<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00757</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221179&amp;W10_KEY=13013476&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00757</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 31.03.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die seit über 14 Jahren in der Schweiz lebende Beschwerdeführerin lebt getrennt von ihrem Ehemann und ist seither alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Sie geht einer Teilzeiterwerbstätigkeit nach und wird ergänzend von der Sozialhilfe unterstützt.] Die Beschwerdeführerin lebt seit über zehn Jahren in der Schweiz, weshalb es zur Beendigung ihres Aufenthalts besonderer Gründe bedarf, wie die Sozialhilfeabhängigkeit (E. 3.1). Die Beschwerdeführerin hat seit Juli 2006 rund Fr. 191'449.- an Sozialhilfegeldern bezogen und erfüllt damit die Voraussetzungen des Umfangs und der Dauer des Sozialhilfebezugs für den Widerruf (E. 3.2). Es lässt sich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen, ob sich die finanzielle Situation nicht doch noch positiv entwickeln könnte, weshalb der Widerrufsgrund zurzeit nicht erfüllt ist (E. 3.5). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ALLEINERZIEHENDE/-ER">ALLEINERZIEHENDE/-ER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. e AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=52709" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00757</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">31. MÃ¤rz 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch lic. iur. B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren im Jahr 1984, StaatsangehÃ¶rige von Bangladesch, heiratete am 4. September 2005 in Bangladesch den in der Schweiz niedergelassenen Landsmann C, geboren 1969. Am 3. Juli 2006 reiste sie in die Schweiz ein und erhielt am 20. Juli 2006 im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann, letztmals verlÃ¤ngert bis am 2. Juli 2019. Aus der Ehe sind die Kinder D, geboren im Jahr 2009, und E, geboren im Jahr 2016, hervorgegangen. Die Kinder sind im Besitz der Niederlassungsbewilligung.</p> <p class="Sachverhalt2">A und ihre Familie wurden vom 1. Juli 2007 bis am 31. Juli 2014 von der Sozialhilfe mit Fr. 82'447.35 unterstÃ¼tzt. Mit Schreiben vom 12. August 2014 verwarnte das Migrationsamt A und drohte ihr den Widerruf ihrer Aufenthaltsbewilligung an, sollte sie oder ihre Familie weiterhin von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen oder ihr Verhalten zu anderweitigen Klagen Anlass geben.</p> <p class="Sachverhalt2">Mit Urteil des Bezirksgerichts vom 14. MÃ¤rz 2019 wurde festgehalten, dass die Eheleute A und C seit spÃ¤testens 1. Juni 2019 auf unbestimmte Zeit getrennt leben. Die gemeinsame Sorge Ã¼ber die Kinder wurde beiden Elternteilen belassen und die Kinder unter Obhut von A gestellt. </p> <p class="Sachverhalt2">A und ihre Kinder werden seit 1. Juli 2006 von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt und haben bisher Fr. 191'449.- an FÃ¼rsorgegeldern bezogen (Stand: 16. September 2020).</p> <p class="Sachverhalt2">Mit VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2020 wies das Migrationsamt das Gesuch um VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A ab, wies sie aus der Schweiz weg und setzte ihr Frist zum Verlassen der Schweiz bis am 31. Oktober 2020.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den gegen die VerfÃ¼gung vom 14. Juli 2020 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 30. September 2020 ab und setzte A zum Verlassen der Schweiz eine neue Frist bis am 31. Dezember 2020.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Beschwerde vom 2. November 2020 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 4. Juli 2020. Der Beschwerdegegner sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung von A zu verlÃ¤ngern. Eventualiter sei die Sache zur rechtsgenÃ¼glichen SachverhaltsabklÃ¤rung sowie zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Subeventualiter sei das Migrationsamt anzuweisen, beim Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) die vorlÃ¤ufige Aufnahme von A in Folge der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu beantragen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte A die AnhÃ¶rung von D zur Sache, die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung, den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Bestellung von lic. iur. B als unentgeltlicher Rechtsbeistand, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. </p> <p class="Sachverhalt2">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung oder Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden (§ 20 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 33 Abs. 3 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) ist die Aufenthaltsbewilligung befristet und kann verlÃ¤ngert werden, wenn keine WiderrufsgrÃ¼nde im Sinn von Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. GemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG kann SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit einen Widerrufsgrund begrÃ¼nden und einer BewilligungsverlÃ¤ngerung entgegenstehen. Genannte Bestimmung setzt im Gegensatz zu der fÃ¼r hier niedergelassene AuslÃ¤nder geltenden Regelung von Art. 63 Abs. 1 lit. c AIG keinen dauerhaften und erheblichen Sozialhilfebezug voraus (vgl. BGr, 3. Juli 2014, 2C_877/2013, E. 3.2.1). FÃ¼r die Annahme des Vorliegens des entsprechenden Widerrufsgrunds ist jedoch eine konkrete Gefahr der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit erforderlich; es kann dafÃ¼r nicht auf Hypothesen und pauschalierte GrÃ¼nde abgestellt werden (vgl. statt vieler BGr, 13. Mai 2019, 2C_870/2018, E. 5.2). Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht in die Beurteilung miteinzubeziehen. Der Widerruf bzw. die NichtverlÃ¤ngerung der Bewilligung fÃ¤llt in Betracht, wenn eine Person hohe finanzielle UnterstÃ¼tzungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden kann, dass sie in Zukunft fÃ¼r ihren Lebensunterhalt bzw. jenen ihrer Familie wird aufkommen kÃ¶nnen (BGE 122 II 1 E. 3c; vgl. auch die aktuellen Weisungen und ErlÃ¤uterungen AuslÃ¤nderbereich [Weisungen AIG] des Staatssekretariats fÃ¼r Migration [SEM], Ziff. 8.3.1.5 und Ziff. 8.3.2.4; BGr, 6. Oktober 2020, 2C_429/2020, E. 5.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b><span>Eine entsprechende Bewilligungsverweigerung muss jedoch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen, </span>wobei vor allem das Verschulden an der Situation und die bisherige Verweildauer im Land zu berÃ¼cksichtigen sind (BGr, 20. Juni 2013, 2C_1228/2012, E. 2.2). Eine unverschuldete SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit soll grundsÃ¤tzlich nicht zu einem Widerruf bzw. zu einer NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼hren (BGr, 20. Juni 2013, 2C_1228/2012, E. 2.2; BGr, 10. Juni 2010, 2C_74/2010, E. 4.1; VGr, 4. Dezember 2019, VB.2019.00264, E. 2.3; VGr, 5. Dezember 2018, VB.2018.00638, E. 4.3; VGr, 21. August 2018, VB.2018.00211, E. 3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Bei der InteressenabwÃ¤gung ist unter anderem auch dem in Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und Art. 13 der Bundesverfassung (BV) geschÃ¼tzten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens Rechnung zu tragen. Auf das Recht auf Privatleben kann sich berufen, wer besonders intensive, Ã¼ber eine normale Integration hinausgehende private Beziehungen zum ausserfamiliÃ¤ren bzw. ausserhÃ¤uslichen Bereich vorweisen kann (BGE 130 II 281 E. 3.2.1), wobei nach einer rund zehnjÃ¤hrigen Aufenthaltsdauer regelmÃ¤ssig von so engen sozialen Beziehungen in der Schweiz ausgegangen werden kann, dass es fÃ¼r eine Aufenthaltsbeendigung besonderer GrÃ¼nde bedarf, z.<span> </span>B. wenn die Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst (BGr, 20. Juli 2018, 2C_1035/2017, E. 5.1; vgl. auch BGE 144 I 266 E. 3.4 und 3.8 f. sowie BGr, 17. September 2018, 2C_441/2018, E. 1.3.1). Ein unverschuldeter Sozialhilfebezug schliesst aber auch hier eine erfolgreiche Integration nicht aus, namentlich bei Integrationserschwernissen aufgrund einer kÃ¶rperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung oder einer schweren oder lang andauernden Krankheit (Art. 58a Abs. 2 AIG in Verbindung mit Art. 77f lit. a und b der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE). Auf das in denselben Bestimmungen geschÃ¼tzte Recht auf Familienleben kann sich berufen, wer hier nahe Verwandte mit einem gefestigten Aufenthaltsrecht (Schweizer BÃ¼rgerrecht, Niederlassungsbewilligung, Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung) oder selbst ein solches Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat, sofern die familiÃ¤re Beziehung tatsÃ¤chlich gelebt wird und intakt ist (BGE 127 II 60 E. 1d/aa). FamiliÃ¤re Beziehungen ausserhalb der Kernfamilie (Ehegatten, minderjÃ¤hrige Kinder, Eltern) fallen nur bei besonderen AbhÃ¤ngigkeitsverhÃ¤ltnissen in den Schutzbereich des Rechts auf Familienleben (BGE 115 Ib 1 E. 2; BGr, 19. Juni 2012, 2C_582/2012, E. 2.3). </p> <p class="Erwgung3">Bei Vorliegen von WiderrufsgrÃ¼nden sind (verhÃ¤ltnismÃ¤ssige) Eingriffe in das Recht auf Familien- und Privatleben statthaft, stÃ¼tzt die Beurteilung aufenthaltsbeendender Massnahmen im Rahmen von Art. 8 Abs. 2 EMRK doch auf dieselben Kriterien ab, die auch bei der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit eines Bewilligungswiderrufs zu beurteilen sind (vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2; BGr, 1. Mai 2014, 2C_872/2013, E. 2.2.3). Auch jahrelange schuldhafte SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit vermag hierbei Eingriffe in die konventions- und verfassungsmÃ¤ssig geschÃ¼tzten Beziehungen zu legitimieren. DiesbezÃ¼glich ist wesentlich, ob konkret die Gefahr einer FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit besteht; blosse finanzielle Bedenken, Hypothesen und pauschalierte GrÃ¼nde genÃ¼gen nicht. Neben den bisherigen und den aktuellen VerhÃ¤ltnissen muss dabei als entscheidendes Element die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht hin in die Beurteilung miteinbezogen werden. Ausschlaggebend ist eine Prognose zur voraussichtlichen Entwicklung der finanziellen Situation in BerÃ¼cksichtigung der realisierbaren Einkommensaussichten. In erster Linie geht es darum, eine zusÃ¤tzliche und damit kÃ¼nftige Belastung der Ã¶ffentlichen Wohlfahrt zu vermeiden (vgl. statt vieler BGr, 6. Oktober 2020, 2C_429/2020, E. 5.4). Umgekehrt erscheint auch ein Eingriff in das Recht auf Privat- und Familienleben bei schuldlosem Sozialhilfebezug regelmÃ¤ssig nicht gerechtfertigt.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Ist die Anordnung einer aufenthaltsbeendenden Massnahme den UmstÃ¤nden nicht angemessen respektive unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, kann die betroffene Person stattdessen im Sinn von Art. 96 Abs. 2 AIG verwarnt werden. Die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer Verwarnung unterliegt dabei aufgrund der geringeren Eingriffsschwere weniger strengen Anforderungen als bei einer aufenthaltsbeendenden Massnahme. Gleichwohl ist auch eine Verwarnung nur auszusprechen, wenn diese verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint. Dabei ist ebenfalls wesentlich, ob die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verschuldet ist und eine LoslÃ¶sung von der FÃ¼rsorge im Einflussbereich der auslÃ¤ndischen Person liegt (vgl. Marc Spescha in: Marc Spescha et al., Migrationsrecht, 5. A., ZÃ¼rich 2019, Art. 96 AIG N. 9 f.; Benjamin Schindler in: Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 96 N. 19 ff.).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt seit insgesamt 14 Jahren in der Schweiz. Aufgrund ihrer langen Landesanwesenheit von Ã¼ber zehn Jahren ist im Licht der dargelegten Praxis grundsÃ¤tzlich davon auszugehen, dass sich ihre sozialen Beziehungen in der Schweiz derart verfestigt haben, dass es zur Beendigung ihres Aufenthalts besonderer GrÃ¼nde bedarf, z.<span> </span>B. wenn ihre Integration trotz der langen Aufenthaltsdauer zu wÃ¼nschen Ã¼brig lÃ¤sst oder sie WiderrufsgrÃ¼nde gesetzt hat (vgl. E. 2.3 vorstehend). Ein besonderer Grund, um die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern, liegt bei SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG vor (BGr, 6. Oktober 2020, 2C_429/2020, E. 5.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist seit Juli 2006 von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig und musste seither mit rund <span>Fr. 191'449.- (Stand September 2020) </span>von der Ã¶ffentlichen Hand unterstÃ¼tzt werden. <span>Davon entfielen rund Fr. 82'616.- auf die BeschwerdefÃ¼hrerin selbst und Fr. 108'833.- auf ihre zwei Kinder. Der bisherige Sozialhilfebezug entspricht ohne Weiteres dem gemÃ¤ss der zitierten Praxis zu Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG erforderlichen </span>Umfang und Dauer.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span>Die Vorinstanz ist im angefochtenen Entscheid zum Schluss gekommen, dass nicht mit einer kÃ¼nftigen AblÃ¶sung von der Sozialhilfe zu rechnen sei. Die BeschwerdefÃ¼hrerin gehe nur einer TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit von 25 % nach. Es gebe keine Anhaltspunkte fÃ¼r eine baldige AblÃ¶sung von der FÃ¼rsorge. Es sei ihr deshalb keine gÃ¼nstige Prognose zu stellen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe einen massgeblichen Teil ihrer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit selbst verschuldet. Sie sei zwar Ã¶fters einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen, zumeist habe sie jedoch in einem tiefen BeschÃ¤ftigungsgrad gearbeitet. Zu ihren Gunsten sei zu berÃ¼cksichtigen, dass sie aufgrund der Kinderbetreuung von August 2009 bis August 2012 sowie von Juni 2016 bis Juni 2019 an der AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit verhindert gewesen sei. Dennoch sei es ihr wÃ¤hrend dieser Zeit mÃ¶glich gewesen, eine ErwerbstÃ¤tigkeit in einem hÃ¶heren Pensum auszuÃ¼ben, da ihr Ehemann im Jahr 2012 arbeitslos gewesen sei und von 2013 bis 2014 einem 50%-Pensum nachgegangen sei; 2017 sowie 2018 sei er erneut arbeitslos gewesen. Insbesondere seit der Vollendung des dritten Lebensjahres ihrer Tochter im Juni 2019 sei ihr die AusÃ¼bung einer VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit zumutbar. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, es treffe sie kein oder ein hÃ¶chst geringfÃ¼giges Verschulden an ihrem Sozialhilfebezug. Sie sei stets einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgegangen. Trotz fehlendem Schulabschluss und keinerlei Berufserfahrung habe sie bereits im Jahr 2007 als Crewmitarbeiterin bei der Firma F gearbeitet, weshalb sie bis zum 31. Januar 2011 nicht auf die UnterstÃ¼tzung der Sozialhilfe angewiesen gewesen sei. Die zwischenzeitlich dreikÃ¶pfige Familie habe sodann aufgrund der Spielsucht und Arbeitslosigkeit des Ehemanns von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden mÃ¼ssen. Erst im Jahr 2017 habe sich der Noch-Ehemann von der Spielsucht gelÃ¶st. Seit der Trennung von ihrem Ehemann liege eine neue Situation vor. Seit dem 1. Juni 2019 sei sie alleinerziehende Mutter und habe die Obhut fÃ¼r zwei minderjÃ¤hrige Kinder, wobei das jÃ¼ngere gerade einmal vier Jahre alt sei. Dennoch sei sie weiterhin bemÃ¼ht, eine Anstellung in einem hÃ¶heren Pensum zu finden. Dies sei durch die zahlreichen Bewerbungen sowie die Auskunft der zustÃ¤ndigen Sozialarbeiterin belegt. Gleichzeitig erhalte sie von ihrem Noch-Ehemann monatlich Alimente. Diese wÃ¼rden jedoch den Unterhalt der Kinder nicht vollstÃ¤ndig decken. GemÃ¤ss bundes- und verwaltungsgerichtlicher Rechtsprechung sei dem betreuenden Elternteil nach dem Erreichen des dritten Altersjahrs des jÃ¼ngsten Kindes zunÃ¤chst eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit zuzumuten. Diesen Anforderungen komme sie vollumfÃ¤nglich nach. Sie sei bereits im Juni 2012 als Raumpflegerin im 50%-Pensum bei G AG angestellt gewesen. Danach habe sie bei der Firma F gearbeitet. Bereits 15 Monate nach der Geburt ihrer Tochter habe sie wieder angefangen fÃ¼r die Firma F zu arbeiten. Sie habe sich schon im September 2019 nachweislich bemÃ¼ht, ihr Pensum zu erhÃ¶hen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird seit Juli 2006, mit einem Unterbruch von Juni 2007 bis Januar 2011 und von Oktober 2012 bis September 2013, von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt. Sie vermag somit seit geraumer Zeit kein existenzsicherndes Erwerbseinkommen zu erzielen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, lÃ¤sst sich die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit zumindest teilweise durch die Kinderbetreuung entschuldigen. GemÃ¤ss der bundesgerichtlichen Praxis und den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe kann von Sozialhilfeempfangenden (SKOS-Richtlinien) die Aufnahme einer (Teilzeit-)ErwerbstÃ¤tigkeit grundsÃ¤tzlich erwartet werden, sobald deren Kinder Ã¤lter als drei Jahre bzw. dem SÃ¤uglingsalter entwachsen sind (vgl. BGr, 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 5.2.1; VGr, 20. MÃ¤rz 2019, VB.2018.00783, E. 3.1.2 [nicht rechtskrÃ¤ftig], mit Hinweis auf BGr, 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 5.2.1; BGr, 25. Juni 2018, 5A_98/2016; SKOS-Richtlinien, Ziff. C.I.3). Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist im August 2009 Mutter eines Sohnes und im Juni 2016 Mutter einer Tochter geworden. Es kann ihr grundsÃ¤tzlich nicht zum Vorwurf gemacht werden, wenn sie in der Zeit nach der Geburt ihrer beiden Kinder, von August 2009 bis August 2012 und von Juni 2016 bis Juni 2019, keiner ErwerbstÃ¤tigkeit nachging. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat bereits vor Ablauf der drei Jahre eine TeilzeiterwerbstÃ¤tigkeit aufgenommen. Sie ist mit einem Arbeitspensum von 25 % im ersten Arbeitsmarkt tÃ¤tig und ist, wie die zahlreichen Bewerbungen belegen, bemÃ¼ht, eine andere Arbeitsstelle zu finden bzw. ihr Arbeitspensum zu erhÃ¶hen. Seit Juni 2019 leben die BeschwerdefÃ¼hrerin und ihr Ehemann zudem getrennt. Sie hat die Obhut Ã¼ber die Kinder und Ã¼bernimmt auch weitestgehend deren Betreuung. Der getrennt von ihr lebende Ehemann geht einer VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit nach und kann die Kinder daher nur beschrÃ¤nkt betreuen. <a id="_Ref31639740">Auch wenn grundsÃ¤tzlich zu erwarten wÃ¤re, dass sie ihr Arbeitspensum mittlerweile erhÃ¶ht hÃ¤tte, wird nicht verkannt, dass sie in ihren MÃ¶glichkeiten einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen, aufgrund der Kinderbetreuung eingeschrÃ¤nkt ist. Unter BerÃ¼cksichtigung aller UmstÃ¤nde, trifft sie an der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit zurzeit nur ein leichtes Verschulden. <span>FÃ¼r die Frage, ob sie ihre SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit selbst verschuldet hat, ist jedoch der gesamte Zeitraum des Sozialhilfebezugs zu betrachten, nicht nur der Zeitpunkt des Widerrufs (vgl. BGr, 22. Mai 2017, 2C_1018/2016, E. 6.3.2). Zumindest in den Jahren 2006 sowie 2013 (ab Oktober) bis 2016 wÃ¤re es der BeschwerdefÃ¼hrerin grundsÃ¤tzlich mÃ¶glich gewesen, einer existenzsichernden ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen. Die SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist damit insgesamt als teilweise verschuldet anzusehen. Allerdings ist </span>fraglich, ob<span> u</span>nter BerÃ¼cksichtigung aller UmstÃ¤nde bereits eine Prognose Ã¼ber die finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht hin mÃ¶glich ist. </a>FÃ¼r die ErfÃ¼llung des Widerrufsgrundes der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist wesentlich, ob konkret die Gefahr einer FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit besteht. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist im ersten Arbeitsmarkt tÃ¤tig und hat sich nachweislich um eine andere Arbeitsstelle bzw. um eine ErhÃ¶hung des Arbeitspensums bemÃ¼ht. Das BetreuungsbedÃ¼rfnis der Kinder wird zudem mit deren zunehmendem Alter abnehmen. Es ist deshalb nicht auszuschliessen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin zukÃ¼nftig ihr Einkommen wird steigern kÃ¶nnen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin erhÃ¤lt zudem Unterhaltszahlungen von ihrem Noch-Ehemann. Die BetrÃ¤ge reichen zwar momentan nicht aus, um den Lebensunterhalt der gesamten Familie zu decken, der Noch-Ehemann ist gemÃ¤ss eigenen Angaben indes bemÃ¼ht, eine besser bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Es lÃ¤sst sich nach dem Gesagten zu diesem Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen, ob sich die finanzielle Situation nicht doch noch positiv entwickeln kÃ¶nnte. Der Widerrufs- bzw. NichtverlÃ¤ngerungsgrund der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. e AIG ist daher zurzeit (noch) nicht erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung2">Der Widerruf bzw. die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung wÃ¼rde sich im Ãbrigen im jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweisen: Wie bereits festgehalten wurde, ist der Sozialhilfebezug der BeschwerdefÃ¼hrerin nur teilweise als verschuldet anzusehen, was das Ã¶ffentliche Interesse an ihrer Fernhaltung relativiert. Weiter gilt es zu beachten, dass im Fall ihrer Wegweisung damit zu rechnen ist, dass der Noch-Ehemann infolge der Ãbernahme der Betreuung der Kinder wohl nicht mehr einer VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit nachgehen kÃ¶nnte und damit erneut zumindest ergÃ¤nzend von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden mÃ¼sste. Die Wegweisung der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤re damit nur bedingt geeignet, zu einer Reduktion der FÃ¼rsorgeleistungen beizutragen (vgl. BGr, 15. Juni 2018, 2C_1064/2017, E. 6.2). </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r die Beurteilung der persÃ¶nlichen Interessen der BeschwerdefÃ¼hrerin wÃ¤ren auch die von ihrer Wegweisung betroffenen Interessen ihrer beiden minderjÃ¤hrigen Kinder von wesentlicher Bedeutung (vgl. Art. 11 Abs. 1 BV; Art. 3 Abs. 1 des Ãbereinkommens Ã¼ber die Rechte des Kindes vom 20. November 1989 [Kinderrechtskonvention]). Diese sind in der Schweiz geboren, im Besitz der Niederlassungsbewilligung und leben mittlerweile seit elf bzw. vier Jahren hier. Eine Ausreise nach Bangladesch zusammen mit ihrer Mutter wÃ¼rde sie aus ihrem gewohnten Umfeld reissen. Der elfjÃ¤hrige Sohn besucht hier die Primarschule; die vierjÃ¤hrige Tochter die Kinderkrippe. Die beiden befinden sich grundsÃ¤tzlich noch in einem anpassungsfÃ¤higen Alter. Auch wenn sie (gebrochen) Bengalisch sprechen und mit der Kultur von Bangladesch aus Ferienbesuchen zumindest in einem gewissen Umfang vertraut sein dÃ¼rften, wÃ¼rde sie eine Ausreise vollstÃ¤ndig aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld reissen. Die beiden kÃ¶nnten indes grundsÃ¤tzlich bei ihrem Vater in der Schweiz bleiben. Sie haben zwar unbestritten ein enges VerhÃ¤ltnis zu ihrem Vater, es ist jedoch fraglich, ob der Kindsvater die Betreuung der Kinder Ã¼bernehmen kÃ¶nnte, sollte die BeschwerdefÃ¼hrerin aus der Schweiz wegewiesen werden. Er geht einer VollzeiterwerbstÃ¤tigkeit in der Gastronomie nach und arbeitet auch ausserhalb der BÃ¼roarbeitszeiten. Um sich um seine Kindern kÃ¼mmern zu kÃ¶nnen, mÃ¼sste er eine andere Arbeitsstelle suchen oder sein Arbeitspensum reduzieren. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist zudem die Hauptbezugsperson der Kinder. Auch wenn es letztlich der Familie Ã¼berlassen wÃ¤re, zu entscheiden, ob die Kinder oder ein Teil von ihnen beim Vater in der Schweiz verbleiben oder sie mit ihrer Mutter in die gemeinsame Heimat zurÃ¼ckkehren, wÃ¼rde sie die Trennung von einem Elternteil hart treffen. <span>Insgesamt wÃ¼rde deshalb das private Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin am Verbleib in der Schweiz derzeit das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse Ã¼berwiegen. Ihre Wegweisung wÃ¤re demnach als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig zu qualifizieren. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Da die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund ihrer jahrelangen Landesanwesenheit grundsÃ¤tzlich Ã¼ber einen konventionsrechtlich geschÃ¼tzten VerlÃ¤ngerungsanspruch verfÃ¼gt und der Widerrufsgrund der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit nicht erfÃ¼llt ist, ist ihre Beschwerde nach dem Gesagten gutzuheissen. Damit erÃ¼brigt sich der gestellte Eventual- (RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz zur rechtsgenÃ¼glichen SachverhaltsabklÃ¤rung) und Subeventualantrag (Beantragung der vorlÃ¤ufigen Aufnahme beim SEM). Ebenfalls kann auf die AnhÃ¶rung des Ã¤ltesten Kindes der BeschwerdefÃ¼hrerin verzichtet werden.</p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist jedoch ausdrÃ¼cklich darauf hinzuweisen, dass sich diese Beurteilung auf ihre aktuelle Situation bezieht und von ihr erwartet wird, dass sie zukÃ¼nftig ein existenzsicherndes Einkommen fÃ¼r sich und ihre Kinder zu erwirtschaften vermag. Gelingt ihr dies auch in Zukunft nicht, ist ihr Aufenthaltsstatus erneut zu Ã¼berprÃ¼fen und hat sie mit dem Widerruf bzw. der NichtverlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung zu rechnen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Seit dem 1. Januar 2021 ist gemÃ¤ss Art. 4 lit. g der Verordnung des EJPD Ã¼ber die dem Zustimmungsverfahren unterliegenden auslÃ¤nderrechtlichen Bewilligungen und Vorentscheide vom 13. August 2015 (ZV-EJPD) die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von DrittstaatsangehÃ¶rigen bei SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit dem Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) zur Zustimmung zu unterbreiten, wenn diese in einem Haushalt leben, der wÃ¤hrend der letzten drei Jahre vor Ablauf der Bewilligung Sozialhilfe in HÃ¶he von Fr. 50'000.- oder mehr bei einem Einpersonenhaushalt beziehungsweise Fr. 80'000.- oder mehr bei einem Mehrpersonenhaushalt bezogen hat. Die Neuregelung findet auf alle nach Inkrafttreten der Ãnderungen vor kantonalen Instanzen hÃ¤ngigen Bewilligungsverfahren Anwendung (vgl. Art. 126 Abs. 2 AIG).</p> <p class="Urteilstext">Anhand der Akten geht nicht hervor, wie viel Sozialhilfe die BeschwerdefÃ¼hrerin in den letzten drei Jahren vor dem Ablauf ihrer Aufenthaltsbewilligung bezogen hat. Das Migrationsamt ist deshalb gehalten, den entsprechenden Sozialhilfebezug zu Ã¼berprÃ¼fen und gegebenenfalls die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin dem SEM zur Zustimmung zu unterbreiten.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dieser ist zudem zu verpflichten, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'307.80 fÃ¼r das Rekursverfahren und Fr. 1'500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren, insgesamt Fr. 2'807.80.- (Mehrwertsteuer inklusive) zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 17 N. 29).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheinen, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten und KostenvorschÃ¼ssen zu erlassen. Sie haben nach Abs. 2 derselben Bestimmung Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selbst zu wahren. </p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist weiterhin sozialhilfeabhÃ¤ngig und ihre AntrÃ¤ge sind gutzuheissen, mithin nicht offensichtlich aussichtslos. Es ist ihr deshalb unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und ihr Rechtsvertreter als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Hingegen ist ihr Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung mangels Kostenauflage gegenstandslos geworden.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Rechtsvertreter lic. iur. B hat trotz Aufforderung des Gerichts keine Kostennote eingereicht. Die EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes ist daher zu schÃ¤tzen und wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt (Barauslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer inklusive). Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist gestÃ¼tzt auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG darauf aufmerksam zu machen, dass sie Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die ParteientschÃ¤digung ist an die im Beschwerdeverfahren an den unentgeltlichen Rechtsbeistand zu leistende EntschÃ¤digung anzurechnen, weshalb der unentgeltliche Rechtsbeistand noch im Mehrbetrag von Fr. 500.- fÃ¼r das Beschwerdeverfahren durch die Gerichtskasse zu entschÃ¤digen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>In Bezug auf den von der Gerichtskasse zu bezahlenden Betrag ist die BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG darauf aufmerksam zu machen, dass sie Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjÃ¤hrt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu erheben (vgl. BGr, 18. Juni 2007, 2D_3/2007 beziehungsweise 2C_126/2007, E. 2.2). Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung wird gutgeheissen und der BeschwerdefÃ¼hrerin wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren in der Person von lic. iur. B<span> </span>ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamtes vom 14. Juli 2020 und der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 30. September 2020 werden aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span> Das Migrationsamt wird im Sinn der ErwÃ¤gungen angewiesen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern, gegebenenfalls unter Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Kosten des Rekursverfahrens </span>in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 1'425.- <span>werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'307.80 (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen. Die ParteientschÃ¤digung wird mit der bereits geleisteten EntschÃ¤digung im Rekursverfahren verrechnet.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Lic. iur. B ist fÃ¼r das Beschwerdeverfahren im Mehrbetrag von Fr. 500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschÃ¤digen. Die Nachzahlungspflicht der BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>10. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>11. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>