STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2008.344 Entscheid 21. Oktober 2009 Mitwirkend: Präsident R. Oesch, Mitglied R. Schircks Denzler, Ersatzmitglied H. Knüsli und Sekretär M. Ochsner In Sachen A, Rekurrent, vertreten durch B, gegen S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Nord, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich betreffend Einschätzung 2006 und Verrechnungssteuer 2007 - 2 - 2 ST.2008.344 hat sich ergeben: A. A (nachfolgend der Pflichtige) ist mit C, geborene D, verheiratet und wohnt seit Jahren mit ihr zusammen in einem eigenen Haus in E . Dort unterliegen die Ehe- leute A-D seit langem der unbeschränkten Steu erpflicht. In F besitzt der Pflichtige ein Zweifamilienhaus, das er jedenfalls in den Jahren 2005 u nd 2006 teilweise selber b e- nutzt und teilweise (an G) vermietet hat. Er war in diesen Jahren Präsident und Del e- gierter des Verwaltungsrats der H in I und der K in L; seine Ehefrau war Verwaltungsrä- tin dieser Gesellschaften . S odann waren die Ehegatten Mehrheitsaktionäre beide r Gesellschaften. Zudem war der Pflichtige Verwaltungsratspräsident der M und der N, beide in L; seine Ehefrau amtete auch in diesen Gesellschaften als Verwaltungsrätin. Schliesslich war der Pflichtige (Executive bzw. Non-executive) President of the Board der O bzw. P. Der Pflichtige war in F als Wochenaufenthalte r gemeldet und hier bis und mit Steuerperiode 2005 steuerlich entsprechend behandelt wo rden. Das heisst, dass auch in der Steuerperiode 2005 einzig die hiesig e Liege nschaft und der Ertrag daraus im Kanton Zürich besteuert wurden. Als steuerpflichtig wurden dabei beide Ehegatten betrachtet. Am 29. Mai 2007 ging beim Gemeindesteueramt F die Steuererklärung 2006 samt einer Kopie der entsprechenden … Steuererklärung ein. Gestützt auf eine telef o- nische Besprechung zwischen dem Steuersekretär der Gemeinde F und dem Pflicht i- gen vom 10. Mai 2004 liess das kantonale Steueramt di esen wissen, es werde für die Steuerperiode 2006 die unbeschränkte Steuerhoheit über ihn bea nspruchen. Zu di e- sem Zweck unterbreitete es am 2 5. Juli 2007 einen entsprechenden Einschätzung s- vorschlag. Nachdem der Pflichtige mitgeteilt hatte, er sei damit nicht einversta nden, schätzte das kantonale Steueramt ihn für 2006 wie folgt ein: steuerbar satzbestimmend Fr. Fr. Einkommen 248'500.- 305'700.- Vermögen 950'000.- 1'728'000.-. Den Verrechnungssteueranspruch 2007 für Fälligkeiten 2006 setzte es gleichzeitig auf Fr. 19'697.45 fest. - 3 - 2 ST.2008.344 Begründet wurde dies damit, dass der Pflichtige unselbstständig erwerbstätig und leitender Angestellter sei . Daher befinde sich das Hauptsteuerdomizil am Arbeit s- ort; am Aufenthaltsort (sc. wohl Wohnsitz) der Familie unterhalte er einzig einen "s e- kundären Steuerwohnsitz". Bei solcher Lage der Dinge stehe dem Kanton Zürich na- mentlich das Besteuerungsrecht für den Lohn des Pflichtigen und den hälftigen Bestand an Wertschriften und Guthaben sowie den entsprechenden Ertrag zu. B. Hiergegen erhob der Pflichtige am 20. Dezember 2007 Einsprache. Da rin verlangte er vorab einen Steuerhoheitsentscheid, worin verbindlich über seine hiesige Steuerpflicht bzw. deren Umfang zu befinden sei. Sodann liege ein klarer Verstoss gegen das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung vor, da bereits der Kanton R sein Erwerbseinkommen bis und mit 2006 rechtskräftig besteuert habe. Mit Entscheid vom 2 6. September 2008 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab. Dabei führte es zunächst aus, unter den gegebenen Umstände n sei kein Raum für einen Vorentscheid übe r den Umfang der Steuerpflicht des Pflichtigen im Kanton Zürich. In der Sache selbst sei massgeblich, dass dieser in der M in L Ge- schäftsführer und Verwaltungsratspräsident sei. Ebenso sei er Verwaltungsratspräs i- dent der N, einer Tochtergesellschaft der M, welche ein bedeutendes Unternehmen mit zahlreichen Mitarbeitern sei. Mithin sei der Pflichtige hier in leitender Stellung erwerbs- tätig; das begründe im Kanton Zürich eine unbeschränkte Steuerpflicht. C. 1. Mit Rekurs vom 2 7. Oktober 2008 verlangte der Pflichtige, es sei festz u- stellen, dass der notwendige Vorbescheid (Steuerdomizilentscheid) über Art und Au s- mass der Steuerpflicht im Steuerjahr 2006 nicht ergangen sei und dass der Pflichtige in dieser Steuerperiode der unbeschränkten Steuerpflicht im Kant on Zürich nicht unte r- stehe. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Mit Rekursantwort vom 7./1 2. Januar 2009 schloss das kantonale Steueramt auf Abweisung des Rechtsmittels. - 4 - 2 ST.2008.344 2. Mit Verfügung vom 2 7. Januar 2009 hat die Steuerrekurskommission II das Verfahren vorläufig sistiert. Am 5. Oktober 2009 hat das Gericht die Sistierung aufg e- hoben. Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 1. Unbestritten ist, dass der Pflichti ge in der streitbetroffenen Steuerperiode 2006 (Allein-)Eigentümer einer Liegenschaft in F war und darum auf jeden Fall gemäss Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 1 4. Dezember 1990 (St HG) und § 4 Abs. 1 lit. b des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) im Kanton Zürich steuerpflichtig war. Streitig ist einzig, ob er hier gestützt darauf (bloss) der beschränkten oder aber – aufgrund anderer U mstände – der unbeschränkten Steuerhoheit ( Art. 3 Abs. 1 StHG bzw. § 3 Abs. 1 StG) unterlag. Während das kantonale Steueramt dafür hält, die hies i- ge unbeschränkte Steuerpflicht sei gegeben, widersetzt sich der Pflichtige dieser Beu r- teilung unter Verweis auf seinen steuerlichen Wohnsitz im Kanton R, wo er für 2006 bereits entsprechend rechtskräftig eingeschätzt sei. Fest steht sodann, dass sich der Wohnsitz seiner Ehefrau, mit welcher er in ungetrennter Ehe lebt, nach wie vor in E befand. 2. a) Bestreitet ein Steuerpflichtiger die Steuerhoheit eine s Kantons, so muss laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung zunächst in einem grundsätzlichen Entscheid über die Frage der Steuerpflicht (Steuerhoheit) befunden werden, bevor das Einschät- zungsverfahren durchgeführt wird (BGr, 10. Juni 2008, 2C_249/2008, www .bger.ch). Dieser Anspruch besteht gemäss Bundesgericht direkt auf Grund des verfa s- sungsmässigen Ve rbots der interkantonalen Doppelbesteuerung ( Art. 127 Abs. 3 BV) und ist unabhängig davon, ob das kantonale Recht ein solches Verfah ren kennt oder nicht ( Locher/Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, § 1, III A, 1 Nrn. 7, 10, 23 - 25). Es ist unzulässig und ve r- stösst gegen Art. 127 Abs. 3 BV, direkt zu einer Einschätzung zu schreiten, obschon der Steuerpflichtige die Steuerhoheit bestritten hat. Diese Regelung ist für alle Kantone bindend, mithin auch für Zürich. - 5 - 2 ST.2008.344 Indes besteht ein solcher Anspruch des Rechtsuchenden laut Praxis des Ve r- waltungsgerichts nur dann, wenn umstritten ist, ob im Kanton Zürich überhaupt ein steuerlicher Anknüpfungspunkt besteht . Anders verhält es sich dann, wenn fest steht, dass der Steuerp flichtige im Kanton Zürich beschränkt steuerpflichtig ist, so zum Bei- spiel dank hiesigen Liegenschaftenbesitzes (auf Grund sog. wirtschaftlicher Zugehörig- keit; nach § 4 Abs. 1 lit. b StG). Wendet sich der Steuerpflichtige dagegen, dass er hier (neu) unbeschränkt steuerpflichtig sein soll (auf Grund sog. persönlicher Zugehörig- keit), ist nicht die Frage nach der subjektiven Steuerpflicht bzw. nach d em Steuerdomi- zil im Kanton, sondern bloss der Umfang der Steuerpflicht bzw. der am (hiesigen) Steuerdomizil steuerbaren Teile von Einkommen und Vermögen streitig. Hierüber ist nun nicht im Rahmen eines ( wie gesehen, bundesrechtlich vorgeschriebenen) Voren t- scheids, so ndern im gewöhnlichen Veranlagungsverfahren zu entschei den ( RB 1997 Nr. 41 = StE 1997 B 11.3 Nr. 10; VGr, 2 1. Mai 2003, SB.2002.00111). Diese Vor- gehensweise lässt sich schon darum rechtfertig en, weil der Steuerpflichtige unter solchen Umständ en ohnehin gehalten ist, in Zürich eine vollständig ausgefüllte, alle massgeblichen Z ahlen umfassende Steuererklärung vorzulegen. Diesen Vorgaben haben sich die Steuerrekurskommissionen zu unterziehen (StRK I, 2 4. September 2003, 1 ST.2003.322, auch zum Fo lgenden). Trifft das Steueramt unter solchen U m- ständen einen Vorentscheid, so heben die Steuerrekurskommissionen diesen auf R e- kurs hin auf und weisen die Sache zur Einschätzung an die Steuerbehörden zurück. Diesen Entscheid m uss erstinstanzlich zwingend di e Verwaltung treffen; es wäre dem Gericht verwehrt, insofern unmittelbar aktiv zu werden. Dass diese Rechtsauffassung bundesrechtswidrig sei, hat das Bundesgericht noch nie festgestellt. b) Wie erwähnt, war der Pflichtige 2006 als Eigentümer einer Liegen schaft in F hier klarerweise jedenfalls beschränkt steuerpflichtig. War die unbeschränkte Steue r- pflicht streitig, so war das kantonale Steueramt nicht nur befugt, sondern nach der zi- tierten verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung gehalten, direkt zur Einsc hätzung zu schreiten. Mithin ist sie vorliegend korrekt vorgegangen, indem sie den Pflic htigen am 29. November 2007 für die Steuerperiode 2006 eingeschätzt hat, ohne zuvor einen Hoheitsentscheid (Vorentscheid) zu fällen . Hätte das Amt anders gehandelt und damit dem Ansinnen des Pflichtigen entsprochen, müsste es sich den Vorwurf gefallen la s- sen, es habe die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts missachtet und sein Vo r- gehen sei gesetzwidrig. - 6 - 2 ST.2008.344 Diese Rechtslage verkennt der Pflichtige. Indem er vernachlässig t, dass sich die Verhältnisse wegen der unbestrittenermassen bereits – wenn auch nur beschränkt auf das Grundeigentum und den Ertrag daraus – vorhandenen Steuerpflicht anders darstellen als im Normalfall, beruft er sich zu Unrecht auf die Rechtsprechung de s Bundesgerichts, wonach bei interkantonalen Steuerstreitigkeiten von Bundesrechts wegen ein unbedingter Anspruch auf e inen Vorentscheid besteht. Sein Vorwurf, d ie steueramtliche Verfahrensweise sei bundesrechtswidrig, zielt ins Leere. Zwar trifft se i- ne Erkenntnis zu, das Steueramt habe keinen Vorentscheid gefällt; doch hat die dafür notwendige gesetzliche Grundlage gefehlt. Ist mithin erstellt, dass das kantonale Steueramt in casu verfahrensmässig korrekt vorgega ngen ist, kann dem Hauptantrag des Pflichtigen, es sei festzustellen, dass es am unerlässlichen "Vorbescheid (Steue r- domizilentscheid)" mangle, nicht gefolgt werden. Ein dahin gehendes Feststellungsi n- teresse, es fehle an einem Vorentscheid, ist nicht erkennbar. 3. a) Nach Art. 3 StHG und § 3 Abs. 1 StG ist eine natürliche Person aufgrund persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton hat (je Abs. 1). Einen solchen Wohnsitz hat sie namentlich dann, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält (je Abs. 2). Nach der massgeb- lichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 127 Abs. 3 BV ist der steuerrechtl i- che Wohnsitz (Hauptsteuerdomizil) einer unselbstständig erwerbenden Person im i n- terkantonalen Verhältnis derjenige Ort, wo die b etreffende Person sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält bzw. wo sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen befindet (Locher/Locher, § 3, I B, Nr. 20). Dieser Mittelpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der objektiven, äusseren Umstände, aus welchen sich diese Interessen erkennen lassen; unmassgeblich sind die bloss erklärten Wünsche des Steuerpflicht i- gen. Ebenso wenig kommt es auf die rein gefühlsmässige Bevorzugung eines Orts an. Dem polizeilichen Domizil, wo die Schriften hinterlegt sind o der die politischen Rechte ausgeübt werden, kommt keine entscheidende Bedeutung zu. Denn dabei handelt es sich um äussere Merkmale, die nur ein Indiz für den steuerrechtlichen Woh nsitz bilden können (BGE 132 I 36 E. 4.1). Hält sich eine Person abwechslu ngsweise an zwei verschiedenen Orten auf, so namentlich dann, wenn der Arbeitsort und ihr sonstiger Aufenthaltsort auseinander fallen, bestimmt sich der steuerrechtliche Wohnsitz danach, zu welchem Ort sie die stärkere Beziehung unterhält. Bei unselbststän dig erwerbenden Steuerpflichtigen ist - 7 - 2 ST.2008.344 dies gewöhnlich der Ort, wo sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der täglichen Arbeit nachzugehen. Diesfalls ist der Zweck des Lebens- unterhalts dauernder Natur. Auch hier ist die Wü rdigung der gesamten Umstände massgeblich (BGE 132 I 36 f. , auch zum Folgenden ). Bei in ungetrennter Ehe lebe n- den Personen mit Beziehungen zu mehreren Orten gelten die persönlichen und familiä- ren Kontakte zum Ort, wo sich ihre Familie, d.h. der Ehegatte un d die Kinder aufhalten, als stärker als diejenigen zum Arbeitsort bzw. jenem andern Ort, von wo aus sie ihrer Arbeit regelmässig nachgehen. Doch gilt das nur dann, wenn sie täglich oder wenig s- tens an den Woche nenden an den Familienort zurückkehren und auch dann nur, falls sie in nicht leitender Stellung (unselbstständig) erwerbend sind. Demnach unterstehen verheiratete Pendler oder Wochenaufenthalter grundsätzlich ausschliesslich der (u n- beschränkten) Steuerhoheit des Kantons, in welchem sich ihre Familie au fhält. Anders beurteilen sich demgegenüber die Verhältnisse dort, wo der Steuerpflichtige als u n- selbstständig Erwerbstätiger in leitender Funktion arbeitet. Verbringt eine solche Pe r- son die Wochenenden und ihre Freizeit bei der Familie, begründet der Arbei tsort das Hauptsteuerdomizil und am Familienort befindet sich ein "sekundärer Steuerwoh nsitz". Das Bundesgericht hat an dieser Aufteilung trotz Kritik, wonach diese Konstrukt ion unter dem Regime des StHG nicht mehr gesetzmässig und daher nicht mehr zulä ssig sei (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. A., 1999, S. 103 ff. und 137 f.) , fest- gehalten (BGr, 11. September 2007, 2C_112/2007, www.bger.ch = StE 2008 A 24.24.3 Nr. 3, auch zum Folge nden). Kehrt der Steuerpflic htige hingegen täglich zur Familie zurück, gilt der Aufenthaltsort der Familie laut bundesgerichtlicher Rechtspr echung ungeachtet der beruflichen Stellung als Steuerwohnsitz. Die Anforderungen, welche die Rechtsprechung an eine "le itende Stellung" stellt, sind hoch ( BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, www.bger.ch = ASA 73, 420 = StE 2004 A 24.24.3 Nr. 2). Erforderlich sind kumulativ (a) eine besondere Verantwo r- tung (b) in einer bedeutenden Unternehmung (c) mit zahlreichem Personal (BGE 125 I 468; BGr, 2 9. Juli 2002, 2P.335/2001 , www.bger.ch). Die berufliche Beanspruch ung erweist sich als derart stark, dass die familiären und sozialen Beziehungen in den Hi n- tergrund treten (BGr, 7. Januar 2004, 2P.2/2003, auch zum Folgenden). Die s trifft z.B. beim Direktor einer Ma schinenfabrik, beim Stellvertreter des Chefingenieurs einer Kohlenmine, beim Geschäftsführer eines Bergwerks, welchem zeitweise 400 Arbeiter unterstehen, bei einem techni schen Direktor mit 130 - 140 Untergebenen sowie dem Präsidenten der Generaldirektion der SBB zu. Hingegen genügt dazu eine Chefposition in einer öffentl ichen Anstalt, welche einen Umsatz von Fr. 15 Mio. generiert und mehr - 8 - 2 ST.2008.344 als 100 Mitarbeiter zählt, nicht, zumal die Mitarbeitenden mehrheitlich bloss teilzeitlich beschäftigt sind, viele sogar zu weniger als 50% eines Vollzeitpensums. Ein Personen - bestand von 70 Personen ist zu gering, um als Unternehmung "mit zahlreichem Pers o- nal" zu gelten, wie das Bundesge richt im erwähnten Urteil unmissverständlich fes t- gehalten hat. Anders zu entscheiden ist dann, wenn der Betrieb "fortgeschritten" automatisiert ist (Locher/Locher, § 3, I B, 1 b Nr. 14). Eine anspruchs- und verantwor- tungsvolle Stellung reicht für sich allein eben no ch nicht aus. Sodann ist d er Haupt - aktionär, Präsident und Delegierte des Verwaltungsrats eines mittelgrossen Familie n- unternehmens, das rund 30 Personen beschäftigt und in welchem zwei Söhne als kaufmännischer und Betriebsdirektor mitarbeiten, nicht im Sinn der Rechtsprechung in "leitender Stellung" in einem bedeutenden Unternehmen mit zahlreichem Personal tätig (Locher/Locher, § 3, I B, 1 b Nr. 16). Schliesslich hat das höchste Schweizer G ericht am … festgehalten, der Direktor der … erfülle "unbestrittenermassen" die Kriterien e i- nes Angestellten in "leitender Stellung" (sc. in einer bedeutenden Unterne hmung mit zahlreichem Personal). Aktenkundig ist, dass die … einen Jahresumsatz von Fr. 60 - 70 Mio. erwirtschaften und 150 Mitarbeitende beschäftigen. b) Nach § 132 Abs. 1 StG haben die Steuerbehörden zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für die vollständige und gerechte Besteuerung massgebl ichen tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse festzustellen. Dabei haben diese Behörden die steuerbegründenden oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen, der Steuerpflich- tige hingegen jene Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (RB 1987 Nr. 35). Damit obliegt es jenen, den Wohnsitz als steuerbegründende Tats a- che darzutun. Dem Steuerpflichtigen kann frei lich auch im interka ntonalen Verhältnis der Gegenbeweis für die von ihm behauptete subjektive Steue rpflicht an einem neuen Ort auferlegt werden, falls die von der Behörde angenommene bisherige subjektive Steuerpflicht als sehr wahrscheinlich anzunehmen ist (vgl. ASA 39, 288). Diese Regel greift auch dann, wenn nicht der Ort des Hauptsteuerdomizils umstritten ist, sondern ein Nebensteuerdomizil, d.h. ein Spezial - oder ein sekundäres Steuerdomizil. Dabei ist gleichgültig, ob ein solches Domizil neu begründet oder aber ein bisheriges aufgeh o- ben wird (Pra 2000 Nr. 7 E. 3c; BGr, 4. März 2009, 2C_667/2008, www.bger.ch). 4. a) Der Pflichtige wohnt seit Jahren mit seiner Ehefrau in E im eigenen Haus. Der familiäre Mittelpunkt b eider liegt auch nach Meinung des Zürcher Steuer- amts dort. Das hat dazu geführt, dass sie seit langem an jenem Ort unbeschränkt steuerpflichtig waren; einzig der Kanton R hatte einen entsprechenden Steueranspruch - 9 - 2 ST.2008.344 geltend gemacht. Dies hat sich indes in der hier streitigen Steuerperiode 2006 hinsicht- lich der Person des Pflichtigen geändert, indem nun der Kanton Zürich ihn grundsätz- lich unbeschränkt der eigenen Steuerhoheit unterwerfen will. Das kantonale Steueramt hält dafür, angesichts der besonderen Umstände bilde beim Pflichtigen – im Gegensatz zur Gattin – nicht mehr der Familienort das Hauptsteuerdomizil, sondern F als Ort, von wo aus er, der Pflichtige, während der Woche seiner anspruchsvollen Arbeit in geh o- bener Stellung nachgehe. b) War das steuerli che Hauptdomizil des Pflichtigen bis anhin anerkannte r- massen in E, obliegt der Nachweis nach dem Gesagten den … Steuerbehörden, wenn sie dieses ab 2006 neu für den Kanton Zürich beanspruchen (vorn E. 3b). Sie machen nicht geltend, bezüglich seines persönli chen, familiären oder beruflichen U mfelds habe sich damals im Vergleich zu früher irgendetwas wesentlich geändert. Vie lmehr führt das kantonale Steueramt aus, der Pflichtige sei Wochenaufenthalter in se inem Haus in F. Von dort aus suche er seinen Arbeitsor t in L auf, wo er seiner Erwerbstätigkeit als Mitglied der Geschäftsleitung und Verwaltungsratspräsident der M nachgehe. Z udem sei er Verwaltungsratspräsident der N, ebenfalls in L, bei welcher Gesel lschaft auch seine Ehefrau im Verwaltungsrat aktiv sei. D er Pflichtige und seine Gattin hätten ein "Nettoeinkommen" von Fr. 244'563.- bzw. von Fr. 22'951.- bezogen. Gestützt auf B e- richte in einer Zeitubg ergebe sich, dass es sich bei der M um ein "bedeutendes" U n- ternehmen handle. Erst im Einspracheentscheid hat das Steueramt nachgeschoben, die M erweise sich aufgrund dieses Berichts sowie des Organigramms als Unterne h- men mit zahlreichem Personal. Weitere Argumente für den Standpunkt des Steueramts fehlen. c) All diese Ausführungen genügen nicht annähernd, um de n – wie gesehen notwendigen (oben E. 3b) – Beweis für ein Hauptsteuerdomizil in F zu leisten. Im Grund beschränkt sich die Begründung in der blossen Behauptung, der Pflicht ige sei in leitender Stellung in der M als einem bedeutenden Unternehmen mit namhaften Per- sonal tätig. Die Beweisführung mangelt bereits daran, dass eine Subsumtion der ko n- kreten Verhältnisse unter die notwendigen Kriterien "bedeutende Unterne hmung" und "namhaftes ( zahlreiches) Personal" im Sinn der Rechtsprechung nicht e rfolgte. Dies war auch gar nicht möglich, hat es die Verwaltung doch versäumt, die ko nkreten Daten aufzuarbeiten. Darum fehlten die Grundlagen für die gebotene Ab handlung. Ist dies nicht einmal ansatzweise geschehen, so muss der Beweis von vornherein sche itern. Hinzu kommt , dass der Verweis auf in den Akten liegende Zeitungsartikel an sich - 10 - 2 ST.2008.344 schon problematisch ist, falls nicht die wesentlichen Erkenntnisse daraus in der En t- scheidbegründung aufgezeigt werden. Ob insofern der gesetzlich gebotenen Begrü n- dungspflicht ( § 126 Abs. 1 StG) hinreichend Genüge getan ist, mag offenbleiben. Da dem Pflichtigen – wie noch aufzuzeigen ist – Recht zu geben ist, braucht auch nicht geprüft werden, ob das Steueramt eine Gehörsverletzung ( Art. 29 BV) beging, indem es ohne vorherige Anhörung auf den Artikel in einer Zeitung abstellte. Die entspr e- chende Bezugnahme hilft zudem schon darum nicht, weil sie keine relevanten Informa- tionen enthalten. Es wird dort ausgeführt, der … verarbeite im Jahr rund …. Für die Spitzenbelastung in der Woche … stockten die Mitarbeitenden, worunter "viele Hau s- frauen und Studenten", ihr Arbeitspensum auf. Im Weiteren wird e rwähnt, dass die … dieser Firma zu 70% aus … in P und T stammten. Weder über den Umsatz, die Grösse des Unternehmens noch die Anzahl der Mitarbeitende n lässt sich etwas Konkretes entnehmen. Also ist diese Grundlage als untauglich zu qualifizieren. d) Der Pflichtige tut überzeugend dar, dass die Voraussetzung en für die A n- nahme eine s Hauptsteuerdomizils qua "leitende Stellung" angesichts der konkreten Situation ohnehin nicht erfüllt sind. Richtig sei, dass er durchschnittlich drei Mal in der Woche in seinem Haus in F nächtige. Er arbeite in der Regel von Dienstag bis Do n- nerstag in L. Er sei Verwaltungsratspräsident der M, der N, der K, alle in L, sowie d er H, I, welche zu 80% an der O und zu 50% an S in P beteiligt sei. Dort amte er als Ex e- cutive bzw. Non-executive President of the Board. In den … Gesellschaften sei er nicht mehr operativ tätig, sondern beschränke sich auf Projektstudien. Die operative Tä tig- keit spiele sich hauptsächlich in der M ab und sei (2006) von U und V bewerkstelligt worden. Einen wesentlichen Teil seiner Berufsarbeit erledige er in E , wo er über die dafür notwendige Infrastruktur verfüge. Sodann halte er sich jährlich meh rmals bei den genannten … Gesellschaften auf, welche …; dort sei er, wie zu schliessen ist, operativ tätig und stimme deren Tätigkeiten namentlich mit den Bedürfnissen der … Gesell- schaften ab. Unter solchen Umständen eine "derart intensive Beziehung zum G e- schäftsort" zu konstruieren, dass dieser (richtigerweise der Wochenau fenthaltsort, von welchem er seiner angeblich "leitenden Funktion" nachgehe) zum Hauptsteuerdomizil werde, gehe nicht an. All diese Ausführungen klingen glaubhaft. Ob unter solchen Umständen im Licht der geltenden Rechtsprechung auf ein bedeutendes Unternehmen zu schliessen ist, muss offenbleiben. Denn es fehlen die notwendigen Angaben dazu. Das Steueramt hat es unterlassen, entsprechende Abkl ä- rungen zu treffen. Die M scheint die Kerngesellschaft und damit der w esentlichste Teil - 11 - 2 ST.2008.344 des mehrere Gesellschaften umfassenden, anscheinend mit Ausnahme der K in der I … gebündelten Konstrukts zu sein. Einschlägige Zahlen aus der Buchha ltung und aus der Bilanz sind nicht bekannt, obgleich solche dem Steueramt hinsichtlich der M, da in L domiziliert, ohne Schwierigkeiten direkt zugänglich gewesen wären . Auch hätte es die notwendigen Informationen auf dem Weg über den Pflichtigen einh olen können. Namentlich fehlen Angaben über Umsatz und Lohnsumme. Ob der Pflich tige in einem "bedeutenden Unternehmen" tätig war, lässt sich somit nicht entscheiden. Eb enso we- nig ist die Zahl der Mitarbeitenden bekannt. Zw ar spricht die öffentlich zugäng liche Wirtschaftsinformation für Herbst 2005 von 20 Mitarbeitenden. Träfe diese Zahl zu, so stünde von vornherein fest, dass das Kriterium der namhaften Anzahl Mitarbeite nder nicht erfüllt wäre. Diese Darstellung deckte sich in etwa mit dem Organ igramm der M per … 2006, wonach dort inklusive der drei in der Geschäftsleitung tätigen He rren A, U und V 19 Personen beschäftigt waren . Allerdings ist anzunehmen, dass in dieser Zahl nicht sämtliche Mitarbeitenden aufgeführt sind . Wie viele besetzte Vollzeitstellen alle n- falls noch hinzuzählen wären, ist mangels steueramtlicher Untersuchung unb ekannt. An der Beurteilung der Lage vermag der Umstand, dass der Pflichtige auch noch der N mit fünf und der K mit zehn Angestellten (laut der nämlichen Quelle) vorstand, nichts zu ändern. Zur Zeit sollen laut Angaben des Pflichtigen in der "ganzen" Holding mitsamt den Tochtergesellschaften und wohl auch inklusive der K schweizweit 82 Vollzeitstellen besetzt sein. Dieser Hinweis bezieht sich auf die Verhältnisse im O ktober 2008 und hat daher keine Bedeutung für die Beurteilung der Situation im st reitbetroffenen Steuerjahr 2006; entsprechende Rückschlüsse verbieten sich mangels gesicherter Anhaltspunkte. Im Licht der bundesgerichtlicher Rechtsprechung würde selbst diese Zahl, wäre sie für 2006 ausgewiesen, nicht genügen, um als hinreichend ("zahlreiches Person al") zu gel- ten (vgl. vorn E. 3a). Daher mag dahingestellt bleiben, ob die – teilweise ohnehin u n- terschiedliche – Stellung des Pflichtigen in den verschied enen Einzelgesellschaften in diesem Zusammenhang als Einheit zu betrachten ist. Diesbezüglich fehlten Präjudi- zien, musste bis anhin einzig entschieden werden, ob die Stellung in ein und derselben Gesellschaft als "leitend" zu würdigen sei. Bei a lledem vermag a llein der Umstand, dass der Pflichtige den Verwaltungsrat von M, N und K präsidiert, welche Gesellschaf- ten in L angesiedelt sind, nichts zu ändern, auch dann nicht, wenn die Funktion als Geschäftsleiter der M und Delegierter der K mit berüc ksichtigt wird. Anzumerken ist, dass die berufliche Tätigkeit der Ehefrau und deren Stellung in den erwähnten Gese ll- schaften bei alledem von vornherein keine Rolle spielen kann. - 12 - 2 ST.2008.344 Schliesslich sei erwähnt, dass die einschlägige bundesgerichtliche Rechtspr e- chung, soweit erkennbar, naturgemäss ohnehin nur dann einzugreifen vermag, wenn der Steuerpflichtige während der g anzen Arbeitswoche getrennt vom Familienort am Wochenaufenthaltsort weilt, um in leitender Stellung seiner beruflichen Tätigkeit nac h- zugehen (StE 2008 A 24.24.3 Nr. 3). Auch diese Bedingung ist hier nicht erfüllt, hat sich der Pflichtige doch – wie er sagt , nicht zuletzt auch aus gesundheitlichen Grü n- den – jeweils nur während drei Tagen pro Woche in F/L aufgehalten, die restliche Zeit jedoch am Familienort, es sei denn, er sei auf Geschäftsreisen oder sonstwie ortsa b- wesend gewesen. f) Nach alledem muss es dabei sein Bewenden haben, dass dem kanton alen Steueramt der ihm obliegende Nachweis, der Pflichtige sei 2006 als leitender Ang e- stellter in einem bedeutenden Unternehmen mit zahlreichem Personal tätig gewesen, misslungen ist. Demnach kann der Kanton Zürich pro 2006 die unbeschränkte Steue r- hoheit über den Pflichtigen nicht beanspruchen. 5. Zwar bildet vordergründig betrachtet bloss die Frage des Hauptsteuerdom i- zils Streitgegenstand. Richtig gesehen ist indes die Einschätzung vom Rekurs ebe n- falls betroffen (vgl. vorn E. 2a). Dabei sind die einzelnen Bestandteile der Einschätzung nicht bestritten; streitig ist allein die Ausscheidung. Deshalb kann von einer Rückwe i- sung zwecks Neuerstellung der Ausscheidung 2006 abgesehen werden. Befinden sich die Hauptste uerdomizile der Ehel eute A-D in E , jedenfalls ausserhalb des Kantons Zürich, ist die Ausscheidung für die Steuerperiode 2006 wie folgt abzuändern: Zürich Total Fr. Fr. Vermögen Mobile Aktiven 2'049'332 Liegenschaften 448'200 657'138 Gewichtete Vermögenswerte 448'200 2'706'470 (16,56%) (100%) ./. Passivenanteil 174'102 1'051'341 274'098 1'655'129 - 13 - 2 ST.2008.344 Korrektur Repartitionswerte 49'800 73'015 steuerbares Vermögen (abgerundet) 323'000 1'728'000 Einkommen Liegenschaftsertrag 0 ./. 10'144 steuerbares Einkommen 0 305'700. 6. Nicht direkt angefochten ist die Verfügung betreffend den Anspruch auf die Rückerstattung von Verrechnungssteuern auf Fälligkeiten 200 6. Immerhin ist dies i m- plizit geschehen. Macht der Pflichtige letztlich erfolgreich geltend, sein Hauptsteue r- domizil befinde sich nicht in F, sondern ausserhalb des Kantons Zürich –konkret in E – , so muss er diesen Anspruch zwingend dort geltend machen (vgl. Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer vom 1 3. Oktober 1965 [VStG] und Art. 51 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung zum Verrechnungssteuergesetz vom 19. Dezember 1966; Bernhard Zwahlen, in: Kommentar zum Schweizerischen Steue r- recht, Band II/2, 2004, Art. 22 N 11 VStG); nur dort kann er eine solche Rüc kerstattung erwirken. In Zürich wird 2006 nur der – allerdings negative – Liegenschaftsertrag b e- steuert; ausgeschlossen ist hier die steuerliche Erfassung von ve rrechnungs- steuerbelasteten Vermögenserträgen. Der Pflichtige hat in Zürich nie einen Antrag auf Rückerstattung von Verrechnungssteuern gestellt. Hat er mithin keinen entspreche n- den Anspruch geltend gemacht, ist nicht anzunehmen, er beharre auf dem ihm im Ei n- spracheentscheid zugesprochenen Betrag; vielmehr ist davon auszugehen, er verzic h- te konsequenterweise hier darauf. Würde anders entschieden und die Verrechnungssteuerangelegenheit im vorliegenden Verfahren ausser Acht gelassen mit der Begründung, die hiesige Ve rrechnungssteuerfestsetzung sei nicht angefochten und daher in Rechtskraft erwac hsen, hätte dies unausweichlich eine Rückleistungsver- fügung der Zürcher Behörden im Sinn von Art. 58 VStG zur Folge. Solche administrat i- ven Leerläufe sind tunlichst zu vermeiden. 7. Am Rand sei auf eine Merkwürdigkeit, ja Ungereimtheit hingewiesen: Mit der rechtskräftigen Einschätzung 2005 hat der Kanton Zürich einzig die Liegenschaft F und den Ertrag daraus besteuert. Dabei hat das kantonale Steueramt beide Ehegatten ins Recht gefasst, obgleich das H aus in F im Alleineigentum des - 14 - 2 ST.2008.344 Pflichtigen stand und daher einzig er einen wirtschaftlichen Anknüpfungspunkt im Ka n- ton Zürich besass (§ 4 Abs. 1 lit. b StG). In der angefochtenen Einschätzung 2006 (und dem diesen bestätigenden Einspracheentscheid) hingegen erscheint bloss noch der Pflichtige als Steuersubjekt, und dies obgleich der Kanton Zürich nun über ihn, der in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebt , die unbeschränkte Steuerhoheit bea n- sprucht. Dabei wäre es nach der bundesgerichtlichen Rechtsp rechung allenfalls unter solchen U mständen geboten, am Hauptsteuerdomizil des einen Gatten ebenso den andern zu erfassen, auch wenn dieser über ein davon abweiche ndes eigenes Hauptsteuerdomizil (Wohnsitz) verfügt , und dies einzig gestützt auf die eheliche Ge- meinschaft mit gemei nsamer Mittelverwendung (Locher/Locher, § 3, I B, 3 Nr. 18). Ist aber ausschliesslich ein wirtschaftlicher Anknüpfungspunkt des einen Gatten im Ka n- ton gegeben, so ist nicht einzusehen, weshalb hier beide steue rpflichtig sein sollen; i n diesem Sinn wird in der nun im Rechtsmittelverfahren getroffenen Einschätzung au s- schliesslich der Rekurrent aufgeführt. Das kantonale Steueramt ist bei dieser Gelege n- heit einzuladen, die Rechtslage zu klären und die massgeblichen Grundsätze für die Verwaltung verbindlich festzuhalten 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten vom unterliegenden Staat zu tragen ( § 151 Abs. 1 StG). Sodann steht dem obsiegenden Pflichtigen g e- stützt auf § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegese tzes vom 24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 eine (angemessene) Parteientschädigung zu. Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 1. Der Rekurs hinsichtlich der Staats- und Gemeindesteuer wird gutgeheissen. Es wird festgestellt, dass der Rekurrent in der Steuerperiod e 2006 nur gemäss § 4 Abs. 1 lit. b StG beschränkt der Steuerhoheit des Kantons Zürich untersteht. Der Rekurrent wird wie folgt eingeschätzt (Tarif nach § 35 Abs. 2 bzw. § 47 Abs. 2 StG): Steuerperiode Einkommen Vermögen Fr. Fr. 2006 steuerbar 0.- 323'000.- - 15 - 2 ST.2008.344 satzbestimmend 305'700 1'728'000.-. Der Rekurs hinsichtlich der Verrechnungssteuer wird gutgeheissen. Der Rücke r- stattungsanspruch 2007 für die Verrechnungssteuer, Fälligkeit sjahr 2006, wird auf Fr. 0.- festgesetzt. […]