Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Geschäfts-Nr.: RE170015- O/U damit vereinigt Geschäfts-Nr.: RE170016-O Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter Dr. M. Kriech sowie Gerichtsschrei- berin lic. iur. N. Gerber Beschluss vom 10. Oktober 2017 in Sachen A._____, Gesuchsgegner und Beschwerdeführer vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ gegen B._____, Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ sowie 1. C._____, 2. D._____, Verfahrensbeteiligte 1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____ betreffend Eheschutz (Mediation) Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Affoltern vom 21. August 2017 (EE170012-A) - 2 - Erwägungen: 1.1. Die Parteien stehen seit dem 14. März 2017 vor dem Einzelgericht des Be- zirksgerichts Affoltern (fortan: Vorinstanz) in einem Eheschutzverfahren (Urk. 7/1). Nachdem beide Parteien im vorinstanzlichen Verfahren die Obhut über die beiden gemeinsamen Kinder C._____, geboren tt.mm.2002, und D._____, geboren tt.mm.2008, für sich beansprucht hatten (Urk. 7/1 S. 2, Urk. 7/24 S. 2, Urk. 7/26 und Urk. 7/28 S. 3), kamen sie anlässlich der Verhandlung vom 10. Mai 2017 überein, dass C._____ für die Dauer des Verfahrens beim Gesuchsgegner und D._____ bei der Gesuchstellerin leben soll. In Anbetracht des Alters von C._____ wurde auf die Festlegung eines Besuchsrechts für die Gesuchstellerin verzichtet. Dem Gesuchsgegner wurde gegenüber D._____ ein gerichtsübliches Besuch s- recht eingeräumt (Urk. 7/32). Ausserdem ordnete die Vorinstanz für die beiden Kinder mit Verfügung vom 24. Mai 2017 eine Vertretung an und ernannte Rechts- anwalt Dr. Z._____ als Kindsvertreter (Urk. 7/33). 1.2. Nach der Verhandlung vom 10. Mai 2017 zog die Gesuchstellerin zusam- men mit D._____ aus der ehelichen Wohnung . Anlässlich des Auszugs kam es zur Eskalation zwischen den Parteien (Urk. 7/35 und 7 /38). Mit Eingabe vom 7. Juli 2017 beantragte der Kindsvertreter, es sei für die beiden Kinder C._____ und D._____ superprovisorisch eine Besuchsrechtsbeistandschaft anzuordnen. Gemäss seiner Wahrnehmung sei D._____ durch die Gesuchstellerin bereits der- art manipuliert und gegenüber seinem Vater voreingenommen, dass von einer Kindeswohlgefährdung ausgegangen werden müsse. Seit der Verhandlung habe das vorgesehene Besuchswochenende von D._____ beim Vater nur gerade ein- mal stattfinden können. Danach habe sich D._____ geweigert, beim Vater zu übernachten. Das vereinbarte Besuchsrecht habe seither nicht mehr stattgefu n- den (Urk. 7/42). Mit Verfügung vom 12. Juli 2017 errichtete die Vorinstanz ohne vorgängige Anhörung der Parteien eine Besuch srechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB und beauftragte die KESB des Bezirks Affoltern mit der E r- nennung eines geeigneten Beistande s (Urk. 7/43). Kurz darauf beantragte der Kindsvertreter mit Eingabe vom 17. Juli 2017 die Anordnung einer Mediation im Sinne einer Familientherapie bei E._____, Konfliktmanagement E._____ in …. Da - 3 - vorliegend die beiden Kinder so rasch als möglich zur Ruhe kommen sollen und dies nur mittels rascher Intervention m öglich sei, erachte er die Beauftragung von E._____, zusammen mit den Kindern und Eltern eine Lösung zu erarbeiten, als schnelleren und sinnvolleren Weg als ein strittiges Eheschutzverfahren. Ausser- dem hätten sich beide Eltern mit dieser Lösung ausdrücklich einverstanden erklärt (Urk. 7/49). Mit Verfügung vom 2 1. August 2017 wies die Vorinstanz das Begeh- ren um gerichtliche Anordnung einer Mediation zwi schen den Parteien ab (Urk. 7/58 = Urk. 2). 1.3. Dagegen erhoben sowohl der Gesuchsgegner als auch die Ges uchstellerin innert Frist Beschwerde mit folgenden Anträgen: Gesuchsgegner (Urk. 1 S. 3): "1. Die Verfügung der Vorinstanz vom 21. August 2017 sei aufzuheben; 2. Dem Antrag auf Anordnung einer Mediation / Familientherapie des Pro- zessbeistandes der Kinder bei Frau E._____ vom 17. Juli 2017 sei stattzugeben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [zzgl. MwSt.]." Gesuchstellerin (Urk. 12/1 S. 2): "1. Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Affoltern a.A. vom 21.8.17 (Geschäfts-Nr. EE170012-A/Z04/nl) sei aufzuheben. 2. Es sei eine Mediation anzuordnen, mit dem Ziel, die Eltern zu befähi- gen, einen konstruktiven Umfang mit ihren Elternkonflikten zu finden und im Hinblick auf die definitive Regelung der Elternrechte und -pflichten für die Dauer des Getrenntlebens eine Kooperation zwischen ihnen einzuleiten. 3. Frau E._____, … Konfliktmanagement E._____, … [Ort], sei als Medi a- torin zu bestellen. 4. Es seien die Dauer der Mediation und der Kostenrahmen festzusetzen. 5. Die Kosten der Mediation seien einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen und den Parteien im Endentscheid aufzuerlegen, unter Hinweis auf die den Parteien gewährte unentgeltliche Rechtspflege. 6. Das Eheschutzverfahren sei für die Dauer der Mediation zu sistieren. Die Parteien seien zu verpflichten, dem Gericht nach Durchführung der angeordneten Anzahl Mediationssitzungen Mitteilung zu machen. 7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Staatskasse, eventualiter zulasten des Beschwerdegegners." - 4 - 1.4. Die Beschwerde des Gesuchsgegners wurde hierorts unter der Verfah- rensnummer RE170015-O angelegt, diejenige der Gesuchstellerin unter der Ver- fahrensnummer RE170016-O. Da sich sowohl im vorliegenden Verfahren als auch im Beschwerdeverfahren RE170016- O dieselben Parteien in derselben Rechtssache gegenüberstehen und sich Anträge und Inhalt beider Verfahren de- cken, ist das Beschwerdeverfahren RE170016- O mit dem vorliegenden Verfahren zu vereinigen, unter obgenannter Prozessnummer RE170015 -O weiterzuführen und als dadurch erledigt abzuschreiben. Die Akten des Verfahrens RE170016- O sind entsprechend als Urk. 12/1-9 zu den Akten des vorliegenden Prozesses zu nehmen. Im Weiteren haben beide Parteien nach Rücksprache auf das Einholen der Bes chwerdeantworten verzichtet und angegeben, dass sie von der jeweiligen Beschwerde der Gegenpartei Kenntnis hätten (Urk. 9, Urk. 12/9). Entsprechend werden die Beschwerdeschriften vom 1. September 2017 (Urk. 1) und vom 8. September 2016 [recte: 8. September 2017] (Urk. 12/1) der jeweiligen Gegen- partei mit dem heutigen Endentscheid lediglich zur Kenntnisnahme zugestellt. 2.1. Bei der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz vom 21. August 2017 handelt es sich um eine prozessleitende Verfügung. Eine solche ist gemäss Art. 319 lit. b ZPO anfechtbar in den vom Gesetz bestimmten Fällen (Ziff. 1) oder wenn durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Ziff. 2). Der Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Mediation, wie sie die Parteien vorliegend beantragen (vgl. Urk. 7/49 S. 2; Urk. 1 S. 3 und Urk. 12/1 S. 2), ist ana- log Art. 121 ZPO mit Beschwerde anfechtbar (BSK ZPO - Ruggle, Art. 218 N 13; ZK ZPO - Liatowitsch/Mordasini, Art. 218 N 7a). Damit ist die Beschwerde zuläs- sig. 2.2. Obwohl vor Vorinstanz der Kindsvertreter und nicht die Parteien den Antrag auf Gewährung einer unentgeltlichen Mediation stellte (Urk. 49), sind die Parteien durch den vorinstanzlichen Entscheid dahingehend beschwert, als sie sich beide mit dem Antrag des Kindsvertreters einverstanden erklärten (Urk. 49 S. 2; Urk. 50/3). Ausserdem werden sie durch die Verwehrung der unentgeltlichen Me- diation in ihren Rechten tangiert (ZK ZPO - Reetz, vor Art. 308 - 318 N 30 und N 32). - 5 - 2.3. Mit der Beschwerde können unr ichtige Rechtsanwendung und offensich t- lich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 320 ZPO). Die Beschwerde führende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht nach leidet. Was nicht bean- standet wird, braucht nicht geprüft zu werden. Werden keine, unzulässige oder ungenügende Rügen erhoben, stellt dies einen nicht behebbaren Mangel dar (vgl. Art. 132 ZPO) und die Beschwerde ist abzuweisen. 2.4.1. Neue Anträge, neue Tatsachen behauptungen und neue Beweismittel sind im Beschwerdeverfahren gänzlich ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Das Novenverbot ist umfassend und gilt sowohl für echte wie auch für unechte Noven, und zwar auch dann, wenn die Untersuchungsmaxime gilt ( ZK ZPO - Frei- burghaus/Afheldt, Art. 326 N 3 f.). Dies wird mit dem Charakter der Beschwerde begründet, die sich nach dem Willen des Gesetzebers als ausserordentliches Rechtsmittel im Wesentlichen auf die Rechtskontrolle beschränkt und nicht das erstinstanzliche Verfahren fortsetzen soll. 2.4.2. Der Gesuchsgegner reichte im Beschwerdeverfahren ein Schreiben von Beiständin F._____ vom 25. August 2017 als neues Beweismittel ins Recht. Au s- serdem beantragte er die Zeugeneinvernahme von E._____ (Urk. 4, 5/1). Diese Beweismittel bzw. die damit zusammenhängenden neuen Behauptungen sind un- zulässig und somit im Beschwerdeverfahren unbeachtlich. 3. Die Vorinstanz begrün dete ihren Entscheid dahingehend, dass mit Verf ü- gung vom 12. Juli 2017 für beide Kinder eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB angeordnet worden und mit den Entscheiden Nr. 461 und Nr. 462 der KESB Affoltern vom 7. August 2017 F._____ als Beiständin ernannt worden sei. Mit der Ernennung der Beiständin sei eine Fachperson eingesetzt worden, welche sich um die Umsetzung der Besuchsregelung für die beiden Kinder sowie die Lösung der diesbezüglichen Probleme kümmere, so dass mittels Beiständin die durch den Kindsvertreter angeführte Ruhe sowie die Beendigung der Beeinflussung der ge- regelten Besuchsrechtssituation erreicht werden könne. Damit könne erst nach einer gewissen Zeit festgestellt werden, ob die Beiständin eine Verbesserung der Besuchsrechtssituation der beiden Kinder herbeiführen könne, weshalb zum jetz i-- 6 - gen Zeitpunkt nicht beurteilbar sei, ob zusätzlich eine Mediation / Familientherapie erforderlich sowie verhältnismässig erscheine (Urk. 2 S. 3). In der Folge wies die Vorinstanz den Antrag auf Anordnung der Mediation definitiv ab (Urk. 2 S. 3 Di s- positiv-Ziffer 1). 4.1. Der Gesuchsgegner bringt dagegen zusammengefasst vor, dass g emäss Art. 218 Abs. 2 ZPO die Parteien in kindesrechtlichen Angelegenheiten Anspruch auf eine unentgeltliche Mediation hätten, wenn ihnen die erforderlichen Mittel fehl- ten und das Gericht die Durchführung einer Mediation empfehle. Vorliegend sei den Parteien mit Verfügung der Vorinstanz vom 24. Juli 2017 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden. Entsprechend sei offensichtlich, dass die Parteien die erforderlichen Mit tel für eine Mediation nicht hätten (Urk. 1 S. 3). Im Übrigen verkenne die Vorinstanz, dass es sich bei der angeordneten Beistandschaft um eine reine Besuchsrechtsbeistandschaft handle, deren Aufgabenbereich sich auf die Durchsetzung und Überwachung des Besuchsrechts beschränke. Die von der Vorinstanz korrekterweise angeführte Ruhe und die Beendigung der Beeinflu s- sung der Kinder durch die Eltern könne mit einer Besuchsrechtsbeistandschaft a l- lein nicht erreicht werden, wie sich aus der von E._____ vorgeschlagenen Auf- tragsdefinition ergebe. Vielmehr benötige es dafür eine umfassende Mediation (Urk. 1 S. 4 mit Verweis auf Urk. 7/50/2). Das Gericht empfehle eine solche dann, wenn diese nicht als aussichtslos erscheine. Aussichtslos erscheine eine Mediat i- on jedoch nur, wenn sich eine Partei schon zum Vornherein gar nicht einigen wol- le. Vorliegend seien beide Parteien mit der Mediation einverstanden und würden sich diese zum Wohle der Familie wünschen. Entsprechend könne nicht nachvol l- zogen werden, weshalb die Vor instanz den Antrag um Anordnung einer Mediation abweise, bestünden doch mit dieser hohe Erfolgschancen einer friedlichen Beil e- gung des Konflikts. Die Vor instanz solle die Eigeninitiative zur einvernehmlichen Streitbeilegung fördern und nicht unterbinden, wie sie dies mit der angefochtenen Verfügung tue (Urk. 1 S. 4). - 7 - 4.2. Die Gesuchstellerin bringt vor, dass nach der vorinstanzlichen Verhandlung vom 10. Mai 2017 die Situation eskaliert sei. Da das Besuchsrecht der Kinder nicht mehr stattgefunden habe und mehrfache Interventionen des Kindsvertreters bei den Eltern nichts bewirkt hätten, habe der Kindsvertreter mit Eingabe vom 7. Juli 2017 superprovisorisch die Errichtung einer Besuchsbeistandschaft bean- tragt, welchem Antrag mit Verfügung der Vorinstanz vom 12. Juli 2017 stattgege- ben worden sei. In der Folge habe die KESB Affoltern eine Besuchsrechtsbei- ständin eingesetzt. Aufgrund der im Juni/Juli 2017 völlig verfahrenen Situation – fehlende Kommunikation zwischen den Parteien; Nichtstattfinden des vereinbar- ten Besuchsrechts; Instrumentalisierung der Kinder; Ankündigung des Kindsver- treters, ein Erziehungsfähigkeitsgutachten zu veranlassen und allenfalls eine Drittplatzierung der Kinder zu beantragen – sei eine Mediatorin beigezogen wor- den, um die über das Bes uchsrecht hinaus anstehenden Elternkonflikte zu lösen. Nach Rücksprache mit den Parteien habe der Kindsvertreter den Antrag auf A n- ordnung einer Mediation gestellt, welchen Antrag beide Parteien unterstützt hät- ten (Urk. 12/1 S . 4). Dies komme einem gemeinsamen Antrag der Parteien ge- mäss Art. 214 Abs. 2 ZPO gleich. Eine gemeinsam beantragte Mediation sei nur mit Zurückhaltung abzulehnen. Schon die Zustimmung zu einer Mediation bedeu- te ein grosses Zugeständnis. Erforderlich für die Ablehnung seien sachliche Gründe. Solche lägen nicht vor. Die Vorinstanz verkenne den grundsätzlichen U n- terschied zwischen einer Besuchs rechtsbeistandschaft und einer Mediation. Die Aufgaben der Beiständin seien in der Verfügung vom 12. Juli 2014 [recte: 2017] genau definiert und wür den sich auf Organisation, Durchsetzung und Überw a- chung des für die Dauer des Verfahrens vereinbarten Besuchsrechts beschrä n- ken (Urk. 12/1 S. 5). Ziel der Mediation sei es hingegen, die in den vergangenen Monaten hochstrittigen Eltern, welche das Wohl der Kinder zeitweise aus den A u- gen verloren hätten, wieder zu befähigen, einen konstruktiven Umgang miteinan- der zu finden. Vorliegend scheine daher die Anordnung einer Mediation mit dem Ziel der dauerhaften Beilegung der Elternkonflikte als sinnvoll, zweckmäss ig und zielführend. Bestenfalls gelinge es, eine Trennungsvereinbarung auszuarbeiten und die Situation der Eltern dauernd zu befrieden, was zweifellos dem Kindeswohl diene (Urk. 12/1 S. 6). Mit Verfügung vom 24. Juli 2017 sei den Parteien im v o-- 8 - rinstanzlichen Verfahren ausserdem die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden. Den Parteien würden selbstredend auch die Mittel für eine Mediation feh- len. Gestützt auf Art. 218 Abs. 2 ZPO seien die Kosten der Mediation daher einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen (Urk. 12/1 S. 7). 5.1. Aus den Akten geht hervor, dass die Kommunikation zwischen den Par - teien erheblich gestört ist bzw. z eitweise gar nicht mehr stattfand. Das beschlägt auch die Kommunikation der Parteien als Eltern in Bezug auf ihre Kinder. So musste anlässlich des Auszugs der Gesuchstellerin mit dem jüngeren Sohn D._____ offenbar die Polizei beigezogen werden (Urk. 7/35 und 7/38). Ebenso verweigerte die Gesuchstellerin zeitweise das Kontaktrecht von D._____ zu sei- nem Vater (Urk. 7/38; 7/42 Rz. 4 und 5 ). Zwischenzeitlich soll sie jegliche Kom- munikation mit dem Kindsvater verweigert haben (Urk. 7/38 ; Urk. 7/42 Rz. 6 ff.) . Die Gesuchstellerin gab diesbezüglich vor Vorinstanz an, dass C._____ nach der Verhandlung über die von den Parteien vorsorglic h getroffene Regelung empört und traurig gewesen sei, weil er zusammen mit der Mutter, seinem Bruder D._____ und dem Hund hätte an den neuen Wohnort ziehen wollen. Mittlerweile habe C._____ die getroffene Lösung zwar akzeptiert, zeige jedoch in der Schule einen rapiden Leistungsabfall (Urk. 7/45 S. 2; vgl. auch Urk. 7/46/1). Der G e- suchsgegner als Kindsvater versorge C._____ unzulänglich und biete dem Kind wenig Halt und Unterstützung. Demgegenüber habe auch D._____ seit dem Au s- zug der Gesuchstellerin wieder holt erleben müssen, wie der Gesuchsgegner die Gesuchstellerin beschimpfe und unter Druck setze. Zweifellos bemerke er ihre Ängste und finanziellen Sorgen und leite daraus seine eigenen Schlussfolgeru n- gen ab (Urk. 7/45 S. 3). Bereits das erste Besuchswochenende sei unerfreulich verlaufen, weil der Gesuchsgegner gleichzeitig einen Kollegen eingeladen und seine Zeit offenbar mit diesem rauchend und trinkend vor dem TV verbracht habe. D._____ habe dadurch das Gefühl erhalten, sein Vater würde sich gar nicht fü r ihn interessieren (Urk. 7/45 S. 4). Im Übrigen habe der Gesuchsgegner sie mit Te- lefonanrufen bombardiert, sie unter Druck gesetzt, beschimpft und sei ausfällig geworden. Sie habe sich genötigt gesehen, ihr Telefon auszuschalten (Urk. 7/45 S. 4 f.). - 9 - 5.2. Gemäss Art. 218 Abs. 2 ZPO haben die Parteien Anspruch auf die Gewäh- rung einer unentgeltlichen Mediation, wenn sie mittellos sind und das Gericht die Mediation empfiehlt. Das Gericht empfiehlt eine solche in der Regel , wenn die Mediation Aussicht auf Er folg hat und die Parteien in einer Mediation eine für sie befriedigendere Konfliktlösung finden kön nen als im Gerichtsverfahren. Die Em p- fehlung kann auch Teil der Gewährung eines Parteiges uchs sein (ZK ZPO - Li- atowitsch/Mordasini, Art. 218 N 3). Dabei gil t es zu berücksichtigen, dass eine von beiden Parteien gemeinsam beantragte M ediation nur mit Zurückhaltung abz u- lehnen ist (BSK ZPO - Ruggle, Art. 214 N 10 ff.). Die Gesuchstellerin machte vor Vorinstanz geltend, durch die vorgeschlagene Mediatorin E._____ sei es über- haupt möglich geworden, dass die Parteien sich wieder direkt austauschen kön n- ten. Auch die Besuche von D._____ beim Vater hätten mittlerweile verabredet werden können (Urk. 7/45 S. 5). Entgegen der Ansicht der Vor instanz kann eine Besuchsrechtsbeistandschaft zum Wiederaufbau der Kommunikation zwischen den Parteien nicht genügen. Es ist vorliegend nicht damit getan, Termine für die Besuchskontakte zu besprechen und die Besuche zu koordinieren, solange die Kommunikation zwischen den Parteien erheblich gestört ist. Dies muss umso mehr gelten, als beide Parteien im vorinstanzlichen Verfahren die Obhut über die gemeinsamen Kinder für sich beanspruchen. Wie dargelegt waren die hochstritt i- gen Eltern zeitweise nicht mehr in der Lage, Paar - und Elternebene zu trennen und dem Wohlergehen ihrer Kinder gerecht zu werden (vorstehend E. 5.1.). Ziel der Mediation ist es , zwischen den Parteien zu vermitteln und nicht nur mit Blick auf die Kinderbelange, sondern auch in finanzieller Hinsicht eine umfassende, für alle Beteiligten von Akzeptanz getragene Lösung zu erarbeiten. Diese Ansicht teilt auch der Kindsvertreter . Ohne Hilfe einer Fachperson sei eine Lösung zw ischen den Parteien nicht möglich. Aus juristischer Sicht müss te andernfalls ein Er zie- hungsfähigkeitsgutachten betreffend beide Elternteile in Auftrag gegeben werden , was erfahrungsgemäss lange dauere und mit hohen Kosten verbunden sei. Ohne Vorliegen eines solchen Gutachtens werde das Gericht kein Urteil fällen können. Er erachte daher die Beauftragung von E._____, zusammen mit Eltern und Ki n- dern eine Lösung zu suchen, als wesentlich schnelleren und sinnvolleren W eg. - 10 - Dies gelte umso mehr, als beide Elternt eile bereit seien, an einem solchen Vorge- hen mitzuwirken (Urk. 49 S. 2). 5.3. Mit Verfügung vom 24. Juli 2017 hat die Vorinstanz den Parteien einstwei- len für das vorinstanzliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewährt un- ter dem Vorbehalt, dass z u einem späteren Zeitpunkt über einen allfälligen Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege zu entscheiden sei (Urk. 7/53 S. 3). Damit h a- ben die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren bis zu einem anderslautenden Entscheid als mittellos zu gelten. Entsprechend ist die vorinstanzliche Verfügung vom 21. August 2017 aufzuheben und die Sache zur Anord nung und Durchfüh- rung (Bestimmung der Anzahl Sit zungen, Zeitdauer sowie Festlegung eines Kos- tendachs etc.) einer unentgeltlichen Mediation in Anwendung von Art. 218 Abs. 2 ZPO an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz wird die Kosten der Medi- ation einstweilen auf die Staatskasse zu neh men und über die Auferlegung und Verteilung der Kosten mit Abschluss des Eheschutzverfahrens zu befinden haben (BSK ZPO - Ruggle, Art. 218 N 13 ff.). Ausserdem wird die Vorinstanz das Ehe- schutzverfahren für die Dauer der Mediation zu sistieren haben (Art. 214 Abs. 3 ZPO). 6. Ausgangsgemäss sind den Parteien für das Beschwerdeverfahren keine Kosten aufzuerlegen (Art. 107 Abs. 2 ZPO) und es sind keine Parteientschädi- gungen zuzusprechen. 7.1. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren stellt die Gesuchstellerin auch für das Beschwerdeverfahren ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsbeiständin (Urk. 12/1 S. 2). 7.2. Da die Gesuchsteller in im vorliegenden Verfahren nicht kostenpflichtig wird, ist ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als g e- genstandslos geworden abzuschreiben. - 11 - 7.3. Was das Gesuc h der Gesuchstellerin um unentgeltliche Rechtsverbeistän- dung anbelangt, so ist ihre Mittellosigkeit ausgewiesen. Das Teilzeiterwerbsei n- kommen der Gesuchstellerin belief sich im Durchschnitt der letzten drei Monate auf rund Fr. 2'500.– (Urk. 12/5/4). Damit ist sie offensichtlich nicht in der Lage, ih- re eigenen Lebenshaltungskosten sowie die Kosten für D._____ zu decken (Urk. 12/1 S. 8 ff.). Die Gesuchstellerin verfügt über kein Vermögen (Urk. 7/3/11). Mit Bezug auf die Voraussetzung der fehlenden Aussichtslosigkeit ergibt sich auf- grund der vorstehenden Erwägungen, dass die Beschwerde Aussicht auf Erfolg hatte. De r Gesuchstellerin ist deshalb für das Beschwerdeverfah ren die von ih r beantragte Rechtsvertretung beizugeben. Es wird beschlossen: 1. Das Beschwerdeverfahren RE170016-O wird mit dem vorliegenden Be- schwerdeverfahren vereinigt und unter der Prozessnummer RE170015-O weitergeführt. 2. Das Beschwerdeverfahren RE170016-O wird als dadurch erledigt abge- schrieben. 3. Das Gesuch der Gesuchstellerin um Gewährung der unentgeltlichen Pro- zessführung wird als gegenstandslos abgeschrieben. 4. Der Gesuchstellerin wird für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt und es wird ihr in der Person von Rechtsan- wältin lic. iur. Y._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 5. Die Beschwerdeschrift des Gesuchsgegners vom 1. September 2017 sowie die Beschwerdeschrift der Gesuchstellerin vom 8. September 2016 [recte: 2017] werden der jeweiligen Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt. 6. Die Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Affoltern vom 21. August 2017 wird aufgehoben und das Verfahren im Sinne der Erwä- gungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. - 12 - 7. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens fallen ausser Ansatz. 8. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 9. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchstellerin unter Beilage der Doppel von Urk. 1, 4 und 5/1 und an den Gesuchsgegner unter Beilage der Doppel von Urk. 12/1, 12/4 und 12/5/3-5 sowie an die Vorinstanz, je ge- gen Empfangsschein. Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen Akten an die Vorinstanz zurück. 10. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be- schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. Zürich, 10. Oktober 2017 Obergericht des Kantons Zürich I. Zivilkammer Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. N. Gerber versandt am: kt