Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Februar 2017 (720 16 316 / 44) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Bestätigung der rentenablehnenden Verfügung; Prüfung der medizinischen Unterlagen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Beat Hersberger, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiber i.V. Mark Grieder Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1965 geborene A.____ meldete sich am 3. Apri l 2014 bei der IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und er- werblichen Verhältnisse gewährte die IV-Stelle – na ch durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 17. August 2016 eine befristete h albe Rente vom 1. Oktober 2014 bis 31. Mai 2016 aufgrund eines nach der allgemeinen Me thode des Einkommensvergleichs ermit- telten Invaliditätsgrades von 56 % (bis Mitte Februar 2016) bzw. 18 % (ab Mitte Februar 2016). Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 17. August 2016 reichte A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 16. September 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Ba- sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanto nsgericht), ein. Darin beantragte sie die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Au srichtung einer ganzen Rente; alles unter o/e-Kostenfolge. C. In der Vernehmlassung vom 2. Dezember 2016 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 16. September 2016 ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die IV-Stel le der Beschwerdeführerin zu Recht bloss eine befristete Rente bis zum 31. Mai 2016 zugesprochen hat. 3.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemei- nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich blei- bende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilwei se Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, der geist igen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgeb rechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Inval iditätsgrad aufgrund eines Einkommens- vergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs, BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.3 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbe itsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundh eit bedingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumu tbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Die ärztlichen Stellungnahmen b ilden in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbark eit, also der Frage, welche anderen Er- werbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbei t von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden könne n (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.4 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Str eitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verf ügung zu stellen sind. Im Weiteren ist es Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes, dazu Stellung zu ne hmen, in welchem Umfang und be- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbe itsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 3.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Bundesgerichts mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizini- scher Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweisw ürdigung aufzustellen (vgl. die aus- führlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin nen und -ärzte, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des Gesundheitszustands und der Bemessung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdef ührerin hauptsächlich auf das bidis- ziplinäre Gutachten von Dr. med. B.____, FMH Allgemein e Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie , vom 16. Februar 2016. Darin hielt Dr. B.____ aus rheumatologischer Sicht fest, dass eine akti vierte Gelenksarthrose rechts und ein chronisches cervicothoracospondylogenes Schmerzsyndrom rechts vo rlägen. In der Folge schätzte er die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf 50 %. In einer leidens- adaptierten Verweistätigkeit in Form einer leichten Tätigkeit mit Wechselbelastung bestehe eine 70 %-ige Restarbeitsfähigkeit. Bezüglich des Arbeitsf ähigkeitsverlaufs stellte er auf die Anga- ben des Hausarztes ab, welcher bis zum Gutachtenszeitpunkt von einer Arbeitsfähigkeit von 40 % ausgegangen sei. Gemäss psychiatrischem Teilgutachte n von Dr. C.____ würden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteh en, weswegen er aus psychiatrischer Sicht auch keinerlei Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestieren könne. In der Konsensbeur- teilung beider Gutachter beruhe die diagnostizierte Ar beitsfähigkeitseinschränkung daher ledig- lich auf den körperlichen Befunden. Der Beschwerdeführ erin seien langfristig keine körperlich schwer bis mittelschwer belastende Tätigkeiten mehr mögl ich. In der angestammten Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Grossküche bestehe daher nur noch eine Restarbeitsfähigkeit von 50 %. Eine leichte Verweistätigkeit, durchgeführt in Wechselbelastung, sei jedoch noch zu 70 % möglich. Diese Angaben würden ab dem Zeitpunkt der akt uellen Begutachtung gelten, wobei zuvor eine wechselnde Arbeitsunfähigkeit zwischen 100 %, 5 0 % und zuletzt 60 % bestanden haben dürfte. 4.2 In der Folge wurde das bidisziplinäre Gutachten de r RAD-Ärztin Dr. med. D.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, vor gelegt. Sie beurteilte die medizini- sche Situation am 30. September 2016 folgendermassen: F ür sie sei die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit anhand der klinischen Befunde im Gutachten von Dr. B.____ nachvollziehbar und weitere Abklärungen würden sich aktuell nicht aufdrängen. 5.1 Wie oben ausgeführt (vgl. hiervor, E. 3.5), ist de n im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte und – innen, die aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Das Gutachten von Dr. B.____ und Dr . C.____ weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf. Es ist – wie dies vom Bundesgeri cht verlangt wird – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben w orden und setzt sich mit den vor- handenen ärztlichen Einschätzungen auseinander. Das Gutac hten leuchtet ausserdem in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beu rteilung der medizinischen Situati- on ein und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Dr. B.____ legt unter Auflistung der relevanten ärztlichen Berichte und gutachterlichen Abklärungen auf nachvollziehbare Art und Weise die Kran kengeschichte der Beschwerdeführe- rin dar. Zusammengefasst leidet die Beschwerdeführerin hauptsächlich unter der aktivierten AC-Gelenksarthrose rechts sowie den vor allem muskulär be dingten Überlastungen im gesam- ten Schulter- und Nackengürtelbereich rechts sowie en tlang des Rückens. Seine Schlussfolge- rung, dass dieses Beschwerdebild in einer leichten Verwei stätigkeit, durchgeführt in Wechsel- belastung, eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % ergebe, erscheint schlüssig. Nicht zu beanstan- den ist in diesem Zusammenhang auch die Vorgehensweise v on Dr. B.____, für die in der Ver- gangenheit liegende Arbeitsunfähigkeit – zugunsten d er Beschwerdeführerin – auf die Angaben des Hausarztes abzustellen und die 70 %-ige Arbeitsfähi gkeit erst ab dem Datum des Gutach- tens anzunehmen. Das von Dr. C.____ festgestellte Nicht vorliegen einer psychisch bedingten Arbeitseinschränkung ist ebenfalls überzeugend und eine weitere Auseinandersetzung erübrigt sich insbesondere daher, als selbst die Beschwerdeführerin diese Feststellung nicht bestreitet. 5.3 Auch die Ausführungen in der Beschwerde vermögen nichts am Beweiswert des bidis- ziplinären Gutachtens zu ändern. Die Beschwerdeführerin bringt insbesondere vor, dass sich ihr Gesundheitszustand seit dem Jahre 2013 nicht verbessert habe, wobei sie sich hauptsächlich auf die medizinischen Berichte von Dr. med. E.____, Fac harzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. April 20 14 und 9. Juli 2014, von Dr. med. F.____, FMH Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, vom 10. Dezember 2013 und von pract. med. G.____, Oberarzt Schmerzmedizin des Spitals H.____, vom 20. März 2013 und 30. Januar 2015 abstützt. Dr. E.____ diagnostiziere übe reinstimmend mit den Diagnosen des Oberarztes des Spitals H.____ eine aktivierte AC-Gelenk-A rthrose rechts, ein zervikoradikulä- res Reizsyndrom C5 rechts sowie den Status nach lumboverteb ralem Schmerzsyndrom bei Diskushernie. In der Folge habe Dr. E.____ am 9. Juli 2 014 keine Besserung des Gesundheits- zustandes feststellen können. Dr. F.____ habe zudem eine n Verdacht auf Fibromyalgie, ein zervikovertebrales Syndrom mit/bei mässig degenerativer Verä nderungen C4 – C6, ein lum- bovertebrales Syndrom, eine Degeneration L4/5 mit P rotrusion sowie eine Osteochondrose L5/S1 diagnostiziert. Gemäss Bericht des Oberarztes des Spi tals H.____ vom 30. Januar 2015 habe sich der Gesundheitszustand der Patientin im wei teren Verlauf nicht mehr verändert, wo- bei die Fibromyalgie weiterhin diagnostizierbar sei. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, kann auf grund der medizinischen Berichte von Dr. E.____, Dr. F.____ und pract. med. G.____ nich t ohne weiteres von einem seit 2013 unveränderten Gesundheitszustand ausgegangen werden. D ies misslingt einerseits aufgrund der fehlenden umfassenden Dokumentation der Untersuch ungen – was rückwirkende Verglei- che zum heutigen Gesundheitszustand verunmöglicht – und an dererseits, weil die Arbeitsunfä- higkeit bis zum Gutachtenszeitpunkt Mitte Februar 2016 oh nehin als rentenrelevant eingestuft wurde. Die Berichte der Dres. E.____ und F.____ sowi e von pract. med. G.____ ergingen alle- samt vor diesem Zeitpunkt. Ausserdem hat erst die Einschät zung des Oberarztes des Spitals H.____, wonach der diagnostizierten Schmerzausweitung kei n organisches Korrelat zugrunde liege, die psychiatrische Begutachtung durch Dr. C.___ _ nötig gemacht. In diesem Fall einen älteren und undifferenzierten Bericht dem umfassenden bidisziplinären Gutachten vorzuziehen, ist nicht nachvollziehbar. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Im Weiteren wird unter Beiziehung eines Berichts von pra ct. med. G.____ vom 27. Mai 2015 moniert, dass die bisherige Tätigkeit, bei welcher die B eschwerdeführerin auch in unergonomi- schen Haltungen arbeiten müsse, als nicht mehr zumutbar einzustufen sei. Dem ist, überein- stimmend mit der IV-Stelle, zu entgegnen, dass die bis herige Tätigkeit gerade nicht einer dem Einkommensvergleich zugrundeliegenden Verweistätigkeit entspricht. In der Beschwerde wird weiter gerügt, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerde führerin in der Verfügung vom 17. August 2016 eine fehlende Mitwirkung vorwerfe, da sie keine weiteren Abklärungen ihrer AC-Gelenksarthrose durchgeführt habe. Dazu bringt die B eschwerdeführerin insbesondere vor, dass es den behandelnden Ärzten obliege, notwendige B ehandlungen vorzuschlagen. Wenn diese eine Empfehlung unterlassen würden, könne ihr da s nicht zum Vorwurf gemacht werden. Hinzu komme, dass sich die Beschwerdegegnerin widersprec he, wenn sie die Durchführung einer orthopädischen Begutachtung wegen Fehlens eines zusätzlichen Mehrwerts ablehne, gleichzeitig aber vorbringe, dass eine schulterorthopädi sche Beurteilung Aufschluss darüber hätte geben können, ob die zusätzlich vorliegende tend omyotische Überlastung im rechten Schulter- und Nackenbereich durch die AC-Gelenk-Problem atik bedingt sein könnte. So hätte ein Orthopäde zusätzlich auch die Chancen und Risiken ei ner möglichen Steigerung der Ar- beitsfähigkeit durch einen operativen Eingriff beurteilen können. Dem ist zu entgegnen, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin damit keine Verletzung der Mitwirkungspflicht unterstellt, sondern dieses Argument lediglich vorbringt, um zu begründen, weshalb auf eine orthopädische Begutachtung verzichtet wurde. Diese Vorge hensweise lässt sich nicht bean- standen, zumal sich in den vorliegenden Akten – wie das D r. D.____ korrekt ausführt – ab März 2013 keine Klagen über die Schulterbeschwerden mehr f inden lassen. Hätte die Beschwerde- führerin in den letzten Jahren vor der Begutachtung du rch Dr. B.____ diese rechtsseitigen Schulter- bzw. Oberarmschmerzen gegenüber ihrem behande lnden Rheumatologen kommuni- ziert, hätte dieser wohl weitere Abklärungen und event uelle Behandlungen eingeleitet. Dies wurde jedoch unterlassen, weswegen auch keine orthopädisch e Begutachtung stattgefunden hat. Zur Beurteilung der funktionellen Belastbarkeit und der Arbeitsfähigkeit ist eine rheumato- logische Begutachtung – wie sie von Dr. B.____ durchgefü hrt wurde – aber vollkommen ausrei- chend. Wie Dr. D.____ richtigerweise festgestellt hat, brächte die zusätzliche Abklärung durch einen Orthopäden keinen weiteren Informationswert. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass die leichte un d zeitweise Verbesserung ihres Ge- sundheitszustandes nur einer fehlenden Belastung zuzuschreiben und eine effektive Verbesse- rung nicht zu erkennen sei. Eine Arbeitsfähigkeit von über 50 % wäre gesundheitlich unmöglich. Zudem könne es auch nicht sein, dass die Steigerung der A rbeitsfähigkeit auf die Behandlung mit Durogesic-Pflastern zurückzuführen sei, da die Beschwer deführerin gemäss dem Bericht von pract. med. G.____ vom 30. Januar 2015 eine Unverträglichkeit dagegen habe. Die Reduk- tion der Beschwerden sei deshalb ausschliesslich auf die Sc honung aufgrund der weggefalle- nen Arbeitsbelastung zurückzuführen. Dieser Ansicht kann n icht gefolgt werden. So führt die Beschwerdeführerin gemäss dem bidisziplinären Gutachten vom 16. Februar 2016 selbst aus, dass die 50 %-ige Besserung ihrer Beschwerden gegenüber dem initialen Maximum auf die regelmässige Anwendung von Durogesic-Pflastern zurückzuführen sei. Aufgrund dieser Aussa- ge kann die in der Vergangenheit festgestellte Unvertr äglichkeit gegen Durogesic-Pflaster aktu- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ell offensichtlich keine Bewandtnis mehr haben. Auch ist ein bis dato unveränderter Gesund- heitszustand nicht überzeugend dargelegt, wenn die Beschwerdeführerin selbst von einer 50 %- igen Besserung ihrer Beschwerden berichtet. 5.4 Somit liegen keine konkreten Indizien vor, die gege n den Beweiswert der bidisziplinä- ren Begutachtung von Dr. B.____ und Dr. C.____ sprech en würden, weshalb zur Beurteilung der Invalidität der Beschwerdeführerin darauf abzustelle n ist. Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund d es vorliegenden Gesundheitszu- standes die Ausübung einer dem Leiden angepassten, leic hten und ihren Möglichkeiten ent- sprechenden Verweistätigkeit zu 70 % zugemutet werden kann. 6. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Verfügung vom 17. August 2016 einen Einkom- mensvergleich vorgenommen und dabei einen IV-Grad von 18 % ab dem 16. Februar 2016 er- mittelt. Das von der Beschwerdegegnerin anhand der An gaben des ehemaligen Arbeitgebers der Beschwerdeführerin ermittelte Valideneinkommen w ie auch die Basis des Invalidenein- kommens wurden von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise ergeben, dass im Rahmen der Rechtsanwendu ng von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre, erüb rigt sich eine detaillierte Auseinan- dersetzung mit den durch die Beschwerdegegnerin ermitte lten Vergleichseinkommen sowie der Berechnung des IV-Grads. Es kann diesbezüglich vollumfängl ich auf die entsprechenden Aus- führungen der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 7. Aus dem eben Festgehaltenen folgt zusammenfassend, da ss die Beschwerdeführerin ab dem 16. Februar 2016 einen Invaliditätsgrad von 1 8 % aufweist. Es ist daher davon auszu- gehen, dass sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu e rzielen vermag. Demnach hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 17. August 2016 einen Rentenan- spruch nach dem 31. Mai 2016 zu Recht abgelehnt. Die hi ergegen erhobene Beschwerde er- weist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen wird. 8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge legt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlege n sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 8.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht