Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 3. Mai 2017 (810 16 176) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Baugesuch Einfamilienhaus / Ausnahmen von Zonenvorschriften / Eingliederung in Ortsbild Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Elena Diolaiutti Beteiligte A.____ , Beschwe rdeführer , vertreten durch Roman Zeller , Advokat gegen Baurekurskommission des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 29, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin A.B.____ und B.B.____ Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Caspar Zellweger, Advokat Einwohnergemeinde C.____ , Beigeladene Betreff Baugesuch für Einfamilienhaus (Entscheid der Baurekurskommission vom 1. Dezember 2015) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Gemeindeversammlung C.____ beschloss am 18. Juni 2009 die Mutation Nr. 20 (X.____platz, Y.____gasse) zum Quartierplan Ortskern (Teilpläne 1 und 2; QP Ortskern) für die damaligen Parzellen Nrn. 104, 105, 106 und 110, Grun dbuch C.____. Am 20. Oktober 2009 genehmigte der Regierungsrat des Kantons Basel-Landscha ft (Regierungsrat) mit Beschluss Nr. 1491 die von der Einwohnergemeinde C.____ am 18. Juni 2009 beschlossene Mutation Nr. 20 zum QP Ortskern und erklärte diese damit allgem ein verbindlich. Des Weiteren verfügte er, dass die mit der Inventarnummer 06/QP/2/22 (Mutati on Nr. 20, X.____platz, Y.____gasse, zum QP Ortskern, Teilpläne 1 und 2) versehenen Exemplare der Pläne massgebend seien. Am 8. August 2012 reichte A.____ beim Bauinspektorat d es Kantons Basel-Landschaft (Bauin- spektorat) ein Gesuch für das Bauprojekt des Architekturbüros D.____ AG (Projekt D.____ oder Bauprojekt) betreffend ein Einfamilienhaus auf der Pa rzelle Nr. 104 an der Z.____gasse 7a in C.____ ein (Baugesuch Nr. 1521/2012). Dagegen erhoben A.B.____ und B.B.____, die seiner- zeit die Erarbeitung des QP Ortskern, Mutation Nr. 20, mitfinanziert hatten, am 24. August 2012 Einsprache. Sie machten im Wesentlichen geltend, dass da s Bauprojekt nicht dem Vorprojekt des Architekturbüros E.____ AG (Vorprojekt E.____ oder Vorprojekt) entspreche, welches Grundlage für die Mutation Nr. 20 des QP Ortskern gew esen sei. Die Gemeinde C.____ (Ge- meinde) hielt am 21. August 2012 fest, das Bauprojekt e ntspreche den Zonenvorschriften QP Ortskern und bewilligte die zwei Ausnahmeanträge. Sie führte diesbezüglich Folgendes aus: “Überschreitung Fassadenhöhe Südostfassade Auf Grund der abgeknickten Gebäudeflucht (verbindliche Bauflucht) wird der Überschreitung der maximal zulässigen Fassadenhöhe an der SW-SO Ecke zugestimmt. (M ax. Fassadenhöhe Zone K2 entspricht 5.60 m) Sockelgeschosshöhe Um eine bessere Nutzung der Raumhöhe zu erhalten, wir d die Sockelgeschosskote Decke über UG (333.75) auf die Kote des Strassenniveaus (332.75) a bgesenkt. Die effektiv wahrnehmbaren Koten der Fassadenhöhe (339.25) und der Gebäudehöhe (343.255) bleiben unverändert. Dieser Ausnahme wird zugestimmt.“ B. Nachdem die Baugesuchsteller am 18. Dezember 2012 be reinigte Pläne eingereicht und A.B.____ und B.B.____ an ihrer Einsprache festgeh alten hatten, wies das Bauinspektorat mit Entscheid Nr. 019/13 vom 17. Mai 2013 die Einsprach e ab, soweit es darauf eintrat. In Be- zug auf die fragliche Sockelgeschosshöhe führte das Bauinspe ktorat aus, die Einsprecher wür- den monieren, dass das Bauprojekt die seinerzeit geplante Absenkung des Sockelgeschosses nicht mehr für einen Anschluss an den dahinter liegende n Garten vorsehe, sondern um ein zu- sätzliches Vollwohngeschoss im Dach einzubauen, was im Widersp ruch zum Vorprojekt stehe. Das Bauinspektorat erläuterte, gemäss § 14 des Quartierpl an-Reglement Ortskern der Ge- meinde C.____ (QPR) vom 23. November 1987 dürfe die O berkante des Sockelgeschosses maximal 1.5 m über dem tiefsten Punkt der anstossenden ö ffentlichen Verkehrsfläche liegen. Um eine bessere Nutzung der Raumhöhe zu erhalten, habe die Gemeinde zugestimmt, dass die Sockelgeschosskote Decke über dem UG (333.75 m.ü.M.) in casu gegenüber dem Vorpro- jekt auf Kote des Strassenniveaus (332.75 m.ü.M.) abgese nkt werde. Die “maximal eingehalte- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne Sockelgeschosshöhe“ gemäss QPR bleibe eingehalten. Die effektiv wahrnehmbaren Koten der Fassadenhöhe (339.25 m.ü.M.) und die Gebäudehöhe (343.255 m.ü.M.) würden unverän- dert bleiben. Das Vorprojekt habe keine rechtliche Verbindlichkeit. Das eingereichte Baugesuch entspreche dem QP Ortskern, Mutation Nr. 20, sowie de n Bestimmungen im QPR. Die bean- tragte Ausnahme für die Überschreitung der Fassadenhö he wie auch die Absenkung der So- ckelgeschossdecke gegenüber dem Vorprojekt seien nicht zu beanstanden, so dass das Bauin- spektorat die Ausnahme wie auch das Baugesuch genehmigen könne. C. Gegen diesen Entscheid erhoben A.B.____ und B.B.__ __ mit Eingabe vom 28. Mai 2013 bei der Baurekurskommission des Kantons Basel-Landsch aft (Baurekurskommission) Be- schwerde und beantragten die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. D. Mit Entscheid Nr. 13-012 vom 24. September 2013 wie s die Baurekurskommission die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an die Vo rinstanz zurück. Die Baurekurskommis- sion erachtete die Auseinandersetzung vor allem mit der Frage der Eingliederung und des Ein- bezugs des strittigen Bauprojekts in die Umgebung und damit in das Ortsbild im Rahmen des Baugesuchverfahrens als ungenügend und die Begründung d er Ausnahmebewilligung der Ge- meinde als nicht befriedigend, da die Auseinandersetz ung der im Gebäude geplanten Räum- lichkeiten mit der Umgebung (und umgekehrt) fehle. E. Mit Eingabe vom 19. Dezember 2013 erhob der Bauge suchsteller, vertreten durch Roman Zeller, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt), Beschwerde gegen den Entscheid der Baurekurskommissi on und beantragte, es sei das Baugesuch Nr. 1521/2012 zu genehmigen, eventualiter s ei das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. F. Mit Urteil vom 3. September 2014 schützte das Kantonsg ericht den Entscheid der Baurekurskommission im Wesentlichen mit der Begründung, es fehle eine rechtsgenügliche Begründung für die Ausnahmebewilligungen und die Au seinandersetzung mit der Frage der Eingliederung in das Ortsbild (Entscheid des Kantonsg erichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 3. September 2014 [810 13 391]). G. Mit Schreiben vom 5. Februar 2015 (Gemeinderatssitzun g vom 3. Februar 2015) bean- tragte die Gemeinde, es sei dem Projekt eine Ausnahme für die Fassadenhöhe von 8.41 m resp. 6.41 m anstelle der vorgeschriebenen Fassadenhöhe von 5.60 m zu gewähren und be- gründete ihren Antrag. Die Kantonale Denkmalpflege erklärte in ihrem Bericht vom 25. März 2015 unter anderem, dass die Integration des Bauprojekts in das Ortsbild gewähr leistet sei. Sie stimmte dem Bauprojekt unter der Bedingung zu, dass die Farbgebung, die Mater ialwahl sowie die Dachrandausbildung frühzeitig vor Ort bemustert und dargelegt würden und von der Gemeinde und ihrer Fachkom- mission beurteilt und bewilligt würden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Eingabe vom 8. Mai 2015 stellten A.B.____ und B.B.____ beim Bauinspektorat das Rechtsbegehren, es sei auf das Baugesuch Nr. 1521/2 012 nicht einzutreten, eventualiter sei es abzuweisen. Eventualiter sei weder auf den revidi erten Ausnahmeantrag der Gemeinde vom 3. Februar 2015 noch auf die Befürwortung der Ka ntonalen Denkmalpflege vom 25. März 2015 einzutreten, subeventualiter seien beide abzuweisen und demzufolge dem Baugesuch Nr. 1521/2012 die Baubewilligung zu verweigern. Alle s unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Baugesuchstellers. I. Mit Entscheid Nr. 056/15 vom 24. Juli 2015 wies das Bauinspektorat die Einsprache im Sinne der Erwägungen ab, soweit es darauf eintrat, und verfügte, dass die in den Erwägun- gen aufgeführten Auflagen verbindlicher Bestandteil der Baubewilligung seien. Im Wesentlichen kam es zum Schluss, mit den Stellungnahmen der Gemeinde vo m 3. Februar 2015 und der Kantonalen Denkmalpflege vom 25. März 2015 seien die von den Rechtsmittelinstanzen gefor- derten Nachbesserungen erbracht worden. In der Gesamtwü rdigung seien die Ausführungen der beiden Fachstellen als nachvollziehbar einzustufen. J. Gegen diesen Entscheid erhoben A.B.____ und B.B.___ _ am 31. Juli 2015 bzw. 3. September 2015 bei der Baurekurskommission Beschwerde und beantragten die kostenfälli- ge Aufhebung des Einspracheentscheids vom 24. Juli 201 5 und die Nichtgenehmigung des Baugesuchs. Eventualtier sei der Einspracheentscheid au fzuheben und zur Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen der Baurekurskommission an die Vorinstanz zurückzuweisen. K. Die Baurekurskommission hiess mit Entscheid Nr. 15-031 v om 1. Dezember 2015 die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gut. Sie hob den angefochten Entscheid des Bauinspek- torats auf und verweigerte dem Baugesuch Nr. 1521/20 12 die Bewilligung. Des Weiteren wies sie den im Rahmen der Vernehmlassung gestellten Antrag der Kantonalen Denkmalpflege vom 3. November 2015 auf Einholung eines Gutachtens bei d er Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege ab. L. Mit Eingabe vom 20. Juni 2016 erhob A.____ gegen d en Entscheid der Baurekurs- kommission beim Kantonsgericht Beschwerde und beantragte die kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Genehmigung des Bauges uchs Nr. 1521/2012. In seiner Beschwerdebegründung vom 22. August 2016 machte der Besc hwerdeführer geltend, dass die von der Baurekurskommission und dem Kantonsgericht verlang ten Abklärungen und Abwägun- gen von der Gemeinde und der Kantonalen Denkmalpflege vorgenommen worden und diese zum Schluss gekommen seien, das Bauprojekt sei zu bewilligen. In ihrer Stellungnahme vom 29. August 2016 hielt die zum Verfahren beigeladene Gemeinde am Ausnahmeantrag betreffend QP Ortskern mit Verweis au f die Begründungen vom 3. Febru- ar 2015 fest. In ihrer Stellungnahme vom 2. September 2016 beantr agten A.B.____ und B.B.____ die kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. Im Wesentlichen machten sie geltend, das geplante Pro- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht jekt füge sich nicht in die gewachsene Struktur der Gemei nde ein. Sie bemängelten primär das ortsfremde Niveau des geplanten Bauprojekts. In ihrer Stellungnahme vom 17. Oktober 2016 beantra gte die Baurekurskommission die Abwei- sung der Beschwerde und bedauerte, dass bezüglich der von ihr im ersten Entscheid monierten mangelnden Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung zwischen Gebäude und Umgebung wiederum unbefriedigende Prüfungen und Stellungnahmen der Kantonalen Denkmalpflege vor- liegen würden. M. Mit präsidialer Verfügung vom 21. Oktober 2016 wur de der Fall der Kammer zur Beur- teilung im Rahmen einer Parteiverhandlung mit voran gehendem Augenschein überwiesen. Als Auskunftsperson wurde zusätzlich zur Parteiverhandlung F._ ___, Leiterin der Kantonalen Denkmalpflege, geladen. N. Anlässlich der heutigen Verhandlung hat das Kanton sgericht im Beisein unter anderem des Beschwerdeführers und seines Rechtsvertreters, von G._ ___ als Vertreterin der Baure- kurskommission, der Beschwerdegegner A.B.____ und B.B.____ und ihres Rechtsvertreters, von H.____, Leiter der Abteilung Raumplanung, Bau un d Umwelt der Gemeinde C.____, sowie F.____ einen Augenschein an Ort und Stelle vorgenommen. An der anschliessenden Parteiver- handlung haben die Parteien an ihren bereits gestell ten Anträgen festgehalten. Auf die Ausfüh- rungen in den verschiedenen Urteilen und Rechtsschrifte n sowie auf diejenigen in der heutigen Verhandlung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über di e Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide der Baurekurskommission beim Kantonsgericht angefochten werden. Demnach ist das Kantonsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. D a auch die übrigen formellen Vo- raussetzungen gegeben sind, ist auf die verwaltungsgerichtliche Beschwerde einzutreten. 2. In der Beurteilung der vorliegenden gegen den Ent scheid der Baurekurskommission gerichteten verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ist die Kognition des Kantonsgerichts gemäss § 45 lit. a und b VPO darauf beschränkt, den angefoch tenen Entscheid hinsichtlich allfälliger Rechtsverletzungen zu überprüfen bzw. zu prüfen, ob di e Beschwerdegegnerin ein allfälliges Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kan n beurteilt werden, ob diese den Sachverhalt unrichtig oder unvollständig festgestellt h at. Die Überprüfung der Angemessenheit des angefochtenen Entscheides der Baurekurskommission dagege n ist dem Kantonsgericht verwehrt (§ 45 lit. c VPO e contrario). 3.1. In ihrem Entscheid vom 24. September 2013 (E. 2. 3 ff.) führte die Baurekurskommissi- on aus, dass gemäss § 39 RBG der Planungsbericht der Geme inde C.____ zu Handen der re- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht gierungsrätlichen Genehmigung vom 3. September 2009 b etreffend QP Ortskern, Mutation Nr. 20 (Planungsbericht), die Pläne und das dazugehö rige QPR Bestandteil des QP Ortskern seien. In diesem Bericht nenne der Gemeinderat klar au ch das Vorprojekt E.____ als Grundla- ge der QP-Mutation Nr. 20. Diese Mutation basiere au f dem Vorprojekt E.____, welches das angestrebte Gesamtbild impliziere. Angesprochen seien di e Massgeblichkeit der Räumlichkeit des Gebäudes auf die Umgebung und die Struktur und Ablesbarkeit des Gebäudes, welche anders seien, wenn das Erdgeschoss sozusagen im Boden versch winde. Die Baurekurskom- mission erachtete die Auseinandersetzung vor allem mit d er Frage der Eingliederung und des Einbezugs des strittigen Projekts in die Umgebung und dam it in das Ortsbild im Rahmen des Baugesuchverfahrens als ungenügend. Insbesondere habe k eine Auseinandersetzung stattge- funden in Bezug auf die auffallende Differenz zwischen d em Vorprojekt, welches keine Versen- kung des Erdgeschosses im Boden nach Süd-Westen zum kleinen Platz vorsehe, und dem Bauprojekt, welches eine Versenkung des Erdgeschosses zum kleinen Platz hin vorsehe. Die Baurekurskommission könne überdies nicht nachvollziehen, we shalb sich die Kantonale Denk- malpflege bei der Prüfung des umstrittenen Bauprojekts im Ortskern lediglich mit der Gestaltung der Materialisierung von Fassade und Dach befasst und den Einbezug des Gebäudes in die Umgebung und somit in das Ortsbild nicht abgehandelt habe. Weiter beurteilte die Baurekurs- kommission die Begründung der Ausnahmen der Gemeinde al s nicht befriedigend, da die Aus- einandersetzung der im Gebäude geplanten Räumlichkeiten mit der Umgebung (und umge- kehrt) fehle. Aus diesem Grunde wies die Baurekurskommissio n die Angelegenheit an die Vor- instanz zurück. 3.2. Das Kantonsgericht kam in seinem Urteil vom 3. Septe mber 2014 (E. 6.6) zum Schluss, dass die Gemeinde entgegen ihren eigenen Zone nvorschriften (§ 33 QPR) keine er- sichtliche Abwägung der öffentlichen und privaten Intere ssen in Würdigung der besonderen Umstände des Einzelfalles bezüglich der zwei Ausnahmean träge vorgenommen habe. Auch habe sie nicht unter Beachtung der Interessenabwägung au sgeführt, inwiefern ein Projekt mit Ausnahmebewilligungen einem reglementskonformen Proje kt vorzuziehen sei. Damit habe die Gemeinde ihr eigenes QPR missachtet. Zudem sei sowohl von der Gemeinde als auch von der Kantonalen Denkmalpflege nicht erläutert worden, inw iefern sich das geplante Bauprojekt in das Ortsbild eingliedere. Damit habe die Baurekurskomm ission sowohl das Fehlen der Ausei- nandersetzung und die Abwägung der unterschiedlichen In teressen bezüglich der Erteilung der Ausnahmen als auch die mangelnden Ausführungen bezügl ich Eingliederung des Bauprojekts in das Ortsbild zu Recht beanstandet und die Angelegen heit im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 3.3. In ihrem Entscheid vom 1. Dezember 2015 kommt die Baurekurskommission zum Schluss, dass weder die Gemeinde in ihrer Begründung vo m 5. Februar 2015 noch die Kanto- nale Denkmalpflege in ihren Beurteilungen vom 25. Mär z 2015 und vom 3. November 2015 auf das Hauptanliegen der Baurekurskommission in deren Rückwei sungsentscheid vom 24. Sep- tember 2013 eingegangen seien. Die Baurekurskommission führt in ihrem Entscheid vom 1. De zember 2015 aus, dass je fein- gliedriger die Bauten bzw. feinmassstäblicher das Gebiet sei, desto sensibler seien diese und Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht umso konkreter und präziser sollte die Quartierplanung ausgestaltet sein. Entsprechend falle das vorliegend relevante QPR auf, welches eher wie e in Teilzonenreglement Dorfkern aufge- baut sei und für eine Quartierplanung eher grosszügige Ausnahmemöglichkeiten von den Ge- staltungsvorschriften vorsehe. Die ungenaue Formulierung in den Zielsetzungen des vorliegen- den QP Ortskern könne sicher als für eine Quartierplanun g ungewöhnlich bezeichnet werden. Aufgrund dieser Feststellung gewinne die Aussage im Pla nungsbericht, dass das ansteigende Terrain Richtung Süd-Westen vom Gebäude mittels eines S ockels aufgenommen werde, um den ebenerdigen Austritt im Süd-Westen zu gewährleiste n, zusätzlich an Bedeutung. Dass die herkömmliche Massstäblichkeit im erhaltenswerten Ortsteil zu bewahren sei, werde sogar expli- zit in § 21 QPR verlangt. Beim vorliegenden umstritten en Baugesuch handle es sich um eine Änderung des Planungsberichts, welcher verlange, dass da s Erdgeschoss nicht versenkt wer- de, sondern in seiner vollen Höhe aus dem Boden rage. A us dem konkreten Baugesuch resul- tiere eine andere Wirkung als die viel kleinräumigere Wirkung, welche mit dem auf dem Vorpro- jekt basierenden Planungsbericht beabsichtigt gewesen sei. Es sei auch aufgrund der nachge- lieferten Begründungen seitens der Gemeinde nicht ersich tlich, weshalb mit dem vorliegenden Bauprojekt nun vom Planungsbericht abgewichen werden dürfe. Das Baugesuch verstosse ge- gen den QP Ortskern respektive gegen den Planungsbericht. Es liege nach wie vor auch keine Begründung der Kantonalen Denkmalpflege vor. Entschei dend sei, wie sich die Kopffassade gegenüber dem kleinen Platz (süd-westlich) verhalte. Der Planungsbericht selbst – gemäss § 39 RBG Bestandteil des Quartierplans – verlange die A ufnahme des Terrainverlaufs im Innern des Gebäudes. Durch die neue Nutzung bekomme die Fassade zum hinteren Platz hin eine neue Bedeutung, dem müsse – wie im Planungsbericht zum Quartierplan dargelegt – Rech- nung getragen werden. Die geforderte städtebauliche u nd wohnhygienische Qualität sei nicht gewährleistet. Das Baugesuch gehe in diesem Bereich nicht bzw. zu wenig auf die Subtilitäten in der betroffenen fein-/kleingliedrigen Umgebung ei n, was es nach Meinung der Baurekurs- kommission bei der Umsetzung des QP Ortskern zu berücksichtig en gelte. Die Baurekurskom- mission erachte die ungenügende Auseinandersetzung mit der Wechselwirkung zwischen Ge- bäude und Umgebung (einschliesslich der spezifischen Topog raphie) bzw. deren Bezug zuei- nander als ungenügend. Die nach dem Urteil des Kanto nsgerichts nachgelieferten Begründun- gen würden bestätigen, dass diese von der Baurekurskommissi on resp. von der Quartierpla- nung verlangte Auseinandersetzung nach wie vor nicht vor liege und in den betreffenden Be- gründungen nicht aufgeklärt werde, weshalb im konkreten Fall darauf verzichtet werden müsse. Fest stehe, dass die Argumente betreffend Aussenwirkung nicht überzeugen würden bzw. keine solche vorgetragen worden seien. Die Baurekurskommission hob den angefochten Entscheid des Bauinspektorats auf und erklärte, das Baugesuch Nr. 1521/2012 könne nicht bewilligt wer- den. 4.1. Zu prüfen ist, ob die Gemeinde und die Kantonal e Denkmalpflege die mit dem Ent- scheid der Baurekurskommission vom 24. September 2013 und mit dem Urteil des Kantonsge- richts vom 3. September 2014 verlangte Überprüfung – o b sich das geplante Bauvorhaben in das Ortsbild eingliedere – und die verlangte Interessen abwägung rechtsgenüglich vorgenom- men haben und ob das Bauinspektorat gestützt darauf das B augesuch bewilligen durfte. Sollte das Kantonsgericht – wie die Baurekurskommission – zum Schlu ss kommen, dass die verlang- ten Überprüfungen und Interessenabwägungen nicht bzw. nicht im erforderlichen Umfang vor- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht genommen wurden, so würde sich die Frage stellen, ob di e Baurekurskommission mit ihrer Be- gründung zu Recht das Baugesuch nicht bewilligt hat ode r ob sie nicht vielmehr die Sache an die Vorinstanz hätte zurückweisen müssen. Festzuhalten gilt in diesem Zusammenhang, dass im Entscheid der Baurekurskommission vom 24. September 20 13 und des Kantonsgerichts vom 3. September 2014 eine nachträgliche Auseinanderse tzung und Begründung für die Ertei- lung der notwendigen Ausnahmebewilligungen und alle nfalls für die Versenkung des Erdge- schosses verlangt wurden. Eine Projektüberarbeitung und Projektänderung wurden – entgegen der Behauptung der privaten Beschwerdegegner in ihrer Eingabe vom 2. September 2016 – hingegen nicht verlangt und wären nur notwendig gewe sen, wenn aufgrund der geforderten Neubeurteilung das Bauprojekt nicht hätte genehmigt werden können. 4.2. C.____ ist im ISOS als “ISOS Dorf“ bezeichnet. N ach dem kantonalen Richtplan (Stand Dezember 2012; S2.2.D) handelt es sich bei C.____ Dorf um ein Ortsbild von nationaler Bedeu- tung. Das geplante Bauprojekt liegt gemäss rechtskräftig em Zonenplan der Gemeinde C.____ innerhalb des Perimeters des QP Ortskern, Mutation Nr. 2 0. Die fragliche Parzelle ist der Zone K2 zugeordnet und befindet sich innerhalb des Perimeter s Ortsbildschutz. Für den Ortskern gelten besondere Quartierplanvorschriften bestehend aus dem QP 1. und 2. Teil (§ 1 QPR). Nach § 21 QPR müssen sich alle Neu-, An- und Umbauten sowie Renovationen harmonisch in das Orts- und Strassenbild einfügen. Das Quartierplangeb iet ist in vier Sorgfaltsstufen geglie- dert. Unter die Stufe 2 fällt auch die Zone K2. Nac h § 21 QPR bezweckt die Stufe 2 den Schutz von erhaltenswerten Ortsteilen. Zur Stufe 2 wird in § 21 QPR u.a. ausgeführt: “Massstäblichkeit, Material und Farbgebung in herkömmlicher Art. Neue El emente, wie z.B. Schaufenster, haben sich unaufdringlich einzufügen.“ Weiter werden zur Stufe 2 Regelungen zu den Dachneigungen, Bedachungen, Balkonen, Holzlauben und dem Mass der Auskragung getroffen. § 33 QPR sieht eine Ausnahmeregelung vor. Gemäss dieser Vorschrift kann der Gemeinderat auf Antrag der Ortskernkommission (OKK) Ausnahmen von den Gestaltungsvorschriften gestat- ten. In Abwägung öffentlicher und privater Interessen sowie in Würdigung der besonderen Um- stände des Einzelfalles kann der Gemeinderat nach Anhören der OKK Ausnahmen von den Quartierplanvorschriften gestatten. Dies gilt insbesondere bei bestehenden Bauten mit geringer Abweichung vom Gebäudeprofil, wenn die Anwendung die ser Vorschriften zu einer architekto- nisch und städtebaulich schlechten Übergangslösung führen würde, in ausgesprochenen Härte- fällen, wenn sich ein Bauprojekt in jeder Beziehung in den erhaltenswerten Ortskern einfügt oder wenn bei Einhaltung der Sockelgeschosshöhe die Ober kante des Erdgeschosses unter das Niveau des anstossenden Terrain zu liegen kommen würden. Wie im Kantonsgerichtsurteil vom 3. September 2014 au sgeführt, statuiert das Gesetz mit den vorliegend anwendbaren §§ 21 QPR, 104 RBG und 7 des Gesetzes über den Denkmal- und Heimatschutz (DHG) vom 9. April 1992 sogenannte Ästheti kklauseln. Die Ästhetikvorschriften bezwecken allgemein den Schutz des Landschafts-, Orts- und Strassenbildes, der historischen Stätten sowie der Natur- und Kunstdenkmäler. Das fragl iche Projekt hat sich, gestützt auf die kantonalen und kommunalen Bestimmungen harmonisch in das Orts- und Strassenbild einzufü- gen (KGE VV vom 3. September 2014 [810 13 391] E. 4. 4. ff., 4.6, 5 und 7.3 mit Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3. Ausnahmebewilligungen für die Abweichungen vom QPR sind vorliegendenfalls not- wendig für die Überschreitung der maximal zulässigen F assadenhöhe von 8.41 m bzw. 6.41 m anstelle der vorgeschriebenen Fassadenhöhe von 5.6 m. Al le anderen Massvorschriften des QP Ortskern und des QPR sind eingehalten. Die Absenkung des gesamten Erdgeschosses auf eine Ebene bedingt nicht mehr Ausnahmebewilligungen als das Vorprojekt. Es stellt “lediglich“ eine Abänderung des Vorprojekts dar und entspricht nicht mehr vollumfänglich dem Inhalt eines Satzes im Begleitbericht. 5.1. Eines der zentralen Argumente der Vorinstanz ist, dass es sich beim vorliegenden Baugesuch um eine Änderung des Planungsberichts handle, welcher verlange, dass das Erd- geschoss nicht versenkt werde, sondern in seiner vollen Höhe aus dem Boden rage. Der Pla- nungsbericht sei gemäss § 39 RBG Bestandteil des Quartier plans und verlange die Aufnahme des Terrainverlaufs im Innern. Auch die privaten Besch werdegegner monieren, dass das Erd- geschossniveau im Südwesten nicht dem Vorprojekt entspre che und dem Bauprojekt so die “Innen-Aussenwirkung“ fehle. Da die Beschwerdegegner somi t als wesentlichen Punkt die Di- vergenz zwischen Bauprojekt einerseits und Vorprojekt und Pl anungsbericht andererseits an- führen, wird – bevor die beantragten Ausnahmebewilli gungen behandelt werden – auf die Be- deutung des Planungsberichts bei einem Quartierplan un d auf diejenige eines Vorprojekts ein- gegangen. 5.2. Nach Art. 26 des Bundesgesetzes über die Raumplanu ng (RPG) vom 22. Juni 1979 genehmigt eine kantonale Behörde die Nutzungspläne u nd ihre Anpassungen (Abs. 1). Mit der Genehmigung durch die kantonale Behörde werden die Nu tzungspläne verbindlich (Abs. 3). Gemäss Art. 47 der eidgenössischen Raumplanungsverordnun g (RPV) vom 28. Juni 2000 hat die Behörde, welche die Nutzungspläne erlässt, der kanto nalen Genehmigungsbehörde Bericht darüber zu erstatten, wie die Nutzungspläne die Ziele und Grundsätze der Raumplanung (Art. 1 und 3 RPG), die Anregungen aus der Bevölkerung (Art. 4 Abs. 2 RPG), die Sachpläne und Konzepte des Bundes (Art. 13 RPG) und den Richtplan (Ar t. 8 RPG) berücksichtigen und wie sie den Anforderungen des übrigen Bundesrechts, insbesond ere der Umweltschutzgesetzge- bung, Rechnung tragen (sog. Planungsbericht oder Beglei tbericht). Adressat des Planungsbe- richts ist nach bundesrechtlicher Vorschrift die kantonale Genehmigungsbehörde gemäss Art. 26 Abs. 1 RPG und somit der Regierungsrat (§ 31 A bs. 3 RBG; KGE vom 3. September 2014 [810 13 391] E. 4.2 mit Hinweisen auf Literatu r und Rechtsprechung). Nach § 39 RBG besteht der Quartierplan aus einem Plan oder mehreren Plänen, dem Reglement sowie einem Begleitbericht, in dem die Ziele, die Schritte zur Re alisierung und die Folgekosten aufgezeigt werden. Mit dem Begleitbericht gemäss § 39 RBG erfüllt die Gemeinde die Berichterstattungs- pflicht gegenüber der kantonalen Genehmigungsbehörde nach Art. 47 RPV. Der Planungsbe- richt dient dieser beim Entscheid über die Genehmigun g bzw. Nichtgenehmigung eines kom- munalen Nutzungsplans. Aus Sicht des Raumplanungsrechts des Bundes ist der Planungsbe- richt Teil der Entscheidungsgrundlagen für die Plange nehmigungsbehörde. Die Gemeinden reichen deshalb mit dem Antrag zur Genehmigung der Zon envorschriften dem Regierungsrat den nach Bundesrecht vorgeschriebenen Bericht ein. Da ge rade Planentscheide wenig justizia- bel sind und auf einer umfassenden Interessenabwägung auf der Grundlage der Planungsziele Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht beruhen, kommt der Berichterstattung über die vorgenom mene Interessenabwägung eine ent- scheidende Rolle bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit der Planung zu. Obwohl der Pla- nungsbericht im Rahmen des Auflageverfahrens – zusammen mit den entsprechenden Plänen und Reglementen – öffentlich zugänglich zu machen ist, unterliegen nur der Plan und das Reg- lement der Beschlussfassung durch die Gemeindeversammlun g bzw. den Einwohnerrat (§ 31 Abs. 1 RBG und § 18 Abs. 1 RBG) und nur diese werden vom Regierungsrat genehmigt. Die gilt sowohl für Rahmennutzungspläne als auch für Sonder nutzungspläne und damit Quartier- pläne (siehe Verweis in § 41 RBG auf § 31 RBG und damit auch auf § 18 Abs. 1 RBG; vgl. auch Ziff. 3.3 des Merkblatts über die Nutzungsplanung Sie dlung, Grundlagen, Planungshilfe, Quar- tierplanung, vom Amt für Raumplanung des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Ortsplanung, vom Februar 2016 sowie Ziff. 2.1 f. der Wegleitung fü r die Erarbeitung des Berichts zu Nut- zungsplänen gemäss Art. 47 RPV vom März 2013 [Nutzungspla nung Siedlung, Grundlagen] des Amtes für Raumplanung, Abteilung Ortsplanung). Tro tz § 39 RBG bleibt Adressat des Pla- nungsberichts die Plangenehmigungsbehörde. Des Weiteren sind Vorprojekte nicht Bestandteil des Quartierplans (vgl. dazu KGE VV vom 3. September 20 14 [810 13 391] E. 4.2 und 5). Sie können jedoch wie vorliegendenfalls – und von der Gem einde in ihrem Planungsbericht festge- halten – als Grundlage einer Quartierplanmutation di enen (vgl. Ziff. 3 des Planungsberichts). Sie finden dann insofern Eingang in den Quartierpla n als der Quartierplan unter anderem ge- stützt auf das Vorprojekt ausgearbeitet wurde. 6.1.1. Aus dem Planungsbericht ist ersichtlich, dass im Ap ril 2007 der Eigentümer der Lie- genschaft Y.____platz 8 der OKK einen Projektvorschlag fü r den Umbau der im Hinterhof lie- genden Scheune zu Wohnzwecken unterbreitete. Die OKK te ilte mit, dass sie sich im diesem Bereich eine verdichtete Nutzung der Gebäude gut vorste llen könne. Voraussetzung für die Anpassung von Gebäudeprofilen und Nutzung sei aber ein e Mutation des QP Ortskern. Da die Gemeinde nicht für jedes einzelne Gebäude den QP Ortskern anpassen wolle, schlage die OKK dem Bauherrn vor, in Absprache mit den Eigentümern der Liegenschaften Y.____gasse 2 und 4 sowie Z.____gasse 7a eine Projektstudie für einen gemeinsamen Überbauungs- und Nutzungs- plan zu erstellen. In der Folge sei mit den betroffen en Nachbarn eine Projektstudie erarbeitet worden. Diese zeige und beurteile mögliche Bebauungen, stelle die besten Varianten im Modell dar und mache eine Empfehlung für die Bebauung. Die se Projektstudie sei der OKK im No- vember 2007 präsentiert und zur Stellungnahme unterb reitet worden. Am 17. Dezember 2007 nahm die OKK zu dieser Projektstudie und zum darin ent haltenen Bebauungsvorschlag Stel- lung. Basierend auf diesen Unterlagen stimmte der Gem einderat einer Mutation des QP Orts- kern grundsätzlich zu. Er wünschte aber, dass als Grundlage für die Ausführungsbestimmungen der Mutation des QP Ortskern ein Vorprojekt erstellt w erde. Die Bauherren hätten in der Folge das von der OKK empfohlene Architekturbüro E.____ mit d er Erstellung des Vorprojekts beauf- tragt. Die Erstellung des Projekts sei in enger Zusammenarbeit mit den Behörden entstanden. Auf Seite 6 des Planungsberichts wird zur Y.___gasse 7a unter dem Titel “Gebäudevolumen“ Folgendes festgehalten: “Die bestehende Scheune wird ebenfalls abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Der Neubau nimmt im Grundriss die bes tehenden Gebäudeabmessungen auf. Das Dach hat eine Neigung von 45° und behält ebenfal ls die bestehende Firstrichtung bei. Nach Süd-Westen wird die Giebelwand wie bei der bestehenden Scheune abgeschrägt. Es ent- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht steht eine Kopffassade nach Süd-Westen zum kleinen “Plät zli“ hin. Das ansteigende Terrain Richtung Süd-Westen wird vom Gebäude mittels eines Sockels aufgenommen um den barriere- freien Austritt im Süd-Westen zu gewährleisten. Das Geb äude … besteht aus zwei Vollge- schossen, einem Dachgeschoss und einem Kellergeschoss.“ 6.1.2. In der Einladung zur Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2009 wird festgehalten, auf der Parzelle Nr. 104 hätte aufgrund des vor der Muta tion rechtsgültigen Quartierplans anstelle der Scheune (Z.____gasse 7a) ein grösseres zweigeschossiges W ohnhaus erstellt werden können. Diese Planungsidee hätte noch aus den 60er Jah ren gestammt. Sie sei heute nicht mehr zeitgemäss. Es bestehe der Wunsch, die bestehende D orfstruktur zu erhalten und eine flächendeckende Überbauung zu vermeiden. Es werde deshalb eine Mutation des QP vorge- schlagen, welche zwar den Neubau von Wohnraum ermögliche , sich aber besser in das ge- wohnte Ortsbild einfüge. Durch die vorgeschlagene Änd erung des QP Ortskern werde der Bau eines flächenmässig kleineren, dafür zweigeschossigen Wohngebäudes anstelle einer grossflä- chigen Überbauung möglich. Beide Gebäude nähmen die t raditionelle Volumensprache der umgebenen Häuser auf, so dass das gewohnte Bild erhalten bleibe. 6.1.3. Im QP Ortskern, 1. und 2. Teil, Mutation Nr. 20, wird die geknickte Südostfassade so- wie die Firstrichtung verbindlich festgelegt. Die Einla dung zur Gemeindeversammlung enthielt auch eine bildliche Darstellung des Modells des Vorproje kts, jedoch keine Pläne des Vorpro- jekts. Auch die bildliche Darstellung des Modells zeigt eindeutig die geknickte Südostfassade. 6.2.1. Die Gemeinde beantragt in ihrem “Ausnahmeant rag betreffend QP Ortskern Mutation Nr. 20 vom 3. Februar 2015“, dem Projekt eine Ausnahm e von der Fassadenhöhe von 8.41 m bzw. 6.41 m anstelle der vorgeschriebenen Fassadenhöhe vo n 5.6 m zu gewähren. Beim vor- liegenden Bauprojekt gehe es um eine Ausnahme der Fass adenhöhe. Alle anderen Massvor- schriften des QP Ortskern seien eingehalten. 6.2.2. Die Gemeinde führt in ihrem Ausnahmeantrag vom 3. Februar 2015 aus, dass sich aus dem Vorprojekt und den Unterlagen zum QP Ortskern Muta tion Nr. 20 ergebe, dass die Traufe auf 339.25 m.ü.M. und der Eingang auf bestehender T errainhöhe zu liegen komme. Mit dieser Vorgabe werde bereits beim Vorprojekt E.____ die Fassadenhöhe von 6.44 m um 0.84 m über- schritten (6.44 m statt der vorgegebenen Fassadenhöhe vo n 5.6 m; vgl. Plan Südostfassade). Des Weiteren ergebe sich aus der Mutation zwingend, dass d ie Fassade an der Südecke ab- gewinkelt sei und zurückweiche. Dies ergebe sich aus dem zw ingend abgeschrägten Grundriss des Gebäudes. Damit weiche auch die Traufe zurück, woraus si ch an der Südecke des Gebäu- des zusätzlich eine weitere Überhöhung der Traufe von ca. 2 m ergebe. Die Fassade betrage rund 8.44 m, womit hierfür zusätzlich eine Ausnahme not wendig sei. Das Bauprojekt bedinge damit zwei Ausnahmebewilligungen. Bezüglich dieser Ausna hmen sähen das Bauprojekt und das Vorprojekt die nahezu identischen Masse (3 mm Unterschied) vor. Die Gemeinde führt weiter aus, der wesentliche Unterschied zwischen dem Vorprojekt und dem Bauprojekt ergebe sich jedoch im Hinblick auf die Ausnahme im Bereich der Erdgeschosshöhen aus dem Umstand, dass das Vorprojekt E.____ vier Varianten der Ausbildung des Erdgeschos- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht ses vorgestellt habe. Alle Varianten sähen für das Erdgesch oss verschiedene Bereiche mit un- terschiedlich hohen Erdgeschossböden vor. Die Differenzen würden jeweils mit Treppen über- wunden. Bei zwei Varianten des Vorprojekts liege der E rdgeschossboden im Süden des Ge- bäudes auf Höhe des Aussenbereichs. Bei zwei Varianten sei dies nicht der Fall. Dort liege der Erdgeschossboden ebenfalls deutlich niedriger als das Terr ain ausserhalb des Gebäudes. Das Bauprojekt sehe dagegen ein durchgehendes Sockelgeschoss auf dem Niveau 332.74 m.ü.M vor. Weil die Masse der Fassadenhöhe immer am tiefsten P unkt gemessen würden, habe dies zur Folge, dass das Ausmass der Ausnahmen für die Fassadenh öhe sowohl für das Vorprojekt als auch für das Bauprojekt gleich bleibe. Dementsprechen d gehe es lediglich darum, ob das Sockelgeschoss nur in Teilen (wie bei den verschiedenen Vo rprojekten) auf das vorgesehene Mass abgesenkt werden könne oder aber durchgehend bleibe (wie beim Bauprojekt). Weiter wird im Ausnahmeantrag der Gemeinde vom 3. F ebruar 2015 ausgeführt, beim Vorpro- jekt sei es vorab um die Volumetrie des Gebäudes gegangen . Eine untergeordnete Rolle habe die Fassadengestaltung gespielt. Die Einladung zur Gem eindeversammlung habe aus diesem Grund keine Pläne des Vorprojektes enthalten, sondern l ediglich die bildliche Darstellung des Modells, aus welchem die Volumetrie zu erkennen gewesen se i. Die Gemeinde weist in ihrem Ausnahmeantrag auf das Ziel des Quartierplans hin, e ine verdichtete Nutzung der Gebäude anzustreben. Sie führt weiter aus, gemäss Planungsbericht sei die geforderte hohe Ausnutzung des gesamten Gebäudevolumens mit Dach und Kellerräumen zu gewährleisten und die beste- hende kleingliedrige Bebauung zu integrieren. Des Weiteren habe sich gemäss Planungsbericht die Architektur der neuen Gebäude zeitgemäss und ohne Fr emdkörper in die bestehende Be- bauung einzugliedern. Die Gemeinde führt im Antrag aus, dass das Bauprojekt gegenüber dem Vorprojekt zusätzliche planerische Verbesserungen im Hinbl ick auf das angestrebte Ziel des Quartierplans bringe. Beim Vorprojekt sei klar gewesen, dass diese Projektstudien weiter entwi- ckelt werden könnten. Keine dieser Studien des Erdgescho sses habe letztlich zur Bindung des Architekten führen sollen. Aus dem Vergleich der verschied enen Studien lasse sich im Übrigen erkennen, dass das Vorprojekt keinen Wert auf eine optim ale Ausnutzung gelegt habe. So sei zu erkennen, dass bei den meisten Projekten ein Grossteil des Bauvolumens für Treppen und Gangflächen verloren gehe, was in planerischer Hinsicht a ls schlecht zu bewerten sei. Mit dem durchgehenden Erdgeschoss werde einerseits das Erdgeschoss b esser nutzbar, da weniger Wohnfläche für Treppen, Gänge etc. verloren gehe. And ererseits würden die Geschossdecken im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss dementsprechend a uch herabgesetzt werden können, womit im Gebäude eine höhere Ausnutzung entstehe, was letztlich dem Ziel des Quar- tierplans von einer dichteren Nutzung des Ortskerns besser entspreche. Die bessere Nutzung sei im Hinblick auf die Geschichte des Quartierplans von hoher Bedeutung, weil insbesondere die Eigentümer der Parzellen Nr. 104 bis 106 der Versc hmälerung des Baubereichs und damit einer erheblichen Nutzungseinschränkung ihrer Grundstücke zu gestimmt hätten. Insofern sei das Interesse der Eigentümer, ihr Objekt optimal zu nutzen, stark zu gewichten. In ästhetischer Hinsicht gewährleiste das Bauprojekt wie auch das Vorprojekt eine zeitgemässe Gestaltung. Das Vorprojekt weise sogar etwas progressiver e Fenstergrössen auf als das Bau- projekt. Das Bauprojekt erscheine trotz modernem Erscheinun gsbild im Hinblick auf die Fens- tergrössen ortskerntypischer als das Vorprojekt. Im Weiter en äusserte sich die Gemeinde in Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ihrem Antrag zu der Befensterung, der Volumetrie, de n Vordächern, den Lichtschächten sowie dem Dachgeschoss. Zur Volumetrie des Gebäudes erklärte sie, dass sich diese aus dem Quar- tierplan ergebe. Die Gebäudehöhe (First) sei beim Vor projekt und Bauprojekt identisch. Dass Erdgeschossböden niedriger liegen könnten als das Terrain aussen, stelle keinen ästhetischen Nachteil dar. Es sei zwar richtig, dass das Vorprojekt das Er dgeschoss (mit vier Varianten) auf verschiedene Höhen gestaffelt habe. Das ästhetische Erscheinu ngsbild gegen aussen werde dadurch jedoch nicht merklich verbessert, so dass der Nachte il der schlechteren Überbau- ungsmöglichkeit im Innern dadurch negativ ins Gewicht fa lle. Das Bauprojekt verbessere die Nutzungsmöglichkeit des Erdgeschosses und des Dachgeschosses. Es verbessere die Mög- lichkeit der Verdichtung der Nutzungsmöglichkeit im Inner n des Gebäudes erheblich, was dem Ziel des QP Ortskern entspreche. Die Höhe der Fenster, i nsbesondere im Bereich der Südost- fassade, weiche nicht wesentlich von der Höhe der Befens terung des Vorprojekts ab. Die Höhe der Fenster ergebe sich bei der vorgesehenen Überbauung aus den bestehenden Geschoss- höhen. Dies entspreche im Übrigen dem kleingliedrige n Erscheinungsbild vieler Bauten im Ortskern. Als Vergleich diene das Gebäude Nr. 3 auf der Parzelle Nr. 109. Die Gemeinde erklärte in ihrem Ausnahmeantrag vom 3. Februar 2015 weiter, sie könne in An- wendung von § 33 QPR und unter Abwägung öffentlicher und privater Interessen sowie in Wür- digung der Umstände des Einzelfalles nach Anhören der O KK festhalten, dass die beiden not- wendigen Ausnahmen in masslicher Hinsicht um den QP Ortske rn umsetzten zu können, im damaligen Vorprojekt bereits erkannt worden seien. Di es gelte insbesondere für die Situation bei der Traufe, aber auch bei der Erdgeschosshöhe beim Eingangsbereich. Aus dem Vorprojekt gehe die kubische Erscheinung klar hervor, von welcher auch das vorliegende Bauprojekt nicht abweiche. Der Ortskern C.____ sei Teil des ISOS-Invent ars der geschützten Ortskerne von nationaler Bedeutung. Das geplante Projekt befinde sich im Perimeter Nummer 1, Art G mit Erhaltungsziel A. Dabei sei insbesondere die räumliche Qu alität und kubische Eingliederung und das Erscheinungsbild der Dachlandschaft von hoher Bed eutung eingestuft. Das vorliegen- de Bauprojekt respektiere exakt diese Vorgaben. Das Bau projekt habe das Vorprojekt E.____ im Wesentlichen weiter entwickelt, indem es im Innern d es Gebäudes dem Ziel des Quartier- plans entsprechend bei der vorgegebenen Kubatur und E inhaltung der Gebäudehöhe eine we- sentliche Verbesserung erziele. Das Vorprojekt und das Ba uprojekt seien in ästhetischer Hin- sicht gleichwertig. Das durch den Architekten D.____ we iterentwickelte Projekt führe jedoch im Hinblick auf die bessere Nutzung des Gebäudevolumens (Dac hgeschoss) und einer verbesser- ten Wohnhygiene (Raumhöhen ohne Niveauunterschiede im W ohnbereich) zu einem klar bes- seren Ergebnis. Die Optimierung der Wohnnutzung von b estehendem Volumen im Ortskern entspreche den Vorgaben der Strategie zur räumlichen Entwicklung nach innen des Kantons Basel-Landschaft. Die Gebäudehöhe (First) liege weit unter dem zulässigen Mass nach QPR, da sich die Firsthöhe an der fortlaufenden Häuserzeile orientiere. Aus dem Grund sei auch eine Verletzung des nachbarrechtlichen Interesses resp. Benach teiligung durch die erwähnten Aus- nahmen ausgeschlossen. 6.3. Die Kantonale Denkmalpflege erklärt in ihrer Ste llungnahme zum Ausnahmeantrag der Gemeinde vom 3. Februar 2015, dass es aus ortbildpfleger ischer Sicht keine Anmerkungen gebe. Aus fachlicher Sicht könne sie die ausführliche S tellungnahme der Gemeinde, in der alle Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Einsprache erwähnten Punkte behandelt und schlü ssig dargelegt seien, unterstützen. Im Hinblick auf das Kantonsgerichtsurteil vom 3. September 2 014 wünsche sie im Speziellen auf die geforderte Einpassung der Neubauten in das Ortsbild einzugehen. Das Bauprojekt sehe den Ersatz von historischen Bauten (Wohn- und Wirtschaftsbaute n inkl. Kleinbauten) durch einen Neubau mit ausschliesslicher Wohnnutzung vor. Aus ortsbild pflegerischer Sicht sei diese archi- tektonisch-gestalterische Aufgabe mit einer zeitgenössischen Architektursprache zu lösen, wel- che die neue Nutzung abbilde. Die hier gewählte Architektursprache zeichne sich aus durch die klare Formulierung der Baukuben, durch eine Reduktion der Fassadenelemente, durch eine unregelmässige Abwicklung der Fassaden und durch eine die Nutzung reflektierende Setzung der Fassadenöffnungen und entspreche in ihrer gestalter ischen Haltung einer durchaus gängi- gen, zeitgenössischen Architektursprache, die an verschiedene n Orten bereits angewendet worden sei. Mit der durchaus traditionellen Fassadengli ederung und mit der Dachgestaltung werde die Integration in das Ortsbild gewährleistet. Einen weiteren nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Integration in das Ortsbild würden die Far bgebung, die Wahl der Materialien wie auch im Speziellen bei diesem Projekt die Dachrandausbildung liefern. 7.1. Die Mutation Nr. 20 des QP Ortskern zeigt klar, da ss die sich im Perimeter des QP Ortskern Mutation Nr. 20 befindenden Baufelder in Fol ge der Mutation verkleinert wurden. Des Weiteren wurden das Abknicken der Südostfassade und die F irstrichtungen verbindlich festge- legt. Aus diesen längst rechtskräftigen Plänen, dem Wortl aut der Einladung zur Gemeindever- sammlung, der der letztgenannten Einladung beigelegte n Darstellung des Vorprojekts sowie des Planungsberichts geht eindeutig hervor, dass die Mu tation Nr. 20 des QP Ortskern eine zulässige grossflächigere Überbauung verhindern wollte, dafür bezüglich der fraglichen Parzelle eine auf der südöstlichen Seite abgewinkelte Fassade fe stlegte, welche die höheren Fassaden- höhen bedingte. Die Gebäudehöhe liegt dahingegen un ter dem gemäss QPR Zulässigen. Es war bereits bei der Mutation klar, dass in Bezug auf die Fassadenhöhen Ausnahmebewilligun- gen erforderlich sein würden (siehe unter anderem Protokoll der OKK vom 8. September 2008). Die Gemeinde hat dargetan, dass in Bezug auf diese F assadenhöhen keine Divergenz zwi- schen dem Vorprojekt und dem Bauprojekt bestehe, das Bauprojekt sich in das Ortsbild einfüge und in ästhetischer Hinsicht eine zeitgemässe Gestaltung g ewährleiste. Sie hat sich zu der Be- fensterung, der Volumetrie, den Vordächern, den Lich tschächten, dem Dachgeschoss sowie dem kleingliedrigen Erscheinungsbild geäussert und ist zum Schluss gekommen, dass das Bauprojekt die Vorgaben des ISOS respektiert und Vorp rojekt und Bauprojekt in ästhetischer Hinsicht gleichwertig sind. Die Kantonale Denkmalpflege kommt ebenfalls zum Schluss, dass sich das Bauprojekt in das Ortsbild eingliedert. 7.2. In Bezug auf die Absenkung des Sockelgeschosses bzw. von Teilen des Sockelge- schosses, welche durch das geplante durchgehende Sockelgescho ss bedingt wird, erklärt die Gemeinde, dass das ästhetische Erscheinungsbild gegen aussen durch das auf verschiedene Höhen gestaffelte Sockelgeschoss der Vorprojekte im Verg leich zum Bauprojekt nicht merklich verbessert wird. Dafür würde aber das Bauprojekt die M öglichkeit der Verdichtung der Nutzung im Innern des Gebäudes erheblich verbessern, was dem Zie l des QP Ortskern und der Strate- gie der räumlichen Entwicklung nach innen des Kantons Bas el-Landschaft besser entspreche. Die Gemeinde gewichtet das nicht merklich bessere ästhetische Erscheinungsbild, welches Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch die Staffelung der Höhe des Sockelgeschosses erreicht würde, weniger hoch, als die öf- fentlichen und privaten Interessen an einer verdichteten Nutzungsmöglichkeit im Innern des Gebäudes. 7.3. Die Gemeinde führt weiter aus, die Höhe der Fen ster, insbesondere im Bereich der Südostfassade, weiche nicht wesentlich von der Höhe der Befensterung des Vorprojekts ab. Als Ganzes seien in ästhetischer Hinsicht das Vorprojekt und das Bauprojekt gleichwertig. Auch die Vertreterin der kantonalen Denkmalpflege hat anlässlich des Augenscheins ausgeführt, dass die Absenkung des Erdgeschosses auf das “Plätzli“ eine minime Beeinträchtigung bedeute, sich das Projekt aber als Ganzes bestens in das Ortsbild einfüge . Des Weiteren merkt die Vertrete- rin der Kantonalen Denkmalpflege anlässlich des Augensche ins zu Recht an, dass das “Plätzli“ auf einen Hinterhof hinausgeht und nicht prägnant in eine Strasse hineinragt. Zudem ist bezüg- lich des am “Plätzli“ vorbeiführenden Weges – wie anlässl ich des Augenscheins von Seiten der Gemeinde bestätigt wurde – kein öffentlicher Gehweg ei ngetragen, so dass auch die Bedeu- tung dieses “Plätzli“ auf den Hinterhof zu relativieren ist. 7.4. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die G emeinde den Antrag für die Ausnahmebewilligungen rechtsgenüglich begründet und e ine Interessenabwägung vorgenom- men hat. Dabei hat sie alle massgeblichen Gesichtspunkte berücksichtigt. Dass die Ausnahmen notwendig sein würden, ergibt sich überdies aus der gan zen Vorgeschichte des Erlasses der Mutation Nr. 20 des QP Ortskern. Da die Masse der Fassad enhöhe immer am tiefsten Punkt gemessen werden, sind – unabhängig von der unterschiedl ichen Gestaltung des Erdgeschos- ses – für Vorprojekt und Bauprojekt die Ausmasse der Ausnah men für die Fassadenhöhe gleich. Insoweit die Aussagen im Quartierplanbericht un d das Vorprojekt bezüglich der Erdge- schossgestaltung überhaupt bindend sind, hat die Gemein de auch diesbezüglich sachlich und nachvollziehbar dargelegt, weshalb das Bauprojekt – obwo hl es diesbezüglich vom Vorprojekt und von einer Passage im Planungsbericht (barrierefreier Austritt im Süd-Westen) abweicht – zu genehmigen ist. Sie ist zum Schluss gekommen, dass die Sen kung des Erdgeschosses auf eine Ebene dem Ziel des Quartierplans der geforderten hohen Ausnutzung des Gebäudevolu- mens besser entspricht und eine allfällige minime Beei nträchtigung durch diese Senkung be- züglich des ästhetischen Erscheinungsbilds minder zu bewert en ist. Auch die Kantonale Denk- malpflege erachtet Vorprojekt und Bauprojekt in ästh etischer Hinsicht als gleichwertig und kommt zum Schluss, dass sich das Bauprojekt in das Ortsbild eingliedert. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, womit der angef ochtene Entscheid der Baurekurs- kommission vom 1. Dezember 2015 aufzuheben und der Ent scheid des Bauinspektorats vom 24. Juli 2015 zu bestätigen ist. 8.1. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Ge stützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrensko sten in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Bei dem vorliegenden Ausgang des Ve rfahrens erscheint es angemessen, die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- zwischen de n Beschwerdegegnern einerseits und der Baurekurskommission andererseits hälftig zu teile n. Den Behörden können gemäss § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspruch nehmen. Die Baurekurskommission hat das Kantonsg ericht nicht in Anspruch ge- nommen. A.B.____ und B.B.____ ist demzufolge ein Verf ahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 1‘100.-- aufzuerlegen. Der auf die Baurekurskomm ission hypothetisch entfallende Verfah- renskostenanteil wird nicht erhoben. Dem Beschwerdeführe r ist demzufolge der bezahlte Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘200.-- zurückzuerstatten. 8.2. Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann f ür den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung z u Lasten der Gegenpartei zugespro- chen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in seiner Honorarnote vom 21. November 2016 einen Aufwand von 2 7.33 Stunden à Fr. 250.-- und Spe- sen in der Höhe von Fr. 562.-- geltend, was nicht zu b eanstanden ist. Für die Vorbereitung der heutigen Parteiverhandlung und die Teilnahme an der heutigen Parteiverhandlung werden dem Rechtsvertreter zusätzlich 4 Stunden Aufwand dazu gerechn et. Daraus resultiert ein Zeitauf- wand von 31.33 Stunden. Damit beläuft sich die Partei entschädigung auf Fr. 9‘066.-- (31.33 Stunden à Fr. 250 zuzüglich Spesen in der Höhe vo n Fr. 562.-- sowie auf den ganzen Betrag 8 % Mehrwertsteuer). Die Beschwerdegegner eine rseits und die Baurekurskommission andererseits haben demzufolge dem Beschwerdeführer ein e Parteientschädigung in der Höhe von gesamthaft Fr. 9‘066.-- inklusive Auslagen und Mehrw ertsteuern und damit je Fr. 4‘533.-- zu bezahlen. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Entschei d der Baurekurs- kommission des Kantons Basel-Landschaft Nr. 15-031 vom 1. D ezem- ber 2015 aufgehoben und der Entscheid des Bauinspektora ts des Kantons Basel-Landschaft Nr. 056/15 vom 24. Juli 2015 bestätigt. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten de s vorangegan- genen Verfahrens an die Baurekurskommission des Kantons Ba sel- Landschaft zurückgewiesen. 3. A.B.____ und B.B.____ wird ein Verfahrenskostenan teil in der Höhe von Fr. 1‘100.-- auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘200. -- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 4. A.B.____ und B.B.____ einerseits und die Baurekursk ommission des Kantons Basel-Landschaft andererseits haben dem Beschwerd eführer je zur Hälfte eine Parteientschädigung in der Höhe von gesamthaft Fr. 9‘066.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) u nd damit je Fr. 4‘533.-- zu bezahlen. Präsidentin Gerichtsschreiberin