<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp334912"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>133 IV 125<br/><br/><br/><div class="paraatf">16. Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. X. und Y. gegen Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich sowie Bundesstrafgericht (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)</div> <div class="paraatf">1C_125/2007 vom 30. Mai 2007</div> <a name="idp336608"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">Art. 20, 43 lit. a, 84, 107 Abs. 3, 108 Abs. 1, 109 Abs. 1 und 3 BGG. Internationale Rechtshilfe in Strafsachen; Prüfung des Vorliegens eines "besonders bedeutenden Falles". <div class="paratf">Soweit <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> das Erfordernis des besonders bedeutenden Falles (im Sinne von <span class="artref">Art. 84 BGG</span>) betrifft, handelt es sich (im Verhältnis zu <span class="artref"><artref id="CH/173.110/20" type="start"></artref>Art. 20 und 108 BGG</span><artref id="CH/173.110/108" type="end"></artref>) um eine "lex specialis" für Beschwerdeverfahren der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen. Prozessuale Besonderheiten des vereinfachten Verfahrens nach Art. 109 i.V.m. <span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span> (bei Nichteintreten auf die Beschwerde). Verfahrensvorschriften für den Fall des Eintretens. Abgrenzung von der Prüfung der allgemeinen Zulässigkeitsgründe gemäss <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 BGG</span> (E. 1.1 und 1.2). </div> <div class="paratf">Vorliegen eines besonders bedeutenden Rechtshilfefalles verneint. Nichteintreten im vereinfachten Verfahren in Dreierbesetzung und mit summarischer Begründung (E. 1.3 und 1.4). </div> <div class="paratf">Verfahrensausgang. Keine Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung (<span class="artref">Art. 43 lit. a BGG</span>; E. 2). </div> </div> </div> <a name="idp352032"></a> <a name="idp369008"></a> <br/><div> <a name="idp383744"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 126</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page126"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 IV 125 S. 126</div> </div> <div class="paraatf">Die argentinischen Behörden führen ein Strafverfahren gegen bislang unbekannte Täterschaft wegen versuchten Betruges. Am 1. September 2006 ersuchten sie die Schweiz um Rechtshilfe.</div> <div class="paraatf">Mit Schlussverfügung vom 17. Januar 2007 ordnete die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich die Herausgabe verschiedener Bankunterlagen an die argentinischen Behörden an.</div> <div class="paraatf">Die von X., Y. und Z. gegen die Schlussverfügung erhobene Beschwerde wies das Bundesstrafgericht mit Entscheid vom 8. Mai 2007 ab, soweit es darauf eintrat.</div> <div class="paraatf">Dagegen gelangten X. und Y. mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 21. Mai 2007 an das Bundesgericht. Sie <a name="page127"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 IV 125 S. 127</div>beantragen zur Hauptsache die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Verweigerung der Rechtshilfe.</div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht tritt auf die Beschwerde nicht ein.</div> <br/><div> <a name="idp389568"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp390512"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp391600"></a><span class="bold" id="consideration_1.1">1.1 </span>Gemäss <span class="artref">Art. 84 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110)</span> ist gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nur zulässig, wenn er unter anderem die Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Abs. 1). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Abs. 2).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp395264"></a><span class="bold" id="consideration_1.2">1.2 </span>Erachtet das Bundesgericht eine Beschwerde als unzulässig, weil kein besonders bedeutender Fall im Sinne von <span class="artref">Art. 84 BGG</span> gegeben ist, so fällt es innert 15 Tagen seit Abschluss eines allfälligen Schriftenwechsels einen Nichteintretensentscheid (<span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span>). Dieser Entscheid wird (unter Vorbehalt der allgemeinen Unzulässigkeitsgründe nach <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 BGG</span>) im vereinfachten Verfahren gemäss <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> in Dreierbesetzung auf dem Zirkulationsweg getroffen, wobei keine Einstimmigkeit erforderlich ist. Der Nichteintretensentscheid wird summarisch begründet (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>). Auf Antrag eines Gerichtsmitglieds wird mündlich und in der Regel öffentlich beraten (Art. 109 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 f. BGG). Kommen die drei Gerichtsmitglieder im vereinfachten Verfahren zum Schluss, es liege ein besonders bedeutender Fall vor (weshalb kein Nichteintretensentscheid gestützt auf <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> gefällt werden dürfe), so ist die Sache im ordentlichen Verfahren zu erledigen. Dabei wird der verfahrensabschliessende Entscheid in der Regel in Fünferbesetzung zu treffen sein. Mit Blick auf <span class="artref">Art. 20 Abs. 2 BGG</span> ist dies zwingend, wenn eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung zu entscheiden ist oder ein Mitglied des Spruchkörpers dies verlangt. Die Fristbestimmung von <span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span> kommt nicht zur Anwendung, wenn auf die Beschwerde eingetreten wird.</div> <div class="paraatf">Soweit <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> das Erfordernis des "besonders bedeutenden Falles" betrifft, handelt es sich (im Verhältnis zu <a name="page128"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 IV 125 S. 128</div><span class="artref"><artref id="CH/173.110/20" type="start"></artref>Art. 20 und 108 BGG</span><artref id="CH/173.110/108" type="end"></artref>) um eine "lex specialis" für Verfahren betreffend die internationale Rechtshilfe in Strafsachen. Daher ist <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> (Dreierbesetzung) grundsätzlich auch bei <i>offensichtlich</i> fehlendem besonders bedeutendem Fall anwendbar. Davon zu unterscheiden sind die <i>allgemeinen</i> Unzulässigkeitsgründe, welche bei Offensichtlichkeit im Verfahren nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/108/c" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/a" type="start"></artref>Art. 108 Abs. 1 lit. a-c BGG</span><artref id="CH/173.110/108/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/108/c" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/c" type="end"></artref> zu beurteilen sind. Dazu gehören etwa das eindeutige Versäumen der Beschwerdefrist (<span class="artref">Art. 100 Abs. 2 lit. b BGG</span>) oder die offensichtlich ungenügende Beschwerdebegründung (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1-2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Nicht ausreichend begründet ist die Beschwerde in Rechtshilfesachen insbesondere dann, wenn nicht ausgeführt wird, warum ein besonders bedeutender Fall nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliege (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>).</div> <div class="paraatf">Liegt offensichtlich ein solcher allgemeiner Unzulässigkeitsgrund vor, ist im <i>einzelrichterlichen</i> Verfahren ein Nichteintretensentscheid zu fällen (<span class="artref">Art. 108 Abs. 1 BGG</span>). In diesen Fällen erübrigt sich die zusätzliche Prüfung des besonderen Eintretenserfordernisses von <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> (besonders bedeutender Fall), selbst wenn sein Vorliegen geltend gemacht wird. <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> kommt somit nur - aber immer dann - zum Zug, wenn die dort genannte Eintretensvoraussetzung für das Nichteintreten entscheidend ist. In diesem Fall erweist sich <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> (im Verhältnis zu <span class="artref">Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG</span>) als "lex specialis" und hat insoweit Vorrang.</div> <div class="paraatf">Der Entscheid über das Vorliegen eines besonders bedeutenden Falles wurde vom Gesetzgeber als so wichtig erachtet, dass er ihn bewusst dem Verfahren mit <i>Dreierbesetzung</i> zugeordnet hat, obwohl ihm speditives Vorgehen bei der Rechtshilfe ein besonderes Anliegen war. Dieses Anliegen (vgl. <span class="artref">Art. 17a IRSG</span> [SR 351.1]) hat der Gesetzgeber dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die Beschwerdefrist nach <span class="artref">Art. 100 Abs. 2 lit. b BGG</span> nur zehn Tage beträgt und (gemäss <span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span>) ein Nichteintretensentscheid im Sinne von Art. 109 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 84 BGG</span> innert 15 Tagen seit Abschluss eines allfälligen Schriftenwechsels zu fällen ist.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp478304"></a><span class="bold" id="consideration_1.3">1.3 </span>Im vorliegenden Fall ist über die Zulässigkeit der Beschwerde im Verfahren nach Art. 109 Abs. 1 i.V.m. <span class="artref">Art. 107 Abs. 3 BGG</span> zu entscheiden. Zu prüfen ist, ob ein besonders bedeutender Rechtshilfefall im Sinne von <span class="artref">Art. 84 BGG</span> vorliegt. Bei Nichteintreten wird der Entscheid summarisch begründet (<span class="artref">Art. 109 Abs. 3 BGG</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp484720"></a><span class="bold" id="consideration_1.4">1.4 </span>Zwar geht es hier um die Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich und damit um ein Sachgebiet, bei dem die <a name="page129"></a><div class="center pagebreak">BGE 133 IV 125 S. 129</div>Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach <span class="artref">Art. 84 BGG</span> insoweit möglich ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer handelt es sich jedoch nicht um einen besonders bedeutenden Fall. Der angefochtene Entscheid stützt sich auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, auf die zurückzukommen kein Anlass besteht. Auch sonst wie ist der Fall nicht von aussergewöhnlicher Tragweite. Hinreichende Anhaltspunkte für die Annahme, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist, fehlen ebenfalls.</div> <div class="paraatf">Die Beschwerde ist daher unzulässig.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp489632"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Mit dem vorliegenden Entscheid ist über den Antrag, es sei den Beschwerdeführern eine Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung einzuräumen, nicht mehr zu befinden (<span class="artref">Art. 43 lit. a BGG</span>).</div> <div class="paraatf">Bei diesem Ausgang des Verfahrens tragen die Beschwerdeführer die Kosten (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/66/5" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/66/1" type="start"></artref>Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG</span><artref id="CH/173.110/66/5" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/5" type="end"></artref>).</div> </div></body></html></html>