26. Januar 1995 N 135 Postulat Reimann Maximilian Couchepin François, chancelier de la Confédération: Le Conseil fédéral l'a dit dans son rapport écrit, deux principes doivent éclairer ce débat: le premier, c'est le principe de la li- berté des médias; le second, ce sont les principes qui règlent la déontologie de la profession. Le Conseil fédéral peut avoir une influence sur le premier, il ne peut pas en avoir sur les se- conds. Il déplore, avec l'interpellant, le fait que l'éthique ne soit pas toujours respectée comme nous le souhaiterions. Mais dans un Etat qui respecte la liberté de la presse, c'est tout d'abord à la presse elle-même de déterminer les principes éthiques de la profession, et ça n'est pas à l'autorité gouverne- mentale de le faire. Le Conseil fédéral l'a également dit: il dé- plore profondément - et il considère comme graves - les indis- crétions qui se sont produites. Il a dit comment il entendait lut- ter contre elles, d'une part, bien sûr en essayant de faire des enquêtes et de découvrir les auteurs - cela a marché quelque- fois, mais pas souvent -, et, d'autre part et surtout, par une po- litique d'information ouverte et active qui est décrite de ma- nière très précise dans le rapport écrit qui vous a été fourni. A ce sujet, je voudrais dire, et nous allons reprendre dans un instant le débat sur la réforme du gouvernement et de l'admi- nistration, que le projet du Conseil fédéral contient, aux articles 10 et 11, des bases de cette information beaucoup plus ouverte, beaucoup plus dynamique qu'il souhaite pou- voir dispenser. Malheureusement, la commission de votre Conseil propose de biffer ces dispositions. Je compte sur vo- tre appui pour que, précisément parce que c'est aussi un moyen de lutter contre les indiscrétions, nous ayons les outils que nous vous demandons. En ce qui concerne les problèmes d'accréditation, vous avez connaissance de l'ordonnance. Elle ne donne qu'un seul cas concret dans lequel le chancelier est autorisé à retirer l'accré- ditation: c'est le cas où un journaliste publie sciemment et in- tentionnellement une information confidentielle ou secrète qui lui a été communiquée comme information confidentielle ou secrète. Il est clair que la disposition est très restrictive, mais elle s'inscrit précisément dans l'esprit du respect de ces deux piliers: liberté de la presse, d'une part, et règles d'éthique de la profession, d'autre part. C'est dans cet esprit-là que je crois qu'il ne s'impose pas de prendre des mesures au-delà de ce qui a été fait. #ST# 93.3662 Postulat Reimann Maximilian Durchsetzung oder Revision von Artikel 11 der Akkreditierungs-verordnung Article 11 de l'ordonnance sur l'accréditation. Application ou révision Wortlaut des Postulates vom 17. Dezember 1993 Die Verordnung vom 21. Dezember 1990 über die Akkreditie- rung von Journalisten sieht in Artikel 11 Massnahmen vor, die von der Bundeskanzlei gegen akkreditierte oder zutrittsbe- rechtigte Journalisten ergriffen werden können, die bewusst oder absichtlich in einem Medium vertrauliche oder geheime Informationen verbreiten. Der Bundesrat wird ersucht, entweder diesen Artikel durchzu- setzen und Verstösse zu ahnden oder die Verordnung im Sinne der gängigen Praxis zu revidieren. Texte du postulat du 17 décembre 1993 L'ordonnance du 21 décembre 1990 sur l'accréditation des journalistes prévoit à l'article 11 des mesures que la Chancel- lerie fédérale peut prendre à rencontre de journalistes accrédi- tés ou titulaires d'une carte d'entrée qui auraient divulgué sciemment ou intentionnellement dans un organe de presse des informations confidentielles ou secrètes. Le Conseil fédéral est invité à faire en sorte que cet article soit appliqué et que les infractions soient sanctionnées, ou alors, à veiller à ce que l'ordonnance soit révisée dans le sens de la pratique actuelle. Mitunterzeichner-Cosignataires: Allenspach, Aregger, Aubry, Baumberger, Berger, Bezzola, Binder, Bischof, Blatter, Blo- cher, Bonny, Borer Roland, Borradori, Bortoluzzi, Bühler Si- meon, Cavadini Adriano, Chevallaz, Cincera, Daepp, Dettling, Dreher, Ducret, Engler, Epiney, Fehr, Fischer-Hägglingen, Fi- scher-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Fritschi Oscar, Früh, Giezendanner, Giger, Gobet, Graber, Mari, Hegetschweiler, Hess Otto, Jenni Peter, Keller Rudolf, Kern, Kühne, Leuba, Loeb François, Mamie, Mauch Rolf, Maurer, Meier Samuel, Miesch, Moser, Müller, Nebiker, Neuenschwander, Oehler, Philipona, Pidoux, Raggenbass, Rohrbasser, Ruckstuhl, Rutishauser, Ry- chen, Sandoz, Scherrer Jürg, Scherrer Werner, Schmied Wal- ter, Schwab, Schweingruber, Seiler Hanspeter, Stalder, Stamm Luzi, Steffen, Steinemann, Stucky, Suter, Tschuppert Karl, Vet- terli,Wittenwiler,WyssPaul,WyssWilliam,Zölch (80) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der intensive Konkurrenzkampf im Medienbereich hat dazu geführt, dass Journalisten und Verlage zunehmend nach der Devise «Der Zweck heiligt die Mittel» zu neuen Informationen und «Primeurs» zu gelangen trachten. Davon betroffen ist auf nationaler Ebene nachgerade auch die Arbeit von Parlament, Bundesrat und Verwaltung. Zwei Beispiele aus der jüngsten Praxis mögen dies veranschaulichen: -Am 22. Oktober 1993 publizierte ein Wochenmagazin Aus- züge aus einem Vorentwurf des bundesrätlichen «Berichts über die Aussenpolitik der Schweiz in den neunziger Jahren». - Am 21. November 1993 zitierte eine Sonntagszeitung gleich reihenweise aus Protokollen der nationalrätlichen Kommis- sion für Rechtsfragen über die Beratung des Gleichstellungs- gesetzes. Diese Dokumente gelten als vertraulich; vergleiche dazu auch Artikel 25 Absatz 2 des Geschäftsreglements des Nationalra- tes, wo die Kommissionsberatungen expressis verbis als «ver- traulich» gekennzeichnet sind. Akkreditierte und zutrittsbe- rechtigte Bundeshausjournalisten kennen diese Normen; die korrekten halten sich daran, ein paar wenige setzen sich hem- mungslos darüber hinweg. Die Kluft zwischen jener überwie- genden Mehrheit von Medien, die sich korrekt ans Vertraulich- keitsprinzip halten, und jenen, die aus kommerziellen oder an- deren Gründen bewusst bzw. absichtlich dagegen verstos- sen, vergrössert sich zusehends. Ja, erstere werden bei Tole- rierung dieser largen Praxis geradezu ermuntert, die Akkredi- tierungs-Verordnung und insbesondere deren Artikel 11 künf- tig ebenfalls nicht mehr zu respektieren. Darunter wird, was das Parlament anbetrifft, zweifellos die seriöse parlamentari- sche Kommissionsarbeit leiden. Wenn keine Gewähr mehr be- steht, dass Stellungnahmen und Abstimmungsverhalten ei- nes einzelnen Kommissionsmitgliedes vertraulich bleiben, wird die Tendenz gefördert, die Kommissionsarbeit ins Ple- num zu verlagern. Das kann nicht im Sinne der Effizienz parla- mentarischer Tätigkeit sein. Die Akkreditierungs-verordnung gibt nun dem Bundesrat bzw. der Bundeskanzlei die Möglichkeit, Verstösse von fehlba- ren Journalisten zu ahnden. Aus mir nicht bekannten Gründen ist Artikel 11 dieser Verordnung aber toter Buchstabe geblie- ben. Der Bundesrat wird deshalb aufgefordert, entweder die- ser Verordnung Nachachtung zu verschaffen oder sie im Sinne der largen Praxis abzuändern. Es ist nicht einzusehen, warum Verstösse von ein paar wenigen Bundeshausjournali- sten gegen klare Rechtsnormen ungeahndet bleiben. Schon gar nicht darf als Exkulpation in Betracht fallen, dass gewisse Leute innerhalb von Parlament oder Verwaltung an der Veröf- fentlichung von vertraulichen oder geheimen Informationen mitschuldig sind, indem sie willige Journalisten für sich einzu- spannen versuchen. Die Anstiftung zur Veröffentlichung sol- cher Informationen ist ebenso verwerflich, kann aber nicht Ge- genstand der Akkreditierungs-verordnung sein.Postulat Reimann Maximilian 136 N 26 Janvier 1995 Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 mai 1994 In einem Staat, der sich zur Medienfreiheit bekennt, sie respek- tiert und befolgt, dürfen die Behörden Thema und Inhalt der von den Medien verbreiteten Informationen nicht festlegen. Gewiss können Indiskretionen die Arbeit der Behörden behin- dern, und sie verhindern oftmals eine offene, koordinierte In- formation der Öffentlichkeit In solchen Fällen können sie, weit davon entfernt, den legitimen Informationsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger zu genügen, die Wirklichkeit entstel- len und die Öffentlichkeit verunsichern. Heutzutage geben sich die Journalisten nicht mehr damit zu- frieden, diejenigen Informationen weiterzugeben, die ihnen die Behörden liefern wollen, sondern sie sind aufgrund von Recherchen und Nachforschungen in der Lage, ihren Lesern, Hörern oder Fernsehzuschauern diejenigen Informationen zu geben, denen sie ein öffentliches Interesse zuschreiben. In ei- ner Informationsgesellschaft wie der unsrigen haben die Be- hörden das Informationsmonopol und die Macht, darüber zu entscheiden, welche Informationen der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht werden sollen, verloren. Aufgrund dieser Sachlage haben die Journalisten mehr Ver- antwortung zu tragen, und es ist deshalb sehr wichtig, dass sie sich an die berufsethischen Regeln halten - Regeln, die der Presserat des Schweizer Verbandes der Journalistinnen und Journalisten folgendermassen umreisst: «Die Veröffentli- chung geheimer oder vertraulicher Sachverhalte sollte nur stattfinden, wenn das Thema von öffentlicher Relevanz ist, aus guten Gründen sofort und nicht erst viel später publik werden soll, nicht bloss eine kurze Sperrfrist missachtet wird, die Infor- mation nicht durch Methoden wie Bestechung, Erpressung, Wanzen, Einbruch oder Diebstahl erworben wurde und keine äusserst wichtigen Interessen (z. B. schützenswerte Persön- lichkeitsrechte, Geheimnisse der militärischen Landesverteidi- gung) tangiert sind.» Die Tatsache, dass diese Regeln nicht immer mit der ge- wünschten Strenge befolgt werden, rechtfertigt Sanktionen gegen die Journalisten noch keineswegs. Vielmehr ist es Sa- che der Behörden, sich weiterhin und verstärkt darum zu be- mühen, Indiskretionen und ihre negativen Folgen zu verhin- dern. Es geht in erster Linie darum, eine offene, aktive und ko- ordinierte Informationspolitik zu betreiben, aber auch um eine verstärkte Disziplin sowie die strikte Befolgung der Vertraulich- keitsregeln mit Sanktionen bei Zuwiderhandlungen. Es kann unter keinen Umständen hingenommen werden, dass dem Berufsgeheimnis unterstellte Personen den Medien Informa- tionen oder vertrauliche Dokumente mit der Absicht zukom- men lassen, eine politische Vorlage zu fördern oder zu torpe- dieren. Die Verordnung der Bundeskanzlei vom 21. Dezember 1990 über die Akkreditierung von Journalisten ist eine Verwaltungs- verordnung. Der in Artikel 11 erwähnte Entzug der Akkreditie- rung bzw. des Zutrittsausweises bedeutet nur den Verlust der in Artikel 9 für akkreditierte Journalisten vorgesehenen Rechte. Trotz einer solchen Sanktion hätte ein Journalist aber weiterhin Zugang zu den Informationen aus dem Bundeshaus und den Informationsräumen des Bundeshauses. Denn wie Artikel 3 der Akkreditierungs-Verordnung festlegt, steht dieses Recht allen Journalisten zu, die für ein schweizerisches Me- dium berichten, unabhängig davon, ob sie akkreditiert sind oder über einen Zutrittsausweis verfügen. In der Akkreditierungs-Verordnung heisst es wörtlich: «Ver- breitet ein akkreditierter oder ein zutrittsberechtigter Journa- list vertrauliche oder geheime Informationen, welche ihm ge- genüber als solche gekennzeichnet wurden, bewusst oder absichtlich in einem Medium, so kann ihm die Bundeskanzlei die Akkreditierung bzw. den Zutritts-Ausweis entziehen.» Dies bedeutet, dass seitens der Journalisten nur dann ein zu ahn- dender Verstoss gegen die Verordnung vorliegt, wenn sie eine ihnen gegenüber ausdrücklich als vertraulich oder ge- heimzuhaltende Information weiterverbreitet haben. In den vom Postulanten erwähnten Beispielen (aussenpolitischer Bericht des Bundesrates und ein Kommissionsprotokoll) wie auch in den meisten ändern Fällen von Indiskretionen muss jedoch davon ausgegangen werden, das die Information be- wusst und gezielt Journalisten zugespielt worden sind, damit diese auch davon Gebrauch machen würden. Wäre dies nicht der Fall, müssten gerade die Personen, welche die vertrauli- chen Informationen weitergeleitet und als «nicht zur Weiterver- breitung bestimmt» deklariert haben, einen Vertrauensbruch der Journalisten feststellen und allenfalls die Ahndung des Verstosses gemäss Artikel 11 der Akkreditierungs-Verord- nung verlangen. Denn sonst dürften Journalisten nur offiziell abgegebene Informationen verwenden, weil sie anderenfalls den Entzug der Akkreditierung oder des Zutritts-Ausweises ris- kieren würden. Dies wäre nicht mit der von unserer Verfassung sanktionierten Pressefreiheit in Einklang zu bringen und würde dem juristischen Stellenwert der Akkreditierungs-Ver- ordnung widersprechen. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. Reimann Maximilian: Gerne gebe ich Ihnen zu meinem Vor- stoss vom 17. Dezember 1993 noch ein paar Bemerkungen ab. Ich erinnere daran, dass mein Postulat von immerhin 80 Kol- leginnen und Kollegen dieses Rates mitunterzeichnet wor- den ist. Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen, zum Teil mit fadenscheinigen Argumenten. Ich halte deshalb am Postulat fest und bitte Sie um Ihre Zustimmung zur Über- weisung. Was habe ich denn mit diesem Vorstoss wirklich anbegehrt? Wenn man gewissen Kommentatoren Glauben schenken möchte, würde es sich um einen klassischen Angriff auf die Pressefreiheit handeln. Dem ist nun bei Gott nicht so! Ich habe lediglich verlangt, dass der Bundesrat den Artikel 11 der Akkreditierungs-Verordnung, die die Zulassung von Jour- nalisten ins Bundeshaus regelt, entweder anwendet oder ihn der gängigen Praxis anpasst, das heisst aufhebt; nicht mehr und nicht weniger! Das ist kein Angriff auf die Pressefreiheit, keine Zensur, das sind keine unmittelbaren Sanktionen, nichts dergleichen. Der Bundesrat soll lediglich eine von ihm einmal angeordnete Norm durchsetzen oder-wenn er sie für überholt hält - abändern bzw. aufheben. Was ich will, sind klare Verhältnisse. Auch für mich ist die Pressefreiheit ein sehr hohes Rechtsgut, das niemals ohne Not angetastet oder verwässert werden soll. Aber die Pressefreiheit - Sie haben es vorhin auch von Kollege Moser zu hören bekommen - hat ihre Schranken, muss in ei- nem Rechtsstaat auf andere Rechtsgüter Rücksicht nehmen: auf den Schutz der Persönlichkeit oder auf das Amtsgeheim- nis. Letzteres hat seinen Niederschlag unter anderem auch in Artikel 11 der Akkreditierungs-Verordnung gefunden. Der Bundesrat huldigt aber einmal mehr einem Laisser-faire. Er beklagt wohl mit Betroffenheit die ständigen Übertretun- gen und Indiskretionen, vor allem dann, wenn er selber be- troffen ist Jüngste Beispiele: Bundesrat Cotti bei seiner vor- zeitig publik gewordenen KSZE-Türkei-Mission, Bundesrat Koller beim vorzeitigen Verrat der Ermittlungen gegen algeri- sche Terroristen oder unsere Aussenpolitische Kommission am Vortag des Beginns der bilateralen Verhandlungen mit der Europäischen Union. Die Beispiele könnten beliebig ver- längert werden. Die Akkreditierungs-Verordnung enthält eine Handhabe bei Verstössen gegen das Amtsgeheimnis bzw. gegen das Ver- traulichkeitsprinzip, sofern es sich um akkreditierte Medien- schaffende handelt, die in diesem Haus - zu Recht - Privile- gien geniessen, aber damit auch Pflichten auf sich nehmen. Ich habe nichts dagegen, wenn besagter Artikel 11 aufgeho- ben wird. Ich sage das klipp und klar. Dann hätten wir klare Verhältnisse. Aber ich habe etwas dagegen, wenn man Nor- men aufstellt, an die man sich nach Gutdünken halten oder nicht halten kann. Das versteht die Bürgerin, versteht der Bür- ger nicht Auch sie sind gehalten, ihre Busse zu bezahlen, wenn sie gegen eine Verordnung, beispielsweise im Strassen- verkehr, verstossen. Also soll der Bundesrat doch den Mut ha-26. Januar 1995 N 137 Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz ben, eine Verordnung zu ändern, wenn er sie als überholt be- trachtet. Er beschreitet aber einmal mehr den Weg des gering- sten Widerstandes: Er tut nichts. Das hat mich enttäuscht Deshalb bitte ich die Mitunterzeichnerinnen und Mitunter- zeichner meines Postulates: Stimmen Sie der Überweisung zu! Der Bundesrat soll auch in einer heiklen medienpoliti- schen Frage Farbe bekennen. Couchepin François, chancelier de la Confédération: Je suis heureux que, dans ce problème, le principe de la liberté de la presse ne soit pas mis en cause. Vous dites, Monsieur Reimann Maximilian, que ce que vous voulez obtenir, c'est l'application de l'article 11 de l'ordon- nance sur l'accréditation: nous le voulons aussi. Mais je vous rappelle, je vous le disais tout à l'heure, que je ne peux retirer la carte de journaliste qu'à quelqu'un qui a sciemment et inten- tionnellement publié une information qui lui avait été livrée comme une information secrète ou confidentielle. Il faut replacer les rôles à leur bonne place. Si quelqu'un vient me dire: «J'ai dit, sous le sceau du secret, àtei journaliste telle chose, et il a violé le secret que je lui avais demandé de tenir», ce jour-là, je peux appliquer l'article 11, parce que j'en ai la base, j'ai les faits. Mais si jamais personne ne vient me dire: «J'ai dit ça à un journaliste, je lui avais dit de ne pas le publier parce que c'est secret, et il l'afait quand même», il est bien clair que je ne peux que constater que des journalistes apprennent par des miracles constants des choses que personne ne leur a jamais dites, et que par conséquent, ils font leur métier de jour- nalistes, c'est-à-dire qu'ils informent sur ce qu'ils entendent. L'ordonnance sur l'accréditation ne prévoit pas des critères purement formels pour dire: tel journaliste a une éthique qui me convient, par conséquent il a le droit d'avoir sa carte, et tel autre journaliste a une éthique qui ne me convient pas - et Dieu sait si j'ai des sentiments personnels aussi sur la manière dont les journalistes usent de l'éthique professionnelle-, je lui retire sa carte. Je ne peux intervenir que si quelqu'un me dit: «Voilà, j'ai donné telle information à un journaliste, je lui ai dit qu'elle était confidentielle ou secrète, il l'a publiée, il a donc violé l'article 11. » Ce sont les seuls cas, en fait, où je peux inter- venir. Faut-il aller plus loin et trouver une autre ordonnance? Je n'en suis pas sûr, et je suis même sûr du contraire, parce qu'alors là, on réglementerait, nous, l'éthique professionnelle, ce qui n'est pas notre rôle. Abstimmung - Vote Für Überweisung des Postulates Dagegen 32 Stimmen 54 Stimmen Reimann Maximilian (V, AG) : Ich stelle fest, dass 86 Mitglieder des Rates im Saal sind. Ich überlasse es Ihnen, ob Sie diesen Entscheid als rechtsgültig akzeptieren oder nicht #ST# 93.075 Regierungs- und Verwaltungs- organisationsgesetz Organisation du gouvernement et de l'administration. Loi Fortsetzung - Suite Siehe Seite 115 hiervor - Voir page 115 ci-devant A. Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetz (RVOG) A. Loi sur l'organisation du gouvernement et de l'administration (LOGA) Nebiker Hans-Rudolf (V, BL), Berichterstatter: Sie haben den Beschluss A erhalten. Dieser betrifft den ganzen organisatori- schen Teil. Sie werden noch eine Fahne mit Beschluss B er- halten. Dort geht es um die Entlastung des Bundesrates durch Staatssekretärinnen und Staatssekretäre. Jetzt werden wir nur über diesen organisatorischen Teil sprechen. Die Kommission hat getagt und mit 19 zu 0 Stimmen Eintreten beschlossen. Im Rahmen der globalen Eintretensdebatte wurde dieser organisatorische Teil an sich nicht bestritten. Ich darf also feststellen, dass Eintreten auf den Beschluss A nicht bestritten ist, und wir unmittelbar zur Detailberatung überge- hen können. Leuba Jean-François (L, VD), rapporteur: Naturellement, la commission applique la décision prise par le plénum. Elle vous présente maintenant deux projets. Le premier que vous avez sous les yeux, c'est l'arrêté A: loi sur l'organisation du gouvernement et de l'administration, dans lequel la commission vous propose de biffer toutes les dispo- sitions qui concernent les secrétaires d'Etat Vous recevrez un deuxième dépliant - mais il y a encore des corrections qui doi- vent être faites -, l'arrêté B, loi sur l'allégement des tâches des membres du Conseil fédéral par des secrétaires d'Etat Cet arrêté B se présente comme une loi modificatrice de l'ar- rêté A, c'est-à-dire qu'il y aura des adjonctions et des correc- tions apportées à l'arrêté A par l'arrêté B, de telle sorte qu'on ait deux arrêtés différents qui - c'était l'objectif semble-t-il - puissent être soumis indépendamment l'un de l'autre à l'éven- tuel référendum. Maintenant, il n'y a donc plus de discussion d'entrée en ma- tière sur l'arrêté A puisqu'elle a déjà eu lieu. Nous pouvons passer directement g la discussion par articles. Quand il s'agira d'examiner l'arrêté B il y aura de nouveau une discus- sion d'entrée en matière puisque nous avons une proposition de minorité de ne pas accepter de secrétaires d'Etat Ce sera par conséquent l'objet du débat d'entrée en matière sur l'arrêté B. Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen L'entrée en matière est décidée sans opposition Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen -AdoptéSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Reimann Maximilian Durchsetzung oder Revision von Artikel 11 der Akkreditierungs-Verordnung Postulat Reimann Article 11 de l'ordonnance sur l'accréditation. Application ou révision In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band I Volume Volume Session Januarsession Session Session de janvier Sessione Sessione di gennaio Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 05 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3662 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 26.01.1995 - 08:00 Date Data Seite 135-137 Page Pagina Ref. No 20 025 250 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.