A bteilung I A -1692/2006 {T 0/2} U rteil vom 25. A pril 2007 M itw irkung: R ichter D aniel R iedo (Vorsitz); R ichter M ichael Beusch; R ichterin Salom e Zim m erm ann; G erichtsschreiberin Iris W idm er. B ._______ A G , Beschw erdeführerin, gegen O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verzollung von Soft-Tragetaschen, Tarifeinreihung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie B._______ AG , vertreibt u.a. Kindersportw agen (sog. "3-R ad Jogger") der M arke M ._______, inklusive diverser Kinderw agen-Zusatzartikel, w orunter Soft-Tragetaschen und feste Trageschalen für Kleinkinder, die sich auf den verschiedenen Jogger M odellen befestigen lassen. B. Am 3. M ai 2004 m eldete die Firm a X._______ AG , im N am en der Firm a B._______ AG dem Zollinspektorat Kleinbasel eine aus C hina stam m ende Sendung "Kinderw agen und Teile dazu" zollfrei (Präferenzabfertigung) zur Einfuhr an (Tarifnum m er 8715.0000, kg brutto 3'241.3). D as Zollam t nahm die D eklaration antragsgem äss vor. N ach einer Belegrevision und teilw eisen – die Kinderw agen betreffenden – m ateriellen R evision berichtigte dieses am 6. M ai 2004 die Einfuhrdeklaration w ie folgt: "Kinderw agen und Teile dazu", Tarif-num m er 8715.000, kg brutto 2'988.3, Zollansatz: frei (Präferenzabfertigung) und "Tragetaschen aus Spinnstoff", Tarifnum m er 6307.9099, kg brutto 253, Zollansatz Fr. 263.-- (Präferenzabfertigung für C hina in dieser Tarifnum m er nicht m öglich). G estützt darauf w urde m it Einfuhrzollausw eis N r. 3746368 – datiert vom 3. M ai 2004/12. M ai 2004 – Fr. 665.40 Zoll erhoben. C . M it Schreiben vom 24. M ai 2004 beschw erte sich die B._______ AG beim Zollam t gegen die Abgabenfestsetzung. Sie brachte vor, die Soft- Tragetaschen für Kleinkinder seien als Ergänzungszubehör für Kinderw agen zu betrachten und folglich in die Tarifnum m er 8715.0000 einzureihen. D ie zuständige Zollkreisdirektion w ies die Beschw erde am 21. Juli 2004 ab und bestätigte die Einreihung in die Tarif- num m er 6307.9099. D . D agegen legte die B._______ AG am 2. Septem ber 2004 Beschw erde bei der O berzolldirektion (O ZD ) ein, w elche diese m it Entscheid vom 30. D ezem ber 2004 abw ies. E. M it Eingabe vom 28. Januar 2005 erhebt die B._______ AG (Beschw erdeführerin) Beschw erde bei der Eidgenössischen Zollrekurskom m ission (ZR K) und beantragt die zollfreie Abfertigung der Soft-Tragetaschen unter der Tarifnum m er 8715.0000. In ihrer Vernehm lassung vom 8. April 2005 schliesst die O ZD auf die kostenfällige Abw eisung der Beschw erde. F. Per 31. D ezem ber 2006 hat die ZR K die Verfahrensakten an das Bundesverw altungsgericht (BVG er) zur Beurteilung der Sache übergeben.3 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Bis zum 31. D ezem ber 2006 unterlagen erstinstanzliche Verfügungen oder Beschw erdeentscheide der O ZD der Beschw erde an die ZR K (aArt. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. O ktober 1925 [ZG , SR 631.0]). D as BVG er übernim m t, sofern es zuständig ist, die am 1. Januar 2007 bei der ZR K hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]). Sow eit das VG G nichts anderes bestim m t, richtet sich gem äss Art. 37 VG G das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). Beschw erden an das BVG er sind zulässig gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 Vw VG (Art. 31 VG G ). Entscheide der O ZD betreffend die Tarifierung unterliegen der Beschw erde an das BVG er (Art. 109 Abs. 1 Bst. c ZG in Verbindung m it Art. 33 Bst. d VG G ). D ieses ist som it zur Behandlung der Beschw erde sachlich w ie funktionell zuständig. 1.2 Vorliegend unbestritten ist die sachverhalts-, nam entlich die zahlenm ässige Erm ittlung der nachgeforderten Zollabgabe in der H öhe von Fr. 665.40. Strittig ist einzig die Frage, ob die Soft-Tragetaschen für Kleinkinder als "Kinderw agen und Teile dazu" zu qualifizieren und in die Tarifnum m er 8715.0000 einzureihen sind oder aber als "Tragetaschen aus Spinnstoff" in die Tarifnum m er 6307.9099. N ach dem insow eit durch die Beschw erdeführerin nicht bestrittenen Entscheid der O ZD handelt es sich dabei um eine "Soft-Tragetasche" für Kleinkinder, deren Aussenseite aus G ew ebe aus synthetischen Filam entengarnen besteht. Futter und Polsterung sind m ittels Steppnähten verbunden. D er Kopfteil lässt sich m ittels R eissverschlüssen und Kordeln verengen. D er Fussteil ist m it R eissverschlüssen ausgestattet. Seiten- und O berteile w eisen keinerlei Verstärkungen oder Versteifungen auf. Im Boden ist eine einfache, biegsam e Kunststoffplatte eingelassen; ein zusätzlicher Liegekeil ist vorhanden. D ie Traghenkel sind abnehm bar. D ie Tasche w ird m it einfachen R iem en und D ruckknöpfen am Kinderw agen befestigt. Es handelt sich dabei um das Produkt Typ T_______ gem äss M ._______- Produktekatalog. 2. 2.1 2.1.1 D ie Ein- und Ausfuhrzölle w erden gem äss Art. 21 Abs. 1 ZG durch den Zolltarif festgesetzt. U nter Vorbehalt abw eichender Bestim m ungen, nam entlich aus Staatsverträgen, sind alle W aren, die über die schw eizerische Zollgrenze ein- oder ausgeführt w erden, zum G eneraltarif gem äss den Anhängen 1 und 2 zum Zolltarifgesetz vom 9. O ktober 1986 (ZTG , SR 632.10) zu verzollen (Art. 1 Abs. 1 und 2 ZTG ). D em G eneraltarif kom m t G esetzesrang zu; das BVG er ist dem nach an diesen Tarif gebunden (Art. 190 der Bundesverfassung der Schw eizerischen 4 Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. U rteil des BVG er A-1675/2006 vom 21. M ärz 2007 E. 2.1; Entscheide der ZR K vom 9. August 2005 [ZR K 2004-114] E. 2e/aa, vom 19. April 1996 und 28. M ärz 1996, veröffentlicht in Verw altungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 61.17 E. 2a und 61.19 E. 4a/aa). 2.1.2 Für die Tarifeinreihung m assgebend ist die Art, M enge und Beschaffenheit der W are zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt w orden ist (vgl. Art. 23 ZG ). Auf den Verw endungszw eck ist dem gegenüber nur dann abzustellen, w enn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium ausdrücklich festgehalten ist. Ist dies nicht der Fall, kom m t dem Verw endungszw eck w ie auch dem Preis, der Verpackung, der Bezeichnung durch H ersteller oder Em pfänger der W are lediglich hinw eisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeutung zu (U rteil des BVG er A-1675/2006, a.a.O ., E. 2.2; Entscheid der ZR K vom 9. August 2005, a.a.O , E. 2e/bb m it w eiteren H inw eisen). 2.1.3 D ie Schw eiz ist dem internationalen Ü bereinkom m en über das H arm onisierte System zur Bezeichnung und C odierung der W aren vom 14. Juni 1983 beigetreten (für die Schw eiz in Kraft seit 1. Januar 1988, SR 0.632.11). D as "H arm onisierte System " (H S) bedeutet die N om enklatur, w elche die N um m ern und U nternum m ern m it den dazugehörenden C odenum m ern, die Abschnitt-, Kapitel- und U nternum m ern-Anm erkungen sow ie die "Allgem einen Vorschriften für die Auslegung des H S" um fasst (Art. 1 Bst. a des Ü bereinkom m ens). D ie Vertragsstaaten verpflichten sich, ihre Tarifnom enklatur m it dem H S in Einklang zu bringen (Art. 3 des Ü bereinkom m ens). D er N om enklaturtext des H S ist im ZTG enthalten (siehe den Anhang in Verbindung m it Art. 2 des Ü bereinkom m ens); der schw eizerische Tarif entspricht dem H S. D er von den Vertragsstaaten beabsichtigten einheitlichen Auslegung des H S (vgl. etw a Art. 7 Ziff. 1 Bst. c und Art. 8 Ziff. 2 des Ü bereinkom m ens) dienen u.a. die "Avis de classem ent" und die "N otes explicatives du Systèm e H arm onisé". Sow ohl die N om enklatur des H S als auch die Vorschriften zu deren Auslegung sind als internationales R echt für das BVG er verbindlich. D ie Vertragsstaaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sow ie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des Ü bereinkom m ens die M öglichkeit, die Ü berprüfung oder Änderung der "N otes explicatives" und "Avis de classem ent" zu veranlassen (vgl. Entscheid der ZR K vom 18. April 2005 in Sachen A. AG [ZR K 2003-018] E. 2.a/bb). 2.1.4 D ie von der O ZD gestützt auf Art. 22 Abs. 3 ZG erlassenen "Erläuterungen zum schw eizerischen Zolltarif" (N achtrag 13, Bern 2002; nachfolgend zitiert als "Erläuterungen") stim m en – m it Ausnahm e der so genannten Schw eizerischen Erläuterungen – w eitgehend w örtlich m it den "N otes explicatives" (3. Auflage, Brüssel 2002) des H S überein. Insbesondere entsprechen vorliegend – sow eit von Bedeutung – die "Erläuterungen" der betreffenden Zolltarifnum m ern 8715 und 6307 den "N otes explicatives" des H S. Sofern eine solche Ü bereinstim m ung besteht, darf das BVG er von den Erläuterungen nicht abw eichen (vgl. Entscheide der ZR K vom 18. April 2005, a.a.O ., E. 2.a/cc; vom 19. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.109 5 E. 2a; vom 27. O ktober 1994, veröffentlicht in VPB 59.34 E. 2). 2.2 H insichtlich der Auslegung sehen die von den schw eizerischen Zollbehörden angew endeten "Allgem einen Vorschriften für die Auslegung des H arm onisierten System s" (AV; enthalten in dem von der Eidgenössischen Zollverw altung herausgegebenen "Tarifnum m ern- verzeichnis" und den "Erläuterungen") übereinstim m end m it den "Allgem einen Vorschriften für die Auslegung des H S" des offiziellen Textes des Ü bereinkom m ens in Ziffer 1 vor, dass für die Tarifeinreihung einer W are der W ortlaut der N um m ern und der Abschnitt- oder Kapitel- Anm erkungen sow ie die w eiteren Allgem einen Vorschriften, sow eit diese dem W ortlaut der N um m ern und der Anm erkungen nicht w idersprechen, m assgebend sind. Bei der Bestim m ung der zutreffenden Tarifnum m er ist som it stufenw eise in der gesetzlich festgelegten R eihenfolge (Tariftext – Anm erkungen – Allgem eine Vorschriften) vorzugehen. D ie nächstfolgende Vorschrift ist im m er erst dann heranzuziehen, w enn die vorangehende Bestim m ung nicht zum Ziel geführt, d.h. keine einw andfreie Tarifierung erm öglicht hat (vgl. U rteil des BVG er A-1675/2006, a.a.O ., E. 2.4; Entscheid der ZR K vom 18. April 2005, a.a.O ., E. 2.b). 2.3 Für die vorliegend in Frage stehende W aren sind die Tarifnum m ern 8715.000 und 6307.9099 strittig. D ie system atische G liederung dieser N um m ern im "Tarifnum m ernverzeichnis" stellt sich w ie folgt dar: 2.3.1 8715.0000 "Kinderkastenw agen, Kindersportw agen und ähnliche Fahrzeuge zum Befördern von Kindern, und Teile davon." D ie Tarifnum m er gehört zu Abschnitt XVII: "Beförderungsm ittel". Für die vorliegende Tarifnum m er definiert die Abschnitt-Anm erkung 3 als "Teile" und "Zubehör" nur solche, "die nach ihrer Beschaffenheit ausschliesslich oder hauptsächlich für Fahrzeuge oder andere W aren dieses Abschnittes bestim m t sind." G em äss den "Erläuterungen", die die Tragw eite und den Inhalt bestim m ter U nternum m ern des H S präzisieren, sind dieser Tarifnum m er folgende W aren zuzuordnen: I. Zw ei- oder m ehrräderige Kinderw agen, auch zusam m enklappbar, in denen Kleinkinder befördert und die m it der H and geschoben w erden (z.B. Kindersportw agen und Kinderkastenw agen.) II. Teile der hiervor genannten Fahrzeuge, sofern diese Teile die beiden nachstehenden Voraussetzungen erfüllen: 1. sie m üssen ihrer Beschaffenheit nach erkennbar ausschliesslich oder hauptsächlich für Fahrzeuge dieser N um m er bestim m t sein; 2. sie dürfen nicht durch die Anm erkungen zu Abschnitt XVII von diesem Abschnitt ausgeschlossen sein (siehe die entsprechenden Erläuterungen zu Abschnitt XVII, Allgem eines). Als solche Teile können z.B. genannt w erden:6 1) Aufbauten zum Befestigen auf dem Fahrgestell sow ie abnehm bare, auch als W iegen benutzbare Aufbauten von Kinderw agen. 2) Fahrgestelle und Teile davon. 3) R äder, auch m it Luftreifen, und R adteile. 2.3.2 6307. "Andere konfektionierte W aren, einschliesslich Schnittm ustern zum H erstellen von Bekleidung." - andere 9010 -- aus pflanzlichen Spinnstoffen -- aus anderen Spinnstoffen 9091 --- R öntgenschürzen 9099 --- andere D ie Tarifnum m er befindet sich in Abschnitt XI: "Spinnstoffe und W aren daraus". Für diese gibt es keine relevanten Abschnitt- oder Kapitel- Anm erkungen. G em äss den "Erläuterungen" um fasst die N um m er "konfektionierte W aren aus Spinnstoffen aller Art, die nicht in anderen N um m ern des Abschnittes XI oder in anderen Kapiteln der N om enklatur genauer erfasst sind". Sow eit hier interessierend, w erden folgende W aren dieser N um m er zugeordnet: 17) tragbare W iegen und ähnliche Vorrichtungen zum Transportieren von Kindern. 3. 3.1 Zu prüfen ist zunächst, ob die Soft-Tragetasche unter die Tarifnum m er 8715.000 eingereiht w erden kann. 3.1.1 D ie Beschw erdeführerin argum entiert, die fragliche Soft-Tragetasche sei ein Ergänzungszubehör zu den M ._______-3-R ad Joggern und folglich als integrierender Bestandteil eines Kinderw agens zu betrachten. Aus farblichen und technischen G ründen (Art der Fixierung) könne sie lediglich auf den M ._______-3-R ad M odellen verw endet w erden; die Tragetasche passe nicht auf C hassis anderer M arken und w erde deshalb auch nicht für Kinderw agen anderer H ersteller verkauft. D ie Tragetasche könne nur für N eugeborene (0 bis ca. 9 M onate) verw endet w erden; in dieser Phase diene der Kinderw agen als Liegew agen, ohne die Soft-Tragetasche könne und dürfe diesfalls ein Baby nicht ausgefahren w erden. N ur Eltern, die einen M ._______-3-R ad Jogger erst verw enden w ollen, w enn ihr Kind bereits sitzen könne (für Kinder ab ca. 10 M onaten), w ürden den Kindersportw agen ohne Tragetasche kaufen. D ie Tasche selber w erde aber nie bloss als einzelne Tragetasche verkauft. D iese Version eines Kinderw agen-O berteils sei als leichtere und kostengünstigere Version eines Kinder-Liegew agens entw ickelt w orden. Im G egensatz zur festen Trageschale m it Verdeck und Schutzdecke, w elche direkt auf das C hassis m ontiert w erde, w erde die Soft-Tragetasche auf dem W agensitz (m ittels Schlaufe und D ruckknopf-Sicherung) befestigt. D er Vorteil dieses M odells 7 sei, dass das schlafende Kind in der Liegeposition m itsam t dem Kinderw agen-O berteil, also der Soft-Tragetasche, aus dem W agen gehoben w erden könne, w obei dennoch der H auptverw endungszw eck als Kinderw agen und nicht als Tragetasche gelte. W erde die Soft-Tragetasche nicht m ehr als Liegeteil benötigt, liesse sich diese in einen einfachen Fusssack zum Kinderw agen um bauen. Im Ü brigen w ürde die Tasche lediglich aus preislichen und verpackungstechnischen G ründen (Beschädigung, Volum en, G ew icht) separat vom Kinderw agen verpackt. D ie vom Zollam t angew endete Tarifnum m er 6307.9099 beziehe sich auf Tragetaschen im herköm m lichen Sinne; bei der Soft-Tragetasche handle es sich aber um eine W eiterentw icklung des Kinderw agenoberteils und könne auch als "Kinderw agen-Kuschel-Liegeeinsatz m it Trageriem en" bezeichnet w erden. D ie Zollposition m üsse den neuen G egebenheiten angepasst w erden. 3.1.2 Für die Vorinstanzen sind im W esentlichen zw ei Punkte relevant, die gegen eine Einreihung in die fragliche Tarifnum m er sprechen: Zum Einen handle es sich bei der Soft-Tragetasche nicht um einen Aufbau zu einem Kinderw agen. D ie Tasche lasse sich vielm ehr lediglich vorübergehend am Kinderw agen, dessen Fahrgestell bereits einen Aufbau aufw eise, befestigen. Bei der Soft-Tragetasche handle es sich som it nicht um einen Aufbau im Sinne der Erläuterungen, w eshalb sie auf G rund ihrer Konstruktion und Beschaffenheit nicht integrierender Bestandteil eines Kinderw agens sei. Zum Anderen könne das Kleinkind m it der Soft- Tragetasche vollkom m en unabhängig vom Kinderw agen transportiert w erden. Sie diene dam it ausschliesslich oder hauptsächlich als Tragetasche, w as schon alleine aus der Bezeichnung hervorgehe. Auch w enn nicht in Abrede zu stellen sei, dass die Tragtasche die früher gebräuchlichen Kinderw agen-Aufsätze w eitgehend ersetzen könne, sei dies kein Argum ent, Erzeugnisse – w ie die strittige Soft-Tragtasche – einfach als "Teil" zu einem Kinderw agen im Sinne der fraglichen Tarifnum m er zu qualifizieren. Aufgrund ihrer Beschaffenheit und Verw endung stelle diese in erster Linie einen allgem ein verw endbaren G egenstand dar. 3.2 3.2.1 D am it eine W are als "Teil eines Kinderw agens" qualifiziert w erden kann, verlangen die Anm erkungen im "Tarifverzeichnis" und die "Erläuterungen" übereinstim m end eine Verarbeitung des Produktes dergestalt, dass dieses bestim m ungsgem äss ausschliesslich oder hauptsächlich dem Kinderw agen dient. Beispielhaft nennen die "Erläuterungen" als derartige "Teile" Aufbauten zum Kindersportw agen, die auf dem Fahrgestell befestigt w erden können, sow ie Aufbauten, die als W iegen dienen können (vgl. II. Ziff. 1). D ie Aufzählung ist nicht abschliessend; w eitere Produkte sind als "Teil eines Kinderw agens" zu qualifizieren, sofern diese dem Begriff "Teil" gem äss "Erläuterungen" entsprechen. D en in den Ziffern 1 bis 3 der "Erläuterungen" genannten Beispielen ist gem einsam , dass ein Kinderw agen ohne diesen Teil nicht funktionstüchtig ist bzw . ohne diesen Teil nicht als Kinderw agen verw endet w erden kann: Ein Fahrgestell ohne 8 Aufbaute kann nicht als Kinderw agen dienen (und um gekehrt); ein Kinderw agen ohne R ad erfüllt seinen Zw eck nicht. D ie Beurteilung, ob ein Produkt als "Teil" bzw . "Zubehör" eines Fahrzeuges dieser Tarifnum m er zu qualifizieren ist, hat sich dem zufolge danach zu orientieren, ob der Kinderw agen bzw . Kindersportw agen ohne diesen Teil seinen Zw eck sinnvollerw eise noch erfüllen kann. Eine gew isse Zusam m engehörigkeit bzw . funktionale Abhängigkeit zw ischen dem Fahrzeug und seinem Teil ist folglich notw endig, dam it der Teil "nach seiner Beschaffenheit ausschliesslich oder hauptsächlich für Fahrzeuge oder andere W aren deses Abschnittes bestim m t sind" im Sinne der Tarifnum m er 8715.0000 (E. 2.3.1 hiervor). 3.2.2 D ie M ._______-3-R ad M odelle sind in m ehrfacher W eise verw endbar, näm lich als Liegew agen (für Kleinkinder bis ca. neun M onate) und als Sitzw agen (ab ca. zehn M onaten). Falls der W agen als Sitzw agen verw endet w ird, w ird die Soft-Tragetasche nicht m ehr benötigt, es sei denn allenfalls – w ie die Beschw erdeführerin ausgeführt hat – um gestaltet als Kinderw agen-Fusssack. Insofern ist der M ._______-3-R ad Jogger ein in sich kom pletter Kindersportw agen, der ohne W eiteres einsatzbereit ist. Soll das M ._______-3-R ad M odell jedoch als Kinder-Liegew agen dienen, m uss die Soft-Tragetasche zw ingend eingesetzt w erden, ansonsten ein solches Kleinkind (z.B. Säugling) liegend nicht ausgefahren w erden kann und darf; diese Feststellung w ird von der Vorinstanz auch nicht bestritten. D am it der Kinderw agen als Liegew agen funktionieren kann, ist die Soft- Tragetasche hierfür ein notw endiger Teil. O hne sie können Kinder in den ersten ca. neun M onaten ihres Lebens, in denen sie noch nicht selber sitzen können, nicht im W agen liegend befördert w erden. Zw ischen dem Fahrzeug und seinem Teil besteht som it eine funktionale Abhängigkeit, soll der W agen in diesen Fällen seinen Zw eck als Liegew agen erfüllen. D ie Soft-Tragetasche stellt som it einen integrierenden Bestandteil eines Kinderliegew agens dar. Ferner ist die Tragetasche unbestrittenerm assen technisch so ausgestattet, dass sie ausschliesslich in die als Kinder- Liegew agen verw endeten M odelle der M arke M ._______ eingesetzt w erden kann; w as w iederum die beschriebene funktionale Abhängigkeit zw ischen W agen und Tragetasche unterstreicht. 3.2.3 D iesen Zusam m enhang verkennt die Verw altung, w enn sie sich bei ihrer Beurteilung allein am Kriterium der Aufbaute orientiert, die direkt auf dem Fahrgestell m ontiert w erden m uss. D ass sich das Kleinkind m it der Soft- Tragetasche zudem unabhängig vom Kinderw agen transportieren lässt, ist auch bei den herköm m lichen Aufbauten der Fall, lassen sich doch dam it Kleinkinder ebenfalls herum tragen. D eshalb kann der Auffassung der Vorinstanz, w onach schon aus der Bezeichnung "Soft-Tragetasche" hervorgehe, dass diese ausschliesslich oder hauptsächlich als Tragetasche verw endet w erde, nicht gefolgt w erden. Sofern überhaupt auf diesen so verstandenen Verw endungszw eck des Teils bei der Tarifbestim m ung abzustellen w äre, könnte derselbe Einw and m itunter auch bei der in den Erläuterungen genannten W iege (vgl. II. Ziff. 1) vorgebracht w erden, liesse sich diese doch ausschliesslich 9 bezeichnungsgem äss als W iege verw enden. 3.2.4 Aus diesen G ründen ist die "Soft-Tragetasche" nach ihrer Beschaffenheit w enn nicht "ausschliesslich", so doch m indestens "hauptsächlich" für Kinderw agen bestim m t im Sinn der Tarifnum m er 8715.0000 (E. 2.3.1 und E. 3.2.1 hiervor) und ist als Teil zu einem Kindersportw agen in diese Tarifnum m er einzureihen. 4. Folglich ist die Beschw erde gutzuheissen. D er obsiegenden Beschw erdeführerin und der O ZD sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Vw VG ). D ie Beschw erdeinstanz hat im D ispositiv den Kostenvorschuss m it den Verfahrenskosten zu verrechnen und einen allfälligen Ü berschuss zurückzuerstatten. D ie Beschw erdeführerin ist w eder vertreten noch ergeben sich andere notw endige Auslagen aus den Akten. Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen (Art. 8 ff. sow ie Art. 13 f. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht, SR 173.320.2). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde der B._______ AG w ird gutgeheissen, und der Entscheid der O ZD vom 2. Septem ber 2004 w ird aufgehoben. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. D er geleistete Kosten- vorschuss von Fr. 400.-- w ird der Beschw erdeführerin nach R echtskraft dieses U rteils zurückerstattet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. _______) (m it G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: D aniel R iedo Iris W idm er R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts können innert dreissig Tagen seit der Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese auf G rund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt, sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (Art. 10 42, 48, 54, 83 Bst. l und m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :