<h2>SubmittedText<h2><p>Ich verlange vom Bundesrat, dass er Artikel 10 Absatz 2 der Verordnung über die Statistik des Aussenhandels (SR 632.14) anpasst, sodass Importeure, die Gold in die Schweiz einführen, dessen wahren Ursprung angeben müssen, also das Land, in dem das Gold abgebaut wurde.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die schweizerische Aussenhandelsstatistik gründet auf den methodischen Standards der Organisation der Vereinten Nationen. Diese Methodologie besagt, dass der Ursprung von Gold einerseits im Land liegt, aus dessen Boden dieser Rohstoff gewonnen wurde, und andererseits im Land, in dem seine letzte wesentliche Verarbeitung stattfand. Gemäss allgemeinem Grundsatz gilt für die letzte wesentliche Verarbeitung derjenige Staat als Ursprungsland, in dem die Verarbeitung stattfand (Uno, IMTS 2010 Compilers Manual, Ziffer 16.9. "Substantial transformation"). Dies ist für alle Produktekategorien der Fall. Beim Gold muss das Ursprungsland mit demjenigen Staat übereinstimmen, in dem es raffiniert wurde (Compilers Manual, Ziffer 20.8. "Operations considered processing", Aufzählungspunkt zwei: "Oil refining, gold refining ..."). Das aus dem Boden gewonnene und in einen Drittstaat ausgeführte Gold, das dort einer wesentlichen Verarbeitung wie dem Guss in Form von Barren, der Umwandlung in Granalien oder andere Rohformen unterzogen wird, erwirbt seinen Ursprung in diesem Drittstaat, weil es zuletzt dort verarbeitet wurde. </p><p>Die Verordnung über die Statistik des Aussenhandels (SR 632.14, Art. 10 Abs. 2) setzt diese Bestimmung in nationales Recht um. Die Anwendung einer anderen Definition würde die schweizerische Aussenhandelsstatistik gegenüber den internationalen Standards erheblich verzerren. Will die Schweiz von den Förderländern zusätzliche Informationen anfordern können, muss sie zuerst eine entsprechende Rechtsgrundlage schaffen. Eine solche macht jedoch nur Sinn, wenn sie in ein regelrechtes Überwachungssystem eingebettet ist, in dem diese Information auch tatsächlich genutzt wird. </p><p>Im Rahmen der Umsetzung der Empfehlungen aus dem Bericht des Bundesrates in Erfüllung des Postulates Recordon 15.3877 prüft die Bundesverwaltung derzeit in Zusammenarbeit mit der Branche Optionen, um für das in die Schweiz eingeführte Gold eine grössere Transparenz hinsichtlich des Ursprungs (Förderland) zu erreichen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.