Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Geschäfts-Nr.: UE160089- O/U/HEI Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer und Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Hsu-Gürber Beschluss vom 22. April 2016 in Sachen A._____, Beschwerdeführerin vertreten durch Rechtsanwalt X._____ gegen 1. B._____, 2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, Beschwerdegegner betreffend Nichtanhandnahme Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt- schaft Zürich-Sihl vom 1. März 2016, F-4/2016/10003091 - 2 - Erwägungen: 1. Dr. med. A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) liess durch ihren Ver- treter Rechtsanwalt X._____ mit undatiertem Schreiben Strafanzeige gegen B._____ (nachfolgend: Beschwerdegegner 1) wegen Diebstahls etc. erheben (Urk. 3 S. 1). Mit Verfügung vom 1. März 2016 nahm die Staatsanwaltschaft Z ü- rich - Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) eine Untersuchung gegen den B e- schwerdegegner 1 nicht an Hand (Urk. 3). 2. Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess die Beschwerdeführerin wiederum durch ihren Vertreter Rechtsanwalt X._____ Beschwerde erheben, wo- bei in der Beschwerdeschrift keine Anträge gestellt werden und lediglich ausge- führt wird, eine vollständige Begründung werde einer bereits mit Schrei ben vom 14. März 2016 beantragten, jedoch bislang nicht gewährten Akteneinsicht vorbe- halten (Urk. 2). 3. Eine Beschwerde ist innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der B e- schwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Verlangt das Gesetz die Begründung des Rechtsmittels , so hat die Person oder die Behörde, die das Rechtsmittel ergreift, genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides sie an- ficht (lit. a), welche Gründe einen anderen Entscheid nahe leg en (lit. b) und wel- che Beweismittel sie anruft (lit. c; Art. 385 Abs. 1 StPO). Erfüllt die Eingabe diese Anforderungen nicht, so weist die Rechtsmittelinstanz sie zur Verbesserung i n- nerhalb einer kurzen Nachfrist zurück. Genügt die Eingabe auch nach Ablauf der Nachfrist den Anforderungen nicht, so t ritt die Rechtsmittelinstanz auf das Rechtsmittel nicht ein (Art. 385 Abs. 2 StPO). 4. Vorliegend genügt die Beschwerdeschrift , welche weder Anträge noch eine Begründung enthält, den Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 StPO klarerweise nicht. Es stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführerin bzw. ihrem Vertreter Rechtsanwalt X._____ in Anwendung von Art. 385 Abs. 2 StPO eine kurze Nac h- frist anzusetzen ist. - 3 - 4.1. Die Möglichkeit zur Verbesserung einer ungenügenden Rechtsmittelschrift gilt nicht für bewusst ma ngelhafte Rechtseingaben (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2013, 6B_872/2013, E. 3) . Von fachkundigen Personen, wie etwa Rechtsanwälten, kann erwartet werden, dass sie Rechtsmittel formgerecht einreichen. Tun sie dies nicht, kann angenommen werden, d ass entsprechende Mängel bewusst in Kauf genommen wurden, weshalb sie nach Treu und Glauben nicht mit einer Nachfrist rechnen können. Eine Nachfristansetzung kann höch- stens bei einem Versehen oder unverschuldeten Hindernis in Frage kommen (Ziegler/Keller, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweiz e- rische Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 3 zu Art. 385 mit Hin - weisen). 4.2. Bei der vorliegenden, unzureichenden Beschwerdebegründung handelt es sich nicht um ein Versehen. A uch das Bestehen eines unverschuldeten Hinder- nisses ist zu verneinen, war die Akteneinsicht doch nicht notwendig, um in der Beschwerdeschrift Anträge zu stellen und diese mit einer hinreichenden Begrü n- dung zu versehen. Rechtsanwalt X._____ vertrat die Besc hwerdeführerin bereits bei Einreichung der Strafanzeige (Urk. 3 S. 1), weshalb er hinreichende Kenntnis vom Sachverhalt hatte. Zwar tätigte die Polizei nach Eingang der Strafanzeige ei- nige Abklärungen ( Befragung des Beschwerdegegners 1, Befragung mehrerer Auskunftspersonen, Nachschau am Wohnort de s Beschwerdegegners 1), deren Ergebnis ist jedoch in der ausführlichen Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent- lichen wiedergegeben (Urk. 3 S. 2) und war Rechtsanwalt X._____ damit eben- falls bekannt. Um Anträge zu stellen und die Beschwerde hinreichend zu begrün- den, waren die genauen Aussagen des Beschwerdegegners 1 und der einver- nommenen Auskunftspersonen nicht erforderlich. Rechtsanwalt X._____ legt denn auch nicht dar, weshalb er für die Formulierung von Anträgen und einer Be- schwerdebegründung auf die Akten angewiesen gewesen wäre. 4.3. Bei dieser Sachlage ist davon auszugehen, dass Rechtsanwalt X._____ die Mängel bewusst in Kauf genommen hat, ohne dass ein Versehen oder ein unver- schuldetes Hindernis vorgelegen hätte. Er kann deshalb nach Treu und Glauben - 4 - nicht mit einer Nachfrist rechnen. Auf die Beschwerde ist ohne Weiteres nicht ein- zutreten. 5. Ausgangsgemäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens der B e- schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs . 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist u n- ter Berücksichtigung der Bedeutung des Falls, des Zeitaufwandes des Gerichts sowie der Schwierigkeit des Falls (vgl. dazu §§ 2 Abs.1 lit. b-d und 17 Abs. 1 GebV OG) auf Fr. 500.- festzusetzen. 6. Entschädigungen sind keine zuzusprechen. Es wird beschlossen: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500.– angesetzt und der Beschwerde- führerin auferlegt. 3. Entschädigungen werden keine zugesprochen. 4. Schriftliche Mitteilung an: − Rechtsanwalt X._____, zweifach für sich und zuhanden der Beschwe r- deführerin (per Gerichtsurkunde) − den Beschwerdegegner 1 (per Gerichtsurkunde) − die Staatsanwaltschaft Zürich -Sihl, ad F -4/2016/10003091 (gegen Empfangsbestätigung) sowie nach Ablauf der Rechtsmit telfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an: − die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch) 5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer- den. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der - 5 - in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts- gesetzes. Zürich, 22. April 2016 Obergericht des Kantons Zürich III. Strafkammer Präsident: lic. iur. Th. Meyer Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Hsu-Gürber