Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Januar 2017 (720 16 22 / 29) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Die Beschwerdegegnerin hat den IV-Grad nicht richti g ermittelt, da vorliegend nicht die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs angewen det werden kann. Die Be- schwerde wird gutgeheissen und die Angelegenheit zu r erneuten Bemessung des Invali- ditätsgrades anhand des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens (erwerblich gewich- teter Betätigungsvergleich) an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Robin Eschbach Parteien A.____, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, St. Jakobs- Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____ ist gelernter Automechaniker und betreibt zusammen mit seiner Frau die Garage B.____. Am 16. April 2008 meldete er sich aufgrund eines im Juni 2007 erlittenen Herzinfarktes erstmals bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Ste lle) zum Bezug von Leistungen an. Nach Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältniss e sowie nach durchgeführtem Vor- bescheidverfahren lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 14. Juni 2011 ab. Mit Gesuch vom 13. Mai 2013 meldete sich der Versicherte aufgrund eines weiteren Herzin- farktes im September 2012 erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. In der Folge holte die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. C .____, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, ein, welches eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab dem Jahr 2009 ergab. Des Weiteren holte die IV-Stelle einen „Abklärungsbericht Selbständ igerwerbende“ ein. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren lehnte die IV-Stelle mit Verfügu ng vom 4. Januar 2016 einen Rentenan- spruch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 18 % erneut ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Raffaell a Biaggi, Advokatin, mit Eingabe vom 26. Januar 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei die Ve rfügung der IV-Stelle vom 4. Januar 2016 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm mindestens eine halbe Inva- lidenrente zu bezahlen; alles unter o/e-Kostenfolge. I n der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die Bemessung des Invaliditätsgrades sei aufg rund der Fehlerhaftigkeit der Abklä- rungen für Selbständigerwerbende nicht korrekt durchgeführt worden. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. März 2016 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. D. Am 26. Mai 2016 hat das Kantonsgericht beschlossen, das Verfahren auszustellen und bei der IV-Stelle weitere Informationen einzuholen. E. In der Folge beantwortete die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 28. Juni 2016 die Fragen des Gerichts vom 26. Mai 2016. F. Mit Stellungnahme vom 15. Juli 2016 äusserte sich de r Beschwerdeführer zu den Aus- führungen der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 2016. G. Schliesslich nahm die Beschwerdegegnerin mit Schreibe n vom 19. September 2016 erneut zum Verfahren Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 26. Januar 201 6 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente der Inva- lidenversicherung hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der ge sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die Versicherten haben Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid sind. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarer- weise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi- alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weitere n Hinweisen). Des Weiteren darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von behandelnden Ä rzten der Erfahrungstatsache Rech- nung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen un d Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). 5.1 Im von der IV-Stelle eingeholten psychiatrischen Guta chten von Dr. C.____ vom 11. Juli 2014 stellte dieser die Diagnose einer mitte lgradigen depressiven Episode (ICD-10 F 32.1) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die d epressive Symptomatik habe sich reaktiv auf die beiden Herzinfarkte entwickelt. Eine Anpassungsst örung könne nach ICD-10 nicht ge- stellt werden, da das Zeitkriterium von sechs Monaten bzw. zwei Jahren bei der längeren de- pressiven Reaktion überschritten sei. Bei dem mittelgrad igen depressiven Syndrom bestehe aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % aufgrund des vermehrten Pau- senbedarfs, der raschen Erschöpfbarkeit und der Schlafstörungen. Der Explorand benötige län- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger, um sich zu erholen und habe deshalb einen höhere n Pausenbedarf. Insgesamt könne da- her von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit um 50 % ausgegangen werden. Eine höhe- re Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne nicht beschei nigt werden. Die Einschränkung be- ziehe sich auf seine Tätigkeit als Kfz-Mechaniker sowie alt ernative Tätigkeiten, die den somati- schen Beschwerden angepasst seien. 5.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteil ung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vollumfä nglich auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 11. Juli 2014. Sie ging demnach davon aus, dass der Beschwerdeführer wegen einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F 32. 1) aus medizinischer Sicht in seiner Leistungsfähigkeit aufgrund des vermehrten Pausenbedarf s, der raschen Erschöpfbarkeit und der Schlafstörungen um 50 % eingeschränkt sei. Wie obe n ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Die fachärztlichen Einschätzungen des medizinischen Sachv erhalts und der Arbeitsfähig- keit sind umfassend, ausreichend begründet und nachvollzieh bar. Der ausschlaggebende Be- weiswert des Gutachtens vom 11. Juli 2014 wird denn auch vom Versicherten in seiner Be- schwerde – zu Recht – nicht in Frage gestellt. Es kann dem nach auf das Gutachten von Dr. C.____ vom 11. Juli 2014 abgestellt werden. 6. Strittig und zu prüfen sind die erwerblichen Auswir kungen der gesundheitlichen Beein- trächtigungen. Insbesondere ist zu beurteilen, welche Methode zur Bemessung des Invaliditäts- grades des Beschwerdeführers anzuwenden ist. 6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten – auch von Selb- ständigerwerbenden – ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invali- ditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommen svergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Insoweit die fraglichen Erwer bseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. 6.2 Bei Selbständigerwerbenden, welche allein oder zu sammen mit Familienmitgliedern einen Betrieb bewirtschaften, ist das für die Invaliditä tsbemessung massgebende Erwerbsein- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen einzig auf Grund ihrer eigenen Mitarbeit im Be trieb zu bestimmen (Art. 25 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV]). Die Gegenüberstellung der vor und nach Eintritt eines invalidenversicherungsrecht lichen Versicherungsfalles in einem Betrieb realisierten Geschäftsergebnisse nach Massgabe der Einkommensvergleichsmethode lässt daher zuverlässige Schlüsse auf die invaliditätsbedi ngte Erwerbseinbusse nur dort zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die Betriebsergeb- nisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst word en sind. Tatsächlich sind aber für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines Betriebes häufig zah lreiche schwer überblickbare Kom- ponenten wie etwa die Konjunkturlage, die Konkurrenzsi tuation, der kompensatorische Einsatz von Familienangehörigen, Unternehmensbeteiligten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von massgeblicher Bedeutung. Eine verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremde) Faktoren zurückzuführenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen Leis- tungsvermögen der versicherten Person beruhenden Einkommensschöpfung andererseits ist in solchen Fällen in der Regel auf Grund der Buchhaltung sunterlagen nicht möglich. Lässt sich das hypothetische Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermit teln oder schätzen, so ist in An- lehnung an die Methode für Nichterwerbstätige ein Bet ätigungsvergleich anzustellen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG; vgl. dazu UELI KIESER , ATSG Kommentar, 3. Aufla- ge, N 38 zu Art. 16), und der Invaliditätsgrad ist nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten e rwerblichen Situation zu bestimmen. Diesfalls ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs d ie leidensbedingte Behinderung fest- zustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre er werbliche Auswirkung besonders zu ge- wichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstäti- gen kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise ein e Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge zu haben (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1, 104 V 137 E. 2c; AHI-Praxis 1998 S. 120 E. 1a; Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva- lidenversicherung [KSIH] Rz. 3112 ff.). Eine gesetzliche Regelung, welche Bemessungsmetho- de bei Selbständigerwerbenden anzuwenden ist, gibt es nicht. Welche Methode Anwendung findet, hängt somit in erster Linie davon ab, ob sich d as hypothetische Erwerbseinkommen zu- verlässig schätzen lässt (allgemeine Methode) oder nicht (ausserordentliche Methode). 7. Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Bemessung d es Invaliditätsgrades mass- geblich auf den „Abklärungsbericht Selbständigerwerbende “ vom 19. Dezember 2014 (datiert vom 30. Juni 2015). Die Abklärungsperson stellte darin i m Wesentlichen fest, der Versicherte sei als Mitinhaber der Garage B.____ im Handelsregiste r eingetragen. Sein Anteil der GmbH betrage 50 % und der seiner Ehefrau ebenfalls 50 %. I m Betrieb würden Reparaturen aller Art durchgeführt, inklusive Rostreparaturen, Servicearbeiten, Fahrzeugvorbereitungen für die MFK, Bremstests, Abgastests, Reifenservice inkl. Reifeneinlagerung, früher habe er auch noch Front- scheiben ersetzt. Der Tankstellenbetrieb gehöre der D.___ _ und der Versicherte erhalte eine Provision von 4-5 Rappen pro Liter verkauftem Treibstoff (ca. Fr. 1‘200.--/mtl.). Früher habe der Versicherte durchschnittlich rund 60 Wochenstunden für seinen Betrieb gearbeitet. Der Betrieb laufe nun mit der reduzierten Leistung des Versicherten und derjenigen seiner Frau, welche von 60 % auf 70 % erhöht habe. Er verrichte seit dem zweiten Herzinfarkt kaum noch handwerkliche Arbeiten, manage den Garagenbetrieb und organisiere Ersatzteile und weitere Materialien. Es seien nur vereinzelte Aufträge verloren gegangen, da d ie Mitarbeiter seinen Ausfall kompensie- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ren würden. Wenn der Versicherte nicht anwesend gewes en sei, hätte ihn sein Bruder vertre- ten. Die Kunden hätten jedoch in der Regel mit dem Chef sprechen wollen. Der Chef müsse da sein, weil ansonsten die Kunden weggehen würden. Es seie n wenige Kunden abgesprungen, da er jedoch Ende 2012 bzw. anfangs 2013 nicht anwesen d gewesen sei, hätten sich auch Kunden abgewendet. Weiter wurde festgestellt, das Val ideneinkommen betrage gemäss den Geschäftsabschlüssen 2005/ 2006 durchschnittlich aufgeteuert Fr. 54‘103.--. Auf Basis der Lohnausweise seien die Invalideneinkommen ab 2009 weit höher als das Valideneinkommen ausgefallen (2009: Fr. 69‘600.--, 2010: Fr. 61‘020. --, 2011: Fr. 72‘450.--, 2012: Fr. 73‘450.--, 2013: Fr. 69‘862.--, 2014: Fr. 67‘688.--). Der Versi cherte bezahle sich seit sechs Jahren einen Lohn von rund Fr. 70‘000.-- aus, weshalb aufgrund di eser Ausgangslage keine Erwerbseinbus- se resultiere. 8.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei unbestritten , dass er aus psychischen Grün- den nur in der Lage sei, eine 50 %-ige Arbeits- und L eistungsfähigkeit zu erreichen. Dies gelte sowohl für die angestammte als auch für eine adaptiert e Tätigkeit. Alleine unter Zugrundele- gung dieser 50 %-igen Einbusse müsste ein entsprechende r Invaliditätsgrad resultieren. Die Abklärungsperson sei im „Abklärungsbericht Selbständigerwe rbende“ fälschlicherweise davon ausgegangen, dass der vom Versicherten effektiv bezogene L ohn als massgebliches Invaliden- einkommen beizuziehen sei. Es werde dabei der Tatsache n icht Rechnung getragen, dass die- ses Einkommen zu 50 % aus Krankentaggeldleistungen bestehe . Der Umstand, dass es sich bei der Krankentaggeldversicherung allenfalls um eine Summenversicherung handeln könnte, bedeute nicht, dass diese Summe dem Beschwerdeführer als Invalideneinkommen angerech- net werden dürfte. Krankentaggelder würden gerade de n Ersatz von Lohn bezwecken, den der Versicherte aufgrund gesundheitlicher Einschränkung nicht erwirtschaften könne, stellten also gerade selber die erwerbliche Einbusse dar. Somit dürf ten die dem Versicherten von seinem Arbeitgeber in Form von Taggelder ausgerichteten Lohn fortzahlungen nicht als Invalidenein- kommen angerechnet werden. Ferner könne dem Versicherten auch nicht 50 % des Betriebser- folgs angerechnet werden, da dieser Erfolg nicht oder nur zu einem kleinen Teil von seiner ei- genen Arbeitskraft abhängig sei. Zudem müsste der Erfolg beim Valideneinkommen jeweils in gleichem Mass hinzugerechnet werden, sodass insoweit ein N ullsummenspiel resultiere. Nach- dem Dr. C.____ die Auffassung vertrete, dass seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bereits seit 2009 Geltung habe, wäre die Beschwerdegegnerin aufzuf ordern, ihre Verfügung vom 14. Juni 2011 in Wiedererwägung zu ziehen und ihm eine halbe Invalidenrente bereits ab dem Jahr 2010 zuzusprechen. 8.2 Der Versicherte führt weiter aus, es handle sich bei vorliegender Krankentaggeldversi- cherung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit um eine Sc hadensversicherung, welche Leis- tungen im Umfang des zufolge Arbeitsunfähigkeit nicht erzielten Einkommens erbringe. Wenn die Beschwerdegegnerin das Gegenteil behaupte, hätte si e die entsprechende Police erfragen müssen. Im Zweifel müsse von einer Schadensversicherung ausge gangen werden. Unabhän- gig davon halte er daran fest, dass seine konkrete erw erbliche Situation betrachtet werden müsse. Die Krankentaggeldzahlungen könnten nicht nur be im Betriebsgewinn berücksichtigt werden, da sie allein bei ihm erbracht worden seien. Umso mehr als aus medizinisch- theoretischer Sicht unbestritten sei, dass er nur zu 50 % arbeiten und nur eine entsprechende Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistung erzielen könne, verwerte er seine Restarbeitsfäh igkeit im angestammten Bereich opti- mal und erziele entsprechend 50 % seines Valideneinkom mens. Die von ihm bezogenen Kran- kentaggeldzahlungen dürften beim Invalideneinkommen in keiner Weise angerechnet werden. Am Betriebsergebnis partizipiere er sodann genauso zu 50 % wie dies bei Gesundheit der Fall gewesen sei. Entsprechend könne auch hier die Ermittlung des Invaliditätsgrades nichts ande- res als 50 % ergeben. Allenfalls müsse zu seinen Gunsten sogar berücksichtigt werden, dass das Betriebsergebnis besser wäre, wenn er in seiner Arb eitsfähigkeit nicht eingeschränkt wäre. Dies sei im Grundsatz mit überwiegender Wahrscheinlich keit anzunehmen, lasse sich mit Be- zug auf die Höhe jedoch nur annähernd bestimmen. Der A bklärungsdienst habe festgestellt, dass seine effektive Einschränkung im Betrieb im Jahr 2008 44.33 % betragen habe. Der Abklä- rungsdienst führe in seiner Stellungnahme nicht aus, weshalb die erwerbliche Gewichtung die- ser Einschränkung derart viel tiefer ausfallen solle. 9.1 Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, im Ab klärungsbericht vom 30. Juni 2015 sei gestützt auf die Geschäftsabschlüsse 2005/ 2006 ein Vali deneinkommen von aufgeteuert Fr. 54‘103.-- ermittelt worden und sie habe beim Inva lideneinkommen ab 2009 auf ein weit hö- heres Invalideneinkommen von Fr. 70‘000.-- abgestellt. Der Beschwerdeführer sei sowohl ver- sicherungs- als auch steuerrechtlich als Angestellter der Ga rage B.____ einzustufen. Aus die- sem Grund sei sein Einkommen aufgrund der Einkommensbele ge zu deklarieren. Da er zudem zu 50 % Eigentümer der Garage B.____ sei, müsse seinem Einkommen beim Validen- und beim Invalideneinkommen der hälftige Betriebserfolg angerechnet werden. Aus diesem Grund sei sein Einkommen aufgrund von Lohnausweisen ermittelt und der Betriebserfolg wiederum mit 50 % zum Einkommen hinzugerechnet worden. Die von der Versicherung geleisteten Kranken- taggelder seien aufgrund gängiger Praxis beim Betrieb sergebnis in Abzug gebracht worden, da es sich um eine Entschädigung handle, welche nicht in de r Branche erwirtschaftet worden sei. Beim Taggeld handle es sich um eine vom realen Einkommen unabhängige Summenversiche- rung, deren Auszahlung konsequenterweise bei der Bemessun g des Invaliditätsgrades nicht angerechnet werden könne. Des Weiteren müsse der Annahm e des Beschwerdeführers wider- sprochen werden, dass allein unter Zugrundelegung der a ttestierten 50%-igen Arbeitsunfähig- keit ein entsprechender Invaliditätsgrad resultieren mü sse. Die IV versichere nicht primär einen Gesundheitsschaden an sich, sondern erst soweit ein solcher kausal für eine Erwerbseinbusse sei. In diesem Fall sei die Selbsteingliederung gelunge n, weshalb es nicht zu einer Berentung kommen könne. Das Krankentaggeld decke eine fixe versiche rte Summe im Krankheitsfall ab und sei damit klarerweise eine Summenversicherung. Bese he man den Bericht Selbständiger- werbende vom 30. Juni 2015, Seite 14, so finde sich für das Jahr 2008 eine Einschränkung nach Betätigungsvergleich von 44.33 %, allerdings hand le es sich dabei um einen Betätigungs- vergleich ohne Gewichtung. 9.2 Mit Eingabe vom 24. Juni 2016 (Eingang 29. Juni 2016) beantwortete die IV-Stelle die Fragen des Gerichts, indem sie auf die von ihr eingehol te Stellungnahme des Abklärungsdiens- tes vom 24. Juni 2016 verwies. Zur Frage, wie die Einnahmen aus der Krankentaggeldversiche- rung bei den zugrunde gelegten Geschäftszahlen bzw. der E rmittlung des Invalideneinkom- mens behandelt wurden, brachte die Beschwerdegegnerin vor, die in den Betrieb geflossenen Krankentaggeldzahlungen seien aufgrund der gängigen Praxis und Rechtsprechung beim Be- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht triebsergebnis in Abzug gebracht worden, da diese Entsch ädigungen nicht in der Branche er- wirtschaftet worden seien. Des Weiteren nahm die Beschwerdegegnerin zur Frage Stellung, wie das Valideneinkommen von Fr. 56‘374.-- in der Verfüg ung vom 4. Januar 2016 berechnet wur- de und wie die Abweichungen des Valideneinkommens in d er Verfügung vom 4. Januar 2016 und im „Abklärungsbericht Selbständigerwerbende“ vom 19 . Dezember 2014 zu erklären sind. Sie führte diesbezüglich aus, das ermittelte Validenei nkommen im Abklärungsbericht (19. De- zember 2014) setze sich wie folgt zusammen: Das Einkommen 2005 der versicherten Person (gemäss Lohnausweis + 50 % Gewinnanteil) von Fr. 45‘940.-- zzgl. Teuerung von 9.40 % erge- be ein Einkommen von Fr. 50‘258.--. Das Einkommen 200 6 der versicherten Person (gemäss Lohnausweis + 50 % Gewinnanteil) von Fr. 53‘311.-- zzgl. Teuerung von 8.70 % ergebe ein Einkommen von Fr. 57‘949.--. Daraus habe man den Durchschnitt von Fr. 54‘103.-- errechnet. 10. Der Auffassung der Beschwerdegegnerin kann aus nachfol genden Gründen nicht ge- folgt werden. Die Parteien gehen zunächst übereinstimmend und zu Recht davon aus, dass der Beschwerdeführer als Mitinhaber der Garage B.____ tei lweise als Selbständigerwerbender zu betrachten ist. Wie ausgeführt, kann die Bemessung des Invalideneinkommens einer selbst- ständig erwerbenden Person nach Massgabe der erzielten B etriebsergebnisse nur zu einem rechtskonformen Einkommensvergleich führen, wenn hierfür invaliditätsfremde Faktoren konse- quent ausgesondert werden können. Lässt sich das hypothetisc he Erwerbseinkommen einer versicherten Person nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist wie ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor) in Anlehnung an die Methode für Nichterwerbst ätige ein Betätigungsvergleich anzustel- len und der Invaliditätsgrad ist nach Massgabe der erwe rblichen Auswirkungen der verminder- ten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Sit uation zu bestimmen. Der Beschwerde- führer ist Miteigentümer der Garage B.____, weshalb sein Erwerbseinkommen in direktem Zu- sammenhang mit dem Erfolg des Unternehmens steht. Es ist festzustellen, dass aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig eruiert werde n kann, inwiefern die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ursächlich für den Erfolg dieses Un ternehmens ist, zumal die invalidi- tätsbedingten Faktoren nicht von den invaliditätsfremd en zu trennen sind. Es ist davon auszu- gehen, dass auch wirtschaftliche Gründe eine grosse Rolle gespielt haben. Den Unterlagen ist insbesondere zu entnehmen, dass es in den Jahren 2005 bis 2014 zu stetigen Schwankungen beim Betriebsgewinn gekommen ist, welche nicht allei ne mit der Gesundheitsschädigung des Beschwerdeführers zu erklären sind. Beispielsweise sind – wegen einem zusätzlichen Abstell- platz für den Handel mit Occasionen – die Kosten für den Raumaufwand im Jahr 2012 von 43‘004.-- auf Fr. 53‘432.-- angestiegen. Wiederum kam es im Jahr 2013, trotz dem im Jahr zu- vor erlittenen Herzinfarkt, zu einer erheblichen Steig erung beim Betriebsgewinn von Fr.1‘793.-- auf Fr. 22‘451.--, was auf den Verkauf zweier Fahrzeuge zurückzuführen sei. Des Weiteren gab der Beschwerdeführer an, der Umsatz sei seit dem neuen Eurokurs im Jahr 2015 massiv ein- gebrochen, da die Grenzgänger in Deutschland tanken wü rden. Zu beachten ist ferner, dass nach Eintritt des Gesundheitsschadens weitere Arbeitskräfte zusätzlich eingestellt wurden und der Betriebserfolg somit überwiegend von anderen Personen als dem Beschwerdeführer erwirt- schaftet wird. So seien nur vereinzelt Aufträge verloren gegangen, da die Mitarbeiter seinen Ausfall kompensiert hätten. Wenn er nicht anwesend ge wesen sei, habe ihn sein Bruder vertre- ten. Auch seine Ehefrau, die Miteigentümerin der Gmb H, habe ihr Pensum erhöht. Das hypo- thetische Erwerbseinkommen kann demnach nicht zuverlässig anhand der allgemeinen Metho- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht de des Einkommensvergleichs bestimmt werden. Vielmehr ist die Bemessung anhand des aus- serordentlichen Betätigungsvergleichs vorzunehmen. 11. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die B eschwerdegegnerin den IV- Grad nicht richtig ermittelt hat, da vorliegend nicht die allgemeine Methode des Einkommens- vergleichs angewendet werden kann. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen und die Ange- legenheit zur erneuten Bemessung des Invaliditätsgrades anhand des ausserordentlichen Betä- tigungsvergleichs an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 12.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten u m die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 12.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer dem Prozessausgang entspre- chend eine Parteientschädigung zu bezahlen. Für das vorliegende Beschwerdeverfahren macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in ihrer Hon orarnote vom 31. Dezember 2016 ein Honorar in der Höhe von Fr. 3‘028.33 geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sach- verhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Der d er Honorarnote beigelegten Deser- vitenkarte ist allerdings zu entnehmen, dass sich darunte r eine Bemühung im Umfang von 10 Minuten befindet, welche auf den Kontakt mit der Rechtsschutzversicherung des Beschwer- deführers zurückzuführen ist. Diese Bemühungen würden im Falle einer nicht Rechtsschutz versicherten Person nicht anfallen und können daher nich t berücksichtigt werden. Bei den gel- tend gemachten 283 Kopien ist nicht ersichtlich, ob es si ch um Einzelkopien oder Massenkopi- en handelt, die jeweils zum Ansatz von Fr. 1.50 resp. Fr. 0.50 zu entschädigen wären. Die Aus- lagen werden Pauschal mit Fr. 300.-- entschädigt (inkl. Porto). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘549.60 (inkl. Auslagen Fr. 300.-- und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 13. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung vom 4. Januar 2016 aufgehoben und die Angel egenheit im Sinne der Erwägungen zum Erlass einer neuen Verfügung an die Be- schwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ei ne reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3‘549.60 (inkl usive Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht