<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, im Bereich der universitären medizinischen Aus- und Weiterbildung in Absprache mit den Kantonen Massnahmen zu ergreifen, sodass die Zulassung von Studierenden hauptsächlich auf Kompetenz- und Qualitätskriterien beruht. Zu diesem Zweck soll er insbesondere in der Grundversorgung und im ambulanten Bereich für ein besseres Angebot an Studienplätzen und klinischen Praktika sorgen. Gemeinsam mit den Kantonen sollen die dafür notwendigen Mittel bereitgestellt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit dem Motionär einig, dass die Ausbildung von genügend Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz ein wichtiges Anliegen ist. Dank den grossen Anstrengungen der Kantone, welche hauptsächlich für die universitären Ausbildungen zuständig sind und des vom Bund mit 100 Millionen Franken unterstützten Sonderprogramms "Erhöhung der Anzahl Abschlüsse in Humanmedizin" (SPHM) konnten die Studienplatzkapazitäten an den bestehenden Standorten weiter ausgebaut sowie neue Studiengänge und Kooperationen an der ETH Zürich, den Universitäten Freiburg, Luzern, St. Gallen und Tessin aufgebaut werden. Diese Massnahmen sollen dazu führen, dass sich die Anzahl der Master-Diplome in Humanmedizin von knapp 900 im Jahr 2016 nachhaltig auf über 1300 im Jahr 2025 erhöhen und damit die Abhängigkeit der Schweiz von Ärztinnen und Ärzten mit ausländischem Diplom verringern wird. Die Umsetzung des Sonderprogramms verläuft plangemäss. 2021 konnten bereits 1'088 Masterdiplome in Humanmedizin vergeben werden. Gleichzeitig wurden auch die Hausarztmedizin und die Interprofessionalität im Medizinstudium mit besonderen Massnahmen wesentlich verstärkt. Die vom SBFI 2022 durchgeführte Evaluation und das Schlussreporting 2021 von swissuniversities zum SPHM haben die aktuelle Zielerreichung bestätigt und geben dem Massnahmenpaket gute Noten. 2025 werden Bund und Kantone die abschliessende Zielerreichung prüfen.</p><p>Da die Anzahl Anmeldungen die Kapazitäten der universitären Hochschulen weiterhin deutlich übersteigen, beschränken diese in eigener Kompetenz den Zugang zum Medizinstudium mittels Eignungstest (EMS) und Numerus Clausus (Universitäten Basel, Bern, Freiburg, Tessin, Zürich und ETHZ) oder mittels Selektion nach dem ersten Studienjahr (Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg). Die Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK), das höchste hochschulpolitische Organ der Schweiz, hat 2017, gestützt auf den Bericht des Schweizerischen Wissenschaftsrats (SWR, <a href="http://www.sbfi.admin.ch">www.sbfi.admin.ch</a> =&gt; Publikationen =&gt; Publikationsdatenbank =&gt; Zulassungsverfahren für das Medizinstudium an den Universitäten mit Numerus clausus), den kognitiv orientierten Eignungstest (EMS) als geeignetes Instrument zur Selektion der Medizinstudierenden untersucht und bestätigt. Die Vor- und Nachteile verschiedener Selektionsmethoden (Praktika, Wissenstests, etc.) wurden untersucht und im Ergebnis bekräftigt, dass es sich beim EMS um einen für beide Geschlechter fairen, kosteneffizienten und validen Test zur Ermittlung der Studieneignung handelt, der zudem möglicherweise die soziale Selektivität verringert. Die Methode der Selektion nach dem ersten Studienjahr öffnet zwar den freien Zugang zum ersten Studienjahr, birgt aber u.a. hohe Kosten und Anforderungen bezüglich der notwendigen Infrastruktur. Beide Zulassungsarten orientieren sich damit weitgehend an den Kriterien von Kompetenz und Qualität.</p><p>Im Bereich der Weiterbildung ist festzuhalten, dass der Bund, wie auch im Ausbildungsbereich, über keine Kompetenzen verfügt, Weiterbildungsstätten zu verpflichten, eine bestimmte Anzahl an Weiterbildungsstellen festzulegen. Die Ausgestaltung der Lerninhalte und -formate der Weiterbildung erfolgt durch die Fachgesellschaften und das Schweizerische Institut für Weiter- und Fortbildung (SIWF). Der Bund beteiligt sich in spezifischen Arbeitsgruppen mit Stakeholdern des Gesundheitswesens an der Diskussion zur Qualität und zu innovativen Formaten der Weiterbildung.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.