B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2810/2011/wif U r t e i l v o m 1 9 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren … , Sri Lanka, vertreten durch Sarah Lötscher, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. April 2011 / N … . D-2810/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Sri Lanka tamilischer Ethnie aus der Nordprovinz – ersuchte am 22. April 2009 in der Schweiz um Asyl, worauf er vom BFM am 24. April 2009 summarisch befragt und am 11. Mai 2009 einlässlich zu seinen Gesuchsgründen angehört wurde. Dabei führte er zu seinen persönlichen Verhältnissen aus, seine Familie stamme ursprünglich aus einer Ortschaft … (im äussersten Norden der Jaffna-Halbinsel). Im Jahre 1995 seien sie jedoch von dort in s Vanni- Gebiet geflüchtet, da sein Bruder B._______ den Rebellen angehört ha- be. Im Jahre 1998 sei seine Mutter mit ihm und seiner Schwester C._______ nach X._______ umgezogen ( … im Süden der Nordprovinz), wo sein Bruder D._______ eine staatliche Stelle inne gehabt und für sie ein Haus gemietet habe. Sie hätten von da an in der Ortschaft Y ._______ bei X._______ gelebt, wo sie sich ordentlich angemeldet hätten und wo er später auch stimmberechtigt gewesen sei. Sein Vater sei erst im Jahre 2000 aus den Vanni-Gebiet nach X._______ nachgefolgt, wogegen seine Schwester E._______ im Vanni-Gebiet ... geblieben sei. Nach seinem 10. Schuljahr habe er … [eine technische Ausbildung absolviert]. Danach ha- be er eine Stelle bei einer Baufirma gefunden, welche staatliche Aufträ ge ausgeführt habe. Für diese Firma se i er von 2005 bis zirka Oktober 2008 respektive bis Februar 2009 … tätig gewesen. Dabei sei er stets bei sei- nen Eltern in Y ._______ wohnhaft geblieben. Von seinen fünf Geschwis- tern, welche alle älter seien als er, lebten B._______ und E._______ wei- terhin im Vanni-Gebiet ( nördlich von X._______), wogegen D._______ mittlerweile in Z._______ ( … im Westen der Nordprovinz) lebe. C._______ lebe in der Zwischenzeit durch Familiennachzug … [in einem europäischen Staat]. Das älteste Geschwister – sein Bruder F._______ – lebe schliesslich mit seiner Familie in der Schweiz und verfüge hier über eine Aufenthaltsbewilligung. Er habe F._______ im Jahre 2006 besuchen wollen, damals jedoch kein Visum für die Schweiz erhalten. Zur Begründung seines Asylgesuches machte er geltend, er könne nicht mehr in Sri Lanka leben, da er seit einigen Monaten wegen seine s Bru- ders B._______ – welcher bei den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sei – Nachstellungen von Seiten des Militärs u nd namentlich der People's Liberation Organisation of Tamil Eelam (PLOTE) ausgesetzt sei. Diesbezüglich führte er an, er habe bis zum Januar 2009 nie Probleme mit den srila nkischen Behörden gehabt . Vermutlich habe dann aber j e-D-2810/2011 Seite 3 mand der Armee verraten, dass seine Familie während der Zeit des Waf- fenstillstandes – in den Jahren 2002 bis 2006 – immer wieder von B._______ in Y ._______ besucht worden seien. Zu den Besuchen sei es gekommen, da die LTTE damals bei X._______ ein Camp betrieben hät- ten. Zudem seien sie während des Waffenstillstandes auch von der im Vanni-Gebiet leben den Schwester besucht worden. Jedenfalls seien … [Ende] Januar 2009 die Armee und die Polizei bei ihnen erschienen, hä t- ten das Haus durchsucht und sie nach ihren verwandtschaftlichen Bezi e- hungen befragt. Das Militär sei zwar nach zwei Stunden wieder abgez o- gen, … später seien dann aber … Angehörige der PLOTE bei ihnen e r- schienen und hätten sie … zu einer Befragung in das PLOTE-Büro … aufgeboten. Er und seine Mutter seien zusammen dorthin gegangen, worauf ihnen von der PLOTE Verbindungen zu den LTTE vorgehalten worden seien, was sie jedoch bestritten hätten. [Einige Zeit] … später seien erneut Männer der PLOTE bei ihnen zuhause erschienen, wobei diese nun Geld von ihnen gefordert hätten, da sie angeblich die LTTE un- terstützen würden. Die Forderung hätten sie mit der Drohung seiner Ent- führung verbunden, weshalb sich seine Mutter sofort mit seinem Bruder in der Schweiz in Verbindung gesetzt habe. Dieser habe daraufhin Geld ge- schickt, worauf seine Mutter 200'000 Rupien an die PLOTE bezahlt habe. Seine Mutter habe sich danach wieder etwas beruhigt, nachdem sie ihn zuvor noch sofort ausser Landes habe schicken wollen. Dann seien aber in seiner Abwesenheit Leute mit einem "White-Van" bei ihnen zuh ause erschienen und hätten bei seiner Mutter nach ihm gefragt . Nach diesem Ereignis habe er sich bei einer Nachbarin versteckt gehalten, während sich seine Mutter um die Organisation seiner Ausreise bemüht habe. Die Leute mit dem "White-Van" seien am nächsten Tag erneut erschienen, am übernächsten Tag seien er und seine Mutter jedoch bereits nach Colombo abgereist. Zu seiner Reise brachte er vor, er sei im März 2009 – zusammen mit sei- ner Mutter und ausgestattet mit einem Passierschein der Armee, welchen sie nach einigen Mühen erlangt hätten – von X._______ nach Colombo gereist, wo er rund einen Monat geblieben sei. Am 19. April 2009 habe er seine Heimat auf dem Luftweg verlassen, indem er – ausgestattet mit sei- nem Reisepasses und im Besitz eines vom Schlepper organisierten V i- sums – von Colombo über Katar nach Italien gereist sei. Dort habe ihm der Schlepper seinen Pass abgenommen. Danach sei er mit einem Auto in die Schweiz gebracht worden. D-2810/2011 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 14. April 2011 lehnte das BFM das Asylge such des Beschwerdeführers ab und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka an. Im Rahmen der B e- gründung seines Entscheides erklärte das Bundesamt die Vorbringen des Beschwerdeführers als im Wesentlichen unglaubhaft. Den Wegweisungs- vollzug erkannte es sodann als zulässig, unter Berücksichtigung der zw i- schenzeitlichen Lageveränderung in Sri Lanka als zumutbar sowie als möglich. Auf die Begründung im Einzelnen wird – soweit wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer – handelnd durch seine Rechtsvertreterin – mit Eingabe vom 16. Mai 2011 (Poststempel) – Beschwerde, wobei er zur Hauptsache die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges und als Folge davon die Gewährung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragte. Gleichzeitig ersuchte er um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht , sowie um Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Einräumung des Rep- likrechts auf eine allfälligen Stellungnahme der Vorinstanz. Im R ahmen seiner Beschwerdebegründung hielt der Beschwerdeführer an seinen Ge- suchsvorbringen fest, wobei er dem BFM unter anderem eine ungen ü- gende beziehungswiese unangemessene Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhalts vorhielt, was zu unzutreffenden Fe ststellungen über die angebliche Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen geführt habe. Auf die weiteren Beschwerdevorbringen wird – soweit wesentlich – in den nac h- folgenden Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 20. Mai 2011 wurde dem Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten entsprochen und auf das Erheben eines Kostenvorschusses antragsgemäss verzic h- tet. Gleichzeitig wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten . Schlie sslich wurde das BFM unter Zustellung der Akten zum Schriftenwechsel eingeladen. E. In seiner Vernehmlassung vom 24. Mai 2011 hielt das BFM unter Verweis auf seine bisherigen Erwägungen an der angefochtenen Verfügung fest D-2810/2011 Seite 5 und beantragte die Abweisung der Be schwerde. Die vorinstanzliche Ve r- nehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 15. Juni 2011 zur Kenn t- nisnahme zugestellt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei en t- scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz s ucht (vgl. Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 AsylG). 1.3 Auf dem Gebiet des Asyls können mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des recht s- erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Den Akten lässt sich das exakte Datum der Eröffnung der angefochte- nen Verfügung nicht entnehmen , da kein Rückschein der Post vorliegt. Aufgrund der Datierung des angefochtenen Entscheides sowie dem Auf- gabedatum der Beschwerde ist jedoch von einer fristgerechten Eingabe auszugehen (vgl. dazu Art. 108 Abs. 1 AsylG i. V.m. Art. 20 Abs. 1 und 3 VwVG). Nachdem sich die Eingabe im Weiteren als formgerecht erweist (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der Beschwerdeführer legitimiert ist (Art. 48 Abs.1 VwVG), ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Vom Beschwerdeführer wird namentlich geltend gemacht, vom BFM sei der massgebliche Sachverhalt unrichtig respektive ungenügend festg e- stellt worden, was zu unzutreffenden Folgerungen des Bundesamtes be - treffend die angebliche Unglaubhaftigkeit seiner Gesuchsvorbringen g e-D-2810/2011 Seite 6 führt habe. Der Sachverhal t sei damit ungenügend beziehungsweise u n- angemessen im Sinne der Bestimmung von Art. 106 Abs. 1 Bst. b und Bst. c AsylG festgestellt worden. In Zusammenhang mit den diesbezügl i- chen Beschwerdevorbringen ist jedoch festzuhalten, dass der Beschwer- deführer in seinen Ausführungen die Frage der Feststellung des rechtser- heblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der S a- che vermengt. Aufgrund der vorliegenden Akten ist der entscheidrelevan- te Sachverhalt ohne weiteres als vollständig erstellt zu erkennen, weshalb eine Rückweisung der Sache ans BFM zwecks Vornahme weiterer Sac h- verhaltsabklärungen ausser Betracht fällt und das Gericht einen Ent- scheid in der Sache zu fällen hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen uner träglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf ge fälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Im Rahmen der Begründung der angefochtenen Verfügung erklärt das BFM die Gesuchsvorbringen als unglaubhaft, wobei es dem Beschwerde- führer vorab entgegenhält, er habe im Verlauf des erstinstanzlichen Ver- fahrens die behauptete Ereigniskette vom Frühjahr 2009 in wesentlichen Punkten unterschiedlich darge stellt. So habe er beispielsweise erst im Rahmen der einlässlichen Anhörung über mehrere Besuche von Seiten der PLOTE gesprochen und erst bei dieser Gelegenheit die bezahlte Be- stechungssumme genannt. Zudem seien seine Schilderungen auch nicht D-2810/2011 Seite 7 hinreichend substanziiert, zumal er die angeblichen Besuche des Militärs, der PLOTE und der Leute im "White Van" bloss allgemein geschildert be- ziehungsweise ohne Detailreichtum und ohne Realkennzeichen geschil- dert habe. Schliesslich seien seine Vorbringen auch als erfahrungswidrig und unlogisch zu erkennen, zumal nicht nachvollziehbar sei, weshalb er erst im Jahre 2009 wegen seines Bruders hätte behelligt werden sollen. Da er in Y ._______ ordentlich angemeldet gewesen sei, wäre den Behör- den ein Zugriff schon viel früher möglich gewesen. Das jahrelange Desin- teresse an seiner Person lasse darauf schliessen, dass er von den B e- hörden als unbescholtener Bürger betrachtet werde und diese ihn nicht im Umfeld der LTTE angesiedelt hätten. Zudem habe er im März 2009 auf seinem Weg nach Colombo mehrere Kontrollpunkte der srilankischen Ar- mee passieren müssen, was bei einem tatsächlichen Verdacht auf LTTE - Zugehörigkeit kaum möglich gewesen wäre. Unter Berücksichtigung di e- ser Umstände sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszug e- hen, dass von Seiten der srilankischen Behörden nichts gegen den Be- schwerdeführer vorliege. 4.2 Im Rahmen seiner Beschwerdebegründung hält der Beschwerdefüh- rer an seinen Sachverhaltsschilderungen fest, wobei er ergänzend dazu auf eine umfangreiche Liste von Lage und Länderberichten verschiedener Menschenrechtsorganisationen und Hilfswerke zu Sri Lanka verweist. Vor diesem Hintergrund hält er dem BFM – dem wesentlichen Sinnge halt nach – eine mangelhafte Würdigung der rechtserheblichen Sachverhalts- momente entgegen, was zu unzutreffenden Feststellungen über die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen geführt habe. Dabei führt er an, v om Bundesamt werde im Resultat der unerträgliche psychische Druck, unter dem er stehe, sowie die konkrete Bedrohungssituation, in welcher er sich befinde, ignoriert. Gleichzeitig gehe das Bundesamt von einer zu posit i- ven Einschätzung der Lage in seiner Heimat aus. Im Einzelnen erklärt er die vorinstanzlichen Schlüsse betreffend Unterschiede in seinen Vorbrin- gen unter Verweis auf seine Schilderungen sowie den summarischen Charakter der Kurzbefragung als unbegründet, den Vorhalt einer ange b- lich mangelnden Substanziierung unter Verweis auf seine aktenkundigen Detailschilderungen als nicht nachvollziehbar und die vor instanzlichen Ausführungen über Logik und Erfahrungswerte, welche seine n Schilde- rungen angeblich widersprechen würden, als nicht stichhaltig. Richtig sei vielmehr, dass er von den Behörden, der PLOTE und weiteren Personen beschuldigt worden sei, ein LTTE -Mitglied zu sein. Damit sei er in seiner Heimat in höchstem Masse gefährdet, zumal neuere Berichte zu Sri La n- ka gezeigt hätten, dass sich die Situation für die tamilische Bevölkerung D-2810/2011 Seite 8 und insbesondere für mutmassliche LTTE -Sympathisanten seit seiner Ausreise respektive seit Ende des Krieges keineswegs verbessert hätten. Aufgrund der in seiner Heimat weiterhin herrschenden Verhältnisse erfülle er sämtliche Voraussetzungen an die Erteilung einer Asylgewährung, w o- gegen der angefochtene Entscheid mit den massgeblichen asylrechtl i- chen Bestimmungen, dem Willkürverbot sowie den verfahrensrechtlichen Garantien nicht in Einklang zu bringen sei. 5. 5.1 Die Vorinstanz hält dem Beschwerdeführer eine mangelnde Substa n- ziierung seiner Gesuchsvorbringen entgegen, namentlich in Bezug auf die Besuche des Militärs, der PLOTE und der Leute im "White Van". Die- ser Vorhalt überzeugt allerdings nur bedingt. So hat der Beschwerdefüh- rer vorgebracht, Ende Januar 2009 sei es am Wohnort seiner Familie zu einem vom Militär und der Polizei gemeinsam durchgeführten "Round-Up" gekommen, bei welchem ihr Haus durchsucht und sie befragt worden seien. Seine diesbezüglichen Ausführungen sind zwar nicht sehr detail- liert, weisen aber immerhin einige Realkennzeichen auf (vgl. … ). Eben- falls kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschwerdeführer und seine Familie einer Erpressung durch Mitglieder der PLOTE ausgesetzt waren, zumal diese für ein en tsprechendes Vorgehen bekannt sind (vgl. … ). Die Vorinstanz hat dann aber zu Recht festgestellt, dass der Be- schwerdeführer zur Furcht vor einer Entführung durch Personen in einem "weissen Van", zu keinen nachvollziehbaren Schilderungen in der Lage war. Seine diesbezüglichen Ausführungen weisen – wie vom BFM erw o- gen – weder einen hinreichenden Detailreichtum , noch Realkennzeichen auf. Zudem hat sich der Beschwerdeführer in diesem Punkt im Verlauf der Anhörung in Widersprüche verstrickt (vgl. ... ). Vor allem aber können seine Ausführungen namentlich in zeitlicher Hinsicht nicht überzeugen, da nicht nachvollziehbar ist, dass s eine Mutter n ach dem ersten Auftreten der "White Van"-Leute innert kürzester Zeit die gesamte Ausreise des Be- schwerdeführers organisiert haben soll. Mithin darf ausgeschlossen we r- den, dass in nur zwei Tagen von der Mutter ein Schlepper kontaktiert und notwendigerweise auch bezahlt wurde, damit dieser ein Flugticket kaufen konnte, welches dem Militär vorgelegt werden konnte, da nur gegen Vor- lage des Tickets ein Passierschein ausgestellt worden sei (vgl. … ). Gänzlich offen bleibt schliesslich, wann und auf welchem Weg der B e- schwerdeführer sein italienisches Visum erlangt hat. Alle diese Punkte bedingen eine erhebliche Vorbereitungszeit, weshalb auszuschliessen ist, dass er wegen einer angeblichen Vorsprache von "White Van"-Leuten in- nert kürzester Zeit von X._______ nach Colombo abreiste. Im Resultat ist D-2810/2011 Seite 9 vielmehr davon auszugehen, die Ausreise des Beschwerdeführers sei schon längere Zeit geplant worden. 5.2 Nach dem Gesagten ist demnach nicht auszuschliessen, dass es am Wohnort des Beschwerdeführers einmal zu einer Hausdurchsuchung und einer Befragung von Seiten des Militärs und der Polizei kam. Auch ist an- zumerken, dass in dem vom Beschwerdef ührer geltend gemachten Zei t- raum – vor dem Hintergrund der damaligen Verhältnisse in Sri Lanka – das Erpressen von Schutzgeld für die PLOTE eine bekannte Einnahm e- quelle war. Anlass für Schutzgelderpressungen konnte aber bereits sein, dass – wie im Falle des Beschwerdeführers – Verwandte im Ausland leb- ten. Das Bestehen einer landesweiten und intensiven Verfolgung ve r- mochte der Beschwerdeführer jedoch nicht glaubhaft zu machen. Aus e i- ner kurzen Einvernahme durch die Sicherheitsbehörden (diese habe o f- fenbar nu r zwei Stunden gedauert) kann jedenfalls nicht geschlossen werden, dass von dieser Seite ein ernsthaftes Interessen am Beschwe r- deführer und seiner Familie bestand. Der Beschwerdeführer wurde offen- sichtlich von den Behörden nicht als potentielles LTTE -Mitglied eing e- schätzt. Eine ernsthafte Reflexverfolgung allein wegen seines Bruders kann sodann ausgeschlossen werden, zumal ein anderer Bruder offenbar ohne Probleme im Staatsdienst tätig war. Das Desinteresse der Behörden wird auch dadurch bestätigt, dass dem Beschwerdeführer und seiner Mutter Passierscheine nach Colombo ausgestellt und ihnen an den Ko n- trollpunkten offensichtlich keine Schwierigkeiten bereitet wurden. Auch von Seiten der PLOTE vermochte der Beschwerdeführer kein landeswe i- tes Verfolgungsinteresse glaubhaft zu machen. Aufgrund des mangeln- den politischen Profils des Beschwerdeführers hätte er sich vielmehr all- fälligen Erpressungsversuchen ohne weiteres durch eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen können. 5.3 Die Situation im Heimatstaat des Beschwerdeführers hat sich sodann seit seiner Ausreise tendenziell weiter verbessert, weshalb auch vor di e- sem Hintergrund eine Gefahr für den Beschwerdeführer vor ernsthaften Nachteilen im Sinne des Art. 3 AsylG ausgeschlossen werden kann. Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefäh r- dung von Asylsuchenden aus Sri Lanka eine Lageanalyse vor. Es def i- nierte Personenkreise, welche immer noch oder neuerdings einer erhö h- ten Verfolgungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Dazu zählen unter a nde- rem Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen oder gestanden zu haben, ebenso wie Anhänger des Ex -Armeegenerals Sarath Fonseka, Journalis-D-2810/2011 Seite 10 ten und andere in der Medienbranche tätige Person en, international und lokal tätige Vertreter von NGOs, die sich für die Menschenrechte einse t- zen oder Verstösse kritisieren, Opfer und Zeugen von Menschenrecht s- verletzungen sowie Personen, die solche Übergriffe bei den Behörden an- zeigen, abgewiesene Asylbewerber mit Verdacht zu Kontakten zum LTTE-Kader oder Personen, die über beträchtliche finanzielle Mittel verfü- gen (vgl. a.a.O. E. 8). Auch der EGMR hat sich wiederholt mit der Gefähr- dungssituation namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, be fasst (vgl. NA. v. United Kin g- dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht in seiner Einschätzung, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, dass zurückkehrende Tamilen gefährdet sind, sondern eine entsprechende Risikoeinschätzung vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen müsse, aus denen sich insg e- samt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Grün- de für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seine r Festnahme und Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühere Registrierung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE -Mitglied, das Bestehen einer Vo r- strafe oder eines offenen Haftbefeh ls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Geständnisses oder ähnl i- cher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheitskräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE-Finanzmittelbeschaffungs- zentrum gelte, das Fehlen von ID -Papieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE-Mitglied. Gleichzeitig hält der EGMR fest, dass diese einz elnen Faktoren für sich alleine betrachtet möglicherweise kein e Gefahr darstel- len, jedoch bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksichtigung der aktuellen, ge- gebenenfalls erhöhten, Sicherhei tsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden allgemeinen Lage (vgl. T.N. v. Denmark, a.a.O., § 93,° S. 28). Aus den Akten ergibt sich auch unter Berücksichtigung der erwähnten R i- sikofaktoren kein Hinweis darauf, der Beschwerdeführer könnte im Falle der Rückkehr das Interesse der Sicherheitsbehörden auf sich ziehen. Selbst wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer seiner Br ü-D-2810/2011 Seite 11 der bei den LTTE tätig war, lässt sich allein daraus keine Gefährdungss i- tuation ableiten, zumal der Beschwerdeführer im Ze itpunkt der Ausreise gemäss den vorangehenden Ausführungen nicht in den Fokus der Behör- den gelangt war und er darüber hinaus keinerlei Risikoprofil aufweist. Schliesslich leben verschiedene seiner Angehörigen offensichtlich nach wie vor im Heimatstaat, oh ne dass diese wegen des Bruders behelligt worden wären. 5.4 Nach vorstehenden Erwägungen konnte eine flüchtlingsrechtlich rele- vante Gefährdungslage für den Zeitpunkt der Ausreise nicht glaubhaft ge- macht werden und auch für den heutigen Zeitpunkt ist nicht vo n dem Be- schwerdeführer drohenden ernsthaften Nachteilen im Falle der Rückkehr auszugehen. 5.5 Nach dem Gesagten hat das BFM das Asylgesuch des Beschwerd e- führers zu Recht abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde daher zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E.9.2 S. 733 sowie Entscheidungen und Mitteilungen der vorm a- ligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den B e- stimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 7.1 7.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaa t entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit D-2810/2011 Seite 12 aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zu r Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Pe rsonen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK erfüllen. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 1 des Übereinkommens vom 10. Dezember 19 84 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihe i- ten (EMRK, SR 0.101) darf sodann niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder e r- niedrigender Strafe oder Behandlung droht. 7.1.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder gl aubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rüc k- schiebungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vol l- zug der Wegweisung nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Fol- terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Febr u- ar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Wie bereits ausgeführt, gibt es aufgr und des Profils des Beschwerdefü h- rers keinen Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer könnte das Int e- resse der heimatlichen Sicherheitsbehörden oder anderer Gruppierungen auf sich ziehen, womit keine Gefahr einer menschenrechtswidrigen Be- handlung zu erkenn en ist. In dieser Hinsicht vermögen auch seine Hi n- weise auf die allgemeine Situation in Sri Lanka zu keiner anderen Beu r- teilung des Sachverhaltes zu führen. D-2810/2011 Seite 13 7.1.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sin- ne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.2 7.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundes ge- setz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 7.2.2 Im bereits erwähnten Urteil BVGE 2011/24 (Grundsatzurteil) hat das Bundesverwaltungsgericht eine aktuelle Lagebeurteilung vorgenommen, da sich die Lage in Sri Lanka nach dem En de des sri lankischen Bürger- kriegs im Mai 2009 massgeblich verändert hatte. Dabei ist das Bunde s- verwaltungsgericht im Wesentlichen zum Schluss gelangt, dass der Weg- weisungsvollzug nach Sri Lanka – mit Ausnahme des sogenannten "Van- ni-Gebietes" – grundsätzlich zumutbar ist, jedoch im Falle von Personen, welche aus der Nordprovinz stammen und längere Zeit nicht mehr dort ansässig waren, die aktuellen Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären sind (vgl. für die Einschätzung der verschiedenen Landesteil e BVGE 2011/24 E. 13). 7.2.3 Der Beschwerdeführer stammt aus der Nordprovinz, wo er die letz- ten Jahre vor seiner Ausreise aus Sri Lanka im Frühjahr 2009 in der Or t- schaft Y ._______ bei X._______ wohnhaft war. Dieser Ort liegt südlich des sogenannten "Vanni-Gebietes" und befand sich schon Jahre vor der Ausreise des Beschwerdeführers unter Regierungskontrolle. Gleichzeitig ist aufgrund der Akten zu schliessen, der Beschwerdeführer sei dort bes- tens integriert gewesen. Nachdem er in X._______ seine technische Ausbildung absolviert hatte, war er dort mehrere Jahre in vorgesetzter Funktion in der Bauwirtschaft tätig. Da er dort ordentlich bei den Behö r- den angemeldet gewesen sei, habe er auch über das Stimmrecht in X._______ verfügt. Soweit ersichtlich sind auch seine Eltern weiterhin am bisherigen Wohnort ansässig. Diese Umstände sprechen nach der jüng s- ten Praxis zweifelsohne für die Möglichkeit einer Reintegration am bishe- rigen Heimatort und damit für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollz u- ges nach Sri Lanka, zumal der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr D-2810/2011 Seite 14 auch auf die Unterstützung seiner Angehörigen sowohl in der Schweiz (sein Bruder F._______) als auch in Sri Lanka (namentlich sein Bruder D._______) zählen dürfte. 7.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung auch als z u- mutbar zu erkennen. 7.3 Schliesslich ist auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal es dem Beschwerdeführer o b- liegt, bei der Beschaffung von Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 f.). 7.4 Der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka ist damit als zulässig, z u- mutbar und möglich zu erkennen, womit die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme in der Schweiz ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 8. Nach vorstehenden Erwägungen ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Bei diesem A usgang des Verfahrens wären die Kosten desselben dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem je- doch mit Verfügung vom 20. Mai 2011 dem Gesuch um Erlass der Verfah- renskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG entsprochen wurde, ist von einer Kostenauflage abzusehen. (Dispositiv nächste Seite) D-2810/2011 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Dem Beschwerdeführer werden keine Kosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand: