<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2020-04-17-6B_1233-2019.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6B_1233/2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 17. April 2020</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Denys, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, </div> <div class="para">Bundesrichter Muschietti, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Matt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ Ltd., </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Peter Schatz, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Staatsanwaltschaft des Kantons Nidwalden, </div> <div class="para">2. B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Rebsamen, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerinnen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme (strafbare Handlungen gegen das Vermögen), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts </div> <div class="para">des Kantons Nidwalden, Beschwerdeabteilung in Strafsachen, vom 20. August 2019 (BAS 18 19). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 15. November 2017 und 10. April 2018 erstattete C.________ Strafanzeige wegen Veruntreuung und betrügerischen Konkurses gegen B.________. Er und die A.________ Ltd. konstituierten sich als Privatkläger im Strafpunkt. </div> <div class="para">Die Staatsanwaltschaft Nidwalden eröffnete am 11. Oktober 2018 ein Strafverfahren wegen betrügerischen Konkurses und/oder Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung, beides begangen als Drittperson, und/oder wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen die Beschuldigte. Hinsichtlich der Strafanzeige wegen strafbarer Handlungen gegen das Vermögen (<span class="artref"><artref id="CH/311.0/137" type="start"></artref>Art. 137-172 StGB</span><artref id="CH/311.0/172" type="end"></artref>) verfügte die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme. Die dagegen erhobene Beschwerde, womit die A.________ Ltd. die Eröffnung eines Strafverfahrens hinsichtlich der am 15. November 2017 beanzeigten Tatbestände verlangte, wies das Obergericht des Kantons Nidwalden am 20. August 2019 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in Strafsachen beantragt die A.________ Ltd., die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren an die Hand zu nehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Zur Beschwerde in Strafsachen ist nach <span class="artref">Art. 81 Abs. 1 BGG</span> berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a) und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (lit. b). Der Privatklägerschaft wird ein rechtlich geschütztes Interesse zuerkannt, wenn der angefochtene Entscheid sich auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Als Zivilansprüche gelten solche, die ihren Grund im Zivilrecht haben und deshalb ordentlicherweise vor dem Zivilgericht durchgesetzt werden müssen. In erster Linie handelt es sich um Ansprüche auf Schadenersatz und Genugtuung nach <span class="artref">Art. 41 ff. OR</span>. </div> <div class="para">Im Verfahren vor Bundesgericht muss die Privatklägerschaft darlegen, aus welchen Gründen sich der angefochtene Entscheid inwiefern auf welche Zivilforderung auswirken kann. Das Bundesgericht stellt an die Begründung der Legitimation strenge Anforderungen. Genügt die Beschwerde diesen nicht, kann darauf nur eingetreten werden, wenn aufgrund der Natur der untersuchten Straftat ohne Weiteres ersichtlich ist, um welche Zivilforderung es geht (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 141 IV 1</a> E. 1.1 mit Hinweisen; Urteil 6B_1322/2017 vom 14. August 2018 E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Beschwerdeführerin begründet ihre Legitimation zur Beschwerde mit der Teilnahme am vorinstanzlichen Verfahren und ihrer Stellung als (mutmasslich vom inkriminierten Sachverhalt geschädigte) Konkursgläubigerin. Beides genügt jedoch zur Legitimation im bundesgerichtlichen Verfahren nicht. Dem von ihr geschilderten Sachverhalt ist lediglich zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin 2 Inhaberschuldbriefe im Nominalwert von Fr. 2'250'000.-- vereinnahmt haben soll. Die Beschwerdeführerin erhebt aber keinerlei zivilrechtliche Ansprüche, namentlich auf Schadenersatz. Aus dem angefochtenen Beschluss erhellt zudem, dass sie sich ausdrücklich nur als Privatklägerin im Strafpunkt konstituierte. Unter diesen Umständen ist von vornherein nicht ersichtlich, dass und inwieweit sich der angefochtene Entscheid auf Zivilforderungen der Beschwerdeführerin auswirken könnte, was sie auch nicht darlegt. Die Beschwerde genügt insoweit den gesetzlichen Begründungsanforderungen (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>) nicht, sodass es an der Legitimation zur Beschwerde fehlt (vgl. Urteil 6B_88/2018 vom 14. November 2018 E. 4 mit Hinweis). Mit Bezug auf den Vorwurf der Veruntreuung wäre überdies - selbst unter der Voraussetzung, die Beschwerdeführerin hätte Zivilforderungen geltend gemacht - unklar, weshalb die Beschwerdeführerin von der beanzeigten Straftat in eigenen Rechten unmittelbar verletzt worden sein sollte, zumal sie nicht geltend macht, Treugeberin der Schuldbriefe zu sein. Sie wäre daher insoweit auch nicht geschädigte Person im Sinne von <span class="artref">Art. 115 Abs. 1 StPO</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-77%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page77">BGE 143 IV 77</a> E. 2.2 mit Hinweisen) und auch deshalb nicht nach <span class="artref">Art. 118 StPO</span> zur Beschwerde befugt. Formelle Rügen, zu deren Vorbringen sie unbesehen der fehlenden Legitimation in der Sache befugt wäre (sog. "Star-Praxis"; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=06.04.2020&amp;to_date=25.04.2020&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 141 V 1</a> E. 1.1 mit Hinweisen), erhebt die Beschwerdeführerin nicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu tragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin trägt die Gerichtskosten von Fr. 3'000.--. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Nidwalden, Beschwerdeabteilung in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 17. April 2020 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Denys </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Matt </div> </div></body></html>