<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2019-09-03-5A_585-2019.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_585/2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. September 2019</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, von Werdt, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marcel Buttliger, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Daniel von Arx, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Eheschutz, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 5. Kammer, vom 18. Juni 2019 (ZSU.2019.51). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ und B.________ heirateten 2017. 2017 kam ihr Sohn C.________ zur Welt. Seit 2018 leben die Parteien getrennt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 17. Januar 2018 ersuchte A.________ um Regelung des Getrenntlebens, u.a. mit den Begehren, er sei zu maximal Fr. 330.-- Barunterhalt für das Kind zu verpflichten und es sei festzustellen, dass er weder Betreuungs- noch ehelichen Unterhalt schulde. </div> <div class="para">Mit Eheschutzentscheid vom 23. Oktober 2018 verpflichtete das Bezirksgericht Zofingen A.________ zu Kindesunterhaltsbeiträgen von Fr. 4'106.-- (davon Fr. 3'200.-- Betreuungsunterhalt) von Februar bis Dezember 2018 und von Fr. 4'218.-- (davon Fr. 3'200.-- Betreuungsunterhalt) ab Januar 2019 sowie zu ehelichem Unterhalt von Fr. 1'000.-- von Februar bis März 2018 und von Fr. 4'600.-- ab April 2018. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 18. Juni 2019 schützte das Obergericht des Kantons Aargau diese Regelung (einzig mit Modifikation in Bezug auf die Anrechnung bereits geleisteter Beiträge). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Gegen den obergerichtlichen Entscheid hat A.________ am 26. Juli 2019 eine Beschwerde eingereicht mit den Begehren, der Barunterhalt für das Kind sei auf maximal Fr. 1'620.-- zu begrenzen und es sei festzustellen, dass weder Betreuungsunterhalt noch ehelicher Unterhalt geschuldet sei; ferner verlangt er die aufschiebende Wirkung. Mit Vernehmlassung vom 13. August 2019 stellt die Beschwerdegegnerin die Begehren, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen; ferner opponiert sie gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Mit Replik vom 26. August 2019 hält der Beschwerdeführer an seinen Begehren fest. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Eheschutzentscheid mit Fr. 30'000.-- übersteigendem Streitwert; die Beschwerde in Zivilsachen steht somit offen (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/74/1/b" type="start"></artref>Art. 74 Abs. 1 lit. b, <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/74/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para">Bei Eheschutzsachen handelt es sich um vorsorgliche Massnahmen im Sinn von <span class="artref">Art. 98 BGG</span> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-393%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page393">BGE 133 III 393</a> E. 5.1 S. 397; zuletzt Urteile 5A_927/2018 vom 10. Mai 2019 E. 1.2; 5A_381/2019 vom 10. Mai 2019 E. 1), so dass einzig die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann. Es gilt somit das strenge Rügeprinzip im Sinn von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> und das Bundesgericht kann in diesem Fall nur klar und detailliert erhobene Rügen prüfen, während es auf appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 134 II 244</a> E. 2.2 S. 246; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4 S. 368). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die rechtlichen Ausführungen in der Beschwerde sind rein appellatorisch und es wird eine Verletzung von <span class="artref">Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB</span> (recte: Art. 163 und Art. 276 i.V.m. <span class="artref">Art. 285 ZGB</span>) geltend gemacht; weder wird ein verfassungsmässiges Recht als verletzt angerufen noch lassen sich die Ausführungen inhaltlich als substanziierte Verfassungsrügen deuten. </div> <div class="para">In der Replik findet sich zwar eingangs der Satz, es werde "die Rüge der Willkür nach <span class="artref">Art. 9 BV</span> erhoben". Abgesehen davon, dass substanziierte Willkürrügen in Bezug auf die Beschwerdevorbringen nicht erst in der - nach Ablauf der Beschwerdefrist eingereichten - Replik nachgeholt werden können, erfolgt die Aussage ohnehin abstrakt; die sich anschliessenden Ausführungen bleiben wiederum appellatorisch. </div> <div class="para">Im Übrigen bauen die rechtlichen Ausführungen weitgehend auf Sachverhaltsbeanstandungen im Zusammenhang mit der Feststellung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers, für welche zufolge der Sachverhaltsbindung gemäss <span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span> selbst ausserhalb des Anwendungsbereiches von <span class="artref">Art. 98 BGG</span> substanziierte Willkürrügen zuerheben wären (vgl. Art. 97 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=39&amp;from_date=30.08.2019&amp;to_date=18.09.2019&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 140 III 264</a> E. 2.3 S. 266). Die kantonalen Gerichte nahmen die Unterhaltsfestsetzung auf der Grundlage vor, dass der Beschwerdeführer Alleinaktionär der D.________ AG ist und sich angesichts der (unstrittigen) Bezüge vom Kontokorrentkonto eine Leistungsfähigkeit von Fr. 33'200.-- pro Monat ergibt. Zwar erscheint in diesem Zusammenhang auf S. 17 der Beschwerde das Wort "willkürlich"; indes erfolgen weder explizite Willkürrügen noch inhaltlich Ausführungen, welche der Substanziierungspflicht im Sinn von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> genügen. Das Obergericht hat sich mit den weiteren (rein appellatorischen) Vorbringen in der vorliegenden Beschwerde, wonach er das Arbeitsverhältnis mit seiner Firma aufgelöst habe und die Firma Verluste schreibe, bereits ausführlich auseinandergesetzt und dabei auf die freien Reserven von Fr. 1'650'000.-- und darauf verwiesen, dass die freien Gewinnreserven trotz der behaupteten hohen Verluste im Jahr 2018 kaum abgenommen hätten, sowie im Übrigen festgehalten, dass der Beschwerdeführer, selbst wenn er das Arbeitsverhältnis mit seiner Firma aufgelöst habe, angesichts der Tatsache, dass er Alleinaktionär und das einzige Organ in der Firma sei, als Selbständigerwerbender behandelt werden müsse und er weiterhin die früheren Privatbezüge tätigen könne. Diesbezüglich müssten explizite und auch inhaltlich den Anforderungen von <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> genügende Willkürrrügen erfolgen. Im Übrigen wird nicht dargelegt, dass und an welcher Stelle die als Beilage 7 eingereichte "Aufstellung betreffend Entwicklung Erfolgsrechnung", die nicht einmal von jemandem unterzeichnet ist und mit welcher die angeblichen Verluste der Firma dargetan werden sollen, bereits im kantonalen Verfahren prozesskonform eingeführt worden wäre; sie hat damit als neu und unzulässig zu gelten (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Insgesamt ergibt sich, dass auf die Beschwerde mangels Erhebung tauglicher Rügen nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kosten- und entschädigungspflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/66/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para">Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 5. Kammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. September 2019 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>