<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00145</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106149&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00145</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.06.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Quartierplan (Bauabrechnung)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Schutz des Vertrauens in eine Auskunft des Gemeindebausekretärs betreffend Fristablauf Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, die Rekursfrist nicht eingehalten zu haben, verlangt aber, es sei aufgrund des Grundsatzes des Vertrauensschutzes auf den Rekurs einzutreten (E. 2a). Vertrauensschutz setzt eine Handlung eines staatlichen Organs voraus, das bei betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auszulösen geeignet ist. Es kann sich dabei um eine Auskunft handeln. Die Privatperson musste die Behörde in guten Treuen für zuständig halten dürfen. Die Auskunft muss vorbehaltlos abgegeben worden sein, ihre Unrichtigkeit war nicht erkennbar und sie musste den Betroffenen zu einer nachteiligen, nicht wiedergutzumachenden Disposition veranlasst haben. Vorbehalten sind Sachverhalts- und Rechtsänderungen (E. 2c). Der Rechtsmittelbelehrung des erstinstanzlichen Beschlusses hätte der Beschwerdeführer ohne Schwierigkeiten entnehmen können, was zu dessen Anfechtung vorzukehren war. Es bestand keine Notwendigkeit, zur Frage des Fristablaufs eine Auskunft einzuholen (E. 2d). Es liegt somit kein schutzwürdiges Vertrauen vor, obwohl sich die auskunftserteilende Amtsperson ihrerseits sorgfaltswidrig verhalten hat (E. 2e).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSKUNFT">AUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: FRIST/-EN">FRIST/-EN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTVERSÃUMNIS">FRISTVERSÃUMNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWAHRUNG">FRISTWAHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMITTELBELEHRUNG">RECHTSMITTELBELEHRUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKURSFRIST">REKURSFRIST</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNRICHTIGE BEHÃRDENAUSKUNFT">UNRICHTIGE BEHÃRDENAUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNRICHTIGKEIT">UNRICHTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="gerade">§ 22 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Stadtrat X genehmigte am 24. Januar 2001 die Bauabrechnung fÃ¼r den Quar­tierplan Z und erteilte der Finanzabteilung den Auftrag, die Saldi zulasten bzw. zu­gunsten der GrundeigentÃ¼mer nach Rechtskraft des Beschlusses bei diesen einzufordern bzw. ihnen auszuzahlen. Der Beschluss enthielt eine Rechtsmittelbelehrung, wonach innert 30 Tagen von der Zustellung an gerechnet schriftlich Rekurs bei der Baurekurskommission IV erhoben werden kÃ¶nne (Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 1). Damit verbunden war ein Hinweis darauf, dass die betroffenen GrundeigentÃ¼mer "wÃ¤hrend der Rekursfrist Gelegenheit" er­hielten, "die Bauabrechnung und die Abrechnung der von den GrundeigentÃ¼mern geleiste­ten KostenvorschÃ¼sse ... einzusehen" (Dispositiv-Ziffer 3 Abs. 2). A wurde der Beschluss am 30. Januar 2001 zugestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Dagegen erhob A am 2. MÃ¤rz 2001 Rekurs an die Baurekurs­kom­mission IV. Diese trat mit Beschluss vom 12. April 2001 auf das Rechtsmittel wegen Ver­spÃ¤tung nicht ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 2. Mai 2001 wandte sich A gegen den Beschluss der Baurekurskommission mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Wieder­herstellung der ver­sÃ¤umten Frist sowie die Aufhebung von Ziff. I des angefochtenen Ent­scheids. Die Baure­kurskommission beantragte am 15. Mai 2001 die Abweisung der Be­schwerde, ebenso der Stadtrat X mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2001.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Auf vorliegende Beschwerde ist gemÃ¤ss § 41 in Verbindung mit § 19b Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) einzutreten. Da der Angelegenheit gemÃ¤ss der Rekursschrift ein Streitwert von Ã¼ber Fr. 20'000.- zukommt, hat nach § 38 VRG die Kammer zu entscheiden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet nicht, mit seiner Eingabe an die Baure­kurs­kommission IV die Rekursfrist von 30 Tagen gemÃ¤ss § 22 Abs. 1 VRG nicht eingehalten zu haben. Er bringt jedoch vor, vom BausekretÃ¤r der Stadt X die Auskunft erhalten zu ha­ben, die "Einsprachefrist" laufe bis zum 2. MÃ¤rz 2001. SinngemÃ¤ss verlangt er damit, dass aufgrund des Grundsatzes des Vertrauensschutzes im vorliegenden Fall von der Ein­haltung der Rekursfrist abgesehen bzw. diese wiederhergestellt werde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Der Anspruch der Einzelnen auf Behandlung nach Treu und Glauben wird heute durch Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 ausdrÃ¼cklich geschÃ¼tzt und wurde bereits aus Art. 4 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 abgeleitet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Damit BehÃ¶rden â allenfalls auch entgegen geltendem Recht â aufgrund des Grundsatzes des Vertrauensschutzes an eigene AuskÃ¼nfte und Zusicherungen gebunden werden, mÃ¼ssen verschiedene Voraussetzungen erfÃ¼llt sein (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 532 ff.; Beatrice Weber-DÃ¼rler, Vertrauensschutz im Ã¶ffentlichen Recht, Basel/Frankfurt a.M. 1983, S. 79 ff.):</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Erstens muss eine Handlung eines staatlichen Organs vorliegen, die bei betroffenen Privaten bestimmte Erwartungen auszulÃ¶sen geeignet ist. Auch eine Auskunft kann eine solche Vertrauensgrundlage darstellen, falls sie genÃ¼gend bestimmt ist und deren unmittel­bare EmpfÃ¤nger sich auf sie beruft (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 563 ff.; differenziert Weber-DÃ¼r­ler, S. 204 ff.). Vorausgesetzt ist im Weiteren, dass die Privatperson die auskunfterteilende BehÃ¶rde in guten Treuen fÃ¼r zustÃ¤ndig halten durfte, dass die Auskunft vorbehaltlos gege­ben wurde sowie namentlich, dass dem Privaten deren Unrichtigkeit nicht erkennbar war. Die Auskunft muss deren EmpfÃ¤nger zu einer fÃ¼r ihn nachteiligen Disposition bewogen haben, die sich nachtrÃ¤glich nicht mehr ohne Weiteres rÃ¼ckgÃ¤ngig machen lÃ¤sst. Sodann ist eine Auskunft nur in Bezug auf denjenigen Sachverhalt verbindlich, welcher der erteilen­den BehÃ¶rde zur Kenntnis gebracht wurde, und steht unter dem Vorbehalt seither erfolgter RechtsÃ¤nderungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Beschluss des Stadtrats X vom 24. Januar 2001 enthielt in Dispositiv-Ziffer 3 eine Rechtsmittelbelehrung, die das Rechtsmittel, dessen Form, die zustÃ¤ndige Instanz und insbesondere die Rechtsmittelfrist klar und korrekt bezeichnete. Es wÃ¤re dem Be­schwerdefÃ¼hrer somit mÃ¶glich gewesen, aufgrund dieser Angaben selbst zu berechnen, bis wann seine Rekursfrist gelaufen wÃ¤re. In diesem Fall hÃ¤tte er bemerken mÃ¼ssen, dass die Frist spÃ¤testens am 1. MÃ¤rz 2001 verstreichen musste (bei richtiger Bestimmungsweise, ohne ZÃ¤hlung des Empfangstags; vgl. § 191 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976). Es bestand deshalb keine Notwendigkeit, zu dieser Frage eine Auskunft des Bausek­retÃ¤rs der Stadt X einzuholen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer in der Lage gewesen wÃ¤re, den Ablauf der Frist selbst zu ermitteln, bedeutet namentlich, dass die Unrichtigkeit der Aus­kunft fÃ¼r ihn erkennbar gewesen wÃ¤re. Auch einem Laien, der einen an ihn gerichteten Ent­scheid anfechten will, muss bewusst sein, dass er die fÃ¼r die Erhebung eines Rechts­mittels notwendigen Informationen in erster Linie im fraglichen Entscheid suchen muss und er sich nur im Fall erheblicher Unklarheiten an eine Auskunfts­person zu wenden hat. Fraglich ist vorliegend zudem, ob der BeschwerdefÃ¼hrer den BausekretÃ¤r als zur Erteilung einer solchen Auskunft zustÃ¤ndig betrachten durfte. DarÃ¼ber, bis wann eine Rechtsmittel­frist laufe, hat in erster Linie die Rechtsmittelinstanz zu befinden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Die an sich klare Rechtsmittelbelehrung im Beschluss des Stadtrats vom 24. Ja­nuar 2001 (Disp. Ziff. 3 Abs. 1) war allerdings mit dem Hinweis verbunden, dass nÃ¤her bezeichnete Abrechnungen "wÃ¤hrend der Rekursfrist" in der stÃ¤dtischen Bauabteilung auf­gelegt wÃ¼rden und eingesehen werden kÃ¶nnten (Disp. Ziff. 3 Abs. 2). Allem Anschein nach hat der BausekretÃ¤r der Stadt X die fragliche Auskunft erteilt, ohne den Beschwerde­fÃ¼hrer nach dem Empfangsdatum des Entscheids zu fragen, und ohne zu beachten, dass Disposi­tiv-­Ziffer 3 des Stadtratsbeschlusses Rekurs- und Aktenauflagefrist miteinander verknÃ¼pf­te. Insofern hat er die FristversÃ¤umnis des BeschwerdefÃ¼hrers mitverursacht. Trotzdem ist dessen Vertrauen in die ihm erteilte Auskunft nicht schutzwÃ¼rdig, da deren Unrichtigkeit â wie ausgefÃ¼hrt â erkennbar gewesen wÃ¤re (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 573; We­ber-DÃ¼rler, S. 211 f.). Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Dementsprechend entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>