A bteilung V E -4200/2006 {T 0/2} U rteil vom 18. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter W alter Stöckli, R ichter M artin Zoller, R ichterin Therese Kojic G erichtsschreiberin Esther Karpathakis A._______, seine Ehefrau B._______, und die gem einsam en Kinder C ._______, D ._______, Türkei, w ohnhaft E._______, vertreten durch G abriel Püntener, R echtsanw alt, (...), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. M ai 2005 i. S. W iedererw ägung (Vollzug der W egw eisung) N B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. a) D ie Beschw erdeführer, türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie m it letztem W ohnsitz in F._______, gelangten am 2. O ktober 2002 in die Schw eiz und suchten gleichentags um Asyl nach. Zur Begründung der Asylgesuche m achten sie im W esentlichen geltend, der Beschw erdeführer habe seit dem Jahre 1995 oder 1996 in G ._______ bei seinem Bruder, dessen Ehefrau und deren Kindern gelebt. Ab dem Jahre 1999 habe er m ehrm als G eld für die H AD EP (H alkin D em okratisi Partisi, Partei der Volksdem okratie) beziehungsw eise für die PKK (Partiya Karke- ren Kürdistan, Kurdische Arbeiterpartei) gesam m elt, ohne allerdings M itglied der Parteien zu sein. Im Jahre 2001 hätten ihn drei Personen der Kontraguerilla bezie- hungsw eise vier unbekannte Personen w iederholt dazu aufgefordert, m it dieser U nterstützung aufzuhören. Aus dem selben G rund habe die Polizei ihn ein- bezie- hungsw eise zw eim al festgenom m en und jew eils nach einer N acht w ieder laufen lassen. Von den drei beziehungsw eise vier Personen, die ihn bereits früher ange- halten hätten, sei er an dem auf die N evrozfeier folgenden Tag nach der Arbeit überfallen w orden; sie hätten ihn m it M esserstichen verletzt. D en Ü berfall habe er auf dem nächsten Polizeiposten gem eldet, w o m an ihm erklärt habe, das Ereignis habe ausserhalb des Zuständigkeitsbereiches dieses Postens stattgefunden. D er Beschw erdeführer habe sich aufgrund der Verletzungen in Spitalpflege begeben m üssen. D ie Beschw erdeführerin sei w ährend des Spitalaufenthaltes ihres M an- nes von den drei Tätern beziehungsw eise von jem andem angehalten und gefragt w orden, ob der Beschw erdeführer den Angriff überlebt habe. N achdem sie diese Frage bejaht habe, habe m an gedroht, den Beschw erdeführer das nächste M al um zubringen. D ie Beschw erdeführerin, deren Fam ilie in F._______ lebe, habe jew eils zw ischen dieser Stadt und G ._______ gependelt. N ach der D rohung beziehungsw eise sechs M onate vor der Ausreise habe das Ehepaar den W ohnsitz von G ._______ nach F._______ verlegt, w eil sie Angst gehabt hätten. D ort hätten sie w ährend eines Jahres beziehungsw eise eineinhalb Jahren beziehungsw eise sechs M onaten beim Vater der Beschw erdeführerin, w elcher gleichzeitig der O nkel des Beschw erdeführers sei, gelebt. Sie hätten sich dort polizeilich angem eldet. Im selben H aushalt habe eine Schw ester der Beschw erdeführerin, w elche Krankenschw ester von Beruf sei, m it ihrem Kind sow ie ein Bruder der Beschw erdeführerin (beziehungsw eise eine C ousine und ein C ousin des Be- schw erdeführers) gelebt. Inzw ischen sei eine w eitere Schw ester, w elche von Beruf Lehrerin sei, ebenfalls an die selbe Adresse gezogen. In F._______ habe sich der Beschw erdeführer m edizinisch w eiterbehandeln lassen und seine Schw ägerin/C ousine sei ihm sehr behilflich gew esen. Seit dem Ü berfall stottere er im Ü brigen, w enn er nervös sei. Aufgrund seiner gesundheitlichen Problem e habe er nicht m ehr arbeiten können und sei den ganzen Tag herum gelegen. D ie Fam ilien beider Ehepartner hätten sie finanziell unterstützt; die Kosten für die Ausreise, w elche sich auf 10'000 D ollar belaufen hätten, seien von den Eltern des Beschw erdeführers in D eutschland übernom m en w orden.3 D ie Beschw erdeführerin führte aus, sie sei in erster Linie ihres M annes w egen in die Schw eiz gekom m en, da sich dieser nach dem Ü berfall im Jahre 2001 nicht m ehr sicher gefühlt habe. D ie Lebensverhältnisse in der Türkei seien aber auch für sie selbst aufgrund ihrer Ethnie schw ierig gew esen, so sei sie etw a von der Schule suspendiert w orden, w eil sie den R eligionsunterricht nicht habe besuchen w ollen, und habe die Polizeischule nicht absolvieren dürfen. Ferner habe sie ausgedehnte Kontrollen über sich ergehen lassen m üssen, w enn sie jew eils von H ._______ ins H eim atdorf I._______ habe reisen w ollen. b) In Bezug auf die Lebensverhältnisse im H eim atland gab der Beschw erdeführer an- lässlich der Anhörungen zu seinem Asylgesuch zu Protokoll, er sei in einem D orf im Bezirk K._______, Provinz L._______, aufgew achsen und habe dort w ährend fünf Jahren die Prim arschule besucht. D anach habe er auf dem elterlichen H of m itgearbeitet und von 1994 bis 1996 den M ilitärdienst absolviert. Anschliessend sei er nach G ._______ gezogen, w o noch heute ein Bruder und eine Schw ester von ihm lebten. D ort habe er bis zu seiner Abreise nach F._______ im Jahre 2001 als Textilarbeiter in der Firm a seines Bruders gearbeitet und in dessen Fam ilie gelebt. Im Jahre 2001 habe er geheiratet. Auch seine in G ._______ lebende Schw ester arbeite in der Textil-Branche. Zw ei seiner Brüder hätten sich dem kurdischen W iderstand in den Bergen angeschlossen; der eine sei im Jahre 1996 um gekom m en, der andere sei unbekannten Aufenthalts. Seine Eltern und ein w eiterer Bruder befänden sich als anerkannte Flüchtlinge in D eutschland, eine Schw ester sei dort aufenthaltsberechtigt. Zw ei w eitere Schw estern seien in der Schw eiz w ohnhaft, die eine sei als Flüchtling anerkannt, die andere halte sich als Asylbew erberin hier auf. Zahlreiche Verw andte seien in w eiteren europäischen Staaten w ie Frankreich oder N orw egen ansässig. D ie Beschw erdeführerin führte aus, sie sei in M ._______ aufgew achsen und habe dort die Prim ar- und die M ittelschule sow ie das G ym nasium besucht. N achdem sie an der Polizeischule in H ._______ nicht zugelassen w orden sei, habe sie dort bis im Jahre 1994 als Spitalgehilfin gearbeitet. D anach habe sie in N ._______ und ab dem Jahre 1998 in F._______ gelebt. Im Jahre 2001 sei sie nach G ._______ gezogen, w o sie ebenfalls als Spitalgehilfin gearbeitet habe. Ihr Vater lebe in F._______ - er arbeite allerdings als Elektriker in H ._______, w o er jew eils auch übernachte -, ihre M utter sei in M ._______, ein Bruder und zw ei Schw estern befänden sich in F._______ und eine w eitere Schw ester, w elche ebenfalls Lehrerin sei, w ohne in O ._______. Am (...) 2003 w urde in der Schw eiz die erste, am (...) 2006 die zw eite Tochter der Beschw erdeführer geboren. B. a) M it Verfügung vom 31. M ärz 2004 stellte das Bundesam t fest, die Beschw erdefüh- rer erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihre Asylgesuche ab; gleichzeitig verfügte es die W egw eisung der Beschw erdeführer aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Zur Begründung führte es aus, die Vorbringen der Beschw erdeführer genügten teilw eise den Anforderungen an die G laubhaftigkeit und teilw eise jenen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Ein Vollzug 4 der W egw eisung erw eise sich als zulässig, zum utbar und m öglich. Insbesondere sei eine allenfalls m edizinisch notw endige Behandlung der vom G esuchsteller gel- tend gem achten gesundheitlichen Problem e im H eim atland gew ährleistet. b) M it R echtsm itteleingabe vom 10. M ai 2004 beantragten die Beschw erdeführer bei der dam als zuständigen Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) die Aufhe- bung der Verfügung vom 31. M ärz 2004 und die G ew ährung von Asyl in der Schw eiz. Eventualiter sei vom Vollzug der W egw eisung abzusehen. c) M it U rteil vom 28. Septem ber 2004 w ies die AR K die Beschw erde ab. Zur Begrün- dung führte sie aus, die angefochtene Verfügung halte in allen Punkten einer Ü berprüfung stand. W as die gesundheitliche Situation des Beschw erdeführers be- treffe, so attestiere der ärztliche Bericht vom 16. Juni 2004 dem reisefähigen Be- schw erdeführer eine leichte bis m ittelgradige Posttraum atische Belastungsstörung (PTBS), w elche in einer regelm ässigen Behandlung allenfalls m it m inim aler U nter- stützung durch die Einnahm e von Antidepressiva behandelt w erden könne. Laut dem selben Bericht bestehe aber beim Beschw erdeführer offenbar gegenw ärtig kein derartiger Leidensdruck, um eine psychotherapeutische Behandlung aufzusu- chen. U nabhängig davon könne aber festgestellt w erden, dass hinsichtlich psycho- therapeutischer Behandlungen sow ohl die notw endigen therapeutischen Institutio- nen als auch die m edikam entöse Behandlung in der Türkei zur Verfügung stünden, und der Beschw erdeführer, w ie er dies offenbar bereits getan habe, jederzeit auf die vorhandene Infrastruktur zurückgreifen könne. d) M it Schreiben vom 20. O ktober 2004 forderte das Am t für M igration des Kantons Luzern die Beschw erdeführer auf, die Schw eiz bis am 7. D ezem ber 2004 zu ver- lassen. Anlässlich des Ausreisegesprächs bei der kantonalen Frem denpolizeibe- hörde vom 22. O ktober 2004 gaben die Beschw erdeführer an, sie hätten ihre H ei- m at verlassen, w eil sie hier hätten bleiben w ollen. Als Kurden könnten sie in der Türkei nicht leben und eine R ückkehr w ürde ihren Tod bedeuten; sie gedächten, "das ganze Asylgesuch nochm als aufrollen zu lassen" und hätten nicht die Absicht, die Schw eiz zu verlassen. C . a) Am 6. D ezem ber 2004 reichten die Beschw erdeführer beim Bundesam t ein W ie- dererw ägungsgesuch in Bezug auf den angeordneten W egw eisungsvollzug ein. Sie m achten zur Begründung geltend, die gesundheitlichen Problem e des Be- schw erdeführers seien im U rteil der AR K vom 28. Septem ber 2004 als leichte Stö- rung bezeichnet und für die Frage, ob sich ein Vollzug der W egw eisung als zum ut- bar erw eise, als nicht relevant beurteilt w orden. Inzw ischen sei der Beschw erde- führer am 26. N ovem ber 2004 nach einem Suizidversuch stationär in der Klinik (...) hospitalisiert w orden. W ie aus dem jüngsten ärztlichen Bericht vom 3. D ezem ber 2004 hervorgehe, handle es sich bei der stationär behandlungsbedürftigen Er- krankung des Beschw erdeführers um einen neuen Sachverhalt, der noch nicht G e- genstand des Verfahrens vor den schw eizerischen Asylbehörden gew esen sei. Es liege eine PTBS, eine m ittelgradig depressive Episode m it som atischen Sym p- tom en und eine psychische Verhaltensstörung durch Alkohol vor. D ie R eisefähig- keit sei m om entan nicht gegeben. Angesichts der Tatsache, dass die genauen U r-5 sachen für die Erkrankung des Beschw erdeführers nicht bekannt seien, und um zu beurteilen, ob der Vollzug der W egw eisung aus m edizinischen G ründen unzum ut- bar sei, sei eine angem essene Frist zur Einreichung eines ausführlichen ärztlichen Berichtes anzusetzen. Schliesslich sei die kantonale Behörde anzuw eisen, keine Vollzugsm assnahm en zu ergreifen. Zusam m en m it dem W iedererw ägungsgesuch reichten die Beschw erdeführer ein Schreiben der Psychiatrischen Klinik (...) vom 3. D ezem ber 2004 zu den Akten. D araus geht hervor, dass der Beschw erdeführer unter einer PTBS, einer m it- telgradigen depressiven Episode m it som atischen Sym ptom en, psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol und Tabak leide. Zur Zeit sei eine integrierte psychiatrische Behandlung nötig, deren D auer noch nicht sicher festgelegt w erden könne, und der Patient sei in dem Sinne zur Zeit nicht reisefähig, als er (im R ah- m en der D epression und anhaltenden Belastungssituation) drohe, sich sofort um - zubringen, sollte er ausgeschafft w erden. b) Am 7. D ezem ber 2004 setzte das Bundesam t den Vollzug der W egw eisung vor- sorglich aus. c) M it Eingabe vom 22. Februar 2005 reichten die Beschw erdeführer beim Bundes- am t einen ausführlichen ärztlichen Bericht der zuständigen Ärzte der Klinik (...) vom 14. Februar 2005 zu den Akten. D ie Ärzte halten dort insbesondere fest, gem äss seinen Angaben habe der Be- schw erdeführer bereits im H eim atland m ehrere Suizidversuche gem acht. D as ers- te M al, w eil er sich als 19-Jähriger einsam gefühlt habe, nachdem alle seine Be- kannten das H eim atland verlassen hätten; das zw eite M al habe er sich im M ilitär- dienst das Leben nehm en w ollen, w eil er zum Fasten gezw ungen w orden sei. U n- gefähr vier M onate nach seiner Einreise in die Schw eiz sei der Beschw erdeführer ärztlich untersucht w orden; w egen der im Vordergrund stehenden Schlafstörungen habe er ein schlafförderndes, antidepressiv w irkendes M edikam ent erhalten. Am 18. N ovem ber 2004 sei der Beschw erdeführer in den Am bulanten D iensten des Psychiatriezentrum s (...) untersucht w orden, w eil er nach Angaben seiner Ehefrau bereits seit m ehreren M onaten m it Suizid gedroht habe. Es sei unklar geblieben, ob es sich um Verfolgungsideen im R ahm en einer w ahnhaften Störung oder in jenem einer PTBS gehandelt habe. N ach Beurteilung der Ehefrau hätten die Suiziddrohungen m it den in der Türkei erlittenen D rohungen im Zusam m enhang gestanden. D er untersuchende Arzt habe sich dann für die Anordnung eines fürsorgerischen Freiheitsentzugs und eine notfallm ässige Einw eisung in die Psy- chiatrische Klinik (...) entschieden. D er Patient gebe in Bezug auf seine Be- schw erden an, vor dem traum atischen Erlebnis des Ü berfalls keine Sprechstö- rungen gehabt zu haben; seine offensichtliche Sprechhem m ung im Sinne von Stot- tern nähm e in Belastungssituationen schlagartig zu. Seit den G ew alterlebnissen in der Türkei klage er über Verfolgungsängste. Konkrete Suizidgedanken lägen vor. D er Beschw erdeführer leide in letzter Zeit erneut unter zunehm enden Schlafstö- rungen, da er sich viele Sorgen über die Zukunft und seine Fam ilie m ache. In Bezug auf den Status hielten die Ärzte fest, ihr Patient befinde sich in reduzier- tem Allgem ein- und norm alem Ernährungszustand. Seine Sprache sei stotternd. Er sei w ach, bew usstseinsklar und in allen Q ualitäten gut orientiert. Konzentration und Aufm erksam keit im G espräch seien uneingeschränkt. D as D enken form al ob-6 jektiv unauffällig, subjektiv eingeengt auf seine Problem atik m it zw anghaftem G rü- beln. Inhaltlich gehe es um die überw ertige Vorstellung, auf der Strasse m öglicher- w eise verfolgt oder niedergestochen zu w erden. Akustische H alluzinationen w ür- den bejaht. Im Affekt sei er eher verzw eifelt. Seit Jahren leide er an Schlafstörun- gen und seit zw ei M onaten verstärkt. Seit längerer Zeit konsum iere er Alkohol. Von Suizidhandlungen könne sich der Patient im Klinikrahm en distanzieren. Bei einer Ausschaffung w ürde er sich suizidieren w ollen. Auf der Akutstation seien die G e- spräche m it dem Beschw erdeführer in Anw esenheit eines kurdischen D olm et- schers erfolgt. D ieser habe Konzentrationsschw ierigketen und M issverständnisse bem erkt. D iagnostisch schliessen die Ärzte auf eine rezidivierende depressive Störung, eine schw ere Episode m it psychotischen Sym ptom en und eine aktuell m ittelgradige de- pressive Störung m it som atischen Sym ptom en. Ferner attestieren sie eine PTBS bei Status nach Verfolgung und körperlicher Verletzung bei Ü berfall, eine Panik- störung (episodisch, anfallsw eise Angst in Form von Panikattacken), Status nach paranoid-halluzinatorischer Psychose m it m ehrm onatiger Episode von Verfol- gungsw ahn und halluzinatorischen Sym ptom en und anam nestisch Episode m it schädlichem Alkoholgebrauch. In Bezug auf die Behandlung hielten die Ärzte fest, nach Beginn der pharm akologi- schen Behandlung und leichter Stabilisierung auf der Akutaufnahm estation sei der Patient zur w eiteren Behandlung auf die offen geführte R ehabilitationsstation ver- legt w orden. Er besuche regelm ässig die Arbeitstherapie; die Pflege und der be- handelnde Arzt führten stützende G espräche durch. D abei sei festzustellen, dass der Patient vor allem an w iederkehrenden Bildern von traum atischen Erlebnissen leide, die bisher therapeutisch nicht hätten behoben w erden können. W eil die Ängste des Patienten zeitw eise den C harakter von w ahnhafter G ew issheit, dass alles so kom m en w erde, w ie er es denkt, hätten, w erde er m it zw ei verschiedenen M edikam enten aus der G ruppe der N euroleptika behandelt. Seit dem Eintritt in die Klinik habe der Patient ein antidepressiv w irksam es M edikam ent erhalten. W eil die schw ere psychosoziale Belastung und die D rucksituation des Patienten anhielten und für ihn reale Bedrohungen seien, hätten bisherige Behandlungen keinen Erfolg gebracht. Insbesondere habe sich die suizidale Stim m ung, die Anlass für die Ein- w eisung in die Klinik gew esen sei, nicht w esentlich gebessert. Trotz des zeitlichen Abstandes zum Traum a sei eine Prognose unsicher und ungünstig. Bezüglich der R eisefähigkeit sei festzuhalten, dass der Patient nicht in der Lage sei, selbständig Ausflüge oder Tagesurlaube zu seiner Fam ilie zu m achen. G rund- sätzlich sei er rückschaffungsfähig, aktuell nicht reisefähig. Bei einer allfälligen zw angsw eisen R ückführung in die Türkei steige die G efahr akut an, dass er sich suizidiere, w as in seinem D enken - er stelle sich vor, dam it die R ückschaffung sei- ner Frau und seines Kindes verhindern zu können - einen M ärtyrertod bedeuten w ürde. Trenne m an seine Fam ilie von ihm , w erde er das verm utlich als zusätzli- chen H inw eis interpretieren, dass er ein Versager sei und sich psychisch noch w ei- ter verschlechtern. Aus psychiatrischer Sicht erscheine es nicht w ahrscheinlich, dass dieser einfach strukturierte M ann in der Türkei w ieder Boden unter den Fü- ssen gew innen könne, zum al er dort w eitgehend isoliert von seiner R estfam ilie, die in europäischen Ländern Asyl erhalten habe, w äre. Entscheide sich die M igrations- behörde, den Beschw erdeführer auszuw eisen und zurückzuschaffen, m üsse er 7 aus psychiatrischer Sicht zw ingend in eine psychiatrische Klinik überführt und als hochgradig suizidal beurteilt w erden. Schliesslich halten die Ärzte fest, auffällig sei beim Beschw erdeführer die Berufsanam nese, w elche m it Ausnahm e von drei Jah- ren beruflicher Tätigkeit bei seinem Bruder leer sei. In Bezug auf eine berufliche Existenzbildung w erde die Prognose deshalb zusätzlich schw ierig. d) Anlässlich eines Telefongespräches des Sachbearbeiters des Bundesam tes m it dem behandelnden Arzt vom 14. M ärz 2005 teilte dieser m it, der Beschw erdefüh- rer befinde sich w eiterhin in der Klinik und sei psychotischer gew orden (fühle sich verfolgt, beobachtet, Angst vor Polizei, PKK). Er befinde sich in zw ei Therapien und es sei noch nicht klar, w ie lange er noch in der Klinik verbleibe. Anlässlich ei- nes w eiteren Telefongespräches vom 4. M ai 2005 gab der Arzt zur Auskunft, der Beschw erdeführer befinde sich nach w ie vor in der Klinik. Es fänden Entlassungs- vorbereitungen zw ecks Findung einer Tagesstruktur statt. D er Beschw erdeführer w erde ungefähr M itte M ai entlassen. D ann benötige er am bulante Behandlung und zw ei M edikam ente. D . M it Verfügung vom 27. M ai 2005 lehnte die Vorinstanz das W iedererw ägungsge- such vom 6. D ezem ber 2004 ab, erklärte die Verfügung vom 31. M ärz 2004 als rechtskräftig und vollstreckbar und hielt fest, einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu. Zur Begründung führte sie im W esentlichen aus, bezüglich der psychotherapeutisch notw endigen Behandlung habe die AR K bereits in ihrem U rteil vom 28. Septem ber 2004 festgehalten, sow ohl die notw endigen Institutionen als auch M edikam ente stünden in der Türkei zur Verfügung, und der Beschw erdeführer habe diese ja auch schon genutzt. Es stünden ferner auch in der Türkei Spitäler m it psychiatrischen Abteilungen zur Behandlung zur Verfügung, und chronische psychische G ebrechen seien in der Türkei behandelbar. Eine all- fällige Therapie könne dort zudem in der M uttersprache des Beschw erdeführers durchgeführt w erden. Angesichts der bestehenden m edikam entösen und psycho- therapeutischen Behandlungsm öglichkeiten könne eine allfällige Suizidalität eben- falls m it M edikam enten und anderen therapeutischen M assnahm en gedäm pft w er- den. D iese Behandlung könne m it U nterstützung einer adäquaten m edizinischen R ückkehrhilfe, w elche allenfalls m it einer durch m edizinisches Fachpersonal be- gleiteten R ückführung zu verbinden sein w ürde, auch bei einer R ückführung des Beschw erdeführers in sein H eim atland w eiterhin gew ährleistet w erden. E. a) Am 2. Juni 2005 reichten die Beschw erdeführer bei der AR K ein G esuch um W ie- derherstellung der aufschiebenden W irkung der Beschw erde ein und beantragten, der Kanton Luzern sei anzuw eisen, von Vollzugsm assnahm en abzusehen. Zur Be- gründung führten sie aus, der nun m öglich gew ordene sofortige Vollzug der W eg- w eisung w ürde Leib und Leben des Beschw erdeführers gefährden. Es w erde be- absichtigt, innerhalb der laufenden Beschw erdefrist gegen die Verfügung des BFM vom 27. M ai 2005 R echtsm ittel zu erheben.8 b) M it U rteil vom 3. Juni 2005 trat die AR K m angels Vorliegen einer Beschw erde w e- der auf das G esuch um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung noch auf jenes um Aussetzung des W egw eisungsvollzugs ein. F. a) M it R echtsm itteleingabe vom 6. Juni 2005 beantragten die Beschw erdeführer bei der AR K die Aufhebung der Verfügung vom 27. M ai 2005 und die Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs. In verfahrensrechtlicher H insicht be- gehrten sie, der Vollzug der W egw eisung sei im Sinne einer vorsorglichen M ass- nahm e unverzüglich zu sistieren und das Am t für M igration (...) anzuw eisen, von Vollzugshandlungen abzusehen. Zur Begründung führten sie aus, nach der Zustellung des AR K-U rteils vom 28. Septem ber 2004 sei beim Beschw erdeführer eine im Vergleich zu vorher w eitaus schw erere Erkrankung aufgetreten, w elche eine m ehr als 5 M onate dauernde stationäre Behandlung nötig gem acht habe. N un w erde er am bulant durch den H ausarzt betreut. M ehrfach sei in den ärztlichen Berichten darauf hingew iesen w orden, dass der Beschw erdeführer klar nicht reisefähig sei. D ass der Beschw erdeführer aus der stationären Behandlung habe austreten können, sei darauf zurückzuführen, dass er sich in einer relativen Sicherheit habe w ähnen können, nachdem der Vollzug der W egw eisung sistiert w orden sei. D iese falle nun w eg, w eshalb m it einer neuen schw eren Suizidalität und einer erneuten sofortigen stationären H ospitalisierung zu rechnen sei, sobald dem Beschw erdeführer die angefochtene Verfügung zu Kenntnis gelange. D ie Be- schw erdeführer kündigten die N achreichung der detaillierten Anträge und deren Begründung innert laufender R echtsm ittelfrist an. b) M it Zw ischenverfügung vom 6. Juni 2005 setzte die AR K den Vollzug im Sinne ei- ner vorsorglichen M assnahm e aus. G . a) M it ergänzender Eingabe vom 4. Juli 2005 beantragten die Beschw erdeführer, die Verfügung vom 27. M ai 2005 sei aufzuheben und es sei die Sache zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes an das BFM zurück zu w eisen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen. D en Beschw erdeführern sei zu gestatten, den Abschluss des Verfahrens in der Schw eiz abzuw arten. Zur Begründung führten sie ergänzend aus, das Bundesam t setze sich in seinem Ent- scheid über die klaren Aussagen der m edizinischen Sachverständigen hinw eg, habe es aber andererseits unterlassen, bei einem anderen m edizinischen Sach- verständigen entsprechende Abklärungen vorzunehm en. M it seinem Verw eis auf die Erw ägungen im AR K-U rteil verw eigere das Bundesam t anzuerkennen, dass tatsächlich ein neuer Sachverhalt vorliege. D am it ginge die Vorinstanz nicht von der heute aufgetretenen schw eren Erkrankung des Beschw erdeführers, sondern von der zum Zeitpunkt des AR K-U rteils bestehenden leichten gesundheitlichen Störung aus. In den bisherigen Eingaben und ärztlichen Berichten sei darauf hin- gew iesen w orden, dass nicht das Fehlen von m edizinischen Institutionen in der Türkei vorliegend ein Problem darstelle, sondern die spezielle Art und W eise der 9 Erkrankung des Beschw erdeführers, w elche in der Türkei sogar m it einer korrekten Behandlung keine gute Prognose zulasse, und w esw egen von einer G efährdung seiner G esundheit und sogar seines Lebens auszugehen sei. D em Beschw erde- führer sei m ehrfach von den behandelnden Ärzten eine anhaltende R ückreiseunfä- higkeit attestiert w orden. Sollte die Angelegenheit nicht an die Vorinstanz zurück- gew iesen w erden, stelle sich die Frage, ob auch die Beschw erdeinstanz an den ärztlichen Berichten zw eifle. W enn ja, so w erde beantragt, dass sie ihrerseits ei- nem anderen m edizinischen Sachverständigen den Auftrag erteile, den Beschw er- deführer zu begutachten. b) Zusam m en m it der Eingabe reichten die Beschw erdeführer einen w eiteren ärztli- chen Bericht der Klinik (...) vom 1. Juli 2005 zu den Akten. Laut diesem Bericht w urde nach der am 13. M ai 2005 erfolgten Entlassung des Beschw erdeführers aus der Klinik aufgrund einer akuten Suizidalität eine erneute H ospitalisation am 23. M ai 2005 notfallm ässig angeordnet. D er Patient habe nach seiner Entlassung aus der Klinik verm ehrt unter Angstzuständen gelitten, sei schlaflos und reizbar gew or- den. Zunehm end habe er Angst vor eigenem Kontrollverlust gehabt und entw ickle zunehm end die Phantasie, sich und seine Fam ilie in Brand zu setzen, w enn die Ausschaffung von ihm und seiner Fam ilie konkret durchgesetzt w erde. Er leide un- ter existenzieller, vitaler Angst vor der türkischen Polizei, insbesondere der Angst, gefoltert zu w erden, sow ie unter Perspektivenlosigkeit für den Fall einer R ückschaffung in die Türkei. N achdem der Patient am 30. M ai 2005 entlassen w orden sei, habe m ittels fürsorgerischer Freiheitsentziehung am 2. Juni 2005 eine dritte H ospitalisation stattgefunden, nachdem N achbarn Schreie aus der W ohnung gehört hätten. D iese hätten den H ausarzt avisiert und die Polizei habe den Be- schw erdeführer in die Klinik geführt. D er Patient sei nicht frem dagressiv (z.B. ge- gen Frau und Kind) gew orden, sondern habe im R ahm en einer Alkoholintoxikation erheblichen Sachschaden in der W ohnung angerichtet. D abei bestehe insofern ein Problem bew usstsein beim Patienten, dass er unter Alkoholeinfluss agressiv w erde und ein D ilem m a, da er sich durch Alkohol selbst zu entspannen versuche und ver- suche, seine Angst unter Kontrolle zu bekom m en. D er Beschw erdeführer w erde m it Psychopharm aka behandelt. H . a) M it Zw ischenverfügung vom 13. Juli 2005 setzte die AR K den Vollzug der W egw ei- sung für die D auer des Beschw erdeverfahrens aus und erhob von den Beschw er- deführern einen Vorschuss an die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 1'200.--. b) M it Eingabe vom 28. Juli 2005 suchten die Beschw erdeführer w iedererw ägungs- w eise um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG nach. M it Zw i- schenverfügung vom 2. August 2005 hiess die AR K das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete w iedererw ägungsw eise auf den m it Zw ischenverfügung vom 13. Juli 2005 erhobenen Kostenvorschuss. I. M it Vernehm lassung vom 9. Septem ber 2005 hielt das Bundesam t an seinem Standpunkt fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. Ergänzend führte 10 es aus, eine Beurteilung der R eise- und/oder Transportfähigkeit könne nur im H in- blick auf einen effektiven Ausreiseterm in erfolgen, da sow ohl eine entsprechende Bejahung als auch Verneinung vom m om entanen Stand der Krankheit abhänge. D a der Vollzug der W egw eisung in die Kom petenz der Kantone falle, befinde der Kanton ad hoc über die R eise- beziehungsw eise Transportfähigkeit der zurückzu- führenden Person und teile der Abteilung Vollzugsunterstützung m it, ob die R ück- führung allfälliger H ilfsm ittel oder einer m edizinischen Begleitung bedürfe oder ob die betroffene Person w eder reise- noch transportfähig sei. Ferner könne die im ärztlichen Bericht vom 1. Juli 2005 erw ähnte Selbst- und Frem dgefährdung des Beschw erdeführers sow ohl in der Schw eiz als auch in der Türkei m it geeigneten m edizinischen M assnahm en eingedäm m t w erden. J. M it R eplik vom 30. Septem ber 2005 m achten die Beschw erdeführer geltend, die R eiseunfähigkeit, w ie sie aus dem Arztbericht vom 1. Juli 2005 hervorgehe, stelle ein Elem ent der konkreten G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG dar und sei dem zufolge im R ahm en der Prüfung der W egw eisungshindernisse durch das Bundesam t zu prüfen; dies sei klarerw eise nicht Aufgabe des Zuw eisungskan- tons, sondern der schw eizerischen Asylbehörden. D ass das Bundesam t w iederum am Arztbericht zw eifle, bekräftige im Ü brigen die N otw endigkeit des Beizuges an- derer Sachverständiger. K. M it Eingabe vom 17. Februar 2006 reichten die Beschw erdeführer eine ärztliche Bestätigung vom 8. Februar 2006 bezüglich einer zw eiten Schw angerschaft der Beschw erdeführerin ein. Ergänzend führen die Beschw erdeführer aus, die w erden- de M utter leide auch unter psychischen Problem en, w elche m it der Erkrankung ih- res Ehem annes zusam m enhingen. Es w äre deshalb sinnvoll, w enn das Beschw er- deverfahren um gehend und positiv entschieden w ürde. Falls an den gesundheitli- chen Problem en der Beschw erdeführerin gezw eifelt w ürde, sei eine angem essene Frist zur Einreichung eines w eiteren ärztlichen Berichtes anzusetzen. L. Am 23. M ärz 2006 zeigten die Beschw erdeführer an, dass sie in Kürze aktuelle Therapieverlaufsberichte zu den Akten reichen w ürden. M . a) M it Eingabe vom 19. M ai 2006 führten die Beschw erdeführer aus, der Beschw er- deführer sei vom 6. bis am 19. April 2006 bereits zum vierten M al in der Klinik (...) stationär hospitalisiert gew esen. D ie Erm ordung eines Freundes der Fam ilie in der Türkei habe beim Beschw erdeführer eine Belastungsreaktion m it Angst und Panik ausgelöst. Er habe in der Folge seine M edikam ente nicht m ehr eingenom m en und verm ehrt zu Alkohol gegriffen. Es zeige sich som it, dass selbst ein belastendes Ereignis in der Türkei bei ihm zu einem starken Krankheitsausbruch führe. W ie bereits in den früheren Arztberichten dargelegt, sei der Beschw erdeführer bezogen auf seine psychischen R essourcen im Zusam m enhang m it einer allfälligen R ückkehr in die Türkei äusserst begrenzt.11 b) G leichzeitig reichten die Beschw erdeführer einen Austrittsbericht der Klinik (...) vom 8. M ai 2006 ins R echt. Als H auptdiagnose nennen die Ärzte dort Anpas- sungsstörungen: Angst und depressive R eaktion gem ischt; Zusatzdiagnose: psy- chische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher G ebrauch. D ie be- handelnden Ärzte halten dazu fest, der Patient sei zur Krisenintervention und m e- dikam entösen N eueinstellung eingew iesen w orden bei bekannter rezidivierender depressiver Störung sow ie PTBS. Im Vordergrund sei bei Eintritt die N ichteinnah- m e der M edikation seit zw ei W ochen gestanden sow ie zunehm ende U nruhe und das verm ehrte Auftreten von Ängsten, Schlafstörungen sow ie Alkoholm issbrauch. Zudem sei eine akute Belastungsreaktion m it Angst und Panik aufgetreten, als der Patient erfahren habe, dass ein Freund der Fam ilie in der Türkei erm ordet w orden sei. D es W eiteren belaste die m om entane Situation m it der U ngew issheit einer Ausw eisung sow ie die Abgeschiedenheit in (...) m it dem erschw erten Kontakt zu seiner Fam ilie den Patienten sehr stark. U nter W iederbeginn der antidepressiven Therapie m it R em eron sow ie der Integration im stationären Alltag sei es zur Entlastung des Patienten - H ebung der G rundstim m ung und deutlicher M inderung der Ängste - gekom m en. N ach einem G espräch in Anw esenheit eines D ol- m etschers sow ie seiner Frau sei der Patient im stande und bereit gew esen, seine Angstproblem atik am bulant psychiatrisch anzugehen. D ie D iagnose der Anpas- sungsstörung sei gew ählt w orden, da Zustände von subjektivem Leiden und em otionaler Beeinträchtigung im Zusam m enhang m it einem belastenden Lebens- ereignis aufgetreten seien. Es sei davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden w äre. Bei W egfall der belastenden Lebens- um stände sei von einer Besserung innert sechs M onaten auszugehen. N . G em äss Zuschrift vom 21. D ezem ber 2006 w urde der Beschw erdeführer im Laufe der vergangenen W ochen erneut stationär in der Psychiatrischen Klinik (...) hospitalisiert. D er Austrittsbericht w erde nachgereicht. O . M it Eingabe vom 16. Januar 2007 reichten die Beschw erdeführer einen ärztlichen Bericht der (...) Psychiatrie vom 5. Januar 2007 zu den Akten. D arin w ird festgehalten, der Beschw erdeführer sei am 5. D ezem ber 2006 von seinem H ausarzt aufgrund einer psychischen D ekom pensation und zunehm ender Agressivität eingew iesen w orden. Bei Eintritt in die Klinik sow ie im H ospitalisationsverlauf sei eine depressive Stim m ungslage m it innerer U nruhe und Ängsten (vor G ew altanw endungen gegenüber der Ehefrau) aufgefallen. Anam nes- tisch sei zu erfahren, dass der Patient seit m ehreren Jahren "Alkoholm issbrauch auffällig" sei. Aus der Sicht der verfassenden Ärzte sei die D iagnose Anpassungs- störungen zu stellen: Angst und depressive R eaktion gem ischt sow ie psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (schädlicher G ebrauch). D ie D iagnose ei- ner Anpassungsstörung sei gew ählt w orden, da Zustände von subjektivem Leiden und em otionaler Beeinträchtigung im Zusam m enhang m it belastenden und verän- derten Lebensereignissen aufgetreten seien (u.a. G eburt eines w eiteren Kindes, Asylverfahren). Es sei davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Be- lastungen nicht entstanden w äre. Anzeichen dafür seien depressive Verstim m ung, Angst und Besorgnis sow ie ein G efühl, nicht m ehr zurechtzukom m en, um die ge-12 genw ärtige Situation zu bew ältigen. Auch gelegentlich aggressives Verhalten sei in der Vergangenheit vorgekom m en (Ü bergriffe auf Ehefrau). Aktuell habe eine m edi- kam entöse Behandlung eine vorübergehende Beruhigung der Beschw erden brin- gen können. U nter der Ein- und W eiterführung einer M edikation habe sich die Situation beruhigt. P. a) M it Eingabe vom 19. Januar 2007 reichten die Beschw erdeführer einen ärztlichen Bericht der Am bulanten Psychiatrischen D ienste (...) vom 12. Januar 2007 zu den Akten, w elcher sich zur Behandlung des Beschw erdeführers bis am 27. N ovem ber 2006 äussere. D araus ergebe sich die Vorgeschichte zum am 16. Januar 2007 eingereichten Bericht der Psychiatrischen Klinik (...) vom 5. Januar 2007. D ie spezielle Krankheitsm echanik und die G rundlage für die zw ingend notw endige m edizinische Behandlung des Beschw erdeführers, w elche aufgrund seiner G esundheitsproblem atik zw ingend in der Schw eiz erfolgen m üsse, ergebe sich ebenfalls daraus. b) D er Bericht vom 12. Januar 2007 hält fest, der Beschw erdeführer befinde sich seit dem 9. August 2005 in der Behandlung der am bulanten D ienste, w obei es sich um eine w eitere Behandlung nach einer erneuten H ospitalisation in der Klinik (...) auf G rund der w iederholten D ekom pensation des psychischen Zustandes m it Suizidalität und Frem daggression handle. D ie aktuell behandelnde Ärztin habe die erste Konsultation am 19. Januar 2006 durchgeführt und bis zum 27. N ovem ber 2006 hätten 14 Konsultationen stattgefunden. Anfangs sei der Patient grösstenteils in Begleitung seiner Ehefrau gekom m en, da diese die deutsche Sprache besser beherrsche und sie eine Ü bersetzerrolle eingenom m en habe. D ie Anam nese gehe im W esentlichen aus dem Vorbericht vom 16. Juni 2006 hervor. Aktuell w ohne der Beschw erdeführer m it seiner Fam ilie in einer neuen W ohnung in (...). Er sei zur Zeit ohne Beschäftigung und ohne regelm ässige Tagesstruktur. D ie Versuche, ihn für die Teilnahm e an einem D eutschkurs zu m otivieren, seien einerseits w egen m angelnden Interesses des Beschw erdeführers, andererseits angesichts der ausgeprägten Angstsym ptom atik gescheitert. D er Patient habe Angst, alleine die W ohnung zu verlassen. D ie Fam ilie habe vor der G eburt des zw eiten Kindes viel Zeit im R aum (...) bei der Schw ester des Beschw erdeführers verbracht. Anlässlich der letzten Konsultation habe der Patient angegeben, er leide unter N ervosität, m otorischer und innerer U nruhe. Er sei gereizt und hätte Angst, alleine aus dem H aus zu gehen. Er habe im m er das G efühl, dass m an ihn auf der Strasse kontrollieren, ihn sofort ins G efängnis bringen oder in die Türkei ausschaffen w ür- de. Er zeige eine leichte Tendenz zur Ablehnung der Behandlung. D ie G eburt des zw eiten Kindes habe eine grosse Stresssituation für ihn und die ganze Fam ilie ver- ursacht. Er sei im m er reizbarer gew orden, und es hätten oft verbale Auseinander- setzungen m it seiner Frau stattgefunden. N ach Angaben des H ausarztes habe es tätliche Auseinandersetzungen gegeben. D ie Beschw erdeführerin sei dadurch nach Angaben des H ausarztes ebenfalls sehr belastet. In Bezug auf den Psychostatus hält der Bericht fest, der Patient sei bew usstseins- klar, w ach, allseits orientiert. D ie Verständigung sei nur m it kurzen, einfachen Sät- zen auf D eutsch m öglich. Es bestünden keine Anhaltspunkte für kognitive Störun- gen. Auf G rund der schlechten Verständigung sei zum Teil die Auffassung des Pa-13 tienten nicht beurteilbar. Im form alen D enken kohärent, inhaltlich auf seine Ängste eingeengt (Zukunftsangst, Angst, dass sie aus der Schw eiz ausgew iesen w ürden, Angst alleine auf die Strasse zu gehen und vor der polizeilichen Kontrolle). Affektiv teilw eise depressiv w irkend, zum Teil ratlos und hoffnungslos im Bezug auf seine Zukunft und den w eiteren Verbleib in der Schw eiz. Teilw eise m otorisch und inner- lich unruhig m it anam nestisch bekannten Ausbrüchen (verbale Aggression und Be- drohung, w enn er unter grossem Stress stehe). Aktuell keine Anhaltspunkte für Suizidalität. Tendenz zu aggressiven Ausbrüchen, verbal und teilw eise auch tät- lich, insbesondere gegenüber seiner Ehefrau. D er G esundheitszustand sei durch die psychiatrische Kom ponente schw er beeinträchtigt, som atisch hingegen w eni- ger. Ergänzende m edizinische Abklärung sei nicht angezeigt. D er Patient w erde m om entan insow eit behandelt, als er seit dem 9. April 2005 in einer psychiatri- schen-psychotherapeutischen Behandlung im Am bulanten D ienst in (...) stehe. N e- ben einer m edikam entösen Behandlung der depressiven Sym ptom atik und Angst- sym ptom atik um fasse diese vor allem eine verhaltenstherapeutische Psycho- therapie zum Erlernen der Strategien im U m gang m it seinen Ängsten. Auf G rund der zunehm enden Verschlechterung des psychischen Zustandes nach der G eburt des zw eiten Kindes w erde der Patient aktuell für eine H ospitalisation zur Krisenin- tervention in der Klinik (...) durch den H ausarzt angem eldet. W eiterhin sei eine m edikam entöse antidepressive Therapie w ichtig und notw endig bei seinen Kon- trollverlusten, Ängsten und der deutlichen depressiven Sym ptom atik. D ie vor- bestehende Sym ptom atik sollte in einer regelm ässigen psychotherapeutischen Be- handlung in angem essenem therapeutischem R ahm en stattfinden. D iese w erde notw endigerw eise m it Einbezug eines D olm etschers durchgeführt. R egelm ässige psychiatrisch-psychotherapeutische Konsultationen m üssten gew ährleistet sein, um den Verlauf der depressiven und vor allem ängstlichen Sym ptom atik sow ie die aggressiven Ausbrüche aufzufangen und zu behandeln. D azu kom m e noch die re- gelm ässige m edikam entöse Therapie. D ie Prognose ohne Behandlung, ohne re- gelm ässige Tagesstruktur und Beschäftigung sei schlecht. O hne regelm ässige Er- w erbstätigkeit w erde der Patient ständig m it seinen Ängsten konfrontiert, w elche er aufgrund der deutlich verm inderten Eigenressourcen ständig habe, w as dazu füh- ren könnte, dass er im m er w ieder gegenüber seiner Frau und seinen Kindern ge- w alttätig w erde. M it einer entsprechenden - erw ähnten - Behandlung und geregel- ter Tagesstruktur könnte eine Stabilisierung des Zustandes erreicht w erden. Eine längerfristige Prognose sei aktuell schw ierig zu stellen. O hne die erw ähnte Be- handlung sei die Prognose für den Fall einer R ückkehr ins H eim atland schlecht. Es sei nicht auszuschliessen, dass sich der Patient suizidiere oder frem dagressiv w er- de. Bei Anordnung der Ausschaffung bestehe die G efahr einer panikartigen R eak- tion und akuter Suizidalität. M öglicherw eise w äre der Patient dann nicht m ehr in der Lage, H ilfe zu suchen. R ein som atisch gesehen w äre der Patient auch reisefä- hig. Aus psychiatrischer Sicht w ürde verm utlich die ganze Fam ilie psychisch de- kom pensieren. Es sei nicht auszuschliessen, dass der Patient einen erw eiterten Suizid m achen oder frem daggressiv sein w ürde. Auffällig sei die - abgesehen von einer dreijährigen Tätigkeit beim Bruder - leere Berufsanam nese beim Beschw er- deführer. Auf G rund des jetzigen Verlaufes und der Tatsache, dass der Patient au- sser seiner Frau und seinen Kindern sow ie seiner Schw ester, die in (...) lebe, keine bedeutende Tagesstruktur oder Beschäftigung habe, seien die D ekom pensa- tionen m öglich. Es sei auffallend, dass der Patient sich, bevor er es zu schlim m e-14 ren Eskalationen kom m en lasse, selber m elde und um H ospitalisation in der Psy- chiatrischen Klinik bitte, w eil diese ihm H alt, Tagesstruktur und den Kontakt m it an- deren biete. In Bezug auf die tägliche Anforderung des Berufslebens sei die Prog- nose um so schw ieriger. W as die fam iliäre Situation angehe, sei diese aktuell als sehr belastend zu bezeichnen, insbesondere sei die Beschw erdeführerin durch die Betreuung der zw ei kleinen Kinder psychisch am Ende ihrer Kräfte. In diesem Zu- sam m enhang sei die ständige Angstsym ptom atik, allein aus dem H aus zu gehen, und die Tendenz, im m er zu H ause zu bleiben, ein nicht zu übersehender Faktor für die D ekom pensation seiner Frau. In diesem Zusam m enhang sei es w ichtig, dass die Fam ilie als ganze eine U nterstützung bekom m e. Q . a) M it Zw ischenverfügung vom 16. Juli 2007 forderte das Bundesverw altungsgericht die Beschw erdeführer auf, den Sachverhalt im H inblick auf einen verfahrensab- schliessenden Entscheid zu aktualisieren, insbesondere darüber Auskunft zu ertei- len, ob sich der Beschw erdeführer aktuell in stationärer oder in am bulanter Be- handlung befinde und allenfalls seit dem jüngsten Arztzeungis vom 12. Januar 2007 erstellte ärztliche Berichte einzureichen. b) M it Eingabe vom 23. Juli 2007 reichten die Beschw erdeführer einen ärztlichen Be- richt der (...) Psychiatrie, Am bulante D ienste (...) vom 18. Juli 2007 zu den Akten. D arin w ird festgehalten, der Beschw erdeführer befinde sich seit dem 9. August 2005 kontinuierlich bei den D iensten in Behandlung; zw ischen den Jahren 2005 und 2007 sei er fünf M al stationär in der psychiatrischen Klinik (...), letztm als vom 5. bis 20. D ezem ber 2006, hospitalisiert w orden. Seit dem Austritt aus der Klinik befinde sich der Patient in am bulanter Behandlung und es w ürden regelm ässige psychiatrisch-psychotherapeutische Konsultationen und m edikam tentöse The- rapien durchgeführt; der Beschw erdeführer benötige auch w eiterhin die am bulante Behandlung. D ie Beschw erdeführer lassen ferner ausführen, aufgrund des Krankheitsm echanis- m us m üsse die m edizinische Behandlung, w ie bereits früher geltend gem acht, zw ingend in der Schw eiz durchgeführt w erden. Sollte das G ericht daran zw eifeln, sei eine angem essene Frist anzusetzen, um einen w eiteren ausführlichen ärztli- chen Bericht einreichen zu können, w elcher den entsprechenden Sachverhalt dar- legen könne. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als 15 Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrens- recht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 3. 3.1 Ein Anspruch auf W iedererw ägung besteht gem äss R echtsprechung der AR K, w el- che sich diesbezüglich nach w ie vor als zutreffend erw eist, unter anderem dann, w enn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid be- ziehungsw eise seit dem U rteil der m it Beschw erde angerufenen R echtsm ittelins- tanz in w esentlicher W eise verändert hat und som it die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m is- sion / EM AR K 2003 N r. 7 E. 1 S. 42 f.). Eine W iedererw ägung fällt dem gegenüber dann nicht in Betracht, w enn lediglich eine neue W ürdigung der beim früheren Ent- scheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt w erden soll oder G ründe ange- führt w erden, die bereits in einem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gem acht w erden können (vgl. EM AR K 2003 N r. 17 E. 2b S. 104). 3.2 D er G esundheitszustand des Beschw erdeführers hat sich unbestrittenerm assen nach dem U rteil der AR K vom 28. Septem ber 2004 w esentlich verschlechtert und insbesondere eine stationäre Behandlung des Beschw erdeführers von m ehreren M onaten erforderlich gem acht. Zu R echt ist die Vorinstanz dem zufolge auf das W iedererw ägungsgesuch vom 6. D ezem ber 2004 eingetreten und hat dieses m a- teriell geprüft. G egenstand des vorliegenden Verfahrens ist nach dem G esagten die Frage, ob sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit Erlass beziehungsw eise Eintritt der R echtskraft der vorinstanzlichen Verfügung vom 31. M ärz 2004 derge- stalt verändert hat, dass ein Vollzug der W egw eisung inzw ischen als unzum utbar, allenfalls gar als unzulässig zu qualifizieren und die vorläufige Aufnahm e der Be- schw erdeführer anzuordnen ist. D ie Frage, ob die Beschw erdeführer die Flücht- lingseigenschaft erfüllen, ist dem gegenüber nicht G egenstand des vorliegenden Verfahrens.16 4. Sow eit die Beschw erdeführer geltend m achen, der Sachverhalt sei nicht hinrei- chend erstellt, und um R ückw eisung der Angelegenheit an die Vorinstanz nachsu- chen, ist Folgendes festzuhalten: D as Bundesam t hat in der angefochtenen Verfü- gung den geltend gem achten Sachverhalt um fassend aufgenom m en und sow ohl das ärztliche Zeugnis vom 3. D ezem ber 2004 als auch den ärztlichen Bericht vom 14. Februar 2005 seinem Entscheid zu G runde gelegt. D em gegenüber hat es ein- zig in Bezug auf das Bestehen von Institutionen in der Türkei, w elche in der Lage seien, psychische Leiden zu behandeln, sow ie hinsichtlich w eiterer - nicht m edizi- nischer - Kriterien, w elche bei der Prüfung einer Zum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs eine R olle spielen (diesbezüglich w urde im Ü brigen im W iedererw ägungs- gesuch auch keine Veränderung der Sachlage geltend gem acht), auf das U rteil der AR K vom 28. Septem ber 2004 verw iesen. Ü ber den Verw eis auf die im AR K-U rteil erw ähnten Behandlungsm öglichkeiten hinaus hat es festgehalten, auch chronische psychische Leiden seien - und falls nötig auch stationär - in der Türkei behandel- bar. Zw eifel an den Feststellungen der Ärzte gehen - entgegen der Auffassung der Beschw erdeführer - aus der angefochtenen Verfügung keine hervor. In Bezug auf die R eisefähigkeit, ist dem ärztlichen Zeugnis vom 3. D ezem ber 2004 zu entneh- m en, der Beschw erdeführer sei "...in dem Sinne nicht reisefähig, dass er (im R ah- m en der D epression und anhaltenden Belastungssituation) drohe, sich sofort um - zubringen, sollte er ausgeschafft w erden". D er ärztliche Bericht vom 14. Februar 2005 hält diesbezüglich fest, der Beschw erdeführer sei "aktuell" nicht reisefähig, grundsätzlich aber rückschaffungsfähig. D iese Form ulierung hat das BFM sogar w ortw örtlich in seine Verfügung übernom m en. D em gegenüber handelt es sich bei der Aussage der Ärzte, "aus psychiatrischer Sicht erscheine es nicht w ahrschein- lich, dass dieser einfach strukturierte M ann in der Türkei (w eitgehend isoliert von seiner R estfam ilie, die in europäischen Ländern Asyl erhalten hat) w ieder Boden unter den Füssen gew inne" (vgl. ärztlicher Bericht vom 14. Februar 2005) bereits um eine W ürdigung (w elche zudem insofern auf einem anderen als dem hier zu G runde gelegten Sachverhalt beruht, als dort davon ausgegangen w ird, die Be- schw erdeführer hätten in der Türkei keine Fam ilienangehörigen m ehr). Im G egen- satz zu Feststellungen von Sachverständigen, von w elchen die Behörden nicht ohne N ot abw eichen sollen, sind sie an Einschätzungen dieser Art nicht gebunden. Ebenfalls eine W ürdigung nehm en die Beschw erdeführer vor, w enn sie aus den erw ähnten, tatsächlichen Feststellungen der Ärzte schliessen, "aus ärztlicher Sicht bestünde kein Zw eifel an der Behandlungsbedürftigkeit des Beschw erdeführers in der Schw eiz und an seiner anhaltenden R ückreiseunfähigkeit" (ergänzende Be- schw erdeeingabe vom 4. Juli 2005, S. 3, Art. 4). N ach dem G esagten hat die Vorinstanz den Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt und insbesondere die geltend gem achte Veränderung des gesundheitli- chen Zustandes des Beschw erdeführers gew ürdigt. Ihrer W ürdigung hat sie die eingereichten Arztberichte zu G runde gelegt und es bestand kein Anlass, w eitere Sachverständige hinzuzuziehen. D ie entsprechenden Anträge sind dem zufolge ab- zuw eisen. D ies gilt ebenso für den im R ahm en der jüngsten Eingabe gestellten An- trag, es sei eine Frist zur Einreichung eines w eiteren Arztberichtes anzusetzen. 5. Ist der Vollzug nicht zulässig, nicht zum utbar oder nicht m öglich, so regelt das Bundesam t nach Art. 44 Abs. 2 AsylG das Anw esenheitsverhältnis nach den ge-17 setzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e gem äss dem Bundesge- setz über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer (AN AG , SR 142.20). 6. Laut Art. 14a Abs. 3 AN AG ist der Vollzug der W egw eisung nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at- oder H erkunfts- oder in einen D rittstaat entgegenstehen. 6.1 N achdem die Flüchtlingseigenschaft der Beschw erdeführer m it dem U rteil der AR K vom 28. Septem ber 2004 rechtskräftig verneint w orden ist, kom m en vorliegend die Anw endung von Art. 25 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidge- nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) sow ie der Art. 5 AsylG beziehungs- w eise Art. 33 des Abkom m ens über die R echtstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) von vornherein nicht in Betracht. 6.2 Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter oder andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (Fok, SR 0.105) und die Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) verbieten die Ausschaffung in einen Staat, in w elchem dem Betroffenen Folter oder eine andere Art grausam er und unm enschlicher Behandlung oder Bestrafung droht. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üssten die Beschw erdeführer eine konkre- te G efahr nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihnen im Fall einer R ückschie- bung Folter oder unm enschliche Behandlung droht (vgl. die auch heute noch zu- treffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2002 N r. 22 E. 4d) aa). 6.2.1 W as die von den Beschw erdeführer geltend gem achten Bedrohungen seitens An- gehöriger von kurdischen G uerillabew egungen beziehungsw eise nationalistischer G ruppen betrifft, w aren diese Vorbringen G egenstand des ordentlichen Asylverfah- rens und sind hier nicht m ehr zu überprüfen. Eine diesbezüglich veränderte Sach- lage w ird denn im W iedererw ägungsverfahren auch nicht geltend gem acht. 6.2.2 Zw ar kann der Vollzug der W egw eisung eines abgew iesenen Asylbew erbers m it gesundheitlichen Problem en (som atischer, psychischer und selbstgefährdender Art) unter ganz aussergew öhnlichen U m ständen einen Verstoss gegen Art. 3 EM R K bedeuten (vgl. die noch heute zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2005 N r. 23, w o die Kom m ission unter E. 5.1. im W esentlichen die diesbe- zügliche R echtsprechung des Europäischen G erichtshofs für M enschenrechte [EG M R ] zusam m enfasst). Vorliegend sind aber solche aussergew öhnlichen U m - stände nicht gegeben. Art. 3 EM R K w äre nur dann tangiert, w enn ein W egw ei- sungsvollzug kausal für das Entstehen einer schw erw iegenden lebensbedrohen- den Situation w äre, w eil beispielsw eise die notw endigen m edizinischen Behand- lungsm öglichkeiten fehlen. D ies ist hier nicht der Fall, ist doch das beim Beschw er- deführer diagnostizierte Krankheitsbild in der Türkei behandelbar, w as unter dem Aspekt der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs (vgl. unten E. 7, insbesondere 7.1) näher zu erläutern sein w ird. Im Zusam m enhang m it der geltend gem achten - und ernstzunehm enden - Suizidalität des Beschw erdeführers im Lichte des dro- henden W egw eisungsvollzugs ist m assgebend einerseits w iederum die Frage, ob er im H eim atland keiner hinreichend konkreten G efahr ausgesetzt sein w ird, dass 18 seine Krankheit nicht behandelt w erden könnte und andererseits setzt diesbezüg- lich eine Zulässigkeit des W egw eisungsvollzugs gem äss EM G R voraus, dass der ausschaffende Staat geeignete M assnahm en ergreift, um die U m setzung der Sui- ziddrohung im Zusam m enhang m it der Ausschaffung zu verhindern. Sind die ent- sprechenden Voraussetzungen erfüllt, w ovon vorliegend - w ie noch zu erläutern sein w ird - ausgegangen w erden kann, besteht nach Art. 3 EM R K keine Verpflich- tung, von einer zu vollziehenden W egw eisung Abstand zu nehm en (vgl. oben er- w ähnter EM AR K-Entscheid E. 5.1. in fine m it H inw eisen). 6.3 Zusam m enfassend verm ögen die veränderten Sachum stände die U nzulässigkeit des W egw eisungsvollzugs nicht zu begründen. 7. D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere dann nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer oder die Ausländerin eine konkrete G efährdung darstellt. D iese Bestim m ung ist als "Kann-Vorschrift" form u- liert, um deutlich zu m achen, dass die Schw eiz hier nicht in Erfüllung völkerrechtli- cher Ansprüche, sondern aus hum anitären G ründen handelt. Eine solche G efähr- dung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G e- w alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielseise der N icht-Erhältlichkeit einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom - m en w erden (vgl. die auch heute zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2005 N r. 13 E. 7.2.; auch Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Art. 14a Abs. 4 AN AG findet insbesondere Anw endung auf Personen, die nach ihrer R ückkehr einer konkreten G efahr ausge- setzt w ären, w eil sie aus objektiver Sicht w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw iederbringlich in völlige Arm ut gestossen w ür- den, dem H unger und som it einer ernsthaften Verschlechterung ihres G esund- heitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w ären (vgl. die heute noch zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2006 N r. 10 E. 5.1, m it w eiteren H inw eisen). D ie beurteilende Behörde hat in jedem Einzelfall eine G e- w ichtung vorzunehm en zw ischen den sich nach einer allfälligen R ückkehr des w eggew iesenen Asylbew erbers in sein H eim atland ergebenden hum anitären As- pekten einerseits und dem öffentlichen Interesse am Vollzug der rechtskräftig ver- fügten W egw eisung andererseits. 7.1 D ie Beschw erdeführer m achen geltend, der W egw eisungsvollzug erw eise sich in- zw ischen aufgrund der verschlechterten gesundheitlichen Situation des Beschw er- deführers als unzum utbar. M edizinische Aspekte für sich alleine führen nur dann zur U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs, w enn eine notw endige m edizinische Behandlung im H ei- m atland nicht m ehr zur Verfügung steht und sich daraus eine konkrete G efährdung für den Betroffenen ergibt. Verfügbar m uss eine allgem eine und dringliche m edizi- nische Behandlung sein, w elche zur G ew ährleistung einer m enschenw ürdigen Existenz absolut notw endig ist (vgl. die nach w ie vor zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2003 N r. 24 E. 5 b). D em gegenüber liegt noch keine U nzum ut- barkeit vor, w enn im H eim atstaat nicht eine dem schw eizerischen Standard ent- sprechende m edizinische Behandlung zur Verfügung steht. 19 7.1.1 D as Bundesverw altungsgericht geht in Sachen G esundheitszustand des Be- schw erdeführers vom oben eingehend dargelegten Sachverhalt und insbesondere den dort erw ähnten ärztlichen Berichten aus. In Bezug auf die Beschw erdeführerin besteht ferner kein G rund, daran zu zw eifeln, dass sie angesichts der gesam ten Fam iliensituation, insbesondere in Zusam m enhang m it der erheblichen gesund- heitlichen Beeinträchtigung ihres Ehegatten und der daraus folgenden Belastungs- situation, ebenfalls an den R and ihrer psychischen R essourcen gelangt ist. 7.1.2 Trotz intensiver m edizinischer Betreuung in der Schw eiz ist es offensichtlich bis- her nicht gelungen, die psychische Situation des Beschw erdeführers w esentlich zu stabilisieren. Auch hier leidet er offenbar noch im m er m assiv unter seinen Angst- zuständen, ja die Situation hat sich gar dram atisiert; auch hier fürchtet er sich da- vor, auf der Strasse verfolgt zu w erden. Belastende Ereignisse, w ie etw a die Kenntnisnahm e vom Tode eines Verw andten in der Türkei oder die G eburt eines zw eiten Kindes, haben ebenso jew eils zu psychischen D ekom pensationen geführt, w ie die Angst vor einer R ückkehr in die Türkei. H insichtlich einer Prognose halten die Ärzte im Arztbericht vom 12. Januar 2007 fest, Angaben zur längerfristigen Entw icklung zu m achen sei auch m it der aktuell angezeigten Behandlung schw ie- rig. Sie betonen dort die W ichtigkeit einer geregelten Tagesstruktur, w elche, zu- sam m en m it der angepassten m edizinischen Behandlung, allenfalls eine Stabilisie- rung des Zustandes bew irken könnte. Einer der G ründe, w eshalb der Beschw erde- führer selbst jew eils um seine Einw eisung in die Klinik ersuche, sei gerade die ihm dort zur Verfügung stehende Tagesstruktur. D em gegenüber w erde der Beschw er- deführer ohne regelm ässige Tagesstruktur und Beschäftigung ständig m it seinen Ängsten konfrontiert, w elche er auf G rund der deutlich verm inderten Eigenressour- cen ständig habe, w as w iederum dazu führen könnte, dass er im m er w ieder ge- genüber seiner Frau oder seinen Kindern gew alttätig w erde. Zu bem erken sei fer- ner, dass die D ekom pensationen m öglich seien aufgrund des jetzigen Verlaufes und der Tatsache, dass der Beschw erdeführer ausser seiner Frau und seinen Kin- dern - seine Fam ilie lebe in Basel - keine bedeutende Tagesstruktur oder Beschäf- tigung habe. D em gegenüber seien jedoch die Versuche, ihn für die Teilnahm e an einem D eutschkurs zu m otivieren, auf G rund des m angelnden Interesses des Be- schw erdeführers sow ie angesichts der ausgeprägten Angstsym ptom atik geschei- tert. In Bezug auf die täglichen Anforderung des Berufslebens sei die Prognose um so schw ieriger. W as die Situation der Fam ilie insgesam t angehe, sei diese sehr belastet, insbesondere auch w eil der Ehem ann die Tendenz habe, aufgrund seiner Angstsystem atik im m er zu H ause zu bleiben. D ies sei ein nicht zu übersehender Faktor für die D ekom pensation seiner Frau. Es sei deshalb w ichtig, dass die Fam i- lie als ganze U nterstützung bekom m e. Zusam m enfassend stellt sich die Situation in der Schw eiz so dar, dass zw ar die notw endigen Institutionen zur optim alen m edizinischen Betreuung des Beschw er- deführers vorhanden und zugänglich sind. Andere Faktoren, w ie etw a die fehlende Tagesstruktur und die Integrationsproblem atik, scheinen aber dazu beigetragen zu haben, dass bisher trotz optim aler Behandlungsm öglichkeiten keine w esentliche Stabilisierung seines G esundheitszustandes erreicht w erden konnte. Zw ar m ag ei- ner dieser ungünstigen Faktoren durchaus auch in der U ngew issheit bezüglich des Ausgangs des Asylverfahrens und in der Angst vor einer R ückführung in die Türkei liegen. O b allerdings der W egfall dieser U nsicherheit für sich alleine zu einer w e-20 sentlichen Stabilisierung der Situation führen w ürde, bliebe angesichts der noch im m er verbleibenden Integrationsproblem atik und der Schw ierigkeiten, hier eine Tagesstruktur für den Beschw erdeführer zu schaffen, fraglich. 7.1.3 D em gegenüber kann in Bezug auf die Türkei festgehalten w erden, dass dort eine m edizinische Versorgung und eine psychiatrische Behandlung im Allgem einen ebenfalls gew ährleistet sind. In G ross- und Provinz-Städten und für Personen m it den erforderlichen M itteln ist gar von einer m edizinischen Versorgung auf gleichem N iveau w ie in W esteuropa auszugehen. Vorliegend w ürde naheliegenderw eise eine R ückkehr nach F._______ oder nach G ._______ in Betracht fallen. D er Beschw erdeführer hat aus dem Ü berfall - davon, dass ein solcher stattgefun- den hat und m assgeblich zur Verschlechterung des psychischen G esundheitszu- standes des Beschw erdeführers beigetragen hat, kann aufgrund der vorliegenden Akten ausgegangen w erden - einerseits körperliche Verletzungen davongetragen. D eren Folgen konnten offenbar m ittels einer O peration zur Entfernung eines Blut- staus inzw ischen behoben w erden. D ass der Beschw erdeführer diesbezüglich w ei- terhin behandlungsbedürftig w äre, geht w eder aus den Akten hervor, noch w ird so etw as geltend gem acht. U ngeachtet dessen ist aber ohne W eiteres davon auszu- gehen, dass im Falle einer entsprechenden N otw endigkeit Behandlungsm öglich- keiten in der Türkei gegeben w ären. W as die psychische Kom ponente betrifft, so ist nach dem oben G esagten auch in dieser H insicht davon auszugehen, dass entsprechende Ärzte, Institutionen und die nötigen M edikam ente in der Türkei, dort insbesondere in F._______ oder G ._______, zur Verfügung stehen. D ie D efinition der posttraum atischen Belas- tungstörung ist in der Türkei gleich w ie in der internationalen m edizinischen Fachliteratur: Auch dort w erden unter der PTBS die W iedererlebung eines traum atischen Ereignisses und charakteristische Sym ptom e verstanden, die nach einem schw eren traum atischen Erlebnis auftreten und m indestens einen M onat anhalten. D ie Sym ptom e sind Interessenlosigkeit, Konzentrationsschw äche, Schreckbarkeit, em otionale Abflachung, Schlaflosigkeit sow ie das M eiden von Aktivitäten, O rten, G edanken oder U nterhaltungen, die m it dem Traum a verbunden sind. D ie international anerkannten Klassifikationssystem e bestehen auch in der Türkei und die Behandlungskonzepte der PTBS entsprechen den in Europa üblichen: Psychotherapie m it R elaxationstraining, Atem training, Förderung des positiven D enkens und Selbstgespräche, kognitive Therapie, Spieltherapie usw . und M edikationen w ie Antidepressiva. D ie Behandlungskonzepte für m isshandelte oder selbstm ordgefährdete Personen entsprechen den oben genannten Standards. Alle grossen Krankenhäuser m it einer Abteilung für Psychiatrie können die Behandlung einer PTBS durchführen, so etw a die U niversitätsklinik oder das staatliche Krankenhaus (...) in G ._______. Zu erw ähnen sind schliesslich die privaten Institutionen, w elche in den türkischen G rossstädten m edizinische Leistungen auf w esteuropäischem N iveau anbieten. U nerheblich ist, ob die psychische Erkrankung auf ein Traum a, das m öglicherw eise (aus nicht asylre- levanten G ründen) in der Türkei entstanden ist oder einzig auf Integrationsproble- m e hier in der Schw eiz zurückgeht, w obei vorliegend offensichtlich von einer Kom - bination der beiden Kom ponenten ausgegangen w erden m uss. W esentlich ist nur, dass Behandlungsm öglichkeiten in der Türkei zugänglich sind. 21 D avon ist vorliegend auch in finanzieller H insicht auszugehen. Laut den Angaben der Beschw erdeführer w urde das Ehepaar bereits vor der Ausreise finanziell von der G rossfam ilie, aus w elcher beide Ehepartner stam m en, unterstützt. Sow ohl die in F._______ ansässigen Verw andten als auch jene in G ._______ scheinen in den w esttürkischen G rossstädten integriert zu sein. So sind etw a drei der G eschw ister der Beschw erdeführerin nach deren Angaben beim Staat angestellt; ihr Vater ist ebenfalls erw erbstätig. Zw ei G eschw ister des Beschw erdeführers seien in G ._______ in der Textilbranche tätig, der Bruder führe gar eine eigene Firm a. D ie Eltern des Beschw erdeführers in D eutschland sind gem äss seinen Angaben für die hohen Ausreisekosten aufgekom m en. Es kann deshalb grundsätzlich davon ausgegangen w erden, die finanziellen M ittel, um die notw endige m edizinische Behandlung zu erm öglichen seien vorhanden. Angesichts ihrer guten Ausbildung und m ehrjährigen Berufserfahrung ist es ferner nicht ausgeschlossen, dass es der Beschw erdeführerin, nach einer Stabilisierung der gesam ten Fam iliensituation w ieder m öglich sein könnte, - zum indest teilw eise - einer Erw erbstätigkeit nachzugehen, und dadurch zum U nterhalt der Fam ilie beizutragen. Ergänzend kann auf die auch vom Bundesam t erw ähnte M öglichkeit der R ückkehrhilfe verw iesen w erden (Art. 93 Abs. 1 Bst. c AsylG und Art. 73 ff., insbesondere Art. 75 AsylV 2). Zw ar ist dort eine auf D auer ausgerichtete H ilfe nicht vorgesehen. Sie dürfte jedoch den Beschw erdeführern - falls angesichts der oben um schriebenen finanziellen Situation der Fam ilienangehörigen überhaupt notw endig - in hinreichendem M asse erm öglichen, die benötigte m edizinische Betreuung, inklusive der M edikam ente, so lange erhältlich zu m achen, bis sie in sozialer und w irtschaftlicher H insicht w ieder Fuss gefasst haben. Zusam m enfassend ist festzuhalten, dass die Erkrankung des Beschw erdeführers in der Türkei, insbesondere in G ._______ oder F._______, behandelbar ist. D ies gälte erst recht für die Beschw erdeführerin, sollte sich angesichts ihrer inzw ischen ebenfalls begrenzten psychischen R essourcen eine m edizinische Betreuung als notw endig erw eisen. H insichtlich ihres G esundheitszustandes kann im m erhin angem erkt w erden, dass die Beschw erdeführerin gem äss den Akten das zuständige Strassenverkehrsam t kürzlich um die Ausstellung eines Lernfahrausw eises nachgesucht hat, w as zum indest nicht auf eine gravierende Beeinträchtigung ihrer G esundheit schliessen lässt. Ist aber eine Behandlung in der Türkei nach dem G esagten zugänglich, könnte ei- ner solchen m öglicherw eise in erhöhtem M asse Erfolg beschieden sein, nam ent- lich w eil die U rsache der Integrationsproblem atik und w ohl auch der Anpassungs- störungen w egfallen w ürde. Insbesondere die Sprachbarriere, w elche in der psy- chiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung einleuchtenderw eise ein w e- sentliches H indernis darstellt - und im Ü brigen von den behandelnden Ärzten aus- drücklich erw ähnt w ird (z.B. ärztlicher Bericht vom 8. M ai 2006 und solcher vom 12. Januar 2007) -, w ürde bei einer allfälligen Therapie in der Türkei elim iniert und die Erfolgschancen einer Behandlung - gerade in Bezug auf ein Traum a - w ürden sich erhöhen. W eitere Kriterien, w ie etw a das vertraute kulturelle und soziale U m - feld, die im Vergleich zur Schw eiz höheren C hancen, in Zukunft w ieder einm al ins Berufsleben einsteigen zu können, sprechen für eine höhere Erfolgsw ahrschein- lichkeit einer Behandlung in der Türkei. D ie Ärzte halten in ihren Prognosen denn auch verschiedentlich fest, bei W egfall der belastenden Lebensum stände könnte 22 eine Besserung erfolgen beziehungsw eise w äre die Verschlechterung nicht erfolgt (z.B. Arztzeugnisse vom 5. Januar 2007 und vom 8. M ai 2006). Auf der anderen Seite könnte das erzw ungene Zurückversetzen in eine Situation und eine U m ge- bung, die m an seinerzeit zw eifelsohne nicht leichtfertig verlassen hat, zu einer R etraum atisierung und m ithin einer Verzögerung, w enn nicht gar Verhinderung ei- ner H eilung führen. 7.1.4 D ie Beschw erdeführer m achen geltend, aus den Arztberichten gehe hervor, dass die Behandlung zw ingend in der Schw eiz zu erfolgen habe. D em ist entgegenzu- halten, dass die Ärzte zum einen offenbar davon ausgehen, die Beschw erdeführer w ären bei einer R ückkehr auf sich alleine gestellt, w enn sie im Zusam m enhang m it der "R eisefähigkeit" im Bericht vom 14. Februar 2005 festhalten, aus psychiatri- scher Sicht erscheine es nicht w ahrscheinlich, dass dieser einfach strukturierte M ann in der Türkei w ieder Boden unter den Füssen gew inne, und im Arztzeugnis vom 1. Juli 2005 bezüglich R einstallation in der Türkei davon ausgehen, eine sol- che sei ohne G efährdung für seine G esundheit, sein Leben und das seiner Fam ilie zur Zeit nicht denkbar. N ebst der irrtüm lichen Annahm e, die Beschw erdeführer w ä- ren in der Türkei "w eitgehend isoliert von ihrer R estfam ilie" haben die Ärzte diese Einschätzung, m it w elcher sie im Ü brigen bereits eine für das G ericht nicht m ass- gebende W ürdigung vornehm en, vor dem H intergrund getroffen, dass ihnen keine Inform ationen über Behandlungsm öglichkeiten in der Türkei zur Verfügung stün- den (Arztzeugnis vom 12. Januar 2007). Schliesslich lässt die Einordnung dieser Aussagen unter den Titel "R eisefähigkeit" darauf schliessen, dass die Ärzte die R ückführung im engeren Sinn "zur Zeit" für nicht denkbar halten. D asselbe gilt of- fensichtlich, w enn im Arztzeugnis unter Punkt 5.3. (Prognose ohne notw endige Be- handlung bei einer R ückkehr in den H erkunftsstaat) festgehalten w ird, die Progno- se sei schlecht und es sei nicht auszuschliessen, dass sich der Patient suizidiere oder frem dagressiv w erde. Bei Anordnung der Ausschaffung bestehe die G efahr einer panikartigen R eaktion und akuter Suizidalität. M öglicherw eise w äre der Pati- ent dann nicht m ehr in der Lage, H ilfe zu suchen. Auf die R eisefähigkeit in diesem engeren Sinne ist aber später einzugehen. 7.1.5 N ach dem G esagten kom m t das G ericht zum Schluss, dass die gesundheitliche Situation des Beschw erdeführers an sich und seine Behandlungsbedürftigkeit die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs nicht zu begründen verm ögen. 7.2 7.2.1 Im Zusam m enhang m it der Zum utbarkeit der W egw eisung ist auch eine allfällige Veränderung der allgem einen politischen Situation in der Türkei seit dem U rteil der AR K vom 28. Septem ber 2004 in Betracht zu ziehen und die Frage zu stellen, ob sich daraus allenfalls im heutigen Zeitpunkt eine Q ualifizierung der Beschw erde- führer als G ew altflüchtlinge ergibt. D iesbezüglich kann auf eine um fassende Ana- lyse der Situation in der Türkei, w elche die AR K in EM AR K 2005 N r. 21 E. 10.2.1. und 10.2.2. vorgenom m en hat, verw iesen w erden. Jene Beurteilung erw eist sich auch heute noch als zutreffend, w obei die dort aufgezeigte Entw icklung eine - al- lerdings schleppende - Fortsetzung gefunden hat. D ie AR K kom m t dort zusam - m enfassend zum Schluss, dass sich die Türkei in einer U m bruchphase befinde. W ährend - insbesondere im H inblick auf einen EU -Beitritt der Türkei - eine offen- sichtliche Verbesserung der R echtslage stattgefunden habe, w elche aus rechts-23 staatlicher Sicht sehr begrüssensw ert sei, könne noch nicht abgesehen w erden, inw iefern diese positive Entw icklung einen m assgeblichen Einfluss auf die Praxis der R echtsanw endungsbehörden haben w erde. Im aktuellen Zeitpunkt sei der in den neuen Erlassen vom G esetzgeber zum Ausdruck gebrachte Bew usstseins- w andel in der Praxis noch nicht vollzogen. Insbesondere zeige sich im Zusam m en- hang m it den neuen Spannungen im Südosten der Türkei, dass Funktionäre, akti- ve M itglieder kurdischer Parteien und O rganisationen nach w ie vor in besonderer W eise gefährdet seien, in das Blickfeld der Sicherheitskräfte zu geraten. Seit die- ser Lagebeurteilung hat sich die Sicherheitslage, insbesondere in den südöstlichen Landesteilen der Türkei, noch nicht zum Positiven gew endet (vgl. Am nesty International R eport 2007, SFH , Türkei - U pdate 2006) und w as die M inderheit der Kurden betrifft, scheint in Bezug auf die R eform ierung jener G esetze, w elche die kulturellen R echte der Kurden einschränken, Stagnation zu herrschen. 7.2.2 W as die Beschw erdeführer im Besonderen betrifft, so schliesst das G ericht zw ar nicht aus, dass eine Sym pathie für die H AD EP, D EH AP oder inzw ischen D TP (D e- m okratik Toplum Partisi, Partei für eine dem okratische G esellschaft) besteht, w as im Ü brigen für zahlreiche türkische Staatsangehörige kurdischer Ethnie zutreffen dürfte. Eine M itgliedschaft in einer kurdischen O rganisation oder über untergeord- nete Tätigkeiten im Zusam m enhang m it der erw ähnten Sym pathie hinausgehende Aktivitäten und eine sich daraus ergebende konkrete G efährdung w urden aber im ordentlichen Asylverfahren nicht glaubhaft gem acht. Aus einer allfälligen Sym pa- thie für die D TP lässt sich denn auch in der heutigen Situation keine konkrete G e- fährdung ableiten. D ies gilt um so m ehr, als vorliegend eine R ückkehr der Be- schw erdeführer nach G ._______ oder F._______ in Betracht fällt und nicht etw a in südöstliche G ebiete der Türkei. Bezeichnenderw eise leben denn auch die Verw andten der Beschw erdeführer offenbar unbehelligt in diesen Städten. D abei sind sie teilw eise in staatlichen Stellen tätig und der Bruder des Beschw erdeführers besitzt eine eigene Firm a. D ie Beschw erdeführer selbst hielten sich vor ihrer Ausreise laut eigenen Angaben w ährend längerer Zeit in F._______ auf und w aren dort behördlich auch angem eldet, ohne in dieser Zeit belästigt w orden zu sein. Insgesam t ist nicht davon auszugehen, die Beschw erdeführer seien bei einer R ückkehr nach F._______ oder G ._______ aufgrund der vorherrschenden politischen Lage in der Türkei und im Zusam m enhang m it ihrer Ethnie konkret gefährdet. D ieselbe Einschätzung gilt im Bezug auf die vom Beschw erdeführer geltend gem achte Befürchtung von drohenden N achteilen seitens kurdischer G uerillabew egungen oder unbekannter D ritter. D iesbezüglich ist zudem festzuhalten, dass von einer diesbezüglichen Schutzfähigkeit und -w illigkeit des türkischen Staates auszugehen ist. 7.3 7.3.1 In Bezug auf allfällige Schw ierigkeiten in w irtschaftlicher und sozialer H insicht bei einer R ückkehr ins H eim atland hat sich die AR K w iederholt dahingehend geäu- ssert, dass grundsätzlich "blosse" soziale und w irtschaftliche Schw ierigkeiten, w ie insbesondere der M angel an W ohnungen und Arbeitsplätzen, von w elchen die an- sässige Bevölkerung im Allgem einen betroffen ist, keine existenzbedrohende Situation darstellten, w elche den W egw eisungsvollzug von vornherein als unzu- m utbar erscheinen liessen, und dass solche Schw ierigkeiten einzig in Kom bination m it anderen U m zum utbarkeitsfaktoren allenfalls zur U nzum utbarkeit des W egw ei-24 sungsvollzugs führen könnten. D iese R echtsprechung erw eist sich auch heute noch als zutreffend (vgl. EM AR K 2003 N r. 24, E. 5e, 1994 N r. 19, E. 6b). 7.3.2 Zw ar scheinen die U m stände es den Beschw erdeführern in ihrem bisherigen Le- ben erschw ert zu haben, an einem bestim m ten O rt w irklich W urzeln zu fassen; dies m ag nicht zuletzt einer der G ründe für die U nsicherheit des Beschw erdefüh- rers darstellen. Auf der anderen Seite ist unübersehbar, dass ihnen dies am ehes- ten in den beiden Städten G ._______ und F._______ gelungen ist. Beiderorts haben die Beschw erdeführer zusam m en m it engen Verw andten gelebt und gearbeitet. D er Beschw erdeführer ist dort auch m edizinisch betreut w orden. Es ist denn auch nicht erkennbar, inw iefern die Beschw erdeführer überhaupt m it sozialen Schw ierigkeiten konfrontiert sein könnten bei einer R ückkehr dorthin; vielm ehr ist, w ie bereits erw ähnt, davon auszugehen, dass das in G ._______ und F._______ vorhandene soziale N etz den Beschw erdeführern eine W iedereingliederung erleichtern beziehungsw eise überhaupt erm öglichen dürfte, w ährend die Tatsache, dass die Beschw erdeführer in der Schw eiz, abgesehen von gelegentlichen Kontakten zu ihren Verw andten in (...), sozial w esentlich isolierter gelebt haben als seinerzeit im H erkunftsland, erheblich zur Verschlechterung des G esundheitszustandes des Beschw erdeführers beigetragen hat (vgl. Arztbericht vom 12. Januar 2007, Ziff. 7). Im H inblick auf einen m öglichen späteren W iedereinstieg ins Berufsleben ist festzuhalten, dass die Beschw erdeführer einerseits im Vergleich zu anderen Personen in ähnlicher Situation in der Türkei nicht nur gleich, sondern eher besser gestellt w ären. So ist etw a die Schw ester der Beschw erdeführerin nach ihren Angaben als Krankenschw ester tätig, w as der Beschw erdeführerin zw eifelsohne erleichtern w ürde, selbst auch w ieder im G esundheitsw esen eine Erw erbstätigkeit zu finden. Bezüglich des Beschw erdeführers fällt der U m stand, dass er in der Textilbranche w ährend m ehrerer Jahre bereits erw erbstätig w ar, entscheidend ins G ew icht. D ie Tatsache, dass die Firm a seinem Bruder gehört, könnte ihm gar einen schnelleren W iedereinstieg in einem geschützten Arbeitsum feld erm öglichen, w om it nicht zu- letzt die offenbar dringend notw endige und von den Ärzten in den Vordergrund ge- stellte Tagesstruktur geschaffen w erden könnte. W as die C hancen zur w irtschaftli- chen W iedereingliederung betrifft, so stehen diese nach dem G esagten in der Tür- kei offensichtlich vergleichsw eise besser als in der Schw eiz, w as sich w iederum letztlich positiv auf den G esundheitszustand des Beschw erdeführers und die Stabi- lität der gesam ten Fam iliensituation ausw irken dürfte. In Bezug auf eine w irtschaft- liche Eingliederung ist schliesslich w iederum auf den finanziell offenbar vergleichs- w eise gut situierten Fam ilienverband der Beschw erdeführer hinzuw eisen. Er dürfte ohne W eiteres in der Lage sein, die zurückkehrenden Beschw erdeführer auch in dieser H insicht solange zu unterstützen, bis diese w ieder selbst - zum indest teilw eise - in der Lage sind, für ihren Lebensunterhalt aufzukom m en. Vom entsprechenden W illen ist angesichts der kulturell bedingten, in der Türkei auch heute noch eng geknüpften Fam ilienbande (w as in Bezug auf die kurdische Bevöl- kerung ganz besonders gilt) und w orauf im vorliegenden Falle schon in anderem Zusam m enhang hingew iesen w urde, ohne W eiteres auszugehen. 7.4 7.4.1 Sind von einem allfälligen W egw eisungsvollzug Kinder betroffen, so bildet im R ah- m en der Zum utbarkeitsprüfung schliesslich das Kindesw ohl einen G esichtspunkt 25 von gew ichtiger Bedeutung. D ies ergibt sich nicht zuletzt aus einer völkerrechts- konform en Auslegung des Art. 14a Abs. 4 AN AG im Licht von Art. 3 Abs. 1 des Ü bereinkom m ens vom 20. N ovem ber 1989 über die R echte des Kindes (KR K, SR 0.107). U nter dem Aspekt des Kindesw ohls sind dem nach säm tliche U m stände einzubeziehen und zu w ürdigen, die im H inblick auf eine W egw eisung w esentlich erscheinen. D abei sind nam entlich folgende Kriterien m assgeblich: Alter, R eife, Abhängigkeiten, Art (N ähe, Intensität, Tragfähigkeit) der Beziehungen, Eigenschaf- ten der Bezugspersonen (insbesondere deren U nterstützungsbereitschaft und -fä- higkeit), Stand und Prognose bezüglich Entw icklung und Ausbildung sow ie der G rad der erfolgten Integration bei längerem Aufenthalt in der Schw eiz. Kinder sol- len nicht ohne guten G rund aus einem einm al vertrauten U m feld w ieder heraus ge- rissen w erden, w obei aus entw icklungspsychologischer Sicht nicht nur deren un- m ittelbares U m feld (d.h. die Kernfam ilie), sondern auch deren übrige soziale Ein- bettung zu berücksichtigen ist (vgl. die nach w ie vor zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 2005 N r. 6 E. 6.1. m it w eiteren H inw eisen). 7.4.2 D ie Situation der ganzen Fam ilie hier in der Schw eiz ist äusserst belastet. N ebst der schw eren gesundheitlichen Beeinträchtigung des Beschw erdeführers ist die M utter der beiden Kinder inzw ischen laut den Ärzten an die G renzen ihrer Belast- barkeit gekom m en. M utter und Kinder sind ferner m it der w iederholt auftretenden Agressivität des Beschw erdeführers konfrontiert. Laut dem jüngsten Arztzeugnis sei die Beschw erdeführerin durch die Betreuung der zw ei kleinen Kinder psychisch am Ende ihrer Kräfte, und in diesem Zusam m enhang sei die Tendenz des Be- schw erdeführers, im m er zu H ause zu bleiben, ein nicht zu übersehender Faktor für die D ekom pensation seiner Frau. D ass die Beschw erdeführer in der Schw eiz soziale Kontakte von tragfähiger Bedeutung - über diejenigen zu den Verw andten in (...) hinaus - pflegen w ürden, w ird nirgends ersichtlich. D ie Ärzte erachten denn auch eine U nterstützung der gesam ten Fam ilie als notw endig. Vor diesem H intergrund und in Berücksichtigung der übrigen U m stände des vorliegenden Falles zeichnet sich unter dem Aspekt des Kindesw ohls nicht gerade eine günstige Prognose bei einem w eiteren Verbleib der Fam ilie in der Schw eiz ab. D em gegenüber fällt im H inblick auf eine allfällige R ückkehr der Beschw erdeführer in die Türkei ins G ew icht, dass die beiden Kinder der Beschw erdeführer sich noch im Baby- beziehungsw eise Kleinkindesalter befinden. Sie sind noch völlig an ihre Eltern und deren sozialen und kulturellen W ertvorstellungen gebunden. Eine selbständige Integration in den schw eizerischen Lebensalltag hat noch nicht stattgefunden. Eine R ückkehr m it den Eltern in die Türkei könnte dem zufolge auch nicht zu einer eigentlichen Entw urzelung der beiden führen. N ach dem bereits Erw ogenen kann zudem in Bezug auf die Eltern der beiden Kinder davon ausgegangen w erden, dass deren psychische Belastung in der Türkei eher abnehm en w ird - dies nach einer gew issen Eingew öhnungszeit, w ährend w elcher das in der Türkei vorhandene soziale N etz sow ie die als notw endig erachteten und getroffenen m edizinischen M assnahm en von besonderer Bedeutung sein w erden. D ie Folge w äre eine w achsende U nterstützungsfähigkeit der Eltern für ihre beiden Kinder. W as das über die Kernfam ilie hinausgehende persönliche U m feld der Kin- der betrifft, so dürfte es den Beschw erdeführern nicht schw er fallen, ihre Kinder bei der Integration in ein w eiteres soziales U m feld zu begleiten, w elches ihrer ei- genen Kultur entspricht. D em gegenüber könnte dies - ungeachtet der sonstigen 26 Schw ierigkeiten - hier in der Schw eiz m it w esentlich höheren Anforderungen ver- bunden sein; dabei dürften die kulturellen U nterschiede, w elche im Zusam m en- hang m it dem H eranw achsen der Kinder und deren H ineinw achsen ins schw eizeri- sche U m feld an Bedeutung und Kom plexität gew innen dürften, ein erhebliches zu- sätzliches Belastungspotenzial für die Fam ilie bergen. Auch unter dem Aspekt des Kindesw ohls fällt schliesslich das in der Türkei vorhandene soziale N etz - speziell bis die Beschw erdeführer w ieder vollends Fuss gefasst haben - entscheidend ins G ew icht. Es ist davon auszugehen, dass nam entlich die Schw estern der Be- schw erdeführerin - deren zw ei arbeiten als Lehrerinnen und eine ist als Kranken- schw ester und M utter tätig - bei säm tlichen die Kinder betreffenden Angelegenhei- ten entscheidend H ilfe und U nterstützung leisten können. Auch hinsichtlich der späteren Schulung und Ausbildung kann ohne W eiteres davon ausgegangen w er- den, diese seien in F._______ oder G ._______ gew ährleistet. 7.4.3 Zusam m enfassend kann nicht gesagt w erden, ein W egw eisungsvollzug im vorlie- genden Falle gefährde das zu berücksichtigende Kindesw ohl. Angesichts der vor- liegenden U m stände ist vielm ehr in Bezug auf die Türkei von einer im Vergleich zum Verbleiben der Beschw erdeführer in der Schw eiz günstigeren Prognose für eine gesunde, nam entlich psychisch und geistig ungestörte Entw icklung der bei- den Kinder der Beschw erdeführer auszugehen. 7.5 N ach dem bisher G esagten erw eist sich ein W egw eisungsvollzug in die Türkei nicht nur als zum utbar; es sprechen sogar gew ichtige Elem ente für die Annahm e, die Fam iliensituation könnte sich dort im Vergleich zu den entsprechenden Aus- sichten bei einem Verbleib in der Schw eiz insgesam t eher stabilisieren. Vor dem H intergrund der m edizinischen Behandelbarkeit des Beschw erdeführers kom m en dabei dem starken sozialen N etz im angestam m ten kulturellen U m feld der Be- schw erdeführer, w elches ihnen schon früher H alt zu geben verm ochte, dem U m - stand, dass die Beschw erdeführer reelle C hancen für einen beruflichen W iederein- stieg hätten und dem Kindesw ohl, dem in verschiedener H insicht in der Türkei m ehr gedient w äre, gew ichtige Bedeutung zu. 7.6 Es gilt nun zu prüfen, ob die zu erw artenden Schw ierigkeiten im Zusam m enhang m it der D urchführung eines allfälligen W egw eisungsvollzugs diesen trotz der bis- her aufgezeigten, für die Zum utbarkeit des Vollzugs sprechenden Faktoren, insge- sam t als unzum utbar erscheinen lassen. D ie Ärzte w eisen übereinstim m end auf die G efahr der in diesem Zusam m enhang m öglichen Selbstgefährdung durch den Beschw erdeführer, auch diejenige eines erw eiterten Suizides in Bezug auf seine Fam ilie, und schliesslich die eines Am oklaufs m it einer G efahr auch für D rittperso- nen hin. 7.6.1 Es besteht seitens des G erichts keinerlei Veranlassung, an den geäusserten Be- denken Zw eifel zu hegen. In diesem Zusam m enhang ist festzuhalten, dass es ein bekanntes Phänom en darstellt, dass Personen m it psychischer Beeinträchtigung ihrer G esundheit anlässlich einer Asylgesuchsabw eisung und einer Aufforderung, das G astland zu verlassen, dekom pensieren. Vorliegend ist angesichts der be- kannten U m stände bedauerlicherw eise in extrem is m it einer solchen R eaktion des Beschw erdeführers m it entsprechender G efahr für sich, seine Fam ilie und D rittper- sonen zu rechnen. D iese Prognose gilt auch unter Berücksichtigung, dass er bis- lang in der Lage w ar, an geeigneter Stelle um U nterstützung nachzusuchen, bevor 27 seine Agressionen zu Katastrophen eskalierten (vgl. Arztzeugnis vom 12. Januar 2007). Von der G efahr einer m öglichen psychischen D ekom pensation des Be- schw erdeführers und den erw ähnten m öglichen Folgen ist bereits auszugehen ab dem Zeitpunkt der Kenntnisnahm e des vorliegenden U rteils. D ie erhöhte G efahr dürfte nicht nur bis zum Zeitpunkt, in w elchem die Fam ilie in der Türkei von beige- zogenen Vertretern geeigneter Institutionen und den Angehörigen der Beschw er- deführer in Em pfang genom m en sein w ird, andauern, sondern längere Zeit darü- ber hinaus, w obei der Beschw erdeführer allenfalls, sofern dies aus psychiatrischer Sicht als notw endig erachtet w ird (vgl. Arztzeugnis vom 14. Februar 2005), gleich nach seiner R ückkehr in eine geeignete psychiatrische Institution überführt w erden m uss. Zutreffenderw eise hält die Vorinstanz im Zusam m enhang m it der drohenden D ekom pensation bis hin zur Suizidalität und Frem dgefährdung im Zusam m enhang m it der drohenden R ückkehr in die Türkei fest, dass geeignete M assnahm en zu ergreifen sind und auch zur Verfügung stehen, um diese G efahr einzudäm m en. Vorliegend w äre zw ingend eine konzertierte R ückführung - unter Einbezug des R echtsvertreters, der behandelnden Ärzte und w ohl auch der Angehörigen in der Schw eiz und in der Türkei - vorzubereiten und von allen beteiligten Behörden zu koordinieren. 7.6.2 O hne dass hier gesagt sei, dass eine solche generalstabsm ässig geplante Aus- schaffungs- und Ü bergabeübung nicht realisiert w erden könnte, ist doch nicht zu übersehen, dass ein nahtloses Zusam m enspiel - angefangen bei einer prophylakti- schen Einw eisung in eine Klinik oder m edikam entösen R uhigstellung vor der Eröff- nung des Entscheides bis hin zur detaillierten Planung der R ückführung, der R ück- kehrhilfe, der Erm ittlung und Instruktion der zuständigen türkischen Institutionen und Fachpersonen sow ie der Ausschaffung als solcher - nur bei perfekter Zusam - m enarbeit aller Beteiligten m öglich sein w ird. D ie G efahr, dass eine solche Aktion w egen unsauber definierter Schnittstellen, w egen fehlerhaften Verhaltens dieser oder jener Person oder Institution, w egen unvorhersehbaren Kom plikationen in den Abläufen oder unerw arteter R eaktion der Beschw erdeführer und anderem m ehr scheitern könnte, ist allerdings hoch. U nd entsprechend hoch ist auch das R isiko, dass trotz grossem Bem ühen aller Beteiligten die von den behandelnden Ärzten befürchteten katastrophalen, das eigene Leben oder das der Fam ilienange- hörigen oder D ritter in G efahr bringenden H andlungen des ausser sich geratenden Beschw erdeführers eintreten. Aus diesem G runde und w egen der m assiven, die Eltern sow ie das vier- und das einjährige Kind treffende Beeinträchtigung und m öglicherw eise Traum atisierung, die eine solche m it m inutiöser Planung hinter dem R ücken des Beschw erdeführers vorbereitete und letztlich w ohl nur m it G ew alt realisierbaren, m öglicherw eise gestaffelt vorzunehm enden Ausschaffung bew irken dürfte, ist letztlich der Vollzug der W egw eisung als zur Zeit unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu bezeichnen. 7.7 G em äss Art. 14a Abs. 6 AN AG findet der Absatz 4 dieser Bestim m ung keine An- w endung, w enn der w eg- oder ausgew iesene Ausländer die öffentliche O rdnung verletzt hat oder in schw erw iegender W eise gefährdet. Sow eit ersichtlich sind die Beschw erdeführer in der Schw eiz nicht straffällig gew orden. Aktenkundig ist aller- dings die w iederholte Agressivität des Beschw erdeführers gegenüber seiner Fam i- lie, w elche nicht nur verbaler Art w ar, sondern gegenüber der Ehefrau auch in Tät- lichkeiten ausgeartet ist. D a diese Verhaltensw eisen, so schändlich sie sind, Teil 28 des Krankheitsbildes des Beschw erdeführers bilden, ist ihnen nicht das G ew icht eines Ausschliessungsgrundes zuzum essen, und es ist die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführer nach M assgabe von Art. 44 Abs. 2 AsylG anzuordnen. Im m erhin sei hier nochm als betont, dass m it der vorläufigen Aufnahm e der Be- schw erdeführer in der Schw eiz nach Ü berzeugung des Bundesverw altungsgerich- tes nur die zw eitbeste Lösung gefunden w erden konnte. D as G ericht ist - unter Verw eis auf die Erw ägungen unter Punkt 7.1 - 7.5 - der Ü berzeugung, dass für die G esundheit des Beschw erdeführers und für die soziale und psychische Entw ick- lung der ganzen Fam ilie eine R ückkehr in die Türkei bessere Voraussetzung schaffen w ürde. In diesem Sinn w ird den Beschw erdeführern, ihren Angehörigen, den behandelnden Ärzten, den m it der Betreuung in Integration betrauten Institutionen und Personen nahegelegt, beim Beschw erdeführer - sow eit dies sein psychischer Zustand zulässt - die R ückreise in die Türkei zu them atisieren und seinen R ückkehrw illen zu stärken beziehungsw eise überhaupt zu schaffen. 8. N ach diesen Erw ägungen ist die Beschw erde gutzuheissen, die angefochtene Ver- fügung aufzuheben und das BFM anzuw eisen, die vorläufige Aufnahm e der Be- schw erdeführer anzuordnen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). 9.2 D en Beschw erdeführern ist für die notw endigen und verhältnism ässig hohen Kos- ten im Sinne des G esetzes eine Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 7 ff. des R eglem ents über Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2)]. D er R echtsvertreter der Beschw erdeführer hat auch nach Kenntnisnahm e von der Zw ischenverfügung vom 16. Juli 2007, aus w elcher hervorging, dass der Ab- schluss des vorliegenden Verfahrens kurz bevorstand, keine Kostennote zu den Akten gereicht. D ie Parteientschädigung ist dem zufolge auf G rund der Akten fest- zusetzen (Art. 14 Abs. 2 in fine VG KE). Insgesam t erscheint eine Parteientschädi- gung von Fr. 2'100.--, inkl. Barauslagen und M ehrw ertsteueranteil, dem zeitlichen Aufw and angem essen. D as BFM ist anzuw eisen, die Beschw erdeführer in diesem U m fang zu entschädigen.29 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, die Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern eine Parteientschädigung (inkl. M W St-Anteil) in der H öhe von Fr. 2'100.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - das Am t für M igration (...) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: W alter Stöckli Esther Karpathakis Versand am :