Entscheid des Kantonsgerichts Basel - Landschaft, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht vom 17. Oktober 2018 (840 18 272) ____________________________________________________________________ Kindes - und Erwachsenenschutzrecht Fürsorgerische U nterbringung / I nterkantonale Zuständigkeit / Bedarf eine r fortwähre n- den B e handlung in einer Einrichtung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Stefan Schulthess, Niklaus Ruckstuhl, Yves Thommen, Daniel Häring, Gerichtsschreiber i.V. Gian Riz à Porta Beteiligte A.____ , Beschwerdeführ erin, vertreten durch Adriano Marti , Rechtsa n- walt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Fürsorgerische Unterbringung A. A.____ (geb. 1993) leidet an einer paranoiden Schizophrenie und war au f grund dieser Erkr ankung bereits mehrfach in stationärer Behandlung. So wurde sie in den Ja h ren 2009, 2012 und 2013 und 2015, zwei Mal im Jahr 2017 sowie bereits von Februar bis Mai dieses Jahres in der Klinik C .____ behandelt, wobei auch mehrfach die Anordnung einer Behand lung ohne Z u- stimmung notwendig wurde. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 23. August 2018 wurde A.____ in D .____ (ZH) beim Eindringen in ein Hotel ang e- halten. Sie wollte sich daraufhin nicht ausweisen und gab an, in Wahrheit E .____ zu heissen und der deutschen Sprache nicht mächtig z u sein, sondern ausschliesslich Englisch zu spr e- chen. Gle i chentags wies der Notfallpsychiater A.____ aufgrund dieser Vorfälle fürsorgerisch in die Klinik C.____ ein. C. Im Rahmen der fürsorgerischen Unterbringung ordnete die Klinik mit Verfügung vom 13. S eptember 2018 die Behandlung ohne Zustimmung an. Hiergegen erhob A.____ B e- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 27. September 2018 erstattete Assistenzarzt F .____ mündlich ein fac h- är ztliches Gutachten zuhanden des Gerichts. Das Kantonsgericht wies die Beschwerde sowie ein Entlassungsgesuch von A.____ ab (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 27. Septem ber 201 8 [840 18 258]). D. Mit Dat um vom 28. September 2018 beantragte die Klinik C.____ bei der Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) die Verlängerung der Massnahme um mi n destens acht Wochen. Mit zwei ärztlichen Berichten vom 28. September 2018 diagnostizierte die b e- handelnde Ärztin Dr. med. G .____ bei A.____ eine paranoide Schizophrenie und begrü n dete die No t wendigkeit einer Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung insbesondere mit der auf der fehlenden Krankheitseinsicht beruhenden Ablehnung der Behandlung. A.____ zeig e eine fortschreitende Chronifizierung und Verschlechterung des Zustandsbildes. Nur durch eine a n dauernde, intensive psychiatrische Behandlung könne eine Stabilisierung erreicht werden. Am 2. Oktober 2018 wurde A.____ durch die KESB angehört, wobei sie sic h gegen eine Ve r- längerung der fürsorgerischen Unterbringung aussprach und darlegte, sie könne auch eine a m- bula n te Therapie machen. E. Mit Entscheid vom 3. Oktober 2018 ordnete die KESB die Verlängerung der fürsorger i- schen Unterbringung für A.____ auf unbe stimmte Zeit an. Des Weiteren ordnete die KESB an, dass eine Entlassung von A.____ nur durch sie selbst verfügt werden dürfe. Zur Begründung führt die KESB insbesondere die negative Entwicklung des Zustandes von A.____ im Verlaufe dieses Jahres an. Sie zei ge weiterhin keine Krankheitseinsicht und ihre Compliance sei fraglich. Es müsse unbedingt eine nachhaltige Stabilisierung ihres Zustandes erreicht werden, damit ein wirksames ambulantes Setting aufgegleist werden könne. Dazu sei die Verlängerung der fü r- so rgerischen Unterbringung auf unbestimmte Zeit notwendig und angemessen. F. Am 4. Oktober 2018 reichte Assistenzarzt F .____ , Psychiatrie Baselland, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Ambulatorium Reinach, das schriftliche fachärztliche Gutac h- ten i m kantonsgerichtlichen Verfahren Nr. 840 18 258 nach. G. Gegen den Entscheid der KESB vom 3. Oktober 2018 erhob A.____ , vertreten durch Adriano Marti, Rechtsanwalt, mit Schreiben vom 11. Oktober 2018 Beschwerde beim Kanton s- ger icht Basel - Landschaft, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht (Kantonsg e richt), und beantragte (ohne Begründung) die Aufhebung der Verlängerung der fürsorgerischen Unterbri n-Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gung unter Kostenfolge, wobei ihr die unentgeltliche Prozessführung und Verbei stä n dung zu gewähren sei. H. Mit Verfügung vom 12. Oktober 2018 wurde Assistenzarzt F .____ zum Sachverständ i- gen im vorliegenden Verfahren ernannt und ersucht, an der Verhandlung ergänzend zum schriftlichen Gutachten vom 4. Oktober 2018 mündlich Stellung z u nehmen. Weiter zog das Gericht die Akten der die Beschwerdeführerin betreffenden früheren kantonsgerichtlichen Ve r- fahren Nr. 840 18 64 bezüglich Verlängerung der fürsorgerisc hen Unterbringung sowie Nr. 840 18 258 bezüglich Behandlung ohne Zustimmung bei. Ausserdem wurde der Beschwerdeführ e- rin die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. I. Am 15. Oktober 2018 reichte die Klinik C.____ aufforderungsgemäss eine Aufstellung der Medikation der Beschwerdeführerin sowie den Verlaufsbericht ü ber den derzeitigen Klin i- kaufenthalt zu den Akten. Am 16. Oktober 2018 reichte die Klinik C.____ zudem den aktuellen Behan d lungsplan nach. J. An der heutigen - auf Antrag der Beschwerdeführerin öffentlichen - Parteiverhandlung in der Klinik C.____ befragt e das Gericht die Beschwerdeführerin, die zuständige medizinische Betreuungsperson, Dr. med. G .____ , sowie den Sachverständigen, Assistenzarzt F .____ . Die B e schwerdeführerin hielt im anschliessenden Plädoyer an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest. D ie KESB beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 84 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 in Verbindung mit § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Ve r- fassungs - und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist das Kantonsg e- richt, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht, zuständig für die Beurteilung von B e- schwerden gegen Entscheide der Kindes - und Erwachsene nschutzbehörde über die fürsorger i- sche Unterbringung. Die Beschwerdeführerin ist als Direktbetroffene gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Die fehlende schriftliche Begründung schadet ihr nicht (Art. 450e Abs. 1 ZGB). Auf die frist - und formgerecht erhobene Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die U n- angemessenh eit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Die Beschwerdeführerin stellt anlässlich der heutigen Parteiverhandlung den Verfa h- rensantrag auf öffentliche Urteilsberatung und auf öffentliche Urteilsverkündung. Ge mäss § 41 Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 fi n det die Urteilsberatung auf dem Gebiet der fürsorgerischen Unterbringung nicht öffentlich und unter Ausschluss d er Parteien statt. Dem Bedürfnis nach Öffentlichkeit des Urteilsspruchs wird Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch die Internetpublikation des vorliegenden Urteils Genüge getan. Die Anträge sind demg e- mäss abzuweisen. Das Dispositiv des vorliegenden Entscheids wird den Parteien im Anschlu ss an die Urteilsberatung vorab per Fax zugestellt. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht anlässlich der heutigen Parteiverhandlung geltend, die ursprüngliche Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung vom 23. August 2018 sei nichtig. Sie begründet dies damit , dass die Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung durch den Notfallpsychiater im Kanton Zürich erfolgt sei. Diese Verfügung entfalte bloss kantonal Wirku n- gen und könne nicht für den Kanton Basel - Landschaft gelten. Örtlich zuständig für die Anor d- nung d er fürsorgerischen Unterbringung seien nicht zürcherische Ärzte, sondern die Behörden des Wohnsitzkantons, vorliegend des Kantons Basel - Landschaft. Die KESB sei demnach ve r- pflichtet gewesen, die ursprüngliche fürsorgerische Unterbringung mit einem eigenen b e- schwerdefähigen Entscheid anzuordnen, was sie jedoch unterlassen habe. Dies führe zur Nic h- tigkeit der derzeitigen fürsorgerischen Unterbringung und verbiete es von vornherein, nun eine Verläng e rung anzuordnen. 4.2 Die örtliche Zuständigkeit im Bereich d er Erwachsenenschutzmassnahmen ist bunde s- rechtlich abschliessend geregelt und es besteht kein kantonaler Regelungsspielraum ( C HRISTOF B ERNHART , Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, Rz. 446). Örtlich zustä n- dig zur Anordnung einer fürsorge rischen Unterbringung sind gemäss Art. 442 Abs. 1 ZGB grundsätzlich die Behörden des Wohnsitzkantons, wobei der Wohnsitz nach Art. 23 ff. ZGB zu bestimmen ist. Nach Art. 442 Abs. 2 ZGB besteht jedoch eine subsidiäre Zuständigkeit der B e- hörden des Aufenthal tskantons, wenn Gefahr im Verzug ist und ein Tätigwerden notwendig wird. Daneben sind gemäss Art. 429 Abs. 1 ZGB vom Kanton bezeichnete Ärzte zur Anordnung einer auf maximal sechs Wochen befristeten fürsorgerischen Unterbringung befugt. Massg e- bend für die örtliche Zuständigkeit ist hier der Aufenthaltsort der betroffenen Person, wo auch die vorgeschriebene persönliche Untersuchung durch den anordnenden Arzt stattfinden muss (Art. 430 Abs. 1 ZGB sowie Art. 430 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB; vgl. dazu T HOMAS G EISER /M ARI O E TZENSBERGER , Basler Kommentar ZGB, 6. Aufl., Basel 2018, N 10 zu Art. 429 /430 ZGB). Sinn und Zweck der Kompetenz der vom Kanton bezeichneten Ärzte zur Anordnung von fürsorger i- schen Unterbringungen ist es, wie bereits unter Herrschaft des alten Rechts (Art. 397b Abs. 2 aZGB), bei Bedarf eine sofortige ärztliche Kriseninterventi on zu ermöglichen, wofür die Kantone geeignete Fachpersonen bezeichnen müssen (Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Änd e rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kinde s recht], BBl 2006 7001, S. 7064; B ERNHART , a.a.O., Rz. 433 ff.). 4.3 Die Beschwerdeführerin macht vorliegend offenbar geltend, die vorsorgliche Anor d- nung der fürsorgerischen Unterbringung durch den im Kanton Zürich tätigen und vom Kanton Zürich mit der Kompetenz nach Art. 429 Abs. 1 ZGB ausgestatteten Arzt (v gl. § 27 des zürch e- rischen Einführungsgesetzes zum Kindes - und Erwachsenenschutzrecht [EG KESR] vom 25. Juni 2012, der alle diplomierten Ärztinnen und Ärzte mit Berufsausübungsbewilligung zu einer A n ordnung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB befugt) könne im Kanton Basel - Landschaft keine Wirkung entfalten, weshalb die KESB verpflichtet gewesen wäre, einen eigenen Entscheid über die fü r sorgerische Unterbringung zu fällen. Diese Auffassung ist unzutreffend. Die Anordnung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fürso r gerischer Unterbringungen erfolgt gestützt auf Bundesrecht und entfaltet für das gesamte schweizerische Gebiet Wirkungen. Der anordnende Arzt war zuständig für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung gestützt auf Art. 429 Abs. 1 ZGB, da sich die Beschwerdeführ e- rin in D.____ (ZH) befand. Zuletzt gilt die örtliche Unzuständigkeit in der Regel nicht als Nichti g- keitsgrund (vgl. U LRICH H AEFELIN /G EORG M ÜLLER / F ELIX U HLMANN , Allgemeines Verwaltung s- recht, 7. Aufl., Zürich /St. Gallen 2015, Rz. 1103). Es liegt offensichtlich keine Nichtigkeit vor. Das Kantonsgericht hat überdies bereits in seinem Urteil vom 27. Sept ember 2018 im Verfah ren Nr. 840 18 258 die Rechtmässigkeit der ursprünglichen ärztlich angeordneten Unterbringung nicht in Frage gestellt. Auf deren Rechtmässigkeit kommt es aber ohnehin nicht an, denn nac h- folgend ist einzig der Entscheid der - un bestrittenermassen zuständig en - Kindes - und Erwac h- senenschutzbehörde B.____ zu überprüfen. Ob es sich um eine Neuanordnung nach einer u r- sprünglich fehlerbehafteten ärztlichen Unterbringung oder um eine Verlängerung einer korre k- ten ärztlichen fürsorgerischen Unterbringung handelt, sp ielt für die rechtliche Beurteilung keine Rolle. 5. Erste gesetzliche Voraussetzung für die Anordnung einer fürsorgerischen Unterbri n- gung gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB ist einer der drei abschliessend genannten Schwächez u- stände: psychische Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung (vgl. G EISER / E TZENSBERGER , a.a.O., N 12 zu Art. 426 ZGB; B ERNHART , a.a.O., Rz. 262). Damit von einer psychischen Störung gesprochen werden kann, muss ein Krankheitsbild vorliegen, we l ches erhebliche Auswirkungen auf das soziale Funktionieren des Patienten hat. Entsche idend ist insbesondere, ob die betroffene Person ihre Entscheidungsfreiheit wahrt und am sozialen L e- ben teilhaben kann (vgl. G EISER /E TZENSBERGER , a.a.O., N 15 zu Art. 426 ZGB; B ERNHART , a.a.O., Rz. 263 ff.). Erforderlich ist sodann eine sich aus dem Schwäc hezustand ergebende Notwendigkeit der Behandlung bzw. Betreuung („nötige Behandlung oder Betreuung“). Weitere Voraussetzung bildet, dass der Person die nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einweisung in eine Anstalt bzw. d ie Zurückbehaltung in der Einrichtung gewährt werden kann (sog. Grundsatz der Verhältnismässigkeit; vgl. B ERNHART , a.a.O., Rz. 314 ff.). Dabei ist gegebenenfalls die Belastung zu berücksichtigen, welche die Person für Angehörige und Dritte darstellt (Art. 426 Abs. 2 ZGB). Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil d es BGer 5A_189/2013 vom 11. April 2013 E. 2.1). 6. Vorliegend richtet sich die Beschwerde gegen die am 3. Oktober 2018 von der Vor - instanz verfügte fürsorgerisc he Unterbringung in der Klinik C.____. 6.1 Ziel der fürsorgerischen Unterbringung ist es, die betroffene Person in die Selbständi g- keit zu führen, ihre Eigenverantwortung zu stärken und ihr ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Lässt sich der Schwäch ezustand beseitigen oder zumindest abschwächen, ist mit der fürsorgerischen Unterbringung dafür zu sorgen, dass die betroffene Person wieder aus der Einrichtung entlassen werden und sie ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen, Neigungen und Fähigkeiten gestalten und organisieren kann. Je nachdem ist dies eine Rückführung in die Selbständigkeit oder eine erstmalige Erlangung einer solchen. In anderen Fällen wird der Schwächezustand nicht zu beseitigen sein, sich möglicherweise sogar unausweichlich verstä r- ken. Auch dann sollen aber die verbleibenden Fähigkeiten gestärkt und soll damit die Selbstb e-Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht stimmung gefördert werden. Gleichzeitig wird es in diesen Fällen regelmässig darum gehen, der betroffenen Person durch eine entsprechende Betreuung und Fürsorge ei n Umfeld zu bieten, welches ein menschenwürdiges Leben ermöglicht (vgl. G EISER / E TZENSBERGER , a.a.O., N 14 vor Art. 426 - 439 ZGB). 6.2 Die betroffene Person wird aus der fürsorgerischen Unterbringung entlassen, sobald die Voraussetzungen für die Unterbring ung nicht mehr erfüllt sind (Art. 426 Abs. 3 ZGB), was miteinschliesst, dass die noch nötige Betreuung oder Behandlung ambulant erfolgen kann. Mit Bezug auf die Entlassung ist somit eine umfassende Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der Unterbrin gung vorzunehmen. Insbesondere können die Rückfallgefahr, die Kran k- heits - und Behandlungseinsicht und damit die Chancen und Möglichkeiten einer ambulanten Therapie berücksichtigt werden. Eine Entlassung ist auch aus dem Grundsatz der Verhältni s- mässigkeit e rst in Betracht zu ziehen, wenn die Voraussetzungen für ein Leben ausserhalb der Klinik effektiv installiert und tragfähig vorhanden sind (vgl. B ERNHART , a.a.O., Rz. 400). 7.1 Bei psychischen Störungen muss die Beschwerdeinstanz gemäss Art. 450e Abs. 3 ZG B gestützt auf das Gutachten einer sachverständigen Person entscheiden. Das Gutachten hat sich insbesondere über den Gesundheitszustand der betroffenen Person zu äussern, aber auch darüber, wie sich allfällige gesundheitliche Störungen hinsichtlich der Gef ahr einer Selbst - bzw. Fremdgefährdung oder einer Verwahrlosung auswirken können und ob sich daraus ein Handlungsbedarf ergibt. In diesem Zusammenhang interessiert insbesondere, ob mit einem Bedarf an der Behandlung einer festgestellten psychischen Erkrank ung bzw. an der Betreuung der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen ist, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibt. Im Weiteren muss das Gutachten An t- wort darauf geben, ob aufgrund des festgestel lten Handlungsbedarfes eine stationäre Behan d- lung bzw. Betreuung unerlässlich ist. Dabei hat der Gutachter auch darüber Auskunft zu geben, ob die betroffene Person über glaubwürdige Krankheits - und Behandlungseinsicht verfügt. Schliesslich hat der Experte zu beantworten, ob eine Anstalt zur Verfügung steht und wenn ja, warum die vorgeschlagene Anstalt infrage kommt (vgl. BGE 140 III 105 E . 2.4 m.w.H.). 7.2 Erforderlich ist ein aktuelles Gutachten, wobei ein solches aus einem früheren Verfa h- ren verwendet we rden kann, wenn die Betroffene in einem unmittelbar vorangehenden Verfa h- ren begutachtet wurde (vgl. B ERNHART , a.a.O., Rz. 854). 7.3 Das vom Gericht beigezogene Gutachten vom 4. Oktober 2018 wurde im Rahmen des kantonsgerichtlichen Verfahrens Nr. 840 18 25 8 erstellt und basiert auf einer psychiatrischen Untersuchung der Beschwerdeführerin durch den Sachverständigen vom 26. September 2018. Seit diesem Zeitpunkt sind 21 Tage vergangen, das schriftliche Gutachten wurde vor dreizehn Tagen erstell t. Das Gutachte n vom 4. Oktober 2018 ist demnach aktuell und es kann vorliegend darauf abgestellt werden. Darüber hinaus stand der Sachverständige Assistenzarzt F .____ dem Gericht anlässlich der heutigen Parteiverhandlung für ergä nzende Auskünfte zur Verfügung. 7.4 Im G utachten vom 4. Oktober 2018 diagnostiziert der Gutachter eine undifferenzierte Schizophrenie (ICD - 10 F20.3). Es handle sich um eine schizophrene Psychose mit den aktue l-Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht len Symptomen Wahnideen, Denkzerfahrenheit, affektive Anspannung und Gereiztheit. Die B e- schwerdeführerin habe sich als wache und bewusstseinsunklare und zu allen Qualitäten de s- orientierte Patientin präsentiert. Das formale Denken sei verlangsamt und zerfahren. Die B e- schwerdeführerin habe ihren aktuellen Lebenskontext nicht nachvollziehbar da rstellen können und nehme eine fremde Identität an. Zudem kommun iziere sie nur auf Englisch. Der Gutachter interpretiert dies als Teilaspekt einer inhaltlichen Denkstörung im Sinne eines Wahns. Ich - Störungen seien nicht exploriert worden. Die Beschwerdefüh rerin sei krankheitsuneinsichtig. Der Sachverständige geht von einem Bedarf an stationärer Betreuung in einer geschlossenen Einrichtung und an medikamentöser Behandlung aus. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, ihren Alltag eigenständig zu bewälti gen. Alternativen zur stationären Behandlung bestü n- den momentan nicht, erst nach einer deutlichen Stabilisierung käme die Verlegung in ein Wohnheim in Betracht. Zurzeit bestünde jedoch aufgrund der Realitätsverkennung der B e- schwerdeführerin ausserhalb des stationären Rahmens weiterhin eine starke Selbstgefährdung. 7.5 Das Gutachten zeigt schlüssig und überzeugend auf, dass im vorliegenden Fall eine psychische Störung der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB vorliegt. 8.1 Zu prüfen ist weit er, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Schwächezustandes einer Behandlung oder Betreuung in einer Einrichtung bedarf. In diesem Zusammenhang stellt sich namentlich die Frage, ob die Beschwerdeführerin ohne stationäre psychiatrische Betre u- ung akut sel bstgefährdet oder fremdgefährdend und somit in erhöhtem Masse fürsorgebedürftig ist. 8 .2 Der Sachverständige berichtet im Gutachten vom 4. Oktober 2018 von einem Kran k- heitsbild, welches durch autistische Symptomatik, Uneinsichtigkeit in die Krankheit und Real i- tätsverlust geprägt sei. Die Beschwerdeführerin brauche eine intensive psychiatrische Behan d- lung mit psychotherapeutischen und sozialpsychiatrischen Interventionen, Medikation und al l- tagsstrukturierenden Massnahmen in stationärem Rahmen. Die Realitäts verkennungen der B e- schwerdeführerin, die auch zur momentanen Unterbringung geführt hätten, verursachten nach wie vor ein starkes Risiko selbstgefährdenden Verhaltens ausserhalb des stationären Ra h- mens. Die Vergangenheit habe aber gezeigt, dass im stationär en Rahmen und unter medik a- mentöser Behandlung jeweils eine Besserung eintrete und die Beschwerdeführerin stabilisiert werden könne. 8.3 Den ärztlichen Berichten der behandelnden Oberärztin Dr. med. G .____ ist zu entne h- men, dass die Beschwerdeführerin ein hochpsychotisches Zustandsbild mit systematisiertem Wahn, kognitiven Einschränkungen bis hin zu völliger Amnesie bezüglich ihrer Person und Bi o- graphie sowie Personenverkennungen und eine deutliche Identitätsdiffusion zeige. Im Verlauf zeige sie keine Kran kheitseinsicht und ihre Medikamentencompliance sei fraglich. Strukturierte poststationäre Versorgung lehne sie ab und es zeige sich eine progrediente Verschlechterung und Chronifizierung des Zustandsbildes. Dem müsse mittels der weiteren fürsorgerischen U n- terbringung entgegengewirkt werden. Aus medizinischer Sicht könne eine Stabilisierung nur durch andauernde, intensive psychiatrische Behandlung erreicht werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.4.1 Anlässlich der heutigen Parteibefragung sagt die Beschwerdeführerin aus, sie sei am 23. August 2018 in einer Hotellobby in D .____ von der Polizei angehalten und auf den Polize i- posten gebracht worden. Dort sei sie von einem Arzt untersucht und dann in die Klinik gebracht worden. Anfänglich sei der Aufenthalt in der Klinik schrecklich gewesen, insbesondere wegen der Nebenwirkungen ihrer Medikamente. Sie habe sich um Teilnahme am Klinikalltag bemüht, was ihr zunächst verwehrt worden sei, nun aber erlaubt werde. Sie könne auch an einem kre a- tiven Atelier teilnehmen und dort Bilder malen, und sie d ürfe bei den Gruppengesprächen dabei sein. Sie habe einen guten Kontakt mit den anderen Patienten und mit dem Klinikpersonal. Die medikamentöse Entwicklung sei gut, die Pflege bestätige ihr, dass sie nicht mehr lange in der Klinik bleiben müsse. Es sei wic htig, dass sie nach Hause könne. Eine ambulante Therapie sei durchaus möglich und sie sei auch bereit, ihre Medikamente weiter einzunehmen. 8.4.2 In Bezug auf die Anforderungen an die fürsorgerische Unterbringung lässt die B e- schwerdeführerin ausführen, e s habe zu keinem Zeitpunkt eine akute Selbst - oder Fremdg e- fährdung bestanden, und es bestehe auch jetzt keine. Es sei unbestritten, dass ihr Zustand sich gebessert habe, diese Verbesserungen seien aber nicht auf die medikamentöse Behandlung mit Neuroleptik a, sondern auf die positiven menschlichen Kontakte, insbesondere mit ihrem Rechtsvertreter, zurückzuführen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin führt dazu aus, er habe die Beschwerdeführerin davon überzeugen können, sich nicht mehr als eine andere P e r- son auszugeben und wieder Deutsch zu sprechen. Die psychischen Belastungen der B e- schwerdeführerin seien auf eine schwierige Vergangenheit und Defizite in der elterlichen Erzi e- hung zurückzuführen. Eine Gefahr für die Beschwerdeführerin bestehe ohne den st ationären Rahmen nicht, vielmehr ergebe sich eine solche aus der Abschottung von menschlichem Ko n- takt. Eine ambulante Begleitung sei angezeigt und möglich, und es bestehe keine Grundlage für eine Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung. Die nun vera breichten Medikamente se i- en extrem starke Neuroleptika mit gefährlichen Nebenwirkungen, deren Verabreichung zudem auch nicht durch die angeordnete Behandlung ohne Zustimmung abgedeckt sei, da im entspr e- chenden Entscheid der Klinik C.____ vom 13. September 2018 und auch im Urteil vom 27. Se p- tember 2018 nur eine Behandlung mit Abilify und Clopixol Acutard erwähnt worden sei. Der B e- handlungsplan vo m 23. August 2018 sei zudem offensichtlich nicht der Beschwerdeführerin ausgehändigt, geschweige denn mit ihr vere inbart worden. Jedenfalls fehlten eine Unterschrift oder ein Aushändigungsdatum. Genau dies schreibe hingegen Art. 433 ZGB vor. Die Vorau s- setzungen für eine Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung seien insgesamt nicht g e- geben, der angefochtene Ents cheid verletze vielmehr das Recht der Beschwerdeführerin auf persönl i che Freiheit sowie ihr in Art. 19 des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit B e hinderungen (Behindertenrechtskonvention) vom 13. Dezember 2006 garantiertes Recht auf unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft. 8.5 Der Sachverständige hält anlässlich der heutigen Verhandlung an den Schlussfolg e- rungen im Gutachten fest, vermerkt jedoch eine positive Veränderung des Zustandsbilds der Beschwerdeführerin. Insbeson dere sei sich diese offenbar wieder ihrer wahren Identität b e- wusst. Diese Besserung sei offenbar aufgrund der medikamentösen Behandlung mit Abilify und Leponex eingetreten. Zur Frage einer allfälligen Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung äussert sic h der Gutachter dahingehend, dass eine solche möglich sei, wenn ein stabiles amb u-Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht lantes Setting mit der Beschwerdeführerin abgesprochen werden könne. Leponex sei zudem ein erprobtes Medikament, das bei solchen Fällen erfolgreich eingesetzt werde. 8.6 Die behandelnde Ärztin Dr. med. G .____ berichtet anlässlich der heutigen Verhan d- lung, dass die Medikation der Beschwerdeführerin nun auf Leponex (Wirkstoff Clozapin) umg e- stellt werde. Bei dieser Medikation müsse ein Blutspiegel von 400mg Clozapin erreicht wer den, wobei die Dosis jedoch nur alle drei Tage um jeweils 25mg erhöht werden könne. Zurzeit liege die Tagesdosis der Beschwerdeführerin bei 200mg, sie müsse also schrittweise an das vorg e- schriebene Niveau herangeführt werden, was noch einige Zeit beanspruc hen werde. Dieses Vorgehen beruhe auf klaren, wissenschaftlich anerkannten Regeln im Umgang mit diesem M e- dikament, welche sowohl dem Ermessen der behandelnden Ärzte als auch der subjektiven Ei n- schätzung der Beschwerdeführerin entzogen seien. Leponex werde eingesetzt, wenn drei and e- re Neuroleptika nicht wirkten, was hier der Fall gewesen sei. Zum Alltag der Beschwerdeführ e- rin führt die behandelnde Ärztin aus, dass diese desorientiert und mnestisch eingetreten sei, worauf eine neurologische Untersuchung angeo rdnet worden sei. Diese habe aber keine Hi n- weise auf organische Ursachen für die Erkrankung der Beschwerdeführerin ergeben. Während der laufenden fürsorgerischen Unterbringung sei es mehrfach zu Exazerbationen gekommen, sodass die Beschwerdeführerin auch h abe fixiert werden müssen. Am Freitag, dem 12. Oktober 2018, sei es aber glücklicherweise zu einem Durchbruch gekommen und die Beschwerdeführ e- rin befinde sich seither in einem deutlich besseren Zustand. Ziel der Behandlung sei nach wie vor die Etablierung eines stabilen ambulanten Settings mit einer strukturierten poststationären Versorgung, wobei nach Auffassung der behandelnden Ärzte eine tägliche Betreuung be i- spielsweise durch die Spitex notwendig sei, um die Medikamentencompliance sicherzustellen. Eine Eigengefährdung bestehe sehr wohl, da die Beschwerdeführerin sich nicht auf eine stru k- turierte ambulante Behandlung einlassen wolle. Nehme die Beschwerdeführerin ihre Medik a- mente nicht mehr, so könne dies einerseits zu einem Unterspiegel der Medikamente fü hren, andererseits aber auch wiederum zu einem psychotischen Wahn mit selbstgefährdenden Real i- tätsverkennungen, was dann erneut eine Unterbringung nötig machen würde. Diesem Drehtü r- effekt sei vorzubeugen. Es sei auch zu erwähnen, dass der Beistand der Besc hwerdeführerin kürzlich ihre Wohnung aufgesucht habe und diese in einem völlig verwahrlosten Zustand aufg e- funden habe. Zudem habe er dort auch einige Messer gefunden. Die Beschwerdeführerin bra u- che den Schutz des stationären Rahmens, um sich nicht selbst z u gefährden. Dabei könne nun auch die Organisation eines ambulanten Rahmens in Angriff genommen werden, wozu eine sozialmedizinische Begleitung nötig sei. Eine Depotmedikation sei mit Leponex hingegen nicht mehr möglich. 8.7 Die KESB stellt anlässlich de r heutigen Parteiverhandlung den Antrag, die Beschwerde abzuweisen. Begründet wird dies mit der nach wie vor bestehenden Behandlungsbedürftigkeit der Beschwerdeführerin. Die Verbesserung ihres Zustands müsse weiter gefördert und die M e- dikamente dürften nic ht abgesetzt werden. Diese Gefahr bestehe aber ohne den stationären Rahmen, da die Beschwerdeführerin, wie auch schon in der Vergangenheit, nicht bereit sei, sich auf verbindliche Regeln in einem ambulanten Setting einzulassen. Sie lehne diese vielmehr kon sequent ab. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Medikamente bei einer ve r- frühten Aufhebung der fürsorgerischen Unterbringung nicht mehr eingenommen würden, die Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin wieder akut psychotisch würde und dann eine erneute fürsorgerische U n- terbringung notwendig werden würde. Es müsse verhindert werden, dass sich die Beschwerd e- führerin zu einer Drehtürpatientin entwickle. Dazu brauche es nun eine längerfristige Stabilisi e- rung, um die nötige Absprachefähigkeit in Bezug auf ein ambulantes Setti ng zur Sicherstellung der Medikamentencompliance herzustellen. 8.8 Insgesamt sind durch das Gutachten und die Aussagen anlässlich der heutigen Parte i- verhandlung die erforderlichen Tatsachen in Bezug auf den Schwächezustand der Beschwerd e- führerin und dere n Bedarf einer fortwährenden Behandlung und engmaschigen Betreuung in einer Einrichtung erstellt. Aufgrund ihrer Erkrankung ist die Beschwerdeführerin nicht in der L a- ge, ihr potentiell selbst - und fremdgefährdendes Handeln und die damit verbundenen Risiken sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen adäquat und realitätsgetreu einzuschätzen. Ihr kann deshalb nicht gefolgt werden, wenn sie das Fehlen einer Selbst - oder Fremdgefäh r- dung behauptet. Die konkrete Gefahr einer Absetzung der antipsychotischen Med ikation bei der Entlassung aus der Klinik und der damit einhergehenden Selbst - und Fremdgefährdung liegt nach den zahlreichen vergangenen fürsorgerischen Unterbringungen und den aktuellen Ei n- schätzungen der Sachverständigen auf der Hand. Sie ergibt sich in sbesondere auch aus den schlüssigen und nachvollziehbaren Erläuterungen der behandelnden Ärztin Dr. med. G .____ anlässlich der heutigen Parteiverhandlung. Folglich muss angesichts des Schwächezustands, der sich daraus ergebenden Selbst - und Fremdgefährdung der Beschwerdeführerin sowie der gutachterlich festgestellten mangelnden Krankheitseinsicht eine Behandlung und Betreuung der festgestellten psychischen Krankheit als notwendig im Sinne von Art. 426 Abs. 1 ZGB bezeic h- net werden. Eine Verletzung des Diskri minierungsverbots oder der Behindertenrechtskonvent i- on liegt nicht vor, zumal die angerufene Bestimmung programmatischer Natur ist und keine I n- dividualansprüche verleiht. 8.9 In Bezug auf das Vorbringen der Beschwerdeführerin, der Behandlungsplan entspr e- c he nicht den Anforderungen von Art. 433 ZGB, ist festzuste llen, dass dieser am 24. August 2018, also einen Tag nach dem Eintritt in die Klinik C.____ , erstellt wurde, als die Beschwerd e- führerin sich in einer akuten psychotischen Krisensituation befand und nur sehr eingeschränkt ansprechbar war. Vermerkt ist hingegen, dass der Behandlungsplan mit ihr b e sprochen wurde. Der Beschwerdeführerin ist nicht zu folgen, wenn sie behauptet, eine Unte r schri ft ihrerseits sei nach Art. 433 ZGB zwingend vorgeschrieben (vg l. G EISER / E TZENS BERGER , a.a.O., N 18 zu Art. 433 ZGB). Des Weiteren war die Urteilsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Behandlung bereits Gegenstand des kantonsgerichtli chen Verfahrens Nr. 840 18 258 und wurde dort bejaht, weshalb auch e ine Behandlung ohne Zustimmung nach Art. 434 ZGB ang e- ordne t wurde. Im Rahmen von Art. 433 ZGB ist zuletzt der Behandlungsplan selbst dann nicht ungültig, wenn die Zustimmung der betroffenen Person fehlt. Er muss ihr nur, aber immerhin, zur Zustimmung unter breitet werden. Die Wünsche der Beschwerdeführerin dürfen hingegen eine medizinisch angezeigte Behandlung nicht vereiteln ( B ERNHART , a.a.O., Rz. 755). Der vo r- liegend erstellte Behandlungsplan ist zwar knapp gehalten, gibt aber dennoch genügend Au s- kunft übe r die massgeblichen Eckpunkte der Behandlung. Ohnehin spielt der Behandlungsplan bei der vorliegenden Beurteilung der Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung eine bloss untergeordnete Rolle und ist insbesondere keine Voraussetzung für deren Rechtmäs si g-Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht keit – vielmehr ist die Pflicht zur Erstellung eines Behandlungsplans nach dem Wortlaut von Art. 433 Abs. 1 ZGB die Folge einer fürsorgerischen Unterbringung. 8.10 Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die medikamentöse Behandlung mit Lepo nex sei ni cht von der im kantonsgerichtlichen Verfahren Nr. 840 18 258 bestätigten Anordnung der Behandlung ohne Zustimmung umfasst gewesen und könne sich daher auf keine rechtmässige Grundlage stützen, sprengt den vorliegenden Streitgegenstand, weshalb darauf nicht einzug e- hen ist. Immerhin sei angemerkt, dass die Beschwerdeführerin der Behandlung mit Leponex gemäss Verlaufseintrag vom 2. Oktober 2018 um 16:10 Uhr nach Aufklärung zustimmte. 9.1 Es stellt sich weiter die Frage, ob aufgrund der Behandlungs - und Betreu ungsbedür f- tigkeit der Beschwerdeführerin ein Verbleib in der Einrichtung erforderlich ist bzw. ob der mit der strittigen Massnahme verbundene Freiheitsentzug weiterhin verhältnismässig ist. 9.2 Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, die fürsorger ische Unterbringung sei nicht verhältnismässig. Sie bringt im Wesentlichen vor, es bestehe bei ihr keine Selbst - oder Fremdgefährdung, weder bei Anordnung der fürsorgerischen Unterbringung noch jetzt. Vie l- mehr sei eine ambulante Behandlung möglich und ange zeigt, weshalb sie umgehend aus der Klinik zu entlassen sei. Ihre Medikamente werde sie nach einer Entlassung freiwillig einnehmen. Dementsprechend sei kein hoheitlicher Eingriff erforderlich. 9.3 Gemäss Art. 426 Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sob ald die Voraussetzungen für eine Unterbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der G e- setzgeber eine im Vergleich zum vorherigen Recht restriktivere Regelung der Entlassungsv o- raussetzungen, welcher der sog. Drehtürpsychiatrie entgegenwirken sollte (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets anhand des Zustandes des B e- troffenen im aktuellen Zeitpunkt zu fällen (vgl. G EISER / E TZENSBERGER , a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist eine Interessena bwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen U n- terbringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverantwortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Ganz allgemein resultiert aus dem auch beim Entscheid über die Entlassung zu berücksichtigenden Grundsatz der Verhältnismässigkeit, dass eine fü r- sorgerische Unterbringung nur solange aufrechterhalten werden darf, als im Falle der Entla s- sung mit einer konkreten Selbst - oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu rechnen is t. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass bei Bejahung eines Behandlungs - bzw. Betreuungsbedarfes weiter wesentlich sei, mit welcher konkreten Gefahr für die Gesun d- heit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Dritten zu rechnen sei, wenn die Be han d- lung der gutachterlich festgestellten Krankheit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2; BGE 140 III 105 E. 2.4). Im Einzelfall kann es für die Entlassung nicht genügen, dass eine Person bereits wieder in der Lage wäre, für sich s elber zu sorgen, wenn mit einem Rückfall zu rechnen ist und eine nur noch kurze Weiterführung der Therapie in der Anstalt zu einer anhaltenden Verbesserung führen könnte. Eine kurze Verzögerung der Entlassung muss auch zulässig sein, um die Nachbetreuung z u organisieren, wenn die Betroffene ohne diese mit der Entlassung Schaden nehmen würde (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4 Dem Gutachten vom 4. Oktober 2018 ist zu entnehmen, dass die Entlassung aus der Klinik C.____ zu einer starken Selbstgefährdung f ühren würde. Anlässlich der heutigen Parte i- verhandlung führt der Gutachter aus, eine Entlassung aus der Klinik sei aus seiner Sicht dann möglich und angezeigt, wenn die Vereinbarung eines strukturierten ambulanten Rahmens unter Sicherste l lung der Medikamen teneinnahme mit der Beschwerdeführerin möglich sei. Dr. med. G .____ führt an der heutigen Parteiverhandlung dazu aus, dass es das Ziel aller Involvierten sei, die Beschwerdeführerin möglichst rasch aus der Klinik entlassen zu können. Die Befürc h- tung eines Rückfalles bestehe aber bei einer Entlassung im momentanen Zeitpunkt nach wie vor. Die Medikamenteneinstellung benötige ihre Zeit und dafür brauche es unbedingt den stat i- onären Ra h men. Die KESB macht anlässlich der heutigen Parteiverhandlung zudem geltend, es bestehe ein gravierendes Risiko der Chronifizierung der Erkrankung der Beschwerdeführ e- rin. 9.5 Die gutachterlichen Schlussfolgerungen, welche durch die Ausführungen der beha n- delnden Ärztin Dr. med. G .____ bestätigt werden, sind vorliegend nicht weit entfernt von der Position der Beschwerdeführerin. Der Gutachter, die behandelnde Ärztin, die KESB und auch die Beschwerdeführerin bezeichnen es als vordringlich, letzterer ein Leben ausserhalb der Kl i- nik zu ermöglichen. Uneins sind sich die Beteiligten bez üglich des Zeitrahmens und der V o- raussetzungen für eine Entlassung und das Funktionieren einer ambulanten Betreuung. Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen hingegen die überzeugenden gutachterlichen Schlüsse nicht umzustossen. Insbesondere überzeug t ihre Behauptung nicht, es bestehe ke i- nerlei Selbstgefährdung. Die Beschwerdeführerin wurde zum wiederholten Mal in einem ps y- chotischen Zustand eingeliefert, in dem sie sich ihrer eigenen Identität nicht mehr bewusst war und auch kein Deutsch mehr sprach. Im Rahmen des Vorfalles, der zur Einweisung in die Klinik C.____ führte, bestand entgegen der Beschwerdeführerin sehr wohl eine Selbstgefährdung, w o bei es gerade dem Tätigwerden der Polizei und des Notfallpsychiaters geschuldet ist, dass Schlimm e res abgew endet werden konnte. Nach der Einweisung verbesserte sich der Zustand der B e schwerdeführerin zunächst nicht, vielmehr war sie nach den schlüssigen Ausführungen der b e handelnden Ärztin weiterhin stark wahnhaft, realitätsverkennend sowie behandlungs - und kra nkheitsuneinsichtig. Aufgrund der Erkrankung der Beschwerdeführerin besteht demnach ein bedeutendes Risiko einer Selbstgefährdung, sollte die fürsorgerische Unterbringung nun aufg e- hoben werden. 9.6 Der Beschwerdeführerin ist auch nicht zu folgen, wenn si e nun behauptet, ihr Zustand sei wieder vollständig gebessert und sie könne ohne weiteres aus der Klinik C.____ entlassen we r den. Die unbestrittenermassen eingetretene Verbesserung des Zustandsbilds in den letzten Tagen darf nicht dazu führen, dass die – o ffensichtlich erfolgreiche – Behandlung bereits wieder abgebr o chen wird. Es kann, wie der Gutachter und die behandelnde Ärztin übereinstimmend und nachvollziehbar berichten, entgegen den Beteuerungen der Beschwerdeführerin nicht d a- von ausgegangen werden, d ass sie ohne eine klare poststationäre Strukturierung mit regelmä s- siger Betreuung in der Lage sein wird, die Medikamenteneinnahme ohne Unterbruch fortzufü h- ren. Sie lehnt eine solche Strukturierung ab und möchte ein Leben ohne Einengung durch Arz t- te r mine un d Medikamente führen. So verständlich dieser Wunsch ist, seine Umsetzung würde im Z u sammenhang mit der Erkrankung der Beschwerdeführerin zu einer starken Eigen - und, Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie schon in früheren Akutphasen, wohl auch zu einer Fremdgefährdung führen. Auch die A b- le hnung des Medikaments Leponex, das offenbar für die nun eingetretene Verbesserung ve r- antwortlich ist, weist auf fehlende Bereitschaft hin, die medizinisch angezeigte Behandlung im a m bulanten Rahmen weiterzuführen. Die behandelnde Ärztin beschreibt überzeug end, dass die nun angeordnete Medikation mit Leponex nach anerkanntem Vorgehen sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis der vorgeschriebene Blutspiegel von 400mg Clozapin e r- reicht ist und das Zustandsbild neu evaluiert werden kann. Mindeste ns für diese Zeit ist die B e- handlungsnotwendigkeit weiterhin gegeben, wonach es Sache der Klinik C.____ sein wird, die medizinische und sozialpsychiatrische Situation neu zu beurteilen und der KESB gegebene n- falls A n trag auf Aufhebung der fürsorgerischen Un terbringung zu stellen. 9.7 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig nicht in der Lage ist, adäquat mit ihrer psychischen Erkrankung umzugehen und zuverlässig in Eige n- verantwortung Strategien zur Vermeidung einer Selbst - und Fremdgefährdung umzusetzen. Dies macht zurzeit einen Verbleib in der Klinik C.____ erforderlich. Die fürsorgerische Unte r- bringung ist der Beschwerdeführerin auch zumutbar. Sie bringt in dieser Hinsicht nichts vor, was die nachvollziehbaren Einschätzung en des Gutachters und der behandelnden Ärztin in Frage stellen würde. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände ist die Auffassung der V o r - instanz, die Verlängerung der fürsorgerischen Unterbringung in der Klinik C.____ sei angezeigt und verhältnismä s sig, nicht zu beanstanden. 10. Eine weitere der kumulativen Voraussetzungen einer rechtmässigen fürsorgerischen Unterbringung ist gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nötige Behan d- lung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Dass die Klini k C.____ eine geeignete Einrichtung in diesem Sinne darstellt, ist gerichtsnotorisch und steht ausser Frage. Dies wird von der B e- schwerdefü h rerin denn zu Recht auch nicht bestritten. 11. Zusammenfassend erfolgte die Verlängerung der fürsorgerischen Unterb ringung durch die Vorinstanz zu Recht und diese Massnahme ist auch zum heutigen Zeitpunkt verhältnismä s- sig und angemessen. Die Beschwerde ist demnach vollumfänglich abzuweisen. 12. Es bleibt über die Kosten zu befinden. 12.1 Nach § 20 Abs. 1 und 3 VPO is t das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig und die diesbezüglichen Kosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Im vorli e- genden Fall ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800. -- ausgangsgemäss der B e- schwerdeführerin aufzue rlegen. Über die Kosten für das eingeholte Gutachten und allfällige weitere Kosten für ärztliche Berichte wird zu einem späteren Zeitpunkt separat entschieden. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der G erichtskasse. 12.2 Die Parteikosten sind wettzuschlagen (§ 21 VPO). Zufolge Bewilligung der unentgeltl i- chen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar zulasten der Gerichtskasse auszurichten. Der Anspruch auf unentgeltlichen R echtsbeistand umfasst nicht Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht alles, was für die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein A n- spruch besteht gemäss § 22 Abs. 2 VPO (und Art. 29 Abs. 3 BV) vielmehr einzig, soweit es zur Wahrung der Rechte notwendig ist. Der Begriff der Notwendigkeit bestimmt nicht nur den qual i- tativen Anspruch (die Bestellung eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (den Umfang der Vergütung). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in einem kaus a- len Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Prozess stehen und notwendig und ve r- hältnismässig sind. Nur in diesem Umfang lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staatska s- se aufzuerlegen (Urteil des BGer 9C_387/2012 vom 26. September 2012 E. 3.2; Urteil des BGer 6B_130/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2.5; D ANIEL W UFFLI , Die unentgeltliche Recht s- pflege in der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2015, Rz. 451). 12.3 Der in der Honorarnote vom 17. Oktober 2018 geltend gemachte Aufwand von 14.25 Stunden (855 Minuten) erscheint insofern überhöht, als dass für die Nachbereitung und B e- sprechung des weiteren Vorgehens mit der Klientin zwei Stunden veranschlagt werden. Dafür erscheint ein Zeitaufwand von insgesamt einer Stunde angemessen. Zudem veranschlagt der Rechtsvertreter der Be schwerdeführerin für die heutige Parteiverhandlung einen Aufwand von zwei Stunden, diese dauerte hingegen nur 90 Minuten. Insgesamt ist demnach der geltend g e- machte Aufwand um 1.5 Stunden (90 Minuten) zu kürzen. 12.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh rerin macht für die An - und Rückreise zur he u- tigen Parteiverhandlung einen Zeitaufwand von drei Stunden (180 Minuten) und Fahrspesen von Fr. 0.70/km geltend. Diesbezüglich wurde ihm mit Urteil vom 28. März 2018 (840 18 64) sowie in der Verfügung vom 12. Ok tober 2018 mitgeteilt, dass nur noch eine Wegpauschale, welche deutlich unter den effektiv geltend gemachten Fahrkosten liegt, entschädigt werden würde. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt anlässlich der heutigen Verhan d- lung die vollumfäng liche Gewährung der geltend gemachten Fahrtkosten und beruft sich dabei auf den Entscheid des Bundesgerichts 6B_136/2009 vom 12. Mai 2009. Zudem führt er aus, die Beschwerdeführerin habe sich bei ihm bereits bezüglich einer Vertretung im Rahmen des Ve r- fahr ens über die Behandlung ohne Zustimmung erkundigt, wobei er ihr nahegelegt habe, sich einen Anwalt in der Region zu suchen. Nun sei sie nach Eröffnung des angefochtenen En t- scheids wieder an ihn gelangt, nachdem sie nicht in der Lage gewesen sei, eine Vertr etung aus der Region zu organisieren. Es bestehe mithin ein sachlicher Grund für seine Mandatierung, da sich unter den in der Region Basel domizilierten Rechtsanwälten offenbar niemand habe finden lassen, der die Beschwerdeführerin vertreten würde. In Bezu g auf das zitierte Bundesgericht s- urteil ist festzustellen, dass jener Entscheid die Entschädigung eines amtlichen Verteidigers im Strafverfahren betraf, wobei sich der Klient in Bern in Haft befand, der Anwalt in Zürich domizil i- ert war und das Verfahren vo r dem Bundesstrafgericht in Bellinzona stattfand. Streitig war dort auch nicht eine Kürzung der Fahrtkosten aufgrund der Distanz, sondern eine Reduzierung bzw. Streichung der Fahrtkosten wegen der Möglichkeit, im Zug zu arbeiten. Diese Konstellation lässt sich nicht unbesehen auf das vorliegende erwachsenenschutzrechtliche Verfahren übe r- tragen, wo sich die Beschwerdeführerin, die KESB, die Klinik C.____ und das zuständige Ka n- tonsgericht allesamt in der Region Basel befinden, der Rechts vertreter der Beschwerdeführerin j e doch sein Büro im Zürcher Oberland hat. Eine Kürzung der geltend gemachten Fahrtkosten und die Entschädigung einer blossen Wegpauschale kommen demnach grundsätzlich in B e-Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht tracht. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin erklärt hingegen nachvollziehbar, dass sich seine Mandantin erfolglos um eine nähergelegene Vertretung bemüht hat und erst nach diesen B e mühungen wieder an ihn gelangte. Dem Rechtsvertreter ist beizupflichten, dass damit ein sachlicher Grund für die Mandat ierung eines auswärtigen Rechtsvertreters vorliegt, weshalb au s nahmsweise von einer Kürzung abzusehen ist und die Fahrtkosten voll zu entschädigen sind. 12.5 Für das vorliegende Verfahren erscheinen demnach unter Berücksichtigung der massgeblichen Aspekt e ein Zeitaufwand von 12.75 Stunden (765 Minuten) à Fr. 200. -- und Au s lagen von Fr. 194. -- als angemessen. Daraus resultiert ein aus der Gerichtskasse zu en t- richtendes Gesamthonorar von Fr. 2'955.30 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST). 12.6 Die Beschwerdeführ erin wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie zur Nachza h- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gericht s- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 GOG). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dem gemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 1'800. -- wird der Beschwerdefü h- rerin auferlegt. Allfällige weitere Verfahrenskosten werden separat ve r- fügt. Zufolge Bewilligung der unent geltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zulasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unen t- geltlichen Verbeiständung wird dem Rechtsvertreter der Beschwerdefü h- rerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'955.30 (inkl. Auslagen und 7.7 % MWST) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Vizepräsident Gerichtsschreiber i.V.