Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Mai 2017 (720 16 409 / 131) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision IV-Rente; Anwendbarkeit der gemischten Methode; Würdigung der medizini- schen Aktenlage und des Haushaltabklärungsberichts; Eingliederungsmassnahmen nach langjährigem Rentenbezug Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Die 1958 geborene A.____ erlitt bei einem Auffa hrunfall am 30. November 1997 eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) und eine Kontu sion des rechten Schultergelenks. Im da- maligen Zeitpunkt arbeitete sie in einem Teilzeitpe nsum bei der B.____. Im November 1999 meldete sie sich bei der Eidgenössischen Invalidenv ersicherung (IV) zum Bezug von Leistun- gen an. Nach Abklärung des rechtserheblichen Sachve rhalts ermittelte die IV-Stelle Basel- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft (IV-Stelle) bei der Versicherten in Anwendu ng der gemischten Bemessungsmetho- de einen Invaliditätsgrad von 75% und sprach ihr mit Verfügung vom 27. Dezember 2002 rück- wirkend ab 1. November 1998 eine ganze Rente zu. A.2 Nachdem im Rentenrevisionsverfahren des Jahres 2007 u nveränderte Verhältnisse festgestellt wurden (vgl. Mitteilung vom 1. Februar 2007), leitete die IV-Stelle im März 2012 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des laufenden Re ntenanspruchs der Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abklärungen stellte die IV-Stelle wied erum unter Berücksichtigung der gemisch- ten Bemessungsmethode neu einen Invaliditätsgrad von 17 % fest. Sie hob deshalb - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 7. November 2016 die der Versi- cherten bisher ausgerichtete ganze Rente auf Ende Dezember 2016 auf. B. Die dagegen von A.____, vertreten durch Advokatin Monica Armesto, erhobene Be- schwerde ging am 9. Dezember 2016 beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), ein. Sie beantragte, es sei die angef ochtene Verfügung vom 7. November 2016 aufzuheben und es sei ihr auch über den 1. Januar 2017 hinaus eine ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads von 75% auszurichten; unt er o/e-Kostenfolge. Zur Begrün- dung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der Entsche id auf unzureichenden medizini- schen Unterlagen beruhe und die eingeholten Gutachten keine Prüfung der Standardindikato- ren zuliessen. Ferner sei im Rahmen der Haushaltsabklär ung die Schadenminderungspflicht in unzulässiger Weise ausgeweitet worden. Schliesslich verletz e die Anwendung der gemischten Methode Art. 8 der Konvention zum Schutze der Mensche nrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950. C. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Februar 2017 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Sie hielt im Wesentlichen fest, dass gest ützt auf die im Revisionsverfahren eingeholten beweiskräftigen medizinischen Gutachten ges amthaft eine Verbesserung des Ge- sundheitszustandes resultiere. Weiter habe der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) die vom Bun- desgericht verlangte Prüfung der Standardindikatoren durchgeführt. Schliesslich seien auch die Ergebnisse der Haushaltsabklärung nicht zu beanstanden. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sach lich zuständigen Gericht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invali denversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 hat die versicherte Person Anspruch auf e ine ganze Rente, wenn sie zu mindes- tens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu minde stens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen de r gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalidi tätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.2 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen u nd der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte M ethode der Invaliditätsbemes- sung). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Renten- anspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbe- messung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstät ige zu bemessen (Art. 27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4.1 In der angefochtenen Verfügung vom 7. November 2 016 hat die IV-Stelle die Beschwer- deführerin im Gesundheitsfall als teilerwerbstätig eingestuft und den Invaliditätsgrad anhand der gemischten Methode ermittelt. Dabei ging sie zugunsten d er Beschwerdeführerin davon aus, dass diese einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 65% nac hgehen und in den verbleibenden 35% den Haushalt erledigen würde (vgl. diesbezüglich auch die Bemerkungen der Abklärungs- person im Haushaltsbericht vom 24. Juni 2015, Seite 6). Diese Angaben wurden von der Be- schwerdeführerin am 4. Mai 2015 unterschriftlich bestätigt. 3.4.2 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens m oniert die Beschwerdeführerin, dass die gemischte Methode nicht mehr anwendbar sei. Dabe i verweist sie auf das Urteil Nr. 7186/09 des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrech te vom 2. Februar 2016 in Sa- chen Di Trizio c. Schweiz und macht geltend, dass der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkom- mensvergleichs zu ermitteln sei. 3.4.3 Aus dem Fall Di Trizio kann die Beschwerdeführer in jedoch nichts zu ihren Gunsten ab- leiten. Im Zusammenhang mit der gemischten Methode liegt gemäss Rechtsprechung des Bun- desgerichts eine Verletzung von Art. 14 in Kombination mit Art. 8 EMRK vor, wenn die von der versicherten Person getroffenen, in den Schutzbereich des Art. 8 EMRK fallenden Dispositionen - die Geburt von Kindern und die damit (hypothetisch) verbundene teilweise Aufgabe der Er- werbstätigkeit - die einzige Grundlage des Statuswechsel s bilden und aus der Änderung der Invaliditätsbemessungsmethode (Anwendbarkeit der gemisch ten statt der Einkommensver- gleichsmethode) die revisionsweise Aufhebung der Invalide nrente (bzw. die Befristung der rückwirkend zugesprochenen Rente) resultiert (Urteil des Bundesgerichts vom 7. April 2017, 9C_297/2016, mit Hinweisen). Diese Voraussetzungen si nd vorliegend offensichtlich nicht er- füllt. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die IV-Stel le auf die Angaben der Versicherten im Formular vom 4. Mai 2015 abgestellt und für die Invali ditätsbemessung auf die gemischte Me- thode mit den Anteilen 65% Erwerb und 35% Haushalt abstellte. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches S ubstrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch ein e psychische Gesundheitsbeeinträchti- gung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also n icht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumu tbar oder - als alternative Vorausset- zung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die der Versicherten seit 1. November 1998 ausgerichtete ganze Rente zu Recht per Ende Dezember 2016 aufgehoben hat. 6.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 6.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschät zung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 6.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 27. Dezember 2002 rückwir kend ab 1. November 1998 eine ganze Rente zugesprochen. Nachdem im vorangegangenen R entenrevisionsverfahren keine materielle Prüfung durchgeführt wurde und unverändert e Verhältnisse festgestellt worden wa- ren (Mitteilung vom 1. Februar 2007), leitete die IV -Stelle im Januar 2012 von Amtes wegen eine weitere Überprüfung des Rentenanspruchs der Versich erten ein. Gestützt auf die Ergeb- nisse der von ihr in der Folge vorgenommenen Abklärungen hob sie die laufende ganze Rente der Versicherten mit Verfügung vom 7. November 2016 auf Ende Dezember 2016 auf. Im Lichte der vorstehend erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprec hung beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen einge treten ist, die eine revisionsweise Auf- hebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, demnach durch Vergleich des Sachver- halts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenv erfügung vom 27. Dezember 2002 be- standen hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegen d angefochtenen Verfügung vom 7. No- vember 2016. 7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der Gesundheit szustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten tatsäch lich, wie von der IV-Stelle geltend ge- macht, seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 7.2 In der ursprünglichen Verfügung vom 27. Dezember 2 002, mit welcher die IV-Stelle der Versicherten ab 1. November 1998 eine ganze Rente zug esprochen hatte, stützte sie sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits fähigkeit vollumfänglich auf das po- lydisziplinäre Gutachten des C.____ vom 27. September 20 02. Die Kommission für medizini- sche Begutachtung diagnostizierte darin mit Einfluss auf d ie Arbeitsfähigkeit eine depressive Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entwicklung beziehungsweise eine langanhaltende mittelsch were depressive Episode mit so- matischem Syndrom, eine anhaltende somatoforme Schmerzst örung, ein chronisches zervikal betontes Paravertebralsyndrom bei/mit ausgeprägter Ve rkürzung und Verspannung der para- vertebralen Muskulatur und eine muskuläre Dekonditionierung. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfä- higkeit bestünde ein Status nach Akzelerationstrauma i m November 1997. Betreffend die Ar- beitsfähigkeit im bisherigen Arbeitsverhältnis bzw. Auf gabenbereich führte die untersuchende Ärzteschaft aus, dass die Beschwerdeführerin über eine fü nfjährige Elementar- und eine drei- jährige Mittelschulbildung verfüge, jedoch keinen Beruf erlernt habe. Sie sei bis zu ihrer Heirat als Hilfsschneiderin tätig gewesen. Nach der Einreise in d ie Schweiz habe sie sich bis zur Ge- burt des ersten Kindes vollschichtig als Zimmermädchen b etätigt. Danach habe sie als Raum- pflegerin und zuletzt ab 1995 als Mitarbeiterin der B. ____ gearbeitet. Der 1997 erlittene Auf- fahrunfall habe zweifellos anfänglich somatisch erklärbare Beschwerden verursacht, welche mittlerweile jedoch abgeklungen sein dürften. Es bestehe jedoch der Eindruck, dass die Versi- cherte den inkriminierten Unfall psychisch fehlverarbeite t habe, indem sie die dadurch verur- sachten Schmerzen als Kränkung und Entwertung erlebe. Mi t der Zeit habe die psychogene Komponente deutliche Oberhand gewonnen. In diese Richt ung würden sich auch die misslun- genen Arbeitsversuche kurz nach dem Unfall auswirken. An ob jektivierbaren somatischen Be- funden fänden sich lediglich eine leichte Einschränkung der Rotation der HWS sowie eine Fehl- haltung der Wirbelsäule im Sinne eines Flachrückens. We iter zeige sich eine deutliche Ver- spannung der gesamten paravertebralen Muskulatur. Im V ordergrund stehe eindeutig das psy- chische Leiden, welches bereits seit Jahren in Form einer m ittelschweren depressiven Störung andauere. Insbesondere scheine sich das Krankheitsbild seit der letzten psychiatrischen Begut- achtung vom 30. August 1999 kaum verändert zu haben. So mit sei weiterhin von einer Arbeits- fähigkeit von 30% auszugehen. Berufliche Massnahmen seien aufgrund des derzeitigen psychi- schen Zustandes der Versicherten nicht durchführbar. Ebenso könnten keine Verweisungstätig- keiten genannt werden, in welchen die Explorandin ein e höhere Arbeitsfähigkeit als 30% zu erzielen vermöge. 7.3.1 Im Rahmen des im Januar 2012 von Amtes wegen ein geleiteten Revisionsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinische n Sachverhalts bei Dr. med. D.____, FHM Rheumatologie, und Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein bidiszipli- näres Gutachten in Auftrag. Dr. D.___ diagnostizierte a m 17. Juli 2012 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine muskuläre Dysbalance am Schultergü rtel beidseits. Die Beschwerdeführe- rin weise daher in ihrer angestammten Tätigkeit bei der B.____ eine geringe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10% auf. Eine ihrem Leiden ange passte Tätigkeit im leichten bis gelegent- lich mittelschweren Belastungsniveau sei hingegen zu 100% zumutbar. Weiter gab Dr. D.____ an, dass die heutige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung im Jahr 2002 Be- stand habe. In seinem psychiatrischen Teilgutachten führte Dr. E.___ _ am 27. Juli 2012 aus, dass bei der Versicherten keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit genannt werden könne. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung, akzentuierte histrionische Persönlichkeitszüge und ein Status nach mit- telgradiger depressiver Episode mit somatischem Syndrom. N eben der chronischen Schmerz- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht störung könne aktuell keine psychiatrische Diagnose gestel lt werde, denn die bei der letzten psychiatrischen Begutachtung im Jahr 2003 festgestellte lei chte depressive Störung lasse sich nicht mehr nachweisen. Bei der Untersuchung habe die Be schwerdeführerin einen ausgegli- chenen Eindruck gemacht. Sie habe sich etwas verlangsamt bewegt, eine eigentliche Antriebs- störung habe sich aber nicht finden lassen. Während der Untersuchung sei sie kooperativ und zugewandt gewesen und der affektive Rapport habe sich gu t herstellen lassen. Das Bewusst- sein sei klar, die Orientierung allseits vorhanden und die Stimmung ausgeglichen. Die Affekte seien eher oberflächlich und labil, die affektive Modul ationsfähigkeit und die Vitalität aber nicht eingeschränkt. Zudem sei der Gedankengang weder gehe mmt, verlangsamt noch an Ideen verarmt, jedoch leicht auf die geklagten Beschwerden ei ngeschränkt. Während der gesamten Untersuchung hätten sich keine Konzentrations- und Aufme rksamkeitsstörungen manifestiert. Das psychiatrische Zustandsbild habe sich daher verbessert. D a aus psychiatrischer Sicht kei- ne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werde n könne, seien der Beschwerdeführerin sowohl die angestammte als auch jede andere ihren Fäh igkeiten und Neigungen entsprechen- de Tätigkeiten zumutbar. Im Rahmen der Konsensbesprech ung vom 12. Juli 2012 kamen die Dres. D.____ und E.____ zum Schluss, dass die Beschwerdefüh rerin für eine leichte bis inter- mittierend mittelschwere Tätigkeit ohne Belastung der Schultergürtelregion über der Horizonta- len ab Untersuchungszeitpunkt 100% arbeitsfähig sei. 7.3.2 Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie und Innere Manuelle Medizin, diagnostizierte am 6. Januar 2014 ein schweres Dekonditionierungssyndrom und eine Fingerarthrose. Er hielt fest, dass der aktuelle Zustand mit einer schweren Dekondition ierung und deutlichen degenerativen Veränderungen durch langjährige Schädigung des passiven Stabilisierungssystems kaum eine Arbeitsfähigkeit zulasse. Die Beschwerdeführerin habe a ktuell eine Kondition von knapp 2 Stunden. Dies reiche gerade für die Erledigung des Ha ushalts. Damit eine verwertbare Arbeits- fähigkeit entstehen könnte, bedürfe es eines 1 bis 2-jährigen Rehabilitationsprogrammes. 7.3.3 Die IV-Stelle ersuchte in der Folge erneut die Dres. D.____ und E.____ um eine Begut- achtung der Beschwerdeführerin. Dr. D.____ nannte am 2 6. August 2014 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine muskuläre Dysbala nce am Schultergürtel beidseits und periarthropatische Schulterbeschwerden rechts ohne klinisc he Zeichen einer Rotatorenman- schetten-Ruptur mit leichtgradigem endständigem Imping ement. Er bestätigte seine Zumutbar- keitsbeurteilung aus dem Jahr 2012, kam dabei jedoch zum Schluss, dass die Beschwerdefüh- rerin wegen der zwischenzeitlich diagnostizierten periar thropatischen Schulterbeschwerden in der angestammten Tätigkeit zu 20% eingeschränkt sei. In einer Verweistätigkeit bestehe aus rheumatologischer Sicht weiterhin eine 100%ige Arbeit sfähigkeit. Dr. E.____ führte am 30. Au- gust 2014 keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbe itsfähigkeit auf. Es bestünden eine an- haltenden somatoforme Schmerzstörung und akzentuierte h istrionische Persönlichkeitszüge, welche keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten . Weiter hielt er fest, dass gestützt auf die von ihm durchgeführte neuerliche Untersuchung keine wes entliche Veränderung seit Juli 2012 festgestellt werden könne. Aufgrund der Beschwerden von Seiten der im Schweregrad als leicht zu beurteilenden anhaltenden somatoformen Schmerzstörun g und auch der akzentuierten his- trionischen Persönlichkeitszüge lasse sich keine Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit und keine Verminderung der Leistungsfähigkeit begründen. In de r Konsensbesprechung vom 21. August Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 kamen die Gutachter zum Schluss, dass auch im Rahmen de r bidisziplinären Gesamtbe- urteilung auf die rheumatologischen Ausführungen abgestellt werden könne. 7.3.4 Mit Schreiben vom 7. Juli 2016 nahm der RAD-Arzt Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, eine Zusatzbeurteilung anhand der neuentwickelten bundesgerichtlichen Indikatoren vor. Er kam dabei zusammengefasst zum Schluss, dass aufgrund der bei der Be- schwerdeführerin evaluierten Ressourcen die Arbeitsfähi gkeit aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt sei. 8.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und der Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten ist, auf die bidisziplinären (rheuma- tologische/psychiatrische) Gutachten der D.____ und E.____ vom 17./27. Juli 2012 und 26./30. August 2014. Sie gelangte dabei zum Ergebnis, dass die B eschwerdeführerin für adaptierte Verweistätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit aufw eise und sich der psychische Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin seit der ursprüngli chen Rentenzusprache am 27. Dezember 2002 erheblich verbessert habe. Während ihr damals aufgrund ihrer psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei, liege heu- te aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeit sfähigkeit mehr vor. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. 8.2 Dr. D.____ führte gestützt auf seine Untersuchunge n nachvollziehbar aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der erste n Untersuchung beim C.____ im Jahr 2002 aus rheumatologischer Sicht nicht wesentlich verändert hat. Die Beschwerdeführerin leide damals wie heute weiterhin an einem Panvertebr alsyndrom mit einer muskulären Dysba- lance im Schulterbereich. Die Arbeitsfähigkeit sei bet reffend den Bewegungsapparat seit dem Jahr 2002 gleichbleibend und die angestammte Tätigkeit sei ihr noch zu 80% zumutbar. Hinge- gen sei sie in einer adaptierte Verweistätigkeiten zu 1 00% arbeitsfähig. Diese medizinische Be- urteilung leuchtet aufgrund der erhobenen Befunde ei n. Daran ändert auch die Auffassung von Dr. F.___ nichts, der die Beschwerdeführerin am 6. Deze mber 2013 konsiliarisch untersuchte und zum Ergebnis gelangte, dass sie wegen eines schweren De konditionierungssyndroms und einer Fingerarthrose kaum mehr über eine verwertbare Arbeitsfähigkeit verfüge. In diesem Zu- sammenhang macht Dr. D.____ nachvollziehbar geltend, d ass der Bericht von Dr. F.____ we- der anamnestische Angaben noch separate klinische Untersuc hungsbefunde dokumentiere, weshalb sein Bericht keinen vollen Beweiswert erlangt. E ntgegen den Angaben von Dr. F.____ fand Dr. D.____ im Rahmen seiner zweiten Begutachtun g keinen paravertebralen Hartspann mehr. Zudem seien die Veränderungen an der Wirbelsä ule gestützt auf die aktuellen MRI- Bildern vom 29. Mai 2014 altersentsprechend und nicht degenerativer Natur. Zusammenfas- send vermögen die Ausführungen von Dr. F.____ deshalb nichts an den überzeugenden Fest- stellungen von Dr. D.____ zu ändern. 8.3 Auch die Gutachten von Dr. E.____ vom 27. Juli 2 012 und 30. August 2014 überzeugen. Sie weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf. Zudem sind sie für die streitigen Belan- ge umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, b erücksichtigen die geklagten Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worde n, leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der me dizinischen Situation ein, setzen sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätz ungen auseinander und sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere legt D r. E.____ plausibel dar, dass die im Rahmen der Begutachtung im C.____ erhobenen psychiatr ischen Diagnosen im Zeitpunkt sei- ner Begutachtung remittiert waren. Die im Jahr 2002 als Hauptdiagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnete depressive Entwicklung bzw. langanhaltende mittelschwere de- pressive Episode mit somatischem Syndrom, welche eine Umset zung der Restarbeitsfähigkeit kaum mehr zuliess, konnte Dr. E.____ aufgrund seiner Unt ersuchungen nicht mehr bestätigen. Er führte im Gutachten vom 27. Juli 2012 nachvollziehb ar aus, dass die Beschwerdeführerin während der Untersuchung keine psychischen Auffälligkeiten gezeigt habe. Er stellte lediglich fest, dass der Gedankengang auf die geklagten Beschwerde n eingeschränkt gewesen sei. Im Verlaufsgutachten vom 30. August 2014 bestätigte Dr. E. ____ diese Feststellungen und beton- te, dass aufgrund der erhobenen Befunde keine Depression diagnostiziert werden können. Wei- ter hielt er fest, dass die Beschwerdeführerin seit ei n bis zwei Jahren kein Antidepressivum mehr einnehme. Seither nehme sie lediglich bei Bedarf respektive bei innerer Unruhe oder bei Einschlafstörungen eine Tablette Xanax 0,5 mg abends ein. Zudem habe die Beschwerdeführe- rin in den letzten beiden Jahren ebenfalls keine psychiatr ische Behandlung mehr gehabt. Diese Ergebnisse überzeugen und weisen auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes hin. Die IV-Stelle ist daher in der angefochtenen Verfügung vom 7. November 2016 bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts zu Recht davon au sgegangen, dass sich der psychi- sche Gesundheitszustand der Versicherten wesentlich veränd ert hat. Namentlich in Bezug auf die depressive Erkrankung habe sich aufgrund der vollständi gen Remission eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes manifestiert. 8.4.1 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdefüh rerin nichts zu ändern. Soweit sie geltend macht, dass aus psychiatrischer Hinsicht seit der Beg utachtung im C.____ im Jahr 2002 ein praktisch gleicher Gesundheitszustand vorliege, kann ihr nach dem vorstehend Ge- sagten nicht gefolgt werden. Auch aus dem weiteren Ein wand, wonach im Gutachten von Dr. E.____ die Standardindikatoren im Sinne von BGE 1 41 V 281 ff nicht geprüft worden seien, kann sie nichts zu ihren Gunsten ableiten. Mit diesem Urte il hat das Bundesgericht zwar die Überwindbarkeitsvermutung bei unklaren Beschwerdebilde rn aufgegeben. Die Grundsätze der Zumutbarkeit gelten allerdings weiterhin (BGE 141 V 281 E. 3.7.1). Des Weiteren ist darauf hin- zuweisen, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte G utachten nicht per se ihren Be- weiswert verlieren (BGE 141 V 281 E. 8). Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten ent scheidend, ob abschliessend auf die vorhandenen Beweisgrundlagen abgestellt werden kann, was zu prüfen ist. 8.4.2 Es ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführeri n somatische Gesundheitseinschrän- kungen vorliegen, welche dazu führen, dass sie keine körpe rlich schweren Arbeiten mehr ver- richten kann. Die Einschränkungen vermögen die Arbeitsf ähigkeit der Beschwerdeführerin al- lerdings nicht in einem weiteren Ausmass einzuschränken a ls dies von den Gutachtern be- schrieben wurde. Weiter ist aufgrund einer objektivierte n Betrachtungsweise festzustellen, dass die äusseren Belastungsfaktoren bei der Beschwerdeführer in zudem gering sind und sie über Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht genügend Ressourcen verfügt. So ist sie keinem derart gr ossen Druck ausgesetzt, dass sie sich in eine psychiatrische Behandlung begeben hätte. Zud em lässt sich bei ihr kein sozialer Rückzug festzustellen. Sie pflegt soziale Kontakte zu ihren Kindern und Enkelkindern, fährt re- gelmässig in ihre Heimat, macht aktiv im Turnverein mit und erledigt ihre täglichen Einkäufe selbständig. Weiter ist der Schweregrad der erhobenen Befunde nicht sehr hoch, so dass in Hinblick auf die vorhandenen Ressourcen davon ausgegangen werden kann, dass aus der Schmerzstörung keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultieren würde und die Beschwerdeführerin diese überwinden kann. Unter diesen Umständen ändert auch die neue Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts daran, dass bei der Beschwerdeführerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Verw eistätigkeit auszugehen ist (vgl. auch Be- richt des RAD-Arztes Dr. G.____ vom 5. Juli 2016). 8.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die IV-Ste lle in der angefochtenen Ver- fügung vom 7. November 2016 zutreffend davon ausgegan gen ist, dass sich der Gesundheits- zustand der Beschwerdeführerin seit der am 27. Dezember 2002 erfolgten Rentenzusprache erheblich verbessert hat mit der Folge, dass ihr im Zeit punkt des Erlasses der Revisionsverfü- gung die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit im Umfang von 100% zumutbar war. Da gemäss Rechtsprechung vom Grundsatz auszugehen ist, dass aus einer medizinisch attestierten Ver- besserung der Arbeitsfähigkeit in der Regel unmittelb ar auf eine Verbesserung der Erwerbsfä- higkeit geschlossen werden kann, ist vorliegend ein Revi sionsgrund nach Art. 17 ATSG gege- ben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_136/2012, E. 4.2; SZS 2011 S. 71, 9C_163/2009 E. 4.1 und 4.2.2 sowie 9C_768/2009 E. 4. 1, je mit zahlreichen Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 30. November 2010, 9C_675/2010, E. 5.1 und 5.2). 9.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchtigun- gen. Die Beschwerdegegnerin stützte die Berechnung des Invaliditätsgrads auf die gemischte Methode (vgl. oben E. 3.4.3). Dabei hat sie in ihrer Verfügung vom 7. November 2016 zur Er- mittlung des Invaliditätsgrads den erforderlichen Einkom mensvergleich vorgenommen, wobei sie - wie vorstehend ausführlich dargelegt - zu Recht dav on ausging, dass die Beschwerdefüh- rerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Anhand der Gegenüberstel- lung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen h at sie einen Invaliditätsgrad von 26.25 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die von de r Beschwerdeführerin in der vorliegen- den Beschwerde nicht beanstandet wurde, erweist sich auc h nach einer gerichtlichen Überprü- fung als rechtens, weshalb diesbezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 7. November 2016 verwiesen werden kann. 9.2 Weiter ist zu untersuchen, in welchem Masse die Versich erte zufolge ihrer gesundheitli- chen Beschwerden im Haushalt eingeschränkt ist. Hierzu be darf es im Regelfall einer Abklä- rung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV), welche die IV-S telle auch vorliegend in Auftrag gegeben hat. Im Abklärungsbericht vom 24. Juni 2015 kam die Ab klärungsperson zum Schluss, dass die schwereren Haushaltsarbeiten (Fensterputzen, gründliche Reinigung des Badezimmers) sowie die Grosseinkäufe im Rahmen der Schadenminderungspflich t dem Ehemann bzw. dem in glei- chen Haushalt lebenden Neffen bzw. der in der Nähe wo hnenden Nichte zumutbar seien und die Versicherte unter Berücksichtigung dieser Mithilfe in der Betätigung im Haushaltbereich Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht beeinträchtigt sei (Invaliditätsgrad: 0 %). Die ses Ergebnis der Haushaltabklärung wird von der Versicherten in ihrer Beschwerde nicht substantiiert in Frage gestellt. Da sich aus den Akten ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine Unrichtigkeit de r durch den Abklärungsdienst ermittelten Einschränkung im Haushaltbereich ergeben, kann an diese r Stelle ohne weitere Ausführungen vollumfänglich auf dessen Bericht vom 24. Juni 2015 verwiesen werden. 9.3 In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich somit ge- wichtet nach der zeitlichen Beanspruchung in den jeweiligen Bereichen (Erwerb 65 %, Haushalt 35 %) eine Einschränkung im Erwerbsbereich von 17.06 % (26.25 % x 0.65) und eine solche im Haushaltsbereich von 0%. Gesamthaft resultiert daraus e in rentenausschliessender Invalidi- tätsgrad von 17%. 9.4. Schliesslich ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin bei der Verwertung ihrer Restar- beitsfähigkeit auf vorgängige befähigende berufliche Massnahmen angewiesen ist. 9.4.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt im Allge meinen der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selbst vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 23 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Laut ständiger Rechtsprechung ist zw ar im Regelfall eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsät zlich auf dem Weg der Selbsteingliede- rung zu verwerten. Die Wiedereingliederung von versich erten Personen im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fe rnbleiben von der Arbeitswelt ist jedoch re- gelmässig erschwert. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Versicherten können daher die Erfordernisse de s Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und m edizinisch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen. So kann es vorkommen, dass - ohne vor gängige Durchführung befähi- gender Massnahmen - die Verwertung eines bestimmten Lei stungspotenzials allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Aus diesem Grund muss sich die Verwaltung vor der Herab- setzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewissern, ob sich das medizinisch-theoretisch wiedergewonnene Leistungsvermögen ohne Weiteres in ein em entsprechend tieferen Invalidi- tätsgrad niederschlägt oder ob dafür ausnahmsweise ein e erwerbsbezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit, usw.) und/oder die Durchf ührung von Eingliederungsmassnah- men vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 9.4.2 Im Urteil vom 26. April 2011, 9C_228/2010 (pub liziert in: SVR 2011 IV Nr. 73), hat das Bundesgericht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in welchen der Ausnahmetatbestand der Notwendigkeit (vor gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit als e rfüllt zu betrachten ist, vom Regel- fall der Fälle einer sofortigen erwerblichen Verwertbarkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorstehend geschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 9.2 hiervo r) dahingehend präzisiert, dass sie grundsätzlich auf Sachverhalte zu beschränken ist, in denen die revisions- oder wiedererwä- gungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrent e eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit m ehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 9.4.3 Im vorliegenden Fall hat die 1958 geborene Besc hwerdeführerin im Zeitpunkt des Erlas- ses der rentenaufhebenden Verfügung am 7. November 201 6 das 55. Altersjahr überschritten und die Invalidenrente seit mehr als 15 Jahren bezogen, weshalb Eingliederungsmassnahmen zu prüfen waren und von der IV-Stelle auch in die Weg e geleitet wurden. Die Versicherte teilte in der Folge ihr Interesse an solchen Massnahmen mit un d am 22. Oktober 2015 wurde verein- bart, dass sie während drei Monaten an einem Belastbark eitstraining teilnehme. Nachdem die Versicherte dem Training unentschuldigt fernblieb, stel lte die Beschwerdegegnerin nach erfolg- tem Mahn- und Bedenkzeitverfahren ihre Eingliederungs bemühungen ein und übergab die Ak- ten im Hinblick auf den Erlass der rentenaufhebenden Ve rfügung der Rentenabteilung. Diese Vorgehensweise gibt zu keinerlei Beanstandungen Anlass, w as denn auch von der Versicher- ten in ihrer Beschwerde zu Recht nicht in Frage gestellt wird. Sie hat aufgrund ihres Verhaltens keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen. 10. Zusammenfassend ist aufgrund der vorstehenden Ausfüh rungen nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle mit der Revisionsverfügung vom 7. Nove mber 2016 die ursprüngliche Rente per Ende Dezember 2016 aufgehoben hat. Die dagegen erhobene Beschwerde ist daher abzu- weisen. 11. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahre n bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterlie- gende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auf erlegen sind. Diese werden mit dem be- reits geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht