B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3204/2020 U r t e i l v o m 23 . D e z e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz), Richter Christian Winiger, Richterin Eva Schneeberger, Gerichtsschreiber Corrado Bergomi. Parteien INGE X._______, bestehend aus: 1. A._______ AG, 2. B._______ GmbH, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus Lanter, Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Strassen ASTRA, Vergabestelle. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen, Projekt "190056 Projektverfasser (PV) und örtliche Bauleitung (öBL) für das Projekt N13/28 Wildtierquerung Trübbach-Wartau SG07 Neubau (Pilotprojekt BIM)", SIMAP-Projekt-ID 200074, SIMAP-Meldungsnummer 1139929. B-3204/2020 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Am 17. Februar 2020 schrieb das Bundesamt für Strassen ASTRA, Abtei- lung Strasseninfrastruktur Ost, Filiale Winterthur (im Folgenden: Vergabe- stelle), auf der Internetplattform SIMAP das Projekt "190056 Projektverfas- ser (PV) und örtliche Bauleitung (öBL) für das Projekt N13/28 Wildtierque- rung Trübbach-Wartau SG07 Neubau (Pilotprojekt BIM) " als Dienstleis- tungsauftrag im offenen Verfahren aus (Meldungsnummer 1119671). Beim zu sanierenden Wildtierkorridor SG07 "Trübbach-Wartau" handelt es sich um einen Wildtierkorridor mit überregionaler Bedeutung, der im Gebiet Cholau (Gemeinde Wartau) liegt. Der Bereich liegt zwischen Sevelen / Weite auf Schweizer Seite und Triesen / Balzers auf Seite Lichtensteins. Die Nationalstrasse N13 quert den Wildtierkorridor und unterbricht diesen weitgehend. Durch den Bau einer wildtierspezifischen Überführung der N13 wird die Wiederherstellung der Durchlässigkeit für grössere Wildsäu- ger (inkl. Verbesserung der Situation für Kleintiere) erreicht (vgl. zum Gan- zen Ziff. 2.6 der Ausschreibung). A.b Mit SIMAP-Publikation vom 6. März 2020 (Meldungsnummer 1123689) wurde die Ausschreibung im Punkt 2.10 (Zuschlagskriterien) berichtigt und um die Angaben zum Zuschlagskriterium ZK3 ergänzt (vgl. Ziff. 4.1 der be- richtigten Ausschreibung). A.c Innert der angesetzten Frist bis am 6. April 2020 gingen neun Angebote ein, darunter das Angebot der INGE X._______. A.d Mit jeweiligen Schreiben vom 14. April 2020 bestätigte die Vergabe- stelle den Anbietern den Eingang ihrer Offerte unter Beilage des anonymi- sierten Protokolls der Offertöffnung. A.e Am 8. Juni 2020 erteilte die Vergabestelle der Y ._______AG, (im Fol- genden: Zuschlagsempfängerin ) zum Preis von Fr. 1'512'160.70 (exkl. MWST) den Zuschlag und veröffentlichte die Zuschlagsverfügung am 11. Juni 2020 auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 1139929). A.f Mit Orientierungsschreiben vom 11. Juni 2020 teilte die Vergabestelle der INGE X._______ unter Hinweis auf die soeben erwähnte SIMAP-Pub- likation mit, dass ihr Angebot von der Bewertung habe ausgeschlossen B-3204/2020 Seite 3 werden müssen und der Zuschlag an die Zuschlagsempfängerin erteilt worden sei. Als Grund für den Ausschluss wurde angeführt: "formelle Feh- ler gemäss SIMAP -Publikation Ziffer 2.11; unzulässiger Zeitmitteltarif (2 Honorarkategorien mit demselben Stundenansatz)". B. Gegen den Zuschlag vom 8. Juni 2020 erhoben die Mitglieder der INGE X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführerinnen) mit Eingabe vom 22. Juni 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie stellen die fol- genden Rechtsbegehren: "1. Die Zuschlagsverfügung vom 8. Juni 2020 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung unter Berücksichtigung des Angebots der Beschwer- deführerinnen an die Vergabestelle zurückzuweisen. 2. Der vorliegenden Beschwerde sei vorerst superprovisorisch und alsdann definitiv die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 3. Den Beschwerdeführerinnen sei Einsicht in sämtliche Akten des Vergabe- verfahrens zu gewähren, soweit dem nicht begründete Geheimhaltungs- interessen entgegenstehen. 4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen und damit den Beschwer- deführerinnen die Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde nach Einsicht in die Beschwerdeantwort und die Vorakten zu ergänzen. 5. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MwSt.) zulasten der Vergabestelle." Die Beschwerdeführerinnen beanstanden im Wesentlichen den Angebots- ausschluss und bestreiten, ein Angebot mit Zeitmitteltarif eingereicht zu ha- ben. Zudem hätten sie ein wesentlich preisgünstigeres Angebot als die Zu- schlagsempfängerin eingereicht. Die Vergabestelle habe keine Vorgaben aufgestellt, dass sämtliche Honoraransätze unterschiedlich und abstei- gend sein oder sich in einer gewissen Bandbreite bewegen müssten, denn das wäre mit der Kalkulationsfreiheit und dem vergaberechtlichen Ziel, den wirksamen Wettbewerb zwischen den Anbietern zu stärken, nicht zu ver- einbaren. Bei einer Vorgabe, wonach der Stundenansatz für eine Hono- rarkategorie zwingend höher oder tiefer sein müsse als jener für eine an- dere Kategorie, würde es sich ferner um eine unzulässige tarifähnliche Preisregulierung handeln. Allein der Umstand, dass sie für zwei (A und B) von neun Kategorien denselben Stundenansatz offeriert hätten, lasse we- der auf eine unzulässige Variante noch auf eine Verletzung der geltenden B-3204/2020 Seite 4 Preisbildungsregeln, noch auf einen Zeitmitteltarif schliessen. Würden sie- ben Werte angegeben, wovon zwei identisch, bedeute dies nicht, dass es sich dabei nicht um zwei unabhängige Werte, sondern um einen gemittel- ten Wert handle. Es ergebe sich im Übrigen auch aus dem KBOB -Muster-Planervertrag, dass ein Zeitmitteltarif dann vorliege, wenn ein Stundenansatz für alle ein- gesetzten Mitarbeiter-Kategorien gelte. Soweit die Ausschreibungsunterla- gen einen Verweis auf die SIA Norm 103 enthielten, liesse sich einer sol- chen keine Preisbildungsregel zur Höhe oder Abstufung der Honoraran- sätze, sondern nur die bestimmte Zuordnung jeder beruflichen Funktion zu den einzelnen Honorarkategorien entnehmen. Ferner stellen sich die Beschwerdeführerinnen auf den Standpunkt, es habe für sie schon deshalb keine Nachfragepflicht bestanden, weil die Vergabestelle in anderen Vergabeverfahren Angebote der Beschwerdefüh- rerinnen, welche für verschiedene Kategorien identische Stundenansätze enthalten hätten, im Verfahren belassen und ihnen teilweise sogar den Zu- schlag erteilt habe. Allein vor diesem Hintergrund habe kein Anlass bestan- den, an der Zulässigkeit des Angebots zu zweifeln. Vielmeh r wäre die Vergabestelle gehalten gewesen, in der Ausschreibung deutlich auf eine allfällige Änderung ihrer Praxis hinzuweisen, was nicht geschehen sei. Deshalb hätten die Anbieter in guten Treuen davon ausgehen dürfen, dass die formulierten Kriterien gleich wie bisher verstanden werden könnten. Die Vergabestelle scheine dies erkannt zu haben, da sie in neueren Ausschrei- bungen ausdrücklich verlange, es sei bei den Honorarkategorien zwingend eine Abstufung vorzunehmen (A>B>C>D>E>F>G). Des Weiteren erklären die Beschwerdeführerinnen, warum der Zwischen- entscheid des BVGer B -2297/2017 vom 3. Juli 2017, auf welchen die Vergabestelle anlässlich einer Kontaktaufnahme mit den Beschwerdefüh- rerinnen im Anschluss an den Zuschlag verwiesen habe, aus ihrer Sicht auf den vorliegenden Fall nicht übertragen werden könne. Im Gegensatz zum referenzierten Zwischenentscheid sei vorliegend klar ersichtlich, wel- che Berufsqualifikationen zu welchem Stundenansatz angeboten werde. Zudem hätten die Beschwerdeführerinnen zwei realisti sche Stundenan- sätze und keinen symbolischen Betrag offeriert, weshalb die von ihnen an- gebotenen Stundenansätze für die Kategorien A und B zu keinerlei Beein- trächtigung der Vergleichbarkeit der Angebote geführt hätten. Ebenso we- nig hätten die Beschwerdeführerinnen vorliegend eine "Zweiteilung der Ka- tegorien in zwei Honorargruppen" vorgenommen. B-3204/2020 Seite 5 Die Beschwerdeführerinnen erklären, sie hätten die nicht stundenabhängi- gen Kosten im grösserem Umfang bei der Kategorie B als bei der Kategorie A eingerechnet, da in der Kategorie B acht Mal mehr Stunden als in der Kategorie A veranschlagt worden seien. Würden die eingerechneten Kal- kulationspositionen aus den angegebenen Ansätzen herausgerechnet, würde sich dieser bei der Kategorie B deutlich stärker reduzieren als bei der Kategorie A. Die reinen Stundenansätze wären dann nicht identisch. Würde für die Kategorie A ein Stundenansatz von Fr. (…) eingesetzt, würde sich die Angebotssumme um Fr. 570.00 erhöhen, was bei der Beurteilung kaum ins Gewicht fallen würde. Vor einem Ausschluss hätte die Vergabestelle bei den Beschwerdeführe- rinnen deshalb Erläuterungen einholen müssen. Schliesslich erachten die Beschwerdeführerinnen ihren Ausschluss als überspitzt formalistisch. Ein solcher käme nur in Frage, wenn sich die be hauptete Verletzung einer Preisbildungsregelung voraussichtlich tatsächlich und nicht nur geringfügig negativ auswirken würde. Vorliegend hätte angesichts der für die Kategorie A vorgesehenen tiefen Stundenanzahl (285 von insgesamt 13'650 Stun- den) eine Erhöhung des dafür eingesetzten Stundenansatzes den Offert- preis nur marginal beeinflusst. C. Mit Verfügung vom 23. Juni 2020 ordnete der Instruktionsrichter an, dass bis zum Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts über den Antrag auf Er- teilung der aufschiebende n Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen Beschwerdeverfahrens präjudizieren könnten, namentlich der Vertragsabschluss mit de r Zuschlagsempfängerin, zu un- terbleiben hätten. D. Entsprechend der gerichtlichen Aufforderung in der Verfügung vom 23. Juni 2020 reichten die Beschwerdeführerinnen am 25. Juni 2020 ein Exemplar der Beschwerdeschrift mit eig enen Abdeckungsvorschlägen ein. Mit Zwi- schenverfügung vom 30. Juni 2020 wurde der Schriftenwechsel eingeleitet. E. Innert einmal erstreckter Frist reichte die Vergabestelle am 24. Juli 2020 die Vernehmlassung einschliesslich der Beilagen 1-7 und am 27. Juli 2020 die Vergabeakten inklusive Aktenverzeichnis ein. Sie beantragt, das Ge- such um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen, üb er B-3204/2020 Seite 6 das Gesuch sei ohne weiteren Schriftenwechsel und ohne Verzug zu ent- scheiden und die Beschwerde sei abzuweisen. Weiter beantragt sie, das Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerinnen zu beschränken und so- wohl die Offerten der Konkurrenten als auch den Evaluationsbericht und die weiteren Vergabeunterlagen der Vergabestelle von der Akteneinsicht auszunehmen, da sich die zur Beurteilung der Streitsache wichtigen Doku- mente in den Beilagen befinden würden. Zur Begründung führt die Vergabestelle aus, sie habe in den Ausschrei- bungsunterlagen für die Leistungen nach erbrachtem Zeitaufwand Offerten mit Honorarkategorien bzw. eine Honorarberechnung nach Qualifikations- kategorien gemäss SIA-Ordnung (103:2020, Art. 6) verlangt und damit eine wesentliche Grundregel für die Erstellung der Angebote aufgestellt. Aus der SIA-Ordnung, die den offerierenden Unternehmungen bestens bekannt seien, ergebe sich, dass die verschiedenen Kategorien von Mitarbeitenden aufgrund unterschiedlicher beruflicher Qualifikation per se voneinander ab- weichende Honoraransätze haben müssten, ansonsten eine Honoraraus- gestaltung mit Honorarkategorien ihres Sinnes entleert würde und die be- nötigte Qualität der zu erbringenden Leistungen bei allen Kategorien nicht sichergestellt werden könnte. Eine Ve rgütungsform nach Honorarkatego- rien ermögliche der Vergabestelle nachzuvollziehen, ob die Arbeiten von entsprechend qualifiziertem Personal ausgeführt werden und nicht Perso- nal der tieferen Stufe eingesetzt werde. Die Vergabestelle legt weiter dar, sie habe in der Ausschreibung (Ziff. 2.11) und den Ausschreibungsunterlagen (Honorartabelle und Vertragsentwurf) verschiedene Grundregeln für die Erstellung der Angebote aufgestellt, ins- besondere das Verbot von Angeboten mit Zeitmitteltarif. Schon die geschil- derte Ausgestaltung der Ausschreibung zeige, dass die Vergabestelle je Honorarkategorien abgestufte Tarife verlange und unterschiedliche Preise für alle Mitarbeiterkategorien (A bis G) erwarten dürfe. Nach Auffassung der Vergabestelle hätten die Beschwerdeführerinnen für die zwei Kategorien A und B einen identischen gemittelten Stundenansatz offeriert, so dass de facto sechs statt sieben verschiedene Kategorien Ho- norarkategorien bestünden, womit ein ausschreibungswidriges Angebot vorliege. Die Vergabestelle erklärt ferner, bei den Kategorien A und B handle es sich um Kategorien mit den höchsten Ansätzen, welche die beste Qualifikation und die grösste Erfahrung bedingen würden. Dass für jede Kategorie ein B-3204/2020 Seite 7 anderer Preis anzubieten sei, gelte umso mehr für die zwei höheren Kate- gorien, welche den inhaltlich wichtigsten Teil des Auftrags aufführen. Es sei bei den Kategorien A und B von zentraler Bedeutung, dass die anfallenden Arbeiten von einem Mitarbeitenden ausgeführt würden, der effektiv über die entsprechende Qualifikation verfüge. Somit weise das Angebot der Beschwerdeführerinnen einen wesentlichen Formfehler auf, dem zwingend mit einem Ausschluss aus dem Vergabe- verfahren zu begegnen sei, damit die Gleichbehandlung der Anbieter ge- währleistet werden könne. Ei ne nachträgliche Anpassung der Offerte würde den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzen, zumal die Beschwer- deführerinnen aufgrund der Zustellung des anonymisierten Offertöffnungs- protokolls Kenntnis der Preise der Konkurrentinnen hätten. Vor diesem Hin- tergrund hätten die Beschwerdeführerinnen die Frage -/Antwortrunde im Rahmen des Vergabeverfahrens in Anspruch nehmen müssen, um die Zu- lässigkeit ihres Vorgehens abzuklären. Hätten die Beschwerdeführerinnen die Vorgaben im Zusammenhang mit der Preisgestaltung anfe chten wol- len, hätten sie das im Rahmen einer Beschwerde gegen die Ausschreibung tun müssen. F. Mit innert einmal erstreckter Frist eingereichter Replik vom 28. August 2020 (Posteingang: 31. August 2020) halten die Beschwerdeführerinnen an ihrer Begründung fest. Sie hätten für jede Kategorie einen klar bestimmten An- satz offeriert. Dass dieser bei zwei von sieben Kategorien gleich hoch sei, bewirke keinen Zeitmitteltarif. Ebenso wenig wirkten sich die offerierten Stundenansätze auf die Qualität der Arbeiten oder auf die Vergleichbarkeit der Angebote aus. Mangels eines klaren Hinweises in den Ausschrei- bungsunterlagen sei alles andere als selbstverständlich, dass die Preise für jede Kategorie anders sein müssten. Dies umso mehr, als die Aus- schreibungsunterlagen keine ausdrückliche Vorgabe einer absteigenden Abstufung (A>B>C>D>E>F>G) enthielten. Im Übrigen habe die Vergabe- stelle im Rahmen der Frage/Antwortrunde eines anderen Vergabeverfah- rens ausgeführt, für die Entschädigung sei die Funktion massgebend und die Kategorie sei eine Zusatzinformation und nicht massgebend für die Ent- schädigung. Dies zeige, dass die Höhe der Ansätze gar nicht von entschei- dender Bedeutung sei. Die Beschwerdeführerinnen behaupten, ihr Fall sei genau gleich gelagert wie jener, den das Bundes verwaltungsgericht im Urteil B -4969/2017 vom 24. September 2018 beurteilt habe, wo klar festgelegt worden sei, dass die B-3204/2020 Seite 8 SIA-Ordnung 103 keine Preisbildungsregeln für degressive Honoraran- sätze vorgebe. Weiter erneuern die Beschwerdeführerinnen das Argument, wonach der Zwischenentscheid des BVGer B-2297/2017 – da ganz anders gelagert – nicht auf den vorliegenden Fall übertragen werden könne. Die- selbe Höhe der Stundenansätze in den Kategorien A und B sei sachlich begründet. Bezüglich der nicht separat verreche nbaren Faktoren Füh- rungsanteil, Reisekosten und Controlling bestünden nämlich erhebliche Unterscheide zwischen den Kategorien A und B. Bei Einrechnung der ent- sprechenden Kosten in die Stundenansätze ergäben sich, ausgehend von einem (je unterschiedlichen) Grundansatz von Fr. (…) für die Kategorie A und Fr. (…) für die Kategorie B, beinahe dieselben Stundenansätze, d.h. ein Stundenansatz von Fr. (…) bei der Kategorie A bzw. von Fr. (…) bei der Kategorie B. Da die genannten Kosten in die Honoraransätze einzurech- nen gewesen seien, habe keine Veranlassung für eine Nachfrage bei der Vergabestelle bestanden. G. Mit Duplik vom 18. September 2020 (Posteingang: 21. September 2020) bestätigt die Vergabestelle ihre Begründung und sinngemäss auch ihre Rechtsbegehren. Die Vergabestelle beharrt auf dem Standpunkt, es ergebe sich aus dem in der Ausschreibung enthaltenen Verbot für Zeitmitteltarife sowie aus der Einteilung in die einzelnen Kategorien gemäss der Honorarkalkulation und dem Entwurf der Vertragsurkunde, dass die Kategorien unterschiedlich zu bepreisen seien. Für das Vorliegen eines Zeitmitteltarifs reiche aus, wenn für verschiedene (und nicht alle) Kategorien ein einheitlicher Stundenan- satz angeboten werde. Mit dem Hinweis auf die Frage -Antwort-Runde im Projekt (…) könnten die Beschwerdeführerinnen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die von der Vergabestelle gemachten Ausführungen bezögen sich auf die Einteilung in Mischkategorien, die vorliegend nicht ausge- schrieben worden seien. Es handle sich dabei um zwei nicht vergleichbare Sachverhalte. Weiter bestreitet die Vergabestelle, dass es sich vorliegend um gänzlich anders gelagerte Umstände als im Verfahren B -2297/2017 handle. Viel- mehr lasse sich aus dem erwähnten Zwischenentscheid ableiten, dass das Zusammenfassen von unterschiedlichen Kategorien zu einem gemittelten Tarif führe und einen Verstoss gegen die Vorgaben der Ausschreibung dar- stelle. Vorliegend genüge der Umstand, dass die Beschwerdeführerinnen B-3204/2020 Seite 9 zwei Kategorien zusammengeführt hätten, um auf das Vorliegen eines un- zulässigen Zeitmitteltarifs zu schliessen, was aufgrund der entsprechen- den Vorgaben zum Ausschluss führen müsse. Ein Zeitmitteltarif liege be- reits vor, wenn für verschiedene und nicht für alle Kategorien ein einheitli- cher Stundenansatz offeriert werde. Die nachgereichte Kalkulation der Be- schwerdeführerinnen vermöge daran nichts zu ändern. Die Honorartabelle sei für die Evaluation des Zuschlagskriteriums "Preis" massgebend und habe den Vorgaben zu entsprechen, ansonsten könnten die Offerten nicht verglichen werden. Mit Bezug auf das Verfahren B -4969/2017 stellt die Vergabestelle klar, dass es dort nicht um einen Zeitmitteltarif, sondern um das Anbieten von zwar für alle Honorarkategorien verschiedenen aber nicht degressiven Ansätzen gegangen sei. H. Mit Verfügung vom 22. September 2020 wurde den Beschwerdeführerin- nen die Duplik der Vergabestelle vom 18. September 2020 zur Kenntnis gebracht und mitgeteilt, dass kein weiterer Schriftenwechsel vorgesehen sei. I. Mit unaufgeforderter eingereichter Triplik vom 28. September 2020 halten die Beschwerdeführerinnen an ihrer Begründung in der Beschwerdeschrift und der Replik fest. Sie bleiben der Auffassung, dass aus den Ausschrei- bungsunterlagen nicht klar hervorgehe, da ss ein Angebot, wie es sie ein- gereicht hätten, ausgeschlossen würde. J. Mit abschliessender Stellungnahme vom 15. Oktober 2020 stellt die Verga- bestelle nochmals klar, dass es vorliegend nicht um die Frage der Zuläs- sigkeit von degressiven Ansätzen gehe, sondern darum, dass Zeitmittelta- rife gemäss Vorgaben in der Ausschreibung nicht zulässig seien. K. Die Zuschlagsempfängerin hat sich zur Frage, ob sie im vorliegenden Ver- fahren als Beschwerdegegnerin teilnehmen möchte, innert der ihr mit Zwi- schenverfügung vom 30. Juni 2020 angesetzten Frist nicht geäussert. L. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genom- men. B-3204/2020 Seite 10 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf die Be- schwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (Urteil des BVGer B-6177/2008 vom 25. No- vember 2008 bzw. BVGE 2008/61, nicht publizierte E. 2.1 m.H . "Hörge- räte"). 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlages, der in den Anwen- dungsbereich des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 über das öf- fentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.0 56.1) fällt (Art. 29 Bst. a i.V.m. Art. 27 Abs. 1 BöB). 1.2 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO-Überein- kommen vom 15. April 1994 über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422]) unter- stellt sind (BVGE 2008/48 E. 2.1 m.H. "Areal- und Gebäudeüberwachung PSI"). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz untersteht (Art. 2 Abs. 1 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst wird (Art. 5 BöB), der geschätzte Wert des zu vergeben den öffentlichen Auftrages den entsprechenden Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 BöB er- reicht und keiner der Ausnahmetatbestände von Art. 3 BöB gegeben ist. 1.3 Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung als Dienstleistungs- auftrag ausgeschrieben (vgl. Zif fer 1.8 der Ausschreibung). Nach Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" einen Ver- trag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung einer Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 GPA bzw. Anhang 1a zur Ver- ordnung vom 11. September 1995 über das öffentliche Beschaffungswe- sen (VöB, SR 172.056.11). Hierfür wiederum massgeblich ist die Zentrale Produkteklassifikation der Vereinten Nationen (CPCprov; Urteil des BVGer B-1773/2006 vom 25. September 2008, auszugw eise publiziert in BVGE 2008/48 E. 3). Die Vergabestelle hat unter der Common Procurement Vo- cabulary-Referenznummer (CPV-Nummer) "71300000 - Dienstleistungen von Ingenieurbüros" aufgeführt (vgl. Ziffer 2.5 der Ausschreibung) und un- ter die Dienstleistungskategorie CPC 27 (Sonstige Dienstleistungen) sub- sumiert (vgl. Ziff. 2.1 der Ausschreibung). Die Angabe CPV: 71300000 "Dienstleistungen von Ingenieurbüros" entspricht nach der Systematik der CPCprov den Referenznummern 86721 bis 86739. Diese gehören zu den Klassen 8672 "Engineering services " und 8673 "Integrated engineering B-3204/2020 Seite 11 services" und sind Teil der Gruppe 867 "Archtitectural, engineering and other technical services " (Zwischenentscheid des BVGer B -2297/2017 vom 3. Juli 2017 E. 1.3.3). Diese Gruppe wird von der Positivliste (vgl. An- hang 1 Annex 4 GPA bzw. Anhang 1a zur VöB) erfasst und fällt damit in den Anwendungsbereich des BöB (vgl. zum Ganzen das Urteil des BVGer B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.2). 1.4 Der Zuschlag wurde zu einem Preis von Fr. 1'512'160.70 exkl. MWST vergeben (Ziff. 3.2 der Zuschlagspublikation). Damit ist der Schwellenwert für Dienstleistungen von Fr. 230'000 .– gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b BöB bzw. Art. 6 Abs. 2 BöB in Verbindung mit Art. 1 Bst. b der Verordnung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) vom 19. November 2019 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen Beschaff ungswesen für die Jahre 20 20 und 20 21 (SR 172.056.12) zweifelsfrei überschritten. 1.5 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 3 BöB vorliegt, fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. 1.6 Das Bundesverwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorlie- genden Streitsache zuständig. 1.7 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). 1.8 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur Beschwerdelegitimation, weshalb diese nach dem allgemeinen Verfah- rensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 26 Abs. 1 BöB bzw. Art. 37 VGG in Verbindung mit Art. 48 VwVG; BGE 137 II 313 E. 3.2; Urteil des BVGer B-1772/2014 vom 21. Oktober 2014 E. 1.2.1 "Geo -Agrardaten"). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vergabestelle am Ver- fahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochtene Verfügung be- sonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). B-3204/2020 Seite 12 Die Beschwerdeführerinnen beantragen, d ie Zuschlagsverfügung vom 8. Juni 2020 sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung unter Be- rücksichtigung des Angebots der Beschwerdeführerinnen an die Vergabe- stelle zurückzuweisen. Die Vergabestelle hat den Beschwerdeführerinnen am 11. Juni 2020 mitgeteilt, dass ihr Angebot aufgrund formeller Fehler von der Bewertung habe ausgeschlossen werden müssen. Im Schreiben vom 11. Juni 2020 machte die Vergabestelle die Beschwerdeführerinnen zudem auf die Veröffentlichung des Zuschlags auf der Internetplattform simap.ch aufmerksam und verwies für die Rechtsmittelbelehrung auf die elektroni- sche Publikation. Praxisgemäss lässt sich das genannte Schreiben nicht als Verfügung, sondern als Orientierungsschreiben der Vergabestelle qua- lifizieren (Urteile des BVGer B-5941/2019 vom 19. Februar 2020 E. 1.3 und B-985/2015 vom 12. Juli 2016 E. 1.4.1; PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISA- BETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 1271). Die Vergabestelle hat die Beschwerde- führerinnen demnach mit der Publikation des Zuschlags implizit aus dem Verfahren ausgeschlossen, womit die Beschwerdeführerinnen zu Recht nur die am 11. Juni 2020 publizierte Zuschlagsverfügung angefochten ha- ben (BVGE 200 7/13 E. 3.1 in fine). Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, ihr Angebot verstosse nicht gegen die Vorgaben der Ausschrei- bung bzw. Ausschreibungsunterlagen und sei zu Unrecht ausgeschlossen worden. Zudem hätten sie ein wesentlich preisgünstigeres Angebot als die Zuschlagsempfängerin eingereicht. Würde das Bundesverwaltungsgericht der Argumentation der Beschwerdeführerinnen folgen und den Aus- schlussgrund verneinen, so wäre die Sache zumindest zu einer Neuevalu- ation der Angebote unter Einbezug der Offerte der Beschwerdeführerinnen an die Vergabestelle zurückzuweisen. Da der Angebotspreis der Be- schwerdeführerinnen deutlich günstiger als derjenige der Zuschlagsemp- fängerin, hätten die Beschwerdeführerinnen eine reelle Chance, den Zu- schlag zu erhalten. Ihnen is t demnach die Beschwerdelegitimation zuzu- sprechen. 1.9 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG), der Rechtsvertreter hat sich rechtmässig ausgewiesen (vgl. Art. 11 VwVG) und der Kostenvorschuss wurde fristge- recht bezahlt (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.10 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. B-3204/2020 Seite 13 2. 2.1 Die Beschwerdeführerinnen vertreten den Standpunkt, ihr Ausschluss vom Vergabeverfahren sei zu Unrecht erfolgt. Sie bemängeln, dass die Vergabestelle in der Ausschreibung bzw. den Ausschreibungsunterlagen keine expliziten Vorgaben dazu gemacht habe, dass sämtliche Honoraransätze pro Kategorie absteigend sein müssten oder dass die Ansätze verschiedener Kategorien nic ht gleich hoch sein dürften. Eine solche Vorgabe wäre mit der Kalkulationsfreiheit der Anbieter nicht zu vereinbaren, jedenfalls dann, wenn in die entsprechenden Stun- denansätze – wie vorliegend – auch noch die Nebenkosten einzurechnen seien. Allein der Umstand, dass für zwei Kategorien derselbe Stundenan- satz offeriert worden sei, genüge nicht, um auf eine unzulässige Variante oder auf einen Zeitmitteltarif zu schliessen. Ein solcher liege nämlich nur dann vor, wenn ein Stundenansatz für alle eingesetzten Mitarbeiter offeriert werde. Auch die SIA-Norm 103 gebe bloss Aufschluss darüber, welche Mit- arbeiter in welche Kategorie fallen würden, aber nicht über die Höhe der Honorare und deren Abstufung. Ferner sind die Beschwerdeführerinnen der Auffassung, dass ihr erseits auch keine Frage- oder Rügepflicht bestanden habe. Zum einen seien sie in gleich gelagerten Ver gabefahren der Vergabestelle nicht ausgeschlos- sen worden und hätten einmal sogar den Zuschlag erhalten. Zum anderen hätten die späteren Ausschreibungen bzw. Ausschreibungsunterlagen der Vergabestelle den Hinweis auf die Vornahme einer zwingenden Abstufung (A>B>C>D>E>F>G) explizit aufgenommen. Vor diesem Hintergrund hätte die Vergabestelle vor dem Ausschluss Erläuterungen einholen müssen. Die vorliegenden V orgaben in der Ausschreibung bzw. den Ausschrei- bungsunterlagen seien daher nicht so zu verstehen, dass zwingend zwi- schen allen Kategorien eine Abstufung vorzunehmen und unterschiedliche Stundenansätze zu offerieren seien. Die Vergabestelle könne nicht schlüs- sig darlegen, was unter dem Verbot eines Zeitmitteltarifs zu verstehen sei und argumentiere zudem widersprüchlich, wenn sie bei der in neueren Aus- schreibung enthaltenen Vorgabe einer absteigenden Abstufung (A>B>C>D>E>F>G) von einer Präzisierung der bestehenden Praxis spre- che, um dann darauf hinzuweisen, dass vorliegend nicht zwingend degres- sive Honoraransätze verlangt worden seien. Die Aussage der Vergabe- stelle im Rahmen der Frage-/Antwortrunde im Projekt (…), wonach für die Entschädigung die Funktion und nicht die Kategorie massgebend sei, B-3204/2020 Seite 14 zeige, dass die Höhe der Ansätze gar nicht von entscheidender Bedeutung sei, weshalb diese auch gleich hoch sein könnten. Die Beschwerdeführerinnen erklären unter Hinweis auf die in der Replik eingereichte Kostenkalkulation, dass sich der von ihnen verwendete glei- che Stundenansatz bei den Kategorien A und B auf nachvollziehbare Gründe stütze, sich nicht auf die Sicherstellung der Qualität auswirke und die Vergleichbarkeit der Angebote daher nicht beeinträchtigt sei. Schliess- lich wehren sich die Beschwerdeführerinnen gegen eine Übertragung der Zwischenverfügung des BVGer B-2297/2017 auf den vorliegenden Fall, da sie keine unrealistischen bzw. symbolische Preise offeriert hätten. Vielmehr sei ihr Fall gleich gelagert wie de rjenige, dem das BVGer im Urteil B-4969/2017 vom 24. September 2018 zur Beurteilung vorgelegt worden sei. 2.2 Die Vergabestelle teilt die Ansicht der Beschwerdeführerinnen nicht und beharrt auf dem Umstand, dass der Ausschluss wegen wesentlichen Formfehlers zu Recht erfolgt sei. Die in der Ausschreibung und den Aus- schreibungsunterlagen (insbesondere in der Honorartabelle und im Ver- tragsentwurf) aufgestellten Grundregeln für die Erstellung der Angebote seien hinreichend klar. Die Ausschreibung habe den Ausschluss von Pau- schal- und Globalangebote und/oder von Angeboten mit Zeitmitteltarif aus- drücklich vorgesehen. Die Ausgestaltung der Ausschreibungsunterlagen zeige, dass für jede der ausgeschriebenen Honorarkategorien je ein unter- schiedlicher Honoraransatz anzubieten sei. In der Honorartabelle habe die Vergabestelle eine Offerte mit Honorarkategorien gemäss SIA -Norm 103 verlangt. Daraus ergebe sich, dass die verschiedenen Kategorien von Mit- arbeitenden aufgrund unterschiedlicher beruflicher Qualifikation per se voneinander abweichende Honoraransätze haben müssten, ansonsten die Vergleichbarkeit der Offerte nicht gegeben wäre. Aufgrund der genannten Vorgaben hätten die Beschwerdeführerinnen die Frage -/Antwortrunde in Anspruch nehmen müssen, um die Zulässigkeit für ihr Vorgehen abzuklä- ren. Eine nachträgliche Anpassung der Offerte würde den Grundsatz der Gleichbehandlung verletzen, da die Beschwerdeführerinnen mit der Zustel- lung des anonymen Offertöffnungsprotokolls bereits Kenntnis von den an- deren Offertpreisen erhalten hätten. Mit den Hinweisen auf ein früheres Vergabeverfahren sowie auf späteren Ausschreibungen könnten die Be- schwerdeführerinnen nichts zu ihren Gunsten ableiten. B-3204/2020 Seite 15 3. 3.1 Die Anbieter müssen ihre Offerte schriftlich, vollständig und fristgerecht einreichen (vgl. Art. 19 Abs. 1 BöB). Die Auftraggeberin schliesst Angebote und Anträge auf Teilnahme mit wesentlichen Formfehlern vom wei teren Verfahren aus (vgl. Art. 19 Abs. 3 BöB). Dieser Regel liegt der Gedanke zugrunde, dass die Vergabestelle anhand der eingereichten Offerten direkt zur Vergabe des Auftrags schreiten können soll (Urteil des BGer 2C_241/2012 vom 28. Juni 2012 E. 4.1 "Bioggio"; vgl. auch das Urteil des BVGer B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4. 3.1 m.H. "Studie Schienengü- terverkehr"). Dementsprechend sind die Offerten grundsätzlich auf grund der innert Frist eingereichten Angaben und Nachweise zu prüfen (vgl. Zwi- schenentscheid des BVGer B-7479/2016 vom 8. Mai 2017 E. 6.4.2 "Gitter- masten"; Urteile des BVGer B -4637/2016 vom 17. März 20 17 E. 3.15.2 "Tunnelreinigung Gotthard-Basistunnel" und B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 7.3 "Neubau Galgenbucktunnel"). Die Entgegennahme eines An- gebots, das den Vorgaben der Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsun- terlagen nicht entspricht, ist im Hinb lick auf das Gebot der Gleichbehand- lung der Anbieter und dasjenige der Transparenz problematisch (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.1 "Vermessung Durchmesserlinie", mit Verweis auf den Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen [BRK] 2005-017 vom 23. Dezember 2005, veröffent- licht in: VPB 70.33 E. 2a/aa). Deshalb ist ein solches Ange bot unter dem Vorbehalt des Verbots des überspitzten Formalismus grundsätzlich auszu- schliessen (vgl. G ALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 456 f.). Dies gilt auch dann, wenn in der Folge das wirtschaftlich günstigste A ngebot nicht berücksichtigt werden kann (Zwischenentscheid des BVGer B -3374/2019 vom 2. September 2019 E. 5.8 "Produkte zur Innen reinigung III"; BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durchmesserlinie"). 3.2 Formulierungen in der Ausschreibung und in den Ausschreibungsun- terlagen sind so auszulegen und anzuwenden, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden werden konnten und mussten. Das gilt auch für die allfällige Aufstellung von Preisbildungsregeln (vgl. MARTIN BEYELER, Umgelagert, gemischt und offeriert - Thesen zur Preisspekulation, in: Schweizerische Baurechtstagung 2011, Freiburg 2010, S. 125 ff., S. 148 f.). Auf den subjektiven Willen der Vergabestelle beziehungsweise der dort tätigen Personen kommt es nicht an (BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1; BVGE 2017 IV/3 E. 4.5 "Mobile Warnanlagen"; G ALLI/MOSER/LANG/STEI-B-3204/2020 Seite 16 NER, a.a.O., Rz. 566 f.). Doch verfügt die Vergabestelle bei de r Formulie- rung und Anwendung derartiger Kriterien über einen grossen Ermessens- oder Beurteilungsspielraum, den die Beschwerdeinstanzen – im Rahmen der Sachverhalts- und Rechtskontrolle – nicht unter dem Titel der Ausle- gung überspielen dürfen (Urteil des B Ger 2D_52/2011 vom 10. Februar 2012 E. 3.2 m.H.; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 557, Rz. 564 f., mit Hinweis auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts). Von mehreren möglichen Auslegungen hat die gerichtliche Beschwerdeinstanz nicht die ihr zweckmässig scheinende auszuwählen, sondern die Grenzen des rechtlich Zulässigen abzustecken (BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1). 3.3 Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV liegt ein überspitzter Formalismus vor, wenn für ein Verfahren rigorose Formvorschriften aufgestellt werden, ohne dass die Strenge sachlich gerechtfertigt wäre, oder wenn die Behörde formelle Vorschriften mit übertriebener Schärfe handhabt. Durch ein derartiges Vor- gehen wird die Formstrenge zum blossen Selbstzweck, womit die Verwirk- lichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschwert oder gar verhindert werden kann (vgl. dazu grundlegend BGE 132 I 249 E. 5). Aus dem Verbot des überspitzten Formalismus wie auch aus Art. 9 BV kann die Verpflichtung der Behörde abgeleitet werden, den Privaten in gewissen Si- tuationen von Amtes wegen auf Verfahr ensfehler hinzuweisen, die er be- gangen hat oder im Begriffe ist zu begehen (vgl. zum G anzen BVGE 2007/13 E. 3.2 m.H. "Vermessung Durchmesserlinie"). Das Bundesverwal- tungsgericht leitet aus dem Verbot des überspitzten Formalismus ab, dass in vergaberechtlichen Verfahren dem Anbieter in bestimmten Fällen Gele- genheit zu geben ist, den ihm vorgehaltenen Formmangel zu beheben. In diesem Sinne kann der Ausschluss namentlich als unverhältnismässig er- scheinen, wenn lediglich Bescheinigungen (etwa betreffend Bezahlung der Steuern) fehlen, deren Nachreichung sich nicht auf das Preis -/Leistungs- verhältnis der Offerte auswirkt (Urteile des BVGer B-5608/2017 vom 5. Ap- ril 2018 E. 3.7.2 "Lüftung Kaserne Thun III" und B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.2 f. "Studie Schiene ngüterverkehr"; BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durchmesserlinie"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 447 f.). 3.4 Zusammenfassend unterscheidet die Praxis bei unvollständigen, aber auch bei nicht den Anforderungen entsprechenden Offerten drei Katego- rien. B-3204/2020 Seite 17 Eine erste Kategorie umfasst Angebote, welche die Vergabestelle aufgrund ihrer Mängel nicht ohne Verletzung des Transparenz - und Gleichbehand- lungsgebots in die Bewertung einbeziehen kann, also ausschliessen muss. Unter diese Kategorie fallen gravierende Form fehler, die zwingend zum Ausschluss führen. Beim Entscheid darüber, ob ein mit einem solchen Formfehler behaftetes Angebot auszuschliessen ist, hat die Vergabestelle kein Ermessen (vgl. MARTIN BEYELER, Anmerkungen zum BVGE 2007/13, publiziert in: Baurecht [BR] 2007 S. 84 f.). Dabei ist an jene Fälle zu den- ken, in welchen die Unvollständigkeit wesentliche Punkte des Angebots betrifft und der Ausschlussgrund ein gewisses Gewicht aufweist (BVGE 2007/13 E. 3.3 "Vermessung Durchmesserlinie"; Aargauische Gerichts - und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2005 S. 254 E. 2.1.1 sowie AGVE 1999 S. 341 ff. E. 3b/ee). Ein wesentlicher Formfehler liegt vor, wenn das Angebot mehr als nur untergeordnete Regeln der Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsunterlagen über den Beschaffun gsgegenstand nicht oder ungenügend erfüllt (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.1). Massstab für die Beurtei- lung ist – abgesehen vom Gleichbehandlungsgebot – die Vergleichbarkeit der Angebote. Kann das fehlerhafte Angebot aufgrund der Formfehler nicht mit den Angeboten anderer Anbieter verglichen werden, ist regelmässig von einem wesentlichen Formfehler auszugehen (vgl. HANS RUDOLF TRÜEB, in: Oesch/Weber/Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsr echt II, 2011, Art. 19 BöB N. 6 m.H.). Fehlen relevante Angaben oder Unterlagen im eingereich- ten Angebot, führt das zum Ausschluss (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.3 ; Urteil des BVGer B-5084/2007 vom 28. Januar 2008 E. 2 "Erneuerung Funksys- tem"). Auch Offerten, die unvollständig sind in Bezug auf Angaben, die sich auf das Preis -Leistungs-Verhältnis auswirken, sind grundsätzlich auszu- schliessen (vgl. zu den Grenzen der Offertbereinigung insbesondere BVGE 2007/13 E. 3.4). Im Weiteren führt die Vornahme eigenmächtiger Änderun- gen an den Ausschreibungsunter lagen, zum Beispiel dem Leistungsver- zeichnis bzw. -beschrieb, durch einen Anbieter, zum Ausschluss (vgl. BVGE 2007/13 E. 3.3; Urteil des BVGer B -5084/2007 E. 2.1; TRÜEB, a.a.O., Art. 19 BöB N. 7). Eine zweite Kategorie von Offerten ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vergabestelle sie durch Rückfragen auf den verlangten Stand bringen darf, aber nicht muss; die Vergabestelle verfügt demnach in diesem Rahmen über einen Ermessensspielraum (BVGE 2007/1 3 E. 6.2 "Vermessung Durchmesserlinie"). Diese Kategorie umfasst mittelschwere Formfehler, bei welchen es im Ermessen der Vergabestelle liegt, ob sie ein Angebot ausschliessen oder im Verfahren belassen will (vgl. MARTIN BEYELER, BR 2007 S. 84 f.). B-3204/2020 Seite 18 Die dritte und letzte Kategorie lässt sich so umschreiben, dass die Mängel des Angebots derart geringfügig und vernachlässigbar sind, dass die Vergabestelle zur Bereinigung derselben Hand bieten muss (vgl. zum Gan- zen den Zwischenentscheid des BVGer B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 5.4 "Tunnelorientierungsbeleuchtung" sowie die Urteile des BVGer B-5608/2017 vom 5. April 2018 E. 3.7.3 "Lüftung Kaserne Thun III" und B-985/2015 vom 12. Juli 2015 E. 4.3.5 m .H. "Studie Schienen güterver- kehr"). 4. Nachfolgend wird ausgehend von den Vorgaben in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen und deren Interpretation untersucht, ob die Anwendung des gleich hohen Stundenansatzes in den Kategorien A und B durch die Beschwerdeführerinnen einen Mangel darstellt, der dermass en gravierend ist, dass er zum Ausschluss führt bzw. diesen rechtfertigt, oder ob die Vergabestelle aufgrund des Verbots des überspitzten Formalismus und des Art. 9 BV verpflichtet gewesen wäre, die Beschwerdeführerinnen auf diesen Mangel aufmerksam zu machen und ihnen Gelegenheit zu des- sen Behebung zu bieten. 4.1.1 In Ziff. 2.11 der Ausschreibung wird festgehalten, dass Varianten nicht zugelassen werden, dies mit der ausdrücklichen Bemerkung, dass Pauschal- und Globalangebote und/oder Angebote mit Zeitmitteltari f aus- geschlossen werden. 4.1.2 In Ziff. 2.1.1 der Angebotsunterlagen für Planerleistung, die integrie- renden Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen bilden, wird auf die An- gebotsbeilage B02 (Leistungstabelle Honorar) der Ausschreibungsunterla- gen verwiesen und festgehalten, dass die zu erbringenden Leistungen des Anbieters in der Vertragsurkunde für Planerleistungen (B03) und im Pflich- tenheft (B04) definiert sind. Die Angebotsbeilage B02 besteht aus dem Excel-Dokument "Leistungstabelle Honorar (Preistabelle)", das die Anbie- ter für die Preis -/Honorarkalkulation auszufüllen hatten . Das Dokument setzt sich aus der Honorartabelle, der Tabelle betreffend Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit und der Tabelle betreffend die Zusammen- stellung (Preistabelle) zusammen. Die Honorartabelle, die hier auszugsweise (nur mit Bezug auf das Total der von der Vergabestelle im Voraus bestimmter Stunden für jede vorgesehene Phase; vgl. für Details die Beilage 3 der Vernehmlassung) wiedergegeben wird, sieht, soweit für den vorliegenden Fall interessierend, wie folgt aus: B-3204/2020 Seite 19 Funktion Name Kat. Total CHF/h CHF Schlüsselpersonen: - PL PV 2'190 BIM-Koordinator/Manager 1'070 weiteres Personal: A 285 B 2'180 C 1'910 D 1'660 E 1'660 F 1'660 G 1'035 Summe 13'650 Am Schluss der Leistungstabelle ist unter dem Titel "Bemerkungen / Be- stätigung" Folgendes zu lesen: - Nebenkosten (gemäss Ziff. 4.2.1, Abschnitt der Vertragsurkunde): Es besteht insbesondere für Reisespesen und Reisezeit kein Anspruch auf separate Vergütung (in Stundenansätze einzurechnen) - Zusätzliche Nebenkosten können gemäss "Vorgabe maximale Nebenkosetnansätze " (B06) abgerechnet wer- den. - Bauherrenreserve: Für evtl. Mehrleistungen ist in der Ausschreibungszusammenstellung eine "Honorarreserve Bauherrschaft" ausgewiesen. Die entsprechenden Stunden stehen nur für vom Auftraggeber speziell bestellte Mehrleistungen. Diese müssen durch den PLAST RA schriftlich ausgelöst werden, ansonsten besteht kein An- spruch auf Vergütung. In Ziff. 2.1.2.3 "Organigramm (ZK3)" wird vom Auftragnehmer die Vorlage eines Organigramms und einer Verantwortlichkeitsmatrix verlangt, aus de- nen hervorgeht, wie der BIM -geschützte Planungsprozess organisiert ist und wie die entsprechenden Verantwortlichkeiten geregelt sind. Weiter wird gefordert, dass die Mitarbeiterlisten den Angebotsunterlagen beizufügen sind. Es durften die firmeneigenen Listen verwendet werden. In der tabel- larischen Aufstellung waren mindestens folgende Angaben verlangt: Name, Vorname Jahrgang Berufsausbildung, Abschlussjahr B-3204/2020 Seite 20 Fachgebiet und Tätigkeit Anzahl Praxisjahre (seit Berufsabschluss) SIA-Honorarkategorie (2019) Stellung in der Firma/Bemerkungen Funktion im Projekt Weiter waren folgende Präzisierungen enthalten: Die mit der Mitarbeiterliste abgegebenen Einstufungen in Funktion/Kategorie sind nicht automatisch durch den Auftraggeber akzeptiert. Der Auftraggeb er behält sich vor, die Einstufung nicht zu akzeptieren und nach folgenden Grundsätzen neu zu verhandeln.  Die Einstufung in eine Kategorie erfolgt nach Funktion/Leistung im Projekt (nicht nach Funktion in der Stammunternehmung).  Die Einstufung erfolgt nac h dem Dokument SIA LHO 103 (SN 508 103). 4.1.3 In Ziff. 4.1.1 der Vertragsurkunde für Planerleistungen in den Aus- schreibungsunterlagen wird bezüglich Vergütung Folgendes festgehalten: "Es wird eine Vergütung nach erbrachtem Zeitaufwand vereinbart für folgende Leistungen: Gemäss detailliertem Angebot des Beauftragten vom […] Gemäss folgenden Stundenansätzen exkl. MWST: Projektleiter CHF «BIM-Koordinator/Manager» CHF Kategorie A CHF Kategorie B CHF Kategorie C CHF Kategorie D CHF Kategorie E CHF Kategorie F CHF Kategorie G CHF Offerierte Vergütung brutto nach Zeitaufwand inkl. Nebenkosten CHF 0.00 ./. Rabatt 0 % CHF 0.00 Zwischentotal CHF 0.00 Zusätzliche Nebenkosten gemäss Ziffer 4.2 (2. Abschnitt) CHF 20'000 Vereinbarte Vergütung netto CHF 20'000.00 MWST zum Satz von 7.7% CHF 1'540.00 Total Vergütung inkl. MWST CHF 21'540.00 Dieser Betrag wird der Teuerung gemäss Ziffer 4.3 angepasst. Dieser Betrag gilt als Kostendach im Sinne von Artikel 9.2 der Allgemeinen Ver- tragsbedingungen KBOB für Planerleistungen. Die Aufteilung der Vergütung je Inventarobjekt, Finanzierungskonto und Kosten- art richtet sich nach beiliegendem Rechnungsdeckblatt." B-3204/2020 Seite 21 In Ziff. 4.2 der Vertragsurkunde unter dem Titel "Nebenkosten" wird insbe- sondere hervorgehoben, dass Nebenkosten des Beauftragten betreffend Arbeitsunterlagen (wie Pläne, Fotokopien, sonstige Dokumente), Telefon, Fax, Porti, Computerinfrastruktur, Versicherungen, Reisespesen und Rei- sezeit, auswärtige Unterkunft und Verpflegung in der vereinbarten Vergü- tung gemäss Ziff. 4.1 (der Vertragsurkunde) eingerechnet sind. Aus dem expliziten Hinweis auf Art. 9.2 der Allgemeinen Vertragsbedingun- gen KBOB fü r Planerleistungen in der Vertragsurkunde ergibt sich, dass die Vergabestelle vorliegend ein Kostendach als Maximalhonorar festge- setzt hat (vgl. ANTON EGLI/HUBERT STÖCKLI, Das Planerhonorar, III. Die Ho- norarberechnung nach den SIA -Ordnungen 102/103, in STÖCKLI/THOMAS SIEGENTHALER [HRSG.], Die Planerverträge, Verträge von Architekten und Ingenieuren, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Zürich, 2019, Rz. 8.26 FN 35). 4.2 4.2.1 Die Honorarberechnung nach Zei taufwand (Zeithonorar) nach SIA-Ordnungen 102 und 103 empfiehlt sich vor allem für Leistungen, deren Zeitaufwand im Voraus nicht oder nur schwer abschätzbar ist (Art. 5.3.2 SIA 102/103). Es werden dabei drei Methoden der Honorarberechnung un- terschieden: die Berechnung nach Qualifikationskategorien, die Berech- nung nach mittleren Stundenansätzen und die Berechnung nach Gehältern (vgl. zum Ganzen EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.52 ff., insbesondere Rz. 8.65, 8.72 ff., 8.77 ff. und 8.83 f.). 4.2.2 Die Berechnung nach Qualifikationskategorien zeichnet sich durch unterschiedliche Stundenansätze aus, die im Vertrag je nach Anforderun- gen an die Funktion sowie die Erfahrung und das Können des jeweiligen Funktionsträgers abgestuft sind (EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.72). Massge- blich ist, wer für das Vertragsobjekt gearbeitet hat. Es k ommt dabei nicht auf die Person und auch nicht auf ihre hierarchische Stellung im Planer- büro, sondern auf die Aufgabe an, die sie im Hinblick auf die Vertragserfül- lung verrichtet hat (Art. 6.2.4). Die SIA-Ordnungen 102-K und 103-K ope- rieren in Art. 6.2.5 mit zahlreichen Funktionen (für die Planerarbeit sind dies Chefingenieur, leitender Ingenieur, Ingenieur, Zeichenkonstrukteur, Zeich- ner bis zum Lehrling bzw. Hilfspersonal), mit drei Stufen (1 als niedrigste, 3 als höchste Stufe), die der Gewichtung von Erf ahrung und Können die- nen, und mit sieben Kategorien (A als höchste, G als niedrigste Kategorie), B-3204/2020 Seite 22 wobei jeder Funktion 2 oder 3 Kategorien zugeordnet sind ( EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.75). 4.2.3 Der Berechnung nach mittleren Ansätzen liegt der Gedanke zu- grunde, wonach das Honorar nicht nach dem jeweiligen Zeitaufwand der verschiedenen Planer und den ihnen zugeordneten Qualifikationskatego- rien, sondern nach dem Zeitaufwand eines für den konkreten Planungsauf- trag individuell zusammengestellten Planerteams zu berechnen ist. Für alle Mitarbeiter des Teams wird dann ein einheitlicher (gleich hoher) Stunden- ansatz vereinbart (EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.77, 8.80). 4.2.4 Die Berechnung nach Gehältern muss wie jede andere auch beson- ders vereinbart werden und ist auf den Fall zu geschnitten, dass zwischen dem Bauherrn und dem Planer der Einsatz eines bestimmten Mitarbeiters vereinbart wird. Bei der Bestimmung des Stundenansatzes in dieser Be- rechnungsmethode ist von der AHV -pflichtigen Jahreslohnsumme mit ei- nem bürospezifischen Zus chlag in Prozenten für Gemeinkosten, Risiko und Gewinn auszugehen (Art. 6.4.2 SIA 102/103K; vgl. EGLI/STÖCKLI, a.a.O., Rz. 8.83). 4.2.5 Der Vergütungsmodus nach einheitlichem gemitteltem Ansatz bzw. nach Qualifikationskategorien kann grundsätzlich den Anreiz setzen, nach Möglichkeit eher günstiges Personal bzw. eher gut qualifiziertes Personal einzusetzen. Entscheidet sich die Vergabestell e für eine Honorarberech- nung nach Qualifikationskategorien, äussert sie damit ihren Willen, das Vertragsverhältnis so zu gestalten, dass die Ausführung der ausgeschrie- benen Arbeiten entsprechend qualifiziertem Personal und nicht dem Per- sonal der tieferen S tufe anvertraut wird (vgl. zum Ganzen: MARTIN BEYE- LER, Gemittelte Stundenansätze als Vergütungsvariante in BR 2012, S. 101-103). 4.3 Im Rahmen von angefochtenen Verfahrensausschlüssen hat sich das BVGer bereits mehrmals mit Fragen rund um gemittelte Stundenan sätze und das Verbot von Zeitmitteltarifen befasst. 4.3.1 In einem ersten Fall hatte die Vergabestelle eine Vergütung nach er- brachtem Zeitaufwand vorgesehen und durch Ankreuzen des entsprechen- den Felds im dazugehörigen Formular ausdrücklich nur die Möglichkeit der Berechnung nach Qualifikationskategorien – wobei für jede Kategorie A bis F ein Stundenansatz zu offerieren war – ausgewählt. Die beschwerdefüh-B-3204/2020 Seite 23 rende Anbieterin hatte für jede Kategorie zwar einen Stundenansatz offe- riert, allerdings betragsmässig stets den gleichen. Das Bundesverwal- tungsgericht betrachtete diese Art des Offerierens als Angebot eines ge- mittelten Stundenansatzes (einheitlicher Ansatz für alle Kategorien) und deshalb als von der Ausschreibung abweichende Vergütungsart, die zu Recht zum Ausschluss aus dem Verfahren geführt hatte (vgl. Zwischenent- scheid des BVGer B-6123/2011 vom 8. Dezember 2011 ganze E. 4). 4.3.2 In einem weiteren Fall betreffend Ingenieurdienstleistungen hatte die Vergabestelle in den Ausschreibungsunterlagen eine Vergütung nach Zeit- aufwand mit einer Berechnung nach Qualifikationskategorien B bis G ver- langt. Die Ausschreibung enthielt den expliziten Hinweis, dass Angebote mit Zeitmitteltarif ausgeschlossen würden. Die Honorartabelle verwies aus- drücklich auf die Kategorien der Koordinationskonferenz der Bau- und Lie- genschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB, welche den von der SIA-Ordnung 103 verwendeten Kategorien entsprachen. Eine Anbieterin hatte für die Kategorien B, C und D bzw. E, F und G den gleichen Stunden- ansatz, mithi n zwei unterschiedliche Tarife offeriert, einen Tarif von Fr. (…).–/Std. für die Kategorien B, C und D und einen Tarif von Fr. (…).– /Std für die Kategorien E, F und G. Gemäss Definition des Bundesverwal- tungsgerichts wird ausgehend vom allgemeinen Sprachgeb rauch von ei- nem Angebot mit Zeitmitteltarif gesprochen, wenn für mehrere verschie- dene Honorarkategorien durch Bildung von "Durchschnittswerten", "Mittel- werten" oder einem "arithmetischen Mittel" einheitliche Stundenansätze of- feriert werden. Das Gericht hat die Ansicht der Vergabestelle gestützt, wo- nach die Offerte der Beschwerdeführerin zwei Durchschnittswerte enthalte. Denn sie würden sich auf verschiedene Kategorien von Mitarbeitenden der Beschwerdeführerin beziehen, welche aufgrund unterschiedlicher beru fli- cher Qualifikationen per se voneinander abweichende Honoraransätze hätten. Es hat sodann das Verbot des Zeitmitteltarifs in der Ausschreibung in dem Sinne ausgelegt, dass in sämtlichen Kategorien je unterschiedlich hohe Ansätze zu offerieren seien. Aufgrund der zwei angebotenen Durch- schnittswerte und der Zweitteilung der Kategorien in zwei Honorargruppen ist das Gericht zur Erkenntnis gelangt, dass der von der Beschwerdeführe- rin angebotene Tarif nicht vergleichbar sei. Die Vergleichbarkeit würde vo- raussetzen, dass die Beschwerdeführerin für jede einzelne Kategorie einen spezifisch für diese geltenden Stundenansatz in der Honorartabelle ange- geben hätte, welcher direkt mit dem jeweiligen Ansatz der anderen Anbie- ter hätte verglichen werden können. Aus diesen Gründen wurde der Aus- schluss als rechtmässig gewertet (vgl. Zwischenverfügung des BVGer B - 2297/2017 vom 3. Juli 2017 E. 5.1, 5.2.7, 5.4.5, 5.6.3, 5.7.3, 5.9.4). B-3204/2020 Seite 24 4.3.3 In einem weiteren Fall, in welchem Angebote mit Zeitmitteltarif ge- mäss Vorgabe in der Ausschreibung ausgeschlossen wurden, hat das BVGer an der bereits festgelegten Definition des Zeitmitteltarifs festgehal- ten. Aus dem Umstand, dass eine Offerentin für die ausgeschriebenen Ho- norarkategorien von A bis G sieben unterschiedlich hohe Stundenansätze angeboten hatte, hat das Gericht den Schluss gezogen, dass darin kein Angebot mit Zeitmitteltarif zu erkennen sei, womit das Angebot der Be- schwerdeführerin mit den übrigen Angeboten vergleichbar sei. (Urteil des BVGer B-4969/2017 vom 24. September 2018 E. 3.4, E. 7). 4.4 4.4.1 Vorliegend hat die Vergabestelle in Ziff. 2.11 der Ausschreibung aus- drücklich kommuniziert, dass Varianten nicht zugelassen und Angebote mit Zeitmitteltarif ausgeschlossen werden. Sodann hat sie sich in den Aus- schreibungsunterlagen für eine Honorarberechnung fnach Zeitaufwand im Sinne von kategorienabhängigen Stundenansätzen nach SIA -Norm 103 entschieden. 4.4.2 Der ausdrückliche Hinweis auf die Nichtzulassung von Varianten in der Ausschreibung bedarf einer näheren Erörterung. Wählt eine Anbieterin lediglich eine andere Preisart (z. B. Globalpreis anstelle von Einheitspreis bzw. Pauschalpreis anstelle von Abrechnung nach Zeitaufwand), liegt pra- xisgemäss keine Variante, sondern eine Abweichung von der vorgegebe- nen Vergütungsart, mithin ein ausschreibungswidriges Angebot vor (vgl. Urteil des BVGer B -4969/2017 E. 3.1, Zwischenentscheide des BVGer B-2297/2017 E. 5.8.4 und B-6123/2011 E. 4.2; Erläuternder Bericht zur Än- derung der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen [VöB] vom 1. Januar 2010, S. 15; Gleiches wird au ch de lege ferenda gelten, vgl. Botschaft zur Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. Februar 2017, BBl 2017 1851 ff., insbeson- dere 1949). 4.4.3 Aus einer Gesamtwürdigung der Vorgaben in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen ergibt sich, dass der Ausschluss von Ho- norarangeboten im Zeitmitteltarif in Kombination mit der Wahl der Honor- arberechnung nach Qualifikationskategorien nach SIA 103 nicht anders verstanden werden konnten, als beim bekanntgegebenen Vergütungsmo- dus grundsätzlich nur betragsmässig unterschiedliche Preise je Kategorie einzusetzen waren. Wie bereits in E. 4.2.2 erwähnt, bei der Methode der Honorarberechnung nach Kategorien werden die Stundenansätze je nach B-3204/2020 Seite 25 Anforderungen an die Funktion sowie die Erfahrung und das Können des jeweiligen Funktionsträgers gebildet und die Zuordnung zu einer Kategorie hängt von den beruflichen Qualifikationen ab. Das impliziert grundsätzlich per se voneinander abweichende Honoraransätze (vgl. vorne E. 4.3.2) Aus den genügend klar formulierten Vorgaben in der Ausschreibung und Ausschreibungsunterlagen konnten die Offerenten nach dem Gesagten entnehmen, dass bei Nichtbefolgung der bekanntgegebenen Ausgestal- tung der Vergütungs art von einem ausschreibungswidrigen Angebot mit Zeitmitteltarif auszugehen wäre, welches zum Ausschluss führen würde. Die Mehrheit der Teilnehmer am Vergabeverfahren haben die Vorgaben im Übrigen auch in diesem Sinn verstanden. 4.5 Die Ausschreibung und die Ausschreibungsunterlagen legen die Spiel- regeln des Vergabeverfahrens sowohl für die Vergabestelle als auch für die Anbietenden verbindlich fest (Urteil des BVGer B -4373/2019 vom 30. Ja- nuar 2020 E. 3.2.4.1 "Erhaltungsprojekt Mittenbäch"). 4.5.1 Unter dem Aspekt der systematischen Auslegung ist festzuhalten, dass die Vorschriften in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunter- lagen rund um den gewählten Vergütungsmodus in dem Sinne zu interpre- tieren waren, dass die Anwendung eines gleich hohen Stundenansatzes in mehr als eine Honorarkategorie grundsätzlich einen Verstoss gegen das Verbot von Angeboten mit Zeitmitteltarifen darstellt, der zum Ausschluss führt. Vorliegend hat die Vergabestelle entscheidend Wert auf das Verbot von Zeitmitteltarifen gelegt, damit möglichst gut qualifiziertes Personal ein- gesetzt und die benötigte Qualität für die Erbringung der Leistung bei sämt- lichen Kategorien gewährleistet wird. Es liegt auf der Hand, dass ein davon abweichendes Angebot die Ausschreibungsbedingungen verletzt und mit einem wesentlichen Formfehler behaftet ist. 4.5.2 Im Vergleich zum Parallelfall B-3157/2020 (Wildtierquerung Mels) hat die Vergabestelle im vorliegenden Vergabeverfahren weder Schein -Zeit- mitteltarife explizit verboten noch eine Pflicht zur Einhaltung einer vernünf- tigen Abstufung je Kategorie und Funktion im Projekt vorgesehen. Selbst wenn das Verbot von Angeboten mit Zeitmitteltarifen im vorliegenden Fall nicht mit der gleichen Schärfe und Absolutheit ausformuliert wurde, kann dies aber nicht bedeuten, dass die hier gewählte Ausgestaltung der Aus- schreibung und der Ausschreibungsunterlagen genügend Spielraum für Ausnahmen gibt, ansonsten das explizit kommunizierte Verbot von Zeitmit-B-3204/2020 Seite 26 teltarifen Gefahr liefe, seines Sinnes beraubt zu werden. Immerhin resul- tiert aus den hier massgeblichen Bestimmungen der Ausschreibung bzw. Ausschreibungsunterlagen keine Möglichkeit, dass die Anwendung des ge- nau gleichen Stundenansatzes in zwei oder mehr Kategorien ausnahms- weise bei Vorliegen einer nachvollziehbaren Begründung in der Offerte zu- gelassen würde. Aufgrund der Bindung der Vergabestelle an die Ausschrei- bung und Ausschreibungsunterlagen kommt der Vergabestelle bei der Frage, ob sie bei Vorliegen eines Angebots mit zwei oder mehreren iden- tisch bepreisten Kategorien von einer Offertbereinigung absehen und die- ses vom Verfahren ausschliessen will, daher ein eingeschränkter Ermes- sensspielraum zu. 4.5.3 Die Beschwerdeführerinnen haben in den zwei oberen Kategorien A und B unbestrittenermassen exakt denselben Stundenansatz angegeben, so dass für diese Kategorien ein einheitlicher Stundenansatz und faktisch sechs statt sieben Kategorien resultieren. Bei den genannten Kategorien handelt es sich um die Kategorien der höheren Qualifikationsstufen, insbe- sondere für die Funktionen Chefingenieur, Projektleiter, Fachkoordinator für die Kategorie A und für die Funktion Leitender Ingenieur für die Katego- rie B (vgl. Art. 6.2.6 SIA 103). In der Vernehmlassung hat die Vergabestelle ihren Standpunkt dahingehend verdeutlicht, dass die Vorgaben für die Aus- gestaltung der Honorare umso mehr für die Kategorien mit den höchsten Ansätzen gälten, welche für die Ausführung des inhaltlich wichtigsten Teils des Auftrags zuständig seien. Die Vergabestelle erachtet es gerade bei Mit- arbeitenden in diesen Kategorien von zentraler Bedeutung, dass die anfal- lenden Arbeiten von einem Mitarbeitenden ausgeführt werden, welcher ef- fektiv über die entsprechende Qualifikation und Erfahrung verfügt. Auf- grund dieser nachvollziehba ren Darstellung ist der Ausschluss der Be- schwerdeführerinnen vom Vergabeverfahren vertretbar und es sind keine Anhaltspunkte für eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung ersichtlich. 4.5.4 Durch ihre vorbehaltlose Teilnahme am Vergabeverfahren haben die Beschwerdeführerinnen den Willen manifestiert, sich an sämtliche Vorga- ben zu halten, insbesondere betreffend die Vergütungsform der Honorar- berechnung nach Kategorien und das Verbot von Angeboten mit Zeitmittel- tarifen. Unter Berücksichtigung des hier vertretenen Auslegungsergebnis- ses, der erwähnten Unterscheidungen zwischen einer Vergütung nach Ho- norarkategorien und nach mittleren Ansätzen sowie in Anbetracht der vorne in E. 4.3.2 f. zitierten Urteile des Bundesverwaltungsgerichts muss- ten die Beschwerdeführerinnen erkennen und voraussehen, dass ihr An- gebot aufgrund des offerierten gleichen Ansatzes in den Kategorien A und B-3204/2020 Seite 27 B vom Verfahren ausgeschlossen werden könnte. Mit einer solchen Ge- staltung der Stundenansätze kann das Angebot der Beschwerdeführerin- nen im Sinne der zitierten Praxis des Bundesverwaltungsgerichts grund- sätzlich nicht mit den Angeboten derjenigen Anbieter verglichen werden, welche für jede einzelne Kategorie einen verschiedenen Stundenansatz angeführt haben. 4.5.5 Soweit sich die Beschwerdeführerinnen gegen eine Übertragung des Zwischenentscheids des BVGer B -2297/2017 auf den vorliegenden Fall wehren, da sie weder symbolische Preise noch eine Zweiteilung der Kate- gorien in zwei Honorargruppen vorgenommen hätten, kann ihnen nicht ge- holfen werden. Im referenz ierten Zwischenentscheid wurde im Ergebnis festgehalten, dass das Verbot des Zeitmitteltarifs nicht nur auf den Fall zu- geschnitten ist, in dem ein Anbieter denselben Stundenansatz in allen Ka- tegorien anwendet, sondern in dem Sinne zu verstehen ist, dass nach der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen in sämtlichen Katego- rien unterschiedlich hohe Preise je Kategorie einzusetzen sind, ansonsten eine Vergleichbarkeit der Offerten nicht gewährleistet wäre (vgl. vorne E. 4.3.2). Dieses Verständnis wurde im Urteil des BVGer B-4969/2017 vom 24. September 2018 auch bestätigt (vgl. vorne E. 4.3.3). Die Handhabung des Verbots von Zeitmitteltarifen gemäss der genannten Praxis, auf welche auch die Vergabestelle vorliegend abstellt, hat zwar einen gewissen Sche- matismus zur Folge, der aus Praktikabilitätsgründen jedoch hinzunehmen ist. Es ist deshalb kein Anlass ersichtlich, von dieser Rechtsprechung ab- zuweichen. 4.5.6 Fehl geht sodann auch der Hinweis auf das soeben zitierte Urteil des BVGer B-4969/2017, soweit darin festgestellt wurde, dass sich aus der Ab- stellung auf die Honorarkategorien A bis G nach SIA -Ordnung 103 in der Ausschreibung sowie aus weiteren Vorgaben in den Ausschreibungsunter- lagen keine Preisbildungsregel für degressive Honoraransätze zu entneh- men sei (Urteil des BVGer B -4969/2017 vom 24. September 2018 E. 6.4 ff.). Es gilt an dieser Stelle zu präzisieren, dass die Feststellung des Bun- desverwaltungsgerichts nicht im Zusammenhang mit dessen Verständnis des Verbots von Zeitmitteltarifen steht, sondern sich auf die (negative) Be- antwortung der Frage bezieht, ob die damalige Beschwerdeführerin auf- grund der Verwendung der Honorarkategorien nach SIA-Ordnung 103 da- von ausgehen musste, dass nur absteigende Honoraransätze als zulässig erachtet wurden. B-3204/2020 Seite 28 4.5.7 Aus dem Ums tand, dass die Ausschreibungsunterlagen – im Ver- gleich zu späteren Vergabeverfahren des ASTRA, namentlich im Projekt (…)– vorliegend keine ausdrückliche Vorgabe für eine absteigende Abstu- fung (A>B>C>D>E>F>G) enthalten, können die Beschwerdeführerinnen keine Rückschlüsse auf dieses Verfahren ziehen. Insbesondere keine Rückschlüsse darauf, dass betragsmässig gleich hohe Stundenansätze für mehrere Kategorien zugelassen werden können. Eine solche Schlussfol- gerung können die Beschwerdeführerinnen ebenso wenig aus der Antwort der Vergabestelle in der Frage-Antwort-Runde im Vergabeverfahren betref- fend das Projekt (…) ableiten, wonach für die Entschädigung die Funktion massgebend sei und die Kategorie eine Zusatzinformation darstelle, die nicht massgebend für die En tschädigung sei. Die Aussage der Vergabe- stelle stand nämlich nicht im Zusammenhang mit dem Verbot von Zeitmit- teltarifen, sondern lediglich mit der Vorgabe für eine absteigende Abstu- fung. 4.5.8 Allein aus der Tatsache, dass die Vergabestelle in früheren Vergabe- verfahren ein Angebot der Beschwerdeführerinnen mit einer ähnlichen Ge- staltung der Stundenansätze im Verfahren beliess und in einem Fall auch den Zuschlag erteilte, lassen sich keine Folgerungen zu Gunsten der Be- schwerdeführerinnen mit Bezug auf das vorliege nde Verfahren herleiten. Selbst wenn die Vorgaben in den von den Beschwerdeführerinnen ange- führten Vergabeverfahren mit denjenigen im vorliegenden Fall identisch wären, was aufgrund der Akten nicht restlos klar ist, würde für die Be- schwerdeführerinnen kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht be- stehen (vgl. Urteil des BVGer B-4602/2019 vom 4. März 2020, E. 4.7). 4.5.9 Die Beschwerdeführerinnen machen unter Beilage der entsprechen- den Kostenkalkulation in der Replik geltend, zwischen den Kategorien A und B würden erhebliche Unterschiede bezüglich der nicht separat verre- chenbaren Faktoren Führungsanteil, Reisekosten und Controlling beste- hen, wobei sie die nicht stundenabhängigen Kosten in grösserem Umfang bei der Kategorie B als bei der Kategorie A eingerechnet hätten. Aus der Kostenkalkulation und den entsprechenden Erläuterungen in der Replik ergibt sich, dass die Beschwerdeführerinnen, ausgehend von je unter- schiedlichen Grundansätzen pro Kategorie , zum praktisch gleich hohen Stundenansatz für die Kategorien A und B kommen. Es gilt hier insbesondere anzumerken, dass die Nebenkosten gemäss Vor- gaben in den Ausschreibungsunterlagen in die entsprechenden Stunden- ansätze einzurechnen waren (vgl. vorne E. 4.1.2 f.). Es wäre Aufgabe der B-3204/2020 Seite 29 Offerenten gewesen, aufgrund der Vorgaben in der Ausschreibung und den Ausschreibungsunterlagen die Kostenkalkulation möglichst so anzulegen, dass die Einrechnung der verschiedenen Nebenkosten nicht zu identi- schen Stundenansätzen führt, ansonsten sie ohne entsprechende Offenle- gung damit rechnen mussten, dass die offerierten Stundenansätze als Zeit- mitteltarife aufgefasst würden. Ferner können die Beschwerdeführerinnen in ihren Rechtsschriften nicht darlegen, aus welcher Stelle in ihrer Offerte hervorgehen würde, dass sich die Anwendung der identischen Stundenan- sätze in den strittigen Kategorien auf die Einrechnung der unterschiedli- chen Nebenkosten zurückführen lasse. Vielmehr sind Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass diese Erklärung erst im Rechtsmittelverfahren nachge- schoben wurde. Mit ihren Argumenten vermögen die Beschwerdeführerin- nen weder die Vergleichbarkeit der Offerten nachträglich herzustellen noch ihr mangelhaftes Angebot zu heilen. 4.5.10 Ebenso wenig vermögen die Beschwerdeführerinnen mit dem Argu- ment durchzudringen, der Ausschluss ihrer Offerte sei überspitzt formalis- tisch, da ihre Kalkulationsart nur geringfügige Auswirkungen auf den Of- fertpreis habe und angesichts der für die Kategorie A vorgesehenen tiefen Stundenanzahl (285 von insgesamt 13'650 Stunden) eine Erhöhung des dafür eingesetzten Stundenansatzes den Offertpreis nur marginal beein- flusst hätte. Vorliegend waren die formalen Anforderungen in der Aus- schreibung mit Bezug auf die Unzulässigkeit von Zeitmitteltarifen und die damit einhergehende Ausschlussmöglichkeit bei Vorli egen solcher Tarife eindeutig klar und somit von allen Anbietern ungeachtet der materiellen Auswirkungen zu beachten. Denn die Vorschrift in der Ausschreibung er- laubte der Vergabestelle, Angebote, die von der vorgeschriebenen Vergü- tungsart abweichen, vom V ergabeverfahren auszuschliessen (vgl. vorne E. 4.5.2 f.). 4.5.11 Mit dem Verbot von Angeboten mit Zeitmitteltarifen in der Ausschrei- bung und den weiteren Vorgaben zum Vergütungsmodus nach Qualifikati- onskategorien in den Ausschreibungsunterlagen nimmt die Vergabestelle zwar indirekt Einfluss auf die Art der Leistung und des Zusammenarbei- tens. Das ist insofern nicht zu beanstanden, als der Wettbewerb noch funk- tioniert (vgl. BEYELER, Gemittelte Stundenansätze als Vergütungsvariante in BR 2012, S. 101 -103). Anhaltspunkte für einen fehlenden oder einge- schränkten Wettbewerb sind vorliegend nicht ersichtlich, zumal neun Of- ferten eingingen, wovon sechs im Verfahren belassen wurden. B-3204/2020 Seite 30 Innerhalb der Vorgaben in den Ausschreibungsunterlagen hinsichtlich Ho- norierung nach Qualifikationskategorien gemäss Einstufung nach SIA 103:2020 und Festsetzung eines Kostendachs (vgl. vorne E. 4.1.2 f.) steht es den Anbietern grundsätzlich zu, den Preis ihres Angebots nach eigenem Gutdünken zu kalkulieren. Die Stun denansätze werden auch nach SIA-Norm 103 im wirtschaftlichen Wettbewerb unter den Anbietern ermittelt (vgl. Urteil des BVGer B -4969/2017 vom 24. September 2018 E. 6.5). Im gewählten Vergütungsmodus ist daher keine unzulässige Preisregulierung zu erblicken und der entsprechenden Rüge der Beschwerdeführerinnen ist dadurch der Boden entzogen. 4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerinnen in den zwei oberen Honorarkategorien A und B genau denselben Stunden- ansatz angewendet haben, womit ihr Angebot gegen das in der Ausschrei- bung enthaltene Verbot von Zeitmitteltarifen verstösst. Die Nichteinhaltung dieser Vorgabe für die Honorarberechnung stellt einen nicht unerheblichen Formfehler dar. Die Vergabestelle war im Rahmen des ihr zustehenden Er- messensspielraums daher berechtigt, das mit einem solchen Mangel be- haftete Angebot der Beschwerdeführerinnen vom Vergabeverfahren aus- zuschliessen, selbst wenn die Unvollständigkeit der Offerte in quantitativer Hinsicht als (eher) gering einzuschätzen wäre. Der Ausschluss verletzt we- der das Willkürverbot noch das Verbot des überspitzten Formalismus. Die Belassung des Angebots der Beschwerdeführerinnen im Vergabeverfah- ren liefe dem Transparenz - und Gleichheitsgebot zuwider, zumal die Be- schwerdeführerinnen mit der Zustellung des anonymisierten Offe rtöff- nungsprotokolls im Anschluss an die Offertöffnung (Beilage 8 der Vernehm- lassung) von den Angebotspreisen der Konkurrentinnen Kenntnis erhalten haben. 5. In ihrer Beschwerde beantragen die Beschwerdeführerinnen, es sei ihnen Einsicht in sämtliche Akten d es Vergabeverfahrens zu gewähren, soweit einer solchen keine begründeten Geheimhaltungsinteressen entgegenste- hen. Sie begründen dies damit, dass ohne die Angaben zu den Honorarka- tegorien in sämtlichen übrigen Angeboten sich die Vorwürfe der Vergabe- stelle ihnen gegenüber nicht erhärten liessen (vgl. Beschwerde, Rz. 16). 5.1 Das in anderen Bereichen des Verwaltung srechts allgemein übliche Akteneinsichtsrecht muss bei Submissionsverfahren gegenüber dem Inte- resse der Anbieter an der vertraulichen Behandlung ihrer Geschäftsge- heimnisse sowie des in den Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden B-3204/2020 Seite 31 unternehmerischen Know -hows zurückzutreten. Insbesondere besteht kein allgemeiner Anspruch auf Einsichtna hme in Konkurrenzofferten (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. d BöB; Urteil des BGer 2P .226/2002 vom 20. Februar 2003 E. 2.2 m.H.; Zwischenentschei d des BVGer B -3803/2010 vom 23. Juni 2010 E. 7.2 m.H. "Privatisierung Alcosuisse"; G ALLI/MO- SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1364). Zu den nicht offenzulegenden Of- fertbestandteilen zählen praxisgemäss auch die detaillierten Kalkulations- grundlagen (GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1192). Wo einer Par- tei indessen keine Akteneinsicht erteilt wird, hat das Gericht sich von Amtes wegen zu vergewissern, dass die abgedeckten oder nicht herausgegebe- nen Dokumente keine Hinweise auf rechtsungleiche oder andere rechts- fehlerhafte Bewertungen durch die Vergabestelle verbergen (Zwischenent- scheid des BVGer B -3302/2019 vom 24. September 2019 E. 11.2 "Stahl- wasserbauten Ritomsee"). 5.2 Die Frage, ob die Offerte der B eschwerdeführerinnen den Vorgaben der Ausschreibung bzw. der Ausschreibungsunterlagen entspricht, konnte vorliegend primär aufgrund der Ausschreibung, der Ausschreibungsunter- lagen, der Offerte der Beschwerdeführerinnen, der Rechtsschriften und de- ren Beilagen beantwortet werden. Zudem konnte das Bundesverwaltungs- gericht aufgrund der Honorartabellen und des Evaluationsberichts in den Akten des Vergabeverfahrens feststellen, dass aus dem Kreis der am Vergabeverfahren teilnehmenden neun Anbieter neben den Besch werde- führerinnen zwei weiteren Mitkonkurrentinnen aus dem gleichen Grund ausgeschlossen wurde n. Aus den genannten Akten ergibt sich zudem, dass die nicht ausgeschlossenen Mitbieter in den Honorarkategorien A bis G je betragsmässig unterschiedliche Stundenansätze im Sinne der Vorga- ben in den Ausschreibungsunterlagen offerierten. 5.3 Nach dem Gesagten erscheint die Sache als liquid, zumal bereits ein dreifacher Schriftenwechsel stattgefunden hat. Deshalb ist es nicht erfor- derlich, zuerst separat über den Antrag auf aufschiebende Wirkung zu be- finden. Wie bereits in Aussicht gestellt, kann das Verfahren im aktuellen Zeitpunkt mit einem Endurteil abgeschlossen werden. Damit ist das Ge- such um Erteilung der aufschiebenden Wirkung hinfällig geworden. 6. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Ausschluss aus dem Verfahren als rechtskonform gilt, womit eine Aufhebung des Zuschlags und eine B-3204/2020 Seite 32 Rückweisung an die Vergabestelle zur Neubeurteilung unter Berücksichti- gung des Angebots der Beschwerdeführerinnen ausser Frage stehen. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführerinnen die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Gerichtsgebühr be- stimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Pro- zessführung und finanzieller Lage der Parteien (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). Für Streitigkeiten mit Vermögensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streitwertes fest. Im vorliegen- den Fall werden die Verfahrenskosten aufgrund der argumentativen Über- schneidungen in den ähnlich gelagerten Parallelfällen B-3157/2020 und B-3203/2020 auf Fr. 3'500.– festgesetzt. Bei diesem Verfahrensausgang ist den anwaltlich vertretenen Beschwer- deführerinnen keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die unter das BöB fallende Vergabestelle hat praxisgemäss keinen Anspruch auf Parteientschädigung (vgl. G ALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1443; vgl. Art. 7 Abs. 3 VGKE). 8. Infolge der Revision des öffentlichen Beschaffungsrechts des Bundes sind das neue Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaf- fungswesen und die entsprechende Verordnung vom 12. Februar 2020 am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Das vorliegende Vergabeverfahren wurde vor Inkrafttreten des revidierten Gesetzes eingeleitet und auch nach bishe- rigem Recht zu Ende geführt. Das bisherige Recht ist ebenfalls für das vor- liegende Rechtsmittelverfahren massgebend, zumal das Urteil bereits am 23. Dezember 2020 gefällt wurde (vgl. auch Art. 62 nBöB). Daran vermag der Versand des Urteils nach dem 1. Januar 2021 nichts zu ändern. B-3204/2020 Seite 33 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Den Beschwerdeführerinnen werden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 3'500.– auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 500.– wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils den Beschwerdeführerinnen zu- rückerstattet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungsformular); – die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 200074; Gerichtsurkunde); – die Zuschlagsempfängerin (auszugsweise; A-Post). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Francesco Brentani Corrado Bergomi B-3204/2020 Seite 34 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005, BGG, SR 173.110), soweit sich eine Rechts- frage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 1 und 2 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schwei- zerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari- schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechts- schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die be- schwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG). Versand: 18. Januar 2021