Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. Mai 2020 (810 19 241) ____________________________________________________________________ Umweltschutz, Wasser, Energie Kostenverteilung nach USG Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Nikla us Ruckstuhl, Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin, vertreten durch Prof. Dr. Beatrice Wagner Pfeifer, Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal, Beschwerdegegner Betreff Kostenverteilung nach USG (RRB Nr. 1171 vom 3 . September 2019) A. Die Unterstation B.____ wurde ab dem Jahr 1930 au f der Parzelle Nr. XX, Grundbuch (GB) B.____, erstellt. Seit Anbeginn wurde auf der Parzelle eine Unterstation zur Abtransformie- rung und Weiterleitung von Strom betrieben. Im Jahr 1969 wurde die ehemalige Parzelle Nr. XX im Rahmen eines Landkaufs in zwei Parzellen aufgeteilt . Der westliche Teil wurde zur Nr. YY, GB B.____, der östliche Teil behielt die Nr. XX, GB B.____. Eigentümerin der Parzelle Nr. YY ist heute die A.____ AG. Eigentümer der Parzelle Nr. XX sind heute die C.____. Auf der heuti- gen Parzelle Nr. YY befindet sich seit den 1930er Jahr en eine Unterstation. Am 5. Juli 1968 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht explodierte in Folge eines Blitzschlags ein Transformat or (Trafo 2). Als Folge davon versicker- ten 3'500 Liter Isolieröl ins Erdreich. Betroffen war die Parzelle Nr. YY. Im Rahmen von damali- gen Sofortmassnahmen wurde ein Teil des kontaminierten Erdreichs ausgehoben und entsorgt. Des Weiteren wurden im Umfeld der Unfallstelle mehrer e Grundwassermessstellen errichtet und wurde das Grundwasser während einiger Jahre perio disch beprobt und überwacht. Die Überwachung wurde 1971 in Rücksprache mit der zuständig en Behörde eingestellt, da zu kei- nem Zeitpunkt auffällige Schadstoffgehalte im Grundwasser gemessen worden waren. B. Im Rahmen der Erhebung des Amtes für Umweltschutz und Energie des Kantons Basel- Landschaft (AUE) zur Erstellung des Katasters der belaste nden Standorte Basel-Landschaft (KbS) und nachdem die A.____ AG (ehemals D.____ AG) einen Erhebungsbogen für den Un- fallstandort mit der Nr. ZZZ1 erhalten hatte, inform ierte das AUE die A.____ AG mit Schreiben vom 26. März 2008 betreffend definitiven Katastereintra g, dass die Parzelle Nr. YY infolge des Unfalls im KbS definitiv mit der Nr. ZZZ1 als belastet eingetragen werden solle. Zudem sollten die Parzellen Nr. YY und XX als Betriebsstandorte wege n der Nutzung als Unterwerk im KbS eingetragen werden. Mit jeweiligen Schreiben vom 20. Juli 2009 betreffend definitiven Katas- tereintrag als Betriebsstandort mit der Nr. ZZZ2 wur den die A.____ AG und die C.____ (bzw. ihre Vorgängerin: die E.____) informiert, dass ihr j eweiliges Grundstück als belastet mit Unter- suchungsbedarf im KbS eingetragen werden solle. Die C. ____ (bzw. die E.____) informierten das AUE mit Schreiben vom 20. August 2009, dass sie na ch Prüfung der Unterlagen zum Schluss gekommen seien, dass eine historische und technisc he Untersuchung zwingend not- wendig sei, und stellten aus diesem Grund das Gesuch um S istierung des Verfahrens betref- fend definitiven Katastereintrag bis zum Vorliegen der Untersuchungsergebnisse. Mit Schreiben vom 27. August 2009 teilte das AUE der A.____ AG unter dem Betreff "Betriebsstandort Nr. ZZZ2 und Unfallstandort Nr. ZZZ1" mit, dass es für das weitere Vorgehen auch im Hinblick auf das geplante Bauvorhaben eine Abklärung gemäss der Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten (Altlasten-Verordnung, AltlV) vom 26. August 1998 vorsehe, welche in einer ersten Phase eine historische Untersuchung umfasse. Da die Nachbarsparzelle Nr. XX ebenfalls vom Standort betroffen sei und sich die Eigen tümerin beim AUE bereits gemeldet ha- be, empfehle das AUE den zwei Eigentümerinnen ein gem einsames Vorgehen. Der Eintrag im öffentlichen Kataster der belasteten Standorte werde bis auf Weiteres sistiert. C. Ausgelöst durch das geplante Bauvorhaben, die damal s bestehende Freiluftanlage durch eine geplante kompakte gasisolierte Schaltanlage ( GIS) zu ersetzen, wurde im Herbst 2010 im Auftrag der A.____ AG und der C.____ eine h istorische Untersuchung durchgeführt. Der Bericht des Fachbüros F.____ AG vom 16. November 201 0 sowie das Pflichtenheft für die anschliessende technische Untersuchung wurden dem AUE, F achstelle Altlasten, zur Stellung- nahme zugestellt. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2010 wurde das weitere Vorgehen mit Er- gänzungen gutgeheissen. Die technische Untersuchung des St andortes erfolgte in insgesamt drei Etappen im Zeitraum von 2011 bis 2016. Es wurde n unterschiedliche Teilbereiche beider Standorte untersucht. Die Ergebnisse sind in den Bericht en der F.____ AG vom 31. Oktober 2011, 19. Februar 2015 und 11. April 2016 dargestellt. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Der Bericht der ersten Etappe wurde der Fachstelle Altlasten im Februar 2013 zur Stel- lungnahme eingereicht. Diese hielt im Schreiben vom 2 9. Mai 2013 einleitend fest, dass der Betriebsstandort Nr. ZZZ2 und der Unfallstandort Nr. Z ZZ1 als untersuchungsbedürftig einge- stuft worden seien, der Eintrag jedoch jeweils sistiert worden sei. Im Rahmen eines aktuellen Neubauprojektes sei die technische Untersuchung gemäss Pfli chtenheft vom 18. November 2010 durchgeführt worden, allerdings nur in Form einer ersten Etappe. Nicht untersucht worden seien der Verdachtsbereich A (Schopf) sowie der eigen tliche Unfallbereich. Weiter führte die Fachstelle Altlasten aus, dass aller Voraussicht nach weder für den Unfall- noch für den Be- triebsstandort ein Überwachungs- oder Sanierungsbedarf bestehe. Begründet wurde dies da- mit, dass in den fünf Grundwassermessstellen im Abstromber eich der beiden Standorte (Mess- punkt 112.P.3 umfasste den unmittelbaren Abstrom des Unf allstandorts, die anderen Messstel- len umfassten den Abstrom des gesamten Betriebsstandortes) keine erhöhten Gehalte an Koh- lenwasserstoffen (KW), polychlorierten Biphenylen (PCB) oder Schwermetallen ermittelt worden seien. E. Weiter erstellte die F.____ AG ein Überwachungs-, Alarm- und Bereitschaftsdispositiv (Bericht vom 11. April 2016, nachfolgend Überwachungsko nzept) sowie ein Vorgehens- und Entsorgungskonzept (Bericht vom 12. April 2016, nachfol gend Entsorgungskonzept) für den Rückbau und die Aushubarbeiten. Im Bericht vom 12. April 2016 wird ausgeführt, dass der Un- tergrund am Standort aus siltigem, sandigen Kies gebil det werde, der bereichsweise verhärtet sei und in den vereinzelten Siltlagen eingelagert sei. Der eigentliche Grundwasserspiegel werde etwa 9 m unter Terrain angetroffen. Allerdings staue sich Wasser auch lokal auf Siltlagen sowie auf dem verhärteten Kieshorizont. Des Weiteren wird erklärt, dass für die Untersuchung der Restbelastung vom Ölunfall von 1968 im Bereich um den havarierten Trafo 2 aus Platz- und Sicherheitsgründen habe abgewartet werden müssen, bis die beiden zuletzt betriebenen Trafos ausser Betrieb seien. Nach Abschalten und Rückbau der bei den Trafos habe diese Untersu- chung am 10./11. März 2016 schliesslich durchgeführt werde n können. Mit den Sondierungen sei unmittelbar beim ehemaligen Trafostand noch eine massive Belastung mit Öl festgestellt worden. Gestützt auf die vorangehenden Untersuchungen für das Entsorgungskonzept ging das Fachbüro davon aus, dass bei der Ölverunreinigung von ein er etwa konzentrischen Ausdeh- nung von 12 - 15 m Durchmesser um den Trafostandplatz ausz ugehen sei. Die Ölverunreini- gung reiche bis in eine Tiefe von maximal 2.4 - 2.5 m unter Gelände, wo sie auf einer 50 - 60 cm mächtigen Silt- bis Feinsandlage gestaut werde. De r Schotter unterhalb dieser Lage sei visuell und geruchlich unauffällig. Des Weiteren sei aufgrund der Untersuchungen klar, dass der seinerzeit havarierte Trafo kein PCB-haltiges Trafoöl enthalten habe. Im Bericht vom 11. April 2016 wurde zudem festgehalten, "es besteht das Risiko von dem nicht untersuchten Bereich, dass die Ausdehnung der Verunreinigung noch grösser ist als angenommen." Des Weiteren wurde ausgeführt, dass die vom damaligen Trafounfall noch im Untergrund verbliebenen Belas- tungen mit Trafoöl entfernt würden, um eine Entlassun g aus dem KbS zu erreichen. Jeder Ein- griff in den Untergrund über Grundwasservorkommen berg e die Gefahr einer Grundwasserver- unreinigung, auch wenn alle gesetzlich geforderten Vor kehrungen getroffen würden. In der Plangenehmigungsverfügung des Eidgenössischen Starkstromins pektorats (ESTI) werde des- halb u.a. verlangt, dass das gesamte Projekt durch einen Hydrologen zu begleiten sei. Des Weiteren müssten ein situationsgerechtes Überwachungs-, Alarm- und Bereitschaftsdispositiv Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowie ein Unfalldispositiv erarbeitet und vor Beginn der Arbeiten dem ESTI eingereicht werden. Da vorgesehen sei, sämtliche Verunreinigungen zu entfer nen, sei eine Gefährdung des Grund- wassers allein auf den Zeitraum der damit verbundenen Aushubarbeiten beschränkt. Relevant für das Grundwasser könne allenfalls die verbliebene Re stbelastung mit Öl im Bereich um den damals havarierten Trafo sein. Die übrige auf dem Bet riebsstandort festgestellte Belastung be- schränke sich auf schwerlösliche Schwermetalle und zudem a usschliesslich auf die obersten Bodenschichten. Ein Auswaschen infolge Niederschläge in den tieferen Untergrund oder gar ins Grundwasser sei ausgeschlossen. Ebenfalls wird ausgeführt , dass die Aushubarbeiten im Be- reich des ehemaligen Unfallstandortes nur bei trockener Witterung durchgeführt würden. F. Die Rückbauarbeiten auf dem Areal erfolgten gestützt auf die Plangenehmigungsverfü- gung des ESTI vom 16. Mai 2013 von Mai 2016 bis Juli 20 17. Anfangs 2016 wurde der Betrieb der alten Freiluftschaltanlagen des Unterwerks eingestel lt und diese wurden durch moderne gasisolierte Schaltanlagen ersetzt. Im November 2016 stel lte das Fachbüro während der Aus- hubarbeiten fest, dass die Ölverunreinigung wahrscheinlich eine deutlich grössere Ausdehnung habe als angenommen. Es habe sich gezeigt, dass insbesonder e in Bereichen, wo die Lehm- schicht durch den Aushub für Fundamente teilweise gar nich t mehr existent gewesen sei, das Öl mehrere Meter tief (bis ca. 7.5 m unter dem ehema ligen Gelände) in die darunterliegenden Schotter eingedrungen sei. In diesem Zusammenhang nahm das Fachbüro Kontakt mit der Fachstelle Grundwasser auf und liess dieser am 9. sowie am 16. Dezember 2016 je ein Memo zukommen. Aus diesen Memos ergibt sich, welche Vorkehrungen betreffend Schutz des Grundwassers während des von der Bauherrschaft vorgeseh enen längeren Arbeitsunterbruchs (von 22. Dezember 2016 bis 22. Januar 2017) mit der Fa chstelle Grundwasser vereinbart wor- den waren. Das Fachbüro stellte am 16. März 2017 bei der Fachstelle Grundwasser mündlich das Gesuch um eine Bewilligung für Bauarbeiten im Grundwasser, um die unerwartet tief in den Untergrund eingedrungenen Belastungen im Schwankungsb ereich des Grundwassers auszu- heben. Die gewässerschutzrechtliche Bewilligung für Bauar beiten im Grundwasser wurde um- gehend mündlich erteilt und mit Bewilligung vom 24. März 2017 bestätigt. Ein weiteres Memo der F.____ AG vom 2. Mai 2017 zeigte der Fachstelle Grundwasser den Stand der Arbeiten auf. Bei den Aushubarbeiten wurde das gesamte belastete Ma terial auf der Parzelle Nr. YY entfernt (Totaldekontamination). G. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2017 stellte die A._ ___ AG bei der Fachstelle Altlasten ein Gesuch um Kostenverteilung für die im Rahmen der Totaldekontamination entstandenen Kosten. Darin beantragte sie, es sei der Zustandsstörerant eil der Gesuchstellerin auf maximal 5 % der Kosten für altlastenrechtlich notwendige Massnah men festzusetzen (1). Die restlichen Kosten seien der Einwohnergemeinde G.____ als Verhalt ensstörerin, eventualiter dem Kanton H.____ oder den C.____, aufzuerlegen (2). Zudem bean tragte die Beschwerdeführerin, es sei vorfrageweise festzustellen, dass hinsichtlich des Unfallsta ndorts ZZZ1 ein Sanierungsbedarf im Sinne der AltlV bestanden habe (3). In der Begrü ndung des Gesuchs erklärte die Beschwer- deführerin, es seien für Untersuchungs-, Überwachungs- un d Sanierungsmassnahmen Kosten in der Höhe von Fr. 3'719'788.-- angefallen, für wel che die Kostenverteilung nach Art. 32d USG verlangt werde. Sie hielt fest, dass sich das Kostenvertei lungsgesuch auf die Massnahmenkos- ten betreffend den Unfallstandort beschränke. Dem Ges uch waren der Schlussbericht der Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht F.____ AG vom 15. November 2017 zur Aushubbegleitung (nachfolgend Aushubbericht) sowie ein Bericht der I.____ AG vom 24. November 2017 über eine Grundwassermodellierung und Gefährdungsabschätzung (nachfolgend Modellierung) beig elegt. Gleichzeitig stellte die A.____ AG ein Gesuch auf Entlassung der Parzellen Nr. YY und XX aus dem KbS. Im Aushubbericht vom 15. November 2017 wird festgehalten, dass in der Kalenderwoche 4/2017 die Arbeiten wieder aufgenommen worden seien und sich dabei herausge stellt habe, dass die Verunreini- gungen grösser als erwartet gewesen seien. Da befürcht et habe werden müssen, dass sich die Ölverunreinigung bis ins Grundwasser ausgedehnt habe, sei bei der Fachstelle Grundwasser vorsorglich um eine Bewilligung für Bauarbeiten im Gru ndwasser ersucht worden, welche am 24. März 2017 schriftlich bestätigt worden sei. Tatsächli ch habe sich bei den anschliessenden Aushubarbeiten gezeigt, dass auch das Material im Grun dwasser belastet gewesen sei. Die Belastung der Schotter im Grundwasser sei sogar noch deutlich höher als die der Schotter der ungesättigten Zone gewesen. Eine Sondage im Grundwass er durch die Belastung hindurch habe ergeben, dass sie maximal auf die obersten 0.8 m un ter dem Grundwasserspiegel, d.h. auf den Grundwasserschwankungsbereich beschränkt gewesen s ei. In der Kalenderwoche 11/2017 sei die Baugrube bis unmittelbar auf den Gru ndwasserspiegel in 9 m Tiefe unter Ge- lände abgeteuft gewesen. Die F.____ AG kam im Bericht zum Schluss, dass die Lehmschicht an zahlreichen Orten durch die Erstellung von Fundamente n für Masten, Gerüste und Trafo- standorte durchbrochen worden sei, die in den tiefere n Untergrund fundiert gewesen seien. An diesen Orten habe das Öl punktuell in den unter der Le hmschicht liegenden Schotter gelangen können und habe sich von dort aus diffus ausgebreitet bzw . sei punktuell sogar in den Schwan- kungsbereich des Grundwassers vorgedrungen, wo es auf dem Wasser gestaut worden sei. Im Schwankungsbereich des Grundwassersspiegels habe sich das Öl sch liesslich angereichert und lateral ausgebreitet. Daraus resultiere eine etwa 0.8 m mächtige stark verölte Kiesschicht. Die Fläche der stark verölten Kiesschicht (Hotspot) im S chwankungsbereich des Grundwasser- spiegels habe rund 300 m 2 erreicht. Bei einer Mächtigkeit von rund 0.8 m habe di es ein Volu- men von rund 240 m 3 stark verunreinigtem Kies ergeben. Die F.____ AG kam zum Schluss, dass mindestens 18'000 Liter Öl ausgetreten seien. Des We iteren führte sie aus, dass die Abstrommessstelle für die Überwachung des direkten Abstrom s nicht optimal gelegen habe. Möglicherweise würden die geringen in der Messstelle 112 .P.3 nachgewiesenen KW- Konzentrationen genau daran liegen, dass die Bohrung n icht an der optimalen Position erstellt gewesen sei. Im Zustrom von 112.P.3 habe die Hauptverunreinigung oberhalb der Lehmschicht gelegen, die die Messstelle wohl kleinräumig vor einem E intrag abgeschirmt habe, während westlich davon die Verunreinigung bis ins Grundwasser habe vordringen können. Es sei durch- aus möglich bzw. wahrscheinlich, dass eine deutlich massiver e Belastung im Grundwasser festgestellt worden wäre, wenn die Abstrommessstelle se inerzeit einige Meter weiter westlich erstellt worden wäre. Dies werde durch eine Modellier ung der Schadstofffahne bestätigt. Eine Quantifizierung sei jedoch äusserst schwierig und spekulativ. H. Mit zwei separaten Schreiben vom jeweils 2. Mai 2018 teilte das AUE, Fachstelle Altlas- ten, der A.____ AG mit, dass aufgrund der erfolgreich en Entfernung aller Belastungen sowohl der Betriebsstandort (Standort Nr. ZZZ2) als auch der Unfallstandort (Standort Nr. ZZZ1) nicht im KbS eingetragen würden. In einem dritten Schreib en vom 2. Mai 2018 teilte das AUE der A.____ AG mit, dass dem Kostenverteilungsgesuch nicht ent sprochen werden könne, da kein Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht altlastenrechtlicher Sanierungsbedarf für den Unfallstandort bestanden habe. Lediglich die Kos- ten für die altlastenrechtlich notwendigen Massnahmen, also die altlastenrechtliche Voruntersu- chung des Standorts, könnten gemäss Art. 32d des Bundesge setzes über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983 zwischen Zustan ds- und Verhaltensstörer verteilt werden. Die Stellungnahme der Abteilung Alt lasten sei dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorgelegt worden. Dieses sei ebenso zum Schluss gekommen, dass kein Sanierungs- bedarf vorgelegen habe. Die Fachstelle Altlasten wies d ie A.____ AG darauf hin, dass sie eine Feststellungsverfügung verlangen könne, wenn sie mit di eser Stellungnahme nicht einverstan- den sei. I. Mit Schreiben vom 26. September 2018 ersuchte die A.____ AG um Erlass einer Fest- stellungsverfügung betreffend ihr Gesuch um Kostenverteilung nach Art. 32d USG. J. Mit Feststellungsverfügung vom 14. Januar 2019 kam das A UE zum Schluss, dass zu keinem Zeitpunkt ein Sanierungsbedarf bestanden habe, weshalb die angefallenen Kosten für die Entfernung des belasteten Untergrunds nicht gemäss Art. 32d USG verteilt werden könnten. Lediglich die Kosten für die altlastenrechtlich notwend igen Massnahmen, also für die altlasten- rechtliche Voruntersuchung des Standortes, könnten gemäss Art. 32d USG zwischen Zustands- und Verhaltensstörer verteilt werden. K. Gegen diese Verfügung erhob die A.____ AG, vertre ten durch Iris Schmid und Lorenz Lehmann, Rechtsanwälte, mit Eingabe vom 25. Januar 201 9 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Sie beantr agte, die Verfügung sei unter o/e- Kostenfolge aufzuheben. Weiter sei festzustellen, dass ei n altlastenrechtlicher Sanierungsbe- darf vorliege. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. L. Mit Beschluss Nr. 1171 (RRB) vom 3. September 2019 wies der Regierungsrat die Be- schwerde vollumfänglich ab. Zusammengefasst hielt der Re gierungsrat fest, dass die A.____ AG unter Missachtung der altlastenrechtlichen Verfahrensregeln einen freiwilligen Komplettaus- hub am Standort vorgenommen habe. Es habe weder eine schädliche noch lästige Einwirkung noch eine konkrete Gefahr einer solchen vorgelegen. E s handle sich beim vorliegenden Stand- ort nicht um einen ursprünglich sanierungsbedürftigen belasteten Standort gemäss Art. 2 Abs. 2 AltlV. Aus all diesen Gründen sei es nicht möglich, "d ie im Rahmen des Totalaushubs angefal- lenen Kosten nach Art. 32d USG geltend zu machen." M. Gegen diesen Regierungsratsbeschluss erhob die A.____ AG, nunmehr vertreten durch Prof. Dr. Beatrice Wagner Pfeifer, Rechtsanwältin, mi t Eingabe vom 13. September 2019 beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht (Kantonsgericht), Beschwerde. Sie beantragte, es sei der Regierungsratsbeschluss Nr. 1 171 vom 3. September 2019 aufzuhe- ben. Des Weiteren sei das AUE anzuweisen, betreffend Par zelle Nr. YY, ehemaliger KbS- Unfallstandort Nr. ZZZ1, B.____, ein Kostenverteilung sverfahren durchzuführen; unter o/e- Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdegegners. Mit Eingabe vom 8. November 2019 reichte die Beschwerdeführerin die Beschwerdebegründung ein. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht N. Mit Vernehmlassung vom 13. Januar 2020 beantragte der Regierungsrat, vertreten durch die Rechtsabteilung der Bau- und Umweltschutzdire ktion (BUD), die kostenfällige Abwei- sung der Beschwerde. O. Mit präsidialer Verfügung vom 25. Februar 2020 wur de der Fall der Kammer zur Beurtei- lung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialge setzlicher Ausschlusstatbestand vorliegt, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur B eurteilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. Die Beschwerdeführerin ist vom angefoch tenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können g emäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 li t. c VPO e contrario). 3. Unbestritten ist, dass es vorliegend allein um den U nfallstandort ZZZ1 geht und es sich bei diesem um einen belasteten Standort gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. c AltlV handelte. Der Standort konnte aufgrund der Entfernung der Schadstoffbelastung im Rahmen des Bauvorhabens ab- schliessend als unbelastet klassiert werden. Der anfänglich sistierte Eintrag im KbS wurde des- halb zu Recht endgültig gelöscht. Strittig ist, wer für die angefallenen Kosten des erfolgten To- talaushubs aufzukommen hat. Vorweg stellt sich jedoch di e Frage, ob das AUE zu Recht kein Kostenverteilungsverfahren eröffnet hat, sondern in Be zug auf die Aushubkosten eine Feststel- lungsverfügung erlassen und in Bezug auf die Kosten fü r die altlastenrechtliche Voruntersu- chung die Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens nach Einreichung der entsprechenden Belege durch die Beschwerdeführerin in Aussicht gestellt hat. 4.1.1. In seiner Feststellungsverfügung hat das AUE fest gehalten, dass zu keinem Zeitpunkt ein Sanierungsfall bestanden habe. Da der Standort nicht sanierungsbedürftig gewesen sei, könnten die angefallenen Kosten für die Entfernung de s belasteten Untergrunds nicht gemäss Art. 32d USG verteilt werden. Lediglich die Kosten für die altlastenrechtlich notwendigen Mass- nahmen, also für die altlastenrechtliche Voruntersuchun g des Standortes, könnten gemäss Art. 32d USG zwischen Zustands- und Verhaltensstörer verte ilt werden. Die Beschwerdeführe- rin macht erstmals vor Kantonsgericht geltend, das AUE h ätte das Kostenverteilungsverfahren nicht vorweg auf die Voruntersuchungskosten beschränken dürfen. Es hätte auf das Kostenver- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilungsgesuch vollumfänglich eintreten müssen und alsdan n bei der materiellen Beurteilung entscheiden müssen, welche Kosten zu berücksichtigen seien und welche nicht. Die Beschwer- deführerin erklärt, dass sich die vorliegende Beschwerde deshalb ausschliesslich auf die Pflicht zur Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens, d.h. auf die Eintretensfrage, zu beziehen ha- be, und verlangt die Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens. 4.1.2. Art. 32d USG statuiert, dass der Verursacher die Kosten für notwendige Massnahmen zur Untersuchung, Überwachung und Sanierung belasteter Standorte trägt (Abs. 1). Er regelt die Verteilung der Kosten bei der Beteiligung mehrer er Verursacher (Abs. 2). Die Behörde er- lässt eine Verfügung über die Kostenverteilung, wenn e in Verursacher dies verlangt oder die Behörde die Massnahmen selber durchführt (Abs. 4). Gemä ss Art. 36 USG obliegt der Vollzug dieses Bereichs des USG den Kantonen. Der Klarheit halbe r wird hier vorweg festgehalten, erstens dass ein belasteter Standort nicht zugleich auch e in sanierungsbedürftiger Standort ist (vgl. Urteil des BGer 1C_282/2016, 1C_249/2016 vom 21. Februar 2018 E. 2.1 f.; Urteil des BGer 1C_366/2015 vom 4. Juli 2016 E. 3.1 ff.) und zw eitens dass aufgrund des Untersu- chungsbedarfs eines Standorts grundsätzlich ein Anspruch a uf Kostenverteilung der Kosten für die durchgeführten altlastenrechtlichen Voruntersuchungen besteht, hingegen nur ein Anspruch auf Kostenverteilung bezüglich der Sanierungskosten best eht, sofern zusätzlich ein Sanie- rungsbedarf vorliegt. 4.2.1. Im Kostenverteilungsgesuch vom 15. Dezember 2017 hatte die Beschwerdeführerin die vorfrageweise Feststellung des Sanierungsbedarfs verlang t. Begründet wurde das Gesuch da- mit, es seien für Untersuchungs-, Überwachungs- und Sa nierungsmassnahmen Kosten in der Höhe von Fr. 3'719'788.-- angefallen, für welche die Kostenverteilung nach Art. 32d USG zu erfolgen habe. 4.2.2. Das AUE lehnte das Kostenverteilungsgesuch der Be schwerdeführerin mit Schreiben vom 2. Mai 2018 mit der Begründung ab, ein altlastenr echtlicher Sanierungsbedarf für den Un- fallstandort habe nicht bestanden. Das BAFU sei ebenso zum Schluss gekommen, dass kein Sanierungsbedarf vorgelegen habe. Lediglich die Kost en für die altlastenrechtlich notwendigen Massnahmen, also die altlastenrechtliche Voruntersuchung des Standorts, könnten gemäss Art. 32d USG zwischen Zustands- und Verhaltensstörer verteilt werden. Zur Verteilung der Vor- untersuchungskosten gemäss Art. 32d USG müsse die Beschwerd eführerin ein entsprechen- des Gesuch mit den notwendigen Belegen einreichen. Aus dem Schreiben des AUE vom 2. Mai 2018 und dessen Feststellungsverfügung vom 14. Januar 201 9 ist zu schliessen, dass es in Bezug auf die Kosten für die altlastenrechtliche Vor untersuchung des Standorts ein Kostenver- teilungsverfahren eröffnen wird, sobald die Beschwerdeführerin ein entsprechendes Gesuch mit den notwendigen Belegen eingereicht hat. 4.2.3. Im Verfahren vor dem Regierungsrat blieb die F eststellung des Sanierungsbedarfs Streitgegenstand. Der Regierungsrat stellt sich wie das AUE auf den Standpunkt, dass eine Verteilung der Kosten für die altlastenrechtlich notw endigen Untersuchungsmassnahmen nicht bestritten werde. Strittig sei hingegen, wer für die angefallenen Kosten des Totalaushubs aufzu- kommen habe. In seiner Vernehmlassung vom 13. Januar 20 20 bestätigt der Regierungsrat, Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass das AUE das Kostenverteilungsverfahren mit Bezug auf die altlastenrechtlich notwendigen Untersuchungsmassnahmen an die Hand nehmen werde, sobald das vorliegende Verfahren vor Kantonsgericht abgeschlossen sei. 4.3. Die Frage nach dem Sanierungsbedarf war demnach Gegenstand des verwaltungsinter- nen Verfahrens. Wäre ein Sanierungsbedarf bejaht wor den, hätten die Kosten für die Sanie- rungsmassnahmen und damit insbesondere die Kosten für di e Entfernung des belasteten Un- tergrunds nach Art. 32d USG verteilt werden können. 4.4. Damit eine Kostenverteilung nach Art. 32d USG f ür die Sanierung eines Grundstückes und somit wie vorliegendenfalls für die Entfernung de s belasteten Untergrunds (nicht für die Voruntersuchung) vorgenommen werden kann, muss ein Sanie rungsbedarf bestehen. Es machte demzufolge durchaus Sinn, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Gesuch vorfragewei- se geklärt haben wollte, ob ein Sanierungsbedarf best ehe. Das AUE und der Regierungsrat haben den Anträgen der Beschwerdeführerin entsprechend vorerst die Frage des Sanierungs- bedarfs behandelt und, da sie einen solchen verneint hab en, das Nichtbestehen des Sanie- rungsfalls festgestellt. Es entspricht der Prozessökonomie , das Streitthema auf die Frage des Sanierungsbedarfs zu beschränken, wenn – wie vorliegend – die Verneinung des Sanierungs- bedarfs dazu führt, dass keine Kostenverteilung stattfin den kann und damit ein Weiterführen des Verfahrens nach der Feststellung des mangelnden Sani erungsbedarfs bzw. das Durchfüh- ren des Kostenverteilungsverfahrens sinnlos ist. Hätte das AUE ein Kostenverteilungsverfahren eröffnet, hätte als erstes die Frage des Sanierungsbed arfs behandelt werden müssen. Bei des- sen Nichtvorliegen wäre das Gesuch infolge mangelnden S anierungsbedarfs abgewiesen wor- den bzw. wären die Kosten nicht auf andere überwälzt w orden. Es ist nicht ersichtlich, welche Nachteile der Beschwerdeführerin dadurch erwachsen sein sollen, dass das AUE kein Kosten- verteilungsverfahren durchgeführt hat, nachdem es die F rage des Sanierungsbedarfs materiell eingehend behandelt und die Verneinung desselben in e iner anfechtbaren Feststellungsverfü- gung festgehalten hat. Im Übrigen gilt das Verbot d es widersprüchlichen Verhaltens als Teil- gehalt des Grundsatzes von Treu und Glauben nicht nur f ür die staatlichen Behörden, es ver- bietet auch den Privaten, sich in ihren öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widersprüchlich oder rechtsmissbräuchlich zu verhalten (U LRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , All- gemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 621, 717). Die Beschwerde- führerin hat vor dem AUE vorfrageweise die Feststellung des Sanierungsbedarfs verlangt, als- dann beim AUE den Erlass einer Feststellungsverfügung beantragt und auch beim Regierungs- rat die Aufhebung der Feststellungsverfügung und die F eststellung verlangt, dass ein Sanie- rungsbedarf vorgelegen habe. Erst vor Kantonsgericht macht sie geltend, eine Feststellungsver- fügung hätte vom AUE gar nicht erlassen werden dürfe n, da das AUE vollständig auf das Ge- such hätte eintreten müssen. Dieses Verhalten widersprich t dem Grundsatz von Treu und Glauben. 4.5. Wie in der E. 4.1.2 hiervor ausgeführt, erlässt die Behörde gemäss Art. 32d Abs. 4 USG eine Verfügung über die Kostenverteilung, wenn ein Ve rursacher dies verlangt oder die Behör- de die Massnahmen selber durchführt. Gemäss Art. 36 USG obliegt der Vollzug dieses Be- reichs des USG den Kantonen. § 2 Abs. 1 lit. b des Verwa ltungsverfahrensgesetzes Basel-Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 sieht die Feststel lung des Bestehens, Nichtbeste- hens oder Umfanges von Rechten oder Pflichten mittels Ve rfügung vor. Feststellungsanträge sind gegenüber rechtsgestaltenden oder leistungsverpflicht enden Rechtsbegehren grundsätz- lich subsidiär (Urteil des BGer 8C_95/2015 vom 1. Juni 2 015 E. 2.1 m.w.H.; R ENÉ RHINOW / HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Pro- zessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 1280). Vom Grundsat z der Subsidiarität der Feststellungs- verfügung kann jedoch im öffentlichen Recht in besonder en Fällen abgewichen werden. Der Anspruch auf eine Feststellungsverfügung trotz bestehende r Voraussetzungen für eine definiti- ve und vollstreckbare Leistungs- oder Gestaltungsverfügun g ist zu bejahen, sofern dafür ein spezifisches schutzwürdiges Interesse vorliegt. Ein solcher F all liegt insbesondere vor, wenn mit der Feststellungsverfügung gewisse grundlegende Recht sfragen vorweg gelöst werden können und damit auf die Einleitung eines unter Umstän den aufwendigen Verfahrens verzichtet werden kann (ALFRED KÖLZ /I SABELLE HÄNER /M ARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Ver- waltungsrechtspflege des Bundes, 3. Auf., Zürich/Basel/ Genf 2013, Rz. 352). Im Kostenvertei- lungsverfahren werden die Kosten für die notwendigen Massnahmen, u.a. zur Sanierung belas- tender Standorte, auf die Verursacher i.S. des USG ve rteilt. Damit eine derartige Kostenvertei- lung jedoch überhaupt vorgenommen werden kann, muss bei m sanierten Ort ein Sanierungs- bedarf im Sinne der AltlV bestanden haben. Liegt kein solcher Sanierungsbedarf vor, kann für die Sanierungskosten keine Kostenverteilung im Sinne von Art. 32d USG stattfinden. Es ist so- mit nicht zu beanstanden, dass das AUE im Hinblick auf di e Verfahrensökonomie mit einer Feststellungsverfügung vorfrageweise die grundlegende Re chtsfrage des Sanierungsbedarfs klärt, bevor es das Kostenverteilungsverfahren gemäss Art. 32d USG einleitet. Dieses Vorge- hen ist für die Beschwerdeführerin nicht mit Nachteilen verbunden. Die Frage des Sanierungs- bedarfs wurde materiell von allen Instanzen geprüft u nd abgehandelt. Würde die Angelegenheit zur Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens an die verfügende Behörde zurückgewiesen, würde diese das Kostenverteilungsverfahren wie angekünd igt über die Untersuchungskosten eröffnen und die Beschwerdeführerin würde erneut dar über Beschwerde führen, dass sich das Kostenverteilungsverfahren auch auf die Entsorgungskosten zu erstrecken habe. Eine Rück- weisung an das AUE wäre somit ein prozessualer Leerlauf. Die Beschwerdeführerin war ge- mäss ihren Anträgen bis und mit Verfahren vor Regierungsrat mit dem Vorgehen des AUE (Klä- rung des Sanierungsbedarfs mittels Feststellungsverfügung) einverstanden. Die Beschwerde- führerin selbst hat sogar die vorfrageweise Klärung des Sanierungsbedarfs verlangt. Weder das USG noch die kantonalen Gesetze verbieten ein derartige s Vorgehen. Die Beschwerdeführerin geht in ihrer Rechtsschrift ausführlich auf die Frage de s Sanierungsbedarfs des ehemaligen KbS-Unfallstandortes Nr. ZZZ1 ein, trotz ihres Einwan ds, die vorliegende Beschwerde beziehe sich nur auf die Pflicht zur Eröffnung eines Kostenvertei lungsverfahrens. Das Prozessthema ist mithin, entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin, nicht auf die Pflicht zur Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens zu beschränken. Vielmehr geht es darum zu prüfen, ob ein Sanie- rungsbedarf bestand. Der Antrag der Beschwerdeführeri n, das Verfahren auf die Frage der Pflicht zur Eröffnung eines Kostenverteilungsverfahrens einzugrenzen, wird somit abgewiesen. 5.1. Als nächstes ist zu prüfen, ob beim Unfallstandort ZZZ1, bei welchem es sich um einen belasteten Standort gemäss Art. 2 Abs. 1 lit. c Altl V handelte, auch eine Sanierungspflicht nach Art. 32c USG bestand, welche eine Verlegung der Kosten nach Art. 32d USG nach sich zieht. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.1. Die Sanierung belasteter Standorte wird in de n Artikeln 32c bis 32e USG geregelt. Nach Art. 32c Abs. 1 USG sorgen die Kantone dafür, dass Deponien und andere durch Abfälle belas- tete Standorte saniert werden, wenn sie zu schädlichen oder lästigen Einwirkungen führen oder die konkrete Gefahr besteht, dass solche Einwirkungen en tstehen. Belastete Standorte sind nach Art. 2 Abs. 1 AltlV Orte, deren Belastung von Ab fällen stammt und die eine beschränkte Ausdehnung aufweisen. Sie umfassen Ablagerungsstandorte , Betriebsstandorte und Unfall- standorte (Art. 2 Abs. 1 lit. a bis c AltlV). Zur Begrü ndung eines Sanierungsbedarfs genügt da- mit die Belastung eines Standorts mit Abfällen nicht, sondern es ist zusätzlich erforderlich, dass die Belastung zu schädlichen oder lästigen Einwirkungen führt oder die konkrete Gefahr solcher Einwirkungen besteht (Art. 32c Abs. 1 USG; Art. 2 Abs. 2 AltlV). Der Standort als solcher stellt somit kein eigenständiges Schutzgut dar, vielmehr bildet er eine mögliche Quelle von Einwir- kungen auf die gesetzlich vorgesehenen Schutzgüter, wozu da s Grundwasser, oberirdische Gewässer, die Luft und der Boden gehören. Nach diese r Definition der Altlast liegt noch kein Sanierungsbedarf vor (sondern i.d.R. ein Überwachungsb edarf), wenn sich gefährliche Sub- stanzen im Untergrund des belasteten Standorts ausbreit en (z.B. im Sickerwasser), solange noch keine Einwirkung auf oder eine konkrete Gefahr für die genannten Schutzgüter besteht. Die AltlV regelt die Schritte zur Feststellung eines m öglichen Sanierungsbedarfs näher. Altlas- ten sind sanierungsbedürftige belastete Standorte (A rt. 2 Abs. 3 AltlV). Art. 3 AltlV befasst sich mit der Erstellung und Änderung von Bauten und Anlage n auf belasteten Standorten. Nach Art. 3 AltlV dürfen belastete Standorte durch die Er stellung oder Änderung von Bauten und An- lagen nur verändert werden, wenn sie nicht sanierungsbe dürftig sind und durch das Vorhaben nicht sanierungsbedürftig werden (lit. a); oder ihre spätere Sanierung durch das Vorhaben nicht wesentlich erschwert wird oder sie, soweit sie durch das Vorhaben verändert werden, gleichzei- tig saniert werden (lit. b). 5.2.2. Das Bauvorhaben darf gemäss Art. 3 lit. a AltlV nicht dazu führen, dass ein nicht sanie- rungsbedürftiger belasteter Standort zum Sanierungsfa ll wird. Besteht die Gefahr, dass das Bauvorhaben einen solchen Fall auslösen kann, sind Massnahm en zur Verhinderung der Sa- nierungsbedürftigkeit einzuleiten. Wenn jedoch ein Sa nierungsfall durch das Bauvorhaben be- reits entstanden ist, so ist die Sanierungsbedürftigkeit z u beseitigen. Massnahmen, die nur auf Grund des Bauvorhabens auf dem belasteten Standort anfallen, sind altlastenrechtlich gesehen nicht notwendig, auch wenn schlussendlich die Abwehrmassna hmen den Anforderungen der AltlV entsprechen müssen. Gemäss Art. 3 lit. b Al tlV darf das Bauvorhaben die Sanierung auf dem von Beginn weg sanierungsbedürftigen Standor t nicht wesentlich erschweren. Eine wesentliche Erschwernis der Sanierung durch ein Bauvorhab en dürfte angenommen werden, wenn eine Sanierung einen zusätzlichen erheblichen techn ischen Aufwand erfordert und dadurch beträchtliche Mehrkosten entstehen. Allenfalls kann der sanierungsbedürftige Standort, soweit er durch das Bauvorhaben verändert wird, gleichze itig mit dem Bauvorhaben saniert werden. Gemäss Art. 24 lit. c AltlV kann von dem in de r AltlV geregelten Verfahren abgewichen werden, wenn ein belasteter Standort durch die Erstel lung oder Änderung einer Baute oder An- lage verändert wird. Es ist jedoch nicht nur der Bauper imeter altlastenrechtlich zu beurteilen, sondern eine parzellenunabhängige Standortbeurteilun g vorzunehmen. Entsprechend ist auf einer Altlast ein Gesamtkonzept auszuarbeiten, das die einzelnen Etappen der Sanierung ent- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hält. Eine auf dem Bauperimeter beschränkte Sanierung kann eine etappierte Teilsanierung des Standortes sein. Bauvorhaben auf überwachungsbedürf tigen Standorten fallen vorab un- ter Art. 3 lit. a AltlV, da der Standort nicht sanie rungsbedürftig ist. Das Bauvorhaben darf Art. 3 lit. a AltlV entsprechend nicht zu einem sanierungsbedür ftigen Standort führen. Da ein überwa- chungsbedürftiger Standort definitionsgemäss sanierung sbedürftig werden kann, muss das Bauvorhaben ebenfalls die Anforderungen nach Art. 3 l it. b AltlV erfüllen. Das Bauvorhaben ist demnach so zu realisieren, dass es im Falle einer Sanieru ngsbedürftigkeit eine spätere Sanie- rung nicht wesentlich erschwert. An baubedingte Massnahme n werden keine Abgeltungen des Bundes geleistet, da diese nicht standortbedingt angefal len sind, sondern durch das Bauvorha- ben ausgelöst wurden. Abgeltungen an Voruntersuchungen werden geleistet, wenn der Stand- ort untersuchungsbedürftig gemäss Art. 5 Abs. 4 lit. b AltlV ist und die Massnahmen eine Vorun- tersuchung im Sinne von Art. 7 AltlV darstellen. Dies i st im Einzelfall zu prüfen. Abgeltungen durch den Bund aus dem VASA-Altlasten-Fonds (Verordn ung über die Abgabe zur Sanierung von Altlasten [VASA] vom 26. September 2008) an die S anierung werden nur geleistet, wenn der Nachweis des Sanierungsbedarfs erbracht ist. Der S anierungsbedarf darf nicht durch das Bauvorhaben ausgelöst worden sein und die Sanierung d arf nicht wesentlich durch das Bau- vorhaben erschwert werden (SIBYLLE DILLON /SIEGFRIED LAGGER , Aktuelle Rechts- und Vollzugs- fragen bei der Anwendung der VASA, in: URP 2011 S. 633 ff., S. 641 ff., vgl. auch L ORENZ LEHMANN , in: Griffel/Liniger/Rausch/Thurnherr [Hrsg.], Fachhan dbuch Öffentliches Baurecht, Rz. 4.403). 5.2.3. Gemäss Art. 32d Abs. 1 USG trägt der Verursacher die Kosten für notwendige Mass- nahmen zur Untersuchung, Überwachung und Sanierung bel asteter Standorte (Abs. 1). Sind mehrere Verursacher beteiligt, so tragen sie die Kosten entsprechend ihren Anteilen an der Verursachung. In erster Linie trägt die Kosten, wer di e Massnahmen durch sein Verhalten ver- ursacht hat. Wer lediglich als Inhaber des Standortes bet eiligt ist, trägt keine Kosten, wenn er bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt von der Belastu ng keine Kenntnis haben konnte (Abs. 2). Die Behörde erlässt eine Verfügung über die Kostenverteilung, wenn ein Verursacher dies verlangt oder die Behörde die Massnahmen selber durchführt (Abs. 4). 5.2.4. Das Bundesgericht hat mehrfach entschieden, dass Kosten, die durch ein Bauvorhaben auf einem belasteten, aber nicht sanierungsbedürftigen Standort anfallen, keine Sanierungskos- ten im Sinne von Art. 32e Abs. 3 USG sind, für die ei ne Abgeltung aus dem VASA-Altlasten- Fonds beansprucht werden kann (Urteile des BGer 1C_41 4/2014 vom 2. März 2015, in: URP 2015 S. 516, und 1C_44/2013 vom 16. Januar 2014 E. 8 , in: URP 2014 S. 265). Das Bundes- gericht hat weiter festgehalten, dass es sich vielmehr um e inen Anwendungsfall von Art. 3 lit. a AltlV handle, wonach belastete (aber nicht sanierungsbedürftige) Standorte durch die Erstellung von Bauten und Anlagen nur verändert werden dürften, wenn sie durch das Vorhaben nicht sa- nierungsbedürftig würden. Aus den Gesetzesmaterialie n ergebe sich, dass die für Abgeltungen geäufneten Mittel für notwendige Sanierungen reserviert seien; bei Bauprojekten habe der Bau- herr indessen die Wahl, das Bauprojekt auszuführen (mit den zur Abwendung der Sanierungs- bedürftigkeit erforderlichen Schutzmassnahmen) oder abe r auf das Bauprojekt zu verzichten bzw. dieses allenfalls zu modifizieren. Für Fälle, wie d em hier vorliegenden, in welchen es zwar nicht um Abgeltungen aus dem VASA-Fonds nach Art. 32e USG, sondern um die Kostentra- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht gungspflicht der Verursacher nach Art. 32d USG geht, h at das Bundesgericht weiter festgehal- ten, dass diese Bestimmung aber ebenfalls (gemäss Abs. 1) n ur auf die Kosten für notwendige Massnahmen zur Untersuchung, Überwachung und Sanierung belasteter Standorte anwendbar sei. Es liege deshalb nahe, auch in diesem Zusammenhan g Massnahmen nach Art. 3 lit. a AltlV auf einem belasteten, aber nicht sanierungsbedürftigen Standort nicht als "Sanierungskos- ten" anzuerkennen. Diese Auslegung werde durch die Ge setzessystematik bestätigt: Nach Art. 32 Abs. 1 USG trage der Inhaber der Abfälle die Kosten der Entsorgung, sofern nichts An- deres bestimmt werde. Eine Sanierungspflicht bestehe nach Art. 32c Abs. 1 USG nur, wenn ein belasteter Standort zu schädlichen oder lästigen Einwir kungen führe oder die konkrete Gefahr bestehe, dass solche Einwirkungen entstünden. Das Bundesgericht hat weiter ausgeführt, dass im Falle, dass der Inhaber eines Grundstücks Material aus einem belasteten Standort, das nicht wegen einer Sanierung nach Art. 32c USG entsorgt werd en müsse, entferne, er nur unter den besonderen Voraussetzungen nach Art. 32b bis Abs. 1 USG Rückgriff auf den Verursacher der Belastung nehmen könne. Dieser Anspruch sei auf dem Zivi lrechtsweg geltend zu machen (Abs. 2). Eine derartige Entfernung von Material aus einem belasteten, aber nicht sanierungs- bedürftigen Grundstück könne geboten sein, um zu verhin dern, dass der Sanierungsbedarf durch das Bauvorhaben selbst ausgelöst werde, denn gemäss Art. 3 lit. a AltlV dürften belastete Standorte durch die Erstellung oder Änderung von Baut en und Anlagen nur verändert werden, wenn sie nicht sanierungsbedürftig seien und durch das V orhaben nicht sanierungsbedürftig würden. Eine Kostenverteilungsverfügung könne der Inhab er des Grundstücks unter diesen Umständen somit nicht verlangen (Urteile des BGer 1C_ 282/2016, 1C_294/2016 vom 21. Feb- ruar 2018 E. 2.1 ff.; 1C_366/2015 vom 4. Juli 2016 E. 3 f. m.H., in: URP 2016 S. 470). Vom Be- griff des belasteten Standorts ist somit derjenige der Altlast strikt zu trennen (L EHMANN , a.a.O., Rz. 4.391, 4.384 f.). Eine Verteilung der Kosten nach Art. 32d USG für einen Totalaushub liegt damit nicht vor bei belasteten Standorten, dessen San ierungspflicht erst durch das Bauvorha- ben ausgelöst wurde. Hingegen ist in diesen Fällen ein e Kostenverteilung nach Art. 32d USG für Untersuchungs- und Überwachungskosten möglich (Urteil des BGer 1C_366/2015 vom 4. Juli 2016 E. 3 f.). 5.3.1. Nach Art. 7 AltlV verlangt die Behörde auf Gr und der Prioritätenordnung für die untersu- chungsbedürftigen Standorte innert angemessener Frist die Durchführung einer Voruntersu- chung, die in der Regel aus einer historischen und ein er technischen Untersuchung besteht. Damit werden die für die Beurteilung der Überwachung s- und Sanierungsbedürftigkeit erforder- lichen Angaben ermittelt und im Hinblick auf die Gefäh rdung der Umwelt bewertet (Gefähr- dungsabschätzung). Gemäss Art. 8 AltlV beurteilt die B ehörde auf Grund der Voruntersuchung, ob der belastete Standort überwachungs- oder sanierun gsbedürftig ist (Abs. 1). Sie gibt im Ka- taster an, ob ein belasteter Standort überwachungsbedürftig ist (Abs. 2 lit. b), sanierungsbedürf- tig ist (Altlast; Abs. 2 lit. b); weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig ist (Abs. 2 lit. c). Ist der Standort sanierungsbedürftig, dann handelt es sich um eine Altlast (Art. 2 Abs. 3 und Art. 8 Abs. 2 lit. b AltlV). 5.3.2. Ist ein belasteter Standort überwachungsbedürf tig, so verlangt die Behörde, dass ein Konzept zur Überwachung erstellt wird und diejenigen Massnahmen getroffen werden, mit de- nen eine konkrete Gefahr schädlicher oder lästiger Ein wirkungen festgestellt werden kann, be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor sich diese verwirklicht. Die Überwachungsmassnahmen müss en so lange durchgeführt werden, bis nach den Art. 9 – 12 AltlV keine Überwach ungsbedürftigkeit mehr besteht (Art. 13 Abs. 1 AltlV). Ist ein belasteter Standort sanierungsbe dürftig (Altlast), so verlangt die Behörde, dass innert angemessener Frist eine Detailuntersuchung durchgeführt wird und der Standort bis zum Abschluss der Sanierung überwacht wird (Art. 13 Abs. 2 lit. a und b AltlV). Die Behörde verlangt, dass der Inhaber eines belasteten Standorts bei Altlasten entsprechend der Dringlich- keit der Sanierung ein Sanierungsprojekt ausarbeitet. D ieses hat insbesondere die Sanierungs- und Überwachungsmassnahmen und deren Auswirkungen auf di e Umwelt zu beschreiben (Art. 17 i.V.m. Art. 20 AltlV). 5.3.3. Nach Art. 9 Abs. 2 AltlV ist ein belasteter Sta ndort hinsichtlich des Schutzes des Grund- wassers sanierungsbedürftig, wenn: bei Grundwasser im Ge wässerschutzbereich A u: im Abstrombereich unmittelbar beim Standort die Konzentra tion von Stoffen, die vom Standort stammen, die Hälfte eines Konzentrationswerts nach Anh ang 1 überschreitet (lit. b) oder bei Grundwasser ausserhalb des Gewässerschutzbereichs A u: im Abstrombereich unmittelbar beim Standort die Konzentration von Stoffen, die vom Stando rt stammen, das Zweifache eines Kon- zentrationswerts nach Anhang 1 überschreitet (lit. c). 5.3.4. Die Behörde beurteilt das Sanierungsprojekt und erlässt eine Sanierungsverfügung, welche die Sanierungsziele, die Sanierungsmassnahmen, di e Erfolgskontrolle, die einzuhalten- den Fristen sowie die weiteren Auflagen und Bedingun gen zum Schutz der Umwelt festhält (Art. 18 Abs. 2 AltlV; vgl. auch die Vollzugshilfe des BAFU, Sanierungsbedarf sowie Ziele und Dringlichkeit einer Sanierung, Bern 2018, S. 8). Die Behörde ist gehalten die Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu suchen. Bevor sie verfügt, strebt sie an, sich mit den direkt Betroffenen über die erforderlichen Beurteilungen und Massnahmen i ns Einvernehmen zu setzen (Art. 23 Abs. 2 AltlV). Zur Bearbeitung der belastenden Stando rte stehen der Behörde grundsätzlich die üblichen Formen des Verwaltungshandelns zur Verfügung. Sie können auf den Erlass von Ver- fügungen verzichten, wenn die Durchführung der erford erlichen Untersuchungs-, Überwa- chungs- und Sanierungsmassnahmen auf andere Weise gewährl eistet ist (Art. 23 Abs. 3 AltlV). Eine Pflicht zu verfügen besteht von Amtes wegen zur Fe stlegung der abschliessenden Sanie- rungsziele und der Sanierungsmassnahmen (Art. 18 Abs. 2 AltlV). Jedoch ist ein Verfügungs- verzicht auch bezüglich der Sanierungsverfügung möglich (P IERRE TSCHANNEN , in: Vereinigung für Umweltrecht [Hrsg.], Kommentar zum Umweltschutzges etz, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2000, Rz. 45 f. zu Art. 32 c USG). 5.3.5. Von dem in der Verordnung geregelten Verfahr en mit den vier Phasen der Erfassung der belasteten Standorte, der Voruntersuchung zur Beurteilung des Überwachungs- oder Sanie- rungsbedarfs, der Detailuntersuchung zur Beurteilung der Ziele und der Dringlichkeit der Sanie- rung und Ausarbeitung des Sanierungsprojektes und Festle gung der erforderlichen Massnah- men kann nach Art. 24 AltlV nur abgewichen werden, wenn zum Schutz der Umwelt Sofortmas- snahmen nötig sind (lit. a), die Überwachungs- oder San ierungsbedürftigkeit oder die erforderli- chen Massnahmen auf Grund bereits vorhandener Angaben beurteilt werden können (lit. b); ein belasteter Standort durch die Erstellung oder Änderung einer Baute oder Anlage verändert wird (lit. c) oder freiwillige Massnahmen der direkt Betroff enen einen gleichwertigen Vollzug dieser Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verordnung gewährleisten (lit. d). Dabei können sachl ich entbehrliche Arbeitsschritte über- sprungen und andere Arbeitsschritte zusammengelegt werd en (TSCHANNEN , a.a.O., Rz. 36 zu Art. 32c). Es kommt relativ häufig vor, dass Bauherren zwecks Steigerung des Grundstückwerts ohnehin von vornherein beabsichtigen, ohne vorgängige Altlastenuntersuchungen eine voll- ständige Entfernung der umweltgefährdenden Stoffe (T otaldekontamination) durchzuführen. So kann bei Bauvorhaben gemäss Art. 24 lit. c AltlV von dem in der AltlV geregelten Verfahren ab- gewichen werden. Es können einzelne Verfahrensschritte we gfallen (z.B. eine Erstbewertung) oder zusammenfallen, z.B. indem die Detailuntersuchung u nd das Sanierungsprojekt zusam- mengeführt werden. Damit können aber wesentliche Anf orderungen und Verfahrensschritte der AltlV nicht vollständig weggelassen werden. In jedem Fal l sind im Zusammenhang mit Bauvor- haben auf belasteten Standorten diejenigen Untersuchungen oder Massnahmen durchzuführen, die notwendig sind, damit Art. 3 AltlV angewendet we rden kann. Vom geregelten Verfahren nach AltlV darf nur entsprechend Art. 24 lit. c Altl V abgewichen werden, wenn gewährleistet ist, dass während und nach dem Bauvorhaben keine schädlichen od er lästigen Einwirkungen auf Schutzgüter entstehen. Ein Abweichen vom geregelten Ver fahren nach AltlV bedarf der recht- zeitigen Information der Vollzugsbehörden und in der R egel einer besonders engen Begleitung des Bauvorhabens durch die Behörden, damit jederzeit gew ährleistet ist, dass kein rechtswidri- ger Zustand nach der Altlastengesetzgebung entstehen kan n (Vollzugshilfen des BAFU, Bau- vorhaben und belastete Standorte, Bern 2016, S. 15 f.). 5.4. Von den altlastenrechtlich notwendigen Massnahmen sind die abfallrechtlich notwendi- gen Massnahmen zu unterscheiden. Bei allen Bauprojekten f allen durch Aushubtätigkeiten und Rückbau bestehender Gebäudesubstanzen Bauabfälle an. Bei Vorhaben auf belasteten Stand- orten liegt es nahe, dass diese Bauabfälle unabhängig von der altlastenrechtlichen Qualifikation des Standortes mit umweltgefährdenden Schadstoffen b elastet sind. Aus diesen Gründen sind beim Bauen auf belasteten Standorten regelmässig auc h verschiedene abfallrechtlich notwen- dige Massnahmen gemäss der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfäl- len (Abfallverordnung, VVEA) vom 4. Dezember 2015 umzusetzen (LEHMANN , a.a.O., Rz. 4.391, 4.384 f.). Um die Einhaltung der Anforderungen nach VVEA kontrollieren zu können, verlangt Art. 16 Abs. 1 VVEA, dass die Bauherrschaft der für die Bewilligung zuständen Behörde anläss- lich des Baubewilligungsgesuchs Angaben über die Art, Qualität und Menge der anfallenden Abfälle und über die vorgesehene Entsorgung macht, wen n voraussichtlich mehr als 200 m 3 Bauabfälle anfallen oder Bauabfälle mit gewissen umw elt- oder gesundheitsgefährdenden Stof- fen zu erwarten sind (sog. Entsorgungskonzept; LEHMANN , a.a.O., Rz. 4.391, 4.389). 6.1. Zu prüfen ist, ob dem AUE bzw. der Fachstelle Alt lasten oder der Beschwerdeführerin vorgeworfen werden kann, es versäumt zu haben, notwen dige altlastenrechtliche Schritte vor- zunehmen. Alsdann ist festzustellen, ob ein Sanierungsbedarf bestand. 6.2. Die Beschwerdeführerin hatte vor dem Regierungsrat geltend gemacht, dass am Stand- ort bereits eine Verunreinigung des Grundwassers vorgele gen und sich somit die konkrete Ge- fahr einer Verunreinigung nach Art. 32c USG bereits verwirklicht habe. Des Weiteren vertrat sie vor der Vorinstanz den Standpunkt, mit der Erkenntnis, da ss das Öl bis in den Grundwasser- schwankungsbereich vorgedrungen sei, sei schliesslich klar gew esen, dass es sich um eine Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Altlast im Sinne von Art. 2 Abs. 3 AltlV handle. Die B eschwerdeführerin stützte dies mit der in der Messstelle 112.P.3 festgestellten Schadstoffbelastung . Der Regierungsrat kam in seinem Beschluss zum Schluss, dem Aushubbericht sei zu entnehmen, d ass der grösste Anteil des belasteten Materials am Standort deutlich oberhalb de s Grundwasserspiegels gelegen habe. Nur eine rund 0.8 Meter mächtige Schicht sei in den G rundwasserschwankungsbereich zu lie- gen gekommen. Darunter sei das Material bereits unverschmutzt gewesen. Es handle sich wei- ter um langkettige, nur schwer mobile Kohlenwasserstoffe . Es sei nicht von einer konkreten Gefahr gemäss Art. 32c USG auszugehen, die einen altlas tenrechtlichen Sanierungsbedarf begründen würde. 6.3. Die Beschwerdeführerin wendet in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht ein, dass unstreitig bereits im Dezember 2016 gewässerschädliche Mi neralöle bis unterhalb des Grund- wasserspiegels entdeckt worden seien. Angesichts dieses Befu nds hätte das AUE im Dezem- ber 2016 vertiefte altlastenrechtliche Untersuchungen b zw. eine Detailuntersuchung anordnen bzw. verlangen müssen. In dieser Lage hätte die Behörd e nicht einzig auf die Ergebnisse der Voruntersuchungen abstellen dürfen, zumal im Bericht d er Fachstelle Altlasten vom 29. Mai 2013 der Verdachtsbereich A (Schopf) sowie der eigentli che Unfallbereich nicht untersucht worden seien. Erst gestützt auf weitere Untersuchungserge bnisse hätten die Behörden über den Sanierungsbedarf entscheiden dürfen. Aus der Tats ache, dass das AUE bzw. seine Fach- stelle im Winter 2016/2017 davon abgesehen habe, den Sanierungsbedarf abklären zu lassen und Sanierungsziele festzulegen, die sich auf die Ergeb nisse einer Detailuntersuchung hätten stützen können, lasse sich heute nicht schliessen, dass dama ls kein altlastenrechtlicher Sanie- rungsbedarf vorgelegen habe. Die Fachstelle Altlasten und das AUE als zuständiges Amt hät- ten die Fortführung der Bauarbeiten nach der Baustillzeit Mitte Januar 2017 nicht tolerieren dür- fen, ohne die gesetzlich gebotenen altlastenrechtlichen Abklärungen anzuordnen. Da für das Kostenverteilungsverfahren das AUE die zuständige Leitbe hörde sei, wäre es ihre Aufgabe ge- wesen, im Zeitpunkt, als der Detailuntersuchungsbedarf erkennbar gewesen sei (Novem- ber/Dezember 2016), im Interesse aller Beteiligten au f die Vorschriften über die Kostenvertei- lung nach Verursacherprinzip hinzuweisen. Die Beschwer deführerin rügt, dass die zuständige Behörde nie eine Detailuntersuchung und ein Sanierun gsprojekt verlangt habe. Das AUE habe vielmehr mit der Verfügung vom 24. März 2017 ("Altlastensanierung") unmittelbar die Sanierung des Standorts verfügt, indem es die Bewilligung zum Aus hub des belasteten Materials im Schwankungsbereich des Grundwassers erteilt habe. Des Weit eren habe der Leiter des AUE, welches die für den Vollzug der AltlV zuständige Behö rde sei, selber in der Verfügung vom 24. März 2017 von Altlastensanierung gesprochen und festgehalten, dass das vorliegende Poli- zeigut in diesem Fall das Grundwasser sei. Nachdem diese Gefahr für das altlastenrechtliche Schutzgut Grundwasser vom Amtsleiter des AUE erkannt worde n sei, stelle es einen Verstoss gegen die AltlV dar, wenn das AUE bzw. die Fachstelle Altlasten trotzdem keine weiteren Un- tersuchungsmassnahmen verlangt habe. Für diese Unterlassun g sei nicht die Bauherrschaft verantwortlich. Anstatt eine Detailuntersuchung anzuordn en, habe das AUE beschlossen, un- mittelbar Massnahmen anzuordnen, welche im Ergebnis ein e altlastenrechtliche Sanierung be- inhalten würden. Aus dieser Verfügung sei zu schliessen, dass das AUE angesichts der festge- stellten Gefahrenlage von einem Sanierungsbedarf ausgegangen sei oder zumindest einen Sa- nierungsbedarf für möglich erachtet habe. Das AUE habe aber ein abgekürztes Verfahren ge- Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss Art. 24 AltlV gewählt und auf weitere Abklärungen verzichtet. Wenn die Beweislage be- züglich eines Sanierungsbedarfs ungewiss bleibe, weil behö rdliche Anordnungen zur Untersu- chung der Gefährdungssituation und zur Feststellung der damaligen Sachlage unterblieben seien, so dürften die Konsequenzen aus dieser Beweisnot nicht einseitig der Beschwerdeführe- rin zugerechnet werden. 6.4.1. Der Regierungsrat führt in seinem Beschluss aus, die Beschwerdeführerin habe vorlie- gend in grober Weise das altlastenrechtlich geregelte Verfahren missachtet. Wie die Beschwer- deführerin selbst in der Replik an den Regierungsrat betone, seien ihr und dem von ihr beauf- tragten Altlastenfachbüro die entsprechenden Verfahr ensschritte gut bekannt. Sie habe jedoch ab Kenntnis der tatsächlichen Belastung keinen der no twendigen altlastenrechtlichen Verfah- rensschritte unternommen. Insbesondere habe sie auch n icht die zuständige Fachstelle Altlas- ten über das Vorliegen der neuen Tatsachen informier t. Gemäss den Angaben im Aushubbe- richt vom 15. November 2017 habe das Fachbüro bereits i n der Kalenderwoche 47/2016, also in der Woche ab dem 21. November 2016, festgestellt, d ass die Belastungen im Untergrund grössere Ausmasse aufgewiesen hätten als angenommen. Am 2 . Dezember 2016 habe das Fachbüro unterhalb der schützenden Lehmschicht Ölverschmut zungen entdeckt. Bis zum 8. Dezember 2016, also über einen Zeitraum von über zwei Wochen, sei der weitere Aushub durch die Beschwerdeführerin ohne Rücksprache mit der zust ändigen Fachstelle vorangetrie- ben worden. Am 8. Dezember 2016 habe das Fachbüro ledi glich mit der Fachstelle Grundwas- ser Kontakt aufgenommen, um nachzufragen, ob die Böschu ngen der Baugrube während der Baustillstandzeit von Mitte Dezember 2016 bis Mitte Jan uar 2017 offenbleiben könnten. Die Fachstelle Grundwasser habe sodann angeordnet, dass der Bereich abgedeckt werden müsse, und die Fachstelle Altlasten mit dieser Anordnung per Mail vom 8. Dezember 2016 erstmals in Kenntnis gesetzt. In keinem der beiden Memos der F.____ AG vom 9. und 16. Dezember 2016 sei ein möglicher altlastenrechtlicher Sanierungsbedarf erwähnt. Die Arbeiten am Standort sei- en gemäss Aushubbericht in der Kalenderwoche 4/2017, d. h. ab dem 23. Januar 2017, weiter- geführt worden. Ab diesem Zeitpunkt sei vom Fachbüro soda nn vermutet worden, dass die Öl- belastungen auch bis in den Grundwasserschwankungsbereich reichen könnten. Daher habe die F.____ AG erneut und ausschliesslich bei der Fachstel le Grundwasser um eine gewässer- schutzrechtliche Bewilligung für die Arbeiten im Grundwa sser ersucht. Die Fachstelle Altlasten habe bereits mit Schreiben vom 29. Mai 2013 festgehalt en, dass aller Voraussicht nach für den Unfallstandort kein Überwachungs- oder Sanierungsbedarf bestehe. Sie habe damit eine Beur- teilung nach Art. 8 Abs. 2 lit. c AltlV vorgenommen. Belastete Standorte, die weder überwa- chungs- noch sanierungsbedürftig seien, würden gemäss Ar t. 3 AltlV bei Bauvorhaben speziel- len Anforderungen unterliegen. Dazu würde die vorgän gige Erstellung eines Vorgehens- und Entsorgungskonzeptes (vgl. dazu Merkblatt des AUE "Bauen au f belasteten Standorten" vom November 2011 sowie Ziff. 2.17 der Plangenehmigungsverfügung des ESTI vom 16. Mai 2013) gehören. Gemäss Merkblatt (Bst. C, S. 3) sei bei Antref fen von unerwarteten Belastungen und Abweichungen vom Konzept während der Bauphase die fa chtechnische Begleitung dafür zu- ständig, Rücksprache mit der Fachstelle Altlasten zu nehme n. Dies solle Gewähr leisten, dass auch bei unerwarteten Befunden die richtigen Massnahme n getroffen würden. Weiter sei ge- mäss Auflagen der Plangenehmigungsverfügung des ESTI zu m Schutz des Grundwassers ein Überwachungskonzept vom 11. April 2016 erstellt worden. Dieses zeige u.a. Notfallmassnah- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht men auf, die während der Bauphase zu ergreifen seien, v.a. hinsichtlich potentieller Unfälle mit wassergefährdenden Mitteln. Es beschreibe die geplante Grundwasserüberwachung während der Bauphase in der Messstelle 112.P.3. Solche Grundwasse rmonitorings würden bei belaste- ten Standorten, die weder überwachungs- noch sanierun gsbedürftig sind, öfters gefordert (vgl. dazu Pflichtenheft des AUE zum "Vorgehens- und Ent sorgungskonzept bei Bauvorhaben auf belasteten Standorten" vom Mai 2017). Die Beschwerdeführerin bzw. das von ihr beauftrag- te Altlastenfachbüro habe gewusst oder hätte aufgrund seiner Erfahrung wissen müssen, dass spätestens mit der Vermutung im Januar 2017, dass die Belastung bis ins Grundwasser reichen und sich daraus eventuell ein altlastenrechtlicher Sanier ungsbedarf ergeben könnte, die weite- ren notwendigen Verfahrensschritte gemäss AltlV in Rückspr ache mit der Fachstelle Altlasten hätten festgelegt werden müssen. Zudem hätten die erste n Grundwassermessergebnisse aus der Messstelle 112.P.3 bereits Ende November 2017 vorgelegen. 6.4.2. Die Beschwerdeführerin hatte vor dem Regierun gsrat betont, dass in der gewässer- schutzrechtlichen Bewilligung vom 24. März 2017 von "Altlast ensanierung" die Rede sei, und moniert, dass die Fachstelle Altlasten dies nicht beanst andet habe. Somit sei klar gewesen, dass es sich um eine Altlast im Sinne von Art. 2 Abs. 3 Al tlV handle. Das AUE sei somit stets über die Entwicklung auf der Baustelle sowie über alle Arbeiten im Bilde und mit den Ausfüh- rungen einverstanden gewesen. Der Regierungsrat führt i n seinem Beschluss aus, im Entsor- gungskonzept der F.____ AG vom 12. April 2016 sei stets erwähnt worden, dass eine "Sanie- rung" durchgeführt werden solle. Diese Bezeichnung erscheine dann erneut auch in der gewäs- serschutzrechtlichen Bewilligung vom 24. März 2017 als "Alt lastensanierung". Es möge der Fachstelle Altlasten nun vorgehalten werden, dass sie sowoh l die vom Fachbüro als auch die von der Fachstelle Grundwasser falsch verwendeten Begrif fe nicht korrigiert habe. Der Begriff "Totalaushub" wäre zur Vermeidung von potentiellen Unkl arheiten wohl geeigneter gewesen. Indes schade die fälschlicherweise erfolgte Bezeichnung i n der Bewilligung nicht. Sie sei nicht im Rahmen einer Sanierungsverfügung nach Art. 18 Abs. 2 AltlV erteilt worden. Auch in den Auflagen der Fachstelle Grundwasser seien keine altlaste nspezifischen Auflagen aufgeführt worden. Die Beschwerdeführerin könne aus dem falsch ver wendeten Begriff keinen Sanie- rungsbedarf ableiten. Weiter hätte die Fachstelle Al tlasten zwar nach lnkenntnissetzung durch die Fachstelle Grundwasser am 8. Dezember 2016 oder au ch noch später im Zuge der Ertei- lung der gewässerschutzrechtlichen Bewilligung vom 24. März 2017 beim Fachbüro nachfragen können, welche Arbeiten mit welchem Ziel am Standort vo rgenommen worden seien. Sie habe aber ohne eine entsprechende Information durch das F achbüro an sie einerseits davon ausge- hen können, dass es sich bei den Arbeiten auf der Bauste lle um Vorkehrungen gemäss Art. 3 lit. a AltlV handeln würde, zumal das Fachbüro im Vor feld stets direkt mit ihr Kontakt aufge- nommen hatte (so im Rahmen der Altlastenvoruntersuchun gen ab 2011 oder für Besprechun- gen vor Ort wie z.B. am 6. Juni 2016). Andererseits sei en die durchgeführten Arbeiten bereits im Vorgehenskonzept und im Überwachungskonzept beschriebe n worden und daher für einen belasteten – und überdies nicht sanierungsbedürftige n – Standort auch nicht unüblich. 6.4.3. Weiter führt der Regierungsrat aus, durch direk te Kontaktaufnahme des Fachbüros mit der Fachstelle Altlasten hätte eine allfällige Fehlei nschätzung des Sanierungsbedarfs korrigiert werden können. Anschliessend hätten bei Bedarf das Sa nierungsziel und die notwendigen Sa- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht nierungsmassnahmen festgelegt werden können. Die entsprechende Sanierungsverfügung hät- te sodann den potenziell Kostenpflichtigen zugestellt we rden müssen. Es sei aus heutiger und auch damaliger Sicht durchaus davon auszugehen, dass ein v erkürztes Verfahren gemäss Art. 24 AltlV möglich gewesen wäre. Gestützt auf die vor liegenden Angaben habe kein beson- ders dringlicher Fall vorgelegen, der unmittelbar zu vol lziehende Sicherungs- und Behebungs- massnahmen erfordert hätte. Entgegen den notwendigen Schritten gemäss AltlV habe die Be- schwerdeführerin auf eigenen Entscheid eine Totaldekon tamination am Standort vorgenom- men. Sie habe das Sanierungsziel von sich aus und ohne Absp rache mit der Vorinstanz festge- legt und diese freiwillige Totaldekontamination verf olgt, um damit die Entlassung aus dem KbS zu bewirken. Grundsätzlich könne die Eigentümerin eine s sanierungsbedürftigen Standorts die Sanierungsmassnahmen zwar selbst bestimmen, solange damit das Sanierungsziel erreicht werde. Sie könne somit auch über die notwendigen Sani erungsmassnahmen hinaus freiwillig Sanierungen vornehmen. Jedoch könnten dann die entstandenen Kosten nicht gemäss Art. 32d USG verteilt werden. In einem solchen Fall sei die Be hörde nach Art. 32c USG lediglich ver- pflichtet, dafür zu sorgen, dass sanierungsbedürftige Standorte auch wirklich saniert würden. Dies gelte erst recht, wenn es sich um eine freiwillige T otaldekontamination eines an sich nicht sanierungsbedürftigen Standorts handle. Zusammenfassend lasse sich feststellen, dass die Beschwerdeführerin unter Missachtung der altlastenrechtlichen Verfahrensregeln einen freiwilli- gen Komplettaushub am Standort vorgenommen habe. Ge stützt auf die obigen Ausführungen könne sie dann jedoch die Kosten nicht nach Art. 32d USG geltend machen. 6.5. Die Beschwerdeführerin weist in ihrer Beschwerde a n das Kantonsgericht den Vorwurf, dass sie das altlastenrechtlich geregelte Verfahren in g rober Weise missachtet habe, entschie- den zurück. So habe sie bzw. die von ihr beigezogene Gu tachterin das AUE sehr wohl über die neuen Tatsachen informiert, und zwar umgehend anfangs Dezember 2016. Das werde auch im angefochtenen Entscheid anerkannt: Wie auf Seite 5, dri ttletzter Absatz, ausgeführt werde, ha- be das Fachbüro die Ölverschmutzungen unterhalb der "sch ützenden" Lehmschicht am 2. Dezember 2016 entdeckt. Am 8. Dezember, also innerha lb von sechs Tagen einschliesslich Wochenende, habe die F.____ AG die Fachstelle Grundw asser über diesen Befund informiert. In der Folge sei ein Baustopp angeordnet worden. Wie ebenfalls aus dem Entscheid des Regie- rungsrats hervorgehe, habe die Fachstelle Grundwasser gl eichentags (8. Dezember 2016) die Fachstelle Altlasten über die vorgenommenen Schritte in formiert. Somit habe seit 8. Dezember 2016 nicht nur das zuständige Amt (AUE), sondern innerh alb dieses Amts auch die zuständige Fachstelle Altlasten über die erforderlichen Kenntnisse der Sachlage verfügt. 6.6.1. In den Memos der F.____ AG vom 9. Dezember 201 6 wird ausgeführt, dass sich im Zu- ge der Aushubarbeiten insbesondere nach Osten eine d eutlich grössere Ausdehnung des Öls als nach den Sondierungen prognostiziert ergeben habe. Zudem habe sich gezeigt, dass das Öl nicht wie vermutet von der in 2.4 m Tiefe liegenden, e twa einen halben Meter mächtigen Lehm- bis Feindsandschicht wirksam zurückgehalten worden sei, so ndern diese durchdrungen habe. Schliesslich sei die Lehmschicht durch den Aushub für Fun damente teilweise gar nicht mehr existent gewesen, sodass sich das Öl unterhalb der Lehmschi cht in den darunterliegenden Schottern habe ausbreiten können. Als Ergebnis müsse davo n ausgegangen werden, dass die Ölverschmutzung "sowohl horizontal als auch lateral" eine grössere Ausdehnung als ursprüng- Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich angenommen habe, so dass deutlich mehr ölverunreinigtes Erdreich habe ausgehoben und entsorgt werden müssen. Entgegen den Ausführungen de r Beschwerdeführerin wurde kein Baustopp verfügt. Vielmehr stand ein von der Bauherrsch aft geplanter längerer Arbeitsunter- bruch aufgrund des Jahresendes bevor. Dies war, wie die Memos aufzeigen, auch der Grund, weshalb die F.____ AG mit E-Mail vom 8. Dezember 2016 an die Fachstelle Grundwasser ge- langte. So wird im Memo vom 9. Dezember 2016 ausgeführt, dass die F.____ AG mit der Fach- stelle Grundwasser Kontakt aufgenommen habe, um abzuklär en, welche Vorkehrungen betref- fend Schutz des Grundwassers getroffen werden müssten, we il das Jahresende mit einem län- geren Arbeitsunterbruch nahe und die Verunreinigung bis dahin nicht vollständig entfernt wer- den könne. Es wurde unter anderem ein gezielter Aushub vom Rand zum Zentrum des Scha- densortes vorgesehen, des Weiteren sollte die Betonplatte im nördlichen Bereich als Schutz vor Auswaschung des Öls durch eindringendes Niederschlagswasser b elassen, ein Teil des Be- reichs sollte abgedeckt und das Meteorwasser speziell entwä ssert werden. Im Memo vom 16. Dezember 2016 wird wiederum ausgeführt, dass die Aushubarbeiten im Bereich des Unfall- standortes beim damaligen Trafo 2 schon weit fortgeschritten seien. Dabei habe sich herausge- stellt, dass die Ölverunreinigung "sowohl horizontal als auch lateral" eine grössere Ausdehnung als ursprünglich angenommen habe. Es habe sich gezeigt, dass insbesondere in Bereichen, wo die Lehmschicht durch den Aushub für Fundamente teilwe ise gar nicht mehr existent gewesen sei, das Öl mehrere Meter tief (bis ca. 7.5 m unter eh em. Gelände) in den darunterliegenden Schotter eingedrungen sei. 6.6.2. Gemäss den Memos wurde vermutet, dass die Verunrei nigung grösser als erwartet war. Es wird aber primär erklärt, dass dort, wo die Lehmschicht durch den Aushub für Fundamente teilweise gar nicht existent war, das Öl mehrere Meter tief in den unter der Lehmschicht liegen- den Schotter eingedrungen war. Da mehr ölverschmutztes Erdreich ausgehoben werden muss- te als angenommen, der Arbeitsunterbruch nahte und di e Verunreinigung bis dahin nicht voll- ständig hatte entfernt werden können, nahm das Fachbü ro Kontakt mit der Fachstelle Grund- wasser auf, um Vorkehrungen bezüglich des Schutzes des Grundwassers zu treffen. Eine allfäl- lige Grundwassergefährdung sollte damit verhindert werden, weil nicht das ganze verschmutzte Erdreich vor der Arbeitsunterbrechung hatte entfernt w erden können. Es sollte verhindert wer- den, dass durch allfälliges Regenwasser das Grundwasser gefährdet werde. Aus den Memos und den vereinbarten Massnahmen geht nicht hervor, dass das Fachbüro von einem Fall von Altlasten ausging und die Behörde von einer solchen au szugehen hatte. Die Memos besagen zudem, dass die Ölverschmutzungen grösser waren als angeno mmen. Ein Eindringen in den unter der Lehmschicht liegenden Schotter wurde insbesond ere festgestellt, wo diese durch den Aushub nicht mehr existent war, was wiederum den Schluss nahelegt, dass dieser Zustand durch die Bauarbeiten entstanden ist. 6.6.3. Die Beschwerdeführerin erklärt, dass die Fachstell e Altlasten hätte eingreifen müssen, nachdem sie von der Fachstelle Grundwasser am 8. Dezember 2016 eine Kopie ihrer E-Mail an die F.____ AG und somit Kenntnis über die Situation e rhalten hatte. In der genannten E-Mail vom 8. Dezember 2016 wird jedoch lediglich festgehalten , dass der Fall der offenen Baugrube intern besprochen worden sei und die Fachstelle Grun dwasser zum Schluss gekommen sei, dass auf eine Abdichtung des belasteten Areals nicht verzichtet werden könne. Die verschmutz- Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht te Fläche sei während des Unterbruchs der Bauarbeiten mit Plastikplanen zu bedecken und zu entwässern. Die Fachstelle Grundwasser bitte die F.____ AG demzufolge, die Abdichtung zu dokumentieren. Auch aus dieser E-Mail geht nicht hervor , dass es sich um eine altlastenrechtli- che Massnahme handeln solle. 6.6.4. Wie in der Erwägung 5.4. hiervor ausgeführt, liegt es bei Vorhaben auf belasteten Standorten nahe, dass diese Bauabfälle unabhängig von der altlastenrechtlichen Qualifikation des Standortes mit umweltgefährdenden Schadstoffen b elastet sind. Aus diesen Gründen sind beim Bauen auf belasteten Standorten regelmässig auch verschiedene abfallrechtliche Mass- nahmen gemäss der VVEA notwendig. Um eine derartige M assnahme handelt es sich bei den genannten Massnahmen zum Schutz des Grundwassers während des geplanten Arbeitsunter- bruchs. 6.6.5. Wie im Merkblatt Nr. 4 "Belastete Standorte un d Altlasten / Bauen auf belasteten Stand- orten" des AUE vom Juni 2005 festgehalten wird, darf g emäss Art. 3 AltlV ein belasteter Stand- ort überbaut werden, falls er nicht im Sinne der Altl V sanierungsbedürftig ist oder eine spätere Sanierung nicht wesentlich erschwert wird oder die San ierung gleichzeitig mit dem Bauprojekt durchgeführt wird. Des Weiteren wird auf Seite 3 des Merkblattes ausdrücklich erklärt, dass bei unerwarteten Feststellungen das AUE, Fachstelle Altlasten, unverzüglich zu benachrichtigen ist und die Aushubarbeiten sowie der Abtransport von Mater ial bis zur Klärung des weiteren Vor- gehens einzustellen sind. Die F.____ AG hat sich – entge gen dem Merkblatt – nicht an die Fachstelle Altlasten, sondern an die Fachstelle Grundwasser gewandt, obwohl sie als Fachbüro im hiesigen Kanton tätig ist und im Vorfeld stets direkt mit dem Fachbüro Altlasten Kontakt auf- genommen hatte, so im Rahmen der Altlastenvoruntersuch ungen ab 2011 oder auch für die Besprechungen vor Ort wie z.B. am 6. Juni 2016. Es wid erspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben, wenn nun die Beschwerdeführerin geltend mac ht, dass dadurch, dass die Fachstelle Grundwasser die Fachstelle Altlasten über die Notwend igkeit während des Unterbruchs der Bauarbeiten und Aushubarbeiten das Gelände abzudecken und zu entwässern, informiert hat, die Fachstelle Altlasten von etwas Anderem als von eine m Sanierungsfall gemäss Art. 3 lit. b AltlV auszugehen gehabt hätte und von sich aus aktiv hät te werden müssen, zumal der Unfall- ort nie als sanierungsbedürftig erklärt worden war. Au ch geht aus den Memos nicht hervor, dass die Beschwerdeführerin von einem möglichen altlastenrechtlichen Sanierungsfall ausgehe. Dies deckt sich mit den Ausführungen im Bericht der F._ ___ AG vom 15. November 2017 (S. 15), in welchem ausgeführt wurde, dass nach erfol gter Teilauffüllung die Böschungen der Baugrube in Absprache mit dem AUE (Absprachen zwischen dem 8. und 16. Dezember 2016) für den längeren Arbeitsunterbruch über den Jahreswech sel mit Plastikplanen abgedeckt wor- den seien, um Auswaschungen der Belastungen in den Bösch ungen zu verhindern und damit das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen. Diese Ausführungen deuten ebenso we- nig darauf hin, dass das Fachbüro in jenem Zeitpunkt von einem möglichen altlastenrechtlichen Sanierungsfall ausging. 6.6.6. Aufgrund der Ausführungen in den beiden Memo s wurde die Fachstelle Grundwasser zwar in Kenntnis gesetzt, dass die Ölverunreinigung ei ne grössere Ausdehnung hatte als ur- sprünglich angenommen. Die in den Memos festgestellte grössere Ausdehnung beschränkte Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich aber darauf, dass das Öl teilweise die Lehmschicht du rchdrungen hatte und dass die Lehmschicht durch den Aushub für Fundamente teilweise g ar nicht mehr existent war, so dass das Öl sich unterhalb der Lehmschicht im darunterliege nden Schotter ausbreiten konnte. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht die Rede davon, dass sich di e Ölbelastung bis in den Grund- wasserschwankungsbereich ausgedehnt haben soll. In den Memos ging es vielmehr darum, wie das Grundwasser vor einem möglichen Auswaschen der Bela stung durch Niederschlag wäh- rend der Baupause geschützt werden könne. Es wurde also scheinbar davon ausgegangen, dass das Grundwasser nicht belastet sei und vor einer eventuellen Einwirkung durch Regenfälle geschützt werden solle. Da entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin im Dezember 2016 dem AUE der Befund betreffend Ausdehnung und Vo rdringen des Öls bis unterhalb des Grundwasserspiegels nicht vorlag, bestand aus fachlicher Sicht kein Anlass für die Fachstelle Altlasten, in die Bauarbeiten einzugreifen und eine erneute Untersuchung des Standorts zu ver- langen, zumal ein solches Vorgehen zu diesem Zeitpunkt sicherlich auch nicht auf Verständnis bei der Beschwerdeführerin gestossen wäre und kaum hätt e begründet werden können. Die Beschwerdeführerin stellt sich nun auf den Standpunkt, d ass eine Detailuntersuchung hätte angeordnet werden müssen. Gemäss Art. 13 Abs. 2 AltlV kann eine Detailuntersuchung jedoch nur angeordnet werden, wenn ein Sanierungsbedarf best eht. Ohne entsprechende Anhalts- punkte kann die zuständige Behörde keine Detailuntersuc hung anordnen. Es kann der Fach- stelle Altlasten demzufolge auch nicht vorgeworfen we rden, dass sie keine Massnahmen ange- ordnet und damit verfahrensrechtliche Pflichten missachtet habe. Deshalb kann der Auffassung der Beschwerdeführerin, wonach die Fachstelle Altlasten bzw. das AUE die Fortführung der Bauarbeiten nach der Baustillstandszeit Mitte Januar 2 017 nicht hätte tolerieren dürfen, ohne die gesetzlich gebotenen altlastenrechtlichen Abklärungen anzuordnen, nicht gefolgt werden. Eine grössere Ausdehnung der Ölverunreinigung führt le diglich zur Annahme einer grösseren Fläche bzw. eines grösseren Umfangs des belasteten Standor ts, was jedoch bei Bauprojekten auf belasteten Standorten nicht unüblich ist. 6.7.1. Gemäss dem Bericht der F.____ AG vom 15. Novembe r 2017 (S. 16) wurden ab 23. Januar 2017 (Kalenderwoche 4/2017) die Arbeiten w iederaufgenommen. Es habe befürch- tet werden müssen, dass sich die Ölverschmutzung bis ins Gr undwasser ausgedehnt habe. Deshalb habe die F.____ AG beim AUE, Fachstelle Grund wasser, vorsorglich um eine Bewilli- gung für Bauarbeiten im Grundwasser ersucht. Gemäss Verfügung des AUE wurde das Gesuch am 16. März 2017 mündlich gestellt. Die gewässerschutzrech tliche Bewilligung wurde umge- hend mündlich erteilt und mit Schreiben vom 24. März 2 017 bestätigt. Die F.____ AG wandte sich wiederum mit dem Gesuch an die Fachstelle Grundwa sser und nicht an die Fachstelle Alt- lasten. Aus dieser Bewilligung für Bauarbeiten im Grun dwasser lässt sich kein Sanierungsbe- darf ableiten. Es handelt sich bei dieser Bewilligung nicht um die Anordnung einer altlasten- rechtlichen Massnahme. Eine solche Bewilligung ist unter Anwendung von Art. 32 der Gewäs- serschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 und § 4 d es kantonalen Gesetzes über die Nutzung und den Schutz des Grundwassers (Grundwasser gesetz) bei jedem Eingriff ins Grundwasser einzuholen. Dies wird in der Bewilligung vom 24. März 2017 auch so festgehalten. Diese Bewilligung ist beim Eingriff ins Grundwasser una bhängig von einem allfälligen altlasten- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechtlichen Status des Grundstücks einzuholen. Aus der Ert eilung einer Bewilligung für Bauar- beiten im Grundwasser lässt sich kein Sanierungsbedarf ableiten. 6.7.2. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, d ass die Behörden im März 2017 im Rahmen des Antrags auf Bewilligung für Bauarbeiten im Grundwasser hätten aktiv werden müssen. In der Bewilligung vom 24. März 2017 wird erklä rt, dass die F.____ AG am 16. März 2017 das Gesuch gestellt habe, bei der Sanierung des Ö lunfalls der Transformatorenstation die unerwartet tief in den Untergrund eingedrungenen Be lastungen im Schwankungsbereich des Grundwassers ausheben und mit sauberem Material wieder auffüllen zu dürfen. 6.7.3. Wie der Regierungsrat in seiner Vernehmlassung an das Kantonsgericht zu Recht fest- hält, bestand gemäss fachlicher Beurteilung durch das AUE auf dem streitgegenständlichen Standort nie ein Sanierungsbedarf. Anlässlich der techn ischen Untersuchung des Standorts wurden 5 Grundwassermessstellen beprobt, wobei die Kon zentrationen für KW C 10 -C40 und PCB unter der jeweiligen Bestimmungsgrenze lagen. Hät ten sich durch die Belastungen im Grundwasserschwankungsbereich Schadstoffe gelöst, wäre die s in einer der Messstellen im Abstrom festgestellt worden. Daraus ergab sich die Beurt eilung des AUE vom 29. Mai 2013, dass kein Sanierungsbedarf bestehe. Die Beschwerdeführerin entschloss sich dazu, den belas- teten Standort zu überbauen und eine freiwillige Totaldekontamination durchzuführen, damit der Standort aus dem KbS gelöscht werden konnte. Unter ande rem war vorgesehen, das Grund- wasser baubegleitend zu überwachen. Die entsprechenden Beprobungen des Grundwassers während des Jahreswechsels 2016/2017 erfolgten daher auch erst, nachdem bereits mit den Bauarbeiten begonnen worden war. Die Schwankungen be i den gemessenen Konzentrationen deuten darauf hin, dass die KW aufgrund von Erschütteru ngen beim Rückbau und Aushub mo- bilisiert wurden und ins Grundwasser gelangten. Da die Grundwasserproben baubedingt in ei- nem gestörten Grundwasserleiter entnommen wurden, könn en sie nicht als repräsentativ be- wertet werden und somit auch nicht zur Beurteilung di enen, ob ein Sanierungsbedarf vor Be- ginn der Bauarbeiten vorgelegen hatte. Bereits aus diesem Grund bestand vor Beginn der Bau- arbeiten kein Sanierungsbedarf. An dieser Beurteilung hätte sich nichts geändert, wenn nach Entdeckung der grösseren Ausbreitung des Öls weitere Untersuchungen vorgenommen worden wären, da die Bauarbeiten bereits im Gange waren und erneute Grundwasserproben damit nicht mehr im ungestörten Grundwasserleiter hätten ent nommen werden können. Die Beurtei- lung der Messungen um den Jahreswechsel 2016/2017 führt mithin zum selben Ergebnis, dass kein Sanierungsbedarf besteht. Aufgrund der Stoffeig enschaften KW C 10 -C40 gab es bei Vor- kommnissen mit diesem Stoffgemisch gemäss der Praxis des AUE noch nie einen Sanierungs- bedarf bezogen auf das Schutzgut Grundwasser, da es pra ktisch immobil ist und nicht gelöst wird. Hätte ein Sanierungsbedarf bestanden, wäre eine Verfügung über die Kostenverteilung im Nachhinein ohnehin nicht mehr möglich, weil im vorlieg enden Fall das Verfahren gemäss AltlV nicht eingehalten wurde. Es wurden keine altlastenrecht lichen Sanierungsziele definiert, son- dern es wurde der Totalaushub angestrebt. Aus diesem Gr und kann nicht mehr beurteilt wer- den, welche der vorgenommenen Massnahmen im Rahmen der erfolgten Totalkontamination altlastenrechtlich tatsächlich notwendig gewesen wären , um die Sanierungsziele zu erreichen, und welche darüber hinaus gingen. Das AUE wurde zu kei nem Zeitpunkt darüber informiert, dass die Beschwerdeführerin bzw. das Fachbüro etwas entdeckt hatte, das entgegen den ur- Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht sprünglichen Einschätzungen doch zu einem Sanierungsbedarf führen könnte. Das AUE erhielt erst Kenntnis von den entsprechenden Messungen, nachdem a lles belastete Material ausgeho- ben und das Grundstück mit neuem Material wieder aufgef üllt worden war. Während der Bau- arbeiten bestand zu keinem Zeitpunkt ein Anlass für da s AUE, weitere Untersuchungsmass- nahmen anzuordnen und proaktiv vom abfallrechtlichen Ve rfahren gemäss dem genehmigten Vorgehens- und Entsorgungskonzept in das altlastenrechtl iche Verfahren zu wechseln. Aus diesem Grund kann der Meinung der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, dass sich das AUE für ein abgekürztes Verfahren im Sinne von Art. 24 AltlV entschieden habe. Das zuständi- ge Fachbüro, welches die Zuständigkeiten im Kanton Basel -Landschaft aufgrund seines Tätig- keitsbereichs, aber auch aufgrund der in Bezug auf den vo rliegenden Unfallstandort stattgefun- denen Kontakte in den Jahren vor dem Totalaushub kannte , hat sich während des Totalaus- hubs nicht bei der Fachstelle Altlasten gemeldet. Vielme hr wandte sie sich immer an die Fach- stelle Grundwasser, welche für die abfallrechtlich not wendigen Massnahmen zuständig ist. Die F.____ AG hat sich nicht an die Fachstelle Altlasten gewandt, wie sie es hätte tun sollen, als sie zum Schluss kam, es sei ein möglicher Fall eines sanierungsbed ürftigen belasteten Standorts. Damit hat sie auch die möglichen Verzögerungen des Bau vorhabens, welche alsdann die an- zuordnenden Untersuchungen mit sich gebracht hätten, verhindert. 6.7.4. Abgesehen davon, dass für das AUE zu keinem Zeit punkt ein allfälliger Detailuntersu- chungsbedarf erkennbar gewesen war, hat auch gemäss den neusten Erkenntnissen und Mes- sungen (wie dem AUE mit Schlussbericht vom 15. Novembe r 2017 zur Kenntnis gebracht) und der fachlichen Beurteilung der Fachstelle Altlasten so wie in Übereinstimmung mit der Einschät- zung des BAFU nach wie vor auf dem Standort kein Sani erungsbedarf bestanden. Es handelte sich damit nie um einen sanierungsbedürftigen Standort , sondern seit Beginn um eine soge- nannte Bauherrenaltlast. Im Übrigen teilen letztlich die Beschwerdeführerin und das von ihr be- auftragte Fachbüro diese Auffassung. Zu keinem Zeitpunkt vor dem Datum des Schlussberichts wurde von irgendeiner Seite die Einschätzung, dass kein Sanierungsbedarf bestehe, in Frage gestellt. 6.7.5. Erst im Nachhinein und zwar mit Schlussbericht v om 15. November 2017 führt das Fachbüro aus, dass während der Zeit im Dezember 2016 b is Januar 2017 Messungen im Grundwasser stattgefunden hätten und die dabei ermitt elten Konzentrationen ihrer Meinung nach für einen Sanierungsbedarf sprächen. Bis im November 2017 und somit fast über ein Jahr wurde diese Information zurückgehalten und weder dem AUE noch der Fachstelle Altlasten mitgeteilt. Ob es sich seitens des Fachbüros um ein Verse hen oder Absicht handelt, weil es selbst die Messungen nicht als geeignet erachtete, um eine n Sanierungsbedarf anzunehmen, kann offengelassen werden. In jedem Fall wurde diese I nformation aber nicht vorher an das AUE herangetragen, was dazu führt, dass dieser Umstand der Beschwerdeführerin anzulasten ist. 6.8.1. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass es si ch bei der Bewilligung vom 24. März 2017 um einen Anwendungsfall von Art. 24 AltlV handl e. Nach dieser Bestimmung kann von dem in der AltlV geregelten Verfahren abgewichen we rden, wenn zum Schutz der Umwelt So- fortmassnahmen nötig sind (lit. a); die Überwachungs- oder Sanierungsbedürftigkeit oder die Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht erforderlichen Massnahmen auf Grund bereits vorhandener Angaben beurteilt werden können (lit. b); ein belasteter Standort durch die Erstellung oder Änderung einer Baute oder Anlage ver- ändert wird (lit. c); freiwillige Massnahmen der direkt Betroffenen einen gleichwertigen Vollzug dieser Verordnung gewährleisten (lit. d). 6.8.2. Die Fachstelle Grundwasser erteilte der Beschwe rdeführerin mit Verfügung vom 24. März 2017 betreffend Bauarbeiten im Grundwasser di e Bewilligung, beim Aushub in das Grundwasser einzugreifen. So wurde die gewässerschutzrech tliche Bewilligung nach Art. 32 GSchV für den Aushub der Belastungen im Schwankungsber eich des Grundwassers erteilt. Dabei handelte es sich um Vorkehrungen, um das Schutzgut Grundwasser von den Ölbelas- tungen zu schützen. Dies bedeutet gerade, dass keine Bela stung im Grundwasser vorhanden war bzw. vermutet werden musste. Es handelte sich um Vorkehrungen im Sinne von Art. 3 AltlV und damit um Schutzvorkehrungen, damit der belastete St andort durch die Bauarbeiten nicht nachträglich sanierungsbedürftig wurde. Dies ist nicht unüblich und daher auch kein Anlass für die Fachstelle Altlasten, einen Sanierungsbedarf zu v ermuten. Es handelte sich bei dieser Be- willigung aus diesen Gründen nicht um einen Anwendungsfall von Art. 24 AltlV. 6.9. Die Beschwerdeführerin bemängelt, dass in der Bau bewilligung vom 24. März 2017 von Altlastensanierung die Rede ist. Der Begriff Altlaste nsanierung wird im Dispositiv nicht verwen- det, sondern im Teil "Rechtliches", in welchem ausgeführ t wird, dass die Bewilligung nicht an- fechtbar und sofort vollziehbar sei, da die Massnahmen zum Schutz polizeilicher Güter (vorlie- gendenfalls das Grundwasser) vollziehbar seien. Im Dispositiv wird ausgeführt, dass es sich um eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung nach Art. 32 GS chV handle. Auch diese Verfügung wurde – wie bereits die E-Mail vom 8. Dezember 2016 – der Fachstelle Altlasten in Kopie zuge- stellt. Daraus geht hervor, dass die Verfügung vom 24. M ärz 2017 zwar formell vom AUE erlas- sen wurde, aber innerhalb des AUE nicht von der Fachstelle Altlasten, welche für altlastenrecht- liche Massnahme zuständig gewesen wäre, sondern von der Fachstelle Grundwasser, welche für abfallrechtliche Massnahmen zuständig war. Es ist zwar unzutreffend, wenn in der Bewilli- gung für Bauarbeiten im Grundwasser vom 24. März 2017 der Begriff Altlastensanierung be- nutzt wird. Daraus kann aber, vor allem nicht von ein em qualifizierten Fachbüro, welches die Abläufe und die für die jeweiligen Aufgaben zuständi gen Abteilungen der kantonalen Verwal- tung kennt und im Vorfeld sich bei Bedarf an die Fach stelle Altlasten gewandt hatte, der Schluss gezogen werden, es handle sich bei der Bewilligun g für Bauarbeiten im Grundwasser um etwas Anderes als um abfallrechtliche Massnahmen. 6.10. Soweit die Beschwerdeführerin in der Beschwerde aus der Vorgehensweise im Kanton Zürich in Bezug auf altlastenrechtliche Massnahmen und Kostenverteilungsverfahren etwas zu ihren Gunsten ableiten will, muss dem entgegengehalte n werden, dass der Kanton Basel- Landschaft eine andere Praxis hat und diese in ihren Me rkblättern, welche dem Fachbüro be- kannt waren, festhält. 6.11. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass es a ufgrund der vom Fachbüro geliefer- ten Informationen und Anfragen und der Vorgeschichte für das AUE und für die Fachstelle Alt- lasten keine Veranlassung gab, von sich aus weitere Untersu chungen im Rahmen einer Altlas- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht tensanierung anzuordnen und den Sanierungsbedarf abklä ren zu lassen, und sich dieser im Übrigen aufgrund der Vorgehensweise der Beschwerdefüh rerin auch nicht mehr feststellen lässt, was zu Lasten der Beschwerdeführerin geht. 7.1. Die Beschwerdeführerin fordert wie bereits vor d er Vorinstanz, der Standort sei gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. b AltlV nachträglich als sanierungsbe dürftig einzustufen. Dies wird mit der un- günstigen Lage der Messstelle 112.P.3 begründet, da diese nicht im unmittelbaren Abstrom des Unfallstandortes liege. Diese Messstelle genüge damit au ch nicht den Vorgaben gemäss der Vollzugshilfe des BAFU "Probenahme von Grundwasser bei be lasteten Standorten". Nach Auf- fassung der Beschwerdeführerin müsse eine repräsentative M essstelle vielmehr im Abstrom des Hotspots positioniert sein. Die ideale Messstelle li ege rund 20 Meter weiter westlich. Der Regierungsrat vertritt die Auffassung, dass die Messstelle 112.P.3 sowohl für die Beurteilung der Untersuchungsergebnisse aus der technischen Untersuchung im Jahr 2011 als auch für die Auswertung der Messungen während der Aushubbegleitung im Zeitraum 2016/17 repräsentativ gewesen sei. Sie decke den in Art. 9 Abs. 2 AltlV erford erlichen unmittelbaren Abstrombereich ausreichend ab. Ob in einer zusätzlichen Messstelle weit er westlich höhere Konzentrationen festgestellt worden wären, wie dies die Beschwerdeführ erin mutmasst, sei rein spekulativ. Die- se Frage könne vorliegend nicht beantwortet werden. E benso wenig könne zum heutigen Zeit- punkt mit hinreichender Wahrscheinlichkeit bewiesen oder widerlegt werden, ob die gemesse- nen geringen Konzentrationen in der Messstelle 112.P.3 nun auf eine Mobilisation während der Bauarbeiten zurückzuführen seien. 7.2. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde an das Kantonsgericht aus, dass problematisch bei der Messstelle 112.P.3 gewesen sei, d ass sich diese an einem Ort befunden habe, an dem sich die Ölbelastung überwiegend auf de r Lehmschicht gestaut habe, d.h. das Öl sei an dieser Stelle gar nicht bis ins Grundwasser vorged rungen. Diese Messstelle sei für die Voruntersuchung konzipiert und für die Überwachungsmassn ahmen beibehalten worden, aus- gehend vom ursprünglich angenommenen Sachverhalt. Nac h einer Detailuntersuchung und nach erstelltem Befund "Öl in Phase" hätte das AUE di ese Messstelle mit Sicherheit nicht als hinreichend angesehen. Im Rahmen einer Detailuntersu chung, wie sie von der AltlV in dieser Sachlage verlangt werde, hätte eine zweite Messstelle ve rlangt werden müssen, die sich an einem anderen Ort auf der "schwarzen Linie" befunden hätte, nämlich an einem Ort, an dem die Ölbelastungen "effektiv in Phase" vorhanden gewesen wären. Es vermöge daher nicht zu über- zeugen, wenn heute aufgrund unzulänglicher Messungen beh auptet werde, dass damals kein Sanierungsbedarf vorgelegen habe. 7.3. Kann dem AUE nicht vorgeworfen werden, es hätte ab Dezember 2016 eine Detailun- tersuchung anordnen müssen, bleibt auch für den Vorwur f, dass eine weitere am geeigneten Ort platzierte Messstelle ein anderes Ergebnis hervorgebra cht hätte, aufgrund dessen ein Sa- nierungsbedarf nachträglich festgestellt worden wäre, kein Raum. 8.1. Umstritten ist, ob für die Beurteilung der in de r Messstelle 112.P.3 gemessenen Gehalte an KW C 10 - C 40 der deutsche Geringfügigkeitsschwellenwert (GFS) von 1 00 µg/1 oder der in der schweizerischen Verordnung des Eidgenössischen Departem ents des Innern vom Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht 16. Dezember 2016 über Trinkwasser sowie Wasser in öffen tlich zugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) angegebene Wert von 20 µg/l heranzuziehen ist. 8.2. Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass mangels eine s schweizerischen Altlasten- konzentrationswertes für KW C 10 - C40 auf den deutschen GFS von 100 µg/I und nicht auf den schweizerischen Wert von 20 µg/I gemäss TBDV, welcher für Wasser als Lebensmittel gelte, abzustellen sei. Die TBDV und die AltlV würden unterschiedliche Ziele anstreben. Die Altlasten- konzentrationswerte seien tendenziell höher als die vors orgeorientierten Trinkwasserwerte. Ausserdem würden die Probenahmen für die Beurteilung der Toleranzwerte der TBDV ab Quel- le oder im Trinkwasserverteilnetz erfolgen und nicht di rekt im Grundwasserleiter und schon gar nicht im Abstrom eines belasteten Standortes. Die deutsch en GFS seien im Übrigen in der Re- gel sehr viel niedriger und damit konservativer angeset zt als die Konzentrationswerte der schweizerischen AltlV. 8.3. Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, da ss für die Beurteilung der in der Messstelle 112.P.3 gemessenen Gehalte an KW C 10 - C 40 der in der TBDV angegebene Wert von 20 µg/l heranzuziehen sei. Dabei nimmt sie unter an derem Bezug auf die verschiedenen Grundlagen und Vollzugshilfen des BAFU. Nach schweizerische m Altlastenrecht sei der Sanie- rungsbedarf zu bejahen, wenn die Belastungen am Sta ndort zu schädlichen oder lästigen Ein- wirkungen führen würden oder wenn die konkrete Gefahr bestehe, dass solche Einwirkungen entstünden (Art. 2 Abs. 2 AltlV). Im vorliegenden Fal l sei es bereits zu "schädlichen oder lästi- gen Einwirkungen" gekommen. Es sei also nicht bloss um eine konkrete Gefahr solcher Einwir- kungen gegangen, sondern die Gefahr habe sich bereits ve rwirklicht , nachdem das Öl bis unter den Grundwasserspiegel gelangt sei und sich folglich mit dem Grundwasser habe ausbreiten können. Wenn bei dieser Sachlage keine Konzentrationswe rte nach AltlV verfügbar seien, so gebe die TBDV wenigstens Anhaltspunkte dafür, was in der Schweiz maximal akzeptiert werde. Die vom Beschwerdegegner zitierte Formulierung "tendenzi ell höher" sei nach üblichem Sprachgebrauch jedenfalls nicht so zu verstehen, dass der deutsche Wert von 100 µg/I näher- liegen würde als der schweizerische Trinkwasserwert von 20 µg/I. Der höchste gemessene Wert von 30 µg/I (= 0.03 mg/I) schliesse insofern einen Sanierungsbedarf infolge der Ölbelas- tungen nicht klarerweise aus. 8.4. Nach schweizerischem Altlastenrecht ist der Sanierun gsbedarf zu bejahen, wenn die Belastungen an einem Standort zu schädlichen oder läst igen Einwirkungen führen oder wenn die konkrete Gefahr besteht, dass solche Einwirkungen entst ehen. Nicht jede Einwirkung auf ein Schutzgut ist automatisch eine schädliche oder lästig e Einwirkung, welche einen Sanie- rungsbedarf nach sich zieht. Ein solcher ist nur gegeben, wenn ein Mindestmass an Verunreini- gung vorliegt. Gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. b AltlV ist ein belasteter Standort hinsichtlich des Schut- zes des Grundwassers sanierungsbedürftig, wenn bei Grundwasser im Gewässerschutzbereich Au im Abstrombereich unmittelbar beim Standort die Kon zentration von Stoffen, die vom Stand- ort stammen, die Hälfte eines Konzentrationswerts nach Anhang 1 überschreitet. Dies ist vorlie- gend nicht der Fall. Schädlich oder lästig wäre die E inwirkung allenfalls gewesen, wenn ent- sprechende Werte in einer Trinkwasserfassung gemessen wor den wären. Da aber keine Trink- wasserfassung von der Einwirkung betroffen war und auch keine Gefahr bestand, dass das Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht betroffene Grundwasser in eine Trinkwasserfassung gelangen könnte, gab es keine schädliche oder lästige Einwirkung und auch keine entsprechende konkrete Gefahr. Die TBDV gibt An- haltspunkte dafür, was in der Schweiz im Trinkwasser akzept iert wird. Für die Begründung ei- nes Sanierungsbedarfs kann hingegen nicht subsidiär auf die Werte der TBDV abgestellt wer- den. Diese Verordnung regelt die Aufbereitung, die Bereitstellung und die Qualität von Trink- wasser als Lebensmittel und von Wasser als Gebrauchsgegenst and (Art. 1 Abs. 1 TBDV) und verfolgt damit einen völlig anderen Zweck als die Altl V. Bei der Beurteilung, ob ein Standort sa- niert werden muss, geht es nicht darum, dass das Grund wasser Trinkwasserqualität aufweist. Die Vollzugshilfe des BAFU zeigt dies auf, indem dort di e Trinkwasserwerte vorsorgeorientiert und somit grundsätzlich tiefer angegeben werden als massn ahmenorientierte altlastenrechtlich relevante Konzentrationswerte. Wie der Regierungsrat ausführt, hat das AUE zu Recht hilfswei- se den Geringfügigkeitswert des deutschen Rechts beigezo gen, um aufzuzeigen, dass sich die gemessenen Konzentrationen im Rahmen nicht zu einem Sa nierungsbedarf führender Werte bewegen. 9.1. Umstritten ist, ob der altlastenrechtliche Sanier ungsbedarf durch die Modellierung des Geologiebüros I.____ AG vom 7. November 2017 sowie dur ch die Beurteilung vom 3. Septem- ber 2018 bestätigt werden kann bzw. wer den Beweis für einen Sanierungsbedarf vor Aushub- beginn zu erbringen hat. 9.2. Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass weder Mod ellierung noch Gutachten als Beweis dafür taugen würden, dass vor Aushubbeginn ein Sa nierungsbedarf nach Art. 9 Abs. 2 lit. b AltlV bestanden habe. 9.3. Die Beschwerdeführerin vertritt den Standpunkt, sie müsse keinen Beweis für einen Sa- nierungsbedarf vor Aushubbeginn erbringen. Stattdessen obliege es dem AUE, den Nachweis zu erbringen, dass kein Sanierungsbedarf vorgelegen habe, obwohl es selber i n seiner Bewilli- gung vom 24. März 2017 eine Altlastensanierung bewill igt habe, nachdem es zu Einwirkungen auf das Grundwasser gekommen sei. Der vom AUE zu verantwo rtende Entscheid, diese Altlas- tensanierung auf dem Weg eines abgekürzten Verfahren s durchzuführen, dürfe heute nicht als Grund angerufen werden, um den gesetzlich gewährten Ko stenverteiIungsanspruch abzuweh- ren. Im Übrigen gehe aus den eingereichten Schadstoffm odellen hervor, dass die nachgewie- sene Grundwasserverschmutzung nicht als stationär habe bet rachtet werden können. Mit einer gewissen, wenn auch langsamen Ausbreitung der Belastun gen sei zu rechnen gewesen, nach- dem das Öl bereits in den gesättigten Bereich vorgedr ungen sei. Damit sei zumindest von ei- nem Überwachungsbedarf des Standorts vor Beginn der Ausführung des Bauprojekts auszuge- hen. Ob darüber hinaus auch von einem Sanierungsbedar f vor Beginn der Ausführung des Bauprojekts auszugehen sei, sei nicht im Rahmen des vor liegenden Verfahrens zu prüfen. Die erschwerte Beweislage könne jedenfalls nicht zur Folge hab en, dass diese Frage durch einen weiteren abgekürzten Entscheid verneint werde, ohne dass der Kostenverteilungsanspruch der Beschwerdeführerin im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebe nen Kostenverteilungsverfahrens geprüft worden wäre. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.4. Wie bereits ausgeführt, hat das AUE nie eine Al tlastensanierung angeordnet. Die Be- schwerdeführerin hat es entgegen ihrer Pflicht unterlass en, bei Antreffen der geltend gemach- ten unerwarteten Belastungen und Abweichungen vom Kon zept während der Bauphase Rück- sprache mit der Fachstelle Altlasten zu nehmen. Deshalb kann die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, dass allenfalls ein Sanierungsbedarf bestand en hätte, der nun nicht mehr nach- weisbar wäre, nichts zu ihren Gunsten ableiten. 10. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass kein a ltlastenrechtlicher Sanierungsbe- darf bestand und die Beschwerde abzuweisen ist. 11. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Ka ntonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor- liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5 '000.-- der unterlegenen Beschwerde- führerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenv orschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- zu verrechnen. Die Beschwerdeführerin hat somit noch restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'800.-- zu bezahlen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 VPO wettzuschlagen. Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'000.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- verrechnet. Die Beschwerdefüh rerin hat somit noch restliche Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'8 00.-- zu bezah- len. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 11. Mai 2021 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_267/2021) erhoben.