<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">IV.2003.00257</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <br/> <font face="Times New Roman" size="4">III. Kammer</font><br/> <br/> <font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichter Faesi, Vorsitzender</font><br/> <font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichterin Annaheim</font><br/> <font face="Times New Roman" size="4">Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer Müller</font><br/> <font face="Times New Roman" size="4">Gerichtssekretär Guggisberg</font><br/> <br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 24. Februar 2004</font></b><br/> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">C.___</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführer</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch den Rechtsdienst für Behinderte</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Bürglistrasse 11, 8002 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> <p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom 15. Januar 2003 (Urk. 7/2) und mit Einspracheentscheid vom 20. Juni 2003 das Begehren um Ausrichtung einer Invalidenrente abgewiesen hat (Urk. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach Einsicht in die Beschwerdeschrift vom 21. August 2003, mit welcher der Beschwerdeführer die Aufhebung des Einspracheentscheides, die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente und eventualiter die Rückweisung an die Verwaltung zur ergänzenden Abklärung beantragen liess (Urk. 1), in die auf Abweisung der Beschwerde schliessende Beschwerdeantwort der Verwaltung vom 26. September 2003 (Urk. 7) und die weiteren Akten;</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung, dass</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">die Verwaltung die massgebenden Bestimmungen zum Begriff der Invalidität (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] und Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]), zu den Voraussetzungen und zum Umfang des Rentenanspruchs (28 Abs. 1 und 1</font><sup><font face="RotisSerif" size="4">bis</font></sup><font face="RotisSerif" size="4"> IVG) und zur Bemessung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG) richtig wiedergegeben hat, weshalb darauf verwiesen werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">das Sozialversicherungsgericht beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen darf, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 Erw. 2a),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens im Lichte dieser Grundsätze entscheidend ist, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 122 V 160 Erw. 1c),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">das Gericht die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen kann, insbesondere wenn der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 GSVGer),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">vorliegend der Anspruch auf eine (ganze) Invalidenrente streitig ist, wobei es insbesondere die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen gilt,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">PD Dr. med. A.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in seinem Gutachten vom 18. April 1995 ausführlich die damaligen Vorbringen des Beschwerdeführers schilderte, nach denen er als Kurde im Alter von fünfzehn und zweiundzwanzig Jahren in der Türkei auf grausame Art gefoltert worden sei (Urk. 3/4),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Dr. med. B.___, praktizierender Arzt und Hausarzt des Beschwerdeführers, am 18. Oktober 2001 eine depressive Symptomatik bei wahrscheinlich posttraumatischer Belastungsstörung, einen Tinnitus und Schwerhörigkeit feststellte und dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 7/19),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Dr. med. C.___, Psychiater, dipl. Gesprächspsychotherapeut SGGT, zert. Hypnotherapeut GHypS/SMSH, in seinem Gutachten vom 28. Januar 2002 die Diagnosen beginnende Schwerhörigkeit beidseits mit Tinnitus bei Otosklerose, Anpassungsstörungen mit Angst, Depression, Sorgen, Anspannung und Ärger (ICD-10 F43.239), Tendenz zum Alkoholabhängigkeitssyndrom, Persönlichkeitssyndrom mit histrionischen, narzisstischen, dysthymen Zügen (ICD-10 F60.9) und Simulation und Aggravation (ICD-10 Z76.5) stellte und festhielt, dass bei geeigneter therapeutischer und fürsorgerischer Unterstützung die Rückkehr in die selbständige Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht wieder möglich sein sollte, das heisst, der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 7/16),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">Dr. D.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, am 7. September 2002 ausführte, der Beschwerdeführer leide unter einer dissoziativen Störung (ICD-10 F44.9) und einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1), wobei sie entgegen Dr. C.___ die Diagnosen Simulation und Aggravation nicht stellen könne, es sich vielmehr um eine dissoziative Störung handle, weshalb sie den Beschwerdeführer als vollständig arbeitsunfähig erachte (Urk. 3/3),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">aus ohrenärztlicher und orthopädischer Sicht eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgeschlossen werden konnte (Urk. 7/11 und Url. 7/15),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">ein diametraler Widerspruch der Berichte der Dres. med. C.___ und D.___ hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit festgestellt werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">jedoch nicht einseitig auf das Gutachten von Dr. C.___ abgestellt werden kann, da Dr. C.___ die Folterproblematik aus den Vorakten kannte, sich aber nicht damit auseinandersetzte und den Beschwerdeführer dazu nicht befragte, obwohl eine diesbezügliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann, Dr. C.___ keinen Übersetzer beigezogen hat, obwohl aus den Akten hervorgeht, dass die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers deutlich eingeschränkt waren (vgl. Urk. 7/17 S. 3), die Annahme einer Simulation und Aggravation nicht weiter begründet wurde und weil insbesondere der grösste Teil der von Dr. C.___ durchgeführten Test nicht zu Ende geführt oder nicht ausgewertet werden konnten (Urk. 7/16 S. 8),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">ebenso wenig auf den Bericht von Dr. D.___ abgestellt werden kann, da daraus nicht hervorgeht, welche Vorakten der Fachärztin vorlagen, auf welche subjektiven Angaben des Beschwerdeführers sie abstellte und ob sie diese genügend berücksichtigte, und welche Untersuchungen respektive objektiven Befunde die Grundlage des Berichtes bildeten, weshalb die Einschätzung der vollständigen Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden kann,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit somit nicht festgestellt werden kann, weshalb die Sache zur weiteren - insbesondere psychiatrischen - Abklärung an die Verwaltung zurückzuweisen ist,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">nach ständiger Rechtsprechung die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. ZAK 1987 S. 268 f. Erw. 5 mit Hinweisen), weshalb dem vertretenen Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung zuzusprechen ist;</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Entscheid vom 20. Juni 2003 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer eine Prozessentschädigung von Fr. 1'100.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Rechtsdienst für Behinderte</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).</font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p><p><font face="Times New Roman" size="4"> </font> </p></div></body></html>