A bteilung V E -1627/2007 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 1. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H uber, Zoller, Badoud G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Andreas Bänziger, C aritas Schw eiz, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 6. Februar 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer, ein schiitischer H azara aus A._______ (D istrikt M alistan, Provinz G hazni), verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge im Jahre 2000 oder im Januar 2001 und hielt sich in der Folge illegal in Isfahan im Iran auf, w o er als Steinm etz arbeitete. Am 16. N ovem ber 2006 verliess er Isfahan und ge- langte über die Türkei, G riechenland, Italien und Frankreich am 16. D ezem ber 2006 illegal in die Schw eiz, w o er am 17. D ezem ber 2006 um Asyl nachsuchte. Am 22. Januar 2007 erfolgte die Kurzbefragung im Em pfangs- und Verfahrenszentrum B._______ und am 1. Februar 2007 die D irektanhörung zu den Asylgründen durch das BFM . Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, im Jahre 1999 sei sein Vater von den Taliban um gebracht w orden. D ar- aufhin hätten seine M utter und er bei seinem O nkel S., dem Bruder seines Vaters, gew ohnt. S. habe sie schlecht behandelt und auch verprügelt. Seine M utter habe später eine U nterkunft bei ihrem Bruder gefunden. Im Frühling 2000 habe seine M utter ein zw eites M al geheiratet beziehungsw eise sei sie von S. zw angsverheira- tet w orden. S. habe sich nach der H eirat gew eigert, ihn zusam m en m it seiner M ut- ter in das neue Zuhause ziehen zu lassen und ihn aufgefordert, seinen Lebens- unterhalt im Ausland zu verdienen. In der Folge habe er Afghanistan zusam m en m it D ., einem Sohn von S., R ichtung Iran verlassen. In Isfahan habe er Z., seinen C ousin m ütterlicherseits, getroffen und ihn über die schlechte Behandlung von S. inform iert. Er verm ute, S. habe ihn und seine M utter vertrieben, um sich der H in- terlassenschaft seines Vaters bem ächtigen zu können. Z. habe daraufhin m it sei- ner M utter in Afghanistan Kontakt aufgenom m en und ihm geraten, in den W esten zu reisen. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen und, sow eit entscheidw esentlich, auf die nachfolgenden Erw ägungen. B. M it Verfügung vom 6. Februar 2007 - gleichentags eröffnet - stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asyl- gesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, die Vorbringen ver- m öchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen. D er Beschw erdeführer sei inzw ischen volljährig gew orden sei und bei einer R ückkehr nach Afghanistan nicht m ehr auf einen Verbleib bei S. angew iesen. D er Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. In Afghanistan herrsche kei- ne Situation allgem einer G ew alt. D ie R egierung unter H am id Karzai habe die Si- tuation ingesam t zu stabilisieren verm ocht. D urch die Einbindung eines G rossteils der lokalen M achthaber sei es ihr gelungen, ihren Einflussbereich w esentlich über Kabul hinaus auszudehnen. Zur Stabilisierung der Situation trage einerseits das Voranschreiten des Aufbaus eines Sicherheitsapparates sow ie andererseits das erfolgreiche Entw affnungsprogram m der M ilizen bei. Ein w eiterer w ichtiger Schritt in R ichtung Stabilisierung des Landes sei die am 19. D ezem ber 2005 erfolgte Einsetzung des Parlam ents gew esen. D ie Vertreter und Vertreterinnen w ürden ein 3 breites parteipolitisches Spektrum um fassen, und es sei ein hoher Anteil von Frau- en im Parlam ent zu verzeichnen. D ie R egierung w erde zudem von der internatio- nalen Schutztruppe ISAF (International Security and Assistance Force) unterstützt, und die W iederaufbauteam s PR T (Provincial R econstruction Team ) seien w eiter- hin operationell. Anlässlich der internationalen Afghanistan-Konferenz in London Anfang 2006 hätten die Teilnehm er beschlossen, den W iederaufbau auch in Zu- kunft zu fördern, und für die kom m enden fünf Jahre internationale W irtschaftshilfe zugesagt. G em äss U rteil der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) vom 24. Januar 2006 (Entscheide und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2006 N r. 9) sei die W egw eisung in jene R egionen Afghanistans grund- sätzlich als zum utbar zu erachten, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitäri- schen Aktivitäten m ehr bekannt gew orden und nicht einer perm anent instabilen La- ge ausgesetzt seien. Es gelte som it zu prüfen, ob eine solche Situation auch im H azarajat in der Provinz G hazni vorliege, w oher der Beschw erdeführer stam m e. D er Anteil der H azara an der G esam tbevölkerung Afghanistans w erde auf rund 20 Prozent geschätzt und um fasse rund 5 M illionen M enschen. Ihr H auptsiedlungsge- biet liege im zentralen H ochland Afghanistans, dem H azarajat. Es um fasse die Provinz Bam iyan sow ie Teile der Provinzen G hazni, G hor, D ay Kundi, O ruzgan und W ardak. D ieses G ebiet gehöre nach übereinstim m ender aktueller Einschätz- ung aus Expertenkreisen zu den sichereren R egionen des Landes. Seit dem Sturz der Taliban seien in dieser R egion - m it Ausnahm e einzelner Vorfälle in der Pro- vinz D ay Kundi - keine nennensw erten terroristischen oder m ilitärischen Aktivitäten registriert w orden. D em entsprechend könne im H azarajat nach Beurteilung des BFM nicht von einer perm anent instabilen Lage gesprochen w erden. Aufgrund sei- ner ungünstigen topographischen Lage gehöre das H azarajat zw ar zu den ärm sten G egenden Afghanistans. N ach dem Sturz der Taliban sei das H azarajat jedoch zu einem bevorzugten Einsatzgebiet von internationalen H ilfsorganisationen gew or- den. G enerell lasse sich feststellen, dass sich die Lage der m ehrheitlich schiiti- schen H azara, der drittgrössten ethnischen M inderheit des Landes, nach dem En- de der Taliban-H errschaft insgesam t verbessert habe. Zudem gebe es gem äss der Verfügung des BFM auch keine individuellen G ründe, die gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs sprächen. Insbesondere habe der Beschw erdeführer w eder heim atstaatliche Ausw eispapiere noch Belege zur D auer des von ihm geltend gem achten Aufenthaltes im Iran eingereicht. Seine Identität und genauere H erkunft seien als nicht gesichert zu qualifizieren. D es W ei- teren seien seine Angaben zum sozialen Beziehungsnetz in Afghanistan von U n- gereim theiten geprägt. Zw ar seien W egw eisungshindernisse grundsätzlich von Am tes w egen zu prüfen; diese U ntersuchungspflicht finde jedoch ihre vernünftigen G renzen bei der M itw irkungs- und W ahrheitspflicht des Asylgesuchstellers. N ach ständiger R echtsprechung der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (neu: Bun- desverw altungsgericht) sei es näm lich nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlen- den H inw eisen nach allfälligen W egw eisungshindernissen zu suchen, falls der Asylgesuchsteller w ie vorliegend seiner M itw irkungs- und W ahrheitspflicht im R ah- m en des Sachverhaltserm ittlung nicht nachgekom m en sei.4 C . M it Beschw erde vom 2. M ärz 2007 beantragt der Beschw erdeführer durch seinen R echtsvertreter, es seien die Ziffern 4 (Ausreisefrist) und 5 (Vollzug der W egw ei- sung) des angefochtenen Entscheids aufzuheben, die U nzum utbarkeit des Voll- zugs der W egw eisung festzustellen und ihm als Folge davon von Am tes w egen die vorläufige Aufnahm e zu gew ähren. In prozessualer H insicht ersucht er um G ew äh- rung der unentgeltlichen R echtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Stützung der Vorbringen reicht er ein U pdate der Schw ei- zerischen Flüchtlingshilfe vom 11. D ezem ber 2006 zu Afghanistan, einen Artikel der N euen Zürcher Zeitung vom 24./25. Februar 2006 m it dem Titel "Alarm signale aus Afghanistan" und eine Fürsorgebestätigung der C aritas _______ vom 28. Februar 2007 zu den Akten. G leichzeitig ersucht der R echtsvertreter darum , ihn im Falle eines positiven U rteils zur Einreichung einer H onorarnote aufzufor- dern. Auf die Begründung der R echtsbegehren und die eingereichten D okum ente w ird, sow eit entscheidw esentlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegan- gen. D . In der Zw ischenverfügung vom 14. M ärz 2007 stellte der zuständige Instruktions- richter fest, der Beschw erdeführer habe ausschliesslich den angeordneten Vollzug der W egw eisung angefochten, w om it die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingsei- genschaft), 2 (Ablehnung des Asylgesuchs) und 3 (Anordnung der W egw eisung) der vorinstanzlichen Verfügung vom 6. Februar 2007 in R echtskraft erw achsen seien. G leichzeitig teilte er dem Beschw erdeführer m it, er könne den Entscheid in der Schw eiz abw arten, verw ies den Entscheid über das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege auf einen späteren Zeitpunkt und verzichtete an- tragsgem äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. D as BFM schliesst in seiner Vernehm lassung vom 16. M ärz 2007 auf Abw eisung der Beschw erde. F. Am 26. M ärz 2007 reicht der R echtsvertreter des Beschw erdeführers die m it Zw i- schenverfügung vom 23. M ärz 2007 einverlangte Kostennote zu den Akten. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gel- ten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 5 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. W ie bereits in der Zw ischenverfügung vom 14. M ärz 2007 festgestellt, w ird m it der Beschw erde ausschliesslich der angeordnete Vollzug der W egw eisung angefoch- ten. D ie Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 (Ablehnung des Asyl- gesuchs) und 3 (Anordnung der W egw eisung) des D ispositivs der Verfügung des BFM vom 6. Februar 2007 sind som it m angels Anfechtung in R echtskraft erw ach- sen. G egenstand des vorliegenden Beschw erdeverfahrens bildet som it einzig die Frage, ob entsprechend den R echtsbegehren w egen U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung die vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 4. 4.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz ei- ner W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. N icht zum utbar kann der Vollzug der W egw eisung insbesondere sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 AN AG ). 4.2 D ie erw ähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw ei- sung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: so- bald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim - m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (EM AR K 2001 N r. 1 S. 2 E. 6a). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem (ab- und w eggew iesenen) Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG ), w obei in dem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der zu diesem Zeit- punkt herrschenden Verhältnisse (EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2., S. 54 f.; 1997 N r. 27 S. 205 ff.) von neuem zu prüfen sind.6 5. 5.1 D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, angenom m en w erden. Ferner ist von einer konkreten G efährdung auszugehen, w enn eine Person nach ihrer R ückkehr die absolut not- w endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnte oder - aus objektiver Sicht - w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw ie- derbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernst- haften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 5 E. 6e S. 47; 1994 N r. 18 S. 139 ff.; N r. 19 S. 145 ff. und N r. 20 S. 155 ff.). 5.2 In ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der poli- tischen Entw icklung seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine diffe- renzierte Lagebeurteilung vor und prüfte - nach in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 publizierten U rteilen - erneut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Auf der G rundlage der neuen dem okratischen Verfassung vom Januar 2004 w urde der bisherige Präsident der Ü bergangsregierung, H am id Karzai, anlässlich der Präsidentschaftsw ahlen vom O ktober 2004 an der Spitze der R egierung bestätigt. In der Folge fanden am 18. Septem ber 2005 Parlam entsw ahlen statt, und anfangs D ezem ber 2005 w urde das O berhaus geschaffen. Trotz dieser Entw icklung auf institutioneller Ebene konnten viele Problem e im Bereich der Sicherheit, der D e- m okratie, des R echtsstaats, der w irtschaftlichen Entw icklung und der m edizini- schen Infrastruktur (noch) nicht gelöst w erden. D ie hum anitäre und w irtschaftliche Situation bleibt w eiterhin prekär (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 Erw . 10b.bb S. 67 f.). Bezüglich der Sicherheitslage ist festzuhalten, dass in Afghanistan nach w ie vor ausländische Truppen stationiert sind, die Teil der so genannten Koalitionstruppen und der International Security Assistance Force (ISAF) sind. Ihre Aktionen sind vorw iegend gegen Partisanen des alten R egim es und Personen, die der Zugehö- rigkeit oder N ähe zur Al-Q a’ida verdächtigt w erden, gerichtet. D ie ISAF hat sich seit O ktober 2003 kontinuierlich von Kabul in den N orden und N ordosten Afgha- nistans vorangearbeitet und w esentlich zur Stabilisierung dieser R egionen beige- tragen. Im Septem ber 2005 konnte sie die w eitgehende Befriedung der R egionen im W esten des Landes sicherstellen und beabsichtigt, ihren Aktionsradius im Sü- den auszudehnen. D ank der Bem ühungen der R egierung und der internationalen Truppen konnte in der Stadt Kabul, in ihrer U m gebung und in verschiedenen im N orden der H auptstadt gelegenen Städten ein genügendes Sicherheitsniveau ge- schaffen w erden. In M azar-e-Sharif kann die Sicherheitslage heute als befriedi- gend bezeichnet w erden, und auch im W esten in der Provinz H erat ist von einer relativ ruhigen Lage auszugehen. In den R egionen im O sten, Südosten und Süden Afghanistans hingegen m uss im m er noch von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden. Zusam m enfassend kam die AR K in ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum utbar zu 7 bezeichnen ist, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitäten m ehr zu verzeichnen sind oder keine dauernde Instabilität besteht. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul und die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Pro- vinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung ist nur für Perso- nen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und w enn konkrete M öglichkeiten der Si- cherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 Erw . 7b S. 193 f.). Zudem ist die R ückkehr in diese Provinzen nur zum utbar bei jungen, unverheirateten Personen oder kinderlosen Paaren ohne schw ere gesundheitliche Problem e. 5.3 D as BFM äusserte in seiner Verfügung vom 6. Februar 2007 keine Zw eifel an der Ethnie und der H erkunft des Beschw erdeführers aus dem H azarajet in der Provinz G hazni. Seine Einschätzung, w onach das H azarajat nach übereinstim m ender aktu- eller Einschätzung aus Expertenkreisen im innerafghanischen Vergleich zu den si- chereren R egionen des Landes zähle und dem entsprechend dort nicht von einer perm anent instabilen Lage gesprochen w erden könne, trifft nach den Erkenntnis- sen des Bundesverw altungsgerichts nicht zu. Im in (EM AR K 2003 N r. 30 E. 6c S. 192 f.) publizierten U rteil stellte die AR K fest, dass eine R ückkehr in den ge- sam ten H azarajat, w ozu auch ein Teil der Provinz G hazni zählt, insbesondere in- folge der prekären N ahrungssituation, der M inenfelder, der angespannten Sicher- heitslage und des oftm als erschw erten Zugangs zu H ilfeleistungen der internati- onalen O rganisationen als existenzbedrohend und dam it generell als unzum utbar zu qualifizieren sei. D iese Lageanalyse (bestätigt in EM AR K 2006 N r. 9 E. 7.5 S. 99 f.) w ird vom Bundesverw altungsgericht geteilt. U nter diesen U m ständen ist für den Beschw erdeführer - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - die R ückkehr in seine H erkunftsregion nicht zum utbar. 5.4 Abzuklären bleibt dem nach, ob es dem Beschw erdeführer zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul oder in einer der anderen vorstehend unter Punkt 5.2 genannten Provinzen niederzulassen. D ies ist dann der Fall, w enn dort ein tragfähiges Be- ziehungsnetz vorhanden ist sow ie konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Exis- tenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Bezüglich der persönlichen Situation des Beschw erdeführers ist festzuhalten, dass er nach eigenen Angaben keinen Beruf erlernt und zuletzt als Steinm etz in Isfahan (Iran) gearbeitet hat (Akten Vorinstanz A 1/9 S. 2 ). D en Befragungsprotokollen zu- folge soll sein Vater getötet w orden sein (A 1/9 S. 4); seine M utter und ein O nkel väterlicherseits leben in A._______ in der Provinz G hazni und zw ei C ousins in C ._______ im Iran (A 1/9 S. 3). H inw eise darauf, dass der Beschw erdeführer über enge Beziehungen zu in Kabul oder in anderen Provinzen lebenden Personen verfügt, ergeben sich aufgrund der Akten nicht. Es ist dem nach nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer ausserhalb seiner H eim atprovinz über eine gesicherte W ohnsituation und ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz verfügt, um sich dort eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungsw eise sichern zu können. Eine R ückkehr nach Kabul oder in eine andere Provinz kann dem 8 Beschw erdeführer daher nicht zugem utet w erden. 5.5 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung nach Af- ghanistan für den Beschw erdeführer im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzu- m utbar zu bezeichnen ist. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a Abs. 6 AN AG . 6. N ach dem G esagten ist die Beschw erde gutzuheissen. D ie Ziffern 4 (Anordnung der W eigw eisung) und 5 (Vollzug der W egw eisung) des D ispositivs der Verfügung des BFM vom 6. Februar 2007 sind aufzuheben. D as BFM ist anzuw eisen, den Au- fenthalt des Beschw erdeführers nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) ist dam it gegenstandslos. 7.2 G em äss Artikel 7 Abs. 1 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2) haben obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihnen erw achsenen notw endigen Kosten. Laut Art. 9 VG KE um fassen die Kos- ten der Vertretung das Anw altshonorar oder die Entschädigung für eine nichtan- w altliche berufsm ässige Vertretung (Bst. a), den Ersatz von Auslagen (Bst. b) und den Ersatz der M ehrw ertsteuer für die Entschädigungen nach den Buchstaben a und b, sow eit eine Steuerpflicht besteht und die M ehrw ertsteuer nicht bereits be- rücksichtigt w urde (Bst. c). D as Anw altshonorar und die Entschädigung für eine nichtanw altliche berufsm ässige Vertretung w erden nach dem notw endigen Zeitauf- w and des Vertreters oder der Vertreterin bem essen (Art. 10 VG KE). M it der eingereichten Kostennote vom 26. M ärz 2007 m acht der R echtsvertreter des Beschw erdeführers einen zeitlichen Aufw and von 6.25 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 150.-- und Spesen von Fr. 50.-- zuzüglich M ehrw ertsteuer geltend. D as Bundesverw altungsgericht erachtet die Kosten der Vertretung als an- gem essen. D as BFM ist anzuw eisen, dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1062.55 (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Ziffern 4 (Anordnung der W egw eisung) und 5 (Vollzug der W egw eisung) des D ispositivs der Verfügung vom 6. Februar 2007 w erden aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer w egen U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. D as G esuch um G ew ährung der un- entgeltlichen R echtspflege ist gegenstandslos. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1062.55 (inkl. Auslagen und M ehr- w ertsteuer) zu entrichten. 5. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter des Beschw erdeführers (eingeschrieben, 2 Exem plare) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - D ._______ des Kantons E._______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :