B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4257/2011/mel U r t e i l v o m 1 0 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung; Verfügung des BFM vom 13. Juli 2011 / N (…). D-4257/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerde führer Sri Lanka am (…) 2010 auf dem Luftweg und gelangte von Italien herkommend am 22. Dezember 2010 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nach - suchte. Am 29. Dezember 2010 führte das BFM eine Sum marbefragung durch. Die Anhörung fand am 8. Juli 2011 statt. A.b Der Beschwerdeführer – ein Tamile aus B._______ – machte geltend, im Jahr 2006 dem Studentenflügel der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) beigetreten zu sein und ein zweimonatiges Training absolvie rt zu haben. Er habe für die LTTE Geld sammeln und an Demonstrationen teil- nehmen müssen. Im Mai beziehungsweise Juni 2008 sei er durch die Ar- mee festgenommen und in einem Lager des Criminal Investigation D e- partments (CID) inhaftiert worden. Er sei verhört und misshandelt worden; dabei habe er einen Armbruch erlitten. Nach zwei Wochen sei er wieder freigekommen und einer Meldepflicht unterstellt worden. In der Folge h a- be er erfolglos versucht, sich von den LTTE zu distanzieren. Er habe den LTTE Personen aus dem Dorf, welche mit der Armee kooperiert hätten, melden müssen. Er sei bei der Armee denunziert und am 2. Janua r 2009 durch Armeeangehörige erneut verhaftet worden. Man habe ihn per Schiff nach C._______ beziehungsweise D._______ zum CID gebracht, wo er inhaftiert worden sei. Seine Eltern hätten das Vorgefallene dem Internat i- onal Committee oft the Red Cross (ICRC) gemeldet, worauf er nach e i- nem Monat und einem Tag beziehungsweise zwei Monaten freigelassen worden sei. Man habe ihm auferlegt, die LTTE nicht mehr zu unterstützen und Sri Lanka nicht zu verlassen. Er habe sich vorerst in einem Zimmer in C._______ versteckt gehalten. Während dieser Zeit sei unter Drohungen zuhause nach ihm gesucht worden. Vie r seiner Kollegen seien festg e- nommen und einer ermor det worden. Nach einem Aufenthalt in E._______ sei er schliesslich ausgereist. Die sri-lankische Armee suche nach wie vor nach ihm. A.c Anlässlich der Anhörung hielt das BFM dem Beschwerdeführer vor, gemäss Erkenntnissen des Amtes sei er entgegen seinen Aussag en be- reits früher im Ausland gewesen. So sei er 2009 und 2010 zweimal in F._______ und einmal in G._______ gewesen. Ausserdem sei er am (…) 2010 nach H._______ geflogen. Im Rahmen des rechtlichen Gehörs bestritt der Beschwerdeführer diese Sachverhaltselemente. D-4257/2011 Seite 3 A.d Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine Identitätskarte, e i- nen Geburtsschein und je in Farbkopie ein Schreiben des ICRC und ein Formular-Dokument (Individual Complaint forms to U nited Nations [UN] Special Procedures/working group on Arbitrary Detention) zu den Akten. B. B.a Mit Verfügung vom 13. Juli 2011 – eröffnet am 15. Juli 2011 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingsei genschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwei- sung aus der Sc hweiz und den Wegweisungsvollzug. Zur Begründung führte das BFM im Wesent lichen aus, die geltend gemach ten Verfo l- gungsvorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht stand. Gemäss Auskunft der Schweizer Botschaft (…) sei der Beschwer- deführer am (…) 2010 auf dem Luftweg nach H._______ gereist und be- finde sich seither im Ausland. Er sei mit einem echten, am (…) 2009 aus- gestellten Pass ausgereist. Bereits zuvor habe er Flugreisen ins Ausland unternommen. Diese Sachverhalte habe er i m Rahmen des rechtlichen Gehörs bestritten. Nach dem Gesagten habe er die Asylbehörden über seine Auslandaufenthalte sowie über Zeitpunkt und Zieldestination seiner Ausreise getäuscht. Bereits dadurch sei die Glaubhaftigkeit seiner Vo r- bringen erheblich beei nträchtigt. Im Weiteren wären ihm die Flugreisen und in der Folge die legale Ausreise nicht gelungen, sollte er nach der zweiten Haft tatsächlich die erwähnten Auflagen erhalten haben. Deshalb sei davon auszugehen, dass – sollte er tatsächlich aufgrund seiner Zuge- hörigkeit zur LTTE (in untergeordneter) Stellung inhaftiert und wieder frei- gelassen worden sein – danach kein weiteres Interesse der sri-lankischen Behörden an ihm mehr bestanden habe. Bei dieser Sachlage erübrige sich eine eingehende Würdigung der Beweismittel, zumal sich solche e r- fahrungsgemäss als häufig ge - oder verfälscht erwiesen. Hinzu komme schliesslich, dass er im Hinblick auf den Zeitpunkt der ersten Festnahme unterschiedliche Daten genannt und insbesondere seinen Beitritt zur LTTE sowie d as in diesem Rahmen absolvierte Training substanz - und detailarm zu Protokoll gegeben habe. B.b Den Vollzug der Wegweisung erachtete das BFM für zulässig, zumut- bar und möglich. Im Hinblick auf die Zumutbarkeit erwog die Vorin stanz, in Gebie ten, die seit l ängerer Zeit unter Regierungskontrolle stün den, herrsche weit gehend ein normales Alltagsleben. Der Beschwerdefüh rer stamme aus B._______. Dort bestünden ein Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation. Zudem sei er jung, gesund und habe eine gute Schulbildung. Es sprächen demnach weder die vor Ort herrschende S i-D-4257/2011 Seite 4 cherheitslage noch individuelle Gründe gegen die Zumut barkeit des Voll- zugs. C. C.a Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 29. Juli 2011 beantragte der Beschwerdeführer beim Bun desverwaltungsgericht die Aufhe bung des vor instanzlichen Ent scheids in den Dispositivzif fern 4 und 5 (Vol l- zugspunkt), die Rückweisung an das BFM ver bunden mit der Aufford e- rung an das Amt, sämtliche Herkunftsländerin formationen, auf welche es sich stütze, mittels Quellenangaben offenzulegen, eventualiter die Fes t- stellung der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll zugs verbunden mit der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz sowie in prozessualer Hinsicht die un entgeltliche Rechtspfle ge (Art. 65 Abs. 1 des Ver waltungsver- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) samt Entbindung von der Vorschusspflicht. C.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer insbesondere ge l- tend, die Rekursinstanz gehe in ihrer Praxis nach wie vor von einer G e- fährdungslage in seinem Herkunftsgebiet aus. Die Vorinstanz habe es un- terlassen, ihre abweichende Haltung rechtsge nüglich zu begründen. Z u- dem habe sie die relevanten Herkunftsländerinfor mationen, auf welche sie ihren Entscheid stütze, nicht offen gelegt. Insbesondere habe sie es versäumt, nähere Angaben zur ihrer Dienstreise nach Sri Lanka zu m a- chen. Das BFM sei deshalb an zuweisen, sämtliche Herkunftsländerinfor- mationen, auf welche es seinen Entscheid stütze, mittels Quellenangaben offenzulegen. So habe es auch nicht prä zisiert, welche Passagen im z i- tierten UNHCR -Bericht zu welchen Einschätzungen im angefochtenen Entscheid geführt hät ten. Insgesamt sei – so auch gestützt auf die Ei n- schätzung der Schweizerischen Flüchtlingshilf (SFH) – nicht davon au s- zugehen, dass die vo m BFM er wähnte Verbesserung der Situation ta t- sächlich in einem Ausmass, wel ches gegen eine Gefährdung für Rüc k- kehrer spreche, erfolgt sei. Nach dem Gesagten sei der Wegweisung s- vollzug von Tamilen in den Norden des Landes nach wie vor unzumutbar, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei. C.c Am 3. August 2011 reichte der Beschwerdeführer eine Bestätigung für seine Bedürftigkeit nach. D. Mit Zwischenverfügung vom 3. August 2011 verzichtete das Bundesver -D-4257/2011 Seite 5 waltungsgericht auf die Erhebung eines Kostenvorschu sses und hiess das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. E. Mit Vernehmlassung vom 6. September 2011 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Die gerügten Gehörsverletzungen bestü n- den nicht. F. Mit Replik vom 16. September 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Darlegungen fest. Das BFM habe seine Quellen nach wie vor nicht in der erforderlichen Art und Weise offengelegt. Der Eingabe lag e i- ne Kostennote bei. G. Am 16. November 2011 gab der Beschwerdeführer ärztliche Unterlagen im Zu sammenhang mit psychischen Leiden zu den Akten. Im Beglei t- schreiben stellte er einen weiteren Arztbericht in Aussicht. H. Mit Zwischenverfügung vom 20. September 2012 übermittelte das Bu n- desverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer das BFM -Dokument "Sri Lanka, Erkenntnisse Dienstreise 5. bis 17. September 2010" vom 22. D e- zember 2011 und gab ihm Gelegenheit, sich dazu und auch zur aktuellen gesundheitlichen Situation zu äussern. Gleichzei tig wurde er auf BVGE 2011/24 aufmerksam gemacht. I. In seiner Stellungnahme vom 3. Oktober 2012 (Datum des Poststempels) hielt der Beschwerdeführer an den bisherigen Vorbringen grundsätzlich fest und machte – teilweise unter Hinweis auf aktuellere Quellen – kriti- sche Anmerkungen zum BFM-Dokument. Im Weiteren wies er darauf hin, dass in BVGE 2011/24 von der guten Gesundheit der betroffenen Person ausgegangen worden sei. Dies treffe auf den Beschwerdeführer nicht zu. Im Weiteren stellte er die Nachreichung eines Arztberichts in Aussicht und ersuchte um Fristerstreckung. J. Nach gewährten Fristerstreckungen reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Oktober 2012 einen Arztbericht vom 18. Oktober 2012 nach. Darin wurde eine "Posttraumatische Belastungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt" diagnostiziert. Der Patient stehe seit D-4257/2011 Seite 6 dem 22. September 2009 in ambulanter psychiatrischer -psychothera- peutischer Behandlung. Er zeige im Rahmen der erlebte n Folterungen durch das Militär in Sri Lanka 2008 Aufmerksamkeits - und Konzentrat i- onsstörungen, einen bedrückten Affekt, eine Antriebsarmut, Schlafstörun- gen, Alpträume, einzelne Ereignisse von Schlafwandeln, rezidivierend Su- izidgedanken. Die psychotherapeutischen Gespräche beschränkten sich auf stützende Interventionen, da für eine eingehende professionelle Ps y- chotherapie ein Dolmetscher notwendig wäre. Die entsprechenden Ko s- ten würden durch seine Aufenthaltsgemeinde jedoch leider nicht übe r- nommen. Er sei Ende Oktober 2011 im (…) angemeldet worden. Gemäss telefonischer Auskunft betrage die aktuelle Wartefrist bis zum Beginn e i- ner Therapie mindestens noch ein halbes Jahr. Dort wäre eine Dolme t- scher-begleitete Therapie möglich. Aus psychiatrischer Sicht sei e ine sol- che Therapie dringend indiziert. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltung s- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Auslief e- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [Asyl G, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren r ichtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges D-4257/2011 Seite 7 Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einz u- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Die Beschwerde richtet sich gemäss den Rechtsbegehren al lein gegen den Vollzug der angeordneten Wegweisung. Gegenstand des Beschwe r- deverfahrens bildet somit einzig die Frage, ob das BFM den Vollzug der Wegweisung zu Recht angeord net hat oder ob anstelle des Vollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist ( Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 des Bundesgeset zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). 4. 4.1 Der Beschwerdeführer macht in formeller Hinsicht geltend, dass eine Verletzung der Begründungspflicht vorliege, da es di e Vorinstanz unter - lassen habe, die relevanten Herkunftsländerinformationen, auf welche sie ihren Entscheid stütze, offenzulegen. Zudem sei sie in der angefochtenen Verfügung ohne ausreichende Begründung von der langjähri gen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts abgewichen. Daher sei die angefochtene Verfügung im Ausmass der Anfechtung zur Neubeurteilung der Sache an das BFM zurückzuweisen. 4.2 Der Anspruch der Beschwerdepartei auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei dgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 29 VwVG) umfasst verschiedene Teilgehalte, die als Mitwirkungsrechte und Informationsansprüche au s- gestaltet sind. Zu nennen ist unter anderem das Recht auf Einsicht in die Verfahrensakten (Art. 26 - 28 VwVG), das der betroffenen Person ermög - lichen soll, die Grundlagen eines sie betreffenden Entscheids zu kon - trollieren und gegebenenfalls wirksam und sachbezogen Stellung zu be - ziehen (vgl. etwa MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rec htliches Gehör im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 255, m.w.N.; STEPHAN C. BRUNNER, in: A u- er/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum VwVG, Zürich/St. Gallen D-4257/2011 Seite 8 2008, Art. 26, N 2; BERNHARD WALDMANN/MAGNUS OESCHGER, in: Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 26, N 4 ff., 32 f.). Demnach ist den Par teien grundsätzlich Ein- sicht in die Akten zu gewähren, und dieses Recht darf nur ausnahmswe i- se verweigert werden. Unter die als Beweismit tel dienenden Aktenstücke im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. b VwVG fallen insbesondere die im ko n- kreten Fall tatsächlich als Beweismit tel herangezogenen Aktenstücke so- wie ausserdem alle Unterla gen, welche grundsätzlich geeignet sind, in einem konkreten Verfah ren a ls Beweismittel zu dienen (dazu BGE 132 V 387 E. 3.2 S. 389, 121 I 225 E. 2a S. 227, 119 Ib 12 E. 6b S. 20; vgl. zudem WALDMANN/OESCHGER, a.a.O., Art. 26, N 58). Des Weiteren ist im vorliegenden Zusammenhang auf die Begründungspflicht hinzu weisen. Die Begründung eines Entscheids soll der betroffenen Person die Tats a- chen und Rechtsnormen zur Kenntnis bringen, die für die entschei dende Behörde massgeblich waren. Damit soll der Adressat des Ent scheids ausserdem in die Lage versetzt werden, den Entscheid sa chgerecht an- zufechten (vgl. FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANK, in: Wald - mann/Weissenberger [Hrsg.], a.a.O., Art. 35, N 10, 17). 4.3 4.3.1 Das BFM hat dem Bundesverwaltungsgericht am 22. Dezember 2011 die verlangte Zusammenfassung der Ergebnisse der Dienstreise nach Sri Lanka vom September 2010 übermittelt. Davon wurde dem Be - schwerdeführer unter Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung mit Zwi - schenverfügung vom 20. September 2012 eine Kopie übermittelt. Mit Ein- gabe seines Rechtsvertreters vom 3. Oktober 2012 nahm de r Beschwer- deführer zum Dienstreisebericht des BFM Stellung. Demnach ist dem An- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör, soweit die ser als verletzt zu erkennen war, im Rahmen des Instruktionsverfah rens in au s- reichender Weise Genüge getan worden . Der genannte Verfahrens - mangel ist demnach als geheilt zu erachten. 4.3.2 Bezüglich des Antrags des Beschwerdeführers, es seien ihm – über die Ergebnisse der erwähnten Dienstreise hinaus – auch die anderen r e- levanten Herkunftsländerinformationen, auf welche d ie Vorinstanz ihren Entscheid stütze, offenzulegen, ist festzuhalten, dass sich nach Sinn und Zweck des verfassungsmässigen Gehörsanspruchs die entsprechenden Informationsrechte auf jene Erkenntnisquellen der entscheidenden Be - hörde richten, die tatsächli ch argumentativ herbeigezogen werden bezie - hungsweise als Grundlage für den Entscheid genannt werden. Unter B e- rufung auf das Akteneinsichtsrecht kann es somit nicht darum gehen, Zu -D-4257/2011 Seite 9 gang zu irgendwelchen nicht konkret benannten Dokumenten zu erlan - gen. Hinsichtlich der UNHCR -Richtlinien vom 5. Juli 2010 ist im Übrigen festzustellen, dass diese öffentlich zugänglich sind – so auch im Internet –, weshalb diesbezüglich keine Verletzung des Akteneinsichtsrechts b e- ziehungsweise der Begründungspflicht vorliegt. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass in der angefochtenen Verfügung darauf verzichtet wurde, bezüglich dieses Dokumentes die relevanten Passagen an - zugeben. 4.3.3 Bezüglich der Rüge in der Rechtsmittelschrift, wonach eine Verlet - zung der Begründungspflicht und des Anspruchs de s Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör vorliege, da das BFM in der angefochtenen Verfü - gung ohne Begründung von der langjährigen Praxis des Bundesver - waltungsgerichts abgewichen sei, ist Folgendes festzuhalten: Das BFM hat in der a ngefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend differenziert aufgezeigt, weshalb es zum Schluss gelangt, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka nach Ende des be - waffneten Konfliktes zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Lebensbedingun- gen insoweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, während im ehemals von den LTTE kontrollierten Vann i-Gebiet die Lebensbedingun - gen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Das BFM muss sich als Vorinstanz zwar auch hinsichtlich der Frage der generellen Z u- mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in Herkunftsländer abgewiese - ner Asylsuchender an die Praxis des Bundesverwaltungsge richts halten, es ist aber – wie auch der Beschwerdeführer erwähnt – sehr wohl befugt, mit einlässlicher Begründung von einer bestehenden Praxis abzuwe i- chen, wenn es diese als anpassungsbedürftig erachtet (vgl. BVGE 2010/54 E. 9.2.1 S. 801 f.). Dass das BFM den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwic k- lungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu beanstanden. Da s Bundesverwal- tungsgericht hat sich im Übrigen rela tiv kurz nach Erlass der angefocht e- nen Verfügung in seinem Urteil E -6220/2006 vom 27. Oktober 2011 (vgl. BVGE 2011/24) zur aktuellen Situa tion in Sri Lanka geäussert und eine Anpassung seiner in BVGE 200 8/2 publizierten Praxis vorgenommen, welche mit derjenigen des BFM im Ergebnis weitgehend übereinstimmt (vgl. E. 7.2 nachstehend). In wiefern das BFM mit seinem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt ha ben soll, ist in Anbetracht der insgesamt D-4257/2011 Seite 10 ausgewogenen und differenzier ten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ohnehin nicht ersichtlich. 4.4 Bei dieser Sachlage besteht somit keine Veranlassung, die angefoch - tene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb das Begeh - ren des Beschwerdeführers, d er Entscheid vom 13. Juli 2011 sei in den Dispositivpunkten 4 und 5 aufzuheben und zur Neubeurteilung der Sache an das BFM zurückzuweisen, abzuweisen ist. Der festgestellte Verfa h- rensmangel wird indessen im Kosten - und Entschädigungspunkt zu b e- rücksichtigen sein (vgl. nachfolgend E. 11.). 5. 5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG). 5.2 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor - gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Au s- länderrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148); BVGE 2011/24 E.10.2. 6. 6.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge - zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, D-4257/2011 Seite 11 unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfrei heiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 6.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar - auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be- schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr - dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfah ren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 6.3 6.3.1 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerd e- führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e i- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener de s UN-Anti-Folterausschusses müsste er eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschli - che Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kam mer], Saadi ge- gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). 6.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefährdung von Beschwerdeführenden aus Sri Lanka eine Lageana - lyse vor. Es gebe Personenkreise, die immer noch einer erhöhten Verfol - gungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Dazu gehörten unter anderem Per- sonen, die auch nach Be endigung des Bürgerkriegs verdächtigt wür den, mit den LTTE in Verbindung zu stehen oder gestanden zu haben, ebenso Anhänger des Ex -Generals Sarath Fonseka, Journalisten und an dere in der Medienbranche tätige Personen, international und lokal tätige Vertre - ter von NGOs, die sich für die Menschenrechte einsetzten oder Verstösse kritisierten, Opfer und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen so wie Personen, die solche Übergriffe bei den Behörden anzeigten, abgewie - sene Asylbewerber mit Verdacht zu Kontakten zum LTTE -Kader oder Personen, die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügten (E. 8). D-4257/2011 Seite 12 6.3.3 Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf e i- ne EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die a us einem eu- ropäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt be - fasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmar k, Application no. 20594/08, Ent - scheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011; vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon au s- zugehen sei, zu rückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behand - lung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ver schie- dene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Ein zelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürch- tung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befra gung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR namentlich Aspekte wie eine frühere Registrierung als verdäch tigtes oder tatsächliches LTTE-Mitglied, das Best ehen einer Vorstrafe oder eines o f- fenen Haftbefehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeichnung eines Geständnisses oder ähnli cher Dokumente, die An- werbung als Informant der Sicherheitskräfte, die Existenz von Körperna r- ben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, welcher als LTTE -Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt, das Fehlen von ID -Papieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE -Mitglied. Gleichzeitig hält der EGMR fest, dass dem Umstand gebüh rende Beachtung g e- schenkt werden müsse, dass diese einzelnen Fakto ren, für sich alleine betrachtet, möglicherweise kein "real risk" darstellen, je doch bei einer kumulativen Würdigung diese Schwelle erreicht sein könnte, namentlich unter der weiteren Berücksichtigung der aktuellen, gege benenfalls erhöh- ten, Sicherheitsvorkehrungen aufgrund der im Lande herrschenden al l- gemeinen Lage (vgl. T.N. v. Denmark, a.a.O., § 93,° S. 28). 6.3.4 Eine entsprechende konkr ete Gefahr, die dem Beschwerdeführer drohen könnte, ist jedoch nicht ersichtlich. So wurde bereits rechts kräftig festgestellt, dass er jedenfalls nicht über ein Profil verfüge, das auf b e- gründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Falle der Rückkehr schliessen lassen würde. In der Beschwerde zum Vollzugspunkt wird nicht vorgebracht, der Beschwerdeführer sei wegen seines allfälligen E n- gagements als Jugendlicher für die LTTE entsprechend gefährdet. Eine solche Gefährdung ergibt sich auch nicht aus den Akt en. Vielmehr sind seine Aussagen zum Vater und einem Onkel, welche lediglich bis 1989 D-4257/2011 Seite 13 beziehungsweise 2001 die LTTE unterstützt haben sollen, offensichtlich nicht geeignet, die Unzulässigkeit des Vollzugs im aktuellen Zeitpunkt zu begründen (A 19/13 Antworten 38 ff.). In der Beschwerde wird ausserdem nicht geltend gemacht, die Inhaftierungen hätten (in der vorgebrachten Form) tatsächlich stattgefunden; dass er im Rahmen eines Einsatzes der Sicherheitskräfte verletzt wurde und die in der Schweiz diagnostizie rte Traumatisierung (auch) darauf zurückzuführen ist, erscheint zwar nicht als ausgeschlossen. Nicht zuletzt auch in Anbetracht der Reisetätigkeiten und der Modalitäten der Ausreise nach H._______ bestätigt sich aber gleichwohl das Bild einer Person, welcher bereits damals und auch heute keine relevante Gefährdung durch die Sicherheitskräfte droht e bezi e- hungsweise droht. Auch im Übrigen lassen sich den Akten keine konkr e- ten Hinweise auf eine drohende menschenrechtswidrige Behandlung des Beschwerdeführers wegen ihm unterstellter LTTE-Nähe entnehmen. Dass bei abgewiesenen Asylsuchen den bei der Wiedereinreise eine gewisse Gefährdung im Sinne der Be schwerdevorbringen besteht, ist aufgrund der sk izzierten Rechtsprechung des EGMR und anderer Quellen zwar nicht von der Hand zu weisen. Hinreichend konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund seines Persönlichkeitsprofils bei der Wiedereinreise eine unzulässige Behandlung gewärtigen muss, bestehen nach dem Gesagten indes nicht. So leben auch die Familienangehörigen weiterhin in Sri Lanka, ohne dass der Beschwerdeführer im Rekurs ge l- tend macht, sie seien aktuell ernsthaft gefährdet. Vielmehr beschränkt sich der Vertreter in der Rec htsschrift weitestgehend darauf, die aus se i- ner Sicht generell angespannte Lage vor Ort darzulegen. Individuell- konkrete Argumente für eine persönliche Gefährdung seines Mandanten fehlen (zur gesundheitlichen Lage des Beschwerdeführers vgl. Ziff. 7.4.). 6.3.5 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt entgegen den wenig stich - haltigen Beschwerdevorbringen ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7. 7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkr ieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. D-4257/2011 Seite 14 7.2 Im erwähnten Urteil BVGE 2011/24 aktualisierte das Bundesverwal- tungsgericht die letztmals in BVGE 2008/2 definierte Lage analyse Sri Lankas und passte die Wegweisungspraxis an. Hinsichtlich des Wegwei - sungsvollzugs hält das Gericht fest, dass dieser in das ge samte Gebiet der Ostprovinz grundsätzlich z umutbar sei (a.a.O. E. 13.1). Auch der Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni -Ge- biets – sei grundsätzlich zumutbar, wobei sich eine zurückhal tende Beur- teilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien sowie eine Be rücksichti- gung des zeitlichen Elementes aufdränge (a.a.O. E. 13.2.1). Weiterhin als unzumutbar müsse der Wegweisungsvollzug, übereinstim mend mit dem BFM, für das Vanni -Gebiet gelten, welches zu Beginn des Jahres 2008 noch von den LTTE kontrolliert worden sei und in w elchem sich in der Folge bis zum endgültigen Sieg über die LTTE die Kriegshand lungen ab- gespielt hätten (a.a.O. E. 13.2.2). Für Personen, die aus dem übri gen Staatsgebiet von Sri Lanka (d.h. die Provinzen North Central, North We s- tern, Central, Western [na mentlich der Grossraum Colombo], Southern, Sabarugamuwa und die Uva -Provinz) stammten und dorthin zu rückkehr- ten, sei der Wegweisungsvollzug grundsätzlich zumutbar (a.a.O. E.13.3). 7.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, aus B._______ zu stammen. Eine Rück kehr dorthin ist nach aktueller Rechtsprechung grundsätzlich als zumutbar zu betrachten, wobei aber eine sorgfältige, zu rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien vorzunehmen ist. Das bedeutet, dass den sozio -ökonomischen und de n medizinischen Aspek- ten, dem Kindeswohl und auch dem zeitlichen Ele ment gebührend Rech- nung zu tragen sind. 7.4 7.4.1 In der Beschwerde fehlen Argumente, welche auf eine Veränderung der sozialen und ökonomischen Situation des Beschwerdeführers in se i- nem Herkunftsort hindeuten würden. Entsprechend ist mit dem BFM d a- von auszugehen, dass dort nach wie vor ein Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohnsituation bestehen. Zudem kommen finanzielle Zuschüs- se von Verwandten aus dem In- und Ausland in Betracht (A 5/10 S. 3). 7.4.2 Der Beschwerdeführer leidet an einer posttraumatischen Bela s- tungsstörung. Die Fortsetzung der ambulan ten psychiatrischen Behan d- lung ist auch in Sri Lanka möglich. Zudem kann der Beschwerdeführer al- lenfalls medizinische Rückkehrhilfe beantragen. D-4257/2011 Seite 15 7.4.3 Insgesamt ist demnach nicht davon auszugehen, er könnte vor Ort in eine existenzgefährdende Situation geraten. 7.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reis e- dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt e i- ne Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). Es erübrigt sich, auf weitere Beschwerdevorbringen hin sichtlich der allgemeinen Situation in Sri Lanka detaillierter einzugehen. 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11. 11.1 Die – wegen der Heilung eines Verfahrensmangels auf Beschw er- deebene reduzierten – Kosten des Verfahrens wären grundsätzlich dem unterliegenden Be schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch das Gesuch des Be - schwerdeführers um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instruktionsverfügung vom 3. August 2011 gutgeheissen; aufgrund der Akten besteht kein Anlass, auf diesen Entscheid zurückzukommen. Von der Kostenauflage ist demnach abzusehen. 11.2 Angesichts des soeben Gesagten ist dem Beschwerdeführer schliesslich trotz des Umstandes, wonach er im vorliegenden Beschwe r- deverfahren mit seinen Rechtsbegehren letztlich nicht durchge drungen ist, eine angemessene (reduzierte) Parteientschädigung für die ihm aus der Beschwerdeführung im Rahmen des festgestell ten Verfahrens - mangels (Verletzung des rechtlichen Gehörs bezüglich des Berichtes D-4257/2011 Seite 16 über die Dienstreise) erwachsenen notwendigen Kosten zuzusprechen. Die Parteientschädigung ist in Würdigung der eingereichten Kostennote und der praxisgemässen Bemessungsfaktoren (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 8 und Art. 10 Abs. 2 VGKE) auf insgesamt Fr. 400. – (inklusive Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer) festzusetzen und vom BFM au s- zurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-4257/2011 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi - gung von Fr. 400.– auszurichten. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber Versand: