<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Massnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um Wissen, Fertigkeiten und praktische Lebenserfahrung, die in allen Arten unentgeltlicher Arbeit (Familienarbeit, freiwillige Tätigkeit und ehrenamtliche Arbeit) gesammelt wurden, bei einer Anstellung in der Bundesverwaltung anzuerkennen, aufzuwerten und zu beurteilen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich des grossen Wertes der in der Schweiz geleisteten freiwilligen Arbeit von Frauen und Männern bewusst. Er kennt die entsprechenden Statistiken und Zahlen und unterstützt Massnahmen zur Anerkennung und Aufwertung der Freiwilligenarbeit.</p><p>Der Arbeitgeber Bund setzt sich aktiv gegen jegliche Art von Diskriminierung ein, so auch gegen Benachteiligungen aufgrund des Geschlechtes. Zur Förderung der betrieblichen Chancengleichheit von Frau und Mann bestehen in der Bundesverwaltung bereits verschiedene Instrumente, welche auch die Anerkennung nichtberuflicher Lebenserfahrung zum Ziel haben.</p><p>Bereits in seinen 1991 erlassenen "Weisungen über die Verbesserung der Vertretung und der beruflichen Stellung des weiblichen Personals in der allgemeinen Bundesverwaltung" hat der Bundesrat das klare Ziel formuliert, dass für die Beurteilung der Gleichwertigkeit der Qualifikation bei Wahlen und Beförderungen auch ausserberufliche Tätigkeiten, wie z. B. Betreuungsaufgaben und Mitarbeit in sozialen Institutionen, massgebend sein sollen.</p><p>Dieses Ziel wurde weiter konkretisiert, indem seit 1996 gemäss den Beförderungsvorschriften (Wahlerfordernisse und Beförderungsbedingungen für Ämter der allgemeinen Bundesverwaltung) bei der Wahl oder der Beförderung der Mitarbeitenden die Lebenserfahrung angerechnet werden kann. Als Lebenserfahrung nennen die Beförderungsvorschriften ausdrücklich Familien-, Erziehungs- und Betreuungsarbeiten sowie soziale Tätigkeiten.</p><p>Seit Anfang der Neunzigerjahre hat sich die Bundesverwaltung am Projekt FHAB beteiligt, welches das Qualifizierungspotenzial der Familien- und Hausarbeit und seine Bedeutung für den Beruf zum Inhalt hat. Das daraus resultierende Instrument "ISQ-FHA, Auswertungskriterien für das Interview zur Erfassung von Schlüsselqualifikationen" trägt dazu bei, Qualifikationen aus ausserberuflichen Bereichen, wie Familien- und Hausarbeit, gezielt zu erfassen und in die Personalauswahl sowie in Lohnfestsetzungs- und Beförderungsentscheide einfliessen zu lassen. Dieses Instrument wurde 1998 im Rahmen eines Pilotversuchs des Eidgenössischen Personalamtes in der Bundesverwaltung vorgestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Personaldienste der Bundesämter zum grossen Teil namentlich für die Personalauswahl bereits eigene Methoden erarbeitet haben, die den Inhalten des ISQ-FHA-Instrumentes sowie den konkreten Bedürfnissen des jeweiligen Bundesamtes entsprechen. Die ETH Zürich setzt seit 1998 das Instrument systematisch bei der Personalauswahl ein, das Bundesamt für Statistik seit 1999. Es ist beabsichtigt, eine elektronische Version des Instrumentes allen Personalverantwortlichen und Führungskräften in den Bundesämtern als Ergänzung der bisherigen Befragungswerkzeuge zur Verfügung zu stellen.</p><p>Seit Jahren versucht der Bund, Frauen zum Einstieg bzw. Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit zu motivieren. Mit seinem breiten Angebot an flexiblen Arbeitszeitmodellen und seiner Unterstützung familienergänzender Kinderbetreuung steht er als Arbeitgeber vergleichsweise gut da. Im Rahmen der angestrebten Erhöhung der Anzahl Frauen im Kader wird ein weiterer Ausbau der Arbeits- und Arbeitszeitmodelle, namentlich auch die Telearbeit, geprüft. Auf diese Weise hofft man, das Potenzial der Mitarbeitenden der Bundesverwaltung vermehrt mit der vielschichtigen Lebenserfahrung von Frauen anreichern zu können.</p><p>Gemäss Bundespersonalgesetz gehört die Chancengleichheit von Frau und Mann und deren Gleichstellung zu den expliziten personalpolitischen Zielen. Der Bundesrat erklärt sich bereit, im Rahmen der Umsetzung dieser Ziele durch die Departemente und die Bundeskanzlei, weitere Möglichkeiten zu prüfen, wie die von der Motionärin aufgezeigte Thematik einbezogen werden und allenfalls in konkrete Instrumente einfliessen kann.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.