Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 27. April 2022 (810 21 297) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Zustimmung Liegenschaftsverkauf Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Hans Furer, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladene Betreff Zustimmung Liegenschaftsverkauf (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 21. Oktober 2021) A. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KE SB) errichtete mit Entscheid vom 23. Oktober 2014 für C.____, geboren am XX.XX.1945, eine Vertretungsbeistandschaft mit Einkommens- und Vermögensverwaltung und entzog ihr den Zugriff auf ihre Vermögenswerte und die Handlungsfähigkeit für den Abschluss von Rechtsge schäften. Ausgenommen davon blieben Barkäufe bis zur Höhe von Fr 500.--. Des Weite ren umfasste die Vertretungsbeistand- schaft nach Art. 394 Abs. 1 i.V.m. Art. 395 Abs. 1 des Sch weizerischen Zivilgesetzbuches Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht (ZGB) vom 10. Dezember 1907 gemäss Ziff. 5 des Entscheids vom 23. Oktober 2014 die Auf- gabenbereiche: "das soziale Wohl der Verbeiständeten zu fördern … (lit. a); für das gesundheit- liche Wohl sowie für hinreichende medizinische Betreuung der Verbeiständeten zu sorgen und sie bei allen dafür erforderlichen Vorkehrungen zu vert reten (lit. b); stets für eine geeignete Wohnsituation bzw. Unterkunft besorgt zu sein und die V erbeiständete bei allen in diesem Zu- sammenhang erforderlichen Handlungen umfassend zu vertre ten (lit. c); die Verbeiständete beim Erledigen der administrativen Angelegenheiten zu vertreten, … (lit. d); die Verbeiständete beim Erledigen aller finanziellen Angelegenheiten zu vertreten, … (lit. e)." B. C.____ besass eine Eigentumswohnung in D.____ und e ine in E.____ (AG). Das Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), entschied mit Urteil vom 17. August 2016 [Verfahren 810 16 130], dass die Wohnung in D.____ zwecks Beschaffung liquider Mittel zu verkaufen sei. Der Erlös diente der Finanzierung des Le- bensunterhaltes von C.____. Seit Oktober 2017 lebt C. ____ im Haus F.____ in Basel-Stadt. Das Haus F.____ bietet ein niederschwelliges betreutes W ohnen in 29 Einzelzimmern für Men- schen beiderlei Geschlechts mit Suchtproblemen (Drogen, Alkohol, Medikamente; vgl. https://G.____; zuletzt besucht am 25. April 2022). C. Am 22. September 2021 nahmen die Beiständin, H.__ __, Sozialberatung D.____, und ein Mitglied der KESB die Eigentumswohnung von C.___ _ in E.____ in Augenschein. In der Wohnung lebt A.____, die Tochter von C.____. Vor Ort wurde festgestellt, dass die Wohnung mit Unrat vollgestellt war und sich in einem unhygienische n Zustand befand. Anlässlich des Gesprächs mit A.____ erklärte diese, dass sie selber gesundh eitliche Probleme habe, eine 35%ige SUVA-Rente beziehe und eine 1-Zimmerwohnung i n I.____ (Basel-Stadt) gemietet ha- be, welche jedoch mit Möbeln vollgestellt und deshalb nicht bewohnbar sei. Ohne fremde Hilfe schaffe sie es nicht, die Wohnung in I.____ zu räumen. Sie könne die Notwendigkeit des Woh- nungsverkaufs nachvollziehen, wobei aus ihrer Sicht die Un terbringung ihrer Mutter im Haus F.____ nicht ideal sei. D. Die Beiständin beantragte mit Schreiben vom 23. Se ptember 2021 bei der KESB die Zustimmung zum Verkauf der 2.5-Zimmerwohnung in E.__ __. Sie begründete ihren Antrag da- mit, dass C.____ nicht mehr in der Liegenschaft wohne und ihre finanziellen Ersparnisse aufge- braucht seien. C.____ müsse deshalb vorübergehend von der Sozialhilfe unterstützt werden. Gemäss Verfügung der Sozialhilfebehörde D.____ vom 1. November 2021 wird C.____ seit dem 1. September 2021 mit monatlich Fr. 3'738.05 unt erstützt. Am 5. Oktober 2021 hörte die KESB C.____ zum Antrag der Beiständin an. Sie erklärte sich mit dem Wohnungsverkauf nicht einverstanden. E. Mit Entscheid vom 21. Oktober 2021 stimmte die KES B der Liquidation des Haushalts von C.____, Stockwerkeigentum Nr. 861, Grundbuch E.____ , zu (Ziff. 1). Die Beiständin wurde beauftragt, die Liquidation des Haushalts zu veranlass en und den Verkauf der Wohnung in die Wege zu leiten (Abs. 2) sowie A.____ bei der Räumung ihrer Wohnung in I.____ zu unterstüt- zen (Ziff. 4). Im Wesentlich wurde der Entscheid damit b egründet, dass die Eigentumswohnung in der Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs als Verm ögenswert angerechnet werde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und somit zu einem Fehlbetrag führe. Zudem hätten di e Erfahrungen der letzten sieben Jahre gezeigt, dass C.____ auf ein betreutes Wohnen angewie sen sei. Im Übrigen sei die Aufnahme einer Hypothek zur Sanierung der Wohnung, damit dies e vermietet werden könne, in Anbe- tracht der finanziellen Situation von C.____ nicht möglich. F. Mit Eingabe vom 17. November 2021 erhob A.____ geg en den Entscheid der KESB beim Kantonsgericht Beschwerde. Sinngemäss bemängelte sie , dass nicht berücksichtigt wer- de, dass ihre Mutter seit langer Zeit einen Zimmerwech sel oder eine alternative Wohnmöglich- keit wünsche. Zudem könne ihre Mutter mit Hilfe der Sp itex allenfalls in ihrer Wohnung in E.____ wohnen. Des Weiteren bestehe die Gefahr, dass si e in ihrer Wohnung in I.____ durch ihre Mutter dauernd belästigt werde. Dies habe schon b einahe zur Kündigung geführt. Sie ak- zeptiere diese Situation nicht. Mit Schreiben vom 18. November 2021 wurde der Beschwerde- führerin Frist zur Einreichung des Kostenvorschusses gewährt . Mit Eingabe vom 6. Dezember 2021 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde u nd skizzierte alternative Wohnmög- lichkeiten für ihre Mutter mit der Bitte, diese zu prü fen. Ausserdem erhob die Beschwerdeführe- rin eine Forderung von Fr. 20'000.-- für die Begleich ung von Schulden, die ihre Mutter bei ihr angehäuft habe. Des Weiteren beantragte sie die Gewäh rung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung. Mit innert erstreckter Frist eingereichter Vernehmlassung vom 7. Dezember 2021, welche am 28. Dezember 2021 beim Kantonsgericht einging, beant ragte die KESB die Abweisung der Be- schwerde unter o/e-Kostenfolge. Mit ihrer Eingabe reich te sie unter anderem eine Stellungnah- me der Beiständin vom 15. Dezember 2021 zur Beschwerde sowie ein Schreiben vom 22. De- zember 2021 ein, in welchem sich die Geschäftsleitung un d die Sozialpädagogin J.____ vom Haus F.____ zur Situation von C.____ und zur Beschwerde äusserten. G. Mit Verfügung vom 19. Januar 2022 überwies das Gerich tspräsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung und entschied, das Gesuch um une ntgeltliche Prozessführung werde zusammen mit der Hauptsache beurteilt. Die Beschwerdefüh rerin erhielt Frist zur Einreichung des Formulars "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" u nd der erforderlichen Belege. Am 31. Januar 2022 gingen das Gesuch und die Belege beim Kantonsgericht ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 kann gegen Entscheide der KESB Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sin d die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). N ach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren bete iligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als Toch- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ter von C.____ zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen formellen Vorausset- zungen gegeben sind, ist auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten. 1.2.1. Zu prüfen ist, ob auf alle Begehren der Besch werdeführerin einzutreten ist. Vorliegend ist der Entscheid der KESB vom 21. Oktober 2021 angefochten und bildet damit das Beschwer- deobjekt. Das Beschwerdeobjekt ist jedoch nicht identisch mit dem Streitgegenstand. In der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege (worunter auch das vorliegende Beschwerdeverfahren vor Kantonsgericht fällt) ist Streitgegenstand das Recht sverhältnis, das Gegenstand der ange- fochtenen Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt (RENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz 987 und 1051). Streitgegenstand kann somit nu r sein, was bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens war oder allenfalls hätte sein sollen und was gemäss der Disposi- tionsmaxime zwischen den Parteien noch strittig ist, was si ch wiederum aus den Parteibegeh- ren, insbesondere den Beschwerdeanträgen ergibt (BGE 136 II 462 f. E. 4.2). Gegenstände, über welche die erstinstanzlich verfügende Behörde nich t entschieden hat und über welche sie nicht entscheiden musste, darf die obere Instanz – abgese hen von hier nicht vorliegenden äus- serst seltenen Ausnahmefällen – nicht beurteilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der Vorinstanz eingreifen würde. Ein Antrag, der übe r das hinausgeht, was von der Vorinstanz entschieden wurde, oder der mit dem Gegenstand der an gefochtenen Verfügung nichts zu tun hat, ist ungültig (BVGE 2009/37 E. 1.3.1; R HINOW /KOLLER /KISS /T HURNHERR /B RÜHL -MOSER , a.a.O., Rz 988; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 6. Februar 2019 [810 18 181] E. 1.2.1; KGE VV vom 18. März 2015 [810 14 186] E.1.3). 1.2.2. Mit dem angefochtenen Entscheid wurde der Liqui dation des Haushalts von C.____ zugestimmt und die Beiständin beauftragt, die Liquidat ion des Haushalts zu veranlassen und den Verkauf der Wohnung in die Wege zu leiten. Die B eschwerdeführerin wünscht in ihrer Be- schwerdeergänzung vom 6. Dezember 2021 unter anderem, d ass ihre Mutter im Haus F.____ ein ruhigeres Zimmer erhalte. Zudem beantragt sie, da ss ihrer Mutter nach dem Verkauf der Wohnung jeden Monat ein Fixbetrag und zusätzlich Geld für das Generalabonnement der SBB zur Verfügung gestellt werde sowie dass ihre Mutter in B asel-Stadt angemeldet werde. Des Weiteren macht sie gegenüber der Mutter eine Forderun g von Fr. 20'000.-- geltend für Schul- den, die ihre Mutter in den Jahren, bevor diese geer bt habe, bei ihr gemacht habe. Diese habe sie bisher nie eingefordert, da immer noch die Wohnung in E.____ verfügbar gewesen sei. 1.2.3. Diese Anliegen waren nicht Gegenstand des ersti nstanzlichen Verfahrens und hätten es auch nicht sein müssen. Damit darf das Kantonsgericht über diese Forderungen und Anlie- gen nicht urteilen, da sie sonst in die funktionelle Zuständigkeit der KESB eingreifen würde. Das Kantonsgericht tritt folglich auf diese Begehren nicht ein. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1. C.____ bezieht eine AHV-Rente und Ergänzungsleist ungen. Sie ist Eigentümerin der strittigen Liegenschaft und verfügt im Moment über keine liquiden finanziellen Mittel. Beim An- spruch auf Ergänzungsleitungen wird ihre Liegenschaft als Vermögenswert angerechnet, so dass sie nur reduzierte Ergänzungsleistungen erhält. Dahe r entsteht eine finanzielle Lücke bei der Finanzierung ihres Heimaufenthalts. Aus diesen Gründen gewährte ihr die Sozialhilfebehör- de D.____ mit Verfügung vom 1. November 2021 ab 1. September 2021 Sozialhilfeleistungen in der Nettohöhe von monatlich Fr. 3'738.05. Begründet wurde der Entscheid damit, dass C.____ nicht mehr in der Lage sei, alleine zu leben, und sie deshalb im Wohnheim F.____ wohne. Durch die beantragte Neuberechnung der Ergänzungsleistungen und den Verkauf des Wohnei- gentums sei zu erwarten, dass C.____ für die Heimkosten w ieder selbstständig werde aufkom- men können. Zur Sicherung des Heimplatzes sei vorübergeh end die Finanzierung des beste- henden Fehlbetrages durch die Sozialhilfe der Gemeind e D.____ notwendig. Mit Verfügung vom 1. November 2021 wurde die Ausrichtung von Unterstützungsleistungen bis längstens zum 31. August 2022 befristet. Nach Ablauf dieser Frist kön ne eine Fortsetzung der Unterstützungs- leistungen nur nach einer Situationsüberprüfung und A ntragstellung an die Sozialhilfebehörde erfolgen. Des Weiteren wurde bereits angekündigt, dass durch den Verkauf der Eigentumswoh- nung finanzielle Mittel generiert würden, die zur Rü ckzahlung der bezogenen Unterstützung herbeigezogen werden müssten. 3.2. Soweit die Beschwerdeführerin aufgrund des Verkau fs der Liegenschaft um ihr Erbe bangt, kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass ab 1. Januar 2021 neu eine Rückerstat- tungspflicht für Erben von Ergänzungsleistungsbezügern besteht. Hat eine Person Ergänzungs- leistungen bezogen, müssen die Erben nach dem Tod einer Ergänzungsleistungsbezügerin oder eines Ergänzungsleistungsbezügers aus der Erbschaft die in den letzten 10 Jahren bezo- genen Ergänzungsleistungen zurückerstatten. Die Rückerstattu ng ist nur von demjenigen Teil des Nachlasses zu leisten, der den Betrag von Fr. 40'000. -- übersteigt (Art. 16a des Bundesge- setzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassene n- und Invalidenversicherung [ELG] vom 6. Oktober 2006). Die Rückerstattungspflicht gi lt überdies nur für Ergänzungsleis- tungen, die nach dem 1. Januar 2021 bezogen wurden. W ürde die Liegenschaft im jetzigen Zeitpunkt nicht verkauft werden, müssten die Erben und damit auch die Beschwerdeführerin im Erbfall aus dem den Betrag von Fr. 40'000.-- überstei genden Teil des Nachlasses die von ihrer Mutter in den letzten 10 Jahren, jedoch frühestens ab d em 1. Januar 2021 bezogenen Ergän- zungsleistungen zurückerstatten, womit die Beschwerdeführ erin im Erbfall auf jeden Fall nicht mit dem vollständigen Wert der Liegenschaft rechnen ka nn. Der Nichtverkauf der Liegenschaft würde demzufolge in jedem Fall nicht den Erhalt des (ganzen) Nachlasses garantieren. 3.3. Da C.____ ihre finanziellen Ersparnisse aufgebrau cht hat, sie seit Jahren nicht mehr in der Eigentumswohnung wohnt, bei den Ergänzungsleistung en ein Fehlbetrag aufgrund des Vermögenswerts in Form der Eigentumswohnung resultiert und die Sozialhilfe nur eine vo- rübergehende Ausrichtung von Leistungen zur Sicherung des Heimplatzes bis zum Verkauf der Liegenschaft ausrichtet, genehmigte die KESB den Antra g der Beiständin auf Verkauf der Lie- genschaft und Liquidation des Haushalts. Die Beschwerdefü hrerin ist mit dem Verkauf der Lie- genschaft mit der Begründung nicht einverstanden, ihre Mutter könne allenfalls mit Hilfe der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Spitex alleine in der Liegenschaft wohnen. Sollte dies em Antrag nicht stattgegeben werden, beantragt sie in ihrer Eingabe vom 6. Dezember 2021 d ie weitere Unterbringung der Mutter im Haus F.____, jedoch in einem ruhigeren Zimmer. Die KESB, die Beiständin und das Heim F.____ bestreiten vehement, dass C.____ in der Wohnung leben könnte. Zu prüfen ist demzu- folge, ob C.____ in der Wohnung leben könnte. 4.1. Gemäss Art. 416 Abs. 1 ZGB ist für bestimmte Gesch äfte, welche der Beistand oder die Beiständin in Vertretung der betroffenen Person vornimmt, die Zustimmung der KESB erfor- derlich. Dazu zählen nach Art. 416 Abs. 1 ZGB unter an derem die Liquidation des Haushalts und die Kündigung des Vertrags über Räumlichkeiten, in denen die betroffene Person wohnt (Ziff. 1), und der Erwerb, die Veräusserung, die Verpfändung und andere dingliche Belastungen von Grundstücken sowie das Erstellen von Bauten, das über ordentliche Verwaltungshandlun- gen hinausgeht (Ziff.4). Diese Bestimmung nimmt Rücksich t auf die grosse Tragweite, welche diese Entscheidung für die verbeiständete Person hat, un d will mit dem Zustimmungserforder- nis überstürztes Handeln möglichst verhindern. Die KESB ha t bei ihrer Entscheidung insbeson- dere die grösstmögliche Selbstbestimmung (Art. 388 Abs. 2 ZGB) sowie die Wünsche und Vor- stellungen der verbeiständeten Person in ihrer Überprüf ung und Zustimmung zu berücksichti- gen. Die Genehmigungspflicht beinhaltet eine Beurtei lungs- und Prüfungspflicht. Die KESB hat das Geschäft unter dem Aspekt der Interessen der verbeiständeten Person zu prüfen, wobei es um eine Gesamtschau der Einzelumstände geht. Das ZGB ent hält hierzu keinerlei Direktiven (vgl. YVO BIDERBOST , in: Büchler/Häfeli/Leuba/Stettler [Hrsg.], Fam Kom mentar Erwachsenen- schutzrecht, Bern 2013, N 44 ff. zu Art. 416 ZGB). Im Fo kus stehen dabei die Interessen der verbeiständeten Person. Das sind zum einen deren wirt schaftliche Interessen, welche sich ins- besondere am Preis resp. am Korrelat Leistung/Gegenlei stung messen, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Prognosen über künftige Entwicklungen . Indessen ist nicht in jedem Fall allein das materielle Interesse an einem Geschäft ausschlag gebend, sodass das eventuell wirt- schaftlich günstige Geschäft zu unterlassen bzw. nicht stets das vorteilhafte zu genehmigen ist, da mit dem Erwachsenenschutz die Persönlichkeit der be troffenen Person nicht einfach abs- trakt geschützt werden soll, sondern die betroffene Per son in ihrer Gesamtheit miteinzubezie- hen ist. Es können mithin auch persönliche, emotionale o der affektive Momente in einem kon- kreten Einzelfall mit zu berücksichtigen sein (B IDERBOST , a.a.O., N 47 zu Art. 416 ZGB). 4.2. Die Mutter der Beschwerdeführerin wohnt seit Okto ber 2017 und damit seit über 4.5 Jah- ren im Haus F.____ und nicht mehr in E.____. In der Regel geht es bei der Liquidation des Haushalts, um die grundlegende Veränderung der Leben ssituation der betroffenen Person, da diese Auflösung meistens mit dem Eintritt in eine Pfle ge- oder Wohnungseinrichtung einher- geht. Vorliegend hat sich die Umgestaltung der Lebenssit uation jedoch schon vor Jahren voll- zogen. Damit geht es vorliegend nicht um die Veränder ung der Wohnsituation, was meist der dramatische Einschnitt für eine betagte Person ist, son dern um den weniger einschneidenden Schritt der Auflösung des Haushalts und des Verkaufs der vo n C.____ seit 4.5 Jahren nicht mehr bewohnten Liegenschaft. Dabei wird nicht verkannt, dass auch diese Vorgänge für die betroffene Person einen entscheidenden Lebenseinschnit t darstellen. Sie besiegeln den end- gültigen Charakter der vorher schon vollzogenen Änderu ng der Wohnsituation und besiegeln die Trennung von der Liegenschaft und von einer Vielza hl von Gegenständen, welche die Ver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gangenheit der Betroffenen dokumentieren und mit den en diese aufs Engste verbunden war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_34/2019 vom 30. April 2019 E. 4.1). 4.3.1. Die KESB führt in ihrer Vernehmlassung vom 7. Dezember 2021 aus, dass die Unter- bringung von C.____ die Beistandsperson schon von Anfa ng an vor grosse Herausforderungen gestellt habe. Die betreute Wohnform im Haus F.____ e ntspreche den Bedürfnissen von C.____ am besten, obwohl sich auch dort immer wieder Fr agen im Zusammenhang mit dem Sammeln von Gegenständen stellen würden. Die Erfahru ngen seit Beginn der Beistandschaft hätten gezeigt, dass C.____ eine sehr umtriebige Perso n und ein selbständiges Wohnen nicht möglich sei. Im Haus F.____ erhalte sie die notwendige Unterstützung und finde sich grund- sätzlich in diesem Rahmen zurecht. Es gebe kaum eine Inst itution, die ihren Bedürfnissen ge- recht werde und in der sie auch längerfristig tragbar sei. 4.3.2. Die Beiständin erklärt in ihrem Schreiben vom 15. Dezember 2021, dass diverse Be- schwerdebriefe der Verwaltung die KESB erreicht hätten , als C.____ vor Jahren selbst in der Wohnung in E.____ gewohnt habe. Grund dafür seien h auptsächlich die von C.____ in den all- gemeinen Teilen der Liegenschaft sowie auf ihrem Garte nsitzplatz deponierten Gegenstände gewesen. Daraufhin sei für C.____ eine Unterkunft gesu cht worden, in der sie ihre Freiheiten leben könne und gleichzeitig eine Begleitung in verein zelten Lebensbereichen gewährleistet werden könne. Mittlerweile sei dieses Setting im Haus F .____ seit vier Jahren erfolgreich. An keinem anderen Ort sei C.____ so lange wohnhaft gebli eben. Es sei richtig, dass C.____ das Aufräumen ihres Zimmers nicht akzeptiere und danach wüt end das F.____ verlasse. Seit sie keine Ersparnisse mehr habe, nutze sie die teure Notschla fstelle nicht mehr und kehre am Abend wieder ins Haus F.____ zurück. Nach telefonischen Au ssagen der Beschwerdeführerin übernachte sie auch nicht mehr in E.____, sondern reis e nach der Zimmerräumung in E.____ an, beschwere sich bei der Beschwerdeführerin über das Haus F.____ und reise wieder zurück. Das regelmässige Räumen des Zimmers sei wichtig, um eine Verwahrlosung von C.____ und das Gedeihen von Ungeziefer zu vermeiden. Ihr soziales Umfeld habe C.____ hauptsächlich in I.____. Sie kenne diverse Orte, wo sie Bekannte treffe und ihre Zeit verbringe. Auch im Haus F.____ sei sie nach Aussage ihrer ehemaligen Bezugsperso n sozial integriert und eine Berei- cherung für die Bewohnenden. Obwohl sie aus dem Konte xt des Bewohnendenprofils falle, scheine sie sich mehrheitlich in diesem Umfeld wohl zu fü hlen. Sie habe gezeigt, dass sie selbst um Alternativen besorgt sein könne, wenn dies notwendig werde. Seit sie über ihre finan- zielle Lage informiert worden sei, verwalte sie ihr Ta schengeld ausschliesslich im Haus F.____ und beantrage keine Übernachtungen in der Notschlafstelle mehr. Die Beiständin erklärt, sie sei zuversichtlich, dass C.____ in ihrem grossen Sozialnetz in I. ____ ein alternatives Ventil finden werde, wenn die Wohnung in E.____ nicht mehr ihr Eig entum sei. C.____ sei aufgrund ihres Sammeltriebs und ihrer Konfliktlösungsstrategie nicht in der Lage, selbständig zu wohnen. Es mache wenig Sinn, eine Spitex in der Wohnung in E.____ als Unterstützung zu organisieren, da C.____ keine pflegerische Unterstützung benötige und das Räumen von Messie-Wohnungen nicht in den Aufgabenbereich der Spitex falle. Eine a lternative Wohnform zum Haus F.____ habe bisher nicht gefunden werden können, da die Bedü rfnisse von C.____ die Möglichkeiten stark einschränken würden. Sollte sie mehr pflegerische Un terstützung benötigen, hätte das Haus F.____ im Gebäude nebenan eine intensiver begleitete Wohnform, das "F.____ K.____ ". Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Beiständin hat ihrer Stellungnahme je ein Schreib en der Verwaltung der Wohnung in E.____ vom 11. August 2016 und der Verwaltung der Wohnung in D.____ vom gleichen Tag mit Fotos beigelegt. Aus dem Schreiben betreffend die Woh nung in E.____ geht hervor, dass C.____ diverse Schachteln, Möbel und Abfallsäcke auf ihrem Gartensitzplatz deponiert hatte. Dem Schreiben betreffend die Wohnung in D.____ ist zu entnehmen, dass C.____ täglich Ge- genstände, Abfälle, Lebensmittel etc. vor ihrer Wohnun gstüre sowie in den allgemeinen Teilen der Liegenschaft deponiert hatte. Die Verwaltung und die Nachbarn waren besorgt, weil die Lebensmittel zur Bildung von Ungeziefer sowie zu einem unerträglichen Geruch führen würden. Zudem würden diese Deponien Zugänge zu den Wohnungen und Kellern blockieren und Flucht- und Rettungswege versperren. 4.3.3. Das Haus F.____ führt in seiner Stellungnahme vo m 22. Dezember 2021 aus, dass C.____ seit Oktober 2017 dort lebe. Sie sei als Notfa ll in die Abteilung F.____ K.___ aufge- nommen worden. Dies sei aufgrund gesundheitlicher Einsch ränkungen und Verwahrlosungs- tendenzen geschehen. Sie habe zu jenem Zeitpunkt allei n in ihrer Wohnung in D.____ gelebt. Im weiteren Verlauf ihres Aufenthaltes sei C.____ dan n in die Abteilung Stationäres Wohnen umgezogen, in welcher sie bis zum heutigen Zeitpunkt l ebe. Das Team der Mitarbeiter des Hauses F.____ erlebe C.____ als eine lebensfrohe, übe rwiegend lustige und vor Energie sprü- hende 76-Jährige. Ihr körperlicher Zustand sei – mit A usnahme der Zähne – als gut zu bezeich- nen. C.____ habe in Bezug auf ihr Dasein ein "etwas an deres Bild" von sich. Sie lebe überwie- gend in der Vergangenheit und knüpfe mit ihren Plän en immer wieder dort an. Sie zeige auch ein zwanghaftes Sammeln von Gütern aller Art. Diese fin de sie unter anderem auf der Strasse, in Brockenstuben etc. Dazu gehöre unter anderem auch das Horten von Lebensmitteln. Die erwähnten Dinge würden dann im Zimmer von C.____ lan den. Das Zimmer werde in regelmäs- sigen Abständen vom Heim geleert. Diese Abstände könnten allerdings auch nur 2 Tage betra- gen. C.____ könne in Situationen, in denen sie sich ein geschränkt oder ungerecht behandelt fühle oder eine Leerung ihres Zimmers stattgefunden habe, sehr laut und verbal ausfällig wer- den. Meist verlasse sie dann unter Ablassen von Schimpfworten das Haus. Wiederholt lasse sie ihre Wut aber auch an Gegenständen aus. C.____ habe a uch schon Plastikflaschen gezielt in Richtung von Mitarbeitern geworfen. Gemäss Meinung des Hauses F.____ sei der Aufenthalts- ort von C.____ zum jetzigen Zeitpunkt der richtige. Ein Wohnen in einer eigenen Wohnung er- scheine weiterhin nicht möglich. Ein Aufenthalt in ein em Alters- und Pflegeheim würde die Strukturen sprengen oder C.____ müsste in ihrem Bewegungsspielraum eingeschränkt werden. Weiter führt das Haus F.____ in seiner Stellungnahme vo m 22. Dezember 2021 aus, die Be- zugsperson von C.____ habe diese mehrere Male auf die Möglichkeit angesprochen, den Ent- scheid betreffend Verkauf der Wohnung in E.____ anzufec hten. Nachdem C.____ zuerst dafür gewesen sei, habe sie letztendlich aber keine Beschwerde erhoben. Das Haus F.____ erachte den Wohnort von C.____ als den richtigen, auch unter Berücksichtigung des Umfeldes, in dem C.____ zurzeit lebe. Sie könne in diesem Umfeld so sei n, wie sie wolle. Ihre verbalen Ausbrü- che gegenüber anderen Bewohnern würden nicht immer h armlos verlaufen. Es brauche fast immer ein Eingreifen der diensthabenden Mitarbeiter. Im Haus F.____ würden ca. 30 Frauen und Männer zusammen wohnen. Es gehe dort nicht immer leise zu, wobei C.____ mit ihrem Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auftreten auch zur Lautstärke beitrage. Das Haus biete eine 24-Stunden-Betreuung an. Die Zimmerräumung sei aus zwei Gründen unerlässlich: Zum einen passiere dies aus hygienischen Aspekten (verschimmelte Lebensmittel etc.) und zum anderen lasse es der Sicherheitsaspekt (Rettung bei Notfall) nicht zu, da das Zimmer sonst unbe gehbar würde. Einige Male habe sich die Tür nicht mehr richtig öffnen lassen. "Eine Reflexi on ihres Handelns" sei bei C.____ "nicht erreichbar". Für sie seien die Gegenstände, die sie mit bringe, kostbare Schätze, die sehr wert- voll seien und unbedingt gerettet werden sollten. Ein Zimmerwechsel könne aus Sicht des Hau- ses F.____ nicht stattfinden, da ein größeres Zimmer un ausweichlich die Möglichkeit nach sich ziehen würde, noch mehr Gegenstände zu sammeln. Es se i nach Meinung des Hauses F.____ kein gangbarer Weg, dass C.____ in die Wohnung nach E .____ zurückkehre und von der Spi- tex betreut werde. Die Spitex würde nach kurzer Zeit die Betreuung einstellen und die Wohnung wäre in Wochenfrist unbewohnbar. Ein Besuch der Wohnung , um Erbstücke zu sichten, werde vom Haus F.____ unter allen Umständen unterstützt. C.__ __ sollte in einem betreuten Umfeld leben. Das müsse nicht unbedingt das Haus F.____ sein, abe r zurzeit gebe es wohl wenig Al- ternativen. 4.4. Die sich gemäss obigen Ausführungen deckenden Aussagen der involvierten Stellen beschreiben eine umtriebige Person, die seit Jahren Ge genstände und Nahrungsmittel sucht- mässig hortet und ihre jeweiligen Wohnorte damit vermü llt und dabei keine Einsicht bezüglich ihrer Sammelsucht zeigt. Eine derartige Sammelsucht (Messie) – wie von den involvierten Stel- len beschrieben – geht einher mit unhygienischen Zuständ en, welche zu gesundheitlichen Problemen, z.B. aufgrund von Ungeziefer und Schimmel, führen können. Des Weiteren können gesundheitliche Probleme und Verwahrlosung aber auch F olge davon sein, dass z.B. die sani- tären Anlagen, der Kühlschrank, die Kochplatten in der Wohnung nicht mehr oder nur noch un- genügend benützt werden können, weil sie vermüllt und nicht mehr zugänglich sind. Eine derar- tige Sammelsucht führt aber auch zu Sicherheitsproblem en, da die Hausgänge für die Feuer- wehr und die Sanitäter nicht mehr passierbar sind, her umliegender Unrat Stolperfallen darstellt und grosse Mengen von Müll eine Brandgefahr bedeuten können. Die Sammelsucht von C.____ gefährdet somit sie selber. Zudem führt sie auc h zu unhygienischen, gefährdenden und unzumutbaren Zuständen für die Nachbarn, welche sich beklagen würden. Bereits im Urteil des Kantonsgerichts vom 25. Mai 2016 betreffend Antrag au f Beistandswechsel ist von mehreren Reklamationen von Seiten der Nachbarn und der Verwaltung die Rede. Schon im Oktober 2017 hatte unter anderem die Sammelsucht von C.____ dazu g eführt, dass sie im Haus F.____ auf- grund gesundheitlicher Einschränkungen und Verwahrlosu ngstendenzen als Notfall aufgenom- men wurde und vor allem auch dort blieb. Seit 4.5 Jah ren lebt C.____ im Haus F.____, obwohl sie Eigentümerin der Wohnung in E.____ ist. Gemäss Ausku nft des Hauses F.____ hat sie hauptsächlich in I.____ ihr soziales Netz, ist im Haus F. ____ integriert und scheint sich dort mehrheitlich wohl zu fühlen. Den Akten ist zu entnehmen , dass C.____ früher ab und zu in der Wohnung in E.____ übernachtete, gemäss Auskunft der Be schwerdeführerin ist dies jedoch nicht mehr der Fall. Es ist davon auszugehen, dass C.____ – sollte sie alleine in der Wohnung in E.____ wohnen – innert kürzester Zeit die Wohnung und auch die allgemeinen Teile der Lie- genschaft mit Unrat füllen würde, was das Einschreiten de r Behörden, die Entfernung von C.____ aus ihrer Wohnung und eine Platzierung in eine m Heim wieder nötig machen würde. Zudem würde die Wohnungsnahme in E.____ ein Herausreissen von C.____ aus dem seit Jah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren funktionierenden Setting und aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld bedeuten. Es ist nicht ersichtlich, weshalb nach 4.5 Jahren Heimaufenthalt ein selbstständiges Wohnen wieder mög- lich sein sollte, da sich an ihrer Sammelsucht nichts geändert hat. Das Kantonsgericht kommt in Übereinstimmung mit den Einschätzungen des Hauses F.____ , der Beiständin und der KESB zum Schluss, dass C.____ nicht in der Lage wäre, alleine in der Wohnung in E.____ zu woh- nen. Dies wäre auch nicht mit Hilfe Dritter möglich . Die Aufgabe der Spitex ist nicht, Wohnun- gen zu entrümpeln und Unrat in grossen Mengen zu besei tigen. Sollten zudem die Mitarbeiter der Spitex aufgrund der vermüllten und unpassierbaren Wohnung ihre Arbeit nicht mehr verrich- ten können, würde die Spitex ihre Arbeit dort aufgebe n. Andere Institutionen oder Personen, welche eine derartige Arbeit in überaus kurzen zeitlich en Abständen immer und immer wieder übernehmen würden, lassen sich kaum finden, zumal diese jedes Mal gegen den Willen von C.____ diese Aufgabe erfüllen müssten, was wohl dazu füh ren würde, dass die Entrümpelung gar nicht stattfinden würde. Auch die Beschwerdeführer in wäre nicht in der Lage, die nötige Hilfe zu leisten und die Wohnung in E.____ regelmässig entrümpeln zu lassen, da sie, wie aus den Akten ersichtlich ist, selbst nicht in der Lage ist, i hre 1-Zimmer-Wohnung in I.____ räumen zu lassen, weshalb sie die Beiständin ihrer Mutter hierfür um Unterstützung gebeten hat. Zudem stellte die KESB beim Augenschein fest, dass die Wohnu ng in E.____, in der die Beschwerde- führerin lebt, mit Unrat vollgestellt war und sich in einem unhygienischen Zustand befand. Damit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin ebenso wenig i n der Lage wäre, den Unrat zu beseiti- gen, wenn ihre Mutter in der Wohnung in E.____ lebe n würde. Dass die Mutter eine umtriebige Person ist, welche in einer Wohnung nicht richtig aufgeh oben ist, wird auch durch die Aussage der Beschwerdeführerin untermauert, bei ihrem Umzug i n die Wohnung in I.____ bestehe die Gefahr, dass ihre Mutter sie andauernd belästige, was schon beinahe dazu geführt habe, dass ihr gekündigt worden sei. Wäre C.____ fähig, alleine in einer Wohnung zu leben, wäre nicht erklärbar, weshalb ihr Verhalten fast zur Kündigung de r Wohnung ihrer Tochter geführt hat. Die Beschwerdeführerin befürchtet wohl zu Recht, in ihrer Wohnung in I.____ von ihrer Mutter be- lästigt zu werden. Dies kann jedoch nicht ein Grund da für sein, um auf die Verwertung der Wohnung in E.____ zu verzichten. Vielmehr müsste die Be schwerdeführerin dagegen Abhilfe schaffen. Des Weiteren ist zwar richtig, dass die Mutter d er Beschwerdeführerin nicht dem für das Haus F.____ typischen Bewohnendenprofil entspricht, sie scheint sich aber in diesem Um- feld mehrheitlich wohl zu fühlen. Aufgrund ihrer Samm elsucht ist es überdies äusserst schwie- rig, eine andere Wohnalternative zu finden. Des Weite ren befürwortet die Beschwerdeführerin selbst in ihrer zweiten Eingabe vom 6. Dezember 2021 fü r den Fall, dass ihrem Antrag auf Rückkehr ihrer Mutter in die Wohnung in E.____ (gemäss E ingabe: 1. Option) nicht entspro- chen werden sollte, die weitere Unterbringung ihrer M utter im Haus F.____, jedoch in einem ruhigeren Zimmer (gemäss Eingabe: 2. Option). 4.5. Aus den genannten Gründen kommt das Kantonsgerich t zum Schluss, dass C.____ in einem betreuten Umfeld wohnen muss und es damit nicht m öglich ist, dass sie in der Wohnung in E.____ leben würde. Der angefochtene Entscheid der KESB ist folglich nicht zu beanstan- den, die Beschwerde ist abzuweisen, die Wohnung in E.____ ist zu verkaufen und der Haushalt ist zu liquidieren. Soweit die Beschwerdeführerin wünsc ht, C.____ sei die Zeit und das Recht einzuräumen, den Familienbesitz zu sichten, um allenfall s Erbstücke vor der Räumung entfer- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen zu lassen, ist darauf hinzuweisen, dass das Haus F.____ einen Besuch der Wohnung durch C.____ zu diesem Zweck unterstützt. 5.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpf lichtig. Die Verfahrenskosten umfas- sen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VP O). Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1'200.-- sind demzufolge der u nterliegenden Beschwerdeführerin auf- zuerlegen. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. 5.2. Die Beschwerdeführerin beantragte beim Kantonsge richt die unentgeltliche Prozess- führung. Gemäss § 22 VPO wird eine Partei auf ihr Be gehren von der Bezahlung der Verfah- renskosten und der Kosten von Beweismassnahmen befreit, s ofern ihr die nötigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos ersche int (Abs. 1). Gemäss Veranla- gungsverfügung zu den kantonalen Steuern 2020 hatte d ie Beschwerdeführerin im Jahr 2020 Einkünfte von Fr. 22'795.-- und ein Vermögen in der H öhe von Fr. 15.--. Gemäss Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat die Beschwerdeführerin auf der Einkommensseite lediglich eine SUVA-Rente in der Höhe von monatlich Fr. 1'899.--. Be i einem monatlichen Grundbetrag für eine alleinstehende Person in der Höhe von Fr. 1'200. --, Mietkosten in der Höhe von Fr. 770.-- und Krankenkassenprämien in der Höhe von Fr. 615.-- übe rsteigen diese Kosten die Einnah- men, so dass die Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin gemäss § 22 VPO gegeben ist. Das Begehren der Beschwerdeführerin kann nicht als aussicht slos bezeichnet werden. Demzufolge ist die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu bewilligen. 5.3. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf ührung sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- somit der Gerichtskasse zu überb inden und der geleistete Kostenvor- schuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 5.4. Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hin gewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung wird bewilligt. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'200.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und gehen zufolge Bewilligu ng der unentgelt- lichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'200. -- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin