichtige Feststellung des massgeb- lichen Sachverhalts vorzuwerfen sei. Die im Lichte von A rt. 8 EMRK entscheidende Frage, ob zwischen dem Beschwerdeführer und seiner Tochter ein af fektives Näheverhältnis bestehe, sei mittels Gutachten abzuklären. 10.7. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist f ür das ausländerrechtliche Bewilli- gungsverfahren der Umfang des persönlichen Kontakts und damit die tatsächlich gelebte Be- ziehung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht wesentlich (BGE 143 I 21 E. 5.5.4). Nicht rele- vant ist eine allenfalls bestehende elterliche Liebe de r ausländischen Person für sein Kind, wel- che aber nicht durch persönlichen Kontakt gelebt wird. Ebenso wenig ist der Wunsch nach Kon- takt zum Kind massgebend, wenn dieser nicht durch den ausg eübten Kontakt manifest wird. Der Beschwerdeführer macht nicht geltend, neuerdings sei n Besuchsrecht wahrzunehmen. Somit existiert zwischen ihm und seiner Tochter aktuell und seit längerem gar keine tatsächlich gelebte affektive Beziehung. Der Beschwerdeführer gibt im Übrigen auch zu, dass er sich im- mer wieder zu einem für ihn ungünstigen Verhalten hin reissen lasse. Da im vorliegenden Fall das Besuchsrecht nicht gelebt wird, ist der Antrag des Beschwerdeführers in seiner Beschwer- debegründung an das Kantonsgericht, es solle ein Gutachten über das affektive Näheverhältnis zwischen Vater und Tochter erstellt werden, zu Recht abgelehnt worden. 10.8. In Bezug auf das vom Beschwerdeführer herangezog ene Urteil des EGMR Udeh ge- gen Schweiz [12020/09] vom 16. April 2013 ist festzuhalt en, dass in jenem Fall unter anderem die Töchter des ausländischen Vaters diesen zwei Mal wö chentlich besuchten und er einen engen Kontakt zu seinen Kindern pflegte. Damit liegt ein nicht vergleichbarer Sachverhalt vor. Der Beschwerdeführer kann aus dem genannten Urteil somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. 10.9. Laut Urteil vom 10. bzw. 20. Juli 2017 wurde a uf die Festlegung von Unterhaltsbeiträ- gen mangels Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers verzi chtet. Mit Verfügung vom 24. September 2019 legte das Zivilkreisgericht dann Unte rhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 450.-- pro Monat mit Wirkung per 1. Oktober 2019 fest. Damit steht überdies fest, dass für die Zeitspanne von über zwei Jahren auch keine wirtschaf tliche Beziehung zwischen dem Be- schwerdeführer und seiner Tochter bestanden hat. Des Weit eren hat sich der Beschwerdefüh- rer aufgrund seiner strafrechtlichen Verurteilungen n icht klaglos verhalten. Damit hat er auch gestützt auf Art. 8 EMRK bzw. aus Art. 13 BV und aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG keinen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. 11.1. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Be schwerdeführers auf Ertei- lung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren Verl ängerung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensent scheids, welcher nach den allgemei- nen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung de r Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caro- ni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 AuG N 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausü bung haben die Behörden gemäss Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. 11.2. In der Verfügung vom 13. Dezember 2018 hat das AFMB ausgeführt, weshalb dieses nicht gewillt ist, dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsb ewilligung im Rahmen seines Ermes- sens zu verlängern. Der Regierungsrat beanstandet diese Entscheidung nicht und der Be- schwerdeführer moniert diese in der Beschwerde an das K antonsgericht nicht. Das AFMB hat die relevanten Kriterien geprüft, unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung nicht ermessensweise verlängert wurde. 12.1. In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen , ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastung en stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des BGer 2C_705/2013 vom 11. Novem- ber 2013 E. 3.2). 12.2. Dabei kommt der bisherigen Aufenthaltsdauer ei ne erhebliche Bedeutung zu. Je länger jemand in einem bestimmten Land lebt, desto enger wer den im allgemeinen die Beziehungen sein, die er dort geknüpft hat, und desto gewichtiger wird dieses Element in der Interessenab- wägung. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann nach einer rechtmässigen Aufent- haltsdauer von rund zehn Jahren regelmässig davon ausgegan gen werden, dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, dass e s für eine Aufenthaltsbeendigung besonderer Gründe bedarf; im Einzelfall kann es sich freilich anders verhalten und die Integrati- on zu wünschen übrig lassen. Es kann aber auch sein, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt der Anspruch auf Achtung des Privatlebens betroffen i st. Liegt nach einer längeren bewilligten Aufenthaltsdauer, die zwar zehn Jahre noch nicht errei cht hat, eine besonders ausgeprägte Integration vor (nebst engen sozialen Beziehungen namen tlich auch in sprachlicher, beruflicher und wirtschaftlicher Hinsicht), kann es den Anspruch auf A chtung des Privatlebens verletzen, wenn eine Bewilligung nicht erneuert wird. Nicht zule tzt liegt es in solchen Konstellationen in der Regel im Interesse der Gesamtwirtschaft (vgl. Art. 3 Abs. 1 AuG), dass der Aufenthalt wei- terhin möglich ist. Das grundsätzlich legitime Interesse an einer Steuerung der Zuwanderung bzw. an der Erhaltung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen schweizerischer und aus- ländischer Wohnbevölkerung kann unter diesen Umständen f ür sich allein nicht genügen, um eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern (BGE 144 I 266 E. 3.9). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12.3. Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für di e Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Es ist zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessenabwägung vorge- nommen werden. 12.4. Als zulässiges öffentliches Interesse fällt insbeson dere das Durchsetzen einer re- striktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche rechtfertigt sich im Hinblick auf ein aus- gewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Einglie derung der in der Schweiz bereits an- sässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstru ktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 12.5. Der Beschwerdeführer lebt seit August 2013 und som it seit gut sechsundeinhalb Jah- ren in der Schweiz. Somit kann nicht von einer langen Anwesenheitsdauer in der Schweiz die Rede sein. Er reiste erstmals mit 23 Jahren in die Schwe iz ein. Seine Kindheit und Jugend hat er in Serbien verbracht. Er ist mit den dortigen Br äuchen und der Sprache vertraut. In Serbien absolvierte der Beschwerdeführer eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und verdiente dort seinen Lebensunterhalt als Automechaniker. Er reiste wä hrend seines Aufenthalts in der Schweiz nach eigenen Angaben etwa ein Mal im Jahr für die Ferien nach Serbien, wo eine Schwester von ihm lebt. Hier hat der Beschwerdeführer eine Tochter, zu der er jedoch nach der Definition der Rechtsprechung keine enge affektive Bindung hat und bis vor kurzem auch keine enge wirtschaftliche Beziehung hatte. Weitere nahe Verwandte hat er in der Schweiz nicht. Der Beschwerdeführer gibt im Rahmen des rechtlichen Gehörs an, er habe in der Schweiz einen Freundeskreis und er sei in der freiwilligen Feuerwehr tätig. Den Akten lässt sich dazu nichts Genaueres entnehmen. Die Verwurzelung des Beschwerdefü hrers in der hiesigen Gesellschaft ist nicht besonders intensiv und eine soziale Wiedereingl iederung in Serbien nicht gefährdet. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, sich beruflich in der Schweiz zu integrieren. Er wechselte häufig die Stelle, erwirtschaftete über die Jahre nur sehr geringe Einkommen, welche seinen Unterhalt nicht decken konnten und war immer w ieder arbeitslos. Vom 1. August 2011 bis zum 30. November 2012 hat der Beschwerdeführer Soz ialhilfeleistungen von rund Fr. 50'000.-- bezogen. Er ist hier strafrechtlich in Er scheinung getreten. Insgesamt vermögen die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem weiteren Verbleib in der Schweiz die öffentlichen Interessen an einer Nichtverlängerung sein er Aufenthaltsbewilligung und seiner Wegweisung nicht zu überwiegen. Dem Beschwerdeführer ist es zumutbar, in sein Heimatland zurückzukehren. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewi lligung und Wegweisung des Be- schwerdeführers sind somit verhältnismässig. Der Beschwerdef ührer moniert, er sei nie ver- warnt worden. Gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG kann eine Verwa rnung ausgesprochen werden, wenn eine Massnahme begründet, aber den Umständen nicht angemessen ist (vgl. Urteil des BGer 2C_613/2013 vom 1. Februar 2014 E. 5.2). Wie b ereits ausgeführt, war die Massnahme begründet und verhältnismässig, als sie ausgesprochen wurd e, und sie ist es weiterhin. Dem Beschwerdeführer ist es nicht gelungen, sich seit seiner Einreise zu integrieren. Es ist nicht er- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtlich, inwiefern eine Verwarnung etwas an seiner In tegration hätte ändern können. Die Be- schwerde ist folglich abzuweisen. 13.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfah rens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpfl ichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessene m Ausmass auferlegt. Die Verfahrens- kosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- sind demzu folge dem unterliegenden Beschwer- deführer aufzuerlegen. Die Parteientschädigung ist gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. 13.2. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Beschw erde die unentgeltliche Prozessfüh- rung und Verbeiständung. Mit Verfügung vom 30. Septe mber 2019 wurde das Gesuch mit der Begründung abgewiesen, aus der Gegenüberstellung zwische n Einkommen und notwendigem Lebensunterhalt ergebe sich ein Überschuss von Fr. 450.--. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2019 teilte der Beschwerdeführer dem Kantonsgericht mit, da ss er gemäss Verfügung des Zivilkreis- gerichts vom 24. September 2019 mit Wirkung ab 1. Oktob er 2019 einen Kinderunterhaltsbei- trag von monatlich Fr. 450.-- zuzüglich ihm allenfalls ausgerichteter Kinderzulagen zu bezahlen habe. Mit präsidialer Verfügung vom 10. Oktober 2019 entschied das Kantonsgericht, dass dem Beschwerdeführer für das vorliegende Verfahren die un entgeltliche Prozessführung und Ver- beiständung mit Wirkung ab 8. Oktober 2019 bewilligt werde. Demzufolge erscheint es ange- messen, dass von den Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- die Hälfte und somit Fr. 700.-- zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 13.3. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht e gemäss seiner Honorarnote vom 3. Februar 2020 einen Aufwand von 9.92 Stunden gelt end, was nicht zu beanstanden ist. Aus der detaillierten Honorarnote vom 11. November 2019 geht hervor, dass der Aufwand in der Zeitspanne vom 8. Oktober 2019 bis 11. November 2019 2. 85 Stunden betrug. Der detaillierten Honorarnote vom 3. Februar 2020 ist zu entnehmen, dass zwischen dem 12. November 2019 und dem 3. Februar 2020 nochmals ein Aufwand von 0.42 Stunden angefallen ist. Die Auslagen betragen gemäss den zwei Honorarnoten Fr. 10.60 und Fr . 5.30 (2. Februar 2020). Zufolge Be- willigung der unentgeltlichen Verbeiständung mit Wirk ung ab 8. Oktober 2019 ist dem Rechts- vertreter des Beschwerdeführers damit ein Honorar in de r Höhe von Fr. 721.50 inkl. Auslagen und 7.7 % Mehrwertsteuer (2.85 plus 0.42 Stunden à Fr . 200.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 15.90 und zuzüglich Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten 13.4. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführu ng mit Wirkung ab 8. Oktober 2019 gehen davon Fr. 700.-- zu Lasten der Gerichtskasse. Der Beschwerdeführer hat die restlichen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 700.-- zu bezahlen 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g mit Wirkung ab 8. Oktober 2019 wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdef ührers ein Honorar in der Höhe von Fr. 721.50 (inkl. Auslagen un d 7.7 % Mehrwert- steuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 24. Juli 2020 Beschwerd e beim Bundesgericht (2C_614/2020) erhoben.