<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00011</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204159&amp;W10_KEY=4467141&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00011</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.04.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 01.10.2004 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Voraussetzungen der bedingten Entlassung und Notwendigkeit der Neubegutachtung im Hinblick auf diese verneint bei einem wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe Verurteilten, dem wegen paranoider Schizophrenie eine ungünstige Prognose gestellt wurde. <br/>Zuständigkeit und Kognition des Verwaltungsgerichts (E. 1). Zweck und Voraussetzungen der bedingten Entlassung (E. 2).<br/>Die schlechte Bewährungsprognose gemäss dem viereinhalb Jahre zurückliegenden Gutachten bzw. dem ein Jahr alten Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes (PPD) schliesst eine bedingte Entlassung trotz vorzüglicher Haltung im Strafvollzug aus (E. 3).<br/>Zur Frage der Neubegutachtung: Der Sachverständige des PPD erfüllt die formellen Voraussetzungen an einen Gutachter nicht (E. 4.1). Bei der Beurteilung der Aktualität eines Gutachtens ist der Anlass zu dessen Beizug mitzuberücksichtigen (E. 4.2-4). Beim Beschwerdeführer sind eine markante Besserung im Sozialverhalten und eine längere schubfreie Zeit festzustellen (E. 4.5-9). Eine Neubegutachtung im Hinblick auf die Prüfung erster Vollzugslockerungen ist daher angezeigt (E. 4.10). Die hier einzig zu beurteilende bedingte Entlassung durfte dagegen ohne förmliche Neubegutachtung verweigert werden (E. 4.11).<br/>Abweisung der materiellen Anträge. Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und -verbeiständung (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDINGTE ENTLASSUNG">BEDINGTE ENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEURTEILUNGSSPIELRAUM">BEURTEILUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSSPIELRAUM">ERMESSENSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXPERTISE">EXPERTISE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALPROGNOSE">LEGALPROGNOSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUBEGUTACHTUNG">NEUBEGUTACHTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEUES GUTACHTEN">NEUES GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROGNOSE">PROGNOSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHIATRISCHES GUTACHTEN">PSYCHIATRISCHES GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PSYCHISCHE ERKRANKUNG">PSYCHISCHE ERKRANKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)">UNENTGELTLICHE PROZESSFÃHRUNG (UP)</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)">UNENTGELTLICHER RECHTSBEISTAND (URB)</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 38 Ziff. 1 StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 Abs. I lit. g VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 43 Abs. II VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2004 Nr. 31 S. 82</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Das Landgericht T in Deutschland verurteilte den schweizerischen StaatsangehÃ¶rigen A am 6. MÃ¤rz 1990 wegen Mordes gemÃ¤ss § 211 des deutschen Strafgesetzbuchs zu lebenslanger Freiheits­­strafe. Diese Strafe verbÃ¼sste A zunÃ¤chst im deutschen Vollzug. Auf sein Gesuch hin erfolgte im Juni 2000 die Ãberstellung zum Strafvollzug in der Schweiz; hier wurde er der Strafanstalt X zugewiesen. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Eingabe vom 17./18. Februar 2003 an das Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich ersuchte A darum, die Ã¼ber ihn verhÃ¤ngte lebenslange Freiheitsstrafe in eine solche von 15 Jahren abzuÃ¤ndern. Der Einzelrichter trat auf das Begehren mit VerfÃ¼gung vom 4. MÃ¤rz 2003 nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Bereits zuvor, am 25. Februar 2003, hatte A das Gesuch um bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug gestellt. Mit Eingabe vom 24. MÃ¤rz 2003 wiederholte er das Begehren. Der Sonderdienst des kantonalen Justizvollzugs lehnte das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 8. Juli 2003 ab. Zur BegrÃ¼ndung bezog sich der Sonderdienst namentlich auf ein in Deutschland am 10. November 1999 erstelltes Gutachten sowie auf einen Bericht des Psychiatrisch-Psychologischen Diensts (PPD) vom 14. Januar 2003 samt einer ergÃ¤nzenden mÃ¼ndlichen Auskunft vom 2. Juli 2003. Das Gutachten aus dem Jahr 1999 hatte bei A eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert und grundsÃ¤tzlich eine ungÃ¼nstige Prognose gestellt. Laut dem Bericht des PPD hat sich die Prognose seither nicht we­sentlich geÃ¤ndert.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Gegen die Verweigerung der bedingten Entlassung rekurrierte A an die kantonale Direktion der Justiz und des Inneren, welche den Rekurs mit VerfÃ¼gung vom 18. November 2003 abwies; erfolglos blieb auch das Begehren um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters.</p> <span><br/> </span> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 13. Januar 2004 gelangte A an das Verwaltungsgericht. Er beantragt, ihn im Sinn von Art. 38 Ziff. 1 des Strafgesetzbuches (StGB) bedingt zu entlassen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen und diese zu verpflichten, eine Neubegutachtung zu veranlassen. Schliesslich erneuert er sein Begehren, ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und einen unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Justizvollzugsamts als Beschwerdegegner.</p> <p class="Sachverhalt1">Das Justizvollzugsamt und die Vorinstanz ersuchen, die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Sachverhalt2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>§ 43 Abs. 1 lit. g in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegeset­zes vom 24. Mai 1959 (VRG) lÃ¤sst die Beschwerde gegen Anordnungen in Straf‑ und Polizeistrafsachen, einschliesslich Vollzug von Strafen und Massnahmen, inso­weit zu, als die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht (vgl. auch § 27 Abs. 2 des kantonalen Straf‑ und Vollzugsgesetzes vom 30. Juni 1974 [StVG]).</p> <p class="Erwgung2">GemÃ¤ss feststehender Praxis des Bundesgerichts ist seine ZustÃ¤ndigkeit betreffend bedingte Entlas­sung aus dem Strafvollzug nach Art. 38 StGB gegeben (BGE 105 IV 167, 118 IV 221 E. 1a, 125 IV 113; vgl. auch Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 23 f.; JÃ¶rg Rehberg, Strafrecht II, 7. A., ZÃ¼­rich 2001, S. 32). </p> <p class="Erwgung2">Mit Blick auf die Ãberstellung des BeschwerdefÃ¼hrers in den schweizerischen Strafvollzug hatte das Justizministerium des deutschen Landes U am 24. Februar 2000 in ErwÃ¤gung gezogen, dass die schweizerischen BehÃ¶rden die Vollstreckung gemÃ¤ss Art. 9 Ziff. 1 lit. a und Art. 10 des Ãbereinkommens vom 21. MÃ¤rz 1983 Ã¼ber die Ãberstellung verurteil­ter Personen (SR 0.343) fortsetzen wÃ¼rden und dass das schweizerische Strafgesetzbuch fÃ¼r die lebenslange Freiheitsstrafe eine MindestverbÃ¼ssungszeit vorsehe, welche die nach deutschem Recht geltende von 15 Jahren ohne weiteres Ã¼bersteige. Das kantonale Justizvollzugsamt erklÃ¤rte sich mit Schreiben vom 5. April 2000 zur Ãbernahme des weiteren Strafvollzugs bereit, verwies auf die spÃ¤tere MÃ¶glichkeit einer bedingten Entlassung und stellte fest, dass dabei Art. 38 StGB massgebend sei. Dem Justizvollzugsamt obliegt denn auch der Vollzug auslÃ¤ndischer Urteile gemÃ¤ss den internationalen Ãbereinkommen (§ 5 lit. e der kantonalen Justizvollzugsverordnung vom 24. Oktober 2001 [JVV]).</p> <p class="Urteilstext"><span>GestÃ¼tzt auf Art. 9 Ziff. 3 des genannten Ãbereinkommens haben die Vorinstanzen somit in Anwendung von Art. 38 StGB Ã¼ber die Frage der bedingten Entlassung verfÃ¼gt. Demnach ist die ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zu bejahen und auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>FÃ¼r die Behandlung der Beschwerde ist gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. b VRG der Ein­zel­rich­ter zustÃ¤ndig, da es um Anordnungen aufgrund der §§ 16 und 21 StVG in Verbin­dung mit den §§ 53 f. JVV geht.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss den §§ 50 f. VRG Rechtsverletzungen (einschliesslich des Ermessensmissbrauchs sowie der Ermessens­Ã¼ber- und ‑unterschreitung) sowie die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts ge­rÃ¼gt werden. Im Bereich des weiten Ermessens, das den VerwaltungsbehÃ¶rden in vorlie­gender Sache zusteht, ist die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts beschrÃ¤nkt (vgl. etwa BGE 105 IV 167 E. 2, 116 IV 283 E. 2a, 119 IV 5 E. 2, 125 IV 113 E. 2b; Stefan Trechsel, Schweizeri­sches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 9; KÃ¶lz/Bosshart/ RÃ¶hl, § 50 N. 81 und N. 91 S. 677).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2">Hat der Verurteilte zwei Drittel der Strafe verbÃ¼sst, so kann ihn die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde bedingt entlassen, wenn sein Verhalten wÃ¤hrend des Strafvollzugs nicht dagegen spricht und anzunehmen ist, er werde sich in der Freiheit bewÃ¤hren (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Lautet die Strafe lebenslÃ¤nglich, so kann der Verurteilte nach 15 Jahren bedingt entlassen werden (Ziff. 1 Abs. 2).</p> <p class="Erwgung2">Die bedingte Entlassung ist die vierte Stufe des Strafvollzugs und deshalb in der Regel anzuordnen. Davon darf nur aus guten GrÃ¼nden abgewichen werden. Wie bei der Zubilligung des bedingten Strafvollzugs ist auch bei der bedingten Entlassung fÃ¼r die Be­urteilung des kÃ¼nftigen Wohlverhaltens eine GesamtwÃ¼rdigung durchzufÃ¼hren, um eine mÃ¶glichst zuverlÃ¤ssige Grundlage fÃ¼r die Prognose zu erhalten. Es sind somit das gesamte Vorleben, die TÃ¤terpersÃ¶nlichkeit, das deliktische und sonstige Verhalten des TÃ¤ters zu untersuchen. Welche Art von Delikt zur Freiheitsstrafe gefÃ¼hrt hat, ist an sich fÃ¼r die Pro­gnose nicht entscheidend. Die Entlassung darf nicht fÃ¼r gewisse Tatkategorien erschwert werden. Dagegen sind die UmstÃ¤nde der Straftat insoweit beachtlich, als sie RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die TÃ¤terpersÃ¶nlichkeit und damit auf das kÃ¼nftige Verhalten erlauben. Ob die mit einer bedingten Entlassung in gewissem Mass stets verbundene Gefahr neuer Delikte zu verant­worten ist, hÃ¤ngt im Ãbrigen nicht nur davon ab, wie wahrscheinlich ein neuer Fehltritt ist, sondern auch von der Bedeutung des eventuell bedrohten Rechtsgutes. Hat z.B. ein Straf­gefangener frÃ¼her nur unbedeutende Eigentumsdelikte begangen, so darf ein hÃ¶heres Ri­siko Ã¼bernommen werden als bei einem Gewaltverbrecher, der sich in schwerer Weise ge­gen hochwertige RechtsgÃ¼ter (Leib, Leben usw.) vergangen hat. Die mit der bedingten Entlassung verfolgte Wiedereingliederung des Rechtsbrechers ist nicht Selbstzweck, son­dern auch ein Mittel, um die Allgemeinheit vor neuen Straftaten zu schÃ¼tzen. Deswegen rechtfertigt es sich auch, im Rahmen der Prognose der Art des mÃ¶glicherweise weiterhin gefÃ¤hrdeten Rechtsgutes Rechnung zu tragen. Im Rahmen der GesamtwÃ¼rdigung sind ne­ben dem Vorleben und der PersÃ¶nlichkeit vor allem die neuere Einstellung, der Grad der Reife einer allfÃ¤lligen Besserung und die nach der Entlassung zu erwartenden Lebensver­hÃ¤ltnisse des TÃ¤ters zu prÃ¼fen. Bei WÃ¼rdigung der BewÃ¤hrungsaussichten ist freilich all­gemein ein vernÃ¼nftiges Mittelmass zu halten in dem Sinn, dass nicht jede noch so ent­fern­te Gefahr neuer Straftaten eine Verweigerung der bedingten Entlassung zu begrÃ¼nden vermag, ansonst dieses Institut seines Sinns beraubt wÃ¼rde. Anderseits darf aber auch nicht aufgrund einzelner gÃ¼nstiger Faktoren die bedingte Entlassung bewilligt werden, obwohl gewichtigere Anhaltspunkte fÃ¼r die Gefahr neuer RechtsbrÃ¼che sprechen (RB 1999 Nr. 43; BGE 103 Ib 27, 104 IV 281, 119 IV 5 E. 1 und 2, 124 IV 193 E. 3, 125 IV 113 E. 2a).</p> <p class="Urteilstext"><span>Die bedingte Entlassung ist namentlich deshalb der Regelfall, weil sie als vierte Stufe des Strafvollzugs die MÃ¶glichkeit bietet, den Verurteilten unter Schutzaufsicht zu stellen oder mit sachgerechten Weisungen den Schritt in die Freiheit und die soziale Ein­gliederung zu erleichtern. Ein solcher Ãbergang in die Freiheit kann das kÃ¼nftige Wohlver­halten eher gewÃ¤hrleisten als der Vollzug der Reststrafe. Die bedingte Entlassung kann unter diesen Gesichtspunkten eine wichtige spezialprÃ¤ventive Funktion erfÃ¼llen (vgl. BGE 124 IV 193, insbesondere E. 4d). </span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Auf welche Grundlagen der Entscheid Ã¼ber eine bedingte Entlassung â und somit die darin enthaltene BewÃ¤hrungsprognose â abzustÃ¼tzen ist, regelt das Gesetz nicht umfassend. Normiert ist immerhin die Pflicht der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde, bei der Anstaltsleitung einen Bericht einzuholen. Zudem ist dem Verurteilten das rechtliche GehÃ¶r zu gewÃ¤hren (Art. 38 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Eine Pflicht zur Begutachtung des Verurteilten besteht grundsÃ¤tzlich nicht. Vorab beim Vorliegen psychischer StÃ¶rungen kann hingegen fÃ¼r die sachgerechte Erfassung der TÃ¤terpersÃ¶nlichkeit ein psychiatrisches Gutachten unentbehrlich sein (vgl. etwa Andrea Baechtold, Basler Kommentar, 2003, Art. 38 StGB N. 16). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Bei den Akten liegt das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C aus dem Jahr 1999. Es setzt sich mit PersÃ¶nlichkeit und GefÃ¤hrlichkeit des BeschwerdefÃ¼hrers eingehend auseinander; abschliessend stellt es ihm eine Kriminalprognose und bezeichnet diese â ohne den Eintritt einer tiefer gehenden Krankheitseinsicht â als sehr ungÃ¼nstig (act. 11/5). </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, das Gutachten sei oberflÃ¤chlich und vom ihm schon seit jeher beanstandet worden. Mit diesen pauschalen Vorbringen lÃ¤sst sich die QualitÃ¤t des Gutachtens allerdings nicht stichhaltig in Zweifel ziehen. Das Gutachten erweist sich im Gegenteil als sehr ausfÃ¼hrlich und schlÃ¼ssig. Auch die Ã¼brigen Akten vermÃ¶gen die vom BeschwerdefÃ¼hrer geÃ¼bte Kritik nicht zu bestÃ¤tigen.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.2 </b>GemÃ¤ss Bericht des PPD vom 14. Januar 2003, erstellt durch Dr. med. D, hat sich an der im Gutachten gestellten Prognose nichts Wesentliches geÃ¤ndert. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sowie der fehlenden Krankheits- und Behandlungseinsicht bestehe fÃ¼r die Krankheit eine erhÃ¶hte RÃ¼ckfallgefahr. </p> <p class="Erwgung3"><b>3.2.3 </b>Wird auf die Beurteilungen der Fachpersonen C und D abgestellt, so erscheint eine bedingte Entlassung des BeschwerdefÃ¼hrers im aktuellen Zeitpunkt ausser Frage. Daran vermÃ¶gen auch die Hinweise in den Akten auf eine positive Entwicklung in den vergangenen Jahren nichts Entscheidendes zu Ã¤ndern. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde im Hauptpunkt.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Im Eventualstandpunkt verlangt der BeschwerdefÃ¼hrer, die Sache zur Veranlassung einer Neubegutachtung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nachdem die Erstellung des Gutachtens C rund viereinhalb Jahre zurÃ¼ckliegt, stellt sich die Frage, ob das Gutachten noch aktuell und zuverlÃ¤ssig ist oder ob eine neues Gutachten einzuholen ist. Dabei ist vorab festzuhalten, dass Dr. D vom PPD die formellen Voraussetzungen, die an einen Gutachter gestellt werden, nicht erfÃ¼llt (BGE 128 IV 241 E. 3.2). Davon gehen im Ãbrigen auch die VollzugsbehÃ¶rden aus; entsprechend hat der Sonderdienst des Justizvollzugsamts bei Dr. D lediglich den genannten Bericht â und nicht etwa ein Gutachten â eingeholt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Bei der Frage, ob eine neue Begutachtung zu erfolgen hat, ist gemÃ¤ss der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht an das formale Kriterium eines bestimmten Alters des bereits vorhandenen Gutachtens anzuknÃ¼pfen. Es kann auf ein Ã¤lteres Gutachten abgestellt werden, wenn sich die VerhÃ¤ltnisse seit dessen Erstellung nicht verÃ¤ndert haben. Soweit allerdings frÃ¼here Gutachten mit Ablauf der Zeit und zufolge verÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse an AktualitÃ¤t eingebÃ¼sst haben, sind neuere AbklÃ¤rungen unabdingbar. Gelegentlich dÃ¼rfe es aber genÃ¼gen, statt eines neuen umfassenden Gutachtens bei einem bereits tÃ¤tig gewordenen SachverstÃ¤ndigen oder bei einer anderen Fachperson ein ErgÃ¤nzungsgutachten einzuholen. Nach Auffassung des Bundesgerichts gilt es ferner zu beachten, dass nach neuerer forensisch-psychiatrischer Lehre GefÃ¤hrlichkeitsprognosen lediglich fÃ¼r den Zeitraum eines Jahres zuverlÃ¤ssig gestellt werden kÃ¶nnen (BGE 128 IV 241 E. 3.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Diesen Schwierigkeiten bei GefÃ¤hrlichkeitsprognosen ist Rechnung zu tragen: Bei psychiatrischen Gutachten, welche sich mit der GefÃ¤hrlichkeit eines Verurteilten befassen, sind an das Kriterium der AktualitÃ¤tseinbusse keine allzu hohen Anforderungen zu stellen. Dabei liegt die Annahme ungenÃ¼gender AktualitÃ¤t naturgemÃ¤ss um so nÃ¤her, je lÃ¤nger die Erstellung eines Gutachtens zurÃ¼ckliegt. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Weiter ist indessen auch relevant, fÃ¼r welche Fragen ein StraftÃ¤ter die Neubeurteilung der FremdgefÃ¤hrlichkeit verlangt. Geht es um erste Vollzugslockerungen eines Verurteilten (zum stufenmÃ¤ssigen Strafvollzug vgl. etwa Rehberg, S. 27 ff.; GÃ¼nter Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II, Bern 1989, N. 32 ff. mit Hinweisen), so bleibt es dabei, dass an die AktualitÃ¤tseinbusse verhÃ¤ltnismÃ¤ssig geringe Anforderungen zu stellen sind. </p> <p class="Erwgung2">Die bedingte Entlassung dagegen â als vierte Stufe des Strafvollzugs â schliesst jedenfalls bei bislang als fremdgefÃ¤hrlich eingestuften TÃ¤tern in der Regel an vorangegangene und erfolgreich verlaufene Vollzugslockerungen an. Auch wendet das Bundesgericht bei der Frage nach einer bedingten Entlassung von GewalttÃ¤tern, die eine lebenslÃ¤ngliche Freiheitsstrafe verbÃ¼ssen, besonders strenge Kriterien an (vgl. BGE 125 IV 113 E. 2a). Ist in solchen FÃ¤llen Ã¼ber die bedingte Entlassung zu entscheiden, ohne dass bisher Vollzugs­lockerungen erfolgt waren, so setzt der Anspruch auf Neubegutachtung einen AktualitÃ¤tsverlust des frÃ¼heren Gutachtens von erheblichem Gewicht voraus.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Die RekursbehÃ¶rde verneinte die Voraussetzungen fÃ¼r die Einholung eines neuen Gutachtens; sie ging davon aus, dass sich die VerhÃ¤ltnisse seit dem Gutachten C's sowohl im Hinblick auf die Diagnose als auch auf den Krankheitsverlauf nicht geÃ¤ndert hÃ¤tten und es dem BeschwerdefÃ¼hrer nach wie vor an einer Krankheitseinsicht und einem Behandlungswillen fehle (act. 4 E. 2 S. 4). Die erstinstanzliche VerfÃ¼gung war noch leicht einschrÃ¤nkend davon ausgegangen, dass ein neues Gutachten mit "grÃ¶sster Wahrscheinlichkeit" keine Neuerungen bringen wÃ¼rde (act. 11/36 E. 9).</p> <p class="Urteilstext"><span>DemgegenÃ¼ber macht der BeschwerdefÃ¼hrer eine Ãnderung der VerhÃ¤ltnisse geltend, namentlich ein vorzÃ¼gliches Verhalten im Strafvollzug seit seiner Ãberstellung in die Schweiz im Juni 2000. Zudem habe er seit langer Zeit keinen RÃ¼ckfall mehr gehabt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Das Gutachten C enthÃ¤lt einen Ãberblick Ã¼ber den Strafvollzugsverlauf und die Krankengeschichte bis 1999. Daraus ergibt sich unter anderem, dass die beim BeschwerdefÃ¼hrer diagnostizierte endogene Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis in SchÃ¼ben aufgetreten war. Seit 1991 war es wegen psychischer AuffÃ¤lligkeit und auch, weil der BeschwerdefÃ¼hrer die Einnahme der verordneten Psychopharmaka verweigerte, zu mehreren Klinikaufenthalten gekommen. Eine Krankheitseinsicht war beim BeschwerdefÃ¼hrer nicht ersichtlich. In den Krankheitsphasen verhielt er sich aggressiv. GegenÃ¼ber den seinerzeitigen Tatgenossen hatte er zudem massive Morddrohungen geÃ¤ussert.</p> <p class="Erwgung2">Dr. C diagnostizierte seinerseits eine Schizophrenie vom paranoiden Typus, sodass nach der Inhaftierung im Verlauf der Jahre immer wieder akut psychotische ZustÃ¤nde aufgetreten seien. In anderen Phasen der Erkrankung sei ein akut psychotisches Erleben nicht zu eruieren; in diesen Phasen habe sich der BeschwerdefÃ¼hrer im Vollzug eher unauffÃ¤llig, allerdings zurÃ¼ckgezogen verhalten. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.7 </b>Nach der Ãberstellung des BeschwerdefÃ¼hrers in die Schweiz von Juni 2000 kam es zunÃ¤chst nochmals zu psychischen AuffÃ¤lligkeiten, welche zu einer "psychiatrischen Hospitalisation" im September/Oktober 2000 fÃ¼hrten. AnlÃ¤sslich eines "runden Tisches" vom 29. November 2001 ergab sich, dass Krisensymptome im Juli 2001 verschwunden waren und dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer seither, obwohl er keine Medikamente genommen, "geradezu vorzÃ¼glich" verhalten hatte. Der Gruppenleiter attestierte ihm im Speziellen ein gutes Sozialverhalten. Aus Sicht von Dr. D erwies sich eine alsbaldige Versetzung in den Normalvollzug und die Aufnahme einer TÃ¤tigkeit im Gewerbe als wÃ¼nschenswert; bei weiterem gÃ¼nstigem Verlauf kÃ¶nne dann eine neue psychiatrische Begutachtung, insbesondere zur Fragestellung der FremdgefÃ¤hrlichkeit, erfolgen (act. 11/10 S. 2 f.). Der "runde Tisch" schlug dem Justizvollzugsamt vor, per Herbst 2002 ein neues Gutachten mit Fragen zu Urlaub und weiteren Vollzugslockerungen zu erstellen; dabei lehnte der BeschwerdefÃ¼hrer einen Gutachter mit deutscher StaatsangehÃ¶rigkeit und das Angebot von Dr. D fÃ¼r eine psychotherapeutische Begleitung ab (act. 10/11 S. 4). Ein knappes Jahr spÃ¤ter, am 11. Oktober 2002, nahm das Justizvollzugsamt schliesslich die Einholung eines Gutachtens Ã¼ber Fragen bezÃ¼glich Urlaub und weitere Vollzugslockerungen in Angriff (act. 11/12). Nachdem der damalige Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers gegen den vorgeschlagenen Gutachter Bedenken geÃ¤ussert hatte (act. 11/15), zog das Justizvollzugsamt bei Dr. D sowie beim Sozialdienst der Strafanstalt X neue Erkundigungen ein. Der Sozialdienst bestÃ¤tigte am 9. Dezember 2002 weiterhin eine positive Entwicklung: Das Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers im Vollzug sei durchwegs vorzÃ¼glich. Auffallend sei sein gutes soziales Verhalten; er beteilige sich stark am Gruppenleben, helfe schwÃ¤cheren Insassen und sei um deren Integration in die Ã¼brige Gruppe besorgt. Der Kontakt zu seinen Eltern sei tragfÃ¤hig (act. 11/18). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.8 </b>Diese Aktenlage lÃ¤sst beim Sozialverhalten des BeschwerdefÃ¼hrers eine markante Besserung gegenÃ¼ber frÃ¼her erkennen: Die VollzugsbehÃ¶rde in Deutschland hatte den BeschwerdefÃ¼hrer gemÃ¤ss Bericht vom 3. April 1997 noch als einen Insassen geschildert, der meist allein sei und nur zu wenigen Mitgefangenen Kontakt habe (in act. 11/2). Das Gutachten C hatte den BeschwerdefÃ¼hrer â wie gesehen â ebenso noch als zurÃ¼ckgezogen geschildert; bezÃ¼glich einer UnterstÃ¼tzung durch die Eltern hatte es lediglich von einer hypothetischen MÃ¶glichkeit gesprochen (act. 5/11 S. 40, S. 50). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.9 </b>Einzugehen ist ferner auf die Krankheitsentwicklung. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.9.1 </b>Dr. D erstattete am 14. Januar 2003 den bereits erwÃ¤hnten Ã¤rztlichen Bericht. Darin schloss er sich der im Gutachten C's gemachten Prognose im Wesentlichen an. Seit dem Aufenthalt in der Klinik V (Herbst 2000) seien keine psychotischen Exazerbationen mehr erfolgt. Allerdings sei beim BeschwerdefÃ¼hrer eine paranoide Verzerrung festzustellen und sei er weiterhin weder krankheits- noch behandlungseinsichtig. Hinsichtlich der im Gutachten C's gestellten Prognose hat sich laut Dr. D nichts Wesentliches geÃ¤ndert, fÃ¼r die Erkrankung bestehe eine erhÃ¶hte RÃ¼ckfallgefahr. Eine Neubegutachtung erbringe im heutigen Zeitpunkt wahrscheinlich keine neuen Gesichtspunkte (act. 11/26 S. 5 f.). Auf telefonische Nachfrage der fallverantwortlichen Vollzugsangestellten vom 2. Juli 2003 schÃ¤tzte er die Wahrscheinlichkeit fÃ¼r eine andere Dia­gnose bei einer Neubegutachtung dann immerhin auf ca. 10 %; im Ãbrigen sprach er von einer Halbwertszeit von psychiatrischen Gutachten von fÃ¼nf bis sieben Jahren und bezeichnete deshalb eine Begutachtung nach ca. zwei bis drei weiteren Jahren als sinnvoll (act. 11/33). </p> <p class="Erwgung3"><b>4.9.2 </b>BezÃ¼glich der diagnostizierten Krankheit ist zu beachten, dass letztmals eine psychotische Exazerbation im Oktober 2000 erfolgt ist, eine solche heute also rund dreieinhalb Jahre zurÃ¼ckliegt. Wohl ist die Krankheit auch wÃ¤hrend des Strafvollzugs in Deutschland nur schubweise aufgetreten. Dass, entsprechend den Aufzeichnungen von Dr. D (act. 11/26 S. 5), zwischen 1993 und 1998 keine psychiatrischen Hospitalisationen aktenkundig sind, schliesst zwischenzeitliche SchÃ¼be allerdings nicht aus. Wie sich etwa aus einem Bericht der Justizvollzugsanstalt W vom 23. September 1997 ergibt, hatte der BeschwerdefÃ¼hrer auch zu jener Zeit einen akuten psychotischen Schub erlitten (in act. 11/2). Dies blieb bei der Beurteilung von Dr. D, der fÃ¼r den Zeitraum von 1993 bis 1998 von einer schubfreien Zeit ausging (act. 11/33 S. 1), unberÃ¼cksichtigt. Bestehen somit keine gesicherten Angaben Ã¼ber die tatsÃ¤chliche Dauer frÃ¼herer schubfreier Intervalle, so erscheint die nun seit Herbst 2000 anhaltende rezidivfreie Zeit jedenfalls von erheblicher Dauer; insbesondere lÃ¤sst sich nicht zuverlÃ¤ssig sagen, Ã¤hnlich lang anhaltende schubfreie Perioden seien bereits frÃ¼her vorgekommen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.10 </b>Bei dieser Sachlage ist zusammenfassend von gewissen Ãnderungen der VerhÃ¤ltnisse auszugehen. Angesichts seines Alters von rund viereinhalb Jahren hat das Gutachten zudem allein durch den Zeitablauf einiges an AktualitÃ¤t verloren. FÃ¼r die PrÃ¼fung erster Vollzugslockerungen erscheinen die Voraussetzungen fÃ¼r eine Neubegutachtung deshalb als erfÃ¼llt. In diesem Sinn hatte sich â wie gesehen â der "runde Tisch" denn auch schon vor Ã¼ber zwei Jahren, im November 2001, geÃ¤ussert. Die Direktion der Strafanstalt X etwa vertrat sodann in ihrer Eingabe vom 18. MÃ¤rz 2003 mit Nachdruck die Meinung, dass ein neues Gutachten im Hinblick auf eine Skizzierung der Vollzugsplanung baldmÃ¶glichst erstellt werden sollte (act. 11/29). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.11 </b>Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist indessen nicht zu entschieden, ob im Hinblick auf erste Vollzugslockerungen ein Gutachten erforderlich ist. Es geht hier einzig um die Frage der bedingten Entlassung bzw. ob als Grundlage fÃ¼r den diesbezÃ¼glichen Entscheid eine neue Begutachtung nÃ¶tig ist. Wie gesehen mÃ¼sste dazu das bisherige Gutachten wegen Zeitablaufs und geÃ¤nderter VerhÃ¤ltnisse in erheblichem Mass an AktualitÃ¤t verloren haben (vgl. oben E. 4.4). Unter Beachtung dieser erhÃ¶hten Anforderungen konnte die VollzugsbehÃ¶rde bei PrÃ¼fung der bedingten Entlassung ohne Missachtung des ihr zustehenden Ermessens von einer fÃ¶rmlichen Neubegutachtung absehen. Trotz der dargestellten geÃ¤nderten VerhÃ¤ltnisse und des Alters des Gutachtens C kann es heute zusammen mit der internen Ã¤rztlichen Beurteilung durch Dr. D mit Bezug auf die Frage der bedingten Entlassung noch als ausreichend zuverlÃ¤ssige Entscheidgrundlage betrachtet werden. </p> <p class="Erwgung2">Die Beschwerde ist daher auch bezÃ¼glich des Eventualantrags auf RÃ¼ckweisung der Sache zwecks Neubeurteilung nach Einholung eines Gutachtens abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Bei diesem Verfahrensausgang wird der BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich kos­ten­pflichtig. Indes stellt er das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands. GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG ist Priva­ten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich als aus­sichtslos erscheinen, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. GemÃ¤ss Abs. 2 der­selben Bestimmung haben sie Ã¼ber­dies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wah­ren (vgl. auch Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die Mittellosigkeit des BeschwerdefÃ¼hrers ist ohne Zweifel gegeben. Angesichts der positiven Sozialentwicklung und der lÃ¤ngeren schubfreien Zeit lÃ¤sst sich das Eventualbegehren des BeschwerdefÃ¼hrers auf Begutachtung sodann noch nicht als offensichtlich aussichtslos bezeichnen. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ist demnach gutzuheissen; die Kosten sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Da die sich stellenden Rechts- und Tatfragen zudem den Beizug eines Rechtsanwalts rechtfertigten, ist dem BeschwerdefÃ¼hrer Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Insofern ist auch Dispositiv-Ziffer II der angefochtenen VerfÃ¼gung zu korrigieren. Der Vertreter des BeschwerdefÃ¼hrers hat keine Kostennnote eingereicht. Die EntschÃ¤digung ist daher nach Ermessen festzusetzen. Als angemessen erscheint fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren je eine EntschÃ¤digung von Fr. 1'200.- (Mehrwertsteuer inbegriffen). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss verfÃ¼gt </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. <span>Dem BeschwerdefÃ¼hrer wird die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung bewilligt und Rechts­anwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt B wird aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'200.- (Mehrwert­steuer inbegriffen) entschÃ¤digt;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>und </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Dispositiv-Ziffer II der VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 18. November 2003 wird aufgehoben und dem BeschwerdefÃ¼hrer Rechtsanwalt B als unentgeltlicher Rechtsbeistand fÃ¼r das Rekursverfahren bestellt. Die Direktion wird eingeladen, Rechtsanwalt B mit Fr. 1'200.- (Mehrwert­steuer inbegriffen) zu entschÃ¤digen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an:â¦â¦â¦<br/> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>