Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. Februar 2016 (720 15 241) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente verneint; es liegt keine iatrogene Opioidabhängigkeit vor, welche gegebenenfalls eine Invalidität begründen könnte Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Christof Enderle, Kann- tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Denis G. Giovannelli, Rechtsanwalt und Notar, Baarerstrasse 34, Postfach, 6300 Zug gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1975 geborene A.____ war zuletzt im Jahr 200 2 als Versicherungsmakler selbst- ständig erwerbstätig. Im März 2005 meldete er sich unter Hinweis auf Kopf- und Rücken- schmerzen aufgrund eines Auffahrunfalles vom 16. Ok tober 2003 bei der Eidgenössischen In- validenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen a n. Mit Verfügung vom 30. Juni 2009 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine vom 1. Oktobe r 2004 bis 31. Januar 2007 befristete halbe Invalidenrente (Invaliditätsgrad = 58 %) zu. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanto nsgericht) mit Urteil vom 6. Januar 2010 insofern teilweise gut, als es feststellte, dass ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bis 30. November 2007 bestehe. B. Am 13. Dezember 2010 verunfallte der Versicherte e rneut mit dem Auto. Aufgrund des dabei erlittenen Schleudertraumas meldete er sich wied er bei der IV an. Nachdem die IV-Stelle Basel-Landschaft die gesundheitlichen und die erwerbl ichen Verhältnisse des Versicherten ab- geklärt hatte, lehnte sie mit Verfügung vom 5. Juni 20 15 - nach durchgeführtem Vorbescheid- verfahren - einen Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab. C. Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vert reten durch Advokat Denis Giovan- nelli, am 10. Juli 2015 Beschwerde ans Kantonsgericht. Er beantragte, es sei dem Versicherten in Aufhebung der angefochtenen Verfügung eine unbef ristete ganze Invalidenrente auszurich- ten. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Wahrung des rechtlichen Gehörs an die IV-Stelle zurückweisen. Subeventualiter sei in Rückweisung der Sache an die Vorinstanz gestützt auf ein Obergutachten neu zu verfügen. Ausserdem sei dem Versiche rten die unentgeltliche Rechts- pflege zu gewähren; alles unter o/e-Kostenfolge. Als E rstes wurde die Verletzung des rechtli- chen Gehörs gerügt, weil dem Versicherten IV-interne und entscheidrelevante Dokumente nach erfolgtem Einwand im Vorbescheidverfahren nicht zur St ellungnahme zugestellt worden seien. In materieller Hinsicht machte der Versicherte geltend, dass die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt und wil lkürlich gewürdigt habe. Der Versicherte leide nicht nur an einer Opiatabhängigkeit, sondern auch an einer mittelgradigen Depression und einer Chronifizierung der Schmerzstörung, was IV-rechtlich relevant sei. D. Mit Verfügung vom 7. August 2015 bewilligte das Ge richt dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. E. In ihrer Vernehmlassung vom 16. September 2015 bean tragte die IV-Stelle mit Verweis auf die Berichte des Regionalen ärztlichen Dienstes (RAD ) vom 21. August 2015 und 14. Sep- tember 2015 die Abweisung der Beschwerde. F. Mit Eingabe vom 20. November 2015 verzichtete der Ve rsicherte auf die Einreichung einer Replik. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 10. Juli 2015 ist demnach einzutreten. 2.1 Der Versicherte beanstandet in seiner Beschwerde, d ie IV-Stelle habe im Rahmen des Vorbescheidverfahrens den RAD-Bericht vom 21. Mai 2015 e ingeholt, zu welchem er keine Stellung habe nehmen können. Dies stelle eine unheilba re Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör dar. Bei diesem Einwand handelt es sich um eine Rüge formeller Natur. Soll- te sich diese als begründet erweisen, kann dies zur Aufheb ung der angefochtenen Verfügung führen, ohne dass die Angelegenheit materiell beurtei lt würde. Der betreffende Einwand ist da- rum vorab zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3). 2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize rischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift (BGE 132 V 370 E. 3.1 mit zahlreichen Hinw eisen). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt das rechtliche Gehör, dass die Behörde die Vorbringen des vom Ent- scheid Betroffenen auch tatsächlich hört, ernsthaft prüft und in ihrer Entscheidfindung ange- messen berücksichtigt (BGE 136 I 188 E. 2.2.1 mit Hinweis) . Der Gehörsanspruch im Vorbe- scheidverfahren richtet sich nach Art. 57a IVG und wird durch Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 konkretisiert. Das rechtliche Gehör in diesem Sinne wurde dem Versichert en mit Eröffnung des Vorbeschei- des gewährt. Dieser liess sich am 13. März 2015 ausführli ch dazu vernehmen. Aufgrund der Einwendungen des Beschwerdeführers gegen den Vorbeschei d vom 4. November 2014 unter- breitete die IV-Stelle den Fall dem RAD, der dazu am 21. Mai 2015 Stellung nahm. Der Bericht nimmt einzig auf das Vorbringen des Versicherten zum Vorb escheid vom 4. November 2014 Bezug. Es wurden darin keine zusätzlichen Abklärungen ver arbeitet. Er bestätigte lediglich die Schlussfolgerungen in der vor Eröffnung des Vorbescheid s ergangenen RAD-Stellungnahme vom 29. September 2014. Den Inhalt des RAD-Berichts vom 21. Mai 2015 gab die IV-Stelle im Wesentlichen in der Verfügung vom 5. Juni 2015 wieder . Mit der Eröffnung dieser Verfügung erhielt der Versicherte Kenntnis vom Inhalt des RAD-Beri chts vom 21. Mai 2015 und er hatte die Möglichkeit, dazu im Beschwerdeverfahren Stellung zu b eziehen. Gemäss bundesgerichtli- cher Rechtsprechung bedarf es in einem solchen Fall im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens keiner separaten Eröffnung des RAD-Berichts an den Ver sicherten, da dies einem verwal- tungsmässigen Leerlauf entsprechen würde. Ein Anspruch des Versicherten zu einer nochmali- gen Stellungnahme besteht nicht (Urteil des Bundesgeri chts vom 29. September 2014, 8C_504/2014, E. 4.1). Entgegen der Ansicht des Versiche rten liegt somit keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. 3.1 In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob der Versi cherte Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.5 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nich t mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 4.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.4 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.5 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit des Versicherten auf das Gutachten der B.____ vom 21. April 2013. In ihrem polydis- ziplinären Gutachten vom 21. April 2013 konnten die Exp erten der B.____ keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Die Schmerzver arbeitungsstörung, die Dysthymie, das zervikozephale Schmerzsyndrom mit Begleitsymptomatik von Ko nzentrationsstörungen, der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Status nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma in den Jahren 2003 und 2010, der fort- gesetzte Nikotinkonsum und die rezidivierenden gastritische n Beschwerden beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. Gemäss den Angaben des Versicherten beständen Nackenbeschwerden, ein Druckgefühl im Kopf, eine verminderte Konzentrati on und Schlafprobleme. Bei der orthopä- dischen und neurologischen Untersuchung zeigten sich nur sehr geringfügige Befunde. Die vom Versicherten geklagten Beschwerden seien deshalb einem nicht objektivierbaren zervikozepha- len Schmerzsyndrom zuzuordnen. Aus neurologischer und ortho pädischer Sicht beständen für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten keine Einschränkungen . Der psychiatrische Gutachter Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dia gnostizierte eine Schmerzverarbei- tungsstörung und eine Dysthymie ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. In der Beurtei- lung führte er aus, dass der Versicherte sich vor Jahren v orübergehend in psychiatrischer Be- handlung befunden habe. Die Gespräche hätten an den Beschwerden wenig geändert. Vor we- nigen Wochen habe er erneut eine psychiatrische Fachpers on aufgesucht, bei welcher aber erst eine Sitzung stattgefunden habe. Das Ausmass der gekl agten Beschwerden und die sub- jektive Krankheitsüberzeugung, keiner Arbeit nachgehen zu können, liessen sich durch die so- matischen Befunde nicht erklären. Es sei deshalb eine psych ische Überlagerung anzunehmen. Dabei handle es sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung. Z u Beginn der psychischen Über- lagerung habe der Versicherte nicht unter wesentlichen emotionalen oder psychosozialen Be- lastungsfaktoren gelitten. Er gehe seit dem ersten Unfa ll passiv mit seinen Beschwerden um. Die Reizbarkeit des Versicherten sei auf dem Hintergrund der zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der ehelichen Spannungen zu sehen. Die ausgeprägte subjektive Krank- heitsüberzeugung habe zu erheblichen wirtschaftlichen Ein bussen geführt. Die Ehefrau arbeite trotz bestehenden Beschwerden ganztags und kümmere sich all eine um den Haushalt. Die Reizbarkeit, die gelegentlich leichten depressiven Verstimmungen und die chronische Unzufrie- denheit könnten unter der Diagnose einer Dysthymie einge ordnet werden. Die Schmerzverar- beitungsstörung und die Dysthymie begründeten keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne es dem Versicherten zugemutet wer den, die nötige Willensanstren- gung aufzubringen, um ganztags einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. 5.2 Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der B.___ _ vom 21. April 2013 gelangte die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 5. Juni 2015 in Anwendung der bisherigen bun- desgerichtlichen Rechtsprechung zu den Schmerzstörungen (B GE 130 V 352 ff.) zur Auffas- sung, dass der Versicherte aus somatischer und psychiatrischer Sicht in sämtlichen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten zu 100 % arbeitsfähig sei. D iese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.5 hiervor), ist den Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Das Gutachten der B.____ vo m 21. April 2013 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie dies vom Bu ndesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.4 hier- vor) – für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es be- rücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis d er Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen a bweichenden ärztlichen Einschät- zungen auseinander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere nehmen die Gutachter auch eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. 5.3 Daran ändern auch die Einwände des Versicherten ni chts. Er macht geltend, dass er nicht nur an einer Schmerzmittelabhängigkeit leide, so ndern auch an einer mittelgradigen De- pression und einer Chronifizierung der Schmerzstörung. Die neuropsychologischen Auffälligkei- ten seien deshalb nicht nur im Zusammenhang mit der M edikamentenabhängigkeit zu sehen. Ausserdem sei das Gutachten der B.____ nicht mehr aktu ell. Dabei verweist er auf die nach Erstattung des Gutachtens der B.___ vom 21. April 2013 verfassten Berichte von Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. November 20 13, von Dr. med. E.____, FMH Neurologie, vom 13. Mai 2013, der G.____ vom 15. Aug ust 2013 und von Dr. med. F.____, FMH Innere Medizin, vom 27. August 2014, welche eine V erschlechterung des Gesundheitszu- standes bestätigen würden. Diesen Berichten ist zu entne hmen, dass der Versicherte über chronische Kopf- und Nackenschmerzen, depressive Symptome, V ergesslichkeit, Konzentrati- onsschwäche und Schlafstörungen klage. Diese Beeinträchti gungen konnten die Gutachter der B.____ bereits bei ihren Untersuchungen feststellen un d entsprechend beurteilen. In somati- scher Hinsicht stimmte Dr. E.____ der Einschätzung der G utachter der B.____ zu, wonach kei- ne neuropathologischen Befunde vorhanden seien, welche die Schmerzen und Einschränkun- gen des Versicherten erklären könnten. Auch attestierte er dem Versicherten eine 100%ige Ar- beitsfähigkeit für die Tätigkeit eines Versicherungsmakle rs sowie für jede leichte und mittel- schwere Arbeit (vgl. Bericht vom 13. Mai 2013). Desgleic hen ging der Hausarzt Dr. F.____ da- von aus, dass die Beeinträchtigungen des Versicherten nicht somatischer Natur seien (vgl. Be- richt vom 27. August 2014). Soweit der Versicherte aus de n Beurteilungen von Dr. F.____ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ableiten möchte, kann ih m nicht gefolgt werden. Dr. F.____ stützte sich im Bericht vom 19. Oktober 2012 allein auf di e subjektiven Angaben des Versicher- ten, weshalb sich die von ihm attestierte 100%ige Arbe itsunfähigkeit als wenig zuverlässig er- weist. In seiner Beurteilung vom 27. August 2014 führte er unter Ziffer 1.6 an, dass der Versi- cherte in den Tätigkeiten als Versicherungsberater und He izungsmonteur zu 100 % arbeitsun- fähig sei, präzisierte diese Einschätzung jedoch unter Ziffer 1.11, indem er darlegte, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sei vorwiegend auf das psychische Leiden zurückzuführen. Da sein Fach- gebiet nicht in der Psychiatrie liegt, ist seine Beurte ilung der Arbeitsfähigkeit nicht geeignet, um darauf abstellen zu können. Aufgrund dieser Berichte steht fest, dass keine Verschlechterung des somatischen Gesundheitszustandes des Versicherten seit de r Begutachtung durch die B.____ eingetreten ist. Es ist deshalb nach wie vor dav on auszugehen, dass die geklagten kör- perlichen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten haben. 5.4.1 Aus psychiatrischer Sicht äusserten sich die Ärztescha ft der G.____ und Dr. D.____ abweichend von der Beurteilung des Gutachters Dr. C._ ___. Dem Austrittsbericht der G.____ vom 15. August 2013 ist zu entnehmen, dass der Versicherte dort vom 29. April 2013 bis 6. Juni 2013 für einen Opiatentzug hospitalisiert war. Der En tzug habe der Versicherte abgebrochen. Als Diagnosen wurden "psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyn- drom (ICD 10: F11.2)", eine mittelgradige depressive Episode (ICD 10: F32.1) sowie eine chro- nische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD 10 F45.41) aufgeführt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht In der Beurteilung stellten die Ärzte fest, dass der Ve rsicherte an einer MST(Morphinsulfat- Tabletten)-Abhängigkeit leide, die mit den Schmerzstöru ngen im Zusammenhang stehe. Im Verlauf der Therapie sei zudem eine im Hintergrund st ehende depressive Störung mittelgradi- ger Ausprägung deutlich geworden. Dr. D.____ diagnos tizierte in seinem Bericht vom 10. No- vember 2013 ebenfalls "psychische und Verhaltensstörungen d urch Opioide: Abhängigkeits- syndrom (iatrogen)", eine leichte depressive Episode (IC D 10: F.32.0) und ein zervikozephales Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.0). Zur Begründung führt er an, dass der Versicherte an leicht- gradigen Konzentrationsstörungen, Zwangsgedanken, einer raschen Ermüdbarkeit, Schwierig- keiten in der Krankheitsbewältigung, Ein- und Durchschlaf schwierigkeiten, einem verminderten Antrieb und rezidivierenden Suizidgedanken leide. Teilw eise sei er ratlos, klagsam, deprimiert, aber schwingungsfähig gewesen. Die Konzentrationsstörunge n, die ausgeprägte Antriebslosig- keit und die rasche Ermüdbarkeit schränkten ihn zu 50 % für leichte Arbeiten in seiner Arbeits- fähigkeit ein. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Ar beitsfähigkeit mit einem erfolgrei- chen stationären Opioidentzug und einer optimalen Ansch lussbetreuung gesteigert werden könne. 5.4.2 Was die von der Ärzteschaft der G.____ diagnostizi erte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren anbelangt, ist anzufü hren, dass bereits die Experten der B.____ die chronische Schmerzstörung als Diagnose festh ielten, aber zum Schluss kamen, dass sich diese nicht auf die Leistungsfähigkeit des Ver sicherten auswirke. Dem Bericht der G.____ ist nicht zu entnehmen, ob sich das Ausmass der chron ischen Schmerzen seit der Be- gutachtung der B.____ verändert hat. Die behandelnde n Ärzte gingen weder auf die Schmerz- problematik ein noch äussern sie sich darüber, ob und inwi eweit die chronischen Schmerzen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinflussen. Da zu hatten sie auch keinen Anlass, stand doch während des Aufenthalts des Versicherten in der G. ____ der Medikamentenentzug im Vordergrund. Beim von Dr. D.____ diagnostizierten zervik ozephalen Schmerzsyndrom ist da- rauf hinzuweisen, dass es sich gemäss seiner Kodierung (IC D-10 M53.0) um ein somatisches Leiden handelt, dessen Beurteilung nicht in sein Fachgebiet fällt. Auf die hinsichtlich der chroni- schen Schmerzproblematik vorgenommenen Beurteilungen der Ärzteschaft der G.____ und von Dr. D.____ kann daher nicht abgestellt werden. 5.4.3 Sowohl die behandelnden Ärzte der G.____ als au ch Dr. D.____ sind der Auffassung, dass der Versicherte an einer depressiven Episode nach ICD 10: F32 leide. Während die Ärzte- schaft der G.____ von einer mittelgradigen Episode (IC D 10: F32.1) ausging, diagnostizierte Dr. D.____ wenige Monate später lediglich noch eine leichtgradige (ICD 10: F32.0). Zuvor stell- te Dr. C.____ bei seiner Untersuchung aber fest, dass d ie depressiven Symptome nicht das Ausmass erreichten, um die Diagnose einer depressiven Epi sode gemäss ICD 10: F32 zu stel- len. Es könnte daher der Schluss gezogen werden, dass sich die depressive Symptomatik seit der Begutachtung in der B.____ verschlechtert hat. Ob dies zutrifft, ist zu bezweifeln, begrün- den doch die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ihre Diagnose aus dem depressiven Formenkreis nicht. Letztlich ist auf die Frage, ob aufgr und der depressiven Symptomatik eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes eingetreten ist, nicht näher einzuge- hen. Denn in Bezug auf die Diagnose einer leichten dep ressiven Episode ist zu beachten, dass ihr gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein invalidisierender Charakter zukommt (vgl. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2014, 8C_759/2013, E. 3.6.1 mit Hinweisen). Aus die- sem Grund kann der Ansicht von Dr. D.____, wonach die d epressive Symptomatik die Arbeits- fähigkeit beeinflusse, nicht gefolgt werden. In diesem Zusammenhang ist ohnehin fraglich, ob auf die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. D.____ abges tellt werden kann. Sie erweist sich als sehr vage und mangels sorgfältiger Begründung nicht als sehr überzeugend. Auch bei mittel- schweren depressiven Episoden verneint das Bundesgericht r egelmässig das Vorliegen einer Invalidität (Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2 014, 8C_774/2013, E. 4.2 mit Hinweisen). Selbst wenn gemäss Einschätzung der psychiatrischen Fachper sonen der G.____ vom Vorlie- gen einer mittelgradigen depressiven Störung auszugehen wäre, fehlt es gemäss den medizini- schen Akten schon allein an einer konsequenten Depressionstherapie, welche eine der Voraus- setzungen für die Annahme einer ausnahmsweise invalidi sierenden Wirkung einer mittelgradi- gen depressiven Episode ist (Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2014, 8C_774/2013, E. 4.2 mit Hinweisen). Aufgrund dieser Ausführungen ergibt si ch, dass eine allfällige leicht- oder mit- telgradige depressive Störung - entgegen der Ansicht de s Versicherten - keine Arbeitsunfähig- keit begründet. 5.4.4 Als Letztes ist zu prüfen, ob die Diagnose "psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeitssyndrom (ICD 10: F11.2)" Auswirkun gen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten hat. Dr. D.____ ging davon aus, dass das Abhä ngigkeitssyndrom iatrogen ("vom Arzt erzeugt") sei. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprec hung begründet eine Medikamen- tenabhängigkeit für sich allein keine Invalidität im Sin ne des Gesetzes. Vielmehr wird sie IV- rechtlich erst relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähig keit beeinträchtigender Gesundheits- schaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge ein es körperlichen, geistigen oder psychi- schen Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (vgl . BGE 124 V 265 E. 3c S. 268). Ist eine Abhängigkeit iatrogen verursacht, m ithin mittelbare Folge eines Gesundheits- schadens, so können die Auswirkungen der Sucht für die Beurteilung eines Leistungsanspruchs der IV bedeutsam sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3 . Dezember 2012, 8C_48/2012, E. 2.3 und 3.2). Vorliegend verschrieb die H.____ dem Versicherten im Mai 2005 zur Behand- lung der anhaltenden Schmerzproblematik an Kopf und N acken als Folge des ersten Unfaller- eignisses im Oktober 2003 2 x 30 mg MST (vgl. Bericht der H.____ vom 17. Mai 2005). Die Be- handlung wurde im September 2005 abgeschlossen (vgl. Be richt der H.____ vom 16. Oktober 2012). Anlässlich der Untersuchung in der B.____ im Mä rz 2013 gab der Versicherte an, dass er seit dem zweiten Unfall im Dezember 2010 stärkere Sch merzen habe und neben Dafalgan (1000mg), Remeron (30 mg), Brufen (1200 - 1800 mg) fast täglich 120 mg MST einnehme (vgl. S. 21 des Gutachtens der B.____ vom 21. April 2013). Gemäss Ausführungen des Versicherten gegenüber Dr. E.____ habe er bis 2012 MST von der H._ ___ rezeptiert erhalten (vgl. Bericht von Dr. E.____ vom 13. Mai 2013). Dies erstaunt im Hinblick auf die im September 2005 erfolg- te Beendigung der Behandlung in der H.____. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die H.____ danach dem Versicherten weitere Rezepte für MST ausstel lte. Es ist deshalb mit überwiegen- der Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die H.____ d em Versicherten letztmals im September 2005 für wenige Monate bis höchstens einem Ja hr MST ärztlich verordnete. Den Akten ist auch nicht zu entnehmen, dass die nachfolgenden behandelnden Ärzte ihm jemals MST verordneten. Dies wird vom Versicherten auch nicht beh auptet. Daraus ist zu schliessen, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass er - wohl seit dem zweiten Verkehrsunfall im Dezember 2010 - von sich aus Opioide in zunehmender Dosierung einnahm. Die hochdosierte Opiatm edikation erforderte aufgrund ihrer Nebenwirkungen schliesslich im April 2013 einen Entzug in der G.____. Aufgrund dieser Sucht- problematik ist es möglich, dass seit der Begutachtung bei der B.____ eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Ob dies tatsäch lich zutrifft und IV-rechtlich von Be- deutung ist, ist nicht abschliessend zu prüfen. Da keine ärztliche Fachperson nach beendeter Behandlung in der H.____ und insbesondere auch nicht nach dem Unfallereignis im Dezember 2010 dem Versicherten MST verschrieb, ist anzunehmen, da ss keine medizinische Indikation für deren Einnahme bestand. Unter diesen Umständen kann aber nicht von einer iatrogenen Medikamentenabhängigkeit gesprochen werden, welche ausn ahmsweise eine Invalidität im Sinne der Rechtsprechung begründen könnte. 5.5 Aufgrund dieser Ausführungen ist davon auszugehen , dass sich die gesundheitliche Situation des Versicherten seit der Begutachtung bei d er B.____ in Bezug auf die Opioid- Abhängigkeit und eine allfällige depressive Störung m öglicherweise verschlechtert hat. Da die- se Verschlechterung aus IV-rechtlicher Sicht nicht von Rele vanz ist, ist weiterhin auf die Beur- teilung der Gutachter der B.____ vom 21. April 2013 a bzustellen. Der Versicherte kann deshalb aus seinem Vorbringen, das Gutachten der B.____ sei nich t aktuell, nichts zu seinen Gunsten ableiten, besteht doch bei unverändertem Gesundheitszust and kein Anlass zu einer medizini- schen Neuabklärung (vgl. dazu BGE 125 V 352 E. 3b). Gestü tzt auf das Gutachten der B.____ ist demgemäss festzuhalten, dass beim Versicherten in ein er leichten bis mittelschweren Tätig- keit eine uneingeschränkte 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht. 6.1 Zu keiner anderen Beurteilung der (Rest-) Arbeits fähigkeit des Versicherten führt im Üb- rigen die mit BGE 141 V 281 ff. begründete neue Schm erzrechtsprechung des Bundesgerichts. In diesem Entscheid hat das Bundesgericht seine bisherige P raxis zu den Voraussetzungen, unter denen anhaltende somatoforme Schmerzstörungen un d vergleichbare psychosomatische Leiden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermögen, grundlegend überdacht und teilweise geändert. Diese neue Rechtsprechung findet auf laufende Verfahren wie das vorlie- gende Anwendung (vgl. BGE 141 V 309 E. 8 und 137 V 266 E. 6). Danach kann eine Ein- schränkung der Leistungsfähigkeit weiterhin nur anspruch serheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich einwandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung ist. Auch künftig wird der Rentenanspruch - in Nachachtung der verfassungs- und ge setzmässigen Vorgaben von Art. 8 und 29 BV (Rechtsgleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (o bjektivierte Zumutbarkeitsbeurteilung) - anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es b raucht medizinische Evidenz, dass die Erwerbsunfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes hält das Bundesgericht - der seit längerem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristischer Sicht an der bisherigen Schmerzrechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung tragend - an der Überwindbarkeitsvermu- tung nicht weiter fest (BGE 141 V 294 E. 3.5). Anstell e des bisherigen Regel/Ausnahme- Modells tritt ein strukturierter, normativer Prüfraste r. In dessen Rahmen wird im Regelfall an- hand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermas- sen den äusseren Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht wird. (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_ 899/2014, E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 141 V 307 f. E. 6). 6.2 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Lich te dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten - wie das hier vorliegende Guta chten der B.____ - nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun desrecht standhält (BGE 141 V 309 E. 8 mit Hinweis). 6.3.1 Vorliegend stellte der psychiatrische Gutachter Dr . C.____ die Diagnose einer Schmerz- verarbeitungsstörung ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig keit. Die von ihm dazu einlässlich be- gründete fachärztliche Beurteilung überzeugt auch im L ichte von BGE 141 V 281. Hervorzuhe- ben ist an dieser Stelle, dass auch die fachgerecht gestellte Diagnose der anhaltenden somato- formen Schmerzstörung oder eines vergleichbaren psychosoma tischen Leidens nur dann zur Feststellung einer invalidenversicherungsrechtlich erhebli chen Gesundheitsbeeinträchtigung führt, wenn die Diagnose auch unter dem Gesichtspunkt d er Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält (BGE 141 V 287 E. 2 und E. 4.2). Beste ht im Einzelfall Klarheit darüber, dass solche Ausschlussgründe die Annahme einer Gesundheitsbeei nträchtigung verbieten, so be- steht von vornherein keine Grundlage für eine Invalid enrente, selbst wenn die klassifikatori- schen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung oder ein es anderen psychosomatischen Leidens gegeben sein sollten (BGE 141 V 288 E. 2.2.2 mit Hinweis auf Art 7 Abs. 2 erster Satz ATSG). 6.3.2 In diesem Zusammenhang kann nicht darüber hinweg gesehen werden, dass Dr. C.____ von einer ausgeprägten subjektiven Krankheitsüberzeugung a usgeht, welche dazu führe, dass der Versicherte wenig Motivation zeige, sich trotz allfä lliger Restbeschwerden aktiv den Belas- tungen der Arbeitswelt auszusetzen. Dr. C.____ sah sich aufgrund der subjektiven Krankheits- überzeugung auch ausserstande, Vorschläge für medizinische Massnahmen zu machen. Das steht der Annahme eines gesetzlich vorausgesetzten objekti vierbaren Gesundheitsschadens entgegen (BGE 141 V 295 E. 3.7.1 mit Hinweis auf Art . 7 Abs. 2 ATSG; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 4.2. 5 und 4.3). Aus dem Gutachten von Dr. C.____ geht weiter hervor, dass die Ressourcen des V ersicherten gut sind. Er führt im All- tag ein weitgehend normales Leben, ist in seiner Fam ilie eingebettet, unterhält regelmässige Kontakte zu seinen Kollegen und seinen Schwestern und deren Familien. Zusammenfassend überwiegen die Gründe, die keine massgebliche Arbeitsunfähigkeit annehmen lassen, klar. Ge- samthaft ergeben sich namentlich angesichts der vorhanden familiären und mobilisierbaren persönlichen Ressourcen keine erheblichen funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest- gestellten Diagnose, weshalb die Gutachter die Somatisi erungsstörung in nachvollziehbarer Weise als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit aufgeführt haben und eine Invali- dität daher vorliegend auszuschliessen ist. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Gestützt auf diese Ausführungen ergibt sich, dass das G utachten der B.____ vom 21. April 2013 genügend Aufschluss über die massgeblichen Indikatoren gibt. Des Weiteren erscheint die von den Gutachtern vorgenommene Zumutbarke itsbeurteilung auch in Würdigung der nach neuer Rechtsprechung zu berücksichtigenden Indikato ren überzeugend, so dass voll- umfänglich darauf abgestellt werden kann. Nach dem Gesa gten lässt das vorliegende Gutach- ten der B.____ eine zuverlässige Beurteilung der verble ibenden Arbeitsfähigkeit des Versicher- ten zu, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf die beantragte zusätzliche Abklärung verzich tet werden kann. Aus dem Gesag- ten folgt zusammenfassend, dass die IV-Stelle in der ang efochtenen Verfügung vom 5. Juni 2015 einen Rentenanspruch des Versicherten zu Recht ableh nte. Die hiergegen erhobene Be- schwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 7. August 2015 die unentg eltliche Prozessführung bewilligt wor- den. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorlä ufig auf die Gerichtskasse genom- men. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 7. Augu st 2015 auch die unentgeltliche Ver- beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 15. Dezember 2015 für das vorlie- gende Verfahren einen Zeitaufwand von 13,7 Stunden g eltend. Aus der eingereichten Deser- vitenkarte ist zu entnehmen, dass er am 10. Juli 2015 8, 8 Stunden für zwei Telefonate, 2 Be- sprechungen mit dem Klienten, das Studium der Akten, das Ausarbeiten der Beschwerde sowie das Akteneinsichtsgesuch bei der IV-Stelle benötigte. Dieser Aufwand erweist sich in Anbe- tracht dessen, dass der Rechtsvertreter in seiner Beschwerdeschrift die im Einwandverfahren in seiner Eingabe vom 13. März 2015 gemachten Beanstandungen zum grössten Teil unverändert wiederholte, als zu hoch. Für die am 10. Juli 2015 erfolgten anwaltlichen Bemühungen kann ein Aufwand von höchstens 4,4 Stunden noch als angemessen bez eichnet werden. Somit verbleibt ein zu entschädigender Aufwand von 9,7 Stunden. Nicht zu beanstanden sind dagegen die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 35.70. Dem Rechtsvertre ter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'047.35 (9,7 Stunden à Fr. 200.-- + A uslagen von Fr. 35.70 zuzüglich 8 % Mehr- wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Organi- sation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksa m gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'047.35 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht