Kantonsgericht Schwyz Verfügung vom 12. Februar 2021 BEK 2020 197 Mitwirkend Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin. In Sachen A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, gegen 1. Staatsanwaltschaft, 4. Abteilung, Postfach 128, Bahnhofstrasse 4, 8832 Wollerau, Anklagebehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt B.________, 2. C.________, Privatkläger und Beschwerdegegner, betreffend Strafbefehl (Hausfriedensbruch); Rückzug Einsprache nach Säumnis an der Hauptverhandlung (Einspruch/Berufung [recte: Beschwerde] gegen die Verfügung des Einzelrich- ters am Bezirksgericht Gersau vom 1. Dezember 2020, SEO 2020 02);- hat der Kantonsgerichtspräsident,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: - dass die Staatsanwaltschaft Innerschwyz mit Strafbefehl SUI 2020 852 vom 11. März 2020 A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) des Hausfrie- densbruchs für schuldig befand, weil er sich trotz unbefristetem Hausverbot am 27. Januar 2020, ca. 23.45 Uhr bis am 28. Januar 2020, ca. 04.00 Uhr, in der Bar D.________ in Gersau aufhielt und dass die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu Fr. 80.00 unbe- dingt bestrafte und ihm die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 800.00 aufer- legte (U-act. 0.0.02; 14.0.01); - dass der Beschuldigte gegen den Strafbefehl am 23. März 2020 fristge- recht Einsprache erhob (U-act. 14.0.02 f.) und die Staatsanwaltschaft nach Befragung des Beschuldigten (U-act. 10.0.01) den Strafbefehl am 9. Septem- ber 2020 als Anklage dem Einzelrichter in Gersau überwies (KG-act. 0.0.01); - dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Gersau die Parteien am 11. November 2020 zur Hauptverhandlung auf den 24. November 2020 vorlud und den Beschuldigten dabei explizit darauf hinwies, dass die Einsprache nach Art. 356 Abs. 4 StPO als zurückgezogen gelte, wenn die Einsprache erhebende Partei der Verhandlung unentschuldigt fernbleibe und sich auch nicht vertreten lasse (Vi-act. 3); - dass der Beschuldigte zur Hauptverhandlung vom 24. November 2020 unentschuldigt nicht erschienen ist (Vi-act. 4), worauf der Einzelrichter mit Ver- fügung vom 1. Dezember 2020 davon und dass die Einsprache nach Art. 356 Abs. 4 StPO zurückgezogen gelte, Vormerk nahm, die Rechtskraft des Straf- befehls vom 11. März 2020 feststellte und dem Beschuldigten die Kosten auf- erlegte (Vi-act. 5);Kantonsgericht Schwyz 3 - dass der Beschwerdeführer sich mit rechtzeitiger Berufung bzw. „Ein- spruch“ vom 7. Dezember 2020 (Postaufgabe: 8. Dezember 2020) gegen die- se Verfügung wendet und im Wesentlichen geltend macht, er sei unschuldig, er würde das bis vors Bundesgericht weiterziehen, Gersau sei ihm und sei- nem Bruder schlecht gesinnt und der subjektive Tatbestand sei nicht gegeben (KG-act. 1); - dass nach Art. 393 Abs. 1 lit. b StPO gegen Verfügungen und Beschlüs- se der erstinstanzlichen Gerichte gemäss zutreffender Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz die Beschwerde zulässig ist und die Berufung bzw. der „Ein- spruch“ als Beschwerde entgegenzunehmen ist; - dass die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Ent- scheide gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO innert 10 Tagen schriftlich und begrün- det bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist, gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO in der Rechtsmittelschrift unter anderem anzugeben ist, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden, und sich die Rechtsmittelschrift deshalb mit allen (selbständigen) Begründun- gen der Vorinstanz auseinandersetzen muss, und auch anzugeben ist, wie anstelle des vorinstanzlichen Dispositivs zu entscheiden ist, ansonsten ein Nichteintretensentscheid der Rechtsmittelinstanz ergeht (Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, N 1a und 4 zu Art. 385); - dass sich der Beschwerdeführer in seiner Eingabe mit den Erwägungen der Vorinstanz, insbesondere dass er der Hauptverhandlung vom 24. Novem- ber 2020 unentschuldigt ferngeblieben sei, dass die Einsprache somit gestützt auf Art. 356 Abs. 4 StPO als zurückgezogen gelte und dass es deshalb, so- weit es um die Verurteilung und Strafzumessung gehe, beim Strafbefehl vom 11. März 2020 bleibe, nicht auseinandersetzt;Kantonsgericht Schwyz 4 - dass zwar gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO dem Beschwerdeführer grundsätzlich eine Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen ist, wenn seine Eingabe den Anforderungen nicht entspricht, eine Beschwerde jedoch grundsätzlich innerhalb der Beschwerdefrist einzureichen ist und später weder ergänzt noch korrigiert werden kann, weshalb die Regel der Nachfristanset- zung gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO dann nicht greift, wenn entweder eine be- wusst mangelhafte Eingabe (z.B. fehlende Begründung trotz Rechtsmittelbe- lehrung) eingereicht wird (Lieber in: Donatsch/Hansjabko/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 3 zu Art. 385; BGer Urteil vom 17. Oktober 2013, 6B_872/2013) oder wenn die Eingabe zwar eine (immerhin minimale) Begründung enthält, welche erlaubt zu verstehen, aus welchen Gründen der Beschwerdeführer den angefochtenen Entscheid an- ficht, diese Begründung jedoch nicht zu genügen vermag (BGer Urteil vom 7. Januar 2015, 1B_363/2014); - dass die vorliegende Eingabe des Beschwerdeführers eine kurze Be- gründung enthält und klar ist, was er will, jedoch seine Begründungen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den Erwägungen der Vorinstanz enthal- ten, weshalb keine Nachfrist anzusetzen und darauf nicht einzutreten ist; - dass der Beschwerdeführer ausgangsgemäss kostenpflichtig wird (Art. 428 StPO); - dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt; - dass der Entscheid, mit welchem die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel eintritt, mit Strafgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht ange- fochten werden kann (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, N 7 zu Art. 385 StPO);-Kantonsgericht Schwyz 5 verfügt: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.00 werden dem Be- schuldigten auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an A.________ (1/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 4. Abteilung sowie 1/R an die Amtsleitung/Zentraler Dienst), C.________ (1/R), an die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Der Kantonsgerichtspräsident Versand 12. Februar 2021 kau