Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 24. Oktober 2018 (810 18 71) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Festlegung des Gewässerraums im Rahmen eines kantonalen Nutzungsplans Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Niklaus Ruckstuhl, Hans Furer, Jgnaz Jermann, Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschrei- ber Marius Wehren Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführer C.____ und D.____ , Beschwerdeführer E.____ , Beschwerdeführerin alle vertreten durch F.____ gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Psychiatrie Baselland , Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie , Bienentalstrasse 7, 4410 Liestal, Beigeladene, vertreten durch Dr. Stefan Wirz, Advokat Betreff Kantonaler Nutzungsplan Gewässerraum Psychi atrische Klinik "Hasenbühl" Liestal (RRB Nr. 334 vom 6. März 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Am 22. November 2017 beschloss die Bau- und Umweltschut zdirektion des Kantons Basel-Landschaft (BUD) den kantonalen Nutzungsplan G ewässerraum Psychiatrische Klinik "Hasenbühl" Liestal. Die öffentliche Planauflage fand vom 30. November bis 29. Dezember 2017 statt. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2017 erhoben G.____ und H.____, A.____ und B.____, C.____ und D.____ sowie E.____, alle vertrete n durch F.____, Einsprache mit dem Begehren, der Nutzungsplan sei aufzuheben und das Verfa hren sei unter Berücksichtigung der in der Einsprachebegründung angeführten Einwände zu wiederholen. B. Mit Entscheid vom 6. März 2018 wies der Regierungsrat die Einsprache ab, soweit darauf eingetreten werden könne und sie nicht gegenstandslos oder erledigt sei. C. Am 10. März 2018 erhoben G.____ und H.____, A.___ _ und B.____, C.____ und D.____ sowie E.____, alle vertreten durch F.____, gege n den Entscheid des Regierungsrats vom 6. März 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungs- recht. Sie stellen das Begehren, in Gutheissung der Besc hwerde seien der Entscheid des Re- gierungsrats vom 6. März 2018 sowie der von der BUD besch lossene kantonale Nutzungsplan Gewässerraum Psychiatrische Klinik "Hasenbühl" Liestal aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Wiederholung des Planungsverfahrens unter Berücksichti gung der in der Beschwerde auf- geführten Einwände an die BUD zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde bean- tragt, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. D. Am 21. März 2018 erklärten G.____ und H.____ den R ückzug ihrer Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 10. April 2018 wurde die Psychiatr ie Baselland, vertreten durch Dr. Stefan Wirz, Advokat, zum Verfahren beigeladen un d der Beschwerde wurde die aufschie- bende Wirkung erteilt. F. Mit Eingabe vom 16. April 2018 reichten die Beschwe rdeführer die Beschwerdebe- gründung ein. G. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Mai 2018 stellt die Beigeladene das Rechtsbegeh- ren, es sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. H. Der Beschwerdegegner stellt in seiner Vernehmlassung vom 13. Juni 2018 das Begeh- ren, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. I. Mit Verfügung vom 20. Juni 2018 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwie- sen. J. Anlässlich der heutigen Verhandlung mit vorgängigem Augenschein vor Ort hielten die Parteien vollumfänglich an den gestellten Rechtsbegehren fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Be urteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt , wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Die Beschwerdeführe r sind Eigentümer der Parzelle Nr. XXXX, Grundbuch Liestal, welche im Bereich des Röser nbachs an den Nutzungsplanperi- meter und die Parzelle Nr. 4007 angrenzt. Die mit der Planung vorgenommene Gewässer- raumausscheidung kann sich auf die Überbauungsmöglichkeiten auf der Parzelle Nr. 4007 bzw. das hängige Baugesuch der Beigeladenen auswirken. Sie so ll zudem den Schutz vor Hoch- wasser gewährleisten und dient insofern auch der Gefahr enprävention. Die Beschwerdeführer sind unter diesen Gesichtspunkten hinreichend in schutzwürd igen Interessen gemäss § 47 Abs. 1 lit. a VPO betroffen und demnach zur Beschwerde legitimiert. Da auch die weiteren for- mellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2.1 Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO grundsätz- lich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sach verhalts beschränkt. Die Unange- messenheit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c VPO nur in den i n dieser Bestimmung genannten Aus- nahmefällen überprüft werden. Entscheide, welche kanto nale Nutzungspläne betreffen, fallen nicht darunter. 2.2 Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über d ie Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 gewährleistet das kantonale Recht die vol le Überprüfung von Verfügungen und Nutzungsplänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde. V olle Überprüfung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfung des Sachverhalts und der sich stellenden Rechtsfragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die Überprüfung hat sich dabei dort sachlich zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenheiten g eht, hingegen so weit auszugrei- fen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu sichernden In teressen einen angemessenen Platz erhalten (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/aa; H EINZ AEMISEGGER /S TEPHAN HAAG , Kommentar zum Raumplanungsgesetz, Zürich 1999, Art. 33 N 56). Be i der Angemessenheitsprüfung ist jeweils auch der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs . 3 RPG zuerkannte Gestaltungsbereich zu beachten. Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die mit Pl anungsaufgaben betrauten Behörden somit darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den zur Erfüllung ihrer Aufgabe nötigen Er- messensspielraum zu lassen. Ein Planungsentscheid ist gestützt darauf zu schützen, wenn er sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob sich wei tere, ebenso zweckmässige Lö- sungen erkennen lassen (vgl. P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutz- recht, 6. Aufl., Bern 2016, S. 551). Den obgenannten Anforderungen genügt es nach ständiger Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsprechung, wenn der Regierungsrat – wie im vorlie genden Fall – als einzige Instanz mit voller Kognition über Einsprachen und Beschwerden entscheidet (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/bb; BGE 119 Ia 321 E. 5c; BGE 114 Ia 233 E. 2b; B ERNHARD WALDMANN /P ETER HÄNNI , Raumpla- nungsgesetz, Bern 2006, Art. 33 N 74 f.). 3.1 Angefochten ist der kantonale Nutzungsplan Gewässerra um Psychiatrische Klinik "Ha- senbühl", welcher unter anderem die Ausscheidung des Ge wässerraums des Rösernbachs im Bereich der Parzelle Nr. 4007, Grundbuch Liestal, vorsi eht. Der Perimeter des Nutzungsplans umfasst Teile der Parzellen Nr. 4007, Nr. 4168, Nr. 2 596, Nr. 240, Nr. 7369 sowie Nr. 236. Er entspricht dem Perimeter des regionalen Detailplans Psychiatrische Klinik "Hasenbühl", welcher vom Regierungsrat am 30. September 1969 gestützt auf § 35 Abs. 3 des Baugesetzes vom 15. Juni 1967 beschlossen wurde. Der regionale Detailplan sieht im fraglichen Gebiet eine Zone für öffentliche Werke und Anlagen vor. 3.2 Soweit die Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Ver fahren geltend machten, im Be- reich der Brücke über den Rösernbach liege kein eingedo ltes Fliessgewässer vor, und bean- tragten, der entsprechende Bereich sei im Nutzungspla n als "Gewässerraum offene Fliessge- wässer" zu bezeichnen, wurde ihrer Einsprache im angefo chtenen Entscheid entsprochen (Er- wägungen, Ziff. 5) bzw. diese wurde insofern als erledi gt bezeichnet (Dispositiv-Ziff. 1). Die BUD wird den Nutzungsplan entsprechend anzupassen haben, womit die damit verbundenen Fragen vorliegend nicht mehr zu beurteilen sind. 4.1 Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht, durch die Mitwirkung und Mitbe- stimmung von Vertretern der Psychiatrie Baselland beim E rlass des Nutzungsplans im Rahmen der sog. Steuerungsgruppe seien Art. 29 der Bundesverf assung der Schweizerischen Eidge- nossenschaft (BV) vom 18. April 1999 und bei analoger Anwendung auch § 8 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Jun i 1988 verletzt worden. Die frag- lichen Normen garantierten den Anspruch auf eine richtig zusammengesetzte und unbefangene Behörde. Sie würden nicht nur für Entscheidbehörden, sondern auch für ein Geschäft bloss vorbereitende Gremien gelten. Die Psychiatrie Baselland beabsichtige, auf der den Nutzungs- planperimeter umfassenden Parzelle Nr. 4007 einen Neubau für die Kinder- und Jugendpsychi- atrie zu erstellen. Es sei deshalb naheliegend, dass i hre Vertreter in der Steuerungsgruppe hauptsächlich darauf hingewirkt hätten, eventuelle Pl anungsmassnahmen, die ihr Projekt tan- gieren oder verzögern könnten, zu verhindern. Zuminde st sei die Gefahr entstanden, dass die für die Erstellung des Nutzungsplans ausschliesslich zuständ igen Behördenmitglieder dadurch die erforderliche Unbefangenheit verloren hätten. Mit der Einsitznahme von zwei Vertretern der Psychiatrie Baselland in der Steuerungsgruppe sei ausserde m der Grundsatz der Waffen- gleichheit, welcher durch Art. 29 BV geschützt werde, verletzt worden. 4.2 Der Beschwerdegegner erwog im angefochtenen Entsch eid, während der Erarbei- tungsphase des Nutzungsplans bis zum Start der öffentlichen Mitwirkung seien sämtliche di- rektbetroffenen Grundeigentümer in einer Steuerungsgr uppe vertreten gewesen. Ziel sei eine adäquate Mitwirkung sowie eine optimale Abstimmung zwisc hen Kanton und Gemeinde gewe- sen, auch in Zusammenhang mit der geteilten Zuständigke it für die Gewässerraumausschei- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dung am Rösernbach. Der Gewässerraum im Nutzungsplanperi meter sei nach den gesetzli- chen Vorgaben bzw. den Regeln und Grundsätzen ausgeschied en worden, welche eine Ar- beitsgruppe aus Mitarbeitenden der kantonalen Verwal tung aus den Fachbereichen Raumpla- nung, Wasserbau, Gewässerschutz, Landwirtschaft, Natursch utz und Recht erarbeitet hätten. Durch ihren Einsitz in die Steuerungsgruppe habe die Be igeladene an diesen gesetzlichen Vor- gaben nichts ändern können. Die Planung sei zudem nicht von der Steuerungsgruppe, sondern von der BUD erlassen worden. In der Vernehmlassung führ t der Beschwerdegegner aus, dass sich die Frage der richtig zusammengesetzten Behörde bzw. der Ausstandspflicht nur für Be- hördenmitglieder stelle. Im vorliegenden Fall sei die BUD Entscheidbehörde gewesen und nicht die eingesetzte Steuerungsgruppe. Die Rüge der Verlet zung von Art. 29 BV und § 8 VwVG BL gehe deshalb von vornherein ins Leere. Zutreffend sei, dass nicht nur der Kanton Basel- Landschaft als Grundeigentümer, sondern auch die Psychia trie Baselland als bauberechtigte Partei sowie die Stadt Liestal als tangiertes Gemeinwesen aufgenommen worden seien. Mit der Aufnahme der Psychiatrie Baselland in die Steuerungsgr uppe sei Art. 36a Abs. 1 des Bundes- gesetzes über den Gewässerschutz (GSchG) vom 24. Januar 1991 nachgelebt worden, wo- nach eine vorgängige Anhörung der Betroffenen zu erfo lgen habe. Von der planerischen Mass- nahme der Ausscheidung des Gewässerraums innerhalb des Pe rimeters des regionalen Detail- plans sei insbesondere auch die Psychiatrie Baselland bet roffen. Es sei ein wesentlicher Unter- schied, ob man als Grundeigentümer bzw. als bauberechtigt e Partei von einer Planungsmass- nahme direkt betroffen sei oder nur als Anstösser an d en Planperimeter. Vor diesem Hinter- grund könne nicht von einer Verletzung der Waffengleic hheit ausgegangen werden. Im Übrigen sei es unzutreffend, dass die Psychiatrie Baselland unzul ässige Mitbestimmungsrechte gehabt habe und sich mit erhöhter Wirksamkeit am Verfahren habe beteiligen können. 4.3 Die Beigeladene macht ihrerseits geltend, dass durch die Aufnahme von Vertretern der Psychiatrie Baselland in die Steuerungsgruppe der Anspruch auf eine richtig zusammengesetz- te Behörde nicht verletzt worden sei. Namentlich handl e es sich bei den fraglichen Personen nicht um Behördenmitglieder, sondern diese seien exp lizit als Vertreter der Psychiatrie Basel- land in die Steuerungsgruppe aufgenommen worden. Som it könne auch kein Fall eines (un- rechtmässig nicht erfolgten) Ausstands von Behördenmitgliedern vorliegen. 4.4.1 Gestützt auf Art. 29 Abs. 1 BV haben Parteien ei nes öffentlichen Verfahrens Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Daraus folgt unt er anderem ein Anspruch auf Unpartei- lichkeit von Verwaltungsbehörden, d.h. der Personen, di e an Entscheiden der Verwaltungsbe- hörden beteiligt sind (vgl. R EGINA KIENER /B ERNHARD RÜTSCHE /M ATHIAS KUHN , Öffentliches Ver- fahrensrecht, 2. Aufl., Zürich 2015, Rz. 529; G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller/Mastronardi/ Schweizer/Vallender [Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl. 2014, N 35 zu Art. 29 BV). Der Anspruch auf Unparteilichkeit der Verwaltungsbehörde b edeutet, dass kein befangenes Behör- denmitglied am Entscheid mitwirken darf. In Analogie zu Art. 30 Abs. 1 BV, welcher für das ge- richtliche Verfahren einen Anspruch auf Unabhängigkeit und Unparteilichkeit statuiert, verpflich- tet Art. 29 Abs. 1 BV eine Amtsperson zum Ausstand, wen n Umstände vorliegen, die nach ob- jektiven Gesichtspunkten geeignet sind, den Anschein der Be fangenheit oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen, wenn also Umstände be stehen, die geeignet sind, Miss- trauen in die Unparteilichkeit des Behördenvertreters z u erwecken (vgl. Urteil des Bundesge- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht richts 2C_308/2015 vom 7. Juli 2015 E. 2.2; BGE 139 I 121 E. 5.1; BGE 138 I 1 E. 2.2; BGE 137 I 227 E. 2.1). 4.4.2 Der verfassungsmässige Anspruch auf eine unparteiisch e Behörde wird durch die Aus- standspflichten in § 8 VwVG BL konkretisiert. Wer eine Ve rfügung zu treffen oder diese vorzu- bereiten hat, tritt gemäss § 8 Abs. 1 VwVG BL in den A usstand, wenn er in der Sache ein per- sönliches Interesse hat (lit. a), mit einer Partei in ge rader Linie oder in der Seitenlinie bis zum 3. Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, V erlobung, eingetragene Partnerschaft oder faktische Lebensgemeinschaft verbunden ist, wobei die Auflösung der Gemeinschaft den Ausstandsgrund nicht aufhebt (lit. b), Vertreter eine r Partei ist oder für eine Partei in der glei- chen Sache tätig war (lit. c) oder wenn er aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnte (lit. d). 4.4.3 Die Ausstandsvorschriften gelten für hauptamtlich und im Nebenamt tätige Personen gleichermassen, somit beispielsweise auch für Mitgliede r einer Fachkommission. Von der Aus- standsverpflichtung erfasst werden auch beigezogene Sachve rständige (vgl. THOMAS MERKLI / ARTHUR AESCHLIMANN /R UTH HERZOG , Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspfle- ge im Kanton Bern, Bern 1997, N 7 zu Art. 9). Die Vo rschriften über den Ausstand sind mithin auf alle Amtsträger anwendbar, welche an einem Entschei d in irgendeiner Form mitwirken und dabei auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen könn en, sei es beratend oder instruie- rend (vgl. STEPHAN BREITENMOSER /M ARION SPORI FEDAIL , in: Praxiskommentar Verwaltungsver- fahrensgesetz, 2. Aufl., Zürich 2016, N 29 zu Art. 10 VwVG; BENJAMIN SCHINDLER , Die Befan- genheit der Verwaltung, Zürich 2002, S. 74). 4.5.1 Der strittige Nutzungsplan wurde gemäss dem Planu ngsbericht vom 21. November 2017 federführend durch das Amt für Raumplanung (ARP ), Abteilung Kantonsplanung, erarbei- tet. Das ARP wurde dabei durch die Rechtsabteilung de r BUD sowie die Stadt Liestal begleitet (sog. Fachgruppe; Planungsbericht, Ziff. 1.3.1). Im Weiteren wurde eine sog. Steuerungsgruppe gebildet, welche aus Vertretern des Kantons, insbesonde re des ARP, sowie der Psychiatrie Baselland und der Gemeinde Liestal bestand (Planungsb ericht, Ziff. 1.3.1). Gemäss dem Pla- nungsbericht wurden sämtliche Zwischenergebnisse und Meilensteine in der Steuerungsgruppe konsolidiert (Planungsbericht, Ziff. 1.3.1 und 1.3.2) . Sämtliche Planungsdokumente wurden überdies in einer verwaltungsinternen Arbeitsgruppe, i n welcher mehrere Amtsstellen vertreten waren, konsolidiert (Planungsbericht, Ziff. 1.3.1). 4.5.2 Der persönliche Geltungsbereich von § 8 Abs. 1 VwVG BL bzw. des aus Art. 29 BV abgeleiteten Anspruchs auf Unparteilichkeit ist wie bereits dargelegt (E. 4.4.3 hiervor) auf Amts- träger, d.h. auf haupt- oder nebenamtlich tätige Beh ördenmitglieder oder externe Sachverstän- dige, beschränkt. Die beiden Vertreter der Psychiatrie Baselland in der Steuerungsgruppe, I.____, Verwaltungsrat, und J.____, Leiter Betrieb, si nd weder hauptamtlich oder im Nebenamt tätige Behördenmitglieder noch externe Sachverständig e. Sie wurden als Vertreter der Psychi- atrie Baselland, welche Eigentümerin der Baurechtspar zelle Nr. D7350 im Planperimeter ist, in die Steuerungsgruppe aufgenommen. Dass ihnen dadurch behördliche Mitwirkungs- und Mitbe- stimmungsrechte und damit eigentliche behördliche Funktionen eingeräumt worden sein sollen, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer nicht der Fall. Bei der sog. Steuerungsgrup- pe handelt es sich unbestrittenermassen nicht um ein gese tzlich vorgesehenes Gremium, wel- chem somit auch keine gesetzlichen Kompetenzen im Zusammenhang mit dem Erlass von Nut- zungsplänen zukommen. Die Ausarbeitung von kantonalen Nut zungsplänen obliegt vielmehr dem ARP als zuständiger kantonaler Behörde. Im Planungsbericht wird denn auch festgehalten, dass die Ausarbeitung des vorliegenden kantonalen Nutzung splans federführend durch das ARP erfolge (Planungsbericht, Ziff. 1.3.1). Der vorlie gende Fall ist insofern auch nicht mit dem von den Beschwerdeführern angeführten Urteil des Bundesg erichts, in welchem es um den Ausstand eines Behördenmitglieds ging, vergleichbar (Urt eil des Bundesgerichts 1P.316/2003 vom 14. Oktober 2003 E. 3). Die Aufnahme der Vertret er der Psychiatrie Baselland in die Steu- erungsgruppe erfolgte gemäss den Ausführungen des Beschw erdegegners im Hinblick auf die in Art. 36a GSchG vorgesehene Pflicht zur Anhörung der betroffenen Kreise. Dazu ist festzu- stellen, dass die Einsetzung einer Steuerungsgruppe bzw. d er Einbezug der Psychiatrie Basel- land in dieses Gremium über die in Art. 36a GSchG stat uierte Anhörungspflicht hinausgeht; letztere wird im Rahmen der gesetzlichen Mitwirkung, wi e sie in § 7 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 vorgesehen ist und im vorliegenden Fall auch durch- geführt wurde, an sich hinreichend gewährleistet (vgl. C HRISTOPH FRITZSCHE , in: Hettich/Jan- sen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und z um Wasserbaugesetz, Zürich 2016, Art. 36a N 30). Dass der Psychiatrie Baselland im vorliegenden Fall im Rahmen der Steuerungsgruppe eine erweiterte Mitwirkung ermöglicht wurde, beruht jedoch insofern auf sachlichen Gründen, als sie als Eigentümerin im Planperim eter durch den Nutzungsplan unmit- telbar in ihrer Rechtsstellung betroffen ist. Dies im Ge gensatz zu den Eigentümern von Parzel- len ausserhalb des Planperimeters, welche durch die im Nutzungsplan vorgesehene Gewässer- raumausscheidung nicht direkt in eigenen Rechten betroff en sind. Das Vorgehen der BUD, der Psychiatrie Baselland mit dem Einsitz in der Steuerungsgr uppe eine über die gesetzlichen Mit- wirkungsrechte gemäss § 7 RBG hinausgehende erweiterte M itwirkung zu ermöglichen, ist vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden. Ebenfalls nicht ersichtlich ist, inwiefern die für die Erstellung des Nutzungsplans zuständigen Behördenmitglieder dadurch die erforderliche Unbe- fangenheit verloren haben sollen. 4.5.3 Die Beigeladene weist sodann zu Recht darauf hin, dass es sich bei der Psychiatrie Baselland um eine öffentlich-rechtliche Anstalt handel t, welche in Erfüllung von umfassenden Leistungsaufträgen im Bereich der Psychiatrie eine öffen tliche Aufgabe wahrnimmt (§ 8 ff. des Spitalgesetzes vom 17. November 2011). Der von der Psych iatrie Baselland geplante Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf der Parzelle Nr. 4 007 in der Zone für öffentliche Werke und Anlagen dient unmittelbar der Erfüllung dieser ö ffentlichen Aufgabe. Soweit die Beschwer- deführer den fraglichen Neubau als Grund für die Bef angenheit der Vertreter der Psychiatrie Baselland anführen, ist festzustellen, dass die Beigeladene mit diesem Bauvorhaben öffentliche und nicht private Interessen verfolgt. Bei der Wahrun g öffentlicher Interessen besteht jedoch grundsätzlich keine Ausstandspflicht (vgl. Urteile des Bun desgerichts 1C_198/2010 vom 11. November 2010 E. 2.2.4; 1C_278/2010 vom 31. Januar 2011 E. 2.2). Private Interessen der beiden Vertreter der Psychiatrie Baselland in der Steue rungsgruppe sind nicht ersichtlich und werden von den Beschwerdeführern auch nicht geltend gem acht. Selbst wenn angenommen Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht würde, dass die Vertreter der Psychiatrie Baselland im R ahmen der Steuerungsgruppe eine Art behördliche Funktion ausübten, wäre somit nicht von einer Ausstandspflicht auszugehen. 4.5.4 Nach dem Gesagten ist eine Verletzung von § 8 VwV G BL und Art. 29 BV unter sämtli- chen Gesichtspunkten zu verneinen. Die Beschwerde erweist sich diesbezüglich als unbegrün- det. 5.1 Die Beschwerdeführer machen in der Sache geltend, d ass für Planungen nach dem Gewässerschutzgesetz eine umfassende Koordinationspflicht bestehe (Art. 1 GSchG, Art. 46 Gewässerschutzverordnung [GSchV] vom 28. Oktober 1998, Art. 1-3 und 25a RPG) und in die- sem Zusammenhang auch Massnahmen des Natur- und Landschaft sschutzes zu prüfen seien (Art. 1 lit. c und 37 Abs. 2 GSchG, Art. 41a Abs. 3 li t. c GSchV). Gegenüber der Liegenschaft der Beschwerdeführer sei im Bereich der Parzelle Nr. 4007 das gesamte Ufer des Rösernbachs bis zu 20 m tief in die Parzelle hineinreichend mit Ufe r- und Feldgehölzen bestockt. Dieses Ge- hölz sei Lebensraum für verschiedene Tierarten, bereicher e das Landschaftsbild, habe einen positiven Einfluss auf die Wasserqualität und gewährlei ste die Stabilisierung der Uferböschung, was im konkreten Fall aufgrund der ausgeprägten Hanglage besonders wichtig sei. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über den Natur- und Landschaftsschutz (NLG BL) vom 20. November 1991 habe der Kanton die Pflicht, Ufervegetation, Hecken, Feldgehölze etc., welche generell als bedeutsame Lebensräume und Objekte gelten würden, unte r Schutz zu stellen. Ausserdem bestehe der Zweck kantonaler Nutzungspläne gemäss § 12 RBG unter anderem auch darin, Landschaften und Naturschutzobjekte zu schützen. Die BUD h abe es zu Unrecht unterlassen, die Unterschutzstellung des genannten Ufer- und Feldgeh ölzes zu prüfen. Mit Ausnahme der Parzelle Nr. 4007 sei bereits das gesamte Ufergehölz von der Stadt Liestal unter Schutz gestellt worden. Einzig entlang der Parzelle Nr. 4007 sei die s noch nicht geschehen, weil der Kanton hier rechtswidrig eine ausschliessliche Planungshoheit beanspruche. 5.2 Der Beschwerdegegner erwog im angefochtenen Entsche id zusammengefasst, Inhalt des vorliegenden kantonalen Nutzungsplans sei die Ausscheid ung der Gewässerräume nach Art. 36a GSchG bzw. Art. 41a-41c GSchV. Bei der Festleg ung der Gewässerräume sei der Na- tur- und Landschaftsschutz so zu berücksichtigen, dass der Gewä sserraum bei einem überwie- genden Interesse entsprechend zu verbreitern sei. Die von den Beschwerdeführern angeführte Gehölzgruppe begründe aus Sicht des Regierungsrats kei n solches überwiegendes Interesse und eine Verbreiterung des Gewässerraums zu deren Schutz sei nicht zwingend erforderlich. Namentlich liege der Rösernbach nicht in einem Naturg ebiet von übergeordneter Bedeutung und die Gehölzgruppe habe keine übergeordnete Bedeutung als Habitat einer geschützten Tier- und Pflanzenart. Die bestehende natürliche und naturn ahe Vegetation im Uferbereich sei ge- mäss Art. 21 des Bundesgesetzes über den Natur- und Hei matschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 sowie § 13 NLG BL bereits vollumfänglich geschützt. Die A usscheidung allfälliger weiterer Nut- zungs- und Schutzzonen sei im Übrigen nicht Gegenstand de r vorliegenden Planung. In der Vernehmlassung führt der Beschwerdegegner aus, dass Art. 41a Abs. 3 lit. c GSchV nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen zwar nicht die Ausscheidun g einer speziellen Schutzzone, jedoch eine Verbreiterung des Gewässerraums aus Gründen des Natur- und Landschaftsschut- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zes verlange. Die entsprechenden Voraussetzungen seien im vorliegenden Fall indes nicht er- füllt. 5.3 Die Beigeladene macht geltend, dass entlang des Rö sernbachs keine schutzbedürftige Fläche bestehe und damit auch keine Notwendigkeit für ei ne Unterschutzstellung. Namentlich sei der Bestand einer schützenswerten Ufervegetation zu verneinen. Es sei nicht erkennbar, inwiefern eine Koordinationspflicht verletzt worden sein solle. 5.4.1 Gemäss Art. 36a GSchG legen die Kantone nach Anh örung der betroffenen Kreise den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer fest, der erforde rlich ist für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Gewässer, des Schutzes vor H ochwasser und der Gewässernut- zung (Abs. 1 lit. a-c). Der Bundesrat regelt die Einzelh eiten (Abs. 2) und die Kantone sorgen dafür, dass der Gewässerraum bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt sowie exten- siv gestaltet und bewirtschaftet wird (Abs. 3 Satz 1). Der Raumbedarf von Fliessgewässern wurde in Art. 41a GSchV konkretisiert. Die nach Art. 41 a Abs. 1 und 2 GSchV bestimmte Breite des Gewässerraums muss gegebenenfalls nach Massgabe der in Art. 41a Abs. 3 GSchV ge- nannten Voraussetzungen erhöht werden. 5.4.2 Gemäss § 12a Abs. 1 RBG obliegt es dem Kanton, de n Gewässerraum gemäss der Gewässerschutzgesetzgebung des Bundes in der Form kantona ler Nutzungspläne auszuschei- den. Nach § 12a Abs. 2 RBG gelten die in Bauzonen ausg eschiedenen kommunalen Ufer- schutzzonen, Gewässerbaulinien oder die gesetzlichen Abstan dsvorschriften an öffentlichen Gewässern grundsätzlich als vom Kanton ausgeschiedener Gewä sserraum, wobei dessen Er- weiterung durch kantonale Nutzungspläne aus Gründen de s Hochwasserschutzes vorbehalten bleibt. Das Kantonsgericht hat in seinem das Baugesuch de r Psychiatrie Baselland für den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie betreffenden Urteil festgestellt, dass mit dieser Re- gelung der Gewässerraum entgegen den Vorgaben des Bun desrechts generell-abstrakt und nicht (einzelfallbezogen) im Rahmen eines planerischen Ve rfahrens festgelegt werde und ihr demzufolge die Anwendung versagt (vgl. Urteil des Kanto nsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 22. März 2017 [810 16 180] E. 4.5.1). 5.4.3 Der regionale Detailplan Psychiatrische Klinik "Ha senbühl", mit welchem im Perimeter des strittigen Nutzungsplans eine Zone für öffentliche Werke und Anlagen festgesetzt wurde, entspricht nach heutigem Recht einem kantonalen Nutzungsplan gemäss § 12 RBG. Soweit die Beschwerdeführer diese Qualifikation mit der Begründun g bestreiten, dass im Zusammenhang mit dem Erlass des regionalen Detailplans die Verfahren sbestimmungen (öffentliche Auflage, Einsprachemöglichkeit) nicht eingehalten worden seien, en tbehrt dies – wie der Beschwerde- gegner in der Vernehmlassung aufzeigt – offensichtlich der Grundlage. Dass die BUD im vorlie- genden Fall gemäss § 12a Abs. 1 RBG zuständig war zur Au sscheidung des Gewässerraums, wird von den Beschwerdeführern im Übrigen nicht bestritten. 5.5 Für die Planungen und Massnahmen nach dem GSchG be steht eine umfassende Ko- ordinationspflicht. Gemäss Art. 46 Abs. 1 GSchV stimmen die Kantone die Massnahmen nach dieser Verordnung soweit erforderlich aufeinander und mit Massnahmen aus anderen Berei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen ab. Die allgemeine Koordinationspflicht für Planungen nach dem GSchG, etwa von Revita- lisierungen oder der Festsetzung von Gewässerräumen, er gibt sich auch daraus, dass damit eine raumwirksame Tätigkeit erfüllt wird (F RITZSCHE , a.a.O., Vor Art. 36a-44 N 20 ff.). Die Ge- wässerraumfestlegung stellt eine Art Sondernutzungsplanu ng mit Verfügungscharakter dar, weshalb sie dem raumplanungsrechtlichen Koordinationsgebot nach Art. 25a Abs. 4 RPG unter- liegt (vgl. H ANS MAURER , Gewässerraum im Nichtbaugebiet, in: URP 2016 S. 729 ; BGE 139 II 470 E. 4.3). Im Weiteren sorgen die Kantone dafür, d ass der Gewässerraum bei der Richt- und Nutzungsplanung berücksichtigt wird (Art. 36 Abs. 3 GSchG ). Diese Pflicht ergibt sich auch aus Art. 46 Abs. 1 bis GSchV, wonach die Kantone bei der Erstellung der Richt - und Nutzungspla- nung die Planungen nach dieser Verordnung zu berücksichti gen haben. Es sind damit die Vo- raussetzungen zu schaffen, um eine dem Gewässerraum angeme ssene Nutzung planerisch zu sichern (vgl. FRITZSCHE , a.a.O., Art. 36a N 106 mit Hinweisen). 5.6.1 Im Rahmen des strittigen – auf die Ausscheidung de s Gewässerraums beschränkten – Nutzungsplans wurde die Gewässerraumbreite entlang des Rösernbachs im Bereich der Par- zelle der Beschwerdeführer auf grundsätzlich 12.6 m festg elegt (symmetrisch auf Gewässer- achse). Die Beschwerdeführer bestreiten zu Recht nicht, dass damit den Vorgaben von Art. 41a Abs. 2 lit. a GSchV entsprochen wurde. Die nach Art. 41a GSchV bestimmte Breite des Gewäs- serraums muss gemäss Art. 41a Abs. 3 GSchV zwingend erhöht w erden, soweit dies erforder- lich ist (alternativ) zur Gewährleistung des Schutzes vor Hochwasser (lit. a), des für eine Revita- lisierung erforderlichen Raumes (lit. b), der Schutzziel e von Objekten nach Art. 41a Abs. 1 GSchV oder bei anderen überwiegenden Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes (lit. c) sowie einer Gewässernutzung (lit. d). Dementsprechend müssen die Kantone für jedes Gewäs- ser je nach Breite, Natürlichkeit, Lage innerhalb oder ausserhalb eines Natur- oder Land- schaftsschutzgebietes und weiteren Überlegungen den Gewä sserraum festlegen (vgl. FRITZ - SCHE , a.a.O., Art. 36a N 57). Der zuständigen Planungsbeh örde kommt diesbezüglich ein Er- messen zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_39/2017 vom 13 . November 2017 E. 4.5 mit Hinweisen). 5.6.2 Die gestützt auf Art. 41a Abs. 3 lit. c GSchV vo rzunehmende Erhöhung des Gewässer- raums, auf welche sich die Beschwerdeführer berufen, kommt zunächst in Schutzgebieten nach Art. 41a Abs. 1 GSchV zur Anwendung. Ein solches steht v orliegend nicht in Frage, was von den Beschwerdeführern auch nicht geltend gemacht wird. I m Weiteren muss die Gewässer- raumbreite erhöht werden bei anderen überwiegenden Interessen des Natur- und Landschafts- schutzes. Überwiegende Interessen des Natur- und Landschaf tsschutzes, die einen breiteren Gewässerraum erforderlich machen, liegen beispielsweise in regionalen Naturpärken vor, in deren Chartas entsprechende gewässerbezogene strategische Ziele zum Schutz der Natur und der Landschaft festgelegt wurden. Der Begriff "Natursc hutz" umfasst den Arten- und den Habi- tatschutz bzw. den Schutz von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen (vgl. FRITZSCHE , a.a.O., Art. 36a N 58). Ein Grund für die Erweiterung des Ge wässerraums liegt namentlich dann vor, wenn entlang eines Fliessgewässers Ufervegetation wächst. Es würde dem Koordinationsgebot (Art. 25a Abs. 4 RPG; Art. 46 Abs. 1 GSchV) widersprec hen, den Gewässerraum innerhalb der Ufervegetation abzugrenzen (vgl. MAURER , a.a.O., S. 729). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist fü r die Beurteilung, ob Ufervegetati- on im Sinne von Art. 21 Abs. 1 NHG vorliegt, massgebend, ob die Pflanzen im Uferbereich, d.h. im Übergangsbereich zwischen Wasser und Erde, wachsen. E s ist darauf abzustellen, ob sich die Pflanzen im Schwankungsbereich des Spiegels eines steh enden oder fliessenden Gewäs- sers befinden. Dabei dürfen auch hohe Wasserstände berücksi chtigt werden, wie sie in gewis- sen Abständen vorkommen; hingegen sind aussergewöhnliche, nur ganz selten vorkommende Hochwasserstände, ausser Acht zu lassen (vgl. Urteil des Bun desgerichts 1C_103/2014 vom 13. März 2015 E. 3.5.2 mit Hinweisen). 5.7.1 Anlässlich des heutigen Augenscheins führten die Ve rtreter des ARP aus, dass das von den Beschwerdeführern angeführte Gehölz auf der P arzelle Nr. 4007 entlang des Rösern- bachs nicht als schützenswerte Ufervegetation zu qualifi zieren sei. Namentlich handle es sich nicht um Pflanzen, welche auf einen feuchten Standort angewiesen seien. Am Augenschein war sodann ersichtlich, dass an das Ufer des Rösernbachs im Berei ch der Liegenschaft der Be- schwerdeführer eine relativ steile Böschung anschliesst. Wie der Beschwerdegegner in der Vernehmlassung zu Recht ausführt, würde eine allfälli ge Ufervegetation im Fall des Rösern- bachs mit einem minimalen Schwankungsbereich beidseitig des Gewässers somit lediglich we- nige Zentimeter ausmachen und vom ausgeschiedenen Gewä sserraum ohne weiteres erfasst. Die Vertreter des ARP führten im Einklang mit dieser B eurteilung aus, dass das Gehölz – auch aufgrund der Höhendifferenz – keinen Bezug zum Gewässer bzw. zur Dynamik des Rösern- bachs aufweise und nicht als typischerweise schützenswerte Uferbestockung gelten könne. Die Beschwerdeführer beschränken sich im Wesentlichen darauf, unter Bezugnahme auf diverse Bestimmungen des NHG und des NLG BL eine Unterschutzstell ung der fraglichen Gehölzgrup- pe zu fordern, ohne indes substantiiert darzulegen, inwiefern diese einen Bezug zum Gewässer aufweist. Gestützt auf die schlüssigen Ausführungen des Beschwerdegegners sowie der Vertre- ter des ARP sind in diesem Zusammenhang keine überwiege nden Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes ersichtlich, welche eine Erhöhung des Ge wässerraums gestützt auf Art. 41a Abs. 3 lit. c GSchV gebieten würden. 5.7.2 Nach dem Gesagten erweisen sich die von den Beschwe rdeführern im Zusammen- hang mit dem Natur- und Landschaftsschutz erhobenen Rüg en als unbegründet. Die Vor- instanzen haben zu Recht davon abgesehen, gestützt auf Art. 41a Abs. 3 lit. c GSchV eine Er- höhung des Gewässerraums vorzunehmen. Eine Verletzung der Bestimmungen zur Koordinati- onspflicht (vgl. Art. 25a Abs. 4 RPG; Art. 46 Abs. 1 GS chV) ist in diesem Zusammenhang nicht ersichtlich. 6.1 Im Weiteren machen die Beschwerdeführer geltend, der Planungsperimeter des stritti- gen Nutzungsplans sei willkürlich einzig mit Blick auf da s Bauvorhaben der Psychiatrie Basel- land auf die Parzelle Nr. 4007 beschränkt worden. Es sei unerlässlich, dass bei der Festsetzung des Gewässerraums ein genügend grosser Perimeter gewä hlt werde, wobei in diesem Zusam- menhang die Koordinationsgrundsätze von Art. 25a RPG zu berücksichtigen seien. Eine unge- ordnete, zufällige Festlegung des Gewässerraums für einz elne Grundstücke, etwa im Umfeld eines Baubewilligungsverfahrens, wie dies vorliegend de r Fall sei, entspreche nicht dem Gebot umfassender Interessenabwägung. Um alle Aspekte des GSchG in der geforderten Gesamtbe- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht trachtung zu berücksichtigen (Ufervegetation, Hochwassersch utz, Renaturierung etc.), sei der Perimeter auf den gesamten Bachverlauf des Rösernbach s auszudehnen. Soweit im Mitwir- kungsbericht behauptet werde, dass dem Kanton ausserhalb des gewählten Perimeters keine Planungshoheit zukomme, sei dies unzutreffend. 6.2 Der Beschwerdegegner erwog im angefochtenen Entsche id, der Planungsperimeter des kantonalen Nutzungsplans entspreche dem Perimeter des regionalen Detailplans Psychiat- rische Klinik "Hasenbühl", in welchem der Kanton die P lanungshoheit habe, und sei daher nicht beliebig festgelegt worden. Die Beurteilung des Gewäss erraums sei zudem aus einer Gesamt- sicht heraus erfolgt. In Bezug auf den Hochwasserschutz und die Revitalisierungsaspekte sei eine über den Planungsperimeter hinausgehende Strecke des Fliessgewässers berücksichtigt worden. Die Beigeladene schliesst sich in ihrer Vernehm lassung den Erwägungen der Vo- rinstanz zum Planungsperimeter an. 6.3.1 Bei der Ausscheidung des Gewässerraums muss jeweils p ro Gewässerabschnitt ge- würdigt werden, ob die Hochwassersituation eine Verbr eiterung des Gewässerraums nahelegt, ob der Gewässerraum für eine Revitalisierung überhaupt in Betracht kommt, ob überwiegende Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes zu berücksichtigen sind oder ob der Gewässer- raum wegen wichtigen Gewässernutzungen anzupassen ist (vgl . Art. 41a Abs. 3 GSchV; H ANS W. STUTZ , Uferstreifen und Gewässerraum - Umsetzung durch die Kan tone, in: URP 2012 S. 117 f.). Dabei muss ein zweckmässiges Plangebiet gewählt werden. Der Perimeter für die Gewässerraumausscheidung soll so gewählt werden, dass übe r eine grössere Fläche eine sachgerechte Gesamtlösung erzielt werden kann. In der R egel nicht zielführend ist eine Festle- gung des Gewässerraums lediglich mit Blick auf einzelne Ba uvorhaben (vgl. S TUTZ , a.a.O., S. 122; F RITZSCHE , a.a.O., Art. 36a N 40 f.). Allerdings ist nicht aus geschlossen, dass aus- nahmsweise eine auf ein einzelnes Bauvorhaben ausgericht ete, kleinräumige Festlegung des Gewässerraums möglich ist. Dabei ist sicherzustellen, da ss die Hochwasserschutz- und Ge- wässerschutzinteressen gewahrt sind. Namentlich dürfen dur ch die Festlegungen keine Ein- schnürungen des Gewässerraums entstehen. Dieser muss durchgeh end genügend breit aus- geschieden werden und es dürfen keine abrupten Richtun gswechsel vorgenommen werden (vgl. STUTZ , a.a.O., S. 122). 6.3.2 Vorab ist festzustellen, dass der strittige Nutzungspl an entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführer nicht nur die Parzelle Nr. 4007, sondern die Flächen weiterer Parzellen umfasst (E. 3.1 hiervor). Der Perimeter des Nutzungspla ns entspricht demjenigen des regiona- len Detailplans Psychiatrische Klinik "Hasenbühl", in w elchem dem Kanton die ausschliessliche Planungshoheit zukommt. Der Beschwerdegegner erwog im angefochtenen Entscheid, inner- halb des Baugebiets solle künftig gemäss der sich in Verne hmlassung befindlichen Landrats- vorlage der Gewässerraum von den Gemeinden im Rahmen d er kommunalen Nutzungspla- nung ausgeschieden werden. Die Gemeinden hätten jedo ch in Perimetern von regionalen De- tailplänen bzw. kantonalen Nutzungsplänen keine Planungskompetenz. Deshalb sei im Rahmen der aufgrund des Urteils des Kantonsgerichts vom 22. März 2017 notwendig gewordenen An- passung von § 12a RBG vorgesehen, dass der Kanton die Gew ässerraumausscheidung inner- halb dieser Perimeter aufgrund seiner Planungshoheit selbst vornehme. Im Lichte dieser vo- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht rinstanzlichen Erwägungen erscheint es als sachlich begründ et und nachvollziehbar, wenn die BUD den Perimeter des Nutzungsplans auf das vom region alen Detailplan umfasste Gebiet beschränkte. Von einer willkürlichen Festlegung des Planu ngsperimeters kann vor diesem Hin- tergrund nicht gesprochen werden. 6.3.3 Was die Berücksichtigung der übergeordneten Inte ressen anbelangt, so wird im Mitwir- kungsbericht vom 21. November 2017 festgehalten, gemäss der kantonalen strategischen Revi- talisierungsplanung von 2014 sei im besagten Abschnitt ke ine Massnahme geplant. Der Rö- sernbach weise in diesem Bereich einen geringen ökologi schen Nutzen auf, dies weil der Ge- wässerzustand als wenig beeinträchtigt beurteilt werde un d die äusseren Einschränkungen als zu gross eingestuft würden. Da der Rösernbach einen klein en ökologischen Nutzen aufweise, seien auch keine Massnahmen definiert worden (Mitwirkungsbericht, Ziff. 2.2). In Bezug auf den Hochwasserschutz wird festgehalten, dass gemäss der Naturgef ahrenkarte Wasser die Gold- brunnenstrasse eine mittlere Gefährdung für Überschwemmu ng aufweise. Diese Gefährdung komme jedoch hauptsächlich von der Engstelle der Bienenta lstrasse und nicht, weil das Gerin- ne im besagten Abschnitt eine zu geringe Kapazität aufweise. In der Beurteilung wird festgehal- ten, dass der Hochwasserschutz ausserhalb des Gewässerraums ge währleistet sei und es im Rahmen der Gewässerraumausscheidung keine weiteren Massn ahmen brauche, um den Hochwasserschutz sicherzustellen (Mitwirkungsbericht, Ziff. 2.3). Gestützt auf diese Ausführun- gen ist festzustellen, dass den übergeordneten Aspekten der Revitalisierung und des Hochwas- serschutzes im Rahmen des strittigen Nutzungsplans angemessen Rechnung getragen wurde, was von den Beschwerdeführern auch nicht substantiiert b estritten wird. Dass in Bezug auf die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes eine den A nforderungen genügende Interes- senabwägung erfolgte, wurde bereits dargelegt (E. 5.7.1 hiervor). Die Beschwerdeführer zeigen nicht auf, welche relevanten weiteren Interessen im Rahmen der erforderlichen Gesamtbetrach- tung nicht berücksichtigt worden sein sollen und solche sind auch nicht ersichtlich. 6.3.4 Schliesslich wurde im Rahmen der Gewässerraumaussche idung auch der gebotenen Koordination mit der Stadt Liestal als Planungsträgeri n im angrenzenden Gebiet angemessen Rechnung getragen. Die Stadt Liestal wurde von Anfang an in die Planung einbezogen und konnte ihre Anliegen sowohl in der sog. Steuerungsgru ppe als auch im Rahmen des gesetzli- chen Mitwirkungsverfahrens einbringen. Sie äusserte sich gem äss dem Mitwirkungsbericht (Ziff. 1.3) dahingehend, dass ihre Anliegen und Inter essen in die Planung eingeflossen und be- rücksichtigt worden seien. 6.3.5 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist festzust ellen, dass der gewählte Pla- nungsperimeter auf sachlichen Gründen beruht und im R ahmen der Gewässerraumausschei- dung eine über den Perimeter hinausgehende Gesamtbetrachtung vorgenommen wurde. Inwie- fern in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Koo rdinationspflicht gemäss Art. 25a RPG oder eine anderweitige Rechtsverletzung vorliegen soll , ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanzen bewegten sich diesbezüglich im Rahmen des ihnen zusteh enden Ermessens und die Be- schwerde erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Die Beschwerde ist gestützt auf die vorstehenden Erwäg ungen vollumfänglich abzu- weisen. 8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- sind ausga ngsgemäss den Beschwerdeführern aufzuerlegen. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemeinden und andere Träger öffentlicher Aufgaben ha- ben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern der Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwäl- tin gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Nach der Re chtsprechung des Kantonsgerichts wird gestützt auf § 21 Abs. 2 VPO generell nur ein Anspruch auf Parteientschädigung eingeräumt, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertreters im Einze lfall auch für einen Träger öffentli- cher Aufgaben mit juristischer Fachkompetenz innerhalb d er eigenen Verwaltung gerechtfertigt erscheint. Das Kantonsgericht legt § 21 Abs. 2 VPO restriktiv aus und eine Parteientschädigung ist nur in den genannten Ausnahmefällen gerechtfertigt (vgl. statt vieler: KGE VV vom 3. Febru- ar 2016 [810 14 387] E. 5.2). Dies trifft vor allem dann zu, wenn für eine angemessene Prozess- vertretung rechtliches Spezialwissen gefordert ist, das üb er die bei der Rechtsanwendungs- tätigkeit erforderlichen Kenntnisse hinausgeht und übe r welches der eigene Rechtsdienst nor- malerweise nicht verfügt. Die sich im vorliegenden Verfahren stellenden Rechtsfragen erweisen sich nicht als derart komplex, dass für eine angemessene Pr ozessvertretung juristisches Spezi- alwissen im vorgenannten Sinn erforderlich gewesen wäre . Die Voraussetzungen für die Zu- sprechung einer Parteientschädigung an die Beigeladene sind demzufolge nicht gegeben und die entsprechenden Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden den Be- schwerdeführern auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiber