<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00040</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205317&amp;W10_KEY=4467137&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00040</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Gebührenauflage / Ordnungsbusse</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Eine vom Handelsregisterführer verhängte Ordnungsbusse von Fr. 250.- fällt nicht unter Art. 6 EMRK<br/><br/>Aufgrund von Art. 30 Abs. 3 BV muss eine mündliche Verhandlung durchgeführt werden, wenn beweisrechtliche Gründe vorliegen oder wenn sich ein entsprechender Anspruch aus dem anwendbaren Verfahrensrecht oder Art. 6 EMRK ergibt (E. 2). Die für die Löschung eines Handelsregistereintrags verhängte Gebühr tangiert keine "civil rights" (E. 3.1). Offen gelassen, ob es sich bei der vorliegend zu beurteilenden Ordnungsbusse aufgrund ihrer Natur (zweites Kriterium gemäss der EGMR-Rechtsprechung im Fall Engel) um eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK oder aber um eine Beugestrafe handelt (E. 3.2). Die Schwere (drittes Engel-Kriterium) führt aufgrund der angedrohten Höchststrafe von Fr. 500.- ebenfalls zu keiner eindeutigen Abgrenzung (E. 3.3). Wenn eine separate Analyse der Engel-Kriterien keine eindeutigen Schlussfolgerungen zulässt, sind sie in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Aufgrund einer solchen kumulativen Anwendung der Kriterien fällt die vorliegende Ordnungsbusse nicht unter Art. 6 EMRK (E. 3.4). Es sind auch keine anderen Gründe ersichtlich, aus denen die Vorinstanz eine mündliche Verhandlung hätte durchführen müssen (E. 4). Inhaltliche Unbegründetheit der Beschwerde (E. 5).<br/><br/>Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Garantien der EMRK ST: ART. 6 EMRK">ART. 6 EMRK</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEUGESTRAFE">BEUGESTRAFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: HANDELSREGISTER">HANDELSREGISTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HANDELSREGISTERGEBÃHR">HANDELSREGISTERGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ORDNUNGSBUSSE">ORDNUNGSBUSSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFCHARAKTER">STRAFCHARAKTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFRECHTLICHE ANKLAGE">STRAFRECHTLICHE ANKLAGE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 6 Abs. 1 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 60 Abs. 2 HRegV</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. 1 HRegV</span><br/><span class="ungerade">Art. 943 Abs. 1 OR</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Handelsregisteramt des Kantons ZÃ¼rich versuchte im Juni 2001, der Einzelfirma "B" an deren im Register eingetragener Adresse L-Strasse in X ein Schreiben zuzustellen. Dieses wurde als unzustellbar zurÃ¼ckgesandt. Das Amt ersuchte daraufhin A an seiner vom Personenmeldeamt der Stadt X bekannt gegebenen Adresse mehrmals erfolglos, ein neues Domizil oder die LÃ¶schung anzumelden, zuletzt unter Androhung einer Busse fÃ¼r den Unterlassungsfall. Da A nicht reagierte, lÃ¶schte das Handelsregisteramt die Einzelfirma. Mit VerfÃ¼gung vom 15. Oktober 2004 verpflichtete es A zur Zahlung der daraus entstandenen Kosten und sprach gleichzeitig eine Ordnungsbusse aus.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Direktion der Justiz und des Innern wies einen dagegen erhobenen Rekurs am 12. Januar 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 28./30. Januar 2005 machte A die Nichtigkeit des angefochtenen Rekursentscheids geltend. Die Justizdirektion beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Handelsregisteramt verzichtete ausdrÃ¼cklich auf Stellungnahme.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid der Justizdirektion. Diese entscheidet als AufsichtsbehÃ¶rde Ã¼ber Rechtsmittel gegen VerfÃ¼gungen des Beschwerdegegners (Art. 3 Abs. 3 der Handelsregisterverordnung vom 7. Juni 1937, HRegV, SR 211.411; § 42 Abs. 3 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 2. April 1911, LS 230; § 23 Ziff. 1 lit. b des Gesetzes betreffend die Organisation und GeschÃ¤ftsordnung des Regierungsrates und seiner Direktionen vom 26. Februar 1899, LS 172.1). Die Justizdirektion behandelt als RechtsmittelbehÃ¶rde auch Beschwerden gegen BussenverfÃ¼gungen, da die Kompetenz zum Aussprechen von Ordnungsbussen gestÃ¼tzt auf Art. 2 Satz 2 HRegV auf den Beschwerdegegner Ã¼bertragen wurde (Beschluss des Regierungsrats vom 26. Juni 1974, zitiert bei Thomas Koch, Das Zwangsverfahren des HandelsregisterfÃ¼hrers, Basel/Frankfurt a. M. 1997, S. 129 Anm. 606; vgl. auch BGE 104 Ib 261 E. 3). Da die Justizdirektion eine verwaltungsinterne AufsichtsbehÃ¶rde darstellt, unterliegen ihre Entscheide der Beschwerde ans Verwaltungsgericht (Art. 98a Abs. 1 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943, SR 173.110; Art. 3 Abs. 4<sup>bis</sup> HRegV; § 19b Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG, LS 175.2; BGE 124 III 259 E. 3b).</p> <p class="Urteilstext">Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Sache wÃ¤re aufgrund ihres Streitwerts zwar durch den Einzelrichter zu behandeln (§ 38 Abs. 2 VRG). Wegen der grundsÃ¤tzlichen Bedeutung des Falles wurde die Entscheidung jedoch der Kammer Ã¼bertragen (§ 38 Abs. 3 Satz 1 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, der angefochtene Entscheid sei "wegen Nichtanberaumung der mÃ¼ndlichen Verhandlung weiterzusehen, damit die Akten korrigiert und vollstÃ¤ndig â¦ vorgelegt werden kÃ¶nnen". Soweit er damit eine mÃ¼ndliche Verhandlung vor Verwaltungsgericht verlangt, kÃ¶nnte er einen entsprechenden Anspruch aus dem Recht auf eine publikumsÃ¶ffentliche Verhandlung gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ableiten. Diese Garantie gelangt zunÃ¤chst dann zur Anwendung, wenn beweisrechtliche GrÃ¼nde vorliegen oder wenn sich ein Anspruch auf MÃ¼ndlichkeit aus dem anwendbaren Verfahrensrecht ableiten lÃ¤sst (BGE 128 I 288 E. 2.6 = Pra 92/2003 Nr. 80; VGr, 23. MÃ¤rz 2005, VB.2004.00513, E. 2.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Urteilstext">Vorliegend ist zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts eine mÃ¼ndliche Verhandlung nicht notwendig. Der Fall ist hinreichend dokumentiert; die Frage der GebÃ¼hrenerhebung und der AusfÃ¤llung einer Busse lÃ¤sst sich ohne weiteres anhand der Akten beurteilen. Der BeschwerdefÃ¼hrer legte nicht dar, inwiefern die Vorinstanz die VerhÃ¤ltnisse falsch abgeklÃ¤rt haben und zur Sachverhaltsermittlung MÃ¼ndlichkeit bzw. Unmittelbarkeit notwendig sein sollte. Beweisrechtliche GrÃ¼nde fÃ¼r eine mÃ¼ndliche Verhandlung sind auch aufgrund der Akten nicht ersichtlich. Ebenso wenig kann aus dem dem kantonalen Verfahrensrecht (§ 59 Abs. 1 VRG) ein entsprechender Anspruch abgeleitet werden (VGr, 26. Januar 2005, VB.2004.00439, E. 1.2, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ein Anspruch auf eine publikumsÃ¶ffentliche (und damit mÃ¼ndliche) Verhandlung gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 BV besteht weiter dann, wenn Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) anwendbar ist (BGE 128 I 288 E. 2.6).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Art. 6 Abs. 1 EMRK gelangt zunÃ¤chst dann zur Anwendung, wenn ein "civil right" tangiert ist. Ob die LÃ¶schung einer Firma unter diesen Begriff fÃ¤llt, ist nicht zu prÃ¼fen, da sich der BeschwerdefÃ¼hrer im Rekursverfahren nicht gegen die LÃ¶schung seiner Einzelfirma wandte, sondern gegen die vom Beschwerdegegner erlassene "Rechnung". Damit beanstandet er zunÃ¤chst sinngemÃ¤ss die Erhebung von GebÃ¼hren fÃ¼r die LÃ¶schung des Registereintrags. Diese tangiert keine "civil rights" im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK (RB 2000 Nr. 27 E. 2b; bezÃ¼glich BeitrÃ¤gen fÃ¼r die MÃ¼llabfuhr: EKMR, 1. Oktober 1965, X, 2145/64, www.echr.coe.int; kritisch Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 281).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet sich auch gegen die vom Beschwerdegegner ausgesprochene Ordnungsbusse. â Eine strafrechtliche Anklage im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK liegt zunÃ¤chst beim Entscheid Ã¼ber Sanktionen vor, die im besonderen Teil des Strafgesetzbuches (bzw. im Nebenstrafrecht) vorgesehen sind (EGMR, 8. Juni 1976, Engel u. a., 5100/71 etc., § 82, www.echr.coe.int, auch zum Folgenden). Dies ist bei der hier zu beurteilenden Ordnungsbusse nicht der Fall (vgl. Art. 943 Abs. 1 des Obligationenrechts, OR).</p> <p class="Urteilstext">Ausserhalb des Kernstrafrechts geregelte Sanktionen kÃ¶nnen aufgrund des zweiten vom Gerichtshof im Fall Engel aufgestellten Kriteriums aufgrund ihrer <i>Natur </i>in den Anwendungsbereich von Art. 6 Abs. 1 EMRK fallen. Eine Sanktion gilt als dann strafrechtlich, wenn ihr sowohl abschreckender als auch vergeltender Charakter zukommt (EGMR, 21. Februar 1984, ÃztÃ¼rk, 8544/79, § 53, www.echr.coe.int). Beugestrafen bezwecken dagegen nicht die Bestrafung eines rechtlich verbotenen, sondern die Erzwingung eines rechtlich gebotenen Verhaltens (Christoph Grabenwarter, Verfahrensgarantien in der Verwaltungsgerichtsbarkeit, Wien/New York 1997, S. 93). Bei ihnen steht somit weder Abschreckung noch Vergeltung im Vordergrund. Sie stellen folglich keine strafrechtliche Anklage dar (Christian Kopetzki, Art. 5 und 6 EMRK und das Ã¶sterreichische Verwaltungsverfahrensrecht, EuGRZ 10/1983, S. 173, 177).</p> <p class="Urteilstext">Die angefochtene Ordnungsbusse wurde gestÃ¼tzt auf Art. 943 Abs. 1 OR ausgesprochen. Danach hat die RegisterbehÃ¶rde fehlbare Beteiligte zu bÃ¼ssen, wenn diese gesetzlich zur Anmeldung einer Eintragung verpflichtet sind. Vor dem Aussprechen einer Busse muss sie den Pflichtigen mahnen (Art. 941 OR). Wenn eine Eintragung im Handelsregister, wie hier, mit den Tatsachen nicht mehr Ã¼bereinstimmt, hat sie ihm also eine Frist zur Anmeldung der erforderlichen Ãnderung oder LÃ¶schung anzusetzen (Art. 60 Abs. 1 HRegV). Dabei muss sie den Pflichtigen darauf aufmerksam machen, dass sie im Unterlassungsfall eine Busse aussprechen wird (Art. 60 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 HRegV). Dieses Verfahren kann somit mit jenem verglichen werden, das dem Aussprechen einer Bestrafung wegen Ungehorsams vorausgeht (vgl. Art. 292 des Strafgesetzbuches, StGB): Mit ihm soll Druck auf den Betroffenen ausgeÃ¼bt werden; die Strafandrohung soll diesen dazu veranlassen, seinen Pflichten nachzukommen. Innerhalb der repressiven Mittel des Verwaltungszwangs kann die Ordnungsbusse damit als Beugestrafe qualifiziert werden (Martin Eckert, Basler Kommentar, 2002, Art. 943 OR N. 3; vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, N. 1181 sowie BGE 104 Ib 261 E. 3 und 72 I 252, 255). Dies spricht gegen die Anwendbarkeit von Art. 6 Abs. 1 EMRK. â Andererseits gilt es zu beachten, dass vorliegend bloss ein einziges Mal eine Ordnungsbusse verhÃ¤ngt wurde. Die RegisterbehÃ¶rde wollte nicht durch mehrmaliges Aussprechen einer Busse an Informationen gelangen, die sie ohne Mitwirkung des Pflichtigen nicht hÃ¤tte erheben kÃ¶nnen (zu dieser Differenzierung Koch, S. 128). Aufgrund dieser besonderen UmstÃ¤nde des Einzelfalls kÃ¶nnte die hier zu beurteilende Busse damit nicht primÃ¤r als Beuge-, sondern allgemeiner als Verwaltungsstrafe erscheinen. Weiter kommt hinzu, dass sich eine vergleichbare Vorschrift (Art. 292 StGB) im Kernstrafrecht befindet (dazu EGMR, 22. Mai 1990, Weber, 11034/84, § 31; Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 116 N. 6).</p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten lassen sich aus einer Betrachtung der Natur der Sanktion sowohl gewichtige GrÃ¼nde fÃ¼r als auch gegen die Anwendbarkeit von Art. 6 Abs. 1 EMRK anfÃ¼hren. Die Untersuchung dieses Kriteriums lÃ¤sst somit keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wenn das zweite Engel-Kriterium keine eindeutige Abgrenzung ermÃ¶glicht, muss als Drittes geprÃ¼ft werden, ob die Sanktion von ihrer <i>Schwere </i>her als strafrechtlich erscheint (EGMR, 1. Februar 2005, Ziliberberg, 61821/00, §§ 29 und 31, www.echr.coe.int). Dabei geht es um das Gewicht der Konsequenzen, die der Beschuldigte insgesamt zu gewÃ¤rtigen hÃ¤tte. Als Ausgangspunkt ist jeweils von der abstrakten Strafdrohung auszugehen (EGMR, 8. Juni 1976, Engel u. a., 5100/71 etc., §§ 82 und 85, www.echr.coe.int).</p> <p class="Urteilstext">Art. 943 Abs. 1 OR sieht als Strafrahmen eine Busse von bis zu Fr. 500.- vor. Dieser liegt rund dreimal hÃ¶her als in einem Fall, in dem die Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK verneint wurde (EGMR, 23. MÃ¤rz 1994, Ravnsborg, 14220/88, § 35, www.echr.coe.int). Die vorliegend zu beurteilende HÃ¶chststrafe ist gleich hoch wie in einem Fall, in dem der Gerichtshof das Vorliegen einer strafrechtlichen Anklage bejahte (EGMR, 22. Mai 1990, Weber, 11034/84, § 34, www.echr.coe.int). Die HÃ¶chststrafe begrÃ¼ndet somit die Vermutung, dass die Sanktion ein fÃ¼r die Anwendbarkeit der Konvention hinreichendes Gewicht aufweist. Diese Vermutung kann durch die tatsÃ¤chlich verhÃ¤ngte Busse (Fr. 250.-) nicht widerlegt werden (vgl. EGMR, 9. Oktober 2003, Ezeh und Connors, 39665/98 etc., § 126, www.echr.coe.int). â Gegen das Vorliegen einer strafrechtlichen Anklage spricht andererseits ein Obiter Dictum des Gerichtshofs, wonach selbst bei einem Strafrahmen von umgerechnet Fr. 800.- die Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK verneint werden kÃ¶nnte (EGMR, 21. Februar 1984, ÃztÃ¼rk, 8544/79, § 54, www.echr.coe.int).</p> <p class="Urteilstext">Damit lassen sich gute GrÃ¼nde sowohl fÃ¼r als auch gegen ein hinreichendes Gewicht der Strafe anfÃ¼hren. Auch von diesem Kriterium her betrachtet handelt es sich bei der Frage der Anwendbarkeit von Art. 6 Abs. 1 EMRK folglich um einen Grenzfall.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>FÃ¼r die Anwendbarkeit von Art. 6 Abs. 1 EMRK reicht es aus, wenn nur eines der genannten Engel-Kriterien anwendbar ist (alternativer Charakter: EGMR, 25. August 1987, Lutz, 9912/82, § 55, www.echr.coe.int). Wenn eine separate Analyse der einzelnen Kriterien jedoch, wie hier, keine eindeutigen Schlussfolgerungen zulÃ¤sst, sind sie in ihrer Gesamtheit zu betrachten (kumulativer Charakter: EGMR, 24. Februar 1994, Bendenoun, 12547/86, § 47, 9. Oktober 2003, Ezeh und Connors, 39665/98 etc., § 86, 1. Februar 2005, Ziliberberg, 61821/00, §§ 31 und 35, alle auf www.echr.coe.int; kritisch Grabenwarter, S. 105; vgl. auch BGE 121 I 379 E. 3d).</p> <p class="Urteilstext">Von ihrer Natur her betrachtet kÃ¶nnte die hier zu beurteilende Ordnungsbusse auf den ersten Blick mit dem Fall Benham verglichen werden, in dem die BehÃ¶rde â unter anderem offenbar auch zur Durchsetzung von Verpflichtungen â eine Busse verhÃ¤ngte. Allerdings spielten in jenem Verfahren auch Aspekte der Bestrafung bzw. Vergeltung eine Rolle (EGMR, 10. Juni 1996, Benham, 19380/92, §§ 9 ff., 56, www.echr.coe.int). Vor allem aber stand im Gegensatz zum vorliegend zu beurteilenden Fall fÃ¼r den Betroffenen eine dreimonatige Freiheitsstrafe auf dem Spiel. Die hier zu qualifizierende Sanktion weist ein deutlich geringeres Gewicht auf. Der Vergleich mit dem Fall Benham spricht somit gegen die Anwendbarkeit von Art. 6 EMRK. Ebenfalls dagegen spricht eine GegenÃ¼berstellung des Falls Weber. Dort war zwar dieselbe HÃ¶chststrafe zu beurteilen; im Unterschied zu hier konnte die Busse jedoch in GefÃ¤ngnis umgewandelt werden (EGMR, 22. Mai 1990, Weber, 11034/84, § 34, www.echr.coe.int). Zieht man sowohl die Natur als auch die Schwere der Sanktion in Betracht, fÃ¤llt sie nach dem Gesagten nicht unter den Begriff der strafrechtlichen Anklage im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat folglich keinen Anspruch auf eine publikumsÃ¶ffentliche (und damit mÃ¼ndliche) Verhandlung. Da eine solche auch aus beweisrechtlichen GrÃ¼nden nicht notwendig ist (vorn 2), ist sein Antrag auf eine mÃ¼ndliche Verhandlung abzulehnen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer sinngemÃ¤ss geltend macht, eine mÃ¼ndliche Verhandlung hÃ¤tte auch von der Vorinstanz angeordnet werden sollen, geht seine RÃ¼ge fehl. Ob verwaltungsinterne RekursbehÃ¶rden mÃ¼ndliche Verhandlungen anordnen, liegt grundsÃ¤tzlich in ihrem Ermessen (vgl. § 26 Abs. 4 VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 26 N. 38). Es ist vorliegend kein Grund ersichtlich, weshalb die Vorinstanz eine mÃ¼ndliche Verhandlung hÃ¤tte durchfÃ¼hren sollen (vgl. vorn 2).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht schliesslich geltend, der angefochtene Entscheid sei nichtig. Inwiefern ein Nichtigkeitsgrund vorliegen sollte, ist jedoch nicht erkennbar (vgl. BGE 130 III 430 E. 3.3).</p> <p class="Urteilstext">Ebenso wenig ist ersichtlich, inwiefern der vorinstanzliche Entscheid mit einem Rechtsfehler behaftet sein sollte. GebÃ¼hrenerhebung und Busse stellen in Gesetz und Verordnung vorgesehene Folgen der verweigerten Mitwirkung am LÃ¶schungsverfahren dar (Art. 943 Abs. 1 OR; Art. 60 Abs. 2 sowie 62 Abs. 1 HRegV). Der Beschwerdegegner hat sodann nachgewiesen, dass er den BeschwerdefÃ¼hrer auf dessen Mitwirkungspflichten aufmerksam gemacht hat. Im Ãbrigen kann auf die zutreffenden ErwÃ¤gungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. GemÃ¤ss Art. 13 Ziff. 2 der Verordnung vom 3. Dezember 1954 Ã¼ber die GebÃ¼hren fÃ¼r das Handelsregister (SR 221.411.1) sind die Kosten des Verfahrens dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'100.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>