B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3627/2017 U r t e i l v o m 2 2 . M ä r z 2 0 1 9 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiber Christoph Berger. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 22. Mai 2017 / N (…). E-3627/2017 Seite 2 Sachverhalt: I. A. Der Beschwerdeführer – der singhalesischen Ethnie zugehörig und aus B._______/Colombo, C._______, Western Province stammend − reiste am 14. März 2009 illegal in die Schweiz ein und stellte am 17. März 2009 ein erstes Asylgesuch. Mit Verfügung vom 25. August 2010 stellte das dama- lige zuständige Bundesamtes für Migration fest, der Beschwerdeführer er- fülle d ie Flüchtlingseigenschaft nicht , und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an . Eine gegen diese Verfügung erhobene Be- schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-6957/2010 vom 29. November 2012 ab. B. Mit Schreiben vom 27. September 2013 teilte die Vorinstanz dem Be- schwerdeführer mit, dass der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka bis auf weiteres sistiert sei. II. C. Am 17. Juli 2014 teilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer mit, dass das Vollzugsmoratorium zu Sri Lanka aufgehoben sei , und gab ihm die Mög- lichkeit, zu allfälligen neuen Gefährdungselementen Stellung zu nehmen. D. Mit Eingabe vom 28. Juli 2014 nahm der Beschwerdeführer mit einem als Wiedererwägungsgesuch betitelten Schreiben Stellung und verwies dabei auf ein bereits am 15. Oktober 2013 eingereichtes Schreiben. In den bei- den Schreiben machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe von seinem ehemaligen Theaterlehrer, der sich gegenwärtig in Grossbritannien befinde, eine Nachricht erhalten, wonach es für ihn in S ri Lanka nicht mehr sicher sei. Sein Freund sei Dokumentarfilmer und Autor. Im Jahre 2007 habe dieser einen Film mit dem Titel "How to deal with a pain" realisiert. Der Film handle von einem Massaker, erzähle die Ge- schichte des einzigen Überlebenden und se i regierungskritisch. Er selbst habe den Film finanziell unterstützt und sei daher als Produzent aufgeführt. Von seinem Freund habe er nun erfahren, dass die Polizei sämtliche am E-3627/2017 Seite 3 Film beteiligten Personen suchen würde. Deshalb sei auch er vorgeladen worden, auf dem Polizeiposten auszusagen. Die Vorinstanz nahm die Ein- gabe als weiteres Asylgesuch entgegen und sistierte die Vollzugshandlun- gen. E. Die Vorinstanz ersuchte mit Schreiben vom 31. Oktober 2014 die Schwei- zerische Vertretung in Colombo um nähere Abklärungen. Diese antwortete mit Schreiben vom 4. März 2015 und führte im Wesentlichen aus, der er- wähnte Film existiere. Bei der vom Beschwerdeführer eingereichten Vorla- dung der Polizei von Colombo handle es sich um eine Fälschung. Eine Gefährdung des Beschwerdeführers sei speziell auch in Folge des aktuel- len Regimewechsels sehr unwahrscheinlich. Diese Einschätzung würden auch bekannte Menschenrechtsaktivisten teilen. F. Mit Schreiben vom 26. Juni 2015 teilte die Vorinstanz dem Beschwerde- führer die wesentlichen Abklärungsergebnisse mit und gab ihm Gelegen- heit zur Stellungnahme. Mit Eingabe vom 28. Juli 2015 reichte der Be- schwerdeführer seine Stellungnahme ein und brachte im Wesentlichen vor, die Schweizerische Vertretung in Colombo habe die Existenz des Filmes bestätigt. Die aktuelle Regierung habe am Massenmord beteiligte Befehls- haber befördert und ihnen Schutz gewährt. Das Rajapaksa -Regime habe auch nach den Wahlen noch grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Die Vorladung der Polizei sei ihm durch seine Mutter zugestellt worden. Ob es sich um eine Fälschung handle, könne er nicht sagen. G. Mit Verfügung vom 8. Dezember 2015 stellte die Vorinstanz fest, der Be- schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge- such ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der Wegweisung. H. Mit Eingabe vom 8. Januar 2016 reichte der Beschwerdeführer beim Bun- desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, sein Asylgesuch sei gutzuheissen. Eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewäh- ren. Im Wesentlichen brachte er vor, obwohl er selbst der singhalesischen Bevölkerung angehöre, sei die Sicherheit ehemaliger Regierungskritiker in keiner Art und Weise gewährleistet. Es sei fraglich, wie er überhaupt be-E-3627/2017 Seite 4 weisen könne, dass gegen ihn geheime Untersuchungsmassnahmen lau- fen würden. Aufgrund seiner regierungskritischen Haltung sei davon aus- zugehen, dass er von den sri-lankischen Behörden verfolgt werde und sich deren Schikanen unterziehen müsste. I. Mit Urteil E-144/2016 vom 26. Januar 2016 wies das Bundesverwaltungs- gericht die Beschwerde ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen aus- geführt, die Vorinstanz stelle zutreffend fest, dass nicht glaubhaft sei, dass die sri-lankischen Behörden wegen des Films, bei dem der Beschwerde- führer als Produzent mitgewirkt habe, Verfolgungsmassnahmen gegen ihn eingeleitet hätten. So würden die von der Vorinstanz eingeleiteten Abklä- rungen zeigen, dass es sich bei der vom Beschwerdeführer eingereichten Vorladung der Polizei um eine Fälschung handle. Es sei daher nicht glaub- haft, dass die Behörden in Sri Lanka bereits Verfolgungsmassnahmen ge- gen ihn oder seinen Freund wegen des vorgenannten Filmes eingeleitet hätten. Ebenfalls sei zu verneinen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furc ht vor asylrelevanten Verfol- gungsmassnahmen haben müsste. Die Vorinstanz halte zutreffend fest, dass der Beschwerdeführer einzig aufgrund der finanziellen Unterstützung des Filmes seines Freundes nicht zur Risikogruppe der Medienschaffen- den gehöre, wie sie das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/24 defi- niert habe. Ebenfalls zutreffend seien die Ausführungen der Vorinstanz, dass keine Anhaltspunkte dafür bestehen würden, dass der ehemalige Ver- teidigungsminister von Sri Lanka oder andere Personen, die mit d em im Film geschilderten Sachverhalt in Verbindung stünden , von di esem Film überhaupt Kenntnis hätten und bisher etwas gegen den Beschwerdeführer unternommen hätten oder zukünftig unternehmen würden. Es seien keine Anhaltspunkte ersichtlich, gemäss derer der Beschwerdeführer Massnah- men zu befürchten hätte, die – wenn überhaupt – über einen sogenannten "background check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgingen oder ihm persönlich im Falle einer Rückkehr eine Gefährdung drohen könnte. Zudem stellte das Gericht die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges fest, da sich weder aus den Ausführungen des Beschwerdeführers noch aus den Akten konkrete Anhaltspunkte dafür ergeben würden, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen E-3627/2017 Seite 5 Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch sei der Vollzug der Weg- weisung trotz gesundheitlicher Einschränkungen des Beschwerdeführers zumutbar. Es könne davon ausgegangen werden, dass die psychische Krankheit des Beschwerdeführers, der in der Westprovinz beheimatet sei, auch in Sri Lanka behandelt werden könne. III. J. Eine Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. Dezember 2016 nahm das SEM als drittes Asylgesuch entgegen. K. Mit Verfügung vom 22. Mai 2017 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh- rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Das SEM führte in der Verfügung aus, der Beschwerdeführer habe mit sei- ner Eingabe vom 11. Dezember 2016 im Wesentlichen geltend gemacht, die Feststellung im Entscheid des SEM vom 8. Dezember 2015 und im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Januar 2016, dass der sri - lankische Staat ihn gegen Verfolgungsmassnahmen durch Gotabhaya Rajapaksa (nachfolgend: G.R.) würden schützen können und wollen, treffe aufgrund der neuesten Entwicklung in Sri Lanka nicht mehr zu. Dies wür- den die neu ein gereichten Beweismittel belegen, die aufzeigen würden, dass G.R. in Sri Lanka weiterhin straffrei b leibe. G.R. werde in die Politik gehen und im Jahr 2020 für das Amt des Präsidenten kandidieren. Weiter habe der Beschwerdeführer vorgebracht, die aktuelle Regierung stehe un- ter dem äusserst starken Einfluss von G.R. und fürchte diesen. Sie unter- nehme nichts gegen ihn, sondern schütze ihn gar. Die militärischen und zivilen Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden stünden unter dem star- ken Einfluss von G.R.. Die singhalesischen Nationalisten seien in Sri Lanka im Aufwind. Weiter würde die Kultur der Fol ter, des Verschwindenlassens und der sexualisierten Gewalt durch die Behörden Sri Lankas fortbestehen. In dieser Hinsicht seien mit der neuen Regierung keinerlei Verbesserungen erzielt worden. Im Film „How to deal with a pain“ werde dargelegt, dass das sri-lankische Militär und G.R. verantwortlich seien für Kriegsverbrechen, die im Jahre 1989 im Dorf Palutava begangen worden seien. G.R. würde nicht davor zurückschrecken, jemanden wie ihn (den Beschwerdeführer) E-3627/2017 Seite 6 zu töten und verschwinden zu las sen. 90 Prozent der Armee und 80 Pro- zent der sri -lankischen Polizei unterstützten das Rajapaksa -Regime. Am Flughafen hätten die Sicherheitsbehörden Büros und würden alle Rück- kehrer sehr genau kontrollieren. Bei diesen Sicherheitsbehörden arbeite- ten Leute, die direkt mit G.R. in Verbindung stünden und Informationen an ihn weiterleiteten. Sobald dieser erfahre, d ass er wieder in Sri Lanka sei , würde dieser gegen ihn (illegale) Verfolgungshandlungen einleiten, davon sei der Beschwerdeführer absolut überzeugt. Ob die sri-lankischen Behör- den tatsächlich in den Besitz einer Kopie des Filmes gekommen seien, sei ihm nicht bekannt, wohl aber, dass die Behörden ermittelnd tätig geworden seien. Aus den genannten Gründen drohe ihm in Sri Lanka eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG (SR 142.31). Aufgrund dieser Probleme und seiner langjährigen Trennung von seiner Familie sei er psychisch und kö rperlich krank geworden. Im November 2015 und im März 2016 habe er versucht, sich das Leben zu nehmen. Er benötige ein- bis zweiwöchentliche Psychotherapiesitzungen, besuche ein- mal pro Woche die Tagesklinik und einmal pro Woche die Physiotherapie. Er sei auf regelmässige Ein nahme von antidepressiv wirkenden Medika- menten angewiesen. In der Verfügung führte das SEM alle vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel namentlich auf. Auf die Begründung der Verfügung ist, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen einzugehen. L. Mit Eingabe vom 23. Juni 2017 liess der Beschwerdeführer durch seinen neu mandatierten Rechtsvertreter gegen diese Verfügung Beschwerde er- heben und beantragen, das Bundesverwaltungsgericht habe nach dem Eingang der vorliegenden Verwaltungsbeschwerde unverzüglich darzule- gen, welche Gerichtspersonen mit der Behandlung der vorliegenden Sa- che betraut würden, und das Gericht habe gleichzeitig zu bestätigen, dass diese Gerichtspersonen tatsächlich zufällig ausgewählt worden seien. Dem Beschwerdeführer sei nach Erteilung der vollständigen Akteneinsicht eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzuset- zen. Eventuell sei die Verfügung des SEM vom 22. Mai 2017 aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtser- heblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuwei- sen. Ebenfalls als Eventualanträge liess er die Rechtsbegehren stellen, die E-3627/2017 Seite 7 Verfügung des SEM vom 22. Mai 2017 sei aufzuheben und die Flüchtlings- eigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren oder die Verfügung des SEM vom 22. Mai 2017 betref- fend die Ziffern 4 und 5 aufzuheben und die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen. Als weiteren Beweisantrag wurde angeführt, es sei dem Beschwerdeführer eine angemessene Frist anzusetzen, damit er Unterlagen zu den anderen am Film beteiligten Personen beibringen und so seine Gefährdungslage weiter belegen könne. Mit der Rechtsmitteleingabe wurden verschiedene Beilagen als Beweismit- tel zu den Akten gereicht. Diesbezüglich kann auf die entsprechende mit- gereichte Zusammenstellung verwiesen werden. Auf die Begründung der materiellen Rechtsbegehren ist, soweit entscheid- wesentlich, in den Erwägungen einzugehen. M. Mit Schreiben vom 29. Juni 2017 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. N. Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2017 stellte das Bundesverwaltungs- gericht fest, mit der Beschwerde werde vorab gerügt, dem Beschwerdefüh- rer sei bisher (Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung vom 23. Juni 2017) nicht Einsicht in alle entscheidrelevanten Akt en gewährt worden, räume dann jedoch – zu Recht – selbst ein, das Akteneinsichtsgesuch an das SEM vom 19. Juni 2017 sei „zeitlich relativ knapp gestellt“ worden . Das SEM sei mit Schreiben und Zustellung vom 26. Juni 2017 dem Aktenein- sichtsgesuch nachgekommen und nach Prüfung der Akten habe das SEM gemäss der Auflistung im Schreiben vom 26. Juni 2017 dem Beschwerde- führer in alle editionspflichtigen Akten Einsicht gewährt. Es werde somit davon ausgegangen, der Beschwerdeführer habe nun antragsgemäss alle sachverhaltsrelevanten Akten vom SEM erhalten. Damit sei die entspre- chende Rüge als gegenstandslos geworden zu erachten und eine weitere rechtliche Auseinandersetzung hierzu (allenfalls zur rechtzeitigen Manda- tierung eines Rechtsvertreters) erübrige sich. Bezüglich des Antrags, dem Beschwerdeführer sei nach Erteilung der vollständigen Akteneinsicht eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzuset- zen, sei festzustellen, dass der Rechtsvertreter seit dem 27. Juni 2017 im E-3627/2017 Seite 8 Besitz der vollständigen Vorakten sein dürfte und sich jedenfalls bis anhin nicht veranlasst gesehen habe, eine Ergänzung der Beschwerde nachzu- reichen. Demnach sei das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Beschwer- deergänzung abzuweisen und im Übrigen könne auf Art. 32 Abs. 2 VwVG verwiesen werden. In der Zwischenverfügung wurde weiter festgestellt, in der Beschwerde werde ausgeführt, es sei nicht klar, wo sich heute noch Originale respektive Kopien des Films „How to deal with a pain" und entsprechendes Material befinden würden, und die an diesem Film beteiligte Filmcrew hätte die Ini- tianten des Films inständig darum gebeten, den Dokumentarfilm nicht zu veröffentlichen, da alle grosse Angst vor den Konsequenzen hätten. Hierzu gelte festzuhalten, dass der entsprechende Film im Internet aufgerufen und in der ganzen Dauer gesehen werden könne (so etwa unter https://www.y- outube.com/watch?v=SOWvgRmYdcs [letztmals abgerufen am 11. Juli 2017]). Im Weiteren sei festzustellen, d ass im Abspann der vom Gericht konsultierten Internet-Versionen des Films weder bei den als Co-Producers ausgewiesenen Personen noch unter anderer Funktion der Name des Be- schwerdeführers aufgeführt sei. Dem Beschwerdeführer wurde Gelegen- heit eingeräumt, sich innert Frist zu diesem Sachverhalt zu äussern. Dem Beschwerdeführer wurde antragsgemäss das Spruchgremium im vor- liegenden Beschwerdeverfahren mitgeteilt. Ihm wurde ebenfalls antrags- gemäss bestätigt, dass für das vorliegende Verfahren nicht vom Zufalls- prinzip abgewichen wurde. Der Beschwerdeführer wurde aufgefordert, zur Deckung der mutmassli- chen Verfahrenskosten innert Frist einen Kostenvorschuss einzuzahlen. O. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet. P. Mit Eingabe vom 27. Juli 2017 bot der Rechtsvertreter des Beschwerde- führers an, innert anzusetzender Frist eine zusammenfassende Überset- zung der Aussagen im Film „How to deal with a pain" nachzureichen, falls dies vom Gericht als notwendig erachtet würde. Der Beschwerdeführer habe mit sein em Asylgesuch vom 11. Dezember 2016 als Beweismittel 13 eine Kopie des Abspanns des Films eingereicht, auf welchem sein Name sichtbar sei. Der Beschwerdeführer sei im Moment auf der Suche nach einem Exemplar (Kopie) des Films, welches den durch E-3627/2017 Seite 9 das Gericht unter Youtube aufgefundenen Film in Kombination mit dem Ab- spann zeige, von welchem der entsprechende Screenshot als Beweismittel 13 des 3. Asylgesuches existiere. Der Beschwerdeführer wisse nicht, wer den entsprechenden Youtube-Film auf das Netz gestellt habe, und wisse ebenso wenig, wer die notwendigen Veränderungen vorgenommen habe, um die Namen nicht mehr erscheinen zu lassen. Von Seiten des SEM sei bisher nicht in Frage gestellt worden, dass der Beschwerdeführer am en tsprechenden Film in verantwortlicher Position mitgewirkt habe. Sollte dies seitens des Gerichts in Frage gestellt werden, wäre eine angemessene F rist anzusetzen, um den entsprechenden Be- weis zu erbringen. Im Moment müsse davon ausgegangen werden, dass nicht in Frage gestellt werde, dass der Film durch den Beschwerdeführer produziert worden sei. Mit der Recherche des Gerichts werde auch doku- mentiert, dass der Film zu finden sei. Da dieser Film Kriegsverbrechen der früheren Regierung, respektive des früheren Verteid igungsministers und Präsidentschaftskandidaten für die Wahlen von 2020 in Sri Lanka doku- mentiere, die entsprechende Regierung, aber auch die heutige Regierung sich gegen die Aufklärung und Aufarbeitung von Kriegsverbrechen ausge- sprochen habe respektive deren Existenz überhaupt negieren und gegen Menschenrechtsaktivisten und Journalisten in aller Härte vorgehen wür- den, welche diese Thematik so konkret wie im vorliegenden Film aufgreifen würden, drohe den Verfassern und Mitwirkenden in diesem Film eine klar asylrelevante Verfolgung. Dass der Beschwerdeführer und auch weitere Personen nicht im Abspann des Films genannt würden, änder e daran nichts. Auch wenn es für die Behörden respektive die Entourage um den früheren Präsidenten und seine n Bruder, nämlich den für das Mas saker verantwortlichen Verteidigungsminister mit einem gewissen Aufwand ver- bunden wäre, sei aufgrund der Publikation des Films im Internet damit zu rechnen, dass diese längst wüssten, wer beispielsweise als Produzent für diesen verantwortlich gewesen sei. Durch die Recherchetätigkeit des Ge- richts habe dieses somit auch den Beweis für das öffentliche Bekanntsein des Films und damit auch für die asylrelevante Gefährdung des Beschwer- deführers erbracht. *** E-3627/2017 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be- handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM. Dabei entschei- det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel- chem die beschwerdeführende Person Sc hutz sucht (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und Art. 105 ff. AsylG). 1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 1.5 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und seine Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht (aArt. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit – vorbehältlich nachfolgender Erwägung (E. 1.5 ) – auf die Beschwerde einzutreten ist. 1.6 Soweit im Rahmen der Beschwerdebegründung bezüglich früherer Verfahren Wiedererwägungs- oder Revisionsgründe angesprochen und somit zwar nicht ausdrücklich, aber in objektiver Hinsicht zumindest sinn- gemäss entsprechende Begehren formuliert werden sollten, ist festzuhal- ten, dass diese nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids des SEM vom 22. Mai 2017 bilden . Allein die angefochtene Ve rfügung – und auch nur in dem Umfang, in dem die prozessführende Person dagegen wirksam Beschwerde erheben kann – kann vom Bundesverwaltungsgericht im Be- schwerdeverfahren überprüft werden (vgl. Art. 44 und Art. 52 VwVG). Auf darüber hinausgehende auch nur sinngemässe Anträge ist daher nicht ein- zutreten. E-3627/2017 Seite 11 1.7 Bei Asylgesuchen, die innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl- und Wegweisungsentscheides eingereicht werden, hat die E in- gabe schriftlich und begründet zu erfolgen (Art. 111c Abs. 1 AsylG). 1.8 Vorliegend handelt es sich um ein Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c Abs. 1 AsylG, das das SEM mit der Verfügung vom 22. Mai 2017 zu beurteilen hatte. 2. 2.1 Mit der Beschwerde wurde vorab gerügt, dem Beschwerdeführer sei bisher (Beschwerdeerhebung vom 23. Juni 2017) nicht Einsicht in alle ent- scheidrelevanten Akten gewährt worden. Mit Zwischenverfügung des Ge- richts vom 12. Juli 2017 wurde festgestellt, das SEM sei mit Schreiben und Zustellung vom 26. Juni 2017 dem Akteneinsichtsgesuch inzwischen nach- gekommen, womit die entsprechende Rüge als gegenstandslos geworden zu erachten sei. Der Antrag, dem Beschwerdeführer sei nach Erteilung der vollständigen Akteneinsicht eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, wurde infolgedessen abgewiesen. 2.2 Im Weiteren wird eine unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt. Die Rüge ist unbegründet. Der Be- schwerdeführer hat seine Vorbringen zu seinem dritten Asylgesuch in sei- ner Eingabe vom 11. Dezember 2016 bei der Vorinstanz schriftlich darge- legt und im Wesentlichen geltend gemacht, die Feststellung im Entscheid des SEM vom 8. Dezember 2015 und im Urteil des Bundesverwaltungsge- richts vom 26. Januar 2016, dass der sri-lankische Staat ihn gegen Verfol- gungsmassnahmen durch G. R. würden schützen können und wollen, treffe aufgrund der neuesten Entwicklung in Sri Lanka nicht mehr zu (Her- vorhebung durch das Gericht). In der „Laieneingabe“ des Beschwerdefüh- rers wurden damit zu Recht die durch die früheren Verfahren geltend ge- machten Sachverhalte und die entsprechenden Würdigungen unter dem Gesichtspunkt der Lage - und Gefährdungseinschätzung als rechtskräftig beurteilt vorausgesetzt. Das rechtlich bedeutsam einzig neue Vorbringen zum erneuten Mehrfachgesuch ist mit der geltend gemachten neuesten Entwicklung in Sri Lanka und der damit angeblich neu entstandenen per- sönlichen Gefährdungslage motiviert. Es wird demnach geltend gemacht, die Ergebnisse der rechtskräftigen Sachverhaltswürdigungen hielten einer Prüfung unter den Aspekten der neusten politischen Lage und der damit verbundenen persönlichen sicherheitsspezifischen Situation im Heimat- land nicht mehr stand. Dieser vom Beschwerdeführer vertretene Stand- punkt und die Hintergründe seiner diesbezüglichen Befürchtung hat er in E-3627/2017 Seite 12 seiner Eingabe in seinen wesentlichen Punkten auch hinreichend darge- stellt. Damit kam der Beschwerdeführer den Anforderungen gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG an die Schriftlichkeit und die Begründungspflicht, mithin an seine Mitwirkungspflicht nach. In Sinne des Gesetzes tritt die be- hördliche Untersuchungspflicht zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes bei einem Mehrfachgesuch an Bedeutung zurück. Das SEM hat die Vorbringen des Beschwerdeführers entgegengenommen und die wesentlichen Aspekte in der Verfügung aufgeführt (vgl. oben K.). Wenn nun in der Beschwerde gerügt wird, die Verhaftung eines Freundes des Beschwerdeführers und die darauffolgenden Befragungen des Be- schwerdeführers sowie die Brisanz des vom Beschwerdeführer produzier- ten Films und die damit zusammenhängende Gefahr einer asylrelevanten Verfolgung seien nicht abgeklärt worden (Beschwerde 5.2.2) , wird die rechtliche Sachlage in mehrfacher Hinsicht verkannt. Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, das Vorbringen der angeblichen Befra- gungen des Beschwerdeführers im Nachgang einer Verhaftung eines Freundes sei bereits im Rahmen des Verfahrens des zweiten Asylgesu- ches rechtskräftig als unglaubhaft erkannt worden, da der Beschwerdefüh- rer diesbezüglich gefälsch te Dokumente eingereicht hatte. Auch der gel- tend gemachte Aspekt, die Brisanz des vom Beschwerdeführer produzier- ten Films könnte ihn der Gefahr einer asylrelevanten Verfolgung insbeson- dere durch G.R. aussetzen, hat das SEM in der angefochtenen Verfügung behandelt und darauf hingewiesen, dass auch diese Frage bereits rechts- kräftig beurteilt und verneint wurde. Eine Verletzung der Untersuchungs- pflicht durch das SEM kann demnach nicht erkannt werden. Im Weiteren wird gerügt, das SEM habe die relevante Entwicklung in Sri Lanka bezüglich der Gefahr einer asylrelevanten Verfolgung nicht abge- klärt. Die ausführlichen Darlegungen zur Ländersituation und zur Schwei- zer Asylpraxis betreffend Sri Lanka können da hingehend zusammenge- fasst werden, dass sowohl der Vorinstanz als auch dem Gericht vorgewor- fen wird, sich bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts und seiner Beurteilung auf eine unzutreffende Lageeinschätzung abgestützt zu haben. Insbesondere genüge das vom SEM erstellte Lagebild vom 16. Au- gust 2016 nicht den Anforderungen an korrekt erhobene Länderinformatio- nen. Alleine der Umstand, dass die Vorinstanz in ihrer Länderpraxis zu Sri Lanka einer anderen Linie folgt, als vom Beschwerdeführer vertreten, und sie aus sachlichen Gründen auch zu einer anderen Würdigung der Vorbrin- gen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht nicht für eine un- genügende Sachverhaltsfeststellung. In der Rechtsmitteleingabe wird die E-3627/2017 Seite 13 sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdi- gung der Sache vermengt, welche die materielle Entscheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Auch weitere in der Rechtsmitteleingabe unte r dem Titel „Unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes“ aufge- führte Aspekte betreffen die materielle Prüfung, so die Vorbringen des Be- schwerdeführers bezüglich seiner Gesundheit oder einer zu erwartenden Vorsprache auf dem sri-lankischen Generalkonsulat zwecks Papierbe- schaffung. Es liegt keine Verletzung der Untersuchungspflicht als Teilgehalt des An- spruches auf rechtliches Gehör vor. 2.3 Mit der Beschwerde wird eine Verletzung der Begründungspflicht ge- rügt. Dabei wird insbesondere vorgebracht, das SEM habe das veraltete und mehrfachüberholte Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 herangezo- gen und sich an diesem zur Entscheidfindung orientiert, was eine schwer- wiegende Verletzung der Begründungspflicht darstelle, weshalb die ange- fochtene Verfügung aufgehoben werden müsse. In der angefochtenen Ver- fügung wird das Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 mit keinem Wort erwähnt und es ist auch nicht erkennbar, dass sich das SEM ausschliess- lich auf dieses abgestützt hätte. Entgegen der in der Beschwerde vertrete- nen Sichtweise wird die Begründungspflicht namentlich auch nicht dadurch verletzt, wenn in der angefochtenen Verfügung das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 nicht explizit angeführt wird. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass dieses Referenz- urteil hauptsächlich auf die Beurteilung von flüchtlingsrechtlich relevanten Risikofaktoren bezüglich Personen tamilischer Volkszugehörigkeit ausge- richtet ist, was vorliegend auf den Beschwerdeführer singhalesischer Eth- nie gerade nicht zutrifft und dem Urteil für ihn ein nur eingeschränktes Aus- sagevermögen beizumessen ist. Zudem zeigt die Vorinstanz in der ange- fochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend diffe- renziert auf, von welchen Überlegungen sie sich leiten liess. Sie setzte sich mit sämtlichen wesentlichen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinan- der. Der blosse Umstand, dass die Vorinstanz nach einer gesamtheitlichen Würdigung der aktenkundigen Vorbringen zu einem anderen Schluss a ls der Beschwerdeführer gelangte, stellt keine Verletzung der Begründungs- pflicht dar, sondern eine materielle Frage. E-3627/2017 Seite 14 Im Grundsatzurteil BVGE 2017/6 E. 4.3.3. bestätigte das Bundesverwal- tungsgericht, dass einer Vorsprache auf dem sri-lankischen Generalkonsu- lat zwecks Papierbeschaffung keine asylrelevante Bedeutung zukommt. Es liegt auch in diesem Zusammenhang entgege n der Vorbringen in der Beschwerde keine formelle Rechtsverletzung vor. 2.4 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un- begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe- züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen gr und- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG ist nicht nur die Situation im Zeitpunkt der Ausreise, sondern dieje- nige im Zeitpunkt des Asylentscheides. So ist gegebe nenfalls auch eine asylsuchende Person als Flüchtling anzuerkennen, die erst aufgrund von Ereignissen nach ihrer Ausreise im Fall einer Rückkehr in ihren Heimat - oder Herkunftsstaat in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde. Zu unterscheiden ist dabei zwischen objektiven und subjektiven Nach- fluchtgründen. Objektive Nachfluchtgründe liegen vor, wenn äussere Um- stände, auf welche die asylsuchende Person keinen Einfluss nehmen konnte, zur drohenden Verfolgung führen; der von einer Verfolgung be- drohten Person ist in solchen Fällen die Flüchtlingseigenschaft zuzuerken- nen und Asyl zu gewähren. 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen E-3627/2017 Seite 15 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verf älschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Der Beschwerdeführer machte zu seinem dritten Asylgesuch geltend, die Feststellung im Entscheid des SEM vom 8. Dezember 2015 und im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Januar 2016, dass der s ri- lankische Staat ihn gegen Verfolgungsmassnahmen durch G.R. würde schützen können und wollen, treffe aufgrund der neuesten Entwicklung in Sri Lanka nicht mehr zu. Dabei verkannte der Beschwerdeführer in seiner Eingabe zum dritten Asyl- gesuch und in der F olge auch mit hauptsächlichen Vorbringen in der Be- schwerde, dass mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-144/2016 vom 26. Januar 2016 nicht festgestellt wurde, der sri-lankische Staat könne und wolle ihn gegen Verfolgungsmassnahmen durch G.R. schützen. Vielmehr wurde im zweiten Asylverfahren rechtskräftig festge- stellt, die Schlussfolgerungen der Vorinstanz seien weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden und es sei zu verneinen, dass der Beschwerdeführer be i einer Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen haben müsste. Zur Begründung wurde im genannten Urteil ausgeführt, die Vorinstanz stelle zutreffend fest, „dass nicht glaubhaft sei, dass die sri-lankischen Behörden wegen des Films, bei dem er als Produzent mitgewirkt hat, Verfolgungs- massnahmen gegen ihn eingeleitet hätten. So zeigen die von der Vorinstanz eingeleiteten Abklärungen, dass es sich bei der vom Beschwer- deführer eingereichten Vorladung der P olizei um eine Fälschung handelt (SEM-Akten, B9/4). Die Erklärungen der Vorinstanz, warum es sich um eine Fälschung handelt, sind nachvollziehbar und durchdacht. Zudem führt die Vorinstanz weiter aus, dass Abklärungen bei führenden Menschen- rechtsaktivisten ergeben hätten, dass der Beschwerdeführer aufgrund des Regimewechsels keine Verfolgungsmassnahmen zu befürchten habe. Der Beschwerdeführer kann alledem nichts entgegenstellen. Es ist daher nicht glaubhaft, dass die Behörden in Sri Lanka bereits Verfolgung smassnah- men gegen ihn oder seinen Freund wegen des vorgenannten Filmes ein- geleitet haben. Ebenfalls zu verneinen ist, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka begründete Furcht vor asylrelevanten Verfolgungsmass-E-3627/2017 Seite 16 nahmen hat. Die Vorinstanz hält zutreffend fest, dass der Beschwerdefüh- rer einzig aufgrund der finanziellen Unterstützung des Filmes seines Freun- des nicht zur Risikogruppe der Medienschaffenden gehöre, wie sie das Bundesverwaltungsgericht in BVGE 2011/24 definiert hat. Ebenfalls zutreffend sind die Ausführungen der Vorinstanz, dass keine An- haltspunkte dafür bestehen, dass der ehemalige Verteidigungsminister von Sri Lanka oder andere Personen, die mit dem im Film geschilderten Sach- verhalt in Verbindung stehen, von diesem Film überhaupt Kenntnis haben und bisher etwas gegen den Beschwerdeführer unternommen haben oder zukünftig unternehmen würden. Hierzu ist auf die zutreffenden Erwägun- gen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Die Ausführungen des Beschwerdeführers auf Beschwerdeebene, wonach Angehörige der tamilischen Ethnie weiterhin vom CID überwacht und schi- kaniert werden würden, betreffen den Beschwerdeführer, der Singhalese ist, nicht. Aus demselben Grund kann er aus dem eingereichten Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe nichts zu seinen Gunsten ableiten. Be- züglich der weiteren während des vorinstanzlichen Verfahrens eingereich- ten Beweismittel ist auf die korrekte Würdigung der Vorinstanz in der an- gefochtenen Verfügung zu verweisen. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, gemäss derer der Beschwerdefüh- rer Massnahmen zu befürchten hätte, die – wenn überhaupt – über einen sogenannten "background check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen oder ihm persönlich im Falle einer Rückkehr eine Gefährdung drohen könnte“ (Ende Zitat von E. 4.3 des Ur- teils E-144/2016). Vorliegend steht damit einerseits die Frage zur Beurteilung, ob der Be- schwerdeführer im Rahmen des dritten Asylgesuches hinreichend darzule- gen vermag, dass seit dem rechtskräftigen Urteil vom 26. Januar 2016 auf- grund neuer Tatsachen und Beweismittel eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung in seinem Heimatland begründe terweise zu befürchten wäre und andererseits, ob sich die politische Situation in Sri Lanka im Sinne ob- jektiver Nachfluchtgründe seit dem rechtskräftigen Urteil vom 26. Januar 2016 derart grundlegend verändert hat, dass nunmehr entgegen der da- maligen Einschätzung von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefährdung ausgegangen werden müsste. E-3627/2017 Seite 17 4.2 Die Vorinstanz stellte im angefochtenen Entscheid vorab richtigerweise fest, im Rahmen des zweiten Asylgesuches habe der Beschwerdeführer die geltend gemachte Furcht vor Verfolgung durch die sri -lankischen Be- hörden wegen des genannten Filmes nicht glaubhaft machen können und habe vielmehr diesbezüglich ein gefälschtes Dokument eingereicht. Weiter habe auch keine begründete Furcht bestanden, von G.R. verfolgt zu wer- den, was durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Januar 2016 rechtskräftig bestätigt worden sei. Auch seine im ersten Asylgesuch geltend gemachte Verfolgung wegen seiner politischen Aktivitäten, die ihn zur Ausreise aus Sri Lanka veranlasst haben sollten, sei mit Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts vom 29. November 2012 rechtskräftig als nicht glaubhaft erachtet worden. Bezüglich des vorliegenden Mehrfachgesuches vom 11. D ezember 2016 führte das SEM zu Recht aus, weder der Beschwerdeführer noch der ge- nannte Film würden in den mit dem Gesuch eingereichten Dokumenten genannt. Das Gericht teilt die Auffassung des SEM, dass sich aus diesen Dokumenten keine Furcht vor einer eigenen zukünftigen Verfolgung ablei- ten lässt. Wie das SEM weiter zutreffend festhält und wie allgemein bekannt ist, wird durch die zuständigen sri-lankischen Strafrechtsbehörden gegen G.R. un- ter verschiedenen Strafrechtstatbeständen ermittelt und entsprechend e Verfahren angestrengt. Den Einwänden in der Beschwerde ist insoweit zu folgen, dass unbesehen dieser Strafverfahren G.R. als ehemaliger Vertei- digungsminister und Angehöriger eines einflussreichen familiären politi- sche Umfeldes in den sri-lankischen politischen Machtstrukturen eine be- deutende Rolle zukommt und dieser sich selbstsicher für die für das Jahr 2020 vorgesehenen Präsidentschaftswahlen als Kandidat positioniert. Die aktuellen Machtverhältnisse sind wechselhaft , politisch unruhig und auf konstitutionelle Proben gestellt. Die früheren wie aktuellen Machthaber rin- gen um ihre Posi tionen und ihren Einfluss . Die am 26. Oktober 2018 er- folgte Einsetzung des früheren Präsidenten Mahinda Rajapaksa als Premi- erminister unter dem amtie renden Präsidenten Sirise na, das kurz darauf am 14. November 2018 gegen Rajapaksa erwirkte Misstrauensvo tum im Parlament (vgl. etwa Neue Zürcher Zeitung, Sri Lanka schlittert tiefer in die Krise, vom 16. November 2018, https://www.nzz.ch/international/sri-lanka- schlittert-tiefer-in-die-krise-ld.1436730) und der Rücktritt von Mahinda Rajapaksa als Premierminister und die Wiedereinsetzung des zuvor abge- setzten Premierminister Ranil Wickremesinghe ins Amt (vgl. Neue Zürcher Zeitung, Hin und Zurück in Sri Lanka: Der abgesetzte Premierminister wird E-3627/2017 Seite 18 wieder vereidigt, 16. Dezember 2018; <https://www.nzz.ch/internatio- nal/entlassener-premierminister-sri-lankas-wieder-neu-vereidigt- ld.1445221>, beide abgerufen im März 2019) machen dies deutlich. Dennoch können die neusten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht als objektive Nachfluchtgründe betrachtet werden, aufgrund derer alleine der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichke it und in ab- sehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu be- fürchten hätte. Einzig die allgemeine politische Entwicklung in Sri Lanka vermag keine Gründe zu entfalten, als dass der Beschwerdeführer persön- lich durch den sri-lankischen Staat mit ernsthaften Nachteilen im Sinne des Gesetzes überzogen würde. Es liegt demnach keine seit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26. Januar 2016 veränderte Lage in Sri Lanka in der Form vor, welche eine Aufhebung der vorliegend angefochtenen Verfügung erforderlich ma- chen würde. Daran vermögen auch die in der Beschwerde mit zahlreichen Beweismitteln gestützten Ausführungen rund um die Person von G.R. und zur allgemeinen sicherheitsrele vanten Lage sowie zur Menschenrechts- lage in Sri Lanka in entscheidwesentlicher Hinsicht nichts zu ändern. 4.3 Die Beweisanträge, es seien vom Bundesverwaltungsgericht die Akten bezüglich einzelner vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ausge- wählter fremder Verfahren beizuziehen, wird abgewiesen. Sie sind für die Beurteilung des konkret vorliegenden Verfahrens nicht massgeblich. Die mit den Anträgen verbundenen Darlegungen in der Rechtsmitteleingabe zielen letztlich auf die Forderung ab, das Bundesverwaltungsgericht habe seine Rechtsprechung in grundsätzlicher Art den im Sinne der in der Be- schwerdeschrift aus dem länderspezifischen Kontext Sri Lankas gezoge- nen und vertretenen Folgerungen anzupassen. Dieser Forderung vorlie- gend zu folgen besteht keine Veranlassung. 4.4 Weiter ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des dritten Asylgesuches nicht hinreichend darzulegen vermag, dass seit dem rechtskräftigen Urteil vom 26. Januar 2016 aufgrund neuer Tatsachen und Beweismittel eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung in seinem Hei- matland begründeterweise zu befürchten wäre. Das Gericht geht weiterhin – wie in seinem Urteil vom 26 Januar 2016 er- kannt – davon aus, dass keine hinreichenden Anhaltspunkte dargetan sind, dass in Sri Lanka staatlicherseits bisher in flüchtlingsrechtlich relevanter E-3627/2017 Seite 19 Weise etwas gegen den Be schwerdeführer unternommen worden wäre oder zukünftig unternommen werden würde. Es kann zwar nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass gewisse staatliche Behörden in Sri Lanka und selbst auch G.R. persönlich vom Film „How to deal with a pain" Kennt- nis genommen haben. In nunmehr jahrelangen breit geführten öffentlichen Diskursen um die Aufarbeitung insbesondere im Rahmen des sri -lanki- schen Bürgerkrieges tatsächlicher und verm eintlich begangener Kriegs - und Menschenrechtsverletzungen sind aber eine Vielzahl unterschiedlichs- ter Mittel als Zeugnisse beigebracht worden. Jedenfalls ist nach Recher- chetätigkeiten durch das Gericht erstellt, dass der genannte Film im Inter- net aufgerufen und in der ganzen Dauer gesehen werden kann (so etwa unter https://www.youtube.com/watch?v=SOWvgRmYdcs [erstmals abge- rufen am 11. Juli 2017]). Dies widerspricht in objektiver Hinsicht dem Vor- bringen in der Beschwerde, es sei nicht klar, wo sich heute noch Originale respektive Kopien des Films „How to deal with a pain" und entsprechendes Material befinden würden, und die an diesem Film beteiligte Filmcrew hätte die Initianten des Films inständig darum gebeten, den Dokumentarfilm nicht zu veröffentlichen, da alle grosse Angst vor den Konsequenzen hät- ten. Im Weiteren ist entgegen der vom Beschwerdeführer mit seiner Ein- gabe vom 11. Dezember 2016 in Kopie eingereichten Version des Abspan- nes des Films (entsprechende Screenshot als Beweismittel 13) festzustel- len, dass im Abspann der vom Gericht konsultierten Internet-Versionen des Films weder bei den als Co-Producers ausgewiesenen Personen noch un- ter anderer Funktion der Name des B eschwerdeführers aufgeführt ist. In seiner Stellungnahme vom 27. Juli 2017 teilte der Beschwerdeführer dem Gericht mit, er sei im Moment auf der Suche nach einem Exemplar (Kopie) des Films, welches den durch das Gericht unter Youtube aufgefundenen Film in Kombination mit dem Abspann zeige, von welchem der entspre- chende Screenshot als Beweismittel 13 des 3. Asylgesuches existiere. Er sah sich jedoch im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens in Wahrnehmung seiner Mitwirkungspflicht offenbar nicht in der Lage, diesbezüglich sach- dienliche Erkenntnisse nachzureichen. Es ist demnach entgegen den blos- sen Spekulationen des Beschwerdeführers nicht davon auszugehen, dass den sri-lankischen Behörden oder gar G.R. persönlich die Produzenten- rolle des Beschwerdeführers überhaupt bekannt geworden wäre. Auch zielt das Vorbringen des Beschwerdeführers, er wisse nicht, wer die notwendi- gen Veränderungen vorgenommen habe, um die Namen nicht mehr er- scheinen zu lassen, an der Sache vorbei. So erscheinen in der öffentlichen Internet-Version des Films im Abspann und im dazugehörenden Anh ang „Full Cast & Crew“ sehr wohl alle wesentlichen Funktionen und die entspre- chenden Verantwortlichkeiten mit vollen Namen. Dabei ist gerade der E-3627/2017 Seite 20 Name des Beschwerdeführers jedoch nirgend s aufgeführt (so etwa auch unter https://www.imdb.com/title/tt4384692/fullcredits?mode=desktop & ref_=m_ft_dsk, abgerufen am 27. Februar 2019). Insbesondere werden auf den öffentlich zugänglichen Internetseiten aus- drücklich andere Personen als der Beschwerdeführer mit vollem Namen genannt, die als Produzenten des Films verantwortlich zeichnen. Das Vor- bringen des Beschwerdeführers in seiner Stellungnahme vom 27. Juli 2017, es sei aufgrund der Publikation des Films im Internet damit zu rech- nen, dass die Behörden respektive die Entourage um den früheren Präsi- denten und seinen Bruder längst wüsst en, wer beispielsweise als Produ- zent für diesen verantwortlich gewesen sei, ist demnach unbehelflich. Glei- ches gilt für die Folgerung des Bes chwerdeführers, das öffentliche Be- kanntsein des Films erbringe den Beweis für seine asylrelevante Gefähr- dung. 4.5 Trotz des Anerbietens des Beschwerdeführers in der Rechtsmittelein- gabe, Unterlagen zu den anderen am Film beteiligten Personen beizubrin- gen und so, gemäss seiner Ansicht, seine Gefährdungslage weiter belegen zu können, sah er sich im Verlaufe des Beschwer deverfahrens nicht ver- anlasst, in Wahrnehmung seiner Mitwirkungspflicht hierzu etwas nachzu- reichen. Es ist demnach davon auszugehen, dass er über die ganze Dauer des Beschwerdeverfahrens nicht in der Lage war, diesbezüglich sachdien- liche Erkenntnisse nachzureichen, die eine zu befürchtende Gefährdungs- lage stützen könnten. Dabei ist zu erwägen, dass selbst wenn anderen am Film beteiligten Personen durch die sri-lankischen Behörden Nachteile er- wachsen wären, dies aufgrund der Aktenlage nicht mit hinreichender Wahr- scheinlichkeit auf den Beschwerdeführer übertragen werden könnte. Gegen eine entsprechende Gefährdung aufgrund der Mitbeteiligung am genannten Film spricht auch, dass sich die in öffentlich zugänglichen Inter- netseiten mit vollem Namen als vera ntwortlich zeichnenden Personen of- fenbar bis heute nicht veranlasst sahen, die entsprechenden Seiten und Filmabspänne löschen zu lassen. 4.6 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer keine seit dem rechts- kräftigen Urteil vom 26. Januar 2016 eingetretenen neuen Tatsachen dar- getan oder Beweismittel beigebracht, wonach eine flüchtlingsre chtlich re- levante Gefährdung seiner Person in seinem Heimatland begründeter- weise zu befürchten wäre. Auch auf Beschwerdeebene hat er keine konk- ret auf seine Person treffende sachdienliche Beweismittel eingereicht, die E-3627/2017 Seite 21 nahelegen würden, dass er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu be- fürchten hätte. Die Vorinstanz hat sein drittes Asylgesuch zu Recht abge- lehnt. 5. Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent- haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). Die Wegweisung wurde zu Recht ange- ordnet. 6. 6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 6.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz eine Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings- eigenschaft zu. Das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG ist daher nicht anwend- bar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allge- meinen verfassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri gende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europä- ischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be - schwerde Nr. 10466/11; T.N. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbritannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei unterstreicht der Gerichts-E-3627/2017 Seite 22 hof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehren- den Tamilen (und somit umso weniger Singhalesen) drohe eine unmensch- liche Behandlung. Nachdem der Beschwerdeführer – wie oben ausgeführt – nicht darlegen konnte, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimatland die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, bestehen auch keine Anhalts- punkte dafür, ihm würde aus demselben Grund eine menschenr echtswid- rige Behandlung in Sri Lanka drohen. 6.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus- länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Es kann auf das Urteil E-144/2016 E. 6.3.1 verwiesen werden, wonach der aus B._______ im Grossraum Colombo stammende Beschwerdeführer mittleren Alters mit guter Schulbildung und Arbeitserfahrung über Familien- angehörige und ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz in Sri Lanka ver- fügt. Es liegt auch keine medizinische Notlage im Sinne des Gesetzes und der Rechtsprechung vor. Diesbezüglich wurde im gleichen Urteil unter E. 6.3.2 ausführlich dargelegt, dass die geltend gemachten psychischen Probleme des Beschwerdeführers in Sri Lanka behandelt werden können und rechts- kräftig festgestellt, dass sich der Vollzug auch in dieser Hinsicht in indivi- dueller Hinsicht als zumutbar erweist. In der angefochtenen Verfügung wird zu Recht auf dieses Urteil verwiesen und festgestellt, dass vorliegend keine weiteren Gründe geltend gemacht würden, die die Zumutbarkeit des Weg- weisungsvollzuges tangieren würden. Die vorliegende Beschwerde ändert an dieser Feststellung in entscheidwesentlicher Hinsicht nichts. 6.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung sei- nes Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AslyG; BVGE 2008/34 E. 12). 6.5 Die Vorinstanz hat somit den Wegweisungsvollzug zu Recht als zuläs- sig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). E-3627/2017 Seite 23 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be- schwerdeführer aufzuerlegen. Angesichts der sehr umfangreichen Einga- ben und der Einreichung zahlreicher allgemeiner Beweisunterlagen ohne konkreten individuellen Bezug zum Beschwerdeführer, die auch zu nicht unerheblichen zusätzlichen Abklärungen durch das Gericht führen muss- ten, sind die Verfahrenskosten praxisgemäss auf Fr. 1‘500.– festzusetzen. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– wird diesem Be- trag angerechnet. Der Restbetrag von Fr. 750.– ist innert dreissig Tagen zu bezahlen. (Dispositiv nächste Seite) E-3627/2017 Seite 24 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 750.– wird diesem Be- trag angerechnet. Der Restbetrag von Fr. 75 0.– ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Christoph Berger