B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5548/2013 U r t e i l v o m 2 3 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. Parteien A.________, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken. C-5548/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der philippinische Staatsangehörige B.________ (geb. 19 70, nachfo l- gend: Gesuch steller b zw. Gast) beantragte am 31. Juli 2013 bei der Schweizerischen Botschaft in Manila ein Schengen-Visum für einen dre i- monatigen Be suchsaufenthalt (vom 23. August bis 18. November 2013) bei A.________ in C.________ (nachfolgend: Gastgeber in bzw. B e- schwerdeführerin). B. Mit Formularentscheid vom 31. Juli 2013 lehnte es die Botschaft ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete dies damit, eine fristg e- rechte Wiederausreise des Gesuchstellers aus dem Schengen-Raum sei nicht gesichert. C. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 2. August 2013 Einsprache bei der Vorinstanz. Letztere liess bei der Auslandvertr e- tung nebst den Akten eine ergänzende Stellungnahme einholen und wies die Einsprache – nach Einholung einer Stellungnahme des Wohnkantons – mit Verfügung vom 30. September 2013 ab. Dabei teilte sie die Beurtei- lung durch die Botschaft. Der Gesuchsteller lebe in einer Region, aus der als Folge der dort insbesondere in wirtschaftli cher Hinsicht herrschenden Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungs druck festzustellen sei. Besondere Gewähr für die fristgerechte Wieder ausreise nach einem B e- suchsaufenthalt ergebe sich auch aus de n persönlichen und wirtschaftl i- chen Verhältnissen des Gesuchstellers nicht. Dieser sei ledig und kinder- los und als Bauer und Tourguide verfüge er gemäss Schweizer Vertretung nur über ein bescheidenes Einkommen. Zudem seien einige Tage vor dem Interview bei der Schweizer Vertretung grössere Geldbeträge au f sein Konto einbezahlt worden. Komme hinzu, dass die Beschwerdeführe- rin den Gesuchsteller während ihres Ferienaufenthaltes in den Philipp i- nen im Dezember 2012 zum ersten Mal persönlich getroffen habe. D. Mit Beschwerde vom 2. Oktober 2013 beantragt die Beschwerdeführerin sinngemäss die Aufhebung der vor instanzlichen Verfügung und die Au s- stellung eines Schengen-Visums für ihren Gast. Zur Begründung w ird im Wesentlichen vorgebracht, sie würde seit ihrer Rückkehr aus den Phili p- pinen jeden Morgen mit dem Gesuchsteller skypen. Somit habe sie in der Zwischenzeit viel mehr über sein Leben und seine Persönlichkeit erfahren C-5548/2013 Seite 3 und auch ihr Gast wisse nun mehr über ihr Leben. Sie sei sich sicher, dass er ein aufrichtiger Mensch sei. Dem Gesuchsteller gehöre zusa m- men mit seiner Familie eine Farm. Diese würde er gemeinsam mit seinem jüngsten Bruder und seiner Familie bewirtschaften. Er sei somit Eigent ü- mer und Arbeitgeber und nicht lediglich ein Angestellter. Seine anderen Geschwister hätten eigene Jobs. Den überwiesenen Geldbetrag habe er von ihr für seine Lebenshaltungskosten erhalten und damit er sich ein Flugticket kaufen könne. Ihr sei es wichtig, dass der Gesuchsteller die Schweiz und ihr Leben kennen lerne . Auch sie selber möchte ihn besser kennenlernen, was in kur zen Ferien nicht möglich sei. Es sei ihr nicht möglich, drei Monate von der Arbeit fern zu bleiben. Daher sei es besser, wenn er sie in der Schweiz besuche. Sie würde dann mindestens zwei Monate nur halbtags arbeiten – während dem ihr Gast vormittags einen Sprachkurs besuche – und die restliche Zeit mit ihm verbringen. Der Ge- suchsteller würde wieder rechtzeitig in die Philippinen zurückkehren und sie würde ihn in den nächsten Ferien dort besuchen. E. Mit Beschwerdenachtrag vom 29. Oktober 2013 teilt die Besch werdefüh- rerin mit, sie werde ihre Ferien des Jahres 2013 im April 2014 beziehen und ihren Gast in den Philippinen besuchen und reicht e eine Flugbestäti- gung zu den Akten. Somit wäre geplant, dass ihr Gast das Besucherv i- sum im Jahr 2014 erhalten würde. Die K aution von Euro 30'000. --, für welche sie bürge, sei ihrer Meinung nach eine hohe Summe, die sie nicht leichtsinnig für irgendeine Person auf Spiel setzen würde. F. Die Vorinstanz bea ntragt mit Vernehmlassung vom 19 . November 2013 die Abweisung der Beschwerde. G. Mit Replik vom 25. November 2013 hält d ie Beschwerdeführerin – unter Rekapitulation des gesamten Verfahrensablaufs – an ihren Anträgen fest. H. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit erheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C-5548/2013 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Ve r- fügungen nac h Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG au f- geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügun gen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen -Visums zu Besuchs - zwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesver - waltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichts - gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, rich - tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be - schwerde berechtigt. Auf die frist - und formgerecht einge reichte B e- schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 sowie BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung l iegt das Gesuch eines philippinischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Aufenthalt in d er Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA -Personenfreizügigkeitsabkommen ber ufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die C-5548/2013 Seite 5 vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwe n- dungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemei n- schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsve r- ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen - Assoziierungsabkommen keine abweichenden B estimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 - Abs. 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlich er Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlich en Befugnisse insoweit ein, als es einheitli che Vor- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaa ten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bz w. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Martina Caroni / Thomas Gächter / Daniela Thurn herr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die Auslän derinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Bürger von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schen - gen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedokumente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferne r benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Dritt länder, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines Visums sein müs sen, sowie der Liste der Drittländer, de ren Staatsange- hörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti gen Aufenthaltsti- tels sind oder über ein gültiges Visum für den länger fristigen Aufenthalt C-5548/2013 Seite 6 verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumertei lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäische n Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehö rige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Des weiteren dürfen Drittsta atsangehörige nicht im Schengener Inform a- tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffen t- liche Gesundheit oder die internationalen Bezie hungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsge richts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswi d- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlang t, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). C-5548/2013 Seite 7 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat au s humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahms weise ein "Visum mit räumlich beschränk - ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Die ses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellen den Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter den selben Voraus- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 5. 5.1 Aufgrund seiner philippinischen Staatsangehörigkei t unterliegt der Gesuchsteller der Visumspflicht (vgl. Anhan g I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einre i- sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesiche r- ten Wiederausreise im Vordergrund. Eine solche erachtet die Vorinstanz aufgrund der allgemeine n Situation im Heimatland und der persönli chen Verhältnisse des Gesuchstellers als nicht genügend gesichert. Zur Ei n- schätzung entsprechender Risiken sind sämtliche Umstände des konkr e- ten Einzelfalles zu würdigen. 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Ge währ für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreis e- gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtsc haftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Ein - klang steht. 6. 6.1 Trotz der grundsätzlich positiven wir tschaftlichen Entwicklung in den Philippinen sind dort nach wie vor breite Bevölkerungsschichten von kargen ökonomischen und sozialen Le bensbedingungen betroffen (Quel- le: Webseite des deutschen Auswärtigen Amtes: www.auswaertiges- amt.de, Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Länder A-Z > C-5548/2013 Seite 8 Philippinen > Wirtschaft, Stand: April 2013 > Seite besucht im Januar 2014). 6.2 Im Falle der Schweiz wird die Tendenz zur Immigration erfahrungsge- mäss dort noch begünstigt, wo durch die Anwesenheit von Verw andten oder Freunden bereits ein minimales soziales Beziehungsnetz besteht. Angesichts der restriktiven Zulassungsregelung werden dabei nicht selten ausländerrechtliche Bestimmungen umgangen, indem versucht wird, den Aufenthalt – einmal eingereist – auf eine ganz andere rechtliche oder fak- tische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu ent - ziehen. Solche Umstände und Erfahrungen sind beim Entscheid über die Erteilung eines Visums zu berücksichtigen. 6.3 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwähnten allg e- meinen Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichts - punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt ei ner g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine beson dere be- rufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann die ser Um- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederaus reise be- günstigen. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein auslän derrechtlich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Ein reise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 7. 7.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um eine n bald 44-jährigen allein- stehenden Mann , der zwar während eines Jahres in Taiwan gearbeitet hat, jedoch noch nie in Europa war. I n casu sind aufgrund der erhaltenen Auskünfte keine besonderen familiären und gesellschaftlichen Verpflic h- tungen ersichtlich, welche den Gesuchsteller von einer Emigration abz u- halten vermögen. 7.2 Die Beschwerdeführerin macht in wirtschaftlicher Hinsicht geltend, dem Gesuchsteller gehöre zusammen mit seiner Familie eine Farm. Di e- se würde er gemeinsam mit seinem jüngsten Bruder und seiner Familie bewirtschaften. Er sei somit Eigentümer und Arbeitgeber und nicht ledig- lich ein Angestellter. Seine anderen Geschwister hätten eigene Jobs. Der Gesuchsteller gab bei der Schweizerischen Botschaft in Manila an, er verdiene monatlich 15'000. -- Philippinische Peso . Dieser B etrag en t- spricht ca. SFR 300. --. Einem Bankko ntoauszug des Gesuchstellers ist zu entnehmen, dass er am 19. Juli 2013 über einen Betrag von rund C-5548/2013 Seite 9 240'000.-- Philippinische Peso verfügte. Umgerechnet in Schweizer Fran- ken ergibt dies SFR rund 4'800.--. Die Beschwerdeführerin hat dem G e- suchsteller am 15. Mai und 6. Juni 2013 insgesamt Fr. 4'700.-- überwie- sen. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerd e- führer über keine Ersparnisse verfügt und sein Einkommen gerade knapp für seine Lebenshaltungs kosten ausreicht. Da er beabsichtigt , während rund drei Monaten in der Schweiz zu verweilen, kann er offenbar ohne Weiteres während längerer Zeit von der Arbeit fern bleiben. S eine Eltern und sein jüngster Bruder sind wohl nicht zwingend auf seine Hilfe beim Kultivieren des Landes angewiesen. Damit bes tehen insgesamt in der Heimat keine zwingenden wirtschaftlichen Verpflichtungen, welche hinrei- chende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise bieten könnten. 7.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vori n- stanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für e i- ne fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuchstellers nach seinem Besuchsaufenthalt besteht. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt jedoch, um die Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Recht s- anspruch besteht, abzulehnen. 8. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert au ch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin über einen ausgezeichneten Leumund ve r- fügt. Es wird auch nicht die Integrität der Beschwerdeführerin in ihrer Ei- genschaft als Gastgeberin in Zweifel gezogen. Indessen sind bei der A b- wägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr die Einstellung und die Absichten des Gastgebers, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Nur Letz- terer ist in der Lage, hinrei chend Gewähr für eine fristgerechte und a n- standslose Wiederausreise zu bie ten. Der Gastgeber kann denn auch nicht – mangels rechtlicher und fak tischer Durchsetzbarkeit – für ein be - stimmtes Verhalten des Gastes Garantie leisten (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). 9. Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristge rechte und anstandslose Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuch s- aufenthalt besteht. Mit der fehlenden Gewähr dafür ist eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht erfüllt. Gründe C-5548/2013 Seite 10 für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. dazu E. 4.5 hiervor) werden nicht vorgebracht und liegen auch nicht vor. 10. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 11. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Be - schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver - fahrenskosten sind auf Fr. 800. - festzusetzen (Art. 1 ff. des Regle ments über die Kos ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs - gericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) C-5548/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. - werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]) – das Migrationsamt des Kantons Luzern (Ref.-Nr. […]) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn Versand: