w B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-49/2021 U r t e i l v o m 2 2 . M ä r z 2 0 2 1 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Roswitha Petry; Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. Parteien A._______, geboren am (…), Kongo (Kinshasa), vertreten durch Samuel Häberli, (…), gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch); Verfügung des SEM vom 7. Dezember 2020 / N (…). E-49/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin ist gemäss eigenen Angaben am 18. Novem- ber 2012 von Kinshasa nach Europa geflogen und einen Tag später in die Schweiz eingereist. Am 23. November 2012 suchte sie bei den hiesigen Behörden um Asyl nach. Anlässlich der Befragung zu ihr er Person (BzP) und der Anhörung brachte sie im Wesentlichen vor, seit ihrer Kindheit in der Provinz Orientale gelebt zu haben; ihr Ehemann B._______, mit wel- chem sie nach Brauch verheiratet gewesen sei, sei im Juli 2012 in Nord- Kivu getötet worden. Er sei beim Militär gewesen, jedoch sei er kein Kon- golese, sondern Ruander gewesen, der mit den Rebellen kooperiert habe (was sie indes nicht gewusst habe). Nach seinem Tod sei sie beschuldigt worden, seine Komplizin gewesen zu sein, weshalb sie im November 2012 von der Polizei abgeführt worden sei. Später sei der Polizeiposten von Re- bellen angegriffen worden; sie sei dabei freigekommen, sei entführt, ver- gewaltigt und schliesslich in einem Wald zurückgelassen worden. Nach ih- rer Fluchtergreifung habe sie Kongo (Kinshasa) mithilfe von Unbekannten verlassen können. A.b Das SEM führte im ordentlichen Verfahren eine Lingua-Abklärung so- wie eine Botschaftsabklärung in Kongo (Kinshasa) durch. A.c Mit Verfügung vom 24. November 2014 lehnte das SEM das Asylge- such der Beschwerdeführerin mangels Glaubhaftigkeit der Vorbringen ab und ordnete ihre Wegweisung sowie deren Vollzug an. A.d Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin durch ihren da- maligen Vertreter (Alfred Ngoyi wa Mwanza, […]) Beschwerde beim Bun- desverwaltungsgericht. Im Beschwerdeverfahren machte sie unter ande- rem geltend, sie habe bis anhin nicht ihre wahre Identität offengelegt; ebenso würden die bis anhin vorgebrachten Asylgründe nicht der Wahrheit entsprechen. In Wirklichkeit habe sie in Kinshasa gelebt. Sie habe im Auf- trag ihres Geliebten, eines (…) und Kaderangehörigen der dem Regime von Kabila nahestehenden Partei PPRD (Parti du Peuple pour la Reconstruction et la Démocratie) Spionagetätigkeiten zum Nachteil der Opposition ausgeübt. Nachdem ein verhaftetes Opposit ionsmitglied ums Leben gekommen sei, sei sie von dessen Familie bedroht worden. Im Auf- trag ihres Geliebten habe sie ferner einen Oppositionspol itiker unter fal- scher Identität strafrechtlich belastet. Ihr Geliebter habe ihr die Ausreise aus Kongo (Kinshasa) finanziert. Während der Liebesbez iehung sei sie E-49/2021 Seite 3 wiederholt vergewaltigt worden. Sie habe ausserdem gesundheitliche Probleme. A.e Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde mit Urteil E-7579/2014 vom 9. März 2015 ab . Es bestätigte, dass das SEM die Glaubhaftigkeit der im vorinstanzlichen Verfahren vorgetragenen Asyl- gründe zu Recht verneint habe (a.a.O. E. 2.2). Die neu geltend gemachten Vorbringen würdigte das Gericht als unglaubhaft; die Vorbringen seien ohne nachvollziehbare Erklärung für die versp ätete Geltendmachung nachgeschoben, zudem unpräzis und unsubstanziiert vorgebracht, teils tatsachenwidrig und durch keinerlei Beweismittel untermauert; auch fehle es an der persönlichen Glaubwürdigkeit der Beschwerdeführerin (a .a.O. E. 2.3 ff.). Den Wegweisungsvollzug würdigte das Gericht als zulässig, zumutbar und möglich. Namentlich seien die gesundheitlichen Probleme nicht spezifiziert oder mit einem Arztzeugnis untermauert worden. Aufgrund der Akten sei ferner davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in Kinshasa gelebt habe und dort ein familiäres Netz besitze (a.a.O E. 7.4.1 und 7.4.3). B. B.a Mit Eingabe vom 31. März 2015 ersuchte die Beschwerdeführerin durch ihren damaligen Vertreter die Vorinstanz aufgrund ihres Gesund- heitszustandes wiedererwägungswei se um vorläufige Aufnahme und reichte einen ärztlichen Bericht vom 26. März 2015 (A42) ein. Gemäss den Berichten der [Klinik C._______] vom 7. Mai (A52) und 14. Mai 2015 (A54) war sie aufgrund akuter Suizidalität vom 1. April bis 14. Mai 2015 hospita- lisiert; es wurde eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Anpassungsstörung bei psychosozialer Belastungssituationen diag- nostiziert. Aus der Anamnese geht hervor, dass die Beschwerdeführerin den Ärzten gegenüber folgenden Sachverhalt dargelegt habe: Sie habe als Studentin Kontakt zu einer politischen Gruppe gehabt habe, welche dem Regime von Kabila nahegestanden habe. Mit einem Mitglied dieser Gruppe (nachfolgend X.) habe sie eine Liebesbeziehung unterhalten, doch dieser habe sie immer mehr unter Druck gesetzt, andere Studenten auszuspio- nieren. Sodann sei sie nach massiven Drohungen und körperlichen Angrif- fen mit einem (anderen) Freund (nachfolgend Y .) anfangs 2012 im Nordos- ten des Kongos untergetaucht, wo sie in einem kleinen Dorf als Paar gelebt hätten. X. (sic; allenfalls sollte Y gemeint sein, Anmerkung des Gerichts) sei in der gleichen Region als Soldat stationiert gewesen und bei einem E-49/2021 Seite 4 Einsatz gegen die Rebellen getötet worden. Anschliessend sei sie im Ok- tober 2012 von der Polizei abgeführt worden, weil X. (sic; allenfalls sollte Y gemeint sein, Anmerkung des Gerichts) auch mit den Rebellen zusammen- gearbeitet habe. Dann sei der Polizeiposten von den Rebellen angegriffen und sie sei mehrfach vergewaltigt worden. Schliesslich habe sie flüchten können. Ihr Ex-Freund X. habe ihr die Ausreise finanziert; er habe sie aber mehrfach vergewaltigt. B.b Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 wies das SEM mangels Erheblichkeit der vorgebrachten Tatsachen das Wiedererwägungsgesuch ab und stellte fest, dass die Verfügung vom 24. November 2014 rechtskräftig und voll- streckbar sei. Zur Begründung wurde festgehalten, dass die von der [Klinik C._______] empfohlene Nachbehandlung in einer Klinik in Kinshasa , wo- her die Beschwerdeführerin angeblich stamme, durchgeführt werden könne. Ausserdem sei es nicht Sache der Asylbehörden, bei fehlenden Hinweisen seitens der Beschwerdeführerin nach etwaigen Wegweisungs- vollzugshindernissen zu forschen. B.c Eine gegen diese Verfügung durch den damaligen Vertreter beim Bun- desverwaltungsgericht e ingereichte Beschwerde wurde mit Urteil E-4211/2015 vom 4. November 2015 abwiesen. Das Gericht anerkannte, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem nega- tiven Asylentscheid verschlechtert habe. Gemäss dem jüngsten, im Be- schwerdeverfahren eingereichten Arztbericht leide sie unter einer schwe- ren posttraumatischen Belastungsstörung und unter einem chronischen anxio-depressiven Zustand und benötige eine psychologische Behandlung mit vierzehntäglichen Sitzungen und eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva (a.a.O. E. 4.2). Indessen bestätigte das Gericht die Ein- schätzung des SEM, dass der Wegweisungsvollzug zumutbar bleibe. Dass die Beschwerdeführerin eine alleinstehende und vulnerable Frau ohne jeg- liches Beziehungsnetz sei, sei nic ht glaubhaft geworden (a.a.O. E. 4.4), und es dürfe davon ausgegangen werden, dass sie im Heimatland Zugang zu den nötigen Behandlungen finden werde (a.a.O. E. 4.6). C. C.a Am 8. Januar 2016 reichte die Beschwerdeführerin durch ihren dama- ligen Vertreter aufgrund ihres verschlechterten Gesundheitszustandes ein zweites Wiedererwägungsgesuch bei der Vorinstanz ein. Gemäss der ein- gereichten Bestätigung der [Klinik C._______] vom 9. Dezember 2015 (B1) sei sie vom 18. November bis zum 9. Dezember 2015 stationär betreut E-49/2021 Seite 5 worden und befinde sich derzeit in einer ambulanten psychiatrischen The- rapie und benötige Medikamente. C.b Mit Verfügung vom 9. Februar 2016 wies das SEM auch das zweite Wiedererwägungsgesuch ab und hielt erneut fest, dass der Entscheid vom 24. November 2014 rechtskräftig und vollstreckbar sei. Zur Begründung führte das SEM insbesondere aus, dass die medizinischen Probleme so- wie die vorgebrachte fehlende soziale Beiziehungsstruktur im Heimatland bereits Gegenstand von umfangreichen Erwägungen des SEM und des Bundesverwaltungsgerichts anlässlich des ersten Wiedererwägungsge- suchs gewesen seien. C.c Eine gegen diese Verfügung durch den damaligen Vertreter erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E -1521/2016 am 16. März 2016 ab. Das Gericht best ätigte, auch wenn eine erneute Hospitalisierung der Beschwerdeführerin geltend gemacht worden sei, seien doch keine ausschlaggebenden neuen Elemente aufgezeigt worden, die zur Wiedererwägung der früheren Verfügung führen würden. Die psy- chischen Probleme seien bereits im ersten Wiedererwägungsverfahren be- kannt gewesen und gewürdigt worden, und die damals angestellten Erwä- gungen des SEM und des Gerichts blieben weiterhin massgeblich, und der Wegweisungsvollzug sei weiterhin als zumutbar zu betrachten. C.d Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin von den kan- tonalen Behörden als seit dem Monat F._______ 2016 verschwunden ge- meldet worden ist (vgl. SEM-Akten V11). D. Die Beschwerdeführerin reiste am 13. Juni 2017 bei St. Margrethen erneut in die Schweiz ein (D6). Am 21. Juni 2017 reichte sie durch ihren damaligen Rechtsvertreter unter dem Titel «Demande d ’asile» ein Mehrfachgesuch (D4) ein, welches mit Eingabe vom 17. Juli 2017 (D8) ergänzt wurde. Zu dessen Begründung führte sie aus, sie habe in der Schweiz einen Mann namens D._______ kennengelernt und sei ihm im Juli 2016 aufgrund von falschen Versprechungen nach Österreich, wo er seinen Wohnsitz gehabt habe, gefolgt. Dort sei sie ihrer Freiheit beraubt und zur Prostitution ge- zwungen worden. Dank der Hilfe eines Freundes von D._______ habe sie fliehen können und sei in die Schweiz zurückgekehrt, wo sie bei den Be- hörden um Asyl nachgesucht habe. Gemäss beiliegender Bestätigung der [Klinik C._______] vom 6. Juli 2017 befinde sie sich seit dem 17. Juni 2017 E-49/2021 Seite 6 in stationärer Behandlung. Des Weiteren reichte sie eine Kopie einer kon- golesischen Vorladung vom (…) 2016 ein (D3 Bm. 2; vgl. Bst. F) und ver- wies auf ein aktuelles Gerichtsverfahren im Kongo, welches gegen sie er- öffnet worden sei. E. Mit Schreiben vom 10. August 2017 forderte das SEM gestützt auf das Op- ferhilfegesetz (OHG, SR 312.5) [die zuständige kantonale Behörde] auf, die Interessen und die Rechte der Beschwerdeführerin als ein potentielles Opfer von Menschenhandel zu gewährleisten (D10). E.a Am 18. August 2017 wurde diesbezüglich die Kantonspolizei (…) infor- miert (D13), welche die Beschwerdeführerin am 4. Dezember 2017 an ei- nem Erstgespräch über das Geschehene befragte (D40). Anlässlich dieses Gespräches wurde sie auf das weitere Vorge hen und ihre Möglichkeiten aufmerksam gemacht. Es sei jedoch unklar, so die Kantonspolizei in ihrem Bericht, ob sie beispielsweise mit der Fachstelle Frauenhandel und Frau- enmigration (FIZ) Zürich Kontakt aufgenommen habe. Weil sich aus ihren Aussagen keine Ermittlungsansätze ergeben hätten, habe die Kantonspo- lizei darauf verzichtet, die Sache an die zuständige Staatsanwaltschaft wei- terzuleiten. E.b Weitere Abklärungen via Interpol des Bundesamtes für Polizei (fedpol), welches am 6. November 2017 über die Sache informiert wurde (D22), seien ergebnislos geblieben (D30). F. Das SEM ersuchte die Beschwer deführerin mit Schreiben vom 3. August 2017 (D9) um Beantwortung diverser Fragen zum geltend gemachten Jus- tizverfahren in Kongo (Kinshasa). Mit Eingabe vom 18. August 2017 (D12) informierte der damalige Rechtsvertreter das SEM dahingehend, dass die Beschwerdeführerin an politischen Kundgebungen in der Schweiz teilge- nommen und entsprechendes Propagandamaterial verteilt habe, was vom kongolesischen Nachrichtendienst registriert worden sei; der Nachrichten- dienst habe ferner auch erfahren, dass die Beschwerdeführerin nach Kongo (Kinshasa) zurückgeschoben werden solle, und habe ihre Adresse (bei ihrer Mutter in E._______ / Kinshasa) in Erfahrung gebracht. Wegen dieser Fakten sei derzeit in Kongo (Kinshasa) ein Justizverfahren hängig, und die Mutter der Beschwerdeführerin werde wegen der Suche nach der Tochter behelligt und unter Druck gesetzt . Die Mutter habe ihr die Vorla- dung zustellen können; die Beschwerdeführerin reic hte das Original des E-49/2021 Seite 7 Dokuments zu den Akten (D3 Bm. 3: originale Vorladung «Mandat de Com- parution» für A._______ vom […] 2016, ausgestellt von «Parquet de Grande Instance de Kinshasa/[…]»). Des Weiteren wurde auf den schlechten Gesundheitszustand der Be- schwerdeführerin verwiesen. Gemäss dem Kurzverlaufsbericht der Psychi- atrischen Universitätsklinik Zürich vom 18. Juli 2017 (D3 Bm. 4) habe sie sich während eines Aufenthalts im Gefängnis (vermutungsweise nach ihrer Einreise in die Schweiz am 13. Juni 2017 [Anmerkung des Gerichts]) ver- sucht zu strangulieren, weshalb sie am 17. Juni 2017 (bis zum 9. August 2017; D35 Bm. 3) hospitalisiert wurde. Dort sei sie mittels antidepressiver Medikation stabilisiert worden. Indes sei – um eine ausreichende Remis- sion der aktuellen schweren psychiatrischen Erkrankung erreichen zu kön- nen – eine Fortführung der stationären Therapie indiziert. G. Anlässlich der Anhörung vom 20. Oktober 2017 brachte sie bezüglich der Ereignisse in Österreich vor (D18 F4 ff.), sie sei im Sommer 2016 dem Mann namens D._______ nach Österreich gefolgt, mit welchem sie eine sexuelle Beziehung unterhalten und welcher versprochen habe, ihr einen regulären Aufenthaltsstatus in Österreich zu verschaffen . Nach ihrer An- kunft (vermutungsweise) im Grossraum Wien habe sie dessen Wohnung nicht mehr verlassen können. Später habe er sie gezwungen, Geschlechts- verkehr mit ihm und mit anderen – ungefähr vier – Männern zu vollziehen. Das Geld, das er dafür erhalten habe, habe er behalten. Ausserdem habe er ihr angedroht, die Polizei zu rufen, falls sie sich weigere. Schliesslich sei ihr mithilfe eines Freundes von D._______ die Rückkehr in die Schweiz gelungen. Sie gehe davon aus, dass niemand im Kongo über diese Ereig- nisse in Österreich Bescheid wisse (D18 F102 f.). Bezüglich der zuvor eingereichten Vorladung (vgl. Bst. F) aufgrund ihres exilpolitischen Engagements brachte sie an der Anhörung vor (D18 F118 ff.), diese habe ihre Mutter Ende 2016 (D18 F139 und 146) erhalten und einer Person mitgegeben, welche nach Europa gereist sei. So sei die Beschwerdeführerin in den Besitz der Vorladung gekommen. Wenn sie die- ser Folge leisten würde, würde sie festgenommen werden . Ausserdem habe die Mutter schon früher (andere) Vorladungen erhalten, welche indes bei einer Überschwemmung zerstört worden seien. E-49/2021 Seite 8 H. Das Zivilstandsamt (…) übermittelte dem SEM mit Schreiben vom 28. Mai 2019 (D28) verschiedene sichergestellte Dokumente (Geburtsschein, Zivil- standsbescheinigung, zivilgerichtliches Urteil betreffend Personens tand, Schulzeugnis [D3 Bm. 5-13]). I. Am 30. Januar 2020 wurden der Vorinstanz verschiedene Dokumente ein- gereicht. Dabei handelt es sich um einen ärztlichen Bericht des Ambulato- riums (…) vom 28. Januar 2020 (D35 Bm. 1), welcher eine mittelgradige depressive Episode und eine PTBS dia gnostizierte. Ferner wurde eine ärztliche Todesbescheinigung des Kantons (…) vom (…) 2018 (D35 Bm. 2) zu den Akten gereicht. Der Sohn der Beschwerdeführerin sei tags zuvor während der Geburt gestorben. Letztlich wurde ein Austrittsbericht der [Kli- nik C._______] vom 21. August 2017 (bezüglich der Hospitalisierung vom 17. Juni bis 9. August 2017 [vgl. Bst. F]; D35 Bm. 3) eingereicht. J. Am 18. Februar 2020 wurde die schweizerische Botschaft in Kinshasa vom SEM um Abklärung spezifi zierter Fragen ersucht (D39), welche mittels Schreiben vom 15. Oktober 2020 beantwortet wurden (D45). Gemäss den Abklärungen lebe die Mutter der Beschwerdeführerin, von Beruf Lehrerin, in einem grossen Haus in E._______ / Kinshasa, wo auch die Beschwer- deführerin früher gelebt habe. Zwei Schwestern der Beschwerdeführerin würden ebenfalls in Kinshasa leben. Weitere Angehörige lebten in Europa. Die Beschwerdeführerin habe die Primarschule sowie das Gymnasium (lycée) besucht und anschliessend an der Universität in Kinshasa studiert. K. Mit Verfügung vom 28. Oktober 2020 räumte das SEM der Beschwerde- führerin die Möglichkeit ein, zu den Informationen der schweizerischen Bot- schaft in Kinshasa Stellung zu nehmen. Dieses Recht wurde mit Eingabe vom 16. November 2020 wahrgenommen. Die Beschwerde führerin machte geltend, die Botschaftsabklärungen würden die Glaubhaftigkeit ih- rer bisherigen Aussagen untermauern. Es bleibe aber weiterhin zutreffend, dass ein Wegweisungsvollzug angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme unzumutbar sei. L. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 – eröffnet am 10. Dezember 2020 – E-49/2021 Seite 9 stellte das SEM fest , dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfülle, und lehnte ihr Mehrfachgesuch ab; ferner ordnete es ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Auf Details dieses Entscheides wird – soweit entscheidwesentlich – in den Er- wägungen eingegangen. M. Die Beschwerdeführerin reichte am 27. Dezember 2020 (Poststempel: 29. Dezember 2020; Eingangsstempel SEM: 30. Dezember 2020) dem SEM ein handschriftl iches Schreiben ein, welches dem Bundesverwal- tungsgericht weitergeleitet wurde (Eingangsstempel BVGer: 6. Januar 2021). Darüber wurde d ie Beschwerdeführerin vom SEM am 5. Januar 2021 informiert. N. Mit Eingabe vom 7. Januar 2021 reichte die Beschwerdeführerin beim Bun- desverwaltungsgericht ihre Beschwerdebegehren ein. Sie beantragte, sie sei nach Aufhebung der angefochtenen Verfügung als Flüchtling anzuer- kennen; eventualiter sei ein Vollzugshindernis festzustellen und sie vorläu- fig aufzunehmen; subeventualiter sei der Entscheid zwecks Neubeurtei- lung an die Vorinstanz zurückzuweisen . In prozessrechtlicher Hinsicht seien ihr eine angemessene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergän- zung sowie die unentgeltliche Prozess führung zu gewähren; ausserdem sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. O. Mit Verfügung vom 15. Januar 2021 wurde festgestellt, dass die Be- schwerde rechtsgenüglich begründet ist (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und die Be- schwerdeführerin den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten kann. Der Antrag, es sei ihr eine Nachfrist zur Einreichung einer Beschwer- deergänzung zu gewähren, wurde abgelehnt. Über die weiteren prozess- rechtlichen Begehren werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. P. Mit Eingabe vom 14. Januar 2021 (Eingangsstempel BVGer: 15. Januar 2021) informierte der heutige Rechtsvertreter das Bundesverwaltungsge- richt über die Übernahme des Mandats und ergänzte die zuvor einge- reichte Beschwerde. Gleichzeitig wurde eine Fürsorgebestätigung vom 12. Januar 2021 zu den Akten gereicht. E-49/2021 Seite 10 Q. Mit einer weiteren Eingabe vom 26. Januar 2021 wurden weitere Unterla- gen zu den Akten gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Rech t (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). E-49/2021 Seite 11 3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Die Beschwerdeführerin rügte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie eine mangelhafte Sachverhaltsfeststellung; diese Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie – sofern begründet – allenfalls geeignet wären, eine Kassation der Beschwerde zu bewirken. 4.1.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch au f rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ein- greift. Dazu gehört insbeson dere das Recht der Betroffenen, sich vor Er- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisan- trägen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise ent- weder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1). 4.1.2 Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein fal- scher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltu ngsrechts- pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 4.2 Die Beschwerdeführerin monierte in ihrer Eingabe vom 27. Dezember 2020, dass zwar nach Einreichung des Mehrfachgesuchs eine Anhörung stattgefunden habe. Die Fragen hätten sich indes hauptsächlich auf die Ereignisse in Österreich bezogen und es seien ihr nur wenige Fragen be- züglich ihrer Asylbegründung gestellt worden ; sie hätte diesbezüglich zu- sätzlich angehört werden müss en. Auch in der Eingabe vom 14. Januar 2021 wurde ausgeführt, angesichts der im Lauf des vorliegenden Mehr- fachgesuchsverfahrens eingereichten Beweisunterlagen hätte die Vorin -E-49/2021 Seite 12 stanz auf die im ordentlichen Asylverfahren unglaubhaft gebliebenen Vor- bringen zurückkommen und hierzu Abklärungen treffen müssen. Ein Mehrfachgesuch ist gemäss aArt. 111c AsylG schriftlich und begründet innert fünf Jahren nach Eintritt der Rechtskraft des Asyl - und Wegwei- sungsentscheides einzureichen. Eine Anhörung gemäss Art. 29 AsylG ist bei dieser Konstellation grundsätzlich nicht vorgesehen (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.3), denn die neuen Asylgründe sind gestützt auf die Mitwir- kungspflicht bereits bei der Gesuchseinreichung umfassend und substan- tiiert darzutun und mit entsprechenden Beweismitteln zu belegen. Vorlie- gend wurde die Beschwerdeführerin überdies am 20. Oktober 2017 ange- hört, wobei ihr – nebst Fragen z u den Ereignissen in Österreich – auch Fragen zu der am 17. Juli respektive 18. August 2017 eingereichten Vorla- dung gestellt wurden (D18 F118 ff.). Folglich ist das Vorgehen d er Vo- rinstanz nicht zu beanstanden und es bestand bei dieser Sachlage kein Grund für weitere Anhörungen. Vielmehr ist festzuhalten, dass die Vo- rinstanz den Sachverhalt sorgfältig und umfassend abgeklärt hat. 4.3 Des Weiteren wurde in der Eingabe vom 27. Dezember 2020 vorge- bracht, die als Beweismittel eingereichte Vorladung sei echt und nicht käuf- lich erworben. Ausserdem, so der Rechtsvertreter in der Eingabe vom 14. Januar 2021, sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz die Vor- ladung nicht der schweizerischen Botschaft in Kinshasa zur Beglaubigung vorgelegt habe, zumal sie die Botsc haft zwecks Feststellung der Identität der Beschwerdeführerin und der Beurteilung der Tragfähigkeit ihres sozia- len Netzes im Kongo bereits kontaktiert habe. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass das SEM den Aussagen der Be- schwerdeführerin, sie sei in ihrer Heimat behördlich gesucht, keinen Glau- ben schenkte (vgl. nachfolgend E. 6.3), weshalb es auf eine eingehende Würdigung der Vorladung als Beweismittel verzichtete. Nichtsdestotrotz wies es darauf hin, dass solche Dokumente im Kongo erfahrungsgemäss leicht käuflich erhältlich seien. In diesem Sinne hat das SEM das Beweis- mittel und seine Beweiskraft im Kontext mit seinen Erwägungen – die Vor- bringen seien unglaubhaft – gewürdigt und dem Beweismittel ausserdem keinen ausschlaggebenden Beweiswert zugemessen. Somit war es nicht nötig, weitere Schritte zu unternehmen, zumal, wie das SEM festhielt, die uneinheitliche Ausstellungspraxis eines solchen Dokuments im Kongo eine schlüssige Überprüfung verunmögliche. Die Rüge schlägt daher fehl. E-49/2021 Seite 13 Schliesslich ist darauf hinz uweisen, dass a lleine der Umstand, dass die Vorinstanz das Beweismittel anders wertet als die Beschwerdeführerin, nicht für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung spricht, sondern die materielle Würdigung der Sache durch die Vorinstanz betrifft. 4.4 Die formellen Rügen erweisen sich angesichts dieser Sachlage als un- begründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbe- züglichen Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Grupp e oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG wurden (subjektive Nachfluchtgründe). 5.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Vorab gilt es festzuhalten, dass die Vorfluchtgründe vom SEM wie auch vom Bundesverwaltungsgericht im ordentlichen Verfahren gewürdigt und als unglaubhaft eingestuft worden sind (vgl. Verfügung des SEM vom 24. November 2014 und Urte il BVGer E-7579/2014 vom 9. März 2015); diese Erwägungen sind weiterhin rechtskräftig. Es bestand, entgegen der in der Eingabe vom 14 Januar 2021 (S. 1 f.) vertretenen Auffassung, auch E-49/2021 Seite 14 nach Einreichung der Vorladung vom (…) 2016 keine Veranlassung, darauf zurückzukommen. Soweit in der Eingabe der Beschwerdeführ erin vom 27. Dezember 2020 (S. 5 ff.) erneut auf die damaligen Vorbringen Bezug genommen und diese erläutert werden, ist hierauf nicht einzugehen. Der Prozessgegenstand des vorliegenden Verfahrens beschränkt sich, soweit die Flüchtlingseigenschaft betreffend, auf die vorgebrac hte exilpolitische Tätigkeit der Beschwerdeführerin und die angebliche Suche nach ihr im Heimatland nach ihrer Ausreise, mithin auf Nachfluchtgründe. 6.2 Die Beschwerdeführerin brachte diesbezüglich an der Anhörung vom 20. Oktober 2017 vor, sie habe im Jahr 2015 an zwei Demonstrationen in der Schweiz, welche sich gegen die Massaker im östlichen Kongo sowie die Gewalttaten in Kinshasa gerichtet hätten, teilgenommen und Flyer und Broschüren verteilt , mit denen zur Demonstrationsteilnahme aufgerufen worden sei (D18 F131 ff.). Weil das kongolesische Regime respektive der Nachrichtendienst von diesen Aktivitäten erfahren habe, sei ihr respektive ihrer Mutter Ende 2016 die erwähnte Vorladung zugestellt worden ( D12; D18 F120, 127 und 139). Sie habe zuvor auch schon andere Vorladungen erhalten, welche jedoch bei einer Überschwemmung zerstört worden seien (D18 F148). 6.3 Die Vorinstanz gelangte in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, es sei unglaubhaft, dass die Beschwerdeführerin im Kongo behördlich ge- sucht werde. Zum einen sei es ihr nicht gelungen, substantiiert darzulegen, weshalb sie aufgrund ihrer ausgesprochen niederschwelligen exilpoliti- schen Aktivitäten verfolgt werde und wie die Behörden davon erfahren hät- ten. Zum anderen würden ihre Angaben zum angeblichen B ehördenkon- takt in der Heimat Ungereimtheiten aufweisen; namentlich widerspreche es sich, dass die heimatlichen Behörden einerseits angeblich von exilpoliti- schen Aktivitäten wüssten, andererseits aber davon ausgegangen seien, die Beschwerdeführerin halte sich in Kinshasa auf. Soweit die Beschwer- deführerin anführe, die exilpol itischen Aktivitäten seien für die Behörden nur ein Vorwand, um ihrer wegen ihrer früheren Aktivitäten noch im Hei- matland habhaft zu werden, sei festzuhalten, dass diese Vorbringen im or- dentlichen Asylverfahren nicht glaubhaft geworden seien. Schliesslich sei bezüglich der Vorladung darauf hinzuweisen, dass solche Dokumente er- fahrungsgemäss leicht käuflich erhältlich seien. Was die Vorbringen be- treffe, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2016/2017 in Österreich zum Opfer sexueller Ausbeutung geworden sei, handle es sich um Ereignisse, die sich nicht im Heimatstaat, sondern in einem Drittstaat zugetragen hät- ten; diese seien flüchtlingsrechtlich nicht relevant. E-49/2021 Seite 15 6.4 Zur Vermeidung von Wiederholun gen kann an dieser Stelle vollum- fänglich auf die entsprechenden Erwägungen der angefochtenen Verfü- gung verwiesen werden, welche nicht zu beanstanden sind. Das SEM hat ausserdem zu Recht eine zweimalige Kundgebung steilnahme in der Schweiz und das Verteilen von entsprechendem Propagandamaterial als eine niedrigprofilierte Erscheinungsform einer exilpolitischer Tätigkeit qua- lifiziert, weswegen es schwer fällt, die Beschwerdeführerin deswegen als eine potentiell gefährliche Regimegegnerin zu betrachten. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sie nicht an asylrelevante Vorfluchtgründe bezie- hungsweise an entsprechende glaubhafte politische Tätigkeiten in ihrer Heimat anknüpfen kann. Das Gericht bestätigt die entsprechenden Erwä- gungen der Vorinstanz, un d im Beschwerdeverfahren wird diesbezüglich nichts vorgebracht. Das SEM hat ferner bezüglich der Vorladung richtigerweise erwogen, dass deren Beweiskraft angesichts der leichten käuflichen Erwerbbarkeit im Kontext der konkreten Vorbringen gew ürdigt werden muss. Nachdem zu bestätigen ist, dass eine behördliche Verfolgung in Kongo (Kinshasa) nicht glaubhaft gemacht worden ist, erweist sich die Würdigung des Beweismit- tels durch die Vorinstanz als zutreffend. 6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz zu Recht die Fl üchtlingseigen- schaft der Beschwerdeführerin verneint und das neue Asylgesuch (Mehr- fachgesuch) abgelehnt. 7. 7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. 8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). E-49/2021 Seite 16 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegensteh en (Art. 83 Abs. 3 AIG). 8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver- fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs- sig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie je ner des UN -Anti-Folterausschusses E-49/2021 Seite 17 müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ( «real risk») nach- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, § 124 ff. m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.3.1 Das SEM hat zutreffend festgehalten, dass in Kongo (Kinshasa) keine landesweite Situation von Krieg, Bürgerkrieg oder allgemeiner Ge- walt herrscht; namentlich ein Wegweisungsvollzug nach Kinshasa kann in der Regel als zumutbar gewürdigt werden (vgl. Referenzurteil BVGer E- 731/2016 vom 20. Februar 2017 E. 7.3; bestätigt in jüngster Zeit beispiels- weise in den Urteilen BVGer E-6011/2020 vom 8. Januar 2021 E. 8.2 f.; E- 4739/2020 vom 25. November 2020 E. 9.4 f.; D-7269/2017 vom 9. Oktober 2020 E. 11.2). 8.3.2 Im ordentlichen Asylverfahren konnten die damaligen Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer angeblichen persönlichen und sozialen Situa- tion im Heimatland nicht bestätigt werden und stellten sich als nicht glaub- haft heraus (vgl. Bst. A.a und A.b); im damaligen Beschwerdeverfahren räumte die Beschwerdeführerin ein, sie habe bisher unwahre Angaben ge- macht (vgl. Bst. A.d). Im Rahmen des vorliegenden Mehrfachgesuchs – namentlich gestützt auf die vom Zivilstandsamt (…) sichergestellten Dokumente (vgl. Bst. H) und die darauf basierende Botschaftsabklärung (vgl. Bst. J) – konnte nunmehr festgestellt werden, dass die Mutter der Beschwerdeführerin, von Beruf Lehrerin, in einem grossen Haus in E._______ / Kinshasa lebt, wo auch die Beschwerdeführerin früher gelebt habe. Zwei Schwestern der Be- schwerdeführerin würden ebenfalls in Kinshasa leben. Weitere Angehörige E-49/2021 Seite 18 lebten in Europa. Die Beschwerdeführerin habe die Primarschule sowie das Gymnasium (lycée) besucht und anschliessend an der Universität in Kinshasa studiert. Gestützt auf diese Abklärungen hielt das SEM in seiner Verfügung fest, dass die Beschwerdeführerin, aus Kinshasa stammend, in ihrer Heimat mit ihrer Mutter und den beiden Schwestern über ein tragfähiges Beziehungs- netz verfüge. Es dürfe davon ausgegangen werden , dass das familiäre Netzwerk die Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin erleichtern werde und dass die Wohnsituation und der Lebensunterhalt zumindest für die Anfangszeit sichergestellt sei. Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerde entgegengehalten, dass die Mutter seit längerer Zeit pensioniert sei und die Beschwerdeführerin finan- ziell nicht unterstützen könnte; es sei im Gegenteil die Beschwerdeführerin, welche aus der Schweiz ihre Mutter finanziell unterstütze, weswegen sie bei ihrer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation geraten würde (vgl. Eingaben vom 27. Dezember 2020 [S. 4] und vom 14. Januar 2021 [S. 6 f.]). Mit Eingabe vom 26. Januar 2021 wurden Belege betreffend die Geldüberweisungen nach Kinshasa eingereicht. Dieser Einwand überzeugt nicht. Angesichts der Botschaftsabklärungen, ferner angesichts der guten Ausbildung, die die Besc hwerdeführerin ge- nossen hat, geht auch das Gericht nicht von einer von Armut betroffenen sozialen Situation der Familie der Beschwerdeführerin aus. Gemäss der Botschaftsauskunft seien im Übrigen weitere Häuser der Parzelle der Mut- ter vermietet, was auf reg elmässige Mieteinnahmen schliessen lässt. Die Erwägungen des SEM sind zu bestätigen, und auch das Gericht geht nicht davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Rückkehr in eine exis- tenzbedrohende Situation geraten würde. 8.3.3 Aus gesundheitlicher Sicht stellte das SEM in seiner Verfügung fest, dass die Beschwerdeführerin bereits in beiden Wiedererwägungsverfahren psychiatrische Beschwerden geltend gemacht habe; gemäss dem jüngsten medizinischen Bericht sei sie in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeu- tischer Behandlung und nehme Medikamente ein. Diese gesundheitlichen Probleme könnten in Kinshasa behandelt werden (vgl. Urteil BVGer D - 7269/2017 vom 9. Oktober 2020 E. 11.3.3). Es sei zu bemerken, dass ein Wegweisungsvollzug auch dann zumutbar sei, wenn die medizinische Be- handlung nicht für eine längere Dauer sichergestellt sei. E-49/2021 Seite 19 Diesen Erwägungen wurde in der Eingabe vom 14. Januar 2021 entgegen- gehalten, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit den beiden Wiedererwägungsverfahren drastisch verschlechtert habe. Dies, weil sie in Österreich Opfer von sexueller Ausbeutung geworden sei und dadurch schwer traumatisiert sei – seit ihrem Suizidversuch im Juni 2017 sei sie seit über drei Jahren in psychiatrisch -psychotherapeutischer Behandlung. Weil in Kinshasa keine adäquate Behandlung möglich sei und Psychopharmaka nur begrenzt erhältlich seien (vgl. hierzu z.B. Schweize- rische Flüchtlingshilfe [SFH], Demokratische Republik Kongo: Behandlung psychischer Erkrankungen, Juni 2018), sei der Vollzug der Wegweisung als unzumutbar zu betrachten. 8.3.4 Bezüglich der medizinischen Lage kann nur dann auf Unzumutbar- keit des Wegweisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine notwen- dige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchti- gung des Gesundheitszustandes der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung er- achtet, welche zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Existenz ab- solut notwendig ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 m.H.a. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b). Gemäss dem letzten ärztlichen Bericht vom 28. Januar 2020 (D35 Bm. 1) wurde eine mittelgradige depressive Episode und eine PTBS diagnosti- ziert. Es sei mindestens eine Sitzung alle zwei Wochen bei einer psycho- therapeutischen Fachperson indiziert; bei einem Unterbruch der Behand- lung sei mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer weiteren Verschlechte- rung und Chronifizierung der depressiven Symptomatik auszugehen; ohne therapeutische Unterstützung bestehe die Gefahr einer suizidalen Hand- lung. Ausserdem benötige die Beschwerdeführerin eine psychopharmako- logische Medikation. Die Angaben im ärztlichen Bericht vom 28. Januar 2020 sind gemäss Eingabe vom 14. Januar 2021 (S. 4) auch heute weiter- hin aktuell. Obwohl bezüglich Kongo (Kinshasa) von einem Mangel an psychiatrischen Institutionen, Fachpersonal und Medikamenten auszugehen ist, existieren gemäss dem Bericht der SFH vom Juni 2018 im ganzen Land sechs psy- chiatrische Kliniken und eine ambulante Einrichtung zur Behandlung psy- chischer Erkrankungen in Kinshasa. Diesbezüglich ist beispielsweise auf das «Centre Neuro -Psycho-Pathalogie» (CNPP) du Mont Amba in Kinshasa zu verweisen (vgl. Urteil BVGer D -7269/2017 a.a.O. E. 11.3.3). E-49/2021 Seite 20 Auch in dem von katholischen Nonnen unterhaltenen «Centre de Santé Mentale TELEMA» (vgl. Urteile BVGer D-7269/2017 a.a.O. E. 11.3.3 und E-7609/2015 vom 24. Februar 2016 E. 7.2.3, je m.w.H.) oder bei Psycho- logen internationaler Organisatio nen ist ein e Behandlung möglich. Dabei ist nicht erforderlich, dass die Behandlung dem schweizerischen Standard entspricht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 m.w.H.). Hinsichtlich der Medikation kann die Beschwerdeführerin auf die finanzielle Unterstützung im Rahmen einer medizini schen Rückkehrhilfe gemäss Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG zurückgreifen. Auch betreffend die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs trotz der ge- sundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin sind daher die Erwägun- gen des SEM zu bestätigen. 8.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 9. In ihrer Eingabe vom 27. Dezember 2020 (S. 3) macht die Beschwerdefüh- rerin geltend, sie habe in der Schweiz im [Monat F._______] 2016 polizei- liche Gewalt erlitten; sie leide auch heute weiterhin unter deren Folgen . Auch in der Anhörung vom 20. Oktober 2017 hatte sie zu Protokoll gege- ben, sie sei im Juni 2016 von der Polizei festgenommen und «schlecht be- handelt» worden (D18 F 17). Aus den Akten geht nicht hervor, welche Er- eignisse mit diesen Vorwürfen angesprochen werden sollen. Im [Monat F._______] war die Beschwerdeführerin im Rah men der damaligen Voll- zugsbemühungen von einer Expertendelegation der Demokratischen Re- publik Kongo befragt und als Staatsangehörige von Kongo (Kinshasa) an- erkannt worden (vgl. SEM-Akten V6 und V10); aktenkundig ist ferner, dass E-49/2021 Seite 21 die Beschwerdeführerin in der Folge von den kantonalen Behörden als ver- schwunden gemeldet wurde (vgl. Bst. C.d) und ihren späteren Aussagen gemäss nach Österreich ausgereist sei (D18 F4 ff.). Aus den Akten geht nicht s hervor, was den Vorwurf von in der Schweiz erlittener Polizeigewalt untermauern würde und woraus sich für das SEM oder für das Gericht ein Handlungsbedarf ergeben könnte. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen. Nachdem indessen die Begehren nicht als zum vornherein aussichtslos gewürdigt werden müssen, und nachdem die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin belegt worden ist ( vgl. Unterstüt- zungsbestätigung vom 12. Januar 2021), ist das mit der Beschwerde ge- stellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. Das Gesuch um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht ist mit dem vor- liegenden Entscheid in der Sache gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) E-49/2021 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Patricia Petermann Loewe