B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6531/2011 U r t e i l v o m 2 2 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiber Ralf Imstepf. Parteien A._______ N. V., ..., vertreten durch …, Zustelladresse: …, Beschwerdeführerin, gegen Oberzolldirektion (OZD), Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Zoll (Zollzahlungspflicht); Nichteintreten. A-6531/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 27. Juli 2009 wurde eine Sendung Mozzarella aus […] von der A._______ N.V. (nachfolgend: Abgabepflichtige) im gemeinsamen Ver- sandverfahren bei der Zollstelle Basel/St. Louis Autobahn registriert. G e- mäss Angaben im Versandbegleitdokument wa r die Schweiz End de- stination. Als Bestimmungsstelle wurde die Zollstelle Lugano -Vedeggio angegeben. Die Ware wurde direkt der Empfängerin abgeliefert, ohne dass sie bei der Bestimmungsstelle gemeldet worden wäre. B. Die Zollkreisdirektion Lugano schrieb der Abgabepflichtigen a m 28. April 2010 auf Französisch, die Deklaration sei am 24. Juli 2009 bei der A b- gangsstelle in […] registriert worden und hätte bis am 8. August 2009 bei der Bestimmungsstelle vorgewiesen werden müssen. Am 27. Juli 2009 sei die Ware im Versandverfahren in die Schweiz verbrac ht worden. Sie sei aber nicht an der Bestimmungsstelle vorgewiesen und somit nicht in den zollrechtlich freien Verkehr überführt worden. Daher schulde die Ab- gabepflichtige u.a. Zollabgaben, Mehrwertsteuer sowie Zinsen in Höhe von insgesamt Fr. 64'572.25. C. Am 26. Mai 2010 verlangte die Abgabepflichtige auf Französisch einen einsprachefähigen Entscheid. D. Am 16. Juli 2010 verfügte die Zollkreisdirektion Lugano in französischer Sprache, die Abgabepflichtige schulde ihr mittlerweile Fr. 65'192.40 an zollrechtlichen Abgaben inklusive Zinsen. E. Dagegen erhob die Abgabepflichtige am 26. August 2010 – ebenfalls auf Französisch – Beschwerde bei der Oberzolldirektion (OZD). F. Am 15. Juli 2011 teilte die OZD der Abgabepflichtigen wiederum auf Französisch mit, sie bestätige a priori die Verfügung der Zollkreisdirektion Lugano. Die Beschwerde könne mit einem formellen Entscheid erledigt werden oder die Abgabepflichtige könne ihre Beschwerde zurückziehen. Die Abgabepflichtige wurde darauf hingewiesen, dass das Beschwerd e- verfahren nicht kostenlos sei. Im Fall einer Abweisung wü rden die Pr o-A-6531/2011 Seite 3 zesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. In Anwendung von Art. 63 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwa l- tungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021) ve r- langte die OZD von der Abgabepflichtigen einen Kostenvorschuss von Fr. 3'150.--, zahlbar innert dreissig Tagen ab Erhalt des Schreibens. Sie wies die Abgabepflichtige darauf hin, dass auf die Beschwerde nicht ei n- getreten werde, wenn der Kostenvorschuss nicht rechtzeitig bezahlt we r- de. G. Am 8. November 2011 trat die OZD nunmehr in deutscher Sprache auf die Beschwerde der Abgabepflichtigen nicht ein, wobei keine Verfahrens- kosten erhoben wurden. Zur Begründung führte die OZD aus, innert Frist sei weder der Kostenvorschuss einbezahlt noch die Beschwerde zurüc k- gezogen worden . D emnach sei androhungsgemäss zu verfahre n, also auf die Beschwerde nicht einzutreten. H. Mit vom 29. November 2011 datierender Beschwerde (mit Begleitbrief vom 30. November 2011, Poststempel […] vom 1. Dezember 2011, Ei n- gang beim Bundesverwaltungsgericht am 5. Dezember 2011; ein weiteres Mal am 6. Dezember 2011 per Fax ) erhob die Abgabepflichtige (nachfol- gend: Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Entscheid der OZD vom 8. November 2011 und die Verfügung über die Leistungspflicht der Zollkreisdirektion Lugano vom 16 . Juli 2010. Sie beantragt – unter Festhalten an der bereits in früheren Verfahren s- stadien erhobenen Begründung – eine Abgabenbefreiung für den impo r- tierten Mozzarella. Zudem beantragt sie die Durchführung einer mündl i- chen Verhandlung. I. Mit Vernehmlassung vom 8. März 2012 ( Postaufgabe: 12. März 2012) beantragt die OZD die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie insbesondere aus, die Beschwerdeführerin habe den Kostenvorschuss trotz Fristverlängerung nicht fristgerecht bezahlt, weshalb sie (die OZD) am 8. November 2011 einen Nichteintretensen t- scheid gefällt habe. Allein dieser sei Gegenstand des vorliegenden B e- schwerdeverfahrens. Die Beschwerdeführerin äussere sich nicht zum Fristversäumnis. Auch würden keine Gründe geltend gemacht , die eine Wiederherstellung der Frist gestützt auf Art. 24 VwVG erlauben würden. A-6531/2011 Seite 4 J. Am 16. März 2012 bat die Beschwerdeführerin das Bundesverwaltungs- gericht um Ansetzung einer Frist, um zur Vernehmlassung der OZD Stel- lung nehmen zu können. Mit Verfügung vom 21. März 2012 wurde ihr e i- ne Frist bis zum 11. April 2012 angesetzt. K. Am 10. April 2012 überbrachte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführe- rin persönlich eine auf den 6. April 2012 datierte Replik. Darin hält die Be- schwerdeführerin fest, die Beschwerde vo m 20. September 2011 (recte: 29. September 2011) sei fristgerecht eingereicht worden, weshalb kein Fristversäumnis vorliege. Zudem beherrsche sie (die Beschwerdeführ e- rin) die deutsche Sprache nicht. Sie sei nur des Französischen, Niede r- ländischen und Engli schen mächtig. Da sie den Inhalt des Schreibens vom 15. Juli 2011 nicht verstanden habe, habe sie sich nicht weiter g e- äussert. Sie bittet daher um Anwendung der Art. 24 und Art. 32 Abs. 2 VwVG zu ihren Gunsten. Die OZD sei zu verpflichten, verspätete Parte i- vorbringen zu berücksichtigen. Die Beschwerdeführerin verweist auf ihre Argumente in der Beschwerde. Schliesslich führt sie aus, eine eventuell entstandene (aber bestrittene) Zollschuld sei nicht einforderbar. Sie ver- wies auf verschiedene Urteile des Gerichtshofs der Europäischen Union. L. Mit Duplik vom 1. Mai 2012 weist die OZD darauf hin, dass die B e- schwerdeführerin erwähne, unter anderem Französisch zu verstehen. Der Schriftverkehr zwischen der OZD und der Beschwerdeführerin, inklusive Schreiben vom 15. Juli 2011, sei in französischer Sprache verlaufen. Die Argumentation der Beschwerdeführerin sei nicht stichhaltig. Zum Wechsel zur deutschen Sprache erklärte die OZD, der Rechtsvertreter der B e- schwerdeführerin habe selbst darauf hingewiesen, dass er auch d ie deut- sche Sprache beherrsche. Zudem sei nie ein Antrag auf einen Wechsel der Verfahrenssprache gestellt worden. Was die von der Beschwerdefüh- rerin angerufene Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union angehe, erklärte sie, gemäss Art. 117 Abs. 3 der Anlage I zum Übereinkommen vom 20. Mai 1987 über ein gemeinsames Versandve r- fahren (SR 0.631.242.04) sei die Schuld gemäss den in den Vertragspa r- teien geltenden Modalitäten und Fristen zu erfüllen. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sei en "die Rechtsprechungen der Schweiz mas s- gebend und anzuwenden". A-6531/2011 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Entscheide der OZD können gemäss Art. 31 in Verbindung mit Art. 33 Bst. b des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwa l- tungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) beim Bu n- desverwaltungsgericht angefochten werden. Das Verfahren richtet sich – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG) . Mangels anders lautender Bestimmungen in inter- nationalen Vereinbarungen richtet sich das Verfahren nach schweizer i- schem Recht. 1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilg e- nommen, ist als Adressatin des vorinstanzlichen Entscheids besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interes se an dessen Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit beschwerdelegitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Anfechtungsobjekt in einem Verfahren vor dem Bundesverwaltung s- gericht bildet der angefochtene vorinstanzliche Entscheid. Vorliegend ist die Vorinstanz auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 26. Au- gust 2010 nicht eingetreten. Mit Beschwerde gegen einen solchen Nich t- eintretensentscheid an das Bundesverwaltungsgericht kann nur geltend gemacht werden, die Vorinstanz sei zu Unrecht auf das eingereichte Rechtsmittel nicht eingetreten. Damit bleibt das Anfechtungsobjekt – wie die OZD zu Recht festhält – auf die Eintretensfrage beschränkt, deren Verneinung als Verletzung von Bundesrecht mit Beschwerde gerügt we r- den kann (Art. 49 Bst. a VwVG). Die beschwerde führende Partei kann entsprechend nur die Anhandnahme beantragen, nicht aber die Änderung oder Aufhebung der angefochtenen Verfügung verlangen ( BGE 132 V 74 E. 1.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1805/2012 vom 14. Mai 2012 E. 1.2, A-1634/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 1.3, A-5069/2010 vom 28. April 2011 E. 1.3, A-5612/2007 vom 1. März 2010 E. 1.4, A-1791/2009 vom 28. September 2009 E. 1.2 mit Hinweisen ; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwa l- tungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.164). Vorliegend ist somit einzig zu pr ü- fen, ob die Vorinstanz auf die Beschwerde hätte eintreten müssen. Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrer Beschwerde vom Bundesverwaltung s- gericht eine materielle Änderung der Veranlagung verlangt, ist da rauf nicht einzutreten , weshalb auch nicht auf die entsprechenden Begrü n- dungen einzugehen ist. A-6531/2011 Seite 6 1.4 Anfechtungsobjekt im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bildet einzig der vorinstanzliche Entscheid . Dieser ersetzt allfällige En t- scheide unterer Insta nzen (sog. Devolutiveffekt; vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -6124/2008 vom 6. September 2010 E. 1.2; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.7). Soweit die Beschwerdeführerin die Aufhebung der Verfügung der Zol l- kreisdirektion Lugano vom 16. Juli 2010 beantragt, ist daher auf ihre B e- schwerde ebenfalls nicht einzutreten. Mit diesen Einschränkungen (E. 1.3 und E. 1.4) ist auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 Gemäss Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ha- ben Parteien bezüglich Streitigkeiten in Bezug auf ihre zivilrechtlichen Ansprüche oder Verpflichtungen oder bezüglich eine r gegen sie erhob e- nen strafrechtlichen Anklage grundsätzlich ein Recht auf eine öffentliche Verhandlung. Art. 6 Ziff. 1 EMRK betrifft nicht nur zivilrechtliche Streiti g- keiten im engeren Sinn – das heisst einerseits solche zwischen Privaten und andererseits solche zwischen Privaten und d em Staat in seiner E i- genschaft als Subjekt des Privatrechts –, sondern auch hoheitliche Akte von Verwaltungsbehörden, sofern diese massgeblich in Rechte und Ve r- pflichtungen privatrechtlicher Natur eingreifen (BGE 132 I 229 E. 6.2, BGE 131 I 1 2 E. 1.2, BGE 122 II 464 E. 3b, BGE 121 I 30 E. 5c; MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.161, insb. 3.167). Obwohl aber Streitigkeiten über die Veranlagung von Steuern vermögensrechtlichen Charakter haben, werden sie nicht zu den zivilrechtlichen Streitigkeiten gezählt, die in den Anwendungsbereich von Art. 6 Ziff. 1 EMRK fallen (Eu- ropäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], Ferrazzini gegen Italien, Urteil vom 12. Juli 2001 , Nr. 44759/98, in: R ecueil des arrêts et décisions 2001-VII, unlängst bestätigt in EGMR, Chambaz gegen Schweiz, Urteil vom 5. April 2012, Nr. 11663/04, N. 38; vgl. BGE 132 I 140 E. 2.1; MARTIN ZWEIFEL/HUGO CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfah- rensrecht, Direkte Steuern, Zürich 2008, § 5 N. 20). Gleiches muss für Streitigkeiten betreffend die Zollveranlagung gelten. 2.2 Ausserhalb der von Art. 6 Ziff. 1 EMRK erfassten Fälle kann gemäss Art. 40 Abs. 2 VGG auf Anordnung des Abteilungspräsidenten bzw. der Abteilungspräsidentin oder des Einzelrichters bzw. der Einzelrichterin e i- ne öffentliche Parteiver handlung durchgeführt werden. Dabei handelt es A-6531/2011 Seite 7 sich aber nur um eine Möglichkeit ("Kann-Vorschrift"). Es besteht kein An- spruch auf Durchführung einer solchen öffentlichen Verhandlung (vgl. U r- teile des Bundesverwaltungsgerichts E-63/2009 vom 6. April 2009 E. 5.5, A-8728/2007 vom 8. April 2008 E. 2.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜL- LER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Z ü- rich/St. Gallen 2010, Rz. 1734a; vgl. auch FRANK SEETHALER/KASPAR PLÜSS, in: Bernhard Waldmann/Philippe We issenberger [Hrsg.], VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren , Zürich/Basel/Genf 2009 [nachfolgend: Praxiskommentar], Art. 57 N. 60). 2.3 Vorliegend hat das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung, eine mündliche und öffentliche Verhandlung durchzu führen, zumal dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit mittels (anonymisierter) Veröffent- lichung des Entscheids Genüge getan wird (vgl. dazu auch ROK BEZGOV- SEK, Art. 6 Ziff. 1 EMRK und das steuerrechtliche Verfahren, Z ü- rich/Basel/Genf 2002, S. 102). Au ch ist kein zusätzlicher Erkenntnisg e- winn zu erwarten, beschränkt sich doch das Verfahren auf die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht einen Nichteintretensentscheid gefällt hat. Was den Anspruch auf Gewährung des rechtlichen Gehörs anbelangt, hatte die Beschwerdeführerin sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als auch im Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht die Möglichkeit, sich zu äussern, und machte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Auch unter diesem Aspekt drängt sich die Ansetzung einer mündlichen und öffentlichen Verhandlung nicht auf. Damit ist der Antrag auf eine mündliche und öffentliche Verhandlung a b- zuweisen. 3. 3.1 Gegen erstinstanzliche Verfügungen der Zollkreisdirektionen kann nach Art. 116 Abs. 1bis des Zollgesetz es vom 18. März 2005 (ZG, SR 631.0) bei der OZD Beschwerde geführt werden. Dieses Beschwerdever- fahren wird im ZG lediglich in den Grundzügen geregelt. Neben der R e- gelung des Anfechtungsobjekts und der Zuständigkeit wird in Art. 116 ZG die Frist für die Ein reichung der Beschwerde festg elegt. Im Übrigen ve r- weist Art. 116 Abs. 4 ZG ausdrücklich auf die allgemeinen Bestimmungen der Bundesrechtspflege. Auf das Beschwerdeverfahren findet somit grundsätzlich die allgemeine Verfahrensordnung für die Verwaltung s- rechtspflege des Bundes Anwendung (Urteile des Bundesverwaltungsge- richts A -1634/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 2.1, A -5069/2010 vom 28. April 2011 E. 1.2.1.2). A-6531/2011 Seite 8 3.2 Das verwaltungsinterne Beschwerdeverfahren gemäss Art. 116 Abs. 1bis ZG ist nicht als kostenfreies Ver fahren au sgestaltet. Gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG ist die OZD als Beschwerdeinstanz demnach gehal- ten, von der beschwerdeführenden Partei einen Kostenvorschuss in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu erheben. Zu dessen Lei s- tung ist ihr gemäss der ge nannten Bestimmung eine angemessene Frist anzusetzen unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall. Die Frist für die Zahlung eines Vorschusses ist gewahrt, wenn der Betrag rechtze i- tig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Sc hweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG). Wird der Kostenvorschuss nicht bzw. nicht rechtzeitig oder nicht vollumfänglich geleistet, so tritt die Beschwerdeinstanz androhung s- gemäss auf die Beschwerde nicht ein ( MICHAEL BEUSCH, in : Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bu n- desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008 [nachfolgend: VwVG-Kommentar], Art. 63 Rz. 26). 3.3 Die Möglichkeit der Wiederherstellung sowohl der gesetzlichen als auch der behördlichen Fristen ist ein allgemeiner Rechtsgrundsatz ( BER- NARD MAITRE/VANESSA THALMANN/FABIA BOCHSLER, in Praxiskommentar, a.a.O., N. 1 zu Art. 24 mit Hinweisen). Die Frist zur Leistung eines Ko s- tenvorschusses stellt eine behö rdliche Frist dar. Eine Wiederherstellung erfolgt nur dann, wenn die gesuchstellende Person oder ihr Vertreter u n- verschuldet davon abgehalten worden ist, innert Frist zu handeln. Hierfür muss sie innert dreissig Tagen seit Wegfall des Hindernisses ein begr ün- detes Begehren um Wiederherstellung einreichen und zugleich die ve r- säumte Rechtshandlung nachholen (Art. 24 Abs. 1 VwVG). Ein Versäum- nis gilt als unverschuldet, wenn der betroffenen Person keine Nachlässig- keit vorgeworfen werd en kann und objektive Gründe , das heisst solche, auf die sie keinen Einfluss nehmen kann, vorliegen. Nicht als unverschu l- dete Hindernisse gelten namentlich Unkenntnis der gesetzlichen Vo r- schriften, Arbeitsüberlastung, Ferienabwesenheit oder organisatorische Unzulänglichkeiten (vgl. U rteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1634/2011 vom 31. Oktober 2011 E. 2.3 mit Hinweisen ; vgl. auch MO- SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.139). 3.4 Bringt eine Partei Argumente eigentlich verspätet vor, sind diese von der rechtsanwendenden Behörde dennoch zu berücksichtigen, wenn sie ausschlaggebend erscheinen (Art. 32 Abs. 2 VwVG; PATRICK SUTTER, in: VwVG-Kommentar, Art. 32 Rz. 1). Gemäss seinem klaren Wortlaut b e- zieht sich dieser Artikel nur auf Parteivorbringen. A-6531/2011 Seite 9 3.5 Im Beschwerdeverfahren ist die Sprache des a ngefochtenen En t- scheids massgebend. Allerdings kann das Verfahren in einer anderen Amtssprache geführt werden, wenn die Parteien eine solche verwenden (Art. 33a Abs. 2 VwVG). 4. 4.1 Im vorliegenden Fall ist nicht bestritten, dass die Beschwerdeführerin den von der OZD mit Schreiben vom 15. Juli 2011 zu Recht einverlangten Kostenvorschuss (vgl. E. 3.2) nicht geleistet hat. Im genannten Schreiben drohte die OZD der Beschwerdeführerin das Nichteintreten für den Säumnisfall an. Dies ist ebenfalls unbestritt en. Soweit die Beschwerd e- führerin vorbringt, sie habe das besagte Schreiben nicht verstanden, ist ihr entgegenzuhalten, dass dieses in französischer Sprache verfasst war, welcher die Beschwerdeführerin gemäss eigener Aussage mächtig ist (siehe die in franz ösischer Sprache verfassten Eingaben der Beschwe r- deführerin an die Zollkreisdirektion Lugano und insbesondere die Aussa- ge der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 6. April 2012 sowie die Beilage dazu). Da der Kostenvorschuss nicht geleistet worden ist, ist die OZD in der Folge zu Recht auf die Beschwerde vom 26. August 2010 nicht eingetreten (E. 3.2). Im Übrigen macht die Beschwerdeführerin ke i- ne Gründe für eine Wiederherstellung der Frist zur Leistung des Koste n- vorschusses im Sinn von Art. 24 VwVG (vgl. E. 3.3) geltend. Solche e r- geben sich auch nicht aus den Akten . Die Beschwerdeführerin bittet z u- dem das Bundesverwaltungsgericht, Art. 32 Abs. 2 VwVG zu ihren Gun s- ten anzuwenden. Dieser Artikel bezieht sich jedoch nur auf verspätete Parteivorbringen (vgl. E. 3.4). Wie dieser Artikel auf die Nichtbezahlung eines Kostenvorschusses anwendbar sein könnte, ist nicht ersichtlich. Jedenfalls hat die OZD nie behauptet, die Beschwerdeführerin habe A r- gumente zu spät vorgebracht, sondern festgehalten, letztere habe de n Kostenvorschuss nicht bezahlt. Auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ist damit nicht weiter einzugehen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. Was die Beschwerdeführerin diesbezüglich betreffend Fristen zur Zollzahlung vorbringt, ist in diesem Zusammenhang unbeachtlic h (vgl. oben E. 1.3). Es geht einzig um die Frage, ob die OZD zu Recht nicht auf die Beschwerde vom 26. August 2010 eingetreten ist. 4.2 Auf die Verfahrenssprache ist ebenfalls nicht weiter einzugehen. Di e- se folgt in der Regel – wie auch vorliegend – derjenigen des angefochte- nen Entscheids (oben E. 3.5). Die Beschwerdeführerin opponierte nicht A-6531/2011 Seite 10 gegen den Wechsel der Verfahrenssprache vor der OZD. Auch stellte sie vor Bundesverwaltungsgericht keinen Antrag auf einen Wechsel der sel- ben. Damit bleibt es bei Deutsch als Verfahrenssprache. 5. Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Verfahrensausgang sind der Beschwerdefü h- rerin als unterliegende r Partei sämtliche Kosten für das Beschwerdeve r- fahren vor dem Bund esverwaltungsgericht aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die se werden auf Fr. 1'000.-- festgesetzt (Art. 3 f. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und der B e- schwerdeführerin zur Zahlung auferlegt. Sie werden mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Antrag auf Durchführung eines mündlichen Verfahrens wird abgewie- sen. 2. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. A-6531/2011 Seite 11 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Michael Beusch Ralf Imstepf Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rech tsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die Beschwerdeführerin in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: