A1 2017 13.docx 1. Abteilung A1 2017 13 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer , Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiberin MLaw M. Casutt Entscheid vom 29. Mai 2019 in Sachen A.________, vertreten durch RA Dr.iur. B.________, Klägerin, gegen C.________, Beklagten, betreffend Scheidung der von den Parteien am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt D.________ geschlosse- nen Ehe Seite 2/46 Rechtsbegehren Klägerin 1. Es sei die am tt.mm.1988 zwischen den Parteien vor dem Zivilstandsamt D.________ ge- schlossene Ehe zu scheiden. 2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen angemessenen monatlichen Unterhalts- beitrag von CHF 2'0 00.00 zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines Mo- nats bis zum Eintritt ins ordentliche Rentenalter der Klägerin per 12. März 2020 mit 5 % Ver- zugszins bei verspäteter Zahlung. 3. Es sei die Pensionskasse E.________ als rentenzahlende Schu ldnerin des Beklagten nach Art. 132 ZGB richterlich unter Androhung der doppelten Zahlungspflicht im Unterlassungsfall, anzuweisen, die monatliche n Unterhaltszahlungen von der Pensionskassenrente des Beklag- ten direkt an die Klägerin auf das Konto .________ bei der F.________ auszuzahlen. 4. Es sei die im Gesamteigentum der Parteien stehende ST WE-Liegenschaft G.________ (3,5- Zimmer-Wohnung mit Parkplatz und Mehrzweckraum) ins Alleineigentum der Klägerin zuzu- weisen. 5. Es sei dem Beklagten eine Frist von sech s Monaten ab Datum der Rechtskraft der Schei- dung anzusetzen, um aus der vormals ehelichen Wohnung auszuziehen. 6. Es sei die güterrechtliche Auseinandersetzung per Stichtag 1. Januar 2016 vorzunehmen. 7. a) Es seien die während der Ehe einbezahlten Beiträ ge in die berufliche Vorsorge (Säule 2) nach Art. 122 f. und Art. 124 ZGB per Datum 9. Februar 2017 zu ermitteln und auszuglei- chen. b) Es sei die Pensionskasse E.________ anzuweisen, vom Konto des Beklagten den Betrag von CHF 255'761.65 zuzüglich Verzinsu ng auf das Konto der H.________ zugunsten der Klägerin zu überweisen. 8. Eine Änderung der Anträge wird je nach Beweisergebnis ausdrücklich vorbehalten. 9. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten des Beklagten. Beklagter 1. Es seien die klägerischen Rechtsbegehren Ziff. 2 –5 sowie Ziff. 7 –9 vollumfänglich abzuwei- sen. 2.1 Es sei festzustellen, dass der Beklagte der Klägerin keinen Unterhalt schuldet. 2.2 Eventualiter sei vom Gericht unter Berücksichtigung des hypothetischen Einkom mens der Klägerin ein angemessener Unterhaltsbeitrag festzulegen. 3.1 Es sei auf die Teilung der Austrittsleistung der Pensionskasse des Beklagten zu verzichten. 3.2 Eventualiter sei die Pensionskasse des Beklagten durch das Gericht über das Scheidungs- verfahren und die Teilung der Austrittsleistung per 9. Februar 2017 zu informieren und zur Berechnung einer lebenslangen Rente zu Gunsten der Klägerin zu verpflichten. 4. Es sei die im Miteigentum der Parteien stehende Liegenschaft G.________ ins Alleineigen- tum des Beklagten zuzuweisen. 5. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zu Lasten der Klägerin. Seite 3/46 Sachverhalt 1. A.________ (nachfolgend "Klägerin") und C.________ (nachfolgend "Beklagter") heirateten am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt D.________. Sie haben drei gemeinsame, bereits volljährige Kinder, I.________, J.________ und K.________. 2. Mit Eheschutzentscheid des Kantonsg erichts Zug vom 5. Februar 2016 wurde festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt aufzuheben. Die eheliche Lie- genschaft wurde für die Dauer des Getrenntl ebens dem Beklagten zugewiesen und d er Be- klagte verpflichtet, der Klägerin einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 2'000.00 zu bezahlen sowie die der Tochte r K.________ zustehenden Kinderrenten der Pensionskasse E.________ und der IV-Stelle von CHF 1'394.00 pro Monat, jeweils jeden Monat vollständig direkt an K.________ zu überweisen. Zwischen den Parteien wurde per 1. Januar 2016 die Gütertrennung angeordnet (Verfahren ES 2015 689) . 3. Am 9. Februar 2017 reichte die Klägerin gegen den Beklagten beim Kantonsgericht Zug die Scheidungsklage ein (act. 1). 4. Mit Eingabe vom 21. März 2017 nahm der Beklagte zur Scheidungsklage Stellung (act. 8). 5. An der Einigungsverhandlung vom 11. April 2017 konnte zwischen den Parteien keine Eini- gung über die Scheidungsfolgen herbeigeführt werden (act. 9). 6. Mit Eingabe vom 6. Juni 2017 begründete die Kläger in ihre Scheidungsklage und stellte im Wesentlichen das eingangs genannte Rechtsbegehren ( act. 12). 7. In der Klageantwort vom 21. August 2017 stellte der Beklagte das eingangs genannte Rechtsbegehren (act. 15). 8. Am 20. September 20 17 erliess die Referentin des Kantonsgerichts Zug eine Beweisverfü- gung und ordnet e eine gerichtliche Verkehrswertschätzung der Liegenschaft L.________ an (act. 19). 9. Da der Beklagte den Kostenvorschuss für das gerichtliche Gutachten über den Verkehrswert der Liegenschaft L.________ nicht bezahlte, wurde die gerichtliche Verkehrswertschätzung nicht in Auftrag gegeben. D ie Referentin des Kantonsgerichts Zug ordnete mit Schreiben vom 27. November 2017 einen zweiten Schriftenwechsel an (act. 24). 10. In der Replik vom 29. Januar 2018 (act. 27) und der Duplik vom 9. April 201 8 (act. 30) kon- kretisierten die Parteien ihr Rechtsbegehren im eingangs genannten Sinn. 11. Die Parteien wurden am 27. September 2018 von der Referentin des Kantonsgerichts Zug persönlich befragt (act. 33). 12. Im Nachgang zur Parteibefragung unterbreitete die Referentin des Kantonsgerichts Zug den Parteien mit Schreiben vom 5. Oktober 2018 einen schriftlichen Vergleichsvorschlag (act. 34), der nicht zustande kam. Seite 4/46 13. Am 4. Dezember 2018 teilte der Rechtsvertreter des Beklagten mit, dass er da s Mandat mit dem Beklagten mit Schreiben vom 20. November 2018 mit sofortiger Wirkung niedergelegt habe (act. 45). 14. Die Klägerin reichte am 21. Januar 2019 ein Gesuch um Schuldneranweisung ein, welches mit Entscheid vom 30. Januar 2019 gutgeheissen wur de. Die Pensionskasse E.________ wurde gestützt auf Art. 177 ZGB angewiesen, ab sofort jeden Monat von der Rente des Be- klagten CHF 2'000.00 in Abzug zu bringen und direkt auf das Konto der Klägerin zu überwei- sen (Verfahren ES 2019 23). Auf die vom Beklagte n dagegen erhobene Berufung ist das Obergericht Zug mit Entscheid vom 12. März 2019 nicht eingetreten ( Verfahren Z2 2019 8). 15. An der Hauptverhandlung vom 20. Februar 2019 bekräftig ten die Parteien je ihre Stand- punkte und präzisierten ihre güterrechtliche Ausgleichsforderung . Die Klägerin reduzierte zu- dem ihre Forderung auf nachehelichen Unterhalt von CHF 2'200.00 auf CHF 2'000.00 pro Monat (act. 47–48; act. 50). 16. Der Beklagte reichte an der Hauptverhandlung die Einsprache vom 16. April 2018 des Be- klagten sowie den Einspracheentscheid für die Steuerveranlagung Kantonssteuer und direkte Bundessteuer 2016 der Steuerverwaltung des Kantons Zug zu den Akten. 17. Mit Schreiben vom 6. März 2019 holte das Kantonsgericht Zug bei der Pensionskasse E.________ eine aktuelle Rentenvorausberechnung des Beklagten sowie eine Durchführbar- keitserklärung ein (act. 51–52). Erwägungen 1. Beide Parteien sind Schweizer und haben ihren Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherechtliche Kl agen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwingend zu- ständig. Das Kantonsgericht ist daher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachlicher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegen- den Scheidungsklage zuständig. 2. Beide Parteien beantragen die Scheidung ihrer am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt D.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden. 3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über den nachehel ichen Unter- halt zu befinden. 3.1 Die Klägerin beantragt in ihren Rechtsschriften , der Beklagte s ei zu verpflichten, ihr einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von CHF 2' 200.00 pro Monat bis zu ihrer ordentlichen Pen- sionierung am 12. März 2020 zu bezahlen. Im ersten Parteivortrag an der Hauptverhandlung reduzierte die Klägerin ihre Forderung auf CHF 2'000.00 pro Monat. Demgegenüber bean- tragt der Beklagte, es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nacheheli- chen Unterhalt schulden würden . Seite 5/46 Die nachträgliche Reduktion des Rechtsbegehrens bedeutet keine Klageänderung, sondern stellt im Umfang der Reduktion von monatlich CHF 200.00 einen Klagerückzug im Sinne von Art. 241 ZPO dar, welcher jederzeit unbeschränkt möglich ist (Gschwend/Steck, Basler Kom- mentar, 3. A. 2017, Art. 241 ZPO N 31). 3.2 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt, inklusive eines an- gemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Ehegatte ge- mäss Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grundsätze. Einerseits denjenigen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten, wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen n ach der Scheidung für seine eigenen Lebenshaltungskosten aufzu- kommen hat (sog. "clean break"). Andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität , wo- nach die Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der während der Ehe gelebten Aufgabenteilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, welche bei einem der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm ge- bührenden Unterhalt selbst aufzukommen. Zur Bestimmung des nachehelichen Unterhalts nach Art. 125 ZGB ist in einem ersten Schritt der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen sind. Auf welche Lebensverhältnisse abzustellen ist, bestimmt sich da- ran, ob die Ehe lebensprägend war oder nich t. Von einer Lebensprägung ist insbesondere dann auszugehen, wenn die Ehe lange, d.h. in der Regel mehr als zehn Jahre (der Zeitraum berechnet s ich bis zum Trennungszeitpunkt, vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) gedauert hat oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen sind. Bei fehlender Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während sich der gebührende Unterhalt bei lebensprägender Ehe grundsätzlich an dem in der Ehe zu- letzt gelebten Standard bemisst ( zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten), auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Parteien Anspruch haben, der aber gleichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet (BGE 135 III 59 E. 4 und 4.1; 132 III 593 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_43/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 3.1). Das Gesetz schreibt keine bestimmte Berechnungsmethode für die Berechnung von Unter- haltsbeiträgen vor. Den Gerichten kommt ein weites Ermessen zu, da sich die Festsetzung des nachehelichen Unterhal ts allgemein einer exakten mathematischen Berechnung ent- zieht. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der jeweilige Bedarf grundsätz- lich konkret, das heisst anhand der tatsächlich getätigten Ausgaben zu ermitteln. Auf die Be- stimmung der tatsächl ichen Ausgaben der Ehegatten während der Ehe kann indessen ver- zichtet und die Methode der Grundbedarfsrechnung mit Überschussverteilung angewendet werden, wenn während der Ehe die gesamten Einnahmen für den gemeinsamen Haushalt verwendet wurden, mithin die Parteien über keine Sparquote verfügten. Gleich kann auch dann vorgegangen werden, wenn die Ehegatten während des Zusammenlebens zwar Ersparnisse bilden konnten, diese aber bei im Übrigen gleichbleibenden Verhältnissen nicht höher sind als die Mehrkoste n infolge der Trennung ( BGE 140 III 485 E. 3.3; Hausheer, Scheidungsunterhalt: Berechnungs - und Bemessungsme thoden, in: ZSR 131/2012, S. 3 ff. und 19 ff.). Seite 6/46 3.3 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht. Das Gericht darf sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Prozess vorgebrachten Tatsachen stützen. Der Unterhaltsberechtigte trägt die Beweislast dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe gelebten Standar ds benötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedarfs substantiieren, belegen und beziffern. Gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbetrag, sind jedoch unaus- weichlich (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Schei- dung, Band I: ZGB, 3. A. 2017, Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Der Richter ist in Be- zug auf den nachehelichen Unterhaltsbeitrag nur an die formellen Parteianträge, d.h. an den insgesamt eingeklagten oder anerkannten Betrag (mithin an den im Rec htsbegehren einge- klagten Betrag), nicht aber an die einzelnen Einnahme - und Aufwandpositionen gebunden. Es kann somit für eine Position mehr oder für eine andere weniger zugesprochen werden, als in der Begründung verlangt oder anerkannt wird (Urteile des B undesgerichts 5A_310/2010 vom 19. November 2010 E. 6.4.2; 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4). Mit der Beweislast verknüpft sind die Behauptungs -, Substantiierungs - und Bestreitungslast. Die Behauptungslast regelt, welche Partei die rechtserheblichen Tatsachen im Prozess zu behaupten und welche Partei die nachteiligen Folgen zu tragen hat, wenn entscheidrelevante Tatsachen nicht Prozessinhalt geworden sind. Die Substantiierungslast bestimmt, wie detail- liert die rechtserheblichen Tatsachen vorzutragen s ind. Die Bestreitungslast schliesslich rich- tet sich an die nicht behauptungsbelastete Partei und regelt, welche Tatsachenbehauptungen der anderen Partei als bestritten gelten. Im Bereich des nachehelichen Unterhalts und des Güterrechts gilt der Verhandlung sgrundsatz gemäss Art. 55 Abs. 1 ZPO, woraus folgt, dass die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben haben. Art. 221 Abs. 1 lit. d ZPO schreibt vor, dass die Klage- schrift die Tatsache nbehauptungen zu enthalten hat. Nach Lehre und Rechtsprechung bedeutet das, dass die klagende Partei die rechtsbegründenden Tatsachen darzulegen hat (Behauptungslast). Dabei sind die Tatsachenbehauptungen substantiiert, das heisst so prä- zise und detailli ert vorzutragen, dass die Gegenpartei darauf antworten kann, eine rechtliche Subsumtion möglich ist und über die rechtserheblichen Tatsachen Beweis abgenommen wer- den kann. Ist eine Partei nicht in der Lage, sich vollständige Kenntnis über den Sachverhalt zu beschaffen, so genügt es, wenn sie alle wesentlichen Umstände, soweit möglich und zu- mutbar, substantiiert behauptet (Substantiierungslast). Eine mangelhafte Substantiierung der Klage führt zu einem abweisenden Sachurteil. Gemäss Art. 222 Abs. 2 ZPO hat die beklagte Partei darzulegen, welche Tatsachenbehauptungen der klagenden Partei im Einzel- nen anerkannt oder bestritten werden. Damit ist – sofern die klagende Partei ihrer Behaup- tungs- und Substantiierungslast nachgekommen ist – grundsätzlich ein substa ntiiertes Be- streiten verlangt (Bestreitungslast). An die Substantiierung der Bestreitung dürfen nicht die gleichen Anforderungen wie an die Substantiierung der Behauptung gestellt werden. Mass- gebend ist die Einlässlichkeit der Sachdarstellung der behauptun gsbelasteten Partei sowie die Möglichkeit und Zumutbarkeit einer substantiierten Bestreitung. Schlichtes Bestreiten oder Bestreiten mit Nichtwissen genügt nur, wenn die bestreitende Partei den behaupteten Ereignissen so fern steht, dass ihr eine Substant iierung nicht zugemutet werden kann. Eine Last zum substantiierten Bestreiten kann sich hingegen aus dem Umstand ergeben, dass es der behauptungsbelasteten Partei nicht möglich ist, den Sachverhalt mit dem eigenen Wis- sensstand substantiiert darzustellen. I n einem solchen Fall ist die bestreitende Gegenpartei aus Treu und Glauben zur Mitwirkung bei der Sachverhaltserstellung verpflichtet (BGE 133 III Seite 7/46 43 E. 4.3; 127 III 365 E. 2; 115 II 1 E. 4.; 105 II 143 E. 6a/bb; Urteile des Bundesgerichts 4C.366/2000 vom 19. Juni 2001 E. 5b/bb; 5A_710/2009 vom 22. Februar 2010 E. 2.3.1; 4C.23/2007 vom 13. März 2007 E. 3.2; Spühler/Dolge/Gehri, Schweizerisches Zivilprozess- recht, 9. A. 2010, S. 139 f.; Dolge, Anforderungen an die Substantiierung, in: Dolge [Hrsg.], Substantiieren und Beweisen, 2013, S. 22 ff.; Brönnimann, Die Behauptungs - und Substanti- erungslast im schweizerischen Zivilprozessrecht, 1989, S. 183 f. und S. 219 ff.; Glasl, in: Brunner/Gasser/ Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. A. 2016, Art. 55 ZPO N 17 ff., 21 ff. und 23 ff.; Sutter-Somm/von Arx, in: Sutter -Somm/Hasenböhler/Leuen - berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. A. 2016, Art. 55 ZPO N 20 ff.; je mit Hinweisen). Inwieweit unter der Geltung der V erhandlungsmaxime Tatsachen zu behaupten und zu be- weisen sind, ergibt sich einerseits aus den Tatbestandsmerkmalen der aufgerufenen Norm und andererseits aus dem prozessualen Verhalten der Gegenpartei (BGE 127 III 365 E. 2b). Die Behauptungs - und Substan tiierungslast zwingt die damit belastete Partei nicht, sämtliche möglichen Einwände der Gegenpartei vorweg zu entkräften. Nur soweit die Gegenpartei den schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hinausgehende Substant iierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar darzu- legen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis angetreten wer- den kann (BGE 127 III 365 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 4.2). Dieser Behauptungs - und Substantiierungslast hat die klagende Partei grund- sätzlich in der Klageschrift (und der Replik) nachzukommen. Tatsachen müssen in ihren we- sentlichen Zügen oder Umrissen in einer Rechtsschrift behauptet werden (Art. 221 Abs. 1 lit. d und e ZPO). Die blosse Verweisung auf Aktenstücke ist in der Regel ungenügend (Urteil des Bundesgerichts 4A_317/2014 E. 2.2, mit Hinweisen; Killias, Berner Komme ntar, 2012, Art. 221 ZPO N 23; Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Ar t. 221 ZPO N 27) . Das Bundesgericht verlangt indessen nicht, dass Beilagen, die der Substan tiierung dienen, zwingend integral im Volltext in die Rechtsschriften übernommen werden. Der Verweis auf eine Beilage ist aber jedenfalls dann ungenügend, wenn die Beilage für sich selbst nicht er- laubt, die geltend gemachten Positionen zu prüfen und gegebenenfalls substan tiiert zu be- streiten, und die Beilage in den Rechtsschriften nicht hinreichend konkretisiert und erläutert wird (BGE 136 III 322 E. 3.4.2). Werden Tatsachen in ihren wesentlichen Zügen oder Umris- sen in einer Rechtsschrift behauptet und wird für Einzelheiten auf eine Beilage verwiesen, ist vielmehr zu prüfen, ob die Gegenp artei und das Gericht damit die notwendigen Informationen in einer Art erhalten, die eine Übernahme in die Rechtsschriften als blossen Leerlauf erschei- nen lässt, oder ob der Verweis ungenügend ist, weil die nötigen Informationen in den Beila- gen nicht einde utig und vollständig enthalten sind oder aber daraus zusammengesucht wer- den müssten. Es genügt nicht, dass in den Beilagen die Informationen in irgendeiner Form vorhanden sind. Es darf kein Interpretationsspielraum entstehen, die Beilagen müssen vielmehr selbsterklärend sein und genau die verlangten oder in den Rechtsschriften bezeich- neten Informationen enthalten ( BGE 144 III 519 E. 5 ff; Urteile des Bundesge richts 4A_281/2017 vom 22. Januar 2018 E. 5.3; 4A_264/2015 vom 10. August 2015 E. 4.2.2). 3.4 Die am tt.mm.1988 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur tatsächlichen Trennung am tt.mm.2013 (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Zug ES 2015 689 vom 5. Februar 2016 , Dis- positiv Ziff. 1 ) 25 Jahre gedauert und aus ihr sind drei Kinder hervorgegangen (act. 1 Rz 6). Seite 8/46 Die Ehe war daher lebensprägend . Die Parteien haben Anspruch auf Fortführung des zuletzt gemeinsam gelebten Standards. Diesen haben vorliegend beide Parteien übereinstimmend nach der zweistufigen Methode der Existenzminimumsberechnung mit Übersc hussverteilung berechnet (act. 27 S. 10; act. 30 Rz 34). Eine Sparquote wurde von den Parteien nicht gel- tend gemacht. Gemäss Praxis des Kantonsgerichts Zug setzt sich der Bedarf bei der zwei- stufigen Methode bei knappen finanziellen Verhältnissen aus dem betreibungsrechtliche n Existenzminimum und bei günstigen finanziellen Verhältnissen aus dem familienrechtlichen Existenzminimum zusammen (= betreibungsrechtliches Existenzminimum + VVG + Steuern; vgl. Arndt, Die Sparquote , in: Fankhauser/Reusser/Schwan der [Hrsg.], Brennpunkt Familien- recht, Festschrift für Thoma s Geiser, 2017, S. 43 ff., 47]), worauf vorliegend abzustellen ist (vgl. Urteil des Obergerichts Zug Z1 2014 30 vom 2. Februar 2016 E. 3.4). Der Klägerin ob- liegt die Beweislast für den zuletzt gemein sam gelebten Standard (BGE 115 II 424 E. 2 f. ; Ur- teile des Bun desgerichts 5A_732/2007 E. 2.2; 5A_584/2008 vom 6. Mai 2009 E. 2; Haus- heer/Spycher, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A. 2 010, Rz. 05.173). Ausgehend von den Richtl inien der Justizkommission des Obergerichtes Zug für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 ( nach- folgend "Richtlinien"; BGE 140 III 337 E. 4.2.3) berechnet sich das monatliche familienrechtli- che Existenzminimum der Parteien wie folgt (in CHF, gerundet): Klägerin Beklagter Grundbetrag 1'000.00 1'000.00 Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) 1'020.00 400.00 Krankenversicherung KVG 374.00 364.00 Krankenversicherung VVG 52.00 52.00 AHV-Beitrag für Nichterwerbstätige 152.00 0.00 Steuern 300.00 300.00 Total 2'898.00 2'116.00 3.4.1 Zu den einzelnen Positionen ist Folgendes anzumerken: • Grundbetrag: Nach den Richtlinien beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Per- son ohne Betreuungspflichten für unmündige Kinder CHF 1'200.00. In diesem Grundbe- trag sind die Kosten für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich deren Instandhal- tung), Körper - und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrichtung, Privatversi- cherungen, Kulturelles (Telefon, Radio/TV usw.) sowie Auslagen für Beleuchtung, Koch- strom und/oder Gas etc. enthalten. Ebenfalls im Grundbetrag enthalten sind die Kosten für die Hausrats - und Haftpflichtversicherung ( Urteil des Bundesgerichts 5C.53/2005 vom 31. Mai 2005 E. 5.2). Wohnt ein Ehegatte mit einem erwerbstätigen und bereits mündigen Kind zusammen, ist der Grundbetrag für alleinstehende Personen zu reduzieren, da die aus dem Grundbetrag zu deckenden Auslagen nicht mehr allein getragen werden müssen. Es gelangt in diesen Fällen der Grundbetrag für eine alleinstehende Person in Haushaltsgemeinschaft mit er- wachsenen Personen zur Anwendung . Der Ehegatten -Grundbetrag von CHF 1'700.00 ist maximal auf die Hälfte herabzusetzen (BGE 130 III 765; Six, Eheschutz, Ein Handbuch für die Praxis, 2. A. 2014, N 2.82). Beide Parteien wohnen mit einem bereits volljährigen Kind zusammen. Der Sohn I.________, welcher beim Beklagten wohnt , ist bereits ausgelernt Seite 9/46 und generiert ein eigenes Einkommen. Wie hoch dieses ist und in welchem Umfang er sich an den Kosten betei ligt, ist für die Berechnung des Existenzminimums des Beklagten unerheblich. Ein tiefer Beitrag von I.________ geht nicht zu Lasten des Unterhaltsberech- tigten. Auf die Befragung von I.________ als Zeuge kann daher verzichtet werden (act. 27 S. 4). Die Tochter K.________, welche bei der Mutt er wohnt, erhält eine Kinder -IV-Rente und generiert zudem einen Lehrlingslohn. K.________ absolvierte bereits eine zweijährige Lehre als Infor matikpraktikerin EBA (vgl. act. 1/10 im Verfahren ES 2015 689). Ob ihre jet- zige Ausbildung als Informatikerin EFZ (act. 33/1) noch als Erstausbildung im Sin ne von Art. 277 ZGB gilt, ist im vorliegenden Verfahren nicht abschliessend zu prüfen (vgl. zum Ganzen Fountoulakis/Breitschmid , Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 277 ZGB) . Auch mit einem Lehrlingslohn hat sich K.________ an den gemeinschaftlichen Kosten zu betei- ligen. Die beantragte Zeugenbefra gung von K.________ (act. 27 S. 3) ist daher obsolet. Ungeachtet von der internen Abmachung zwischen den Eltern und den Kindern über die Höhe des Betra ges, den sie für Kost und Logis den Eltern abzugeben haben , und im Sinne der Gleichbehandlung , ist der Grundbe trag beider Parteien auf CHF 1'000.00 zu reduzieren. • Wohnkosten: Die Miete (inkl. Nebenkosten) der Klägerin von CHF 1'220.00 i m Monat ist ausgewiesen (act. 1/17). Der Beklagte stellt auf den Eigenmietwert der sich im Gesamtei- gentum der Parteien befindenden Wohnung G.________ ab und macht Wohnkosten von monatlich CHF 960.00 gel tend (act. 15 Rz 23). Bei selbstbewohnten Liegenschaften im Eigentum setzen sich die Wohnkosten aus den Hypothekarzinsen (ohne Amortisation) und den Unterhaltskosten, wie sie sonst als Nebenkosten in einem Mietverhältnis ge- schuldet sind, zusammen. Hinzu kommen die Prämien für die Gebäudeversicheru ng (Six, a.a.O., N 2.94). Die Einreichung einer Kopie des Postbuches des Beklagten mit diversen Zahlungen – ohne die dazugehörigen Rechnungen einzureichen und ohne in den Rechts- schriften auf die betreffenden Zahlungen hinzuweisen (act. 15/8) –genügt den An forderun- gen an die Substantiierung nicht (vgl. oben E. 3.3 ). Vielmehr wäre es dem bis am 20. No- vember 2018 anwaltlich vertretenen Beklagten oblegen, die effektiven Kosten in den schriftlichen Eingaben aufzuführen und mit entsprechenden Rechnungen und genau er Bezeichnung der Belege zu beweisen , zumal die Klägerin die Höhe der Mietkosten des Beklagten bestreitet und ihm monatlich nur CHF 800.00 anrechnet (act. 27 S. 10). Die Zahlungen im Postbuch besagen weder etwas über die genaue Art der in Anspruch ge- nommenen Leistung, noch über den Zeitraum, in welche m die Leistung bezogen wurde. Indem der Beklagte nur auf den Eigenmietwert der Liegenschaft abstellt, der im Übrigen nicht belegt ist, kommt er seiner Substantiierungspflicht nicht nach. Dem Beklagten sind daher die von der Klägerin anerkannten Wohnkosten von CHF 800.00 i n seinem Bedarf anzurechnen. Beide Parteien wohnen mit erwerbstätigen Kindern im selben Haushalt. Ein Beitrag der Kinder für Logis ist anzurechnen , indem bei den Eltern von tieferen Wohnkosten ausge- gangen wird. Dies gilt auch für mündige, sich noch in Ausbildung befindende Kinder, wel- che zu Hause einen Betrag für Logis abgeben (Urteil des Bundesgericht 5C.53/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 3.1). Ist das bereits mündige Kind jedoch noch in Ausbildung sind die Wohnkosten in Relation zum erzielten oder zumutbaren Einkommen (Lehrlingslohn) angemessen zu reduz ieren (vgl. dazu Six, a.a.O., N 2.101–2.102). Da I.________ bereits die Lehre abgeschlossen hat und einen eigenen Lohn g eneriert, sind dem Beklagten nur Seite 10/46 die hälftigen Wohnkosten, mithin CHF 400.00, im Existenzminimum anzurechnen. K.________ verdient im ersten Lehrjahr bis 31. Juli 2019 CHF 600.00 und im zweiten Lehrjahr bis 31. Juli 2020 CHF 800.00 (act. 33/1). Es ist ihr z umutbar, sich mit rund CHF 200.00 im Monat an den Wohnkosten der Klägerin zu beteiligen. Diese betragen demnach monatlich noch CHF 1'020.00. • Krankenversicherung : Die Krankenversicherungsprämien der Klägerin betragen CHF 374.35 (KVG) und CHF 52.40 (VVG [ac t. 7/25]). Diejenigen des Beklagten belaufen sich auf CHF 363.70 (KVG) und CHF 52.40 (VVG [act. 1/18 ]). • AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige : Die Klägerin bezahlte für das Jahr 2015 AHV-Bei- träge für Nichterwerbstätige in der Höhe von CHF 1'821.20 (inkl. Ve rwaltungskosten [act. 27/74; act. 33 Frage 9 ]), was rund C HF 152.00 im Monat entspricht. Aktuellere Abrech- nungen reichte die Klägerin nicht ein. Diese Kosten werden vom Beklagten nicht substan- tiiert bestritten. Indem er die Bedarfsberechnung nur grundsätzlich bestreitet, eine eigene Tabelle einfügt und keine Bemerkungen zu den einzelnen Bedarfspositionen in der Berechnung anstellt (act. 15 Rz 23–24; act. 30 Rz 34–36), kommt er seiner Bestreitungs- last nicht genügend nach , denn schlichtes Bestreiten genügt in der Regel nicht (vgl. dazu oben E. 3.3). Der Klägerin sind daher die AHV -Beiträge für Nichterwerbstätige in der Höhe von CHF 152.00 pro Monat im Bedarf anzurechn en. • Steuern: Die Klägerin stellt betreffend Steuerkosten grundsätzlich auf den Eheschutzent- scheid ab und erhöht den Betrag um CHF 100.00 (act. 27 S. 12). Dem kann nicht gefolgt werden, zumal der Eheschutzentscheid für den Scheidungsentscheid nicht präjudizierend ist und damit das Scheidungsgericht nicht bindet (Urteil des Bundesgerichts 5A_928/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.1; BGE 141 III 376 E. 3.4). Es wäre an der Klägerin gelegen, eine aktuelle Steuerrechnung einzureichen und damit ihre Kosten zu belegen. Indem der Beklagte für seine Steuerkosten pauschal auf das Postbuch verweist, kommt auch er sei- ner Substantiierungspflicht nicht nach (vgl. dazu oben "Wohnkosten"). Den Parteien sind mithin ermessenweise je CHF 300.00 für die Steuern im Bedarf anzurechn en. Eine allen- falls höhere Steuerbelastung ist aus dem Überschuss zu b ezahlen (Six, a.a.O., N. 2.168). 3.4.2 Die Kosten für Kommunikation , Billag und Mobilität (sofern nicht arbeitsbedingt) können im familienrechtlichen Existenzminimum nicht berücksichtig werden (vgl. dazu oben E. 3.4) . Sie sind aus dem Grundbetrag zu decken. 3.5 In einem nächsten Schritt sind die Eink ommen der Parteien zu ermitteln, vorab jenes des Be- klagten. 3.5.1 Der Beklagte bezieht unbestrittenermassen eine jährlich e Invalidenrente der AHV/IV von CHF 28'200.00 (act. 12/27) sowie eine Rente der Pensionskasse E.________ von CHF 32'978.40 (act. 12/28) . Dies entspricht einem mon atlichen Nettoeinkommen von CHF 5'098.20 (= CHF 2'350.00 AHV/IV + CHF 2'748.20 Pensionskasse E.________). 3.5.2 Gemäss Rentenvorausberechnung wird sich die monatliche AHV -Rente des Beklagten ab Rechtskraft de s Scheidungsentscheids auf CHF 2'106.00 verringern, sofern die Rechtskraft der Scheidung vor dem 30. November 2017 eintritt (act. 18/1). Der Beklagte führt zwar in der Seite 11/46 Duplik vom 9. April 2018 aus, diese Zahl gelte unter Vorbehalt einer neuen Berechnung ge- mäss den ab dem 1. Januar 2018 bestehenden neuen Gesetzesgrundlagen (act. 30 Rz 14), reicht aber keine neue Rentenvorausberechnung ein. In Bezug auf die im Bereich des nach- ehelichen Unterhalt s geltende Verhandlungsmaxime ist es einzig Sache der Parteien, das Tatsächliche in den Prozess einzuführen. Der Beklagte war bis am 20. November 2018 an- waltlich vertreten und reichte keine aktuelle Berechnung ein. Das Gericht ist grundsätzlich an diesen Tatsachenvortrag gebunden und darf kein e nicht behaupteten Tatsachen oder nicht offerierte Beweismittel zur Urteilsgrundlage erheben (Jungo, Zürcher Kom mentar, 3. A. 2018, Art. 8 ZGB N 125). Daher ist auf die Rentenvorausberechnung vom 7. September 2017 und mithin ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids auf ein monatliches AHV-Einkommen des Beklagten von CHF 2'106.00 abzustellen. 3.5.3 Der Beklagte erreichte am tt.mm.2017, nach Einreichen der Scheidungsklage am 9. Februar 2017, das ordentliche Rentenalter. Für den Fall, dass die invalide Person das reglementari- sche Rentenalter im Verlauf des Verfahrens zwischen Einleitung des Scheidungsverfahrens und Rechtskraft des Scheidungsentscheids erreicht, gelten Spezialbestimmungen (Art. 22a Abs. 4 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenvorsorge [Freizügigkeitsgesetz, FZG]) , um der Tatsache Rechnu ng zu tragen, dass Renten bereits ausgerichtet wurden. Für die Vorsorgeeinrichtung besteht nämlich das Problem, dass sie bereits Rentenbeträge ausbezahlt und nun wegen der Scheidung gestützt auf das ungeteilte hypothetische bzw. tatsäc hliche Altersguthaben und des übrigen Vorsor- geguthabens dem anderen Ehegatten noch eine Freizügigkeitsleistung zu erbringen hat. Da- mit müsste die Vorsorgeeinrichtung mehr bezahlen, als wenn die Scheidung nicht eingetre- ten wäre. Um dies zu verhindern, steht gemäss Art. 19g der Verordnung über die Freizügig- keit in der beruflichen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenvorsorge (Freizügigkeitsverord- nung, FZV) der Vorsorgeeinrichtung das Recht zu, die zu übertragende Austrittsleistung und die künftige Rente des Pflichtigen im Umfang der zu viel ausgerichteten Rentenbeträge zu kürzen. Die Kürzung entspricht höchstens der Summe, um die die Rentenzahlungen zwi- schen dem Erreichen des reglementarischen Rentenalters und der Rechtskraft des Schei- dungsurteils tiefer ausgefallen wären, wenn i hrer Berechnung ein um den übertragenen Teil der Austrittsleistung vermindertes Guthaben zugrunde gelegt worden wäre. Die Kürzung wird je hälftig auf die beiden Ehegatten verteilt. Nach Erreichen des reglementarischen Rentenal- ters basiert die Rente immer a uf dem Altersguthaben der versicherten Person, auch wenn diese invalid ist (Jungo/Grütter, in: Schwenzer/ Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Schei- dung, Band I: ZGB, 3. A. 2017 , Art. 124 ZGB N 17 ff.; Geiser/Walser, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 124 ZGB N 9). Die per Saldo aus dem Vorsorgeausgleich berechtigte Parte i erhält eine Austrittsleistung wie bei einer Teilung nach Art. 123 ZGB. Da bei der Klägerin noch kein Vorsorgefall eingetreten und auch kein Barauszahlungstatbestand vorliegt, erfolgt eine gebundene Freizügigkeitsleistung ( vgl. dazu unten E. 10; Geiser/Walser, a.a.O., Art. 124 ZGB N 16). Gemäss Schreiben der Pensionskasse E.________ vom 21. März 2019 beträgt das Alters- guthaben des Beklagten im Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens CHF 641'324.20. Davon in Abzug zu bringen ist das aufgezinste voreheliche Guthaben von CHF 127'721.85, was ein zu teilendes Guthaben von CHF 513' 602.35 ergibt. Bei einem Vor- sorgeausgleich von CHF 256'801.20 (= CHF 513'602.35 / 2) reduziert sich die monatl iche Al- terspension des Beklagten der Pensionskasse E.________ ab dem Zeitpunkt der Rechtskraft Seite 12/46 des Scheidungsentscheid s von CHF 2'748.20 auf CHF 1'584.10 pro Monat (act. 52). Da vor- liegend, wie noch zu zeigen ist, kein Grund vorliegt, um von der hälftigen Teilung des Vor sor- geguthabens abzuweichen (vgl. dazu unten E. 10.4), wird sich die Pensionskassenrente des Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids auf monatlich CHF 1'584.10 reduzieren. Somit beläuft sich das Einkommen des Beklagten ab Rechtskraft des Scheidung sentscheids auf CHF 3'690.1 0 (= CHF 2'106.00 AHV + CHF 1'584.10 Pensionskasse E.________). 3.6 Die Klägerin geht unbestrittenermassen keiner Erwerbstätigkeit nach. Die Parteien sind sich einig, dass der Klägerin die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar und mög- lich ist und ihr daher kein hypothetisches Einkommen aus Erwerbstätigkeit angerechnet wer- den kann (act. 12 S. 4; act. 15 Rz 10; act. 27 S. 4). Die Befragung der Tochter K.________ als Zeugin zum Beweis dafür, dass der Beklagte während der gelebten Ehe einer Erwerbstä- tigkeit nachgegangen bzw. die Finanzierung des Haushaltes übernommen habe , während die Klägerin für den Haushalt und die Kindererziehung zustä ndig gewesen sein soll (act. 27 S. 4), ist daher obsolet. 3.7 Während sich die Klägerin ein monatliches Einkommen aus der Vermietung ihrer Liegen- schaften in Höhe von CHF 1'491.65 pro Monat anrechnet (act. 27 S. 7 ; act. 47 S. 4), geht der Beklagte von einem erzielbaren monatlichen hypothetischen Liegenschaft sertrag der Kläge- rin von total CHF 5'701.90 aus (act. 30 Rz 21). 3.7.1 Bei der Beurteilung der Eigenversorgungskapazität der Ehegatten ist grundsätzlich vom tat- sächlich erzielten Einkommen auszugehen. Reicht dieses Einkommen nicht aus , um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden, soweit dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist. Dabei handelt es sich um zwei Voraussetzungen, die kumulativ erfüllt sein müssen. Damit ein Einkommen überhaupt oder ein höheres Einkommen als das tatsächlich erzielte angerechnet werden kann, genügt es nicht, dass der betroffenen Partei weitere Anstrengungen zugemutet werden können. Viel- mehr muss es auch möglich sein, aufgrund dieser Anstrengungen ein Ein kommen zu erzie- len. Zulässig ist auch die Anrechnung eines hypothetischen Vermögensertrages und mithin eines hypothetischen Einkommens aus zumutbarer und möglicher Vermietung von Wohnei- gentum. Mangels anderer Anhaltspunkte kann für die Festsetzung des hypothetischen Ein- kommens aus Vermietung auf den Eigenmietwert zurück gegriffen werden (Urteil des Bundes- gerichts 5A_938/2012 vom 1. Februar 2013 E. 4.2.3; Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 30). Nach der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 ZGB hat die auf Unterhalt klagende Partei die Tatsachen schlüssig zu behaupten, aus denen sich ergibt, dass es ihr weder möglich noch zuzumuten ist, für ihren gebührenden Unterhalt (einschliesslich einer an- gemessenen Altersvorsorge) selbst aufzukommen (Urteile des Bundesgerichts 5A_749/2016 vom 11. Mai 2017 E. 5; 5A_319/2016 vom 27. Januar 2017 E. 3.2) . Will die Klägerin geltend machen, die Erzielung eines Mietzinsertrag es aus ihren Liegenschaften sei ihr nicht möglich und zumutbar, trägt sie dafür die Beweislast ( Jungo, a.a.O., Art. 8 ZGB N 572 f.). Die Klägerin ist unbestrittenermassen Eigentümerin diverser Liegenschaften. Zu prüfen ist nachfolgend, ob ihr bzw. in welcher Höhe ihr aus der Vermietung dieser Liegenschaften ein Einkommen angerechnet werden kann. Seite 13/46 3.7.2 Die Klägerin ist Eigentümerin einer 5,5 -Zimmer-Wohnung sowie eines Studios M.________. Die Klägerin führt aus, sie generiere aus der Vermietung der beiden Wohnungen einen Net- toertrag von monatl ich CHF 1'272.65 (act. 27 S. 7), was der Beklagte bestreitet. Zusammen- gefasst führt er zur Begründung aus, e inerseits seien die Behauptungen der Klägerin falsch, andererseits sei ihr sowieso ein höheres hypothetisches Einkommen aus der Vermietung der beiden Wohnungen anzurechnen. Stelle man auf vergleichb are Mietobjekte ab, so sei er- sichtlich, dass der Klägerin hypothetisch jährliche Mietzinseinnahmen für die 5,5 -Zimmer- Wohnung von brutto CHF 21'480.00 und für das Studio von brutto CHF 13'860.00 angerech- net werden könnten. Nach Abzug eines Pauschalbetrages für Unterhaltskosten von 20 % und einem Näherungswert für die zu bezahlenden Hypothekarzinse von rund CHF 3'000.00 im Jahr würde sich ein hypothetischer Nettoertrag von jährlich CHF 25'272.00 bzw. monatlich CHF 2'106.00 ergeben. Daher seien der Klägerin h ypothetisch höhere Mi eteinnahmen anzu- rechnen. Um der Klägerin entgegenzukommen, sei der Beklagte vergleichsweise bereit, ei- nen hypothetischen Mietertrag von CHF 1'706.90 zu akzeptieren (act. 30 Rz 17). Aus der Vermietung der 5,5 -Zimmer-Wohnung und des S tudios generiert die Klägerin aktuell unbestrittenermassen ein Einkommen. Über die Höhe der aktuellen Mieterträge sind sich die Parteien nicht einig. Die Klägerin reichte weder Mietverträge der beiden Wohnungen M.________ noch eine aktuelle Steuererklärung zu den Akten. Sie führt zwar in der Replik aus, der Liegenschaft sertrag werde nach der Steuererklärung 2016 berechnet (act. 27 S. 11), reicht diese aber nicht zu den Akten. In der Steuererklärung 2015 deklarierte die Klägerin Nettomietzins einnahmen für beide Wohnungen von CHF 16'721.00 (act. 12 S. 5), im Jahr 2013 waren es CHF 16'035.00 (act. 15/2). Die Klägerin rechnet sich selbst ein Einkommen von jährlich CHF 15'271.80, respektive monatlich CHF 1'272.65 an. Es ist nachfolgend zu prüfen, ob es der Klägerin möglich und zumutbar ist, aus der Vermietung der 5,5-Zimmer-Wohnung und des Studios ein hypotheti sches Einkommen von CHF 1'706.90 zu erwirtschaften. Die 5,5-Zimmer-Wohnung sowie das Studio M.________ befinden sich in einem 45 -jährigen Mehrfamilienhaus (vgl. Kaufvertrag Ziff. 7 "35 -jähriges Haus" in act. 22/54). Es ist davon aus- zugehen, dass die beiden Wohnung en aktuell vermietet sind. Etwas anderes behaupten die Parteien nicht. Als Beweis für die Möglichkeit der Erzielung eines höhere n hypothetischen Liegenschaftenertrages reicht der Beklagte ein Inserat einer frei stehenden 4,5-Zimmer-Wohnung N.________ für einen monatlichen Mietzins von CHF 1'790.00 sowie für eine freie 1,5-Zimmer-Wohnung O.________ für CHF 1'155.00 ein (act. 30/33). Auf die substantiierten Bestreitungen des Beklagten führt die Klägerin lediglich aus: "D ie Ausführun- gen werden bestritten. Die Berechnung des Beklagten über das mögliche Einkommen der Klägerin treffen nicht zu." Damit kommt sie ihre r Substantiierungspflicht nicht nach. Es wäre an der beweisbelasteten Klägerin gelegen, Argumente vorzutragen, weshalb ihr kein höherer hypothetischer Mietzinsertrag angerechnet werden kann . Indem sie die Behauptungen des Beklagten, es könne mit der Vermietung der beiden Wohnungen ein monatlicher Nettoertrag von CHF 1'706.90 erwirtschaftet werden, nicht substantiiert widerlegt, ist auf die Ausführun- gen des Beklagten abzustellen. Der Klägerin ist daher zumutbar und möglich, mit der Ver- mietung der Wohnungen M.________ ein monatliches Einkommen von CHF 1'706.90 zu ge- nerieren. Seite 14/46 Von der Klägerin wird durch die Anrechnung eines höheren hypothetischen Mietertrages eine Umstellung der Lebensverhältnisse verlangt. Ihr ist hinreichend Zeit zu lassen, die rechtli- chen Vorgaben in die Tat umzuset zen. Die Dauer der Übergangsfrist bestimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles (Urteile des Bundesgerichts 5A_ 59/2016 vom 1. Juni 2016 E. 3.2; 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014 E. 5.1 f. und 5.5). Unter diesen Umständen sind die Bestimmungen des Mietrechts zu berücksichtigen. Der Vermieter kann den Mietzins jederzeit auf den nächstmöglichen Kündigungstermin erhöhen. Er muss dem Mieter die Miet- zinserhöhung mindestens zehn Tage vor Beginn der Kündigungsfrist auf einem vom Kanton genehmigten Formular mitteilen und begründen (Art. 269d Abs. 1 OR). Im Kanton Luzern gibt es grundsätzlich keine ortsüblichen Kündigungstermine . Ein bestehendes Mietverhältnis kann demnach jeden Monat auf Ende einer dreimonatigen Mietdauer gekündigt werden (Art. 266c OR). Es rechtfertigt sich daher, der Klägerin eine Übergangsfrist von vier Monaten für die Anrechnung eines höheren hypothetischen Mietertrages anzurechnen. Der Klägerin ist mithin aus der Vermietung der Wohnungen M.________ bis zum 30. September 2019 das, wie von ihr behauptet e, effektiv erzielte Einkommen von CHF 1'272.65 , und ab 1. Okto- ber 2019 ein hypothetisches Monatseinkommen von CHF 1'706.90 anzurechnen. 3.7.3 Die Klägerin ist Eigentümer in eines Zweifamilienhauses L.________ (act. 12/43). Unbestritte- nermassen wohnt der Bruder der Klägerin in d ieser Liegenschaft. Er bezahlt keine Miete, kommt aber für die anfallenden Nebenkosten auf (act. 15 Rz 48; act. 1/8). Die Klägerin be- hauptet, die Liegenschaft sei sanierungsbedürf tig und nicht beheizbar, weshalb dafür kein Mietertrag erwirtschaftet werden könne (act. 12 S. 12; act. 27 S. 8). Der Beklagte bestreitet die fehlende Möglichkeit einer Vermietung aufgrund der fehlenden Heizmöglichkeit in der Lie- genschaft und reicht eine Aufstellung diverser Vergleichsobjekte und deren Mietpreis e ein (act. 15/19). Die Klägerin hat den Beweis dafür zu erbringen, dass die Liegenschaft renovationsbedürftig ist und kein Mietertrag erwirtschaftet werden kann (vgl. auch Beweisverfügung vom 20. Sep- tember 2017, act. 19). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass d er eingereichte Beschluss der Schlichtungsbehörde Mietrecht lediglich belegt, dass der Bruder der Klägerin keine Miete bezahlt und nur die Nebenkosten finanziert. Eine Vereinbarung zwischen zwei Geschwistern über die Mietkosten einer Liegenschaft, die zwar vor eine r Behörde, jedoch im Sinne eines Vergleichs freiwillig abgeschlossen wurde, ist als Beweis für die fehlende Möglichkeit und Zu- mutbarkeit der Vermietung der Liegenschaft nicht taugl ich. Damit ist nicht erwiesen , dass aus der Vermietung der Liegenschaft kein Ertrag erwirtschaftet werden kann . Zwar ist zwischen den Parteien unbestritten, dass ein Teil der Liegenschaft nur über einen Tiba -Ofen beheizbar ist. Unbestritten geblie ben ist aber die Behauptung des Beklagten, in den übrigen Zimmern seien von den Eltern der Klägerin Elektroöfen angebracht worden (act. 30 Rz 18; act. 50 S. 5). Es ist davon auszugehen, dass die Liegenschaft zumindest mit Elektroöfen beheizbar ist. Das Problem mit der Feuchtigkeit in der vom Beklagten als " Kellerwohnung " bezeichne- ten Wohnung hat der Beklagte – als die Parteien noch in der Liegenschaft wohnten – fach- männisch sanieren lassen . Auch wurde das Bad nach dem Auszug der Parteien im Jahr 2005 vom Bruder der Klägerin erneuert (act. 50 S. 5). Über den sonstigen Zustand der im Jahr 1951 erbauten Liegenschaft ist nichts bekannt. Insbesondere beantr agte die Klägerin kein gerichtliches Gutachten über den Zustand der Liegenschaft. Auch liegen keine Fotos der Liegenschaft im Recht. Im Übrigen ist festzuhalten, dass auch eine renovationsbedürftige Liegenschaft sehr wohl vermietet werden kann. Die Klägerin konnte keine sachdienlichen Seite 15/46 Belege vorbringen, welche ihren Standpunkt der fehlenden Vermietbarkeit untermauern wür- den. Zudem scheint es unwahrscheinlich, dass die Liegenschaft aufgrund des schlechten Zu- standes unbewohnbar sein soll, der rund 65-jährige Bruder der Klägerin aber schon seit Jah- ren in der Liegenschaft wohnt (act. 33 Frage 24) und auch die Eltern de r Klägerin sowie die Parteien selber von 1987 bis 200 5 dort gewohnt haben (act. 50 S. 10). Dass der Beklagte je- weils in den gemeinsamen Steuerklärungen mit Unterschrift bestätigte, die Liegenschaft sei renovationsbedürftig – wie die Klägerin behauptet (act . 27 S. 8) –, bindet den Beklagten nicht, zumal jeder Ehegatte ein eigenes Steuersubjekt darstellt, jeder Ehegatte nur für seine eigenen Steuerfaktoren mitwirkungspflichtig ist und eine Mitunterzeichnung der Steuererklä- rung (im Falle einer Straftat) strafl os ist (Art. 180 S. 2 DBGB). Die Vorbringen der Klägerin, dass der Bruder der Klägerin schon seit Jahren in der Liegen schaft wohne , nur die Neben- kosten bezahl e und der Klägerin daher keine Miete aufgerechnet werden könne, da dies nicht dem während der Ehe Gelebten entspreche, gehen fehl (act. 50 S. 10). Für die Beurtei- lung der Eigenversorgungskapazität nach einer Scheidung ist die wirtschaftliche Unabhän- gigkeit der Ehegatten, wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der Schei- dung für seine eigenen Lebenshaltungskosten aufzukommen hat (sog. "clean break") , höher zu gewichten als die nacheheliche Solidarität. Als beweisbelastete Partei trägt die Klägerin die Folgen der Beweislosigkeit. Der Klägerin ist es somit möglich und zumutbar, ein hypothe- tisches Einkommen aus der Vermie tung der Liegenschaft L.________ zu erwirtschaften. In Bezug auf die Höhe der anrechenbar en hypothetischen Mieteinnahmen geht der Beklagte von einem objektiv zumutbaren und möglich zu erzielenden Mietertrag von monatlich CHF 3'595.00 aus (act. 30 Rz 21 und 79), was von der Klägerin bestritten wird (act. 27 S. 6). Somit ist die Höhe des Mietertrages zu bestimmen, welche r der Klägerin als Einkommen an- gerechnet werden kann. Als Beweis für einen monatlichen Nettomietertrag reicht der Be- klagte Vergleichsobjekte von Comparis ein , welche monatlic h zwischen CHF 4'100.00 und CHF 5'600.00 kosten (act. 15/19). Dabei handelt es sich um Einfamilien - oder Doppeleinfami- lienhäuser in D.________ in der Grösse von 160 bis 375 Quadratmeter Wohn fläche. Aus den Inseraten geht das Baujahr der jeweiligen Vergleichsobjekte nicht hervor. Aufgrund der Bilder handelt es sich wohl aber um neuere und sanierte Liegenschaf ten. Die streitgegenständliche Liegenschaft L.________ ist ein Zweifamilienhaus mit Bauj ahr 1951. Im Dachgeschoss befin- det sich eine 4 -Zimmer-Wohnung. In Bezug auf die andere Wohnung ist lediglich bekannt, dass es sich gemäss Ausführungen des Beklagten um eine Kellerwohnung handeln soll (act. 50 S. 5). Die Liegenschaft ist mit einem Tiba -Ofen und einzelnen Elektroöfen beheizbar. Die Parteien wohnten von 1987 bis 2005 in dieser Liegenschaft und bezahlten dafür CHF 400.00 respektive CHF 500.00 pro Monat (act. 27 S. 5; act. 30 Rz 12). Dieser Betrag bezieht sich auf die Miete einer Wohnung in der Liegenschaft, zumal in der anderen Woh- nung noch die Eltern der Klägerin wohnten. Wie die Klägerin richtigerweise ausführt, war ein Mietpreis von CHF 400.00 im Monat unter der normal üblichen Grenze (act. 50 S. 10). Unter Berücksichtigung de r in den letzten Jahren stetig gestiegenen Miet preise im Kanton Zug ist es der Klägerin zumutbar und möglich , pro Wohnung eine n Mietzins von rund CHF 1'000.00 zu verlangen. Davon in Abzug zu bringen sind die Nebenkosten . Ermessensweise ist von ei- nem Pauschalabzug für Nebenkosten von rund 20 % auszugehen, was einen anrechenbaren hypothetischen Nettoertrag von CHF 1'600.00 ergibt (je CHF 800.00 pro Wohnung). Schliesslich legt der Beklagte nicht dar, dass der von ihm beantragte Augenschein (act. 15 Rz 48) notwendig und geeignet gewesen wäre, einen angemessenen Mietzins der beiden Wohnungen zu bestimmen . Seite 16/46 Der Klägerin ist eine angemes sene Übergangsfrist einzuräumen, um einen Mietzins zu gene- rieren. Das bestehende Mietverhältnis mit dem Bruder der Klägerin wurde gemäss Beschluss der Schlichtungsbehörde Miet - und Pachtrecht vom 13. Mai 2015 längstens bis 30. Septem- ber 2016 erstreckt. Die Klägerin ist berechtigt , das Mietverhältnis ab sofort jederzeit unter Einhaltung einer einmonatigen Frist per Ende eines j eden Monats zu kündigen (act. 1/8b). Dass die Klägerin in Bezug auf ihren Bruder ein Ausweisungsverfahren anstreben müsste (act. 27 S. 22), ist unsubstantiiert . Eine Übergangsfrist von zwei Monaten scheint daher an- gemessen. In dieser Zeit sollte es auch mö glich sein, die bis anhin leer stehende zweite Wohnung in der Liegenschaft neu zu vermieten, zumal Wohnungen in diesem Preissegment im Kanton Zug gefragt sind. Der Klägerin ist mithin ab 1. August 2019 ein hypothetisches Einkommen aus der Vermietung der Li egenschaft L.________ von CHF 1'600.00 pro Monat anzurechnen. 3.7.4 Betreffend die ebenfalls im Allei neigentum der Klägerin stehende Liegenschaft in P.________ rechnet sich die Klägerin ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids ein hypothe- tisches Einkommen von CHF 219.00 pro Monat an. Die Wohnung sei momentan nicht ver- mietet, da sie gedenke, die Wohnung zu verkaufen. Die hypothetische n Einnahmen von mo- natlich CHF 219.00 ergebe n sich aus den vergangenen Steuer zahlen (act. 27 S. 8). Der Be- klagte beantragt, der Klägerin ein hypothetisches Einkommen aus der Vermietung der Lie- genschaft in P.________ von netto CHF 400.00 pro Monat anzurechnen (act. 30 Rz 21). Da sich die Klägerin bereits ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids einen hypothetischen Mietertrag anrechnet, ist die Möglichkeit und Zumutbarkeit der Vermietung der Liegenschaft in P.________ unbestritten. Zu prüfen bleibt, wie hoch der anrechenbare hypothetische Net- tomietertrag ausfällt. Es trifft zwar zu, dass die Klägeri n in der Steuererklärung 2013 Nettoeinnah men von CHF 219.00 pro Monat deklarierte . Jedoch ist für die Beurteilung der Eigenversorgungskapa- zität nicht auf Zahlen aus dem Jahr 2013 abzustellen , sondern v ielmehr auf die aktuellen Verhältnisse . Die Klägerin re ichte weder eine aktuelle Steuererklärung, noch den letzten Mietvertrag der Wohnung in P.________ ein. Der Beklagte beantragt, der Klägerin CHF 400.00 pro Monat anzurechnen (act. 30 Rz 21), was von der Klägerin nicht substantiiert bestritten wird. Insbeson dere macht sie weder Ausführungen über den Zustand der Woh- nung, noch zum Mietpreis vergleichbarer Objekte in der Umgebung. Mangels Beweisen ist daher auf den vom Beklagten geltend gemachte n hypothetischen Ertrag von CHF 400.00 im Monat abzustellen, welcher im Übrigen in Anbetracht des Mietzinses der Wohnung vor rund fünf Jahren von EUR 290.00 (act. 15/21) zumutbar und angemessen zu erreichen erscheint. Da die Wohnung in P.________ aktuell nicht vermietet ist, sind kein e Fristen für eine Miet- zinserhöhung gemäss deutschem Mietrecht zu berücksichtigen. Eine Übergangsfrist von zwei Monaten um einen neuen Mieter zu finden, scheint – wie für die Liegenschaft L.________ – angemessen. Der Klägerin ist mithin ab 1. August 2019 e in hypothetisches Einkommen von CHF 400.00 pro Monat anzurechnen . Ab Rechtskraft des Scheidungsent- scheids bis zum 31. Juli 2019 beträ gt der Nettomietertrag noch CHF 219.00 pro Monat. Seite 17/46 3.7.5 In der Klageantwort beantragt der Beklagte noch die Hinzurechnung eines hypothetischen Mietertrages aus der Vermietung des Lagerraumes Q.________ (act. 15 Rz 54), verzichtet dann aber in der Duplik darauf (act. 30 Rz 20–21), weshalb der Klägerin kein Mietertrag aus der Vermietung des Lagerraumes Q.________ als Einkommen anzurechnen ist . 3.7.6 Die vom Beklagten geltend gemachten monatlichen Einnahmen der Klägerin in Form von bis- herigem Unterhalt in der Höhe von CHF 2'000.00, einer AHV-Rente ab 2020 von CHF 1'175.00 und einer BVG-Rente ab 2020 v on CHF 1'450.00 (act. 15 Rz 15) können der Klägerin nicht als Einkommen angerechnet werden, da die Klägerin nur einen nachehelichen Unterhalt bis zu ihrer ordentlichen Pensionierung beantragt und der bisher geschuldete eheli- che Unterhaltsbeitrag von CHF 2'000.00 durch den nachehelic hen Unterhaltsbeitrag abgelöst wird. 3.8 Nachfolgend ist der nacheheliche Unterhaltsbeitrag pro Monat nach der Methode der Exis- tenzminimumsberechnung mit Überschussverteilung gestützt auf den ermittelten Bedarf so- wie die Einkommen der Parteien zu bemessen und in drei Phasen aufzugliedern. Die erste Phase dauert ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis zum 3 1. Juli 2019. Der Gesamtbedarf der Parteien beträgt CHF 5'014.00 (vgl. oben E. 3.4). Diesem Bedarf ist das Einkommen der Klägerin von CHF 1'491.65 (= CHF 1'272.65 [M.________] + CHF 219.00 [P.________]) sowie das Einkommen des Beklagten von CHF 3'690.10 gegenüberzustellen. Wird vom Gesamteinkommen der Parteien von CHF 5'181.75 der Gesamtbedarf abgezogen, resultiert ein Überschuss von CHF 167.75. Mit der Aufteilung des Überschusses soll beiden Ehegatten ermöglicht werden, ihren bisherigen Lebensstandard beizubehalten. Der verblei- bende Überschuss ist deshalb in der Regel hälftig auf die Ehegatten aufzuteilen, wenn sie keine unmündigen Kinder haben (Urte ile des Bundesgerichts 5A_409/2015 vom 13. August 2015 E. 3.2 f.; 5P.341/2002 vom 25. November 2002 E. 6.3; Six, a.a.O., N 2.171). Der ge- bührende Bedarf der Klägerin beträgt mithin CHF 2'981.85 (= CHF 2'898.00 Existenzmini- mum + CHF 83.85 Überschuss). Davon kann sie CHF 1'491.65 durch eigenes Einkommen decken. Die Klägerin hat demnach in der ersten Phase Anspruch auf einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von gerundet CHF 1'490.00. Die zweite Phase dauert vom 1. August bis 30. September 2019 . Das Einkommen der Kläge- rin erhöht sich in der zweiten Phase auf CHF 3'272.65 (= CHF 1'272.65 [M.________] + CHF 1'600.00 [L.________] + CHF 400.00 [P.________]). Wird vom Gesamteinkommen der Parteien von CHF 6'962.75 der Bedarf von CHF 5'014.00 abgezogen, resultiert ein Über- schuss von CHF 1'948.75. Der gebührende Bedarf der Klägerin beträgt in der zweiten Phase CHF 3'872.35 (= CHF 2'898.00 Existenzminimum + CHF 974.35 Überschuss), wovon sie CHF 3'272.65 mit ihrem eige nen Einkommen zu decken vermag. Sie hat demnach in der zweiten Phase Anspruch auf einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von gerundet CHF 600.00. In der dritten Phase vom 1. Oktober 2019 bis zur ordentlichen Pensionierung der Klägerin am 12. März 2020 ist der Klägerin ein hypothetisches monatliches Einkommen vo n CHF 3'706.90 anzurechnen (= CHF 1'706.90 [M.________] + CHF 1'600.00 [L.________] + CHF 400.00 [P.________]). Stellt man den Gesamtbedarf der Parteien von CHF 5'014.00 dem Gesamteinkommen von CHF 7'397.00 (CHF 3' 706.90 Einkommen Klägerin + Seite 18/46 CHF 3'690.10 Einkommen Beklagter) gegenüber, res ultiert ein Überschuss von CHF 2'383.00. Der hälftige Überschussanteil der Klägerin beträgt CHF 1'191.50. Von ihrem gebührenden Bedarf von CHF 4'089.50 (= CHF 2'898.00 Existenzminimum + CHF 1'191.50 Überschuss) vermag die Klägerin CHF 3' 706.90 durch eigenes Einkommen zu decken. Sie hat demnach in der dritten Phase einen Anspruch auf einen nachehelichen Unterhalt sbeitrag von gerundet CHF 383.00 pro Monat. Die nachehelichen Unterhaltsbeiträge sind antragsgemäss nicht zu indexieren. 4. Die Klägerin beantragt e in Bezug auf die geltend gemachten nachehelichen Unterhaltsbei- träge erstmals an der Hauptverhandlung die Schuldneranweisung im Sinne von Art. 132 ZGB. Zur Begründung führt die Klägerin aus, der Beklagte habe die Unterhaltsbeiträge aus dem Eheschutzprozess ES 2015 689 seit November 2018 nicht mehr bezahlt und sie habe für diese Beträge ein Begehren um Schuldneranweisung beim Gericht einreichen müssen. Das Begehren sei mit Entscheid vom 30. Januar 2019 gutgeheissen worden (act. 47 S. 6). Der Beklagte sprach sich sinngemäss gegen eine Schuldneranweisung aus (act. 48 S. 2). 4.1 Vernachlässigt die verpflichtete Person die Erfüllung der Unterhaltspflicht, so kann das Ge- richt ihre Schuldner anweisen, die Zahlungen ganz oder teilweise an di e berechtigte Person zu leisten (Art. 132 Abs. 1 ZGB). Die Anweisung stellt einen erheblichen Eingriff in das Ver- hältnis des unterhaltspflichtigen Ehegatten zu seinem Schuldner dar und muss daher verhält- nismässig sein . Sie darf nur angeordnet werden , wenn aufgrund der Umstände eindeutig da- von auszugehen ist, dass der unterhaltspflichtige Ehegatte in Zukunft seiner Unterhaltspflicht nicht oder nicht regelmässig nachkommen wird, ein V erschulden des Unterhaltsschuldners ist jedoch nicht vorausgesetzt (Urteil des Bun desgerichts 5A_464/2012 vom 30. November 2012 E. 5.3; Schwenzer/Büchler , a.a.O., Art. 132 ZGB N 2; Steiner, Die Anweisungen an die Schuldner, 2015, S. 59 f. ). 4.2 Die Pensionskasse E.________ wurde mit Entscheid vom 30. Januar 2019 angewiesen, je- den Monat von der Rente des Beklagten CHF 2'000.00 in Abzug zu bringen und direkt auf das Konto der Klägerin zu überweisen (Verfahren ES 2019 23) . Die Schuldneranweisung wurde vom Gericht damit begründet, dass der Beklagte unbestrittenermas sen den mit Ehe- schutzentscheid vom 5. Februar 2016 angeordneten ehelichen Unterhaltsbeitr ag an die Klä- gerin seit November 2018 nicht mehr b ezahlt hatte. Inwiefern davon auszugehen ist, dass der Beklagte auch in Zukunft – ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids – seiner Unter- haltspflicht nicht nachkommen wird, wird von der Klägerin weder behauptet, noch substanti- iert. Eine Schuldneranweisung ist aufgrund ihres schweren Eingriffs in das Verhältni s des Unterhaltspflichtigen zu seinem Schuldner nur zulässig, wenn davon auszugehen ist, dass der Beklagte seiner Unterhaltspflicht in Zukunft nicht nachkommen wird. Eine vorsorgliche Schuldneranweisung ist nicht Si nn und Zweck von Art. 132 ZGB. Der Antrag auf Schuld- neranweisung ist daher abzuweisen und d ie mit Entscheid vom 30. Januar 2019 angeordnete Schuldneranweisung ab Rechtskraft des vorliegenden Scheidungsentscheids aufzuheben. 5. Nachfolgend ist zwischen den Parteien die güterrechtliche Auseinande rsetzung durchzu - führen. Seite 19/46 5.1 Die Klägerin beantragte in ihren Rechtsschriften im Rechtsbegehren zwar die güterrechtliche Auseinandersetzung, beziffert ihren Antrag jedoch nicht. In der Replik führte sie sinngemäss aus, der Beklagte habe ihr zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche CHF 144'801.65 zu bezahlen (act. 27 S. 32). Obschon der Beklagte in seinem Rechtsbegehren kein en Antrag auf güterrechtliche Auseinandersetzung stellte, beantragte er in der Duplik sinngemäss eine (güterrechtliche) Ers atzforderung von CHF 421'809.35 (act. 30 Rz 115 ff. und Rz 129). In ihren jeweiligen Plädoyers an der Hauptverhandlung änderten beide Parteien die Höhe der von der jeweils anderen Partei verlangten güterrechtlichen Ersatzforderung. Die Klägerin bezifferte ihre güterrechtliche Forderung gegen über dem Beklagten neu auf CHF 148'301.50 (act. 47 S. 10), der Beklagte seine auf CHF 561'700.00 (act. 50 S. 8). Es stellt sich daher zunächst die Frage, ob die Rechtsbegehren der Parteien genügend beziffert sind und eine Erhöhung der Forderungen an der Hauptverhandlung zulässig war. Rechtsbegehren sind grundsätzlich ausdrücklich zu stellen. Ein Rechtsbegehren muss so gestellt sein, dass es bei Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann (BGE 137 III 617 E. 4.3). Dies bedeutet, dass ein Begehren, mit dem ein Geldbetrag verlangt wird, zu beziffern ist (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Der Sinn eines Begehrens ist aber durch Auslegung nach Treu und Glauben zu ermitteln, wobei insbeso ndere die Begründung der Klage zu berücksichtigen ist . Der Wortlaut alleine ist nicht massgebend (Stalder, Rechts - begehren in familienrechtlichen Verfahren, in FamPra.ch 2014 vom 13. Januar 2014, S. 43 ff, 44). Ein unbeziffertes Rechtsbegehren ist nach Abs chluss des Beweisverfahrens zu beziffern (vgl. Art. 85 Abs. 2 ZPO). Es handelt sich jedoch bei den sinngemäss gestellten güterrechtli- chen Ausgleichsforderungen nicht um unbezifferte Rechtsbe gehren, da die Forderungen in den Rechtsschriften selbst beziffert wurden. Änderungen, die nicht die nachträgliche Beziffe- rung i.S.v. Art. 85 Abs. 2 ZPO betreffen, sind später im Verfahren nur noch unt er den Voraus- setzungen von Art. 227 und Art. 230 ZPO möglich, nicht aber gestützt auf Art. 85 Abs. 2 ZPO (Stalder, Rechts begehren in familienrechtlichen Verfahren, in FamPra.ch 2014 vom 13.1.2014 S. 43 f., 65). Da die nach dem zweiten Schriftenwechsel stattgefundene Parteibe- fragung neben diversen Editionen die einzige Beweisabnahme darstellte und sie neue Tatsa- chen zu den ei nzelnen Vermögenswerten der Parteien ergab, war eine Änderung der güter- rechtlichen Ausgleichsf orderung am ersten Parteivortrag der Hauptverhandlung zulässig. 5.2 Hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung gelten die Verhandlungs - und die Dispositionsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Das Gericht darf einer Partei aufgrund der Dispositionsmaxime nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Nach der Verhandlungsmaxime haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Bleiben prozessrelevante Tatsachen unbewiesen, ist nach den allgemeinen Regeln der Beweislast zu entscheiden, d.h. es unterliegt diejenige Partei, welche die Beweislast trägt (vgl. Art. 8 ZGB). 5.3 Grundlegend für die güterrechtliche Auseinandersetzung ist der zwischen den Parteien wäh- rend der Ehe bestehende Güterstand. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung sind zwei nach Rechtsträgern getrennte Vermögen der Ehegatten zu unterscheiden, nämlich das Frauen- und das Mannesgut. Innerhalb des Vermögens des gleichen Rechtsträgers, d.h. inner- halb des Frauen- und des Mannesguts, bestehen je zwei Gütermassen, die Errungenschaft Seite 20/46 und das Eigengut. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf sein Eigengut sowie (in der Regel) die Hälfte des Vorschlags der Errungenschaft des anderen (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Die güterrechtli- che Auseinandersetzung wird bei der Errungenschaftsbeteiligung in vier Schritten durchge- führt, indem (erstens) das Vermögen von Mann und Frau getrennt sowie der Errungenschaft oder dem Eigengut zugewiesen, (zweitens) der Vorschlag unt er Berücksichtigung allfälliger Mehrwertanteile berechnet, (drittens) die Beteiligung am Vorschlag bestimmt und (viertens) die Erfüllung der Ansprüche geregelt wird. 5.4 Massgebender Zeitpunkt für den Bestand der Vermögen ist das Datum der Auflösung des Güterstandes (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Vorliegend wurde mit Entscheid vom 5. Februar 2016 die Gütertrennung per 1. Januar 2016 angeordnet (Verfahren ES 2015 689). Nach der Auflö- sung des Güterstandes beeinflussen Veränderungen im Bestand des Vermögens eines Eh e- gatten die güterrechtliche Auseinandersetzung grundsätzlich nicht mehr. Es kann insbeson- dere sowohl hinsichtlich Aktiven als auch Passiven keine Errungenschaft mehr entstehen. Auch Ersatzanschaffungen sind nicht mehr möglich. Für den Wert der bei der Aufl ösung des Güterstandes vorhandenen Errungenschaft ist hingegen der Zeitpunkt der Auseinanderset- zung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB), d.h. bei der Scheidungsklage der Tag der Ent- scheidfällung. Folglich sind Wertveränderungen, die zwischen der Auflösung des Güterstandes und der güterrechtlichen Auseinandersetzung eingetreten sind, zu berücksichtigen (Steck/ Fankhauser in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm entar Scheidung, Band I : ZGB, 3. A. 2017, Art. 204 ZGB N 10). 5.5 Die Vermögenswerte sind zu ihrem Verkehrs wert einzusetzen (Art. 211 ZGB). Verkehrswert im Sinne des Gesetzes ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar wäre. Nach dem Zeitpunkt der Gütertrennung veräusserte Vermögenswerte bleiben – und zwar zum Wert im Zeitpunkt der Veräusserung – weiterhin für die güterrechtliche Auseinanderset- zung massgebend (BGE 135 III 241 E. 4.1; 136 III 209 E. 5.2, 6.2.1 und 6.3.2). 5.6 Vorerst ist die Trennung von Frauen- und Mannesgut vorzunehmen. Gemäss Art. 205 ZGB nimmt bei der Auflösung des Güterstandes jeder Ehegatte seine Vermögenswerte zurück, die sich im Besitz des andern Ehegatten befinden (Abs. 1). Steht ein Vermögenswert im Miteigen- tum und weist ein Ehegatte ein überwiegendes Interesse nach, so kann er neben den übrigen gesetzlichen Massnahmen verlangen, dass ihm dieser Vermögenswert gegen Entschädigung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird (Abs. 2). Die Ehegatten regeln ihre gegensei- tigen Schulden (Abs. 3). Mithin sind zunächst die Aktiven und Passiven der Ehegatten – unter Berücksichtigung d er gegenseitigen Schulden – zusammenzustellen und in Mannes - und Frauenvermögen aufzuteilen (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familienrecht des Schwei - zerischen Zivilgesetzbuches, 5. A. 2014, N 12.153 ff.). Jeder Vermögensgegenstand ist ent- weder der Errungenschaft oder dem Eigengut zuzuweisen. Entscheidend ist dabei der engste sachliche Zusammenhang und damit insbesondere das quantitative Übergewicht der einen oder anderen Gütermasse im Zeitpunkt des Erwerbs des Vermögensgegenstandes. Bei einer nachträglichen Investition verbleibt der mitfinanzierte Vermögensgegenstand der bisherigen Vermögensmasse selbst dann, wenn der Beitrag wertmässig die Leistung der anderen Masse übersteigt (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 12.57 ff.). Auch die Schulden jedes Ehe- gatten sind entweder seinem Eigengut oder seiner Errungenschaft zuzuordnen. Eine Schuld belastet diejenige Vermögensmasse, mit welcher sie sachlich zusammenhängt, im Zweifel aber die Errungenschaft (Art. 209 Abs. 2 ZGB). Seite 21/46 Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass alles Vermögen eines Ehegat- ten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt. Die Beweislastregel kommt dann zur Anwendung, wenn zwar die Berechtigung des Ehegatten an einem Vermögensgegenstand feststeht, jedoch streitig und unbewiesen ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert zugeordnet werden muss. Mit Bezug auf die Investition in einen Vermögensge- genstand im Sinne von Art. 209 ZGB gilt dagegen die allgemeine Beweisregel von Art. 8 ZGB. Dieser Vorschrift zufolge hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu be- weisen, der aus ihr Rechte ableitet. Wer also eine mehrwertberechtigte Investition behauptet, trägt dafür die Beweislast. Zu beachten ist allerdings, dass Ehegatten die finanziellen Belange ihrer Gemeinschaft erfahrungsgemäss nicht im Hinblick auf eine künftige güterrechtliche Ausei- nandersetzung organisieren. Entsprechend schwierig kann sich bei solchen Verhältnissen der Nachweis einer Ersatzforderung der einen Gütermasse gegenüber der anderen gestalten. Denn oftmals steht nicht von vornherein fest, ob der betreffende Ehegatte für den Erwerb eines bestimmten Vermögensgegenstandes oder für die Tilgung einer bestimmten Schuld Mittel aus seiner Errungenschaft oder aus seinem Eigengut verwendet hat. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Aufwand für den Unterhalt der Familie, ein- schliesslich der Altersvorsorge, sowie die Auslagen zur Erzielung des Erwerbseinkommens und die darauf lastenden Steuern von der Errungenschaft zu tragen. Daraus folgt die natürliche Vermutung, dass die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürfnisse der ehelichen Ge- meinschaft nicht die Substanz ihres Eigenguts angreifen, das ihnen im Zeitpunkt der Ehe- schliessung schon gehörte oder später durch Erbschaft oder sonst wie unentgeltlich zugefallen ist. Solche Eigengutsmittel bleiben nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemei- nen Lebenserfahrung grundsätzlich unangetastet bzw. werden in erster Linie für ausserordent- liche Investitionen eingesetzt (Urteil des Bundesgerichts 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 131 III 559 E. 4.3). 6. Vorliegend ist vorweg über die eheliche Liegenschaft G.________ Grundstück Nr. BG.________, inklusive Mehrzweckraum, Grundstück Nr . CG.________ mit Sonderrecht am Mehrzweck raum Nr. DG.________ im UG, sowie den Parkplatz Nr. EG.________ , Grundstück Nr. FG.________, alle GB G.________, zu befinden (act. 1/6). Diese stehen un- bestrittenermassen im Gesamteigentum der Parteien. Die Ehegatten bilden eine einfache Gesellschaft. Bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung ist daher in einer ersten Phase die einfache Gesellschaft der Ehegatten nach Massgabe der gesellschaftsrechtlichen Regeln zu liquidieren. Dabei dient das vorhandene Vermögen der Gesellschaft in erster Linie der Til- gung gemeinschaftlicher Schulden und dem Ersatz von Auslagen und Aufwendungen (Art. 549 OR). Sodann sind die Einlagen der Gesellschafter dem Werte nach, berechnet auf den Zeitpunkt des Einbringens, zurückzuerstatten (Art. 548 OR). Ein Überschuss, der auch konjunkturelle Mehrwerte erfasst, ist als Gewinn, ein Fehlbetrag, der auch die Einlagen über- steigen kann, als Verlust im Sinne von Art. 533 OR unter den Ehegatten aufzuteilen, d.h. mangels anderer Vereinbarung hälftig zu teilen. Mit der Verteilung des Gewinns bzw. Ver- lusts ist die Liquidation der einfachen Ge sellschaft abgeschlossen . In einer zweiten Phase sind die Liquidationserlöse bei jedem Ehegatten güterrechtlich der Errungenschaft oder dem Eigengut zuzuweisen. Die Liquidationsergebnisse sind dabei wie ein eig ener Vermögenswert zu behandeln (Urteil des Bu ndesgerichts 5A_656/2013 vom 22. Januar 2014 E. 2.1; Spirig, Auflösung des gemeinschaftlichen Eigentums, S. 176 ff.; Steck/Fankhauser , a.a.O., Art. 196 ZGB N 22; Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 14.46 und 14.78 ff.). Seite 22/46 6.1 Die Parteien haben die eheliche Liegenschaft am 6. November 2003 zu einem Kaufpreis von CHF 467'000.00 erworben (act. 12/39). Den aktuellen Verkehrswert schätzen beide Parteien übereinstimmend auf CHF 467'000.00 (act. 33 Frage 17). Im Umfang von CHF 300'000.00 gewährte die R.________ den Parteien einen Hypothekarkredit. Die Einlagen der Parteien betrugen somit CHF 167'000.00 (act. 33 Frage 13). Betreffend die investierten Eigenmittel ist unbestritten , dass ein Vorbezug aus der Säule 3a des Beklagten von CHF 63'000.00, welche zuvor mit Errungenschaftsmi tteln angespart worden war, zum Kauf der Liegenschaft aufge- wendet wurde (act. 27 S. 19; act. 30 Rz 65 ff.; act. 21/5). Die Reservationsge bühr von CHF 30'000.00 bezahlte die Klägerin , der restliche Kaufpreis von CHF 74'000.00 wur de je hälftig beglichen (act. 33 Frage 13 ; act. 30 Rz 66; act. 47 S. 7). Die Klägerin behauptet, die Reservationsgebühr von CHF 30'000.00 habe sie von ihrer Mutter erhalten , ihr restlicher An- teil stamme aus Erbschaft, da er nur aus Erbschaft habe stammen k önnen, weil die Klägerin während der Ehe keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei (act. 47 S. 7). Die Herkunft der von der Klägerin investierten Mittel wird vom Beklagten bestritten (act. 30 Rz 69–71). Die Klägerin brachte keine Belege bei, welche ihre Behauptung untermauer n könnten. Die Kläge- rin ging zwar während der Ehe keiner Erwerbstätigkeit nach, jedoch stellen auch Erträge aus Eigengut (Mieterträge oder Kapitalerträge ) Errungenschaft dar. Die Klägerin konnte nicht nachweisen, dass ihre Einlagen in die eheliche Liegenschaft aus Eigengut stammen. Es greift daher Art. 200 Abs. 3 ZGB, wonach die Einlagen beider Parteien aus deren Errungen- schaft stammen. 6.2 Derzeit lastet auf der Liegenschaft eine Hypothek von CHF 250'000.00 (act. 1/7). Die ur- sprüngliche Hypothek wurde während der Ehe um CHF 50'000.00 amortisiert . Über die Her- kunft der Mittel sind sich die Parteien uneinig. Während die Klägerin behauptet, es handle sich dabei um Mittel aus der Errungenschaft (act. 12 S. 9; act. 27 S. 19), moniert der Be- klagte, er habe die Rückzahlung der Hypothek in der Höhe von CHF 50'000.00 aus dem Ver- kauf seiner vorehelichen Liegenschaft in S.________ und damit aus seinem Eigengut finan- ziert (act. 15 Rz 40; act. 30 Rz 67). Aus dem Bankkontoauszug des Privatkontos des Beklagten bei der R.________ ist ersicht- lich, dass er am 28. November 2005 eine Zahlung von CHF 50'000.00 auf das Konto der Klä- gerin mit dem Vermerk "Amortisation" tätigte (act. 15/9). Ob es sich dabei um Eigengut des Beklagten handelt, geht aus dem Beleg nicht hervor und ist wenig glaubhaft, zumal auf das- selbe Konto zuvor der Lohn des Beklagten von rund CHF 10'650.00 geflossen ist. An der Parteibefragung antwortete er zudem auf die Frage, wohin der Erlös aus dem Wohnungsver- kauf in S.________ geflossen s ei, er habe seinen Kindern davon jeweils CHF 20'000.00 ge- schenkt (act. 33 Frage 23). Die Rückzahlung der Hypothek erwähnte der Beklagte in diesem Zusammenhang nicht. Den Nachweis dafür, dass die Hypothek mit Eigengut des Beklagten amortisiert wurde, konnte er nicht beibringen . Die Hypothek wurde demnach mit CHF 50'000.00 aus der Errungenschaft des Beklagten amortisiert. Anzumerken bleibt, dass die Zuordnung aus welcher Errungens chaft (Klägerin oder Beklagter) die Amortisation geleis- tet wurde, für die Vermögensverhältnisse der Parteien nach der güterrechtlichen Auseinan- dersetzung nicht entscheidend ist . Würde diese unter den Parteien in einem anderen Verhält- nis verteilt, würde sic h die Errungenschaft des Beklagten verkleinern und jene der Klägerin vergrössern, was den Vorschlag entsprechend verringern würde . Seite 23/46 6.3 Schliesslich macht die Klägerin eine Investition von CHF 11'500.00 in die eheliche Liegen- schaft geltend, da sie den Balkon habe verglasen lassen . Für die Kosten sei die Mutter der Klägerin aufgekommen (act. 22 Ziff. 6). Der Beklagte bestreitet die Herkunft der Mittel, jedoch nicht die Ausführung und den Wert der Balkonverglasung (act. 30 Rz 126). Die Kläge- rin reicht diesbezüglich zwar eine Bauanzeige ein (act. 22/68), jedoch keinen Beleg über die Finanzierung der Balkonverglasung . Vermutungsweise ist daher von Errungenschaft auszu- gehen (Art. 200 Abs. 3 ZGB). 6.4 Bei der Liquidation der Ehegattengesellschaft sind zun ächst das Fremdkapital und die noch nicht erstatteten Betriebskosten, welche einem Gesellschafter entstanden sind, abzurechnen (sog. "äussere Liquidation"; Spirig, Auflösung des gemeinschaftlichen Eigentums, S. 177; Genna, Auflösung und Liquidation der Ehe gattengesellschaft, 2008, S. 14 ff.). Im vorliegen- den Fall betrifft dies einzig die Hypothekarschuld von CHF 250'000.00. Sodann werden den Gesellschaftern ihre Einlagen (anfängliche wie nachträgliche Investitio- nen in Form von liquiden Eigenmitteln, eing eschlossen allfällige nachträgliche Amortisatio- nen) zurückerstattet (sog. "innere Liquidation"). Die Klägerin hat demnach Anspruch auf Rückerstattung der Anzahlung von CHF 30'000.00 , der Restzahlung von CHF 37'000.00 so- wie der nachträglichen Investition in Form der Balkonverglasung von CHF 11'500.00 . Der Be- klagte hat Anspruch auf Rückerstattung seiner Einlagen seines Säule 3 a-Vorbezuges von CHF 63'000.00, der Restzah lung von CHF 37'000.00 sowie der nachträglichen Einlage in Form der Amortisation der Hypothe k in der Höhe von CHF 50'000.00. Nach Begleichung der Schulden und Rückerstattung der Sacheinlagen der Parteien resultiert ein Verlust von CHF 11'500.00 (= CHF 478'500.00 – CHF 467'000.00) . Die im Rahmen der Liquidation der Ehegattengesellschaft ermittelten Ansprüche der Parteien auf Einlagenrückerstattung sind sowohl auf Seiten der Klägerin als auch auf Seiten des Beklagte n vollständig der jeweiligen Errungenschaft zuzurechnen. Der von beide n Gesellschaftern zu tragende Verlust von je CHF 5'750.00 ist bei beiden Ehegatten ebenfalls der Errungenschaft zuzuordnen. 6.5 Beide Parteien beantragen die Zuweisung der ehelichen Liegenschaft in ihr Alleineigentum. 6.5.1 Gesamteigentum wird mit der V eräusserung der Sache oder dem Ende der Gemeinschaft aufgehoben und, wo es nicht anders bestimmt ist, nach den Vorschriften über das Miteigen- tum geteilt (Art. 654 Abs. 1 und 2 ZGB). Die Frage, ob Art. 205 Abs. 2 ZGB auf Gesamtei- gentum (bei einer einfachen Gesellschaft unter den Ehegatten) ebenfalls Anwendung findet, ist in der Lehre umstritten (Urteil des Bundesgerichts 5A_283/2011 vom 29. Au gust 2011 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen ). Vorliegend verlangen beide Ehegatten übereinstimmend und damit einvernehmli ch die Anwendung von Art. 205 Abs. 2 ZGB . Es kann demnach die er- wähnte Streitfrage zur Anwendbarkeit von Art. 205 Abs. 2 ZGB (analog) offen gelassen wer- den (Entscheid des Kantonsgerichts St. Gallen, II. Zivilkammer, FO.2013.25 vom 5. April 2016; BGE 119 II 197 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 5C.171/2006 vom 13. Dezember 2006 E. 7.1, in: FamPra.ch 2007 S. 375 ; 5A_283/2011 vom 29. August 2011 E. 2.2 in fine). Folglich kann derjenige Ehegatte, der an der Liegenschaft ein überwiegendes Interesse hat, verlangen, dass ihm die Liegenschaft gegen Entschädigung des anderen Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird. Seite 24/46 6.5.2 Ein überwiegendes Interesse gemäss Art. 205 Abs. 2 ZGB ist dann anzunehmen, wenn ein Ehegatte eine besonders enge Beziehung zur streitigen Sache nachweist. Im Rahmen einer Interessenabwägung sind alle Umstände wie berufliche, gewerbliche, gesundheitliche oder auch reine Affektionsinteressen zu berücksichtigen. Von Bedeutung kann sein, dass ein Ehe- gatte die Kinder betreut (BGE 119 II 197 E. 2 ). Die ungeteilte Zuweisung gemäss Art. 205 Abs. 2 ZGB setzt nicht nur voraus, dass der übernahmewillige Ehegatte ein überwiegendes Interesse am Vermögenswert nachweist, sondern auch, dass er den ander en Ehegatten für seinen Anteil entschädigt. Auf die Entschädigung ist auch die Übernahme einer solidarisch eingegangenen Schuldverpflichtung durch den Ehegatten anzurechnen, der die Zuteilung verlangt, so dass der andere Ehegatte aus seiner Schuldpflicht entlassen wi rd. Eine solche Schuldübernahme setzt die Zustimmung des Gläubigers voraus (Art. 176 OR; Urteil des Bun- desgerichts 5A_600/2010 vom 5. Januar 2011 E. 4.1, in: SJ 2011 I S. 246 und FamPra.ch 2011 S. 420). Insbesondere kann relevant sein, dass der die Zuwei sung verlan- gende Ehegatte eine Bestätigung der Bank beibringt, dass er als alleiniger Schuldner akzep- tiert und der andere Ehegatte aus der Haft für die Hypothekarschuld entlassen werde ( Urteil des Bundesgerichts 5C.298/2006 vom 21. Februar 2007). 6.5.3 Die Klägerin begründet die Zuweisung der ehelichen Liegenschaft in ihr Alleineigentum im Wesentlichen damit, dass die gemeinsame Tochter K.________, welche zuvor noch beim Vater gewohnt habe, wieder bei ihr eingezogen sei. Sie würde sich noch in Ausbildung befin- den und ihren eigenen Arbeitsplatz und Rückzugsort brauchen . Ihre jetzige 1,5 -Zimmer-Woh- nung sei für die bei den zu klein . Der Beklagte wohne dagegen mit dem volljährigen und be- reits erwerbstätigen Sohn I.________ zusammen in der ehelichen Liegenschaft. Die Klägerin würde selber gerne wieder dort einziehen und mit der Tochter K.________ und dem Sohn I.________ zusammen wohnen (act. 1 S. 6; act. 12 S. 16). Sie habe eine Bestätigung der T.________, wonach ihr zur Übernahme der Liegenschaft eine Hypothek gewährt würde. Der Beklagte habe demgegenüber keinen Nachweis einer Bank beigebracht, wonach ihm eine Hypothek zur Übernahme der Liegenschaft gewährt werden würde (act. 47 S. 7). Der Beklagte entgegnet, K.________ habe ihre Lehre und damit ihre Erstausbildung per Ende Juli 2016 erfolgreich abgeschlossen. Es treffe nicht zu, dass K.________ ausschliess- lich bei der Mutter wohne. Einen grossen Teil ihrer Zeit verbringe sie beim Beklagten. Die Klägerin wohne ausserdem gemäss ihrem Mietvertrag in einer 2 -Zimmer-Wohnung und nicht, wie von ihr behauptet, in einer 1,5 -Zimmer-Wohnung. Zudem sei es für ihn überhaupt kein Problem, die Liegenschaft zu finanzieren. Er habe mündliche Zusagen von der R.________ und der U.________, dass die Finanzierung sicherstell t wäre (act. 50 S. 3). Er wohne nun seit rund fünf Jahren mit seinem Sohn I.________ zusammen in der Liegenschaft. Diese Wohnung sei sein Lebensmittel punkt. Auch habe er seit jeher die Hypothekarzinse n für die Immobilie alleine bezahlt (act. 15 Rz 78; act. 30 Rz 98–99). 6.5.4 Die Interessen der Parteien an der ehelichen Liegenschaft sind gegeneinander abzuwägen. Zunächst ist festzuhalten , dass die eheliche Liegenschaft vom Beklagten und dem bereits volljährigen Sohn der Parteien I.________ bewohnt wird. Nach dem Auszug der Klägerin am 1. Oktober 2013 blieb die damals noch minderjährige Tochter K.________ vorerst in der ehe- lichen Liegenschaft wohnen. K.________ ist in der Zwischenzeit volljährig geworden und hat bereits eine (erste) Ausbildung abgeschlossen. Dass der gemeinsame Sohn I.________ Seite 25/46 unter keinen Umständen erneut mit der Mutter zusammen wohnen möchte (act. 15 Rz 70– 71), ist für die Beurteilung eines überwiegenden Interesses gemäss Art. 205 Abs. 2 ZGB un- erheblich, zumal I.________ bereits mündig, ausgelernt und voll erwerbstätig ist. Es beste- hen auf beiden Seiten keine Kinderbetreuungspflichten mehr, welche eine Zuteilung der Lie- genschaft zu Alleineig entum begründen würden. Berufliche oder gewerbliche Interessen kön- nen beide Parteien nicht geltend machen, zumal die Klägerin keiner Erwerbstätigkeit nach- geht und der Beklagte bereits pensioniert ist. Der Beklagte hat seinen Lebensmittelpunkt in der Wohnung in G.________. Die Klägerin ist im Oktober 2013 ausgezogen und wohnt seit- her in V.________. Der mittlerweile pensionierte Beklagte ist zudem, anders als die Klägerin, nicht Eigentümer weiterer Liegenschaften. Die Klägerin begründet ihr Interesse an der Z u- weisung der ehelichen Liegenschaft in ihr Alleineigentum lediglich damit, dass die jetzige Wohnung für sie und K.________ zu klein sei. Das Interesse des Beklagten in seinem ge- wohnten Umfeld wohnen zu bleiben überwiegt das Interesse der Klägerin an einer räumli- chen Vergrösserung ihrer Wohnverhältnisse. In Bezug auf die finanziellen Belange ist vorab festzuhalten, dass nicht bekannt ist, ob die Parteien in Bezug auf den Hypothekarkredit eine Solidarschuld eingegangen sind. Keine Par- tei reichte eine schrif tliche Bestätigung der aktuellen Hypothekargläubigerbank ein, wonach die finanzierende Bank bereit wäre, den anderen Ehepartner aus einer allfälligen Solidar- schuld zu entlassen. Auch der Hypothekarvertrag ist nicht bei den Akten. Gemäss Aussage des Beklagt en läuft der Hypothekarvertrag jeweils über maximal drei Jahre. An der Parteibe- fragung vom 27. September 2018 bestätigte er, in rund eineinhalb Jahren einen neuen Hypo- thekarvertrag abschliessen zu müssen. Mangels anderer Parteibehauptungen ist daher da- von auszugehen, dass die laufende Hypothek noch bis im Frühjahr 2020 läuft. Ob die aktu- elle Gläubigerbank bereit ist, die Klägerin oder den Beklagten aus der Solidarhaft zu entlas- sen, stellen Tatfragen dar (Urteil 5C.325/2001 vom 4. März 2002 E. 4, in: Pra 2002 Nr. 188 S. 1006 und ZBGR 84/2003 S. 124), die von keiner Partei behauptet oder substantiiert wor- den ist. Die von der Klägerin beigebrachte E -Mail der T.________ 7. November 2018 ist kein gültiger Finanzierungnachweis. Daraus ist lediglich ersichtlich , dass die T.________ der Klä- gerin eine Hypothek über CHF 200'000.00 gewähren würde, unter der Bedingung, dass sie Alleinbank wird und CHF 17'000.00 von der F.________ und CHF 205'000.00 (CHF 255'000.00 Pensionskasse abzgl. CHF 50'000.00 zur Amortisation de r Hypothek) zur T.________ fliessen und aus der Scheidung keine weiteren Verbindlichkeiten entstehen wür- den (act. 42/89). Die Bestätigung der T.________ steht unter dem Vorbehalt der von der Klä- gerin telefonisch gemachten Angaben, welche vorliegend nicht b ekannt sind. Auch der Be- klagte reichte keine offizielle Finanzierungszusage der aktuellen Hypothekargläubigerin ein. Er führte an der Hauptverhandlung aus, dass er mündliche Zusagen der R.________ und der U.________ zur Finanzierung der ehelichen Liegensch aft habe. Dies habe er erst kürzlich abgeklärt (act. 50 S. 3). Der Beklagte hat die Hypothekarzinse n in den vergangenen Jahren, seit dem Auszug der Klägerin aus der Liegenschaft, alleine finanziert. Etwas anderes be- hauptet die Klägerin nicht. Es ist daher davon auszugehen, dass beide Parteien per Urteilszeitpunkt finanziell in der Lage sind, die im Gesamteigentum stehende Liegenschaft zu Alleineigentum zu überneh- men. Seite 26/46 Nach dem Gesagten überwiegen die Interessen des Beklagten an der Zuweisung der im Ge- samteigentum der Parteien stehenden ehelichen Liegenschaft in sein Alleineigentum. Das Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kantons Zug ist daher anzuweisen, das Grund- stück G.________, Grundstück Nr n. BG.________ (Wohnung), CG.________ (Mehrzweck- raum) und FG.________ (Parkplatz), alle GB G.________, ins Alleineigen tum des Beklagten zu übertragen. Die daraus entstehenden Kosten und Gebühren sind de m Beklagten aufzuer- legen. Der Beklagte übernimmt die Hypothekarforderung von CHF 250'000.00, sichergestellt durch Inhaber -Papier-Schuldbrief über CHF 300'000.00 im 1. Rang, gegenüber der R.________. 6.5.5 Für den Fall einer Zuweisung der Liegenschaft zu Alleineigentum an den Beklagten, bean- tragt die Klägerin einen Mietzins ab 1. Januar 2016 für die gesamte Daue r bis zum Entscheid über die Eigentumsfrage von monatlich CHF 1'500.00 (act. 27 S. 29). Dieser Antrag entbehrt jeglicher gesetzlicher Grundlage und ist daher abzuweisen. 7. Als nächstes ist das übrige Frauengut per 1. Januar 2016 auszuscheiden und gleichzeitig güterrechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 7.1 Im Alleineigentum der Klägerin steht eine 5,5-Zimmer-Wohnung (nachfolgend "Wohnung "), Grundstück Nr. BM.________, sowie ein Mehrzweckraum (nachfo lgend "Studio"), Grund- stück Nr. CM.________, beide M.________, GB M.________. Die Klägerin erwarb die Woh- nung und das Studio am 23. Dezember 2008 zu einem Kaufprei s von total CHF 450'000.00 (CHF 340'000.00 für die Wohnung; CHF 110'000.00 für das Studio [act. 22/54]). Gleichen- tags kaufte die Klägerin in der gleichen Überbauung einen Tiefgaragenp arkplatz (Sonder- recht am Einstellplatz Nr. DM.________), Grundstück Nr. EM.________, GB M.________, zu einem Kaufpreis von CHF 26'000.00 (act. 22/56 Ziff. 3–4). 7.1.1 Während die Klägerin die Liegenschaft en M.________ ihrem Eigengut zuordnet, da sie diese aus ihrer Erbschaft finanziert habe (act. 12 S. 10), geht der Beklagte von Errungenschaft aus. Zur Begründung führt der Beklagte aus, die Klägerin habe nicht nachweisen können, dass sie die Liegenschaften neben einer Hypothek über CHF 390'000.00 aus Eigengutsmit- teln in Höhe von CHF 86'000.00 finanziert habe. Gemäss der gesetzlichen Vermutung sei da- her von Errungenschaft auszugehen. Ihm stehe daher eine Ersatzforderung von CHF 237'500.00 z u (act. 8 S. 3; act. 15 Rz 45). 7.1.2 Nachfolgend si nd die von der Klägerin zur Begründung ihres Eigenguts eingereichten Belege zu prüfen. Die Klägerin war Miterb in diverser Grundstücke aus der Erbschaft ihrer Eltern. Aus dem Verkauf dieser Grundstücke er hielt die Klägerin Erbschaften in d er Höhe von CHF 101'930.00 (Kaufvertrag vom 23. Juni 2005, act. 12/50), von CHF 158'600.00 ( Kaufver- trag vom 27. Juni 2005, act. 12/49) sowie von CHF 57'700.00 ( Kaufvertrag vom 26. Septem- ber 2005, act. 12/51), welche auf das Konto-Nr. .________ bei der W.________ per Zeit- punkt des jeweiligen Grundbucheintrages flossen. Am 6. Dezember 2006 erhielt die Klägerin eine weitere Erbschaft in der Höhe von CHF 81'500.00, welche auf das Konto -Nr. .________ bei der W.________ floss (act. 12/52). Aus dem Bankbeleg betreffend Konto-Nr. .________ ist ersichtlich, dass die Klägerin am 5. Januar 2009 CHF 200'000.00 und CHF 230'000.00 an X.________ (vormaliger Eigentümer der 5,5 -Zimmer-Wohnung und des Studios) sowie CHF 26'000.00 an Y.________ (vormaliger Eigentümer des Parkplatzes) überwies (act. Seite 27/46 27/80). CHF 290'000.00 davon wurden mittels eines Hypothekarkredites finanziert. Die Klä- gerin musste demnach CHF 186'000.00 (= CHF 450'000.00 + CHF 26'000.00 – CHF 290'000.00) Barmittel für den Ka uf der Liegenschaften aufbringen. Der Beklagte anerkennt, dass d ie Kaufpreiszahlungen für die Wohnung, das Studio sowie den Parkplatz M.________ vom Konto stammten, auf welches zuvor die Erbschaft en geflos- sen waren (act. 30 Rz 72). Er verneint die Quali tät als Eigengutsliegenschaft en aber damit, dass von diesen Erbschaften CHF 187'191.70 in austra lischen Obligationen an gelegt worden seien und die Klägerin behauptet habe, sie habe genau diese Obligationen verkauft und den Erlös sowohl für den Kauf der Liegenschaft en M.________ als auch für die Liegenschaft L.________ verwendet. Damit sei erstellt, dass mindestens ein Teil der Liegenschaft durch Vermögen aus Errungenschaft finanziert worden sei (act. 30 Rz 72). Diese Argumentation überzeugt nicht. Insgesamt erhielt die Klägerin aus dem Verkauf der Grundstücke ein Erbe von CHF 399'730.00. Belege über die effektiven Transaktionen nach dem Landverkauf auf die beiden erwähnten Konten bei der W.________ reichte die Klägerin nicht ein. Jedoch ist aus dem Kontoauszug des Kontos Nr. .________ per 28. Februar 2007 ersichtlich, dass die Klägerin Anfang 2007 über einen Saldo von CHF 395'162.95 verfügte. Unabhängig davon, ob die Klägerin tatsächlich CHF 187'191.70 von ihrem Erbe in australischen Obli gationen an- legte oder nicht, stand der Klägerin aus dem Erbe genügend Kapital zur Verfügung, um die Barmittel für den Kauf der Liegenschaften M.________ von CHF 186'000.00 aus ihrem Ei- gengut zu erbringen. Im Januar 2009 wies das Konto -Nr. .________ der Klägerin noch einen Saldo von CHF 167'506.25 aus . Exakt von diesem Konto bezahlte die Klägerin am 5. Januar 2009 die Kaufpreissumme von CHF 166'000.00 (= CHF 186'000.00 – CHF 20'000.00 Anzah- lung). Aufgrund des besag ten Geldflusses ist davon auszugehen, dass e s sich um Eigengut der Klägerin handelt (Urteil des Bundesgerichts 5A_14/2014 vom 15. April 2014 E. 2.2). Der Beklagte vermag mit seiner Begründung , der Klägerin hätten nicht genügend Eigengutsmittel zum Erwerb der Liegenschaften zur Verfügung gestanden, an der gerichtlichen Überzeugung der Herkunft des Geldes nichts zu ändern. Die Klägerin konnte den Geldfluss mittels Bankbe- legen nachwei sen, weshalb die Liegenschaft en M.________ Eigengut der Klägerin dar stel- len. 7.1.3 Der Beklagte macht geltend, ihm stehe eine Ersatzforderung über die Hälfte der Mietzinsein- nahmen seit dem Kauf der Liegenschaft abzüglich Hypothekarzinse von CHF 96'600.00 zu (act. 15 Rz 46; act. 50 S. 8). Die Klägerin entgegnet, sie habe die Nettoeinnahmen (nach Be- zahlung der Hypothekarzins en und Nebenkosten) für den gemeinsamen Haushalt und die Kinder ausgegeben und es sei nichts mehr vorhanden (act. 27 S. 21). Wie der Beklagte richtigerweise ausführt, stellen Erträge aus Eigengut Errungenschaft dar (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB ). Das Barvermögen der Parteien ist per Zeitpunkt der Gütertren- nung am 1. Januar 2016 zu teilen. Inwiefern zusätzlich zum Stand des Vermögens per 1. Ja- nuar 2016 noch weitere vergangene Einnahmen zur Errungenschaft hinzuzurechnen sind, führt der Beklagte nicht aus. Es kann nur das geteilt werden, was zum Stichtag vorhanden ist. Dem Beklagten steht daher keine Ersatzforderung aus Mietzinseinnahmen der Liegen- schaft M.________ zu. Seite 28/46 7.1.4 Schliesslich macht der Beklage eine Ersatzforderung in Höhe von CHF 50'000.00 geltend, da die Wohnung M.________ nach dem Kauf im Umfang von ca. CHF 100'000.00 umfassend mit Errungenschaftsmitteln des Beklagten renoviert worden sei (act. 30 Rz 74). Hat ein Ehegatte zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung von Vermögensgegen- ständen des andern ohne entsprechende Gegenleistung beigetragen und besteht im Zeit- punkt der Auseinandersetzung ein Mehrwert, so entspricht seine Forderung dem Anteil sei- nes Beitrages und wird nach dem gegenwärtigen Wert der Vermögensgegenstände berech- net; ist dagegen ein Minderwert eingetreten, so entspricht die Forderung dem ursprünglichen Betrag (Art. 206 Abs. 1 ZGB). Der Nichteigentümerehegatte muss somit aus seinem Vermö- gen zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung eines bestimmten Vermögensgegen- standes des Eigentümerehegatten eine Investition getätigt haben. Dieser Beitrag darf weder in einer Schenkung bestehen noch durch eine Gegenleistung abgegolten worden sein, son- dern es muss ein entschädigungsloser Rückforderungsanspruch des investierenden E hegat- ten vorliegen, wobei eine Schenkung unter Ehegatten nicht vermutet wird (Urteile des Bun- desgerichts 5A_329/2008 vom 6. August 2008 E. 3.3, in: FamPra.ch 2009 S. 160; 5A_662/2009 vom 21. Dezember 2009 E. 2.3). Der Rechtsgrund für den Beitrag ist unbe- achtlich. Er kann obligationenrechtlicher oder familienrechtlicher Natur sein und in Geld oder in einer geldwerten Sach - oder Arbeitsleistung bestehen (Steck/Fankhauser , a.a.O., Art. 206 ZGB N 4, 8 ff., 20 und 27). Wer behauptet, er habe zum Erwerb, zur Ve rbesserung oder zur Erhaltung von Vermögens- werten des anderen ohne entsprechende Gegenleistung beigetragen, hat dies zu beweisen (Art. 8 ZGB). Im Falle von Investitionen nach Art. 206 Abs. 1 ZGB gehören zum Beweis- thema die Tatsache der Leistung an sich und der Leistung aus einer bestimmten Gütermasse sowie der tatsächliche Umfang dieser Leis tung (Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommen- tar, Art. 206 ZGB N 10). Beweisthema im Falle von Investitionen durch Geldzahlungen ist nicht bloss der Vergleich der jeweili gen Vermögen, sondern der konkrete Zusammenhang zwischen Zahlung des einen Ehegatten und getilgter Schuld beim anderen Ehegatten, d.h. der Zahlungsfluss von der einen in die andere Gütermasse im Ein zelfall (Bähler , Zur Führung von Prozessen über das Güterr echt, dubio 2006, Heft 5, S. 236 ff. und 242; Steck/ Fankhau- ser, a.a.O., Art. 206 ZGB N 9a; Urteile des Bundesgerichts 5A_605/2008 vom 28. Januar 2009 E. 6.5; 5A_822/2008 vom 2. März 2009 E. 3.2 f.). Vorab ist darauf hinzuweisen, dass – entgegen der Behauptung des Beklagten (act. 30 Rz 71) – in den Fällen von Art. 206 und Art. 209 ZGB nicht die Klägerin die gesetzliche Ver- mutung der Errungenschaft gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB umzustossen hat, sondern vie lmehr der Beklagte seine Investitionen und die Herkunft der Mittel beweisen muss. Der Beklagte offeriert als Beweis die Befragung von Z.________, der damals die Bauleitung der Renovationsarbeiten übernommen habe (act. 30 Rz 74). Das Gericht kann n ach Mass- gabe der antizipierten Beweiswürdigung von einer Berücksichtigung der angebotenen Be- weise absehen. Die Zeugenaussage beschränkt sich auf den Tatsachenbericht , weil es nicht Sache des Zeugen ist, die Tatsachen zu würdigen (Guyan, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 169 ZPO N 1). Eine Zeugenbefragung ist abzulehnen, wenn es an einer substantiiert auf- gestellten Behauptung fehlt, über die Beweis abgenommen werden könnte (Urteil des Bun- desgerichts A _541/2011 vom 28. März 2012 E. 3.2.1; Haberbeck, Abgrenzung der Seite 29/46 zulässigen antizipierten Beweiswürdigung von der Verletzung des Rechts auf Beweis im Zi- vilprozess, in: Jusletter, 3. Februar 2014, S. 6). Es wäre am beweisbelasteten Beklagten ge- legen, zu substantiieren, welche Renovationen in der Wohnung vorgenommen wurden, wie viel diese gekostet haben sollen und mit welchen Mitteln die Rechnungen bezahlt wurden. Eine in den Rechtsschriften nicht substantiierte Behauptung kann nicht durch eine Zeugen- befragung wieder gut gemacht werden. Der Zeuge Z.________ könnte zudem nic ht sagen, aus welchen Mitteln eine allfällige Renovation der Wohnung finanziert worden ist. Schliess- lich hat der Beklagte den Mehrwert der Liegenschaften (Art. 206 Abs. 1 ZGB) weder behaup- tet noch substantiiert. 7.1.5 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die 5,5 -Zimmer-Wohnung, das Studio sowie der Parkplatz in der Liegenscha ft M.________ dem Eigengut der Klägerin zuzuord nen sind. Dem Beklagten steht keine Ersatzforderung zu. 7.2 Unbestritten ist, dass sich die im Alleineigentum der Klägerin befindl iche Liegenschaft L.________, Grundstück Nr. BC.________, GB L.________, im Eigengut der Klägerin befin- det (act. 12/43; act. 15 Rz 49; act. 30 Rz 90). Sie erwarb die Liegenschaft am 18. Oktober 1991 von ihrem Vater im Sinne eines Erb vorbezuges (act. 22/71 Ziff. III. 8). Strittig ist, ob dem Beklagten gegenüber der Klägerin Ersatzforderungen nach Art. 206 und Art. 209 ZGB zustehen. 7.2.1 Während der Beklagte in der Klageantwort noch eine Ersatzforderung von CHF 120'000.00 aus Art. 209 ZGB geltend macht, da die Ausgleichszahlung en an die Miterben der Klägerin durch Mittel aus der Errungenschaft der Klägerin getilgt worden sei en (act. 15 Rz 50), ver- zichtet er in der Duplik auf diese Ersatzforderung und bejaht die Bezahlung der Ausgleichs- zahlung an die übrigen Miterben der Klägerin aus Eigengut (act. 30 Rz 90), weshalb auf diese Forderung nicht einzugehen ist. 7.2.2 Weiter macht der Beklagte sinngemäss eine Ersatzforderung aus Art. 206 Abs. 1 ZGB gel- tend, da er im Zeitraum v on Oktober 1988 bis Dezember 2005 die Miete für die Wohnung L.________ aus seiner Errungenschaft bezahlt habe und die Liegenschaft später in das Ei- gengut der Klägerin geflossen sei . In der Duplik beziffert er diese Forderung mit CHF 41'393.35 (act. 30 Rz 12). In der Hauptverhandlung erhöhte er die Forderung unter dem Titel "Elternhaus Miete unserer Wohnung " auf CHF 57'600.00 (act. 50 S. 8), was von der Klägerin bestritten wird (act. 50 S. 9). Inwiefern eine Mietzinszahlung an die Eltern der Klägerin eine Investition im Sinne von Art. 206 Abs. 1 ZGB darstellen soll, ist nicht ersichtlich. Dass diese Zahlungen des Beklagten zum Erwerb, zur Verbesserung oder zur Erhaltung der Liegenschaft der Klägerin beigetragen haben sollen und im Zeitpunkt der Auseinandersetzung ein Mehrwert der Liegenschaft beste- hen soll, wird vom Beklagten weder behauptet noch substantiier t. Zudem fehlt es am notwen- digen Kriterium der fehlenden Gegenleistung, zumal die Familie der Parteien als Gegenleis- tung für die Miete in de r Wohnung wohnen konnte (vgl. dazu Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 206 ZGB N 15). 7.2.3 Sodann stellt sich der Beklagte auf den Standpunkt, er habe , seit der Vater der Klägerin ver- storben sei, Anspruch auf die Hälfte der vom Bruder der Klägerin bezahlten Seite 30/46 Mietzinseinnahmen . Er macht diesbezüglich erstmals in der Hauptver handlung eine Forde- rung von CHF 19'600.00 geltend (act. 50 S. 8). Dabei handelt es sich nicht um eine blosse Anpassung der Forderungssumm e, sondern vielmehr um eine neue Forderung. In der Haupt- verhandlung können neue Tatsachen nur noch berücksichtigt werden, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und entweder erst nach Abschluss des Schriftenwechsels entstanden sind oder bereits vor Abschluss des Schriftenwechsels oder vor der letzten Inst ruktionsverhandlung vorhanden waren, aber trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht werden konnten (Art. 229 Abs. 1 ZPO). Dass der Bruder der Klägerin seit Jahren in der Liegenschaft L.________ wohnt, war dem Beklagten bereits zu Beginn des vorlie genden Verfahrens be- kannt. Die vom Beklagten geltend gemachte Forderung aus Mietzinseinnahmen des Bruders der Klägerin wurde vom Beklagten zu spät vorgebracht und ist daher nicht zu prüfen. 7.2.4 Schliesslich behauptet der Beklagte, es seien diverse Inve stitionen in die Liegenschaft in der Höhe von rund CHF 100'000.00 getätigt worden, wie beispielsweise der Einbau eines Tib a- Ofens, der Einbau einer neuen Küche für ca. CHF 30'000.00 sowie die Erneuerung der Bo- denbelege durc h Korkböden, Arbeiten am Kamin un d an den Wänden und Decken (act. 30 Rz 78). Diese Arbeiten hätten zu einem Mehrwert der Liegenschaft geführt. Da der aktuelle Verkehrswert der Liegenschaft nicht ermittelt worden sei, sei auf den Versicherungswert der Liegenschaft von CHF 565'000.00 abzustellen (act. 30 Rz 80). Zudem habe der Beklagte über Jahre hinweg den Eltern der Klägerin die Wohnung geputzt und die Wände mehrmals frisch gestrichen. Er beantrage daher die Zusprechung eines Drittels des Verkehrswertes des Landes im Wert von CHF 362'666.00 (= 544 m 2 x CHF 2'000.00 = CHF 1'088'000.00 / 3; act. 30 Rz 80; act. 50 S. 5). Die Darstellungen des Beklagten in Bezug auf den Tiba -Ofen sind widersprüchlich. Ei nerseits behauptet er, der Tiba-Ofen sei mit Errungenschaftmitteln finanz iert worden (act. 15 Rz 52). In derselben Rechtsschrift bestätigt er andererseits, der Tiba-Ofen sei von der Mutter der Klägerin bezahlt worden, weshalb er den Beweis für die Investitionen aus Errungenschaft nicht erbringen könne (act. 15 Rz 51). Zu sämtlichen von ihm behaupteten Investitionen in die klägerische Liegenschaft reicht der Beklagte keine Belege ein, welche seine Ausführun- gen untermauern könnten. Es wäre am diesbezüglich beweisbelasteten Beklagten gelegen, allfällige Rechnungen, Auftragsbestätig ungen oder Materialbestellungen dem Gericht einzu- reichen und auszuführen, inwiefern diese Investitionen zu einer Wertsteigerung der Liegen- schaft geführt haben. Auf die vom Beklagten beantragte Zeugenbefragung des Bauleiters Z.________ ist zu verzichten (vg l. dazu oben E. 7.1.4) . Zudem hat der Beklagte nicht sub- stantiiert, inwiefern der Einbau eines Tiba -Ofens im Juni 1993 für CHF 7'255.00 zzgl. Monta- gekosten (act. 22/69) sowie die weiteren von ihm nicht substantiiert behaupteten Investitio- nen kausal für eine Wertsteigerung der Liegen schaft, welche ebenfalls nicht belegt ist, sein sollen. 7.2.5 Ein Mehrwert der Liegenschaft L.________ wurde vom Beklagten zwar behauptet, blieb aber bis zuletzt unbewiesen. Das von ihm beantragte Gutachten über den Verkehrswert der Lie- genschaft wurde mangels geleisteten Kostenvorschuss es nicht eingeholt (act. 19; act. 23– 24). Der Beklagte rügt, es sei unbillig, ihn alleine für ein teures Schätzungsgutachten für eine Liegenschaft bezahlen zu lassen, bei der klar sei, dass sie von der Klägerin geerbt worden und daher deren Eigengut zuzuordnen sei (act. 30 Rz 78). Dieser Einwand ist unbegründet , Seite 31/46 war es doch der Beklagte, welcher die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens beantragte. Die Kosten für ein Gutachten sin d – unabhängig von der Verteilung der Beweislast – von der- jenigen Partei vorzuschiessen, die deren Anordnung verlangt (vgl. Art. 102 Abs. 1 ZPO; Ster- chi, Berner Kommentar, 2012, Art. 102 ZPO N 1; Rüegg, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 102 ZPO N 2). Die Forderung des Beklagten, am Wert des Landes der Liegenschaft zu 1/3 zu partizipieren, ist daher abzuweisen. 7.3 Der Lagerraum Q.________, Grundstück Nr. BQ.________, GB Q.________, steht im Allein- eigentum der Klägerin. Die Klägerin erwarb den Lagerraum am 26. Mai 2008 zusammen mit dem gemeinsamen Sohn der Parteien I.________ für CHF 35'000.00 zu Gesamteigentum (act. 22/58; act. 27 S. 23). Am 3. Januar 2013 trat I.________ seinen Anteil an die Klägerin ab (act. 1/9; act. 22/59). In der Duplik anerk annte der Beklagte den Eigengutscharakter des Lagerraumes (act. 30 Rz 115). Im ersten Parteivortrag an der Hauptverhandlung behauptete er schliesslich , die Klägerin hätte den Lagerraum mit Errungenschaftsmitteln finanziert (act. 50 S. 8). Da die güterrechtlic he Zuordnung des Lagerraumes Q.________ nicht Beweisthema des nach dem zweiten Schriftenwechsel stattgefundenen Schriftenwechsel war, wurde das im ersten Vortrag an der Hauptverhandlung gestellte neue Rechtsbegehren verspätet vorge- bracht (Art. 229 und Art. 230 ZPO). Es ist somit auf die Duplik abzustellen. Zusammenge- fasst ist festzuhalten, dass der Lagerraum dem Eigengut der Klägerin zuzuordnen ist. 7.4 Die Liegenschaft in P.________ mit Sondereigentum am Tiefgaragenparkplatz Nr. BP.________, steht im Alleineigentum der Klägerin (act. 22/60 S. 3 und S. 7 ). 7.4.1 Die Klägerin führt aus, sie habe die Liegenschaft zu einem Preis von DM 82'000.00 erwor- ben. Dies entspreche einem Preis von EUR 41'925.93. Die Liegenschaft sei ihrem Eigengut zuzuordnen (act. 22 Ziff. 4; act. 27 S. 24 und 27). Der Beklagte bestreitet die Bezahlung des Kaufpreises mit Eigengutsmitteln der Klägerin und führt zur Begründung aus, bei der güter- rechtlichen Auseinandersetzung sei nicht auf den historischen Kaufpreis von DM 82'000.0 0 abzustellen, sondern vielmehr auf den aktuellen Verkehrswert der Liegenschaft . Da keine ak- tuelleren Zahlen vorlie gen würden und sich eine Verkehrswertschätzung nicht rechtfertige, sei auf die Steuererklärung 2013 und mithin auf einen Kauf preis von CHF 100'000.00 abzu- stellen (act. 30 Rz 83–84; act. 50 S. 4). 7.4.2 Die Klägerin behauptet, der Kaufpreis der Liegenschaft sei im Grundbuch mit DM 82'000.00 angegeben (act. 27 S. 24). Im Grundbuchauszug des Amtsgerichts AA.________, Gemeinde P.________, ist ein "Betrag" von DM 82'000.00 eingetragen . Dabei handelt es sich nicht um den Kaufpreis der Liegenschaft, sondern um die Grundschuld ohne Brief mit 15 % Jahreszins für die AB.________, eingetragen am 7. März 1990 (act. 22/60 S. 11). Der Kaufpreis ist aus dem Grundbuchauszug nicht ersichtlich. Der Beklagte beantragte als Beweisofferte di e Edi- tion des Kaufvertrages durch die Kläger in. Im Rahmen des Beweisverfahrens wurde die Klä- gerin mit Editionsverfügung vom 20. September 2017 aufgefordert , den Kaufvertrag über die Liegenschaft in P.________ einzureichen (act. 19 Dispositiv Ziff. 1.1 ). Art. 160 ZPO verpflichtet die Parteien zur aktiven Mitwirkung an der Sammlung des Prozess- stoffes (BGE 139 III 278 E. 4.3). Insbesondere haben sie als Partei wahrheitsgemäss Seite 32/46 auszusagen (Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO) oder Urkunden herauszugeben (Art. 160 Abs. 1 lit. a ZPO). Verweigert eine Partei die Mitwirkung unberechtigterweise, so berücksichtigt dies das Gericht bei der Beweiswürdigung (Art. 164 ZPO). Die Mitwirkung ist für die Partei eine pro- zessuale Last, d. h. unberechtigtes Verweigern der Mitwi rkung hat für die opponierende oder gar renitente Partei weder Strafe noch Zwang zur Folge, sondern ihr passives Verhalten wird nur, aber immerhin, bei der Beweiswürdigung (zu ihrem Nachteil) berücksichtigt (Schmid, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 164 Z PO N 1). Verweigert eine Partei die Edition eines bestimmten Dokuments, obwohl feststeht, dass es in ihrem Besitz ist, wird regelmässig anzu- nehmen sein, dass es den von der Gegenpartei behaupteten Inhalt aufweist (Schmid, a.a.O., Art. 164 ZPO N 2; Rüetschi , Berner Kommentar, 2012, Art. 164 ZPO N 2 und N 5; relativie- rend: BGE 140 III 264 E. 2.3). Die Klägerin kam der Aufforderung zur Einreichung des Kaufvertrages nicht nach, mit der Be- gründung, der ursprüngliche Kaufvertrag sei nicht mehr vorhanden und es sei schwierig, die entsprechenden Belege beizubringen, da sie während der Ehe keine Belege für den Schei- dungsfall gehortet habe (act. 27 S. 31). Es mag vielleicht zutreffen, dass die Klägerin ihren Original-Kaufvertrag nicht mehr auffinden kann , es wäre ihr aber möglich gewesen, eine Ko- pie des Kaufvertrag es beim zuständigen Grundbuchamt zu verlangen (so auch der Beklagte, act. 50 S. 4). Die Editionsverfügung enthielt den ausdrücklichen Hinweis auf die Rechtsfolgen von Art. 164 ZPO. Die Klägerin hat die Mitwirkung an der Beweiserhebung unberechtigter- weise verweigert. Die Obstruktion ist bei der Beweiswürdigung zu berücksichtigen. Es wäre der beweisbelasteten Klägerin oblegen, den Kaufvertrag beizubringen und damit die Höhe des Kaufpreises nachzuweise n. Dies hat die Klägerin unterlassen . Mithin ist auf die Ausfüh- rungen des Beklagten ab zustellen und von einem Kaufpreis von CHF 100'000.00 auszuge- hen. Die Liegenschaft in P.________ ist der Errungenschaft der Klägerin zuzuordnen . 7.4.3 An der Hauptverhan dlung machte der Beklagte erstmals eine Ersatzforderung aus Miet -zins- einnahmen der Wohnung in P.________ im Umfang von CHF 38'400.00 geltend (act. 50 S. 8). Es handelt sich dabei um eine Forderung, welche im Rahmen des doppelten Schriften- wechsels hätte vor gebracht werden können, weshalb diese Position als unechtes Novum nicht mehr zu berücksichtigen ist (Art. 229 ZPO) . 7.5 Als nächstes ist das Barvermögen der Klägerin festzustellen. In der begründeten Klageschrift führte die Klägerin lediglich drei Konten auf und macht e ein Barvermögen per 1. Januar 2016 von CHF 7'372.45 geltend (act. 12 S. 7), was der Beklagte bestreitet und auf die Steuererklä- rung der Klägerin aus dem Jahr 2015 verweist (act. 15 Rz 29; act. 30 Rz 45). Aus den von der Klägerin eingereichten Belegen ist ersichtlich, dass sie im Zeitpunkt der Gütertrennung per 1. Januar 2016, respektive per 31. Dezember 2015 , da bei den Konten, von denen die Klägerin keine Kontoauszüge eingereicht hat, auf die Selbstdek laration in der Steuererklä- rung 2015 der Klägerin [act. 1/11] und mithin auf den Kontostand p er 31. Dezember 2015 ab- gestellt wird, über folgendes Barvermögen verfügte: W.________ CH.________ CHF 569.56 (act. 7/24) W.________ CH.________ CHF 167.98 (act. 7/24) W.________ CH.________ CHF -44.24 (act. 22/65) R.________ CH.________ CHF 6'379.71 (act. 7/23) BF.________ CH.________ CHF 70.00 (act. 7/21) Seite 33/46 BF.________ CH.________ CHF 140.00 (act. 1/11) BF.________ CH.________ CHF 6'842.00 (act. 1/11) CF.________ CH.________ CHF 185.20 (act. 7/22) DF.________ CH.________ CHF 2'538.00 (act. 1/11) EF.________ CHF 200.00 (act. 1/11) FF.________ CHF 200.00 (act. 1/11) AB.________ (1/2) CHF 317.00 (act. 1/11) Total CHF 17'565.21 7.5.1 In Bezug auf das Konto bei de r AB.________ ist festzuhalten, dass die Klägerin ausführt, das Konto würde auf beide Parteien lauten (act. 27 S. 16), der Beklagte jedoch bestreitet, Mitei- gentümer dieses Sparbuches zu sein. Entgegen der Ansicht des Beklagten, belegt die Steu- ererklärung 2015 das Alleineigentum der Klägerin an diesem Konto nicht (act. 30 Rz 53). In der Steuererklärung deklarierte Vermögenswerte haben keinen Einfluss auf die Eigentums- verhältnisse. Da keine der Parteien nachweisen kann, wem das Sparbuch gehört, greift die Miteigentumsvermutung (Art. 200 Abs. 2 ZGB). Dafür spricht auch das Schreiben der AB.________ vom 12. Mai 2017 mit dem Betreff "Ihr Sparbuch Nr. .________, noch offene Sparbucheinträ ge", welches an beide Parteien adressiert ist (act. 15/11). Der Klägerin ist da- her die Hälfte des Saldos des Sparbuches an zurechnen (= CHF 634.00 / 2). 7.5.2 Entgegen den Ausführungen des Beklagten (act. 30 Rz 124) trifft es nicht zu, dass die Kläge- rin Postkonten verschwiegen haben soll . Die güterrechtliche Auseinand ersetzung berücksich- tigt nur die Vermögenswer te, welche im Zeitpunkt der Gütertrennung per 1. Januar 2016 vor- handen waren. Die Klägerin hat das Postgiro Konto mit Valuta 14. September 2015 und so- mit vor dem Stichtag für die güterrechtliche Auseinandersetzu ng aufgelöst (act. 22/64), wes- halb das Postkonto der Klägerin in der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu berück- sichtigen ist. Weiter behauptete der Beklagte erst an der Hauptverhandlung, die Klägerin besässe ein Sparbuch bei der Bank in AC.________ (act. 50 S. 7), was verspätet vorgebracht wurde (Art. 229 ZPO). Aus den Darstellungen des Beklagten , wonach sich das Wertschriftendepot der Klägerin vom Jahr 2013 bis ins Jahr 2015 von CHF 485'865.00 auf CHF 17'925.00 reduziert habe n soll und fraglich sei, wohin diese Geld verschwunden sei, leitet der Beklagte keine Schlussfolgerung ab (act. 15 Rz 29 –30; act. 30 Rz 52). Sofern der Beklagte damit eine Hinzurechnung gemäss Art. 208 ZGB geltend macht, hätte er behaupten und begründen müssen, inwie fern die Klä- gerin während der Dauer des Güterstandes Vermögensentäusserungen aus ihrer Errungen- schaft vorgenommen haben soll, um den Anspruch des Beklagten zu schmälern (Abs. 1 Ziff. 2) oder in den letzten fünf Jahren vor Auflösung des Güterstandes ohn e Zustimmung des Beklagten unentgeltliche Zuwe ndungen getätigt haben soll (Abs. 1 Ziff. 1). Dies hat er unterlassen, weshalb auf diese Vorbringen nicht weiter einzugehen ist. Zudem ist festzuhal- ten, dass die Klägerin das offene Depot bei der W.________ (Australische Obligationen) per 6. November 2015 und somit vor dem Stichtag für die güterrechtliche Auseinandersetzung saldiert hat (act. 22/65–66). Seite 34/46 7.5.3 Die Klägerin macht geltend, es handle sich bei ihrem Wertschriftenvermögen um Vermögen aus Erbschaft . Da sie während der Ehe keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei , hätte sie gar keine Errungenschaft bilden können (act. 1 Rz 4.2). Der Beklagte bestreitet das Eigengut der Klägerin. Er führt zur Begründung aus, dass die Klägerin während der Ehe keiner Er- werbstätigkeit nachgegangen sei, reiche für die Begrün dung von Eigengut nicht aus, schliesslich habe sie vom Beklagten monatlich ein Haushaltsgeld von CHF 2'000.00 zur freien Verfügung erhalten (act. 15 Rz 33 ; act. 30 Rz 55). 7.5.4 Ehegatten organisieren die finanziellen Belange ihrer Gemeinschaft erfahrungsgemäss nicht im Hinblick auf eine künftige güterrechtliche Auseinandersetzung. Es erscheint daher nicht ungewöhnlich, wenn ein Ehegatte ein Bankkonto, das auf seinen eigenen Namen lautet, so- wohl mit Eigenguts- als auch mit Errungenschaftsmitteln speist (Urteil des Bundesgerichts 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2.1). Gemäss herrschender Lehre und Rechtspre- chung wird in einem solchen Fall vermutet, dass zunächst Mittel der Errungenschaft verwen- det werden, um die alltäglichen Ausgaben zu decken, während das Eigengut eher verwendet wird, um aussergewöhnliche Investitionen zu finanzieren (BGE 135 III 337 E. 2; Steck/Fank- hauser, a.a.O., Art. 200 ZGB N 19). Die tatsächliche Vermutung bewirkt jedoch keine Um- kehrung der Beweislast zu Gunsten des Vermutungsträgers (BGE 130 II 482 E. 3.2), sie mil- dert jedoch die konkrete Beweisführungslast der beweisbelasteten Partei: Um die tatsächli- che Vermutung zu entkräften, muss der Vermutungsgegner den Gegenbeweis erbrin gen, in- dem er beim Gericht Zweifel an der natürlichen Vermut ung erzeugt (BGE 135 II 161 E. 3 ). Gelingt dem Vermutungsgegner der Gegenbeweis, so greift die tatsächliche Vermutung nicht mehr und der Beweis ist gescheitert. Um den Gegenbeweis zu erbringen, ka nn sich der Ver- mutungsgegner nicht auf blosses Bestreiten beschränken. Er hat für seine Bestreitung Um- stände unter Beweis zu stellen, die das Gericht davon abhalten sollen, von der Wahrheit der Indizien und der daraus gezogenen Schlussfolgerung auszugehen (Urteil des Bundesge- richts 5A_182/2017 vom 2. Februar 2018 E. 3.2.2). Die Behauptung der Klägerin, sie habe gar keine Errungenschaft bilden können, da sie kei- ner Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, trifft nicht zu . Erträge aus Eigengut stellen ebenfalls Errungenschaft dar. Mithin konnte die Klägerin sowohl aus der Vermietung ihrer Liegenschaf- ten, als auch aus Vermögenserträgen (Zinsen, Dividenden, etc.) durchaus Errungenschaft bilden. Die Klägerin erhielt nachgewiesene und vom Beklagten anerkannte Erbschaften in der Höhe von total CHF 498'036.50 (= CHF 399'730.00 [ vgl. oben E. 7.1.2] + CHF 20'000.00 Erbschaft AD.________ [act. 27/85] + CHF 18'30 6.50 Erbschaft AE.________ [act. 1/12] + CHF 60'000.00 Erbschaft Vater [act. 30 Rz 89]). In den Kauf ihrer Liegens chaften investierte sie hiervon CHF 361'000.00 (= CHF 186'000.00 M.________ + CHF 140'000.00 L.________ + CHF 35'000.00 Lagerraum Q.________ [vgl. oben E. 7.1–7.4]). In Bezug auf die Schen- kungen ihrer Mutter in der Höhe von CHF 30'000.00 und CHF 8'835.00 reichte die Klägerin einen Kontoauszug mit handschriftlichen Notizen zu r Herkunft der Gelder ein (act. 1/13). Dies genügt nicht, um den Nachweis der Herkunft der Gelder zu erbringen. Ihre Vorbringen lassen sich durch keine Beweise untermauern und stelle n lediglich Parteibehauptung en dar. Im Sinne der natürlichen Vermutung wurde n vom Konto der Klägerin die Errungenschaftsmittel verwendet, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Eigengutsmittel blieben auf dem Konto. Mit der blossen Bestreitung "er bestrei te das Eigengut der Klägerin", "sie habe keinen Nachweis erbracht, dass das Vermögen aus Erbschaft stammt" und "es sei ohnehin von der gesetzlichen Vermutung der Errungenschaft auszugehen " (act. 30 Rz 55), vermag der Seite 35/46 Beklagte die natürliche Vermutung nicht zu entkräften und Zweifel an der natürlichen Vermu- tung zu erzeugen. Das Eigengut der Klägerin, welches nicht für den Erwerb von Liegenschaf- ten verwendet wurde, ist von den oben aufgeführten Bankguthaben in Abzug zu bringen. Mit- hin stellt das gesamte zum Z eitpunkt der Gütertrennung vorhandene Barvermögen der Klä- gerin Eigengut dar. 7.6 In der Duplik stellte der Beklagte die Behauptung auf, der von der Klägerin eingereichte Kon- toauszug der CF.________ (act. 22/63) zeige, dass die Klägerin über ein Tre sorfach verfüge, welches sie bisher nie erwähnt habe. Mit der Ausführung "über dessen Inhalt nun Klarheit zu schaffen sei" (act. 30 Rz 122), genügt der Beklagte seinen Substantiierungsanforderungen nicht. Wer güterrechtliche Ansprüche daraus ableitet, dass der andere Ehegatte bestimmte Vermögenswerte besitze und verstecke, muss das substantiiert behaupten und beweisen (Art. 8 ZGB; Art. 200 Abs. 1 ZGB). Es mag zwar zutreffen, dass die Klägerin über ein Tresor- fach bei der CF.________ verfügt. Es wäre jedoch am Bek lagten gelegen, diesbezüglich eine substantiierte Behauptung aufzustellen und einen konkreten Beweisantrag ( z.B. Parteibefra- gung) oder ein Auskunftsbegehren zu stellen. 7.7 Schliesslich moniert der Beklagte, die Klägerin habe bei der AF.________ eine Lebensversi- cherung abgeschlossen (act. 30 Rz 111), behauptet aber weder zu welcher Gütermasse diese Lebensversicherung zu zählen sei noch welchen Wert diese aufweisen soll. Die Be- hauptung ist mangels Substantiierung nicht weiter zu prüfen. 7.8 Der Beklagte macht eine Ersatzforderung von CHF 25'000.00 geltend, da die Klägerin in den Jahren 2013 bis 2015 Teile der Errungenschaft dazu verwendet habe, Beitragslücken der AHV zu schliessen. Insgesamt habe sie in diesen Jahren CHF 50'000.00 hierzu aufgewen- det, vermutungsweise aus dem Geld, welches durch die Unterstützung des Beklagten von monatlich CHF 2'120.0 0 habe angespart werden können (act. 30 Rz 115 und Rz 127). Zur Errungenschaft hinzugerechnet werden unentgeltliche Zuwendungen, die ein Ehegatte während der letzten fünf Jahre vor Auflösung des Güterstandes ohne Zustimmung des andern Ehegatten gemacht hat, ausgenommen die üblichen Gelegenheitsgeschenke (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) und Vermögensentäusserungen, die ein Ehegatte während der Dauer des Güter- standes vorgenommen hat, um den Beteiligungsanspruch des andern zu schmälern (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Zweck der Bestimmung ist, die Anwartschaft des Ehegatten auf Beteiligung am Vorschlag des anderen zu schützen (BGE 138 III 689 E. 3.2). Der Beklagte hat weder begründet, inwiefern es sich b ei der (freiwilligen) Bezahlung von AHV-Beiträgen um eine Zuwendung unter Lebenden zugunsten eines Dritten handelt (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB), noch um eine Vermögensentäus serung mit Schädigungsabsicht (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Ihm steht daher keine Ersatzforderung zu. 7.9 Zusammengefasst bestanden am 1. Januar 2016 auf Seiten der Klägerin folgende Vermö- genswerte: Eigengut: Aktiven: Liegenschaft M.________ CHF p.m. Seite 36/46 Liegenschaft L.________ CHF p.m. Lagerraum Q.________ CHF p.m. Barvermögen CHF 17'565.21 Errungenschaft : Aktiven: Einlage in eheliche Liegenschaft CHF 78'500.00 Liegenschaft P.________ CHF 100'000.00 Passiven: Verlust eheliche Liegenschaft CHF 5'750.00 8. Nachfolgend ist das Mannesgut per 1. Januar 2016 auszuscheiden und gleichzeitig güter- rechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen . 8.1 Der Beklagte verfügte im Zeitpunkt der Gütertrennung per 1. Januar 2016 über folgende Bankkonten: CF.________ CH.________ CHF 634.15 (act. 12/29) AG.________ CH.________ CHF 5'496.00 (act. 12/ 30) R.________ CH.________ CHF 10'333.40 (act. 12/32) U.________ CH.________ CHF 13'114.52 (act. 12/34) U.________ CH.________ CHF 101'166.73 (act. 12/36) AB.________ (1/2) CHF 317.00 (act. 1/11) Total CHF 131'061.80 8.1.1 Der Beklagte führt aus, es handle sich bei seinem gesamten Barvermögen um Eigengut. Er habe Erbschaften von AH.________ über CHF 224'000.00 und CHF 4'947.43 sowie eine Erbschaft von AI.________ über CHF 15'837.70 erhalten. Zudem habe er aus dem Verkauf seiner Liegenschaft in S.________ einen Nettogewinn von CHF 100'398.60 erwirtschaftet , welcher ebenfalls Eigengut darstelle (act. 15 Rz 35 ; act. 30 Rz 57). Die Klägerin bestreitet die beklagtischen Vorbringen zu seinem Eigengut (act. 27 S. 17). 8.1.2 Gemäss Bankkontoauszug der U.________ erhielt der Beklagte am 20. Oktober 2011 eine Zahlung aus dem Erbe von AH.________ von CHF 224'0 00.00 (act. 15/13) sowie gemäss Erbteilungsvertrag über den Nachlass von AI.________ vom 3. Juni 1989 eine Zahlung von CHF 15'837.70 (act. 15/15). Ob die CHF 4'947. 43 vom Erbschaftskonto am 31. August 2012 effektiv an den Beklagten oder an dessen Bruder ausbezahlt wurden, ergibt sich aus dem Bankbeleg nicht (act. 15/14) . Die geltend gemachten Erbschaften sind mindestens im Um- fang von CHF 239'837.70 (= CHF 224'000.00 + CHF 15'837.70) belegt. Die Liegenschaft in S.________ kaufte der Beklagte am 21. Dezember 1979 , vor der Heirat mi t der Klägerin (act. 15/16). Sie stellt somit Eigengut des Beklagten dar. Verkauft wurde die Liegenschaft am 30. Juni 2005 zu einem Preis von CHF 297'000.00. Nach Abzug der Grundstückgewinn- steuer von CHF 21'557.40 (act. 21/6) sowie der übernommene n Grundpfandschuld von CHF 137'000.00 (act. 15/17) , resultiert e mindestens der vom Beklagten geltend gemachte Betrag von CHF 100'398.60, welcher ebenfalls Eigengut des Beklagten darstellt. Seite 37/46 Im Umfang von CHF 340'236.30 (= CHF 239'837.70 + CHF 100'398.60) konnte der Beklagte sein Eigengut nachweisen (act. 30 Rz 57). Während der Dauer der Ehe reduzierte sich das Barvermögen des Beklagten um CHF 209'491.53 auf CHF 130'744.77. Für die Schenkungen an seine sechs Kinder verwendete der Beklagte CHF 120'000.00 Eige ngutsmittel (vgl. dazu unten E. 8.6). Im Sinne der natürlichen Vermutung wurde n von den Konten des Beklagten die einbezahlten Errungenschaftsmittel verwendet, um den Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Eigengutsmittel blieben auf dem Konto (vgl. dazu oben E. 7.5.4). Das noch vorhandene Barvermögen ist mithin dem Eigengut des Beklagten zuzuordnen. 8.2 Der Beklagte besass im Zeitpunkt der Gütertrennung diverse Aktien, welche nachfolgen d zu bewerten sind. 8.2.1 Der Beklagte war im Zeitpunkt der Gütertrennung Eigentümer von 500 Namenaktien der AJ.________Ltd (act. 12/30; act. 30 Rz 49). Entgegen der Aufl istung der Klägerin (act. 12 S. 8) ist bei Aktien nicht der Wert im Zeitpunkt der Gütertrennung, sondern jener im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB) , d.h. bei der Scheidungsklage der Tag der Urteils fällung (BGE 121 III 152 ff.) . Als Verkehrswert gilt bei börsenkotierten Aktien der Kurswert im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinan dersetzung (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 14). Der Aktienkurs der AJ.________Ltd -Aktie betrug am 24. Mai 2019 CHF 18.92 pro Aktie (https://www.finanzen.ch/ak- tien/AJ.________Ltd -aktie). Die 500 AJ.________Ltd -Aktien sind daher zu einem Wert von CHF 9'460.00 in die güterrechtliche Auseinandersetzung miteinzubeziehen. 8.2.2 Gemäss Steuererklärung 2015 war der Beklagte im Zeitpunkt der Gütertrennung Eigentümer von 59 Aktien der AK.________Ltd (act. 30 Rz 49). Auch die se Aktien sind zu einem Aktien- kurs per 24. Mai 2019 von CHF 50.38 pro Aktie ( https://www.finanzen.ch/ak- tien/AK.________Ltd -aktie) in die güterrechtliche Auseinandersetzung miteinzubeziehen. Die Aktien der AK.________Ltd haben mithin einen Wert von CHF 2'972.42. 8.2.3 Im Vermögen des Beklagten befanden sich per Stichtag am 1. Januar 2016 420 Aktien der AL.________AG (act. 30 Rz 49), welche mit einem Wert per 24. Mai 2019 von total CHF 4'956.00 (Aktienkurs pro Aktie = CHF 11.80; https://www.finanzen.ch/aktien/ AL.________AG -aktie) in der güterrechtlichen Auseinandersetzung miteinzubeziehen sind. 8.2.4 Die 200 Aktien der AM.________AG im Wert von total CHF 3'742.00 per 24. Mai 2019 (Akti- enkurs pro Aktie = CHF 18.71; https://www.f inanzen.ch/aktien/ AM.________AG -aktie) sind ebenfalls dem Vermögen des Beklagten zuzuordnen (act. 30 Rz 49). 8.2.5 Im Zeitpunkt der Gütertrennung war der Beklagte Eigentümer von 60 Aktien der U.________ (act. 12 S. 9; act. 12/33). Diese sind mit einem Wer t per 24. Mai 2019 von CHF 460.00 pro Aktie, was einem Total von CHF 27'600.00 entspricht, in die güterrechtliche Ause inanderset- zung miteinzubeziehen ( https://www.finanzen.ch/aktien/ U.________-aktie). 8.2.6 Der Beklagte besitzt unbestrittenermassen ein Metallkonto Gold Gramm, 1000g ( act. 12 S. 8; act. 12/33), welches ebenfalls zum Wert im Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinanderset- zung anzurechnen ist . Der Kurs für 1000g Gold betrug am 24. Mai 2019 CHF 41'370.00 (https://www.cash.ch/rohstoffe -edelmetalle/gold --1-kg-274701/AG.________/chf). Seite 38/46 8.2.7 Der Beklagte behauptet e in den Rechtsschriften sinngemäss, dass es sich bei den Aktien und dem Goldkonto um Eigengut handelt. Da er Erbschaften von CHF 387'785.13 erhalten habe und die Klägerin sein Barvermögen mit CHF 300'363.65 beziffere, sei der Nachweis er- bracht, dass sein gesam tes Vermögen Eigengut darstelle (act. 15 Rz 35). Dem ist nicht zu folgen. Der Beklagte hat nicht nachgewiesen, dass er die Aktien und das Metallkonto erst nach dem Erhalt der Erbschaften, respektive nach dem Verkauf seiner vor- ehelichen Liegenschaft, mit diesem Geld gekauft hat. Die Aktien sowie das Metallko nto sind daher der Errungenschaft des Beklagten zuzuordnen (Art. 200 Abs. 3 ZGB). 8.3 Das Säule 3a-Guthaben des Beklagten bei der R.________ (CH.________) betrug per 31. Dezember 2015 CHF 54'188.30 (act. 12/31). Für die Behauptung, das Säule 3a -Gutha- ben habe er aus Eigengut angespart (act. 15 Rz 34), trägt der Beklagte die Beweislast. Als Beweisofferte beantrag te er einzig die Parteibe fragung, führt e dann aber an dieser lediglich aus, er habe sein Säule 3a -Konto aufgelöst, um Steuern und den Unterhaltsbeitrag an die Klägerin bezahlen zu können. Den Rest der 3. Säule sei in seinem Vermögen von rund CHF 200'000.00 enthalten (act. 33 Frage 11). Damit hat der Beklagte den Nac hweis seines Eigen- guts nicht erbracht. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Aufwand für den Unterhalt der Familie, einschliesslich der Altersvorsorge, in der Regel von der Errungen- schaft getragen (vgl. oben E. 5.6). Das Säule 3a-Guthaben stellt vermutungsweise Errungen- schaft dar (Art. 200 Abs. 3 ZGB). Ob sich der Beklagte das Säule 3a -Konto nach dem Stichtag der Gütertrennung hat auszah- len lassen (vgl. dazu act. 12/37 und act. 33 Frage 11) , ist für die güterrechtliche Auseinan- dersetzung ir relevant. Bei Guthaben der Säule 3a resultiert nach der Gütertrennung keine Wertsteigerung mehr, an welcher der andere Ehegatte partizipieren würde. Es ist daher das Guthaben im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes mas sgebend (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 16). Dies bedeutet e contrario auch, dass eine Auflösung des Säule 3a-Kontos nach dem Stichtag der Gütertrennung keinen Einfluss auf die güterrechtliche Au s- einandersetzung mehr hat (act. 15 Rz 34; act. 21 Ziff. 3; act. 30 Rz 112). Das Säule 3a-Gut- haben ist daher per Stichtag Gü tertrennung in der Höhe von CHF 54'188.30 in die güter- rechtliche Auseinandersetzung miteinzubeziehen. 8.4 Der Beklagte hat eine Vorsorgepolice bei der AN.________AG abgeschlossen. Ansprüche aus einer Lebensversicherun g sind nach dem Rückkaufswert zu bewerten (Steck/Fankhau- ser, a.a.O., Art. 211 ZGB N 15). Der Rückkaufswert der Lebensversicherung des Beklagten betrug per 1. Januar 2016 CHF 12'389.95 (act. 21/3). Während die Klägerin d en Rückkaufswert der Lebensversiche rung des Beklagten seiner Er- rungenschaft zuordnet (act. 12 S. 8) , geht der Beklagte von Eigengut aus. Die Lebensversi- cherung wurde am 1. Oktober 1986 und mithin vor der Heirat der Parteien am tt.mm.1988 abgeschlossen (act. 30 Rz 111). Sie stellt demnach Ei gengut des Beklagten dar (Art. 198 Ziff. 2 ZGB) . Zu prüfen ist, ob der Errungenschaft des Beklagten eine Ersatzforderung gegenüber seinem Eigengut zusteht (Art. 209 Abs. 3 ZGB) . Hierfür trägt die Klägerin die Beweislast (vgl. dazu Seite 39/46 oben E. 5.6). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Aufwand für den Unter- halt der Familie, einschliesslich der Altersvorsorge, sowie die Auslagen zur Erzielung des Er- werbseinkommens und die darauf lastenden Steuern von der Errungenschaft zu tragen. Dar- aus folgt die natürliche Vermutung, dass die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürf- nisse der ehelichen Gemeinschaft nicht die Substanz ihres Eigenguts angreifen, das ihnen im Zeitpunkt der Eheschliessung schon gehörte oder später durch Erbschaft oder sonst wie unentgeltlich zugefallen ist. Solche Eigengutsmittel bleiben nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung grundsätzlich unangetastet bzw. werden in ers- ter Linie für ausserordentliche Investitionen eingesetzt (Urteil des Bun desgerichts 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 131 III 559 E. 4.3). Die na- türliche Vermutung entbindet die Klägerin jedoch nicht von ihrer Beweislast. Das Beweis- thema umfasst die Tatsache der Leistung an sich und die Leistung aus einer bestimmten Gü- termasse sowie den tatsächlichen Umfang dieser Leistung (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 206 ZGB N 9a). Die Klägerin hat weder die Höhe der während der Ehe bezahlten Prä- mien nachgewiesen, noch, dass diese aus der Errungenschaft des Beklag ten bezahlt wur- den. Der Rückkaufswert der Lebensversicherung ist mithin dem Eigengut des Beklagten zu- zuweisen. 8.5 Der Beklagte besass im Zeitpunkt der Gütertrennung unbestrittenermassen ein Auto der Marke Citröen . Während der Beklagte das Auto seinem Eig engut zuordnet (act. 30 Rz 63), geht die Klägerin von Errungenschaft aus (act. 1 2 S. 8). Der Beklagte kaufte das Auto am 14. Dezember 2015 zu einem Preis von CHF 20'800.00 (act. 21/1). Sein altes Fahrzeug tauschte er zu einem Wert von CHF 6'000.00 ein. Der Be- klagte überwies den Kaufpreis von seinem Sparkonto Privileg 50 bei der U.________ (act. 21/2). Zur Behauptung, dass es sich beim Auto um Eigengut handelt, offeriert der Be- klagte keine Beweise. Mit der Ausführung in der Duplik, im Bestreitungsfalle beh alte sich der Beklagte vor, nachzuweisen, dass es sich beim Auto um eine Ersatzbeschaffung für Eigen- gut gemäss Art. 198 Ziff. 4 ZGB handelt (act 30 Rz 63 und Rz 110), übersieht der Beklagte, dass nach dem zweiten Schriftenwechsel der Aktenschluss eintritt und neue Beweismittel da- nach nur noch nach den Vo raussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO in den Prozess einge- bracht werden können (BGE 140 III 312). Es wäre mithin dem zu diesem Zeitpunkt anwaltlich vertretenen Beklagten oblegen, allfällige Belege spätestens im zweiten Schriftenwechsel ein- zureichen. Mangels Substantiierung ist das Auto seiner Errungenschaft zuzuordnen (Art. 200 Abs. 3 ZGB). Indem die Klägerin behauptet, ihr stehe der hälf tige Anteil des K aufpreises und mithin CHF 10'400.00 zu (act. 27 S. 18), verkennt sie, dass für den Bestand eines Vermögenswer- tes der Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes massgeblich ist, für den Wert der bei der Auflösung des Güterstandes vorhandenen Vermögenswerte jedoch der Zeitpunkt der Ausei- nandersetzung und mithin der Tag der Entscheidfällung entscheidend ist. Der Beklagte schätzte den aktuellen Verkehrsw ert seines Autos an der Parteibefragung auf CHF 8'000.00 bis CHF 9'000.00 (act. 33 Frage 39). Auf diesen Wert ist mangels anderer Behauptungen ab- zustellen und das Auto mit einem Mittelwert von CHF 8'500.00 der Errungenschaft des Beklagten zuzuordnen. Seite 40/46 8.6 Die Klägerin macht eine Hinzurechnung von CHF 100'000.00 zur Errungenschaft des Beklag- ten geltend, da er allen Kindern, auch jenen aus erster E he, zu ihrem 20. Geburtstag CHF 20'000.00 geschenkt habe (act. 12 S. 15 ). Der Beklagte bestreitet die Schenkungen nicht, moniert jedoch, er habe die Schenkungen an seine Kinder aus dem Verkauf seiner vor- ehelichen Liegenschaft in S.________ und mithin aus Eigengut geleistet (act. 30 Rz 93). 8.6.1 Zur Errungenschaft hinzugerechnet werden gemäss Art. 208 ZGB unentgeltliche Zuwendun- gen, die ein Ehegatte während der letzten fünf Jahre vor Auflösung des Güterstandes ohne Zustimmung des andern Ehegatten gemacht hat, ausgenommen sind übliche Gelegenheits- geschenke (Ziff. 1) sowie Vermögensentäusserungen, die ein Ehegatte während der Dauer des Güterstandes vorgenommen hat, um den Beteiligungsanspruch des ande ren zu schmä- lern (Ziff. 2). D erjenige, der die Hinzurechnung zur Errungenschaft nach Art. 208 ZGB gel- tend macht, hat nicht nur nachzuweisen, dass dem andern Ehegatten der entsprechende Vermögenswert zu einem bestimmten Zeitpunkt gehört hat, sondern auch, w as damit ge- schehen ist (BGE 118 II 27 E. 3; Jungo, a.a.O., Art. 8 ZGB N 558 ). Die Klägerin trägt somit die Beweislast für die von ihr geltend gemachten Schenkungen an die vorehelichen und ehe- lichen Kinder von insgesamt CHF 100'000.00 . Der Gegenseite oblieg t gegebenenfalls der Beweis, dass der unentgeltlichen Zuwendung zugestimmt wurde (Steck/Fankhauser , a.a.O., Art. 208 ZGB N 9). 8.6.2 Da Art. 208 ZGB nur zur Anwendung gelangt, wenn ein Ehegatte über seine Errungenschaft verfügt hat, ist vorab zu klären, wann eine Verfügung die Errungenschaft, wann das Eigengut belastet. Die wohl überwiegende Lehre geht davon aus, dass keine generelle Vermutung, dass unübliche Schenkungen, welche ohne Zustimmung des Ehepartners erfolgen, zulasten des Eigengutes vorgenommen werden, besteht. Erfolgt die Zuwendung in Geld, kann die Zu- weisung zu einer Vermögensmasse unklar sein. Sofern alle entsprechenden Vermögens- werte eines Ehegatten nur zu einer Vermögensmasse gehören, ergeben sich keine weiteren Schwierigkeiten. Enthält das Bankkonto, von welchem aus die Schenkung erfolgt, sowohl Errungenschafts - als auch Eigengutsmittel, muss mangels eines eindeutigen objektiven Krite- riums auf den Willen des Veräusserers abgestellt werden. Soweit kein wirklicher Wille vor- liegt, ist der mu tmassliche Wille massgebend. Es ist dabei zu vermuten, dass der Eh egatte mit einer ein übli ches Gelegenheitsgeschenk übersteigenden Zuwendung nicht den Anspruch seines Partners auf Vorschlagsbeteiligung kürzen und somit nicht die Errungenschaft, son- dern das Eigengut belasten will . Die Beweislast dafür, dass ein sachlicher Zusammenhang im Sinne von Art. 209 Abs. 2 ZGB nicht mit dem Eigengut, sondern der Errungenschaft be- steht, trifft denjenigen, der die Zuwendung der Errungenschaft belasten will (Steck/Fank -hau- ser, a.a.O., Art. 208 ZGB N 9; Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, Art. 208 ZGB N 17). 8.6.3 Der Beklagte konnte nicht nachweisen, aus welchem Vermögen die fünf Schenkungen an die Kinder vorgenommen wurde. Daher ist auf seinen Willen abzustellen. Er führte an der Partei- befragung aus, die Schenkungen stammten aus dem Verkaufserlös seiner vorehelichen Lie- genschaft in S.________ (act. 33 Frage 23). Es war folglich der Wille des Beklagten, den Kindern die Geschenke aus seinem Eigengut zuko mmen zu lassen. Eine Hinzurechnung im Sinne von Art. 208 ZGB erübrigt sich daher. Selbst wenn davon ausgegangen würde, die Schenkungen stammten aus der Errungenschaft des Beklagten, hat die Klägerin nicht sub- stantiiert, inwiefern die Schenkungen einen Hinz urechnungstatbestand gemäss Art. 208 ZGB Seite 41/46 darstellen würden. Sie behauptete nicht, die Schenkungen hätten in den letzten fünf Jahren vor der Auflösung des Güterstandes stattgefunden (Ziff. 1) oder , dass der Beklagte die Schenkungen in der Absicht vorgenomme n habe, ihren Beteiligungsanspruch zu schmälern (Ziff. 2). 8.7 Der Beklagte war Eigentümer einer vorehelichen Liegenschaft in S.________, welche er am 29. August 1973 zu einem Kaufpreis von CHF 154'000.00 erwarb (act. 15/16). Am 30. Juni 2005 verkaufte der Beklagte die Liegenschaft zu einem Preis von CHF 297'000.00 (act. 21/6). Die Klägerin behauptet, der Beklagte habe während der Dauer der Ehe wertver- mehrende Investitionen aus seiner Errungenschaft in d ie Liegenschaft im Wert von CHF 18'225.00 getätigt. Der Klägerin stehe der hälftige Anteil von CHF 9'112.50 zu. Zudem sei die Hypothek mit einem Betrag von CHF 71'000.00 aus Errungenschaft des Beklagten zurückbezahlt worden , weshalb ihr eine Ersatzforderung von CHF 35'500.00 zust ehe (act. 27 S. 17). Der Beklagte bestreit et die Vorbringen der Klägerin (act. 15 Rz 68). Da die Klägerin für die Investition in einen Vermögensgegenstand im Sinne von Art. 209 Abs. 3 ZGB die Beweislast trägt (vgl. dazu oben E. 5.6) und sie sowohl zu den behaupteten Investitio- nen, als auch zur teilweisen Rückzahlung der Hypothekarforderung keinen Beweis erbringt, ist der Mehrwert der beklagtischen Liegenschaft in S.________ dem Eigengut des Beklagten zu- zuordnen. 8.8 Schliesslich führt die Klägerin aus, der Beklagte habe im Monat Ok tober 2015 unbegründet e Bargeldbezüge im Betrag von t otal CHF 6'300.00 getätigt. Im Bestreitungsfalle verlange sie die Edition lückenloser Kontoauszüge aller Konten des Bek lagten seit dem Auszug der Klä- gerin am 1. Oktober 2013 (act. 27 S. 15). Das Beweisverfahren dient nicht dazu, fehlende Behauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, sondern setzt solche vielmehr voraus. Eine Beweisofferte muss sich dabei eindeutig der damit zu beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen lassen und umgekehrt. Die rechtlich erheblichen Tatsachen müssen so schlüssig behauptet werden, dass darüber im Bestreitungsfall auch Beweis abgenommen werden kann (BGE 144 II 67 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 4A_504/2015 vom 28. Januar 2016 E. 2.4). Die Klägerin bezweckt mit ihrem Editionsbegehren die Beschaffung von Informationen zur nachträglichen Substantiierung ihrer Behauptung. Für solche Zwecke steht das Beweisver- fahren nicht zur Verfü gung, weshalb dem Editionsantrag der Klägerin nicht stattzugeben ist. 8.9 Zusammengefasst bestanden am 1. Januar 2016 auf Seiten des Beklagten folgende Vermö- genswerte: Eigengut: Aktiven: Barvermögen CHF 131'061.80 Lebensversicherung CHF 12'389.95 Errungenschaft : Aktiven: Einlage in eheliche Liegenschaft CHF 150'000.00 500 Namenaktien der AJ.________Ltd CHF 9'460.00 59 Aktien der AK.________Ltd CHF 2'972.42 Seite 42/46 420 Aktien der AL.________AG CHF 4'956.00 200 Aktien der AM.________AG CHF 3'742.00 60 Aktien der U.________ CHF 27'600.00 1000g Metallkonto Gold CHF 41'370.00 Säule 3a CHF 54'188.30 Auto CHF 8'500.00 Passiven: Verlust eheliche Liegenschaft CHF 5'750.00 9. Letztlich ist im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Vorschlag zu berech- nen und die Beteiligung am Vorschlag zu bestimmen. Was vom Gesamtwert der Errungen- schaft verbleibt, bildet den Vorschlag (Art. 210 Abs. 1 ZGB). Jedem Ehegatten steht die Hälfte des Vorschlags des anderen zu, da durch Ehevertrag keine andere Beteiligung verein- bart wurde (Art. 215 Abs. 1 und Art. 216 Abs. 1 ZGB). Aufgrund der obens tehenden Zahlen ergibt sich bei der Klägerin ein Vorschlag von CHF 172'750.00 (vgl. oben E. 7.9) und beim Beklagten von CHF 297'038.72. Dementspre- chend hat der Beklagte der Klägerin eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von gerundet CHF 62'144.35 (= [CHF 297'038.72 – CHF 172'750.00] / 2) zu leisten (Art. 215 Abs. 1 ZGB). 10. Schliesslich ist über die Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge zu befinden. 10.1 Der Beklagte beantragt, auf die Teilung der Freizügigkeitsleistung sei zu verzichten , da die Teilung unbillig sei. Er begründet dies mit dem Umstand, dass er aufgrund seines Alters und seiner Invalidität keine Möglichkeit mehr habe , einer Erwerbstätigkeit nachzugehen . Durch die Teilung der Pensionskasse werde massiv zu seinen Ungunsten in sein Vermögen einge- griffen. Damit würden sich seine wirtschaftlichen Verhältnisse derart düster gestalten, dass es fraglich sei, ob er seinen eigenen Grundbedarf noch decken könne. Hinzu komme, dass die Klägerin über ausreichend Einkommen bzw . Vermögen verfüge, um im Alter genügend abgesichert zu sein (act. 15 Rz 26). Die Anwartschaft der Klägerin auf ein Erbe betreffend Landwirtschaftsland in AO.________ betrage mindestens CHF 150'000.00. Dadurch sei die Altersvorsorge der Klägerin zusätzli ch gesichert (act. 30 Rz 85). Die Klägerin bestreitet die Unbilligkeit und führt zusammengefasst aus, die Berechnung des Existenzminimums des Beklagten zeige, dass sein Grundbedarf gedeckt bleibe. Auch im vom Beklagten zitierten Urteil des Obergerichts Zürichs LC160041 vom 23. Juni 2017 sei trotz hoher Erbanwartschaft keine Unbilligkeit der Teilung der Pensionskasse gesehen worden (act. 27 S. 13). 10.2 Das Gericht spricht dem berechtigten Ehegatten weniger als die Hälfte der Austrittsleistung zu oder verweigert die Teilung ganz, wenn wichtige Gründe vorliegen. Als wichtiger Grund ausdrücklich aufgeführt ist die Unbilligkeit der Teilung auf Grund der wirtschaftlichen Verhält- nisse nach der Scheidung (Art. 124b Abs. 2 Ziff. 1, zweiter Satzteil). Dies liegt insbesondere vor, wenn die hälftige Teilung unbillig wäre aufgrund der güterrechtlichen Auseinanderset- zung, der wirtschaftlichen Verhäl tnisse nach der Scheidung (Art. 124 Abs. 2 Ziff. 1) oder der Vorsorgebedürfnisse, insbesondere unter Berücksichtigung de s Altersunterschiedes zwi- schen den Ehegatten (Art. 124 Abs. 2 Ziff. 2). In einem solchen Fall muss das Gericht das Ergebnis der Teilung errechnen und mit der künftigen wirtschaftlichen Lage beider Parteien vergleichen ( Geiser/Walser, a.a.O., Art. 124 ZGB N 23). Die Unbilligkeit muss nicht mehr Seite 43/46 zwingend in der Vorsorge liegen. Sie kann vielmehr auch die übrigen wirtschaftlichen Ver- hältnisse betreffen ( Geiser, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 124b N 19 ). 10.3 Es mag zwar zutreffen, dass der Beklagte aufgr und seines Alters und seiner Invalidität keine Möglichkeit mehr hat, e iner Erwerbstätigkeit nachzugehen, jedoch ist darin keine Unbilligkeit der Teilung der Austrittsleistung zu sehen, l iegt es doch gerade in der Natur der Sache, dass eine bereits pensioni erte Person keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Zudem ist die wirt- schaftliche Situation des Beklagten nicht derart gefährdet, dass er seinen eigenen Grundbe- darf nicht mehr decken könnte (vgl. dazu oben E. 3.4). Von einem Verzicht auf Teilung der Freizügigkeitsleistung ist daher abzusehen. 10.4 Da der Beklagte im Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens am 9. Februar 2017 eine Invalidenrente vor dem reglementarischen Rentenalter bezogen hat, gilt der Betrag, der ihm nach Art. 2 Abs. 1 ter FZG nach Aufhebung der Invalidenrente zukommen würde, als Aus- trittsleistung ( sog. Schattenaustrittsleistung, Art. 124 Abs. 1 ZGB). Der Beklagte erreichte am 5. August 2017 das ordentliche Rentenalter. Da die Klägerin das reglementarische Rentenal- ter noch nicht erreicht hat, erhält sie, wie bereits ausgeführt (vgl. oben E. 3.5.3), eine Aus- trittsleistung, wie bei einer Teilung nach Art. 123 ZGB. Für die Teilung der Austrittsleistung der beruflichen Vorsorge ist das Datum der Einleitung der Scheidungsklage ma ssgeblich (Art. 122 ZGB), mithin der 9. Februar 2017, womit der Ansicht des Beklagten, es sei die Aus- trittsleistung wegen mangelhafter Klageschrift vom 9. Februar 2017 auf den Zeitp unkt der be- gründeten Klage per 8. Juni 2017 zu berechnen (act. 15 Rz 73 und 76), nicht gefolgt werden kann. Die Klägerin besitzt kein (eheliches) Vorsorgeguthaben. I m Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens betrug die von der Pensionskasse E.________ errechnete Schat- tenaustrittsleistung des Beklagten CHF 641'324.20. Davon in Abzug zu bringen ist das auf- gezinste voreheliche Guthaben von CHF 127'721.85, was ein zu teilendes eheliches Gutha- ben des Beklagten von CHF 513' 602.35 ergibt . Daraus resultiert ein Anspruch de r Klägerin von CHF 256'801.20 (act. 52). 11. An der Haupt verhandlung reichte der Beklagte ein von ihm verfasstes Schreiben an die Steu- erverwaltung des Kantons Zug vom 16. April 2018 sowie den Einspracheentscheid für die Veranlagung Kantonssteuer und Direkte Bundessteuer 2016 der Steuerverwaltung Zug (un- datiert) ein. Gemäss Art. 299 ZPO werden in der Hauptverhandlung neue Tatsachen und Be- weismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und a) erst nach Abschluss des Schriftenwechsels oder nach der letzten Instruktionsverhandlung ent- standen sind (echte Noven) oder b) bereits vor Abschluss des Schriftenwechsels oder vor der letzten Instruktionsverhandlung vorhanden waren, aber trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vorgebracht werden konnten (unechte Noven). Das Schreiben des Beklagten dati ert vom 16. April 2018. Der undatierte Einspracheentscheid wird kurz darauf ergangen sein. Die eingereichten Belege wurden daher verspätet in den vorliegenden Prozess eingebracht und sind daher aus dem Recht zu weisen. 12. Die Prozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZGB). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von den Ver- teilungsgrundsät zen abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Seite 44/46 12.1 Keine der Parteien obsiegt bzw. unterliegt im vorliegenden Prozess vollumfänglich. Während die Klägerin vom Beklagten eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 204'801.50 ver- langt, fordert der Beklagte von der Klägerin eine solche von CHF 561'700.00. Im Urteils- spruch wird der Beklagte verpflichtet, der Klägerin aus Güterrecht CHF 62'144.35 zu bezah- len, weshalb der Beklagte in diesem Punkt mehrheitlich unterliegt. Während der Beklagte bei der Zuteilung der ehelichen Liegenschaft in sein Alleineigentum obsiegt, unterliegt er bei der Teilung der Pensionskasse voll. Beim nachehelichen Unterhalt unterliegen beide Partei en in etwa gleich. Die Klägerin unterli egt mit ihrem Antrag auf Schuldneranweisung vollständig. Entsprechend dem Prozessausgang in den wesentlichen Streitpunkten ist es gerechtfertigt, die Gerichtskosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen. 12.2 Bei der Festsetzung der Gerichtskosten ist zu beachten, dass im vorliegenden Scheidungs- prozess güterrechtliche Ansprüche von mehr als CHF 100'000.00 geltend gemacht werden, weshalb sich die Gerichtsgebühr nach dem Streitwert bemisst (§ 13 Abs. 3 KoV OG). Der Streitwert richtet sich nach den Verhältnissen im Zeitpunkt der Klageeinreichung beim Ge- richt. Der Streitwert wird jedoch für nachträgliche Klagebegehren nicht fixiert. Erfolgt – wie vorliegend – nachträglich eine Klageänderung, so hat dies eine Erhöhung des Strei twerts zur Folge (van de Graaf, in: Oberhammer et al. [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. A. 2014, Art. 91 ZPO N 10; Sterchi, Berner Kommentar, Vorbemerkungen zu Art. 91 –94 ZPO N 3 f. ). Bei der actio duplex richtet sich der Streitwert nach dem wertmässig höhere n Begehren (Rickli, Der Streitwert im schweizerischen Zivilprozess, 2014, Rz 317). Im Rahmen des ersten Parteivor- trages an der Hauptverhandlung vom 20. Februar 2019 beantragte Beklagte eine güterrecht- liche Ausgleichszahlung von CHF 561'700.00. Hinzu kommt der Wert der von der Klägerin geltend gemachten Unterhaltsleistungen. Gemäss Art. 92 Abs. 1 ZPO gilt als Wert wieder- kehrender Nutzungen oder Leistungen – wozu auch Unterhaltsbeiträge gehören (vgl. § 11 Abs. 3 KoV OG) – der Kapitalwert. Bei einem eingeklagten nachehelichen Unterhaltsbeitrag von voraussichtlich 10 Monaten (Juni 2019 bis März 2020) à CHF 2'000.00 Unterhalt pro Mo- nat beträgt der Kapitalwert CHF 20'000.00. Dies ergibt einen Streitwert von total CHF 581'700.00. Bei diesem Streitwert belaufen sich d ie Gerichtskosten gemäss § 11 Abs. 1 KoV OG insgesamt auf CHF 17'500.00. Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.1988 vor dem Zivilstandsamt D.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Der Beklagte wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Klägerin den folgenden nicht in- dexierten monatlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ers ten des Monats: - ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis 3 1. Juli 2019 CHF 1'490.00 - ab 1. August bis 30. September 2019 CHF 600.00 - ab 1. Oktober 2019 bis zur ordentlichen Pensionierung der Klägerin am 12. März 2020 CHF 383.00 2.2 Der Antrag auf Schuldneranweisung (Rechtsbegehren Ziffer 7b) wird abgewiesen. Seite 45/46 2.3 Die Anweisung an die Pensionskasse E.________ gemäss Ziffer 1 des Dispositivs des Ent- scheids des Kantonsgerichts Zug vom 30. Januar 2019 (Verfahren ES 2019 23), von der Rente des Beklagten CHF 2'000.00 in Abzug zu bringen und direkt auf das Konto der Kläge- rin zu überweisen, unter Androhung der doppelten Zahlungspflicht im Unterlassungsfall, wird ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids aufgehoben. 3.1 Das Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kant ons Zug wird angewiesen, die Liegen- schaften G.________, Grundstück Nrn. BG.________ (Wohnung), CG.________ (Mehr- zweckraum) und FG.________ (Parkplatz), alle GB G.________, ins Alleineigen tum des Be- klagten zu übertragen. Die daraus entstehenden Kosten und Gebühren sind de m Beklagten aufzuerlegen. Der Beklagte übernimmt die Hypothekarforderung von CHF 250'000.00, sichergestellt durch einen Inhaber-Papier-Schuldbrief über CHF 300'000.00 im 1. Rang, gegenüber der R.________. 4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche CHF 62'144.35 zu bezahlen. 5. Die Pensionskasse E.________ wird gestützt auf Art. 124 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO ange- wiesen, vom Vorsorgekonto, lautend auf C.________ (AHV-Nr., Pin-Code: .________), den Betrag von CHF 256'801.20 zuzüglich Zins ab 9. Februar 2017 auf das Freizügigkeitskonto (IBAN CH.________), lautend auf A.________, bei der H.________ zu überweisen. 6. Die vom Beklagt en an der Hauptverhandlung vom 20 . Februar 2019 eingereichten Belege werden aus dem Recht gewiesen und gehen an den Beklagten zurück. 7. Im Übrigen werden die Anträge abgewiesen, soweit sie nicht durch Rückzug abgeschrieben werden. 8. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 17'500.00 Entscheidgebühr Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss von CHF 3'000.00 verrechnet. Der Fehlbetrag von CHF 14'500.00 wird von der Klägerin im Umfang von CHF 5'750.00 und vom Beklagten im Umfang von CHF 8'750.00 nachgefordert. 9. Die Parteikost en werden wettgeschlagen. 10. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Obergericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerü gt werden kann die unrichtige Rechtsanwendung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Berufungsschrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Seite 46/46 Gegenpartei) oder elektronisch, versehen mit einer anerka nnten elektronischen Signatur, ein- gereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 11. Mitteilung an : - Parteien (an den Beklagten unter Beilage der an der Hauptverhandlung vom 20. Feb- ruar 2019 eingereichten und aus dem Recht gewiesenen Belege) - Gerichtskasse (im Dispositiv) und auszugsweise an: - Pensionskasse E.________ vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintri tt der Rechtskraft zum Vollzug der Ziffern 2.3 und 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an : - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Amt für Grundbuch und Geoinformation des Kantons Zug, zum Vollzug von Ziffer 3.1 des Dispositivs ( unter Beilage einer Kopie der ID bzw. des Passes der Parteien) Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw M. Casutt Kantonsrichterin Gerichtsschreiberin versandt am: cai