20. März 1987 497 Motion Brélaz Die Wohneigentumsförderung im Rahmen von Artikel 34quater BV ist ein Mittel der beruflichen Vorsorge bzw. der gebundenen Selbstvorsorge und nicht umgekehrt. In die- sem Sinn und Rahmen sind alle Möglichkeiten der Förde- rung des Wohneigentums optimal auszuschöpfen. So emp- fiehlt die Eidgenössische Kommission für die berufliche Vorsorge den Erlass einer Verordnung über den unmittelba- ren Einsatz der Mittel der gebundenen Selbstvorsorge für den Erwerb von Wohneigentum zum Selbstbedarf des Vor- sorgenehmers und für die Amortisation darauf bestehender Hypothekardarlehen. Hinsichtlich der Weiterentwicklung der Wohneigentumsför- derung im Rahmen der beruflichen Vorsorge ist daran zu erinnern, dass die Vermögen der Vorsorgeeinrichtungen gemäss Artikel 71 Absatz 1 BVG in erster Linie sicher ange- legt werden müssen. Oberstes Ziel dieser Anlagesicherheit ist der Schutz der Versichertenansprüche. Zudem ist zu beachten, dass der gleiche Vorsorgebetrag nicht einerseits für die Kapital- bzw. Rentenleistung bereitgestellt und ande- rerseits ohne weiteres für die Wohneigentumsförderung ein- gesetzt werden kann. Die Ansprüche der Versicherten auf eine Kapital- oder Rentenleistung müssen im Sinne der oben erwähnten Verfassungsbestimmung zumindest im Bereich des Obligatoriums der beruflichen Vorsorge Ansprüchen allfälliger Pfandgläubiger grundsätzlich vorge- hen. Aus diesem Grund können gemäss Artikel 40 BVG nicht die Altersguthaben, sondern nur die Ansprüche des Versicherten auf Altersleistungen verpfändet werden. Der Gesetzgeber hat zur Vermeidung von Zielkonflikten zwi- schen beruflicher Vorsorge und Wohneigentumsförderung sowie aus Gründen der Praktikabilität die Aufnahme der im Bericht Massel empfohlenen Bestimmungen in das BVG abgelehnt. Eine Stärkung der Wohneigentumsförderug als Vorsorge im Rahmen der 2. Säule wäre denkbar durch die Erweiterung des Anwendungsbereichs von Artikel 40 BVG. De lege lata erstreckt sich diese Bestimmung bekanntlich nur auf das Obligatorium der beruflichen Vorsorge. Für den Einbezug der Wohneigentumsförderung in den Rahmen der ausserob- ligatorischen beruflichen Vorsorge bedarf es einer Aende- rung auf Gesetzesstufe. Der Bundesrat wird im Rahmen der nächsten Revision des BVG dem Problem der Wohneigentumsförderung als Mittel der beruflichen Vorsorge besondere Beachtung schenken. In diesem Sinn beantragt er, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.981 Motion Weder-Basel Umweltkatastrophen. Haftpflicht Motion Weder-Bâle Catastrophes écologiques. Responsabilité civile Wortlaut der Motion vom 1. Dezember 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, alle gesetzlichen Vorausset- zungen zu schaffen, dass im Falle eines Gross-Schadener- eignisses nicht der Geschädigte, sondern der wahrscheinli- che Schädiger beweispflichtig ist. 63-N Texte de la motion du 1er décembre 1986 Le Conseil fédéral est chargé d'élaborer les bases légales nécessaires afin qu'en cas de grand sinistre, la charge de la preuve incombe à l'auteur présumé du dommage et non pas au lésé. Mitunterzeichner - Cosignataires: Dünki, Fierz, Grendel- meier, Günter, Jaeger, Maeder-Appenzell, Müller-Bachs, Gehen, Zwygart (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Katastrophe von Schweizerhalle hat bewirkt, dass viele Menschen in der Region Basel und viele Unterlieger am Rhein zu Schaden kommen und noch kommen werden. Der entsprechende Versicherungsschutz scheint wohl gewähr- leistet, es dürfte jedoch zu vielen Streitfällen kommen, wobei die Geschädigten beweispflichtig sind. Japan praktiziert die Methode der Umkehr der Beweislast bei Grossunfällen und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahl- reiche Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und des Strafrechts. Alle diese Themen bilden zurzeit Gegenstand eingehender Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund verfügt der Bundesrat noch nicht über die nötigen Grundla- gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den Stand der Arbeiten zu berichten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.988 Motion Brélaz Risiken durch die chemische Industrie Risques inhérents à l'industrie chimique Wortlaut der Motion vom 1. Dezember 1986 Der Bundesrat wird ersucht, die gesetzlichen Bestimmun- gen dahingehend zu verändern oder verändern zu lassen, dass a. die Risiken, dort, wo gefährliche Fabriken am gleichen OrtMotion Brélaz 498 N 20 mars 1987 in grosser Zahl vorhanden sind, in Zukunft vermieden wer- den. Im Katastrophenfall müsste die heutige Konzentration zu Kettenreaktionen führen. Solche Fabriken sind deswegen zu dezentralisieren; b. ein vollständiger Katalog aller Fabriken mit mittlerem und höherem Risiko erstellt wird, damit obiger Forderung entsprochen und im Unglücksfall so wirkungsvoll wie mög- lich reagiert werden kann; c. die Fabrikanten verpflichtet werden können, gefährliche Stoffe nur soweit zu lagern, als dies für die Fabrikation der Produkte notwendig ist; d. die Suche nach Reaktionsketten, die insgesamt die Umwelt am wenigsten schädigen oder gefährden, für alle Herstellungstypen gefördert wird, und e. die gefährlichsten Produkte nur noch soweit hergestellt werden, als dies für die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit unbedingt notwendig ist. Texte de la motion du 1er décembre 1986 Le Conseil fédéral est prié de modifier ou faire modifier les dispositions légales afin que: a. Les risques inhérents à la concentration d'usines dange- reuses pouvant, en cas d'accident, entraîner des catas- trophes en cascade ne puisse plus exister à l'avenir. Il convient pour cela de déconcentrer ce type d'usines. b. D'établir le catalogue complet des installations à moyen et haut risque afin de pouvoir appliquer la proposition précédente et d'être apte à réagir de manière la plus efficace possible en cas d'accident. c. D'obliger les fabricants à ne garder que des stocks mini- maux, en proportion des produits à fabriquer, de substances dangereuses. d. D'encourager, pour chaque type defabrication, la recherche des chaînes réactives globalement les moins nui- sibles à l'environnement et les moins dangereuses. e. De soumettre la fabrication des produits les plus dange- reux à la clause d'un besoin impératif pour la société dans son ensemble. Mitunterzeichner- Cosignataires: Fierz, Rebeaud (2) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Le 1er novembre 1986, l'incendie d'un entrepôt de Sandoz, à Schweizerhalle près de Baie, rendait brutalement évident un certain nombre de faits que les populations ouest-euro- péennes ignoraient ou, pour un certain nombre de spécia- listes, ne voulaient pas connaître. La catastrophe de Bhopal avait démontré que les popula- tions du tiers monde pouvaient être décimées par le mépris de mesures de sécurité et d'entretien que certaines multina- tionales pratiquaient dans ces pays; la catastrophe de Tchernobyl, malgré son caractère non maximal, avait démontré les risques concrets considérables que pouvait faire courir à l'humanité le développement de l'énergie nu- cléaire. Mais de nombreux gouvernements occidentaux, et une notable partie de leurs opinions publiques, avaient tôt fait de conclure que l'industrie n'oserait pas se conduire en Europe occidentale comme à Bhopal et que l'accident de Tcherno- byl était à mettre au compte exclusif de l'incurie générée par le système soviétique. Dès le 1er novembre 1986 un tel raisonnement ne peut plus avoir cours. Les conditions de Bhopal sont à peu près réunies à Baie même si les conséquences sont heureuse- ment moins graves et on assiste à une pollution transfron- tière majeure là aussi heureusement moins grave qu'à Tchernobyl. Néanmoins le processus d'information ressemble, toutes proportions gardées, à celui de Tchernobyl. On affirme tout d'abord connaître la liste des produits et en déduire qu'il n'y a aucun risque pour la population et l'environnement sinon une ordeur très incommodante, et à éviter, pendant quel- ques heures. Devant l'hécatombe de poissons et anguilles, on affirme ensuite que la pollution de l'eau existe mais est mineure; elle devient ensuite majeure. On apprend également qu'un concurrent, Ciba-Geigy, a déversé une importante quantité d'atrazine dans le Rhin. Un peu plus de deux semaines après l'accident, ce concurrent crée une nouvelle alerte nocture de deux heures en laissant échapper un abondant nuage acre issu d'une erreur dans la fabrication d'araldite. Dans le courant du mois de novembre les gouvernements des deux éemi-cantons de Baie-Ville et de Baie-Campagne cherchent 600 volontaires pour se soumettre à un contrôle médical approfondi. La question fondamentale que doit poser l'accident de Baie est celui d'un contrôle sérieux des mesures de sécurité et celui de la concentration des risques industriels sur un territoire restreint. Avec la concentration de ce type de risques, on a en effet échappé, de pas forcément beaucoup, à une catastrophe au moins aussi grave que celle de Bhopal. En effet, les pesticides et insecticides brûlés étaient à base de mercure. S'ils avaient été à base de produits chlorés on aurait pu, vu la température de l'incendie, assister à une formation massive de dioxine en quantités beaucoup plus importantes qu'à Seveso. D'autre part parmi les entrepôts voisins, l'un contenait du phosgène (certains ont parle d'hypérite) en grandes quan- tités; dans un cas comme dans l'autre il s'agit d'un gaz de combat de la première guerre mondiale dont l'échappement dans l'atmosphère en cas d'incendie ou d'explosion aurait pu causer des centaines ou des milliers de morts, ceci d'autant plus facilement que la plupart des sirènes d'alarme étaient en révision au moment de la catastrophe. Comme un autre de ces entrepôts contenait du sodium extrêmement explosif au contact de l'eau, et formant dans ces conditions une pulvérisation de soude caustique, on peut s'apercevoir de la catastrophe majeure à laquelle on a échappé. Il est absolument indispensable qu'à l'avenir les normes de sécurité soient strictement respectées et, l'improbable n'étant jamais exclu, que l'on déconcentre très fortement les entrepôts dangereux de manière à éviter une réaction en chaîne cataclysmique. Il est également indispensable de ne garder que les quantités minimales de produits dangereux sous forme synthétisée et de développer d'urgence des processus de fabrication à risques minimaux pour chaque produit jugé vraiment utile. Enfin, le caractère dangereux d'un produit n'est acceptable que s'il est indispensable à des processus de fabrication essentiels. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral De nombreuses motions ont été adressées au Conseil fédé- ral en relation avec l'incendie catastrophique du 1er no- vembre 1986 à Schweizerhalle. Elle se rapportent à des questions d'information et à l'obligation de renseigner, aux prescriptions relatives aux produits chimiques dangereux pour l'environnement, à la préavention des catastrophes, à la surveillance incombant à la Confédération ainsi qu'à des problèmes de responsabilité civile et de droit pénal. Tous ces thèmes font actuellement l'objet d'études appro- fondies. Les premiers entretiens sur la répartition des tâches et la collaboration entre la Confédération et les cantons ont déjà eu lieu avec les services spécialisés de tous les cantons et avec les représentants des gouvernements de Baie-Ville et de Baie-Campagne. Mais les travaux effectifs devront être effectués par une commission que le Conseil fédéral va prochainement instituer. Sa tâche consistera à élaborer une ordonnance applicable en cas de pollution accidentelle. Pour cette raison, le Conseil fédéral ne dispose pas encore des bases nécessaires lui permettant de s'exprimer en détail sur les demandes de la motion. Il est toutefois disposé à examiner ces requêtes et à orienter de manière permanente le Parlement sur les résultats obtenus. La réponse que le Conseil fédéral doit encore fournir aux questions ordinaires et aux interpellations liées également à la catastrophe de Schweizerhalle sera pour lui l'occasion d'informer sur l'état d'avancement de ces travaux.20. März 1987 N 499 Motion Fetz Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil demande de transformer la motion en postulat. Ueberwiesen aïs Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.992 Motion Fetz Rechtliche Besserstellung des Geschädigten bei Umweltschäden Atteintes à l'environnement. Modification du droit Wortlaut der Motion vom 2. Dezember 1986 Der Bundesrat wird aufgefordert, folgende Massnahmen zu verwirklichen: 1. Die Gesetzgebung ist derart zu ändern, dass bei Umwelt- schäden die Kausalität des Schadens nicht strikt nachzuwei- sen ist, sondern der wahrscheinliche Verursacher sich zu exkulpieren hat. 2. Für Produkte, welche die Umwelt gefährden können, ist eine Produktehaftung derart einzuführen, dass der Geschä- digte direkt vom Schädiger Ersatz fordern kann. 3. Für die chemische Industrie ist ein Versicherungspool vorzusehen, welcher, mit Anschlusszwang für die chemi- schen Firmen, auch sehr grosse Schäden unbeschränkt ersetzen kann. Texte de la motion du 2 décembre 1986 Le Conseil fédéral est chargté de prendre les mesures sui- vantes: 1. Modifier la législation de sorte que, en cas de dommage porté à l'environnement, on ne s'en tienne pas strictement au principe de la responsabilité causale, mais que l'auteur présumé du dommage doive prouver qu'il n'est pas respon- sable. 2. Introduire une responsabilité du fait du produit lorsque celui-ci peut nuire à l'environnement, de sorte que la per- sonne lésée puisse obtenir réparation directement auprès de l'auteur du dommage. 3. Instaurer un pool d'assurances pour l'industrie chimique auquel les fabriques de produits chimiques seraient obli- gées de s'affilier et qui permettrait une couverture illimitée, même des dommages les plus élevés. Mitunterzeichner- Cosignataires: Carobbio, Gurtner, Herc- zog, Magnin (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Nach geltendem Recht hat der Geschädigte zur Durchset- zung der Ersatzforderung dem mutmasslichen Schadenstif- ter die Verursachung des Schadens nachzuweisen. Gerade bei Schäden infolge übermässiger Immissionen kommt der Geschädigte oft in einen kaum überwindbaren Beweisnot- stand. Eine Umkehr der Beweislast, beispielsweise wie die japanische Rechtsprechung dies entwickelt hat, könnte auf angemessene Weise dem Recht zum Durchbruch verhelfen. Bei umweltgefährdenden Stoffen soll der Produzent für allfällige Schäden aufkommen müssen. Damit wird die Pro- duktion umweltfreundlicher Produkte gefördert. Eine Pro- duktehaftung ermöglicht den Durchgriff des Geschädigten auf den Produzenten. Letztlich ist für jeden Fall die Sicherstellung der Schadens- deckung zu gewährleisten. Die heutigen privaten Haft- pflichtversicherungen der Produzenten bieten hierfür nicht immer Gewähr. Es ist deshalb ein Versicherungspool mit unbeschränkter Haftungsmöglichkeit und ein gesetzlicher Anschlusszwang für potentiell die Umwelt gefährdende Betriebe zu fordern. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schwei- zerhalle vom 1. November 1986 sind dem Bundesrat zahlrei- che Motionen eingereicht worden. Sie betreffen Fragen der Information und Auskunftspflicht, die Vorschriften über umweltgefährdende Stoffe, den Katastrophenschutz, die Aufsicht des Bundes sowie Probleme der Haftpflicht und des Strafrechts. Alle diese Themen bilden zurzeit Gegenstand eingehender Abklärungen. So haben erste Gespräche über Aufgabentei- lung und Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen mit Fachstellen aller Kantone und mit Regierungsvertretern beider Basel bereits stattgefunden. Die eigentlichen Arbei- ten werden jedoch von einer Kommission zu leisten sein, die der Bundesrat demnächst einsetzen wird mit dem Auftrag, eine Störfall-Verordnung auszuarbeiten. Aus diesem Grund verfügt der Bundesrat noch nicht über die nötigen Grundla- gen, um sich zu den Anliegen der Motionen im Detail zu äussern. Er erklärt sich aber bereit, diese Anliegen zu prüfen und das Parlament laufend über die Ergebnisse zu orientie- ren. Die noch ausstehende Beantwortung von Einfachen Anfragen und Interpellationen, die ebenfalls zur Brandkata- strophe von Schweizerhalle eingereicht worden sind, wird dabei dem Bundesrat die Möglichkeit geben, über den Stand der Arbeiten zu berichten. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 86.994 Motion Fetz Verbot von hochgiftigen chemischen Stoffen Substances chimiques de haute toxicité. Interdiction Wortlaut der Motion vom 2. Dezember 1986 Zum Schütze der Bevölkerung und der Umwelt vor chemi- schen Verseuchungen wird der Bundesrat aufgefordert, fol- gende Massnahmen zu ergreifen: Der Bundesrat ergänzt die Stoffverordnung mit dem Verbot folgender Stoffklassen: Phosphorsäureester, chlorierte Pestizide, Carbamate und quecksilberhaltige Pestizide, Cad- mium. Der Verbrauch von chlorierten Lösungsmitteln ist so zu regeln, dass der raschest mögliche Ersatz dieser Stoff- gruppe möglich ist. Die in der Schweiz verbotenen Stoffe gehören auch weltweit verboten, entsprechende internatio- nale Vorstösse sind vom Bundesrat vorzunehmen; deren Exporte aus der Schweiz zu unterbinden. Texte de la motion du 2 décembre 1986 Aux fins de protéger la population et l'environnement contre les contaminations chimiques, le Conseil fédéral est chargé de prendre les mesures suivantes: Compléter l'ordonnance sur les substances dangereuses pour l'environnement en interdisant les classes de toxiques ci-après: esters phosphoriques, pesticides chlorés, carba- mates et pesticides mercuriels, cadmium.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Brélaz Risiken durch die chemische Industrie Motion Brélaz Risques inhérents à l'industrie chimique In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 17 Séance Seduta Geschäftsnummer 86.988 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 20.03.1987 - 08:00 Date Data Seite 497-499 Page Pagina Ref. No 20 015 234 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.