Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 23. September 2014 (460 14 35) ____________________________________________________________________ Strafrecht Fahrlässige einfache Körperverletzung Besetzung Vizepräsident Stephan Gass, Richter Peter Tobler (R ef.), Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabtei- lung, Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz Anklagebehörde A.____ , vertreten durch Advokat Dr. Urs Beat Pfrommer, Aeschenvorstadt 67, 4010 Basel, Privatkläger gegen B.____ , vertreten durch Advokat Dr. Christian von Wartburg, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen, Beschuldigte und Berufungsklägerin Gegenstand Fahrlässige einfache Körperverletzung Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiu ms Basel- Landschaft vom 7. Januar 2014 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachverhalt A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Lands chaft vom 7. Januar 2014 wurde B.____ in teilweiser Abänderung des Strafbefehls de r Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 9. April 2013 der fah rlässigen einfachen Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer bedingt vollziehba ren Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je CHF 30. ‒, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt (Zif fer 1 des Urteilsdispositivs). Hinsicht- lich der Entscheide bezüglich der Zivilforderungen wurde gemäss Ziffer 2 a bis c des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs die Genugtuungsforderung von A.____ gemäss Art. 126 Abs. 3 StPO dem Grundsatz nach mit einer Haftungsquote v on 100% gutgeheissen und im Übrigen auf den Zivilweg verwiesen. Die Beurteilte wurde üb erdies dazu verurteilt, A.____ gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO eine Entschädigung in Höhe von CHF 5‘771.40 zu bezahlen. Die Verfah- renskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahr ens in Höhe von CHF 1‘230.65 und der Gerichtsgebühr in Höhe von CHF 3'000. ‒, wurden schliesslich der Beurteilten in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 auferlegt (Ziffer 3 des Urteilsdispositivs). B. Gegen dieses Urteil hat B.____, vertreten durch Ad vokat Dr. Christian von Wartburg, nach Eröffnung des Urteilsdispositivs die Berufung angemeldet. Mit Berufungserklärung vom 26. Februar 2014 stellte sie folgende Anträge: "1. Es sei die Berufung gutzuheissen. 2. Es sei die Berufungsklägerin vom Vorwurf der fahrlä ssigen Körperverletzung kostenlos freizusprechen. 3. Die Genugtuungs- und die Schadenersatzforderungen des Privatklägers A.____ seien abzuweisen. 4. Die Verurteilung der Berufungsklägerin zur Zahlung einer Entschädigung ge- mäss Art. 433 Abs. 1 StPO in der Höhe von CHF 5'771.40 sei aufzuheben. 5. Unter o/e Kostenfolge.“ C. Mit Schreiben vom 5. März 2014 erklärte der Privat kläger A.____, vertreten durch Advokat Dr. Urs Beat Pfrommer, dass er weder einen Nichtein tretensantrag stelle noch Anschlussberu- fung erhebe. D. In ihrer Berufungsbegründung vom 23. Mai 2014 hielt die Beschuldigte an ihren mit Beru- fungserklärung vom 26. Februar 2014 gestellten Rechtsbegehren fest. E. Die Staatsanwaltschaft ihrerseits liess mit Schrei ben vom 5. März 2014 mitteilen, dass sie auf Anschlussberufung verzichte und keinen Antrag a uf Nichteintreten stelle. Mit Berufungsant- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht wort vom 24. Juni 2014 beantragte sie, die Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidi- ums Basel-Landschaft vom 7. Januar 2014 sei vollumf änglich abzuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen. F. Mit Berufungsantwort vom 16. Juli 2014 stellte der Privatkläger folgende Anträge: "1. Die Berufung sei abzuweisen und das Urteil der Stra fgerichtspräsidentin vom 17. Januar 2014 (recte 7. Januar 2014) zu bestätigen. 2. Die Zivilforderung des Privatklägers sei dem Grundsatz nach gutzuheissen. 3. Eventualiter sei sie auf den Zivilweg zu verweisen. 4. Unter o/e Kostenfolge.“ G. Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung vor dem K antonsgericht, Abteilung Strafrecht, erscheinen die Beschuldigte mit Advokat Dr. Christi an von Wartburg sowie der Privatkläger A.____ mit Dr. Urs Beat Pfrommer. Die Parteien halt en an den bereits schriftlich gestellten Anträgen fest. Auf die Aussagen der Beschuldigten s owie auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen I. Formelles Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgesch lossen worden ist. Es können Rechtsver- letzungen, die unvollständige oder unrichtige Fests tellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, wobei das Berufungs gericht das Urteil in allen angefochte- nen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit de r Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Das B erufungsgericht überprüft das erstinstanzli- che Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 4 04 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. Vorliegend wird das Urteil der Strafgerichtspräsidi ums Basel-Landschaft vom 7. Januar 2014 angefochten, welches ein taugliches Anfechtungsobje kt darstellt. Mit ihren Erklärungen vom 7. Januar 2014 (Berufungsanmeldung) respektive vom 26. Februar 2014 (Berufungserklärung) hat die Berufungsklägerin die Rechtsmittelfrist gewahrt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs- gericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung e rgibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO; SGS 250). Auf die Berufung ist somit einzutreten. II. Materielles 1. Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstan- zen, für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, wenn sie di eser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente ei nzugehen, die erst im Rechtsmittelverfah- ren vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 82 N 9). Der Einfachheit halber folgt das Kantonsgericht, wi e bereits die Berufungsbegründung, grund- sätzlich dem Aufbau des angefochtenen Urteils. Nach folgend werden die Einwände der Berufungsklägerin gegen das vorinstanzliche Urteil im Einzelnen beurteilt. Im Sinne einer einleitenden Bemerkung ist auf den G rundsatz der freien Beweiswürdigung hinzuweisen, der in Art. 10 Abs. 2 StPO gesetzlich verankert ist. Danach würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfa hren gewonnenen Überzeugung. Weder die Anzahl noch die Art der Beweismittel ist massge bend, sondern allein deren Stichhaltigkeit. Es besteht keine Rangfolge der Beweise (vgl. C HRISTOF RIEDO /G ERHARD FIOLKA /M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , Strafprozessrecht sowie Rechtshilfe in Strafsache n, 2011, S. 37 N 234; WOLFGANG WOHLERS , Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 25). Sachverhalt 2. Am 25. November 2011 ereignete sich um 16.00 Uhr i n Allschwil auf der Baslerstrasse bei der Verzeigung zur Carmenstrasse ein Verkehrsun fall. Die Beschuldigte fuhr als Lenkerin des Personenwagens C.____ von Basel herkommend auf der Baslerstrasse in Richtung All- schwil. Auf der Höhe der Verzweigung Baslerstrasse/ Carmenstrasse spurte sie unter Ankündigung der Richtungsänderung mit dem linken Ri chtungsanzeiger angrenzend zur Leitli- nie ein, um in die Carmenstrasse abzubiegen. Zu die sem Zeitpunkt stand der Lenker des Lastwagens D.____ auf der Baslerstrasse in der Kolo nne der Verkehrsteilnehmer des Gegen- verkehrs, die links in Fahrtrichtung Basel bzw. Was genring eingespurt hatten und wegen des Rotlichts der Lichtsignalanlage der Kreuzung Basler strasse/Wasgenring/Morgartenring warten mussten. In der Folge setzte der Lenker des erwähnt en Lastwagens denselben ein Stück zu- rück, um der Beschuldigten das Linksabbiegen zu erm öglichen. Nachdem er der Beschuldigten ein Zeichen gegeben hatte, bog die Beschuldigte nac h links in Richtung Carmenstrasse ab, wobei sie mit dem Lenker des Motorrads E.____ kolli dierte, der von Allschwil kommend auf der Baslerstrasse in Richtung Basel parallel zur stehen den Fahrzeugkolonne rechts neben dem Lastwagen vorbeifuhr. Durch die Kollision stürzte d er Lenker des Motorrads E.____, B.____, und wurde verletzt (act. 19 ff.). Er erlitt im Bere ich seiner vorbestehenden Hüftgelenkprothese Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einen verschobenen Bruch des linken Oberschenkelkno chens. Durch den verschobenen Bruch kam es zu Gefässverletzungen mit massivem Blutverlu st. Die verschobene Fraktur des Ober- schenkels führte zu massivsten Schmerzen. Vom 25. N ovember 2011 bis 12. Dezember 2011 war A.____ in der Traumatologie des Universitätsspi tals Basel hospitalisiert, wobei am 28. November 2011 eine neue Hüftprothese eingesetzt werden musste. Vom 12. Dezember 2011 bis 31. Dezember 2011 war er zur Rehabilitation in der Reha Rheinfelden (act. 77 ff.). Vorinstanz 3.1 Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverha lt vollumfänglich als erstellt. Betref- fend die Unfallfolgen hielt sie fest, dass sich aus den dargelegten Arztberichten unmissverständlich ergebe, dass der Bruch des Obers chenkels von A.____ zur Folge gehabt habe, dass am 28. November 2011 als Ersatz für die bereits zehn Jahre zuvor eingesetzte Hüftprothese eine neue derartige Prothese habe eingesetzt werden müssen. Unter diesen Umständen sei mangels anderweitiger Hi nweise in dubio pro reo davon auszuge- hen, dass die Verletzungsfolgen, insbesondere die r elativ lange Genesungs- und Rehabilitationszeit wie auch die erhebliche Arbeits unfähigkeit, massgeblich auf diese Prothe- senersetzung zurückzuführen seien. Mit anderen Wort en habe in casu die vorbestehende Veränderung in Form einer Prothese den Heilungsproz ess negativ mitbeeinflusst, was zur Folge habe, dass nicht davon ausgegangen werden könne, dass ausschliesslich der zu beurtei- lende Unfall für die in den Arztberichten dargelegt en Unfallfolgen ursächlich gewesen sei (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 6 ff.). 3.2 Da vorliegend einzig die Beschuldigte die Berufung ergriffen hat, ist diese Feststellung für das Kantonsgericht aus prozessualen Gründen ver bindlich (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO; zum Grundsatz des Verbots der reformatio in peius BGer 6B_165/2011 vom 19. Juli 2011, E. 3.2.f. und 6B_156/2011 vom 17. Oktober 2011, E. 2.5.2.). Z udem ist festzustellen, dass der unter Ziff. II.2 wiedergegebene Sachverhalt gemäss den ei ngereichten Rechtsschriften bzw. dem Parteivortrag der Berufungsklägerin im Berufungsverfahren nicht bestritten ist. 4Vorbeifahren zulässig 4.1 Der Vertreter der Berufungsklägerin stellt sich zun ächst auf den Standpunkt, die Vorinstanz sei in tatsächlicher Hinsicht zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Verkehr an der Unfallstelle zweispurig gewesen sei. Aus der Fo todokumentation des Polizeirapports sei ersichtlich, dass damals die zweite Spur der Basler strasse erst etwa 30 Meter nach der Ab- zweigung in die Carmenstrasse begonnen habe. Der Um stand, dass gewisse Lenker dies damals nicht beachtet und auf eine vermeintliche zw eite Spur eingespurt hätten, bevor diese signalisiert gewesen sei, bedeute – entgegen den Au sführungen der Vorinstanz – keineswegs, dass die Fahrbahn am Unfallort damals zweispurig ge wesen sei. Das Dulden eines verkehrs- widrigen Verhaltens (zu frühes Einspuren und Blockieren der Tramspur) durch Behörden mache eine einspurige Strasse nicht zu einer zweispurigen. 4.2 In diesem Zusammenhang gilt es zunächst zu beachten , dass sich der hier zu behan- delnde Vorfall vom 25. November 2011 an einem Freit ag um 16.00 Uhr – mithin im dichten Feierabendverkehr – ereignete. Mit der Vorinstanz k ann es als gerichtsnotorisch bezeichnet Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden, dass die Verkehrsteilnehmenden, welche an d er Kreuzung Baslerstras- se/Morgartenring/Wasgenring nach links in den Wasge nring abzweigen wollen, bei hohem Verkehrsaufkommen wie zum Tatzeitpunkt bereits vor der signalisierten Einspurstrecke nach links eingespurt und auf diese Weise aufgrund der a usreichenden Breite der Strasse soweit aussen eine Kolonne gebildet haben, sodass rechts d avon eine ganze Fahrspur frei bleibt. Dementsprechend gab die Berufungsklägerin anlässlic h der kantonsgerichtlichen Hauptver- handlung zu Protokoll ihr sei bekannt gewesen, dass die Fahrzeuge dort in zwei Kolonnen fahren, deshalb habe sie Blickkontakt mit dem Lastwagenfahrer aufgenommen. Allerdings habe sie eher mit einem plötzlich hinter dem Lastwagen a uftauchenden Fahrrad gerechnet (vgl. Protokoll der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung [fortan Prot.] S. 3). Wer nach links abbiegen will, hat sich gemäss Art. 36 Abs. 1 SVG gegen die Strassenmitte zu halten. Art. 13 Abs. 1 VRV verpflichtet die Fahrzeu glenker überdies frühzeitig einzuspuren, wobei gemäss dem Bundesgericht die angemessene Eins purstrecke innerorts in der Regel nicht mehr als 150 m vor der Abbiegung beginnen dür fe (vgl. in diesem Sinne BGE 94 IV 76 und BGE 93 IV 103). Das Manöver ist auf eine angeme ssene, den Strassen– und Verkehrsver- hältnissen angepasste Strecke zu beschränken (vgl. H ANS GIGER , SVG- Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl. 2014, Art. 36 N 1; BGE 94 IV 120). Vorliegend begann die markierte Spur zum Tatzeitpunkt ca. 30 m nach der Unfallstelle. Unter Beachtung der Verkehrs- verhältnisse sowie der Verkehrspflichten gemäss Art . 36 Abs. 1 SVG sowie Art. 13 Abs. 1 VRV erscheint die damals übliche Praxis der Linksabbieg enden bereits vor der Abzweigung zur Carmenstrasse einzuspuren auch unter Beachtung der zum Tatzeitpunkt vorhandenen Stras- senmarkierungen mit der Vorinstanz als gesetzeskonf orm. Es kann demnach festgehalten werden, dass der Verkehr an der Unfallstelle zweispurig war (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 16 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 5Rechtliches 5.1 Gemäss Art. 125 StGB macht sich strafbar, wer fahr lässig einen Menschen am Körper verletzt. Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflic htet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuld- spruch wegen fahrlässiger Körperverletzung setzt so mit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat (BGE 127 IV 34, E. 2a mit Hinweisen). Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, wenn der Täter z um Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit b ewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Dies schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässi gkeit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gestützt werd en kann. Die Vorsicht, zu der ein Täter verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften gefasst Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht werden können (zum Ganzen BGE 133 IV 158, E. 5.1; BGE 130 IV 7, E. 3.2; BGE 127 IV 62, E. 2d; Urteil 6S.8/2007 vom 24. April 2007, E. 6.1.1). Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfalts pflichtverletzung und mithin für die Fahr- lässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter mi ndestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Zunächst ist daher zu fragen, ob der Täter eine Gefährdung der Rechtsgü- ter des Opfers hätte voraussehen beziehungsweise er kennen können und müssen. Für die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Adä quanz. Danach muss das Verhalten ge- eignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge u nd den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mi ndestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche U mstände, wie das Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wie- gen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbar ste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren – namentlic h das Verhalten des Angeschuldigten – in den Hintergrund drängen (BGE 131 IV 145, E. 5.1 und E. 5.2; BGE 130 IV 7, E. 3.2; BGE 128 IV 49, E. 2b; BGE 127 IV 62, E. 2d; je mit Hinweisen). Damit der Eintritt des Erfolgs auf das pflichtwidri ge Verhalten des Täters zurückzuführen ist, genügt allerdings seine Voraussehbarkeit nicht. Wei tere Voraussetzung ist vielmehr, dass der Erfolg auch vermeidbar war. Dabei wird ein hypothet ischer Kausalverlauf untersucht und ge- prüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters ausgeblieben wäre. Für die Zurechnung des Erfolgs genügt, wenn das Verhalten d es Täters mindestens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 130 IV 7, E. 3.2; BGE 127 IV 34, E. 2a; je mit Hinweisen). Der Erfolg ist dem Tä ter zuzurechnen, wenn dessen Verhalten mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichk eit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (BGE 130 IV 7, E. 3.2; BGE 121 IV 286, E. 3; je mit Hinweisen). SPV 5.2 Die Vorinstanz hat den Tatbestand der fahrlässigen einfachen Körperverletzung als erfüllt erachtet. Im Wesentlichen führte die Vorinstanz hierzu aus, die an den tatbestandsmässi- gen, strafrechtlich relevant Erfolg gestellten Vora ussetzungen der angeklagten fahrlässigen einfachen Körperverletzung seien erfüllt, weil in c asu die Verletzungen, die A.____ am 25. November 2011 nachweislich erlitten habe, nicht unmittelbar lebensgefährlich gewesen sowie nicht ausschliesslich auf den zu beurteilende n Unfall zurückzuführen seien. Weil A.____ mangels eines vor Ort markierten Fussgängerstreifen s oder ähnlichem mit einem Überqueren der Fahrspur von vortrittsberechtigten Fussgängern oder fahrzeugähnlichen Geräten überhaupt nicht habe rechnen müssen und diese Bestimmung expl izit nur gegenüber Vortrittsberechtigten Geltung beanspruche, habe sich A.____ bei seinem Ve rsuch, mit angemessener Geschwindig- keit rechts an der stehenden Kolonne der Linksabbie ger vorbeizufahren, völlig korrekt verhalten. Dieses Zwischenergebnis habe zur Folge, dass die Beschuldigte, die von Basel herkommend von der Baslerstrasse nach links über di e Gegenfahrbahn in die Carmenstrasse Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht habe einbiegen wollen, gemäss Art. 36 Abs. 3 SVG ge genüber allen sich – wie A.____ – auf dieser Gegenfahrbahn befindenden Verkehrsteilnehmer n vortrittsbelastet gewesen sei. Daran ändere die Tatsache, dass der Führer des Lastwagens , F.____, mit dem Rücksetzen seines Lastwagens und seiner Zeichengebung gegenüber der B eschuldigten auf sein Vortrittsrecht verzichtet habe, nichts. Denn dieser habe nur auf sein eigenes Vortrittsrecht verzichten können. Darüber hinaus habe die Zeichengebung durch F.____ die Beschuldigte, wie sie selber gewusst habe, nicht von ihrer Vortrittsbelastung respektive ihrer Pflicht, (andere) Vortrittsberechtigte zu beachten, entbunden. In casu sei die Sichtbeschränkung im Gegensatz zu den vom Bundesge- richt erwähnten Fällen (vgl. BGE 105 IV 339) einzig auf den nicht parkierten Lastwagen von F.____ und demnach ausschliesslich auf ein zeitlich äusserst kurz befristet vorhandenes Hin- dernis zurückzuführen gewesen. Dies habe zur Folge, dass die Sichtbehinderung vorliegend überhaupt nicht zu einer „Lahmlegung des Verkehrs“ beziehungsweise einer „Verunmöglichung des beabsichtigten Abbiegemanövers“ führen konnte. Unter diesen Umständen könne die er- wähnte höchstrichterliche Praxis nicht greifen und ein „Sich-Vortasten“ der Beschuldigten auf die vortrittsberechtigte Fahrbahn nicht ausreichen, um deren Pflichten als Vortrittsbelastete Genüge zu tun. Nicht angelastet werden könne der Be schuldigten hingegen, dass sie die von A.____ benutzte Verkehrsfläche nicht ausreichend beobachtet habe. Verweis 5.3 In casu hat die Vorinstanz die rechtliche Würdigung des Sachverhaltes überaus ausführ- lich und sorgfältig vorgenommen. Die Subsumption de s Sachverhaltes durch die Vorinstanz unter den Tatbestand der fahrlässigen einfachen Kör perverletzung erweist sich in casu als in sämtlichen Punkten zutreffend, weswegen vorab vollu mfänglich auf deren Erwägungen verwie- sen werden kann (vgl. Urteil der Vorinstanz, S. 14– 26; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nachfolgend wird jeweils auf die Vorbringen der Berufungsklägerin ei ngegangen, wobei anzumerken ist, dass diese weitgehend bereits vor der Vorinstanz vorgebr acht wurden. Die Ausführungen der straf- rechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts sind desh alb lediglich präzisierender bzw. ergänzender Natur. 6Vorantasten SPV 6.1 Von der Berufungsklägerin wird zunächst gerügt, die Vorinstanz habe das sorgfältige Vortasten der Berufungsklägerin als nicht ausreichend erachtet und sei zu Unrecht zum Schluss gekommen, sie habe damit ihren Pflichten als Vortri ttsbelastete im Sinne von BGE 105 lV 339 nicht wahrgenommen. BGE nicht einschlägig 6.2 Diesbezüglich ist festzustellen, dass die von der Berufungsklägerin erwähnte bundesge- richtliche Rechtsprechung vorliegend nicht zur Anwe ndung kommt, da die Sichtbeschränkung im Gegensatz zu den von Bundesgericht erwähnten Mau ern, Hecken oder parkierten Fahrzeu- ge einzig auf ein zeitlich äusserst kurz befristet vorhandenes Hindernis zurückzuführen war. Beim nächsten Wechsel des Lichtsignals an der Kreuz ung Baslerstrasse/Morgartenring/ Wasgenring hätte die Berufungsklägerin aufgrund des Weiterfahrens des sichthindernden Lastwagens die vortrittsberechtigte Gegenfahrbahn, inklusive der von A.____ benutzten Ver- kehrsfläche, selber überblicken können. Erst in dieser neuen Situation nach dem Passieren des Lastwagens wäre ein gefahrloses Linksabbiegen für d ie Berufungsklägerin möglich gewesen. Da die Berufungsklägerin bis zu diesem nächsten Wec hsel aufgrund der üblichen Lichtsignalin- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht tervalle bloss kurze Zeit hätte zuwarten müssen, wä re ihr dies in der betreffenden Situation ohne Weiteres zumutbar gewesen. Alternativ hätte di e Berufungsklägerin auch ihre Fahrt in gerader Richtung soweit fortsetzen können, bis die Strassen- und Verkehrsverhältnisse es ihr gestatten hätten, ihren Wagen zu wenden, um auf der andern Seite der Strasse zurückzufahren und dann rechts in die Einfahrt einzubiegen (vgl. hierzu BGE 84 IV 116). 7Wartepflicht 7.1 Ebenfalls nicht beigepflichtet werden kann der vor getragenen Argumentation, wonach die Vorinstanz negiere, dass sie damit der Berufung sklägerin letztlich ein erlaubtes Manöver – ein normales und zulässiges Linksabbiegen – verbiet e. Vielmehr gilt es in diesem Zusammen- hang zu beachten, dass der Fahrer nur abbiegen darf, wenn das vor ihm lieg ende Strassenstück soweit überblickbar ist, als die Verk ehrslage Gefahren für den störungsfreien Ablauf des Manövers in sich bergen kann. Besteht ke ine Gewissheit, dass ohne Behinderung des vortrittsberechtigten Gegenverkehrs die Fahrbah n überquert werden kann, so darf das Manöver nicht ausgeführt werden (vgl. BGE 84 IV 116 ). Beeinträchtigten Sichtverhältnissen hat grundsätzlich der Vortrittsverpflichtete Rechnung z u tragen (vgl. H ANS GIGER , SVG- Strassenverkehrsgesetz, 8. Aufl. 2014, Art. 36 N 8) . In casu liegt aufgrund der geschilderten Sichthinderungen keine Situation eines normalen Linksabbiegens vor, weswegen die Argumen- tation der Berufungsklägerin nicht verfängt. 8Nicht nur vorantastete 8.1 Des Weiteren bringt die Berufungsklägerin vor, das Strafgericht lasse unbeachtet, dass sie in dem Moment als sie, konfrontiert mit einer u nvorhersehbarerweise eingeschränkten Sichtsituation, ihr Linksabbiegemanöver vollenden w ollte, sich keineswegs einfach nur vorge- tastet habe. Vielmehr habe sie nachweislich konkret en und präzisen Sichtkontakt mit dem Lastwagenfahrer aufgenommen. Dieser habe ihr sodann das klare und unmöglich misszuver- stehende Zeichen gegeben, dass sie die Strasse queren könne. Entgegen diesem Einwand hat die Vorinstanz das betr effende Verhalten der Berufungsklägerin sehr wohl in ihren Erwägungen mitberücksichtigt. So wird im angefochtenen Urteil ausdrücklich festgehalten, da sich die Berufungsklägerin beim be absichtigten Abbiegemanöver im Schritt- tempo auf die nicht einsehbare Verkehrsfläche „vorg etastet“ und sie zudem zuvor von F.____ (Hand-)Zeichen erhalten habe, könne ihr lediglich l eichte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden. Denn unter den dargelegten Umständen habe das korre kte Verhalten der Beschuldigten einzig darin bestehen können, im massgeblichen Zeitpunkt d ie Gegenfahrbahn überhaupt nicht zu befahren, sondern mit dem beabsichtigten Abbiegemanöver zuzuwarten, bis der Lastwagen von F.____ diese Stelle passiert und sie selber Einsicht auf die ganze Gegenfahrbahn gehabt hätte. Da die Verletzung der Sorgfaltspflicht somit gemäss den zutreffenden Erwägungen der Vo- rinstanz bereits zu einem früheren Zeitpunkt ansetz t, erweist sich der vorliegende Einwand der Berufungsklägerin als unbegründet. Dass die Berufun gsklägerin Blickkontakt zum Lastwagen- fahrer aufgenommen hat, dieser ihr ein Handzeichen gab und sie sich über die Gegenspur hinweg im Schritttempo „vorgetastet“ hat, ändert je doch nichts daran, dass die Berufungskläge- rin das Vortrittsrecht von A.____ verletzt hat und bereits mit dem Linksabbiegen hätte zuwarten müssen, bis sie die Lage überblicken konnte. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.1 Schliesslich wird von der Berufungsklägerin gerügt , dass der Vertrauensgrundsatz ge- mäss Art. 26 Abs. 1 SVG unrichtig angewandt worden sei. Die Berufungsklägerin habe in casu darauf vertrauen dürfen, dass der Lastwagenfahrer, der nicht nur zuerst zurückgesetzt, sondern ihr auch klar freie Fahrt zur Überquerung der Fahrb ahn signalisiert habe, sich korrekt vergewis- sert habe, dass sie auch tatsächlich die Strasse gefahrlos queren könne. 9.2 Nach dem von der Rechtsprechung aus Art. 26 Abs. 1 SVG abgeleiteten Vertrauens- grundsatz darf jeder Strassenbenützer darauf vertra uen, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer ebenfalls ordnungsgemäss verhalt en. Auf den Vertrauensgrundsatz kann sich indes nur berufen, wer sich selbst verkehrsreg elkonform verhält. Wer gegen die Verkehrs- regeln verstösst und dadurch eine unklare oder gefä hrliche Verkehrslage schafft, kann nicht erwarten, dass andere diese Gefahr durch erhöhte Vo rsicht ausgleichen (BGE 125 IV 83, E. 2b mit Hinweisen; BGer 6B_651/2013 vom 23. Januar 2014, E. 4.2). Dem Einwand der Berufungs- klägerin ist in Anwendung dieser Rechtsprechung zu entgegnen, dass sie die für sie geltende Vortrittsregelung verletzte, indem sie gegen Art. 3 6 Abs. 3 SVG verstossen hat. Weil sie sich demnach selber nicht verkehrsgemäss verhalten hat, kann sie sich in casu nicht auf den Ver- trauensgrundsatz berufen, weswegen der Einwand der Berufungsklägerin sich in Anbetracht dieser Sachlage nicht als überzeugend erweist. 10Fazit 10. Nachdem die Erwägungen der Vorinstanz zu Sachverha lt und rechtlicher Würdigung nicht zu beanstanden sind, ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen fahrlässiger einfacher Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB zu bestätigen. Für den Fall der Bestäti- gung des Schuldspruchs hinsichtlich der fahrlässige n einfachen Körperverletzung wurden die Sanktion der bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätze n sowie die Zivilforderungen und der Kostenpunkt nicht angefochten, sodass diese Punkte unter Hinweis auf die Erwägungen der Vorinstanz ebenfalls zu bestätigen sind. 11Vermögenverhältnisse 11. Hinsichtlich der finanziellen Verhältnisse hat sich im Vergleich zum angefochtenen Urteil eine Veränderung ergeben. So führte die Berufungsklägerin anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung betreffend ihre Arbeitssituation a us, das Geschäft, in welchem sie neben dem Studium gearbeitet habe, sei mittlerweile geschlossen worden. Momentan verfüge sie über keinerlei Einkommen mehr und werde von ihren Eltern unterstützt (vgl. Prot. S. 11). Aufgrund dieser veränderten finanziellen Verhältnisse der Berufungsklägerin erscheint es als angebracht, den Tagessatz der bedingt vollziehbaren 10-tägigen Geldstrafe von CHF 30. ‒ auf CHF 10. ‒ zu reduzieren. III. Kosten Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Die Ber ufung ist vorliegend in einem sehr gerin- gen Umfang – nämlich hinsichtlich der Höhe des Tage ssatzes der bedingt vollziehbaren Geldstrafe – aufgrund einer zwischenzeitlich einget retenen Änderung der finanziellen Verhält- nisse der Berufungsklägerin teilweise gutzuheissen. Im Übrigen ist die Berufung vollumfänglich Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht abzuweisen. In Anbetracht dieses Verfahrensausgangs gehen die Verfahrenskosten von CHF 1‘700. ‒, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 1‘500. ‒ und Auslagen von CHF 200. ‒, zu Lasten der Berufungsklägerin. Sowohl der Beruf ungsklägerin als auch dem Privatkläger wird für das Berufungsverfahren keine Parteientschädigung ausgerichtet. Demnach wird erkannt: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-La ndschaft vom 7. Januar 2014 wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Beschuld igten in Ziffer 1 wie folgt geändert: "1. B.____ wird in teilweiser Abänderung des Strafbef ehls der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 9. April 2013 der fahrlässigen einfachen Körper verletzung schuldig gesprochen und zu einer bedingt vollziehba ren Geld- strafe von 10 Tagessätzen zu je Fr. 10.-- , bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt, in Anwendung von Art. 125 Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB , Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 44 Abs. 1 StGB.“ Im Übrigen wird das Urteil des Strafgerichtspräsidiums bestätigt. II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von CHF 1‘500. ‒, zuzüglich Auslagen von CHF 200. ‒, gehen zu Lasten der Beschuldigten. Sowohl der Berufungsklägerin als auch dem Privatklä ger wird für das Beru- fungsverfahren keine Parteientschädigung ausgerichtet. Vizepräsident Stephan Gass Gerichtsschreiber Marius Vogelsanger Die gegen diesen Beschluss erhobene Beschwerde in S trafsachen hat das Schweizerische Bundesgericht mit Urteil vom 24. Februar 2015 abgew iesen, soweit darauf einzutreten war (Verfahrensnummer: 6B_1185/2014).