<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz ist beim Network for Greening the Financial System (NGFS) engagiert, einem Zusammenschluss der Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, die sich für einen klima- und biodiversitätsfreundlichen Finanzsektor einsetzen.</p><p>2021 wurde im Bericht "Biodiversity and Financial Stability" vier Empfehlungen abgegeben, was Zentralbanken schon heute unternehmen können. Deshalb ersuche ich den Bundesrat zur Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was tut der Bundesrat um die biodiversitätsrelevanten ökonomischen und finanziellen Risiken zu adressieren? (Task 1)</p><p>2. Analysiert der Bundesrat die Abhängigkeit und die Wirkung Schweizer Finanzinstitute auf Ökosysteme und Biodiversität? (Task 2)</p><p>3. Wenn nein, warum nicht?</p><p>4. Plant der Bundesrat Methoden aufzubauen, um biodiversitätsrelevante Finanzrisiken besser zu verstehen (abgesehen vom ENCORE Tool)? (Task 3)</p><p>5. Inwiefern informiert der Bundesrat Finanzinstitute über Abhängigkeiten und Wirkungen der Finanzinstitute auf die Biodiversität? (Task 4)</p><p>6. Lässt sich der Bundesrat über die entsprechenden Arbeiten bei der SNB und der FINMA regelmässig informieren?</p><p>7. Erfolgt eine externe Überprüfung, ob die SNB und die FINMA diese neuen Risiken richtig managen und bewerten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.- 3. Die Schweiz unterstützt die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD), eine international breit abgestützte Initiative, seit diese am WEF 2019 ins Leben gerufen wurde Die Schweiz ist Mitglied des "Stewardship Council", dem beratenden Organ, der TNFD. Während den nächsten drei Jahren soll die TNFD ein Rahmenwerk ausarbeiten, das es Unternehmen und Finanzinstitutionen ermöglicht, ihre naturbezogenen Risiken und Wirkungen zu bewerten, zu verwalten und darüber zu berichten. Die Schweiz verfolgt diese Arbeiten eng und begrüsst die Schaffung international vergleichbarer, aussagekräftiger Transparenz zu Biodiversitätsrisiken und -wirkungen im Finanzmarkt. Die Arbeiten des NGFS zeigen, dass Auswirkungen des Verlustes von biologischer Vielfalt auf einzelne Finanzinstitute und Finanzsysteme möglich sind, jedoch noch weiter erforscht werden müssen, um die komplexen Übertragungsmechanismen auf das Finanzsystem besser zu verstehen.</p><p>4./5. Der Bundesrat plant zurzeit keine eigenen weiteren Methoden aufzubauen, sondern finanziert die Entwicklung, bzw. Weiterentwicklung des ENCORE+ Tools durch ein internationales Konsortium unter Federführung des Environment Programme World Conservation Monitoring Centre der UNO (UNEP-WCMC). Das Tool soll Finanzinstitute künftig bei der Beurteilung der Ausrichtung ihrer Portfolien mit internationalen Biodiversitätszielen unterstützen, in Analogie zu den freiwilligen PACTA-Klimaverträglichkeitstests, welche für Schweizer Finanzinstitute seit 2017 regelmässig durchgeführt werden.</p><p>6./7. Der Bundesrat erörtert jährlich mit der FINMA aktuelle Aufsichts- und Regulierungsfragen sowie die Strategie der FINMA. Nachhaltigkeitsrisiken sind Teil der strategischen Ziele der FINMA und werden entsprechend thematisiert. In ihrem Jahresbericht legt die FINMA zudem umfangreich Rechenschaft über ihre Tätigkeiten ab. Mit dem jährlichen Finanzstabilitätsbericht informiert die SNB den Bundesrat und die Finanzmarktakteure und die Öffentlichkeit regelmässig zu den relevanten Risiken im Bankensystem. Die Risikoanalysen der FINMA und SNB sind nicht Gegenstand von externen Überprüfungen. Bei Nachhaltigkeitsthemen pflegen beide Behörden jedoch einen teilweise engen Austausch mit relevanten Behörden, Verbänden sowie der Wissenschaft (Beispiel: Kooperation mit der Universität Zürich bei der Messung von Klimarisiken).</p>  Antwort des Bundesrates.