<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2013.00033</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=213203&amp;W10_KEY=13013528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2013.00033</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.08.2013</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewillgung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Härtefallbewilligung Kein Anspruch aus Erwerbstätigkeit (E. 2.1). Kein Anspruch aus einem anderen Grund (E. 2.2). Der Begriff des Härtefalls wird in Art. 31 VZAE konkretisiert. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei Ausländern, die sich seit zehn und mehr Jahren in der Schweiz aufhalten grundsätzlich von einem persönlichen Härtefall auszugehen, sofern diese finanziell unabhängig, sozial und beruflich gut integriert sind und sich bis dahin klaglos verhalten haben (E. 3.1). Art. 30 Abs. 1 AuG ist als Kann-Vorschrift formuliert (E. 3.2). Der Beschwerdeführer lebt seit 11 Jahren in der Schweiz, er ist beruflich und sozial überdurchschnittlich gut integriert, finanziell unabhängig und sein Verhalten hat zu keinen Klagen Anlass gegeben. Zwar scheint seine Integration im Herkunftsland nicht gefährdet, jedoch muss diese Voraussetzung nicht kumulativ erfüllt sein. Für die Schweiz besteht wohl sogar ein kulturelles Anliegen, den Beschwerdeführer als Konzertpianist, Organist und Musiklehrer in der Schweiz zu behalten (E. 4.4). Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFENTHALTSDAUER">AUFENTHALTSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HÃRTEFALL">HÃRTEFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTEGRATION">INTEGRATION</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 30 Abs. 1 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 31 VZAE</span><br/><span class="ungerade">Art. 32 Abs. 1 lit. a VZAE</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52259" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2013.00033</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. August 2013</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Ariane Tinner. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren â¦, ukrainischer StaatsangehÃ¶riger, erhielt am 3. Oktober 2002 die Einreisebewilligung zum Studium an der Musikhochschule C in D. Am 22. Oktober 2002 reiste er in die Schweiz ein und erhielt im Kanton E eine Aufenthaltsbewilligung, welche ihm bis zum 21. Oktober 2005 jÃ¤hrlich verlÃ¤ngert wurde. Mit Gesuch vom 28. September 2005 beantragte er eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton ZÃ¼rich zur Aufnahme des Studiums an der Musikhochschule F. Am 18. November 2005 wurde ihm diese Bewilligung erteilt und in der Folge jÃ¤hrlich verlÃ¤ngert.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Schreiben vom 13. September 2009 wurde A darauf hingewiesen, dass die lÃ¤ngstmÃ¶gliche Aufenthaltsdauer zur Aus- und Weiterbildung acht Jahre betrage und in seinem Fall am 21. Oktober 2010 erreicht werde. Daraufhin beantragte A die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung sowie die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Am 8. November 2010 wurde sein Gesuch um Erteilung der Niederlassungsbewilligung abgewiesen; die Aufenthaltsbewilligung zur Ausbildung wurde ihm im Sinn einer Ausnahme bis zum 21. Oktober 2011 verlÃ¤ngert, damit er das Masterstudium an der Musikhochschule F beenden kÃ¶nne. Mit Gesuch vom 6. Oktober 2011 beantragte A die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung zur ErwerbstÃ¤tigkeit als Musiklehrer, Pianist und Organist. Mit VerfÃ¼gung vom 9. November 2011 wies das Amt fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (AWA) die eingereichten Gesuche der Jugendmusik G, der Musikschule H und der I-Kirche um Erteilung einer Arbeitsbewilligung fÃ¼r A ab. Ein weiteres Gesuch der Jugendmusikschule G wurde gemÃ¤ss Mitteilung des AWA am 7. Dezember 2011 zurÃ¼ckgezogen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit Gesuch vom 11. November 2011 liess A beim Migrationsamt beantragen, es sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 (AuG) in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 lit. a der Verordnung Ã¼ber die Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE) sowie Art. 31 VZAE zu erteilen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 18. November 2011 ersuchte das Migrationsamt A um weitere AuskÃ¼nfte hinsichtlich seines Studiums und lud ihn ein zu begrÃ¼nden, weshalb eine Ausreise in die Ukraine fÃ¼r ihn nicht mÃ¶glich sei. Mit Schreiben vom 7. Dezember 2011 nahm A dazu Stellung.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>E. </b>Am 2. MÃ¤rz 2012 teilte das Migrationsamt A mit, dass die geltend gemachten GrÃ¼nde die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nicht rechtfertigen wÃ¼rden. Es lÃ¤gen weder wichtige Ã¶ffentliche Interessen gemÃ¤ss Art. 32 VZAE noch ein schwerwiegender persÃ¶nlicher HÃ¤rtefall gemÃ¤ss Art. 31 VZAE vor. Das Migrationsamt wies das Gesuch ab, aber verlÃ¤ngerte die Aufenthaltsbewilligung bis zum Abschluss des Studiums am 31. Juli 2012 (Masterdiplom als Solist). Zudem wies das Migrationsamt auf die MÃ¶glichkeit hin, den Aufenthalt von A gemÃ¤ss den Normen Ã¼ber den Familiennachzug prÃ¼fen zu lassen und wies auf die entsprechenden Voraussetzungen hin.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>F. </b>Am 29. Mai 2012 wies das Migrationsamt das Gesuch von A vom 11. November 2011 um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ab. Es erwog, dass keine wichtigen GrÃ¼nde im Sinn eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 31 VZAE vorlÃ¤gen. Zudem liege kein wichtiges Ã¶ffentliches Interesse vor, das eine Bewilligungserteilung gestÃ¼tzt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG zu rechtfertigen vermÃ¶ge.</p> <p class="Urteilstext"><span>Am 22. Juni 2012 schloss A sein Studium an der Musikhochschule F mit dem Masterdiplom als Solist ab. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Den gegen die VerfÃ¼gung vom 29. Mai 2012 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion in der Folge am 28. November 2012 ab und setzte A Frist bis am 28. Februar 2013 zum Verlassen der Schweiz an.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Am 14. Januar 2013 legte A beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei ihm eine Bewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 30 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 32 lit. a VZAE sowie Art. 31 VZAE zu erteilen</span>,<span> beziehungsweise es sei das Migrationsamt anzuweisen, beim Bundesamt fÃ¼r Migration die Zustimmung zur entsprechenden Bewilligung zu beantragen. Zudem beantragte er eine ParteientschÃ¤digung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, schloss die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A liess in der Folge weitere Unterlagen nachreichen.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, -Ã¼ber- oder -unterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 50 Abs. 1 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a und b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Die Bewilligung des Aufenthalts mit ErwerbstÃ¤tigkeit steht grundsÃ¤tzlich unter dem Vorbehalt der betreffenden Zulassungsvoraussetzungen nach Massgabe von Art. 18 bis 24 AuG, worÃ¼ber im Entscheid des Amts fÃ¼r Wirtschaft und Arbeit (AWA) zu entscheiden war.</span> Am 7. Februar 2013 hat das AWA das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers auf einen weiteren Aufenthalt gestÃ¼tzt auf Art. 21, Art. 22 und Art. 23 Abs. 1 AuG sowie Art. 19 Abs. 1 und Art. 83 VZAE in Anbetracht des gesamtwirtschaftlichen Interesses und des InlÃ¤ndervorrangs abgelehnt. Somit besteht kein Anspruch auf Aufenthalt aus ErwerbstÃ¤tigkeit.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Zwischen der Schweiz und der Ukraine besteht kein Staatsvertrag, welcher dem BeschwerdefÃ¼hrer einen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz zur AusÃ¼bung einer selbstÃ¤ndigen oder unselbstÃ¤ndigen ErwerbstÃ¤tigkeit einrÃ¤umt. Ebenso wenig erfÃ¼llt </span>er <span>die Voraussetzungen, die ihm nach Art. 42 bis Art. 52 AuG einen Anspruch auf Aufenthalt im Rahmen des Familiennachzugs verschaffen kÃ¶nnten. Entsprechend liegt die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 33 AuG) beziehungsweise die VerlÃ¤ngerung oder Erneuerung einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Art. 32 AuG) fÃ¼r den aus einen Drittstaat stammenden BeschwerdefÃ¼hrer grundsÃ¤tzlich im Rahmen des fremdenpolizeilichen Ermessens (Art. 96 Abs. 1 AuG), wobei die GrundsÃ¤tze von Art. 3 Abs. 1 und 3 AuG zu beachten sind. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b><span>Nach Art. 30 Abs. 1 lit. b <span>AuG</span></span><span> </span><span>kann von den Zulassungsvoraussetzungen abgewichen werden, u</span><span>m schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefÃ¤llen Rechnung zu tragen. WÃ¤hrend es sich bei der Figur des schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls um einen Rechtsbegriff handelt, dessen Auslegung vom Gericht grundsÃ¤tzlich mit voller Kognition Ã¼berprÃ¼ft werden kann (vgl. BGE 119 Ib 33 E. 3b), liegt der Entscheid darÃ¼ber, ob eine Bewilligung erteilt wird, im Entschliessungsermessen der verfÃ¼genden BehÃ¶rde. GemÃ¤ss der Rechtsprechung des Bundesgerichts setzt der massgebliche HÃ¤rtefall voraus, dass sich der betreffende AuslÃ¤nder in einer persÃ¶nlichen Notlage befindet. Das bedeutet, dass seine Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am durchschnittlichen Schicksal von AuslÃ¤ndern in gesteigertem Mass in</span>f<span>rage gestellt sein mÃ¼ssen bzw.</span><span> </span><span>dass die Verweigerung der HÃ¤rtefallbewilligung fÃ¼r den Betroffenen schwere Nachteile zur Folge hÃ¤tte (BGE 119 Ib 33 E. 4c). Der Begriff des HÃ¤rtefalls wird in Art. 31 </span>VZAE <span>konkretisiert. Zu berÃ¼cksichtigen sind insbesondere der Integrationsgrad, die Respektierung der Rechtsordnung, die FamilienverhÃ¤ltnisse, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse, die Anwese</span>n<span>heitsdauer in der Schweiz, der Gesundheitszustand sowie die MÃ¶glichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat.</span><span> </span><span>FÃ¼r die Anerkennung eines HÃ¤rtefalles gelten in jedem Fall strenge Voraussetzungen (Andrea Good/Titus Bosshard in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 30 N. 8).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei AuslÃ¤ndern, die sich seit zehn und mehr Jahren in der Schweiz aufhalten, in der Regel vom Vorliegen eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls auszugehen, sofern diese finanziell unabhÃ¤ngig, sozial und beruflich gut integriert sind und sich bis dahin klaglos verhalten haben. Im Weiteren darf die Dauer des Aufenthalts nicht absichtlich durch das missbrÃ¤uchliche Ergreifen von Rechtsmitteln zum Zwecke der VerzÃ¶gerung verlÃ¤ngert worden sein (vgl. BGE 124 II 110 E. 3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b><span>Art. 30 Abs. 1 AuG ist als Kann-Vorschrift formuliert. Da die Anwendung dieser Bestimmung im Ermessen der MigrationsbehÃ¶rden liegt, vermittelt sie keinen Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Bei der ErmessensausÃ¼bung haben die MigrationsbehÃ¶rden gemÃ¤ss Art. 96 Abs. 1 AuG die Ã¶ffentlichen Interessen und die persÃ¶nlichen VerhÃ¤ltnisse sowie den Grad der Integration der AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder zu berÃ¼cksichtigen. Zu beachten sind dabei die in Art. 3 AuG konkretisierten GrundsÃ¤tze. Die Zulassung erwerbstÃ¤tiger AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder erfolgt im Interesse der Gesamtwirtschaft (Art. 3 Abs. 1 AuG). Dabei wird der demografischen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklung in der Schweiz Rechnung getragen (Art. 3 Abs. 3 AuG). DiesbezÃ¼glich ist zu beachten, dass das Verwaltungsgericht die ErmessensausÃ¼bung nur auf Missbrauch, Ãber- oder Unterschreitung hin Ã¼berprÃ¼fen darf. DemgegenÃ¼ber ist die RÃ¼ge der Unangemessenheit nur zulÃ¤ssig, wenn eine â hier fehlende â Gesetzesbestimmung dies vorsieht (§ 50 in Verbindung mit § 20 Abs. 1 lit. a VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer lebt seit Ã¼ber zehn Jahren in der Schweiz, somit ist </span>gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung <span>von einem persÃ¶nlichen HÃ¤rtefall auszugehen. Unbestritten ist, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer hierzulande erfolgreich integriert hat. Die Vorinstanz erwÃ¤hnt in ihrem Entscheid seine Ausbildungen zum Konzertpianisten in D und M und zum Organisten in K, die Erlangung eines Lehrdiploms Klassik im Jahr 2007, die DurchfÃ¼hrung von rund siebzig Konzerten in der Schweiz seit dem Jahr 1999, seine TÃ¤tigkeiten als Organist bei Trauer- und Taufgottesdiensten, als Musiklehrer und seine einjÃ¤hrige Anstellung als Mitarbeiter im Hausdienst der Musikhochschule F. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat </span>zudem <span>den Kurs "Dialektverstehen und Deutsch" an der Hochschule N absolviert und nach drei Semestern Studium an der L-Schule im Jahr 2012 die MaturitÃ¤t in D erfolgreich abgeschlossen. In persÃ¶nlicher Hinsicht beschreibt der BeschwerdefÃ¼hrer in seiner Beschwerdeschrift glaubwÃ¼rdig, dass er tiefe Freundschaften in der Schweiz geknÃ¼pft und sich auch sozial in der Schweiz integriert hat. Die Auslegung der Vorinstanz, es handle sich dabei um rein berufliche Beziehungen</span>,<span> Ã¼berzeugt angesichts der guten Vernetzung des BeschwerdefÃ¼hrers und seiner langen Anwesenheit in der Schweiz nicht. Auch die berufliche Integration des BeschwerdefÃ¼hrers ist gemÃ¤ss der Aktenlage gewÃ¤hrleistet. Angesichts seiner vielfÃ¤ltigen KonzerttÃ¤tigkeit </span>in der Schweiz <span>und im Ausland und seiner TÃ¤tigkeit als Musiklehrer</span> fÃ¼r<span> etwa 50 SchÃ¼ler hat er sich beruflich erfolgreich integriert. Ausserdem verfÃ¼gt er Ã¼ber ein betrÃ¤chtliches VermÃ¶gen aus einer Erbschaft, welche</span>s neben seinen beruflichen TÃ¤tigkeiten s<span>eine dauerhafte finanzielle UnabhÃ¤ngigkeit gewÃ¤hrleistet. Sein Verhalten hat bisher zu keinen Klagen Anlass gegeben. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die berufliche und soziale Integration und insbesondere die Deutschkenntnisse des BeschwerdefÃ¼hrers mÃ¼ssen als Ã¼berdurchschnittlich bezeichnet werden. Somit sind die Voraussetzungen von Art. 31.</span> <span>VZAE</span>:<span> der </span>Ã¼berdurchschnittlich <span>hohe Integrationsgrad, die Respektierung der Rechtsordnung, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse und die lange Anwesenheitsdauer in der Schweiz klar erfÃ¼llt. Der Vorinstanz ist indes beizupflichten, dass die Wiedereingliederung des BeschwerdefÃ¼hrers in seiner Heimat nicht ernsthaft gefÃ¤hrdet erscheint. Er hat seine Kindheit und Jugendjahre in der Heimat verbracht und einen ersten Teil seiner Ausbildung dort absolviert. Einzig der Verdacht einer GefÃ¤hrdung seines neu erworbenen VermÃ¶gens reicht fÃ¼r </span>eine ernsthafte GefÃ¤hrdung im Sinn eines<span> HÃ¤rtefalls nicht aus. Somit wÃ¤re vorliegend die MÃ¶glichkeit der Wiedereingliederung im Herkunftsstaat grundsÃ¤tzlich gegeben. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b><span>FÃ¼r die Bejahung eines HÃ¤rtefalls mÃ¼ssen </span>die<span> Kriterien nach Art. 31 VZAE </span>nicht <span>kumulativ erfÃ¼llt sein, vielmehr ist eine GesamtwÃ¼rdigung aller UmstÃ¤nde vorzunehmen.</span><span> </span><span>Beim BeschwerdefÃ¼hrer handelt es sich offensichtlich um einen herausragenden KÃ¼nstler</span> und ein Ausnahmetalent. Er konnte sich in seinem Bereich in der Schweiz bereits einen Namen machen und sich beruflich erfolgreich integrieren. Zudem gibt er sein Fachwissen als Musiklehrer weiter. <span>Der Grad </span>der <span>Integration </span>des BeschwerdefÃ¼hrers muss als Ã¼berdurchschnittlich bezeichnet werden. Seine bisher erlangten Auszeichnungen sind zahlreich. Er hat bereits in diversen StÃ¤dten der Schweiz Konzerte gegeben. Etwas zynisch muten die AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz an, der BeschwerdefÃ¼hrer sei schweizweit nicht bekannt, da sich seine bisherige KonzerttÃ¤tigkeit grÃ¶sstenteils auf die StÃ¤dte O, D und M beschrÃ¤nkt habe; zumal es sich bei D und M um die politisch und wirtschaftlich wohl wichtigsten Zentren der Schweiz handelt. Seiner Beschwerde ist denn auch zu entnehmen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bisher auch in weiteren StÃ¤dten Konzerte gegeben hat. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Es ist davon auszugehen, dass ein bedeutendes kulturelles Anliegen der Schweiz darin besteht, einen herausragenden Musiker, der hierzulande Ausbildungen absolviert und sich Ã¼berdurschnittlich gut integriert hat, als KÃ¼nstler und Musiklehrer auch hier zu behalten. Somit besteht zudem ein gewichtiges <span>Ã¶ffentliches Interesse </span>gemÃ¤ss Art. 32 Abs. 1 lit. a VZAE <span>am Verbleib</span> des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b>In BerÃ¼cksichtigung sÃ¤mtlicher <span>Aspekte </span>und Besonderheiten dieses Einzelfalls muss hier vom Vorliegen eines<span> HÃ¤rtefall</span>s<span> im Sinn von Art. 30 Abs. 1 AuG</span> ausgegangen werden<span>. Indem es die Vorinstanz unterlassen hat</span>,<span> vorliegend den Fall differenziert zu behandeln </span>und eine entsprechende GesamtwÃ¼rdigung aller UmstÃ¤nde vorzunehmen,<span> hat sie ihr Ermessen offensichtlich unterschritten. </span></p> <p class="Erwgung2">Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens de</span>m<span> Beschwerdegegner aufzuerlegen, welcher d</span>en<span> BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren zu entschÃ¤digen hat (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 sowie § 14 VRG; § 17 Abs. 2 VRG; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, a.</span><span> </span><span>a.</span><span> </span><span>O., § 14 N. 3).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 Ã¼ber das Bundesgericht (BGG) angefochten werden, soweit der BeschwerdefÃ¼hrer einen Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend macht. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen gutgeheissen. Das Migrationsamt wird eingeladen dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 60.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'060.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.-, insgesamt Fr. 3'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>