Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Januar 2014 (720 13 227 / 21) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Invaliditätsbemessung bei selbstständig erwerbstätigem Versicherten; keine Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, wenn sich die hypothetischen Einkommen aufgrund invaliditätsfremder Faktoren nicht ermitteln oder schätzen lassen; Anwendung der ausserordentlichen Methode des Betätigungsvergleichs mit wirtschaftli- cher Gewichtung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Markus Schmid , Recht s- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.5914.8971.68) A. Der 1962 geborene A.____ ist seit dem Jahr 1996 als selbstständiger B.____ mit einer eigenen Praxis (Einzelfirma) in C._____ erwerbstätig. S eit dem 1. Juli 2007 arbeitet er ausser- dem im D._____center (heute: E._____center GmbH) in F._____. Am 8. Oktober 2006 erlitt er Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen Unfall, als er von einem Einbrecher tätlich angeg riffen wurde. Dabei zog er sich eine Daumengrundgelenks-Distorsion mit Bandabriss am rechten D aumen zu. Am 14. April 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis auf die beim Unfall erlittene Verletzung bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nac h Abklärung der gesundheitli- chen, betrieblichen und erwerblichen Verhältnisse ermit telte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) beim Versicherten einen Invaliditätsgrad von 1%. Gestützt auf dieses Ergebnis und nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-S telle mit Verfügung vom 14. Juni 2013 den Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Markus Schmid, am 19. August 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefoc htene Verfügung aufzuheben und die Be- schwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführe r mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2010 eine halbe Rente und mit Wirkung ab dem 1. Apri l 2011 eine Viertelsrente der Invaliden- versicherung auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Durchführung einer mündlichen Parteiverhandlung beantragt; alles unter o /e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwer- degegnerin. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführ er im Wesentlichen vor, dass die Be- schwerdegegnerin aktenwidrig behaupte, seine Ehefrau h abe im Jahr 2010 nicht in einem 100%-Pensum, sondern bloss im Umfang von 40% im Betrieb mitgearbeitet. Die Beschwerde- gegnerin habe folglich zu Unrecht einen Teil ihres Ein kommens an sein Invalideneinkommen angerechnet. Überdies sei im vorliegenden Fall zur Be rechnung des Invaliditätsgrades ohnehin nicht die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs he ranzuziehen, sondern vielmehr die ausserordentliche Methode des erwerblich gewichteten B etätigungsvergleichs, eventualiter sei der Invaliditätsgrad aufgrund der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit festzulegen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 4. November 2013 beant ragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und führte aus, dass sowohl das Validen- als auch das Invali- deneinkommen zuverlässig hätten ermittelt werden können , weshalb die Anwendung der allge- meinen Bemessungsmethode nicht zu beanstanden sei. Betr effend die Ermittlung des Invali- deneinkommens sei dabei zu Recht ein Teil des Einkommen s der Ehefrau berücksichtigt wor- den. Der Beschwerdeführer habe sowohl im Jahr 2011 als auch im Jahr 2012 angegeben, dass seine Ehefrau in einem weit tieferen Pensum von 30% respektive 40% in seiner Praxis tätig sei. Die nachträgliche Angabe des Beschwerdeführers gegenüber der Steuerbehörde, wonach sei- ne Ehefrau im Jahr 2010 in einem Pensum von 100% gea rbeitet habe, ändere nichts an der Tatsache, dass tatsächlich ein geringeres Pensum erfüllt worden sei. D. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung wurde G. _____, die Ehefrau des Beschwer- deführers, als Auskunftsperson einvernommen und der Besch werdeführer befragt. Die Ehefrau des Beschwerdeführers führte aus, dass sie im Jahr 2010 ih r Pensum in der Praxis erhöht ha- be, um mehr eigenes Einkommen zu haben. Die Betreuung des damals zweijährigen Sohnes sei von ihrer Mutter und teilweise von ihrem Ehemann übernommen worden, zweimal in der Woche habe er auch eine Kinderkrippe besucht. Anfang 2011 habe sie das Pensum reduzieren müssen, da ihr Schwiegervater im Sterben gelegen und sie ihn gepflegt habe. Danach sei sie erneut schwanger geworden. Vor der Pensenerhöhung im Ja hr 2010 habe der Beschwerdefüh- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht rer viele der Arbeiten, die sie anschliessend übernommen habe, selbst erledigt. Daneben hätten sich weitere Angestellte und ein Treuhänder die Arbeit en geteilt. Nach der Reduktion ihrer Er- werbstätigkeit Anfang 2011 sei eine neue Sekretärin an gestellt worden, die anderen Angestell- ten hätten ausserdem mehr übernehmen müssen. Die Parteien hielten heute an ihren Begehren fest. Auf die weiteren Ausführungen ist – soweit notwendig – im Rahmen der Erwägung einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit od er Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG ). Für die Beurteilung des Vorlie- gens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwe rbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte. Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechu ng des damaligen Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts (EVG; heute: Bundesgericht, sozi alrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (vgl. BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist e s, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstä tigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (vgl. U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät- zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen d er Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversi cherungsgericht alle relevanten Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI- Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.1 Nachdem der Regionale Ärztliche Dienst am 22. Oktob er 2010 das im Rahmen des Verfahrens der Unfallversicherung eingeholte Gutachten von Dr. med. H._____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, vom 26. Januar 2010 als nicht genüge nd beweiskräftig beurteilte, holte die Beschwerdegegnerin zur Abklärung des medizinischen Sachver halts ein handchirurgisches Gutachten bei Dr. med. I._____, FMH Orthopädische Chir urgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparats sowie Handchirurgie, ein. Mit Gutachten vom 1. Februar 2011 diagnostizierte Dr. I._____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ei ne schwergradige Instabilität des radialen Kollateralbandes sowie eine leichtgradige Instabilität des ulnaren Kollateralbandes am Daumen MP-Gelenk rechts bei Status nach Distorsionstrauma am 8. Oktober 2006. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen eines Stat us nach Fraktur der Grosszehe rechts und des Kleinfingers rechts sowie einer Distorsion des AC-G elenks der Schulter rechts am 8. Oktober 2006. Der Explorand sei in seiner beruflich en Tätigkeit als B.____ aufgrund der In- stabilitäten des rechtsdominanten Daumens stark beeinträchtigt, da der dominante Daumen der funktionell wichtigste Strahl aller zehn Finger darstelle und bei einem Manualtherapeuten erheb- lichen Druckbelastungen sowie Krafteinwirkungen ausgesetz t sei. Die Beeinträchtigung würde sich auch bei alltäglichen Verrichtungen bei der Greif- und Haltefunktion auswirken. Die rechte Hand sei jedoch nicht bloss als zureichende Hilfshand ei nsetzbar, der Explorand übe vielmehr auch gewisse leichte Manipulationen und Tätigkeiten m it dem rechten Daumen aus. Deshalb sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als B.____ auf 60% angemessen. Diese neu festgelegte Arbeitsfähigkeit sei ab dem 3. Januar 2011 anzunehmen. Für den Zeitraum davor, namentlich vom 1. Juli 2008 bis zum 2. Januar 20 11, sei die auf 50% festgesetzte Ar- beitsfähigkeit vertretbar. In einer leidensangepassten leichten manuellen beruflichen Tätigkeit, wo keine forcierten Druckbelastungen des rechten Daumen s notwendig seien, sei eine volle Arbeitsfähigkeit bei normalem Pensum zumutbar. Vibra tionsbelastungen, Kälteexpositionen sowie Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten seien aufgru nd der unzureichenden Haltefunktion bei Sturzgefahr jedoch nicht sinnvoll. Die Umschulung in ei nen anderen Beruf sei aufgrund der hochspezialisierten Ausbildung des Exploranden nicht anzust reben. Geeignet wäre jedoch die Umschulung zum Experten oder Instruktor auf seinem Gebi et, da der Explorand in einer sol- chen Tätigkeit die verbleibenden 40% seines Pensums gewinnbringend verwerten könne. 4.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vollumfän glich auf die Ergebnisse, zu denen Dr. I._____ in seinem Gutachten vom 1. Februar 2011 gelangte. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer ab dem frühestmöglichen Ze itpunkt des Rentenbeginns im Oktober 2010 zu 50% in seiner angestammten Tätigkeit als B.____ eingeschränkt gewesen und ab Januar 2011 von einer 60%igen Arbeitsfähigkeit a uszugehen sei. Diese vorinstanzliche Be- weiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, di e aufgrund eingehender Beobachtungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu verlässigkeit der Expertisen spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten von Dr. I._____ vom 1. Februar 2011 weist weder formale noch inhaltliche Män- gel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wi rd (vgl. Erwägung 3.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abg egeben worden, leuchtet in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzt sich mit den übrigen ärztlichen Einschätzungen ausei nander und ist in den Schlussfolge- rungen überzeugend. Insbesondere nimmt es auch eine schlü ssige Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit des Versicherten vor. Der ausschlaggebende Beweiswe rt des Gutachtens von Dr. I._____ wird denn auch vom Beschwerdeführer – zu Recht – nicht in Frage gestellt. 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen u nd sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. 5.2 Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkomm en nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Method e für nicht erwerbstätige Versi- cherte (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich a nzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des B etätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigu ngsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkungen besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwe ndigerweise, eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erw erbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wo- nach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidi tät nach Massgabe der Erwerbsunfähig- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren ; BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen). 5.3 Bei Selbstständigerwerbenden, welche allein oder zusammen mit Familienmitgliedern einen Betrieb bewirtschaften, ist das für die Invaliditä tsbemessung massgebende Erwerbsein- kommen einzig auf Grund ihrer eigenen Mitarbeit im Be trieb zu bestimmen. Abzustellen ist ein- zig auf jene Einkünfte, welche die versicherte Person selb er durch ihr eigenes Leistungsvermö- gen zumutbarerweise realisieren kann (Art. 25 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Gegenüberstel lung der vor und nach Eintritt eines invalidenversicherungsrechtlichen Versicherungsfalles in ei nem Gewerbebetrieb realisierten Geschäftsergebnisse nach Massgabe der Einkommensvergleichsmet hode lässt daher zuver- lässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbu sse nur dort zu, wo mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergebnisse durch inva- liditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind. Tatsä chlich sind aber für die jeweiligen Ge- schäftsergebnisse eines Gewerbebetriebes häufig zahlreiche schwer überblickbare Komponen- ten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsituat ion, der kompensatorische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbeteiligten oder Mi tarbeiterinnen und Mitarbeitern von massgeblicher Bedeutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremde) Faktoren zurückzuführenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leis- tungsvermögen der versicherten Person beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel auf Grund der Buchhaltungsu nterlagen nicht möglich, sodass die Invaliditätsbemessung nach der Methode des ausserordentli chen Bemessungsverfahrens zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2007, I 70/06, E. 4.3 mit Hinweisen). 6.1 Die Parteien gehen übereinstimmend und zu Recht d avon aus, dass der Beschwerde- führer als Selbstständigerwerbender zu betrachten ist. Hingegen ist strittig und zu prüfen, wel- che Methode der Invaliditätsbemessung im vorliegenden Fall anzuwenden ist. 6.2 Die Beschwerdegegnerin nahm im Rahmen der Unters uchung der erwerblichen Verhält- nisse zunächst eine Abklärung in der Einzelfirma des Besch werdeführers vor. Mit Bericht vom 10. August 2011 stellte der Abklärungsdienst der IV-Stel le fest, dass der Beschwerdeführer ak- tuell eine Praxistätigkeit im Umfang von 40% bis 50% au sübe. Medizinisch-theoretisch sei ihm jedoch ein Pensum von 60% zumutbar, weshalb der Beschwe rdeführer seine Restarbeitsfähig- keit zurzeit nicht voll ausschöpfe. Wenn immer möglich, sei die Invalidität durch die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen. In der Folge forderte die Beschwerdegeg- nerin weitere Geschäftsunterlagen, namentlich die Geschä ftsabschlüsse der Jahre 2009 und 2010 an. Der Abklärungsdienst stellte diesbezüglich mit Be richt vom 30. Mai 2012 fest, dass über die Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens keine weiteren Unterlagen vorlägen und sich nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung sowohl die persönlichen und familiären wie auch die betrieblichen und finanziellen Verhältni sse derart geändert hätten, dass ein Ein- kommensvergleich nicht zu erstellen sei. Da mangels Ausschöp fung der Restarbeitsfähigkeit auch die ausserordentliche Methode nicht anwendbar sei , habe die Ermittlung des Invaliditäts- grades aufgrund der medizinisch-theoretischen Restarbeits fähigkeit zu erfolgen. Mit Bericht vom 30. April 2013 bejahte der Abklärungsdienst aufgru nd der neu vorliegenden Steuerunterla- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen und dem aktualisierten Auszug des individuellen Kontos (IK) der Ausgleichskasse die Mög- lichkeit eines Einkommensvergleichs. Bezüglich des Invalidene inkommens sei zu beachten, dass die Ehefrau des Versicherten gemäss Lohnausweis und de n Steuerunterlagen des Kan- tons Basel-Stadt im Jahr 2010 einen Lohn von Fr. 86‘4 00.– bezogen habe. Diese Lohnsumme könne in Anbetracht der Angaben des Beschwerdeführers, wo nach seine Frau im Jahr 2011 in einem 30%-Pensum und im Jahr 2012 in einem 40%-Pensu m gearbeitet habe, nicht nachvoll- zogen werden. Den Feststellungen im Abklärungsbericht vom 30. April 2013 entsprechend er- mittelte die Beschwerdegegnerin die hypothetischen Ein kommen aufgrund der Geschäftsge- winne in den IK-Auszügen. Ausserdem setzte die Beschwerde gegnerin das Einkommen der Ehefrau des Beschwerdeführers auf Fr. 31‘642.– (ausgehe nd von einem ausgewiesenen Lohn von Fr. 84‘000.– und entsprechend einem Erwerbspensum von 40%) fest. Die Differenz zum ausgewiesenen Lohn in der Höhe von Fr. 52‘358.– rec hnete sie dem Einkommen des Be- schwerdeführers an und ermittelte so ein Invalideneinkomm en in der Höhe von Fr. 93‘958.–. Das Valideneinkommen betrage gemäss IK-Auszüge der Jahre 1996 bis 2005 und unter Be- rücksichtigung der Nominallohnentwicklung Fr. 94‘888.–. D ie Beschwerdegegnerin hält diesbe- züglich in ihrer Vernehmlassung und anlässlich der heutig en Parteiverhandlung fest, dass so- wohl Validen- wie auch Invalideneinkommen betragsmässig ermittelt werden könnten, weshalb die Invaliditätsbemessung anhand der allgemeinen Metho de des Einkommensvergleichs zu erfolgen habe. 6.3 Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann jedoch, w ie auch der Beschwerdeführer zu Recht rügt, nicht beigepflichtet werden. Die Einna hmen des Beschwerdeführers schwankten gemäss den IK-Auszügen bereits vor dem Unfall beträchtlich, weshalb auf den über eine länge- re Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abgestellt werden musste (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 10. Februar 2009, 8C_576/2008, E. 6.2 mit weiteren Hinweisen). Nach dem Unfall zeigen sich jedoch weit stärkere Unklarheiten. So deklarierte der Beschwerdeführer im Jahr nach dem Unfall (2007) noch ein Einkommen von Fr . 81‘300.–, im Jahr 2008 jedoch bloss noch ein solches von Fr. 8‘698.–, danach jedoch wieder ein solches von Fr. 49‘900.– (2009) und Fr. 41‘600.– (2010). Die späteren Schwankungen kö nnen anhand des in den Geschäftsab- schlüssen festgehaltenen Personalaufwands ansatzweise erkl ärt werden; das relativ hohe Ein- kommen des Jahres 2007 erfolgte jedoch – allenfalls auf grund eines ausbezahlten Taggeldes – bei verhältnismässig geringem Personalaufwand. Die deklar ierten Einkommen sind ferner nicht mit den vom Beschwerdeführer im Rahmen der Beschwerde geltend gemachten Behandlungs- zahlen zu vereinbaren, wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2010 und danach in einem Pen- sum von weit über 60% Behandlungen selbst ausgeführt hab e. Hinzu kommen verschiedene invaliditätsfremde Faktoren, namentlich die Heirat des Beschwerdeführers im Jahr 2008 und die Geburt seiner Kinder in den Jahren 2008 und 2011. Se ine Ehefrau arbeitete ausserdem in den Jahren 2008 bis 2013 in der Praxis des Beschwerdeführers m it. Der Beschwerdeführer gab ausdrücklich an, dass er vor dem Unfall praktisch kein Privat leben gehabt habe. Wie sich diese invaliditätsfremden Faktoren ohne Gesundheitsschaden auf die Geschäftsergebnisse und somit das Einkommen des Beschwerdeführers ausgewirkt hätten, kan n nicht beurteilt werden. Von einer allfälligen Erwerbseinbusse kann folglich nicht ohne Weiteres auf den Invaliditätsgrad ge- schlossen werden. Auch die „Bereinigung“ des Invalidenein kommens mittels der Anrechnung eines Teils des Einkommens der Ehefrau an das Einkommen des Beschwerdeführers vermag Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht daran nichts zu ändern. Das Invalideneinkommen kann folg lich im vorliegenden Fall weder er- mittelt noch geschätzt werden und es ist die ausserordentl iche Methode des erwerblich gewich- teten Betätigungsvergleichs anzuwenden (vgl. Erwägung 5.3 hiervor). Entgegen der Auffassung des Abklärungsdienstes der Beschwerdegegnerin ermöglicht die ausserordentliche Methode selbst dann eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsg rades, wenn die Restarbeitsfähigkeit – wie vorliegend – im Rahmen der angestammten Täti gkeit nicht voll ausgeschöpft wird, solan- ge in Bezug auf die gesundheitlichen Einschränkungen au f die medizinisch-theoretische und nicht die tatsächlich aktuell verwertete Arbeitsfähigkeit abgestellt wird. 7. Um die gesetzlich geforderte wirtschaftliche Gewichtun g vorzunehmen, ist nach bun- desgerichtlicher Rechtsprechung der Wert der verschieden en Betätigungen im Verhältnis zuei- nander festzustellen und mit der Einschränkung im jeweiligen Tätigkeitsbereich in Beziehung zu setzen (BGE 128 V 32 E. 4b). 7.1 Gemäss Abklärungsbericht vom 10. August 2011 habe der Beschwerdeführer in seiner Praxis vor Eintritt des Gesundheitsschadens Behandlungen durchgeführt und Patientendossiers betreut. Er habe auch die Geschäftsführung übernommen und Personalentscheidungen getrof- fen. Daneben habe er Sportler einzeln oder in Gruppe n betreut und teilweise auch auf Turnie- ren begleitet, dies im Rahmen von drei bis fünf Wochen im Jahr. Daneben habe der Versicherte einmal pro Woche während einem halben Tag im D._____ center in F._____ als B.____ prakti- ziert und im Rahmen von vier Stunden pro Woche als Oper ationsassistent im J._____spital ge- arbeitet. Die gesamte Arbeitszeit pro Woche habe ca. 5 0 Stunden betragen. Der Betrieb laufe nach Eintritt des Gesundheitsschadens grundsätzlich noch in derselben Art wie zuvor, der Ver- sicherte leite noch immer den Betrieb und behandle seine Patienten. Die Terminanfragen hätten sich nicht vermindert, er könne jedoch nicht mehr alle Pa tienten annehmen. Ausser einer Re- duktion der Arbeitszeit habe er die Technik bei den B ehandlungsgriffen anpassen müssen, er könne die Behandlungen aber weiterhin selbst durchführ en. Die Begleitung von Sportlern sei nicht mehr so intensiv. Um die Praxisräume auszulasten, hab e er einen Physiotherapeuten ein- gestellt; dieser erhalte einen Fixlohn und eine Umsatzbeteiligung. 7.2 Dem Abklärungsbericht vom 10. August 2011 zufolge v erwendete der Beschwerdeführer vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung 81% seiner gesamten Arbeitszeit für die Vor- nahme von Behandlungen, 3% für die Betreuung von Spo rtlern und 16% für die Erledigung ad- ministrativer Arbeiten sowie der Geschäftsführung. Diese Aufteilung beinhaltet augenscheinlich auch die Tätigkeit des Beschwerdeführers im D._____cent er (vgl. Abklärungsbericht vom 10. August 2011 S. 3 und 7). Aufgrund der ärztlichen E inschätzung der Arbeitsfähigkeit ist der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit als manuell tätig er B.____, d.h. im Rahmen der Behand- lungen, ab Januar 2011 im Umfang von 40%, in der Zei t davor im Umfang von 50% einge- schränkt. Dies ist – entgegen der Einschätzung im Abklärung sbericht – auch für die Betreuung von Sportlern anzunehmen. Indessen wirkt sich die Vernei nung einer gesundheitsbedingten Einschränkung im Bereich der Sportlerbetreuung nicht en tscheidend auf die zu ermittelnden Invaliditätsgrade aus, weshalb auf eine abschliessende Be antwortung der Frage, ob der Be- schwerdeführer in diesem Tätigkeitsbereich gesundheitlich eingeschränkt ist, letztlich verzichtet werden kann. Im Rahmen der Administration und Geschäft sführung ist der Beschwerdeführer Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht unbestrittenermassen nicht eingeschränkt. Entgegen dem Vorgehen im Abklärungsdienst ist der Anteil der Administration und Geschäftsführung indesse n für die Zeit nach Eintritt des Gesund- heitsschadens nicht unter Hinweis auf die weniger geword ene Kundschaft zu reduzieren. Die Geschäftsführung umfasst grundsätzlich Arbeiten (Buchha ltung, Abrechnung der Mehrwert- steuer, Personalführung, Werbung, etc.), die in der Re gel unabhängig vom Geschäftsgang (BGE 128 V 33 E. 4b) und folglich auch von einer, all enfalls durch die gesundheitliche Beein- trächtigung veränderten Auftragslage, zu erledigen sind . Der Beschwerdeführer hat anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ausgeführt, dass die Verhältnisse betreffend seine Tätigkeit seit 2011 im Wesentlichen unverändert seien. 7.3 Zur wirtschaftlichen Gewichtung der Tätigkeiten de s Beschwerdeführers wurden im Ab- klärungsbericht vom 10. August 2011 entsprechend der bun desgerichtlichen Rechtsprechung Jahreslöhne anhand der Tabellen der Schweizerischen Lohnst rukturerhebung des Bundesam- tes für Statistik (LSE) ermittelt. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden, kann doch auf die Betriebsergebnisse aus den hiervor genannten Gründen (E rwägung 6.3) nicht abgestellt wer- den (vgl. BGE 128 V 33 E. 4b). Entsprechend dem Vorg ehen im Abklärungsbericht sind folglich für den Tätigkeitsbereich Administration und die Geschä ftsführertätigkeit die LSE 2008, Tabelle TA11, Höhere Berufsausbildung, Fachschule, Männer, Anf orderungsniveau 3 hinzuzuziehen. Demnach beträgt der Jahreslohnansatz für diese Tätigkeit , basierend auf einer branchenübli- chen Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr. 104‘033.– . Die übrigen Tätigkeiten, insbesonde- re die Behandlungen, wurden vom Abklärungsdienst der B eschwerdegegnerin zu Recht betref- fend Ausbildung gleich bewertet, jedoch dem Anforderu ngsniveau 2 zugeordnet. Daraus resul- tierte ein Jahreslohnansatz von Fr. 115‘939.–. 7.4 Betreffend die erwerbliche Gewichtung ergibt sich d amit folgende Ausgangslage: Tätigkeit Anteil Gesamttätigkeit Einschränkung in % Loh nansatz Administration, Ge- schäftsführung 16% 0% Fr. 104‘033.– Behandlungen 81% ab 01.10.2010: 50% ab 03.01.2011: 40% Fr. 115‘939.– Sportlerbetreuung 3% ab 01.10.2010: 50% ab 03.01.2011: 40% Fr. 115‘939.– In Anwendung der vom Bundesgericht festgehaltenen Formel (BGE 128 V 33 E. 4b: [16% x 0% x Fr. 104‘033 + 81% x 50% bzw. 40% x Fr. 115‘939 + 3% x 50% bzw. 40% x Fr. 115‘939] / [16% x Fr. 104‘033 + 81% x Fr. 115‘939 + 3% x Fr. 115‘939]) resultiert für den Zeitraum ab dem 1. Oktober 2010 ein Invaliditätsgrad von 43% und für den Zeitraum ab 3. Januar 2011 ein sol- cher von 34%. Würde im Rahmen der Tätigkeit als Sportl erbetreuer eine gesundheitsbedingte Einschränkung verneint, würden sich die Invaliditätsgrad e auf 41% respektive 33% reduzieren. Nach dem Ausgeführten hat der Beschwerdeführer in jede m Fall ab dem 1. Oktober 2010 An- spruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung. D er Anspruch ist indessen gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV auf den 31. März 2011 zu befristen. Die Beschwerde ist in diesem Sinne teilweise gutzuheissen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanze n – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten auf erlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten e rhoben werden. Der vom Be- schwerdeführer geleistete Kostenvorschuss ist zurückzuerstatten. 8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsieg ende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r in der Honorarnote vom 19. November 2013 für das vorliegende Verfahren gelt end gemachte Zeitaufwand von 6 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden S achverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Zuzüglich den Bemühungen für die Teilnahme an der Parteiverhandlung im Um- fang von 3 Stunden ist der resultierende Zeitaufwand von somit 9 Stunden zu dem in Sozialver- sicherungsprozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendun g gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.– zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote aus- gewiesenen Auslagen in der Höhe von Fr. 65.–. Dem Besc hwerdeführer ist demnach eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘500.20 (9 Stun den à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 65.– zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird f estgestellt, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine vom 1. Oktober 2010 bis zum 31. März 2011 befristete Viertelsrente der Invalidenversi cherung hat; im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.– zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘500.20 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) auszurichten. http://www.bl.ch/kantonsgericht