Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 7. November 2012 (810 12 136) ____________________________________________________________________ Umweltschutz, Wasser und Energie Bewilligung Orientierungslauf Besetzung Vorsitzender Beat Walther, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Marianne Fankhauser Parteien Verein A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Michael Kunz, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft , 4410 Liestal, Be- schwerdegegner Einwohnergemeinde B.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Bewilligung des B.____ Sommer-OL (RRB Nr. 660 vom 24. April 2012) A. Am 16. Oktober 2011 reichte der Verein A.____ bei m Amt für Wald beider Basel (AfW) ein Gesuch um Bewilligung für die Durchführung des B._ ___ Sommer-Orientierungslaufes mit ca. 100 - 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein. D er Orientierungslauf (OL) sollte gemäss Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Streckenplan auf dem Gebiete der Gemeinden C.____, D .____ und B.____ stattfinden. Nach Einholen der Vernehmlassungen bei den betroffenen Gemeinden und den kantonalen Fachstel- len erteilte das AfW am 27. Dezember 2011 dem Verein A.____ die Bewilligung für den erwähn- ten B.____ Sommer-OL mit Auflagen. Gegen die Verfügung des AfW vom 27. Dezember 2011 erh ob der Gemeinderat B.____ Be- schwerde beim Regierungsrat mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Mit Entscheid vom 24. April 2012 hiess der Regierungsrat die Beschwerde der Einwohnerge- meinde B.____ gut und hob den angefochtenen Bewillig ungsentscheid des AfW vom 27. De- zember 2011 auf. Zur Begründung wurde im Wesentliche n Folgendes ausgeführt: Zu Recht sei der geplante B.____ Sommer-Orientierungslauf bewilli gungspflichtig erklärt worden, da er im Sinne vom § 1 Abs. 1 lit. a des Dekretes über die Bewil ligung für Veranstaltungen im Wald vom 11. Juni 1998 (in der Folge Dekret) mit übermässig starken Immissionen auf die Fauna und Flo- ra verbunden sei. Gemäss § 3 Abs. 2 des Dekretes könne die B ewilligung unter anderem ver- weigert werden, wenn Zeitpunkt, Ort oder Routenführu ng ungeeignet seien. Der vorgesehene Termin sei ungeeignet, da der strittige B.____ Sommer-OL inmitten der Hauptsetz- und Brutzeit falle. Mit den Interessen des Naturschutzes sei er nicht zu vereinbaren. Solche Veranstaltungen zu dieser Jahreszeit störten die wildlebenden Säugetier e und Vögel im Sinne von § 37 des Ge- setzes über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetie re und Vögel (Jagdgesetz) vom 7. Juni 2007. Bei der Abwägung der einander gegenüberste henden Interessen (Wohlfahrtsfunkti- on des Waldes contra Naturschutz) sei zumindest in den Mo naten Mai und Juni zugunsten der Flora und Fauna der Naturschutz zu priorisieren. Der Re gierungsrat habe zwar in der vergan- genen Zeit (grössere) Veranstaltungen in den Randzeite n der Hauptsetz- und Brutzeit noch gutgeheissen, doch sei diesbezüglich inskünftig eine Praxisverschärfung nicht auszuschliessen. Eine solche Praxis, die auf ein Veranstaltungsverbot fü r die Monate Mai und Juni hinauslaufe, sei verhältnismässig und zum Schutze der wildlebenden Tie re im Wald notwendig. Auch sehr strenge Auflagen würden nicht ausreichen, um den Schutz der trächtigen Tiere genügend zu gewährleisten. Abgesehen davon sei - so wie im vorlieg enden Fall die Streckenführung ange- legt sei - nicht auszuschliessen, dass Läufer, welche im Ka rtenlesen weniger geübt seien, trotz Betretungsverbot die bestehenden Wildruhegebiete betreten würden. B. Dieser Entscheid wurde vom Verein A.____, vertreten durch Michael Kunz, Advokat, mit Eingabe vom 7. Mai 2012 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), angefochten. Es wird beantragt, der angefochtene Ent- scheid sei aufzuheben und die Verfügung des AfW vom 27. Dezember 2011 zu bestätigen, un- ter o/e-Kostenfolge. In der Beschwerdebegründung vom 9. Juli 2012 wird bezüglich der Be- schwerdelegitimation ausgeführt, dass ein klares aktuelles Interesse an der gerichtlichen Klä- rung der neuen Praxis des Regierungsrates bestehe, weil d er Beschwerdeführer (und auch an- dere Veranstalter) durch das generelle Verbot auch in Z ukunft beschwert sei. Im Weiteren wird geltend gemacht, der Regierungsrat habe die Beschwerdelegitimation der Gemeinde B.____ zu Unrecht bejaht und sei deshalb zu Unrecht auf die Beschwerde der Gemeinde B.____ eingetre- ten, weshalb der gestellte Antrag gutzuheissen sei. I m Interesse der Rechtssicherheit und an- gesichts der vom Regierungsrat verkündeten neuen Praxis er scheine es angebracht, auch in- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltlich den regierungsrätlichen Entscheid zu überprüfen . Dass der strittige OL der Bewilli- gungspflicht unterstehe, werde anerkannt. Es sei jedoch weder erwiesen noch unbestritten, dass wildlebende Tiere während der Setz- und Brutzeit b esonders schutzbedürftig und Veran- staltungen während dieser Zeit "per se" mit erheblichen Auswirkungen auf Fauna und Flora verbunden seien. Bei diesen Aussagen des Regierungsrates handle es sich eher um nicht hin- terfragte Glaubensbekenntnisse als um wissenschaftlich bele gte Tatsachen. In freier Wildbahn würden wildlebende Tiere während der Brut- und Setzze it überhaupt keinen Schutz geniessen und sich trotzdem vermehren. Auch der menschliche Einflu ss auf die auf dem Bruderholz le- benden Rehe könne nicht übermässig sein, würden diese sich doch mehr als gewünscht ver- mehren. Wenn von "Störanfälligkeit" die Rede sei, sollte auch gesagt werden, worin die Störung bestehe und welche Auswirkungen sie habe. Bei den Ausführungen des Regierungsrates hand- le es sich schlicht um nicht substantiierte und durch nichts b elegte Meinungsäusserungen und Vermutungen. So würden angeblich gefährdete Bodenbrü ter nicht genannt, wohl deshalb, weil auf dem [Veranstaltungsgelände] keine entsprechenden V orkommen bekannt seien. Die Fest- stellung, bewilligungspflichtige OL während der Setz- und Brutzeit in den Monaten Mai und Juni seien mit dem Interesse des Naturschutzes nicht vereinbar, sei klar gesetzeswidrig. Der Regie- rungsrat habe bei der Interessenabwägung sein Ermessen überschritten, denn der Gesetzge- ber habe diese bereits vorgenommen und ausdrücklich kein g enerelles Verbot für irgendwel- chen Zeitrahmen stipuliert. Weiter übersehe der Regier ungsrat, dass nicht jede Störung, son- dern nur übermässige Störungen zu verhindern seien. Selbstverständlich hielten sich Wildtiere - in casu gehe es ausschliesslich um Rehe - nicht nur in den Wi ldruhegebieten auf. Als Kulturfol- ger pflegten sie zuweilen auch, sich in Gemüsegärten am Salat gütlich zu tun. Es sei nicht an- zunehmen, dass die Begegnung mit OL-Läufern während de r Setzzeit die Rehe mehr irritiere als die Begegnung mit anderen Waldgängern und -benüt zern (Spaziergänger, Freizeitsportler, Pfadigruppen usw.). Es komme dazu, dass mit einem genere llen OL-Verbot die Rechtsgleich- heit verletzt werde, treffe doch dieses Verbot ausschliessl ich OL-Läufer, während sich sonst jedermann frei im Wald (ausser in Wildschutzgebieten) bewegen und aufhalten dürfe. Ergän- zend sei auch auf die jahrelange bewährte Praxis des AfW zu verweisen, wonach das Amt im Einklang mit dem Dekret im Einzelfall Veranstaltungen während der Setz- und Brutzeit prüfe. Irgendwelche Vorfälle bei Veranstaltungen während der Setzzeit während den letzten rund zehn Jahren seien nicht bekannt. Es erscheine deshalb geradezu als stossend, wenn der Regie- rungsrat diese bewährte gesetzeskonforme Praxis mit einem gesetzwidrigen generellen Veran- staltungsverbot während den Monaten Mai und Juni umstossen wolle. Im Zusammenhang mit den Parteikosten führt der Beschwerdeführer aus, dass i hm durch die Absage des strittigen OL rund Fr. 1'000.-- an Einnahmen entgangen seien und z udem die ganze Vorbereitung und Pla- nung umsonst gewesen sei. Die Beschwerde der Gemeinde B .____ erscheine trölerisch, wes- halb ihm zusätzlich zur Parteientschädigung die entgang enen Einnahmen zu entschädigen sei- en. C. Mit Eingabe vom 7. August 2012 liess sich der Regier ungsrat vernehmen und bean- tragt, die Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuw eisen. Der Regierungsrat weist darauf hin, dass er in Präzisierung seiner bisherigen Praxis be wusst einen Grundsatzentscheid getrof- fen habe, nach welchem OL im Höhepunkt der Hauptsetz- u nd Brutzeit, d.h. in den Monaten Mai und Juni nicht mehr möglich sein sollen. Ausschlagg ebend hierfür sei zum einen der Um- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht stand, dass das Wild und die Vögel in den Monaten Mai und Juni besonders störungsanfällig seien und somit durch Veranstaltungen wie OL im Sinne vo n § 37 Jagdgesetz über Gebühr ge- stört würden. Zum andern sei es dem Regierungsrat abe r auch darum gegangen, den Beden- ken und Bemühungen der Standortgemeinden Rechnung zu tragen, welche sich allesamt ge- gen die Durchführung des fraglichen Anlasses ausgesproche n hätten. Seine Argumente betref- fend den Zeitpunkt des Anlasses sowie zur Verhältnismässig keit seien im angefochtenen Ent- scheid ausführlich dargelegt, weshalb auf eine Wiederho lung verzichtet werde. Ergänzend wird jedoch ausgeführt, dass im Interesse einer praktikablen Handhabung trotz lokalen Unterschie- den punkto Klima, Vegetation und Fauna eine gewisse Schematisierung in Kauf zu nehmen sei. Es stehe denn auch fest, dass in den Monaten Mai und J uni die empfindlichste Periode der Brut- und Setzzeit im Wald und in waldnahen Gebieten betroffen sei. D. Die Einwohnergemeinde B.____ beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 7. August 2012, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, un ter o/e-Kostenfolge zulasten des Be- schwerdeführers. Es sei Tatsache, dass der Gesetzgeber versch iedene Naturschutzbestim- mungen, wie z.B. die Brut- und Setzzeit im Jagdgesetz so wie der Vorrang Natur im kantonalen Richtplan, erlassen habe. Gemäss Richtplan hätten "bei Zielkonflikten zwischen den Schutzzie- len der Vorranggebiete Natur und den Wünschen von Fre izeit und Erholung die Anliegen des Naturschutzes Vorrang". Dass ein OL unter die Kategorie "Freizeit und Erholung" falle, brauche nicht näher erörtert zu werden, ebenso der Umstand, dass ein OL, bei dem Läufer quer durch den Wald rennen würden, während der Brut- und Setzze it aus tatsächlichen Gründen den ge- setzlich normierten Schutzzielen zuwiderlaufe. Um diese während der Brut- und Setzzeit beste- hende Interessenkollision feststellen zu können, benötige man nicht ein wissenschaftliches Gutachten. Die allgemeine Lebenserfahrung reiche hier, da dieser Zielkonflikt offensichtlich sei, vollkommen aus. Der Gemeinderat begrüsse die vom Regieru ngsrat angedeutete Praxisver- schärfung. E. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgericht vom 15. August 2012 wurde beim AfW ein Bericht betreffend die von ihm in den J ahren 2008 - 2012 erteilten Bewilligungen von Veranstaltungen im Wald, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Juli stattgefunden haben, ein- geholt. Im entsprechenden Bericht vom 14. September 2012 hielt das AfW fest, dass die wider- streitenden Interessen durch geeignete Bedingungen und Auflagen unter einen Hut gebracht würden. Besondere Probleme würden sich nicht ergeben, sondern seien genereller Natur. Die bewilligten Veranstaltungen seien jedoch nur die Spi tze des generell wachsenden Erholungs- druckes auf den Wald. Mit einer weiteren Verfügung des Kantonsgerichts vom 24. Oktober 2012 wurde der anberaum- te Augenschein abgesagt. F. Zur heutigen Parteiverhandlung erscheinen für den B eschwerdeführer E.____ und Ad- vokat Michael Kunz, für den Regierungsrat F.____ und für die Einwohnergemeinde B.____ G.____ und H.____. Die Parteien halten an ihren Ant rägen fest, dies im Wesentlichen aus den in den Rechtsschriften vorgebrachten Gründen. Auf die we iteren mündlichen Ausführungen wird, soweit notwendig, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Die Verwaltungsrechtspflege wird durch das formgere chte Einlegen eines Rechtsmit- tels einer Partei ausgelöst. Damit die Rechtsmittelinstanz auf eine Beschwerde eintritt und diese materiell behandelt, müssen die Prozessvoraussetzungen – a uch Sachurteilsvoraussetzungen genannt – gegeben sein. Die angerufene Behörde, vorl iegend das Kantonsgericht, prüft sie gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 von Amtes wegen; auf dere n Bestreitung oder Nichtbestreitung kommt es nicht an (vgl. auch F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73; A LFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 409 ff.). Zu den P rozessvoraussetzungen, die allesamt erfüllt sein müssen, damit das Gericht zur Begründetheit der Re chtsbegehren Stellung nehmen kann, gehören namentlich ein taugliches Anfechtungsobjekt, ei ne frist- und formgerechte Rechtsmit- telvorkehr, die Zuständigkeit der Rechtsmittelinstanz, d ie Legitimation und die Beschwer der Beschwerdeführer (vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS , Öffentliches Prozess- recht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel und Frankf urt am Main 1996, Rz. 947 ff., FRITZ GYGI , a.a.O., S. 71 ff.). 1.2 Gemäss § 43 VPO ist die verwaltungsgerichtliche Besch werde beim Kantonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungsr ates sowie letztinstanzliche Ent- scheide der Direktionen und gegen letztinstanzliche Entsch eide der Landeskirchen, sofern dem Kantonsgericht die Zuständigkeit nicht durch dieses Gesetz oder durch andere Gesetze entzo- gen ist (Abs. 1). Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat, wobei das Interesse aktuell und praktisch zu sein hat (vgl. BGE 123 II 285). Das schutzwürdige Inter esse muss mithin aktuell, d.h. im Zeit- punkt der Beschwerde und des Urteils noch vorhanden sein. 1.3 Als direkter Adressat der Verfügung des AfW bzw. des E ntscheides des Regierungsra- tes ist der Beschwerdeführer zur Erhebung der Beschwerde berechtigt. Ob dem Beschwerde- führer die Bewilligung für die Durchführung des B.____ Sommer-OL vom Regierungsrat verwei- gert werden durfte, ist heute nicht mehr von aktuellem Interesse. Der Entscheid des Regie- rungsrates sprach sich im vorliegenden Fall nicht nur übe r das damalige strittige Bewilligungs- gesuch aus, sondern er stellte fest, dass wohl künftig in den Monaten Mai und Juni generell keine OL mehr zu bewilligen seien, und in seiner Verne hmlassung bestätigte er, dass er vorlie- gend bewusst einen Grundsatzentscheid gefällt habe, wonach im Sinne einer Verschärfung der bisherigen Bewilligungspraxis OL in den Monaten Mai und Juni nicht mehr möglich sein sollen. An der Anfechtung dieser Feststellung hat der Beschwe rdeführer ein aktuelles Interesse. Im Übrigen wären auch die Voraussetzungen, unter denen a usnahmsweise auf ein aktuelles Inte- resse verzichtet wird, wegen der fehlenden Möglichkeit, i nnert nützlicher Frist jemals ein Urteil des Kantonsgerichtes zu erwirken, vorliegend ohne Weitere s gegeben (vgl. statt vieler: BGE 126 I 250). In Anbetracht der Verfahrensdauer der Bew illigungsverfügung bis zum Urteil des Kantonsgerichts bzw. allenfalls des Bundesgerichts besteht ka um je die Möglichkeit, eine Ver- weigerung zeitgerecht zu überprüfen, zumal ein OL wege n der gesamten Organisation des An- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lasses seine Planung eine gewisse Zeit vor dem eigentliche n festgelegten Termin abschliessen muss. Auf das Erfordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses ist daher zu verzichten und auf die Beschwerde einzutreten. 2. In formeller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer, der Regierungsrat hätte auf die Be- schwerde der Einwohnergemeinde B.____ mangels Beschwerdelegitimation nicht eintreten dür- fen, weshalb der vorliegende Beschwerde schon aus diesem Gr und abzuweisen sei. Die Legi- timation der Gemeinde habe der Regierungsrat bejaht, weil ihr der Entscheid zugestellt worden sei und weiter nicht geprüft, ob das Erfordernis der B eschwerdelegitimation gemäss Art. 31 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft ( VwVG BL) vom 13. Juni 1988 erfüllt sei. Dem Beschwerdeführer ist insofern Recht zu geben, dass sich einzig mit der Zustel- lung eines Entscheides die Beschwerdebefugnis nicht begrü nden lässt. Das Kantonsgericht wendet jedoch das Recht von Amtes wegen an, d.h. es ist n icht an die Begründung der Partei- en gebunden (§ 16 Abs. 2 VPO). Es kann die Beschwerde a uch aus andern als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den Entscheid mit e iner Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht. 2.1 Gemäss Art. 31 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetze s Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung hat (lit. a), und jede andere Person, Organisation oder Behörde, die d urch besondere Vorschrift zur Beschwer- de ermächtigt ist (lit. b). Das Bundesgesetz über den Wal d (WaG) vom 4. Oktober 1991 be- stimmt in Art. 46 Abs. 3, dass sich das Beschwerderecht de r Kantone, Gemeinden und Vereini- gungen für Natur- und Heimatschutz nach Artikel 12 des Bundesgesetzes (NHG) vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz richtet. Gemäss di eser Bestimmung steht den Ge- meinden gegen Verfügungen der kantonalen Behörden od er der Bundesbehörden das Be- schwerderecht zu (Art. 12 Abs. 1 lit. a NHG). 2.2 Es steht ausser Frage, dass die Einwohnergemeinde B. ____ aufgrund von § 31 Abs. 1 lit. b VwVG und Art. 46 Abs. 3 WaG i.V.m Art. 12 NHG zur Beschwerde legitimiert war. Demzu- folge durfte der Regierungsrat auf ihre Beschwerde eintreten. 3. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 4 5 Abs. 1 lit. c VPO). Als Rechtsverlet- zungen gelten insbesondere Ermessensmissbrauch, Ermessensüber schreitung oder -unter- schreitung (vgl. dazu statt vieler: BGE 123 V 150 mit Hi nweisen). Bei der Unangemessenheit geht es um die Frage, ob der zu prüfende Entscheid, de n die Behörde nach dem ihr zustehen- den Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtspri nzipien in einem konkreten Fall ge- troffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Ein Ermessensmissbrauch dagegen ist gegeben, wo die Behörde Ermessen übt, ohn e dass ihr nach dem Gesetz Ermes- sen zukäme. Ermessensüberschreitung liegt vor, wenn die Behörde Ermessen walten lässt, wo Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihr das Gesetz keines einräumt, oder wo sie statt zweier zul ässiger Lösungen eine dritte wählt. In diesem Zusammenhang ist auch die Ermessensunterschrei tung bedeutsam, die darin be- steht, dass die entscheidende Behörde sich als gebunden betrachtet, obschon ihr Ermessen zukommt, oder wenn sie auf die Ermessensausübung ganz ode r teilweise verzichtet. Insbeson- dere verunmöglicht eine übermässige Schematisierung ein e Ermessensausübung und führt zu einer Ermessensunterschreitung (vgl. BGE 116 V 310 mit Hi nweisen). Als Ermessensmiss- brauch zu betrachten ist ein qualifizierter Ermessensf ehler. Die Ermessensbetätigung muss in jedem Fall pflichtgemäss sein und darf insbesondere sich nicht von sachfremden Motiven leiten lassen oder überhaupt unmotiviert sein; sie hat sich an de n allgemeinen Rechtsgrundsätzen, den verwaltungsrechtlichen Grundprinzipien und den (wei teren) verfassungsrechtlichen Schranken zu orientieren. 4. In materieller Hinsicht streitig und zu prüfen ist , ob die vom Beschwerdeführer geplan- te Durchführung des B.____ Sommer-OL zu Recht nicht bewilligt worden ist. Gemäss Art. 14 Abs. 1 WaG hat der Kanton dafür besorg t zu sein, dass der Wald der Allge- meinheit zugänglich ist. Wo es die Erhaltung des Waldes oder andere öffentliche Interessen, wie namentlich der Schutz der Pflanzen und wildlebende n Tiere erfordern, haben die Kantone für bestimmte Waldgebiete die Zugänglichkeit einzuschrän ken sowie die Durchführung von grossen Veranstaltungen im Wald einer Bewilligung zu unterstellen (Art. 14 Abs. 2 WaG). Der in Ausführung dieser Bestimmung erlassene § 8 des Kantonal en Waldgesetzes (kWaG) vom 11. Juni 1998 regelt die Veranstaltungen im Wald. Dan ach sind Veranstaltungen im Wald mit mehr als 50 Personen dem Gemeinderat im Voraus zur Ken ntnis zu bringen (Abs. 1). Grosse Veranstaltungen im Wald bedürfen der Bewilligung des Gemeinderates. Betrifft eine bewilli- gungspflichtige Veranstaltung mehrere Einwohnergemeinden, entscheidet der Kanton über das Gesuch. Die betroffenen Einwohnergemeinden sind vorher anzuhören (Abs. 2). Der Landrat bestimmt, welche Veranstaltungen im Wald der Bewilligu ngspflicht unterstehen. Er nimmt eine Abstufung nach Art und Grösse vor (Abs. 3). Gestützt auf § 8 Abs. 3 kWaG erliess der Landrat des Kantons Basel-Landschaft am 11. Juni 1998 das Dekret über die Bewilligung für Veranstal- tungen im Wald. Dieses bestimmt in § 3 unter dem Randtitel Bewilligung: "1 Der Bewilligungsentscheid hat dem Schutz der Pflanzen und der wildlebenden Tie- re sowie den Erholungs- und Freizeitinteressen der M enschen angemessen Rech- nung zu tragen. 2 Die Bewilligung kann mit Auflagen und Bedingungen v ersehen werden. Sie kann verweigert werden, wenn Zeitpunkt, Ort oder Routenfü hrung ungeeignet sind oder wenn im Gebiet zu häufig bewilligungspflichtige Veranstaltungen stattfinden. 3 Der Gemeinderat bzw. das Forstamt beider Basel info rmiert die betroffenen Wald- eigentümerinnen und Waldeigentümer in geeigneter We ise über erteilte Veranstal- tungsbewilligungen." 5. Zu Recht wird von den Parteien nicht bestritten, d ass der B.____ Sommer-OL bewilli- gungspflichtig ist, da diese Veranstaltung die Vorausse tzung von § 1 Abs. 1 lit. a Dekret (Ver- anstaltung mit übermässig starken Immissionen auf Fauna un d Flora) erfüllt, und zwar einer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seits wegen des Zeitpunkts der Veranstaltung, andererseits wegen der Teilnehmerzahl mit rund 100 - 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und der ko nkreten Art der geplanten Routenfüh- rung (quer durch den Wald und nicht ausschliesslich auf bestehenden Wegen). 5.1 Ob im Einzelfall die Bewilligung für eine Veranst altung im Wald bewilligt oder verwei- gert werden kann, beurteilt sich gemäss § 3 Dekret aufg rund einer Interessenabwägung, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Behörde dabei ein erhebl icher Spielraum zusteht. Wie oben dargelegt, kontrolliert das Kantonsgericht lediglich, o b die Vorinstanz ihr Ermessen überschrit- ten oder missbraucht hat, und hebt deren Entscheid nur auf, wenn sie wesentliche Interessen ausser Acht gelassen oder offensichtlich falsch bewertet hat. Im vorliegenden Fall sind neben den Kriterien des geeigneten Zeitpunkts, Ortes und Routenfüh- rung insbesondere die in § 3 Abs. 1 Dekret genannten Ge sichtspunkte bei der Interessenabwä- gung zu berücksichtigen. Für die Abwägung der auf dem Spiele stehenden Interessen ist vor- erst anzumerken, dass die OL-Läufer und Läuferinnen im Gegensatz zu andern Erholungssu- chenden und Sportlern darauf angewiesen sind, dass sie sich auch abseits der Wege durch Wald und Landschaft bewegen dürfen. Nicht massgebend ist bei der Beurteilung der Bewilli- gung die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem OL-Lauf, sondern vielmehr das Schädigungspotential für Pflanzen und Tiere, d.h. di e voraussichtlichen negativen Auswirkun- gen auf den Wald. In diesem Zusammenhang machen die Be schwerdegegner geltend, dass das Schädigungspotential saisonal verschieden und das für den strittigen OL-Lauf vorgesehene Datum vom 20. Juni 2012 ein ungeeigneter Zeitpunkt im Sinne von § 3 Abs. 2 Dekret sei. Der Regierungsrat kommt gar zum Schluss, dass während der Ha uptsetz- und -brutzeit, d.h. vom Mai bis Juni, keine OL im Wald durchgeführt werden soll en, da während dieser Zeit die Schutz- bedürftigkeit der Fauna besonders gross sei und ein OL, bei dem die Läufer quer durch den Wald rennen, aus tatsächlichen Gründen den gesetzlich n ormierten Schutzzielen zuwiderlaufe. Er verweist zur Begründung auf § 37 Abs. 1 Jagdgesetz, wonach Veranstaltungen im Wald oder in Waldesnähe wildlebende Säugetiere und Vögel nicht über Gebühr stören dürfen, sowie auf § 38 Abs. 1 Jagdgesetz, wonach während der Hauptsetz- und B rutzeit (1. April bis 31. Juli) alle Hunde im Wald und an Waldsäumen an der Leine zu führ en sind. Letzteres bezweckt, dass während der genannten sensiblen Zeit die Beunruhigung en des Wildes durch Hunde minimiert werden. Dass während des Höhepunktes der Setz- und Brutz eit in den Monaten Mai und Juni wildlebende Säugetiere und Vögel durch das gleichzeitig e, massierte Auftreten von Menschen wie bei einem OL üblich ist, besonders stark in ihrem Schutzbedürfnis gefährdet sind, spricht für die Annahme, dass der Zeitpunkt für die Durchführung e ines OL ungeeignet ist. Der Beschwer- deführer hält dieser Argumentation entgegen, es sei w issenschaftlich nicht belegt, dass wildle- bende Tiere, insbesondere Rehe während der Setz- un d Brutzeit besonders schutzbedürftig seien und durch einen OL gefährdet werden könnten. Die Ansicht des Regierungsrates sei "un- reflektiertes Naturschutzdenken". Tatsächlich liegen keine wissenschaftlichen Berichte über die Gefährdung von Wildtieren während der Hauptsetz- un d Brutzeit durch die Auswirkungen von OL vor, doch kann praxisgemäss nicht verlangt werden, dass mögliche Risiken, solange sie nicht gutachtlich erhärtet und in ihrer Tragweite gen au bestimmt sind, ignoriert werden und all- fällige Verbote erst nach eingehender nachgewiesener Sc hädigung der Natur Platz greifen dür- fen (vgl. BGE 119 I a 197). Dass der Beschwerdeführer d ie Meinung des Regierungsrates als Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht hinterfragtes Glaubensbekenntnis qualifiziert, erstaunt in Berücksichtigung, dass selbst die Kommission OL und Umwelt von Swiss Orienteering, die sich mit Problemen im Zusammen- hang mit OL befasst, anerkennt, dass Wild in der fragli chen Zeit nicht gestört werden soll. Die Kommission verweist auf eine gutachtliche Synthese des For schungsprojektes "Einfluss des Orientierungslaufes auf Fauna und Flora" und empfiehl t, dass "in kleinen Wäldern und in von Siedlungen weitgehend eingeschlossenen Wäldern ..... in der Setzzeit (Mai bis Juni) zum Schutz des Rehwilds auf die Durchführung von regionalen OL und grösseren Anlässen verzich- tet" werden soll (vgl. Studie der Ökogeo AG, > http:/ /www.olvz.ch/sites/olundumwelt/ oekogeo/oekogeo.html > [besucht am 29.10.2012]). Eine solche Situation liegt nun gerade auf dem [Veranstaltungsgelände] vor, wo der strittige OL zur besagten Zeit hätte durchgeführt wer- den sollen. Im Weiteren ist auch auf die Rechtsprechu ng des Bundesgerichtes hinzuweisen, das den Schutz des Rehwildes während der Niederkunft a ls Grund für ein Betretungsverbot anerkannt hat (unveröffentl. Urteil des Bundesgerichts vom 23.05.1986, A 306/85). Der Be- schwerdeführer wendet weiter ein, dass die Rehe den besagten Schutz nicht nötig hätten, denn diese würden sich mehr als gewünscht vermehren. Bei dieser Argumentation übersieht der Be- schwerdeführer einerseits, dass das Waldgesetz allgemein den Schutz von wildlebenden Tieren bezweckt und dass in der besagten Zeit nicht nur die Rehe , sondern auch andere Tiere wie Hasen, Frösche, Mölche, Schnecken, verschiedene Vogelarten besonders schutzbedürftig sind. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass gemäss der Studie der Ökogeo AG Rehwild durch OL nachweislich in seinem normalen Verhaltenssystem gestört wird, vor allem während der Brut- und Setzzeit. Dieser Schutz soll den Wildtieren auch gew ährt werden, ist ihr Lebensraum doch bereits das ganze Jahr durch Freizeitaktivitäten gestört. Dass sich die Tiere in Wildschutzgebie- te zurückziehen können, wie der Beschwerdeführer geltend macht, kann die Gefahr einer Be- einträchtigung der Wildtiere durch OL während der B rut- und Setzzeit nicht aufheben, ist doch nicht auszuschliessen, dass OL-Läufer, die vom Wettkampffi eber ergriffen sind, und den kür- zesten Weg zum nächsten Posten anstreben, trotz Betretungsverbot Wildruhegebiete betreten. 5.2 Zusammenfassend ergibt sich aus dem bisher Gesagten, da ss die Tiere im Wald wäh- rend des Höhepunkts der Hauptsetz- und -brutzeit, dere n Periode der Regierungsrat gestützt auf eine Stellungnahme des Bundesamtes für Forstwesen u nd verschiedene namentlich im an- gefochtenen Entscheid erwähnte Fachpublikationen vom Mai bis Juni festgelegt hat, was nicht zu beanstanden ist, erhöhten Schutz bedürfen. Es geht d abei um die Erhaltung der Lebens- grundlagen der Tierarten im Wald. Dieses naturschütze rische Interesse geht dem Interesse an einer OL-Veranstaltung vor. Dieselbe Interessenabwägu ng verlangt auch der kantonale Richt- plan, Objektplan L 3.2, wonach bei Zielkonflikten zwische n den Schutzzielen der Vorranggebie- te Natur und den Wünschen von Freizeit und Erholung die Anliegen des Naturschutzes Vorrang haben. Die Beschwerdeführer werfen dem Regierungsrat e ine Ermessensüberschreitung vor, weil er ein generelles Verbot für OL im Wald für ein en bestimmten Zeitraum vorsehe. Bei die- sem Einwand wird übersehen, dass der Bewilligungsbehörd e bei der Abwägung der berührten Interessen sowie der damit zusammenhängenden Risiken ein Spielraum offen ist. Im Interesse der Praktikabilität und aus vollzugstechnischen Gründen ist eine gewisse Schematisierung durchaus zulässig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_489/2 011 vom 21.06.2012). In diesem Sinne lässt es sich vertreten, beim Verbot von OL im W ald auf die Zeitspanne vom Mai bis Juni (Höhepunkt der Hauptsetz- und -brutzeit der wildleben den Tiere im Wald) abzustellen, d.h. die- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht se Zeitspanne als ungeeignet im Sinne von § 3 Abs. 2 De kret für einen OL im Wald zu betrach- ten. Mit diesem Vorgehen hat die Vorinstanz ihr Ermessen nicht missbräuchlich ausgeübt. Be- denken bezüglich der Verhältnismässigkeit des besagten zeit lich limitierten Verbots könnten bestehen, wenn damit die Ausübung des OL-Sportes in der fraglichen kurzen Zeitspanne über- haupt nicht mehr möglich wäre, was gemäss den heutigen A ussagen von E.____ nicht zutrifft, können und werden OL doch auch ausserhalb des Waldes durc hgeführt werden. Unter dem Gesichtswinkel der Verhältnismässigkeit ist auch zu prüfen, o b vom Verbot nicht abgesehen werden müsse, weil der Schutz der Wildtiere im Wald i m Höhepunkt der Hauptsetz- und -brut- zeit mit der Anordnung von Auflagen und Bedingungen gewährleistet werden könnte. So könn- ten Änderungen betreffend Ort und der Routenführung als Auflagen verfügt werden, doch wür- den diese offensichtlich den Konflikt zwischen dem sehr se nsiblen Ökosystem im Höhepunkt der Hauptsetz- und -brutzeit und den negativen Auswirku ngen von OL nicht entschärfen kön- nen, da im ganzen Wald zu jener Zeit Rehe, Hasen, Vög el, namentlich Bodenbrüter, sowie Am- phibien und Reptile Nachwuchs haben bzw. ausbrüten. Die Beeinträchtigung dieser Tiere durch die Routenwahl kann wohl positiv beeinflusst werden, doc h solange die OL abseits der Wege im Wald durchgeführt werden, besteht die Gefahr der e rheblichen Beeinträchtigung der Wildtie- re. Dass bei der Routenfestlegung auf Wildruhegebiete Rücksicht genommen wird, versteht sich von selbst, doch genügt dies - wie bereits dargelegt - nicht, um die Störungen der Wildtiere in der fraglichen Zeit abzuwehren bzw. zu beseitigen. D amit bleibt es beim Ergebnis, dass es keine tauglichen Massnahmen gibt, um die übermässige Beei nträchtigung der wildlebenden Tiere in der Hauptsetz- und -brutzeit durch einen OL a uf ein erträgliches Mass zu vermindern. Schliesslich rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebotes, weil das Verbot ausschliesslich OL-Läufer treffe, während sich sonst jedermann frei im Wald (ausser in Wildschutzgebieten) bewegen und aufhalten dürfe. Der Anspruch auf Gleichbehandlung ver- langt, dass Rechte und Pflichten der Betroffenen nach dem gleichen Massstab festzusetzen sind. Gleiches ist nach Massgabe seiner Gleichheit gleich , Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln. Eine Gleichbehand lung ist immer dann geboten, wenn die im Hinblick auf die zu erlassende oder anzuwendende Nor m relevanten Tatsachen gleich sind (ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zü- rich 2010, Rz. 495). Der Beschwerdeführer übersieht bei seiner Rüge, dass der strittige OL eine bewilligungsbedürftige Veranstaltung im Sinne des kan tonalen Waldgesetzes ist. Eine allge- meine Bewilligungspflicht für jedermann besteht nicht und würde auch der nach Art. 699 ZGB rechtlich geschützten Möglichkeit, den Wald im ortsüblichen Umfang zu betreten, zuwiderlau- fen. Der Beschwerdeführer vergleicht mithin ungleiche Tatbestände. Im Weiteren zeigt die Durchsicht der vom AfW bewilligten Veranstaltungen im W ald in der kritischen Zeitspanne Mai und Juni, dass bisher nur Veranstaltungen bewilligt wur den, bei denen die Routen nicht quer durch den Wald gelegt wurden, sondern bei denen sich d ie Teilnehmer der Veranstaltungen sich auf den bestehenden Wegen bewegten. Auch diesbezü glich besteht keine Verletzung der Rechtsgleichheit. 5.3 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der Regieru ngsrat keinen fehlerhaften Er- messensentscheid getroffen hat, wenn er zum Schutze des W ildes im Höhepunkt der Haupt- setz- und -brutzeit den vom Beschwerdeführer geplanten OL vom 20. Juni 2012 nicht b ewilligt Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat. Der angefochtene Entscheid ist folglich als rechtmä ssig zu bestätigen und die Beschwerde demzufolge abzuweisen. 6. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmas s auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- dem unterlegenen Beschwerde- führer aufzuerlegen. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu- lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanto n wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Kosten vorschuss von Fr. 2'200.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Vorsitzender Gerichtsschreiberin