<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00294</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107038&amp;W10_KEY=4467145&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00294</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.01.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 31.07.2003 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung (Familiennachzug)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anwendbarkeit des Personenfreizügigkeitsabkommens auf Schweizer beim Nachzug ihrer drittstaatsangehörigen Kinder aus einem Nicht-EU-Staat<br/><br/>Der Nachzug dreier Kinder aus erster Ehe durch den eingebürgerten Schweizer Vater wird mangels vorrangiger familiärer Beziehung verweigert (E. 2). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder der Garantien der UNO-Kinderrechtskonvention liegen nicht vor (E. 3 und 4). Auf sesshafte Inländer findet das Freizügigkeitsabkommen keine Anwendung. Eine unzulässige rechtsungleiche Behandlung gegenüber EU-Staatsangehörigen liegt nicht vor (E. 5 und 6). Die Frage der ordre public-Widrigkeit einer Regelung, die nur ungenügend auf das Kindeswohl eingeht, wurde offen gelassen (E. 7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)">FREIZÃGIGKEITSABKOMMEN (FZA)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHBEHANDLUNGSGEBOT">GLEICHBEHANDLUNGSGEBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INNERSTAATLICHES RECHT">INNERSTAATLICHES RECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSONENMOBILITÃT">PERSONENMOBILITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESIDENZBEVÃLKERUNG">RESIDENZBEVÃLKERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHLICHER GRUND">SACHLICHER GRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SESSHAFTE BEVÃLKERUNG">SESSHAFTE BEVÃLKERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORRANGIGE BEZIEHUNG">VORRANGIGE BEZIEHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 17 lit. II ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 11 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 13 lit. I BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 lit. I EMRK</span><br/><span class="gerade">Art. 2 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 13 FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. I Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. II Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 KRK</span><br/><span class="gerade">Art. 18 KRK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 33 S. 101</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren am 1. Oktober 1956, ursprÃ¼nglich x-ischer StaatsangehÃ¶riger, war in seiner Heimat mit einer Landsfrau verheiratet. Aus der Ehe sind sieben zwischen 1976 und 1989 geborene Kinder hervorgegangen. Er reiste im Jahr 1989 getrennt von seiner Familie in die Schweiz und hÃ¤lt sich seither im Kanton ZÃ¼rich auf. Am 20. Oktober 1994 wurde seine Ehe von einem Bezirksgericht in der X geschieden und ihm die elterliche Sorge fÃ¼r die minderjÃ¤hrigen Kinder Ã¼bertragen. Die Kinder leben, soweit sie nicht volljÃ¤hrig sind, bei den Grosseltern vÃ¤terlicherseits, nachdem ihre Mutter offenbar bereits vor der Scheidung die Familie verlassen hatte. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Rund sechs Wochen nach der Scheidung heiratete A am 9. Dezember 1994 die 1941 geborene Schweizerin C. Am 9. September 1999 wurde er hier erleichtert eingebÃ¼rgert. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 18. Januar 2000 stellte A erstmals das Gesuch um Nachzug seiner Kinder D, geboren am 8. April 1985, E, geboren am 10. April 1987 und F, geboren am 1. MÃ¤rz 1989. Weil er seiner Mitwirkungspflicht nicht nachgekommen war, schrieb die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Fremdenpolizei; heute: Migrationsamt) androhungsgemÃ¤ss das Verfahren als gegenstandslos ab. Am 15. Januar 2001 stellte A erneut das Gesuch um Nachzug seiner SÃ¶hne D, E und F. Am 11. Juli 2001 wies die Direktion das Gesuch ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den am 18. Juli 2001 dagegen eingereichten Rekurs wies der Regierungsrat am 10. Juli 2002 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den abweisenden Rekursentscheid reichte A durch seinen Anwalt am 16. September 2002 Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein, mit welcher er beantragte, der Entscheid des Regierungsrats sei aufzuheben und es sei den Kindern D, E und F die Einreise zum Verbleib beim Vater im Kanton ZÃ¼rich zu bewilligen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der Staatskasse. Mit der Beschwerde wurden zwei Arztzeugnisse vom 26. Juli und 7. August 2002 mit beglaubigter Ãbersetzung Ã¼ber den Gesundheitszustand der Eltern von A eingereicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die beschwerdebeklagte Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, beantragte die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Verwaltungsgericht, es mÃ¶ge die Beschwerde abweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist schweizerischer StaatsangehÃ¶riger und beabsichtigt, seine drei minderjÃ¤hrigen und unverheirateten SÃ¶hne auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit zu sich in den gemeinsamen Haushalt mit seiner heutigen Ehefrau nachzuziehen. Der Regierungsrat hat zutreffend festgestellt, dass grundsÃ¤tzlich ein Rechtsanspruch auf Nachzug der Kinder sowohl aus Art. 17 Abs. 2 Satz 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Aufenthalt und die Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) als auch aus Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) beziehungsweise Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) fliesst. Auf diese zutreffenden Anspruchsgrundlagen gemÃ¤ss Ziff. 2 des Beschlusses des Regierungsrats kann verwiesen werden (§ 28 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959; VRG). Steht ein Rechtsanspruch zur Beurteilung, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mÃ¶glich, was wiederum dazu fÃ¼hrt, dass das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde einzutreten hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 und § 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 VRG). Ob im konkreten Fall die Voraussetzungen fÃ¼r die Verwirklichung des Rechtsanspruchs auf Familiennachzug erfÃ¼llt sind, bildet Gegenstand der nachfolgenden materiellen ErwÃ¤gungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Zweck des Familiennachzugs gemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 ANAG ist es, das familiÃ¤re Zusammenleben zu ermÃ¶glichen. Sind die Eltern voneinander getrennt oder geschieden und hÃ¤lt sich der eine Elternteil in der Schweiz, der andere aber im Ausland auf, kann es nicht um eine ZusammenfÃ¼hrung der Gesamtfamilie gehen. In solchen FÃ¤llen entspricht es nicht dem Gesetzestext, einen bedingungslosen Anspruch auf Nachzug der Kinder anzunehmen. Ein Nachzugsrecht setzt vielmehr voraus, dass das Kind zu dem in der Schweiz lebenden Elternteil die vorrangige familiÃ¤re Beziehung unterhÃ¤lt. Das gesetzgeberische Ziel wird im Ãbrigen dann nicht erreicht, wenn Elternteile jahrelang getrennt von ihren Kindern gelebt haben und diese kurz vor dem Erreichen der VolljÃ¤hrigkeit zu sich holen. Werden Kinder eines in der Schweiz lebenden Elternteils in deren Heimat nicht oder nicht hauptsÃ¤chlich vom anderen Elternteil, sondern von AngehÃ¶rigen der Verwandtschaft betreut und erzogen, stellt sich die Frage nach der vorrangigen Beziehung nicht nur hinsichtlich des in der Schweiz lebenden und des im Ausland verbliebenen Elternteils. Vielmehr sind auch die Beziehungen des Kindes zu denjenigen Personen, die im Ausland die Elternrolle ganz oder teilweise Ã¼bernommen haben, in die AbwÃ¤gung einzubeziehen. Der Kindernachzug ist nur dann zu bewilligen, wenn die WÃ¼rdigung der gesamten UmstÃ¤nde zum Schluss fÃ¼hrt, dass das nachzuziehende Kind zum hier lebenden Elternteil in nÃ¤herer Beziehung steht (BGE 124 II 361). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Dieser Auslegung stehen auch die Bestimmungen von Art. 8 Abs. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV nicht im Wege. Zum einen sind die beiden Normen in diesem Zusammenhang deckungsgleich (BGE 126 II 377 E. 2c S. 386). Zum anderen vermitteln sie keinen Anspruch auf Nachzug, wenn das Kind, welches nach dem freien Willen der Eltern einer Drittperson zur Erziehung und Betreuung Ã¼berlassen worden ist, unter BerÃ¼cksichtigung aller UmstÃ¤nde, insbesondere der bestehenden und kÃ¼nftigen BetreuungsverhÃ¤ltnisse, in seiner Heimat integriert ist und beim Nachzug in die Schweiz mit Schwierigkeiten zu rechnen sein wÃ¼rde. Vorbehalten bleiben plÃ¶tzliche Ãnderungen in der Betreuungssituation, wie das Wegfallen der betreuenden Personen. FÃ¼r die massgeblichen Kriterien bei der Rechtsanwendung kann auf die zutreffenden AusfÃ¼hrungen des Regierungsrats verwiesen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Regierungsrat hat ferner festgehalten, der BeschwerdefÃ¼hrer habe die Kinder nach seiner Scheidung seinen Eltern anvertraut und damit ihre bisherige Betreuung durch die Mutter aufgehoben. Der BeschwerdefÃ¼hrer selbst habe unmittelbar nach der Scheidung eine Schweizerin geheiratet und damit zum Ausdruck gebracht, dass die vÃ¤terliche Beziehung zu seinen Kindern fÃ¼r ihn nicht im Vordergrund gestanden, er sich vielmehr auf einen lÃ¤nger dauernden Aufenthalt im Ausland eingerichtet habe. Die Grosseltern hÃ¤tten den Enkeln seit Ã¼ber einem Jahrzehnt stabile BetreuungsverhÃ¤ltnisse geboten, und wÃ¤hrend dieser Zeit sei fÃ¼r ihren Vater ein Kindernachzug kein Thema gewesen. Auch wenn der BeschwerdefÃ¼hrer sie finanziell unterstÃ¼tzt, mit ihnen regelmÃ¤ssig telefoniert und sie wÃ¤hrend der Ferien in der X besucht habe, seien die Grosseltern die engsten Bezugspersonen fÃ¼r die Kinder gewesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die vom BeschwerdefÃ¼hrer im Rekurs angefÃ¼hrten VerÃ¤nderungen in der Betreuungssituation haben den Regierungsrat nicht Ã¼berzeugt. Der Nachweis, die Ã¼ber 60-jÃ¤hri­gen Grosseltern seien aus gesundheitlichen GrÃ¼nden nicht mehr in der Lage, den Kindern eine altersgerechte Betreuung zu gewÃ¤hren, sei mit den eingereichten Ã¤rztlichen Berichten nicht erbracht worden. Die Arztberichte, welche die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers betrÃ¤fen, seien teilweise unverstÃ¤ndlich, teilweise wÃ¼rden sie sich nicht dazu Ã¤ussern, ob eine altersgerechte Betreuung der damals zwÃ¶lf bis 16-JÃ¤hrigen nicht mehr mÃ¶glich sei. Dies umso mehr, als die Jugendlichen keiner physischen Betreuung mehr bedÃ¼rften. Abgesehen von der nicht vorrangigen Beziehung zum Vater wÃ¤ren die Probleme der Jugendlichen durch das Entfernen aus einer vertrauten in eine kulturell und sprachlich fremde Umgebung voraussehbar und aus der Sicht des Kindeswohls problematisch. Die AbwÃ¤gung der RechtsgÃ¼ter sprÃ¤che gegen einen konkreten Anspruch auf Familiennachzug.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer sieht in der TatsachenwÃ¼rdigung des Regierungsrats eine aktenwidrige Annahme und rÃ¼gt eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, weil er im Rekursverfahren vor unmÃ¶glich zu erbringende Auflagen im Rahmen der Mitwirkungspflicht gestellt worden sei. Als aktenwidrig betrachtet er sodann die Feststellung der Vorinstanz, die Grosseltern der Kinder seien deren wichtigste Bezugspersonen. TatsÃ¤chlich hÃ¤tten diese immer nur Elternersatz dargestellt, wogegen erstrangige Bezugsperson fÃ¼r die Kinder immer der BeschwerdefÃ¼hrer selbst gewesen sei. Mit dieser â erneuten â Behauptung vermag er indessen die sorgfÃ¤ltige AbwÃ¤gung des Regierungsrats nicht zu widerlegen. Auch wenn nicht zu bestreiten ist, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer als leiblicher Vater und TrÃ¤ger der elterlichen Sorge fÃ¼r die Kinder zivilrechtlich die hauptsÃ¤chliche Verantwortung fÃ¼r die Erziehung zukommt, Ã¤ndert dies nichts daran, dass er seit nunmehr Ã¼ber zwÃ¶lf Jahren getrennt von seinen Kindern lebt und diese aus freiem Willen der Obhut von anderen Personen anvertraut hat. In einem die Kinder prÃ¤genden Lebensabschnitt musste er damit rechnen, dass er mit seinem Wegzug von der Familie seine Position als wichtigste Bezugsperson aufgab. An diesem Schluss des Regierungsrats ist nichts zu beanstanden. Nicht ersichtlich ist sodann, in welcher Form der Regierungsrat die Anforderungen an die Mitwirkungspflicht Ã¼berspannt haben sollte, hat er sich doch genau und lediglich an den entsprechenden Vorgaben orientiert (RB 1999 Nr. 6).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Eine Verweigerung des rechtlichen GehÃ¶rs will der BeschwerdefÃ¼hrer im Zusammenhang damit erblicken, dass er im Rekursverfahren mittels Arztzeugnissen belegt habe, dass seine Eltern nicht mehr in der Lage seien, seine Kinder zu betreuen. Der Regierungsrat habe auf diese Behauptung nicht abgestellt, "ohne dem BeschwerdefÃ¼hrer MÃ¶glichkeit zur Stellungnahme und zur Bezeichnung und Einreichung von Beweismitteln zu geben (...) Da die Vorinstanz und die Fremdenpolizei der Frage der BetreuungsfÃ¤higkeit der Grosseltern entscheidrelevanten Charakter zumass, hÃ¤tte dem BeschwerdefÃ¼hrer das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt werden mÃ¼ssen." Aus diesem Verfahrensablauf ergibt sich indessen, dass der Regierungsrat das rechtliche GehÃ¶r nicht verweigert hat. Die eingereichten Ã¤rztlichen Bescheinigungen dienten nach eigener Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers dem Beweis Ã¼ber die Frage, ob die Grosseltern auf Grund ihres gesundheitlichen Zustandes in der Lage seien, die Enkelkinder altersgerecht zu betreuen. Der Regierungsrat hat das Beweismittel gewÃ¼rdigt und befunden, der Beweis sei nicht erbracht. Der BeschwerdefÃ¼hrer, der mit dieser BeweiswÃ¼rdigung nicht einverstanden ist, begehrt offenbar eine zusÃ¤tzliche BeweismÃ¶glichkeit, um das negative Beweisergebnis zu seinen Gunsten zu korrigieren. Ein Anspruch auf einen weiteren Schriftenwechsel bestand indessen nicht (§ 26 Abs. 4 VRG), zumal die Rekursinstanz davon ausgehen durfte, das Verfahren sei spruchreif.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Im Beschwerdeverfahren sind zwei neue Arztzeugnisse eingereicht worden, die aufgrund des Novenrechts (Art. 52 Abs. 1 VRG) zu berÃ¼cksichtigen sind, an der Sachlage, wie sie der Regierungsrat seinem Entscheid zu Grunde gelegt hatte, jedoch nichts zu Ã¤ndern vermÃ¶gen. In den erwÃ¤hnten Beilagen wird festgestellt, dass der Vater des BeschwerdefÃ¼hrers an Schmerzen in den Kniegelenken leide (Osteo Arthritis und Rheumatoide Arthritis), dass der Patient behandelt und fÃ¼r Schmerzstillung gesorgt worden sei, dass indessen eine chronische Gehbehinderung und PflegebedÃ¼rftigkeit vorliege. Bei der Mutter des BeschwerdefÃ¼hrers lautet der Befund auf Knochen- und Gelenkschmerzen, Atemnot, Husten und Kopfschmerzen. Die Diagnose habe eine chronische Osteoporose und chronische obstruktive Lungenerkrankung ergeben. Die Behandlung sei eingeleitet worden und die Patientin kÃ¶nne nur mit MÃ¼he gehen, habe Lendenschmerzen und leide an Atemnot. Daraus lassen sich indessen keine SchlÃ¼sse zu den MÃ¶glichkeiten der Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers ziehen, die alltÃ¤glichen Obliegenheiten zu erledigen. Ebensowenig ergeben sich Folgerungen daraus zum Umfang allfÃ¤lliger andauernder EinschrÃ¤nkungen, drei Jugendliche im Alter zwischen zwÃ¶lf und 16 Jahren zu betreuen, wobei diese freilich in der Lage sind ihren Grosseltern bei kÃ¶rperlichen Arbeiten beizustehen. Der BeschwerdefÃ¼hrer scheint das Gewicht denn auch auf die allgemeine Ãberforderung der Grosseltern zu legen, generationsbedingt den Anforderungen an die Erziehung und schulische Betreuung der Enkel zu genÃ¼gen. Damit ist aber nichts Ã¼ber die vorrangige Beziehung der Kinder zu ihren Grosseltern gesagt. Dass diese Beziehung nach einem Zusammenleben wÃ¤hrend rund zwÃ¶lf Jahren durch eine gewisse PflegebedÃ¼rftigkeit und Bedarf an RÃ¼cksichtnahme ihrer Betreuer weggefallen wÃ¤re, wird nicht behauptet und entsprÃ¤che auch nicht der Lebenserfahrung. Umgekehrt wÃ¤ren die Schwierigkeiten, denen die Kinder in einer fremden kulturellen und sprachlichen Umgebung und im Haushalt mit der ihnen fremden Stiefmutter, welcher nach Darstellung des BeschwerdefÃ¼hrers die Erziehungs- und Betreuungsarbeit zufiele, begegnen wÃ¼rden, in keiner Weise geringer. Von einer vorrangigen Beziehung zum BeschwerdefÃ¼hrer kann somit nicht ausgegangen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer sieht im Beschluss des Regierungsrats eine Verletzung der GrundsÃ¤tze gemÃ¤ss Art. 10 und 18 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Rechte der Kinder vom 20. November 1989 (UNO-Kinderrechtskonvention; KRK). Die Garantien der UNO-Kin­derrechtskonvention sind mit Art. 11 BV in die nachgefÃ¼hrte Verfassung aufgenommen worden. Die Gebote der Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen, die Verpflichtung des Staates und jedes Einzelnen, Kinder vor jeglicher Form von Gewalt und erniedrigender Behandlung zu schÃ¼tzen, richten sich in erster Linie an den Gesetzgeber und schaffen keinen Anspruch auf fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligungen ausserhalb der gesetzlichen und vÃ¶lkerrechtlichen AnspruchstatbestÃ¤nde (BGE 126 II 377 E. 5). Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist im Ãbrigen entgegenzuhalten, dass er seine Familie freiwillig verlassen hat, dass er vom Staat nicht daran gehindert wird, mit seinen Kindern zusammen zu leben und dass die von ihm kritisierte BerÃ¼cksichtigung der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung nichts anderes als ein Ausfluss der Wahrung des Kindeswohls ist, indem verhindert werden soll, dass Kinder ihre angestammte kulturelle, soziale und menschliche Umgebung zu Gunsten einer ungewissen Zukunft aufgeben mÃ¼ssen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt sodann eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebots gemÃ¤ss Art. 8 BV gegenÃ¼ber AngehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft aufgrund des PersonenfreizÃ¼gigkeitsabkommens vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten anderseits (FZA; SR 0.142.112.681).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 lit. a Anhang I FZA haben FamilienangehÃ¶rige von Personen, die StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei sind und Ã¼ber ein Aufenthaltsrecht in einem Mitgliedstaat verfÃ¼gen, das Recht, bei dieser Person zu wohnen. Voraussetzung dazu ist der Nachweis, dass die einen FamilienangehÃ¶rigen aufnehmende Person Ã¼ber eine ausreichende Wohnung verfÃ¼gt und in der Lage ist, fÃ¼r deren Unterhalt aufzukommen. Als FamilienangehÃ¶rige gelten â unter anderen â, ungeachtet ihrer StaatsangehÃ¶rigkeit, der Ehegatte und die Verwandten in absteigender Linie, die noch nicht 21 Jahre alt sind oder denen Unterhalt gewÃ¤hrt wird. Der BeschwerdefÃ¼hrer schliesst daraus, dass mit der Anforderung der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung ein nicht vom FZA vorgesehenes Kriterium eingefÃ¼hrt werde, und dessen ErfÃ¼llung von den in der Schweiz auf der Grundlage des FZA aufenthaltsberechtigten StaatsangehÃ¶rigen der Mitgliedstaaten der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft nicht verlangt werde. Darin liege eine Benachteiligung fÃ¼r ihn als Schweizer, fÃ¼r welche kein sachlicher Grund ersichtlich sei, welche auch nicht vom FZA beabsichtigt sei, womit ein Verstoss gegen das (schweizerische) verfassungsrechtliche Gebot der rechtsgleichen Behandlung geschaffen sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es ist nachfolgend als erstes zu prÃ¼fen, ob die Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug im FZA direkt auch fÃ¼r in der Schweiz lebende Schweizer und damit den BeschwerdefÃ¼hrer gelten, was bedeuten wÃ¼rde, dass der Nachweis der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung nicht erbracht werden mÃ¼sste. Ergibt die PrÃ¼fung, dass das Begehren nach inlÃ¤ndischem Recht zu beurteilen ist, stellte sich die Frage, ob durch die Anwendung der massgeblichen inlÃ¤ndischen Normen eine verfassungsmÃ¤ssig verpÃ¶nte Ungleichbehandlung gegenÃ¼ber der Regelung im FZA resultierte und dieser dann die Anwendung zu versagen wÃ¤re.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Mit dem FZA hat die Schweiz im Rahmen der bilateralen VertrÃ¤ge mit der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und deren Mitgliedstaaten (nachfolgend: EU-Staaten) eines von sieben sogenannten sektoriellen Abkommen geschlossen, wobei das FZA sich mit der Einreise, dem Aufenthalt, dem Zugang zu einer ErwerbstÃ¤tigkeit, der BeschÃ¤ftigung und Arbeit von schweizerischen StaatsangehÃ¶rigen in einem EU-Staat einerseits und von EU-StaatsangehÃ¶rigen in der Schweiz anderseits befasst (vgl. Art. 1 FZA). Der Bundesrat beschrieb in der Botschaft zur Genehmigung der sektoriellen Abkommen zwischen der Schweiz und der EG vom 23. Juni 1999 (BBl 1999 VI 6128) das VerhÃ¤ltnis von schweizerischem Recht zum Gemeinschaftsrecht wie folgt: Mit den sieben (sektoriellen) VertrÃ¤gen hÃ¤tten die Vertragsparteien ihre Entscheidungsautonomie behalten. Eine Ãbertragung von Gesetzgebungskompetenzen an eine supranationale Instanz sei nicht erfolgt. Die Mehrheit der sektoriellen VertrÃ¤ge (im Bereich des Personenverkehrs, der Landwirtschaftsprodukte, der technischen Handelshemmnisse, des Ã¶ffentlichen Beschaffungswesens und des Landverkehrs) grÃ¼nde auf der Gleichwertigkeit der Gesetzgebung der Parteien. Mit Ausnahme des Luftverkehrsabkommens, welches sich dadurch charakterisiere, dass es "die Gesamtheit der anwendbaren Bestimmungen der EU in diesem Bereich in gemeinsame Regeln der Vertragsparteien Ã¼berfÃ¼hrt" habe, sei bei den anderen Abkommen der "acquis communautaire" nicht unverÃ¤ndert global Ã¼bernommen worden (BBl 1999 VI 6158 f.). Mit Bezug auf das FZA erlÃ¤uterte der Bundesrat, dass es sich beim freien Personenverkehr um einen innenpolitisch sensiblen Bereich handle, was zum Bestreben gefÃ¼hrt habe, bei den Verhandlungen ein Ergebnis zu erzielen, "das quantitativ und qualitativ unter dem im Rahmen des EWR verhandelten 'Acquis communautaire' liege" (BBl 1999 VI 6309). Entsprechend sei es bei den bilateralen Verhandlungen â anders noch als bei den Verhandlungen Ã¼ber den EWR â nicht darum gegangen, das Regelungsnetz der EU-Staaten insgesamt zu Ã¼bernehmen. Vielmehr habe der Bundesrat das Verhandlungsmandat auf die Regelung von FreizÃ¼gigkeitstatbestÃ¤nden beschrÃ¤nkt, die im wirtschaftlichen Interesse und jenem einer gemeinsamen Migrationspolitik stÃ¼nden. In einer zweiten Stufe habe sich eine Ausweitung des Verhandlungsmandats als notwendig erwiesen, darin bestehend, einen Teil des "acquis communautaire" im Bereich des Personenverkehrs in das schweizerische Recht zu Ã¼berfÃ¼hren (BBl 1999 VI 6309 f.). Mit der bloss teilweisen Ãbernahme werde das Bestreben der Schweiz, die Aufenthaltsregelungen des EU-Standards nicht vollumfÃ¤nglich, sondern in reduziertem Umfang zu Ã¼bernehmen, beibehalten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Folgerichtig ist mit der Inkraftsetzung des FZA das innerstaatliche Recht nur geringfÃ¼gig angepasst worden; dessen Weiterbestand hat nicht in Frage gestanden. Im wichtigsten AuslÃ¤ndererlass ist mit dem neuen Art. 1 ANAG der Geltungsbereich des Landesrechts von demjenigen des FZA abgegrenzt worden. Der erwÃ¤hnte neue Artikel fÃ¼hrt dazu aus, dass das ANAG fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihre FamilienangehÃ¶rigen sowie fÃ¼r entsandte Arbeitnehmer nur so weit gilt, als das FZA keine abweichende Bestimmung enthÃ¤lt oder dieses Gesetz eine vorteilhaftere Rechtsstellung vorsieht. Mit dieser Bestimmung wird sichergestellt, dass die Rechtsstellung der AngehÃ¶rigen der EU-Staaten nie schlechter sein kann als diejenige der Ã¼brigen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder (MeistbegÃ¼nstigungsklausel). Dieser Grundsatz ist auch in Art. 12 FZA niedergelegt, wonach vorteilhaftere Bestimmungen des Landesrechts weiterhin gelten sollen (BBl 1999 VI 6357). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Dieser Grundsatz, dass neben dem Landesrecht das FZA direkt anwendbar ist, hat seinen Niederschlag etwa in folgenden Bestimmungen des FZA gefunden:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Art. 2 FZA verbietet die Diskriminierung von StaatsangehÃ¶rigen einer Vertragspartei, die sich rechtmÃ¤ssig im Hoheitsgebiet einer anderen Vertragspartei befinden, auf Grund ihrer StaatsangehÃ¶rigkeit und mit Bezug auf die Regelungen, die Inhalt der AnhÃ¤nge I bis III des FZA bilden. Eine Schlechterstellung von EU-StaatsangehÃ¶rigen ausserhalb des Regelungskatalogs des FZA wird vom Diskriminierungsverbot nicht berÃ¼hrt; ebensowenig eine solche aus anderen GrÃ¼nden als der StaatsangehÃ¶rigkeit.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) GemÃ¤ss Art. 12 FZA steht das Abkommen "gÃ¼nstigeren innerstaatlichen Bestimmungen, die den StaatsangehÃ¶rigen der Vertragsparteien bzw. ihren FamilienangehÃ¶rigen eingerÃ¤umt werden, nicht entgegen." Mit dieser Formulierung ist deutlich zum Ausdruck gebracht, dass eine sogenannte MeistbegÃ¼nstigungsklausel im Sinne einer Gleichstellung der EU-StaatsangehÃ¶rigen, die sich in der Schweiz aufhalten oder einzureisen gedenken, mit schweizerischen StaatsangehÃ¶rigen â und umgekehrt â nicht beabsichtigt wurde. Dies illustriert den Charakter des FZA als fÃ¼r den freien Personenverkehr geschaffenes Abkommen, das eine Regelung fÃ¼r nicht grenzÃ¼berschreitende, in ihren Heimatstaaten residierende Personen, weitgehend vermeidet und diese unter dem Landesrecht belassen will. Ebenfalls demonstriert diese Regelung den Charakter des FZA als Vertragswerk mit abschliessend sachlichem Geltungsbereich (im Sinne der Kataloge der geregelten Bereiche im Abkommen und den AnhÃ¤ngen) im Gegensatz zur globalen Ãbernahme des Gemeinschaftsrechts (acquis communautaire) durch die Schweiz.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Einen sinngemÃ¤ss gleichen Schluss lÃ¤sst Art. 13 FZA unter dem Titel "stand still" zu: Mit der gegenseitigen Verpflichtung der Vertragsparteien, in den unter das Abkommen fallenden Bereichen keine neuen BeschrÃ¤nkungen fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige der<i> </i>anderen<i> </i>Vertragspartei einzufÃ¼hren, wird â aus der Sicht der Schweiz â die als Grundsatz zu vermutende Autonomie und Vorherrschaft des Landesrechts im Bereich der residierenden BevÃ¶lkerung einerseits und die sachlich enumerativ begrenzte Regelungswirkung des FZA "in den unter das Abkommen fallenden Bereichen" auf der anderen Seite zum Ausdruck gebracht. Mit der "Stillstandsverpflichtung" im Sinne des Verbots einer Verschlechterung der Rechtslage fÃ¼r EU-StaatsangehÃ¶rige ist gleichzeitig vorbehalten, dass fÃ¼r nicht vom FZA erfasste Personen, nÃ¤mlich in der Schweiz residierende Nicht-EU-AngehÃ¶rige, mithin Schweizerinnen und Schweizer und AngehÃ¶rige von Drittstaaten, das schweizerische Landesrecht weiterhin zur autonomen Regelung befugt ist, was nicht nur Verbesserungen in deren Rechtsstellung im Vergleich zu den EU-StaatsangehÃ¶rigen (vgl. ErwÃ¤gung 5d/bb), sondern auch Verschlechterungen mit umfassen muss.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Aus dieser Systematik folgt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer als nicht aus einem EU-Mitgliedstaat einreisender, sondern in der Schweiz residierender Schweizer, der seine Kinder, welche weder die schweizerische noch die StaatsangehÃ¶rigkeit eines EU-Staats besitzen, nachzuziehen beabsichtigt, nicht unter das FZA fÃ¤llt. Er untersteht den Regeln des Landesrechts, mithin Art. 17 Abs. 2 ANAG. Die Rechtsprechung zur Auslegung dieser Vorschrift verlangt den Nachweis einer vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung zwischen ihm und seinen Kindern, welche Voraussetzung beim BeschwerdefÃ¼hrer, wie ausgefÃ¼hrt wurde, nicht gegeben ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. a) Dieses Ergebnis bemÃ¤ngelt der BeschwerdefÃ¼hrer als rechtsungleich. Eine unterschiedliche rechtliche Behandlung ergibt sich damit zwischen EU-StaatsangehÃ¶rigen, welche in die Schweiz einreisen dÃ¼rfen oder sich rechtmÃ¤ssig in der Schweiz aufhalten auf der einen Seite und schweizerischen und StaatsangehÃ¶rigen aus sogenannten Drittstaaten, welche sich in der Schweiz aufhalten; Letztere auf Grund einer Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung. Gemeinsam ist dem gesamten zum Vergleich anstehenden Personenkreis, dass sich die Ungleichbehandlung fÃ¼r einzelne Elternteile mit Bezug auf die MÃ¶glichkeit eines Nachzugs von Kindern aus dem Ausland stellen kann. WÃ¤hrend die EU-StaatsangehÃ¶rigen lediglich die Voraussetzungen nach dem Wortlaut von Art. 3 FZA in Verbindung mit Art. 3 Anhang I FZA (Nachweis der Unterhaltsleistung und von ausreichendem Wohnraum zur Aufnahme der Familienmitglieder) erfÃ¼llen mÃ¼ssen, bedarf es bei schweizerischen und nach Art. 17 Abs. 2 ANAG niederlassungsberechtigten auslÃ¤ndischen Personen des Nachweises der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Bei auslÃ¤ndischen Elternteilen mit einer Aufenthaltsbewilligung, welche aus Nicht-EU-Staaten (sog. Drittstaaten) stammen, ergibt sich im schweizerischen Landesrecht eine zusÃ¤tzliche unterschiedliche Behandlung gegenÃ¼ber den niedergelassenen Elternteilen, besteht doch fÃ¼r die ersteren kein Anspruch auf Familiennachzug, sondern wird eine Bewilligung in das Ermessen der BehÃ¶rde gestellt (Art. 17 Abs. 2 ANAG in Verbindung mit Art. 4 ANAG und Art. 38 der Begrenzungsverordnung vom 6. Oktober 1986).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das verfassungsmÃ¤ssige Gleichheitsgebot gilt grundsÃ¤tzlich fÃ¼r schweizerische und auslÃ¤ndische Personen. Ein Unterschied in der rechtlichen Behandlung zwischen schweizerischen und auslÃ¤ndischen StaatsangehÃ¶rigen setzt voraus, dass dafÃ¼r die StaatsangehÃ¶rigkeit ein sachliches, vernÃ¼nftiges und sich aufdrÃ¤ngendes Kriterium liefert, mit anderen Worten, wenn "das betreffende LebensverhÃ¤ltnis durch die schweizerische StaatsangehÃ¶rigkeit entscheidend mitgeprÃ¤gt wird, darf der AuslÃ¤nder ausgeschlossen oder ungÃ¼nstiger oder einfach anders behandelt werden" (vgl. Hans Huber, Die Grundrechte der AuslÃ¤nder in der Schweiz und ihre Rechtsquellen, Lausanne 1977, zitiert in: Arthur Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetz gleich, Bern 1985, S. 51). Im â hier massgeblichen â Bereich der sogenannten relativen Gleichheit bedarf es eines "vernÃ¼nftigen Grundes", um rechtliche Unterscheidungen in mehreren zu regelnden TatbestÃ¤nden vor dem Gleichheitsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV zu rechtfertigen ( vgl. BGE 126 II 377 E. 6 mit Hinweisen; Rainer Schweizer in: St. Galler Kommentar zu Schweizerischen Bundesverfassung, ZÃ¼rich/Basel/Genf 2002, Art. 8 N. 24). Die Gleichbehandlung ist gefordert, wenn erhebliche tatsÃ¤chliche VerhÃ¤ltnisse gleich sind; ob ein Tatbestandselement erheblich ist, entscheidet sich unter anderem nach dem Rechtsgebiet, welches die Ordnung beschlÃ¤gt (Haefliger, S. 63). Im Bereich des AuslÃ¤nderrechts ist die Schaffung unterschiedlicher Aufenthaltskriterien unter dem Gleichheitsgebot nicht zu beanstanden und ebensowenig die Folge, dass an die verschiedenen Kriterien ungleiche Rechtsstellungen geknÃ¼pft werden. Aus der unterschiedlichen Behandlung der nur aufenthaltsberechtigten auslÃ¤ndischen Personen gegenÃ¼ber den Niedergelassenen mit Bezug auf die MÃ¶glichkeit des Familiennachzugs (vgl. ErwÃ¤gung 6b) kann somit verfassungsrechtlich nichts eingewendet werden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Ziel und Zweck des FZA liegt in der Erleichterung der PersonenmobilitÃ¤t innerhalb der EU-Staaten, also im freien grenzÃ¼berschreitenden "Zug". Im Gegensatz dazu steht die ResidenzbevÃ¶lkerung, welche, sowohl in der Schweiz wie auch in den EU-Vertrags­staaten, nicht unter das FZA fÃ¤llt, sondern unter das massgebliche Landesrecht des Residenzstaats. Der mit dem Abkommen verfolgte Zweck, in einem gewachsenen Rechts- und Wirtschaftsraum den GrenzÃ¼bertritt und Aufenthalt zu erleichtern, kann mit einer gewissen Vereinfachung und Schematisierung der Regeln fÃ¼r die WanderbevÃ¶lkerung verbunden sein. AllfÃ¤llige unterschiedliche Regelungen gegenÃ¼ber der "sesshaften" BevÃ¶lkerung kÃ¶nnen sich auf einen sachlichen Unterschied abstÃ¼tzen. Wie die Aufenthaltsnahme dÃ¼rfte der Nachzug von FamilienangehÃ¶rigen nicht im Hinblick auf eine dauernde Niederlassung, sondern in der Regel fÃ¼r die Dauer einer ErwerbstÃ¤tigkeit des Familienhaupts erfolgen. Dies rechtfertigt es, an den Nachzug von FamilienangehÃ¶rigen vereinfachte Voraussetzungen zu stellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">e) Ein weiterer Unterschied liegt in den gegenÃ¼ber der einheimischen schweizerischen BevÃ¶lkerung erschwerten Voraussetzungen fÃ¼r EU-StaatsangehÃ¶rige, in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. HauptsÃ¤chliches Anwendungsgebiet des FZA bildet der grenzÃ¼berschreitende Verkehr zum Zweck der unselbststÃ¤ndigen oder selbststÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit. Das Aufenthaltsrecht ist an die Bedingung geknÃ¼pft, dass die einreisende Person eine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼bt beziehungsweise eine Stelle sucht. Diese Auflagen und Risiken treffen die einheimische und niedergelassene BevÃ¶lkerung, welche in der Schweiz residiert, nicht. Bei nicht erwerbstÃ¤tigen Personen ist das Aufenthaltsrecht unter anderem vom Nachweis der erforderlichen finanziellen Mittel fÃ¼r den Unterhalt und von einem alle Risiken abdeckenden Krankenversicherungsschutz abhÃ¤ngig (Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA). Entfallen diese Voraussetzungen oder droht eine FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit, ist die Aufenthaltsberechtigung fÃ¼r die auslÃ¤ndische Person und ihre AngehÃ¶rigen gefÃ¤hrdet (Art. 24 Abs. 8 Anhang I FZA). Diese Regelungen zeigen, dass die EU-StaatsangehÃ¶rigen wesentlichen EinschrÃ¤nkungen und Erschwernissen gegenÃ¼ber der in der Schweiz sesshaften schweizerischen und niedergelassenen auslÃ¤ndischen BevÃ¶lkerung unterworfen sind und damit in wesentlichen Bereichen keine Gleichstellung besteht. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">f) Mit den Ãbergangsbestimmungen des Art. 10 FZA wurde eine schrittweise EinfÃ¼hrung der PersonenfreizÃ¼gigkeit ausgehandelt, welche es der Schweiz im Wesentlichen ermÃ¶glicht, wÃ¤hrend zwei Jahren ab Inkraftsetzung des Abkommens den InlÃ¤ndervorrang aufrecht zu erhalten und wÃ¤hrend fÃ¼nf Jahren an der Kontingentierung der auslÃ¤ndischen erwerbstÃ¤tigen BevÃ¶lkerung festzuhalten. Die volle FreizÃ¼gigkeit ist erst nach zwÃ¶lf Jahren vorgesehen, wobei die Schweiz zusÃ¤tzlich die MÃ¶glichkeit hat, nach sieben Jahren die WeiterfÃ¼hrung des Abkommens einem Referendum zu unterstellen (BBl 1999 VI 6312 ff.). Ist somit wÃ¤hrend einer geraumen Zeit der Aufenthalt von EU-StaatsangehÃ¶rigen von den erschwerten Bedingungen der Kontingentsregelung abhÃ¤ngig, ergibt sich daraus eine zusÃ¤tzliche Erschwernis gegenÃ¼ber der in der Schweiz residierenden einheimischen und niedergelassenen BevÃ¶lkerung. Diese Erschwernisse treffen den BeschwerdefÃ¼hrer nicht, aus welchem Grund sich eine zwingende Gleichstellung mit EU-StaatsangehÃ¶rigen nicht aufdrÃ¤ngt. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">g) GemÃ¤ss dem Wortlaut von Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA haben die FamilienangehÃ¶rigen einer Person, welche StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei ist und ein Aufenthaltsrecht in einem Vertragsstaat hat, das Recht, bei dieser Person zu wohnen. Art. 3 Abs. 2 Anhang I FZA definiert den Begriff der FamilienangehÃ¶rigen und prÃ¤zisiert, dass die verbrieften Rechte ungeachtet der StaatsangehÃ¶rigkeit der FamilienangehÃ¶rigen gelten. Im Rahmen des FZA sind als FamilienangehÃ¶rige in erster Linie jene ins Auge gefasst, welche Ã¼ber die gleiche StaatsangehÃ¶rigkeit verfÃ¼gen wie das Familienhaupt, welches das freie Zugsrecht beansprucht. In zweiter Linie dÃ¼rften â in zahlenmÃ¤ssiger Hinsicht â jene Ã¼ber eine DrittstaatsangehÃ¶rigkeit verfÃ¼genden FamilienangehÃ¶rigen eines EU-Staatsange­hÃ¶rigen ins Gewicht fallen, welche bereits im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz Ã¼ber die Aufenthaltsberechtigung eines EU-Mitgliedstaats verfÃ¼gen und die Einreise somit im Rahmen der Familiengemeinschaft erfolgt. In dritter Linie dÃ¼rfte der Sachverhalt eine Rolle spielen, in welchem die in die Schweiz einreisenden gemeinsamen Eltern den (erstmaligen) Nachzug ihrer Kinder aus einem Drittstaat in die Schweiz beantragen. Dieser Personenkreis erfÃ¤hrt keine Schlechterstellung gegenÃ¼ber den Eltern mit Niederlassungsbewilligung oder schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit und Wohnsitz in der Schweiz. Wird doch sowohl in Art. 3 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA als auch in Art. 17 Abs. 2 ANAG fÃ¼r den Nachzug die Wohnsitznahme der FamilienangehÃ¶rigen bei ihren gemeinsamen Eltern vorausgesetzt und ist im Fall von gemeinsamen Eltern im Landesrecht kein weiterer Nachweis, insbesondere nicht derjenige der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung, zu erbringen (BGE 126 II 329). Erst in vierter Linie ist der vom BeschwerdefÃ¼hrer zum Vergleich angerufene Sachverhalt von Bedeutung: Das Nachzugsgesuch eines einzelnen Elternteils nach dessen Einreise in die Schweiz mit Bezug auf die im Ausland ausserhalb der Vertragsstaaten lebenden FamilienangehÃ¶rigen, welche sog. DrittstaatsangehÃ¶rige sind. Nur bei dieser Minderheit resultiert nach dem Wortlaut des FZA eine bevorzugte Behandlung gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer. Ob dieser â im Rahmen der Ã¼brigen RegelungstatbestÃ¤nde von Art. 3 Anhang I FZA als Ausnahme erscheinende â Sachverhalt von den Vertragsparteien in diesem Sinn geregelt werden wollte, dass die vorrangige familiÃ¤re Beziehung der Kinder gegenÃ¼ber dem ihren Nachzug beanspruchenden Elternteil keine Rolle spielen soll, lÃ¤sst sich der Botschaft des Bundesrats nicht entnehmen. Jedenfalls beruft sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf einen Vergleichstatbestand, welcher im Rahmen der von der massgeblichen Vorschrift zu regelnden Sachverhalte eine zahlenmÃ¤ssige Ausnahme darstellt, wÃ¤hrend bezÃ¼glich des Hauptteils der geregelten TatbestÃ¤nde keine Schlechterbehandlung durch das schweizerische Landesrecht ersichtlich ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">h) Das FZA steht, wie jeder vÃ¶lkerrechtliche Vertrag, unter dem Vorbehalt des ordre public (vgl. Monica MÃ¤chler-Erne in: Kommentar zum Internationalen Privatrecht, Basel/Frankfurt a. M. 1996, Art. 17 N. 1). Nach Ansicht des Bundesrats ist dieser Vorbehalt ausdrÃ¼cklich in Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA erwÃ¤hnt worden (BBl 1999 VI 6312). Die von der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 17 Abs. 2 ANAG gefÃ¼llte GesetzeslÃ¼cke fÃ¼r nachzugswillige Einzeleltern in der Form des Nachweises der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung hat ihren Ursprung nicht in einer Abwehrhaltung, sondern in einer wohlverstandenen BerÃ¼cksichtigung des Kindeswohls sowie gewisser rechtsstaatlicher GrundsÃ¤tze.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen wÃ¤hrend mehreren Jahren mit der Kindererziehung nicht befassten, weil sich im Ausland aufhaltenden, Elternteil widerspricht massgeblichen GrundsÃ¤tzen des schweizerischen Familien- und Verfassungsrechts. Dies mindestens so lange nicht auf Grund einer Notlage die jahrelangen, von einem oder beiden Elternteilen frei gewÃ¤hlten BetreuungsverhÃ¤ltnisse dahin gefallen sind. Die von einem wÃ¤hrend Jahren im Ausland lebenden Elternteil beanspruchten Elternrechte erfolgen in der Regel ohne AbklÃ¤rung und BerÃ¼cksichtigung des Kindeswohls, insbesondere des Umstands, dass diese Kinder in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht verankert sind und die Folgen einer Verbringung in ein fremdes Land, oft mit fremder Sprache und Kultur und zu einem betreuungsungewohnten Elternteil, nicht in den Entscheid einbezogen werden. Laut Art. 3 KRK ist das Kindeswohl bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, vorrangig zu berÃ¼cksichtigen. Sind nicht die Eltern mit der Erziehung betraut, verpflichten sich die Vertragsstaaten gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 2 KRK zu gewÃ¤hrleisten, dass die mit der FÃ¼rsorge betrauten Institutionen und Personen fÃ¼r die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit, Sicherheit und der fachlichen Eignung des Erziehungspersonals besorgt sein mÃ¼ssen. Soll ein Kind gegen den Willen der Eltern von diesen getrennt werden, muss sich diese Massnahme im Interesse des Kindeswohls aufdrÃ¤ngen und ist der entsprechende Entscheid einer gerichtlichen ÃberprÃ¼fung zu unterstellen (Art. 9 Abs. 1 KRK). GemÃ¤ss Art. 10 Abs. 1 KRK sind Verfahren Ã¼ber den Familiennachzug von den Vertragsstaaten beschleunigt, wohlwollend und human zu bearbeiten, wobei ausdrÃ¼cklich die ZusammenfÃ¼hrung mit der Elterngemeinschaft angesprochen ist; leben die Elternteile in verschiedenen Staaten, ist das regelmÃ¤ssige Einreise- und Besuchsrecht sicherzustellen (Art. 10 Abs. 2 KRK). In allen es betreffenden Angelegenheiten ist die Meinung des Kindes einzuholen und angemessen zu berÃ¼cksichtigen, sofern dieses dazu in der Lage ist (Art. 12 Abs. 1 und 2 KRK). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Im Fall des BeschwerdefÃ¼hrers erlÃ¤utert das Urteil des x-ischen Bezirksgerichts vom 20. Oktober 1994, dass die Zuteilung der Kinder an den BeschwerdefÃ¼hrer allein auf Grund der Ã¼bereinstimmenden AntrÃ¤ge der Eltern erfolgte und weitere AbklÃ¤rungen des Gerichts dazu nicht ergingen. Dies fÃ¼hrte zur unbefriedigenden Regelung, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer seiner Ehefrau zwar eine persÃ¶nliche Unterhaltsrente schuldete, jedoch keine UnterhaltsbeitrÃ¤ge an die Kinder gesprochen wurden, obwohl die Beteiligten und das Gericht davon ausgehen durften, dass der BeschwerdefÃ¼hrer zumindest im damaligen Zeitpunkt seine Kinder nicht zu sich nehmen wÃ¼rde. Wenn auf Grund dieser unbefriedigenden Verfahrenslage am Erfordernis der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung festgehalten wird, erfolgt dies in Beachtung grundsÃ¤tzlicher schweizerischer Verfahrensprinzipien, wonach die Zuteilung von Kindern geschiedener Eltern nicht ohne eine unabhÃ¤ngige AbklÃ¤rung der massgeblichen Kinderinteressen erfolgen darf.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ergibt sich daraus, dass ein Kindernachzug bei getrennt lebenden oder geschiedenen Eltern ohne die BerÃ¼cksichtigung des Kindeswohls allenfalls dem schweizerischen ordre public (vgl. Monica MÃ¤chler-Erne, Art. 17 N. 22) widersprechen kÃ¶nnte, womit eine diesen Umstand nicht berÃ¼cksichtigende Massnahme auch auf dem Weg der Gleichbehandlung nicht geschÃ¼tzt werden wÃ¼rde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">i) Ob die Vertragsstaaten aus Art. 3 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA bei einzelnen Elternteilen, die den Kindernachzug verlangen, allein die in dieser Vorschrift genannten Nachweise der UnterstÃ¼tzungs- und WohnmÃ¶glichkeiten verlangen oder ob eine umfassendere AbklÃ¤rung der Familiensituation im Sinne des Kindeswohls erfolgt, kann offen bleiben. Eine Berufung auf rechtsungleiche Behandlung durch die Schweizer BehÃ¶rden wÃ¤re jedenfalls auch nur dann mÃ¶glich, wenn die EU-Mitgliedstaaten Art. 3 Anhang I FZA ohne weitere Bedingungen und ohne den Nachweis der vorrangigen familiÃ¤ren Beziehung anwendeten. Die Beantwortung der Frage kann unterbleiben, weil der Antrag des BeschwerdefÃ¼hrers bereits aus den angefÃ¼hrten GrÃ¼nden abzuweisen ist. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">7. Zusammengefasst ergibt sich kein direkter Anspruch auf Familiennachzug aus dem FZA, weil der BeschwerdefÃ¼hrer als in der Schweiz residierender schweizerischer StaatsangehÃ¶riger nicht zu dem vom FreizÃ¼gigkeitsabkommen erfassten Personenkreis gehÃ¶rt. Ein Anspruch auf Gleichbehandlung mit den dem FZA unterstehenden Personen, die in die Schweiz einreisen, ist nicht gegeben, weil wesentliche Unterschiede zwischen aus EU-Mitgliedstaaten einreisenden und in der Schweiz residierenden Personen bestehen, die eine rechtliche Ungleichbehandlung rechtfertigen. Zudem beruft sich der BeschwerdefÃ¼hrer auf die Gleichbehandlung mit einem dem FZA unterstellten Personenkreis (Einzeleltern mit Drittstaatskindern, die nach der Einreise in die Schweiz erstmals einen Kindernachzug beantragen), der eine Minderheit darstellt. DarÃ¼ber hinaus wÃ¤re fraglich, ob dies nicht zu einem Ergebnis fÃ¼hren wÃ¼rde, das in verfahrens- und materiellrechtlicher Hinsicht angesichts des schweizerischen ordre public von den schweizerischen BehÃ¶rden nicht allenfalls von einer Anwendung zu dispensieren wÃ¤re. Aus diesem Grund ist die Beschwerde abzuweisen. </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>