<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, einen Bericht zum Konsum von und Handel mit Anabolika, insbesondere von Jugendlichen, zu erarbeiten. In den Bericht sollen auch mögliche Programme aufgenommen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Sogenannte Anabolika, insbesondere synthetische Steroidhormone, sorgen für einen anabolen, d. h. körperaufbauenden Stoffwechsel und begünstigen dadurch den Muskelaufbau. Sie werden sowohl als Arzneimittel in der Humanmedizin als auch als unerlaubte Substanzen zur Leistungssteigerung im Sport oder Fitnessbereich verwendet. Die gesundheitlichen Risiken des Anabolikamissbrauchs sind bekannt und unbestritten. Dazu zählen unter anderen Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems, Lebererkrankungen, psychische Veränderungen (Depression, Aggressivität, Sucht) oder ein vorzeitiger Wachstumsstopp bei Jugendlichen.</p><p>Dem Bund liegen keine Hinweise vor, dass der Anabolikamissbrauch unter Jugendlichen bedeutend zugenommen hat. Allerdings kann die Thematik an Brisanz gewinnen. Aufgrund des unbestrittenen Gefährdungspotenzials dieser Substanzen ist eine solide Datengrundlage deshalb wünschenswert. Die verfügbaren Zahlen zum Anabolikamissbrauch basieren auf den Beschlagnahmungen des Zolls. Gemäss Artikel 20 Absatz 1 des am 1. Oktober 2012 in Kraft getretenen revidierten Sportförderungsgesetzes (Spofög, SR 415.0) arbeiten die Verwaltungseinheiten des Bundes, Swissmedic, die zuständigen kantonalen Stellen sowie die für Massnahmen gegen Doping zuständige Stelle, Antidoping Schweiz, zusammen, um die Verfügbarkeit von Dopingmitteln und -methoden einzuschränken. In der Praxis meldet die Zollverwaltung die Anabolikaimporte direkt der Stiftung Antidoping Schweiz, da die wenigsten Importe einen medizinischen Hintergrund haben.</p><p>Aufgrund der erst zweijährigen Praxis mit dem Sportförderungsgesetz ist es noch zu früh, um Aussagen über Trends basierend auf den Beschlagnahmungen zu machen. Die vorliegenden Daten widersprechen jedoch der Aussage im Postulat Lehmann, wonach sich die Anzahl der beschlagnahmten Muskelaufbaupräparate fast verdoppelt habe: 2013 wurden von den Zollbehörden 400 Sendungen mit Verdacht auf verbotene Dopingmittel gemeldet, was zu 300 verwaltungsrechtlichen Verfügungen für den Einzug und die Vernichtung durch Antidoping Schweiz führte. 2014 wurden gegen 500 Sendungen gemeldet und 325 Dopingmittel eingezogen. Dies entspricht einer effektiven Zunahme von etwas mehr als 8 Prozent. Etwa 90 Prozent der eingezogenen Dopingmittel waren Anabolika. Die Angaben im Postulat Lehmann beziehen sich noch auf die Daten von Swissmedic, die vor der Einführung des Sportförderungsgesetzes erfasst worden waren.</p><p>Die Stiftung Antidoping Schweiz führt derzeit im Rahmen einer Dissertationsstudie neben der Analyse der beschlagnahmten Substanzen eine Befragung der Konsumentinnen und Konsumenten von Anabolika durch. Diese Studie soll Aufschluss über deren Beweggründe und Alter geben.</p><p>Der Bund wird gegebenenfalls spezifische Massnahmen prüfen, wenn sich zeigen sollte, dass Anabolika ausserhalb des Wettkampfsports zu einer erheblichen Belastung der öffentlichen Gesundheit werden. Der Bund prüft zudem im Rahmen der Ratifizierung der Medicrime-Konvention, ob ein Handlungsbedarf bezüglich der Einfuhr von nichtzugelassenen Arzneimitteln durch Privatpersonen im Allgemeinen besteht. Swissmedic warnt bereits heute vor dem Bezug von Arzneimitteln aus dem Internet und führt dazu auch Bevölkerungskampagnen durch. Im Rahmen internationaler Zusammenarbeit werden von Swissmedic aktuell auch zwei Sensibilisierungs-Comics für Jugendliche erstellt, die vor Gefahren von Arzneimitteln aus dem Internet warnen und auch Anabolika thematisieren. Zudem haben Jugendliche und ihre Eltern bei allfälligen Problemen die Möglichkeit, sich über das Online-Portal Safe Zone (<a href="http://www.safezone.ch">www.safezone.ch</a>) zu Fragen im Zusammenhang mit Fitness, Körperkult oder auch dem Konsum von Anabolika beraten zu lassen.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass das dem Postulat Lehmann zugrunde liegende Anliegen mit diesen Massnahmen weitgehend erfüllt ist, und lehnt deshalb das Postulat ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.