<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00134</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107362&amp;W10_KEY=13013572&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00134</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.09.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ersatzpflicht für Gebäudeschaden</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Gebäudeversicherung deckt indirekte Hagelschäden. Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens sind aufeinander bezogene, kumulative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses. Die Deckung für Hagelschäden durch die Elementarschadenversicherung bezieht sich nicht nur auf Schäden durch direkte Einwirkungen auf die Gebäudehülle, sondern - aufgrund des adäquaten Kausalzusammenhangs - auch auf den Schaden durch Wassereintritt infolge Verstopfung von Abläufen durch Hagelkörner (E. 2-4). Irrelevanz des Vorhandenseins von Laub in den Abläufen im konkreten Fall (E. 5). Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens sind miteinander verbundene, kumulative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses; auch das Kriterium der Voraussehbarkeit ist auf den Schadenseintritt zu beziehen (E. 6a-c; Präzisierung der Rechtsprechung). Keine Aufklärungspflicht der Gebäudeversicherung, selbst wenn ein Notüberlauf eine zumutbare Massnahme zur Schadenabwehr gewesen wäre (E. 6d). Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ADÃQUANZ">ADÃQUANZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFKLÃRUNGSPFLICHT">AUFKLÃRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAUAUSFÃHRUNG">BAUAUSFÃHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEURTEILUNGSSPIELRAUM">BEURTEILUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHRINNE">DACHRINNE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DECKUNGSAUSSCHLUSS">DECKUNGSAUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEMENTAREREIGNIS">ELEMENTAREREIGNIS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ELEMENTARSCHADEN">ELEMENTARSCHADEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG">FEUERPOLIZEI UND GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEVERSICHERUNG">GEBÃUDEVERSICHERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HAGEL">HAGEL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUSALZUSAMMENHANG">KAUSALZUSAMMENHANG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LAUB">LAUB</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTÃBERLAUF">NOTÃBERLAUF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STURMWIND">STURMWIND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMEIDBARKEIT">VERMEIDBARKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORAUSSEHBARKEIT">VORAUSSEHBARKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 12 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 14 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 19 Ziff. 2 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 20 Ziff. 1 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 20 Ziff. 3 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="ungerade">§ 25 GebÃ¤uderversG</span><br/><span class="gerade">§ 39 GebÃ¤uderversG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 69 S. 159</span><br/><span class="gerade">RB 2003 Nr. 70 S. 159</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Ãber der Liegenschaft L-strasse Nr. ... in X â deren EigentÃ¼merin die A AG ist â ging am 24. Juni 2002 ein Gewitter mit starkem Hagelschlag nieder. HagelkÃ¶rner und Laub verstopften die DachwasserablÃ¤ufe auf dem Shed­dach des GebÃ¤udes. Des­halb lief das Regenwasser hinter die Shedrinnen und drang ins GebÃ¤ude ein, wodurch SchÃ¤­den am GebÃ¤ude selber, an baulichen Einrichtungen und am Mobiliar entstanden. Die GebÃ¤udeversicherung des Kantons ZÃ¼rich lehnte mit VerfÃ¼gung vom 18. Juli 2002 eine VergÃ¼tung des Schadens ab und wies mit Entscheid vom 8. August 2002 auch eine hiergegen gerichtete Einsprache der A AG ab. Die BegrÃ¼ndung lautete, dass als HagelschÃ¤den nur SchÃ¤den gÃ¤lten, die auf mechanische Einwirkung des Elementarereignisses auf die GebÃ¤udehÃ¼lle zurÃ¼ckzufÃ¼hren seien, nicht aber mittelbare SchÃ¤den. Im Ãbrigen hÃ¤tte der Schaden durch zumutbare bauliche Massnahmen verhindert werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Hiergegen rekurrierte die A AG mit Eingabe vom 4. September 2002 (verbessert mit ergÃ¤nzender Eingabe vom 27. September 2002) an die Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung. Sie beantragte, den Entscheid der GebÃ¤udeversicherung aufzuheben und diese zu verpflichten, den auf Fr. 120'000.- bezifferten Schaden zu vergÃ¼ten. Als ElementarschÃ¤den seien auch indirekte HagelschÃ¤den gedeckt. Es werde sodann bestritten, dass die bauliche Konstruktion fehlerhaft gewesen sei. Die Rekurskommission fÃ¼hrte am 20. Januar 2003 einen Augenschein durch. Mit Beschluss vom 7. MÃ¤rz 2003 wies sie den Rekurs ab, was sie im Wesentlichen damit begrÃ¼ndete, dass indirekte HagelschÃ¤den nicht als ElementarschÃ¤den gÃ¤lten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen den Beschluss der Rekurskommission liess die A AG am 11. April 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. Sie liess beantragen, es sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der GebÃ¤udeversicherung dieser Beschluss aufzuheben und die GebÃ¤udeversicherung zu verpflichten, ihr Fr. 105'844.75 zu bezahlen. Sie machte im Wesentlichen wiederum geltend, indirekte HagelschÃ¤den seien unter die ElementarschÃ¤den zu subsumieren, und bestritt weiterhin, dass die bauliche Konstruktion fehlerhaft gewesen sei bzw. der Schaden hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Rekurskommission verzichtete gemÃ¤ss ihrem Schreiben vom 7. Mai 2003 auf eine Vernehmlassung. Die GebÃ¤udeversicherung beantragte in ihrer â innert erstreckter Frist eingereichten â Beschwerdeantwort vom 27. Mai 2003 die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der A AG. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. Nach § 78 des Gesetzes Ã¼ber die GebÃ¤udeversicherung vom 2. MÃ¤rz 1975 (GebÃ¤udeversG, LS 862.1) ist das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 34). Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Der hier zu beurteilende Schaden wurde dadurch verursacht, dass wÃ¤hrend eines Gewitters HagelkÃ¶rner und Laub die DachwasserablÃ¤ufe auf dem Sheddach verstopften, weshalb Regenwasser hinter die Shedrinnen lief und in das GebÃ¤ude eindrang. Umstritten ist zunÃ¤chst, ob dieser "indirekte Hagelschaden" als Elementarschaden im Sinn von § 19 GebÃ¤udeversG zu gelten hat und demnach grundsÃ¤tzlich von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Vorauszuschicken ist, dass der in Lehre und Praxis verwendete Begriff des indirekten Hagelschadens insofern missverstÃ¤ndlich ist, als mittelbare HagelschÃ¤den anscheinend zu den ElementarschÃ¤den gezÃ¤hlt werden, wenn sie auf mechanische BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind (zum Beispiel, wenn der Hagel eine Fensterscheibe zertrÃ¼mmert und deshalb ins GebÃ¤ude eindringender Regen SchÃ¤den verursacht; vgl. den vorinstanzlichen Entscheid und die Rekursantwort). Genauer formuliert lautet die Frage demnach, ob indirekte HagelschÃ¤den auch dann ElementarschÃ¤den darstellen, wenn sie nicht auf den eigentlichen Hagelschlag (also den Impuls der fallenden HagelkÃ¶rner) zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Die massgebende Rechtsgrundlage findet sich in §§ 19 f. GebÃ¤udeversG. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin herangezogene eidgenÃ¶ssische Verordnung vom 18. November 1992 Ã¼ber die Elementarschadenversicherung (ESVV, SR 961.27) ist nicht direkt anwendbar, wurde sie doch im Rahmen der Bundesaufsicht Ã¼ber die Privatversicherungen erlassen, der nur private Versicherungseinrichtungen unterstehen (Art. 3 in Verbindung mit Art. 38a Abs. 4 des Versicherungsaufsichtsgesetzes vom 23. Juni 1978 [SR 961.01]). Dies schliesst allerdings entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht aus, dass Praxis und Lehre zur Verordnung Ã¼ber die Elementarschadenversicherung bei der Auslegung von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG sinngemÃ¤ss berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen. Dasselbe gilt auch fÃ¼r die Rechts­prechung zu vergleichbaren Regelungen anderer Kantone (vgl. etwa auch Giovanni Biaggini, Theorie und Praxis des Verwaltungsrechts im Bundesstaat, Basel/Frankfurt a.M. 1996, S. 276 ff.; David DÃ¼rr, ZÃ¼rcher Kommentar, 1998, Art. 1 N. 184 ff., 572, 610 f. ZGB). So stÃ¼tzen sich denn auch die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin â Letztere in der Rekursantwort â auf ein PrÃ¤judiz des Thurgauer Verwaltungsgerichts ab (VGr TG, 12. Mai 1989, V 37).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Nach § 19 Ziff. 2 GebÃ¤udeversG gehÃ¶ren zu den ElementarschÃ¤den, gegen welche die GebÃ¤ude versichert sind, unter anderm durch Hagel entstandene SchÃ¤den. Nach § 20 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG sind "SchÃ¤den, ... die nicht durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden sind, wie Feuchtigkeitseinwirkungen, Bodensetzungen, FrostschÃ¤den" keine ElementarschÃ¤den. Laut der Praxis der Beschwerdegegnerin gelten Sturm- und HagelschÃ¤den nur dann als versicherte ElementarschÃ¤den, wenn die GebÃ¤udehÃ¼lle beschÃ¤digt wird (vgl. die Ãbersicht Ã¼ber die Leistungen der Beschwerdegegnerin unter www.gvz.ch) bzw. wenn eine mechanische BeschÃ¤digung vorliegt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Beim Begriff der "ElementarschÃ¤den" gemÃ¤ss dem Marginale zu § 19 GebÃ¤udeversG sowie dessen negativer ErlÃ¤uterung durch den Ausschluss von SchÃ¤den, "die nicht durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden sind", handelt es sich um auslegungsbedÃ¼rftige Rechtsbegriffe. Das Gericht kann ihre Anwendung und Auslegung Ã¼berprÃ¼fen, obwohl ihm das Recht zur Ermessenskontrolle nicht zusteht. Allerdings ist der Ver­waltung bei der Anwendung von Rechtsbegriffen unter UmstÃ¤nden ein bestimmter Beurteilungsspielraum zuzugestehen: Wenn ein Rechtsbegriff zu unbestimmt ist, als dass er nur eine einzige Interpretation ermÃ¶glichte, und die von der Verwaltung ermittelte Auslegung vertretbar erscheint, darf das Gericht nicht eingreifen. Ob ein solcher Beurteilungsspielraum besteht, ist durch Auslegung zu ermitteln (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 73 mit weitern Hinweisen). Ein Beurteilungsspielraum kann auch bei der Auslegung des gesetzlichen Tatbestands bestehen (Michael Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege [VRPG] vom 9. Juli 1968, ZÃ¼rich 1998, § 56 Rz. 15; vgl. auch â teilweise abweichend â Max Imboden/RenÃ© Rhinow, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, Basel/Frankfurt a.M. 1986, Nr. 66 B II).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Die Frage, ob indirekte HagelschÃ¤den wie der hier vorliegende unter die versicherten ElementarschÃ¤den zu subsumieren sind, ist in Lehre und Praxis umstritten (bejahend etwa JÃ¼rg Hauswirth/Hans Rudolf Suter, Sachversicherung, 2. A., ZÃ¼rich 1990, S. 162; A. Kleiner, Die versicherte Gefahr in der Ã¶ffentlichen GebÃ¤udeversicherung, Mitteilungen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen 57/1978 Nr. 2, S. 16 ff., 43 [beide zur privaten wie zur Ã¶ffentlichen GebÃ¤udeversicherung im Allgemeinen]; verneinend etwa VGr TG, 12. Mai 1989, V 37, E. 2 [zum thurgauischen GebÃ¤udeversicherungsgesetz]; Karl Himmel, GebÃ¤udeschÃ¤den und Versicherung, Dietikon 1958, S. 62 [im Allgemeinen]; unklar Hans-Ulrich Brunner, Basler Kommentar, 2001, Art. 63 N. 50 VVG [zur privaten Versicherung]). Laut der Vorinstanz ergab eine Ã¼ber die Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen vorgenommene Umfrage, dass die Praxis zu dieser Frage nicht einheitlich ist. Hiervon geht auch die BeschwerdefÃ¼hrerin aus, wenn sie ausfÃ¼hrt, "in der Ã¼ber­wiegenden Mehrheit" anerkennten die kantonalen GebÃ¤udeversicherungsanstalten indirekte HagelschÃ¤den der hier vorliegenden Art als ElementarschÃ¤den.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Anhand des Wortlauts von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG lÃ¤sst sich die hier zu lÃ¶sende Frage nicht beantworten. Indirekte HagelschÃ¤den â wie auch immer sie zustande gekommen sein mÃ¶gen â werden weder klarerweise zugelassen noch ausgeschlossen. Allerdings legt die Formulierung von § 19 Ingress GebÃ¤udeversG, wonach die SchÃ¤den durch die anschliessend aufgezÃ¤hlten Naturgewalten "entstanden" sein mÃ¼ssen, eine BeschrÃ¤nkung auf unmittelbare SchÃ¤den nicht nahe. Wenn § 19 Ziff. 2 GebÃ¤udeversG das Elemen­tar­ereignis als "Hagel" und nicht als "Hagelschlag" bezeichnet, drÃ¤ngt sich sodann eine BeschrÃ¤nkung der Versicherung auf "mechanische" BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle im Sinn von BeschÃ¤digungen durch unmittelbare SchlÃ¤ge des fallenden Hagels (und deren Folgen) nicht auf. Jedenfalls lÃ¤sst § 20 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG, wonach ElementarschÃ¤den nur SchÃ¤den sind, die "durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden sind", eine Subsumierung der hier vorliegenden indirekten HagelschÃ¤den unter die ElementarschÃ¤den zu, ist doch eine "plÃ¶tzliche Einwirkung" nicht dasselbe wie eine "mechanische" BeschÃ¤digung der GebÃ¤udehÃ¼lle. Auch die Notwendigkeit der PlÃ¶tzlichkeit schliesst hier die Annahme eines Elementarereignisses nicht aus: "PlÃ¶tzlich" ist nicht etwa mit "in Sekundenschnelle" gleichzusetzen; dies ergibt sich bereits aus der Liste der Elementarereignisse in § 19 GebÃ¤udeversG, die auch unter UmstÃ¤nden langsamer wirkende Gewalten wie zum Beispiel Ãberschwemmungen und Schneedruck erfasst. Mit dieser Voraussetzung sollen vielmehr SchÃ¤den ausgeschlossen werden, die nicht durch Naturereignisse von besonderer Heftigkeit, sondern durch fortgesetztes Einwirken entstehen, zum Beispiel durch Feuchtigkeit (vgl. den Wortlaut von § 20 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG mit dem Hinweis auf "Feuchtigkeitseinwirkungen"; Kleiner, S. 54). Im vorliegenden Fall war der Schaden jedoch unbestrittenermassen nicht aufgrund des allmÃ¤hlichen Einwirkens besonderer Feuchtigkeit, sondern indirekt aufgrund des Hagels und bereits innerhalb einer Stunde nach dessen Niedergang eingetreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Auch die Gesetzesmaterialien geben keine schlÃ¼ssigen Hinweise. §§ 19 f. GebÃ¤udeversG sollten § 10 Abs. 1 des GebÃ¤udeversicherungsgesetzes vom 28. Januar 1934 (aGebÃ¤udeversG; OS 35, 239) prÃ¤zisieren (Weisung des Regierungsrats vom 30. April 1974, ABl 1974 I 951 ff., 960). Weder der Wortlaut von § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG noch die regierungsrÃ¤tlichen Weisungen noch die Beratungen im Kantonsrat sind hier aussagekrÃ¤ftig (vgl. auch Weisung des Regierungsrats vom 7. April 1932, ABl 1932, 244 ff.; Prot. KR 1971-1975, S. 8341 ff. [besonders 8356] und 8439, 1932-1935, S. 534 f., 605).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Im Rahmen einer systematischen Gesetzesauslegung ist auf das Argument der BeschwerdefÃ¼hrerin einzugehen, die Monopolstellung der Beschwerdegegnerin (§ 10 GebÃ¤udeversG) sei mitzuberÃ¼cksichtigen. Allerdings ist die Behauptung unzutreffend, das Gesetz schliesse damit den Abschluss anderer Versicherungen fÃ¼r die De­ckungslÃ¼cke ausVielmehr sieht § 14 GebÃ¤udeversG vor, dass die bei der Anstalt versicherten GebÃ¤ude "fÃ¼r die in diesem Gesetz vorgesehenen Leistungen" nicht anderweitig versichert sein dÃ¼rften. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat denn auch eine (subsidiÃ¤re) GebÃ¤udewasserversicherung bei einer privaten Gesellschaft abgeschlossen. Aus der Monopolstellung der Beschwerdegegnerin ergibt sich demnach nicht, dass §§ 19 f. GebÃ¤udeversG mÃ¶glichst extensiv zugunsten der Versicherten ausgelegt werden mÃ¼ssten. Ebenso wenig liesse sich ein solcher Grundsatz aus dem Versicherungsobligatorium ableiten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Mit dem GebÃ¤udeversicherungsgesetz wurde zwar ein "zeitgemÃ¤sse[r] Ausbau des Versicherungsschutzes" bezweckt (Weisung vom 30. April 1974, ABl 1974 I 951; Prot. KR 1971-75, S. 8341, 8352). Auch hieraus kann jedoch nicht gefolgert werden, dass in Zwei­felsfÃ¤llen eine Art Vermutung zugunsten eines weit gehenden Versicherungsschutzes besteht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Sodann ist unter systematischen und teleologischen Gesichtspunkten die Berufung der BeschwerdefÃ¼hrerin auf den adÃ¤quaten Kausalzusammenhang zwischen Hagel und Schaden zu betrachten. Dass das Vorliegen eines Elementarschadens sich grundsÃ¤tzlich aus dem adÃ¤quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Naturereignis und dem Schaden ergibt, anerkennen auch die Beschwerdegegnerin und â implizit â die Vorinstanz.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Auf den Kausalzusammenhang stÃ¼tzte sich auch der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich in einem Entscheid vom 10. Juli 1958 bei der Anwendung von § 10 aGebÃ¤udeversG auf einen Wasserschaden, indem er ausfÃ¼hrte (ZBl 60/1959, S. 78 E. 2):</p> <p class="EinzugZitat"><span>"Die anspruchsbegrÃ¼ndende Tatsache und der Schaden, dessen Ersatz von der Anstalt verlangt wird, mÃ¼ssen ... zueinander im VerhÃ¤ltnis von Ursache und Wirkung stehen. Rechtserheblich sind indessen nicht alle logisch notwendigen Bedingungen des Erfolges. Unter den zahlreichen Mitursachen eines Schadenereignisses muss vielmehr eine Auswahl getroffen werden. Als Richtmass gilt der in der Schweiz allgemein anerkannte Grundsatz der adÃ¤quaten Verursachung. AnspruchsbegrÃ¼ndend ist demnach diejenige Ursache, die nach dem gewÃ¶hnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Ereignisses durch die fragliche Ursache begÃ¼nstigt erscheint."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Das Verwaltungsgericht verwendet denselben Ansatz bei der Abgrenzung, inwieweit Scha­densursachen durch ein Elementarereignis und inwieweit sie durch menschliches Verhalten gesetzt wurden, also bei der PrÃ¼fung, ob die SchÃ¤den im Sinn von § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG bzw. § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tten verhindert werden kÃ¶nnen (VGr, 20. Mai 1966, ZBl 67/1966, S. 405 = ZR 65 Nr. 158 [teilweise publiziert in RB 1966 Nr. 118]; RB 1993 Nr. 66; zuletzt VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 3; vgl. im Ãbrigen etwa auch VGr GR, 5. Feb­ruar 1991, PVG 1991 Nr. 41 E. 3; VGr LU, 18. April 2001, LGVE 2001 II Nr. 20 E. 4).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der adÃ¤quate Kausalzusammenhang ist â der dieser Konstruktion entgegengebrachten Kritik zum Trotz â das in diesem Zusammenhang massgebliche Kriterium, was fÃ¼r das Ã¶ffentliche Versicherungsrecht ebenso gilt wie fÃ¼r das private Versicherungsrecht und fÃ¼r das Haftpflichtrecht (vgl. Hauswirth/Suter, S. 59; zum privaten Versicherungsrecht etwa Andreas HÃ¶nger/Marcel SÃ¼sskind, Basler Kommentar, 2001, Art. 14 N. 11 VVG mit weitern Hinweisen). Demnach lÃ¤ge hier grundsÃ¤tzlich ein versicherter Elementarschaden vor, war doch der Hagel direkt die Ursache fÃ¼r die Verstopfung des Dachwasserablaufs und den dadurch bewirkten RÃ¼ckstau des Regenwassers sowie dessen Eindringen in das GebÃ¤ude.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz vermÃ¶gen ihre entgegengesetzte Position, wonach nur Folgen einer "mechanischen" BeschÃ¤digung der GebÃ¤udehÃ¼lle versicherte ElementarschÃ¤den seien, nicht mit einer Unterbrechung des Kausalzusammenhangs zu begrÃ¼nden (ebenso wenig wie Himmel, S. 62, oder VGr TG, 12. Mai 1989, V 37, E. 2, wo pauschal auf "Wortlaut wie auch Sinn und Zweck" des thurgauischen GebÃ¤udeversicherungsgesetzes verwiesen wird). Insbesondere kann es nicht mit dem Vorliegen bzw. Fehlen eines Kausalzusammenhangs begrÃ¼ndet werden, wenn Vorinstanz und Beschwerdegegnerin zwar im vorliegenden Fall den Versicherungsschutz ausschliessen, jedoch versicherte FolgeschÃ¤den annehmen, wenn infolge des Zerschlagens eines Fensters durch den Hagel der Regen in das GebÃ¤ude eindringt und dort SchÃ¤den verursacht.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Zu prÃ¼fen ist, ob die Praxis der Beschwerdegegnerin aufgrund eines ihr allenfalls gewÃ¤hrten Ermessensspielraums gleichwohl haltbar ist. Dies wÃ¤re der Fall, wenn sie befugt wÃ¤re, einen eigentlichen Deckungsausschluss vorzunehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) UnabhÃ¤ngig vom Kausalzusammenhang werden im GebÃ¤udeversicherungsrecht gesetzlich oder durch die Praxis gewisse Elementarereignisse oder SchÃ¤den aus verschiedenen GrÃ¼nden vom Versicherungsschutz ausgenommen. So schliesst etwa Art. 3 lit. a ESVV SchneedruckschÃ¤den, die nur Ziegel oder andere Bedachungsmaterialien, Kamine, Dachrinnen oder Ablaufrohre betreffen, von der Versicherungsde­ckung aus. Weiter gelten zum Beispiel nach Art. 2 Abs. 1 ESVV, Allgemeinen GeschÃ¤ftsbedingungen oder fester Praxis mit Blick auf die Beaufort-Skala nur Winde mit einer Geschwindigkeit von Ã¼ber 75 km/h als Sturmwinde (Hauswirth/Suter, S. 162; vgl. auch VGr, 27. Oktober 1994, VK 93/0015, 25. Oktober 1990, VK 90/0018, 15. De­zem­ber 1989, VK 88/0015). Die Definition der versicherten Ereignisse und der De­ckungs­aus­schlÃ¼sse erfolgt demgemÃ¤ss grundsÃ¤tzlich kasuistisch und beruht auf Abgrenzungen, die im Einzelnen nicht zwingend sind.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) §§ 19 f. GebÃ¤udeversG sehen den Deckungsausschluss, von dem die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz ausgehen, nicht explizit vor. Es ist demnach zu untersuchen, ob das Gesetz der Beschwerdegegnerin den notwendigen Beurteilungsspielraum zu seiner EinfÃ¼hrung gewÃ¤hrt. Ein solcher kÃ¶nnte sich daraus ergeben, dass die Begriffe von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG auslegungsbedÃ¼rftig sind. Insbesondere lÃ¤sst § 20 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG, der ElementarschÃ¤den als "durch plÃ¶tzliche Einwirkung von Naturgewalten" entstandene SchÃ¤den definiert und hierauf einige Negativbeispiele aufzÃ¤hlt (wobei die Liste durch das einleitende "wie" als nicht abschliessend gekennzeichnet wird), der Rechtsanwendung einen gewissen Auslegungsspielraum. Doch weist der Wortlaut des Gesetzes â wonach die SchÃ¤den infolge der Naturgewalt "entstanden" sein mÃ¼ssen â immerhin auf die Relevanz des Kausalzusammenhangs hin.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Ein vom Gericht zu respektierender Beurteilungsspielraum liegt gemÃ¤ss der Lehre vor, wenn der Gesetzestext klar darauf hinweist, wenn der entscheidenden BehÃ¶rde insoweit Autonomie zusteht oder wenn vernÃ¼nftigerweise nur davon ausgegangen werden kann, der Gesetzgeber habe der Verwaltung einen Ermessensspielraum einrÃ¤umen wollen (Merker, § 56 Rz. 20). Dies kÃ¶nnte bei der Auslegung von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG etwa in Bezug auf die PlÃ¶tzlichkeit eines Ereignisses oder auch auf die AdÃ¤quanz eines Kausalzusammenhangs angenommen werden. Indem die Beschwerdegegnerin indirekte HagelschÃ¤den wie die hier zu beurteilenden vom Versicherungsschutz ausnimmt, lÃ¤sst sie es jedoch nicht dabei bewenden, einfach die in §§ 19 f. GebÃ¤udeversG enthaltenen Begriffe auszulegen oder das Vorliegen eines adÃ¤quaten Kausalzusammenhangs zu prÃ¼fen. Dass als HagelschÃ¤den nur BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle durch direkte SchlÃ¤ge und deren FolgeschÃ¤­den gelten sollen, ergibt sich weder aus der gesetzlichen Definition des Elementar­ereignisses (namentlich nicht aus dessen Charakterisierung als "plÃ¶tzliche" Einwirkung von Naturgewalten; vgl. vorn 3a) noch aus dem Kausalzusammenhang. Die Beschwerdegegnerin nimmt vielmehr einen vollstÃ¤ndigen Deckungsausschluss fÃ¼r SchÃ¤den an, welche die Voraussetzungen von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llen kÃ¶nnen und sich kausal aus einem der in § 19 GebÃ¤udeversG aufgezÃ¤hlten Elementarereignisse ableiten lassen. Damit Ã¼berschreitet sie den Beurteilungsspielraum, der ihr vom Gesetz gewÃ¤hrt wird. Ihr Entscheid ist insofern nicht haltbar. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der vorliegende indirekte Hagelschaden â weil zwischen dem Wirken einer Naturgewalt im Sinn von §§ 19 f. GebÃ¤udeversG und ihm ein enger adÃ¤quater Kausalzusammenhang besteht und weil ein gesetzlicher Spielraum zur BeschrÃ¤nkung der Versicherungsdeckung auf BeschÃ¤digungen der GebÃ¤udehÃ¼lle durch direkte SchlÃ¤ge (und deren Folgen) fehlt â grundsÃ¤tzlich als Elementarschaden gemÃ¤ss §§ 19 f. GebÃ¤udeversG zu gelten hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. GemÃ¤ss der Schadensbeschreibung des KreisschÃ¤tzers wurden die AbflÃ¼sse nicht allein durch HagelkÃ¶rner, sondern auch durch Laub verstopft. Der KreisschÃ¤tzer kommt jedoch in der Schadensbeschreibung zum Schluss, dass der Hagel jedenfalls die Hauptursache des KanalisationsrÃ¼ckstaus war. Die Beschwerdegegnerin ging denn auch in der Folge davon aus, dass ein Fall von indirekten HagelschÃ¤den vorlag, und mass der Verstopfung durch Laub hÃ¶chstens untergeordnete Bedeutung zu. Das Vorhandensein von Laub in den Shedrinnen kÃ¶nnte also eine Haftung der Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall nicht ausschlies­sen. Damit kann offen bleiben, ob die Behinderung des Wasserabflusses durch das angeschwemmte Laub als Folge eines Sturmwinds im Sinn von § 19 Ziff. 1 GebÃ¤udeversG gelten kÃ¶nnte und die Beschwerdegegnerin gegebenenfalls fÃ¼r die FolgeschÃ¤den ein­zustehen hÃ¤tte. Offen bleiben kann auch, wie die Konkurrenz von Teilursachen im Rahmen der Elementarschadenversicherung zu handhaben ist (vgl. Kleiner, S. 41).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Umstritten ist sodann, ob ein Deckungsausschluss wegen Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG anzunehmen ist. Diese Norm schliesst die Versicherungsdeckung aus fÃ¼r SchÃ¤den, "die voraussehbar waren und deren Entstehung durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, wie SchÃ¤den zufolge schlechten Baugrundes, unfachgemÃ¤sser oder unsolider BauausfÃ¼hrung oder Abdichtung, mangelhaften GebÃ¤udeunterhalts".</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Nicht stichhaltig ist der Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin, das Gesetz sehe den Deckungsausschluss der fehlerhaften baulichen Konstruktion nicht vor. Zu Recht weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass eine fehlerhafte Konstruktion unter den Ausschlussgrund der unfachgemÃ¤ssen oder unsoliden BauausfÃ¼hrung zu subsumieren ist. Die AufzÃ¤h­lung in § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG ist nicht abschliessend formuliert. Dies ergibt sich bereits aus ihrem Wortlaut (nÃ¤mlich dem einfÃ¼hrenden "wie") und auch aus ihrem Zweck, will doch die Bestimmung sÃ¤mtliche SchÃ¤den, die auf menschliches Handeln oder Unterlassen zurÃ¼ckzufÃ¼hren sind, vom Geltungsbereich der Elementarschadenversicherung ausnehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) aa) Das Verwaltungsgericht ist in seiner Praxis teilweise davon ausgegangen, dass Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens durch zumutbare Massnahmen nicht ku­mulativ, sondern alternativ erfÃ¼llt sein mÃ¼ssten, um die Versicherungsdeckung auszuschliessen. § 19 und § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG liessen sich nur in ihrem wechselseitigen Zusammenhang auslegen. Letztere Bestimmung wolle einerseits mit dem darin verwendeten Begriff "voraussehbar" klarstellen, dass als Elementar­er­eignisse im Sinn von § 19 GebÃ¤udeversG nur solche Ereignisse gelten kÃ¶nnten, die wegen ihrer Heftigkeit unvor­her­sehbar seien. Im Weiteren wolle § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG die Ersatzpflicht fÃ¼r jene SchÃ¤den ausschliessen, die zwar auf ein Elementarereignis im Sinn von § 19 GebÃ¤udeversG zurÃ¼ckzufÃ¼hren, jedoch nach der Lehre vom adÃ¤quaten Kausal­zusammenhang nicht durch dieses Ereignis, sondern durch mensch­liches Verhalten, nÃ¤mlich durch das Unterlassen zumutbarer schadenverhindernder Mass­nahmen, "verursacht" worden seien. Diese zweite Funktion stelle einen unmittelbaren Zusammenhang her zwischen § 20 Ziff. 3 und § 39 GebÃ¤udeversG, wonach die Versicherten zur VerhÃ¼tung von SchÃ¤den alles Zumutbare vorzukehren hÃ¤tten. Aus dieser doppelten Zweckbestimmung von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG folge, dass die darin umschriebenen AusschlussgrÃ¼nde der Vorhersehbarkeit und der Vermeidbarkeit entgegen dem Wortlaut ("und") nicht kumulativ, sondern nur alternativ gegeben sein mÃ¼ssten und dass sich das erstgenannte Kriterium nicht auf den Schaden, sondern auf das Ereignis beziehe (VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 3; RB 1993 Nr. 66; anders etwa VGr, 22. November 1993, ZBl 95/1994, S. 188 E. 2; RB 1987 Nr. 99). Dagegen hat das Bundesgericht bei der Aufhebung eines Entscheids des ZÃ¼rcher Verwaltungsgerichts festgehalten, die Zumutbarkeit von Massnahmen zur Schadenvermeidung dÃ¼rfe nicht unabhÃ¤ngig von der Voraussehbarkeit des Schadens beurteilt werden. Die Begriffe "nicht voraussehbar" und "unabwendbar" (in § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG) seien "miteinander verbunden und aufeinander bezogen" (BGE 100 Ia 32 E. 3).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Die erwÃ¤hnte Praxis des Verwaltungsgerichts geht darauf zurÃ¼ck, dass § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG nach seinem Wortlaut Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens als alternative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses bezeichnete (bzw. zu bezeichnen schien). Dies anzunehmen, hiesse jedoch, den innern Zusammenhang zwischen Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens zu Ã¼bersehen: Bereits die MÃ¶glichkeit, schadenvermeidende Massnahmen zu ergreifen, hÃ¤ngt von der Voraussehbarkeit des Ausmasses des schadenstiftenden Ereignisses und der Voraussehbarkeit des Schadens ab (so auch BGE 100 Ia 32 E. 3). Der Gesetzeswortlaut von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG, der Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens als kumulative Voraussetzungen des De­ckungsausschlusses bezeichnet, ist denn auch in dieser Hinsicht â der Absicht des Gesetzgebers entsprechend â als PrÃ¤zisierung von § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG aufzufassen (vgl. Weisung vom 30. April 1974, ABl 1974 I 960).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Das Verwaltungsgericht hat demgegenÃ¼ber auch nach dem In-Kraft-Treten des heute geltenden GebÃ¤udeversicherungsgesetzes den Weg weiter verfolgt, den es unter dem Eindruck des Wortlauts von § 10 Abs. 1 aGebÃ¤udeversG eingeschlagen hatte. Im Leitentscheid vom 20. Mai 1966 (ZBl 67/1966, S. 405 = ZR 65 Nr. 158 [teilweise publiziert in RB 1966 Nr. 118]) hatte es Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des Schadens implizit als alternative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses aufgefasst. Dabei hatte es das Kriterium der Voraussehbarkeit aus der Definition der hÃ¶heren Gewalt abgeleitet, womit ein unvorhersehbares, aussergewÃ¶hnliches Ereignisses, das mit unabwendbarer Gewalt von aussen hereinbricht, bezeichnet wird (vgl. etwa BGE 111 II 429 E. 1b S. 433; Alfred Koller in: Theo Guhl, Das Schweizerische Obligationenrecht, 9. A., ZÃ¼rich 2000, § 31 N. 31). Trotz Ãberschneidungen und ZusammenhÃ¤ngen sind jedoch die hÃ¶here Gewalt als Unterbruch des Kausalzusammenhangs im Haftpflichtrecht und die Elementarereignisse als Aus­lÃ¶ser der Schadensdeckung durch die GebÃ¤udeversicherung auseinander zu halten. Das Kriterium der Voraussehbarkeit entstammt vielmehr ebenso wie jenes der Vermeidbarkeit der Definition der pflicht­widrigen Unterlassung (vgl. sinngemÃ¤ss RB 1987 Nr. 99; vgl. auch den so genannten Gefahrensatz in der haftungsrechtlichen Praxis und Lehre; statt vieler Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 2. A., ZÃ¼rich 1998, N. 867). Zwar besteht ein Zusammenhang zwischen dem schadenstiftenden Elementar­ereignis und der Vorhersehbarkeit des Schadens, doch bezieht sich das Kriterium der Voraussehbarkeit nicht (allein) auf das Ereignis.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit dem Ansatz, Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit seien alternative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses, Ã¼berging das Verwaltungsgericht den innern Zusammenhang zwischen den beiden Kriterien. Das aus seinem Bezug gelÃ¶ste Kriterium der Voraussehbarkeit wurde in spÃ¤teren Entscheiden als Voraussehbarkeit einzig des Elementar­ereignisses (und nicht des Schadens) aufgefasst. Dies zwang das Gericht, dem Kriterium jede selbstÃ¤ndige Bedeutung abzusprechen (vgl. VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 3): Weil Elementarereignisse nach § 19 GebÃ¤udeversG zumindest im Allgemeinen stets und teilweise sogar konkret vorhersehbar sind, wÃ¼rde die Elementar­schadenversicherung nÃ¤mlich ihres Anwendungsbereichs weitestgehend beraubt, wenn das Kriterium der Voraussehbarkeit auf das Elementarereignis bezogen sowie Vorausseh­barkeit und Vermeidbarkeit als alternative AusschlussgrÃ¼nde betrachtet wÃ¼rden. So wÃ¤re es widersinnig, vom Wetterbericht angekÃ¼ndigte Sturmwinde und HagelschlÃ¤ge nicht mehr als Elementar­ereig­nisse anzuerkennen. Das Verwaltungsgericht ist denn auch nie so weit gegangen, einem Elementarereignis im Sinn von § 19 GebÃ¤udeversG eben diese Eigenschaft wegen seiner Voraussehbarkeit abzusprechen. Es hat vielmehr einfach die Voraussehbarkeit nach § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG der Definition der Elementar­ereignisse nach § 19 GebÃ¤udeversG zugeordnet, ohne sie letztlich als eigenstÃ¤ndige Voraussetzung zu betrachten. "Unvorhersehbarkeit" wurde demnach â in Abweichung vom gÃ¤ngigen Wortsinn â als Synonym fÃ¼r "Heftigkeit" verwendet und beim Vorliegen eines Elementarereignisses regelmÃ¤s­sig bejaht sowie bei dessen Fehlen verneint (so etwa VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 3; RB 1993 Nr. 66; 7. Mai 1991, VK 90/0014, E. 3 f.; 25. Oktober 1990, VK 90/0018, E. 4b; 20. Mai 1966, ZBl 67/1966, S. 405 = ZR 65 Nr. 158). Im Ergebnis wurden also Vorausseh­barkeit und Vermeidbarkeit (fast) nie als selbstÃ¤ndige und alternative Voraussetzungen des Deckungsausschlusses aufgefasst (mit der Ausnahme des durch BGE 100 Ia 32 deswegen aufgehobenen Entscheids VK 44/1972 vom 22. November 1973).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Die erwÃ¤hnte â im Ãbrigen nicht durchgÃ¤ngig angewandte â Praxis des Verwaltungsgerichts ist deshalb insofern zu prÃ¤zisieren, als die bisherigen Formulierungen nicht die Essenz der Rechtsprechung wiedergeben. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Fehlen der Voraussehbarkeit kein konstitutives Element des Elementarereignisses ist. Was ein Elementarereignis ist, ergibt sich aus der AufzÃ¤hlung in § 19 GebÃ¤udeversG und der hierzu entwickelten Praxis und Lehre. Die Liste in § 19 GebÃ¤udeversG trifft eine bewusste Auswahl aus allen denkbaren Naturereignissen von aussergewÃ¶hnlicher Heftigkeit und kann daher nur grundsÃ¤tzlich vorhersehbare Ereignisse umfassen. Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit nach § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG sind dagegen im Einklang mit dem Gesetzeswortlaut (auch) auf den Schaden zu beziehen und als kumulative, miteinander verknÃ¼pfte Voraussetzungen des De­ckungsausschlusses aufzufassen (vgl. BGE 100 Ia 32 E. 3b). § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG sieht â entsprechend der Interpretation durch das Bundesgericht â eine VergÃ¼tung vor, "wenn der EigentÃ¼mer bzw. Bauunternehmer im Hinblick auf ein Elementarereignis, mit dem zu rechnen war, die Vorsichtsmassregeln getroffen hat, die von einem sorgfÃ¤ltigen EigentÃ¼mer und Unternehmer zu erwarten und ihm zuzumuten sind" (BGE 100 Ia 32 E. 3c S. 36). Voraussehbarkeit meint Voraussehbarkeit des schadenstiftenden Ereignisses und gegebenenfalls seines Ausmasses â insofern besteht tatsÃ¤chlich ein Bezug zu § 19 GebÃ¤udeversG â als auch Voraussehbarkeit des eingetretenen Schadens als Folge dieses Ereignisses. Davon ist das Verwaltungsgericht im Ergebnis auch kaum je abgewichen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">ee) Wenn vorliegend der Ausschlussgrund von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG zu prÃ¼fen ist, so ist nicht nur die Voraussehbarkeit des Hagelschlags vom 24. Juni 2002, sondern auch die Voraussehbarkeit des Schadens als dessen Folge relevant. Zu fragen ist, ob sowohl das Elementarereignis im konkreten Ausmass als auch der eingetretene Schaden als dessen Folge vorhersehbar waren, woraus sich erst die Obliegenheit zum Ergreifen von Gegenmassnahmen ergeben konnte. WÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin als Versicherungsnehmerin die Beweislast fÃ¼r das Eintreten des Schadenereignisses und des Schadens trÃ¤gt, liegt die Beweislast fÃ¼r das Vorliegen der behaupteten AusschlÃ¼sse bei der Beschwerdegegnerin als der Versicherung (vgl. RB 1983 Nr. 117).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Das Vorkommen von Hagel im Allgemeinen darf hierzulande als voraussehbar gelten. Wie sich aus Literatur und Praxis zur hier behandelten Frage ergibt, ist auch allgemein bekannt, dass Regenwasser wegen Verstopfung der Dachrinnen durch HagelkÃ¶rner in GebÃ¤ude eindringen und dort SchÃ¤den verursachen kann (vgl. vorn 2d). Schliesslich stellt sich die Frage, ob der Schaden durch zumutbare Massnahmen hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶n­nen. In diesem Fall wÃ¤re von einem De­ckungsausschluss wegen "unfachgemÃ¤sser oder un­solider BauausfÃ¼hrung" im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG auszugehen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤tte â im Sinn einer zumutbaren Massnahme zur Verhinderung des voraussehbaren Schadens â einen NotÃ¼berlauf erstellen mÃ¼ssen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet dies mit dem Hinweis darauf, dass seit der Erstellung des GebÃ¤udes vor rund 50 Jahren ein derartiger Not­Ã¼berlauf trotz vielen heftigen Gewittern mit teilweise sehr starkem Hagel sich niemals als notwendig erwiesen habe. Damit wird sinngemÃ¤ss geltend gemacht, bauliche Massnahmen zur Abwehr derart heftigen Hagels seien nicht zumutbar. Zudem fÃ¼hrte der Architekt, den die BeschwerdefÃ¼hrerin mit der Instandstellung betraut hatte, am Augenschein aus, dass gemÃ¤ss einer SIA-Norm ein Notablauf nicht zwingend erforderlich sei, wenn â wie hier â die Shedrinnen Ã¼ber je zwei AblÃ¤ufe verfÃ¼gten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Vorinstanz liess diese Frage offen, weil sie den Rekurs bereits aus andern GrÃ¼nden abwies.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet ein, die Beschwerdegegnerin hÃ¤tte sie nach Treu und Glauben auf das Fehlen eines NotÃ¼berlaufs hinweisen mÃ¼ssen, wenn ein solcher erforderlich gewesen wÃ¤re. Dies wird von der Beschwerdegegnerin bestritten. WÃ¼rde dies zutreffen, so wÃ¤re nicht entscheidend, ob die Erstellung eines NotÃ¼berlaufs Ã¼berhaupt eine zumutbare Massnahme zur Schadenvermeidung gebildet hÃ¤tte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Laut Entscheiden des Verwaltungsgerichts trifft die GebÃ¤udeversicherung aufgrund ihrer Monopolstellung und Sachkunde nach Treu und Glauben eine AufklÃ¤rungspflicht. Zumindest bei hÃ¤ufigeren Schadenereignissen sei es ihr zuzumuten, die Anforderungen an Baumaterialien nÃ¤her zu umschreiben bzw. von ihr fÃ¼r mangelhaft erachtete Baustoffe zu bezeichnen und dies den Versicherten bekannt zu geben. In diesem Sinn bejahte das Gericht eine AufklÃ¤rungspflicht in Bezug auf die UnzulÃ¤nglichkeit der Baumaterialien fÃ¼r eine neu erstellte Pergola bzw. einen neu erstellten Wintergarten (VGr, 8. April 1994, VK 93/0009+0010, teilweise verÃ¶ffentlicht in RB 1994 Nr. 97). Doch muss sich anderseits eine SchÃ¤tzung auf das GrundsÃ¤tzliche beschrÃ¤nken, da es sich bei der GebÃ¤udeversicherung um Massenverwaltung handelt, die mÃ¶glichst zeit- und personalÃ¶ko­nomisch abzuwickeln ist. Die KreisschÃ¤tzer mÃ¼ssen sich daher in aller Regel nicht zur SoliditÃ¤t von Baumaterialien und QualitÃ¤t der BauausfÃ¼hrung Ã¤ussern. Die Beschwerdegegnerin trifft keine gesetzliche Pflicht, die Versicherten prÃ¤ventiv und individuell zu informieren (RB 1994 Nr. 97). Das Gesetz Ã¼berbÃ¼rdet die Verantwortung fÃ¼r Fehler bei der BauausfÃ¼hrung in § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG grundsÃ¤tzlich den Versicherten, wie es diese auch direkt in die Pflicht nimmt, fÃ¼r einen genÃ¼genden GebÃ¤udeunterhalt zu sorgen (§ 39 GebÃ¤u­de­versG) oder aber allfÃ¤llige GefahrerhÃ¶hungen zu melden (§ 38 GebÃ¤udeversG). Umge­kehrt dient die SchÃ¤tzung der Feststellung des Versicherungswerts (§ 25 GebÃ¤ude­versG) und entspricht somit nicht einer Baukontrolle, wenn auch â im Hinblick auf einen all­fÃ¤lligen Ausschluss von der Versicherung â zu prÃ¼fen ist, ob ein GebÃ¤ude infolge Standorts, Konstruktion, Zustands oder BenÃ¼tzung einer besondern Feuer- oder Explo­sions­gefahr oder einer besondern GefÃ¤hrdung durch Elementarereignisse ausgesetzt ist (§ 12 Abs. 1 GebÃ¤udeversG). Eine flÃ¤chendeckende AufklÃ¤rungspflicht lÃ¤sst sich deshalb mit der Sys­tematik des GebÃ¤udeversicherungsgesetzes nicht vereinbaren und ist abzu­lehnen (VGr, 5. Februar 2003, VB.2002.00345, E. 4c). Infolgedessen verneinte das Verwaltungs­gericht eine AufklÃ¤rungspflicht in Bezug auf den Zustand eines rund 30-jÃ¤hrigen Flach­dachs, dessen Lebensdauer be­reits abgelaufen war und das demzufolge ohnehin hÃ¤tte ersetzt werden mÃ¼ssen (VGr, 20. August 1996, VK.1996.00001, E. 3c).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber einen allfÃ¤lligen Konstruktionsmangel hÃ¤tte aufklÃ¤ren mÃ¼ssen, kÃ¶nnte grundsÃ¤tzlich erst dann zweck­mÃ¤s­sig beantwortet werden, wenn das Vorliegen und das Ausmass des angeblichen Mangels feststehen. Es kann jedoch vorweggenommen werden, dass eine AufklÃ¤rungspflicht in Bezug auf den hier behaupteten Mangel â das Fehlen eines NotÃ¼berlaufs â mit den GrundsÃ¤tzen des GebÃ¤udeversicherungsgesetzes nicht vereinbar wÃ¤re: Der Mangel wÃ¤­re zu wenig offensichtlich, als dass von der Beschwerdegegnerin seine Feststellung bei der SchÃ¤tzung erwartet werden dÃ¼rfte. Zudem ist hier eine AufklÃ¤rungspflicht der Beschwerdegegnerin nur schon deshalb ausgeschlossen, weil sie gemÃ¤ss ihrer stÃ¤ndigen â von der Rekurskommission geschÃ¼tzten â Praxis davon ausging, fÃ¼r den vorliegenden Schaden von vornherein nicht haften zu mÃ¼ssen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Somit bleibt die Frage, ob die Erstellung eines NotÃ¼berlaufs eine zumutbare Massnahme zur Vermeidung des Schadens gewesen wÃ¤re, relevant. Zumutbar wÃ¤re das Erstellen eines NotÃ¼berlaufs namentlich dann gewesen, wenn der eingetretene Schaden trotz dem Vorhandensein zweier AblÃ¤ufe pro Shedrinne voraussehbar gewesen sein sollte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">7. Die Vorinstanz hat sich nicht mit der entscheidenden Frage auseinandergesetzt, ob der vorliegende Schaden als voraussehbare Folge eines Elementar­ereignisses durch eine zumutbare Massnahme (nÃ¤mlich durch das Anbringen eines NotÃ¼berlaufs) hÃ¤tte verhindert werden kÃ¶nnen, womit ein Ausschlussgrund im Sinn von § 20 Ziff. 3 GebÃ¤udeversG vorlÃ¤ge.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der angefochtene Beschluss ist daher aufzuheben und die Sache zur weitern Sachverhaltsermittlung und zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen (§ 64 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2]). Eine RÃ¼ckweisung drÃ¤ngt sich hier umso mehr auf, als der Rekurskommission Baufachleute angehÃ¶ren (§ 1 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber die Rekurs­kommis­sion der GebÃ¤udeversicherung vom 1. MÃ¤rz 2000, LS 862.12) und sie deshalb im Gegensatz zum Verwaltungsgericht Ã¼ber die notwendige Sachkunde verfÃ¼gt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 5).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im zweiten Verfahrensgang ist sodann die von der Beschwerdegegnerin bestrittene HÃ¶he der geltend gemachten Schadenssumme zu prÃ¼fen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">8. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens je zur HÃ¤lfte den Parteien aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). ParteientschÃ¤digungen sind nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin kÃ¶nnte im Ãbrigen ohnehin keine ParteientschÃ¤digung erhalten, da es sich bei ihr um eine selbstÃ¤ndige Ã¶ffentlichrechtliche Anstalt handelt (§ 1 GebÃ¤udeversG), zu deren angestammten Aufgaben auch die Beantwortung von Rechtsmit­teln in GebÃ¤udeversicherungsfragen gehÃ¶rt (vgl. sinngemÃ¤ss KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 19 mit Hinweisen).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><a id="Text12"></a>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss der Rekurskommission der GebÃ¤udeversicherung vom 7. MÃ¤rz 2003 wird aufgehoben, und die Sache wird zur ergÃ¤nzenden SachverhaltsabklÃ¤rung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. <a id="Text1"> </a>6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">5.<span> </span>...</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>