Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 6. Februar 2014 (725 13 185 / 37) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Kausalitätsbeurteilung durch den Kreisarzt der Beschwerdegegnerin genügt den Anfor- derungen an beweiskräftige ärztliche Unterlagen nicht, daher Rückweisung an Be- schwerdegegnerin zur weiteren medizinischen Abklärung Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführerin gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. A.____ arbeitet als Apothekerin bei der Firma B._ ___ AG und ist aufgrund dieses Ar- beitsverhältnisses bei der SUVA obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsun- fällen versichert. Am 16. Juni 2011 wurde sie als Fahrradfahrerin von einem rechtsabbiegenden Personenwagen angefahren und stürzte auf die rechte Kör perhälfte. Dabei zog sie sich Schür- fungen und Kontusionen am rechten Beckenkamm und am re chten Ellbogen sowie eine Kontu- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sion an der rechten Schulter zu. Es folgte eine Arbeit sunfähigkeit von vier Tagen. Wegen der Schulterverletzung wurde ihr eine physiotherapeutische Behandlung verschrieben. Der Behand- lungsabschluss erfolgte am 14. September 2011. Am 3. Oktober 2012 bzw. am 19. November 2012 liess die V ersicherte aufgrund ihrer Schmer- zen in der rechten Schulter einen Rückfall zu diesem U nfallereignis melden. Die SUVA lehnte mit Verfügung vom 14. März 2013 ihre Leistungspflicht f ür die angemeldeten Rückfallbe- schwerden ab. In der Begründung wurde gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung ausgeführt, es bestehe kein rechtserheblicher Kausalzusammenhang zwisch en den heute geklagten Be- schwerden und dem vorgenannten Unfallereignis. Die dag egen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 17. Mai 2013 ab. Der m edizinische Sachverhalt sei umfas- send und rechtsgenüglich abgeklärt worden. Der Kreisarzt habe in Kenntnis aller medizinischen Unterlagen festgestellt, dass die heute noch geklagten B eschwerden der rechten Schulter nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Kausalzus ammenhang zum Unfallereignis vom 6. Juni 2011 stehen würden. B. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 19. Juni 20 13 Beschwerde beim Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht und beantragte die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Verpflichtung der Beschwerd egegnerin, die Behandlungskosten der Schulterbeschwerden zu übernehmen. C. Mit Vernehmlassung vom 31. Juli 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abwei- sung der Beschwerde. D. Mit Eingabe vom 27. September 2013 reichte die Besc hwerdeführerin ärztliche Berichte der ersten Behandlungsperiode ein und führte unter Ve rweis auf diese Berichte aus, dass sie durch den Unfall eine Rotatorenmanschettenläsion erlit ten habe. Sie leide nicht unter einer Engpasssituation. Die Schulterprellung habe eine Imbala nce der Muskulatur in der rechten Schulter ausgelöst, die bis heute nicht wieder vollständi g wiederhergestellt habe werden kön- nen und die vor dem Unfall nicht bestanden habe. E. In ihrer Duplik vom 28. Oktober 2013 hielt die Bes chwerdegegnerin an ihrem Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, fest. Auf die Vorbringen der Parteien in den Schriften un d die eingereichten Akten wird – soweit not- wendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegange n. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Da die Sachurteilsvoraussetzungen allesamt erfüllt si nd, ist auf die Beschwerde einzu- treten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegn erin die Übernahme von weiteren Ver- sicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Unfallerei gnis vom 16. Juni 2011 zu Recht abgelehnt hat. 2.2 Die Beschwerdeführerin führt im Wesentlichen aus, d ass die Beweglichkeit zwar wieder hergestellt sei und durch die zuletzt durchgeführte Ph ysiotherapie die Muskulatur im rechten Arm/Schulterbereich wieder kräftiger geworden sei. Die Muskelpartie unterhalb der rechten Achsel sei aber immer noch verhärtet. Dies sei mit lokale n Schmerzen sowie Beeinträchtigun- gen wie „nicht auf der rechten Seite liegen zu könne n“ verbunden. Sie sei einige Monate nach Abschluss der Physiotherapie wieder zum Arzt gegangen, der eine erneute Therapie veranlasst habe, die sie aber wegen ihrer Schwangerschaft und Ent bindung habe unterbrechen müssen. Da die Schmerzen weiterhin angehalten hätten, habe sie sich einige Monate später wiederum in ärztliche Behandlung begeben. Der Arzt habe eine aktive Physiotherapie kombiniert mit manu- eller Therapie angeordnet, was zu einer deutlichen Be sserung, aber nicht zu einer völligen Ausheilung und Beschwerdefreiheit geführt habe. Die h eute noch bestehenden Schmerzen sei- en in derselben Art unmittelbar nach dem Umfall aufg etreten und hätten sich seither kaum ver- ändert, so dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Un fall und den Schulterbeschwer- den bestehe. 2.3 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpun kt, dass der Kreisarzt in Kenntnis aller medizinischen Unterlagen festgestellt habe, dass di e heute noch geklagten Beschwerden der rechten Schulter nicht mit überwiegender Wahrschein lichkeit in einem Kausalzusammen- hang zum Unfallereignis vom 6. Juni 2011 stehen würden. Die im MRI-Befund als traumatisch bezeichnete Impingement-Auffälligkeit lasse sich bildge bend nicht überwiegend wahrscheinlich als posttraumatisch identifizieren. Die Bezeichnung des Impingements als traumatisch basiere wohl einzig auf der Übernahme der anamnestischen Anga ben der Beschwerdeführerin. Bildge- bend sei nur eine unspezifische Engpasssymptomatik mit Seh nenreizung nachgewiesen, die aber nicht überwiegend wahrscheinlich durch die Prell ung vor zweieinhalb Jahren entstanden sei. Auch zeige dieser altersentsprechende Befund keine Verschlimmerung. Klar unfallbedingte Veränderungen in der rechten Schulter seien nie nachgewiesen worden, namentlich keine Frak- turen oder Rupturen, dafür aber notorischerweise prim är krankhafte und/oder degenerative Veränderungen in Form eines leichten, subakromialen Im pingements mit eingeengtem Subak- romialraum, leichter Tendopathie der distalen Suprasp inatussehne sowie Bursitis. Damit seien die Beschwerden allenfalls erklärbar, würden aber in k einem Kausalzusammenhang mehr zum Unfall stehen, nachdem keine unfallspezifischen struktu rellen Befunde nachgewiesen worden seien. Die festgestellten Veränderungen seien mit Blick auf die medizinische Erfahrung nicht auf das fragliche Unfallereignis zurückzuführen, seien d och solche Befunde nach einer simplen Distorsion oder Kontusion nicht als unfallbedingt zu qua lifizieren. Die unfallbedingten Beein- trächtigungen solch bescheidener Distorsionen oder Kontusionen würden kaum mehrere Mona- te anhalten, insbesondere wenn radiologisch keine str ukturellen Unfallfolgen nachgewiesen worden seien. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfall versicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfo lgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Bes- serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art . 19 Abs.1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilwei se arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses b eträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Anspruch auf eine Invalidenren- te (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist. 3.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen- de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. 3.3 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversichere r nur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen den geltend gemachten Beschwerden u nd der seinerzeit beim versi- cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung bzw. der unfallähnlichen Körperschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. RKUV 19 94 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Ursachen im Sinne des n atürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nich t zur gleichen Zeit eingetreten ge- dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall di e alleinige oder unmittelbare Ursa- che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä digende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusammen mit anderen Bedingungen die körpe rliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer- den kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitlich e Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit weiteren Hinweisen). 3.4 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversich erung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbe stände dar. Bei einem Rückfall han- delt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Ve ränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit be- grifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entspre chend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erne ut geltend gemachten Beschwer- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte nen Gesundheitsschädigung ein natürli- cher und ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. In diesem Zusammenhang gilt es klarzustellen, dass der Unfallversicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 4.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage , über welche die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Geri cht – im Rahmen der ihr obliegenden Be- weiswürdigung zu befinden hat. Dabei hat sie ihren Ent scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. dazu BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiter en Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanford erungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen mögli chen Geschehensabläufen als die wahr- scheinlichste gewürdigt wird (BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a und 208 E. 6b). 4.2 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgrun dsatz beherrscht (Art. 61 lit. c ATSG). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a; 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übr igen schliesst der Untersuchungsgrund- satz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begri ffsnotwendig aus. Im Sozialversiche- rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (U LRICH MEYER -BLASER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [BJM] 1989, S. 32). Diese Beweisre- gel greift Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsat- zes auf dem Weg der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirkli chkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b; ULRICH MEYER -BLASER , a.a.O., S. 32). Bei Vorliegen eines Rückfalles oder von Spätfolgen ist d as Vorliegen eines natürlichen Kausal- zusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall mit dem im Sozialversi- cherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sin d an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei Bewei slosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch einen Un fall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfalle reignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brück ensymptome gegeben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3 mit Hinweis). 4.3 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte (Beurteilun g des Gesundheitszustandes, Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich d er Medizin) ist die rechtsanwen- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht dende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, d ie ihr vorab von Ärztinnen und Ärz- ten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E . 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art . 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Be- weismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Bew eisregeln, sowie umfassend und pflicht- gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicher ungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen un d danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung d es streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial z u würdigen und die Gründe anzuge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere m edizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 5.1 Laut Unfallmeldung vom 22. Juni 2011 wurde die Be schwerdeführerin am 16. Juni 2011 auf dem Velo von einem seitlich abbiegenden Auto angefahren. Beim Sturz sei sie auf die rechte Körperseite gefallen und habe am ganzen Körper Prellungen erlitten. Der erstbehan- delnde Arzt pract. med. C.____, Facharzt für Allgemeinm edizin, vom medizinischen Dienst der Arbeitgeberin hat mit Zeugnis vom 2. August 2011 Kont usionen an der Hüfte rechts, am Ellbo- gen rechts und an der Schulter rechts diagnostiziert. Ein e Fraktur am Ellbogen habe mittels Röntgenaufnahmen ausgeschlossen werden können. Wegen eines posttraumatischen Schulter- impingements rechts finde seit dem 14. Juli 2011 eine p hysiotherapeutische Behandlung statt. In Bezug auf die Schulter sei schon eine deutliche Besser ung eingetreten. Behandlungsab- schluss sei voraussichtlich Ende August 2011. Dr. med. D.___ _, Betriebsärztin der Arbeitgebe- rin, hat den letzten Eintrag der Krankengeschichte vom 14. September 2011 unterzeichnet. Da- rin wird folgendes festgehalten: "Heute letzter Termin , volle Beweglichkeit der rechten Schulter, Wiederholung von Stabilitäts- und Mobilitätsübungen, kann selbständig noch weitergeführt wer- den, um Restgefühl in enggradiger Bewegung zu verbesse rn". In der Folge sind keine weiteren medizinischen oder physiotherapeutischen Behandlungen do kumentiert. Erst am 03. Oktober 2012, also mehr als ein Jahr später, wird von der Beschwerdeführerin ein Rückfall gemeldet. 5.2 Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Neuau fnahme der ärztlichen Behand- lung unter dem Aspekt des Rückfalls beurteilt. Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde geltend, ihre unfallbedingten Beschw erden seien nie vollständig abgeklun- gen. Nachdem der Fall durch die Beschwerdegegnerin nie formal abgeschlossen wurde, stellt sich die Frage, ob die Wiederaufnahme der ärztlichen Be handlung als Weiterbehandlung unter dem Grundfall zu qualifizieren ist. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Ein Rückfall kann nach der Rechtsprechung auch dann vorliegen, wenn keine schriftli- che Mitteilung der Versicherung erfolgt ist, dass der Fal l abgeschlossen werde. Entscheidend ist, ob bei der letzten ärztlichen Behandlung davon a usgegangen werden konnte, dass keine weitere Behandlungsbedürftigkeit auftreten werde. Be i dieser Einschätzung kommt der Art der Verletzung und dem bisherigen Heilungsverlauf eine e ntscheidende Bedeutung zu. Bei einem vergleichsweise harmlosen Unfall mit einem kurzen und günstigen Heilungsverlauf wird eher ein stillschweigender Fallabschluss angenommen als bei einem komplizierten Heilungsverlauf. Hat eine versicherte Person aber auch im leistungsfreien Intervall an den nach dem Unfall aufgetre- tenen Beschwerden gelitten, liegen mit anderen Worten Brückensymptome vor, so ist nicht von einem Abschluss des Grundfalls auszugehen. 5.4 Im vorliegenden Fall wurde der Unfall offensichtli ch formlos abgeschlossen, indem die Beschwerdegegnerin die Rechnungen der ärztlichen Behan dlung und Physiotherapie bezahlt hat. Die Betriebsärztin Dr.D.____ ihrerseits hat die B ehandlung knapp drei Monate nach dem Unfall abgeschlossen, mit der Feststellung, dass die rechte Schulter frei beweglich sei und dass die Beschwerdeführerin die Übungen selbständig weiterf ühren könne, um das Restgefühl in enggradiger Bewegung noch zu verbessern. Damit liegt kla r ein vergleichsweise harmloser Un- fall mit einem relativ kurzen und günstigen Heilungsverl auf vor. Die grundsätzlich freie Beweg- lichkeit in der rechten Schulter liess auch darauf schliess en, dass keine weitere Behandlungs- bedürftigkeit zu erwarten war, so dass ohne weiteres von einem formlosen Abschluss ausge- gangen werden darf. Der Einwand der Beschwerdeführer in, die Beschwerden seien in der Fol- ge nie verschwunden, so dass Brückensymptome vorliegen würde n, kann insofern nicht gehört werden, als es für diese Behauptung echtzeitlich keinerlei Hinweis gibt. Für die Zeit zwischen September 2011 und Oktober 2012 ist weder ein Arztbe such noch eine anderweitige therapeu- tische Bemühung nachgewiesen. Die Beschwerdeführerin m acht zwar in der Beschwerde gel- tend, sie habe nach einigen Monaten Dr. E.____ aufge sucht, der ihr Massagen und Triggerthe- rapien verschrieben habe, eine entsprechende Bestätigung von Dr. E.____ oder auch nur eine Abrechnung der Therapiekosten ist aber nicht eingerei cht worden. Doch selbst wenn davon auszugehen wäre, dass – wie auch in der Rückfallmeldung vermerkt – im Februar 2012 erneut therapeutische Bemühungen unternommen wurden, so ble ibt noch immer ein Intervall von ei- nem halben Jahr, in dem keine Behandlungen nachgewiesen sind, so dass auch das Vorliegen von Brückensymptomen nicht mit dem erforderlichen Beweisgra d der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit erstellt ist. Damit ist als Zwischenergebnis fe stzuhalten, dass die Wiederaufnah- me der ärztlichen Behandlung im Oktober 2012 nicht unte r dem Grundfall, sondern als Rückfall zu behandeln ist, mit der Konsequenz, dass die Beweislast für die Unfallkausalität bei der Be- schwerdeführerin liegt. 6.1 Für die Zeitspanne nach Eingang der Rückfallmeld ung liegen die folgenden medizini- schen Beurteilungen vor: 6.2 In der Schadenmeldung UVG vom 3. Oktober 2012 meld ete die Arbeitgeberin einen Rückfall zum Nichtberufsunfall vom 16. Juni 2011. Es bestünden erneut Beschwerden. Im Früh- jahr 2012 sei Physiotherapie verordnet worden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 In Vertretung von Dr. med. F.____, Chiropraktor S CG/ECU, hält Dr. E.____ im Arzt- zeugnis vom 25. Oktober 2012 fest, dass die Rotation der Halswirbelsäule (HWS) nach rechts eingeschränkt sei. Ausserdem klage die Patientin über ei nen Schulterschmerz rechts bei Rota- tionsbewegungen und Überkopfarbeiten. Ferner bestehe eine Rippenblockade rechts. Als Di- agnose wird ein posttraumatischer Schulterschmerz mit zervikothorakaler Distorsion aufgeführt. Es handle sich um einen Rückfall. Die Unfallkausalität wi rd mit einem Kreuz bejaht bei der Rubrik, unter welcher gefragt wird, ob die Befunde m it dem geltend gemachten Ereignis verein- bar seien und plausibel erscheinen. 6.4 Dr. med. G.____, D.O.M., Physikalische Medizin und R ehabilitation FMH, bestätigt mit Zeugnis vom 24. Dezember 2012, dass die Patientin seit dem 11. Dezember 2012 bei ihm in Behandlung stehe. Er äussert als Verdachtsdiagnose eine Läsion des Kapselbandlabrumkom- plexes an der rechten Schulter anlässlich der Schulterdisto rsion vom 16. Juni 2011. Die Frage der Unfallkausalität beantwortet Dr. G.____ wie Dr. E.____ mit einem einfachen und nicht näher begründeten "ja". In der Folge ordnete Dr. G.____ eine Abklärung mittels MRT an. 6.5 Dr. med. H.____, Radiologie des Spitals X.____, h ält in seinem Bericht vom 7. Januar 2013 fest, dass eine MR Arthrographie der rechten Schul ter gemacht worden sei. In der Beur- teilung kommt er zum Schluss, dass lediglich Zeichen von Veränderungen bei leichtem (trauma- tisiertem) subakromialem Impingement mit etwas eingeen gtem Subakromialraum, leichter Ten- dopathie der distalen Supraspinatussehne sowie reaktive r Bursitis subacromialis/subdeltoidea vorliegen würden. Es gebe keinen Hinweis auf eine Path ologie des hyalinen Knorpels sowie des Labrums. Es bestehe keine SLAP-Läsion. Die Bizepssehne sei unauffällig. Es bestehe auch keine traumatische ossäre Pathologie. 6.6 Dr. med. I.____, Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, hält in seiner Beurteilung vom 11. Februar 2013 fest, dass die geklagten Beschwerden in de r rechten Schulter nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit im Kausalzusammenhang zum Unfall stehen würden, da im MRT die sogenannten „traumatisierten Impingementauffälligkeite n“ als posttraumatisch nicht bildgebend mit Wahrscheinlichkeit identifiziert werden könnten. Vie l wahrscheinlicher erscheine die Über- nahme des „posttraumatisch“ aus der Anamnese der Versich erten. Denn es bestehe eine un- spezifische Engpasssymptomatik mit Sehnenreizung an der Schulter, welche nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit durch eine Prellung vor 2.5 Jahren äthiologisch kausal entstanden sei. Auch liege bei diesem unspezifischen altersentsprec henden Befund keine Verschlimme- rung vor. 7.1 Zu klären ist, ob die Kausalitätsfrage gestützt auf die vorliegenden ärztlichen Unterlagen beantwortet werden kann. Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustands der Beschwerdeführerin und der Frage d es Ursprungs der Beschwerden vollumfänglich auf den Bericht von Dr. I.____ vom 11. F ebruar 2013 und ging davon aus, dass die Schulterbeschwerden degenerativer Natur seien. Sie hielt fest, dass der rechtserhebliche Sachverhalt umfassend und rechtsgenüglich abgeklärt worden sei. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Bei der vorliegenden Beweiswürdigung ist zu berücksicht igen, dass bei versicherungsin- ternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen strenge Anf orderungen an die Beweiswürdi- gung zu stellen sind. Es genügen relativ geringe Zweife l an der Zuverlässigkeit und Schlüssig- keit der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue) versich erungsexterne medizinische Begut- achtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Geri chtsgutachten anzuordnen (BGE 139 V 99 E. 2.3.2, 135 V 465 E. 4, Urteile des Bundesgericht s vom 12. Juni 2013, 9C_734/2012, E. 3.2, vom 4. Oktober 2012, 9C_495/2012, E. 2.2 und 2.3 sowie vom 17. September 2012, 9C_148/2012, E. 1.3 und 1.4; ferner SVR 2012 IV Nr. 32 S. 127, 9C_776/2010 E. 3.3 in fine). 7.3 Die Kausalitätsbeurteilung von Dr. I.____ erscheint zwar inhaltlich grundsätzlich nach- vollziehbar, sie ist aber mit ihrem Umfang von zehn Ze ilen äusserst knapp und kommt im For- mat einer Aktennotiz daher. Aus seiner Beurteilung geh t zwar klar hervor, dass die Impinge- mentsymptomatik seines Erachtens nicht auf die 2.5 Jahre zurückliegende Prellung zurückzu- führen sei. Eine Begründung, wie er zu diesem Schluss kommt, ist der Beurteilung aber nicht zu entnehmen. Es bleibt daher unklar, ob seine Schlussfolg erung auf dem MRT oder auf Erfah- rungswerten gründet. Ganz offensichtlich kann die bei de r Beschwerdeführerin bestehende Im- pingement- oder Engpasssymptomatik sowohl traumatisch al s auch degenerativ verursacht sein. So ist jedenfalls die Tatsache zu verstehen, dass Dr. H.____ bei der Befundung des MRT den Begriff "traumatisiert" in Klammern gesetzt hat. Die Interpretation von Dr. I.____, dass der Begriff traumatisiert einfach aus der Anamnese überno mmen worden sei, erscheint nicht zwin- gend. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sowohl der erstbeh andelnde Arzt pract. med. C.____ als auch der behandelnde Chiropraktor Dr. E.____ und der behandelnde Facharzt Dr. G.____ die Unfallkausalität bejaht haben. Im Weiteren erstaun t, dass Dr. I.____ weder mit dem behan- delnden Dr. G.____ Rücksprache genommen noch die Beschwe rdeführerin je persönlich unter- sucht hat, bevor er die Kausalitätsfrage beurteilt hat . Insbesondere hat er sich nicht über den aktuellen Behandlungsstand erkundigt. Zudem irrt er sich in zeitlicher Hinsicht, denn der Unfall ist im Zeitpunkt seiner Beurteilung nicht 2.5, sondern nur 1.5 Jahren zurückgelegen. 7.4 In der Summe bleiben daher gewisse Zweifel an de r Kausalitätsbeurteilung des Kreis- arztes zurück. Bei Beurteilungen durch versicherungsinterne Ä rzte genügen bereits geringste Zweifel, um ihre Verbindlichkeit aufzuheben. Hinzu kommt, dass ein medizinischer Aktenbericht als Entscheidungsgrundlage lediglich zulässig ist, wenn d ie Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_653/2009, E. 5.2 mit Hinweis). Dies ist vorlie- gend nicht der Fall. Der behandelnde Facharzt Dr. G._ ___ hält in seinem Bericht an die Be- schwerdegegnerin vom 24. Dezember 2012 unter Ziffer 7 fest, dass er den MRT Befund abwar- ten und danach das weitere Procedere festlegen würde. In der Folge schloss die Beschwerde- gegnerin den Fall aber Mitte März 2013 ab, ohne bei Dr. G.____ je einen aktuellen Bericht ein- geholt zu haben. Somit ist eine neue Kausalitätsbeurteilung einzuholen. 8.1 Gemäss Bundesgericht stellt sich, wenn das Gutachten e iner versicherungsinternen oder -externen Stelle nicht schlüssig ist und wenn die of fene Tatfrage nicht anhand anderer Beweismittel geklärt werden kann, das Problem, inwiewei t die mit der Streitsache befasste Be- schwerdeinstanz noch die Wahl haben soll zwischen einer R ückweisung der Sache an die Ver- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht waltung, damit diese eine neue oder ergänzende Expertise veranlasst, und der Einholung eines Gerichtsgutachtens (BGE 137 V 210 E. 4.4.1). Bereits zuvor hat das Bundesgericht festgehal- ten, dass den kantonalen Gerichten die Kompetenz zur vollen Tatsachenüberprüfung zufällt, die sie nötigenfalls durch Einholung gerichtlicher Expertisen auszuschöpfen haben (BGE 136 V 376 E. 4.2.3). Schliesslich hat das Bundesgericht die bisheri ge ständige Rechtsprechung, wonach das kantonale Gericht prinzipiell die freie Wahl hatte , bei festgestellter Abklärungsbedürftigkeit die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen oder ab er selber zur Herstellung der Spruchreife zu schreiten (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.3), geändert. So hat es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich auf, dass die Beschwerdeins tanz im Regelfall ein Gerichtsgut- achten einholt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklä- rungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpert ise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an den Versicheru ngsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bi sher vollständig ungeklärten Frage be- gründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache zurückzu- weisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Aus- führungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4) . Zu beachten sind zudem die Ausführun- gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 21 0 ff., wonach eine weitgehende Ver- lagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsd urchführung litte empfindlich und wä- re von einem Substanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von vornhe- rein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem ver fügungsweise abgeschlossenen Sozial- versicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtli cher Nachbesserung unterliege (BGE 137 V 210 ff., E. 4.2). 8.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die Beschwerdegegnerin im Lichte der Praxis des Bundesgerichts als gerechtfertigt. A ufgrund des Beschwerdebilds kann nicht ausgeschlossen werden, dass die heutigen Schmerzen traumatischen Ursprungs sind. Die Frage des Kausalzusammenhangs wurde von der Beschwerdegeg nerin nur sehr rudimentär und gestützt auf nicht aktualisierte Akten abgeklärt. Die gesundheitliche Situation der Be- schwerdeführerin ist daher als nahezu ungeklärt zu betracht en. Die Beschwerdegegnerin ist damit ihrer Pflicht zur Abklärung des medizinischen Sach verhalts nicht genügend nachgekom- men, indem sie sich mit der Beurteilung des Kreisarztes zufriedengegeben hat. Der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 17. Mai 2013 ist deshalb a ufzuheben und die Angelegenheit ist zur erneuten medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird bei einem versicherungsexternen Facharzt oder einer ve rsicherungsexternen Fachärztin ein Gutachten zur Klärung der Kausalität der Problematik de r rechten Schulter einzuholen haben. Gestützt auf die Ergebnisse des Gutachtens wird die Beschw erdegegnerin über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Versicherungsleistung en neu zu befinden haben. Die vor- liegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 9. Es bleibt, über die Kosten zu entscheiden. Art. 61 li t. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausser ordentlichen Kosten werden wettge- schlagen. 10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgerich t (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenh eiten an das Bundesgericht zulässig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbst ändig eröffnete Zwischenentscheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zustä ndigkeit und über Ausstandsbe- gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öf fentlich-rechtlichen Angelegenheiten an- fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Na chteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es si ch somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefoch- tene Einspracheentscheid vom 17. Mai 2013 aufgehoben und die Sa- che an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, dam it diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht