Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 8. Oktober 2015 (725 15 174) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Bestimmung des Invaliditätsgrads; infolge Konkurses der ehemaligen Arbeitgeberin kann nicht auf den zuletzt konkret erzielten Lohn abgestellt werden, sondern es ist für die hypothetische Bestimmung des Valideneinkommens auf den massgebendeb Ge- samtarbeitsvertrag abzustellen. Mangels entsprechender Qualifikationen des Versicher- ten ist dieser in der mittleren Lohnkategorie einzureihen. Für die Bestimmung des Invali- deneinkommens ist mangels Repräsentativität der DAP-Profile auf die lohnstatistischen Werte der LSE abzustellen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Yves Thommen, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Javier Ferreiro , Advokat , Gerbergasse 1, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1958 geborene A.____ war zuletzt als Bauarbeite r bei der B.____ GmbH angestellt. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Un fallversicherung (SUVA) gegen die Folgen von Betriebsunfällen versichert. Am 5. September 2012 stürzte er von einem Gerüst und zog sich dabei an beiden Füssen eine Calcaneusfraktur zu. Aufgrund des Erreichens eines me- dizinischen Endzustands stellte die SUVA mit Verfügung v om 24. Oktober 2014 ihre Taggeld- leistungen und Heilkosten per Ende November 2014 ein. Gleichzeitig sprach sie dem Versicher- ten eine Integritätsentschädigung von 15% zu. Diese V erfügung erwuchs in der Folge unange- fochten in Rechtskraft. B. Mit Verfügung vom 11. Februar 2015 lehnte die SUV A den Anspruch des Versicherten auf eine Rente ab. Eine dagegen erhobene Einsprache wies sie gestützt auf die Zumutbarkeits- beurteilungen ihres Kreisarztes vom 13. Juni 2014 und 9. Januar 2014 mit Einspracheentscheid vom 2. April 2015 ab. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch A dvokat Javier Ferreiro, am 15. Mai 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei ihm auf der Basis einer Erwerbseinbusse von mindestens 22%, eventualiter 13%, eine Rente zuzuspre chen. Ausserdem sei ihm die un- entgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Beanstandet werde die Berechnung des IV-Grads, nicht aber die medizinische Zumutbarkeitsbeurteilung. In Bezug auf das Valideneinkommen sei von einem jährlichen Einkommen von CHF 69‘784.00 auszugehen . Im frühestens möglichen Zeit- punkt der Rentenzusprechung habe er sich noch in einem u ngekündigten Arbeitsverhältnis be- funden. Für die Ermittlung des Valideneinkommens sei d eshalb auf den mit seiner damaligen Arbeitgeberin vereinbarten Stundenlohn von CHF 30.5 0 abzustellen. Stelle man hingegen auf den massgebenden Landesmantelvertrag ab, so sei von einem Valideneinkommen von CHF 70‘470.—, eventualiter mindestens von CHF 66‘466.— a uszugehen. In Bezug auf das In- valideneinkommen sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, die in den vorgelegten DAP- Blättern der SUVA enthaltenen Maximallöhne zu erziele n. In Bezug auf vier von der SUVA auf- gelegten DAP-Blätter sei insbesondere zu bemängeln, dass der Beschwerdeführer bei der Ver- richtung der entsprechenden Arbeiten zu viel stehen müsse . Ausserdem könne für die Ermitt- lung des Invalideneinkommens nicht auf den dort ausgewi esenen Durchschnittslohn abgestellt werden. D. Die SUVA schloss mit Vernehmlassung vom 30. Juni 2015 a uf Abweisung der Be- schwerde. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass aufgrund von diversen Unge- reimtheiten für die strittige Bemessung des Validenei nkommens nicht auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin des Beschwerdeführers abgeste llt werden könne. In Bezug auf den massgebenden Landesmantelvertrag hätte der Beschwerdeführer bei einem neuen Arbeitgeber nicht den Lohn für einen Baufacharbeiter der Kategor ie A, sondern nur einen solchen auf der Basis der Kategorie C erzielen können. Es sei auf die vo n der SUVA eingeholte Stellungnahme der paritätischen Berufskommission zu verweisen, wonach im Jahr 2014 gemäss Lohnklasse C von einem Valideneinkommen in der Höhe vom Fr. 61‘204. —, eventualiter gemäss Lohnklas- se B von CHF 66‘456.— auszugehen sei. Gestützt auf die DA P-Blätter sei von einem Invaliden- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht einkommen von CHF 60‘802.— auszugehen. Der für die Ausri chtung einer Invalidenrente erfor- derliche Schwellenwert werde demnach nicht erreicht. . E. Mit Eingabe vom 31. Juli 2015 liess sich der Beschwerdef ührer zu den zum Verfahren beigezogenen Akten der IV-Stelle Basel-Landschaft verneh men. Er wies darauf hin, dass die Invalidenversicherung von einem Valideneinkommen von CHF 67‘942.-- ausgegangen sei und die entsprechende Verfügung der IV-Stelle unangefoch ten in Rechtskraft erwachsen sei. Die SUVA hielt ihrerseits mit Stellungnahme vom 11. August 2015 an ihrem Rechtsstandpunkt fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instan z des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vorliegenden Beschw erde zuständig. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde somit ist einzutreten. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfal lversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistu ngspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürlicher (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusammenhang besteht. 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu m indestens 10% invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) . Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 UVG auf die Unfallversicherung anwendbar sind, die voraussichtl ich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese entspricht dem durch Beeinträchti- gung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verurs achten und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Art. 16 ATSG hält schliesslich fest, dass die Bestimmung des Invaliditätsgrad es bei erwerbstätigen Versicherten anhand eines Einkommensvergleichs zu erfolgen hat. Wie d as Eidgenössische Versicherungs- gericht (EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abte ilungen des Bundesgerichts) aufgezeigt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat, brachte das ATSG hinsichtlich der unfallversicherungsr echtlichen Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2002 gültig gewesenen Normenlage. Die im ATSG enthaltenen Definitionen de r Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) und der Invalidität ( Art. 8 ATSG) entsprechen ebenso wie die Vorschrift über die Bestimmung des Invaliditätsgrades (b ei erwerbstätigen Versicherten; Art. 16 ATSG) den bisherigen, in der Unfallversicherung von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen und Grundsätzen. Die zur altrechtlichen Regelung ergangene Judikatur bleibt deshalb weiterhin massgebend (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungs- praxis [RKUV] 2004 Nr. U 529 S. 573 ff. E. 1.2-1.4; U rteil K. des EVG vom 28. Juli 2004, U 12/04, E. 1.2). Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Darüber hin- aus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zu- mutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstäti gkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsma rkt zumutbarer Weise noch verrich- tet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). Die Rechtspr echung erachtet es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Be- richte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdig ung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung ist es auch ohne weiteres zulässig, dass Ver waltung und Gerichte ihren Ent- scheid in erster Linie auf versicherungsinterne Entscheidungsgrundlagen abstützen (BGE 123 V 334 E. 1c). 3. Die SUVA ist in ihrem Einspracheentscheid vom 2. Ap ril 2015 davon ausgegangen, dass dem Versicherten aufgrund der verbleibenden somatische n Beeinträchtigungen bedingt durch seine beidseitigen Calcaneusfrakturen weiterhin e ine vorwiegend sitzende und wechsel- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht belastende Tätigkeit ganztags zumutbar sei. Diese Einschä tzung ist nicht zu beanstanden: Ge- stützt auf die kreisärztlichen Untersuchungsberichte vom 31 . Juli 2013 sowie vom 9. Januar 2014 besteht in der angestammten Tätigkeit des Versichert en eine vollständige Arbeitsunfähig- keit. In einer allfälligen Verweistätigkeit ist der Beschwerdeführer jedoch in der Lage, eine leich- te bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelastende, vo rwiegend sitzende Tätigkeit mit gele- gentlichem Aufstehen und mit Laufen von wenigen Schritten ganztags zu erbringen (vgl. SUVA- Dok 156 S. 5; 175 S. 5). Tätigkeiten in der Hocke oder mit Übertragung von Vibrationen auf die unteren Extremitäten sind allerdings zu vermeiden (vgl. SUVA-Dok 123). Die Beurteilung der dem Beschwerdeführer weiterhin noch zumutbaren Arbeits fähigkeit ist unter den Parteien bei dieser Aktenlage zu Recht unbestritten geblieben (vgl. Beschwerdebegründung vom 15. Mai 2015, Ziffer 24; angefochtener Einspracheentscheid, Ziffer 3a). Streitgegenstand des vorliegen- den Verfahrens bildet vielmehr die Bestimmung des Invaliditätsgrads. 4. Wie bereits erwähnt (E. 2.2 hiervor), hat die In validitätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu erfolge n. Gemäss Art. 16 ATSG wird dazu das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nac h Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom- mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Nach der Rechtspre- chung des Bundesgerichts sind für den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 129 V 222, 128 V 174). 5.1 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invalid itätsgrades massgebenden hypo- thetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Validenei nkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdien en würde. Die Einkommensermitt- lung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel vom zuletzt erzielten, allen- falls der Teuerung und den realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft wird (Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/ 01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Hintergrund bildet die empirische Erfahrung, dass die b isherige Tätigkeit ohne Gesundheits- schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen hiervon müssen mit überwiegender Wahrschein- lichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). Ein so lcher Ausnahmefall liegt insbesondere dann vor, wenn eine versicherte Person ihre Arbeitsstell e infolge einer konkursbedingten Be- triebsschliessung verliert (Urteil des Bundesgerichts 9C_50 1/2013 vom 28. November 2013, E. 4.2). Diesfalls ist es rechtsprechungsgemäss zulässig, für die hypothetische Bestimmung des Valideneinkommens auf einen Gesamtarbeitsvertrag bzw. auf den Landesmantelvertrag für das Schweizerische Baugewerbe abzustellen, wenn im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbe- ginns kein Anstellungsverhältnis mehr besteht, weil über den Arbeitgeber der versicherten Per- son der Konkurs eröffnet worden ist (Urteile des Bundesgerichts 8C_90/2010 vom 23. Juli 2010, E. 6.2.1.2 sowie 8C_462/2014 vom 18. November 2014, E. 5.1). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass das Valideneinkommen grundsätzlich anhand seines effektiv bisher erzielten Gehalts zu bemessen und gestützt auf die Lohnabrechnungen und die Angaben seiner zwischenzeitli ch konkursiten Arbeitgeberin zu be- stimmen sei (vgl. Beschwerdebegründung, Ziffer 31 ff.). Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Über die ehemalige Arbeitgeberin des Versiche rten wurde am 11. März 2014 der Kon- kurs eröffnet (vgl. SUVA-Dok 126). Bereits zuvor hat der untersuchende Kreisarzt wiederholt festgehalten, dass in medizinischer Hinsicht noch kein End zustand vorliegt. So geht aus dem kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 9. Januar 2014 hervor, dass der Endzustand voraus- sichtlich erst im März bzw. April 2014 erreicht werde. Vo rab müsse noch die Frage durch das Spital C.____ geklärt werden, ob eine Metallentfernu ng im Bereich des rechten Fersenbeins stattzufinden habe (vgl. SUVA-Dok 156, S. 5 sowie SUVA- Dok 122). Auch dem ärztlichen Zwi- schenbericht von Dr. D.____, FMH Allgemeine Medizin, vom 5. Mai 2014 kann nicht entnom- men werden, dass eine allfällige Verbesserung der gesu ndheitlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des Konkurses der ehemaligen Arbeitgeberin bereits ausg eschlossen worden wäre. Vielmehr berichtete der Hausarzt des Versicherten anfangs Mai 201 4, dass sowohl die Prognose als auch die voraussichtliche Dauer der Behandlung noch ung ewiss sei (vgl. SUVA-Dok 117). In der Folge wurde die Frage betreffend den Endzustand erneut dem Kreisarzt unterbreitet (vgl. kreisärztliche Kurzbeurteilung vom 13. Juni 2014, SUVA-D ok 123). Mindestens bis zu diesem Zeitpunkt ist somit davon auszugehen, dass von der Fortset zung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung der gesundheitlichen Verh ältnisse erwartet werden konnte. Es tritt hinzu, dass dem Versicherten bis anfangs Juli 2014 n och eine Kostengutsprache für ein Arbeitstraining sowie eine Kostengutsprache für eine A rbeitsvermittlung erteilt worden ist (vgl. Mitteilungen der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 6. Mä rz sowie vom 12. August 2014, SUVA- Dok 112 und 131). Art. 19 UVG setzt für den Anspruch au f Invalidenrente der Unfallversiche- rung jedoch voraus, dass allfällige Eingliederungsmassnahm en der Invalidenversicherung ab- geschlossen sein müssen. Die beruflichen Massnahmen der I nvalidenversicherung wurden in- des erst am 23. Oktober 2014 beendet (vgl. Mitteilung d er IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. Oktober 2014, SUVA-Dok 112). Vor diesem Hintergrund ist deshalb auch nicht zu beanstanden, dass die SUVA mit Verfügung vom 24. Oktober 2014 ihre Taggelder und Heilungskosten erst per 30. November 2014 eingestellt hat (vgl. SUVA-Do k 148). Damit aber ist zugleich gesagt, dass ein allfälliger Rentenanspruch des Versicherten so oder anders erst nach dem Konkurs seiner ehemaligen Arbeitgeberin entstehen könnte. Für die Bestimmung des strittigen Validen- einkommens kann somit nicht auf die konkreten Lohndaten de r ehemaligen Arbeitgeberin des Versicherten abgestellt werden. Für dessen hypothetische Bemessung ist vielmehr auf den ent- sprechenden Landesmantelvertrag für das Schweizerische Bau gewerbe (LMV) abzustellen (vgl. oben, Erwägung 5.1 a. E. hiervor). 5.3.1 In diesem Zusammenhang vertritt der Beschwerdefüh rer die Auffassung, dass er zeit- lebens als Bauarbeiter tätig gewesen und deshalb mind estens in der Kategorie der Lohnklas- se A des massgebenden LMV einzustufen sei. Dies gelte umso mehr, weil das letzte Gehalt bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin bereits dem Lohn für die Kategorie A entsprochen habe. Aus- serdem sei eine einmal erworbene Einstufung bei einer neuen Anstellung beizubehalten. Es resultiere somit ein Valideneinkommen von CHF 70‘470.--, eventualiter gestützt auf die Lohnka- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tegorie B ein solches von CHF 66‘466.40. Die Beschwerdegegnerin vertritt in ihrer Vernehmlas- sung demgegenüber den Standpunkt, dass gemäss Stellungna hme der zuständigen paritäti- schen Berufskommission von der Lohnklasse C des entsprechenden LMV auszugehen sei. Dies führe zu einem Valideneinkommen im Umfang von CHF 61‘204.— bzw. eventualiter von maximal CHF 66‘456.—. 5.3.2 Es ist unbestritten, dass der Versicherte bei seine r ehemaligen Arbeitgeberin vor dem Eintritt seiner unfallbedingten Einschränkung in der A rbeitsfähigkeit einen Stundenlohn von CHF 30.50 erzielt hatte (vgl. Lohnabrechnung Septemb er 2012, SUVA-Dok 108). Dieser Lohn entspricht der damals massgebenden Einteilung in die Lo hnkategorie A des LMV. Gemäss der Beurteilung der Bauunternehmer-Region C.____ vom 19. Juni 2015 ist eine einmal erreichte Qualifikationsstufe bzw. Lohnklasse bei einem Stellenwec hsel von einem neuen Arbeitgeber grundsätzlich anzuerkennen. Zwingend zu beachten ist dies je doch nur dann, wenn ein Mitar- beiter die Voraussetzungen als Bau-Facharbeiter der Kat egorie A auch wirklich erfüllt bzw. der Arbeitgeber den Mitarbeiter ausdrücklich als Bau-Facharbe iter der Kategorie A anerkannt hat. Fehlen diese formellen Voraussetzungen, könne jeder neue Arbeitgeber diese Einstufung aber- kennen und korrigieren lassen (vgl. a.a.O., S. 2 f., ad Ziffer 3). Nachdem in formeller Hinsicht keine Hinweise in den Akten liegen, wonach der Versichert e ausdrücklich als Bau-Facharbeiter der Kategorie A anerkannt worden ist, muss demnach davo n ausgegangen werden, dass die bisherige Lohnklasseneinreihung bei seiner ehemaligen A rbeitgeberin von einem künftigen Ar- beitgeber nicht zwingend beibehalten worden wäre. Da ran vermag nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer in E.____ eine Maurerlehre absolvier t hat. Er vermag gerade keine Ab- schlüsse spezieller Weiterbildungskurse nachzuweisen, welche eine gewillkürte Einreihung in die Kategorie A rechtfertigen würden. Da der neue Arbeitgeber eine ursprünglich falsche Einstu- fung nach Art. 45 Abs. 1 lit. d LMV deshalb hätte ber ichtigen lassen können, kann die ehemali- ge Lohneinreihung durch seine zwischenzeitlich konkursite Arbeitgeberin demnach keine Ver- bindlichkeit für sich beanspruchen. Nachdem der Versicherte jedoch zeitlebens als Bauarbeiter gearbeitet hat und in dieser Branche bereits von 1991 bis 1996 in der Schweiz tätig gewesen war, weist er ohne Zweifel eine nicht unerhebliche Ber ufserfahrung auf. Andererseits ist festzu- stellen, dass er nach seiner beinahe 40-jährigen Tätigkeit als selbständiger Bauarbeiter im Aus- land und nach seiner Einreise in die Schweiz im Jahre 2012 erst seit Kurzem über eine hiesige Berufserfahrung verfügt. Es tritt hinzu, dass er nur ung enügende Deutschkenntnisse besitzt. Solchen Sachverhalten wird Rechnung getragen, indem solche Mitarbeiter für eine beschränkte Zeit für rund sechs Monate in der Lohnklasse C eingerei ht werden und erst nach einer Zwi- schenbeurteilung entschieden wird, ob eine Höhereinstuf ung in die Kategorie B erfolgen kann. Andererseits gilt ebenso die Vertragsfreiheit zu Guns ten des Mitarbeitenden, weshalb ein po- tentieller Arbeitgeber den Betroffenen ebenso von B eginn seiner Anstellung weg in die Katego- rie B einreihen kann (vgl. Beurteilung der Bauuntern ehmer-Region C.____ vom 19. Juni 2015, Beilage 3 zur Vernehmlassung der SUVA). 5.3.3 Da Einreihungen in die Kategorie A restriktiv g ehandhabt werden und die bisherige Einteilung des Beschwerdeführers eher als Gefälligkeit b ezeichnet werden muss (vgl. Beurtei- lung der Bauunternehmer-Region C.____ vom 19. Juni 20 15, Beilage 3 zur Vernehmlassung der SUVA, ad Fazit, Ziffer 7), ist davon auszugehen, da ss der Versicherte nach seinem Unfall Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei einem hypothetischen Arbeitgeber zunächst in die L ohnklasse C und nach einer absehba- ren Bewährungsfrist von rund sechs Monaten in die Kateg orie B eingeteilt worden wäre. Nach- dem er während seiner bisherigen beruflichen Laufbahn keine Weiterbildungen nachzuweisen in der Lage ist, kann aber nicht davon ausgegangen werd en, dass er sich noch innert Frist bis zu einem allfälligen Rentenbeginn Ende November 2014 (vgl. oben, Erwägung 5.2 a. E.) jene Qualifikationen erarbeitet hätte, welche als Bau-Facha rbeiter eine Einteilung in die Kategorie A gerechtfertigt hätten. Zusammenfassend ist für die Be messung des Valideneinkommens per November 2014 daher von der Lohnklasseneinteilung gemäss LMV der Kategorie B, Regio C.____, und damit von einem monatlichen Einkommen von CHF 5‘112.— auszugehen. Dies führt zu einem massgebenden Valideneinkommen von CHF 6 6‘456.—, welches im Wesentli- chen mit jenem Einkommen übereinstimmt, welches der Beschwerdeführer in seiner Beschwer- debegründung im Eventualstandpunkt geltend gemacht hat (vgl. Beschwerdebegründung, Ziffer 48). 6.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach d er Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in we lcher die versicherte Person konkret steht. Vorliegend hat der Beschwerdeführer seit seinem U nfall im September 2012 keine Er- werbstätigkeit mehr aufgenommen. Beim Einkommensvergleich ist deshalb von einem hypothe- tischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Rechtspre- chung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt fü r Statistik periodisch herausge- gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die so genan nten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). 6.2 Im Entscheid 129 V 472 ff. hat sich das EVG ausführ lich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschreibungen aus der von der S UVA geschaffenen Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) befasst und festgestellt, dass die für die Invaliditätsbemessung her- angezogenen DAP-Profile im konkreten Einzelfall reprä sentativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben wer- den, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkei t als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefälle handeln kann. Vielmehr mu ss der Unfallversicherer mindestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativit ät der DAP-Profile als gegeben betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die G esamtzahl der auf Grund der ge- gebenen Behinderung der versicherten Person in Frage ko mmenden dokumentierten Arbeits- plätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie üb er den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hinreichen- de Überprüfung des dem Unfallversicherer bei der Auswah l der DAP-Blätter zustehenden Er- messens ermöglicht. Sind die erwähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden (zitiertes Urteil, E. 4.2.2; vgl. auch die Urtei- le W. vom 14. Oktober 2003, U 347/00, E. 2.3.1 und S. vom 20. Oktober 2003, U 392/00, E. 5.2.2). 6.3 Vorliegend hat die SUVA das Invalideneinkommen au fgrund der DAP ermittelt und hier- zu im Verwaltungsverfahren insgesamt fünf DAP-Blätter aufgelegt. Gestützt auf die darin ent- haltenen Lohnangaben hat sie das massgebende Einkommen im angefochtenen Einsprache- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht entscheid mit CHF 60‘802.— pro Jahr beziffert. Darüber hinaus hat sie Angaben über die Ge- samtzahl der auf Grund der gegebenen Behinderung des Beschwerdeführers in Frage kom- menden dokumentierten Arbeitsplätze (insgesamt 65 DAP), über den dabei erzielbaren Höchst- lohn (CHF 81‘620.—), über den Tiefstlohn (CHF 46‘192 .—) sowie über den Durchschnittslohn der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe (62‘119.—) gemacht (vgl. SUVA-Dok 157, S. 1). Eine nähere Betrachtung de r fünf von der SUVA aufgelegten DAP- Blätter zeigt jedoch, dass bei den umschriebenen Arbeit sstellen ein Gehen und Stehen teilwei- se als zumindest bedingt notwendig bezeichnet wird. Ge mäss Arbeitsplatzbeschrieb ist bei der DAP Nr. 355610 als Mitarbeiter einer Induktionshärterei die Verarbeitungsmaschine mit Kleintei- len aus Metall zu beschicken. Dabei ist oft ein Gehen bis 50m erforderlich (vgl. SUVA-Dok 96). Nicht anders verhält es sich in Bezug auf die Tätigkeit Nr . 374193 als Metallarbeiter. Auch hier ist oft ein Gehen bis 50m erforderlich, wobei sich nebst manchmal stehenden Verrichtungen sitzende und gehende Tätigkeiten offensichtlich die Waag e halten (vgl. SUVA-Dok 94). Dassel- be Bild ergibt sich in Bezug auf das Anforderungsprofil der DAP Nr. 375879 (SUVA-Dok 93). Auch hier müsste der Versicherte als Bestücker von elektron ischen Bauteilen oft Distanzen bis 50m zurücklegen. Der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteil ung zufolge ist der Beschwerdefüh- rer unbestrittenermassen jedoch nur noch eine vorwieg end sitzende Tätigkeit mit nur gelegent- lichem Aufstehen und mit Gehen von wenigen Schritten zu erbringen in der Lage (vgl. oben, Erwägung 3 hiervor). Die genannten Arbeitsplätze erwe isen sich im Ergebnis deshalb als nicht zumutbar. Fallen aber drei der fünf von der SUVA aus gewählte zumutbare Arbeitsstellen weg, so bedeutet dies, dass die DAP-Profile die Voraussetzung der geforderten Repräsentativität nicht erfüllen, weshalb vorliegend nicht auf den DAP-Lo hnvergleich abgestellt werden kann. Das hypothetische Invalideneinkommen des Beschwerdeführers ist deshalb vielmehr anhand der statistischen Daten der LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln. 6.4 Laut der LSE 2012 belief sich der Zentralwert fü r die mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (tirage skill level 1) beschäfti gten Männer im Jahre 2012 auf CHF 5‘210.— (LSE 2012, Privater Sektor, Tabelle TA1, Total). Dabei ist zu beachten, dass die- ser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit vo n 40 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2014 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. www.bfs.admin.ch , Dokument je-d-03.02.04.19) umzurechnen sowie bis in s Jahr 2014 an die entsprechende Nominallohnentwicklung von + 1,5% (vg l. www.bfs.admin.ch , Dokument je- d-03.04.02.02.03, Nominallohnindex Männer 2011-2014, Spalte Total) anzupassen ist. Damit ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von CHF 66‘1 55.— (12 x CHF 5‘210.— / 40 x 41,7 x 1,015). 6.5 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind unter Umständen verschie- dene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat da s EVG seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass die Tabellenlöhne herabzuset zen sind, von sämtlichen persönli- chen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbedingte Ein- schränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität /Aufenthaltskategorie und Beschäfti- gungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung al ler jeweils in Betracht fallenden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu beg renzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Vorliegend ist dem Versicherten unter Berücksichtigung sei ner reduzierten Leistungsfähigkeit ein ganztägiges Pensum zuzumuten. Ein Abzug für eine V erdiensteinbusse infolge der Verrich- tung von Teilzeitarbeit kann daher nicht gewährt werden . Unbeachtlich ist auch die Nationalität des Beschwerdeführers, da dieses Element durch das Level 1 (vor 2012: Anforderungsniveau 4) der LSE ebenfalls bereits angemessen berücksichtigt wir d. Hingegen rechtfertigt sich beim 1958 geborenen Versicherten ein Abzug aus Altersgründen. Es tritt hinzu, dass der Versicherte zeitlebens ausschliesslich in der Baubranche tätig gewesen ist. Im Hinblick auf eine allfällige alternative Verweistätigkeit bringt er keinerlei Beru fserfahrung mit und wird daher auf einem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt unter nur erschwe rten Lohn-Bedingungen Fuss fas- sen können. Ein leidensbedingter Abzug lässt sich ausserde m für die im Übrigen aus der Be- hinderung des Beschwerdeführers erwachsenden Umstände re chtfertigen: Gerade die Nicht- verwertbarkeit von drei der fünf von der SUVA aufgelegten DAP-Blätter belegt, dass dem Versi- cherten eine nicht zu vernachlässigende Bandbreite an p otentiellen Arbeiten – wenn überhaupt – nur noch bedingt zur Verfügung stehen dürfte. Es ist d aran zu erinnern, dass der Versicherte lediglich eine ganztägige Tätigkeit zu erbringen in d er Lage ist, bei welcher die Fortbewegung auf wenige Schritte begrenzt ist (vgl. SUVA-Dok 156 S. 5 ; 175 S. 5). Diese jedenfalls nur be- schränkte Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers selbst für kurze Distanzen dürfte sich un- zweifelhaft in einer weiteren Lohnreduktion niederschl agen. Zu denken ist insbesondere an ein verlangsamtes Tempo bei kleineren Kontroll-, Archivierung s- oder Nachfüllarbeiten, wie sie auch bei leichten, mehrheitlich sitzenden Überwachungs- und Verpackungstätigkeiten notorisch anfallen. Zumal selbst bei statischen Beschäftigungen all fällige Tätigkeiten in der Hocke oder mit Übertragung von Vibrationen auf die unteren Extre mitäten vermieden werden müssen (vgl. SUVA-Dok 123), lässt sich in Anbetracht der persönlich en und beruflichen Situation des Beschwerdeführers demnach insgesamt ein leidensbedingter Abzug im Umfang von 10% recht- fertigen. Daran ändert nichts, dass die IV-Stelle Base l-Landschaft auf die Vornahme eines lei- densbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen verzichtet hat. Insgesamt resultiert ein mass- gebendes Invalideneinkommen von CHF 59‘540.— (CHF 66‘1 55.— x 90%). 6.6 Setzt man dieses Invalideneinkommen von CHF 59‘540.— dem oben erwähnten Validen- einkommen von CHF 66‘453.— gegenüber, ergibt sich eine E rwerbseinbusse von CHF 6‘913.--. Rein rechnerisch resultiert ein Invaliditätsgrad des Ve rsicherten von 10,4%. Rechtsprechungs- gemäss ist ein solcher rechnerisch exakt ermittelter Invalidi tätsgrad nach den Regeln der Ma- thematik auf die nächste ganze Prozentzahl auf- oder ab zurunden (BGE 130 V 121 ff.). Damit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 10%. Dem Gesagten zufolge ist der Rentenbeginn im Lichte der massgebenden Bestimmung von Art. 19 Abs. 1 UVG auf den 1. Dezember 2014 festzuset- zen (vgl. oben, Erwägung 5.2 a. E. hiervor). Die Besch werde ist bei diesem Ergebnis insoweit gutzuheissen, als der Einspracheentscheid der SUVA vom 2 . April 2015 aufgehoben und fest- gestellt wird, dass dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2014 eine Invalidenren- te auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 10% auszurichten ist. 7. Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt un d ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schw ierigkeit des Prozesses bemessen. Nachdem der Beschwerdeführer im Grundsatz obsiegt hat, b esitzt er Anspruch auf Ersatz sei- ner Parteikosten. Diese werden gestützt auf die Honora rnote seines Rechtsvertreters vom 29. Juli 2015 und dessen Eingabe vom 31. Juli 2015 (nach folgende Bemühungen im Umfang einer ½ Stunde) auf insgesamt CHF 2‘773.45 festgeset zt (total 9 Stunden und 55 Minuten à CHF 250.— zuzüglich Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) und der SUVA auferlegt. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der SUVA vom 2. April 2015 aufge hoben und festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Dezember 2014 auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 10 % Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die SUVA hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 2‘773.45 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwer tsteuer) zu bezahlen.