Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 3. September 2014 (810 14 172) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Claude Jeanneret, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Stefan Suter Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligun g und Wegweisung (RRB Nr. 937 vom 24. Juni 2014) A. Der israelische Staatsbürger A.____, geb. 1972, stellte am 15. November 2011 über die Schweizer Botschaft in Tel Aviv beim Amt für Migration des Kantons Basel-Landschaft (AfM) ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Er führte im Gesuchsformular aus, seine Schweizer Partnerin B.____ erwarte ein Kind von ihm und er beabsichtige, zu ihr und dem Kind nach C.____ zu ziehen. Am 19. Februar 2012 brachte B.____ die gemeinsame Tochter D.____ zur Welt. Gleichentags reiste A.____ offiziell in d ie Schweiz ein. Er anerkannte am 13. März Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2012 seine Vaterschaft und verpflichtete sich mit von der Vormundschaftsbehörde C.____ ge- nehmigtem Unterhaltsvertrag vom 17. April 2012 zur Zah lung von monatlichen Unterhaltsbei- trägen in der Höhe von Fr. 605.--. In der Folge ert eilte das AfM - mit Zustimmung des Bundes- amtes für Migration - laut Eintrag im Zentralen Migr ationsinformationssystem (ZEMIS) am 30. Mai 2012 eine für ein Jahr gültige Aufenthaltsbewilligung. B. Nachdem A.____ der Vorladung des AfM für das Begrüssu ngsgespräch am 8. Juni 2012 unentschuldigt keine Folge geleistet hatte und B. ____ dem AfM gemeldet hatte, dass A.____ seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nachgekom men sei, dass zwischen ihnen kein Konkubinatsverhältnis bestehe und er vielmehr seit Jahren in E.___ [Kanton Bern] wohne, tätig- te das AfM weitere Abklärungen. In der (irrtümlichen) Annahme, dass die Aufenthaltsbewilligung vom 30. Mai 2012 erst behördenintern vorbereitet, dem Gesuchsteller aber noch nicht eröffnet worden sei, kündigte das AfM A.____ mit Schreiben vom 1 1. Juni 2012 die beabsichtigte Ver- weigerung der beantragten Aufenthaltsbewilligung an und gewährte ihm eine Frist zur Stellung- nahme. In verschiedenen Eingaben an das AfM führte die ser daraufhin zusammenfassend aus, er habe die ausstehenden Unterhaltsbeiträge mittlerwe ile beglichen, er besuche seine Tochter oft und er suche zusammen mit der Kindsmutter ein Haus im Hinblick auf ein künftiges Zusam- menleben der Familie. C. Am 5. Dezember 2012 meldete A.____ der Vormundscha ftsbehörde C.____, die Kindsmutter habe ihm den Zutritt zu ihrer Wohnung verweigert. Die bisherige Besuchsregelung, wonach er sein Kind drei Mal wöchentlich für jeweils dr ei Stunden bei der Mutter besuchen könne, sei in dieser Form nicht mehr durchführbar. Die ab 1. Januar 2013 neu zuständige Kin- des- und Erwachsenenschutzbehörde F.____ (KESB) regelte im Anschluss daran mit Entscheid vom 4. April 2013 den persönlichen Verkehr vorsorglich ne u und wies gleichzeitig das ebenfalls eingereichte Gesuch des Kindsvaters um Erteilung der g emeinsamen elterlichen Sorge ab. In der Folge wurden die Modalitäten des Besuchsrechts mehrf ach geändert. Am 22. August 2013 verfügte die KESB, dass A.____ seine Tochter - begleitet von einer Sozialpädagogin - alle zwei Wochen am Dienstagnachmittag besuchen dürfe, zusätzlich fänden begleitete Besuche an zwei Samstagen pro Monat im Rahmen der Begleiteten Besuchst age Baselland im Tagesheim G.____ statt. Im Übrigen seien Besuche zwischen Kindsvater und D.____ untersagt. Die gegen die jeweiligen Entscheide erhobenen Rechtsmittel blie ben allesamt erfolglos. Anfang Oktober 2013 sprach das Tagesheim G.____ gegenüber A.____ e in Hausverbot aus. Die daraufhin am 9. Oktober 2013 anberaumte Besprechung mit den Verantwortlichen der KESB musste offenbar aufgrund seines unbeherrschten Verhaltens abgebrochen werden. Seither hat er sein Besuchs- recht nach eigenen Angaben nicht mehr ausüben können und seine Tochter nur noch vereinzelt gesehen. D. Zwischenzeitlich hatte das AfM bemerkt, dass A.____ di e Verfügung vom 30. Mai 2012 betreffend Erteilung der Aufenthaltsbewilligung zugestellt worden war. Nach zusätzlichen Abklä- rungen gewährte es ihm mit Schreiben vom 25. Februa r 2014 das rechtliche Gehör betreffend einer beabsichtigten Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Mit Verfügung vom 11. April 2014 verweigerte das AfM schliesslich die Verlängerung d er Aufenthaltsbewilligung und wies ihn aus der Schweiz weg. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Die gegen die Verfügung des AfM erhobene Beschwer de wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft mit Regierungsratsbeschluss Nr. 937 vom 24. Juni 2014 ab, soweit er darauf eintrat. Er erwog im Wesentlichen, dass A.___ _ unter dem Gesichtspunkt des An- spruchs auf Familienleben über keinen Anspruch auf weit eren Aufenthalt in der Schweiz verfü- ge. Er habe im ursprünglichen Gesuchsverfahren resp. im Verfahren betreffend Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gegenüber den Behörden zud em verschiedentlich wahrheitswidrige Angaben gemacht, so dass auch Gründe für den Widerruf e iner Aufenthaltsbewilligung vorlä- gen, die gegen eine Verlängerung der bestehenden Bew illigung sprächen. Der Regierungsrat erklärte sich aufgrund der gesamten Umstände nicht berei t, die Aufenthaltsbewilligung ermes- sensweise zu verlängern. Er beurteilte die Wegweisung z udem als verhältnismässig und ver- neinte das Vorliegen eines Härtefalls. F. Gegen den Entscheid des Regierungsrats hat A.____ mit Eingabe vom 26. Juni 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- u nd Verwaltungsrecht, (Kantonsge- richt) erhoben. In der umfangreichen Beschwerdeschrift mit zahlreichen Beilagen befasst er sich grossmehrheitlich mit dem seit Jahren schwelenden Kon flikt rund um das Besuchs- und Sorgerecht. Sinngemäss beantragt er die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, um seine Tochter in der Schweiz betreuen zu können. Die Verweige rung der Aufenthaltserlaubnis behin- dere den Aufbau einer stabilen und sicheren Beziehung zwischen Vater und Kind und stehe im Widerspruch zum grundrechtlichen Anspruch auf Familien leben. Zudem werde dadurch die Kinderrechtskonvention verletzt. Er habe bei der KESB die Übertragung des Sorgerechts an ihn beantragt, gleichzeitig sei auch eine Neuregelung des Besuchsrechts hängig. G. Am 16. Juli 2014 reichte der Beschwerdeführer dem K antonsgericht weitere Unterla- gen ein. H. In seiner Vernehmlassung vom 28. Juli 2014 beantrag t der Regierungsrat, die Be- schwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. I. Mit Verfügung vom 6. August 2014 wurde die Beschwe rde der Kammer zur Beurteilung überwiesen. J. Mit Eingabe vom 6. August 2014 stellt der Beschwerdef ührer den Verfahrensantrag, das vorliegende Verfahren sei bis zum Entscheid der KESB über die gemeinsame elterliche Sorge zu sistieren. Der Regierungsrat beantragt in sein er diesbezüglichen Stellungnahme vom 13. August 2014, der Verfahrensantrag sei abzuweisen. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 20. August 2014 wurde der Entscheid über das Sistie rungsgesuch der Kammer überlas- sen. K. Am 25. August 2014 reichte der Regierungsrat im Sin ne eines Novums die Kopie einer E-Mail der Kindsmutter vom 21. August 2014 an das AfM ein. Darin führte diese aus, der Be- schwerdeführer habe trotz eingeschriebener Briefe seit Monaten keine Unterhaltsbeiträge an die Tochter gezahlt. In der Folge legte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. August 2014 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht diverse Bankkontoauszüge ins Recht. Da diese Auszüge lediglich Zahlungen bis zum 11. April 2014 belegten, wurde er mit Verfügung vom 29. August 2014 aufgefordert, den Kontoauszug seines Privatkontos für die Zeit seit dem 11. April 201 4 beizubringen. Dieser Anordnung kam er am 1. September 2014 nach. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Vorab ist über den Verfahrensantrag des Beschwerdefüh rers vom 6. August 2014 zu entscheiden, wonach das vorliegende Verfahren bis zum Entscheid der KESB über die gemein- same elterliche Sorge zu sistieren sei. Das Gesetz über di e Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 enthält keine R egelung der Verfahrenssistierung. Nach der Praxis des Kantonsgerichts wird ein Verfahren gru ndsätzlich nur dann sistiert, wenn sämtliche Verfahrensbeteiligten mit diesem Vorgehen einverstanden sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. Aus prozessökonomischen Gr ünden kann ein Verfahren unter Um- ständen auch gegen den Willen einer Partei sistiert we rden. Namentlich kann sich eine Sistie- rung rechtfertigen, wenn in einem anderen Verfahren über Sachumstände oder rechtliche Vor- aussetzungen entschieden wird, die für den Ausgang des in Frage stehenden Verfahrens von massgebender Bedeutung sind (vgl. M ARTIN BERTSCHI /KASPAR PLÜSS , in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl., Zürich 2014, Vorbem. zu §§ 4-31 VRG/ZH, Rz. 40). Dem Ausgang des b ei der KESB anhängigen Verfah- rens, in welchem der Beschwerdeführer die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge bean- tragt hat, kommt kein entsprechender Stellenwert zu, denn für die Beantwortung der sich im vorliegenden ausländerrechtlichen Verfahren stellenden Fragen spielt die elterliche Sorge keine entscheidwesentliche Rolle: Nach der Rechtsprechung muss - unabhängig von der Sorge- rechtsregelung - das nicht obhutsberechtigte ausländisch e Elternteil eines in der Schweiz an- wesenheitsberechtigten Kindes in jedem Fall eine in af fektiver und wirtschaftlicher Hinsicht be- sonders intensive Beziehung zum Kind leben, um einen Ans pruch auf Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung geltend machen zu können (BGE 140 I 145 E. 4.2; BGE 139 I 315 E. 2.2). Da eine Verletzung des Rechts des Beschwerdeführers auf Familienleben primär von dessen eigenen Beziehung zu seinem Kind abhängt, kommt auch e iner allfälligen - vom Beschwerde- führer seit Jahren behaupteten, aber von keiner Instanz festgestellten - Erziehungs- oder Ob- hutsunfähigkeit der Kindsmutter keine entscheidende Be deutung zu. Vielmehr ist vorab ent- scheidend, dass nach Aktenlage weder gegenwärtig noch in absehbarer Zeit eine Obhutszutei- lung an den Beschwerdeführer zu erwarten ist. Es rechtfe rtigt sich somit nicht, den Ausgang des Verfahrens vor der Kindesschutzbehörde abzuwarten. De r Antrag des Beschwerdeführers auf Sistierung des vorliegenden Verfahrens ist demzufolge abzuweisen und die Beschwerde an die Hand zu nehmen. 2. Gemäss § 43 Abs. 1 VPO ist gegen Verfügungen und En tscheide des Regierungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsgerich t zulässig. Demnach ist das Kan- tonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Beschwerde grundsätzlich eingetreten werden kan n. Soweit sich der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift allerdings auf das Verfahren v or der KESB bezüglich Sorgerechts- und Besuchsregelung bezieht, so kann auf die entsprech enden Vorbringen nicht eingetreten werden, denn Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist einzig der angefochtene ausländer- rechtliche Entscheid des Regierungsrates. 3. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 4. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtver längerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 5.1 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländer innen und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständi ge kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland - nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; P ETER UEBERSAX , in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg. ], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 5.2 Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz un d Israel keine staatsvertragli- che Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdeführer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 5.3 Auch die innerstaatliche Ausländerrechtsgesetzgebung gewährt dem Beschwerdefüh- rer kein Anrecht auf Aufenthalt. 5.4 Der Beschwerdeführer macht eine enge Beziehung zu seiner Tochter geltend. Soweit er sich auf das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kinder- rechtskonvention) beruft, so gewähren die Bestimmungen der Kinderrechtskonvention nach der Praxis des Bundesgerichts indes keinen unmittelbaren Anspruch auf die Erteilung einer auslän- derrechtlichen Bewilligung (BGE 139 I 315 E. 2.4; BG E 135 I 153 E. 2.2.2; BGE 126 II 377 E. 5). Liegt eine schützenswerte Beziehung zu einem in der Schweiz anwesenheitsberechtigten Kind vor, so kann sich die ausländische Person jedoch auf den in Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäisch e Menschenrechtskonvention, EMRK) vom 4. November 1950 garantierten Anspruch auf Familienleben berufen, wobei Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen inhaltlich identischen Anspruch vermittelt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb). Es ist somit nachfol- gend zu prüfen, ob sich aus der Beziehung des Beschwerdef ührers zu einem Schweizer Kind ein grundrechtlicher Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung herleiten lässt. 6. Eine Berufung auf die konventionsrechtliche Garantie von Art. 8 EMRK setzt eine fami- lienrechtliche Beziehung von einer gewissen Intensität voraus (BGE 139 I 315 E. 2.1). 6.1 Das Konventionsrecht begründet keinen Anspruch dara uf, das Familienleben in einem bestimmten Staat verwirklichen zu können (Urteil des EG MR M.P.E.V. gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [3910/13] § 51). Das Recht auf Achtung d es Familienlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme eine na he, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der Schweiz gefestigt anw esenheitsberechtigten Person beein- trächtigt, ohne dass es dieser von vornherein ohne Schwie rigkeiten möglich bzw. zumutbar wä- re, das entsprechende Familienleben andernorts zu pflege n (BGE 140 I 145 E. 3.1; BGE 139 I 330 E. 2.1; BGE 135 I 153 E. 2.1). 6.2 Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die familiäre Be- ziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränkt em Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses w ahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Eltern teil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtspunkt des An- spruchs auf Familienleben ist es grundsätzlich ausreichend, wenn das Besuchsrecht im Rah- men von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann, wobei allenfalls die Modali- täten des Besuchsrechts entsprechend auszugestalten sind ( BGE 139 I 315 E. 2.2). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts kann ein we itergehendes Recht nur im Fall ei- ner besonders engen wirtschaftlichen und affektiven Famil ienverbindung zugestanden werden, wenn diese aufgrund der zwischen den Ländern liegenden Distanz, die das Aufenthaltsland des Kinds vom Herkunftsland seines Elternteils trennt, prakti sch nicht aufrecht erhalten werden kann und die ausländische Person in der Schweiz ein einw andfreies Verhalten an den Tag ge- legt hat (BGE 140 I 145 E. 3.2; BGE 139 I 315 E. 2.2; BGE 120 Ib 1 E. 3c). 6.3 Die Schweiz ist von Israel aus in rund vier Stunden F lugzeit erreichbar, wobei ver- schiedene Fluggesellschaften, darunter auch sogenannte Lo w-Cost-Carrier, entsprechende Verbindungen anbieten. Die Einreise ist gemäss Schengen-Assoziierungsabkommen für israeli- sche Staatsbürger visumsfrei möglich und der erwerbslose Aufenthalt von weniger als drei Mo- naten erfordert keine ausländerrechtliche Bewilligung ( vgl. Art. 10 Abs. 1 AuG). Wie der Be- schwerdeführer gegenüber dem AfM ausführte, pendelt er aus geschäftlichen Gründen seit Jah- ren zwischen Israel und der Schweiz (vgl. Gesprächsprotokoll vom 29. Juni 2012). Unter diesen Voraussetzungen erscheint es durchaus im Bereich des Möglichen, ein der Situation angepass- tes Besuchsrecht im Rahmen von Kurzaufenthalten wahrzunehm en. Es ist somit diskutabel, ob die Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Tochter mi t der Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung derart beeinträchtigt wird, dass dadu rch allenfalls ein grundrechtlicher Anwe- senheitsanspruch begründet werden könnte. Wie sich nachfolgend zeigen wird, kann die Frage Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorliegend offen gelassen werden, da der Beschwerdefüh rer die weiteren Voraussetzungen für die Bejahung eines Aufenthaltsanspruchs ohnehin nicht erfüllt. 6.4.1 Nach der Rechtsprechung wird zunächst eine besonder s enge affektive Familienver- bindung vorausgesetzt. Zumal der Beschwerdeführer sich ni cht auf eine inzwischen aufgelöste eheliche Gemeinschaft mit einer schweizerischen Staatsangeh örigen (und mithin auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG) berufen kann, verlangt die Rechtspr echung in affektiver Hinsicht das Beste- hen einer besonders qualifizierten Beziehung zum hier l ebenden Kind: Erforderlich ist ein grosszügig ausgestaltetes Besuchsrecht, wobei "grosszügig" im Sinne von "deutlich mehr als üblich" zu verstehen ist. In jedem Fall kommt es darauf a n, dass das Besuchsrecht kontinuier- lich und reibungslos ausgeübt wird. Das formelle Ausmass d es Besuchsrechts ist mit anderen Worten nur insoweit massgeblich, als dieses auch tatsäch lich wahrgenommen wird (BGE 139 I 315 E. 2.5; Urteil des BGer 2C_582/2013 vom 2. April 2014 E. 2.2; THOMAS HUGI YAR , "Bis dass der Tod Euch scheidet" - Übersicht über die migrationsre chtlichen Folgen in Krisensituationen, Jusletter vom 17. März 2014, Rz. 18). 6.4.2 Der Beschwerdeführer konnte sein Kind zumindest ab Dezember 2012 nicht mehr re- gelmässig besuchen. Die KESB räumte ihm in ihrem Entscheid vom 22. August 2013 zuletzt ein begleitetes Besuchsrecht von zwei Dienstagnachmittagen sowie von zwei Samstagnachmitta- gen pro Monat ein. Ob es sich dabei um ein grosszügig au sgestaltetes Besuchsrecht handelt, kann offen gelassen werden, denn soweit ersichtlich wurde diese Regelung nie vollumfänglich in die Tat umgesetzt. So wurden die begleiteten Besu che nie durchgeführt und die samstägli- chen Besuche konnten nach dem im Oktober 2013 gegen den Beschwerdeführer ausgespro- chenen Hausverbot im Tagesheim G.____ nicht mehr stattfi nden. Nach seinen eigenen Anga- ben hat sich die Besuchsrechtssituation seither nicht mehr geändert: Nachdem er seine Tochter über Monate gar nicht mehr gesehen hatte, konnten off enbar in letzter Zeit immerhin einzelne Treffen arrangiert werden. Unter diesen Umständen be steht vorliegend kein kontinuierlich und reibungslos wahrgenommenes Besuchsrecht in einem grosszügig en Umfang. Eine besonders enge affektive Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer un d seiner Tochter liegt offensicht- lich nicht vor. Wenn dieser sinngemäss vorbringt, er habe sich stets um den Aufbau einer en- gen Beziehung zu seiner Tochter bemüht, wobei das destruktive Verhalten der Kindsmutter dies verhindert habe, so ist ihm entgegenzuhalten, dass er zumindest das gegen ihn verhängte Hausverbot und die daraus resultierende Unmöglichkeit w eiterer begleiteter Besuchskontakte im Tagesheim G.____ einzig und allein seinem eigenen Verhalten zuzuschreiben hat. Die blos- se Absicht, eine Beziehung überhaupt erst aufzubauen, ver mag im Übrigen keinen ausländer- rechtlichen Aufenthaltsanspruch zu begründen (vgl. Urteil des BGer 2C_1025/2013 vom 7. April 2014 E. 2.4.4; Urteil des BGer 2C_249/2012 vom 7. Dez ember 2012 E. 3.7; Urteil des BGer 2C_1031/2011 vom 22. März 2012 E. 4.2.6). Von einer nahen, echten und tatsächlich gelebten affektiven Beziehung zwischen Vater und Tochter kann nach d em Ausgeführten nicht ausge- gangen werden. 6.5.1 Weiter wird nach der ständigen Bundesgerichtsp raxis verlangt, dass der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil auch in w irtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge Verbindung zu seinem Kind pflegt. Hierzu ist erforderlich, dass er eine signifikante finanzi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht elle Unterstützung an das Kind leistet (BGE 139 I 315 E . 2.6). Der Unterhalt ist dabei voraus- setzungslos, d.h. unabhängig von den konkreten Verhältniss en wie etwa der Besuchsrechtsre- gelung geschuldet (vgl. P ETER BREITSCHMID , in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 4. Aufl., Basel 2010, Art. 276 Rz. 2; BGE 120 II 177 E. 3b). Auch unter diesem Aspekt kommt es darauf an, dass die Unterstützung kontinuierlich und reibungslos erfolgt. 6.5.2 Der Beschwerdeführer hat sich im Unterhaltsvertrag vom 17. April 2012 verpflichtet, für den Unterhalt der Tochter monatlich im Voraus Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 605.-- zu bezahlen. Aus den Akten und den vom Beschwerdeführer n achgereichten Unterlagen geht her- vor, dass dieser nach Abschluss der Unterhaltsvereinbarung z unächst keine Unterhaltszahlun- gen geleistet hat. Nachdem er vom AfM im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs auf das Erfordernis einer wirtschaftlichen Unterstützung de r Tochter aufmerksam gemacht worden war, zahlte er am 20. Juli 2012 die ausstehenden Kind esunterhaltsbeiträge nach. In der Folge sind bis zum Frühling 2014 regelmässige monatliche Alimen tenzahlungen belegt. Gemäss den eingereichten Kontoauszügen des Beschwerdeführers wurde der entsprechende Dauerauftrag am 1. April 2014 letztmals ausgeführt, danach unterblieben Überweisungen an die Kindsmutter. Nachdem er vom Kantonsgericht aufgefordert worden war, die Unterhaltszahlungen für die Zeit seit dem 11. April 2014 mittels Kontoauszug zu belegen, veranlasste er am 1. September 2014 die nachträgliche Überweisung von Unterhaltsbeiträgen f ür drei Monate. Diese Zahlung einge- rechnet sind jedoch lediglich Unterhaltszahlungen bis u nd mit Juli 2014 belegt. Für die Monate August und September 2014 blieb der Beschwerdeführer die finanzielle Unterstützung nach wie vor schuldig. 6.5.3 Bei den vorinstanzlichen Akten befindet sich überdi es ein Schreiben des Beschwerde- führers vom 8. Oktober 2013 an die Kindsmutter, das er i n Kopie dem AfM zukommen liess. In diesem Schreiben listete er 18 Punkte auf, die er als g rundlegende Bedingungen für weitere Unterhaltszahlungen bezeichnete. So verlangte er von de r Kindsmutter unter anderem, dass diese dem Antrag auf Erteilung des gemeinsamen Sorger echts zustimme, dass sie ihm ein Be- suchsrecht gewähre und dass sie ihm über die Verwendung d es Geldes detailliert Rechen- schaft ablege. Er behielt sich zudem ausdrücklich vor, im Fa lle der Missachtung seiner Rechte als Vater die bereits bezahlten Geldbeträge zurückzuforde rn. Dieses Schreiben unterstreicht, dass der Beschwerdeführer die finanzielle Unterstützung bzw. deren Vorenthaltung als Druck- mittel im Sorge- und Besuchsrechtskonflikt verwendet und damit seine eigenen Interessen über das materielle Wohlergehen seiner Tochter stellt, was gegen eine enge wirtschaftliche Verbin- dung zu seinem Kind spricht. 6.5.4 Der Beschwerdeführer führt in seinen Eingaben di verse "Extra-Zahlungen" auf. Sinn- gemäss macht er eine Verrechnung geltend, indem er da rlegt, dass der Unterhaltsanspruch mehr als abgegolten sei, wenn diese Mehrleistungen mitb erücksichtigt würden. So habe er der Kindsmutter in den Jahren 2012 und 2013 ein Generalab onnement der SBB finanziert, er habe ihr zudem eine Waschmaschine gekauft. Für die diversen V erfahren vor der KESB und dem Kantonsgericht habe er immer wieder beträchtliche Summ en aufgewendet. In seiner Rechnung Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien die zusätzlichen Auslagen etwa für die Wahrnehmung der Besuchstermine oder sein ent- gangener Gewinn nicht einmal mitberücksichtigt worden. Gemäss Art. 120 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend d ie Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht) vom 30 . März 1911 (OR) kann, wenn zwei Personen einander Geldsummen schulden, jede ihre Schuld mit ihrer Forderung verrechnen, insofern beide Forderungen fällig sind. Gläubiger der Kindesunterhaltsbeiträge, deren Schuld- ner vorliegend der Beschwerdeführer ist, ist gemäss Art. 289 Abs. 1 des Schweizerischen Zivil- gesetzbuches vom 10. Dezember 1907 das Kind, auch wenn der Unterhaltsanspruch während der Unmündigkeit des Kindes an die gesetzliche Vertreter in oder die Inhaberin der Obhut zu erfüllen ist. Der Beschwerdeführer übersieht diesen Um stand, soweit er gegenüber der Kinds- mutter die Verrechnung geltend macht. Zufolge unterschi edlicher Forderungsparteien fehlt es bereits an der Gegenseitigkeit der zur Verrechnung gestellten Forderungen. Es ist sodann nicht ersichtlich, weshalb seine eigenen Aufwendungen in den d iversen Kindesschutzverfahren als Beitrag an den Unterhalt des Kindes zu werten sein so llten. Des Weiteren lässt der Beschwer- deführer ausser Acht, dass der Kindesunterhalt effektiv z u leisten ist und deshalb gemäss Art. 125 Abs. 2 OR nicht zur Verrechnung herangezogen werden darf. Aber auch freiwillige und vorbehaltlos erfolgte Mehrleistungen während einer be stimmten Unterhaltsperiode können grundsätzlich nicht mit später anfallenden Unterhaltslei stungen verrechnet werden (H EINZ HAUSHEER /A NNETTE SPYCHER , in: Heinz Hausheer et al. [Hrsg.], Handbuch des Unter halts- rechts, 2. Aufl., Bern 2010, Rz. 06.02). Die Vorbringe n des Beschwerdeführers betreffend "Ext- ra-Zahlungen" ändern folglich nichts an der Feststellun g, dass er seinen finanziellen Pflichten gegenüber dem Kind nicht vollumfänglich nachkommt. 6.5.5 Es ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer nicht bereit scheint, vorausset- zungslos für den Unterhalt seiner Tochter aufzukommen. Derzeit leistet er überhaupt keine fi- nanzielle Unterstützung an die Tochter. Darüber hinaus hat er die Unterhaltsbeiträge in der Vergangenheit nicht immer zuverlässig und unaufgefordert bezahlt. Wiederholt hat er die Zah- lungen über Monate verweigert und die Ausstände erst a ls Reaktion auf den äusseren Druck durch das ausländerrechtliche Verfahren beglichen. Unter diesen Umständen kann nicht von einer besonders engen wirtschaftlichen Verbundenheit gesprochen werden. 6.6 Zusammenfassend mangelt es vorliegend an einer ausrei chend engen affektiven und wirtschaftlichen Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner hier aufenthaltsberechtigten Toch- ter. Er kann sich damit nicht auf sein konventions- und verfassungsmässig geschütztes Recht auf Familienleben berufen und verfügt demnach über kei nen Anspruch auf Erteilung resp. Ver- längerung der Aufenthaltsbewilligung. 7. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Beschwe rdeführers auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren V erlängerung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensentschei ds, welcher nach den allgemei- nen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung de r Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.44; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Ermessensausübung haben die Behö rden gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. Im vorliegenden Fall wurde dem Beschwerd eführer - gestützt auf dessen An- gaben im ursprünglichen Gesuch - eine Ermessensbewilligu ng als Konkubinatspartner einer Schweizer Bürgerin erteilt. Er hat in der Folge alle rdings nie mit Kindsmutter und Tochter zu- sammengewohnt. Er scheint sich auch nie ernsthaft darum bemüht zu haben, im Kanton Basel- Landschaft überhaupt Wohnsitz zu nehmen. Dem angefocht enen Entscheid über die ermes- sensweise Verlängerung der Bewilligung liegen dementsp rechend wesentlich veränderte Um- stände zu Grunde, so dass der Beschwerdeführer heute aus der ursprünglich erteilten Aufent- haltserlaubnis nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im angefochtenen Entscheid vom 17. Juni 2014 hat der Regierungsrat, welchem volle Kogn ition im Bereich der Ermessensprü- fung zukommt, die relevanten Kriterien ausführlich ge prüft, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalles beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begründet. Somit hat sich der Regierungsrat mit den in Frage stehenden Inte ressen auseinandergesetzt und sein Ermessen pflichtgemäss ausgeübt. Eine Überschreitung, Unte rschreitung oder ein Missbrauch des Ermessens sind nicht erkennbar. Eine weitergehende inhaltliche Angemessenheitskontrolle ist dem Kantonsgericht nicht gestattet (vgl. E. 3). Es i st demzufolge nicht zu beanstanden, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, dem Beschwerdeführ er die Aufenthaltsbewilligung ermes- sensweise zu verlängern. 8.1 In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastunge n stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich 2010, Rz. 581 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des BGer 2C_705/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2). 8.2 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme ist. Ausländer, dere n Aufenthaltszweck weggefallen ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen . Dieses fremdenpolizeiliche Ziel kann auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnah me erreicht werden. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessen- abwägung vorgenommen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grun dsätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 8.4 Der Beschwerdeführer wohnt offiziell seit dem 19. Februar 2012 und damit erst seit mittlerweile etwas über zwei Jahren in der Schweiz. Diese kurze Aufenthaltsdauer kann nicht entscheidend zu seinen Gunsten ins Gewicht fallen. Dazu kommt, dass seine gesamte Familie in Israel lebt, in der Schweiz verfügt er - mit Ausnah me seiner Tochter - über keinerlei ver- wandtschaftliche Beziehungen. Er gibt an, seit sieben Jah ren Mitglied des Tennisclubs E.____ zu sein. Vertiefte soziale Kontakte in der Schweiz macht er jedoch nicht geltend. Seine nach wie vor starke Verbundenheit zu seinem Heimatland zeigt sich auch darin, dass er angibt, wei- terhin in Israel als Anwalt zu arbeiten und seine Einkün fte dort zu erzielen. Er war in der Schweiz nie erwerbstätig, die von ihm in Bern gegründe te H.____ GmbH verzeichnet gemäss seinen Angaben praktisch keine Geschäftsaktivität. Er hat sich somit weder wirtschaftlich noch sozial nennenswert integriert. So spricht er denn auch ke ine Landessprache. Die Rückkehr nach Israel ist für ihn mit keinen besonderen Schwierigkeiten oder Nachteilen verbunden, hat er das Land doch erst im Alter von 40 Jahren verlassen und se ither privat sowie im Rahmen sei- ner beruflichen Tätigkeit regelmässig besucht. Für ein en Verbleib in der Schweiz spricht einzig die Beziehung zu seiner Tochter. Wie vorgehend aufgeze igt wurde, besteht jedoch zu dieser keine in affektiver und wirtschaftlicher Beziehung besonders enge Beziehung, weshalb in derart gelagerten Fällen in der Interessenabwägung das öffe ntliche Interesse an seiner Ausreise prin- zipiell überwiegt (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.2, unter H inweis auf BGE 120 Ib 1 E. 3c; Urteil des BGer 2C_1231/2012 vom 20. Dezember 2012 E. 3.3). Die Beziehung kann aus der Distanz gepflegt werden. Entgegen seiner Ansicht ist dem Beschw erdeführer zumutbar, seine Tochter im Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her zu besuch en, wenn die Voraussetzungen für die Durchführung des Besuchsrechts (wieder) gegeben sind. Dabei sind allenfalls die ent- sprechenden Modalitäten geeignet aus- bzw. umzugestalten. Im Übrigen kann die Beziehung nicht nur besuchsweise, sondern auch vom Ausland aus über T elefonate oder Internet (Skype etc.) gepflegt werden. Einer Rückkehr des heute 42 Jahr e alten Beschwerdeführers steht somit nichts im Wege. Insgesamt überwiegt demnach das öffentl iche Interesse an der Gleichbehand- lung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der A usländergesetzgebung sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Be schwerdeführers an einem wei- teren Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig. 9. Die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die damit verbundene Weg- weisung des Beschwerdeführers erfolgten nach dem Gesagte n zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. Dem Beschwerdeführer ist sodann eine Ausreisefrist von 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils anzusetzen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unter liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind di e Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- dem unterliegenden Beschwerdeführer auf zuerlegen. Der zuviel bezahlte Kosten- vorschuss von Fr. 700.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstat ten. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für de n Beizug eines Anwalts bzw. einer An- wältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten d er Gegenpartei zugesprochen wer- den. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesproch en (§ 21 Abs. 2 VPO). Die aus- serordentlichen Kosten sind demnach wettzuschlagen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Der Antrag des Beschwerdeführers vom 6. August 20 14, es sei das Verfahren bis zum Entscheid der KESB F.____ über das ge meinsame elterliche Sorgerecht zu sistieren, wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf ein getreten werden kann. 3. Der Beschwerdeführer hat die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Urteils zu verlassen. 4. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 2'100.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird dem Beschwer- deführer zurückerstattet. 5. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 3. Dezember 2014 Beschw erde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_1096/2014) erhoben.