<h2>SubmittedText<h2><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist er respektive das VBS bereit, gegen diese fatale Negierung der vorhandenen schwerwiegenden Probleme etwas zu unternehmen?</p><p>2. Sind Konzepte vorhanden oder in Planung, welche die Problematik der Kindesmisshandlung und Ausbeutung in die Trainerausbildung (J+S, Magglingen) als festen Bestandteil integrieren?</p><p>3. Welche Massnahmen gedenkt er respektive das zuständige Departement zu ergreifen, um die Sportverbände, Sportvereine und -clubs mit der Problematik vertraut zu machen und die Verantwortlichen des Ressorts "Sport" entsprechend auszubilden?</p><p>4. Kann er sich eine landesweite Sensibilisierungskampagne zu diesem Thema vorstellen?</p><p>5. Sind schweizerische Untersuchungen und wissenschaftliche Studien zu diesem Thema in Auftrag gegeben oder geplant? Wenn nicht, wäre er bereit, das zu veranlassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bekämpfung von sexueller Ausbeutung und Gewalt im Sport kann an drei verschiedenen Stellen ansetzen: Information und Sensibilisierung bei Unterrichtenden (J+S-Leiter und -Leiterinnen, Trainer und Trainerinnen); Einbindung von Sportvereinen und anderen Organisationen - die Unterrichtende einsetzen - in die Verantwortlichkeit; Enttabuisierung der Thematik bei Kindern und Jugendlichen.</p><p>Die aus der Sicht der Interpellantin schwache Resonanz auf das Angebot des Schweizerischen Kinderschutzbundes darf nicht als Abwehrhaltung und Nicht-wahrhaben-Wollen interpretiert werden. Einige Jugendverbände - wie der Schweizer Verband der Christlichen Vereine Junger Frauen und Männer (neu: Cevi), der Pfadibund Schweiz und der Bund Evangelikaler Schweizer Jungscharen -, mit denen die Eidgenössische Sportschule Magglingen (ESSM) im Rahmen von Jugend + Sport (J+S) zusammenarbeitet, haben Ausbildungsprogramme zum Thema "Sexuelle Ausbeutung" erarbeitet, Richtlinien definiert und setzen diese in ihrer Verbandstätigkeit um. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Jugendverbände koordiniert diese Bestrebungen der Jugendverbände.</p><p>Zu den Fragen der Interpellation nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Die ESSM und der Schweizerische Olympische Verbund (SOV) als Dachorganisation der 81 nationalen Sportverbände haben das Thema aufgenommen. Die beiden Partner prüfen gemeinsam differenzierte Ausbildungs- und Interventionsmöglichkeiten und das Publik-Machen von Beratungsstellen für Betroffene. In nächster Zeit entscheidet der Exekutivrat des SOV, in dem auch die ESSM vertreten ist, über entsprechende Massnahmen.</p><p>2. Erfahrungen im Umgang insbesondere mit Pädophilen zeigen, dass eine generelle Sensibilisierung, wie sie in J+S-Leiterkursen möglich wäre, potentielle Täter nur schwer erreicht. Bezüglich physischer und psychischer Gewalt wäre anzustreben, in Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendorganisationen sowie Fachstellen ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Zukünftige Arbeiten sollten auch Entwürfe beinhalten, wie die Enttabuisierung der ganzen Thematik bei Verantwortlichen von Sportvereinen und anderen Organisationen voranzubringen und wie die Enttabuisierung der Thematik bei Kindern und Jugendlichen zu realisieren ist.</p><p>3. Öffentlich-rechtlicher und privatrechtlicher Sport wirken auf verschiedenen Stufen. An der Basis geschieht dies im wertvollen "Gefäss" von J+S. Durch Erhaltung und Ausbau des nationalen Sportförderungswerkes J+S können durch eine J+S-Erziehung gesamtgesellschaftliche Anliegen mitbeeinflusst werden.</p><p>Die ESSM und der SOV arbeiten partnerschaftlich. Allfällige Massnahmen beider Partner, über die in nächster Zeit entschieden wird, würden auch die Sportverbände und -vereine erreichen.</p><p>4. Die Mehrzahl aller Fälle von Gewalt gegen Kinder spielt sich innerhalb der Familie ab. Die meisten der betroffenen Kinder (je nach Untersuchung zwischen 75 und 94 Prozent) kennen ihren Täter und stehen zu ihm in einem Vertrauensverhältnis. Es scheint wenig sinnvoll, eine landesweite Kampagne nur unter dem Gesichtspunkt des Sports zu lancieren. Der Bundesrat will die zur Verfügung stehenden Instrumente (insbesondere J+S) aber dennoch nutzen, entsprechende Verhaltensweisen zu beeinflussen.-</p><p>5. Der Bundesrat ist bereit, die ESSM zu beauftragen, die Unterstützung allfälliger Forschungsprojekte im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Bundes zu prüfen.</p>  Antwort des Bundesrates.