B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3551/2013 U r t e i l v o m 8 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), Russland, vertreten durch Laura Rossi, Fürsprecherin, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. Mai 2013 / N_______. D-3551/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer – ein aus B._______ (Bezirk C._______) stammender russischer Staatsangehör i- ger tschetschenischer Volkszugehörigkeit – seine Heimat zusammen mit seinem Schwager K._______ (Geschäfts-Nr. D -3580/2013; N _______) Anfang Mai 2012 auf dem Landweg und gelangte über ihm unbekannte Länder am 6. Mai 2012 illegal in die Schweiz, wo er gleichentags in B e- gleitung seiner Ehefrau und Kinde r (Geschäfts -Nr. D -2788/2013; N_______) im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ um Asyl nachsuchte. Nach der Kurzbefragung im EVZ D._______ vom 21. Mai 2012 wurde der Beschwerdeführer mit Entscheid des BFM vom 25. Mai 2012 für den weiteren Aufenthalt dem Kanton E._______ zuge- wiesen. A.b Mit Schreiben vom 27. August 2012 teilte die Vorinstanz dem B e- schwerdeführer mit, dass aufgrund der Aktenlage Polen für die Durchfüh- rung der Asylgesuche seiner Frau und der gemeinsamen Kinder zustä n- dig sei. Gleichzeitig wurde er aufgefordert, bis zum 6. S eptember 2012 mitzuteilen, ob er sein Einverständnis erteile, dass der gleiche Staat, we l- cher für die Prüfung der Asylgesuche seiner Frau und der Kinder zustä n- dig sei, auch über sein eigenes Asylgesuch entscheide. Sollte er sich nicht einverstanden erklären, komme dies einem Verzicht auf sein Recht auf die Zusammenführung von Familienangehörigen im Sinne der Dublin- Verordnung gleich, womit sein eigenes Asylverfahren in der Schweiz durchgeführt würde und jenes seiner Frau und der Kinder in Polen. In seiner S tellungnahme vom 17. September 2012 lehnte der Beschwe r- deführer eine Durchführung seines Asylverfahrens in Polen ab, da er fürchten müsse, in Polen festgenommen und nach Tschetschenien au s- geliefert zu werden. Zugleich beantragte er, es seien seine Ehefrau und die Kinder in sein Asylgesuch einzuschliessen, die Mitglieder seiner Fami- lie seien nicht zu trennen und es sei der Grundsatz der Einheit der Fam i- lie zu wahren. A.c Mit Schreiben des BFM vom 3. Oktober 2012 wurde der Beschwerde- führer – unter Verweis auf das Schreiben vom 27. August 2012 – darauf aufmerksam gemacht, dass sich infolge der verweigerten Zustimmung das BFM gezwungen sehe, die Wegweisung seiner Ehefrau und der Ki n- der nach Polen zu verfügen. Ferner räumte es ihm die Möglichkeit ein, bis zum 12. Oktober 2012 die Einwilligungserklärung nachzureichen. D-3551/2013 Seite 3 A.d Mit Schreiben vom 11. Oktober 2012 hielt der Beschwerdeführer an seiner bisherigen Haltung fest und erneuerte seinen Willen, dass sein Asylverfahren in der Schweiz durchgeführt werde, auch wenn dies zur Trennung der Familie führe. Der Grundsatz der Einheit der Familie g e- mäss Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Men- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) müsse vor der Du b- lin-Verordnung Vorrang haben und zudem könne die Vorinsta nz keine Garantie dafür abgeben, dass seine Ehefrau und die Kinder bei einer al l- fälligen Rückübernahme von Polen nicht nach Tschetschenien ausg e- schafft oder als Druckmittel gegen ihn benutzt würden. Sodann wurde die Wahrung des Grundsatzes der Einheit der Familie sowie die Durchfü h- rung der Asylverfahren sämtlicher Familienmitglieder in der Schweiz b e- antragt. A.e Am 28. Januar 2013 wurde der Beschwerdeführer vom BFM ang e- hört. Zur Begründung seines Asylgesuchs macht er im Wesentlichen ge l- tend, er habe seit (...) zusammen mit seiner Familie in der Nähe von G._______, Russland, gelebt. Sie seien dann aber im (...) nach Tsche- tschenien zurückgekehrt, um seinen Bruder H._______, der sich im Jahre (...) dem Widerstand angeschlossen habe, zu suchen und nach Hause zu bringen. Der dortige Kommandeur sei ein entfernter Verwandter seines Vaters gewesen. Seine Suche sei jedoch erfolglos geblieben. H._______ sei im (...) umgebracht worden. Kadyrov -Leute seien mit zwei Autos g e- kommen und hätten dessen Leiche in den Hof des Hause s geworfen, da- bei laut geschrien und nicht zugelassen, dass man seinen Bruder beerd i- ge. Er habe danach H._______ in der Nacht beerdigen müssen. Am (...) sei sein jüngster Bruder I._______ nicht nach Hause gekomme n, was bedeuten könne, dass er von Leuten Kadyrovs festgenommen worden sei oder sich dem Widerstand angeschlossen habe. Am (...) sei er am Abend, als er mit dem Auto von der Arbeit zurückgekehrt sei, bei der Einfahrt in seinen Wohnort von maskierten Angehörigen einer Eliteeinheit von Kad y- rov angehalten worden. Diese hätten ihm eine Maske aufgesetzt und ihn anschliessend an einen unbekannten Ort ausserhalb von B._______ ge- bracht. Dort sei er während drei er Tage regelmässig mit Fäusten, Füssen und Stöcken zusammengeschlagen und drei bis vier Mal mit St rom gefol- tert worden, damit er den Entführern Informationen über seinen Bruder I._______ liefere. Erst zu diesem Zeitpunkt habe er erfahren, dass sich dieser Bruder ebenfalls dem Widerstand angeschlossen habe. Nach drei Tagen habe er zugestimmt, dass er I._______ ausfindig machen und den Leuten von Kadyrov die gewünschten Informationen über den Revierpol i- zisten zukommen lassen werde. Er sei daraufhin von diesen an den Ort D-3551/2013 Seite 4 zurückgebracht worden, an welchem er ursprünglich angehalten worden sei. Noch am gleic hen Abend sei er wegen dieses Vorfalls von seinem Schwiegervater nach K._______ (L._______) gebracht worden. Nach diesen Ereignissen habe er sich wegen der Gefahr für sich und seine Familie gezwungen gesehen, Russland zu verlassen. Wenn sich nämlich ein Verwandter dem Widerstand anschliesse, werde die Familie von den Behörden nicht mehr in Ruhe gelassen. Es drohe ihm nicht nur von Le u- ten des Präsidenten Kadyrov, sondern auch von Seiten der Widerstand s- kämpfer Probleme. Ferner habe er sich geweigert, sich dem Widerstand anzuschliessen. Einen konkreten Versuch, ihn anzuwerben respektive zu rekrutieren, habe es jedoch nicht gegeben. Weil er ein friedliebender Mensch sei, sei er geflohen, bevor es zu einem Rekrutierungsversuch gekommen wäre. Er selber wisse nicht, weshalb sich seine Brüder hätten anwerben lassen. In L._______, das er am (...) wieder verlassen habe, sei er versteckt gewesen und nicht einmal auf die Strasse gegangen. Zwei bis drei Tage nachdem er von seinem Schwiegervater weggebracht worden sei, sei sein Schwager K._______ (Geschäfts-Nr. D-3580/2013) auf dem Rückweg vom Training angehalten und nach ihm befragt wo r- den. Diese hätten K._______ gesagt, dass man ihn festnehmen und fo l- tern werde, falls er (der Beschwerdeführer) sich nicht stellen würde. In der Folge sei K._______ von seinem Schwiegervater ebenfalls nach L._______ in die Wohnung gebracht worden, in der er sich bereits au f- gehalten habe. Sie seien danach gemeinsam ausgereist. Während seines Aufenthaltes in L._______ hätten sich seine Frau und die Kinder im Dorf M._______ bei Verwandten aufgehalten. Am 7. April 2012 sei seine Frau mit dem jüngeren Sohn nach Hause gegangen, um ein paar Kinders a- chen zu holen. Während diese gepackt habe, seien Leute von Kadyrov erschienen, hätten nach ihm gefragt u nd seine Frau wegen ihrer Weig e- rung, Auskunft zu erteilen, vor den Augen des Sohnes zusammeng e- schlagen. Nachdem die Regierungsleute gegangen seien, sei sie entw e- der von ihren Eltern oder von Nachbarn ins Spital gebracht worden, wo sie habe behandelt werden müssen und zudem eine Fehlgeburt erlitten habe. Man habe ihm von diesem Vorfall nichts erzählt aus Angst, dass er sich daraufhin auch dem Widerstand anschliessen werde. Auf die weit e- ren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. A.f Mit Schreiben vom 24. Januar 2013 zeigte die Rechtsvertreterin die Mandatsübernahme an und stellte gleichzeitig das Nachreichen von Arz t- berichten in Aussicht, da sowohl der Beschwerdefüh rer als auch dessen Ehefrau bei den N._______ in Behandlung seien. D-3551/2013 Seite 5 A.g Mit Schreiben des BFM vom 8. März 2013 wurde der Beschwerd e- führer aufgefordert, die der Vorinstanz am 29. Januar 2013 übergebenen und in einer Fremdsprache gehaltenen Beweismittel bis zum 18. März 2013 in eine Amtssprache übersetzen zu lassen. Gleichzeitig wurden ihm und seiner Ehefrau die Gelegenheit eingeräumt, innert gleicher Frist zu einem Widerspruch in ihren Aussagen eine Stellungnahme einzureichen. A.h Mit Eingabe vom 18. März 2013 reichten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau ihre Stellungnahme zu den Akten und ersuchten gleichze i- tig um Fristerstreckung zur Einreichung der angeforderten Übersetzu n- gen. A.i Mit Eingabe vom 28. März 2013 reichte der Beschwerdeführer die Übersetzungen der eingereichten Beweismittel sowie das Original des Austrittsberichts aus dem Spital von B._______ vom (...) betreffend seine Ehefrau nach (Einreichung Kopie inkl. Übersetzung am 29. Januar 2013). B. Mit Verfügung vom 17. Mai 2012 – frühestens eröffnet am 21. Mai 2012 – lehnte das BFM das Asylgesuch des Besch werdeführers ab und ordnete gleichzeitig die Wegweisung und den Vollzug aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseige n- schaft gemäss Art. 3 des As ylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG g e- nügten. Demzufolge erfülle er die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. C. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 20. Juni 2013 erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung des BFM aufzuheben, er sei al s Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eve n- tualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihn in der Schweiz vorläufig aufz u- nehmen, subeventualiter sei der Sachverhalt zur Vervollst ändigung der Abklärungen an die Vo rinstanz zurückzuweisen. D as Verfahren sei mit demjenigen seiner Ehefrau und Kinder (Geschäfts -Nr. D-2788/2013) und demjenigen seines Schwagers (Geschäfts-Nr. D-3580/2013) zu koordinie- ren, es seien im Sinne einer vorsorgli chen Massnahme die Vollzugsb e-D-3551/2013 Seite 6 hörden anzuweisen, die Weitergabe seiner Daten an den Heimatstaat bis zum Endentscheid im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu sistieren, im Falle der Ablehnung dieses Begehrens sei die Vorinstanz vor einer allfä l- ligen Ablehnung der Beschwerde anzuweisen, ihm Auskunft über event u- ell bereits vorgenommene Kontaktaufnahmen zu erteilen und ihm das rechtliche Gehör im Hinblick auf objektive Nachfluchtgründe zu gewä h- ren. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 6 5 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die E r- hebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Seiner Eingabe legte der Beschwerdeführer (Auflistung Beweismittel) bei. Auf die Begründung und die eingereichten Beweismittel wird – soweit entscheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Verfügung vom 9. Juni 2013 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Gleichzeitig wies es den Antrag, die zuständige schweizerische Behörde sei anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimatstaates sowie jegliche Datenweitergabe an diese l- ben zu unterlassen, unter Hinweis auf Art. 97 Abs. 1 AsylG ab. Ebenso abgewiesen wurde der Antrag, allenfalls sei die Vorinstanz anzuweisen, ihm Auskunft über eventuell bereits vorgenommene Kontaktaufnahmen zu erteilen und das rechtliche Gehör im Hinblick auf objektive Nachfluch t- gründe zu gewähren. Die Behandlung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde abgewiesen und antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Dem Antrag auf Koordina- tion des vorliegenden Verfahrens mit demjenigen der Ehefrau (Geschäfts- Nr. D -2788/2013; N _______) und demjenigen des Schwagers (G e- schäfts-Nr. D-3580/2013; N_______) wurde entsprochen. D-3551/2013 Seite 7 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsc heidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt u nd hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Die Abteilungen des Bundesver waltungsgerichts entscheiden in der Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen auf die Durchführung des Schrift enwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten s ozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als D-3551/2013 Seite 8 ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3. 3.1 Die Vorinstanz hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids im Wesentlichen fest, der Beschwerdeführer habe erzählt, dass seine Frau zu Hause von Leuten Kadyrovs aufgesucht worden sei, welche nach ihm gefragt hätten. Dabei sei sie zusammengeschlagen worden, was eine anschliessende Hospitalisierung sowie eine Fehlgeburt zur Folge gehabt habe. Die Ehefrau des Beschwerdeführers habe bei der Befragung zur Person angegeben, dass sie beim Besuch der Ka dyrov-Leute nicht d a- heim gewesen sei, sondern sich bei ihren Eltern aufgehalten habe. Sie habe keine Angaben bezüglich Handgreiflichkeiten von Kadyrov -Leuten oder einer Fehlgeburt gemacht. Mit Schreiben vom 8. März 2013 sei dem Beschwerdeführer dazu das re chtliche Gehör gewährt worden. Die Eh e- frau des Beschwerdeführers habe zwar anlässlich der Befragung zur Per- son erwähnt, dass zwei Kadyrov -Leute vorbeigekommen seien, jedoch sei sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause gewesen. Später habe sie durch die Nachbarn erfahren, dass sie gesucht worden sei. Jedoch könne davon ausgegangen werden, dass die Ehefrau diesen Vorfall mit Siche r- heit bei ihrer Befragung zur Person erwähnt hätte, falls sie zu diesem Zeitpunkt zu Hause gewesen und es zu den vom Beschwerdeführer gel- tend gemachten Geschehnissen gekommen wäre. Genau diese Vo r- kommnisse wären für die Begründung des Asylgesuches der Ehefrau zentral gewesen. Die im Schreiben vom 18. März 2013 dargelegte Erkl ä- rung, wonach sie sich in der Befragung zur Person kurz habe fassen müssen und sich vor den anwesenden Männern geschämt habe, darüber zu sprechen, vermöge nicht zu überzeugen, da sie das Vorbringen auch nur kurz hätte ansprechen können und sie zudem konkret gefragt worden sei, ob sie selber Probleme mit den Behörden gehabt habe. Weiter ve r- möge auch die Begründung, sie habe sich vor den anwesenden Männern geschämt, nicht zu überzeugen. Die Ehefrau hätte erwähnen können, D-3551/2013 Seite 9 dass sie ein Asylvorbringen habe, welches sie lieber einer Frau erzählen möchte. Auch das eingereich te Arztzeugnis der Ehefrau, in welchem der vom Beschwerdeführer an der Anhörung geschilderte Vorfall beschrieben werde und welches besage, dass die Ehefrau an (Nennung Diagnose) leide, könne nicht als genügende Erklärung betrachtet werden, weshalb sie das Vorbringen nicht zu Beginn des Verfahrens bei der Befragung zur Person vorgebracht habe. S ie hätte im Rahmen der Befragung zur Pe r- son noch nicht detailliert darüber berichten müssen, eine ansatzweise Schilderung hätte bereits ausgereicht. Der Beschwerdeführer selber habe angegeben, dass er erst nach seiner Befragung im EVZ von diesen G e- schehnissen erfahren habe. Dies ändere jedoch nichts daran, dass die Ehefrau das Geschehene an ihrer eigenen, vom Beschwerdeführer sep a- rat durchgeführten Befragung zur Person hätte vorbringen können. Daher müsse das Vorbringen als widersprüchlich und damit unglaubhaft beurteilt werden. Der Beschwerdeführer habe weiter angegeben, drei bis vier Mal mit Strom gefoltert worden zu sein. In den entsprechenden Angaben des Beschwerdeführers liessen sich jedoch keine Realkennzeichen (so in s- besondere Detailreichtum der Schilderung, freies assoziatives Erzählen, Interaktionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten) finden. Im W e- sentlichen seien seine Ausführungen allgemein und abschweifend geblie- ben und liessen nicht erkennen, dass er die Folter durch Strom wirklich erlebt habe. So sei er nicht imstande gewesen, Details bezüglich der ge l- tend gemachten Folterungen zu benennen. Auf Nachfrage habe er au s- weichend geantwortet und sei auf Er zählungen bezüglich seines G e- sundheitszustandes in der Schweiz abgeschweift. Weiter habe er ang e- geben, zusammen mit seinem Schwager in die Schweiz gereist zu sein. Wie dem Entscheid betreffend den Schwager (N _______) entnommen werden könne, werde darin die geschilderte Reise als unsubstanziiert und somit unglaubhaft beurteilt. Der gleiche Schluss sei auch im Falle des Beschwerdeführers zu ziehen, umso mehr, als dieser als ältere, erfahr e- nere Person sowie als langjähriger LKW -Fahrer mehr Lebens - und Rei- seerfahrung mitbringe und somit imstande sein müsste, die Reise detai l- liert zu beschreiben. Den Schilderungen des Reiseweges könne de m- nach kein Glauben geschenkt werden. Der Beschwerdeführer habe ange- führt, dass ihm die zuvor aufgesetzte Maske im Keller abgenom men wor- den sei. Er habe die Stimmen von vier Männern unterscheiden können, jedoch kein Gesicht wahrgenommen, weil ihm nicht danach gewesen sei, darauf zu achten. Dass er einerseits die unterschiedlichen Stimmen so genau habe unterscheiden können, jedoch ni cht imstande gewesen sei, auf die Gesichter der Männer zu achten, welche ihn während (...) Tage regelmässig geschlagen und gefoltert haben sollen, widerspreche jegl i-D-3551/2013 Seite 10 cher Logik. Es könne daher nicht geglaubt werden, dass er über eine so l- che Dauer hinweg nic ht einmal auf die Gesichter geachtet habe , und noch weniger, dass er überhaupt nicht daran interessiert gewesen sei, die Gesichter anzuschauen. Er habe vorgebracht, dass die Leute von Kad y- rov bereits fünf Tage nach dem Anschluss seines Bruders an die Rebellen von dessen Übertritt gewusst hätten. Dabei soll den Behörden der Au f- enthaltsort seines Bruders bei den Rebellen durch Informationen von speziellen Informanten bekannt gewesen sein. Im Fal le des Vorhande n- seins einer solchen Informationsquelle hätten die Kadyrov -Leute durch diese Quelle auch den Aufenthaltsort des Bruders ausfindig machen kö n- nen. Die sehr kurze Dauer, nach welcher die Kadyrov -Leute bereits vom Anschluss des Bruders an den Wi derstand gewusst haben sollen, deute darauf hin, dass der Bruder möglicherweise beschattet worden und somit auch sein neues Domizil bekannt gewesen sei. Zusätzlich gebe auch der Beschwerdeführer an, dass er davon ausgehe, dass die Leute von Kad y- rov den Aufenthaltsort seines Bruders gewusst hätten. Nach dem Gesa g- ten erscheine es unverständlich, weshalb der Beschwerdeführer nun massiv unter Druck gesetzt worden sei, um Besagten ausfindig zu m a- chen. Die Leute von Kadyrov hätten nicht davon ausgehen können, das s der Beschwerdeführer, nachdem er während der vorgebrachten (...) Haft mit Folterungen nichts gesagt habe, in das geforderte Vorgehen einwill i- gen und Informationen gegen seinen Bruder sammeln würde. Das Vo r- bringen widerspreche daher der allgemeinen Logik und sei somit u n- glaubhaft. Die Kadyrov -Leute hätten den Beschwerdeführer ferner unter der Bedingung freigelassen, dass er für sie als Spitzel tätig sein und i h- nen somit den Aufenthaltsort seines Bruders bekanntgeben solle. Die I n- formationen hätte er beim Revierpolizisten deponieren sollen. Diesbezüg- lich sei schwer nachvollziehbar, weshalb gerade der Beschwerdeführer als Informant hätte eingesetzt werden sollen , da die Kadyrov-Leute über wesentlich genauere Informationen verfügt hätten als er selber. Demz u- folge bleibe unverständlich, welche neuen Informationen die Kadyrov - Leute von ihm hätten beziehen wollen. Zudem erscheine die vorgeseh e- ne Weitergabe der Informationen sehr fragwürdig. Falls die Kadyrov - Leute wirklich an den besagten Informationen interessier t gewesen w ä- ren, hätten sie ihn einerseits nicht ohne Überwachung wieder freigela s- sen, da sie somit sein Untertauchen riskiert hätten. Andererseits hätten sie wohl einen genaueren Zeitpunkt und Ort der Übergabe vereinbart. Da der Beschwerdeführer massiv un ter Druck gesetzt worden sei, die g e- wünschten Informationen zu beschaffen, scheine es absolut unglaubhaft, dass die Übergabe der genannten Informationen nicht genauer abg e- sprochen worden sei. Die Leute Kadyrovs hätten mit Sicherheit nicht a b-D-3551/2013 Seite 11 gewartet, bis d er Beschwerdeführer von selber wieder auftauche, so n- dern ihm einen konkreten Stichtag oder eine bestimmte Frist eingeräumt und ihm genauer angegeben, wann er die Informationen wem überbri n- gen solle. Daher erscheine das ganze Vorbringen der geforderten Spitzel- tätigkeit als unglaubhaft. Die eingereichten Beweismittel seien nicht tauglich, den geltend gemac h- ten Sachverhalt glaubhaft zu machen. Der Beschwerdeführer habe (Auf- listung Beweismittel) zu den Akten gereicht. Beim russischen Text handle es sich um ein en Bericht der regionalen öffentlichen Organisation (...), in welchem die Vorbringen des Beschwerdeführers beschrieben würden. Der Bericht enthalte keine weiteren Ausführungen, als was der B e- schwerdeführer selber an der Bundesanhörung dargelegt habe. Diese Vorbringen seien bereits in den obigen Ausführungen beurteilt worden. Das eingereichte Beweismittel vermöge die gemachten Feststellungen nicht umzustossen. Zur eingereichten Kopie der Todesbescheinigung des Bruders sei festzuhalten, dass der Umstand desse n Todes eine asylrele- vante Verfolgung des Beschwerdeführers nicht zu beweisen vermöge. Aus der abgegebenen Vorladung sei ersichtlich, dass der Beschwerd e- führer in der Untersuchungsabteilung zu erscheinen habe, um als Zeuge auszusagen. Gemäss diesem Beweismittel seien keine Anhaltspunkte er- sichtlich, dass es sich um eine illegitime staatliche Verfolgung handeln würde. Besondere Beachtung sei dem Umstand zu schenken, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Untersuchung als Zeuge und nicht als Täter vorgeladen worden sei. Zusätzlich habe er einen Auszug aus der Patientenkarte seiner Ehefrau eingereicht, wobei es sich um eine B e- scheinigung des Gesundheitszustandes seiner Ehefrau handle, womit er aber nicht zu belegen vermöge, dass er verfolgt worden wäre. Hinsic ht- lich der ins Recht gelegten Kopie betreffend die Schwester seiner Eh e- frau, welche als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebe (N _______), aufgrund derer er von Reflexverfolgung bedroht sein könnte, sei festz u- stellen, dass die erwähnte Schwägerin aufgr und der Verfolgung ihres Ehemannes Asyl erhalten habe. In den Akten des Beschwerdeführers seien keine Indizien sichtbar, dass er wegen seines Schwagers verfolgt worden wäre. Auch habe er selber nie erwähnt, dass er nach seinem Schwager gefragt worden wäre. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden demnach den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standhalten, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. D-3551/2013 Seite 12 Im Übrigen seien gemäss dem Subsidiaritätsprinzip Personen mit einer innerstaatlichen Fluchtalternative nicht auf den Schutz eines Drittstaates angewiesen. Der Beschwerdeführer habe in den Jahren (...) bis (...) in O._______, im Gebiet G._______, Russland, gelebt. Er sei im (...) nach Tschetschenien zurückgekehrt, weil einer seiner Brüder umgebracht wo r- den sei. Ab dem (...) habe er Probleme wegen des Übertritts des anderen Bruders zu den Rebellen gehabt. Der Beschwerdeführer mache Nachteile geltend, die sich aus lokal oder regional beschränkten Verfolgungsmas s- nahmen ableiteten. Da er sich diesen Verfolgungsmassnahmen durch e i- nen Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. 3.2 Demgegenüber wendete der Beschwerdeführer in seiner Beschwe r- deschrift im Wesentlichen ein, betreffend de n Widerspruch zu den Au s- führungen seiner Ehefrau werde auf die Stellungnahme vom 18. März 2013 verwiesen und es sei erneut zu betonen, dass er erst im Herbst (...) nach einem Zusammenbruch seiner Ehefrau von den Übergriffen auf sie erfahren habe. Sie habe aus Angst, dass er sich Vorwürfe machen werde, nicht darüber gesprochen. Hinzu gekommen sei der Umstand, dass seine Ehefrau an der Befragung zur Person aufgefordert worden sei, sich kurz zu fassen und keine Details zu erzählen. Weiter se ien der dortige Befr a- ger und der Dolmetscher Männer gewesen. Seine Ehefrau habe sich für die erlittene Gewalt geschämt und vor den Männern nicht darüber spr e- chen können. Über ihr Recht, in einem Frauenteam befragt zu werden, sei sie nicht orientiert worden . Aus der eingereichten Patientenkarte we r- de ersichtlich, dass sie als Folge der erlittenen Gewalt (Nennung Ereig- nis) erlitten habe und hospitalisiert worden sei. Betreffend den angeblich fehlenden Detailreichtum der Folter durch Strom sei zu entgegnen, da ss es für Traumatisierte nicht untypisch sei, wenn sie die Erinnerung an das traumatisierende Ereignis zu vermeiden suchten. Das von ihm bei der Anhörung gezeigte Vermeidungsverhalten spreche nicht gegen, sondern gerade für die erlittene Folter. Entgegen d er vorinstanzlichen Auffassung sei die durch ihn vermiedene Musterung der Gesichter seiner Peiniger nachvollziehbar und eine genaue Musterung eher fraglich. Da sich bereits zwei seiner Brüder den Rebellen angeschlossen hätten liege es nahe, dass er als Inf ormant hätte angeheuert werden sollen, stamme er doch offensichtlich aus einer Rebellenfamilie. Die von der Vorinstanz vorg e- brachten Widersprüche und Elemente der Unglaubhaftigkeit seien bei näherem Hinsehen leicht erklärbar und seiner Glaubwürdigkeit nich t ab- träglich. Seine Vorbringen bezüglich der fluchtauslösenden Ereignisse in Tschetschenien seien somit glaubhaft und die Asylrelevanz sei gegeben. D-3551/2013 Seite 13 Ferner vermöge unter Umständen eine innerstaatliche Fluchtalternative bestehen. Die Inanspruchnahme einer so lchen Fluchtalternative sei j e- doch nicht zumutbar. So habe sich sein Gesundheitszustand in der Schweiz zunehmend verschlechtert. Er sei aufgrund der in der Heimat er- littenen Folter psychisch schwer belastet und stehe wegen der sehr pr e- kären psychischen Ver fassung seiner Ehefrau unter Druck. Dem eing e- reichten Arztbericht sei zu entnehmen, dass (Nennung Diagnose und der bisherigen sowie der indizierten Therapie) . Gemäss einer Abklärung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) bestünden in Tschetschenien kei- ne Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch bestehe in seiner Heimat keine generelle Lage der Sicherheit, die die Behandlung von Traumata voraussetze. Überdies komme eine Auskunft des (Nennung Behörde) in B._______ zum Schluss, dass in Tschetschenien und im Speziellen in B._______ kein Behandlungszentrum oder Spital existiere, das eine Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen anbiete. Es könnten bestenfalls Personen mit akuten psychischen Erkrank ungen ambulant behandelt werden. Die Weiterführung der notwendigen (...) Behandlung sei nach ei- ner Rückkehr deshalb ausgeschlossen, weshalb medizinische Wegwe i- sungshindernisse vorlägen, die den Vollzug als unzumutbar erscheinen lassen würden. Was den Vollz ug der Wegweisung an einen anderen Ort der russischen Föderation anbelange, sei anzuführen, dass er sich als Tschetschene nicht registrieren lassen könne und folglich keine staatliche Krankenversicherung hätte. Dadurch wäre ihm der Zugang zum Gesun d- heitssystem verwehrt und die notwendige Weiterbehandlung wäre nicht gewährleistet. Es würden somit medizinische Wegweisungshindernisse vorliegend, die den Wegweisungsvollzug auch in Teile der russischen Fö- deration ausserhalb von Tschetschenien als unzumutbar ersc heinen lies- sen. Da die Vorinstanz den mit der Mandatsanzeige vom 24. Januar 2013 angekündigten Arztbericht nicht abgewartet, sondern sein Asylgesuch mit Verfügung vom 17. Mai 2013 abgewiesen habe, habe sie nicht abklären können, ob er Zugang zur notwendige n psychotherapeutischen und m e- dikamentösen Weiterbehandlung in seiner Heimatregion oder einem a n- deren Gebiet der russischen Föderation hätte. Falls das Bundesverwa l- tungsgericht die notwendigen Abklärungen des Sachverhalts nicht durc h- führen könne, müsse di e Beschwerdesache an die Vorinstanz zur Ve r- vollständigung des Sachverhalts zurückgewiesen werden. 4. 4.1 In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer zunächst sinng e- mäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, die nach seiner D-3551/2013 Seite 14 Auffassung die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur vollständ i- gen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts rechtfertigten. So h a- be die Vorinstanz den mit Eingabe vom 24. Januar 2013 angekündigten Arztbericht nicht abgewartet, sondern sein Asylgesuch mit Verfügung vom 17. Mai 2013 abgewiesen. Dadurch habe das BFM nicht abklären kö n- nen, ob er Zugang zur notwendigen (...) Weiterbehandlung in seiner He i- matregion oder einem anderen Gebiet der russischen Föderation habe. Allenfalls müsse die Beschwerdesache an die Vorinstanz zur Vervollstän- digung des Sachverhalts zurückgewiesen werden. Diesbezüglich ist Folgendes festzuhalten: Asylsuchende sind einerseits als Ausdruck der in Art. 8 AsylG verankerten Mitwirkungspflicht verpflic h- tet, den von ihnen vorgetragenen Sachverhalt mitte ls geeigneter B e- weismittel zu untermauern, andererseits sind sie nach Art. 33 Abs. 1 VwVG auch berechtigt, Beweise anzubieten, welche grundsätzlich im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs desgleichen anzune h- men sind, soweit der zu beweisende Sachver halt rechtserheblich ist. Von der Abnahme beantragter Beweismittel kann insbesondere abgesehen werden, wenn sie eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offe n- sichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung an sich a b- geht oder – gerade umgekehrt – die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist (antizipierte Beweiswürdigung: vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU- BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 165 Rz. 3.144). Der Beschwerdeführer konnte sich anlässlich der A n- hörung vom 28. Januar 2013 – welche vier Tage nach dem erstmaligen Ankündigen eines Arztberichtes stattfand – ausführlich und detailliert zu seinen Asylgründen äussern. Das BFM erachtete in der Folge den Sach- verhalt als genügend erstellt, um ohne weitere Abklärungen einen En t- scheid zu fällen (vgl. act. A54/19 S. 16). Anlässlich der Anhörung führte er auf Nachfrage, ob er noch Dokumente oder Beweismittel habe, die er heute nachreichen wolle, an, er habe nicht gewusst, dass er heute etwas hätte mitbringen sollen. In der Folge zählte er einige, noch in seinem B e- sitz befindliche Beweismittel auf, die er nachreichen könne, ohne jedoch auf ein ihn betreffendes Arztzeugnis hinzuweisen oder ein solches in Aus- sicht zu stellen (vgl. act. A54/19 S. 2). Im weiteren Verlauf der Anhörung verwies er auf physische wie auch psychische Probleme und machte ge l- tend, seit seinem Transfer nach P ._______ in Behandlung zu sein, sich nur dank der Tabletten aufrecht zu hal ten und – insbesondere mit Blick auf seine psychischen Beschwerden – seine Nerven seien angespannt, er komme nicht zur Ruhe und er sei bereits drei Mal beim Psychother a-D-3551/2013 Seite 15 peuten gewesen und der nächste Termin bei diesem f inde am 31. des Monats statt (vgl. act . A54/19 S. 9). Trotz dieser wiederholten Hinweise auf eine laufende Behandlung und des Umstandes, dass er mit Eingabe vom 24. Januar 2013 einen Arztbericht in Aussicht gestellt hatte, wurde in der Folge der Vorinstanz in den laufenden Monaten kein ärztlic hes Zeug- nis zugestellt. In seinen weiteren Eingaben vom 18. März 2013 sowie vom 28. März 2013 wies der Beschwerdeführer erneut darauf hin, dass er sich bei N._______ in (...) Behandlung befinde, wobei er den nächsten Termin am 3. April 2013 wahrnehmen könne. Er werde seine Therapeutin bitten, einen Arztbericht zu verfassen. Dieser Bericht werde dem BFM in Aussicht gestellt und dieses gebeten, den ärztlichen Bericht abzuwarten, bevor über sein Asylgesuch entschieden werde. Nachdem der Beschwer- deführer tr otz mehrfacher Ankündigung weitere Wochen verstreichen liess, ohne dass er einen ärztlichen Bericht ins Recht gelegt oder zumi n- dest eine Begründung für die verzögerte Einreichung geliefert hätte, en t- schied das BFM eineinhalb Monate nach der letzten Ankündi gung über sein Asylgesuch. Bei dieser Sachlage stellt der Umstand, dass die Vori n- stanz vor Erlass ihrer Verfügung weder den Eingang weiterer Beweismi t- tel abwartete, mit welchen es dem Beschwerdeführer möglich und z u- mutbar gewesen wäre, in schriftlicher Form auf seine aktuelle gesundheit- liche Situation hinzuweisen, noch eine bestimmte Frist zur Einreichung derselben ansetzte, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Der Beschwerdeführer sah überdies offensichtlich selber keine Veranlassung, in seiner Hei mat die wegen der erlittenen Folter entstandenen gesun d- heitlichen Beschwerden durch einen Arzt begutachten zu lassen bezi e- hungsweise sich in ärztliche Behandlung zu begeben (vgl. act. A54/19 S. 14). Jedenfalls vermag die dazugehörige pauschale Erklärung, e s sei für ihn nicht wünschenswert gewesen, dem Arzt die Ursache seiner Ve r- letzungen zu erklären respektive diesbezüglich ein Märchen zu erfinden, nicht zu überzeugen und ist angesichts des Umstandes, dass sich de m- gegenüber seine Frau offenbar bedenkenlos – obwohl sie ebenso von Leuten Kadyrovs misshandelt worden sei – an einen Arzt gewendet habe und sogar eine Woche im Spital gewesen sei, als logisch nicht nachvol l- ziehbar. Insgesamt stellt es keine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, dass die Vorinstanz diesbezüglich keine weiteren Abklärungen von sich aus durchführte. Der Rückweisungsantrag ist deshalb abzuweisen. 4.2 In materieller Hinsicht gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das BFM im Rahmen der Prüfung der Asylvorbringen aufgrund der ausgeführten einzelnen Aspekte zu Recht erkannt hat, der Beschwerdeführer erfülle die Voraussetzungen der D-3551/2013 Seite 16 Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Die Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe und die eingereichten Beweismittel vermögen in entscheidrelevanter Hinsicht nicht gegen die angefochtene Verfügung durchzudringen. 4.2.1 Der Beschwerdeführer verweist zunächst hinsichtlich der als wide r- sprüchlich gewerteten Aussagen zwischen ihm und seiner Ehefrau zum Vorfall vom April 2012 auf die Stellungnahme vom 18. März 2013 und den Umstand, dass sie über ihr Recht, in einem Frauenteam befragt zu we r- den, nicht orientiert worden sei. Ferner werde aus der eingereichten Pat i- entenkarte ersichtlich, dass sie als Folge der erlittenen Gewalt (Nennung Ereignis) erlitten habe und hospitalisiert worden sei. Diese Einwände vermögen jedoch – wie im Urteil D -2788/2013 gleichen Datums betre f- fend die Ehefrau dargelegt – nicht zu überzeugen. Es wird diesbezüglich auf die Erwägungen im genannten Urteil verwiesen. 4.2.2 Soweit der Beschwerdeführer den von der Vorinstanz gerügten fe h- lenden Detailreichtum der Folter durch Strom u nd die durch ihn vermi e- dene Musterung der Gesichter seiner Peiniger mit der bei ihm vorliege n- den Traumatisierung respektive einer allenfalls bei ihm vorhandenen posttraumatischen Belastungsstörung (gemäss dem auf Beschwerd e- ebene eingereichten ärztlichen Zeugnis der N._______ vom [...] leide der Beschwerdeführer an [Nennung Diagnose] zu erklären versucht, zumal es für Traumatisierte nicht untypisch sei, wenn sie die Erinnerung an das traumatisierende Ereignis zu vermeiden suchten, ist Folgendes festzuhal- ten: Das charakteristische Merkmal für Folteropfer mit einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung stellt die ausgeprägte Tendenz dar, der bewussten Auseinandersetzung mit traumatischen Erlebnissen au s- zuweichen. So ist es heute durch eine Vielzahl vo n Studien und Erfa h- rungsberichten belegt, dass Folteropfer weitgehend unfähig sind, über das Erlebte zu berichten, solange nicht ein Klima des Vertrauens herg e- stellt ist, um das Vorgefallene in so sensiblen Bereichen zu offenbaren. So gehören zu den häufigsten Traumata entweder eine ernsthafte Bedro- hung des eigenen Lebens beziehungsweise der körperlichen Integrität (etwa Folter und Vergewaltigungen), ernsthafte Bedrohung oder Schäd i- gung der eigenen Kinder, des Ehepartners oder naher Verwandter sowie die plötzliche Zerstörung des eigenen Zuhauses. Zu den Folgen gehören auch Gedächtnisschwäche oder Konzentrationsschwierigkeiten. Jedoch leiden nicht nur Folteropfer unter der posttraumatischen Belastungsst ö- rung, sie kann bei allen Menschen auftreten, die einem t raumatischen Stresssymptom ausgesetzt waren. Der Einwand, dass die unsubstanziier-D-3551/2013 Seite 17 te Schilderung der Folter mit Strom sowie sein Vermeidungsverhalten betreffend seine Peiniger auf die erlittene Traumatisierung zurückgeführt werden müsse, lässt sich vorliegend nicht rechtfertigen. So schilderte der Beschwerdeführer bereits anlässlich der Befragung zur Person seine Ent- führung mit anschliessender dreitägiger Haft durch Kadyrov -Leute von sich aus ohne Umschweife und offenbar ohne sichtbare oder merkbare Gemütsbewegungen. Auch anlässlich der Anhörung beim BFM stellten of- fenbar weder die Befragerin der Vorinstanz noch die anwesende Hilf s- werkvertreterin merkliche Verhaltensauffälligkeiten bei der Schilderung dieser geltend gemachten Ereignisse fest oder sahen sich jedenfalls nicht veranlasst, diesbezügliche Feststellungen im Protokoll oder in einem Pro- tokollanhang anzumerken, was jedoch regelmässig der Fall ist bei en t- sprechenden Auffälligkeiten von Befragten. Überdies fällt auf, dass B e- schwerdeführer hinsichtlich an derer Aspekte des fraglichen und ihn a n- geblich traumatisierenden Ereignisses, so über die exakten Umstände seiner Anhaltung vom (...) präzise Auskunft erteilen konnte, beispielswe i- se hinsichtlich des Abstandes, in welchem er zum Dorfrand angehalten worden sei, der Anzahl Männer, die ihn angehalten hätten, der ungefä h- ren Richtung und der ungefähren Zeit, in welcher er gefahren worden sei , sowie auch der Farbe und Marke des Wagens, den die Maskierten ve r- wendet hätten, was insgesamt ebenfalls gegen den in der Rechtsmit- teleingabe angeführten Einwand spricht. Er will sogar erkannt haben, dass die Scheiben des Wagens getönt gewesen seien, obwohl man ihm nach der Frage nach seiner Identität sofort eine Maske aufgesetzt habe, durch welche er nichts habe erkennen kön nen (vgl. act. A54/19 S. 7 f.). Da weder dem Anhörungsprotokoll noch dem Protokoll der Befragung im EVZ irgendwelche Hinweise auf Konzentrationsschwierigkeiten des B e- schwerdeführers während der Befragungen zu entnehmen sind und er die Korrektheit und Wahrh eit seiner Asylvorbringen nach Rückübersetzung unterschriftlich bestätigt e, lassen sich die festgestellten inhaltlichen U n- stimmigkeiten nicht auf die angeführte Ursache der diagnostizierten ps y- chischen Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes respektive auf den Verdacht des Bestehens (Nennung Krankheit) infolge des geschilder- ten Übergriffs zurückführen, weshalb sich der Beschwerdeführer bei se i- nen unsubstanziierten und unlogischen Aussagen behaften lassen muss. 4.2.3 Weiter ist die auf Beschwerdeebene gemachte Entgegnung, w o- nach es naheliege, dass er als Informant hätte angeheuert werden sollen, zumal sich bereits zwei seiner Brüder den Rebellen angeschlossen hä t- ten und er offensichtlich aus einer Rebellenfamilie stamme, als nicht stichhaltig zu qualifizieren. Die Vorinstanz hat im angefochtenen En t-D-3551/2013 Seite 18 scheid in einlässlicher und schlüssiger Weise dargelegt, aus welchen Gründen der angeblich auf den Beschwerdeführer ausgeübte Druck se i- tens der Kadyrov -Leute als unglaubhaft zu erachten sei, da diese über spezielle In formanten ohnehin bereits vom Anschluss des Bruders zum Widerstand gewusst hätten (vgl. act. A54/19 S. 10 f.). Zudem vermag die- ser pauschale Einwand ebenso wenig die zutreffenden Erwägungen des BFM, weshalb die Anwerbung des Beschwerdeführers als Spitzel s owie die Übergabe der von ihm gewonnenen Informationen an die Kadyrov - Leute als unrealistisch und unglaubhaft zu würdigen sei, in einem and e- ren Licht erscheinen zu lassen. 4.2.4 Sodann vermögen auch die bei der Vorinstanz eingereichten D o- kumente an dieser Erkenn tnis nichts zu ändern. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen des BFM im angefochtenen Entscheid ve r- wiesen werden. Die entsprechenden Schlussfolgerungen sind vorliegend vollumfänglich zu bestätigen. Ergänzend sei festgehalten, dass die Au s- führungen im Bericht der regionalen öffentlichen Organisation (...) wie ein Augenzeugenbericht der Erlebnisse des Beschwerdeführers zu lesen sind, was jedoch den Akten zufolge offensichtlich nicht der Fall sein kann. Demzufolge dürfte der Inhalt dieses Berichts überwiegend auf den Darle- gungen des Beschwerdeführers basieren, die jedoch als nicht glaubhaft zu qualifizieren sind. Zudem weist der Bericht teilweise inhaltliche Abwe i- chungen zum protokollierten Sachverhalt auf. 4.2.5 Hinsichtlich der vorinstanzlichen Festste llung, wonach der B e- schwerdeführer vorliegend über eine innerstaatliche Fluchtalternative ver- füge, ist Folgendes festzuhalten: Nach herrschender Lehre und Praxis setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die asy l- suchende Person ernsthaf te Nachteile bestimmter Intensität bereits erli t- ten hat oder bei einer Rückkehr in das Heimatland solche mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr individuell gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive mittel- bar oder unmittelbar vom Heimatstaat und seinen Organen zugefügt wo r- den sind beziehungsweise zugefügt werden. Im Falle bereits erlittener Nachteile muss zwischen der Ausreise und der Verfolgung zudem ein kausaler Zusammenhang in zeitlicher und sachl icher Hinsicht bestehen und schliesslich muss es der Gesuch stellenden Person unmöglich sein, in einem anderen Teil ihres Heimatstaates Schutz vor Verfolgung zu fin - den (vgl. bspw. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -1566/2008 vom 2. September 2010 mit weiteren Hinweisen). Nach Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts ist für Tschetschenen grundsätzlich vom Vor-D-3551/2013 Seite 19 handensein einer innerstaatlichen Fluchtalternative in der Russischen Föderation auszugehen. Die allgemeinen Diskriminierungen, denen Tschetschenen in der Russischen Föderation ausgesetzt werden können, sind mangels der für die Asylgewährung erforderlichen Intensität nicht als asylrechtlich relevante (Kollektiv -)Verfolgung zu qualifizieren. Eine inne r- staatliche Fluchtalternative kann der asylsuche nden Person jedoch nur entgegengehalten werden, wenn ein effektiver Schutz am alternativen Ort besteht, was insbesondere dann nicht gegeben scheint, wenn Betroffene bereits in ihrer Heimatregion von Organen der Zentralgewalt – d.h. unmit- telbar staatlich – verfolgt worden sind (vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts D-1566/2008 vom 2. September 2010 mit Verweis auf En t- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2005 Nr. 17 E. 6.2. S. 154 f.). In casu konnte der Beschwe r- deführer eine Verfolgung durch Angehörige des Kadyrov -Regimes nicht glaubhaft machen und führte auch nicht an, während seines über (...)jährigen Aufenthaltes [...] in O._______ irgendwelche Probleme mit den russischen Behörden oder Sicherheitskräften gehabt zu haben (vgl. act. A65/19 S. 11). Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass er ei- ner der in BVGE 2009/52 E. 10.2.3 aufgeführten verletzlichen Gruppen (insbesondere Familienangehörige von Rebellen) angehört, für die de s- wegen allenfalls ein Asylgrund b estehen könnte, da aufgrund der u n- glaubhaften Aussagen ein Anschluss der Brüder an den Widerstand als nicht erwiesen zu erachten ist. Daran vermag auch die ins Recht gelegte Kopie einer Todesbescheinigung seines Bruders nichts zu ändern, we r- den daraus doch die genauen Hintergründe des Todes nicht ersichtlich, so insbesondere nicht, durch wen und unter welchen Umständen auf den Bruder geschossen worden sei. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe einräumt, dass eine innerstaatliche Fluchtal ternative bestehen möge, die Inanspruchnahme einer solchen Fluchtalternative j e- doch zu verneinen sei, ist festzuhalten, dass – wie sich auch aus den nachfolgenden Erwägungen zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ergibt – eine innerstaatliche Zufluchtsmöglichkeit besteht, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt (vgl. BVGE 2011/51). 4.3 Es ist somit festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht darzutun vermochte, dass er einer Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausg e- setzt war oder objektiv begr ündete Furcht hat, einer solchen ausgesetzt werden zu können. Er kann daher nicht als Flüchtling anerkannt werden. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt, we s- halb es sich erübrigt, auf die Vorbringen in den Eingaben auf Beschwe r-D-3551/2013 Seite 20 deebene im Einzelnen noch näher einzugehen, da sie an obiger Ei n- schätzung nichts zu ändern vermögen. 5. 5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es b erücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 5.2 Der Beschwerdeführer verfüg t weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1 S. 502, BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 6.2 6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Deze m- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r-D-3551/2013 Seite 21 niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwe r- deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG vera n- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den He i- matstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verboten en Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen G e- richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, das s ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Febr u- ar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinwe i- sen). Auch die allgemeine Menschenre chtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen. 6.2.4 Was die im ärztlichen Zeugnis der UPD Bern vom 5. Juni 2013 d i- agnostizierte mittelgradige depressive Episode und der bestehende Ve r- dacht einer posttraumatischen Belastungsstörung betrifft, so kann g e- mäss der Praxis des EGMR der Vollzug der Wegweisung eines abgewi e- senen Asylsuchenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hierfür sind jedoch ganz ausser- gewöhnliche Umstände Voraussetzung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des EGMR). Vorliegend können solche ganz aussergewöhnlichen Umstände („very exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in s einem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer kur- zen Lebenserwartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und D-3551/2013 Seite 22 psychischen Leiden hinzukam, hin länglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). 6.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 6.3 6.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vo llzug der Wegweisung insb e- sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausg e- setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingse i- genschaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips er- füllen, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situ a- tion allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.2 f. S. 1002 ff., BVGE 2011/24 E. 11.1 S. 504 f., BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 6.3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 17. Mai 2013 hielt das BFM zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges im Wesentlichen fest, die Sicherheitslage in Tschetschenien habe sich in den letzten Jahren kont i- nuierlich und nachhaltig verbessert. Es herrsche heute keine Situation allgemeiner Gewalt mehr. Parallel zur Stabilisierung der Sicherheit habe sich auch die Menschenrechtslage deutlich verbessert. Wahllose Pers o- nenkontrollen und Inhaftierungen durch das russische Militär würden nicht mehr vorkommen und vor allem die Fälle von Verschwindenlassen und Entführungen von Personen seien drastisch zurückgegangen. Nach Ei n- schätzung der United Nations Organization (UNO) und des Internation a- len Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bestehe heute in Tschetschenien auch keine humanitäre Krise mehr. Die medizinische Grundversorgung sei mittlerweile wieder gewäh rleistet. Aus Russland aber auch aus Eur o- pa würden vermehrt Personen unterschiedlichen Profils freiwillig nach Tschetschenien zurückkehren. Eine Rückkehr von abgewiesenen Asylsu-D-3551/2013 Seite 23 chenden aus Tschetschenien sei daher grundsätzlich zumutbar. Alternativ stehe d em Beschwerdeführer auch ein Aufenthalt ausserhalb Tsch e- tscheniens an seinem früheren langjährigen Wohnort in O._______/G._______ offen. Dabei seien in casu folgende Punkte zu be- rücksichtigen: Der Beschwerdeführer habe zusammen mit seiner Familie über mehrere Jahre hinweg in O._______ gelebt. Erst im (...) sei er mit der Familie nach Tschetschenien zurückgekehrt. Demzufolge verfüge er nach einer zirka (...)jährigen Abwesenheit über ein Beziehungsnetz und Bekannte in O._______, welche ihm eine Wiedereinglied erung dort e r- leichtern könnten. Er habe angegeben, dass er in O._______ bei einem Arbeitgeber und anschliessend in B._______ (Nennung Erwerbstätigkeit) gewesen sei und sich und seine Familie damit gut habe finanzieren kö n- nen. Es sei ihm zuzumuten, diese Tä tigkeit wieder aufzunehmen. De m- nach sei vorliegend die Anordnung des Vollzugs der Wegweisung insg e- samt als zumutbar zu erachten. 6.3.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts herrscht in Tschetschenien keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb der Weg- weisungsvollzug abgewiesener tschetschenischer Asylbewerber in der Regel zumutbar ist (vgl. BVGE 2009/52). 6.3.4 Da der Beschwerdeführer nicht glaubhaft machen konnte, einer Ver- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt gewesen zu sein oder o b- jektiv begründete Furcht hat, einer solchen ausgesetzt zu werden und er demzufolge auch nicht einer Kategorie von Personen zuzuordnen ist, welche weiterhin konkret gefährdet sein können (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3), ist die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges auch i n indi- vidueller Hinsicht zu bejahen. Der Beschwerdeführer verfügt über eine neunjährige Schulbildung und langjährige Berufserfahrungen als (Nen- nung Erwerbstätigkeit) , wobei er diesbezüglich in G._______ in einem Angestelltenverhältnis gestanden und in B._______ selbstständig Erwer- bender gewesen sei. Damit habe er gut verdient und seine Familie ernäh- ren können. Zudem spricht er neben der tschetschenischen Mutterspr a- che auch russisch (vgl. act. A5/16 S. 4; A54/19 S. 4). Auch wenn Pers o- nen tschetschenischer Ethnie im Vergleich zu allfällig anderen intern Ve r- triebenen in der Russischen Föderation eher das Augenmerk der Behö r- den auf sich ziehen, ihnen deshalb mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit entsprechende Schwierigkeiten erwachsen und sie Personenkontrollen, Schikanen und Diskriminierungen ausgesetzt sein können, sind diese Umstände jedoch nicht als konkrete Gefährdung im Sinne der zu beac h- tenden Bestimmungen zu werten. Aufgrund seiner russischen Sprac h-D-3551/2013 Seite 24 kenntnisse, der langjährigen beruflichen Erfahrungen und seines langjäh- rigen Aufenthaltes in G._______ ist es dem Beschwerdeführer deshalb zumutbar, die bereits in den Jahren (...) bis (...) in der Russischen Föd e- ration wahrgenommene innerstaatliche Aufenthaltsalternative im Bezirk G._______ erneut wahrzunehmen. Gemäss eigenen Angaben lebte er dort mit seiner Familie zusammen und habe während dieser Zeit dort g e- heiratet, seine (...) Söhne seien dort geboren und es sei dort einfacher und besser gewesen zu leben als in Tschetschenien. Insbesondere seien dort auch die Ausbildungsmöglichkeiten und die medizinischen Strukturen besser (vgl. act. A54/19 S. 11). Aufgrund des langjährigen Aufenthaltes des Beschwerdeführers in O._______ der mit der Heirat, der Geburt und dem Aufwachsen der Söhne und der Erwerbstätigkeit in G._______ sel- ber verbundenen vielfältigen behördlichen und privaten Kontakte in dieser Region, ist von einem dort weiterhin bestehenden sozialen Beziehung s- netz auszugehen, das ihm bei einer Reintegration Unterstützung bieten wird. Es ist dem Beschwerdeführ er aufgrund seiner langjährigen Beruf s- erfahrungen, gerade auch als (Nennung Erwerbstätigkeit) , zuzumuten und möglich, für sich und seine Familie eine (erneute) wirtschaftliche Existenzgrundlage zu schaffen. Es bestehen insgesamt keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr in seine Heimat in eine existenzielle Notlage geraten würde. 6.3.5 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen be- legten Diagnose (Nennung Diagnose) ist Folgendes zu erwägen: Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegweisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, die erforderl i- che Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f. ). Entsprechen ferner die Behandlung s- möglichkeiten im Herkunftsland nicht dem medizinischen Standard in der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vol l- zugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterbehandlu ng eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 S. 1003 f., BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21). Vorliegend sind unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizinischen Notl a- ge im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. Dem eingereichten ärztlichen Bericht der N._______ vom (...) zufolge leide der Beschwerdeführer an (Nennung Diagnose) , wobei die ICD -10 Kriterien nicht vollständig erfüllt seien. Dabei führt der Beschwerdeführer als Grund für seine (...) Beschwerden die (...) Festhaltung und die damit verbundene D-3551/2013 Seite 25 Folter durch die Kadyrov -Leute sowie die Angst vor einer Ausschaffung, insbesondere seiner Ehefrau und der Kinder, und die damit verbundene Trennung der Familie an. In diesem Zusammenhang ist zunächst festz u- halten, dass der Beschwerdeführer den Übergriff durch Leute Kadyrovs nicht glaubhaft zu machen vermochte, weshalb die angefüh rte Ursache seiner Traumatisierung als unzutreffend erachtet und dementsprechend auf andere, vorliegend unbekannte Gründe zurückgeführt werden muss. Weiter ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer für die B e- handlung seiner psychischen Beschwerden nicht in die Region respektive in die Stadt B._______, dem behaupteten Ort der Traumatisierung z u- rückbegeben muss, sondern eine valable Aufenthaltsalternative in G._______ besitzt. Dem eingereichten ärztlichen Zeugnis kann entno m- men werden, dass der B eschwerdeführer vom (...) bis (...) in der N._______ war und seit dem (...) in der Sprechstunde für MigrantInnen der N._______ in Behandlung stehe und die erforderliche Behandlung (Gesprächstherapie und Medikation) weiterhin dringend indiziert sei. Zu den Behandlungsmöglichkeiten in der Heimat des Beschwerdeführers ist festzustellen, dass bezüglich des diagnostizierten Verdachts einer posttraumatischen Belastungsstörung gemäss öffentlich zugänglichen Quellen in Tschetschenien bislang keine spezialisierte E inrichtung für die Behandlung dieser Erkrankung besteht. Zwar sind Gesundheitseinric h- tungen für die Behandlung von psychischen Krankheiten grundsätzlich vorhanden, wobei das Angebot jedoch beschränkt ist. So besteht in B._______ ein Spital für die Behandlung psychischer Erkrankungen, wel- ches über 80 Betten verfügt. Weiter existiert dort ein psychoneurolog i- sches Gesundheitszentrum für die hauptsächlich ambulante psychiatr i- sche Grundversorgung der Teilrepublik, der zusätzlich noch über einige limitierte Plätze für die stationäre Behandlung verfügt. Ein solche s Zent- rum stellt ein en ausserhalb eines psych iatrischen Spitals angesiedelten Dienst in einer Stadt, einem Bezirk oder einem Gebiet dar, wobei unter anderem psychiatrische, psychologische und psychotherape utische B e- handlungen beziehungsweise Hilfe angeboten werden. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass der erwähnte Dienst personell unterbelegt ist und es an ausgebildeten Fachkräften mangelt. Dass der Beschwerdefü h- rer daher in seiner Herkunftsstadt B._______ eine adäquate Behandlung seiner psychischen Leiden erhalten kann, ist zumindest als sehr zweife l- haft zu erachten. Wie bereits erwähnt, ist es ihm aber möglich, mit Blick auf das Vorha n- densein einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative in G._______ sein D-3551/2013 Seite 26 Leiden dort behandeln zu lassen. So finden sich in G._______, einer Stadt mit knapp (...) Einwohnern, nach den Erkenntnissen des Bunde s- verwaltungsgerichts verschiedene ambulante und stationäre Behan d- lungsmöglichkeiten für Personen mit psychische n Erkrankungen, so in s- besondere einen psychoneurologischen Dienst und zwei Regionalspitäler für klinische Psychiatrie für die stationäre und ambulante Behandlung von psychischen Krankheiten. Dabei ist die Behandlung in einem psychone u- rologischen Gesundheitszentrum offiziell kostenfrei. Weiter ist anzufü h- ren, dass es ihm nach der oben in Ziffer 6.3.4 festgestellten Möglichkeit der Schaffung einer (erneuten) wirtschaftlichen Existenzgrundlage mö g- lich und zumutbar ist, für allfällige Kosten seiner Behandlung respek tive von Medikamenten (alle russischen Staatsbürger – sowohl im Rahmen einer Krankenpflichtversicherung als auch anderweitig versicherte – müs- sen für etwaige Medikamentenkosten selbst aufkommen und Ausnahmen von dieser Regelung gelten nur für besondere Per sonengruppen, die an bestimmten Erkrankungen leiden und denen staatliche Unterstützung z u- erkannt worden ist) selber aufzukommen. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Möglichkeit hinzuweisen, medizinische Rückkehrhilfe zu b e- antragen. Soweit der Beschwerd eführer in diesem Zusammenhang einwendet, er könne sich als Tschetschene nicht an einem anderen Ort der russischen Föderation registrieren lassen, weshalb er folglich über keine staatliche Krankenversicherung verfüge und ihm dadurch der Zugang zum Gesun d- heitssystem verwehrt und die notwendige Weiterbehandlung nicht g e- währleistet sei, kann diesem Einwand nicht gefolgt werden. So hat sich die Registrierung eines befristeten oder ständigen Wohnsitzes in Rus s- land stark vereinfacht und besteht in einem einfachen Anmeldeverfahren, das selbst über das Internet geschehen kann. Es bestehen keine Ei n- schränkungen für Tschetschenen, sich an einem anderen Ort in der Ru s- sischen Föderation niederzulassen oder beim Erhalt von Inlandpässen oder anderen offiziellen Dokumenten . Die Möglichkeit, dass bei der R e- gistrierung von Tschetschenen Schikanen geschehen können, ist nicht gänzlich ausgeschlossen, ist jedoch offiziellen Quellen zufolge nicht auf eine systematische Diskriminierung dieser Volksgruppe zurückzuführen, sondern auf den Umstand, dass nicht alle zuständigen Amtsstellen über die nötigen Kenntnisse der Abläufe und erforderlichen Dokumente verf ü- gen. Vorliegend ist daher die Möglichkeit einer Registrierung für den B e- schwerdeführer zu bejahen, zumal er in G._______ aufgrund seines vor- gehenden langjährigen Aufenthaltes mannigfaltige behördliche und priv a- te Kontakte knüpfen konnte und von einem weiterhin bestehenden sozi a-D-3551/2013 Seite 27 len Beziehungsnetz au sgegangen werden kann (vgl. auch Ziffer 6.3.4 oben). Insgesamt kann der Beschwerdefü hrer demnach die für die Weiterb e- handlung seiner psychischen Beschwerden benötigte Behandlung auch in Russland durchführen lassen. Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch als z u- mutbar. 6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt e ine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist daher abzuweisen. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverf ü- gung vom 9. Juni (recte: Juli) 2013 wurde für die Behandlung des G e- suchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen und gleic h- zeitig das Gesuch um unent geltliche Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG abgewiesen. In casu ist bezüglich des Gesuchs um Kos- tenbefreiung festzustellen, dass von der Bedürftigkeit des Beschwerd e- führers auszugehen ist. Auch können die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden. Das Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung ist somit gutzuheissen und auf die Erh e- bung von Verfahrenskosten zu verzichten. D-3551/2013 Seite 28 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: