Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 29. Mai 2020 ZK2 2020 14 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Bettina Krienbühl, Gerichtsschreiber MLaw Patrick Neidhart. In Sachen A.________, Gesuchsgegner und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwältin B.________, gegen C.________, Gesuchstellerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin D.________, betreffend vorsorgliche Massnahmen (Ehescheidungsverfahren) (Berufung gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Einsie- deln vom 18. März 2020, ZES 2020 011);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Mit Verfügung vom 17. Oktober 2018 im Eheschutzverfahren ZES 2017 081 ordnete der Einzelrichter am Bezirksgericht Einsiedeln unter anderem die alternierende Obhut der Parteien über die gemeinsamen Kinder E.________, und F.________, an und regelte hinsichtlich der Betreuung was folgt (Vi-act. A1, Dispositivziffer 4): 4. Die Parteien werden verpflichtet, die gemeinsamen Kinder E.________ und F.________ für die Dauer des Getrenntlebens wie folgt zu betreuen: a) Gesuchstellerin: von Sonntag, 10.00 Uhr, bis Mittwoch, 14.00 Uhr. b) Gesuchsgegner: von Mittwoch, 14.00 Uhr, bis Sonntag, 10.00 Uhr. Die Parteien werden darüber hinaus berechtigt erklärt, mit den Kindern 3 Wochen Ferien pro Jahr zu verbringen. Die Parteien ha- ben sich dabei jeweils frühzeitig abzusprechen, d.h. mindestens 3 Monate vorher. Können sie sich über die Ferienplanung nicht ei- nigen, so kommt dem Gesuchsgegner in den Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu, in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Gesuchstel- lerin. In teilweiser Gutheissung der vom Berufungsführer dagegen erhobenen Beru- fung setzte das Kantonsgericht mit Beschluss vom 16. Dezember 2019 die Unterhaltsbeiträge neu fest und wies die Berufung im Übrigen ab (Beschluss ZK2 2018 82 vom 16. Dezember 2019, Vi-act. A2, Dispositivziffer 1). Gegen diesen Entscheid erhob der Berufungsführer am 17. Januar 2020 Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht (ZK2 2018 82, KG-act. 63). b) Zwischen den Parteien ist das Ehescheidungsverfahren ZEO 2019 023 hängig. Am 4. Februar 2020 beantragte der Kinderbeistand G.________ bei der KESB, es seien die Ferien der Mutter der beiden Kinder im Jahr 2020 festzulegen (Vi-act. A5). Die KESB leitete diesen Antrag zuständigkeitshalber an die Vorinstanz weiter (Vi-act. D-1/1), welche daraufhin am 7. Februar 2020 Kantonsgericht Schwyz 3 das vorsorgliche Massnahmenverfahren ZES 2020 011 eröffnete (Vi-act. D2). Am 18. März 2020 fand die mündliche Verhandlung statt, an welcher die Ge- suchstellerin mit ihrer Rechtsvertreterin, der Gesuchsgegner sowie der Kin- derbeistand G.________ anwesend waren (Vi-act. A8). Gleichentags verfügte der vorinstanzliche Einzelrichter was folgt (angef. Verfügung, Vi-act. A9): 1. Dispositiv-Ziffer 4 Absatz 2 der Eheschutzverfügung vom 17.10.2018 (ZES 2017 081) wird aufgehoben, und es wird wie folgt neu verfügt: 1.1. Die Parteien werden berechtigt erklärt, mit ihren beiden Kindern, E.________ und F.________, 3 Wochen Ferien pro Kalenderjahr zu verbringen, zu beziehen während den Schulferien der Kinder (ausser über Weihnachten/Neujahr) in zwei nicht aufeinanderfol- genden Tranchen à 2 Wochen und à 1 Woche verteilt auf 2 ver- schiedene Schulferien-Zeiträume und entweder ab Beginn der be- treffenden Schulferien oder bis Ende der betreffenden Schulferien, wobei die Woche jeweils am Sonntag um 10.00 Uhr beginnt und am Sonntag um 10.00 Uhr endet. In Jahren mit gerader Jahreszahl hat der Gesuchsgegner, in Jahren mit ungerader Jahreszahl die Gesuchstellerin das Vorrecht, wenn sich die Ferienwünsche der Parteien überschneiden. Macht der eine Elternteil von seinem Fe- rienrecht Gebrauch, entfällt das Besuchsrecht des anderen Eltern- teils während diesen Ferien. 1.2.Bei Vorrecht des Gesuchsgegners in geraden Jahren: Die Gesuchstellerin hat dem Gesuchsgegner zwischen dem 1. No- vember bis 8. November der ungeraden Jahre ihre zwei Ferien- wunschtranchen für das kommende gerade Jahr dem Kinderbei- stand, derzeit G.________, schriftlich mitzuteilen, worauf der Kin- derbeistand, derzeit G.________, die Ferienwünsche der Gesuch- stellerin umgehend dem Gesuchsgegner bekannt zu geben hat. Der Gesuchsgegner kann dann zwischen dem 11. November bis 20. November der ungeraden Jahre von seinem Vorrecht für das alsdann folgende gerade Jahr schriftlich über den Kinderbeistand, derzeit G.________, zu Handen der Gesuchstellerin Gebrauch machen, aber nur gesamthaft für beide Ferientranchen. Macht er von seinem Vorrecht Gebrauch, wobei sich dieser Gebrauch bei der 2-wöchigen Tranche auf beide Wochen beziehen muss, hat die Gesuchstellerin ihre 2 Ferientranchen anders zu beziehen und dies über den Kinderbeistand, derzeit G.________, zu Handen des Ge- suchsgegners bis 30. November mitzuteilen, womit die 3 Ferien- wochen der Gesuchstellerin mit den Kindern für das gerade Jahr fixiert sind.Kantonsgericht Schwyz 4 Der Gesuchsgegner hat der Gesuchstellerin, soweit er von seinem Vorrecht nicht Gebrauch gemacht hat, spätestens 3 Monate im Voraus seine 2 Ferientranchen über den Kinderbeistand, derzeit G.________, mitzuteilen. 1.3.Bei Vorrecht der Gesuchstellerin in ungeraden Jahren: Der Gesuchsgegner kann der Gesuchstellerin zwischen dem 1. November bis 8. November der geraden Jahre seine zwei Feri- enwunschtranchen für das kommende ungerade Jahr dem Kinder- beistand, derzeit G.________, schriftlich mitteilen, worauf der Kin- derbeistand, derzeit G.________, die Ferienwünsche des Ge- suchsgegners umgehend der Gesuchstellerin bekannt zu geben hat. Die Gesuchstellerin kann dann zwischen dem 11. November bis 20. November der geraden Jahre von ihrem Vorrecht für das alsdann folgende ungerade Jahr schriftlich über den Kinderbei- stand, derzeit G.________, zu Handen des Gesuchsgegners Ge- brauch machen, aber nur gesamthaft für beide Ferientranchen. Macht sie von ihrem Vorrecht Gebrauch, wobei sich dieser Ge- brauch bei der 2-wöchigen Tranche auf beide Wochen beziehen muss, hat der Gesuchsgegner seine 2 Ferientranchen anders zu beziehen und dies über den Kinderbeistand, derzeit G.________, zu Handen der Gesuchstellerin spätestens je 3 Monate im Voraus mitzuteilen. Hatte der Gesuchsgegner seine 2 Ferienwunschtran- chen zwischen dem 1. November bis 8. November der geraden Jahre für das kommende ungerade Jahr nicht mitgeteilt, hat die Gesuchstellerin dem Gesuchsgegner trotzdem zwischen dem 11. November bis 20. November der geraden Jahre ihre zwei Feri- entranchen für das alsdann folgende ungerade Jahr schriftlich über den Kinderbeistand, derzeit G.________, zu Handen des Ge- suchsgegners mitzuteilen, womit die 3 Ferienwochen der Gesuch- stellerin mit den Kindern für das ungerade Jahr fixiert sind. Hatte der Gesuchsgegner seine 2 Ferienwunschtranchen zwischen dem 1. November bis 8. November der geraden Jahre nicht be- kannt gegeben, hat er spätestens je 3 Monate im Voraus seine 2 Ferientranchen für das ungerade Jahr der Gesuchstellerin über den Kinderbeistand, derzeit G.________, zu deren Handen mitzu- teilen. 2. Für das Jahr 2020 werden die 2 Ferientranchen der Gesuchsteller- in wie folgt festgesetzt und verfügt: 2.1. Ab Sonntag, den 12.07.2020, 10.00 Uhr, bis Sonntag, den 26.07.2020, 10.00 Uhr; 2.2. Ab Sonntag, den 27.09.2020, 10.00 Uhr, bis Sonntag, den 04.10.2020, 10.00 Uhr.Kantonsgericht Schwyz 5 3. Anderslautende Anträge der Parteien werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 4. Die Gerichtskosten werden auf CHF 1'500.00 festgesetzt und dem Gesuchsgegner überbunden. 5. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die Gesuchstellerin ausser- rechtlich mit CHF 1'500.00 inkl. MwSt zu entschädigen. 6. (Rechtsmittel). 7. (Zustellung). c) Gegen diese Verfügung erhob der Berufungsführer am 3. April 2020 Berufung mit folgenden Rechtsbegehren (KG-act. 1): 1. Es sei die Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfah- ren am Bezirksgericht Einsiedeln vom 18.03.2020 betreffend vor- sorgliche Massnahmen im Ehescheidungsverfahren ZEO 2019 023 aufzuheben und wie folgt neu zu entscheiden: 1.1. Der Antrag von Herrn G.________ vom 04.02.2020 resp. der Ge- suchstellerin bzw. Berufungsbeklagten vom 18.03.2020 auf Rege- lung der Ferien (vorsorgliche Massnahmen) sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu Lasten der Gegenpartei, eventualiter zu Lasten der Gerichtskasse, abzuwei- sen. 1.2. Die Berufungsbeklagte bzw. Gesuchstellerin, eventualiter die Amtsbeistandschaft Mitte, sei zu verpflichten, dem Berufungsklä- ger bzw. Gesuchsgegner für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Parteientschädigung in der Höhe von mind. CHF 2'000.00 zu bezahlen. Subeventualiter sei dem Berufungskläger bzw. Gesuchsgegner für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Parteientschädi- gung in der Höhe von mind. CHF 2'000.00 aus der Staatskasse zu entrichten. 1.3. Eventualiter sei der Entscheid an die Vorinstanz zur Neubeurtei- lung zurückzuweisen. 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu Lasten der Berufungsbeklagten bzw. Gesuchstellerin.Kantonsgericht Schwyz 6 Zudem ersuchte der Berufungsführer um Erteilung der aufschiebenden Wir- kung sowie um Beizug diverser Akten (KG-act. 1, S. 3 f., prozessuale Rechts- begehren). Am 9. April 2020 überwies die Vorinstanz die Akten und verzichte- te auf eine Vernehmlassung (KG-act. 5). Mit Berufungsantwort vom 16. April 2020 beantragte die Berufungsgegnerin, die Berufung sowie die prozessualen Anträge seien unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beru- fungsführers abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu bestätigen (KG-act. 7). 2. a) Der Berufungsführer rügt zunächst, dem Besuchsrechtsbeistand G.________ komme keine Parteistellung zu, dennoch habe ihn die Vorinstanz wie eine Partei behandelt. Die Vorinstanz habe ihn für die Verhandlung vom 18. März 2020 vorgeladen, an welcher er auch teilgenommen habe. Sodann habe die Vorinstanz seine Anträge in der angefochtenen Verfügung festgehal- ten und ihn an der Verhandlung vor den Parteien plädieren lassen. Richtig sei, dass ein Besuchsrechtsbeistand sowie auch eine Drittperson eine Gefähr- dungsmeldung bei der KESB erstatten könne, was aber nicht bedeute, dass dieser Person Parteistellung im Verfahren vor Gericht zukomme. Zudem habe die Vorinstanz mit Verfügung vom 24. Februar 2020 Rechtsanwältin H.________ als Prozessbeiständin der beiden Kinder eingesetzt. Der Be- suchsrechtsbeistand G.________ hätte an der Verhandlung vom 18. März 2020 nicht teilnehmen dürfen und seine Ausführungen wären nicht zu hören gewesen. Ihnen kämen keinerlei Beweiskraft zu. Die Vorinstanz habe wesent- liche Bestimmungen des Zivilprozessrechts sowie auch Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB verletzt (KG-act. 1, S. 5 ff.). b) Die Berufungsgegnerin bringt vor, der Berufungsführer habe sich im vorinstanzlichen Verfahren weder nach Erhalt der Vorladung noch im Rahmen des Plädoyers an der Verhandlung vom 18. März 2020 gegen die Teilnahme des Besuchsrechtsbeistandes zur Wehr gesetzt. Die Rüge erfolge deshalb verspätet. Unabhängig davon würden die Ausführungen des Berufungsführers Kantonsgericht Schwyz 7 fehlgehen, weil die Berufungsgegnerin hinsichtlich der Ferienregelung für das Jahr 2020 gleichlautende Anträge wie der Beistand gestellt habe und das Ge- richt damit nicht Anträge genehmigt habe, welche nur der Besuchsrechtsbei- stand gestellt habe. Es stelle sich daher gar nicht die Frage, ob dem Besuchs- rechtsbeistand die Postulationsfähigkeit zukomme oder nicht. c) Die Berufungsgegnerin stellte an der Verhandlung vom 18. März 2020 das Rechtsbegehren, der Antrag des Besuchsrechtsbeistands sei gutzuheis- sen (Vi-act. A8, Plädoyernotizen Rechtsanwältin D.________). Auch wenn der Besuchsrechtsbeistand an der Verhandlung teilnahm und sich ebenfalls äus- sern konnte (Vi-act. A8), führt ihn die angefochtene Verfügung nicht als Partei auf (angef. Verfügung, S. 1). Der Berufungsführer legt im Übrigen nicht dar, inwiefern die Vorinstanz in unzulässiger Weise auf die Vorbringen des Be- suchsrechtsbeistands abgestellt bzw. inwieweit sich die Teilnahme des Be- suchsrechtsbeistands an der vorinstanzlichen Verhandlung vom 18. März 2020 zu seinen Ungunsten ausgewirkt habe und die angefochtene Verfügung anders ausgefallen wäre. Darüber hinaus wird bereits aus der prozessleiten- den Verfügung vom 7. Februar 2020 (Vi-act. D2), der Terminanfrage vom 11. Februar 2020 (Vi-act. D3) sowie der Vorladung vom 13. Februar 2020 (Vi- act. D5) klar, dass die Vorinstanz beabsichtigte, den Besuchsrechtsbeistand zur Verhandlung vom 18. März 2020 vorzuladen. Der Berufungsführer rügte dieses Vorgehen weder im Vorfeld der Verhandlung noch an der Verhandlung vom 18. März 2020, sondern bringt dies erstmals in der Berufung vom 3. April 2020 vor (KG-act. 1), weshalb diese Rüge auch unter diesem Gesichtspunkt unbeachtlich bleibt. 3. a) Der Berufungsführer bringt vor, es sei in der Eheschutzverfügung vom 17. Oktober 2018 geregelt, dass ihm in den Jahren mit gerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien mit den gemein- samen Kindern zukomme, wenn sich die Parteien über die Ferienplanung nicht einigen könnten. Er sei mit dem vom Besuchsrechtsbeistand aufgestell-Kantonsgericht Schwyz 8 ten Ferienplan nicht einverstanden, weil es ihm aus diversen Gründen nicht möglich sei, die Ferienplanung bereits für das ganze Jahr 2020 zu bestätigen bzw. zu gestalten. Er sei als Selbständigerwerbender und als Einmannunter- nehmer auf Kundenaufträge angewiesen, müsse diese annehmen und zum vereinbarten Zeitpunkt ausführen, weshalb er nicht zu einem beliebigen Zeit- punkt Ferien beziehen könne. Aus diesem Grund und weil ihm in geraden Jahren das Entscheidungsrecht zukomme und er die Ferien jeweils spätes- tens drei Monate vor dem entsprechenden Zeitpunkt bestimmen könne, sei kein Grund ersichtlich, von dieser klaren, gerichtsüblichen und adäquaten Re- gelung abzuweichen und das Ferienrecht der Berufungsgegnerin völlig einsei- tig und zu ihren Gunsten festzulegen (KG-act. 1, S. 8 f. und S. 12). Zudem stelle die von der Vorinstanz getroffene Regelung eine krasse Ungleichbe- handlung der Parteien dar. Beide Parteien seien bezüglich ihrer Ferienpla- nung nicht flexibel. Es könne nicht angehen, die Berufungsgegnerin zu bevor- zugen (KG-act. 1, S. 9 f.). b) Die Berufungsgegnerin bringt vor, im Kern gehe es in der Anordnung gemäss Eheschutzverfügung vom 17. Oktober 2018 nicht darum, wer wann entscheiden könne, wann er mit den gemeinsamen Töchtern Ferien beziehen könne, sondern dass sich die Parteien frühzeitig hinsichtlich der Ferien ab- sprechen und dass mit den Kindern jeweils drei Wochen Ferien pro Jahr be- ziehen könnten. Indem der Berufungsführer seine Zustimmung zu den von der Berufungsgegnerin gewünschten Sommerferien verweigere, sei er seiner Ver- pflichtung, sich hinsichtlich der Ferien frühzeitig abzusprechen, nicht nachge- kommen. c) Gemäss der Eheschutzverfügung vom 17. Oktober 2018 haben beide Parteien Anspruch auf drei Wochen Ferien pro Jahr mit den beiden Kindern. Sodann haben sie sich frühzeitig, mindestens drei Monate im Voraus abzu- sprechen. Für den Fall, dass sie sich nicht einigen können, kommt dem Beru- fungsführer in den geraden Jahren und der Berufungsgegnerin in den ungera-Kantonsgericht Schwyz 9 den Jahren das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu (Vi-act. A1, Dispositivziffer 4). Entgegen der Ansicht des Berufungsführers bedeutet dies nicht, dass er in den geraden Jahren bzw. die Berufungsgegne- rin in den ungeraden Jahren die Ferien einseitig bestimmen kann. In erster Linie ist im Sinne des Kindeswohls zu gewährleisten, dass beide Elternteile drei Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern verbringen können, weshalb sich die Parteien frühzeitig abzusprechen haben. Das Entscheidungsrecht kommt nur dann zum Tragen, wenn sich die Parteien nicht einigen können. Sodann ist die festgelegte dreimonatige Frist nicht so zu verstehen, dass sich derjenige Elternteil, welchem das Entscheidungsrecht zukommt, erst drei Mo- nate vorher festlegen muss und bis dahin mit seiner Entscheidung zuwarten kann. Vielmehr sieht die Verfügung vor, dass sich die Parteien frühzeitig ab- sprechen und eben gerade nicht zuwarten, um das gegenseitige Recht, ge- meinsame Ferien mit den Kindern zu verbringen, nicht zu gefährden. Der Berufungsführer macht nicht geltend, in den von der Berufungsgegnerin gewünschten Ferienwochen selber seine Ferien mit den Kindern verbringen zu wollen bzw. müssen. Vielmehr führt er allgemein aus, er müsse als Selbständigerwerbender auf Kundenaufträge Rücksicht nehmen und könne sich daher nicht früher als drei Monate im Voraus festlegen. Demgegenüber bringt die Berufungsgegnerin vor, ihr Arbeitgeber verlange, dass sämtliche Mitarbeiter ihre Ferienwünsche bis spätestens am 30. November des Vorjah- res angeben und dass die Ferien vom Arbeitgeber im Dezember oder Januar für das ganze Jahr genehmigt würden. Hierzu reichte sie eine entsprechende Bestätigung des Arbeitgebers ein (Vi-act. B/KB 1). Die Berufungsgegnerin legt somit glaubhaft dar, dass sie auf die vom Arbeitgeber bestätigten Ferienwo- chen angewiesen ist, um gemeinsam mit den beiden Kindern Ferien verbrin- gen zu können. Weil der Berufungsführer weder vorbringt, auf diese Wochen selber angewiesen zu sein, noch glaubhaft und konkret darlegt, dass sein An- spruch auf gemeinsame Ferien mit den Kindern dadurch gefährdet ist, ent- spricht die vorinstanzliche Festlegung der Ferienwochen für die Berufungs-Kantonsgericht Schwyz 10 gegnerin dem Kindeswohl und ist nicht zu beanstanden. Darüber hinaus stell- te die Vorinstanz fest, dass Kinder im Kanton Schwyz mindestens elf Wochen Ferien pro Jahr haben (exklusive der Ferien über Weihnachten/Neujahr). Un- bestrittenermassen bezog der Berufungsführer im Frühjahr bereits eine Wo- che Ferien mit den Kindern. Abzüglich dieser Woche sowie der drei Wochen, welche der Berufungsgegnerin zustehen, verbleiben dem Berufungsführer insgesamt sieben Wochen Ferien der Kinder, um seine verbleibenden beiden Wochen zu beziehen. Auch wenn er aufgrund seiner Selbständigkeit auf Kun- denaufträge Rücksicht nehmen müsste, bestünden ausreichend Möglichkei- ten, um diese beiden Wochen zu beziehen. Etwas anderes konnte der Beru- fungsführer im Übrigen nicht glaubhaft machen. Folglich liegt auch keine Un- gleichbehandlung vor. 4. a) Ferner rügt der Berufungsführer, es sei kein Abänderungsgrund ge- geben. Die Vorinstanz habe nicht geprüft, ob die Voraussetzungen einer Abänderung nach Art. 179 ZGB gegeben seien. Es lägen keine unvorherseh- baren, dauerhaften Veränderungen vor. Bereits im Eheschutzverfahren bzw. seit Ende 2016 habe die Berufungsgegnerin beabsichtigt, einer Erwerbstätig- keit nachzugehen, was sie schliesslich ab Januar 2017 bzw. ab Juni 2018 zusätzlich bei der I.________ S.A. auch getan habe. Es könne daher nicht von einer unvorhersehbaren, dauerhaften und wesentlichen Änderung i.S.v. Art. 179 Abs. 1 ZGB die Rede sein, welche eine Neubeurteilung der bisheri- gen Ferienregelung nötig mache (KG-act. 1, S. 13). b) Die Berufungsgegnerin bringt vor, es bestehe ein Grund für eine Abän- derung, weil die angeordnete Regelung aufgrund des Umstandes, dass sie aktenkundig ihre Ferien bis spätestens Ende November des Vorjahres bei der Arbeitgeberin eingeben müsse, nicht praktikabel sei und der Berufungsführer nicht gewillt sei, im Interesse der Kinder die Ferien mit der Mutter zu ermögli- chen. Die Weigerungshaltung des Berufungsführers habe zu einer Gefähr-Kantonsgericht Schwyz 11 dung des Kindeswohls geführt, welche eine Anpassung der Ferienregelung notwendig gemacht habe (KG-act. 7, S. 5). c) Art. 179 ZGB regelt die Anpassung von Eheschutzmassnahmen an ver- änderte Umstände. Eine Abänderung von Eheschutzmassnahmen setzt vor- aus, dass seit der Rechtskraft des Urteils eine wesentliche und dauerhafte Veränderung eintrat. Ein Abänderungsgrund liegt auch vor, wenn die tatsäch- lichen Feststellungen, die dem Massnahmenentscheid zugrunde lagen, sich nachträglich als unrichtig erweisen oder nicht wie vorhergesehen verwirkli- chen. Schliesslich kann eine Änderung verlangt werden, wenn sich der ur- sprüngliche Entscheid als nicht gerechtfertigt erweist, weil dem Massnahme- richter wesentliche Tatsachen nicht bekannt waren. Andernfalls steht die for- melle Rechtskraft des Eheschutzentscheides einer Abänderung entgegen (BGer, Urteil 5A_1018/2015 vom 8. Juli 2016, E. 4; Isenring/Kessler, in: Gei- ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, Bd. I, 6. A, 2018, N 2 ff. zu Art. 179 ZGB). Eine wesentliche Änderung kann sich beziehen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Ehegatten, ihre berufliche Situation, ihren Gesundheitszustand oder auf die Belange der Kinder (Isenring/Kessler, a.a.O., N 3 zu Art. 179 ZGB; Six, Eheschutz, 2. A., 2014, S. 176). Als dauer- haft erscheint eine Änderung bereits, wenn ungewiss ist, wie lange sie anhält (Six, a.a.O., S. 177; Vetterli, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung, Bd. I, 3. A., 2017, N 3 zu Art. 179 ZGB). d) Gemäss Eheschutzverfügung vom 17. Oktober 2018 ging der Ehe- schutzrichter davon aus, die Berufungsgegnerin arbeite rund zwei Stunden pro Woche als Reinigungskraft bei einer Privatperson (Vi-act. A1, E. 4). Folg- lich blieb ihre jetzige Anstellung bei der I.________ S.A. bei der Festlegung der Ferienregelung unberücksichtigt. Weil die Berufungsgegnerin durch ihre neue Anstellung bei der I.________ S.A. ihre Ferienwünsche bereits Ende November des Vorjahres angeben muss, änderten sich die Verhältnisse durch die neue berufliche Situation hinsichtlich der Ferienregelung wesentlich und Kantonsgericht Schwyz 12 dauerhaft. Überdies zeigt das vorliegende Verfahren, dass sich die bisher be- stehende Regelung nicht wie vorgesehen verwirklichen lässt. Eine gütliche und frühzeitige Absprache unter den Parteien scheint unter der bisherigen Regelung nicht möglich zu sein, weshalb der Ferienanspruch beider Parteien sowie der Kinder gefährdet ist. Es drängt sich daher auf, insbesondere auf- grund der fehlenden Kooperationsbereitschaft, das Ferienbezugsrecht detail- lierter zu regeln, was die Vorinstanz tat. e) Der Berufungsführer bringt inhaltlich vor, die neue Regelung der Vor- instanz verletze das Gleichbehandlungsgebot der Parteien und stelle die Be- rufungsgegnerin besser. Die neue Regelung sieht vor, dass die Berufungs- gegnerin ihre Ferienwünsche für die Jahre mit gerader Jahreszahl bereits An- fang November bekannt geben muss. Der Berufungsführer hat dann Gele- genheit, sein Vorrecht geltend zu machen, und die Berufungsgegnerin müsste diesfalls ihre Ferien anders beziehen. Für die Jahre mit ungerader Jahreszahl steht dem Berufungsführer die gleiche Möglichkeit offen wie für die Beru- fungsgegnerin für die Jahre mit gerader Jahreszahl. Er muss jedoch nicht da- von Gebrauch machen. Unabhängig davon hat die Berufungsgegnerin dem Berufungsführer ihre Ferientranchen bis zum 20. November des Vorjahres bekanntzugeben (angef. Verfügung, Dispositivziff. 1.2 und 1.3). Diese Rege- lung nimmt somit Rücksicht auf die Tatsache, dass die Berufungsgegnerin ihre Ferienwünsche bis Ende November ihrem Arbeitgeber bekanntgeben muss. Dies führt aber entgegen der Ansicht des Berufungsführers nicht zu einer Besserstellung der Berufungsgegnerin. Das Bestimmungsrecht bzw. Vorrecht bleibt wie bei der bestehenden Lösung für die geraden Jahre beim Berufungsführer und für die ungeraden Jahre bei der Berufungsgegne- rin. Sodann kann auch der Berufungsgegner allfällige Wünsche für die Jahre mit ungerader Jahreszahl Anfang November des Vorjahres bekanntgeben. Insofern stehen beiden Parteien die gleichen Rechte zu und die Regelung entspricht dem Kindeswohl, indem sie gewährleistet, dass beide Parteien drei Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern verbringen können.Kantonsgericht Schwyz 13 5. a) Der Berufungsführer rügt sodann, er könne nicht als unterliegende Partei bezeichnet werden, weshalb die Überbindung der (erstinstanzlichen) Gerichtskosten sowie die Auferlegung einer Parteientschädigung in Höhe von je Fr. 1‘500.00 falsch sei (KG-act. 1, S. 15). Er habe weder das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen gestellt noch sei die eheschutzrechtliche Regelung betreffend Ferienaufteilung unklar oder inadäquat. Selbst wenn die Regelung unklar sein sollte, könne dies dem Berufungsführer nicht angelastet werden. Es treffe ihn auch kein Verschulden, dass die Berufungsgegnerin ihre Ferien bei ihrem Arbeitgeber bereits im November des Vorjahres eingeben müsse. Es sei somit nicht nachvollziehbar, weshalb er unterliegen solle (KG-act. 1, S. 15 f.). Selbst wenn er wider Erwarten unterläge, wäre zu berücksichtigen, dass bei der Kostenverteilung bei Verfahren betreffend Kin- derbelange auch andere Gründe als der Verfahrensausgang relevant seien und die Verteilung der Prozesskosten gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO im freien Ermessen des Gerichts stehe. Die Gerichtskosten seien daher praxis- gemäss und unabhängig vom Prozessausgang den Eltern je zur Hälfte aufzu- erlegen und es sei keine Parteientschädigung geschuldet (KG-act. 1, S. 16). b) Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterlie- genden Partei auferlegt. Art. 107 ZPO sieht für verschiedene typisierte Fälle vor, dass das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen gemäss Art. 106 ZPO abweichen und die Prozesskosten nach Ermessen verteilen kann (BGE 139 III 33, E. 4.2). Dies ist unter anderem "in familienrechtlichen Verfahren" der Fall (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO; BGE 139 III 358, E. 3). c) Das Verfahren wurde notwendig, weil der Berufungsführer seine Zu- stimmung zu den von der Berufungsgegnerin gewünschten Ferienwochen verweigerte, ohne (substantiiert) darzutun, dass er auf diese Wochen ange- wiesen ist. Hinzu kommt, dass er mit seinen (erstinstanzlichen) Anträgen voll- umfänglich unterlag. Auch wenn das Verhältnis von Art. 106 Abs. 1 ZPO zu Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO in der Lehre umstritten ist (vgl. dazu BGE 139 III Kantonsgericht Schwyz 14 358, E. 3), rechtfertigt sich unter den gegebenen Umständen die vorinstanzli- che Kostenauferlegung zu Lasten des Berufungsführers. 6. Zusammenfassend ist die Berufung abzuweisen und die angefochtene Verfügung zu bestätigen. Ausgangsgemäss sind die Prozesskosten dem Ge- suchsteller und Berufungsführer aufzuerlegen und er ist zu verpflichten, der Berufungsgegnerin für das Berufungsverfahren eine Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Praxisgemäss beträgt das Honorar in sum- marischen Verfahren auch in Berufungsverfahren Fr. 300.00 bis Fr. 4‘800.00 (§ 10 GebTRA; Kantonsgericht Schwyz, Beschluss ZK2 2014 9 und 10 vom 20. Juli 2015, E. 6b). Innerhalb dieses Tarifrahmens ist die Vergütung nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand zu bemessen (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Eine Partei kann eine spezifizierte Kostennote über ihre Tätigkeit und ihre Auslagen einreichen. Erscheint sie angemessen, ist sie der Festsetzung der Vergütung zugrunde zu legen. Andernfalls wird die Vergütung nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt (§ 6 Abs. 1 GebTRA). Die Rechtsvertreterin der Berufungsgegnerin reichte keine Kostennote ein. Das Verfahren beschränkte sich auf die Frage der Anpassung der Ferienregelung sowie die Festlegung der Ferienwochen für dieses Jahr. In rechtlicher Hinsicht boten sich keine besonderen Schwierigkeiten. Der Aufwand bestand im We- sentlichen in der Ausarbeitung der siebenseitigen Berufungsantwort. Ange- sichts dessen erscheint eine Entschädigung in Höhe von pauschal Fr. 1‘200.00 (inkl. Auslagen und MWST) angemessen;- 7. Mit diesem Entscheid erübrigt sich der Antrag des Berufungsführers auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung für das Berufungsverfahren;-Kantonsgericht Schwyz 15 beschlossen: 1. Die Berufung wird abgewiesen und die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht Einsiedeln vom 18. März 2020 bestätigt. 2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2‘000.00 werden dem Be- rufungsführer auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezogen. 3. Der Berufungsführer hat die Berufungsgegnerin für das Berufungsver- fahren mit Fr. 1‘200.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa- chen wegen Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 98 BGG) beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerde- schrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 5. Zufertigung an Rechtsanwältin B.________ (2/R), Rechtsanwältin D.________ (2/R), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantons- gerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Der Kantonsgerichtsvizepräsident Der Gerichtsschreiber Versand 29. Mai 2020 rfl