Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Oktober 2017 (720 17 85 / 280) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Nichteintreten der IV-Stelle auf ein Leistungsgesuch als Folge eines Mahn- und Bedenk- zeitverfahrens im Zusammenhang mit ergänzenden Abklärungen hinsichtlich eines Betä- tigungsvergleichs. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch André Baur , Advokat , Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente / Nichteintreten A. Der 1961 geborene A.____ ist als selbständiger Z ahnarzt tätig und hat sich dabei auf die ästhetische Zahnmedizin konzentriert. Im Juli 2011 hat er seine Einzelfirma in eine Aktienge- sellschaft umgewandelt. Im Jahre 2006 wurde bei A._ ___ ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Dieses wurde im Spital B.____ mit einer Radio- und einer Chemotherapie erfolgreich behandelt. Im Jahre 2010 wurde jedoch ein Rezidiv erhoben. Am 28. Februar 2011 meldete sich A.____ Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht deshalb unter Hinweis auf ein Taubheitsgefühl in Händen und Füssen, Erschöpfung, Konzentra- tionsschwäche und Sprachstörungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Im Mai 2011 trat ein zweites Rezidiv a uf. Dieses zeigte sich nach erfolg- reich eingeleiteter Strahlentherapie bei stationären Verhältnissen als spontan regredient. Mit Blick auf eine Fatigue und eine ausgeprägte Neuropath ie hat das Spital B.____ dem Versicher- ten in der Folge eine voraussichtlich bleibende 75%-i ge Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Zahnarzt attestiert. Im November 2011 sowie im Juni 201 2 wurde diese Einschätzung mit Hin- weis auf eine Störung der Feinmotorik und der Sensibilität im Umfang von 80% durch das Spital B.____ bestätigt. B. Zwecks Abklärung der erwerblichen Verhältnisse wurde i m Dezember 2012 im Auftrag der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) von der C. ____ ein Abklärungsbericht erstellt, auf- grund dessen ein IV-Grad von 36,15% resultierte. Basis bildete das in den Jahren 2007 bis 2009 durchschnittlich erzielte Valideneinkommen des Versich erten im Vergleich zum Invaliden- einkommen des Jahres 2011, wobei dem Versicherten der Gew inn der im Juli 2011 neu in eine Aktiengesellschaft überführten Zahnarztpraxis vollumfänglich als Einkommen angerechnet wor- den war. C. Am 15. April 2013 erliess die IV-Stelle einen erst en Vorbescheid, der eine Ablehnung des Rentenanspruchs in Aussicht stellte. Auf Einwand hin , wonach für die Bemessung des Va- lideneinkommens lediglich auf die Einkommen der Jahre 2008 sowie 2009 und für das Invali- deneinkommen auf jenes des Jahres 2012 abzustellen se i, wurde die C.____ mit einer ergän- zenden Abklärung der erwerblichen Verhältnisse beauftrag t. Aufgrund weiterer Einwände des Versicherten erging im November 2013 eine weitere Stel lungnahme der C.____, wonach eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Jahre 2007 aufgr und der erwerblichen Unterlagen nicht ersichtlich sei. D. Gestützt auf einen Arztbericht des behandelnden Neuro logen vom 21. Januar 2015 hielt der regional-ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle am 2 6. Januar 2015 fest, dass bei einer voll- zeitlichen Zumutbarkeit mit leichter Leistungs- und Eink ommensverminderung keine weiteren medizinischen Abklärungen mehr erforderlich seien. In sei ner Beurteilung vom 3. Februar 2015 hielt der RAD fest, dass seit mindestens Juni 2014, even tuell bereits seit Ende 2012, ein stabi- ler Gesundheitszustand mit einer Restarbeitsfähigkeit von 80% als Zahnarzt bestehe. Aufgrund neuer medizinischer Erkenntnisse wurde vom RAD in der Fo lge jedoch ein Gutachten bei Dr. med. D.____, FMH Neurologie und Verhaltensneurologie SGVN, in Auftrag gegeben. Nach- dem sich der Versicherte zunächst gegen eine Begutachtung gewehrt, in der Folge aber auf die von ihm geforderte polydisziplinäre Begutachtung nach Zu fallsprinzip verzichtet hatte, kam Dr. D.____ in seinem Gutachten vom 15. Juni 2015 zum Schluss, dass von einer quantitativen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von 25% auszuge hen sei. In einem weiteren Abklärungs- bericht des Aussendienstes der IV-Stelle vom 30. November 2015 wurde schliesslich festgehal- ten, dass sich aufgrund der durchschnittlichen Geschäftsabs chlüsse der Jahre 2007 bis 2009 ein Einkommensvergleich bewerkstelligen lasse. Ab 2012 wür de eine Einkommenseinbusse von über 50% resultieren. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Gestützt auf die neusten erwerblichen und gesundheitl ichen Abklärungsergebnisse erging am 22. Januar 2016 ein zweiter Vorbescheid, de mzufolge dem Versicherten bei einem IV-Grad von 58% ab 1. Januar 2012 eine halbe IV-Rent e zuzusprechen sei. Auf Einwand des Versicherten hin, wonach insbesondere das Valideneinkom men ohne Berücksichtigung des Jahres 2007 festzulegen sei, wurde der Versicherte zwecks er gänzender Erhebung der für ei- nen Betätigungsvergleich notwendigen Umstände anfangs Mai 2016 zu einem Gespräch einge- laden. Dieser Gesprächstermin wurde durch den Versichert en in der Folge zunächst verscho- ben und schliesslich mit Schreiben vom 6. Juni 2016 unt er Hinweis auf die bereits im Einwand- verfahren vorgebrachten Argumente abgesagt. Die IV-Stelle hielt am 7. Juli 2016 unter Hinweis auf dessen Mitwirkungspflicht fest, dass sich der Versicher te mit dem Abklärungsdienst der IV- Stelle zwecks Terminvereinbarung für eine Abklärung in Verbindung zu setzen habe. Nachdem sich der Versicherte am 8. Juli 2016 auf den Standpunkt g estellt hatte, dass die erhobenen Da- ten beweiskräftig seien und deshalb auf die zwecks Durchfüh rung eines Betätigungsvergleichs in Aussicht gestellte ergänzende Abklärung zu verzichten sei, forderte die IV-Stelle den Versi- cherten am 27. Juli 2016 unter dem Titel „Androhung Art. 21 ATSG“ auf, bis spätestens am 31. August 2016 seiner Mitwirkungspflicht nachzukommen un d sich mit dem Abklärungsdienst der IV-Stelle zwecks Terminvereinbarung für eine erneute Abklärung der erwerblichen Verhält- nisse in Verbindung zu setzen, andernfalls ein Aktenentschei d, die Einstellung weiterer Erhe- bungen und ein Nichteintreten ergehen werde. Nachdem der Versicherte mit Schreiben vom 28. Juli 2016 den Darlegungen der IV-Stelle widerspro chen hatte, erliess die IV-Stelle am 18. Oktober 2016 einen weiteren Vorbescheid, worin sie das Nichteintreten auf das Leistungs- gesuch des Versicherten in Aussicht stellte. Nachdem sich der Erlass der nachfolgenden Verfü- gung der IV-Stelle vom 23. November 2016 mit der Eing abe von Einwänden des Versicherten gleichen Datums gekreuzt hatte, zog die IV-Stelle ihre V erfügung vom 23. November 2016 zu- rück. Nach Prüfung der geltend gemachten Einwände vom 23. November 2016 erliess sie am 9. Februar 2017 eine neue Verfügung, mit welcher sie auf das Leistungsbegehren des Versi- cherten nicht eintrat. F. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Ad vokat André Baur, am 13. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Lan dschaft (Kantonsgericht) und beantragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtene n Verfügung mit Wirkung ab 1. Septem- ber 2011 eine Dreiviertelrente der IV zuzüglich 5% Zins spätestens ab 1. September 2013 zu- zusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Bestimmung des IV-Grads und der Rentenhöhe an die IV-S telle zurückzuweisen, alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess er zusammengefasst geltend machen, dass kein Fall von Art. 21 Abs. 4 ATSG vorliege, sondern die IV-Stel le hinsichtlich des von ihr beabsichtigten Betätigungsvergleichs vielmehr gehalten gewesen wäre, e ine Verfügung betreffend die ange- strebten Abklärungen zu erlassen. Entgegen der von ihr vertretenen Auffassung hätte der IV- Grad anhand der allgemeinen Methode des Einkommensver gleichs bestimmt werden müssen. Die Vornahme eines Betätigungsvergleichs im Sinne einer „second opinion“ erweise sich als bundesrechtswidrig, da die für die Beurteilung des Lei stungsanspruchs von Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen nicht das Recht des Versicher ungsträgers beinhalten würden, den Sachverhalt erneut abzuklären, weil ihm das bisheri ge Ergebnis seiner Abklärungen nicht passe. Vorliegend wäre für die Bemessung der Invalidit ät ohne weiteres ein Einkommensver- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleich möglich gewesen. Die Behauptung der IV-Stelle, dass zur Festlegung des Validenein- kommens zwei vollständige Jahresabschlüsse nicht genügen würde n, sei falsch. Es sei zwar richtig, dass das Einkommen per 2007 bei der Ermittlung des Valideneinkommens nicht berück- sichtigt werden dürfe. Unter Hinweis auf das mit Krankheit in den Jahren 2006 und 2007 erzielte Einkommen sei die lohnmässige Entwicklung in den Jahren 20 08 und 2009 für die Festlegung des im Gesundheitsfall erzielbaren Einkommens aber aussa gekräftig genug. In Bezug auf das Invalideneinkommen hätten die Auswirkungen der ab Mai 2010 geltenden Arbeitsunfähigkeit sodann erst im Jahr 2012 voll durchgeschlagen, weshalb nic ht auf die Daten des Jahres 2011 abgestellt werden dürfe, sondern aufgrund der in den Jahren 2012 bis 2014 von der Aktienge- sellschaft des Beschwerdeführers erzielten Erträge von eine m durchschnittlichen Invalidenein- kommen von Fr. 217‘219.— auszugehen sei. G. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 31. Mai 2017 auf Abweisung der Be- schwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor , dass den Verwaltungsbehörden bezüglich der Auswahl der Methode zur Bestimmung des IV- Grads ein gewisser Ermessens- spielraum zukomme. Aufgrund der in der Vergangenheit stark schwankenden Einkommen des Beschwerdeführers reiche es im vorliegenden Fall nicht a us, das Valideneinkommen lediglich anhand der Einkommen in den Jahren 2008 und 2009 zu be stimmen. Auch in Bezug auf das Invalideneinkommen würden Unklarheiten bestehen. Es han dle sich beim Unternehmen des Beschwerdeführers seit 2011 nicht mehr um eine Einzelfi rma, sondern neu um eine Aktienge- sellschaft. Ausserdem habe dessen Ehefrau im Jahre 2014 e inen massiv höheren Lohn bezo- gen. H. Mit Replik vom 4. September 2017 hielt der Beschwer deführer an seinen Rechtsbegeh- ren und der entsprechenden Begründung fest. Im Wesen tlichen liess er geltend machen, dass die IV-Stelle zu Unrecht nicht geprüft habe, ob das Va lideneinkommen nicht auch geschätzt hätte werden können. Für eine derartige Schätzung hä tte die IV-Stelle den krankheitsbedingt tiefer ausgefallenen Verdienst des Jahres 2007 beiziehe n können. Zusammenfassend erübrige sich ein Wechsel der Bemessungsmethode. Der Beschwerdeführe r sei deshalb seinen Aus- kunfts- und Mitwirkungspflichten in entschuldbarer Weise n icht nachgekommen, so dass sich ein Nichteintreten auf sein Leistungsgesuch als willkürli ch erweise. Mit Eingabe vom 12. Sep- tember 2017 verzichtete die IV-Stelle auf die Einreich ung einer Duplik. Die Angelegenheit wur- de in der Folge mit verfahrensleitender Verfügung vom 18. September 2017 dem Gericht zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Zu prüfen ist, ob die IV-Stelle auf die Anmeldun g des Versicherten zum Leistungsbe- zug vom 28. Februar 2011 zu Recht nicht eingetreten ist . Indessen kann das Gericht im Rah- men des vorliegenden Prozesses keine materielle Prüfung d es Rentenanspruchs vornehmen, gehört die Frage nach der Höhe des IV-Grads oder der konkreten Rentenhöhe doch weder zum Anfechtungs- noch zum Streitgegenstand des vorliegenden B eschwerdeverfahrens. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 13. März 2017 d ie Ausrichtung von Rentenleis- tungen samt Verzugszinsen beantragt hat, kann auf seine B eschwerde daher nicht eingetreten werden. Indessen geht sein Antrag, die angefochtene Ve rfügung sei aufzuheben und die Ange- legenheit sei zur Bestimmung des IV-Grads und der Renten höhe an die IV-Stelle zurückzuwei- sen, nicht über den Streitgegenstand des vorliegenden Prozesses hinaus. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 13. März 2017 ist insoweit daher einzutreten. 2.1 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft der Versicherungstr äger die Begehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes weg en vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuch ungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG). Kommen die versicherte Person oder andere Perso nen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten in unentschuldba rer Weise nicht nach, so kann der Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder di e Erhebungen einstellen und ein Nichteintreten beschliessen. Das Gesetz gibt keine Richtli nien vor, wie zwischen den beiden Erledigungsmöglichkeiten zu wählen ist. Immerhin ist na ch der Praxis zu beachten, dass von der Möglichkeit des Nichteintretens zurückhaltend Gebrauch zu machen ist. Soweit aufgrund der verfügbaren Akten ein materieller Entscheid möglich ist, soll kein Nichteintretensentscheid gefällt werden. Unzulässig ist ein Nichteintretensentschei d insbesondere auch dann, wenn sich der Sachverhalt ohne Schwierigkeiten und ohne besonder en Aufwand ohne die Mitwirkung der Partei abklären lässt. In jedem Fall ist die für die ve rsicherte Person günstigere Variante zu wählen (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2007, I 4 2/06, E. 5.2 mit Verweis auf BGE 108 V 231; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2009, Art. 43 N 53 mit weiteren Hin- weisen). Entscheidet der Versicherungsträger aufgrund de r Akten oder erlässt er einen Nicht- eintretensentscheid, muss er die versicherte Person oder a ndere Personen gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG vorher schriftlich mahnen und auf die Recht sfolgen hinweisen; es ist ihnen dabei eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Nach dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 3 ATSG liegt eine Verletzung der Mitwirkungspflicht schliesslich nur da nn vor, wenn sie in unentschuldbarer Weise erfolgt ist (Bundesblatt [BBl] 1991 S. 261). 2.2 Das in Art. 43 Abs. 3 ATSG geregelte Mahn- und B edenkzeitverfahren entspricht je- nem von Art. 21 Abs. 4 ATSG bei Verletzung der Schade nminderungspflicht. Gemäss dieser Gesetzesbestimmung können einer versicherten Person die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden, wenn sie sich ein er zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche V erbesserung der Erwerbsfähigkeit oder Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder w idersetzt. Bei der Verletzung sowohl der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG als au ch der Schadenminderungspflicht nach Art. 21 Abs. 4 ATSG hat das Mahn- und Bedenkzeitv erfahren jeweils den Zweck, eine versicherte Person zu einem bestimmten regelkonformen V erhalten zu bewegen. Der Sanktio- nierung wohnt mithin ein erzieherischer Gedanke inne, wonach es darum geht, das gewünschte Verhalten zu erreichen. Bei der Festlegung der Rechts folgen ist das Verhältnismässigkeitsprin- zip zu beachten (BGE 125 V 242). Wie bei Art. 21 Abs. 4 ATSG kann die Sanktion auch im Rahmen von Art. 43 Abs. 3 ATSG ausserdem nur solange greifen, als zwischen der sanktionier- ten Verhaltensweise und dem Schaden ein Kausalzusammenh ang besteht. Entschliesst sich die versicherte Person, die bisherige Verweigerung aufzugeben, fällt für die Zukunft der Kausal- zusammenhang dahin (ZAK 1977 46 ff.; m.w.H. K IESER , a.a.O., Rz. 98 zu Art. 21). Kommt die versicherte Person schliesslich ihrer Mitwirkungspflicht doch noch nach, kann sich die festge- legte Sanktion nur auf diejenige Zeitspanne beziehen, während der die Mitwirkung verweigert wurde (SVR 2008 IV Nr. 48, I 988/06, E. 7; KIESER , a.a.O., Rz. 56 zu Art. 43). 2.3 Zu beachten ist sodann, dass gemäss Art. 69 Abs. 1 li t. a IVG Verfügungen der IV- Stellen in Abweichung von Art. 52 ATSG direkt beim V ersicherungsgericht anfechtbar sind. Da das rechtliche Gehör also nicht nachträglich im Rahmen eines Einspracheverfahrens gewährt werden kann, sieht Art. 57a Abs. 1 IVG vor, dass die IV -Stellen den versicherten Personen den vorgesehenen Endentscheid über das Leistungsbegehren od er den Entzug oder die Herabset- zung einer bisher gewährten Leistung mittels eines Vorb escheids mitzuteilen haben; die versi- cherten Personen haben Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 42 ATSG. Sinn und Zweck des Vorbescheidverfahrens ist es, die versicherte Person vor Erlass einer Verfügung in die Ermittlungen des rechtserheblichen Sachverhaltes und in die im Einzelfall adäquaten Mass- nahmen einzubeziehen. Dieses Vorgehen erlaubt es, im per sönlichen Gespräch mit den be- troffenen versicherten Personen Unklarheiten zu beseitige n und gegebenenfalls die Beweg- gründe für einen voraussichtlich ablehnenden oder anders lautenden Entscheid der IV-Stelle zu erläutern. Es bietet somit besser Gewähr dafür, dass eine rseits der Sachverhalt richtig erhoben und dass andererseits der gestützt darauf getroffene n egative Entscheid von der versicherten Person akzeptiert wird (BBl 2005 S. 3079 ff.; auch BGE 134 V 97 E. 2.7 mit Hinweisen). Das Vorbescheidverfahren geht folglich über den verfassungsr echtlichen Mindestanspruch von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerische n Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 hinaus, indem es der versicherten Person die Gelegenheit bietet, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Endentscheid bzw . zur geplanten Rechtsanwen- dung zu äussern (BGE 134 V 97 E. 2.8.1; U RS MÜLLER , Das Verwaltungsverfahren in der Inva- lidenversicherung, Bern 2010, Rz. 2059). 3. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, dass der N ichteintretensentscheid der IV-Stelle unrechtmässig erfolgt sei, weil die von ihr b eabsichtigten Abklärungen hinsichtlich ei- nes Betätigungsvergleichs weder notwendig noch erforderlich gewesen seien. Der IV-Grad hät- te anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bestimmt werden müssen. Die Vornahme eines Betätigungsvergleichs im Sinne einer „seco nd opinion“ erweise sich als bun- desrechtswidrig, nachdem alle für die Beurteilung des L eistungsanspruchs notwendigen Um- stände bereits bekannt gewesen seien. Die für die Beurt eilung des Leistungsanspruchs von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Amtes wegen durchzuführenden Abklärungen würden nicht das Recht des Versicherungsträ- gers beinhalten, den Sachverhalt erneut abzuklären, nur weil ihm das Ergebnis seiner bisheri- gen Abklärungen nicht entspreche. Die IV-Stelle vertrit t demgegenüber die Auffassung, dass dem Einwand des Versicherten, das Jahr 2007 für die Bem essung des Valideneinkommens ausser Acht zu lassen, gestützt auf die Einschätzung des RA D stattgegeben worden sei. Es seien für die Berechnung des Valideneinkommens daher n ur noch die Jahre 2008 und 2009 übrig geblieben, weshalb sich keine zuverlässige Berechnu ng mehr habe bewerkstelligen las- sen und die ausserordentliche Methode des Einkommensverg leichs habe angewendet werden müssen. Angesichts dieses Umstands habe die IV-Stelle daher zu Recht versucht, ergänzende Abklärungen betreffend die selbständige Erwerbstätigkeit des Versicherten durchzuführen. 3.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad bei er werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Er werbseinkommen, das die versi- cherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Dur chführung der medizinischen Behand- lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli- chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkomme n), in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre (Validenein- kommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst gena u ermittelt und einander ge- genübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensd ifferenz der Invaliditätsgrad bestim- men lässt (BGE 104 V 136). Insoweit die fraglichen Er werbseinkommen ziffernmässig nicht ge- nau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte mite inander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuve rlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für nich t erwerbstätige Versicherte (Art. 28a Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invalidi- tätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des aus- serordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Inva- lidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsv ergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs d ie leidensbedingte Behinderung fest- zustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre er werbliche Auswirkungen besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionelle n Leistungsvermögen eines Erwerb- stätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerwei se, eine Erwerbseinbusse gleichen Um- fangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestim- men ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen). 3.2 Bei Selbständigerwerbenden, welche allein oder zusa mmen mit Familienmitgliedern ei- nen Betrieb bewirtschaften, ist das für die Invaliditä tsbemessung massgebende Erwerbsein- kommen einzig auf Grund ihrer eigenen Mitarbeit im Be trieb zu bestimmen. Abzustellen ist demnach alleine auf jene Einkünfte, welche die versicher te Person selbst durch ihr eigenes Leistungsvermögen zumutbarerweise realisieren kann (Art. 25 Abs. 2 IVV). Die Gegenüberstel- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung der vor und nach Eintritt eines invalidenversicher ungsrechtlichen Versicherungsfalles in einem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse na ch Massgabe der Einkommensver- gleichsmethode lässt daher zuverlässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit au sgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Tatsächlich sind aber für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines Gewerbe betriebes häufig zahlreiche schwer überblickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituation, der kom- pensatorische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehm ensbeteiligten oder Mitarbeiterin- nen und Mitarbeitern von massgeblicher Bedeutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremde) Faktoren zurückzuführenden Ei nkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leistungsvermögen der versicherten Per son beruhenden Einkommensschöp- fung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel auf Grund der Buchhaltungsunterlagen nicht möglich, sodass die Invaliditätsbemessung nach der Methode des ausserordentlichen Bemes- sungsverfahrens zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2007, I 70/06, E. 4.3 mit Hinweis). 3.3 Eine gesetzliche Regelung, welche Bemessungsmethode anzuwenden ist, existiert nicht. Deren Wahl hängt dem Gesagten zufolge vielmeh r davon ab, ob sich die hypothetischen Erwerbseinkommen zuverlässig schätzen lassen (allgemeine Meth ode) oder nicht (ausseror- dentliche Methode). Dabei steht der IV-Stelle bezügli ch der Auswahl der Methode ein gewisser Ermessensspielraum zu, in den das Gericht ohne Not nicht einzugreifen hat (Urteil des Bun- desgerichts vom 7. November 2012, 9C_424/2012, E. 5.3). 3.4 Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass der Ve rsicherte aufgrund der eingelei- teten onkologischen Therapie und der in der Folge resu ltierenden Fatigue von Mai bis Oktober 2010 und zuvor bereits von Februar 2006 bis Mitte des Jah res 2007 in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist. Der regionalärztlichen Einsch ätzung vom 30. März 2015 ist in die- sem Zusammenhang zu entnehmen, dass nach der Chemotherap ie im Jahre 2007 noch Ein- schränkungen durch die Fatigue vorhanden waren, in den darauffolgenden Jahren 2008 und 2009 indessen keine Einschränkung mehr in der Leistungsfähigkeit des Versicherten bestanden hat, bis mit dem ersten Rezidiv im Jahre 2010 wieder neu e Einschränkungen aufgetreten sind (IV-Dok 129, S. 2). Diese Einschätzung deckt sich mit den in den medizinischen Akten liegen- den Arbeitsunfähigkeitsattesten, wonach erst wieder Mit te des Jahres 2007 von einer vorerst uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen war (IV- Dok 119, S. 2). Die IV-Stelle ist in ih- rem dritten Vorbescheid vom 18. Oktober 2016 den entspr echenden Einwänden des Versicher- ten vom 30. August 2013 und 12. Februar 2016 (IV-Dok 61 und 158) daher zu Recht dahinge- hend gefolgt, dass das im Jahr 2007 erzielte Einkommen de s Versicherten aus gesundheitli- chen Gründen nicht zur Bemessung seines massgebenden Valid eneinkommens herangezogen werden darf. Wenn sie in der Folge davon ausgegangen ist, dass gestützt auf das mit Blick auf die Anmeldung des Versicherten zum Leistungsbezug massge bende Valideneinkommen vor Eintritt der erneuten Einschränkung per 2010 lediglich noch zwei Jahre für dessen Bemessung zur Verfügung stehen, ist ihr folgerichtig ebenfalls zuzu stimmen. Kernfrage hinsichtlich der um- strittenen Methodenwahl ist vielmehr, ob sie in der Fol ge davon ausgehen durfte, dass gestützt Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf diese Aktenlage kein aussagekräftiges Valideneinkommen berechnet werden kann. Auch diese Frage ist indessen zu bejahen. 3.5.1 Dem IK-Auszug des Versicherten zufolge betrug desse n AHV-pflichtiges Einkommen in den Jahren 2008 Fr. 570‘400.— und 2009 Fr. 651‘400.— ( IV-Dok 75, 2), woraus eine Abwei- chung per 2009 im Vergleich zu 2008 von +14,2% resultier t. Dem bei der IV-Stelle am 11. Juli 2013 eingegangenen Ergänzungsbericht der C.____ betr effend die Selbständigkeit des Versi- cherten (IV-Dok 54) kann für diese beiden Jahre ein Bet riebsgewinn von Fr. 499‘476.— (2008) bzw. Fr. 591‘004.— (2009) entnommen werden (Abweichun g: +18%). Nach Aufrechnung des Aufwands für Unterhalt und Reparaturen sowie nach Abschreibungen resultiert ein nominallohn- indexierter Betriebsgewinn von Fr. 545‘947.— (2008) bzw . Fr. 595‘227.— (2009), woraus eine Abweichung von +9% resultiert. Dem Beschwerdeführer i st zwar beizupflichten, dass die Schwankungsbereite in der im Urteil des Bundesgerichts 8 C_808/2013 vom 14. Februar 2014 von der IV-Stelle herangezogenen Konstellation mehr als 220% betragen hatte und im Ver- gleich zur hier interessierenden Faktenlage bei weitem keine derartig hohen Schwankungen zwischen den beiden Betriebsergebnissen der Jahre 2008 und 2009 festzustellen sind. Dies gilt jedoch nur für die Jahre 2008 und 2009, demgegenübe r das noch vor Eintritt der gesundheitli- chen Beeinträchtigung im Jahr 2006 erzielte Valideneink ommen in den Jahren 2005 und zuvor deutlich tiefer ausgefallen war. Ein Blick auf den für das AHV-Einkommen massgebenden IK- Auszug zeigt, dass verglichen mit dem Durchschnitt des in den Jahren 2008 und 2009 erzielten Salärs (Fr. 610‘900.—) per 2005 (Fr. 446‘700.—) ein u m 27% und zuvor gar um mindestens 39% tieferes Einkommen erzielt worden ist. Eine zuverlässig e Schätzung des Valideneinkom- mens, wie sie stets möglichst genau anzustreben ist, ist un ter Berücksichtigung des darüber hinaus von weiteren Faktoren abhängigen, übrigen Geschäftsertrags des Versicherten in diesen früheren Jahren offensichtlich nur schwer möglich. Dies zeigen just auch die weiteren Vorbrin- gen des Beschwerdeführers, der in diesem Zusammenhang geltend macht, dass die bereits als invalide Person im Jahre 2006 und 2007 erzielten Einko mmen immerhin als Hinweis für die Richtigkeit und die Relevanz der Einkommen 2008 und 20 09 heranzuziehen seien (Beschwer- debegründung, ad Ziffer 4.3.1). Zwecks zuverlässiger Best immung des Valideneinkommens ist ein solches Vorgehen aus grundsätzlichen Überlegungen jed och systemwidrig und deshalb ausgeschlossen. 3.5.2 Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stel le im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens – letztlich zu Gunsten des Versicherten – die noch vor 2006 erzielten Einkommen unberücksichtigt gelassen hat. Zumal den Hochrechnungen des Beschwerdeführers auf der Basis einer hypothetisch-konjunkturellen Entwicklung zusätzli che Unsicherheiten anhaften (Be- schwerdebegründung S. 15) und keine Rangordnung der B emessungsmethode besteht (Erwä- gung 3.3 hiervor), erweist es sich aber ebenso als schlüssig , dass die IV-Stelle zwecks einer allenfalls präziseren Bemessung nunmehr die Methode de s ausserordentlichen Bemessungs- verfahrens favorisiert hat. Mit anderen Worten ist es mi t Blick auf die Schwankungen noch vor der erstmaligen Erkrankung des Versicherten ohne Weiteres nachvollziehbar, dass die IV-Stelle der Bestimmung möglichst präziser Vergleichseinkommen nich t nur die Betriebsergebnisse der Jahre 2008 und 2009 zu Grunde legen wollte. Daran änd ert nichts, dass sich gemäss den er- werblichen Erhebungen der C.____ vom 12. Dezember 201 2 (IV-Dok 41, S. 12) und des inter- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Abklärungsdienstes der IV-Stelle vom 30. November 2015 (IV-Dok 151, S. 4) ein Einkom- mensvergleich aufgrund der Geschäftsabschlüsse bewerkstelli gen lasse. Zumal insbesondere die entsprechende Aussage der C.____ von Dezember 20 12 (IV-Dok 41, S. 12) noch deutlich vor der regional-ärztlichen Einschätzung betreffend die bereits 2007 beeinträchtigte Arbeitsfä- higkeit des Versicherten ergangen ist (RAD-Bericht vom 30. März 2015, IV-Dok 129, S. 3), kann anhand der aufgezeigten Zahlen jedenfalls nicht ausg eschlossen werden, dass mittels der aus- serordentlichen Bemessungsmethode nicht eine präzisere un d mithin verlässlichere Bestim- mung des Invaliditätsgrads erzielt werden kann. Ohnehin ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass sich die Prüfung des Rentenanspruchs des Ve rsicherten noch immer im Ab- klärungsstadium befunden hat. Vorliegend steht deshalb nicht etwa die Frage im Streit, ob die IV-Stelle die für die Bemessung der Invalidität massgebe nden Faktoren nach der richtigen Me- thode bemessen hat. Zu prüfen ist lediglich, ob die I V-Stelle im Rahmen der ihr obliegenden Abklärung des Sachverhalts von Amtes wegen berechtigt war (Art. 43 Abs. 3 ATSG), eine ab- weichende Bemessungsmethode zur Anwendung zu bringen. Dies ist dem Gesagten zufolge zu bejahen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann auch nicht davon gesprochen werden, die Vornahme eines Betätigungsvergleichs entspr eche einer „second opinion“, welche die IV-Stelle nur deshalb einholen wolle, weil ihr d as bisherige Ergebnis nicht passe (Be- schwerdebegründung, ad Ziffer 4.1.2 mit Hinweis auf di e Rechtsprechung). Diese Argumentati- on ist nur schwerlich mit dem Umstand in Einklang zu bri ngen, dass aufgrund der ergänzend erhobenen Betriebsergebnisse ausschliesslich per 2008 und 2009 (IV-Dok 54, S. 6) im Ver- gleich zum Invalideneinkommen per 2011 ein Renten ausschl iessender IV-Grad resultiert wäre, die IV-Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten mithin bereits auf dieser Basis hätte ableh- nen können. Zudem stellt der Vorentscheid über die anw endbare Methode kei- nen (Zwischen) Entscheid dar, der für den Versicherten sch on heute einen nicht wieder gut zu- machenden Nachteil mit sich bringen würde (BGE 137 V 210, E. 3.4.2.7). Soweit der Be- schwerdeführer geltend macht, dass für die Bemessung sein er Invalidität ohne weiteres ein Einkommensvergleich nach der ordentlichen Bemessungsmetho de möglich gewesen wäre, ist ihm deshalb zu widersprechen. 3.5.3 Nebst dem in möglichst präziser Form ergänzend zu er hebenden Valideneinkommen bestehen auch seitens des Invalideneinkommens diverse Gründ e, die für eine ergänzende Ab- klärung der selbständigen Tätigkeit des Beschwerdeführer s als Zahnarzt sprechen. Dessen Einzelfirma wurde per 2011 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Diese Änderung der Be- triebsstruktur schlägt sich den Erhebungen im Abklärungsbe richt vom 30. November 2015 zu- folge (IV-Dok 151, S. 4) in einer deutlichen Abweichun g des Betriebsgewinns per 2012 im Ver- gleich zum Jahr 2011 im Umfang von rund Fr. 100‘000.— ni eder. Diesbezüglich ist bisher je- doch noch nicht näher geprüft worden, in welchem Um fang sich die Erwerbseinbusse des Ver- sicherten durch eine Verlagerung einzelner Tätigkeiten im Rahmen des bisherigen Aufgabenbe- reichs auf andere besser geeignete Beschäftigungen, unter dem Aspekt der Schadenminde- rungspflicht allenfalls verringern liesse, wie dies bere its im Gutachten von Dr. D.____vom 15. Juni 2015 (IV-Dok 135, S. 12, ad Arbeitsfähigkeit aus neurologischer Sicht) erwähnt worden ist. Auch daraus geht hervor, dass die Frage der Quantif izierung der dem Versicherten weiter- hin verbleibenden, noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit ganz wesentlich auch von wirtschaftli- chen Aspekten abhängt, unter Umständen sich als Selbständ iger umzuorganisieren (a.a.O.). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die in diesem Zusammenhang in der vorliegenden Beschwe rde vorgebrachten Einwände, wo- nach der gesundheitsbedingte Ausfall des Versicherten in den Jahren 2010 und 2011 abgefe- dert werden konnte und verschiedene „Indikatoren“ bestü nden, aus denen sich ein „Bild“ der aktuellen und künftigen Entwicklung „ableiten“ lasse (a.a .O., ad Ziffer 4.3.4 f.), implizieren an- gesichts ihrer teils hypothetischen und damit allenfalls nur vagen Verlässlichkeit ebenfalls eine ergänzende Abklärung im Rahmen eines Betätigungsvergleichs. Da die Ehefrau des Versicher- ten per 2014 ausserdem einen mittlerweile „massiv“ höhe ren, offenbar doppelt so hohen Lohn per 2014 im Vergleich zu den Jahren zuvor bezogen hat , ist die gesundheitlich bedingte Beein- trächtigung insoweit auch anhand ökonomischer Aspekte vorzunehmen. Diese sind gestützt auf die buchhalterischen Unterlagen alleine kaum verlässlich zu erheben, weil der statistische Er- fahrungswert für den Personalaufwand bei Zahnarztpraxe n bei durchschnittlich 30,5% liegt, die bisherige Analyse der vorhandenen Geschäftsabschlüsse des Beschwerdeführers im Verhältnis jedoch doppelt so hohe Personalkosten im Umfang von kn app 60% des Bruttoumsatzes aus- weist (Abklärungsbericht der IV-Stelle vom 30. November 2015, IV-Dok 151, S. 3). Die Summe der dargelegten Unklarheiten sowohl betreffend das Validen- als auch das Invalideneinkommen führt somit zum Zwischenergebnis, dass die Entscheidung der Vorinstanz, folgerichtig ergän- zende Abklärungen zwecks Vornahme eines Betätigungsvergleichs vorzunehmen, im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens nicht zu beanstanden ist. 4. Der Beschwerdeführer macht im Weiteren geltend, da ss die IV-Stelle die Anordnung der von ihr vorgesehenen Abklärungen und mithin den von ihr vorgesehenen Gesprächstermin in eine anfechtbare Verfügung gemäss Art. 49 ATSG hätte kleiden müssen. 4.1 Der für den Rentenentscheid relevante Sachverhalt wird im Beweisverfahren vor der IV-Stelle grundsätzlich ohne den Erlass einer Verfügung erhoben. Die IV-Stelle geniesst in der Beweisführungsplanung daher grundsätzlich freie Hand. D ies gilt insbesondere für Realakte. Solche Anordnungen der IV-Stelle haben keinen Verfügu ngscharakter, so insbesondere nicht für die Vornahme einer Abklärung an Ort und Stelle i n Form beispielsweise einer Haushaltsab- klärung (BERNARD STUDHALTER , Die IV-Haushaltabklärung – Anwendungsbereich, Meth ode und Verhältnis zum haftpflichtrechtlichen Haushaltschaden, in HAVE 2013, 221 ff.). Hintergrund bil- det die der IV-Stelle obliegende Massenverwaltung sowi e die Tatsache, dass der Sachverhalt stets möglichst rasch und einfach erhoben werden muss. E ine eigentliche Verfügungsflut be- reits während des Verwaltungsverfahrens soll möglichst ver mieden werden, andernfalls eine geordnete und förderliche Behandlung der Leistungsgesuc he nicht mehr gewährleistet wäre, wenn für jede einzelne Beweiserhebung gemäss Art. 43 ATSG stets eine formelle Verfügung erlassen werden müsste (U RS MÜLLER , a.a.O., Rz. 1779). Das Eidgenössische Versicherungs- gericht (EVG; seit 1. Januar 2008: Bundesgericht, sozialr echtliche Abteilungen) hat denn auch in einem Urteil aus dem Jahr 2006 ausgeführt, dass es ni cht erforderlich sei, die Durchführung einer Haushaltabklärung durch eine anfechtbare Zwischen verfügung anzuordnen (Urteil I 485/06 vom 27. September 2006, E. 5.2). Bereits in seiner älteren Rechtsprechung hatte das EVG den Anordnungen im Bereich der Abklärungen und des Vollzugs grundsätzlich keinen Ver- fügungscharakter beigemessen (BGE 125 V 407). Noch in BGE 132 V 93 ging es davon aus, dass vom Verfügungsbegriff jene Anordnungen auszunehmen se ien, die auch nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsv erfahrensgesetz, VwVG) vom Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Dezember 1968 nicht als Verfügung gelten würden (a .a.O., E. 5). Von dieser generellen Sichtweise ist das Bundesgericht mittlerweile abgekommen. In BGE 137 V 210 ff. hat es mit Blick auf die Anordnung eines Gutachtens gemäss Art. 44 A TSG erkannt, dass die rechtsan- wendende Behörde faktische Festlegungen, die in medizinischen Administrativgutachten getrof- fen worden sind, mangels eigener Fachkenntnis oft nicht direkt überprüfen und gegebenenfalls korrigieren könne, weshalb eine Kontrolle unter andere m nur im Hinblick auf die Einhaltung formaler Erfordernisse möglich sei (a.a.O., E. 3.4.2. 4). Hintergrund der Änderung dieser Recht- sprechung bildete die Absicht, dass das Verfahren zur Einho lung externer Verwaltungsgutach- ten möglichst fair sein sollte. Das Bundesgericht hat dabei das streitlagenspezifische Rechts- schutzinteresse berücksichtigt, wonach systemimmanent kein Anspruch auf die Einholung eines Gerichtsgutachtens besteht und ein Administrativgutachten häufig eine massgebende Ent- scheidungsgrundlage im Beschwerdeverfahren darstellt. In solchen Fällen würden die bei der Beweiseinholung durch ein Gericht vorgesehen Verfahrensg arantien nicht zum Tragen kom- men, Um dieses Manko auszugleichen, müssten die Gewährlei stungsrechte durchsetzbar sein (a.a.O., S. 256. ff.). Die Anordnung einer Expertise gemäss Art. 44 ATSG erfolgt seither des- halb in Form einer anfechtbaren Verfügung. 4.2 Vorliegend dreht sich der Streit zwischen den Partei en nicht um die Anordnung eines Gutachtens nach Art. 44 ATSG, sondern um die Vereinba rung eines Besprechungstermins zwecks ergänzender Abklärungen im Zusammenhang mit einem Betätigungsvergleich. Für die- sen Realakt, der zweifelsohne eine Abklärung gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG darstellt, gelangen die in BGE 137 V 201 ff. zitierten Verfahrensregeln n icht zur Anwendung. Mit der in Aussicht gestellten Anordnung eines Betätigungsvergleichs hat di e IV-Stelle lediglich zum Ausdruck ge- bracht, dass ein Einkommensvergleich nach der ordentliche n Bemessungsmethode mittels Be- stimmung der beiden Vergleichseinkommen nicht präzise gen ug möglich ist (oben, Erwägung 3.5.3 hiervor). Hätte sie im Rahmen ihrer Rentenfestsetzung in der Folge an der ausserordentli- chen Bemessungsmethode festgehalten, wären ihre diesbez ügliche Rentenverfügung und zu- sammen mit dieser auch die Wahl der Bemessungsmethode un d die im Vorfeld hierzu ergan- genen Abklärungen auf ihre Richtigkeit und Vollständi gkeit durch das Gericht frei überprüfbar gewesen (Art. 57 lit. b und c VPO). Der vorliegende Fall ist insofern vergleichbar mit der im Ent- scheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 3 0. September 2016 (IV.2016.00338) vorgelegenen Konstellation, wonach tro tz jüngst ergangener Rechtsprechung des Bundesgerichts die von der IV-Stelle intern eingeholten RAD-Berichte versicherungsinterne Dokumente darstellen, die nicht von Art. 44 ATSG erfass t werden und für welche die in dieser Norm vorgesehen Verfahrensregeln deshalb keine Wirkung entfalten (auch Urteil des Bundes- gerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1) . Dieser Grundsatz hat vorliegend ebenfalls Gültigkeit. Würde die bundesgerichtliche Rech tsprechung zur Einholung externer Gutachten nach Art. 44 ATSG auf den vorliegend stritti gen Realakt ausgeweitet, würde eine Verlagerung des verwaltungsinternen Rechtsschutzinteresses w eg vom gesetzlich normierten Vorbescheidverfahren (Art. 57a IVG) hin zu einer vorge lagerten verwaltungsgerichtlichen Über- prüfung von Teilaspekten der Rentenfestsetzung einhergehen, die mit Blick auf die gegebenen- falls zu erwartende Beschwerdeflut (oben, Erwägung 4.1 hiervor) nur noch schwerlich mit einem geordneten Verwaltungsverfahren zu vereinbaren wäre. A usserdem würde die Methodenwahl der Rentenfestsetzung deutlich noch vor Erlass einer anfe chtbaren und alsdann noch einmal Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesamthaft überprüfbaren Verfügung der IV-Stelle be reits in einem Zeitpunkt präjudiziert, in welchem noch nicht festgelegt werden kann (und muss), ob d ie IV-Stelle aufgrund ihrer ergän- zenden Sachverhaltserhebung überhaupt diese oder jene Bemessungsmethode zur Anwen- dung bringen wird. Zumal kein Anspruch auf die Anwendung einer bestimmten Methode besteht (oben, Erwägung 3.3), stellt der umstrittene Realakt der IV-Stelle insoweit weder eine „second opinion“ noch einen (Zwischen-)Entscheid dar, der für de n Versicherten bereits heute einen nicht wieder gut zumachenden Nachteile mit sich bringe n würde (oben, Erwägung 3.5.2 a.E.). Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, dass die IV- Stelle gemäss Art. 49 Abs. 1 ATSG eine schriftliche Verfügung betreffend die beabsichtigte Abklärung hätte erlassen müssen, kann ihm daher nicht gefolgt werden. Als weiteres Zwischenerg ebnis ist vielmehr festzuhalten, dass die IV-Stelle vorliegend weder an die Verfahrensrege ln von Art. 44 ATSG gebunden war noch die strittige Terminvereinbarung mittels Erlass einer anfechtbaren Verfügung anordnen musste. 5.1 Zu prüfen bleibt, ob die IV-Stelle das Mahn- und Bedenkzeitverfahren korrekt durchge- führt hat. Nachdem die IV-Stelle am 7. Juli 2016 unte r Hinweis auf dessen Mitwirkungspflicht gemäss Art. 43 Abs. 2 ATSG festgehalten hatte, dass sich d er Versicherte mit dem Abklä- rungsdienst der IV-Stelle zwecks Terminvereinbarung für e ine Abklärung in Verbindung zu set- zen habe (IV-Dok 167), forderte sie ihn mit Schreiben vom 27. Juli 2016 unter dem Titel „An- drohung Art. 21 ATSG“ auf, bis spätestens Ende August 20 16 seiner Mitwirkungspflicht nach- zukommen und sich mit dem Abklärungsdienst der IV-Stelle zwecks Terminvereinbarung für eine erneute Abklärung der erwerblichen Verhältnisse i n Verbindung zu setzen, andernfalls ein Aktenentscheid, die Einstellung weiterer Erhebungen od er ein Nichteintreten ergehen werde (IV-Dok 169). Nachdem der Versicherte tags darauf den D arlegungen der IV-Stelle widerspro- chen hatte (IV-Dok 170), erliess die IV-Stelle am 18. O ktober 2016 ihren Vorbescheid, mit wel- chem sie das Nichteintreten auf das Leistungsgesuch des Ve rsicherten in Aussicht stellte. Nachdem sich der Erlass der nachfolgenden Verfügung der IV-Stelle vom 23. November 2016 mit der Eingabe von Einwänden des Versicherten gleiche n Datums gekreuzt hatte, zog die IV- Stelle ihre Verfügung vom 23. November 2016 zurück (IV -Dok 172 – 174). Nach Prüfung der geltend gemachten Einwände vom 23. November 2016 er liess sie am 9. Februar 2017 die vor- liegend angefochtene Verfügung, mit welcher sie auf da s Leistungsbegehren des Versicherten nicht eintrat. 5.2 Seit dem ersten Schreiben der IV-Stelle vom 7. Juli 2017 hat der Beschwerdeführer sei- nen Rechtstandpunkt wiederholt und substantiiert dargel egt. Mit Blick auf das angedrohte Nichteintreten hat er mit Schreiben vom 28. Juli 2016 sein rechtliches Gehör umfassend in An- spruch genommen. Darüber hinaus hat er sich im Rahmen de s Vorbescheidverfahrens sodann detailliert noch einmal konkret zum beabsichtigten Nicht eintreten der IV-Stelle geäussert. Das Vorgehen der IV-Stelle entspricht insoweit einem korr ekten Verfahren unter Wahrung aller rele- vanten Verfahrensrechte des Versicherten. Dieser konnte b ereits aufgrund des Schreibens der IV-Stelle vom 27. Juli 2016 den Ausgang des vorstehend en Verfahrens abschätzen. Auch er- weist sich die von der IV-Stelle in diesem Zusammenhang eingeräumte Bedenkzeit bis Ende Oktober 2016 als angemessen. Nachdem sich der Versichert e der ohne Weiteres als zumutbar zu qualifizierenden, ergänzenden Abklärung seiner erwer blichen Verhältnisse widersetzt hatte, liess sich der mit Blick auf einen Betätigungsvergleich massg ebende Sachverhalt schliesslich Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht mehr erheben. Auch wenn von der Möglichkeit des N ichteintretens grundsätzlich nur zu- rückhaltend Gebrauch zu machen ist (oben, Erwägung 2.1 hi ervor), verblieb der IV-Stelle somit keine alternative Erledigungsmöglichkeit. Ihr Nichteintr etensentscheid erweist sich deshalb auch unter dem Aspekt des Verhältnismässigkeitsprinzips als zulässig. 5.3 Der Beschwerdeführer bringt in diesem Zusammenhan g vor, dass die IV-Stelle bei der Androhung ihres Nichteintretensentscheids vom 27. Juli 20 17 (IV-Dok 169) in unzulässiger Weise auf Art. 21 ATSG verwiesen habe. Da kein Fall vo n Art. 21 Abs. 4 ATSG vorliege, er- weise sich die Nichteintretensverfügung als willkürlich. Di esem Standpunkt kann nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass sich der Versicherte weder einer zumutbaren Behandlung noch einer Eingliederung ins Erwerbsleben entzogen oder wi dersetzt hat. Der vorliegende Sachver- halt kann daher nicht unter Art. 21 ATSG subsumiert werden. Indessen hat die IV-Stelle ihrem Schreiben vom 27. Juli 2017 lediglich den falschen Titel zu Grunde gelegt; dessen Inhalt jedoch bezieht sich auf Art. 43 Abs. 3 ATSG und legt unmissverständlich dar, dass sich der Versicherte mit dem Abklärungsdienst der IV-Stelle zwecks Terminvereinbarung für eine erneute Abklärung in Verbindung zu setzen habe, andernfalls ein Aktenen tscheid oder die Einstellung weiterer Er- hebungen und ein Nichteintreten beschlossen werde. Zum al die IV-Stelle sowohl bereits in ih- rem Schreiben vom 7. Juli 2016 (IV-Dok 167) als auch in ihrem nachfolgenden Vorbescheid vom 18. Oktober 2016 (IV-Dok 172) auf Art. 43 ATSG Bezu g genommen hat, vermag der Be- schwerdeführer aus der versehentlich falschen Titulierung des Schreibens der IV-Stelle vom 27. Juli 2017 somit nichts zu seinen Gunsten abzuleiten . Allfällige entschuldbare Gründe, wel- che in der Person des Versicherten liegen und welche die von der IV-Stelle verlangte Mitwir- kung im Rahmen eines erneuten Abklärungsgesprächs als unre chtmässig erscheinen lassen würden, sind vorliegend ebenfalls keine ersichtlich (IV-D ok 166). Die angeordnete Mitwirkung des Versicherten erweist sich zusammenfassend nicht nur als r echtmässig (oben, Erwägungen 3.5.3 und 4.2), sondern auch als zumutbar. Dies führt im Ergebnis zur Abweisung der Be- schwerde. 6. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewi lligung oder die Verweigerung von IV- Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert i m Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegend en, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahre nskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 80 0.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO wer- den die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegen den Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterli egende Partei, weshalb die Verfahrens- kosten ihm aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss zu verrechnen sind. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht