<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00101</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223305&amp;W10_KEY=13045544&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00101</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.06.2023</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die Beschwerdeführerin tauchte unter, nachdem ihrem ersten Asylverfahren kein Erfolg beschieden war. Sie möchte einen Schweizer heiraten und ersucht um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Eheschliessung.] Nachdem die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren nachgewiesen hat, dass das Zivilstandsamt über die als echt befundenen Papiere verfügt, ist mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen (E. 2). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=62216" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00101</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">14. Juni 2023</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">A, vertreten durch MLaw B, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrerin,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Die BeschwerdefÃ¼hrerin, geboren 1990, ist StaatsangehÃ¶rige der ElfenbeinkÃ¼ste. Sie verliess ihr Heimatland eigenen Angaben zufolge am 3. Dezember 2014 und gelangte illegal nach Spanien. Am 15. MÃ¤rz 2015 reiste sie illegal in die Schweiz ein und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) trat mit VerfÃ¼gung vom 28. April 2015 auf ihr Asylgesuch nicht ein und wies sie nach Spanien weg. Mit dem Vollzug der Wegweisung wurde der Kanton Bern beauftragt. Am 27. April 2015 hiessen die spanischen BehÃ¶rden das Gesuch des SEM vom 21. April 2015 auf Ãbernahme der BeschwerdefÃ¼hrerin gut. Ab dem 2. Mai 2015 galt die BeschwerdefÃ¼hrerin als vermisst. Auf die gegen die VerfÃ¼gung des SEM erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 29. Mai 2015 nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1">Am 24. August 2017 wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin von der Kantonspolizei ZÃ¼rich an die Kantonspolizei Bern Ã¼berstellt, nachdem sie bei einer Fahrscheinkontrolle ohne Billett und rechtsgÃ¼ltige IdentitÃ¤tspapiere aufgegriffen worden war. Gleichentags erliess die Staatsanwaltschaft ZÃ¼rich-Sihl einen Strafbefehl gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin, sprach sie der Widerhandlung gegen das AuG (rechtswidrige Einreise, rechtswidriger Aufenthalt) schuldig und verurteilte sie zu einer bedingten Geldstrafe von 30 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30.- bei einer Probezeit von zwei Jahren. In der Folge tauchte die BeschwerdefÃ¼hrerin erneut unter.</p> <p class="Sachverhalt1">Auf Meldung von Drittpersonen hin betreffend Aufenthalt einer illegal anwesenden Person in der Wohnung von C an der D-Strasse 01 in E nahm die Kantonspolizei ZÃ¼rich am 26. April 2022 eine Wohnungskontrolle vor. Die BeschwerdefÃ¼hrerin versuchte die Kontrolle zu behindern. AbklÃ¤rungen ergaben, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin am 22. Februar 2022 beim SEM erneut um Asyl ersucht hatte. Da der rechtskrÃ¤ftige Entscheid des letzten Asylgesuchs mehr als fÃ¼nf Jahre zurÃ¼cklag und die RÃ¼ckÃ¼berstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin nach Spanien nicht innert Frist ausgefÃ¼hrt werden konnte, hob das SEM seinen Nichteintretensentscheid vom 28. April 2015 auf und nahm das Asylverfahren mit VerfÃ¼gung vom 3. MÃ¤rz 2022 wieder auf. Ab dem 22. MÃ¤rz 2022 wurde die BeschwerdefÃ¼hrerin der Kollektivunterkunft in F zugeteilt. Mit Strafbefehl vom 28. April 2022 sprach die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland die BeschwerdefÃ¼hrerin der Widerhandlungen gegen das AIG (rechtswidrige Einreise, rechtswidriger Aufenthalt) und das StGB (Hinderung einer Amtshandlung) schuldig und auferlegte ihr eine Geldstrafe von 150 TagessÃ¤tzen zu je Fr. 30 unter Anrechnung von zwei TagessÃ¤tzen Haft. Mit VerfÃ¼gung vom 16. August 2022 wies das SEM das Asylgesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin wegen unglaubhafter Vorbringen ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz an. Die Ausreisefrist wurde per 11. Oktober 2022 angesetzt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erhob dagegen am 20. September 2022 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Das Verfahren ist hÃ¤ngig.</p> <p class="Sachverhalt1">Am 26. August 2022 ersuchte die BeschwerdefÃ¼hrerin beim Migrationsamt um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Eheschliessung mit C, geboren 1981, Schweizer StaatsangehÃ¶riger. Auf Aufforderung hin reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin am 10. Oktober 2022 Unterlagen zu den Akten.</p> <p class="Sachverhalt1">Mit VerfÃ¼gung vom 8. November 2022 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 26. August 2022 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion wies den dagegen erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 19. Januar 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 17. Februar 2023 liess die BeschwerdefÃ¼hrerin dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei auf die Beschwerde einzutreten und in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihr eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurÃ¼ckzuweisen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte sie, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihr der weitere Aufenthalt in der Schweiz bis Abschluss des Beschwerdeverfahrens zu gestatten, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 20. Februar 2023 trat der AbteilungsprÃ¤sident des Verwaltungsgerichts auf das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung zufolge Gegenstandslosigkeit nicht ein und hielt fest, dass wÃ¤hrend des Verfahrens alle Vollziehungsvorkehrungen zu unterbleiben haben. Gleichzeitig erhob er einen Kostenvorschuss. Der Kostenvorschuss wurde nach GewÃ¤hrung der Ratenzahlung fristgerecht geleistet. </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Mai 2023 reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin eine E-Mail der Schweizerischen Vertretung in H ein, in der diese bestÃ¤tigt, die PrÃ¼fung der Echtheit der Papiere der BeschwerdefÃ¼hrerin abgeschlossen und das Dossier an das Zivilstandesamt weitergeleitet zu haben. Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 legte die BeschwerdefÃ¼hrerin ein Schreiben des Zivilstandsamts G vom 17. Mai 2023 zu den Akten. Aus diesem geht hervor, dass es die Papiere der BeschwerdefÃ¼hrerin von der Schweizerischen Vertretung erhalten habe. Diese seien authentisch. </p> <p class="Sachverhalt1">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, verzichtete die Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Nach Art. 14 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG) kann eine asylsuchende Person ab Einreichung des Asylgesuchs bis zur Ausreise nach einer rechtskrÃ¤ftig angeordneten Wegweisung, nach einem RÃ¼ckzug des Asylgesuchs oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchfÃ¼hrbarem Vollzug kein Verfahren um Erteilung einer auslÃ¤nderrechtlichen Aufenthaltsbewilligung einleiten, ausser es bestehe ein Anspruch auf deren Erteilung. Dieser als Ausschliesslichkeit bzw. Vorrang des Asylverfahrens bezeichnete Grundsatz soll eine Privilegierung von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern gegenÃ¼ber anderen auslÃ¤ndischen Personen und eine Verschleppung des Verfahrens sowie des Wegweisungsvollzugs verhindern, weshalb ein Abweichen davon gemÃ¤ss Rechtsprechung des Bundesgerichts nur bei Vorliegen eines offensichtlichen ("manifesten") Rechtsanspruchs auf eine Aufenthaltsbewilligung mÃ¶glich ist (vgl. BGE 137 I 351 E. 3.1; Constantin Hruschka in: Marc Spescha et al., Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 14 AsylG N. 1 f. [jeweils mit Hinweisen]). Ãber die Offensichtlichkeit des Anspruchs ist aufgrund einer summarischen PrÃ¼fung zu entscheiden (BGr, 24. Juli 2017, 2C_551/2017, E. 2.3.2, und 17. MÃ¤rz 2017, 2C_947/2016, E. 3.5).</span> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Bei der BeschwerdefÃ¼hrerin handelt es sich um eine Asylbewerberin, die nachdem ihrem ersten Asylverfahren kein Erfolg beschieden war, untertauchte und in der Folge erneut um Asyl ersuchte. Das SEM wies das zweite Asylgesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin mit VerfÃ¼gung vom 16. August 2022 ab. Die dagegen erhobene Beschwerde ist soweit ersichtlich noch beim Bundesverwaltungsgericht hÃ¤ngig. Die BeschwerdefÃ¼hrerin mÃ¶chte einen Schweizer heiraten, sobald sie in der Schweiz Ã¼ber einen gÃ¼ltigen Aufenthaltstitel verfÃ¼gt. GestÃ¼tzt auf das <span>Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG) </span>steht ihr vor der Heirat mit ihrem Schweizer Verlobten kein Bewilligungsanspruch im Sinn von Art. 42 Abs. 1 AIG zu. Im Hinblick auf die geplante Eheschliessung vermag sie allerdings unter bestimmten Voraussetzungen aus dem in Art. 12 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) sowie Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Recht auf Ehe einen Anwesenheitsanspruch zum Zweck der Eheschliessung in der Schweiz abzuleiten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Nach Art. 98 Abs. 4 des Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB) mÃ¼ssen Verlobte, die nicht SchweizerbÃ¼rgerinnen oder SchweizerbÃ¼rger sind, wÃ¤hrend des Vorbereitungsverfahrens ihren rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt in der Schweiz nachweisen, ansonsten die Zivilstandsbeamten die Trauung nicht vollziehen dÃ¼rfen (vgl. auch Art. 66 Abs. 2 lit. e in Verbindung mit Art. 67 Abs. 3 der Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV]). In Konkretisierung des Gesetzeszwecks dieser Bestimmung und in Beachtung von Art. 8 Abs. 1 EMRK (Recht auf Schutz des Familienlebens) sind die MigrationsbehÃ¶rden gehalten, Ehewilligen ohne Aufenthaltsrecht zur Vermeidung einer Verletzung ihres Rechts auf Ehe gemÃ¤ss Art. 12 EMRK bzw. dem analog ausgelegten Art. 14 BV eine vorÃ¼bergehende (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, sofern keine Hinweise vorliegen, dass die auslÃ¤ndischen Personen mit ihrem Vorhaben die Vorschriften Ã¼ber den Familiennachzug umgehen wollen, und feststeht, dass sie nach der Heirat die Zulassungsvoraussetzungen in der Schweiz offensichtlich erfÃ¼llen (analoge Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AIG; BGE 137 I 351 E. 3.5 und 3.7; vgl. auch Marc Spescha, in: derselbe et al., Art. 98 ZGB N. 2 f.). Diese Praxis gilt auch fÃ¼r abgewiesene â und damit an sich illegal anwesende â Asylbewerber, die erst mittels Heirat den auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungsanspruch erwerben, da ihnen bei einer ernstlich gewollten Ehe und offensichtlich erfÃ¼llten Bewilligungserfordernissen nicht zugemutet werden kann, in ihre Heimat zurÃ¼ckzukehren und von dort aus um eine Einreisebewilligung zwecks Heirat zu ersuchen (BGE 137 I 351 E. 3.7; BGr, 2. Januar 2013, 2C_195/2012, E. 3.5.2). Eine Kurzaufenthaltsbewilligung zum Zweck der Eheschliessung soll indes nur erteilt werden, wenn mit dem Eheschluss in absehbarer Zeit zu rechnen ist (vgl. BGr, 17. Januar 2020, 2C_827/2019, E. 3). Absehbar ist die Eheschliessung, wenn mit der Beschaffung der zivilrechtlich erforderlichen Papiere bzw. BestÃ¤tigungen innert der fÃ¼r die Vorbereitung der Eheschliessung Ã¼blichen Zeitperiode von sechs Monaten gerechnet werden kann (VGr, 1. September 2020, VB.2020.00293, E. 3.6 Abs. 1 â 11. Juni 2020, VB.2020.00351, E. 2.3.1 Abs. 2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Dem Grundsatz, wonach der Bewilligungsentscheid im Ausland abzuwarten ist, muss grundrechtskonform nachgelebt werden; unverhÃ¤ltnismÃ¤ssige, schikanÃ¶se Ausreiseverpflichtungen und VerfahrensverzÃ¶gerungen sind im Interesse aller Beteiligten unter BerÃ¼cksichtigung des Beschleunigungsgebots (vgl. Art. 29 Abs. 1 BV) primÃ¤r dadurch zu vermeiden, dass rasch erstinstanzlich in der Sache entschieden wird (vgl. BGE 139 I 37 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zu Schluss, dass nicht davon auszugehen sei, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr Verlobter in absehbarer Zeit in der Schweiz getraut werden kÃ¶nnten. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie aus, dass Zweifel an der IdentitÃ¤t der BeschwerdefÃ¼hrerin bestÃ¼nden und die Echtheit der von ihr eingereichten Dokumente noch nicht Ã¼berprÃ¼ft worden sei. Das Zivilstandsamt kÃ¶nne erst nach positiver EchtheitsprÃ¼fung eine BestÃ¤tigung Ã¼ber ein frÃ¼hestes Heiratsdatum ausstellen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b>Absehbar ist die Eheschliessung, wenn mit der Beschaffung der zivilrechtlich erforderlichen Papiere bzw. BestÃ¤tigungen innert der fÃ¼r die Vorbereitung der Eheschliessung Ã¼blichen Zeitperiode von sechs Monaten gerechnet werden kann (VGr, 1. September 2020, VB.2020.00293, E. 3.6 Abs. 1 â 11. Juni 2020, VB.2020.00351, E. 2.3.1 Abs. 2).</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Schreiben des Zivilstandsamtes G vom 17. Mai 2023 wÃ¼rden die erforderlichen Papiere der BeschwerdefÃ¼hrerin vorliegen und seien diese als echt eingestuft worden. Damit fehlt es fÃ¼r die Eheschliessung einzig am rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt der BeschwerdefÃ¼hrerin. Vor diesem Hintergrund ist mit dem Eheschluss in den nÃ¤chsten Monaten und damit in absehbarer Zeit zu rechnen (vgl. zum Ganzen VGr, 15. April 2021, VB.2021.00181, E. 3.4.4 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der Beschwerdegegner anzuweisen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Ehevorbereitung zu erteilen. FÃ¼r eine allfÃ¤llige VerlÃ¤ngerung der Kurzaufenthaltsbewilligung sowie fÃ¼r die Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung ist im jeweiligen Zeitpunkt erneut und vertieft zu untersuchen und zu prÃ¼fen, ob die dannzumal geltenden Voraussetzungen hierfÃ¼r erfÃ¼llt sind, zumal die vorliegende PrÃ¼fung lediglich summarisch erfolgt.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und steht der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 sowie § 17 Abs. 2 VRG). Diese wird fÃ¼r das vorliegende Verfahren auf Fr. 1'500.- festgesetzt.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin vermochte erst im verwaltungsgerichtlichen Verfahren zu belegen, dass die beabsichtigte Heirat innert nÃ¼tzlicher Frist erfolgen kann, da erst mit Schreiben des Zivilstandsamtes G vom 17. Mai 2023 die BestÃ¤tigung vorlag, dass fÃ¼r den Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens nur noch die Einreichung der BestÃ¤tigung des rechtmÃ¤ssigen Aufenthalts der BeschwerdefÃ¼hrerin fehlt. Die begehrte Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Ehe wurde damit erst im verwaltungsgerichtlichen Verfahren bewilligungsfÃ¤hig, wÃ¤hrend die entsprechenden Gesuche von den Vorinstanzen zu Recht abgewiesen wurden. Es rechtfertigt sich deshalb nicht, die vorinstanzlichen Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen neu zu regeln.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG e contrario; BGE 139 I 330 E. 1.1). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. <span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Kurzaufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. <span>Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2">4. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2">5. <span>Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) <span>die Sicherheitsdirektion;</span> </p> <p class="MsoNormal">c) <span>das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM);</span></p> <p class="MsoNormal"><span>d) die Kasse des Verwaltungsgerichts </span>(zur RÃ¼ckerstattung der Kaution).</p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>