Entscheid vom 16. September 2015 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Vorsitz, Tito Ponti und Roy Garré, Gerichtsschreiberin Chantal Blättler Grivet Fojaja Parteien A., Beschwerdeführer gegen BUNDESANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin Gegenstand Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Lettland Beschwerde gegen Vorladung im Rechtshilfeverfah- ren; Zwischenverfügung B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: RR.2015.258 - 2 - Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: - das Regionalgericht Riga am 18. Mai 2015 in einem Strafverfahren gegen B. an die Schweiz gelangt ist und unter a nderem um Einvernahme von A. als Zeuge ersucht hat (act. 1.1); - die Bundesanwaltschaft mit Vorladung vom 4. September 2015 A. aufgefor- dert hat, am 19., 20., 22. und 26. Oktober 2015 als Zeuge im Einvernahme- zentrum […] persönlich zur Einvernahme zu erscheinen (act. 1.2); - A. gegen die Vorladung mit Beschwerde vom 15. September 2015 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangt ist und beantragt, ihn als Zeuge in diesem Rechtshilfeverfahren zu streichen, da er nichts beitra- gen könne (act. 1); - auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet worden ist (Art. 57 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: - die Rechtshilfe zwischen der Schweiz und Lettland sich primär nach den ein- schlägigen Staatsverträgen, insbesondere nach dem Europäischen Überein- kommen über die Rechtshilfe in Strafsach en vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1 und dem zweiten Zusatzprotokoll (2. ZP; SR 0.351.12) , richtet; das Rechtshilfegesetz (IRSG; SR 351.1) und die Verordnung über internati- onale Rechtshilfe in Strafsachen vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) zur Anwendung gelangen, soweit das Staatsvertragsrecht bestimmte Fragen nicht abschliessend regelt (Art. 1 Abs. 1 IRSG); auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten zudem die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG); - gemäss Art. 80 e Abs. 2 IRSG der Schlussverfügung vorangehende Zwi - schenverfügungen selbständig ang efochten werden können, sofern sie einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, a) durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen o- der b) durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen Prozess beteiligt sind; - 3 - - nach der bundesgerichtlichen Auslegung die Aufzählung der selbständig an- fechtbaren Zwischenverfügungen in lit. a und b von Art. 80 e Abs. 2 IRSG grundsätzlich abschliessend ist (s. BGE 126 II 495 E. 5); - die Rechtsmittelordnung von Art. 80e IRSG abschliessend für alle Anordnun- gen der ausführenden Behörden in Rechtshilfeverfahren gilt; darunter auch Vorladungen zu Zeugeneinvernahmen in Rechtshilfeverfahren fallen; - die Vorladung zur Zeugeneinvernahme eine nichtselbständig anfechtb are Zwischenverfügung darstellt (Art. 80e Abs. 2 lit. a und b IRSG e contrario); - demnach auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist; - bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art . 39 Abs. 2 lit. b StBOG); die Gerichts- gebühr vorliegend auf Fr. 400.-- anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 8 BStKR). - 4 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. Bellinzona, 16. September 2015 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin: Zustellung an - A. - Bundesanwaltschaft, unter Beilage eines Doppels der Beschwerde - Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 93 Abs. 2 Satz 1 BGG).