B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3831/2020 U r t e i l v o m 2 3 . O k t o b e r 2 0 2 0 Besetzung Einzelrichterin Jeannine Scherrer-Bänziger, mit Zustimmung von Richterin Barbara Balmelli; Gerichtsschreiber Patrick Blumer. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 30. Juni 2020 / N (…). D-3831/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu- folge am (…) auf dem Landweg über B._______, den C._______ nach D._______ und gelangte anschliessend auf dem Seeweg nach E._______, von wo aus er am (…) im Rahmen des Relocation -Programms i n die Schweiz einreiste und gleichentags um Asyl nachsuchte. B. Am 15. Juni 2017 wurde der Beschwerdeführer zu seiner Person, zum Rei- seweg sowie summarisch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person [BzP]). Am 2. Februar 2018 hörte ihn das SEM einlä sslich zu den Asylgründen an. Dabei brachte der Beschwerdeführer vor, er sei in F._______ (Zoba G._______, Subzoba H._______) geboren und aufgewachsen und habe dort bis zu seiner Ausreise mit seiner Mutter gelebt. Er habe die Schule bis zur (…) Klasse besucht. (…) sei er wegen eines illegalen Ausreiseversuchs ein erstes Mal von den Behörden festgenommen und für (…) Woche be- ziehungsweise (…) Wochen inhaftiert worden. Wegen seiner Minderjährig- keit sei er offiziell entlassen worden. Seine Eltern seien damals zum Ge- fängnis in H._______ gekommen und hätten ihn abgeholt. Danach habe er die Schule wiederaufgenommen, habe aber schlechte Noten erhalten und deswegen eine Diskussion mit dem Lehrer gehabt. Der Lehrer habe in der Folge die Polizei benachrichtigt, weshalb er (Beschwerdeführer) eine Mah- nung erhalten habe. Infolgedessen habe er versucht, (…) ein zweites Mal illegal auszureisen, sei aber von den Behörden erneut festgenommen und für (…) Monat inhaftiert worden. Da er noch jung gewesen sei, sei es ihm erlaubt worden, sich frei zu bewegen, weshalb er entwischt und nach Hause zurückgekehrt sei. Er habe die Schule fortsetzen wollen, aber es sei von ihm eine Bestätigung seiner Haft als Rechtfertigung des Schulunter- bruchs verlangt worden. Da er diese Rechtfertigu ng – mangels offizieller Haftentlassung – nicht habe beibringen können, sei es ihm nicht möglich gewesen, weiterhin die Schule zu besuchen. Deshalb sei er bei seiner Mut- ter geblieben und habe ihr in der Landwirtschaft geholfen. Eines Tages seien die Behörden bei ihm zu Hause aufgetaucht, doch zu diesem Zeit- punkt sei nur seine Mutter im Haus gewesen. Weil seine Mutter taub sei, hätten die Behörden nichts tun und nichts von ihr verlangen können. In der Folge habe er teilweise in den Feldern versteckt gelebt, um den Behörden D-3831/2020 Seite 3 aus dem Weg zu gehen, und sei schliesslich illegal ausgereist. Im Fall einer Rückkehr nach Eritrea befürchte er eine erneute Inhaftierung. Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel Kopien der Identitätskarten seiner Eltern ein. C. Mit Verfügung vom 13. März 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerde- führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Bundesver- waltungsgericht mit Urteil D-1976/2020 vom 16. Juni 2020 gut und wies die Sache zur Behebung der festgestellten Gehörsverletzung und zur Neube- urteilung an das SEM zurück. D. Das SEM gewährte dem Beschwerde führer mit Schreiben vom 30. Juni 2020 Einsicht in die Akte B1/20 des Relocation -Dossiers (N […] Mappe B «Relocation», enthaltend die Akten B1 bis B7). E. Mit Verfügung vom 30. Juni 2020 lehnte das SEM das Asylgesuch des Be- schwerdeführers erneut ab, wies ihn aus der Schweiz weg und ordnete den Wegweisungsvollzug an. F. Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 29. Juli 2020 dagegen Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefoch- tene Verfügung sei aufzuheben. Es sei seine Flüchtlingseigenschaft fest- zustellen und ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei er infolge Unzulässig- keit und/oder Unzumutbarkeit und/oder Unmöglichkeit des Wegweisungs- vollzugs in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sa- che zur vollständigen Sachverhal tsabklärung an das SEM zurückzuwei- sen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung samt Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses und die Beiordnung eines Rechtsvertreters als amtlichen Rechts- beistand. Der Beschwerde lag eine Fürsorgebestätigung vom 20. Juli 2020 bei. D-3831/2020 Seite 4 G. Die Instruktionsrichterin wies mit Zwischenverfügung vom 11. August 2020 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie Beiordnung einer amtlichen Rechtsverbeiständung ab und forderte den Be- schwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses auf. Der Kostenvor- schuss wurde am 18. August 2020 fristgerecht geleistet Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des AsylG in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2. Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen V erfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, so- weit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge- reichte Beschwerde (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutreten, nachdem der Kostenvor- schuss innert Frist geleistet wurde. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entsch ieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 D-3831/2020 Seite 5 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwech- sel verzichtet. 4. 4.1. Die verfahrensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 4.2. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Gehör und als Tei laspekt davon eine Verletzung der Begrün- dungspflicht, indem die Vorinstanz nicht ausführlich auf seine Relocation - Akten Bezug genommen habe (vgl. Beschwerde Ziff. II 3.3., S. 13). Inwiefern die Vorinstanz die Begründungspflicht verletzt haben sollte, sub- stantiiert der Beschwerdeführer jedoch nicht. Solches ist auch aus den Ak- ten nicht ersichtlich. Er kritisiert lediglich die Würdigung seiner Vorbringen durch die Vorinstanz. Die Tatsache, dass die Vorinstanz diese anders be- urteilte als vom Beschwerdeführer erwünscht, betrifft jedoch nicht den An- spruch auf rechtliches Gehör, sondern die materielle Würdigung. Nicht er- forderlich ist sodann, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk- ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück- lich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2 S. 70). Im Übrigen zeigt die Be- schwerde selbst, dass eine sachgerechte Anfechtung möglich war. Die Rüge geht fehl. 4.3. Soweit der Beschwerdeführer bemängelt, es sei ihm nicht klar, ob er mit Zustellung der Akte B1/20 ( «[…]») vollständige Akteneinsicht erhalten habe (vgl. Beschwerde Ziff. II 3.3., S. 13), ist festzustellen, dass die Akten- einsicht unter Beachtung der Art. 26 ff. VwVG zu gewähren ist. Die Vor- instanz hat die Aktenstücke B2/4 («[…]»), B3/1 («[…]»), B4/3 («[…]») und B5/1 («[…]») zu Recht als nicht dem Akteneinsichtsrecht unterliegende in- terne Akte im Sinne von BGE 115 V 303 paginiert. Das mit «[…]» betitelte Aktenstück B6/2 wurde hingegen zu Unrecht nicht zur Akteneinsicht gege- ben. Entgegen der Auffassung de r Vorinstanz bestehen diesbezüglich keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen an einer Ge- heimhaltung, weshalb die Edition – unter Abdeckung aller Namen ausge- nommen jenes des Beschwerdeführers auf der Rückseite des Dokuments – nicht verweige rt werden darf. Gleiches gilt für das Aktenstück B7/2 («[…]»). Auch wenn dieses dem Beschwerdeführer bekannt gewesen sein dürfte, wäre es ihm auf Gesuch hin zu edieren gewesen. D-3831/2020 Seite 6 4.4. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen Ge- hörs im Sinne einer Heilung des Mangels ist selbst bei einer schwer wie- genden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und so- weit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un- nötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffe- nen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein- baren ist (vgl. z.B. BGE 132 V 387 E. 5.1, Urteil des BVGer E-2768/2018 vom 14. Juli 2020 E. 4.9.2). Dem Beschwerdeführer werden zusammen mit diesem Urteil das (…) und das Aktenstück B6/2 (in anonymisierter Form) zugestellt. Damit kann der Mangel ausnahmsweise als geheilt betrachtet werden, nachdem d ie Vo- rinstanz bei ihrem Entscheid auf die beiden Aktenstücke nicht abgestellt hat und beiden Dokumenten ein Potenzial zur Entscheidbeeinflussung klar abzusprechen ist, mithin eine Rückweisung einem prozessualen Leerlauf gleichkäme. Es besteht deshalb keine Veranlassung, die Sache (erneut) an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4.5. Es ist dem Beschwerdeführer sodann zuzustimmen, dass ihm von der Vorinstanz erneut keine Möglichkeit gewährt worden ist, sich vor Erlass der neuen Verfügung zur entscheidwesentlichen Akte B1/20 zu äussern. Eine damit einhergehende (erneute) Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz ist jedoch als ge heilt zu betrachten, nachdem dem Be- schwerdeführer die Akte B1/20 gleichentags wie die angefochtene Verfü- gung zugestellt wor den ist (vgl. Sachverhalt Bst. D .) und er Gelegenheit hatte, sich in seiner Beschwerdeschrift dazu zu äussern. Aus diesem Grund besteht kein Anlass, den angefochtenen Entscheid aufzuheben. 4.6. Der Beschwerdeführer rügt zudem sinngemäss, die Vorinstanz habe den Sachverhalt unvollständig festgestellt. Sie hätte ihn nochmals anhören und ihm Gelegenheit geben müssen, zu den angeblichen Widersp rüchen Stellung zu nehmen. Wie sich dem Anhörungsprotokoll indes entnehmen lässt, hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu den Widersprüchen gewährt (vgl. SEM act. A13 F171 ff.). Darüber hinaus findet die Untersuchungspflicht der Vor instanz ihre Grenze an der Mitwir- kungspflicht gemäss Art. 8 AsylG der asylsuchenden Person. Soweit der Beschwerdeführer mit der materiellen Würdigung der Vorbringen nicht ein- verstanden ist, betrifft dies nicht den Untersuchungsgrundsatz nach Art. 12 VwVG. Den Akten lassen sich keine Hinweise für eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung entnehmen. Die Rüge ist unbegründet D-3831/2020 Seite 7 4.7. Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die Sache aus for- mellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbezügliche Rechtsbegehren ist abzuweisen. 5. 5.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3. Wer sich darauf beruft, dass durch seine Ausreise aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte sub- jektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich ge- setzt wurden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). Stattdessen werden Personen, die subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen kön- nen, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. 6. 6.1. Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die zwei Inhaftierungen und die damit zusammenhängende Unmöglichkeit , die Schule fortzuset- zen, seien unglaubhaft, da sie widersprüchlich und vage ausgefallen seien. Zudem seien seine Vorbringen, wonach er sich nach der zweiten Flucht direkt wieder bei der Schule , mithin einer Behörde, gemeldet habe, nicht D-3831/2020 Seite 8 mit der allgemeinen Lebenserfahrung und der allgemeinen Handlungslogik zu vereinbaren. Seine Aussagen würden demnach die Glaubhaftigkeits - voraussetzungen von Art. 7 AsylG nicht erfüllen. Gestützt auf das Koordinationsurteil des Bundesverwaltungsgericht s D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 würden sich aus den Ak ten keine zu- sätzlichen Faktoren ergeben, die den Beschwerdeführer in den Augen der Behörden als missliebige Person erscheinen liessen. Er habe nicht glaub- haft gemacht, dass er von den Behörden festgenommen worden sei und dass er die Schule nicht habe fortsetzen können. Folglich genüge die ille- gale Ausreise für sich allein nicht, um das Vorliegen einer begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen. Sein Vorbringen, Eritrea illegal verlassen zu haben, sei folglich nicht asyl- relevant. 6.2. Der Beschwerdeführer wendet in seiner Rechtsmitteleingabe ein, es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz seine Aussagen für un- glaubhaft halte. Sein erster Ausreiseversuch sei zwar ohne konkreten An- lass geschehen. Es stimme aber nich t, dass er sich hinsichtlich der Be- gründung seiner Motivation widersprochen habe. Nach dem Streit mit sei- nem Lehrer, der ihn nicht in die nächste Klasse habe versetzen wollen, obwohl er ausser in (…) die notwendigen Noten erfüllt habe, sei er ver- ängstigt gewesen. Dies habe ihn zu einem nochmaligen Fluchtversuch ver- anlasst. Dazu sei seine Angst vor einer erneuten Inhaftierung gekommen. Die einzige Alternative wäre gewesen, mit seinen Problemen in seinem Dorf zu bleiben, was auch keine Perspektive gewesen sei. Die angeblichen Widersprüche bezüglich der Inhaftierung seien einzig darauf zurückzufüh- ren, dass die Vorinstanz die Abfolge seiner Schilderungen nicht richtig ein- geordnet habe. Alle ihm vorgehaltenen Widersprüche seien keine. Im Ge- genteil würden seine Aussagen so stimmen wie er es ausgeführt habe. Die Vorinstanz habe seine Aussagen in der BzP gar nicht mit denjenigen in der Anhörung abgeglichen. Bereits an der BzP habe er gesagt, im Jahr (…) nicht offiziell entlassen worden zu sein. Es sei indessen zutreffend, dass er sich wegen der Haftdauer widersprochen habe. Er könne sich denn auch nicht genau erinnern, wie viele (…) er inhaftiert gewesen sei. Er habe diese nicht gezählt. Der Umstand, dass er sich nicht mehr im Detail daran erin- nern könne, spreche aber gerade für seine Glaubwürdigkeit. Für ihn seien seine Ausführungen zur Haft nachvollziehbar gewesen. Er habe nicht ge- nau gewusst, was die Vorinstanz von ihm erwartet habe. Zu allen Fragen habe er genaue Angaben machen können. Die Vorinstanz lasse gänzlic h D-3831/2020 Seite 9 ausser Acht, dass er viele andere detaillierte und widerspruchsfreie Schil- derungen und Erzählungen habe machen können. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz würden die Unterlagen aus dem Relocation-Programm mit seinen Angaben übereinstimmen. Das Reloca- tiongespräch sei im Übrigen kurz und in englischer Sprache gewesen und seine Vorgeschichte sei nicht Thema gewesen. Es sei davon auszugehen, dass die befragende Person ihn im Zeitpunkt der Anhörung verstanden habe, ansonsten sie ihn wohl nebst der Inhaftierungsdauer auf weitere an- gebliche Widersprüche angesprochen hätte. Aufgrund seiner illegalen Aus- reise sei er in Kombination mit der Tatsache, dass er bereits zuvor mehr- fach in Haft gewesen sei und zudem seine Flucht – da seiner Mutter Land weggenommen worden sei – offenbar registriert worden sei, als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihm Asyl zu gewähren. 7. 7.1. Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. In der angefochtenen Verfügung wird im Einzelnen dargelegt, aus welchen Grün- den die Vorbringen des Beschwerdeführers unsubstantiiert, oberflächlich sowie widersprüchlich ausgefallen und damit insgesamt unglaubhaft sind. Es kann diesbezüglich vorweg auf die ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Mit den Einwänd en in der Beschwerde werden die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz nicht widerlegt. 7.2. Die Vorinstanz hielt dem Beschwerdeführer zutreffend vor, die im Rah- men der Anhörung vorgetragenen Sachverhaltsschilderungen würden sich durch eine mangelnde Substanz, teils fehlende Realitätsnähe sowie meh- rere Unstimmigkeiten zu den Ausführungen bei der BzP aus zeichnen. So erweisen sich insbesondere die vorgebrachte Schilderung hinsichtlich der zwei Ausreiseversuche, der damit zusamm enhängenden Inhaftierungen und der Unmöglichkeit, die Schule fortsetzen zu können, als wenig glaub- haft. Dies umso mehr als der Beschwerdeführer die Dauer der ersten Haft widersprüchlich dargelegt hat, gab er diese in der BzP doch mit (…) Woche an (vgl. SEM act. A4 Ziff. 7.02), wogegen er in der Anhörung eine Inhaftie- rung von (…) Wochen darlegte (vgl. SEM act. A13 F84). Hierbei handelt es sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht um einen un- wesentlichen Widerspruch. Weiter wendet der Beschwer deführer ein, die Vorinstanz habe seine Aussagen an der BzP gar nicht mit denjenigen in der Anhörung abgeglichen. Dieses Vorbringen geht fehl, so sind in die Be-D-3831/2020 Seite 10 weiswürdigung der Vorinstanz und schliesslich in die angefochtene Verfü- gung zahlreiche Zitatstel len der beiden Anhörungen eingeflossen (vgl. SEM act. A28 Ziff. III S. 3 ff.). Vielmehr setzt sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift nicht hinreichend mit den mehreren aufgeführten Widersprüchen auseinander. Schliesslich ist die in der angefochtenen Ver- fügung festgestellte Realitätsferne zu bestätigen (vgl. SEM act. A28 III Ziff. 2). Nachdem der Beschwerdeführer seinen Angaben zufolge vom Leh- rer wegen eines Streits bereits vorgängig bei den Behörden angezeigt wor- den war, erscheint es unlogisc h, dass der Beschwerdeführer nach der zweiten Flucht aus dem Gefängnis direkt wieder zur Schule gegangen sei. Dies umso mehr , als er angeblich vorher durch seinen Lehrer gemahnt worden sei, er werde festgenommen, wenn er sich nicht korrekt verhalten werde. Darüber hinaus erscheinen die Schilderungen des Beschwerdefüh- rers in der Anhörung hinsichtlich seiner Flucht aus der zweiten Inhaftierung insofern als lebensfremd, als er ausführte, er habe mit seinen Freunden das Gefängnis unbeobachtet verlassen können, während alle Wächter gleichzeitig Abendessenszeit gehabt und sich im Gebäude aufgehalten hätten (vgl. SEM act. A13 F115), obwohl das Gefängnis im Innenhof keine Begrenzung gehabt habe (vgl. a.a.O. F116). 7.3. Ansonsten erschöpfen sich die Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Beschwerdeschrift in der Wiederholung, er habe seine Ungereimt- heiten auf kongruente Art und Weise erklären können. Damit setzt er sich jedoch mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht weiter auseinander, mit- hin legt er nich t dar, inwiefern die Vorinstanz zu Unrecht auf Unglaubhaf- tigkeit respektive Asylirrelevanz geschlossen hat. Solches ist auch nicht er- sichtlich. 7.4. Bezüglich der behaupteten illegalen Ausreise des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz sodann zu Recht auf die aktuelle Praxis des Bundesver- waltungsgerichts verwiesen, gemäss welcher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass einer Person einzig auf- grund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe (vgl. Referenzurteil des BVGer D -7898/2015 vom 30. Januar 2017 E. 5.1). Sie hat zudem zutreffend angeführt, dass vorliegend keine anderen Anknüpfungspunkte ersichtlich seien, welche den Beschwerdeführer in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person ersche inen lassen könnten. Daran vermag auch das Vorbringen des Beschwerdefüh- rers, es sei seiner Mutter nach seiner Ausreise Land weggenommen wor- den (vgl. SEM act. A14 F167), nichts zu ändern, zumal dieser dargelegte D-3831/2020 Seite 11 Umstand nicht als Bestrafungsmassnahme wegen der vorgebrachten ille- galen Ausreise des Beschwerdeführers zu verstehen sein dürfte, sondern dem Umstand anzurechnen sein dürfte, dass seine Mutter nunmehr alleine ist. Der vom Beschwerdeführer vorgebrachten illegalen Ausreise aus Eritrea ist somit praxisgemäss keine flüchtlingsrechtliche Relevanz beizumessen. 7.5. Nach dem Gesagten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaub- haft zu machen. Die Vorinstanz hat folglich zu Recht die Flüchtlingseigen- schaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 8. Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländer- rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1. Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker- rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent- gegenstehen. Vorliegend kommt dem Beschwerdeführer keine Flüchtlings- eigenschaft zu. Daher ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 FoK; Art. 3 EMRK). 9.2. In der Beschwerde wird die Auffassung vertreten, der Wegweisungs- vollzug sei angesichts der drohenden Einziehung in den eritreischen Nati- onaldienst und einer damit verbundenen Verletzung von Art. 3 und Art. 4 EMRK als unzulässig zu betrachten. Aufgrund des Alters des Beschwerde- führers erscheint seine Befürchtung, bei einer Rückkehr in den National- dienst eingezogen zu werden, als plausibel (vgl. zur eritreischen Muste- rungspraxis das Referenzurt eil des BVGer D -2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.2–13.4). D-3831/2020 Seite 12 9.2.1. Die Frage der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei anstehen- der Einziehung in den eritreischen Nationaldienst ist vom Bundesverwal- tungsgericht in einem Koordinationsentscheid geklärt worden (v gl. BVGE 2018 VI/4). Das Gericht hat die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs im genannten Urteil sowohl unter dem Gesichtspunkt des Zwangsarbeitsver- bots (Art. 4 Abs. 2 EMRK) als auch unter jenem des Verbots der Folter und der unmenschlichen und erniedrige nden Behandlung oder Strafe (Art. 3 EMRK) geprüft und bejaht (vgl. a.a.O. E. 6.1.5.2). Es kann auf die Ausfüh- rungen im genannten Urteil verwiesen werden. 9.2.2. Aus den Akten ergeben sich keine weiteren Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. Im Übrigen stellen die dies- bezüglichen Ausführungen in der Beschwerdeschrift mehrheitlich Kritik an der vorgenannten Rechtsprechung dar. Der Wegweisungsvollzug ist folg- lich als zulässig zu betrachten. 9.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für A usländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.1. Die drohende Einziehung in den eritreischen Nationaldienst führt mangels einer hinreichend konkreten Gefährdung nicht generell zur Fest- stellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvol lzugs gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG (vgl. BVGE 2018 VI/4 E. 6.2). 9.3.2. Gemäss aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs- weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge- gangen werden. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwierig, jedoch haben sich in jüngster Zeit die Lebensbedingungen in einigen Be- reichen verbessert. So haben sich die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zugang zu Wasser und zur Bildung stabilisiert. Der Krieg ist seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfangreichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevölkerung profitiert. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Landes muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenz- bedrohung ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. D-3831/2020 Seite 13 Anders als noch in der früheren Rechtsprechung sind begünstigende indi- viduelle Faktoren indessen nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 16 f.). 9.3.3. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, gesunden und arbeitsfähigen Mann, der seinen Lebensunterhalt und denjenigen sei- ner Mutter vor der Ausreise durch Mithilfe in der Landwirtschaft verdient hat und gemäss eigenen Angaben gut davon leben konnte (vgl. SEM act. A13 F28 f.). Nebst seiner Mutter verfügt der Beschwerdeführer in Eritrea über ein solides familiäres Netz, zumal sein Vater, sowie (…) und (…) väter- und mütterlicherseits dort leben und er sich mit beiden Elternteilen versteht (vgl. SEM act. A13 F22, 24, 26, 43 und 45). Es ist deshalb davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr mit Unterstützung seiner Familie eine gesi- cherte Wohnsituation und Möglichkeiten zur Wiedereingliederung – auch in beruflicher Hinsicht – vorfindet. Zwar bringt der Beschwerdeführer – wie vorstehend unter E. 7. 4 ausgeführt – vor, seiner Mutter sei nach seiner Ausreise die Hälfte des Ackerlandes weggenommen worden, doch sub- stantiiert er dies in keiner Art und Weise. Schliesslich könnten ihn auch seine in I._______ befindlichen Geschwister jedenfalls vorübergehend fi- nanziell unterstützen, so wie sie es b ereits bei der Ausreise getan haben (vgl. SEM act. A13 F163). Dementsprechend sind keine besonderen Um- stände ersichtlich, aufgrund derer von einer Existenzbedrohung ausgegan- gen werden müsste. 9.3.4. Es ist festzuhalten, dass für den volljährigen Beschwerdeführer der Grad der Integration für sich genommen grundsätzlich nicht Kriterium für die Beurteilung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG darstellt (vgl. BVGE 2009 /52 E. 10.3). Auf die geltend gemachten Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers ist deshalb nicht näher einzugehen. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch nicht als unzumutbar. 9.4. Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangswei se Rückfüh- rung nach Eritrea generell nicht möglich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr spricht jedoch praxisgemäss für die Feststellung der Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 2 AIG. Es obliegt da- her dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung des Hei-D-3831/2020 Seite 14 matstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu be- schaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu erachten ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). Die aktuelle Corona -Pandemie steht dem Wegweisungsvollzug ebenfalls nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt voraus, dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern voraussichtlich eine gewisse D auer – in der Regel mindestens zwölf Mo- nate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hin- dernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidun- gen und Mitteilungen der [ehemaligen] Asylrekurskommission [E MARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e). Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rech- nung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird. 9.5. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich betrachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh- rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest- zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vo r dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe am 18. August 2020 ge- leisteten Kostenvorschuss gedeckt und mit diesem zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) D-3831/2020 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Der einbezahlte Kostenvorschuss wird zur Bezahlung der Verfahrenskos- ten verwendet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Jeannine Scherrer-Bänziger Patrick Blumer Versand: