06/07 2 Zivilprozessordnung. Art. 109 Abs. 1 ZPO. Art. 400 Abs. 1 OR. Art. 12 lit. i BGFA. Auftragsrechtlich und nach den anwaltl ichen Berufsregeln ist der Anwalt nach Abschluss des Mandates nicht von sich a us verpflichtet, eine de- taillierte Rechnung zu stellen. Er darf zuwarten, b is eine solche verlangt wird. Bei deren Verlangen ist er aber dann verpflichtet, umgehend detailliert abzu- rechnen. Eine Verlegung der Prozesskosten nach Art. 109 Abs. 1 ZPO und da- mit nach Ermessen kann auch dann angezeigt sein, we nn der Beklagte nicht durch sein Verhalten zur Erhebung der Klage Veranla ssung gegeben hat und den Anspruch sofort anerkennt. In concreto hatte de r Kläger (Rechtsanwalt) eine vorgängige erforderliche Abrechnung nicht erstellt. Obergericht, 27. April 2005, OG Z 04 20 Aus den Erwägungen: 4. a) Die Tätigkeit eines Rechtsanwaltes wird nach gefestigter Rechtsprechung nach Auftragsrecht (Art. 394 ff. OR) behandelt (BGE 117 II 566 E. 2a = Pra 1992 Nr. 185 S. 684). Danach ist der Beauftragte schuldig, auf V erlangen jederzeit über seine Geschäfts- führung Rechenschaft abzulegen (Art. 400 Abs. 1 OR) . Die Rechenschaftspflicht stellt eine Vorleistungspflicht dar, vor deren Erfüllung der Be auftragte weder den Ersatz seiner Ausla- gen und Verwendungen, noch Befreiung von eingegange nen Verbindlichkeiten verlangen kann (Walter Fellmann, Berner Kommentar, 1992, N. 6 0 zu Art. 400 OR). Der Einschub "auf Verlangen jederzeit" bezieht sich allerdings bei de r Rechnungslegung nur auf Zwischenab- rechnungen während der Ausführung des Auftrages; na ch Abschluss der Geschäftsführung ist ein ausdrückliches Begehren nicht erforderlich. Spätestens nach Abschluss des Auftrages ist dem Auftraggeber deshalb auch ohne ausdrücklich e Aufforderung eine Abrechnung vor- zulegen (Walter Fellmann, a.a.O., N. 67 zu Art. 400 OR). Vorliegend legte der Rekurrent das in Frage stehende anwaltliche Mandat im Dezember 20 03 nieder und stellte am 24. Dezem- ber 2003 Rechnung. Diese enthielt die Angabe eines Honorares von Fr. 4'800.--. Weitere Spezifizierungen wie bspw. die Angabe der aufgewend eten Gesamtzeit fehlten. Auftrags- rechtlich wird dafür gehalten, dass die Rechenschaf tsablegung mittels eines einlässlichen Berichtes über alle wesentlichen Vorgänge des konkr eten Auftrags und die Erläuterung ihrer Bedeutung, die insoweit über die eigentliche Rechnu ngslegung hinausgeht, nicht allgemein üblich ist. Ein solcher Bericht sei deshalb auch na ch Abschluss des Auftrages nur auf aus- drückliches Verlangen des Auftraggebers zu erstelle n (Walter Fellmann, a.a.O., N. 68 zu Art. 400 OR). b) Gemäss Art. 12 lit. i BGFA haben Anwälte als B erufsregel ihre Klientschaft periodisch oder auf Verlangen über die Höhe des ges chuldeten Honorars zu informieren. Es besteht demnach wohl keine Pflicht, in jedem Fall v on sich aus detailliert Rechnung zu stel- len. Der Klient kann jedoch jederzeit eine detaillierte Rechnung verlangen, was sich wie aus- geführt bereits aus der Rechenschaftspflicht des Be auftragten nach Art. 400 Abs. 1 OR er- gibt. Der Anwalt hat daher auf Verlangen seiner Kli enten detailliert abzurechnen. Ob die Ab- rechnung nach Meinung des Anwalts tunlich, notwendi g oder angebracht ist, bleibt ohne Be- deutung. Der Anwalt hat auf erstes Verlangen seiner Klienten so bald als möglich und zweckmässig abzurechnen und Rechnung zu stellen. Ei ne Abrechnung, die erst eineinhalb oder gar zwei Monate nach der Aufforderung erfolgt, ist verspätet (Walter Fellmann, in Fell- mann/Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, Zürich 2005, Art. 12 N. 172 f.). c) Daraus folgt, dass der Rekurrent auftragsrecht lich und nach den anwaltlichen Berufsregeln nicht von sich aus verpflichtet war, e ine detaillierte Rechnung zu erstellen. Er hat zuwarten dürfen, bis eine solche verlangt worden ist. Er war dann aber bei deren Verlan- gen verpflichtet, umgehend detailliert abzurechnen. 5. Umstritten ist vorliegend, ob (und wann) die Re kursgegnerin die detaillierte Rech- nung verlangt hat. Aus dem Schreiben des Rekurrente n vom 11. März 2004 an die Rekurs- gegnerin geht hervor, dass diese anlässlich der gle ichentags stattgefundenen Vermittlerver- handlung vorbrachte, sie habe eine detaillierte Hon orarnote verlangt, was der Rekurrent zwar als frei erfunden und falsch bezeichnete. Damit ist aber der Wunsch d er Rekursgegnerin belegt, dass sie in den Besitz einer detaillierten Kostennote hat komme n wollen. Der Rekurrent führt in der Re- kursschrift (S. 7) weiter selbst aus, die Rekursgeg nerin habe ihm an der Vermittlungsver- handlung u.a. vorgeworfen, er habe zuviel Honorar verlangt, er habe nie richtig abgerechnet, er habe Kostenvorschüsse zurückbehalten, es sei ein e Detaillierung verlangt worden. In der Ergänzung vom 20. Oktober 2004 zur Rekursschrift hä lt der Rekurrent fest, die Rekursgeg- nerin habe an der Vermittlungsverhandlung lediglich erklärt, es liege keine detaillierte Hono- rarnote vor. Daraus ergibt sich klar, dass die Reku rsgegnerin (spätestens) an der Vermitt- lungsverhandlung eine detaillierte Rechnung verlangt hat. Spätestens zu diesem Zeitpunkt (11.03.2004) war für den Rekurrenten erkennbar, dass die Rekursgegnerin eine detaillierte Honorarnote wollte. Der Rekurrent hätte ihr eine solche um- gehend zukommen lassen müssen, bevor er die Klage b ei der Vorinstanz anhängig machte (vgl. auch Art. 54 ZPO). Die Verlegung der Prozessk osten vor Vorinstanz ist damit nicht zu beanstanden und für die Begründung wird auf die zut reffenden Ausführungen im angefoch- tenen Entscheid (E. 2) verwiesen.