JAAC68.146 Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 3. Februar 2004 i.S. M. F., Jemen, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 15 Art. 24 al. 1 PA. Art. 8 al. 3 LAsi. Restitution pour inobservation non fautive du délai de recours. 1. Conditions formelles mises à la restitution d’un délai (consid. 1 et 2). 2. Il ne peut être reproché l’inobservation fautive du délai de recours à un demandeur d’asile qui, étant au bénéfice d’un congé dûment autorisé au moment de la notification de la décision au centre d’hébergement, n’a pas été en mesure de prendre connaissance à temps de cette notification, en soi valable (consid. 3). 3. Etendue du devoir de collaboration en cas d’absence - temporaire et dûment autorisée - d’un requérant d’asile du lieu de séjour qui lui a été assigné (consid. 4). Art. 24 Abs. 1 VwVG. Art. 8 Abs. 3 AsylG. Wiederherstellung der Beschwerdefrist nach unverschuldetem Versäumnis. 1. Formelle Voraussetzungen eines Gesuchs um Wiederherstellung einer Frist (E. 1 und 2). 2. Den Gesuchsteller, der sich im Zeitpunkt der Entscheideröffnung mit Urlaubsbewilligung ausserhalb seines Durchgangszentrums aufhielt, trifft am Versäumen der Beschwerdefrist kein Verschulden, da er von der - an sich rechtsgültig erfolgten - Eröffnung nicht rechtzeitig Kenntnis erhielt (E. 3). 3. Tragweite der Mitwirkungspflicht bei behördlich bewilligter, vorübergehender Abwesenheit vom zugewiesenen Aufenthaltsort (E. 4). 1Art. 24 cpv. 1 PA. Art. 8 cpv. 3 LAsi. Restituzione per inosservanza del termine ricorsuale. 1. Presupposti formali di una domanda di restituzione per inosservanza di un termine (consid. 1 e 2). 2. Al richiedente l’asilo - assente giustificato, al momento della tentata notificazione della decisione di prima istanza, dal centro cui è stato attribuito - non può essere imputata alcuna colpa per l’inosservanza del termine ricorsuale (consid. 3). 3. Portata dell’obbligo di collaborare in caso d’assenza - autorizzata e temporanea - dal luogo di soggiorno stabilito dalle autorità (consid. 4). ZusammenfassungdesSachverhalts: MitVerfügungvom31.Oktober2003lehntedasBundesamtfürFlüchtlinge (BFF)dasAsylgesuchdesGesuchstellersab. DieseVerfügungwurdedem Gesuchstelleram4.November2003andessenWohnadresse(Zentrumfür AsylsuchendeX.)miteingeschriebenemBriefundRückscheinzugesandt, indessenvonderschweizerischenPostam12.November2003mitdem Vermerk«Annahmeverweigert/nichtabgeholt»zurückgeschickt. MitDatumvom15.Dezember2003erginginderFolgeeineMitteilungdes BFFandiezuständigenBehördendesKantonsSt. Gallen,derEntscheidvom 31.Oktober2003seiam9.Dezember2003inRechtskrafterwachsen. MitSchreibenvom15.Dezember2003teiltedasAmtfürSozialesdesKantons St.Gallen(ZentrumfürAsylsuchendeX.)demBFFmit,derGesuchsteller habedenEntscheidvom31.Oktober2003aufgrundeinesFehlersdes Durchgangszentrumsnichtpersönlichentgegennehmenkönnenund habesomitunverschuldetkeineKenntnisvonderVerfügungerlangt. Eine AbwesenheitdesGesuchstellersseiirrtümlicherweisealsunentschuldigt interpretiertworden,währendsichdiesertatsächlicherlaubterweisemit einemUrlaubsscheinausserhalbdesZentrumsaufgehaltenhabe. DasBFF werdedaherdarumersucht,demGesuchstellerdenEntscheidnochmals zuzustellenunddieBeschwerdefristwiederherzustellen. MitSchreibenvom16.Dezember2003teiltedasBFFdemAmtfürSoziales desKantonsSt. Gallen(ZentrumfürAsylsuchendeX.)mit,ausGründender GleichbehandlungbestehekeineMöglichkeit,demErsuchenzuentsprechen. ZurBegründungwurdeweiterausgeführt,gemässArt.8desAsylgesetzesvom 26.Juni1998(AsylG,SR142.31)müsstensichAsylsuchende,diesichinder Schweizaufhielten,währenddesVerfahrensdenBehördenvonBundund KantonenzurVerfügunghalten. DemnachseiderGesuchstellerverpflichtet gewesen,fürdieDauerseinerAbwesenheiteineihmgeeigneterscheinende PersonfürdieallfälligeEntgegennahmevonPostsachenzubevollmächtigen. MitEingabevom23.Dezember2003fochtderGesuchstellerdieVerfügung desBFFvom31.Oktober2003an. DabeiersuchteerinprozessualerHinsicht unteranderemdarum,inAnwendungvonArt.24desBundesgesetzesvom 220.Dezember1968überdasVerwaltungsverfahren(VwVG,SR172.021) seizunächstdieFristzurBeschwerdegegendieVerfügungdesBFFvom 31.Oktober2003wiederherzustellen. DieSchweizerischeAsylrekurskommission(ARK)heisstdasGesuchum WiederherstellungderBeschwerdefristgut. AusdenErwägungen: 1.a. DieARKbefindetübereinGesuchumWiederherstellungeinerFrist nachArt.24VwVGinderBesetzungmitdreiRichtern,soweitessichnicht alsoffensichtlichunzulässigerweistunddamitindieZuständigkeitdes EinzelrichtersnachArt.111Abs.2AsylGfällt(vgl. Art.104Abs.2AsylG). b. GemässArt.24Abs.1VwVGkanndieWiederherstellungeinerFristerteilt werden,wennderGesuchstelleroderseinVertreterunverschuldetabgehalten wordenist,innertFristzuhandeln,binnenzehnTagennachWegfalldes HindernisseseinbegründetesBegehrenumWiederherstellungeinreichtund dieversäumteRechtshandlungnachholt. c. MithinstatuiertArt.24Abs.1VwVGimHinblickaufdieallfällige WiederherstellungeinerverpasstenFristeinerseitsformelleVoraussetzungen (Einreichungeinesentsprechenden,begründetenBegehrensinnerteiner selbständigenFrist;NachholungderversäumtenRechtshandlungbinneneben dieserFrist). AndererseitserfordertdieWiederherstellungderverpassten FristdiePrüfungeinermateriellenFrage,nämlichdesVerschuldens beziehungsweiseNichtverschuldensinBezugaufdasVerpasseneinerim RahmeneinerbestimmtenFristzuerfolgendenHandlung. 2. VorliegendistsomitzunächstimSinneeinerEintretensfragezuprüfen, obdiedurchArt.24Abs.1VwVGstatuierteformelleVoraussetzung erfülltsei,wonachbinnenzehnTagennachWegfalldesHindernissesein begründetesBegehrenumWiederherstellungeingereichtwerdenmuss,unter gleichzeitigerNachholungderversäumtenRechtshandlung. Diesbezüglichist festzustellen,dassalsHindernisbezüglichderfristgerechtenAusübungdes Beschwerderechtsdiebiszum15.Dezember2003währendeUnkenntnisdes GesuchstellersvomnegativenAsylentscheiddesBFFzubetrachtenist. Indem demGesuchstellerderEntscheidderVorinstanzbiszum15.Dezember2003, demDatumderRechtskraftmitteilungdurchdasBFF,nichtpersönlicheröffnet wordenwarundauchsonstkeinAnlasszurAnnahmebesteht,erhabeinder Zwischenzeitanderweitigdavonerfahren,lässtsichdavonausgehen,dass dieseUnkenntnis-wievomGesuchstellergeltendgemacht-biszujenem Zeitpunktauchtatsächlichbestand. DesWeiterenistfestzustellen,dass derGesuchsteller,nachdemerimAnschlussandieRechtskraftmitteilung gleichentagsdurcheinenZentrumsmitarbeitervonderfestgesetzten AusreisefristundmithinvomnegativenAsylentscheiderfahrenhatte,mittels derBeschwerdeeingabevom23.Dezember2003innertdergesetzlichenFrist vonzehnTagensowohleinbegründetesBegehrenumWiederherstellungder BeschwerdefriststelltealsauchdieversäumteRechtshandlung(Einreichen einerrechtsgenüglichenBeschwerde)nachholte. AufdasGesuchum WiederherstellungderBeschwerdefrististsomiteinzutreten. 3.a. InmateriellerHinsichtistsodanndieFragezubeurteilen,obder Gesuchstellerunverschuldetdavonabgehaltenwordenist,innert derfraglichenFristzuhandeln,dasheisstbinnendergesetzlichen 3RechtsmittelfristvondreissigTagen(vgl. Art.6AsylGinVerbindungmit Art.50VwVG)beiderARKBeschwerdegegendenAsylentscheiddesBFF zuerheben. b. EinVersäumnisimerwähntenSinnistunverschuldet,«wenn dafürobjektiveGründevorliegenundderParteibzw. derVertretung keineNachlässigkeitvorgeworfenwerdenkann»( A. Kölz/I. Häner, VerwaltungsverfahrenundVerwaltungsrechtspflegedesBundes, 2.Aufl.,Zürich1998,S.124). AlsausreichendeobjektiveGründegelten dabeipraxisgemässetwaschwerwiegendeKrankheit( BGE108V109 , 110E.2c;vgl. inBezugaufdeninhaltlichgleichlautendenArt.35des Bundesgesetzesvom16.Dezember1943überdieOrganisationder Bundesrechtspflege[OG],SR173.110auch BGE112V255 f.),nichtaberblosse Ferienabwesenheit(vgl. VPB51.1). Zuerwähnenistausserdem,dassgemäss derbundesgerichtlichenRechtsprechungimZusammenhangmitArt.24 VwVGeineversuchtePostzustellungalserfolgtgeltenlassenmuss,wer«sich währendeineshängigenVerfahrensfürlängereZeitvondemdenBehörden bekanntgegebenenAdressortentfernt,ohnefürdieNachsendungderan diebisherigeAdressegelangendenKorrespondenzzusorgenundohne derBehördezumelden,woernunmehrzuerreichenist,bzw. ohneeinen Vertreterzubeauftragen,nötigenfallswährendseinerAbwesenheitfürihn zuhandeln»;diesunterderweiterenVoraussetzung,dass«dieZustellung einesbehördlichenAkteswährendderAbwesenheitmiteinergewissen Wahrscheinlichkeitzuerwartenist»( BGE107V187 ,189E.2;vgl. auch BGE 107V190 ,191). c. Vorwegistfestzuhalten,dassalsgeltendgemachterGrundfürdas VersäumeneinerfristgerechtenRechtsmitteleingabenichtdieTatsache derUrlaubsabwesenheitansichzubetrachtenist: Dies,indemder Gesuchstellernichtgeltendmacht,esseiihmgeradeaufgrundseiner urlaubsbedingtenAbwesenheitunmöglichgewesen,dieversäumte Rechtshandlungvorzunehmen. SondernimVordergrundstehendund somitzubeurteilenistdieFrage,obunterden-wennauchmittelbardurch eineurlaubsbedingteAbwesenheitvonderWohnadresseverursachten- besonderenVoraussetzungendesvorliegendenFallesdenGesuchsteller einVerschuldendarantrifft,dasserdieBeschwerdefristnichteinzuhalten vermochte,indemererstnachderenAblaufüberhauptvomAsylentscheiddes BFFvom31.Oktober2003Kenntniserhielt. Insofernistfestzustellen,dassdie erwähntePraxisbetreffendblosseFerienabwesenheitvorliegendnichtvon Belangist. d. InBezugaufdiezuuntersuchendeFragestellungistzunächstallgemein davonauszugehen,dasswährendeineslaufendenAsylverfahrensobjektiv jederzeiteinegewisseWahrscheinlichkeitfürdenZugangeiner(auch abschliessenden)Verfügungbesteht. DesWeiterenistfestzustellen,dass diefraglicheVerfügungdesBFFvom31.Oktober2003demAdressatenin rechtsgültigerWeiseeröffnetwordenist(vgl. zumFolgendenEntscheidungen undMitteilungenderSchweizerischenAsylrekurskommission[EMARK]2001 Nr.9= VPB65.76). EineVerfügunggiltindemMomentalseröffnet,dasie demAdressatentatsächlichübergebenwurde. WirdeineVerfügungmit eingeschriebenerPostversandt,sowirdaufdenMomentderZustellungdurch diePostoderaufdenMomentderAbholungaufderPoststelleabgestellt. Art.12Abs.1AsylGbestimmtdabei,dasseineVerfügungnachAblauf 4dersiebentägigenAbholfristalsrechtsgültigeröffnetgilt,auchwennder AdressataufgrundeinerbesonderenVereinbarungmitderPosterstzueinem späterenZeitpunktdavonKenntniserhaltenhatoderwenndieVerfügung alsunzustellbarzurückkommt. Art.12Abs.1AsylGkodifiziertdabeifürdas AsylverfahrendiebundesgerichtlicheRechtsprechungzursogenannten Zustellfiktion(vgl. BGE115Ia12 f.). IndemdieVerfügungdesBFFvom 31.Oktober2003vonderschweizerischenPostam12.November2003nach AblaufdersiebentägigenAbholfristalsunzustellbarzurückgesandtwurde, nachdemsiekorrektimSinnevonArt.12Abs.1AsylGadressiertwordenwar, sinddiegenanntenKriterienfüreinerechtsgültigeEröffnungerfüllt. e. AufderGrundlagederzuvor(E.3b)erwähntenbundesgerichtlichen PraxiserscheintallerdingsimvorliegendenFallderSchlussunzulässig,aus derTatsachederrechtsgültigenEröffnungderfraglichenVerfügungfolge aucheinVerschuldendesGesuchstellersinBezugaufdasVerpassender Beschwerdefrist. aa. DabeiistzunächstaufdenUmstandhinzuweisen,dassdie urlaubsbedingteAbwesenheit-wieausdermitdemSchreibendesZentrums fürAsylsuchendeX.vom15.Dezember2003andasBFFübermittelten KopiedesUrlaubsscheinshervorgeht-mitKenntnissowieErlaubnisder kantonalenBehörden(nämlichdesAmtsfürSozialesdesKantonsSt.Gallen, repräsentiertdurchdasZentrumfürAsylsuchendeX.)erfolgte. DesWeiteren wardenBehördenderwährendderZustellungdesAsylentscheidsaktuelle AufenthaltsortdesVerfügungsadressatentatsächlichbekannt,istdochaus dergenanntenKopieausserdemersichtlich,beiwelcherPersonundunter welcherAdressesichderGesuchstellerwährendderbewilligtenUrlaubszeit aufzuhaltenhatte;desWeiterenisteineMobiltelefonnummerangeführt. MithinwäreesdenVerantwortlichendesZentrumsfürAsylsuchendeX. möglichgewesen,denGesuchstellerauchwährendseinerAbwesenheitzu erreichen. bb. ImgegebenenKontextkannzudemauchdiebesondereWohnsituation desGesuchstellersnichtausserBetrachtgelassenwerden. GemässArt.2 derkantonalenVerordnungüberdieAufnahmevonAsylsuchenden(vom 3.Dezember2002,sGS381.12,gestütztaufArt.28AsylG)erfolgtdieBetreuung vonAsylsuchendenimvorliegendzuständigenKantonSt. Gallenbiszur ZuweisungandiepolitischenGemeindendurchdenKanton,derzudiesem ZweckKollektivunterkünfteführt. BeimZentrumfürAsylsuchendeX., inwelchemderAsylsuchendeuntergebrachtist,handeltessichumeine solchekantonaleKollektivunterkunft. DieindiesemZentrumwohnhaften AsylsuchendensindeinerbestimmtenHausordnungunterworfen,dieunter andereminBezugaufUrlaubespezifischeRegelnvorsieht. Soergibtsich ausderdemSchreibenvom15.Dezember2003beiliegendenKopiedes Urlaubsscheins,dassAbwesenheitenimRahmeneinesUrlaubszeitlichund örtlichklarbeschränktsind;dieUrlaubsberechtigtenmüssensichzudem lautdemaufgedrucktenText«gemässdenBestimmungenderkantonalen FremdenpolizeiundunsererHausordnung[…]mindestens1xproWoche währendderBürozeitentelefonischmelden». ZudemmussderScheinam UrlaubsendezurKontrollederZentrumsleitungabgegebenwerden. Dabeiist auchdavonauszugehen,dassderartigeRegelnmitDisziplinarmassnahmen sanktioniertwerdenkönnen,seiesetwadurchVerweigerungeines künftigenweiterenUrlaubsrechtsoderanderweitig. Einsolchesspezifisches 5UrlaubsregimewieauchweiterefürdengeregeltenBetriebineinem DurchgangszentrumnotwendigeVerhaltensnormenimplizierengewisse besonderePflichtenundEinschränkungenderpersönlichenFreiheit,womit sichdieBewohnerinnenundBewohnerdesZentrumsfürAsylsuchendein einemrechtlichenStatusbefinden,dereinembesonderenRechtsverhältnis bzw. Sonderstatusverhältnisgleichkommt(vgl. diesbezüglich,wennauch primäraufdasRegimeineinerEmpfangsstelleBezugnehmend, BGE 128II156 ,163E.3b,unterHinweisauf A. Achermann/Ch. Hausammann, HandbuchdesAsylrechts,2.Aufl.,Bern/Stuttgart1991,S.368;vgl. zudiesem EntscheidauchdenKommentarvon J. Schertenleib inAsyl2002,Nr.2,S.21ff.; allgemeinzumBegriffundzudenWirkungendesSonderstatusverhältnissess. nuretwa U. Häfelin/G. Müller,AllgemeinesVerwaltungsrecht,4.Aufl., Zürich/Basel/Genf2002,S.101f.,249). MitdemSonderstatusverhältnis zwischeneinerasylsuchendenPersonunddeneinDurchgangszentrum (oder,wiein BGE128II156 ,eineEmpfangsstelle)betreibendenBehörden ist-wieauchbeiBeispieleninanderenLebensbereichen(etwaBildungs- oderPflegeanstalten,vgl. diediversenBeispieleausderRechtsprechungbei Häfelin/Müller,a.a.O.,S.101f.) -einbesonderes,sichauseinemkonkreten ZweckergebendesBetreuungsverhältnisverbunden. DieseFeststellungistim vorliegendenZusammenhanginsofernrelevant,alsfürdieBewohnerinnen undBewohnereinerKollektivunterkunftfürAsylsuchendeklarersichtlichist, dassdieHeimleitungbestimmteAufsichtsfunktionenwahrnimmt,wassich imkonkretenFalldesGesuchstellersgeradedaringeäusserthat,dassdiesem unterbestimmtenAuflageneineUrlaubsbewilligungerteiltwurde. cc. IndemsichderGesuchstellermitErlaubnisderHeimleitungundzudem untergenauerAngabederwährendseinerAbwesenheitbestehenden ErreichbarkeitinUrlaubbefand,wärendieVerantwortlichendesZentrums fürAsylsuchendeX.verpflichtetgewesen,zugunstendesGesuchstellers bestimmteVorkehrungenzutreffen. Dabeimagzwardasbestehende Sonderstatusverhältnisnichtderartweitgehen,dassdieHeimleitung hättetunmüssen,wassiehättetunkönnen,nämlichinFunktioneiner eigentlichenVertretungdieeingeschriebenePostsendunganstelledes Verfügungsadressatenentgegenzunehmen. IndessenhättedieHeimleitung denGesuchsteller(angesichtsdergegebenenErreichbarkeit)auchwährend dernochlaufendenAbholfristüberdasVorliegeneinereingeschriebenen Sendungorientierenkönnen,wasjenemdieWahldesweiterenVorgehens ermöglichthätte. ImSinneeinerweiterennaheliegendenOptionhättedie HeimleitungdenGesuchstellerschliesslichnochnachdessenRückkehr ausdemUrlaubüber-nachzwischenzeitlichemAblaufdersiebentägigen Abholfrist-dieversuchteZustellungeineseingeschriebenenBriefs informierenkönnen,mitdemHinweis,sichbeimBFFüberdenInhaltzu erkundigen. Ausschlaggebendistdabeieinzigundalleine,obderGesuchsteller damitrealistischerweiseindieMöglichkeitversetztwordenwäre,trotz VerfügungseröffnungimSinnevonArt.12Abs.1AsylGundsomitlaufender BeschwerdefristseinBeschwerderechtfristgerechtwahrzunehmen. dd. Zuerwähnenistschliesslich(auchwenndiesangesichtsdesGesagten nichtvonausschlaggebenderBedeutungseinkann),dasssichdieHeimleitung ihrerVerpflichtung,beigegebenerUrlaubsberechtigunginbestimmterWeise zugunsteneinesabwesendenBewohnerstätigwerdenzumüssen,offenbar durchausbewusstwar. DiesgehtimplizitausdemandasBFFgerichteten 6Schreibenvom15.Dezember2003hervor,indemdabeizumeinenderIrrtum betreffenddieErlaubniszurAbwesenheiteingestandenwurde,aufgrund dessenoffenbarentsprechendeMassnahmenunterlassenwordenwaren, zumanderendasBFFumnochmaligeZustellungdesEntscheidsanden GesuchstellerundWiederherstellungderBeschwerdefristersuchtwurde. f. NachdenangestelltenErörterungenlässtsichsomitzusammenfassend festhalten,dassdemGesuchstellerkeineNachlässigkeitimSinnedesArt.24 Abs.1VwVG(vgl. Kölz/Häner,a.a.O.,S.124;s. auchzuvor,E.3b)vorzuwerfen ist. VielmehrhättendieVerantwortlichendesZentrumsfürAsylsuchende X.geeigneteMassnahmenergreifenmüssen,umdenGesuchstellerüber denerfolgtenZustellungsversuchinKenntniszusetzenundihmsomitdie MöglichkeitzufristgerechterAusübungdesBeschwerderechtszueröffnen. 4. Ergänzendistschliesslichfestzustellen,dassauchdervomBFFim Schreibenvom16.Dezember2003andasZentrumfürAsylsuchendeX. angerufeneArt.8Abs.3AsylGanderdargestelltenRechtslagenichtszu ändernvermag. AusdieserNormgehteinzighervor,dassAsylsuchende verpflichtetsind,sichwährenddesAsylverfahrensdenBehördenvonBund undKantonenzurVerfügungzuhalten,wobeisieihreAdresseundjede ÄnderungderselbendernachkantonalemRechtzuständigenBehörde desKantonsoderderGemeindesofortmitteilenmüssen. Indemsichder GesuchstellermitErlaubnisdesZentrumsfürAsylsuchendeX.bzw. des AmtsfürSozialesdesKantonsSt. Gallen,mithinderzuständigenkantonalen Behörde,imUrlaubbefand,haterinkeinerWeisegegendiespezifische MitwirkungspflichtgemässArt.8Abs.3AsylGverstossen. Indemden kantonalenBehördendieAufenthaltsadressewährenddesbewilligtenUrlaubs wieaucheineMobiltelefonnummerbekanntwaren,wärederGesuchsteller jederzeitzuerreichengewesen. MitderInanspruchnahmedesbewilligten UrlaubsrechtsunterdiesenBedingungenundimRahmendervorhandenen ErlaubnishieltsichderGesuchstellersomitauchwährendderAbwesenheit vonseinemeigentlichenWohnortdenBehördenimSinnevonArt.8Abs.3 AsylGzurVerfügung. DemgegenüberistdieserBestimmungentgegender imSchreibenvom16.Dezember2003geäussertenAnsichtdesBFFkeine VerpflichtungdesGesuchstellerszuentnehmen,fürdieDauereinermit KenntnissowieErlaubnisderkantonalenBehördenerfolgendenAbwesenheit eineanderePersonmitderEntgegennahmeallfälligerPostsendungen zubetrauen. Vielmehristdiesbezüglichaufdiezuvor(E.3)gemachten Überlegungenzuverweisen. 5. AusdenangestelltenErwägungenergibtsichzusammenfassend,dass derGesuchstellerimSinnedesArt.24Abs.1VwVGsowohlbinnenzehn TagennachWegfalldesHindernisseseinbegründetesBegehrenum WiederherstellungeingereichtunddieversäumteRechtshandlungnachgeholt hat(E.2)alsauchunverschuldetdavonabgehaltenwordenist,innertFrist zuhandeln(E.3,4). DasGesuchumWiederherstellungderFristgemäss Art.24VwVGistsomitgutzuheissen,verbundenmitderFeststellung,dass dieBeschwerdevom23.Dezember2003rechtzeitigerfolgtist. Schliesslich wirdesamzuständigenInstruktionsrichterderARKliegen,inBezugaufdie BeschwerdedasBestehenderweiterenEintretensvoraussetzungenzuprüfen. 7Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali JAAC 68.146 - Auszug aus dem Urteil der Schweizerischen Asylrekurskommission vom 3. Februar 2004 i.S. M. F., Jemen, auch erschienen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 15 In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione Jahr 2004 Année Anno Band 68 Volume Volume Seite --- Page Pagina Ref. No 150 006 341 Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. 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