<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">5C.95/2004 /mks </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 18. August 2004 </div> <div class="para">II. Zivilabteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Raselli, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Escher, Hohl, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Levante. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">1. Erben der J. X.________, bestehend aus G. X.________, A. X.________ und P. X.________, </div> <div class="para">2. P. X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para">alle vertreten durch Rechtsanwalt Christian Clopath, Bahnhofstrasse 6, 7250 Klosters, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Konkursmasse I. X.________, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hans Peter Beck, Via Tegiatscha 24, 7500 St. Moritz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 68 ff. OG</span> (Anfechtung des Kollokationsplanes; Abschreibungsverfügung), </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden, Kantonsgerichtspräsidium, vom 26. März 2004. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">A. </div> <div class="para">Am 11. Dezember 2001 wies das Bezirksgericht Maloja die Kollokationsklage von J. X.________, wohnhaft in Paris, gegen die Konkursmasse I. X.________ betreffend die Nichtanerkennung von Forderungen aus Ehe- und Güterrecht vollumfänglich ab. Gegen dieses Urteil erhob J. X.________ am 8. Januar 2002 Berufung beim Kantonsgericht von Graubünden. </div> <div class="para">B. </div> <div class="para">Während des Berufungsverfahrens verstarb J. X.________ in Paris. Nach Aufforderung des Kantonsgerichtspräsidenten gemäss <span class="artref">Art. 35 Abs. 1 ZPO</span>/GR ("Vorübergehende Einstellung des Prozesses") erklärten zwei der drei Erben, G. X.________ und A. X.________, am 14. November 2003/1. März 2004 die Anerkennung des erstinstanzlichen Urteils und den Verzicht auf die Fortführung des Berufungsverfahrens; der dritte Erbe, P. X.________, erklärte am 18. November 2003, den Prozess weiterzuführen. Der Kantonsgerichtspräsident schrieb in der Folge mit Verfügung vom 26. März 2003 die Berufung mangels einstimmiger Erklärung zur Weiterführung als erledigt ab. </div> <div class="para">C. </div> <div class="para">Die Erben J. X.________ "beziehungsweise" P. X.________ führen mit Eingabe vom 3. Mai 2004 eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde und verlangen unter Hinweis auf die Nichtigkeitsgründe von <span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/d" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1/d" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1/b" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 lit. b-d OG</span><artref id="CH/173.110/68/1/d" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/68/d" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/d" type="end"></artref> die Aufhebung der Abschreibungsverfügung des Kantonsgerichtspräsidenten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Eine Beschwerdeantwort ist nicht eingeholt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">1.1 Der Rechtsvertreter von P. X.________ erhebt die Beschwerde auch im Namen der anderen Erben, G. X.________ und A. X.________. Er beruft sich - was die Bevollmächtigung der beiden Letztgenannten betrifft - ausdrücklich einzig auf die Vollmachtserteilung durch die verstorbene J. X.________ und behauptet, diese Vollmacht sei von G. X.________ und A. X.________ nicht widerrufen worden. Dies trifft offensichtlich nicht zu. Aus der angefochtenen Verfügung (Art. 63 Abs. 2 i.V.m. <span class="artref">Art. 74 OG</span>) geht hervor, dass G. X.________ und A. X.________ die Anerkennung des erstinstanzlichen Urteils und den Verzicht auf die Fortführung des kantonalen Berufungsverfahrens erklärt haben, was den Widerruf der Vollmacht zur Weiterführung des Verfahrens vor Bundesgericht in sich schliesst. Dass G. und A. X.________ in der Folge eine Vollmacht zur Erhebung der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde erteilt hätten, behauptet der Rechtsvertreter selber nicht. Die separate Vollmacht von P. X.________ zur Weiterführung des kantonalen Verfahrens erstreckt sich hingegen auch auf das bundesgerichtliche Verfahren. Soweit mit der vorliegenden Eingabe demnach nicht nur für P. X.________, sondern auch für andere Personen Beschwerde geführt wird, kann darauf nicht eingetreten werden. </div> <div class="para">1.2 Die Nichtigkeitsbeschwerde nach <span class="artref">Art. 68 ff. OG</span> ist der Berufung subsidiär. Sie kann bloss gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide in Zivilsachen erhoben werden, die nicht nach Art. 44-46 der Berufung unterliegen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 OG</span>). Sobald ein kantonaler Entscheid der Berufung unterliegt, ist die Nichtigkeitsbeschwerde ausgeschlossen. </div> <div class="para">1.2.1 Die angefochtene - weder prozessleitende noch vorsorgliche - Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten ist nicht mit Beschwerde beim Kantonsgerichtsausschuss anfechtbar (<span class="artref">Art. 237 Abs. 1 ZPO</span>/GR) und somit kantonal letztinstanzlich (<span class="artref">Art. 48 Abs. 1 OG</span>). Sie bewirkt, dass ein Zurückkommen auf die mit dem erstinstanzlichen Urteil entschiedene (Nicht-) Kollokation der strittigen Forderungen nicht mehr möglich ist, so dass ein Endentscheid vorliegt (<span class="artref">Art. 48 Abs. 1 OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F83-II-544%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page544">BGE 83 II 544</a> E. 1 S. 549; Messmer/Imboden, Die eidgenössischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Rz. 65 S. 91). Die im Kollokationsprozess umstrittenen Forderungen sind ehe- und güterrechtlicher, mithin privatrechtlicher Natur, so dass eine berufungsfähige Zivilrechtsstreitigkeit mit Vermögenswert vorliegt (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/43" type="start"></artref>Art. 43 und 46 OG</span><artref id="CH/173.110/46" type="end"></artref>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-III-415%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page415">BGE 129 III 415</a> E. 2.2 S. 416). Die vom Beschwerdeführer angerufenen Nichtigkeitsgründe gemäss <span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/d" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1/d" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1/b" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 lit. b-d OG</span><artref id="CH/173.110/68/1/d" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/68/d" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/d" type="end"></artref> können mit Berufung geltend gemacht werden (<span class="artref">Art. 43a OG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F82-II-555%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page555">BGE 82 II 555</a> E. 2 S. 561; Messmer/ Imboden, a.a.O., Rz. 77 f. S. 108). Die Nichtigkeitsbeschwerde ist daher nur zulässig, wenn der Berufungsstreitwert nicht erreicht ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-II-234%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page234">BGE 105 II 234</a> E. 1 S. 236). </div> <div class="para">1.2.2 Die angefochtene Verfügung enthält keine Angabe über den Berufungsstreitwert, und der Beschwerdeführer gibt in seiner Eingabe nicht an, ob der Berufungsstreitwert erreicht ist (Art. 51 Abs. 1 lit. a, Art. 55 Abs. 1 lit. a i.V.m. <span class="artref">Art. 74 OG</span>). Eine Rückweisung der Sache zur Verbesserung an die Vorinstanz gemäss <span class="artref">Art. 52 OG</span> kommt nicht in Frage (Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, Ziff. 2 zu <span class="artref">Art. 52 OG</span>; Urteil 5C.84/2002 vom 22. Mai 2002, Pra 2002 S. 740). </div> <div class="para">1.2.3 Nach der Rechtsprechung ist die Berufung unzulässig, wenn sie den Streitwert nicht nennt und weder das angefochtene Urteil noch andere Unterlagen ohne weiteres mit Gewissheit die Berechnung des Streitwertes ermöglichen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-II-491%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page491">BGE 109 II 491</a> E. 1c/ee S. 492; Urteil 5C.84/2002, Pra 2002 S. 740; Poudret, a.a.O., Ziff. 1.3.3 zu <span class="artref">Art. 55 OG</span>). Aus den vorliegenden Unterlagen ist nicht ohne weiteres möglich, den Streitwert, mithin die Differenz zwischen dem Betreffnis nach der angefochtenen und der beanspruchten Kollokation (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=12&amp;from_date=08.08.2004&amp;to_date=27.08.2004&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F87-II-190%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page190">BGE 87 II 190</a> S. 193; Messmer/Imboden, a.a.O., Rz. 61 S. 85) zu berechnen. Die Berufung erweist sich daher als unzulässig. Die Subsidiarität der Nichtigkeitsbeschwerde ist damit nicht gegeben, denn das Erfordernis, dass die Berufung nicht offen steht (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 OG</span>), ist nicht gleichzusetzen mit dem Fall, dass die Berufung - wie hier - aus formellen Gründen unzulässig ist. </div> <div class="para">1.3 Nach dem Dargelegten kann auf die Nichtigkeitsbeschwerde nicht eingetreten werden, weil das Erfordernis der Subsidiarität nicht erfüllt ist, und kann die Nichtigkeitsbeschwerde nicht als Berufung behandelt werden, weil das Erfordernis des Mindeststreitwertes nicht feststeht. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer, der das Rechtsmittel für sich alleine erhoben hat, kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 OG</span>). Eine Parteientschädigung entfällt, da keine Beschwerdeantwort eingeholt worden ist und der Beschwerdegegnerin keine Kosten erwachsen sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Auf die Nichtigkeitsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Die Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.-- wird dem Beschwerdeführer P. X.________ auferlegt. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, Kantonsgerichtspräsidium, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 18. August 2004 </div> <div class="para">Im Namen der II. Zivilabteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>