Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. November 2016 (715 16 98 / 301) ____________________________________________________________________ Arbeitslosenversicherung Einstellung in der Anspruchsberechtigung aufgrund quantitativ mangelhafter Arbeitsbe- mühungen während der letzten drei Monate vor Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnis- ses bzw. vor Eintritt der Stellenlosigkeit zu Recht erfolgt; nur eine rechtsverbindliche Zusicherung der Verlängerung des befristeten Arbeitsverhältnisses befreit die versicher- te Person vom Nachweis der Stellensuche Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei berin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen KIGA Baselland , Postfach , 4133 Pratteln 1 , Beschwerdegegnerin Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung A. A.____, geboren 1978, arbeitete vom 14. Januar 2 013 bis 31. März 2014 bei der Firma B.____. Nachdem er die Stelle gekündigt hatte , meldete er sich am 7. Mai 2014 bei seiner Wohngemeinde zur Arbeitsvermittlung an und b eantragte die Ausrichtung von Arbeits- losentschädigung. ln der Folge wurde ihm eine Leist ungsrahmenfrist vom 7. Mai 2014 bis 6. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mai 2016 eröffnet. Per 1. März 2015 meldete er sich vo n der Arbeitsvermittlung ab, nachdem er bei der C.____ AG eine neue Arbeitsstelle gefunde n hatte. A.____ arbeitete vom 2. März 2015 bis 31. Dezember 2015 bei der C.____ AG. Am 16. November 2015 meldete er sich während der laufenden Rahmenfrist erneut beim zuständigen regionalen Arbeitsvermittlungs- zentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und stellte bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Basel-Landschaft ab dem 1. Januar 2016 Antrag auf Arbeitslosenentschädigung. Mit Verfü- gung vom 8. Januar 2016 stellte ihn das RAV wegen fehlenden Arbeitsbemühungen vor der Stellenlosigkeit für 11 Tage in der Anspruchsberechtigu ng ein. Als Begründung wurde ausge- führt, dass der Versicherte für den massgebenden Beobachtungszeitraum vom 1. Oktober 2015 bis 31. Dezember 2015 nicht ausreichend Arbeitsbemüh ungen nachgewiesen habe. Gegen diese Verfügung erhob A.____ mit Schreiben vom 10. Januar 2016 Einsprache, die vom Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) Baselland, Abteilung Arbeitsvermittlung , mit Entscheid vom 4 . März 2016 abgewiesen wurde. B. Hiergegen richtet sich die von A.____ am 6 . März 2016 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsger icht), eingereichte Beschwerde, mit der er sinngemäss um Aufhebung des Einspracheentsche ids vom 4. März 2016 ersuch- te. C. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung vom 29. April 2016 die Abweisung der Beschwerde. D. Zwecks weiterer Abklärung des Sachverhalts holte das Ka ntonsgericht mit Schrei- ben vom 12. Mai 2016 bei der C.____ AG eine amtliche Erku ndigung ein. Mit Schreiben vom 24. Mai 2016 beantworteten D.____ und E.____ die ihnen gestellten Fragen . E. Mit Eingaben vom 3. Juni 2016 und vom 8. Juli 2016 nahmen die Parteien zum Ergebnis der amtlichen Erkundigung Stellung und hiel ten an ihren bisherigen Anträgen fest. Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien in den Schriften und die Unterlagen wird – soweit notwendig – in den Erwägungen eingegangen. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art . 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Ar beitslosen- versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgeri chts in Abweichung von Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 regeln. Gemäss Art. 128 der Verordnung üb er die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 31 . August 1983 richtet sich die Beurteilung der Zuständigkeit des kantonalen Versic herungsgerichts nach Art. 119 AVIV. Laut Art. 128 Abs. 2 AVIV ist für die Beurteilung von Besch werden gegen Verfügungen (Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das Ver sicherungsgericht desselben Kan- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tons zuständig. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfa hrens bildet ein Einspracheent- scheid, den das KIGA als kantonale Amtsstelle im Sinne von Art . 85 AVIG erlassen hat, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs . 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnun g (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgerich t als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versiche - rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorlie gen- den Beschwerde zuständig . Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be- schwerde vom 6. März 2016 ist demnach einzutreten. 1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Pe rson der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid. Im vorliegenden Fall enthalte n die Akten keine Angaben über die Höhe des Taggeldansatzes des Beschwerdeführers. Bei einer Einstelldauer von 11 Tagen liegt der Streitwert aber in jedem Fall unter der erwähnten Grenze von Fr. 10'000.--, wes- halb die Beurteilung der Beschwerde in die Kompetenz d es Präsidenten der Abteilung Sozi- alversicherungsrecht des Kantonsgerichts fällt. 2.1 Art. 17 Abs . 1 Satz 1 AVIG enthält die Schadenminderungspflicht, wonach die versicherte Person mit Unterstützung des Arbeitsamtes alles Zum utbare zu unternehmen hat, um eine Arbeits- losigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (BGE 124 V 225 E. 2a) . Im Rahmen dieser Schaden- minderungspflicht ist die versicherte Person insbes ondere verpflichtet, Arbeit (wenn nötig auch aus- serhalb ihres bisherigen Berufes) zu suchen und ihre diesbezüglichen Bemühungen nachzuweisen (Art. 17 Abs. 1 Satz 2 AVIG und Art. 26 Abs. 2 bis AVIV; THOMAS NUSSBAUMER, in: Schind- ler/Tanquerel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sic herheit, Arbeitslosenversicherung, 3. Aufl., Basel 2016, Rz. 828). 2.2 Kommt die versicherte Person der Verpflichtung, sich persönlich genügend um zumut- bare Arbeit zu bemühen, nicht nach, kann die kanton ale Amtsstelle gemäss Art . 30 Abs. 1 lit. c AVlG eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügen. Diese Bestimmung sanktioniert die Verletzung der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten u nd bereits erwähnten Schadenminderungs- pflicht. Auf den Erfolg der Bemühungen kommt es dab ei nicht an, sondern nur auf deren Inten- sität. Die Sanktion soll arbeitslose Versicherte zu r Stellensuche anspornen und vor allem eine missbräuchliche Beanspruchung der Arbeitslosenversi cherung verhindern. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt auch eine angemessen e Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung na- türlich und adäquat kausal zugefügt hat (BGE 124 V 227 E. 2b; vgl. auch Urteil des Bundesge- richts vom 14. Juni 2011, 8C_271/2011, E. 2.2). Die Einstellung hat folglich die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, we lche die versicherte Person hätte vermei- den oder vermindern können. Als Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhält- nismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 828). 2.3 Die Pflicht, sich genügend um Arbeit zu bemühen, set zt mit der Kündigung des bishe- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rigen Arbeitsverhältnisses sowie drei Monate vor Ablauf eines befristeten Arbeitsverhältnis- ses und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ein. Bei de r Anmeldung hat die arbeitslos ge- wordene Person den Nachweis ihrer Bemühungen um Arbeit vorzule gen (Art. 20 Abs. 1 lit. d AVIV; BGE 139 V 524 E. 2.1 .2 mit Hinweisen, BGE 141 V 365 E. 2.2). Bei der Beu rteilung der Frage, ob sich eine versicherte Person genügend um zumutbare Arbeit im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit Art . 26 Abs. 1 AVIV bemüht hat, sind sowohl die Quantitä t wie auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung ( BGE 112 V 217 E. 1b mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7 . August 2006, C 90/06, E. 1 mit Hinweisen) . Das Quantitativ der Bewerbungen beurteilt sich nach den konkreten Umstä nden, wobei in der Praxis durchschnittlich 10 bis 12 Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genügend erachtet werden (nach der Praxis des Kantons Basel-Landschaft mindestens acht ). Dabei müssen stets die Umstände des Einzelfalles berücksichtigt werden (Urteil des Bund esgerichts vom 25. April 2005, C 10/05, E. 2.3 .1; JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruch sberechtigung, Zürich 1998, S. 140). 2.4 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist darauf hi nzuweisen, dass den Parteien in dem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Sozialversicher ungsprozess eine Beweislast nur insofern obliegt , als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte a bleiten wollte. Diese Beweisregel greift erst dann Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf- grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu er mitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit z u entsprechenden (Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 8C_662/2015, E. 3.2.). 3.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die verfügte E instellung damit, dass der Be- schwerdeführer dam it habe rechnen müssen, dass es zu keiner Vertragsverlängerung kommen könnte und er per 31. Dezember 2015 arbeitslos werden würde. Daher hätte er sich spätestens ab dem 1. Oktober 2015 um eine Anschlussstelle bemühen müssen. Anlässlich des ersten Beratungsgesprächs am 6 . Januar 2016 habe er lediglich sechs Bewerbungen (fünf i m No- vember 2015 und eine im Dezember 2015) nachgewiesen, weshal b er seiner Verpflichtung, sich bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit in genügender Weise u m Arbeit zu bemühen, nicht nachgekommen sei. Entschuldbare Gründe für die ungenügende Stellensuche würden nicht vor- liegen. 3.2 Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen gel tend , dass ihm von E.____ (Ju- niorchef) bei Abschluss des befristeten Arbeitsverh ältnisses eine Verlängerung desselben in Aus- sicht gestellt worden sei. Während der Dauer des An stellungsverhältnisses habe er mehrmals diesbezüglich nachgefragt, aber keine Auskunft erha lten. Dass ihm eine Verlängerung in Aussicht gestellt worden sei, bestätige auch die Durchführun g eines Kündigungsgesprächs Ende Novem- ber 2015. Er sei von E.____ während des ganzen Jahr es in die Irre geführt worden. Hinzu komme, dass die zuständige Mitarbeiterin des RAV ihm anläs slich der Anmeldung am 19. No- vember 2015 mitgeteilt habe, dass er erst ab dem 1. Janu ar 2016 Arbeitsbemühungen tätigen müsse. Er habe sich an ihre Anweisungen gehalten . Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Aufgrund der Akten steht fest und ist zwischen den Par teien auch nicht umstritten , dass der Beschwerdeführer in den letzten drei Monaten vo r Eintritt der Arbeitslosigkeit vom 1 . Oktober 2015 bis 31. Dezember 2015 lediglich sechs persönl iche Arbeitsbemühungen nach- ge wiesen hat (fünf Arbeitsbemühungen in November 2015 und eine im Dezember 2015; KIGA act. 138). Dies entspricht nicht dem von der Praxis - im Kanton Basel-Landschaft werden in der Regel acht Bewerbungen verlangt (vgl. E. 2.3 hiervor) - geforderten Umfang. Streitig und zu prüfen ist deshalb, ob er zu Recht wegen quanti tativ ungenügender Arbeitsbemühun- gen während diesen drei Monaten für die Dauer von 11 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde. 4.1 Den Akten lässt sich der Arbeitsvertrag zwischen der C.__ __ AG und dem Beschwer- deführer vom 31. Oktober 2014 entnehmen (KIGA act. 183 ). ln Bezug auf die Dauer des Ar- beitsverhältnisses wird festgehalten, dass der Vertrag am 2. März 2015 beginnt und die Ar- beitsstelle per 31. Dezember 2015 befristet ist. Im Rah men einer amtlichen Erkundigung holte das Gericht bei der ehemaligen Arbeitgeberin eine Ste llungnahme ein. E.____ und D.____ gaben im Schreiben vom 24. Mai 2016 zur Auskunft, dass ma n dem Beschwerdeführer mit- geteilt habe, dass bei Eignung und zufriedenstellende m Arbeitseinsatz eine Verlängerung des Arbeitsvertrages möglich sei. Eine verbindliche Zusage ha be er aber nicht erhalten. Er habe gegen Ende der Vertragsdauer nach einer Weiterführu ng gefragt, aber keine verbindli- che Zusage erhalten. Da man in der Personalplanung und Weiterführung des Arbeitsplatzes noch keine Lösung gehabt habe, habe man keine verbindl iche Zusage abgeben können. Am 30. November 2015 seien dem Beschwerdeführer der endgü ltige Ablauf des Arbeitsvertrages und somit auch die definitive Beendigung des Arbeitsverhältnisses bekannt gegeben worden. 4.2 Gemäss Bundesgericht ist die Situation eines befriste ten Arbeitsverhältnisses mit derjenigen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses währ end der Kündigungsfrist vergleichbar. Daher muss sich die arbeitnehmende Person bei einer be fristeten Anstellung schon vor deren Auslaufen um eine neue Stelle bemühen, sofern ihr die Arbeitgeberin die Verlänge- rung des Vertrages nicht rechtsverbindlich zugesichert hat (Urtei l des Eidgenössischen Versi- cherungsgerichts, heute Bundesgericht, vom 10. Dezember 2 004, C 210/04, E. 2.2.3). Dem Beschwerdeführer wurde bei der Vertragsunterzeichnung e ine mögliche Verlängerung des Arbeitsverhältnisses lediglich in Aussicht gestellt, nicht aber rechtsverbindlich zugesichert. Eine rechtsverbindliche Zusage kann weder aus dem Gespräc h vom 30. November 2015, an welchem dem Beschwerdeführer mitgeteilt wurde, dass es keine Verläng erung geben werde, noch aus dem Umstand, dass sich die Arbeitgeberin trotz seines Nachhakens nicht explizit zu einer allfälligen Verlängerung äussern wollte, abgeleitet werden. Ob d ieses Verhalten von Seiten der ehemaligen Arbeitgeberin gegenüber dem B eschwerdeführer in allen Belangen fair war, ist vorliegend nicht zu beurteilen. Es ist verständlich, dass sich der Be schwerdeführer eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses erhofft hatte, zumal er gemäss Arbei tszeugnis die ihm übertragenen Aufgaben zufriedenstellend erled igte und sich für den Betrieb einsetze. Diese Hoffnung reicht aber nicht aus, um ihn aus Sicht der Arbeitslosenversicherung vo n den Arbeitsbemühungen während der letzten drei Monate vor Ablauf des befristeten Ar beitsver- hältnisses und damit von seiner Schadenminderungspflicht zu befreien. Hinzu kommt, da ss sich der Beschwerdeführer bereits am 12. November 2015 beim zuständigen RAV anmelde- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht te – zu einem Zeitpunkt also, zu dem er gemäss eigenen Aussagen noch davon ausging, dass die Verlängerung verbindlich zugesichert wurde. Die ser Umstand legt nahe, dass der Beschwerdeführer vor dem Gespräch am 30. November 2015 ebenfalls nicht restlos von einer Vertragsverlängerung überzeugt war. Bei diesem Inform ationsstand wäre er deshalb so lan- ge zur ernsthaften und gezielten Arbeitssuche verpflichtet gewesen, bis ihm eine Anstellung verbindlich zugesichert worden wäre, das heisst, ab dem Monat Oktober 2015 bis Dezember 2015. 4.3 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass ihm anl ässlich des Gesprächs vom 19. November 2015 von der Mitarbeiterin des RAV mitgeteilt worden sei, dass er erst ab dem 1. Januar 2016 Arbeitsbemühungen zu tätigen habe. Ob sich der Sachverhalt so zugetragen hat, ist offen. Von weiteren Abklärungen ist aber abzusehen. Da es sich nicht um die erste Arbeits- losigkeit des Beschwerdeführers handelte, wusste er um die Pflicht, sich vor Ablauf des Ar- beitsvertrages genügend um Arbeit zu bemühen. Die gilt umso mehr, als er bereits einmal auf- grund mangelnder Arbeitsbemühungen vor Eintritt der A rbeitslosigkeit in der Anspruchsberech- tigung eingestellt wurde (vgl. dazu Erwägung 5.3 nachfolgend). Hinzu kommt, dass er sich auch vor der angeblichen Auskunft der RAV Mitarbeiterin nicht in genügender Weise um Arbeit be- müht hatte. 4.4 In Würdigung aller in Betracht fallender Aspekte ist somit nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin für die Zeit vor der kontrollie rten Arbeitslosigkeit von ungenügenden Arbeitsbemühungen ausgegangen ist. Der Einstellungsgru nd von Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist demnach erfüllt. 5.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem Verschu lden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwe- rem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 5.2 Die Dauer der Einstellung bemisst sich gemäss A rt. 30 Abs. 3 AVIG nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund h öchstens 60 Tage (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 861 ff.). Bei der Festlegun g der Dauer der Einstellung in der An- spruchsberechtigung besteht für die anwendenden Beh örden ein relativ grosser Ermessensspiel- raum. Bei der Beurteilung dieses Ermessens im Einze lfall ist der vom SECO als Aufsichtsbehörde der Durchführungsorgane der ALV herausgegebene Eins tellraster zu berücksichtigen, welcher die Gewährung einer möglichst einheitlichen Rechtsanwen dung in den Kantonen zum Ziel hat (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 862). Der Raster ent bindet aber die Durchführungsstellen der ALV nicht von einer konkreten Einzelfallprüfung, so ndern verpflichtet diese vielmehr dazu, von den Angaben des Rasters abzuweichen, wenn Umstände vorliegen, welche dies verlangen. Eine Einstellung ist jeweils für jeden Monat mit ungenüg enden Arbeitsbemühungen vorzunehmen (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, a.a.O., Rz. 844). Der Einstellra ster sieht für die ungenügende Bemü- hung um Arbeit während einer Kündigungsfrist von dr ei Monaten eine Einstellung in der An- spruchsberechtigung von neun bis 12 Tagen vor (vgl. AVIG-Praxis ALE des SECO, Ausgabe Januar 2016, D72 "Einstellraster" unter 1.A; vgl. auch B GE 141 V 365 E. 2.3). Die Verwal- tungsweisungen sind für das Gericht grundsätzlich nicht ve rbindlich. Dieses soll sie bei seiner Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem E inzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimm unen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungswe isungen ab, wenn diese eine über- zeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darst ellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgl eiche Gesetzesanwendung zu gewähr- leisten, Rechnung getragen (BGE 141 V 365 E. 2.4). 5.3 Die Beschwerdegegnerin setzte die Einstelldauer inn erhalb des für ein leichtes Verschulden vorgeschriebenen Rahmens von 1 bis 15 Tagen a uf 11 Tage fest. Die Sanktion bewegt sich damit im oberen Bereich des leichten Versch uldens. Die Beschwerdegegnerin stützte sich auf das Einstellraster und berücksichtigte den Umstand, dass der Beschwerde- führer bereits einmal wegen dem gleichen Sachverhalt sanktioniert wurde. Es trifft zu, dass der Beschwerdeführer bereits mit Verfügung vom 29. Juli 2014 ab dem 7. Mai 2014 für neun Tage wegen mangelnder Arbeitsbemühungen vor Eintritt der A rbeitslosigkeit einge- stellt wurde (KIGA act. 39). Nachdem er dagegen Einsprache erhoben hatt e, wies die Be- schwerdegegnerin diese ab und bestätigte die Einstelldauer vollumfänglich (KI GA act. 29, Ein- spracheentscheid vom 28. August 2014). Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die B eschwerdegegnerin diesen Um- stand gemäss Art. 45 Abs. 5 AVIV bei der Bemessung der Einstelltage berücksichtigte. Triftige Gründe, die ein Abweichen vom Tabellenraster erfordern würden, sind nicht vorhanden. 6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführ er in den letzten drei Monaten vor Ablauf des befristeten Arbeitsverhältnisses mi t der C.____ AG keine genügen- den Arbeitsbemühungen im Sinne von Art. 17 Abs. 1 AVI G in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 AVIV tätigte und folglich seiner Schadenminderungspfl icht nicht in genügender Weise nach- kam. Die verfügte Einstellung in der Anspruchsberechtigun g von 11 Tagen ist nicht zu bean- standen. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 4. März 2016 ist unter diesen Umstän- den zu bestätigen und die dagegen gerichtete Beschwerde abzuweisen. 7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor de m kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessa usgang entsprechend wett- zuschlagen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht