<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-07-17-5D_130-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5D_130/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. Juli 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Escher, </div> <div class="para">Bundesrichter von Werdt, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">beide vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. Ronald Pedergnana, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Definitive Rechtsöffnung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 3. Juli 2023 (RT230070-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">Mit Urteil vom 29. März 2019 verpflichtete das Bezirksgericht Pfäffikon den Beschwerdeführer zur Zahlung einer Parteientschädigung von Fr. 25'000.-- und zur Rückerstattung von Kostenvorschüssen von Fr. 2'250.-- an D.________ Diese ist inzwischen verstorben. Die Beschwerdegegner sind ihre beiden Erben. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 12. Mai 2023 erteilte ihnen das Bezirksgericht Zürich für die Beträge von Fr. 25'000.-- und Fr. 2'250.-- nebst Zins definitive Rechtsöffnung. Die hiergegen gerichtete Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 3. Juli 2023 ab. </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 10. Juli 2023 (Postaufgabe) wendet sich der Beschwerdeführer an das Bundesgericht mit den Begehren um aufschiebende Wirkung und um Rückweisung zur Neubeurteilung, eventualiter um Abweisung des Rechtsöffnungsbegehrens bzw. um Nichtigerklärung des Zahlungsbefehls. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der für die Berufung in Zivilsachen erforderliche Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- (<span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG</span>) ist nicht erreicht und folglich steht nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offen (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). Mit ihr kann einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden (<span class="artref">Art. 116 BGG</span>), wofür das strenge Rügeprinzip gilt (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 117 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht hat in tatsächlicher Hinsicht festgestellt, dass die Beschwerdegegner als durch den Erbenschein ausgewiesene einzige Mitglieder der Erbengemeinschaft von D.________ gemeinsam die Betreibung eingeleitet haben, beide im Zahlungsbefehl aufgeführt sind und sie auch gemeinsam das Rechtsöffnungsgesuch gestellt haben. In rechtlicher Hinsicht hat es erwogen, dass die Ansprüche der Erblasserin von Gesetzes wegen auf die Erben übergegangen sind, welche diesbezüglich eine Gesamthandschaft bilden und zu gemeinsamem Handeln verpflichtet sind (<span class="artref">Art. 560 und <artref id="CH/210/602" type="start"></artref>Art. 602 ZGB</span><artref id="CH/210/560" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht geltend, eine Streitgenossenschaft könne nur im Zivilprozessrecht bestehen; die Schuldbetreibung sei kein Streit, weshalb jeder Erbe seinen Anspruch individuell betreiben müsse. Das Obergericht widerspreche sich selbst, wenn es festhalte, dass beide Gläubiger im Zahlungsbefehl aufzuführen seien, denn die Mitglieder einer Erbengemeinschaft seien eben gerade nicht einzelne Gläubiger, das schliesse sich gegenseitig aus. Wenn es zwei Prätendenten für die Forderung gebe und beide im gleichen Zahlungsbefehl aufgeführt seien, könne er überdies nicht feststellen, wem er wie viel schulde, und das Betreibungsamt wisse nicht, wem es welchen Betrag ausbezahlen müsse. Die kumulative Betreibung sei deshalb nichtig, es fehle an einer aktivlegitimierten betreibungsfähigen Partei. </div> <div class="para">Den Erben stehen die kraft Universalsukzession ex lege auf sie übergegangenen Vermögenswerte (<span class="artref"><artref id="CH/210/560/2" type="start"></artref><artref id="CH/210/560/1" type="start"></artref>Art. 560 Abs. 1 und 2 ZGB</span><artref id="CH/210/560/2" type="end"></artref><artref id="CH/210/2" type="end"></artref>) bis zur Erbteilung gesamthandschaftlich zu (<span class="artref">Art. 602 Abs. 1 ZGB</span>) und entsprechend müssen sie ererbte Ansprüche gemeinsam verfolgen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-277%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page277">BGE 144 III 277</a> E. 3.2). Ein einzelner Erbe kann nur bei Dringlichkeit allein als Vertreter der Erbengemeinschaft handeln (was z.B. bei einer Betreibungseinleitung zur Verjährungsunterbrechung bejaht wurde, vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=30.06.2023&amp;to_date=19.07.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-277%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page277">BGE 144 III 277</a> E. 3.3). Ansonsten können und müssen die Erben als Gesamthandschafter - entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers - gemeinsam Betreibung einleiten und sie sind im Zahlungsbefehl einzeln aufzuführen (Urteil 5A_34/2016 vom 30. Mai 2016 E. 3.1; KOFMEL EHRENZELLER, in: Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, N. 19 zu <span class="artref">Art. 67 SchKG</span>; AMONN/WALTHER, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl. 2013, § 16 Rz. 9). Analoges gilt für die Rechtsöffnung und nach herrschender Lehre kann den Erben gestützt auf ein zugunsten des Erblassers lautendes Urteil definitive Rechtsöffnung erteilt werden (vgl. STAEHELIN, in: Basler Kommentar, 3. Aufl. 2021, N. 35 zu <span class="artref">Art. 80 SchKG</span>). </div> <div class="para">Mithin sind die Beschwerdegegner bei der Einleitung der Betreibung und insbesondere bei der vorliegend interessierenden Rechtsöffnung korrekt vorgegangen und im Zusammenhang mit der in allen Teilen zutreffenden Begründung im angefochtenen Entscheid ist weder eine Verletzung des Willkürverbotes (<span class="artref">Art. 9 BV</span>) noch eine solche von <span class="artref"><artref id="CH/101/29" type="start"></artref>Art. 29 oder 30 BV</span><artref id="CH/101/30" type="end"></artref> ersichtlich. Sodann ist mit der Behauptung, die erstinstanzliche Richterin sei fachlich unfähig und somit nicht unparteiisch, keine Verletzung von <span class="artref">Art. 6 EMRK</span> zu begründen. </div> <div class="para">Keiner näheren Erörterung bedarf schliesslich die Rüge des Beschwerdeführers, die Konvention gegen Folter sei verletzt, weil er auf einer geheimen Vernichtungsliste des Regimes bzw. der Strippenzieher im Hintergrund stehe, welche den Gerichten den Befehl erteilt hätten, alle seine Klagen oder Beschwerden abzuweisen, womit systematisch Rechtsverweigerung begangen und er psychischer Folter ausgesetzt werde. </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Mit dem sofortigen Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. Juli 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>