<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00284</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105704&amp;W10_KEY=13013580&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00284</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.10.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Widerruf der bedingten Entlassung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>- Rückversetzung in den Strafvollzug gemäss Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 StGB: Massgebend für den Ablauf der absoluten Verjährungsfrist gemäss Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB ist nicht der Zeitpunkt der Rechtskraft sondern derjenige der Anordnung der Verfügung (E. 2). - Rechtliches Gehör: Voraussetzungen der Heilung bei Verletzung des rechtlichen Gehörs (E. 3a). I.c. kann aufgrund mehrfacher Verletzung des rechtlichen Gehörs keine Heilung mehr angenommen werden (E. 3b und c). Rückweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTENEINSICHT">AKTENEINSICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEILUNG">HEILUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTLICHES GEHÃR">RECHTLICHES GEHÃR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 38 lit. IV 1 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 38 lit. IV 6 StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A, geboren 1949, wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 21. November 1990 rechtskrÃ¤ftig zu 12 Monaten Zuchthaus abzÃ¼glich 31 Tage Untersu­chungshaft wegen wiederholter UrkundenfÃ¤lschung, betrÃ¼gerischen Konkurses etc. verur­teilt. Er trat am 15. Oktober 1991 seine Strafe an und wurde durch VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz des Kantons ZÃ¼rich vom 4. MÃ¤rz 1992 am 13. Mai 1992 bedingt entlassen, unter Ansetzung einer Probezeit von 3 Jahren. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Am 19. April 1999 verurteilte das Kantonsgericht St. Gallen A rechtskrÃ¤ftig we­gen Betrugs, Veruntreuung und UrkundenfÃ¤lschung zu einer GefÃ¤ngnisstrafe von 9 Mona­ten. SÃ¤mtliche Straftaten wurden innerhalb der Probezeit, welche im Zusammenhang mit der bedingten Entlassung ausgesprochen worden war, verÃ¼bt. Daraufhin widerrief das Ju­stizvollzugsamt des Kantons ZÃ¼rich, ohne vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung von A, mit VerfÃ¼gung vom 10. Mai 2000 die gewÃ¤hrte bedingte Entlassung und ordnete den Vollzug des noch nicht verbÃ¼ssten Strafrestes von 123 Tagen Zuchthaus an.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung erhob A am 13. Juni 2000 fristgerecht Rekurs, den die Justizdirektion mit VerfÃ¼gung vom 27. Juli 2000 abwies (act.--). Mit der Rekurseingabe hatte der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers in prozessualer Hinsicht um Ansetzung einer Frist zur ErgÃ¤nzung der BegrÃ¼ndung gebeten. Am 16. Juni 2000 war das Gesuch um Re­kursergÃ¤nzung von der Justizdirektion abgelehnt worden (act.--). Gleichentags hatte der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers um Akteneinsicht ersucht (act. --). Diese wurde ihm, zu­sammen mit dem Entscheid in der Sache selbst, am 27. Juli 2000 gewÃ¤hrt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>IV. Mit Eingabe vom 30. August 2000 erhob A rechtzeitig Beschwerde beim Ver­waltungsgericht (act. --). Er beantragte die Aufhebung des angefochtenen bzw. die diesem Entscheid zugrunde liegenden Entscheide unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge in sÃ¤mt­lichen Verfahren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Justizdirektion schloss in ihrer Vernehmlassung vom 6. September 2000 auf Abweisung der Beschwerde (act. --). Sie wies dabei darauf hin, dass die Akten im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens dem Adressaten usanzgemÃ¤ss nicht erÃ¶ffnet worden seien, dieser sich jedoch wÃ¤hrend der gesamten Rechtsmittelfrist um Akteneinsicht hÃ¤tte bemÃ¼­hen kÃ¶nnen. Weiter fÃ¼hrte sie an, dass fÃ¼r die Wahrung der FÃ¼nfjahresfrist von Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB der Zeitpunkt der Anordnung des Vollzugs der Reststrafe, nicht deren RechtskrÃ¤ftigkeit, massgebend sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Amt fÃ¼r Justizvollzug des Kantons ZÃ¼rich verzichtete am 7. September 2000 auf eine Beschwerdeantwort und verwies dabei auf den Entscheid der Direktion der Justiz und des Innern vom 27. Juli 2000 sowie auf deren Vernehmlassungsantwort.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. a) GemÃ¤ss § 43 Abs. 1 lit. g des Verwaltungsrechtspflegegesetzes in der Fassung vom 8. Juni 1997 (VRG) ist zwar die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegen An­ordnungen in Straf‑ und Polizeistrafsachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Mass­nahmen, grundsÃ¤tzlich unzulÃ¤ssig. Soweit jedoch die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offensteht, ist die Beschwerde gleichwohl zulÃ¤ssig (§ 43 Abs. 2 VRG; Art. 98a des Bundesrechtspflegegesetzes in der Fassung vom 4. Oktober 1991 [OG]).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Frage des Widerrufs der bedingten Entlassung unterliegt der eidgenÃ¶ssischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde (vgl. Art. 97 ff. OG; GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizeri­sches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, § 3 Rz. 90), woraus die ZulÃ¤ssigkeit der kantonalen Beschwerde folgt. Auf die Beschwerde ist einzutreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) GestÃ¼tzt auf § 38 Abs. 2 lit. b VRG fÃ¤llt die Beurteilung dieser Streitsache in die einzelrichterliche Kompetenz.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>c) GemÃ¤ss § 55 VRG kommt der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. a) Die Vorinstanz schÃ¼tzt in ihrem Entscheid den vom Amt fÃ¼r Justizvollzug an­geordneten Widerruf des bedingten Strafvollzugs unter Hinweis auf Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 Satz 1 StGB. Danach sei die RÃ¼ckversetzung des BeschwerdefÃ¼hrers in den Strafvollzug angesichts der verhÃ¤ngten und unbedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe von Ã¼ber drei Monaten fÃ¼r die wÃ¤hrend der Probezeit verÃ¼bten Taten zwingend. Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet dagegen ein, dass die VerfÃ¼gung innerhalb der VerjÃ¤hrungsfrist nach Art. 38 Ziff. 4 Abs. 6 StGB, insbesondere auch wegen der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, nicht rechtskrÃ¤ftig geworden und deshalb schon wegen VerjÃ¤hrung aufzuheben sei. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) Begeht die entlassene Person wÃ¤hrend der Probezeit eine strafbare Handlung, fÃ¼r die sie zu einer drei Monate Ã¼bersteigenden und unbedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe verurteilt wird, so ordnet die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde die RÃ¼ckversetzung an (Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 StGB). Nach Ziff. 4 Abs. 6 dieser Bestimmung ist der Vollzug der Reststrafe nicht mehr anzuordnen, wenn seit Ablauf der Probezeit 5 Jahre verstrichen sind.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Unbestritten ist, dass der BeschwerdefÃ¼hrer am 13.Mai 1992 bedingt entlassen wurde und die ihm angesetzte dreijÃ¤hrige Probezeit bis zum 12. Mai 1995 dauerte. GemÃ¤ss Schreiben des Kantonsgerichts St. Gallen vom 25. April 2000 beging der BeschwerdefÃ¼h­rer sÃ¤mtliche Straftaten, welche zur erneuten Verurteilung von neun Monaten gefÃ¼hrt hat­ten, innerhalb dieser Probezeit. Somit waren die Voraussetzungen fÃ¼r den Widerruf der bedingten Entlassung gemÃ¤ss Art. 38 Ziff. 4 Abs. 1 StGB erfÃ¼llt. Das Amt fÃ¼r Justizvoll­zug verfÃ¼gte am 10. Mai 2000 (zwei Tage vor Fristablauf) die RÃ¼ckversetzung des Be­schwerdefÃ¼hrers. Entgegen der Auffassung des Vertreters des BeschwerdefÃ¼hrers ist nicht der Zeitpunkt der Rechtskraft der Anordnung massgebend, sondern derjenige der Anord­nung der RÃ¼ckversetzung durch die BehÃ¶rde (Reto Andrea Surber, Das Recht der Straf­vollstreckung, Diss. ZÃ¼rich 1998, S. 347; JÃ¼rg Rehberg, Strafrecht II, 6.A., ZÃ¼rich 1994, S. 49). Lediglich der VerfÃ¼gungszeitpunkt muss sich somit innerhalb der FÃ¼nfjahresfrist befinden, was hier unwidersprochen bleibt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer lÃ¤sst einwenden, dass die erstinstanzliche Anordnung<br/> â mit ausdrÃ¼cklichem EingestÃ¤ndnis â unter Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs erlassen wurde. Diese Tatsache wurde auch durch die Vorinstanz bestÃ¤tigt (act. --).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein in Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs zustande gekommener Entscheid ist in aller Regel nicht nichtig, sondern anfechtbar (BGE 120 V 362, Michele Albertini, Der ver­fassungsmÃ¤ssige Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Diss. Bern 2000, S. 450 ff.). Der Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r ist formeller Natur. DemgemÃ¤ss ist ein den GehÃ¶rsanspruch verletzender Hoheitsakt von der Rechts­mittelinstanz grundsÃ¤tzlich ohne RÃ¼cksicht darauf aufzuheben, ob die AnhÃ¶rung fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens von Bedeutung ist (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., 1999, § 8 N. 5; HÃ¤felin/MÃ¼ller, N. 1328, jeweils mit Hinweisen). Abweichend von diesem Grundsatz ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Heilung mÃ¶glich, wenn die unterlassene GehÃ¶rsgewÃ¤hrung in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, welches eine PrÃ¼fung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz gestattet (BGE 124 II 132 E. 2d, 118 Ib 269 E. 3a, 117 Ib 481 E. 8a, 116 Ia 94 E. 2, vgl. auch RenÃ© Rhinow/Heinrich Koller/Christina Kiss, Ãffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt a.M. 1996, N. 330). Dies gilt vor allem dann, wenn eine RÃ¼ckweisung der Sache zur Ge­wÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs lediglich einen formalistischen Leerlauf darstellt und zu einer unnÃ¶tigen VerfahrensverlÃ¤ngerung fÃ¼hren wÃ¼rde (Albertini, S. 459, KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 8 N. 49). Diese Praxis wird von namhaften Autoren kritisiert (HÃ¤felin/MÃ¼ller, N. 1329; MÃ¼ller, Kommentar BV, 1995, Art. 4 N. 103; Rhinow/KrÃ¤henmann, Schweizeri­sche Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel/Frankfurt a.M. 1990, Nr. 87 B IIIa). Dem ist insofern beizupflichten, als damit ZurÃ¼ckhaltung der Rechtsmittelinstanzen bei der Heilung von GehÃ¶rsverletzungen gefordert wird. Dass eine solche Verletzung ohne jede Ausnahme nur von der fehlbaren Instanz behoben werden dÃ¼rfte, widersprÃ¤che aber gewichtigen Anliegen der VerfahrensÃ¶konomie. Vielmehr ist der Entscheid Ã¼ber RÃ¼ckwei­sung oder Heilung im Einzelfall aufgrund der konkreten Interessenlage zu treffen (RB 1995 Nr. 23 = ZBl 96/1995, S. 332).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Justizdirektion Ã¼bt als Rekursinstanz volle Kognition aus und Ã¼berprÃ¼ft daher nebst der Rechtsanwendung auch die unrichtige Handhabung des Ermessens (§ 20 VRG), weshalb die Heilung der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich er­scheint. Dies ist jedoch nicht allein ausschlaggebend. Eine Heilung ist unter anderem aus­geschlossen, wenn sich die betreffende BehÃ¶rde wiederholt GehÃ¶rsverletzungen zu Schul­den kommen lÃ¤sst. Denn es liegt nicht im Belieben der VerwaltungsbehÃ¶rden, sich Ã¼ber den Grundsatz des rechtlichen GehÃ¶rs hinwegzusetzen und auf eine Behebung des Verfah­rensfehlers in einem allfÃ¤lligen Rechtsmittelverfahren zu vertrauen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 52). Von einer RÃ¼ckweisung zur nachtrÃ¤glichen GehÃ¶rsgewÃ¤hrung ist aber dennoch abzusehen, wenn der GehÃ¶rsanspruch in einem Punkt verletzt wurde, der auf den Verfah­rensausgang keinen Einfluss hatte (Arthur Haefliger, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985, S. 146).</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) Die verhÃ¤ngte und unbedingt zu vollziehende Freiheitsstrafe Ã¼bersteigt die Grenze von drei Monaten bei weitem, weshalb die RÃ¼ckversetzung von Gesetzes wegen zwingend zu erfolgen hat. Wie die Vorinstanzen zutreffend festhalten kommt der Entschei­dungsbehÃ¶rde hier kein Ermessen zu (Stefan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 16, Strathenwerth, § 3 N. 82). Das Strafge­setzbuch Ã¤ussert sich in Art. 38 Ziff. 4 StGB nicht zur Frage der AnhÃ¶rung. Es ist daher auf die Anforderungen abzustellen, welche die bundesgerichtliche Rechtsprechung aus dem nun in Art. 29 Abs. 2 Bundesverfassung ausdrÃ¼cklich verankerten Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r ableitet. Das Bundesgericht hat den Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r fÃ¼r das RÃ¼ck­versetzungsverfahren in einem Entscheid insofern konkretisiert, als eine Stellungnahme in jedem Fall erforderlich sei (BGE 98 Ib 172 E. 2). Es soll damit sichergestellt sein, dass GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen, die einer RÃ¼ckversetzung gleichwohl entgegen­stehen kÃ¶nnten (Aufhebung oder Ãnderung des zugrundeliegenden Strafurteils, eingeleite­tes Revisionsverfahren, Irrtum in der Person) (BGE 98 Ib 172 E. 2, Trechsel, Art. 38 N. 18, Stratenwerth § 3 N. 87). </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer liess im Verfahren bei der Vorinstanz diesbezÃ¼glich geltend machen, dass ihn der Widerruf der bedingten Entlassung sehr stark in seiner heute gefe­stigten familiÃ¤ren und beruflichen Situation treffen wÃ¼rde, weil diesfalls die Einjahresfrist zur GewÃ¤hrung der Halbgefangenschaft Ã¼berschritten werde. Weiter liess er anbringen, dass eine RÃ¼ckversetzung stossend und unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re sowie dem Gedanken der Resozialisierung zuwiderlaufen wÃ¼rde, zumal das Urteil, auf welches sich der Widerruf beziehe, Delikte aus den 80er-Jahren zum Gegenstand habe (act. --). Die vorgebrachten GrÃ¼nde kÃ¶nnen jedoch die gesetzlich zwingend vorgesehene RÃ¼ckversetzung nicht verhin­dern. Unter BerÃ¼cksichtigung der Tatsache, dass der Vorinstanz die gleiche Kognition zu­stand, wie sie der entscheidenden BehÃ¶rde zukam, wÃ¤re â obwohl die erstinstanzliche Be­hÃ¶rde nicht ohne weiteres auf die Heilung des Mangels vertrauen durfte â ausnahmsweise von einer Heilung des Mangels auszugehen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>c) Die Akteneinsicht ist ebenfalls ein aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r flie­ssendes Recht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 12). Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlas­sungsantwort vom 6. September 2000 (act. --) zutreffenderweise festhÃ¤lt, werden die Akten im Rahmen eines erstinstanzlichen Verfahrens nicht erÃ¶ffnet. Akteneinsicht wird grund­sÃ¤tzlich auf Gesuch hin gewÃ¤hrt. Die BehÃ¶rden sind somit nicht verpflichtet, die Akten den Einsichtsberechtigten von Amtes wegen zuzustellen, jedoch muss die Einsicht selbst dann gewÃ¤hrleistet werden, wenn der Betroffene sie nicht ausdrÃ¼cklich verlangt (BGE 101 Ia 313). Im vorliegenden Verfahren hat sich der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers ausdrÃ¼ck­lich um Akteneinsicht bemÃ¼ht. Das vom Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers gestellte Gesuch hat die Vorinstanz jedoch erst mit dem Entscheid in der Sache selbst, am 27. Juli 2000 positiv entschieden (act. --). Dies obwohl ihr, aufgrund des Gesuches um RekursergÃ¤nzung bekannt war, dass der Vertreter bis dato keine Einsicht in die Akten nehmen konnte und dem BeschwerdefÃ¼hrer im erstinstanzlichen Verfahren das rechtliche GehÃ¶r verweigert worden war. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Zusammenfassend muss gesagt werden, dass dieses Vorgehen eine erhebliche Ver­kÃ¼rzung der Rechte des BeschwerdefÃ¼hrers darstellt. Aufgrund der notwendigen ZurÃ¼ck­haltung bei der Annahme der Heilung der Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs und der doch erheblichen Verletzung desselben rechtfertigt es sich, den angefochtenen Rekursentscheid vom 27. Juli 2000 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Einzelrichterin:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text3"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen gutgeheissen. Der Entscheid der Direk­tion der Justiz und des Innern des Kantons ZÃ¼rich vom 27. Juli 2000 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Wiederaufnahme des Rekursverfahrens im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Direktion der Justiz und des Innern zurÃ¼ckgewiesen.<br/> <br/> </span></a></p> <p class="Einzug1"><span>2.<span> </span></span><span>...<br/> <br/> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>