<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp311600"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>108 Ib 376<br/><br/><br/><div class="paraatf">66. Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 18. November 1982 i.S. Reiser gegen Stadt Zürich und Eidg. Militärdepartement (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp313072"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/711/2" type="start"></artref><artref id="CH/711/1" type="start"></artref>Art. 1, 2 und 3 EntG</span><artref id="CH/711/2" type="end"></artref><artref id="CH/711/3" type="end"></artref>, <span class="artref">Art. 102 lit. d OG</span>; Übertragung des Enteignungsrechtes, Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. <div class="paratf">Der Entscheid, mit welchem das Enteignungsrecht einem Dritten erteilt wird, kann insoweit nicht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden, als die erhobenen Rügen im Einspracheverfahren vorgebracht werden können. </div> </div> </div> <a name="idp191872"></a> <a name="idp348176"></a> <br/><div> <a name="idp354656"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 376</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page376"></a><div class="center pagebreak">BGE 108 Ib 376 S. 376</div> </div> <div class="paraatf">Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp356752"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>Das Eidgenössische Militärdepartement räumte der Stadt Zürich auf deren Gesuch hin am 22. September 1982 das Recht ein, allfällige nachbarliche Abwehransprüche, die den Betrieb der Schiessanlage "Hasenrain" in Zürich-Albisrieden hindern könnten, in Anwendung des Bundesgesetzes über die Enteignung zu expropriieren. Gegen diese Verfügung hat Dr. Martin Reiser, Eigentümer eines in Nähe des Schiessplatzes liegenden Grundstückes, Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht. Er bringt vor, das Departement hätte ohne nähere Abklärung des Sachverhaltes, insbesondere der Lärmsituation im fraglichen Gebiet, das Enteignungsrecht nicht gewähren dürfen; der Entscheid verstosse zudem gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip, <span class="artref">Art. 21quater Abs. 3 BV</span> sowie Art. 3 des Raumplanungsgesetzes und müsse daher aufgehoben werden.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp361072"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Mit der angefochtenen Verfügung, die sich auf Art. 32 der Militärorganisation vom 12. April 1907 und Art. 27 der Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst vom 29. November 1935 stützt, ist der Stadt Zürich das Enteignungsrecht im Sinne von <span class="artref"><artref id="CH/711/3/3" type="start"></artref><artref id="CH/711/3/2" type="start"></artref>Art. 3 Abs. 2 und 3 EntG</span><artref id="CH/711/3/3" type="end"></artref><artref id="CH/711/3" type="end"></artref> übertragen und diese damit ermächtigt worden, die Eidgenössische Schätzungskommission um Einleitung <a name="page377"></a><div class="center pagebreak">BGE 108 Ib 376 S. 377</div>und Durchführung des Expropriationsverfahrens zu ersuchen. In diesem Verfahren hat der Enteignete Gelegenheit, mit Einsprache unter anderem geltend zu machen, die Voraussetzungen zur Übertragung des Enteignungsrechtes (<span class="artref">Art. 3 EntG</span>) wie zu dessen Ausübung überhaupt (<span class="artref">Art. 1 EntG</span>) seien nicht vorhanden (vgl. Entscheid vom 28. November 1978 i.S. Burgergemeinde Saas-Almagell und Mitbeteiligte, nicht publizierte E. 2b; HESS, Enteignungsrecht des Bundes, N. 8 zu <span class="artref">Art. 1 EntG</span>, N. 12, 18 zu <span class="artref">Art. 3 EntG</span>, N. 4, 5, 7 zu <span class="artref">Art. 35 EntG</span>, N. 1, 3 zu <span class="artref">Art. 32 MO</span>). Steht dem Enteigneten aber mit dem vor das Departement (<span class="artref">Art. 55 EntG</span>) und schliesslich ans Bundesgericht führenden Einspracheverfahren ein besonderer Rechtsweg offen, um - bei Scheitern der Einigungsverhandlung - die gegen die Enteignung gerichteten Einwände vorzubringen, so kann gegen die Verleihung des Enteignungsrechts an sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zugelassen werden (<span class="artref">Art. 102 lit. d OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=6&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1982&amp;to_year=1982&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-IB-197%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page204">BGE 105 Ib 204</a>; vgl. GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, S. 115 und 172 in fine). Es fragt sich allerdings hier, ob die Beschwerde Dr. Reisers direkt als Einsprache entgegengenommen werden könne; dies abzuklären, ist Sache des Präsidenten der Schätzungskommission, an den die eingereichte Rechtsschrift zu überweisen ist.</div> </div></body></html></html>