B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3008/2011/wif U r t e i l v o m 4 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Stefan Weber. Parteien A._______, geboren (...), B._______, geboren (...), C._______, geboren (...), D._______, geboren (...), Serbien, alle vertreten durch lic. iur. Sabina Sorg, Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 26. April 2011 / N_______. D-3008/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführer – aus D._______ (Kosovo) stammende serbi- sche Staatsangehörige – reichten zusammen mit E._______, ihrem Ehemann beziehungsweise Vater, am 24. August 2008 in der Schweiz Asylgesuche ein. Zur Begründung seines Asylgesuches machte E._______ im Wesentlichen geltend, er habe seit dem Jahre (...) beim lo- kalen Gemeindebüro in D._______ gearbeitet. Im Gemeinderat sei er z u- dem Vertreter der (...) gewesen und habe von (...) bis (...) als Mitglied der Kommission für Rückkehr gewirkt. Er habe sich öffentlich gegen die am 17. Februar 2 008 proklamierte Unabhängigkeit von Kosovo ausgespr o- chen und sei deshalb im Konflikt mit den albanischen Gemeindebehörden von F._______ gestanden. Die Serben hätten unter anderem verlangt, dass ihre Institutionen weiterhin unter der UNMIK -Verwaltung stünde n, und hätten einen entsprechenden Brief an den UNMIK -Chef (...) ge- schickt. Am (...) habe E._______ aus Protest seine Kandidatur als Dire k- tor des lokalen Gemeindebüros in D._______ zurückgezogen und ve r- fügt, dass dieses am (...) zu schliessen sei. Den Zugang zum Büro habe man mit einem Schulbus abgesperrt. Die Albaner hätten den Serben da r- auf vorgeworfen, damit den Schulbesuch der albanischen Kinder zu b e- hindern. Nachdem E._______ die Arbeit im Gemeindebüro aufgegeben habe, sei er von der amerikanischen KFOR bis (...) beschützt worden. (...) sei er anlässlich einer Sitzung im Beisein der Vertreter von UNMIK und OSCE (Organization for Security and Cooperation in Europe) vom G e- meindepräsidenten von F._______, G._______, bedroht und beschuldigt worden, für die serbische Regierung zu arbeiten. Im (...) seien über M e- dien während eines Monats negative Meldungen über ihn verbreitet wo r- den. So sei behauptet worden, dass die Serben die kosovarischen B e- hörden nicht akzeptierten und die Arbeit der albanischen Schulen blockie- ren würden. Am (...) sei er zum Mitglied des serbischen Gemeinderates von F._______ gewählt worden. Dabei habe es sich um eine der Paralle l- behörden gehandelt, die die Serben nach der Unabhängigkeitserklärung von Kosovo errichtet hätten. Bis (...) sei er mehrmals zum Polizeiposten vorgeladen worden, habe es aber abgelehnt mitzugehen, da die Polizei keinen Befehl habe vorweisen können. Seit (...) habe man E._______ mehrmals telefonisch gedroht, dass man ihn und seine Familie umbri n- gen werde. Die Anrufer hätten sich jeweils als Mitglieder der H._______ vorgestellt. Eine Anzeige habe E._______ aber nicht eingereicht, weil es bei der kosovarischen Armee keine Serben mehr gebe. Ferner sei er wie- derholt von einem Personenwagen verfolgt worden. Bei den Verfolge rn D-3008/2011 Seite 3 habe es sich um Personen, die früher bei der Befreiungsarmee von K o- sovo (UCK) gekämpft hätten , gehandelt. (...) habe ihn ein früherer Mita r- beiter albanischer Herkunft informiert, dass gegen ihn etwas vorbereitet würde. Bereits in den Jahren (...) und (...) sei er auch von serbischen n a- tionalistischen Gruppen behelligt worden, die ihm vorgeworfen hätten, er arbeite mit der UNMIK und den albanischen Behörden zusammen. Die Beschwerdeführerin A._______ führte ihrerseits im Wesentlichen aus, ihr Ehemann sei von den Albanern bedroht worden. Er habe sie aber nicht über alle Einzelheiten informiert. Nachdem Kosovo unabhängig g e- worden sei, habe ihr Ehemann seinen Arbeitsplatz bei der Gemeinde F._______ verlassen. Die Disziplinarkommission habe ihn beschuldigt, Verantwortung dafür zu tragen, dass albanische Kinder nicht mehr mit dem Schulbus zur Schule hätten gehen können. Zudem habe man die Wiedereröffnung des Gemeindebüros verlangt. Zwischen (...) und (...) ha- be ihn die Polizei mehrmals auf den Polizeiposten mitn ehmen wollen. Er habe es aber abgelehnt mitzugehen, da kein schriftlicher Befehl gezeigt worden sei. Zudem habe er dies telefonisch der UNMIK gemeldet, worauf man ihn in der Folge in Ruhe gelassen habe. (...) sei ihrem Ehemann te- lefonisch gedroht worden, m an werde seine Familie liquidieren, falls er Kosovo nicht verlasse. Persönlich seien jedoch weder sie noch ihre Kin- der behelligt worden. Sie sei ein einfaches, politisch jedoch nicht aktives Mitglied der (...). Der Beschwerdeführer B._______ bestätigte im Wesentlichen die Aussa- gen seiner Eltern. Sein Vater habe ihm erklärt, dass sie Kosovo verlassen müssten, weil er (der Vater) von den Albanern bedroht werde und man ihn auch mit dem Auto verfolgt habe. Nähere Einzelheiten wisse er aber nicht, da er in der f raglichen Zeit in I._______ ([...]) das Gymnasium b e- sucht und auch dort gelebt habe. A.b Mit Verfügung vom 20. Januar 2010 lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführer und von E._______ ab und ordnete die Wegwe i- sung aus der Schweiz und den Vollzug an. Z ur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass Übergriffe durch Dritte oder B e- fürchtungen, künftig solchen ausgesetzt zu sein, nur dann asylrelevant seien, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme oder nicht in der Lage sei, Schut z zu gewähren. Generell sei Schutz gewährleistet, wenn der Staat geeignete Massnahmen treffe, um die Verfolgung zu ve r- hindern. E._______ habe geltend gemacht, dass er als Gemeinderat, der sich für serbische Belange engagiert und sich offen gegen die Unabhä n-D-3008/2011 Seite 4 gigkeit von Kosovo geäussert habe, von den Albanern behelligt und b e- droht worden sei. Es sei indessen vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat auszugehen, weshalb die geltend g e- machten Drohungen im vorliegenden Fall nicht asylrelev ant seien. Für Serben und serbischsprachige Roma aus den südlichen Bezirken best e- he zudem eine innerstaatliche Fluchtalternative im Norden K osovos. Der Begriff der Flüchtlingseigenschaft setze zudem voraus, dass zwischen Verfolgung und Flucht in zeitlicher und sachlicher Hinsicht ein genügend enger Kausalzusammenhang bestehe. Im vorliegenden Fall sei diese B e- dingung nicht erfüllt. Aus diesem Grund seien die entsprechenden Asy l- vorbringen asylrechtlich unerheblich. Betreffend die Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung hielt die Vorin- stanz fest, dass weder die im Heimatstaat herrschende politische Situat i- on noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den Heimatstaat sprächen. In Kosovo habe sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren v erbessert oder zumindest stabilisiert. Die Wah r- scheinlichkeit einer konkreten Gefährdung könne jedoch für Serben au s- serhalb ihrer Enklaven nicht ausgeschlossen werden. Für Serben best e- he aber grundsätzlich auch eine Aufenthaltsalternative in Serbien. Die Be- schwerdeführer seien jung, gesund und verfügten über eine gute Ausbi l- dung, weshalb ihnen zuzumuten sei , sich aufgrund ihrer beruflichen Au s- bildung und Erfahrungen in Serbien eine neue Existenz aufzubauen. Auf- grund der Akten könne davon ausgegangen werden , dass sie sich in I._______ niederlassen könnten. Im Übrigen besässen sie bereits die serbische Staatsangehörigkeit, hätten sie sich doch in J._______ serbi- sche Reisepässe ausstel len lassen. Die Inanspruchnahme der Aufen t- haltsalternative in Serbien sei somit zumutbar. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar. A.c Die gegen diese Verfügung an das Bundesverwaltungsgericht erho- bene Beschwerde vom 11. Februar 2010 wurde mit Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts D-834/2010 vom 9. November 2010 abgewiesen. A.d Mit Eingabe vom 3. Dezember 2010 (Poststempel) reichten die B e- schwerdeführer zusammen mit E._______ – unter Beilage ärztlicher Zeugnisse und Unterlagen betreffend ihre Integrationsbemühungen in der Schweiz – beim BFM ein Wiedererwägungsgesuch ein, das mit Verf ü- gung der Vorinstanz vom 3. Januar 2011 abgewiesen wurde. Die dage- gen erhobene Beschwerde vom 28. Januar 2011 wurde mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-758/2011 vom 29. März 2011 abgewiesen. D-3008/2011 Seite 5 Zur Be gründung führte das Bundesverwaltungsgericht im Wesentlichen an, in materieller Hinsicht habe das BFM in zutreffender Weise festg e- stellt, dass bezüglich der im Wiederwägungsgesuch erneut geltend g e- machten Furcht vor Verfolgung seitens serbischer Nationalis ten keinerlei konkrete Indizien von den Beschwerdeführern vorgelegt worden seien, die den Eintritt der erwarteten Benachteiligungen als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht als realistisch und nachvollziehbar ersche i- nen liessen. Das Bundesverwaltu ngsgericht habe bereits im Urteil D - 834/2010 vom 9. November 2011 ausführlich dargelegt, weshalb keine individuellen Gründe wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur bestünden, welche einem Wegweisungsvollzug der Beschwerdeführer nach Serbien entgegenstünden, und habe dabei auch das Kindeswohl und die finanziellen Verhältnisse be rücksichtigt. Aus den im Zusamme n- hang mit dem Wiederwägungsgesuch eingereichten ärztlichen Unterl a- gen gehe hervor , dass die Beschwerdeführerin A._______ und E._______ unter (Nennung Krankheit) leiden würden. Die Vorinstanz h a- be in ihrer Verfügung vom 3. Januar 2010 zu Recht fest gestellt, dass die Beschwerdeführerin und E._______ bis anhin nie geltend gemacht hä t- ten, sie seien in einem schlechten psychischen Gesundheits zustand. Es treffe zwar zu, dass anlässlich der Anhörungen am 29. April 2009 die B e- schwerdeführerin am Schluss auf gesundheitliche Beschwerden hing e- wiesen habe, wobei es sich aber nicht um schwerwiegende, in Serbien nicht behandelbare gesundheitliche Problem e handeln dürfte. Das Bu n- desverwaltungsgericht habe im Urteil D-834/2010 vom 9. November 2010 festgestellt, dass aufgrund der Registrierung der Beschwerdeführe r in Kosovo einer Anmeldung in Serbien keine administrativen Hindernisse entgegenstünden und sie nach ihrer Anmeldung unter anderem Zugang zu finanzieller und medizinischer Unterstützung (falls überhaupt notwe n- dig) hätten, aus den Beschwerdeakten des Verfahrens D-834/2010 aber keine schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme e r- sichtlich gewesen seien. Aus dem ärztlichen Bericht vom 20. Dezember 2010 gehe zudem hervor, dass sich die Beschwerdeführe rin und E._______ erst seit dem 4. Dezember 2010 in ärztliche Behandlung be- geben hätten. Überdies habe das BFM zutreffend aus geführt, dass die von ärztlicher Seite erst kürzlich festgestellten (Nennung ärztliche Dia g- nose) im Zusammenhang mit dem Urteil D -834/2010 vom 9. November 2010 und dem drohenden Wegweisungsvollzug nach Serbien st ehen könnten. Ferner stellte es fest, eine depressive Entw icklung bei Asyls u- chenden, deren Asylgesuche abgewiesen werden, mache sich begreifl i- cherweise nicht selten in diesen Momenten bemerkbar beziehungsweise werde durch einen ablehnenden Asylentscheid akzentuiert. Diese Ei n-D-3008/2011 Seite 6 schätzung werde auch durch die Ausführ ungen im Arztbericht vom 2. März 2011 bestätigt, indem erwähnt werde, dass angesichts der unmit- telbaren Ausschaffungsgefahr nach Serbien die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin und E._______ sich als praktisch undurchführbar und die medikamentöse B ehandlung als wirkungslos erweise und der existentiell bedrohliche psychologische Druck der Asylbehörden gege n- über den Beschwerdeführerin und E._______ dringend gestoppt werden müsse. Das BFM habe in der Verfügung jedoch zu Recht fest gestellt, dass dieses Phänomen der depressiven Entwicklung im Zusammenhang mit einem negativen Asylentscheid dem Wegweisungsvollzug weder unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) noch u n- ter jenem von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) entgege n- stehe, es aber umso wichtiger sei, durch eine sorgfältige Vorbereitung der Ausreise und eine medizinische Begleitung eine in nere Bereitschaft zur Rückkehr aufzubauen, damit sich die Symptome nicht zusätzlich ve r- schärften. Insofern im Arztbericht vom 2. März 2011 festgestellt w orden sei, dass eine Behandlung der (Nennung gesundheitliche Störung) mit Sicherheit nicht am Ort der Traumatisierung stattfinden könne, sei festzu- halten, dass die Beschwerdeführerin und E._______ nicht nach Kosovo, sondern nach Serbien weggewiesen w ürden. Sodann habe das BFM im angefochtenen Entscheid ausführlich dargelegt, dass eine psychiatrische Behandlungsmöglichkeit auch in Serbien möglich sei und es de r Be- schwerdeführerin und E._______ unbenommen bliebe, eine individuelle Rückkehrhilfe zu beantragen, die auch in Form einer medizinischen Hilf e- stellung geleistet werden könne. B. Mit als "Dringliches Wiedererwägungsgesuch" bezeichneter Eingabe vom 20. April 2011 ersuchten die Beschwerdeführer und E._______ beim BFM um Aufhebung der ursprünglichen Verfügung vom 20. Januar 2010, um Feststellung, dass seit Erlass der ursprünglichen Verfügung neue erhebli- che Tatsachen vorlägen, die eine Wiedererwägung der ursprünglichen Verfügung begründen würden, um Feststellung der Unzulässigkeit sowie der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und um Anordnung der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz. Eventualiter sei der Entscheid über die Ausreisefrist in Wiedererwägung zu ziehen und die Ausreisefrist bis zum Ende des aktuellen Schuljahres zu verlängern. Dem vorliegenden Gesuch sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren und das zuständige Migrationsamt sei anzuweisen, den Vollzug der Wegweisung für die Dau-D-3008/2011 Seite 7 er der Behandlung des Gesuchs auszusetzen. Das zuständige Migration- samt sei superprovisorisch zu informieren, dass bis zum Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wirkung Abstand zu nehmen sei. Es sei zudem auf die E rhebung eines Gebührenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfa h- ren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren. Zur Begründung wurde im W e- sentlichen auf das beigelegte , die Beschwerdeführerin betreffende (Nen- nung Beweismittel) und die neue Tatsache, dass E._______ seit dem K._______ spurlos verschwunden sei, hingewiesen. Aus diesem Grund sei der Wegweisungsvollzug als unzumutbar zu erachten, zumal die U n- gewissheit über den weiteren Verbleib des Ehemanns/Vaters der B e- schwerdeführer sehr belastend sei und diese die bereits schwer beei n- trächtigte Gesundheit der Beschwerdeführerin zusätzlich verschlimmere. C. Mit Verfügung vom 2 6. April 2011 – eröffnet am 6. Ma i 2011 – wies das BFM das Wiedererwägungsgesuch vom 2 0. April 2011 ab, bezeichnete die Verfügung vom 2 0. Januar 2010 als rechtskräftig und vollstreckbar , erhob eine Gebühr von Fr. 600.-, und hielt fest, einer allfälligen B e- schwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. D. Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 26. Mai 2011 beantragten die Beschwerdeführer, es sei die angefochtene Verf ü- gung aufzuheben, es sei die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und eine vorläufige Aufnahme anz u- ordnen, eventualiter sei der Entscheid über die Ausreisefrist in Wiedere r- wägung zu ziehen und die Ausreisefrist bis zum Ende des aktuellen Schuljahres zu verlängern, und ersuchten in prozessualer Hinsicht um Verzicht auf die Er hebung eines Kostenvorschusses, die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG, die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs sowie die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ; im Sinne einer vorsorgl i- chen Massnahme sei das zuständige Migrationsamt dahingehend zu i n- formieren, dass von Vollzugshandlungen bis zum Entscheid über die Aussetzung des Vollzugs Abstand zu nehmen sei. Auf die Begründung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingega ngen. Der Eingabe lagen Kopien diverser Beweismittel (Auflistung Beweismittel) bei. D-3008/2011 Seite 8 E. Mit Telefax des Bundesverwaltungsgerichts vom 31. Mai 2011 wurde der Vollzug der Wegweisung bis auf weiteres ausgesetzt. F. Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 10. Juni 2011 wurden die Be- schwerdeführer aufgefordert, innert sieben Tagen ab Erhalt der Verfügung ein ärztliches Zeugnis, welches sich konkret zu den geltend gemachten gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin A._______ äussere, sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen S chweige- pflicht gegenüber den Asylbehörden einzureichen. Weiter wurde mitg e- teilt, dass über den definitiven E ntscheid betreffend die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs und das Gesuch um Verzicht auf die Er hebung ei- nes Kostenvorschusses respektive um G ewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG nach Ablauf der B e- weismittelfrist befunden werde. Das Gesuch um Beigabe eines Anwaltes wurde abgewiesen. G. Mit Eingaben vom 22. Juni 2011 und 10. Februar 2012 reichten die B e- schwerdeführer weitere Beweismittel (Auflistung Beweismittel) zu den Ak- ten. H. Mit Verfügung vom 15. Februar 2012 wurde die Vorinstanz gestützt auf Art. 57 VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen. I. Das BFM hielt mit Vernehmlassu ng vom 28. Februar 2012, die den B e- schwerdeführern am 29. Februar 2012 zur Kenntnis gebracht wurde, an seinem Entscheid fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachg ebiet betreffende Ausnahme im Sinne von D-3008/2011 Seite 9 Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführer haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt u nd haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf hebung beziehungsweise Änd e- rung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – ein- zutreten. 1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.4 Der Entscheid über die Ansetzung oder Verlängerung der Ausreis e- frist fällt nicht in die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts, so n- dern in diejenige des BFM, weshalb auf den entsprechenden Antrag man- gels Zuständigkeit nicht einzutreten ist. 1.5 Gemäss angefochtener Verfügung bezieht sich diese auch auf E._______ In der Rechtsmitteleingabe vom 26. Mai 2011 wird dieser ebenfalls als Beschwerdeführer aufgeführt. Da er indessen verschwu n- den sein soll und somit nicht erreichbar ist, ist ein sich auf ihn beziehen- des aktuelles Rechtsschutzinteresse zu verneinen , weshalb er nicht als Beschwerdeführer betrachtet werden kann. 2. 2.1 Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die v erfügende Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom D-3008/2011 Seite 10 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vor aussetzungen ein ve r- fassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf ein Wiedererw ä- gungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Eine Wiedererwägung fällt hingegen dann nicht in Betracht, wenn ledi g- lich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die bereits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen d ie frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104). Sodann können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen, sofern sie sich auf eine in ma- terielle Rechtskraft erwachsene Verfügung beziehen, die entweder una n- gefochten geblieben oder deren Beschwerdeverfahren mit einem forme l- len Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als qual i- fiziertes Wiedererwägun gsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfahrens zu behandeln (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 2.2 Da die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführer auf Behan d- lung ihres Wiederer wägungsgesuchs nicht in Abrede stellte und darauf eintrat, hat das Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob das BFM das Gesuch zu Recht abwies. 3. 3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des ablehnenden Wiedererw ä- gungsentscheides im Wesentlichen an, vorliegend hätten sich sowohl das Bundesamt als auch das Bundesverwaltungsgericht bereits ausführlich mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs befasst. Das BFM stelle nicht in Abrede, dass die Bedingungen für den Aufbau einer wirtschaftlichen und sozial en Existenz in Serbien schwierig seien. In ganzheitlicher Würdigung müsse der Vollzug der Wegweisung aber als zumutbar bezeichnet werden. Hinzu komme, dass auch der älteste Sohn zum Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz beitragen könne. Den Söhnen sei es zuzumuten, die Schule beziehungsweise die Berufsbildung in Se r- bien fortzusetzen. Der Umstand, dass das Schuljahr noch nicht beendet sei, vermöge an diesen Ausführungen nichts zu ändern respektive keine D-3008/2011 Seite 11 Verlängerung der Ausreisefrist zu begründen. Zum schlechten psychi- schen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei festzuhalten, dass eine depressive Entwicklung bei Asylsuchenden, deren Asylgesuche abgewiesen würden, sich begreiflicherweise nicht selten in diesen M o- menten bemerkbar mache beziehungsweise d urch einen ablehnenden Asylentscheid akzentuiert werde. Dieses Phänomen stehe aber einem Wegweisungsvollzug nicht entgegen . Umso wichtiger sei es, dass durch eine sorgfältige Vorbereitung der Ausreise und eine medizinische Begle i- tung eine innere Bereitscha ft zur Rückkehr aufgebaut werde, damit sich die Symptome nicht zusätzlich verschärften. Den Akten sei nicht zu en t- nehmen, dass die Beschwerdeführerin eine ärztliche Behandlung benöt i- ge, die in Serbien nicht gewährleistet sei. Das Verschwinden von E._______ vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern und lasse die Vermutung aufkommen, dass die Beschwerdeführer damit ihr Wi e- dererwägungsgesuch begründeten respektive einen längeren Aufenthalt in der Schweiz erwirken wollten. Aufgrund dieser Erwägungen vermö ge auch das eingereichte Beweismittel keinen anderen Ausgang des Wi e- dererwägungsverfahrens zu bewirken. Zusammenfassend lägen keine Gründe vor, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 20. Januar 2010 beseitigen könnten, weshalb das Wiedererwägungsgesuch a bzuweisen sei. 3.2 Als Wiedererwägungsgrund wird im Wesentlichen das nach der defini- tiven Ablehnung des Asylgesuchs und des ersten Wiedererwägungsg e- suchs eingetretene Verschwinden von E._______ und die damit einhe r- gehende Verschlechterung des psychischen Gesun dheitszustandes der Beschwerdeführerin, (Darstellung der gesundheitlichen Situation) ange- führt. Diesbezüglich reichten sie zum Beleg verschiedene medizinische Unterlagen ein (vgl. Bst. G. oben). 3.3 Ob das Verschwinden von E._______ und die damit verbundene Ver- schlimmerung des Gesundheitszustandes de r Beschwerdeführerin rechtswesentlich ist – das heisst, eine veränderte Sachlage darstellt, die eine von den bisherigen Beurteilungen abweichende Würdigung der Fr a- ge der Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zulässt – hat mit Blick auf die Beurteilung der gesundheitlichen Situation der B e- schwerdeführerin allein das Bundesverwaltungsgericht zu beantworten, da einem behandelnden Arzt oder einem ärztlichen Gutachter diesbezü g- lich keine Kompetenz zukommt und er die rechtliche Würdigung dem G e- richt weder abnehmen kann noch darf. D-3008/2011 Seite 12 4. 4.1 Vorliegend führt eine Gesamtbeurteilung zur Überzeugung, dass es den Beschwerdeführern trotz der auf Beschwerdeebene gemachten Au s- führungen und Entgegn ungen sowie der im Verfahren eingereichten B e- weismittel nicht gelingt, die von der Vorinstanz im angefochtenen En t- scheid zu Recht gezogene Schlussfolgerung zu widerlegen, wonach ke i- ne Gründe vorliegen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 20. Ja- nuar 2 010 beseitigen können, zumal weder das Verschwinden von E._______, der gegenwärtige gesundheitliche Zustand de r Beschwerde- führerin noch eine allfällige Selbstgefährdung oder die schulische Situat i- on der Kinder einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen. 4.2 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgege n- stehen (Art. 83 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 4.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bunde sverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu A rt. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 4.2.2 Da de n Beschwerdeführern mit in Rechtsk raft erwachsener Verf ü- gung des BFM vom 2 0. Januar 2010 die Flüchtlingseigenschaft nicht z u- erkannt und folgerichtig das Asylgesuch abgelehnt wurde (vgl. Bst. A. hiervor), kommt das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtling s- rechtlichen Non -Refoulement im vorliegenden Verfahren nicht zum Tr a- gen. Eine Rückkehr de r Beschwerdeführer in den Heimatstaat erweist sich demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG als rechtmässig. D-3008/2011 Seite 13 Sodann ergeben sich weder aus ihren Vorbringen im abgeschlossenen Asylverfahren noch aus den Akten der beiden Wiedererwägungsverfah- ren Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführer für den Fall einer Rückschiebung in den Heimatstaat daselbst mit beachtlicher Wahrschein- lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre n. Gemäss konstanter Praxis des EGMR sowie jener des UN Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdefüh- rer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder u nmenschliche Be- handlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit weite- ren Hinweisen; EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 bis 127, mit weit e- ren Hinweisen). Diese Voraussetzungen sind jedoch in casu als nicht e r- füllt zu erachten. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, de n Be- schwerdeführern würde bei einer Rückkehr in ihr Heimatland eine me n- schenrechtswidrige Behandlung drohen. 4.2.3 Was die in den medizinischen Unterlagen bei der Beschwerdeführe- rin diagnostizierte (Nennung Diagnose) betrifft, so kann gemäss der Pr a- xis des EGMR der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asyls u- chenden mit gesundheitlichen Problemen im Einzelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen; hier für sind jedoch ganz aussergewöhnl i- che Umstände Voraussetzung (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des EGMR). Vorliegend können solche ganz aussergewöhnlichen Umstände („very exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte, wo neben einer kurzen Lebense r- wartung aufseiten des an AIDS erkrankten Auszuweisenden erschwerend die Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Lei- den hinzukam, hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3). Im Übrigen verpflichtet Art. 3 EMRK einen Konventionsstaat grundsätzlich nicht dazu, bei einer Konfrontation mit suizidalen Neigungen von einer zu vollziehenden Weg- oder Ausweisung Abstand zu nehmen. Im konkreten Fall besteht Gewähr dafür, dass nötigenfalls geeignete Massnahmen e r- griffen werden könnten mit dem Ziel, die wohl bestehenden suizidalen Tendenzen bei der Beschwerdeführerin A._______ im Z usammenhang mit der Ausschaffung zu verhindern (vg l. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 212, mit einem Hinweis auf den Entscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan u.a. gegen Deutschland [Entscheid Nr. 33743/03]). A l-D-3008/2011 Seite 14 leine aus der allgemeinen Menschenrechts situation in Serbien lässt sich kein reales Risiko von Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung herleiten. Selbst das Vorliegen einer allgemein schlechten Menschenrechtslage genügt nämlich noch nicht für die A n- nahme einer drohe nden Verletzung von Art. 3 EMRK (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit zahlreichen Hinweisen). 4.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 4.4 Art. 83 Abs. 4 AuG stellt eine Kodifizierung der bisherigen Praxis zur konkreten Gefährdung nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (a A- NAG, BS 1 121) dar (vgl. PETER BOLZLI in MARC SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI, Kommentar Migrationsrecht, Zürich 2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit Hinweisen). Dieser Praxis zufolge wird aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schweiz, auf den Vollzug der Wegweisung verzichtet, wenn die Rück- kehr in den Heimatstaat für die betroffene Person eine konkrete Gefäh r- dung darstellt. Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heima t- land herrschenden allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allg emeiner Gewalt kennzeichnet, oder aufgrund anderer Gefahrenmomente, wie beispielsweise einer no t- wendigen, aber dort nicht durchführbaren medizinischen Behandlung, angenommen werden. Die beurteilende Behörde hat in jedem Einzelfall eine Gewichtung vorzunehm en zwischen den sich nach einer allfälligen Rückkehr des weggewiesenen Asylbewerbers in sein Heimatland erg e- benden humanitären Aspekten einerseits und dem öffentlichen Interesse am Vollzug der rechtskräftig verfügten Wegweisung andererseits. Der Begriff de r "konkreten Gefährdung" gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist eng auszulegen und bezieht sich vorab auf einen schwerwiegenden Ei n- griff in die körperliche Integrität des Ausländers. Art. 83 Abs. 4 AuG findet insbesondere Anwendung auf Personen, die nach ihrer Rück kehr einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie aus objektiver Sicht wegen der vorherrschenden Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwi e- derbringlich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung i hres Gesundheitszustandes, der I n- validität oder gar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. die weiterhin zutreffen- de Rechtsprechung der ARK in EMARK 2006 Nr. 10 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). D-3008/2011 Seite 15 4.5 Hinsichtlich der angeführten und durch medizinische Unterlagen b e- legten Beeinträchtigung sowohl des psychischen als auch des phys i- schen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin ist Folgendes zu erwägen: Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den We g- weisungsvollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheine n, es sei denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht erhältlich (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Entsprechen ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem mediz i- nischen Standard in der Schweiz, so be wirkt dies allein noch nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit ist erst dann auszugehen, wenn die ungenügende Möglichkeit der Weiterb e- handlung eine drastische und lebensbedrohende Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21; EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). Vorliegend sind, entgegen der auf Beschwerdeebene vorgebrachten A n- sicht, unter diesen Rahmenbedingungen den Akten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizinischen Notlage im Heima t- staat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu entnehmen. Die Beschwerdeführer h alten in ihrer Rechtsmitteleingabe und in ihren weiteren Eingaben auf Beschwerdeebene im Wesentlichen an den bereits im Wiedererwägungsgesuch gemachten Sachverhaltselementen fest und führen diesbezüglich an, die Beschwerdeführerin sei gesundheitlich schwer angeschlagen und brauche eine intensive psychiatrische Betre u- ung. Sie sei absolut nicht in der Lage, mit den Kinder n und ohne ihren Mann nach Serbien zurückzukehren und sich dort einigermassen z u- rechtzufinden und für sich und ihre Söhne eine neue Existenz aufzuba u- en. Sie wäre mit der Rolle der "Ernährerin" der Familie, die bislang ihr Ehemann übernommen habe, völlig üb erfordert. Es könne auch dem ä l- testen Sohn B._______ nicht zugemutet werden, den Vater zu ersetzen. Mit diesen Ausführungen gehen die Beschwerdeführer jedoch in keiner Weise konkret auf die Argumentation der Vorinstanz, so insbesondere hinsichtlich der Mög lichkeit, die gesundheitlichen Probleme auch in der Heimat weiterbehandeln zu lassen, ein. Das BFM stellte im angefocht e- nen Entscheid in überzeugender Weise die Möglichkeiten de r Beschwer- deführerin zur Behandlung ihrer psychischen Schwierigkeiten in Serbien dar, wobei sie zu Recht festhielt, dass auch das Bundesverwaltungsg e- richt in früheren Urteilen bereits in ausführlicher Weise auf die Zumutbar- keit eines Wegweisungsvollzugs nach Serbien eingegangen sei, und zog dementsprechende Schlüsse auf ihre persönliche Situation. Diesen Au s- führungen und Schlussfolgerungen schliesst sich das Bundesverwa l-D-3008/2011 Seite 16 tungsgericht vorliegend vollumfänglich an, zumal die Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene den Erwägungen der Vorinstanz nichts Substa n- zielles entgegenzuhalten vermögen. Der Umstand, dass E._______ seit (...) verschwunden sein soll , wurde bis dato von den Beschwerdeführern lediglich behauptet, nicht aber durch eine behördliche Mitteilung respektive Feststellung belegt. Die eingereich- ten Bestätigungen von Verwandten und Bekannten, wonach sie ebenfalls keine Kenntnis über den Aufenthalt von E._______ hätten, sind jedenfalls nicht geeignet, dessen Verschwinden zu belegen. Auch in Berücksichtigung der notorisch hohen Arbeitslosigkeit in Serbien und müssen die Beschwerdeführer nicht befürchten, in Serbien in eine existenzielle Notlage zu geraten. Selbst wenn es der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich sein sollte, in naher Zukunft eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, ist zu berücksichtigen , dass die B e- schwerdeführer den Akten zufolge in ihrer Heimat über ein Haus und Vermögen verfügen, diverse Verwandte in Serbien und in der Schweiz besitzen, welche sie in finanzieller Hinsicht unterstützen können und dies in der Vergangenheit auch bereits getan haben und es überdies dem mitt- lerweile (...)-jährigen Sohn B._______ zuzumuten ist, in Serbien eine Ar- beit aufzunehmen und so zum Unterhalt der Familie beizutragen (vgl. act. A1/12, S. 2; A2/10, S. 2; A13/17, S. 15). Auch stehen die bestehen- den gesundheitlichen Beschwerden einem Vollzug der Wegweisung nicht entgegen. Hinsichtlich der angeführten Beeinträchtigungen des psych i- schen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin reichte diese auf Beschwerdeebene zwar medizinische Unterlagen (vgl. Bst. G. ob en) zu den Akten, die ihre (Nennung Art und Ort Behandlungen) ausweisen, die jedoch an der obigen Einschätzung, wonach sie ihre gesundheitlichen Schwierigkeiten auch in ihrer Heimat weiterbehandeln lassen kann, nichts zu ändern vermögen. Bezüglich der in d en medizinischen Unterlagen (Auflistung Beweismittel) belegten (Nennung medizinisch relevanter Vorfall) und der bestehenden Hinweise zu suizidalen Gedanken ist Folgendes festzuhalten: Dass ein unausweichlich bevorstehender Wegweisungsvollzug bei den damit kon- frontierten ausländischen Personen zu einer nicht unerheblichen psych i- schen Belastung führt, ist nachvollziehbar. Dieser Belastung kommt aber im asyl- und ausländerrechtlichen Kontext grundsätzlich keine Bedeutung zu, weil eine geltend gemachte Gefährdu ng konkrete Formen aufweisen muss, um zur Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Art. 83 D-3008/2011 Seite 17 Abs. 4 AuG führen zu können. Indessen kann im Einzelfall eine reaktiv auf einen bevorstehenden Wegweisungsvollzug auftretende und ernsthaft gesundheitsgefährdende psychische Störung lebensbedrohlichen Au s- masses für die Frage der Zumutbarkeit relevant sein. Vorliegend könnte für die Zeit vor und während der Rückreise in den Heimatsstaat einer al l- fälligen – und gemäss den in den Akten liegenden medizinischen Unte r- lagen wohl zu erwartenden – zeitweiligen Verschlechterung des psych i- schen Zustandes der Beschwerdeführerin medikamentös und mit einer persönlichen Be treuung begegnet werden. Ohne die damit verbundene Beeinträchtigung der Lebensqualität zu verkennen, kann somit von den bei der Beschwerdeführerin vorliegenden gesundheitlichen Beschwerden insgesamt nicht auf eine konkrete Gefährdung in Form einer medizin i- schen Notlage nach dem Verständnis von Art. 83 Abs. 4 AuG geschlo s- sen werden. In diesem Zusammenhang kann darauf hingewiesen we r- den, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Heimat auf ein stabiles familiä- res Umfeld zählen kann, das sie bei der Reintegration unterstützen dürfte. Hinsichtlich der Finanzierung einer (Weiter -)Behandlung in ihrer Heimat ist darauf hinzuweisen, dass in Würdigung sämtlicher Umstände – so auch aufgrund der oben dargelegten finanziellen Verhältnisse der Familie – davon ausgegangen werd en kann, sie könne bei einer Rückkehr , in Verbindung mit der Möglichkeit des Erhalts einer anfänglichen medizin i- schen Rückkehrhilfe aus der Schweiz , die Kosten für ihre Behandlung übernehmen. Sodann stellt auch der Umstand, dass die Kinder ihre Schul - respektive Berufsbildung nicht in der Schweiz weiterführen können, keinen wiede r- erwägungsrechtlich relevanten Sachverhalt dar. 4.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz zu Recht das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführer vom 20. April 2011 abge- wiesen hat. Es erübrigt sich bei dieser Sachlage, auf die weiteren Ausfüh- rungen in den Eingaben de r Beschwerdeführer näher einzugehen, da sie an dieser Würdigung nichts zu ändern vermögen. 5. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwe r- de ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. D-3008/2011 Seite 18 6. Die Einreichung ausserordentlicher Rechtsbehelfe – wie der Wiedererwä- gung – hemmt den Vollzug nicht, es sei denn, die für die Behandlung z u- ständige Behörde entscheide anders (Art. 112 AsylG). Mit Verfügung des Instruktionsrichters vom 10. Juni 201 1 wurde der defi- nitive Entscheid betreffend die Aussetzung des Wegweisungsvollzugs, das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses r e- spektive um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen Zeitpunkt nach Ablauf der Beweismit- telfrist verwiesen. Aufgrund des Entscheids in der Sache erweisen sich die Gesuche um Aussetzung des Wegweisungsvollzugs sowie um Erlass des Kostenvorschusses als gegenstandslos. 7. 7.1 Die Beschwerdeführer ersuchen um die Gewährung der unentgeltli- chen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Be- zahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht au s- sichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aus der Tatsache, dass sich ex post zeigt, dass die Beschwerdeführer keine prozessualen Erfolgscha n- cen hatten, ergibt sich zwar noch nicht zwingend, dass die Beschwerd e- begehren als aussichtslos zu bezeichnen waren. Dennoch müssen vo r- liegend die Gewinnaussichten der Beschwerdeführer als von allem A n- fang an beträchtlich geringer eingestuft werden als die Verlustgefahren und können gar als kaum ernsthaft bezeichnet werden. Dies bedeutet nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, dass der Streitf all als au s- sichtslos zu bezeichnen ist. Zudem wurde eine Bedürftigkeit lediglich b e- hauptet, indessen nicht belegt, zumal die Beschwerdeführer in der Lage waren, in den früheren Beschwerdeverfahren den Kostenvorschuss zu bezahlen. Deshalb ist das gestellte Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuwei- sen. 7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 1200.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) de n Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-3008/2011 Seite 19 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.- werden den Beschwerdeführern auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gun s- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Stefan Weber Versand: