<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">[AZA] </div> <div class="para">I 445/99 Hm </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>II. Kammer </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari; </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Hadorn </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Urteil vom 26. Januar 2000 </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">in Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">W.________, 1939, Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich, Röntgenstrasse 17, Zürich, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">und </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Winterthur </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.- Mit Verfügung vom 17. Juli 1997 lehnte die </div> <div class="para">IV-Stelle des Kantons Zürich ein Leistungsgesuch der 1939 </div> <div class="para">geborenen W.________ betreffend medizinische Massnahmen, </div> <div class="para">Hilfsmittel und Reisen zum Thermalbad X.________ ab. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozial- </div> <div class="para">versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Entscheid vom </div> <div class="para">14. Juli 1999 ab. </div> <div class="para"> C.- W.________ führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit </div> <div class="para">dem Antrag, es sei ihr eine Viertelsrente der Invalidenver- </div> <div class="para">sicherung zuzusprechen. Sinngemäss verlangt sie zudem eine </div> <div class="para">Überprüfung des kantonalen Entscheides bezüglich der abge- </div> <div class="para">lehnten medizinischen Massnahmen. </div> <div class="para"> Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungs- </div> <div class="para">gerichtsbeschwerde bezüglich medizinischer Massnahmen und </div> <div class="para">Hilfsmittel. Zur Prüfung der Rentenfrage sei die Sache an </div> <div class="para">das kantonale Gericht zu überweisen. </div> <div class="para"> Das Bundesamt für Sozialversicherung lässt sich nicht </div> <div class="para">vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Auf den Antrag, es sei eine Viertelsrente der </div> <div class="para">Invalidenversicherung zuzusprechen, kann nicht eingetreten </div> <div class="para">werden. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid zu </div> <div class="para">diesem Begehren keine Stellung bezogen. Aus den Akten er- </div> <div class="para">gibt sich indessen, dass die IV-Stelle am 3. Februar 1998 </div> <div class="para">eine ablehnende Rentenverfügung erlassen hat. Hiegegen hat </div> <div class="para">die Versicherte mit Schreiben vom 5. Februar 1998 Einwen- </div> <div class="para">dungen erhoben. Diese Eingabe ist als Beschwerde gegen die </div> <div class="para">Verfügung vom 3. Februar 1998 zu betrachten. Daher ist die </div> <div class="para">Sache, wie die IV-Stelle verlangt, zur Behandlung dieser </div> <div class="para">Beschwerde an die Vorinstanz zu überweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Vorliegend ist demnach einzig zu prüfen, ob die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin Anspruch auf medizinische Massnahmen, </div> <div class="para">Hilfsmittel und Ersatz der Reisekosten für den Besuch des </div> <div class="para">Thermalbads in X.________ hat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- a) Das kantonale Gericht hat die massgebenden Be- </div> <div class="para">stimmungen über den Anspruch auf medizinische Massnahmen </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 12 Abs. 1 IVG</span>) und die dazu ergangene Rechtsprechung </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-277%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page279">BGE 120 V 279</a> Erw. 3a) zutreffend dargelegt. Es kann da- </div> <div class="para">rauf verwiesen werden. </div> <div class="para"> b) Ergänzend ist festzuhalten, dass <span class="artref">Art. 12 IVG</span> na- </div> <div class="para">mentlich bezweckt, die Aufgabenbereiche der Invalidenver- </div> <div class="para">sicherung einerseits und der sozialen Kranken- und Unfall- </div> <div class="para">versicherung anderseits gegeneinander abzugrenzen. Diese </div> <div class="para">Abgrenzung beruht auf dem Grundsatz, dass die Behandlung </div> <div class="para">einer Krankheit oder einer Verletzung ohne Rücksicht auf </div> <div class="para">die Dauer des Leidens primär in den Bereich der Kranken- </div> <div class="para">und Unfallversicherung gehört (AHI 1999 S. 126 Erw. 2b mit </div> <div class="para">Hinweisen). </div> <div class="para"> Das Gesetz umschreibt die Vorkehren medizinischer Art, </div> <div class="para">welche von der Invalidenversicherung nicht zu übernehmen </div> <div class="para">sind, mit dem Rechtsbegriff "Behandlung des Leidens an </div> <div class="para">sich". Wo und solange labiles pathologisches Geschehen </div> <div class="para">besteht und mit medizinischen Vorkehren angegangen wird, </div> <div class="para">seien sie kausal oder symptomatisch, auf das Grundleiden </div> <div class="para">oder dessen Folgeerscheinungen gerichtet, stellen solche </div> <div class="para">Heilmassnahmen, sozialversicherungsrechtlich betrachtet, </div> <div class="para">Behandlung des Leidens an sich dar. Dem labilen pathologi- </div> <div class="para">schen Geschehen hat die Rechtsprechung seit jeher im Prin- </div> <div class="para">zip alle nicht stabilisierten Gesundheitsschäden gleich- </div> <div class="para">gestellt, die Krankheitswert haben. Demnach gehören jene </div> <div class="para">Vorkehren, welche auf die Heilung oder Linderung pathologi- </div> <div class="para">schen oder sonst wie Krankheitswert aufweisenden Geschehens </div> <div class="para">labiler Art gerichtet sind, nicht ins Gebiet der Invaliden- </div> <div class="para">versicherung. Erst wenn die Phase des (primären oder sekun- </div> <div class="para">dären) labilen pathologischen Geschehens insgesamt abge- </div> <div class="para">schlossen und ein stabiler bzw. relativ stabilisierter </div> <div class="para">Zustand eingetreten ist, kann sich - bei volljährigen Ver- </div> <div class="para">sicherten - überhaupt die Frage stellen, ob eine Vorkehr </div> <div class="para">Eingliederungsmassnahme sei. Die Invalidenversicherung </div> <div class="para">übernimmt in der Regel nur unmittelbar auf die Beseitigung </div> <div class="para">oder Korrektur stabiler Defektzustände oder Funktionsaus- </div> <div class="para">fälle gerichtete Vorkehren (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=20&amp;from_date=22.01.2000&amp;to_date=10.02.2000&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-V-277%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page279">BGE 120 V 279</a> Erw. 3a, AHI 1999 </div> <div class="para">S. 126 f. Erw. 2b). </div> <div class="para"> c) Die Rechtsprechung hat festgehalten, dass sich sta- </div> <div class="para">bilisierende Vorkehren stets gegen labiles pathologisches </div> <div class="para">Geschehen richten. Deshalb muss eine kontinuierliche Thera- </div> <div class="para">pie, die notwendig ist, um das Fortschreiten eines Leidens </div> <div class="para">zu verhindern, als Behandlung des Leidens an sich bewertet </div> <div class="para">werden. Keine stabile Folge von Krankheit, Unfall oder </div> <div class="para">Geburtsgebrechen ist daher ein Zustand, der sich nur dank </div> <div class="para">therapeutischer Massnahmen einigermassen im Gleichgewicht </div> <div class="para">halten lässt, gleichgültig welcher Art die Behandlung sei </div> <div class="para">(AHI 1999 S. 128 Erw. 2d). Ein solcher Zustand ist, solange </div> <div class="para">er im Gleichgewicht bewahrt werden kann, wohl stationär, </div> <div class="para">aber nicht im Sinne der Rechtsprechung stabil. Die medizi- </div> <div class="para">nischen Vorkehren zur Aufrechterhaltung des stationären </div> <div class="para">Zustandes können daher von der Invalidenversicherung nicht </div> <div class="para">übernommen werden (AHI 1999 S. 128 Erw. 2d in fine). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Die Beschwerdeführerin leidet gemäss den überein- </div> <div class="para">stimmenden medizinischen Akten an einem lumbospondylogenen </div> <div class="para">Schmerzsyndrom bei Spondylarthrose und Osteochondrose der </div> <div class="para">Bandscheibe l5/S1 und einem beidseitigen Karpaltunnelsyn- </div> <div class="para">drom, somit unbestreitbar an labilem pathologischem Gesche- </div> <div class="para">hen im Sinne der erwähnten Rechtsprechung. Sie besucht des- </div> <div class="para">halb regelmässig das Thermalbad in X.________. Die dort </div> <div class="para">durchgeführte Bäderkur dient der Stabilisierung des labilen </div> <div class="para">Leidens und ist daher in Übereinstimmung mit Verwaltung und </div> <div class="para">Vorinstanz von der Invalidenversicherung nicht zu überneh- </div> <div class="para">men. Damit sind auch keine Reisekosten zu vergüten (vgl. </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 51 Abs. 1 IVG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Die Beschwerdeführerin beantragt weiter, die Inva- </div> <div class="para">lidenversicherung habe die Kosten für 2 Bauchbandagen, </div> <div class="para">1 Paar Fussstützen und 1 Paar Handgelenkbandagen zu bezah- </div> <div class="para">len. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Unter dem Titel Behandlungsgeräte können diese </div> <div class="para">Gegenstände nicht übernommen werden. Wie die Vorinstanz </div> <div class="para">richtig erkannt hat, würde dies voraussetzen, dass diese </div> <div class="para">Geräte notwendige Bestandteile einer medizinischen Einglie- </div> <div class="para">derungsmassnahme nach Art. 12 (oder 13) IVG wären (SVR 1996 </div> <div class="para">IV Nr. 90 S. 269 Erw. 5). Dies trifft vorliegend nicht zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Auch als Hilfsmittel kann die Invalidenversicherung </div> <div class="para">die genannten Gegenstände nicht übernehmen. Nach zutreffen- </div> <div class="para">der Feststellung der Vorinstanz sind sie nicht in der </div> <div class="para">Hilfsmittelliste (HVI-Anhang) enthalten und lassen sich </div> <div class="para">auch unter keine der dort aufgeführten Kategorien von </div> <div class="para">Hilfsmitteln subsumieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <u>Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </u> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>I. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen,</i> </div> <div class="para"> soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>III. Die Akten werden dem Sozialversicherungsgericht des</i> </div> <div class="para"> Kantons Zürich überwiesen, damit es im Sinne der Erwä- </div> <div class="para"> gung 1 verfahre. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>IV. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversiche-</i> </div> <div class="para"> rungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für </div> <div class="para"> Sozialversicherung zugestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Luzern, 26. Januar 2000 </div> <div class="para">Im Namen des </div> <div class="para">Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para">Der Präsident der II. Kammer: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>