Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. September 2017 (810 17 92) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Prüfung des Schlussberichts Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Daniela Spitteler Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , gesetzlich vertreten durch B.____ , gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz Betreff Prüfung des Schlussberichts mit Rechnung fü r die Zeit vom 01.11.2015 bis 22.09.2016 (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.___ vom 7. März 2017) A. A.____, geb. 2008, ist die Tochter von B.____ un d D.____ sel. Für den Kindsvater D.____ bestand seit dem 18. Dezember 2007 eine Vert retungsbeistandschaft mit Vermögens- verwaltung. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Entscheid vom 28. Juni 2016 genehmigte die Kin des- und Erwachsenenschutzbe- hörde C.____ (KESB) den Bericht mit Rechnung vom 12. N ovember 2015 des Beistands E.____ für die Zeit vom 1. November 2013 bis 31. Oktob er 2015 und setzte dessen Entschädi- gung auf Fr. 8‘014.90, die Spesen auf Fr. 827.10, die Verfahrenskosten auf Fr. 340.-- sowie die Aufwendungen der F.____ AG auf Fr. 444.-- fest (insg esamt: Fr. 9‘626.--). Der Entscheid er- wuchs unangefochten in Rechtskraft. C. Der Kindsvater verstarb am 22. September 2016. Das V ermögen des Verstorbenen belief sich zu diesem Zeitpunkt auf Fr. 198‘137.12 (vgl. Vermögensnachweis per 22. September 2016). Die Tochter des Verstorbenen, A.____, trat das E rbe des Verstorbenen als Alleinerbin an (vgl. Erbbescheinigung vom 7. Februar 2017). D. Mit Entscheid vom 7. März 2017 genehmigte die KESB d en vom Beistand eingereich- ten Schlussbericht für die Zeit vom 1. November 2015 bis zum 22. September 2016 und die Schlussrechnung vom 11. Oktober 2016. Ferner entliess sie den Beistand aus dem Amt und sprach ihm eine Mandatsträgerentschädigung in der Gesa mthöhe von Fr. 6‘774.70 (Aufwand: Fr. 5‘798.40, Sozialversicherungsabgaben: Fr. 457.50 [7 .89 %], Spesen: Fr. 518.80) zulasten des Vermögens der betroffenen Person bzw. der Alleiner bin des Verstorbenen zu. Die Verfah- renskosten setzte die Vorinstanz auf Fr. 540.-- und die Au fwendungen der F.____ AG auf Fr. 456.15 fest. Diese Kosten gingen ebenfalls zulasten der Alleinerbin. E. A.____, gesetzlich vertreten durch ihre Mutter B.___ _, erhob mit Eingabe vom 7. April 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassu ngs- und Verwaltungsrecht (Kan- tonsgericht), gegen den Entscheid der Vorinstanz vom 7 . März 2017. Sie beantragt, 1) der Ent- scheid sei aufzuheben und zur vertieften Abklärung und Übe rprüfung an die Vorinstanz zurück- zuweisen, 2) der Beschwerdeführerin sei umfassende Akten einsicht zur Rechnungslegung der entlassenen Mandatsperson zu gewähren, 3) es sei festzustell en, ob und in welchem Zeitraum der beauftragte Beistand die Sorgfaltspflicht verletzt h abe und die Unterhaltspflicht gemäss Art. 285 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907, in Vertretung des unter umfassender Beistandschaft stehenden Kindsvate rs, vernachlässigt habe, 4) alles unter o/e-Kostenfolge. F. Mit Eingabe vom 16. Mai 2017 erklärte die Vorinsta nz auf eine Vernehmlassung zu verzichten. Stattdessen zog sie den Entscheid vom 7. März 20 17 in Wiedererwägung und ent- schied: 1) Der Entscheid ersetze den am 7. März 2017 er gangenen Entscheid der Vorinstanz. 2) Der Schlussbericht mit Rechnung vom 11. Oktober 2016 der Mandatsperson für die Zeit vom 1. November 2015 bis 22. September 2016 werde genehmi gt und 3) der Beistand werde, unter Verweis auf die Bestimmungen über die Verantwortlichkeit gemäss Art. 454 ZGB, aus dem Amt entlassen. 4) Der Beistand habe sämtliche Ernennungsurkun den im Original an die Vorinstanz zu retournieren. 5) Der Aufwand der Mandatsperson werd e auf Fr. 6‘624.95 (Aufwand: Fr. 5‘659.60, Sozialversicherungsabgaben: Fr. 446.55 [7 .89 %], Spesen: Fr. 518.80) sowie 6) die Verfahrenskosten des Entscheids vom 7. März 2017 au f Fr. 540.-- und die Aufwendun- gen der Treuhandfirma auf Fr. 456.15 zulasten des Ve rmögens der betroffenen Person bzw. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Alleinerbin festgesetzt. 7) Auf die Geltendmachu ng von Verfahrenskosten betreffend den Wiedererwägungsentscheid verzichte die Vorinstanz. G. Mit Schreiben vom 18. Mai 2017 teilte das Kantonsge richt der Vorinstanz mit, dass der Wiedererwägungsentscheid bezüglich des Hauptanliegens d er Beschwerdeführerin inhaltlich am ursprünglichen Entscheid festhalte, weshalb das Verf ahren nicht gegenstandslos geworden sei. Der Wiedererwägungsentscheid vom 16. Mai 2017 werd e demnach als Vernehmlassung entgegengenommen. H. Mit Verfügung vom 7. Juni 2017 überwies das Gerichtspr äsidium den Fall der Kammer zur Beurteilung im Rahmen einer Urteilsberatung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzb uches (ZGB) vom 10. De- zember 1907 kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbe hörde Beschwerde beim zu- ständigen Gericht erhoben werden. Nach § 66 Abs. 1 des G esetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vo rliegenden Angelegenheit zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art . 450e ZGB. Im Übrigen sind die Best- immungen des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltun gsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). D ie Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde befugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzun- gen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die F rage, ob die Vorinstanz den Schlussbericht und die Schlussrechnung des Beistands vom 11. Oktober 2016 zu Recht ge- nehmigt hat. 4.1. Endet das Amt, erstattet der Beistand oder die B eiständin der Erwachsenenschutzbe- hörde den Schlussbericht und reicht gegebenenfalls die Schlussrechnung ein (Art. 425 Abs. 1 Satz 1 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde prüft und ge nehmigt den Schlussbericht und die Schlussrechnung auf die gleiche Weise wie die periodische n Berichte und Rechnungen (Art. 425 Abs. 2 ZGB). Gemäss bundesgerichtlicher Recht sprechung gilt unter dem neuen Er- wachsenenschutzrecht, was bereits mit Bezug auf das alte Vormundschaftsrecht (in Kraft bis 31. Dezember 2012) erkannt wurde: Der Schlussbericht d ient der Information und nicht der Überprüfung der Führung der Beistandschaft. Die Genehm igung ist auszusprechen, soweit der Schlussbericht der Informationspflicht genügt. Nicht anders verhält es sich mit der Schlussrech- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nung. Dadurch unterscheiden sich Schlussbericht und Schlu ssrechnung von den periodischen Berichten und Rechnungen (Art. 415 ZGB), die der Beh örde dazu dienen, die Amtsführung des Beistands zu steuern und ihm gegebenenfalls Weisungen zu erteilen. Die mit der Genehmigung des Schlussberichts und der Schlussrechnung befasste Behörde hat sich nicht über allfällige Verfehlungen des Beistands zu äussern. Entsprechend komm t der Genehmigung der Schluss- rechnung keine unmittelbare materiell-rechtliche Bede utung zu, noch wird dem Mandatsträger damit eine vollständige Décharge erteilt. Allfällige Rechtsansprüche des Schutzbefohlenen (namentlich Verantwortlichkeitsansprüche gemäss Art. 454 ZGB) bleiben von der Genehmigung unberührt (Urteile des Bundesgerichts 5A_714/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 4.3 und 5A_151/2014 vom 4. April 2014 E. 6.1, jeweils mit wei teren Hinweisen; K URT AFFOLTER /U RS VOGEL , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zi vilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, Rz 52 zu Art. 425). Die Lehre weist allerdings d arauf hin, dass der Genehmigung der Schlussrechnung erhöhte Beweiskraft zukommt, da sie sich ni cht auf formelle Gesichtspunkte beschränken darf. Sie geniesst im Unterschied zum Schlussb ericht für sich die Vermutung der Richtigkeit (Urteil des Bundesgerichts 5A_714/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 4.3; AFFOLTER /V OGEL , a.a.O., Rz 52 zu Art. 425 ZGB am Ende). 4.2. Das ZGB regelt den Inhalt des Berichts über die pe rsönlichen Verhältnisse und die Betreuung nur sehr allgemein (vgl. Art. 411 Abs. 1 ZG B). Es ist deshalb Sache der Erwachse- nenschutzbehörde, nötigenfalls entsprechende Richtlinie n zu erlassen. Der Detaillierungsgrad des Berichts richtet sich dabei nach der konkreten Situati on und der massgeschneiderten Mas- snahme (vgl. U RS VOGEL , a.a.O., Rz 10 zu Art. 415 ZGB). Auch in Bezug auf die Form der Rechnungsführung und die Art der Rechnungsablage find en sich im Bundesrecht keine detail- lierten Vorschriften (vgl. Art. 410 Abs. 1 ZGB). Demnac h sind die Kantone frei, entsprechende generelle Voraussetzungen im kantonalen Recht zu veranker n (vgl. U RS VOGEL , in: Honsell/ Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, Rz 6 zu Art. 415 ZGB). Der Kanton Basel-Landschaft hat von dieser Möglich keit Gebrauch gemacht. So be- stimmt § 74 Abs. 2 EG ZGB, dass die Rechnung eine Übersicht über den aktuellen Bestand des Vermögens, die Veränderung des Vermögens in Bestand und Anlage sowie die Einnahmen und Ausgaben während der Rechnungsperiode enthalten muss. Alle Angaben sind überdies zu be- legen. Die Erwachsenenschutzbehörde hat die Rechnung so dann auf die formelle Richtigkeit und Vollständigkeit hin zu prüfen. Dazu ist die Kassarechnung (Ein- und Ausgaben) anhand der eingereichten Belege lückenlos zu überprüfen, ebenso d ie Ausweise über die Vermögensbe- stände (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts, Abteilung V erfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 11. September 2013 [810 13 36] E. 8; VOGEL , a.a.O., Rz 7 zu Art. 415 ZGB). 5. Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Beschwerde da s Rechtsbegehren, es sei ihr “um- fassende Akteneinsicht zur Rechnungslegung der entlassenen Mandatsperson zu gewähren“. Als Begründung dieses Antrags erklärt die Beschwerdeführ erin, es liege aufgrund “der festge- stellten Mängel“ im Interesse der Beschwerdeführerin, “mit der umfassenden Akteneinsicht zu prüfen“, ob die Höhe der Entschädigung für den Aufwa nd des Beistands gerechtfertigt sei und ihrer Tochter die Kinderzulagen für die Zeit vom 1. N ovember 2014 bis 13. April 2016 ausge- händigt worden seien. Dieses Rechtsbegehren ist nicht eindeutig. Soweit die Beschwerdeführe- rin damit beantragt, – wovon das Kantonsgericht ausgeh t –, das Kantonsgericht habe gestützt Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Akten der Vorinstanz und alle Unterlagen des Be istands den vorliegenden Fall zu ent- scheiden, ist festzuhalten, dass das Kantonsgericht aufgrun d seiner Pflicht, die für den Ent- scheid wesentlichen Tatsachen festzustellen (vgl. § 12 VPO) , die Verfahrensakten der Vor- instanz beigezogen hat. Diese genügen vollumfänglich, u m die sich im vorliegenden Verfahren stellenden Fragen zu prüfen. Dem Antrag auf Beizug de r Vorakten ist somit bereits Folge ge- leistet und in diesem Umfang ist er demzufolge auch ge nehmigt worden. Soweit die Beschwer- deführerin mit ihrem Antrag verlangt haben sollte, d ass das Kantonsgericht alle mit der Man- datsführung zusammenhängenden Unterlagen und Belege des Beistands einholt, wäre dieser Antrag abzuweisen gewesen, da keine weiteren Unterlag en als die von der Vorinstanz beim Gericht eingereichten Akten zur Beurteilung des Falles erforderlich sind. Sollte die Beschwerde- führerin mit ihrem Antrag allenfalls verlangt haben, ihr solle in sämtlichen Belegen und Unterla- gen des Beistands Akteneinsicht gewährt werden, so hätte sie sich mit diesem Antrag an die KESB zu wenden. Das Kantonsgericht könnte aufgrund fun ktioneller Unzuständigkeit auf einen so verstandenen Antrag nicht eintreten. 6.1 Die Beschwerdeführerin moniert, die Vorinstanz hab e es unterlassen, zu prüfen, ob der Beistand sichergestellt habe, dass der Kindsvater seinen Un terhaltspflichten gegenüber seiner Tochter nachgekommen sei. Der Kindsvater habe ab 1. No vember 2014 erneut Kinderzulagen von monatlich Fr. 200.-- bezogen. Diese seien jedoch nicht an A.____ weitergeleitet worden. 6.2. Die angefochtene Verfügung hat die Genehmigung der Schlussrechnung und des Schlussberichts für den Zeitraum vom 1. November 2015 b is 22. September 2016 zum Gegen- stand. Die Rüge der Beschwerdeführerin betreffend die Nichtweiterleitung von Kinderzulagen für die Zeit vor dem 1. November 2015 bezieht sich auf e ine andere als die im vorliegenden Verfahren strittige Abrechnungsperiode und kann somit nicht Gegenstand dieses Verfahrens sein. 6.3. In Bezug auf die im vorliegenden Verfahren massge bliche Abrechnungsperiode ab 1. November 2015 ist festzuhalten, dass die Mandatsperso n der KESB den Schlussbericht mit Rechnung vom 11. Oktober 2016 für die Zeit vom 1. Nove mber 2015 bis 22. September 2016 zur Genehmigung vorgelegt hat. Die von der KESB beauftragte F.____ AG, hat den Schlussbe- richt inkl. Schlussrechnung geprüft und eine Genehmigung sempfehlung ausgesprochen. Der F.____ AG lagen gemäss ihrem Prüfungsbericht vom 21. Oktober 2016 der Schlussbericht vom 11. Oktober 2016 inkl. Schlussrechnung sowie die Kontoa uszüge und Originalbelege vor. Ge- mäss ihrem Prüfungsbericht waren die Unterlagen bezüglich Einnahmen und Ausgaben sowie bezüglich Vermögensbestands der Rechnungsperiode (inkl . Beilagen) vorhanden und wurden eingesehen und nicht bemängelt. Es ist aufgrund der Akte n nicht ersichtlich, inwiefern die Man- datsperson ihrer Informationspflicht nicht nachgekomme n sein soll. Die Beschwerdeführerin macht im Übrigen auch nicht geltend, dass die Schlussrechnu ng der Informationspflicht nicht genüge, weil beispielsweise Einnahme- oder Ausgabepo sitionen ganz vergessen, in unrichtiger Höhe aufgenommen oder fälschlicherweise berücksichtigt wo rden wären. Des Weiteren wurde im Prüfungsbericht auch ausgeführt, dass der Beistand d ie Vorschriften der Verordnung über die Vermögensverwaltung im Rahmen einer Beistandschaft oder Vormundschaft (VBVV) vom 4. Juli 2012 eingehalten habe (vgl. Prüfungsbericht S . 5). Ferner wurde festgestellt, dass der Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beistand das Mandat entsprechend der Lage der betroffenen Person und den gesetzlichen Zie- len ausgeführt habe (vgl. Prüfungsbericht S. 4). Die B eschwerde ist somit, soweit sie die Nicht- weiterleitung der Kinderzulagen zum Gegenstand hat, abzuweisen. 6.4. Ergänzend kann angeführt werden, dass die Familie nausgleichskasse GEFAK den Anspruch auf Kinderzulagen mit Entscheid vom 25. September 2014 ab März 2014 ablehnt hat. Offensichtlich hat der Verbeiständete während der hier massgeblichen Abrechnungsperiode wieder Kinderzulagen erhalten (siehe z.B. Abrechnung der Swica betreffend Krankentaggelder VVG vom 20. Februar 2016, vom 15. März 2016 und vom 2 1. April 2016). Wie aus der Korres- pondenz zwischen der Kindsmutter und dem Beistand aus dem Jahr 2017 hervorgeht (siehe z.B. E-Mail der Kindsmutter an den Beistand vom 30. Mär z 2017, Schreiben des Beistands an die Kindsmutter vom 6. April 2017) hat der Beistand er klärt, übersehen zu haben, dass dem Verbeiständeten nach dem ablehnenden Entscheid betr. K inderzulagen vom 25. September 2014 wieder Kinderzulagen entrichtet worden seien. D iese Kinderzulagen seien im Gegensatz zur BVG Kinderrente (siehe diesbezüglich Schlussbericht vom 11. Oktober 2016) nicht an A.____ weitergeleitet worden. Die Kinderzulagen sind somit in das Vermögen des Verbeistän- deten geflossen, welches A.____ als Alleinerbin vollumf änglich geerbt hat, so dass der Be- schwerdeführerin aus diesem Versehen auch kein Schaden erwachsen zu sein scheint. 7.1. Die Beschwerdeführerin moniert weiter, die im En tscheid der Vorinstanz vom 7. März 2017 zugesprochene Mandatsträgerentschädigung sei unverhältnismässig hoch. 7.2. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZGB hat die Beiständin bzw. der Beistand Anspruch auf eine angemessene Entschädigung und auf Ersatz der notwendige n Spesen aus dem Vermögen der betroffenen Person. Da die Massnahmen des Erwachsenens chutzes dem Schutz und dem Wohl der betroffenen Person dienen, ist es nach dem Ve rursacherprinzip gerechtfertigt, dass in erster Linie die verbeiständete Person bzw. deren Erb en aus ihrem Vermögen für die Entschä- digung und die Spesen des Beistands aufkommen müssen (vg l. R UTH E. REUSSER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilge setzbuch I, 5. Aufl., Basel 2014, Rz 28 und Rz 30 zu Art. 404 ZGB; vgl. P ATRICK FASSBIND , in: Kren Kostkiewicz/Wolf/Amstutz/Fank- hauser [Hrsg.], Orell Füssli Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 3. Aufl., Zürich 2016, Rz 1 zu Art. 404 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde legt die H öhe der Entschädigung fest (Art. 404 Abs. 2 ZGB). Sie bemisst sich nach dem Aufwand, den ihre Amtsführung notwendigerweise verursacht, sowie nach der Komplexität der wahrgenommen en Aufgaben. Bei berufsmässiger Mandatsführung beträgt die Entschädigung Fr. 95.-- p ro Stunde (vgl. § 18 Abs. 2 lit. a der Ver- ordnung über die Gebühren zum Zivilrecht [GebV, Tarifordnung] vom 8. Januar 1991). 7.3. Die Vorinstanz sprach dem Beistand im Entscheid vom 7 . März 2017 eine Entschädi- gung in der Gesamthöhe von Fr. 6‘774.70 (Aufwand: F r. 5‘798.40, Sozialversicherungsabga- ben: Fr. 457.50 [7.89 %], Spesen: Fr. 518.80) zu. Da bei stützte sie sich auf die vom Beistand eingereichten Abrechnungen, welchen dieser den tarifo rdnungskonformen Stundenansatz von Fr. 95.-- zugrunde gelegt hatte (Abrechnungen des Beist ands betreffend zeitliche Erfassung seines Aufwands bzw. Spesen vom 10. Oktober 2016, vom 30. September 2016, vom 30. Juni 2016, vom 30./31. März 2016 sowie vom 2. Januar 2016) . Auch diese Unterlagen wurden von Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der F.____ AG eingesehen und nicht bemängelt. Aufgr und der Durchsicht der Unterlagen des Beistands betreffend zeitlichen Aufwand und Spesen ist nicht ersichtlich, inwiefern der vom Bei- stand in Rechnung gestellte Stundenaufwand und die in Rechnung gestellten Spesen nicht rechtmässig sein sollen. Die Beschwerdeführerin macht gelt end, dass bereits per 7. September 2016 ein Betrag von Fr. 9‘626.-- vom Konto des verstorb enen Kindsvaters an die KESB über- wiesen worden sei und gemäss angefochtenem Entscheid nochm als ein Aufwand von Fr. 6‘774.70 zu Gunsten des Beistands geltend gemacht werde. Grund der Zahlung in der Höhe von Fr. 9‘626.-- war der rechtskräftige Entscheid der KESB vom 28. Juni 2016, welcher die Ent- schädigung für den Beistand, die Verfahrenskosten der KE SB und die Aufwendungen der F.____ AG für die Abrechnungsperiode vom 1. November 2013 bis 31. Oktober 2015 zum In- halt hatte. Diese Zahlung steht demzufolge in keinem Zusammenhang mit der angefochtenen Verfügung. Die Beschwerdeführerin kann folglich aus dem Umstand, dass bereits am 7. Sep- tember 2016 ein Betrag in der Höhe von Fr. 9‘626.-- an die KESB überwiesen wurde, nichts zu ihren Gunsten ableiten. 7.4. In der Vernehmlassung vom 16. Mai 2017 stellt die Vorinstanz fest, dass ihr bei der Berechnung der Entschädigung der Mandatsperson ein Rech nungsfehler unterlaufen sei. Sie führt aus, dass der Aufwand der Mandatsführung Fr. 5‘ 659.60 und nicht Fr. 5‘798.40 hätte be- tragen sollen. So berechnete die Vorinstanz im Entscheid vom 7. März 2017 die Sozialversiche- rungsabgaben fälschlicherweise gestützt auf die Summe des Aufwandes des Beistands und der Spesen des Beistands (Fr. 5‘279.60 [Aufwand] + Fr. 518. 80 [Spesen] = Fr. 5‘798.40; 7.89 % von Fr. 5‘798.40 = Fr. 457.50) und verrechnete zudem ein zweites Mal die Spesen (Fr. 5‘798.40 + Fr. 457.50 + Fr. 518.80 = Fr. 6‘774.70). Im Beschwerdeverfahren vor Kantonsgericht erkannte die Vorinstanz diesen Fehler und berichtigte ihn. Glei chzeitig bemerkte sie, dass in der Verfü- gung vom 7. März 2017 der Aufwand in der Höhe von Fr. 5‘279.60 falsch errechnet worden war. Der Beistand hatte für das erste Quartal 2016 in der A brechnung vom 30. März 2016 einen Aufwand von 10 Stunden und 45 Minuten geltend gemach t. Er hatte jedoch als Betrag statt Fr. 1‘021.25 (10.75 Stunden x Fr. 95.--) nur Fr. 64 1.-- in Rechnung gestellt (vgl. zur gesamten Korrektur Aktennotiz der KESB vom 15. Mai 2017). Dass es si ch dabei lediglich um einen Rechnungsfehler handelte, zeigt ein Blick auf die Zusammenstellung des zeitlichen Aufwands in der Höhe von 10.75 Stunden der Mandatsperson für die im fraglichen Quartal ausgeführten Tätigkeiten (vgl. 1. Quartal 2016 zeitliche Erfassung und Verwaltungskosten Mandat D.____). Die Vorinstanz korrigierte innerhalb des Beschwerdeverf ahrens auch diesen Fehler. Der dem Beistand zustehende Betrag setzt sich damit zusammen aus e inem Aufwand der Mandatsper- son in der Höhe von Fr. 5‘659.60, Sozialversicherungsabg aben in der Höhe von Fr. 446.55 [7.89 %] und Spesen in der Höhe von Fr. 518.80. Der so errechnete Aufwand der Mandatsper- son ist gemäss der zeitlichen Erfassung der ausgeführten Tät igkeiten des Beistands für die fraglichen Quartale korrekt und nicht zu beanstanden. 7.5. Die Beschwerdeführerin führt in ihrer Beschwerde nicht aus, weshalb die Verfahrens- kosten der Vorinstanz in der Höhe von Fr. 540.-- und d ie Aufwendungen der F.____ AG in der Höhe von Fr. 446.15 (Ziffer 5 des angefochtenen Entsch eids) fehlerhaft sein sollten. Damit ist die Beschwerde mit dem neu errechneten Aufwand der Ma ndatsperson und somit im Sinne der Vernehmlassung der Vorinstanz vom 16. Mai 2017 teilweise gutzuheissen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht koste npflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 A bs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, der Beschwerd eführerin die gesamten Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1 ‘400.-- aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Zi ffer 4 des Dispositivs des Entscheids der Vorinstanz vom 7. März 2017 aufgehoben und wie folgt neu gefasst: “4. Der Aufwand der Mandatsperson wird vorliegend auf CHF 6‘624.95 (Aufwand in der Höhe von CHF 5‘659. 60 zzgl. So- zialversicherungsabgaben in der Höhe von 7.89 %, d.h. CHF 446.55 und Spesen in der Höhe von CHF 518.80) festgesetzt. Die Ma ndatsentschä- digung geht zu Lasten des Vermögens der betroffenen Pe rson resp. zu Lasten der Alleinerbin des Verstorbenen, A.____. Die R echnung wird nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheides separat zugestellt.“ 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.