Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 12. August 2020 (810 19 121, 810 19 128) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch für Mehrfamilienhäuser mit Autoeinstellhallen / Überschreitung der Bebau- ungsziffer / Kostenverlegung im vorinstanzlichen Verfahren Besetzung Vorsitzender Niklaus Ruckstuhl, Kantonsrichter Hans Furer, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Marius Wehren Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin 1, vertreten durch Dr. Christian Häuptli, Rechtsanwalt 2. B.____ 3. C.____ 4. D.____ 5. E.____ 6. F.____ 7. G.____ Beschwerdeführer 2-7, alle vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat gegen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 29, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin 1 2. B.____ 3. C.____ 4. D.____ 5. E.____ 6. F.____ 7. G.____ Beschwerdegegner 2-7, alle vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat A.____ AG , Beschwerdegegnerin 8, vertreten durch Dr. Christian Häuptli, Rechtsanwalt Einwohnergemeinde Bubendorf , Hintergasse 20, 4416 Bubendorf, Beigeladene Betreff Baugesuch für 4 Mehrfamilienhäuser und Autoei nstellhallen (Entscheid Nr. 18-023 der Baurekurskommission des Kantons Basel- Landschaft vom 4. Dezember 2018) A. Am 29. Juni 2017 stellte die A.____ AG beim Baui nspektorat des Kantons Basel- Landschaft ein Baugesuch (Nr. 1105/2017) für 4 Mehrfa milienhäuser und 2 Autoeinstellhallen auf der in der Wohnzone W2 gelegenen Parzelle Nr. 1 (Baurechtsparzelle Nr. 2), Grundbuch Bubendorf. B. Mit Eingabe vom 17. Juli 2017 erhoben die Eigentüm er der nördlich an die Parzelle Nr. 1 angrenzenden Parzellen, B.____, C.____, D.____ , E.____, F.____ sowie G.____, alle vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat, Einsprache gegen das Baugesuch. C. Mit Entscheid vom 6. Juli 2018 wies das Bauinspektorat die Einsprache ab, soweit es darauf eintrat. D. Am 24. Juli 2018 erhoben B.____ et al. gegen die sen Entscheid Beschwerde bei der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Mit Entscheid vom 4. Dezember 2018 hiess die Baurekur skommission die Beschwer- de teilweise gut, hob den Entscheid des Bauinspektorats vom 6. Juli 2018 auf und verneinte die Bewilligungsfähigkeit des Baugesuchs (Ziff. 1). Den Be schwerdeführern und der Baugesuch- stellerin wurde je ein Verfahrenskostenanteil in der H öhe von Fr. 200.-- auferlegt (Ziff. 2 und 3). Die ausserordentlichen Kosten wurden wettgeschlagen (Ziff. 4). F. Am 6. Mai 2019 erhob die A.____ AG (Beschwerdefüh rerin 1), vertreten durch Dr. Christian Häuptli, Rechtsanwalt, gegen den Entsche id der Baurekurskommission Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Verfahren 810 19 121). Sie stellt das Begehren, es sei der angefochtene Entscheid auf- zuheben und der Entscheid des Bauinspektorats vom 6. Juli 2018 zu bestätigen (Ziff. 1 und 2). Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Baurekurskommission zurückzu- weisen (Ziff. 3). Unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 4). G. Mit Eingabe vom 13. Mai 2019 erhoben B.____ et a l. (Beschwerdeführer 2-7), vertreten durch Alexander Heinzelmann, Advokat, gegen den Entsch eid der Baurekurskommission vom 4. Dezember 2018 ihrerseits Beschwerde beim Kantonsgerich t (Verfahren 810 19 128). Sie stellen das Begehren, es sei in Abänderung von Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids die Be- schwerde vollumfänglich gutzuheissen und festzustellen, d ass das Baugesuch Nr. 1105/2017 der A.____ AG wegen sämtlicher von den Beschwerdeführe rn vor der Baurekurskommission geltend gemachten Beschwerdegründe nicht bewilligungs fähig sei (Ziff. 1). Es seien Ziff. 2-4 des angefochtenen Entscheids aufzuheben und der Baugesuch stellerin und dem Bauinspekto- rat nach Ermessen des Gerichts die Verfahrenskosten vor d er Vorinstanz vollumfänglich aufzu- erlegen und den Beschwerdeführern für das Verfahren vor der Vorinstanz eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 6'385.85 zuzusprechen (Ziff. 2). Es seien die Gerichtsgebühren des vorliegenden Verfahrens den Beschwerdegegnerinnen aufzue rlegen und den Beschwerdefüh- rern für das vorliegende Verfahren eine angemessene Par teientschädigung zulasten der Be- schwerdegegnerinnen aufzuerlegen (Ziff. 3). H. Am 14. August 2019 reichte die zum Verfahren beige ladene Einwohnergemeinde Bu- bendorf eine Vernehmlassung zu den Beschwerden der Besch werdeführerin 1 und der Be- schwerdeführer 2-7 ein, ohne in der Sache einen Antrag zu stellen. I. Die Beschwerdegegnerin 8 stellt in ihrer Vernehml assung vom 20. August 2019 das Begehren, es sei die Beschwerde der Beschwerdeführer 2 -7 vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 1). Die Bewilligungsfähigkeit des Baugesuchs Nr. 1105/2017 sei zu bejahen, das Bauge- such zu genehmigen und der Entscheid des Bauinspektorats v om 6. Juli 2018 zu bestätigen (Ziff. 2). Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neu beurteilung an die Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft zurückzuweisen (Ziff. 3). J. Mit Vernehmlassung vom 21. August 2019 beantragt die Baurekurskommission die Abweisung der Beschwerden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. Mit Vernehmlassung vom 19. September 2019 beantrag en die Beschwerdegegner 2-7, es sei die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. L. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2019 wurden die Verf ahren 810 19 121 und 810 19 128 vereinigt und der Fall wurde der Kammer zur Beurteilung überwiesen. M. Am 1. April 2020, 13. Juli 2020 und 17. Juli 2020 reichten die Beschwerdeführerin 1, die Beschwerdeführer 2-7 und die Baurekurskommission jeweils eine weitere Eingabe ein. N. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung – mit vorg ängigem Augenschein vor Ort – hielten die Parteien vollumfänglich an den gestellten Begehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über di e Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide der Baurekurskommission durch die Betroffenen und die Gemeinden beim Kantonsg ericht angefochten werden. Die Zu- ständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerden ist somit gegeben. 1.2.1 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befu gt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt is t und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. 1.2.2 Die Beschwerdeführerin 1 ist als Baurechtsnehmerin der streitbetroffenen Parzelle Nr. 1, deren Baugesuch abgewiesen wurde, zur Beschwerde legitimiert. Die weiteren Prozess- voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Be schwerde der Beschwerdeführerin 1 eingetreten werden kann. 1.2.3 Die Beschwerdeführer 2-7 machen geltend, dass sie in Bezug auf die von der Baure- kurskommission abgewiesenen Beschwerdegründe bzw. Rügen, welche die Überschreitung der Gebäudelänge, der Bebauungsziffer sowie der Fassaden- un d Gebäudehöhe beträfen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und diesbezüglich zur Beschwerde legitimiert seien. An- dernfalls könnten sie die von der Vorinstanz abgewiesenen Beschwerdegründe zu einem späte- ren Zeitpunkt nicht mehr rügen. Der Argumentation d er Beschwerdeführer 2-7 kann nicht ge- folgt werden: Mit dem angefochtenen Entscheid wurde d ie Baubewilligung für das strittige Bau- vorhaben verweigert, womit dem Hauptbegehren der Besch werdeführer 2-7 vollumfänglich ent- sprochen wurde. Dass die Baurekurskommission nicht sämtlichen von den Beschwerdeführern 2-7 erhobenen Rügen gefolgt ist, ändert daran nichts u nd ist entgegen dem Dispositiv des an- gefochtenen Entscheids (Ziff. 1) nicht als teilweise Gut heissung zu qualifizieren. Die Legitimati- on der Beschwerdeführer 2-7 ist demzufolge hinsichtlich des Hauptbegehrens (Ziff. 1) zu ver- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht neinen. Den Beschwerdeführern 2-7 erwächst daraus kei n Rechtsnachteil, zumal sie ihre im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachten und von der Bau rekurskommission verworfenen Rü- gen im Verfahren vor Kantonsgericht erneut vorbringen können (vgl. auch Urteil des Verwal- tungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. Mai 2012 [VB.20 11.00640] E. 2.2). Das Kantonsge- richt beurteilt die entsprechenden Rügen bzw. die Rechtmässigkeit des Bauvorhabens von Am- tes wegen (§ 16 Abs. 2 VPO). Bezüglich der Begehren bet reffend die Kostenregelung des Ent- scheids der Baurekurskommission (Ziff. 2 und 3) sind die Beschwerdeführer 2-7 in schutzwürdi- gen Interesse betroffen, weshalb insofern auf ihre Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nac h § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanton sgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Strittig ist zunächst, ob die Baurekurskomission die B ewilligungsfähigkeit des Bauvor- habens zu Recht zufolge Verletzung des Vorsorgeprinzips (A rt. 11 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz [USG] vom 7. Oktober 1983) verneinte. 3.1 Die Baurekurskommission erwog zusammengefasst, im Zus ammenhang mit der gerüg- ten Verletzung des Vorsorgeprinzips sei zu prüfen, ob M assnahmen, die sich als technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar erwiesen , eine weitergehende Emissionsbe- grenzung erlaubten. Die vorgesehene Erschliessung bzw. d ie Zufahrten zu den Einstellhallen entlang der Grenze zu den Parzellen der Beschwerdegeg ner 2-7 seien im Lichte der vorsorgli- chen Emissionsbegrenzung als schlechteste aller möglichen Lö sungen zu qualifizieren, da sie zu einer Maximierung der Immissionen für die Beschwerdege gner 2-7 führten. Eine nördlichere (recte: südlichere) Zufahrt in die Einstellhallen, an einem leicht höher gelegenen Punkt der Bauparzelle, sei technisch und betrieblich ebenso ma chbar wie eine oberirdische Parkplatzlö- sung ohne Einstellhalle, zum Beispiel mit Carports entl ang der X.____strasse. Mit der vorgese- henen Einstellhallenzufahrt direkt an der Grenze der Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 wer- de das Prinzip der vorsorglichen Emissionsbegrenzung gemäss Art. 11 USG verletzt. 3.2 Die Beschwerdeführerin 1 wendet dagegen ein, dass eine Tiefgarage weniger Lärmemissionen verursache als eine oberirdische Parkierung . Alleine die Erstellung einer Tief- garage stelle damit ein wichtiges Element der vorsorgl ichen Emissionsbegrenzung nach Art. 11 Abs. 2 USG dar. Ebenfalls sei bei einem Tiefgaragenkon zept die Verkehrssicherheit besser gewährleistet als bei den von der Vorinstanz erwogenen Carports. Dasselbe gelte hinsichtlich des Aspekts der Landversiegelung bzw. des Ortsbildes, zumal bei der Erstellung von Carports mehr Oberfläche versiegelt werde und keine Grünflächen möglich seien. Zu berücksichtigen sei zudem, dass die Erstellung von Carports infolge des vorhan denen Gefälles ab X.____strasse wegen der maximal zulässigen Höhe von 2.70 m gar nicht möglich wäre. Denkbar wäre nur eine oberirdische ungedeckte Parkierung entlang der X._ ___strasse. Hinsichtlich der Lärmemissionen des vorgesehenen Projekts sei festzustellen, dass die Parzellen Nr. 3 und Nr. 4 vom Lärm im Zusammenhang mit der Nutzung der T iefgaragen überhaupt nicht betroffen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien. Die Parzellen Nr. 5 bis Nr. 6 seien durch den Z ufahrts- und Einfahrtsverkehr in die Tief- garagen zwar betroffen; der schlechteste mögliche Fall liege jedoch im Bereich von weniger als 39 dB im Fall der Parzelle Nr. 6. Die Parzellen Nr. 5 bis Nr. 7 seien mit noch tieferen Werten betroffen, welche weit unter dem von der Lärmschutz-V erordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986 ermittelbaren Planungswert für den Fahrbetrieb liege. Der Lärm bewege sich im Bereich eines Bagatellfalls. Im Weiteren sei festzustellen, dass i m Eingangsbereich der Tiefgaragen zusätzlich eine Dämmung eingebaut werde. Die gegenüber den Nachbarparzellen tiefer liegen- de Zufahrt mit der Begrenzungsmauer wirke für diese ebenfalls lärmdämmend. Ausserdem würden sechs oberirdische Besucherparkplätze bei der X.__ __strasse erstellt, was zu einer Entlastung der Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 und e iner Aufteilung des Lärms führe. An- gesichts des Gefälles der Parzelle Nr. 1 handle es sich be i der vorgesehenen Einstellhallenzu- fahrt um die beste Lösung. Eine andere technische Lösu ng als die Einfahrt in die Tiefgaragen von unten sei nicht möglich. Namentlich sei eine Einfah rt in die Tiefgaragen direkt ab X.____- strasse ohne Beanspruchung einer talgelegenen Einfahrt in die Einstellhallen technisch unmög- lich. Zudem sei nicht ersichtlich, inwiefern eine alter native Zufahrt in die Einstellhallen Lärm re- duzieren würde. Bei Art. 11 Abs. 2 USG gehe es jedoch um eine Verringerung der Gesamt- lärmemissionen und nicht um eine Verlagerung derselben. 3.3. Die Baurekurskommission entgegnet in der Vernehmla ssung, sie habe im angefochte- nen Entscheid nicht verlangt, dass die Parkplätze in jedem Fall oberirdisch zu erstellen seien bzw. dies keineswegs als bessere Lösung dargestellt. Die Ba uparzelle sei zudem nicht derart steil, dass die Einfahrt in die Tiefgaragen zwingend am tiefsten Punkt der Parzelle entlang der Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 erfolgen müsse. Es se i im Übrigen nicht Aufgabe der Baurekurskommission, der Beschwerdeführerin eine andere, technisch und baurechtlich um- setzbare Lösung zu präsentieren. Entscheidend sei, dass die geplante Zufahrt nach Auffassung der Baurekurskommission das Prinzip der vorsorglichen Emissionsbegrenzung verletze. 3.4 Die Beschwerdegegner 2-7 machen zusammengefasst gel tend, dass im vorliegenden Fall vorsorgliche Begrenzungsmassnahmen in Bezug auf die Erschliessung/Zufahrt zu den Parkplätzen technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaf tlich tragbar seien. Diesbezüglich werde auf das Erstellen von Aussenparkplätzen (gedeckt und/ oder ungedeckt) entlang der X.____strasse sowie eine andere Platzierung einer Ramp e zu einer oder mehreren Autoein- stellhallen verwiesen. Die Behauptung der Beschwerdef ührerin, wonach der Gesamtlärm von Carports bedeutend höher sei als der Lärm, welcher im Zusammenhang mit dem Betrieb der zwei Tiefgaragen entstehe, werde bestritten und sei ni cht belegt. Die Ausführungen betreffend die Verkehrssicherheit seien ebenfalls nur Schutzbehaup tungen und die Behauptungen bezüg- lich Landversiegelung und Ortsbild seien haltlos, zumal Dächer von Carports begrünt und die Beläge sickerfähig gemacht werden könnten. Im Weiteren stünden Alternativen zu den vorge- sehenen Zufahrten in die Autoeinstellhallen zur Verfü gung, wie zum Beispiel eine Rampe ent- lang der X.____strasse oder eine einzige Zufahrt zu ei ner einzigen Autoeinstellhalle entweder auf der Ost- oder Westseite der Parzelle. Diesbezüglich werde auf die beigelegten Handskizzen verwiesen. Selbst wenn keine andere Rampenlösung als die projektierte möglich wäre, gäbe es als Alternative immer noch die Erstellung von Aussenabstellplätzen entlang der X.____strasse. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5.1 Gemäss Art. 11 Abs. 1 USG werden Einwirkungen pr imär an der Quelle, d.h. am Emis- sionsort, beschränkt. Dabei sind im Sinne der Vorsorge, u nabhängig von der bestehenden Um- weltbelastung, die Emissionen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG). In einem zweiten Schritt sind die Emissions- begrenzungen zu verschärfen, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädli ch oder lästig werden (Art. 11 Abs. 3 USG). In einem weiteren Schritt ist schliesslich allenfalls zu beurteilen, ob immissionssei- tige Massnahmen zu ergreifen sind (Art. 25 Abs. 3 USG; B GE 121 II 378 E. 11a). Dem in Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG verankerten Vorsorgepri nzip liegt unter anderem der Gedanke zugrunde, unüberschaubare Risiken zu vermeiden; es schafft eine Sicherheitsmarge, welche die Unsicherheit über die längerfristigen Wirkungen von Umweltbelastungen berücksichtigt. Demnach sind bei allen Vorhaben sowohl die Bestimmung en zur Reduktion der Immissionen als auch die Vorschriften über die vorsorglichen Emission sbegrenzungen anzuwenden (vgl. BGE 117 Ib 28 E. 6a). Im vorliegenden Fall, in dem es in erster Linie um den Lärmschutz geht, sind zudem die Normen der Lärmschutzverordnung, di e den Schutz der Bevölkerung vor schädlichem und lästigem Lärm bezweckt, zu beachten (Art. 1 Abs. 2 lit. a LSV). In Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV wird das Vorsorgeprinzip dahingehend konkret isiert, dass Lärmemissionen einer neu- en ortsfesten Anlage nach Massgabe der in Art. 11 Abs. 2 USG genannten Voraussetzungen zu begrenzen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.62/19 97 und 1P.150/1997 vom 24. Oktober 1997 E. 2a, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 99/1998, S. 438). 3.5.2 Praxisgemäss ist davon auszugehen, dass Lärmimmissione n durch den Bau einer Tiefgarage, verglichen mit oberirdisch angelegten Abst ellplätzen, reduziert werden können. Zwar ergibt sich im unmittelbaren Bereich der Garagen einfahrt eine erhöhte Lärmbelastung. Diese vermindert sich jedoch erheblich, sobald die einfa hrenden Motorfahrzeuge das Garagen- tor passieren. Befinden sich die Fahrzeuge im Innern de r Garage, so entfällt der durch Öffnen und Schliessen der Türen, Starten des Motors und Manövr ieren verursachte Lärm für die Um- gebung vollständig. Einstellhallen führen demnach zu ei ner bedeutenden Verminderung der Lärmimmissionen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.62/199 7 und 1P.150/1997 vom 24. Okto- ber 1997 E. 3a, in: [ZBl] 99/1998, S. 440; siehe auc h Urteil des Verwaltungsgerichts des Kan- tons Zürich vom 23. Februar 2005 [VB.2004.00394] E. 4.2.2). 3.5.3 Die vorliegend in Frage stehenden Einstellhall en haben die Belastungsgrenzwerte für Industrie und Gewerbelärm einzuhalten (Anhang 6 Ziff . 1 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Ziff. 2 LSV). Die Parteien machen zu Recht nicht geltend, dass d er Betrieb der Einstellhallen zusam- men mit den vorbestehenden Lärmquellen zu einer Mehr belastung führt, welche die Belas- tungsgrenzwerte überschreiten würde. Wie die Beschwerdefü hrerin 1 zutreffend ausführt, wird der für die ES II massgebliche Planungswert von 55 dB(A ) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht für sämtliche angrenzenden Parzellen unterschritten. Vo n den Einstellhallen geht mithin quar- tierüblicher Lärm aus, welcher unter lärmschutzrechtlich en Gesichtspunkten grundsätzlich hin- zunehmen ist. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5.4 Die Baurekurskommission erwog wie bereits ausgefüh rt (E. 3.1 hiervor), die vorgese- henen Zufahrten zu den Einstellhallen seien im Lichte der vorsorglichen Emissionsbegrenzung als schlechteste aller möglichen Lösungen zu qualifiziere n, da sie zu einer Maximierung der Immissionen für die Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 führten. Dazu ist festzustellen, dass die Emissionen durch die Zufahrten zu den Einstellhalle n im Rahmen des Vorsorgeprinzips da- nach zu beurteilen sind, ob eine andere Parkierungslösung zu einer Verringerung im Gegensatz zu einer blossen Verlagerung der Emissionen führen würde (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 2. März 2017 [VB.2016.00184] E. 6.3). Die Baurekurskommission und die Beschwerdegegner 2-7 verweisen diesbezüglich zunächst auf eine mögliche oberirdische Parkierung ohne Einstellhallen, beispielsweise mit Ca rports entlang der X.____strasse. Sie un- terlassen es allerdings, aufzuzeigen, dass eine solche Lösu ng im vorliegenden Fall gegenüber den vorgesehenen Einstellhallen zu einer Verringerung der Emissionen führen würde und es bestehen dafür auch keine Anhaltspunkte. Bezüglich der Em issionsbegrenzung nach Art. 11 Abs. 2 USG und Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV ist vielmehr i m Einklang mit der zitierten Rechtspre- chung (E. 3.5.2 hiervor) davon auszugehen, dass die Erste llung von Einstellhallen gegenüber oberirdischen Abstellplätzen zu einer Verbesserung im Si nne des Vorsorgeprinzips führt (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vo m 16. Juli 2008 [VB.2008.00103] E. 3). Die Beschwerdeführerin 1 weist sodann zutreffe nd darauf hin, dass Einstellhallen auch unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit und der Wahrung des Ortsbildes gegenüber einer oberirdischen Parkierung vorteilhafter sind. Der Argume ntation der Baurekurskommission, es sei nicht an ihr, sondern an der Bauherrschaft gelegen, alternative Erschliessungslösungen auf- zuzeigen, kann nicht gefolgt werden. Das Vorsorgeprinzip im Sinne von Art. 11 Abs. 2 USG schreibt wie bereits dargelegt vor, Emissionen so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist. Soweit die Baurekurskommission im vorliegen- den Fall hinsichtlich der geplanten Einstellhallen bzw. deren Zufahrten von einer Verletzung von Art. 11 Abs. 2 USG ausging, hätte sie aufzuzeigen gehabt, inwiefern eine andere Einstellhallen- zufahrt technisch und betrieblich möglich wäre und zu ein er massgeblichen Verringerung der Emissionen im Gegensatz zu deren blossen Verlagerung fü hren würde. Diesen Anforderungen vermögen die Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid eb enso wie die von den Beschwer- degegnern 2-7 angeführten Alternativen zu den vorgese henen Zufahrten bzw. die in diesem Zusammenhang eingereichten Handskizzen nicht zu genügen. Die Baurekurskommission zeigt namentlich nicht auf, dass und inwiefern eine Einfahrt in die Einstellhallen an einem südlicheren Punkt im Hinblick auf die Neigung der Parzelle realisier bar wäre. Demgegenüber legt die Be- schwerdeführerin 1 anhand von Plänen und der massgeblich en VSS-Normen nachvollziehbar dar, dass eine Einfahrt in die Einstellhallen direkt a b X.____strasse und ohne Beanspruchung einer talgelegenen Einfahrt technisch nicht möglich bzw. nicht regelkonform erstellbar sei. Auch die kantonale Fachstelle (Abteilung Lärmschutz) kam im vor instanzlichen Verfahren zum Schluss, dass eine direkte Zufahrt in die Einstellhallen ab der X.____strasse eine zu starke Steigung der Zufahrt zur Folge hätte und technisch nich t machbar sei (Entscheid der Baure- kurskommission vom 4. Dezember 2018, E. 7.1). 3.5.5 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die geplan ten Einstellhallen sowie die vor- gesehenen Zufahrten unter dem Gesichtspunkt des in Art. 11 Abs. 2 USG statuierten Vorsorge- prinzips nicht zu beanstanden sind. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Die Beschwerdegegner 2-7 machen geltend, das Bauvorh aben verletze die Bauvor- schriften und sei auch aus diesem Grund nicht bewilligungsfähig. 5. Strittig und zu prüfen ist zunächst, ob das Bauvorha ben die Bebauungsziffer einhält. Die geplante Überbauung hält die in der Zone W2 gel tende Bebauungsziffer von 28 % unbe- strittenermassen lediglich für den Fall ein, dass die üb er dem gewachsenen Terrain liegende Fläche der Einstellhallen nicht zur überbauten Fläche gerechnet wird. 5.1 Das Zonenreglement Siedlung der Gemeinde Bubendo rf (ZRS) vom 13. September 2004 enthält in Ziff. 4.1.4 folgende Regelung zur Bebauungsziffer: 1 Die Bebauungsziffer gibt in Prozenten an, wieviel vo n der massgebenden Parzellenfläche überbaut werden darf. Für die Berechnung gilt der äu ssere Umriss der Bauten über dem ge- wachsenen Terrain. 2 Nicht zur überbauten Fläche werden gerechnet: a. vorspringende Dächer bis 1.5 m Ausladung für Hau ptbauten, bis 0.8 m für Nebenbauten b. Aussentreppen ohne Haupterschliessungstreppen für Obergeschosse, überdachte Haus- eingänge, Stützmauern, Balkone, Pergolen, äussere Lichtschächte usw. c. unterirdische Bauten, die gegen aussen nicht oder n ur geringfügig in Erscheinung treten d. in den Hang gebaute Garagen und Einstellhallen, die nur geringfügig in Erscheinung treten und deren Decken als natürlicher Bestandteil der Ausse nraumgestaltung dienen, wie Kin- derspielplätze und Extensivflächen. Sichtbare Teile (z. B. Seitenmauerteile von Garagen) sind als Umgebungselemente anzusehen und müssen den Vorschriften für Geländeverän- derungen entsprechen. 3 Die folgenden nicht zu Wohnzwecken dienenden Nebenbauten werden bis zu einer gesamten Freifläche von 50 m 2 bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 30 m 2 pro Wohneinheit bei Mehrfa- milienhäusern nicht zur überbauten Fläche gerechnet: a. Freistehende oder am Hauptbaukörper angebaute Ne benbauten (eingeschossig, max. 2.7 m Höhe) wie Garagen, Unterstände, gedeckte Sitzplätze, Schöpfe, usw. b. … c. Kleinbauten 5.2.1 Die Baurekurskommission erwog, in Bezug auf die ge planten Einstellhallen seien die Voraussetzungen von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. d ZRS erfül lt und diese seien nicht zur überbauten Fläche zu rechnen. Die Einstellhallen würden auf der Sü dseite der Bauparzelle, entlang der X.____strasse, aufgrund des Gefälles des Grundstücks nicht in Erscheinung treten. Auf der Nordseite, welche der X.____strasse abgewandt sei, seien die Einstellhallen erkennbar, insbe- sondere für die Beschwerdeführer. Es liege aber in der Natur der Sache, dass eine Tiefgarage, selbst eine unterirdische, zumindest im Einfahrtsbereic h in Erscheinung trete. Irgendwo müsse in die Tiefgarage eingefahren werden können, und die ser Bereich sei zwangsläufig nach aus- sen erkennbar. Die Einstellhallen ragten auf der strassen abgewandten Seite maximal nicht Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht einmal 2 m über das gewachsene Terrain hinaus, sodass ih re Erscheinung insgesamt als nur geringfügig zu bezeichnen sei. Das Gelände der Bauparze lle weise zudem ein Gefälle auf, weshalb von in den Hang gebauten Einstellhallen, welche nur geringfügig in Erscheinung treten, gesprochen werden könne. Der Argumentation der Beschw erdegegner 2-7 im vorinstanzlichen Verfahren, wonach die Beurteilung, ob eine nur gerin gfügige Erscheinung vorliege, auch im Kontext mit der Nutzung erfolgen müsse, wurde nicht ge folgt. Eine "Verbindung mit der Nut- zung" sei nicht angezeigt, da das ZRS diesbezüglich keine Kriterien anführe und sich auf die ästhetische Wirkung abstütze. Dies zeige sich auch an der we iteren Voraussetzung, dass die Decken als natürlicher Bestandteil der Aussenraumgestaltun g wirken müssten. Auch dabei handle es sich primär um ein ästhetisches Kriterium, wel ches gestützt auf die Visualisierungen der Projektverfasser vorliegend erfüllt sei (Entscheid der Baurekurskommission vom 4. Dezem- ber 2018, E. 4.3). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 1 stellten die strittigen Ein- stellhallen weder freistehende noch angebaute Nebenbau ten im Sinne respektive gemäss der Aufzählung von Ziff. 4.1.4 Abs. 3 ZRS dar. Bereits da s Bauinspektorat hatte die Qualifikation der Einstellhallen als Nebenbauten mit der Begründung verneint, dass die Einstellhallen durch Türen mit dem Hauptbau verbunden seien. 5.2.2 Die Beschwerdegegner 2-7 machen geltend, die V orinstanz habe zu Unrecht entschie- den, dass die Einstellhallen gemäss Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. d ZRS von der Bebauungsziffer befreit seien. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz würden di e Einstellhallen nicht lediglich gering- fügig im Sinne dieser Bestimmung in Erscheinung tret en. Namentlich überragten sie das ge- wachsene Terrain auf ihrer gesamten Länge von jeweil s 17.5 m um ca. 1.5 m. Das Erschei- nungsbild beider Einstellhallen nach aussen gegen die nördlich angrenzenden Parzellen werde durch das vorhandene Gefälle wesentlich verstärkt, zumal die Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 deutlich tiefer lägen als die zu bebauende Nachbarp arzelle. Durch die mächtigen vier Ku- ben der Mehrfamilienhäuser ebenso wie den Zusammenbau der Einstellhallen mit den Mehrfa- milienhäusern als eigentlicher Riegelbau werde die neg ative Optik zusätzlich verstärkt. Beim Erscheinungsbild der Einstellhallen seien zudem deren Zufahrten zu berücksichtigen, da diese funktionell zu den Einstellhallen gehörten. Diese Z ufahrten würden äusserst stark in Erschei- nung treten, da sie entlang der gemeinsamen Parzellen grenzen bzw. der Gärten der Be- schwerdeführer in einer gemeinsamen Zufahrt zwischen den Mehrfamilienhäusern 2 und 3 zur X.____strasse geführt würden. Hinsichtlich der Frage, ob die Einstellhallen als Nebenbauten zu qualifizieren seien, schliessen sich die Beschwerdegegner 2-7 der Beurteilung der Vorinstanzen an. Das Kantonsgericht habe in einem Entscheid vom 15. N ovember 2017 (810 16 343/344) hinsichtlich eines an das Hauptgebäude angebauten Veloei nstellraums festgestellt, dass es sich dabei nicht um eine Nebenbaute handle, zumal der Einstellraum durch eine Türe mit dem Hauptbau verbunden sei. Diese rechtliche Qualifikation komme auch im vorliegenden Fall von Einstellhallen, welche direkt mit den jeweiligen Mehrf amilienhäusern verbunden seien und mit diesen eine funktionelle Einheit bildeten, zur Anwendung. 5.2.3 Die Beschwerdeführerin 1 entgegnet, dass es sich b ei den Einstellhallen sowohl um unterirdische Bauten, die gegen aussen nicht oder nur geringfügig in Erscheinung treten (Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c ZRS), als auch um in den Han g gebaute Garagen und Einstellhallen, die nur geringfügig in Erscheinung treten (Ziff. 4.1.4 Ab s. 2 lit. d ZRS), handle. Die Einstellhallen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien auf drei Seiten (Süden, Osten und Westen) überha upt nicht sichtbar. Sie bildeten im Grundriss eine Grünfläche und seien nicht als Einstellhallen erkennbar. Auch im Norden würden die Einstellhallen infolge der gemäss dem ZRS zulässigen und gewünschten Anböschung nicht in Erscheinung treten, dies mit Ausnahme der unausweich lichen Einfahrt und unter Einhaltung der Vorschriften für Geländeveränderungen (Ziff. 4.3 .1 Abs. 1 ZRS). Nach Aussen würden ein- zig die Einfahrten in die Tiefgaragen mit insgesamt 5.15 m Breite in Erscheinung treten. Da die Einstellhallen und die Einfahrten gegenüber den im N orden anschliessenden Grundstücken abgegraben seien, wirkten sie in Richtung Norden deme ntsprechend minimalisiert. Im Weiteren seien die Einstellhallen als Nebenbauten im Sinne von Z iff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS zu qualifizie- ren. Die Gemeinde Bubendorf habe Nebenbauten in ihr em Reglement eigenständig definiert und es sei diesbezüglich nicht der Begriff der Nebenb aute gemäss § 57 Abs. 1 der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 199 8 massgebend. Entsprechend sei auch das Urteil des Kantonsgerichts vom 15. November 2 017, auf welches die Beschwer- degegner 2-7 verwiesen, nicht einschlägig. In jenem Fa ll sei es um eine Regelung der Stadt Liestal gegangen, welche hinsichtlich der Nebenbauten explizit auf § 57 RBV verweise. Bei § 57 RBV, welcher den Grenzabstand betreffe, gehe es nur um freistehende Nebenbauten (§ 57 Abs. 1 lit. a RBV). Diese Begriffsbestimmung gelte in des nicht für die hier in Frage stehenden Anbauten, welche mit den Hauptgebäuden zwingend baulich und funktional verbunden seien. In Ziff. 4.1.4 Abs. 3 ZRS werde der Begriff der Nebenba uten im Zusammenhang mit der Bebau- ungsziffer eigenständig und nicht analog zu § 57 RBV f estgelegt, sondern ausgedehnter (50 m 2 bzw. 30 m 2 je Wohneinheit). 5.2.4 Die Gemeinde macht geltend, die Rügen der Besch werdegegner 2-7 beträfen Vor- schriften des Zonenreglements Siedlung. In diesem Zus ammenhang hätten sowohl das kanto- nale Bauinspektorat wie auch die Baurekurskommission die A uslegung des Reglements durch den Gemeinderat Bubendorf gestützt. An dieser Auslegung werde festgehalten. 6.1 Gemäss Ziff. 4.1.4 Abs. 2 ZRS werden unterirdische Bauten (lit. c) sowie in den Hang gebaute Garagen und Einstellhallen (lit. d) nicht zur überbauten Fläche gerechnet, wenn sie lediglich "geringfügig in Erscheinung treten". Beim fr aglichen Erfordernis handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, welcher seinen Inhalt aus dem Sinn und Zweck der Vor- schrift sowie aus der Stellung im Gesetz und Rechtssystem ge winnt (vgl. Urteil des Bundesge- richts 1P.401/2003 vom 21. April 2004 E. 3.3.2 mit Hi nweisen). Das Kantonsgericht auferlegt sich in Übereinstimmung mit der Praxis des Bundesgerichts bei der Auslegung der massgebli- chen unbestimmten Rechtsbegriffe Zurückhaltung, wenn d er Entscheid der Vorinstanzen Ver- trautheit mit den tatsächlichen Verhältnissen oder beso ndere Fachkenntnisse voraussetzt. Ver- fügt eine Behörde über besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von ausgespro- chenen Fachfragen ein gewisser Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für den Ent- scheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforde rlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchgeführt hat (vgl. BGE 135 II 384 E. 2.2 .2; Urteile des Bundesgerichts 1C_4/2014 vom 2. Mai 2014 E. 4.1; 1C_458/2013 vom 21 . November 2013 E. 2.2; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 23. Januar 2019 [810 18 173] E. 2.2 mit Hinweisen). Die Auslegung von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS betrifft weder ausgesprochene Fachfragen noch setzt sie eine bes ondere Kenntnis der tatsächlichen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhältnisse voraus, über welche das Kantonsgericht – nac h Durchführung eines Augenscheins – nicht verfügen würde. Die Frage, ob die vorliegende n Einstellhallen im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS geringfügig in Erscheinung tr eten, kann vom Kantonsgericht demnach mit uneingeschränkter Kognition überprüft werden. 6.2 Soweit die Einstellhallen unter dem gewachsenen T errain liegen, sind sie von vornhe- rein nicht zur überbauten Fläche zu rechnen (Ziff. 4.1 .4 Abs. 1 ZRS). Die vorliegenden Einstell- hallen ragen indes unbestrittenermassen talseitig rund 1.5 m über das gewachsene Terrain hin- aus. Während die Einstellhalle zwischen den Mehrfamilie nhäusern 1 und 2 bergseits mit einem geringen Teil der Fläche vollständig unter dem gewachse nen Terrain liegt, ist dies im Fall der Einstellhalle zwischen den Mehrfamilienhäusern 3 und 4 an keinem Punkt der Fall. 6.3 Zu prüfen ist, ob die Einstellhallen die Vorausset zungen von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS erfüllen und gestützt auf diese Bestimmungen von der Anrechnung an die Bebauungszif- fer ausgenommen werden können. Bei der Auslegung unbe stimmter Rechtsbegriffe ist wie be- reits ausgeführt (E. 6.1 hiervor) vom Sinn und Zweck der anzuwendenden Bestimmung auszu- gehen. Die Regelungen von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c u nd d ZRS haben zum Zweck, nicht oder lediglich geringfügig in Erscheinung tretende Bauten bzw. Einstellhallen dahingehend zu privile- gieren, dass diese nicht zur überbauten Fläche gerechnet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Nutzungsziffern einerseits typische baupolizeiliche, i nsbesondere wohnhygienische Funk- tionen, erfüllen, und andererseits im Dienste gestalterischer Interessen stehen. Mit Nutzungszif- fern kann namentlich die Erhaltung von Frei- und Grün flächen, die Verkehrssicherheit oder der Landschaftsschutz gewährleistet werden. Ferner wirken sie sich auf den Charakter und die künftige Entwicklung einer Bauzone aus und erfüllen som it soziale Funktionen (vgl. D ANIELA IVANOV , Die Harmonisierung des Baupolizeirechts unter Einbezu g der übrigen Baugesetzge- bung, Zürich 2006, S. 69 mit Hinweisen). Der in Ziff . 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS definierten Voraussetzung, dass Bauten bzw. Einstellhallen lediglich geringfügig in Erscheinung treten dür- fen, damit sie von der Anrechnung an die Bebauungsziff er ausgenommen sind, kommt primär eine nachbarschützende Funktion zu. Sie dient ähnlich wi e Grenz- und Gebäudeabstandsbe- stimmungen dazu, die verschiedenen Einflüsse von Bauten und deren Benutzung (Belichtung, Besonnung, Belüftung, Aussicht, Schattenwurf etc.) auf Nachbargrundstücke zu mildern. Ob Einstellhallen im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS geringfügig in Erscheinung treten, ist demnach jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der Umgebung bzw. der angrenzenden Parzellen zu beurteilen. 6.4 Wie aus den Bauplänen hervorgeht und anlässlich de s heutigen Augenscheins anhand der im Gelände angebrachten Absteckungen ersichtlich war, ragen die geplanten Einstellhallen an der Nordseite jeweils rund 1.5 m über das gewachsene Terrain hinaus. Zu den Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 halten die Einstellhallen auf ei ner Länge von 12.85 m einen Abstand von 3 m und im Bereich der Einfahrten auf einer Länge von 5.15 m einen Abstand von 6 m ein. Aus den von der Beschwerdeführerin 1 im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Visualisie- rungen (Vernehmlassung vom 1. Oktober 2018, Beilage 3) und den Bauplänen ist ersichtlich, dass das Gelände im Bereich der Einstellhalleneinfahrten abgegraben wird. Die Einstellhallen sind in diesem Bereich als Fortsetzung der Sockelgeschosse der Mehrfamilienhäuser ausge- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht staltet, wobei nebst den Fassaden der Einfahrten insbe sondere auch die seitlichen Fassaden der Einstellhallen und die an die Einstellhallen angebauten Treppen und Zugänge zu den Mehr- familienhäusern – in unmittelbarer Nähe zu den angren zenden Parzellen – deutlich in Erschei- nung treten. Der Umstand, dass die Bauparzelle gegen Norden ein Gefälle von rund 6 Grad (westlicher Teil) bzw. 10 Grad (östlicher Teil) aufweist, verstärkt das Erscheinungsbild der Ein- stellhallen aus Sicht der tiefer gelegenen Nachbarparze llen zusätzlich. Im Zusammenhang mit der Frage, ob die Einstellhallen geringfügig in Ersch einung treten, sind entgegen der Argumen- tation der Baurekurskommission auch die (abstrakt) mit de r Benutzung der Einstellhallen ver- bundenen Einflüsse auf die angrenzenden Parzellen zu b erücksichtigen (E. 6.3 hiervor). Dies- bezüglich ist festzustellen, dass dem vorliegenden Fall nich t der Regelfall zugrunde liegt, dass die Einstellhallen gegen die Strassenseite hin geöffnet sind und ab der Strasse direkt oder über eine kurze Einfahrt in die Einstellhallen eingefahre n werden kann. Die Einfahrten der geplanten Einstellhallen, von welchen naturgemäss die meisten Auswi rkungen auf die angrenzenden Grundstücke ausgehen, liegen vielmehr auf der strassenabge wandten Parzellenseite. Die Ein- fahrten sind mithin nicht auf die vorbestehende Erschlies sung der Parzelle über die X.____ -strasse, sondern die nördlich angrenzenden Parzellen de r Beschwerdegegner 2-7 bzw. deren Gärten ausgerichtet. Die Einstellhallen treten auch unter diesem Gesichtspunkt – mit Blick auf die vorgesehenen Öffnungen auf der strassenabgewandten Seite – aus Sicht der Parzellen der Beschwerdegegner 2-7 deutlich in Erscheinung. 6.5 Nach dem Gesagten können die Einstellhallen nicht a ls lediglich geringfügig in Er- scheinung tretende Bauten im Sinne von Ziff. 4.1.4 Ab s. 2 lit. c und d ZRS qualifiziert werden. Die Voraussetzungen für eine Privilegierung der Einste llhallen bei der Bebauungsziffer gestützt auf diese Bestimmungen sind damit im vorliegenden Fall nicht erfüllt. 7.1 Die Beschwerdeführerin 1 macht für diesen Fall gel tend, die Einstellhallen seien als Nebenbauten im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZR S zu qualifizieren und auch aus diesem Grund nicht zur überbauten Fläche zu rechnen. 7.2.1 Der Begriff der Nebenbauten gemäss Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS umfasst sowohl frei- stehende als auch "am Hauptbaukörper angebaute Nebenbau ten", wie sie hinsichtlich der strit- tigen Einstellhallen in Frage stehen. 7.2.2 Wie bereits ausgeführt, sind gemäss Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. c und d ZRS unterirdische Bauten sowie in den Hang gebaute Garagen und Einstel lhallen, die nur geringfügig in Erschei- nung treten, von der Anrechnung an die Bebauungsziffer ausgenommen. Darüber hinaus wer- den auch Nebenbauten im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS nicht zur überbauten Fläche gezählt. Die genannte Bestimmung nennt Garagen, Unt erstände, gedeckte Sitzplätze und Schöpfe als Beispiele für freistehende oder am Hauptb aukörper angebaute Nebenbauten. Ein- stellhallen werden in Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS i m Gegensatz zu Ziff. 4.1.4 Abs. 2 lit. d ZRS nicht genannt. Bereits eine systematische Auslegung von Ziff. 4.1.4 ZRS spricht deshalb für die von der Baurekurskommission vertretene Auffassung, dass es sich bei Einstellhallen nicht um Nebenbauten im Sinne respektive gemäss der Aufzählung vo n Ziff. 4.1.4 Abs. 3 ZRS handelt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diese Rechtsauffassung erweist sich auch gestützt auf die nach folgenden Erwägungen als zu- treffend. 7.2.3 Als Anbauten gelten gemäss gängiger baurechtlicher Definition an das Hauptgebäude angebaute untergeordnete Bauten. Anbauten lehnen si ch an die Fassade eines Hauptgebäu- des an, sind von diesem aber durch eine Innenwand getr ennt. Sie müssen deutlich als Anbau erkennbar sein und beseitigt werden können, ohne dass da s Hauptgebäude konstruktiv verän- dert werden muss (vgl. A LDO ZAUGG /PETER LUDWIG ; Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern vom 9. Juni 1985, 5. Aufl., Bern 2020, Rz. 10 zu Art. 12; BALTHASAR HEER , St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, S. 197). 7.2.4 In einem neueren Entscheid verneinte das Kantonsg ericht die Qualifikation eines Velo- raums als Nebenbaute unter anderem mit der Begründung , dass der Veloraum mit dem Haupt- bau durch eine Türe verbunden sei (vgl. KGE VV vom 15. November 2017 [810 16 343/344] E. 23). Der Begriff der Nebenbaute wird in der massge blichen kommunalen Bestimmung (§ 30 Abs. 1 des Zonenreglements Siedlung der Stadt Liestal [ ZRS Liestal] vom 17. Dezember 2008) im Wesentlichen gleich definiert wie in Ziff. 4.1.4 A bs. 3 lit. a ZRS und umfasst im Einklang mit der gängigen baurechtlichen Definition (E. 7.2.3 hiervor) untergeordnete eingeschossige Bauten (Garagen, Schöpfe etc.). Dem Einwand der Beschwerdefü hrerin 1, § 30 ZRS Liestal verweise auf § 57 RBV und beziehe sich demnach einzig auf freisteh ende Nebenbauten, kann nicht ge- folgt werden. Wie aus § 28 Abs. 3 lit. d ZRS Liestal hervorgeht, bezieht sich § 30 ZRS Liestal sowohl auf freistehende als auch auf angebaute Nebenbauten. Der Qualifikation des Veloraums als Nebenbaute stand denn auch nicht der Umstand entgegen, dass er mit der Hauptbaute bau- lich verbunden war, sondern dass er über einen Zugang zur Hauptbaute verfügte. Soweit das Kantonsgericht für die Qualifikation eines Anbaus als Ne benbaute berücksichtigte, ob dieser einen direkten Zugang zum Hauptbau aufweist, entsprich t dies der Rechtsprechung in anderen Kantonen (vgl. Bernische Verwaltungsrechtsprechung [BV R] 1979 S. 127 ff. E. 3a; Entscheide der Gerichts- und Verwaltungsbehörden des Kantons Schwyz [ EGV-SZ] 2016 B 8.5 S. 110 ff. E. 2.2.4). 7.2.5 Die vorliegenden Einstellhallen weisen eine Grun dfläche von jeweils rund 275 m 2 auf. Von einer Unterordnung zum Hauptbau, wie er für eine n Anbau definitionsgemäss vorliegen muss, kann angesichts dieser Fläche, welche im Wesentlichen derjenigen der angrenzenden Mehrfamilienhäuser entspricht, nicht gesprochen werden . Die Mehrfamilienhäuser und die da- zwischenliegenden Einstellhallen sind zudem sowohl in konst ruktiver als auch in funktioneller Hinsicht eng miteinander verflochten: Die Einstellhallen sind über direkte Zugänge (Türen) mit den Mehrfamilienhäusern verbunden und die oberirdische n Zugänge zu den Mehrfamilienhäu- sern können einzig über die Decken der Einstellhallen er reicht werden, welche insofern der Er- schliessung der Mehrfamilienhäuser dienen. Im Weiteren sind die Balkone der Mehrfamilien- häuser teilweise auf den Decken der Einstellhallen angeordnet bzw. auf diese gestellt. Was das optische Erscheinungsbild der Einstellhallen anbelangt, so treten diese im Einfahrtsbereich nicht als an die Hauptbauten angefügter Bauteil, sondern gemäss den in den Akten befindlichen Visualisierungen (E. 6.4 hiervor) als Fortsetzung der So ckelgeschosse der Mehrfamilienhäuser in Erscheinung. Von einer Erkennbarkeit der Einstellhall en als Anbauten kann insofern nicht Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesprochen werden. Angesichts dieser Gegebenheiten ist f estzustellen, dass die Einstellhallen weder in optischer, konstruktiver noch funktioneller Hinsicht als untergeordnete Anbauten gelten können, sondern integrierende Bestandteile der Mehrfamilienhäuser bilden. Die Beurteilung der Vorinstanzen, dass es sich bei den Einstellhallen nicht um Nebenbauten im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS handelt, ist demnach nicht zu beanstanden. 7.2.6 Im Übrigen würden die Einstellhallen, selbst we nn sie als Nebenbauten im Sinne von Ziff. 4.1.4 Abs. 3 lit. a ZRS qualifiziert werden könn ten, in der vorgesehenen Dimensionierung zu einer Überschreitung der Bebauungsziffer führen: Die Beschwerdeführerin 1 stellt sich auf den Standpunkt, für die Berechnung der Freiflächen könn e eine Zusammenzählung der Wohneinheiten der an die Einstellhallen angebauten Mehrfamilienhäuser vorgenommen werden und diese Fläche auf die dazwischenliegenden Einstellh allen übertragen werden. Für ein sol- ches Vorgehen findet sich in Ziff. 4.1.4 Abs. 3 ZRS inde s keine Grundlage. Die Berechnung der Freifläche für Nebenbauten von 50 m 2 bei Ein- und Zweifamilienhäusern bzw. 30 m 2 pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern hat vielmehr jew eils in Bezug auf einen (einzelnen) Hauptbau zu erfolgen. Demnach wären die Einstellhallen jeweils als Anbauten eines (einzelnen) Mehrfamilienhauses zu qualifizieren mit der Folge, dass im vorliegenden Fall die Freifläche für 5 Wohneinheiten bzw. 150 m 2 massgebend wäre. Die Einstellhallen wären demnach je weils höchstens mit 150 m 2 nicht zur überbauten Fläche zu rechnen, womit die Beba uungsziffer überschritten würde. 7.2.7 Die Einstellhallen können demnach auch nicht gestü tzt auf Ziff. 4.1.4 Abs. 3 ZRS von der Anrechnung an die Bebauungsziffer ausgenommen werden. 8. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass das vorliegende Bauvorhaben die zulässige Bebauungsziffer überschreitet. Die Baurekurskommission hat die Bewilligungsfähigkeit des Baugesuchs der Beschwerdeführerin 1 demnach – im Ergebni s – zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 führt . Auf die weiteren Rügen der Be- schwerdegegner 2-7 braucht unter diesen Umständen nicht eingegangen zu werden. 9. Im Weiteren ist die Beschwerde der Beschwerdeführer 2-7 zu beurteilen, soweit diese gegen die vorinstanzliche Kostenverlegung gerichtet ist. 9.1 Die Beschwerdeführer 2-7 machen geltend, dass sie vo r der Baurekurskommission den Hauptantrag gestellt hätten, es sei der Entscheid d es Bauinspektorats aufzuheben und das Baugesuch nicht zu bewilligen. Im Dispositiv des vorinstanzlichen Entscheids sei diesem Antrag vollumfänglich entsprochen worden, indem der Entscheid des Bauinspektorats aufgehoben und die Bewilligungsfähigkeit des Baugesuchs verneint worde n sei. Die Vorinstanz habe die Be- schwerdeführer dennoch mit einem Verfahrenskostenanteil von einem Drittel belastet und ent- schieden, die Parteikosten wettzuschlagen. Diese Kostenver legung verstosse gegen § 20a Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft ( VwVG BL) vom 13. Juni 1988 sowie § 22 Abs. 2 VwVG BL und der vorinstanzliche Kostene ntscheid (Ziff. 2-4) sei deshalb aufzuheben. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.2 Gemäss § 20a Abs. 2 VwVG BL werden die Verfahrensko sten in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Die ganz oder teilweise obsiegende Beschwerde führende Partei hat Anspruch auf eine ang emessene Parteientschädigung, sofern der Vorinstanz Rechtsverletzungen oder grobe Verfahre nsfehler unterlaufen sind (§ 22 Abs. 2 lit. a VwVG BL). Der Baurekurskommission kommt gestützt a uf diese Bestimmungen bei der Verlegung der Verfahrenskosten und der Bemessung der P arteientschädigung ein Ermessens- spielraum zu. Die Ausübung dieses Ermessens kann durch das K antonsgericht nur bei rechts- verletzenden Ermessensfehlern korrigiert werden (§ 45 A bs. 1 lit. a VPO). Davon ist praxisge- mäss auszugehen, wenn sich der Ermessensentscheid auf sachfr emde Überlegungen stützt, unverhältnismässig ist oder als willkürlich erscheint (vgl. K GE VV vom 20. März 2013 [810 12 98/57] E. 4.3; KGE VV vom 9. November 2005 [810 04 50 6/810 05 223] E. 2; jeweils mit Hin- weisen). 9.3 Die Baurekurskommission erwog, dass die Beschwerdeführ er 2-7 mit ihrer Rüge be- treffend die Erschliessung bzw. die Zufahrt zu den Einst ellhallen durchgedrungen seien, was zur Folge habe, dass dem vorliegenden Bauprojekt die Be willigung zu verweigern sei. Alle wei- teren Rügen (Überschreitung der Bebauungsziffer, Übersch reitung der Fassaden- und Gebäu- dehöhe, rechtliches Gehör) seien indes abgewiesen worden bzw. die Baurekurskommission sei in diesen Punkten dem Bauinspektorat und der Baugesuch stellerin gefolgt. Aus diesem Grund erscheine es als sachgerecht, die Verfahrenskosten aufzuteil en und die Parteikosten wettzu- schlagen. 9.4 Mit ihrer Argumentation verkennt die Vorinstanz, dass die Kostenverlegung gemäss § 20a Abs. 2 VwVG BL und § 22 Abs. 2 lit. a VwVG BL nach Massgabe des Unterliegens bzw. Obsiegens erfolgt, wobei diesbezüglich nicht auf die Be gründetheit einzelner Rügen, sondern die gestellten Begehren abzustellen ist. Im vorliegende n Fall wurde dem Hauptbegehren der Beschwerdeführer 2-7 im Rahmen des angefochtenen Entsch eids entsprochen, indem die Be- willigungsfähigkeit des Baugesuchs verneint wurde. Die s entspricht entgegen dem Dispositiv des angefochtenen Entscheids nicht einer teilweisen, son dern einer vollumfänglichen Gutheis- sung der Beschwerde. Der vorinstanzliche Kostenentscheid beruht insofern, bezüglich des Um- fangs des Obsiegens der Beschwerdeführer 2-7, auf einer unzutreffenden Grundlage und er- weist sich damit als rechtsfehlerhaft. Die Beschwerde der Beschwerdeführer 2-7 ist demnach in Bezug auf die Kostenregelung des angefochtenen Entsch eids (Ziff. 2-4) gutzuheissen und die Angelegenheit ist zur Neuverlegung der Kosten des vorinst anzlichen Verfahrens unter Berück- sichtigung des Umstands, dass die Beschwerdeführer 2-7 in jenem Verfahren vollumfänglich obsiegten, an die Baurekurskommission zurückzuweisen. 10.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Im vorliegenden Fall sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'200.-- entsprechend dem Verfahrensausgang bzw. dem jeweiligen Obsiegen der Be- teiligten im Umfang von Fr. 2'200.-- der Beschwerdefüh rerin 1 und im Umfang von je Fr. 500.-- den Beschwerdeführern 2-7 und der Baurekurskommission aufzuerlegen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g emäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss ist den Beschwerdeführern 2-7 eine re- duzierte Parteientschädigung zulasten der Beschwerdeführerin 1 und der Baurekurskommission zuzusprechen. Unter Berücksichtigung des in der Honorarn ote vom 31. Oktober 2019 geltend gemachten Aufwands zuzüglich des zwischenzeitlich sowie im Zusammenhang mit der heuti- gen Verhandlung entstandenen Aufwands erscheint eine r eduzierte Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 6'500.-- (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) als angemessen, wobei diese im Umfang von Fr. 4'500.-- der Beschwerdeführerin 1 und im Umfang von Fr. 2'000.-- der Bau- rekurskommission aufzuerlegen ist. Die restlichen Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wird abgewiesen und Ziffer 1 des Entscheids der Baurekurskommission vom 4. Dezember 2018 inso- weit bestätigt, als damit die Bewilligungsfähigkeit des vorliegenden Bau- gesuchs verneint wurde. 2. Die Beschwerde der Beschwerdeführer 2 bis 7 wird g utgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Die Ziffern 2 bis 4 des En tscheids der Baure- kurskommission vom 4. Dezember 2018 werden aufgehoben und die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vor instanzlichen Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Baurekurskom mission zu- rückgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'200.-- werden im Umfang von Fr. 2'200.-- der Beschwerdeführerin 1 und im Umfa ng von je Fr. 500.-- den Beschwerdeführern 2 bis 7 und der Baur ekurskommission auferlegt und mit den geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. Der zuviel gezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'70 0.-- wird den Beschwerdeführern 2 bis 7 zurückerstattet. 4. Den Beschwerdeführern 2 bis 7 wird eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von pauschal Fr. 6'500.-- (inkl. Auslagen u nd 7.7 % MWST) zugesprochen, welche im Umfang von Fr. 4'500.-- der Be schwerdeführe- rin 1 und im Umfang von Fr. 2'000.-- der Baurekurskom mission auferlegt wird. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiber