Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 28. April 2022 ZK2 2021 77 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Prof. Dr. Reto Heizmann, Gerichtsschreiber lic. iur. Claude Brüesch. In Sachen A.________, Beschwerdeführer, gegen B.________, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt C.________, betreffend Rechtsverweigerung (Beschwerde gegen die Verfügung der Schlichtungsbehörde in Mietsachen March vom 24. März 2021, SMM 2020 91 / 2021 1);- hat der Kantonsgerichtspräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Die Schlichtungsbehörde in Mietsachen March erliess am 2. März 2021 eine Verfügung im Kündigungsschutz- und Mietzinsherabsetzungsver- fahren betreffend die Wohnung an der D.________strasse xx in Lachen SZ und versandte die Verfügung gleichentags an A.________ (Mieter) und Rechtsanwalt C.________ (Rechtsvertreter der Vermieterin [B.________]). Diese Verfügung umfasste einen Vergleich mit der Ankündigung, dass dieser in Rechtskraft erwachse, wenn ihn keine der Parteien bis spätestens am 15. März 2021 schriftlich bei der Schlichtungsbehörde ablehne, und für diesen Fall werde am 16. März 2021 eine Rechtskraftbescheinigung erlassen. A.________ nahm diese Verfügung am 26. März 2021 in Empfang. Bereits am 24. März 2021 hatte die Schlichtungsbehörde die Rechtskraftbescheinigung ausgestellt (Verfahren APD 2021 8 des Bezirksgerichts March [nachfolgend: APD 2021 8], act. 3, Beilagen 17, 18 und 19a). b) Am 26. März 2021 erhob A.________ Beschwerde beim Bezirksge- richtspräsidenten March mit dem Rechtsbegehren, die Rechtskraftbescheini- gung sei aufzuheben und die Schlichtungsbehörde anzuweisen, ihm eine Frist von zehn Tagen zur Abgabe seiner Einverständniserklärung anzusetzen (APD 2021 8, act. 1). Die Schlichtungsbehörde beantragte mit Eingabe vom 8. April 2021 die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung ihrer Rechtskraftbescheinigung vom 24. März 2021 (APD 2021 8, act. 3). Am 23. April 2021 zog die Vermieterin ihr am 1. April 2021 beim Einzelrichter am Bezirksgericht March gegen den Beschwerdeführer gestelltes Ausweisungs- gesuch zurück mit dem Hinweis, dieser sei am 1. April 2021 aus dem Mietob- jekt ausgezogen (ZES 2021 172). Auf telefonische Anfrage des Einzelrichters vom 29. April 2021 bestätigte Rechtsanwalt C.________ im Ausweisungsver- fahren, dass der Beschwerdeführer anfangs April 2021 aus dem Mietobjekt ausgezogen sei und die Schlüssel übergeben habe (APD 2021 8, act. 6). Mit Schreiben vom 25. Juni 2021 teilte der Beschwerdeführer dem Bezirksge-Kantonsgericht Schwyz 3 richtspräsidenten mit, seine Beschwerde sei nicht hinfällig geworden bzw. das Verfahren sei fortzusetzen. Seine Tochter und er möchten die Wohnung be- halten (APD 2021 8, act. 7). Auf erneute Anfrage des Einzelrichters im Verfah- ren ZES 2021 172 bestätigte Rechtsanwalt C.________ mit Eingabe vom 28. Juni 2021, dass der Beschwerdeführer am 1. April 2021 das Mietobjekt geräumt und die Wohnungsschlüssel der Eigentümerschaft am 9. April 2021 per Post zurückgesandt, aber nicht sämtliche Schlüssel im Original zurückge- geben habe (APD 2021 8, act. 8). Mit Verfügung vom 30. Juni 2021 schrieb der Bezirksgerichtspräsident die Beschwerde mangels Rechtsschutzinteres- ses als gegenstandslos geworden ab mit der Angabe, dass dieser Entscheid mit Beschwerde beim Kantonsgericht Schwyz als oberer Aufsichtsbehörde angefochten werden könne (APD 2021 8, act. 9). c) Der Beschwerdeführer reichte am 19. Juli 2021 Beschwerde beim Kan- tonsgericht ein (KG-act. 1). Mit Beschluss PRD 2021 14 vom 17. Dezember 2021 hob das Kantonsgerichtspräsidium Ziffer 1 der Verfügung des Bezirksge- richtspräsidenten March vom 30. Juni 2021 auf und nahm die Eingabe des Beschwerdeführers vom 26. März 2021 unter der neuen Verfahrensnummer ZK2 2021 77 als Beschwerde i.S.v. Art. 319 ff. ZPO entgegen. Der Beschwerdeführer und die Vermieterin liessen sich jeweils mit Eingabe vom 31. Januar 2022 zur Prozesssache vernehmen (KG-act. 14 und 15). Der Beschwerdeführer nahm am 21. Februar 2022 Stellung zur Eingabe der Ver- mieterin vom 31. Januar 2022 (KG-act. 17). Es folgten weitere Eingaben der Parteien unter Einreichung zusätzlicher Akten (vgl. KG-act. 19/1, 21, 21/1, 23, 23/1, 25 und 27). 2. In dem vor Schlichtungsbehörde hängigen Kündigungsschutz- und Miet- zinsherabsetzungsverfahren SMM 2020 91 / 2021 1 betreffend die Wohnung an der D.________strasse xx in Lachen SZ teilte der Beschwerdeführer der Schlichtungsbehörde mit, dass er sein Gesuch zufolge einer aussergerichtli-Kantonsgericht Schwyz 4 chen Einigung zwischen den Parteien zurückziehe und die Kündigung des Mietvertrages per 28. Februar 2021 anerkenne (Verfahren APD 2021 8 des Bezirksgerichts March [APD 2021 8, act. 3, Beilage 13). Die aussergerichtli- che Einigung vom 25. Januar 2021 hatte folgenden Inhalt (APD 2021 8, act. 3, Beilage 12): 1. Herr A.________ bestätigt, dass die von Frau B.________ ausge- stellte Kündigung per Ende Februar 2021 gültig ist. Der Mietvertrag vom 25. August 2003 wird per 28. Februar 2021 aufgelöst. 2. A.________ erhält für seine Aufwände eine Einmalzahlung von CHF 2'300.00. Die Zahlung wird per 2. März 2021 fällig, sobald Herr A.________ das Mietobjekt verlassen und seine Schlüssel an Frau B.________ oder deren Bevollmächtigten übergeben hat. 3. Frau B.________ verzichtet auf den Mietzins für den Februar 2021. 4. Die Wohnung wird im jetzigen Zustand besenrein abgegeben, und von Frau B.________ ohne Erhebung von Kosten für etwaige Repa- raturen/Neuanschaffungen abgenommen. 5. Herr A.________ ist einverstanden, dass die hinterlegte Mietkaution an Frau B.________ ausbezahlt wird. Herr A.________ verzichtet entsprechend auf seine Mietkaution, und wird die erforderlichen Er- klärungen abgeben sowie Handlungen vornehmen, damit die Miet- kaution an Frau B.________ übertragen wird. 6. Herr A.________ zieht die Kündigungsanfechtung zurück. Er unter- zeichnet das beiliegende Schreiben adressiert an die Schlichtungs- behörde in Mietsachen Lachen, in welchem Herr A.________ das Gesuch unter der Referenz SMM 2021 2 vorbehaltlos zurückzieht. 7. Die vorliegende Vereinbarung untersteht Schweizer Recht. Aus- schliesslicher Gerichtsstand ist Lachen SZ. Das Verfahren wurde in der Folge nicht vergleichsweise abgeschrieben. Statt- dessen erarbeiteten die Parteien zusammen mit der Schlichtungsbehörde an- lässlich der Schlichtungsverhandlung vom 23. Februar 2021 einen Vergleichs- vorschlag, der den Parteien mittels E-Mails der Schlichtungsbehörde vom 24. Februar 2021 bestätigt wurde (APD 2021 8, act. 3, S. 3 N 9 und act. 3, Beilage 15). Mit Verfügung vom 2. März 2021 sandte die Schlichtungsbehörde den Mietparteien folgenden Vergleich (APD 2021 8, act. 3, Beilage 17):Kantonsgericht Schwyz 5 1. Die Vermieterin gewährt dem Mieter eine Erstreckung des Mietver- hältnisses bis am 31.03.2021. 2. Der Mieter verpflichtet sich, die Wohnung an der D.________strasse xx in Lachen bis spätestens am 01.04.2021 um 12:00 Uhr verlassen zu haben. 3. Unter der Bedingung, dass der Mieter die Wohnung am 01.04.2021 pünktlich verlässt, [sic] den Mietzins für den Monat März 2021. 4. Im Übrigen gelten die Vereinbarungen vom 25.01.2021. Gleichzeitig kündigte die Schlichtungsbehörde an, dass der Vergleich in Rechtskraft erwachse, wenn ihn keine der Parteien bis spätestens am 15. März 2021 schriftlich bei der Schlichtungsbehörde ablehne, und für diesen Fall werde am 16. März 2021 eine Rechtskraftbescheinigung erlassen (APD 2021 8, act. 3, Beilage 17). Der Beschwerdeführer nahm diese Verfü- gung erst am 26. März 2021 in Empfang (APD 2021 8, act. 3, Beilage 18). Bereits am 24. März 2021 hatte die Schlichtungsbehörde die Rechtskraftbe- scheinigung ausgestellt (APD 2021 8, act. 3, Beilage 19a). Gleichentags teilte der Beschwerdeführer der Schlichtungsbehörde mit, gemäss heutiger „Aussa- ge“ seiner behandelnden Ärztin Frau F.________ sei seine Unterschrift auf der Vereinbarung vom Januar 2021 „klarerweise nicht gültig aus medizinisch- rechtlicher Sicht“ (APD 2021 8, act. 3, Beilage 16). 3. Mit Beschwerde vom 26. März 2021 beantragte der Beschwerdeführer, dass die Rechtskraftbestätigung aufzuheben und die Schlichtungsbehörde anzuweisen sei, ihm zur Beantwortung, ob er mit dem Schlichtungsvorschlag einverstanden sei, eine Frist von zehn Tagen anzusetzen, da er dem Schlich- tungsvorschlag nicht habe widersprechen können, weil er ihn nicht (fristge- recht) erhalten habe (APD 2021 8, act. 3, Beilage 21). Er habe den Ver- gleichsvorschlag nicht angenommen und warte weiterhin auf eine Klagebewil- ligung der Schlichtungsbehörde (Eingabe vom 31. Januar 2022, KG-act. 14). Mit Stellungnahme vom 21. Februar 2022 bestritt der Beschwerdeführer, die Wohnung „termingerecht und vorbehaltslos verlassen“ zu haben, zumal die Kantonsgericht Schwyz 6 Gegenpartei selber behaupte, dass er die Schlüssel noch habe und die Ver- mieterin ein Ausweisungsbegehren eingereicht habe (KG-act. 17, S. 2). Der Umstand, dass er die Gegenpartei darum ersucht habe, eine damals im Raum stehende Forderung gegebenenfalls an den Zedenten zu überweisen, ändere nichts daran, dass er den mündlich angekündigten Vergleichsvorschlag der Schlichtungsbehörde nicht erhalten habe (Eingabe vom 14. März 2022, KG- act. 23). Die Vermieterin wandte mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2022 ein, zum einen habe die Schlichtungsbehörde die Verfügung vom 2. März 2021 zu Recht an die letztbekannte Adresse des Beschwerdeführers gesandt. Wenn der Beschwerdeführer seine Post nicht zeitig abhole oder sich die Entgegen- nahme von postalischen Zustellungen durch diverse Adressen/Adressumlei- tungen verzögere oder verunmögliche, könne dies nicht zulasten der Behör- den gehen, sondern vielmehr habe der Beschwerdeführer die Verantwortung für die verzögerte Entgegennahme der angefochtenen Verfügung vom 2. März 2021 zu vertreten. Es gelte die Zustellfiktion. Zum anderen habe der Be- schwerdeführer den (aussergerichtlichen) Vergleich vom 25. Januar 2021 er- füllt. Er habe das Mietobjekt termingerecht und vorbehaltlos verlassen, die Schlüssel zum Mietobjekt retourniert sowie die Forderung gegenüber der Vermieterin der Einmalzahlung von Fr. 2'300.00 an die G.________ abgetre- ten. Die Zession sei an die Vermieterin übermittelt und diese sei angehalten worden, die Fr. 2'300.00 an die Zessionarin zu leisten. Die Vermieterin habe die Fr. 2'300.00 an die G.________ mittels Banküberweisung am 22. April 2021 vergütet. Somit bestehe seitens des Beschwerdeführers kein Rechts- schutzinteresse. Daher sei die Beschwerde abzuweisen, falls darauf einzutre- ten sei (KG-act. 15). Der Beschwerdeführer sei zufolge verfallener Fristen mit seinen Eingaben vom 21. Februar 2022 und 8. März 2022 nicht zu hören. Er habe weder an der Mietzinsanfechtung noch an der Anfechtung der Beendi-Kantonsgericht Schwyz 7 gung des Mietverhältnisses ein rechtlich geschütztes Interesse, zumal er seit bald einem Jahr nicht mehr im Mietobjekt wohne (KG-act. 25, sinngemäss). a) Strittig ist, ob die Schlichtungsbehörde im Kündigungsschutz- und Miet- zinsherabsetzungsverfahren mit Verfügung vom 24. März 2021 (APD 2021 8, act. 3, Beilage 19a) den in der Verfügung vom 2. März 2021 aufgeführten Vergleich der Parteien zu Recht als in Rechtskraft erwachsen und vollstreck- bar erklärte. Gegen diesen Entscheid ist die Aufsichtsbeschwerde nicht zuläs- sig, sondern kann gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO innert zehn Tagen Beschwer- de eingereicht werden (Beschluss PRD 2021 14 des Kantonsgerichtspräsidi- ums vom 17. Dezember 2021 E. 2b). Daher ist – entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. KG-act. 17) – im vorliegenden Beschwerdever- fahren die Vermieterin (B.________) die Beschwerdegegnerin und die Schlichtungsbehörde die Vorinstanz. b) Im Beschwerdeverfahren sind gemäss Art. 326 ZPO neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen, vorbehält- lich besonderer Bestimmungen des Gesetzes. Das Novenverbot ist umfas- send und gilt sowohl für echte als auch unechte Noven (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A. 2016, N 4 zu Art. 326 ZPO; Spühler, in: Spüh- ler/Tenchio/Infanger, Basler Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. A. 2017, N 1 zu Art. 326 ZPO). Dieser Grundsatz unterliegt mehreren Aus- nahmen. Namentlich soll verhindert werden, dass die Vorlage neuer Tatsa- chen und Beweismittel vor der kantonalen Behörde einer strengeren Regelung unterworfen ist als vor dem Bundesgericht. Daher sind vor beiden Instanzen insbesondere Tatsachen zu berücksichtigen, die das Verfahren gegenstands- los werden lassen (BGE 145 III 422 E. 5.2 = Pra 2020 Nr. 75 mit weiteren Hinweisen; BGer, Urteil 5A_448/2020 vom 18. Februar 2021 E. 2.4.5). Das Verfahren wird insbesondere dann gegenstandslos, wenn das Kantonsgericht Schwyz 8 Rechtschutzinteresse der klagenden Partei nach Eintritt der Rechtshängigkeit definitiv wegfällt (Gschwend/Steck, in: Spühler/Tenchio/Infanger, a.a.O., N 5 zu Art. 242 ZPO). Dies trifft etwa für das Ausweisungsverfahren dann zu, wenn der Mieter aus dem Mietobjekt auszieht (Gschwend/Steck, a.a.O., N 8 zu Art. 242 ZPO). Bei Gegenstandslosigkeit wird das Verfahren abgeschrie- ben (Art. 242 ZPO). Dasselbe muss gelten, wenn der Mieter während eines Verfahrens um Kündigungsanfechtung des Mietverhältnisses und Mietzins- herabsetzung das Mietobjekt verlässt und sich die Parteien in finanzieller Hin- sicht betreffend das beendete Mietverhältnis einigten. Dies behauptet die Be- schwerdegegnerin, was der Beschwerdeführer jedoch bestreitet. Daher sind zur Beantwortung dieser strittigen Fragen die diesbezüglichen neuen Vorbrin- gen der Parteien grundsätzlich zu hören. c) Der Beschwerdeführer trat mit Zession vom 8. April 2021 seine Forde- rung gegenüber der Beschwerdegegnerin aus Beendigung des Mietvertrages D.________strasse xx in Lachen SZ in der Höhe von Fr. 2'300.00 an die G.________ ab (KG-act. 15/4). In der E-Mail vom 9. April 2021 bestätigte der Beschwerdeführer gegenüber Frau H.________ (gemäss den unbestrittenen Angaben der Beschwerdegegnerin ist Frau H.________ ihre Treuhänderin [KG-act. 15, S. 2 N 1]), dass die Abtretung an Frau B.________ zugestellt worden sei und mit befreiender Wirkung nur noch an die Zessionarin bezahlt werden könne (KG-act. 15/6; vgl. auch E-Mail vom 12. April 2021, KG- act. 15/5). In der E-Mail vom 10. April 2021 teilte der Beschwerdeführer Frau H.________ mit, dass er alle vier Schlüssel – die drei, die sie im Jahr 2003 erhalten und den zusätzlichen, den sie für I.________ vor wenigen Jahren von der Eigentümerschaft bekommen hätten – sowie sämtliche Briefkastenschlüs- sel zurückgegeben habe (KG-act. 15/1). Gemäss E-Mail vom 12. April 2021 bestätigte der Beschwerdeführer gegenüber Frau H.________ nochmals, alle bezogenen Schlüssel zurückgegeben zu haben. Der vereinbarte Betrag sei zahlbar. Wenn sich die Eigentümerschaft nicht an die Vereinbarung halten Kantonsgericht Schwyz 9 wolle, bitte er um Mitteilung, dass sie bis zur Rechtskraft der Schlichtung wei- terhin an der D.________strasse wohnen sollten (KG-act. 15/2). Gleichentags bestätigte der Beschwerdeführer gegenüber Frau H.________ erneut, alles zurückgegeben zu haben, was sie erhalten hätten. Falls die Eigentümerschaft den Betrag nicht bezahlen wolle, müsse sie sich mit der Zessionarin ausein- andersetzen; er habe den Betrag abgetreten (KG-act. 15/2). Die Beschwerde- gegnerin überwies der G.________ per 22. April 2021 einen Betrag von Fr. 2'300.00 unter dem Betreff "Spesen A.________ gemäss Zession" (KG- act. 15/7). Der erwähnte E-Mail-Verkehr ist in sich stimmig und ergibt zusammen mit der Zession ein sinnvolles Ganzes. Es bestehen keine Anhaltspunkte für die Be- hauptung des Beschwerdeführers, dass die E-Mails nicht echt sein sollten (KG-act. 17, S. 2). Der Beschwerdeführer unterlässt es denn auch, die Echt- heit der E-Mails substanziiert zu bestreiten, was er aber hätte tun müssen, um Bedenken an deren Echtheit zu wecken. Daher ist auf die E-Mails und die Zession abzustellen, die alle zulässige Privaturkunden darstellen (Dolge, in: Spühler/Tenchio/Infanger, a.a.O., N 8 f. zu Art. 177 ZPO). Insgesamt ergibt die Beweiswürdigung, dass der Beschwerdeführer im Verlauf des Monats April 2021 die Wohnung an der D.________strasse xx in Lachen SZ verliess, sämt- liche Wohnungs- und Briefkastenschlüssel der Treuhänderin der Beschwer- degegnerin zurückgab, seine Forderung gegenüber der Beschwerdegegnerin aus Beendigung des Mietvertrages D.________strasse xx in Lachen von Fr. 2'300.00 an die G.________ abtrat, die Abtretung der Beschwerdegegne- rin zugestellt wurde und diese der G.________ die Fr. 2'300.00 überwies. Die- ser dem vom Beschwerdeführer der G.________ abgetretene und von der Beschwerdegegnerin der G.________ überwiesene Betrag entspricht demje- nigen in der aussergerichtlichen Einigung vom 25. Januar 2021 (APD 2021 8, act. 3, Beilage 12 Ziffer 2). Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwer- deführer das Mietobjekt vorbehaltlos verliess und sich die Parteien auch in Kantonsgericht Schwyz 10 finanzieller Hinsicht bezüglich des bestandenen Mietverhältnisses einigten. An diesem klaren Ergebnis vermag der Umstand nichts zu ändern, wonach die J.________ dem Beschwerdeführer mit E-Mails vom 24. September 2021 und 13. März 2022 ankündigte, dass die Anschluss-Adresse D.________strasse xx in Lachen SZ am 5. Oktober 2021 bzw. 17. März 2022 unterbrochen werde (KG-act. 19/1 und 23/1), zumal nicht bekannt ist, weshalb die J.________ den Beschwerdeführer über eine Unterbruchmeldung informierte, obwohl er im Verlauf des April 2021 das Mietobjekt verliess und sämtliche Schlüssel der Beschwerdegegnerin bzw. deren Treuhänderin zurückgab. Sowieso reichte der Beschwerdeführer die E-Mail der J.________ vom 24. September 2021 erst mit Eingabe vom 22. Februar 2022 (KG-act. 19) und somit nicht ohne Verzug ein (in sinngemässer Anwendung von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO, zumal im vorliegenden Beschwerdeverfahren nur ausnahmsweise überhaupt eine Novenberechtigung besteht, vgl. E. 3b vorne). Somit fehlt dem Beschwerde- führer das Rechtschutzinteresse an der beantragten Kündigungsanfechtung des Mietverhältnisses und Mietzinsherabsetzung, weshalb diese beiden Ver- fahren gegenstandslos geworden abzuschreiben sind. 4. Im Abschreibungsbeschluss hat das Gericht nach den gesetzlichen Be- stimmungen die Prozesskosten (Art. 95 ff. ZPO) festzusetzen sowie über die Verteilung und Liquidation der Prozesskosten (Art. 104 ff. ZPO) zu entschei- den. Grundsätzlich werden die Kosten nach Ermessen des Gerichts verteilt (Art. 107 Abs. 1 lit. e ZPO). Dabei ist abhängig vom Einzelfall zu berücksichti- gen, welche Partei Anlass zur Klage gab, welches der mutmassliche Prozess- ausgang gewesen wäre, bei welcher Partei die Gründe eintraten, die zur Ge- genstandslosigkeit des Prozesses führten, und welche Partei unnötigerweise Kosten verursachte. Das Gericht darf grundsätzlich nicht auf ein einzelnes dieser Kriterien abstellen, sondern hat alle Kriterien zu berücksichtigen. Ab- hängig von der konkreten Sachlage kann indessen vorab auf einzelne Kriteri- en, z.B. auf den mutmasslichen Prozessausgang, abgestellt werden (BGer, Kantonsgericht Schwyz 11 Urteil 4A_24/2019 vom 26. Februar 2019 E. 1.1). Vorliegend lässt sich der mutmassliche Ausgang des Verfahrens nicht ohne Weiteres feststellen, zumal keine Instanz einen Entscheid in der Sache fällte. Es ist daher darauf abzu- stellen, wer das gegenstandslos gewordene Verfahren veranlasste und bei wem die Gründe eintraten, die zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens führ- ten (BGer, Urteil 5A_870/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 2). Es war der Be- schwerdeführer, der durch Einreichung des Schlichtungsbegehrens bei der Schlichtungsbehörde das Verfahren am 25. November 2020 / 7. Dezember 2020 einleitete (APD 2021 8, act. 3, Beilagen 1 und 2) und somit das Verfah- ren veranlasste (BGer, Urteil 2C_237/2009 vom 28. September 2009 E. 3.3). Ebenso traten beim Beschwerdeführer die Gründe ein, die zur Gegenstands- losigkeit des vorliegenden Beschwerdeverfahrens führte, da er das Mietobjekt im April 2021 verliess und der Beschwerdegegnerin bzw. deren Treuhänderin sämtliche Schlüssel zurückgab. Daher sind die Kosten des Beschwerdever- fahrens von ermessensweise Fr. 800.00 (vgl. § 34 N 8 Gebührenordnung für die Verwaltung und die Rechtspflege im Kanton Schwyz vom 20. Januar 1975) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der Beschwerdegegnerin ist mangels Antrags (vgl. KG-act. 15 und 25) keine Parteientschädigung zuzu- sprechen. 5. Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Lautet dieses nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das Ge- richt den Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder ihre Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Vorliegend äusserten sich weder die Parteien noch die Vorinstanz zum Streitwert. Bei objektiver Klagenhäufung (mehrere Rechtsbegehren gegen dieselbe Partei) werden die geltend gemachten Ansprüche zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig ausschliessen (Art. 93 Abs. 1 ZPO). Der Beschwerde- führer beantragte vor der Schlichtungsbehörde eine Mietzinsherabsetzung um insgesamt Fr. 342.00 pro Monat sowie die Aufhebung der von der Beschwer- degegnerin erfolgten Kündigung des Mietverhältnisses, eventualiter eine Kantonsgericht Schwyz 12 erstmalige Erstreckung des Mietverhältnisses um 12 Monate (APD 2021 8, act. 3, Beilagen 1 und 2). Der monatliche Mietzins beträgt Fr. 2'200.00 (APD 2021 8, act. 3, Beilage 4/2). Ficht der Mieter die Kündigung eines unbe- fristeten Mietverhältnisses an, entspricht der Streitwert dem Mietzins, der bis zum Zeitpunkt geschuldet ist, auf den frühestens eine neue Kündigung ausge- sprochen werden könnte, sollte sich die angefochtene als ungültig erweisen. Dabei ist die dreijährige Frist nach Art. 271a Abs. 1 lit. e OR einzubeziehen, während welcher der Vermieter nicht kündigen darf (BGer, Urteil 4A_146/2017 vom 3. August 2017 E. 1; BGE 137 III 389 E. 1.1 = Pra 101 Nr. 6). Allein we- gen der Kündigungsanfechtung übersteigt der Streitwert die Streitwertgrenze für eine Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht in mietrechtlichen Fällen von Fr. 15'000.00 nach Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG. 6. Über die Abschreibung des Verfahrens kann gemäss § 40 Abs. 2 in Verbindung mit § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden;-Kantonsgericht Schwyz 13 verfügt: 1. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abge- schrieben. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.00 werden dem Be- schwerdeführer auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre- chen. Der Streitwert übersteigt Fr. 15‘000.00. 4. Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R), RA C.________ (2/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Der Kantonsgerichtspräsident Der Gerichtsschreiber Versand 28. April 2022 kau