<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00125</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206008&amp;W10_KEY=4467135&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00125</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.07.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 22.11.2006 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Anwesenheitsberechtigung gestützt auf EMRK 8? <br/><br/>Der Ehemann der Beschwerdeführerin lebt seit 12 Jahren in der Schweiz, zunächst als vorläufig Aufgenommener, seit 2003 ist er im Besitz einer (Härtefall-)Aufenthaltsbewilligung. Die Beschwerdeführerin kann sich nicht auf Art. 8 EMRK/Art. 13 BV berufen, da ihr Ehemann in der Schweiz nicht aussergewöhnlich verankert ist bzw. über keinen gefestigten Anwesenheitsanspruch im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verfügt. Als Folge steht der Beschwerdeführerin kein Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung zu. Nichteintreten. <br/><br/>Minderheitsvotum:<br/>Eine Minderheit der Kammer ist der Ansicht, dass sich die Beschwerdeführerin auf Art. 8 EMRK berufen kann, da ihr Ehemann als Härtefall anerkannt wurde und ihm aus diesem Grund die Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. Zwar hat er deshalb keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, doch darf er unter diesen Umständen in guten Treuen darauf vertrauen, dass ihm seine Aufenthaltsbewilligung jeweils verlängert wird. Sein Aufenthalt in der Schweiz kann demnach als gefestigt eingestuft werden.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSDAUER">AUFENTHALTSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHEFRAU">EHEFRAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFESTIGTES AUFENTHALTSRECHT">GEFESTIGTES AUFENTHALTSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HÃRTEFALLBEWILLIGUNG">HÃRTEFALLBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTLAGE">NOTLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERSPRÃCHLICHES VERHALTEN">WIDERSPRÃCHLICHES VERHALTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 14 AsylG</span><br/><span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 BV</span><br/><span class="gerade">§ 13 lit. f BeamtenV</span><br/><span class="ungerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="gerade">§ 43 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">A, geboren 1964 geborene C, StaatsangehÃ¶rige der Republik Kongo, reiste ein erstes Mal im Jahr 1991 als Asylbewerberin in die Schweiz ein. Ihr Asylgesuch wurde abgewiesen, gegen welchen Entscheid sie rekurrierte. WÃ¤hrend des Rekursverfahrens heiratete sie einen 1960 geborenen Schweizer, worauf sie das Asylgesuch zurÃ¼ckzog. Als Folge der Heirat erhielt sie die Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann. Dieser verstarb am 1. August 1995, was zur Ablehnung der VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A fÃ¼hrte. Aufgrund eines Wegweisungsbefehls verliess sie die Schweiz am 18. April 1997.</p> <p class="Urteilstext">Am 1. Oktober 1998 reiste sie erneut ein und stellte ein Asylgesuch, als dessen Folge sie dem Kanton Freiburg zugewiesen wurde. Das Bundesamt fÃ¼r Migration (BFM; frÃ¼her: Bundesamt fÃ¼r FlÃ¼chtlinge) trat auf das Gesuch nicht ein. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies die Asylrekurskommission (ARK) am 26. April 1999 ab. </p> <p class="Urteilstext">Am 29. Januar 2002 heiratete sie den angolanischen StaatsangehÃ¶rigen D, geboren 1962, welcher gestÃ¼tzt auf Art. 13 lit. f der Verordnung Ã¼ber die Begrenzung der Zahl der AuslÃ¤nder vom 6. Oktober 1986 (BVO) eine (HÃ¤rtefall-)Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich besitzt. A ersuchte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit (Migrationsamt) um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann. </p> <p class="Urteilstext">Mit Entscheid des Bundesamts fÃ¼r Migration (BFM) vom 11. Februar 2002 wurde das Asylverfahren von A dem Kanton ZÃ¼rich zugeteilt. Am 20. Juni 2005 wies die ARK eine am 15. Oktober 2001 erhobene Beschwerde ab. Am 22. August 2005 teilte das Bundesamt ihr mit, der Vollzug der Wegweisung werde bis 31. Dezember 2005 sistiert. </p> <p class="Urteilstext">Am 6. September 2005 verfÃ¼gte das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, dass auf das Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung nicht eingetreten werde, weil noch ein<br/> Asylgesuch anhÃ¤ngig bzw. dessen Vollstreckung noch nicht abgeschlossen sei. Bei dieser Lage verbiete Art. 14 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG) die Einleitung und Behandlung eines fremdenpolizeilichen Verfahrens betreffend Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Auf einen gegen diese Anordnung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit erhobenen Rekurs trat der Regierungsrat am 1. Februar 2006 nicht ein. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass gemÃ¤ss Art. 14 AsylG wÃ¤hrend eines hÃ¤ngigen Asylverfahrens oder der noch nicht erfolgten Vollstreckung eines Asylentscheids die Einleitung eines fremdenpolizeilichen Bewilligungsverfahrens ausgeschlossen sei, es sei denn, die betroffene auslÃ¤ndische Person verfÃ¼ge Ã¼ber einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewilligung. Dies sei bei A nicht der Fall. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 10. MÃ¤rz 2006 beantragt A mit Beschwerde dem Verwaltungsgericht, unter Aufhebung des Entscheids des Regierungsrats sei die FremdenpolizeibehÃ¶rde anzuweisen, auf das Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung einzutreten. In verfahrensmÃ¤ssiger Hinsicht sei ihr wÃ¤hrend der Dauer der Beschwerde vorsorglicherweise der Aufenthalt zu bewilligen und es sei ihr die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung â Erlass von VorschÃ¼ssen und Verfahrenskosten â zu bewilligen.</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich die beschwerdebeklagte Direktion nicht vernehmen liess, beantragte am 5. April 2006 die Staatskanzlei namens des Regierungsrats dem Verwaltungsgericht, auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der Vollzug eines Asylverfahrens stehe noch aus, und so lange sei ein Aufenthaltsgesuch nicht mÃ¶glich, zumal die BeschwerdefÃ¼hrerin sich Ã¼ber keinen Rechtsanspruch auf Aufenthalt berufen kÃ¶nne.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>GestÃ¼tzt auf § 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist die Beschwerde an das Verwaltungsgericht auf dem Gebiet der Fremdenpolizei zulÃ¤ssig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. Dies trifft zu fÃ¼r Entscheide Ã¼ber Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen, auf deren Erteilung der oder die auslÃ¤ndische StaatsangehÃ¶rige einen bundes- oder vÃ¶lkerrechtlichen Anspruch hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943; BGE 128 II 145 E. 1.1.1).</p> <p class="Urteilstext">Ein Staatsvertrag zwischen der Republik Kongo und der Schweiz, der einen Anspruch garantiert, besteht nicht.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>GemÃ¤ss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 26. MÃ¤rz 1931 Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder (ANAG) hat der auslÃ¤ndische Ehegatte einer auslÃ¤ndischen Person mit Niederlassungsbewilligung seinerseits Anspruch auf Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammenleben. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt hat jener ebenfalls Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung (Art. 17 Abs. 2 Satz 2 ANAG). </p> <p class="Urteilstext">Keinen gesetzlichen Anspruch besitzt der auslÃ¤ndische Ehegatte, dessen Partner nur Ã¼ber die Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Ferner garantieren Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und â hier gleichbedeutend â Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) den Schutz des Familienlebens. Darauf kann sich die auslÃ¤ndische Person berufen, welche nahe Verwandte mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht in der Schweiz hat, sofern die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt und intakt ist (BGE 110 Ib 201 E. 2 und 3).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist seit dem 29. Januar 2002 mit ihrem heutigen Ehemann, der seit 2003 Ã¼ber eine (HÃ¤rtefall-)Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich verfÃ¼gt, verheiratet. Wie die Vorinstanzen richtig feststellten, kann sie aus dem nationalen Recht keinen Rechtsanspruch auf Erteilung oder VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ableiten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Wie der Regierungsrat ebenfalls zutreffend ausfÃ¼hrte, setzt ein aus Art. 8 EMRK/Art. 13 BV fliessender Rechtsanspruch auf Aufenthalt voraus, dass der aufenthaltsberechtigte Partner Ã¼ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfÃ¼gt (BGE 130 II 281 E. 3.1 und 3.2, auch zum Folgenden). Dies bedingt, dass Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur sowie entsprechende vertiefte Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich bestehen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Vorinstanzen haben erwogen, dass der Ehemann diese Voraussetzungen nicht erfÃ¼lle. Er halte sich seit rund zwÃ¶lf Jahren zuerst als vorlÃ¤ufig Aufgenommener, spÃ¤ter als Aufenthaltsberechtigter, hier auf. Seine Anwesenheitsdauer sei nicht derart lang, dass allein daraus auf eine besondere Integration geschlossen werden mÃ¼sse. Auch sei seine berufliche Verankerung nicht aussergewÃ¶hnlich. Ãbrige, beispielsweise kulturelle oder soziale Bindungen, die Teil des PersÃ¶nlichkeitsbereichs des Ehemannes geworden wÃ¤ren, sind nicht bekannt. Auch der Umstand, dass der Ehemann Mitglied einer evangelischen Missionsgemeinde und eines afrikanischen Fussballklubs sei, vermÃ¶ge daran nichts zu Ã¤ndern. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat ausfÃ¼hren lassen, dass ihr Ehemann seit einem Jahrzehnt in der Schweiz lebe. Er sei aus dem BÃ¼rgerkrieg in seiner Heimat Angola geflÃ¼chtet, sei zwar hier nicht als FlÃ¼chtling anerkannt, indessen vorlÃ¤ufig aufgenommen worden, weil die RÃ¼ckkehr in die Heimat als unzumutbar eingeschÃ¤tzt worden sei. Seit 2003 besitze er die Aufenthaltsbewilligung. In kurzer Zeit kÃ¶nne er mit der EinbÃ¼rgerung rechnen, woraus sein gefestigter Aufenthalt in der Schweiz bereits heute gegeben sei. Aufgrund der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 8 EMRK mÃ¼sse der Aufenthalt des Ehemannes als gesichert gelten, was wiederum fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin bedeute, dass sie aufgrund ihrer Ehe einen abgeleiteten Rechtsanspruch auf Aufenthalt geltend machen kÃ¶nne.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Frage des Rechtsanspruchs ist vorliegend in zwei Verfahrensstufen von Bedeutung: erstens entscheidet sie darÃ¼ber, ob das Verwaltungsgericht Ã¼berhaupt materiell auf die Beschwerde eintreten kann. Im bejahenden Fall ist das Vorliegen eines Rechtsanspruchs sodann Voraussetzung fÃ¼r die Fremdenpolizei, dass sie auf ein Aufenthaltsgesuch Ã¼berhaupt eintreten kann, weil ein hÃ¤ngiges Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Ein Anspruch aus Landesrecht auf eine Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin ist nicht gegeben, nachdem Art. 7 Abs. 1 und 17 Abs. 2 ANAG den Anspruch von auslÃ¤ndischen Ehegatten auf FÃ¤lle beschrÃ¤nken, in denen der andere Ehepartner SchweizerbÃ¼rger ist oder Ã¼ber die Niederlassungsbewilligung verfÃ¼gt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die AnsprÃ¼che aus Art. 8 EMRK/Art. 13 BV gewÃ¤hrleisten ein Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens. Diese Garantien kÃ¶nnen verletzt werden, wenn einer auslÃ¤ndischen Person, deren FamilienangehÃ¶rige hier weilen, die Anwesenheit untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird (BGE 127 II 60 E. 1d/aa sowie BGE 130 II 281, auch zum Folgenden). Der sich hier aufhaltende auslÃ¤ndische AngehÃ¶rige muss dabei aber Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht verfÃ¼gen. Dies ist der Fall, wenn er das Schweizer BÃ¼rgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung besitzt oder Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGE 126 II 335 E. 2a mit Hinweisen auf die Kritik in der Literatur). Wer selber keinen Anspruch auf lÃ¤ngere Anwesenheit in der Schweiz hat, vermag diesen auch nicht einem Dritten zu verschaffen, selbst wenn eine gelebte familiÃ¤re Beziehung zur Diskussion steht. </p> <p class="Urteilstext">Ein solches gefestigtes Anwesenheitsrecht kann sich auch aus dem Schutz des Privatlebens, d.h. wiederum aus Art. 8 EMRK/Art. 13 BV ergeben. Nach der Rechtsprechung bedarf es hierfÃ¼r indessen besonders intensiver, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehender privater Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. entsprechend vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich (BGE 130 II 281 E. 3.2). Im Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK/Art. 13 BV ist nach der Rechtsprechung jeweils aufgrund einer umfassenden Interessen- und RechtsgÃ¼terabwÃ¤gung zu entscheiden, wobei die Anwesenheitsdauer ein Element unter anderen bildet und dem Umstand Rechnung getragen werden kann, dass â besondere Bestimmungen vorbehalten â eine Niederlassungsbewilligung in der Regel nach zehn Jahren erteilt wird und ein Gesuch um EinbÃ¼rgerung grundsÃ¤tzlich nach zwÃ¶lf Jahren mÃ¶glich ist. Einen solchen Ausnahmefall hat das Bundesgericht fÃ¼r mÃ¶glich erachtet und das Verfahren an die kantonale BehÃ¶rde zur inhaltlichen Behandlung zurÃ¼ckgewiesen, wo folgende UmstÃ¤nde gegeben waren: Ein aus Serbien und Montenegro stammender, in Ãsterreich geborener AngehÃ¶riger einer Roma-Minderheit kam im Alter von zwÃ¶lf Jahren in die Schweiz, wo er im Zeitpunkt des Urteils wÃ¤hrend mehr als 20 Jahren gelebt hatte. Er war im Urteilszeitpunkt seit zwÃ¶lf Jahren mit einer in Ãsterreich aufgewachsenen Landsfrau verheiratet. Die Eheleute haben nie in ihrer Heimat gelebt und kannten diese nur von kÃ¼rzeren Aufenthalten her, die insgesamt weniger als ein Jahr gedauert haben. Der Ehemann ging seit geraumer Zeit einer geregelten Arbeit nach, die beiden Kinder besuchten die hiesigen Schulen und in der Familie wurde ausschliesslich Deutsch gesprochen. Als AngehÃ¶rige einer ethnischen Minderheit wÃ¤re nach der Ansicht des Bundesgerichts ihre RÃ¼ckkehr kaum zumutbar, jedenfalls mit grossen Unsicherheiten verbunden. Es liege ein faktischer Dauerstatus vor, welcher im Hinblick auf den Familiennachzug einem gesicherten Anwesenheitsrecht gleichzusetzen sei (BGE 130 II 281 E. 3.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Eine solche aussergewÃ¶hnliche Verankerung in der Schweiz kann der Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht nachweisen. Seine Aufenthaltsdauer belÃ¤uft sich auf rund die HÃ¤lfte derjenigen im angefÃ¼hrten Urteil des Bundesgerichts, wobei offen bleiben kann, in wie weit die Dauer der vorlÃ¤ufigen Duldung wegen der nicht zumutbaren Wegweisung an den Aufenthalt angerechnet werden kÃ¶nnte. Die Ehedauer belÃ¤uft sich ebenfalls auf einen Bruchteil derjenigen im Referenzurteil. Die Integration des Ehemannes in der Schweiz ist nicht aussergewÃ¶hnlich, sondern entspricht den in vergleichbaren Situationen anzutreffenden VerhÃ¤ltnissen. Zwar ist mÃ¶glicherweise dem Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin eine RÃ¼ckkehr in seine Heimat auch heute noch unzumutbar. Immerhin â im Gegensatz zum Vergleichsurteil â verfÃ¼gt er Ã¼ber eine Heimat und wird nicht abgewiesen oder von den BehÃ¶rden verstossen. Endlich sind keine gemeinsamen Kinder vorhanden, welche, wie im Vergleichsfall, in der Schweiz geboren und integriert sind und keine andere Heimat kennen.</p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst kann beim Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht von einem gefestigten Aufenthalt gesprochen werden. Als Folge steht der BeschwerdefÃ¼hrerin kein Rechtsanspruch auf Erteilung oder VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung zu. In Ermangelung eines Rechtsanspruchs kann das Verwaltungsgericht auf die Beschwerde nicht eintreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Weil das Gericht auf die Beschwerde nicht eintritt, entfÃ¤llt eine PrÃ¼fung der Frage, ob der Regierungsrat zu Recht auf den Rekurs nicht eingetreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung muss an der offensichtlichen Aussichtslosigkeit des Begehrens scheitern (§ 16 Abs. 2 VRG). Aufgrund der Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK/Art. 13 BV konnte die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht erwarten, dass sie Ã¼ber einen Rechtsanspruch verfÃ¼gt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Indem das Verwaltungsgericht einen Rechtsanspruch auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung als nicht gegeben erachtet und in der Folge auf die Beschwerde nicht eintritt, verneint es auch die MÃ¶glichkeit einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (vgl. E. 1.1). GestÃ¼tzt auf BGE 127 II 161 E. 3a ist der BeschwerdefÃ¼hrerin trotzdem die MÃ¶glichkeit einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht anzuzeigen, sofern sie am Bestehen eines Rechtsanspruchs festhÃ¤lt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Urteilstext">Das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung wird abgewiesen;</p> <p class="Einzug1">und beschliesst weiter:</p> <p class="Einzug2">1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Beschluss kann im Sinn der ErwÃ¤gungen innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Abweichende Meinung einer Minderheit der Kammer</p> <p class="MsoNormal">(§ 71 VRG in Verbindung mit § 138 Abs. 4 des Gerichtsverfassungsgesetzes</p> <p class="MsoNormal">vom 13. Juni 1976)</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Urteilstext">Eine Minderheit der Kammer ist der Ansicht, dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin auf Art. 8 EMRK berufen kann. Denn der Ehemann der BeschwerdefÃ¼hrerin, welcher sich bereits seit rund zwÃ¶lf Jahren in der Schweiz aufhÃ¤lt, integriert ist und Ã¼ber ein regelmÃ¤ssiges Einkommen verfÃ¼gt, wurde als HÃ¤rtefall anerkannt und ist aus diesem Grund im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Die so genannte HÃ¤rtefallbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 13 lit. f BVO wird erteilt, wenn beim AuslÃ¤nder ein schwerwiegender persÃ¶nlicher HÃ¤rtefall bzw. eine persÃ¶nliche Notlage bejaht wird. Vorausgesetzt ist beim Gesuchsteller, "dass seine Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von AuslÃ¤ndern in gesteigertem Masse in Frage gestellt" sind und eine Verweigerung der HÃ¤rtefall-Bewilligung fÃ¼r den Betroffenen schwere Nachteile zur Folge hÃ¤tte (BGE 119 Ib 33 E. 4c). Das Bundesgericht betont deshalb den Ausnahme- und Einzelfallcharakter der HÃ¤rtefallbewilligung (BGE 123 II 125). </p> <p class="Urteilstext">Da die persÃ¶nliche Situation des Ehemanns der BeschwerdefÃ¼hrerin von den BehÃ¶rden als HÃ¤rtefall anerkannt wurde, wÃ¼rden ihm sonach schwerwiegende Nachteile widerfahren, wenn er die Schweiz verlassen mÃ¼sste. Zwar hat er deshalb keinen Rechtsanspruch auf VerlÃ¤ngerung seiner Aufenthaltsbewilligung, doch darf er unter diesen UmstÃ¤nden in guten Treuen darauf vertrauen, dass ihm seine Aufenthaltsbewilligung jeweils verlÃ¤ngert wird, soweit kein Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Ordnung oder Sicherheit vorliegt. Auch wurde ihm bereits die Erteilung der Niederlassungsbewilligung fÃ¼r das Jahr 2013 in Aussicht gestellt. Sein Aufenthalt ist deshalb nach der Auffassung einer Minderheit der Kammer im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 3.3) als gefestigt anzusehen, sodass ihm der Nachzug seiner Ehefrau gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK bewilligt werden kann. Anders entscheiden bedeutet, dass er seiner Ehefrau ins Ausland folgen muss, um mit ihr zusammenleben zu kÃ¶nnen, obwohl ihm â als anerkanntem HÃ¤rtefall â nicht zugemutet wird, die Schweiz zu verlassen. Dieses behÃ¶rdliche Vorgehen ist widersprÃ¼chlich und steht damit auch in Konflikt zu Art. 9 BV.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>