B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6648/2013 U r t e i l v o m 4 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Robert Galliker, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiber Matthias Jaggi. Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), Pakistan, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Oktober 2013 / N (…). D-6648/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 3. Sep- tember 2013 unkontrolliert in die Schweiz, wo er am gleichen Tag im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch ein- reichte. Dazu wurde er am 13. September 2013 im EVZ C._______ be- fragt (Kurzbefragung) und am 16. Oktober 2013 am selben Ort angehört (Anhörung). A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen ge l- tend, er stamme aus D._______, wo er bis kurz vor seiner Ausreise aus Pakistan gelebt habe. Am 25. März 2013 sei er von drei religiösen Perso- nen in D._______ verschleppt und an einem unbekannten Ort in einem kleinen Raum festgehalten worden. Er sei von diesen Personen zur Zu- sammenarbeit aufgefordert worden. Seine Entführer hätten daraufhin sei- ne Familie angerufen und gedroht, man würde ihn töten, falls kein Lös e- geld bezahlt werde. Nach zirka einem Monat sei er freigelassen worden, nachdem sein Vater das verlangte Lösegeld bezahlt habe. Am 15. April 2013 beziehungsweise 15. Mai 2013 hätten ihn die g leichen Leute erneut auf der Strass e aufgegriffen und an den selben Ort gebracht wie bei der ersten Entführung. Sie hätten ihn wiederum zur Zusammenarbeit aufg e- fordert, was er jedoch abgelehnt habe. Er habe den Koch, der ihm jeweils das Essen gebracht habe, gebeten, ihn freizulassen, was dieser am 18. April 2013 oder 18. Mai 2013 schliesslich getan habe. Er habe sich dar- aufhin sogleich zu einem Freund begeben, wo er sich bis zu seiner Au s- reise aufgehalten habe. Da er befürchtet habe, seine Entführer erneut z u treffen, sei er am 31. August 2013 mit der Hilfe eines Schleppers von I s- lamabad an einen unbekannten Ort geflogen, von wo er am 3. September 2013 mit dem Zug in die Schweiz gelangt sei. Für den detaillierten Inhalt der Sachverhaltsvorbringen ist auf die aktenkundigen Befragungs - und Anhörungsprotokolle zu verweisen. B. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 – eröffnet am folgenden Tag – stell- te das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeiti g verfügte es die We g- weisung aus der Schweiz und den Vollzug. Zur Begründung wurde von der Vorinstanz im Wesentlichen ausgeführt, der Beschwerdeführer mache geltend, er sei im Frühling 2013 zweimal D-6648/2013 Seite 3 von religiösen Leuten entführt worden; das erste Mal sei er ungefähr ei- nen Monat lang und beim zweiten Mal zwei Tage lang in ihrer Gewalt g e- wesen. Er bringe vor, er sei bei beiden Entführungen im selben Raum eingesperrt gewesen. A nlässlich der Anhörung sei er aufgefordert wo r- den, den Ort, wo er eingesperrt g ewesen sei, genau zu beschreiben. Auf die erste ihm hierzu gestellte Frage habe er geantwortet, e s sei ein kle i- ner Raum gewesen mit einer Toilette und einer Decke drin, auf der er ge- schlafen habe; Weiteres habe er nicht angegeben. Auf eine weitere Au f- forderung hin habe er erwidert, es sei ja nur ein kleines Zimmer gewesen, mehr könne er nicht sagen. Als er schliesslich angehalten worden sei, sich in die damalige Lage zu versetzen, habe er vorgebracht, es habe sich darin auch ein Lich t und ein Ventilator bef unden; m ehr sei ihm zu diesem Raum nicht zu entlocken gewesen. Seine Antworten seien aber nicht ausreichend. Von einer Person, die angebe, über einen Monat lang ohne Unterbruch in einem Raum eingesperrt gewesen zu sein, müsse erwartet werden, dass sie von diesem Raum eine sehr detaillierte und l e- bensnahe Beschreibung liefere. Diese Erwartung sei umso mehr gerecht- fertigt, wenn ein derartiger Vorfall zeitlich nicht allzu weit zurückliege. Der Beschwerdeführer erfülle di ese Erwartung überhaupt nicht; s eine kna p- pen Aussagen zu diesem Raum, in dem er erst vor einem halben Jahr eingesperrt gewesen sei, sei en viel zu oberfläch lich und reflektierten in keinster Weise ein persönliches Erlebnis. Es könne ihm daher nicht g e- glaubt werden, dass er zweimal entführt und ei ngesperrt worden sei. Da es sich bei diesen geltend gemachten Entführungen um sein Hauptarg u- ment für seine Ausreise aus Pakistan handle, müssten seine weiteren Vorbringen, die allesamt im Zusammenhang mit diesen Entführungen stünden, ebenfalls als unglaubh aft bewertet werden. Der Vollständigkeit halber sei noch auf weitere Unglaubhaftigkeitselemente in seinen Vo r- bringen hinzuweisen. So schildere der Beschwerdeführer, er sei von rel i- giösen Personen entführt worden. Diese hätten ihn aufgefordert, mit i h- nen zusammenzuarbeiten; als Lohn dafür wäre er im Himmel aufgeno m- men worden. Dennoch wisse der Beschwerdeführer nicht einmal, welcher religiösen Gruppe diese Personen angehört hätten. Auch als er anlässlich der Anhörung aufgefordert worden sei, diese Personen zu beschreiben, habe er nur sehr wenig vorgebracht; e r habe leidglich an gegeben, sie hätten – mit einer Ausnahme – einen Bart gehabt und traditionelle Klei- dung getragen. Eine weitere Aufforderung in diesem Kontext habe erg e- ben, dass zwei von ihnen korpulent gewesen seien. Auch diese Angaben seien viel zu mager, als dass sie als glaubhaft betrachtet werden könnten. Zudem habe er anlässlich der Kurzbe fragung ausgesagt, dass seine E l- tern nach seiner Flucht von seinen Entführern mehrere Drohungen per D-6648/2013 Seite 4 Telefon erhalten hätten. Von diesen Telefondrohungen sei aber in seinen Darlegungen bei der Anhörung keine Spur mehr vorhan den gewesen, obwohl er ausdrücklich gefragt worden sei, ob nach seiner Flucht noch weitere Vorkommnisse im Zusammenhang mit seinen Vorbringen zu ver- melden seien. Er habe hierzu angegeben, es sei nichts Weiteres ge sche- hen, er habe von seinen Entführern nichts mehr erfahren. Als er anläs s- lich der Anhörung mit dieser Diskrepanz konfrontiert worden sei, habe er gesagt, er habe versucht, in der Anhörung jede Frage zu beantworten; da er aber nicht explizit gefragt worden sei, habe er auch nichts dergleichen erwähnt. Überdies habe der Beschwerdeführer bei der Anhörung zu Pr o- tokoll gegeben, er habe seit seiner Ausreise zweimal mit seinen Famil i- enangehörigen in Pakistan telefoniert. Als er gefragt worden sei, wor über er mit diesen gesprochen habe, habe er ausgesagt, er habe nur über das kommende muslimische Fest oder dar über gesprochen, wo er sich zu r- zeit befinde und was er mache, weiter nichts. Demzufolge ha be er mit seinen Eltern und Geschwistern nicht über die Vorfälle im Zusamme n- hang mit seinen Asylgründen gesprochen, was aber angesichts seiner Vorbringen keinesfalls nachzuvollziehen sei. Die Vorbringen hielten daher den Anforderungen an die Glaubhaftigkei t gemäss Art. 7 des Asylgeset- zes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass deren Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. Überdies sei der Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu bezeichnen. C. Mit Beschwerde vom 28. Nove mber 2013 (Poststempel: 26. November 2013) an das Bundesverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdefü h- rer in materieller Hinsicht, es sei festzustellen, dass er die Flüchtlingse i- genschaft erfülle; sein Asylgesuch sei positiv zu entscheiden. Z umindest sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren. In prozessualer Hinsic ht ersuchte er, es sei die mit dem angefochtenen Entscheid angesetzte Aus- reisefrist per 3. Januar 2013 (recte: 2014) aufzuheben und ihm zu erla u- ben, den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abzuwar- ten. Überdies sei auf die Erhebung eines Kostenvorschus ses zu verzich- ten und ihm Kostenerlass für das Beschwerdeverfahren zu gewähren. Ausserdem beantragte er die Gewährung einer angemessenen Frist "für die Nachreichung der Be weise für seine Angaben". Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D-6648/2013 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinsta nz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls e ndgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [ BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderu ng. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsw eise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der D-6648/2013 Seite 6 Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfü h- rung des Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im La nd, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, so l- chen Nachteilen ausge setzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbrin gen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Nach Prüfung der A kten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – festzustellen, dass die Asylvorbringen des B e- schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf die ausführlichen und zut reffenden vorinstanzlichen Erwägungen zu ve r- weisen ist (vgl. Ziffer II, Bst. B. vorstehend). In Ergänzung dazu ist festzu- halten, dass sich der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen auch widersprüchlich bezüglich des Zeitpunkt es seiner zweiten Entführ ung äusserte. So sagte er bei der Kurzbefragung (sinngemäss) aus, diese habe sich am 15. April 2013 zugetragen (Akten BFM A 4/12 S. 8), wäh- rend er bei der Anhörung zu Proto koll gab, er sei am 15. Mai 2013 zum zweiten Mal entführt worden (A 9/10 D31) . Die Vorbringen in der Recht s- mittelschrift sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinsta nzlichen Ver- fügung zu bewirken, zumal diesen keine stichhaltigen Entgegnungen zu D-6648/2013 Seite 7 entnehmen sind. Insbesondere sind die Beschwerdevorbringen nicht g e- eignet zu erklären, w eshalb der Beschwerdeführer anlässlich der Anh ö- rung nicht in der Lage war, den Raum, worin er über einen Monat lang festgehalten worden sein will, detaillierter beziehungsweise seine Entfüh- rer genauer zu beschreiben, zumal es sich bei den geltend gemachten Entführungen um einschneidende Ereignisse gehandelt hat. Aufgrund der offensichtlichen Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen des Beschwerd e- führers kann darauf verzichtet werden, die von ihm in der Rechtsmitte l- schrift in Aussicht gestellten Beweise abzuwarten, zumal diese auch nicht näher bezeichnet werden (antizipierte Beweiswürdigung; BVGE 2008/24 E. 7.2). Daher besteht auch kein Anlass, dem Beschwerdeführer eine an- gemessene Frist für die Nachreichung dieser Be weise zu gewähren , weshalb das diesbezügliche R echtsbegehren abzuwei sen ist. Gestützt auf das vorstehend Ausgeführte ist zu schliessen, dass es sich bei der vom Beschwerdeführer behaupteten Verfolgungssituation lediglich um ein Konstrukt handelt. 5.2 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass es dem Be schwerde- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu m a- chen, dass er in seiner Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei der Ausreise zu befürchten hatte oder im Falle einer Rückkehr nach Pakistan befürchten müsste. Das BFM hat demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und dessen Asylgesuch abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom D-6648/2013 Seite 8 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [ AuG, SR 142.20]). 7.2 7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländ ers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 7.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vo r- liegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des B e- schwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführ ers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus - schaffung in den Heimat- oder Herkunftsstaat dort mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundf reiheiten (EMRK, SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 ge- gen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende B e- handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des E uropäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwe i- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Be handlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm nach den vorstehenden Erwägungen nicht gelungen. Auch die allgemeine Me n- schenrechtssituation in Pakistan lässt den Wegweisungsvollzug zum heu- tigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der vö l- kerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 A bs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt D-6648/2013 Seite 9 und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Vorab ist festzustellen, dass angesichts der heutigen Lage in Pakis- tan nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt oder von kriegeri schen oder bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen werden kann, we l- che für den Beschwerdeführer bei einer Rückkehr eine konkrete Gefäh r- dung darstellen würde. 7.3.3 Auch aufgrund der persönlichen Situation des relativ jungen und – gemäss den Akten – gesunden Beschwerdeführers sind keine Gründe er- sichtlich, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs spr e- chen. Der Be schwerdeführer hat Berufserfahrung als E._______ sowie als F._______, weshalb anzunehmen ist, er könne sich in seiner Heimat wieder wirtschaftlich i ntegrieren. Gemäss s einen Angaben leben zudem seine Eltern sowie seine vier Geschwister in D._______. Er verfügt somit in seiner Heimat über ein soziales Beziehungsnetz. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerun g im Allgemeinen betroffen ist, genügen nicht, um eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl. BVGE 2008/34 E. 11.2.2). Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu bezeichnen. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegwe i- sung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat den Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Folglich fällt eine Anordnung der vorläufi- gen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. D-6648/2013 Seite 10 9. Mit dem negativen Entscheid in der Hauptsache werden die Anträge des Beschwerdeführers um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses, um Aufhebung der mit dem angefochtenen Entscheid angesetzten Ausreisefrist sowie um Erlaubnis, den Ausgang des Be schwerdeverfah- rens in der Schweiz abzuwarten, gegenstandslos. 10. 10.1 Aufgrund vorstehender Erwägungen erweisen sich die Beschwerd e- begehren als aussichtlos. Das Gesuch des Beschwerdeführers um u n- entgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG ist damit – unabhängig einer allfälligen prozessualen Bedürftigkeit – abzuweisen. 10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-6648/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600. – werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Robert Galliker Matthias Jaggi Versand: