<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">I 613/01 Gi </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Borella, Bundesrichter Meyer und Lustenberger; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Scartazzini </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 15. April 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para">Z.________, 1939, Beschwerdeführer, vertreten durch lic. </div> <div class="para">iur. Pollux L. Kaldis, Sozialversicherungs- und Ausländerrecht, Solistrasse 2a, 8180 Bülach, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para">IV-Stelle Bern, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Der 1939 geborene Z.________ hatte seit 1985 als Hausmeister an der Kantonsschule F.________ gearbeitet, bis er nach ärztlicher Abklärung (Arztbericht von Dr. med. </div> <div class="para">B.________, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, vom 30. März 1998) auf den 31. Mai 1998 vorzeitig pensioniert wurde. Im September 1998 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. </div> <div class="para">Nach Beizug eines von Dr. med. X.________, Facharzt FMH für Psychiatrie, am 15. März 1999 erstellten Berichtes sowie nach Einholung eines vom Psychiater Dr. med. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">H.________, Psychiatriezentrum M.________, erstatteten fachärztlichen Gutachtens vom 15. Mai 2000, das dem Versicherten ein massives Alkoholproblem attestierte, nahm die IV-Stelle Bern mit Vorbescheid vom 17. Juli 2000 mangels Vorliegen einer Invalidität eine Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Auch unter Berücksichtigung weiterer Ausführungen des Dr. med. X.________ vom 22. September 2000 zur Problematik psychiatrischer Expertisierungen im Allgemeinem und der Verhältnisse bei Z.________ im Besonderen bestätigte sie ihren Vorbescheid mit Verfügung vom 9. November 2000 mit der Begründung, aus psychiatrischer und neuropsychologischer Sicht weise der Versicherte keine nennenswerte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit auf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 13. August 2001 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Z.________ lässt Verwaltungsgerichtsbeschwerde führen mit den Anträgen, es sei ihm, unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides, ab 1. Dezember 1998 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache nach Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels zur zusätzlichen medizinischen Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Während die IV-Stelle auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt für Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Da sich in der Beschwerdeantwort der IV-Stelle vom 15. November 2001 keine Argumente finden, die dem Beschwerdeführer nicht schon bekannt gewesen wären, ist der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (eventualiter) beantragte zweite Schriftenwechsel nicht durchzuführen. Dafür liegen auch sonst keine Gründe vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Das kantonale Gericht hat in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht zutreffend dargelegt, aus welchen Gründen beim Beschwerdeführer keine Invalidität ausgewiesen ist, welche Anspruch auf eine Invalidenrente verschafft. </div> <div class="para">Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3. a) In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist - zu Recht - unbestritten geblieben, dass die Annahme einer Invalidität aus somatischen Gründen nach der medizinischen Aktenlage von vornherein ausscheidet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Der Beschwerdeführer beanstandet, das kantonale Gericht habe eine Invalidität aus psychischen Gründen zu Unrecht verneint. Näher zu prüfen wäre nach seiner Ansicht, ob die festgestellte Alkoholproblematik, welche die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit dauernd und in erheblicher, d.h. rentenbegründender (Art. 4 Abs. 1 und Abs. 2 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 28 Abs. 1 IVG</span>) Weise beeinträchtigt, nicht ein typisches Sekundärphänomen seiner psychischen Gesundheitsstörung sei. Diese Frage ist unter den mit der Sache befassten Ärzten insofern umstritten, als der von der IV-Stelle beauftragte Psychiater Dr. med. H.________ in seinem fachärztlichen Gutachten vom 15. Mai 2000 jegliche krankheitswertige psychische Störung ausschliesst, während Dr. </div> <div class="para">med. X.________ die von ihm in den Berichten vom 15. März 1999 und 22. September 2000 attestierte Persönlichkeitsstörung als pathologische Ursache des Aethylabusus betrachtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Bei der Würdigung des fachärztlichen Gutachtens und der Arztberichte von Dr. med. X.________ fällt entscheidend ins Gewicht, dass Dr. med. H.________ weder einen psychischen Gesundheitsschaden noch eine hirnorganische Schädigung feststellen konnte. Diese Umstände in Verbindung mit der ebenfalls ausgewiesenen Tatsache, dass dem Beschwerdeführer noch ein breiter Bereich von Tätigkeiten offensteht, für die eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert wird, lassen angesichts der vorhandenen psychosozialen Problematik den Schluss auf das Vorliegen einer (rentenbegründenden) Invalidität im Sinne der zu <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 IVG</span> ergangenen, präzisierten Rechtsprechung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=01.04.2002&amp;to_date=20.04.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-294%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page294">BGE 127 V 294</a> Erw. </div> <div class="para">4) nicht zu. Der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand, wonach das kantonale Gericht zu Unrecht davon ausgegangen wäre, dass eine Alkoholsucht mit Krankheitswert nicht bereits bei auffälligen Persönlichkeitsveränderungen, sondern erst dann vorliegt, wenn hirnorganische Schäden nachweisbar sind, ist daher nicht stichhaltig und vermag hieran nichts zu ändern. Was die Kritik des Dr. med X.________ am Administrativgutachten des Dr. med. </div> <div class="para">H.________ anbelangt, ist schliesslich folgendes festzuhalten: </div> <div class="para">die von ihm angenommene Aktivierung des vorbestehenen pathologischen Potentials im Rahmen einer länger dauernden mittleren bis schweren Anpassungsstörung (Dekompensation) (mit Aethylabusus als Sekundärphänomen) kann bestätigt werden. </div> <div class="para">Darin liegt aber nicht der überwiegend wahrscheinliche prognostische Nachweis, dem Beschwerdeführer sei von seiner psychischen Verfassung her eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausserhalb jenes Anstellungsverhältnisses unzumutbar, welches für Eintritt und Ausbildung der krankheitswertigen psychischen Entwicklung ursächlich war, welcher Zusammenhang auch im Lichte der Darlegungen des Dr. X.________ nicht verneint werden kann. Entgegen dessen Auffassung hat, bei allem Verständnis für die notwendigerweise subjektive Bedingtheit und Beschränktheit psychiatrischer Abklärungsschritte, juristischerseits eine objektivierende Beurteilung Platz zu greifen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=01.04.2002&amp;to_date=20.04.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F102-V-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 102 V 165</a> f.). Unter diesen Umständen und bei dieser Rechtslage besteht kein Anlass zu weiteren Abklärungen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, der Ausgleichskasse des Kantons Bern und dem Bundesamt für Sozialversicherung </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 15. April 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>