B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-1376/2013 U r t e i l v o m 1 7 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Gérald Bovier, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren (…), Kongo (Kinshasa), vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA), (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. Februar 2013 / N (…). D-1376/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland am 30. Juli 2011 und gelangte über B._______ und ihr unbekannte Lä n- der auf dem Luftweg an einen ihr unbekannten Ort, von wo aus sie am 1. August 2011 unter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz einreis- te. Hier reichte sie am gleichen Tag ein Asylgesuch ein. Am 8. August 2011 wurde sie im Empfangs- und Verfahrenszentrum C._______ befragt. Am 31. August 2011 wurde mit ihr eine länderspezifische und sprachliche Expertise per Telefon durchgeführt und am 16. Dezember 2011 hörte sie das BFM zu ihren Asylgründen an. Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie stamme aus D._______ im E._______, einer Provinz der Demokratischen Republik Kongo (DRC ; nachfolgend Kongo ), habe zuletzt im Dorf F._______ in der Provinz E._______ gelebt, sei Angehörige der Pfingstgemeinde G._______ und seit dem 2. Februar 2011 verwitwet. Nach ihrer Heirat im Jahr 200 1 habe sie D._______ verlassen und sei mit ihrem Ehemann ins Dorf F._______, wo auch der Bruder des Ehemannes als Chef des Dorfes lebe. Dieser habe ihr gegenüber mehrmals Avancen gemacht und mit ihr eine sexuelle Beziehung eingehen wollen , wogegen sie sich indessen immer gewe hrt habe. Nachdem ihr Ehemann schwer krank geworden und am 2. Februar 2011 gestorben sei, habe dessen Bruder von ihr verlangt, seine siebte Ehefrau zu werden , womit sie jedoch nicht einverstanden gewesen sei. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, habe er sie bedroht und den andern Frauen verboten, ihr als Witwe Nahrung zu bringen. Ausse r- dem habe er sie isoliert. Er habe ihr gedroht, er werde sie überall im Kon- go finden, und sie werde sterben, wenn sie ihn nicht heirate . Aus Angst um ihr Leben habe die Beschwerdeführerin entschieden, ihr Heimatland zu verlassen, wobei ihr ein Pastor geholfen habe, in die Schweiz zu fli e- hen. Ihre beiden Töchter habe sie beim Bruder des Ehemannes zurüc k- lassen müssen. Die Beschwerdeführerin reichte eine Geburtsurkunde zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 11. Februar 2013 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flücht lingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ver fügte es die We g- weisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die Vorbringen insgesamt den D-1376/2013 Seite 3 Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügten, weil sich die Beschwerdeführerin betreffend die geltend gemachten Repressalien und die befürchteten Nachteile seitens des Bruders ihres verstorbenen Ma n- nes aufgrund ihrer Weigerung, dessen siebte Ehefrau zu werden, an die Behörden ihres Heimatlandes hätte wenden können und zudem über eine innerstaatliche Fluchtalternative verfüge. Den We gweisungsvollzug e r- achtete die Vorinstanz als zulässig, zumutbar und möglich. Insbesondere legte sie dar, dass die geltend gemachten Nachteile nicht genügend b e- gründet seien und blosse Vermutungen darstellten. Zudem fehlten Gefüh- le oder genaue Angaben. Die Beschwerdeführerin könne nach D._______, wo sie bis zu ihrer Heirat gelebt habe und wo sich zwei Schwestern befänden, zurückkehren. C. Mit Eingabe der Rechtsvertreterin an das Bundesverwaltungsgericht vom 14. März 2013 beantragte die Beschwerdeführerin, die angefochtene Ver- fügung sei aufzuheben und zur Neubeurteilung an das BFM zurückz u- weisen; eventualiter sei infolge fehlender Zulässigkeit oder Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen. I n ve r- fahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Ge währung der unentgeltl i- chen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhe bung eines Koste n- vorschusses. Zur Begründung wurde insbesondere vor gebracht, dass zu den Vorhaltungen der Vorinstanz nicht Stellung genommen werden kö n- ne, weil das Protokoll der Anhörung bei der ansonsten vom BFM gewähr- ten Akteneinsicht nicht mitgegeben worden sei. Gestützt auf den Bericht der Hilfswerksvertretung habe die Beschwerdeführerin indessen detailliert und offen zu ihren Problemen Auskunft gegeben. Gemäss Hilfswerksver- tretung sei sie nervös und bewegt gewesen, als sie über ihre Erlebnisse berichtet habe. Der Entscheid der Vorinstanz sei sehr kurz begründet worden und erschöpfe sich in wenigen allgemeinen Vorhaltungen, we s- halb nicht nachvollzogen werden könn e, welche Gefühle fehlten oder welche Ausführungen nicht fundiert gewesen seien. Die Beschwerdefü h- rerin kenne in H._______ niemanden, da sie ihren dort lebenden Onkel nie gesehen habe. Ihre Geschwister würden in der Provinz E._______ le- ben. Da sich die Mac ht des Dorfchefs jedoch über die ganze Provinz erstrecke, weil er überall Kontakte habe, könne er sie finden. Sie sei de s- sen Drohungen hilflos ausgesetzt und habe sogar ihre Kinder abgeben müssen. Ihre Familie habe gegen die Gefahr nichts unternehmen können. Aus Angst um ihr Leben sei sie geflohen. Das BFM habe nicht erwähnt, dass die Beschwerdeführerin seit längerer Zeit in ärztlicher Behandlung sei, wobei sie sich in I._______ Behandlung befinde. Arztberichte würden D-1376/2013 Seite 4 nachgereicht. Das BFM habe das rechtliche Gehör verletzt, indem es das Asylgesuch der Beschwerdeführerin weder sorgfältig geprüft noch den Entscheid hinreichend begründet habe, weshalb der Entscheid zurüc k- zuweisen sei. Zudem sei der Vollzug der Wegweisung unzulässig, weil die Beschwerdeführerin im Fall ihrer Rückkehr ins Heimatland der Verfo l- gung ihres Schwagers ausgesetzt sei und sich in der Schweiz in mediz i- nischer Behandlung befinde. Da sie bei ihrer Rückkehr ferner konkret g e- fährdet wäre, sei er auch nicht zumutbar. Der Eingabe lagen Kopien der angefochtenen Verfügung, eines Berichts der Hilfswerksvertretung sowie eine Vollmacht bei. D. Mit Zwischenverfügung vom 22. März 2013 wurde der Beschwerdeführe- rin mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. Sie wurde ferner aufgefordert, innert Frist einen Arztbericht und eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht nachzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unte r- lassungsfall werde gestützt auf die bisherige Aktenlage entschiede n. Das Akteneinsichtsgesuch wurde insofern gutgeheissen, als eine Kopie des Anhörungsprotokolls zugestellt und der Beschwerdeführerin die Möglic h- keit, innert der angesetzten Frist zu den neu edierten Akten Stellung zu nehmen, gewährt wurde. Zudem wurde die B eschwerdeführerin aufgefor- dert, innert Frist einen Beleg für die geltend gemachte Bedürftigkeit nac h- zureichen. Der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgelt- lichen Rechtspflege wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und es wurde kein Kostenvorschuss erhoben. E. Mit Eingabe vom 5. April 2013 wurden eine Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht, ein ärztlicher Bericht vom 23. März 2013 und ein weit e- rer Bericht vom 25. März 2013 zu den Akten gereicht. Es wurde geltend gemacht, dass aus dem Anhörungsprotokoll ausführliche Antworten der Beschwerdeführerin ersichtlich seien, insbesondere auf die Fragen 72, 83 ff. und andere. Zudem sei zwei Mal die Bemerkung angeführt worden, sie sei bewegt. Damit könne der Argumentation der Vorinstanz nicht zug e- stimmt werden. F. Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2013 wurde die Vorinstanz zur Ei n- reichung einer Vernehmlassung eingeladen. D-1376/2013 Seite 5 G. In ihrer Vernehmlassung vom 8. Mai 2013 stellte das BFM fest, dass ke i- ne neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel eine Än derung des Standpunktes rechtfertigten. Es hielt vollumfänglich an seinen Erwägu n- gen fest und empfahl die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde dargelegt, dass die Beschwerdeführerin gestützt auf die eing e- reichten ärztlichen Berichte nach dem Erla ss der angefochtenen Verf ü- gung hospitalisiert worden sei. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Asyls u- chende, deren Asylgesuch abgewiesen werde, angesichts der bevorst e- henden Rückkehr ins Heimatland in einen Zustand der Depression oder Dekompensation gerieten. Auch sei bekannt, dass unter diesen Umstä n- den oftmals suizidale Gedanken entwickelt würden. Psychischen Probl e- men und suizidalen Tendenzen könne mit einer geeigneten medizinischen Begleitung entgegengewirkt werden. Ausserdem seien sie im Heimatland behandelbar. H. Mit Zwischenverfügung vom 30. Mai 2013 wurde der Beschwerdeführerin ein Replikrecht eingeräumt. I. In ihrer Eingabe vom 14. Juni 2013 nahm die Beschwerdeführerin zur v o- rinstanzlichen Vernehmlassung Stellung und machte geltend, sie sei schon vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung in ärztlicher Behand- lung gewesen, da sie aufgrund ihrer Erlebnisse im Heimatland immer wieder gesundheitliche Probleme bekommen habe. Nach dem ablehne n- den Entscheid habe sich die Situation verschlimmert, weshalb sie in die Klinik eingewiesen worden sei. Eine Wegweisung ins Heimatland würde eine grosse Retraumatisierung bedeuten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher D-1376/2013 Seite 6 zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht gelte nd, dass der Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt worden sei, indem die Vori n- stanz das Asylgesuch der Beschwerdeführerin weder sorgfältig geprüft noch ihren Entscheid hinreichend begründet habe. 3.2 Diese verfahrensrechtliche Rüge ist vorab zu prüfen, d a sie allenfalls geeignet wäre, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewi r- ken (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und Ve r- waltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 225 mit weit e- ren Hinweisen). 3.3 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bunde s- verfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]; Art. 29 ff. VwVG i.V.m. Art. 6 und Art. 29 AsylG) ergibt sich, D-1376/2013 Seite 7 dass Asylsuchende zu ihren Asylgründen anzuhören sind und ihne n das Recht zur Äusserung und Anhörung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG) sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Ermittlung des rechtserheblichen Sachve r- halts zu nehmen, zu gewähren ist. 3.4 Aus den beiden anlässlich der Befragung beziehungsweise der Anhö- rung erstellten Protokollen ist die geltend gemachte fehlende sorgfältige Abklärung des Sachverhalts nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin wurde eingehend befragt und hatte die Möglichkeit, ihre Asylgründe d e- tailliert und substanziiert darzulegen. Damit ist das BFM seiner Pflicht zur Abklärung des relevanten Sachverhalts und zur Anhörung grundsätzlich nachgekommen. Auch aus dem der Beschwerde beigelegten Bericht der an der Anhörung anwesenden Hilfswerksvertretung ergibt sich keine u n- genügende Anhörung, welche als Verletzung des rechtlichen Gehörs auf- zufassen wäre. Vielmehr gibt die Hilfswerksvertretung an, die Anhörung sei gut verlaufen und Interventionen seien nicht nötig gewesen. Es habe eine gute Atmosphäre geherrscht und die Beschwerdeführerin habe frei von ihre n Problemen erzählen können (vgl. act. 1 Beilage n). Überdies wurde der Beschwerdeführerin anlässlich der Anhörung Gelegenheit g e- boten, sich über ihren aktuellen Gesundheitszustand zu äussern, und sie wurde darauf hingewiesen, einen ärztlichen Bericht nachz ureichen, sollte ihre persönliche medizinische Situation für die Beurteilung ihres Asylge- suches von Bedeutung sein (vgl. Akte 15/18 S. 11). In diesem Zusa m- menhang ist auf die der Beschwerdeführerin obliegende Mitwirkung s- pflicht nach Art. 8 AsylG hinzuweisen. Danach wäre sie verpflichtet gewe- sen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche den Asylentscheid b e- schlagen könnten, dem BFM rechtzeitig, mithin vor Erlass der erstinstanz- lichen Verfügung, vom behandelnden Arzt belegen zu lassen. Die B e- schwerdeführerin verzichtete indessen darauf, während des erstinstanzl i- chen Verfahrens einen Arztbericht zu den Akten zu geben, weshalb das BFM im Zeitpunkt des Entscheides zu Recht davon ausgehen durfte, ihre gesundheitliche Situation sei nicht derart gravierend, dass s ie die Ent- scheidung zu be einflussten vermöchte . Anlässlich des Beschwerdeve r- fahrens hat sich das BFM in seiner Vernehmlassung ferner zu den ge l- tend gemachten gesundheitlichen Problemen geäussert, womit eine al l- fällige Verletzung des Gehörsanspruchs ohnehin als geheilt zu betrachten wäre. Im Übrigen hat das BFM in seiner Entscheidung vom 11. Februar 2013 die wesentlichen Aspekte des Sachvortrags der Beschwerdeführerin im Sachverhalt erwähnt und in den Erwägungen festgehalten, auch wenn diese knapp und sehr s tringent ausgefallen sind. Allein aus einer kurzen Begründung ist indessen nicht auf eine Verletzung des rechtlichen G e-D-1376/2013 Seite 8 hörs (mangelhafter Begründungspflicht) zu schliessen, sofern die relevan- ten Sachverhaltselemente berücksichtigt worden sind, was vorliegend der Fall ist, da die Vorbringen der Beschwerdeführerin offensichtlich den A n- forderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen. 3.5 Somit sind die formellen Einwände der Beschwerdeführerin ung e- rechtfertigt, weshalb eine Kassation nicht in Frage kommt. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion , Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten nament lich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begrün det oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Vorliegend ist der Argumentation der Vorinstanz, wonach die Auss a- gen der Beschwerdeführe rin insgesamt nicht als flüchtlingsrechtlich rele- vant zu betrachten sind, beizupflichten. Das BFM legte zwar mit knapper, aber mit ausreichender Begründung dar, dass die geltend gemachten Drohungen und Befürchtungen der Beschwerdeführerin nicht asylrelevant seien. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, ist deshalb auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen. 5.2 Insbesondere ist mit dem BFM festzustellen, dass es die Beschwe r- deführerin versäumt hat, die Behörden des Heimatlandes um Schutz zu ersuchen, weshalb sie ihnen zum vorneherein eine mögliche Schutzg e-D-1376/2013 Seite 9 währung verunmöglicht hat. Infolgedessen ist davon auszugehen, die Behörden des Heimatlandes wären ihrer Schutzpflicht nach gekommen, sofern die Beschwerdeführerin darum ersucht hätte. Unter diesen U m- ständen sind die geltend gemachten Fluchtgründe flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Ihr Einwand in der Beschwerde, der Bruder ihres versto r- benen Ehemannes habe weitreichende Machtbefugnisse und ein weit verzweigtes Beziehungsnetz, weshalb er sie überall im Land finden und dann seine Drohungen wahr machen werde, vermögen nicht zu überzeu- gen. Vielmehr erscheinen diese Angaben als übertrieben und es ist davon auszugehen, dass ein Dorfvorsteher in Bezug auf seine Machtbefugnisse dort an seine Grenzen stösst, wo sich die Grenzen seines Dorfes befi n- den. Insbesondere kann der Beschwerdeführerin nicht geglaubt werden, dass sie vom Dorfvorsteher ü berall im Heimatland gefunden wü rde und dass ihre Familie nicht in der Lage sei, sie vor diesem zu schützen. Dar- über hinaus konnte sie nicht belegen, dass diejenige Person, von welcher sie bedroht werden soll, ihr Schwager und der Dorfvorsteher sei. Vielmehr handelt es sich um blosse Behauptungen, an welchen aufgrund der Über- treibungen Zweifel bestehen. Schliesslich stellen auch ihre Angaben, der Chef des Dorfes habe die behaupteten weitreichenden Machtbefugnisse, blosse Behauptungen dar, welche angesichts der traditionellen Familie n- strukturen im Kongo und der damit verbundenen Verflechtungen zwi- schen t raditionellen und staatlichen Behörden nicht zu überzeugen ve r- mögen. Aufgrund dieser Erwägungen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Heimatland Schutz finden würde. 5.3 Zudem ist es der Beschwerdeführerin – ebenfalls in Übereinstimmung mit dem BFM – zuzumuten, an einem andern Ort in ihrem Heimatland Wohnsitz zu nehmen, um allfälligen weiteren Drohungen oder den ge l- tend gemachten Befürchtungen entgehen zu können. Da sie in D._______ Geschwister hat und in H._______ einer ihrer Onkel lebt, w ä- re es ihr zuzumuten, zunächst bei ihren Verwandten unterzukommen. Ih- re Einwände, sie kenne den Onkel nicht und könne auch nicht zu den Geschwistern, weil sie auch dort mit Nachteilen seitens des Dorfvorst e- hers rechnen müsse, vermögen nicht zu überzeugen. Bekan ntermassen haben afrikanische Gesellschaften ein weit verzweigtes familiäres Bezi e- hungsnetz, so dass auch im Fall der Beschwerdeführerin davon ausz u- gehen ist, sie könne als verwitwete Frau bei Verwandten leben. 5.4 Im Übrigen bestehen auch ernsthafte Zweifel a n den Aussagen der Beschwerdeführerin. Insbesondere gab sie völlig substanzlose Aussagen hinsichtlich des Reisewegs und der Reiseumstände zu Protokoll. Weder D-1376/2013 Seite 10 war sie in der Lage, die Fluggesellschaft zu nennen, mit welcher sie g e- reist sei, noch kann ihre r Behauptung, die Grenzen ohne Kontrollen pa s- siert zu haben (vgl. Akte A4/13 S. 8), geglaubt werden. Angesichts ihrer Bildung und des damit verbundenen Lesevermögens erscheinen diese Aussagen fern jeder Realität und zeigen auf, dass sie offensichtlich nicht bereit ist, wahre Angaben zu Protokoll zu geben. Ferner reichte sie eine Geburtsurkunde zu den Akten, deren Echtheit vom BFM zu Recht b e- zweifelt wurde. Insbesondere fällt auf, dass es sich um eine Farbkopie und nicht um ein Original handelt, womit das Doku ment schon aus di e- sem Grund nicht beweistauglich und damit die Identität der Beschwerd e- führerin nicht belegt ist. Darüber hinaus lassen sich auf der Farbkopie Tei- le von Stempelabdrücken erkennen, welche offensichtlich nicht zum vo r- liegenden Dokument gehören, was zu weiteren Zweifeln Anlass gibt. S o- mit lässt auch die Abgabe des vorliegenden Geburtsscheines Fragen o f- fen, welche das Bild einer Beschwerdeführerin, die den schweizerischen Asylbehörden gegenüber wesentliche Tatsachen verschleiern oder ve r- schweigen will, abrundet. U nter diesen Umständen vermögen auch die Angaben über die geltend gemachten Fluchtgründe – insbesondere unter dem Blickwinkel der bereits erwähnten Übertreibungen – nicht zu übe r- zeugen, wobei letztlich die Frage der Glaubhaftigkeit infolg e der fehle n- den Asylrelevanz der Vorbringen nicht näher zu prüfen ist. 5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht glaubhaft machen oder belegen konnte, sie sei in ihrem Heimat land aus asylrechtlich relevanten Gründen ernsthaften N achteilen ausgesetzt gewesen oder habe solche zu befürchten. Ihre Furcht vor ei ner Rückkehr in ihr Heimatland ist demnach als flüchtlingsrechtlich nicht be gründet zu betrachten. 5.6 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die we i- teren Ausführungen in der Beschwerde sowie die Beilagen im Ein zelnen einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Unter Berüc k- sichtigung der gesamten Umstände folgt, dass die Beschwer deführerin keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft ma chen konnte. Das Bundesamt hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grund satz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-1376/2013 Seite 11 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zuläss ig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den H eimat-, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxi s zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. D-1376/2013 Seite 12 7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angef ochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Be- schwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführe- rin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Gros se Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist der B e- schwerdeführerin nicht gelungen, wie die vorangehenden Erwägungen gezeigt haben. Auch die gesundheitlichen Beschwerde n sprechen nicht gegen die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs. Unter ganz ausserg e- wöhnlichen Umständen kann der Vollzug der Wegweisung einer kranken Person eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstellen. Gemäss einem vom Europäischen Gerichtshof für Mensche nrechte (EGMR) gefällten Urteil kann dies beispielsweise unter ganz besonderen Umständen für eine in der terminalen Phase an AIDS erkrankten Person zutreffen (vgl. Urteil des EGMR vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien). Im vorliegenden Fall leide die Beschwerdeführerin gestützt auf die beiden im Beschwe r- deverfahren eingereichten ärztlichen Berichte (…) an einer J._______, an K._______ und L._______ und möglicherweise an einer M._______. Die- ses Krankheitsbild ist indessen nicht mit den aussergewöhnli chen U m- ständen zu vergleichen, von welchen im erwähnten Urteil des EGMR die Rede ist. Der Vollzug der Wegweisung ist folglich auch in Beachtung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführenden als zulässig zu erac h- ten. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. D-1376/2013 Seite 13 7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.1 Hinsichtlich der allgemeinen Lage im Kongo ist vorab auf die detai l- lierte, noch von der ARK in EMARK 2004 Nr. 33 publizierte Lageanalyse zu verweisen, welche das Bundesverwaltungsgericht als im Wesentlichen weiterhin zutreffend erachtet (vgl. bspw. die Urteile des Bundesverwal - tungsgerichts D-2328/2012 vom 11. Februar 2013 E. 7.3, E-89/2013 vom 12. Februar 2013 E. 7.5, D‑4815/2012 vom 26. Februar 2013 E. 6.4, E- 6087/2010 vom 15. Mai 2013 E. 8.2.1 f.). In allgemeiner Hinsicht ist Fol- gendes festzuhalten: Zwar spielen sich in einigen Regio nen des Landes, so insbesondere im rohstoffreichen Osten, seit länge rer Zeit bewaffnete Konflikte ab. Im Westen des Landes und insbesondere in der Region um die Hauptstadt Kinshasa haben sich die politi sche Situation und die S i- cherheitslage in den letzten Jahren jedoch beruhigt. Somit ist festzuste l- len, dass im Kongo keine landesweite Bürgerkriegssituation oder Situat i- on allgemeiner Gewalt herrscht. Darüber hinaus gibt es Anzeichen, dass die Regierung des Kongo zusammen mit der Uno -Mission Monusco in der Bekämpfung von rebellischen Milizen erste Erfolge erzielt hat. So hat kürzlich beispielsweise die M23-Miliz ihre Waffen niedergelegt (vgl. Neue Zürcher Zeitung, 9. November 2013: Nach der Euphorie die Ernücht e- rung, unter www.nzz.ch/aktuell/internation/reportagen-und-analysen, au f- gesucht am 11. November 2 013). Gleichwohl gilt die Rückkehr von Pe r- sonen aus diesem Staat nur unter bestimmten Umständen als zumutbar. Von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist dann auszugehen, wenn sich der letzte Wohnsitz der betroffenen Person in der Haupt stadt Kinshasa oder einer anderen, über einen Flughafen verfügenden Stadt im Westen des Landes befand, oder wenn die Person in einer dieser Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt. Trotz Vor liegens dieser Kr i- terien erscheint der Vollzug der Wegweisung jedoch nach Prüfung und Abwägung der individuellen Umstände in aller Regel insbesondere auch dann als nicht zumutbar, wenn es sich bei der zurückzuführenden Person um eine alleinstehende, über kein soziales oder familiäres Netz verf ü- gende Frau handelt. 7.4.2 Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine verwitwete Frau mittleren Alters, die angibt, aus dem E._______ zu stammen und die D-1376/2013 Seite 14 letzten Jahre vor ihrer Ausreise im Dorf F._______ in dieser Provinz g e- lebt zu haben. Zuvor soll sie in D._______ bei ihren Eltern gewohnt und dort ihre Ausbildung als N._______ abgeschlossen haben. Gestützt auf die Erkenntnisse aus den beiden Lingua-Gutachten entspricht die ang e- gebene Herkunft den Tatsachen, weshalb im vorliegenden Fall von einem Aufenthalt de r Beschwerdeführerin im Westen des Landes, wohin g e- stützt auf die bisherige Praxis der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist, ausgegangen wird. Hinsichtlich des Beziehungsnetzes gab die B e- schwerdeführerin an, sie habe in H._______ einen Onkel, den sie aber nicht kenne, und in der Provinz E._______, in D._______, lebten ihre Ge- schwister. Da der Schwager indessen weitreichende Machtbefugnisse habe, würde er sie in ganz E._______ finden. Angesichts der allgemein in afrikanischen Gesellschaften grossen Familienverbände und des famili ä- ren Zusammenhalts kann der Beschwerdeführerin nicht geglaubt werden, sie könne von ihrer Familie keine Unterstützung und Sicherheit erhalten. Wie zudem bereits aus den vorangehenden Erwägungen hervorgeht, ist es auch nicht glaubhaft, dass der Dorfvorsteher, ihr Schwager, sie überall in E._______ oder im Kongo selber finden würde. Somit ist vorliegend – entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführerin – von einem bestehen- den und tragfähigen Beziehungsnetz im Westen des Kongo auszugehen. Das Beziehungsnetz kann ih r die Wiedereingliederung nach ihrer Rück- kehr in ihr Heimatland erleichtern und sie beim Aufbau einer neuen Exis- tenz unterstützen. Unter diesen Um ständen ist es der Beschwerdeführe- rin – insbesondere auch im Hinblick auf ihre beruflichen Erfahrungen als Buchhalterin – zuzumuten, trotz geltend gemachter gesundheitlicher Schwierigkeiten in ihr Heimatland zurückzukehren, auch wenn die L e- bensbedingungen dort weniger günstig sind als in der Schweiz. Hinsich t- lich der geltend gemachten Retraumatisierung ist im Übrigen festzuha l- ten, dass in den eingereichten ärztlichen Berichten keine Traumatisierung diagnostiziert wurde, womit auch nicht von einer befürchteten Retrauma- tisierung auszugehen ist. Aus den eingereichten ärztlichen Berichten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Drohungen seitens des Schwagers sowie infolge der Wegnahme ihrer Kinder psychisch be- lastet sei und ausserdem unter der schwierigen Wohnsituation und dem unklaren Aufenthaltsstatus leide. Dabei fällt auf, dass sie nach Erlass der erstinstanzlichen Verfügung in die Klinik eingewiesen wurde und diese nach einer Woche wieder verlassen konnte. Die Beschwerdeführerin macht zwar geltend, sie habe schon vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung medizinische Probleme gehab t; indessen fehlen dafür en t- sprechende ärztliche Bescheinigungen, obwohl sie anlässlich der Anh ö- rung aufgefordert wurde, solche nachzureichen (vgl. Akte A15/18 S. 11) D-1376/2013 Seite 15 und in der Beschwerdeschrift erwähnt wurde, sie sei seit längerer Zeit in ärztlicher Behandlung, wobei Arztberichte in Aussicht gestellt wurden. Aus ihren Aussagen anlässlich der Anhörung ergibt sich, dass sie offenbar wegen eines O._______ und einer P ._______ in Behandlung war. Indes- sen vermögen diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen den W egwei- sungsvollzug nicht zu verhindern, zumal davon auszugehen ist, dass eine allfällige P ._______ in der Zwischenzeit ausgeheilt ist und sich Q._______ auch im Heimatland behandeln lassen beziehungsweise ke i- ne medizinische Notlage darstellen. Aufgrund dieser Erwägungen ist dem BFM beizupflichten, dass die ärztlich festgestellten psychischen Probl e- me offensichtlich insbesondere im Zusammenhang mit dem Erlass der angefochtenen Verfügung stehen. Infolgedessen ist zwar nicht ausz u- schliessen, dass die Beschwerde führerin im Falle des bevorstehenden Vollzugs der Wegweisung erneut mit gewissen, möglicherweise kurzfristig auch ernsthafteren psychischen Schwierigkeiten konfrontiert sein könnte. Es ist jedoch davon auszugehen, dass solche Probleme hauptsächlich auf die Tatsache der bevorstehenden Rückschaffung in den Kongo z u- rückzuführen wären. Einer solchen psychischen Belastungssituation kann mit geeigneter psychiatrischer Betreuung im Zeitraum der Rückschaffung begegnet werden. Sollten die psychischen Probleme im Hei matstaat an- halten, so hätte die Beschwerdeführerin – gegebenenfalls mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung im Rahmen einer medizinischen Rückkehrhilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG – die Möglichkeit, entsprechende me- dizinische Angebote in Anspruch zu nehmen. Derartige Möglichkeiten b e- stehen in H._______ etwa durch das Centre Neuro -Psycho-Pathologique du Mont Amba, das über eine psychiatrische Abteilung verfügt und auch Gratisbehandlungen anbietet, durch das von katholischen Nonnen unte r- haltene Zentrum TELEMA oder durch Angebote verschiedener internatio- naler Organisationen (vgl. auch die Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts D -3149/2008 vom 26. Juli 2011 sowie E -6087/2010 vom 15. Mai 2013). Auch insofern erscheint somit im Falle eines Vollzugs der Wegwei- sung in den Kongo keine auf gesundheitliche Beeinträchtigungen zurüc k- zuführende konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG gegeben (vgl. dazu auch EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b). Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch D-1376/2013 Seite 16 BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.6 Die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung und deren Vollzug stehen somit in Übereinstimmung mit den zu beachtenden Bestimmun - gen und sind zu bestätigen. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Aus den vorangehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwerde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) . Da indessen das B e- schwerdeverfahren nicht aussichtslos war , sind in Gutheissung des G e- suchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung kein e Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) D-1376/2013 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. In Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Pr o- zessführung werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona- le Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: