<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VK.2004.00002</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204863&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VK.2004.00002</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 18.05.2006 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Erschliessung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erfüllungsklage aus öffentlich-rechtlichem Erschliessungsvertrag. Die Beklagte sei zu verpflichten, den Deckbelag auf der Strasse einzubauen; der im Eigentum der Beklagten stehende Teil der Strasse sei der Gemeinde zuzusprechen.<br/><br/>In seinem Urteil vom 20. September 2001 (VR.2001.00001 und 00002) hat das Verwaltungsgericht festgehalten, Klägerin und Beklagte hätten 1986 eine öffentlichrechtliche Vereinbarung über den Bau und die Finanzierung einer Erschliessung durch konkludentes Verhalten abgeschlossen (E. 2.1). Die Leistungen aus diesem Vertrag sind nicht verjährt (E. 2.2). Dieser Vertrag verpflichtet die Beklagte ohne weiteres zum vollständigen Bau der übernommenen Groberschliessung. Da die Verzögerungen allein von der Beklagten zu verantworten sind, verlangt die Klägerin zu Recht auch, dass die inzwischen entstandenen Schäden an der Tragschicht behoben werden (E. 2.3).<br/>Gemäss Art. 657 Abs. 1 ZGB bedarf auch der öffentlich-rechtliche Vertrag auf die Übertragung von Grundeigentum zu seiner Verbindlichkeit der öffentlichen Beurkundung (E. 3.1). Der formungültige Grundstückkaufvertrag ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nichtig. Doch hält das Bundesgericht die Formungültigkeit für unbeachtlich und die Berufung darauf für unstatthaft, wenn sie gegen Treu und Glauben verstösst und einen offenbaren Rechtsmissbrauch im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB darstellt. Nach der Rechtsprechung handelt die den Vertrag freiwillig, irrtumsfrei und mindestens zur Hauptsache erfüllende Partei rechtsmissbräuchlich, wenn sie den Restanspruch der Gegenpartei unter Verweis auf den Formmangel verweigert. Diese Umstände sind vorliegend gegeben, weshalb trotz formungültigem Vertragsabschluss gestützt auf Art. 2 Abs. 2 ZGB ein klagbarer Anspruch auf den ausstehenden Rest besteht (E. 3.2). Auch steht vorliegend der Nichtbeachtung des Formmangels der Zweck der Formvorschrift nicht entgegen (E. 3.3). Allerdings kann das Verwaltungsgericht der Klägerin das Eigentum an den fraglichen Flächen (noch) nicht direkt zusprechen. Vielmehr ist das im Vorschlag der Gemeinde vom 28. Januar 1986 vorgezeichnete Vorgehen einzuhalten und die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin nach Fertigstellung der Anlagen die betroffenen Flächen unentgeltlich abzutreten (E. 3.4). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGENTUMSÃBERTRAGUNG">EIGENTUMSÃBERTRAGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERFÃLLUNGSKLAGE">ERFÃLLUNGSKLAGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSCHLIESSUNGSVERTRAG">ERSCHLIESSUNGSVERTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FORMVORSCHRIFTEN">FORMVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGRECHT">ÃBRIGES ALLGEMEINES VERWALTUNGRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERTRAG">VERWALTUNGSVERTRAG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 54 OG</span><br/><span class="gerade">Art. 127 OR</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 Abs. II ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 627 Abs. I ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2005 Nr. 4 S. 16</span><br/><span class="gerade">RB 2004 Nr. 9 S. 63</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Die B AG war Mitte der 80er-Jahre EigentÃ¼merin des spÃ¤ter parzellierten GrundstÃ¼cks mit der damaligen Kat.-Nr. 5 im Gebiet J-K in der Gemeinde X. Da das Gebiet nach der kommunalen Erschliessungsplanung erst in den Jahren 1990 bis 1994 grob erschlossen werden sollte, indessen die B AG und ein weiterer GrundeigentÃ¼mer an einer frÃ¼heren Erschliessung und Ãberbauung inter­essiert waren, unterbreitete der Gemeinderat X den beiden GrundeigentÃ¼mern mit Beschluss vom 28. Januar 1986 den Vorschlag, die Groberschliessung gemÃ¤ss nÃ¤her bezeichneten PlÃ¤nen und in den ErwÃ¤gungen geregelter Verteilung der Kosten selbst vorzunehmen und die Strassen (fehlende Teile der L-Strasse und der M-Strasse) samt Kanalisationsleitungen und Beleuchtung nach dem Bau unentgeltlich an die Gemeinde abzutreten. Im Gegenzug erklÃ¤rte sich der Gemeinderat bereit, auf die DurchfÃ¼hrung eines Quartierplanverfahrens zu verzichten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 25. MÃ¤rz 1986 genehmigte der Gemeinderat X das Strassenprojekt der B AG fÃ¼r die dritte Etappe der L-Strasse. Die Strasse wurde in der Folge 1986/1987 bis auf den heute noch feh­lenden Deckbelag unter Inanspruchnahme von 942 m<sup>2 </sup>Land der B AG auf deren Kosten gebaut. Im gleichen Zug wurde auch die fÃ¼r die Groberschliessung notwendige M-Strasse erstellt, fÃ¼r deren Trottoir die B AG damals 314 m<sup>2 </sup>Land zur VerfÃ¼gung stellte. Sowohl die L-Strasse wie auch die M-Strasse werden seit ihrer Erstellung von der Ãffentlichkeit benutzt.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span> Am 14. Juni 1989 ersuchte die B AG den Gemeinderat X um RÃ¼ckerstattung der von ihr bezahlten Kosten der Kanalisation in der L-Strasse, was die Gemeinde ablehnte. Am 28. April und am 8. Mai 1995 ersuchte die B AG den Gemeinderat X erneut um KostenrÃ¼ckerstattung, diesmal fÃ¼r den Strassen- und den Ka­nalisa­tions­bau, sowie um EntschÃ¤digung fÃ¼r das eingeworfene Land. Der Gemeinderat X lehnte dieses Gesuch mit Beschluss vom 17. Oktober 1995 ab und setzte der B AG Frist, um die SchÃ¤den an der Tragschicht der L-Strasse zu beheben und den Deckbelag einzubauen. Anschliessend habe innert zwei Monaten die unentgeltliche Ãbertragung ins Ã¶ffent­liche Eigentum zu erfolgen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese VerfÃ¼gung gelangte die B AG mit Rekurs an die Baurekurskommission 4. Diese hiess das Rechtsmittel am 30. April 1996 gut, soweit sie darauf eintrat, und hob die Anordnungen betreffend Vollendung der Bauarbeiten und EigentumsÃ¼bertragung der Strassenparzelle mangels gesetzlicher Grundlage auf. FÃ¼r die Beurteilung der RÃ¼ckerstattung bzw. Ãbernahme der Kosten fÃ¼r den Strassenbau erachtete sich die Baurekurskommission 4 fÃ¼r unzustÃ¤ndig und empfahl dafÃ¼r, das Verfahren nach dem Gesetz vom 30. November 1879 Ã¼ber die Abtretung von Privatrechten (AbtrG) einzuleiten. Der Entscheid der Baurekurskommission erwuchs unangefochten in Rechts­kraft.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>C. </span></b><span>Noch wÃ¤hrend das Verfahren vor Baurekurskommission hÃ¤ngig war, ersuchte die B AG die Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich, die Gemeinde X zur Fertigstellung der L-Strasse anzuhalten und zu verpflichten, der Gesuchstellerin sÃ¤mtliche Kosten der Erstellung der L-Strasse inklusive Kanalisation sowie fÃ¼r die Land­abtretung fÃ¼r das Trottoir M-Strasse zurÃ¼ckzuerstatten. Die Baudirektion lehnte das Gesuch am 21. Juli 1997 ab; den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs der B AG wies der Regierungsrat am 16. Juni 1998 ab.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>D. </span></b><span>In der Folge liess die Gemeinde X als KlÃ¤gerin ein SchÃ¤tzungsverfahren einleiten, im Wesentlichen um feststellen zu lassen, dass die B AG gegenÃ¼ber der KlÃ¤gerin keinen Anspruch auf RÃ¼ckerstattung irgendwelcher Baukosten oder auf eine EntschÃ¤digung fÃ¼r Landabtretungen im Zusammenhang mit der L-Strasse und dem Trottoir an der M-Strasse habe. Weiter sollte die Beklagte verpflichtet werden, an der L-Strasse den Deckbelag einzubauen sowie die Ã¼brigen Fertigstellungsarbeiten auszufÃ¼hren. Die Beklagte ihrerseits wollte die Gemeinde X dazu bringen, sie formell zu enteignen und mit Fr. 700.-/ m<sup>2</sup> zu entschÃ¤digen sowie Kostenersatz fÃ¼r die Kanalisation und den Bau der L-Strasse zu leisten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die SchÃ¤tzungskommission 3 stellte am 26. September 2000 fest, dass die KlÃ¤gerin der Beklagten weder die Kosten des Strassenbaus und der Kanalisation der L-Strasse noch die Landkosten der L-Strasse und M-Strasse zu bezahlen habe. Auf die AntrÃ¤ge betreffend die formelle Enteignung des Strassen- und Trottoirlandes der Beklagten und betreffend Fertigstellung der L-Strasse trat die SchÃ¤tzungskommission nicht ein. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Entscheid der SchÃ¤tzungskommission rekurrierte die B AG an das Verwaltungsgericht, ebenso die Gemeinde X. Am 20. September 2001 schrieb die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts â unter Mitwirkung der Richter JÃ¼rg Bosshart, Theo Loretan, Rudolf Bodmer und des GerichtssekretÃ¤rs Urs Steimen â das Rekursverfahren der Gemeinde X wegen RÃ¼ckzugs erledigt ab und wies den Rekurs der B AG ab, soweit es darauf eintrat (VR.2001.00001 und 00002; unter der erstgenannten Nummer im Internet publiziert, www.vgrzh.ch/Recht­sprechung; auszugsweise auch verÃ¶ffentlicht in BEZ 2001 Nr. 46). Das Gericht ging im Wesentlichen davon aus, dass die Parteien einen gÃ¼ltigen Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag geschlossen hatten, wonach die Rekurrentin den fraglichen Abschnitt der L-Strasse samt Kanalisation auf eigene Kosten errichte und das dafÃ¼r nÃ¶tige Land unentgeltlich zur VerfÃ¼gung stelle. Da der Strassenbau nicht im Ã¶ffentlichen Verfahren erfolgt sei, kÃ¶nne die Rekurrentin nicht verlangen, dass das dafÃ¼r zur VerfÃ¼gung gestellte Land formell enteignet werde. Ob ein vertraglicher Anspruch auf eine unentgeltliche EigentumsÃ¼bertragung bestehe, hatte das Gericht nicht zu beurteilen. Auf eine gegen diesen Entscheid erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde und eine staatsrechtliche Beschwerde trat das Bundesgericht am 19. April 2002 nicht ein (1A.187/2001).</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 29. April 2004 erhob die Gemeinde X Klage beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag 1, die Beklagte sei zu verpflichten, den Deckbelag auf der Fahrbahn der L-Strasse innert 90 Tagen einzubauen, wobei bestehende SchÃ¤den an der Tragschicht vorgÃ¤ngig zu beheben seien. Der im Eigentum der Beklagten stehende Teil der L-Strasse (Fahrbahn und Gehweg) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 1 im Halte von 942 m</span><sup><span>2 </span></sup><span>und das im Eigentum der Beklagten stehende Trottoir auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 2 im Halte von 314 m<sup>2</sup> sei der Gemeinde zuzusprechen, eventuell sei die Beklagte zur EigentumsÃ¼bertragung der genannten FlÃ¤chen zu verpflichten (AntrÃ¤ge 2 bis 4), alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beklagten. Zur BegrÃ¼ndung der Klage stÃ¼tzt sich die KlÃ¤gerin ausschliesslich auf den Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag zwischen den Parteien.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die B AG verlangte in ihrer Klageantwort vom 29. Juli 2004 die Klageabweisung und bestritt das Zustandekommen eines Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrags. In ihrer Replik vom 29. September 2004 und der Duplik vom 19. Oktober 2004 hielten die Parteien an ihren AntrÃ¤gen fest. Die Beklagte verlangte zusÃ¤tzlich, dass alle mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts vom 20. September 2001 befassten Justizpersonen wegen Befangenheit in den Ausstand treten mÃ¼ssten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 8. Dezember 2004 wies die erste Kammer des Verwaltungsgerichts (mit den Richtern Andreas Keiser, Robert Wolf, Richterin Bea Rotach Tomschin und GerichtssekretÃ¤rin Karin Hauser) das Ausstandsbegehren ab.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diesen Beschluss beschwerte sich die B AG am 29. Dezember 2004 beim Verwaltungsgericht und erklÃ¤rte, sie protestiere in aller Form gegen die rein eigenmÃ¤chtige Abweisung des Ausstandsbegehrens. Das Gericht teilte der B AG am 4. Januar 2005 mit, gegen den Beschluss vom 8. Dezember 2004 stehe kein ordentliches Rechtsmittel zur VerfÃ¼gung. Offen stehe allein die staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht wegen Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte; die entsprechende Frist laufe am 31. Januar 2005 ab. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die B AG hat den Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 8. Dezember 2004 beim Bundesgericht nicht angefochten.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 82 lit. k des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) behandelt das Verwaltungsgericht als einzige Instanz Streitigkeiten aus verwaltungsrechtlichen VertrÃ¤gen. Darunter sind nicht nur Streitigkeiten Ã¼ber Geldzahlungen zu verstehen, sondern sÃ¤mtliche LeistungsstÃ¶rungen, die sich aus dem Abschluss und der Abwicklung solcher VertrÃ¤ge ergeben kÃ¶nnen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 82 N. 39). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 20. September 2001 fÃ¼r die Parteien verbindlich festgestellt, dass auf der Grundlage des Vorschlags des Gemeinderates (Beschluss vom 28. Januar 1986) Ã¼ber den Strassenbau und die Widmung zu Ã¶ffentlichem Gebrauch ein Ã¶ffentlichrechtlicher Vertrag zustande gekommen ist (E. 3b). Auf diesen Vertrag stÃ¼tzt die KlÃ¤gerin ihre Klage, zu deren Behandlung das Verwaltungsgericht daher zustÃ¤ndig ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Nachdem das Ausstandsbegehren der Beklagten rechtskrÃ¤ftig abgewiesen wurde, steht einer Behandlung der vorliegenden Angelegenheit durch die gemÃ¤ss der GeschÃ¤ftsordnung des Gerichts zustÃ¤ndigen 3. Kammer â unter Mitwirkung der bereits am Urteil vom 20. September 2001 beteiligten Richter â nichts entgegen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>In seinem Urteil vom 20. September 2001 hat das Verwaltungsgericht festgehalten, KlÃ¤gerin und Beklagte hÃ¤tten 1986 eine Ã¶ffentlichrechtliche Vereinbarung Ã¼ber den Bau und die Finanzierung einer Erschliessung (der L-Strasse) abgeschlossen. Der Vertrag leide zwar insofern an einem Formmangel, als ihm die heutige Beklagte nie schriftlich zugestimmt habe. Er beruhe indessen auf einer schriftlichen Grundlage in Form eines als VerfÃ¼gung abgefassten Vorschlags des Gemeinderates vom 28. Januar 1986, der sich zu allen wesentlichen Aspekten geÃ¤ussert habe. Die Tatsache, dass die Beklagte kurz darauf ein diesem Vorschlag entsprechendes Baugesuch fÃ¼r die L-Strasse eingereicht und anschliessend die Strasse bis auf den Deckbelag entsprechend der Baubewilligung vom 25. MÃ¤rz 1986 â welche Ã¼brigens erneut auf die VerfÃ¼gung vom 28. Januar 1986 verwies â errichtet habe, stelle eine eindeutige Annahme des kommunalen Vorschlags durch konkludentes Verhalten vor (E. 3b). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auf diesen Vertrag stÃ¼tzt die KlÃ¤gerin ihre AntrÃ¤ge. Die Beklagte bestreitet vehement, dass ein Vertrag durch konkludentes Handeln zustande gekommen sei. Die KlÃ¤gerin treffe eine culpa in contrahendo, ja die ganze BegrÃ¼ndungskonstruktion "mÃ¼ndlicher Ã¶ffentlich-rechtlicher konkludenter Vertrag" sei ein Ã¼berspitzter formeller Unsinn. Mit ihren unsystematischen und auch sprachlich nicht leicht nachzuvollziehenden AusfÃ¼hrungen bringt die Beklagte indessen nichts vor, was das Verwaltungsgericht zu einer anderen Beurteilung veranlassen kÃ¶nnte. Der konkludent geschlossene Vertrag beruht auf einer schriftlichen Grundlage, der die Beklagte durch ein Verhalten zugestimmt hat, das eindeutig war: Sie hat ein dem Vorschlag entsprechendes Baugesuch fÃ¼r die Strasse eingereicht und diese Strasse beinahe vollstÃ¤ndig errichtet. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¤re es Ã¼berspitzt formalistisch, aus der fehlenden unterschriftlichen Zustimmung der Beklagten zum Vorschlag der KlÃ¤gerin das Nichtbestehen einer gÃ¼ltigen Vereinbarung abzuleiten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Auch soweit die Beklagte ausdrÃ¼cklich oder sinngemÃ¤ss geltend macht, sie sei gegenÃ¼ber der C AG rechtsungleich behandelt worden, kann auf das Urteil vom 20. September 2001 verwiesen werden. Wie dort in E. 5 ausfÃ¼hrlich dargelegt wurde, war sich die KlÃ¤gerin Mitte der 80er Jahre nicht restlos klar darÃ¼ber, wie weit sie sich an der Finanzierung der 1. Etappe der L-Strasse beteiligen mÃ¼sse. Aus diesen Unklarheiten kÃ¶nne die Beklagte indessen nichts fÃ¼r sich ableiten. Es liege keine relevante Ungleichbehandlung gleichartiger Sachverhalte vor; vielmehr erkannte das Verwaltungsgericht sachliche GrÃ¼nde fÃ¼r die teilweise unterschiedliche Behandlung der C AG und der Beklagten. Die diffusen VorwÃ¼rfe der Beklagten enthalten nichts, was diese ErwÃ¤gungen in Frage stellen wÃ¼rde, so dass es damit sein Bewenden hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Wie die KlÃ¤gerin zutreffend und ohne Widerspruch durch die Beklagte ausfÃ¼hrt, unterliegen die AnsprÃ¼che aus dem vorliegend umstrittenen Vertrag der VerjÃ¤hrung. Mangels direkter oder vergleichbarer Regelung im Ã¶ffentlichen Recht ist die Frist in Analogie zu den entsprechenden Vorschriften des Privatrechts zu bestimmen (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 790 mit Hinweisen auf die Praxis). Als massgeblich ist die ordentliche VerjÃ¤hrungsfrist von 10 Jahren anzusehen, da kein Anlass fÃ¼r eine kÃ¼rzere Frist besteht (vgl. Art. 127 f. des Obligationenrechts [OR]). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die VerjÃ¤hrung hat frÃ¼hestens mit der (unvollstÃ¤ndigen) Fertigstellung der L-Strasse im Jahre 1987 zu laufen begonnen. Seither wurde sie mehrfach unterbrochen, namentlich durch die VerfÃ¼gung der Gemeinde vom 17. Oktober 1995 (siehe Prozessgeschichte I.B) und durch das SchÃ¤tzungsverfahren. Die Forderung der KlÃ¤gerin ist daher nicht verjÃ¤hrt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Im Vorschlag der KlÃ¤gerin vom 28. Januar 1986 heisst es, dass es hinsichtlich der VerlÃ¤ngerung der L-Strasse Sache der Beklagten sei, den "Strassenbau" durchzufÃ¼hren. Sodann wird ausgefÃ¼hrt: "SelbstverstÃ¤ndlich haben die beiden privaten GrundeigentÃ¼mer selber fÃ¼r den Bau der erwÃ¤hnten Anlagen [gemeint: VerlÃ¤ngerung der L-Strasse und der M-Strasse] besorgt zu sein und sie nach Fertigstellung unentgeltlich der Gemeinde abzutreten." (siehe die ausfÃ¼hrlichere Wiedergabe des Vorschlags in E. 3c des Urteils vom 20. September 2001). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die KlÃ¤gerin macht geltend, dass mit diesen Formulierungen ein vollstÃ¤ndiger Bau der Strasse entsprechend den Regeln der Baukunde gemeint gewesen sei. Indem sich die Beklagte bis heute geweigert habe, den Deckbelag in die L-Strasse einzubringen, habe sie den Vertrag unvollstÃ¤ndig erfÃ¼llt. Zudem sei die Beklagte gehalten, die inzwischen wegen des fehlenden Deckbelages entstandenen SchÃ¤den am Unterbau bzw. der Tragschicht zu beheben. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beklagte hÃ¤lt diesen Ã¼berzeugenden AusfÃ¼hrungen nichts Konkretes entgegen. In der Tat verpflichtet der zwischen den Parteien abgeschlossene Vertrag die Beklagte ohne weiteres zum vollstÃ¤ndigen Bau der Ã¼bernommenen Groberschliessung, einschliesslich des erforderlichen Deckbelages. Da die VerzÃ¶gerungen allein von der Beklagten zu verantworten sind, verlangt die KlÃ¤gerin zu Recht auch, dass vor dem Einbau des Deckbelages die inzwischen wegen dessen Fehlens entstandenen SchÃ¤den an der Tragschicht behoben werden. Keine EinwÃ¤nde erhebt die Beklagte sodann gegen die beantragte Frist von 90 Tagen. Das Gericht hat keinen Anlass, eine lÃ¤ngere Frist anzusetzen. Der klÃ¤gerische Antrag 1 ist daher vollumfÃ¤nglich gutzuheissen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die KlÃ¤gerin ersucht um die Zusprechung des Eigentums an den FlÃ¤chen der L-Strasse und des Trottoirbereiches der M-Strasse, die der Beklagten gehÃ¶ren. Die kostenlose Ãbertragung des Eigentums an den fertig gestellten StrassenflÃ¤chen ist im von der Beklagten angenommenen Vorschlag der KlÃ¤gerin (siehe E. 2.3) ausdrÃ¼cklich vorgesehen. Wie die KlÃ¤gerin selbst hervorhebt, stellt sich indessen die Frage, ob der Ãbertragungsanspruch ungeachtet dessen besteht, dass der Vertrag nicht Ã¶ffentlich beurkundet wurde. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 657 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches (ZGB) bedarf der Vertrag auf die Ãbertragung von Grundeigentum zu seiner Verbindlichkeit der Ã¶ffentlichen Beurkundung. Diese Anforderung gilt, von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen, auch fÃ¼r die Ãbertragung von Grundeigentum durch Ã¶ffentlichrechtlichen Vertrag (BGE 112 II 107). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der formungÃ¼ltige GrundstÃ¼ckkaufvertrag ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nichtig und damit unheilbar unwirksam. DemgegenÃ¼ber verneint die herrschende Lehre die absolute Nichtigkeit formungÃ¼ltiger VertrÃ¤ge und befÃ¼rwortet stattdessen eine andersgeartete UngÃ¼ltigkeit, die im Ergebnis eine Heilung des Formmangels durch VertragserfÃ¼llung erlaubt. Lehre und Rechtsprechung sind sich darin einig, dass die Nichtigkeits- bzw. UngÃ¼ltigkeitsfolgen formunwirksamer VertrÃ¤ge einzuschrÃ¤nken sind. So hÃ¤lt das Bundesgericht die FormungÃ¼ltigkeit fÃ¼r unbeachtlich und die Berufung darauf fÃ¼r unstatthaft, wenn sie gegen Treu und Glauben verstÃ¶sst und einen offenbaren Rechtsmissbrauch im Sinne von Art. 2 Abs. 2 ZGB darstellt. Ob dies im Einzelfall zutrifft, ist in WÃ¼rdigung aller UmstÃ¤nde des konkreten Falles zu prÃ¼fen. Nach der Rechtsprechung handelt die den Vertrag freiwillig, irrtumsfrei und mindestens zur Hauptsache erfÃ¼llende Partei rechtsmissbrÃ¤uchlich, wenn sie den Restanspruch der Gegenpartei unter Verweis auf den Formmangel verweigert. Daher gewÃ¤hrt das Bundesgericht trotz formungÃ¼ltigem Vertragsabschluss gestÃ¼tzt auf Art. 2 Abs. 2 ZGB einen klagbaren Anspruch auf den ausstehenden Rest (BGr, 7. Januar 1999, ZBGR 1999, S. 387 E. 3a mit zahlreichen Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung, namentlich auf BGE 116 II 700, 112 II 330 und 112 II 107; siehe auch den Ãberblick bei Heinz Rey, Die Grundlagen des Sachenrechts und das Eigentum, Band I, 2. A., Bern 2000, Rz. 1416 ff., bes. 1437 ff. sowie bei Hermann Laim, Basler Kommentar, 2. A., Basel 2003, Art. 657 N. 58 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zu den dogmatischen Differenzen zwischen Bundesgericht und Lehre braucht hier nicht Stellung genommen zu werden. Auch wenn von der tendenziell strengeren Auffassung des Bundesgerichts ausgegangen wird, so ergibt die WÃ¼rdigung der konkreten UmstÃ¤nde, dass die Beklagte sich vorliegend nicht auf die fehlende Ã¶ffentliche Beurkundung des Vertrags berufen kann, da dies gegen Treu und Glauben verstiesse. Den Ausschlag gibt, dass die Beklagte den Vertrag in der Hauptsache freiwillig und irrtumsfrei erfÃ¼llt hat. Sie hat sich den Bau der L-Strasse entsprechend dem Vorschlag der KlÃ¤gerin bewilligen lassen und hat diesen weitestgehend ausgefÃ¼hrt, nÃ¤mlich soweit, wie nÃ¶tig war, um ihr GrundstÃ¼ck parzellieren und Ã¼berbauen zu kÃ¶nnen. Soweit sie vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht hat, steht dahinter offensichtlich nicht die Auffassung, der Vertrag sei ungÃ¼ltig und deshalb nicht zu honorieren oder etwa gar rÃ¼ckgÃ¤ngig zu machen, sondern vielmehr die Absicht, die KlÃ¤gerin zu einem vertraglich nicht vereinbarten finanziellen Entgegenkommen zu bewegen. Nicht von ungefÃ¤hr hat die Beklagte verschiedentlich ausgefÃ¼hrt, sie weigere sich nicht, zu einer EigentumsÃ¼bertragung Hand zu bieten, verlange aber eine entsprechende EntschÃ¤digung. Dass eine solche EntschÃ¤digung nicht geschuldet ist, hat das Verwaltungsgericht am 20. September 2001 rechtskrÃ¤ftig entschieden. Die KlÃ¤gerin ihrerseits hat ihre vertraglichen Leistungen erbracht, d.h. sie hat die Strassenbeleuchtung finanziert, zugunsten der rein privat organisierten, vorzeitigen Erschliessung auf ein Quartierplanverfahren verzichtet und Ã¼berdies seit geraumer Zeit den Unterhalt und Winterdienst auf der L-Strasse und der M-Strasse Ã¼bernommen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Die Formvorschrift der Ã¶ffentlichen Beurkundung verfolgt verschiedene Zwecke. Die Parteien, namentlich der VerÃ¤usserer, sollen vor einem unbedachten GeschÃ¤ftsabschluss geschÃ¼tzt werden. Die PrÃ¤zision rechtsgeschÃ¤ftlicher Verpflichtungen soll gefÃ¶rdert werden, und schliesslich sollen zuverlÃ¤ssige und vollstÃ¤ndige Grundlagen fÃ¼r die Eintragung im Grundbuch geschaffen werden (Lain, Art. 657 N. 1; Rey Rz. 1360 und 1381 ff.). Rey, der mit der herrschenden Lehre annimmt, der formungÃ¼ltige Vertrag fÃ¼hre nicht zur Nichtigkeit, sondern zu einer UngÃ¼ltigkeit eigener Art (Rz. 1429 ff.), plÃ¤diert dafÃ¼r, dass die Nichtbeachtung des Formmangels nur dann zulÃ¤ssig sein solle, wenn der Zweck der Formvorschrift dem nicht entgegensteht (Rz. 1449 ff.). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es fragt sich, ob dieser Gedanke nicht insofern auch fÃ¼r die bundesgerichtliche Betrachtungsweise fruchtbar gemacht werden kann, als ein Rechtsmissbrauch jedenfalls dann zu verneinen wÃ¤re, wenn die Nichtbeachtung des Formmangels klarerweise mit einem Zweck der Formvorschrift kollidiert. Dies kann indessen nur zum Teil, nÃ¤mlich bezogen auf den Schutzzweck, bejaht werden, und ist denn auch in der Voraussetzung enthalten, dass die Parteien den Vertrag irrtumsfrei und freiwillig (weitgehend) erfÃ¼llt haben mÃ¼ssen. So ist es offensichtlich, dass im vorliegenden Fall, wo fachkundige Parteien mit Bedacht einen Erschliessungsvertrag abgeschlossen und weitestgehend vollzogen haben, der Schutz der Parteien einer Heilung des Formmangels nicht entgegensteht bzw. nicht dagegen spricht, der Beklagten die Berufung auf den Formmangel zu versagen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entgegen der Auffassung von Rey (Rz. 1454) kann hingegen der Sicherungszweck diesem Ergebnis von vornherein nicht entgegengehalten werden. Zwar wird dieser Zweck durch das unsorgfÃ¤ltige Vorgehen der Parteien in der Tat beeintrÃ¤chtigt; die Rechtssicherheit und die klare Grundlage fÃ¼r den Grundbucheintrag werden indessen durch das vorliegende Urteil hergestellt. Entscheidend ist, dass sich nach der bereits weitgehenden ErfÃ¼llung des Vertrags ein gerechtes Resultat nur erzielen lÃ¤sst, wenn auch die noch ausstehenden restlichen Leistungen eingefordert werden kÃ¶nnen (Pascal Simonius/Thomas Sutter, Schweizerisches Immobiliarsachenrecht, Band I, Basel 1995, S. 309), wÃ¤hrend eine RÃ¼ckabwicklung des Vertrags schlechterdings ausgeschlossen erscheint.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Unter diesen UmstÃ¤nden ist auch der Anspruch der KlÃ¤gerin auf die Ãbertragung des Eigentums an den bislang noch im Eigentum der Beklagten stehenden Strassen- bzw. TrottoirflÃ¤chen ausgewiesen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Allerdings kann das Verwaltungsgericht der KlÃ¤gerin das Eigentum an den fraglichen FlÃ¤chen (noch) nicht direkt zusprechen. Vielmehr ist das im Vorschlag der Gemeinde vom 28. Januar 1986 vorgezeichnete Vorgehen einzuhalten und die Beklagte zu verpflichten, der KlÃ¤gerin nach Fertigstellung der Anlagen, d.h. nach Reparatur der Tragschicht und Einbau der Deckschicht, die betroffenen FlÃ¤chen unentgeltlich abzutreten. Gutzuheissen ist damit der Eventualantrag (Antrag 4 der Klageschrift).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die Klage ist demnach im Wesentlichen gutzuheissen. Entsprechend diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens der Beklagten aufzuerlegen (§ 86 in Verbindung mit §§ 70 und 13 Abs. 2 VRG). Ausserdem rechtfertigt es sich, die Beklagte zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen KlÃ¤gerin eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Gegen dieses Urteil ist die zivilrechtliche Berufung gemÃ¤ss Art. 43 ff. des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943 (OG) zulÃ¤ssig, soweit eine Verletzung von Bundeszivilrecht geltend gemacht wird (BGE 112 II 107 E. 1). Die Berufung ist innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Urteils beim Verwaltungsgericht in dreifacher Ausfertigung einzulegen (Art. 54 OG). Die Anforderungen an die Berufungsschrift richten sich nach Art. 55 OG.</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet</p> <p class="Einzug2"> 1.1 den Deckbelag auf der Fahrbahn der L-Strasse gemÃ¤ss dem am 25. MÃ¤rz 1986 vom Gemeinderat X bewilligten Strassenprojekt innert 90 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils einzubauen, wobei bestehende SchÃ¤den an der Tragschicht vorgÃ¤ngig zu beheben sind;</p> <p class="Einzug2"> 1.2 die in ihrem Eigentum stehende TeilflÃ¤che der L-Strasse von 942 m<sup>2</sup> (Fahrbahn und Gehweg) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 1 sowie das in ihrem Eigentum stehende Trottoir mit einer FlÃ¤che von 314 m<sup>2</sup> auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 2 der KlÃ¤gerin zu Ã¼bertragen, sobald die Bauarbeiten gemÃ¤ss Disp.-Ziff. 1.1 beendet und abgenommen sind.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 180.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 6'180.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beklagten auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beklagte wird verpflichtet, der KlÃ¤gerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Verwaltungsgericht Berufung an das Bundesgericht eingelegt werden, soweit eine Verletzung von Bundeszivilrecht gerÃ¼gt wird.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>