B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-3230/2010 U r t e i l v o m 7. J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, Richterin Elena Avenati-Carpani, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______, Frankreich, vertreten durch den Verein Pleins feux sur les injustices, handelnd durch Jean-Marie Wurtlin und Christoph Jasny, Postfach 624, 4142 Münchenstein, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV (Rente). C-3230/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Die am (…) 1951 geborene, verheiratete, französische St aatsangehörige X._______ lebt in Frankreich (IV-act. 1). Sie war in den Jahren 1971 bis 2007 Grenzgängerin und arbeitete in der Schweiz als Pflegehilfe. Sie leis- tete dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und In- validenversicherung(IV-act. 7). Am 8. Juli 2008 stellte X._______ bei der IV-Stelle Basel -Stadt (nachfolgend: IV -Stelle BS) einen Antrag auf Au s- richtung einer Invalidenrente (IV-act. 1). B. B.a Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2010 (IV-act. 31) stellte die IV-Stelle BS X._______ die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da le- diglich ein Invaliditätsgrad von 27% vorliege. B.b Mit Schreiben vom 18. Februar 2010 (IV -act. 33) und vom 15. März 2010 (IV-act. 35) teilte X._______, vertreten durch den Verein Pleins feux sur les injustices, der IV-Stelle BS mit, sie sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden, und reichte einen weiteren ärztlichen Bericht ein. C. Mit Verfügung vom 9. April 2010 (IV -act. 38) wies die IV -Stelle für Vers i- cherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) das Leistung s- begehren von X._______ ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, bei einem Invaliditätsgrad von 27% liege keine rentenbegründende Invalidität vor, weshalb X._______ keinen Rentenanspruch habe. Die IVSTA stellte zur Beurteilung des G esuchs namentlich auf folgende Unterlagen ab: diverse ärztliche Atteste der behandelnden Ärzte aus den Jahren 2007 und 2008 (IV -act. 6.3 S. 8, 10 und 32), den Arztbericht des Kantonsspitals A._______ vom 16. Juli 2008 (IV-act. 11 S. 2 f.), das Gu t- achten von Dr. med. B._______, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 27. Februar 2009 (IV -act. 15), den Formularbericht von Dr. med. C._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom 1 6. April 2009 (IV-act. 17), den Abklärungsbericht Haushalt vom 23. Juni 2009 (IV - act. 21), das Gutachten von Dr. med. D._______, Facharzt für Kardiologie (IV-act. 29) und die Stellungnahme von Dr. med. E._______, Facharzt für Allgemeinmedizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 19. März 2010 (IV-act. 36). C-3230/2010 Seite 3 Die Ärzte diagnostizierten bei X._______ im Wesentlichen ein Aneurysma des Hauptstammes der linken Koronararterie (Status nach Resektion 06/2007), chronisches Lumbovertebralsyndrom (ICD -10 M54) mit/bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen mit schweren Oste o- chondrosen L3/4, L4/5 und L5/S1 sowie Status nach Wirbelkörper im- pressionsfraktur der Deck- und Bodenplatte von L4. D. Gegen die Verfügung vom 9. April 2010 erhob X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch den Verein Pleins feux sur les i n- justices, mit Eingabe vom 28. April 2010 Beschwerde beim Bundesve r- waltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verf ü- gung und die Zusprache einer Invalidenrente. Zur Begründung führte sie aus, aufgrund des Koronaraneurysmas und der Rückenproble me sei sie nicht mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. E. Am 1. Juni 2010 ist beim Bundesverwaltungsgericht der mit Zwischenver- fügung vom 10. Mai 2010 eingeholte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- eingegangen. F. Mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2 010 beantragte die Vorinstanz unter Verweis auf die Stellungnahme der IV -Stelle BS vom 30. Juni 2010 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte diese aus, gestützt auf die Gutachten der Dres. med. B._______ und D._______ sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in leichten, wechselbelaste n- den Tätigkeiten zu 100% arbeitsfähig sei; auf die nicht nachvollziehbare Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. C._______ könne nicht abgestellt werden. G. Mit Replik vom 7. September 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Begehren fest. H. Mit Duplik vom 11. Oktober 2010 verwies die IVSTA auf die Stellungna h- me der IV-Stelle BS vom 29. September 2010 und hielt an ihrem Antrag fest. C-3230/2010 Seite 4 I. I.a Mit unaufgeforderter Eingabe vom 7. Dezember 2010 teilte die Be- schwerdeführerin mit, sie werde demnächst ein Gutachten veranlassen, mit welchem ihr Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit aus kardi o- logischer Sicht beurteilt werden sollten. I.b Der Instruktionsrichter wies die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 10. Dezember 2010 darauf hin, dass sie für das Einholen des Gu t- achtens das Kostenrisiko trage, da im jetzigen Zeitpunkt die Notwendi g- keit, ein weiteres Gutachten einzuholen, noch nicht abzuschätzen sei. I.c Mit Eingabe vom 30. September 2011 reichte die Beschwer deführerin ein Gutachten von Dr. med. F._______, Facharzt für Kardiologie und I n- nere Medizin, vom 23. September 2009 ein. Der begutachtende Arzt bes- tätigte die bekannte kardiologische Diagnose und attestierte der B e- schwerdeführerin eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten seit Mai 2011. I.d Mit Stellungnahme vom 29. November 2011 beantragte die IVSTA mit Verweis auf die Stellungnahme der IV-Stelle BS vom 14. November 2011 und die medizinische Stellungnahme von Dr. med. E._______ vom 4. November 2011 die Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung. J. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten B e- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche- rung (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bundesver waltungsgericht B e- schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für C-3230/2010 Seite 5 Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Ver wal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG nichts an deres bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 lit. dbis VwVG bleiben in so - zialversicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestim mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vor behalten. Ge mäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Ge setzes auf die bun des- gesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungs gesetze es vor sehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die In validenversicherung a n- wendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG n icht ausdrücklich eine Ab- weichung vom ATSG vor sieht. Dabei finden nach den allgemeinen inte r- temporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anders- lautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, w elche im Zeit punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG beschwerdelegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss in- nert Frist geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 Die Beschwerdeführer in ist französische Staatsangehörige, so dass vorliegend das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweize - rischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemein - schaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend Koordinie- rung der Systeme der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der soziale n Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die i n- nerhalb der Gemeinschaft zu - und abwandern (Verordnung Nr. 1408/71, C-3230/2010 Seite 6 SR 0.831.109.268.1) haben die in den persönlichen An wendungsbereich der Verordnung fallenden, in einem Mitgliedstaat wohnenden Per sonen aufgrund der Rechts vorschriften eines Mitglied staats grundsätz lich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Noch nicht zu beachten sind vorliegend die am 1. April 2012 für die Schweiz anwendbar gewordenen neuen EU -Verordnungen (insb. Verord- nung [EG] Nr. 883/2004 und Verordnung [EG] Nr. 987/2009). 2.2 Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage an - wendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens – unter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit sowie der Ef- fektivität – sowie die Prüfung der Anspruchsvoraus setzungen einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich nach der in nerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vor- liegend der Anspruch der Be schwerdeführerin auf eine Rente der Inval i- denversicherung aus schliesslich nach dem in nerstaatlichen schweizer i- schen Recht, ins besondere nach dem IVG, der Verordnung vom 17. Ja- nuar 1961 über die Invalidenver sicherung (IVV, SR 831.201), dem ATSG sowie der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV, SR 830.11). 2.3 Nach der Rechtsprechung ste llt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 9. April 2010 ) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Be stimmungen des IVG und der Ver ordnung über die Invali denversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV, SR 832.201) respektive des ATSG und der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversich erungs- rechts (ATSV, SR 830.11) abzustellen, die für die Beur teilung eines Ren- tenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft stan den. Da vorliegend die Anmeldung zum Leistungsbezug am 8. Juli 2008 eingereicht worden ist, ist vorliegend auf die Fassunge n gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Im Folgenden wird – ohne anderslautende Hinweise – jeweils auf diese Fassungen Bezug genommen. C-3230/2010 Seite 7 Noch keine Anwendung findet vorlieg end das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnahmenpaket der 6. IV-Revision (IVG in der Fa s- sung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 2.4 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde - verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss - brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts der bei der IV-Stelle BS ein- gereichten Anmeldung zum Rentenbezug und die durch jene durchg e- führten Abklärungen die zuständige Verfügungsbehörde war. 3.1 Die örtliche Zuständigkeit der IV -Stelle richtet sich in der Regel nach dem Wohnsitz des Versicherten im Zeitpunkt de r Anmeldung (Art. 55 IVG). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung von Grenzgängern ist die IV-Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der be- nachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 IVV). 3.2 Die Beschwerdeführerin war Grenzgängerin und hatte ihre letzte A r- beitsstelle im Kanton Basel-Stadt; sie wohnt zudem noch im Grenzgebiet. Sie hat sich somit zu Recht bei der IV -Stelle BS zum Leistungsbezug a n- gemeldet. Der Erlass der Verfügung durch die IVST A ist gemäss obe n- stehenden Ausführungen nicht zu beanstanden. 4. 4.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG die rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben. 4.2 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs M o- naten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters- jahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG; vgl. auch Urtei l des Bundesgerichts [BGer] 9C_562/2012 E. 3). Somit ist vorliegend aufgrund der im Juli 2008 C-3230/2010 Seite 8 eingereichten Anmeldung ein Leistungsanspruch ab 1. Januar 2009 zu prüfen. 4.3 Nach den Bestimmungen der 5. IV-Revision haben Anspruch auf eine Rente Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs - massnahmen wieder her stellen, erhalten oder verbessern können, wä h- rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mi n- destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 lit. a bis c IVG). 4.4 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die vorauss ichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebre chen, Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Ge sundheit ver- ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliede rung verble i- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkei ten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperli chen, geistigen oder psych i- schen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisher i- gen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stel len haben. Aufgabe des Arz tes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we l- chem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Ver- sicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistu n- gen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 4.6 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jew eils beurteilt werden, ob die versicherte Person als (teil -)erwerbstätig oder nichter - werbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu - wendende Methode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine M e-C-3230/2010 Seite 9 thode des Einkommensvergleichs, gemi schte Methode, spezifische M e- thode des Betätigungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). 4.6.1 Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unver - änderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti gung bestünde. So sind insbesondere bei im Haushalt tätigen Versi cherten die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Ver hältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs - und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausb ildung sowie die pe r- sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme e iner im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil -)Er- werbstätigkeit der im Sozialversi cherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.6.2 Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für Hausfrauen, die vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens nicht ganztägig erwerbstä tig wa- ren, die sogenannte gemischte Methode anzuwenden (vgl. BGE 130 V 393 mit Hinweisen). Dabei wird die Invalidität im Bereich der Erwerbstätigkeit aufgrund des Einkommensvergleichs bestimmt, im B e- reich der üblichen Tätigkeit im Haushalt jedoch anhand des Betäti - gungsvergleichs bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Danach wird zu nächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbe- reich (so unter ande rem im Haushalt) bestimmt, wobei sich die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne ge sundheitliche Beei n- trächtigung erwerbstätig wäre, mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiär en, sozialen und erwerblichen Verhältnisse, beurteilt. Der Invaliditätsgrad ergibt sich schliesslich aus einer Addition der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvaliditäten. Beim Einkommensvergleich wird das Erwerbseinkom men, das die ver - sicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein kommen), in Beziehung g e- setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in- valid geworden wäre (sogenanntes Va lideneinkommen). Der Einko m- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden C-3230/2010 Seite 10 hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermi t- telt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Ei n- kommensdifferenz der Invalidi tätsgrad bestimmen lässt (all gemeine Me- thode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den Einkom mensvergleich sind die Ver hältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenan spruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erh e- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass respektive bis zum Einspracheentscheid zu be- rücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4). Für die Ermittlung des Einko m- mens, welches der Versicherte ohne In validität erzielen könnte (Valid e- neinkommen), ist entscheidend, was er im fraglichen Zeitpunkt nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein gültigen Beweisgrad der überwi e- genden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen) als Ge sunder tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Au snahmen von die sem Grundsatz müs sen ebenfalls mit überwiegender Wahrscheinlich keit e r- wiesen sein, damit sie berücksichtigt werden können. Für die Besti m- mung des Invalideneinkommens ist primär von der be ruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist – wie hier – kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen nach Eintritt der Invalidität mehr gegeben, nament lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder zumindest keine zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so sind nach der Rechtsprechung die gesamtschweizerischen Tabellenlöhne gemäss den vom BFS periodisch herausgegebenen Lohnstruk turerhebungen (LSE) heranzuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Massgebend sind dabei die monatlichen Brutto- löhne (Zentralwerte) im jeweiligen Wirtschaftssektor 4.7 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Bewe iswürdigung. Danach ha ben Versiche- rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge mäss zu würdigen. 4.7.1 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-C-3230/2010 Seite 11 tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge rungen der E x- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft des Be weismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdi gung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten auf- zustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund einge hender Beobach tungen und Untersuchungen s o- wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdi- gung volle Be weiskraft zuzuerken nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu verlässigkeit der Experti se sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Be richte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren auf tragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti zierenden Hausarzt wie auch für den behan - delnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). 4.7.2 Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt eines Versicherten sind – analog zur vorerwähnten Recht sprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizie r- ten Person verfasst wird, die Kenntnis von den ört lichen und räumlichen Verhältnissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sic h erg e- benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die A n- gaben der versicherten Person zu berücksichti gen, wobei divergie rende Meinungen der Betei ligten im Bericht aufzu zeigen sind. Der Berichts text muss schliesslich plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüg- lich der einzel nen Ein schränkungen sein sowie in Über einstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (in BGE 134 V 9 [Urteil C-3230/2010 Seite 12 I 246/05 vom 30. Oktober 2007] nicht publi zierte E. 5.2 mit Hinwei sen). Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Diese B e- weiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht en t- haltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für den Teil des Abklärungsberichts, der den mutmassli chen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teile r- werbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesun d- heitsfall betrifft (vgl. Urteil des BGer I 236/2006 vom 19. Juni 2006 E. 3.2 mit Hinweisen). Auch wenn bei den im Ausland wohnenden Versicherten mangels ge - eigneten Abklärungspersonen keine Haushalt abklärung (im Sinne ei ner Abklärung an Ort und Stelle gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV) durchge führt werden kann, muss die Beur teilung einer Beeinträch tigung im Haushalt nach analogen Grund sätzen erfolgen (vgl. Urteile des Bundes verwal- tungsgerichts C -4781/2008 vom 28. Juni 2010 E. 4.2 und C -5131/2007 vom 16. März 2009 E. 4.2.5). Ob eine solche Abklärung im einzelnen Fall genügt, ist anhand der konkreten Verhältnisse zu entscheiden. 4.8 Aufgrund des im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist sodann ein dauernd in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkter Versicherter gehalten, innert nütz- licher Frist Arbeit im angestammten oder einem anderen Berufs- oder Er- werbszweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie noch mög lich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 22 E. 4a, 111 V 235 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt beziehungsweise am Vertrau ensarzt der IV - Stelle zu e ntscheiden, in welchem Ausmass ein Versi cherter seine ve r- bliebene Arbeitsfähigkeit bei zumutbarer Tätigkeit und zumutbarem Ei n- satz auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein setzen kann. Diese A r- beitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrech nen zu lassen, wobei es unerheblich ist, ob er seine Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet oder nicht. Ebenso ist der Versicherte gehalten, im Rahmen des Möglichen und Z u- mutbaren Verfahrensweisen zu entwickeln, welche die Auswirkungen sei- ner Behinderung im hausw irtschaftlichen Aufgabenbereich re duzieren und ihm eine möglichst vollständige und unabhängige Erledi gung der Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann er wegen seiner Be hinderung ge- wisse dieser Arbeiten nur noch mühsam und mit viel hö herem Zeitau f- wand erledigen, so muss er in erster Linie seine Ar beit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehö rigen in Anspruch ne h-C-3230/2010 Seite 13 men. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haus halt tätigen Pers o- nen nur insoweit angenommen werden, als die Auf gaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittperso nen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, de nen dadurch nachgewiesene r- massen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige B e- lastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer im Haushalt tätigen Person zu berücksich tigende Mithilfe von Familienang e- hörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung übliche r- weise zu erwartende Unterstüt zung (vgl. BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hi n- weisen). 5. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die IVSTA das Leistungsbegehren der B e- schwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 5.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, aufgrund ihrer gesundheitl i- chen Beeinträchtigungen erfülle sie die Voraussetzungen für eine IV - Rente. 5.2 Die Vorinstanz führte aus, die eingereichten medizinischen Unterl a- gen hätten gezeigt, dass die Beschwerdeführerin nicht rentenrelevant eingeschränkt sei, weshalb sie keinen Anspruch auf eine Rente habe. 5.3 5.3.1 Den von der Beschwerdeführerin eingereichten und der IV-Stelle BS eingeholten medizinischen Unterlagen sind im Wesentlichen folgende D i- agnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: ein Rezidiv eines Koronaraneurysmas bei Status nach Resektion eines Koronaraneu- rysmas am Hauptstamm der linken Koronar arterie 06/2007, ein chron i- sches Lumbovertebralsyndrom (ICD -10 M54) mit ausgeprägten degen e- rativen Veränderungen mit schweren Osteochondrosen L3/4, L4/5 und L5/S1 sowie Status nach Wirbelkörperimpressionsfraktur der Deck- und Bodenplatte von L4. Ferner ste llten die Ärzte folgen de Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: arterielle Hypertonie (ICD -10 I10), Hypercholesterinämie (ICD-10 E78.0) und Status nach Nikotinabusus. 5.3.2 Die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin attestierten ihr e i- ne volle Arbeitsunfähigkeit. Dem Arztbericht des Kantonsspitals A._______ vom 16. Juli 2008 ist aus kardiologischer Sicht eine volle A r- beitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin zu entnehmen , sofern sich aus dem geplanten CT der Koronararterien respektive der Ko-C-3230/2010 Seite 14 ronarangiographie keine Hinweise für das Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit ergeben würden. Dr. med. B._______, Facharzt für Rhe u- matologie und Innere Medizin, attestierte aus rheumatologischer Sicht ei- ne Arbeitsunfähigkeit fü r die Tätigkeit als Pflegehelferin von 50% seit mindestens 27. Mai 2008 (Datum des MRI der LWS und somit der B e- funderhebung); in einer leidensangepassten Tätigkeit ohne Heben, Sto s- sen oder Ziehen von Gewichten von über 10 kg sowie ohne regelmäss i- ges Bücken oder sonstigen ungünstigen Haltungen für die Wirbelsäule sei eine ganztägige Arbeit denkbar . Dr. med. C._______ attestierte der Beschwerdeführerin mit Verweis auf das Attest des Kardiologen Dr. med. G._______ vom 3. Februar 2009 eine volle Arbeitsunfähigk eit seit dem 2. Februar 2009. Dr. med. D._______, Facharzt für Kardiologie, ging in seinem Gutachten vom 27. August 2009 davon aus, die B e- schwerdeführerin dürfe keine schweren oder mittelschweren Arbeiten ausführen, da sich dies ungünstig auf das Aneurysma auswirken könne; die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin sei ihr somit seit 2. Februar 2008 (recte: 2009) nicht mehr zumutbar , da diese zu einer Blutdruckerhöhung führen könnte und sich dies ungünstig auf die weitere Entwicklung des Aneurysmas auswirken würde und eventuell sogar die Gefahr einer Ru p- tur herbeiführen könn te. Leichte Arbeiten seien der Beschwerdeführerin aber zu 100% zumutbar. Dr. med. E._______, FA für Allgemeinmedizin, schloss sich in seiner abschliessenden RAD -Stellungnahme vom 19. März 2010 dieser Einschätzung von Dr. med. D._______ an, da d a- von auszugehen sei, dass bei regelmässigen kardiologischen Kontrollen eine allfällige Verschlechterung rechtzeitig bemerkt und das Leistungspro- fil angepasst werden würde. 5.4 Die angefochtene Verfügung beruht im Wesentlichen auf den Gutach- ten der Dres. med. B._______ und D._______ sowie auf der Haushalt s- abklärung vom 23. Juni 2009. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sich alle beurteilenden Ärz- te im Wesentlichen über di e gestellten Diagnosen einig sind. A uch die Beschwerdeführerin machte keine zusätzlichen gesundheitlichen Probl e- me geltend; die Diagnosen können somit als unbestritten angesehen werden. Ferner ist die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von den Ärzten übereinstimmend seit 27. Mai 2008 auf 50% (vgl. das Gutachten von Dr. med. B._______ vom 27. Februar 2009) und ab 2. Februar 2009 auf 100% (vgl. namentlich den Bericht von Dr. med. C._______ vom 16. April C-3230/2010 Seite 15 2009 und die Gutachten von Dr. med. B._______ vom 27. Februar 2009 und Dr. med. D._______ vom 27. August 2009) eingeschätzt worden. Aufgrund der für die fragliche Zeit (vgl. E. 4.2 hiervor) relativ hohen A r- beitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ist nicht zu beanstanden, dass die IVSTA sich somit für die Berechnung des IV-Grades an der Arbeitsfä- higkeit in Verweistätigkeiten orientiert hat. Vorweg ist festzuhalten, dass aufgrund des zeitlichen Rahmens der vo r- liegenden Beurteilung (allfälliger Leistungsanspruch frühestens ab 1. Januar 2009) den ärztlichen Berichten der behandelnden Ärzte, welche vor Januar 2009 erstellt worden sind, für die Arbeitsfähigkeit ab 1. Januar 2009 keine zuverlässigen Auskünfte entnommen werden können, so dass diese nicht zu berücksichtigen sind. Für die Prüfung sind s omit im W e- sentlichen die Gutachten von Dr. med. B._______ und Dr. med. D._______, der For mularbericht von Dr. med. C._______, der Abklärungsbericht Haushalt und die Stellungnahme von Dr. med. E._______ der RAD zu berücksichtigen. Dr. med. B._______ und Dr. med. D._______ stimmen in ihrer Beurteilung überein, dass die Beschwerdeführerin in leichten Verweistätigkeiten ohne schweres Tragen, Schieben etc. sicher seit 2. Februar 2009 zu 100% arbeitsfähig gewesen sei. Auch Dr. med. E._______ schloss sich dieser Einschätzung an. L e- diglich Dr. med. C._______ ging offenbar davon aus, dass die Beschwe r- deführerin auch in Verweistätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig sei, da er – ohne explizite Unterscheidung zwischen verschiedenen Tätigkeiten – eine generelle Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierte. Da Dr. med. C._______ Facharzt für Allgemeinmedizin ist und davon auszu- gehen ist, dass die Fachärzte besser geeignet sind, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu beurteilen, ist nicht auf seine undifferenzierte Einschätzung, die er zudem auch nicht begründete, abzustellen. Indes ist auf die begründete und nachvollziehbare Einschätzung des Kardiologen Dr. med. D._______ abzustellen, der als Facharzt geeignet ist, die Ei n- schränkung der Arbeitsfähigkeit aus kardiolo gischer Sicht zu beurteilen. Es ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin gemäss Beurteilung von Dr. med. D._______ seit 2. Februar 2009 in einer leichten und angepassten Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig ist. Wie bereits dargelegt, gehen die Ärzte davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bis zum 2. Februar 2009 tendenziell verschlech- tert hat. Da nach dieser Verschlechterung, wie soeben festgestellt, die Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten auf 100% festzusetzen ist, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit und mangels anderslautender Hinwe i-C-3230/2010 Seite 16 se davon auszugehen, dass dies somit erst recht auch für die (kurze) Zeit von 1. Januar 2009 bis 1. Februar 2009 gelten muss. Dem Abklärungsbericht Haushalt vom 23. Juni 2009, welcher sich auf die anlässlich eines Besuchs bei der Beschwerdeführerin durchgeführten Ab- klärungen vom 10. Juni 2009 stützt, kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin vor Eintritt ihres Gesundheitsschadens zu 80% als Pflegehilfe erwerbstätig gewesen sei; dementsprechend sei ihre Tätigkeit im Haushalt mit 20% zu beziffern. Im Abklärungsbericht wurde festgeha l- ten, dass gemäss Angaben der Beschwerdeführerin sich ihr Zustand seit Februar 2009 – mit Ausnahme der Verminderung der Blutplättchen – nicht mehr verändert habe. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Abkl ä- rungsergebnisse im Haushalt gleich wie die Arbeitsfähigkeit in Verweist ä- tigkeiten auf den Zeitraum ab 1. Januar 2009 Anwendung finden. Da die Abklärungen sorgfältig und anlässlich eines B esuchs bei der Beschwe r- deführerin durchgeführt worden sind, die Abklärungsergebnisse nachvoll- ziehbar sind und von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten we r- den, ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Aufgabenbe- reich Haushalt – wie im Be richt ermittelt – insgesamt zu 17% eing e- schränkt ist. 5.5 Der anlässlich des Beschwerdeverfahrens eingereichte Bericht von Dr. med. F._______, Facharzt für Kardiologie und Innere Medizin, vom 23. September 2011 (BVGer -act. 14) attestierte der Beschwerdeführerin ein Aneurysma des Hauptstammes der linken Koronarart erie mit Status nach Resektion ein es Aneurysmas am 15. Juni 2007 mit/bei Rezidiv des Aneurysmas am distalen Hauptstamm, knapp erhaltener Pumpfunktion (EF 15%) aber mit Nachweis ein er Akinesie respektiv eines dyskinet i- schen Areals mit Beginn eines Aneurysmas und sehr dünnem Myokard des basalen Septums, Persistenz des Aneurysmas ohne Thrombus mit einer Grösse von 8x6mm distaler Hauptstamm , aber mit diskreter Infiltra- tion des Ostiums d er Circumflexa und ohne Nachweis von relevanten Rhythmusstörungen, insbesondere keine Kammertachykardien. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte der begutachtende Arzt aus, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin aufgrund des progr e- dienten Aneurysmas und namentlich auch aufgrund der beginnenden Obstruktion des Circumflexa verschlechtert habe; deshalb sei sie sowohl für leichte als auch für schwere Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig. Ferner wies er darauf hin, dass sich die Beschwerdefü hrerin demnächst wohl ei- ner Re-Operation mit Bypass-Operation werde unterziehen müssen. C-3230/2010 Seite 17 Die Vorinstanz holte zufolge des neu eingereichten Berichts von Dr. med. F._______ eine weitere RAD Stellungnahme ein. Dr. med. E._______, Facharzt für Allgemeinmedizin , des RAD bestätigte in seiner Stellungnahme vom 4. November 2011 (BVGer-act. 16) die Einschätzung des Experten Dr. med. F._______ und kam zum Schluss, dass seit Mai 2011 (Datum der CT -Kontrolle) eine volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten vorli ege. Die IVSTA beantragte gestützt auf diese Stellun g- nahme des RAD die Gutheissung der Beschwerde und die Rückweisung zur weiteren Abklärung. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass sich die neuen Feststellungen auf die Zeit ab Mai 2011, also nach Verfügungse r- lass (9. April 2010), beziehen und somit – wie bereits ausgeführt (vgl. E. 2.3 hiervor) – vorliegend nicht zu berücksichtigen sind, zumal sie in Bezug auf die Zeit vor dem Verfügungserlass keine neuen Erkenntnisse bringen. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass vorliegend gestützt auf die medizinischen Berichte und die Haushaltsabklärung davon auszug e- hen ist, dass die Beschwerdeführerin seit 1. Januar 2009 in Verweistätig- keiten zu 100% arbeitsfähig und im Haushalt zu 17% eingeschränkt ist. 6. Es bleibt noch der Invaliditätsgrad zu ermitteln. 6.1 Gemäss den Angaben der früheren Arbeitgeberin der Beschwerdefüh- rerin hat sie in ihrer bisherigen Tätigkeit als Pflegehelferin im Jahr 2008 bei einem Pensum von 80% Fr. 47'989.-- verdient. Die IVSTA berücksich- tigte zusätzlich einen Zuschlag von Fr. 1'945.-- für Sonntags - und Schichtarbeit, was nicht zu beanstanden ist und von der Beschwerdefü h- rerin auch nicht bestritten wird. Es ist somit für das Jahr 2008 von einem jährlichen Einkommen von Fr. 49'934.-- respektive Fr. 4'161.15 pro Monat auszugehen. Da der frühestmögliche Rentenbeginn auf Januar 2009 fällt (vgl. E. 4.2 hiervor), ist das Einkommen entsprechend aufzurechnen. Der Lohnindex hat sich vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2009 von 104,9 auf 107,1 entwickelt, weshalb f ür das Jahr 2009 von einem Valideneinko m- men von Fr. 4'248.40 (Fr. 4'161.15 : 104,9 x 107,1) auszugehen ist. 6.2 Das Invalideneinkommen als Mitarbeiterin für leichte Verweistätigke i- ten, welche der Beschwerdeführerin gemäss ärztlicher Einschätzung noch zumutbar sind, ist durch Ermittlung des Durchschnitts für verschi e- dene Tätigkeiten gemäss LSE -Tabellen 2008, TA1, Niveau 4, Zentralwert Frauen festzulegen. Es beträgt Fr. 4'116.-- respektive Fr. 4'202.30 (nach C-3230/2010 Seite 18 der Aufindexierung von 2008 auf 2009) bei einem Pensum von 40 Wochenstunden und ist auf die durchschnittliche betriebliche Arbeit s- zeit aller Branchen im Jahr 2009 von 41,6 Stunden aufzurechnen, was monatlich Fr. 4'370.40 ergibt. Unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände der Beschwerdeführerin rechtfert igt es sich zudem, einen le i- densbedingten Abzug von 15% zu gewähren, was zu einem Einkommen von Fr. 3'714.85 führt. Bei einem Pensum von 80% beträgt somit das a n- rechenbare Invalideneinkomm en im Jahr 2009 Fr. 2'971.90 (80% von Fr. 3'714.85). 6.3 Der Vergleich von Valideneinkommen (Fr. 4'248.40) und Invalidenein- kommen (Fr. 2'971.90) ergibt so mit einen Invaliditätsgrad von 30 %. Die- ser Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich ist gemäss dem Arbeitspensum der Beschwerdeführerin zu 80% anzurechnen, woraus si ch der Invalid i- tätsgrad im Erwerbsbereich von 24% ergibt. Der Vollständigkeit halber ist hier anzumerken, dass selbst ein maximaler leidensbedingter Abzug von 25% zu einem Invaliditätsgrad i m Erwerbsbereich von lediglich 38 % füh- ren würde, was – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – auch unter Be- rücksichtigung des Invaliditätsgrades im Haushalt keinen Anspruch auf eine Rente gibt. Die Einschränkung im Haushalt beträgt gemäss Abkl ä- rungsbericht 17% und ist zu 20% zu berücksichtigen. Somit beträgt der Invaliditätsgrad im Aufgabenbereich 3,4%. Der addierte Invaliditätsgrad von Erwerbstätigkeit und Haushalt be trägt somit 27,4 %, was keinen A n- spruch auf eine Invalidenrente begründet. Die IVSTA hat somit das Lei s- tungsbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vo m 9. April 2010 zu Recht abgewiesen. Die vorliegende Beschwerde gegen diese Verf ü- gung ist somit abzuweisen. 7. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. September 2011, mit we l- cher sie neue medizinische Unterlagen eingereicht hat, ist jedoch als neues Leist ungsbegehren zu betrachten und – wie von der Vorinstanz beantragt – an diese zu überweisen, damit sie das Gesuch prüfe. 8. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 8.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV -Leistungen nach dem Verfahrensauf wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 -1'000 Franken festzule-C-3230/2010 Seite 19 gen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Für das vorliegende Verfahren sind die Verfah- renskosten auf Fr. 400.-- festzusetzen und der Be schwerdeführerin als unterlegene Partei aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.-- sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Be gehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und ver hältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bunde s- behörde hat die IVSTA jedoch keinen Anspruch auf Partei entschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen A n- spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). C-3230/2010 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Akten werden der Vorinstanz überwiesen, damit diese das neue Leis- tungsbegehren prüft. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- werden der Beschwerde- führerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 400.-- verrechnet. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis C-3230/2010 Seite 21 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: