<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00169</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106935&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00169</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 27.11.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Amtsärztliche Untersuchung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung wegen Kokainkonsums Zuständigkeit (E. 1). Legitimation zur Anfechtung von Zwischenverfügungen: Begriff des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (E. 2a). Die Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung ist eine selbständig anfechtbare Zwischenverfügung (E. 2b). Eine Kautionierung ist dagegen nicht selbständig anfechtbar (E. 2c). Voraussetzung für die Anordnung einer ärztlichen Untersuchung: Hinweise, die an der Fahreignung Zweifel aufkommen lassen (E. 3a). Erhält die Behörde Hinweise auf den einmaligen Konsum von Kokain, hat sie eine amtsärztliche Untersuchung anzuordnen (E. 3b). Ablehnung des Eventualantrags auf Untersuchung beim Hausarzt, da dieser nicht über die notwendige Unbefangenheit verfügt (E. 4). Unzulässigkeit der Androhung des Führerausweisentzugs für den Fall, dass sich die Partei der angeordneten Untersuchung nicht unterzieht (E. 5a) bzw. den Kostenvorschuss nicht leistet (E. 5b). Teilweise Gutheissung der Beschwerde (E. 6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARZTUNTERSUCHUNG">ARZTUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BLUTENTNAHME">BLUTENTNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENKONSUM">DROGENKONSUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINGRIFF">EINGRIFF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOKAIN">KOKAIN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVORSCHUSS">KOSTENVORSCHUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHTEIL">NACHTEIL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHKEITSRECHT">PERSÃNLICHKEITSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTBESTIMMUNGSRECHT">SELBSTBESTIMMUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWANGSUNTERSUCHUNG">ZWANGSUNTERSUCHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWISCHENVERFÃGUNG">ZWISCHENVERFÃGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. 23 BEK</span><br/><span class="gerade">Art. 10 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 lit. I BV</span><br/><span class="gerade">lit. III OG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 lit. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 48 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 45 lit. I VwVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2002 Nr. 16</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Im Rahmen einer Strafuntersuchung beschlagnahmte die Stadtpolizei ZÃ¼rich anlÃ¤ss­­lich einer Hausdurchsuchung am 1. Juli 2001 bei A ein Faltpapier mit 0,3 Gramm Kokain sowie ein Weiteres mit KokainrÃ¼ckstÃ¤nden. Zugleich wurde A der FÃ¼hrerausweis zuhan­den der EntzugsbehÃ¶rde vorlÃ¤ufig abgenommen. Mit in Rechts­kraft erwachsener VerfÃ¼gung des Polizeirichters der Stadt ZÃ¼rich vom 29. August 2001 wurde A in der Folge wegen unbefugtem Umgangs mit BetÃ¤ubungsmit­teln mit einer Busse von Fr. 300.-- bestraft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2001 ordnete die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) unter Hinweis auf den fest­­­gestellten Drogenkonsum eine amtsÃ¤rztliche Untersuchung an und verpflichtete A nebst Bezahlung der Verfahrenskosten von Fr. 150.-- zur Leistung eines Kos­ten­­vorschusses in der HÃ¶he von Fr. 500.-- binnen 30 Tagen; zugleich wurde einem eventuel­len Rekurs die auf­schiebende Wirkung entzogen. Gleichentags wurde der FÃ¼hrerausweis A zurÃ¼ck erstattet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Rekurs vom 23. August 2001 beantragte A die Aufhebung der verfÃ¼gten amtsÃ¤rztlichen Untersuchung, eventualiter sei die Ã¤rztliche Untersuchung bei einem Arzt seines Vertrauens anzuordnen, ferner sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu gewÃ¤hren. Mit Entscheid vom 3. April 2002 wies der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich den Rekurs kostenpflichtig ab (ohne einer allfÃ¤lligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu entziehen). Das Begehren, die aufschiebende Wirkung wieder herzustellen, er­ach­tete er zufolge Endentscheids in der Sache als gegenstandslos.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Beschwerde vom 10. Mai 2002 erneuerte A seine AntrÃ¤ge in der Sache. Der Regierungsrat liess am 12. Juni 2002 Abweisung der Beschwerde beantragen, wogegen von der Beschwerdegegnerin keine Stellungnahme einging.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Die Beschwerdegegnerin ordnete die amtsÃ¤rztliche Untersuchung des Beschwerde­­fÃ¼hrers an. Dabei handelt es sich um einen Zwischenschritt auf dem Weg zur EndverfÃ¼gung (dem allfÃ¤lligen FÃ¼hrerausweisentzug), womit die BehÃ¶rde eine ZwischenverfÃ¼gung er­­liess (vgl. § 19 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG, so­wie analog den vorsorglichen FÃ¼hrerausweisentzug betreffend BGE 122 II 359 E. 1a). Die </p> <p class="Einzug1">vorliegende ZwischenverfÃ¼gung unterliegt letztinstanzlich der Verwaltungsgerichtsbeschwer­­­de ans Bundesgericht, da gegen die EndverfÃ¼gung â den allfÃ¤lligen FÃ¼hrerausweis­ent­­zug â ebenfalls die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegeben ist (Art. 101 lit. a des Bun­des­rechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943, OG, e contrario; Art. 24 Abs. 2 des Stras­­senverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958, SVG). Das Verwaltungsgericht ist somit als letzte kantonale Instanz fÃ¼r die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig (Art. 98a Abs. 1 OG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Eine Partei ist zur Anfechtung einer ZwischenverfÃ¼gung legitimiert, wenn diese einen Nachteil zur Folge hat, der sich spÃ¤ter voraussichtlich nicht mehr beheben lÃ¤sst (§ 48 Abs. 2 VRG). Diese besondere Voraussetzung tritt zum allgemeinen Erfordernis des schutz­­wÃ¼rdigen Interesses hinzu (vgl. § 21 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Die Legitimation zur Beschwerde ans Verwaltungsgericht muss mindestens im sel­ben Umfang gewÃ¤hrleistet sein wie fÃ¼r die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht (Art. 98a Abs. 3 OG). Dort wird fÃ¼r die Anfechtung von ZwischenverfÃ¼gungen ein nicht wieder gutzumachender Nachteil verlangt (Art. 97 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968, VwVG; vgl. Peter Karlen, in: Thomas Geiser/Peter MÃ¼nch [Hrsg.], Prozessieren vor Bundesgericht, 2.A., Ba­sel/Frankfurt a.M. 1998, Rz. 3.13). Damit umschreiben eidgenÃ¶ssisches und kanto­na­les Recht die Legitimationsvoraussetzungen grundsÃ¤tzlich gleich: Legitimiert ist, wer ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an der umgehenden Ãnderung oder Aufhebung der ZwischenverfÃ¼gung hat (BGE 112 Ib 417 E. 2c; BGE 126 V 244 E. 2a; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2.A., ZÃ¼rich 1999, § 19 Rz. 47 ff.). Im Gegensatz zur Legitimation bei der staatsrechtlichen Beschwerde (vgl. Art. 87 Abs. 2 OG) genÃ¼gt auch ein tatsÃ¤chliches Interesse, um eine ZwischenverfÃ¼gung anzufechten (BGE 125 II 613 E. 2a; RB 1998 Nr. 33). Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse liegt etwa dann vor, wenn eine Partei Einwendungen erhebt, die sich auf die VerfÃ¼gung selbst und die darin geregelten Belange beziehen und spÃ¤ter nicht mehr vorgebracht werden kÃ¶nnen (BGE 124 II 215 E. 2). Diese Voraussetzung ist nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts in der Regel dann erfÃ¼llt, wenn eine Ã¤rztliche Untersuchung Grund­­lage des spÃ¤teren Endentscheids Ã¼ber den Fortbestand einer Polizeibewilligung bildet. Auch wenn die BehÃ¶rde dem Betroffenen diese Erlaubnis belÃ¤sst, wird damit der Nach­­teil, der durch die Untersuchung entstanden ist, nicht behoben (VGr, 5. Juni 2000, VB.2000.00074, E. 1; VGr, 23. August 2001, VB.2001.00236, E. 1b; vgl. auch VGr, 24. Januar 2002, VB.2001.00377, E. 2b; www.vgrzh.ch/rechtsprechung). In ihrem Hauptpunkt erfÃ¼llt die vorliegende Beschwerde diese Voraussetzung: Sie bezweckt eine vorgÃ¤ngi­ge ÃberprÃ¼fung der Anordnung der amtsÃ¤rztlichen Untersuchung, die im Rahmen der Be­­schwerdeerhebung gegen den Endentscheid (den allfÃ¤lligen FÃ¼hrerausweisentzug) â je­den­falls prÃ¤ventiv â nicht mehr mÃ¶glich wÃ¤re.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) In einem Entscheid Ã¼ber eine ZwischenverfÃ¼gung stellte das Verwaltungsgericht bei der PrÃ¼fung des aktuellen Interesses fest, dass die angeordnete Arzt­untersuchung einen schweren Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte des BeschwerdefÃ¼hrers bewirken wÃ¼rde (VGr, 5. Juni 2000, VB.2000.00074, E. 1). Anders als bei der staatsrechtlichen Beschwerde gegen ZwischenverfÃ¼gungen muss allerdings nicht ein geradezu irreparabler Schaden zu be­­fÃ¼rchten sein; vielmehr reicht es aus, wenn der zu erwartende Nachteil ein gewisses Gewicht aufweist (RB 1998 Nr. 33; Isabelle HÃ¤ner, Vorsorgliche Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZSR NF 116/1997 II 253, 379 f.; Thomas Merk­li/ Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz Ã¼ber die Verwaltungsrechtspfle­ge im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 61 Rz. 5 je mit Hinweisen). Insofern kann die Vor­aussetzung des ânicht wieder gutzumachenden Nachteilsâ auch nicht pauschal mit jener des schweren Grundrechtseingriffs gleichgesetzt werden; die Abgrenzung gegenÃ¼ber leichten Eingriffen zielt vielmehr auf das Erfordernis der Gesetzesform (Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BV). Im Folgenden ist deshalb zu prÃ¼fen, ob die angeordnete Untersuchung das fÃ¼r eine selbstÃ¤n­dige Anfechtung verlangte Gewicht aufweist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Gesundheitsrecht gilt der zentrale Grundsatz, dass jede medizinische Untersuchung die vorgÃ¤ngige Einwilligung des Betroffenen voraussetzt (BGE 114 Ia 350 E. 6). Das Prinzip ist Bestandteil des Selbstbestimmungsrechts des Patienten und wird in § 18 der ZÃ¼rcher Patientenrechtsverordnung vom 28. August 1991 ausdrÃ¼cklich festgehalten (LS 813.13; vgl. Tomas Poledna/Brigitte Berger, Ãffentliches Gesundheitsrecht, Bern 2002, Rz. 113). Der Grundsatz bildet das eigentliche KernstÃ¼ck der Bioethik-Konvention des Europarates (Art. 5 des von der Schweiz unterzeichneten aber noch nicht ratifizierten Ãbereinkommens vom 4. April 1997 zum Schutz der Menschenrechte und der MenschenwÃ¼rde im Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin, BBl 2002 340, 342; Tobias Jaag/Corinne Schaerer, Die Konventionen des Europarates, SZIER 12/2002, S. 103, 109; Frank Bodendiek/Karsten Nowrot, Bioethik und VÃ¶lkerrecht, Archiv des VÃ¶lkerrechts 37/1999, S. 177, 182 f., 185; Gabriele Wolfslast, EinwilligungsfÃ¤higkeit im Lichte der Bio­ethik-Kon­ven­tion, Kritische Vierteljahresschrift fÃ¼r Gesetzgebung und Rechtswissen­schaft 81/1998, S. 74, 75 f.). Eine zwangsweise angeordnete Untersuchung fÃ¤llt Ã¼berdies stets in den Schutzbereich der persÃ¶nlichen Freiheit gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 2 der Bundes­­verfassung vom 18. Ap­ril 1999 (BV) bzw. Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskon­vention (BGE 124 I 40, E. 3c; EGMR, 5. Juli 1999, Matter gegen Slovakei, 31534/96, Ziff. 64, http://hudoc.echr.coe.int; vgl. Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 556 sowie Stephan Breitenmoser, Der Schutz der PrivatsphÃ¤re gemÃ¤ss Art. 8 EMRK, Basel/Frankfurt a.M. 1986, S. 169 f. je mit Hin­weisen). In einem Ã¤lteren Urteil hat das Bundesgericht die Zwangsuntersuchung im Rah­­men eines EntmÃ¼ndigungsverfahrens zwar als leichten Eingriff eingestuft (BGE 110 Ia 117 E. 5). Dort war fÃ¼r den Entscheid jedoch ausschlaggebend, dass fÃ¼r die ErÃ¶ffnung des Verfahrens ein hinreichender Anlass bestand und die Begutachtung ausserdem gesetzlich zwingend vorgeschrieben war. Ansonsten weist das Element des Zwanges stets auf einen schweren Eingriff hin (BGE 126 I 112 E. 3b betreffend Zwangsmedikation; in diese Richtung nun richtigerweise BGE 124 I 40 E. 3c betreffend Zwangsuntersuchung). Im Bereich der Religionsfreiheit fÃ¤llt der Schutz vor Zwang (Art. 15 Abs. 4 BV) gar unter die Kerngehaltsgarantie (Art. 36 Abs. 4 BV; Markus Schefer, Die Kerngehalte von Grundrechten, Bern 2001, S. 459). In ExtremfÃ¤llen kann sogar bei Zwangsuntersuchungen der Kerngehalt verletzt sein (vgl. Satz 2 von Art. 7 des Internationalen Paktes vom 16. Dezember 1966 Ã¼ber bÃ¼rgerliche und politische Rechte).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine Untersuchung wegen Verdachts auf Drogenkonsum reicht unter UmstÃ¤nden Ã¤hnlich weit wie der Eingriff der psychiatrischen Untersuchung. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt eine umfassende AbklÃ¤rung der persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse, insbesondere auch des Drogenkonsums (BGE 127 II 122 E. 3b). So mÃ¼ssen sich etwa Can­nabis­konsumenten zu HÃ¤ufigkeit, Menge und UmstÃ¤nden ihres Konsums Ã¤ussern, ebenso zur Frage, ob sie in der Lage sind, Strassenverkehr und Haschischkonsum ausreichend voneinan­der zu trennen (BGE 127 II 122 E. 4b; BGE 124 II 559 E. 4e). EinzurÃ¤umen bleibt, dass im Strassenverkehrsrecht auch Zwangsuntersuchungen denkbar sind, die nur einen leichten Eingriff in die persÃ¶nliche Freiheit bewirken. So stellt etwa die blosse Blutentnahme in der Regel nur einen leichten Eingriff dar (BGE 124 I 80 E. 2d; BGE 91 I 31, 35) â aber eben nur in der Regel (BGE 128 II 259 E. 3.3): So berÃ¼hrt die Blutentnahme bei einem Zeugen Jehovas zusÃ¤tzlich dessen Religionsfreiheit (Art. 15 BV); Ã¤hnliche Probleme kÃ¶nnen sich auf­grund der jÃ¼dischen Religionsgesetze auch bei einem orthodoxen Juden stellen; bei Ã¤lteren Personen kann die Anordnung einer Untersuchung ausserhalb des Wohnortes entwÃ¼rdi­gend sein (BGE 124 I 40 E. 4b), und so weiter. Dies abschliessend festzustellen ist Aufgabe der Gerichte, ebenso, ob der Eingriff notwendig und zumutbar ist (Art. 5 Abs. 2 BV). Weil die Verwaltung dem Ã¶ffentlichen Interesse (an der Sicherung des Verkehrs, an der Vor­nahme der Untersuchung, etc.) stets besonderes Gewicht beimessen wird, muss die MÃ¶g­­lichkeit zur Reflexion aus gegenlÃ¤ufiger Perspektive bestehen (Andreas Kley-Struller, Der richterliche Rechtsschutz gegen die Ã¶ffentliche Verwaltung, ZÃ¼rich 1995, § 17 Rz. 8 ff., 10). Anderenfalls wÃ¼rde der Grundsatz, nach dem Grundlage und Schranke allen staatlichen Handelns das Recht ist (Art. 5 Abs. 1 BV), schnell zur Leerformel verkommen. Die Bioethik-Konvention verpflichtet denn auch in ihrem Art. 23 die Vertragsstaaten, einen gerichtlichen Rechtsschutz zur VerfÃ¼gung zu stellen; dieser Schutz muss bereits dann greifen, wenn eine Verletzung von GrundsÃ¤tzen des Ãbereinkommens <i>droht </i>und nicht erst dann, wenn sie bereits erfolgt ist (so insbesondere auch eine Verletzung des erwÃ¤hnten Selbst­­bestimmungsrechts; Botschaft des Bundesrates vom 12. September 2001 zum Ãbereinkommen, BBl 2002 271, 324). Zudem mÃ¼ssen die Grundrechte aufgrund von Art. 35 Abs. 1 BV in der gesamten Rechtsordnung zur Geltung kommen, mithin auch im Prozessrecht. Dieses hat auch insoweit dienende Funktion, als es einen ausreichenden Schutz der Rechte aller Verfahrensbeteiligten sicherzustellen hat. Damit ist auf die Beschwerde einzu­treten, soweit sie sich gegen die angeordnete Ã¤rztliche Untersuchung richtet.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Der BeschwerdefÃ¼hrer setzt sich gegen den vorinstanzlichen Entscheid als Ganzes zur Wehr, mithin auch gegen die bestÃ¤tigte Verpflichtung zur Leistung eines Kostenvor­­schusses. Diese ist ebenso nur dann selbstÃ¤ndig anfechtbar, wenn sie fÃ¼r den Vorschuss­pflichtigen einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirkt. Ist eine Partei jedoch, wie hier, tatsÃ¤chlich zur Erbringung der geforderten Zahlung in der Lage, entsteht ihr aus der Vorschusspflicht kein Nachteil, der sich nicht mehr beheben liesse. Ein zu Unrecht auf­er­legter Vorschuss kann spÃ¤ter ohne weiteres zurÃ¼ckgefordert werden. Ueber die Kosten wird in aller Regel erst im Endentscheid befunden und die Kostenauflage kann zusammen </p> <p class="Einzug1">mit diesem gerichtlich Ã¼berprÃ¼ft werden (RB 1990 Nr. 18; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 13 Rz. 29, </p> <p class="Einzug1">§ 15 Rz. 5, § 19 Rz. 52). Ist hingegen eine Partei mittellos, so ist ihr auf Gesuch hin unter den Voraussetzungen von § 16 VRG die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren (vgl. zum Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren von VerwaltungsbehÃ¶rden RB 2001 Nr. 6). Der Entscheid Ã¼ber die unentgeltliche Rechtspflege hat in Form eines selb­stÃ¤ndig anfechtbaren Zwischenentscheids zu erfolgen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 16 Rz. 17), der im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens daraufhin Ã¼berprÃ¼ft werden kann, ob die Voraussetzungen fÃ¼r die unentgeltlichen Rechtspflege erfÃ¼llt sind (§ 16 VRG bzw. Art. 29 Abs. 3 BV; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 15 Rz. 34). Falls der Kostenvorschuss nicht geleis­tet wurde und sich daraus fÃ¼r die rechtsuchende Partei (prozessuale) Nachteile ergeben (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 15 Rz. 18), kann noch bei der Anfechtung des Endentscheids geltend gemacht werden, die Voraussetzungen von § 15 VRG fÃ¼r einen Kostenvorschuss seien nicht erfÃ¼llt gewesen. Auch dem Mittellosen droht damit durch die Kautionsauflage kein nicht mehr behebbarer Nachteil. In diesem Zusammenhang ist im Hinblick auf die an­gedrohten SÃ¤umnisfolgen (vgl. nachstehend E. 5) festzuhalten, dass gemÃ¤ss § 15 Abs. 1 VRG ein Kostenvorschuss fÃ¼r Barauslagen nur verlangt werden kann, wenn die Untersuchung âim Interesse eines Privatenâ veranlasst wird. Soll einem Privaten der FÃ¼hrerausweis aus GrÃ¼nden der Verkehrssicherheit entzogen werden, ist diese Voraussetzung nicht erfÃ¼llt. Da­gegen dÃ¼rfte ein privates Interesse vorliegen, wenn die Wiedererteilung des bereits entzoge­nen FÃ¼hrerausweises von einem gÃ¼nstig lautenden Gutachten abhÃ¤ngt (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 15 Rz. 16). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht in der Sache geltend, die Beschwerdegegnerin hÃ¤tte keine Kontrolluntersuchung anordnen dÃ¼rfen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Wer nicht fahrtÃ¼chtig ist, darf kein Fahrzeug fÃ¼hren (Art. 31 Abs. 2 SVG). Fahr­un­tÃ¼chtigkeit kann neben Alkohol und Medikamenten auch auf Drogen zurÃ¼ckzufÃ¼hren sein (Art. 2 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962, VRV). Ist die FahruntÃ¼chtigkeit dauernder Natur, ist die medizinische Eignung des FahrzeugfÃ¼hrers in Frage gestellt, sei es, weil eine Krankheit vorliegt oder eine Sucht (Art. 14 Abs. 2 lit. b und c SVG). Beides zieht zwingend den Sicherungsentzug des FÃ¼hrerausweises aus medizinischen GrÃ¼nden nach sich (Art. 16 Abs. 1 SVG). ErhÃ¤lt die VerwaltungsbehÃ¶rde einen Hin­weis, der auf einen Entzugsgrund hindeutet (zum Beispiel durch eine Meldung der Polizei nach Art. 104 Abs. 1 SVG oder Art. 123 Abs. 3 der Verkehrszulassungsverordnung vom 27. Oktober 1976, VZV), hat sie den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklÃ¤ren, namentlich durch die Einholung eines spezialÃ¤rztlichen Gutachtens (RenÃ© Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, Rz. 2086; ana­log fÃ¼r den Warnungsentzug BGE 125 II 492 E. 3). Dies ergibt sich zwar weder unmittelbar aus dem Strassenverkehrsgesetz noch aus einer der zahlreichen AusfÃ¼hrungsverordnungen, ist jedoch eine Folge der in § 7 Abs. 1 VRG verankerten Untersuchungsmaxime. Obwohl sich Art. 7 Abs. 1 VZV einzig auf die Ã¤rztliche Untersuchung bei der Erteilung von <i>Lern</i>fahraus­weisen bezieht, rechtfertigt es sich angesichts der verwandten Problematik, die Vorschrift sinngemÃ¤ss heranzuziehen. Danach ist eine Person zur Untersuchung an einen Vertrauensarzt oder eine von der kantonalen BehÃ¶rde bestimmte Spezialuntersuchungsstelle zu weisen, wenn Zweifel Ã¼ber die kÃ¶rperliche oder psychische Eignung bestehen (analog auch Art. 9 Abs. 1 VZV betreffend der psychiatrischen Untersuchung). Solche Zweifel kÃ¶nnen na­turgemÃ¤ss bereits anhand weniger Anhaltspunkte bestehen; die Ã¤rztliche Untersuchung dient der ErhÃ¤rtung oder eben der Widerlegung jener Hinweise (vgl. Rudolf Hauri-Bionda, Drogen/Medikamen­te: Anlass und MÃ¶glichkeiten der Fahreignungsuntersuchung aus medi­zinischer Sicht, AJP 1994, S. 457, 458 f.). Die Schwelle zur Anordnung einer Ã¤rztlichen Un­tersuchung liegt somit niedriger als jene zum vorsorglichen Entzug des FÃ¼hrerausweises gemÃ¤ss Art. 35 Abs. 3 VZV (dort mÃ¼ssen im Gegensatz zu hier ernsthafte Bedenken an der Fahreignung bestehen; BGE 125 II 492 E. 2b; BGE 122 II 359 E. 3a; BGr, 12. Juli 1996, 2A.162/1996 E. 2b, Dokument Nr. 5116 auf www.tcs.ch/assistalex; RenÃ© Schaffhauser, Band III, Rz. 1996).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die BehÃ¶rde verfÃ¼gt bei der Frage, ob eine Untersuchung anzuordnen sei oder nicht, naturgemÃ¤ss Ã¼ber einen gewissen Ermessensspielraum, den das Verwaltungsgericht nur auf ErmessensÃ¼berschreitung hin untersucht (§ 50 Abs. 2 lit. c VRG; vgl. analog fÃ¼r die Anordnung einer Kontrollfahrt BGE 127 II 129 E. 3a). Nach der Rechtsprechung ist ei­ne AbklÃ¤rung der Fahreignung bereits dann anzuordnen, wenn Hinweise dafÃ¼r bestehen, dass eine Person regelmÃ¤ssig Cannabis konsumiert (BGE 127 II 122 E. 4b). Im Gegensatz zu Cannabis verfÃ¼gt Kokain Ã¼ber ein Suchtpotential, und zwar Ã¼ber ein ausserordentlich ho­­hes. Die enthemmende Wirkung von Kokain macht die Droge im Strassenverkehr sogar noch gefÃ¤hrlicher als Heroin. Damit besteht bereits dann ein AbklÃ¤rungsbedarf, wenn die Be­hÃ¶rde vom einmaligen Kokainkonsum erfÃ¤hrt, wobei die Einnahme der Droge nicht not­wendigerweise einen Bezug zum Strassenverkehr haben muss (Expertengruppe Verkehrs­sicher­heit, VerdachtsgrÃ¼nde fehlender Fahreignung, Leitfaden vom 26. April 2000, S. 4, Zi­ff. II 4.1., Dokument Nr. 7002 auf www.tcs.ch/assistalex). Bei einem Verdacht auf eine eigentliche KokainabhÃ¤ngigkeit wÃ¤re sogar der vorsorgliche FÃ¼hrerausweisentzug nach Art. 35 Abs. 3 VZV gerechtfertigt (BGr, 12. November 1997, 2A.376/1997, E. 3b, Dokument Nr. 5120 auf www.tcs.ch/assistalex). Angesichts der betrÃ¤chtlichen Risiken, die mit dem FÃ¼hren eines Motorfahrzeuges verbunden sind, erweist sich die Anordnung einer medi­zinischen Untersuchung bereits bei einem einmaligen Kokainkonsum als erforderlich, um die Sicherheit des Verkehrs zu gewÃ¤hrleisten. Die Untersuchung ist fÃ¼r den Betroffenen wei­­ter zumutbar; der Schutz der BevÃ¶lkerung vor FahrzeugfÃ¼hrern, die den Verkehr poten­tiell gefÃ¤hrden, beansprucht bei festgestelltem Kokainkonsum den Vorrang (vgl. Art. 57 Abs. 1 BV). Die Anordnung der Untersuchung durch die Beschwerdegegnerin erweist sich nach dem Gesagten als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig (Art. 5 Abs. 2 BV), womit die dagegen erhobene Beschwerde insoweit abzuweisen ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt eventualiter die Untersuchung bei einem Arzt sei­ner Wahl. KÃ¶nnte er die untersuchende Person jedoch frei wÃ¤hlen, bestÃ¼nde von vornhe­rein die Gefahr von Interessenkonflikten (BGE 127 II 122 E. 4b). So wird beispielsweise der Hausarzt bis zu einem gewissen Grad stets die Interessen seines Patienten im Auge ha­ben und im Zweifelsfall einen gÃ¼nstigen Bericht abliefern (RenÃ© Schaffhauser, Band III, Rz. 2653). Um solche Interessenkollisionen zu vermeiden, wird der untersuchende Arzt als Person im Sinne von § 5a Abs. 1 VRG angesehen, die eine Anordnung vorzubereiten hat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 5a Rz. 9). Damit muss die UnabhÃ¤ngigkeit und Unbefangenheit des begutachtenden Arztes den Anforderungen von Art. 29 Abs. 1 BV genÃ¼gen (Benjamin Schindler, Die Befangenheit der Verwaltung, ZÃ¼rich 2002, S. 75). Bei einer freien Wahl des Gutachters durch den BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤ren diese Anforderungen offensichtlich nicht erfÃ¼llt, womit der Eventualantrag abzulehnen ist.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">5. Die Beschwerdegegnerin drohte in ihrer VerfÃ¼gung an, den FÃ¼hrerausweis âauf unbestimmte Zeitâ zu entziehen, falls der BeschwerdefÃ¼hrer (a) nicht zur angeordneten Un­ter­suchung erscheine oder falls er (b) den auferlegten Kostenvorschuss nicht leiste.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Dem Betroffenen obliegt es grundsÃ¤tzlich, an einer angeordneten Untersuchung mitzuwirken; dies ergibt sich zwar nicht ausdrÃ¼cklich aus dem Gesetz (vgl. § 7 Abs. 2 lit. b VRG), kann jedoch aus dem Grundsatz von Treu und Glauben abgeleitet werden (Art. 5 Abs. 3 BV; vgl. Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts­pflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 273; RenÃ© Schaffhauser, Band III, Rz. 2650). Verweigert der Betroffene die Mitwirkung, kann dies bei der BeweiswÃ¼rdigung berÃ¼cksichtigt werden (§ 7 Abs. 4 VRG; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 7 Rz. 68). Aus der Verweigerung zur Mitwirkung darf jedoch keinesfalls automatisch auf den Entzug des FÃ¼hrerausweises geschlossen werden; noch viel weniger darf ein solcher Entzug in der Anordnung einer Ã¤rztlichen Untersuchung angedroht werden.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Eine BehÃ¶rde hat in ihrem Kautionierungsentscheid auf die Folgen der Nichtleis­tung hinzuweisen (BGE 96 I 521, 523). Diese Folgen mÃ¼ssen jedoch auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (Art. 5 Abs. 1 und 2 BV). Vorliegend ist kei­ne dieser Voraussetzungen erfÃ¼llt, womit sich die VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin auch insoweit als rechtswidrig erweist. Sie wÃ¤re in diesem Punkt im Ãbrigen auch schon deshalb aufzuheben, weil sich bereits die der angedrohten Unterlassungsfolge zugrunde liegende Ver­pflichtung â die Kautionierung â als rechtswidrig erweist (E. 2c).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. Soweit auf die Beschwerde einzutreten ist, ist sie zusammenfassend insoweit gut­zu­heissen, als sie sich gegen die Androhung des FÃ¼hrerausweisentzuges in der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung bzw. die entsprechende BestÃ¤tigung durch die Vorinstanz richtet. Im Ãb­rigen ist sie abzuweisen. Damit sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Die Kosten des Rekurs­­verfahrens sind in derselben Weise neu zu verlegen. Dagegen hat der Beschwer­de­fÃ¼h­rer aufgrund von § 17 Abs. 2 VRG keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl § 17 Rz. 32).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten wird, teilweise gutgeheissen. Demge­mÃ¤ss wird Ziffer 3 der VerfÃ¼gung vom 24. Juli 2001 aufgehoben, ebenso der Rekursent­scheid vom 3. April 2002 in dem Masse, als er letztere Anordnung bestÃ¤tigt. Im Ãb­rigen wird die Beschwerde abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">2. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>