Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 18. Oktober 2016 (410 16 205) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Kostenentscheid bei Abweisung der Hauptklage und damit einhergehender Gegen- standslosigkeit der Streitverkündungsklage; Belastung des Hauptklägers mit Prozess- kosten des Streitverkündungsklageverfahrens? Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), Richter Edgar Schürmann; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ AG , vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Walter Fellmann, Löwen- strasse 3, 6000 Luzern 6, Beschwerdeführerin gegen Zivilkreisgericht Basel -Landschaft Ost , Hauptstrasse 108/110 , 4450 Sissach, Beschwerdegegner B.____ AG , vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Ender, Oberstadtstrasse 7, 5400 Baden, Beschwerdegegnerin C. ____ AG , vertreten durch Advokat Daniel Gebhardt, NEOVIUS Schlager & Part- ner, Hirschgässlein 30, Postfach 558, 4010 Basel, Streitverkündungsbeklagte Gegenstand Kostenentscheid Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 21. Januar 2016 wies das Zivilkreisgerich t Basel-Landschaft Ost die Klage der A.____AG gegen die B.____AG ab. Zugleich erklärt e es die seitens der (Haupt-)Beklagten, B.____AG, gegen die C.____AG erhobene Streitverkündun gsklage als gegenstandslos. Die Friedensrichterkosten von CHF 250.00 sowie die Gerichtsge bühr von CHF 50‘000.00 zuzüglich Gutachterkosten und Zeugenauslagen von CHF 19‘772.20 wurden der Hauptklägerin auferlegt. Zudem wurde diese verurteilt, der Hauptbeklagten eine Parteientschädigung von CHF 133‘098.70 inkl. Spesen und inkl. CHF 9‘859.15 MW St sowie der Streitverkündungsbe- klagten eine solche von CHF 72‘551.70 inkl. Spesen und inkl. CHF 5‘374.20 MWSt zu bezah- len. B. Gegen den Kostenentscheid dieses Urteils erhebt die A.___ _AG (Hauptklägerin im erst- instanzlichen Verfahren; nachstehend: Beschwerdeführerin ) mit Eingabe vom 21. Juni 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilu ng Zivilrecht. Dabei stellt sie fol- gende Anträge: 1. a) Das Urteil des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 21. Januar 2016 sei im Kostenpunkt (Ziff. 2 des Erkanntnisses) aufzuheben. b) Die Prozesskosten (Gerichtskosten und Parteientschädigun gen) im Hauptprozess und im Streitverkündungsprozess seien getrennt, einerseits zwische n der Beschwerdeführerin (Klägerin) und der Beschwerdegegnerin (Beklagten) als P arteien des Hauptprozesses und andererseits zwischen der Beschwerdegegnerin (Streitve rkündungsklägerin) und der Streitverkündungsbeklagten als Parteien des Streitverkündungsprozesses zu verlegen. 2. a) Die Auferlegung von Gerichtskosten im Hauptprozess und im Streitverkündungsprozess in der Höhe von insgesamt CHF 50'000.00 an die Beschwerdeführerin sei aufzuheben. b) Die Gerichtskosten im Hauptprozess, für welche die Be schwerdeführerin aufzukommen hat, seien auf CHF 30'000.00 herabzusetzen. c) Die Gerichtskosten im Streitverkündungsprozess seien zwisch en der Beschwerdegegne- rin (als Streitverkündungsklägerin) und der Streitverkündungsbeklagten zu verlegen. 3. a) Die auf CHF 133'098.70 (inkl. Spesen und CHF 9' 859.15 MWSt) festgesetzte Parteient- schädigung an die Beschwerdegegnerin sei angemessen, minde stens um 35% herabzu- setzen. Für den Aufwand im Streitverkündungsprozess habe die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung auszurichten. Die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Bezahlun g der Mehrwertsteuer sei aufzu- heben. b) Eventuell sei (nur) die Verpflichtung der Beschwerd eführerin zur Bezahlung der Mehr- wertsteuer von CHF 9'859.15 aufzuheben. 4. a) Die Verpflichtung der Beschwerdeführerin zur Be zahlung einer Parteienschädigung an die Streitverkündungsbeklagte von CHF 72'551.70 (inkl. Spesen und Mehrwertsteuer von CHF 5'373.20) sei aufzuheben. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Die Parteientschädigungen im Streitverkündungsproze ss seien zwischen der Beschwer- degegnerin (als Streitverkündungsklägerin) und der Stre itverkündungsbeklagten zu verle- gen. c) Eventuell sei die Verpflichtung der Beschwerdeführer in zur Bezahlung der Mehrwertsteuer von CHF 5'373.20 aufzuheben. 5. Eventuell sei die Sache zur Neufestsetzung und Neuv erlegung der Kosten an die Vorinstanz zurückzuweisen. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zugleich begehrte sie, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, was folgt: Die Vorinstanz habe in ihrem Kosten- entscheid nicht berücksichtigt, dass die Hauptklage und di e Streitverkündungsklage keine Ver- fahrenseinheit bildeten, sondern prozessrechtlich zwei sep arate Klagen darstellten. Dies habe zur Folge, dass für die beiden Verfahren voneinander ge trennte Kostenentscheide zu fällen seien, wobei die Beschwerdeführerin als Hauptklägerin d emnach nicht mit Kosten des Streit- verkündungsprozesses belegt werden dürfe. Bei getrennten Kostenentscheiden sei die Ent- scheidgebühr des Hauptverfahrens auf CHF 30‘000.00 festzu setzen, was an der oberen Grenze des Gebührentarifs für Prozesse mit einem Streitw ert von über CHF 100‘000.00 liege. Mangels besonderer Komplexität oder übermässigen Umfange s der Streitsache sei eine Erhö- hung der Gebühr nicht gerechtfertigt. Gleiches gelte f ür die Parteientschädigung, welche die Vorinstanz zugunsten der Beklagten und Streitverkündungskl ägerin auf CHF 133‘098.70 (ein- schliesslich Spesen und MWSt von CHF 9‘589.15) festgesetzt habe. Auch hier sei bei getrenn- ter Betrachtung der Prozesskosten eine Aufteilung der Parteikosten für die beiden Verfahren vorzunehmen, zumal das Zivilkreisgericht aus Gründen der Ver hältnismässigkeit die Parteient- schädigung des Streitverkündungsprozesses als im zugesprochen en Gesamtbetrag bereits berücksichtigt behandelt habe. Des Weiteren habe die Vo rinstanz nebst einem Grundhonorar von CHF 67‘500.00 überhöhte Zuschläge gewährt, welche dem Schwierigkeitsgrad und der Komplexität der Sache nicht angemessen seien. Insgesamt sei deshalb eine Reduktion der Par- teientschädigung um 35% gerechtfertigt. Schliesslich sei die Parteientschädigung ohne Mehr- wertsteuer zuzusprechen, da die Beschwerdegegnerin ihre rseits mehrwertsteuerpflichtig sei und damit die ihrer Rechtsvertretung zu leistenden Me hrwertsteuer als Vorsteuer abziehen könne. C. In ihrer Beschwerdevernehmlassung vom 26. August 2016 be antragt die Beschwerde- gegnerin sodann, es sei die Beschwerde vollumfänglich a bzuweisen, unter Kosten- und Ent- schädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin. Es treff e zwar zu, so die Beschwerdegeg- nerin in ihrer Begründung, dass vorliegend zwei separat e Klagen vorliegen würden. Das Schicksal des Streitverkündungsprozesses sei aber unmittelbar vom Ausgang des Hauptverfah- rens abhängig. Es bestehe ein Mehrparteienverfahren, in welchem jede Partei für sich selber agiere. Faktisch erhalte die Streitverkündungsbeklagte im Prozess eine Stellung, welche derje- nigen einer Hauptpartei gleichkomme, was auch bei der Kostenverteilung zu berücksichtigen sei. Des Weiteren sei sie als Beklagte einer Klägerin im Hauptprozess gegenübergestanden, welche eine Doppelrolle innehabe. Diese fungiere ein erseits als Unfallversichererin des Ge- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht schädigten. Andrerseits sei sie auch die Haftpflichtversic herung des am Bau beteiligten Archi- tekten und Bauleiters. Naturgemäss sei die Beschwerdefüh rerin nicht daran interessiert gewe- sen, den eigenen Versicherungsnehmer einzuklagen, obwohl dies bei der gesetzlich bestehen- den Solidarität mehrerer Haftpflichtiger eigentlich angezeigt gewesen wäre. Um die Unter- stützung des Bauleiters zur Abwehr der Ansprüche der Kl ägerin zu erhalten, sei sie gehalten gewesen, diesen durch Anhebung einer Streitverkündungsklage ins Verfahren einzubinden. Zur Frage, ob auf der Parteientschädigung Mehrwertsteuer geschuldet ist oder nicht, äussert sich die Beschwerdegegnerin nicht. D. Die Streitverkündungsbeklagte ist gemäss ihrer Eingabe vo m 27. Juli 2016 der Auffas- sung, dass sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren, in welch em es um die Kostenverlegung des Hauptprozesses gehe, nicht zur Stellung eigener Ant räge befugt sei. Sie halte aber daran fest, dass für ihre tarifkonform geltend gemachten Part eikosten infolge Gegenstandslosigkeit des Streitverkündungsprozesses eine volle Entschädigungspflicht bestehe. E. Bereits mit Verfügung vom 11. Juli 2016 hat die Kant onsgerichtspräsidentin der Be- schwerde die aufschiebende Wirkung erteilt, nachdem die Beschwerdegegnerin ausdrücklich auf eine Stellungnahme zu diesem Antrag verzichtet hat te. Am 30. August 2016 schloss die Präsidentin des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteil ung Zivilrecht, den Schriftenwechsel, ordnete die Aktenzirkulation bei den Richtern an und stellte den Parteien den Entscheid gestützt auf die Akten, also ohne Parteiverhandlung, in Aussicht. F. Soweit nachstehend nicht ausdrücklich auf die Begründung en der Parteien in ihren Rechtsmitteleingaben Bezug genommen werden sollte, wird der Einfachheit halber auf die Ak- ten verwiesen. Erwägungen 1. Nicht berufungsfähige erstinstanzliche Entscheide sind ge mäss Art. 319 lit. a ZPO mit Beschwerde anfechtbar. Wird ein Entscheid - wie im vor liegenden Fall - lediglich in Bezug auf das Kostenerkenntnis angefochten, so ist nach Art. 110 ZPO ausschliesslich das Rechtsmittel der Beschwerde zulässig. Gemäss Art. 321 Abs. 1 ZPO ist die Beschwerde innert 30 Tagen seit Zustellung schriftlich und begründet bei der zuständige n Rechtsmittelinstanz einzureichen. Die vorliegende Beschwerde wurde fristgerecht erhoben und g enügt auch den weiteren Formalien (Art. 320 ZPO); insbesondere wurde auch der erhobene Kostenvorschuss fristgerecht geleistet. Die sachliche Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsg erichts ergibt sich aus § 6 Abs. 1 lit. e EG ZPO (SGS 221). Auf die vorliegende Beschwerde ist somit einzutreten. 2. In vorstehender Sache hatte das Zivilkreisgericht Basel-Land schaft Ost folgenden Sach- verhalt zu beurteilen: lm Jahre 2003 realisierte D.___ _ eine Erweiterung seines Einfamilienhau- ses an der X.____strasse in Z.____, wobei dieser Umbau unter anderem auch in einer Ver- grösserung des Balkons oberhalb des sich hinter dem Haus befindlichen Schopfes bestand. Für die entsprechenden Planungs- und Bauleitungsaufgaben wurde die spätere Streitverkündungs- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht beklagte, die C.____AG, als Architektin beauftragt. Als Unternehmerin für die Baumeisterarbei- ten wurde die Einzelfirma BB.____ herangezogen, welc he später in die B.____AG (Beklagte und Streitverkündungsklägerin im vorliegenden Verfahren ) übergegangen ist. Um die Arbeiten vornehmen zu können, war es unter anderem notwendig, die Brüstung und die Front des Bal- kons oberhalb des Schopfs vollständig abzubrechen. Nachdem diese Bauteile entfernt worden waren, betrat D.____ am 3. August 2003 den Balkon sein es Hauses, um im Hausinnern depo- nierte Gartenstühle auf den Balkon zubringen. Dabei sto lperte er unvermittelt in Richtung der abgebrochenen Balkonbrüstung, woraufhin er kopfüber ru nd fünf Meter in die Tiefe stürzte. Bei diesem Sturz zog sich D.____erhebliche Verletzungen zu, w elche für ihn eine dauerhafte Ein- schränkung in seiner Arbeitsfähigkeit in seinem Beruf als Lehrer zur Folge hatten. Die lV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft sprach dem Geschädigten deshalb eine halbe lnvalidenrente zu. Die A.____AG (und Klägerin im Verfahren) kam als Unfa llversichererin für die Heilungskosten des Verunfallten auf und zahlte ihm nebst den anfänglichen Unfalltaggeldern später eine Unfall- rente aus. Die im Umfang ihrer Leistungen gemäss Art. 72 und 74 ATSG regeressberechtigte Versicherung beabsichtigte, die Baumeisterin für diesen Unfall verantwortlich zu machen, indem ihr im Wesentlichen vorgeworfen wurde, nicht für ein e hinreichende Baustellenabsicherung be- sorgt gewesen zu sein. Wie eingangs bereits erwähnt wies das Zivilkreisgericht eine entspre- chende Schadenersatzklage der Unfallversicherung gegen die se allerdings vollumfänglich ab (Urteil vom 21. Januar 2016). Im betreffenden Verfahren setzte sich die Beklagte unter anderem bereits zu einem früheren Zeitpunkt gegen die erwähnt e Architektin wegen behaupteten Ver- säumnissen bei der Bauleitung mit einer Streitverkündu ngsklage gemäss Art. 81 f. ZPO zur Wehr. Die Vorinstanz liess diese Klage gemäss Art. 82 ZPO zu, erklärte sie danach jedoch im erwähnten Urteil folgerichtig für gegenstandslos, da d ie Hauptklage abgewiesen worden war. Da gegen diesen Entscheid kein Rechtsmittel ergriffen wur de, wurde das Urteil vom 21. Januar 2016 in materieller Hinsicht rechtskräftig. 3. Zur Begründung des vorliegend mit Beschwerde angefochte nen Kostenentscheids erwog die Vorinstanz, dass gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO sowohl die Friedensrichterkosten als auch die Gerichtskosten der unterlegenen Klägerin aufzuerleg en seien. Letztere würden in Anleh- nung an § 52 Abs. 3 GOG und § 8 Abs. 1 lit f. Ziff. 4 GebT i.V.m. § 3 Abs. 3 GebT auf CHF 50‘000.00 festgesetzt. Hinzu kämen sodann Gutachter kosten und Zeugenauslagen von CHF 19'772.20. Zudem habe die Klägerin der Beklagten eine Parteientschädigung zu entrich- ten, welche in geltend gemachter Höhe von CHF 133'098 .70 einschliesslich Spesen und Mehr- wertsteuer von CHF 9‘589.15 tarifkonform sei. Gestützt a uf Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO hätten schliesslich auch die der Streitverkündungsbeklagten entstan denen und von ihr ebenfalls tarif- konform geltend gemachten Parteikosten von CHF 72'551. 70 einschliesslich Spesen und Mehrwertsteuer von CHF 5'374.20 zu Lasten der Klägerin zu gehen, da die Beklagte ihre Streit- verkündungsklage grundsätzlich in guten Treuen eingereicht habe und die Klägerin mit ihrer Hauptklage nicht erfolgreich gewesen sei und damit ind irekt auch mitverantwortlich dafür sei, dass sich die Streitverkündungsklage schlussendlich als gegen standslos erwiesen habe. Die von der Beklagten nebst den Parteikosten für die Hauptkl age geltend gemachte Parteientschä- digung für die Streitverkündungsklage sei demgegenüber nicht zusätzlich der Klägerin aufzuer- legen, sondern aus Gründen der Verhältnismässigkeit als i n der sich aus den Parteikosten für die Hauptklage ergebenden Parteientschädigung bereits mitenthalten zu bezeichnen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. In ihrer Beschwerdebegründung moniert die mit Kosten a us dem Streitverkündungsklage- verfahren belastete Beschwerdeführerin im Hauptstandpun kt zusammengefasst, dass die Vor- instanz in rechtlicher Hinsicht verkenne, dass die Hauptklag e und die Streitverkündungsklage keine Verfahrenseinheit bildeten, sondern prozessrechtli ch vielmehr zwei separate Klagen dar- stellten. Die Verfahren blieben materiell getrennt, würden aber bei Zulassung der Streitverkün- dungsklage in einem Prozess geführt. Daraus folge auch, d ass für beide Verfahren bei Abwei- sung der Hauptklage und Gegenstandslosigkeit der Streitve rkündungsklage unterschiedliche und voneinander getrennte Kostenentscheide zu ergehen h ätten. Dabei könne der Hauptkläger nicht mit Kosten aus dem Streitverkündungsprozess belegt w erden, da er als Dritter und dem- nach nicht als Prozesspartei zu behandeln sei, was eine K ostenpflicht ausschliesse. Schliess- lich sei es für den Streitverkündungskläger zumutbar, das Kostenrisiko selbst zu tragen. 5. Die Beschwerdegegnerin stimmt der Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeantwort in dogmatischer Hinsicht zwar zu, dass vorliegend zwei separate Klagen vorliegen würden. Das Schicksal des Streitverkündungsprozesses sei aber unmittelbar vom Ausgang des Hauptverfah- rens abhängig. Es bestehe ein Mehrparteienverfahren, in welchem jede Partei für sich selber agiere. Faktisch erhalte die Streitverkündungsbeklagte im Prozess eine Stellung, welche derje- nigen einer Hauptpartei gleichkomme, was auch bei der Kostenverteilung zu berücksichtigen sei. Die gesetzgeberische Konzeption, wonach bei Abweisun g der Hauptklage die Streitverkün- dungsklage gegenstandslos werde, schliesse eine Kostenverle gung nach dem Unterliegerprin- zip i.S.v. Art. 106 ZPO aus. In Frage komme ausschliesslich ein Kostenentscheid nach Ermes- sen, namentlich weil die Beschwerdegegnerin den Prozess ge gen die Streitverkündungsklage in guten Treuen erhoben habe bzw. zufolge Gegenstandslo sigkeit (Art. 107 Abs. 1 lit. b und e ZPO). Im zweitgenannten Falle habe das Gericht zu ber ücksichtigen, welche Partei Anlass zur Klage gegeben habe und wie der mutmassliche Prozessausgan g gewesen wäre. Lasse sich hinsichtlich des Prozessausgangs nur schwer eine Prognose st ellen, sei auf allgemeine zivil- prozessuale Kriterien abzustellen. Danach werde in erste r Linie diejenige Partei entschädi- gungspflichtig, die das gegenstandslos gewordene Verfahr en veranlasst habe oder bei welcher die Gründe eingetreten seien, die dazu geführt hätte n, dass das Verfahren gegenstandslos werde. Sodann werde in der Lehre überwiegend die Me inung vertreten, dass der Hauptkläger bei Abweisung der Klage und Gegenstandslosigkeit der Streitverkündungsklage jedenfalls dann die Prozesskosten beider Verfahren zu tragen habe, wenn der Beklagte sich in guten Treuen zur Prozessführung, d.h. zur Streitverkündungsklage, veranlasst gesehen habe. Dies sei vorlie- gend der Fall, nachdem die Beschwerdeführerin nicht a uch den Bauleiter als möglichen Mitver- antwortlichen ins Recht gefasst habe und der Beschwerdegeg nerin damit nichts anderes übrig geblieben sei, als diesen zur Teilnahme am Prozess zu zwi ngen. Schliesslich sei auch die Be- schwerdeführerin diejenige, die aufgrund ihres Unterliegens im Hauptprozess die Gegenstands- losigkeit des Streitverkündungsprozesses versursacht habe. De r Entscheid der Vorinstanz, die Kosten des Streitverkündungsprozesses im Sinne von Art. 10 7 ZPO der Klägerin und Be- schwerdeführerin aufzuerlegen, sei daher korrekt gewesen. 6. Zu Recht nicht beanstandet wurde die von der Vorinstan z für den Streitverkündungspro- zess gewählte Erledigungsart der Gegenstandslosigkeit, nach dem die Hauptklage abgewiesen worden war. Dies entspricht der herrschenden Lehre (S CHWANDER , in: ZPO-Komm., Sutter- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Züri ch 2016, Art. 81 ZPO N 23; F REI , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], , 2. Aufl. , Basel 2013, Art. 81 ZPO N 63; D OMEJ , in: ZPO-Kurzkomm., Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2014, Art. 82 ZPO N 13) und deckt sich mit der Meinung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht. 7. Für den Entscheid über die Verlegung der Prozesskosten d er Hauptklage sowie aus dem Streitverkündungsklageverfahren sind zwei Varianten denkbar. Entweder es ist ein einheitlicher Kostenentscheid für beide Prozesse zusammen zu fällen und die gesamten Kosten unter den drei Hauptparteien, der Klägerin, der Beklagten bzw. Streitverkündungsklägerin und der Streit- verkündungsbeklagten, zu verlegen oder aber die Verfahren werden für den Kostenentscheid strikte voneinander getrennt. Im zweitgenannten Fall w ären die Kostenfolgen in beiden Prozes- sen separat unter den betreffenden Parteien zu regeln, d.h. unter der Hauptklägerin und der Hauptbeklagten für das Hauptverfahren einerseits sowie un ter der Streitverkündungsklägerin und der Streitverkündungsbeklagten für den Streitverkünd ungsprozess andererseits. Vorab ist deshalb die Grundsatzfrage zu erörtern und zu entscheid en, ob ein Gesamtentscheid der Kos- tenfolgen für beide Verfahren zusammen zulässig ist od er nicht. Das Zivilkreisgericht Basel- Landschaft Ost hat einem Gesamtkostenentscheid den Vorz ug gegeben und der im Hauptver- fahren unterlegenen Beschwerdeführerin auch die (Parte i-)Kosten des Streitverkündungspro- zesses auferlegt, weil sich die Beschwerdegegnerin bei der Einreichung der Prozessführung in guten Treuen befunden habe, offenbar ohne die zweite Möglichkeit getrennter Kostenentschei- de in Erwägung zu ziehen. Die Vorinstanz hat sich dabei auf eine in der Lehre vertretene Mei- nung berufen (FREI , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2013, Art. 81 ZPO N 64; S CHWANDER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 81 ZPO N 36 und G ÖKSU , in: DIKE-Komm. ZPO, Brunner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 82 ZPO N 27), welche jedoch aus meh- reren Gründen nicht zu überzeugen vermag. Allen zitier ten Lehrmeinungen, bis auf die letztge- nannte, ist gemein, dass diese dem Hauptkläger nur, aber immerhin, eine Kostentragungspflicht im Falle des Unterliegens im Hauptprozess auch für das S treitverkündungsklageverfahren auf- erlegen, sofern sich der Beklagte und Streitverkündungskl äger zur Anhebung der Streitverkün- dungsklage in guten Treuen veranlasst sah. Der letztgenan nte Autor scheint sogar eine umfas- sende, unbedingte Kostenübernahmepflicht des Hauptkläger s in der hier interessierenden Fall- erledigungskonstellation zu befürworten mit dem einfa chen, aber hier unpräzisen Hinweis auf das Unterliegerprinzip im Sinne von Art. 106 ZPO, obwo hl es bei Gegenstandslosigkeit keine unterliegende Partei geben kann. Die einheitliche Behandlung der beiden Verfahren im Kosten- entscheid, sei es mit der zusätzlichen Voraussetzung der Prozessführung in guten Treuen oder auch ohne, lässt sich allerdings einzig mit dem Umstand be gründen, dass die Prozesse inso- fern eng miteinander verbunden sind, als das Streitver kündungsklageverfahren vom Ausgang des Hauptverfahrens unmittelbar abhängig ist. Den Haup tkläger auch für das Streitverkün- dungsverfahren im Falle des Unterliegens im Hauptverfa hren in die Kostenpflicht zu nehmen, sofern der Hauptbeklagte und Streitverkündungskläger die Streitverkündungsklage in guten Treuen erhoben hat, erscheint vor diesem Hintergrund zwa r nicht abwegig. Dabei wird aller- dings ausser Acht gelassen, dass für eine solche Lösung kei ne gesetzliche Grundlage besteht. Denn für die Kostenfolgen der Streitverkündungsklage b estehen in der ZPO keine besonderen Bestimmungen, so dass der Kostenentscheid den allgemeinen Bestimmungen der Art. 106 ff. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ZPO zu folgen hat. Nach der entsprechenden gesetzlichen K onzeption können Prozesskosten sodann ausschliesslich unter den Prozessparteien verlegt w erden, was die Kostenbelegung eines am Verfahren nicht beteiligten Dritten von vor nherein ausschliesst. Das Bundesgericht vertritt die Meinung und auch in der Lehre besteht Einigkeit darüber, dass die Haupt- und Streit- verkündungsklage an sich rechtlich voneinander unabhängige Verfahren mit je eigenen Pro- zessrechtsverhältnissen, unterschiedlichen Parteikonstellatio nen und Rechtsbegehren sind, welche in einem Gesamtverfahren zusammengefasst wurden (BGE 139 III 67 E 2.1, 142 III 102 E 5.3.2 sowie 142 III 271 E 1.1; D OMEJ , in: ZPO-Kurzkomm., Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2014, Art. 82 ZPO N 13; KL ETT /B IELMANN , Die Streitverkündungsklage – Segen oder Fluch?, in: HAVE 2013, S. 315; G ROSS /Z UBER , in: BE-Komm. ZPO, Bd. I, Bern 2012, Art. 81 ZPO N 42; F REI , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2013, Art. 81 ZPO N 45 und 47; G ASSER /R ICKLI , ZPO Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen, Art. 81 ZPO N 4). Obwohl die Zusammenführung der be iden Klagen in einem einzigen Prozess der Regelfall sein dürfte, ist eine Trennung der Verf ahren oder eine Beurteilung beider Klagen zeitlich nacheinander möglich und zulässig (Art. 82 Abs. 3 Halbsatz 2; D OMEJ , in: ZPO-Kurzkomm., Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl ., Basel 2014, Art. 82 ZPO N 13; SCHWANDER , in: ZPO-Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberge r [Hrsg.], 3. Aufl., Zürich 2016, Art. 82 ZPO N 26). Aus der Verschiedenheit der Verfahren ergibt sich auch, dass geson- derte Kostenentscheide zu treffen sind (G ÜNGERICH , in: Die Streitverkündungsklage in Bausa- chen, BR 3/2014 S. 119, KL ETT /B IELMANN , Die Streitverkündungsklage – Segen oder Fluch?, in: HAVE 2013, S. 315; W EY , Die Streitverkündungsklage nach der Schweizerischen Zivilpro zess- ordnung, in: HAVE 2010, S. 75). Die Autoren, welche diese Lösung befürworten, und die Vertre- ter der Doktrin eines einheitlichen Kostenentscheids sin d an der Zahl in etwa vergleichbar. Das Bundesgericht musste sich bisher mit der Frage der Kostenve rteilung bei Gegenstandslosigkeit einer Streitverkündungsklage - soweit ersichtlich - nicht befassen. Nach Ansicht des Kantonsge- richts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ist dem dog matischen Ansatz mit zwei unter- schiedlichen Prozessen und damit voneinander unabhängige n Kostenentscheiden gegenüber der eher ergebnisorientierten Sichtweise, welche einen einheitlichen Kostenentscheid favori- siert, den Vorzug zu geben. Daraus folgt, dass der Entsche id der Vorinstanz, die Hauptklägerin mit Kosten aus dem Streitverkündungsklageverfahren zu belasten unzulässig war und somit die Beschwerde, soweit separate Kostenentscheide verlangt werden, gutzuheissen ist. 8. Selbst wenn der Meinung, wonach eine Beteiligung der Hauptklägerin an den Verfahrens- kosten des Streitverkündungsprozesses unzulässig sei, nicht gef olgt würde, wäre die Be- schwerde gutzuheissen. Denn eine Kostentragungspflicht d er Beschwerdeführerin nach der anderen, hier verworfenen Lehrmeinung käme nur zum T ragen, wenn die Beschwerdegegnerin ihren Streitverkündungsprozess in guten Treuen geführt hätte, was vorliegend nicht zutrifft. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid zwar, dass dem so gewesen sei. Eine Begrün- dung, wie sie zu dieser Ansicht gelangt ist, lässt sich dem erstinstanzlichen Urteil jedoch nicht entnehmen. Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Veranlassung zur Prozessführung in guten Treuen damit, dass ihr nichts anderes übrig geblieben sei, als g egen den Bauleiter zu klagen. Dass die Beschwerdeführerin sich darauf beschränkt habe, den Baume ister einzuklagen und nicht auch den Architekten und Bauleiter, sei ausschliesslich durch ihr e besondere Rolle als Versiche- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsgesellschaft (Unfallversicherung des Geschädigten und Haftpflichtversicherung des Archi- tekten) begründet und widerspreche dem naheliegenden V orgehen eines Schadenersatzklä- gers, welchem mehrere mögliche Haftpflichtige gegenübe rstünden. Eine einfache Streitverkün- dung wäre für die Beschwerdegegnerin sodann nicht zielfü hrend gewesen, da sie unter den gegebenen Umständen von der Streitberufenen keine Unterstützung im Prozess hätte erwarten können. Vielmehr wäre mit deren Fernbleiben vom Prozess zu rechnen gewesen, wogegen sie mit der Streitverkündungsklage zur Unterstützung habe gezwungen werden können. Unter Prozessführung in guten Treuen wird die gutgläu bige Prozessführung verstanden. Damit gemeint sind Fälle, in welchen ein Kläger zu Beginn de s Prozesses eine Fehleinschätzung macht (Klageanhebung zu Unrecht, aber in Unkenntnis ei nes Rechtsmangels ohne Sorgfalts- pflichtverletzung) oder sich die massgeblichen tatsächlichen oder rechtlichen Verhältnisse nach Einleitung des Prozesses zuungunsten des Klägers verändern. Ebenso kann sich eine Partei auf Prozessführung in guten Treuen berufen, wenn das Gericht den betreffenden Fall zum An- lass nimmt, eine Praxisänderung vorzunehmen. Nicht erford erlich ist, dass der Gegenpartei ein Verhalten wider Treu und Glauben vorgeworfen werden kann. (KGEBL 410 12 358 vom 12. Februar 2013, E 3.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall ist das Vorgehen der Beschwerdegeg nerin nun aber mit keinem der ge- nannten Anwendungsfälle vergleichbar. Das Gesetz überlä sst einem Geschädigten ausdrück- lich und willentlich bei Solidarschuldnerschaft unter Ha ftpflichtigen gemäss Art. 50 f. OR die freie Wahl, welche Gegenpartei(en) er klageweise ins Recht fassen möchte. Dabei können un- terschiedliche, auch prozesstaktische Überlegungen mitspielen, wie zum Beispiel die Frage der Solvenz der potentiellen Haftpflichtigen. Des Weiteren hätte für die Beschwerdegegnerin auch die Möglichkeit bestanden, den Architekten und Bauleit er als Zeugen vorladen zu lassen oder diesem den Streit zu verkünden. Im zweitgenannten Fall ist der Beschwerdegegnerin zwar inso- fern zuzustimmen, als es dem Streitberufenen unbenommen bleibt, dem Prozess fern zu blei- ben. Bei einer Klage dagegen wird er zur Teilnahme a m Verfahren gezwungen. Die Beschwer- degegnerin führt in ihrer Beschwerdevernehmlassung zwa r an, dass sie auf die Unterstützung des Architekten im Prozess zur Abwehr der Hauptklage ang ewiesen gewesen sei. Weshalb diese Hilfe für eine erfolgreiche Verteidigung gegen die Beschwerdeführerin unabdingbar ge- wesen sein soll, hat sie im vorliegenden Beschwerdeverfa hren dann aber nicht weiter konkreti- siert. Um den Umstand, dass die Anhebung einer Streitv erkündungsklage mit einem erhebli- chen Risiko verbunden ist, weil dieselbe unter Kostenfolge n gegenstandslos werden könnte, wusste die Beschwerdegegnerin seit Beginn des Prozesses. E s kann also auch nicht von einer nachträglichen, nicht vorhersehbaren Entwicklung gesproc hen werden, welche eine Prozess- führung in guten Treuen begründet hätte. Daraus fol gt, dass es auch mit diesen Überlegungen nicht gerechtfertigt war, dass die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit Kosten aus dem Streit- verkündungsprozess belegt hat. 9. Als weiteren Grund für die Unzulässigkeit einer Kostenb elegung zu ihren Lasten aus dem Streitverkündungsklageverfahren führte die Beschwerdefü hrerin in ihrer Beschwerdebegrün- dung an, dass die Streitverkündungsklage nicht hätte zuge lassen werden dürfen, weil sie nicht beziffert gewesen sei. Gegen die Zulassung dieser unbezi fferten Klage habe sie sich mangels eines Rechtsschutzinteresses nicht zur Wehr setzen könne n. Es verstehe sich aber von selbst, dass von ihr nicht verlangt werden könne, für die Kost en eines unzulässigen Verfahrens aufzu- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen. Weil die Beschwerde bezüglich der Grundsatzfrage , ob der Beschwerdeführerin in casu Kosten aus dem Streitverkündungsprozess auferlegt werde n dürfen, in doppelter Hinsicht gutzuheissen ist, kann der Entscheid hierüber jedoch offen bleiben. 10. Daraus folgt als Zwischenergebnis, dass der Kostenentscheid d er Vorinstanz aufzuhe- ben ist und grundsätzlich neu über die Kostenverteilung je separat für das Hauptklageverfahren und den Streitverkündungsprozess zu entscheiden ist. 10.1 Hinsichtlich der Klage wird die Kostentragungspflicht de s vollumfänglich unterlegenen Klägers und Beschwerdeführers in der Beschwerde zu Recht nicht beanstandet. Diese folgt ohne weiteres aus dem Unterliegerprinzip gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO. 10.2 Für den Kostenentscheid im Streitverkündungsklageverfahren ist Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO einschlägig. Danach kann das Gericht die Prozesskosten a us Billigkeit nach Ermessen verteilen, wenn das Verfahren als gegenstandslos abgeschrie ben wird. Da die Vorinstanz die Kostenentscheide nicht gesondert vorgenommen hat, ist die Sache zur Neubeurteilung zurück- zuweisen, um über die Kostenverteilung (Gerichts- und Pa rteikosten) unter den Parteien des Streitverkündungsklageverfahrens zu befinden. Hierzu ist d en Parteien vor dem betreffenden Entscheid das rechtliche Gehör zu gewähren. 11. Zur Frage der Bemessung der Gerichtskosten im Hauptverfa hren beantragt die Be- schwerdeführerin, diese seien auf CHF 30‘000.00 festzuse tzen. Die Vorinstanz hat für beide Verfahren zusammen Gebühren in Höhe von CHF 50‘000.00 erhoben. Gemäss § 8 Abs. 1 lit. f Ziff. 4 des Gebührentarifs (GebT; SGS 170.31) liegt d er Rahmen für die Gebühr eines zivil- kreisgerichtlichen Entscheids mit einem Streitwert von übe r CHF 100‘000.00 - was vorliegend zutrifft - zwischen CHF 2‘000.00 und 30‘000.00. Im konkre ten Fall ist die Gebühr nach dem Streitwert und der Bedeutung der Streitsache festzuleg en. Dabei sind die Schwierigkeit des Falles sowie der Arbeits- und Zeitaufwand massgebend (§ 3 Abs. 1 GebT). In Verfahren mit umfangreichem Aktenmaterial, mit komplizierten rechtli chen oder tatsächlichen Verhältnissen, in solchen mit besonders hohem Streitwert und […] könne n die Gebühren bis auf das Doppelte des ordentlichen Ansatzes, in Ausnahmefällen bis auf di e in § 52 Abs. 3 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG, SGS 170) vorgesehene Ma ximalgebühr von CHF 500‘000.00 erhöht werden (§ 3 Abs. 2 GebT). Aus der Bandbreite d es Kostenrahmens erhellt, dass dem erkennenden Gericht ein beträchtlicher Ermessensspielrau m zukommt. Die Festsetzung der Gesamtkostenhöhe durch das Zivilkreisgericht für beide Ver fahren ist für den vorliegenden Fall nicht zu beanstanden. Zunächst einmal ist festzustellen, da ss das Verfahren für einen Zivilpro- zess überdurchschnittlich aufwändig ausgefallen ist. Es muss te ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt werden, in welchem Rechtsschriften mit insgesa mt mehr als 200 Seiten ausgear- beitet und eingereicht wurden. Ein Expertiseverfahren war notwendig, Zeugen mussten vorge- laden und einvernommen werden. Es wurden zwei Verhandl ungen angesetzt. Schliesslich darf die Streitsache in tatsächlicher und rechtlicher Hinsich t als aussergewöhnlich bezeichnet wer- den. Dass für das Hauptverfahren der gesetzliche Rahmen bi s CHF 30‘000.00 bei der Gebüh- renbemessung übertroffen wurde, erscheint unter den g egebenen Umständen gerechtfertigt. Das Kantonsgericht erachtet eine Kostenhöhe für das Ha uptverfahren von CHF 45‘000.00 des- halb als angemessen. Der Streitverkündungsprozess dagegen präsentierte sich als weit weni- ger umfassend. Die Rechtsschriften fielen ungleich kürzer aus (auf eine 10-seitige Klage folgte Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine rund 20-seitige Klageantwort). Entsprechend klein er fiel der Aufwand für die Fallbearbei- tung bei deutlich geringerem Aktenmaterial aus. Wird sodann berücksichtigt, dass die Streitver- kündungsklage ohne Sachurteil erledigt wurde, was eine Gebühr bis zur Hälfte der Gebühr mit Sachurteil erlaubt (§ 8 Abs. 3 lit. d GebT), erscheine n CHF 5‘000.00 als Abschreibungsgebühr angemessen. 12. Die Beschwerdeführerin hat, wie erwähnt, die Kostenver teilung im Hauptverfahren ge- stützt auf Art. 106 ZPO nicht moniert. Hingegen führt sie gegen die Höhe der Parteientschädi- gung zugunsten der Hauptbeklagten und Beschwerdegegnerin (CHF 133‘098.70 einschliesslich Spesen und MWSt von CHF 9‘589.15) Beschwerde mit der Be gründung, die Vorinstanz habe zunächst die Parteientschädigung für das Streitverkündun gsverfahren aus Verhältnismässig- keitsüberlegungen als im genannten Betrag enthalten b etrachtet, woraus sich bereits eine Re- duktion für das Hauptverfahren ergebe. Zudem sei der H auptprozess weder aufwändig noch rechtlich besonders kompliziert gewesen. Auch seien die vo n der Gegenseite beanspruchten Zuschläge zum Teil überhaupt nicht begründet oder aber übertrieben hoch. Die Beschwerde- führerin habe für ihre Bemühungen eine Honorarnote über CHF 65‘467.00 ins Recht gelegt, was zur Frage der Angemessenheit der Parteientschädigung für die Gegenseite aussagekräftig sei. Insgesamt sei deshalb eine Reduktion der Parteienen tschädigung im Hauptverfahren um mindestens 35% gerechtfertigt. Sodann sei die Parteie ntschädigung ohne Mehrwertsteuer zu- zusprechen, da davon auszugehen sei, dass die Beschwerdegeg nerin die Mehrwertsteuer auf dem Honorar ihres Anwalts als Vorsteuer abziehen könne. Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdevernehmla ssung korrekt darauf hingewiesen hat, beträgt der Streitwert in der vorliegenden Sach e rund CHF 1,2 Mio., so dass sich das Grundhonorar zwischen CHF 52‘500.00 und CHF 82‘500.00 bewegt (§7 Abs. 1 lit. j der Tarif- ordnung für die Anwältinnen und die Anwälte [TO, SG S 178.112]). Auch ist die Beanspruchung eines solchen Grundhonorars in Höhe von CHF 67‘500.00, mit welchem die Ausarbeitung einer Rechtschrift und die Teilnahme an einer Hauptverhandlu ng vor erster Instanz entschädigt wer- den (§ 7 Abs. 1 TO), für den vorliegenden Fall angem essen. Dass das Verfahren entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin für einen Zivilprozess als üb erdurchschnittlich aufwändig und kompliziert einzustufen ist, wurde bereits unter Ziffer 11 hiervor ausgeführt. Entsprechend recht- fertigen sich auch bei der Bemessung der Parteientschädi gung nach der einschlägigen Be- stimmung der TO durchaus Zuschläge (vgl. § 8 TO). Aller dings teilt das Kantonsgericht die Meinung der Beschwerdeführerin, dass bestimmte Zuschläge ungerechtfertigter Weise geltend gemacht wurden. Zunächst einmal ist der für die Teiln ahme an einer zusätzlichen Verhandlung entstandene Aufwand mit einem Zuschlag von 20% (oder C HF 13‘500.00) überhöht. Die In- struktionsverhandlung vom 26. Mai 2014 vor dem Zivilkreisgerichtspräsidenten dauerte offenbar nicht sehr lange (das Protokoll umfasst zwei Seiten). Verg leichsverhandlungen dürften nur be- schränkt geführt worden sein, da der Rechtsvertreter de r Beklagten zu Protokoll gab, nicht für Vergleichsgespräche instruiert worden zu sein. Sodann wurde informell über den Inhalt einer Beweisverfügung gesprochen. Für diese anwaltlichen Bemüh ungen ist deshalb ein Zuschlag von maximal 10% (oder CHF 6‘750.00) angemessen. Für ein e zweite Rechtsschrift wurde im Sinne von § 8 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 TO der Maximalzusch lag von 30% (oder CHF 20‘250.00) in Rechnung gestellt. Das Kantonsgericht erachtet hier ein Z uschlag von lediglich 20% (oder CHF 13‘500.00) als angezeigt, zumal bereits das Grundh onorar sowie der Zuschlag für eine Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht zweite Verhandlung eher grosszügig bemessen wurden. Der Zuschlag von 10% (oder CHF 6‘750.00) für die Durchführung eines Augenscheins e rscheint überhaupt nicht gerechtfer- tigt, da dieser auf den Beginn der Hauptverhandlung vom 21. Januar 2016 angesetzt wurde und somit weder eine zusätzliche Tagfahrt noch besondere Vor bereitung bedingte. Der letzte Zu- schlag für das Expertiseverfahren von 20% (oder CHF 13‘5 00.00) ist ebenfalls zu hoch ausge- fallen. Bei einem Stundenansatz zwischen CHF 300.00 un d 350.00 käme dies einem Aufwand von rund 39 bis 45 Stunden gleich, was unangemessen ersch eint. Auch hier ist demnach eine Halbierung, d.h. ein Zuschlag von 10% vorzunehmen. Insg esamt sind demnach alle Zuschläge gemäss Honorarnote des Rechtsvertreters der Beschwerdegegn erin für das Hauptverfahren jeweils um 10% zu reduzieren. Die Beschwerde erweist sich sodann auch in Bezug auf die Beanstandung der Einrechnung der Mehrwertsteuer auf der zugesprochenen Parteientschädigun g als stichhaltig. Der obsiegenden Partei sind die Vertretungskosten zuzüglich Mehrwertsteue r zuzusprechen, sofern sie dies be- antragt und sofern sie ihrem Anwalt die Zahlung der M ehrwertsteuer schuldet und letztere nicht als Vorsteuer abziehen kann (KGEBL 400 11 38 E 4.5). Im Bestreitungsfall hat die obsiegende Partei die Mehrwertsteuerpflicht nachzuweisen (S UTER /VON HOLZEN , in: ZPO-Komm., Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 3. Aufl., Züri ch 2016, Art. 95 ZPO N 39 mit weiteren Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin überlässt den Entschei d hier ohne weiteren Kommentar dem Kantonsgericht. Die Beschwerdeführerin selbst hat di e Vorinstanz in ihrer Honorarnote zwar auf die Problematik aufmerksam gemacht, indem sie dort festgehalten hat, dass auf einem allfälligen Honorar zu ihren Gunsten keine Mehrwertste uer zu berechnen sei, weil sie vor- steuerabzugsberechtigt sei. Da auch die Beschwerdegegner in eine Aktiengesellschaft ist und als Bauunternehmung mit Sicherheit mehrwertsteuerpflic htig ist, ist auch sie berechtigt, die ge- mäss Honorarnote in Rechnung gestellte Mehrwertsteuer al s Vorsteuer abzuziehen. Weil die Vorinstanz diesem Umstand keine Aufmerksamkeit geschenkt h at, ist deren Entscheid in Gut- heissung der Beschwerde auch in diesem Punkt zu korrigieren . Die Parteientschädigung zu- gunsten der Beschwerdegegnerin im Hauptprozess setzt sich d emnach wie folgt zusammen (in CHF): Grundhonorar 67‘500.00 10% Zuschlag für 2. Verhandlung 6‘750.00 20% Zuschlag für 2. Rechtsschrift 13‘500.00 10% Zuschlag Expertise 6‘750.00 Reisezeit 450.00 Auslagen 1‘289.55 Total 96‘239.55 13. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der angefochtene Kostenentscheid der Vorinstanz aufzuheben ist, weil für den Hauptprozess und den Streitverkündungsprozess je separate Kostenentscheide zu fällen gewesen wären. Sodan n können einem Hauptkläger auch bei dessen Unterliegen im Hauptprozess und damit einhe rgehender Gegenstandslosigkeit des Streitverkündungsprozesses keine Kosten aus dem Streitverkü ndungsklageverfahren auferlegt werden. Daraus folgt auch, dass die Beschwerdeführerin d er Streitverkündungsbeklagten keine Parteientschädigung schuldet. Selbst wenn man diesem Grundsatz nicht folgen und den Haupt- kläger ausnahmsweise auch in die Kostentragungspflicht für den Streitverkündungsprozess Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nehmen wollte, weil der Hauptbeklagte die Streitverkü ndungsklage in guten Treuen angehoben hat, würde dies im vorliegenden Fall zu keinem anderen Beschwerdeentscheid führen, da die Streitverkündungsklägerin und Beschwerdegegnerin sich nicht mit Erfolg auf eine Prozessfüh- rung in guten Treuen berufen könnte. Da die Vorinsta nz anstatt zwei separate Kostenentschei- de vorzunehmen, einen Gesamtkostenentscheid getroffen hat, sind die Kosten für die beiden Verfahren nach folgenden Vorgaben zu verlegen: Die Entscheidgebühr für das Hauptverfahren wird auf CH F 45‘000.00, diejenige für die Ab- schreibung des Streitverkündungsprozesses auf CHF 5‘000.00 festgesetzt. Die Parteientschädigung, welche die Beschwerdeführerin der Beschwerdegegnerin für den Hauptprozess zu entrichten hat, beträgt CHF 96‘239.55 (inkl. Auslagen). Mehrwertsteuer ist auf dieser Parteientschädigung keine zu bezahlen. Für die Verteilung der Gerichts- und Anwaltskosten des Streitverkündungsprozesses unter den Streitverkündungsprozessparteien ist die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen mit der Vorgabe, dass eine Entscheidgebühr in der Höhe von CHF 5'000.00 zu erheben ist. Den Parteien ist sodann vorab zu diesem En tscheid das rechtliche Gehör unter Fristansetzung zur Stellung begründeter Kostenanträge zu gewähren. 14. Die Beschwerdeführerin obsiegt mit ihrer Beschwerde üb erwiegend, weshalb es sich gemäss Art. 106 ZPO rechtfertigt, der Beschwerdegegner in sämtliche Prozesskosten des kan- tonsgerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen. Für einen B eschwerdeentscheid gegen einen vor- instanzlichen Kostenentscheid war der Aufwand für die B eschwerdeinstanz vorliegend höher als üblich, was sich bei der Bemessung der Entscheidgebühr gemäss § 9 Abs. 2 lit. a GebT, welche mit CHF 5‘000.00 zu veranschlagen ist, niederschl ägt. Der Beschwerdeführerin ist zu- dem eine Parteientschädigung zuzusprechen. Gemäss § 18 Abs. 1 TO wäre die Beschwerde- führerin gehalten gewesen zusammen mit ihrer Beschwerde für das Rechtsmittelverfahren eine Honorarnote einzureichen oder zumindest die Nachreichun g einer solchen in Aussicht zu stel- len. Da sie nichts von beidem getan hat, ist die Partei entschädigung von Amtes wegen nach richterlichem Ermessen festzusetzen (§ 18 Abs. 1, letzter Halbsatz TO). Gemäss § 2 Abs. 1 TO berechnet sich das Honorar in Beschwerdesachen nach Zei taufwand. Bei einem geschätzten Aufwand für die Ausarbeitung der Beschwerdebegründun g von 15 Stunden und einem der Streitsache adäquaten Ansatz von CHF 300.00 je Stunde e rgibt dies ein Honorar von CHF 4‘500.00. Nebst geschätzten Auslagen von CHF 100.00 ergibt dies eine von der Be- schwerdegegnerin an die Beschwerdeführerin zu leistende P arteientschädigung von CHF 4‘600.00, wobei aus denselben Gründen wie beim K ostenentscheid der Vorinstanz auch hier keine Mehrwertsteuer zu entschädigen ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und D ispositiv-Ziffer 2 des Urteils des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft Ost vom 21. Januar 2016 im Verfahren L50 12 1227 II aufgehoben. 2. Die Friedensrichterkosten von CHF 250.00 sowie die Gerichtsgebühr des Hauptprozesses zwischen den Hauptparteien des vorstehend unter Ziffer 1 erwähnten Verfahrens von CHF 45‘000.00 zuzügli ch Gutachter- kosten und Zeugenauslagen von CHF 19‘772.20 werden der Klägerin (und Beschwerdeführerin) auferlegt. Diese hat der Bekla gten (und Be- schwerdegegnerin) eine Parteientschädigung von CHF 96‘239.55 (inklu- sive Auslagen) zu bezahlen. 3. Für den Kostenentscheid im Streitverkündungsprozess wird di e Angele- genheit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückgewiesen. Dabei hat die Vorinstanz die Kosten die ses Verfahrens ausschliesslich unter den Streitverkündungsprozessparteien zu verle- gen, wobei die Entscheidgebühr auf CHF 5‘000.00 festzusetzen ist. 4. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 5‘000.00 wird der Beschwerdegegnerin auferlegt. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient- schädigung von CHF 4‘600.00 zu leisten. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher