<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, auf welche Weise das Fachwissen auf dem Gebiet der Sicherheit im Internet der Dinge am besten gefördert werden könnte. Eine Spezialisierung auf den Schutz der Privatsphäre in diesem Bereich, könnte der Schweiz Wettbewerbsvorteile bringen.</p><p>Eine unzulängliche Sicherung kann zum Beispiel dazu führen, dass persönliche Daten im Internet veröffentlicht (z. B. Lokalisierung von Nutzerinnen und Nutzern ferngesteuerter Thermostate) oder Patientendaten gehackt werden (z. B. Daten eines internetfähigen Messgerätes).</p><p>Der Bund könnte z. B. jedes Jahr einen Wettbewerb für innovative Start-ups zum Thema "Sicherheit im Internet der Dinge" organisieren. Er könnte alle Hersteller von Objekten, in die schon bei ihrer Konzeption Sicherheitstechnologie integriert werden muss (Hersteller von internetfähigen Geräten und Domotik-Systemen, Anbieter von Sicherheitssystemen für das Eigenheim oder das Unternehmen), miteinander zu vernetzen, da dies die Koordination erleichtern würde. Weiter könnte der Bund die Ausbildung von Spezialistinnen und Spezialisten für komplexe Konfigurationen, die den Sicherheits-, Anpassungs- und Latenzanforderungen genügen müssen, fördern. Und schliesslich müsste unbedingt eine Liste der für die nationale Sicherheit wichtigen Geräte erstellt und deren Sicherung veranlasst werden.</p><p>Das Internet der Dinge boomt und die Schweiz muss schnell reagieren, wenn sie diese wirtschaftliche Chance ergreifen und sich besser gegen Hacker und Terroristen schützen will.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass die sehr dynamischen Entwicklungen im Bereich Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) für die Schweiz wichtig sind. In der Strategie des Bundesrates für eine digitale Schweiz werden diese Entwicklungen explizit erwähnt und als Katalysator für das Wirtschaftswachstum beschrieben. Der Bundesrat ist sich aber bewusst, dass das Internet der Dinge nicht nur grosse Chancen eröffnet, sondern in Bezug auf die Sicherheit auch zu neuen Herausforderungen führt.</p><p>Wie im Postulat deutlich gemacht wird, betrifft das Thema verschiedene Bereiche wie die nationale Sicherheit, den Datenschutz sowie Forschung und Bildung. Es wird darum im Bund von den materiell jeweils zuständigen Stellen bearbeitet:</p><p>- Fragen der nationalen Sicherheit: Mit der nationalen Strategie zum Schutz kritischer Infrastrukturen (SKI) hat der Bundesrat 2012 die kritischen Sektoren, Teilsektoren und Objekte/Elemente identifiziert. Im Rahmen der nationalen Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyberrisiken (NCS) wird für jeden Teilsektor untersucht, welches die wichtigsten Verwundbarkeiten der Sektoren bezüglich ihrer Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen sind, und wie diese reduziert werden können. Zu den Verwundbarkeitsanalysen gehört auch ein Ausblick auf mögliche neue Verwundbarkeiten, die beispielsweise durch die zunehmende Vernetzung von Dingen entstehen können.</p><p>- Die Themen Daten- und Persönlichkeitsschutz sowie Datensicherheit werden von der Expertengruppe "Zukunft der Datenbearbeitung und Datensicherheit" behandelt, die der Bundesrat in Umsetzung der Motion Rechsteiner Paul 13.3841 eingesetzt hat. Die Expertengruppe behandelt den Umgang mit automatisch generierten Daten, deren Schutz und Verschlüsselung und die zunehmend schwierige Trennung zwischen Personen- und Sachdaten als zentrale Fragen der IoT.</p><p>- Forschung und Bildung: der Bundesrat hat 2015 das Nationale Forschungsprogramm zu "Big Data" (NFP 75) lanciert. Dabei sollen die technischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, regulatorischen und bildungsbezogenen Herausforderungen und Chancen untersucht werden, die dadurch entstehen, dass Geräte und deren Benutzerinnen und Benutzer immer mehr Daten erzeugen. Im Rahmen der NCS erarbeitet zudem eine akademische Expertengruppe unter der Leitung des Staatssekretariates für Bildung Forschung und Innovation einen Bericht zu den wichtigsten Forschungsthemen im Bereich Cyberrisiken. Das Thema "Internet der Dinge" wird dabei auch berücksichtigt.</p><p>Die aufgelisteten Strategien und Massnahmen zeigen, dass das Thema "Sicherheit im Internet der Dinge" bereits in die laufenden Aktivitäten integriert ist. Dem Bundesrat erscheint eine Weiterführung und Stärkung dieser Aktivitäten der effektivste Weg, um das Thema anzugehen, da auf bestehendem Wissen und vorhandenen Strukturen aufgebaut werden kann. Er wird die Arbeiten im Rahmen der Strategie Digitale Schweiz weiterhin koordinierend begleiten. Eine separate Studie zum Thema drängt sich nicht auf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.