Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht Vom 21. Januar 2014 (400 13 216) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Ungenügende Berufungsbegründung Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader, Richter Edgar Schürmann (Ref.), Richter Dieter Freiburghaus; Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel Parteien A.___, vertreten durch Advokat Dr. Armin Stieger, Rittergasse 12, 4051 Basel, Kläger und Berufungskläger gegen B.____, vertreten durch Advokat Moritz Gall, Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel, Beklagte und Anschlussberufungsklägerin Gegenstand Ehescheidung Berufung gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Arlesheim vom 16. April 2013 A. Mit Entscheid vom 16.04.2013 schied das Bezirksgericht Arlesh eim die von den Ehegat- ten am 07.09.2001 in I.____ geschlossene Ehe auf geme insames Begehren gemäss Art. 114 ZGB (Ziff. 1). Es wurde festgestellt, dass keine Partei der anderen einen Beitrag an den nach- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ehelichen Unterhalt zu leisten habe (Ziff. 2). Der Klä ger wurde verpflichtet, der Beklagten aus Güterrecht CHF 89‘908.00 zu bezahlen (Ziff. 3). Das Ge samteigentum der Parteien an der Lie- genschaft X.____, Nr. Y.____ des Grundbuchs Z.____, wurd e aufgehoben und das Grund- buchamt Binningen angewiesen, den Ehemann als Allein eigentümer der Liegenschaft X.____, Nr. Y.____ des Grundbuchs Z.____, einzutragen, dies ge gen Übernahme der Grundpfand- schuld in die alleinige Schuldpflicht (Ziff. 4). Es wurde festgestellt, dass beidseitig keine Ansprü- che auf Freizügigkeitsguthaben bestünden (Ziff. 5). Das Gesuch der Beklagten um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 28.08.2012 wurde a bgewiesen (Ziff. 6). Die Gerichtsge- bühr von CHF 5‘000.00 wurde beiden Parteien je zur Hä lfte auferlegt. Ferner wurde angeord- net, dass jede Partei für ihre eigenen Parteikosten aufzukommen habe (Ziff. 7). B. Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger mit Eingabe vom 21.08.2013 Berufung und beantragte die Aufhebung von Ziff. 3 des Urteils sowi e die Feststellung, dass die Parteien nach Rücknahme der Liegenschaft X.____, Nr. Y.____ des Grund buchs Z.____, durch den Beru- fungskläger güterrechtlich auseinandergesetzt seien, unte r o/e Kostenfolge. Er begründete sei- ne Anträge wie folgt: Kurz nach der Heirat hätten die Parteien am 02.10.20 01 einen Ehe- und Erbvertrag abge- schlossen und sich rückwirkend auf den Zeitpunkt der Heirat dem Güterstand der beschränkten Gütergemeinschaft mit einer sehr einseitigen Ausgestal tung des Innenverhältnisses unterstellt. Das Vermögen der Berufungsbeklagten sei ihr Eigengut g eblieben, wogegen das Vermögen des Berufungsklägers unter Einschluss seines Geschäfts zu Gesamtgut erklärt worden sei. Das Vermögen der Parteien habe zu Beginn der Ehe folgend en Stand gezeigt: An Aktiven habe der Ehemann über die Liegenschaft X.____, Nr. Y.____ des G rundbuchs Z.____, im Wert von CHF 943‘380.00, belastet mit einer Hypothek von CHF 240‘000.00, über Wertschriften und Guthaben von CHF 241‘706.00 sowie über sein Geschäft in W.____ im Wert von CHF 103‘589.00 verfügt, was einen Saldo von CHF 1‘021‘675.00 ergebe. An Aktiven habe die Ehefrau über die Eigen- tumswohnung U.____ in V.____ im Wert von CHF 265‘680 , belastet mit einer Hypothek von CHF 209‘750.00, sowie über Wertschriften und Guthaben von CHF 77‘273.00 verfügt, was ei- nen Saldo von CHF 133‘203.00 ergebe. Neben den Wert schriften und Guthaben des Beru- fungsklägers seien im Wertschriftenverzeichnis pro 2001 auch diejenigen der Berufungsbeklag- ten aufgeführt gewesen. Die Darstellung mache deutli ch, dass es sich um zwei getrennte Ver- mögensmassen handle. Hausbanken des Berufungsklägers seien die C.____ und die D.____ gewesen. Die Berufungs- beklagte sei der E.____ zugetan gewesen. Inzwischen habe der Berufungskläger mit dem Ge- schäft von der C.____ zur D.____ gewechselt. Da die Ber ufungsbeklagte eine Weile bei der E.____ angestellt gewesen sei, habe sie dort von vorte ilhaften Konditionen profitiert und den Berufungskläger überredet, ein Compte-Joint-Konto bei diesem Institut zu eröffnen, auch um die Mittel bei einer Bank zu konzentrieren. Auf ihren Vorschlag habe der Berufungskläger ab April 2003 von seinem Geschäftskonto bei der D.____ monatlich CHF 10‘000.00 auf das besag- te Konto bei der E.____ überwiesen. Später seien auc h Mittel vom Anlagesparkonto bei der D.____ auf das Privatkonto bei der E.____ überwiesen worden. Die Berufungsbeklagte habe nicht nur volle Verfügungsge walt über das Vermögen des Beru- fungsklägers gehabt, sondern von ihm auch ein monatliche s Haushaltsgeld in bar von CHF 3‘000.00 erhalten. Zusätzlich habe sie immer wieder Barbezüge vom gemeinsamen Konto Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht betätigt. Ein Gegenrecht habe nicht bestanden. Der Ber ufungskläger habe weder eine Voll- macht auf ihren Konten noch Einsicht in ihre finanzielle n Verhältnisse gehabt. Der Berufungs- kläger sei sodann dem Vorschlag der Berufungsbeklagten g efolgt, seine Mittel zur E.____ zu transferieren, und habe seine Frau gewähren lassen, ab 2005 mit den gemeinschaftlichen Mit- teln auf dem Compte-Joint-Konto an der Börse zu spiele n. Als ihm die Einseitigkeit der finanzi- ellen Verhältnisse bewusst geworden sei, habe er zwecks Re ttung, was noch zu retten gewe- sen sei, das Depot des Compte-Joint-Kontos auf ein Konto mit Einzelzeichnungsberechtigung übertragen. In der Steuererklärung 2010 habe der Berufungskläger F.____ Aktien und das G.____ Depot als Vermögenswerte aufgeführt, was zusammen CHF 75‘534.00 ergebe. Diese Vermögenswer- te stammten aus dem Compte-Joint-Konto bei der E.____, welches am 28.11.2002 eröffnet worden sei, um die Mittel des Berufungsklägers auf der E .____ zu konzentrieren. Gespiesen worden sei es einzig aus den Konten, die dem Berufungskl äger schon vor der Ehe gehört hät- ten. Es handle sich nachvollziehbar um Vermögenswerte, di e aus dem Eigentum des Beru- fungsklägers stammten. Somit stellten diese Vermögenswert e Ersatzanschaffungen für das Eigengut des Berufungsklägers nach Art. 198 Ziff. 4 ZG B dar. Eine Forderung der Berufungs- beklagten bestehe nicht. Die Parteien seien sich einig, dass der Berufungskläger de n Vorgänger-Personenwagen der Marke H.____ mit in die Ehe gebracht habe. Dieser hab e noch einen Wert von CHF 30‘000.00 gehabt. Der neue Personenwagen der Marke H.____ sei 2003 für CHF 62‘000.00 erworben worden. Den Aufpreis von CHF 32‘000.00 habe das Gesamt gut finanziert. Aktuell habe der Personenwagen der Marke H.____ einen von den Parteien anerkannten Wert von CHF 20‘000.00. Unabhängig vom Wert stelle der neue Personenwagen der Marke H.____ Sur- rogat dar, weshalb er dem Berufungskläger verbleibe, o hne dass die Berufungsbeklagte einen Ausgleichsanspruch habe. Dass die eheliche Liegenschaft 2002 mit neuen Fenstern a usgestattet worden sei und die Kos- ten dieser Renovation von CHF 32‘500.00 aus den Eigenm itteln der Berufungsbeklagten be- zahlt worden seien, sei unbestritten. Ein Mehrwert sei dadurch nicht entstanden. Er sei bereit, die Ersatzforderung der Berufungsbeklagten anzuerkennen, wenn diese sich im Gegenzug ver- pflichte, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen bzw. Fenster, die zum Stil des Hauses passten, einbauen zu lassen. Der Betrag, welcher der Berufungsbeklagten aus der En tschädigung der Versicherung zustehe, sei mit CHF 9‘641.00 korrekt berechnet worden. Da die Berufungsbeklagte den Verlust durch den Diebstahl vom 08.11.2002 sehr bedauert habe, sei er bereit gewesen, noch vor Auszahlung der Versicherungssumme Ersatz zu kaufen. Am 16.11.2002 h abe er der Berufungsbeklagten eine Uhr und ein Schmuckherz aus Gold als Ersatz für de n gestohlenen Schmuck im Gesamt- wert von CHF 10‘340.00 gekauft. Einen zusätzlichen Anspr uch auf einen Teil der ausbezahlten Versicherungssumme habe sie nicht. C. Mit Berufungsantwort und Anschlussberufung vom 04.10.20 13 beantragte die Berufungs- beklagte die vollumfängliche Aufhebung des vorinstanzliche n Entscheids (Ziff. 1), die vollum- fängliche Abweisung der Begehren des Klägers (Ziff. 2) und die Verpflichtung des Klägers, ihr aus Güterrecht CHF 195‘428.80 zu bezahlen (Ziff. 3). E ventualiter sei der Kläger zu verpflich- ten, der Beklagten aus Güterrecht CHF 165‘428.80 zu zahlen und ihr die Hälfte des in der ehe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichen Liegenschaft befindlichen Mobiliars herauszugebe n (Ziff. 4). Ferner sei das Grundbuch- amt anzuweisen, den Kläger als Alleineigentümer der Li egenschaft X.____, Nr. Y.____ des Grundbuchs Z.____, einzutragen, dies gegen Nachweis der E ntlassung der Beklagten aus der Grundpfandschuld und der Bezahlung des Ausgleichungsbetrages gemäss Ziff. 3 bzw. 4 hiervor (Ziff. 5). Unter o/e Kostenfolgen zulasten des Klägers. Sie begründete ihre Anträge folgender- massen: Der Kläger erläutere den Inhalt des Ehe- und Erbvertr ags der Parteien korrekt. Der Kläger wie- derhole in der Berufung die bereits in seiner Klage vo rgenommene Vermögensaufstellung der Parteien zu Beginn der Ehe. Die Beklagte bestreite di ese Aufstellungen noch immer und ver- weise diesbezüglich auf ihre Klageantwort und Duplik. Wi e bereits in der Klagebegründung ver- suche der Kläger in der Berufung glaubhaft zu machen, die Beklagte habe ihn um sein Vermö- gen gebracht. Dieser Versuch schlage fehl. Nun versuche er, in der Berufung nachträglich darzuleg en, die in seiner Steuererklärung 2010 aufgeführten F.____-Aktien und das G.____-Depot mit e inem Vermögenswert von total CHF 75‘534.00 seien allein ihm zuzuweisen. Diese Vermögenswerte seien Gesamtgut der Par- teien. Etwas Anderes hätte der Kläger innerhalb der N ovenschranke substanziiert behaupten und beweisen müssen, da ihm der Beweis des Eigenguts ob liege. Es sei dem Kläger im mass- gebenden erstinstanzlichen Verfahren nicht gelungen, Ve rmögenswerte als sein Eigengut zu beweisen. Lediglich die eheliche Liegenschaft (exkl. Mo biliar) sei als sein Eigengut zu betrach- ten. Während der Ehe hätten die Parteien CHF 100‘000.00 in die eheliche Liegenschaft zwecks Re- novation investiert und dazu die Hypothek erhöht. Aufg rund der gesetzlichen Vermutung sei diese Investition aus dem Gesamtgut erfolgt, weshalb die Beklagte Anspruch auf CHF 50‘000.00 habe. Der Kläger habe in der Replik an erkannt, dass vom gemeinsamen Konto der Parteien bei der E.____ zusätzlich zu den erwähnten CHF 100‘000.00 mindestens CHF 40‘617.00 in eine neue Küche investiert worden se ien. Diese Investition sei aus dem Ge- samtgut erfolgt, weshalb die Beklagte einen Anspruch auf CHF 20‘308.50 habe. Der Kläger anerkenne auch, dass die Parteien aus dem Gesamtgut CHF 1 ‘056.00 in ein Cheminée der ehelichen Liegenschaft investiert hätten, woraus sich ein Anspruch der Beklagten auf CHF 528.00 ergebe. Aus Investitionen des Gesamtguts in die eheliche Liegenschaft habe die Beklagten daher Ansprüche von gesamthaft CHF 70‘836.50. Der Kläger habe anerkannt, den Personenwagen der Ma rke H.____ der Parteien aus Gesamt- gut erworben zu haben. An der Hauptverhandlung seien sie sich einig gewesen, den für die Ehescheidung massgeblichen Verkehrswert auf CHF 20‘000.00 festzusetzen. Folglich habe die Beklagte einen Anspruch auf CHF 10‘000.00. Der Kläger habe die zum Zeitpunkt der Eingabe der Scheidungsklage vorhandenen Vermögenswerte von mindes tens CHF 75‘534.00 (F.____- Aktien und G.____-Depot) weder in der Klagebegründun g noch in der Replik als Eigengut be- ansprucht. An der Hauptverhandlung habe er diese Verm ögenswerte gar als Gesamtgut be- zeichnet. Die in der Berufung neu vorgebrachten und u nbewiesenen Behauptungen des Klä- gers seien nicht zu hören. Demgemäss habe die Beklagte da ran einen Anspruch von mindes- tens CHF 37‘767.00. Dass die Parteien während des Zusam menlebens die eheliche Liegen- schaft neu eingerichtet hätten, sei unbestritten. Somit stelle das Mobiliar der ehelichen Liegen- schaft Gesamtgut im Wert von CHF 60‘000.00 dar, woran d ie Beklagte einen hälftigen An- spruch habe, allenfalls in Natura. Unter dem Titel „üb riges“ Gesamtgut habe die Beklagte des- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht halb Ansprüche von mindestens CHF 77‘767.00, ev. von C HF 47‘767.00 zzgl. die Hälfte des Mobiliars in Natura. Der Kläger habe anerkannt, dass die Investition in die Fenster der ehelichen Liegenschaft in der Höhe von CHF 37‘211.30 aus dem Eigengut der Beklagten erfolgt sei, weshalb er der Beklag- ten ihr Eigengut in dieser Höhe herauszugeben habe. Be züglich der Versicherungssumme im Zusammenhang mit dem Einbruchdiebstahl habe der Kläg er auch anerkannt, dass CHF 9‘614.00 der Beklagten zukämen und somit ihr Eigen gut seien. Die von ihm geltend ge- machte Verrechnung sei mangels substanziierter Behauptung und Beweisführung nicht zu hö- ren. Vielmehr habe er der Beklagten ihr Eigengut von CHF 9‘614.00 herauszugeben. Gesamt- haft habe die Beklagte aus Eigengut somit einen Anspruch von CHF 46‘825.30. D. Mit Anschlussberufungsantwort vom 07.11.2013 beantragte d er Berufungskläger die Ab- weisung der Anschlussberufung und hielt an den Berufungsanträgen fest. Der Kläger habe in der Berufung nochmals verdeutlicht, dass die in seiner Steuererklärung 2010 aufgeführten F.____-Aktien und das G.____-Depot mit einem Vermögenswert von total CHF 75‘534.00 nachvollziehbar Ersatzanschaffungen für d as Eigengut des Berufungsklägers darstellten. Dass die Hypothek zwecks Renovation der ehelichen Liegensch aft um CHF 100‘000.00 erhöht worden sei, sei unbestritten. Diese Hypothek belaste d iejenige Gütermasse, welcher die Lie- genschaft zugeordnet sei, also das Eigengut des Klägers be i Rücknahme der Liegenschaft. Eine güterrechtliche Ersatzforderung der Beklagten sei nicht ersichtlich. Der Kläger bestreite, in der Replik anerkannt zu haben, dass in die Küche zusätzlic he Mittel investiert worden seien, welche die CHF 100‘000.00 aus der erhöhten Hypothek üb erstiegen hätten. Es sei kein neues Cheminée gebaut worden, sondern es habe sich lediglich um Unterhalt gehandelt. Auch hier müsse die Beklagte beweisen, dass die für das Cheminée ver wendeten Mittel nicht aus der Erhöhung der Hypothek stammten. Somit bestünden keine Ansprüche der Beklagten aus Inves- titionen des Gesamtguts in die ehelichen Liegenschaft. Der Personenwagen der Marke H.____ bleibe als Surrog at dem Kläger, wobei zur Begründung auf die Ausführungen in der Berufung verwiesen werde . Ein Anspruch der Beklagten aus den F.____-Aktien und dem G.____-Depot werde bestritten. Die Liegenschaft sei bereits vor der Hochzeit mit der Beklagten möbliert gewesen, weshalb d as Mobiliar Eigengut bzw. Surrogat des Klägers darstelle. Der Wert des Mobiliars sei daher nicht von Belang. Der in der Anschluss- berufung festgesetzte Wert von CHF 60‘000.00 werde best ritten. Der Kläger bestreite somit jegliche von der Beklagten unter dem Titel „übriges“ Ge samtgut geltend gemachten Ansprüche. Bezüglich Investitionen in die Fenster und bezüglich Ve rsicherungssumme werde auf die Beru- fung verwiesen. E. Zur Verhandlung vor dem Kantonsgericht, Abteilung Zi vilrecht, sind die Parteien mit den ihre rubrizierten Rechtsvertreter substituierenden Advokatinnen erschienen. Beide Parteien hiel- ten an ihren Anträgen fest. Erwägungen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.1 Erstinstanzliche Endentscheide sind gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit Berufung an- fechtbar, wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO nur zulässig ist, wenn der Streitwert der zuletzt au frechterhaltenen Rechtsbegehren min- destens CHF 10'000.00 beträgt. Im vorliegenden Fall b eträgt der Streitwert CHF 89‘908.00, womit das Streitwerterfordernis klar erfüllt ist. Die B erufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entsche ids beziehungsweise seit der nach- träglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Der schriftlich begründete Entscheid des Bezirksgerichts Arlesheim vom 16.04.2013 wurde dem Kläger am 21.06.2013 zugestellt. Unter Berücksichtigun g der Sommergerichtsferien gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO ist die Rechtsmittelfrist durch die am 21.08.2013 der Post übergebene Berufung somit gewahrt. Der Kostenvorschuss für das Rechtsm ittelverfahren wurde ebenfalls rechtzeitig bezahlt. Gemäss § 6 Abs. 1 lit. d EG ZPO ist die Dreierkammer der Abteilung Zivil- recht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufu ngen gegen Entscheide der Dreier- kammern der Bezirksgerichte sachlich zuständig. 1.2 Die Zulässigkeitsvoraussetzungen der Berufung sind von Amte s wegen zu prüfen (vgl. Art. 60 ZPO). Das Kantonsgericht, Abteilung Zivilrecht, hat daher im Folgenden zu prüfen, ob die Berufung nebst den formellen auch den inhaltliche n Anforderungen zu genügen vermag. Obwohl die ZPO die Berufungsanträge nicht ausdrücklich e rwähnt, geht das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, mit Lehre und Rechtsprechung einig, dass die Berufung solche enthalten muss. Dies ergibt sich aus der Begründungs pflicht, da eine Begründung not- wendigerweise Anträge voraussetzt, welche mit der Begrü ndung substanziiert werden, sowie aus Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, welcher auch für die Rechtsmittelschrift analog zur Anwendung kommt, wie auch aus der (grundsätzlich) reformatorischen Na tur der Berufung (vgl. BGE 137 III 617, E. 4.2.2; BGE 138 III 216 E. 2.3; Pete r Reetz/Stefanie Theiler, in: Thomas Sutter- Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], K ommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 311 N 33 ff.; Ivo W. Hungerbühler, in: Alexander Brunner/Dominik Gasser/Ivo Schwander [Hrsg. ], Schweizerische Zivilprozessord- nung, Zürich/St. Gallen 2011, Art. 311 N 14 ff.; Ben edikt Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zü- rich/Basel/Genf 2013, 2. Kap., § 11, N 872 ff.). Aus dem Rechtsbegehren muss sich ergeben, inwieweit die Angelegenheit weiterhin im Streite li egt. Die Berufungsanträge müssen so be- stimmt sein, dass sie im Falle der Gutheissung der Berufu ng unverändert zum Urteil der Beru- fungsinstanz erhoben werden können (vgl. BGE 137 III 617, E. 4.3). Das Berufungsbegehren gemäss Berufungsbegründung vom 21. 08.2013 erfüllt die von Lehre und Rechtsprechung postulierten Voraussetzungen an ein hinreichendes Rechtsbegehren voll- umfänglich. 1.3 Zudem sind die Berufungsanträge gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO schriftlich zu begründen. In der Berufungsbegründung ist darzulegen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid falsch ist und deshalb abgeändert werden muss. Die ZPO l egt nicht ausdrücklich fest, welchen Anforderungen die Begründung zu genügen hat. Verlan gt ist im Sinne einer sogenannten Be- gründungslast, dass sich die Berufung führende Partei sac hbezogen mit den Entscheidgründen des erstinstanzlichen Entscheides auseinandersetzt, dass sie al so dem Berufungsgericht er- kennbar im Wesentlichen darlegt, inwiefern von der erst en Instanz Recht falsch angewendet Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht und welcher Sachverhalt unrichtig festgestellt worden sein soll (vgl. Art. 310 ZPO). Der gesetzli- chen Begründungslast im Sinne einer ernsthaften Auseina ndersetzung mit dem Entscheid der ersten Instanz genügen daher in einer Berufungsschrift we der blosse Wiederholungen der ei- genen Vorbringen vor erster Instanz, die von dieser ber eits abgehandelt wurden, noch blosse Verweise in der Berufungsschrift auf die eigenen Sachdarstellungen vor der ersten Instanz. Un- genügend ist sodann bloss allgemeine formelhafte Kriti k an den erstinstanzlichen Erwägungen, wie z.B. diese seien falsch, rechtswidrig oder willkürlich, ohne dass zugleich dargetan wird, wa- rum dem aus der Sicht der Berufung führenden Partei so sein soll. In der Begründung ist nicht nur darzutun, weshalb das Verfahren so ausgehen sollte, wie der Rechtsmittelkläger dies will. Es ist eben auch aufzuzeigen, weshalb der vorinstanzliche En tscheid fehlerhaft ist bzw. wes- halb zulässige Noven oder die neuen Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Der Be- rufungskläger hat die von ihm kritisierten Passagen des Entscheides wie auch die Dossierunter- lagen, auf die er seine Kritik stützt, genau zu bezeichne n. Die Rechtsmittelinstanz muss nicht nach allen denkbaren möglichen Fehler eigenständig fo rschen (Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 N 36; Oliver M. Kunz, in: Oliver M. Kunz/Urs H. Hoffmann -Nowotny/Demian Stauber, ZPO- Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Basel 2013, Art. 311 N 82 ff.; Hungerbühler, a.a.O., Art. 311 N 27 ff.). Bei Laien genügt eine sinngemässe Auseinandersetzung, aus der ersichtlich ist, was ihrer Auf fassung nach am vorinstanzlichen Entscheid falsch ist und korrigiert werden soll (Seiler , a.a.O., 2. Kap., § 11, N 893). Die Anset- zung einer Nachfrist nach Ablauf der Rechtsmittelfrist be i fehlender oder mangelhafter Begrün- dung des Rechtsmittels ist ausgeschlossen, andernfalls die g esetzlich vorgesehene Berufungs- frist unterlaufen werden könnte (Seiler, a.a.O., 2. Kap., § 11, N 918). Da der Berufungskläger durch einen im Anwaltsregister e ingetragenen, berufsmässigen Vertre- ter rechtsverbeiständet ist, gilt ein strengerer Beurtei lungsmassstab bezüglich des Vorliegens einer hinreichenden Begründung als bei einem juristisch en Laien. Die Berufungsbegründung kritisiert weder die Feststellung des Sachverhalts noch di e Rechtsanwendung durch die Vo- rinstanz, sondern lässt jegliche Auseinandersetzung mit de m vorinstanzlichen Entscheid ver- missen. Der Berufungskläger nimmt auch weder explizit noc h implizit Bezug auf einen der ge- setzlichen Berufungsgründe gemäss Art. 310 ZPO. Er begnügt sich vielmehr damit, in der Beru- fungsbegründung über weite Teile die bereits im erstin stanzlichen Schriftenwechsel gemachten Vorbringen zu wiederholen. Soweit er darüber hinausge ht, werden neue Tatsachenbehauptun- gen aufgestellt, ohne dass dargetan wird, ob die Vor aussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO überhaupt erfüllt sind (vgl. dazu Berufungsbegründung Ziff. 23-25). Die gesetzlichen Vorausset- zungen der zitierten Vorschrift liegen offenkundig nicht vor, was auch die Gegenpartei zu Recht bemerkt hat. Die vorliegende Begründung ist somit ohne jegliche Hinweise, inwiefern der vo- rinstanzliche Entscheid an einem Berufungsgrund kranke, e rfolgt. Es ist wie gesagt nach dem Rechtsmittelsystem der ZPO nicht Aufgabe der Berufungsinst anz, nach dem allfälligen Vorlie- gen von Berufungsgründen von Amtes wegen zu forschen, zu mal für die güterrechtliche Ausei- nandersetzung gemäss Art. 277 Abs. 1 ZPO der Verhandlun gsgrundsatz gilt. Mangels jeglicher Bezugnahme auf den vorinstanzlichen Entscheid erweist sich die Berufungsbegründung vom 21.08.2013 als ungenügend, weshalb auf die Berufung des Klägers nicht einzutreten ist. 2. Laut Art. 313 Abs. 2 lit. a ZPO fällt die Anschlussber ufung dahin, wenn die Rechtsmittel- instanz nicht auf die Berufung eintritt. Als Folge des Nichteintretens auf die Berufung gemäss Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den Erwägungen unter Ziff. 1 hiervor wird die Anschl ussberufung der Beklagten vom 04.10.2013 hinfällig, weshalb sie als gegenstandslos ab zuschreiben ist (vgl. Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/B asel/Genf 2013, Art. 313 N 47; Sei- ler, a.a.O., 2. Kap., § 16, N 1486). 3. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten des Ber ufungsverfahrens zu entscheiden. Grundsätzlich werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt, wobei bei Nicht- eintreten die klagende Partei als unterliegend gilt ( Art. 106 Abs. 1 ZPO). Hingegen gestattet Art. 107 Abs. 1 ZPO in gewissen Verfahren die Verteil ung der Prozesskosten nach Ermessen, so u.a. in familienrechtlichen Verfahren (lit. c), bei Abschreibung des Verfahrens zufolge Ge- genstandslosigkeit, wenn das Gesetz nichts anderes vorsieht ( lit. e) und beim Vorliegen beson- derer Umstände, die eine Verteilung nach dem Ausgang des Verfahrens als unbillig erscheinen lassen (lit. f). Entsprechend dem Ausgang des vorliegenden Verfahrens w ären die Prozesskosten grundsätz- lich dem Berufungskläger aufzuerlegen, weil auf die Ber ufung nicht eingetreten werden kann und der Berufungskläger damit die Gegenstandslosigkeit der Anschlussberufung verursacht hat (vgl. Reetz/Hilber, a.a.O., Art. 313 N 47 und 59; Seiler, a.a.O., 2. Kap., § 16, N 1486 und 1573). Hingegen betrifft die vorliegende Berufung die strei tigen Folgen einer Ehescheidung und damit ein familienrechtliches Verfahren, womit eine Fallgrup pe vorliegt, in welcher von den Regelver- teilungsgrundsätzen abgewichen werden kann. Dieses Ermesse n besteht in familienrechtlichen Verfahren unabhängig davon, ob ein Prozess- oder ein Sachentscheid getroffen wird. Ein weite- rer Grund für eine ermessensweise Prozesskostenverteilung besteht darin, dass für die Verfah- rensabschreibung einer Anschlussberufung zufolge Gegensta ndslosigkeit keine besonderen Gesetzesvorschriften über die Kostenverteilung bestehen. F olglich kann neben der Veranlas- sung der Gegenstandslosigkeit auch der mutmassliche Prozessau sgang berücksichtigt werden (vgl. David Jenny, in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböh ler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Au fl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 107 N 16). In diesem Zusammenhang ist zu bemerke n, dass auch die Anschlussberufung mangelhaft erscheint: Zum Einen findet in der Begründung der Anschlussberufung - abgesehen von der Kritik an der Vorinstanz bezüglich der Nichtanordn ung einer Expertise über den Wert des in der ehelichen Liegenschaft befindlichen Mobiliar s (vgl. dazu Berufungsantwort Ziff. 18) - keine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem vorinstanzli chen Entscheid statt. Zum Anderen bestehen offenkundige Widersprüche zwischen den einzelnen Rechtsbegehren der Anschluss- berufungsklägerin. Wenn sie die vollumfängliche Aufhebun g des vorinstanzlichen Entscheids ohne Neubegehren hinsichtlich des Scheidungspunktes beantr agt, würde die Ehe der Parteien gar nicht geschieden, weshalb Hauptanträge zum Güterr echt gar keinen Sinn ergeben. Diese wären nur für den Fall, dass das Kantonsgericht Ziff. 1 des vorinstanzlichen Entscheids entge- gen dem Antrag der Anschlussberufungsklägerin nicht aufh ebt, als Eventualanträge zu formu- lieren gewesen. Zudem wurde die Scheidung auf gemeinsa mes Begehren ausgesprochen, weshalb die Anschlussberufungsklägerin durch Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils ohnehin nicht beschwert ist. Ein erfolgreicher Prozessausgang für die Anschlussberufungsklägerin wäre damit mehr als fraglich gewesen. Aufgrund dieser Umstände er scheint eine alleinige Tragung der Prozesskosten durch den Berufungskläger als unbillig. Das K antonsgericht erachtet es deshalb Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht für angemessen, dass die Gerichtskosten des Berufungsverfah rens von den Parteien je hälftig getragen werden und jede Partei die Kosten der beruf smässigen Vertretung im Berufungsver- fahrens selbst trägt. Die Entscheidgebühr wird in Anw endung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 lit. i GebT auf pauschal CHF 6'000.00 festgelegt. Demnach wird erkannt: ://: 1. Auf die Berufung wird nicht eingetreten. Die Anschluss berufung wird als gegenstandslos abgeschrieben. 2. Die Gerichtsgebühr von pauschal CHF 6‘000.00 wird den Parteien je zur Hälfte auferlegt. Jede Partei trägt ihre Parteikosten selbst. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Hansruedi Zweifel