<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00376</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106483&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00376</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.01.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Akteneinsicht / Handelsregister</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufgrund des Hinweises einer privaten Partei untersuchte der Handelsregisterführer den möglichen Domizilverlust der Beschwerdeführerin. Dieser wurde darauf vom Handelsregisteramt und der Direktion der Justiz und des Innern die Auskunft bzw. die Akteneinsicht bezüglich der Frage verweigert, welche Partei den Hinweis gegeben hatte. Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1). Anforderungen an einen genügenden Beschwerdeantrag (E. 2a) und eine genügende Beschwerdebegründung (E. 2b). Massgeblich sind Art. 9 Abs. 4 HRegV (E. 3a), § 8 f. VRG (E. 3b) sowie das aus dem rechtlichen Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Akteneinsichtsrecht (E. 3c). Bedingungen, unter denen die Akteneinsicht verweigert werden kann (E. 4a). Grundsätzlicher Anspruch auf Kenntnis von Informanten (E. 4b). Öffentliches Interesse (E. 4c) und Interesse des Informanten (E. 4d) an der Verweigerung der Akteneinsicht. Schutz der Informanten vor aussichtslosen Retorsionsmassnahmen der das Einsichtsgesuch stellenden Partei (E. 4e+f).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: AKTENEINSICHT">AKTENEINSICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANZEIGEERSTATTER">ANZEIGEERSTATTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESCHWERDEBEGRÃNDUNG">BESCHWERDEBEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DOMIZILVERLUST">DOMIZILVERLUST</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: HANDELSREGISTER">HANDELSREGISTER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INFORMANT">INFORMANT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RETORSIONSMASSNAHMEN">RETORSIONSMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 lit. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 lit. IV HRegV</span><br/><span class="gerade">§ 9 lit. I VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 54 VRG</span><br/><span class="gerade">Art. 1 VwVG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2002 Nr. 67 S. 161</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Im Zusammenhang mit der Anfrage einer dritten Partei ergaben sich fÃ¼r den HandelsregisterfÃ¼hrer des Kantons ZÃ¼rich Anzeichen dafÃ¼r, dass die A AG das im Handelsregister eingetragene Domizil verloren haben kÃ¶nnte. Unter Hinweis auf die eingegangene Mit­teilung und die entsprechenden Normen wurde die Gesellschaft mit Einschreiben vom 5. Juni 2000 aufgefordert, hinsichtlich ihres Domizils den gesetz­mÃ¤s­sigen Zustand wiederherzustellen. Am 15. Juni 2000 ging das Schreiben mit dem Vermerk "nicht abgeholt" wie­der beim Handelsregisteramt des Kantons ZÃ¼rich (HRA) ein. Auf die mit normaler Post an die im Handelsregister eingetragene Adresse erfolgte Zweitzustellung vom 19. Juni 2000 meldete sich das Verwaltungsratsmitglied B telefonisch beim HRA und erkundigte sich unter anderem nach dem Urheber der Mitteilung, die zur Annahme des fehlenden Domizils gefÃ¼hrt hatte. Unter Hinweis auf das Amtsgeheimnis verweigerte das HRA die gewÃ¼nschte Auskunft.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Schreiben vom 27. Juni 2000 bestÃ¤tigte der von Herrn B als Revisionsstelle der A AG eingesetzte C die Korrektheit der eingetragenen Angaben und ersuchte um sofortige Offenlegung des Namens des ursprÃ¼nglich Anfragenden. Eine gleichlautende Anfrage Ã¼ber­mittelte B sodann am 13. Juli 2000.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GestÃ¼tzt auf zwischenzeitlich erfolgte AbklÃ¤rungen teilte das HRA der Gesellschaft mit Schreiben vom 26. Juli 2000 mit, dass die Angelegenheit betreffend Domizil erledigt sei, die gewÃ¼nschte Information jedoch mit RÃ¼cksicht auf das Amtsgeheimnis nicht erteilt werde. Nachdem sich B mit diesem Bescheid nicht zufrieden geben wollte, bekrÃ¤ftigte das HRA seine Rechtsauffassung mit VerfÃ¼gung vom 16. Oktober 2000.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Entscheid erhob B namens der Gesellschaft Beschwerde bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich (JI). Da an einem schutzwÃ¼rdigen Interesse des Mitteilung machenden "Anzeigeerstatters" gezweifelt werden mÃ¼sse, bÃ¶swilliges Verhalten mit SchÃ¤digungsabsicht des Dritten wahrscheinlich sei und das HRA auch nicht zustÃ¤ndig sei, AuskÃ¼nfte Ã¼ber das Zahlungsverhalten von Firmen zu erteilen, sei der Gesellschaft Einsichtnahme in das fragliche Dossier zu gewÃ¤hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Hinweis auf Art. 9 Abs. 4 der Handelsregisterverordnung vom 7. Juni 1937 (HRegV, SR 221.411) und die Bindung des HRA an das Amtsgeheimnis â sowie unter Ab­wÃ¤gung des Rechtsschutzinteresses an der Akteneinsicht und dem Geheimhaltungsinteresse der anzeigenden Person â entschied die JI, dass der Gesellschaft die Akteneinsicht zu Recht verweigert worden sei und wies die Beschwerde am 15. Oktober 2001 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diesen am 26. Oktober zugestellten Entscheid erhob B im Namen der A AG am Montag, 26. November 2001 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Der Text der Beschwerde, der handschrift­lich auf der RÃ¼ckseite des abweisenden Entscheids der JI angebracht und in dieser Form eingereicht worden ist, lautet wie folgt:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"Sehr geehrte Damen und Herren</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Wegen meines Gesundheitszustandes kann ich die Beschwerde gegen diese VerfÃ¼gung nur in der vorliegenden Form einreichen. Nebst anderen Unwahrheiten + Verdrehungen dient die VerfÃ¼gung offenbar nur der Verschleppung und Verhinderung eines von uns beabsichtigten Straf- und/oder Zivilverfahrens gegen den SchÃ¤dling.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Zur Einleitung rechtlicher Schritte benÃ¶tigen wir aber sofort die IdentitÃ¤t der fraglichen Person.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Wir bitten hÃ¶flich, unseren Antrag endlich gutzuheissen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Mit freundlichen GrÃ¼ssen [Stempel und Unterschrift]"</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die JI zieht in ihrer Vernehmlassung vom 3. Dezember 2001 in Zweifel, dass der beschwerdefÃ¼hrerische Antrag eine rechtsgenÃ¼gende BegrÃ¼ndung enthalte. Soweit Ã¼berhaupt auf die Beschwerde einzutreten sei, beantragt sie deren Abweisung. Das HRA beantragt mit seiner Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2001 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge zu Lasten des BeschwerdefÃ¼hrers. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die Vorinstanz fungierte als AufsichtsbehÃ¶rde des Beschwerdegegners (§ 42 Abs. 3 des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch vom 2. April 1911 [LS 230] in Verbindung mit § 23 Ziff. 1 lit. b des Gesetzes betreffend die Organisation und GeschÃ¤ftsordnung des Regierungsrates und seiner Direktionen vom 26. Februar 1899 [LS 172.1], Art. 927 Abs. 3 des Obligationenrechts [OR, SR 220] sowie Art. 3 Abs. 3 und 4 der HRegV). Ihr Rechts­mittelentscheid unterliegt der Beschwerde an das Verwaltungs­gericht (§ 19b Abs. 1 in Ver­bindung mit §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG, LS 175.2] sowie Art. 3 Abs. 4<sup>bis</sup> HRegV). Mit Ausnahme der sogleich zu Ã¼berprÃ¼fenden rechtsgenÃ¼genden BeschwerdebegrÃ¼ndung sind alle Prozess­vo­raus­setzungen ohne weiteres erfÃ¼llt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Laut § 54 Satz 1 VRG muss eine Beschwerdeschrift einen Antrag und dessen BegrÃ¼ndung enthalten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Das Erfordernis des Antrags besagt zunÃ¤chst, dass der Beschwerdewille einer beschwerdefÃ¼hrenden Person zum Ausdruck kommen muss. Aus diesem muss ersichtlich sein, in welcher Weise das Dispositiv des angefochtenen Entscheids abzuÃ¤ndern ist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 54 N. 2 f.). Die BeschwerdefÃ¼hrerin bezieht ihre Be­schwer­­de zwar auf die "VerfÃ¼gung" und nicht direkt auf das Dispositiv des angefochtenen Entscheids und verwendet zudem auch den Begriff des "Antrags" im Hinblick auf ihr ursprÃ¼ngliches Begehren um Akteneinsicht. Aus dem Kontext geht aber dennoch mit hinreichender Deutlichkeit hervor, dass sich die Beschwerde gegen die Abweisung des Begehrens um Akteneinsicht sowie den die Abweisung bestÃ¤tigenden Entscheid der JI richtet. Letzteres ergibt sich allein schon daraus, dass die Beschwerde als handschriftliche Anmerkung auf der RÃ¼ckseite des Entscheides der JI eingereicht wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) BemÃ¤ngelt wird in der vorinstanzlichen Vernehmlassung denn auch vor allem die mangelhafte BegrÃ¼ndung der Beschwerde. Die BeschwerdefÃ¼hrerin lege "weder dar, inwiefern die Vorinstanz im Rahmen ihrer EntscheidfÃ¤llung eine Rechtsverletzung begangen haben oder der angefochtene Entscheid mit einem anderweitigen Mangel behaftet sein kÃ¶nnte, noch aus welchen GrÃ¼nden im vorliegenden Fall das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin an der Kenntnisnahme der IdentitÃ¤t der Anzeigenden hÃ¶her gewertet werde sollte, als deren Interesse an der Geheimniswahrung."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BegrÃ¼ndung ist formell genÃ¼gend, wenn erkennbar ist, was die beschwerdefÃ¼hrende Partei zur Stellung ihres Antrags bewogen hat (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 54 N. 6, mit Hinweis auf RB 1986 Nr. 55). Vor allem muss in der BegrÃ¼ndung dargetan werden, inwiefern der angefochtene Entscheid nach Auffassung der beschwerdefÃ¼hrenden Partei an einem der in §§ 50 und 51 VRG genannten MÃ¤ngel leidet (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 54 N. 7, mit Hinweis auf RB 1961 Nr. 25). An die einer beschwerdefÃ¼hrenden Partei obliegende Be­grÃ¼ndungspflicht dÃ¼rfen indes keine Ã¼berspannten Anforderungen gestellt werden (KÃ¶lz/ Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 82, mit Hinweis). Es kann auch berÃ¼cksichtigt werden, ob eine beschwerdefÃ¼hrende Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht. Nach dem auch im Beschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (§ 70 in Verbindung mit § 7 Abs. 4 Satz 2 VRG) genÃ¼gt es â zumindest bei nicht anwaltlich vertretenen Parteien â, wenn die vorgebrachten BeschwerdegrÃ¼nde vom Gericht mit hinreichender Sicherheit einem zulÃ¤ssigen Beschwerdegrund im Sinne der §§ 50 und 51 VRG zugeordnet werden kÃ¶nnen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend lÃ¤sst die BeschwerdefÃ¼hrerin vorbringen, der angefochtene Entscheid beruhe auf "Unwahrheiten + Verdrehungen" und diene "offenbar nur der Verschleppung und Verhinderung eines von uns beabsichtigten Straf- und/oder Zivilverfahrens gegen den SchÃ¤dling." Die gerÃ¼gten "Unwahrheiten + Verdrehungen" scheinen sich in erster Linie auf die unrichtige Rechtsanwendung und ErmessensausÃ¼bung und nicht auf die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhaltes im Sinne von § 51 VRG zu beziehen. SinngemÃ¤ss lÃ¤sst die BeschwerdefÃ¼hrerin damit die unrichtige Anwendung eines Rechtssatzes im Sinne von § 50 Abs. 2 lit. a VRG rÃ¼gen. Der BegrÃ¼ndung lÃ¤sst sich weiter entnehmen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin das Begehren mit dem Ziel stellt, weitere Verfahren einzuleiten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Insgesamt lÃ¤sst sich der Ã¤usserst summarischen Beschwerdeschrift damit mit hinreichender Sicherheit entnehmen, was die BeschwerdefÃ¼hrerin zur Stellung ihres Antrages bewogen hat. Implizit wird die unrichtige Rechtsanwendung im Sinne von § 50 Abs. 2 lit. a VRG gerÃ¼gt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Vorab gilt es zu klÃ¤ren, welche Bestimmungen fÃ¼r die Beurteilung des von der BeschwerdefÃ¼hrerin gestellten Akteneinsichtsbegehrens massgeblich sind.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) EinschlÃ¤gig ist zunÃ¤chst der vom Beschwerdegegner angefÃ¼hrte Art. 9 Abs. 4 HRegV, nach welchem die einer Eintragung vorausgegangene oder mit ihr zusammenhÃ¤ngende Korrespondenz nicht Ã¶ffentlich ist (vgl. Manfred KÃ¼ng/Clemens Meisterhans/Urs Zenger/Christof BlÃ¤si/Martin F. Nussbaum, Kommentar zur Handelsregisterverordnung, ZÃ¼rich 2000, Art. 9 N. 16; Karl Rebsamen, Das Handelsregister, Ein Handbuch fÃ¼r die Praxis, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 13). Dies steht im Gegensatz zum Tagebuch, zum Hauptregister, dem Firmenverzeichnis (sowie weiteren Verzeichnissen) als eigentlichen Bestandteilen des Handelsregisters und den Anmeldungen und Belegen, die gemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 HRegV vom Ãffentlichkeitsprinzip erfasst werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) BezÃ¼glich der Frage, ob oder in welchem Umfang das Akteneinsichtsrecht einer am Verfahren beteiligten Person beschrÃ¤nkt werden kann, enthÃ¤lt die Handelsregisterverord­nung keine Regelung. Die Vorinstanz hat deshalb die einschlÃ¤gigen Verwaltungsverfahrensvorschriften des Kantons ZÃ¼rich (§§ 8 f. VRG) sowie des Bundes (Art. 26 f. des Bundes­gesetzes Ã¼ber das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) herangezogen. Auch die Kommentatoren der Handelsregisterverordnung verweisen fÃ¼r diese Fragen vorab auf die Verwaltungsverfahrensvorschriften des Bun­des (KÃ¼ng/ Meister­hans/ Zen­ger/BlÃ¤si/Nuss­baum, Art. 9 N. 22).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Es trifft zwar zu, dass die im (eidgenÃ¶ssischen) Verwaltungsverfahrensgesetz enthaltenen Bestimmungen weitgehend Ã¤hnliche Rechtsgedanken zum Ausdruck bringen wie die kantonalen Vorschriften. Da der HandelsregisterfÃ¼hrer jedoch als kantonaler Beamter Bundesverwaltungsrecht vollzieht (Martin Eckert, Basler Kommentar, 1994, Art. 927 N. 12 OR) und insofern nicht in den Geltungsbereich des Verwaltungsverfahrensgesetzes fÃ¤llt (Art. 1 VwVG; vgl. auch zu den Bedingungen der Unterstellung unter das Verwaltungs­­verfahrensgesetz Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs­­rechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 216 ff.), sind in erster Linie die §§ 8 f. VRG massgeblich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die kantonalen Verfahrensbestimmungen betreffend das Akteneinsichtsrecht sind indes auch in einem weiteren Zusammenhang als Ausdruck des in Art. 29 Abs. 2 der Bundes­verfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) verankerten Grundsatzes des rechtlichen GehÃ¶rs zu verstehen (siehe umfassend Michele Albertini, Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 225 ff.). Dieser Grundsatz wiederum wurde nicht direkt im (kantonalen) Verwaltungsrechtspflegegesetz verankert (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 1), weshalb die kantonalen Normen betreffend die Akteneinsicht im Lichte der Garantie der Bundesverfassung mÃ¶glichst verfassungskonform zu interpretieren sind. Vermag das kantonale Recht den verfassungsrechtlichen Vorgaben Ã¼berhaupt nicht zu genÃ¼gen, so geht das verfassungsmÃ¤ssig abstÃ¼tzbare Akteneinsichtsrecht den kantonalen Bestimmungen allenfalls vor (vgl. BGE 113 Ia 1 E. 2).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Zutreffend sind auch die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz, die fÃ¼r diejenigen Akten des Handelsregisters, die nicht vom Ãffentlichkeitsprinzip erfasst werden und bezÃ¼glich welcher auch kein Anspruch auf Akteneinsicht besteht, auf die Bindung des Handelsregis­ters an das Amtsgeheimnis verweisen (KÃ¼ng/Meister­hans/Zen­ger/BlÃ¤si/Nuss­baum, Art. 9 N. 21).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Laut § 9 Abs. 1 VRG kann die Einsicht in ein AktenstÃ¼ck unter anderem zur Wahrung wichtiger Ã¶ffentlicher oder schutzwÃ¼rdiger privater Interessen verweigert werden. Dies widerspricht dem verfassungsrechtlich gewÃ¤hrleisteten GehÃ¶rsanspruch nicht, ist doch auch nach diesem das Akteneinsichtsrecht aufgrund der nÃ¤mlichen Interessen verweigerbar (Albertini, S. 233 ff., mit Hinweisen; BGE 122 I 153 E. 6a). Stets sind die sich entgegenstehenden Interessen im konkreten Fall mit Blick auf die GewÃ¤hrung oder Verweigerung der Akteneinsicht sorgfÃ¤ltig und umfassend abzuwÃ¤gen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 9 N. 2; BGE 122 I 153 E. 6a, mit zahlreichen Hinweisen). Dabei darf die Akteneinsicht aber nur verweigert werden, wenn greifbare wesentliche Anhaltspunkte ersichtlich sind, welche die Verweigerung zu rechtfertigen vermÃ¶gen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 9 N. 2 am Ende, mit Hinweisen). Auch die Kommentatoren der Handelsregisterverordnung vertreten die Ansicht, dass die Einsicht in Korrespondenzakten â zu denen die vorliegend nicht offenbarte Meldung des mÃ¶glichen Domizilverlustes zÃ¤hlt â nur aus wichtigen GrÃ¼nden verweigert werden darf (KÃ¼ng/Meisterhans/Zenger/BlÃ¤si/Nussbaum, Art. 9 N. 22 am Ende, allerdings mit Hinweis auf Art. 27 VwVG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin lÃ¤sst im vorliegenden Fall geltend machen, dass sie ein Interesse daran habe, den Informanten ("SchÃ¤dling") zu kennen, um gegen diesen mit "Straf- und/oder Zivilverfahren" vorzugehen. Dieser Wunsch steht nach den frÃ¼her gemach­ten Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin im Zusammenhang mit Erfahrungen aus der Ver­gangenheit. Schon mehrfach habe Grund zur Annahme bestanden, dass eine Drittperson die Gesellschaft oder ihren Ruf habe schÃ¤digen wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da im vorliegenden Fall offensichtlich keine unlautere Absicht des Informanten vor­gelegen habe und damit auch kein Interesse an der Kenntnis von dessen IdentitÃ¤t ersichtlich worden sei, gingen das HRA sowie die Vorinstanz von einem lediglich geringen Rechtsschutzinteresse der BeschwerdefÃ¼hrerin aus. So fÃ¼hrt die Vorinstanz etwa aus: "Mangels Nachweis eines schÃ¼tzenswerten Interesses hat das HRA eine Akteneinsicht deshalb grundsÃ¤tzlich zu Recht beschrÃ¤nkt." </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der letztgenannten Ãusserung kann in dieser Weise nicht gefolgt werden. An der Ur­heberschaft von Angaben, die von dritter Seite gemacht werden und schliesslich dazu fÃ¼hren, dass ein Verfahren (hier: AbklÃ¤rung des weiterhin bestehenden Domizils) ausgelÃ¶st wird, besteht fÃ¼r die betroffene Partei ohne den Nachweis besonderer GrÃ¼nde ein Rechtsschutzinteresse, vermag sie doch grundsÃ¤tzlich nur in voller Kenntnis der das Verfahren auslÃ¶senden UmstÃ¤nde und Tatsachen die nÃ¶tigen Schritte einzuleiten. Insofern hat eine Partei, die aus Anlass einer Anzeige in ein Verfahren einbezogen wird, bereits aufgrund der Verfahrensbeteiligung ein "besonderes Rechtsschutzinteresse" (so die Formulierung bei KÃ¼ng/Meisterhans/Zenger/BlÃ¤si/Nussbaum, Art. 9 N. 22, am Anfang). Sie braucht dieses â entgegen der Annahme der Vorinstanz â nicht eigens zu belegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin an der Akteneinsicht verhÃ¤ltnismÃ¤ssig gering ist â wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat â, gilt es erst im Rahmen der AbwÃ¤gung der entgegenstehenden Interessen zu berÃ¼cksichtigen. Es obliegt mit anderen Wor­ten den BehÃ¶rden, in einem solchen Fall die NichtgewÃ¤hrung der Akteneinsicht zu begrÃ¼nden. Die in ein Verfahren einbezogene Partei muss ihr schÃ¼tzenswertes Interesse nicht weiter darlegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) HRA und Vorinstanz verweisen zunÃ¤chst auf das Ã¶ffentliche Interesse, das an der Verweigerung der Akteneinsicht und damit der Bekanntgabe der IdentitÃ¤t des Informanten bestehe. Das HRA sei fÃ¼r die Durchsetzung seines gesetzlichen Auftrages darauf angewiesen, auch Anzeigen von Dritten zu erhalten, ohne dass diese irgendwelche Retorsionsmassnahmen befÃ¼rchten mÃ¼ssten. KÃ¶nnte dieser Schutz der Informanten nicht gewÃ¤hrleistet werden, wÃ¤re zu befÃ¼rchten, dass das Publikum auf Hinweise auf (mÃ¶g­licherweise) falsche HandelsregistereintrÃ¤ge gÃ¤nzlich verzichten wÃ¼rde. Die Geheimhaltung ihrer IdentitÃ¤t liege damit im Interesse an der Wahrheit der HandelsregistereintrÃ¤ge. Dass durch diese starke Gewichtung des Ã¶ffentlichen Interesses an der Wahrheit des Handelsregisters aber nicht der missbrÃ¤uchlichen Anzeigeerstattung TÃ¼r und Tor geÃ¶ffnet sei, werde dadurch gewÃ¤hrleis­tet, dass bei leichtfertiger oder mutwilliger Anzeigeerhebung die Kosten des Verfahrens dem Anzeigeerstatter auferlegt wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Mit dem Ã¶ffentlichen Interesse an der Wahrheit des Handelsregisters ist das private Interesse der Informanten an ihrer AnonymitÃ¤t eng verbunden. Sie sollen durch die Ge­­heimhaltung ihrer IdentitÃ¤t vor zeit- und kostenaufwÃ¤ndigen Retorsionsmassnahmen der betroffenen Gesellschaft geschÃ¼tzt werden (vgl. auch KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 9 N. 7, mit Hinweisen). Dieser Schutz scheint indes nur dann angebracht, wenn ein Informant â wie hier â berechtigte GrÃ¼nde fÃ¼r die Annahme hatte, dass gewisse Handelsre­gis­tereintrÃ¤ge nicht der Wahrheit entsprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die Praxis hatte sich schon verschiedentlich mit der Frage zu befassen, ob die IdentitÃ¤t von Anzeigeerstattern oder Informanten im Rahmen der Akteneinsicht bekannt gegeben werden mÃ¼sse, wenn die das Einsichtsgesuch stellende Partei die IdentitÃ¤t zur Einleitung rechtlicher Schritte gegen jene benÃ¶tige (vgl. die Hinweise bei Albertini, S. 234; KÃ¶lz/HÃ¤ner, Rz. 299). Nach der zu dieser Frage ergangenen Praxis ist zwar das Interesse an der Ergreifung rechtlicher Schritte ebenfalls zu gewichten, doch Ã¼berwiegt es dasjenige der Informanten nicht in jedem Fall. Namentlich dann, wenn die ohne unlautere Absichten han­delnden Informanten vor ungerechtfertigten Massnahmen geschÃ¼tzt werden sollen â also bei offensichtlicher Aussichtslosigkeit jeglicher rechtlicher Schritte seitens des Einsichtsgesuchstellers â, Ã¼berwiegt das Interesse am Schutz der Informanten (BGr, 11. Juni 1996, ZBl 98/1997, S. 567 ff., E. 6c; vgl. auch BGr, 18. September 1991, ZBl 93/1992, S. 362 ff., E. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Die angefÃ¼hrten Interessen wurden vom HRA und der Vorinstanz berÃ¼cksichtigt. Dabei wurde das Ã¶ffentliche Interesse an der Wahrheit des Handelsregisters und das damit verbundene private Interesse des Informanten am Schutz seiner AnonymitÃ¤t gegen das Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin an der Akteneinsicht abgewogen. Zu Recht fiel bei dieser Ab­wÃ¤gung besonders ins Gewicht , dass es sich â entgegen der vom Vertreter der Beschwer­defÃ¼hrerin geÃ¤usserten Ansicht â offensichtlich um keine in SchÃ¤digungsabsicht er­stattete Anzeige handelte. Rechtliche Schritte gegen den Informanten mÃ¼ssten nach der Ak­tenlage erfolglos bleiben und wÃ¼rden diesem ausschliesslich unnÃ¶tige UmstÃ¤nde bereiten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) HRA und Vorinstanz haben nach dem AusgefÃ¼hrten demnach alle relevanten involvierten Interessen berÃ¼cksichtigt und sorgfÃ¤ltig abgewogen. Die Verweigerung der Akteneinsicht hÃ¤lt damit sowohl vor § 9 Abs. 1 VRG als auch dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (Art. 29 Abs. 2 BV) stand. Die Beschwerde ist damit abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. AusgangsgemÃ¤ss werden der vollstÃ¤ndig unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin die Verfahrenskosten auferlegt (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG e contrario).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>