<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA 7] </div> <div class="para">U 245/99 Gb </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Schön, Spira, Bundesrichterin </div> <div class="para">Widmer und nebenamtlicher Richter Maeschi; </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Kopp Käch </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 17. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Advokat </div> <div class="para">Dominik Zehntner, Spalenberg 20, 4001 Basel, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse </div> <div class="para">1, 6002 Luzern, Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Versicherungsgericht des Kantons Solothurn, Solothurn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Der 1941 geborene A.________ ist seit 1. November </div> <div class="para">1977 bei der Firma S.________ AG als Erzeugnis-Planer tätig </div> <div class="para">und bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt </div> <div class="para">(SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und </div> <div class="para">Nichtberufsunfällen versichert. Mit Unfallmeldung vom </div> <div class="para">10. Oktober 1994 liess A.________ Gliederschmerzen und </div> <div class="para">einen Erschöpfungszustand als Folge eines im Frühjahr 1993 </div> <div class="para">erlittenen Zeckenbisses anzeigen. </div> <div class="para">Nachdem die SUVA ihre Leistungspflicht für das Unfallereignis </div> <div class="para">anerkannt hatte, stellte sie mit Verfügung vom </div> <div class="para">19. November 1997 die Taggeld- und Heilkostenleistungen per </div> <div class="para">Ende November 1997 ein. Gleichzeitig verneinte sie das Vorliegen </div> <div class="para">der Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Invalidenrente </div> <div class="para">oder Integritätsentschädigung. An ihrem Standpunkt </div> <div class="para">hielt sie mit Einspracheentscheid vom 27. April 1998 </div> <div class="para">fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Solothurn mit Entscheid vom </div> <div class="para">22. Juni 1999 ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt A.________ </div> <div class="para">die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids und des Einspracheentscheids </div> <div class="para">sowie die Verpflichtung der SUVA zur Ausrichtung </div> <div class="para">von Taggeldern auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit </div> <div class="para">von 50 % ab 1. Dezember 1997 bis zur Zusprechung einer </div> <div class="para">Invalidenrente, einer Invalidenrente basierend auf einem </div> <div class="para">Invaliditätsgrad von 50 % ab einem vom Gericht zu bestimmenden </div> <div class="para">Zeitpunkt und einer vom Gericht in ihrer Höhe festzulegenden </div> <div class="para">Integritätsentschädigung beantragen. </div> <div class="para">Die SUVA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, </div> <div class="para">soweit darauf überhaupt eingetreten werden </div> <div class="para">könne. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat sich </div> <div class="para">nicht vernehmen lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Unbestritten ist vorliegend, dass der Beschwerdeführer </div> <div class="para">im Frühjahr 1993 infolge eines Zeckenbisses an </div> <div class="para">einer Lyme-Borreliose erkrankt ist. Ebenso unbestritten </div> <div class="para">ist, dass nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">die Übertragung dieser Krankheit durch </div> <div class="para">Zeckenbiss als Unfall zu qualifizieren ist und demnach in </div> <div class="para">den Leistungsbereich des Unfallversicherers fällt (BGE 122 </div> <div class="para">V 230 ff.). Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob die SUVA </div> <div class="para">ihre Leistungen zu Recht per Ende 1997 eingestellt und das </div> <div class="para">Vorliegen der Voraussetzungen für die Ausrichtung einer </div> <div class="para">Invalidenrente oder einer Integritätsentschädigung verneint </div> <div class="para">hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- a) Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers </div> <div class="para">gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen den Beschwerden </div> <div class="para">und dem Unfallereignis ein natürlicher Kausalzusammenhang </div> <div class="para">besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges </div> <div class="para">sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein </div> <div class="para">der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder </div> <div class="para">nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen </div> <div class="para">Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser </div> <div class="para">Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs </div> <div class="para">nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige </div> <div class="para">oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen </div> <div class="para">ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit </div> <div class="para">andern Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität </div> <div class="para">der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit </div> <div class="para">andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch </div> <div class="para">die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 </div> <div class="para">V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer </div> <div class="para">gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang </div> <div class="para">besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im </div> <div class="para">Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden </div> <div class="para">Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen </div> <div class="para">Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu </div> <div class="para">befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs </div> <div class="para">genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=16.05.2001&amp;to_date=04.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-V-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page338">BGE 119 V 338</a> Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Der für die Leistungspflicht des Unfallversicherers </div> <div class="para">zusätzlich erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ist </div> <div class="para">gemäss Rechtsprechung in der Regel dann gegeben, wenn ein </div> <div class="para">Ereignis nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der </div> <div class="para">allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg </div> <div class="para">von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt </div> <div class="para">dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als </div> <div class="para">begünstigt erscheint (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=16.05.2001&amp;to_date=04.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-V-98%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page103">BGE 123 V 103</a> Erw. 3d, 139 Erw. 3c, </div> <div class="para">122 V 416 Erw. 2a, je mit Hinweisen). Der Voraussetzung des </div> <div class="para">adäquaten Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung </div> <div class="para">zu. Sie hat grundsätzlich bei allen Gesundheitsschädigungen, </div> <div class="para">die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender </div> <div class="para">Wahrscheinlichkeit als natürliche Unfallfolge gelten </div> <div class="para">können, Platz zu greifen. </div> <div class="para">Besondere Regeln hat die Rechtsprechung für die Beurteilung </div> <div class="para">der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen nach </div> <div class="para">einem Unfall aufgestellt. Danach ist die Frage nach der </div> <div class="para">generellen Eignung eines Unfallereignisses, eine psychisch </div> <div class="para">bedingte Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zu bewirken, aufgrund </div> <div class="para">einer Würdigung der Gesamtheit der Umstände vor und </div> <div class="para">nach dem Unfall zu beurteilen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=16.05.2001&amp;to_date=04.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-V-133%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">BGE 115 V 136</a> Erw. 4d). Die </div> <div class="para">Vorinstanz hat die diesbezüglichen Grundsätze zutreffend </div> <div class="para">dargelegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Die SUVA hat ihre Verfügung vom 19. November </div> <div class="para">1997 damit begründet, dass aufgrund des neuesten Berichts </div> <div class="para">des Dr. med. Z.________ vom 29. Juni 1997 keine mindestens </div> <div class="para">wahrscheinlich nachweisbaren organischen Unfallfolgen mehr </div> <div class="para">vorlägen. Die noch laufende Behandlung und die teilweise </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit seien auf eine psychogene Störung zurückzuführen, </div> <div class="para">wobei die Leistungspflicht der SUVA mangels </div> <div class="para">eines adäquaten Kausalzusammenhanges entfalle. Im Einspracheentscheid </div> <div class="para">vom 27. April 1998 hielt die SUVA an ihrem </div> <div class="para">Standpunkt fest. Sie führte aus, angesichts der überzeugenden </div> <div class="para">sowie umfassend und nachvollziehbar begründeten fachärztlichen </div> <div class="para">Stellungnahmen stehe mit der im Sozialversicherungsrecht </div> <div class="para">erforderlichen überwiegenden Wahrscheinlichkeit </div> <div class="para">fest, dass die organischen Unfallfolgen vom Frühjahr 1993, </div> <div class="para">nämlich die Lyme-Borreliose infolge eines Zeckenbisses, </div> <div class="para">ausgeheilt seien, aktuell weder eine Heilbehandlung erforderten </div> <div class="para">noch eine Arbeitsunfähigkeit verursachten und weder </div> <div class="para">eine Invalidität noch einen Integritätsschaden begründeten. </div> <div class="para">Die vorliegende Teilarbeitsunfähigkeit sei allein auf die </div> <div class="para">fachärztlich erstellten psychischen Beschwerden zurückzuführen. </div> <div class="para">Bei der Prüfung des für eine Leistungspflicht erforderlichen </div> <div class="para">Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen </div> <div class="para">Beeinträchtigungen und dem Unfallereignis liess die SUVA </div> <div class="para">die Frage der natürlichen Kausalität offen, ordnete das </div> <div class="para">Ereignis dem mittelschweren Bereich zu und verneinte in </div> <div class="para">Anwendung der diesbezüglichen Kriterien der Rechtsprechung </div> <div class="para">für eine psychische Fehlentwicklung nach Unfall die adäquate </div> <div class="para">Kausalität und somit eine Leistungspflicht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Das kantonale Gericht bestätigte in seinem Entscheid </div> <div class="para">vom 22. Juni 1999 nach Würdigung der medizinischen </div> <div class="para">Unterlagen die Verneinung von somatischen Restfolgen des </div> <div class="para">Unfallereignisses. Es führte aus, das Vorgehen der SUVA, </div> <div class="para">welche die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs offen </div> <div class="para">liess, sei nicht zu beanstanden. Im Gegensatz zum Unfallversicherer </div> <div class="para">beurteilte die Vorinstanz das Unfallereignis </div> <div class="para">als leicht und verneinte die Adäquanz schon aus diesem </div> <div class="para">Grund. In Bestätigung des Entscheids der SUVA fügte sie </div> <div class="para">jedoch an, dass ein adäquater Kausalzusammenhang auch unter </div> <div class="para">Berücksichtigung der von der Rechtsprechung für den mittleren </div> <div class="para">Bereich entwickelten Kriterien zu verneinen wäre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Der Beschwerdeführer hält am Vorliegen sowohl des </div> <div class="para">natürlichen wie auch des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen </div> <div class="para">Unfallereignis und Gesundheitsstörungen fest. Er </div> <div class="para">führt im Wesentlichen aus, die noch bestehenden Beschwerden </div> <div class="para">hätten eine organische Grundlage, weshalb die Adäquanz </div> <div class="para">nicht nach der Rechtsprechung für eine psychische Fehlentwicklung </div> <div class="para">zu beurteilen sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Bei der durch den als Unfall qualifizierten </div> <div class="para">Zeckenbiss übertragenen Lyme-Borreliose handelt es sich um </div> <div class="para">eine Infektionskrankheit mit komplexem Krankheitsbild und </div> <div class="para">meist schwerwiegenden Folgen. Die Lyme-Borreliose ist eine </div> <div class="para">Multiorganerkrankung, bei welcher prinzipiell alle Organe </div> <div class="para">befallen werden können. Das Beschwerdebild besteht aus unspezifischen </div> <div class="para">Allgemein- und spezifischen Symptomen, die aus </div> <div class="para">dem Befall der einzelnen Organe resultieren. Zu den wichtigsten </div> <div class="para">Allgemeinsymptomen gehören Müdigkeit, Malaise, </div> <div class="para">Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Fieber, Arthralgien, Myalgien, </div> <div class="para">Heiserkeit, Nausea, Erbrechen, Konjunktivitis, Gewichtsverlust, </div> <div class="para">Diarrhoe. Anerkannt sind auch Beeinträchtigungen </div> <div class="para">der Psyche wie insbesondere depressive Verstimmungen. </div> <div class="para">Als Folge kann ferner ein Chronic Fatigue-Syndrom auftreten, </div> <div class="para">wobei für dessen Diagnose andere Krankheiten ausgeschlossen </div> <div class="para">sein müssen (vgl. Norbert Satz, Klinik der Lyme-Borreliose, </div> <div class="para">Bern 1992, S. 89, 93 und 161 ff.). Die Beschwerden </div> <div class="para">sind somit teils klar organischer Natur, teils </div> <div class="para">liegen psychische Krankheitsbilder vor. Neben diesen direkten </div> <div class="para">Auswirkungen der Erkrankung ist es sodann möglich, dass </div> <div class="para">sekundäre Folgen in dem Sinne auftreten, dass die betroffene </div> <div class="para">Person mit der Krankheit insgesamt oder mit Folgen davon </div> <div class="para">psychisch nicht fertig wird und deshalb erkrankt, was als </div> <div class="para">psychische Fehlentwicklung nach einem Unfall zu bezeichnen </div> <div class="para">wäre. Dieser speziellen Ausgangslage muss bei der Prüfung </div> <div class="para">der Kausalität Rechnung getragen werden. Damit die psychischen </div> <div class="para">Beschwerden als Auswirkung der Infektionskrankheit </div> <div class="para">qualifiziert werden können, müssen sie mit dem erforderlichen </div> <div class="para">Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als </div> <div class="para">direkte Folge auf das Unfallereignis zurückzuführen sein. </div> <div class="para">Die Adäquanz kann diesfalls - wie bei den somatischen Beschwerden </div> <div class="para">- ohne weiteres bejaht werden, wenn die Infizierung </div> <div class="para">mit dem Borreliose-Erreger nach dem gewöhnlichen Lauf </div> <div class="para">der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung, wozu in </div> <div class="para">erster Linie die wissenschaftlichen Erkenntnisse gehören, </div> <div class="para">einen Erfolg von der Art des eingetretenen zu bewirken vermag. </div> <div class="para">Allfällige andere psychische Beschwerden, für welche </div> <div class="para">der Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mindestens </div> <div class="para">eine Teilursache darstellt, sind hingegen im Sinne von </div> <div class="para">sekundären Folgen der Erkrankung in Bezug auf den adäquaten </div> <div class="para">Kausalzusammenhang unter dem Gesichtspunkt einer psychischen </div> <div class="para">Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen. Die Qualifikation </div> <div class="para">der psychischen Beschwerden als direkte Auswirkungen </div> <div class="para">der Erkrankung oder aber als sekundäre Folge davon bzw. </div> <div class="para">reine psychische Erkrankung hat aufgrund der ärztlichen </div> <div class="para">Berichte zu erfolgen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- a) Obschon SUVA und Vorinstanz - davon ausgehend, </div> <div class="para">es genüge, die Adäquanz zu verneinen - die Frage der natürlichen </div> <div class="para">Kausalität zwischen Unfallereignis und unbestrittenermassen </div> <div class="para">noch vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen </div> <div class="para">ausdrücklich offen lassen, weisen sie in ihren Entscheiden </div> <div class="para">auf medizinische Berichte hin, die den Kausalzusammenhang </div> <div class="para">bejahen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) So hielt Dr. med. Y.________, Facharzt für Innere </div> <div class="para">Medizin FMH, am 25. April 1996 fest, der Beschwerdeführer </div> <div class="para">leide weiterhin an den Folgen der durchgemachten Lyme-Borreliose. </div> <div class="para">Die Hauptbeschwerden seien nach wie vor die ausgeprägte </div> <div class="para">Konzentrationsstörung, die geistige und körperliche </div> <div class="para">Erschöpfbarkeit und die fibromyalgieformen Beschwerden. </div> <div class="para">Erfahrungsgemäss könne dieser Zustand Jahre andauern und </div> <div class="para">sei medikamentös kaum beeinflussbar. In seinem Schreiben </div> <div class="para">vom 18. Mai 1996 ergänzte er, immer mehr stünden auch psychologische </div> <div class="para">Folgen der Teilarbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers </div> <div class="para">im Vordergrund. Dem ärztlichen Zwischenbericht </div> <div class="para">vom 24. Juni 1997 ist sodann zu entnehmen, dass der Patient </div> <div class="para">an einer Lyme-Borreliose im Stadium III leide, wobei die </div> <div class="para">Behandlung - bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % - in psychiatrischen </div> <div class="para">Gesprächen und Physiotherapie bestehe. Im vorinstanzlichen </div> <div class="para">Verfahren legte der Beschwerdeführer </div> <div class="para">schliesslich den Bericht vom 28. Mai 1998 auf, in welchem </div> <div class="para">Dr. med. Y.________ zum Einspracheentscheid der SUVA Stellung </div> <div class="para">nahm. Der Arzt führte darin aus, der Versicherte leide </div> <div class="para">nicht mehr an einem akuten, infektiösen Geschehen der Lyme-Borreliose, </div> <div class="para">sondern an den chronischen Folgen seines Unfalles. </div> <div class="para">Der fehlende Nachweis von Borrelienerregern in dieser </div> <div class="para">chronischen Phase sei normal und gehe nicht mit einer organischen </div> <div class="para">Wiederherstellung einher. Es bestünden eindeutig </div> <div class="para">Folgen dieser Krankheit wie rasche körperliche und geistige </div> <div class="para">Erschöpfbarkeit, Muskelverspannungen oder funktionelle </div> <div class="para">cerebrale Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen </div> <div class="para">und depressive Verstimmungen. Der Patient habe </div> <div class="para">vor der Erkrankung durch die Lyme-Borreliose als gesund und </div> <div class="para">körperlich sowie geistig voll leistungsfähig gegolten. </div> <div class="para">Andere, vorbestehende Krankheiten, welche die heutigen Beschwerden </div> <div class="para">beeinflussen würden, seien nicht eruierbar. Die </div> <div class="para">Arbeitsunfähigkeit als Folge der chronischen Lyme-Borreliose </div> <div class="para">betrage nach wie vor 50 %. </div> <div class="para">Dr. med. Z.________, Spezialarzt FMH für Psychiatrie </div> <div class="para">und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Schreiben vom </div> <div class="para">19. Juli 1996 eine mittelschwere bis schwere depressive </div> <div class="para">Symptomatik. Es spreche nichts dagegen, dass es sich dabei </div> <div class="para">um ein Begleitphänomen resp. ein Symptom der Lyme-Borreliose </div> <div class="para">handle. Von besonderer Bedeutung erscheine ihm, darauf </div> <div class="para">hinzuweisen, dass sich in der Anamnese des Versicherten </div> <div class="para">keinerlei Hinweise für frühere Störungen seines psychischen </div> <div class="para">Gesundheitszustandes fänden, insbesondere keine depressiven </div> <div class="para">Störungen auch in belastenden Lebenssituationen. Es fänden </div> <div class="para">sich auch keinerlei Anhaltspunkte für prämorbide Persönlichkeitsmerkmale, </div> <div class="para">die auf ein erhöhtes Risiko für eine depressive </div> <div class="para">Anpassungsstörung hinweisen könnten. Der aktuelle </div> <div class="para">psychiatrische Befund schliesse eine anderweitige psychische </div> <div class="para">Erkrankung aus. Im ärztlichen Zwischenbericht vom 29. </div> <div class="para">Juni 1997 stellte Dr. med. Z.________ die Diagnose einer </div> <div class="para">depressiven Symptomatik mit geistiger und körperlicher </div> <div class="para">Erschöpfbarkeit im Rahmen eines Post-Lyme-Syndroms. </div> <div class="para">Auf Anfrage der SUVA hin legten schliesslich Prof. </div> <div class="para">Dr. L.________ und PD Dr. med. W.________, Departement </div> <div class="para">Innere Medizin, Abteilung Infektionskrankheiten und Spitalhygiene </div> <div class="para">des Spitals X.________ in ihrem Bericht vom 15. Mai </div> <div class="para">1995 dar, die Wahrscheinlichkeit einer Lyme-Borreliose betrage </div> <div class="para">über 50 %. Die Anamnese und insbesondere die Hautbefunde </div> <div class="para">seien mit einer Lyme-Erkrankung vereinbar. Aufgrund </div> <div class="para">der Anamnese, des heute noch sichtbaren und biotopisch gut </div> <div class="para">dokumentierten Hauptbefundes, aufgrund der klinischen Besserung </div> <div class="para">nach antibiotischer Therapie und aufgrund des Fehlens </div> <div class="para">einer andern Erklärung für das Krankheitsbild sei die </div> <div class="para">bisherige Behandlung ihres Erachtens korrekt und könne die </div> <div class="para">Diagnose einer Lyme-Erkrankung angenommen werden. In ihrem </div> <div class="para">Bericht vom 11. Oktober 1996 führten sie aus, die aktuellen </div> <div class="para">Beschwerden der raschen Ermüdbarkeit, verminderten Leistungsfähigkeit </div> <div class="para">und depressiven Verstimmung wiesen nicht auf </div> <div class="para">eine aktive Lyme-Erkrankung hin, könnten aber als Folge der </div> <div class="para">vorangegangenen Lyme-Erkrankung zu interpretieren sein. </div> <div class="para">Ihres Erachtens sollte eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % akzeptiert </div> <div class="para">werden. Wohl beruhe sie vorwiegend darauf, dass </div> <div class="para">primär eine "psychische" Symptomatik vorliege, doch habe </div> <div class="para">diese mit genügender Wahrscheinlichkeit etwas mit dem </div> <div class="para">vorausgegangenen somatischen Leiden zu tun bzw. sei nicht </div> <div class="para">auszuschliessen, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen </div> <div class="para">dem jetzigen Leiden und der möglichen Lyme-Borreliose </div> <div class="para">bestehe. Sie wiesen zudem darauf hin, dass kaum noch neue </div> <div class="para">Argumente oder Untersuchungsbefunde herangezogen werden </div> <div class="para">könnten, um die Situation besser zu klären, und dass auch </div> <div class="para">weitere Gutachter höchstens gewisse Befunde etwas unterschiedlich </div> <div class="para">bewerten könnten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">6.- a) Gestützt auf die dargelegten medizinischen </div> <div class="para">Unterlagen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer </div> <div class="para">vor dem Zeckenbiss und der daraus folgenden Erkrankung </div> <div class="para">gesund war und dass Hinweise auf anderweitige Krankheitsursachen </div> <div class="para">fehlen. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen </div> <div class="para">Unfallereignis und noch bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen </div> <div class="para">ist demzufolge mit dem erforderlichen Beweisgrad </div> <div class="para">der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Was sodann die Frage des adäquaten Kausalzusammenhanges </div> <div class="para">anbelangt, kann der Auffassung von SUVA und Vorinstanz </div> <div class="para">nicht beigepflichtet werden. Wie der Rechtsvertreter </div> <div class="para">des Beschwerdeführers unter Hinweis auf die erwähnten medizinischen </div> <div class="para">Berichte sowie auf die Ergebnisse medizinischer </div> <div class="para">Forschung darlegt, sind die Beschwerden des Versicherten </div> <div class="para">Symptome bzw. direkte Auswirkungen der Lyme-Borreliose. Es </div> <div class="para">handelt sich nicht um sekundäre Folgen der Erkrankung etwa </div> <div class="para">in dem Sinne, dass der Versicherte mit der Krankheit insgesamt </div> <div class="para">oder mit Folgen davon psychisch nicht fertig geworden </div> <div class="para">und deshalb erkrankt ist. Der adäquate Kausalzusammenhang </div> <div class="para">ist demzufolge in Abweichung von SUVA und Vorinstanz und </div> <div class="para">unter Hinweis auf das in Erw. 4 Gesagte nicht unter dem </div> <div class="para">Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach </div> <div class="para">Unfall, sondern nach der normalen Adäquanzformel zu beurteilen. </div> <div class="para">Die Adäquanz ist daher - wie in Erw. 2b dargelegt - </div> <div class="para">gegeben, wenn die Infizierung mit dem Borreliose-Erreger </div> <div class="para">nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen </div> <div class="para">Lebenserfahrung, wozu eben in erster Linie die wissenschaftlichen </div> <div class="para">Erkenntnisse gehören, einen Erfolg von der Art </div> <div class="para">des eingetretenen zu bewirken vermag. Dies ist vorliegend </div> <div class="para">zu bejahen. Die Auswirkungen der unfallbedingten Erkrankung </div> <div class="para">sind somit vom Unfallversicherer zu übernehmen, und zwar </div> <div class="para">selbst dann, wenn die Beschwerden - gemäss medizinischen </div> <div class="para">Erkenntnissen abweichend von den vorliegenden - nicht häufige </div> <div class="para">Erscheinungen wären. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">7.- Entgegen den durch den Rechtsvertreter des Versicherten </div> <div class="para">vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht </div> <div class="para">gestellten Rechtsbegehren ist es Sache der SUVA, die </div> <div class="para">Leistungen festzusetzen, weshalb die Sache an sie zurückzuweisen </div> <div class="para">ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne </div> <div class="para">gutgeheissen, dass der Entscheid des Versicherungsgerichts </div> <div class="para">des Kantons Solothurn vom 22. Juni 1999 und der </div> <div class="para">Einspracheentscheid der SUVA vom 27. April 1998 aufgehoben </div> <div class="para">werden und die Sache an die SUVA zurückgewiesen </div> <div class="para">wird, damit sie über die Leistungen verfüge. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">III. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren </div> <div class="para">vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung </div> <div class="para">von Fr. 2500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) </div> <div class="para">zu bezahlen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV. Das Versicherungsgericht des Kantons Solothurn wird </div> <div class="para">über eine Parteientschädigung für das kantonale Verfahren </div> <div class="para">entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen </div> <div class="para">Prozesses zu befinden haben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">V. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht </div> <div class="para">des Kantons Solothurn und dem Bundesamt für </div> <div class="para">Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 17. Mai 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der I. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">i.V. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>