<h2>SubmittedText<h2><p>Die zuständigen Behörden des Bundes sollen zusammen mit den Zuständigen der Wirtschaft und Branchenverbände Modelle für Basislehrjahre entwickeln. Die nach Berufsfelder unterteilten Basislehrjahre können in einzelnen Kantonen zuerst als Pilotprojekte gestartet werden und nach einer Versuchsphase dann flächendeckend eingeführt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Sommer 2004 haben sich gemäss dem vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie in Auftrag gegebenen Lehrstellenbarometer 21 500 Jugendliche - aus verschiedenen Gründen - für eine Zwischenlösung entschieden. Das Spektrum der Zwischenlösungen ist breit gefächert: Es reicht von 10. Schuljahren über Auslandaufenthalte und Praktika bis hin zu berufsspezifischen Vorbereitungen und Brückenangeboten.</p><p>Brückenangebote verbessern die Berufsbildungsfähigkeit: Sie ergänzen das Programm der obligatorischen Schule im Hinblick auf die Anforderungen der beruflichen Grundbildung. Von Brückenangeboten profitieren insbesondere Schulabgängerinnen und -abgänger mit Leistungsdefiziten sowie Migrantinnen und Migranten. Der Bund unterstützt die Kantone bei der Bereitstellung von Brückenangeboten, sofern diese zu mindestens 60 Prozent praktische Tätigkeiten aufweisen. 2004 hat der Bund für Brückenangebote rund 6 Millionen Franken aufgewendet.</p><p>Ebenfalls als Zwischenlösung wären die von der Motionärin angeregten Basislehrjahre einzustufen. Es würde sich um ein der beruflichen Grundbildung vorgelagertes Bildungsangebot handeln.</p><p>Unter Basislehrjahren wird in der Berufsbildung jedoch etwas anderes verstanden: Es handelt sich um eine spezielle, integrierte Form des ersten Jahres einer beruflichen Grundbildung. Ziel ist es, die Lernenden zentral in einem Ausbildungszentrum auf die weitere Ausbildung im Lehrbetrieb vorzubereiten. Damit sollen die Lehrbetriebe von der Berufseinführung und der Vermittlung von Grundfertigkeiten entlastet werden. Ab dem zweiten Lehrjahr wird die berufliche Grundbildung im Lehrbetrieb weitergeführt. Da Basislehrjahre Teil einer beruflichen Grundbildung sind, verfügen die Lernenden von Beginn weg über einen gültigen Lehrvertrag. Basislehrjahre sind in der Berufsbildung wenig verbreitet. Zum Zuge kommt diese Form beispielsweise in der Ausbildung von Informatikerinnen und Informatikern.</p><p>In der Berufsbildung teilen sich Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt die Verantwortung. Letztere sorgen im Rahmen der Verbundpartnerschaft dafür, neue Bildungsangebote zu entwickeln, Bildungsinhalte zu definieren und Ausbildungsplätze bereitzustellen. Damit ist der direkte Bezug zum Arbeitsleben sichergestellt: Die Ausbildungen orientieren sich zum einen an nachgefragten Berufsqualifikationen. Zum andern bieten Unternehmungen Lehrstellen an, wo auf dem Arbeitsmarkt eine Nachfrage nach Berufsleuten besteht.</p><p>Die von der Motionärin angeregten Basislehrjahre fügen sich nicht in diesen bewährten Mechanismus ein. Erstens würden die Jugendlichen ein Bildungsangebot besuchen, ohne über eine vorgängige Zusage zu einer späteren Lehrstelle zu verfügen. Die Jugendlichen hätten einen Abschluss ohne Anschluss. Die Lehrstellensuche würde lediglich um ein weiteres Jahr verschoben. Zweitens ist bei den über 200 Lehrberufen die Gestaltung der beruflichen Grundbildung unterschiedlich. Die kollektive Einführung von Basislehrjahren im Sinne der Motionärin würde den spezifischen Anforderungen der einzelnen Lehrberufe nicht gerecht werden. </p><p>Mit dem 2004 neu in Kraft getretenen Berufsbildungsgesetz sind die Bildungsangebote neu definiert und positioniert worden. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt verfügen damit über ein ausreichendes Instrumentarium, Jugendlichen den Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.