A bteilung IV D -5233/2006 {T 0/2} U rteil vom 30. M ärz 2007 M itw irkung: R ichter D aniel Schm id, M aurice Brodard, W alter Lang G erichtsschreiber W eber A._______, Angola, vertreten durch B._______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 29. Juni 2006 i.S. A ufhebung vorläufige A ufnahm e B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführerin zusam m en m it ihrer M utter und zw ei G eschw istern am 7. N ovem ber 2003 auf dem Luftw eg über den Flughafen von Luanda R ichtung Italien ausreiste und von dort herkom m end am 12. N ovem ber 2003 illegal in die Schw eiz einreiste, w o sie gleichentags um Asyl nachsuchte, dass das Asylverfahren der dam als m inderjährigen Beschw erdeführerin bis zum vorliegenden Verfahren (Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e) zusam m en m it dem jenigen der M utter und G eschw ister (D -5234/2006) beurteilt w urde, dass das U rteil hinsichtlich der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e im Falle der Beschw erdeführerin zum gleichen Zeitpunkt ergeht, w ie dasjenige hinsichtlich der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e im Falle der M utter und G eschw ister, dass beide Parteien (Beschw erdeführerin/M utter und G eschw ister) dieselbe R echtsvertreterin bevollm ächtigt haben, dass es sich bei dieser Sachlage rechtfertigt, hinsichtlich der Prozessgeschichte im ursprünglichen Asylverfahren der Beschw erdeführerin auf diejenige ihrer M utter und G eschw ister zu verw eisen, dass das BFM der Beschw erdeführerin m it Schreiben vom 2. Juni 2006 das rechtliche G ehör zur beabsichtigten Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e und G elegenheit zur Stellungnahm e gew ährte, dass das Bundesam t darin in m aterieller H insicht ausführte, die vorläufige Aufnahm e sei zum dam aligen Zeitpunkt zusam m en m it ihrer Fam ilie (M utter und G eschw ister) verfügt w orden, da das Alter ihres Bruders C ._______ zu diesem Zeitpunkt einer R ückkehr entgegen gestanden habe, nachdem dieser zw ischenzeitlich indessen sechs Jahre alt gew orden sei und w eil sich die Lage in Luanda w eiter stabilisiert habe, erscheine der Vollzug der W egw eisung nach Angola heute zum utbar, dass die Beschw erdeführerin am 20. Juni 2006 eine Stellungnahm e einreichen liess, dass das BFM m it Verfügung 29. Juni 2006 - eröffnet am 4. Juli 2006 - die m it Verfügung vom 30. Septem ber 2004 angeordnete vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin aufhob und sie - unter Androhung von Zw angsm itteln im U nterlassungsfall - aufforderte, die Schw eiz bis zum 25. Septem ber 2006 zu verlassen, dass zur Begründung im W esentlichen ausgeführt w urde, die Beschw erdeführerin sei gem äss eigenen Angaben in Luanda geboren, habe dort bis zur Ausreise zusam m en m it ihren Eltern und G eschw istern gelebt und die Schule besucht, dass die Erw ägungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) in ihrem U rteil vom 24. Septem ber 2004, w onach aufgrund der Angaben der M utter der Beschw erdeführerin für die Fam ilie der Vollzug der W egw eisung grundsätzlich zum utbar sei, auch für die Beschw erdeführerin gelten w ürden, dass die Beschw erdeführerin deshalb in der Lage sei, in Luanda w ieder Fuss zu fassen und m it M ithilfe ihres Vaters und ihrer Verw andtschaft für sich eine Existenzgrundlage aufzubauen,3 dass die beruflichen und w irtschaftlichen Perspektiven bei der Beschw erdeführerin som it nicht schlechter als diejenigen der ansässigen Bevölkerung erscheinen w ürden, dass die W iedereingliederung in Angola zudem im R ahm en der R ückkehrhilfe erleichtert w erden könne, dass der Vollzug der W egw eisung heute zulässig, zum utbar und m öglich sei, so dass die vorläufige Aufnahm e gestützt auf Art. 14b Abs. 2 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) aufzuheben sei, dass die Beschw erdeführerin m it Beschw erde vom 29. Juli 2006 (Poststem pel) bei der AR K unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs und die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), insbesondere den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, beantragen liess, dass ferner in verfahrensrechtlicher H insicht um Ansetzung einer Frist zur Beschw erdeergänzung ersucht w urde, dass m it Zw ischenverfügung vom 4. August 2006 das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege abgew iesen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet w urde, da das Sicherheitskonto der Beschw erdeführerin (Art. 86 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG , SR 142.31]) einen die m utm asslichen Verfahrenskosten übersteigenden Saldo aufw eist, dass das G esuch um Ansetzung einer Frist zur Beschw erdeergänzung unter H inw eis auf Art. 32 Abs. 2 Vw VG abgew iesen w urde, dass die Beschw erdeführerin am 25. August 2006 eine als „Beschw erdeergänzung“ bezeichnete Eingabe einreichen liess, dass das BFM in seiner Vernehm lassung vom 20. O ktober 2006 die Abw eisung der Beschw erde beantragte, dass m it Zw ischenverfügung vom 25. O ktober 2006 der Beschw erdeführerin die Vernehm lassung des BFM zur R eplik zugestellt w urde, dass die Beschw erdeführerin am 3. N ovem ber 2006 ihre Stellungnahm e hierzu einreichen liess, und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 Vw VG ) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]),4 dass das Bundesverw altungsgericht die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel übernim m t und dabei das neue Verfahrensrecht anw endet (Art. 53 Abs. 2 VG G ), dass die Beschw erdeführerin durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschw erde legitim iert ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 Vw VG ), dass som it auf ihre frist- und form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 50 ff. Vw VG ), dass m it Beschw erde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass eine in Anw endung von Art. 44 Abs. 2 AsylG angeordnete vorläufige Aufnahm e aufzuheben ist, w enn sich der Vollzug als zulässig, zum utbar und m öglich erw eist (Art. 14b Abs. 2 AN AG ), dass der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin unter Berücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der Schw eiz (Art. 3 der Konvention vom 4. N ovem ber 1950 zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten: Europäische M enschen- rechtskonvention [EM R K, SR 0.101] Art. 33 Abs. 1 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) und der Bestim m ungen von Art. 5 Abs. 1 AsylG sow ie Art. 25 Abs. 2 und 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zulässig ist, da die Beschw erdeführerin - w ie rechtskräftig festgestellt w urde - die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und keine Anhaltspunkte für eine m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die der Beschw erdeführerin in ihrem H eim at- oder H erkunftsstaat droht, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich darlegt, w eshalb es die Voraussetzungen für einen Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin nach Angola unter dem Zum utbarkeitsaspekt als für gegeben erachtet, und vor diesem H intergrund die m it Verfügung vom 30. Septem ber 2004 angeordnete vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin in der Schw eiz aufhob, dass sich die vorinstanzlichen Erw ägungen als zutreffend erw eisen und zur Verm eidung von W iederholungen auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der angefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, dass die Vorbringen der Beschw erdeführerin in der R echtsm itteleingabe, w elche sich im Ü brigen kaum von derjenigen ihrer M utter und G eschw ister unterscheidet, nicht geeignet sind, eine Änderung der angefochtenen Verfügung zu bew irken, zum al der Argum entation der Vorinstanz keine stichhaltigen G ründe entgegen gesetzt w erden, dass daran auch die Ausführungen in der „Beschw erdeergänzung“ nichts ändern, zum al sich diese grundsätzlich an den Vorbringen in der R echtsm itteleingabe orientieren, w eiter nicht über Allgem einplätze hinausgehen und kaum konkret auf die Situation der Beschw erdeführerin Bezug nehm en, dass hinsichtlich der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs der Beschw erdeführerin nach Angola dem nach vorab auf die Ausführungen in dem ihre M utter und G eschw ister betreffenden U rteil zu verw eisen ist (gleicher U rteilszeitpunkt, gleiche R echtsvertreterin),5 dass ergänzend lediglich darauf hinzuw eisen ist, dass die m ittlerw eile volljährige, über eine solide Schulbildung verfügende und - sow eit aktenkundig - gesunde Beschw erdeführerin im Falle einer R ückkehr in ihr H eim atland nicht auf sich alleine gestellt sein w ird, dass die von der Beschw erdeführerin in der Schw eiz gesam m elten Erfahrungen im Erw erbsleben und das vorhandene Beziehungsnetz in Angola ihrer R eintegration zw eifelsohne von N utzen sein dürften, dass das w iederholte Vorbringen auf Beschw erdestufe, w onach die Beschw erdeführerin m it ihren 19 Jahren aufgrund der schw ierigen Lebensum stände in Angola grosse G efahr liefe, ihren U nterhalt und denjenigen der Fam ilie durch Prostitution zu verdienen, eine blosse respektive nicht relevante M utm assung darstellt, dass nach dem G esagten keine G ründe ersichtlich sind, die gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs nach Angola sprechen, dass der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführerin auch als m öglich zu bezeichen ist, da keine praktischen H indernisse erkennbar sind, die einer R ückkehr entgegenstehen w ürden, dass es der Beschw erdeführerin nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (vgl. Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Verfahrensausgang die Kosten des Verfahrens der Beschw erdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und diese grundsätzlich auf Fr. 600.-- festzulegen w ären (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]), dass vorliegend die Verfahrenskosten indessen aufgrund des engen Fam ilien- und Sachzusam m enhangs m it dem Verfahren der M utter/G eschw ister auf Fr. 400.-- zu reduzieren sind. (D ispositiv nächste Seite)6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 400.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 3. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben; Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r.) - das Am t für Ausländerfragen des Kantons D _______ (Beilage: C ED U LA PESSO AL) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: D aniel Schm id Alfred W eber Versand am :