200 12 1166 IV KNB/WSA/KRK Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 2. Februar 2015 Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Kölliker Gerichtsschreiberin Winz A.________ vertreten durch Rechtsanwalt B.________ Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 6. November 2012 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1960 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer- deführerin) meldete sich im November 1996 erstmals bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, nachdem sie sich im Februar 1994 bei einem Arbeitsunfall am rechten Fuss verletzt hat- te (Akten der IV, Teil B [act. II], Akten vor 1999, 1 und 6). Ihr Gesuch um berufliche Eingliederungsmassnahmen wurde mit unangefochten gebliebe- ner Verfügung vom 13. Januar 1998 (Beilage zu act. II, Akten vor 1999, 23) abgeschrieben mit der Begründung, die Versicherte habe eine passende Arbeitsstelle gefunden. B. Im März 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV zum Leis- tungsbezug an und beantragte Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie Arbeitsvermittlung. Zur Art der Behinderung gab sie an, dass sie nicht mehr stehen dürfe (act. II 1). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) veranlass- te in der Folge verschiedene Abklärungen in medizinischer und beruflicher Hinsicht. Dabei holte sie auch die Akten der Schweizerischen Unfallversi- cherungsanstalt (SUVA) ein (act. II 9). Die zunächst zugesprochene Beratung und Unterstützung bei der Stellen- suche (act. II 13) wurde mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 10. März 2009 (act. II 23) abgeschlossen, weil die Versicherte bereits durch die … bei der Stellensuche unterstützt werde. Zwischenzeitlich ermittelte die Abklärungsperson im Abklärungsbericht Haushalt vom 4. März 2009 (act. II 22) bei einem Status von 100% Er- werbstätigkeit einen Invaliditätsgrad von 0%. Dementsprechend stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 18. März 2009 (act. II 24) die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 3 Dagegen erhob die Versicherte am 21. April 2009 den Einwand, der medi- zinische Endzustand sei noch nicht erreicht und deshalb sei eine absch- liessende Beurteilung ihrer Ansprüche auch noch nicht möglich. Zunächst sei der medizinische Verlauf abzuwarten (act. II 32). Daraufhin holte die IVB unter anderem bei der SUVA (act. II 35, 43 f.; Akten der IV, Teil A [act. IIA] 47, 54.1-54.14, 57.1-57.5, 61.1-61.11) fortlaufend die aktuellen Akten ein und bat den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn um Stellungnahmen (act. IIA 58, 98). Mit Vorbescheid vom 26. September 2012 (act. IIA 101) bzw. Verfügung vom 6. November 2012 (act. IIA 110) wies die IVB das Leistungsbegehren der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 11% ab. C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 6. Dezember 2012 Beschwerde und beantragte, die Ver- fügung vom 6. November 2012 sei aufzuheben und die Beschwerdegegne- rin sei zu verpflichten, ihr eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Eventualiter sei eine polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen und gestützt darauf über die gesetzlichen Ansprüche neu zu verfügen. Mit Beschwerdeantwort vom 11. Januar 2013 beantragte die Beschwerde- gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte und eine Stellung- nahme eingereicht hatte, erhielt die Beschwerdegegnerin Gelegenheit, ihre Beschwerdeantwort zu ergänzen. Der daraufhin beim Gericht eingelangten Stellungnahme legte die Beschwerdegegnerin einen weiteren RAD-Bericht und ein IV-Protokoll bei. Die Beschwerdeführerin verzichtete auf Schlussbemerkungen und hielt an ihren Anträgen fest.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 4 Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsan- waltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfah- ren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhe- bung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 1.2Angefochten ist die Verfügung vom 6. November 2012 (act. IIA 110). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführe- rin. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 5 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist - im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit - nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.2Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier- telsrente. 2.3Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 2.4Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 6 sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1Das Sozialversicherungsgericht beurteilt die Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit ihres Erlasses (hier der 6. November 2012 [act. IIA 110]) gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Nor- malfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Die seitens der Beschwerdeführerin im Beschwerdever- fahren ins Recht gelegten medizinischen Berichte über die am 25. Juli 2013 implantierte Hüfttotalprothese rechts (vgl. Beschwerdebeilage [act. I] 5) und die am 11. Oktober 2013 erlittene Hüftgelenksluxation rechts (vgl. act. I 8) haben vorliegend unberücksichtigt zu bleiben. In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten bezogen auf den hier massgebenden zeitlichen Überprüfungshorizont im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen: 3.2 3.2.1Am 28. Juli 1994 meldete die damalige Arbeitgeberin der Be- schwerdeführerin der SUVA, die Beschwerdeführerin sei im Kühlraum aus- gerutscht, wobei sie sich den Knöchel am rechten Fuss verstaucht habe (Beilage zu act. II, Akten vor 1999, 5). Im Rahmen der ärztlichen Ab- schlussuntersuchung vom 6. Dezember 1996 (act. II 11 S. 26-30) berichte- te der SUVA-Kreisarzt Dr. med. C.________, Facharzt für Chirurgie FMH, es bestehe als definitiver posttraumatischer Zustand eine verminderte Be- lastbarkeit des rechten oberen Sprunggelenks (OSG) bei leichter bis mäs- siger OSG-Arthrodese bei Status nach OSG-Bandplastik mit konsekutivem Infekt und/oder Morbus Sudeck, Status nach Calcaneusosteotomie, Druck- dolenz der OSG-Gelenkspalte mit Belastungsschmerz und leichter Gelenk- spaltenverschmälerung mit osteophytären Ausziehungen. Die Beschwerde- führerin sei nicht mehr im Stande, schwere körperliche Arbeit zu leisten, Gewichte über 15 bis 20 kg zu heben, auf unebenem oder abschüssigem Gelände tätig zu sein und häufig Leitern oder Treppen zu ersteigen. Dies Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 7 gelte insbesondere unter Belastung. Ideal wäre eine Beschäftigung im Sit- zen, wo überhaupt keine Behinderung zu postulieren sei. Möglich sei auch eine Tätigkeit mit Wechselbelastung. Für Tätigkeiten im Stehen bestünde allenfalls die Möglichkeit einen Coxarthrosestuhl zur Verfügung zu stellen. In Frage kämen die Stückkontrolle oder Kleinmontage, das Überwachen und Bedienen von Maschinen sowie Tätigkeiten in einem Magazin. Von einer ganztägigen Präsenz könne ausgegangen werden. 3.2.2Am 4. September 2007 wurde bei der Beschwerdeführerin eine ope- rative Revision des lateralen Bandapparates rechts durchgeführt, nachdem dort eine Rückfussinstabilität diagnostiziert worden war (act. II 9 S. 27). Im Bericht vom 26. Februar 2008 (act. II 9 S. 15 ff.) kam der SUVA-Kreisarzt Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato- logie des Bewegungsapparates FMH, zum Schluss, die aktuell zu erhe- benden Befunde seien als äusserst beruhigend zu werten, insbesondere könne kein Befund erhoben werden, der in Richtung eines komplexen regi- onalen Schmerzsyndroms (Complex Regional Pain Syndrom [CRPS]) wei- se. Bald sechs Monate nach dem letzten Eingriff sei wohl davon auszuge- hen, dass sich die Belastbarkeit des rechten Fusses, wie sie im Rahmen der Abschlussuntersuchung im Dezember 1996 formuliert worden sei, nicht verbessern werde. Die in den letzten sechs Jahren ausgeübte berufliche Tätigkeit entspreche nicht dem im Dezember 1996 formulierten Zumutbar- keitsprofil. Dieses habe sich auch mit der letzten Intervention im September 2007 nicht verändert. 3.2.3Im April 2008 erlitt die Beschwerdeführerin eine Verletzung an der rechten dominanten Schulter, welche mit Datum vom 22. Dezember 2008 operativ behandelt wurde (act. II 37 S. 4 f.). Nach einer weiteren kreisärztli- chen Untersuchung am 22. Juni 2009 (act. II 43 S. 30 ff.) berichtete der Kreisarzt-Stellvertreter Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Chirurgie FMH, gleichentags, in Bezug auf das rechte OSG könne eine Bewegungseinschränkung bezüglich Extension/Flexion eindeutig festgehal- ten werden. Zudem bestehe eine Druckdolenz im Bereich des ventralen Anteils des fibulotalaren Kapselbandapparates von elektrisierendem Cha- rakter und gemäss Angaben der Beschwerdeführerin Ausstrahlen bis zum Knie. Eine neurologische Beurteilung sei sinnvoll. Das im Jahr 1996 formu-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 8 lierte Zumutbarkeitsprofil behalte unverändert Gültigkeit. An der rechten Schulter könne ein sehr erfreuliches Resultat zur Kenntnis genommen wer- den. Das Gelenk sei praktisch frei beweglich. Klinisch bestünden keinerlei Anhaltspunkte für eine Restinsuffizienz der Rotatorenmanschette. Auch die lange Bicepssehne sei suffizient. Zurzeit liessen sich an der rechten oberen Extremität keine sensomotorischen Defizite nachweisen. Einzig die ulnare Seite des Ellenbogens sei etwas druckdolent. 3.2.4Im Bericht vom 8. Juli 2009 (act. II 44 S. 12) hielt Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie FMH, fest, die geklagten Schmerzen am rechten Fuss und Unterschenkel würden interpretatorische Schwierig- keiten bieten. Ein Teil der Beschwerden könne neuropathischer Natur sein, die Schilderungen der Beschwerdeführerin über ein Brennen und ein Amei- senlaufen seien hiermit vereinbar. Die Zuordnung zu einer bestimmten Nervenstruktur gelinge jedoch nicht, im klinischen Status seien keine Pa- thologien fassbar und die Elektroneurographie der untersuchten Nerven sei unauffällig. Die Beschwerdeführerin berichte jedoch auch über eine Zu- nahme der Beschwerden bei Belastungen und Bewegungen des rechten Fusses. Eine nicht-neurogene Komponente sei somit anzunehmen, wahr- scheinlich bei einer Affektion des Bewegungsapparates. 3.2.5Am 15. Dezember 2009 gab die Beschwerdeführerin dem Kreisarzt- Stellvertreter Dr. med. E.________ gegenüber an (act. IIA 47 S. 3 ff.), sie sei am 16. August 2009 ausgerutscht und fast gestürzt. Dabei habe sie sich mit dem ausgestreckten rechten Arm abgestützt, um einen vollständigen Sturz zu verhindern. Seither verspüre sie erneut starke Schmerzen in der rechten Schulter. Dr. med. E.________ führte zusammenfassend aus, be- züglich des rechten Fusses seien keine Veränderungen zu konstatieren. Bezüglich der rechten Schulter könne erst im Sommer/Herbst 2010 von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen werden. Vorderhand bestehe hier eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. 3.2.6Am 8. November 2010 wurde wegen Schmerzen in der rechten Hüf- te ein Arthro-MRI derselben erstellt (act. IIA 56 S. 5). Im Bericht vom 17. November 2010 (act. IIA 56 S. 4) diagnostizierten Dr. med. G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, und Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 9 Bewegungsapparates FMH, eine Coxarthrose beidseits sowie eine mus- kuläre Dysbalance beidseits. Aufgrund der doch fortgeschrittenen degene- rativen Veränderungen im rechten Hüftgelenk könne bei gegebenem Lei- densdruck therapeutisch einzig die Implantation einer Hüfttotalprothese angeboten werden. Eine gelenkserhaltende Operation scheine nicht sinn- voll. Da keine wirkliche Labrumruptur bestehe und degenerative Verände- rungen im konventionellen Röntgenbild beidseitig zu sehen seien, sei die Symptomatik eher nicht posttraumatisch. 3.2.7Die RAD-Ärztin med. pract. I.________, Fachärztin für Physikali- sche Medizin und Rehabilitation FMH, hielt im Bericht vom 5. April 2011 (act. IIA 58) fest, es bestünden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin sei aus invalidenversicherungs- rechtlicher Sicht seit Juni 2009 in einer angepassten Tätigkeit 100% ar- beits- und leistungsfähig. Zumutbar seien unter Berücksichtigung der Cox- arthrose und der Schulterproblematik leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, in überwiegend sitzender Position mit der Möglichkeit der Wechselpositio- nierung, ohne Heben über Brusthöhe. Anzumerken sei, dass sich die Be- schwerdeführerin nie eine dem im Jahr 1996 formulierten Zumutbar- keitsprofil angepasste Tätigkeit gesucht habe. 3.2.8Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, berichtete am 23. Juli 2012 (act. IIA 90), bei der Beschwerdeführerin sei am 7. März 2012 eine Dekom- pression L3/4 und L4/5 bilateral durchgeführt worden. Der Gesundheitszu- stand sei wesentlich besser als vor der Dekompression, so dass die Ischi- algie praktisch verschwunden sei. Was nach wie vor als grosses Problem persistiere, sei eine wechselhafte Coxalgie bei radiologisch nicht sehr ein- drücklicher Coxarthrose. Die Beschwerdeführerin sei bedingt durch die Erkrankung der Lendenwirbelsäule einerseits und durch die Hüftschmerzen bilateral bei beginnender Coxarthrose andererseits lediglich vermindert belastbar. Neue Erkenntnisse seien nicht eingetreten. Die Beschwerdefüh- rerin befinde sich in einem gekündigten Anstellungsverhältnis und sei mo- mentan beruflich nicht integriert. Grundsätzlich sei es sinnvoll, sie für eine Beratung im Hinblick auf eine berufliche Wiedereingliederung aufzubieten. Zu beachten sei, dass die Beschwerdeführerin eine gewichtsmässige Be-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 10 lastbarkeit der Wirbelsäule bei ca. 10 kg zeige, Wechselpositionen in rü- ckenschonenden Tätigkeiten seien notwendig. Arbeiten oberhalb des Schultergürtels und unterhalb der Kniegelenksebene seien nur erschwert möglich. Ob eine 50%-ige oder 100%-ige Arbeitsleistung erreicht werden könne, sei im Moment nicht die Frage. 3.2.9Im Bericht vom 10. September 2012 (act. IIA 98) kam die RAD- Ärztin med. pract. I.________ zum Schluss, auch nach der neu hinzu ge- kommenen Wirbelsäulenproblematik habe sich aus invalidenversicherungs- rechtlicher Sicht nichts verändert. Aufgrund des Berichtes von Dr. med. J.________ vom 23. Juli 2012 sei von Seitens des Rückens eine wechsel- belastende leichte Tätigkeit mit einer maximalen Gewichtsbelastung von 10 kg möglich. Somit sei auch eine wie bereits früher beschriebene leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselpositionie- rung ohne Leistungseinbusse zumutbar. Diesem Zumutbarkeitsprofil ent- spreche auch die von der Beschwerdeführerin scheinbar seit Jahren aus- geübte Betreuungstätigkeit. Postoperativ habe jedoch ab dem 7. März 2012 während drei Monaten eine vorübergehende (vollständige) Arbeitsunfähig- keit bestanden. 3.2.10Dr. med. J.________ attestierte der Beschwerdeführerin im Bericht vom 1. November 2012 (act. I 3) für angepasste Tätigkeiten eine theoreti- sche Arbeitsfähigkeit von 50%. Die Arbeit dürfe nicht unterhalb der Kniege- lenksebene und oberhalb des Schultergürtels ausgeübt werden. Die Be- schwerdeführerin müsse die Möglichkeit haben, regelmässig ihre Position zu wechseln, und sie dürfe keine Lasten über 5 kg heben oder tragen. Falls eine Begutachtung verlangt werde, solle diese unbedingt interdisziplinär (Rückenchirurgie, Rheumatologie, Orthopädie und möglicherweise Psych- iatrie) ausgestaltet werden. 4. 4.1In der angefochtenen Verfügung vom 6. November 2012 (act. IIA 110) stellte die Beschwerdegegnerin auf die Einschätzungen des RAD vom 5. April 2011 (act. IIA 58) und vom 10. September 2012 (act. IIA 98) ab und führte aus, die Beschwerdeführerin sei in einer leichten bis mittelschweren Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 11 Tätigkeit (max. 10 kg) überwiegend sitzend (Anteil der Arbeitszeit im Sitzen mindestens 50% der normalen Arbeitszeit) mit der Möglichkeit der Wech- selpositionierung 100% arbeits- und leistungsfähig. Auch in der bisher ne- benbei ausgeführten Betreuungstätigkeit (leichte abwechselnde Tätigkeit) bestehe keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Die Wir- belsäulenbeschwerden hätten vorübergehend während drei Monaten zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt. Ein Rentenanspruch sei deshalb jedoch nicht entstanden. 4.2 4.2.1Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus- schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her- kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 4.2.2Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt- liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba- ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall - wie vorliegend - ohne Ein- holung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Be- weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz- tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel- lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh- baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 12 den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 4.2.3Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztli- che Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen regionaler ärztlicher Dienste (Entscheid des Bundes- gerichts [BGer] vom 18. Juni 2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). 4.3 4.3.1Die RAD-Ärztin stellt sich im Bericht vom 10. September 2012 (act. IIA 98) auf den Standpunkt, auch nach der neu hinzu gekommenen Wirbelsäulenproblematik habe sich aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nichts verändert. Von Seiten des Rückens sei eine wechselbelasten- de leichte Tätigkeit mit einer maximalen Gewichtsbelastung von 10 kg mög- lich. Eine wie bereits früher beschriebene leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit der Möglichkeit der Wechselpositionierung sei ohne Leis- tungseinbusse zumutbar. Diesem Zumutbarkeitsprofil entspreche auch die von der Beschwerdeführerin scheinbar seit Jahren ausgeübte Betreuungs- tätigkeit. Diese Akteneinschätzung genügt vorliegend nicht, um eine absch- liessende Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer ange- passten Tätigkeit vorzunehmen; dies gilt auch hinsichtlich der Ausführun- gen der RAD-Ärztin zum Zumutbarkeitsprofil. Einerseits erscheint unwahr- scheinlich, dass die während längerer Zeit geleistete Betreuungsarbeit überwiegend im Sitzen stattgefunden hatte (vgl. auch die Angaben der Be- schwerdeführerin vom 31. Juli 2014 [in den Gerichtsakten] zu den ausge- führten Arbeiten [Einkaufen, Kochen, Putzen, u.a.]) und andererseits kann aus dieser Tätigkeit nicht auf eine ganztägige Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, ist doch aufgrund der Akten nicht davon auszugehen, die Be- schwerdeführerin habe ihren Nachbarn 8.5 Stunden täglich an 5 Tagen die Woche unterstützt. Weiter ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, weshalb eine überwiegend sitzende Tätigkeit bei Problemen im Rücken und der Hüfte ganztags zumutbar sein soll. Es stellt sich für den medizinischen Lai-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 13 en immerhin die Frage, ob die Sitzdauer bei Leiden in den genannten Körperregionen nicht eingeschränkt ist (vgl. zur Sitzfähigkeit auch act. I 12). Kommt hinzu, dass die behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50% (act. I 3) bzw. 60-70% (act. IIA 99) attestieren, wovon die RAD-Ärztin ohne eigene Untersuchungen wesentlich abweicht. Auch ist ihre Auffassung, die Klinik der Beschwerdeführerin passe nicht zur Bildgebung (Stellungnahme vom 12. August 2014 S. 4 [in den Gerichtsak- ten]), insofern undifferenziert, als Dr. med. K.________, Facharzt für Radio- logie, im Bericht vom 5. September 2012 (act. I 4) darlegt, das aktuelle MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) zeige einen postoperativen Status quo, wo- bei der diskogenen Kompression der rechten L3 Wurzel am foraminalen Austritt und extraforaminal infolge einer nach rechts foraminal und extrafo- raminal reichenden Herniation des Discus intervertebralis auf Höhe LWK 3/4 entscheidende Bedeutung im Rahmen der geschilderten klinischen Symptomatik beigemessen werden könne. 4.3.2Daraus erhellt, dass zur Beurteilung der Arbeits- und Leistungs- fähigkeit der Beschwerdeführerin - wie erwähnt - nicht auf die Stellung- nahmen der RAD-Ärztin abgestellt werden kann. Auch die Einschätzungen der SUVA-Kreisärzte sind für eine abschliessende Beurteilung nicht geeig- net, weil bei der Beschwerdeführerin sowohl unfallbedingte als auch dege- nerative Gesundheitsschäden bestehen und die SUVA als Unfallversiche- rung ausschliesslich erstere berücksichtigt. Die Berichte der behandelnden Ärzte genügen zur Klärung der hier massgeblichen Fragen ebenfalls nicht. Einerseits stehen sie in einer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung (vgl. dazu BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353) zur Beschwerdeführerin und ande- rerseits begründen sie die von ihnen attestierten Arbeitsunfähigkeiten un- genügend. Schliesslich drängt sich aufgrund der möglichen Diskrepanz zwischen objektiven Befunden und subjektiven Beschwerden eine psychia- trische Abklärung auf, zumal auch der behandelnde Orthopäde eine solche anregt (act. I 3). Es bedarf somit einer polydisziplinären (Rückenchirurgie, Rheumatologie, Orthopädie und Psychiatrie) Begutachtung der Beschwer- deführerin. Da bisher noch keine externe Begutachtung stattgefunden hat und die Beschwerdeführerin zu ihrem Eventualantrag explizit festhält, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, den Sachverhalt mittels eines inter- disziplinären Gutachtens abzuklären (Beschwerdeschrift S. 12/13), ist eine Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 14 Rückweisung an die Verwaltung geboten und zulässig (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 264 E. 4.4.1.4 S. 264). Die Beschwerde erweist sich in diesem Sinne als begründet und ist unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung gutzuheissen. 5. 5.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor- schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts- kraft des Urteils zurückzuerstatten. 5.2Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver- gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Die Parteikosten werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Praxisgemäss ist dem Ge- richt bei der Festsetzung der Parteientschädigung ein weiter Ermessens- spielraum einzuräumen. Als Grundsatz gilt, dass die Parteientschädigung nur den objektiv erforderlichen Vertretungsaufwand umfassen soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 E. 11.3.1). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 15 Zeitaufwandes darf das Sozialversicherungsgericht auch beachten, dass der Sozialversicherungsprozess im Unterschied zum Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, wodurch in vielen Fällen die Arbeit des Anwalts erleichtert wird. Dessen Tätigkeit kann nur in dem Umfang berücksichtigt werden, als sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner Aufgabe in einem vernünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonstwie überflüssiger Schritte (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; ZAK 1989 S. 254 E. 4b-d). In Anbetracht der zwar eher umfangreichen Akten, der jedoch nicht schwie- rigen Rechtsfragen sowie des im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren geltenden Untersuchungsgrundsatzes und im Vergleich zu ähnlich gelager- ten Fällen erscheint die in der Kostennote vom 2. Oktober 2014 geltend gemachte Entschädigung von Fr. 7‘560.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), ba- sierend auf einem Aufwand von 27 Stunden, als zu hoch. Insbesondere erscheint die Beschwerdeschrift mit 14 Seiten nicht aussergewöhnlich um- fangreich und weitere Rechtsschriften wurden keine eingereicht. Das Wei- terleiten von ärztlichen Berichten und einer Stellungnahme der Beschwer- deführerin bedeutete für ihren Rechtsvertreter nur einen minimalen Auf- wand. Insgesamt ist die Parteientschädigung deshalb auf pauschal Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen. Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 6. November 2012 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Feb. 2015, IV/12/1166, Seite 16 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er- setzen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.