TPF 2010 7 7 En fait, pour toutes les relations d’affaires soulevant des doutes ou des questions se rapportant à des suspicions de blanchiment d’argent, en vertu de sa compétence générale dans ce domaine, le Comité de conformité était compétent pour être saisi ou se saisir de ces cas. Une fois saisi, le Comité de conformité devait ordonner clairement les mesures de clarification nécessaires, à savoir la collecte d’informations propres à formaliser une détermination et/ou à préaviser le maintien ou non de la relation d’affaires et/ou des mesures de surveillance particulières des comptes concernés, voire un blocage interne des avoirs. Le Comité de conformité devait également s’assurer du suivi effectif de cette procédure légale, le cas échéant, en fixant des dates butoirs. Cette obligation légale de procéder ou de faire procéder à des clarifications approfondies sur la personne et les activités professionnelles de F. et l’origine de ses valeurs en comptes incombait à chacun des accusés, de manière indépendante. Ils étaient en effet tous en charge de tâches de prévention et de lutte contre le blanchiment de capitaux et occupaient, en raison de leurs obligations spécifiques et/ou de leur statut, des fonctions dirigeantes et de garant auprès de la banque. Il en allait de même pour les relations d’affaires ouvertes au nom de G. et H., leur statut professionnel et l’importance des valeurs patrimoniales en comptes nécessitant également des clarifications approfondies qui n’ont, au demeurant, jamais été ordonnées. TPF 2010 7 2. Auszug aus dem Entscheid der Strafkammer in Sachen Bundesanwaltschaft gegen A. vom 23. April 2009 (SK.2009.1) Kostenauferlegung bei Einstellung des Verfahrens infolge Todes des Angeklagten. Art. 168 Abs. 2 Satz 2, 246bis BStP (Art. 329 Abs. 4, 423 Abs. 1, 426 Abs. 2 StPO) Die Bundesstrafprozessordnung sieht nicht vor, dass die Verfahrenskosten dem Nachlass des Angeklagten auferlegt werden können. Die Pflicht des Angeklagten zur Kostentragung entsteht erst mit dem Kostenentscheid. Stirbt TPF 2010 7 8 der Angeklagte vor diesem Entscheid, ist noch keine Kostenforderung des Staates entstanden. Eine Zahlungspflicht der Erben entsteht daher auch nicht durch erbrechtliche Universalsukzession. Condamnation aux frais en cas de classement de la procédure à la suite du décès de l’accusé. Art. 168 al. 2 deuxième phrase, 246 bis PPF (art. 329 al. 4, 423 al. 1, 426 al. 2 CPP) La Loi fédérale sur la procédure pénale ne prévoit pas que les frais de la procédure puissent être mis à la charge de la succession de l’accusé. L’obligation de l’accusé d’assumer les frais ne prend naissance qu’au moment de la décision fixant les frais. Si l’accusé décède avant que cette décision ne soit prononcée, aucune créance relative aux frais dus à l’Etat ne prend naissance. En conséquence, la succession universelle ne crée pas une obligation des héritiers d’assumer les frais. Addossamento delle spese in caso di abbandono del procedimento in seguito al decesso dell’accusato. Art. 168 cpv. 2 frase 2, 246bis PP (art. 329 cpv. 4, 423 cpv. 1, 426 cpv. 2 CPP) La legge sulla procedura penale non prevede l’addossamento delle spese di procedura agli eredi dell’accusato. L’obbligo dell’accusato al pagamento delle spese sorge solo con la decisione relativa alle spese. Se l’accusato muore prima di questa decisione, non vi è ancora un credito da parte dello Stato. Nemmeno dalla successione universale risulta quindi un obbligo di pagamento a carico degli eredi. Das Gericht erwägt, dass - die Bundesanwaltschaft am 26. September 2008 Anklage gegen mehrere Personen darunter A. wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation beziehungsweise Unterstützung derselben sowie Geldwäscherei erhoben hat; - der Angeklagte A. am 10. Januar 2009 verstorben ist; - n ach Eingang der offiziellen Todesmeldung das Bundesstrafgericht mit Verfügung vom 19. Februar 2009 das Verfahren gegen A. vom Hauptverfahren (SK.2008.18) abtrennte und unter der Verfahrensnummer SK.2009.1 weiterführte; TPF 2010 7 9 - in der erwähnten Verfügung den Parteien zudem die Einstellung des Strafverfahrens gegen A. hinsichtlich des Strafpunktes angekündigt wurde und der Bundesanwaltschaft sowie dem Verteidiger Gelegenheit zur Stellungnahme hinsichtlich der Auferlegung der Verfahrenskosten eingeräumt wurde; - die Bundesanwaltschaft mit Eingabe vom 4. März 2009 den Antrag stellte, dass über die Kostenverlegung im Zusammenhang mit dem erstinstanzlichen Urteil gegen die übrigen Angeklagten zu entscheiden sei, dies da die Erwägungen für die Kostenverteilung im Hauptverfahren auch für den vorliegenden Entscheid wesentlich sein könnten; - der Verteidiger mit Eingabe vom 16. März 2009 den Antrag stellte, die Verfahrenskosten seien infolge Einstellung des Verfahrens der Staatskasse aufzuerlegen, da es an der für eine Kostenauferlage an die Erben notwendigen Gesetzesregelung mangle und im übrigen dem Verstorbenen kein Verhalten, welches das Verfahren initiiert oder erschwert hat, vorgeworfen werden könne; - mit dem Tod des Angeklagten ein dauerndes Prozesshindernis vorliegt (H AUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 41 N. 4), eine Beurteilung somit aus prozessrechtlichen Gründen unmöglich ist, was zu der Einstellung des Strafverfahrens gegen A. führt (Art. 168 Abs. 2 BStP); - die Erwägungen im Hauptentscheid die Höhe einer eventuellen Kostenauferlage im vorliegenden Entscheid beeinflussen würden, nicht jedoch die Frage, ob überhaupt dem Verstorbenen respektive dessen Erben Kosten auferlegt werden dürfen, weshalb darüber entschieden werden kann und das Hauptverfahren nicht abgewartet werden muss; - Art. 246 bis BStP vorsieht, dass bei Einstellung des Ermittlungsverfahrens oder der Voruntersuchung in der Regel die Bundeskasse die Verfahrenskosten trägt und Abs. 2 ergänzt, dass die Kosten dem Beschuldigten ganz oder teilweise auferlegt werden können, wenn dieser das Verfahren rechtswidrig und schuldhaft veranlasst oder erschwert hat (lit. a); TPF 2010 7 10 - nichts dagegen spricht, die vorgenannte Gesetzesbestimmung auch auf eine Einstellung in einem späteren Verfahrensstadium anzuwenden; - es sich vorliegend jedoch um einen Spezialfall handelt, da eine Kostenauferlegung nicht den vormals Angeklagten selbst sondern infolge seines Todes dessen Erben als Rechtsnachfolger treffen würde; - die Kostenauflage einer Grundlage in einem formellen Gesetz bedarf, welche unter anderem den Kreis der Abgabepflichtigen umschreibt (BGE 132 I 117 E. 4.2); - der erwähnte Bundesgerichtsentscheid weiter ausführt, dass im Strafverfahren bis zum gerichtlichen Kostenentscheid weder die Zahlungspflicht als solche noch der allfällige Forderungsbetrag feststehe, die Pflicht zur Kostentragung somit erst durch die entsprechende Verfügung entstehe und daher bei Tod des Angeklagten vor dem gerichtlichen Kostenentscheid im Rechtsverhältnis zwischen dem Staat und dem Angeklagten keine Kostenforderung entstanden sei, womit sich die Zahlungspflicht nicht mit einer allfälligen Analogie zur erbrechtlichen Universalsukzession begründen lasse (E. 7.3); - der Angeklagte vor der Verfügung über die Verfahrenskosten gestorben ist; - die BStP und auch das BGG keine Bestimmung enthalten, welche eine direkte Belastung des Nachlasses vorsehen; - infolge des Legalitätsprinzips keine Lockerung des vorgesehenen Kreises der Abgabepflichtigen möglich ist; - demnach der Grundsatz der Kostentragung durch den Staat zur Anwendung kommt; (…)