B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1352/2010 U r t e i l v o m 1 2 . D e z e m b e r 2 0 11 Besetzung Richter Hans Urech (Vorsitz), Stephan Breitenmoser und Francesco Brentani; Gerichtsschreiber Urs Küpfer. Parteien Q._______, vertreten durch R._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Vorinstanz, Schweizerischer Verband für visuelle Kommunikation, Erstinstanz. Gegenstand Berufsprüfung. B-1352/2010 Seite 2 Sachverhalt: A. Q._______ (Beschwerdeführer) legte zwischen dem 1. und dem 3. Okt o- ber 2008 die Berufsprüfung "Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung 2008" ab. Mit Schreiben vom 16. Oktober 2008 gab ihm die Prüfung s- kommission des Schweizerischen Verbandes für visuelle Kommunikation (Viscom, Erstinstanz) Folgendes bekannt: "Nach eingehender Überpr ü- fung Ihrer Prüfungsantworten vom 1.-3. Oktober 2008 in Bern, ist die Prü- fungskommission einstimmig der Meinung, dass Sie im Vorfeld der Prü- fung Einsicht in den P rüfungskatalog gehabt haben. Wir schliessen Sie deshalb gemäss unserem Reglement vom 23. Juni 1999, Artikel 12 a und Artikel 12 c aus und können Ihnen den eidgenössischen Fachausweis als Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung nic ht überreichen. […] Eine Wiederholung der Prüfung ist in einigen Jahren möglich […]." B. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 27. Oktober 2008 Beschwerde beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT, Vorinstanz). Am 30. Januar 2009 reichte sein Rechtsvertreter nach Einsichtnahme in die Prüfungsunterlagen und die Musterlösungen eine ergänzte B e- schwerdeschrift beim BBT ein. Im Wesentlichen machte der Beschwerde- führer gegenüber dem BBT geltend, die Prüfungskommission habe seine Leistungen krass fals ch beurteilt. Den Entscheid zu treffen, ihm den ei d- genössischen Fachausweis nicht zu verleihen, ohne einen konkreten B e- weis erbringen zu können, sei haltlos und grenze an Willkür. Er beantra g- te, die Verfügung des Viscom vom 16. Oktober 2008 sei aufzuhebe n und die Prüfung sei als bestanden zu erklären. C. Am 1. Februar 2010 wies das BBT die Beschwerde ab. Zur Begründung hielt es unter anderem fest, die Prüfungskommission gelange abschlie s- send, nach Nennung der Einzelheiten, zur Folgerung, die durch mehrere Experten unabhängig voneinander beobachteten Übereinstimmungen, die Häufung von mit der Musterlösung identischen Antworten in einem Masse, wie man es an einer Prüfung bis dahin noch nicht erlebt habe, lasse sich nur durch Kenntnis der Musterlösung erklären. Mit der Feststel- lung einer Manipulation habe die Prüfungskommission an sich auch die Leistungen des Beschwerdeführers bewertet. Sie nehme den Standpunkt ein, das von ihm in den Lösungen niedergeschriebene Wissen sei nicht jenes, welches eigentlich geprüft w erden sollte, sondern beruhe auf der B-1352/2010 Seite 3 Kenntnis der einem Prüfungskandidaten nicht zur Verfügung stehenden Dokumente. Die Prüfungskommission dürfe sich bei ihren Urteilen betre f- fend die Leistungen der Kandidaten durchaus von ihrem Ermessen leiten lassen. Solche Ermessensentscheide habe die Beschwerdeinstanz in der Regel zu akzeptieren. Sie könne sie lediglich dann umstossen, wenn sie offensichtlich unhaltbar seien, in klarem Widerspruch zur Sachlage stü n- den und damit als willkürlich erschienen. Die Experten v ermöchten be i- spielsweise am besten zu beurteilen, wie die Lösungen eines Kandidaten im Vergleich zu anderen einzuschätzen seien. Keinesfalls lasse sich der angefochtene Entscheid der Prüfungskommission als willkürlich bezeic h- nen. D. Mit Eingabe vom 4. März 2 010 focht der Beschwerdeführer den En t- scheid des BBT vom 1. Februar 2010 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er stellt folgende Rechtsbegehren: "1. Der Entscheid des BBT vom 01. Februar 2010 sei aufzuheben. 2. Eventuell sei der Fall zur Ergänzung des Sachver halts sowie zur Neubeur- teilung an das BBT zurückzuweisen. 3. Die Kosten dieses Verfahrens seien der Eidgenossenschaft zu überbinden und dem Beschwerdeführer sei eine angemessene Parteientschädigung z u- zusprechen. In jedem Fall sei ihm die unentgeltliche Pro zessführung zu b e- willigen." Zur Begründung führt er insbesondere aus, die Vorinstanz habe durch i h- ren Vergleich zwischen seinen Antworten (auf die Fragen 2.1, 2.3, 2.7, 3.1, 3.2 und 4.7 im Fach 2 "Berufskenntnisse schriftlich") und denjenigen gemäss Muster lösung einen grundsätzlichen Entscheid zu seinen U n- gunsten gefällt, ohne die essentiellen Fragen, welche im Raum stünden, zu beantworten. Der Frage, ob die anderen Kandidaten auf die betreffe n- den Fragen ausführlichere Antworten gegeben hätten, sei die Vori nstanz nicht nachgegangen. Als nicht einschlägig fachkundige Instanz habe sie ohne Abklärung dieser Frage auch die nächste Frage, ob die genannten Fragen tatsächlich bestimmte Antworten induziert hätten, nicht abschlie s- send beurteilen können. Dasselbe gelt e bezüglich weiterer Prüfungsfr a- gen. Bei den mündlichen Prüfungen seien die Antworten, die der B e- schwerdeführer gegeben habe, nicht wörtlich protokolliert worden. Die Stellungnahmen der Prüfungsexperten vermittelten den Eindruck, dass diese auf der Seite der Prüfungskommission stünden. B-1352/2010 Seite 4 Tatsache sei, dass bei den 30 Fragen (im Fach "Berufskenntnisse schrift- lich") öfters einige Eigenschaften, Merkmale und/oder stichwortartige Auf- listungen von Material und/oder Anlagen abgefragt worden seien. Bei den meisten Fragen, die nicht auf diese Weise aufgebaut gewesen seien, sei beim Vergleich der Antworten des Beschwerdeführers mit der Musterl ö- sung klar zu erkennen, dass die Vorwürfe der Prüfungskommission und die Feststellungen der Vorinstanz unsachlich seien und sich auf unlog i- sche Begründungen zu stützen versuchten. Der Entscheid des BBT erweise sich als willkürlich, weshalb er aufzuh e- ben sei und die abgelegte Berufsprüfung "Betriebsfachleute Druckweiter- verarbeitung 2008" des Beschwerdeführers als bestanden erklärt w erden müsse. E. Die Vorinstanz äusserte sich mit Stellungnahme vom 5. Mai 2010 zur B e- schwerde, wobei sie deren Abweisung beantragte. Mit Datum vom 31. Mai 2010 liess sich auch die Erstinstanz vernehmen. Sie hielt vollumfäng- lich an ihrer Begründung fest, dass der Beschwerdeführer von der Pr ü- fung ausgeschlossen worden sei, weil er im Vorfeld Einsicht in den Pr ü- fungskatalog genommen und auf diese Weise die Experten über das e i- gene Wissen und die geprüften Fähigkeiten getäuscht habe. Darüber hinaus verwies die Er stinstanz in ihrer Vernehmlassung im Wesentlichen auf die Erwägungen des BBT im angefochtenen Entscheid. F. Auf die dargelegten und weitere Vorbringen der Parteien wird, soweit sie für den Entscheid erheblich sind, in den nachfolgenden Erwägungen ei n- gegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gegen den angefochtenen Entscheid ist die Beschwerde an das Bunde s- verwaltungsgericht zulässig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d des Verwaltungsge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005, VGG, SR 173.32). Als Adressat der erstinstanzlichen Verfügung und Partei im Verfahren vor der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer zur Beschwerde berechtigt (Art. 48 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968, VwVG, SR 172.021). Form und Frist sind gewahr t (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht b e-B-1352/2010 Seite 5 zahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Art. 46 ff. VwVG) sind ebenfalls erfüllt. Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 2. Nach Art. 49 VwVG kann mit der Beschwerde die Verletzung von Bundes- recht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauc h des Ermessens (Bst. a), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhe b- lichen Sachverhalts (Bst. b) sowie Unangemessenheit (Bs t. c ) gerügt werden. 2.1. Das Bundesverwaltungsgericht kann Entscheide über die Ergebnisse von Berufsprüfungen grundsätzlich frei überprüfen. Ebenso wie das Bu n- desgericht (vgl. BGE 131 I 467 E. 3 .1, BGE 121 I 225 E. 4b, mit Hin wei- sen), der Bundesrat ( vgl. Verwaltungspraxis der Bundesbehörden, VPB 62.62 E. 3, VPB 56.16 E. 2.1) sowie die ehemaligen Rekurs - und Schiedskommissionen des Bundes ( vgl. VPB 66.62 E. 4, VPB 64.122 E. 2) auferlegt es sich dabei aber in ständiger Rechtsprechung Zurückha l- tung, indem es in Fragen, die seitens der Justizbehörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen der ers t- instanzlichen Prüfungsorgane und Experten abweicht. Der Grund dafür liegt darin, dass der Rechtsmittelbehörde zumeist nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt sind und es ihr in der Regel nicht möglich ist, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesam t- heit der Leistungen des Beschwerdeführers sowie der übrigen Kandid a- ten zu machen. Hinzu kommt, dass Prüfungen Spezialgebiete zum Ge- genstand haben, in denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über ke i- ne eigenen Fachkenntnisse verfügt. Eine umfassende Überprüfung der Examensbewertung in materieller Hinsicht würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüb er anderen Kandidaten in sich bergen. Die Bewertung von akademischen Leistungen und Fachpr ü- fungen wird aus diesen Gründen von den Rechtsmittelbehörde n nur mit Zurückhaltung überprüft (vgl. BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 E. 4.1, je mit Hinweisen). Die dargelegte Zurückhaltung gilt jedoch nur für die materielle Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind demgegenüber Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Pr ü- fungsablauf gerügt, hat die Rechtsmittelbehörde die erhobenen Einwände B-1352/2010 Seite 6 umfassend selber zu prüfen ( vgl. BVGE 2010/10 E. 4.1 und 2010/11 E. 4.1, je mit Hinweisen). 2.2. Zusammenfassend rügt der Beschwerdeführer, der angefochtene Entscheid des BBT erweise sich als willkürlich. Damit macht er eine Ve r- letzung von Bundesrecht geltend (Art. 49 Bs t. a VwVG; Art. 9 der Bu n- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, BV, SR 101). Ausserdem beanstandet er sinngemäss eine unvol l- ständige Feststellung des rechtserhe blichen Sachverhalts (Art. 49 Bs t. b VwVG), indem er auf Umstände hinweist, welche die Vorinstanz seiner Ansicht nach hätte abklären müssen (Antworten der übrigen Kandidaten; durch die Fragestellung induzierte Antworten). Schliesslich erhebt er sinngemäss die Rüge der Befangenheit an die Adress e der Experten bei den mündlichen Prüfungen, wenn er festhält, deren Stellungnahmen ve r- mittelten den Eindruck, dass sie auf der Seite der Prüfungskommission stünden (Art. 10 Abs. 1 V wVG; Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bs t. e VwVG i.V.m. Art. 67 des Bundesgesetze s über die Berufsbildung vom 13. D e- zember 2002, Berufsbildungsgesetz, BBG, SR 412.10, sowie Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Berufsbildung vom 19. November 2003, B e- rufsbildungsverordnung, BBV, SR 412.101; vgl. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts B-6753/2008 vom 12. Februar 2009 E. 4.1 , mit Hinweisen). Allerdings spezifiziert er diese Wahrnehmung nicht; er nennt auch keine (objektiven) Anhaltspunkte, um seine Rüge zu substantiieren. Ebensow e- nig sind einschlägige Indizien ersichtlich. Auf die Rüge der Befangenheit ist daher nicht näher einzugehen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts B -6011/2008 vom 3. April 2009 E. 2, mit Hinweis ; PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weis- senberger (Hrsg.), VwVG, Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich 2009, Art. 12 N. 59 und Art. 13 N. 11, je mit Hinweisen). 3. 3.1. Gemäss Art. 27 BBG wird die höhere Berufsbildung durch eine ei d- genössische Berufsprüfung oder eine eidgenössische höhere Fachprü- fung (Bst. a) oder durch eine eidgenössisch anerkannte Bildung an einer höheren Fachschule (Bs t. b) erworben. Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifika- tionsverfahren, Ausweise und Titel, wobei sie die anschliessenden Bi l- dungsgänge berücksichtigen (Art. 28 Abs. 2 BBG). Entsprechende Vo r-B-1352/2010 Seite 7 schriften unterliegen der Genehmigung durch das Bundesamt (Art. 28 Abs. 2 BBG). 3.2. Am 1. März 1999 erliess der Viscom das Reglement über die Beruf s- prüfung "Betriebsfachmann/Betriebsfachfrau Druckweiterverarbeitung ", welches mit der Genehmigung durch das Eidgenössische Volkswir t- schaftsdepartement am 23. Juni 1999 in Kraft trat (Art. 28 Abs. 1 und Ziff. 11 ["Erlass"] des Reglements). Nach Art. 28 Abs. 2 des Regleme nts ist der Viscom als Trägerverband (Arbeitgeberverband der schweizerischen grafischen Industrie) mit dem Vollzug beauftragt. 3.3. Durch die Berufsprüfung hat der Kandidat den Nachweis zu erbri n- gen, dass er die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt , um in seinem Beruf höheren Ansprüchen zu genügen und eine Stelle als Abte i- lungsleiter und Vorgesetzter im Bereich der Druckweiterverarbeitung aus- zufüllen (Art. 2 Abs. 1 des Reglements). 3.4. Nach Art. 3 Abs. 1 des Reglements obliegt die Durchführung der Prü- fung einer aus fünf Mitgliedern bestehenden Prüfungskommission, we l- che Fachexperten mit beratender Stimme beiziehen kann. Sie ist unter anderem für den Entscheid über die Abgabe des Fachausweises (Art. 4 Abs. 1 Bst. g des Reglements) sowie für den Ausschluss von der Prüfung (Art. 12 Abs. 2 des Reglements) zuständig. 3.5. Von der Prüfung ausgeschlossen wird gestützt auf Art. 12 Abs. 1 des Reglements, wer unzul ässige Hilfsmittel verwendet (Bs t. a), die Pr ü- fungsdisziplin grob verletzt (Bs t. b) oder die Experten zu tä uschen ver- sucht (Bst. c). Wenn der Kandidat von der Prüfung ausgeschlossen we r- den muss, ist die Prüfung nicht bestanden (Art. 19 Abs. 2 des Regl e- ments). 4. 4.1. Im angefochtenen Entscheid (E. 8) legte die Vorinstanz dar, mit der Feststellung einer Mani pulation im Sinne von Art. 12 Bs t. c des Regl e- ments habe die Prüfungskommission an sich auch die Leistungen des Beschwerdeführers bewertet. Diesbezüglich spricht sie von einem E r- messensentscheid und verweist auf die beschränkte Eingriffsmöglichkeit der Beschwerdeinst anz, welche folgerichtig sei, weil die Prüfungsko m- mission viel näher am Geschehen stehe und derartige Vorfälle in der R e- gel besser einzuschätzen vermöge. Da offensichtlich keine Willkür vorli e-B-1352/2010 Seite 8 ge, sei der Ermessensentscheid der Prüfungskommission zu respektieren (E. 11b). 4.2. Thema der verwaltungsgerichtlichen Überprüfung bildet vorliegend die Rechtmässigkeit des (nachträglichen) Ausschlusses des Beschwerde- führers vom Examen gestützt auf die reglementarischen Tatbestände der Verwendung unzulässiger Hilfsmittel (Art. 12 Bst. a) sowie der versuchten Täuschung der Experten (Art. 12 Bs t. c). Nach diesen Reglements- bestimmungen genügt die Verwendung unzulässiger Hilfsmittel oder eine (versuchte) Täuschung für den Ausschluss, unabhängig davon, ob und wie sie sich im Prüfungsresultat niedergeschlagen haben. Letzteres ergibt sich aus dem Fehlen eines derartig en Erfordernisses in der angeführten Norm. Ein Ausschluss vom Examen erfolgt denn auch global und nic ht etwa nur für einzelne Fächer . Gemäss Art. 19 Abs. 2 Bs t. d des Regle- ments ist die Prüfung "jedenfalls nicht bestanden, wenn der Kandidat von der Prüfung ausgeschlossen werden muss". Art. 19 Abs. 1 des Regl e- ments, welcher die Mindestnoten für das Bestehen der Prüfung festlegt, gelangt dann gar nicht zur Anwendung. 4.3. Die Prüfungskommission schloss den Beschwerdeführer aufgrund eines Vergleichs seiner Antworten mit der Musterlösung von der Prüfung aus, weil sie d ie reglementarischen Tatbestände der Verwendung unz u- lässiger Hilfsmittel bzw. der (versuchten) Täuschung der Expe rten als er- füllt ansah. Damit nahm sie jedoch keine materielle Bewertung der Pr ü- fungsleistungen im Sinne einer Benotung vor. 4.4. Entsprechend erstreckt sich die Kontrolle durch die Rechtsmi t- telinstanz im vorliegenden Fall nicht auf eine materielle Bewertung (Beno- tung) der Examensleistungen. Vielmehr befasst sie sich mit der Frage, ob die Prüfungsantworten des Beschwerdeführers sowie allfällige weitere In- dizien Ungereimtheiten offenbaren, aus denen auf die Verwendung unzu- lässiger Hilfsmittel bzw. auf eine (versuchte) Täuschung der Experten im Sinne der reglementarischen Vorschriften geschlossen werden muss. Demzufolge überprüft das Bundesverwaltungsgericht den angefochtenen Entscheid grundsätzlich frei. 4.5. Der diesbezügliche Beweis gilt als erbracht, wenn das Gericht g e- stützt auf die Beweiswürdigung nach objektiven Gesichtspunkten zur Überzeugung gelangt, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand ve r- wirklicht hat. Absolute Gewissheit kann dabei nicht gefordert werden; es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen d er behaupteten Tatsache keine B-1352/2010 Seite 9 ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen. Von (hier nicht gegebe nen) Ausnahmen abgesehen reicht es hingegen nicht , wenn bloss eine überwiegende Wahrscheinlic h- keit besteht, dass sich die behauptete Tatsache verwirklicht hat (vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 128 III 271 E. 2b/aa; KRAUSKOPF/EMMENEGGER, Art. 12 N. 9 und 213 f.; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, N. 3.141). 5. 5.1. Zunächst einmal rügt der Beschwerdeführer, die Vorinstanz sei der Frage, ob die anderen Kandidaten auf gewisse Prüfungsfragen ausführli- chere Antworten als er gegeben hätten , nicht nachgegangen . Als nicht einschlägig fachkundige Instanz habe sie ohne Abklärung dieser Frage auch die nächste Frage, ob die genannten Fragen bestimmte Antworten induziert hätten, nicht abschliessend beurteilen können. 5.2. Darauf erwidert die Vorinstanz, im Regelfall gehört en die Akten von Mitkandidaten nicht zu jenen Beweismitteln, welche das BBT beiziehe, um die Rügen eines Beschwerdeführers zu prüfen. Wie aus dem ang e- fochtenen Entscheid hervorgehe, erlaubten die Prüfungsakten des B e- schwerdeführers allein schon eine genügend abgestützte Beurteilung. Sie belegten nämlich, dass der Beschwerdeführer mit den Worten, Formuli e- rungen und Sätzen der Musterlösung geantwortet habe. Besonders a u- genfällig sei dies im Fach "Menschenführung schriftlich", wo der B e- schwerdeführer in seiner Antwort einen bereits in der Musterlösung vo r- handenen Formulierungs- und Logikfehler wiedergegeben habe. Das BBT habe bereits im Beschwerdeentscheid festgehalten, es sei mangels Fachwissens schwerlich in der Lage, bei jeglichen Fragestellu n- gen zu beurteilen, welche alternativen Antworten ebenfalls korrekt gew e- sen wären. Es könne jedoch pauschal, d.h. unter anderem aufgrund se i- ner umfangreichen Erfahrung auf dem breiten Gebiet der Berufsbildung, festhalten, dass ein Fachgebiet, wie technisch es auch sein mö ge, kaum auf eine bestimmte Frage nur gerade eine bestimmte Formulierung, d.h. nur gerade bestimmte Worte und Begriffe in einer zudem bereits b e- stimmten Abfolge, als korrekt zulasse. Vielmehr treffe es doch in den u n- terschiedlichsten Fachgebieten zu, dass Wissen auf verschiedene Arten erläutert und somit korrekte Antworten unterschiedlich formuliert werden könnten. Von den Berufspersonen, die sich einer Prüfung der höheren Berufsbildung stellten, werde geradezu erwartet, dass sie die Inhalte, B-1352/2010 Seite 10 Probleme und möglichen Lösungsansätze aus ihren Branchen in eigenen Worten und Formulierungen darzulegen vermöchten; die Aufgabenste l- lungen seien daher nicht auf uniforme, quasi vorprogrammierte Sta n- dardantworten ausgerichtet. Aus diesem Grund habe das BBT auf die Erklä rungen der Experten a b- gestellt, welche die Antworten des Beschwerdeführers übereinstimmend als verdächtig eingeschätzt und sogar von "überkorrekten" Antworten g e- sprochen hätten; ein Experte habe die Lösungen des Beschwerdeführers zudem als solche beschrieben, die wie jene "eines Abschreibers" gelautet hätten. Immerhin verfügten die Prüfungsexperten ohne Weiteres über die einschlägigen Fachkenntnisse für die Beurteilung, welche alternativen Formulierungen ebenfalls als korrekt gegolten hätten. Daher dürfe si ch das BBT als Beschwerdeinstanz, ohne das rechtliche Gehör des B e- schwerdeführers zu verletzen, grundsätzlich auf die Stellungnahmen der Experten abstützen, soweit diese ausreichend begründet und somit nachvollziehbar seien. Die Stellungnahmen der Experten seien im Übri- gen, unabhängig davon, ob diese den Beschwerdeführer schriftlich oder mündlich geprüft hätten, erstaunlich deckungsgleich. 5.3. Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der in dieser Bestimmung g e- nannten Beweismittel, wobei deren Aufzählung nach vorherrschender An- sicht nicht als abschliessend zu verstehen ist ( vgl. KRAUS- KOPF/EMMENEGGER, Art. 12 N. 73). Mit dem Wort "nötigenfalls" bringt der Gesetzestext zum Ausdruck, dass die Behörde, dem Verhältnismässig- keitsgrundsatz folgend, erst dann aufwendigere Beweismittel beizieht, wenn sich die betreffenden Tatsachen nicht durch andere Beweismittel nachweisen lassen. Dabei hat sie nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden, ob ein Beweismittel geeignet ist, eine Tatsache zu beweisen (vgl. KRAUSKOPF/EMMENEGGER, Art. 12 N. 79). 5.4. Ein Beizug von Lösungen anderer Kandidaten wäre allenfalls ins Au- ge zu fassen, wenn nicht schon die den Beschwerdeführer betreffenden Akten des vorliegenden Verfahrens einen eindeutigen Befund ergeben sollten. Im Folgenden wird zunächst anhand dieser Akten untersucht , ob der Beschwerdeführer vor der Prüfung Einsicht in die Musterlösungen hatte. B-1352/2010 Seite 11 6. Mehrere Auffälligkeiten zeigen die Prüfungsantworten des Beschwerd e- führers beispielsweise im Fach 4 "Menschenführung schriftlich". 6.1. Ziff. (Frage) 2 dieses Fachs lautete wie folgt: "Nennen Sie 4 Regeln beim Feedback geben." Der Beschwerdeführer listete stichwortartig fünf Punkte auf, darunter: "Andre Personen nich Analysieren sonder Psycholi- sieren". In der zehn Punkte umfassenden Musterlösung findet sich fo l- gende Aussage: "Die andere Person nicht analysieren, sondern "psych o- logisieren"." 6.1.1. Im angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz, der Beschwer- deführer habe wörtlich dasselbe (dieselbe Konstruktion an Fremdwörtern) geschrieben, wobei der korrigierende Experte das Bindewort "sondern" durchgestrichen und darüber seine Korrektur "oder" gesetzt habe. Offe n- bar sei dem Verfasser der Musterlösung diesbezüglich eine formal kleine, aber in der Aussage doch bedeutungsvolle Unachtsam keit unterlaufen. Richtigerweise sollte die Lösung lauten: "Personen [bzw. entsprechend der Musterlösung: "Die andere Person ... "] nicht analysieren oder psy- chologisieren." Diese Formulierung mache als Regel für ein Feedbackge- spräch Sinn. Doch der Beschwerdeführer habe, nach seiner Lesart völlig "zufällig", dieselbe falsche Formulierung verwendet, was der korrigiere n- de Experte bemerkt habe. 6.1.2. Ebenso äussert sich d ie Erstinstanz in ihrer Vernehmlassung . Sie ergänzt, der Beschwerdeführer, welcher als Schlussfolgerung seiner sonstigen Antworten dieser und anderer schriftlicher Prüfungen der deu t- schen Sprache aufgrund seiner anderen Muttersprache nicht in allen grammatikalischen Punkten mächtig sei, habe dieselbe falsche Formulie- rung mit dem Wort "sondern" verwendet. Dass er die richtigen Fremdwör- ter gebrauche, diese aber zufälligerweise durch das Wort "sondern" a n- statt "oder" verbinde, deute in Anbetracht der Umstände auf Kenntnisse der Musterlösung hin. 6.1.3. Der Beschwerdeführer selbst argumentiert, beim Fach "Menschen- führung schriftlich" handle es sich um eine für jeden Lehrling einfach (auswendig) zu lernende Materie, und die Fragen und Antworten seien in den Lernunterlagen aufgeführt gewesen. Er substantiiert diese Behau p- tung allerdings nicht, obwohl es keinen unzumutbaren Aufwand bedeutet hätte, einschlägige Auszüge dieser Unterlagen gegebenenfalls der B e- schwerde beizulegen. B-1352/2010 Seite 12 6.1.4. Ebenfalls unter Ziff. (Frage) 2 der Prüfung im Fach 4 "Menschen- führung schriftlich" hielt der Beschwerdeführer fest: "Nicht bewerten oder urteilen sondern beeindruck hinterlassen". Gemäss Musterlösung lautet eine der Regeln für das Feedback wie folgt: "Nicht bewerten oder urteilen, sondern Eindruck beschreiben." Während die ersten fünf Wörter aus der Hand des Beschwerdeführers mit denjenigen in der Musterlösung ide n- tisch sind, klingt das sechste, im Deutschen nicht existierende ähnlich wie dasjenige in der Musterlösung, wohingegen das siebte inhaltlich vollstä n- dig von dieser abweicht und sinnentstellend wirkt. Beim Vergleich der Formulierungen entsteht der Eindruck, der Beschwerdeführer habe die Musterlösung gekannt, sich aber nicht bis ins letzte Detail an sie erinnern können. Durch die Verwendung des Verbs "hinterlassen" im betreffenden Kontext offenbart er überdies, dass er die Thematik in haltlich nicht verstand. 6.2. In ihrer Stellungnahme vom 12. März 2009 an den Viscom , welcher sie Kursunterlagen (zwei A -4-Blätter zum Thema "Präsentationen") be i- legte, hielt die Examinatorin de s Fachs " Menschenführung schriftlich" Folgendes fest: "Im Vorbereitungskurs zur Berufsprüfung Druckweiterverarbeitung habe ich während allen Semestern viele Stunden zu den Themen Gespräch s- führung, Führung von Mitarbeitenden, Präsentation sowie Berufsbildne r- seminar unterrichtet , total ca. 60 Stunden. So konnte ich die einzelnen Teilnehmenden relativ gut kennen lernen. Bei der Korrektur der schriftlichen Berufsprüfung , "Teilprüfung Menschen- führung", fielen mir die Prüfungen von Herrn [ Beschwerdeführer] und Herrn […] auf. Ihre Antworten und vor allem auch die Wortwahl /Sprache stimmten absolut nicht mit ihrer gewohnten Ausdrucksweise überein. Auch die besten Kurskollegen drückten sich nicht annähernd so bei der Prüfung aus. Auffallend waren speziell die Antworten zu Aufgabe 3 und 6. Diese Antworten entsprachen fast genau meinen Antworten im Lösung s- blatt. Speziell Aufgabe 3: hier waren Inhalte aufgeführt, die ich klar nicht mit ih- nen im Unterricht besprochen hatte. Diese Antworten standen nur auf den Lösungsblättern. Ebenfalls wurden bei dieser Aufgabe fast sämtliche L ö- sungen vom Lösungsblatt aufgeführt. Auf diese Frage waren viele Varian- ten möglich, deshalb hatte ich im Lösungsblatt mehrere Varianten aufg e- führt. B-1352/2010 Seite 13 Auffallend war bei Frage 6 die Reihenfolge und Schrägstriche. Sie en t- sprechen genau den Lösungsantworten. Für mich hat sich der anfängliche Verdacht in Gewissheit gewandelt: die beiden Kandidaten müssen in Besitz der Lösungsblätter gekommen sein und diese auch verwendet haben. Anders kann ich mir diese Antworten nicht erklären." 6.3. Ziff. (Frage) 3 dieser Prüfung lautete: "Sie beurteilen einen Lerne n- den. Ihnen fällt auf, dass er teilweise sehr unkonzentriert arbeitet und vermehrt Fehler macht. Wie gehen Sie vor? Begründen Sie es." 6.3.1. Der Beschwerdeführer antwortete folgendermassen: "Ich werde mich gedanken machen wo ran es liegt: hat er Probleme am Arbeitsplatz, Gesundheitliche Probleme, Stress, Private Probleme; und ihn in einen gespräch holen, eine gespräch mit ihn führen (wen es geht nicht am Morge gespräch führen, lieber am Nachmitt ag weil lerling soll nacher nicht den ganzen tag Arbeiten noch. Je nach ergebniss weitere Massnahmen planen Planen: Kontakt mit dem Schule, Kontakt mit dem Eltern, Suchtberatung usw. weil je früher reagieren ist besser weil es könnte noch etwas bewi r- ken. Lehrling beobachten und mit einen ruhigen ton konfrontieren. Und vers u- chen das die Klima zwischen Vorgesetzten und Lernenden stimmt." 6.3.2. Die Musterantwort aus dem Prüfungskatalog be steht aus den nachstehend zitierten Punkten:  Überlegungen: private Probleme / Probleme am Arbeitsplatz / Ge- sundheit / Motivation / Stress … → Lernende sind vielen Stres s- faktoren ausgesetzt. Wichtig ist, herauszufinden, woran es liegt. Dann können gezielt Massnahmen geplant und getroffen werden.  Ansprechen und Beobachtungen mitteilen : Gespräch an einem ruhigen Ort, nicht gerade am Morgen früh → nachmittags ist es oft besser Gespräche zu führen, Lernender muss danach nicht noch den ganzen Tag arbeiten. → Lernenden mit den Beobachtungen konfrontieren in einem ruhigen Ton. So kann er dar auf Stellung B-1352/2010 Seite 14 beziehen und seine Sicht mitteilen. → Gründe für das Verhalten herausfinden.  Je nach Reaktion und Ursachen weitere Massnahmen planen: z.B. Elterngespräch, Suchtberatung, Kontakt mit Schule … → frühzeitig Gespräche führen so kann noch etwas bewirkt werden.  Reflexion meines Verhaltens gegenüber Lernendem, Verhalten der anderen Mitarbeitenden gegenüber Lernendem; evt. G e- spräch → Wie trägt mein Verhalten zur Situation bei / was sollte ich bzw. meine MA verändern  Abmachungen gemeinsam treffen. → Ver bindlichkeiten schaffen und weiteres Vorgehen festlegen. 6.3.3. Zwischen der Antwort des Beschwerdeführers und der Musterl ö- sung, insbesondere deren ersten drei Abschnitten, bestehen diverse sprachliche und inhaltliche Parallelen. Besonders augenfällig wird dies etwa dort, wo der Beschwerdeführer den geeigneten Zeitpunkt für ein Gespräch nennt und diesen begründet. Auch die Aussage "Lehrling beo- bachten und mit einen ruhigen ton kon frontieren" zeigt eine frappierende Ähnlichkeit mit der Musterlösung ("Lernenden mit den Beobachtungen konfrontieren in einem ruhigen Ton" ). Sie enthält allerdings eine sinnve r- ändernde Abweichung (Beobachten des Lehrlings statt Mitteilung der B e- obachtungen an diesen), welche den Eindruck erweckt, dass die b etref- fende Passage, wie sie in der Musterlösung steht, auswendig gelernt, in- haltlich aber nicht richtig verstanden wurde. 6.3.4. In den Akten des vorliegenden und des vorinstanzlichen Verfahrens gibt es keine Belege dafür, dass die Musterantwort auch nur annä he- rungsweise einer Formulierung in a usgehändigten Kursunterlagen en t- spricht. Ebensowenig hat der Beschwerdeführer Unterrichtsnotizen oder Kopien aus Lehrmitteln eingereicht, welche nachweisen könnten, dass sich die Formulierung seiner Prüfungsantwort auf entsprechende Passa- gen stützen würde. 6.4. Ziff. (Frage) 6 dieser Prüfung lautete: "Nennen Sie 5 Aspekte, die Sie beim Vorbereiten einer Präsentation berücksichtigen sollten?" 6.4.1. Der Beschwerdeführer listete in seiner Antwort folgende Punkte (in der angegebenen Re ihenfolge) auf: "Wer ist das Zielbublikum; Ziele, e r- wartungen; Zeit und Ort; Raum (was für mitel sind zum verfügung; Blic k-B-1352/2010 Seite 15 kontakt herstellen; Nonverbale antreten, Kleidung; Sprache der Zuhöre n- den sprechen; Anfang und Schluss vom presentation gut vorbereiten." 6.4.2. Die Musterlösung ("Prüfungskatalog") besteht aus folgenden Punk- ten (Zitate):  Wer ist das Zielpublikum  Ziele  Erwartungen  Ort/Zeit  Raum/zur Verfügung stehende Hilfsmittel/Medien  Medien gezielt einsetzen: soll Präsentation unterstützen, nicht im Vordergrund stehen  Klare Inhalte/Menge  Gute, klare Struktur/Gliederung  Sprache den Zuhörenden angepasst  Auftreten nonverbal: Kleidung …  Sorgfältige Vorbereitung/genügend Zeit einplanen  Eröffnung und Abschluss der Präsentation gut vorbereiten 6.4.3. Als Kursunterlagen hatte die Examinatorin zwei A -4 Blätter ver- wendet. Das eine ist mit "Präsentation" überschrieben und enthält eine tabellarische Darstellung, bestehend aus den fünf Spalten "Anlass / Rahmenbedingungen", "Zielpublikum", "Ziel", "Inhalte" und "Aufbau". D as andere trägt den Titel "Präsentationen 2008" und zählt verschiedene Kri- terien auf (untergliedert in "Verständlichkeit / Sprache", "Auftreten / No n- verbale Kommunikation", "Aufbau / Struktur" und "Medieneinsatz"). 6.4.4. Weder die Tabelle noch die Auflistung der Kriterien entsprechen der Musterlösung, wenngleich sie inhaltlich zum Teil mit dieser übereinsti m- men. Starke Parallelen zur Musterlösung, sowohl strukturell als auch m a- teriell, weist hingegen die schriftliche Prüfungsantwort des Beschwerd e- führers auf. Die ersten fünf Punkte der Musterlösung finden sich nahezu identisch in der Antwort des Beschwerdeführers wieder. Vergleicht man diese Punkte mit den beiden Kursunterlagen zum Thema "Präsentati o- nen", kann man dort keinen entsprechenden Passus erkennen. Gleiches gilt für den letzten Punkt der Prüfungsantwort des Beschwerdeführers bzw. der Musterlösung. Weiter fällt auf, dass das Wort "Kleidung", we l- ches der Beschwerdeführer ebenso wie die Musterlösung im Kontext der nonverbalen Kommunikation gebrauchte, in den erwähnten Kursunterla- gen gänzlich fehlt. B-1352/2010 Seite 16 6.4.5. Demzufolge lässt sich die Darstellung des Beschwerdeführers, wo- nach die Fragen und Antworten des Prüfungsf achs "Menschenführung schriftlich" in den Lernunterlagen aufgeführt gewesen wären, nicht erhär- ten. Vielmehr zeigt sich, dass der Beschwerdeführer Examensfragen in einer Weise beantwortete, wie sie sich aus der Musterlösung, aber gera- de nicht aus Kursunterlagen ergibt. 7. 7.1. Laut Stellungnahme der Prüfungskommission zu Handen des BBT vom 24. März 2009 rechnete der Besch werdeführer i n der schriftlichen Prüfung des Fachs 3 "Produktionsplanung und -steuerung" (PPS), tec h- nische Arbeitsvorbereitung (AVOR), bei Frage 3.1 das Zwischenergebnis falsch aus , schrieb aber dennoch das gemäss Musterlösung richtige, nicht dem Zwischenergebnis entsprechende Resultat auf. 7.2. In seiner Replik vom 19. Juni 2009 , auf welche er (ebenso wie auf die Triplik vom 16. Oktober 2009) in seiner Eingabe vom 4. März 2010 an das Bundesverwaltungsgericht mehrfach verweist, hielt der Beschwerde- führer zu Frage 3.1 im Fach PPS, technische AVOR, Folgendes fest: "Die Beschwerdegegnerin behauptet, die Beschwerdeführer hätten bei dieser Frage die Zwischenergebnisse falsch ausgerechnet und dennoch das richtige Resultat aus dem Fragenkatalog aufgeschrieben. Diese Behaup- tung geht jedoch an der Wirklichkeit vorbei, da auch die Endresultate falsch sind und in keiner Weise mit dem im Fragenkatalog richtigen Zw i- schenergebnis übereinstimmen. Diese Tatsache ist leicht zu erkennen und eine derart unwahre Behauptung d er Beschwerdegegnerin nicht nachvollziehbar." Die Triplik vom 16. Oktober 2009 enthält keine Beme r- kungen zur Antwort des Beschwerdeführers auf diese Frage. Sie äussert sich lediglich zur Lösung eines anderen Kandidaten, welchem die Pr ü- fungskommission denselben Vorwurf wie dem Beschwerdeführer machte. Gleiches gilt für die Duplik der Erstinstanz an das BBT vom 1. September 2009, die sich allerdings indirekt auch auf den Beschwerdeführer bezieht, indem sie dessen schriftliche Prüfung im Fach 3 (PPS) als Bewei smittel nennt. Der angefochtene Entscheid wiederum befasste sich nicht mit di e- ser Prüfungsfrage. 7.3. Als Resultat sieht die Musterlösung zu Frage 3.1 an erster Stelle vor: "Es sind 177 Paletten". Der Beschwerdeführer schrieb in seiner Prü- fungsantwort: "Also es sind 177 Pallete". Seine Berechnung des U m- schlags ist, nach der Korrektur des Examinators zu schliessen, unvol l-B-1352/2010 Seite 17 ständig ("Rückenlage fehlt / Ber. falsch … 14 mm Rückenbreite"); sie führt zu einem falschen Zwischenergebnis (40,65 g statt 40,119 g). Bei der Be- stimmung des Gewichts einer Lage gelangte der Beschwerdef ührer zu einem Wert von 127,488 kg, wobei er gemäss Bemerkung des Korrektors (auf dem Prüfungsbogen) den Klebstoff zu berücksichtigen vergass. Laut Musterlösung beläuft sich da s Gewicht einer Lage auf 128,22 kg. Wäh- rend das Gewicht einer Broschüre gemäs s Musterlösung aufgerundet 1050 g beträgt, errechnete der Beschwerdeführer dafür 1044 g. Ohne Fachkenntnisse lässt sich allerdings nicht mit hinreichender Sicherheit eruieren, ob aus der Rechnung des Beschwerdeführers ungeachtet der fehlerhaften Zwischenergebnisse dieselbe Anzahl Palett en resultieren kann. Eine solche Möglichkeit lehnt die Prüfungskommission offenbar ab, hielt sie doch zu Handen der Vorinstanz fest , trotz falscher Zwischener- gebnisse habe der Beschwerdeführer das gemäss Musterlösung richtige und nicht den Zwischenergebnissen entsprechende Resultat aufg e- schrieben. Auffallend an der Antwort des Beschwerdeführers ist im Übrigen, dass er das Endresultat, wie einleitend z itiert, als Satz ausformulierte , und zwar nahezu identisch mit der Musterlösung. Eine weitere Parallele betrifft sei- nen Satz "Und darf nur 5 Lager gebiegt werden, wegen gewicht." Die ent- sprechende Passage in der Musterlösung lautet: "Somit sind nur 5 Lagen möglich." Bemerkenswert erscheint diese Übereinstimmung insbesonde- re, weil sich die Aussage nicht als Antwort auf eine entsprechende (Teil -) Frage verstehen lässt. Frage 3.1 lautet nämlich: "Wie viele Paletten sind es nach Fertigstellung der Arbeit, wenn diese die Stapelhöhe von 100 cm (ohne Palette) und einem maximalen Netto -Gewicht von 700 kg nicht übersteigen darf. Die Paletten sollen volle Lagen und nur volle Schac h- teln haben." Speziell sticht auch die Verwendung des wertenden Wortes "nur" analog zur Musterlösung ins Auge. 7.4. Demnach bestehen auch bei dieser Prüfungsfrage gewichtige Ind i- zien dafür, dass der Beschwerdeführer die Musterlösung kannte. 8. 8.1. Aufgabe 10 im Fach 3 "PPS schriftlich, technische AVOR " lautete: "Beschreiben Sie die Falzart "Blinder Fens terfalz"? Legen sie ein Muster mit beiliegendem Papier bei." Gemäss Musterkatalog präsentiert sich die Lösung wie folgt: "Erster Bruch in der Tasche zurückversetzt, zweiter Bruch quer halbieren, dritter Bruch nochmals quer." Der Beschwerdefü h-B-1352/2010 Seite 18 rer schrieb: " Erste bruch in der Tasche zuruckversetzen, 2 Bruch quer halbieren, und 3 Bruch nochmal quer halbieren." 8.2. Der Beschwerdeführer vertritt in seiner Eingabe an das Bundesve r- waltungsgericht den Standpunkt, bei Frage 10 im Fach 3, "technische AVOR", habe die Vorinstanz, ohne abzuklären, wie die anderen Kandid a- ten geantwortet hätten, eine Schlussfolgerung zu seinen Ungunsten g e- troffen. Auch hier sei eine Ähnlichkeit zwischen seiner Antwort und derj e- nigen der Musterlösung zu bejahen. Es gehe hier jedoch um einen A r- beitsvorgang mit lediglich drei Schritten. Bei der Nennung von lediglich drei Arbeitsschritten erschöpften sich in der Tat die möglichen alternativen Formulierungen. Es sei gut möglich, dass andere Kandidaten diese drei Vorgänge aufgrund ihrer besseren Deut schkenntnisse in schöner form u- lierte Sätze hineingepackt hätten. Daraus dürfe dem Beschwerdeführer aber kein Nachteil erwachsen. Weiter zitiert der Beschwerdeführer aus seiner Replik im vorinstanzlichen Verfahren, wo er festhielt, bei Frage 10 im Fach 3 "PPS schriftlich" sei darauf hinzuweisen, dass keiner der Prüfungskandidaten die Antwort g e- wusst habe und die ganze Klasse angesichts der Fragestellung völlig ra t- los gewesen sei. Aus diesem Grund habe der anwesende Experte Herrn A._______ in die Prüfungsräu mlichkeit geholt, welcher die Frage noch während der Prüfung allen Kandidaten erklärt und so die Lösung preisg e- geben habe. 8.3. Die Erstinstanz hatte in ihrer Vernehmlassung an das BBT vom 24. März 2009 erklärt, bei Aufgabe 10 hätten die Experten eine Frage ge- stellt, die in der Ausbildung nicht behandelt worden sei. Trotzdem hätten der Beschwerdeführer und ein weiterer Kandidat im Gegensatz zu allen anderen Prüfungskandidaten die Antwort gewusst. Der Beschwerdeführer und der erwähnte weitere Kandidat hätten zudem ein falsches Falzmuster abgegeben, womit klar gewesen sei, dass sie die Frage nicht begriffen hätten. 8.4. In seiner Stellungnahme an das BBT vom 28. Juli 2009 hielt A._______ fest, keiner der Prüflinge habe die Frage über den blinden Fensterfalz verstanden b zw. beantworten können. Als anwesender Pr ü- fungsexperte sei er durch die Aufsichtsperson gerufen worden. Er habe die anwesenden Prüflinge ermuntert, einer einzelnen Frage nicht zu viel Bedeutung zuzumessen. Es gebe immer Fragen, welche in der Schule nicht gelehrt würden, sondern aus dem Fundus der Branche stammten. B-1352/2010 Seite 19 Eine nicht beantwortete Frage habe einen ganz geringen Einfluss auf das Bestehen einer Prüfung. Im Weiteren habe er die Aufgabe nochmals in anderer Form umschrieben, ohne jedoch direkt die Lösung bekanntzuge- ben. Die Schilderung dieses speziellen Vorfalls durch den Beschwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreter entspreche nicht der Wahrheit, denn die e i- gentliche Lösung sei nicht vermittelt worden. Das Expertenteam sei mit ihm jedoch überzeugt, dass ei ne 100 % korrekte Antwort nicht gegeben werden könne, wenn man die Frage nicht begreife. Ausserdem sei es e i- ne Kleinigkeit, das dazugehörende Muster zu falzen, wenn die Frage rich- tig beantwortet werde. Es widerspreche jedoch jeder Logik, ein total a n- deres als das aufgeschriebene Muster zu falzen. 8.5. In ihrer Duplik vom 1. September 2009 im vorinstanzlichen Verfahren bemerkte die Erstinstanz, wenn dem Beschwerdeführer die Lösung nicht vorgesagt worden sei und er die Frage, wie er selbst einräume, auch nicht verstanden habe, sei es gar nicht möglich, dass er trotzdem die rich- tige schriftliche Antwort hätte geben können. Zudem habe er es nicht g e- schafft, trotz der richtigen Lösung ein nach Expertenmeinung simples Falzmuster zu machen, welches anhand der theoret ischen Lösung eine Kleinigkeit darstelle. 8.6. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der herbeigerufene Experte wä h- rend der Prüf ungssession die Lösung preisgab . Insbesondere dürfte er kaum die Musterlösung vorgelesen haben, was auch der Beschwerdefüh- rer nicht unterstellt. Wäre dies der Fall gewesen, dann hätten wohl auch alle übrigen Prüfungskandidaten dieselbe richtige Lösung gewusst. Aus- serdem ergäbe es keinen Sinn, die Prüfungsantworten überhaupt noch zu korrigieren und zu bewerten, wenn der Experte die Lösung anlässlich des Examens offenbart hätte. Die betreffende Aufgabe könnte dann ebenso- gut gestrichen werden. Nach allgemeiner Lebenserfahrung erfolgt eine Hilfestellung an die Examenskandidaten in derartigen Situationen meist durch Umformulierung der Fragestell ung oder durch einen ergänzenden Hinweis, aber gewiss nicht durch Bekanntgabe der Lösung. Der Beschwerdeführer behauptet nicht, ein korrektes Falzmuster abg e- geben zu haben. Seine schriftlich ausformulierte Antwort stimmt jedoch weitestgehend mit der Muster lösung überein. Diese besteht aus drei kur- zen, einfach umschriebenen Arbeitsschritten. Wenn der Beschwerdefüh- rer die Lösung wirklich verstanden hätte, hätte er auch in der Lage sein B-1352/2010 Seite 20 müssen, das abgefragte Muster richtig zu falzen. Angesichts dessen drängt sich der Schluss auf, dass er vor der Prüfung Kenntnis von der Musterlösung erlangt hatte. 9. 9.1. Bezüglich des Fachs 2 "Berufskenntnisse schriftlich" hielt die Pr ü- fungskommission in ihrer Stellungnahme an das BBT vom 24. März 2009 fest, die Fragen Nr. 2.1, 2.3, 2.5, 2.7, 3.1, 3.2 und 4.7 seien im Unterricht nicht in dieser Art behandelt worden. Der Beschwerdeführer habe jedoch die im Fragenkatalog enthaltenen Antworten praktisch mit gleichen oder ähnlichen Worten wiedergegeben. Somit sei erstellt, dass diese Antwo r- ten nicht aus dem Unterricht hätten stammen können, sondern einzig aus dem Prüfungskatalog. In ihrer Vernehmlassung an das Bundesverwa l- tungsgericht vom 31. Mai 2010 erklärte die Erstinstanz, sie wolle explizit darauf hinweisen, dass die Antworten des Beschwerdeführers auf die er- wähnten Fragen überaus grosse Ähnlichkeit, oftmals sogar komplette Identität, mit der Musterlösung zeigten; dies, obwohl beim Beschwerde- führer andernorts infolge fremder Muttersprache klare sprachliche Defizite zu Tage träten. 9.2. Darauf erwidert(e) der Beschwerdeführer, das Fach "Berufskenntni s- se schriftlich" setze nicht das im Unterricht erlernte theoretische Wissen voraus, sondern die praktischen Kenntnisse, welche durch die berufliche Erfahrung angeeignet würden. Dies lasse sich schon aufgrund der B e- zeichnung des Prüfungsfachs erkennen. Er habe den Kurs für die Beruf s- prüfung "Betriebsfachmann Druckweiterverarbeitung " berufsbegleitend besucht, sei also als Teilzeitmitarbeiter in einem Betrieb, welcher sich auf das Praktische aus diesem Fachbereich beziehe, angestellt gewesen. Durch die tägliche Auseinandersetzung mit der Materie habe er sich fu n- dierte theoretische und praktische berufliche Kenntnisse erwerben kö n- nen. Deshalb sei die Argumentation der Prüfungskommission, die Antwor- ten könnten nicht aus dem Unterricht bzw. aus Unterrichtsunterlagen stammen, sondern nur aus der Musterlösung, abzulehnen. Bei der B e- antwortung der meisten Fragen habe er keine anderen Formulierungen wählen können, weil die Fragen überwiegend auf die Nennung techn i- scher Begriffe abgezielt hätten. Nur mit der Nennung der Fachausdrücke hätten die Fragen also richtig beantwortet werden können. 9.3. Die hier zur Diskussion stehenden Fragen, Musterlösungen und An t- worten des Beschwerdeführers lauten wie folgt: B-1352/2010 Seite 21 Frage 2.1: "Was muss in der Druckvorstufe berücksichtigt werden, wenn das Produkt eine Registerstanzung aufweist?"; Musterlösung: "Positionie- rung von randabfallenden Registergriffmarken"; Antwort des Beschwerde- führers: "Posizionierung vom Randabfallenden Registergreifmarke". Frage 2.3: "Wann ist ein Greiffalz unerlässlich?"; Musterlösung: "Bei zic k- zack gefalzten Bogenteilen (12/24 Seiten) für Drahtheft ung oder Fade n- heftung"; Antwort des Beschwerdeführers: "Beim Zickzack gefalzten b o- gen beim 12 und 24 Seiten. Beim Fadenheftung und Sammelhefter". Frage 2.5: "Was ist bei einer Rückstichbroschüre mit bündigen U m- schlagklappen zu berücksichtigen?"; Musterlösu ng: "Der innerste Boge n- teil (innersten 4 Seiten) muss am Fuss ca. 1 cm länger als der restliche Inhalt sein."; Antwort des Beschwerdeführers: "Der Inerste Bogenteil muss am Fuss 1. cm lenger als die restliche bogenteil sein." Frage 2.7: "Ausgangslage: Produktion von hohen Auflagezahlen. Frage: Was für technische Einrichtungen sind bei einer Klebebindeanlage für e i- nen optimalen Produktionsprozess erforderlich?"; Musterlösung: "Sta n- genanleger/Printroll; Ausschleussweiche; Palettierer"; Antwort des B e- schwerdeführers: " Paletierer; Ausschleusweiche; Stangenanleger ode Printrollen." Frage 3.1: "Welche Schwierigkeiten bieten transparente Papiere (Utoplex)?"; Musterlösung: "Utoplex unter 115 gm2 rollt sich, bleibt nicht stabil"; Antwort des Beschwerdeführers: " wen Utoplex unter 115 gm 2 ist dan rollt sich und bleibt nicht stabil". Frage 3.2: "Was verstehen Sie unter Chromolux?"; Musterlösung: Ma r- kenname. Gussgestrichene, hochglänzende Papier - und Kartonsorte (weiss und farbig)"; Antwort des Beschwerdeführers: " Das ist Markenna- me. z.b.: gestrichene Papier oder Gustgestrichene papiere". Frage 4.7: "Ausgangslage: 6 -seitiger Falzbogen weist Eselsohren auf. Frage: Was ist die Ursache dafür? Was unternehmen Sie?"; Musterl ö- sung: " Stauchraum; Papierlage; Eingefalzte Seite soll te möglichst nahe am Falz liegen. Optimal 1 bis 2 mm vom Falzbruch entfernt; Papier am Einfalzer leicht nach innen dressieren."; Antwort des Beschwerdeführers: "Ich kontroliere wie die Walzen mit papier unterlegt sind; Stauchraum; Die Eingefalzte Seit soll 1 mm vom falzbruch entfernt liegen; Und auf die Se i- te vo Ecken hat, (leicht nach Ihnen dressieren)." B-1352/2010 Seite 22 9.4. Der Beschwerdeführer bestreitet die Aussage der Prüfungskommi s- sion, die oben zitierten Fragen des Fachs "Berufskenntnisse schriftlich" seien im Unterricht nicht in dieser Art behandelt worden, nicht. Er verweist auf E. 4 des angefochtenen Entscheides, wo die Vorinstanz festhielt, die Prüfungskommission teile die Ansicht des Beschwerdeführer s insoweit, als es in diesem Fach tatsächlich um die erworbenen Berufskenntnisse und nicht allein um theoretisches Wissen gehe. Die Prüfungskommission schränke jedoch ein, an dieser Prüfung hätten auch weitaus erfahrenere Berufsleute als Kandidaten teilgenommen. Auch sehr erfahrene Personen seien aber kaum in der Lage, Antworten mit identischem Wortlaut wie im Lösungsraster zu geben. 9.5. Im Einzelnen äussert sich der Beschwerdeführer zu den betreffenden Fragen und seinen Antworten folgendermassen: 9.5.1. Auf Frage 2.1 hätten wohl die meisten Kandidaten ähnlich gean t- wortet. Die Frage habe die Antwort induziert. Ähnliches sei bei Frage 2.3 anzunehmen: Hier habe die Prüfungskommission behauptet, dass mehre- re andere Kandidaten die Frage richtig, aber mit anderen Worten beant- wortet hätten; diese wirkten wie versierte Fachleute, der Beschwerdefü h- rer hingegen wie ein Abschreiber. Im vorinstanzlichen Verfahren habe der Beschwerdeführer auf diese Anschuldigung Bezug genommen und b e- merkt, dass seine Antwort nicht identisch mit de r Musterlösung sei und die Frage auch hier nur eine bestimmte Antwort verlang t habe. Er habe seine Antwort auf eine andere Art und Weise , als in der Musterlösung formuliert, gegeben, weshalb durchaus ersichtlich sei, dass er eine A h- nung von dem gehabt habe, was er geschrieben habe. 9.5.2. Bei Frage 2.7 habe die Prüfungskommission vorgebracht, der B e- schwerdeführer und ein anderer Kandidat seien die einzigen unter den 14 Prüfungskandidaten gewesen, die diese Frage mit genau den selben drei in der Musterlösung genann ten Punkten beantwortet hätten. Der B e- schwerdeführer habe im vorinstanzlichen Verfahren darauf hingewiesen, dass diese Frage nur bei Nennung dieser drei Punkte richtig habe bean t- wortet werden können. Ausserdem habe er erwähnt, dass sich diese Fr a- ge auf die Bedienung einer Klebebindeanlage bezogen habe und er und der weitere Prüfungskandidat schon bei mehreren Einsätzen Erfahrungen mit solchen Anlagen gesammelt hätten und bei deren Bedienung von i h- rem Chef instruiert worden seien. B-1352/2010 Seite 23 9.5.3. Zu Frage 3.1 habe der Beschwerdeführer nur einen Punkt genannt, die anderen Kandidaten aber mehrere. Er habe bei dieser Frage den wichtigsten Punkt angegeben und mit seiner Antwort die volle Punktzahl erreicht. Aus der Tatsache, dass er nicht weitere Punkte genannt habe, dürfe ihm kein Nachteil erwachsen. 9.5.4. Bei Frage 3.2 wäre der Beschwerdeführer zusammen mit dem e r- wähnten weiteren Prüfungskandidaten der Einzige, welcher "Chromolux" als Markenname bezeichnet habe, obwohl "Chromolux" in der Schweiz als eine Papiersorte gelte (und nicht lediglich als Markenname). Der Be- schwerdeführer habe während den Prüfungen nicht die Aufgabe gehabt, sich Synonyme für Begriffe wie "Papier", "Marke" oder "gussgestrichene" auszudenken. Die Prüfungskommission dürfe sich zudem nicht wundern, wenn der Beschw erdeführer "Chromolux" richtigerweise als Marke b e- zeichnet habe, auch wenn dies in der Schweiz nicht üblich sei. Dass er statt "gussgestrichene" "Gustgestrichene" geschrieben habe, könne z u- dem nicht als Indiz für das fehlende Wissen des Beschwerdeführers g e- wertet werden. 9.5.5. Auch bei Frage 4.7 habe die Prüfungskommission behauptet, der Kandidat habe exakt die gleichen vier Punkte wie in der Musterlösung genannt und lediglich die Reihenfolge der Aufzählung geändert. Andere Kandidaten hätten diese Frage auch rich tig beantwortet, aber andere Formulierungen gewählt. Der Beschwerdeführer habe der Prüfungsko m- mission im vorinstanzlichen Verfahren entgegnet, dass sich wohl auch andere Kandidaten keine Synonyme für Begriffe wie "Papierlage", "einge- falzte Seite" und "Stau chraum" ausgedacht hätten. Ausserdem habe die Gegenseite selber zugegeben, dass die Falzmaschine bereits Thema in der Lehre gewesen sei. Der Beschwerdeführer habe diese Lehre vier Jahre lang absolviert und bei den Teileinsätzen in den Betrieben des Öfte- ren mit der Falzmaschine gearbeitet. 9.6. Mit Blick auf die Fragen 2.1 und 2.3 des Fachs "Berufskenntnisse schriftlich" bringt der Beschwerdeführer vor, die Fragen hätten die Antwor- ten "induziert". Seine Antworten sind zwar nicht absolut identisch mit der Musterlösung, stimmen mit dieser aber sowohl in der Wortwahl als auch in der Wortfolge weitgehend überein. Abweichungen sind im Wesentl i- chen durch sprachliche Defizite bedingt. Wenn der Beschwerdeführer zu Frage 2.3 einerseits schreibt, seine Antwort sei n icht identisch mit der Musterlösung, andererseits aber behauptet, auch hier habe die Frage nur eine bestimmte Antwort verlangt, argumentiert er widersprüchlich, jeden-B-1352/2010 Seite 24 falls solange er seine Antwort für korrekt hält. Im Übrigen verwendete er in seiner Antwort auf Frage 2.3 zwar das Wort "Sammelhefter", während sich in der Musterlösung der Begriff "Drahtheftung" findet. Abgesehen da- von sind die sprachlichen und inhaltlichen Übereinstimmungen seiner Antworten mit der Musterlösung jedoch sowohl bei Frage 2.3 als auch bei Frage 2.1 frappant. Weder die eine noch die andere testete, wie der B e- schwerdeführer selbst e inräumt, im Unterricht erlerntes theoretisches Wissen, sondern vielmehr praktische Berufs kenntnisse. Angesichts des- sen ist es besonders unwahrscheinlich, dass er seine Prüfungsantworten nahezu identisch mit der Musterlösung formulieren k onnte, ohne die se gekannt zu haben. Gleiches gilt für die Antworten des Beschwerdeführers auf die Fragen 2.5, 3.1 und 3.2 im Fach "Berufskenntnisse schriftlich". Seine diesbezüglichen Erläuterungen vermögen nicht aufzuzeigen, wie derart au sgeprägte Übereinstimmungen seiner Formulierungen mit der Musterlösung ohne Einsichtnahme in diese hätten zustande kommen können, notabene bei einem Prüfungsfach, welches die praktische Berufserfahrung zum G e- genstand hat. Zu Frage 2.5 äussert er sich in der Beschwerdeschrift nicht näher. Sein e Antwort auf Frage 3.1 ist mit der Musterlösung praktisch identisch, obwohl auch sie sich nicht aus dem (theoretischen) Unte r- richtsstoff ergibt. Sie besteht, wie die Musterlösung, nur aus dem einen , oben zitierten Punkt . Was die Darlegungen des Beschwerdeführers zu Frage 3.2 betrifft, so zielen diese angesichts der augenfälligen Ähnlichkeit seiner Antwort mit der Musterlösung an der Sache vorbei, wenn er erklärt, er habe nicht die Aufgabe gehabt, sich Synonyme auszudenken, die Pr ü- fungskommission dürfe sich über die Bezeichnung als Marke nicht wu n- dern und eine bestimmte Ausdrucksweise dürfe nicht als Indiz für fehle n- des Wissen gewertet werden. Er bestreitet insbesondere nicht, dass die Bezeichnung von "Chromolux" als Markenname in der Schweiz unüblich sei. Dennoch führte er das Stichwort "Markenname" in Übereinstimmung mit der Musterlösung gleich an erster Stelle auf und dies, obwohl hier einmal mehr kei n Unterrichtsstoff, sondern praktisches Berufswissen a b- gefragt wurde. Bezüglich der Antworten auf die Fragen 2.7 und 4.7 hob die Prüfungs- kommission hervor, dass der Beschwerdeführer jeweils genau die gle i- chen Punkte wie die Musterlösung nannte. Der Beschwerdeführer erklärt dies mit seinen praktischen Erfahrungen im Umgang mit den betreffenden Maschinen. Zu Frage 4.7 h ält er ausserdem fest: "Bei der Analyse der Antwort des Beschwerdeführers mit derjenigen der Musterlösung ist aber B-1352/2010 Seite 25 zu erkennen, dass ob wohl die gleichen Begriffe und Formulierungen in gleicher Reihenfolge genannt wurden, bei der Antwort von [Beschwerd e- führer] zusätzlich angegeben wird: "und auf die Seite vo Ecken hat (leicht nach innen dressieren )"." Allerdings ist die Formulierung "leich t nach i n- nen dressieren" ebenfalls , sogar an gleicher Stelle , in der Musterlösung enthalten, und die Aussage "auf die Seite vo Ecken hat" erscheint ledig- lich als Synonym für die Passage "Papier am Einfalzer" aus der Musterlö- sung. Insbesondere wenn man wiederum berücksichtigt, dass in diesem Fach kein theoretischer Stoff aus dem Unterricht, sondern Praxiswissen aus dem Berufsalltag geprüft wurde, lassen sich die Parallelen zwischen der Musterlösung und der Antwort des Beschwerdeführers , die d ieser weitgehend auch selbst einräumt, nicht als Zufall interpretieren, sondern nur durch Kenntnisse der Musterlösung erklären. 10. 10.1. Bezüglich der mündlichen Prüfungen macht d er Beschwerdeführer insbesondere geltend, seine Antworten seien nicht wörtlich protokolliert worden. Die Stellungnahmen der Prüfungsexperten vermittelten den Ei n- druck, dass sie auf der Seite der Prüfungskommission stünden ( vgl. dazu oben E. 2.2). Eine mündliche Prüfung habe im Fach 2 (Berufskenntnisse) stattgefu n- den. Auch hier dürfe nicht unberücksichtigt bleiben, dass die gestellten Fragen nur bestimmte Antworten induziert hätten und es möglich gew e- sen sei, die Frage mit der Nennung von wenigen Punkten, die aus Stic h- wörtern bestanden hätten, richtig zu beantworten. Beim Durchgehen der Fragen und der korre spondierenden Antworten hätten sowohl die Prüfungskommission als auch die Vorinstanz erkennen müssen, dass im Fach 2 im Allgemeinen keine allzu schwierigen Fragen gestellt worden seien. Auch diesem Umstand trage der BBT -Entscheid keinerlei Rechnung. 10.2. Die Vorinstanz erwog, sie vermöge nicht mit Sicherheit festzuste l- len, ob die Übereinstimmungen mit der Musterlösung auch in den mün d- lich geprüften Fächern vorgelegen hätten. Aus dem Protokoll der Prüfung "Berufskenntnisse mündlich" gehe diesbezüglich nichts hervor, doch habe der Experte immerhin zu Protokoll gegeben, ihm sei aufgefallen, dass sich die Antworten des Beschwerdeführers "zum grössten Teil mit den Musterantworten erstaunlich gedeckt" hätten. Nicht nur der Wortlaut habe B-1352/2010 Seite 26 grösstenteils übereingestimmt, s ondern auch die Reihenfolge der Bean t- wortung. Diese Beobachtungen hätten die Vermutung nahegelegt, dass ein Zufall wenig wahrscheinlich sei und eine Manipulation vorliegen kö n- ne. Aus diesem Grund habe er seine Beobachtung umgehend gemeldet. Das Verhalten d es Experten scheine der Beschwerdeinstanz korrekt zu sein, denn ob eine Manipulation vorliege, lasse sich meistens erst en t- scheiden, nachdem die Erfahrungen der verschiedenen Examinatoren gegenseitig besprochen worden seien. Die Experten in den Fächern PPS mündlich und Allgemeinbildung mündlich stellten ebenfalls fest, der B e- schwerdeführer habe die Antworten erstaunlich schnell und mit einer ve r- blüffenden Übereinstimmung mit jenen der Musterlösung erteilt. Die B e- schwerdeinstanz vermöge lediglich festzustellen, dass offenbar die bete i- ligten Experten unabhängig voneinander dieselben Beobachtungen g e- macht, zu Protokoll gegeben oder schriftlich festgehalten hätten. 10.3. In ihrer Stellungnahme vom 24. März 2009 zu Handen des BBT leg- te die Prüfungskommission unter Ziff. 1.2 dar, am 1. Oktober 2008 hätten an der Schule für Gestaltung in Bern die ersten mündlichen Prüfungen stattgefunden. Bei den mündlichen Prüfungen im Fach 2 (Berufskenntnis- se) sei von den Experten B._______ und A._______ bei beiden Kandida- ten [beim Beschwerdeführer und einem weiteren Kandidaten] als auffällig erkannt worden, dass die Antworten 1:1 wie im Prüfungskatalog enthalten mündlich vorgetragen worden seien. Im Prüfungsbüro sei an diesem Morgen die gleiche Übereinstimmung der Antworten der Beschwer defüh- rer mit dem Prüfungskatalog festgestellt worden. So habe beispielsweise auch der Experte C._______ im Fach 6 "Allgemeinbildung, Recht" fest- stellen müssen, dass die beiden Beschwerdeführer die Einzigen gewesen seien, welche die Fragen in mit dem Fragen katalog übereinstimmenden Ausführungen beantwortet hätten. Daraufhin sei das Verhalten der beiden Beschwerdeführer verstärkt beobachtet worden. Am letzten Prüfungstag seien die beiden zur Rede gestellt worden. Sie hätten jedoch jegliche Einsichtnahme in den Prüfungskatalog abgestritten. 10.4. Nach Art. 13 Abs. 2 des Prüfungsreglements nehmen mindestens zwei Experten die mündlichen Prüfungen ab und bewerten die Leistu n- gen. Das Reglement sieht keine Protokollierungspflicht für mündliche Prü- fungen vor. B-1352/2010 Seite 27 10.5. Nachfolgend werden die bei den Akten liegenden schriftlichen Ste l- lungnahmen der Prüfungsexperten an die Adresse von Viscom (D._______) zitiert: 10.5.1. Stellungnahme von B._______ vom 6. März 2009: "Im Rahmen der Berufsprüfung zum Betriebsfachmann Druckweitervera r- beitung am 1. Oktober 2008 führten Herr A._______ und ich die mündl i- che Prüfung zum Fach 2, Berufskenntnisse, durch. Ich hatte u.a. die Herren […] und [Beschwerdeführer] geprüft, Her r A._______ führte das Protokoll. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich die Antworten der beiden Kandidaten, auf die von mir ausgewählten Fragen, zum grössten Teil mit den Musterantworten, die mir vorlagen, erstaunlich gedeckt haben. Nicht nur, dass sie zum grössten Teil im Wortlaut mit den Musterantworten übereinstimmten, auch d ie Reihenfolge deren Bean t- wortung war zum grössten Teil identisch mit jenen Musterantworten in meinem Fragekatalog. Diese beiden Tatsachen, namentlich die Häufigkeit der Deckung mit den Musterantworten, sowohl im Wortlaut als auch in der Reihenfolge, legte n die Vermutung nahe, dass ein Zufall wenig wahrscheinlich ist und dass in diesen beiden Fällen eine Manipulation vorliegen kann. Nach Konsultat i- on mit Herrn A._______ habe ich dies umgehend Herrn D._______ [Sek- retär der Prüfungskommission] gemeldet. Bei anderen Kandidaten haben wir derartige Umstände nicht feststellen können." Der Beschwerdeführer zitiert dazu aus seiner Replik im vorinstanzlichen Verfahren, wo er fest hielt, die Aussagen von B._______ seien vage und unfundiert und damit vollumfänglich abzu weisen. Der Experte habe sich lediglich darauf beschränkt, die Vermutung zu äussern, aufgrund der rich- tigen Antworten des Beschwerdeführers könne eine Manipulation vorli e- gen. 10.5.2. Schreiben "Unregelmässigkeit Berufsprüfung zum Betriebsfac h- mann" von E._______ vom 15. März 2009: "Gerne halte ich meine Eindrücke der letzten Berufsprüfung im vergang e- nen Oktober kurz fest. Durch meine langjährige Tätigkeit als Experte bei Lehrabschlussprüfungen, an Technikerschulen oder an der letzten durc h-B-1352/2010 Seite 28 geführten Berufsprüfung bin ich mich gewohnt, einen solchen Prüfung s- verlauf objektiv zu beurteilen. Zusammen mit F._______ habe ich an der Berufsprüfung zum Betrieb s- fachmann in Bern Prüfungen abgenommen. Die Kandidaten wurden wechselweise durch F._______ und mich befragt. Der jeweil s nicht fr a- gende hat die Antworten protokolliert. Bei zwei Kandidaten ist mir bei der Beantwortung der Fragen aufgefallen, dass diese die Lösung genau in der Reihenfolge und im gleichen Wortlaut wie im Fragenbogen aufgeführt wiedergegeben haben. In der Reg el war kein Punkt mehr aber auch kein Punkt weniger beantwortet als in der Musterlösung. Die Fragen entsprechen nur selten einem klar vorgegeb e- nen Antwortschema und trotzdem haben die Kandidaten […] und [B e- schwerdeführer] sehr rasch und ohne Umschweife geantwortet. Als ich aufgrund dieser Begebenheit misstrauisch wurde habe ich dieses Thema ergänzende Fragen gestellt. Diese konnten nicht oder nur falsch beantwortet werden. Dieser Sachverhalt ist im Fragebogen nachzuvol l- ziehen. So habe ich beispielsweise im Protokollbogen des Fachs PPS bei den Fragen 15 und 16 nur noch hingeschrieben "genau…..". Dieses "g e- nau…" ist mein kleiner Hinweis, dass ich hier festgestellt habe, dass Herr [Beschwerdeführer] im Vorfeld der Prüfungen Zugriff auf die Fragen hätte haben können. Ich bin überzeugt, dass die zwei Kandidaten Zugang zu den Fragen ha t- ten […]." 10.5.3. Stellungnahme von F._______ vom 19. März 2009: […] "Als Verantwortlicher für das Fach 3 und 6 ist uns sowohl bei der mündl i- chen wie auch bei der schriftlichen Prüfung aufgefallen, dass Herr [B e- schwerdeführer] und Herr […] die Antworten überkorrekt gegeben haben. Teilweise sogar identisch mit den Wortlauten des Lösungsvorschlages welche in den Prüfungsunterlagen vermerkt waren. […] Aufgrund dieser und vielen weiteren Beo bachtungen sind wir zur Übe r- zeugung gelangt, dass die Herren […] und [Beschwerdeführer] Einsicht in B-1352/2010 Seite 29 die Prüfungsunterlagen gehabt haben. Bei den vielen Prüfungen, welche ich in den vergangenen Jahren zu beurteilen hatte, war noch nie ann ä- hernd ein so ident isches Beantworten der Fragen vorgekommen. Zudem sind viele Fragen nicht in der gleichen Form wie in der Schule gelernt e r- folgt, sondern oftmals in einen weiteren Zusammenhang gestellt worden. Aus den oben erwähnten Punkten bin ich überzeugt, dass die Prüf ung zu recht annuliert wurde." Bezüglich dieser Stellungnahme verweist der Beschwerdeführer auf seine Replik im vorinstanzlichen Verfahren, wo er die Ansicht vertrat, auch eine überkorrekte Antwort sei korrekt und dürfe nicht Vermutungen auf illegit i- me Verhaltensweisen des Beschwerdeführers vor der Prüfung aufko m- men lassen. Es sei zudem logisch, wenn eine Frage, die eine bestimmte Antwort oder Antworten induziere, gleich beantwortet werde wie in der Musterlösung. Der Beschwerdeführer bestreitet demnach nich t, in den betreffenden mündlichen Prüfungen mit der Musterlösung identische An t- worten gegeben zu haben. 10.6. Alle zitierten Stellungnahmen der Experten beinhalten die Kernaus- sage, dass die mündlichen Prüfungsantworten des Beschwerdeführers auffällige, weitgehende Übereinstimmungen mit der Musterlösung zeig- ten. Soweit sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bunde s- verwaltungsgericht zu den Stellungnahmen äussert, räumt er diese Paral- lelen entweder ausdrücklich ein ( bezüglich der Stellungnahme von F._______) oder bezeichnet die Stellungnahme als vage und unfundiert bzw. als blosse Vermutung einer Manipulation (S chreiben von B._______). Weshalb die betreffende Stellungnahme aber unfundiert sein soll, erläutert er nicht. Die übereinstimmenden Beobachtungen der Experten in den mündlichen Prüfungen stellen ebenfalls gewichtige Indizien dafür dar, dass der B e- schwerdeführer Kenntnis von der Musterlösung hatte bzw. gehabt haben musste. Anhaltspunkte für eine gegenseitige Absprache der Experten zu Lasten des Besch werdeführers bestehen nicht (vgl. auch oben E. 2.2) , zumal dieser deren Aussagen mindestens teilweise selbst bestätigt. In Anbetracht dessen ist davon auszugehen, dass die Experten ihre Fest- stellungen unabhängig voneinander machten. 11. B-1352/2010 Seite 30 11.1. Gestützt auf die obenstehenden Erwägungen gelangt das Bunde s- verwaltungsgericht zum Schluss, dass der Beschwerdeführer im Vorfeld der Prüfung Einsicht in die Musterlösung ha tte bzw. gehabt haben muss- te. Dabei spielt es keine Rolle, wenn er nicht sämtliche Antworten en t- sprechend der Musterlösung formulierte und in einzelnen Fällen auch ausführlichere Antworten gab, wie er in seiner Beschwerdeschrift geltend macht. Es ist nämlich eher unwahrscheinlich, dass sich ein Kandidat eine umfangreiche Musterlösung überhaupt vollständig und in allen Einzelhe i- ten merken kann. Selbst wenn dies aber gelingen sollte, wäre es äusserst unklug, sich im Examen durch wörtliche Wiedergabe der kompletten Mus- terlösung zu verraten. 11.2. Nach Art. 26 Abs. 1 BBG dient die höhere Berufsbildung auf der Ter- tiärstufe der Vermittlung und dem Erwerb der Qualifikationen, die für die Ausübung einer anspruchs - oder einer verantwortungsvolleren Berufst ä- tigkeit erforderlich sind. Gemäss Art. 2 Abs. 1 des Prüfungsreglements hat der Kandidat durch die Berufsprüfung den N achweis zu erbringen, dass er die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse besitzt, um in se i- nem Beruf höheren Ansprüchen zu genügen und eine Stelle als Abte i- lungsleiter und Vorgesetzter im Bereich der Druckweiterverarbeitung aus- zufüllen. 11.3. In seiner Stellungnahme vom 5. Mai 2010 zu Handen des Bunde s- verwaltungsgerichts äusserte das BBT die Ansicht, dass ein Fachgebiet, wie technisch es auch sein möge, kaum auf eine bestimmte Frage nur gerade eine bestimmte Formulierung, d.h. nur gerade bestimmte Worte und Begriffe in einer zudem bereits bestimmten Abfolge, als korrekt z u- lasse. Von den Berufspersonen, die sich einer Prüfung der höheren B e- rufsbildung stellten, werde geradezu erwartet, dass sie die Inhalte, Pro b- leme und möglichen Lösungsansätze aus ihren Branche n in eigenen Worten und Formulierungen darzulegen vermöchten; die Aufgabenste l- lungen seien daher nicht auf uniforme, quasi vorprogrammierte Sta n- dardantworten ausgerichtet (vgl. oben E. 5.2). 11.4. Das Bundesverwaltungsgericht teilt diese Auffassung. Sie entspricht der oben (E. 11.2) angeführten legislatorischen und reglementarischen Zielsetzung der höheren Berufsbildung. 11.5. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, die Lösungen anderer Kandidaten beizuziehen (vgl. oben E. 5.4). B-1352/2010 Seite 31 12. 12.1. Der Präsident der Prüfungskommission, G._______, erklärte in e i- nem Schreiben an das BBT vom 10. April 2009 unter Bezugnahme auf die Prüfung des Beschwerdeführers (sowie diejenige eines weiteren Kan- didaten und Beschwerdeführers), als Vorsitzender der Prüfungskommi s- sion habe er die Notensitzung geleitet, in welcher die Kommission ei n- stimmig zum Schluss gelangt sei, dass unzulässige Hilfsmittel im Sinne von Art. 12 Bs t. a des Prüfungsreglements verwendet worden seien. Die jeweiligen Antworten "auf den in spezifisch zusammengestellten Frage n- kataloge" seien teilweise wortwörtlich von den Beschwerdeführern ang e- wendet worden. Daraus hätten sich erstaunliche Notendurchschnitte e r- geben, die "Misstrauen in der Prüfungskommission aufkommen liessen". Herr […] und Herr [Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht] hätten die Lehre in der […] G._______ AG, in welcher er als verantwortlicher Geschäftsführer zeichne, absolviert. Der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren sei aktuell in der Produktion als Linienführer eingesetzt. Zu Recht frage er sich jetzt, ob die etwaige Entwendung oder Einsich t- nahme durch die Prüfungskandidaten Herr [Beschwerdeführer] und Herr […] während seiner Ferienabwesenheit möglich gewesen sei. Tatsächlich gebe es immer wieder unbeaufsichtigte Zutritts möglichkeiten zu seinem Arbeitsplatz, da man in einem grossen Arbeitsraum arbeite und über ke i- ne abgeschlossenen Räume verfüge. Er habe deshalb auch im persönl i- chen Gespräch mit den Kandidaten herauszufinden versucht, ob ein de r- artiger Vorwurf des unlauteren Vorgehens in Betracht zu ziehen wäre. Sie hätten ihm versichert, dass seine Verdächtigungen absurd seien. Sie hä t- ten sich mit grossem Aufwand auf die Abschlussprüfung vorbereitet und sich nur auf die Wissensvermittlung der Inhalte der Referenten während des Vorbereitungskurses konzentriert. Da er als Präsident der Prüfungskommission in dieser Sache mit Befa n- genheit konfrontiert sei, trete er mit seiner Funktion in den Ausstand. 12.2. In einem Schreiben vom 24. Juli 2009 an das BBT hielt G._______ Folgendes fest: "1. Die definitiven Prüfungsunterlagen wurden mir vom Sekretariat Vi s- com per Post ca. drei Wochen vor Prüfungstermin an die Geschäftsa d- resse der […] G._______ AG zugestellt. B-1352/2010 Seite 32 2. Ich deponierte die Versandhülle mit den Prüfungsunterlagen ungeöffnet an mei nem Arbeitsplatz in unterster Position eines Plastikbehälters. Z u- sätzlich wurden noch alle übrigen aktuellen Akten von meinem Arbeit s- platz in denselben Behälter gelegt, welcher ich vor meiner dreiwöchigen Ferienabwesenheit deponierte. So verliess ich meine n geräumten A r- beitsplatz. Der Plastikbehälter wurde "im" meinem Abstellraum beiseite gestellt. Er befindet sich im 4. Stock hinter dem Büroraum, in welchem sich drei Arbeitsplätze befinden und während den Geschäftszeiten z u- gänglich sind, so auch an Randzei ten, wenn der Reinigungsdienst zwei mal wöchentlich wirkt. 3. Nach meinen Ferien wurde der Plastikbehälter von mir wieder ausg e- räumt, die Akten auf meinem Arbeitstisch nach Prioritätskriterien ausg e- breitet. Darunter auch die ungeöffneten Prüfungsunterlagen, die ich tags darauf als Experte an die Abschlussprüfung nach Bern mitgenommen ha- be. Mir ist dabei keine offensichtliche Veränderung der Unterlagen aufg e- fallen. 4. Fakten = Die Prüfungsunterlagen waren zugänglich, doch diskret in Versandhülle zu unterst in einem Plastikbehälter aufbewahrt und nur mit Insiderwissen zu finden. Die Büroräume werden durch unsere administra- tive Leitung Herrn H._______ sowie unsere kaufmännische Mitarbeiterin Frau I._______ genutzt. Von ihnen wurde keiner der b eiden Kandidaten im Bürobereich während meiner Ferienzeit angetroffen. Neben den no r- malen Arbeitszeiten sind jedoch mit einem Sonderschlüssel (Passepar- tout) alle Gebäudeteile zugänglich. Dieser Notfall -Schlüssel befindet sich in einer Schublade im Produkti onsbüro (3. Stock). Damit hat man auch Zugang in Randzeiten (Schicht) für den 4. Stock. 5. Wir sprechen von der definitiven Fassung der Prüfungsunterlagen. Es wurden jedoch im ersten Lauf dieselben Unterlagen in der Rohfassung vorgängig ebenfalls an die Ge schäftsadresse versendet, um uns Expe r- ten ein Gegenlesen der Aufgaben zu ermöglichen. Diese Unterlagen wur- den von mir aber zuhause am Wochenende oder zur Abendzeit bearbe i- tet. Sie waren demnach für die Kandidaten nicht zugänglich." 12.3. Das BBT erwog im angefoc htenen Entscheid, es erkenne, dass der Beweis, dass der Beschwerdeführer die Prüfungsdokumente behändigt oder nicht behändigt habe, nicht mit Sicherheit erbracht werden könne. Dem Beschwerdeführer sei zuzustimmen, dass es schwierig gewesen sein dürfte, die se Unterlagen zu finden, herauszunehmen, (wohl) zu k o-B-1352/2010 Seite 33 pieren und wieder zurück zu legen. Die Umstände, welche G._______ geschildert habe, stellten für jemanden, welcher in den Besitz dieser U n- terlagen hätte gelangen wollen, gewisse Hindernisse dar. Auch das vom Beschwerdeführer genannte Risiko lasse sich nicht ernsthaft bestreiten. Wer bei einer solchen Tat ertappt werde, riskiere seine Karriere. Es könne dennoch nicht ausgeschlossen werden, dass eine unbefugte Person diese Dokumente an sich genommen habe. D ie Unterlagen seien nicht eingeschlossen gewesen. Das Büro sei allgemein zugänglich gew e- sen. Der Chef sei ferienabwesend gewesen, und lediglich zwei Personen hätten sich das entsprechende Büro geteilt. Zudem existiere ein Schlü s- sel, mit dem die Büros auch ausserhalb der geregelten Arbeitszeiten b e- treten werden könnten – sogar nachts. Mit Blick auf eine allfällige Behä n- digung der Dokumente hätten somit zwar nennenswerte Erschwernisse bestanden, jedoch keine Hinderungsgründe. Es könne aus diesem Grund nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer das entsprechende Büro zu einer Randzeit betreten, die Prüfungsdok u- mente gefunden und kopiert und wieder zurückgelegt habe. Daher geli n- ge ihm der Beweis, dass er keine Kenntnis von den Dokument en habe haben können ebenso wenig wie der Prüfungskommission der Beweis habe gelingen können, der Beschwerdeführer habe die Prüfungsunterl a- gen vorübergehend entwendet. Im vorliegenden Fall müsse sich der Beweis im Übrigen nicht auf den g e- samten, Gegenstand von Vermutungen bildenden Hergang beziehen, sondern ausschliesslich auf die Frage, ob der Beschwerdeführer im Vo r- feld der Prüfung Kenntnis von den Unterlagen gehabt habe. Wie der Be- schwerdeführer allenfalls in den Besitz der Dokumente gelangt sei, sei bezüglich dieser Frage an sich unerheblich. Theoretisch wäre es imme r- hin möglich, dass ihm die Unterlagen von unbekannter Seite zugespielt worden seien oder dass er jemanden beauftragt habe, ihm die Dokumen- te zu beschaffen. 12.4. Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, die Interpretation der Stellungnahme von G._______ durch die Vorinstanz sei klar abzulehnen. Bei richtiger Auslegung sage G._______ aus, dass er die Prüfungsunte r- lagen in einer ungeöffneten Versandhülle in einem Plastikbehälter aufb e- wahrt habe. Wenn er aussage, ihm sei keine offensichtliche Veränderung der Unterlagen aufgefallen, dann sei diese Zurückhaltung in seiner Au s- sage darin begründet, dass er im fraglichen Zeitpunkt in den Ferien g e- wesen sei und er einen solchen Fall nicht abs chliessend zu beurteilen B-1352/2010 Seite 34 gewagt habe. Nochmals zu betonen sei die Tatsache, dass der B e- schwerdeführer heute immer noch beim von G._______ geführten B e- trieb, der […] G._______ AG, angestellt sei. G._______ würde wohl nicht mit einem Angestellten weiter zusammenarbeiten wollen, der sich von der Abwesenheit seines Arbeitge bers einen illegit imen Vorteil zu erheischen versuche. 12.5. Bezug nehmend auf das Urteil des Bundesgerichts 2P .185/2004 vom 27. Juli 2004 über eine staatsrechtliche Beschwerde gegen einen regierungsrätlichen Entscheid betreffend das Nichtbestehen einer kant o- nalen Maturitätsprüfung hielt das BBT im angefochtenen Entscheid (E. 11) fest, es könne nicht darauf ankommen, ob ein Beschwerdeführer auf unerlaubte Weise in den Besitz des Prüfungskatalogs gek ommen sei. Entscheidend sei – und dieser Entscheid sei aufgrund der gesamten Um- stände zu fällen – ob er Kenntnis von den Mus terlösungen gehabt haben müsse. 12.6. Der Beschwerdeführer bringt vor, die vergleichsweise Heranziehung des Bundesgerichtsurteils 2P .185/2004 vom 27. Juli 2004, in welchem die Maturitätsprüfung als nicht bestanden habe erklärt werden können, ohne den Nachweis zu erbringen, der betreffende Schüler habe Einsicht in die Musterlösungen gehabt, sei hier eindeutig fehl am Platz. In diesem En t- scheid habe das Bundesgericht ausgeführt: " Der Beschwerdeführer b e- streitet dies (dass er Einsicht in die Musterlösung gehabt hat) im Grunde genommen nicht, sondern scheint der Auffassung zu sein, die Behörden müssten dazu noch konkret den Beweis erbringen, dass er sich Zugang zu den Musterlösungen verschafft habe. Mit den Argumenten im ang e- fochtenen Entscheid setzt er sich nicht im Einzelnen auseinander." Im vorliegenden Fall werde aber substantiiert dargelegt, weshalb die Be- hauptung, dass der Beschwerdeführer E insicht in die Musterlösungen gehabt habe, völlig unwahr und unbegründet sei. In casu könne der B e- weis nicht erbracht werden, dass sich der Beschwerdeführer tatsächlich Zugang zu den Musterlösungen verschafft habe. Auch die Vermutungen könnten nicht einleu chtend begründet werden. Schliesslich könne auch nicht behauptet werden, der Beschwerdeführer würde sich nicht mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass er die Prüfungslösungen vor den Pr ü- fungen konsultiert habe. Bei der im Bundesgerichtsurteil behandelten Ma- turitätsprüfung habe nicht nachgewiesen werden können, wann und wie der Geprüfte Einsicht in die Prüfungsunterlagen habe nehmen können. Das Bundesgericht habe festgestellt, dass trotzdem erdrückende Indizien B-1352/2010 Seite 35 bestanden hätten, wonach der Geprüfte Einsicht in die Prüfungsunterl a- gen gehabt haben müsse. Hier lägen solche erdrückenden Indizien in keiner Art und Weise vor. 12.7. Das Bundesgericht hatte im erwähnten Urteil (E. 4.3.1) dargelegt, der Regierungsrat sei in Würdigung der gesamten Umstände zum Schluss gekomm en, dass der Beschwerdeführer im Schwerpunktfach "Wirtschaft und Recht" Kenntnis von den Musterlösungen gehabt haben müsse. Dabei habe er es offengelassen bzw. zu Recht als irrelevant e r- achtet, wann und wie der Beschwerdeführer in den Besitz der Musterl ö- sungen gelangt sei. Im angefochtenen Entscheid – und noch ausführl i- cher im vorangehenden Entscheid der Erziehungsdirektion – werde im Einzelnen nachgewiesen, dass und inwiefern die Antworten des B e- schwerdeführers mit der schriftlichen und mündlichen Musterlö sung übereinstimmten. Aufgrund der erdrückenden Indizien habe als erstellt gelten dürfen, dass der Beschwerdeführer Kenntnis von den Musterl ö- sungen der schriftlichen und mündlichen Maturaprüfung gehabt habe. 12.8. Ein rechtserheblicher Sachverhalt gilt als erwie sen, wenn das Ge- richt gestützt auf eine Würdigung der Beweise nach objektiven Gesichts- punkten zur Überzeugung gelangt, dass er sich verwirklicht hat (vgl. oben E. 4.5). Im vorliegenden Fall kommt das Bundesverwaltungsgericht auf- grund eines Vergleichs der Prüfungsantworten des Beschwerdeführers mit der Musterlösung sowie (teilweise) dem Unterrichtsstoff zum Schluss, dass der Beschwerdeführer vor der Prüfung Einsicht in die Musterlösung hatte bzw. gehabt haben musste (vgl. oben E. 11.1). Zu dieser Überzeu- gung gelangt es unabhängig davon, ob sich die näheren Umstände der Einsichtnahme anhand der vorliegenden Akten rekonstruieren bzw. nachweisen lassen. Des entsprechenden Beweises bedarf es , wie auch das Bundesgericht im oben angeführten Urteil darlegte, unter den geg e- benen Voraussetzungen nicht. Ungeachtet dessen lässt sich im hier zu beurteilenden Fall – auch unter Bezugnahme auf die Erwägungen der Vorinstanz (vgl. oben E. 12.3) – die Möglichkeit nicht von der Hand weisen, dass der Beschwerdeführer selbst oder eine andere Person die Prüfungsunterlagen mit den Musterlö- sungen während der Ferienabwesenheit des Präsidenten der Prüfung s- kommission in dessen Unternehmen behändigt, aus der Versandhülle genommen, kopiert und danach wieder in die Versandhülle zurückgelegt hat, ohne diese sichtbar zu beeinträchtigen. Der Beschwerdeführer könn-B-1352/2010 Seite 36 te aber auch auf anderen Wegen Kenntnis von den Musterlösungen er- halten haben. 13. Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid entge- gen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht willkürlich ist. Einer Er- gänzung des Sachverhalts bedarf es nicht. D ie Beschwerde ist demnach abzuweisen. 14. Gemäss Art. 21 Abs. 1 Satz 1 des Prüfungsreglements wird, wer die Pr ü- fung nicht bestanden hat, frühestens nach einem Jahr zur nächsten or- dentlichen Prüfung zugelassen. Seit der Prüfungssession vom 1. -3. Ok- tober 2008 bzw. seit der schriftlichen Orientierung des Beschwerdefü h- rers vom 16. Oktober 2008 über das Nichtbestehen der Prüfung sind mehr als drei Jahre vergangen. Dem Beschwerdeführer steht es daher frei, sich erneut zur Prüfung anzumelden. 15. Abschliessend ist noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Pa r- teientschädigung zu befinden. De r Beschwerdeführer beantragt die un- entgeltliche Prozessführung. 15.1. Nach Art. 65 Abs. 1 VwVG kann eine Partei, die nicht über die er- forderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahren s- kosten befreit werden, sofern ihr Begehren nicht als aussichtslos er- scheint. Unter denselben Voraussetzungen ( vgl. BGE 128 I 225 E. 2.5 ; MARCEL MAILLARD, in: Waldmann/Weissenberger, a.a.O., Art. 65 N. 23 und 37 ; MARTIN KAYSER, in: Christoph Auer/Markus Mü ller/Benjamin Schindler (Hrsg.), Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltung s- verfahren (VwVG), Zürich/St. Gallen 2008, Art. 65 N. 27 ) wird ihr ein A n- walt bestellt, w enn es zur Wah rung ihrer Rechte notwendig ist (Art. 65 Abs. 2 VwVG). 15.2. Prozessbegehren sind gemäss Rechtsprechung des Bundesg e- richts als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten (ex ante betrachtet; vgl. BGE 124 I 304 E . 2c, 122 I 5 E. 4a) beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Par-B-1352/2010 Seite 37 tei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zur Einlegung des Rechtsmittels entschliessen oder aber davon absehen würde, soll doch eine Partei einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (vgl. BGE 129 I 129 E. 2.3.1). 15.3. Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers sind, ex ante betrach- tet, als aussichts los zu be zeichnen. Seine P rüfungsantworten weisen zahlreiche augenfällige, offensichtliche Übereinstimmungen mit der Mu s- terlösung auf. Dies gilt auch für die mündlichen Prüfungen , bezüglich de- rer schon im vorinstanzlichen Verfahren übereinstimmende und glaubhaf- te schriftliche Stellungnahmen seitens der Experten vorlagen. Beweise dafür, dass die frappanten Parallelen durch den Unterrichtsstoff oder die Fragestellung bedingt sein könnten, bestehen nicht. Das Gesuch des Be- schwerdeführers um Gewährung der unentgeltl ichen Rechtspflege ist deshalb abzuweisen. 15.4. Die Verfahrenskosten sind in der Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen; unterliegt diese nur teilweise, so werden sie ermässigt, und ausnahmsweise können sie ihr erlassen werden (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Beschwerdeführer unterliegt vollständig, weshalb die Verfahrenskos- ten ihm aufzuerlegen sind. Sie sind in Anwendung von Ar t. 1 i.V.m. Art. 2 und Art. 3 Bs t. b des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'000. - festzusetzen und mit dem geleisteten Koste n- vorschuss zu verrechnen. 15.5. Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung einer angeme s- senen Parteientschädigung, worauf er bei diesem Verfahrensausgang je- doch keinen Anspruch hat (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 16. Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) können Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen nicht mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden. Der vorliege n- de Entscheid ist deshalb endgültig. B-1352/2010 Seite 38 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'000. − festgesetzt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.− verrechnet. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer; – die Vorinstanz; – die Erstinstanz. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Urech Urs Küpfer Versand: 15. Dezember 2011