B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3152/2022 U r t e i l v o m 2 8 . J u l i 2 0 2 2 Besetzung Richterin Susanne Bolz-Reimann (Vorsitz), Richter Lorenz Noli, Richterin Nina Spälti Giannakitsas Gerichtsschreiberin Regula Aeschimann. Parteien A._______, geboren am (…), Afghanistan, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) sowie Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS); Verfügung des SEM vom 18. Juli 2022 / N (…). D-3152/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer stellte am 3. Mai 2022 in der Schweiz ein Asylge- such. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck -Datenbank Euro- dac ergab, dass er am 10. März 2 022 in Bulgarien und am 27. April 2022 in Österreich um Asyl nachgesucht hatte. B. Am 17. Mai 2022 führte das SEM eine Erstbefragung für unbegleitete min- derjährige Asylsuchende (EB UMA) durch. Dabei wurden dem Beschwer- deführer unter anderem Fragen zu seinen persönlichen Verhältnissen, zu Identitätsdokumenten, zum Reiseweg sowie zum medizinischen Sachver- halt gestellt. Zudem wurde ihm das rechtliche G ehör zu einem möglichen Nichteintretensentscheid und einer allfälligen Überstellung nach Österreich oder Bulgarien gewährt. Im Hinblick auf eine Altersabklärung wurde er fer- ner gebeten, einige medizinische Zusatzfragen zu beantworten. Der Be- schwerdeführer hatte behauptet, (…) Jahre alt zu sein. C. C.a Das Institut für Rechtsmedizin der Universität B._______ erstellte am 1. Juni 2022 ein Gutachten zur Alterseinschätzung, welches auf drei Säu- len – körperliche Untersuchung, radiologische Untersuchung (Röntgen Hand / CT mediale Anteile der Schlüsselbeine), zahnärztliche Beurteilung – beruht. Dieses kam zum Schluss, dass das Mindestalter des Beschwer- deführers bei 19 Jahren liege und von einem durchschnittlichen Alter von (…) Jahren auszugehen sei. C.b Mit Schreiben vom 7. Juni 2022 gewährte das SEM dem Beschwerde- führer das rechtliche Gehör zur Altersabklärung. Mit Eingabe seiner zuge- wiesenen Rechtsvertretung vom 9. Juni 2022 nahm er in der Folge Stellung zum Altersgutachten. D. Ebenfalls mit Eingabe vom 9. Juni 2022 liess der Beschwerdeführer einen Bericht der C._______ vom 2. Juni 2022 zu den Akten reichen. E. E.a Das SEM ersuchte die österreichischen Behörden mit Schreiben vom 20. Juni 2022 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni D-3152/2022 Seite 3 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit- gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internatio- nalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Übernahme des Beschwerdeführers. Mit Schreiben vom 21. Juni 2022 lehnten die ös- terreichischen Behörden das Gesuch ab mit der Begründung, dass ihres Erachtens Bulgarien zuständig sei. E.b Ein Übernahmeersuchen des SEM an Bulgarien vom 22. Juni 2022 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO wurde von den bulgarischen Behörden am 6. Juli 2022 gutgeheissen. F. Mit am Folgetag eröffneter Verfügung vom 18. Juli 2022 trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge- such des Beschwerdeführers nicht ein, verfügte die Wegweisung nach Bul- garien und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwer- defrist zu verlassen. Zudem wurde der zuständige Kanton mit dem Vollzug der Wegweisung be auftragt, die editionspflichtigen Akten ausgehändigt und festgehalten, eine allfällige Beschwerde habe keine aufschiebende Wirkung. Schliesslich stellte das SEM fest, das Geburtsdatum des Be- schwerdeführers im Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS laute auf den (...), mit Bestreitungsvermerk (Dispositivziffer 6). G. Mit undatierter Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht (Eingang am 21. Juli 2022) beantragte der Beschwerdeführer , die Verfügung vom 18. Juli 2022 sei aufzuheben und auf sein Asylgesuch sei einzutreten. Auch sei er nicht einverstanden mit der Anpassung seines Alters; er sei erst (…) Jahre alt. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der auf- schiebenden Wirkung sowie unentgeltliche Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. H. Die vorinstanzliche n Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 21. Juli 2022 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG). D-3152/2022 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungs- gericht zur Beurteilun g von Beschwerden auf dem Gebiet des Asyls zu- ständig und entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Abs . 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu- treten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 In seiner Beschwerdeeingabe erklärte der Beschwerdeführer, er sei mit der Anpassung seines Alters nicht einverstanden. Die vorliegende Be- schwerde richtet sich damit sowohl gegen den Nichteintretensentscheid betreffend das Asylgesuch als auch gegen die ZEMIS-Eintragung (vgl. Ur- teil des BVGer E-5633/2021 vom 7. Februar 2022 E. 2.2). 1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü- gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. Hinsichtlich der ZEMIS-Berichtigung entscheidet das Bundesverwaltungsgericht mit unein- geschränkter Kognition (Art. 49 VwVG). 1.5 Da sich die Beschwerdevorbringen sowohl hinsichtlich der Durchfüh- rung des Asylverfahrens in der Schweiz als auch betreffend die Anfechtung der ZEMIS-Berichtigung als zum Vornherein unbegründet erweisen, wird vorliegend auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 57 Abs. 1 VwVG und Art. 111a Abs. 1 AsylG). 2. 2.1 Vorab ist zu prüfen, ob das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS zu berichtigen ist. 2.2 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, dass die Anga- ben des Beschwerdeführers anlässlich der EB UMA hinsichtlich seines Al- ters ungenau, ausweichend und vage geblieben seien. Er habe angege- ben, er sei am (…) geboren und damit (…)-jährig. Dies stehe in seiner Tazkira und dem Impfausweis, welcher aber vermutlich verloren gegangen sei. Sein Geburtsdatum gemäss afghanischem Kalender habe er nicht nennen können und er habe nicht mehr gewusst, was für ein Geburtsdatum D-3152/2022 Seite 5 er gegenüber den bulgarischen und österreichischen Behörden angege- ben habe. Weiter habe er erklärt, dass er etwa im Alter von (…) Jahren geheiratet habe, aber nicht mehr wisse, wann dies gewesen sei. Seine Mutter sei etwa (…) Jahre alt, dies sei indessen nicht mit seiner späteren Angabe zu vereinbaren, dass er unter anderem Geschwister im Alter von (…) und (…) Jahren habe. Er habe die Kopie einer Tazkira vorgelegt, nach welcher er im Jahr (…) gemäss äusserer Erscheinung 13-jährig gewesen sei. Dies sei jedoch kein rechtsgenügliches Identitätsdokument und ver- möge die Zweifel an der geltend gemachten Minderjährigkeit nicht auszu- räumen. Es enthalte keine Sicherheitsmerkmale und liege lediglich in Ko- pie vor. Überdies sei bekannt, dass diese Dokumente in Afghanistan leicht käuflich erhältlich seien. Das rech tsmedizinische Gutachten vom 1. Juni 2022 habe ergeben, dass er ein durchschnittliches Alter von (…) Jahren habe und das zu berücksichtigende Mindestalter mit 19 Jahren zu benen- nen sei. Das angegebene Alter von (…) sei daher als nicht plausibel erach- tet worden. Auch unter Berücksichtigung der Stellungnahme der Rechts- vertretung bestehe kein Grund, an den Resultaten des Gutachtens zu zwei- feln. Unter Würdigung aller Indizien sei daher davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer volljährig sei. 2.3 In der Beschwerdeeingabe hielt der Beschwerdeführer daran fest, dass er sein Geburtsdatum kenne und ganz sicher (…) Jahre alt sei. Er sei daher nicht einverstanden mit der Anpassung seines Alters. 3. 3.1 Die Vorinstanz führt zur Erfü llung ihrer gesetzlichen Aufgaben das ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes über das Informationssystem für den Ausländer - und den Asylbereich [BGIAA, S R 142.51]) und in der Verordnung über das Zentrale Migrati- onsinformationssystem (ZEMIS-Verordnung, SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 ZEMIS-Verordnung richten sich die Rechte der Be- troffenen, insbesondere deren Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschungs- recht sowie das Recht auf Informationen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, nach dem Bundesgesetz über den Da- tenschutz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG. 3.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver- gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga- nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 D-3152/2022 Seite 6 Abs. 3 Bst. a DSG). Ist die Unrichtigkeit ers tellt, besteht ein uneinge- schränkter Anspruch auf Berichtigung (vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-7615/2016 vom 30. Januar 2018 E. 3.2, m.w.H.). 3.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die Richtigkeit der von ihr verlangten Änd erung, die Bundesbehörde im Be- streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen- daten zu beweisen (vgl. BVGE 2013/30 E. 4.1). Nach den massgeblichen Beweisregeln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Wür- digung sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünf- tigen Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erfor- derlich. 3.4 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be- richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen Personendaten noch dieje- nige der neuen Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich we- der die einen noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Per- sonendaten zur Erfüllung w ichtiger öffentlicher Aufgaben notwendiger- weise bearbeitet werden. Das gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Daten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der Bear- beitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren Rich- tigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG deshalb die An- bringung eines Vermerks vor, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Richtigkeit der bearbeiteten Personendaten bestritten und/oder nicht gesi- chert ist. Spricht dabei mehr für die Ric htigkeit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen und die neuen Daten an- schliessend mit einem derartigen Vermerk zu versehen. Ob die vormals eingetragenen Angaben (als Neben- beziehungsweise Aliasidentität) wei- terhin abrufbar bleiben sollen oder ganz zu löschen sind, bleibt grundsätz- lich der Vorinstanz überlassen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als unwahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsvermerk zu versehen. Über die Anbringung eines ent- sprechenden Vermerks ist jeweils von Amtes wegen und unabhängig da- von zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag gestellt worden ist (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer A-7588/2015 vom 26. Februar 2016 E. 3.4 m.w.H.). D-3152/2022 Seite 7 3.5 Es obliegt somit zunächst grundsätzlich der Vorinstanz zu beweisen, dass der aktuelle ZEMIS-Eintrag des Geburtsdatums des Beschwerdefüh- rers ([…]) korrekt beziehungsweise zumindest wahrscheinlich ist. Der Be- schwerdeführer wiederum hat nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum ( […]) richtig beziehungsweise zumindest wahr- scheinlicher ist als die derzeit im ZEMIS erfasste Angabe. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Geburtsdatums, ist dasjenige Geburtsda- tum im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, dessen Richtigkeit wahr- scheinlicher erscheint (Vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.5). 3.6 Ergänzend gilt es darauf hinzuweisen, dass im Asylverfahren das Ge- burtsdatum von der asylsuchenden Person zumindest glaubhaft zu ma- chen ist. Glaubhaft ist die Minderjährigkeit dann, wenn für deren Vorhan- densein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass die gesuchstellende Person bereits volljährig ist (BGE 140 III 610 E. 4 .1). In einer Gesamtwürdigung müssen die Gründe, welche für die Minderjährigkeit sprech en, überwiegen (BVGE 2010/57 E. 2.3). Gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, seine Minderjährigkeit zu- mindest glaubhaft zu machen, respektive bleiben entsprechende Behaup- tungen unsubstanziiert, so ist von der Beweislosigkeit und mithin von einer Volljährigkeit auszugehen (vgl. Urteil des BVGer D-966/2022 vom 11. März 2022 E. 3.6 m.H.). 4. 4.1 Dem Gutachten zur Altersschätzung vom 1. Juni 2022 lässt sich ent- nehmen, dass die zahnärztliche Beurteilung ein Durchschnittsalter von (…) Jahren ergab. Ein Mindestalter wurde bei dieser Untersuchung nicht fest- gestellt. Demgegenüber ergab ein Schichtröntgenscan (CT) der medialen Anteile der Schlüsselbeine gemäss Kellinghaus et al. (2010) e in Stadium 3c beidseits, was gemäss Wittschieber et al. (2014) einem Mindestalter von 19 Jahren (Median (…) Jahre, Maximum 30 Jahre) entspricht (vgl. SEM-Akte […]). In der Stellungnahme der Rechtsvertretung vom 9. Juni 2022 wurde insbesondere bemängelt, da ss die Schlussfolgerung der Zahnanalyse kein Mindestalter aufweise. Daraus ergebe sich, dass das zu- gestellte Altersgutachten zahlreiche Fragen aufwerfe, zumal im Rahmen der Zahnaltersanalyse einige Ergebnisse ein deutlich unter 18 Jahre lie- gendes Mindestal ter ergäben. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sowohl die Schlüssel- bein- respektive Skelettaltersanalyse als auch die zahnärztliche Untersu- chung als geeignet ansieht, einen Beweis für die Minder- oder Volljährigkeit darzustellen. Dabei wird es als starkes Indiz für die Volljährigkeit eingestuft, D-3152/2022 Seite 8 wenn das Mindestalter bei einer der beiden Untersuchungen über 18 Jah- ren liegt und sich die anhand der beiden Analysen ergebenen Altersspan- nen überlappen (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 f.). Letzteres ist vorliegend der Fall, nachdem bei der radiologischen Untersuchung der Schlüssel- beine ein Mindestalter von 19 Jahren und ein Maximum von 30 Jahren re- sultierte und das Durchschnittsalter der zahnärztlichen Untersuchung mit (…) Jahren in dieser Altersspanne liegt. In Übereinstimmung mit dem SEM ist daher festzuhalten, dass es keinen Grund gibt, am Ergebnis des Alters- gutachtens zu zweifeln, weil die zahnärztliche Untersuchung es vorliegend nicht erlaubte, eine zuverlässige Aussage über das Mindestalter zu ma- chen. Das Altersgutachten ist folglich als starkes Indiz für die Volljährigkeit einzustufen. 4.2 Der Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, dass er sein Alter kenne, weil es auf seiner Tazkira und sein em Impfausweis v ermerkt sei. Den Impfausweis reichte er jedoch nicht ein, da dieser mutmasslich verlo- ren ging respektive von seiner Familie nicht mehr gefunden werden konnte (vgl. SEM-Akte […] [nachfolgend Akte 15] Ziff. 1.06). Die Tazkira – von wel- cher der Beschwerdeführer ein Foto einreichte – hält fest, dass er im Jahr (…) gemäss äusserem Erscheinungsbild 13-jährig gewesen sei. In diesem Zusammenhang führte das SEM indessen zutreffend aus, dass es sich da- bei nicht um ein rechtsgenügliches Identitätsdokument handelt, mit wel- chem sich das Alter zweifelsfrei nachweisen lässt. Das Bundesverwal- tungsgericht misst der afghanischen Tazkira denn auch nur einen reduzier- ten Beweiswert zu (vgl. BVGE 2019 1/6 E. 6.2). Angesichts dessen er- scheint das vorgelegte Foto der Tazkira des Beschwerdeführers, welches im Übrigen kein exaktes Geburtsdatum enthält, nicht geeignet, die Ergeb- nisse des Altersgutachtens in Zweifel zu ziehen. 4.3 Schliesslich wies das SEM zutreffend darauf hin, dass die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Alter teilweise vage und ausweichend aus- gefallen sind. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die betreffen- den Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Es erstaunt insbesondere, dass der Beschwerdeführer zwar von seinem Vater erfahren haben will, dass sein Geburtsjahr (…) sei, sich indessen nicht da- ran erinnern kann, wann dies gewesen sei und wie sein Geburtsjahr im afghanischen Kalender lautet (vgl. Akte 15, Ziff. 1.06). Auch auf dem Per- sonalienblatt bei Eintritt in das Bundesasylzentrum gab e r lediglich das Jahr (…), aber weder Geburtstag noch -monat an (vgl. SEM-Akte […]). Es D-3152/2022 Seite 9 ist auch nicht nachvollziehbar, dass er nicht mehr wissen will, welches Ge- burtsjahr er gegenüber den bulgarischen und österreichischen Behörden angegeben habe (vgl. Akte 15, Ziff. 1.06). 4.4 Vor diesem Hintergrund ist – insbesondere aufgrund des Gutachtens zur Altersschätzung vom 1. Juni 2022 – festzuhalten, dass die Indizien, die für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers sprechen, überwiegen. Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass er auf Beschwerde- ebene erneut betont, er sei sich sicher, (…) Jahre alt zu sein. Das Gericht kommt daher zum Schluss, dass die im ZEMIS erfassten Angaben zum Geburtsdatum des Beschwerdeführers wahrscheinlicher ist als das von ihm geltend gemachte Datum. Sein Begehren um Berichtigung des ZEMIS- Eintrags ist daher abzuweisen. 5. 5.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist (vgl. zur Beurteilungs- kompetenz des Gerichts bei Nichteintretensentscheiden gestützt auf Art. 31a Abs. 1 -3 AsylG BVGE 2017 VI/5 E. 3.1 und 2012/4 E. 2.2 je m.w.H.). 5.2 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu- chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 5.3 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO wird jeder Asylantrag von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterie n des Kapitels III (Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfah- ren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, so- bald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin -III-VO). Im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeits- prüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 5.4 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin -III-VO beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa- tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn D-3152/2022 Seite 10 er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü- fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin -III-VO). Dieses soge- nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29 a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti- siert; das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus hu- manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III- VO ein anderer Staat zuständig wäre. 5.5 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An- knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem diese einen Antrag auf inter- nationalen Schutz gestellt hat, wobei von der Situation zum Zeitpunkt der ersten Antragstellung in einem Mitgliedstaat ausgegangen wird (vgl. Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Als Minderjähriger gilt ein Drittstaatsangehöriger un- ter achtzehn Jahren (Art. 2 Bst. i Dublin-III-VO; Art. 1a Bst. d AsylV 1). Un- begleitete Minderjährige sind vom Wiederaufnahmeverfahren ausgenom- men (vgl. FILZ-WIESER/SPRUNG, Dublin -III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8, m.H.). Vorliegend bestünde deshalb bei Minderjährigkeit des Be- schwerdeführers eine der grundsätzlichen Wiederaufnahmezuständigkeit Bulgariens vorrangige Zuständigkeit der Schweiz (vgl. etwa Urteil des BVGer F-6213/2020 vom 5. Januar 2021 E. 3.4). 6. 6.1 Wie vorstehend (vgl. oben E. 4) ausgeführt ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereits volljährig ist und das SEM sein Geburtsda- tum zu Recht auf den (…) festgesetzt hat. Die Voraussetzungen für die Annahme einer Zuständigkeit der Schweiz für das Asylverfahren gestützt auf Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-VO sind somit nicht gegeben und das SEM ist mit einem ordnungsgemässen Wiederaufnahmeersuchen an die bulgari- schen Behörden gelangt. 6.2 Die bulgarischen Behörden s timmten dem Übernahmeersuchen der Vorinstanz mit Schreiben vom 6. Juli 2022 ausdrücklich zu (vgl. SEM-Akte […]). Die Zuständigkeit Bulgariens ist somit grundsätzlich gegeben, was vom Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird. 6.3 Der Beschwerdeführer brachte im Rahmen der Gewährung des recht- lichen Gehörs anlässlich der EB UMA vor, gegen eine Rückkehr nach Bul- garien spreche, dass er nicht dorthin zurückwolle; wenn er dort hätte blei- ben wollen, wäre er dort geblieben (vgl. Akte 15, Ziff. 8.01). Er sei in Bul- garien sehr viel geschlagen worden und das Leben im Camp sei schwierig D-3152/2022 Seite 11 und gefährlich gewesen. Es gebe dort eine Bande, vor welcher er grosse Angst habe, da sie a ndere Menschen schlage und töte (vgl. Akte 15, Ziff. 9.01). In der Beschwerdeschrift erklärte de r Beschwerdeführer, er würde lieber sterben als zurück nach Bulgarien, da man dort wie ein Tier behandelt werde. Er habe kein Essen erhalten und sei geschlagen worden, weshalb er nicht zurück könne. 6.4 6.4.1 Bulgarien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommen s vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab- kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der F K vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und kommt entsprechenden völkerrechtlichen Verpflichtun- gen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dass dieser Staat die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsa- men Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internati- onalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, anerkennt und schützt. 6.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im Referenzurteil F-7195/2018 vom 11. Februar 2020 ausführlich mit dem bulgarischen Asyl- system und der Situation asylsuchender Personen in Bulgarien auseinan- dergesetzt. Es hat festgehalten, dass das dortige Asylverfahren sowie die Aufnahmebedingungen zwar gewisse Mängel aufweisen würden, diese aber nicht systemischer Natur seien, weshalb von Überstellungen nach Bulgarien grundsätzlich nicht abzusehen sei. Korrekte Asylverfahren seien in Bulgarien nicht systembedingt unmöglich. Die Bedingungen in den Auf- nahme- und Haftzentren seien zwar prekär, könnten jedoch nicht als un- menschlich oder entwürdigend qualifiziert werden (vgl. a.a.O. E. 6.6.1 und 6.6.7). Auch heute geht das Bundesverwaltungsgericht praxisgemäss nicht von systemischen Mängeln im bulgarischen Asylverfahren aus (vgl. u.a. Urteile des BVGer F-3083/2022 vom 20. Juli 2022 E.4 m.w.H.; E-2642/2022 vom 24. Juni 2022 E. 8.2 m.w.H.). 6.4.3 Vor diesem Hintergrund ist es nicht angezeigt, dass die Schweiz in Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin -III-VO auf das Asylgesuch des Be- schwerdeführers eintritt. D-3152/2022 Seite 12 6.5 6.5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zu- ständigkeit Bulgariens das Selbs teintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müssen. 6.5.2 Zwar sind die Bedingungen in Bulgarien teilweise als schwierig anzu- sehen, weshalb es nicht ausgeschlossen werden kann, dass der B e- schwerdeführer dort keine einfachen Umstände angetroffen hat. Nach sei- ner Rücküberstellung wird er indessen – nachdem sein Asylverfahren dort hängig ist und die bulgarischen Behörden seiner Übernahme ausdrücklich zugestimmt haben – nicht als Neuankömmling behandelt, sondern in die Asylstrukturen integriert, wo er alle ihm zustehenden Rechte wahrnehmen kann. Gegebenenfalls wird er sich an die zuständigen bulgarischen Behör- den zu wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einzufordern haben (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Dies gilt auch für den Fall, dass er Gewalt durch Behörden oder kriminelle Banden erfahren respektive befürchten sollte. Weiter besteht kein Grund zur An- nahme, dass die bulgarischen Behörden ihm nach einer Überstellung den Zugang zum Asyl- respektive zu einem allfälligen Wiederaufnahmeverfah- ren unter Einhaltung der Regeln der Verfahrensrichtlinie verweigern wür- den. 6.5.3 In Bezug auf den medizinischen Sachverhalt ist anzumerken, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Prob- lemen nur ausnahmsweise einen Verst oss gegen Art. 3 EMRK darstellt . Nach der Rechtsprechung des EGMR ist dies bei schwerkranken Perso- nen der Fall, welche durch eine Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfron- tiert würden, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichem Verschlech- terung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu intensi- vem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung füh- ren würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. De- zember 20126, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180-193 m.w.H.). Anlässlich der EB UMA gab der Beschwerdeführer an, er sei zwar gesund, e s gehe ihm aber psychisch nicht so gut (vgl. Akte 15, Ziff. 8.02). Gemäss dem Be- richt der C._______ vom 2. Juni 2022 wurde bei ihm ein Verdacht auf (…) festgestellt. Er leide an einer (…), weshalb eine Psychotherapie als indiziert angesehen werde (vgl. SEM-Akte […]). Die medizinischen Probleme des Beschwerdeführers können nicht als derart gravierend eingeschätzt wer- den, dass er im Falle einer Überstellung nach Bulgarien mit dem Risiko D-3152/2022 Seite 13 einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes konfrontiert wäre. Ferner hielt die Vorinstanz zutref- fend fest, dass Bulgarien über eine ausreichende medizinische Infrastruk- tur verfügt und verpflichtet ist, ihm die erforderliche medizinische Versor- gung zukommen zu lassen. Es gibt dabei keine Anhaltspunkte dafür, dass Bulgarien ihm eine allenfalls notwendige Behandlung verweigern könnte. 6.6 Zusammenfassend ist kein Grund für eine Anwendung der Ermessen- klauseln von Art. 17 Dublin-III-VO sowie von Art. 29 a Abs. 3 AsylV 1 er- sichtlich. 7. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass das SEM zutreffend gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist. Da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie- derlassungsbewilligung ist, wurde die Wegweisung nach Bulgarien in An- wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1). 8. Das Fehlen von Überstellungshindernissen ist bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheids gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG, weshalb allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen sind (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich , dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht v erletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen 10. Mit dem vorliegenden Urteil werden die Gesuche um Erteilung der auf- schiebenden Wirkung und Ver zicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses gegenstandlos. 11. 11.1 Die Begehren erweisen sich als zum Vornherein aussichtslos, wes- halb das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Rechtspflege ungeachtet der geltend gemachten prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist (Art. 65 Abs. 1 VwVG). D-3152/2022 Seite 14 11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 übe r die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3152/2022 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde hinsichtlich der Dispositivziffer 6 der Verfügung vom 18. Juli 2022 wird abgewiesen. 2. Die Beschwerde hinsichtlich der Dispositivziffern 1, 2, 3, 4, 5 und 7 der Verfügung vom 18. Juli 2022 wird abgewiesen. 3. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab- gewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zahlungsfrist beträgt 30 Tage ab Rechnungsdatum. Die Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. das Generalsekretariat EJPD und den EDÖB. (Rechtsmittelbelehrung nächste Seite) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Susanne Bolz-Reimann Regula Aeschimann Versand: D-3152/2022 Seite 16 Rechtsmittelbelehrung: Gegen die Dispositivziffer 1 dieses Entscheids kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffent- lich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Person in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).