<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00353</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106035&amp;W10_KEY=4467148&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00353</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.04.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe von Tiefbauarbeiten im Einladungsverfahren.<br/><br/>Unzulässiger Ausschluss vom Verfahren. Unter den gegebenen Umständen durfte die Anbieterin, welche die Vergabebehörde über die problematische wirtschaftliche Lage der preislich am günstigsten offerierenden Mitbewerberin in Kenntnis setzte, wegen dieser Intervention nicht von der Teilnahme ausgeschlossen werden.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSSGRUND">AUSSCHLUSSGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DENUNZIATION">DENUNZIATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALBAU">KANALBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TIEFBAUARBEITEN">TIEFBAUARBEITEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE VERHÃLTNISSE">WIRTSCHAFTLICHE VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 26 SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 29 SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2001 Nr. 25</span><br/><span class="ungerade">RB 2001 Nr. 48</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Die Gemeinde X lud mit Ausschreibung vom 4. August 2000 sieben verschiedene Unternehmen ein, Offerten fÃ¼r das Projekt "T" ein­zureichen. Die Submission umfasste im Wesentlichen einen Kanalbau mit Aushub von 450 m<sup>3</sup>. Die Ausschreibung sah neun Zu­schlagskriterien mit unterschiedlicher Gewichtung vor, anhand derer ein Anbieter ausge­wÃ¤hlt werden sollte. Innert der angesetzten Frist gin­gen sechs Offerten ein. GemÃ¤ss Of­fert­Ã¶ffnungsprotokoll vom 28. August 2000 reichte die Firma G das preislich gÃ¼nstigste Ange­bot, die Firma A das preislich zweitgÃ¼nstigste Angebot ein. In der Folge er­teilte die Ge­mein­de X mit der BegrÃ¼ndung "beste ErfÃ¼llung der Zu­schlagskriterien" den Zuschlag an die Firma Q. Die diesbezÃ¼g­liche VerfÃ¼gung vom 28. September 2000 wurde der nicht berÃ¼cksichtigten Firma A am 2. Oktober 2000 zugestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 12. Oktober 2000 liess die Firma A beim Verwaltungs­ge­richt rechtzeitig Beschwerde gegen die VerfÃ¼gung vom 28. September 2000 erheben und bean­tragen, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und der Zuschlag sei der Be­schwerde­fÃ¼hrerin zu erteilen. Sodann sei die Gemeinde X zu verpflich­ten, die von ihr festgestellte ErfÃ¼llung der Zuschlagskriterien durch die Submittenten of­fenzulegen. In verfahrensmÃ¤ssi­ger Hinsicht wurde um Erteilung der aufschiebenden Wir­kung nachgesucht. Schliesslich verlangte die Firma A die Zusprechung einer Partei­entschÃ¤digung. Die Gemeinde X schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 31. Oktober 2000 auf Abweisung der Beschwer­de. Die Firma Q ver­zichtete mit Schreiben vom 2. November 2000 auf eine Stellungnahme. Mit PrÃ¤sidialver­fÃ¼gung vom 3. November 2000 wurde das Gesuch um Erteilung der auf­schiebenden Wir­kung abgewiesen und ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet. In der Replik vom 28. No­vember 2000 bzw. in der Duplik vom 19. Dezember 2000 hielten Be­schwerdefÃ¼hre­rin und Beschwerdegegnerin an ihren AntrÃ¤gen fest. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss telefonischer Auskunft des BausekretÃ¤rs der Gemeinde X vom 25. MÃ¤rz 2001 ist der Vertrag mit Firma Q noch nicht abge­schlossen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, nachfolgend wiederge­geben.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwer­de­verfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Inter­kantonalen Vereinbarung vom 22. September 1996 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Ein abgewiesener Anbieter ist zur Beschwerde gegen den Vergabeentscheid legi­timiert, wenn er bei deren Gutheissung eine realistische Chance hat, mit dem eigenen An­gebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wieder­holung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem er ein neues Angebot einreichen kann (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11). Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin ein gegenÃ¼ber der Mitbeteiligten preislich gÃ¼nstigeres Angebot eingereicht hat, ist auf die Beschwerde ohne weiteres einzutreten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Die Beschwerdegegnerin gab erstmals mit der Beschwerdeantwort vom 31. Ok­­­tober 2000 genauer darÃ¼ber Auskunft, weshalb der Zuschlag nicht an die Beschwer­defÃ¼hrerin ergangen sei. Im Zeitpunkt der Offerteinreichung seien keine AusschlussgrÃ¼nde im Sinn von § 26 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) bekannt gewe­sen. Noch bevor der mit damit beauftragte Ingenieur die Offerten geprÃ¼ft habe, sei der Ge­schÃ¤ftsfÃ¼hrer der BeschwerdefÃ¼hrerin beim GemeindeprÃ¤sidenten sowie beim Gemeinde­ingenieur vorstellig geworden und habe sie Ã¼ber die knappen finanziellen VerhÃ¤ltnisse bei der Firma G, welche das preislich gÃ¼nstigste Angebot eingereicht habe, in Kenntnis ge­setzt. Die fÃ¼r den Vergabeentscheid wesentlichen AuskÃ¼nfte wÃ¼rden indessen von Seiten der VergabebehÃ¶rde eingeholt. Ein Einbezug der Mitkonkurrenten komme dies­bezÃ¼glich nicht in Frage, weil andernfalls die Vergabe nicht mehr fair und unbelastet erfol­gen kÃ¶nne. Weil sich der Gemeinderat durch das Vorprellen der BeschwerdefÃ¼hrerin in un­z­u­lÃ¤ssiger Weise beeinflusst gesehen habe, sei die BeschwerdefÃ¼hrerin wie auch die erst­rangierte Firma G gemÃ¤ss § 26 SubmV vom Verfahren ausgeschlossen wor­den. Damit habe sich der Gemeinderat dem Vorwurf entziehen wollen, die Beschwer­defÃ¼h­rerin allein wegen der erwÃ¤hnten Information begÃ¼nstigt zu haben, was von den Mit­kon­kur­renten als Abrede im Sinn von § 26 Abs. 1 lit. e SubmV oder als unzulÃ¤ssige Ver­hand­lung im Sinn von § 29 SubmV hÃ¤tte ausgelegt werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet in ihrer Replik vom 28. November 2000 ein, die AusschlussgrÃ¼nde bezÃ¼glich der preislich am gÃ¼nstigsten offerierenden Anbieterin hÃ¤tten schon frÃ¼her bestanden (was nÃ¤her begrÃ¼ndet wird). Weil die Firma G trotz­dem wiederholt von der Beschwerdegegnerin TiefbauauftrÃ¤ge erhalten habe, habe Anlass bestanden, der Beschwerdegegnerin die im Hinblick auf § 26 SubmV wesentlichen amtli­chen Dokumente (Steuerausweis und Betreibungsauskunft) zur Kenntnis zu bringen. Eine unzulÃ¤ssige Ein­flussnahme auf das Vergabeverfahren sei darin nicht zu erblicken. Jeden­falls sei eine ob­jek­tive Bewertung des Submissionsergebnisses weiterhin mÃ¶glich geblie­ben. Die Be­schwer­defÃ¼hrerin sei zu Unrecht vom Verfahren ausgeschlossen worden. Ins­be­sondere stelle § 26 Abs. 1 lit. e SubmV keine taugliche Grundlage dar, um die Be­schwer­de­fÃ¼hrerin vom Vergabeverfahren auszuschliessen, zumal sich diese Bestimmung allein auf unzulÃ¤s­sige Abreden unter den Anbietern beziehe. Ebenso wenig habe eine un­zulÃ¤ssige Verhand­lung zwischen BeschwerdefÃ¼hrerin und Beschwerdegegnerin im Sinn von § 29 SubmV stattgefunden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) In ihrer Duplik vom 19. Dezember 2000 rÃ¤umt die Beschwerdegegnerin ein, dass zwischen 1997 und 1999 der Firma G einige Tiefbauarbeiten Ã¼bergeben wor­den seien. Da­mals seien aber dem Gemeinderat keine AusschlussgrÃ¼nde bekannt gewesen und es habe auch keine Veranlassung bestanden, weitere AuskÃ¼nfte einzuholen. Auch im Zeitpunkt der Ausschreibung des zu beurteilenden Vergabeverfahrens habe davon ausge­gangen werden kÃ¶nnen, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse bei der Firma G wÃ¤ren noch dieselben. Anderslau­tende Informationen hÃ¤tten dazu gefÃ¼hrt, dass diese Firma gar nicht zur Offerteinreichung eingeladen worden wÃ¤re. AbklÃ¤rungen Ã¼ber die BonitÃ¤t eines Anbieters wÃ¼rden nach stÃ¤n­diger Praxis durch die Verwaltung selbst getroffen. Vorliegend sei indessen die als Denun­ziation zu verstehende Information der BeschwerdefÃ¼hrerin schon vor dieser AbklÃ¤rung er­folgt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Es ist unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin der Beschwerdegegnerin im Anschluss an die den Anbietenden zur Kenntnis gebrachte OffertÃ¶ffnung ein Schreiben der Treuhandfirma M vom 5. September 2000 Ã¼bergab sowie Einblick in den Steuerausweis 1999 des Inhabers der Firma G und eine diese Person betref­fende Betreibungsauskunft gab. Dem Schrei­ben der Treuhandfirma M ist zu entnehmen, dass der Inhaber der Firma G 1998 kein Einkommen erzielt und per Ende 1998 Ã¼ber ein VermÃ¶gen von nur Fr. 32'000.- ver­fÃ¼gt habe. Unter diesen UmstÃ¤nden sei die Firma G ausser Stan­de, grÃ¶ssere AuftrÃ¤ge zu Ã¼bernehmen und auszufÃ¼hren. - Aufgrund die­ser Interven­tion wurden sowohl die preislich am gÃ¼nstigsten offerierende Firma G als auch die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst vom Vergabe­verfahren ausgeschlossen. Im Folgenden ist zu prÃ¼fen, ob der Ausschluss der Beschwerde­fÃ¼hrerin rechtmÃ¤ssig ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndet den Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin vom Vergabeverfahren mit dem Hinweis auf § 26 Abs. 1 lit. e SubmV, wonach ein Anbie­ter vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wird, wenn er Abreden getroffen hat, die den wirksamen Wettbewerb beseitigen oder erheblich beeintrÃ¤chtigen. Diese Bestimmung be­zieht sich auf den Fall, dass sich Anbieter vor Einreichung der Angebote untereinander ver­stÃ¤ndigen, um die Ã¶ffentliche Auftraggeberin zur Annahme eines bestimmten Angebots zu veranlassen. Vorliegend erfolgte indessen der Ausschluss nicht infolge einer solchen unzu­lÃ¤ssigen Submissionsabrede unter den Anbietern, sondern weil die beschwerdefÃ¼h­rende An­bieterin nach Einreichung der Offerten Informationen Ã¼ber die finanziellen Ver­hÃ¤ltnisse einer Mitbewerberin an die Beschwerdegegnerin, d.h. an die VergabebehÃ¶rde, weiterleitete. § 26 Abs. 1 lit. e SubmV fÃ¤llt damit von vornherein als Grundlage fÃ¼r einen Ausschluss ausser Betracht. </span></p> <p class="Einzug1"><i><span> </span></i></p> <p class="Einzug1"><span>Auch der Hinweis der Beschwerdegegnerin auf § 29 SubmV geht fehl. Nach dieser Bestimmung sind <i>Verhandlungen</i> zwischen Auftraggeberin und Anbietern <i>Ã¼ber Preise, PreisnachlÃ¤sse und Ãnderungen des Leistungsinhalts</i> unzulÃ¤ssig. Vorliegend beschlugen indessen die von der BeschwerdefÃ¼hrerin gegenÃ¼ber der Beschwerdegegnerin gemachten Ãusserungen weder die offerierten Preise, noch allfÃ¤llige PreisnachlÃ¤sse oder Ãnderungen des Leistungsinhalts. Ãberhaupt fanden keine eigentlichen Verhandlungen zwischen den Parteien statt, sondern ging es allein um eine (einseitige) Information der BeschwerdefÃ¼h­rerin an zwei mit dem Vergabeverfahren befasste Personen der Beschwerdegegnerin. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) Auch wenn sich der Ausschluss nicht auf die von der Beschwerdegegnerin angerufenen Bestimmungen stÃ¼tzen lÃ¤sst, kann noch nicht auf die UnzulÃ¤ssigkeit des Aus­schlusses geschlossen werden. Ebenso wenig ergibt sich die UnrechtmÃ¤ssigkeit des Aus­schlusses daraus, dass auch die weiteren, in § 26 Abs. 1 SubmV ausdrÃ¼cklich genannten AusschlussgrÃ¼nde hier nicht zur Anwendung gelangen. GemÃ¤ss § 26 Abs. 1 (Ingress) SubmV stellen die in lit. a - h erwÃ¤hnten FÃ¤lle keinen abschliessenden Katalog aller in Frage kommenden AusschlussgrÃ¼nde dar. Es ist deshalb zu prÃ¼fen, ob sich der Ausschluss aus in § 26 Abs. 1 SubmV nicht genannten GrÃ¼nden rechtfertigen lÃ¤sst. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Beschwerdegegnerin wirft der BeschwerdefÃ¼hrerin vor, sie habe mit ihrer Intervention den Gemeinderat auf unzulÃ¤ssige Weise bei der Zuschlagserteilung zu beein­flussen versucht. Es sei Sache der VergabebehÃ¶rde, die fÃ¼r den Zuschlag relevanten finan­ziellen VerhÃ¤ltnisse der Anbietenden abzuklÃ¤ren; diese dÃ¼rften sich nicht in die OffertprÃ¼­fung einmischen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vergaberegeln bezwecken die FÃ¶rderung eines wirksamen Wettbewerbs, die Ge­wÃ¤hrleistung der Gleichbehandlung aller Anbietenden und einer unparteiischen Vergabe, die Sicherstellung der Transparenz der Vergabeverfahren sowie die wirtschaftliche Ver­wendung Ã¶ffentlicher Mittel (Art. 1 Abs. 2 IVÃ¶B). Zur GewÃ¤hrleistung dieser Ziele ist die DurchfÃ¼hrung eines ungestÃ¶rten Entscheidverfahrens durch die VergabebehÃ¶rde von gros­ser Bedeutung. Man kann sich mit Fug fragen, ob Anbieter, die sich in die von der Verga­bebehÃ¶rde vorzunehmende Eignungs- und OffertprÃ¼fung einmischen, unter gewissen Um­stÃ¤nden von der Teilnahme ausgeschlossen werden kÃ¶nnen oder mÃ¼ssen. Diese Frage kann indessen offen bleiben, da vorliegend die Intervention der BeschwerdefÃ¼hrerin als gerecht­fertigt zu betrachten ist. So beschlagen die an die Beschwerdegegnerin weitergegebenen In­formationen, welche als blosse Anzeige zu werten sind, die finanziellen VerhÃ¤ltnisse eines Mitkonkurrenten, welche im Rahmen der EignungsprÃ¼fung von grosser Bedeutung sind (§ 22 SubmV). Ausserdem war vorliegend die "wirtschaftliche Lage (LiquiditÃ¤t/Sol­venz/ BonitÃ¤t)" in der Ausschreibung ausdrÃ¼cklich als Zuschlagskriterium vorgesehen. Nach­dem die Beschwerdegegnerin der Firma G in den Jahren 1997 bis 1999 verschiedene Tiefbauar­beiten Ã¼bertragen hatte, durfte die BeschwerdefÃ¼hrerin davon aus­gehen, die finanziellen Ver­hÃ¤ltnisse dieser Firma seien der Beschwerdegegnerin nicht oder zu wenig bekannt. Selbst die Beschwerdegegnerin rÃ¤umt ein, zum damaligen Zeitpunkt seien dem Gemeinde­rat keine AusschlussgrÃ¼nde bezÃ¼glich der Firma G be­kannt gewesen und habe kein Anlass zur Einholung weiterer AuskÃ¼nfte bestanden. Auch noch als die hier streitige Vergabe ausgeschrieben wurde, hatte die Beschwer­degegnerin keine AusschlussgrÃ¼nde fest­stellen kÃ¶nnen. Es ist vor diesem Hinter­grund nicht zu beanstanden, dass die BeschwerdefÃ¼hre­rin die VergabebehÃ¶rde auf die of­fenbar problematische wirtschaftliche Lage der Firma G aufmerksam machte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. a) Zusammenfassend erweist sich der Ausschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin als rechtswidrig. Dies fÃ¼hrt indessen entgegen dem diesbezÃ¼glichen Beschwerdeantrag nicht ohne weiteres zur Zuschlagserteilung an die BeschwerdefÃ¼hrerin, auch wenn diese ein preis­lich gÃ¼nstigeres Angebot unterbreitet hat als die Mitbeteiligte. Vielmehr hat die Ver­gabebehÃ¶rde das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin anhand der publizierten Zuschlagskrite­rien mit den Angeboten der Mitbewerber, insbesondere demjenigen der Mitbeteiligten, zu vergleichen. Beim Urteil darÃ¼ber, welches Angebot anhand der Zuschlagskriterien das wirt­­schaft­lich gÃ¼nstigste sei, steht der VergabebehÃ¶rde ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a, mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das Verwaltungs­gericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Ent­scheids zu­steht (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B), nicht ein. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zu­rÃ¼ckzuweisen, damit diese erneut Ã¼ber den Zuschlag befindet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Beschwerde ist demgemÃ¤ss teilweise gutzuheissen. Wie es sich mit den wei­teren, von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgebrachten RÃ¼gen verhÃ¤lt, braucht nicht geprÃ¼ft zu werden. Immerhin ist festzuhalten, dass es entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin ohne weiteres zulÃ¤ssig war, neben dem Preis noch acht weitere Zuschlagskriterien mit un­terschiedlicher Gewichtung vorzusehen. Dies steht im Einklang mit § 31 Abs. 1 SubmV, wonach bei der Bewertung das Preis-Leistungs-VerhÃ¤ltnis zu beachten ist und dabei neben dem Preis eine Reihe weiterer Kriterien berÃ¼cksichtigt werden kann. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Angesichts dieses Verfahrensausgangs wird die Beschwerdegegnerin kosten­pflich­tig. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der angefochtene Zuschlag auf­gehoben. Das Verfahren wird an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen und diese wird eingeladen, die Angebote unter Einschluss desjenigen der BeschwerdefÃ¼hrerin zu prÃ¼fen und den Zuschlag neu zu vergeben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>