<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp292160"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>99 V 110<br/><br/><br/><div class="paraatf">36. Auszug aus dem Urteil vom 11. Juli 1973 i.S. Zumstein gegen Ausgleichskasse des Kantons Obwalden und Kantonale Rekurskommission für Sozialversicherung des Kantons Obwalden</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp293696"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Anrechenbares Einkommen (<span class="artref">Art. 3 Abs. 1 ELG</span>). <div class="paratf">Weil das Wohnrecht weder der Substanz noch der Ausübung nach übertragbar ist (<span class="artref">Art. 776 Abs. 2 ZGB</span>), darf dessen Gegenwert dem Berechtigten, deres aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der Ergänzungsleistung nicht als Einkommen angerechnet werden. </div> </div> </div> <a name="idp299488"></a> <a name="idp304960"></a> <br/><div> <a name="idp310448"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> <span class="small">ab Seite 110</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page110"></a><div class="center pagebreak">BGE 99 V 110 S. 110</div> </div> <div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">Wie der Sohn der Beschwerdeführerin in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausführt, steht seiner Mutter auch heute noch das im Teilungsvertrag vereinbarte Wohnrecht in seinem Hause zu. Sie kann esjedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Die Ausgleichskasse ist der Meinung, dass die Wohnung ohne grosse Schwierigkeiten an einen Dauerinteressenten oder an Feriengäste vermietet werden könnte, wobei ein jährlicher Erlös von mindestens Fr. 1200.-- resultieren dürfte. Dieser Auffassung kann indessen nicht beigepflichtet werden.</div> <div class="paraatf">Gemäss <span class="artref">Art. 776 Abs. 2 ZGB</span> ist das Wohnrecht unübertragbar und unvererblich. Es ist weder der Substanz noch der Ausübung nach übertragbar. Vielmehr steht es dem Berechtigten grundsätzlich bloss für seine Person zu (TUOR, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 8. Aufl., Zürich 1968, S. 576). Das Wohnrecht erschöpft sich somit in der Benützung der Wohnung durch eigenes Wohnen des Berechtigten und allfällig seiner Familienangehörigen und Hausgenossen (vgl. <span class="artref">Art. 777 ZGB</span>;<span class="bgeref_err">BGE 52 II 136</span>). Kann die Beschwerdeführerin das Wohnrecht gezwungenermassen nicht mehr ausüben und nach Gesetz auch nicht übertragen, so darf der Gegenwert dieses Rechts bei der Bemessung der ihr zustehenden Ergänzungsleistung nicht als Einkommen angerechnet werden.</div> </div></body></html>