<h2>SubmittedText<h2><p>Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Dezember und anschliessend des Ceneri-Basistunnels wird die Schweiz über eine Eisenbahnverbindung verfügen, die den Norden und den Süden des Landes mit optimaleren und deutlich kürzeren Fahrzeiten verbindet.</p><p>Die Kriterien dafür, ob jemand die SBB wählt, sind natürlich die Pünktlichkeit, der Zustand der Züge und Wagen sowie die Dienstleistungen, aber nicht zuletzt auch die Möglichkeit, zu telefonieren und im Internet zu surfen.</p><p>Die Qualität der drahtlosen Verbindungen lässt sich in der Schweiz insgesamt nicht beanstanden. Im Tessin allerdings sieht es anders aus.</p><p>Auf vielen Tessiner Strecken sind keine Verbindungen verfügbar, und sogar die Telefonverbindungen sind störungsanfällig.</p><p>Bekanntlich unterliegt die Aufstellung von Antennen zur Signalübertragung komplexen Verfahren, und die Gemeinden sowie die Bürgerinnen und Bürger können dagegen Einsprache erheben, was den Netzausbau faktisch verlangsamt.</p><p>Aus diesem Grund stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Hält es das Bundesamt für Verkehr nicht für angebracht, dort, wo nur eine beschränkte Verfügbarkeit besteht, aktiv zu werden und das Netz auszubauen?</p><p>2. Welche Hauptschwierigkeiten - falls es solche gibt - sind bei diesem Vorgehen zu erwarten?</p><p>3. Ist der Bundesrat nicht auch der Ansicht, dass eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Eisenbahnstrecken wettbewerbsfähig und modern sind, darin besteht, dass ein drahtloses Daten- und Funknetz in der ganzen Schweiz durchgehend und unterbruchsfrei verfügbar ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Gotthard-Basistunnel ist mit einer leistungsstarken öffentlichen Mobilfunkverbindung ausgestattet, welche das störungsfreie Telefonieren und die Benutzung von Internet-Dienstleistungen erlaubt. Die Verbindungsqualität im Nord-Süd-Verkehr wird sich damit mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels spürbar verbessern. Auch für den Ceneri-Basistunnel ist eine entsprechende Ausrüstung vorgesehen.</p><p>Um die Fahrgastkommunikation zu gewährleisten, bauen die Mobilfunkanbieter das Antennensystem entlang des Bahnnetzes laufend aus. Die SBB rüsten ihre Wagen zusätzlich mit Signalverstärkern, sogenannten Repeatern, aus. Die Züge des Fernverkehrs sind bereits ausgerüstet, 1700 Wagen des Regionalverkehrs folgen bis 2022. An einzelnen Bahnhöfen bieten die SBB einen kostenlosen Internetzugang an, so im Kanton Tessin in den Bahnhöfen Bellinzona, Locarno und Lugano.</p><p>2. Die Herausforderungen bestehen vor allem durch die Topografie und durch die Vielzahl von Tunnelstrecken, welche eine lückenlose Erschliessung aufwendig machen. Ausserdem sind im Kanton Tessin viele Baueinsprachen hängig, deren Bearbeitung oft zu zeitlichen Verzögerungen führt.</p><p>Die Verdichtung des Antennen-Netzes entlang der Bahnstrecken erfolgt durch private Netzanbieter, die dieses nach betriebswirtschaftlichen Kriterien planen und auch die Finanzierung sicherzustellen haben. Die Verdichtung des Antennen-Netzes ist mit technischen Herausforderungen verbunden, welche die Beteiligten gemeinsam bewältigen wollen.</p><p>3. Der Bundesrat teilt die Einschätzung der Interpellantin, dass eine zuverlässige Netzanbindung ein integraler Bestandteil einer modernen und zukunftsfähigen Bahn ist. Gute Verbindungen ins mobile Funk- und Datennetz sind dabei zentral. Eine schweizweit durchgehende Netzabdeckung ist unerlässlich, um die Digitalisierung im Bahnsektor und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes voranzutreiben. Alle zuständigen Partner sind sich der Bedeutung der Netzanbindung bewusst und arbeiten an innovativen und kostengünstigen Lösungen.</p>  Antwort des Bundesrates.