<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00153</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204379&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00153</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.08.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>polizeiliche Meldepflicht</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Polizeiliche Meldepflicht bei Fahrenden: Beschwerde gegen die Abmeldung durch die Gemeinde infolge Aufgabe des Aufenthalts<br/><br/>Bei Streitigkeiten über die Meldepflicht besteht kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung (E. 1).<br/>Rechtsgrundlagen der Meldepflicht (E. 2.1). Der Ort der Niederlassung, wo man sich an- bzw. abzumelden hat, ergibt sich aus dem Aufenthalt zum Wohnen. Subjektive Motive sind nicht massgeblich. Fahrende haben in der Regel dort ihre Niederlassung, wo sie über einen festen Standplatz für längere Aufenthalte (z.B. über den Winter) verfügen (E. 2.3 in Verbindung mit E. 2.2).<br/>Eine (indirekte) Diskriminierung der Fahrenden durch die Praxis der Gemeindebehörden ist zu verneinen (E. 2.4)<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABMELDUNG">ABMELDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: ANSPRUCH AUF GLEICHBEHANDLUNG">ANSPRUCH AUF GLEICHBEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISKRIMINIERUNG">DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHRENDE">FAHRENDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAHRENDE">FAHRENDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDIREKTE DISKRIMINIERUNG">INDIREKTE DISKRIMINIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MELDEPFLICHT">MELDEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNG">NIEDERLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHE MELDEPFLICHT">POLIZEILICHE MELDEPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHES DOMIZIL">POLIZEILICHES DOMIZIL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 6 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 32 Abs. I GemeindeG</span><br/><span class="ungerade">§ 38 Abs. I GemeindeG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 34 S. 84</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A ist deutscher StaatsangehÃ¶riger und gehÃ¶rt zur BevÃ¶lkerungsgruppe der Fahrenden. Am 21. Januar 2000 meldete er sich auf der Gemeinde X zur Niederlassung an. FÃ¼r die Wintersemester 1999/2000, 2000/2001 und 2001/2002 erhielt er von der Gemeinde eine Bewilligung zum Bezug eines Standplatzes an der L-Strasse, wo er in der Folge jeweils auch den Winter verbrachte. Als ihm die gleiche Standplatzbewilligung fÃ¼r das Wintersemester 2002/2003 verweigert worden war, liess er sich in diesem Winter nicht mehr in X nieder. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Folge stellte die Einwohnerkontrolle von X im Dezember 2002 in Aussicht, dass sie A von Amtes wegen aus dem Einwohnerregister der Gemeinde streiche. Auf seinen Protest hin verfÃ¼gte der Gemeinderat X am 14. Juli 2003 die rÃ¼ckwirkende Streichung per 26. MÃ¤rz 2002.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den dagegen erhobenen Rekurs von A wies der Bezirksrat X am 25. Februar 2004 ab. Das im Rekursverfahren erhobene Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsanwaltes wurde wegen Aussichtslosigkeit ebenfalls abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Rekursentscheid erhob A am 31. MÃ¤rz 2004 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben, es sei eine Ã¶ffentliche Verhandlung gemÃ¤ss Art. 6 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) durchzufÃ¼hren, und dem BeschwerdefÃ¼hrer sei fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und ihm der unterzeichnende Anwalt als unentgeltlicher Rechtsvertreter beizuordnen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat X reichte am 14. April 2004 die vorinstanzlichen Akten ein und verzichtete auf Vernehmlassung. Der Gemeinderat X beantragte am 4. Juni 2004, die Beschwerde sei abzuweisen und es sei ihm eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Garantien eines fairen Gerichtsverfahrens nach Art. 6 EMRK kÃ¶nnen beansprucht werden, wenn entweder Ã¼ber zivilrechtliche AnsprÃ¼che und Verpflichtungen oder Ã¼ber die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage zu entscheiden ist. Das ist bei Streitigkeiten Ã¼ber den Aufenthalt, Niederlassung, AsylgewÃ¤hrung, Ausweisung oder Wegweisung auslÃ¤ndischer Personen nicht der Fall (BGE 123 II 472 E. 4c S. 478; vgl. Ruth Herzog, Art. 6 EMRK und kantonale Verwaltungsrechtspflege, Bern 1995, S. 284, mit Hinweisen; Andreas Kley-Struller, Art. 6 EMRK als Rechtsschutzgarantie gegen die Ã¶ffentliche Gewalt, ZÃ¼rich 1993, S. 45). Demnach ergibt sich aus der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention kein Anspruch auf DurchfÃ¼hrung einer Ã¶ffentlichen Verhandlung. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Wer in einer politischen Gemeinde Wohnsitz nimmt, hat sich dort zur Niederlassung anzumelden. Bei Beendigung der Niederlassung oder des Aufenthalts haben sich die Anmeldepflichtigen abzumelden (§ 32 Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926, GemeindeG). Die Abmeldefrist betrÃ¤gt acht Tage (§ 34 Abs. 1 GemeindeG). Nach § 38 Abs. 1 Gemein­deG fÃ¼hrt die Gemeinde das Einwohnerregister, welches Bestand, Entwicklung, VerÃ¤nderung und Struktur der BevÃ¶lkerung wiedergibt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Der Beschwerdegegner strich den BeschwerdefÃ¼hrer gestÃ¼tzt auf die genannten Bestimmungen aus dem Einwohnerregister mit der BegrÃ¼ndung, er habe seinen faktischen Aufenthalt und den effektiven Wohnsitz in X am 26. MÃ¤rz 2002 aufgegeben. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im dagegen erhobenen Rekurs brachte der BeschwerdefÃ¼hrer im Wesentlichen vor, fÃ¼r ihn als Fahrenden dÃ¼rfe nur ein modifizierter Wohnsitzbegriff angewandt werden. Sein Wohnsitz liege dort, wo er regelmÃ¤ssig den Winter verbringe. Ab Januar 2000 habe er die Wintersaison regelmÃ¤ssig in X verbracht. Daran Ã¤ndere nichts, dass er im Winter 2002/2003 nicht in X verweilt habe, da seine diesbezÃ¼gliche Absicht weiter bestehe. Mit dem angefochtenen Beschluss werde er indirekt diskriminiert. In seiner Replik machte er zudem geltend, die polizeiliche Anmeldung begrÃ¼nde die ZustÃ¤ndigkeit des Gemeinwesens fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Rekursentscheid erwog der Bezirksrat, die Niederlassung ergebe sich allein aus dem Aufenthalt zum Wohnen. Es komme dabei auf das tatsÃ¤chliche Wohnen an, fÃ¼r das nur feststellbare objektive Merkmale und nicht subjektive WÃ¼nsche, Motive oder mentale Verbundenheit mit einem Ort massgeblich seien. Fahrende seien in der Regel dort zur Niederlassung angemeldet, wo sie Ã¼ber einen festen Standplatz fÃ¼r lÃ¤ngere Aufenthalte â z.B. fÃ¼r ein Winterquartier â verfÃ¼gen. Da der Rekurrent seinen Standplatz in X am 26. MÃ¤rz 2002 verlassen habe, ohne im folgenden Winter dorthin zurÃ¼ckzukehren, habe er keinen festen Standplatz mehr fÃ¼r das Winterquartier in X gehabt. Wenn ein Fahrender den Winter an einem anderen als dem gewÃ¶hnlichen Winterstandort verbringe, so begrÃ¼nde er damit grundsÃ¤tzlich in der neuen Aufenthaltsgemeinde polizeiliches Domizil. Der Rekurrent habe mit Bezug auf potenzielle Sozialhilfe keine Nachteile aus der Abmeldung zu gewÃ¤rtigen, da der Anspruch auf Sozialhilfe prinzipiell und quantitativ nicht vom Eintrag im Einwohnerregister abhÃ¤nge. Eine Diskriminierung liege daher nicht vor.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen bringt der BeschwerdefÃ¼hrer im Beschwerdeverfahren im Wesentlichen vor, die Gemeinde habe ihm ohne triftige GrÃ¼nde den Standplatz fÃ¼r den Winter 2002/2003 verweigert und ihm damit die MÃ¶glichkeit der Niederlassung entzogen. Wenn daran angeknÃ¼pft werde, dass er den Winter 2002/2003 nicht in X verbracht habe, obwohl er dies doch beabsichtigt hÃ¤tte, so verstosse dies gegen das Diskriminierungsverbot. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die AnknÃ¼pfungselemente fÃ¼r das polizeiliche Domizil gemÃ¤ss dem kantonalen Gemeindegesetz sowie die dazu entwickelte Lehre und Rechtsprechung wurden von der Vorinstanz richtig dargelegt. Ebenfalls zutreffend hat der Bezirksrat erwogen, wo sich das polizeiliche Domizil Fahrender befinde und dass auch dieses von einem tatsÃ¤chlichen Aufenthalt abhÃ¤nge. Schliesslich wurde der Unterschied zwischen polizeilichem Domizil und UnterstÃ¼tzungswohnsitz richtig dargestellt. Auf diese ErwÃ¤gungen kann daher verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Es bleibt zu prÃ¼fen, ob sich die vom Bezirksrat praxiskonform vorgenommene Auslegung und Anwendung des kantonalen Gemeindegesetzes im Einzelfall gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrenden als Mitglied einer nach Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) zu schÃ¼tzenden BevÃ¶lkerungsgruppe indirekt diskriminierend auswirkt. Dabei kann nicht von vornherein angenommen werden, dass dem BeschwerdefÃ¼hrer aus der polizeilichen Abmeldung Ã¼berhaupt kein Nachteil erwÃ¤chst, auch wenn die AnknÃ¼pfung fÃ¼r den zivilrechtlichen Wohnsitz oder fÃ¼r Spezialdomizile grundsÃ¤tzlich selbstÃ¤ndig vorzunehmen ist. Immerhin ist zu anerkennen, dass eine bestehende polizeiliche Anmeldung die verschiedenen anderen AnknÃ¼pfungen, die in der Praxis vermutungsweise folgen, erleichtert. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Eine indirekte Diskriminierung liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Gleichbehandlung von Mann und Frau dann vor, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. Ã¼berwiegend AngehÃ¶rige des einen gegenÃ¼ber denjenigen des anderen Geschlechts benachteiligt, ohne dass dies sachlich begrÃ¼ndet wÃ¤re (BGE 124 II 409 E. 7 mit zahlreichen Hinweisen). Beim Ãbertragen auf die BevÃ¶lkerungsgruppe der Fahrenden muss geprÃ¼ft werden, ob die kantonale Regelung Ã¼ber das polizeiliche Domizil und deren praxisgemÃ¤sse Handhabung sich im Ergebnis und im Vergleich mit der sesshaften BevÃ¶lkerung nachteilig fÃ¼r die Fahrenden auswirkt (vgl. dazu Gutachten des Bundesamtes fÃ¼r Justiz vom 27. MÃ¤rz 2002 zur Rechtsstellung der Fahrenden in der Schweiz hinsichtlich ihrer Eigenschaft als anerkannte nationale Minderheit, in: VPB 66/2002 Nr. 50, S. 578 ff., 597 f. mit Hinweisen). Dies ist nicht der Fall. Genau gesehen ist der BeschwerdefÃ¼hrer nicht anders gestellt als irgendein sesshafter Mieter, der fÃ¼r die BegrÃ¼ndung eines polizeilichen Domizils ebenfalls darauf angewiesen ist, mit privaten Vermietern oder mit der Ã¶ffentlichen Hand einen Mietvertrag Ã¼ber eine Wohnung zu schliessen. Verliert ein Niedergelassener diese Wohnung â wenn auch wider Willen â und muss er in der Folge aus der Gemeinde wegziehen, so fÃ¼hrt dies zum Verlust des polizeilichen Domizils. Dabei kann er sich zwar gegen die WohnungskÃ¼ndigung mit den zur VerfÃ¼gung stehenden Rechtsbehelfen des Mietrechtes wehren, nicht aber gegen die aus dem Wohnungsverlust resultierende Folge der Abmeldung. In Ã¤hnlicher Weise hÃ¤tte sich auch der BeschwerdefÃ¼hrer als Fahrender gegen den Entzug, Verlust oder die Verweigerung einer Standplatzbewilligung zur Wehr setzen kÃ¶nnen und mÃ¼ssen. Den diesbezÃ¼glichen Entscheid der Liegenschaftenverwaltung, der offenbar bereits im Winter 2002 gefÃ¤llt worden war, hat er aber nicht angefochten. Die Standplatzverweigerung ist denn auch nicht Gegenstand der hier angefochtenen erstinstanzlichen VerfÃ¼gung und kann demgemÃ¤ss weder zum Gegenstand des Rekurs- noch des Beschwerdeverfahrens erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Angesichts der Aussichtslosigkeit des Rekursverfahrens hat die Vorinstanz zudem zu Recht die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters verweigert (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 13 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Er hat zudem die Beschwerdegegnerin gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 lit. b VRG angemessen zu entschÃ¤digen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit ist auch in diesem Verfahren das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters abzuweisen (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG in Verbindung mit § 70 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span><br/> (im Zirkularverfahren nach § 38 Abs. 1 Satz 2 VRG)</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug2">Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters wird abgewiesen.</p> <p class="Urteilstext"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 800.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 860.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>