Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. Mai 2013 (720 13 32) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dieter F reiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo- katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1956 geborene A.____ arbeitete vom 18. Juni 1 990 bis 30. November 2010 als Hilfskraft in der Gastronomie bei der B.____. Am 11. August 2010 meldete sie sich unter Hin- weis auf eine Diskushernie bzw. einen Bandscheibenvorfall b ei der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach erfolg loser Durchführung eines Assessments prüfte die IV-Stelle den Rentenanspruch. Die I V-Stelle Basel-Landschaft klärte dabei die gesundheitlichen und erwerblichen Verhältni sse der Versicherten ab. Mit Verfügung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 17. Dezember 2012 lehnte sie nach durchgeführtem Vorbescheidsverfahren den Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokatin Monica Armesto, am 1. Februar 2013 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochten e Verfügung aufzuheben und ihr mit Wir- kung ab 1. März 2011 eine halbe Invalidenrente nach Massg abe eines Invaliditätsgrades von mindestens 50 % zuzusprechen. Eventualiter sei in Aufh ebung der Verfügung die Angelegen- heit zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuwe isen; unter o/e Kostenfolge. In der Begründung wurde insbesondere die Zuverlässigkeit der Beurteilung der von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Fachgutachten von Dr. med. C.____, FMH Physikalische Medizin und Re- habilitation sowie Rheumatologie, vom 18. August 201 1 und von Dr. med. D.____, FMH Psy- chiatrie und Psychotherapie, vom 28. Oktober 2011 beanst andet. Zudem beständen Anhalts- punkte, dass die Gutachter voreingenommen gewesen seien. C. In ihrer Vernehmlassung vom 8. März 2013 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Versicherte An- spruch auf eine Invalidenrente hat. 1.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 1. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder l ängere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursacht e und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigke it sind nach dem im Rahmen der 5. IV- Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Ab s. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 1.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vor- aussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 1.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 2. Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 2.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutbar- erweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So- zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 2.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 2.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfal lversicherung entwickelten Grundsätze fin- den für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwendung (Urteil des Eidgenössischen Ver- sicherungsgerichts [EVG] vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung de s Rentenanspruchs der Versicherten auf die Gutachten der Dres. C.____ und D.____. Dr. C .____ konnte in seiner rheumatologi- schen Beurteilung vom 18. August 2011 keine Diagnosen m it Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit stellen. Er habe deutliche Zeichen eines vermehr ten Schmerzgebarens feststellen kön- nen, die nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild e ntsprechen würden. So seien vier von fünf Waddell-Zeichen und 13 von 18 Fibromyalgie Tenderpoints sowie die Kontrollpunkte positiv gewesen. Dies zeige sich auch darin, dass die Versicherte gemäss ihren Angaben wegen der Schmerzen nur 15 Minuten sitzen könne. Anlässlich der aktu ellen Untersuchung habe sie ohne Anzeichen von Schmerzen jedoch 45 Minuten auf einem Holzst uhl gesessen. Dazu komme, dass sie es als möglich erachte, einen zweistündigen Flug " durchzustehen". Die weiteren Diag- nosen wie die Ansatztendinose am medialen Beckenkamm lin ks mit pseudoradikulärer Aus- strahlung ins linke Bein, die muskuläre Dysbalance am Schultergürtel beidseits, die Spreizfüsse und der Hallux valgus beidseits beeinflussten die Arbeit sfähigkeit nicht. Die klinische Untersu- chung korreliere mit den radiologischen Befunden anlässlich der MRI-Abklärungen vom 13. Ok- tober 2009, 20. August 2010 und 8. Dezember 2010. Da ss es sich um ein eindeutiges pseudo- radikuläres Schmerzsyndrom handle, zeige sich durch die Statu serhebung. Dort hätten im Be- reich der Lendenwirbelsäule keine relevanten Schmerzen provoziert werden können. Dagegen sei es wiederholt gelungen, die lokalen Schmerzen und die Schmerzausstrahlung ins linke Bein bis zur Grosszehe durch Druck am medialen Beckenkamm links au szulösen. Die Schwäche des linken Beines könne mangels Muskelatrophie klinisch nich t bestätigt werden. Die schwarz umrandeten Fingernägel zeigten, dass die Versicherte g ewisse Tätigkeiten ausüben könne. Es würden somit funktionelle Einschränkungen angegeben, di e als "eine mindestens bewusst- seinsnahe Verdeutlichung" interpretiert werden müssten. Pathologische Befunde an der Hals- wirbelsäule oder periarthropathische Schulterbeschwerden seien nicht vorhanden. Aus rheuma- tologischer Sicht würden sich objektiv lediglich lokalisierte weichteilrheumatische Beschwerden finden, die klinisch nur mässiggradig ausgebildet seien. Die von der Versicherten beschriebe- nen ausgeprägten Schmerzen und die erheblichen funktio nellen Einschränkungen könnten da- durch nicht erklärt werden. Da keine wesentlichen Beei nträchtigungen vorlägen, bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. 3.1.2 In seinem psychiatrischen Fachgutachten vom 28. Okto ber 2011 führte auch Dr. D.____ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsf ähigkeit auf. Die leichtgradige depres- sive Episode ohne somatisches Syndrom beeinflusse die Arbeit sfähigkeit nicht. Es seien keine schwerwiegenden emotionalen Konflikte oder ausgeprägte soziale Belastungen vorhanden, welche in einem Zusammenhang mit den Schmerzen an der lumbosakralen Wirbelsäule, am linken Knie sowie der rechten Schulter ständen. In der aktuellen Untersuchungssituation hinter- lasse die Versicherte nicht den Eindruck, dass sie unter schweren quälenden Schmerzen leiden würde. Mimik und Gestik deuteten kein Schmerzerleben an . Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung könne deshalb nicht gestellt werden. Falls die Schmerzen nicht hinreichend durch körperliche Störungen erklärt werden könnten, sei eine psychische Überlage- rung im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung anzunehm en. Diese sei jedoch keine psychiatri- sche Krankheit. Die von der Versicherten angegebenen Symp tome wie Durchschlafstörungen, Energielosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit, häufig traurig e, manchmal nervöse und gereizte eher selten fröhliche Stimmungen, verminderte Fähigkeit, sich zu freuen, Vergesslichkeit, allgemeine Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lustlosigkeit, vermindertes Selbstvertrauen sowie das Gefühl allgemeiner Sinnlosigkeit erfüllten grundsätzlich die Kriterien einer depressiven Episode. I m Gegensatz zu diesen Angaben habe er in der aktuellen Untersuchungssituation festgestellt, d ass die Stimmung der Versicherten ausgeglichen gewesen sei. Sie habe immer wieder lächeln , einige Male auch herzhaft lachen können. Die Modulationsfähigkeit sei nicht eingeschränk t und die Versicherte hinterlasse einen vitalen Eindruck. Die beklagte Müdigkeit und Energielosi gkeit lasse sich klinisch nicht feststel- len. Somit sei nur anamnestisch aber nicht aufgrund der Untersuchungssituation eine depressi- ve Episode zu diagnostizieren. Es sei deshalb von einer l eichten bis geringgradigen depressi- ven Episode auszugehen; zumal sie auch nur während ein es Jahres Antidepressiva einge- nommen und sich nie in eine psychiatrische oder psychothera peutische Therapie begeben ha- be. Aus ihrem Leiden ziehe die Versicherte insofern ein en ausgeprägten sekundären Krank- heitsgewinn, als sie von ihren Angehörigen geschont un d unterstützt werde. Aufgrund dieser Ausführungen könne weder für die angestammte noch für eine andere Tätigkeit eine Arbeitsun- fähigkeit attestiert werden. 3.2 Zum Gesundheitszustand der Versicherten äusserten sic h weiter Dr. med. E.____, FMH Neurologie, Dr. med. F.____, FMH Physikalische Medizi n und Rehabilitation sowie Rheu- matologie, der Hausarzt Dr. med. G.____, FMH Innere Medizin, und die Ärzteschaft der H.____. 3.2.1 Dr. E.____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 2 4. März 2010 ein chronisches zervi- ko- und lumbovertebrales Syndrom mit pseudoradikulären Schmerzen im rechten Arm und im linken Bein. Zudem bestehe ein Verdacht auf eine funkt ionelle Überlagerung im Rahmen einer depressiven Entwicklung, welche mit der Überbelastung am A rbeitsplatz im Zusammenhang stehen könnte. 3.2.2 Im Auftrag des Krankenversicherers begutachtete D r. F.____ die Versicherte. In sei- nem Gutachten vom 24. Juni 2010 hielt er als Diagnosen ein Zerviko- und Lumbovertebral- syndrom, eine ausgeprägte Schmerzausbreitungstendenz mi t funktionellem Weichteilrheuma- tismus (Fibromyalgie), eine ausgeprägte Krankheitsüberzeugung mit begleitendem sekundärem Krankheitsgewinn, eine unspezifische diffuse Hyposensibil ität ohne neurologische Zuordnung sowie eine Adipositas fest. Aufgrund der bildgebenden U ntersuchungen (CT vom 31. Oktober 2006, MRI Lendenwirbelsäule vom 13. Oktober 2009) seien keine Befunde feststellbar, welche die Schmerzsymptomatik im Bereich der Hals- und Lendenwirb elsäule erklären würden. An- haltspunkte für neurologische Defizite oder sensomotori sche Ausfallerscheinungen lägen nicht vor. Die Schmerzschilderungen im Nackenbereich und an der Lendenwirbelsäule seien sehr unspezifisch, teils inkonstant und nicht überzeugend. E s bestehe ein Verdacht auf eine funktio- nelle Überlagerung im Rahmen einer depressiven Entwicklu ng. Aufgrund seiner Untersuchung, der Röntgenbefunde sowie der Vorakten liege für eine wechselbelastende Tätigkeit ohne He- ben von schweren Lasten sowie repetitives Arbeiten über Kopfhöhe seit Anfang April 2010 kei- ne Arbeitsunfähigkeit vor. Dabei bestehe eine gewisse V erlangsamung und eine mutmassliche Demotivation in Bezug auf die Reintegration. Es sei de shalb davon auszugehen, dass die Ver- sicherte keine volle Leistung erbringen werde. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.3 Dr. G.____ führte in seinem Arztbericht vom 20. Ju li 2010 als Diagnosen ein chroni- sches zervikales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit pseudo radikulären Schmerzen L4/5 sowie eine depressive Symptomatik bei chronischer St ressbelastung am Arbeitsplatz mit somatoformer Schmerzstörung auf. Es sei der Versicherten zumutbar, in einer leidensange- passten Tätigkeit zu 100 % zu arbeiten. In seinem Bericht vom 17. März 2011 attestierte er der Versicherten aufgrund der Schmerzsymptomatik und mit Verw eis auf den Bericht der H.____ vom 20. Dezember 2010 ab 1. Dezember 2010 nur noch ein e 50%ige Arbeitsunfähigkeit für leichte Arbeiten. 3.2.4 Vom 8. bis 18. Dezember 2010 hielt sich die Versich erte in der H.____ auf. Gemäss deren Bericht vom 20. Dezember 2010 leide die Versicher te an einem akuten lumboischialgie- formen Schmerzsyndrom links (Differentialdiagnose radiku lär, pseudoradikulär), einem chroni- schen zervikovertebralen Schmerzsyndrom links mit hohem myofasci alem Anteil und einem periscapulären Syndrom (Differentialdiagnose: Thorako-/Costovertebralsyndrom). Im Schreiben vom 7. Februar 2011 hielten die behandelnden Ärzte de r H.____ fest, dass aus rheumatologi- scher Sicht eine Teilarbeitsfähigkeit bestehe. Diese kö nne jedoch ohne Durchführung einer psychiatrischen Evaluation nicht begründet werden. 4.1 Nach Würdigung der vorhandenen medizinischen Aktenlag e ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf die Ergebnisse abstellte, zu dene n die Gutachter C.____ und D.____ in ihren Fachgutachten vom 18. August 2011 und 28. Oktobe r 2011 gelangten. Die Gutachten weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf, sie sind- wie dies vom Bundesgericht ver- langt wird (vgl. E. 2.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, sie beruhen auf allseitigen Untersuchungen, sie berücksichtigen die geklagten Beschwerden, sie sind in Kenntnis der Vor- akten abgegeben worden, sie leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein un d sie enthalten überzeugende Schluss- folgerungen. Da den Gutachten von Dr. C.____ vom 18 . August 2011 und von Dr. D.____ vom 28. Oktober 2011 volle Beweiskraft zuzuerkennen ist, ging die IV-Stelle zu Recht davon aus, dass bei der Versicherten keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht. 4.2 Was die Versicherte dagegen vorbringt, ist nicht ge eignet, die ausschlaggebende Be- weiskraft der Gutachten der Dres. C.____ und D.____ in Frage zu stellen. Sie machte geltend, dass die medizinische Aktenlage unvollständig sei, weil e inige medizinische Berichte fehlten. Als Beispiel führte sie einzig den Bericht über den Reh abilitationsaufenthalt in der I.____ im Herbst 2010 auf. Wie die IV-Stelle hierzu richtig in ihrer Vernehmlassung darlegte, hielt sich die Versicherte gemäss den Akten nie in der I.____ auf. Dr. F.____ erwähnte zwar in seinem Be- richt vom 24. Juni 2010, dass dort ein solcher Aufenthal t geplant gewesen sei. Offensichtlich fand dieser jedoch mangels Kostenübernahme durch die Kr ankenkasse nicht statt (vgl. As- sessment Bogen vom 28. September 2010). Wie dem Bericht der H.____ vom 20. Dezember 2010 zu entnehmen ist, war die Versicherte auch für e ine Rehabilitation in der J.____ angemel- det. Sie hielt sich jedoch wiederum infolge der fehlen den Kostengutsprache des Krankenversi- cherers nie dort auf (vgl. Bericht der H.____ vom 7. Feb ruar 2011). Die IV-Stelle war darüber hinaus nicht verpflichtet, Berichte über die von der H .____ verordnete Wassertherapie und die von der Versicherten privat organisierten Wasseranwendun gen in X.____ einzuholen. Denn es Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht handelt sich dabei nicht um ärztliche Behandlungen, weshalb von ihnen keine aussagekräftigen medizinischen Aussagen zu erwarten sind. Es liegen somit ke ine Anhaltspunkte für eine unvoll- ständige Aktenlage vor. 4.3 In der Beschwerde wies die Versicherte weiter auf ei ne Voreingenommenheit beider Gutachter hin, begründete eine solche jedoch nur hinsi chtlich Dr. C.____. In dieser Hinsicht brachte sie vor, dass Dr. C.____ zwischen den Angaben der Versicherten und seinen Beobach- tungen während der Untersuchung in Bezug auf die "mög liche Sitzdauer" eine Diskrepanz fest- gestellt habe. Diesfalls hätte er die Versicherte damit konfrontieren müssen, was er jedoch un- terlassen habe. Eine Konfrontation sei umso mehr erfo rderlich gewesen, als die Ausführungen der Versicherten aufgrund der Übersetzung durch die Dolmetscherin nicht immer ihrem tatsäch- lich geäusserten Worten entsprochen hätten. So sei auch ihre Aussage über die Sitzdauer da- hingehend zu interpretieren, dass sie nicht länger als 10 bis 15 Minuten beschwerdefrei auf ei- nem Stuhl sitzen könne. Aus dem Umstand, dass Dr. C.____ während der über 45-minütigen Untersuchungsdauer keine Schmerzzeichen habe beobachten können, könnten keine Rück- schlüsse auf effektiv vorhandene Schmerzen gemacht werden . Denn nicht jede Person drücke ihre Schmerzen erkennbar aus. Entgegen den Vorbringen der Versicherten ist auf Seite 8 des Gutachtens von Dr. C.____ zu entnehmen, dass er die Versi cherte im Zusammenhang mit dem am nächsten Tag anstehenden zweistündigen Flug nach Ist anbul mit ihren Angaben über die höchstmögliche Sitzdauer von 15 Minuten konfrontierte. D ie Versicherte legte dar, wie sie ge- denke, den Flug mit ihren Schmerzen durchzuhalten. Des W eiteren ist gemäss den Akten nicht davon auszugehen, dass es sich bei der Versicherten um ein e Person handelt, welche ihre Schmerzäusserungen zu unterdrücken versucht. Wie bereits Dr. C.____ festhielt, beschrieb auch Dr. F.____ in seinem Bericht vom 24. Juni 2010 ei n auffälliges Schmerzgebaren der Ver- sicherten. Dieses Verhalten veranlasste schliesslich Dr. F.____ , auf die Möglichkeit einer funk- tionellen Überlagerung hinzuweisen. Den gleichen Ve rdacht äusserte im Übrigen bereits Dr. E.____ in seiner Beurteilung vom 25. März 2010. D amit bestehen keine Anhaltspunkte für eine Voreingenommenheit von Dr. C.____. Seine Äusseru ngen sind objektiv und sachlich for- muliert. Allein der Umstand, dass Dr. C.____ die vorlie genden Arztberichte einer kritischen Würdigung unterzieht und schliesslich zu einer abweichende n Beurteilung der medizinischen Sachlage kommt, reicht nicht aus, um eine mangelnde Ne utralität und Unabhängigkeit zu be- gründen. Auf die Prüfung der gegen Dr. D.____ gerich teten Vorwürfe hinsichtlich einer allfälli- gen Parteilichkeit wird mangels Substantiierung verzichtet. 4.4. Die Versicherte bemängelt weiter, dass Dr. C.____ keine Diagnosen nach ICD-10 ge- stellt habe. Entgegen ihrer Ansicht ist die Diagnosestel lung von Dr. C.____ nicht zu beanstan- den. Er führte in seiner Beurteilung klar und nachvoll ziehbar aus, dass keine rheumatische Er- krankung vorliege, welche ihre Arbeitsfähigkeit beeinf lussen würde. Es ist deshalb folgerichtig, dass er keine rheumatologische Diagnose nach ICD-10 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig- keit stellt. Mit den unter dem Titel "Diagnosen ohne A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit" be- schriebenen deutlichen Zeichen eines so genannten vermehrten Schmerzgebarens verdeutlich- te Dr. C.____, dass die Versicherte an keiner invalidi sierenden rheumatischen Krankheit leide. Zur Untermauerung seiner Ansicht wies er auf die mehrh eitlich positiven Waddell-non-organic- signs und die Fibromyalgie-Tenderpoints mit drei positiv en Kontrollpunkten hin. Positive Wad- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dell-Zeichen weisen auf eine nicht-organische Pathologie hin. Sind mindestens 3 der 5 Zeichen positiv, spricht dies für eine nicht-nozizeptive Schmerzursa che (vgl. zu den Waddell-Zeichen: ROLF STEBLER /P UTZI ROBERT /M ICHEL BEAT , Lumbale Rückenschmerzen - Diagnostik, abrufbar unter: http://medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2001/2001-09 /2001-09-268.pdf). Bei der Versicherten waren vier der fünf Waddell-Zeichen positiv, was ein Hin weis auf ein nicht organisches Ge- schehen ist. Wie Dr. med. K.____, FMH Innere Medizin und Hämatolo gie, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD), in seiner Stellungnahme vom 19. Oktober 2010 festhielt, sind die 18 tender points der Fibromyialgie nach den Richtlinien der ACR (American C ollege of Rheumagology) definiert und standardisiert (vgl. dazu: A NDRÉ AESCHLIMANN , Kennen Sie die 18 "tender points"? Und das 3-Säulen-Prinzip?, abrufbar unter: http://www.reha-cl inic.ch/cms/fileadmin/user_upload/pdf_ forschung/fibromyalgie_Aeschlimann_Angst_2007.pdf). Wenn der Patient bei der Untersuchung der tender points einen Schmerz angibt, ist der Befund positiv. Zur Diagnosesicherung werden 14 Kontrollpunkte geprüft, die bei der Fibromyalgie in der Regel nicht schmerzhaft sind. Sind mehr als 3 dieser Kontrollpunkte schmerzhaft, wird die Fibromyalgie-Diagnose in Frage gestellt. Bei der Versicherten waren drei geprüfte Kontrollpun kte positiv. Aufgrund dieses Testergebnis- ses und unter Berücksichtigung der Anamneseerhebung kam D r. C.____ nachvollziehbar zum Schluss, dass die Diagnose der Fibromyalgie nicht zu stellen ist. Selbst wenn der von Dr. F.____ gestellten Diagnose der Fibromyalgie zu fol gen wäre, ist in diesem Zusammenhang auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wo nach eine Fibromyalgie in der Regel zu keiner zu einer Invalidität führenden Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit führt (vgl. Ur- teil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 8. F ebruar 2006, I 336/04, E. 4.1 mit Hinweis auf BGE 130 V 352 ff.). Unter gewissen Voraussetzungen kann ausnahmsweise ein Abweichen von diesem Grundsatz in Betracht fallen (vgl. zum Ganzen und insbesondere zu den besonderen Kriterien: BGE 130 V 352 ff.). Aus de n Akten sind keine hinreichenden An- haltspunkte ersichtlich, dass die rechtsprechungsgemässen Kriterien erfüllt wären; dies macht die Versicherte auch nicht geltend. 4.5 Dr. C.____ setzte sich auch mit den Vorakten und den darin aufgeführten Diagnosen auseinander. So nahm er in den Ziffern 6.3 und 7.5 seines Gutachtens unter anderem ausführ- lich Stellung zum Bericht der H.____ vom 20. Dezember 2 010 und demjenigen von Dr. F.____ vom 24. Juni 2010. So führte er überzeugend an, dass die von den behandelnden Ärzten der H.____ gestellten Diagnosen nur zum Teil von seiner Beurteilung abweichen würden. Bei dem von ihnen aufgelisteten akuten lumboischialgieformen Sch merzsyndrom links handle es sich eindeutig um ein pseudoradikuläres Geschehen. Denn die von der Versicherten geschilderte Schmerzausstrahlung verlaufe entlang dem lateralen Be in, womit eine Erkrankung des Ischias ausgeschlossen werden könne. Diese Feststellung stimmt d enn auch mit der Anamneseerhe- bung im Bericht der H.____ überein, wonach die Versich erte im unteren Rückenbereich nur über seitliche Ausstrahlungen am Ober- und Unterschenkel klagte. Dass es sich zudem um keine radikuläre Symptomatik handeln kann, zeigen auch die Ausführungen der behandelnden Ärzte der H.____ zum MRI der Lendenwirbelsäule und de m Iliosakralgelenk. Danach sei keine Diskushernie oder anderweitige Neurokompression festzustell en. Es zeige sich lediglich eine initiale Osteochondrose L4/5 und eine leichte Spondyart hrose L3/4 links und L4/5 links mit dis- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kretem Reizerguss. Was die Diagnose eines chronischen zervikovertebralen Schmerzsyndroms rechts anbelangt, wies Dr. C.____ zutreffend darauf hin , dass die Ärzteschaft der H.____ die- sen Schmerzzustand überwiegend als ein myofasziales Krankhe itsbild beurteilt habe. Daraus lasse sich aber keine rheumatologische Diagnose begründ en. Im Bericht der H.____ vom 20. Dezember 2010 wurde des Weiteren ein periscapuläres Syndr om diagnostiziert. In dieser Hin- sicht legte Dr. C.____ dar, dass er zum Untersuchungszeit punkt bezüglich der Schultergelenke keine wesentlichen Beeinträchtigungen habe vorfinden kön nen. Die Schultergelenke seien frei beweglich. Es liege kein Schulterimpingement vor und die Rotatorenmanschetten seien beid- seits kräftig und indolent. Es ist somit davon auszugehen, dass sich die Schulterbeschwerden seit dem Aufenthalt in der H.____ gebessert haben. Sow eit die Versicherte aus der Beurteilung der behandelnden Ärzte der H.____ eine Einschränkung de r Arbeitsfähigkeit ableiten möchte, ist festzustellen, dass diese zwar von einer Teilarbeitsunf ähigkeit ausgehen, aber gleichzeitig anführen, dass sie eine solche ohne eine psychiatrische Eva luation nicht begründen könnten. Ihre Einschätzung erfolgte somit nicht abschliessend, so da ss darauf nicht abgestellt werden kann. Desgleichen sind auch die Berichte von Dr. G.____ nicht geeignet, an der Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. C.____ zu zweifeln. Während Dr. G.____ in seinem Bericht vom 20. Juli 2010 noch eine vollständige Arbeitsfähigkeit i n einer Verweistätigkeit annahm, ging er gestützt auf den Bericht der H.____ vom 20. Dezember 2010 nun von einer 50%igen Arbeitsun- fähigkeit ab 1. Dezember 2010 aus. Eine detaillierte B egründung für den von ihm festgelegten Umfang der Arbeitsunfähigkeit fehlt, so dass seine Einschä tzung nicht nachvollziehbar ist. Auf- grund dieser Ausführungen ergibt sich, dass die Beurteil ungen der H.____ und von Dr. G.____ nicht geeignet sind, an den Ausführungen von Dr. C.__ __ zu zweifeln. Da zudem die übrigen in den Akten vorhandenen ärztlichen Beurteilungen nicht we sentlich von derjenigen von Dr. C.____ vom 18. August 2011 abweichen, ist dem Guta chten von Dr. C.____ volle Beweis- kraft beizumessen. 4.6 Entgegen der Ansicht der Versicherten erweist sich die Beurteilung von Dr. D.____ als schlüssig und nachvollziehbar. Dr. D.____ begründete über zeugend, weshalb die Versicherte höchstens an einer leichten depressiven Episode leide. So legte er dar, dass er die von der Ver- sicherten beschriebenen Symptome (z.B. Durchschlafstörung en, Energielosigkeit, schnelle Er- müdbarkeit, häufig traurige Stimmung) anlässlich der U ntersuchung nicht habe beobachten können. Die Versicherte habe eine ausgeglichene Stimmung gezeigt und einen vitalen Eindruck hinterlassen. Anzeichen von Müdigkeit, Energielosigkeit oder eine Einschränkung in der Modu- lationsfähigkeit habe er nicht erkennen können. Aufg rund seiner Untersuchungsbefunde sei eine depressive Episode zu verneinen. Obwohl die Kriterien für die Annahme einer depressiven Störung aufgrund seiner Untersuchungsbefunde nicht erf üllt waren, diagnostizierte Dr. D.____ mit Verweis auf die anamnestischen Angaben der Versiche rten und zu ihren Gunsten eine leicht- bis geringgradige depressive Episode. Dass keine sch werere depressive Erkrankung vorliegt, zeigt sich auch darin, dass die Versicherte seit e inigen Jahren kein Antidepressivum einnimmt und sich noch nie veranlasst sah, sich psychiatrisch o der psychotherapeutisch be- handeln zu lassen. Entgegen den Vorbringen der Versich erten lässt sich aus dem von ihr er- wähnten RAD-Bericht vom 19. Oktober 2012 nichts Abweichendes ableiten. Dr. K.____ stimmte der Versicherten nur insoweit zu, als dass er ein gelegen tliches Lächeln und ein befriedigendes Sexualleben grundsätzlich nicht als genügendes Kriteriu m betrachtet, um eine depressive Er- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht krankung auszuschliessen. Dass diese Sachlage hier nicht zutr ifft, lässt sich an der von ihm gewählten Zeitform seiner Aussage, nämlich diejenige des Konjunktivs, und den anschliessen- den Ausführungen erkennen. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass Dr. D.____ ausführlich be- schreibe, weshalb er keine schwerere Form als eine leichte bis geringgradige depressive Er- krankung diagnostizieren könne. 4.7 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen nac h dem Gesagten eine zuver- lässige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten zu, so kann auf die beantragte Anordnung von weiter en medizinischen Abklärungen ver- zichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 4.8 Es ist festzuhalten, dass bei der Versicherten gestüt zt auf die Gutachten von Dr. C.____ vom 18. August 2011 und von Dr. D.____ vom 28. Oktober 2011 keine Einschrän- kung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht. Die vo n der IV-Stelle verfügte Ablehnung des Rentenanspruchs ist demnach nicht zu beanstanden. Die d agegen erhobene Beschwerde er- weist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 5. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Versicherte unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu überbinden sind. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von der Beschwerdeführerin am 19. August 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-Nr. 9C_566/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht