<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SR.2003.00012</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204032&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SR.2003.00012</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nachsteuer 1999</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Neue Tatsache / Änderung der Verwaltungspraxis / Mitarbeiteroptionen<br/><br/>Entspricht die Deklaration des Steuerpflichtigen der zu diesem Zeitpunkt massgeblichen Verwaltungspraxis, gilt sie im Sinn von § 160 Abs. 2 StG als vollständig, weshalb aufgrund einer nachträgliche Praxisänderung keine Nachsteuer erhoben werden darf. Im vorliegenden Fall sind die Mitarbeiteroptionen im Einklang mit der bisherigen Verwaltungspraxis bei Ausübung zu besteuern.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSÃBUNG">AUSÃBUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEKLARATION">DEKLARATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MERKBLATT MITARBEITERBETEILIGUNGEN">MERKBLATT MITARBEITERBETEILIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITARBEITEROPTIONEN">MITARBEITEROPTIONEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Nach- und Strafsteuern ST: NACHSTEUERPFLICHT">NACHSTEUERPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUE TATSACHE">NEUE TATSACHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRAXISÃNDERUNG">PRAXISÃNDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RULING">RULING</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSPRAXIS">VERWALTUNGSPRAXIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTÃNDIGKEIT">VOLLSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUTEILUNG">ZUTEILUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 160 Abs. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 101 S. 194</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>A war bis 30. Juni 2000 bei der D AG als EDV-Spezialist beschÃ¤ftigt, mit welcher er am 1. Januar 1996 die Zuteilung von insgesamt 6'580 Optionen auf Erwerb von Aktien der Gesellschaft nach einem bestimmten zeitlichen Plan vereinbar­te. Dieser berechtigte ihn, ab 1. Januar 1997 jÃ¤hrlich jeweils 20 % der Optionen zu beziehen, letztmals am 1. Januar 2001. Infolge Aktiensplits wurde die Anzahl Optionen im Ja­nuar 1999 auf 13'160 verdoppelt. Von seiner Berechtigung machte A am 29. Dezember 1999 erstmals Gebrauch, indem er die bis dahin aufgelaufenen drei Tranchen von 60 % der Optionen, d.h. 7'896, bezog. Am 10. Januar 2000 Ã¼bernahm er die rest­lichen 40 % der Optionen, mithin 5'264. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Am 17. Mai 2000 teilte das kantonale Steueramt durch den Chef der Abteilung Wert­schriftenbewertung der E AG, die (offenbar) damals Vertreterin der D AG war, in Bezug auf "D Corp. â Mitarbeiteroptionen bis und mit 1999" mit, es sei stets zum Ergebnis gelangt, "dass es sich [bei diesen Optionen] um nicht bewertbare Anwartschaften [handle], welche erst bei AusÃ¼bung Steuerfolgen auslÃ¶sen". </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Die Eheleute A und C wurden vom kantonalen Steueramt am 21. Juni 2001 fÃ¼r die Steuerperiode 1999 gestÃ¼tzt auf ihre SteuererklÃ¤rung rechtskrÃ¤ftig mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 170'600.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 170'000.- eingeschÃ¤tzt. Der beigelegte Lohnausweis enthielt den Hinweis auf die "EinrÃ¤umung von Beteiligungs- oder Forderungsrechten", ohne aber EinkÃ¼nfte aus den Mitarbeiteroptionen zu bescheinigen. Im Wertschriftenverzeichnis waren indessen 13'160 "Aktien" D AG im Steuerwert von Fr. 20'792.- aufgefÃ¼hrt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D. </span></b><span>Der A aus dem 1999 und 2000 getÃ¤tigten Bezug der Mitarbeiteroptionen der D AG zugeflossene Unterschiedsbetrag zwischen Wert und Bezugspreis der Optionen von gesamthaft Fr. 353'349.- wurde vom kantonalen Steueramt anlÃ¤sslich der EinschÃ¤tzung der Steuerperiode 2000 vollumfÃ¤nglich als Einkunft besteuert. Die von den Eheleuten A und C angerufene Steuerrekurskommission I hiess deren Rekurs am 20. MÃ¤rz 2003 teilweise gut, indem sie lediglich den 2000 er­folgten Bezug von 5'264 Optionen im Differenzbetrag von Fr. 141'383.50 als steuerbares Einkommen wÃ¼rdigte. Auf dieser Grundlage schÃ¤tzte sie die Eheleute mit einem steuerba­ren Einkommen von Fr. 300'700.- und einem steuerbaren VermÃ¶gen von Fr. 167'000.- ein. Dieser Rekursentscheid wurde nicht angefochten und erwuchs demnach in Rechtskraft.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das kantonale Steueramt erÃ¶ffnete den Eheleuten A und C am 16. Juni 2003 die Einleitung des Nachsteuerverfahrens. Am 21. Juli 2003 auferlegte es ihnen fÃ¼r die Steuerperiode 1999 eine Nachsteuer (samt Zins) von Fr. 57'106.40. Es ging davon aus, dass sich eine neue Tatsache verwirklicht habe, die es erlaube, die im Jahr 1999 bezogenen 7'896 Mitarbeiteroptionen der D AG in der Differenz zwischen Wert und Bezugspreis der Optionen von Fr. 211'965.50 als Einkommen zu besteuern. An diesem Standpunkt hielt das Amt mit Einspracheentscheid vom 30. September 2003 fest.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 6. November 2003 liessen die Eheleute A und C dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei festzustellen, dass sie fÃ¼r die Steu­erperiode 1999 keine Nachsteuer schuldeten. Ausserdem verlangten sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Das kantonale Steueramt schloss in seiner Rekursantwort auf Abweisung des Rekurses.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span> zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Ergibt sich aufgrund von Tatsachen oder Beweismitteln, die der SteuerbehÃ¶rde nicht be­kannt waren, dass eine EinschÃ¤tzung zu Unrecht unterblieben oder eine rechtskrÃ¤ftige EinschÃ¤tzung unvollstÃ¤ndig ist, oder ist eine unterbliebene oder unvollstÃ¤ndige EinschÃ¤t­zung auf ein Verbrechen oder ein Vergehen gegen die SteuerbehÃ¶rde zurÃ¼ckzufÃ¼hren, wird laut § 160 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) die nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefordert (Abs. 1). Hat der Steuerpflichtige Einkommen, VermÃ¶gen, Reingewinn oder Eigenkapital in seiner SteuererklÃ¤rung vollstÃ¤ndig und genau angegeben und haben die SteuerbehÃ¶rden die Bewertung anerkannt, kann keine Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenÃ¼gend war (Abs. 2).</p> <p class="Urteilstext">Die Nachsteuererhebung ist nach dieser Ordnung, sofern kein Verbrechen oder Vergehen gegen die SteuerbehÃ¶rde vorliegt, nur dann zulÃ¤ssig, wenn der Steuerausfall darauf zurÃ¼ck­zufÃ¼hren ist, dass der Steuerpflichtige â schuldhaft oder schuldlos â seine in § 133 ff. StG geregelten Pflichten zu Deklaration und Beweis rechtserheblicher Tatsachen verletzt hat und deswegen von der SteuerbehÃ¶rde nicht oder ungenÃ¼gend eingeschÃ¤tzt worden ist (August Reimann/Ferdinand Zuppinger/Erwin SchÃ¤rrer, Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuer­ge­setz, Bd. III, Bern 1969, § 102 N. 24). Irrtum der SteuerbehÃ¶rde Ã¼ber den rechtserhebli­chen Sachverhalt oder falsche Rechtsanwendung kÃ¶nnen nicht zu einer Nachsteuererhe­bung fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 134; Klaus Vallender in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel etc. 2000, Art. 151 DBG N. 16), denn dies verstiesse gegen das in Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) verankerte Gebot von Treu und Glau­ben (vgl. VGr Genf, 20. September 1994, StE 1995 B 97.3 Nr. 2). FÃ¼r die Erhebung einer Nachsteuer mÃ¼ssen vielmehr neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, die das Ver­halten des Steuerpflichtigen als objektiv gesetzwidrig erscheinen lassen. </p> <p class="Urteilstext">Massgebend fÃ¼r die Beurteilung der Frage, ob der gesetzwidrige Steuerausfall aufgrund neuer Tatsachen oder Beweismittel entdeckt worden sei, ist der Aktenstand im Zeitpunkt der EinschÃ¤tzung. Tatsachen, die damals aus den Akten nicht ersichtlich waren, gelten als neu, selbst wenn sie die SteuerbehÃ¶rde bei besserer Untersuchung hÃ¤tte erfahren kÃ¶nnen. Denn diese braucht sich zwar nicht auf die Richtigkeit der SteuererklÃ¤rung oder anderer Angaben des Steuerpflichtigen zu verlassen, darf es aber in der Regel ohne Verletzung sei­ner Untersuchungspflicht tun. Nur wenn die BehÃ¶rde einen als erheblich erkennbaren, aber offensichtlich noch unklaren oder unvollstÃ¤ndigen Sachverhalt nicht weiter geklÃ¤rt und da­mit ihre Untersuchungspflicht in grober Weise missachtet hat, sind die betreffenden nachtrÃ¤glich festgestellten Tatsachen nicht neu (RB 1994 Nr. 47 = StE 1994 B 97.41 Nr. 7, mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht hat am 20. November 2002, verÃ¶ffentlicht in RB 2002 Nr. 96 (= StE 2003 B 21.2 Nr. 16), erkannt, dass dem Arbeitnehmer aus der Zuteilung von Mitar­beiteroptionen Einkommen dann zufliesse, wenn dieser die Optionen unwiderruflich er­wor­ben habe. Damit bestÃ¤tigte es seinen schon in RB 1995 Nr. 34 (= StE 1996 B 22.2 Nr. 11) ausgesprochenen Grundsatz der zeitlichen Zurechnung von Einkommen (E. 3 am Anfang). In diesem Entscheid hielt das Gericht des Weiteren fest, ein konsolidiertes, nÃ¤m­lich ein notfalls gerichtlich durchsetzbares Recht des Mitarbeiters auf EinrÃ¤umung der Op­tionen entstehe mit der Annahme der Offerte des Arbeitgebers auf Zuteilung der Optio­nen (E. 3c). Allerdings hatte das Gericht in diesem Urteil Ã¼ber einen Sachverhalt zu befinden, in welchem die Zuteilung der Mitarbeiteroptionen nicht an eine Suspensivbedingung (bzw. "Vesting-Periode") geknÃ¼pft war, wogegen gerade eine solche Bedingung Gegenstand des im Entscheid RB</span><span> </span><span>2002 Nr. 96 beurteilten Sachverhalts war, weshalb das Gericht diesbe­zÃ¼glich erkannte, der unwiderrufliche Rechtserwerb erfolge in einem solchen Fall erst mit dem Eintritt der Bedingung (E. 2b). Folglich betraf dieses Urteil einen anderen Sachverhalt als das PrÃ¤judiz RB 1995 Nr.</span><span> </span><span>34, wobei hervorzuheben ist, dass das Gericht in beiden Ent­scheiden denselben Grundsatz auf die Bestimmung des Zeitpunkts des Einkommenszuflus­ses zur Anwendung brachte. </span></p> <p class="Urteilstext">Indessen hatte das kantonale Steueramt das PrÃ¤judiz RB 1995 Nr. 34 dahingehend verstan­den, dass EinkÃ¼nfte aus Mitarbeiteroptionen grundsÃ¤tzlich im Zeitpunkt der Zuteilung (Aus­gabe) der Option zu besteuern seien, und richtete seine verÃ¶ffentlichte Praxis danach aus. FÃ¼r "nicht bewertbare" Optionen, d.h. in der Regel fÃ¼r solche mit Laufzeiten von Ã¼ber zehn Jahren oder Sperrfristen von Ã¼ber fÃ¼nf Jahren, war demgegenÃ¼ber die ausnahmsweise Besteuerung im Zeitpunkt der AusÃ¼bung der Option vorgesehen (Merkblatt zur Besteue­rung von Mitarbeiterbeteiligungen vom 28. November 1997 [aZStB Nr. 18/40], Ziff. 2). In seinem neuen Merkblatt "Ã¼ber die Besteuerung von Mitarbeiteroptionen zum Zwecke der Staats- und Gemeindesteuern und der direkten Bundessteuer" vom 1. September 2003 (ZStB Nr. 13/300) prÃ¤zisiert das kantonale Steueramt zwar seine Praxis grundsÃ¤tzlich im Sinn des Verwaltungsgerichtsentscheids RB 2002 Nr. 96 (Ziff. 2.1.2 und 2.1.3), hÃ¤lt aber als Ã¼bergangsrechtliche Regelung fest, dass fÃ¼r alle Optionszuteilungen bis und mit Steuer­periode 2002 grundsÃ¤tzlich die frÃ¼here Praxis gelte und bestehende Vorbescheide (rulings) fÃ¼r solche Optionen GÃ¼ltigkeit behielten (E. 5.2. Abs. 1 und 2).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Aufgrund der damals geltenden frÃ¼heren Verwaltungspraxis hatten die Eheleute A und C das Einkommen des Ehemanns aus den am 1. Janu­ar 1996 ausgegebenen Mitarbeiteroptionen der D AG entweder allesamt im Steuerjahr 1997 oder dann bei AusÃ¼bung der Optionsrechte zu versteuern, keinesfalls aber in der streitbetroffenen Steuerperiode 1999. Nach der Auskunft der Abteilung Wertschrif­tenbewertung des kantonalen Steueramtes vom 17. Mai 2000 handelte es sich bei diesen Optionen sodann um "nicht bewertbare Anwartschaften", welche erst bei ihrer AusÃ¼bung Steuerfolgen auslÃ¶sten.</span></p> <p class="Urteilstext">Somit waren die rekurrierenden Eheleute nicht gehalten, in ihrer SteuererklÃ¤rung 1999 B vom 7. November 2000 auf die am 29. Dezember 1999 erfolgte Ãbernahme von 7'896 Mit­arbeiteroptionen der D AG hinzuweisen. Sie hatten also im Sinn von der Pra­xis und der Auskunft des kantonalen Steueramts Einkommen und VermÃ¶gen in ihrer Steu­ererklÃ¤rung vollstÃ¤ndig und genau angegeben; jedenfalls hatten sie keinen Anlass, die steu­eramtliche Rechtsauffassung zu hinterfragen und zusÃ¤tzliche Angaben zu machen, die mÃ¶gliche andere rechtliche Sichtweisen der Besteuerung von Mitarbeiteroptionen erfor­dern kÃ¶nnten. Unter diesen UmstÃ¤nden verbieten die gesetzliche Vorschrift von § 160 Abs. 2 StG und der verfassungsrechtliche Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 9 BV) das ZurÃ¼ckkommen auf die der rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung 1999 zu Grunde liegenden rechtlichen WÃ¼rdigung. Mit der Nachbesteuerung verstÃ¶sst das kantonale Steueramt aus­serdem gegen das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 BV, indem es die Eheleute A und C im Widerspruch zu seiner eigenen Ã¼bergangsrechtli­chen Regelung (Ziff. 5.2. Abs. 1 und 2 des einschlÃ¤gigen Merkblatts vom 1. September 2003), wonach fÃ¼r alle Optionszuteilungen bis und mit Steuerperiode 2002 grundsÃ¤tzlich die frÃ¼here Praxis gilt und bestehende Vorbescheide fÃ¼r solche Optionen GÃ¼ltigkeit behal­ten, gestÃ¼tzt auf die neue Praxisfestlegung im Sinn des Verwaltungsgerichtsentscheids RB 2002 Nr. 96 (E. 2.1.2 und 2.1.3) besteuern will.</p> <p class="Urteilstext">Die angefochtene NachsteuerverfÃ¼gung ist somit aufzuheben. Das bedeutet zugleich auch, dass geldwerte Vorteile, die dem rekurrierenden Ehemann bei AusÃ¼bung der streitbetroffe­nen 7'896 Mitarbeiteroptionen der D AG zukommen, im Einklang mit der bis­herigen Verwaltungspraxis zu besteuern sein werden.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Im Ãbrigen kann angemerkt werden, dass dem kantonalen Steueramt im Zeitpunkt der EinschÃ¤tzung aufgrund des Lohnausweises des Ehemanns durchaus bekannt war, dass die D AG dem Ehemann Beteiligungs- oder Forderungsrechte eingerÃ¤umt hatte. Angesichts dessen, dass keine EinkÃ¼nfte hieraus deklariert und im Wertschriftenverzeich­nis 13'160 "Aktien" D AG im Steuerwert von Fr. 20'792.- aufgefÃ¼hrt waren, wÃ¤ren â hÃ¤tte das Steueramt nicht seine damalige Praxis befolgt, sondern seine hier vertre­tene Rechtsauffassung vertreten â weitere AbklÃ¤rungen unerlÃ¤sslich gewesen und hÃ¤tte de­ren Unterlassung eine grobe Missachtung der amtlichen Untersuchungspflicht bedeutet.</span></p> <p class="Urteilstext">Die vorstehenden ErwÃ¤gungen fÃ¼hren zur Gutheissung des Rekurses.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem Rekursgegner aufzuerlegen (§ 162 Abs. 3 in Verbindung mit § 151 Abs. 1 StG), der dem obsiegenden rekurrierenden Ehe­mann eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen hat (§ 162 Abs. 3 in Verbindung mit § 152 StG und § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet <span>die Kammer</span>:</p> <p class="Einzug2">1. Der Rekurs wird gutheissen. Die Nachsteuerauflage wird aufgehoben. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem Rekursgegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Der Rekursgegner wird verpflichtet, dem Rekurrenten Nr. 1 eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>