Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 19. Dezember 2018 (810 18 260) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Wechsel der Mandatsperson / Eignung der Beistandsperson Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Stefan Schulthess, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladener Betreff Wechsel der Mandatsperson (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 24. August 2018) A. D.____, geboren am XX.XX.2005, und E.____, gebor en am XX.XX. 2008, sind die ge- meinsamen Kinder der unverheirateten Eltern A.____ und C.____. Die Kindes- und Erwachse- nenschutzbehörde B.____ (KESB) errichtete mit Verfü gungen vom 10. Oktober 2014 für die zwei Kinder eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Begründet w urde die Massnahme damit, dass das Verhältnis zwischen den Kindseltern stark belastet u nd eine Kommunikation nur schwer möglich sei. Im Interesse der beiden Kinder werd e zur Entspannung der Situation und zur Überwachung des Besuchsrechts die Beistandschaft errichtet. Als Beiständin wurde F.____, Soziale Dienste der Gemeinde G.____ (Soziale Dienste), ernannt und unter anderem damit beauftragt, die Kindseltern mit Rat und Tat zu unter stützen, das Besuchsrecht zu organisieren und zu überwachen, bei Konflikten bezüglich der Besuch srechtsmodalitäten zu vermitteln und diese, falls keine Einigung erzielt werden könne, fest zulegen sowie nötigenfalls Antrag auf An- passung der behördlichen Massnahme an veränderte Verhältnisse zu stellen. B. Mit Verfügung vom 24. August 2018 entliess die KESB F.____ aus dem Amt als Bei- ständin und ernannte H.____, Soziale Dienste, rückwirkend per 20. August 2018 als Beiständin von D.____ und E.____. Einer allfälligen Beschwerde w urde die aufschiebende Wirkung entzo- gen. Verfahrenskosten wurden keine erhoben. Die KESB h ielt in ihrer Verfügung fest, dass F.____ ihre Tätigkeit bei den Sozialen Diensten per 31 . Mai 2018 beendet habe. Die Massnah- me sei bis zur Einsetzung eines neuen Mandatsträgers interi mistisch durch die Sozialen Diens- te geführt worden. Die Kindseltern seien über den We chsel der Mandatsperson und die Einset- zung von H.____ als neue Mandatsträgerin informiert worden. C. Mit Eingabe vom 23. September 2018 erhob die Kind smutter gegen die Verfügung der KESB vom 24. August 2018 beim Kantonsgericht, Abteilu ng Verfassungs- und Verwaltungs- recht (Kantonsgericht), Beschwerde und wehrte sich gege n die Weiterführung der Beistand- schaft und die Einsetzung einer Vertreterin der Sozial en Dienste als neue Mandatsperson. Die Beschwerdeführerin stellte in ihrer Beschwerde die nachfolgenden Begehren: "- Die KESB B.____ sei anzuweisen, für die Zeit bis zum Abschluss der obligatorischen Schule des jün- geren Kindes (E.____) bzw. der Mündigkeit des ältere n Kindes (D.____) im Jahr 2023 eine verbindli- che Umgangsregelung im Sinne von Beilage XVll zu erlassen. - Anschliessend sei die Beistandschaft für die Kinder D.____ und E.____ aufzuheben. - Sofern dies nicht möglich ist, sei ein Beistand/ein e Beiständin zu ernennen, der/die das Vertrauen der Kinder und meiner selbst geniesst. - Die KESB B.____ sei anzuweisen, die zu der Beistands chaft für E.____ und D.____ geführten Akten eingehend durchzusehen und die Verletzungen von Persön lichkeitsrechten zu heilen. Das Ergebnis sei den betroffenen Personen mitzuteilen. - Die Sozialbehörde G.____ sei anzuweisen, mir Einsic ht in bei ihr geführten Akten zu mir und meinen Kindern zu gewähren. - Die KESB B.____ sei anzuweisen, das Verfahren bei E rrichtung einer Beistandschaft um eine einge- hende Aufklärung über deren Auswirkungen und Folgen zu ergänzen. - Die KESB B.____ sei anzuweisen, bei Eingaben eines Elternteils auch dem anderen gebührend Ge- hör zu geben und die Ergebnisse dieses Gehörs in die Akten aufzunehmen. - Die KESB B.____ und die von ihr eingesetzten Beist ände und Beiständinnen seien anzuweisen, Kin- der grundsätzlich wie durch das Bundesgericht vorgesehen anzuhören." Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht In seiner Vernehmlassung vom 23. Oktober 2018 beantrag te der Kindsvater, es sei die Bei- standschaft für seine zwei Kinder zum jetzigen Zeitpunkt keinesfalls aufzuheben. Die KESB beantragte mit Vernehmlassung vom 29. Oktober 2018 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. Sie erklärte, mit dem angefochtenen Entscheid sei bei der bestehenden Beistandschaft ein Wechse l der Mandatsperson vorgenom- men worden, weshalb auf die von der Beschwerdeführer in beantragte Aufhebung der Beistand- schaft nicht einzutreten sei. Bezüglich Eignung der neu e ingesetzten Beiständin sei festzuhal- ten, dass alle Berufsbeistände der Gemeinde G.____ als Fachhochschulabsolventen und -ab- solventinnen im Bereich soziale Arbeit über die notwend igen Ausbildungen und Fähigkeiten zur Führung von Beistandschaften verfügen würden. Sowohl die KESB als auch die Beiständin hät- ten dies der Beschwerdeführerin mehrfach mitgeteilt. Eine Pflicht zur Offenlegung des genauen Werdegangs der Beiständin gegenüber der Kindsmutter b estehe nicht. Die KESB führte weiter aus, eine Mandatsperson – ganz besonders bei Besuchsrechts streitigkeiten – habe neutral zu sein und beide Elternteile gleichermassen miteinzubeziehe n. Dem Begehren der Beschwerde- führerin, eine de facto von ihr gewählte Vertrauensp erson als Beistand oder Beiständin einzu- setzen, könne demnach nicht entsprochen werden, da davon auszugehen sei, dass eine solche Vertrauensperson einseitig die Interessen der Beschwerdeführerin vertreten würde. D. Mit Verfügung vom 1. November 2018 überwies das Gerichtspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Mit Eingaben vom 19. November 2018 reichte die Beschwe rdeführerin unaufgefordert jeweils eine Replik zur Vernehmlassung des Kindsvaters vom 23. Okt ober 2018 und der KESB vom 29. Oktober 2018 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht e rhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzb uches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach A rt. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zustä ndig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB; §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am V erfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder di e ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids h aben (Ziff. 3). Als direkte Verfah- rensbeteiligte und Kindsmutter von D.____ und E.____ ist die Beschwerdeführerin zur Be- schwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen Proze ssvoraussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfü llt sind, ist auf die Beschwerde grund- sätzlich einzutreten. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2.1. Zu prüfen ist, ob auf alle Begehren der Besch werdeführerin einzutreten ist. Vorliegend ist der Entscheid der KESB vom 24. August 2018 angefoch ten und bildet damit das Beschwer- deobjekt. Das Beschwerdeobjekt ist jedoch nicht identisch mit dem Streitgegenstand. In der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege (worunter auch das vorliegende Beschwerdeverfahren vor Kantonsgericht fällt) ist Streitgegenstand das Recht sverhältnis, das Gegenstand der ange- fochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt (RENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz 987 und 1051). Streitgegenstand kann somit nur sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte se in sollen und was gemäss der Disposi- tionsmaxime zwischen den Parteien noch strittig ist, was si ch wiederum aus den Parteibegeh- ren, insbesondere den Beschwerdeanträgen ergibt (BGE 136 II 462 f. E. 4.2). Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat und über welche sie nicht entscheiden musste, darf die obere Instanz – abgese hen von hier nicht vorliegenden äus- serst seltenen Ausnahmefällen – nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der Vorinstanz eingreifen würde. Ein Antrag, der übe r das hinausgeht, was von der Vorinstanz entschieden wurde, oder der mit dem Gegenstand der an gefochtenen Verfügung nichts zu tun hat, ist ungültig (Entscheid des Bundesverwaltungsgeri chts A-5781/2007 vom 18. Juni 2008 [BVGE 2009/37] E. 1.3.1; R HINOW /KOLLER /KISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 988; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 18. März 2015 [810 14 186] E.1.3). 1.2.2. Vorliegendenfalls wurde mit der angefochtenen Verfügung die Beiständin F.____ aus dem Amt entlassen und H.____ als Beiständin eingesetzt sowie eine Interimslösung gefunden. Hingegen war die Errichtung der Beistandschaft, welch e bereits mit Verfügungen vom 10. Oktober 2014 vorgenommen wurde, nicht von der angefochtenen Verfügung umfasst. Damit können sowohl die Errichtung bzw. Aufhebung der Beistand schaft als auch alle in diesem Zu- sammenhang stehenden Rügen nicht Streitgegenstand diese s Verfahrens bilden. Ebenso we- nig können alle von der Beschwerdeführerin gerügten V erletzungen der Persönlichkeitsrechte der letzten Jahre und deren Heilung, die beantragte Anweisung an die KESB, eine eingehende Erklärung über die Auswirkungen und Folgen der Errichtu ng der Beistandschaft vorzunehmen, und die beantragte Anweisung an die KESB, eine verbi ndliche Umgangsregelung bis zum Ab- schluss der obligatorischen Schule von E.____ bzw. bis zur Mü ndigkeit von D.____ im Jahr 2023 zu treffen, Streitgegenstand sein. Auch ist der A ntrag, es seien die Sozialen Dienste an- zuweisen, der Beschwerdeführerin Akteneinsicht zu gewähren, nicht vom Streitgegenstand um- fasst. Auf diese Begehren kann das Kantonsgericht nicht eintreten. 1.2.3. Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Replik v om 19. November 2018 zur Vernehmlas- sung des Kindsvaters den Antrag, es sei die Vernehmlassun g des Beigeladenen vom 23. Oktober aufgrund ihres nicht fundierten und gegen sie als Person gerichteten Charakters im vorliegenden Verfahren "abzuweisen". Bei einer Berücksich tigung der Vernehmlassung des Beigeladenen sei dieser anzuweisen, stichhaltige Belege für seine Behauptungen beizubringen. Alle Ausführungen des Beigeladenen in seiner Vernehml assung zur Beschwerde (in der Ver- nehmlassung rot markiert) stehen im Zusammenhang mit den Konflikten bei der Ausübung der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Besuchstage und Ferien sowie den Konflikten zwischen den Kindseltern. Keine Bemerkung bezieht sich auf die Frage, ob die eingesetzte neue Bei ständin zur Ausübung ihres Amtes ge- eignet ist. Somit ist auch der von der Beschwerdeführe rin monierte Inhalt der Vernehmlassung des Beigeladenen für die Beurteilung des vorliegenden Streitgegenstandes nicht von Belang, so dass aus diesem Grund nicht auf ihre diesbezüglichen Anträge einzutreten ist. 1.2.4. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ka nn somit lediglich die Entlassung aus dem Amt von F.____, die Interimslösung sowie die Einse tzung von H.____ als Beiständin sein. Die Beschwerdeführerin moniert weder die Entlassung aus dem Amt der ehemaligen Beiständin noch die Interimslösung. Damit kann in diesem Verfahr en nur geprüft werden, ob die Einset- zung von H.____ als Beiständin rechtens ist. In diesem Zusammenhang ist auch der Antrag der Beschwerdeführerin zu prüfen, es sei eine Beistandsperson zu ernennen, die ihr Vertrauen und dasjenige der Kinder geniesse. Auf die Beschwerde ist de mzufolge einzutreten, soweit darauf gemäss den vorangehenden Ausführungen eingetreten werden kann. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Re chtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1. Gemäss Art. 400 ZGB ernennt die Erwachsenenschutzbeh örde als Beistand oder Bei- ständin eine natürliche Person, die für die vorgesehene n Aufgaben persönlich und fachlich ge- eignet ist, die dafür erforderliche Zeit einsetzen kann und die Aufgaben selber wahrnimmt (Abs. 1). Die Erwachsenenschutzbehörde sorgt dafür, dass d er Beistand oder die Beiständin die erforderliche Instruktion, Beratung und Unterstützung erhält (Abs. 3). 3.2. Vorliegend macht die Beschwerdeführerin geltend, die eingesetzte Beiständin sei zur Ausübung ihres Amtes nicht geeignet. Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sich der Konflikt zwischen den Eltern im Verlauf der Beistandschaft nur zuge spitzt habe. Auf entsprechende Hil- feanfrage ihrerseits hätten die Beiständin und die KE SB nicht reagiert. Mit Verfügung vom 27. März 2018 habe die KESB die Besuchsregelung an die veränderten Bedürfnisse und den Alltag der Kinder angepasst. Die Neuregelung sei im E ntscheid in grossen Zügen verbalisiert und konkret in einem Jahresplan festgehalten. Bis heute sei es weder der KESB noch der bis- herigen Beiständin und ihrem Nachfolger ad interim g elungen, diesen Jahresplan aufgrund der Hinweise der Eltern korrekt nach den Vorgaben aus dem E ntscheid vom 27. März 2018 zu ge- stalten: So sollten die Kinder in der letzten Version des Jahresplans von August 2018 im Sep- tember 2018 sämtliche Ferienwochenenden und im Novemb er drei aufeinanderfolgende Wo- chenenden mit dem Kindsvater verbringen. Die Berichtigu ng dieser Planungsfehler sei für die Beschwerdeführerin zeit- und kräfteraubend, die fehle nde Planungssicherheit stelle angesichts ihrer bestehenden Doppelbelastung bzw. früheren Dreifa chbelastung und des hochstrittigen Verhältnisses mit dem Kindsvater ein grosses physisches und p sychisches Problem für sie dar. Diese Besuchsregelung lasse keinen Raum für allfällige B edürfnisse der Kinder. Über diese Bedürfnisse (Klassenausflüge oder Termine mit Freunden an Besuchswochenenden) würden die Kinder jeweils selbst mit ihrem Vater verhandeln o der diese zurückstecken. Der Kindsvater Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe die Tendenz, massiv auf Kompensation zu drängen, w as wiederum eine zusätzliche Be- lastung für die Kinder und sie mit sich bringe. Die Be schwerdeführerin moniert, dass die Kinder in den letzten vier Jahren seitens der Beiständin nicht a ktiv in die Jahresplanung eingebunden worden seien, bis jetzt seien auch keine Tendenzen zu ein er Änderung dieses Vorgehens er- kennbar. Besuche von Ferienlagern oder "spontane" Untern ehmungen seien nur nach langwie- rigen Abklärungen und zähen Verhandlungen mit dem Kindsvater möglich. Zudem hätten Anhö- rungen der Kinder bis jetzt höchstens einmal jährlich stat tgefunden. Da die jetzige Beiständin noch nicht im Amt gewesen sei, habe sie die KESB mit E- Mail vom 13. August 2018 gebeten, die Regelung gemäss Verfügung vom 27. März 2018 zu konkre tisieren. Sie habe auch entspre- chende Vorschläge eingebracht. Diese hätte sie bereits im Februar 2018 an die damalige Bei- ständin gerichtet. Seitens der damaligen Beiständin und der KESB habe sie keine aussagekräf- tige Reaktion erhalten. An der ersten Sitzung mit der jetzigen Beiständin vom 20. September 2018 sei ihr mündlich erklärt worden, dass eine derartige Regelung nicht möglich sei. Nach den bisherigen zwiespältigen Erfahrungen habe sie die KESB und die jetzige Beiständin mündlich um Informationen zur Qualifikation Letztgenannter ersu cht. Des Weiteren habe sie die Beistän- din auch nach ihrer Erfahrung mit hochstrittigen Eltern gefragt, bei denen das Besuchsrecht den einzigen von der KESB/Beiständin zu regelnden Punkt dar gestellt habe. Sie habe lediglich die Auskunft der KESB erhalten, dass es sich bei der jetzigen Beiständin um eine "erfahrene So- zialarbeiterin" handle, zudem die mündliche sinngemässe Aussage der jetzigen Beiständin, dass sie durchaus über solche Erfahrungen verfüge, jede str ittige Familie aber anders gelagert sei, und die Beschwerdeführerin davon ausgehen könne, dass die Voraussetzungen nach Art. 400 ZGB erfüllt seien. 3.3. In ihrer Replik vom 19. November 2018 erklärt die Beschwerdeführerin, im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung kaum Erfahrungen mit der derzeitig en Mandatsperson gehabt zu haben. In der Zwischenzeit hätten drei Sitzungen mit der Mandatsperson stattgefunden, wovon an zwei auch der Beigeladene teilgenommen habe. Zudem hätte n die Kinder ein längeres Treffen mit der Mandatsperson gehabt. Die Beschwerdeführerin mon iert, dass die Beiständin nach eigener Aussage im Vorfeld der ersten gemeinsamen Sitzung die Akten nicht gelesen habe, so habe sie z.B. sie und den Beigeladenen als Ehepaar bezeichnet, o bwohl sie nie verheiratet gewesen seien. Die Mandatsperson habe wiederholt erklärt, die von der Beschwerdeführerin gewünschte Festlegung des Umgangs bis im Jahr 2022 sei nicht möglich, andererseits habe sie sich in der Lage gesehen, die ersten beiden Sommerferien im Jahr 2019 dem Beigeladenen zuzuteilen und ihr die ersten beiden Sommerferienwochen im Jahr 2 020. In den stattgefunden Sitzungen habe sich der Eindruck eines unausgewogenen Verfahrens be stätigt, da dem Beigeladenen für das Jahr 2018 29 Kalendertage und für das Jahr 2019 31 Kalendertage zugesprochen worden seien, statt den ihm zustehenden 28 Kalendertagen. Die Beschwerdeführerin wirft der Beistän- din weiter vor, dass ihr diese im Hinblick auf die Frage der Kinderbetreuung während der für sie jeweils äusserst arbeitsintensiven Fasnachtsferien geantwortet habe, die Beiständin könne dem Beigeladenen nicht vorschreiben, wann er Ferien zu machen habe. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, sie habe die Beiständin wiederholt auf die strukturelle Ungerechtigkeit in der Gestal- tung der Betreuung hingewiesen, worauf diese ihr sinn gemäss geantwortet habe, dass dies so sei und sie sich damit abzufinden habe. Des Weiteren wirf t sie der Beiständin vor, den Wunsch von D.____, während des Umgangs mit ihrem Vater Zeit und Raum für Schulisches zu haben, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit der Antwort abgetan zu haben, dass ihre Eltern un terschiedliche Ansichten in schulischen Fragen hätten und sinngemäss die Beschwerdeführerin nicht bei der Gestaltung des Aufent- halts beim Vater mitbestimmen könne. Ihre Zweifel an der Professionalität und an der korrekten Umsetzung des Mandats seien berechtigt. Zudem erhärte si ch ihr Eindruck, dass de facto der Beigeladene und sie verbeiständet seien und das Wohlergehen der Kinder eine sekundäre Rol- le spiele. Angesichts des Verlaufs der Beistandschaft seit ihrer Errichtung bestehe ihrerseits "ein begründetes Misstrauen gegen die Professionalität und die Arbeit der Beteiligten sowie der von ihr beauftragten Mandatspersonen bzw. der durch Letztere vertretenen Instanz (Sozialhilfe- behörde B.____)". Die Beschwerdeführerin stellt in ihren Repliken vom 19. November 2018 das im Vergleich zur Beschwerdebegründung modifizierte Rech tsbegehren, es sei ein professionel- ler Beistand bzw. eine professionelle Beiständin, der/d ie das Vertrauen der Kinder und ihrer selbst geniesse, einzusetzen, wobei es sich hierbei nicht um eine Person handeln müsse, die ihr bekannt sei. Diese Mandatsperson habe ausserhalb der KESB und der Sozialen Dienste zu stehen. Mit der Ernennung einer bzw. eines professionel len durch das Kantonsgericht ernann- ten Anwältin bzw. Anwalt wäre sie einverstanden. 4.1. Aus den Vorwürfen der Beschwerdeführerin stellt sich die Frage der Eignung der Bei- ständin. Weil das Gesetz nicht im Einzelnen umschreibt, w as unter "geeignet" zu verstehen ist, verfügt die KESB bei der Beurteilung, ob ein Beistand bzw. eine Beiständin im konkreten Fall geeignet ist, über grosses Ermessen (RUTH E. REUSSER , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, A rt. 400, Rz 11; P ATRICK FASSBIND , Er- wachsenenschutz, Zürich 2012, S. 272). Voraussetzung für eine optimale Unterstützung der betroffenen Person ist eine auf die Aufgaben des Ma ndats bezogene umfassende Eignung im Sinn von Sozial-, Selbst- und Fachkompetenz (Botschaft z ur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kind esrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006, 7049; C HRISTOPH HÄFELI , Grundriss zum Kindes- und Erwachsenenschutz, 2. Aufl., Bern 2016, S. 178 ff.; D ANIEL ROSCH , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], FamKomm Er- wachsenschutzrecht, Bern 2013, Art. 423, Rz 7). Die Fra ge der Eignung bedarf daher einer Bi- lanzierung der vorhandenen und fehlenden Fähigkeiten d er möglichen Mandatsträger für das konkrete Mandat. Im Rahmen der Eignungsbeurteilung kan n zu diesem Zweck zwischen der persönlichen und der fachlichen Eignung unterschieden werden (ROSCH , a.a.O., Art. 423, Rz 7). Massgebend ist, was im Einzelfall den Interessen und dem Wohl der betroffenen Person dient (REUSSER , a.a.O., Art. 400, Rz 11). 4.2. Bei der persönlichen Eignung geht es um die grund sätzliche Eignung, ohne deren Vor- handensein eine Person zum vornherein als Beistand ausser Betracht fällt. So kann z.B. eine unmündige Person oder eine erwachsene Person unter B eistandschaft nicht als Beistand ge- wählt werden. Liegen – wie vorliegendenfalls – keine so lchen grundsätzlichen Ausschlies- sungsgründe vor, ist im Rahmen der persönlichen Eignung weiter zu prüfen, wer im konkreten Fall am besten als Beistand geeignet ist. Zumal der Be istand ein Vertrauensverhältnis zur hilfs- bedürftigen Person aufbauen muss (Art. 406 Abs. 2 ZGB), ist es wichtig, dass die hilfsbedürftige Person und der Beistand gut zueinanderpassen. Trotz gut er persönlicher Beziehung zur hilfs- bedürftigen Person hat der Beistand aber auch genügend objektiv und unabhängig zu sein und Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine ausreichende emotionale Distanz einzuhalten, um di e Aufgaben eines Beistandes zu be- wältigen (REUSSER , a.a.O., Art. 400, Rz 22 und 24). 4.3. Ist die persönliche Eignung gegeben, bleibt fern er die fachliche Eignung zu prüfen. Da- bei geht es um Fachkompetenzen des Beistands, welche für die Ausübung des konkreten Man- dats nötig sind. Das Gesetz geht davon aus, dass es einfache oder einfachere Beistandschaf- ten gibt, bei denen eine Privatperson ohne spezielles F achwissen, aber mit Lebenserfahrung, gesundem Menschenverstand, Sozialkompetenz und gutem Wil len als Beistand in Frage kommt, insbesondere wenn sie die erforderliche Unterstützung bekommt (Art. 400 Abs. 3 ZGB). Besonderes Fachwissen braucht es für komplexe Beistandschaften in psychologischer, sozialer sowie medizinischer Hinsicht und je nach Grösse und Art d es zu verwaltenden Vermögens, so dass in der Regel ein Berufsbeistand mit dem Mandat zu betrauen ist (vgl. dazu auch REUSSER , a.a.O., Art. 401, Rz 22). Berufsbeiständinnen und Beru fsbeistände müssen im Hinblick auf Rückschläge in der Mandatsführung auch eine hohe Frustra tionstoleranz besitzen (CHRISTOPH HECK , in: Rosch/Fountoulakis/Heck [Hrsg.], Handbuch Kindes- und Erwachsenenschutz, 2. Aufl., Bern 2018, Rz 188). Ausser Berufsbeiständinne n und Berufsbeistände können jedoch auch die ausserhalb ihres Berufes eingesetzten Privatpersonen über ein spezielles Fachwissen verfügen, zum Beispiel wenn es sich um Ärzte, Psychologen, V ermögensverwalter, Juristen oder Sozialarbeiter handelt. Anhand der im Rahmen ei ner konkreten Beistandschaft zu erledi- genden Aufgaben erstellt die Erwachsenenschutzbehörde ein fachliches Anforderungsprofil für den Beistand (R EUSSER , a.a.O., Art. 400, Rz 25 f.). Zudem muss die Beiständ in für die vorge- sehene Aufgaben die dafür erforderliche Zeit einsetzen können (Art. 400 Abs. 1 ZGB). 5.1. Die Beiständin ist gemäss Auskunft der Vorinstanz vom 5. September 2018 bzw. der Gemeinde G.____ vom 14. September 2018 eine an der F achhochschule ausgebildete Sozial- arbeiterin mit langjähriger Erfahrung, welche über die nötigen Qualifikationen verfügt, um als Mandatsperson tätig zu sein. Wie aus den umfangreichen Akten, vor allem aus der Korrespon- denz zwischen den Kindseltern hervor geht, ist das Verhältn is zwischen Letztgenannten aus- serordentlich belastet und die Kommunikation nur sehr sch wer möglich. Die Beschwerdeführe- rin selbst bezeichnet das Verhältnis zwischen sich und dem Be igeladenen als "hochverstritten". Es handelt sich im vorliegenden Fall in verschiedener Hi nsicht offensichtlich um eine sehr an- spruchsvolle und zeitaufwändige Mandatsführung, welche ü berdies zweifelsohne eine hohe Frustrationstoleranz bedingt. Primär aufgrund der sehr schwierigen und konfliktbeladenen Si- tuation zwischen den Kindseltern, aber auch aufgrund der tatsächlichen Umstände, wie z.B. der starken beruflichen Einspannung beider Elternteile un d der verschiedenen ausserschulischen Aktivitäten der Kinder, ist die Mandatsführung durch ei ne Berufsbeiständin oder eines Berufs- beistandes angezeigt bzw. zwingend. Aus diesem Grund kann dem anders lautenden Antrag der Beschwerdeführerin nicht Folge geleistet werden. 5.2. Die Beschwerdeführerin bekundet in ihrer Beschwer debegründung ihren generellen Unmut über die KESB und die Sozialen Dienste. Die Vo rwürfe vermögen in keiner Weise die Geeignetheit der ernannten Beiständin in Zweifel zu zi ehen. In der Replik erhebt die Beschwer- deführerin konkretere Vorwürfe gegen die Beiständin (si ehe hiervor E. 3.3). Aus der E-Mail der KESB vom 5. September 2018 an die Beschwerdeführerin geht hervor, dass die Beiständin von Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht der KESB bereits zu diesem Zeitpunkt über den Fall informiert worden war. Dass die Beiständin die Akten vor der ersten Sitzung nicht gelesen habe, ist lediglich eine Parteibehauptung. Selbst wenn dies zutreffen würde, kann dies ihre Eignung nicht in Frage stellen, da sie bereits infor- miert war und sich unter Umständen auch ein erstes Bild der Kindseltern vor dem Aktenstudium machen wollte. Ebenso kann der Beiständin nicht zum Nachteil gereichen, dass sie beim ersten Treffen die Kindseltern allenfalls als Ehepaar bezeich net hat. Für die Modalitäten des Besuchs- rechts ist dies irrelevant. Des Weiteren ist nachvollziehba r, dass die Beiständin allenfalls nicht gewillt war, eine Umgangsregelung bis zum Jahr 2022 vor zunehmen. Dies würde verhindern, dass allfällige Veränderungen der Umstände berücksichtigt werden könnten. Daran ändert auch die allfällige dennoch gemachte Zusage bezüglich der ersten beiden Sommerferien für die Jah- re 2019 und 2020 nichts, da diese nur einen beschränkten Zeitraum betreffen. Auch für den Fall, dass es der Tatsache entsprechen sollte, dass der Kin dsvater aufgrund der Besuchspla- nung einen bzw. drei Tage mehr Ferien als die gemäss Ve rfügung vom 27. März 2018 fixierten 28 Tage zugebilligt bekommen hat, ist dies kein Indiz f ür die Ungeeignetheit der Beiständin. Zumal fraglich ist, ob aufgrund der zusätzlich zu den F erientagen zu berücksichtigenden Feier- tage die Anzahl Ferientage effektiv zu hoch ist. Des Wei teren hat die Beschwerdeführerin hin- zunehmen, dass beim Kindsvater allenfalls andere Regelun gen betreffend Zeit und Raum für die Erledigung von schulischen Aufgaben gelten. Des Weiteren ist es durchaus zutreffend, dass der Elternteil, welcher die Obhut über die Kinder in nehat, wesentlich mehr Betreuungsaufgaben wahrnimmt und durch die Kinder in seiner Lebensgestalt ung viel mehr eingeschränkt und weni- ger flexibel ist, als derjenige Elternteil, welcher nicht die Obhut innehat. Dafür kann der Obhuts- inhaber wesentlich mehr am Alltag der Kinder teilnehm en. Zudem läuft der nicht obhutsberech- tigte Elternteil grössere Gefahr, um den Kontakt zu den Kindern kämpfen zu müssen. Die struk- turelle Ungerechtigkeit in der Gestaltung der Betreuun g entspricht damit auf beiden Seiten der Elternteile der Realität. Dass die Beiständin dies aussp richt, spricht sicherlich nicht für ihre Un- geeignetheit. Die Errichtung einer Beistandschaft zum Zwecke der Regelung des Besuchs- rechts, die wohlgemerkt vorliegendenfalls nur vorgenomm en wurde, weil die Kindseltern selber nicht in der Lage sind, eine Regelung zu treffen, füh rt dazu, dass sich die Kindseltern an eine durch eine Drittperson ausgearbeitete oder zumindest üb erprüfte Regelung zu halten haben. Aus dieser Pflicht der Eltern lässt sich entgegen der von d er Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung selbstredend nichts zu Ungunsten der Beiständin folgern. Auch die anderen von der Beschwerdeführerin angeführten Rügen vermögen nicht di e Ungeeignetheit der Beiständin zu belegen. 5.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich sowohl aus den Akten als auch aus den Vorwürfen der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte e rgeben, an der grundsätzlichen, per- sönlichen oder fachlichen Eignung der Beiständin und an ihrer Unparteilichkeit und Professiona- lität zu zweifeln. Der Umstand, dass die Beiständin verschiedentlich nicht den Standpunkten der Beschwerdeführerin zu folgen scheint, stellt jedenfalls kein Indiz für eine mangelhafte Mandats- führung dar. Die Beiständin ist dem Kindeswohl verpflichtet und nicht den Wunschvorstellungen der Eltern. Zudem kann dem Antrag der Beschwerdeführ erin, es sei eine Mandatsperson aus- serhalb der KESB und der Sozialen Dienste zu ernennen, nicht gefolgt werden. Die Beschwer- de ist demzufolge abzuweisen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 '400.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen. Die Parteikosten werden gemäss § 21 VPO wettgeschlagen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin