A bteilung V E -5664/2007 /bec {T 0/2} U rte il v o m 2 9 . A u g u s t 2 0 0 7 R ichter Kurt G ysi (Vorsitz), R ichterin R egula Schenker Senn, R ichter François Badoud, G erichtsschreiber C hristoph Berger. A._______, geboren _______, Staatsanghörigkeit unbekannt, angeblich Elfenbeinküste, Beschw erdeführer, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Verfügung vom 21. August 2007 i.S. N ichteintreten auf Asylgesuch und W egw eisung / N _______. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l B esetzung P arteien G egenstandE -5664/2007 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge sein H eim atland am 4. Juli 2007 verliess und auf dem Luftw eg über M arokko am 5. Juli 2007 in die Schw eiz gelangte, w o er am selben Tage im Em pfangs- und Verfahrenszentrum Vallorbe um Asyl nachsuchte, dass er bei der Befragung im Transitzentrum Altstätten am 24. Juli 2007 im W esentlichen geltend m achte, sein Vater sei ein R ebellenfüh- rer gew esen und habe m it dem C hef der R ebellen der Elfenbeinküste zusam m engearbeitet, bevor es zu M einungsverschiedenheiten bezüg- lich der Zusam m enarbeit m it dem Präsidenten der Elfenbeinküste ge- kom m en sei, dass seine Eltern aufgrund dieser politischen Kontroverse von den R e- bellen im Jahre 2007 erm ordet w orden seien und er befürchtet habe, das gleiche Schicksal zu erleiden, dass er einen Freund seines Vaters angetroffen habe und sich bei die- sem zw ei W ochen habe aufhalten können, w ährend ein Freund dieses M annes die Ausreise nach Europa organisiert habe, dass er seit seiner G eburt bis zur Ausreise aus seinem H eim atland in seinem D orf an der Elfenbeinküste w ohnhaft gew esen sei und dort als Landw irt gearbeitet habe, dass er nie irgendein Identitätspapier besessen habe, dass für den Inhalt der w eiteren Aussagen auf die Akten verw iesen w ird, dass am 10. August 2007 im Auftrag des BFM eine LIN G U A-Analyse (Sprachanalyse und eine landeskundlich-kulturelle Analyse) durchge- führt w urde, w elche zum Schluss führte, aufgrund seines sprachlichen H intergrundes und seiner m angelnden Landes- und Kulturkenntnisse habe die Sozialisation des Beschw erdeführers eindeutig nicht in der Elfenbeinküste stattgefunden, vielm ehr w ürde die linguistische Analy- se eine Sozialisation in G uinea als sehr w ahrscheinlich erscheinen las- sen, dass dem Beschw erdeführer zum Ergebnis der Analysen sow ie im H inblick auf einen allfälligen Entscheid nach A rt. 32 Abs. 2 Bst. b des S eite 2E -5664/2007 Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) am 14. August 2007 in Form einer Anhörung das rechtliche G ehör gew ährt w urde, dass der Beschw erdeführer im R ahm en des rechtlichen G ehörs seine H erkunft aus der Elfenbeinküste beteuerte und den E rkenntnissen der LIN G U A-Analysen im W esentlichen entgegnete, seine länderkundli- chen U nkenntnisse liessen sich auf den U m stand zurückführen, dass er nie eine Schule besucht habe, dass das BFM m it Verfügung vom 21. August 2007 - gleichentags er- öffnet - in Anw endung von A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylge- such nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug anordnete, dass es zur Begründung der Verfügung im W esentlichen ausführte, aufgrund der LIN G U A-Analysen und der nicht stichhaltigen Stellung- nahm e im R ahm en des rechtlichen G ehörs stehe fest, dass der Be- schw erdeführer die Behörden über seine Identität getäuscht habe, dass nach den Erkenntnissen der Analyse der Beschw erdeführer ein- deutig nicht aus der Elfenbeinküste, sondern sehr w ahrscheinlich aus G uinea stam m e, dass der Vollzug der W egw eisung zulässig, zum utbar und m öglich sei, dass es nicht Sache der Asylbehörden sei, nach hypothetischen W eg- w eisungshindernissen zu forschen, dass für die w eitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu verw eisen ist, dass der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 24. August 2007 (Post- stem pel) sinngem äss beantragt, die angefochtene Verfügung sei auf- zuheben und zur Begründung anführt, seine Vorbringen zu seinem Asylgesuch entsprächen der W ahrheit und er halte nach w ie vor daran fest, aus der Elfenbeinküste zu stam m en, dass er um eine dreim onatige Frist ersucht, um seinen O riginal-R eise- pass oder seine Identitätskarte zu beschaffen, S eite 3E -5664/2007 und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden ge- gen Verfügungen (A rt. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (A rt. 105 AsylG i.V.m . A rt. 31 - 34 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]; A rt. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts- gesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erde nicht in einer Am tssprache des Bundes abge- fasst ist, jedoch auf die Ansetzung einer Frist zur Beschw erdeverbes- serung verzichtet w erden kann, da sich aus der in englischer Sprache verfassten Beschw erdeschrift genügend klare, sinngem ässe R echts- begehren m it entsprechender Begründung ergeben und ohne w eiteres darüber befunden w erden kann, dass der Beschw erdeführer legitim iert ist, w eshalb auf die frist- und im Ü brigen form gerecht eingereichte Beschw erde einzutreten ist (A rt. 108a und 6 AsylG i.V.m . A rt. 48 und 52 Vw VG ), dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (A rt. 106 Abs. 1 AsylG ), dass auf Asylgesuche nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende die Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer Bew eism ittel feststeht (A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentschei- de w egen Identitätstäuschung auf die Ü berprüfung der Frage be- schränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asylgesuch nicht ein- getreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it dar- auf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen, S eite 4E -5664/2007 dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungs- gericht diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen ergibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeent- scheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (A rt. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass der Begriff der Identität gem äss A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG N a- m en, Vornam en, Staatsangehörigkeit, Ethnie, G eburtsdatum , G eburts- ort und G eschlecht des Asylsuchenden um fasst (vgl. A rt. 1 Bst. a der Asylverordnung I über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 [AsylV I, SR 142.311]), dass der N achw eis der Täuschung unter anderem auch durch eine H erkunftsanalyse der Fachstelle LIN G U A erbracht w erden kann (vgl. die w eiterhin geltende Praxis der ehem aligen Asylrekurskom m ission [AR K] in Entscheidungen und M itteilungen EM AR K 1998 N r. 34 E. 5 ff. S. 284 ff., 1999 N r. 19 E. 3d S. 125 f.), dass das BFM den Beschw erdeführer über die Fachstelle LIN G U A zw ei Analysen (H erkunftsanalyse auf der Basis charakteristischer M erkm ale in der Sprechw eise sow ie Analyse landeskundlich-kultureller Anhaltspunkte) unterzogen und ihm das rechtliche G ehör zu den Ab- klärungsergebnissen gew ährt hat, dass das Bundesverw altungsgericht in Anlehnung an die unverändert geltende Praxis der AR K die LIN G U A-Analysen des BFM nicht als Sachverständigengutachten (im Sinne von A rt. 12 Bst. e Vw VG und A rt. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. D ezem ber 1947 über den Zivil- prozess [BZP, SR 273] i.V.m . A rt. 19 Vw VG ), sondern als schriftliche Auskünfte einer D rittperson (im Sinne von A rt. 12 Bst. c Vw VG bezie- hungsw eise A rt. 49 BZP i.V.m . A rt. 19 Vw VG ) anerkennt, ihnen indes- sen - sofern bestim m te Anforderungen an die fachliche Q ualifikation, O bjektivität und N eutralität des Experten w ie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und N achvollziehbarkeit der Analyse erfüllt w erden - er- höhten Bew eisw ert zum isst (vgl. EM AR K 2003 N r. 14 E. 7 S. 89, 1998 N r. 34 S. 284 ff.), S eite 5E -5664/2007 dass die vorliegenden, begründeten Analysen einen nachvollziehbaren und überzeugenden Eindruck hinterlassen und zu keinen Beanstan- dungen Anlass geben, w eshalb ihnen erhöhter Bew eisw ert zuzum es- sen ist, dass zur Verm eidung von W iederholungen für den w esentlichen Inhalt des Ergebnisses der Analysen auf die Begründung des BFM in der an- gefochtenen Verfügung verw iesen w erden kann, dass der Beschw erdeführer im R ahm en des rechtlichen G ehörs die in den Analysen enthaltenen Schlussfolgerungen offensichtlich nicht zu w iderlegen verm ochte, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die vorlie- genden Analysen überzeugend dargelegt hat, w eshalb auf das Asylge- such des Beschw erdeführers nicht einzutreten ist, dass auf diese Feststellungen verw iesen w erden kann, zum al der Be- schw erdeführer in seiner Beschw erde diesen Argum enten nichts Stich- haltiges entgegenzusetzen verm ag, dass der Beschw erdeführer in der R echtsm itteleingabe vielm ehr auf der blossen Behauptung seiner angeblichen H erkunft aus der Elfen- beinküste beharrt, dass die eklatanten ortskundlichen U nkenntnisse des Beschw erdefüh- rers klarerw eise nicht und seine linguistischen M erkm ale um sow eniger m it einer fehlenden Schulbildung zu erklären sind, dass angesichts des Ergebnisses der Analysen und insbesondere auch aufgrund der Tatsache, dass der Beschw erdeführer anlässlich der Befragung im Transitzentrum Altstätten aussagte, er habe keine gültigen Papiere und w isse nicht, w ie solche zu beschaffen w ären (BFM -Akte A1/12 S. 5), keine Veranlassung besteht, für die Beibrin- gung der in der Beschw erde in Aussicht gestellten D okum ente Frist anzusetzen, dass das G esuch um Ansetzung einer Frist zur Beibringung originaler Identitätspapiere im R ahm en des vorliegenden Verfahrens abzuw eisen ist, S eite 6E -5664/2007 dass das BFM dam it zu R echt gestützt auf A rt. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschw erdeführers nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw ei- sung aus der Schw eiz zur Folge hat, vorliegend der Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illigung besitzt noch einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen hat, w eshalb die verfügte W egw eisung im Ein- klang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestätigen ist (A rt. 44 Abs. 1 AsylG , A rt. 32 Bst. a AsylV 1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw ei- sung entgegenstehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Be- stim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) über die vorläu- fige Aufnahm e zu regeln ist (A rt. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, da der Be- schw erdeführer keine Verfolgung oder begründete Furcht vor N achtei- len darzulegen verm ochte, w elche geeignet w äre, die Flüchtlingsei- genschaft zu begründen, und auch keine Anhaltspunkte für eine ande- re m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die ihm in sei- nem H erkunftsstaat droht (A rt. 14a Abs. 3 AN AG ), dass den Akten auch keine G ründe entnom m en w erden können, die den Vollzug der W egw eisung als unzum utbar erscheinen liessen (A rt. 14a Abs. 4 AN AG ), dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vor- liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch m öglich ist (A rt. 14a Abs. 2 AN AG ), dass die U ntersuchungspflicht der Asylbehörden hinsichtlich Zulässig- keit, Zum utbarkeit und M öglichkeit des Vollzugs (A rt. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . A rt. 14a AN AG ) nach Treu und G lauben ihre G renzen an der M it- w irkungspflicht der Beschw erde führenden Person findet (A rt. 8 AsylG ), die im Ü brigen auch die Substanziierungslast trägt (A rt. 7 AsylG ), und es bei nicht belegter beziehungsw eise zw eifelhafter Identi- tät oder H erkunft nicht Sache der Behörde sein kann, nach allfälligen W egw eisungshindernissen hypothetischer N atur zu forschen, S eite 7E -5664/2007 dass der Beschw erdeführer nicht darzutun verm ochte, inw iefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (A rt. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erde abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- (A rt. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . A rt. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]) dem Beschw erdeführer aufzuerlegen sind (A rt. 63 Abs. 1 Vw VG ). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (Einschreiben, vorab per Telefax; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, (R ef-N r. N _______; vorab per Telefax) - Y._______ (per Telefax) D er vorsitzender R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi C hristoph Berger Versand: S eite 8