<h2>SubmittedText<h2><p>Bundesrat Kaspar Villiger, damaliger Finanzminister, erklärte im Nationalrat am 10. März 2003 auf die Frage, wo unser Reserve-Gold sei: "Wo diese Goldbarren nun genau liegen, kann ich Ihnen leider nicht sagen, weil ich es auch nicht weiss, es nicht wissen muss und es nicht wissen will. Denn sobald ich es weiss und mit einem ein Glas Wein trinke, könnte es mir ja 'herausplatzen'."</p><p>Ich frage den heutigen Finanzminister: Weiss er auch nicht, wo das Schweizer Reserve-Gold im Ausland liegt, und will auch er es nicht wissen, aus Angst, es könnte ihm bei einem Glas Wein "herausplatzen"?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nach dem vorgesehenen Verkauf von 1300 Tonnen Gold, welche die SNB für die Geld- und Währungspolitik nicht mehr benötigt, wird die SNB noch 1290 Tonnen Gold in ihren Währungsreserven halten. Der überwiegende Teil dieses Goldes wird heute im Inland aufbewahrt. Aus Diversifikationsgründen lagert die SNB aber auch einen Teil des Goldes im Ausland. Für die Aufbewahrung im Ausland kommen grundsätzlich nur Länder mit hoher politischer und wirtschaftlicher Stabilität infrage. Zudem spielt das rechtliche Umfeld (Gesetzgebung und Rechtsprechung über Immunität in Gerichts- und Vollstreckungsverfahren) eine wichtige Rolle, und es muss ein rascher Marktzugang (breiter Goldmarkt) gewährleistet sein. Die SNB überprüft die geographische Verteilung ihrer Goldreserven periodisch und passt sie den aktuellen Entwicklungen an.</p><p>Wie andere Zentralbanken auch, gibt die SNB die exakten Lagerstandorte des Goldvermögens aus Sicherheitsüberlegungen nicht bekannt. Für diese Geheimhaltung sprechen insbesondere zwei Gründe: Erstens müsste bei einer Bekanntgabe der Standorte auch laufend über Veränderungen informiert werden, welche aufgrund der periodischen Überprüfung der SNB notwendig würden. Jede Information über einen Abzug von Gold aus einem bestimmen Land würde internationale Aufmerksamkeit erregen und könnte zu Instabilitäten an den Finanzmärkten führen. Zweitens wären auch die sicherheitspolitisch heiklen Goldtransporte kaum diskret durchführbar, wenn die Lagerstandorte öffentlich bekannt wären.</p><p>Der SNB-Präsident hat jedoch die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte auf deren Wunsch am 23. Oktober 2003 persönlich ausführlich über die Politik der SNB betreffend Lagerung der Goldvorräte informiert. Die Delegation erklärte sich von der vertraulichen Orientierung durch die SNB vollumfänglich befriedigt. Auch für den Bundesrat besteht kein sachlicher Grund, die aktuelle Strategie der SNB zur geographischen Diversifikation ihrer Goldreserven zu hinterfragen.</p>