Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Mai 2017 (720 16 418 / 132) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Einkommensvergleich bei einem selbstständigerwerbenden Versicherten; Schadenmin- derungspflicht: Zumutbarkeit des Berufswechsels Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichterin E lisabeth Berger Götz, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Noémie Müller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nicolai Fullin, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ ist seit 1987 als Markt fahrer tätig. Am 2. Juni 2014 stellte er unter Hinweis auf einen Lungen- und Nierentumor ein Leistungsgesuch bei der Eidgenössi- schen Invalidenversicherung (IV). Nach Abklärung de r gesundheitlichen und erwerblichen Ver- hältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) einen Invaliditätsgrad von 100 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach die IV-Stelle d em Versicherten – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 16. Novemb er 2016 eine befristete ganze Invali- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht denrente vom 1. Januar 2015 bis 30. September 2015 zu . Für den Zeitraum nach dem 30. September 2015 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Nicolai Fu llin, Advokat, am 16. Dezember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-L andschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, die Verfügung vom 16. November 2016 sei auf- zuheben und es sei ihm auch nach dem 30. September 2015 eine ganze Invalidenrente auszu- richten, mindestens aber eine halbe Rente. Eventualit er sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm berufliche Massnahmen zu gewähren und erst im Anschluss de finitiv über seinen Rentenan- spruch zu entscheiden. Zur Begründung brachte er im We sentlichen vor, dass es ihm nicht zu- mutbar sei, seine selbständige Erwerbstätigkeit vollständig aufzugeben. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 23. Januar 20 17 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgel tliche Verbeiständung mit seinem Rechts- vertreter bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2017 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versi- cherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel-L andschaft vom 16. November 2016, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-La ndschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Besch werde zuständig. Auf die – im Übri- gen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Ve rsicherten vom 16. Dezember 2016 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetze s über den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vor aussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundhei tlichen Beeinträchtigung zu be- rücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine IV-Rente hat. Strittig in die- sem Zusammenhang ist insbesondere, in welchem Ausmass er aufgrund seiner gesundheitli- chen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszust andes und zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein bidisziplinäres Gu tachten (Pneumologie/Onkologie) beim Begutachtungsinstitut B.____ ein, welches am 17. August 2015 erstattet wurde. Darin diagnos- tizierten die Gutachter Dr. med. C.____, Oberarzt Pne umologie, FMH Pneumologie und Allge- meine Innere Medizin, und Prof. Dr. med. D.____, FMH Onkologie, ein COPD GOLD II mit Lun- genemphysem bei chronischem Nikotinkonsum, ein gering differenziertes Adenokarzinom des rechten Lungenoberlappens und einen Status nach parazen traler Lungenembolie links. Auf- grund dessen bestehe aus pneumologischer Sicht seit der Diagnosestellung des Adenokarzi- noms des rechten Lungenoberlappens im Juni 2015 keine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Marktfahrer mehr, da hier neben vorwieg end sitzender Tätigkeit kurzzeitig auch schwere Arbeiten wie das Beladen und vor allem das An- und Abkuppeln der Wagen vorge- nommen werden müssten. In einer körperlich leichten Ve rweistätigkeit hingegen, ohne schwe- res Heben und Tragen, sei der Beschwerdeführer ab Begu tachtungszeitpunkt (28. Mai 2015 und 15. Juni 2015) zu 100 % arbeitsfähig. Körperlich m ittelschwere und schwere Tätigkeiten könnten dem Beschwerdeführer nicht mehr zugemutet werden. Aus onkologischer Sicht würden keine Hinweise auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Marktfahrer bestehen. 4.2 Die IV-Stelle stütze sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Ar- beitsfähigkeit des Versicherten vollumfänglich auf das vo n B.____ erstellte Gutachten vom 17. August 2015. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer von Juni 2012 bis 14. Juni 2015 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei . Ab dem 15. Juni 2015 ging sie hinge- gen von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer ang epassten Verweistätigkeit aus. Diese vo- rinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.4 hier- vor), ist im Rahmen des Verwaltungsverfahren eingeholt en Gutachten externer Spezialärztin- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen und –ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtung en und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das Gutachten vom 17. August 2015 wei st weder formale noch inhaltliche Män- gel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wir d (vgl. E. 3.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Es beruht auf allseitigen Untersu chungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben wor den, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Insbesondere nimm t es eine schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Der ausschlaggebe nde Beweiswert des Gutachtens wird denn auch vom Versicherten in seiner Beschwerde – zu Rech t – nicht in Frage gestellt. 5.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten – auch von Selbst- ständigerwerbenden – ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, d as die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkei t bei ausgeglichener Arbeitsmarkt- lage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). Ins oweit die fraglichen Erwerbsein- kommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können , sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothe tischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für nicht erwerbstätige Versicherte (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Bet ätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswirkun gen der verminderten Leistungsfä- higkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu best immen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht un mittelbar nach Massgabe des Betäti- gungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungs- vergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen besonders zu gewichten. E ine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar, braucht aber nicht notwendi- gerweise, eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folg e zu haben. Wollte man bei Er- werbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kateg orie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (au sserordentliches Bemessungsver- fahren; BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.1 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Inval idenversicherung ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmö glich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenanspruch, wenn die Person selbst ohne Eingliede rungsmassnahmen zumutbarerweise in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkomm en zu erzielen. Die Selbstein- gliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderu ngspflicht ist eine Last, welche die versicherte Person auf sich zu nehmen hat, soll ihr Leistun gsanspruch – auf gesetzliche Ein- gliederungsmassnahmen oder Rente – gewahrt bleiben. V on der versicherten Person dürfen dabei nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksich tigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind ( AHI-Praxis 2001 S. 282, E. 5a/aa; BGE 113 V 28 E. 4a). 5.2.2 Aufgrund der geschilderten Schadenminderungspfli cht darf deshalb von selbständigen Erwerbstätigen erwartet werden, dass sie sich im Betrieb soweit möglich so organisieren, dass sie Arbeiten verrichten können, die ihnen gesundheitsh alber noch zumutbar sind. Ist dies über- haupt nicht möglich oder erscheint die bisherige Tätig keit aus gesundheitlichen Gründen als ungeeignet, so steht die Aufnahme einer unselbstständi gen (Haupt-)Erwerbstätigkeit zur Dis- kussion. Nach der Rechtsprechung kann dem Einkommensverglei ch eine solche zugrunde ge- legt werden, wenn hiervon eine bessere erwerbliche Verw ertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichti gung der gesamten Umstände (Al- ter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tä tigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil K. des damaligen EVG vom 7. J uni 2006, I 38/06, E. 3.2 mit Hinwei- sen; AHI-Praxis 2001 S 283, E. 5a/bb mit Hinweisen). Di e Anforderungen an die Pflicht zur Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schade nminderungspflicht dürfen dabei zu- lässigerweise dort höher sein, wo eine verstärkte Inanspruch nahme der Invalidenversicherung in Frage steht. In die erforderliche Interessenabwägung sind deshalb auch die in Frage stehen- den Rentenleistungen einzubeziehen (Urteil des Bundesg erichts vom 21. Juli 2009, 9C_111/2009, E. 2.2.2 mit Hinweisen). 5.3 Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, dass der In validitätsgrad in seinem Fall nach dem ausserordentlichen Bemessungsverfahren durch einen Bet ätigungsvergleich zu ermitteln sei. 5.3.1 Wie eingangs erwähnt, ist der Beschwerdeführer seit 1987 als Marktfahrer tätig, wobei er einen individuellen Lebensstil pflegt. Er ist halbj ährlich in der Schweiz und im Ausland unter- wegs. Der Beschwerdeführer handelt mit Raucherwaren un d Elektroartikeln, welche er in der Schweiz aus Räumungs- und Restpostenverkäufen günstig erwi rbt und anschliessend mit rela- tiv bescheidenem Gewinn weiterveräussert. Dabei ist unbes tritten, dass er gesundheitsbedingt nicht mehr alle anfallenden Arbeiten ausführen kann. Die IV-Stelle gab deshalb zur genaueren Abklärung der betrieblichen Verhältnisse einen “Abklär ungsbericht Selbstständigerwerbende“ in Auftrag, welcher am 9. Dezember 2015 erstattet wurde. Die vor Ort durchgeführte Abklärung ergab eine Einschränkung von 50 %. Aufgrund der persönl ichen Selbstlimitierung umfasse die heutige Erwerbstätigkeit der versicherten Person lediglich das Fahren des Wohnwagens zu den jeweiligen Märkten. Die übrigen anfallenden Arbeiten würden durch die Ehefrau übernommen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Versicherte setze seine verbleibende Restarbeitsfäh igkeit im Betrieb nicht vollumfänglich um, da er sich selbst dazu nicht in der Lage fühle. Di e Abklärungsperson hielt fest, dass die Angaben des Versicherten nicht vollumfänglich mit der i hm noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht korrespondieren würden. Unklar sei ausserdem, weshalb auch bei kör- perlich leichten Aufgaben Einschränkungen bestehen sollt en. Es sei dem Versicherten im Rah- men der Schadenminderungspflicht zumutbar, seine selbst ständige Erwerbstätigkeit aufzuge- ben und die verbleibende Restarbeitsfähigkeit in ein er unselbständigen Verweistätigkeit umzu- setzen. Angesichts des gesetzlichen Wartejahres und der Üb ernahme des Verkaufsstandes durch die Ehefrau liessen sich keine finanziellen Geschäf tsergebnisse auswerten bzw. verglei- chen. Die Abklärungsperson gelangte deshalb zur Auffassu ng, dass nicht auf die Ergebnisse des Betätigungsvergleichs abgestellt werden könne. 5.3.2 Weil die Abklärungsperson die finanziellen Verhä ltnisse nicht auswerten konnte und selbst von ihren Ergebnissen nicht überzeugt ist, kann nicht auf den Betätigungsvergleich ab- gestellt werden. Zudem erscheint es unter den von ihr g eschilderten Umständen auch nicht an- gezeigt, einen neuen Betätigungsvergleich vornehmen zu lassen. Einerseits lassen sich auf- grund der stark schwankenden Geschäftsabschlüsse die finanziellen Verhältnisse vor und nach dem invalidisierenden Ereignis nicht miteinander vergle ichen. Anderseits darf bei einem ge- meinsam geführten Betrieb bei der Ermittlung des Ein kommens einzig auf die Mitarbeit des Be- schwerdeführers abgestellt werden. Die eingereichten G eschäftsabschlüsse lassen aber keine zuverlässige Zuordnung des erwirtschafteten Gewinns an da s Erwerbseinkommen des Be- schwerdeführers bzw. der Ehefrau zu. Die IV-Stelle hat deshalb in der angefochtenen Verfü- gung zu Recht festgehalten, dass der Invaliditätsgrad vor liegend nicht nach dem ausseror- dentlichen Bemessungsverfahren ermittelt werden kann. D ie Invaliditätsbemessung hat viel- mehr nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen. 5.4 Gestützt auf die Ausführungen der Abklärungsperson im Bericht vom 9. Dezem- ber 2015 (vgl. E. 5.3.1 hiervor) muss mit der IV-Stel le davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer mit der Ausübung seiner angestammten T ätigkeit als Marktfahrer die ihm verbleibende Arbeitsfähigkeit nicht ausschöpft. Wie sich a us dem Gutachten vom 17. August 2015 ergibt, erweist sich die Ausübung der bisherigen T ätigkeit zudem aus medizinisch- theoretischer Sicht alles andere als ideal. Entsprechend kann der Beschwerdeführer denn auch im angestammten Beruf lediglich noch ein sehr bescheiden es Invalideneinkommen generieren. Hält man sich dies vor Augen und berücksichtigt man, dass der Versicherte laut den massge- benden medizinischen Akten in einer körperlich leichten, d em Leiden adaptierten Tätigkeit voll- schichtig arbeitsfähig wäre, hat sich die IV-Stelle bere chtigterweise die Frage gestellt, ob der Versicherte nicht in der Lage wäre, durch die Aufnahme einer unselbstständigen Erwerbstätig- keit ein deutlich höheres Invalideneinkommen zu erzielen. Sie hat zu diesem Zweck einen Ein- kommensvergleich durchgeführt und die Frage gestützt auf dessen Ergebnisse zu Recht bejaht. Darauf wird nachfolgend (vgl. E. 6.2 hiernach) zurückzukommen sein. 6.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Person nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsche inlichkeit als gesunde Person tat- sächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so korrekt wie möglich zu erfolgen, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weshalb in der Regel vom letzten Lohn, den die versichert e Person vor Eintritt des Gesund- heitsschadens erzielt hat, auszugehen ist (Urteil des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Die IV-Stelle h at das Valideneinkommen anhand der Ein- kommen der Jahre 2008-2011 (ohne 2009, da keine Geschäf tsabschlüsse vorhanden – Fr. 4‘017.--, Fr.7‘489.-- und Fr. 11‘573.--) sowie Anpassung dieser Beträge an die Nominalloh- nentwicklung von 2,8 % (BFS T1.1.10 Nominallohnindex M änner 2011-2014) berechnet, und ein gemeinsames Jahreseinkommen von Fr. 7‘693.-- ermit telt. Dies wird von den Parteien zu Recht nicht bestritten. 6.2 Zu prüfen bleibt, wie das Invalideneinkommen zu erm itteln ist. Es stellt sich somit die Frage, ob dem Beschwerdeführer die Aufgabe der selbstä ndigen Erwerbstätigkeit ab 15. Ju- ni 2015 (Begutachtungszeitpunkt B.____) zugemutet werde n kann. Wie in E. 5.2.2 hiervor be- reits erwähnt, kann rechtsprechungsgemäss die Aufnahme ein er unselbstständigen Erwerbstä- tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeits- fähigkeit erwartet werden kann und der berufliche We chsel unter Berücksichtigung der gesam- ten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Le- bensumstände) als zumutbar erscheint. 6.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellt sich in ihrer Verf ügung vom 16. November 2016 auf den Standpunkt, dass dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit zuzumuten sei. Es sei unwahrscheinlich, dass sein Alter ein Hindernis darstellen würde. Sieben Jahre seien eine durchaus noch genügende Aktivitätsdauer, um einer unselbstständigen Er- werbstätigkeit nachzugehen. Sein Alter stelle kein Hind ernis dar, eine entsprechende Anstel- lung in einer Verweistätigkeit zu finden, da er stets m it geringem Einkommen ausgekommen sei. Dem Versicherten stehe ein relativ breiter Fächer an möglichen Hilfstätigkeiten offen, mit welchen er ein entsprechendes Einkommen erwirtschaften kön ne. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2017 führte die Beschwerdegegnerin we iter aus, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in seinem Betrieb nicht vollu mfänglich umsetzen würde, da er sich nicht mehr aktiv am Marktstand beteilige, sondern sich nur noch im Hintergrund aufhalten wür- de. Seine Arbeit beschränke sich auf die Autofahrt zu de n jeweiligen Märkten. Folglich sei die objektive und subjektive Zumutbarkeit des Berufswechsels zu bejahen. 6.2.2 Der Beschwerdeführer vertritt hingegen die Auf fassung, dass bei einer genaueren Prü- fung der Lage ihm die Aufgabe der selbständigen Erwe rbstätigkeit und der damit verbundene Berufswechsel gerade nicht zuzumuten seien. Er führe se inen Betrieb schon seit rund 30 Jah- ren. Die Tätigkeit als Marktfahrer bringe es mit sich, dass er konstant unterwegs sei und keinen festen Wohnsitz habe. Sie beinhalte einen speziellen Le bensstil, den er sich in den letzten 30 Jahren angeeignet habe. Gegen eine Zumutbarkeit des Be rufswechsels spreche auch, dass seine Ehefrau im Betrieb mitarbeiten würde. Ohne ihr e Hilfe sei es nicht möglich, den Betrieb trotz seiner medizinisch ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit weiterzuführen. Ein negativer Be- schwerdeentscheid würde somit auch die Ehefrau dazu zwing en, eine andere Erwerbstätigkeit zu suchen. Mit dem Erhalt einer IV-Rente könne der Betr ieb jedoch aufrechterhalten werden. Auch spreche das fortgeschrittene Alter (58 Jahre) des Bes chwerdeführers und die damit ver- bundene, nur noch kurze Aktivitätsdauer gegen die Zumu tbarkeit eines Berufswechsels. Ge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne zudem erst auf den Tabellenlohn abgestellt werden, nachdem berufliche Massnahmen durchgeführt word en seien. Die Beschwerdegegne- rin habe dem Beschwerdeführer aber keine beruflichen Massnahmen angeboten, obwohl der regionale ärztliche Dienst (RAD) in seiner Beurteilung vom 21. August 2015 berufliche Mass- nahmen als grundsätzlich möglich und zumutbar erachtet h abe. Es sei stossend, dass die Be- schwerdegegnerin auf eine fehlende Motivation des Beschwe rdeführers schliesse, ohne ihm je berufliche Massnahmen angeboten zu haben. 6.2.3 Dem “Abklärungsbericht für Selbstständigerwerbe nde“ vom 9. Dezember 2015 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit in seinem Betrieb nicht mehr voll ausschöpfen kann. Aufgrund des im Sozialversicherungsrech t geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist er jedoch gehalten, seine verbleibende Arbeitsfähigkeit bestmög- lich zu verwerten. Dies wäre ihm durch die Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit bzw. durch die Aufnahme einer angepassten unselbstständigen V erweistätigkeit ohne weiteres mög- lich. Gegen die Aufgabe seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit spricht einzig seine langjährige Tätigkeit als Selbstständigerwerbender, was den Wechsel in einen unselbständigen Erwerb nicht einfach macht. Es ist aber zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in den letzten Jahren in seiner Buchhaltung nur sehr bescheidene Gewinn e ausgewiesen hat. Die IV-Stelle weist deshalb zu Recht darauf hin, dass sich die Arbeitsfä higkeit des Versicherten in anderen und geeigneteren Tätigkeiten finanziell deutlich besser verwerten liesse. Es wäre ihm möglich, bereits mit einer leichten Hilfstätigkeit oder einer T eilzeitstelle ein Vielfaches an Einkommen zu erwirtschaften, ohne dass eine Umschulung angezeigt wäre. Die noch verhältnismässig lange Aktivitätsdauer des 1958 geborenen Beschwerdeführers lässt einen Berufswechsel zudem nicht als unzumutbar erscheinen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass die Aufgabe der selb- ständigen Erwerbstätigkeit auch seine Ehefrau zur Auf nahme einer anderen Erwerbstätigkeit zwingen würde, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden . Es ist zu berücksichtigen, dass die Ehefrau im Betrieb mitarbeitet bzw. den grössten Teil der anfallenden Arbeiten sowie die Be- treuung des Verkaufsstands übernommen hat. Es ist ihr somit durchaus zuzumuten den Betrieb auch ohne Mithilfe ihres Ehemannes weiterzuführen. Ein Berufswechsel des Beschwerdefüh- rers ist damit auch im Hinblick auf die Situation seiner Ehefrau zumutbar. Im Übrigen sind keine weiteren Gründe ersichtlich, weshalb dem Versicherten unter Berücksichtigung der ihm oblie- genden Schadensminderungspflicht die Aufgabe seiner zurzeit ausgeübten Beschäftigung nicht zuzumuten wäre. Zu betonen bleibt in diesem Zusammenhan g, dass vom Beschwerdeführer nicht erwartet wird, dass er tatsächlich einen Berufswech sel vornimmt. Aufgrund der ihm oblie- genden Schadenminderungspflicht muss er sich unter den geschilderten Umständen aber im Rahmen des Einkommensvergleichs als Invalideneinkommen jene Einkünfte anrechnen lassen, die er in einer leidensadaptierten Tätigkeit zumutb arer Weise erzielen könnte. Es steht dem Beschwerdeführer jedoch frei, einen Antrag auf beruf liche Massnahmen zu stellen, wenn er motiviert und bereit ist, seine selbstständige Erwerbstätigkeit aufzugeben. 6.3 Somit ist das Invalideneinkommen ab Juni 2015 gestü tzt auf die Restarbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, nicht belastenden und vorw iegend im Sitzen ausgeübten Tätigkeit oh- ne häufigen Lagewechsel und ohne Schicht- und Nachtarbeit sowie keine Tätigkeiten in grösse- rer Hitze oder Kälte im Umfang von 100 % zu berechnen. Die Höhe des Invalideneinkommens Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat die Vorinstanz gestützt auf den LSE-Tabellenlohn zut reffend mit Fr. 59‘339.-- ermittelt; es kann auf die diesbezüglichen Ausführungen in der Ver fügung vom 16. November 2016 verwie- sen werden. Auch der von der Vorinstanz vorgenommene lei densbedingte Abzug in Höhe von 10 % ist im Rahmen der Angemessenheitskontrolle und mit Blick auf die spezielle Situation des Beschwerdeführers nicht zu beanstanden. 6.4 Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 7‘69 3.-- (vgl. E. 6.1 hiervor) resultiert für die Zeit ab 15. Juni 2015 bei einem Invalideneinko mmen von Fr. 59‘339.-- ein Invaliditäts- grad von 0 %. Die Vorinstanz hat den Rentenanspruch de s Versicherten im Ergebnis somit zu Recht verneint, weshalb die hiergegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahr en bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.1‘000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens seit 1. Juli 2016 einheit- lich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdefüh- rer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskoste n ihm zu auferlegen sind. Dem Be- schwerdeführer ist nun allerdings mit Verfügung vom 23. Januar 2017 die unentgeltliche Pro- zessführung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 23. Januar 2017 die unentgeltliche Ver- beiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältin- nen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) be- trägt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 13. März 2017 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 4 Stunden und 45 Minut en geltend gemacht, was sich umfang- mässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- un d Rechtsfragen als angemessen er- weist. Nicht zu beanstanden sind sodann die für die Zei t ebenfalls erst ab Verfügungserlass ausgewiesenen Auslagen von Fr. 38.90. Dem Rechtsvertre ter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘068.-- (4 Stunden und 45 Minuten à Fr . 200.-- + Auslagen von Fr. 38.90 zuzüg- lich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘068.-- (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Gerichts- kasse ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde am 17. August 2017 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 9C_525/2017 ). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht