Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 2. August 2016 (470 16 149) ____________________________________________________________________ Strafprozessrecht Entschädigung der Wahlverteidigung Besetzung Präsident Dieter Eglin; Gerichtsschreiberin i.V. Giovanna Basile Parteien A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Dominic Nellen, Marktgasse 15, 3000 Bern, Beschwerdeführer gegen Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin B.____, Privatkläger Gegenstand Entschädigung Beschwerde gegen die Entschädigungsverfügung der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Wirtschaftskriminalität, vom 21. Juni 2016 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 15. Dezember 2015 eröffnete die Staatsanwaltschaft Basel -Landschaft (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) zwei Untersuchungsverfahren gegen A.____ wegen Betrugs, eventue ll Veruntreuung, zum Nachteil von B.____ sowie der C.____. B. Mit Verfügungen vom 1. Februar 2016 nahm die Staatsanwaltschaft diese Strafverfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nicht an Hand und auferlegte die Verfahrensko s- ten dem Staat. Die Frage der Entschädigung wurde in den genannten Verfügungen nicht th e- matisiert. C. Gegen die obengenannten Nichtanhandnahmeverfügungen erhob A.____ mit Eingabe vom 8. Februar 2016 Beschwerde und beantragte, es seien die Verfügungen der Staatsanwal t- schaft vom 1. Februar 2016 aufzuheben und es sei ihm eine Entschädigung von CHF 1 ꞌ900.25 auszurichten. Eventualiter seien die Nichtanhandnahmeverfügungen aufzuheben und zur neuen Beurteilung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. D. Mit Entscheid des Kantonsgerichts Basel -Landschaft, Abteilung Strafrecht (nachfolgend: Kantonsgericht), vom 22. März 2016 wurde die Beschwerde im Eventualstandpunkt gutgehei s- sen und die Angelegenheit zur Prüfung und Beurteilung des Entschädigungsbegehre ns des Beschwerdeführers an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. E. Nach entsprechender Aufforderung durch die Staatsanwaltschaft machte der Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Dominic Nellen, mit Schreiben vom 25. Mai 2016 als En t- schädigungsanspruch einen Zeitaufwand von 7.25 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 250.00 sowie Auslagen in der Höhe von CHF 145.50 geltend. Der Rechtsvertreter bea n- tragte, ihm unter Einschluss von 8% Mehrwertsteuer ein Honorar von insgesamt CHF 2‘114.65 auszubezahlen. F. Mit Entschädigungsverfügung vom 21. Juni 2016 sprach die Staatsanwaltschaft A.____ gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung für seine Verteidigungskosten von CHF 913.15 zu. G. Gegen diese Entschädigungsverfügung reichte A.____ (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dominic Nellen, mit Eingabe vom 29. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht ein und stellte folgende Anträge: „1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juni 2016 sei aufzuheben und dem B e- schwerdeführer sei eine Entschädigung in der Höhe von CHF 2‘114.65 auszurichten; 2. Eventualiter sei die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juni 2016 aufzuheben und zur neuen Beurteilung an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen; 3. Dem Beschwerdeführer s ei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung des unterzeichneten Rechtsanwalts als am t- licher Rechtsbeistand; eventualiter sei ihm der unterzeichnete Rechtsanwalt als amtlicher Verteidiger beizuordnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“ Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Stellungnahme vom 21. Juli 2016 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde. “ I. Der Privatkläger verzichtete innert nicht erstreckbarer Frist auf eine Stellungnahme. Erwägungen 1. Die Beschwerde ist gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Sie ist gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO innert zehn Tagen bei der Beschwerdeinstanz schrif tlich und begründet einzureichen. Die angefochtene Entschädigungsverfügung vom 21. Juni 2016 stellt ein taugliches Beschwerdeobjekt dar und die Beschwerde vom 29. Juni 2016 erweist sich als rechtzeitig erhoben sowie auch als rechtsgenüglich begründet. Der Beschwerdeführer hat ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Abänder ung der angefochtenen En t- schädigungsverfügung. Er ist daher aufgrund von Art. 382 Abs. 1 StPO zur Beschwerde legit i- miert. Gemäss Art. 395 lit. b StPO in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie § 15 Abs. 2 EG StPO ist die Verfahrensleitung der Beschwerdeinstanz für Beschwerden betre f- fend die wirtschaftlichen Nebenfolgen von Entscheiden zuständig, sofern der strittige Betrag 5'000 Franken nicht übersteigt. Der Beschwerdeführer stellt das Begehren, ihm sei eine Parte i- entschädigung von CHF 2‘114.65 anstatt der von der Staatsanwaltschaft zugesprochenen Pa r- teientschädigung in der Höhe von CHF 913.15 zu entrichten. Demnach ist ein Betrag von CHF 1‘201.50 strittig. Die örtliche, sachliche und funktionelle Zuständigkeit des Präsidiums des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beschwerdeinstanz ist somit ebenfalls gegeben. Mit- tels Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO sowohl Rechtsverletzungen wie auch unvollständige oder unrichtige Feststellungen des Sachverhalts einschliesslich blosser Una n- gemessenheit gerügt werden. Der Beschwerdeführer rügt sowohl Rechtsverletzungen als auch Unangemessenheit. Nachdem alle Formalien erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Mit Entschädigungsverfügung vom 21. Juni 2016 sprach die Staatsanwaltschaft dem Beschwerdeführer anstatt der von ihm mit Schreiben vom 25. Mai 2016 beantragten Parteient- schädigung von CHF 2‘114.65 eine solche von CHF 913.15 zu. Zur Begründung wurde im We- sentlichen ausgeführt, dass bezüglich der Bemessung des Stundenansatzes des anwaltlichen Honorars entsprechend § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (TO; SGS 178.112) der Schwierigkeitsgrad des j eweiligen Falles zu berüc k- sichtigen sei, wobei gemäss konstanter Praxis des Straf - und des Kantonsgerichts Basel - Landschaft für eine Wahlverteidigung im Normalfall CHF 220.00 - 230.00 zugesprochen wü r- den. Für den durchschnittlich schwierigen Fall wie den v orliegenden werde in casu ein Stu n- denansatz von CHF 230.00 angewandt. Was die Dauer des Aktenstudiums betreffe, so habe es sich bei den Verfügungen der Staatsanwaltschaft vom 1. Februar 2016 um Nichtanhandnahme- verfügungen gehandelt; diese hätten daher keinen verfahrensbedingten Mehraufwand aus Sicht der Verteidigungsposition bedeutet. Ausserdem hätten in diesem Zeitpunkt keine u mfangrei- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Akten bestanden, welche die geltend gemachte Dauer bezüglich des Aktenstud iums rechtfertigen würden. Zudem erscheine ein erheblicher Vorbereitungsaufwand im Hinblick auf die polizeiliche Einvernahme vom 7. Januar 2016 ebenfalls nicht angemessen, da die Ve rteidi- gung vorgängig lediglich vom „pauschal kommunizierten Vorwurf“ Kenntnis gehabt habe. Für das Aktenstudium sowie die Korrespondenz und Besprechung mit dem Klienten, der Polizei und der Staatsanwaltschaft werde ein Zeitaufwand von 1 Stunde als angemessen erachtet. Im We i- teren werde seitens der Verteidigung in der Honorarnote vom 25. Mai 2016 ein Zeitaufwand von 4.5 Stunden für die Teilnahme an der polizeilichen Einvernahme des Mandanten vom 7. Januar 2016 angegeben. Gemäss Einvernahmeprotokoll vom 7. Januar 2016 habe die Dauer der Ei n- vernahme jedoch lediglich 1.5 Stunden betragen. Da für eine angemessene Ausübung der V er- fahrensrechte des Beschuldigten eine Mandatierung eines örtlich ansässigen Anwaltes vol l- kommen ausgereicht hätte und es dem Beschuldigten freigestanden wäre, eine solche Wah l- verteidigung aus den Kantonen Basel -Landschaft oder Basel -Stadt zu beauftragen, sei der Zeitaufwand für die An- und Rückfahrt in analoger Anwendung der Praxis bei ausserkantonalen amtlichen Verteidigern mit einer Zeitentschädigung von maximal 30 Minuten pro Weg zu b e- rücksichtigen. Ausserdem seien keine Gründe ersichtlich, weshalb im v orliegend konkreten Fall die Wahlverteidigung zwingend nur durch Rechtsanwalt Dominic Nellen als ausserkantonale Verteidigung hätte wahrgenommen werden können statt durch eine ortsansässige Verteid i- gungsperson. Somit sei der angemessene Zeitaufwand für die Einvernahme vom 7. Januar 2016 auf 2.5 Stunden anzusetzen, bestehend aus der Einvernahme von 1.5 Stunden und der Zeitentschädigung von 1 Stunde. Im Ergebnis betrage der zu vergütende Zeitaufwand insg e- samt 3.5 Stunden. Da eine ortsansässige Wahlverteidigun g ausgereicht hätte, sei bezüglich Reisespesen in analoger Anwendung der für ausserkantonale amtliche Verteidiger geltenden Regelung eine Wegentschädigung von maximal CHF 10.50 pro Weg auszurichten, somit CHF 21.00 für die Hin- und Rückreise. Im Ergebnis betrügen die zu vergütenden Auslagen total CHF 40.50 (Reisespesen CHF 21.00, Telefonate/Internet CHF 6.00, Porti CHF 8.00, Fotoko- pien CHF 5.50). 3. Dagegen macht der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 29. Juni 2016 z u- sammenfassend geltend, er und se in Rechtsanwalt hätten für das Mandat ein Stundenhonorar in der Höhe von CHF 250.00 vereinbart. Gemäss § 3 Abs. 1 TO betrage das entschädigung s- würdige Stundenhonorar eines Anwalts CHF 200.00 - 350.00. Das vorliegend vereinbarte Stun- denhonorar erweise sich somit nicht nur als durchschnittlich und marktüblich, sondern bewege sich sogar im mittleren bis unteren Rand der Bandbreite gemäss TO. Gegen den Beschwerd e- führer seien am 15. Dezember 2015 zwei Strafverfahren wegen Betrugs, eventuell Veruntre u- ung, eröffnet worden. Die angezeigten Delikte befänden sich somit deutlich oberhalb des Bag a- tellbereichs. Auch vor diesem Hintergrund sei es nicht so, dass die vereinbarte Höhe des Stu n- denhonorars nicht als der Schwierigkeit und der Bedeutung der Sache angemessen beze ichnet werden könne. Die angefochtene Verfügung verletze bezüglich der (gekürzten) Höhe des Stu n- denansatzes Art. 429 StPO sowie § 3 Abs. 1 TO, womit die Staatsanwaltschaft ihr Ermessen überschreite resp. missbrauche. Hinsichtlich des zu entschädigenden Zei taufwandes führt der Beschwerdeführer aus, er habe nur von einem „pauschal kommunizierten Vorwurf“ Kenntnis gehabt; daher habe er nicht gewusst, wegen welchem Lebenssachverhalt ein Strafverfahren Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gegen ihn eröffnet worden sei. Ein solcher Pauschalvorwurf ziehe einen nachvollziehbarerweise grösseren Vorbereitungsaufwand nach sich, denn es gelte sämtliche Lebensvorgänge nach möglichen strafbaren Handlungen zu durchleuchten und Verteidigungsstrategien zu bespr e- chen. Hinsichtlich des geltend gemachten Aktenstud iums in der Höhe von einer halben Stunde bringt der Beschwerdeführer vor, es sei notwendig sowie angemessen gewesen, da einem Ve r- teidiger zugestanden werden müsse, von seinem Klienten oder der Staatsanwaltschaft eing e- hende Post resp. Verfügungen zu studier en. Auch seien die sieben Telefonate, zwei Korre s- pondenzen und die Vorbesprechung der polizeilichen Einvernahme vom 7. Januar 2016 von insgesamt 1.5 Stunden notwendig und angemessen gewesen und daher zu entschädigen. Das- selbe gelte für die zwei Telefonate mit der Kantonspolizei mit einem Aufwand von 15 Minuten, da der Rechtsanwalt bei der Polizei am 31. Dezember 2015 aufgrund des Feiertages mehrmals mit der Zentrale und diversen Polizisten verbunden worden sei, um Informationen über den Fall zu erlangen. De s Weiteren sei die Korrespondenz mit der Staatsanwaltschaft auf deren Ers u- chen hin erfolgt, womit der Umfang von 30 Minuten notwendig gewesen sei. Betreffend die Kür- zung des Zeitaufwandes für die An- und Rückfahrt zur polizeilichen Einvernahme vom 7. Januar 2016 sowie des Vorwurfs der Staatsanwaltschaft, der Beschwerdeführer hätte auch einen ort s- ansässigen Verteidiger beauftragen können, bringt er vor, dass bereits bei Bekanntwerden des vorliegenden Strafverfahrens ein Vertrauensverhältnis mit Rechtsanwalt Dominic Nellen b e- standen habe. Zudem sei Rechtsanwalt Dominic Nellen zweisprachig und könne dem Beschu l- digten rechtliche Themen gut auf Französisch erläutern resp. diese mit ihm besprechen, da er die deutsche Sprache nur ungenügend spreche. Des Weiteren se i Rechtsanwalt Dominic Ne l- len spezialisiert auf Strafrecht. Das Bundesrecht sehe überdies nicht vor, dass nur Rechtsa n- wälte aus dem betreffenden Kanton mandatiert werden könnten. Würde der Reiseaufwand nicht entschädigt, käme dies faktisch einer Berufsbesc hränkung gleich, die dem Bundesgesetz vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwält innen und Anwälte (BGFA; SR 935.61) sowie dem Entschädigungsrecht der StPO diametral widerspreche. Die Ausführungen der Staatsa n- waltschaft zur Entschädigung der amtlic hen Verteidiger seien nicht einschlägig und könnten für den vorliegenden Fall nicht herangezogen werden, da es sich in casu um eine Wahlverteid i- gung handle. Es könne vom Beschwerdeführer kaum erwartet werden, dass er bei der privaten Mandatierung eines Verteidigers auf die Staatskasse des Kantons Basel -Landschaft Rücksicht nehme. Es sei der Aufwand in der Form der ganzen Reisezeit zu vergüten, weshalb die Kosten für die Zugfahrt von X.___ nach Y.____ und wieder zurück in der Höhe von CHF 126.00 ange- messen und zu bezahlen seien. 4. Demgegenüber bringt die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 21. Juli 2016 unter Verweis auf die Entschädigungsverfügung vom 21. Juni 2016 im Wesentlichen vor, es sei durch die Rückweisung der Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft deren Aufgabe und Pflicht, das Entschädigungsbegehren zu prüfen und zu beurteilen, wobei auch eine Vornahme der Kü r- zung der Honorarnote erlaubt sei. Betreffend die Bemessung des zu entschädigenden Stu n- denansatzes macht sie geltend, dass sich b ei tatsächlich und rechtlich durchschnittlich schwi e- rigen Fällen ein Stundenansatz von CHF 230.00 als sachlich angemessen erweise, was zudem der gängigen Praxis der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel -Landschaft ent- spreche. Auch der seiten s des Beschwerdeführers behauptete, aber nicht weiter konkretisierte Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorwurf, es handle sich um eine Ermessensüberschreitung resp. einen Ermessensmissbrauch, sei nicht im Ansatz nachvollziehbar, da der gekürzte Stundenansatz im Honorarrahmen für die Wahlverteidigung gemäss § 3 Abs. 1 TO liege und der konstanten Praxis der Strafverfolgung s- behörden entspreche. Hinsichtlich des zu entschädigenden Zeitaufwandes wird vorgebracht, die Entschädigung der beschuldigten Person sei zu Recht auf die Aufwendungen für di e ange- messene Ausübung ihrer Verfahrensrechte - im Wesentlichen bestehend aus der Teilnahme des Rechtsvertreters an der polizeilichen Einvernahme (2.5 Stunden inkl. 1 Stunde Wegen t- schädigung) sowie 1 Stunde für Klientengespräche - gekürzt worden, da das polizeiliche Ermitt- lungsverfahren aus Sicht des Beschuldigten aus lediglich einer 1.5 Stunden dauernden polize i- lichen Einvernahme vom 7. Januar 2016 und der Entgegennahme der bereits am 1. Februar 2016 von der Staatsanwaltschaft verfügten Nichtanhandnahme de s Verfahrens bestehe. Die vom Rechtsvertreter darüber hinaus geltend gemachten Aufwendungen - insbesondere die zahlreichen Telefonate und der unverhältnismässig hohe Zeitaufwand für die Anreise - seien nicht zu entschädigen. 5.1 Die Voraussetzungen einer Entschädigung für die angemessene Ausübung der Verfa h- rensrechte einer beschuldigten Person sind in Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO geregelt. Demnach muss das Strafverfahren eingestellt oder der B eschuldigte ganz oder teilweise freigesprochen worden sein. Art. 429 StPO behandelt Entschädigungsansprüche des Beschuldigten bei Ei n- stellungen nach Art. 319 ff. StPO bzw. Art. 329 StPO sowie bei Freisprüchen nach Art. 351 StPO und allenfalls auch bei Nichtanhandnahmen nach Art. 310 StPO (vgl. NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl. 2013, Art. 429 N 1, m.w.H.). Die Grundvoraussetzungen einer Entschädigung für die angemessene Ausübung der Verfa h- rensrechte sind im vorliegenden Fall mit der Nichtanhandnahme beider Strafverfahren durch die Verfügungen der Staats anwaltschaft vom 1. Februar 2016 erfüllt. Es liegt zudem kein Au s- schluss- oder Herabsetzungsgrund gemäss Art. 430 StPO vor. 5.2 Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO begrenzt allerdings den Entschädigungsanspruch auf die Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte. Nach bundesgerichtl i- cher Rechtsprechung ist der Ersatz der Anwaltskosten zuzusprechen, wenn die angeschuldigte Person nach der Schwere des Tatvorwurfs und nach dem Grad der Komplexität des Sachve r- haltes sowie nach ihren persönlichen Verh ältnissen objektiv begründeten Anlass hatte, einen Anwalt beizuziehen (Urteil des Bundesgerichts 1B_704/2011 vom 11. Juli 2012, E. 2.3.1). Im vorliegenden Fall liegt klarerweise kein Bagatellfall vor, da dem ehemals Beschuldigten B e- trug und eventuell Veru ntreuung vorgeworfen wurde, weshalb eine Verteidigung in casu zwei- felsohne geboten war. 5.3 Hinsichtlich der Entschädigungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juni 2016 stellt sich allerdings die Frage, ob der von der Staatsanwaltschaft angewendete Honoraransatz von CHF 230.00 pro Stunde den tatsächlichen Verhältnissen entspricht und ob der vom B e- schwerdeführer geltend gemachte Honoraraufwand in Bezug auf einzelne konkrete Positionen und Auslagen durch die Staatsanwaltschaft rechtmässig gekürzt wurde. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4 Das Honorar für die Wahlverteidigung in Strafsachen bemisst sich nach dem Zeit auf- wand (§ 2 Abs. 1 TO). Die Bemühungen des Anwalts müssen angemessen sein, d.h. in einem vernünftigen Verhältnis zur Schwierigkeit des Fall es bzw. zur Wichtigkeit der Sach e stehen. Unnötige und übersetzte Kosten sind nicht zu entschädigen, wobei auf die Verhältnisse im Zei t- punkt des Verteidigungsbeizugs abzustellen ist (STEFAN WEHRENBERG/FRIEDRICH FRANK, Basler Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 429 N 15; Urteil des Bundesgerichts 1B_704/2011 vom 11. Juli 2012, E. 2.3.1 ). Gestützt auf § 3 Abs. 1 TO beträgt das Honorar CHF 200.00 bis CHF 350.00 pro Stunde, je nach Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, der damit verbund e- nen Verantwortung und der persönlichen und finanzie llen Verhältnisse der zahlungspflichtigen oder der auftraggebenden Person. Auch wenn sich aus Art. 429 StPO Derartiges nicht ergibt, ist zumindest in der Rechtsprechung nicht umstritten, dass das zwischen Beschuldigtem und Wahlverteidiger vereinbarte Honorar (Stundensatzhöhe) für die Festsetzung der Parteientsch ä- digung nicht bindend ist (WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., Art. 429 N 16). In casu hat die Staatsanwaltschaft den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Stundena n- satz von CHF 250.00 auf CHF 230.00 gekürzt. Da der vorliegende Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht als höchstens durchschnittlich schwierig einzustufen ist, erweist sich ein Stundenansatz von CHF 230.00 als sachlich angemessen und entspricht ebenso der gängigen Praxis der strafrechtliche n Abteilung des Kantonsgerichts (vgl. KGer 470 12 220 vom 6. November 2012, E. 2.8; 470 11 14 vom 18. April 2011, E. 2). Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht ausführt, entfaltet der zwischen Mandant und Rechtsvertreter vereinbarte Stunden ansatz keine bindende Wirkung, womit die Kürzung des Honoraransatzes auf CHF 230.00 ebenfalls als gerechtfertigt erscheint. 5.5 Im Weiteren stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft den geltend gemachten Honoraraufwand von 7.25 Stunden zu Recht um insgesamt 3.75 Stunden gekürzt hat. Da es sich vorliegend um mehrere reduzierte Aufwandsposten handelt, werden diese separat vone i- nander geprüft. 5.5.1 Zum einen muss untersucht werden, ob der beanspruchte Zeitaufwand für das Akte n- studium (0.5 Stunden), für die Besprechung, Korrespondenz und Telefonate mit dem Klienten (1.5 Stunden), für die Telefonate mit der Polizei Basel-Landschaft (0.25 Stunden) sowie für die Korrespondenz mit der Staatsanwaltschaft (0.5 Stunden ) von insge samt 2.75 Stunden recht- mässig durch die Staatsanwaltschaft auf 1 Stunde und somit um 1.75 Stunden gekürzt wurde. Als zutreffend erweist sich die Kürzung des Aktenstudiums von 0.5 Stunden durch die Staat s- anwaltschaft, da bis zu jenem Zeitpunkt lediglich zwei Nichtanhandnahmeverfügungen und an- sonsten keine umfangreichen Akten vorlagen. Gleiches gilt betreffend die Kürzung der Vorb e- reitungszeit im Hinblick auf die Einvernahme vom 7. Januar 2016, welche trotz „pauschal ko m- muniziertem Vorwurf“ eindeutig als übermässig einzustufen ist wie auch hinsichtlich der zahlrei- chen Telefonate mit dem Mandanten. Demzufolge rechtfertigt sich deren vorgenommene R e- duktion durch die Staatsanwaltschaft, beinhaltend auch die Telefonate mit der Polizei Basel - Landschaft, auf gesamthaft 1 Stunde. Allerdings läss t die Staatsanwaltschaft bei ihrer Berec h- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung des Zeitaufwands die auf ihr Ersuchen hin von Rechtanwalt Dominic Nellen bezifferte und begründete Eingabe vom 25. Mai 2016 betreffend Entschädigungsforderung ausser Acht. Ric h- tigerweise muss deren Zeitaufwand im Umfang von 0.5 Stunden ebenso berücksichtigt und vergütet werden. Im Ergebnis beläuft sich der der Verteidigung zuzugestehende Aufwand somit auf 1.5 Stunden. 5.5.2 Zum anderen gilt es zu prüfen, ob die Teilnahme an der polizeilichen Einvernahme des Mandanten vom 7. Januar 2016 von 4.5 Stunden durch die Staatsanwaltschaft zu Recht auf 2.5 Stunden reduziert wurde. Einigkeit besteht lediglich darüber, dass die Einvernahme 1.5 Stunden gedauert hat und vollständig zu entschädigen ist. Demgegenüber ist stritt ig, ob der geltend gemachte Zeitaufwand des ausserkantonalen Wahlverteidigers für die An - und Rück- fahrt von Bern nach Pratteln im vorliegenden Fall zu vergüten ist. Entschädigt werden müssen nur jene Bemühungen, die in kausalem Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Strafverfahren stehen und die verhältnismässig sowie notwendig sind. Das Honorar muss allerdings so festgesetzt werden, dass der Verteidigung ein Handlungsspiel- raum verbleibt und sie das Mandat wirkungsvoll ausüben k ann. Der Verteidigungsau fwand hängt aber nicht nur von der Schwierigkeit der Sache ab, sondern kann auch durch die Persö n- lichkeit der beschuldigten Person und deren Umfeld bestimmt werden sowie von der Bedeutung der Sache fü r die beschuldigte Person, beispielsweise bei schweren E ingriffen in die persönl i- che Freiheit. Bei ausserkantonaler amtlicher Verteidigung darf die Reisezeit bei häufigeren und längeren Zugreisen nicht a priori von der Entschädigung ausgeschlossen werden ( vgl. NIKLAUS RUCKSTUHL, Basler Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 135 N 3). Darf somit bei einer aus- serkantonalen amtlichen Verteidigung die Reisezeit bei häufigeren und längeren Zugreisen nicht von der Entschädigung ausgeschlossen werden, so muss dies erst recht für den vorli e- genden Fall bzw. bei einer Wahlverteidigung gelten. Wäre nämlich der Beschwerdeführer im Strafverfahren schuldig gesprochen worden, hätte er die Kosten für seine Wahlverteidigung, samt Reisespesen, selbst übernehmen müssen. Zudem liegt in casu zwischen Mandant und Rechtsvertreter ein individualisiertes und vorbestehendes Vertrauensverhältnis vor, da Recht s- anwalt Dominic Nellen bereits vor dem vorliegenden Strafverfahren mit der Wahrung der Rec h- te des Beschwerdeführers beauftragt worden war. Auch ging es nicht lediglich um Bagatelldelik- te, da, wie bereits erwähnt, dem Beschuldigten Betrug und eventuell Veruntreuung vorgeworfen wurde. Ausserdem ist Rechtsanwalt Dominic Nellen im Bereich des Strafrechts spezialisiert, weshalb seine Mandatierung durch den Beschwerdeführer auch aus diesem Grund objektiv nachvollziehbar und sachgerecht erscheint. Des Weiteren statuiert Art. 129 Abs. 1 StPO bezüg- lich der Wahlverteidigung, dass die beschuldigte Person berechtigt ist, in jedem Strafverfahren und auf jeder Verfahrensstufe einen Rechtsbeistand im Sinne von Arti kel 127 Absatz 5 StPO mit ihrer Verteidigung zu betrauen . Art. 129 Abs. 2 StPO sieht zudem vor, dass die Ausübung der Wahlverteidigung eine schriftliche Vollmacht oder eine protokollierte Erklärung der beschu l- digten Person voraussetzt. Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft ist somit ersich t- lich, dass der einschlägige Art. 129 StPO, welcher die Wahlverteidigung in einem Strafverfahren regelt, keine Einschränkung en betreffend die Wahl eines ausserkantonalen Anwaltes vorsieht . Zudem können Anwältinnen und Anwälte, die in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind, gemäss Art. 4 BGFA in der Schweiz ohne weitere Bewilligung Parteien vor Gerichtsbehör- den vertreten. Alle Anwälte, die in einem kantonalen Anwaltsregister eingetragen sin d, haben gestützt auf die in Art. 4 BGFA gewährleistete Freizügigkeit das Recht, in der ganzen Schweiz Parteien vor Gerichtsbehörden zu vertreten. Die Kantone und der Bund sind verpflichtet, sie zur Parteivertretung vor ihren Gerichtsbehörden zuzulassen, und dürfen keine weitergehenden An- forderungen stellen ( ERNST STAEHELIN/CHRISTIAN OETIKER, Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011, Art. 4 N 14). Auch das BGFA enthält daher nicht einmal ansatzweise eine Ei n- schränkung, welche nur eine ortsansässige Wahlve rteidigung vorsieht, im Gegenteil: Die Ka n- tone und der Bund sind verpflichtet, alle Anwälte, die in einem kantonalen Anwaltsregister ei n- getragen sind, zur Parteivertretung vor ihren Gerichtsbehörden uneingeschränkt zuzulassen und dürfen keine zusätzlichen Auflagen stipulieren. Würde man bei der Entschädigung der Wahlverteidigung auf einen ortsansässigen Anwalt abstellen, so käme dies einer weitergehe n- den Anforderung gleich, welche dem BGFA, insbesondere Art. 4 des benannten Gesetzes, klar widersprechen würde. Überdies würde eine solche Einschränkung nicht zwingend zur Redukt i- on der Parteikosten beitragen, da beispielsweise ein ausserkantonaler Anwalt, der nahe an der Kantonsgrenze wohnt bzw. seine Kanzlei unterhält, möglicherweise einen kürzeren Reiseweg hat als manch innerkantonaler bzw. ortsansässiger Anwalt. Es gibt aus den genannten Erwägungen keinen sachlich legitimierten Anlass, weswegen der Beschwerdeführer auf die Mandatierung von Rechtsanwalt Dominic Nellen hätte verzichten und stattdessen einen ort sansässigen Anwalt beiziehen müssen (gleicher Meinung VICTOR LIEBER, Zürcher Kommentar zur StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 135 N 7, der es als fragwürdig erachtet, au s- wärtigen Anwälten die Reisespesen nur ausnahmsweise zu ersetzen, da im Lichte der Recht s- vereinheitlichung und der interkantonalen Freizügigkeit den kantonalen Grenzen nur noch b e- schränkt Bedeutung zukomme). Weder die StPO noch das BGFA sehen eine solche Beschrä n- kung vor. Demnach erfolgte die Mandatierung von Rechtsanwalt Dominic Nellen in casu zu Recht, womit die Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen und der Aufwand für die Hin - und Rückfahrt von X.___ nach Y.____ vollständig zu entschädigen ist. Im Ergebnis resultiert somit ein Aufwand von 6 Stunden (inkl. 4.5 Stunden für die Einvernahme vom 7. Januar 2016) zu ei- nem Stundenansatz von CHF 230.00, somit total CHF 1‘380.00. 5.6 Da die Einsetzung von Rechtsanwalt Dominic Nellen als ausserkantonale Wahlverteid i- gung rechtmässig erfolgte und somit die vollständige Reisezeit zu vergüten ist, müssen de m- entsprechend auch dessen Reisespesen in der Höhe von CHF 126.00 entschädigt werden. Z u- sammenfassend betragen die Auslagen CHF 145.50 (inkl. Reisespesen CHF 126.00, Telefona- te/Internet CHF 6.00, Porti CHF 8.00, Fotokopien CHF 5.50). Addiert man diese Beträg e zum vorliegenden Honoraraufwand von CHF 1‘380.00 und der Mehrwertsteuer von 8% in der Höhe von CHF 122.05, ergibt dies einen totalen Entschädigungsanspruch von CHF 1‘647.55. Folge- richtig ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und Ziffer 1 der Entschädigungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juni 2016 entsprechend neu zu fassen. 6.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfa h- rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Im vorliegenden Fall wurde dem B e- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführer im Rahmen der Entschädigungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 21. Juni 2016 eine Entschädigung von CHF 913.15 zugesprochen. Mit Beschwerde vom 29. Juni 2016 beantragt der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dominic Nellen, es sei ihm eine Parteientschädigung von CHF 2‘114.65 zu entrichten. Wie vorliegend festgestellt, hat der B e- schwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung von CHF 1‘647.55. Folglich hat der Beschwerdeführer ungefähr zur Hälfte obsiegt, weshalb ihm die or dentlichen Kosten des vorlie- genden Beschwerdeverfahrens hälftig aufzuerlegen sind. Gemäss § 13 Abs. 2 der Verordnung vom 15. November 2010 über die Gebühren der Gerichte (GebT; SGS 170.31) beträgt die fes t- zulegende Gebühr bei Beschwerden, die durch die Ver fahrensleitung alleine entschieden we r- den, CHF 300.00 bis CHF 10'000.00. Im vorliegenden Fall wird die Spruchgebühr auf CHF 500.00 festgesetzt; dazu kommen Auslagen von pauschal CHF 50.00. Der Beschwerd e- führer hat demzufolge ordentliche Kosten im Umfang vo n CHF 275.00 zu tragen, währenddem die übrigen Verfahrenskosten zu Lasten des Staates gehen. 6.2 Schliesslich ersucht der Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 29. Juni 2016 für das vorliegende Beschwerdeverfahren um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, eventuali- ter amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwalt Dominic Nellen . Nachdem die StPO die unen t- geltliche Rechtspflege nur für die Privatklägerschaft vorsieht (vgl. Art. 136 ff. StPO), ist das eventualiter gestellte Gesuch um Bewilligung der amtlic hen Verteidigung zu prüfen. Laut Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO ordnet die Verfahrensleitung die amtliche Verteidigung an, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Verteidigung zur Wa h- rung ihrer Intere ssen geboten ist. Vorliegend erscheint der Beschwerdeführer weitge hend mit- tellos; zudem ist die Verteidigung geboten, weshalb dem Beschwerdeführer die amtliche Vertei- digung zuzusprechen ist. Nach Art. 135 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem geltenden Anwaltstarif entschädigt. § 3 Abs. 2 TO sieht vor , dass bei unentgeltlicher Verbe i- ständung sowie bei amtlicher Verteidigung das Honorar CHF 200.00 pro Stunde beträgt. G e- mäss § 18 Abs. 2 TO ist dem Gericht die Honorarrechnung in Beschwerdeverfahren spätestens mit der letzten Rechtsschrift einzureichen, ansonsten das Gericht die Parteientschädigung von Amtes wegen nach Ermessen festsetzen kann. In Ausüb ung ihres Ermessens und unter B e- rücksichtigung der konkreten Umstände erachtet die Beschwerdeinstanz eine Entschäd igung in der Höhe von CHF 1‘200.00 (inklusive Auslagen) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von CHF 96.00 als angemessen. Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird für das vorliegende B e- schwerdeverfahren somit eine Parteientschädigung von insgesamt CHF 1‘296.00 aus der G e- richtskasse entrichtet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 1 der Entsch ä- digungsverfügung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptab- teilung Wirtschaftskriminalität, vom 21. Juni 2016 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: „Der beschuldigten Person wird gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädigung für ihre Verteidigungskosten von CHF 1‘647.55 zugesprochen (CHF 1‘380.00 Honorar für 6 Stunden à CHF 230.00 sowie CHF 145.50 für Aus lagen zuzüg lich Mehrwertsteuer von CHF 122.05).“ 2. Die ordentlichen Kosten des vorliegenden Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 500.00 sowie Auslagen von pauschal CHF 50.00, somit total CHF 550.00, gehen je hälftig zu Lasten des Beschwerdeführers und zu Lasten des Kantons Basel - Landschaft. 3. Dem Beschwerdeführer wird die amtliche Verteidigung für das vorlie- gende Beschwerdeverfahren bewilligt. Für das kantonsgerichtliche Verfahren wird dem Rechtsvertreter des Be schwerdeführers, Rechts- anwalt Dominic Nellen, eine Entschädigung von CHF 1‘296.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse ausgerichtet. 4. Dieser Entscheid wird den Parteien schriftlich eröffnet. Präsident Dieter Eglin Gerichtsschreiberin i.V. Giovanna Basile