Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. Dezember 2017 (810 17 112) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Erlöschen/Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung/mangelnde erfolgreiche Integration Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwerd eführer , vertreten durch Denis G. Giovannelli , Rechtsanwalt gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Erlöschen/Nichtverlängerung der Aufenthalts bewilligung und Wegwei- sung (RRB Nr. 0519 vom 25. April 2017) A. Der türkische Staatsangehörige A.____, geboren a m XX.XX.1975, heiratete am 28. Dezember 2007 seine im Kanton Basel-Landschaft niederlassungsberechtigte Landsfrau B.____, geboren am XX.XX.1973. Am 10. Mai 2008 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewi lligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Die Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aufenthaltsbewilligung wurde regelmässig verlängert, le tztmals bis zum 30. Juni 2015. A.____ und B.____ haben zwei Töchter, C.____, geboren am XX. XX.2010, und D.____, geboren am XX.XX.2011. B. Die Ehefrau erstattete am 17. November 2012 Anzeig e gegen ihren Ehemann wegen einfacher Gefährdung des Lebens und Drohung und am 22. Februar 2013 wegen einfacher Körperverletzung, Drohung und Tätlichkeit. Die Polizei Basel-Landschaft (Polizei) verfügte nach beiden Anzeigen jeweils eine zeitlich beschränkte Wegweisung des Ehemannes sowie nach der ersten Anzeige zusätzlich ein Betretungsverbot der gemeinsamen Wohnung und nach der zwei- ten Anzeige zusätzlich ein Kontaktverbot. Auf Antrag der Ehefrau wurden beide Verfahren ge- gen ihren Ehemann am 2. Juli 2014 eingestellt. C. Am 16. Juli 2013 verwarnte das Amt für Migration de s Kantons Basel-Landschaft (AfM) A.____ mit der Begründung, dass er eingestanden habe, seine Ehefrau am 17. November 2012 im Rahmen einer verbalen Auseinandersetzung am Hals g epackt und mit dem Tode bedroht sowie sie am 21. Februar 2013 mit einem Messer bedroht und sie mit der Faust auf den Hinter- kopf geschlagen zu haben. Durch die wiederholte Gewalttä tigkeit gegenüber der Ehefrau habe er gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung der Schweiz verstossen. Am 1. Oktober 2014 trennten sich die Ehegatten. Der Eh emann verliess die eheliche Wohnung in H.____ und mietete sich am 20. Oktober 2014 in ei nem Hotel in E.____ ein. Am 24. Juni 2015 suchte A.____ um Verlängerung seiner am 30. Juni 2015 ablaufenden Aufenthaltsbewilli- gung nach. Der Aufforderung des AfM einen aktuellen A rbeitsvertrag einzureichen, kam A.____ nicht nach. Am 3. Dezember 2015 meldete die Gemeinde E.____ A.____ rückwirkend per 30. Juni 2015 nach unbekannt ab, nachdem sie erfahren hatte, dass dieser seit drei bis vier Monaten nicht mehr im Hotel in E.____ wohnhaft war. D. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landsch aft vom 10. Februar 2016 wurde A.____ rechtskräftig wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung zu einer bedingt vollziehba- ren Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.--, bei ein er Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse von Fr. 1‘000.-- verurteilt. Hinsichtlich de r Adresse war auf dem Strafbefehl der Hinweis “unbekannten Aufenthalts“ vermerkt. E. Mit Schreiben vom 13. April 2016 ersuchte A.____ da s AfM erneut um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, da er ohne Adresse weder eine Wohnung noch eine Arbeit finden könne. Im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs b etreffend die in Aussicht gestellte Nichtverlängerung bzw. das Erlöschen der Aufenthaltsbewil ligung nahm A.____ mit Schreiben vom 9. Juni 2016 Stellung. Mit Schreiben vom 8. August 2 016 forderte das AfM diesen auf, un- ter anderem zu belegen, wo er sich von August 2015 bis D ezember 2015 aufgehalten habe. Dieser Aufforderung kam er nicht nach. In der Folge g ingen beim AfM zwei Dokumente ein, auf welchen als Zustelladresse von A.____, Frau F.____, DE-XX XXX G.____, genannt war. Am 23. September 2016 sprach A.____ beim AfM vor und ver langte erneut eine Aufenthaltsbewilli- gung. Auf Frage hin erklärte er, jeden Tag bei einem anderen Kollegen zu wohnen. Die Namen und Adressen dieser Kollegen gab er jedoch nicht bekan nt. Am 29. September 2016 teilten die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Einwohnerdienste E.____ dem AfM mit, dass sie A.____ di e Anmeldung in E.____ verweigert hätten, da er keinen Mietvertrag habe vorlegen können. Am 12. November 2016 nahm die Ehe- frau im Rahmen des ihr gewährten Anspruchs auf rechtl iches Gehör betreffend Nichtverlänge- rung der Aufenthaltsbewilligung ihres Ehemannes Stel lung. Da A.____ ein Untermietvertrag für eine Wohnung in H.____ in Aussicht gestellt worden war , stellte das AfM diesem am 21. No- vember 2016 eine Bestätigung über die Anwesenheitsber echtigung gültig bis 21. Dezember 2016 unter dem Vorbehalt aus, dass er sich zeitnah bei d er Gemeinde H.____ anmelde. Der Vermieter erklärte dem Mieter in der Folge jedoch, m it der Untermiete nicht einverstanden zu sein, da A.____ keine gültige Aufenthaltsbewilligung besitze. F. Am 14. Dezember 2016 verfügte das AfM die Nichtverl ängerung sowie das Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung von A.____ und ordnete de ssen Wegweisung aus der Schweiz bis spätestens am 15. Januar 2017 an. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, A.____ erfülle mit den beiden Vorfällen der häuslich en Gewalt gegenüber seiner Ehefrau, für die er zwar nicht verurteilt worden sei, die jedoch unb estritten seien, sowie mit der Verurteilung wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung den Wider rufsgrund des erheblichen oder wie- derholten Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit un d Ordnung nach Art. 62 lit. c des Bun- desgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG ) vom 16. Dezember 2005. Diese Vorfälle würden das Gewaltpotential von A.____ aufzei gen. Zudem sei die Aufenthaltsbewilli- gung ohnehin erloschen, da aus verschiedenen Indizien ge schlossen werden könne, dass A.____ seinen Lebensmittelpunkt vermutlich im August 20 15 nach Deutschland verlegt habe und sich seit über einem Jahr mehrheitlich dort aufhalte . Schliesslich sei die Wegweisung auch verhältnismässig. G. Gegen diese Verfügung erhob A.____, nachfolgend im mer vertreten durch Denis G. Giovanelli, Advokat, mit Eingabe vom 27. Dezember 2 016 beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Beschwerde. Er beantra gte unter o/e-Kostenfolge, es sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuheben und d as AfM anzuweisen, die Aufenthalts- bewilligung zu verlängern bzw. zu erteilen; eventualite r sei er letztmalig zu verwarnen. Sube- ventualiter sei ihm ermessensweise eine Aufenthaltsbewi lligung zu erteilen. Für den Fall des Unterliegens sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung zu bewilligen. H. Mit Beschluss Nr. 519 vom 25. April 2017 wies der Reg ierungsrat die Beschwerde ab und ordnete an, dass A.____ die Schweiz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft des Ent- scheids zu verlassen habe. Das Gesuch um unentgeltliche Rech tspflege wurde abgewiesen und A.____ die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 40 0.-- auferlegt. Der Regierungsrat kam zum Schluss, dass offen gelassen werden könne, ob A.____ die Schweiz für sechs Monate verlassen habe und damit der Erlöschensgrund der Aufent haltsbewilligung nach Art. 61 Abs. 2 AuG erfüllt sei. Aufgrund der strafrechtlichen Vorkommnisse sei seine Aufenthaltsbewilligung zu Recht nicht verlängert worden. Die Wegweisung sei überd ies auch angemessen und verhält- nismässig. Ein persönlicher Härtefall liege nicht vor. I. Mit Eingabe vom 8. Mai 2017 erhob A.____ gegen de n Regierungsratsbeschluss beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht (Kantonsgericht), Beschwerde. Er beantragte, es sei der Regierungsratsbeschluss vom 25. April 2017 vollumfänglich (Ziffern Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1 - 4) aufzuheben und dem Beschwerdeführer die Aufent haltsbewilligung ab 30. Juni 2015 zu erteilen, allenfalls sei eine zweite Verwarnung auszusp rechen. Ferner sei ihm eine reduzierte Parteientschädigung auszurichten und er sei zur Bezahlun g einer angemessenen reduzierten Gebühr zu verpflichten. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege mit un- entgeltlicher Rechtsverbeiständung zu gewähren. Des Weit eren beantragte er die Befragung verschiedener Personen sowie den Beizug der Akten zum Eheschutzverfahren. Innert gewährter Frist reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Juli 2017 eine ergän- zende Beschwerdebegründung ein und stellte folgendes Re chtsbegehren: “Es sei der Be- schluss des Regierungsrates Nr. 0519 vom 25. April 2017 vo llumfänglich (Ziffern 1 - 4) aufzu- heben und es sei dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsb ewilligung ab 30. Juni 2015 zu ertei- len, allenfalls sei eine zweite Verwarnung auszusprechen . Ferner (recte: Eventualiter) sei Ziffer 4 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine angemessene reduzierte Parteientschädigung auszurichten und er sei zur Bezahlung einer angemessenen reduzierten Gebühr zu verpflich- ten.“ Der Beschwerdeführer legte der ergänzenden Beschwerdebegründung eine Verfügung der Sozialhilfebehörde H.____ vom 11. Mai 2017 bei. Im W esentlichen machte er geltend, dass er Kontakt zu seinen Töchtern hätte, wenn seine Ehefrau si ch nicht querstellen würde. Die Aussa- ge des Beschwerdegegners, dass zwischen ihm und seinen Töc htern keine besonders enge Beziehung bestünde, stütze sich lediglich auf die Aussagen se iner Ehefrau. Die Unterhaltsbei- träge habe er überdies unverschuldeterweise nicht bezahlen können. Die Vorfälle zwischen ihm und seiner Ehefrau würden viele Jahre zurückliegen. Ein Mitverschulden der Ehefrau sei nie geprüft worden. Beim Vorfall vom 11. Oktober 2014 handle es sich um einen einmaligen Vorfall. Das sei seine erste und einzige strafrechtliche Verurteilu ng. Das habe der Beschwerdegegner nicht ausreichend berücksichtigt. Zudem habe es der Beschw erdegegner unterlassen darzule- gen, woran er die angeblich “schlechte Beherrschung de r Sprache“ des Beschwerdeführers festmache. Die Vorinstanz habe auch das ihm vorgeworfene “ grosse Gewaltpotential“ nicht be- legt. Des Weiteren sei das Verhalten des AfM ausschlaggebender Grund dafür, dass er seit nun rund einem Jahr keine Arbeitsstelle mehr finde, sei es d och gerichtsnotorisch, dass es für Aus- länder ohne Bewilligung praktisch unmöglich sei, eine A rbeitsstelle zu finden. Im Übrigen unter- halte er im Gegensatz zur Feststellung des Beschwerdegegn ers nur noch wenige Kontakte in der Türkei. Des Weiteren habe er sich betreffend seine W ohnsituation gegenüber dem AfM nicht unkooperativ gezeigt. Die prekäre Wohnsituation s ei Folge der Tatsache, dass er weder über eine Aufenthaltsbewilligung noch über eine Duldungsbescheinigung des AfM verfügt habe. Sinngemäss machte er geltend, dass die Nichterteilung bzw. Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und Wegweisung unverhältnismässig seien. J. Der Regierungsrat beantragte in seiner Vernehmlassun g vom 7. August 2017 die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. K. Mit präsidialer Verfügung vom 11. August 2017 übe rwies das Kantonsgericht den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung und verfügte den Beizug der Ak- ten des Eheschutzverfahrens des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau ab Zivilkreisgericht I.____ (Zivilkreisgericht). Die Beweisanträge des Beschwerdeführers auf Partei- und Zeugenbe- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fragung und Befragung der Töchter wurden abgewiesen. Dem Beschwerdeführer wurde für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kan tonsgericht zulässig. Demnach ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Besch werde örtlich und sachlich zustän- dig. Der Beschwerdeführer ist vom angefochtenen Entsche id berührt und hat ein schutzwürdi- ges Interesse an dessen Aufhebung. Auch die weiteren f ormellen Voraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können n ach § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Nichtver längerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 4.1. Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitz t oder wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und Art. 1 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zuständige kantonale Behörde entscheidet in den Fällen nach Art. 18 ff. und 27 ff. AuG – im Rahm en der gesetzlichen Vorschriften und Ver- träge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassung zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung hat die ausländische Person somit grundsätzlich nicht , es sei denn, das AuG oder völker- rechtliche Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 135 II 1 E. 1.1; PETER UEBERSAX , in: Uebersax/ Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.84 ff.). 4.2. Zunächst ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz un d der Türkei keine staatsver- tragliche Vereinbarung besteht, welche dem Beschwerdef ührer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz einräumen würde. 5. Ein gesetzlicher Anspruch einer ausländischen Person auf Anwesenheit in der Schweiz liegt gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG insbesondere dann vor, wenn diese mit einer Person mit Nie- derlassungsbewilligung verheiratet ist und mit ihr zusam menwohnt. Der Beschwerdeführer hei- ratete am 28. Dezember 2007 seine Ehefrau, welche übe r eine Niederlassungsbewilligung ver- fügte. Er reiste am 10. Mai 2008 im Rahmen des Famil iennachzugs in die Schweiz ein und er- hielt eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner Ehefrau. Mit Entscheid vom 18. De- zember 2014 bewilligte das Zivilkreisgericht den Ehegatt en das Getrenntleben und stellte fest, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass sie dieses durch Auszug des Ehemannes aus der ehelichen Wohnung am 1. Oktober 2014 aufgenommen hatten. Die Kinder der Ehegatten wurden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Mutter gestellt. Aus der Verfügun g des Zivilkreisgerichts vom 10. August 2017 geht hervor, dass in der Zwischenzeit auch das Scheidun gsverfahren eingeleitet wurde. Damit ist der ursprüngliche Anspruch des Beschwerdeführers auf Anwesenheit nach Art. 43 Abs. 1 AuG unstreitig spätestens am 1. Oktober 2014 we ggefallen. Es ist jedoch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen anderweitigen Rechtsanspruch auf Erteilung der Aufenthaltsbewil- ligung geltend machen kann. 6.1. Gemäss Art. 50 Abs. 1 AuG besteht nach Auflösung d er Familiengemeinschaft der An- spruch des ausländischen Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mi ndestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration vorliegt (lit. a) oder wenn wichtige persönliche Gründe einen weite- ren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit . b). Art. 50 AuG kommt erst zur Anwen- dung, wenn mindestens faktisch von einer definitiven Auf lösung der Familiengemeinschaft aus- zugehen ist. Massgeblicher Zeitpunkt für die retrospektive Berechnung der Dauer der ehelichen Gemeinschaft ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre chung in der Regel die Aufgabe der Haushaltsgemeinschaft; demgegenüber ist nicht releva nt, wie lange die Ehe nach Beendi- gung des Zusammenlebens formell noch bestanden hat (BGE 136 II 113 E. 3.2). Im vorliegen- den Fall hat die Ehegemeinschaft im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG über drei Jahre bestan- den, womit die Voraussetzung der dreijährigen Dauer erfüllt ist. 6.2. Die zweite in Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG genannte Voraussetzung ist das Erfordernis der erfolgreichen Integration. Nach Art. 77 Abs. 4 der Ver ordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007 liegt ei ne erfolgreiche Integration nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor, wenn die Ausländerin oder der A usländer namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert ( lit. a) sowie den Willen zur Teilnah- me am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort ge sprochenen Landessprache be- kundet (lit. b). Bei einem Ausländer, der in der Schwe iz beruflich integriert ist und eine feste Anstellung hat, immer finanziell unabhängig war, sich k orrekt verhält und die örtliche Sprache beherrscht, bedarf es ernsthafter besonderer Umstände, u m eine erfolgreiche Integration zu verneinen (Urteile des Bundesgerichts 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2; 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 3.3; 2C_839/2010 vom 25. Febru ar 2011 E. 7.1.2). Das Bundesgericht hat z.B. die Integration verneint bei einem Ausländer, der zeitweilig arbeitslos war, die Unter- haltsbeiträge für seinen Sohn teilweise nicht leistete und sich mehrere Verstösse gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung hatte zu Schulden lassen kom men (Urteil des Bundesgerichts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.1). In einem ande ren Fall hat das Bundesgericht die erfolgreiche Integration verneint, weil der Ausländer wegen eines Vergehens gegen das Ar- beitslosenversicherungsgesetz zu einer bedingt vollziehbare n Gefängnisstrafe von 14 Tagen verurteilt worden war und weil der Ausländer Schwierigkeiten hatte, seinen finanziellen Pflichten nachzukommen (Schulden, vollzogene Pfändungen von bish er rund Fr. 25'000.--, bestehende Lohnpfändung von Fr. 1'500.-- pro Monat; Urteil des Bundesgerichts 2C_359/2011 vom 6. Okto- ber 2011 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_98 3/2011 E. 3.3.1 ff.). Auch bereits län- ger zurückliegende Verurteilungen haben bei der Gesamtb etrachtung im Rahmen der erfolgrei- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Integration Berücksichtigung zu finden (siehe Urtei l des Kantonsgerichts, Abteilung Ver- fassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 23. Juli 201 4 [810 14 29] E. 5.4, welches mit Urteil des Bundesgerichts 2C_1031/2014 vom 1. Dezember 2014 geschützt wurde). 6.3. Die Ehefrau erstatte am 17. November 2012 Anzeig e gegen ihren Ehemann wegen einfacher Gefährdung des Lebens und Drohung und am 22. Februar 2013 wegen einfacher Körperverletzung, Drohung und Tätlichkeit. Beide Verfa hren wurden zwar auf Antrag der Ehe- frau wieder zurückgezogen und am 2. Juli 2014 eingestel lt. Der Beschwerdeführer hat jedoch eingestanden, seine Ehefrau am 17. November 2012 im Rahmen einer verbalen Ausein- andersetzung am Hals gepackt und mit dem Tode bedroht sow ie sie am 21. Februar 2013 mit einem Messer bedroht und sie mit der Faust auf den Hint erkopf geschlagen zu haben. Gemäss Schreiben des AfM vom 13. Dezember 2013 an die Staatsan waltschaft Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführer den Besuch des Lernprogramms gegen häusliche Gewalt vorzeitig ab- gebrochen. Nachdem das AfM den Beschwerdeführer am 16. Juli 2013 verwarnt hatte, wurde der Beschwerdeführer mit Strafbefehl der Staatsanwaltsc haft Basel-Landschaft vom 10. Febru- ar 2016 wegen eines Vorfalls am 11. Oktober 2014 rechtskr äftig wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstr afe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie zu einer Busse v on Fr. 1‘000.-- verurteilt. Beim Vorfall vom 11. Oktober 2014 schlug der Beschwerdeführer gegen d ie rechte Kopfhälfte einer älteren Frau und versetzte einem älteren Mann eine Ohrfeige und riss ihn an den Haaren nach hinten, so dass dieser mit dem Stuhl zu Boden fiel. Danach trat er ihn mit den Füssen. Gemäss Arztbe- richt trug die Frau durch den Schlag ein leichtes Schä delhirntrauma davon. Der Mann erlitt durch den Angriff eine Rippenserienfraktur 6 - 8 links sowie eine Kontusionsblutung im Bereich der linken Lunge. Durch die wiederholte Gewalttätigk eit gegenüber seiner Ehefrau und den im Vorfall vom 11. Oktober 2014 involvierten Personen hat der Beschwerdeführer gegen die öffent- liche Sicherheit und Ordnung der Schweiz verstossen und – entgegen der vom Beschwerdefüh- rer vertretenen Ansicht – seine Gewaltbereitschaft gezei gt. 6.4. Der Beschwerdeführer spricht sehr schlecht Deutsch. Die s wird in verschiedenen Ak- ten erwähnt, so z.B. im Protokoll betreffend Einvernah me vom 18. November 2012 und in der Chronologie des AfM vom 8. Juli 2013. Im Bericht der Ei dgenössischen Zollverwaltung vom 19. September 2016 wird ausgeführt, dass aufgrund sprachlicher Barrieren keine Aussage habe aufgenommen werden können. Im Schreiben des Regionale n Sozialdienstes J.____ vom 18. Oktober 2016 wird festgehalten, der Beschwerdeführe r spreche praktisch kein Deutsch. Auch aus den Gerichtsakten des Zivilkreisgerichts betreffend Gerichtsverhandlung vom 6. Oktober 2016 i.S. Eheschutz geht hervor, dass eine D olmetscherin anwesend gewesen sei. In den Akten finden sich noch einige weitere Anmerkung en, dass der Beschwerdeführer schlecht Deutsch spreche. Der Beschwerdeführer erklärt in s einer Stellungnahme vom 9. Juni 2016, nie einen Deutschkurs besucht zu haben. Der vom Besc hwerdeführer in seiner Be- schwerdebegründung gemachte Vorwurf, es sei nicht genügen d nachgewiesen, dass der Be- schwerdeführer die deutsche Sprache schlecht beherrsche, ist somit nicht zu hören. 6.5. Aus den Akten geht hervor, dass der Wohnort des Besc hwerdeführers nach Wegzug aus dem Hotel K.____ unbekannt blieb. Das AfM hat den Beschwerdeführer drei Mal aufgefor- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht dert, Belege über seinen aktuellen Wohnort beizubring en (am 10. Mai 2016, 8. August 2016 und 23. September 2016). Diesen Aufforderungen ist er nicht nachgekommen bzw. hat nach- weislich falsche Angaben gemacht. So hat er angegeben bis Dezember 2015 im Hotel K.____ gewohnt zu haben, obwohl er nachweislich nur bis August 2015 dort gewohnt hat. Seine Be- hauptung, er habe bei verschiedenen Kollegen gewohnt und kenne die Namen und Adressen nicht bzw. diese wollten nicht genannt werden, erscheint aufgrund der gesamten Umstände als nicht glaubwürdig. Vielmehr liegt der Schluss nahe, d ass er bei seiner Freundin in G.____ in Deutschland wohnte. Gemäss Protokoll der Gerichtsverhandl ung vor dem Zivilkreisgericht vom 6. Oktober 2016 hat der Beschwerdeführer ausgeführt, da ss er manchmal in Basel und manchmal am Wochenende bei seiner Freundin in G.____ in Deutschland wohne. Nach der Scheidung seiner Freundin wünschten er und seine Freu ndin gemeinsam in der Schweiz zu leben. Unabhängig davon, wo der Beschwerdeführer in jener Zeit effektiv wohnte, hat er seine Mitwirkungspflicht bezüglich Bekanntgabe seines Aufenthaltsortes verletzt. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass er nachträglich, so z.B. in der Beschwerdebegründung an das Kantonsgericht, Personen nennt, die bezeugen solle n, dass er ab August 2015 bei ihnen gewohnt habe. 6.6. Auf den Namen von A.____ sind gemäss Auszug aus dem Betreibungsregister ZBL- BA, Online-Serviceplattform, im Zeitraum vom 21. Juli 2011 bis 21. Juli 2016 Betreibungen in der Gesamthöhe von Fr. 26‘273.80 und Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 20‘805.20 re- gistriert. Der Beschwerdeführer bestreitet dies in seiner Beschwerde nicht. 6.7. Am 2. November 2015 bat die Motorfahrzeugkontrol le Basel-Landschaft die Polizei um Einzug der Kontrollschilder des auf den Namen des Beschwe rdeführers ausgestellten Fahr- zeugs, da der Beschwerdeführer als Fahrzeughalter trotz v orgängiger Verfügung der Aufforde- rung zur Bezahlung von Verkehrssteuern und/oder Gebühren nicht nachgekommen war. 6.8.1. Das AfM verwarnte den Beschwerdeführer am 16. Ju li 2013, verlängerte die am 9. Mai 2012 abgelaufene Aufenthaltsbewilligung bis 31. Dezemb er 2013 und forderte ihn auf, sich um Arbeit zu bemühen. Per 20. Januar 2014 nahm der Beschw erdeführer eine 100 % Stelle als Brandschutzmonteur bei der L.____ AG, Basel, auf. Einsa tzort war die M.____ AG in N.____. Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers wurde bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Gemäss Stellungnahme vom 9. Juni 2016 an das AfM hat der Beschwerdeführer bis zum Unfall vom 11. September 2014 bei der O.____ GmbH gearbeite t. Dies sei seine letzte Arbeitsstelle gewesen. Diese Aussage deckt sich mit dem Auszug aus dem in dividuellen Konto des Be- schwerdeführers der Ausgleichskasse Basel-Landschaft vom 18. Mai 2016. Gemäss genann- tem Auszug sind die Eingänge bis Oktober 2014 erfolgt. Nach dem Unfall vom 11. September 2014 hat der Beschwerdeführer bis April 2016 Geld von d er SUVA erhalten. Im Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, vom 7. März 2017 betreffend Berufung des Beschwerde- führers gegen den Entscheid der Präsidentin des Zivilkrei sgerichts vom 6. Oktober 2016 ist zu lesen, der Beschwerdeführer habe ausgeführt, dass ihm n ach dem Unfall vom 11. September 2014 SUVA Taggelder ausgerichtet worden seien. Infolg e Selbstverschuldens seien die Tag- gelder ab 24. März 2015 um 20 % und ab 7. August 2015 um 50 % gekürzt worden. Ab 1. April 2016 seien die Taggelder wegen vollständiger Arbeitsf ähigkeit eingestellt worden. Gemäss Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schreiben der SUVA vom 10. Februar 2016 wurde der Besch werdeführer per sofort auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für eine ganztägige mittelschw ere Tätigkeit für arbeitsfähig befunden. Gegen die diesbezüglich erlassene Verfügung vom 1. Apr il 2016 erhob der Beschwerdeführer Einsprache. 6.8.2. Gemäss Schreiben des AfM vom 6. August 2015 stellte der Beschwerdeführer nach Ablauf seiner Aufenthaltsbewilligung per 30. Juni 2 015 ein Gesuch um Verlängerung der Auf- enthaltsbewilligung. Das AfM forderte den Beschwerdef ührer auf, dem AfM eine aktuelle Ar- beitsbestätigung zukommen zu lassen oder falls er nicht arbeiten sollte, eine Erklärung betref- fend Kündigungsgrund sowie Arbeitsbemühungen beim Af M einzureichen. Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer nicht nach. Am 13. April 2016 st ellte der Beschwerdeführer erneut ein Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligun g. Daraufhin wurde dem Beschwerde- führer im Rahmen des rechtlichen Gehörs ein Fragekatal og zugestellt. Mit E-Mail vom 30. Sep- tember 2016 gelangte das AfM an den Beschwerdeführer und erklärte diesem, dass das AfM einer ausländischen Person nur dann eine Aufenthaltsbes tätigung ausstellen könne, wenn die- se tatsächlich in Kanton Basel-Landschaft wohne. Trotz w iederholter Aufforderung habe der Beschwerdeführer nicht angegeben, wo er sich in den ve rgangenen 12 Monaten aufgehalten habe. Weiter führte das AfM aus, die Erklärung des Besch werdeführers, er habe bei verschie- denen Kollegen gewohnt, deren Adresse er nicht kenne, genüge nicht. 6.8.3. Der Beschwerdeführer ist nicht erwerbstätig. Im Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 6. Oktober 2016 ist zu lesen, dass der Beschwerdeführer für die Zeit zwischen der Verfügung der SUVA (10. Februar 2016 bzw. 1. April 2016), gemäss welcher er keinen Anspruch mehr auf Leistungen habe, und dem 6. Oktober 2016 genau eine einzige Arbeitsbemühung, nämlich die von der L.____ AG vom 5. Oktober 2016, nachgewiesen ha be. Die L.____ AG bestätigte mit Schreiben vom 5. Oktober 2016, dass sie bemüht sei, fü r den Beschwerdeführer eine Anstel- lung zu finden, seine Vermittlung jedoch schwierig sei, da ohne gültige Aufenthaltsbewilligung keine Arbeitsaufnahme erlaubt sei. Das AfM erteilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 21. November 2016 eine Bestätigung über seine Anwesen heitsberechtigung inklusive Erwerbs- tätigkeitsberechtigung bis zum 21. Dezember 2016. Mit Schreiben vom 17. Februar 2017 erteil- te das AfM dem Beschwerdeführer wiederum die gleichen Berechtigungen bis zum 15. Mai 2017 und mit Schreiben vom 19. Mai 2017 bis zum 30. Sep tember 2017. Gemäss den der Be- schwerdebegründung beigelegten Unterlagen wird der Be schwerdeführer seit Dezember 2016 von der Sozialhilfe der Gemeinde H.____ unterstützt. 6.8.4. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde g eltend, dass das Verhalten des AfM ausschlaggebender Grund sei, weshalb der Beschwerdefü hrer seit Frühjahr 2016 keine Arbeitsstelle mehr finde. Es sei nämlich gerichtsnotor isch, dass es für Ausländer ohne Bewilli- gung praktisch unmöglich sei, eine Arbeitsstelle zu finde n. Noch weniger sei der Antritt einer Arbeitsstelle realistisch, wenn sich das Migrationsamt weig ere, überhaupt ein Duldungsschrei- ben auszustellen, was in der Zeitspanne vom 1. August 20 15 bis November 2016 der Fall ge- wesen sei. Dadurch, dass sich das AfM geweigert habe, dem Beschwerdeführer ein Duldungs- schreiben auszustellen, habe sich der Beschwerdeführer in der Vergangenheit zwischen Früh- jahr 2016 (Einstellung der SUVA-Taggelder) und Dezemb er 2016 (Anmeldung bei der Gemein- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht de H.____) nirgends anmelden und auch keine Unterstützu ng geltend machen können. Der Beschwerdeführer hätte nämlich Anspruch auf Arbeitslosen taggelder gehabt, was ihm infolge der Weigerung diverser hiesiger Gemeinden, ihn anzumel den, nicht möglich gewesen sei. Es sei aktenkundig, dass der Beschwerdeführer sich am 12. Apr il 2016 bei der Gemeinde E.____ zum Bezug von ALV-Leistungen persönlich angemeldet habe, diese ihn aber abgewiesen habe. 6.8.5. Die obigen Darlegungen zeigen, dass das AfM de m Beschwerdeführer keine Bestäti- gung über seine Anwesenheitsberechtigung erteilt hat, weil er trotz wiederholter Aufforderung unter anderem nicht bekannt gab, wo er sich im Kanton Basel-Landschaft aufhielt. Der Be- schwerdeführer hat die Tatsache, dass er über längere Ze it keine Bestätigung erhalten und damit auch seine Arbeitschancen sehr stark beeinträchtig t hat, der Verletzung seiner Mitwir- kungspflicht zuzuschreiben. Der Vorwurf des Beschwerdeführers, das AfM sei dafür verantwort- lich, dass er keine Arbeitsstelle gefunden habe, ist somit nicht zutreffend. 6.9. Aus den obigen Ausführungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer durch die Ge- waltanwendung gegenüber seiner Ehefrau und zweier ält erer Menschen die rechtsstaatliche Ordnung nicht respektiert hat. Er hat überdies Schul den, hat seine Mitwirkungspflichten gegen- über den Behörden verletzt, spricht sehr schlecht Deuts ch und hat auch nie einen Deutschkurs besucht, ist nicht arbeitstätig und ist sozialhilfeabhän gig. Diese Umstände lassen keinen ande- ren Schluss zu, als dass der Beschwerdeführer nicht erfolgreich integriert ist, weshalb er keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG hat. 7.1. Ein weiterer Anspruch auf Verlängerung der Aufe nthaltsbewilligung nach Art. 43 AuG kann sich nach Auflösung der Ehe oder der Familiengeme inschaft ergeben, wenn wichtige per- sönliche Gründe einen weiteren Landesaufenthalt erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG, der sogenannte nacheheliche Härtefall). Als wichtiger G rund kommt vorliegend einzig eine schützenswerte Beziehung des Beschwerdeführers zu seinen in de r Schweiz anwesenheitsbe- rechtigten Töchtern in Frage (vgl. BGE 139 I 315 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_873/2013 vom 25. März 2014 E. 3.4.1). Bei der Beur teilung, ob eine schutzwürdige Eltern- Kind-Beziehung vorliegt, ist auf die Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK abzustellen, können doch die wichtigen persönlichen Gründe im Sinne von Art. 5 0 Abs. 1 lit. b AuG, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen, nicht ei nschränkender verstanden werden als ein aus Art. 8 EMRK abgeleitetes Recht auf Erteilung und Verlängerung einer Aufenthaltsbewil- ligung (Urteile des Bundesgerichts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_930/2012 vom 10. Januar 2013 E. 4.1; HUGI YAR, Von Trennungen, H ärtefällen und Delikten - Ausländer- rechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, i n: Jahrbuch für Migration 2012/2013, 2013, S. 80). 7.2. Ob das durch Art. 8 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 13 Ab s. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999, welcher einen inhaltlich identi- schen Anspruch vermittelt (BGE 126 II 425 E. 4c/bb), geschützte Rechtsgut überhaupt betroffen ist und gegebenenfalls welche Interessen in Anwendung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK gegeneinander abzuwägen sind, ist jeweils im Einzelfall zu beurteilen. Dem Kindesinteresse kommt bei der Interessenabwägung regelmässig eine gewichtige Bedeutu ng zu. Das private Interesse eines Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausländischen Elternteils am Verbleib im Land vermag da s öffentliche Interesse an einer ein- schränkenden nationalen Einwanderungspolitik regelmässig zu überwiegen, wenn zwischen dem ausländischen Elternteil und seinem im Inland leben den Kind eine besonders enge Bezie- hung in affektiver und wirtschaftlicher Hinsicht besteht und sich dieser Elternteil in der Schweiz tadellos verhalten hat bzw. dessen bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen An- lass gegeben hat (sog. "tadelloses Verhalten"; BGE 140 I 147 E. 3.2; 139 I 319 E. 2.2; vgl. be- reits BGE 120 Ib 5 f. E. 3c; vgl. zum Kriterium des tadellosen Verhaltens: Urteile des Bundesge- richts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015; BGE 140 I 145 E. 4 publiziert in: Die Praxis 2014 Nr. 90; M ARC SPESCHA , in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Auflage, Zürich 2015, Rz. 8 zu Art. 50 AuG). Das Kindesinteres- se, wenn möglich mit beiden Elternteilen in der Schwei z aufwachsen zu können, überwiegt demnach in einer Gesamtbetrachtung, wenn im Wesentliche n ausschliesslich Gründe der Zu- wanderungssteuerung den privaten Interessen bereits anw esenheitsberechtigter Personen ge- genüber stehen, nicht indessen, wenn es zusätzlich darum geht, die öffentliche Sicherheit und Ordnung vor der Gefahr weiterer (gewichtiger) Strafta ten zu schützen (Urteile des Bundesge- richts 2C_723/2014 vom 6. August 2015 E. 2.3; 2C_387/2 014 vom 3. März 2015 E. 4.4.1; 2C_740/2014 vom 27. April 2015 E. 4.2.5). Das Bundesgericht hat das Kriterium des tadellosen Verhaltens bisher streng gehandhabt (vgl. BGE 139 I 321 E. 2.5, Urteil des Bundesgerichts 2C_728/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.1). 7.3. Eine Berufung auf einen nachehelichen Härtefall und die konventionsrechtliche Garan- tie von Art. 8 EMRK setzt eine familienrechtliche Beziehu ng von einer gewissen Intensität vo- raus (BGE 139 I 315 E. 2.1 ff.). Das Konventionsrecht begründet keinen Anspruch darauf, das Familienleben in einem bestimmten Staat verwirklichen zu können (Urteil des EGMR M.P.E.V. gegen Schweiz vom 8. Juli 2014 [3910/13] § 51). Das Recht auf Achtung des Familienlebens ist berührt, wenn eine staatliche Entfernungs- oder Fernh altemassnahme eine nahe, echte und tatsächlich gelebte familiäre Beziehung einer in der S chweiz gefestigt anwesenheitsberechtig- ten Person beeinträchtigt, ohne dass es dieser von vornh erein ohne Schwierigkeiten möglich bzw. zumutbar wäre, das entsprechende Familienleben ande rnorts zu pflegen (BGE 140 I 145 E. 3.1; BGE 139 I 330 E. 2.1; BGE 135 I 153 E. 2.1; vgl. zum Ganzen KGE VV vom 27. August 2014 [810 14 167] E. 4.5 ff.). 7.4. Der nicht sorge- bzw. obhutsberechtigte ausländische Elternteil kann die familiäre Be- ziehung mit seinem Kind von vornherein nur in beschränkt em Rahmen pflegen, nämlich durch Ausübung des ihm eingeräumten Besuchsrechts. Um dieses w ahrnehmen zu können, ist es in der Regel nicht erforderlich, dass der ausländische Eltern teil dauerhaft im selben Land wie das Kind lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Unter dem Gesichtswinkel des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben genügt, dass der Kontakt zum Kind über Kurzaufenthalte, Ferienbesuche bzw. die traditionellen oder modernen K ommunikationsmittel vom Ausland her grenzüberschreitend gelebt werden kann; gegebenenfall s sind die Modalitäten des Besuchs- rechts den ausländerrechtlichen Vorgaben anzupassen (BGE 139 I 315 E. 2.2). Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts hat der nicht sorge- bzw. obhutsbe- rechtigte ausländische Elternteil dann einen Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der Auf- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht enthaltsbewilligung, wenn in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht eine besonders enge Bezie- hung zum Kind besteht, diese Beziehung wegen der Distan z zum Herkunftsland der ausländi- schen Person praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und deren bisheriges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat. Der Begriff der besonderen Intensität der affektiven Beziehung wurde für bereits in der Schweiz an sässige ausländische Personen da- hingehend präzisiert, dass das Erfordernis erfüllt ist, we nn der persönliche Kontakt im Rahmen eines nach heutigem Massstab üblichen Besuchsrechts ausgeübt wird (Urteil des Bundesge- richts 2C_614/2014 vom 5. Mai 2015 E. 5.1.1; BGE 139 I 319 ff. E. 2.3 ff.). Nach wie vor bleibt aber erforderlich, dass auch in wirtschaftlicher Hinsicht e ine besonders intensive Beziehung zwischen dem Kind und dem nicht sorgeberechtigten Elter nteil besteht und dass dessen bishe- riges Verhalten in der Schweiz zu keinerlei wesentlichen Klagen Anlass gegeben hat (BGE 139 I 315 E. 2.5 S. 321; Urteil des Bundesgerichts 2C_547/ 2014 vom 5. Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen). 7.5. Mit Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 6. Oktober 201 6 wurde in Bestätigung des Entscheids vom 18. Dezember 2014 festgehalten, dass der Ehemann weiterhin berechtigt sei, die Kinder jeden zweiten Sonntagnachmittag zu sehen. Di e Bestätigung des Umfangs des Be- suchsrechts wurde damit begründet, dass eine Ausdehnung der geltenden Besuchsregelung aufgrund der unklaren Wohnsituation des Ehemannes und d em jungen Alter der beiden Kinder von fünf und sechs Jahren sowie der Tatsache, dass der Ehe mann die beiden Kinder seit über einem Jahr nicht mehr getroffen habe, unangebracht sei. Zudem wurde mit Entscheid des Zivil- kreisgerichts vom 6. Oktober 2016 die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ersucht, für die Kinder des Beschwerdeführers eine Beist andschaft zu errichten. Die Beiständin solle damit beauftragt werden, die Kontakte zwischen Va ter und Kindern anzubahnen und den persönlichen Verkehr zu überwachen. Der persönliche Kontakt wurde damit in einem weit ge- ringeren Massstab ausgeübt als üblich. Eine besondere In tensität der affektiven Beziehung ist damit zu verneinen. Aus dem Entscheid vom 6. Oktober 201 6 geht hervor, dass ein umfassen- deres Besuchsrecht auch aufgrund der unklaren Wohnsituat ion des Beschwerdeführers abge- lehnt wurde. Damit hat auf jeden Fall auch der Beschwerdeführer einen Grund gesetzt, weshalb das Besuchsrecht nicht ausgeweitet wurde. Es ist entgegen den Ausführungen des Beschwer- deführers nicht so, dass es grundsätzlich Schuld der Ehef rau ist, dass er keinen engeren Kon- takt zu den Kindern hat. 7.6. Aus den Akten des Eheschutzverfahrens ist auch ersichtl ich, dass der Beschwerdefüh- rer nicht oder zumindest nicht im verfügten Mass seinen Unterhaltspflichten gegenüber den Kindern nachgekommen ist. Wie im Entscheid des Zivilkreisge richts vom 6. Oktober 2016 und in demjenigen des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, vom 7. März 2017, festgehalten, hat der Beschwerdeführer die Tatsache, dass er seinen Unterh altspflichten nicht nachkommen konnte, zumindest zu einem grossen Teil selbst verschuldet. D adurch, dass er seinen Aufent- haltsort nicht bekannt gegeben hat, konnte er sich lan ge in keiner Gemeinde anmelden und keine Bestätigung über eine Anwesenheitsberechtigung e rwirken und hat damit auch seine Chancen, eine Arbeitsstelle zu finden, verschlechtert. De r Vorwurf des Beschwerdeführers, das Verhalten des AfM sei ausschlaggebend dafür, dass er keine Arbeitsstelle mehr finde, ist nicht Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht stichhaltig. Damit liegt auch in wirtschaftlicher Hinsich t keine besonders enge Beziehung zu seinen Kindern. 7.7. Im Übrigen hat sich der Beschwerdeführer auch ni cht klaglos Verhalten, hat er sich doch gegenüber seiner Ehefrau gewalttätig verhalten. Zudem wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 10. Februar 201 6 wegen mehrfacher einfacher Kör- perverletzung zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 30.-- verur- teilt. Des Weiteren hat er Schulden. 7.8. Der Beschwerdeführer hat in der Beschwerdebegründ ung den Verfahrensantrag ge- stellt, seine Töchter und er seien zu seinem Verhältnis zu seinen Töchtern zu befragen. Da sich der Beschwerdeführer nicht klaglos verhalten hat und in wirtschaftlicher Hinsicht keine enge Beziehung zwischen ihm und seinen Töchtern vorliegt, hät te das Ergebnis einer Befragung der Töchter und des Beschwerdeführers zur affektiven Beziehung keine fallrelevante Bedeutung haben können. Damit ist auch der Antrag auf Befragung abzuweisen. 7.9. Aus den obigen Darlegungen ergibt sich, dass der Be schwerdeführer auch aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG keinen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz hat. 8.1. Besteht nach dem Gesagten kein Rechtsanspruch des Besch werdeführers auf Er- teilung der Aufenthaltsbewilligung, so liegt deren V erlängerung im Ermessen der Behörde (vgl. Art. 33 Abs. 3 AuG). Dazu bedarf es eines Ermessensentschei ds, welcher nach den allgemei- nen Grundsätzen pflichtgemäss und unter Berücksichtigung de r Umstände des Einzelfalls zu treffen ist (vgl. A NDREAS ZÜND /L ADINA ARQUINT HILL , in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], a.a.O., Rz. 8.44; BENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesge- setz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 96 Rz. 7). Im Rahmen ihrer Er- messensausübung haben die Behörden gemäss Art. 96 Abs. 1 A uG die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der Integration zu berücksichtigen. 8.2. Im angefochtenen Entscheid vom 25. April 2017 ( E. 5) hat der Regierungsrat die rele- vanten Kriterien ausführlich geprüft, unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfal- les beurteilt und seinen Entscheid nachvollziehbar begrün det. Es ist demzufolge nicht zu bean- standen, dass es der Regierungsrat abgelehnt hat, dem B eschwerdeführer die Aufenthaltsbe- willigung ermessensweise zu verlängern. 9.1. In einem weiteren Schritt gilt es zu beurteilen, ob die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und die damit verbundene Wegweisung (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) gestützt auf eine umfassende Güterabwägung verhältnismässig ersc heinen. Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig sein . Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastunge n stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl., Zürich 2016, Rz. 514 ff.). Im Rahmen der Ve rhältnismässigkeitsprüfung sind die be- kannten Kriterien wie Dauer der Anwesenheit, persönliche Beziehungen zur Schweiz, berufliche Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Situation, Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, persönlich es Verhalten sowie Integrationsgrad zu berücksichtigen (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3 ff.; Urteil des Bundesgerichts 2C_705/2013 vom 11. November 2013 E. 3.2). 9.2. Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der fremdenpolizeili- chen Ziele eine geeignete Massnahme darstellt. Ausländer , deren Aufenthaltszweck weggefal- len ist, haben die Schweiz unter bestimmten Umständen zu verlassen. Es ist zu prüfen, ob die Massnahme als verhältnismässig im engeren Sinne zu qualifizieren ist, ob also der angestrebte Zweck in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen steht, die dem Beschwerdeführer mit der Wegweisung auferlegt werden. Diesbezüglich muss eine Interessenabwägung vorge- nommen werden. 9.3. Als zulässiges öffentliches Interesse fällt insbesonder e das Durchsetzen einer re- striktiven Einwanderungspolitik in Betracht. Eine solche rechtfertigt sich im Hinblick auf ein aus- gewogenes Verhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für die Einglie derung der in der Schweiz bereits an- sässigen Ausländer und die Verbesserung der Arbeitsmarktstru ktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 135 I 153 E. 2.2.1; BGE 135 I 143 E. 2.2). 9.4. Der Beschwerdeführer reiste im Mai 2008 und dami t im Alter von 33 Jahren im Rah- men des Familiennachzugs in die Schweiz. Er wohnt somit s eit über neun Jahren in der Schweiz. Aufgrund der fast 10-jährigen Anwesenheit i n der Schweiz ist von einem starken per- sönlichen Interesse am Verbleib in der Schweiz auszugehen . Zu berücksichtigen ist jedoch in diesem Zusammenhang, dass er seine Kindheit und Jugend un d einen Teil seines Erwachse- nenalters in der Türkei verbracht hat und mit den dor tigen Bräuchen und mit der örtlichen Spra- che vertraut ist. Seine Eltern leben noch in der Türkei. Zudem ist er ferienhalber in seine Heimat zurückgekehrt. 9.5. Der Beschwerdeführer verfügt nicht über eine Ber ufsausbildung und ist keine gesuchte Fachkraft auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt. Er geht auc h keiner Erwerbstätigkeit nach. Durch die wiederholte Gewaltanwendung gegenüber sein er Ehefrau, aber auch gegenüber zweier fremder älterer Menschen hat er gegen die öffe ntliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen. Der Beschwerdeführer ist trotz mehrmal iger Aufforderung seiner Mitwir- kungspflicht gegenüber den Behörden nicht nachgekommen. Er spricht sehr schlecht Deutsch und gegen ihn liegen Betreibungen in der Gesamthöhe von Fr. 26‘273.80 und Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 20‘805.20 vor. Zudem kommt er sein en Unterhaltspflichten gegenüber seinen Töchtern nicht oder zumindest nur in ungenügender Weise nach. 9.6. Unbestritten ist, dass eine Wegweisung des Beschwerde führers sich auf das Verhältnis zwischen ihm und seinen Töchtern auswirken würde. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer den Kontakt zu seinen Töchtern nur im Rahmen des ihm zustehenden Be- suchsrechts ausüben kann. Um dieses wahrzunehmen, ist es n ach der Rechtsprechung nicht erforderlich, dass der nicht obhutsberechtigte Elterntei l dauerhaft im selben Land lebt und dort über ein Anwesenheitsrecht verfügt. Es ist ausreichend, we nn das Besuchsrecht im Rahmen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt werden kann. Dabei sind allenfalls die Modali- täten des Besuchsrechts einer geeigneten Form anzupassen. Im Übrigen kann die Beziehung nicht nur besuchsweise, sondern auch vom Ausland aus über T elefonate oder Internet (Skype etc.) gepflegt werde. Einer Rückkehr des heute 42-jähr igen Beschwerdeführers steht somit nichts im Wege. Insgesamt überwiegt demnach das öffentl iche Interesse an der Gleichbehand- lung der Ausländerinnen und Ausländer im Rahmen der A usländergesetzgebung sowie an der Durchsetzung der Rechtsordnung das private Interesse des Be schwerdeführers an einem wei- teren Verbleib in der Schweiz. Der angefochtene Entscheid erweist sich als verhältnismässig im engeren Sinn. 9.7. Zu prüfen ist, ob dieses fremdenpolizeiliche Ziel auch durch eine weniger einschnei- dende Massnahme und damit – wie vom Beschwerdeführer bea ntragt – durch eine Verwarnung erreicht werden kann. Das AfM verwarnte den Beschwerdefü hrer am 16. Juli 2013 nach den Gewalttätigkeiten gegenüber seiner Ehefrau. Nach diese r Verwarnung wurde der Beschwerde- führer mit Strafbefehl vom 10. Februar 2016 aufgrun d eines Vorfalls vom 11. Oktober 2014, welcher sich somit nach der Verwarnung ereignete, wege n mehrfacher einfacher Körperverlet- zung verurteilt. Er verletzte nach der Verwarnung auch seine Mitwirkungspflicht unter anderem in Bezug auf die Offenlegung seines Wohnortes und bem ühte sich auch nicht genügend um eine Arbeitsstelle (vgl. Entscheid des Zivilkreisgerichts vom 6. Oktober 2016), des Weiteren kam er auch seinen Unterhaltsverpflichtungen gegenüber seinen Töchtern nicht nach. Damit ist aufgezeigt, dass die erste Verwarnung den erwünschten Er folg nicht bewirkt hat. Eine Verwar- nung ist folglich keine mildere taugliche Massnahme, wes halb die Wegweisung auch erforder- lich ist. Der angefochtene Entscheid erweist sich damit als verhältnismässig. 10. Das Vorliegen eines Härtefalles im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG wird vom Be- schwerdeführer nicht geltend gemacht und ist im Übrigen zu verneinen. Diesbezüglich kann auf den angefochtenen Regierungsratsbeschluss (E. 7) verwiesen werden. 11. Damit erweisen sich die Nichtverlängerung der Aufe nthaltsbewilligung und die Weg- weisung als rechtmässig. Der Beschwerdeführer hat die Schwe iz bis spätestens 30 Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen blei- ben, ob der Beschwerdeführer auch den Tatbestand des Art. 61 Abs. 2 AuG (Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung aufgrund des Verlassens der Schw eiz für sechs Monate) erfüllt hat. Demzufolge sind auch die Verfahrensanträge des Beschwer deführers auf Befragung verschie- dener Personen, die darauf abzielten zu beweisen, dass der Beschwerdeführer die Schweiz nicht verlassen hatte, abzuweisen. 12.1. Der Beschwerdeführer rügt den Beschluss des Regier ungsrates auch in Bezug auf die Auferlegung der Verfahrenskosten, die Nichtzusprechung einer Parteientschädigung und die Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege. 12.2.1. Das AfM begründete die Nichtverlängerung sowi e das Erlöschen der Aufenthaltsbewil- ligung des Beschwerdeführers einerseits damit, dass er aufgrund der beiden Vorfälle häuslicher Gewalt und der Verurteilung wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung den Widerrufsgrund Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht des erheblichen oder wiederholten Verstosses gegen die öffentliche Ordnung erfülle. Anderer- seits sei die Aufenthaltsbewilligung ohnehin erloschen, d a der Beschwerdeführer seinen Le- bensmittelpunkt (vermutlich im August 2015) nach Deutsc hland verlegt habe und sich über ei- nem Jahr mehrheitlich dort aufhalte. Der Regierungsrat kam bezüglich der Verlegung des Wohnsitzes nach Deutschland zum Schluss, dass dafür keine aus eichenden Belege vorliegen würden. Ob der betreffende Erlöschensgrund vorliege, k önne jedoch offen gelassen werden, weil die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung auch aus anderen Gründen zu verweigern sei. Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdebegründung an das Kantonsgericht geltend, er habe faktisch teilweise obsiegt, weil der Regierungsr at nicht mehr den Erlöschensgrund auf- grund einer Wohnsitzverlegung festgestellt habe. Damit hätte ihm eine reduzierte Parteient- schädigung zugesprochen sowie eine reduzierte Entscheidge bühr auferlegt werden müssen. In diesem Punkt werde beantragt, den vorinstanzlichen Entscheid ermessensweise abzuändern. 12.2.2. Obsiegen und Unterliegen richten sich grundsätzl ich nach den von der beschwerdefüh- renden Partei gestellten Anträgen (Urteil des Bundesg erichts C_435/2013 vom 18. Oktober 2013 E 2.4). Das AfM verfügte am 14. Dezember 2016 die “Nichtverlängerung der Aufenthalts- bewilligung, Erlöschen der Aufenthaltsbewilligung, Au sreise bis spätestens 15. Januar 2017“. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 27. Dezember 2016 beim Regierungs- rat Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vo m 14. Dezember 2016 vollumfänglich aufzuheben und es sei das AfM zu verpflichten, dem Beschw erdeführer die Aufenthaltsbewilli- gung zu verlängern bzw. zu erteilen. Eventualiter sei de r Beschwerdeführer letztmalig zu ver- warnen. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer ermesse nsweise eine Aufenthaltsbewilli- gung zu erteilen. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Beschluss vom 25. April 2017 ab. Auch wenn der Regierungsrat offen liess, ob die Aufent haltsbewilligung erloschen war, so ent- sprach der Beschluss des Regierungsrats nicht den Rechtsbege hren des Beschwerdeführers. Der Regierungsrat hob die Verfügung der Vorinstanz ni cht auf, was zur Folge hatte, dass dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung nicht verl ängert und er weggewiesen wurde. Der Beschwerdeführer unterlag demzufolge vollumfänglich, w omit der Regierungsrat dem Be- schwerdeführer zu Recht keine reduzierte Parteientschädi gung zugesprochen und ihm die vol- len Verfahrenskosten auferlegt hat. 12.3. Der Beschwerdeführer moniert in seiner Beschwer de an das Kantonsgericht, der Be- schwerdegegner habe dem Beschwerdeführer zu Unrecht die unentgeltliche Rechtspflege ver- weigert. Er habe im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung vom 27. Dezember 2016 weder über ein Einkommen noch über ein Zusatzeinkommen verfügt. Dies könne entgegen der Auffassung des Beschwerdegegners nicht belegt werden, da dies negative Tatsachen darstellen würden. Der Beschwerdeführer habe im damaligen Zeitpunkt auch ni cht über Vermögenswerte verfügt. Der Regierungsrat hat die Abweisung der unentgeltlichen Re chtspflege damit begründet, dass der Beschwerdeführer geltend mache, er bestreite seinen Lebensunterhalt mit seinen Ersparnissen. Jedoch habe er diese Ersparnisse nicht belegt. Behauptete Ersparnisse sind im Gegensatz zum geltend gemachten fehlenden Einkommen keine negativen Tatsachen und wären somit durch- aus belegbar gewesen. Damit ist die Schlussfolgerung des Regierungsrates, der Beschwerde- führer habe nicht alle Unterlagen bezüglich Einkomme ns- und Vermögenssituation eingereicht Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht und damit seine Bedürftigkeit nicht glaubhaft dargel egt, nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist somit in allen Punkten abzuweisen. 13.1. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfa hrens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- dem unterliege nden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege sind die Verfahrenskosten der Gerichts- kasse zu überbinden. 13.2. Die Parteikosten sind nach § 21 Abs. 1 VPO wettzu schlagen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in seiner Honorarnote vom 11. September 2017 einen Zeitaufwand von 8.5 Stunden à Fr. 200.-- und Auslagen in der Höhe von Fr. 91.50 geltend, was nicht zu be- anstanden ist. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1 ‘934.30 (8.5 Stunden à Fr. 200.-- zu- züglich Auslagen von Fr. 91.00 und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gerichtskasse auszu- richten. 13.3. Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass er zur Nachzahlung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichtskasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Gerichte [GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘934.30 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 9. Mai 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_400/2018) erhoben.