C1 16 102 URTEIL VOM 22. JULI 2016 Kantonsgericht Wallis I. Zivilrechtliche Abteilung Hermann Murmann, Einzelrichter; Dr. Adrian Walpen, Gerichtsschreiber in Sachen X_________ GMBH, Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt M_________ gegen Y_________ AG, Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt N_________ (Bauhandwerkerpfandrecht) Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts O_________ vom 18. Januar 2016 - 2 - Verfahren und Sachverhalt A. Am 7. Dezember 2015 stellte die X_________ GmbH beim Bezirksgericht O_________ das folgende Gesuch um Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts: Als superprovisorische Massnahme Das Grundbuchamt des Kreises O_________ sei anzuweisen, auf der Parzelle Nr. xxx1, Plan Nr. xxx, gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde O_________, im Eigentum der Y_________ AG, O_________, für den Betrag von Fr. 218‘894.47, nebst Zins zu 5% seit dem 1. November 2015, ein Bauhandwerke r- pfandrecht zugunsten der X_________ GmbH unverzüglich vorläufig einzutragen und diese Eintragung vorzumerken. Als vorsorgliche Massnahme 1. Das Grundbuchamt des Kreises O_________ sei anzuweisen, auf der Parzelle Nr. xxx1, Plan Nr. xxx, gelegen auf dem Gebiet der Gemeinde O_________, im Eigentum der Y_________ AG, für den B e- trag von Fr. 218‘894.47, nebst Zins zu 5% seit dem 1. November 2015, ein Bauhandwerkerpfandrecht zugunsten der X_________ GmbH vorläufig einzutragen und diese Eintragung vorzumerken. 2. Der Gesuchstellerin sei eine Frist zur Einrei chung der Klage auf definitive Eintragung des Bauhan d- werkerpfandrechtes zu setzen. 3. Die Kosten des Verfahrens seien vorzubehalten. B. Mit superprovisorischem Entscheid vom 9. Dezember 2015 wies das Bezirksgericht das Grundbuchamt des Kreises O_________ an, das obgenannte Bauhandwerke r- pfandrecht vorläufig einzutragen und diese Eintragung vorzumerken. Gleichzeitig lud es die Parteien auf den 7. Januar 2016 vor, um über das Gesuch zu verhandeln. C. Nachdem anlässlich der Verhandlung vom 7. Janu ar 2016 zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden konnte, entschied das Bezirksgericht am 18. Januar 2016 wie folgt: 1. Das zu Lasten der Baurechtsparzelle Nr. (xxx1), Grundparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, gelegen auf Gebiet der Gemeinde O_________, in Eigentum Y_________ AG, für den Betrag von Fr. 218‘894.47 nebst Zins zu 5% seit dem 1. November 2015 durch das Grundbuchamt des Kreises O_________ am 10. Dezember 2015 unter Nr. xxx3 vorläufig eingetragene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfan d- recht zu Gunsten der X_________ GmbH bleibt bis auf Weiteres bestehen. 2. Der X_________ GmbH wird eine einzige Frist bis am 18. April 2016 eingeräumt, um den ordentl i- chen Prozess zur Durchsetzung ihrer Ansprüche einzuleiten. Wird die Klage nicht fristgemäss e ingereicht, fällt die vorläufige Eintragung gemäss Ziff. 1 des En t- scheids ohne weiteres dahin und wird im Grundbuch gelöscht. - 3 - 3. Das Verfahren Z2 15 78 wird als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben. (…) D. Mit Verfügung vom 25. April 2015 wie s das Bezirksgericht das Grundbuchamt O_________ an, das vorläufig eingetragene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfan d- recht im Grundbuch zu löschen, da es die Gesuchstellerin unterlassen habe, innert der am 18. Januar 2016 angesetzten 3-monatigen Frist bis am 18. April 2016 das ordentl i- che Verfahren einzuleiten. E. Mit vorab per Fax gesandtem Schreiben vom 26. April 2016 gelangte die Gesuc h- stellerin an das Bezirksgericht und machte geltend, sie habe am 11. April 2016 bei der Gemeinderichterin der Gemeinde O_________ ein Schlichtungsgesuch im Sinne von Art. 197 ZPO eingereicht. In Ziff. 4 dieses Gesuches sei beantragt, es sei zu Lasten der Baurechtsparzelle Nr. xxx1, Grundbuchparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, das vorläu- fig eingetragene, respektive vorgemerkte Bauhandwerkerpfandrecht definitiv einzutr a- gen. In diesem Sinne sei die dreimonatige Frist gewahrt und es werde ersucht, die Ver- fügung vom 25. April 2016 zu widerrufen und das Grundbuchamt anzuweisen, das vor- läufig eingetragene, respektive vorgemerkte Bauha ndwerkerpfandrecht im Grundbuch bis auf weiteres eingetragen zu lassen. F. Am 26. April 2016 teilte das Bezirksgericht der Gesuchstellerin mit, dass die Verf ü- gung vom 25. April 2016 nicht widerrufen werden könne, dass das Grundbuchamt i n- dessen angewiesen werde, bis zum vorliegen eines rechtskräftigen Beschwerdeent- scheids mit der Löschung zuzuwarten. G. Am 6. Mai 2016 reichte die X_________ GmbH gegen die Verfügung des Bezirk s- gerichts vom 25. April 2016 Berufung, evtl. Beschwerde ein mit folgenden Anträgen: 1. Die Berufung, eventuell die Beschwerde, sei gutzuheissen. 2. Die Verfügung der Bezirksrichterin O_________ vom 25. April 2016, in welcher das Grundbuchamt O_________ angewiesen worden ist, das am 19. Januar 2016 unter Beleg Nr. xxx4 zu Lasten der Bau- rechtsparzelle Nr. ( xxx1), Grundparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, gelegen auf Gebiet der Gemeinde O_________, in Eigentum Y_________ AG, für den Betrag von Fr. 218'894.47, nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2015, vorläufig eingetragene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfandrecht im Grundbuch des Kreises O_________ zu löschen, sei aufzuheben. - 4 - 3. Primär: 3.1 Es sei festzustellen, dass die X_________ GmbH mit Einreichung des Schlichtungsgesuches gemäss Art. 197 ff. ZPO bei der Gemeinderichterin der Gemeinde O_________ vom 11. April 2016 die mit Ent- scheid vom 18. Januar 2016 gesetzte einzige Frist zum Einleiten des ordentlichen Prozesses eingeha l- ten hat. 3.2 Das zu Lasten der Baurechtsparzelle Nr. ( xxx1) Grundparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, gelegen auf Gebiet der Gemeinde O_________, in Eigentum Y_________ AG, für den Betrag von Fr. 218'894.47, nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2015, durch das Grundbuchamt des Kreises O_________ am 10. Dezember 2015 unter Nr. xxx3 vorläufig eingetragene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfan d- recht, bestätigt am 19. Januar 2016 unter Beleg Nr. xxx4 zu Gunsten der X_________ GmbH, bleibt bis zum rechtskräftigen Entscheid über die definitive Eintragung bestehen. Subsidiär: 3.1 Es sei festzustellen, dass die X_________ GmbH mit Einreichung des Schlichtungsgesuches gemäss Art.197 ff. ZPO bei der Gemeinderichterin der Gemeinde O_________ vom 11. April 2016 die mit En t- scheid der Bezirksrichterin O_________ vom 18. Januar 2016 gesetzte einzige Frist zum Einleiten des ordentlichen Prozesses eingehalten hat. 3.2 Die Gemeinderichterin der Gemeinde O_________ sei anzuweisen, auf die Eingabe der X_________ GmbH vom 11. April 2016 betreffend Eintragung des definitiven Bauhandwerkerpfandrechts nicht ei n- zutreten, unter Hinweis auf Art. 63 ZPO, wonach die Rechtshängigkeit betreffend definitiver Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts am 11. April 2016 eingetreten ist, vorausgesetz t, die Klage auf definiti- ve Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechtes werde innert eines Monats beim zuständigen Gericht neu eingereicht. Subsubsidiär: 3.1 Die Angelegenheit sei an die Vorinstanz zur Ergänzung des Beweisverfahrens zurückzuweisen. 4. In verfahrensrechtlicher Hinsicht In Bestätigung der Verfügung der Bezirksrichterin des Bezirksgerichts O_________ vom 26. April 2016 (Z215 78) wird das Grundbuchamt O_________ angewiesen, das zu Lasten der Baurechtsparzelle Nr. (xxx1) Grundparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, gelegen auf Gebiet der Gemeinde O_________, in Ei- gentum Y_________ AG, für den Betrag von Fr. 218'894.47, nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2015, durch das Grundbuchamt des Kreises O_________ am 10. Dezember 2015 unter Nr. xxx3 vor- läufig eingetragene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfandrecht, bestätigt am 19. Januar 2016 unter Beleg Nr. xxx4 zu Gunsten der X_________ GmbH, für die Dauer des Verfahrens bis auf weiteres ei n- getragen zu lassen. 5. Die Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteie ntschädigung, zuzüglich MwSt.) des Berufungsverfa h- rens werden der Berufungsbeklagten auferlegt. - 5 - H. Am 3. Juni 2016 nahm die Berufungsbeklagte in dem Sinne Stellung, dass die ange- fochtene Verfügung des Bezirksgerichts vom 25. April 2015 ohne jeglichen Antr ag ih- rerseits ergangen sei. Ob die Einleitung des Zivilverfahrens fristgemäss erfolgt sei, sei von Amtes wegen zu prüfen. Die Kosten des Verfahrens seien der Berufungsklägerin, subsidiär dem Staat Wallis aufzuerlegen. Die Berufungsklägerin, subsidiär der K anton Wallis, habe ihr eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen. Erwägungen 1. 1.1 Mit Berufung anfechtbar sind erstinstanzliche End- und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen (Art. 308 Abs. 1 ZPO), in vermögensrechtlichen Angelegenheiten indessen nur, wenn der Streitwert mindestens Fr. 10‘000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Der Entscheid, mit dem die provisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts verweigert wird, stellt, anders als der Entscheid, der die provisorische Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts bewilligt, einen Endentscheid dar, weil mit seiner Recht s- kraft der Anspruch des Unternehmers auf ein Baupfandrecht verwirkt, d.h. irreversibel untergehen würde (BGE 137 III 589 E. 1.2; Bundesgerichtsurteile 5A_233/2015 vom 7. September 2015 E. 1 und 5A_21/2014 vom 17. April 2014 E. 1.2 ; Schumacher, Bauhandwerkerpfandrecht: Rechtsmittel im summarischen Verfahren betreffend vo r- läufigen Grundbucheintrag?, in: Baurecht 2012 S. 74 ff.). Dasselbe muss für den vorliegend angefochtenen Entscheid gelten, mit welchem das Grundbuchamt angewiesen wird, das vorläufig eingetragene resp. vorgemerkte Ba u- handwerkerpfandrecht im Grundbuch zu löschen, da es die Gesuchstellerin unterla s- sen habe, innert der am 18. Januar 2016 angesetzten 3 -monatigen Frist bis am 18. April 2016 das ordentliche Verfahren einzuleiten. Auch dieser Entscheid hat zur Folge, dass der Anspruch des Untermehrs auf ein Baupfandrecht verwirkt. Der gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO für eine Berufung in vermögensrechtlichen Angel e- genheiten notwendig zu erreichende Streitwert von Fr. 10'000. -- ist vorliegend klar e r- reicht und das Kantonsgericht ist gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. b des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO) sachlich zur Beurteilung zuständig. - 6 - 1.2 Nach Art. 249 lit. d Ziff. 5 ZPO findet in Angelegenheiten betreffend die vorläufige Eintragung gesetzlicher Grundpfandrechte - worunter, auch der vorliegende Fall zu zählen ist - das summarische Verfahren Anwendung. Gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid beträgt die Frist zur Berufungseinreichung zehn T a- ge, wobei die Berufung unter Beilage des angefochtenen Entscheides schriftlich und begründet einzureichen ist (vgl. Art. 311 ZPO in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO). Auf die frist - und formgerecht erhobene Berufung ist einzutreten , wobei für deren B e- handlung ein einzelner Kantonsrichter zuständig ist (Art. 5 Abs. 2 lit. c EGZPO). 2. 2.1 Die Berufungsklägerin hat mit dem Schlichtungsgesuch mehrere Klagen gegen die Berufungsbeklagte gehäuft. Einerseits verlang t sie Werklohn (werkvertraglicher A n- spruch), andererseits ersuch t sie um die definitive Eintragung des Bauhandwerke r- pfandrechts (sachenrechtlicher Anspruch). Diese Klagen müssen von Gesetzes wegen nicht verbunden werden: So kann der Gläubiger gegen den Drittpfandeigentümer auf definitive Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts klagen, ohne gleichzeiti g den Schuldner auf Bezahlung des Werklohns einzuklagen (BGE 126 III 467 E. 3; 138 III 471 E. 2). Die Berufungsklägerin macht u.a. geltend, sie habe entgegen den Erwägungen im a n- gefochtenen Entscheid innert der gesetzten Frist die Rechtshängigkeit im Verfa hren um definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts durch das Einreichen eines Schlichtungsgesuches begründet. Sie habe, da die Beklagte dieselbe Partei sei, eine Klagenhäufung im Sinne von Art. 90 ZPO vorgenommen. 2.2 Gemäss Art. 198 lit. h ZPO e ntfällt das Schlichtungsverfahren, wenn das Gericht - wie vorliegend - eine Frist für eine Klage gesetzt hat. Entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerin stellt sich vorliegend nicht die Kernfrage, ob es für das Einklagen einer Forderung, welche dem P fandrecht zugrunde liegt, einer Schlichtung bedarf, soweit die Forderung gemeinsam mit der definitiven Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts geltend gemacht wird und sie sich gegen dieselbe Partei richtet (diese Frage hat das Bundesgericht mit Urteil 4A_413/2012 vom 14. Januar 2013 E. 6 dahingehend entschieden, dass d ie Klagehäufung nicht zu den Ausnahmen vom Schlichtungsverfahren i.S.v. Art. 198 gehört; ebenso Schrank, Das Schlichtungsverfahren nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Diss. Basel/St. Gallen 2014 N. 94: „Ist für einen Anspruch das Schlichtungsverfahren oblig a- torisch und für den anderen ausgeschlossen, so ist eine anfängliche Klagenhäufung - 7 - nur möglich, sofern für den ersteren das Schlichtungsverfahren durchlaufen, eine Kl a- gebewilligung ausgestellt wurde und deren Gültigkeit noch nicht abgelaufen ist“). Richtigerweise betrifft die vorliegend zu beantwortende Kernfrage nicht die Ford e- rungsklage (und ob es für diese einer Schlichtung bedarf), sondern die Klage auf def i- nitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts und dabei konkret die Frage, ob die Frist zur Klageeinreichung gewahrt wird, wenn für diese Klage - entgegen Art. 198 lit. h ZPO - ein Schlichtungsgesuch gestellt wird. Es stellt sich somit entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin nicht die Frage, ob die Forderungsklage von der Ausnahme von Art. 198 lit. h ZPO mitumfasst ist oder nicht und die entsprechenden Ausführungen der Berufungsklägerin zu dieser Kontroverse (s. dazu Schumacher, Bauhandwerkerpfan d- recht, in: BR 2015 S. 365) zielen ins Leere. In Lehre und Rechtsprechung unbestritten ist, dass die Klage auf die gerichtliche A n- ordnung der definitiven Grundbucheintragung eines Baupfandrechts, das aufgrund eines in einem summarischen Verfahren ergangenen Endentscheids vor läufig im Grundbuch eingetragen worden ist, keiner Klagebewilligung einer Schlichtungsbehörde bedarf, weil das Gericht im summarischen Verfahren Frist zu dieser Klage angesetzt hat (Schumacher, a.a.O., S. 365). Es ist somit festzuhalten, dass die Berufungsklägerin die Klage auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts beim Bezirksgericht hätte einreichen müssen, was sie nicht getan hat. Dem Rechtsbegehren Ziff. 3.1, wonach festzustellen sei, dass die X_________ GmbH mit Einreichung des Schlichtungsgesuches gemäss Art. 197 ff. ZPO bei der Gemeinde- richterin der Gemeinde O_________ vom 11. April 2016 die mit Entscheid vom 18. Januar 2016 gesetzte Frist zum Einleiten des ordentlichen Prozesses eingehalten habe, kann somit nicht entsprochen werden. 3. Für den Fall, dass das Berufungsgericht zum Schluss kommen sollte, dass die Kl a- ge auf definitive Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts ohne Schlichtungsgesuch direkt beim zuständigen Bezirksgericht hätte eingereicht werden müssen, macht die Berufungsklägerin einer Verletzung von Art. 63 ZPO geltend. Wird eine Eingabe, die mangels Zuständigkeit zurückgezogen oder auf die nicht eing e- treten wurde, innert eines Monates seit dem Rückzug oder dem Nichteintretensen t- scheid bei der zuständigen Schlichtungsbehör de oder beim zuständigen Gericht neu eingereicht, so gilt als Zeitpunkt der Rechtshängigkeit das Datum der ersten Einre i- chung (Art. 63 Abs. 1 ZPO). Gleiches gilt, wenn eine Klage nicht im richtigen Verfahren eingereicht wurde (Art. 63 Abs. 2 ZPO) . Sinn und Zweck der Norm von Art. 63 Abs. 1 - 8 - ZPO liegen darin, die als unbillig empfundene Konsequenz zu vermeiden, dass eine unrichtige Klageeinleitung und der daraufhin ergehende Nichteintretensentscheid oder der Klagerückzug angebrachtermassen zu einem Rechtsverl ust des Ansprechers fü h- ren, weil damit die mit der ursprünglichen Klageanhebung eingetretene Rechtshängi g- keit wieder entfällt und dadurch Klage- oder Verjährungsfristen nicht mehr gewahrt sind (BGE 141 III 481 E. 3.2.4 m.w.H.). Eine Rückdatierung der Rech tshängigkeit nach Art. 63 ZPO setzt voraus, dass der Ansprecher die gleiche Rechtsschrift, die er u r- sprünglich bei einem unzuständigen Gericht (oder Schlichtungsbehörde) eingegeben hat, fristgerecht im Original bei der von ihm für zuständig gehaltenen Behö rde neu ein- reicht (BGE 141 III 481 E. 3.2.4), In der Lehre wird zwar teilweise die Meinung vertreten, Art. 63 ZPO beziehe sich nur auf die örtliche Zuständigkeit. Das Bundesgericht hat allerdings klar gestellt, dass Art. 63 ZPO auch bei sachlicher Unzuständ igkeit Anwendung findet (BGE 138 III 471 E. 6; Bundesgerichtsurteil 4A_592/2013 vom 4. März 2014 E. 3.2. m.w.H.). Art. 63 ZPO kommt somit - unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs - auch in Fällen zur Anwe n- dung, in denen ein Schlichtungsgesuch gestellt wird, obwohl das Gesetz das Schlic h- tungsverfahrens für den betreffenden Fall explizit ausschliesst (Sutter-Somm/Hedinger, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO), 3. A., Zürich/Basel/Genf 2016, N. 8 zu Art. 63 ZPO). Hat es aber die Berufun gsklägerin gestützt auf Art. 63 ZPO selber in der Hand, ihr bei der sachlich unzuständigen Gemeinde richterin eingereichtes Schlichtungsgesuch b e- treffend die definitive Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts z urückzuziehen und gestützt auf Art. 63 ZPO als Klage beim zuständigen Bezirksgericht einzureichen, besteht für das Kantonsgericht kein Anlass, de r Gemeinderichterin Anweisungen zu erteilen, wie dies die Berufungsklägerin mit Rechtsbegehren Ziff. 3.2 subsidiär bean- tragt. Bei diesem Ergebnis kann auch offen bleiben, ob die Gemeinderichterin übe r- haupt einen Nichteintretensentscheid fällen könnte. Das Handelsgericht des Kantons Aargau verneinte dies in seinem Urteil vom 24. September 2013 (zitiert im Bundesg e- richtsurteil 4A_592/2013 vom 4. März 2014 E. 3.1), indem es erwog, zwar müsse die Schlichtungsbehörde ihre Zuständigkeit prüfen und im Fall, dass sie sich als unzustä n- dig erachte, die klagende Partei darauf aufmerksam machen, um ihr die Möglichkeit des Rückzugs zu geben. Werde aber seitens der klagenden Partei die Durchführung der Schlichtungsverhandlung verlangt, so habe diese grundsätzlich zu erfolgen. Der Entscheid darüber, ob die Zuständigkeit der Schlichtungsbehörde vorgelegen habe, komme in jedem Fall dem Gericht zu. - 9 - 4. 4.1 Das Gericht hat in seinem Urteil die Prozesskosten, welche sowohl die Gerichts - kosten als auch die Parteientschädigung umfassen (Art. 95 ZPO), von Amtes wegen festzulegen (Art. 104 f. ZPO). Die Höhe der Prozesskosten richtet sich dabei nach kan- tonalem Recht (Art. 96 ZPO); für den Kanton Wallis nach dem Gesetz betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigung vor Gerichts - oder Verwaltungsbehörden (GTar) vom 11. Februar 2009. Die Prozesskosten sind grundsätzlich e ntsprechend dem Verfahrensausgang aufzuer- legen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Nach Art. 108 ZPO hat indessen unnötige Prozesskosten zu bezahlen, wer sie verursacht hat. Das Gesetz statuiert damit für unnötige Kosten das Verursacherprinzip (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizeris chen Zivilpr o- zessordnung, BBl 2006 7221, 7298 zu Art. 106 E-ZPO). Der Begriff der unnötigen Kos- ten wird im Gesetz nicht näher umschrieben. Als unnötig sind in erster Linie Kosten zu qualifizieren, die durch verspätete oder fehlerhafte Prozesshandlungen ver ursacht werden. Ein vorwerfbares Verhalten wird indessen nicht verlangt (Sterchi, Berner Kommentar, N. 4 zu Art. 108 ZPO). Die vorliegend entstandenen Prozesskosten wurden ausschliesslich durch eine fehle r- hafte Prozesshandlung seitens der Berufungsklägeri n, nämlich das Einreichen eines Schlichtungsgesuchs beim Gemeinderichter statt einer Klage beim Bezirksgericht, ve r- ursacht. Es rechtfertigt sich deshalb, die Prozesskosten in Anwendung von Art. 108 ZPO vollumfänglich der Berufungsklägerin aufzuerlegen. 4.2 Die Entscheidgebühr (Art. 95 Abs. 2 lit. b ZPO) wird auf Grund des Streitwertes, des Umfangs und der Schwierigkeit des Falls, der Art der Prozessführung der Parteien sowie ihrer finanziellen Situation und nach dem Kostendeckungs - und Äquivalenzprin- zip festgesetzt (Art. 13 Abs. 1 und 2 GTar). Sie bewegt sich im summarischen Verfah- ren zwischen vorsorglichen Massnahmeverfahren als summarisches Verfahren zw i- schen Fr. 90. -- und Fr. 4' 800.-- (Art. 18 GTar), wobei im Berufungsverfahren ein R e- duktions-Koeffizient von 60 % berücksichtigt werden kann (Art. 19 GTar). Im Berufungsverfahren war das Dossier nicht umfangreich und die rechtlichen Fragen nicht schwer. Nach diesen Kriterien ist vorliegend nach richterlichem Ermessen eine Gebühr von Fr. 1’800.-- gerechtfertigt und angemessen, welche de r Berufungsklägerin aufzuerlegen ist. Nach Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4‘500.-- sind dieser Fr. 2‘700.-- aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. - 10 - 4.3 Der Berufungsklägerin, welcher aufgrund von Art. 108 ZPO sämtliche Prozesskos- ten aufzuerlegen sind, ist keine Parteientschädigung zuzusprechen . Demgegenüber hat d ie anwaltlich vertretene Berufungsbeklagte, d ie eine Parteientschädigung bea n- tragt hat, Anspruch auf eine solche (Art. 10 8 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO). Die Parteien t- schädigung umfasst den Ersatz notwendiger Auslagen und die Kosten einer beruf s- mässigen Vertretung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsen t- schädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Das Anwaltshonorar richtet sich in der Regel nach dem Streitwert und bemisst sich im gesetzlich vorgegebenen Rahmentarif nach der Natur und Bedeutung des Falls, der Schwierigkeit, dem Umfang, der vom Rechtsbeistand nützlich aufgew andten Zeit und der finanziellen Situation der Partei (Art. 27 Abs. 1 und 2 GTar). Für das Berufungsver- fahren ist ein Reduktions -Koeffizient von 60 % zu berücksichtigen, womit Honorar im Prinzip minimal Fr. 5‘760.-- und maximal Fr. 7'880.-- beträgt (Art. 3 4 Abs. 2, Art. 35 Abs. 1 lit. a GTar). Wenn ein offensichtliches Missverhältnis zwischen der Entschäd i- gung gemäss GTar und der effektiven Arbeit des Rechtsbeistands besteht, kann das Honorar unter das genannte Minimum gesenkt werden (Art. 29 Abs. 2 GTar). Unter Berücksichtigung des angeführten Rahmentarifs und der hievor genannten Kriterien sowie des mit der Vertretung im Berufungsverfahrens verbundenen Aufwands (die Be- rufungsbeklagte musste zwar eine 16 Seiten umfassende Berufung zur Kenntnis ne h- men, konnte sich aber mit einer kurzen Stellungnahme begnügen, welche im Wesentli- chen darauf beschränkt war, festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung ohne A n- trag seitens der Berufungsbeklagten ergangen und von Amtes wegen zu prüfen sei, ob die Einleitung des Zi vilverfahrens fristgemäss erfolgt sei ) erachtet das Kantonsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1‘000.--, Auslagen inklusive, für die berufsmässige Vertretung, als angemessen. - 11 - Das Kantonsgericht erkennt 1. Die Verfügung des Bezirksgerichts O_________ vom 25. April 2015 , wonach das am 19. Januar 2016 unter Beleg Nr. xxx4 zu Lasten der Baurechtsparzelle Nr. (xxx1), Grundparzelle Nr. xxx2, Plan Nr. xxx, gelegen auf Gebiet der Gemei n- de O_________, in Eigentum Y_________ AG, O_________, für den B etrag von Fr. 218‘894.47 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. November 2015 vorläufig eingetra- gene resp. vorgemerkte Bauhandwerkerpfandrecht im Grundbuch des Kreises O_________ zu löschen sei, wird aufgehoben. 2. Soweit weitergehend, wird die Berufung abgewiesen. 3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1‘800.-- gehen zu Lasten der X_________ GmbH. Nach Verrechnung mit dem geleisteten Kostenvorschuss werden dieser Fr. 2‘700.-- zurückerstattet. 4. Die X_________ GmbH bezahlt der Y_________ AG für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1‘000.--. Sitten, 22. Juli 2016