Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 21. März 2013 (720 12 358 / 58) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; erhebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist gestützt auf die versi- cherungsexternen Gutachten ausgewiesen; Gutheissung der Beschwerde, weil die Selbsteingliederungspflicht nach über 16-jährigem Bezug einer ganzen IV-Rente verneint wurde und die IV-Stelle vor Rentenaufhebung keine Integrations- und Eingliederungs- massnahmen geprüft hat Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Daniel N oll, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Marco Albrecht, Advokat, Hauptstrasse 54, 4132 Muttenz gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 geborene A.____ arbeitete vom 1. Juli 199 4 bis zur Auflösung des Arbeitsver- hältnisses per 30. November 1995 als Hilfsarbeiter bei der Gartenbaufirma Z.____. Mit Gesuch vom 16. Juli 1997 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungsbezug an und beantragte berufliche Massnahmen sow ie eine Rente. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse spr ach ihm die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) mit Verfügung vom 21. April 1998 rückwirken d ab 1. August 1996 eine ganze IV- Rente zu. Nach Durchführung einer Revision von Amtes weg en im Jahr 1999 hielt die IV-Stelle mit Mitteilung vom 16. September 1999 fest, dass keine rentenbeeinflussende Veränderung habe festgestellt werden können. Am 1. April 2002 ver unfallte A.____ im Rahmen einer ver- suchsweise aufgenommenen Teilzeitarbeit als Kundenbelief erer bei der Getränkefirma X.____. Dabei verletzte er sich am rechten Bein. Ab dem 1. Sept ember 2009 arbeitete der Versicherte bei der Getränkefirma Y.____ als Hilfsarbeiter auf Ab ruf. Diese Tätigkeit musste er aufgrund einer Zunahme der Beschwerden im rechten Bein nach kurz er Zeit wieder aufgeben. Im Rah- men einer im Jahr 2005 eingeleiteten Revision von Amte s wegen hob die IV-Stelle mit Verfü- gung vom 16. Oktober 2012 nach durchgeführtem Vorbesch eidverfahren die ganze Rente auf. Gemäss medizinischen Abklärungen habe sich der Gesundheitszu stand gebessert, sodass spätestens ab dem 2. Juni 2011 aus gesamtmedizinischer Sicht eine körperlich leichte, über- wiegend sitzend auszuübende Tätigkeit mit kürzeren stehe nden oder ebenerdig gehenden Ab- schnitten ohne Kauern, wiederholtem Treppensteigen und Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüs- ten ganztags zumutbar sei. B. Mit Eingabe vom 16. November 2012 erhob A.____, ver treten durch Advokat Marco Alb- recht, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge- richt), Beschwerde gegen die Verfügung vom 16. Oktober 2012 und beantragte unter o/e- Kostenfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung . Eventualiter sei ihm die unentgeltli- che Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat Marco Al brecht als Rechtsvertreter zu bewilligen. In der Begründung wurde zusammenfassend ge ltend gemacht, dass sich der psy- chiatrische Teil des Gutachtens des Gutachterinstituts B.___ _ nicht mit den psychiatrischen Untersuchungen und Befunden auseinander setze, die vor 16 Jahren zu einer Berentung ge- führt hätten. Die Gutachter würden sich auf die Beme rkung beschränken, dass die damalige Zusprechung einer Rente aus heutiger Sicht nicht nachvol lziehbar sei. Auch im Jahr 2006 sei eine nach wie vor zumindest teilweise Arbeitsunfähigkei t aus psychiatrischen Gründen festge- stellt worden. Es werde nicht erklärt, welche Gründe zu der plötzlichen Heilung geführt haben. C. Mit Verfügung vom 21. November 2012 bewilligte d ie instruierende Präsidentin der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Marco Albrecht. D. Mit Vernehmlassung vom 4. Dezember 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird – so weit notwendig – in den Erwägungen zu- rückzukommen sein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 16. November 2012 ist demnach einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob der Beschwer deführer weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine I nvalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Anna hme einer allenfalls invalidisierenden psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Nicht als Folgen eines psychischen Leidens und damit invaliden- versicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträc htigungen der Erwerbsfähigkeit, wel- che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Wi llens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass des Zumutbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss. Zur Annahme einer durch eine geist ige Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, d ass die versicherte Person nicht hinrei- chend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob an zunehmen ist, die Verwertung der Ar- beitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutb ar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c). Für die Beurteilung des Vorliegens e iner Erwerbsunfähigkeit sind nach dem Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraf t gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG aus- schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus ob jektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1). Die bis zum 31. Dezember 2002 er gangene diesbezügliche Rechtspre- chung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts ( EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgeh end anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, au ch die geklagten Beschwerden be- rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeb en worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung de r medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen). So hat die Rechtsprechung bezüglich Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche die Ver- sicherungsträger im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeh olt haben und die den von der Recht- sprechung verlangten Anforderungen genügen, festgehalte n, das Gericht dürfe diesen Gutach- ten vollen Beweiswert zuerkennen, solange "nicht konkre te Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinwei sen; zum Ganzen auch: U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, S. 228 ff.). 5.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Unter dieser Voraussetzung gilt dies auch für eine blosse Mitteilung, mit welcher die V erwaltung feststellt, es sei keine leis- tungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse eingetreten; denn laut Art. 74 ter lit. f IVV bedarf es keiner Verfügung, wenn die Invalidenrente nach eine r von Amtes wegen durchgeführten Re- vision weiter ausgerichtet wird. Eine solche Mitteilung ist, wenn keine Verfügung verlangt wor- den ist (Art. 74 quater IVV), in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer rechtskr äftigen Verfügung gleichzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2010, 9C_586/2010, E. 2.2). 5.3 Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 21. April 1998 ab 1. August 1996 eine ganze Rente zugesprochen. Im Rahmen des im Jahr 2005 in die Wege geleiteten Revisionsver- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fahrens entschied die Beschwerdegegnerin mit vorliegen d angefochtener Verfügung vom 16. Oktober 2012 die IV-Rente einzustellen. Die Frage , ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, beurteilt sich daher dur ch einen Vergleich des Sachverhalts, wie er sich im August 1996 gezeigt hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der strittigen Verfügung vom 16. Oktober 2012. Da der Beschwerdeführer – wie schon im August 1996 – keiner Erwerbstä- tigkeit nachgeht, ist insbesondere zu untersuchen, ob i n medizinischer Hinsicht eine Verände- rung eingetreten ist. 6.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszust and und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers tatsächlich, wie von der Beschwerde- gegnerin geltend gemacht, seit der erstmaligen Rentenverfügung in einer anspruchserheblichen Weise verbessert hat. 6.2.1 Bei Erlass der ersten Rentenverfügung vom 21. Apr il 1998 präsentierte sich die mass- gebliche medizinische Aktenlage wie folgt: 6.2.2 Im Abklärungsbericht vom 22. November 1995 (IV- Akte 117.5, S. 12/21) diagnostizie- ren die Ärzte des psychiatrischen Dienstes C.____ eine somat oforme Schmerzstörung (F45.4), eine mittelgradige depressive Episode (F32.11), Eheprobleme (Z63.0) und DD: Persönlichkeits- veränderung nach Extrembelastung (F62.0). 6.2.3 Das Spital D.____ hält in seinem Austrittsberich t vom 9. Februar 1996 (IV-Akte 117.5, S. 9/21) als Diagnosen eine mittelschwere Depression sow ie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung fest. Der Patient habe bei Eintritt vorw iegend an Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den rechten Arm gelitten. Er habe depressiv verstimmt gewirkt, sei antriebs- und lustlos gewesen. Gemäss eigenen Angaben müsse er die meiste Zeit wegen einer ausge- prägten Müdigkeit schlafen. Er sei daher zur Behandlun g an die psychiatrische Klinik E.____ überwiesen worden. 6.2.4 Die psychiatrische Klinik E.____ hält im Austritts bericht vom 8. September 1997 (IV- Akte 117.5, S. 3/21) fest, dass der Beschwerdeführer vom 15. Juli 1997 bis 26. August 1997 hospitalisiert gewesen sei. Diagnostiziert wird eine m ittelgradige depressive Episode (ICD-10: F62.0), eine somatoforme Schmerzstörung (F45.4), eine andauernde Persönlichkeitsverände- rung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) und eine Ehe problematik (Z63.0). Im Arztbericht und im Beiblatt vom 10. September 1997 (IV-Akte 117.5 , S. 18/21) halten die behandelnden Ärzte eine 100 % Arbeitsunfähigkeit seit ca. 1995 bis a uf weiteres fest. Zusammenfassend kön- ne gesagt werden, dass sich der Patient infolge des Mil itärdienstes, der politischen Verfolgun- gen und körperlichen Misshandlungen im Gefängnis unfähig fühle, eine Arbeit zu verrichten. Die lange depressive Entwicklung mit multiplen somatischen Symptomen zeige auch im stationären Rahmen keinerlei Veränderung. Man empfehle daher, d em Patienten eine volle IV-Rente zuzu- sprechen. 6.2.5 Mit Arztbericht vom 15. Januar 1998 (IV-Akte 117. 5, S. 2/21) hält Dr. med. F.____ fest, dass der Beschwerdeführer seit Mai 1992 an einer schwer en psychischen Störungen leide. Er Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht diagnostiziert eine somatoforme Schmerzstörung, eine De pression, den Status nach Nephro- lithiasis 1987, den Status nach Ulcus Bulbiduodeni 1993 und 1994 sowie den Status nach Fis- telspaltung einer chronischen Analfistel im August 1997. Seit dem 24. August 1995 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit als Hilfsarbeiter. Aufgrund de r schweren psychischen Störung und der längeren Dauer der Erkrankung sei zweifelhaft, ob der Patient wieder arbeitsfähig werde. 6.3.1 Im Zeitpunkt der strittigen Verfügung standen di e folgenden ärztlichen Beurteilungen zur Verfügung: 6.3.2 Bei einem Unfall an seinem Arbeitsplatz am 1. A pril 2003 zog sich der Beschwerdefüh- rer eine Talustrümmerfraktur und Malleolarfraktur Typ Weber rechts zu, als eine Palette von einem Gabelstapler auf seinen rechten Fuss fiel. Mit Ber icht vom 12. November 2003 (IV-Akte 18) hält Dr. med. G.____, Oberarzt der Klinik für Ort hopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Spitals D.____, in diesem Zusa mmenhang als Diagnosen den Status nach Talus-Fraktur rechts (Typ Hawkins III) mit schme rzhaften posttraumatischen Ver- änderungen sowohl des unteren als auch des oberen Sprunggelenks rechts fest. Die Arbeitsun- fähigkeit betrage 100 %. Mit Bericht vom 20. Juli 2004 (IV-Akte 18, S. 6/13) diagnostiziert er den Status nach Schraubenarthrodese des unteren Sprun ggelenks (USG) sowie Débridement des oberen Sprunggelenks (OSG) rechts am 12. Dezember 2 003 bei posttraumatischer Arthro- se des oberen und unteren Sprunggelenks rechts bei Zusta nd nach Talus-Fraktur Typ Hawkins III rechts am 1. April 2003. Die Beschwerden im Bereich des unteren Sprunggelenks seien voll- ständig regredient, die vom Patient noch angegebenen Beschwerden liessen sich mit den post- traumatischen Veränderungen des oberen Sprunggelenks er klären, ebenso die eingeschränkte Beweglichkeit dieses Gelenks. Zum jetzigen Zeitpunkt best ehe noch eine 100 %-ige Arbeitsun- fähigkeit. 6.3.3 Dem Austrittsbericht der Rehaklinik H.____ vom 2. N ovember 2004 (IV-Akte 22) kön- nen folgende Diagnosen entnommen werden: 1. Unfall vom 1. April 2003 mit einer Talustrüm- merfraktur und Malleolarfraktur Typ Weber A rechts mit posttraumatischer Arthrose im OSG und USG, mit am 12. Dezember 2003 durchgeführter Arthrod ese USG und Débridement am OSG sowie 2. eine chronische Depression. Aktuell bestünden als P robleme eine massive OSG- Arthrose sowie eine strukturell schmerzhaft eingeschränkte O SG-Beweglichkeit mit nachvoll- ziehbaren belastungsabhängigen Beschwerden. Es bestehe sodann eine inadäquate Reaktion auf eine OSG-Infiltration im Sinne einer funktionell en Überlagerung, aber keine behandlungs- bedürftigen depressiven Symptome. Die Arbeitsunfähigkeit als Kundenbelieferer betrage 100 %. Betreffend Unfallfolgen sei dem Patient aus me dizinisch-theoretischer Sicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine leichte wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar. Der sitzende Anteil sollte aber mindestens 50 % betragen. 6.3.4 Mit Bericht vom 28. September 2005 (IV-Akte 26) hält Dr. G.____ fest, dass die Schraube am unteren Sprunggelenk rechts vor drei Wochen entfernt worden sei. Es bestehe nun nach der Metallentfernung eine deutliche Schmerzre duktion am unteren Sprunggelenk. Obwohl die Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks deut lich eingeschränkt sei, bestünden Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht diesbezüglich fast keine Beschwerden. Rein theoretisch sei eine 50 %-ige Arbeitstätigkeit ohne grössere Belastungen beim Stehen und Gehen möglich ab sofort. 6.3.5 Im Beiblatt zum Arztbericht vom 30. November 2006 (IV-Akte 35) hält Dr. G.____ fest, dass in der bisherigen Erwerbstätigkeit eine theoreti sche 50 %-ige Arbeitsfähigkeit ohne grös- sere Belastungen beim Stehen und Gehen und Tragen von schweren Lasten zumutbar sei. Leichtere Tätigkeiten ohne längeres Stehen und Gehen und Heben von schwereren Lasten (über 10 kg mit häufigem Treppen auf- und abgehen) sei zu 100 % bzw. ganztags möglich. 6.3.6 In der Folge liess die Beschwerdegegnerin den Besch werdeführer durch Dr. med. I.____, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie FM H, psychiatrisch begutachten. Dr. I.____ hält in seinem Gutachten vom 25. November 2006 (IV-Akte 33) fest, dass der Explo- rand aus psychiatrischer Sicht mit Auswirkungen auf die Arb eitsfähigkeit an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (F45.4) und einer rezidivier enden depressiven Störung, gegen- wärtig remittiert (F33.4), leide. Ohne Auswirkungen a uf die Arbeitsfähigkeit sei der Status nach psychosozialer Belastung wegen Asylproblemen, negativem Asylle ntscheid 1992 und der Sta- tus nach Eheproblemen mit psychischer Überforderung. Die heutige Untersuchung habe, wie auch bereits während des Aufenthalts in der Rehaklinik H.____, keine aktuelle Symptomatik aus dem depressiven Formenkreis ergeben. Es könne auch ni cht davon ausgegangen werden, dass der Explorand an einer andauernden Persönlichkeitsverä nderung nach Extrembelastung leide. Diese Diagnose sei falsch gestellt worden. Er sei nur leicht vermindert belastbar, leicht vermindert stressbelastungsfähig und verfüge über ein l eicht vermindertes Durchhaltevermö- gen. In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffe ur bestehe aus psychiatrischer Sicht le- diglich eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne eines verminde rten Rendements von ca. 40 %. In der Tätigkeit als Chauffeur und Getränkelieferant bestehe wohl somatisch eine höhere Arbeitsunfä- higkeit. 6.3.7 Dr. med. J.____, Klinik für Orthopädische Chirurg ie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates des Spitals D.____, hält in seinem Berich t vom 30. Januar 2007 (IV-Akte 35) fest, dass eine geeignete Arbeit mit leichteren und we chselnden Arbeiten ohne Heben von schweren Lasten nicht gefunden worden sei, obwohl der P atient gerne so eine Arbeit hätte. Ansonsten verrichte er leichtere Arbeiten zu Hause wie Kochen, leichtere Putzarbeiten und sonstige Besorgungen. Es bestehe eine theoretische Arbeit sfähigkeit zu 50 % ohne grössere Belastungen beim Stehen oder Gehen und Heben von schweren Lasten. 6.3.8 Mit ergänzender Stellungnahme vom 7. Oktober 20 07 (IV-Akte 51) hält Dr. I.____ fest, dass das verminderte Rendement auf die chronischen Beglei terkrankungen durch den Unfall vom April 2003 zurückzuführen sei. Ein Teil der Schmerze n und der Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei sodann auch somatisch und auf den Unfall zurückzuführen und nicht nur der Schmerzfehlverarbeitung zuzuschreiben. Bei der Einschät zung habe er diesen somatischen Anteil berücksichtigt. Der Explorand könne sicher eine leic hte Tätigkeit ganztags wieder auf- nehmen, bräuchte aber Pausen und könne nicht den ganzen Tag stehen und müsse sich auch länger hinsetzen können. Das ergebe ein vermindertes Re ndement von 40 %. Mit weiterer er- gänzender Stellungnahme vom 22. April 2008 (IV-Akte 5 6) hält Dr. I.____ fest, dass er bei sei- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht ner Einschätzung von einer relevanten chronischen Begle iterkrankung ausgegangen sei, die sich heute aber gemäss den somatischen Fachärzten nicht me hr auf die angepasste Tätigkei- ten auswirke. Dadurch sei auch das Kriterium der chronische n Begleiterkrankung aus psychiat- rischer Sicht bei der eindeutigen Schmerzfehlverarbei tung nicht mehr mit 40 % zu veranschla- gen. In einer dem Körperleiden angepassten Tätigkeit bestehe deshalb seiner Ansicht nach volle Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht. 6.3.9 In der Folge liess die Beschwerdegegnerin den B eschwerdeführer beim Gutachterin- stitut B.____ polydisziplinär begutachten. Dr. med. K.__ __, Allgemeine Medizin FMH, Dr. med. L.____, Facharzt für Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, und PD Dr. med. N.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, dia gnostizieren im polydisziplinären Gutachten vom 8. Juli 2009 (IV-Akte 72) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: 1. St. n. Talusfraktur Typ Hawkins III rechts und Malleolarfraktur Typ Weber A rechts am 1. April 2003 mit residuellen, posttraumatisch arthrotischen Veränderungen des unteren und oberen Sprung- gelenks rechts bei Status nach Schraubenarthrodese des unt eren Sprunggelenks sowie Débri- dement des oberen Sprunggelenks rechts am 12. Dezember 2003 und bei Status nach Schrau- benentfernung am unteren Sprunggelenk rechts im September 2005; 2. Undifferenzierte Soma- tisierungsstörung, aktuell remittiert (ICD-10 F45.1); 3 . Rezidivierende depressive Störung, aktu- ell remittiert (ICD-10 F33.4) und 4. Akzentuierte Per sönlichkeitszüge mit narzisstischen, selbst- unsicheren und anderen psychoneurotischen Anteilen (ICD- 10 Z73.1). Im Vordergrund würden belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des rechten K nöchels und eine psychische Sym- ptomatik mit ausgeprägter Nervosität, Angstzuständen, Tr aurigkeit, Gereiztheit und Vergess- lichkeit stehen. Aus Sicht des Bewegungsapparats bestehe ein deutliches organläsionelles Kor- relat für die geklagten Beschwerden im Bereich des rechten Knöchels (posttraumatische arthro- tische Veränderungen), welche Krankheitswert aufweisen würden und die Arbeitsfähigkeit des Exploranden einschränkten. Auch aus psychiatrischer Sicht könn ten Diagnosen von Krank- heitswert gestellt werden, welche zu einer leichtgradig en Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führen würden. Die Einschränkung sei bedingt durch die psychovegetative Symptomatik, wel- che mit einer raschen Erschöpfbarkeit verbunden sei und e in vermehrtes Ruhebedürfnis nach- vollziehbar mache. Aus rein psychiatrischer Sicht könne zum a ktuellen Zeitpunkt eine Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % für sämtliche T ätigkeiten attestiert werden, welche allerdings nicht zur somatischerseits attestierten Einschrä nkung der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit wirksam werde. Für sämtliche körperlich leichten, vorwiegend sitzenden Tätig- keiten ohne Notwendigkeit des Zurücklegens grösserer Gehstr ecken, ohne wiederholte Trep- pen-, Leiter- oder Trittbenutzung, ohne gehäuftes Gehen auf unebenem Grund bestehe aus rein somatischer Sicht eine Einschränkung der zumutbaren Arb eitsfähigkeit von 40 %. Die Redukti- on gegenüber einem Vollpensum sei einerseits durch eine osteoarthrotisch-schmerzbedingte Motilitätsverlangsamung von etwa 20 % und andererseits durch einen vermehrten Zeitbedarf für Erholung von nochmals 20 % bedingt. Die psychiatrisch atte stierte Einschränkung der Arbeits- fähigkeit wirke hierbei nicht additiv. Die angestammten Hilfstätigkeiten seien nicht mehr zumut- bar. 6.3.10 Mit Bericht vom 28. Januar 2010 (IV-Akte 87.5, S. 1/2) hält Dr. med. M.____, Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Spitals D.____, fest, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht dass eine posttraumatische OSG-Arthrose bei Status nach USG-Arthrodese bei Status nach Talusfraktur vor 8 Jahren diagnostiziert werden könne. I n den letzten zwei Jahren habe sich eine Verschlechterung eingeschlichen. Eine Wiederaufnahm e der Arbeit als Auslieferer sei für den Patienten kaum möglich aufgrund der unter dieser B elastung stark zunehmenden Be- schwerden im Bereich des rechten oberen Sprunggelenks. A m 3. Mai 2010 nahm Dr. M.____ eine OSG-Arthrodese rechts vor (vgl. Bericht vom 12. Mai 2010, IV-Akte 89.3). 6.3.11 Dr. med. O.____, Chirurgie FMH, Kreisarzt der SUVA, hält in seinem Bericht zur kreis- ärztlichen Untersuchung vom 1. November 2011 (IV-Akte 10 4.4) fest, dass dem Beschwerde- führer aufgrund der orthopädisch traumatologischen Pro blematik am rechten Fuss leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit kürzeren stehenden oder ebenerdig gehenden Intervallen ganztags zumutbar seien. Nicht zumutbar sei das repetitive Treppensteigen sowie Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten. Auch Tätigkeiten auf ander en absturzgefährdeten Positionen seien nicht zumutbar. Ebenfalls seien rein stehende, gehende Tätigkeiten nicht zumutbar. 6.3.12 In der Folge liess die Beschwerdegegnerin den B eschwerdeführer nochmals durch das Gutachterinstitut B.____ begutachten. Mit polydiszip linärem Verlaufs-Gutachten vom 21. Juni 2012 (IV-Akte 114) kommt das Gutachterteam (PD Dr. K.____, Dr. med. Dipl.-Psych. P.____, und Dr. med. Q.____, Rheumatologie und Physi kalische Medizin FMH) zum Schluss, dass folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen würden: 1. Persistieren- de schmerzhafte Funktionsstörung des rechten Sprunggelenks m it/bei (ICD-10 M19.9) begin- nenden degenerativen Veränderungen des Chopart-Gelen ks, Status nach Arthrodese des obe- ren Sprunggelenks rechts am 3. Mai 2010 wegen progre dienter posttraumatischer OSG- Arthrose, Status nach Schrauben-Arthrodese des unteren Sprunggelenks und Débridement des oberen Sprunggelenks rechts am 12. Dezember 2003 bei St atus nach Talustrümmerfraktur und Malleolarfraktur Typ Weber A rechts am 1. April 2003. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest, dass dem Exploranden sämtliche körp erlich schweren und mittelschweren Tätigkeiten bleibend nicht mehr zuzumuten seien. Hinge gen bestehe für körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten mit kürzeren stehenden oder ebenerdig gehenden Abschnit- ten ganztags eine voll zumutbare Arbeitsfähigkeit, sowei t dabei kein repetitives Treppensteigen und keine Tätigkeit auf Leitern oder Gerüsten und kein Hocken notwendig seien. Aufgrund der Angaben des Hausarztes sei davon auszugehen, dass seit dem 2. Juni 2011 eine volle Arbeits- fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestehe. 6.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des aktuellen medizinischen Sachverhaltes und bei ihrem Entscheid über die Frage, o b seit der ursprünglichen Rentenzu- sprechung eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszusta ndes des Beschwerdeführers eingetreten ist, vollumfänglich auf die beiden Gutachte n des Gutachterinstituts B.____ vom 8. Juli 2009 und vom 21. Juni 2012. Sie ging davon aus, da ss sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verbessert habe und ihm aus medizinische r Sicht seit Juni 2011 die Aus- übung einer leichten, überwiegend sitzend auszuübenden Tätigkeit mit kürzeren stehenden oder ebenerdig gehenden Abschnitten ohne Kauern, wiederholtes Treppensteigen und Tätigkei- ten auf Leitern oder Gerüsten zu einem Pensum von 100 % zumutbar sei. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 4.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verw altungsverfahrens eingeholten Gut- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgru nd eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuve rlässigkeit der Expertisen spre- chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die Gutacht en weisen weder formale noch inhaltli- che Mängel auf. Sie sind – wie dies vom Bundesgericht ve rlangt wird (vgl. Erwägung 4.3 hier- vor) – für die streitigen Belange umfassend, beruhen a uf allseitigen Untersuchungen, berück- sichtigen die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuch- ten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge b zw. der Beurteilung der medizini- schen Situation ein und setzen sich mit den vorhandenen är ztlichen Einschätzungen auseinan- der und sind in den Schlussfolgerungen überzeugend. 6.5.1 Der Beschwerdeführer stellt insbesondere die ausschl aggebende Beweiskraft des im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachtens vom 21. J uni 2012 in Frage, da es sich nicht fundiert mit den Vorgutachten auseinander setze und in keiner Weise erkläre, auf welche Um- stände die plötzliche Heilung zurückzuführen sei. 6.5.2 Die Auffassung des Beschwerdeführers kann nicht ge teilt werden. Dr. P.____ führt im psychiatrischen Teilgutachten aus, dass sich die früher aufg etretene rezidivierende depressive Erkrankung, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ha be, zur Zeit nicht mehr nachweisen lasse. Weiter führt Dr. P.____ aus, dass sich aufgrund des psycho pathologischen Befunds gar keine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkungen auf die Arbeitsf ähigkeit finden lasse. Der Be- schwerdeführer habe angegeben, dass er seit zwei Jahren we niger seelische Störungen habe. Seit nunmehr zwei Jahren brauche er auch keine psychiat risch-psychotherapeutische Behand- lung mehr. Er werde weiterhin vom Hausarzt betreut un d erhalte Psychopharmaka, die gemäss eigenen Angaben wesentlich zu einer Besserung beigetragen habe. Er habe wieder Freude am Leben und komme gut mit seiner Familie aus. Dr. P.____ geht sodann ausführlich auf die psy- chische Krankengeschichte des Beschwerdeführers ein (S. 17) und legt dar, dass es retrospek- tiv und medizinisch-theoretisch sukzessive und kontinuierlich zu einer Besserung gekommen sei. Bis 1992 sei der Beschwerdeführer seelisch weitgehend unauffällig gewesen. Im Jahr 1992 sei es zu einer erheblichen Kränkung durch die geplant e Ausweisung aus der Schweiz gekom- men. Es sei eine etwa vierjährige Auseinandersetzung mit dem Migrationsamt und den Behör- den gefolgt. In dieser Zeit habe es der Beschwerdeführe r verstanden, sich ausreichend Hilfe zu sichern, so dass er nicht ausgewiesen worden sei, sondern 1996 eine Aufenthaltsbewilligung bekommen habe. In dieser Zeit seien erstmals depressive Störungen aufgetaucht, wohl auch im Zusammenhang mit zunehmenden Schwierigkeiten in der E he. Diese depressiven Störungen seien retrospektiv als Reaktion auf eine erhebliche Krän kung und psychosoziale Probleme und Eheprobleme zurückzuführen. Er habe relativ rasch eine 100 %-ige IV-Rente erhalten, die einen erheblichen Einfluss auf sein Krankheitskonzept gehabt ha be und mit überwiegender Wahr- scheinlichkeit zu einer Krankheitsüberzeugung beigetrage n habe. Ab dem Jahr 2000 habe der Explorand von sich aus eine Tätigkeit aufgenommen, da ge mäss seinen Angaben die Rente gering gewesen sei und er durch die Beschäftigungslosig keit unter Langeweile gelitten habe. Zwischen 2000 und 2003 habe er somit genügend Ressource n entwickeln können, um einer Teilzeittätigkeit nachgehen zu können. Ab 2003 sei je de Tätigkeit aufgrund des fassbaren so- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht matischen Befunds eingestellt worden. Im Jahr 2006 sei g emäss Dr. I.____ eine Arbeitsunfä- higkeit von 40 % vorgelegen. PD Dr. N.____ habe die Ar beitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Jahr 2009 auf 20 % eingeschätzt. Dr. P.____ legt somit in nachvollziehbarer Weise und unter Bezugnahme auf die älteren psychiatrischen Berichte und Befunde dar, dass sich der psy- chische Gesundheitszustand seit der erstmaligen Rentenzusp rechung in erheblichem Umfang verbessert hat. Auch Dr. Q.____ geht im rheumatologischen Teilgutach ten eingehend auf die Krankenge- schichte ein und zeigt auf, worin die gesundheitliche V erbesserung gegenüber dem Vorgutach- ten von 2009 besteht. Die rheumatologische Gutachterin führt dazu aus, dass durch die gelun- gene Arthrodesierung des oberen Sprunggelenks die Bela stbarkeit des rechten Rückfusses verbessert habe werden können, wenngleich diese weiterh in reduziert bleibe. Durch eine opti- male Anpassung der Verweistätigkeit auf eine überwieg end sitzende Arbeit mit der Möglichkeit zu Positionswechseln könne die Belastung der unteren Ext remität jedoch gering gehalten wer- den, weshalb eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit realisierbar sei. 6.5.3 Das Gutachterteam des Gutachterinstituts B.____ se tzt sich ausführlich mit den Auf- fassungen und den Einschätzungen der Vorgutachten und de r älteren medizinischen Berichte auseinander. Ärztliche Berichte, die eine andere Einschä tzung beinhalten, liegen nicht vor. Die klinische Beurteilung und Einschätzung der Arbeitsfähigkei t durch Dr. Q.____ stimmt mit derje- nigen von Dr. O.____ überein. Das Gutachterteam legt i n nachvollziehbarer Weise und schlüs- sig dar, inwiefern sich der Gesundheitszustand und die A rbeitsfähigkeit seit 1996 erheblich ver- bessert haben. Es liegen somit keine hinreichenden Indizien vor, die gegen den Beweiswert des Gutachtens vom 21. Juni 2012 sprechen würden. Auf die i n sich schlüssigen und überzeugen- den Beurteilung der Gutachter kann deshalb abgestellt w erden. Die vorinstanzliche Beweiswür- digung ist nicht zu beanstanden. Weitere medizinische Abklärungen erweisen sich nicht als not- wendig. 7.1 Es ist daher mit der Vorinstanz davon auszugehen, da ss aus medizinischer Sicht eine anspruchswesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit im Ver- gleich zum Jahr 1998 eingetreten ist. Die Arbeitsfähigke it in einer Verweistätigkeit hat sich um 100 % erhöht, weil die früher aufgetretene rezidivier ende depressive Erkrankung nicht mehr besteht. Es handelt sich somit nicht um eine lediglich an dere Beurteilung eines an sich gleich gebliebenen medizinischen Sachverhalts. 7.2 Im Rahmen der strittigen Revision stellt sich daher die Frage, ob die Beschwerdegegne- rin die seit August 1996 laufende ganze Invalidenrente zu Recht mit Wirkung per 30. November 2012 eingestellt hat. Die Beschwerdegegnerin ist in de r angefochtenen Verfügung davon aus- gegangen, dass das Erwerbseinkommen, das der Beschwerde führer auf Grund der aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse erzielen könnte, dem zur E rmittlung des Invaliditätsgrades anzu- stellenden Einkommensvergleich unverzüglich zu Grunde zu l egen ist. Auf die sich in diesem Zusammenhang stellende Problematik der Wiedereingliede rung des im Zeitpunkt des Verfü- gungserlasses bereits seit mehr als 16 Jahren eine ganze IV-Rente beziehenden Beschwerde- führers ist sie hingegen nicht eingegangen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.1 Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz a llgemein der Grundsatz, dass die invali- de Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumu tbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Von den Versicherten können jedoch nur Vor- kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 28 E. 4a mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Die Wiedereingliederung von Ver sicherten im fortgeschrittenen Alter oder nach invaliditätsbedingt langjährigem Fernbleibe n von der Arbeitswelt ist oftmals schwie- rig. Laut ständiger Rechtsprechung ist zwar im Regelfa ll eine medizinisch attestierte Verbesse- rung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg de r Selbsteingliederung zu verwerten. Nach langjährigem Rentenbezug und/oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters des Versi- cherten können jedoch ausnahmsweise Erfordernisse des Arbeit smarktes der Anrechnung ei- ner medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizin isch möglichen Leistungsentfal- tung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei h ervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotenzials ohne vorgängige Durchfüh rung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstrengung der versicherten Per son nicht möglich ist (Urteil des Bun- desgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis auf Urteil vom 10. September 2010, 9C_163/2009, E. 4.1 und 4.2.2). Die Verwaltung muss sich vor der Her- absetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente vergewi ssern, ob sich ein medizinisch- theoretisch wiedergewonnenes Leistungsvermögen ohne Weiteres in einem entsprechend tiefe- ren Invaliditätsgrad niederschlägt oder ob dafür – aus nahmsweise – im Einzelfall eine erwerbs- bezogene Abklärung (der Eignung, Belastungsfähigkeit usw.) und/oder die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen im Rechtssinne vorausgesetzt ist (Ur teil des Bundesgerichts vom 17. November 2011, 9C_376/2011, E. 6.1 mit Hinweis a uf Urteil vom 10. September 2010, 9C_768/2009, E. 4.1.2). 7.3.2 Im Urteil vom 26. April 2011 (9C_228/2010, pu bliziert in: Sozialversicherungsrecht – Rechtsprechung [SVR] 2011 IV Nr. 73) hat das Bundesger icht sodann festgehalten, dass aus Gründen der Rechtssicherheit diejenigen Fälle, in wel chen der Ausnahmetatbestand der Not- wendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massna hmen trotz wiedergewonnener Ar- beitsfähigkeit als erfüllt zu betrachten ist, vom Regelfa ll deren sofortiger erwerblicher Verwert- barkeit abzugrenzen sind. Es hat deshalb die vorstehend g eschilderte Rechtsprechung (vgl. E. 7.2.1 hiervor) dahingehend präzisiert, dass sie grundsä tzlich auf Sachverhalte zu beschrän- ken ist, in denen die revisions- oder wiedererwägungswe ise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Ren- te seit mehr als 15 Jahren bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.3). 7.3.3 Die beiden Abgrenzungskriterien Alter 55 und R entenbezug 15 Jahre lehnen sich an die von den Eidgenössischen Räten am 18. März 2011 beschl ossenen und am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen zur 6. IVG-R evision an. Anders als im vorliegenden Kontext geht es dort um die generelle Überprüfung vo n Renten, die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen worden waren. Dies soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Ände- rung geschehen. Dabei sollen Renten auch gekürzt oder a ufgehoben werden, wenn sich der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invaliditätsgrad der versicherten Person nicht erheblich geändert hat. Hierfür regelt die erwähn- te Schlussbestimmung in Abs. 4, dass die erwähnte Überprüf ung auf Personen (mit dem obge- nannten Beschwerdebild) keine Anwendung findet, die i m Zeitpunkt des Inkrafttretens der Än- derung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung einge- leitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen. Nach der Botschaft werden mit einer solchen Besitzstandgarantie di e Gesichtspunkte der Rechtssicher- heit und des Vertrauensschutzes berücksichtigt, weil eine W iedereingliederung in diesen Fällen faktisch ausgeschlossen sein dürfte (Bundesblatt [BBl] 2 010, S. 1912; SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.4). 7.3.4 Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien b edeutet nun allerdings nicht, dass die darunter fallenden Rentner/innen in dem revisions- (Ar t. 17 Abs. 1 ATSG) bzw. gegebenenfalls wiedererwägungsrechtlichen (Art. 53 Abs. 2 ATSG) Konte xt einen Besitzstandsanspruch gel- tend machen könnten; es wird ihnen lediglich zugestanden, dass – von Ausnahmen abgesehen – aufgrund des fortgeschrittenen Alters oder einer lang en Rentendauer die Selbsteingliederung nicht mehr zumutbar ist (SVR 2011 IV Nr. 73 E. 3.5). 7.4.1 Der Beschwerdeführer bezieht seit mehr als 16 Jahr en eine ganze IV-Rente. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin vor der Re ntenaufhebung weder Eingliede- rungsmassnahmen durchgeführt noch den Beschwerdeführer auf die Möglichkeit der Durchfüh- rung von solchen Massnahmen hingewiesen hat, obwohl der Beschwerdeführer gestützt auf die soeben aufgezeigte Praxis des Bundesgerichts grundsätzlich A nspruch auf die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen vor der Leistungseinstellung hat. Dies gilt selbst unter Berück- sichtigung der Tatsache, dass der Beschwerdeführer von 2000 bis 2003 und während eines Monats im Jahr 2009 gearbeitet hatte und sich somit bere its einmal erfolgreich selbst in den Arbeitsmarkt eingliedern konnte. Diesem Umstand kann jed och bei der vorliegend zu beurtei- lenden Frage keine ausschlaggebende Bedeutung zugesproc hen werden, weil es sich um Tä- tigkeiten gehandelt hat, die dem Beschwerdeführer heute aufgrund der gesundheitlichen Folgen des Arbeitsunfalles vom April 2003 nicht mehr zugemutet werden können. Hinzu kommt, dass diese Phase beruflicher Tätigkeit inzwischen mehr als n eun Jahre zurück liegt, weshalb daraus nicht geschlossen werden kann, dass dem Beschwerdeführer z um heutigen Zeitpunkt eine Selbsteingliederung ohne weitere Hilfe noch immer zumutbar ist. 7.4.2 Zu klären gilt allerdings, ob der Eingliederun gswille des Beschwerdeführers in Frage zu stellen ist. Wenn dem so wäre, so wäre die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nicht erfolgsversprechend und diese wären von vornherei n nicht angezeigt gewesen. Der RAD hat sich zu dieser Frage nicht geäussert. Ebenfalls ist ni cht aktenkundig, dass die Beschwerde- gegnerin im Rahmen des Revisionsverfahrens die Frage nach der Notwendigkeit von Eingliede- rungsmassnahmen (vgl. Art. 14a und Art. 15 ff. IVG) be handelt und damit nach der subjektiven Eingliederungsfähigkeit gefragt hätte. 7.4.3 Das Bundesgericht hat im Urteil vom 28. Dezember 2 012, 9C_368/2012, in Erwägung 3 festgehalten, dass, wenn wie im vorliegenden Fall grund sätzlich Anspruch auf Eingliederungs- massnahmen besteht, nur dann von einem nachhaltig fehlenden Eingliederungswillen auszuge- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen ist, wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit feststeht. Der Be- schwerdeführer hat gegenüber Dr. K.____ seinen Arbeitswillen betont und festgehalten, dass er in einer körperlich leichten Tätigkeit wieder arbeitstä tig sein möchte (Gutachten vom 21. Juni 2012, S. 15). Gegenüber Dr. P.____ hat der Beschwerd eführer angegeben, dass er eine beruf- liche Tätigkeit wieder aufnehmen möchte (Gutachten vo m 21. Juni 2012, S. 18). Anlässlich der Konsensbeurteilung haben die Gutachter festgehalten, da ss dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen grundsätzlich zuzumuten seien und bei entsprechender Motivation auch durchge- führt werden sollten (Gutachten vom 21. Juni 2012, S. 24). Es besteht somit kein Grund zur Annahme, dass es dem Beschwerdeführer im Rahmen seiner mittlerweile verbindlich festgeleg- ten Arbeitsfähigkeit bei resp. nach Durchführung von gr undsätzlich angezeigten Massnahmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit am Eingliederungswillen gefehlt hätte. 8. Zusammenfassend ergibt sich aus dem Gesagten, dass sich d er Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit der erstmaligen Rentenzusprechung im Jahr 1998 in anspruchserheblicher Weise verbessert haben, w eshalb eine Rentenrevision grundsätzlich zulässig wäre. Indem die Beschwerdegegnerin aber ohne Weiteres davon ausge- gangen ist, dass sich der Beschwerdeführer auf dem allgem einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst eingliedern könne, hat sie offenbar übersehen, da ss dieser zur Gruppe der Versicherten zählt, denen nach dem vorstehend Gesagten die Selbsteing liederung nicht mehr zumutbar ist. Vor einer Rentenherabsetzung hätten deshalb eine erwer bsbezogene Abklärung erfolgen und anschliessend die als zweckmässig erachteten beruflichen Ein gliederungsmassnahmen durch- geführt werden müssen. Die vorliegend ohne vorherige Du rchführung von Eingliederungsschrit- ten angeordnete Rentenherabsetzung erweist sich demnac h als unzulässig, weshalb die ange- fochtene Verfügung aufzuheben ist. Der Beschwerdegegner in bleibt es allerdings unbenom- men, nunmehr die erforderlichen Abklärungs- und Eingli ederungsschritte in die Wege zu leiten. Solange sie aber solche Schritte nicht umsetzt, hat der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Rente. Im Rahmen der Einglied erung wird die Beschwerdegegnerin einem allfälligen Widerstand des Beschwerdeführers mit dem Prozedere gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG begegnen. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhal ten, dass die Beschwerde im Sinne der vorstehenden Erwägungen gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 16. Oktober 2012 aufzuheben ist. 9.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Beim Entscheid über die Verle- gung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsät zlich auf den Prozessausgang abzustel- len. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die Beschwerdegegnerin unterlie- gende Partei. 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die Beschwerdegeg- nerin als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfah renskosten zu tragen. In diesem Zusam- menhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vor- Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht behältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VP O – keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Aufgrund dieser Bestimmung hat die Beschwerde gegnerin als Vorinstanz trotz Unter- liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Di es hat zur Folge, dass für den vorlie- genden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 17. Januar 2013 für da s vorliegende Verfahren einen Zeitauf- wand von 7.25 Stunden geltend gemacht, was sich umfangm ässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erw eist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschni ttliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen . Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 20.40. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von F r. 1'979.50 (7.25 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 20.40 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen und die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 16. O ktober 2012 wird aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1'979.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht