Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Juni 2016 (720 15 122) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Abweisung der Beschwerde. Der Versicherte hat keinen Anspruch auf eine Invalidenren- te. Würdigung der medizinischen Akten; die IV-Stelle hat sich zu Recht auf das polydis- ziplinäre Gutachten abgestützt. Überprüfung der erwerblichen Auswirkungen; der Ein- kommensvergleich wurde von der IV-Stelle korrekt durchgeführt. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Olivia Reber Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Claude Wyssmann, Rechtsanwalt und Notar, Schachenstrasse 34b, Postfach 368, 4702 Oensingen gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1956 geborene A.____ arbeitete zuletzt vom 1. Juni 2004 bis 31. März 2009 bei der B.____ AG in X.____ als Bauarbeiter. Am 31. Januar 2008 verletzte er sich seinen linken Dau- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht men mit einem Hammerschlag. In der Folge erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungs- anstalt (SUVA) als Unfallversicherung die gesetzlichen Leist ungen. Am 25. April 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis auf den Arbeitsunfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Er leide an Kraftlosigkeit d er linken Hand und des linken Armes sowie an Schwindelgefühlen und habe Schmerzen am linken Arm, an der Schulter sowie an der Halswirbelsäule. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Ste lle) führte in der Folge verschiedene medizinische und erwerbliche Abklärungen durch. Nach durc hgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 13. September 2013 die Abw eisung des Leistungsbegehrens gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 17%. A.2 Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Judith R hein, Rechtsanwältin, am 9. Oktober 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, A bteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 zog die IV-Stelle die angefochtene Verfügung in Wiedererwägung, um weitere medizinische Abklärungen durchzuführen. Daraufhin schrieb das Kantonsgericht das Beschwerdeverfahren mit B eschluss vom 29. Januar 2014 als gegenstandslos ab. A.3 Im Rahmen weiterer medizinischer Abklärungen beauft ragte die IV-Stelle die C.____ GmbH mit einer polydisziplinären (internistischen, ortho pädischen, psychiatrischen sowie neu- rologischen) Begutachtung des Versicherten. Gestützt auf das am 16. Juli 2014 erstellte Gut- achten und einen Invaliditätsgrad von 33% lehnte die I V-Stelle – nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren – mit Verfügung vom 18. Februar 2015 e inen Rentenanspruch von A.____ er- neut ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Claude Wyssmann, am 23. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht. Er beantragte, e s sei die Verfügung vom 18. Februar 2015 aufzuheben. Es seien ihm die gesetzlichen Leistungen (berufliche Eingliederungsmass- nahmen, Invalidenrente) nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von mindestens 40% zuzüg- lich eines Verzugszinses zu 5% ab wann rechtens auszurichten. Wegen nicht vollständiger Ak- ten (insbesondere Fehlens der SUVA-Akten) sei die Besch werdegegnerin aufzufordern, die vollständigen Akten umgehend dem unterzeichneten Recht sanwalt zuzustellen und es sei die- sem eine Frist von 20 Tagen ab Erhalt der vollständigen Akten zur ergänzenden Beschwer- debegründung anzusetzen. Des Weiteren beantragte der Beschwerdeführer, es sei eine öffent- liche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Konven tion zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 mit Publikums- und Presseanwesenheit anzusetzen und durchzuführen. Ihm sei die volle unentgelt liche Rechtspflege und Rechtsver- beiständung unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichneten Rechtsanwaltes als unentgelt- licher Rechtsbeistand zu gewähren; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte er im Wese ntlichen aus, dass auf das Gutachten der C.____ vom 16. Juli 2014, insbesondere auf das psych iatrische Teilgutachten von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, nicht abgestellt werden könne. Des Weiteren sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht ver- wertbar. Im Einkommensvergleich sei ein leidensbeding ter Abzug von 20% vorzunehmen, wo- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit zumindest der Anspruch auf eine Viertelrente result ieren würde. Klärungsbedürftig seien auch weitere Parameter der Invaliditätsbemessung. C. Mit Verfügung vom 20. April 2015 bewilligte das K antonsgericht dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltl iche Verbeiständung mit Advokat Wyss- mann als Rechtsvertreter. D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 1. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde. E. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter am 7. Dezember 2015 seine Replik und d ie Beschwerdegegnerin am 9. Februar 2016 ihre Duplik ein. Beide Parteien hielten an ihren gestellten Rechtsbegehren fest. F. An der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantons gericht nahmen der Beschwerde- führer, sein Rechtsvertreter Claude Wyssmann, die Vertre tung der IV-Stelle sowie der Dolmet- scher teil. Nachdem der Beschwerdeführer kurz befragt wur de, hielten beide Parteien in ihren Plädoyers an ihren Anträgen und Ausführungen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen Gericht frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 23. März 2015 ist einzutreten. 2. In materieller Hinsicht zu prüfen ist der Rentenan spruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass de r angefochtenen Verfügung vom 18. Februar 2015 entwickelte. Dieser Zeitpunkt bildet r echtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bun desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 d ie voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Kran kheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund e ines Einkommensvergleichs zu bestim- men. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnah- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichen er Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbsei nkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) . Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif- fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gege nübergestellt werden. Aus der Ein- kommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen und Patienten aussagen. Im Weiteren ist laut die sen Richtlinien den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezi alärztinnen und -ärzte, welche auf- grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sow ie nach Einsicht in die Akten Be- richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, sol ange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind im Wesentlichen folgende medizini- schen Akten zu berücksichtigen: 5.2 Im Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ vom 3. Mai 2010 wurden hauptsächlich die folgenden Diagnosen in Bezug auf den Unfall vom 31. Ja nuar 2008 gestellt: eine Nagelkranz- fraktur sowie eine schmerzhafte massive Funktionseinschränku ng des linken Daumens, prak- tisch keine aktive Beweglichkeit, sowie ein Hand-Arm-Schult er-Nacken-Kopf-Schmerzsyndrom links. In Bezug auf ein weiteres Unfallereignis vom 12. N ovember 2008 wurde eine Stichverlet- zung am Daumen links palmar-ulnar über dem MP1-Gelenk diagnostiziert, die Wunde sei reiz- los abgeheilt. Unter dem Titel „Aktuelle Probleme“ hi elten Dr. med. F.____ und Dr. med. G.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilita tion, Folgendes fest: erhebliche Symptomausweitung (1.), Schmerzen Hand-Arm-Schulter-Nacke n-Kopf links (2.), Daumen- grundgelenk links steht in Beugestellung, fehlende aktive Extension, nahezu fehlende aktive Flexion (3.), unvollständige aktive Streckung aller Langf inger, unvollständige aktive Beugung Zeigefinger links (4.), subjektiv Kraftlosigkeit der lin ken Hand und des linken Arms (5.), schmerzhaft eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links (6.), intermittierender Schwindel („es ziehe ihn nach hinten“) und Vibrationsgefühl linke Kop f- und Halsseite (7.), Bedrücktheit (8.). Unter dem Abschnitt „Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit u nd Eingliederungsperspektive“ führten die Dres. F.____ und G.____ aus, dass eine erhebliche Symptom ausweitung beobachtet worden sei. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und im Behandlungspr ogramm gezeigt worden sei. Infolge Selbstlimitierung hätten die zu erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbar- keit nicht erreicht werden können. Das Ausmass der demonst rierten physischen Einschränkun- gen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Be funden der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nicht e rklären. Die Tätigkeit als Bauhel- fer/Bauschaler sei nicht zumutbar, da die Anforderungen zu hoch seien. Es handle sich um eine schwere Arbeit, welche eine gute Belastbarkeit beider H ände erforderlich mache. Hingegen sei dem Versicherten eine leichte bis mittelschwere Arbeit g anztags zumutbar. Spezielle Ein- schränkungen bestünden in Bezug auf die linke Hand: Kei n häufig wiederholter kraftvoller Ein- satz des Daumens; keine hohen feinmotorischen Anforderu ngen. Weiter wurde festgehalten, dass eine berufliche Wiedereingliederung unrealistisch e rscheine, weil der Beschwerdeführer eine Symptomausweitung präsentiere. In der diagnostischen Beurteilung hielten die Dres. F.____ und G.____ fest, dass der Versicherte insges amt eine massive Symptomauswei- tung präsentiere. Obwohl er hinkfrei gehen könne, se i er oft hinkend gegangen. Des Weiteren habe er kognitive Einschränkungen angegeben. In einer ausführlichen psychologischen Abklä- rung habe aber keine psychiatrische Störung von Krankheit swert festgestellt werden können. Die erhebliche Symptomausweitung mit Passivität und Schonung der linken Hand sowie Aggra- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht vationstendenzen habe sich hingegen im somatischen und kog nitiv-mnestischen Bereich ge- funden. Beim „Test of memory malingering“ hätten die relevanten Testergebnisse massiv unter dem zu erwartenden Grenzwert gelegen. Somit sei von ei ner bewussten negativen Antwortver- zerrung auszugehen. Diese Resultate liessen den Verdach t aufkommen, dass auch andere präsentierte Symptome aggraviert oder simuliert seien. B ei der Handkrafttestung hätten sich wiederholt massive Inkonsistenzen gezeigt. In seinem handchirurgischen Konsilium vom 3. Mai 2010 hi elt Dr. med. H.____, FMH Chirurgie sowie Handchirurgie, die Diagnose einer posttraumatische n Ansteuerungsproblematik der Flexor pollicis longus-, Extensor pollicia brevis-, Extensor p ollicis longus-, Flexor digitorum su- perficialis- und Flexor digitorum profundus-II-Sehne fe st. Unter dem Abschnitt Befund führte Dr. H.____ aus, die Inspektion zeige im kontralaterale n Vergleich eine leichte Dystrophie des linken Daumens mit einer umgebenden Schwellung und le ichter Hyperhydrose, die am ehesten für ein leichtgradiges CRPS vom Typ I spreche. Dr. H.__ __ stellte weiter fest, dass der Versi- cherte bei der Untersuchung gekrümmt und schmerzverzerrt a uf seinem Stuhl sitze, obgleich relevante Mobilisationsmanöver am Daumen nicht vorgenom men würden. Selbst bei Aufforde- rung den Daumen zu beugen oder zu strecken, fahre er sic h schmerzverzerrt über den Kopf und halte die Hand krampfartig und zitternd auf der U ntersuchungsunterlage. Dies lasse das gedeutete Schmerzausmass zuhöchst suspekt und übertrieben erscheinen. 5.3 Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte am 11. Oktober 2011 eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) und hielt fest, dass die Einnahme eines Antidepressivums demnächst vorgesehen sei. Am 26. Juli 2012 führte Dr. I.____ aus, dass der Versicherte seit 15. August 2011 wegen einer schweren Depression betreut werde. Trotz medikamentöser Behandlung habe sic h sein psychischer Zustand nicht verändert. Er sei nach wie vor schwer depressiv und habe d üstere Gedanken. Er sei psycholo- gisch zu 100% arbeitsunfähig. Am 16. November 2012 hiel t Dr. I.____ fest, dass der Versicher- te immer noch zu 100% arbeitsunfähig sei. Der psychische Z ustand habe sich in letzter Zeit verschlechtert. Am 15. November 2013 berichtete Dr. I.____, dass sich der psychische Zustand des Versicherten trotz hoher Motivation und einer guten Behandlungscompliance nicht verbes- sert habe. 5.4 Das polydisziplinäre Gutachten der C.____ GmbH wurd e am 16. Juli 2014 erstellt. 5.4.1 Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap- parates, stellte in seinem orthopädischen Teilgutachte n keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähi gkeit diagnostizierte er einen Status nach Tenodese der Extensor pollicis longus Sehne auf Höhe de r Interphalangealgelenksarthrodese sowie Ringbandspaltung A1 des Daumens links 11/2009 und Zustand nach zweifacher Vorope- ration sowie eine Adipositas. Unter den objektiven Bef unden führte Dr. J.____ aus, der Versi- cherte gebärde sich als funktioneller Einhänder, jammere konstant und aggraviere massiv, weshalb er ihn kaum untersuchen könne. Unter dem Titel Zusatzuntersuchungen hielt Dr. J.____ normale und unauffällige Röntgenbefunde f est. Der Orthopäde beurteilte die Be- schwerden und Befunde wie folgt: Das Ausmass der Schmerzen im linken Daumen respektive Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der linken oberen Extremität und die demonstrierten m assiven pathologischen Befunde dersel- ben, die sich allerdings je nach Situation normalisier t hätten, könnten bei unauffälligem radiolo- gischen Befund nicht objektiviert werden. Der Aussage der Rehaklinik E.____, dass eine mas- sive Symptomausweitung sowie eine Aggravationstendenz vorlä gen, könne beigepflichtet wer- den. Da die Beschwerden aber nicht objektiviert werden könnten, sei es nicht logisch, dass – gemäss dem Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ – die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausge- übt werden könne. Bei dem Versicherten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit als Bauarbeiter. 5.4.2 Dr. D.____ hielt in seinem psychiatrischen Teilg utachten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Angst und depressive Stör ung gemischt (ICD-10 F41.2) nach An- passungsstörungen mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23) bestehend seit etwa 01/2010 sowie eine kombinierte Pe rsönlichkeitsstörung mit ängstlich ver- meidenden, abhängigen, passiv-aggressiven Persönlichkeitszü gen (ICD-10 F61.0) fest. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte Dr. D.____ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). In seiner Beurteilung f ührte Dr. D.____ aus, dass es sich bei Anpassungsstörungen um Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung und um zeitlich begrenzte psychische Störungen handle. Deshalb kön ne ein Übergang in Angst und depressive Störung gemischt, in leichter bis mittlerer A usprägung, angenommen werden. Wei- ter hielt Dr. D.____ fest, die vom Versicherten berichte ten und geklagten Beschwerden seien nur teilweise konsistent und es liessen sich bei der zugrunde liegenden Persönlichkeitsstörung deutliche psychogene Verhaltensweisen mit mangelnder Koop eration, mangelnder Motivation, mit Verdeutlichungstendenzen der Beschwerden und demonst rativen Verhaltensweisen erhe- ben. Aus rein psychiatrischer Sicht könne ohne Berücksichtig ung der körperlich begründbaren Beschwerden in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilf sarbeiter auf dem Bau eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, in einer leidensadaptierten Tätigke it eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem Stundenpensum seit mindestens 01/2010 angenommen werd en. Bei einer angepassten Tätig- keit sollte es sich um Tätigkeiten ohne erhöhte emotiona le Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehr te Kundenkontakte und ohne überdurch- schnittliche Dauerbelastung handeln. 5.4.3 Im neurologischen Teilgutachten diagnostizierte D r. med. K.____, FMH Neurologie, ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifizi ertes Schmerzsyndrom am linken Dau- men bei Status nach Unfallereignis am 31. Januar 2008 mit Nagelkranzfraktur. Seither bestehe eine massiv eingeschränkte Daumenbeweglichkeit links mit feh lender Daumenstreckung. Aus- serdem diagnostizierte er Sensibilitätsstörungen der linke n Gesichtshälfte mit medianer Be- grenzung sowie des linken Schulter-Arm-Bereichs ohne peri phere oder radikuläre Zuordnung bei subjektiv berichteter kognitiver Beeinträchtigung, oh ne Hinweise für eine neurologische Ur- sache. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte Dr. K.____ keine. Er führte in seiner Beurteilung unter anderem aus, dass er aufgrund der gesamthaften neurologischen Un- tersuchung, aber auch der ergänzenden Elektrophysiologie keine Hinweise für eine Nerven- oder Muskelverletzung im Bereich des linken Arms und der l inken Hand, insbesondere im Be- reich DI links, habe. Weiter seien die vom Beschwerdefüh rer beschriebenen Sensibilitätsstö- rungen sowie auch die geklagte Vergesslichkeit von neurol ogischer Seite nicht erklärbar. Im Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wesentlichen bestehe eine Diskrepanz bezüglich des Verhaltens während der gesamten neuro- logischen Teilbegutachtung mit massiv flektiertem Daumen, sowie gebeugten Fingern DII bis V an der linken Hand bei fehlender Atrophie im Bereich des linken Unterarms und der Hand. Zwi- schenzeitlich könnten bei emotionalen Regungen auch spo ntan die Finger DII bis V gestreckt werden, angedeutet auch DI. Aufgrund von fehlenden fo kal neurologischen Defiziten ohne Hin- weise für eine periphere oder radikuläre Schädigung se i der Versicherte seit Januar 2009 zu 100% arbeitsfähig als Bauhilfsarbeiter. 5.4.4 In der internistischen Beurteilung hielt Dr. med . L.____, FMH Allgemeine Innere Medi- zin, als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig keit eine arterielle Hypertonie, einen Verdacht auf eine hypertensive Herzkrankheit mit linksvent rikulärer Herzinsuffizienz sowie eine Adipositas fest. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeit sfähigkeit stellte er keine. Aus internis- tischer Sicht liege keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. 5.4.5 In ihrer Konsensbeurteilung kamen die Gutachter der C.____ GmbH zum Schluss, dass aufgrund der Angst und depressiven Störung gemischt b ei Zustand nach Anpassungsstö- rung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Ge fühlen bei zugrundeliegender kombi- nierter Persönlichkeitsstörung und Beeinträchtigung der e motionalen Belastbarkeit, der geisti- gen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der Mo tivation, der Kontaktfähigkeit, der Anpas- sungsfähigkeit und der Dauerbelastbarkeit die Arbeitsf ähigkeit als Hilfsarbeiter im Baugewerbe seit 1/2010 70% betrage. Leidensadaptierte Tätigkeite n ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung und ohne erforderliche geistige Fl exibilität, ohne vermehrte Kundenkon- takte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnt en dem Versicherten zu 80% zu- gemutet werden. 5.5 Dr. D.____ nahm am 6. August 2015 ergänzend Stel lung zu seinem psychiatrischen Teilgutachten und führte aus, die diagnostizierte kombi nierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) ergebe sich aus den zu erhebenden anhaltenden Verhaltensmustern, die sich in starren Reaktionen auf persönliche und soziale Lebenslagen zeigten und beim Versicherten mit gestör- ter sozialer Funktions- und Leistungsfähigkeit einhergingen. Weiter hielt er fest, dass bereits im Bericht der Rehaklinik E.____ vom 3. Mai 2010 deutlich e psychogene Verhaltensweisen be- standen hätten, jedoch damals noch keine psychische Störung habe erhoben werden können, welche eine arbeitsrelevante Leistungsminderung begründe n könnte. Am 17. September 2015 hielt Dr. D.____ im Wesentlichen fest, dass sich im Rahm en einer ausführlichen Anamneseer- hebung keine Hinweise für eine schwere depressive Störun g erheben liessen. Auch seien von Dr. I.____ keine ausreichenden Symptome einer schweren de pressiven Störung beschrieben worden. Die von der behandelnden Psychiaterin attestiert e hohe Motivation des Beschwerde- führers erscheine nach dessen psychischem Zustand eher fra glich, zumal eine mangelnde Mo- tivation auch ein Symptom einer depressiven Störung sei. A uch unter Berücksichtigung der Arztberichte von Dr. I.____ ergäben sich keine Änderungen in der gutachterlichen Einschätzung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. 6.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 18. Februar 2015 bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zur Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hauptsache auf das Gutachten der C.____ GmbH vom 16. Ju li 2014. Sie ging demnach davon aus, dass dem Beschwerdeführer aus gesamtmedizinischer Sic ht die Ausübung einer seinen Möglichkeiten entsprechenden Verweistätigkeit (keine er höhte emotionale Belastung, keine Stressbelastung, keine erforderliche geistige Flexibilitä t, keine vermehrten Kundenkontakte, keine überdurchschnittliche Dauerbelastung) im Umfang von 80% zumutbar sei. Wie oben aus- geführt (vgl. E. 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutach- ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlä ssigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das polydisziplin äre Gutachten der C.____, insbesondere das im vorliegenden Fall umstrittene psychiatrische Teilgu tachten von Dr. D.____, weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist – wie die s vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend , es beruht auf allseitigen Untersuchun- gen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Z usammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und es setzt sich mit de n vorhandenen abweichenden ärztli- chen Einschätzungen auseinander. Zudem wird einlässlich a uf die Beschwerden eingegangen und es wird insgesamt ein hinreichendes Bild über den Gesundheitszustand des Beschwerde- führers vermittelt. Auch die fachärztlichen Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit sind ausreichend begründet und nachvollziehbar. Es wird deutlich, dass dem Beschwerdeführer aufgrund der gestellten Diagnosen eine Verweistätigkeit zu 80% zumut bar ist. Es ist daher nicht zu bean- standen, dass sich die IV-Stelle in Bezug auf die Beurt eilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers und dessen Arbeitsfähigkeit auf das polydisziplinäre Gutachten stützte. 6.2 Was der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 23. März 2015 vorbringt, ist nicht geeignet, die beweisrechtliche Verwertbarkeit des p olydisziplinären Gutachtens der C.____ GmbH vom 16. Juli 2014 in Frage zu stellen. 6.3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, er könne mit se inem geschädigten Daumen die bis- herige Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr ausüben. Er stützt sich dabei insbesondere auf den Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ vom 3. Mai 2010. Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung bei der Berechnung des Invalideneinkom- mens ohnehin nicht auf die angestammte Tätigkeit im B augewerbe abgestellt hat, sondern auf eine Verweistätigkeit im Umfang von 80%. Zudem berücksich tigte die Beschwerdegegnerin bei der Beschreibung der zumutbaren Verweistätigkeit die ve rschiedenen Einschränkungen des Versicherten (wie beispielsweise keine vermehrten Kundenko ntakte, keine überdurchschnittli- che Dauerbelastung). Ausserdem besteht bei der Beurteilu ng einer Verweistätigkeit zwischen dem Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ und dem Guta chten der C.____ kein grosser Unter- schied. Anders beurteilt wird lediglich die Arbeitsfähi gkeit der angestammten Bautätigkeit. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. J.____ in seine m orthopädischen Teilgutachten fest- gehalten hat, dass der Aussage der Rehaklinik E.____, dass eine massive Symptomausweitung sowie eine Aggravationstendenz vorliege, beigepflichtet werden könne. Aus diesem Grund bzw. weil die Beschwerden des Versicherten nicht objektiviert we rden könnten, sei aber die Folge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung der Rehaklinik E.____, wonach der Beschwerdeführer seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben könne, nicht logisch (vgl. E. 5.4.1 hiervor). Entgegen der Auffassung des Beschwerde- führers setzt sich demnach das Gutachten auch mit den dies bezüglich divergierenden Ausfüh- rungen des Austrittsberichts der Rehaklinik E.____ ausei nander. Dieses Vorbringen des Be- schwerdeführers vermag demzufolge das Gutachten nicht in Frage zu stellen. 6.3.2 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, dass das Gutachten nicht verwertbar sei, da Dr. D.____ sich nicht mit den Berichten von Dr. I.___ _ und lic. phil. M.____, Fachpsycholo- gin für Psychotherapie FSP, auseinandersetze. In Bezug au f die Berichte von Dr. I.____ ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 1. Oktober 2015 dem Versicherten Recht gegeben und weiter ausgeführt hat, dass es sich um berechtigte Kritik am Gutachten handle. Deshalb habe sie auch eine Rückfrage bei Dr. D.____ vorgenommen, wo- rauf dieser mit Stellungnahme vom 17. September 2015 (vgl. E. 5.5 hiervor) nachträglich zu den (in der Zwischenzeit vom Französischen ins Deutsche übersetzt en) Berichten von Dr. I.____ Stellung genommen habe. Nachdem Dr. D.____ die Auseinandersetzung mit den Berichten von Dr. I.____ nachgeholt hat, kann das Gutachten der C. ____ nicht bereits deswegen in Frage gestellt werden. Offensichtlich ist ein das Gutachten er gänzender Bericht suboptimal, der Man- gel ist jedoch als geheilt zu betrachten. Was das Vorbri ngen hinsichtlich lic. phil. M.____ anbe- langt, ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweise n, dass sich das Gutachten mit dem Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ auseinandersetzt. Dieser wiederum hält auf Seite 10 fest, dass der Befund der Psychologin M.____ unter dem Abschni tt „Diagnostische Beurteilung“ er- wähnt sei. Insofern findet sich der Befund der Psychologi n im Austrittsbericht, welcher vom Gutachten berücksichtigt wird. Unter diesen Umständen k ann dem Vorbringen des Beschwer- deführers nicht gefolgt werden. 6.3.3 Des Weiteren beanstandet der Beschwerdeführer, d ass nach der Verdachtsdiagnose einer hypertensiven Herzkrankheit mit linksventrikulärer Herzinsuffizienz keine weitergehenden bzw. kardiologischen Abklärungen durchgeführt worden seien . Mit dem Beschwerdeführer ist zwar festzuhalten, dass Dr. L.____ in seiner internistischen Beurteilung im Gutachten ausge- führt hat, dass sich anamnestisch und klinisch Hinweise für eine hypertensive Herzkrankheit mit leichter Linksinsuffizienz ergeben hätten. Gemäss Dr. L.__ __ könnte dies jedoch durch eine Echokardiographie problemlos verifiziert werden. Ausserde m fühle sich der Beschwerdeführer aus internistischer Sicht gesund und voll leistungsfähig. Kommt hinzu, dass die von Dr. L.____ gestellte Verdachtsdiagnose ohnehin bei den Diagnosen oh ne Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit aufgeführt wurde. Schliesslich reichte der Beschwerdeführer als Beilage zu seiner Replik selber einen Bericht von Dr. med. N.____, FMH Kardiologie, vom 7. Mai 2015 ein, indem dieser unter anderem von einer durchgeführten Echokardiograph ie berichtet. Dr. N.____ hielt diesbe- züglich unauffällige Befunde fest und bestätigte die Ve rdachtsdiagnose von Dr. L.____ nicht. Aus diesen Gründen kann der Beanstandung des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden. 6.3.4 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, dass er sich im fortgeschrittenen Alter befinde und sich seine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit n icht mehr wirtschaftlich verwerten lasse. Zu berücksichtigen sei auch, dass im Baugewerbe das P ensionsalter 60 gelte. Zunächst ist anzumerken, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung bei der Berechnung des Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalideneinkommens auf eine Verweistätigkeit und nicht auf die Tätigkeit im Baugewerbe ab- gestellt hat. Bei einer Verweistätigkeit gilt nicht das Pensionsalter 60 und der Versicherte könnte auch in Anbetracht seines Alters noch einige Jahre arbe iten. Bezüglich der Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen ist mit der B eschwerdegegnerin festzustellen, dass die diesbezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. die treffenden Beispiele der Be- schwerdegegnerin in der Vernehmlassung vom 1. Oktober 201 5) relativ streng ist und die IV- Stelle im vorliegenden Fall zu Recht von der Verwertb arkeit der Restarbeitsfähigkeit des Versi- cherten ausgegangen ist. 6.3.5 Ausserdem macht der Beschwerdeführer geltend, Dr. D.____ diagnostiziere eine kom- binierte Persönlichkeitsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Auch werde die Diagno- se einer Angst- und depressiven Störung gemischt sowie ei ner anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gestellt. Trotzdem behaupte Dr. D.____ a uf Seite 19 seines Gutachtens, es bestünde keine eigenständige, von der Schmerzsymptomatik unabhängige psychische Störung. Diese Widersprüchlichkeit erlaube es nicht, auf das Gut achten abzustellen. Entgegen der Auf- fassung des Beschwerdeführers ist kein Widerspruch in der Argumentation von Dr. D.____ zu finden. Dr. D.____ hält auf S. 19 seines psychiatrischen Teilgutachtens unter anderem fest, dass es sich bei der Angst und depressiven Störung gemischt um eine leichte bis mittelgradige psychische Störung handle. In seiner ergänzenden Stellu ngnahme vom 17. September 2015 führte Dr. D.____ aus, dass sich für eine schwere Depression – wie sie Dr. I.____ diagnostiziert hat – im gesamten Krankheitsverlauf keine ausreichenden Symptome fänden und es könne maximal eine mittelgradige depressive Störung angenomme n werden. In diesem Zusammen- hang ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzu weisen, wonach eine Dysthymie nur dann als Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gelten kö nne, wenn sie zusammen mit anderen Befunden – wie etwa einer ernsthaften Persönl ichkeitsstörung – auftrete; allein sei sie regelmässig nicht invalidisierend. Weiter würden mittelg radige depressive Episoden grundsätz- lich keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unter scheidbare andauernde Depres- sion im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens da rstellen, die es der betroffenen Person verunmöglichen würden, die Folgen der Schmerzstör ung zu überwinden (Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011, E. 4.2 .2.1 und vom 23. Januar 2013, 9C_605/2012, E. 3.3). 6.3.6 Schliesslich wendet der Beschwerdeführer ein, dass die Gutachtensanordnung nicht rechtskonform abgelaufen sei. In den Akten befinde sich nicht einmal das Bestätigungsmail der Plattform SuisseMED@P über die erfolgreiche Vergabe de s Gutachtensauftrags. Entgegen dieser Auffassung befindet sich die E-Mail über die erfo lgreiche Vergabe des Gutachtensauf- trags sehr wohl in den Akten (IV-Akte, Dokument Nr. 85) . Auch anderweitig liegen keine Indi- zien vor, die die Vergabe des Gutachtensauftrags als unr echtmässig erscheinen liessen. Die Vergabe des Begutachtungsauftrages erfolgte vorliegen d gemäss dem Zuweisungssystem der SuisseMED@P. Damit ist das Verfahren bei der Vergabe de r MEDAS-Begutachtungsaufträge hinreichend transparent und die Vorgehensweise der IV-Stelle nicht zu beanstanden. 7.1 Schliesslich ist der Einwand des Beschwerdeführers zu pr üfen, das Gutachten bzw. das Teilgutachten von Dr. D.____ gebe keinen Aufschluss darüber, inwieweit die anhaltende Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht somatoforme Schmerzstörung gemäss der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. 7.2 Mit Leitentscheid vom 3. Juni 2015 hat das Bundesg ericht seine Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung von somatoformen Schmerzstörunge n und vergleichbaren psycho- somatischen Leiden revidiert und sich von der bisherigen Überwindbarkeitsvermutung verab- schiedet (BGE 141 V 281 ff.). Die Rechtsprechungsänderun g findet grundsätzlich auch auf lau- fende Verfahren wie auf das vorliegende Anwendung. Ei ne Einschränkung der Leistungsfähig- keit kann deshalb weiterhin nur anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer fachärztlich ein- wandfrei diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigung i st. Auch künftig wird der Rentenan- spruch – in Nachachtung der verfassungs- und gesetzmässigen V orgaben von Art. 8 und 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 (Rechts- gleichheit) und Art. 7 Abs. 2 ATSG (objektivierte Zumut barkeitsbeurteilung) – anhand eines normativen Prüfrasters beurteilt, und es braucht eine medizinische Evidenz, dass die Erwerbs- unfähigkeit aus objektiver Sicht eingeschränkt ist. Indes trägt das Bundesgericht der seit länge- rem namentlich aus medizinischer, aber auch aus juristisch er Sicht an der bisherigen Schmerz- rechtsprechung geäusserten Kritik Rechnung und hält an der Überwindbarkeitsvermutung nicht weiter fest. Anstelle des bisherigen Regel/Ausnahme-Mode lls tritt ein strukturiertes, normatives Prüfraster. In dessen Rahmen wird im Regelfall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindikatoren das tatsächlich erreichb are Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch beurteilt, indem gleichermassen den äussere n Belastungsfaktoren wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni 2015, 9C_899/2014, E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 7.3 Zwar hatten die Ärzte bereits bis anhin ihre Stell ungnahmen zur Arbeitsfähigkeit so substanziell wie möglich zu begründen, und es war für die ärztliche Plausibilitätsprüfung wichtig, in welchen Funktionen die versicherte Person eingeschränkt ist. Die diesbezüglichen Anforde- rungen hat das Bundesgericht aber nunmehr dahin gehend konkretisiert, dass aus den medizi- nischen Unterlagen genauer als bisher ersichtlich sein muss, welche funktionellen Ausfälle in Beruf und Alltag aus den versicherten Gesundheitsschäden resultieren. Diagnosestellung und – in der Folge – Invaliditätsbemessung haben somit stärker als bis anhin die entsprechenden Auswirkungen der diagnoserelevanten Befunde zu berücksichtigen. Medizinisch muss schlüssig begründet sein, inwiefern sich aus den funktionellen A usfällen bei objektivierter Zumutbarkeits- beurteilung anhand der Standardindikatoren eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergibt. Wo dies nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargeta n werden kann, trägt weiterhin die ma- teriell beweisbelastete versicherte Person die Folgen. Eine anhaltende somatoforme Schmerz- störung und vergleichbare Leiden können somit eine Inval idität begründen, sofern funktionelle Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlich en Anspruchsgrundlage im Einzel- fall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wider spruchsfrei mit zumindest überwiegen- der Wahrscheinlichkeit in einem anspruchserheblichen Au smass nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6). 7.4 Geht es darum, den medizinischen Sachverhalt im Licht e dieser neuen höchstrichterli- chen Schmerzrechtsprechung zu würdigen, so bleibt in i ntertemporalrechtlicher Hinsicht auf Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Folgendes hinzuweisen: Laut Bundesgericht verlieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten – wie das hier vorliegende Gut achten vom 16. Juli 2014 – nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamt haften Prüfung des Einzelfalls mit sei- nen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rüge n entscheidend, ob ein abschlies- sendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vo r Bundesrecht standhält. In sinn- gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogene n administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen I ndikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8 mit Hinweis). 7.5.1 Das Bundesgericht hat die massgeblichen Abklärunge n in zwei Bereiche eingeteilt: In einem ersten Teil sind unter dem Stichwort des funktion ellen Schweregrades drei Indikatoren- Komplexe zu klären, welche wiederum in weitere Indikato ren unterteilt sind. In einem zweiten Teil sind die Ergebnisse aus dem ersten Teil einer Konsistenzprüfung zu unterziehen. 7.5.2 Der erste Indikatoren-Komplex steht unter dem Ti tel “Gesundheitsschädigung“. Dabei stellt sich zunächst die Frage nach der Ausprägung der d iagnoserelevanten Befunde. Zu würdi- gen ist unter dem Aspekt der Schwere des Krankheitsgesc hehens, wie stark die Alltagsfunktio- nen beeinträchtigt sind und ob Hinweise auf Aggravation oder Simulation ersichtlich sind. Im orthopädischen Teilgutachten führte Dr. J.____ unter anderem aus, der Versicherte jammere konstant und aggraviere massiv. Das Ausmass der Schmerzen im linken Daumen respektive der linken oberen Extremität und die demonstrierten m assiven pathologischen Befunde dersel- ben, die sich allerdings je nach Situation normalisier t hätten, könnten bei unauffälligem radiolo- gischem Befund nicht objektiviert werden. Aus diesem Grun d resultiere aus diesen subjektiven Beschwerden keine Funktionseinschränkung. Dr. D.____ hi elt in seinem psychiatrischen Teil- gutachten fest, dass es sich bei der Angst und depressiven S törung gemischt um das Vorhan- densein von Angst und Depression in leichter bis mittlere r Ausprägung handle. Dr. K.____ er- kannte in seinem neurologischen Teilgutachten keine Funktionseinschränkungen. 7.5.3 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht d en Behandlungs- und Eingliede- rungserfolg. Dabei sind Verlauf und Ausgang der bisher durchgeführten Therapien und Einglie- derungsversuche zu würdigen, und es ist zu prüfen, ob di e therapeutischen Möglichkeiten aus- geschöpft wurden. Nach dem Unfall vom 31. Januar 2008 ist der Beschwerdefü hrer zwei Mal operativ behandelt worden. Danach hat er nochmals drei Monate auf dem Bau gearbeitet. Seither hat er nicht mehr gearbeitet, ist arbeitslos und bezieht Sozialhilfe. Sei nen eigenen Aussagen zufolge erachte er sich aufgrund der körperlichen Beschwerden und psychischen Verfassung als nicht mehr ar- beitsfähig. Er erhalte in unterschiedlichen Abständen, etwa einmal pro Woche bis einmal pro Monat, psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung, wobei er die Sprache der Thera- peutin nicht verstehe und daher ein Mitglied der Fami lie mitkommen und für ihn übersetzen müsse. Dr. D.____ führte im psychiatrischen Teilgutachten diesbezüglich aus, dass eine kon- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht sequente psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung, wenn möglich in der Mutter- sprache, kombiniert mit antidepressiver Medikation, zu emp fehlen sei. Nachdem bisher ambu- lante therapeutische Massnahmen wenig erfolgreich gewesen seien, sei eine teilstationäre oder stationäre psychiatrische, psychotherapeutische oder psychosom atische Behandlung zu emp- fehlen. Gemäss der medizinischen Aktenlage wurde der Be schwerdeführer bisher noch nicht stationär in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Unte r diesen Umständen scheinen die the- rapeutischen Optionen nicht ausgeschöpft zu sein. 7.5.4 Als weiterer Indikator zu würdigen sind die Komo rbiditäten. Der psychischen Komorbi- dität ist nach der neuen Praxis keine vorrangige Bedeut ung mehr einzuräumen, vielmehr sind auch körperliche Begleiterkrankungen zu würdigen. Der B eschwerdeführer leidet in psychiatri- scher Hinsicht mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer Angst und depressiven Störung gemischt sowie an einer kombinierten Persönlichkeitsstöru ng. Die diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung hat keine Auswirkung auf die A rbeitsfähigkeit. Körperliche Be- gleiterkrankungen konnten entweder nicht objektiviert werden oder wurden als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit qualifiziert. Vor diesem Hintergrund sind die Komorbiditäten als eher gering einzuschätzen. 7.5.5 Im zweiten, die Persönlichkeit betreffenden Ind ikatoren-Komplex wird nach der Persön- lichkeitsentwicklung und der Persönlichkeitsstruktur gefragt , und es sind die persönlichen Res- sourcen des Versicherten zu eruieren. Aus den gutachterlich en Ausführungen von Dr. D.____ geht hervor, dass der Beschwerdeführer bewusstseinsklar, örtlich, zeitlich, zur Person und Situ- ation ausreichend orientiert ist. Es finden sich keine Hinweise für inhaltliche Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Zwänge oder Ich-Störungen. Seine Beziehungsfähigkeit ist erhalten; neben der Partnerschaft zu seiner Ehefrau und der fami liären Beziehung zu seinen beiden Kin- dern pflegt er gelegentlich auch Kontakt zu seinen in der Schweiz lebenden Geschwistern. Dr. D.____ hält zudem fest, der Versicherte könne mit einer zumutbaren Willensanstrengung wieder eine berufliche Tätigkeit aufnehmen. Die persönlichen Ressourcen sind damit insgesamt noch umfassend genug erhalten, um einer Tätigkeit nachgehen zu können. 7.5.6 Im dritten Indikatoren-Komplex ist unter dem Ti tel „sozialer Kontext“ eine Abgrenzung der psychosozialen und soziokulturellen Faktoren vorzuneh men. Diese Faktoren bleiben als invaliditätsfremd unbeachtlich. Im vorliegenden Fall si nd gemäss Dr. D.____ vor allem Arbeits- losigkeit, finanzielle Belastungen, mangelnde Integrati on sowie fehlende Sprachbeherrschung als psychosoziale Faktoren mit Einfluss auf das Krankheitsg eschehen zu erheben. Ein Über- wiegen von psychosozialen Faktoren sei aber nicht anzunehmen. 7.5.7 Als weiteren Indikator nennt das Bundesgericht a uch in diesem Indikatoren-Komplex – wie im Indikatoren-Komplex der Persönlichkeit – die E ruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfelds. Beachtlich sind dabei die Verankerung u nd Vernetzung im sozialen Umfeld und die daraus mobilisierbaren Ressourcen. Der Beschwerde führer lebt zusammen mit seiner Ehefrau und seinem Sohn sowie der Schwiegertochter gem einsam in einer Mietwohnung. Im psychiatrischen Teilgutachten wird erwähnt, dass keine wesen tlichen Partnerprobleme bestün- den, obwohl es öfters zum Streit komme. Seine Ehefrau würde ihn unterstützen. Der Sohn un- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht terstütze ihn zudem in finanzieller Hinsicht. Der Versicherte habe Kontakte mit den Brüdern und Schwestern in der Schweiz, während er mit den Geschwiste rn im Ausland selten Kontakt habe. Er sei zuletzt vor drei Jahren im Heimatland gewesen und mit dem Flugzeug in Begleitung des Sohnes gereist. Er habe nur wenige Kontakte mit Kollegen oder Bekannten. Er halte sich viel in der Kirche auf und würde beten. Von seinem sozialen Um feld geht somit zweifellos eine starke Stütze aus. 7.6.1 Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslic h die „Konsistenzprüfung“ vorzuneh- men. Dabei ist zu prüfen, ob die vom Gutachter festgest ellten Auswirkungen auf die Leistungs- fähigkeit aufgrund des medizinisch festgestellten Gesundheitsschadens anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrschein lichkeit nachgewiesen sind. Ein wichtiger Indikator ist dabei die Frage, ob die diskuti erte Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit gleich ausgeprägt ist wie die Einschränkungen in den sonstigen Lebensbereichen. Ferner ist zu beachten, ob die versicherte Person Therapieangebote w ahrnimmt oder mögliche Behandlun- gen auslässt. 7.6.2 Der Beschwerdeführer verfolgt eine mehr oder we niger regelmässige Psychotherapie in Kombination mit einer psychopharmakologischen Medikation. Abgesehen davon beansprucht er keine weiteren Behandlungen oder Therapien. Subjektiv beklagt er jedoch starke Schmerzen insbesondere an der linken oberen Extremität und erachte t sich deshalb sowie auch wegen seiner psychischen Probleme als nicht mehr arbeitsfähig. Gemäss eigenen Angaben unter- nimmt der Versicherte auch im Alltag bzw. in der Freize it nicht viel; er gehe lediglich ab und zu ein bisschen spazieren oder Brot kaufen. Am meisten beschäftige er sich mit der Bibel und dem Beten in der Kirche. Aufgrund der erwähnten Indikator en ist aber insgesamt eine solch wesent- liche Einschränkung nicht plausibel, vielmehr sind noch be trächtliche Restressourcen erkenn- bar, welche mit Blick auf eine künftige Arbeitstätigkeit auch im Rahmen des Erwerbslebens verwertbar sein dürften. Die Einschränkungen des Beschwe rdeführers im Alltag stehen dem- nach nicht im Einklang mit der von den Gutachtern entspr echend veranschlagten, 80%igen Ar- beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Festzuhalten ist, dass in den medizinischen Akten mehrfach von Aggravation und Simulation durch den Ver sicherten die Rede ist. Die subjektiven Beschwerden sowie die eigenen Angaben des Beschwerdefüh rers bezüglich seines Alltags stimmen überein. Allerdings sind diese nicht mit den Diagnosestellungen und Beurteilungen der Gutachter vereinbar. 8. Gestützt auf die obigen Erwägungen ergibt sich, dass das polydisziplinäre Gutachten der C.____ GmbH, insbesondere das psychiatrische Teilgutach ten von Dr. D.____, genügend Aufschluss über die massgeblichen Indikatoren gibt. Die vo n den Gutachtern darin vorgenom- mene Zumutbarkeitsbeurteilung erweist sich auch in Wür digung der nach neuer Rechtspre- chung zu berücksichtigenden Indikatoren als überzeugend. Das fragliche Gutachten lässt mithin eine zuverlässige Beurteilung der verbleibenden Arbeits fähigkeit des Versicherten zu, weshalb auf allfällige zusätzliche Abklärungen verzichtet werden ka nn. Insgesamt resultiert in medizini- scher Hinsicht, dass der Beschwerdeführer in einer angep assten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig ist. Schliesslich ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalt en, dass es der IV-Stelle bzw. dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) in der Übergangsphase zur neuen Rechtsprechung erlaubt Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, lediglich eine Stellungnahme zur Indikatorenprüfu ng zu verfassen. Eine neue Begutachtung muss grundsätzlich nicht gemacht werden. Die RAD Stellun gnahme vom 28. September 2015 ist zudem vollständig und schlüssig. 9. Nach dem Gesagten steht fest, dass das polydisziplinäre Gutachten der C.____ vom 16. Juli 2014 eine zuverlässige Beurteilung des medizinisc hen Sachverhalts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es ist demnach davon auszugehen , dass dem Beschwerdeführer aufgrund der gestellten Diagnosen die Ausübung einer Verweistätigkeit (keine erhöhte emotio- nale Belastung, keine Stressbelastung, keine erforderlich e geistige Flexibilität, keine vermehr- ten Kundenkontakte, keine überdurchschnittliche Dauerbe lastung) im Umfang von 80% zumut- bar ist. Es besteht daher kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen. 10. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben bereits ausgeführt (vgl. E. 3.2 hier vor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invalidi- tätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Da der Beschwerdeführer die Berechnung des Invalidität sgrades beanstandet, ist nachfolgend der von der IV-Stelle vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen. 10.1.1 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielb aren Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgeben den Zeitpunkt nach dem Beweis- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b) als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkre t wie möglich zu erfolgen. Massge- bend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer ber uflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weite rentwicklung, soweit hierfür hinrei- chend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten geh abt hätte (BGE 96 V 29; ZAK 1985 S 635 E. 3a sowie RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 f. E. 3 b). Da im Gesundheitsfall erfahrungsge- mäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b am Ende; vgl. auch ZAK 1990 S. 519 E. 3c). 10.1.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist zu Recht unbestritten, dass dieses unter Beizug der Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruktu rerhebung (LSE) zu bestimmen ist. Die IV-Stelle stellte dabei auf den Tabellenlohn vo n Fr. 5‘310.-- gemäss Tabelle TA 1, Bauge- werbe, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte M änner, basierend auf 40 Wochen- stunden (LSE 2010) ab. Nach Anpassung dieses Betrages an d ie Nominallohnentwicklung von 2.2% (Jahre 2011-2013) und Umrechnung auf die betrieb sübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden ermittelte sie ein Jahreseinkommen von Fr. 67‘564.--. 10.2.1 Gestützt auf die Ergebnisse der Abklärungen, welch e dem Beschwerdeführer aus me- dizinischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit ei ne Arbeitsfähigkeit von 80% attestier- ten, ging die IV-Stelle bei der Ermittlung des Inva lideneinkommens von einem jährlichen Ein- kommen von Fr. 45‘295.-- aus. Sie stützte sich dabei a uf den Tabellenlohn von Fr. 4‘901.-- ge- mäss TA 1, Privater Sektor, Anforderungsniveau des Arbei tsplatzes 4, Spalte Männer (LSE Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2010). Diesen rechnete sie nach Anpassung des Betrages an die Nominallohnentwicklung von 2.6% (Jahre 2011-2013) auf die betriebsübliche wöchentl iche Arbeitszeit von 41.7 Stunden um. Der Beschwerdeführer beanstandet diesbezüglich, dass be im Valideneinkommen mit einer wö- chentlichen Arbeitszeit von nur 41.5 Stunden gerechnet werde, während beim Invalidenein- kommen eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden herangezogen werde. Dazu ist festzu- halten, dass beim Valideneinkommen auf das Baugewerbe und beim Invalideneinkommen auf den Privaten Sektor abgestellt wurde. Gemäss der Statist ik der betriebsüblichen Arbeitszeit (BUA) des Bundesamts für Statistik (BFS) weisen diese beiden verschiedenen Wirtschaftszwei- ge die obgenannten unterschiedlichen betriebsüblichen w öchentlichen Arbeitszeiten auf. Vor diesem Hintergrund sind die Berechnungen der Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden. 10.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo n statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche u nd berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe h aben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Ein Abzug hat jedoch nicht automatisch, sondern nur dann zu erfolgen, wenn im Ein- zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch a uf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 80 E. 5b/aa in fine). Besteht Anlass für einen Abzug, so ist dieser unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Er d arf 25% nicht übersteigen (BGE 135 V 301 E. 5.2, 126 V 80 E. 5b/bb-cc). Die Ein schätzung des leidensbedingten Abzugs ist eine Ermessensentscheidung. Bei deren Überprüfung ka nn es nicht darum gehen, dass das Kantonsgericht als kontrollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Es geht vielmehr um die Frage, ob de r zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzi- pien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zwe ckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es mu ss sich somit auf Gegebenheiten abstüt- zen können, welche seine abweichende Ermessensausübung a ls naheliegend erscheinen las- sen (vgl. BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis). 10.2.3 Vorliegend hat die IV-Stelle einen Abzug vom T abellenlohn von 10% vorgenommen. Der Beschwerdeführer macht geltend, die IV-Stelle hä tte ihm aufgrund seiner leidensbedingten Einschränkungen einen Abzug vom Tabellenlohn von mindestens 20% zubilligen müssen. 10.2.4 Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers wird die Tatsache, dass er keine feinmotorischen Tätigkeiten und auch keine körperlich schwe r belastenden Tätigkeiten mehr ausüben kann, bereits im Anforderungsprofil der zumutb aren Verweistätigkeit bzw. in der 20%igen Arbeitsunfähigkeit gewürdigt. Der Umstand, da ss der Versicherte nur noch in einem 80%igen Pensum arbeiten kann, wurde von der Beschwerde gegnerin mittels eines sogenann- ten „Teilzeitabzugs“ bereits in den 10%igen Abzug einb ezogen. Im Anforderungsniveau 4 ver- mögen sodann weder das Alter noch die Nationalität d es Beschwerdeführers einen leidensbe- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht dingten Abzug zu rechtfertigen. Weitere Kriterien, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtferti- gen würden, sind vorliegend nicht ersichtlich. Vor diese m Hintergrund gibt es keinen Anlass, in das Ermessen der Vorinstanz einzugreifen. 11. Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkom men von Fr. 45‘295.-- dem Valideneinkommen von Fr. 67‘564.-- gegenüber, so erg ibt dies eine Einkommenseinbusse von Fr. 22‘269.--. Daraus resultiert ein Invaliditätsgrad von 33%. Die IV-Stelle hat den Rentenan- spruch des Versicherten in der angefochtenen Verfügung v om 18. Februar 2015 demnach zu Recht verneint. 12. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, er erreiche den Umschulungsinvali- ditätsgrad von praxisgemäss mindestens 20%. Die IV-Ste lle habe sich trotzdem jahrelang nicht um seine Umschulung bzw. Wiedereingliederung gekümmert. Die beruflichen Massnahmen hätten vor der Begutachtung durchgeführt werden müssen. Der Auffassung des Beschwerde- führers kann aus nachstehenden Gründen nicht gefolgt wer den. In den IV-Akten, im Dokument Nr. 15, befindet sich ein „Abschlussbericht der beruflichen Massnahmen“. Darin wurde festge- halten, dass der Versicherte am 30. Juni 2010 mit seiner Schwiegertochter zum Erstgespräch ins Kiebitz (Verein zur Förderung beruflicher Neuorient ierung) gekommen sei. Er habe ausge- sagt, dass er sich zu 100% arbeitsunfähig fühle und nicht arbeiten könne. Die Arbeitsvermitt- lung und das Kiebitz hätten über die Möglichkeiten und Angebote informiert. Der Beschwerde- führer sei bei seinem Entscheid geblieben und habe sich während des ganzen Gespräches sehr schmerz- und rentenorientiert verhalten. Als Fazit schloss die Integrationsberaterin, dass der Versicherte sich subjektiv zu 100% arbeitsunfähig fühl e. Aufgrund seiner Krankheitsüber- zeugung würde eine Anstellung in der freien Wirtschaft bereits bei einem Vorstellungsgespräch bei einem möglichen Arbeitgeber scheitern. Unter diese n Umständen sei eine Arbeitsvermitt- lung nicht möglich. Mit Mitteilung vom 12. August 2010 wurden die beruflichen Massnahmen sodann abgeschlossen. Mit der Beschwerdegegnerin ist zude m darauf hinzuweisen, dass mit Verfügung vom 13. September 2013 der Rentenanspruch aufgrund eines IV-Grades von 17% abgelehnt wurde. Erst mit Verfügung vom 18. Februar 2 015 wurde gestützt auf die neuen Er- kenntnisse des Gutachtens vom 16. Juli 2014 ein grundsätzlich anspruchsbegründender Invali- ditätsgrad von 33% festgestellt. Im Gutachten wird schl iesslich auch mehrfach erwähnt, dass sich der Beschwerdeführer selbst als nicht arbeitsfähig ei nschätze. An der heutigen Parteiver- handlung bejahte der Versicherte jedoch sein Interesse a n einer Umschulung bzw. Wiederein- gliederung. Unter diesen Umständen ist abschliessend auf die Vernehmlassung der der IV- Stelle hinzuweisen, wonach es dem Beschwerdeführer sel bstverständlich jederzeit freistehe, ein neues entsprechendes Leistungsgesuch einzureichen. 13. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die IV-Stel le in der angefochtenen Ver- fügung vom 18. Februar 2015 zu Recht auf das Gutachten der C.____ GmbH vom 16. Juli 2014 gestützt hat. Ausserdem ist der von der Beschwerdegegner in vorgenommene Einkommensver- gleich nicht zu bemängeln. Das darauf beruhende Ergebn is, wonach der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine IV-Rente hat, ist daher nicht zu beanstanden. Die Beschwerde des Versicherten vom 23. März 2015 erweist sich unter diesen Umständen als unbegründet, wes- halb sie abzuweisen ist. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht 14.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 20. April 2015 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 14.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 20. April 2015 die unentgeltliche Verbei- ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Ta rifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honora r bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwer deführers hat in seiner Honorarnote vom 18. April 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 16 Stunden und 25,2 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 182.80 gel tend gemacht. In seiner anlässlich der heutigen Parteiverhandlung eingereichten Kostennote vom 2. Juni 2016 weist er weiter Leistun- gen im Umfang von 5 Stunden und 8,4 Minuten sowie Ausl agen im Betrag von Fr. 73.40 aus. Daraus resultiert insgesamt ein Zeitaufwand von 21 St unden und 33,6 Minuten sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 256.20. Zu beachten ist, dass die K osten für die Hin- und Rückfahrt vor dem Kantonsgericht praxisgemäss nicht entschädigt werden . Demzufolge ergeben sich zu ver- gütende Auslagen in der Höhe von Fr. 187.80 (Fr. 256. 20 - Fr. 68.40) und ein verbleibender Zeitaufwand von 20 Stunden und 45,6 Minuten (21 Stunden und 33,6 Minuten – 48 Minuten). In Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfra gen erweist sich dies als angemes- sen. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘687.-- (inkl. Spesen von Fr. 187.80 und 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 14.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 4‘687.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Gerichts- kasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde vom Versicherten am 14. September 2016 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_632/2016 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht