Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 18. März 2016 (720 15 202) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenanspruch verneint; Würdigung medizinischer Verlaufsgutachten; eine Dysthymie ist nicht den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen oder vergleichbaren psy- chosomatischen Leiden anzurechnen, auf welche die Praxis des Bundesgerichts in BGE 141 V 281 ausgerichtet ist. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantons- richter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Monika Guth , Adv o- katin, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1952 geborene A.____ meldete sich am 6. Okto ber 2010 unter Hinweis auf einen im Januar 2001 erlittenen Unfall, Kopfschmerzen, Rücke nbeschwerden, Schlafstörungen und De- pressionen bei der IV-Stelle des Kantons Basel-Land schaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ve rhältnisse lehnte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1. Mai 2015 den Rentenanspruch gestützt auf einen IV-Grad von 26% ab. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Dr . Monika Gut, Advokatin, am 5. Juni 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte die Aufh ebung der angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Eventua liter sei die Sache zur Einholung von weiteren medizinischen Abklärungen und zur anschliessenden Neuberechnung seiner Leis- tungen an die IV-Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung l iess er im Wesentlichen vorbringen, dass die medizinische Aktenlage widersprüchlich sei. Die G utachten der B.____ vom 4. Mai 2012 und 27. Mai 2014 würden insbesondere den Berich ten der behandelnden Ärzte Dres. C.____ und D.____ widersprechen. Zudem seien die von ihm geklagten Sinnestäuschungen und ihre Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nur unzureichend abklärt worden. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 21. Aug ust 2015 auf Abweisung der Be- schwerde. Sie brachte vor, dass auf die beiden B.____-Gu tachten abgestellt werden könne. Konkrete Indizien, die gegen deren Zuverlässigkeit spre chen würden, lägen keine vor. Zu prü- fen bleibe, ob die vorliegenden medizinischen Unterlage n eine schlüssige Beurteilung auch im Lichte der massgeblichen Indikatoren gemäss der bundesger ichtlichen Rechtsprechung zu den unklaren Beschwerdebildern erlauben würden. Nach Analyse der entsprechenden Standardin- dikatoren könne jedoch davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwer- deführers aufgrund der evaluierten Ressourcen um lediglich 20% eingeschränkt sei. D. Mit Replik vom 28. September 2015 und Duplik vom 3. Dezember 2015 hielten die Par- teien an ihren Rechtsbegehren fest. Der Beschwerdeführer liess vorbringen, dass auf der Basis insbesondere des mangelhaften B.____-Gutachtens vom 27. Mai 2014 unbesehen der Praxis- änderung des Bundesgerichts zu den unklaren Beschwerdebildern keine schlüssige Beurteilung seiner gesundheitlichen Verhältnisse vorgenommen werden könne. Die IV-Stelle hielt mit Ver- weis auf eine Stellungnahme ihres regionalärztlichen D ienstes (RAD) demgegenüber zusam- menfassend fest, dass der Beschwerdeführer anhand der vom Bundesgericht neuer- dings massgebenden Indikatorenprüfung über genügend R essourcen verfüge, weiterhin einer Tätigkeit im Umfang der vom B.____ gutachterlich fest gestellten Arbeitsfähigkeit von 80% nachzugehen. E. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 18. März 2015 w urde der Beschwerdeführer an- tragsgemäss zur Sache befragt. Im Übrigen hielten beid e Parteien an ihren Rechtsbegehren fest. Auf einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwe ndig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüf en und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwe rdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind (MAX KUMMER , Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozialversiche- rungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Ge setz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforde rungen nicht. Das Gericht hat viel- mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Der Unter- suchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der Beweislosigkeit der Ent- scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem u nbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift aller dings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund e iner Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrsc heinlichkeit für sich hat, der Wirklich- keit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerisch e Sozialversicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Lei stungen besteht nur, wenn die Vo- raussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 4.1 Im Zusammenhang mit ihrer Renten ablehnenden Ver fügung stützte sich die IV-Stelle im Wesentlichen auf das polydisziplinäre Gutachten der B .____ vom 4. Mai 2012 sowie auf de- ren monodisziplinäres psychiatrisches Verlaufsgutachten vom 27. Mai 2014. 4.1.1 Gemäss dem polydisziplinären Gutachten der B.____ vom 4. Mai 2012 seien mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie, ein Ver dacht auf eine undifferenzierte Somati- sierungsstörung, ein Status nach Anpassungsstörung mit Ang st und depressiver Reaktion ge- mischt, unzulängliche soziale Fähigkeiten, Schwierigkeit en bei der kulturellen Eingewöhnung, eine geringe Schulbildung sowie eine koronare 1-Gefä sserkrankung zu diagnostizieren. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein chron isches zervikozephales Schmerzsyndrom ohne Zeichen einer radikulären Reiz- oder sensomotorisch en Ausfallsymptomatik, unspezifi- sche Nackenschmerzen, Armschmerzen links und Kopfschmerzen occipit al links bei Verdacht auf Schmerzfehlverarbeitung, ein Extensionsdefizit am re chten Ellenbogen sowie eine lum- bosakrale Übergangsstörung auf Höhe LWK 5 links mit Near throsebildung zum Sakrum und Osteochondrose auf Höhe LKW 3/4 ohne klinisches Korrelat . Der Gesamtbeurteilung zufolge habe anlässlich der rheumatologischen Untersuchung kein e Diagnose mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit festgestellt werden können. Insgesamt hä tten die Beschwerden nicht einem Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht rheumatologischen Krankheitsbild, sondern eher einer S chmerzfehlverarbeitung entsprochen. Bei der neurologischen Untersuchung hätten keine Zeiche n für eine radikuläre Reiz- oder für eine sensomotorische Ausfallsymptomatik gefunden werden kö nnen. Die neurologisch objekti- vierbaren Befunde seien insgesamt in deutlichem Widersp ruch zu den anamnestischen Anga- ben und den berichteten Schmerzen des Exploranden gestand en. Anlässlich der kardiologi- schen Untersuchung habe kein Hinweis auf eine relevante Koronarinsuffizienz gefunden wer- den können, weshalb diesbezüglich von einer stabilen Si tuation ausgegangen werde. Die bei der psychiatrischen Untersuchung festgestellte Dysthymia sei b ereits ebenfalls im Abklärungs- bericht der E.____ vom 19. Juli 2011 diagnostiziert worden. Die Diagnosekriterien einer depres- siven Episode oder einer rezidivierenden depressiven Störun g seien derzeit nicht erfüllt. Es werde davon ausgegangen, dass sich im Rahmen der schicksalha ften Ereignisse im Jahre 2001 mit dem Schlag einer Pistole auf den Kopf und dem Tod der ersten Ehefrau im Jahre 2002 eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion entwickelt habe. Für den Exploranden seien sämtliche Beschwerden auf den Überfall im Jahre 2001 zurückzu- führen. Er besitze keine Ressourcen für Coping-Strateg ien und sehe seine Situation nur schwarz-weiss, was möglicherweise auch von seiner geringen Sch ulbildung bzw. einem funkti- onellen Analphabetismus unterstützt werde. Es gelinge ihm nicht, mit den Schicksalsschlägen und den so empfundenen Schwierigkeiten im Leben funkti onal umzugehen. Stattdessen seien verfestigte Erlebnisweisen im Sinne von Verbitterung sowi e von Opferkategorien derart domi- nant geworden, dass ihnen nicht nur kognitive und affekt ive Aspekte zuzurechnen seien, son- dern inzwischen auch eine persönlichkeitsnahe Verfestigung zu postulieren sei. Aufgrund der leistungsmindernden Faktoren, der mangelnden psychischen Belastbarkeit, der Stressintole- ranz, der fluktuierenden Verlangsamung, der dysfunktio nalen Coping-Strategien und der ent- sprechenden Verhaltensweisen sei der Explorand in seiner Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20% eingeschränkt. Für schwere körperliche Tätigkeiten sei er nicht mehr arbeitsfähig, was sich durch die koronare Herzkrankheit begründen lasse. Für e ine leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei er noch zu 80% arbeitsfähig. Die Einschränkung sei durch die psychiatrischen Diagnosen begründet. Es sei darauf hinzuweisen, dass für die morph ologisch dokumentierten Veränderun- gen an der Hals- und Lendenwirbelsäule keine entsprech enden klinischen Symptome vorlägen. Es handle sich um unspezifische Beschwerden, die zu einem überwiegenden Anteil nicht soma- tisch begründet werden könnten. 4.1.2 Aus der Beurteilung im psychiatrischen Fachgutachten der Universitären Psychiatri- schen Kliniken (Beilage 2 zum B.____-Gutachten) vom 16. Februar 2012 geht insbesondere hervor, dass die psychiatrische Vorgeschichte wahrscheinlich m it einem tätlichen Übergriff im Jahre 2001 begonnen habe. Vermutlich auch vor dem Hint ergrund des überraschenden Todes der Ehefrau im Jahre 2002 habe der Versicherte ein än gstlich-depressives Syndrom sowie ver- schiedene körperliche Beschwerden entwickelt, die er bis h eute beklage. Das Beschwerdebild sei aktuell am ehesten unter eine seit Jahren anhaltende Dysthymie und eine undifferenzierte Somatisierungsstörung zu subsumieren. Am ehesten sei dabei die im Jahre 2006 diagnostizier- te Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion ge mischt in eine Dysthymie überge- gangen. Der Versicherte empfinde den Umstand, dass seine Krankheitsgeschichte quasi nicht automatisch zu einer 100%-igen IV-Rente führe, aufgru nd eines ausschliesslich somatischen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Krankheitskonzepts als äussert ungerecht und kränkend. Aus r ein psychiatrischer Sicht sei nebst der Dysthymie deshalb auch die feste Krankheitsüber zeugung des Versicherten relevant. Letztere werde möglicherweise durch seinen einfachen De nkstil aufrechterhalten. Es gelinge dem wenig gebildeten Exploranden nicht, mit den als Sch icksalsschlägen bzw. mit den als sol- chen empfundenen Schwierigkeiten im Leben funktional umzugehen. In dieser Konstellation sei den psychosozialen Belastungsfaktoren ausnahmsweise auch ein Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit zuzusprechen. Bezüglich der diagnostischen Einschätzung bestehe keine relevante Diffe- renz zu den vorliegenden fachpsychiatrischen Beurteilungen. 4.1.3 Gemäss dem psychiatrischen Fachgutachten der B.____ vom 27. Mai 2014 seien mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Dysthymie, ein V erdacht auf eine undifferenzierte So- matisierungsstörung sowie ein Status nach Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Re- aktion gemischt zu diagnostizieren. An psychosozialen Belast ungsfaktoren bestünden unzu- längliche soziale Fähigkeiten, Schwierigkeiten bei der ku lturellen Eingewöhnung und eine ge- ringe Schulbildung. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien anamnestisch eine posttrauma- tische Belastungsstörung sowie eine rezidivierende depressive Störung zu diagnostizieren. Der Versicherte präsentiere sich als gezeichnet von seinen seit dem Jahre 2001 erlittenen, ver- schiedenen psychosozialen Faktoren. Er sei der festen Überzeu gung, dass sich aus diesen Begebenheiten seine von ihm als körperlich wahrgenommenen Erkrankungen entwickelt hätten. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei aus rein psychiatr ischer Sicht nebst der Dysthymie auch seine feste Krankheitsüberzeugung relevant. In der Gesam tschau bestehe aufgrund der Dys- thymie und der undifferenzierten Somatisierungsstörung weiterhin eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 20%. Gemäss den eigenen Angaben d es Versicherten und den vorliegen- den Befunden habe sich an der psychiatrischen Beschwerdesym ptomatik seit der letzten Be- gutachtung im Februar 2012 nichts Nennenswertes veränd ert. Symptome einer vom behan- delnden Psychiater diagnostizierten posttraumatischen Bela stungsstörung hätten sich anläss- lich der aktuellen Untersuchung nicht nachweisen lassen. Allerdings bestünde eine grosse Überschneidung von Symptomen depressiver Störungen mit j enen der posttraumatischen Be- lastungsstörung. Die damals diagnostizierten mal mittelg radig, mal schwergradig depressiven Episoden im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störu ng bzw. die Symptome einer An- passungsstörung seien mittlerweile mit grosser Wahrschein lichkeit in die seit dem letzten psy- chiatrischen Gutachten von Februar 2012 diagnostizierte Dyst hymie übergegangen. Da die Fluktuationen der Symptomausprägung bzw. die Remissionen den affektiven Störungen wie auch den Anpassungsstörungen inhärent seien, bedeute di es per se keine Diskrepanz. Mög- licherweise würden diese Fluktuationen auch die Unterschiede in der Einschätzung der Arbeits- fähigkeit durch den behandelnden Psychiater einerseits un d die B.____ andererseits erklären. Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Vor gutachten würden sich keine Differen- zen ergeben. Der Versicherte sei aus rein psychiatrischer Si cht weiterhin im Umfang von 80% arbeitsfähig. An leistungsmindernden Faktoren zu berü cksichtigen seien eine mangelnde psy- chische Belastbarkeit und Stressintoleranz, eine fluktuieren de Verlangsamung, dysfunktionale Coping-Strategien und Verhaltensweisen im Kontext der erhöhten Kränkbarkeit bei fester Krankheitsüberzeugung, der Dysthymie und den unter Z-Ka tegorien subsumierten ungünstig interferierenden persönlichen Eigenschaften bzw. psychosozialen Belastungsfaktoren. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Der Angelegenheit liegen sodann folgende weitere medizinische Unterlagen von Rele- vanz zu Grunde: 4.2.1 Gemäss Abklärungsbericht der E.____ vom 19. Juli 201 1 sei beim Versicherten eine Dysthymie sowie ein Verdacht auf eine somatoforme Schmer zstörung zu diagnostizieren. Anamnestisch beschreibe dieser am ehesten eine Dysthymie, w elche sich aus einer Anpas- sungsstörung nach einem tätlichen Angriff sowie nach dem Verlust der Ehefrau in den Jahren 2001 und 2002 entwickelt habe. Hinweise auf eigentliche depressive Episoden hätten sich nicht ergeben. Auffallend seien die Diskrepanzen zwischen den Angaben des Patienten und den vor- bestehenden Berichten. Festzustellen sei auch eine Diskrepa nz zwischen der vom Patienten verbal berichteten Schwere der Symptome und des objekt iv beobachtbaren Leidensdrucks. Auch im Schildern der Ängste und des damit verbundenen Vermeidungsverhaltens werde das Leiden kaum spürbar. Insgesamt sei der Verdacht entstan den, dass der Kontakt zur E.____ weniger aus einem Leidensdruck oder dem Bedürfnis nach Än derung der Situation, sondern vielmehr aufgrund der laufenden Abklärung der IV entst anden sei. Da der Patient aktuell an einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung wenig interessiert zu sein scheine, wer- de der Fall abgeschlossen. 4.2.2 Dem Arztbericht von Dr. med. D.____, FMH Psychiatr ie und Psychotherapie, vom 30. April 2012 ist zu entnehmen, dass beim Versicherten i n psychiatrischer Hinsicht mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depre ssive Störung, aktuell mittelgradig de- pressive Episode, ein Verdacht auf einen Tinnitus, eine posttraumatische Belastungsstörung, ursprünglich entstanden im Rahmen der traumatisch erlebt en Gewalterfahrung im Jahre 2001 und den Tod der ersten Ehefrau im Jahre 2002, zu diag nostizieren sei. Das psychische Zu- standsbild sei durch eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung sowie durch eine Angst- und Schmerzsymptomatik charakterisiert. Der Versicherte hinterl asse einen leidenden, stark ver- zweifelten Eindruck. Die Konzentration und Auffassung seie n erheblich vermindert. Zudem sei das Gedächtnis eingeschränkt. Der Versicherte berichte von Flashbacks und Nachhallerinne- rungen an seinen Unfall. Im formalen Denken sei er sta rk eingeengt auf die traumatisch erlebte Vergangenheit und die begleitende Schmerzsymptomatik. D er Antrieb sei erheblich reduziert. Angesichts des bisherigen Verlaufs und der medikamentöse n Behandlungsversuche handle es sich wahrscheinlich um eine rezidivierende Störung. Schwer punkt der Behandlung bleibe wei- terhin die Beeinflussung der depressiven Schmerzsymptomatik, die Erarbeitung von Strategien im Umgang mit Unsicherheiten und den depressiven Ängsten. Als Bauhilfsarbeiter oder Ange- stellter in der Fabrik sei der Versicherte seit 2001 nic ht mehr arbeitstätig gewesen. Eine Ein- gliederung in die freie Marktwirtschaft scheine aktuell nicht realisierbar zu sein. 4.2.3 Gemäss Verlaufsbericht von Dr. D.____ vom 12. Febr uar 2013 sei aufgrund des aktu- ellen Behandlungsverlaufs und des Befundes eine rezidivier ende depressive Störung, gegen- wärtig mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom im Sinne einer ängstlichen gefärbten, depressiven Erkrankung geprägt von Existenz- un d Sterbensängsten, zu diagnosti- zieren. Zudem bestehe eine chronisch verlaufende posttra umatische Belastungsstörung mit mehreren traumatischen Erlebnissen in der Vergangenhe it. Seit rund drei Monaten sei es zu einer Verschlechterung des psychischen Zustandes gekommen. Im Rahmen der posttraumati- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Belastungsstörung sei neben der anhaltenden Reizb arkeit und Impulsivität auch die schwere depressive Verstimmung mit einer erheblichen Beein trächtigung des Konzentrations- und Durchhaltevermögens sowie einer Antriebsminderung mit Motivationsverlust zu beobach- ten. Besonderen Einfluss auf die Verschlechterung des psychi schen Zustands hätten die allge- meine Unsicherheit mit permanenten Angstattacken und S chlafstörungen mit Albträumen und einem resultierenden Vermeidungsverhalten, einem deut lichem Leidensdruck und Einschrän- kungen im Alltagsleben. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien aus psychiatrischer Sicht in Anbetracht der aktuell zunehmenden psychischen Beeinträchtigung nicht realistisch und wür- den zu einer Beschwerdeakzentuierung und möglicherweise zu einer akuten Gesundheitsver- schlechterung führen. Die Prognose sei aufgrund des stet s individuellen Verlaufs einer psychi- schen Erkrankung nicht im Vornherein festzulegen und müss e anhand des Verlaufs beurteilt werden. Der Versicherte sei zum jetzigen Zeitpunkt für j egliche Arbeitstätigkeiten arbeits- und leistungsunfähig. 4.2.4 Gemäss Arztbericht der Klinik F.____ vom 25. Febru ar 2013 seien mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Zervikalsyndrom linksbetont und ein sekundäres Lumbover- tebralsyndrom linksbetont mit Entwicklung eines sensomoto rischen Halbseitensyndroms links bei Schmerzausweitung, ein rezidivierendes Lumbovertebral syndrom bei Spondylose L2/3 und linksseitiger Hemisacralisation mit Nearthrose zum Sacrum, eine chronische Angststörung und rezidivierende depressive Episoden, eine rezidivierende An gina pectoris sowie eine chronische Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen zu diagnostizie ren. Weitergehende Angaben, ins- besondere in welchem Umfang der Versicherte in seiner A rbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, sind diesem Bericht nicht zu entnehmen. 4.2.5 Gemäss Arztbericht der Klinik F.____ vom 3. Juni 2013 sei nebst den bereits im Be- richt vom 25. Februar 2013 erhobenen Diagnosen ebenfa lls eine chronische Periarthropathia humeroscapularis (PHS) links mit Impingement-Syndrom und eingeschränkter Schultergelenks- beweglichkeit bei Kapselretraktion zu diagnostizieren. Bei der letzten Konsultation Ende Mai 2013 hätten weiterhin die ausgeprägten cervico-brachialen Schmerzen sowie das Impingement- Syndrom der linken Schulter im Vordergrund gestanden. Ferner habe eine ausgeprägte Schwindelsymptomatik bestanden. Klinisch finde sich ein Pati ent in reduziertem Allgemeinzu- stand mit multilokulärer Schmersymptomatik, einer eingesch ränkten HWS-Beweglichkeit be- sonders nach links, mit Endphasendolenz, positiven Trigge rpunkten der gesamten Nackenregi- on linksbetont, ferner eine Periarthropathia humerosca pularis der linken Schulter mit einge- schränkter Schulterbeweglichkeit. Die Kraft im linken Arm sei deutlich reduziert. Der Patient sei nicht in der Lage, an einem Zugapparat ein Gewicht von 2,3 Kilogramm zu ziehen. Zusammen- fassend sei seine Belastbarkeit massiv reduziert, sowohl von kardialer Seite mit schon bei ge- ringer Anstrengung einsetzender Belastungsdyspnoe, als auch von Seiten des Bewegungsap- parats, insbesondere hier im Bereich des Nackens, der Schulter und des linken Arms. Die Geh- fähigkeit sei deutlich eingeschränkt. Beim Spazierengehen benötige der Patient die Unterstüt- zung seiner Ehefrau. Die maximale Distanz betrage 200m, dann manifestiere sich eine Belas- tungsdyspnoe. Die maximale Sitzdauer betrage eine Stund e. Auch von psychischer Seite sei der Patient bei depressiver Entwicklung nur gering belas tbar. Aufgrund der Polymorbidität, so- wohl von kardialer Seite als auch psychiatrisch bedingt, und aufgrund der multilokulären Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerden im Bewegungsapparat, sei eine Arbeitsfähigkeit nicht mehr gegeben, auch nicht für leichteste Verweistätigkeiten. Bei schlechter Prognose h insichtlich der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit wäre aus rheumatologischer, internist ischer und psychiatrischer Sicht eine IV- Berentung zu befürworten. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die B.____ in ihren beiden Gutachten vom 4. Mai 2012 bzw. 27. Mai 2014 ge langt ist. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten die Ausübung einer leichten u nd mittelschweren Verweistätigkeit im Umfang von 80% weiterhin zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3 hiervor) , ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinne n und -ärzte, die aufgrund einge- hender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Ei nsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb nissen gelangen, bei der Beweiswür- digung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon krete Indizien gegen die Zuverlässig- keit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hi er keine vor. Die beiden fraglichen Gut- achten der B.____ weisen weder formale noch inhaltlich e Mängel auf. Sie sind - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen alle gekl agten Beschwerden und sind – was jedenfalls das psychiatrische Verlaufsgutachten der B.___ _ vom 27. Mai 2014 betrifft – in Kenntnis aller relevanten Vorakten (vgl. Erwägungen 4. 2.3 f. hiervor) abgegeben worden. Ebenso leuchten sie in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzen sich mit den vorh andenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander und sind letztlich auch in ihre n Schlussfolgerungen überzeugend. Die Gutachter der B.____ nehmen insbesondere eine nachvollziehbare Beurteilung der Arbeits- fähigkeit des Versicherten vor und äussern sich detailliert zur Frage, ob es dem Versicherten insbesondere aus psychiatrischer Sicht zugemutet werden kann , trotz seiner geklagten Be- schwerden die nötigen Ressourcen aufzubringen, um im Umfang von 80% auch weiterhin einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit nachzugehen. 5.2.1 Der Beschwerdeführer lässt vorbringen, dass auf die se beiden Gutachten aus mehre- ren Gründen nicht abgestellt werden könne. Er wendet zu nächst ein, dass die vom B.____ auf- gelisteten Diagnosen somatischer Genese bei der Bemessu ng seiner Arbeitsunfähigkeit nur ungenügend berücksichtigt worden seien. Hierbei übersieht er aber, dass die im rheumatologi- schen Fachgutachten der B.____ vom 21. Februar 2012 (Be ilage 3) aufgeführten Diagnosen weder ein klinisches Korrelat aufweisen noch einem rheuma tologischen Krankheitsbild entspre- chen. Den ausführlichen Untersuchungen der B.____ zufol ge fehlt es an entsprechenden klini- schen Befunden, welche die geklagten Beschwerden rheuma tologisch erklären könnten. Diese können demnach gerade keiner rheumatologischen Erkrankun g zugeordnet werden. Wenn die begutachtenden Ärzte der B.____ unter diesen Umständen sowohl in ihrer rheumatologischen Fachbeurteilung als auch im Hauptgutachten zum Schluss komm en, dass das geklagte Be- schwerdebild in rheumatologischer Hinsicht keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, ist dies somit nicht zu beanstanden. Gleiches gilt in neurologisc her Hinsicht. Auch hier stehen die ob- jektivierbaren Befunde insgesamt in deutlichem Widerspr uch zu den anamnestischen Angaben Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Versicherten. Da anlässlich der neurologischen Unte rsuchung auch keine Anzeichen für eine radikuläre Reiz- oder eine sensomotorische Ausfall symptomatik erhoben werden konnten, erweist es sich mithin als ebenso nachvollziehbar, dass ein E influss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in neurologischer Hinsicht vernei nt werden muss. Es tritt hinzu, dass dem Versicherten künftig ohnehin nur noch leichte bis mi ttelschwere Verweistätigkeiten zuge- mutet werden. Seine geklagten Beschwerden haben in rh eumatologischer, neurologischer und kardiologischer Hinsicht insoweit durchaus Berücksichtigung b ei der Bemessung seiner noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80% gefunden. 5.2.2 Entgegen dem weiteren Einwand des Beschwerdeführ ers vermag daran der Bericht der Klinik F.____ vom 25. Februar 2013 nichts zu ändern . Daraus geht gerade nicht hervor, in welchem Umfang der Versicherte aufgrund der von der B._ ___ übereinstimmend erhobenen Diagnosen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Eine eigentliche Divergenz zur Einschät- zung der B.____ liegt mithin nicht vor. Auch lässt sich ni chts zu Gunsten des Versicherten aus dem Bericht der Klinik F.____ vom 3. Juni 2013 ableit en. Die dort erhobenen Befunde decken sich weitestgehend mit den Explorationsergebnissen, zu wel chen auch der rheumatologische Gutachter der B.____ gelangt ist (vgl. IV-Dok N° 60). W ie die Klinik F.____ kommt auch die B.____ zum Schluss, dass am linken Arm eine deutliche Kraftverminderung bzw. eine fehlende Kraftentwicklung festzustellen ist. Abweichend zur Einschät zung der Klinik F.____, welche selbst für leichteste Verweistätigkeiten auf eine vollstän dige Arbeitsunfähigkeit schliesst, führt die B.____ die geklagten Einschränkungen auf funktionel le Defizite zurück, welche bei Spon- tanbewegungen jedoch gerade nicht beobachtet werden konnten. Zumal beim Versicherten keine Muskelatrophien vorliegen und die eingeschränkte Schulterbeweglichkeit sowie die über- einstimmend erhobene Kraftminderung im Wesentlichen auf eine sichtbare Selbstlimitierung zurückzuführen war, vermag deshalb die Schlussfolgerung der B.____ zu überzeugen, dass die vom Exploranden beschriebenen Beschwerden aufgrund der f estgestellten Anzeichen eines vermehrten Schmerzgebahrens keinem rheumatologischen Kra nkheitsbild zugeordnet werden können (vgl. IV-Dok N° 60, S. 55 ff.). Was schliesslich de n Umstand betrifft, dass die Klinik F.____ in Abweichung zur B.____ mit Bericht vom 3. Juni 2013 neu auch eine PHS diagnosti- ziert hat, ist darauf hinzuweisen, dass nebst der Diagnose in erster Linie die funktionelle Beein- trächtigung bzw. die im Rahmen der diagnostischen Zuordn ung erhobenen klinischen Befunde relevant sind. Ein Vergleich der von der B.____ erhobe nen Befunde mit jenen im Bericht der Klinik F.____ vom 6. Juni 2013 zeigt nun aber eine pra ktisch identische Bewegungseinschrän- kung auf. Insbesondere finden sich vergleichbare Werte für die Flexion und Abduktion der lin- ken Schulter. Eine eigentliche Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse im Vergleich zur Einschätzung der B.____, welche die von der Klinik F. ____ postulierte Arbeitsunfähigkeit plausibel erscheinen liesse, kann unter diesen Umständen nicht ausgemacht werden (vgl. ebenso Stellungnahme RAD vom 16. Oktober 2013, IV -Dok N° 81). Die abweichende Ein- schätzung der behandelnden Ärzte des Versicherten bezüglich seiner Leistungsfähigkeit ver- mag die gutachterliche Beurteilung der B.____ in soma tischer Hinsicht demnach nicht in Frage zu stellen. 5.2.3 Entgegen den weiteren Vorbringen des Beschwerdef ührers ist auch der Bericht von Dr. D.____ vom 12. Februar 2013 nicht geeignet, die Schlussfolgerungen der B.____ in Zweifel Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu ziehen. Es ist ihm zwar beizupflichten, dass der behandel nde Psychiater in Bezug auf die verbleibende Arbeitsfähigkeit zu einer abweichenden Ei nschätzung gelangt ist. Gleichwohl hat einzig Dr. D.____ eine mittelschwere Depression diagnostiziert, demgegenüber von den E.____ bereits mit Abklärungsbericht vom 19. Juli 2011 überstimm end mit der B.____ ebenfalls eine Dysthymie erhoben werden konnte. Wie der Beschwerdeführ er selbst vorbringen lässt, erklärt sich die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit du rch den Umstand, dass den affekti- ven Störungen und den Anpassungsstörungen eine Fluktuati on der Symptomausprägung inhä- rent ist (vgl. psychiatrisches Verlaufsgutachten der B.___ _ vom 27. Mai 2014, S. 15). Insoweit sich der psychiatrische Gutachter der B.____ in diesem Zusamm enhang mit der abweichenden Beurteilung durch Dr. D.____ jedoch auseinandergesetzt hat, erweist sich der Einwand einer mangelhaften Auseinandersetzung mit den gegenteiligen Schlussfolgerungen des behandeln- den Psychiaters durch die B.____ mithin als offensichtlich unzutreffend. Die B.____ hat den Bericht von Dr. D.____ in ihrer psychiatrischen Verlaufsbe gutachtung vom 27. Mai 2014 viel- mehr eingehend gewürdigt (vgl. a.a.O., S. 15 f.). D amit kann aber auch nicht gesagt werden, der psychiatrische Gutachter der B.____ verkenne, dass der Bericht von Dr. D.____ jüngeren Datums sei. Das Gegenteil ist der Fall. Der Umstand all eine, dass die B.____ die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Dr. D.____ nicht zu teilen vermag, erweist sich unter diesen Umständen jedenfalls nicht als widersprüchlich, zumal die B.____ aufgrund der im Rahmen ihrer Verlaufsbegutachtung durchgeführten Testung ledi glich eine knapp leichte Depression erheben konnte (vgl. a.a.O., S. 12). Zugleich ist damit gesagt, dass sich die B.____ noch einmal eingehend mit den aktuellen gesundheitlichen Verhältni ssen des Versicherten auseinander ge- setzt hat. Somit vermag aber ebenso wenig die Tatsache einen Mangel am Verlaufsgutachten der B.____ vom 27. Mai 2014 zu begründen, dass die B._ ___ darin letztlich zum gleichen Er- gebnis wie bereits in der Erstbegutachtung vom 16. Febr uar 2012 gelangt ist. Als unzutreffend erweist sich sodann der Einwand des Beschwerdeführers, im V erlaufsgutachten der B.____ vom 27. Mai 2014 seien die geklagten Sinnestäuschungen w ie Stimmenhören und verfolgende Schatten unberücksichtigt geblieben. Die vom Versicherten geäusserten Sinnestäuschungen sind vielmehr detailliert erfasst und umfassend gewürdig t worden (vgl. a.a.O., S. 12, ebenso ad Anamnese S. 7). Mangels weiterer Symptome und lediglich diffuser Schilderung ohne affektiven Zusammenhang haben sie jedoch zu Recht weder Eingang in die Liste der aufgeführten Diag- nosen gefunden, noch können sie unter diesen Umständen die Arbeitsfähigkeit des Versicher- ten beeinflussen. 5.2.4 Nicht anders ist in Bezug auf die von Dr. D.____ i n seinen Berichten diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung zu entscheiden. Die B.____ hält hierzu unmissverständlich fest, dass anlässlich der zuletzt erfolgten psychiatrischen Unt ersuchung vom 27. Mai 2014 kei- ne entsprechenden Symptome mehr nachweisbar waren. Auch wenn eine grosse Überschnei- dung von Symptomen depressiver Störungen mit jenen einer posttraumatischen Belastungsstö- rung bestanden hat, ändert dies mangels Vorliegens mittelgradiger oder gar schwerer depressi- ver Symptome nichts daran, dass die ursprünglich im Jahre 2 006 diagnostizierte Anpassungs- störung mit Angst und depressiver Reaktion mittlerweile in eine Dysthymie übergegangen ist (vgl. psychiatrisches Fachgutachten der B.____ vom 16. Febru ar 2012, S. 14 a. A., ebenso psychiatrisches Verlaufsgutachten der B.____ vom 27. Mai 2 014, S. 15). Es ist in diesem Zu- sammenhang daran zu erinnern, dass posttraumatische Bela stungsstörungen zwar als eine Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastend es Ereignis oder eine Situation ausser- gewöhnlicher Bedrohung entstehen können. Gleichwohl t ritt eine solche Störung notorisch nur selten mit einer mehr als sechs Monate dauernden Latenz nach dem auslösenden Trauma auf (vgl. Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch- diagnostische Leitlinien der WHO, 8. Aufl., S. 208). In casu finden sich in den Akten keine An- haltspunkte, dass der Versicherte nach einer mehr oder weniger dergestalt korrespondierenden Latenzzeit im Anschluss an den im Jahre 2001 erlittenen tätlichen Übergriff oder an die übrigen, anamnestisch geklagten Lebenskatastrophen an den entsprechenden Symptomen einer eigent- lichen posttraumatischen Belastungsstörung gelitten hätte. Den Akten ist vielmehr das Gegen- teil zu entnehmen: Bereits die E.____ haben im Juli 20 11 keine posttraumatische Belastungs- störung erhoben. Festzustellen war vielmehr bereits dazu mal eine auch durch die B.____ nun- mehr erneut erhobene Diskrepanz zwischen der vom Patient en verbal berichteten Schwere der Symptome und des objektiv beobachtbaren Leidensdrucks. Die posttraumatische Belastungs- störung hat deshalb ebenfalls zu Recht weder Eingang i n die Liste der aufgeführten Diagnosen der B.____ gefunden, noch vermag sie unter diesen Umst änden einen Einfluss auf die Arbeits- fähigkeit des Versicherten zu bewirken. 5.3.1 Grundsätzlich haben die rechtsanwendenden Behörde n genau zu prüfen, ob die ärztli- che Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditä tsfremde Gesichtspunkte – insbesonde- re psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren - mitberücksichtigt, die vom invalidi- tätsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (BGE 14 0 V 193). Wo psychosoziale Einflüs- se das Bild mitprägen, ist bei der Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (BGE 127 V 294, E. 5a). Die beim Beschwerdefü hrer diagnostizierte Dysthymie ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 e nthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hi nsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder gar nur leichten de- pressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus des Versicherten nur eine Dysthy- mie, so kann dies rechtsprechungsgemäss wohl eine Einbusse an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet keinem Ge sundheitsschaden im Sinne des Ge- setzes gleich. Diese Grundsätze werden auch durch die Recht sprechung gemäss BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2015 vom 18. Dezember 2015, E. 5.2.1; ebenso Urteil des Bundesgerichts vom 9C_146/2015 vom 19 . Januar 2016, E. 3.2). Die zwi- schen den Parteien aufgeworfene Frage, ob die funktion ellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlagen anh and der in BGE 141 V 281 vorgege- benen Standardindikatoren nachgewiesen sind, kann deshalb offen bleiben. Die von der B.____ aus psychiatrischer Sicht erhobene Diagnose der Dysthymie ist entgegen der sowohl von der Beschwerdegegnerin als auch der vom Beschwerdeführer vertretenen Meinung gerade nicht zu den anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen oder ver gleichbaren psychosomatischen Leiden zuzurechnen, auf welche die besagte neue Praxis des Bundesgerichts ausgerichtet ist. Auf die Ausführungen der Parteien zur Invaliditätsbeur teilung nach den Grundsätzen gemäss BGE 141 V 281 ist deshalb nicht weiter einzugehen. 5.3.2 Gleiches gilt mit Blick auf die vom B.____ erhobe ne Diagnose des Verdachts einer undifferenzierten Somatisierungsstörung. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann unter Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Blickwinkel der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts auch weiterhin nur anspruchs- erheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein trächtigung ist, die fachärztlich einwand- frei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1). Dies ist bei einer Verdachtsdiagnose aber nicht der Fall. Es tritt hinzu, dass im Unterschied zu e iner somatoformen Schmerzstörung bei einer (undifferenzierten) Somatisierungsstörung kein and auernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht. Aus den massgebenden Gutach ten der B.____ geht hervor, dass sich die Schwere des Krankheitsgeschehens aus der diagn oserelevanten Ätiologie und Pathogenese letztlich nicht plausibilisieren lässt. Damit fehlt es am erforderlichen Schweregrad und es erübrigt sich auch diesbezüglich eine detaillierte Auseinandersetzung mit den in BGE 141 V 281 aufgeführten Standardindikatoren (Urteil d es Bundesgerichts 8C_478/2015 vom 12. Februar 2016, E. 3.3 f.). Findet sich im Psychostatus des Beschwerdeführers im Wesentlichen allein eine Dysthymie, ist ein invalidenversicherungsrecht lich relevanter psychischer Gesund- heitsschaden aus rechtlicher Sicht deshalb vielmehr zu v erneinen (Urteil des Bundesgerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014, E. 3.3.3). 5.4 Zusammenfassend erweist sich die Beurteilung der B._ ___ in deren Gutachten vom 4. Mai 2012 und vom 27. Mai 2014 als schlüssig und nachvo llziehbar. Darauf ist abzustellen und es kann auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichte t werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind i m Rahmen dieses verfassungsmässi- gen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehme n, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pfli chtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverl ässiges Bild des relevanten Sach- verhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklär t ist, kann auf ein beantragtes Be- weismittel verzichtet werden. Die damit verbundene anti zipierte Beweiswürdigung ist nach kon- stanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6. Wie oben ausgeführt (vgl. oben, Erwägung 2.4 hier vor), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen. Gegen die von der IV-Stelle vorgenommene Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens ist in die- sem Zusammenhang nichts eingewendet worden. Es kann an di eser Stelle deshalb auf die zu- treffende Berechnung der Vorinstanz in deren Verfügun g vom 1. Mai 2015 verwiesen werden. Auf der Basis einer Restarbeitsfähigkeit von 80% steht d em Invalideneinkommen von CHF 45‘017.— ein Valideneinkommen von CHF 61‘164.— gegenübe r. Der Beschwerdeführer erlei- det damit eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von CHF 16‘147.—, was mit 26% einen rentenbegründenden IV-Grad ausschliesst (vgl. oben, Erw ägung 2.5 hiervor). Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfa hrenskosten werden nach dem Ver- fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.— bis CHF 1’000.— Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in dene n ein durchschnittlicher Aufwand entstan- den ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrah- mens einheitlich auf CHF 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterlegen, weshalb die Verfahrenskoste n ihm zu überbinden sind. Dem Versicherten ist allerdings mit verfahrensleitenden Verfü gungen vom 16. Juni 2015 und 22. Ja- nuar 2016 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 7.2 Dem Prozessausgang entsprechend sind die Parteikoste n wettzuschlagen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügungen vom 16. Juni 2015 und 22. Januar 2016 auch die unentgelt- liche Verbeiständung bewilligt worden ist, wird seine Rechtsvertreterin für ihre Bemühungen aus der Gerichtskasse zu einem praxisgemässen Honoraransatz von C HF 200.— pro Stunde ent- schädigt (vgl. § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anw ältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Diese hat in ihrer Honorarnote vom 17. März 2 016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 22 Stunden und 23 Minuten geltend ge macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie unter Berücksichtigung des doppelt geführten Schriftenwechsels als angemessen erweist. Hinzu tritt der Aufwand für die Parteiverhandlung vom 18. März 2016 im Umfang von insgesamt 90 Minuten. N icht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von CHF 104.—. Der Rechtsvert reterin des Beschwerdeführers ist demzufolge ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 4‘867.90 aus der Gerichtskasse auszurichten. Der Beschwerdeführer wird allerdings ausdr ücklich auf § 53a Abs. 1 des Geset- zes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Fe bruar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspfleg e gewährt wurde, zur Nachzahlung ver- pflichtet werden kann, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘867.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.