B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3187/2011 law/bah U r t e i l v o m 2 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Gérald Bovier, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Christian Hoffs, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen/Appenzell, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 5. Mai 2011 / N (…). D-3187/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Die Beschwerdeführerin, eine ethnische Tamilin mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge zusam- men mit ihren Eltern C._______ und D._______ (N …) sowie den Ge- schwistern E._______ (N …) und F._______ (N …) am 7. August 2009 und gelangte am 10. August 2009 in die Schweiz, wo sie gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b. Anlässlich der Befragungen zur Person im Empfangs - und Verfah- renszentrum Basel vom 13. August 2009 erklärte die Beschwerdeführerin, sie habe Probleme mit Armeeangehörigen und Organisationsleuten g e- habt, als sie von der Schule nach Hause gekommen sei. Ihr Vater sei mit- genommen und verhört worden. Sie hätten Angst gehabt. Im Jahr 2007 sei sie auf der Strasse verhört worden, weil auf der Identitätskarte ihr G e- burtsort ersichtlich gewesen sei. Die Soldaten hätten behauptet, sie gehö- re zu den "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE). Das Gleiche hätten auch Angehörige der Organisationen behauptet, die sie kontrolliert hätten. A.c. Am 4. September 2009 wurde die Beschwerdeführerin vom BFM zu ihren Asylgründen angehört. Sie machte im Wesentlichen geltend, die Soldaten hätten sie im Jahr 2007 eingeschüchtert. Diese hätten gewusst, dass ihr älterer Bru der und ihr Onkel bei den LTTE seien. Man habe sie etwa eine Stunde lang festgehalten. Als sie 2008 zum Nachhilfeunterricht gegangen sei, hätten Angehörige von zwei Bewegungen Drohungen aus- gesprochen. Man habe ihr Fotografien aus den Jahren 2002 und 2003 gezeigt, die an einer Feier in der Schule aufgenommen worden seien. Man habe ihr gesagt, sie habe Beziehungen zur Bewegung. Die Leute hätten sie aufgefordert, bei ihrer Bewegung mitzumachen. Da Leute en t- führt worden seien, habe sie das Haus nicht mehr verla ssen. Eine Bewe- gung habe ihrem Vater gegenüber Drohungen ausgesprochen und Geld von ihm verlangt. Leute des "Crimininal Investigation Departments" (CID) seien zu ihnen nach Hause gekommen und hätten ebenfalls gedroht. Sie könne ihre Ausbildung nicht mehr f ortsetzen. Ihr Bruder und drei Cousins seien bei den LTTE gewesen. Die Cousins seien gefallen. Wenn man dies erfahre, sei ihr Leben in Gefahr. B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 5. Mai 2011 fest, die Beschwerdefüh- rerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft ni cht, und lehnte das Asylgesuch D-3187/2011 Seite 3 ab. Gleichzeitig verfügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz und ordne- te den Vollzug der Wegweisung an. C. Mit Eingabe vom 3. Juni 2011 liessen die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter gegen diesen Entscheid beim Bund esverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Verfügung des BFM aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise die Unzumutbarkeit des Vollzugs d er Wegweisung festzustellen und die vo r- läufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie beantragen, es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Der Ei n- gabe lag ein Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zur Lage in Sri Lanka vom 1. Dezember 2010 bei. D. D.a. Mit Zwischenverfügung vom 10. Juni 2011 hiess der Instruktionsrich- ter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, u n- ter der Vorausse tzung, dass innerhalb angesetzter Frist eine Fürsorg e- bestätigung nachgereicht werde. D.b. Die Beschwerdeführerin übermittelte am 14. Juni 2011 eine vom 8. Juni 2011 datierende Bestätigung ihrer Fürsorgeabhängigkeit. E. Das BFM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 18. Juli 2011, welche der Beschwerdeführerin vom Bundesverwaltungsgericht am 20. Juli 2012 zur Kenntnis gebracht wurde – die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine V orinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher D-3187/2011 Seite 4 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwü rdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, d en Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-3187/2011 Seite 5 4. 4.1. Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Einschüchterung durch Soldat en sowie verschiedene Kontrollen, denen die Familie ausgesetzt gewesen sei, seien im Zusammenhang mit der Bekämpfung der LTTE zu sehen. Solchen behördlichen Massnahmen käme aufgrund mangelnder Intens i- tät kein Verfolgungscharakter zu. Wäre sie verdächtigt w orden, an terr o- ristischen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein, wäre sie zweifellos inha f- tiert worden. Auch die Tatsache, dass sie bei ihrer Reise nach Colombo im Juli 2009 zwar kontrolliert und registriert worden sei, ansonsten aber keine Probleme gehabt habe, mache deutlich, dass sie von den srilank i- schen Behörden damals nicht gesucht worden sei. Die Situation stelle sich heute in Sri Lanka anders dar. Der Krieg zwischen der Regierung und den LTTE sei beendet und das Land sei unter Kontrolle der Regi e- rung. Die Anzahl der Entführungen, Verschleppungen und Tötungen sei erheblich zurückgegangen. Es treffe zu, dass die Behörden alles daran setzten, ein Wiedererstarken der LTTE zu verhindern. Die Beschwerd e- führerin habe aber nie erklärt, Mitglied der LTTE gewe sen zu sein. In i h- ren Schilderungen fänden sich keine Hinweise dafür, dass die heimatl i- chen Behörden heute ein Interesse hätten, sie zu verfolgen. Auch die Tat- sache, dass ihr Bruder bei den LTTE sei und verschiedene Verwandte für diese gefallen seien, führ e nicht automatisch dazu, dass sie von den B e- hörden als eine Gefahr für die Sicherheit des srilankischen Staats erac h- tet und verfolgt werde. Angesichts ihres geringen politischen Profils sei nicht davon auszugehen, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt mit erheb licher Wahrscheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht sei. Die Situation in Sri Lanka habe sich auch in Bezug auf die militanten Gruppierungen geändert. Deren Einfluss habe stark abgenommen und sie würden von der Regierung nicht mehr unterst ützt. Die gegenüber der Beschwerdeführerin ausgestossenen Drohungen lägen mittlerweile drei Jahre zurück und seien nicht mehr relevant. Im Falle erneuter Beläst i- gungen stehe es ihr offen, sich an die Behörden zu wenden und um Schutz zu ersuchen. Deshalb seien auch diese Vorbringen nicht asylrele- vant. 4.2. In der Beschwerde wird vorab auf den beigelegten Bericht der SFH verwiesen und geltend gemacht, Tamilen, die das Land während des Krieges verlassen und im Ausland ein Asylgesuch eingereicht hätten, sei- en nach i hrer Rückkehr besonderen Risiken ausgesetzt. Das BFM übe r- sehe, dass die Beschwerdeführerin sich hinsichtlich befürchteter Übergrif-D-3187/2011 Seite 6 fe von Dritten an Institutionen wenden müsste, die bis vor Kurzem mit den Verfolgern zusammengearbeitet hätten. In einem Land, in dem die Ko r- ruption grassiere, würden Behörden immer noch mit Kriminellen zusa m- menarbeiten. Sie gehöre zu einer Personengruppe, die besonders g e- fährdet sei, im Fall einer Rückkehr staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden. Sie hätten begrün dete Furcht, bei einer Rückkehr in ihre Heimat ernsthaften Nachteilen ausgesetzt zu werden. 5. 5.1. Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürc h- ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure z u- gefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtling s- rechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die be troffene Person in ihre m Heimatland ke i- nen adäquaten Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f., BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beurte i- lung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer so l- chen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Ra h- men der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls w e- sentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zw i- schen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1 S. 507 f., BVGE 2008/12 E. 5.2 S. 154 f., W ALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Auslände r- recht, 2. Aufl., Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 5.2. Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeit - punkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba- rer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ve r- wirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indi zien vorliegen, welche den Eintritt der e r- warteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive er - folgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend D-3187/2011 Seite 7 die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asy l- rekruskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9). 5.3. 5.3.1. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht befunden, dass die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Ausreise aus Sri Lan ka seitens der heimatlichen Behörden keinen asylrechtlich relevanten Nachteilen ausgesetzt war. Sie wurde eigenen Aussagen gemäss im Jahr 2007 ei n- mal von Armeeangehörigen einer routinemässigen Kontrolle unterzogen und während einer Stunde auf der Strasse f estgehalten. Dabei wurde sie auf ihren Bruder, der bei de n LTTE sei, angesprochen und eingeschüc h- tert. Aus diesem Ereignis, das die Beschwerdeführerin verständlicherwe i- se ängstigte, erwuchsen ihr jedoch keine weiteren Nachteile. Die Bes u- che des CID im Juni 2009 galten ihrem Vater. Das Bundesverwaltungsge- richt ist im das ihren Vater, ihre Mutter und ihren Bruder betreffenden U r- teil D -3186/2011 vom heutigen Tag zur Auffassung gelangt, dass ihrem Vater seitens des CID keine Verfolgung drohte. Er wurde zu den V er- wandten befragt, die von der Familie der Beschwerdeführerin aufgeno m- men wurden und nach einer Stunde entlassen. Gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin hätten die Soldaten bei der Kontrolle im Jahr 2007 geäussert, ihr Bruder und ein Onkel seien bei de n LTTE. Sie wurde zwar eingeschüchtert, erlitt aber keine Massnahmen, deren Intensität derart schwerwiegend gewesen wäre, als dass von ernsthaften Nachte i- len im Sinne von Art. 3 AsylG gesprochen werden könnte. Ihre Befürch- tung, ihr Leben wäre in Gefahr, falls man erfahre, dass Verwandte von ihr bei den LTTE gewesen und für diese gefallen seien, ist somit nicht b e- gründet. Sie stand nicht konkret im Verdacht, Verbindungen zu den LTTE gehabt zu haben, ansonsten die srilankischen Sicherheitsbehörden we i- tergehende Massnahmen ergriffen hätten. 5.3.2. Die Beschwerdeführerin brachte bei ihren Befragungen vor, sie sei auch von militanten Gruppierungen eingeschüchtert worden. Sie sei im Februar und April 2008 zweimal aufgehalten und befragt worden, als sie auf dem Weg zum Nachhilfeunterricht gewesen sei. Da man sie aufgefor- dert habe, bei den Bewegungen mitzumachen, ist verständlich, dass sie sich Sorgen machte. Die Beschwerdeführenden konnten indessen keine konkreten Ereignisse benennen, aus denen sich ergeben würde, dass ge- rade sie von weiteren, intensiveren Übergriffen seitens von Drittpersonen D-3187/2011 Seite 8 bedroht gewesen wäre, welche allenfalls eine begründete Furcht vor Ve r- folgung nachvollziehbar machen könnten. 5.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt i hrer Ausreise von den srilankischen Behörden nicht gesucht wurde und gegen sie nichts vorlag, was mit beachtlicher Wahrscheinlic h- keit zu einer Verfolgung hätte führen können. Es lagen auch keine ko n- kreten Anhaltspunkte dafür vor, dass ihr von militanten Gr uppierungen Gefahr einer Verfolgung gedroht hätte. 5.5. Seit der Ausreise der Beschwerdeführe rin im August 2009 hat sich die allgemeine Lage in Sri Lanka verändert. Nach Beendigung des milit ä- rischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 ist von einer inzwischen erheblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTTE als vernichtet. Die Sicherheitsl a- ge hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Mensche n- rechtslage hat sich allerdings namentlich hinsichtlich der Meinungsäusse- rungs- und der Pressefreiheit verschlechtert. Politisch Oppositionelle je g- licher Couleur werden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfolgungsmassnahmen rechnen (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 7) und es bestehen verschiedene Risikogruppen, welche auch nach Beendigung des Krieges verdächtigt werden, mit den LTTE in Ve r- bindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu haben. Auch una b- hängige Journalisten beziehungsweise regierungskritische Me - dienschaffende haben ein erhöhtes Risikoprofil. Im Weiteren ist bei Op - fern und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen und Personen, die entsprechende Übergriffe behördlich angezeigt haben, mit erhöhter Ve r- folgungsgefahr zu rechnen. Ausserdem laufen abgewiesene tamilische Asylsuchende aus der Schweiz unter Umständen Gefahr, bei der Rüc k- kehr behördlich belangt zu werden, weil ihnen Kontakte zu führenden LTTE-Kadern in der Schweiz unterstellt werden. Wegen drohender E r- pressung, Kidnapping und anderen Verfolgungshandlungen bilden schliesslich Personen, welche über be trächtliche finanzielle Mittel verf ü- gen, eine weitere Risikogruppe. Bei allen Personen, die dieser Risik o- gruppe angehören, muss allerdings bei der Prüfung der Flüchtlingseige n- schaft das Motiv der jeweiligen Verfolgungshandlungen sorgfältig unte r- sucht werden. Sofern ausschliesslich ein finanzielles Verfolgungsintere s- se auszumachen i st, ist diesem Aspekt bei der Prüfung der Wegwe i-D-3187/2011 Seite 9 sungshindernisse Rechnung zu tragen (vgl. BVGE E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8). 5.6. Angesichts der Aktenlage ist nicht davon auszugehen, dass die B e- schwerdeführerin einer solchen Risikogruppe angehört. Namentlich ist es ihr nicht gelungen, überzeugend darzulegen, dass sie konkret verdächtigt wurde, den LTTE nahezustehen. Sie brachte vor, mehrere ihrer Verwand- ten seien von den LTTE rekrutiert worden und teilweise für diese gefallen, indessen erwuchsen ihr da raus bis zu ihrer Ausreise keine ernsthaften Nachteile. Ihren Angaben kann nicht entnommen werden, dass sie sich politisch betätigte, weshalb sie auch diesbezüglich das Interesse der S i- cherheitskräfte nicht auf sich gezogen haben kann. Zudem wurde sie nie verurteilt und gegen sie ist kein Verfahren hängig. Der Umstand, dass sie sich seit zweieinhalb Jahren in der Schweiz aufhält und hier ein Asylg e- such eingereicht hat, vermag ebenfalls nicht zur Annahme einer begrü n- deten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da keine Anhaltspunk- te dafür bestehen, dass sie sich im nahen Umfeld der LTTE bewegte. Schliesslich kann angesichts ihrer Aussagen auch nicht davon ausg e- gangen werden, sie würde im Falle einer Rückkehr in ihre Heimat dort über beträchtliche finanz ielle Mittel verfügen, so dass sie auch in dieser Hinsicht keiner erhöhten Gefährdung unterliegt. 5.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Sri Lanka bestehende oder unmittelbar drohende asylrechtlich relevante Verfolgung nachzuwe i- sen oder zumindest glaubhaft zu machen. Auch für den heutigen Zei t- punkt kann ihr keine begründete Furcht vor einer Rückkehr in die Heimat zuerkannt werden. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie an der Würdigung des vo r- liegenden Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das BFM hat ihr Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt. 6. 6.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l-D-3187/2011 Seite 10 chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, EMARK 2001 Nr. 21). 7. 7.1. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art . 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis der gleiche Beweisstandard wie bei der Flücht- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148). 7.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Sch weiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e-D-3187/2011 Seite 11 fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihr unter Hinweis auf die vorstehenden Ausführungen im Asylpunkt nicht gelungen. Sie gehört keiner in Bezug auf die Flüchtlingseigenschaft relevanten Risi- kogruppe an, weshalb nicht davon auszugehen ist , ihr drohe im Rahmen der routinemässigen Überprüfung bei der Rückkehr diesbezüglich eine unmenschliche Behandlung. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den W egweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt ebe n- falls nicht als unzulässig erscheinen (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 10.4.2). 7.4. 7.4.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung insbe - sondere dann nicht zumutbar, wenn die beschwerdeführe nde Person bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausge - setzt wäre. Diese Bestimmung wird vor allem bei Gewaltflüchtlingen a n- gewendet, das heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder die Voraussetzungen der Flüchtlingseigen- schaft noch jene des völkerrechtlichen Non -Refoulement-Prinzips erfül - len, jedoch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen, die nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könnten oder – aus objektiver Sicht – wegen der vorherrschenden Ve rhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut gestossen D-3187/2011 Seite 12 würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert wä- ren ( vgl. BVGE E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 11.1, BVGE 2009/28 E. 9.3.1 S. 367). 7.4.2. Seit Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 hat sich die allgemeine Lage in Sri Lanka erheblich verbessert. Die Situation in der Ostprovinz hat s ich weit- gehend stabilisiert und normalisiert, so dass der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet der Ostprovinz als grundsätzlich zumutbar zu erac h- ten ist (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.1). Die Lage in der Nordprovinz von Sri Lanka ist indes differenziert zu betrachten, da sich die Situation gebietsweise sehr unterschiedlich präsentiert. So ist in den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen, das heisst in den Distrikten Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar, der Alltag eingekehrt. Die Lage in Jaffna hat sich namentlich nach der Öffnung der Verbindungsstrasse A9 (Haupt- verkehrsachse zwischen Kandy in der Zentralprovinz nach Jaffna) im N o- vember 2009 deutlich gebessert und die Versorgungslage ist entspannt. Die Militärpräsenz in Jaffna hat zwar abgenommen, ist aber nach wie vor praktisch auf jeder Strasse sichtbar. Gleichzeitig haben die Polizei - und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten aufgenommen bezi e- hungsweise von d en Militärbehörden übernommen. Gemäss UNOCHA hat die UNO guten Zugang zu den Rückkehrgebieten im Norden ("return areas"). Der Fortschritt in diesen Gebieten soll beeindruckend sein. Ein i- ge Schulen sind wiedereröffnet und Spitäler wieder eingerichtet worden , wobei noch Lücken innerhalb des Basisdienstleistungsangebots feststel l- bar sind und die wirtschaftlichen Aktivitäten limitiert bleiben. Das UNHCR betont, dass der Zugang zu Land und Wohnraum für die Rückkehrer ein massgebliches Problem darstellt; das UNHC R und andere Organisati o- nen in Mannar, Jaffna, Vavuniya, Batticaloa und Trincomalee stellen u n- entgeltlichen Rechtsbeistand zur Verfügung, um die Rückkehrer in rech t- lichen Angelegenheiten zu unterstützen, wobei nicht alle Regionen abg e- deckt sind. In den gen annten Gebieten (Distrikt Jaffna und die südlichen Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar, mit anderen Worten: die Nor d- provinz unter Ausschluss des sogenannten "Vanni -Gebietes") herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt und die dortige politische Lage i st nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell unzumutbar eingestuft werden müsste. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in dieses Gebiet eine sorgfältige, zurückha l-D-3187/2011 Seite 13 tende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf. Nebst der allgemeinen Zumutbarkeit (u.a. sozio -ökonomische und medizinische As- pekte, Kindeswohl etc.), ist dabei auch dem zeitlichen Element gebüh - rend Rechnung zu trag en. Für Personen, die aus der Nordprovinz stam - men und dieses Gebiet erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, ist der Wegweisungsvollzug (zurück) in dieses Gebiet als grundsätzlich zumutbar zu beurteilen, wenn davon ausgegan - gen werden kann, dass die betreffende Person auf die gleiche oder gleichwertige Lebens- und Wohnsituation zurückgreifen kann, die im Zeit- punkt der Ausreise geherrscht hat und dem Wegweisungsvollzug zurück dorthin nichts im Wege steht. Liegt der letzte Aufenth alt der betreffenden Person in der Nordprovinz indessen längere Zeit zurück (vor Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009) oder gehen konkrete Umstände aus den Verfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände seit der Ausreise massgeblich verändert hab en können, sind die aktuell vorliegenden Le - bens- und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbar - keit des Wegweisungsvollzuges hin zu überprüfen. In diesem Zusammen- hang erscheinen namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehung s- netzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzmin i- mums und der Wohnsituation als massgebliche Faktoren. Falls solche begünstigende Faktoren in der Nordprovinz nicht vorliegen, ist die Z u- mutbarkeit einer innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Übrigen Staatsgebiet, namentlich im Grossraum Colombo zu prüfen (vgl. BVGE E-6620/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1). 7.4.3. Die Beschwerdeführe rin lebte eigenen Angaben zufolge seit dem Jahr 2000 in B._______ (vgl. act. A1/11 S. 1), das nicht im Vanni -Gebiet liegt. Ihre Eltern, deren Asylgesuch mit heutigem Urteil D -3186/2011 ebenfalls abgewiesen wurde und die in die Heimat werden zurückkehren müssen, besitzen dort nach wie vor ein Haus, sodass ihre Wohnsituation als gesichert erachtet werden kann. Die Beschwerdeführerin verfügt nicht über eine abgeschlossene Ausbildung, es kann aber davon ausgegangen werden, dass es ihr möglich sein wird, einen Abschluss zu machen. Es ist weiter davon auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auf ein existierendes, soziales Netz stossen wird und ihr der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz – mit Hilfe ihrer Eltern – möglich sein wird. Auch wenn sie seit zweieinhalb Jahren landesabwesend gewesen ist, bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass sie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten wird. D-3187/2011 Seite 14 7.4.4. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht als unzumutbar. 7.5. Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustä n- digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist demnach abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihr mit Zw i- schenverfügung vom 10. Juni 2011 die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG in Aussicht gestellt wurde, so- fern sie eine Bestätigung ihrer Fürsorgeabhängigkeit nachreiche, und sie diese am 14. Juni 2011 nachreichte, ist auf die Auferlegung der Verfa h- renskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3187/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Christoph Basler Versand: