A bteilung I A -1883/2007 {T 0/2} U rteil vom 4. Septem ber 2007 M itw irkung: R ichter M arkus M etz (Vorsitz), R ichterin Salom e Zim m erm ann, R ichter Pascal M ollard; G erichtsschreiber Jürg Steiger. A ._______A G , Beschw erdeführerin, gegen Eidgenössische Zollverw altung, Zollkreisdirektion B asel, Postfach 666, Elisabethenstrasse 31, 4010 Basel, handelnd durch die O berzolldirektion (O ZD ), H auptabteilung R echt und Abgaben, M onbijoustrasse 40, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend nachträgliche Zollpräferenz B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie B._______AG m eldete als Spediteur am 22. August 2006 bei der Zollkreisdirektion Basel im Auftrag der C ._______AG die H andelsw are „Andere Zuckerw aren, ohne Alkohol (R otbohnenpaste)“ der Zolltarifnum m er 1704.9020 m it einer R ohm asse von 16'976.0 kg (Version 1 vor dem W iegen) bzw . 17'280.0 kg (Version 2 nach dem W iegen) zur N orm alabfertigung an. Als Erzeugerland w urde C hina benannt und als Im porteur und Em pfänger der W are w urde die A._______AG aufgeführt. D as Zollam t verzichtete auf die m aterielle Kontrolle und gab die Sendung nach der Belegrevision frei. D as Zollam t Basel-St. Jakob erliess am 25. August 2006 die Veranlagungsverfügungen über die G esam tbeträge von Fr. 13'608.-- (Zoll) und Fr. 936.25 (M ehrw ertsteuer). B. M it dem Schreiben vom 4. O ktober 2006 gelangte die B._______AG an das Zollinspektorat Basel-St. Jakob m it der M itteilung, dem Lieferanten und dem Spediteur sei ein Fehler unterlaufen; das U rsprungsland der W are sei C hina. Im Auftrag des Im porteurs sow ie des Spediteurs beantragte die B._______AG gestützt auf das Form A N r. (...) vom 11. Septem ber 2006 (U rsprungszeugnis, Form A), die Absenderfaktura und die Packliste die G ew ährung der nachträglichen Präferenz. D ie Zollkreisdirektion Basel behandelte das Schreiben als Beschw erde gegen die Verfügungen vom 25. August 2006. C . Am 4. Januar 2007 teilte die Zollkreisdirektion Basel der B._______AG m it, die nachträgliche Präferenz könne nicht m ehr gew ährt w erden und erliess – da die B._______AG ihre Beschw erde vom 4. O ktober 2006 nicht zurücknahm – am 21. Februar 2007 einen entsprechenden Entscheid zu H anden der B._______AG . D . Am 21. M ärz 2007 reichte die A._______AG (Beschw erdeführerin) gegen den Entscheid der Zollkreisdirektion Basel beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde ein m it dem Begehren um G ew ährung der Präferenz. Sie habe sich, da das Form A von C hina zum Zeitpunkt der Einfuhr gefehlt habe, entschlossen, die W are nur provisorisch zu verzollen. Entgegen ihrer Anw eisung sei die W are jedoch definitiv verzollt w orden. D as später eingetroffene D okum ent Form A sei irrtüm lich auf den 11. Septem ber 2006 ausgestellt w orden. Ein Form A m it dem richtigen D atum habe in C hina nicht m ehr erhältlich gem acht w erden können. D ie Stellungnahm e des chinesischen Lieferanten zeige aber, dass es sich beim Ausstellen des Form A um ein M issverständnis handle. E. D ie O berzolldirektion (O ZD ) beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 9. Juli 2007 die Abw eisung der Beschw erde, da zur Zeit der Zollabfertigung der W are das U rsprungszeugnis Form A nicht vorgelegen habe und dam it eine provisorische Abfertigung hätte erfolgen m üssen. Eine solche sei jedoch nicht verlangt w orden. Ebenso w enig sei ein Antrag auf Präferenzbehandlung gestellt w orden. D ie Verfahrensvorschriften verlangten neben der ordnungsgem ässen Anm eldung zur Zollveranlagung einen Antrag auf Zollbegünstigung im Veranlagungsantrag. Bei fehlendem 3 oder ungültigem U rsprungszeugnis könne dieser Antrag vorerst provisorisch erfolgen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Am 1. M ai 2007 ist das neue Zollgesetz vom 18. M ärz 2005 (ZG , SR 631.0) in Kraft getreten. G em äss Art. 132 Abs. 1 ZG w erden Zollveran- lagungsverfahren, die bei Inkrafttreten des neuen Zollgesetzes hängig sind, nach dem bisherigen R echt abgeschlossen. Auf dieses Verfahren fin- det deshalb das alte Zollgesetz vom 1. O ktober 1925 (aZG ; BS 6 465) Anw endung. 1.2 D er Beurteilung durch das Bundesverw altungsgericht unterliegen die Beschw erdeentscheide der Eidgenössischen Zollkreisdirektion (Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungs- gericht [Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32]; Art. 109 Abs. 1 Bst. c aZG ). Eine Ausnahm e nach Art. 32 VG G liegt nicht vor. D ie Beurteilung erfolgt gem äss dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021). 1.3 D ie Beschw erdeführerin w ar nicht ursprüngliche Verfügungsadressatin des angefochtenen Entscheids; es handelt sich vorliegend um eine sog. D rittbeschw erde. D ie Beschw erdeführerin ist aber als Zollm elde- pflichtige (vgl. Art. 9 Abs. 1 aZG ) und als m it der B._______AG für die geschuldeten Abgaben solidarisch haftende Zollzahlungspflichtige (vgl. Art. 13 Abs. 1 aZG ) durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein unm ittelbares, eigenes und selbständiges schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ; siehe zur D rittbeschw erde auch AN D R É M O SE R /PETER U EBE R SAX, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom - m issionen, Basel und Frankfurt a.M . 1998, R z. 2.27). Sie ist dam it zur Anfechtung befugt (U rteil des Bundesverw altungsgerichts A -1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 1.2). Auf die Beschw erde ist deshalb einzutreten. 1.4 D as Bundesverw altungsgericht kann den angefochtenen Entscheid grundsätzlich in vollem U m fang überprüfen. D ie Beschw erdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a Vw VG ) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b Vw VG ) auch die R üge der U nangem essen- heit erheben (Art. 49 Bst. c Vw VG ; vgl. M O SER , a.a.O ., R z. 2.59 ff.). Im Verw altungsbeschw erdeverfahren gilt die U ntersuchungsm axim e, w onach der Sachverhalt von Am tes w egen festzustellen ist (Art. 12 Vw VG ; vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 1623 ff. und 1758 f.; ALFR E D KÖ LZ, Prozessm axim en im schw eizerischen Verw altungsprozess, Zürich 1974, S. 93 ff.) und der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ).4 2. 2.1 N ach Art. 1 aZG hat, w er die Zollgrenze überschreitet oder W aren über die Zollgrenzen befördert, die Vorschriften der Zollgesetzgebung zu befolgen. D ie Zollpflicht um fasst die Befolgung der Vorschriften für den Verkehr über die G renze (Zollpflicht) und die Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht). D er Zollm eldepflicht unterliegt nach Art. 9 Abs. 1 aZG , w er eine W are über die G renze bringt, sow ie der Auftraggeber. Zollzahlungspflichtig sind nach Art. 13 aZG die in Art. 9 aZG genannten Personen, sow ie diejenigen, für deren R echnung die W aren eingeführt oder ausgeführt w orden sind. Für die unter Zollkontrolle gestellten W aren hat der Zollm eldepflichtige den Abfertigungsantrag zu stellen und je nach der Bestim m ung der W aren die Zolldeklaration einzureichen (Art. 31 Abs. 1 aZG ). D er G esetzgeber hat den Kreis der Zollm elde- und Zollzahlungspflichtigen w eit gezogen (vgl. U rteil des Bundes- verw altungsgerichts A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 2.1; Entscheid der ZR K vom 27. Septem ber 2002, veröffentlicht in VPB 67.41 E. 2). 2.2 D as Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestim m t (Art. 24 aZG ). D em Zollpflichtigen obliegt die Verantw ortung für die rechtm ässige und richtige D eklaration seiner grenzüberschreitenden W arenbew egungen. Er ist verpflichtet, den vorschriftsgem ässen Abfertigungsantrag zu stellen (Art. 31 Abs. 1 aZG ). D am it überbindet das Zollgesetz dem Zollm eldepflichtigen die volle Verantw ortung für den eingereichten Abfertigungsantrag und stellt hohe Anforderungen an seine Sorgfalts- pflicht; nam entlich w ird von ihm eine vollständige und richtige D eklaration der W are verlangt (vgl. U rteil des Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, publiziert in Archiv für Schw eizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 334 E. 2c m it H inw eisen; U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 2.3; Entscheid der ZR K vom 18. N ovem ber 2003 [ZR K 2003-027] E. 3a, bestätigt im unveröffentlichten U rteil des Bundesgerichts 2A.1/2004 vom 31. M ärz 2004 E. 2.1; Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.55 E. 2a). 2.3 D as zuständige Zollam t überprüft die vom Zollm eldepflichtigen gem äss Art. 31 Abs. 1 aZG abzugebende Zolldeklaration lediglich auf ihre form elle R ichtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Ü bereinstim m ung m it den Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 aZG ). D ie angenom m ene Zolldeklaration ist für den Aussteller verbindlich und bildet vorbehältlich der R evisionsergebnisse die G rundlage für die Festsetzung des Zolls und der w eiteren Abgaben (Art. 35 Abs. 2 aZG ). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet w erden, w enn vor Anordnung der R evision und vor Ausstellung der Zollausw eise darum nachgesucht w ird (Art. 49 Abs. 2 der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, BS 6 514]; vgl. zum G anzen: U rteil des Bundesverw altungsgerichts A-1757/2006 vom 21. Juni 2007 E. 2.5; Entscheide der ZR K vom 13. Februar 2002, veröffentlicht in VPB 66.56 E. 2a, vom 28. O ktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.51 E. 3b). D ieselben G rundsätze gelten bei Erfassung der D eklaration im elektronischen Verfahren aufgrund von Art. 16 f. der Verordnung vom 3. Februar 1999 über die Zollabfertigung m it 5 elektronischer D aten-überm ittlung (ZED V; AS 1999 1300; vgl. Art. 142 aZG ). D er Zollcom puter führt gem äss Art. 17 Abs. 1 und 2 ZED V eine erw eiterte Plausibilitätsprüfung durch und w eist D eklarationen zurück, sofern er Fehler feststellt. D eklarationen hingegen, die der Zollcom puter ohne Beanstandung übernim m t, gelten analog den physischen Zolldeklarationen als angenom m en im Sinne von Art. 35 aZG . Sie sind für den Zollbeteiligten auch bei allfälligen W idersprüchen zu den Begleitpapieren verbindlich (Art. 17 Abs. 3 ZED V) (zum G anzen: Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.55 E. 2a/bb, cc). 2.4 Art. 109 Abs. 2 aZG sieht vor, dass gegen die Zollabfertigung innerhalb von 60 Tagen seit der Abfertigung eine Beschw erde erhoben w erden kann. Im R ahm en einer solchen Beschw erde hat der Zollpflichtige die M öglichkeit, sich gegen die Abfertigung zu w ehren, indem er nachträglich nachw eist, dass die Angaben in der Einfuhrdeklaration von den tatsächlichen G egebenheiten abw ichen. D ies w urde in ständiger R echtsprechung festgestellt für den Fall, dass die eingeführte W are eine von den Angaben in der D eklaration abw eichende Beschaffenheit aufw eist (BG E 109 Ib 192 E. 1d; Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.55 E. 3b m it H inw eisen). D ieselbe M öglichkeit zur Berichtigung der Einfuhrdeklaration besteht jedoch grundsätzlich auch für anders geartete Fehler in der D eklaration. Für den N achw eis, dass die tatsächlichen Verhältnisse sich anders darstellen als in der D eklaration (irrtüm lich) angegeben, trägt der Zollpflichtige die volle Bew eispflicht. D ie eingereichten Belege m üssen die von ihm behaupteten Tatsachen m it hinreichender Sicherheit nachw eisen (BG E 109 Ib 192, E. 1d; Entscheid der ZR K vom 15. N ovem ber 2005, veröffentlicht in VPB 70.55 E. 3b m it H inw eisen). A n den Bew eis m uss ein strenger M assstab angelegt w erden und eine nur überw iegende W ahrscheinlichkeit genügt nicht; ohnehin gilt der G rundsatz des vollen Bew eises im Verw altungsrecht an sich generell (vgl. ALFR E D KÖ LZ/ISAB ELLE H ÄN E R , Verw altungsverfahren und Verw altungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, R z. 289). 2.5 Zur Ü berführung in den freien W arenverkehr bestim m te ausländische W aren, deren endgültige Abfertigung im Zeitpunkt der Anm eldung zur Einfuhr nicht tunlich erscheint, w erden provisorisch verzollt. Insbesondere gilt dies in Fällen des Fehlens gew isser N achw eise (z.B. des U rsprungszeugnisses) für die G ew ährung der Präferenzbehandlung (R EM O AR PA G AU S, D as schw eizerische Zollrecht, in: K O LLE R /M Ü LLE R /R H IN O W /ZIM M ER LI [H rsg.], D as schw eizerische Bundesverw altungsrecht, Basel 1999, R z. 172). Im Fall von Präferenzansprüchen ist die provisorische Verzollung besonders w ichtig, da das Zollgesetz die nachträgliche Präferenz- verzollung für W aren nicht zulässt, w elche bereits aus der Zollkontrolle entlassen w orden sind (vgl. Art. 49 Abs. 2 aZV und Art. 20 ZED V).6 3. 3.1 Im vorliegenden Fall hat die B._______AG am 22. August 2006 bei der Zollkreisdirektion Basel im Auftrag der C ._______AG die H andelsw are „Andere Zuckerw aren, ohne Alkohol (R otbohnenpaste)“ der Zolltarifnum m er 1704.9020 m it einer R ohm asse von 17'280.0 kg zur N orm alabfertigung angem eldet. D as Zollam t Basel-St. Jakob erliess daher am 25. August 2006 die Veranlagungsverfügungen über die G esam tbeträge von Fr. 13'608.-- (Zoll) und Fr. 936.25 (M ehrw ertsteuer). D am it w aren die entsprechenden W aren endgültig abgefertigt und unterlagen keiner zollam tlichen Kontrolle m ehr. U nerheblich m uss deshalb im R ahm en des Zollverfahrens auch sein, dass entgegen der Anw eisung der Beschw erdeführerin die W are definitiv verzollt w orden ist. D ie G ew ährung einer nachträglichen Präferenz w ar folglich ausgeschlossen, unabhängig davon, ob das Form A erst später eingereicht w erden konnte. D abei spielte es auch keine R olle, w elches D atum das Form A trug; selbst m it einem früheren D atum versehen, hätte es für die (nach der Entlassung der W aren aus der Zollkontrolle) nachträgliche G ew ährung der Präferenzbehandlung nicht m ehr verw endet w erden können, nachdem keine provisorische Abfertigung verlangt w orden w ar. D ie Beschw erdeführerin m acht denn auch zu R echt nicht geltend, bei der Einfuhrdeklaration sei die B._______AG einem Irrtum unterlegen; sie anerkennt vielm ehr, dass die entstandenen Fehler auf einem m angelhaften Inform ationsfluss zw ischen ihr und dem Spediteur beruhten und auf M issverständnissen basierten. Für das Zollverfahren sind solche Ereignisse nicht m assgeblich. D ie Beschw erde ist desw egen abzuw eisen. 3.2 Schliesslich hat die O ZD in ihrer Vernehm lassung vom 9. Juli 2007 auch die Anw endbarkeit eines Erlasses nach Art. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG geprüft. Voraussetzungen eines Zollnachlasses aufgrund dieser Bestim m ung sind aussergew öhnliche, nicht die Bem essung der Abgaben betreffende Verhältnisse, w elche den Bezug als besondere H ärte erscheinen liessen. D ieser Erlassgrund w urde erst m it dem Bundesgesetz vom 6. O ktober 1972 über die R evision des aZG (AS 1973 644 ff.) in das aZG eingefügt und trat am 1. Juni 1973 in Kraft. D er Botschaft des Bundesrates vom 16. D ezem ber 1972 (BBl 1972 II 228, 233 f.) ist zu entnehm en, dass das Zollw esen, nam entlich das Zollverfahren, ständig vielschichtiger w erde. Aus diesem G rund und w egen der Personalknappheit bei Zollpflichtigen und Verw altung kom m e es hie und da zu Situationen, in denen zum Beispiel der Bezug der nach G esetz geschuldeten Zollbeträge sow ohl vom Standpunkt des Pflichtigen als auch der Verw altung als so unbillig erscheine, dass sich ein Verzicht aufdränge. In der Vernehm lassung sei angeregt w orden, der Vorbehalt, dass der Erlass nicht w egen der die Bem essung der Abgaben betreffenden Verhältnisse gew ährt w erden könne, solle w eggelassen w erden. Es entspreche jedoch nicht dem W esen eines Steuererlasses, die G rundlagen der Abgabenbem essung zu korrigieren. D er Bundesrat hat daher an dieser Voraussetzung festgehalten. In den Eidgenössischen R äten gab diese Bestim m ung zu keinen D iskussionen Anlass (Am tliches Bulletin Ständerat 1972 658 f. und 7 722 sow ie N ationalrat 1972 1530 f. und 1856). Ein quasi gnadenw eiser Erlass der Zollabgaben beziehungsw eise eine Bestim m ung, w onach die Zollabgaben aus Billigkeitsgründen erlassen w erden könnten, w ar nicht beabsichtigt (H AN S BEAT N O SER , D er Zollnachlass nach Art. 127 ZG – w ozu, w ie, w ann?, Zoll-R undschau 3/90, S. 79; VPB 19/20.130 und ASA 38 S. 256). W er ein G esuch um Zollnachlass stellt, hat daher nachzuw eisen, dass die G ründe, das heisst die aussergew öhnlichen Verhältnisse, ausserhalb der Bem essung der Abgaben liegen (Entscheid des Bundesrates vom 6. M ai 1992, veröffentlicht in VPB 57.43 E. 2). Im Fall der Präferenzbehandlung ist der O ZD zuzustim m en, dass die form ellen Voraussetzungen im Zeitpunkt der W areneinfuhr gegeben sein m üssen. D a aber am 22. August 2006 kein gültiges U rsprungszeugnis bestand, w ar eine Präferenzbehandlung nur m öglich, w enn eine provisorische Veranlagung verlangt w orden w äre. D ieser Fehler kann nachträglich w eder über eine Korrektur der Einfuhrdeklaration noch über einen Erlass nach Art. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG geheilt w erden. Es ist auch nicht ersichtlich, inw iefern aussergew öhnliche Verhältnisse geherrscht hätten. N icht einm al die Beschw erdeführerin m acht solche geltend. Kom m unikationsfehler und M issverständnisse m it ihren Vertragspartnern können aber im vorliegenden Fall zu keinem Zollnachlass nach Art. 127 Abs. 1 Ziff. 4 aZG führen. 4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschw erdeführerin nach Art. 63 Abs. 1 Vw VG die Verfahrenskosten zu tragen. Sie w erden nach Art. 4 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschä- digungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'500.-- angesetzt und m it dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- w erden der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichturkunde) - der O berzolldirektion (R ef-N r....; m it G erichtsurkunde) - der Zollkreisdirektion Basel (R ef-N r....) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus M etz Jürg Steiger8 R echtsm ittelbelehrung U rteile des Bundesverw altungsgerichts in Abgabesachen können innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Schw eizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten w erden. D ie Beschw erde ist unzulässig gegen Entscheide über die Zollveranlagung, w enn diese aufgrund der Tarifierung oder des G ew ichts der W are erfolgt, sow ie gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben. D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. Sie m uss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen H anden der Schw eizerischen Post oder einer schw eizerischen diplom atischen oder konsularischen Vertretung übergeben w erden (vgl. Art. 42, 48, 54, 83 Bst. l und m sow ie 100 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110]). Versand am :