<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <table border="0"> <tr> <td> <img height="68" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2014-11-10-2C_513-2014.1&amp;type=gif" width="95"/> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> <tr> <td> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_513/2014 </b> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> <td> <div class="para"> </div> </td> </tr> </table> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 10. November 2014</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Seiler, präsidierendes Mitglied, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, Kneubühler, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Zähndler. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Fürsprecher Michael Burkard, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern</i>, </div> <div class="para"> <i>Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern</i>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Widerruf der Aufenthaltsbewilligung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. April 2014. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der 1973 geborene marokkanische Staatsangehörige A.________ reiste 2003 in die Schweiz ein und heiratete eine hier lebende Deutsche, worauf ihm eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA erteilt und bis zum 9. Oktober 2008 verlängert wurde. Im August 2008 wurde die Ehegemeinschaft aufgelöst und am 27. Juli 2009 wurde die Ehe geschieden. Die Aufenthaltsbewilligung von A.________ wurde jedoch auch nach Auflösung der Gemeinschaft weiterhin verlängert. </div> <div class="para">Am 22. März 2010 heiratete A.________ in seiner Heimat eine Landsfrau, mit welcher er bereits seit 2006 in sog. ziviler Vollmachtsehe nach marokkanischem Recht verheiratet war und mit der er einen am 30. Dezember 2005 geborenen gemeinsamen Sohn hat. Am 21. März 2011 ersuchte A.________ um Nachzug seiner Ehefrau und seines Sohnes. Am 17. Februar 2012 kam sodann eine gemeinsame Tochter zur Welt. </div> <div class="para">Nach Erhalt des Nachzugsgesuches und nach entsprechenden Abklärungen widerrief das Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern mit Verfügung vom 26. März 2012 die Aufenthaltsbewilligung von A.________, da dieser die Existenz seiner Parallelfamilie im Heimatland verschwiegen habe. Die von A.________ gegen diese Verfügung ergriffenen kantonalen Rechtsmittel wurden von der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (Entscheid vom 29. Oktober 2013) sowie vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern (Urteil vom 17. April 2014) abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die von A.________ daraufhin beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist offensichtlich unbegründet, weshalb sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 BGG</span> mit summarischer Begründung und Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen abzuweisen ist: </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 62 lit. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20)</span> kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausländer oder sein Vertreter im Bewilligungsverfahren falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat. Im vorliegenden Fall hätte dem Beschwerdeführer offensichtlich klar sein müssen, dass die Existenz einer zweiten de-facto-Ehefrau in Marokko sowie eines gemeinsamen Kindes für den Bewilligungsentscheid der hiesigen Migrationsbehörden von sehr grosser Bedeutung ist, zumal dies auf eine Parallelbeziehung im Heimatland hinweist (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=29&amp;from_date=04.11.2014&amp;to_date=23.11.2014&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 135 II 1</a> E. 4.1 S. 5; Urteil 2C_214/2013 vom 14. Februar 2014 E. 2.2 m.w.H.). Durch das Verschweigen dieses Umstandes hat der Beschwerdeführer mithin einen Widerrufsgrund gesetzt, was er im bundesgerichtlichen Verfahren zu Recht nicht mehr bestreitet. </div> <div class="para">Stattdessen macht er geltend, das Verwaltungsgericht habe bei seinem Entscheid den Interessen seiner in Marokko lebenden Familienangehörigen, namentlich denjenigen seiner Ehefrau und Kinder, nicht Rechnung getragen; bei einer korrekten Berücksichtigung von deren Anliegen erscheine der angefochtene Entscheid als unverhältnismässig. Von Bedeutung sei insbesondere, dass er mit seinem in der Schweiz erzielten Einkommen die Familie in Marokko unterstützen könne: Zum einen leiste er monatliche Unterhaltszahlungen in Höhe von Fr. 500.--, zum anderen habe er für seine Familie in seiner Heimat ein Haus gekauft und übernehme dessen Amortisation in Höhe von monatlich 4'500.-- Marokkanischen Dirham, was rund Fr. 490.-- entspricht. In Marokko sei es ihm dagegen nicht möglich, ein hierfür ausreichendes Einkommen zu erzielen. </div> <div class="para">Die Ausführungen des Beschwerdeführers erscheinen indes nicht als entscheidwesentlich: Die von ihm ins Feld geführten, möglicherweise zu erwartenden Finanzprobleme sind einzig auf das Lohnniveau und die Wirtschaftslage in Marokko zurückzuführen. Wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt wird, sind der Beschwerdeführer und seine Familie davon nicht stärker betroffen als die übrige dort ansässige Bevölkerung. Die Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimat und der Wegfall des schweizerischen Erwerbseinkommens bzw. der damit einhergehenden Kaufkraftdifferenzen können wohl zur Folge haben, dass sich die Aufrechterhaltung des bisher gepflegten Lebensstils mit Wohneigentum als schwierig erweist. Indessen ist es dem Beschwerdeführer und seiner Familie ohne Weiteres zuzumuten, sich auf die neue Situation einzustellen und ihren Wohn- und Lebensstandard so anzupassen, dass er sich mit einem den lokalen Gegebenheiten entsprechenden Einkommen finanzieren lässt. Eine besondere individuelle Härte, welche den angefochtenen Entscheid als unverhältnismässig erscheinen liesse, ist jedenfalls nicht auszumachen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern sowie dem Bundesamt für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 10. November 2014 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das präsidierende Mitglied: Seiler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Zähndler </div> </div></body></html>