Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. Dezember 2015 (720 13 252 / 311) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit; dem einge- holten Gerichtsgutachten kommt ausschlaggebende Beweiskraft zu Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1972 geborene A.____ war seit 1. August 2005 im Rahmen eines Teilzeitpensums von 60 % als Küchenmitarbeiterin im Alters- und Pfl egeheim B.____ erwerbstätig gewesen. Am 1. September 2010 meldete sie sich unter Hinweis au f psychische Gesundheitsbeeinträchtigun- gen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung ( IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen un d der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der V ersicherten in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode - mit Anteilen von 60 % an Erwerb s- und von 40 % an Haushalttätigkeit - einen Invaliditätsgrad von 24 %. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stelle deshalb mit Verfügung vom 5. Juli 2013 einen A nspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokat André Baur na mens und im Auftrag von A.____ am 10. September 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, in Gutheissung d er Beschwerde sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verur teilen, der Beschwerdeführerin rückwir- kend ab 1. April 2011 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei zu Lasten der IV- Stelle ein interdisziplinäres gerichtliches Gutachten aus psychiatrischer, dermatologischer und rheumatologischer Sicht zur Arbeitsfähigkeit der Beschw erdeführerin einzuholen, wobei aus psychiatrischer Sicht die Abklärungen von einem auf kriegstraumatisierte Patienten spezialisier- ten Psychiater vorzunehmen sei; anschliessend sei über den L eistungsanspruch neu zu ent- scheiden. Subeventualiter sei die Sache zur Vornahme er gänzender Abklärungen an die IV- Stelle zurückzuweisen. Im Weiteren seien die Ansprüche de r Beschwerdeführerin spätestens ab 1. April 2013 mit 5 % p.a. zu verzinsen; alles unter o/e Kostenfolge, wobei eventualiter der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit ihm als unentgeltlichem Rechtsvertre- ter zu bewilligen sei. Mit Schreiben vom 2. Oktober 201 3 zog die Beschwerdeführerin den letzt- genannten Antrag um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wieder zurück. C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2013 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Zudem legte sie ihren Ausführungen ei ne Beurteilung von Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 4. Oktober 2013 bei. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep- lik vom 23. Dezember 2013 an den in der Beschwerde gest ellten Rechtsbegehren fest. Die IV- Stelle wiederum teilte am 17. Januar 2014 mit, dass si e auf die Einreichung einer Duplik ver- zichte. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 27. Februar 2014 gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur Klärung des medizinischen Sachverhalts bei den D res. med. D.____, Rheumatologie und Innere Medizin FMH, und E.____, Psychiatrie und Psyc hotherapie FMH, ein bidisziplinäres (rheumatologisches/psychiatrisches) Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Im Anhang zu die- sem Beschluss unterbreitete das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den vorgesehenen Fragenkatalog. Nachdem d ie Parteien keine personenbezoge- nen Ausstandsgründe gegen die vorgeschlagenen Gerichtsgutachter erhoben und auf die Mög- lichkeit, Zusatzfragen zu stellen, verzichtet hatten, erg ing der entsprechende Auftrag am 17. Juni 2014 an die Dres. D.____ und E.____. F. Am 22. September 2014 erstatteten die Dres. D.____ und E.____ das in Auftrag gege- bene bidisziplinäre Gerichtsgutachten. Die Parteien erhi elten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungsanspruch der Versicherten auswirken würden. Die Be schwerdeführerin machte am 31. Oktober 2014 hiervon Gebrauch. Die IV-Stelle wiede rum liess sich am 12. November 2014 zum Gutachten und zu dessen Auswirkungen auf den Leistungsanspruch vernehmen, wobei sie zusätzlich eine weitere Beurteilung des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 21. Oktober 2014 einreich- te. In einem weiteren kurzen Schriftenwechsel äusserte sich die die Beschwerdegegnerin am 8. Dezember 2014 zur erwähnten Eingabe der Beschwerdefü hrerin. Diese nahm ihrerseits am 15. Dezember 2014 zum Schreiben der IV-Stelle vom 12. November 2014 und zu den Ausfüh- rungen des RAD-Arztes Dr. C.____ vom 21. Oktober 2014 Stellung. G. Nach entsprechender Aufforderung durch das instruier ende Kantonsgerichtspräsidium nahmen die Gerichtsgutachter Dres. D.____ und E.____ am 9. März 2015 im Sinne einer Er- gänzung ihres Gutachtens aus psychiatrischer und gesamtmedizin ischer Sicht zur Frage Stel- lung, in welchem Ausmass die Versicherte gesundheitsbedingt in der Ausübung ihrer Haushalt- tätigkeit eingeschränkt sei. Am 13. April 2015 äusserte sich die Versicherte und am 23. April 2015 die Beschwerdegegnerin zu diesen ergänzenden gutachterlichen Ausführungen. H. Nachdem die Beschwerdeführerin in ihren Stellungna hmen vom 31. Oktober 2014, 15. Dezember 2014 und 13. April 2015 zum Gerichtsgutach ten verschiedene Sachverhaltsas- pekte angesprochen hatte, die ihres Erachtens zusätzlicher Abklärung - sei es in Form von wei- teren Rückfragen bei den Gerichtsgutachtern oder in Fo rm zusätzlicher medizinischer Untersu- chungen/Testungen - bedürfen würden, entschied das instr uierende Kantonsgerichtspräsidium mit Verfügung vom 6. Mai 2015, dass über die Frage, o b ein entsprechender zusätzlicher Ab- klärungsbedarf bestehe, das Dreiergericht anlässlich der zw eiten Urteilsberatung in dieser An- gelegenheit zu befinden haben werde. Es überwies die A ngelegenheit deshalb dem Dreierge- richt zur Beurteilung. I. Noch vor Ansetzung einer erneuten Urteilsberatung i n vorliegender Angelegenheit erging der Entscheid 141 V 281 ff. des Bundesgerichts, mit welchem dieses seine bisherige Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatof ormen Schmerzstörungen und ver- gleichbaren psychosomatischen Leiden änderte. Mit Schreiben vom 8. Juli 2015 gab das instru- ierende Kantonsgerichtspräsidium den Parteien deshalb Gelegenheit, ihre Standpunkte im Lich- te dieser höchstrichterlichen Praxisänderung ergänzend zu erläutern. Mit Eingaben vom 13. Juli 2015 (Beschwerdeführerin) und vom 27. August 2015 (IV- Stelle) machten die Parteien von die- ser Möglichkeit Gebrauch. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 10. September 2013 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts (EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abtei lungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 3.3 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, die im Aufgab enbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (B etätigungsvergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.4 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbs- tätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen un d der Invaliditätsgrad in beiden Berei- chen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt de r Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Invaliditätsbemessung aus- schliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu beme ssen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde. Entscheidend ist so- mit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versiche rten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil H. des Bu ndesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). Bei im Haushalt tätigen Versiche rten im Besonderen sind die persönli- chen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältniss e ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbil- dung sowie die persönlichen Neigungen und Begabunge n zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 5. Juli 2013) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesund- heitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hinweisen). 4.2 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der gemischten Methode bemessen, was von der Beschwerdeführerin - zu Recht - nicht bestritten wird. Was die im Rahmen der gemischten Methode zu berücksichtigenden An teile an Erwerbs- und an Haus- halttätigkeit betrifft, so hat die Versicherte anlässlich der Abklärungen der Statusfrage angege- ben und im “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstäti gkeit“ am 7. November 2011 unter- schriftlich bestätigt, dass sie ohne gesundheitliche Beeintr ächtigungen wie bis anhin in einem Pensum von 60 % eines Vollpensums am bisherigen Arbeit splatz erwerbstätig wäre und in der restlichen Zeit den Haushalt besorgen und die Kinder betreuen würde. Die IV-Stelle hat sich bei der Festlegung der Anteile der Erwerbstätigkeit und der Haushalttätigkeit auf diese Angaben gestützt und ist deshalb davon ausgegangen, dass die Ver sicherte als Gesunde zu 60 % er- werbstätig und zu 40 % für den Haushalt besorgt wäre . Diese Gewichtung der Anteile der Er- werbs- und der Haushalttätigkeit wird nun allerdings i n der vorliegenden Beschwerde bean- standet. Die Versicherte macht geltend, sie würde, wenn sie gesund wäre, nicht im Umfang von 60 %, sondern zu 80 % einer ausserhäuslichen Erwerbstäti gkeit nachgehen. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf ein Schreiben des Leiters des Alt er- und Pflegeheims B.____ vom 2. Februar 2012, in welchem dieser bestätigt, dass die Versicherte bei ihrer Anstellung im Au- gust 2005 ein Arbeitspensum von 80 % gewünscht habe. Man habe ihr aber nie eine Anstellung mit einem Pensum von mehr als 60 % anbieten können. Ei nzig von Januar bis März 2009 habe die Versicherte wegen einer krankheitsbedingten Abwesen heit einer anderen Mitarbeiterin in einem Pensum von 100 % gearbeitet, ansonsten habe dies es immer 60 % betragen. Dieser Bestätigung kann zwar entnommen werden, dass die Versicher te im August 2005 gerne im Rahmen eines 80 %-Pensums erwerbstätig gewesen wäre, en tgegen der Auffassung der Be- schwerdeführerin belegt das Schreiben aber nicht, dass si e (auch) im vorliegend massgeben- den Zeitpunkt des Verfügungserlasses (5. Juli 2013) in ei nem 80 %-Pensum gearbeitet hätte. Es verhält sich vielmehr so, dass die Versicherte fünf Jahr e lang immer ein Pensum von 60 % eines Vollpensums verrichtet und - soweit ersichtlich - nie eine Arbeitsstelle mit einem grösse- ren Pensum gesucht hat. Dies spricht klar dafür, dass die Beschwerdeführerin - wie sie unter- schriftlich bestätigt hat - auch im vorliegend massgebende n Zeitraum weiterhin im Rahmen ei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nes 60 %-Pensums erwerbstätig gewesen wäre. Somit hat die IV-Stelle aber in der angefochte- nen Verfügung vom 5. Juli 2013 den Invaliditätsgrad der Versicherten - in Anwendung der ge- mischten Methode - zu Recht mit einem Erwerbsanteil von 60 % und einem Haushaltanteil von 40 % ermittelt. 5. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Fra- ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihre r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, we nn die Gerichtsexpertise wider- sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurt eilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fach experten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober- expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende S chlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle gab zur Abklärung des Gesundheitszustand es und zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei Dr. med. F.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 18. September 2011 erstattete. Darin hielt der Experte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (1) sonstige Reaktio- nen auf schwere Belastungen (ICD-10 F43.8) wahrscheinl ich, (2) sonstige gemischte Angststö- rungen (ICD-10 F41.3), (3) eine depressive Fehlentwicklu ng, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.1) und (4) eine anhaltende somato forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) fest. Die Explorandin sei aufgrund der festgestellten Störungen vermindert belastbar, vermindert stressbelastungsfähig und emotional instabil. Sie sei fru strationsintolerant und ertrage zwi- schenmenschliche Konflikte nicht mehr. Sie habe keine innere Distanz mehr zu selbst normalen schwierigen Lebenssituationen. Vor diesem Hintergrund kö nne sie nicht mehr an jedem Ar- beitsplatz eingesetzt werden. Eine wohlwollende Führung durch Vorgesetzte sei wichtig. In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin in einem Alters- und Pflegeheim sei die Explorandin nicht mehr arbeitsfähig, da an diesem Arb eitsplatz die wohlwollende Führung nicht gewährleistet sei. Bei einem anderen Arbeitgeber, wie etwa im häuslichen Reinigungsdienst in einem Privathaushalt, beispielsweise bei einer Person, w elche die Explorandin kenne, wäre die Versicherte durchaus noch vier Stunden täglich ohne Verm inderung des Rendements arbeits- fähig. Es wäre der Explorandin zumutbar, wieder eine solche Tätigkeit aufzunehmen. 6.2 Die IV-Stelle stützte sich in der Folge in der ange fochtenen Verfügung vom 5. Juli 2013 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wes entlichen auf dieses psychiatrische Gutachten von Dr. F.____ vom 18. September 2011. Sie g ing demzufolge davon aus, dass der Versicherten die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit im Umfang von vier Stunden pro Tag zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hi ervor), ist den im Rahmen des Verwal- tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialä rztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie n ach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der erst en in dieser Angelegenheit erfolgten Urteilsberatung vom 27. Februar 2014 gelangte das Kan tonsgericht nun allerdings zur Auffas- sung, dass dem Gutachten von Dr. F.____ vom 18. September 2011 - entgegen der Sichtweise der IV-Stelle - keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden könne. So weiche es insbesondere in Bezug auf die Diagnosestellung erheblich von den Diagnosen des behandeln- den Psychiaters Dr. med. G.____, und denjenigen der Ärzt eschaft der Klinik H.____ ab. Dr. G.____ und die Ärzte der Klinik H.____ würden übe reinstimmend eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostizieren, während Dr. F.____ eine posttraumatische Belastungsstö- rung verneine, gleichzeitig aber einräume, dass eine so lche auch nicht ausgeschlossen sei, wobei das Vollbild einer typischen posttraumatischen Belastungsstörung seines Erachtens aber eher nicht vorliege. Differenzen zwischen den involvierten Ärzten bestünden sodann auch in Bezug auf den Schweregrad der diagnostizierten Depressio n. Während Dr. F.____ von einer gegenwärtig leichten depressiven Episode ausgehe, würd en der behandelnde Psychiater Dr. G.____ und die Ärzte der Klinik H.____ eine mittel- bis schwergradige Episode diagnostizie- ren. Dazu komme, dass der von Dr. F.____ beschriebene Ge samteindruck während der Explo- ration und auch der beschriebene Tagesablauf nicht mit d er Einschätzung einer leichtgradigen depressiven Episode korrespondieren würden. Weiterer Abkl ärungsbedarf ergebe sich sodann nicht nur in psychiatrischer, sondern auch in somatischer H insicht. So diagnostiziere Dr. med. I.____, Oberärztin der Rheumatologischen Klinik K.____, in ihrem Bericht vom 23. Mai 2011 bei der Versicherten aus rheumatologischer Sicht eine Finger gelenkarthrose, Heberden- und Bouchardarthrosen sowie ein generalisiertes Schmerzsyndro m, ohne aber eine Arbeitsunfähig- keit zu attestieren. Dr. med. L.____, Oberärztin der Rheumatologischen Klinik M.____, halte mit Bericht vom 17. September 2012 fest, dass keine Arbeits unfähigkeit für körperlich leichte Tätig- keiten bestehe. Vorteilhaft seien aber Arbeiten ohne h auptsächliche Belastung der Hände, z.B. feinmotorische Tätigkeiten. Insbesondere aus letzterem Be richt folge, so das Kantonsgericht damals, dass die im Bereich der Hände diagnostizierten A rthrosen sich zumindest auf das An- forderungsprofil einer zumutbaren Verweistätigkeit der Versicherten auswirken würden. Unter diesen Umständen - und da ohnehin weiterer gutachterl icher Abklärungsbedarf bestehe - er- scheine es sinnvoll, die Versicherte zusätzlich auch aus rheu matologischer Sicht begutachten zu lassen. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts im Rahmen eines bidisziplinären, rheu- matologisch-psychiatrischen Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen, mit dessen Erstellung in der Folge die Dres. D.____ und E.____ beauftragt wurden. 7. Am 22. September 2014 erstatteten die Dres. D.____ und E.____ ihr bidisziplinäres Gerichtsgutachten. 7.1 Im rheumatologischen Fachteil des Gutachtens stellt Dr. D.____ bei der Versicherten als internistische und rheumatologische Diagnosen mit A uswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Fingerpolyarthrose betont vom Heberden-Typ, maxim al Digitus II beidseits, sowie eine beginnende bis mässige Rhizarthrose beidseits linksbetont im Rahmen einer Polyarthrose (ICD- 10 M19.04) bei Chronifizierungsproblematik mit Schmerz fehlverarbeitung, Schmerzausweitung in ein generalisiertes Schmerzsyndrom sowie Selbstlimiti erung. Als Diagnosen ohne Auswir- kungen auf die Arbeitsfähigkeit nennt Dr. D.____ (1) eine Grosszehengrundgelenksarthrose Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht links, eine beginnende Coxarthrose links sowie klinisch ei ne Femoropatellararthrose links im Rahmen einer Polyarthrose, (2) ein Schulterimpingemen t links bei Tendinitis der langen Bicepssehne und Bursitis subacromialis, (3) ein chronisches cervical- und lumbalbetontes Pan- vertebralsyndrom bei (3.1) beginnenden degenerativen Wi rbelsäulenveränderungen u.a mit Chondrose L3-S1 und rechtsbetonter beginnender Discuspr otrusion L4/L5, (3.2) muskulärer Dysbalance betont vom Schulter-/ Nackengürteltyp und (3.3) Wirbelsäulenfehlform und Fehlhal- tung sowie (4) eine chronische Fehlbelastung des linken Fusses bei Spreiz-/Senk- und Varus- rückfussdeformität. Im Rahmen seiner Beurteilung weist Dr. D.____ darauf hin, dass sich auf- grund der mehrfach durchgeführten normalen Laborbesti mmungen sowie der sich aktuell prä- sentierenden Klinik inklusive der zur Verfügung stehenden radiologischen Untersuchungen eine systemisch entzündliche rheumatologische Grunderkrankung nach wie vor nicht bestätigen las- se. Zusammenfassend könne eine verminderte Belastbarkeit für gewisse Tätigkeiten lediglich durch die objektivierbare Fingerpolyarthrose mit derzeitig hauptsächlichem Befall der Endgelen- ke beider Zeigefinger sowie durch die Rhizarthrose aus gewiesen werden. Dies betreffe vor al- lem Tätigkeiten, die mit vermehrter manueller Belast ung, insbesondere mit feinmotorischen Funktionen, verbunden seien, sowie Arbeiten mit erhöhte r Kälte- und Feuchtigkeitsexposition. Aufgrund der Schulterimpingement-Problematik links, die allerdings unter gezielten Therapie- massnahmen als passager angesehen werden dürfe, seien der zeit auch repetitive Überkopfar- beiten als ungünstig zu bezeichnen. Entsprechend seien körperlich leicht belastende Tätigkei- ten, die das erwähnte Belastungsprofil berücksichtigten, weiterhin überwiegend uneinge- schränkt zumutbar. In seiner Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit aus rheum atologischer Sicht führt Dr. D.____ aus, aufgrund der erhobenen Diagnosen bestehe für die ang estammte Tätigkeit eine verminderte Belastbarkeit mit einer Leistungseinschränkung von 30 % gemessen an einem 100 %-Pensum. Für eine körperlich leicht belastende Arbeit, die wede r repetitive manuelle Betätigungen noch die Ausübung von manuell feinmotorischen Funktionen b einhalte und die in Wechselbelastung sowie ohne repetitive Überkopftätigkeit ausgeübt werden könne, bestehe hingegen weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinschränkung. 7.2 Im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens erhebt Dr. E.____ folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: eine generalisi erte Angststörung (ICD-10 F41.1), rezidi- vierende depressive Episoden, zurzeit leichten bis mittler en Grades (ICD-10 F 33.0/1), eine Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62 .0) bei Status nach posttraumati- scher Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine anhalten de somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Die Explorandin wirke freudlos, inter esselos, apathisch, resigniert und insbe- sondere auch regrediert. In der Untersuchung habe sich keine Beeinträchtigung des Gedächt- nisses, der Aufmerksamkeit und der Konzentration gezeigt, der Antrieb sei aber deutlich redu- ziert. Die Versicherte lebe zurückgezogen und pflege nur w enige soziale Kontakte. Zurzeit sei von einer mittelgradigen Depression auszugehen. Hinzu komme die generalisierte Angststörung mit Übererregbarkeit, Schreckhaftigkeit und Albträumen. Ferner bestehe eine anhaltende soma- toforme Schmerzstörung, da die Schmerzangaben über die arthrosebedingten Schmerzen hin- ausgingen. Die Försterkriterien seien teilweise erfüllt . Als Hauptdiagnose bestehe aber die Per- sönlichkeitsänderung nach Extrembelastung. Die Explorandin sei im Bosnienkrieg während fünf Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Jahren in der Übergangszeit zwischen Adoleszenz und Erwachse nenalter andauernder Anfein- dung und Bedrohung ausgesetzt gewesen. Sie sei nicht n ur Opfer der Bedrohung, sondern auch Zeugin erheblicher Gewalttaten gewesen. Dies hab e zu einer posttraumatischen Belas- tungsstörung mit den entsprechenden Diagnosekriterien g eführt. Heute müsse von einer an- dauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastun g ausgegangen werden. Das Aktivi- tätsniveau der Versicherten sei deutlich vermindert, dasse lbe gelte in Bezug auf Ausdauer und Durchhaltefähigkeit. Die Belastbarkeit sei beeinträcht igt. Die Explorandin habe Mühe, sich an Regeln und Routine anzupassen, sie könne den Tag nur eingeschränkt selber strukturieren und planen. Die Anwendung fachlicher Kompetenz sei grundsät zlich möglich, die Entscheidungsfä- higkeit sei aber ebenso wie die Selbstbehauptung und die Kontakt- und Gruppenfähigkeit beein- trächtigt. In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychia trischer Sicht gelangt Dr. E.____ zur Auf- fassung, unter Berücksichtigung der Aktenlage, der subjektiv en Angaben, der Fremdanamnese und der funktionellen Einschränkungen müsse davon ausgegangen werden, dass die Exploran- din im ersten Arbeitsmarkt als Küchenmitarbeiterin zu 70 % in ihrer Arbeits- und Leistungsfähig- keit eingeschränkt sei. In einer leichten, den körperlich en Beschwerden angepassten Tätigkeit könne die Versicherte im ersten Arbeitsmarkt bei einem Wo chenpensum von 42 Stunden noch während 2 ½ Stunden täglich arbeiten. Die Willensanst rengung zur Realisierung der Restar- beitsfähigkeit sei aufgrund der erheblich reduzierten R essourcen und der vorliegenden Psycho- pathologie eingeschränkt, aber es sei ihr die Willens anstrengung zuzumuten, ihre Restarbeits- fähigkeit im genannten Umfang zu verwerten. Die Explorandin brauche mehr Pausen und Erho- lungszeit und sei schneller erschöpft. Wenn die Explorandin unter schweren depressiven Symp- tomen leide, was in Anbetracht der schwankend verlaufe nden depressiven Symptomatik immer wieder der Fall sein könne, sei die Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im ers- ten Arbeitsmarkt mit 100 % zu beziffern. 7.3 In ihrer abschliessenden gemeinsamen Beurteilung (K onsensbesprechung) gelangen die beiden Gutachter Dres. D.____ und E.____ zum Schl uss, dass hinsichtlich der Einschät- zung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit für eine leid ensadaptierte Verweistätigkeit im ersten Arbeitsmarkt die psychiatrische Beurteilung massgebend sei und somit von einer 70 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Für die angestammte Tätigkeit bemesse man die Ein- schränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit 90 %. Da die Schmerzproblematik sowohl aus rheumatologischer als auch aus psychiatrischer Sicht berü cksichtigt worden sei, könne die aus den Fachgebieten festgelegte Arbeitsunfähigkeit nic ht vollumfänglich additiv ermittelt wer- den. 8.1 Die Beschwerdeführerin erachtet das Gerichtsgutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 22. September 2014 in ihren Stellungnahmen vom 31 . Oktober 2014, 15. Dezember 2014 und 13. April 2015 zwar grundsätzlich als schlüssig, gleich zeitig spricht sie aber einzelne Sach- verhaltsaspekte an, die ihres Erachtens zusätzlicher Abklärung - sei es in Form von Rückfragen bei den Gerichtsgutachtern oder in Form zusätzlicher med izinischer Untersuchungen und Tes- tungen - bedürfen würden. So ist die Beschwerdeführeri n der Ansicht, dass es für eine umfas- sende Beurteilung ihres Gesundheitszustandes und ihrer Arbeitsfähigkeit erforderlich gewesen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wäre, zusätzlich eine neuropsychologische Testung durchzufü hren. Zur Begründung dieses Einwandes beruft sie sich auf eine Bemerkung von Dr. E. ____ im psychiatrischen Fachteil des Gutachtens, wonach es durchaus möglich sei, dass die Explorandin im Rahmen ihrer Depressi- vität kognitive Defizite zeige; dies müsste aber testpsychol ogisch nachgewiesen werden (vgl. S. 37 des Gutachtens). An derselben Stelle hält Dr. E._ ___ aber auch fest, dass er die Auf- merksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit der Explorandin grob untersucht habe und dass sich dabei keine Auffälligkeiten gezeigt hätten. Dr. E._ ___ hatte denn offenbar auch keine Ver- anlassung, dem Kantonsgericht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zu melden, was bei entsprechendem Bedarf bekanntlich zu seinen im Begutach tungsauftrag vom 17. Juni 2014 umschriebenen Aufgaben gehört hätte. Insgesamt sind jede nfalls keine Hinweise auf wesentli- che kognitive Defizite ersichtlich, welche entsprechende zus ätzliche Abklärungen und Testun- gen als notwendig erscheinen liessen. Dem entsprechende n Antrag der Beschwerdeführerin ist deshalb nicht stattzugeben. 8.2 Die IV-Stelle wiederum bezeichnet das Gerichtsgutac hten der Dres. D.____ und E.____ in ihren Eingaben vom 12. November und 8. Deze mber 2014 bezüglich der Diagnostik als nachvollziehbar und schlüssig, nicht gefolgt werden kön ne jedoch der gutachterlichen Beur- teilung der Arbeitsunfähigkeit der Versicherten. Nachd em die Gerichtsgutachter im Wesentli- chen dieselben Diagnosen erhoben hätten wie der Vorgut achter Dr. F.____ könne, so die Auf- fassung der Beschwerdegegnerin, auch weiterhin auf dessen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden. Dieser Argumentation der IV-Stelle kann klarerweise nicht gefolgt werden. Zunächst ist daran zu erinnern, dass das Kantonsgericht anl ässlich seiner ersten Urteilsbera- tung vom 27. Februar 2014 zum Ergebnis gelangt ist, da ss das Gutachten von Dr. F.____ vom 18. September 2011 für die streitigen Belange nicht umfassend sei, weshalb darauf nicht abge- stellt werden könne. Es geht deshalb zweifellos nicht an, im Nachhinein in Bezug auf die Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten trotzde m (wieder) auf die Einschätzung des dama- ligen Gutachters abstellen zu wollen. Im Weiteren trif ft es aber auch nicht zu, dass die Ge- richtsgutachter Dres. D.____ und E.____ und der Vorgut achter Dr. F.____ zu den gleichen di- agnostischen Ergebnissen gelangt sind. So ging Dr. F.___ _ in seinem Gutachten lediglich von einer leichtgradigen depressiven Episode aus, während die Gerichtsgutachter eine gegenwärtig mittelgradige Depression feststellen. Ferner hielt Dr. F.____ - im Sinne einer Wahrscheinlich- keitsdiagnose - lediglich “sonstige Reaktionen auf schwere Belastungen (ICD-10 F43.8)“ fest, während der psychiatrische Gerichtsgutachter Dr. E.____ ei ne Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) bei Status nach posttra umatischer Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) diagnostiziert und auch überzeugend darlegt, wes halb von einer solchen auszugehen ist. Sodann werden die Auswirkungen der vorhandenen Bee inträchtigungen im Gerichtsgutach- ten der Dres. D.____ und E.____ deutlich schwerwiegend er dargestellt, als dies im Gutachten von Dr. F.____ der Fall ist. In Anbetracht all dieser Divergenzen ist es aber durchaus schlüssig und nachvollziehbar, dass die Gerichtsgutachter Dres. D.___ _ und E.____ der Versicherten im Ergebnis mit einer 70 %-igen Arbeitsunfähigkeit eine höhere Beeinträchtigung attestiert haben als der Vorgutachter Dr. F.____, der diese damals mit 50 % beziffert hatte. 8.3 Die geschilderten Vorbringen der Parteien vermöge n somit die Ergebnisse, zu denen die Gerichtsgutachter Dres. D.____ und E.____ bei de r Beurteilung des Gesundheitszustandes Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten gelangt sind, nicht in Frage zu stellen. Ihrem Ge- richtsgutachten vom 22. September 2014 kommt demnach au sschlaggebender Beweiswert zu. Es erfüllt in Bezug auf die Beurteilung des Gesundhei tszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurtei- lungsgrundlage in jeder Hinsicht. Das Gutachten weist we der formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) - für die streitigen Be- lange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchun gen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben w orden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es weist keinerlei Widersprüche auf. Die Gutachter setze n sich sodann auch einlässlich und in überzeugender Weise mit den bei den Akten liegenden (a bweichenden) fachärztlichen Ein- schätzungen auseinander und sie nehmen in ihrer Konsensbe urteilung gestützt auf die Ergeb- nisse ihrer Untersuchungen auch eine schlüssige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Versi- cherten vor. 8.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach mit den Gerichtsgutachtern Dres. D.____ und E.____ festzuhalten, dass bei der Beschwerde führerin im Erwerbsbereich in einer leidensadaptierten Tätigkeit noch eine (Rest-) Arbeitsfähigkeit von 30 % besteht. 8.5.1 Zu keiner anderen Beurteilung der (Rest-) Arbei tsfähigkeit der Versicherten führt im Übrigen die mit BGE 141 V 281 ff. begründete neue S chmerzrechtsprechung des Bundesge- richts. In diesem Entscheid hat das Bundesgericht seine bisherige Praxis zu den Voraussetzun- gen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörun gen und vergleichbare psychosoma- tische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bew irken vermögen, grundlegend über- dacht und teilweise geändert. Diese neue Rechtsprechung findet auf laufende Verfahren wie das vorliegende Anwendung (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und 137 V 266 E. 6). Danach kann eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit weiterhin nur ans pruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundh eitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nachachtung der verfassung s- und gesetzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 A TSG (objektivierte Zumutbarkeitsbeurtei- lung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschrä nkt ist. Indes hält das Bundesge- richt - der seit längerem namentlich aus medizinischer, ab er auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnun g tragend - an der Überwind- barkeitsvermutung nicht weiter fest (BGE 141 V 294 E. 3. 5). Anstelle des bisherigen Re- gel/Ausnahme-Modells tritt ein strukturierter, normat iver Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregr ad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen u nd symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird. (Urteil A. des Bundesgerichts vom 29. J uni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit Hin- weisen; BGE 141 V 307 f. E. 6). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.5.2 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Li chte dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten - wie das hier vorliegende Guta chten der Dres. D.____ und E.____ - nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen e iner gesamthaften Prüfung des Einzel- falls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhob enen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrun dlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis). 8.5.3 Die Beschwerdeführerin vertritt in ihrer abschl iessenden Stellungnahme vom 13. Juli 2015 die Auffassung, dass das Gerichtsgutachten der Dres. D.____ und E.____ zur Klärung der gemäss neuester Rechtsprechung relevanten Indikatoren e rgänzt werden müsse. Von einer solchen zusätzlichen Beweiserhebung kann jedoch abgesehen werden. Vorliegend hat der psy- chiatrische Gutachter Dr. E.____ die Diagnose einer anh altenden somatoformen Schmerzstö- rung als letzte von vier psychiatrischen Diagnosen gestellt. Ihr kommt denn auch bei der Beur- teilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkei t der Versicherten lediglich eine un- tergeordnete Bedeutung zu. Für die bei der Versicherte n festgestellten erheblichen Beeinträch- tigungen sind wesentlich die Diagnosen einer Persönlichke itsänderung nach Extrembelastung, einer generalisierten Angststörung und der rezidivieren den depressiven Episoden verantwort- lich. Dr. E.____ bezeichnet denn auch die Persönlichkeit sänderung nach Extrembelastung ex- plizit als Hauptdiagnose der Explorandin (vgl. S. 35 d es Gutachtens). Somit darf aber davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit der Ver sicherten weitestgehend durch dieses Leiden sowie durch die generalisierte Angststörung und d ie rezidivierenden depressiven Episo- den und eben nur marginal durch die ebenfalls erhobene anhaltende somatoforme Schmerzstö- rung eingeschränkt wird. Dazu kommt, dass aus dem Gerichts gutachten deutlich hervorgeht, dass die der Explorandin verbleibenden Ressourcen gering sind. Die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 % ist deshalb auch unter d iesem Aspekt nachvollziehbar ist. Nicht gefolgt werden kann demgegenüber der Argumentation d er IV-Stelle, wonach die Ressourcen der Versicherten noch weitergehend erhalten seien, wei l sie noch selbst Auto fahre und in die Ferien reise. Überprüft man diesen Einwand anhand de r Akten, so stellt man fest, dass es äus- serst selten vorkommt, dass die Versicherte noch kurze Stre cken selber Auto fährt. Sodann bestehen ihre Ferien gemäss ihren glaubhaften, gegenüb er dem Gutachter erfolgten Schilde- rungen weitgehend darin, dass sie zwar mit der Familie mitfährt, am Zielort die Tage jedoch hauptsächlich im Hotelzimmer im Bett verbringt. Insgesa mt erweisen sich die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens deshalb auch im Lichte der neuen bu ndesgerichtlichen Schmerzrechtspre- chung als umfassend und schlüssig. 9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist gem äss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkomme nsvergleichs zu bestimmen. Dassel- be gilt im Rahmen der gemischten Methode der Invalidi tätsbemessung für die Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich. 9.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad d er überwiegenden Wahrschein- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. D ie Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Vorliegend kann angenom- men werden, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsbeeinträchtigungen weiterhin ihrer (Teilzeit-) Tätigkeit als Küchenmitarbeiterin im Alte rs- und Pflegeheim B.____ nachgehen wür- de. Gestützt auf die bei den Akten liegenden Angaben des Arbeitgebers erzielte die Versicherte in dieser Tätigkeit im Jahr 2010 - im Rahmen eines 60 %-Pensums - ein Einkommen von Fr. 32'826.--. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2011 erfolgten Nominallohnentwicklung von + 0,7 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 20 12, S. 21, Tabelle T1.1.10, Frauen, Sektor Q “Gesundheits- und Sozialwesen“) anzupassen, was e in Jahresgehalt von Fr. 33'056.-- ergibt. Dieser Betrag ist dem Einkommensvergleich als Valideneinkommen zu Grunde zu legen. 9.2 Da die Versicherte seit Eintritt der Gesundheitsschä digung keine zumutbare leidens- angepasste Tätigkeit ausübt, hat die IV-Stelle das Inva lideneinkommen richtigerweise unter Beizug der der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstru kturerhebung (LSE) des Bundes- amtes für Statistik ermittelt (vgl. dazu BGE 126 V 76 E . 3b/bb mit Hinweisen und 124 V 322 E. 3b/aa). Laut Tabelle TA1 der LSE 2010 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetitiven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Frauen im privaten Sektor im Jahre 2010 auf Fr. 4'225.-- (LSE 2010, Privater Sektor, Tab elle TA1, Frauen, Total). Dabei ist zu be- achten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlich en Arbeitszeit von 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2011 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 03/2014 S. 88 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein Monatslohn von Fr. 4'404.55. Dieser Betrag ist der bi s ins Jahr 2011 erfolgten Nominallohnent- wicklung von + 1 % (Bundesamt für Statistik, Die Lohnentwicklung 2012, S. 21, Tabelle T1.1.10, Frauen, Total) anzupassen, was ein Invalideneinkommen vo n Fr. 4'448.60 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 53'383.-- ergibt. Da die Versicherte laut den massgebenden medizinischen Unterlagen (vgl. E. 7 hiervor) in einer solchen Tätigke it lediglich noch zu 30 % arbeitsfähig ist, resultiert für die Beschwerdeführerin grundsätzlich ein Invalideneinkommen von Fr. 16'015.-- (Fr. 53'383.-- x 30 %). Von dem auf diese Weise erho benen statistischen Wert sind praxisge- mäss verschiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn berein igt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des ko nkreten Einzelfalles abhängt (lei- densbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstja hre, Nationalität/Aufenthaltskate- gorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemä ssem Ermessen gesamthaft zu schät- zen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % vorgenommen, was sich in Würdigu ng der gegebenen Umstände sowie in Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale als angemessen erweist und denn auch von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wird. Nimmt man einen 10 %-igen Abzug vom Tabellenlohn vor, so resultiert daraus ein massgebend es Invalideneinkommen der Versi- cherten im Erwerbsbereich von Fr. 14'414.-- (Fr. 16’015.-- x 90 %). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 14'414.-- dem Valideneinkommen von Fr. 33‘056.-- (vgl. E. 9.1 hier vor) gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'642.--, was für den Erwerbsb ereich einen Invaliditätsgrad von 56,40 % ergibt. 10. Zu prüfen bleibt, in welchem Masse die Versicherte zu folge ihrer gesundheitlichen Be- schwerden im Haushalt eingeschränkt ist. 10.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbere ich bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von A rztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein Hau shaltsabklärungsbericht ist beweis- kräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen u nd Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die A ngaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Bet eiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2.3.2; Urteil P. des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch ätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil A. des Bund esgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 f. E. 4). 10.2 Leidet die im Haushalt tätige Person (auch) an p sychischen Gesundheitsbeeinträchti- gungen, so gilt es zusätzlich zu berücksichtigen, dass die gr undsätzliche Massgeblichkeit der Abklärungsberichte, auch wenn die erwähnten Anforderung en erfüllt wären, praxisgemäss ein- geschränkt ist (vgl. AHI-Praxis 2001 S. 162 E. 3d mit Hin weis). Im Urteil B. vom 22. Dezember 2003 (I 311/03, in deutscher Übersetzung publiziert i n: AHI-Praxis 2004 S. 137 ff.) hat das da- malige EVG seine Rechtsprechung zur Bemessung der Inva lidität von ganz oder teilweise im Haushalt tätigen Personen, welche an einem psychischen G esundheitsschaden leiden, präzi- siert (E. 5, insbesondere E. 5.3). Danach bildet die Ab klärung im Haushalt auch hier grundsätz- lich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewo hnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärztlichen Stellungnahmen aber in der Regel mehr Gewi cht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung (Urteil Z. des Bundesgerichts vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2). Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund d arin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychi schen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteil A. des B undesgerichts vom 13. Juni 2008, Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit Hinweisen). Für die Rechts anwendung im konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der Kriterien, die von der Recht sprechung entwickelt worden sind, der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 V 352 E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts zu beurteilen ist. Liegen gl eichermassen beweiskräftige Stellung- nahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussag en vereinbar sind oder einander widersprechen. Bestehen Divergenzen zwischen den Ergebni ssen der Haushaltsabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherte n Person, ihre Haushaltstätigkeiten trotz des psychischen Leidens noch verrichten zu können, ist der medizinischen Einschätzung prinzipiell höheres Gewicht beizumessen (vgl. Urteile P. des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 und M. vom 6. September 2004, I 249/04, E. 5.1.1). 10.3 Die IV-Stelle hat zur Ermittlung der Einschränku ng der Versicherten im Haushaltsbereich beim Abklärungsdienst die hierfür vorgesehene Abklärung vor Ort in Auftrag gegeben. In ihrem Haushaltsbericht vom 21. November 2011 ermittelte die Abklärungsperson gesamthaft eine Beeinträchtigung der Versicherten von 12,8 %. Der Bew eiswert dieses Berichts wird nun aller- dings schon dadurch geschmälert, dass er sich in medizinischer Hinsicht auf das Gutachten von Dr. F.____ vom 18. September 2011 abstützt. Wie das Kan tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 27. Februar 2014 festgestellt hat, ist dieses Gutachten jedoch für die strei- tigen Belange nicht umfassend, weshalb darauf nicht abg estellt werden kann (vgl. E. 6.2 hier- vor). Auf entsprechende Aufforderung durch das instrui erende Kantonsgerichtspräsidium hin haben die Gerichtsgutachter Dres. D.____ und E.____ deshalb mit Schreiben vom 9. März 2015 im Sinne einer Ergänzung ihres Gerichtsgutachtens aus fachärztlicher Sicht zur Frage Stellung genommen, in welchem Ausmass die Versicherte gesundheitsbedingt in der Ausübung ihrer Haushalttätigkeit eingeschränkt ist. Dabei gelangten sie zum Ergebnis, dass aus bidiszipli- närer Sicht die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der V ersicherten im Haushalt zu 40 % beein- trächtigt sei, solange ihre beiden Kinder noch zur Schu le gehen würden. Nach Schulabschluss beider Kinder betrage die Beeinträchtigung im Haushalt noch 20 %. Hinsichtlich dieser Differen- zierung gilt es vorab zu beachten, dass das Sozialversicherung sgericht nach ständiger Recht- sprechung die Gesetzmässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachver- halt zu beurteilen hat, wie er im Zeitpunkt des Verf ügungserlasses vorgelegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Da raus folgt, dass für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde grundsätzlich der Sachverhalt mass gebend ist, der am 5. Juli 2013, dem Zeitpunkt des Erlasses der rentenablehnenden Verfüg ung der IV-Stelle, vorgelegen hat. Damals gingen beide Kinder der Versicherten noch zur Sch ule, sodass die von den Gutachtern für diesen Sachverhalt attestierte Einschränkung im Hau shaltbereich in der Höhe von 40 % massgebend ist. Auf diese fachärztliche Beurteilung der beiden Gerichtsgutachter kann abge- stellt werden. Die IV-Stelle wendet zwar zu Recht ein, dass es diese in ihren ergänzenden Aus- führungen unterlassen haben, sich mit der abweichenden Einschätzung des Haushaltsberichts auseinanderzusetzen. In diesem Zusammenhang ist aber a uf das vorstehend Gesagte (vgl. E. 10.2 hiervor) hinzuweisen, wonach in Fällen, in de nen die Einschränkungen auf psychischen Leiden beruhen, bei diskrepanten Einschätzungen den med izinischen Beuretilungen des Psy- chiaters praxisgemäss grösseres Gewicht beizumessen ist. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.1 In Anwendung der gemischten Methode der Invalidit ätsbemessung ergibt sich auf Grund des Gesagten in Berücksichtigung der zeitlichen Beans pruchung von 60 % im Erwerbs- und von 40 % im Haushaltbereich bei einer Einschränkun g im Haushaltbereich von 16 % (0,4 x 40 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 33,84 % (0,60 x 56,40 %) insgesamt ein Invali- ditätsgrad in der Höhe von 49,84 % bzw. gerundet (vgl . zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 50 %. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % hat die Versicherte Anspruch auf eine halbe IV-Rente. 11.2 Laut den massgebenden Feststellungen der Gerichts gutachter Dres. D.____ und E.____ ist davon auszugehen, dass die von ihnen attestie rte 70 %-ige Arbeitsunfähigkeit der Versicherten seit der am 13. April 2010 erfolgten Arb eitsaufgabe besteht. Somit ist der Be- schwerdeführerin die halbe IV-Rente nach Ablauf des War tejahres, d.h. mit Wirkung ab 1. April 2011, zuzusprechen. 11.3 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde der Versicher- ten insoweit gutzuheissen ist, als die angefochtene Ver fügung der IV-Stelle vom 5. Juli 2013 aufzuheben und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführ erin mit Wirkung ab 1. April 2011 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. 11.4 Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversiche rungen, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistungen nach Ab- lauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Laut Art. 7 A bs. 1 der Verordnung über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. S eptember 2002 beträgt der Satz für den Verzugszins fünf Prozent im Jahr. Der Verzug szins wird monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSV). Da die Beschwerdeführerin vorliegend ihrer Mitwirkungs pflicht vollumfänglich nachgekommen ist, sind die Voraussetzungen für eine Verzugszinspflicht der IV-Stelle gegeben. Diese ist des- halb dem Antrag der Beschwerdeführerin entsprechend zu verpflichten, die rückwirkend nach- zuzahlenden Rentenleistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des An- spruchs, d.h. demnach mit Wirkung ab 1. April 2013 zu 5 % pro Jahr zu verzinsen. 12. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 12.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin obsiegen- de und die IV-Stelle unterliegende Partei. 12.2.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 12.2.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f . E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vo m 27. Februar 2014 zum Ergebnis ge- langt, dass das von der IV-Stelle eingeholte Gutachten von Dr. F.____ vom 18. September 2011 für die streitigen Belange nicht umfassend war (vgl . dazu E. 6.2 hiervor) und demnach die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a) nicht erfüllte. Da ein Entscheid in der Angeleg enheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war, beschloss das Kantonsgericht, die erforderliche zusätzliche Abklä- rung des medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines Gerich tsgutachtens vornehmen zu lassen. Das in der Folge eingeholte bidisziplinäre Gutach ten der Dres. D.____ und E.____ vom 22. September 2014 war mit anderen Worten für eine abschliessende Beurteilung des Renten- anspruchs der Versicherten unerlässlich. Zudem bildet das Gerichtsgutachten, wie sich anläss- lich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, massgebli che Grundlage für die mit dem vorlie- genden Entscheid erfolgte Zusprechung einer halben IV -Rente an die Beschwerdeführerin. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demnach die Kosten dieses Gutachtens, welche sich gemäss den eingereichten Honorarre chnungen der Dres. D.____ und E.____ auf Fr. 9‘731.45 belaufen, der IV-Stelle aufzuerlegen. 12.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 23. Oktober 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 20 Stunden und 10 Minuten geltend gemacht . Dazu kommen Bemühungen von 18 Stunden und 45 Minuten, die ein Volontär für ihn erbracht hat. Bei der Würdigung der Ange- messenheit dieses Aufwandes gilt es zu berücksichtigen, dass ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt wurde und dass der Rechtsvertreter der Beschw erdeführerin anschliessend je- weils zusätzlich zum umfangreichen Gerichtsgutachten, zu de n ergänzenden, die Einschrän- kung im Haushaltbereich betreffenden Ausführungen der Gerichtsgutachter und zu den Auswir- kungen der neuen bundesgerichtlichen Schmerzrechtsprechung auf den vorliegenden Fall Stel- lung zu nehmen hatte. Hält man sich dies vor Augen, so i st der geltend gemachte Zeitaufwand zwar umfangmässig als hoch, letztlich aber noch als angem essen zu bezeichnen. Die anwaltli- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozesse n praxisgemäss zur Anwen- dung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entsch ädigen. Für den durch seinen Volontär erbrachten Aufwand macht der Rechtsvertreter einen Stundenansatz von 120 Franken geltend, was nicht zu beanstanden ist. Dasselbe gilt für d ie in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von insgesamt Fr. 349.--. Der Beschwerdeführ erin ist deshalb eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 8‘251.90 (20 Stunden und 10 Minuten à Fr. 250.-- sowie 18 Stunden und 45 Minuten à Fr. 120.-- + Auslagen von Fr. 349.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver- fügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 5. Juli 2013 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2011 Anspruch auf eine halbe IV-Rente hat. 2. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat die rückwirkend n achzuzahlenden Rentenleistungen mit Wirkung ab 1. April 2013 zu 5 % p ro Jahr zu verzinsen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 9‘731.45 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 5. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 8‘251.90 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht