Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. Februar 2019 (720 18 360 / 40) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung der medizinischen Unterlagen mit Blick au f die Frage der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit. Aus einer Gesamtwürdigung der gutachterlichen Ausführungen heraus besteht beim Versicherten eine Restarbeitsfähigkeit von 50%. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1977 geborene A.____ meldete sich erstmals mit Gesuch vom 14. September 1999 unter Hinweis auf Rückenschmerzen bei der Eidg enössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. In der Folge sprach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) in der Zeit von 2000 bis 2003 verschiedene berufliche Massnahmen der IV (u.a. berufliche Abklä- rungen, Arbeitstrainings sowie eine Umschulung) zu. Nach Abschluss dieser Massnahmen wurde das Dossier zur Prüfung weiterer Ansprüche Mi tte 2004 an die zuständige Sachbearbei- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tung weitergeleitet. Nach Vornahme weiterer Abklärun gen – insbesondere zum aktuellen Ge- sundheitszustand des Versicherten – wurde ihm mit Verfügun g vom 10. Januar 2006 mit Wir- kung ab 1. Januar 2004 eine Viertelsrente zugesprochen. Nachdem der Vater des Versicherten, Herr B.____, die IV-Stelle mit Schreiben vom 25. Okto ber 2007 darüber in Kenntnis gesetzt hatte, dass sein Sohn ab 1. November 2007 eine unbefri stete Anstellung als Depot- wart/Hauswart im Umfang von 80% antreten werde, wurde die Rente infolge eines Revisions- verfahrens mit Verfügung vom 25. September 2008 auf d as Ende des der Verfügung folgenden Monats wieder eingestellt. A.2 Am 23. September 2014 meldete sich A.____ abermal s zum Bezug von Leistungen bei der IV an, wobei er hinsichtlich der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf eine beginnende Arthrose, Knie und Hüften hinwies. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse sowie nach durchgeführtem Vorbescheidverfah ren sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 29. Oktober 2018 rückwirkend für die Zeit vom 1. Juni bis 31. August 2017 eine befristete Viertelsrente und ab 1. September 2017 eine unbefristete halbe Rente der IV zu. B. Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2018 reichte der Versicherte mit Eingabe vom 1. November 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht des Ka ntons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht) ein. Darin be antragte er sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 29. Oktober 2018 sowie die Zusprache einer ganzen Invali- denrente. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor , die im für den Rentenentscheid massgebenden bidisziplinären Gutachten veranschlagte Arbe itsunfähigkeit von 50% sei fälsch- licherweise auf ein Vollpensum bezogen worden. Den gut achterlichen Ausführungen folgend beziehe sich diese Arbeitsunfähigkeit vielmehr explizit au f seine bisher ausgeübte Tätigkeit als Depotwart/Hauswart, die er zuletzt noch lediglich im U mfang 60% ausüben konnte. Entspre- chend sei ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 21‘294.-- zu berücksichtigen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 9. November 2018 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gerich t und im Weiteren form- und frist- gerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist die Höhe d es Rentenanspruchs des Beschwer- deführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Ver- fügung vom 29. Oktober 2018 entwickelt hat. Dieser Zei tpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die In- validenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, d ie ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% ar beitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem G rundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit wei- teren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsv erfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Re chnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellu ng in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih- rer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Absc hätzung des Beweiswerts im Rahmen einer freien und umfassenden Beweiswürdigung dürfen allerdings auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden. Der Umstand allein, dass eine Ein- schätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht da zu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen; die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärzte bringt oft wertvolle Erkennt nisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits (BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des Eidgenössischen Ver sicherungsgerichts [EVG; heute Bun- desgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) nicht zu, ein Admi- nistrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anl ass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpr etation entspringende – Aspekte benen- nen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder un gewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 5.1 Zur Beurteilung der gesundheitlichen Verhältnisse und der Arbeitsfähigkeit des Be- schwerdeführers ist vorliegend das Gutachten von Dr. me d. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und von Dr. med. D.____, F MH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. / 21. September 2017 von zentraler Bedeutung. 5.2.1 Im rheumatologischen Fachteil des Gutachtens ste llte Dr. C.____ als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Ganzkörperschmerzsy ndrom, am ehesten im Sinne ei- ner sekundären Fibromyalgie bei einem Widespread pain index 6, symptom severity scale score 8 mit einem Zervikalsyndrom mit muskulärer Dysbalance des Nacken- / Schultergürtels, Gonalgien beidseits, einer sekundären beginnenden Coxar throse beidseits und Arthralgien in Hand-, Finger- und Zehengelenken. Der Versicherte hab e beginnende degenerative Verände- rungen des rechten Kniegelenks und beider Hüftgelenke, zudem leichte degenerative Verände- rungen lumbal. Ferner bestehe ein Status nach Morbus Scheuermann, sodass das Achsenske- lett, die Knie- und Hüftgelenke minderbelastbar seien. Aus diesem Grund könne der Versicherte aus rheumatologischer Sicht lediglich noch leichte, wech selbelastende und rücken- sowie knie- adaptierte Tätigkeiten ausüben. Neu hinzugekommen sei beim Versicherten ein Zervikalsyn- drom. Dementsprechend seien dauernde Überkopfarbeiten und Arbeiten mit Zwangshaltung des Oberkörpers auszuschliessen. Aufgrund der langjährigen und therapeutisch nur schwer angehbaren Schmerzen bedürfe der Versicherte zudem, auch wenn die objektiven Befunde das Schmerzausmass nicht vollumfänglich erklären würden, häufig er Pausen um Entlastungsstel- lungen einnehmen zu können, was zu einer Reduktion des R endements um 30% führe. Basie- rend auf den Akten könne davon ausgegangen werden, dass es ab 2013 zu einer Zunahme der Schmerzproblematik gekommen sei, sodass die definierte Ei nschränkung ab diesem Zeitpunkt gelte. Soweit sie dies beurteilen könne, entspreche d ie zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Depot- wart/Hauswart diesen Kriterien und wäre dem Versichert en demnach zu 70% zumutbar. Als Heizungsmonteur sowie in jeder anderen mittelschweren b is schweren Tätigkeit sei der Versi- cherte aus rheumatologischer Sicht nicht mehr arbeitsfähig. 5.2.2 Im psychiatrischen Fachgutachten diagnostizierte Dr. D.____ mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, akt uell leicht- bis mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.01 bis 11). Aufgru nd der depressiven Symptomatik, welche sich durch eine Reduktion des Antriebs und der Int eressen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, eine Reduktion des Selbstwerts, Konzentrationsprobleme und Grübeln äussere sowie aufgrund der Schmerzen sei der Explorand für die bisherige Tätigkeit als Hauswart zu 50% als arbeitsun- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähig zu beurteilen. Die Reduktion der Arbeitsfähigkei t um 50% müsse aktenanamnestisch ab mindestens 5. Dezember 2016 bis auf weiteres angenommen werden. Der Umfang der Arbeits- fähigkeit beziehe sich explizit auf die bisher ausgeübte Tätigkeit, welche bereits einer ange- passten Tätigkeit entsprochen habe, da der Explorand le diglich leichtere Tätigkeiten mit wech- selbelastenden Tätigkeiten habe ausführen müssen. Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung gelangten die Guta chter zum Schluss, dass mindestens seit dem 5. Dezember 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten, wechselbelasten- den und rücken- sowie knieadaptierten Tätigkeit unter Ausschluss von Arbeiten mit dauernden Überkopfarbeiten und Arbeiten verbunden mit Zwangshal tungen des Oberkörpers bestehe. Über den Zeitraum davor könne aus psychiatrischer Sicht nicht sicher Stellung genommen wer- den. Die quantitativen Einschränkungen aus psychiatrischer und rheumatologischer Sicht seien nicht additiv. 5.3 Auf Nachfrage von Dr. med. E.____, FMH Allgemein e Innere Medizin, hin, nahm Dr. C.____ am 2. Mai 2018 zur Frage Stellung, warum der Beginn der Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus rein rheumatologischer Sicht auf d as Jahr 2013 festgelegt, diese Angabe in der Konsensbesprechung aber schliesslich nicht mehr erwähnt werde. Mit Stellung- nahme vom 8. Mai 2018 führte Dr. C.____ hierzu aus, i m Jahr 2013 seien seitens des Bewe- gungsapparates vermehrt Abklärungen getätigt worden u nd es hätten vermehrt Beschwerden bestanden, weshalb aufgrund der chronischen Schmerzen ab diesem Zeitpunkt eine Ren- dementminderung von 30% angenommen worden sei. Da im Rahmen der Gesamtbeurteilung aus psychiatrischen Gründen eine höhere Arbeitsunfähigkeit angenommen worden sei, sei die- se Arbeitsunfähigkeit von 30% nicht mehr einzeln aufgef ührt worden. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten ab 15. Dezember 2016 eine Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit von 50% für jegliche Arbeiten, auch für angepasste, attestiert worden. Dies insbesondere aufgrund der depressiven Symptomatik. Auch wenn die Arbeitsfähigkeit i hre Ursache von psychiatrischer Seite in der depressiven Störung und von rheumatologisch er Seite in der chronischen Schmerzstörung habe, seien diese Arbeitsunfähigkeiten, wie in der Konsensbeurteilung festge- halten, nicht additiv. Demzufolge bestehe ab 2013 in e iner angepassten Tätigkeit eine Ein- schränkung von 30% und ab 15. Dezember 2016 eine solche von 50%. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des G esundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf die Er gebnisse, zu denen die Gutachter in ihrem Gutachten vom 14. / 21. September 2017 gelangt waren. Sie ging demzufolge davon aus, dass dem Beschwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmögli chen Rentenbeginns (Juni 2017) seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Depotwart/Hauswar t wie auch eine angepasste Tätigkeit ohne dauernde Überkopfarbeiten, ohne Zwangshaltunge n, vermehrten Pausen und Lasten bis höchstens 10kg zu 50% zumutbar seien. 6.2 Wie in Erwägung 4.4 hiervor dargelegt, ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb). Solche Indizien liegen keine vor. Das Gut- achten ist insgesamt umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenommenen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben den Versicherten persönlich untersuch t, eine umfassende Anamnese er- hoben und gehen einlässlich auf seine Angaben und Beschw erden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akten liegenden medizinischen Berichten auseinander. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vollen Beweiswert zuerkannte. Die ausschlaggeb ende Beweiskraft des Gutachtens wird denn auch vom Versicherten in seiner Beschwerde – zu Recht – nicht in Frage gestellt. 7.1 Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, entg egen den Ausführungen der Be- schwerdegegnerin beziehe sich die attestierte Arbeitsunfä higkeit von 50% auf die tatsächlich erbrachte Tätigkeit als Depotwart/Hauswart, die er zuletzt nur noch zu 60% habe ausüben kön- nen und die bereits einer angepassten Tätigkeit entspro chen habe. Dies ergebe sich deutlich aus den gutachterlichen Ausführungen, namentlich aus folgendem Satz: "Diese 50%ige Reduk- tion der Arbeitsfähigkeit bezieht sich explizit auf die bisher ausgeübte Tätigkeit, welche bereits einer angepassten Tätigkeit entsprach, da der Explorand l ediglich leichtere Tätigkeiten, mit wechselbelastender Tätigkeit ausführen musste ″. 7.2 Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Es trifft zwar zu, dass der vom Beschwerde- führer zitierte Satz aus dem psychiatrischen Teilgutachen von Dr. D.____ isoliert betrachtet – insbesondere für einen rechtsunkundigen juristischen Laien – auch dahingehend verstanden werden könnte, dass sich die Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 50% auf das zuletzt ausgeübte Pensum von 60% bezieht, mithin insgesamt lediglich eine Restarbeitsfähigkeit von 30% be- steht. Aus einer Gesamtwürdigung der gutachterlichen Ausführungen heraus wird aber deutlich, dass diese Aussage, wonach sich die Reduktion der Arbeitsf ähigkeit um 50% "explizit" auf die bisher ausgeübte Tätigkeit als Depotwart/Hauswart bezieh e, nicht auf den quantitativen Um- fang, sondern vielmehr auf die qualitativen Anforderun gen dieser Tätigkeit Bezug nimmt. Zum einen fällt dabei ins Gewicht, dass die bisher zu 60% a usgeführte, bereits seinen Leiden ent- sprechend angepasste Tätigkeit dem gutachterlich formulier ten Zumutbarkeitsprofil (leichte, wechselbelastende rücken- und knieadaptierte Tätigkeit ) einer noch zumutbaren Tätigkeit ent- spricht, was Dr. D.____ wohl auch mit dem Zusatz "da der Explorand lediglich leichtere Tätig- keiten, mit wechselbelastender Tätigkeit ausführen musste" bekräftigen wollte. Zum anderen gilt es zu berücksichtigen, dass Dr. C.____ auf S. 38 des Gutachte ns ausführt, dass hinsichtlich einer solchen (angepassten) Tätigkeit aus rheumatologisc her Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30% bestehe. Dabei hält sie hierzu weiter präzisierend und unmissverständlich fest, die bisher ausgeübte Tätigkeit als Depotwart/Hauswart entspreche diesen Kriterien und wäre dem Versi- cherten somit zu 70% zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht führt Dr. D.____ aus, für die Tätigkeit als Depotwart/Hauswart bestehe seit dem 15. Dezember 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Im Rahmen der ausführlichen Konsensbesprechung wird de m Versicherten in Bezug auf eine leichte, wechselbelastende knie- und rückenadaptierte Tät igkeit bidisziplinär eine Arbeitsunfä- higkeit von 50% attestiert, wobei die Gutachter darauf hinweisen, dass die attestierten Arbeits- unfähigkeiten nicht additiv zu verstehen seien. In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 2. Mai Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2018 führt Dr. C.____ erneut aus, dass die veranschlagt en Arbeitsunfähigkeiten, wie in der Konsensbeurteilung festgehalten, nicht additiv zu sehen seien. Demzufolge bestehe ab 2013 in einer angepassten Tätigkeit eine Einschränkung von 30% u nd ab 15. Dezember 2016 eine sol- che von 50%. Weder gestützt auf das Gutachten noch die er gänzende Stellungnahme von Dr. C.____ lassen sich sodann Hinweise entnehmen, die au f eine weitergehende Beeinträchti- gung der Arbeitsfähigkeit schliessen lassen würden, zuma l sich eine solche letztlich denn auch mit Blick auf die dem Versicherten attestierten Diagnosen und den daraus fliessenden Ein- schränkungen nicht zu rechtfertigen vermöchte. 7.3 Als Zwischenergebnis ist es daher nicht zu beanstanden , dass die Beschwerdegegne- rin auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 50% in einer leidensadaptierten Tätigkeit, ohne dauernde Überkopfarbeiten, ohne Zwangshaltungen, vermehrten Pausen und Lasten bis höchs- tens 10kg, worunter auch die bisher ausgeübte Tätigkei t als Depotwart/Hauswart fällt, über den Rentenanspruch befunden hat. 8. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie in Erwägung 3.4 dargelegt, ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergl eichs zu bestimmen. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 29. Oktober 201 8 für den Erwerbsbereich den erfor- derlichen Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie im Zeitpunkt des frühestmögli- chen Rentenbeginns gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG, am 1. Juni 2017, gestützt auf die in die- sem Zeitpunkt vorliegende durchschnittliche Arbeitsunfähi gkeit, einen Invaliditätsgrad im Er- werbsbereich von 40% und für die Zeit danach, ab 1. September 2017, anhand der Gegenüber- stellung von Validen- und Invalideneinkommen einen sol chen von 54% errechnet. Die konkrete Berechnung – die vom Versicherten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist – erweist sich als rechtens, womit diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden Aus- führungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 29. Oktober 2018 verwiesen werden kann. 9. Nach dem Gesagten ist die Verfügung der Beschwerdege gnerin vom 29. Oktober 2018 nicht zu beanstanden. Bei diesem Ergebnis ist die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind . Diese werden mit dem geleiste- ten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet.