B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1046/2024 U r t e i l v o m 2 7 . F e b r u a r 2 0 2 4 Besetzung Einzelrichter Markus König, mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton; Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren am (…), Burundi, vertreten durch MLaw Katrin Henzi, HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…), Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des SEM vom 8. Februar 2024 / N (…). E-1046/2024 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin stellte am 16. August 2023 in der Schweiz ein Asylgesuch. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab in der Folge, dass sie am 24. September 2022 in Kroatien daktyloskopisch erfasst worden war. B. Am 31. August 2023 fand die Aufnahme der Personalien der Beschwerde- führerin statt. C. Anlässlich eines persönlichen Dublin-Gesprächs vom 4. September 2023 wurde der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Kroatien gewährt, welches gemäss Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest - legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu- ständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), grundsätzlich für die Behandlung ihres Asylgesuchs zuständig sei. Die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mitgliedstaates wurde von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Jedoch machte sie geltend, nicht nach Kroatien zurückkehren zu wollen, da sie dort durch unbekannte Personen getreten worden sei und dadurch Rü- cken- und Beinverletzungen erlitten habe. Ausserdem habe sie Schlaf - störungen und Darmprobleme. D. Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 7. September 2023 stellte die Be- schwerdeführerin einen Antrag auf Selbsteintritt der Schweiz aufgrund ei- nes Abhängigkeitsverhältnisses gemäss Art. 16 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO unter Hinweis auf die besonders enge Bezie- hung zwischen ihr und den Kindern ihres in der Schweiz wohnhaften allein- erziehenden Bruders (N […]). In der Beilage wurde ein e E-Mail des Bru- ders vom 5. September 2023 eingereicht. E. Am 6. September 2023 ersuchte das SEM die kroatischen Behörden um Übernahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III- VO. Diesem Gesuch wurde am 4. November 2023 entsprochen. E-1046/2024 Seite 3 F. Am 27. November 2023 fand ein erweitertes Dublin-Gespräch mit der Be- schwerdeführerin statt. G. Ein am 27. November 2023 gestellter Antrag auf Gewährung einer Privat- unterkunft der Beschwerdeführerin (bei ihrem Bruder) wurde vom SEM mit Verfügung vom 8. Dezember 2023 abgewiesen. H. Mit Schreiben ihrer Rechtsvertretung vom 7. Dezember 2023 reichte die Beschwerdeführerin Unterlagen betreffend die gesundheitliche Situation ihres Neffen B._______ ein (psychiatrisches Gutachten des C._______; Schreiben der Kantonalen IV-Stelle D._______ vom 29. Juli 2022; Bericht des Amts für heilpädagogische Frühberatung des Kantons D._______ vom 26. Oktober 2022; Bericht des E._______, vom 9. Dezember 2022). I. Mit Verfügung vom 8. Februar 2024 – eröffnet am 9. Februar 2024 – trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein und ordnete ihre Über- stellung nach Kroatien an, welches gemäss Dublin-III-VO für die Behand- lung ihres Asylgesuchs zuständig sei. Gleichzeitig verfügte das SEM den Vollzug der Überstellung und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde ge- gen diesen Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu. J. J.a Mit Eingabe vom 16. Februar 2024 an das Bundesverwaltungsgericht beantragte die Beschwerdeführerin, die Verfügung des SEM vom 8. Feb- ruar 2024 sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf ihr Asyl- gesuch einzutreten und das nationale Asylverfahren durchzuführen; even- tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei- sen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozess führung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien super- provisorisch anzuweisen, von einer Überstellung abzusehen, bis über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden worden sei. J.b In der Beilage wurden ein Schreiben einer Sozialarbeiter in der F._______, vom 20. November 2023, ein Bericht der Spitäler G._______ E-1046/2024 Seite 4 vom 17. September 2023 betreffend die Beschwerdeführerin, sowie Ko- pien der E-Mail des Bruders vom 5. September 2023 sowie des Antrags um Privatunterkunft vom 27. November 2023 eingereicht. K. Der Instruktionsrichter setzte am 19. Februar 2024 den Vollzug der Weg- weisung gestützt auf Art. 56 VwVG mit superprovisorischer Massnahme per sofort einstweilen aus. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundes- verwaltungsgericht am gleichen Tag in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be- schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten. E-1046/2024 Seite 5 2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei- ten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari- scher Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 3. 3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer- deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine unrichtige und unvollständige Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhaltes und macht damit sinnge- mäss eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes geltend. Das SEM habe ihr fälschlicherweise v orgeworfen, nur aufgrund ihrer Schwanger- schaft respektive des Wunsches diese abzubrechen, in die Schw eiz ein- gereist zu sein. Aufgrund der Akten sei erstellt, dass sie im Zeitpunkt ihrer Einreise noch keine Kenntnis ihrer Schwangerschaft gehabt haben könne. Ferner habe die Vorin stanz sich nicht hinreichend mit dem Gesundheits - zustand ihres Neffen B._______ und der von diesem benötigten Unterstüt- zung und Pflege auseinandergesetzt . Die Auswirkungen einer Wegwei- sung von ihr auf ihren Neffen und ihren Bruder seien unvollständig und unrichtig abgeklärt worden. 4.2 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs- grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), gemäss welchem die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständig e Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststel- lung, wenn der Verfügung ein fals cher und aktenwidriger Sachverhalt E-1046/2024 Seite 6 zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; u nvoll- ständig ist sie, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sach- verhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder nicht alle für die Entschei- dung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER / ANJA MARTINA BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen- tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Auflage 2019, N 16 zu Art. 12 VwVG). 4.3 Die Argumentation der V orinstanz, die Beschwerdeführerin sei nur zwecks Schwangerschaftsabbruchs in die Schweiz eingereist, erweist sich aufgrund der Aktenlage zwar tatsächlich als kaum gerechtfertigt. Da es sich hierbei aber nicht um ein Hauptargument der Erwägungen in der angefoch- tenen Verfügung handelt, ist dieser Punkt nicht als erheblicher Fehler bei der Sachverhaltsfeststellung zu qualifizieren. 4.4 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung das Vorliegen eines Abhängigkeitsverhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Bruder und dessen Familie eingehend geprüft, wobei sowohl ihre dies- bezüglichen Aussagen im Rahmen des ergänzenden Dublin -Gesprächs als auch die Angaben ihres Bruders in dessen Schreiben vom 5. Septem- ber 2023 berücksichtigt wurden. Zudem wurde das Verfahrensdossier des Bruders vom SEM beigezogen. Es ist nicht ersichtlich, dass die Aktenlage ungenügend geprüft oder erforderliche Abkläru ngen unterlassen worden wären. Insbesondere ist nicht davon auszugehen, dass weitere Feststel- lungen hinsichtlich des Gesundheitszustands des Neffen B._______ den Verfahrensausgang hätten beeinflussen können. Der Umstand, dass das SEM auf der Basis der Aktenlage zu einer anderen Einschätzung hinsicht- lich des Bestehens eines Abhängigkeitsverhältnisses gekommen ist, als von der Beschwerdeführerin gefordert, lässt nicht auf eine ungenügende oder unvollständige Abklärung des Sachverhalts schliessen. 4.5 Die verfahrensrechtlichen Rügen der Beschwerdeführerin erweisen sich demnach als unberechtigt. Das Eventualbegehren um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist abzuweisen. 5. 5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin -III-VO. E-1046/2024 Seite 7 Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref- fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2). 5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu- ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mit- gliedstaat gestellt hat, auszuge hen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im Rah- men eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet demge- genüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zustän- digen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die An- nahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für An- tragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist zu prüfen, ob au fgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zu- ständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zustän- dig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 5.3 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet, einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge- stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin -III-VO aufzuneh- men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO). Diese Verpflichtung erlischt, wenn der Gesuchsteller oder eine andere Per- son gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. c oder d das Herrschaftsgebiet der Mitglied- staaten während einer Dauer von mindestens drei Monaten verlassen hat, ausser die Person verfüge über einen durch den zuständigen Mitgliedstaat ausgestellten Aufenthaltstitel (vgl. Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO). E-1046/2024 Seite 8 5.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü- fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintritts- recht). 6. Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, in Kroatien illegal in das Hoheits- gebiet der Dublin -Staaten eingereist zu sein. Nachdem die kroatischen Behörden am 4. November 2023 dem Aufnahmegesuch der Vorinstanz fristgerecht zugestimmt haben, ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroati- ens gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben. 7. Die Beschwerdeführerin behauptet das Vorliegen eines Abhängigkeits- verhältnisses im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO und eine daraus abzuleitende Zuständigkeit der Schweiz für ihr Asylverfahren. 7.1 Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin vor, sie habe sich nach der Flucht ihres Bruders und dem Tod seiner Ehefrau im Dezember 2018 um die Kinder ihres Bruders gekümmert, bis diese ihm im Dezember 2019 per Familiennachzug hätten in die Schweiz nachreisen können. Die Kinder, für die sie die Mutterrolle eingenommen habe , hätten zu ihr eine besonders enge Beziehung aufgebaut, insbesondere der jüngste Sohn ih- res Bruders, B._______, bei welchem Autismus diagnostiziert worden sei. Da dieser sich nur von weiblichen Betreuerinnen pflegen lasse, könne sein Vater die notwendige Pflege und Betreuung nicht ausreichend erbringen. Aus diesem Grund sei ihre ständige Anwesenheit zur Unterstützung und Betreuung erforderlich. Die enge und vertraute familiäre Bindung wäre für die Entwicklung des Neffen förderlich. 7.2 Ist ein Antragssteller wegen Schwangerschaft, eines neugeborenen Kindes, schwerer Krankheit, ernsthafter Behinderung oder hohen Alters auf die Unterstützung seines Kindes, eines seiner Geschwister oder eines El- ternteils, das/der sich rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhält, angewie- sen oder ist sein Kind, eines seiner Geschwister oder ein Elternteil, das/der sich rechtmässig in einem Mitgliedstaat aufhält, auf die Unterstützung des Antragsstellers angewiesen, so entscheiden die Mitgliedstaaten in der Re- gel, den Antragssteller und dieses Kind, dieses seiner Geschwister oder Elternteil nicht zu trennen beziehungsweise sie zusammenzuführen, sofern E-1046/2024 Seite 9 die familiäre Bindung bereits im Herkunfts land bestanden hat, das Kind, eines seiner Geschwister oder der Elternteil in der Lage ist, die abhängige Person zu unterstützen und die betroffenen Personen ihren Wunsch schriftlich kundgetan haben (Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO). 7.3 Zur Beurteilung, ob ein r echtlich relevantes Abhängigkeitsverhältnis besteht, ist auf eine Gesamtwürdigung des konkreten Einzelfalls, unter Ein- bezug der individuellen und soziokulturellen Lebenssituation der betroffe- nen Personen abzustellen , wobei der Begriff der "Unterstützung" relativ weit zu fassen ist (vgl. ULRICH KOEHLER, Praxiskommentar zum Euro - päischen Asylzuständigkeitssystem, 2018, Art. 16 N. 8 f.; FILZWIESER / SPRUNG, Dublin III -Verordnung, 2014, K3 zu Art. 16, sowie statt vieler: Urteil des BVGer D-5051/2023 vom 28. September 2023 E. 7.2 m.w.H.). Sind die Voraussetzungen von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO gegeben und halten sich die betroffenen Personen in demselben Mitgliedstaat auf, hat sich die entscheidende Behörde für zuständig zu erklären (vgl. Urteile des BVGer E-3970/2018 vom 20. Juli 2018 E. 4.3 und F-2090/2018 vom 5. Juli 2018 E. 3.6, je m.w.H.). Das die Zuständigkeit begründende Abhängig- keitsverhältnis bleibt dabei auf Ausnahmesituationen besonderer Hilfs - bedürftigkeit beschränkt (vgl. FILZWIESER / SPRUNG, a.a.O. K3 zu Art. 16; Urteil des BVGer E-3660/2019 vom 29. August 2019 E. 6.2.2). 7.4 Zunächst ist festzustellen, dass der Neffe der Beschwerdeführerin nicht unter die abschliessende Aufzählung der Personen fällt, deren Unterstüt- zungsbedürftigkeit eine Zuständigkeit gemäss Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO zu begründen vermag. Unter dem Aspekt dieser Bestimmung kann dem- zufolge nur die Beziehung der Beschwerdeführerin zu ihrem Bruder be- rücksichtigt werden. 7.5 Gemäss Aktenlage kümm erte die Beschwerdeführerin sich nach der Flucht ihres Bruders aus dem Heimatstaat während rund eines Jahres um dessen Kinder und erbringt auch seit ihrer Einreise in die Schweiz – im Rahmen des Möglichen – zeitweise Unterstützungsleistungen. Es wird nicht bestritten, dass aufgrund dieser Umstände zwischen ihr und den Kin- dern eine enge Beziehung bestehen dürfte, sowie dass der Bruder als al- leinerziehender Vater von vier Kindern auf Unterstützung angewiesen ist, insbesondere weil dessen Sohn B._______ aufgrund einer bei ihm diag- nostizierten Autismus-Spektrum-Störung einer besonders intensiven Be- treuung bedarf. Den eingereichten Berichten kann indessen auch entnom- men werden, dass eine therapeutische und psychologische Betreuung von B._______ eingeleitet worden ist. Nebst regelmässigen Hausbesuchen E-1046/2024 Seite 10 durch eine Sonderpädagogin wird er zeitweise in einer Kindertagesstätte betreut (vgl. Bericht des Amts für heilpädagogische Frühberatung des Kan- tons D._______ vom 26. Oktober 2022, Schreiben F._______ vom 20. No- vember 2023). Hieraus kann geschlossen werden, dass der Bruder der Be- schwerdeführerin bereits vor ihrer Einreise und auch seither auf Unterstüt- zung durch verschiedene Fachstelen und -personen bei der Betreuung von B._______ zählen kann. Zweifellos führt die Hilfe der Beschwerdeführerin zu einer Erleichterung der Situation ihres Bruders, vor allem weil gemäss dessen Angaben B._______ nur eine Betreuung durch weibliche Personen akzeptiert und die famili enexterne Unterstützung nicht ständig verfügbar ist. Insgesamt ist bei der beschriebenen Ausgangslage jedoch nicht davon auszugehen, dass er zwingend auf die persönliche Unterstützung der Be- schwerdeführerin angewiesen wäre. 7.6 Hierfür spricht auch, dass der Bruder im Zeitraum von 2019 bis zur Ein- reise der Beschwerdeführerin in der Lage war, die Betreuung seiner Kinder zu bewerkstelligen. Dass es dabei zu schwerwiegenden Problemen ge- kommen wäre, wurde nicht dargetan. Wie die Vori nstanz zu Recht aus- führte, sprechen sodann auch der lange Aufenthalt der Beschwerdeführe- rin in Italien, den sie nicht plausibel zu begründen vermochte , sowie die Tatsache, dass sie die genannten familiären Umstände anlässlich des ers- ten Dublin-Gesprächs noch mit keinem Wort erwähnte, gegen eine beson- ders dringliche Hilfsbedürftigkeit ihres Bruders. 7.7 Auch die Voraussetzungen von Art. 8 EMRK sind nicht erfüllt. Der Fa- milienbegriff gemäss Art. 8 EMRK erfasst zwar über die Kernfamilie hin- ausgehend auch die Beziehungen zwischen nahen Verwandten, die in der Familie eine wesentliche Rolle spielen können. Allerdings setzt die Beru- fung auf den Grundsatz der Familieneinheit im Verhältnis zwischen diesen Verwandten ausserhalb der Kernfamilie gemäss der Rechtsprechung de s Bundesverwaltungsgerichts – nebst einer nahen, echten, und tatsächlich gelebten Beziehung – grundsätzlich ebenfalls ein besonderes Abhängig- keitsverhältnis voraus (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1). 7.8 Ein Abhängigkeitsverhältnis im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO liegt nach dem Gesagten nicht vor, weshalb auf die Prüfung der weiteren in diesem Zusammenhang relevanten Aspekte verzichtet werden kann. Die Zuständigkeit der Schweiz gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO ist dem- nach zu verneinen. E-1046/2024 Seite 11 8. 8.1 Im Weiteren ist im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO zu prüfen, ob es wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer u nmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU -Grund- rechtecharta mit sich bringen würden. 8.1.1 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich- tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per- sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er- geben. 8.1.2 Im Referenzurteil E -1488/2020 vom 22. März 2023 wurde die seit dem Referenzurteil D -1611/2016 vom 22. März 2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von Dublin-Überstellungen nach Kroatien bestätigt; im neuen Urteil wurde festgeha lten, dass nicht davon auszu - gehen sei, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen, die eine Überstellung von Gesuchstellen- den generell als unzulässig erscheinen lassen würden (vgl. a.a.O. E. 9.5). 8.1.3 Auch unter Berücksichtigung der vo n der Beschwerdeführerin ge- schilderten Erlebnisse ist nicht davon auszugehen, Kroatien verstosse sys- tematisch gegen seine völkerrechtlichen Verpflichtungen. Die von ihr gel- tend gemachte schlechte Behandlung rechtfertigt es nicht, davon auszu- gehen, dass sie bei einer Rückkehr mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer ei- ner unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung im Sinn von Art. 4 EU-Grundrechte-Charta würde. Sie vermochte keine individuellen Um- stände geltend zu machen, gestützt auf welche sich die Annahme rechtfer- tigen würde, Kroatien würde ihr dauerhaft die ihr gemäss Aufnahme -E-1046/2024 Seite 12 richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen – insbesondere auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung oder der Unterbringung – vorenthalten. Bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung könnte sie sich nötigenfalls an die dortigen Behörden wenden und die ihr zu- stehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl . Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 8.1.4 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin- III-VO nicht gerechtfertigt. 8.2 8.2.1 Sodann sind den Akten auch keine Anhaltspunkte zu entnehmen, die eine Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO nahelegen würden: 8.2.2 Die Beschwerdeführerin hat kein konkretes und ernsthaftes Risiko dargetan, dass die kroatischen Behörden sich weigern würden, sie wieder aufzunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Den Akten sind denn auch keine stichhaltigen Gründe für die Annahme zu entnehmen, Kroatien werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem sie Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer- den. Es besteht kein Grund zur Annahme, die der Beschwerdeführerin bei einer Rückführung erwartenden Bedingungen in Kroatien seien derart schlecht, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK führen könnten. 8.2.3 Die von der Beschwerdeführerin erwähnten gesundheitlichen Beein- trächtigungen sind offensichtlich nicht von derartiger Schwere, dass sie die Feststellung der Unzulässigkeit im Sinne der restriktiven Rechtsprechung zu rechtfertigen vermöchten. 8.3 8.3.1 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverord- nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) – welche den Selbst- eintritt im Landesrecht konkretisiert – über einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Seit der Kognitionsbeschränkung durch die Asylge- setzrevision vom 1. Februar 2014 (Streichung der Angemessenheitskon- trolle des Bundesverwaltungsgerichts gemäss aArt. 106 Abs. 1 Bst. c E-1046/2024 Seite 13 AsylG) überprüft das Gericht den vorinstanzlichen Verzicht der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 nicht mehr auf Angemessenheit hin; das Ge- richt beschränkt seine Beurteilung nunmehr im Wesentlichen darauf, ob das SEM den Sachverhalt diesbezüglich korrekt und vollständig erhoben, allen wesentlichen Umständen Rechnung getragen und seinen Ermes- sensspielraum genutzt hat (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a und b AsylG). 8.3.2 Die angefochtene Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu be- anstanden. Entgegen der in der Beschwerde erhobenen Rüge hat das SEM mit dem von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Umstand, dass ihr Bruder für die Betreuung seines behinderten Sohnes auf ihre Unterstüt- zung angewiesen sei, bei der Prüfung eines Selbsteintritts gemäss Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin -III-VO explizit und in hinreichender Ausführlichkeit auseinandergesetzt. Damit hat sie den spezifischen Umständen des Ein- zelfalls angemessen Rechnung getragen. Die in der Beschwerde erhobene Rüge der Ermessensunterschreitung erweist sich somit als unbegründet. Darin, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Einschätzung der Notwendig- keit des Selbsteintritts zu einer anderen Beurteilung gelang t, ist kein Er- messensfehler und entsprechend keine Rechtsverletzung zu erblicken. 8.4 Zusammenfassend liegt kein zwingender Grund für die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 Dublin-III-VO vor. Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3). 8.5 Somit bleibt Kroatien der für die Behandlung der Asylgesuche der Beschwerdeführerin zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin -III-VO. Kroatien ist verpflichtet, das Asylverfahren gemäss Art. 21, 22 und 29 auf- zunehmen. 9. Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten. Da die Beschwerdeführ erin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Kroatien in Anwendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). E-1046/2024 Seite 14 10. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 11. Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen. Der Antrag auf Herstellung der aufschiebenden Wirkung wird mit dem Urteil in der Sache gegenstandslos. Der superprovisorisch angeordnete Vollzugs- stopp fällt mit dem heutigen Entscheid dahin. 12. Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung ist – ungeachtet der Frage der prozessualen Bedürf- tigkeit – abzuweisen, weil die Begehren aussichtlos waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Befreiung von der Kostenvorschusspflicht wird mit diesem Urteil ebenfalls gegenstandslos. 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwer de- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) E-1046/2024 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Nicholas Swain Versand: