2000 1 Art. 41c Abs. 2 lit. c StG. Zwischenveranlagung; Er weiterung der un- selbständigen Erwerbstätigkeit (Entscheid des Obergerichts Nr. 66/1999/4 vom 7. Juli 2000 i.S. R.). Die Veränderung der unselbständigen Erwerbstätigke it bildet nur dann einen Zwischenveranlagungsgrund, wenn sich das gesa mte Erwerbs- einkommen – d.h. das Einkommen aus unselbständiger und selbständiger Er- werbstätigkeit – um mindestens 30 % verändert. Aus den Erwägungen: 2.– Eine Zwischenveranlagung für Einkommen und Vermöge n wird gemäss Art. 41c Abs. 2 des Gesetzes über die direkt en Steuern vom 17. Dezember 1956 (StG, SHR 641.100) durchgeführt, wenn sich aus einem der in lit. a – f aufgezählten Gründe das veranlagt e Reineinkommen dauernd um mindestens 5'000 Franken oder das veranlagte Rei nvermögen um mindes- tens 100'000 Franken verändert hat; bei Stellenwech sel, Erweiterung oder Reduktion der unselbständigen Erwerbstätigkeit ist eine Zwischenveranla- gung vorzunehmen, wenn sich dadurch das gesamte Ein kommen aus Er- werbstätigkeit um mindestens 30 % verändert. a) Die Steuerbehörde hat beim Rekurrenten per 1. März 1995 eine Zwi- schenveranlagung infolge Erweiterung der unselbstän digen Erwerbstätigkeit vorgenommen. Der Rekurrent bestreitet das Vorliegen des Zwischenveranla- gungsgrundes. Zwar räumt er ein, dass sich sein Ein kommen aus unselbstän- diger Erwerbstätigkeit um mehr als 30 % verändert h abe. Da er im Gegenzug aber seine selbständige Erwerbstätigkeit reduziert habe, betrage die Zunahme des massgebenden gesamten Einkommens aus unselbständiger und selbst- ständiger Erwerbstätigkeit lediglich 20,85 %. Die S teuerbehörden vertreten demgegenüber die Auffassung, die Einkommen aus unse lbständiger und selb- ständiger Erwerbstätigkeit seien gesondert zu berec hnen. Das gesamte Ein- kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit habe si ch unbestrittenermassen um mehr als 30 % erhöht; die Reduktion des Einkomme ns aus selbständiger Erwerbstätigkeit könne jedoch nicht berücksichtigt werden, da die Gründe dieser Einkommensabnahme keinen kausalen Zusammenha ng mit der Erwei- terung der unselbständigen Erwerbstätigkeit aufwies en; die Zwischenveranla- gung sei damit begründet. 2000 2 Umstritten ist mithin, was unter dem gesamten Einkommen in Art. 41c Abs. 2 lit. c StG zu verstehen ist. b) ... c) Nach Art. 41c Abs. 2 lit. c StG begründen Stellenwe chsel, Erweite- rung oder Reduktion der unselbständigen Erwerbstätigkeit einen Zwischenta- xationsgrund, wenn sich dadurch das gesamte Einkommen aus Erwerbstätig- keit um mindestens 30 % verändert und sich das veranlag te Reineinkommen um mindestens Fr. 5'000.– verändert. Sowohl der Wortlaut des Gesetzes als auch der Grun dsatz der Besteue- rung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, welcher den Bestimmun- gen über die Zwischenveranlagung zugrunde liegt, sp rechen dafür, dass bei Veränderungen der unselbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 41c Abs. 2 lit. c StG das gesamte Einkommen aus (unselb ständiger und selbstän- diger) Erwerbstätigkeit berücksichtigt wird. Die Ar gumentation der Steuer- kommission, wonach die unselbständige und die selbs tändige Erwerbstätig- keit gesondert zu betrachten sei, vermag in diesem Zusammenhang nicht zu überzeugen. Der Hinweis der Steuerkommission auf § 41d der Verordnung über die direkten Steuern vom 23. November 1982 (St V, SHR 641.111) hilft nicht weiter, befasst sich dieser doch nur mit der Aufnahme und Aufgabe der unselbständigen und selbständigen Erwerbstätigkeit gemäss Art. 41 Abs. 2 lit. b StG und nicht mit dem hier relevanten Zwischenver anlagungsgrund einer Änderung in der unselbständigen Erwerbstätigkeit. Art. 41 Abs. 2 lit. c StG ist demgemäss entsprechend seinem Wortlaut auszulegen. Die Dienstanleitung zum Steuergesetz (Fassung März 1999), welche das "g esamte Einkommen aus Erwerbstätigkeit" gemäss Art. 41 Abs. 2 lit. c StG auf das gesamte Ein- kommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit einschr änkt, erweist sich in diesem Punkt daher als gesetzeswidrig.