A bteilung IV D -4426/2006 haf/w ig {T 0/2} U rteil vom 1. O ktober 2007 M itw irkung: R ichter Fulvio H aefeli, R ichterin C hrista Luterbacher, R ichter G érald Bovier, G erichtsschreiber G ert W inter A ._______, geboren (...), Irak, (W ohnort Schw eiz) Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. N ovem ber 2005 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschw erdeführer seinen H eim atstaat am 13. Januar 2004 auf dem Landw eg und gelangte am 17. Februar 2004 unter U m - gehung der G renzkontrolle in die Schw eiz. N och am gleichen Tag stellte er im Em pfangszentrum B._______ ein Asylgesuch, w elches er anlässlich der Befragung vom 1. M ärz 2004 im Transitzentrum C ._______ sow ie anlässlich der Anhörung vom 5. April 2004 durch das Ausländeram t des Kantons D ._______ im W esentlichen dam it begründete, er sei kurdischer H erkunft und stam m e ursprünglich aus E._______, doch habe seine Fam ilie die Stadt im Jahre 1988 w egen des Angriffs m it C hem iew affen verlassen und sich in F._______ niedergelassen. Im Jahre 1992 sei die Fam ilie nach E._______ zurückgekehrt, doch sei es dort alsbald zu einem Streit m it N achbarn gekom m en, w elche ein Stück Land der Fam ilie zu Eigentum beansprucht hätten. Es sei zw ar zunächst gelungen, den gew alttätigen Streit zu schlichten und einen Kom prom iss zu finden. D och sei ungefähr 40 Tage nach der Streitschlichtung ein Sohn jener Fam ilie von U nbekannten entführt w orden. U nd nun verm uteten dessen Angehörige, seine Fam ilie beziehungsw eise er selbst hätten etw as m it der Entführung zu tun, obw ohl dies nicht zutreffe. D em entsprechend hätten sie ihn - zehn Jahre nach der Entführung - bew affnet aufgesucht und geschlagen. D ank der Intervention seiner M utter sei er noch einm al davon gekom m en. Etw as später seien zu H ause D rohbriefe eingegangen, in denen er zum Verlassen des Landes aufgefordert w orden sei, verbunden m it der D rohung, andernfalls w erde er um gebracht. Ausserdem sei er im Frühjahr 2003 von Angehörigen des Sicherheitsdienstes unter dem Verdacht, Kontakte m it Islam isten zu haben, festgenom m en und elf Tage lang in G ._______ festgehalten w orden. D iese Ereignisse hätten ihn dazu m otiviert, den H eim atstaat im Januar 2004 zu verlassen. B. M it Verfügung vom 23. N ovem ber 2005 - eröffnet am folgenden Tag - stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz an, nahm ihn indessen w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig in der Schw eiz auf. Zur Begründung führte das BFM im W esentlichen aus, der Beschw erdeführer habe vorgebracht, er sei im Jah- re 2003 elf Tage lang vom Sicherheitsdienst festgehalten w orden, w eil er verdäch- tigt w orden sei, m it Islam isten Kontakt gehabt zu haben. Indessen handle es sich bei der geltend gem achten Festnahm e im Jahre 2003 nur um eine vorübergehen- de H aft, für die sich die Behörden beim Beschw erdeführer angeblich sogar ent- schuldigt haben sollen. Es liessen sich aus diesem Ereignis keine H inw eise auf künftige Verfolgungsm assnahm en der irakischen Behörden ableiten. Schliesslich liege eine asylrelevante Verfolgung bei Ü bergriffen durch D ritte nur dann vor, w enn der Staat trotz bestehender Schutzpflicht und Schutzfähigkeit den erforderlichen Schutz nicht gew ährt. Bei den angeblich zu befürchtenden Verfolgungsm assnah- m en seitens der Fam ilie, m it der er und seine Fam ilie w egen eines G rundstücks zerstritten gew esen seien, sow ie seitens unbekannter Leute, die ihn zu H ause ge- sucht hätten, handle es sich um solche privater D ritter, w elche nicht dem iraki-3 schen Staat zuzuschreiben seien. Zudem stehe es dem Beschw erdeführer offen, sich allfälligen Verfolgungsm assnahm en dieser Leute durch W egzug in einen anderen Teil des H eim atstaates zu entziehen. C . Am 7. D ezem ber 2005 (Poststem pel) reichte der Beschw erdeführer eine frem d- sprachige Beschw erde ein. M it Zw ischenverfügung vom 15. D ezem ber 2005 teilte der dam als zuständige In- struktionsrichter der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) dem Be- schw erdeführer m it, er könne den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten. Ausserdem forderte er ihn auf, bis zum 27. D ezem ber 2005 eine Beschw erdeverbesserung einzureichen, verbunden m it der Androhung, bei unbenützter Frist w erde die AR K auf die Beschw erde nicht eintreten. Im Ü brigen w erde über die Erhebung eines Kostenvorschusses zu einem späteren Zeitpunkt befunden. M it Beschw erdeverbesserung vom 17. D ezem ber 2005 beantragte der Beschw er- deführer sinngem äss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststel- lung der Flüchtlingseigenschaft und die G ew ährung von Asyl. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. M it Eingabe vom 20. April 2006 ersuchte der Beschw erdeführer um Erteilung einer Jahresaufenthaltsbew illigung (B). M it Schreiben vom 26. April 2006 w ies der Instruktionsrichter der AR K den Be- schw erdeführer auf die R egelung von Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) und Art. 14 AsylG hin und teilte ihm nam entlich m it, vor Abschluss des hängigen Beschw erdeverfahrens könne kein Verfahren um Ertei- lung einer Aufenthaltsbew illigung eingeleitet w erden. D . M it Vernehm lassung vom 4. M ai 2006 schloss das Bundesam t auf Abw eisung der Beschw erde. E. M it Eingaben vom 19. M ai 2006 (Poststem pel), 3. Juli 2006, 31. O ktober 2006, 11. April 2007 und 21. M ai 2007 ersuchte der Beschw erdeführer w iederholt um Ertei- lung einer Jahresaufenthaltsbew illigung B. M it Schreiben vom 1. Juni 2007 verw ies der nunm ehr zuständige Instruktionsrich- ter den Beschw erdeführer auf die Schreiben vom 26. April sow ie vom 3. N ovem ber 2006 der AR K, in denen die Fragen des Beschw erdeführers bereits beantw ortet w urden, und hielt fest, w eitere Anfragen im Zusam m enhang m it der Erteilung einer Aufenthaltsbew illigung w ürden inskünftig aus prozessökonom ischen G ründen nicht m ehr beantw ortet. In derselben Angelegenheit gingen anschliessend noch die Eingaben vom 13. und 20. Juni sow ie vom 11. Juli 2007 ein.4 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das AsylG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 G em äss den Entscheidungen und M itteilungen der AR K [EM AR K] 2005 N r. 18 E. 5.7.1. S. 164 ist für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides m assgebend. D abei ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vorhandenen Furcht zu stellen und anderer- seits zu prüfen, ob die Furcht vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen der objektiven Situation im H eim atstaat zw ischen Ausreise und 5 Asylentscheid sind zugunsten und zulasten des G esuchstellers zu berücksichtigen (vgl. EM AR K 2000 N r. 2 E. 8b. und 1994 N r. 24 E. 8a; W ALTE R KÄLIN , G rundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a. M . 1990, S. 135 ff.). M assgebend für den Asylentscheid ist dem nach die Situation im gegenw ärtigen Zeitpunkt. 4.2 Allfällige individuelle N achteile, die auf das R egim e von Saddam H ussein zu- rückzuführen sind, sind im heutigen Zeitpunkt nicht m ehr asylrelevant. Seit der Ausreise des Beschw erdeführers hat sich näm lich die Lage in seinem H eim atstaat w esentlich verändert. D as R egim e Saddam H usseins und der Baath-Partei hat durch die im M ärz 2003 begonnene m ilitärische Intervention der U SA und ihrer Al- liierten seine M acht verloren. Im N ordirak w iederum , dem H erkunftsgebiet des Be- schw erdeführers, hat der eingetretene politische W andel nam entlich dazu geführt, dass die drei kurdischen Provinzen (D ohuk, Erbil und Suleym ania) – deren Territo- rien zuvor in zw ei H errschaftsbereiche der beiden rivalisierenden kurdischen Par- teien KD P und PU K aufgeteilt w aren – nunm ehr, w enn auch bei w eitgehender Au- tonom ie, w ieder in den irakischen G esam tstaat eingegliedert sind (vgl. EM AR K 2006 N r. 19 E. 4.1.). D abei ist in den N ordprovinzen in Bezug auf die Sicherheit von einer – im Vergleich m it anderen Teilen Iraks – ruhigeren Situation auszuge- hen, w enngleich auch in dieser R egion eine Vielzahl von gew altsam en Zw ischen- fällen zu verzeichnen ist (vgl. EM AR K 2006 N r. 17 E. 4.1.3.). D ie vom Beschw er- deführer geltend gem achte Furcht vor Verfolgung, sow eit sich diese auf die ehe- m alige irakische Zentralregierung bezieht, erscheint daher unbesehen der Frage nach der G laubhaftigkeit der Vorbringen aufgrund der veränderten Lage nicht m ehr gegeben, w eshalb die Flüchtlingseigenschaft im heutigen Zeitpunkt diesbezüglich zu verneinen ist. 4.3 D ie AR K hat m it dem G rundsatzentscheid EM AR K 2006 N r. 18 in Bezug auf die flüchtlingsrechtliche R elevanz nichtstaatlicher Verfolgung eine w esentliche Ände- rung der schw eizerischen Asylrechtspraxis eingeleitet. Bis anhin anerkannte die schw eizerische Praxis eine Verfolgung dann als asylrechtlich relevant, w enn sie vom Staat ausging, sei es unm ittelbar durch dessen O rgane, sei es m ittelbar durch D ritte, deren H andlungen vom Staat angeregt, gebilligt, unterstützt oder - obw ohl zur Schutzgew ährung in der Lage - tatenlos hingenom m en w urden (vgl. hierzu und zum Folgenden: EM AR K 2004 N r. 14 E. 6 S. 89 ff. m .w .H .; rückblickend nunm ehr EM AR K 2006 N r. 18, E. 6.3.1.). D abei w urde Verfolgung durch so genannte Q uasi- Staaten - Körperschaften, w elche, ohne anerkannte Träger der Staatsordnung zu sein, faktisch die H errschaft über bestim m te Teilgebiete des staatlichen Territo- rium s und die dort lebende Bevölkerung ausüben - bei der Prüfung der Flüchtlings- eigenschaft staatlicher Verfolgung gleichgesetzt. H ingegen w urden Verfolgungs- handlungen nicht als flüchtlingsrechtlich relevant anerkannt, w enn sie w eder direkt noch indirekt einem staatlichen (oder quasi-staatlichen) U rheber zugerechnet w er- den konnten (vgl. etw a EM AR K 2002 N r. 16, 1997 N r. 6, 1996 N r. 8, 1995 N rn. 2 und 25). D iesen als "Zurechenbarkeitstheorie" bezeichneten Ansatz hat die AR K m it dem erw ähnten G rundsatzentscheid gestützt auf eine um fassende Auslegung der für die D efinition des Flüchtlingsbegriffs von Art. 3 AsylG m assgeblichen völ- kerrechtlichen Vorgabe des Art. 1A Ziff. 2 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30; EM AR K 2006 N r. 18 E. 7) zu- gunsten der so genannten "Schutztheorie" aufgegeben (a.a.O ., E. 9). D anach ist nunm ehr bei der Beantw ortung der Frage, ob eine Person von Verfolgung im 6 flüchtlingsrechtlichen Sinne betroffen ist, nicht m ehr das Kriterium der U rheberschaft m assgeblich, sondern das Vorhandensein adäquaten Schutzes im H eim atstaat. M it anderen W orten ist auch dann von einer asylrelevanten Verfolgung auszugehen, w enn deren U rheber nichtstaatliche Akteure beziehungsw eise Private sind und der H eim atstaat der verfolgten Person keinen Schutz zu gew ähren im stande ist. D er W echsel zur Schutztheorie bringt bestim m te Folgen m it sich, die im vorliegenden Verfahren von konkreter Bedeutung sein könnten. Zunächst fallen dam it die bisherigen rechtlichen Abgrenzungsfragen zw ischen direkter und m ittelbarer staatlicher Verfolgung w eg; ferner w ird die oftm als heikle Frage nach der staatlichen Zurechenbarkeit konkreten privaten H andelns obsolet; auch ist nunm ehr die teilw eise aufw ändige (und theoretisch bei jedem Verfahren neu vorzunehm ende) Prüfung entbehrlich, ob Bürgerkriegsparteien oder andere Körperschaften eine derart effektive H errschaft über das von ihnen eroberte G ebiet ausüben, dass sie als quasi-staatliche Verfolger im Sinne der R echtsprechung zu qualifizieren sind. Aufgrund des subsidiären C harakters des asylrechtlichen Schutzes, w onach eine Schutzgew ährung durch ein Asylland dann nicht (oder nicht m ehr) erforderlich ist, w enn ein anderer Staat, insbesondere der H eim atstaat, zur Schutzgew ährung verpflichtet ist und diese Verpflichtung auch tatsächlich w ahrnim m t (s. Art. 1A Ziff. 2 FK); vgl. diesbezüglich EM AR K 2000 N r. 15 S. 127 ff.), ist allerdings auch im Falle nichtstaatlicher Verfolgung zu prüfen, ob der verfolgten Person in ihrem H erkunftsland ausreichender Schutz zuteil w ird (EM AR K 2006 N r. 18 E. 10). Verfolgt im Sinne von Art. 3 AsylG ist, w er aus den in Abs. 1 der genannten N orm aufgezählten G ründen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. D abei um fasst die Furcht vor künftiger Verfolgung gem äss den von der AR K entw ickelten Kriterien allgem ein ein auf tatsächlichen G egebenheiten beruhendes objektives Elem ent einerseits sow ie die persönliche Furchtem pfindung der betroffenen Person als subjektives Elem ent andererseits. Als Flüchtling im Sinne von Art. 3 AsylG ist dem nach anzuerkennen, w er gute – das heisst von D ritten nachvollziehbare - G ründe (objektives Elem ent) für seine Furcht (subjektives Elem ent) hat, m it gew isser W ahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft das O pfer von Verfolgung zu w erden (vgl. zuletzt EM AR K 2000 N r. 9 E. 5a). D abei ist auch zu beachten, dass eine Person, die bereits einm al staatlichen beziehungsw eise quasistaatlichen Verfolgungen ausgesetzt w ar, objektive G ründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht hat als jem and, der in der Vergangenheit keine entsprechenden Erfahrungen gem acht hat (vgl. EM AR K 1993 N r. 11 E. 4c, 1994 N r. 24 E. 8b). Im U nterschied zu anderen Landesteilen gilt in der ethnisch vergleichsw eise hom ogenen, kurdischen R egion nicht der Ausnahm ezustand, und die Sicherheitskräfte sind, w ie sich aus zahlreichen öffentlich zugänglichen Q uellen ergibt, in der Lage, der ihnen zugedachten R olle recht w irkungsvoll gerecht zu w erden. Verantw ortlich für die Sicherheit sind die lokale Polizei und die Peschm erga, eine rund 100'000 M ann starke Truppe (M ilizen der kurdischen Parteien – KD P von M asoud Barzani und der PU K von Jalal Talibani). Entlang der Ausfallstrassen – aber auch in abgelegenen Berggebieten – unterhalten sie C heckpoints. D arüber hinaus sind in der R egion Erbil rund 2'000 – 3'000 Südkoreaner der „M ultinational Forces“ (M N F) stationiert und die U SA unterhalten 7 fünf Verbindungsdetachem ente. Eine von den am erikanischen „Special Forces“ unterstützte G renzpolizei kontrolliert die G renze zum Iran. Alle diese Anstrengungen schlagen sich denn auch in einer im Vergleich zu anderen Provinzen günstigen O pferstatistik nieder. D iese Tatsache m anifestiert sich etw a in der Berichterstattung der N euen Zürcher Zeitung, w enn dort festgehalten w ird, der kurdische N ordirak gelte als so sicher, dass Berlin seine R eisew arnung für die R egion m ittlerw eile eingeschränkt habe (N ZZ vom 17. Septem ber 2007, Seite 5). Auch die Situation der Justiz hebt sich in den drei kurdischen Provinzen (D ohuk, Erbil und Suleym ania) positiv ab von derjenigen im Zentrum und im Süden des Landes. N am entlich w ird die richterliche Autorität in der R egion – folgt m an den Ausführungen auf der Internetseite der Kurdischen N ationalversam m lung – durch ein spezielles G esetz geregelt, w onach diese unabhängig und keiner w eiteren Autorität unterstellt sei. Aufgrund der aktuellen N achrichtenlage ist dem nach davon auszugehen, dass der irakische Staat im nördlichen Teil des Landes grundsätzlich w illens und fähig ist, Personen, w elche von D rittpersonen bedroht beziehungsw eise verfolgt w erden, den erforderlichen Schutz zu gew ähren. D ies ergibt sich denn auch aus den Schilderungen des Beschw erdeführers selbst, führte er doch anlässlich der Anhörung vom 1. M ärz 2004 im Transitzentrum C ._______ aus, er habe die Behörden um Schutz ersucht, und dieser sei gew ährt w orden. Zw ei N ächte lang habe die Polizei W ache gehalten. D ann habe es nichts N eues gegeben, und sie habe es aufgegeben (A1/9 S. 5). D ies ist auch nicht w eiter erstaunlich, ist doch nicht zu erw arten, der Polizeischutz w erde jahrelang gew ährt, auch w enn keinerlei Ereignisse zu verm elden sind (vgl. A1/9 S. 5). Trotzdem lässt das Verhalten der Behörden den Schluss zu, potenzielle Ü bergriffe privater D rittpersonen w ürden grundsätzlich nicht geduldet. D as vom Beschw erdeführer geschilderte Verhalten der Behörden ist dem entsprechend nicht zu beanstanden. D ies gilt auch bezüglich der elftägigen H aft in G ._______, w elche dem Beschw erdeführer zufolge w eder von Schlägen noch M isshandlungen begleitet gew esen sei. Vielm ehr sei er einvernom m en und nach Klärung des Sachverhalts beziehungsw eise des behördlichen M issverständnisses w ieder auf freien Fuss gesetzt w orden, w obei sich die Behörde auch noch bei ihm entschuldigt habe (A7/18 S. 5). N ach der Freilassung sei es zu keinen w eiteren Problem en m it der Polizei oder den Behörden gekom m en (A1/9 S. 5). D em entsprechend lassen sich aus der elftägigen H aft, w ie schon das Bundesam t zutreffend feststellte, keine H inw eise auf künftige Verfolgungsm assnahm en der irakischen Behörden ableiten. Ferner w urde der Beschw erdeführer nach eigenen Angaben w ährend seiner Aufenthalte in F._______, H ._______ und G ._______ nie m it irgendw elchen Problem en seitens privater D rittpersonen konfrontiert (A1/9 S. 6), w eshalb seine angebliche Angst vor Verfolgung nicht nachvollziehbar erscheint. Insbesondere hätte er sich w eiterhin unbehelligt im Kurdengebiet aufhalten können, zum al die von ihm geltend gem achten Problem e m it Privatpersonen zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem H eim atstaat zeitlich bereits zu w eit zurücklagen, um asylrechtlich erheblich zu sein. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der 8 Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m a- chen konnte. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an. Vor- liegend hat der Kanton keine Aufenthaltsbew illigung erteilt noch besteht ein An- spruch auf Erteilung einer solchen (vgl. Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). Som it steht die verfügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Be- stim m ungen und ist zu bestätigen. 6. Zu prüfen bleibt in der R egel, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegenstehen (vgl. Art. 44 AsylG und Art. 14a Abs. 1 - 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). Vorliegend hat jedoch das BFM in seiner angefochtenen Verfügung die vorläufige Aufnahm e des Beschw erdeführers in der Schw eiz angeordnet, w odurch die Prüfung allfälliger W egw eisungshindernisse entfällt. 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschw erdeführer auf- zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden dem Beschw erdeführer auf- erlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu über- w eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Fulvio H aefeli G ert W inter Versand am : 10 Einschreiben