B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-5166/2011 U r t e i l v o m 3 . M a i 2 0 1 2 Besetzung Richter Michael Beusch (Vorsitz), Richter Daniel Riedo, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiber Stefano Bernasconi. Parteien A._______, …, vertreten durch …, Beschwerdeführer, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Mehrwertsteuer (1. Quartal 2002 bis 4. Quartal 2006; Um- satzschätzung). A-5166/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a A._______ betreibt in der Rechtsform der Einzelunternehmung ein Taxiunternehmen in der Stadt Basel. Mit Schreiben vom 19 . September 2007 forderte die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) A._______ auf, Bilanzen und Erfolgsrechnun gen sowie Aufwand - und Ertragskonti einzureichen, um eine allfällige Mehrwertsteuerpflicht überprüfen zu kö n- nen. A.b Nach Überprüfung der in der Folge eingereichten Unterlagen teilte die ESTV A._______ mit Schreiben vom 1. November 2007 mit, er werde rückwirkend per 1. Januar 2005 (recte: wohl 1. Januar 2002) ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Zudem belastete die ESTV A._______ mittels Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. […] vom 1. Novem- ber 2007 betreffend die Ste uerperioden 1. Quartal 200 2 bis 4. Quartal 2006 (Zeit vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2006) einen Steuerb e- trag von Fr. 25'616.-- zuzüglich 5 % Verzugszins seit dem 30. April 2005 (mittlerer Verfall) nach. Im erwähnten Schreiben erhielt A._______ gleich- zeitig Gelegenheit zur Stellungnahme und zur Einreichung geeigneter Be- lege wie zum Beispiel Fahrtenschreiberkarten, welche über die genaue Zahl der gefahrenen Kilometer Auskunft geben können. A.c A._______ teilte der ESTV mit Schreiben vom 20. November 2007 mit, dass er mit der Eintragung ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen und den daraus resultierenden Steuernachforderungen nicht einversta n- den sei und legte dem Schreiben verschiedene Veranlagungsprotokolle der Steuerverwaltung der Stadt Basel sowie weitere Unterlagen bei. Nach einer abermaligen Aufforderung von Seiten der ESTV reichte A._______ mit Eingabe vom 15. Januar 2008 auch noch die Fahrtenschreiber- und Kontrollkarten der Jahre 2005 und 2006 sowie Servicerechnungen seines Fahrzeugs ein. B. Die ESTV kam nach Prüfung der eingereichten Unterlagen zum Schluss, dass die ursprünglichen Berechnungen zu tief ausgefallen seien . Daher wurde mittels EA Nr. […] vom 12. Februar 2008 zusätzlich ein Betrag von Fr. 2'842.-- nachbelastet, womit sich der geschuldete Steuerbetrag auf insgesamt Fr. 28'458. -- erhöhte. Der gleichentags ergangene Entscheid bestätigte diesen Betrag ( zuzüglich Verzugszins) und die r ückwirkende Eintragung von A._______ in das Register der Mehrwertsteuerpflichtigen per 1. Januar 2002. A-5166/2011 Seite 3 C. Gegen diese Verfügung liess A._______ am 31. März 2008 bei der ESTV Einsprache erheben mit dem Antrag, es sei die angefochtene Verfügung vom 12. Februar 2008 aufzuheben , da er nicht der Mehrwertsteuerpflicht unterstehe. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2008 gewährte die ESTV A._______ eine Nachfrist, um unter anderem die gesamte Buchhaltung (einschliesslich Kassabücher, Tagesrapporte und Monatszusammenste l- lungen über die Einnahmen der Jahre 2001 bis 2006) einzureichen, sowie die gefahrenen Privatkilometer subs tantiiert nachzuweisen . A._______ reichte fristgerecht die entsprechenden Buchhaltungsunterlagen der Ja h- re 2002, 2004, 2005 und 2006 nach, teilte dabei aber mit, dass die Unter- lagen der Jahre 2001 und 2003 nicht mehr auffindbar gewesen seien. Zudem sei es unmöglich für ihn, die Gründe seiner Privatfahrten in der re- levanten Zeitperiode anzugeben. D. Mit Einspracheentscheid vom 5. August 2011 hiess die ESTV die Ei n- sprache teilweise gut und setzte den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag neu auf Fr. 27'125.-- zuzüglich Verzugszins (5 % bis zum 31. Dezember 2009 und 4,5 % ab dem 1. Januar 2010) ab 30. April 2005 (mittlerer Ver- fall) fest und bestätigte die Steuerpflicht ab dem 1. Januar 2002. Mit glei- chem Datum stellte sie die ihre ursprüngliche EA korrigierende Gut- schriftsanzeige (GS) Nr. […] von Fr. 1'333.-- aus. Diese Korrektur erfolgte hauptsächlich, weil dem Geschäftsfahrzeug von A._______ im Rahmen der vorgenommenen Umsatzschätzung laut ESTV "zu tiefe Privatkilome- ter" angerechnet worden waren. E. Gegen den Einspracheentscheid liess A._______ (Beschwerdeführer) am 14. September 2011 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht er he- ben. Er beantragt , diese n vollumfänglich aufzuheben und festzustellen, dass er für die Jahre 2002 – 2006 nicht steuerpflichtig sei. Ev entualiter sei der Fall zur Ergänzung des Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Eidgenössische Steuerverwaltung zurückzuweisen – alles unter Ko s- ten- und Entschädigungsfolge zulasten der ESTV. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, dass die Voraussetzungen für eine Erme s- senseinschätzung nicht gegeben seien und die ESTV ihrer Unters u- chungspflicht nicht nachgekommen sei. Weiter sei der von der ESTV verwendete Kilometeransatz von Fr. 2.15 unangemessen, unbegründet und für den Beschwerdeführer n icht nachvollziehbar. Er habe zudem kei- ne Kenntnisse über die Erfahrungszahlen, welche für die Ermessensei n-A-5166/2011 Seite 4 schätzung beigezogen worden seien, gehabt und es seien auch keine Er- läuterungen bezüglich der Erfahrungszahlen beigebracht worden. Schliesslich sei d ie individuelle Situation seines Betriebes nicht gehörig beurteilt worden und die ESTV habe somit den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Mit Eingabe vom 11. Oktober 2011 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht weitere Dokumente ein. In seiner Beschwerde ste llte der Beschwerdeführer zudem ein G esuch um unentgeltliche Rechtspflege. Da der Beschwerdeführer innert Frist je- doch keine Unterlagen beibrachte, welche seinen Anspruch zu begründen vermochten, wurde das Gesuch mit Verfügung vom 28. Oktober 2011 ab- gewiesen. F. In ihrer Vernehmlassung vom 1 9. Dezember 2011 beantragt die ESTV, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zulasten des Beschwerdeführers abzuweisen. Betreffend die Erfahrungszahlen sei zu erwähnen, dass sich diese auf plausible Grundlagen stützen und dem Einzelfall soweit möglich Rechnung tragen würden. Vorliegend seien die individuellen Umstände des Beschwerdeführers insoweit berücksichtigt worden, als dass nur s o- genannte "Minitaxis" in die Kalkulation einbezogen worden seien . Weiter seien die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, da der Be- schwerdeführer trotz bargeldintensiven Geschäftsverkehrs kein fortla u- fend addiertes und periodisch saldiertes Kassabuch ge führt habe. Die vom Beschwerdeführer eingereichten Jahresabschlüsse seien nic ht aus- reichend. Die ESTV sei daher nach den einschlägigen gesetzlichen B e- stimmungen befugt und verpflichtet gewesen, eine Ermessenseinschä t- zung vorzunehmen. Dabei habe sie auch nicht ihre Untersuchungspflicht verletzt. Schliesslich gelinge es d em Beschwerdeführer nicht nachzuwei- sen, dass die für private Zwecke in Abzug gebrachte n Kilometer nicht an- gemessen oder gerechtfertigt seien und er könne die genaue Anzahl der Privatkilometer nicht nachweisen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern ke ine A-5166/2011 Seite 5 Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt nicht vor, und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das Bunde s- verwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde zuständig. Soweit das VGG nichts and eres bestimmt, richtet sich gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem VwVG. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.2. Am 1. Januar 2010 ist ein neues Mehrwertsteuergesetz in Kraft g e- treten (Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 ü ber die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20]). Die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften bleiben grundsätzlich weite r- hin auf alle während ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse an wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Der vorliegende Sachverhalt – er verwirklichte sich in den Jahren 200 1 bis 2006 – ist folglich noch nach dem Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300) zu beurteilen. Demgegenüber ist das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht im Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt des Inkraft - tretens hängige und damit grundsätzlich auch auf das vorliegende Verfah- ren an wendbar. Allerdings ist Art. 113 Abs. 3 MWS TG insofern restriktiv zu handhaben, als gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung nur e i- gentliche Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind und es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf altrechtliche Sachverhalte kommen darf (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). Kein Verfahrensrecht in diesem engen Sinn stellen im vorliegenden Fall etwa Themen wie die Buchführungspflicht, das Selbstveranlagungsprinzip oder di e Ermessensveranlagung dar, sodass vorliegend diesbezüglich noch altes Recht anwendbar ist. Keine Anwendung finden deshalb be i- spielsweise die Art. 70, 71, 72 oder 79 MWSTG, obwohl sie unter dem Ti- tel "Verfahrensrecht für die Inland- und die Bezugsteuer" stehen (statt vie- ler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1447/2010 vom 11. November 2011 E. 1.3, auch zum Folgenden). Hingegen kann unter anderem Art. 81 MWSTG unter die von Art. 113 Abs. 3 MWSTG anvisier- ten Verfahrensbestimmungen subsumiert werden ( PASCAL MOL- LARD/XAVIER OBERSON/ANNE TISSOT BENEDETTO, Traité TVA, Basel 2009, S. 1235 N. 670). Art. 81 MWSTG gilt damit grundsätzlich auch für häng i- ge Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht. A-5166/2011 Seite 6 2. 2.1. 2.1.1. Die für die Entscheidfindung (Rechtsanwendung) vorzunehmende Tatsachenfeststellung setzt voraus, dass die Sachlage korrekt und voll - ständig ermittelt wurde. Das Verwaltungsverfahren und die Verwaltung s- rechtspflege werden deshalb grundsätzlich von der Untersuchungsmax i- me beherrscht. D emnach muss die entscheidende Behörde den Sach - verhalt von sich aus abklären. Der Untersuchungsgrundsatz gilt auch im Mehrwertsteuerrecht. Nach Art. 81 Abs. 1 MWSTG findet der Vorbehalt für Steuerverfahren gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG auf das Mehrwertsteue r- recht keine Anwendung. Der Untersuchungsgrundsatz wird im Meh r- wertsteuerverfahren aber dadurch relativiert, dass dem Steuerpflichtigen spezialgesetzlich statuierte Mitwirkungspflichten auferlegt werden (vgl. BVGE 2009/60 E. 2.1.2). Insbesondere gilt es zu be achten, dass für die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer das Selbstveranl a- gungsprinzip gilt (vgl. unten E. 2.4). 2.1.2. Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz trägt die Behörde die B e- weisführungslast (subjektive oder formelle Beweislast). Wie sich allfällig e Zweifel nach abgeschlossener Sachverhaltsermittlung auf den Entscheid der Behörde auswirken, wird hingegen nicht geregelt. Für die (materielle) Beweislast ist – mangels spezialgesetzlicher Regelung – Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. De zember 1907 (ZGB, SR 210) in analoger Anwendung massgebend. Gemäss dem darin veran- kerten Rechtsprinzip trägt derjenige den Nachteil der "Nichtnachweislic h- keit" einer Tatsache, der aus ihr Rechte ableiten wollte (Urteil des Bu n- desgerichts 9C_267/2007 vom 4. September 2007 E. 1.3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -1447/2010 vom 11. November 2011 E. 2.1.2, A -2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.1.3, A -3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.1.3). Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass d ie Steuerbehörde für di e steuer- begründenden und -mehrenden Tatsachen den Nachweis zu erbringen hat, während der steuerpflichtigen Person der Nachweis der Tatsachen obliegt, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Urteil des Bu n- desgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; zum Ganzen: Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.1.3; vgl. auch statt vieler Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1597/2006 und A-1598/2006 vom 17. August 2009 E. 4.1, A-1506/2006 vom 3. Juni 2008 E. 2.3.1, A -3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 1.2; ERNST BLUMEN-A-5166/2011 Seite 7 STEIN/PETER LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 454). 2.2. Der verfassungsrechtlich in Art. 29 Abs. 2 BV g arantierte Grundsatz des rechtlichen Gehörs beinhaltet das Recht der P rivaten, in einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren mit ihrem Be- gehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu e rhalten und zu den für die Entscheidung w esentlichen Punkten Stellung nehmen zu können. Der Anspruch auf rechtliches Ge hör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt andererseits zu gleich ein persönlichkeitsbezogenes Mit- wirkungsrecht der Parteien dar (BGE 130 II 425 E. 2.1, 129 I 236 E. 3.2, 125 I 219 E. 9b; BVGE 2007/30 E. 5.6, Urteile des Bundesverwaltungsge- richts A-5876/2008 vom 24. März 2010 E. 4, A-5738/2007 vom 17. Januar 2008 E. 3.1, A -1349/2006 vom 22. Mai 2007 E. 2.9; ULRICH HÄFE- LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltu ngsrecht, 5. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 1672 f.). 2.2.1. Für das Verfahren vor Bundesverwaltungsbehörden wird das Ak- teneinsichtsrecht in Art. 26 -28 VwVG konkretisiert. Dieses Recht ist gleichsam Vorbedingung des Äusse rungsrechts: Die betroffene Per son kann sich nur dann wirksa m zu einer Sache äussern und geeigne te Be- weise führen oder bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit einge räumt wird, die entscheidrelevanten Unterlagen einzusehen (BGE 132 II 485 E. 3.2; BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.] [nachfolgend: Praxiskommentar], Z ü- rich/Basel/Genf 2009, N. 6 zu Art. 26). Die Behörde ist allerdi ngs nicht verpflichtet, die Par teien von Amtes wegen zur Einsicht einzuladen (WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., N. 69 zu Art. 26). Vielmehr haben die Par- teien ein entsprech endes Gesuch zu stellen (BGE 132 V 387 E. 6.2 [zu Art. 29 Abs. 2 BV]; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -2149/2008 und A-2170/2008 vom 17. Mai 2010 E. 6.5.2). Anspruch darauf, in die Akten Eins icht zu nehmen, hat, wer Partei in e i- nem Verwaltungsverfahren ist (Art. 26 VwVG). Von diesem Recht gibt es Ausnahmen, so, wenn wesent liche öffentliche oder p rivate Inter essen, z.B. Geheimhaltungs interessen von Gegenparteien, entgegen stehen (Art. 27 V wVG). Wird einer Partei die Einsichtnahme in ein Aktenstück verweigert, so darf auf dieses zum Nachteil der Partei nur ab gestellt wer- den, wenn ihr die Behörde von seinem für die Sache wesentlichen Inhalt mündlich oder schri ftlich Kenntnis und ihr ausserdem Geleg enheit gege- ben hat, sich zu äussern und Gegenbeweismittel zu bezeich nen (Art. 28 A-5166/2011 Seite 8 VwVG). Der Akteneinsicht unterliegen alle Akten, die ge eignet sind, Grundlage für die spätere Verfügung zu bilden (BGE 119 Ib 12 E. 6b, Ur- teil des Bun desgerichts 2A.651/20 05 vom 21. November 2006 E. 2.1; WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., N. 6, 32 f. zu Art. 26; PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. II, 2. Aufl., Bern 2002, Ziff. 2.2.7.6, S. 285 f.). Bei verwal- tungsinternen Dokumenten besteht in der Regel kein Ein sichtsrecht; eine Ausnahme gilt dann, wenn die frag lichen Dokumente den Aus gang des Verfahrens beeinflussen können, mit hin dann, wenn sie zur Fest stellung des für die Ver fügung wesentlichen Sachverhalts von ob jektiver Bedeu- tung sind (Zwischenver fügung der Eidgenössischen Steuerrekurskom- mission [SRK] 2005-053 vom 18. Oktober 2005 [bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 2A.651/2005 vom 21. November 2006]; vgl. auch [nicht das Steuerrecht betreffend] BGE 122 I 153 E. 6a, 117 Ia 90 E. 5b, 115 V 297 E. 2g; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -3629/2007 vom 9. Januar 2008 E. 3.1; vgl. WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., N. 63 f. zu Art. 26; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie- ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.93). 2.2.2. Art. 35 Abs. 1 VwVG regelt die Begründungspflicht ausdrücklich, geht in seinem Gehalt aber nicht weiter als Art. 29 Abs. 2 BV. Die Begrün- dung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die betrof fene Per- son ihn sachgerecht anfechten kann. Dies ist n ur möglich, wenn so wohl sie wie auch die Rechts mittelinstanz sich über die Trag weite des En t- scheids ein Bild machen können. In diesem Sinn müssen we nigstens kurz die Überlegungen ge nannt werden, von denen sich die Behörde le i- ten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1, 129 I 232 E. 3.2, 126 I 97 E. 2b; Urteile des Bun desverwaltungsgerichts A-1765/2006 vom 30. März 2009 E. 3.4.2, A -1681/2006 vom 13. März 2008 E. 2.3). Die Behörde ist nicht ver pflichtet, sich zu alle n Rechtsvor- bringen der Parteien zu äussern. Viel mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesent lichen Gesichts punkte beschränken (statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1605/2006 vom 4. März 2010 E. 5.1). Der genaue Um fang der Beg ründungspflicht lässt sich nur begrenzt ab - strakt erfassen; er muss im Einzelfall individuell bestimmt werden ( FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Praxiskommentar, N. 18 zu Art. 35). An die Begründung sind um so strengere Anforderungen zu stellen, je un- bestimmter die Rechts grundlage und je grösser der der Behörde ein ge- räumte Spiel raum ist (grundlegend: BGE 112 Ia 107 E. 2b, vgl. weiter: BGE 129 I 232 E. 3.3; UHLMANN/SCHWANK, a.a.O., N. 21 ff. zu Art. 35; LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungs pflicht: Eine Untersuchung über die Pflicht der Behörden zur Begrün dung ihrer Ent scheide, Bern 1998, A-5166/2011 Seite 9 S. 33, 186 f.). Die Auslegung von un bestimmten Ge setzesbegriffen und die Ermessensbetätigung muss nachvollziehbar erklärt werden (BGE 129 I 232 E. 3.3, 127 V 431 E. 2b.cc; BVGE 2008/26 E. 5.2.1). 2.3. Steuerpflichtig ist grundsätzlich, wer eine mit der Erzielung von Ei n- nahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt, sofern seine Lieferungen und seine Dienstleistungen im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 21 Abs. 1 aMWSTG). Eine Ausnahme von der Steuerpflicht besteht insofern, als die nach A b- zug der Vorsteuer verbleibende Steuer (Steuerzahllast) regelmässig nicht mehr als Fr. 4'000.-- beträgt; diese Ausnahme bleibt auf Jahresumsätze bis zu Fr. 250'000.-- beschränkt (Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG; vgl. dazu die von der ESTV herausgegebene Spezialbroschüre Nr. 02, Steuerpflicht bei der Mehrwertsteuer, gültig mit Einführung des aMWSTG per 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2007, Ziff. 2.2.3). Für bestehende Betriebe, bei welchen im Zeitpunkt der Aufnahme der Tätigkeit keine Steuerpflicht g e- geben war, beginnt die Steuerpflicht am 1. Januar, wenn im vorangehen- den Jahr die oben erwähnten Betragsgrenzen kumulativ übersch ritten worden sind (Art. 28 Abs. 1 aMWSTG). Massgebend für die Steuerpflicht ist das vereinnahmte Entgelt des Vorjahres; dieses ist wie folgt zu ermi t- teln: Einnahmen zuzüglich Entgelt aus Verrechnung und Warenhingabe an Zahlungs statt (ESTV, Spezialbroschü re Nr. 02, a.a.O., Ziff. 3.3; vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -2149/2008 und A -2170/2008 vom 17. Mai 2010 E. 3.2). 2.4. Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 46 f. aMWSTG; BLUMEN- STEIN/LOCHER, a.a.O, S. 421 ff.; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAU- ER/KLAUS A. VALLENDER, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 78). Dies bedeutet vorab, dass der Leistungserbringer bereits für die Feststellung seiner Mehrwertsteue r- pflicht s elbst verantwortlich ist und sich gegebenenfalls unaufgefordert anzumelden hat (Art. 56 Abs. 1 aMWSTG; vgl. Urteile des Bundesg e- richts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1, 2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.5; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A - 2149/2008 und A-2170/2008 vom 17. Mai 2010 E. 3.1, A-8485/2007 vom 22. Dezember 2009 E. 2.2, A-12/2007 vom 28. Januar 2009 E. 2.7). Bei festgestellter Steuerpflicht hat er sodann selbst und unaufgefordert über seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und in nerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteue r- betrag (Steuer vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuli e-A-5166/2011 Seite 10 fern. Die ESTV ermittelt die Höhe des geschuldeten Mehrwertsteuerb e- trages nur dann an Stelle der steue rpflichtigen Person, wenn diese ihren Pflichten nicht nachkommt (Art. 60 aMWSTG; Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.4, A-4146/2009 vom 9. März 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.5. 2.5.1. Zu den Obliegenheiten der steuerpflichtige n Person gehört insbe - sondere die Buchführungspflicht (vgl. dazu die Urteile des Bundesg e- richts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.1, 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1 f.). Gemäss Art. 58 Abs. 1 aMWSTG hat die Mehr - wertsteuerpflichtige ihre Geschäftsb ücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurichten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwertsteuerpflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der ab - ziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln lassen. 2.5.2. Die mehrwertsteuerliche Buchführungspflicht knüpft nach dem kl a- ren Wortlaut von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG und sachgerechterweise an e i- ne bestehende Mehrwertsteuerpflicht an. Insofern missverständlich, da logisch nicht denkbar, ist damit die Aussage, das Mehrwer tsteuerrecht gebiete die Führung von Geschäftsbüchern im oben erwähnten Sinn schon betreffend Feststellung der Steuerpflicht, besteht doch vor Entst e- hung der Steuerpflicht eben gerade noch keine steuerpflichtige Person, welche unter den Anwendungsbereich von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG fallen könnte. Da indessen die Selbstveranlagung auch die Anmeldepflicht u m- fasst (Art. 56 aMWSTG), sind auch Unternehmerinnen und Unternehmer, die noch nicht mehrwertsteuerpflichtig sind, gehalten, durch geeignete Massnahmen periodisch zu überprüfen, ob sie der Mehrwertsteuerpflicht unterliegen (BVGE 2009/60 E. 2.5.1; Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.5.2, A-5875/2009 vom 16. Juni 2010 E. 3.2.1, A -1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 2.4.1 mit Hinweisen). 2.5.3. Über die Buchführungspflicht kann die ESTV nähere Bestimmun - gen aufstellen. Von dieser Befugnis hat sie im Rahmen des Erlasses der Wegleitung für Mehrwertsteuerpflichtige (in erster Auflage erschienen im Herbst 1994 [neu herausgegeben im Frühling 1997]; als Wegleitung 2001 zur Mehrwertsteuer [Wegleitung 2001] neu herausgegeben per 1. Januar 2001 [und per 1. Januar 2008 als Wegleitung 2008 zur Mehrwertsteuer]) Gebrauch gemacht. In der – vorliegend einschlägigen – Wegleitung 2001 A-5166/2011 Seite 11 sind genauere Ang aben enthalten, wie eine derartige Buchhaltung au s- zugestalten ist (Rz. 878 ff.). Alle Geschäftsvorfälle müssen fortlaufend, chronologisch und lückenlos aufgezeichnet werden (Rz. 884) und alle Eintragungen haben sich auf entsprechende Belege zu stützen, sod ass die einzelnen Geschäftsvorfälle von der Eintragung in die Hilfs - und Grundbücher bis zur Steuerabrechnung und bis zum Jahresabschluss sowie umgekehrt leicht und genau verfolgt werden können (sog. "Prü f- spur"; vgl. Rz. 893 f.; vgl. Urteil des Bundesgeric hts 2A.297/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.1). 2.5.4. Nach der Rechtsprechung ist der Steuerpflichtige selbst bei gerin- gem Barverkehr zur Führung zumindest eines einfachen ordentlichen Kassabuchs verpflichtet. Er ist zwar mehrwertsteuerrechtlich nicht gehal - ten, kaufmännische Bücher im Sinn des Handelsrechts zu führen; die Bü- cher müssen die erzielten Umsätze jedoch lückenlos erfassen und die entsprechenden Belege sind aufzuheben (Urteile des Bundesgerichts 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -1634/2006 vom 31. März 2009 E. 3.5, A -1527/2006 vom 6. März 2008 E. 2.2, A - 1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen ). Damit befinden sich die mehrwertsteuerlichen Anforderungen a n die Aufzeic h- nungspflicht auch im Einklang mit den bei den direkten Steuern geltenden Regelungen. Die detaillierte und chronologische Führung eines Kassab u- ches muss besonders hohen Anforderungen genügen. Soll also ein Ka s- sabuch für die Richtigkeit des erf assten Bargeldverkehrs Beweis erbri n- gen, ist zu verlangen, dass in diesem die Bareinnahmen und -ausgaben fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Ka s- senstürze regelmässig – in bargeldintensiven Betrieben täglich – kontrol- liert werd en. Nur auf diese Weise ist gewährleistet, dass die erfassten Bareinnahmen vollständig sind, das heisst den effektiven Bareinnahmen entsprechen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_302/2009 vom 15. Ok- tober 2009 E. 4.2, 2A.693/2006 vom 26. Juli 2007 E. 3.1, 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A - 2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.5.4, A-5875/2009 vom 16. Juni 2010 E. 3.3, A -705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.3, A -746/2007 vom 6. November 2009 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). 2.6. 2.6.1. Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor oder stimmen die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überein, so nimmt die ESTV gemäss Art. 60 aMWSTG A-5166/2011 Seite 12 eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor. Diese Bestimmung ist auch heranzuziehen, falls mangels Aufzeichnungen – worunter nicht nur Geschäftsbücher im Sinn von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG zu verstehen sind (vgl. dazu PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, verö f- fentlicht in ASA 69 S. 518) – die s achverhaltsmässigen Grundlagen zur Beantwortung der Frage, ob überhaupt eine Steuerpflicht vorliegt, nicht einwandfrei ermittelt werden können (zur Ermessensveranlagung als Sachverhaltsermittlung durch Schätzung vgl. grundlegend BLUMEN- STEIN/LOCHER, a.a.O., S. 404). 2.6.2. Art. 60 aMWSTG unterscheidet nach dem Gesagten zwei vonei n- ander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessenstaxation führen. Die erste ist diejenige der ung enügenden Aufzeichnung (Konstel- lation 1). In diesem Fall hat eine Schätzung insb esondere auch dann zu erfolgen, wenn – bei feststehender Steuerpflicht – die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsvorschriften als derart gravierend zu qualifizie- ren sind, dass sie die materielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (statt vieler: BGE 105 Ib 181 E. 4a, Urteile des Bunde s- gerichts 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 3, 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1, A-705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.4). Zweitens kann selbst eine formell einwandfreie Buchführung die Durc h- führung einer Schätzung erfordern, wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstimmen (Konstellation 2). Dies ist nach der Rechtsprechu ng der Fall, wenn die in den Büchern enthaltenen Geschäftsergebnisse von den von der Steue r- verwaltung erhobenen branchenspezifischen Erfahrungszahlen wesen t- lich abweichen, vorausgesetzt die kontrollierte Person ist nicht in der L a- ge, allfällige besondere U mstände, auf Grund welcher diese Abweichung erklärt werden kann, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.1, A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.6.2, A-705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.4). 2.7. 2.7.1. Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, in denen die Ste u- erpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, u n- vollständige oder ungenügende Aufzeichnungen über ihre Umsätze (bzw. hinsichtlich Feststellung oder Überprüfung der Steuerpflicht) führen, dü r-A-5166/2011 Seite 13 fen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteile des Bundesge richts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2, 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -3678/2007 und A - 3680/2007 vom 18. August 2009 E. 3.2). 2.7.2. Die Vornahme der Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen bedeutet insbesond ere, dass die ESTV dabei diejenige Schätzungsm e- thode zu wählen hat, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb des Steuerpflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen An - gaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteile des Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 3.2, 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.3; Urteile des Bun - desverwaltungsgerichts A -1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 2.3, A - 1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 4.2; CAMENZIND/HONAUER/VAL- LENDER, a.a.O., Rz. 1682). In Betracht kommen einerseits Schätzung s- methoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenüge n- den Buchhaltung hinauslaufen, andererseits Umsatzschätzungen au f- grund unbestrittener Teil-Rechnungsergebnisse in Ve rbindung mit Erfa h- rungssätzen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -4450/2010 vom 8. September 2011 E. 4.2, A -2184/2008 und A -2185/2008 vom 3. Juni 2010 E. 5.1, A-705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.6.2, A-1379/2007 vom 18. März 2010 E. 4.2; vgl. auch MOLLARD, a.a.O., S. 530 ff.). Die brauc h- baren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind s o- weit als möglich bei der Schätzung mitzuberücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-4360/2008 und A -4415/2008 vom 4. März 2010 E. 2.5.2, A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 4.2). 2.7.3. Im Rahmen einer Ermessenstaxation ist es nach der Rechtspr e- chung des Bundesgerichts zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum umlegt bzw. hochrechnet (sog. Umlageverfahren), vorausgesetzt die massgebenden Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt seien ähnlich wie in der gesamten Kontrollperiode (Urteile des Bundesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.2 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.7.3, A-5875/2009 vom 16. Juni 2010 E. 3.6.2, A-705/2008 vom 12. April 2010 E. 2.6.2, A-4146/2009 vom 9. März 2010 E. 3.4). Der E r- messensveranlagung haftet deshalb eine gewisse Unsicherheit an, die der Steuerpflichtige aufgrund seiner Pflichtverletzung jedoch selber zu A-5166/2011 Seite 14 vertreten hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2 mit Hinweisen). 2.8. 2.8.1. Die Vorinstanz zieht bei ihrer Arbeit Erfahrungszahlen heran, sei es im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Ermessensveranl a- gung oder für die Vornahme der Schätzung. Nach der Rechtsprechung ist das Abstellen auf Erfahrungszahlen grundsätzlich nicht zu beanstanden (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -3678/2007 und A-3680/2007 vom 18. August 2009 E. 3.1, 4.2). 2.8.2. Erfahrungszahlen sind Ergebnisse, die aus zu verlässigen Buchhal- tungen gewonnen und nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sta- tistisch verarbeitet werden. Sie sind keine Rechtssätze und auch keine Beweismittel (solange sie nicht z.B. durch ein Sachverständigengutac h- ten erwiesen sind), die den Geschäftsbüchern gleichgestellt wären (MAR- TIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswi n- kel des Drittvergleichs ["dealing at arm's length"], veröffentlicht in ASA 7 7 S. 658 ff., 665, 679 mit Hinweisen). 2.8.3. Erfahrungszahlen drücken Gesetzmässigkeiten in den Verdiens t- verhältnissen einzelner Branchen aus. Diese Funktion kommt ihnen aber nur dann zu, wenn sie auf einer sicheren Grundlage beruhen (vgl. ZWEI- FEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 679). Sollen Erfahrungswerte Aufschluss über durchschnittliche Umsatzziffern geben, müssen sie deshalb breit abg e- stützt sein und sollten nebst der Betriebsstruktur und den regionalen G e- gebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen ( MOLLARD, a.a.O., S. 553; vgl. zum Ganzen ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-1447/2010 vom 11. November 2011 E. 2.7 mit Hinweisen). 2.8.4. Die Steuerbehörde hat die Pflicht, der steuerpflichtig en Person die Grundlagen der Erfahrungszahlen kundzuge ben (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 682 f. mit zahl reichen Hinweisen). Dies folgt aus der Be grün- dungspflicht (vgl. oben E. 2.2.2). Die Behörde hat dem Steuerpflich tigen die Art und Weise, wie die Ermessensveran lagung zustande ge kommen ist – beinhaltend auch die Zahlen und Erfahrungswerte –, bekannt zu ge- ben. Sie hat zu erläu tern, dass die zum Vergleich herange zogenen Be- triebe nicht nur der gleichen Branche entstammen wie das eingeschätzte (gegebenenfalls) steuerpflichtige Unternehmen, sondern auch in anderer Hinsicht vergleich bar sind, wi e zum Beispiel be treffend Stan dort, Be -A-5166/2011 Seite 15 triebsgrösse, Kundenkreis usw. (vgl. schon Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2005, veröffent licht in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.41 E. 4e/bb/aaa mit Hinweis). Nur so ist es der steuerpflichtigen Person möglich, die Veranlagung sachgerecht anzufechten (Urteil des Bundesgerichts 2A.284/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 3 mit Hinweisen; Entscheid der SRK vom 24. Oktober 2005, veröffent licht in: VPB 70.41 E. 4e/bb/bbb). Da es sich bei Erfahrungszahlen prinzipiell um Durchschnittswerte han- delt, dürfen sie im Einzelfall nicht lediglich in schematischer Weise ange - wendet werden (Entscheid der SRK vom 24. Oktober 20 05, veröffentlicht in: VPB 70.41 E. 4e/bb/bbb). In Ausübung des pflichtgemässen Er - messens muss bei der Anwendung von Erfahrungszahlen des halb deren Streubreite (zwischen Maximal- und Minimalwert) beachtet werden, wenn eine den indi viduellen Verhältnissen gerecht werdende Schät zung erfol- gen soll (Ur teile des Bun desgerichts vom 4. Mai 1983, veröffent licht in: ASA 52 S. 234 E. 4; Urteile des Bundes verwaltungsgerichts A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.8.4, A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 6.3). Inwiefern die Verwaltung ihr Ermessen ausgeübt hat, ist in der En tscheid- begründung darzulegen (BVGE 2009/60 E. 2.8.4). 2.8.5. Die steuerpflichtige Person hat sodann – auf entsprechendes Ge - such hin – das Recht, unter Berück sichtigung des Steu ergeheimnisses, Einsicht in die Erfahrung szahlen zu nehmen (vgl. zum Akteneinsicht s- recht E. 2.2.1). Der um Akten einsicht ersuchenden Per son darf mit Blick auf das Steuer geheimnis (vgl. für die Mehrwertsteuer Art. 55 aMWSTG) nur soweit Einsicht in die zum Vergleich herangezogenen Daten und Zah- len ge währt werden, als diese anschliessend nicht bestimmten identif i- zierbaren Steuerpflichtigen zugeordnet wer den können (BGE 105 Ib 181 E. 4b). Ausserdem dürfen durch die Gewährung der Aktenein sicht keine Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse anderer Steuerpflich tiger, auch nicht in anonymisierter Form, offenbart werden (Urteil des Bundesgerichts 2A.651/2005 vom 21. November 2006 E. 2.6.2, 2.9.1). Inwiefern der steu- erpflichtigen Person die Anga ben für die An fechtung der Er messens- taxation hilfreich sein werden, ist dabei nicht ent scheidend. Unerheblich ist auch, ob die steuerpflichtige Person über die Grundlagen der Nachbe- lastung informiert und ihr umfassend auf gezeigt worden ist, welche A s- pekte bei der Um satzaufrechnung einbezogen und wie die gesammelten Vergleichswerte angew andt wurden (Ur teil des Bundesgerichts 2A.651/2005 vom 21. November 2006 E. 2.9.3; vgl. zum Ganzen auch MARTIN KOCHER, Einsichtnahme auch in ein ver trauliches „Spezialdo s-A-5166/2011 Seite 16 sier“ der ESTV – Neue Rechtspraxis er laubt ver tiefte Akteneinsicht – noch ungeklä rte Aufdeckungspflicht, in: Der Schweizer Treuhänder [ST] 2007/3 S. 201 ff., insbes. E. 3.2.3). 2.9. Das Einspracheverfahren wird der nachträglichen verwaltungsinte r- nen Rechtspflege zugerechnet und nicht der eigentlichen streitigen Ve r- waltungsrechtspflege. Die Einsprache ist daher auch kein devolutives Rechtsmittel, das die Entscheidungszuständigkeit an eine Rechtsmi t- telinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1). Das Einsprach e- verfahren zielt darauf ab, ungenügende Abklärungen oder Fehlbeurte i- lungen, a ber auch Missverständnisse, die den angefochtenen Verwa l- tungsverfügungen zugrunde liegen, in einem kostenlosen und weitgehend formlosen Verfahren auszuräumen, ohne dass die übergeordneten G e- richte angerufen werden müssen (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 mit Hinwe i- sen). Damit soll ein einfaches und rasches verwaltungsinternes Verfahren gewährleistet werden. Dies schliesst ergänzende Sachverhaltsabkläru n- gen im Einspracheverfahren jedoch nicht aus. Denn in diesem Verfahren kann die Verwaltung die angefochtene Verfügu ng nochmals überprüfen und über die strittigen Punkte entscheiden, bevor allenfalls die B e- schwerdeinstanz angerufen wird (BGE 132 V 368 E. 6.2, 121 V 155 E. 5b; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-2998/2009 vom 11. Novem- ber 2010 E. 2.9, A -2036/2008 vom 19. August 2009 E. 1.4.2.2, A-1566/2006 vom 11. August 2008 E. 1.4.2). 2.10. 2.10.1. Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspr a- cheentscheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Die Beschwe r- deführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Ar t. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der U n- angemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG). 2.10.2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Vo r- aussetzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation – als Rechts- frage – uneingeschränkt (statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-3678/2007 und A-3680/2007 vom 18. August 2009 E. 5). Als aus- serhalb der Verwaltungsorganisation und Behördenhi erarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit bestimmtes Verwaltungsgericht auf - erlegt dieses sich trotz des möglichen Rügegrundes der Unangemesse n- heit bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Ermessensvera n- lagungen jedoch eine gewisse Zurückhaltung und reduziert dergestalt A-5166/2011 Seite 17 seine Prüfungsdichte. Grundsätzlich setzt das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2184/2008 und A -2185/2008 vom 3. Juni 2010 E. 5.2, A -4309/2008 vom 30. April 2010 E. 2.2, A-3678/2007 und A -3680/2007 vom 18. August 2009 E. 5). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht bestätigt (Urteil d es Bundesg e- richts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). 2.10.3. Für das Vorliegen der Voraussetzungen zur Vornahme einer E r- messenseinschätzung ist nach den allgemeinen Beweislastregeln die ESTV beweisbelastet (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1960/2007 vom 1. Februar 2010 E. 2.4.2, A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3, A-1527/2006 und A -1528/2006 vom 6. März 2008 E. 2.4). Gelangt das Gericht somit in freier Beweiswürdigung nicht zur Überze u- gung, eine der beiden tatbestandsmässig vorausgesetzten Konste llatio- nen von Art. 60 aMWSTG (vgl. dazu oben E. 2.6.2) habe sich verwirklicht, ist gemäss der objektiven Beweislastregel zu Ungunsten der ESTV zu entscheiden (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3, A-1527/2006 und A-1528/2006 vom 6. März 2008 E. 2.4). Waren die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation im Einzelfall er - füllt und hat die ESTV damit zulässigerweise eine Schätzung nach Er - messen durchgeführt, obliegt es – in Umkehr der allgemeinen Beweislast- regeln – der steuerpflichtigen Person, den Beweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4.3, 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005 E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.5.4, A-1578/2006 vom 2. Oktober 2008 E. 5.3). Sie kann sich gegen eine zulässigerweise durchgeführte Ermessenseinschätzung des - halb nicht mit allgemeiner Kritik zur Wehr setzen. Vielmehr hat sie darz u- legen, dass die von der ESTV v orgenommene Schätzung offensichtlich fehlerhaft ist, und sie hat auch den Beweis für ihre vorgebrachten B e- hauptungen zu erbringen (anstatt vieler: Urteil e des Bundesgerichts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 2.10.3, 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.3 unter Verweis auf MOLLARD, a.a.O., S. 559 und die dort zitier- te Rechtsprechung; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-3123/2008 vom 27. April 2010 E. 2.9.3). A-5166/2011 Seite 18 3. Im vorliegenden Fall hat die ESTV den Umsatz des Beschwerdeführers ermessensweise ermittelt und dessen Steuerpflicht seit dem 1. Januar 2002 festgestellt. In einem ersten Schritt ist nachfolgend darüber zu b e- finden, ob die ESTV zu Recht das Vorliegen der Voraussetzungen für e i- ne Ermessenseinschätzung bejaht hat. Erst und nur falls dies zutrifft, gilt es in einem zweiten Schritt zu überprüfen, ob sich die Ermessensvera n- lagung in ihrer Höhe als korrekt erweist (E. 3.3 bis 3.5). 3.1. Grundsätzliche Voraussetzung für eine zulässige Ermessensei n- schätzung ist, dass die ESTV ihr er Untersuchungspflicht (E. 2.1) nachge- kommen ist. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers war dies vor- liegend der Fall. Die ESTV hat bereits mit Schreiben vom 19. September 2007 die Bilanzen, Erfolgsrechnungen und Aufwand - und Ertragskonti des Beschwerdeführers und mit weiterer Aufforderung vom 18. Dezember 2007 zudem sämtliche Fahrtenschreiber- und Kontrollkarten sowie Repa- ratur- und Servicerechnungen einverlangt. Weiter forderte die Vorinstanz vor Erlass des Einspracheentscheids mit Schreiben vom 29. Oktober 2009 den Besc hwerdeführer auf, die gesamte Buchhaltung einschlies s- lich Kassabücher, Tagesrapporte und Monatszusammenstellungen über die Einnah men der Jahre 2001 bis 2006 nach zureichen. Wie der B e- schwerdeführer zwar richtig festgestellt hat, fand ein Teil der Unters u- chungshandlungen erst im Einspracheverfahren statt. Aus der Funktion des Einspracheverfahrens (vgl. E. 2.9) ergibt sich jedoch , dass solche Handlungen auch noch in diesem weiter fortgeschrittenen Verfahrenssta- dium erfolgen können, und dass die ESTV damit ihre r Untersuchung s- pflicht rechtsgenügend nachgekommen ist. Die ESTV hat umfassende und relevante Beweismassnahmen von Amtes wegen durchgeführt. Sie hat das ihr Zumutbare vorgenommen, um den entscheidwesentlichen Sachverhalt möglichst vollständig abzuklären und die Voraussetzungen der Ermessensveranlagung zu prüfen. Es liegt demnach keine Verletzung der Untersuchungspflicht vor. 3.2. 3.2.1. Die ESTV begründet die Vornahme der Ermessenseinschätzung mit den fehlenden Kassabüchern und Tagesrapporten. Der Beschwerde- führer habe lediglich die Jahresabschlüsse der Jahre 2002 und 2004 bis 2006 eingereicht. Von der Möglichkeit der Verfolgung einzelner G e- schäftsfälle – auch stichprobeweise – sowohl vom Einzelbeleg über die Buchhaltung bis zur Mehrwertsteuerabrechnung als auch in umgekehrter Richtung könne keine Rede sein. Der Beschwerdeführer macht hingegen A-5166/2011 Seite 19 geltend, die eingereichten Unterlagen genüg ten den gesetzlichen Anfor- derungen. Nach der Rechtsprechung war der Beschwerdeführer gehalten, durch geeignete Massnahmen periodisch zu prüfen, ob er die Voraussetzungen der Steuerpflicht erfüllt ( E. 2.5.2 ). Da d er vorliegende Taxibetrieb einen bargeldintensiven Betrieb dar stellt (vgl. Urteile des Bundesverwaltungs- gerichts A-2690/2011 vom 24. Januar 2012 E. 3.1, A-281/2009 vom 14. Oktober 2010 E. 6.1.2, A-2149/2008 und A-2170/2008 vom 17. Mai 2010 E. 6.1.2), wäre für diese Feststellung, ob eine Steuerpflicht besteht, die Führung eines tagfertigen Kassabuches zwingend erforderlich gewesen. Die Bareinnahmen und -ausgaben hätten dabei fortlaufend, lückenlos und zeitnah aufgezeichnet und durch Kassenstürze kontrolliert werden müs- sen (E. 2.5.3 f.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.2 und E. 4.3 ; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 3.2.1). Da der Beschwerdefü h- rer unbestrittenermassen kein solches Kassabuch geführt hat und damit die einzelnen Geschäftsfälle nicht überprüft werden können (sog. Prü f- spur; vgl. E. 2.5.3), ist die Buchführung bereits deshalb schwer mange l- haft. Es fehlen die sachverhaltsmässigen Grundlagen zur Beantwortung der Frage, ob eine Steuerpflicht vorliegt. Eine Ermessenseinschätzung ist damit gerechtfertigt (E. 2.6.1). Abgesehen davon, dass die Steuererklä- rungen des Beschwerdeführers der Jahre 2002 und 2 003 Mängel aufwie- sen und darum von der kantonale Steuerverwaltung Aufrechnungen und teilweise auch Ermessenstaxationen vorgenommen werden mussten (…), ist die Beurteilung der Jahresabschlüsse durch die kantonale Steuerbe- hörde in Basel für die vorliegende B eurteilung unbeachtlich . Für die mehrwertsteuerliche Betrachtung ist die Rechtslage im Bereich der dire k- ten Steuern grundsätzlich nicht massgebend. Es handelt sich um ve r- schieden geartete Steuersysteme und den beiden Steuerarten liegen u n- terschiedliche Besteuerungsziele zugrunde (BGE 123 II 295 E. 6b; Urteil des Bundesgerichts 2A.222/2002 vom 4. September 2002 E. 3.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-281/2009 vom 14. Oktober 2010 E. 6.1.4, A-1529/2006 vom 18. März 2008 E. 3.1.3; BVGE 2007/23 E. 2.3.3 S. 270). Die Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung waren demnach gegeben und die ESTV war deshalb nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, eine solche vorzunehmen. A-5166/2011 Seite 20 3.3. Zu prüfen ist nun, ob die von der ESTV vorgenommene Erme s- senseinschätzung den individuellen Verhältnissen des Beschwerdefü h- rers soweit möglich Rechnung trägt, auf plausible n Angaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt ( E. 2.7). Bereits ausgeführt wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht bei dieser Prüfung nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz setzt, wenn dieser erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind (E. 2.10.2). Die Beweislast für die Unrich tigkeit der Schätzung trägt der Beschwerdeführer ( E. 2.10.3). Die vorliegende Ermessenseinschä t- zung lässt sich in zwei Teile gliedern: Die Schätzung der geschäftlich g e- fahrenen Kilometer einerseits und des Umsatzes pro Kilometer andere r- seits. Nachfolgend w ird dementsprechend zuerst die Schätzung der g e- fahrenen Kilometer dargestellt ( E. 3.3.1) und überprüft ( E. 3.3.2) sowie anschliessend diejenige des Kilometeransatzes (E. 3.4 und 3.5). 3.3.1. Die ESTV ermittelte die vom Beschwerdeführer gefahrenen Kil o- meter aufgrund der vorhandenen Fahrtenschreiberkarten. Nach Angaben der ESTV belegen die Scheiben für das Jahr 2005 eine gefahrene Str e- cke von 57'959 km und für 2006 eine solche von 57'728 km. Für die Jah- re 2001 bis 200 4 lagen unbestrittenermassen keine Fahrtenschreiberkar- ten vor. Die ESTV nahm deshalb eine Umlage der durchschnittlich zw i- schen 2005 ( 57'959 km) und 2006 ( 57'728 km) gefahrenen Kilometer, ausmachend 57'843 km pro Jahr, auf die Jahre 2001 bis 200 4 vor. Sie ging zudem in den Jahren 200 1 bis 2006 von privat gefahrenen Kilome- tern im Umfang von 100 pro Woche aus und berücksichtigte im Jahr 2005 eine belegte Ferienreise im Umfang von 1'212 km. Die ESTV führt e ferner aus, sie habe bei den in der Stadt Basel vorg e- nommenen Kontrollen im Nachhinein feststellen müss en, dass den Taxi- fahrern, welche ausserhalb der Stadt wohnhaft seien, ein zu langer A r- beitsweg zum Abzug zugestanden worden sei, indem die Strecke "Woh n- ort - Bahnhof Basel SBB" und zurück (anstatt die Strecke "Wohnort - Stadtgrenze" und zurück) für die Ber echnung des jeweiligen kalkulator i- schen Umsatzes verwendet worden sei. Aus diesem Grund lasse sie im Sinn eines unpräjudiziellen Entgegenkommens zur Sicherstellung der Rechtsgleichheit und Wahrung der Wettbewerbsneutralität in der Stadt Basel im vorliegenden Fall ausnahmsweise (rückwirkend) den Arbeitsweg vom Wohnort bis zum Bahnhof Basel SBB und zurück als Privatfahrt zu. Dementsprechend seien dem Besc hwerdeführer pro Arbeitstag 2 x 0.8 km als Privatkilometer zu gewähren. Den eingereichten Kontrol l- karten d er Jahre 200 5 und 200 6 könne entnommen werden, dass der A-5166/2011 Seite 21 Beschwerdeführer jeweils 277 bzw. 291 Arbeitstage ausweise. Für die üb- rigen Jahre könne somit von durchschnittlich 284 Arbeitstagen ausg e- gangen werden. Aus dieser Berechnung würden sich somit folgende für die kalkulator i- sche Umsatzermittlung relevanten geschäftlich gefahrenen Kilometer er- geben: 52'189 km (für die Jahre 2001 -2004), 51'204 km (für das Jahr 2005) und 52'063 km (für das Jahr 2006). 3.3.2. Der Beschwerdeführer bestreitet die Auswertung der Fahrte n- schreiberkarten der ESTV und die entsprechende Umlage auf die vora n- gegangenen Jahre zu Recht nicht. Hingegen macht er geltend, die von der ESTV pauschal angerechneten "privat gefahrenen Kilometer" von 100 pro Woche seien bei ihm zu tief bemessen. In der Beschwerdeschrift und in der Einsprache an die Vorinstanz, auf welche er in der Beschwerde ebenfalls verweist, bringt er vor, er habe seine Frau viele Male zu Thera- piebesuchen ins Spital gefahren und wieder abgeholt. Die gefahrenen K i- lometer liessen sich aus den Fahrtenschreiberkarten ablesen und seien anzurechnen. Zudem habe er sein Geschäftsfahrzeug auch für Verwan d- tenbesuche in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz, für Fahrten ins entfernte Fitnesscenter sowie für Einkäufe in Deutschland und Frankreich verwendet. Neben einer Auflistung mit den Daten der Behandlungen seiner Frau im […] und im […] reichte der B e- schwerdeführer schriftliche Bestätigungen von Verwandten und Bek ann- ten ein, welche belegen soll en, dass er d es Öfteren auf Besuch zu ihnen gekommen sei. Anzahl und Daten der Besuche sind je doch keine a nge- geben und ebenso wenig die angeblich gefahrenen Kilo meter, womit der Beschwerdeführer – aufgrund seiner Beweislast betreffend die Unrichtig- keit der Schätzung der Vorinstanz – aus den Schreiben nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Im Weiteren handelt es sich bei den Bestätigu n- gen der Verwandten um nachträglich erstellte Beweismittel (datiert vom 23. bzw. 27. September 2011 und vom 7. Oktobe r 2011), denen ohnehin nur ein stark eingeschränkter Beweiswert zukommt (vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2541/2008 vom 9. September 2009 E. 3.3.1, A-1367/2006 vom 2. Juni 2008 E. 4.2.2). Die ESTV hat zudem in ihrem Einspracheentscheid sti chprobeweise die Fahrtenschreiberkarten von zwölf Monaten der Jahre 2005 und 2006 (von den vorangegangenen Jahren sind keine Fahrtenschreiberkarten vorhanden) überprüft und die vom Beschwerdeführer an den Ruhe - und Ferientagen zurückgelegten Kilometer zusammenaddiert. Dabei kam sie zum Ergebnis, dass bloss in einem Monat (Mai 2005) die Pauschale von 100 km pro Woche übe r-A-5166/2011 Seite 22 schritten wurde. Diese Berechnung wurde vom Beschwerdeführer weder substantiiert bestritten noch mit eigenen kilometergenauen Aufstellungen widerlegt. Die der Beschwerde beigelegten bzw. nachträglich eingereich- ten Listen mit den Arztbesuchen vermö gen – selbst bei Annahme sämtli- che Fahrten seien mit dem Geschäftswagen gemacht worden – ebenfalls nicht zu belegen, dass die pauschal angerechneten 100 km pro Woche zu tief wären. Zudem ist weiter zu beachten, dass der Beschwerdeführer – gemäss unbestritten gebliebener Feststellung der Vorinstanz – ein wei- teres Fahrzeug besitzt ( Marke Audi), welches er – gemäss ebenfalls u n- bestritten gebliebener Feststellung der Vorinstanz – für private Fahrten nutzt. Die vorgebrachten Argumente und die eingereichten Dokumente vermögen somit die Annahme, es seien nicht mehr als die pauschal a n- gerechneten 100 km pro Woche privat gefahren worden, nicht zu erschüt- tern (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4309/2008 vom 30. April 2010 E. 7.2.3). Nicht weiter eingegangen zu werden braucht u n- ter diesen Umständen auf die Frage, ob der Beschwerdeführer mit se i- nem Geschäftsfahrzeug nicht sogar weniger als die ihm pauschal ang e- rechneten privaten Kilometer gefahren und die Berechnung damit gar zu Gunsten des Beschwerdeführers ausgefallen ist, wie dies durch die Vo r- instanz in ihrer Vernehmlassung sinngemäss aufgeworfen wird (vgl. […]). Die Schätzung der geschäftlich gefahrenen Kilometer erweist sich de m- nach als sachgerecht und nicht als bundesrechtswidrig. 3.4. 3.4.1. Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der von der ESTV au f- grund von Erfahrungswerten geschätzte Ansatz von Fr. 2.15 Umsatz pro Kilometer sei unangemessen und unbegründet und zumindest für den Beschwerdeführer nicht nachvollziehbar . Er habe keine Kenntnisse betreffend die Erfahrungszahlen gehabt, welche für die Ermessensei n- schätzung beigezogen wurden und bis zum Einspracheentscheid keine Erläuterungen dazu erhalten. Zudem habe die ESTV auch bei der A n- wendung der Erfahrungszahlen ihre Untersuchungspflicht verletzt, da sie auf die individuellen Verhältnisse und Umstände keine Rücksicht g e- nommen habe. 3.4.2. Im Folgenden wird der von der ESTV ermitte lte Ansatz überprüft. Zu erinnern ist daran, dass die fraglichen Erfahrungszahlen vorliegend nicht im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Ermessensveran- lagung, sondern für die Vornahme der eigentlichen Schätzung herang e- zogen worden sind. Bei Beweisl osigkeit trägt der Beschwerdeführer die A-5166/2011 Seite 23 Beweislast dafür, dass die von der ESTV verwendeten Erfahrungswerte für seinen Betrieb nicht sachgerecht sind ( E. 2.10.3). Die ESTV hat ihm diesen Nachweis aber zu ermöglichen, indem sie ihm die Grundlagen der Erfahrungszahlen kundgibt und aufzeigt, inwiefern diese auch die indivi- duellen Verhältnisse seines Betriebs berücksichtigen (E. 2.8.4). 3.4.3. 3.4.3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe keine Kenntnisse der Erfahrungszahlen gehabt, welche die ESTV für die Ermessensei n- schätzung verwendet habe. Zudem habe die ESTV die Zahlen auch erst im Einspracheentscheid erläutert. Sollte der Beschwerdeführer damit sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs beanstanden (vgl. E. 2.2), stellt sich die Frage, welchen Teilgehalt dieses Rechts er mit se i- nem Vorbringen anruft. Der Beschwerdeführer hat zwar den "Faktor von Fr. 2.15" pro gefahrenen Kilometer bereits in seiner Einsprache vor der Vorinstanz beanstandet , ein Gesuch um entspre chende Akteneinsicht (vgl. E. 2.2.1) hat er – soweit aus den Akten ersichtlich – zu jenem Zei t- punkt jedoch nicht gestellt. Erst nach Erlass des Einspracheentscheids stellte er – wohl vor allem aufgrund eines Wechsels seines Ver treters – ein solches. Eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts durch die ESTV ist deshalb nicht zu erblicken. Die Einsicht wurde ihm weder verwehrt noch hat die ESTV die Pflicht , von Amtes wegen einen Beschwerdeführer zur Akteneinsicht aufzufordern. Sein Vorwurf könnte somit eher die Begrün- dungspflicht betreffen, ist die Behörde doch verpflichtet, der betroffenen Person die Art und Weise, wie die Ermessensveranlagung zustande g e- kommen ist, kundzugeben, um ei ne sachgerechte Anfechtung zu ermög- lichen (vgl. E. 2.8.4). Dabei hat sie ihm auch die Grundlagen der Erfa h- rungszahlen kundzutun und darzulegen, inwiefern der Beschwerdeführer mit den von den Erfahrungszahlen erfassten Betrieben vergleichbar ist. 3.4.3.2 Die ESTV ist in ihrem Einspracheentscheid ihrer Begründung s- pflicht nachgekommen. Aus der Begründung und dem Spezialdossier "Er- fahrungszahlen" ergibt sich folgendes Bild. Der vorliegend relevante Zeitraum für den Beschwerdeführer besteht aus den Jahren 2001 bis 2006. Der Beschwerdeführer betreibt ein sog. "Mini- taxi". Diese Taxis haben tendenziell tiefere Tarife als die "normalen" Taxis. Gemäss ESTV sei es im relevanten Zeitraum jedoch auch in dieser Fahr- zeugklasse zu Erhöhungen der Tarife gekommen. Dies berücksichti gend hat die ESTV den vorliegend relevanten Zeitraum (200 1 bis 2006) au f- grund der erwähnten Tarifentwicklung in zwei Perioden unterteilt. So wur-A-5166/2011 Seite 24 den für den Zeitraum 2000 bis 2003 27 Datensätze und für jenen ab dem Jahre 2004 sogar 60 ausgewertet. Damit für die Jahre ab 2004 die Daten- lage genügend breit ist , hat die ESTV bei jenen 60 Datensätze n jeweils die Werte der Jah re 2000 bis 2006 miteinbezogen. Sie tat dies im Wi s- sen, dass damit die Durchschnittswerte aufgrund der Tarifentwicklung eher etwas zu tief – somit zugunsten der Steuerpflichtigen – ausfallen werden. Bei beiden Datensätzen sind n ach Angaben der ESTV alle Arten von Fahrten inbegriffen wie "Flughafen, Kundenkarte, Kreditkarten, Chemie (Novartis/Roche)". Die Erhebungen erfolgten in den Jahren 2001 , 2002 und 2009. Die Tabellen weisen jeweils im Wesentlichen folgende Kriterien aus: "Taxi-Art", "Anzahl-Schichten", "Total Umsatz", "Km total" und "Total Umsatz / km total" . Der Umsatz pro Kilometer variiert im Zeitraum 2000 bis 2003 zwischen Fr. 1. 70 und Fr. 2.27, wobei d er Durchschnitt der 27 Datensätze bei Fr. 2.00 liegt. Im Zeitraum 2000 bis 2006 (massgebend für die Erfahrungszahlen ab 2004) liegen die Werte zwischen Fr. 1.70 und Fr. 2.45 und der Durchschnitt bei Fr. 2.07. Nach Angaben der ESTV han- delt es sich bei allen Datensätzen um "Minitaxis" (Taxis-Art M), d.h. keine "normalen" Taxis, Limousinen oder Minibusse. Das Datenmaterial betreffe Angestellte von diversen Taxibetrieben in Basel. Die Angestellten müs s- ten dem Arbeitgeber die erhaltenen Trinkgelder nicht abliefern. Beim Ei n- zelunternehmer seien die Trinkgelder hingegen steuerbar, weshalb bei jenen 5% Trinkgeld hinzugerechnet bzw. der Ansatz auf Fr. 2.10/km (Zeit- raum 2000-2003) und Fr. 2.15/km (Zeitraum 2000 -2006) festgelegt wor- den sei. Im Weiteren präzisierte die ESTV, es seien Vollzeit- und Teilzeit- angestellte, Tag- und Nachtchauffeure, solche mit und ohne Funk und auch Fahrten zu Spezialpreisen berücksichtigt worden. 3.4.3.3 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers hat die ESTV im Einspracheentscheid (Ziffer 3.6 des Entscheids) somit detailliert aufg e- zeigt, wie sie die Erfahrungszahlen der Taxis der Stadt Basel ermittelt hat, und implizite auch, inwiefern der Beschwerdeführer mit den davon erfass- ten Betrieben vergleichbar ist ( s. auch E. 3.5 hienach). Dass die ausführ- liche Erläuterung im Einspracheentscheid und nicht bereits in der diesem vorangegangenen Verfügung erfolgte, ist – wie bereits in E. 3.1 ausge- führt – nicht zu beanstanden (vgl. auch E. 2.9). Die ESTV ist folglich ihrer Pflicht, die Art und Weise der Ermittlung der Erfahrungszahlen kundzutun, nachgekommen. Im Übrigen hat das Bundesver waltungsgericht keinen Anlass, an der Richtigkeit der einzelnen Datensätze zu zweifeln. Der Be- schwerdeführer bestreitet dies denn auch nicht. A-5166/2011 Seite 25 3.4.4. Der Beschwerdeführer bringt jedoch vor, er verfüge über keinen f i- xen Standplatz, sodass er überdurchschnittlich viele Leerfahrten zu ve r- zeichnen habe. Ausserdem verrechne er im Gegensatz zu anderen B e- trieben keine Zuschlagstarife für Nacht -, Sonntags- und Feiertagsfahrten sowie keinen Bestellzuschlag. Somit seien die Besonderheiten seines Geschäftsbetriebs nicht berücksichtigt worden. Aus diesen Vorbringen kann der Beschwerdeführer jedoch ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er hat sie denn auch weder substanti- iert noch mit entsprechenden Unterlagen belegt. Die ESTV hat demge- genüber bei ihrer Schätzung des Kilometeransatzes die Be sonderheiten des Beschwerdeführers in Bezug auf den Ort (Stadt Basel) und das Fahr- zeug ( "Minitaxi") berücksichtigt. Zudem decken die Erfahrungszahlen auch Taxibetriebe, welche keine Zuschlagstarife verlangen und auch über keinen fixen Standplatz verfügen, ab. Die von der ESTV erhobenen D a- ten sind demzufolge auch für den Be schwerdeführer als selbständigen Taxifahrer repräsentativ. 3.5. Es kann somit festgehalten werden, dass sich die ESTV bei der E r- mittlung de r Ansätze von Fr. 2.10/km (inkl. Trinkgeld) und Fr. 2.15/km (inkl. Trinkgeld) auf 27 bzw. 60 Datensätze gestützt hat, welche die lok a- len (Stadt Basel) und betrieblichen Eigenhe iten ( "Minitaxi", angeschlo s- sen an Taxizentrale) des Beschwerdeführers berücksichtigen. Die Daten- erhebung kann als genügend breit und aktuell sowie für den Beschwerde- führer repräsentativ bezeichnet werden. Ebenfalls korrekt war, dass die ESTV den Mittelwert der bei den 27 bzw. 60 Datensätzen ermittelten Um- sätze pro Kilometer als Ansatz für den Beschwer deführer anwendete. Es bestehen keine Hinweise auf individuelle Verhältnisse beim Beschwerd e- führer, die einen davon abweichenden An satz nahe legen würden. Di e von der ESTV ermittelte n Ansätze erweisen sich somit als sachgerecht. Es ist darauf hinzuweisen, dass bei der Festsetzung eines Ansatzes selbstverständlich gewisse Ungenauigkeiten in Kauf zu nehmen sind, die sich systemimmanent bei der Ermittlung von Dur chschnittswerten erge- ben. Der Beschwer deführer hätte es jedoch selbst in der Hand gehabt, durch ordnungsgemässe Aufzeichnungen von vornherein Klarheit über seine tatsächlich erzielten Umsätze zu schaffen (vgl. Urteil des Bunde s- gerichts 2C_429/2009 vom 9. N ovember 2009 E. 5.2; Urteil des Bundes- verwaltungsgerichts A-2998/2009 vom 11. November 2010 E. 3.5; Ent- scheid der SRK vom 12. August 2002, veröffentlicht in: ASA 73 S. 236). A-5166/2011 Seite 26 3.6. Die Schätzung der ESTV erweist sich damit sowohl hinsichtlich der ermittelten Kilometer als auch der Ansätze von Fr. 2.10/km (für die Jahre 2000 bis 2003) bzw. Fr. 2.15/km (für die Jahre ab 2004) als korrekt. Auf- grund des Überschreitens der Umsatzgrenze von Fr. 75'000.-- und der Steuerzahllast von Fr. 4'000.-- in den Jahren 2001 bis 2006 ist die Ste u- erpflicht des Beschwerdeführers ab dem 1. Januar 2002 gegeben. Im Weiteren ist anzumerken, dass die ESTV nicht nur bei der Bestimmung der Steuerzahllast, sondern auch bei der Berechnung der Steuerschuld die Saldosteuersatzmethode ange wendet hat. Sie hat bei der Erme s- senseinschätzung somit Vorsteuern berücksichtigt und ist damit dem B e- schwerdeführer entgegengekommen. Das Bundesver waltungsgericht hat keinen Anlass, dieses Entgegenkommen in Frage zu stellen (vgl. dazu auch Urteile des Bu ndesverwaltungsgerichts A -281/2009 vom 14. Oktober 2010 E. 6.2.4, A -2184/2008 vom 3. Juni 2010 E. 6.3, A - 2149/2008 und A -2170/2008 vom 17. Mai 2010 E. 6.2.7, A -1614/2006 vom 1. Oktober 2008 mit dem Hinweis, dass die ESTV auch andere gleichgelagerte Fälle rechtsgleich zu behandeln hat). 4. Nach dem Gesagten ist die Be schwerde abzuweisen. Ausgangsge mäss sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem geleisteten Ko s- tenvorschuss in glei cher Höhe zu verrechnen. Eine Parteientschädigung an den Beschwerdeführer ist nicht zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. A-5166/2011 Seite 27 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Michael Beusch Stefano Bernasconi Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: