Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 4. Juni 2015 (715 14 310 / 140) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Ablehnung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung wegen Verletzung der Schaden- minderungspflicht (Lohnforderungen unzureichend geltend gemacht) Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Daniel Noll, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Milena Grob Parteien A.____, Josefstrasse 8, 8005 Zürich, Besch werdeführer gegen Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland , Bahnhofstrasse 32, Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin Betreff Insolvenzentschädigung A. Der 1972 geborene A.____ war vom 1. Mai 2013 bi s zum 30. November 2013 bei der B.____ AG in einem 100% Pensum als kaufmännischer A ngestellter im Bereich Marketing und Strategie angestellt. Ab dem 16. Juli 2013 hat die Arbeitgeberin A.____ keinen Lohn mehr aus- bezahlt. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2013 teilte die B.____ AG A.____ mit, dass in den nächsten Tagen der Konkurs eingeleitet und die Künd igung des Arbeitsverhältnisses per 30. November 2013 ausgesprochen würde. Mit Formular vom 27. November 2013 (Eingang bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland [Arbei tslosenkasse] am 10. Dezember 2013) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellte A.____ Antrag auf Insolvenzentschädigung für den ausstehenden Lohn für die Zeit vom 16. Juli 2013 bis zum 30. November 2013 in der Höhe von Fr. 41‘437.55. Am 19. März 2014 hat das Bezirksgericht C.____ den Konkurs über die B.____ AG eröffnet. Mit Verfügung vom 5. Mai 2014 lehnte die Arbeitslosenkasse den Antrag auf Insolv enzentschädigung ab, mit der Begrün- dung, dass A.____ seiner Schadenminderungspflicht nicht na chgekommen sei. Insbesondere habe er es unterlassen, die offenen Lohnforderungen b ei der ehemaligen Arbeitgeberin rechts- genüglich geltend zu machen. Die dagegen erhobene Einsp rache wies die Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid vom 3. September 2014 ab. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ am 16. Septemb er 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt). Er beantragte die Aufhebung des Einspracheentsc heids sowie sinngemäss die Ausrich- tung der beantragten Insolvenzentschädigung. Zur Begründung führte er aus, dass er die Lohn- ausstände bei seiner Arbeitgeberin mehrfach moniert ha be. Er sei aber von seiner Arbeitgebe- rin immer wieder vertröstet worden. C. Die Arbeitslosenkasse liess sich mit Eingabe vom 22. Deze mber 2014 zur Beschwerde vernehmen und beantragt deren Abweisung. Zur Begründung verweist sie in erster Linie auf die Erwägungen im angefochtenen Einsprachentscheid. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obliga torische Arbeitslosenversi- cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Ju ni 1982 in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil d es Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentschei de aus dem Bereich der Arbeits- losenversicherung Beschwerde beim kantonalen Versicherungs gericht erhoben werden. Nach Art. 100 Abs. 3 AVIG in Verbindung mit den Art. 128 Abs. 1 und 119 Abs. 1 lit. d der Verord- nung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung un d die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31. August 1983 richtet sich die örtliche Zuständigk eit des kantonalen Versicherungsge- richts für die Beurteilung von Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Arbeitslosenkas- sen, welche die Insolvenzentschädigung betreffen, nach dem Ort des zuständigen Betreibungs- und Konkursamtes. Vorliegend war für das Konkursverfahre n über die B.____ AG ein Kon- kursamt im Kanton Basel-Landschaft zuständig, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan- tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem ber 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustän dig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vo m 16. September 2014 ist des- halb einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG haben beitragsp flichtige Arbeitnehmende von Arbeit- gebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unter liegen oder in der Schweiz Arbeit- nehmende beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädig ung, wenn gegen ihre Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen. Die Insol- venzentschädigung deckt nach Art. 52 Abs. 1 AVIG Lohnforderungen für die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 1 AVIG. Der gesetzliche Zweck der Insolvenzentschädigung besteht im Schutz der Lohnguthaben des Arbeitnehmers und soll diesem im Konkursfall des Arb eitgebers den Lebensunterhalt ga- rantieren. Damit soll vermieden werden, dass der betrof fene Arbeitnehmer durch den Verlust der Lohnforderung in seiner Existenz bedroht wird (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven zentschädigung vom 2. Juli 1980; BBl 1980 III 534 f. und 606; BGE 114 V 58 E. 3c und Urte il des Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialre chtliche Abteilungen] C 321/99 vom 20. April 2001 E. 3b). Dies vor dem Hintergrund, dass der Arbeitnehmer grundsätzlich vorleis- tungspflichtig ist und das Entgelt für seine Arbeit er st am Ende des Monats erhält (vgl. Art. 323 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des S chweizerischen Zivilgesetzbuches [OR] vom 30. März 1911). 2.2 Vorausgesetzt wird zunächst der erforderliche Bezug d es Arbeitgebers zur Schweiz. Der Arbeitgeber muss in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder aber zumindest in der Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen. Nach Art. 4 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) vom 11. April 1889 sind die im Handelsregister einge- tragenen juristischen Personen und Gesellschaften an ihr em Sitze zu betreiben (ordentlicher Betreibungsort; vgl. auch Art. 56 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. De- zember 1907). Gemäss Handelsregisterauszug hat die B.____ AG Sitz im Kanton Basel- Landschaft und ist im Handelsregister eingetragen, womi t sie der Zwangsvollstreckung in der Schweiz unterliegt. 2.3 Insolvenzentschädigung kann weiter erst beansprucht we rden, wenn ein bestimmtes Stadium im schuldbetreibungs- und konkursrechtlichen Ver fahren gegen den Arbeitgeber er- reicht worden ist. Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG bezeichn et die Eröffnung des Konkurses gegen den Arbeitgeber als massgeblich. Gemäss Handelsregisterauszug w urde über die B.____ AG mit Verfügung vom 19. März 2014 der Konkurs eröffnet. 2.4 Art. 53 Abs. 1 AVIG verlangt ferner, dass bei Konkur seröffnung über den Arbeitgeber der Arbeitnehmer seinen Entschädigungsanspruch späteste ns 60 Tage nach Veröffentlichung des Konkurses im Schweizerischen Handelsamtsblatt bei de r öffentlichen Kasse stellen muss, die am Ort des Betreibungs- und Konkursamtes zuständig i st. Der Beschwerdeführer reichte seinen Antrag auf Insolvenzentschädigung bereits am 27. N ovember 2013 und damit innerhalb der gesetzlich geforderten Frist bei der örtlich zuständig en Arbeitslosenkasse ein. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Fälle, in denen d er Konkurs über den Arbeitgeber während des Arbeitsverhältnisses eröffnet wurde, denjenigen Fällen gleichzustellen, in welchen das Arbeitsverhältnis zwar wegen Insolvenz des Arbeitgebe rs beendet wurde, sich die Eröff- nung des Konkurses aber verzögert. Der Versicherte soll sein en Anspruch auf Insolvenzent- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schädigung nicht deswegen verlieren, weil sich die Konkurse röffnung aus Gründen verzögert, die er nicht zu vertreten hat. Er ist für seine ausstehe nden Lohnguthaben ebenso schutzbedürf- tig wie ein Versicherter, dessen Arbeitgeber während de s Arbeitsverhältnisses in Konkurs fällt (BGE 114 V 59 E. 3c). 3.1 Wird der Arbeitgeber zahlungsunfähig, so kann der A rbeitnehmer gemäss Art. 337a OR das Arbeitsverhältnis fristlos auflösen, sofern ihm fü r seine Forderungen aus dem Arbeits- verhältnis nicht innert angemessener Frist Sicherheit geleistet wird. Dem Arbeitnehmer steht mit dieser Bestimmung die Möglichkeit offen zu verhindern, d ass er dem Arbeitgeber auf unbe- stimmte Zeit Kredit gewährt und das Risiko trägt, die G egenleistung nicht zu erhalten (vgl. BGE 120 II 212 E. 6a). Es kann von ihm jedoch nicht unt er dem Titel der Schadenminderungs- pflicht (vgl. BGE 129 V 463 E. 4.2, 123 V 233 E. 3c mi t Hinweisen) verlangt werden, diesen Schritt zu machen. Können Lohnansprüche während der Daue r des Arbeitsverhältnisses nicht erhältlich gemacht werden, bedeutet dies zudem noch nicht, dass dies auch im Konkursverfah- ren der Fall sein wird. Um zu verhindern, dass der Arbeitnehmer beliebig lange ohne Lohn beim bisherigen Arbeitgeber bleibt, hat der Gesetzgeber in Art. 52 Abs. 1 AVIG eine zeitliche Grenze für die Bezugsdauer der Insolvenzentschädigung gesetzt. Sp ätestens nach vier Monaten ohne Lohn ist es dem Arbeitnehmer demnach aus arbeitslosenversich erungsrechtlicher Sicht nicht mehr zumutbar, beim insolventen Arbeitgeber zu verbleib en. Dem Schutzzweck der Insolven- zentschädigung entsprechend sollen nicht Unternehmensr isiken abgedeckt, sondern soziale Härten der Arbeitnehmenden vermieden werden (vgl. SV R 2005, AlV Nr. 10 S. 31 f. E. 5.3; Ur- teil des EVG C 264/04 vom 20. Juli 2005). Verbleibt d er Arbeitnehmer ohne Lohnbezug über diesen Zeitraum hinaus beim bisherigen Arbeitgeber, an statt sich nach einer neuen Beschäfti- gung umzusehen, handelt er auf eigenes Risiko (vgl. Urt eil des EVG C 270/05 vom 6. Februar 2006). 3.2.1 Nach Art. 55 Abs. 1 AVIG müssen Arbeitnehmende i m Konkurs- oder Pfändungsver- fahren alles unternehmen, um ihre Ansprüche gegenübe r dem Arbeitgeber zu wahren, bis die Kasse ihnen mitteilt, dass sie an ihrer Stelle in das V erfahren eingetreten ist. Danach müssen sie die Arbeitslosenkasse bei der Verfolgung ihres Anspruc hs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen. Diese Bestimmung bezieht sich dem Wortlaut nach auf das Konkurs- und Pfän- dungsverfahren. In reduziertem Umfang greift diese Scha denminderungspflicht bereits vor der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, wenn der Arbeitgeber der Lohnzahlungspflicht nicht oder nur teilweise nachkommt und mit einem Lohnverlust zu r echnen ist (vgl. ARV 2002 Nr. 30 S. 190). 3.2.2 Die Anforderungen an die Erfüllung der Schaden minderungspflicht und damit an die ausreichenden Bemühungen im Sinne von Art. 55 Abs. 1 AVIG wurden vom Bundesgericht in den letzten Jahren präzisiert. In BGE 114 V 60 E. 4 füh rt das Bundesgericht aus, der Anspruch auf Insolvenzentschädigung entfalle, wenn der Arbeitne hmer vor oder nach der Auflösung des Arbeitsverhältnisses seine Lohnansprüche nicht innert nü tzlicher Frist geltend mache. Dabei setze der Anspruch auf Insolvenzentschädigung nicht voraus, dass der Versicherte unverzüg- lich betreibungsrechtliche Schritte gegen seinen Arbeit geber einleite (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 4. September 2001; C 91/01). Es genügt, wenn die Arbeitnehmenden unmissver- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständliche Zeichen setzen, aus denen die Ernsthaftigkeit ihrer Lohnforderungen zu erkennen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2001, C 1 94/01, E. 2b). Das Wesen der Insolven- zentschädigung habe nämlich genau zum Ziel, die versicher te Person nicht in lang anhaltende und kostspielige Verfahren verwickeln zu lassen. In einem weiteren Entscheid hat das Bundes- gericht diese Praxis nunmehr bestätigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. Oktober 2004, C 114/04) und konkretisiert, dass einer versicherten Pers on vor Auflösung des Arbeitsverhält- nisses nicht die gleiche Schadenminderungspflicht oblieg e wie danach. Das Ausmass der vo- rausgesetzten Schadenminderungspflicht richte sich nach den jeweiligen Umständen des Ein- zelfalls (Urteil vom 6. Februar 2006, C 270/05, E. 3.1 ). Zu weitergehenden Schritten ist die ver- sicherte Person insbesondere dann gehalten, wenn es sich um erhebliche Lohnausstände han- delt und sie konkret mit einem Lohnverlust rechnen muss. U nmissverständliche Zeichen zur Geltendmachung der Lohnforderungen würden dabei nicht ausreichen. Gefordert sei eine kon- sequente und kontinuierliche Weiterverfolgung der einge leiteten Schritte, welche in einem der vom Gesetz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadie n münden müssten, damit ein Anspruch auf Insolvenzentschädigung bestehe (Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2009, 8C_462/2009, E. 3.3). Selbst wenn die Überschuldung des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin offensichtlich erscheine, sei es keineswegs ausgeschlossen, d ass die Lohnforderungen von Arbeitnehmern kurz vor der Konkurseröffnung oder der Pf ändung doch noch beglichen würden (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2011, 8C_63 0/2011, E. 4.2). Gemäss Urteil vom 25. Juni 1998 (C 183/97) verliert ein Versicherter, d essen Arbeitsverhältnis lange vor dem Kon- kurs des Arbeitgebers beendigt worden ist und der nach B eendigung des Arbeitsverhältnisses mehr als ein Jahr zuwartet, um ausstehende Löhne gelten d zu machen, den Anspruch auf In- solvenzentschädigung (vgl. auch Urteil vom 4. Juli 2002, C 39/02). Im Urteil 8C_898/2011 vom 6. Juni 2012 erkannte das Bundesgericht jedoch keine V erletzung der Schadenminderungs- pflicht darin, dass ab Zeitpunkt der Zahlungseinstellu ng des Arbeitgebers bis zur Einreichung des Betreibungsbegehrens knapp zwei Monate verstrichen. I n einem anderen Fall entschied das Bundesgericht, dass von einem hochbezahlten Projektver antwortlichen zielgerichtetes Ver- halten erwartet werden dürfe. In diesem Sinne könne nicht beanstandet werden, dass die blos- se mündliche Geltendmachung nach einem Ausstand von me hr als drei bis vier Monaten als grobe Missachtung des objektiv zu Erwartenden gewertet wo rden sei (Urteil des Bundesge- richts vom 29. August 2011, 8C_66/2011, E. 4.3). Demgeg enüber stelle das Bundesgericht in einem anderen Entscheid fest, dass ein Zuwarten von drei Monaten vom Ausbleiben der ge- schuldeten Lohnzahlung bis zur schriftlichen Geltendmachung kein grobes Verschulden darstel- le, da es sich um einen Vorarbeiter im Baugewerbe hand elte, der es nicht gewohnt gewesen sei, mit seiner Arbeitgeberin schriftlich zu kommuniziere n (Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2009, 8C_643/2008, E. 4). 3.2.3 In einem neueren Urteil führt das Bundesgericht aus, dass nach konstanter Rechtspre- chung es für die Erfüllung der Schadenminderungspflicht in der Regel nicht genüge, wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt würden. Dies gelte beispielsweise, wenn es um eine langandauernde, das heisst über zwei bis drei Mona te hinaus andauernde Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers gehe ; wenn überhaupt keine, also auch keine Akonto- oder Teilzahlung erfolge; wenn aus der Sicht des Versicherten nicht mit guten Gründen damit gerechnet werden könne, dass sich bald eine Besserung der Situation ergebe und wenn Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht andere, im Einzelfall verständliche Gründe vorläge n, die ein Zuwarten mit zielgerichteten Schritten aus objektiver Sicht verständlich erscheinen liesse n. Insbesondere sei der Umstand allein, dass zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitneh mer verwandtschaftliche Beziehun- gen bestünden, keine hinreichende Begründung für ei n Nichtergreifen der notwendigen Mass- nahmen. Zwar möge mit Blick auf ein bestehendes Familie nverhältnis aus persönlicher Sicht verständlich erscheinen, dass von weiteren Massnahmen zur Rea lisierung der Lohnansprüche abgesehen würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_685/2009 vom 23. Oktober 2009, E. 4.2). 3.3 Eine Leistungsverweigerung infolge Verletzung der Schadenminderungspflicht im Sin- ne von Art. 55 Abs. 1 AVIG setzt voraus, dass einer versicher ten Person ein schweres Ver- schulden, also vorsätzliches oder grobfahrlässiges Handeln od er Unterlassen, vorgeworfen werden kann (vgl. U RS BURGHERR , Die Insolvenzentschädigung, Zahlungsunfähigkeit des Ar- beitgebers als versichertes Risiko, Diss. Zürich 2004, S. 166 und Fn. 640). Das Ausmass der vorausgesetzten Schadenminderungspflicht richtet sich – wie bereits ausgeführt – nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls. Vom Arbeitnehme r wird in der Regel nicht verlangt, dass er bereits während des bestehenden Arbeitsverhältnisses g egen den Arbeitgeber betreibungs- rechtliche Schritte einleitet oder eine Klage einreicht . Es genügt, wenn die Arbeitnehmenden unmissverständliche Zeichen setzen, aus denen die Ernsthaft igkeit ihrer Lohnforderungen zu erkennen ist (vgl. Urteil des EVG C 194/01 vom 15. Okto ber 2001, E. 2b). Zu weitergehenden Schritten ist die versicherte Person jedoch dann gehalte n, wenn es sich um erhebliche Lohn- ausstände handelt und sie konkret mit einem Lohnverlust rechnen muss (vgl. Urteile des EVG C 270/05 vom 6. Februar 2006, C 264/04 vom 20. Juli 20 05, C 114/04 vom 14. Oktober 2004 und C 33/02 vom 4. Juli 2002). 4.1 Vorliegend ist somit zu prüfen, ob der Beschwerdefüh rer seiner Schadenminderungs- pflicht nachgekommen ist. 4.2 Aus den Akten ergibt sich Folgendes: Im Antrag auf Insolvenzentschädigung vom 27. November 2013 gab der Beschwerdeführer an, seinen Lohn von Mai 2013 bis Mitte Juli 2013 erhalten zu haben. Für die Monate Juli bis Novembe r 2013 machte er offene Lohnforde- rungen geltend. Aus den Akten geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführer sich erstmals am 16. August 2013 per E-Mail bei D.____, Geschäftsfü hrer der B.____ AG, nach dem ausste- henden Lohn für den Monat Juli 2013 erkundigte. Mit E-Mail vom gleichen Tag versprach D.____ die Zahlung des Lohnes in der darauffolgenden Woche. Am 3. September 2013 erkun- digte sich der Beschwerdeführer erneut per E-Mail nach seinem ausstehenden Lohn. Zu die- sem Zeitpunkt waren bereits 1,5 Monatslöhne ausstehend. Dem E-Mail des Beschwerdeführers lässt sich entnehmen, dass zwischenzeitlich Gespräche zwischen dem Geschäftsführer der B.____ AG und dem Beschwerdeführer stattgefunden haben . Diese Gespräche wurden auch von E.____, Mitarbeiterin der B.____ AG, in einem Sch reiben vom 23. Mai 2014 bestätigt. Am 4. September 2013 teilte D.____ dem Beschwerdeführer per E-Mail mit, dass die Zahlung an den Beschwerdeführer ausgelöst worden sei und er sich kein e Sorgen machen solle. Am 19. September 2013 meldete sich der Beschwerdeführer e rneut bei D.____ per E-Mail, da ihn die versprochene Zahlung bis zu diesem Datum nicht erreicht hatte. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Mit eingeschriebenem Brief vom 26. Oktober 2013 t eilte die Arbeitgeberin dem Be- schwerdeführer mit, dass sie Insolvenz anmelden werde. Sie führte in diesem Schreiben aus, dass dies für die Mitarbeiter bedeute, dass die ausstehend en Löhne von der Arbeitslosenkasse übernommen würden. Der Beschwerdeführer meldete sich d arauf am 28. Oktober 2014 telefo- nisch bei der Beschwerdegegnerin und erhielt daraufhin Informationen zur Insolvenzentschädi- gung zugestellt. Die Beschwerdegegnerin sendete dem Be schwerdeführer am selben Tag ein Informationsschreiben betreffend Insolvenzentschädigung zu. Mit eingeschriebenem Brief vom 30. Oktober 2013 bestätigte die Arbeitgeberin erneut, dass der Konkurs in den nächsten Tagen eingeleitet würde und die Kündigung des Beschwerdefüh rers per 30. November 2013 erfolge. Weiter führte sie aus, dass bei einem Konkurs grundsätzlic h keine Kündigung erfolgen müsse. Ebenfalls mit Datum vom 30. Oktober 2013 wurde dem Besc hwerdeführer ein Arbeitszeugnis ausgestellt, worin erneut bestätigt wurde, dass die B.____ AG Konkurs anmelden werde. 4.4 Auf seine E-Mail an D.____ vom 19. September 2013 erhielt der Beschwerdeführer keine zeitnahe Antwort. Aus der darauffolgenden E-Mai l des Beschwerdeführers an D.____ vom 12. November 2013 ergibt sich, dass der Beschwerdefüh rer zwischenzeitlich mit D.____ telefoniert haben muss und von diesem offenbar mündlich vertröstet wurde. Der Beschwerde- führer forderte D.____ am 12. November 2012 erneut per E-Mail zur Zahlung der ausstehenden Löhne auf. 4.5 Mit Schreiben vom 27. November 2015 reichte der Besc hwerdeführer der Arbeitslo- senkasse nebst dem Antrag auf Insolvenzentschädigung diverse Unterlagen ein und führte aus, dass die Arbeitgeberin ihm mitgeteilt habe, dass der K onkurs angemeldet worden sei. Weiter erklärte er, zu keinem Zeitpunkt an der B.____ AG bete iligt gewesen zu sein, der Gesellschaft kein Darlehen gewährt und über keine Unterschriftsberec htigung verfügt zu haben. Bis am 14. Januar 2014 wurde der Konkurs über die B.____ AG noch nicht eröffnet, weshalb die Ar- beitslosenkasse dem Beschwerdeführer ein Schreiben mit Informationen über die zur Sicherung der Forderung notwendigen Handlungen gegenüber der Arbeitgeberin zukommen liess. In die- sem Schreiben wies die Arbeitslosenkasse den Beschwerdef ührer darauf hin, dass sich nicht voraussagen liesse, wann und ob überhaupt Konkurs über die B.____ AG eröffnet werde. 4.6 Der Beschwerdeführer leitete am 23. Januar 2014 eine Betreibung gegen die Arbeitge- berin ein. Am 19. März 2014 wurde der Konkurs über die B.____ AG eröffnet. 5. Die Vorinstanz ging in ihrem Einspracheentscheid vom 3. September 2014 davon aus, dass der Beschwerdeführer seine Schadenminderungspflicht verletzt habe, indem er der Ar- beitgeberin nie eine Zahlungsfrist gesetzt habe und zwi schen dem 19. September 2013 und dem 12. November 2013 seine offene Forderungen nicht geltend gemacht habe. Der Be- schwerdeführer sei erst wieder aktiv geworden, als die eh emalige Arbeitgeberin über den be- vorstehenden Konkurs informierte. Erst am 10. Dezember 20 13 habe er den Antrag auf Insol- venzentschädigung eingereicht, womit er vom 20. Septemb er 2013 bis am 10. Dezember 2013 seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen sei. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Von entscheidender Bedeutung ist vorliegend die Tatsache, dass der Beschwerdefüh- rer in der Zeitspanne vom 19. September 2013 bis zum 12 . November 2013 seine Forderung einzig mündlich mahnte und keinerlei Schritte zur Reali sierung der Lohnausstände unternom- men hat. Mit zunehmendem Zeitablauf wurde es jedenfa lls immer unwahrscheinlicher, dass die ehemalige Arbeitgeberin noch Mittel gehabt hätte, u m die ausstehenden Löhne begleichen zu können. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht wäre der Beschwerdeführer daher gehalten gewesen, die zur Realisierung der Lohnansprüche erforderlichen rechtlichen Schritte in die We- ge zu leiten und nicht lediglich mündlich nachzufragen. Indem er während knapp 8 Wochen vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses trotz des drohenden Lohnverlusts ausser mündlichen Mahnungen keine Schritte zur Einforderung der ausstehend en Löhne unternommen hat, ist er der in Art. 55 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderun gspflicht nicht hinreichend nachge- kommen. 6.2 Unter Bezugnahme auf die unter E. 3.2.2 hiervor genannte bundesgerichtliche Recht- sprechung ist in der langen Untätigkeit des Beschwerdefü hrers eine Verletzung seiner Scha- denminderungspflicht zu sehen. Der Beschwerdeführer hat sich unbestrittenermassen mehrfach mündlich und per E-Mail nach seinem Lohn erkundigt. Da die Lohnausstände aber beträchtlich waren und der Lohn über eine lange Zeit nicht bezahlt wurde, wäre der Beschwerdeführer ge- mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung verpflichtet gewese n, seine Lohnforderung gegen- über der Arbeitgeberin vehementer und mit Nachdruck geltend zu machen. Insbesondere nach- dem der Beschwerdeführer von D.____ die wahrheitswidrig e Angabe erhielt, der Lohn sei be- zahlt worden, hätte der Beschwerdeführer seiner Arbeitg eberin einen eingeschriebenen Brief senden müssen. Zu jenem Zeitpunkt war mehr Lohn ausstehen d als der Beschwerdeführer überhaupt je von seiner Arbeitgeberin ausbezahlt erhalten hat. Auch eine Überschuldung würde nicht ausschliessen, dass eine Arbeitgeberin noch über liq uide Mittel verfügte, welche aber – mangels Druck seitens der Arbeitnehmenden – prioritär f ür andere Zwecke als für die Bezah- lung der Lohnausstände verwendete. Für den Anspruch auf Insolvenzentschädigung ist rele- vant, welche Anstrengungen von einer versicherten Perso n ex ante zur Geltendmachung ihrer Lohnausstände gegenüber der Arbeitgeberin erwartet w erden können (Urteil des Bundesge- richts vom 17. Juli 2014, 8C_211/2014, E. 6.3). Die Vo rinstanz führt zu Recht an, dass der Be- schwerdeführer vom 20. September 2013 bis am 12. November 2013 seine Arbeitgeberin einzig mündlich mahnte und damit seiner Schadenminderungspfli cht vor Beendigung des Arbeitsver- hältnisses nicht nachgekommen ist. Insbesondere ist nich t belegt, dass sich der Beschwerde- führer mit einem eingeschriebenen Brief an seine Arbe itgeberin gewendet hat. Die versicherte Person hätte sich gegenüber der (ehemaligen) Arbeitgeb erin so zu verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar nicht gäbe (vgl. U RS BURGHERR , a.a.O., S. 149). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die diesbezügliche Würdig ung der Vorinstanz ist deshalb nicht zu beanstanden. 7. Daran vermögen die Vorbringen des Beschwerdeführers, auf welche sogleich einzeln eingegangen wird, nichts zu ändern. 7.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe unmissver ständliche Zeichen gesetzt. Es sei klar, dass er sich für seinen Lohn stark gemacht habe. Dies mit allen Mitteln, die ihm zur Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung gestanden hätten. Wie unter E. 4. ff darge stellt, hat sich der Beschwerdeführer per E-Mail und mündlich an D.____ gewendet. Der Beschwer deführer begründet sein Vorgehen gegenüber seiner Arbeitgeberin damit, dass er bis zulet zt an die Zusagen der Arbeitgeberin geglaubt habe. Aus den Presseberichten über die Arbeitg eberin sei ersichtlich gewesen, dass es sich um eine gut etablierte Outdoor-Kleidermarke geh andelt habe. Daraus lässt sich jedoch nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten, da – wi e die Vorinstanz zu Recht ausführte – kein Unternehmen vor einem Konkurs sicher ist. Der Besch werdeführer arbeitete ausserdem erst seit Mai 2013 für die B.____ AG und hatte einzig für die Monate Mai, Juni und die Hälfte des Monats Juli Lohn erhalten. Ein besonderes Vertrau ensverhältnis zwischen Arbeitgeberin und Arbeitnehmer, wie es bei mehrjährigen Arbeitsverh ältnissen vorliegen kann, ist deshalb zu verneinen. 7.2 Der Beschwerdeführer führt in seiner Beschwerde soda nn aus, dass er keine Betrei- bung einleitete, da er den Unternehmern und den Inve storen, welche er kennenlernte, geglaubt habe. Diese Tatsachen und der Umstand, dass in den Monaten Juli bis November 2013 fortlau- fend Gespräche mit neuen, potentiellen Investoren und Gläubigern geführt worden seien, habe dazu geführt, dass er den Bitten und den Hilferufen der Arbeitgeberin nachgekommen sei und in dieser Phase keine Betreibung eingeleitet habe. Man habe ihm gesagt, dass eine Betreibung die positiven Gespräche und Lösungsansätze für den Fortb estand der Firma und somit seines Arbeitsplatzes gefährden könnte. Ausserdem habe er aufg rund eines Artikels in der Tageswo- che über die Planung eines neuen Standorts geglaubt, dass „es weitergehe“. Sein Glaube an den Fortbestand der Arbeitgeberin sei legitim gewesen. Er sei von D.____ immer wieder beauf- tragt worden, Gespräche zu führen, aus welchen er positive Entwicklungen ableiten konnte. Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, dass er nicht sofort eine Betreibung eingeleitet habe. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zeigen, dass die ser sich gut mit der finanziellen Si- tuation der B.____ AG auskannte. Er war sich bewusst, da ss neue Investoren benötigt wurden und offene Rechnungen bestanden. Er führt selber aus, dass er Gläubiger zu Besprechungen traf. Dass der Beschwerdeführer in dieser Situation den für ihn nachvollziehbaren Vertröstun- gen der Arbeitgeberin geglaubt und ausser den mündlichen Mahnungen und E-Mails nichts wei- ter unternommen hat, stellt aus Sicht der Arbeitslosenve rsicherung eine Verletzung der Scha- denminderungspflicht dar. Es war dem Beschwerdeführer zwar unbenommen, seiner damaligen Arbeitgeberin gegenüber derart viel Vertrauen entgegenzubringen; der daraus entstandene Ver- lust kann jedoch nicht über die Sozialversicherung abgewendet werden. Mit seinem Verhalten – insbesondere mit dem passivem Verhalten vom 20. September 2013 bis zum 12. November 2013 – hat der Beschwerdeführer in Kauf genom- men, dass er die ausstehenden Lohnforderungen nicht me hr einfordern konnte. Hierzu ist zu beizufügen, dass durch schriftliche Mahnungen der Lohnfo rderungen per Einschreiben die be- absichtigten Geschäfte und Investitionen in keiner Art und Weise gefährdet worden wären. 7.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass er nich t erst am 28. Oktober 2013 Kon- takt mit Herrn F.____, Mitarbeiter der Arbeitslosenka sse, aufgenommen, sondern sich bereits im September 2013 bei der Arbeitslosenkasse informiert h abe. Dies kann der Beschwerdefüh- rer nicht belegen und wird von der Beschwerdegegnerin bestritten. Auch der Beschwerdeführer bezieht sich in seiner E-Mail vom 17. April 2014 an die Arbeitslosenkasse auf ein Telefonge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht spräch am 28. Oktober 2013 und nicht auf ein Telefong espräch im September 2013. Selbst wenn der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin berei ts im September 2013 kontaktiert hätte, könnte er daraus nichts zu seinen Gunsten ablei ten. Die Lohnforderung hätte gegenüber der Arbeitgeberin und nicht gegenüber der Arbeitslose nkasse mit Nachdruck geltend gemacht werden müssen. 7.4 Weiter machte der Beschwerdeführer geltend, dass i hm Herr F.____, am 28. Oktober 2013 telefonisch geraten habe, mit einer Betreibung gegen die Arbeitgeberin zuzuwarten. Diese Information wird von der Beschwerdegegnerin nicht bestr itten. Sie führt in ihrer Vernehmlas- sung diesbezüglich aus, dass es sich bei diesem Telefonat um einen Erstkontakt mit dem Be- schwerdeführer handelte und der Sachverhalt des konkreten Falles damals nicht bekannt ge- wesen sei. Diese Informationen seien deshalb auf den N ormallfall ausgerichtet. Der Beschwer- deführer sieht einen Widerspruch darin, dass er anlässlich dieses Telefongesprächs seine per- sönliche Situation schilderte und nun die Beschwerdegegn erin sich auf den Standpunkte stelle, dass es sich um eine allgemeine Information gehandelt hä tte. Der Beschwerdeführer führte in seiner Beschwerde weiter aus, dass es bemerkenswert sei, da ss die Arbeitslosenkasse in ih- rem späteren Schreiben vom 14. Januar 2014 sodann jen es Vorgehen von ihm fordere, von welchem ihm am 28. Oktober 2013 noch abgeraten worden sei. 7.5.1 Zu diesen Ausführungen des Beschwerdeführers ist zu bemerken, dass die Beschwer- degegnerin zu Recht darauf verweist, dass im Normalfall der Arbeitgeber die Mitarbeiter erst wenige Tage vor Eröffnung des Konkurses informiere. Im vorliegenden Fall wurde der Konkurs hingegen erst mehrere Monate nach der Ankündigung des Konkurses gegenüber den Mitarbei- tenden, nämlich am 19. März 2014, eröffnet. Die Auskunft, dass eine Betreibung nicht nötig sei, wenn in den nachfolgenden Tagen der Konkurs eröffnet w ird, ist durchaus korrekt. Da der Be- schwerdeführer am 27. Oktober 2013 ein Schreiben der Ar beitgeberin erhielt, in welchem die Arbeitgeberin mitteilte, dass sie nun Insolvenz anmelden werde, war die Auskunft vom 28. Ok- tober 2013 für den damaligen Zeitpunkt korrekt. 7.5.2 Das Schreiben der Arbeitslosenkasse vom 14. Januar 20 14 informierte den Beschwer- deführer über die mögliche Vorgehensweise. Die Arbeitsl osenkasse wendete sich an den Be- schwerdeführer, da der Konkurs über die B.____ AG zu die sem Zeitpunkt weiterhin nicht eröff- net wurde, der Beschwerdeführer aber bereits einen Antrag auf Insolvenzentschädigung gestellt hatte. Der Beschwerdeführer moniert, dass die Arbeitslosenkasse ihm mit diesem Schreiben zu einer Betreibung geraten habe. Unter Verweis auf E. 2.1 ff. ist diesbezüglich zu bemerken, dass Voraussetzung für die Insolvenzentschädigung der Konkurs d es Arbeitgebers ist. Obwohl die Arbeitgeberin Ende Oktober ihren Konkurs ankündigte, w ar dieser bis im Januar 2014 noch nicht eröffnet. Hätte sich die Arbeitgeberin finanziel l wieder erholt, wäre eine Insolvenzentschä- digung nicht in Frage gekommen und der Beschwerdefüh rer hätte seine ausstehende Lohnfor- derung gegenüber der ehemaligen Arbeitgeberin gelte nd machen müssen. Mit Schreiben vom 14. Januar 2014 hat die Beschwerdegegnerin den Beschwe rdeführer darüber informiert, dass der Konkurs über die B.____ AG noch nicht eröffnet sei u nd ihm die verschiedenen Hand- lungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Tatsache, dass zu diese m Zeitpunkt nun zu einer Betrei- bung geraten wurde, stellt unter diesen Umständen kein en Widerspruch zur Information vom Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 28. Oktober 2013 dar. Des Weiteren weist die Arbeitslo senkasse in diesem Schreiben aus- drücklich darauf hin, dass sich aufgrund der vorgeschlagene n Vorgehensweisen kein automati- scher Anspruch auf Insolvenzentschädigung ergebe und dies einzeln und unter Beachtung sämtlicher Fakten geprüft und entschieden werde. Die Be schwerdegegnerin wirft sodann dem Beschwerdeführer nicht vor, die Betreibung gegen die Arbeitgeberin zu spät eingereicht zu ha- ben. Aus dieser Rüge kann deshalb nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet wer- den. 7.6 Der Anspruch auf Insolvenzentschädigung wird für je den Arbeitnehmer eines Betriebes gesondert geprüft. Aus der Behauptung, dass andere Mit arbeiter eine Insolvenzentschädigung erhalten hätten, kann nichts zu Gunsten des Beschwerdefüh rers abgeleitet werden. Ebenso wenig kann aus dem Schreiben der Arbeitgeberin vom 26 . Oktober 2013, wonach die Löhne von der Arbeitslosenversicherung bezahlt würden, ein An spruch des Beschwerdeführers abge- leitet werden. 7.7 Der Beschwerdeführer beantragte, D.____ und E.__ __ als Zeugen anzuhören. Diese haben sich beide bereits schriftlich geäussert und erklärt, dass diverse Gespräche zwischen der Arbeitgeberin und dem Beschwerdeführer stattgefunden haben. Diese Gespräche werden von der Beschwerdegegnerin sodann auch nicht in Abrede gestellt, weshalb von der Befragung die- ser beiden Personen als Zeugen abgesehen werden kann. Dem Beschwerdeführer wird von der Beschwerdegegnerin vielmehr zum Vorwurf gemacht, dass er kein unmissverständliches Zei- chen in Form von eingeschriebenen Briefen gesetzt hat. Es kann deshalb offen bleiben, wie oft der Beschwerdeführer die Arbeitgeberin auch noch münd lich mahnte, musste es ihm doch mit zunehmender Dauer des Lohnausstandes bewusst geworden sein, dass mündliche Mahnungen und E-Mails keinen Erfolg bringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2012 vom 24. August 2012, E. 4). Vom Beschwerdeführer wären daher härtere Massnahmen zur Durchsetzung sei- ner Ansprüche gefordert gewesen (Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts C 295/05 vom 17. Oktober 2006, E. 2). Blosse Mahn ungen und E-Mails genügen den Anforderungen an die Erfüllung der Schadenminderung spflicht bei einem Lohnausfall über eine derart lange Zeit und ausstehendem Lohn in einem derart hohen Betrag nicht. 8. Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, d ass der Beschwerdeführer seine Lohnforderungen nicht mit genügend Nachdruck verf olgt hat. Die Ablehnung des An- spruchs auf Insolvenzentschädigung durch die Beschwerdegegne rin ist deshalb insgesamt nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 9. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Mitteilung an Parteien KIGA Baselland Direktion für Arbeit (seco) Vizepräsident Gerichtsschreiberin Vermerk eines allfälligen Weiterzugs