B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Entscheid angefochten beim BGer Abteilung II B-5115/2022 U r t e i l v o m 5 . J u l i 2 0 2 3 Besetzung Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiber Pascal Sennhauser. Parteien X._______, Beschwerdeführer, gegen Prüfungskommission Pharmazie, Bundesamt für Gesundheit, Vorinstanz. Gegenstand Eidgenössische Prüfung in Pharmazie 2022. B-5115/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a X._______ legte erstmals im Jahr 2020 die eidgenössische Prüfung in Pharmazie ab. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020 teilte ihm die Prüfungs- kommission Pharmazie mit, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Die dagegen erhobene Beschwerde wie s das Bundesverwaltungsgericht am 8. November 2021 ab (vgl. Urteil des BVGer B-5606/2020). A.b Im September 2021 absolvierte X._______ zum zweiten Mal die eid- genössische Prüfung in Pharmazie. Mit Verfügung vom 4. Oktober 2021 teilte ihm die Prüfungskommission Pharmazie mit, dass er die Prüfung wie- derum nicht bestanden habe. Das Bundesverwaltungsgericht wies die ge- gen die Prüfungsverfügung erhobene Beschwerde mit Urteil vom 17. Ok- tober 2022 im Verfahren B -4906/2021 ab. Die dagegen erhobene Be- schwerde wies das Bundesgericht mit Urteil vom 25. Mai 2023 ab (vgl. Ur- teil des BGer 2C_967/2022). B. B.a Im September 2022 legte X._______ die eidgenössische Prüfung in Pharmazie zum dritten Mal ab ( zweite Wiederholungsprüfung). Mit Verfü- gung vom 5. Oktober 2022 eröffnete ihm die Prüfungskommission Phar- mazie (nachfolgend: Prüfungskommission), er habe die Prüfung erneut nicht bestanden. Er habe zwar die Einzelprüfung 1 (Pharmakotherapie, Recht und Ökonomie) anlässlich des Prüfungsversuchs im Jahr 2021 und die Einzelprüfung 3 (Pharmaceutical Care und Gesundheitsförderung) an- lässlich des aktuellen Prüfungsversuchs bestanden. Die Einzelprüfung 2 (Arzneimittelherstellung in kleinen Mengen) habe er aber wiederum nicht bestanden. Aufgrund des negativen Gesamtergebnis ses schloss ihn die Prüfungskommission von jeder weiteren eidgenössischen Prüfung in Phar- mazie aus. B.b Die Prüfungskommission gewährte X._______ am 4. November 2022 Akteneinsicht in die Unterlagen der Einzelprüfung 2 (Arzneimittelherstel- lung in kleinen Mengen). Zudem erhielt er eine mündliche Information über seine Prüfungsleistung. C. Mit Eingabe vom 9. November 2022 hat X._______ (Beschwerdeführer) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der Prüfungskommission (Vorinstanz) vom 5. Oktober 2022 erhoben. Er bean- tragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung B-5115/2022 Seite 3 der Sache zur Neubeurteilung. Zudem stellt er ein Gesuch um Aktenein- sicht (Zustellung farbiger Kopien sämtlicher Prüfungsunterlagen [Fragen- hefte, seines Herstellungsprotokolls inkl. aller separat abgegebener Lösun- gen und Notizen, des Bewertungsschemas sowie der Notizen beider Exa- minatoren]) und um unentgeltliche Rechtspflege , verlangt die Zustellung einer schriftlichen Begründung seiner Prüfungsleistung durch die Vo- rinstanz und beantragt die Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur Ergänzung seiner Beschwerdebegründung. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, die Vorinstanz habe ihm die Akteneinsicht anlässlich des Prüfungseinsichtstermins vom 4. November 2022 teilweise unzulässigerweise verweigert. Ebenso sei die Teillösung ei- ner Aufgabe nicht mehr auffindbar gewesen respektive seien Prüfungsun- terlagen vernichtet worden. D. D.a Mit Verfügung vom 10. November 2022 hat die Instruktions richterin den Beschwerdeführer aufgefordert, das Formular "Gesuch um unentgelt- liche Rechtspflege" auszufüllen und die nötigen Beweismittel einzureichen. D.b Mit Zwischenverfügung vom 24. November 2022 hat sie das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen. E. Mit Vernehmlassung vom 3. Januar 2023 und der ergänzenden Stellung- nahme vom 31. Januar 2023 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und reicht die Prüfungsunterlagen der Einzelprüfung 2 ein. F. Mit Zwischenverfügung vom 7. Februar 2023 hat die Instruktionsrichterin das Gesuch des Beschwerdeführers um Akteneinsicht abgewiesen und ihm Gelegenheit eingeräumt, seine Beschwerdebegründung bis zum 28. Februar 2023 zu ergänzen. G. Mit Eingabe vom 27. Februar 2023 reicht der Beschwe rdeführer eine Be- schwerdeergänzung ein. Er bringt darin weiterhin vor, die Vorinstanz habe Teile seiner Prüfungsunterlagen vernichtet. Ebenso habe sie gegen Treu und Glauben sowie gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstossen, indem sie an der Prüfung ei nen Experten eigens mit seiner Beobachtung betraut habe. B-5115/2022 Seite 4 H. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Mai 2023 hält die Vorinstanz an ihrem An- trag auf Abweisung der Beschwerde fest und ersucht neu, dieser sei die aufschiebende Wirkung zu entziehen. Der Beschwerdeführer habe sich in- zwischen erneut, d.h. zu einem vierten Versuch der eidgenössischen Prü- fung in Pharmazie für das Jahr 2023 angemeldet. Die anwendbare Prü- fungsverordnung sehe vor, dass von jeder weiteren eidgenössischen Prü- fung des gleichen universitären Medizi nalberufs ausgeschlossen sei, wer die eidgenössische Prüfung dreimal nicht bestanden habe. Wenn dem Be- schwerdeführer aufgrund der aufschiebenden Wirkung vorliegender Be- schwerde ein vierter Versuch zugestanden würde, könnte dieses Resultat nur als gültig be trachtet werden, wenn ein vorheriges Resultat annulliert würde. Der Beschwerdeführer könnte dann die eidgenössische Prüfun g (im vierten Versuch) bestehen, ohne dass ihm jedoch ein eidgenössisches Diplom in Pharmazie ausgestellt werden könnte. I. Mit Replik vom 31. Mai 2023 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechts- begehren fest und beantragt die Abweisung des Gesuchs der Vorinstanz um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Zudem ersucht er um Einholung eines gerichtlichen Gutachtens durch einen Sachverstän- digen. J. Die Replik wurde der Vorinstanz am 6. Juni 2023 zur Kenntnis zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal- tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG , SR 132.32) als Be- schwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Ver- waltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG , SR 172.021). Der Entscheid der Vorinstanz vom 5. Oktober 2022 stellt eine Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (Art. 33 Bst. f VGG i.V.m. Art. 7 und 20 Abs. 1 der Verordnung vom 26. November 2008 über die eidgenössischen Prüfungen der universitären Medizinalbe- rufe [Prüfungsveror dnung MedBG, SR 811.113.3]; Urteil des BVGer B-5115/2022 Seite 5 B-5606/2020 vom 8. November 2021 E. 1). Es liegt keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor. 1.2 Der Beschwerdeführer hat am Vorverfahren teilgenommen und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung zur Beschwerde legitimiert, zumal er auch ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung beziehungsweise Änderung der Verfügung geltend zu machen vermag (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 1.3 Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwer- deschrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2. 2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet- zung von Bundesrecht (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), die unrichtige oder unvollständig e Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der ange- fochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft Entscheide über Ergebnisse von Prüfungen grundsätzlich mit uneingeschränkter Kogni tion (Art. 49 VwVG; vgl. Urteile des BVGer B -160/2021 vom 4. August 2021 E. 2.2, B-2588/2020 vom 7. Juli 2021 E. 4.1 und B-5185/2019 vom 6. März 2020 E. 5.2; OLIVER ZIBUNG/ELIAS HOFSTETTER, in: Bernhard Waldmann/Phi- lippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge- setz, 2. Aufl. 2016 [nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 49 VwVG N 43). Indes haben Prüfungen oftmals Spezialgebiete zum Gegenstand, in denen die Rechtsmittelbehörde in der Regel über keine genügenden, eige- nen Fachkenntniss e verfügt, die mit denjenigen der Vorinstanzen ver- gleichbar wären. Zudem sind der Rechtsmittelbehörde meistens nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung bekannt und es ist ihr nicht immer möglich, sich ein zuverlässiges Bild über die Gesamtheit der Le istungen einer beschwerdeführenden Person sowie der Leistungen der übrigen Kandidierenden zu machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Examensbewertung würde die Gefahr von Ungerechtigkeiten und Un- gleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich b ergen, und es ist auch nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz, die Bewertung der Prüfungs- leistungen einer beschwerdeführenden Person gewissermassen zu wie- derholen (vgl. BVGE 2008/14 E. 3.1). In ständiger Rechtsprechung aufer- legt sich das Bundesverwaltungsgeri cht daher bei der Bewertung von B-5115/2022 Seite 6 Prüfungsleistungen und spezifischen Fragen, die seitens der Gerichte nur schwer überprüfbar sind, eine gewisse Zurückhaltung (vgl. statt vieler: BGE 136 I 237 E. 5.4.1 und 5.4.2 ; 131 I 467 E. 3.1; Urteile des BVGer B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B -6114/2020 vom 27. Mai 2021 E 4.2) und weicht nicht ohne Not von der Beurteilung der Expertinnen und Experten ab, besonders wenn diese im Rahmen der Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu den Rügen der beschwerdeführend en Person genommen haben und die Auffassung der Expertinnen und Experten, ins- besondere soweit sie von derjenigen der beschwerdeführenden Person abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.2 und 2008/14 E. 3.1 f. u nd 4.3.2; Urteile des BVGer B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B-671/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 2.3). Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung von Prü- fungsleistungen ist nur dann detailliert einzugehen, wenn die beschwerde- führende Person sel bst substantiierte und überzeugende Anhaltspunkte und die Beweismittel dafür liefert, dass das Ergebnis materiell nicht vertret- bar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungsleistun- gen offensichtlich unterbewertet wurden. Die Behauptung allein, die eigene Lösung sei richtig und die Auffassung der Prüfungskommission oder eine vorgegebene Musterlösung sei falsch oder unvollständig, wird dieser An- forderung nicht gerecht (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3, 2010/10 E. 4.1, je m .w.H.; Urteile des BVGer B-505/2022 vom 1. Februar 2023 E. 2.4; B-3099/2020 vom 4. November 2021 E. 4 und B -671/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 2.4; kritisch dazu: PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: Schweizeri- sches Zentralblatt für Staats - und Verwaltungsrecht [ZBl] 10/2011, S. 553 ff., insbesondere 555 f., wonach eine Auseinandersetzung mit dem im konkreten Fall zu beurteilenden Leistungsnachweis und seiner Ausge- staltung stattzufinden habe). 2.3 Diese Zurückhaltung gilt indessen nur für die materielle Bewertung der Prüfungsleistungen. Ist demgegenüber die Auslegung oder Anwendung von Rechtsvorschriften streitig oder werden Verfahrensmängel im Prü- fungsablauf gerügt, so hat das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen mit umfassender Kognition zu prüfen, andernfalls es eine formelle Rechtsverweigerung beginge (vgl. BVGE 2010/11 E. 4.2, 2010/10 E. 4.1 m.H. und 2008/14 E. 3.3 m.H.). Dabei nehmen all jene Einwände auf Verfahrensfragen Bezug, die den äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufga- benstellung oder das Vorgehen bei der Bewertung betreffen. Die Beweis- last für allfällige Verfahrensfehler obliegt der beschwerdeführenden Partei (vgl. Urteile des BVGer B -4074/2021 vom 19. Mai 2022 E. 2.5 und B-5115/2022 Seite 7 B-671/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 2.5). Nicht jede Unstimmigkeit im Prü- fungsverfahren kann freilich zum Anlass genommen werden, das Prü- fungsergebnis in Frage zu stellen: Mängel im Prüfungsverfahren sind nur dann rechtserheblich, wenn sie das Prüfungsergebnis entscheidend beein- flussen können oder beeinflusst haben (vgl. BGE 147 I 73 E. 6.7; Urteile des BGer 1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b und 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.2; Urteil des BVGer A-258/2016 vom 8. November 2016 E. 4.3). 3. 3.1 Im Bereich der universitären Medizin alberufe wird die Ausbildung mit der eidgenössischen Prüfung abgeschlossen (Art. 14 Abs. 1 des Medizi- nalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11]). Mit der Prü- fung wird abgeklärt, ob die Studierenden über die fachlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie über die Verhaltensweisen und die so- ziale Kompetenz verfügen, die sie zur Ausübung des entsprechenden Me- dizinalberufs benötigen, und ob sie die Voraussetzungen für die erforderli- che Weiterbildung erfüllen (Art. 14 Abs. 2 MedBG). Die ei dgenössische Prüfung kann aus einer oder mehreren Einzelprüfungen bestehen, wobei Einzelprüfungen auch Teilprüfungen enthalten können (Art. 5 Abs. 1 Prü- fungsverordnung MedBG). Die eidgenössische Prüfung ist bestande n, wenn jede Einzelprüfung mit "bestanden" bewertet worden ist (Art. 5 Abs. 3 Prüfungsverordnung MedBG). Wer die eidgenössische Prüfung nicht be- standen hat, kann sich für die nächste eidgenössische Prüfung anmelden. Wiederholt werden müssen nur die Einzelprüfungen, die als "nicht bestan- den" bewertet wurden. Eine nicht bestandene eidgenössische Prüfung kann zweimal wiederholt werden (Art. 18 Abs. 1-3 Prüfungsverordnung MedBG). 3.2 Die MEBEKO, Ressort Ausbildung, erlässt für jeden universitären Me- dizinalberuf auf Vorschlag der entsprechenden Prüfungskommission a. Vorgaben betreffend Inhalt, Form, Zeitpunkt sowie Aus- und Bewertung der eidgenössischen Prüfung und b. Richtlinien über die Details der Durch- führung der eidgenössischen Prüfung (Art. 5a Prüfungsverordnung MedBG). Gestützt darauf hat die MEBEKO auf Vorschlag der Prüfungs- kommission Pharmazie am 14. Januar 2022 die für das Prüfungsjahr 2022 geltenden Vorgaben betreffend Inhalt, Form, Zeitpunkt sowie Aus- und Be- wertung der eidgenössischen Prüfung in Pharmazie (nachfolgend: Vorga- ben MEBEKO) sowie die Richtlinien über die Details der Durchführung der eidgenössischen Prüfung in Pharmazie für die Prüfungsjahre 2020 und 2021 (nachfolgend: Richtlinien MEBEKO) erlassen. B-5115/2022 Seite 8 4. Aus dem durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) gewährleisteten und in den Art. 29 ff. VwVG für das Verwaltungsverfahren des Bundes konkre- tisierten Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung einer Verfügung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann (BGE 143 III 65 E. 5.2). Bei Prüfungsentscheiden kommt die Behörde dieser Verpflichtung nach, wenn sie der betroffenen Person – allenfalls auch nur mündlich – kurz dar- legt, welche Lösungen beziehungsweise Problemanalysen von ihr erwartet wurden und inwiefern ihre Antworten den Anforderungen nicht zu genügen vermochten. Der Anspruch auf Begründung ist nicht schon dann verletzt, wenn die Prüfungsbe hörde sich vorerst darauf beschränkt, die Notenbe- wertung oder das Bestehen beziehungsweise Nichtbestehen bekannt zu geben. Es genügt, wenn sie die Begründung im Rechtsmittelverfahren lie- fert und die betroffene Person Gelegenheit erhält, in einem zweiten Schrif- tenwechsel dazu Stellung zu nehmen (Urteile des BGer 2C_1004/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1 und 2D_65/2011 vom 2. April 2012 E. 5.1). Soweit der Beschwerdeführer darum ersucht, die Vorinstanz habe seine Prüfungsleistung schriftlich zu begründen, ist auf die Vernehmlassungen der Vorinstanz vom 3. und 31. Januar 2023 sowie vom 1. Mai 2023 im vor- liegenden Beschwerdeverfahren zu verweisen. Zudem hatte er bereits an- lässlich der Prüfungseinsicht vom 4. November 2022 eine kurze mündliche Rückmeldung über seine Prüfungsleistung erhalten (Sachverhalt Bst. B.b; Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). Der Beschwerdeführer erhielt sodann im vorliegenden Verfahren Gelegenheit, sich zu den Ausführungen der Vorinstanz zu äussern, wovon er am 27. Februar und 31. Mai 2023 Ge- brauch gemacht hat (vgl. Sachverhalt Bst. G und I). Eine Verletzung der Begründungspflicht, wovon der Beschwerdeführer auch nicht (mehr) aus- zugehen scheint (vgl. Replik vom 31. Mai 2023), ist somit nicht auszu- machen. 5. 5.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sein Recht auf Akten- einsicht bzw. sein rechtliches Gehör verletzt, indem sie ihm anlässlich der Prüfungseinsicht vom 4. November 2022 keine Einsicht in die Checkliste (Bewertungsschema) sowie die Notize n beider Examinatoren gewährt habe (Beschwerde, S. 2). B-5115/2022 Seite 9 5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet auch das in Art. 26 VwVG konkretisierte Recht auf Akteneinsicht. Dieses umfasst den An- spruch, am Sitz der aktenführenden Behörde Einsicht zu nehmen, sich No- tizen zu machen und, wenn dies der Behörde keine übermässigen Um- stände verursacht, Fotokopien zu erstellen (BGE 131 V 35 E. 4.2; BERN- HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 N 80 ff., je m.H.). Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche ver- fahrensbezogenen Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden (BGE 132 V 387 E. 3.2; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; STEPHAN C. BRUN- NER, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler [Hrsg.], VwVG, Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Kommentar, 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: VwVG Kommentar], Art. 26 N 1 ff.; BERNHARD WALD- MANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 N 60 m.w.H.). Nicht in den Anwendungsbereich des Akteneinsichtsrechts fallen jedoch sogenannte verwaltungsinterne Akten (BGE 125 II 473 E. 4a; 115 V 297 E. 2.g/aa; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 1021; BERN- HARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, Praxiskommentar VwVG, Art. 26 Rz. 65; JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 875 f., je m.w.H.). Als solche gelten Akten, denen für die Behandlung eines Falles kein Beweischarakter zukommt, sondern die ausschliesslich der verwaltungsinternen Willensbildung dienen und in- sofern lediglich für den verwaltungsinternen Eigengebrauch bestimmt sind (wie z.B. Entwürfe, Anträge, Notizen, Mitberichte, Hilfsbelege, Entscheid- entwürfe etc.). Mit dem Ausschluss des Einsichtsrecht in diese Akten soll verhindert werden, dass die interne Meinungsbildung der Verwaltung voll- umfänglich vor der Öffentlichkeit ausgebreitet wird (vgl. BGE 129 II 497 E. 2.2; 125 II 473 E. 4a und 122 I 153 E. 6a; Urteil des BGer 1C_159/2014 vom 10. Oktober 2014 E. 4.3, je m.w.H.). Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts und nach vorherrschender Lehre gehören persönliche Aufzeichnungen der Examinatorinnen und Examinatoren im Hinblick auf die anschliessende Beratung als rein interne Notizen nicht zu den Verfah- rensakten und unterliegen nicht der Akteneinsicht (vgl. Urteil des BGer 2D_2/2010 vom 25. Februar 2011 E. 6 m.w.H.; Urteil des BVGer B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 5.1; STEPHAN C . BRUNNER, VwVG Kommentar, Art. 26 Rz. 38). Eine Behörde darf die Einsichtnahme in die Akten verweigern, wenn we- sentliche öffentliche oder private Interessen die Geheimhaltung erfordern (Art. 27 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Ein wesentliches öffentliches Interesse an der Einschränkung des Akteneinsichtsrechts wird im Bereich der B-5115/2022 Seite 10 Medizinalprüfungen in Art. 56 MedBG spezialgesetzlich statuiert , wonach zur Sicherstellung der Geheimhaltung der Prüfungsfragen in Medizinalprü- fungen die Herausgabe der Prüfungsunterlagen verweigert, die Herstel- lung von Kopien oder Abschriften verboten und die Dauer der Einsic ht- nahme beschränkt werden kann . Nach ständiger Praxis des Bu ndesver- waltungsgerichts sind im Zusammenhang mit Medizinalprüfungen folgende Einschränkungen des Akteneinsichtsrechts zulässig: keine Abgabe von Originalen/Kopien, nur handschriftliche und zusammenfassende Notizen, kein Abschreiben/Auf zeichnen von ganzen Fragen/Aufgabenstellun- gen/Bewertungskriterien, zeitliche Beschränkung von drei Minuten pro Sta- tion sowie Verbot der Weitergabe der im Rahmen der Akteneinsicht erlang- ten Kenntnisse an Dritte unter Androhung von Strafe gemäss Art. 292 StGB (vgl. Zwischenverfügung im vorliegenden Beschwerdeverfahren vom 7. Februar 2023 S. 3 f. sowie Zwischenverfügung des Bundesverwaltungs- gerichts B-5606/2020 vom 19. November 2020 S. 3 [betreffend den Be- schwerdeführer] und Urteil des BVGer B-6361/2017 vom 10. Juli 2018 E. 3.2.2 f., je m.w.H.). Die Vorgaben der MEBEKO, welche unter anderem auch Informationen zur Einsicht in die Unterlagen der eidgenössischen Prüfung bei einem Misserfolg enthalten, sehen sodann vor, dass das mit den Anmerkungen/Korrekturen der Examinatoren/Examinatorinnen verse- hene Protokoll über die Herstellung des Präparates eingesehen werden kann, der Kandidat/die Kandidatin eine kurze mündliche Information über die Leistung erhält und die für die Einsichtnahme gewährte Zeit auf maxi- mal 20 Minuten beschränkt wird (Vorgaben MEBEKO, Ziff. 8.3). 5.3 Die Vorinstanz führt aus, dem Beschwerdeführer am 4. November 2022 Akteneinsicht in seine Prüfungsunterlagen gewährt zu haben, na- mentlich in die Aufgabenstellungen A und B, das Fertigungsprotokoll zur Aufgabe A sowie in alle von ihm erstellten Notizen. Zudem habe er auf allen von ihm erstellten Dokumenten die angebrachten Bemerkungen der Exa- minierenden einsehen können und eine kurze mündliche Rückm eldung über seine Leistung erhalten (Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). Kopien seien ihm keine abgegeben worden. Die gewährte Akteneinsicht habe es dem Beschwerdeführer erlaubt, die Kontrolle der Beurteilung sei- ner Prüfungsleistung vorzunehmen und damit die vollständige Begründung seiner Vorbringen in Bezug auf das Nichtbestehen der Prüfung anzuferti- gen (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 4). Die Einsicht in die Bewertungsunterlagen, namentlich d ie Bewertungsschemata sowie die Notizen d er Examinierenden, sei ihm korrekterweise nicht gestattet worden (Vernehmlassung vom 3. Januar 2023, S. 4). Diese Unterlagen ge- hörten nicht zu den (einsehbaren) Prüfungsunterlagen, sondern zu den B-5115/2022 Seite 11 internen Akten der Prüfungskommission und dienten der intern en Mei- nungsbildung. Eine Offenlegung würde bei diesen Unterlagen einerseits die Gewichtung der einzelnen Teilaufgaben und andererseits die Notizen bzw. Kommentare der Expertinnen und Experten preisgeben. Auch die Kontrollblätter zu den Aufgaben A und B, die Notizblätter des Examinators sowie die sich in den Akten befindliche Fotografie gehörten nicht zu den Prüfungsunterlagen, sondern den internen Akten . Die teilweise mit Kom- mentaren der Expertinnen und Experten versehenen Blätter dienten nur der internen Meinungsbildung sowie der internen Dokumentation der Be- wertung (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 5). 5.4 Soweit der Beschwerdeführer rügt, keine Einsicht in die Checklisten (Bewertungsschemata) sowie in die Notizen beider Examinatoren über seine Prüfung erhalten zu haben (vgl. Beschwerde, S. 2), ist entsprechend der dargelegten Rechtsprechung Folgendes festzuhalten: Die Handnotizen der Examinatorinnen und Examinatoren dienten der Meinungsbildung hin- sichtlich der Prüfungsbeurteilung. Sie sind praxisgemäss als verwaltungs- intern zu qualifizieren und unterliegen nicht der Akteneinsicht. Bei den Bewertungsschemata der Aufgaben A und B und den Kontrollblät- tern ist davon auszugehen, dass die verweigerte Einsicht von der gesetz- lich umschriebenen Einschränkungsbefugnis gedeckt ist, weil diese Unter- lagen massgebliche Rückschlüsse auf die gestellten Aufgaben und deren Gewichtung zulassen. Damit liegt ein wesentliches öffentliches Interesse – die Sicherstellung der Geheimhaltung der Prüfungsfragen in Medizinalprü- fungen (vgl. Art. 56 MedBG) – vor, das eine Einschränkung des Aktenein- sichtsrechts rechtfertigt. Im Übrigen dienen diese (zum Teil mit Kommenta- ren der Expertinnen und Experten versehenen ) Blätter gemäss den Aus- führungen der Vorinstanz nur der internen Meinungsbildung sowie der in- ternen Dokumentation der Bewertung. Nach Abschluss der Prüfung w ür- den die Unterlagen aller Kandidatinnen un d Kandidaten von zwei Exami- natorinnen oder Examinatoren unabhängig beurteilt. Bei schlechten Leis- tungen würden die gesammelten Unterlagen im ganzen Expertengremium nochmals diskutiert und letztendlich bewertet. Beispielsweise bei den Her- stellungsprüfungen gäbe es nicht nur ein e richtige Lösung, sondern es werde die Gesamtheit der Leistung bewertet. Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer folglich zu Recht keine Akten- einsicht in die Dokumente gewährt und es liegt keine Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht vor. Aus denselben Gründen musste im Übrigen bereits das im vorliegenden Verfahren gestellte Akteneinsichtsgesuch des B-5115/2022 Seite 12 Beschwerdeführers in unter anderem eben diese Unterlagen abgewiesen werden (vgl. Zwischenverfügung vom 7. Februar 2023; vorstehend Sach- verhalt Bst. f). 6. 6.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, anlässlich de r Prüfungsein- sicht vom 4. November 2022 festgestellt zu haben, dass die Teillösung ei- ner Aufgabe, welche er einem der beiden Examinatoren abgegeben habe, nicht mehr aufzufinden gewesen sei. Derselbe Examinator habe Prüfungs- unterlagen vernichtet (Beschwerde, S. 2). Konkret handle es sich um eine Teillösung der Aufgabe A, die Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosie- rung, sowie die Monographien zur Aufgabe A (Beschwerdeergänzung, S. 4). Die Berechnung habe er auf einem separaten Blatt Papier komplett durchgeführt und zum Prüfungsende mitabgegeben, jedoch vergessen, diese als Freigabekriterium anzugeben (Replik, S. 4). Bei den Monogra- phien zur Aufgabe A handle es sich um unerlässliche, u.a. chemisch-phy- sikalische Informationen über den Hauptwirkstoff des herzustellenden Me- dikaments (Beschwerdeergänzung, S. 4). Sie seien also keineswegs blosse Hilfsmittel, sondern unerlässliche Prüfungsbestandteil e, ohne wel- che bei der Herstellung gravierende Produktfehler resultierten (Replik, S. 4). Anlässlich der Prüfungseinsicht habe er beim Examinator nach den fehlenden Prüfungsunterlagen gefragt, aber keine aufklärende Antwort er- halten (Beschwerdeergänzung, S. 4). Da gemäss Art. 21 Prüfungsverord- nung MedBG alle Prüfungsunterlagen während zwei Jahren aufbewahrt werden müssten, verstosse die Prüfungskommission damit gegen eigene Regeln und "allgemein gegen die Aufbewahrungspflicht in der Schweiz " (Beschwerdeergänzung, S. 4 f.). In seiner Replik beantragt er die Anord- nung eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens zur Frage der Rele- vanz der Pharmakopöe-Monographien, dazu, ob diese vernichtet werden dürften, und zur Ermittlung des Prüfungsresultats unter der Annahme einer vollständig korrekten Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung durch ihn (Replik, S. 4 f.). 6.2 Die Vorinstanz führt aus, bei Prüfungsende würden sämtliche Prü- fungsunterlagen (Aufgabenstellungen, Fertigungsprotokoll und -notizen) inkl. der hergestellten Produkte eingesammelt und pro Kandidatin/Kandidat aufbewahrt. Die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel, welche nicht zu den Prüfungsunterlagen gehörten, würden dagegen nach der Prüfung vernich- tet. Dem Beschwerdeführer sei im Rahmen der Einzelprüfung 2 die offizi- elle Pharmakopöe-Monographie abgegeben worden. Dieses Hilfsmittel sei nach der Prüfung wieder aussortiert und entsorgt worden. Die Aufgabe A B-5115/2022 Seite 13 umfasse die praktisch durchzuführenden Arbeiten Arzneimittelherstellung und Protokollierung, Einstellen der Isotonie, Berechnung des ALT-Preises sowie Festlegen des Verfalldatums und der Aufbrauchfrist ( Vernehmlas- sung vom 3. Januar 2023, S. 4 f. mit Verweis auf Vorakten, S. 1; Vernehm- lassung vom 1. Mai 2023, S. 5 f. ). Aus dem Fertigungsprotokoll und den dort protokollierten Tätigkeiten sowie den Notizen sei ersichtlich, dass sämtliche Prüfungsunterlagen vollständig vorhanden seien ( Vernehmlas- sung vom 3. Januar 2023, S. 5; Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6 mit Verweis auf Vorakten, S. 1-14). Die vom Beschwerdeführer angeblich durchgeführte Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung sei insbe- sondere bei einzeldosierten Arzneiformen ein Freigabekriterium. Im Um- kehrschluss sei der Pharmakopöe-Monographie aber zu entnehmen, dass diese Prüfung bei der Herstellung von Nasentropfen in Mehrd osisbehält- nissen, wie es an der Prüfung verlangt worden sei, nicht verlangt werde. Die Durchführung einer solchen Berechnung würde wenig Sinn ergeben, da der Prüfende die Dosis durch die Applikation eines oder mehrerer ap- plizierter Tropfen selbst bestimme, da eine exakte Dosierung bei Nasen- tropfen nicht möglich sei. Wenn der Beschwerdeführer tatsächlich eine sol- che Berechnung durchgeführt hätte, wäre die Durchführung der Berech- nung aus den Notizen des Experten ersichtlich geworden, weil dabei auf einer Analysewaage zehnmal das Gewicht einer Dosis bestimmt worden wäre. Ebenso hätte der Beschwerdeführer die Höhe der Dosis auf der Rückseite der Patientenetikette vermerken müssen. Sofern er die Gleich- förmigkeit der Dosierung als relevantes Freigabekriterium eingestuft hätte, hätte er dies bei der Prüfung (inkl. der Spezifikationen) vermerken müssen. Aus seinem Fertigungsprotokoll zur Aufgabe A könne jedoch kein Hinweis darauf entnommen werden, dass er die Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung durchgeführt habe (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6; Vorakten, S. 3). Selbst wenn der Beschwerdeführer die Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung indes durchgeführt hätte, wäre diese nicht in die Bewertung eingeflossen, da diese Prüfung weder verlangt worden noch sinnvoll gewesen wäre (Vernehmlassung vom 1. Mai, S. 6). Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass keine Prüfungsunter- lagen vernichtet worden seien. Dass eine Berechnung der Gleichförmigkeit der Dosierung durchgeführt worden sei, gehe weder aus den Prüfungsun- terlagen noch den Notizen der Experten hervor; dies hätte das Prüfungs- resultat aber ohnehin nicht zu beeinflussen vermocht (Vernehmlassung vom 1. Mai, S. 6). B-5115/2022 Seite 14 6.3 Es ist nicht die Vorinstanz, der eine Beweislast dafür obliegt, dass der Ablauf der Prüfung und das Vorgehen bei der Bewertung korrekt vonstat- tenging, sondern es obliegt dem Beschwerdeführer, den Nachweis für all- fällige Verfahrensfehler oder dafür zu erbringen, dass seine Lösung der Prüfung korrekt und die Bewertung durch die Experten daher rechtsfehler- haft sei (vgl. E. 2.2 f. vorstehend). Wie die Vorinstanz ausführt, ergeben sich aus dem Fertigungsprotokoll zu Aufgabe A (Vorakten, S. 2-3) keine Hinweise auf eine durchgeführte Prü- fung der Gleichförmigkeit der Dos ierung. Auch den Handnotizen des Ex- perten zu den einzelnen Arbeitsschritten des Beschwerdeführers – chrono- logisch strukturiert und detailliert (Vorakten, Zeitprotokoll und Notizen des Examinators zur gesamten Prüfung des Beschwerdeführers, S. 24-26) – lassen sich ebenso wenig wie den Fertigungsnotizen des Beschwerdefüh- rers zur Aufgabe A (Vorakten, S. 4-11) entsprechende Hinweise entneh- men. Aus den Ausführungen der Vorinstanz ergibt sich sodann, dass die Prüfung der Gleichförmigkeit der Dosierung bei Nasentropfen in Mehrdo- sisbehältern, welche an der Prüfung herzustellen waren, nicht verlangt werde (vgl. Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, Pharmakopöe -Monogra- phie zu Nasentropen und flüssigen Nasensprays, Beilage 3) . Das pau- schale Vorbringen des Beschwerdeführers, die Prüfung der Gleichförmig- keit der Dosierung sei wichtig für die Lösung der Aufgabe , vermag daran nichts zu ändern. Insgesamt finden sich keine Hinweise darauf, dass Teile der Prüfungslö- sungen des Beschwerdeführers vernichtet worden oder abhandengekom- men wären. Es ist daher davon auszugehen, dass sämtliche Prüfungsun- terlagen (Aufgabenstellungen, Fertigungsprotokolle und -notizen) inkl. der hergestellten Produkte eingesammelt und ordnungsgemäss aufbewahrt wurden. Dass hingegen das abgegebene Hilfsmittel, die Pharmakopöe- Monographie, nach der Prüfung vernichtet wurde, ist nicht zu beanstanden, zumal es sich dabei nicht um eine Prüfungsunterlage handelt. Selbst wenn aber der Beschwerdeführer, wie von ihm geltend gemacht, die Prüfung der Gleichförmigkeit der Dosierung vorgenommen hätte und diesbezügliche Unterlagen fälschlicherweise entfernt worden sein sollten, worauf keine Hinweise vorliegen, hätte dies jedenfalls keine Auswirkung auf das Prü- fungsresultat gehabt, da eine solche Prüfung gerade nicht erforderlich ge- wesen wäre. Mit anderen Worten würde ein allfälliges Fehlen dieser Prü- fung keinen rechtserheblichen Mangel darstellen, welcher das Prüfungser- gebnis entscheidend beeinflussen könnte. B-5115/2022 Seite 15 Die Rüge des Beschwerdeführers erweist sich damit als unbegründet. Ent- sprechend braucht auch auf dessen Antrag auf Anordnung eines gerichtli- chen Sachverständigengutachtens nicht näher eingegangen zu werden. 7. 7.1 Der Beschwerdeführer bringt schliesslich vor, die Vorinstanz habe den Examinatoren A._______ eingesetzt, dessen ausschliessliche Aufgabe es gewesen sei, ihn ununterbrochen zu beobachten, ihm zu folgen und seine Beobachtungen zu notieren (Beschwerdeergänzung, S. 3; Replik, S. 3) . Damit habe sie gegen den Grundsatz von Treu und Glauben und gegen das Gebot der Gleichbehandlung verstossen. So habe er im März 2022 bei der Prüfungskommission ein Gesuch um Nachteilsausgleich gestellt und dabei ausschliesslich eine Verlängerung der Prüfungszeit beantragt ge- habt. Die Prüfungskommission habe das Gesuch mit Entscheid vom 25. Juli 2022 gutgeheissen und dabei einige organisatorische Anpassungs- massnahmen angeordnet. Er sei aber nicht über das Einsetzen des Exa- minators A._______ eigens zwecks seiner Beobachtung informiert worden. Damit sei ihm sein Recht genommen worden, sich in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren dagegen zu wehren (Beschwerdeergänzung, S. 2 f.; Replik S. 3). Weiter verstosse es gegen den Grundsatz von Treu und Glau- ben, dass die Vorinstanz die Massnahme trotz dem Arztzeugnis ergriffen habe, das er seinem Gesuch um Nachteilsausgleich beigelegt habe und worin auf motorische Blockaden bei Hektik aufmerksam gemacht worden sei, und sie die Massnahme ausschliesslich zu ihrem eigenen Schutz vor allfälligem später anfallendem administrativen Aufwand ergriffen habe (Be- schwerdeergänzung, S. 3; Replik, S. 3). Das Verhalten des Beobachters habe bei ihm Irritation und Verunsicherung ausgelöst. Dabei sei es der Vor- instanz gleichgültig gewesen, welche Belastungen, Blockaden und sons- tige Unannehmlichkeiten er erleiden würde (Replik, S. 3). Das Gebot der Gleichbehandlung sei verletzt worden, da ihm im Gegen- satz zu allen anderen Kandidatinnen und Kandidaten extra ein ständiger Beobachter zugewiesen worden sei, welcher ihm überallhin (auch auf die Toilette) gefolgt sei und alles bis aufs kleinste Detail beobachtet und notiert habe, so etwa auch, dass er während seiner Laborarbeit die Hände (in Handschuhen) an seinem weissen Laborkittel geputzt habe (Beschwerde- ergänzung, S. 3). Zuständig für die Beaufsichtigung einer weiteren Prü- fungskandidatin, welcher ebenfalls ein Nachteilsausgleich gewährt worden sei, sei der Hauptexaminator gewesen, welcher zwischen dem grossen La- bor mit ca. 16 Prüfungskandidatinnen und -kandidaten und dem kleinen Labor mit der besagten Kandidatin und dem Beschwerdeführer hin - und B-5115/2022 Seite 16 hergegangen sei (Replik, S. 3 ). Sodann seien drei komplette Seiten (die Seiten 24-26 der vorinstanzlichen Akten) über ihn angefertigt worden, was er sich bei keinem anderen Kandidaten vorstellen könne (Beschwerdeer- gänzung, S. 3). 7.2 Die Vorinstanz führt dazu aus, der Beschwerdeführer habe für die Ein- zelprüfung Galenik als Ausgleichsmassnahme 50 % mehr Prüfungszeit be- antragt, was ihm bewilligt worden sei (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S.4 sowie Entscheid der MEBEKO, Ressort Ausbildung, vom 25. Juli 2022 [Beilage 2]). Allen Kandidatinnen und Kandidaten, welchen ein Nachteils - ausgleich im Sinne einer Verlängerung der Prüfungszeit zugestanden wor- den sei, hätten ein separates Labor zugewiesen erhalten (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 4). Der Examinator habe auch deshalb möglichst de- taillierte Notizen über den Beschwerdeführer (vgl. Vorakten, S. 24-26) an- gefertigt, da dieser bereits in den Vorjahren Beschwerden im Zusammen- hang mit seiner eidgenössischen Prüfung geführt habe und die dortigen Einwände jeweils mittels hohen administrativen Aufwands hätten widerlegt werden müssen (ergänzende Stellungnahme vom 31. Januar 2023, S. 5). Daneben habe er auch zur Aufgabe gehabt, die andere Person zu überwa- chen und für einen reibungslosen Prüfungsverlauf zu sorgen. Der Be- schwerdeführer verkenne, dass die organisatorischen Massnahmen der Expertinnen und Experten zur Überwachung der Prüfungsleistung in ke i- nem direkten Zusammenhang mit seinem Gesuch um Nachteilsausgleich stünden. Deren Organisation sei eine interne Angelegenheit und für die Kandidatinnen und Kandidaten irrelevant, insbesondere dann, wenn dar- aus für sie kein Nachteil abzuleiten sei (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 4 f.). Im Labor der restlichen Kandidatinnen und Kandidaten habe ein Experte bzw. eine Expertin jeweils zwischen zwei bis vier Personen zu beaufsichti- gen gehabt. Demzufolge hätten die Expertinnen und Experten überall eine vergleichbare Gruppengrösse zu überwachen gehabt. Es seien alle Kandi- datinnen und Kandidaten bei einem Toilettengang bis vor das WC begleitet worden. Das hervorgebrachte Beispiel bezüglich der Verwendung von Handschuhen stamme nicht von spezifischen Notizen, sondern vom Kon- trollblatt zur Aufgabe A, welches für alle Kandidatinnen und Kandidaten ausgefüllt worden sei und wo die Aspekte der Hygiene beurteilt w orden seien (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 5; Vorakten, S. 17). Schliess- lich liege es in der Natur der S ache, dass bei einer Prüfung verschiedene Experten anwesend seien und sich Notizen machten. Aus diesen sei an keiner Stelle ersichtlich, dass es überhaupt zu Hektik oder B-5115/2022 Seite 17 Schreckmomenten gekommen wäre, welche dann zu einer Blockade ge- führt hätten. Zusammengefasst sei weder der Beschwerdeführer ungleich behandelt worden noch sei es zu einem Verstoss gegen Treu und Glauben gekommen (Vernehmlassung vom 1. Mai 2023, S. 6). 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 12a Prüfungsverordnung MedBG können Menschen mit Behinderungen bei der MEBEKO, Ressort Ausbildung, ein Gesuch um Nachteilsausgleich stellen. Die MEBEKO legt in ihren Richtlinien nach Art. 5a Bst. b die Details des Gesuchsverfahrens fest ( Abs. 1). Die ME- BEKO, Ressort Ausbildung, bestimmt auf Vorschlag der Prüfungskommis- sion diejenigen Anpassungsmassnahmen, die zum Ausgleich des behinde- rungsbedingten Nachteils geeignet sind. Die Anpassungsmassnahmen dürfen keine Herabsetzung der Prüfungsanforderungen darstellen und müssen sich mit verhältnismässigem Aufwand realisieren lassen (Abs. 2). Diese Bestimmung trägt dem in der Verfassung und im Behindertengleich- stellungsgesetz vom 13. Dezember 2002 (BehiG, SR 151.3 ) verankerten Anspruch von Menschen mit Behinderungen auf Ausgleich des behinder- tenbedingten Nachteils Rechnung (vgl. Erläuterungen des BAG vom Feb- ruar 2017 zur Revision der Prüfungsverordnung MedBG, zu Art. 12a). Die Vorgaben der MEBEKO halten in Ziff. 7 fest, dass Menschen mit Behinde- rungen (Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder der psy- chisch/seelischen Fähigkeiten) die eidgenössischen Prüfungen der univer- sitären Medizinalberufe möglichst mit derselben Aussicht auf Erfolg absol- vieren können sollen wie nicht behinderte Kandidatinnen und Kandidaten. Anpassungsmassnahmen zum Ausgleich des behindertenbedingten Nach- teils zielen darauf ab, diese Nachteile durch organisatorische und/oder ver- fahrensmässige Massnahmen (beispielsweise mehr Zeit zur Verfügung stellen, Beizug von Hilfsmitteln oder Hilfspersonen, usw.) auszugleichen. Die Massnahmen dürfen jedoch keine über den Nachteilsausgleich hinaus- gehende Besserstellung der behinderten Person gegenüber den anderen Kandidatinnen und Kandidaten zur Folge haben und müssen sich mit ei- nem verhältnismässigen Aufwand realisieren lassen. Menschen mit Behin- derungen müssen alle fachlichen Anforderungen der Prüfung in gleicher Weise erfüllen wie nicht behinderte Kandidatinnen und Kandidaten. 7.3.2 Der in Art. 5 Abs. 3 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben gebietet ein loyales und vertrauenswürdiges Ve rhalten im Rechtsverkehr. Im Verwaltungsrecht wirkt sich dieser Grundsatz zunächst in Form des so- genannten Vertrauensschutzes aus, d.h. er verleiht den Privaten Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in behördliche Zusicherungen oder B-5115/2022 Seite 18 in anderes, bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörde geschützt zu werden (vgl. Art. 9 BV). Weiter verbietet es der Grundsatz von Treu und Glauben in Form des Verbots widersprüchlichen Verhaltens und des Verbots des Rechtsmissbrauchs sowohl den staatlichen Behörden wie auch den Privaten, sich in ihren öffentlich-rechtlichen Rechtsbeziehungen widersprüchlich oder rechtsmissbräuchlich zu verhalten (vgl. BGE 146 I 105 E. 5.1.1; 143 V 341 E. 5.2.1 m.w.H.; 142 IV 286 E. 1.6.2). Wider- sprüchlichkeit kann einerseits auf der Unvereinbarkeit zweier Verhaltens- weisen und andererseits auf dem Verbot, begründete Erwartungen eines anderen zu enttäuschen, beruhen (BGE 143 V 66 E. 4.3; vgl. zum Ganzen auch Urteil des BVGer A-4940/2020 vom 22. Juni 2022 E. 1.7). 7.3.3 Gemäss dem in Art. 8 Abs. 1 BV verankerten Anspruch auf Gleichbe- handlung ist Gleiches nach Massg abe seiner Gleichheit gleich zu behan- deln, umgekehrt aber auch bestehenden Ungleichheiten durch rechtlich differenzierte Behandlung Rechnung zu tragen. Der Anspruch auf rechts- gleiche Behandlung wird namentlich verletzt, wenn hinsichtlich einer ent- scheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen wer- den, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die auf- grund der Verhältnisse hätten getroffen werden mü ssen (BGE 141 I 153 E. 5.1; 140 I 77 E. 5.1; Urteil des BVGer A -258/2016 vom 8. November 2016 E. 4.2 m.w.H.). Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung schliesst den Anspruch auf rechtsgleiche Prüfungsbedingungen im Prüfungsverfah- ren ein. Dies betrifft bei schriftlichen Prüfungen einerseits deren Durchfüh- rung und Bewertung, erstreckt sich aber auch auf den Verfahrensablauf vor und nach der eigentlichen Prüfung, wie beispielsweise die Abgabe prü- fungsunterstützender Informationen oder die Einsichtnahme in die a bge- legte Prüfung (vgl. Urteil des BVGer A -2496/2009 vom 11. Januar 2010 E. 4.2 m.w.H.). Im Prüfungswesen ist die Rechtsgleichheit in der Regel durch möglichst gleiche äussere Prüfungsbedingungen für alle Teilneh- menden zu gewährleisten. Faktische Ungleichheiten durch persönliche Be- lastungen, die gesundheitlich, finanziell oder auch zeitlich bedingt sein kön- nen, vermögen grundsätzlich keine besondere Rücksichtnahme zu be- gründen und sind der Risikosphäre der einzelnen Prüfungskandidatin und des einzelnen Prüfungskandidaten zuzurechnen. Wollte man solche in je- dem Einzelfall berücksichtigen, würde dies die Institutionen vor kaum über- windbare praktische Schwierigkeiten stellen. Überdies würden dadurch im Verhältnis zu anderen Kandidierenden neue Ungerechtigkeiten geschaf- fen. Aus diesen Gründen drängt sich eine strikte formale Gleichbehandlung B-5115/2022 Seite 19 von Prüfungskandidatinnen und -kandidaten auf (Urteil A-258/2016 E. 4.3 m.H.). Verstösse gegen das Rechtsgleichheitsgebot sind, wie auch übrige Verfah- rensmängel, nur dann rech tserheblich, wenn sie in kausaler Weise das Prüfungsergebnis eines Kandidaten entscheidend beeinflussen können oder beeinflusst haben (vgl. E. 2.3). 7.4 7.4.1 Den Ausführungen des Beschwerdeführers lässt sich sinngemäss entnehmen, er habe angesichts der im Entscheid vom 25. Juli 2022 über sein Gesuch um Nachteilsausgleich angeordneten Massnahmen nicht da- mit rechnen müssen, derart engmaschig beobachtet zu werden, ansonsten er sein Gesuch zurückgezogen hätte. Die Vorinstanz hatte in diesem Ent- scheid bezüglich der praktischen Prüfung "Arzneimittelherstellung in klei- nen Mengen (Galenik)" das Gesuch insofern gutgeheissen, als sie die Prü- fungszeit um 50 % von 3 auf 4.5 Stunden verlängerte. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, dass ihm ein separates Labor zugewiesen werde (vgl. Entscheiddispositiv Ziff. 2.1). Den Erwägungen ist zudem Folgendes zu entnehmen (vgl. E. 7.a): "In das kleine Labor, wel- ches von Examinierenden genutzt wird, können überdies andere Kandida- tinnen und Kandidaten zugeteilt werden und das Labor ist gleichzeitig das Expertenlabor. Die genauen Modalitäten der Prüfungsorganisation müssen allenfalls anhand der Entwicklung der Situation des Corona-Virus kurzfris- tig angepasst werden. Es ist damit zu rechnen, dass aus logistischen Grün- den (insbesondere der für die Bearbeitung der Aufgabenstellungen not- wendigen Gerätschaften) für ihn die Auswahl der Lose eingeschränkt wer- den muss. De m Gesuchsteller wird im Extralabor keine vollständige, ei- gene Infrastruktur zur Verfügung stehen. Er muss somit wie die anderen Kandidatinnen und Kandidaten bestimmte Geräte wie z.B. Waagen im grossen Labor (wo die grösste Kohorte Kandidatinnen / Kandidaten geprüft wird), benutzen bzw. dort Substanzen, Hilfsmittel etc. selber (das heisst ohne Beizug von Hilfspersonen) holen. Dabei hat er zu berücksichtigen, dass im grossen Labor ab 11:45 Uhr abgewaschen wird (für die Bereitstel- lung des Labors für die Nachmi ttagskohorte) und er daher seine prakti- schen Arbeiten so einzuteilen hat, dass möglichst wenig Arbeit im grossen Labor ab 11:45 Uhr zu verrichten ist. Bei der Auswahl der Prüfungsaufgabe wird die Examinatorin / der Examinator darauf Einfluss nehmen, dass d ie Interaktion im anderen Labor so gering wie möglich ist. Die Türe zwischen dem kleinen und dem grossen Labor kann ab diesem Zeitpunkt geschlos- sen werden, dient aber als wichtiger Durchgang für die Examinatoren." B-5115/2022 Seite 20 Einerseits ist fraglich, inwiefern ein Rüc kzug des Gesuchs nach bereits darüber ergangenem Entscheid möglich gewesen wäre. Andererseits wird vom Beschwerdeführer in keiner Weise konkretisiert, inwiefern der Um- stand, dass er durch den Examinator beobachtet worden sei, zu Hektik ge- führt habe und dies bei ihm motorische Blockaden ausgelöst haben könnte. Auch aus den Akten gehen keine Hinweise hierauf hervor. Ohnehin werden Prüfungen regelmässig beaufsichtigt – ob dies nun im Zusammenhang mit der Gewährung eines Nachteilsausgleichs ausdrücklich erwähnt wird oder nicht – und ist ein entsprechendes Beobachten unumgänglich. Auch ist dem Beschwerdeführer nicht zu folgen, wenn er vorbringt, ihm sei durch die unterlassene vorgängige verfügungsweise Anordnung der separaten Beobachtung und Protokollierung sein Recht genommen worden, sich in einem allfälligen Rechtsmittelverfahren dagegen zu wehren, rügt er dies doch gerade im vorliegenden Beschwerdeverfahren . Es ist nicht ersicht- lich, inwiefern dadurch der Grundsatz von Treu und Glauben verletzt wor- den sein könn te. Das Gleiche gilt für den – durch die Vorinstanz nicht in Abrede gestellten – Vorwurf, diese habe zum eigenen Schutz vor administ- rativem Aufwand detaillierte Notizen über ihn angefertigt. So gehört es letztlich auch zu ihren Aufgaben, im Falle eines Rechtsmittelverfahrens ih- ren Standpunkt darlegen zu können. Insgesamt ist somit weder geltend gemacht noch ersichtlich, inwiefern aus dem Entscheid der Vorinstanz vom 25. Juli 2022 oder ihrem übrigen Verhalten Zusicherungen abzuleiten wä- ren oder dadurch das V erhalten des Beschwerdeführers beeinflussende Erwartungen begründet, und diese enttäuscht worden wären. Die Tatsa- che, dass der Beschwerdeführer – und eine weitere Kandidatin – die Prü- fung räumlich separat von den übrigen Prüfungskandidaten ablegten, musste dazu führen, dass sie auch separat beaufsichtigt werden. Dafür, dass in diesem Rahmen vonseiten der Vorinstanz rechtsmissbräuchlich gehandelt wurde, finden sich keine Hinweise und ein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben ist nicht auszumachen. 7.4.2 Der Beschwerdeführer befand sich, wie dargelegt, zusammen mit ei- ner weiteren Prüfungskandidatin, welcher ein Nachteilsausgleich gewährt worden ist, in einem separaten Labor. Dies mag eine durchaus sinnvolle Massnahme darstellen und wird als solche vom Beschwerdeführer auch nicht gerügt. Gemäss dessen übereinstimmenden Ausführungen und den- jenigen der Vorinstanz war der Experte A._______ für die Beaufsichtigung im separaten Labor zuständig. Auch die Zuweisung mindestens einer stän- dig anwesenden Expertin bzw. eines Experten pro Labor scheint sachge- recht. Es kann letztlich offenbleiben, ob der Experte auch mit der Beobach- tung und Protokollierung der anderen Prüfungskandidatin betraut war, oder B-5115/2022 Seite 21 ob hierzu, wie der Beschwerdeführer vorbringt, der sich ansonsten im an- deren Labor befindliche Hauptexaminator ab und zu vorbeigekommen ist. Störungen durch dessen Präsenz respektive dessen Hin - und Hergehen zwischen den Laboren macht der Beschwerdeführer gerade nicht geltend, sondern nur eine nicht näher substantiierte Irritation und Verunsicherung durch die Begleitung des Experten bis zur Toilette. Wie die Vorinstanz vom Beschwerdeführer unwidersprochen ausführt, wurde allerdings gerade Letzteres bei allen Kandidatinnen und -kandidaten gleich gehandhabt. Ein allenfalls minimal unterschiedliches Verhältnis von Aufsichtsperson zu be- aufsichtigten Kandidatinnen und Kandidaten in verschiedenen Laboren stellt zudem noch keine Verletzung des Anspruchs auf gleiche Prüfungs- bedingungen dar, zumal hier ein vernünftiger Grund für ein e Abweichung in den geschilderten Verhältnissen zu erblicken ist. Zwar trifft es zu, dass eine Kandidatin respektive ein Kandidat eine Prüfung unter Umständen sollte erbringen können, die eine volle Konzentration auf die gestellten Aufgaben ermöglichen. Störungen und Ablenkungen, welche die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, sind zu vermeiden. Das will jedoch nicht besagen, dass jede geringfügige Störung oder Unterbrechung zum Anlass genommen werden kann, um die Durchführung des Prüfungs- verfahrens in Frage zu stellen. Vielmehr muss die Beeinträchtigu ng so schwerwiegend sein, dass sie nach dem Lauf der Dinge und der allgemei- nen Lebenserfahrung geeignet ist, die Feststellung der Leistungsfähigkeit und des Wissens der Kandidatin respektive des Kandidaten zu verunmög- lichen oder doch wesentlich zu erschwer en (Urteil des BGer 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.3.1). Selbst wenn der Experte A._______ aus- schliesslich für die Beobachtung und Protokollierung des Beschwerdefüh- rers zuständig gewesen sein sollte, ist damit nicht ersichtlich, inwiefern dies in kausaler Weise das Prüfungsergebnis des Beschwerdeführers beein- flusst haben sollte. 7.4.3 Hinzu kommt, dass Verfahrensmängel im Prüfungsablauf, wenn dies nicht unzumutbar erscheint, grundsätzlich sofort vorgebracht werden müs- sen. Rügen wegen derartiger Mängel trotz zumutbarer sofortiger Geltend- machung erst nach Ergehen des negativen Prüfungsbescheids im Rechts- mittelverfahren zu erheben, widerspricht dem Grundsatz von Treu und Glauben (Urteil des BVGer B -4906/2021 vom 17. Oktober 2022 E. 3.8.8 [betreffend den Beschwerdeführer] m.H.). Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern es dem Beschwerdeführer nicht zumutbar gewesen wäre, bereits anlässlich der Prüfung gegen die Beobachtung durch den Experten zu B-5115/2022 Seite 22 opponieren, wenn diese ihn massiv in seiner Konzentration gestört hätte. Die Rüge erweist sich deshalb auch als verspätet. 7.5 Ein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben oder gegen das Gebot der Gleichbehandlung liegt damit nicht vor. 8. Der angefochtene Entscheid vom 5. Oktober 2022 ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 9. Das von der Vorinstanz gestellte Gesuch um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde wird mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsa- che gegenstandslos, womit nicht weiter darauf einzugehen ist. 10. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hätte der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Ihm wurde je- doch mit Zwischenverfügung vo m 24. November 2022 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, weshalb auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). 11. Nach Art. 83 Bst. t BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter diesen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der intellektuellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandi- daten beziehen (BGE 138 II 42 E. 1.1 m.w.H.). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang mit einer Prüfung strittig sind, insbesondere solche or- ganisatorischer oder verfahrensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (BGE 147 I 73 E. 1.2.1 m.w.H.). (Dispositiv nächste Seite) B-5115/2022 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und die Vorinstanz. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Mia Fuchs Pascal Sennhauser B-5115/2022 Seite 24 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bund esgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung überge- ben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An- gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, sowei t sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 12. Juli 2023 B-5115/2022 Seite 25 Zustellung erfolgt an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 535.4-3693; Gerichtsurkunde)