Kantonsgericht Schwyz Urteil vom 7. November 2022 ZK1 2021 11 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident lic. iur. Stefan Weber, Kantonsrichter Pius Schuler, Jörg Meister, Josef Reichlin und lic. iur. Jeannette Soro, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch. In Sachen 1. A.________, 2. B.________, 3. C.________, 4. D.________, Kläger und Berufungsführer, vertr. durch E.________, vertreten durch Rechtsanwalt F.________, gegen 1. G.________, 2. H.________, Beklagte und Berufungsgegnerinnen, vertreten durch Rechtsanwalt I.________, betreffend Erbteilung (Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 28. Dezember 2020, ZGO 2018 7);- hat die 1. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben: A. Am 30. Januar 2006 vereinbarten die durch N.________ sen. vertretene O.________ AG, P.________, die durch Q.________ vertretene R.________ AG und die wiederum durch N.________ sen. vertretene Pensionskasse der O.________ AG, 3‘900 auf die O.________ AG lautende Aktien der R.________ AG zu Preis von Fr. 1.00 an P.________ zu verkaufen und den Verkauf durch die Übergabe der blanko indossierten entsprechenden Aktien- zertifikate Nr. 7 und 9 zu vollziehen (BB 20). Laut Protokoll der Verwaltungs- rats-Sitzung vom gleichen Tag nimmt die R.________ AG in Anwesenheit des Geschäftsführers Q.________ von dieser Vereinbarung betreffend Erwerb der Aktien durch P.________ Kenntnis und stimmt dem Kauf zu (BB 21). B. Die Eltern P.________ und G.________ schlossen mit ihren Nachkom- men G.________, H.________ und Q.________ am 9. April 2008 einen öf- fentlich beurkundeten Erbvertrag, um die dereinstige Erbteilung beim Tod ei- nes Ehegatten bzw. Elternteils lebzeitig zu regeln und der vorgesehenen leb- zeitigen Unternehmensnachfolge mit den entsprechenden Bedingungen erb- rechtlich zuzustimmen (KB 11). Die Vertragspartner stimmten folgender Un- ternehmensnachfolge zu (KB 11 Ziff. 4): Der Vater P.________ (Urkundspartei Ziff. 1) wurde im Jahr 2007 Ei- gentümer von 97.5 % der Aktien der R.________ AG. Zudem ist er Ei- gentümer von 100 % des Aktienkapitals der T.________ AG. Zur Sicherung der operativen und auch der eigentumsmässigen Unter- nehmernachfolge bezüglich den genannten im Eigentum des Vaters ste- henden Aktien hat P.________ seinem Sohn Q.________ (Urkundspartei Ziff. 5) rückwirkend per 30. Dezember 2007 diese Aktien unentgeltlich im Sinne einer Schenkung, jedoch mit der Belastung der umschriebenen Nutzniessung zu Gunsten von P.________ und G.________ an den Akti- en der T.________ AG zu Eigentum übertragen. [Regelung der Nutzniessung Aktien T.________ AG]. Die obgenannte Regelung ist im Aktienabtretungsvertrag zwischen den Eltern und Q.________ schriftlich vereinbart worden.Kantonsgericht Schwyz 3 Die Parteien Ziff. 1-5 erklären, dass sie die genannte Vereinbarung ken- nen, verstanden haben und vollumfänglich akzeptieren. Die Parteien halten fest, dass in Anbetracht der vereinbarten Nutznies- sung seitens Q.________ dereinst bei der Erbteilung des zweitverster- benden Elternteiles lediglich der hiermit fix festgelegte Wert von Fr. 823‘000.00 (achthundertdreiundzwanzigtausend) zuzüglich der allfäl- ligen mit 85 % bewerteten Differenz zwischen dem maximalen Nutznies- sungswert und den tatsächlich seitens der Eltern bereits erhaltenen Er- trägen aus dem Nutzniessungsvermögen für die schenkungsweise mit der umschriebenen Nutzniessung belasteten Aktien der beiden Unter- nehmen als Erbvorbezug sich anzurechnen hat. Weitergehende Anrechnungs- oder Ausgleichungspflichten des Aktienü- bernehmers werden durch alle Parteien hiermit ausgeschlossen. Dieser genannte Anrechnungswert wird durch die Parteien für die erbrechtliche Bewertung als ausschliesslich massgeblich und verbindlich festgelegt. Die Parteien und namentlich die Mutter sowie die beiden Schwestern des Unternehmernachfolgers erklären hiermit in Kenntnis der erbrechtlichen Grundlagen, den vereinbarten Anrechnungswert unter Einbezug der um- schriebenen Nutzniessung ausdrücklich ihre Zustimmung und den Ver- zicht auf Pflichtteilsschutz für allfällig mit dieser Regelung eintretenden fi- nanziellen Begünstigungen des Sohnes bzw. Bruders Q.________. Die- ser erklärt als Aktienübernehmer seinerseits, diesen Anrechnungswert und die umschriebene Nutzniessung als richtig zu akzeptieren, so dass eine allfällige finanzielle Benachteiligung erbrechtlich von ihm nicht ange- fochten werden kann (erbrechtliche Zustimmung und Verzicht auf Pflicht- teilsschutz). Die Parteien sind sich bewusst, dass mit Unterzeichnung dieses Erbver- trages keine andere Bewertung, keine anderen Bewertungsgrundsätze oder keine andere Bewertungsbasis zur Berechnung des Unterneh- menswertes und damit der Berechnung der Anrechnungswerte und somit der Erbanteile sowie der Pflichtteilsansprüche geltend gemacht werden können. Allfällige gegenüber der getroffenen Regelung anfallenden Wert- steigerungen oder Wertverminderungen an den Aktien gehen aussch- liesslich zu Gunsten bzw. zu Lasten des Unternehmensnachfolgers. Ziff. 6 des Erbvertrages „Anfechtung des vorliegenden Erbvertrages, bisherige letztwillige Verfügungen“ lautet: Die Ehegatten und die drei Nachkommen erklären aus freiem Willen, dass sie für sich und ihre Rechtsnachfolger auf ihr Pflichtteilsrecht, soweit dieses durch die vorgenannte Begünstigung des überlebenden Ehegat- ten/Elternteiles oder zufolge der Regeln und der Wertbestimmung für die Unternehmensnachfolge verletzt wird, ausdrücklich verzichten. Sie sind sich zudem bewusst und damit einverstanden, dass durch diese Ver- zichtserklärung jegliche Herabsetzungsklage ausgeschlossen wird.Kantonsgericht Schwyz 4 Sofern eine der Urkundsparteien oder ein sonstiger Erbe den vorliegen- den Erbvertrag erbrechtlich aus irgendeinem Grund klage- oder einrede- weise anfechten sollte, gilt er als auf den Pflichtteil gesetzt. Zudem wird für diesen Fall festgehalten, dass der oder die anfechtenden Erben nur Anspruch auf Abfindung seines bzw. ihres Pflichtteiles in Geldwerten ha- ben und keine sonstigen Vermögenswerte in natura zuzuweisen sind. Die durch eine allfällige Pflichtteilssetzung frei werdenden Quoten werden an- teilsmässig auf die übrigen, an der Anfechtung nicht als klagende Partei- en teilnehmenden gesetzlichen Erben verteilt. B.a Ebenfalls am 9. April 2008 trat P.________ die in seinem Eigentum ste- henden 3‘900 Namenaktien der R.________ AG (97.5 %) und mit einer Nutz- niessung belasteten 100 Inhaberaktien der T.________ AG unentgeltlich sei- nem Sohn ab, der nun mit den bereits ihm gehörenden 100 Aktien der R.________ AG Alleinaktionär beider Gesellschaften wurde (BB 22). B.b Mit öffentlich beurkundeter letztwilliger Verfügung vom 19. Dezember 2012 widerrief der inzwischen verwitwete P.________ alle früheren letztwilli- gen Verfügungen, bekräftigte indes den im Wortlaut nochmals zitierten Erbver- trag vom 9. April 2008 und setzte die Nachkommen seines vorverstorbenen Sohnes auf den Pflichtteil (KB 16). C. P.________ verstarb am ________ und hinterliess laut Erbbescheini- gung vom 17. November 2016 (KB 3) als gesetzliche Erben seine beiden Töchter und die Nachkommen seines vorverstorbenen Sohnes. Nach Durch- führung des per 1. Oktober 2017 rechtshängigen Schlichtungsverfahrens (KB 5 Klagebewilligung vom 18. Dezember 2017) klagten die Nachkommen des vorverstorbenen Sohnes vertreten durch die Witwe und Mutter am 18. April 2018 gegen die beiden Töchter des Erblassers und stellten dem Be- zirksgericht Schwyz folgende Anträge: 1. Es sei festzustellen, dass Ziff. 4 des Erbvertrages vom 9. April 2008 und die sich darauf beziehenden Vertragspassagen unver- bindlich sind. 2. Es sei der Nachlass des am ________ verstorbenen P.________ festzustellen.Kantonsgericht Schwyz 5 3. Es sei festzustellen, dass der Pflichtteil der Kläger an diesem Nachlass je 1/16, mithin gesamthaft 1/4 beträgt. 4. [Verpflichtung der Beklagten zur Auskunftserteilung]. 5. Es sei der Nachlass des am ________ verstorbenen P.________ zu teilen. Zu diesem Zweck sei der Teilungswert des Gesamtnach- lasses unter Hinzurechnung der ausgleichungspflichtigen oder der Herabsetzung unterliegenden lebzeitigen Zuwendungen festzustel- len, soweit erforderlich durch Einholung von Bewertungsgutachten. 6. Es seien die Zuwendungen an die Beklagten proportional auf jenen Bruchteil ihres Werts herabzusetzen, der den Klägern ihre vollen Pflichtteile von je 1/16 bzw. gesamthaft einem Viertel der Pflicht- teilsberechnungsmasse verschafft. 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) unter soli- darischer Haftbarkeit zu Lasten der Beklagten. Die Beklagten verlangten mit Klageantwort, die Klageanträge Ziff. 1, 4, 6, und 7 abzuweisen, den Nachlass sowie ihre Berechtigung von je 3/8 daran festzu- stellen und diesen zu teilen, ihnen das Grundstück Nr. xx in Schwyz in teilwei- ser Abgeltung ihres Erbanspruchs zu je 1/2 Miteigentum zuzuweisen und die Kläger zur Auskunftserteilung zu verpflichten (Vi-act. 10). Im zweiten Schrif- tenwechsel änderten die Kläger ihre Klage bezüglich des Informationsbegeh- rens und passten die Rechtsbegehren an die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Erbteilung (BGE 143 III 425) an (dazu vgl. angef. Urteil lit. H und I sowie Vi-act. 50): 7. Es seien dazu 16 (sechzehn) gleichwertige Lose zu bilden. 8. Nach erfolgter Losbildung sei das Verfahren für eine (auf gemein- sames Begehren erstreckbare) Frist von 6 Monaten zu sistieren, um den Parteien Gelegenheit für eine partielle oder umfassende Einigung mit allfällig abweichender Losbildung und/oder definitiver Zuteilung von Nachlassobjekten zu gewähren. 9. Nach Ablauf dieser Frist seien die vom Gericht gebildeten (bzw. von den Parteien gemäss Rechtsbegehren […] hiervor allen- falls angepassten) Lose durch Zufall (bzw. gemäss Wünschen der Parteien gemäss Rechtsbegehren Nr. 8 hiervor) zu ziehen und durch gerichtliches Urteil den Parteien zuzuweisen. 10. [Eventualiter Versteigerung, subeventualiter öffentliche Versteige- rung].Kantonsgericht Schwyz 6 11. Subeventualiter zu den Rechtsbegehren Nrn. 7-10 hiervor sei die Teilung nach Ermessen des Gerichts vorzunehmen. 12. Sofern zur Deckung der Ausgleichungsansprüche, eventualiter der Herabsetzungsansprüche, der Kläger im Nachlass nicht genügend Mittel vorhanden sind, seien die Beklagten zu verpflichten, den Klägern den durch den Nachlass nicht gedeckten Betrag zu zahlen nebst Zins zu 5 % seit 28. September 2017. 13. [entspricht Ziff. 7 der Klage]. Entsprechend variierten die Beklagten ihre Rechtsbegehren in der Duplik und verlangten die Abweisung der klägerischen Anträge Ziff. 1, 4 und 6-13 sowie den Klägern einen Teil der Darlehensforderung gegenüber der J.________ AG, eventualiter nach ihrer Wahl Barmittel, Wertschriften in Abgeltung ihrer Pflichtteilsansprüche zuzusprechen (angef. Urteil lit. J sowie Vi-act. 58). Mit Teilurteil vom 14. April 2020 entschied das Bezirksgericht über die Informati- onsbegehren und weitere Editionsbegehren (Vi-act. 83). Anlässlich der Haupt- verhandlung befragte das Gericht die Mutter der Kläger. D. Mit Urteil vom 18. Dezember 2020 erkannte das Bezirksgericht: 1. Es wird festgestellt, dass sich der Nachlass von P.________ wie folgt zusammensetzt [Positionen a-h, Total Nachlass Fr. 2‘645‘461.00]. 2. Es wird festgestellt, dass die Parteien wie folgt am Nachlass von P.________ gemäss Dispositiv-Ziff. 1 erbberechtigt sind: a) Kläger 1 bis 4: je 1/16 (ein Sechzehntel) b) Beklagten 1 und 2: je 3/8 (drei Achtel) 3. Den Klägern 1 bis 4 wird – unter Berücksichtigung der Vorempfän- ge – je ein Anteil am U.________ (Bank I) Portfolio Konto Nr. yy im Wert von Fr. 35‘513.70 zum Alleineigentum zugewiesen. 4. a) Den Beklagten 1 und 2 wird – unter Berücksichtigung der Vorempfänge – die Liegenschaft V.________strasse zz, 6430 Schwyz, (GB Nr. xx, Gemeinde Schwyz) zu einem An- rechnungswert von je Fr. 572‘500.00 zu hälftigem Miteigen- tum zugewiesen. Die Liegenschaft ist unbelastet. b) [Anweisungen an das Grundbuchamt unter Kostenfolgen zu Lasten der Beklagten 1 und 2].Kantonsgericht Schwyz 7 5. Der Beklagten 1 werden – unter Berücksichtigung der Vorempfän- ge – die Darlehenszinsen bzw. die Mietzinseinnahmen im Wert von Fr. 15‘118.00 (Nettobetrag abzüglich der Nachlasspassiven der of- fenen Liegenschaftsunterhaltskosten von Fr. 8‘741.25 und der Kosten der Willensvollstreckung von Fr. 701.00), die Herrenuhren im Wert von Fr. 150.00, die Darlehensforderung gegenüber der J.________ AG im Wert von Fr. 320‘000.00 und ein Anteil am U.________ (Bank I) Portfolio Konto Nr. yy im Wert von Fr. 331‘434.60 zu Alleineigentum zugewiesen. 6. Der Beklagten 2 werden – unter Berücksichtigung der Vorempfän- ge – das übrige Mobiliar im Wert von Fr. 300.00, das Aquarell im Wert von Fr. 100.00 und ein Anteil am U.________ (Bank I) Portfo- lio Konto Nr. yy im Wert von Fr. 691‘303.60 zu Alleineigentum zu- gewiesen. 7. Die weiteren Begehren der Parteien werden abgewiesen. 8.-11. [Kosten- und Entschädigungsfolgen zu einem Viertel den Beklag- ten und zu drei Viertel den Klägern auferlegt, Rechtsmittel und Zu- fertigung]. E. Mit rechtzeitiger Berufung vom 3. Februar 2021 beantragen die Kläger dem Kantonsgericht die Aufhebung des Urteils des Bezirksgerichts und in Ziff. 2 was folgt: a) Es sei festzustellen, dass Ziff. 4 des Erbvertrages vom 9. April 2008 und die sich darauf beziehenden Vertragspassagen unver- bindlich sind. b) Es sei der Nachlass des am ________ verstorbenen P.________ festzustellen. c) Es sei festzustellen, dass der Pflichtteil der Kläger an diesem Nachlass je 1/16, mithin gesamthaft 1/4 (einen Viertel) beträgt. d) Es sei der Nachlass des am ________ verstorbenen P.________ zu teilen. e) Zu diesem Zweck sei der Teilungswert des Gesamtnachlasses un- ter Hinzurechnung der ausgleichungspflichtigen oder der Herab- setzung unterliegenden lebzeitigen Zuwendungen festzustellen, soweit erforderlich durch Einholung von Bewertungsgutachten. f) Es seien dazu 16 (sechzehn) gleichwertige Lose zu bilden. g) Nach erfolgter Losbildung sei das Verfahren für eine (auf gemein- sames Begehren erstreckbare) Frist von 6 Monaten zu sistieren, um den Parteien Gelegenheit für eine partielle oder umfassende Kantonsgericht Schwyz 8 Einigung mit allfällig abweichender Losbildung und/oder definitiver Zuteilung von Nachlassobjekten zu gewähren. h) Nach Ablauf dieser Frist seien die vom Gericht gebildeten (bzw. von den Parteien gemäss Rechtsbegehren Nr. 2g hiervor al- lenfalls angepassten) Lose durch Zufall (bzw. gemäss Wünschen der Parteien gemäss Rechtsbegehren Nr. 2g hiervor) zu ziehen und durch gerichtliches Urteil den Parteien zuzuweisen. i) [Eventualiter Versteigerung, subeventualiter öffentliche Versteige- rung]. j) Subeventualiter zu den Rechtsbegehren Nrn. 2f-i hiervor sei die Teilung nach Ermessen des Gerichts vorzunehmen. Eventuell sei die Sache zur Durchführung bzw. Ergänzung des Beweisverfah- rens und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 3). Die Beklagten beantworteten die Berufung. Sie verlangen, die Berufung vollum- fänglich abzuweisen (KG-act. 7). Zur Berufungsantwort nahmen die Kläger Stellung (KG-act. 9), wozu sich die Kläger nochmals vernehmen liessen (KG- act. 13). Die Parteien äusserten sich in der Folge zu weiteren Noven (KG- act. 15, 19 und 21);- und in Erwägung: 1. Das Thema des dem ersten Klageantrag entsprechenden Berufungsan- trags Ziff. 2.a erachtete das Bezirksgericht als Frage mit der gewichtigsten Auswirkung auf das Ergebnis der Erbteilung und ging darauf in einem ersten Teil seines Urteils gesondert ein (vgl. angef. Urteil E. II/1 S. 9 unten sowie in der Sache E. II/2 S. 10-43). Dieses Begehren, die vierte Ziffer des Erbvertra- ges vom 9. April 2008 und die sich darauf beziehenden Vertragspassagen antragsgemäss als „unverbindlich“ festzustellen, ist ein für die Erbteilung präjudizielles Begehren. Es tritt vorliegend in Klagehäufung zu den Begehren betreffend die Erbteilung hinzu (Weibel, Erbrecht PK, 4. A. 2019, Art. 604 ZGB N 27 m.H., Wolf/Brazerol, AJP 11/2016 S. 1434), sei es in Bezug auf den Erb-Kantonsgericht Schwyz 9 lasser als erbrechtliche Ungültigkeitsklage, sei es in Bezug auf den vorver- storbenen Erben Q.________ als Klage wegen Unverbindlichkeit der entspre- chenden erbvertraglichen Regelungen wegen Irrtums (Art. 23 ff. OR). Diese Klagen bedürfen jeweils eines besonderen Klagebegehrens, da sie nicht in der allgemeinen Teilungsklage enthalten sind (EGV-SZ 2010 A 3.3 E. 4.c m.H.). Indes ist vorliegend zunächst zu prüfen, wie es sich mit den Berufungs- anträgen verhält, welche die Erbteilung betreffen. 2. Jeder Miterbe kann zu beliebiger Zeit die Teilung der Erbschaft verlan- gen, soweit er nicht durch Vertrag oder Vorschrift des Gesetzes zur Gemein- schaft verpflichtet ist (Art. 604 Abs. 1 ZGB). a) Der Anspruch aus Art. 604 Abs. 1 ZGB geht, Teilungsvorschriften des Erblassers vorbehalten, nur auf Vornahme der Teilung, nicht auch auf Zuwei- sung bestimmter Objekte, denn die Erben haben bei der Teilung gemäss Art. 610 Abs. 1 ZGB alle den gleichen (abstrakten) Anspruch auf die Ge- genstände der Erbschaft (BGE 143 III 425 E. 5.3). In prozessualer Hinsicht genügen daher die Begehren, den Nachlass aufgrund entsprechender Be- hauptungen und Beweisanträge festzustellen, die Erbteile festzusetzen und den Nachlass zu teilen, sowie Sachvorbringen, aus denen wenigstens sinn- gemäss hervorgeht, welche Feststellungen zu treffen sind und wie zu teilen ist. Das Prozessrecht darf deshalb weder die Aufstellung eines genauen Tei- lungsplans voraussetzen noch mehr als die gegenständliche Umschreibung des Nachlasses verlangen (BGer 5A_844/2021 vom 25. Mai 2022 E. 3.4 m.H.). Der Erbteilungsprozess wird jedoch durch die Dispositionsmaxime be- herrscht (BGE 143 III 425 E. 4.7 m.H.). Abstrakte Rechtsbegehren um Vor- nahme der Erbteilung sind daher immer dann zulässig, wenn es Klägern nicht möglich ist, konkrete Anträge zu stellen (Wolf/Brazerol, AJP 11/2016 S. 1436 f.).Kantonsgericht Schwyz 10 b) Das Erbteilungsgericht muss den Nachlass und die Erbteile der Partei- en, namentlich auch diejenigen die aufgrund der Einrede der Ungültigkeit oder Herabsatzbarkeit einer Verfügung von Todes wegen umstritten sind, vorfra- geweise feststellen (Weibel, a.a.O., Art. 604 ZGB N 34 f.). Das Gestaltungsur- teil hat dinglich-absolute Wirkung und stellt unmittelbar Alleineigentum des Erben über die ihm zugewiesenen Erbschaftsgegenstände her (ebd. N 44; Wolf/Brazerol, AJP 11/2016 S. 1442). Im Rechtsmittelverfahren müssen auf jeden Fall konkrete Anträge über die Art der Teilung gestellt werden. Es kann nicht einfach beantragt werden, der Nachlass sei festzustellen und zu teilen (Weibel, ebd., N 43 m.H.; vgl. auch ZK1 2014 55 vom 15. März 2016 E. 2.b m.H.). Gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung bei der Rechtsmittel- instanz schriftlich und begründet einzureichen. Die Berufungseingabe muss Anträge enthalten (BGE 137 III 617 E. 4.2.2 sowie Art. 219 i.V.m. Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO, da Art. 311 Abs. 1 ZPO nichts anderes bestimmt). Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es (unabhängig von der an- wendbaren Verfahrensmaxime) im Falle der Gutheissung der Klage unverän- dert zum Urteil erhoben werden kann (ebd. E. 4.3; ZK1 2021 17 vom 4. No- vember 2021 E. 3 m.H.; zum Bestimmungsgebot im Allgemeinen vgl. auch Antognini, Die Teilungsklage des schweizerischen Erbrechts, N 397 ff.). aa) Ob vorliegend die erstinstanzlichen, die Erbteilung betreffenden Rechts- begehren hinreichend sind (kritisch dazu etwa Weibel, a.a.O., Art. 604 N 30 ff.), kann hier offengelassen werden, weil die Parteien dies im Beru- fungsverfahren nicht infrage stellen. Ebenfalls braucht nicht näher auf die erst- instanzliche Losbildung ohne Konsultation der Parteien eingegangen zu wer- den. Zwar beantragen die Berufungsführer in Aufhebung des angefochtenen Urteils die Bildung von 16 Losen (Berufungsantrag 2.f), die Sistierung des Ver- fahrens (2.g) und die Losziehung (2.h), eventualiter die Versteigerung (2.i) sowie subeventualiter Teilung durch das Gericht nach Ermessen (2.j, dazu noch unten lit. bb). Sie unterlassen es aber die vorinstanzliche Verfahrenswei- se inhaltlich zu kritisieren und ihre wiederholten diesbezüglichen erstinstanzli-Kantonsgericht Schwyz 11 chen Anträge hinreichend zu begründen, weshalb insofern auf die Berufung nicht einzutreten ist. Im Rechtsmittelverfahren ist mithin kein Losbildungsver- fahren mehr durchzuführen und unbestritten, dass den Klägern ein Anteil am nachlassgegenständlichen Bankkonto (angef. Urteil Disp-Ziff. 1.a) zuzuspre- chen ist. Die Abstraktheit des Teilungsklagerechts als Grund für eine Abwei- chung vom Bestimmtheitsgebot (dazu vgl. a.a.O., N 450) entfällt mithin in vor- liegendem Berufungsverfahren (näher unten lit. bb). Es bleibt mithin nicht mehr die Mitwirkungsweise der Parteien an der Erbteilung, sondern nurmehr die vorinstanzlichen Werte der Nachlassgegenstände sowie die sich daraus ergebende Berechnung des jeweilig unbestrittenen zugewiesenen Anteils der Kläger am Bankkonto (angef. Urteil Disp.-Ziff. 1.a) zu prüfen. bb) Zwar hielt das Bundesgericht neulich in einem Fall fest, dass auch für das Berufungsverfahren weder die Aufstellung eines genauen Teilungsplans noch mehr verlangt werden kann, als die gegenständliche Umschreibung des Nachlasses (BGer 5A_844/2021 vom 25. Mai 2022 E. 3.5). Im Unterschied zu diesem Fall stellen die Berufungsführer vorliegend überhaupt keine bezifferten Anträge und lassen unbestritten, dass ihnen Anteile am Bankkonto des Nach- lasses zugewiesen werden (vgl. aa). Soweit mithin die Kläger mit der Beru- fung die Werte der Nachlassgegenstände, namentlich den vorinstanzlich fest- gelegten Saldo des Bankkontos, an welchen sie einen Anteil zugewiesen er- halten haben, die Anrechnungswerte der Liegenschaften und den Einbezug der lebzeitigen Zuwendungen vor dem Abschluss des Erbvertrages in die Pflichtteilsberechnungsmasse rügen, ist es ihnen zumutbar unter Bezugnah- me auf die entsprechenden Dispositivziffern des angefochtenen Urteils kon- kret beziffert zu beantragen, inwiefern die vorinstanzlichen Festlegungen des Nachlasses und die ihnen daraus resultierenden Guthaben der ihnen zuge- wiesenen Anteile am Bankkonto im Rechtsmittelverfahren abzuändern bzw. abweichend festzulegen wären. Die vorliegend blosse Wiederholung der erstinstanzlich gestellten Anträge ist unter diesen Umständen (Entfallen der abstrakten Teilungsaspekte) unzulässig. Auch wenn die Vorinstanz die Art Kantonsgericht Schwyz 12 und Weise der Teilung nach Ermessen festlegte (vgl. oben lit. a), dürfen sich die Berufungsführer in Bezug auf die Bestimmung der Höhe der zugewiese- nen Erbteile nicht mit unbezifferten Anträgen und insbesondere auch nicht mit dem Eventualantrag auf Vornahme der Teilung nach Ermessen (Berufungsan- trag Ziff. 2.j) begnügen, da es sich insoweit nicht mehr um Ermessensfragen, sondern um Berechnungen bzw. um Sachanträge zu den vermögensrechtli- chen Folgen der Umgestaltung handelt, die konkret und bestimmt zu formulie- ren sind (vgl. Willisegger, BSK, 3. A. 2017, Art. 221 ZPO N 18). cc) Es ist nicht Sache der Berufungsinstanz, anhand der Berufungsbegrün- dung zu eruieren und zu beziffern, inwieweit der Rechtsmittelkläger das erst- instanzliche Urteil abändern lassen will, zumal eine solche Herleitung mit der Dispositionsmaxime (dazu oben lit. a und z.B. BGE 137 III 617 E. 4.5.3) un- vereinbar wäre und für die Gegenpartei nicht zumutbare Unwägbarkeiten zur Folge haben und mit Missverständnissen verbunden sein kann. Der zweitin- stanzliche Streitgegenstand ist, obwohl er am erstinstanzlichen Streitgegen- stand anknüpft, grundsätzlich nicht mit demjenigen vor der ersten Instanz identisch, weil er sich neu an die Rechtsmittelinstanz und nicht mehr an die Vorinstanz richtet und auf einem anderen Begründungsfundament, nämlich den Rügen gegen die tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen des ange- fochtenen Entscheids, beruht (Hurni, ebd. N 500 ff.). Damit die Berufungsin- stanz überhaupt ein Urteil fällen kann, müssen daher der geänderten Struktur des Streitgegenstandes entsprechend zweitinstanzlich der Form nach, aber sinngemäss auch von Gesetzes wegen (Art. 219 und Art. 221 Abs. 1 lit. b ZPO; BGE 138 III 213 = Pra 2012 Nr. 110 E. 2.3 betr. Anforderungen an die Parteibezeichnung; vgl. auch Leuenberger in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leu- enberger, Kommentar, 3. A. 2016, Art. 219 ZPO N 3; Reetz/Hilber in Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger, a.a.O., Art. 316 ZPO N 6; Pahud in Brun- ner/Gasser/Schwander, Kommentar, 2. A. 2016, Art. 219 ZPO N 32 m.H.) An- träge mit einem bestimmten Inhalt vorhanden sein, die zugleich die Richt- schnur der Begründung der Berufung in ihrer Kritik des angefochtenen Urteils Kantonsgericht Schwyz 13 bilden (vgl. auch Reetz/Theiler, a.a.O., Art. 311 ZPO N 34 f.). Die Antragstel- lung setzt eine selbständige „Mise-en-scène“ voraus, damit die Berufungsin- stanz und die Gegenparteien ohne weitere Schwierigkeiten wissen, um was es dem Rechtsmittelkläger geht (zum Ganzen vgl. ZK1 2022 4 vom 22. März 2022 E. 3.b m.H.). Den Berufungsführern war es vorliegend indes zumutbar (oben lit. bb), im Rechtsmittelverfahren konkrete Anträge zu stellen. Mithin ist von ihnen zu verlangen, anhand der im Berufungsverfahren unbestrittenen gegenständlichen Umschreibung des Nachlasses (angef. Urteil E. 3.5.1) so- wie der ebenfalls nicht weitergezogenen Losbildung und -ziehung (ebd. E. 4.4.1 und 4.5) in Bezug auf das Dispositiv des angefochtenen Urteils zumindest bezifferte Korrekturen der Höhe der ihnen zugewiesenen Erbteile zu beantragen und zu begründen. Da sie dies unterlassen, ist auf die Beru- fung (Anträge Ziff. 2.b-j) nicht einzutreten, soweit es um die Erbteilungsklage geht. Anders entscheiden hiesse, die Rechtsmittelinstanzen unnötig mit um- fassenden Erbteilungsstreitigen zu belasten, obwohl die abstrakten Teilungs- aspekte erstinstanzlich erledigt sind. 3. Ist wie ausgeführt auf die Berufung gegen die Erbteilung nicht einzutre- ten (vgl. oben E. 2), sind im Rechtsmittelverfahren diesbezügliche Novenein- gaben der Parteien unbeachtlich, zumal der erstinstanzliche Stichtag der Erb- teilung im Berufungsverfahren nicht mehr verändert wird. Fraglich scheint, ob zufolge Nichteintretens der Berufung bezüglich der Erbteilung die Kläger noch ein Interesse an der Beurteilung ihres die Erbteilung präjudizierenden Beru- fungsantrags Ziff. 2.a bzw. ersten Klageantrags haben. Dazu bleibt Folgendes zu erwägen: a) Es fällt auf, dass die am 18. Dezember 2017 versandte Klagebewilligung (KB 5) kein dem ersten Antrag ihrer Klage entsprechendes Begehren auf Feststellung der „Unverbindlichkeit“ des Erbvertrages wegen Willensmängeln, schon gar nicht eine Gestaltungsklage (dazu vgl. Brückner/Weibel, Die erb- rechtlichen Klagen, 4. A. 2022, N 9 und 21; Seiler, Die erbrechtliche Ungültig-Kantonsgericht Schwyz 14 keit, N 86) auf Ungültigkeit von Ziff. 4 des Erbvertrages sowie den sich darauf beziehenden Vertragspassagen enthält. Die Beklagten opponierten der direk- ten Klageeinreichung an sich nicht, brachten aber vor, die Frist zur Geltend- machung eines Willensmangels betrage ein Jahr und beginne mit dem Tod des Erblassers am ________ (dazu s. Art. 537 Abs. 1 ZGB) und sei daher unbenutzt verstrichen (Vi-act. 9 ad 23; vgl. dazu unten lit. b). Mithin haben sie sich nicht vorbehaltslos auf die Ungültigkeits- bzw. Unverbindlichkeitsklage eingelassen. Somit hätte die Vorinstanz auf dieses Klagebegehren mangels der von Amtes wegen zu prüfenden Prozessvoraussetzung der Klagebewilli- gung vorbehältlich der Verbesserungsmöglichkeiten nach Art. 132 ZPO nicht eintreten können (vgl. ZK 1 2022 20 vom 26. Juli 2022 E. 4; EGV-SZ 2013 A 2.1 E. 3; ZK1 2019 26 vom 24. Februar 2020 E. 1.b). Ob solche Verbesse- rungsmöglichkeiten bestehen, ist hier nicht weiter zu thematisieren, da die Klage in diesem Punkt sich wie folgt dargelegt (lit. b) als verspätet erweist. b) Trotz der Verbindung mit einer unverjährbaren und unverwirkbaren Erb- teilungsklage sind bei einer Ungültigkeitsklage die gesetzlichen Verwirkungs- fristen zu wahren (Wolf/Brazerol, AJP 11/2016 S. 1434). Nach Art. 521 Abs. 1 ZGB unterliegt eine Klage auf Ungültigkeit im Sinne von Art. 519 ZGB einer von Amtes wegen zu prüfenden, frühestens mit der Eröffnung des Erbganges beginnenden Verwirkungsfrist von einem Jahr seit Kenntnisnahme des Ungül- tigkeitsgrundes (Brückner/Weibel, a.a.O., N 17; Wolf/Hrubesch-Millauer, Schweizerisches Erbrecht, 2. A. 2020, N 1003 und 1008). Ebenfalls nach Ab- lauf einer von Amtes wegen zu berücksichtigenden Verwirkungsfrist von ei- nem Jahr (vgl. Schwenzer/Fountoulakis, BSK, 7. A. 2020, Art. 31 OR N 11 ff.) gilt ein unter Willensmängel geschlossener Vertrag nach Art. 31 Abs. 1 und 2 OR als genehmigt. Die Beweislast über den Zeitpunkt der Kenntnisnahme trifft die Kläger und nur insoweit die Beklagten als sie behaupten, dies sei früher der Fall gewesen, als die Kläger geltend machen (Seiler, a.a.O., N 842 ff.). Kantonsgericht Schwyz 15 aa) Sollten sich die Erben überhaupt auf Willensmängel des Erblassers be- rufen können (vgl. dazu Schwenzer/Fountoulakis, ebd. N 2), ist vorliegend die tatsächliche Übergabe der Aktien (vgl. entsprechende Zertifikate KB 24 und 53) an den Erblasser und später an seinen Sohn als Gegenpartei des Erbver- trages nicht bestritten, sondern nur die fehlende Indossierung bei den Aktien der R.________ AG und das Fehlen eines Beweises für die Übertragung des Eigentums der Aktien der T.________ AG (vgl. oben lit. A sowie BB 21 f.). Die Fristen für die Geltendmachung von Willensmängeln des Erblassers und des- sen Sohnes in Bezug auf die Eigentümerstellung an den Aktien sind an sich schon zu deren Lebzeiten abgelaufen. bb) Soweit die Kläger behaupten möchten, der Erblasser habe selber in Un- kenntnis der fehlenden Indossierung der Namensaktien der R.________ AG gehandelt bzw. habe seinem Sohn bei der Unterzeichnung der Vereinbarung vom 30. Juni 2006 und beim Abschluss des Erbvertrages vorgetäuscht, Ei- gentümer der Aktien zu sein, ergibt sich im Übrigen: Die Ehefrau des vorver- storbenen Sohnes des Erblassers fand den Erbvertrag nach dem Tod ihres Ehemannes (Vi-act. 121 HVP Fragen 43 ff.) und warb um Verständnis ihrer Auffassung, dass ihr Ehemann mit dem Erbvertrag nicht bevorzugt worden sei (BB 59 f.). Weiter sagte sie aus, ihr sei klargeworden, dass der Erblasser nicht Aktionär der R.________ AG und der T.________ AG war, als sie die Verein- barung vom 30. Januar 2006 (vgl. oben lit. A) mit den fraglichen Kurzzeichen ihres Mannes sah (HVP Fragen 70 f.). Sie bestritt allerdings nicht, dass ihr Ehemann das entsprechende Dokument unterschrieben habe, behauptete indes, dass er nicht an der Verwaltungsrats-Sitzung teilgenommen habe (ebd. Frage 65). Das Fehlen der Indossamente und damit die behauptete feh- lende Eigentümerstellung des Erblassers wurde laut Aussagen der Klägerver- treterin nach Kenntnisnahme des Erbvertrages im Jahr 2014 entdeckt und neue Aktien für die Erbengemeinschaft ausgestellt (HVP Frage 40). Mithin ist die seither laufende Frist von einem Jahr spätestens Ende 2015 abgelaufen und insoweit die erst am 28. September 2017 eingereichte Klage verspätet, Kantonsgericht Schwyz 16 zumal sie auch erst nach Ablauf eines Jahres nach dem Tod des Erblassers am ________ eingereicht wurde. Die Vorinstanz wies daher den Klageantrag Ziffer 1, selbst wenn dieser entgegen dem Gesagten (vgl. oben lit. a) mit Schlichtungsgesuch Ende September 2017 als hinreichend rechtshängig ge- macht zu betrachten wäre, im Ergebnis zu Recht ab (dazu BGer 5A_753/2018 vom 21. Januar 2019 E. 4 m.H.; Seiler, a.a.O., Rn 830). c) In der Sache bleibt noch zu bemerken: Die Vorinstanz ging davon aus, die Beklagten müssten das Vorhandensein einer anrechnungspflichtigen (bzw. ausgleichungs- oder herabsetzungspflichtigen) Zuwendung beweisen (angef. Urteil E. 2.2.3.2). Indes ist die lebzeitige Unternehmensübergabe an sich unbestritten. Der Erblasser und seine Ehefrau sowie deren Kinder haben einen Erbvertrag abgeschlossen, womit die Unternehmensnachfolge bereits lebzeitig zum nicht ausgleichspflichtigen und auch nicht herabsetzbaren defini- tiven Anrechnungswert von Fr. 823‘000.00 geregelt und mit einem Verzicht auf Pflichtteilsschutz verknüpft wurde (vgl. oben lit. B sowie KB 11 S. 1 und Ziff. 6). Soweit die Kläger auf Feststellung der Unverbindlichkeit von Ziffer 4 des Erbvertrages sowie der sich darauf beziehenden Vertragspassagen kla- gen und sich hierzu auf einen Irrtum des Erblassers berufen, handelt es sich wie gesagt um eine Ungültigkeitsklage (Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 2 i.V.m. Art. 469 ZGB; vgl. oben E. 1). Somit haben die Kläger den geltend ge- machten Willensmangel des Erblassers sowie die Kausalität in Bezug auf die erbvertragliche Verfügung von Todes wegen zu beweisen (vgl. Wolf/Hru- besch-Millauer, a.a.O., N 971; Zeiter, PK Erbrecht, 4. A. 2019, Art. 469 ZGB N 52; Seiler, a.a.O., N 609). Dies gilt auch für einen Tatbestand von Art. 23 ff. OR, nämlich eines mutmasslichen Irrtums von Q.________ sel. als Gegenpar- tei des Erbvertrages bzw. dessen Täuschung durch den Erblasser (vgl. zutreffend angef. Urteil E. 2.4.3 m.H.). Daher müssen die Kläger den be- haupteten Willensmangel hinsichtlich der Eigentümerstellung des Erblassers bzw. seines Sohnes bezüglich der Aktien der R.________ AG und der T.________ AG beweisen. Inwiefern der Erblasser via N.________ sen. mit Kantonsgericht Schwyz 17 der O.________ AG freundschaftlich verbunden war, ist vorliegend ebenso wenig Prozessthema wie die Frage danach, ob die O.________ AG gegen die aktuell unbestritten ins Aktienbuch eingetragene Erbengemeinschaft Q.________ AG Einwände erheben könnte. Vorliegend ist einzig zu prüfen, ob sich der Erblasser bzw. Q.________ hinsichtlich ihrer Eigentümerstellung der genannten Aktien irrten, wie dies die Kläger zur Begründung ihres Klagebe- gehrens behaupten. Die Abweisung dieses Begehrens durch die Vorinstanz (angef. Urteil Disp.-Ziff. 7) ist kein Urteil erga omnes, sondern ergeht inter par- tes (Abt, PK Erbrecht, 4. A. 2019, Art. 519 ZGB N 56). aa) Die Kläger übersehen grundsätzlich, dass sie nach dem Vorversterben ihres Vaters als Erbeserben kein unmittelbares Interesse an der Erhebung der Ungültigkeitsklage haben (vgl. Seiler, a.a.O., N 195 und 202 m.H.; Abt, PK Erbrecht, 4. A. 2019, Art. 519 N 60). Wegen fehlender Sachlegitimation ist daher die vorinstanzliche Abweisung ihres Begehrens auf Unverbindlichkeits- erklärung von Ziff. 4 und sich darauf beziehende Passagen des Erbvertrages im Ergebnis nicht zu beanstanden und insoweit die Berufung abzuweisen. Abgesehen davon rechtfertigt sich die Ungültigkeitserklärung eines Erbvertra- ges wegen Irrtums nur dann, wenn als wahrscheinlich dargetan ist, dass der Erblasser und sein Sohn bei Kenntnis der wahren Sachlage die Aufhebung der Verfügung deren Aufrechterhaltung vorgezogen hätte (BGE 99 II 382 E. 8), was vorliegend offensichtlich nicht der Fall ist, nachdem beide die Aktien der R.________ AG versteuerten und die Vorinstanz mit guten Gründen eine absichtliche Täuschung des Sohnes durch den Erblasser verneint (angef. Ur- teil E. 2.2.5). Die Berufungsführer legen nicht dar, dass der Erblasser und dessen Sohn wahrscheinlich an der Aufhebung der beanstandeten Teile des Erbvertrages interessiert gewesen wären, weshalb nicht ersichtlich ist, dass sie in der Sache klageberechtigt sind und die Ungültigkeit des Erbvertrages geltend machen können. Kantonsgericht Schwyz 18 bb) Abgesehen von den dargelegten Nichteintretens- bzw. Abweisungs- gründen (lit. a und b) und der ihnen fehlenden Sachlegitimation (lit. c/aa) kriti- sieren die Berufungsführer in der Sache die Vorinstanz für die Anrechnung der lebzeitig geregelten Unternehmensnachfolge als Erbvorbezug im erbvertrag- lich vorgesehenen Betrag von Fr. 823‘000.00 mit der Begründung, dass der Erblasser trotz fehlender, statutarisch vorgesehener Indossamente Eigentü- mer der Aktien der R.________ AG (zu den Aktien der T.________ AG vgl. noch unten lit. cc) gewesen sei und diese zu Lebzeiten unentgeltlich im Sinne des Erbvertrages seinem Sohn übertragen habe. Die sog. faktische Eigentümerstellung des Erblassers bzw. dessen vorverstorbenen Sohnes lei- tet die Vorinstanz aus den unbestrittenen Tatsachen ab, dass der Erblasser und dessen Sohn die 3‘900 Namenaktien der R.________ AG als Eigentum versteuerten. Ausgewiesen und unbestritten sei ebenso, dass inzwischen die entsprechenden Aktienzertifikate auf die Erbengemeinschaft des Sohnes lau- ten (dazu vgl. HVP Frage 40) und die Eigentümerstellung der Kläger und ihrer Mutter heute von niemandem, insbesondere weder durch die O.________ AG noch die Beklagten angezweifelt werde. Die Indossamentslücke zwischen der O.________ AG und dem Erblasser einerseits und dem Erblasser und seinem vorverstorbenen Sohn andererseits könne auch noch im Nachhinein korrigiert werden (angef. Urteil E. 2.2.4.2 ff.). Deshalb erachtete das Bezirksgericht die Aktien der R.________ AG den Klägern als Rechtsnachfolger des vorverstor- benen Sohnes im Rahmen der erbvertraglich geregelten Unternehmensnach- folge zugewendet bzw. die fehlende Indossierung könne nicht dazu führen, dass sich die Kläger entgegen diesen Abmachungen nicht Fr. 823‘000.00 als Erbteil anzurechnen hätten (E. 2.2.4.4). Eventualiter würde die Geltendma- chung der Formungültigkeit zufolge fehlender Indossamente rechtsmiss- bräuchlich sein (E. 2.2.4.5.1 ff., dazu unten lit. aaa). Soweit die Berufungsfüh- rer die alternative Begründung des Rechtsmissbrauchs für falsch halten, ergibt sich: Kantonsgericht Schwyz 19 aaa) Vorliegend wird als Klagegrund die Ungültigkeit von Verfügungsgeschäf- ten bei der ersten Übertragung von Namensaktien der R.________ AG von der O.________ AG auf den Erblasser in Erfüllung der Vereinbarung vom 30. Januar 2006 (oben lit. A) und bei der zweiten vom Erblasser an seinen Sohn nach dem bezüglich seiner Form unangefochtenen Erbvertrag mit an- schliessender Abtretungsvereinbarung (oben lit. B) behauptet. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Erblasser und sein Sohn in der Zeit des Besitzes der Aktien diese uneingeschränkt wirtschaftlich nutzten und von diesen profitieren, mithin die Aktionärsrechte ausübten, was die Kläger sowie ihre Mutter heute noch täten (angef. Urteil E. 2.2.4.4). Bereits der Sachverhalt, dass der Erblas- ser und Q.________ beide Aktienübertragungen freiwillig und irrtumsfrei erfüll- ten und nicht angefochten hätten, stelle eine Konstellation dar, bei deren Vor- liegen die Rechtsprechung Rechtsmissbrauch bejahe. Sie hält es ferner für bewiesen, dass der sowohl in die Vereinbarung mit der O.________ AG als auch in der Erarbeitung des Erbvertrages involvierte Sohn des Erblassers von der fehlenden Indossierung Kenntnis gehabt haben müsse, weil er seit 1996 Geschäftsführer und ab 2008 Alleinaktionär der R.________ AG gewesen sei und in dieser Position selbst dann hätte das fehlende Indossament erkennen müssen und den Fehler, sofern er ihn als erheblich erachtet hätte, beheben können, wenn der Erblasser ihn hinsichtlich seiner Eigentümerstellung nicht ausdrücklich informiert oder gar getäuscht hätte, was sich die Mutter der Klä- ger anrechnen lassen müsse (angef. Urteil E. 2.2.4.5.1). Hinzu komme, dass die Kläger und ihre Vertreterin die früheren Formmängel der Aktienübertra- gung aufgrund ihrer Eigentümerstellung selber auflösen könnten und sich wi- dersprüchlich verhielten, wenn sie dies nicht täten, zumal sie zunächst nicht die formell mangelhafte Aktienübertragung, sondern eine ihres Erachtens in- zwischen eingetretene Reduktion des „Firmenwerts“ zu einer Neuverhandlung des Erbvertrages motiviert habe (ebd. E. 2.2.4.5.2). bbb) Die Kläger machen gestützt auf Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 bzw. 3 i.V.m. Art. 469 ZGB einen irrtümlich mangelhaften Inhalt des Erbvertrages geltend, Kantonsgericht Schwyz 20 weil der Erblasser bei dessen Abschluss wegen der fehlenden Indossierung der Übertragung von der O.________ AG nicht Eigentümer der fraglichen Namensaktien gewesen sein soll. Sie behaupten nicht nur, dass wegen der fehlenden Indossamente der Erblasser nie Eigentümer der Aktien gewesen sei, sondern zudem deswegen auch kein Eigentum an seinen Sohn habe übertragen können, obwohl Letzterer und bis zum vorliegenden Prozess auch die Kläger von der Übertragung der Aktien ausgegangen seien. Deshalb seien unter anderem die Ausführungen der Vorinstanz bezüglich des Rechtsmiss- brauchs nicht relevant (vgl. Berufung Rn 24), umso weniger als auch die Ver- pflichtungsgeschäfte – die Vereinbarung vom 30. Januar 2006 und die Aktie- nabtretungsvereinbarung vom 9. April 2008 – nicht gültig seien. Die Vorin- stanz versteige sich in wilde Spekulationen, wenn sie davon ausgehe, dass Q.________ die fehlende Indossierung zeitnah erkannt und als unerheblich hingenommen habe (vgl. Berufung Rn 37). Diese pauschalen Einwände ge- gen die Ausführungen der Vorinstanz, wonach sowohl der Erblasser als auch dessen Sohn freiwillig und irrtumsfrei handelten bzw. die Aktien als ihr Eigen- tum betrachteten, genügen indes den Begründungsanforderungen an eine Berufung nicht. Mit ihnen üben die Berufungsführer an den vorinstanzlichen Erwägungen zum Rechtsmissbrauch lediglich eine allgemeine formelhafte Kritik von ihrem Standpunkt aus, dass die Indossamente bei den Aktienüber- tragungen fehlten und die entsprechenden Vereinbarungen ungültig wären. Ein Berufungsverfahren zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass bereits eine gerichtliche Beurteilung der Sache vorliegt (vgl. auch oben E. 2.b/cc). Mit Blick auf die Begründungspflicht nach Art. 311 ZPO muss in diesem Verfahren da- her aufgezeigt werden, inwieweit der angefochtene Entscheid fehlerhaft ist. Entsprechend ist anhand der erstinstanzlich festgestellten Tatsachen oder der daraus gezogenen rechtlichen Schlüsse aufzuzeigen, inwiefern sich die Über- legungen des erstinstanzlichen Gerichts nicht aufrechterhalten lassen (dazu s. etwa BGE 138 III 374 E. 4.3.1; ZK1 2021 17 vom 4. November 2021 E. 4 m.H.). Das Bezirksgericht begründete seine Sachverhaltsannahme einer zeit- nahen Kenntnis des gut ausgebildeten Q.________ über die Verpflichtungs-Kantonsgericht Schwyz 21 geschäfte und die fehlenden Indossamente mit seiner langjährigen Stellung als Geschäftsführer und Alleinaktionär der R.________ AG, womit sich die Kläger im Zusammenhang mit dem Rechtsmissbrauch in der Berufung nicht konkret auseinandersetzen. Es ist daher nicht weiter die Beurteilung der Vor- instanz zu prüfen, dass sowohl der Erblasser als auch Q.________, die beide die Aktien als ihr jeweiliges Eigentum versteuerten, die den Aktienübertragun- gen zugrundeliegenden Verpflichtungsgeschäfte freiwillig erfüllten, ohne die fehlenden Indossamente für erheblich zu betrachten, weil sie keine Einwände dagegen hatten, wie dies nach Jahren die Kläger nach deren Tod behaupten. ccc) Abgesehen von der mangelnden Begründung der Berufung gegen die erstinstanzliche Annahme von Rechtsmissbrauch (vgl. oben lit. bbb) findet gemäss Art. 2 Abs. 2 ZGB der "offenbare Missbrauch eines Rechtes" keinen Rechtsschutz. Die Norm dient als korrigierender "Notbehelf" für die Fälle, in denen formales Recht zu materiell krassem Unrecht führen würde (BGE 134 III 52 E. 2.1 mit Hinweisen). Wie das im Gesetzestext verwendete Adjektiv "offenbar" zeigt, ist Rechtsmissbrauch nur zurückhaltend - eben bloss in of- fenkundigen Fällen - zu bejahen (BGE 135 III 162 E. 3.3.1). Indem die Kläger im vorliegenden Verfahren Einwände gegen Verpflichtungs- und Verfügungs- geschäfte vorbringen, die weder der Erblasser, dessen Sohn noch Dritte in der Umsetzung dieser Rechtsgeschäfte je in Betracht zogen, setzen sie sich ei- nerseits in Widerspruch zu den Intentionen ihrer Vorfahren. Andererseits ver- schaffte ihnen die tatsächliche Umsetzung der Rechtsgeschäfte durch ihre Vorfahren Eigentum am ehemaligen Unternehmen des Erblassers, das sie sich jedoch entgegen den Abmachungen des Erblassers mit seinen Kindern jetzt bei der Erbteilung wegen der fehlenden förmlichen Indossamente nicht mehr zum vereinbarten Wert anrechnen lassen wollen, was zu einer zweck- widrigen krassen Störung des im Erbvertrag getroffenen Interessensaus- gleichs unter den Kindern des Erblassers führt. Diese Rechtsausübung ist abgesehen von den Nichteintretensgründen (oben lit. a und b) und der fehlen-Kantonsgericht Schwyz 22 den Sachlegitimation (oben lit. c/aa) offenbar rechtsmissbräuchlich und inso- fern die Berufung eventualiter abzuweisen. cc) Entgegen den Ausführungen in der Berufung obliegt der Beweis, dass die Aktien der T.________ AG sich weder im Eigentum des Erblassers noch demjenigen von Q.________ befanden, den Klägern (vgl. oben vor lit. a). Die Aktienabtretungsvereinbarung vom 9. April 2008 belegt nicht nur, dass der Erblasser bzw. sein Sohn davon ausgingen, nicht nur Eigentümer der Aktien der R.________ AG, sondern auch der Inhaberaktien der T.________ AG gewesen zu sein. Der die Aktien übernehmende Q.________ bestätigte unter- schriftlich, dass ihm die beiden Gesellschaften bekannt seien und er sich des vereinbarten Gewährleistungsausschlusses bewusst sei (BB 22 Ziff. VI). Zu- dem bestätigte die Klägervertreterin am 27. Mai 2014 unterschriftlich die Akti- en für die Erbengemeinschaft empfangen zu haben (BB 63). Auch bezüglich dieser Aktien ist die Frist zur Geltendmachung von Willensmängeln abgelau- fen und deswegen die Klage abzuweisen (oben lit. b). Abgesehen davon ist auch bezüglich der Aktien der T.________ AG die Klageabweisung nicht wei- ter zu prüfen, da die Kläger mit ihren Ausführungen zu der Nutzniessungsbe- lastung und nicht näher belegten Arbeitsleistungen in der Berufungsbegrün- dung nicht nachvollziehbar darlegen, inwiefern sich Q.________ bei der Über- nahme dieser Aktien und derjenigen der R.________ AG zu einem Anrech- nungswert von Fr. 823‘000.00 geirrt hätte bzw. diesbezüglich getäuscht wor- den wäre. Insoweit ist auf die Berufung ebenfalls nicht einzutreten. Zudem würde sich die Ungültigkeitsklage auch betreffend die Aktien der T.________ AG aus den obgenannten Gründen als rechtsmissbräuchlich erweisen (s. lit. bb/ccc). 4. Zusammenfassend ist die Berufung abzuweisen, soweit auf sie einzutre- ten ist. Ausgangsgemäss sind die im Berufungsverfahren vollumfänglich un- terliegenden Berufungsführer prozesskostenpflichtig (Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1 ZPO; § 2, 6 und 11 GebTRA). Die im Streit liegenden Erbanteile Kantonsgericht Schwyz 23 der Kläger betragen je mehr als Fr. 30‘000.00. Höher liegt der Streitwert der Ungültigkeitsklage von Fr. 823‘000.00;- Kantonsgericht Schwyz 24 erkannt: 1. Die Berufung wird, soweit auf sie einzutreten ist, abgewiesen. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 20‘000.00 werden den Be- rufungsführern auferlegt und aus dem geleisteten Vorschuss von Fr. 40‘000.00 gedeckt, so dass ihnen aus der Kantonsgerichtskasse Fr. 20‘000.00 zurückerstattet werden. 3. Die Berufungsführer werden verpflichtet, die Berufungsgegnerinnen un- ter solidarischer Haftbarkeit mit Fr. 10‘000.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt über Fr. 30'000.00. 5. Zufertigung an die Parteivertreter (je 2/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 1. Zivilkammer Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber Versand 8. November 2022 kau