Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. September 2013 (720 13 173) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotz fortgeschrittenen Alters 62 Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Rechtsdienst In tegrat i- on Handicap, Schützenweg 10, 3014 Bern gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1951 geborene A.____ ist gelernte Verkäuferin und war seit 1998 als Verkäuferin im Teilzeitpensum tätig. Anfangs März 2011 musste sie ihre A rbeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nach Ablauf der arbeitsrechtlichen Sperrfri st von sechs Monaten wurde das Anstel- lungsverhältnis seitens des Arbeitgebers in der Folge pe r Ende November 2011 aufgelöst. Be- reits am 27. Juli 2011 hatte sich die Versicherte unter H inweis auf eine Knie- und Schulterprob- lematik bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet. Nach Prüfung der gesundheitlichen Situation und Abklä rung der erwerblichen sowie haushalte- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht rischen Verhältnisse sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Mai 2013 eine ab März 2012 gestützt auf einen anhand der allgemeinen Bemessungsmet hode des Einkommensvergleichs ermittelten IV-Grad von 100% bis Ende August 2012 befristete ganze IV-Rente zu. B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Cl audia Pascali-Armanaschi, Schwei- zerische Arbeitsgemeinschaft zur Eingliederung Behinderte r in Bern, am 10. Juni 2013 Be- schwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs- recht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle vom 8. Mai 2013 sei inso- fern aufzuheben, als ihr auch seit dem 1. September 201 2 eine Rente auszurichten sei. Zu- sammenfassend liess sie vorbringen, dass ihre verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf dem offe- nen Arbeitsmarkt nicht mehr verwertbar sei. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 19. Juni 2013 auf Abweisung der Be- schwerde. D. Mit Verfügung vom 5. August 2013 wurde der Beschwe rdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt. Die se reichte dem Gericht mit Eingabe vom 10. September 2013 ihre Honorarnote nach Zeitaufwand ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel-L andschaft vom 8. Mai 2013, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltung sprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwer de zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und in diesem Zusammenhang insbesondere, allenfalls bis zu welchem Zei tpunkt der Beschwerdeführerin Rentenleistungen zustehen. Massgebend ist dabei der Sachv erhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 8. Mai 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet recht- sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Übe rprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 20 07 gültig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 20 08 anwendbaren Fassung) hat die versi- cherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Re nte, wenn sie zu mindestens 50% Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialve rsicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Bee inträchtigung der körperlichen, der geis- tigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei sie im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 2.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezemb er 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in einem Aufga benbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht z ugemutet werden kann, wird für die Be- messung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Betätigungsvergleich; Art. 28 Abs. 2 bis IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 2 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). Bei Versicherten, die nur zum Teil er- werbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 AT SG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für die se Tätigkeit nach der spezifischen Methode festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil der Erwerb stätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitar- beit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbe- reich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend de r Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; A rt. 28 Abs. 2 ter IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung] bzw. Art. 28a Abs. 3 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung]). 2.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränd erten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung ) vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2]. Entscheidend ist nicht, ob der versicherten Perso n im Gesundheitsfall eine volle Er- werbstätigkeit zugemutet werden könnte, sondern ob si e hypothetisch, d.h. ohne Gesundheits- schaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, in ein em Vollpensum erwerbstätig wäre Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht (BGE 133 V 487 E. 6.3 mit Hinweisen). Bei im Haushal t tätigen versicherten Personen im Be- sonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenübe r Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück- sichtigen (MARTIN BOLTSHAUSER , Die Invalidität aus Betätigungsvergleich, in: René Sch affhau- ser/Franz Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2004, St. Gallen 2004, S 244). 2.4 Vorliegend hat die IV-Stelle den IV-Grad in Anw endung der allgemeinen Bemes- sungsmethode berechnet. Gestützt auf die Angaben der Ver sicherten im Fragebogen zur Er- mittlung der Erwerbstätigkeit vom 22. bzw. 25. Juni 201 2 ist sie zu Recht davon ausgegangen, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Einschränkungen vorwiegend aus finanziellen Grün- den in einem Pensum von 100% beruflich tätig sein würde (vgl. IV-Akten, Dok 32 S. 3). Das Vorgehen der IV-Stelle ist in diesem Zusammenhang zwischen den Parteien zu Recht unbestrit- ten geblieben. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen S tellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an4zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die a ndere medizinische These abstellt. Hin- sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entschei dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des EVG m it dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche- rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltu ngsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Urteile des EVG vom 9. August 2000, I 437/99 und I 575/99, E. 4b/bb). 4.1 Für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleist ung der Beschwerdeführerin noch zugemutet werden kann, liegen diverse medizinische Bericht e in den Akten, welche vom Ge- richt allesamt gewürdigt wurden. Hervorzuheben ist zunäch st der Arztbericht von Dr. B.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 13. Februar 2012, w orin mit Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit ein Status nach Knie-TEP rechts, eine Omarthro se links sowie eine Gonarthrose links diagnostiziert wurde. In absehbarer Zeit werde sowohl im Bereich der linken Schulter als auch des linken Kniegelenks eine endoprothetische Versorgung n otwendig werden. Ab 24. Mai 2011 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis auf w eiteres. Unmöglich sei längeres Stehen von mehr als 15 Minuten, ebenso schweres Heben, Überkopfa rbeit und langes Sitzen. Die bis- herige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Eine wechselb elastende Tätigkeit ohne schwere kör- perliche Belastung sei im Umfang von maximal noch zwei S tunden täglich zumutbar, wobei die Versicherte während zwei Stunden pro Tag im Sitzen bzw. Stehen Rumpfrotationen durchfüh- ren könne und des Weiteren im Bücken arbeiten könne. Die se Angaben seien seit dem 24. Mai 2011 gültig. 4.2 Im Zentrum der medizinischen Beurteilung steht soda nn insbesondere das versiche- rungsmedizinische Gutachten von Dr. C.____, FMH Physikali sche Medizin und Rehabilitation, zu Handen der D.____ AG vom 18. Mai 2012. Anlässlich der Exploration vom 4. Mai 2012 diag- nostizierte diese bei der Beschwerdeführerin mit Auswirku ng auf die Arbeitsfähigkeit eine Min- derbelastbarkeit beider unterer Extremitäten insbesonde re bei Status nach computernavigier- tem endoprothetischem Ersatz des rechten Kniegelenks am 25. Mai 2011 wegen einer Gonarth- rose rechts sowie bei fortgeschrittener, medial- mehr al s femoropatellar betonter Gonarthrose links. Im weiteren bestehe eine Minderbelastbarkeit d er Schultergelenke bei fortgeschrittener Omarthrose links mit nahezu vollständiger Aufhebung des glenohumeralen Gelenksspalts sowie initialer Omarthrose rechts bei unter anderem ausgepr ägter Tendinitis der langen Bizepssehne. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine klei ne foraminale Diskushernie HWK 5/6 rechts mit möglicher Wurzelreizung C6 rechts aktuell ohn e radikuläre Symptomatik, eine aus- geprägte muskuläre Dysbalance und Dekonditionierung sowie eine morbide Adipositas zu diag- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nostizieren. Das Gutachten legt dar, dass in der zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kioskverkäufe- rin mit regelmässig auftretenden schulter- und kniegele nksbelastenden Bewegungsmustern keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht. In einer dem Leiden optimal angepassten, sehr leichten bis leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Tragen und Heben von körperfernen Lasten, ohne Arbeiten auf bzw. auf vibrierenden Geräten oder Fahrz eugen, ohne das Bewältigen grösserer Gehstrecken, ohne das Arbeiten in kniender und kauernd er Stellung, ohne das Arbeiten über die Armhorizontale hinaus, ohne das mehr als seltene B ewältigen von Treppen, ohne das Be- wältigen von Leitern sowie ohne das Arbeiten mit Abstur zgefahr ist bezogen auf ein Voll- schichtpensum aus versicherungsmedizinischer Sicht hingegen ei ne noch 80%-ige Arbeitsfä- higkeit zu attestieren. Diese 80%ige Leistung könne bei 100%-iger Präsenz umgesetzt werden. Die 20%ige Leistungsminderung resultiere aus einem erh öhten Pausenbedarf gemäss den auf- geführten Diagnosen. 5.1 Unter den Parteien zu Recht unbestritten gebliebe n ist die gutachterliche Einschätzung der noch verbleibenden Restarbeitsfähigkeit der Versiche rten in einer adaptierten Verweistätig- keit, wie sie von Dr. C.____ festgelegt worden ist. So kann festgestellt werden, dass deren Gut- achten vom 18. Mai 2012 alle bundesgerichtlichen Krit erien an eine beweiskräftige ärztliche Entscheidgrundlage erfüllt und daher ohne Weiteres fü r die Beurteilung des vorliegenden Leis- tungsanspruches herangezogen werden kann. Mangels konkre ter Indizien gegen dessen Zu- verlässigkeit kommt diesem Gutachten deshalb - wie aufgez eigt (vgl. Erwägung 3.2 f.) - volle Beweiskraft zu (vgl. BGE 125 V 353 E. 3 b/bb mit weite ren Hinweisen). Es ist demnach davon auszugehen, dass die Versicherte seit dem Zeitpunkt der gutachterlichen Exploration am 4. Mai 2012 in medizinischer Hinsicht nur noch im umschriebene n Umfang eine adaptierte Verweistä- tigkeit zu absolvieren in der Lage ist. Für die Zeit vo r der gutachterlichen Exploration durch Dr. C.____ ist demgegenüber auf die ebenfalls unstritt ig gebliebene Einschätzung der behan- delnden Orthopädin in deren Bericht vom 13. Februar 2012 abzustellen, wonach die Versicherte seit März 2011 in ihrer angestammten Tätigkeit vollständ ig bzw. ab Mai 2011 in einer adaptie- ren Verweistätigkeit zunächst lediglich noch im Umfang von 20% arbeitsfähig war. Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht vielmehr hinsichtlich der Verwertbarkeit der der Beschwerdefüh- rerin noch zumutbaren Restarbeitsfähigkeit. Diese stell t sich in ihrer Beschwerdebegründung insbesondere auch mit Blick auf ihr Alter auf den Standp unkt, dass sie aufgrund ihrer gesund- heitlichen Beschwerden in ein neues Tätigkeitsgebiet ein geführt werden müsse. Es sei aber kaum wahrscheinlich, dass sie von einem Arbeitgeber angestellt würde. 5.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzuste llen, ob ein Invalider unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann , sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen kön nte, wenn die verfügbaren Arbeits- plätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des EVG vo m 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss der oben (vgl. Erwägung 2. 2 hiervor) zitierten Bestimmung von Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invaliditätsg rades deshalb von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerse its ein gewisses Gleichgewicht zwi- schen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen; ander seits bezeichnet er einen Arbeits- markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschie denartiger Stellen offen hält, und zwar Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und i ntellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwer- ten (BGE 110 V 276 E. 4b; Zeitschrift für die Ausgle ichskassen [ZAK] 1991 S. 318 E. 3b). Das restliche erwerbliche Leistungsvermögen hat sich somit in einem fiktiven Arbeitsmarkt zu be- währen, der definitionsgemäss unter anderem konjunktur ell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; R UDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Scha- denminderungspflicht und Zumutbarkeitsgrundsatz bei der Invaliditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [H rsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 35). Bei de r Prüfung der wirtschaftlichen Verwert- barkeit der Restarbeitsfähigkeit darf allerdings nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort nicht von einer Arb eitsgelegenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgegli- chene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unt er nicht realistischem Entgegen- kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entspre- chenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlosse n erscheint (Urteil des Bundesge- richts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 5.3 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter, obgleich ein an sich invaliditätsfremder Faktor (AHI-Praxis 1999 S. 240 u nten sowie Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen), als K riterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenh eiten dazu führen kann, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ih r deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in die- sem Sinne wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vo llständige Erwerbsunfähigkeit vor, die zum Anspruch auf eine ganze Invalidenrente führt (Urt eil des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebe nsalters auf die Möglichkeit, das verblie- bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmar kt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich vielmehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten mass gebend erscheinen. Zu denken ist zu- nächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsscha dens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer verbleibender Aktivität sodann nam entlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wi ederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruf- lichem Werdegang sowie der Anwendbarkeit von Berufserfa hrung aus dem angestammten Be- reich abzuschätzen ist (Urteile des EVG vom 5. August 2 005, I 376/05, E. 4.1 und vom 23. Ok- tober 2003, I 392/02, E. 3.1). Das fortgeschrittene A lter ist insbesondere auch dort kein invalidi- tätsfremder Faktor, wo eine versicherte Person, die imm er nur eine schwere Hilfsarbeitertätig- keit ausgeführt hat, nicht in der Lage ist, einer Tät igkeit nachzugehen, die intellektuell an- spruchsvoller ist und manuelle Geschicklichkeit erfordert. So kann das Alter insbesondere - ne- ben anderen Gründen - auch die Fähigkeit beeinflussen , sich auf eine völlig andersgeartete Tätigkeit umzustellen, die nicht ausschliesslich Körperkraft beansprucht (vgl. R ÜEDI , a.a.O., Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 43 ff.; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Sozial versicherungsrecht [KGE SV], vom 9. Oktober 2009 [720 09 73/241]). 6.1 Die Versicherte war im massgebenden Zeitpunkt der Verfügung (BGE 129 V 4 E. 1.2, 121 V 366 Erw. 1b) knappe 62 Jahre alt. In diesem Zusam menhang darf aber auch die Vorge- schichte beachtet werden, wonach vor der Prüfung des Ren tenanspruchs durch die IV-Stelle bereits im September 2011 ein Eingliederungs-Assessment d urch die IV-Stelle durchgeführt worden war. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführ erin erst rund 60 1/2 Jahre alt. Zwar war die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt insbe- sondere auch unter dem Gesichtspunkt des Alters von der Ve rsicherten bereits dazumal in Fra- ge gestellt worden (vgl. Abschlussbericht Frühinterventio n der IV-Stelle vom 20. Oktober 2011, IV-Akten, Dok 18). Geht man nun aber vom massgeblichen Zeitpunkt der Rentenverfügung vom 8. Mai 2013 und damit vom Alter 62 aus, kann sicherlich f estgestellt werden, dass die Be- schwerdeführerin nicht mehr leicht vermittelbar ist (Ur teil des EVG vom 21. März 2002, I 778/01). Dennoch bestehen für sie entsprechend der bun desgerichtlichen Rechtsprechung Möglichkeiten, eine Stelle zu finden (Urteil des EVG vo m 11. Mai 2004, I 112/04, E. 3.1). Einer- seits werden Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urtei l des EVG vom 20. Juli 2004, I 39/04); andererseits ist die Versicherte in einer leidensadaptie rten Tätigkeit nach wie vor im Rahmen eines 80 %-Pensums arbeitsfähig. Hierbei fällt insbeso ndere ins Gewicht, dass die medizini- sche Leistungsfähigkeit im Umfang von 80 % für eine vol lschichtige und mithin ganztägige Tä- tigkeit erstellt ist (vgl. Erwägung 4.2 hievor). Für ei ne Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt spricht aber auch der Umstand, dass die Versicherte über eine kaufmännische Ausbildung verfügt, weshalb der Kreis an potentiellen Stellen jeden- falls weniger eingeschränkt wird als bei Personen ohne Ausbildung. Anders als eine Person, welche beispielsweise ihr ganzes Erwerbsleben im Bau verbr acht und in erster Linie körperlich stark belastende, ansonsten aber relativ überblickbare und keine besonderen Fähigkeiten er- fordernde Tätigkeiten ausgeführt hat, vermag sich die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer langjährigen Verkaufstätigkeit über letztlich positive Qualitäten wie insbesondere Selbständig- keit und Verantwortungsbewusstsein auszuzeichnen. Ob es d er Versicherten noch möglich ist, sich mit Blick auf ein angepasstes Tätigkeitsfeld neue Fert igkeiten und Kenntnisse für eine Be- schäftigung mit einfachem Anforderungsniveau anzueignen , kann unter diesen Umständen je- denfalls nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verne int werden. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang im Weiteren, dass - anders als bei ei ner Person mit fehlenden Sprach- ressourcen - die sprachliche Grundkompetenz der Versicher ten die Zahl der Auswahlmöglich- keiten im hiesigen Arbeitsmarkt jedenfalls nicht zusätzlich verringern dürfte. Insofern verfügt die Beschwerdeführerin - wie die IV-Stelle in ihrer Vern ehmlassung zu Recht darauf hingewiesen hat - über deutlich mehr Erfahrung und Kompetenzen, als dies bei einer Hilfsarbeiterin gewöhn- lich der Fall ist. 6.2 Gemäss den vorstehend wiedergegebenen Ausführunge n im Gutachten von Dr. C.____ trifft es zwar zu, dass die Beschwerdeführerin in verschiedener Hinsicht auch quali- tativ in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Tro tz auch dieser Einschränkungen kann bei einer attestierten Restarbeitsfähigkeit von 80% aber n icht gesagt werden, hierfür bestehe auf Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einem theoretisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt keine Eins atzmöglichkeit mehr. Es ist vielmehr festzustellen, dass diverse Arbeiten mit einfachem Arbeit sniveau die fraglichen Einschränkun- gen teilweise bereits mit umfassen. So ist insbesondere ein Arbeiten auf Leitern oder ein Arbei- ten unter Absturzgefahr offensichtlich nur bei Berufen denkbar, die für die Versicherte ohnehin nicht in Frage kommen. Gleiches gilt für die Unmöglichkeit, an bzw. auf vibrierenden Maschinen oder Fahrzeugen arbeiten zu müssen. Diese Einschränkunge n beziehen sich eher auf mindes- tens mittelschwere Tätigkeiten und sind derart vielme hr theoretischer Natur, dass sie - stets unter der Berücksichtigung einer in casu in Frage kommend en, sehr leichten bis leichten wech- selbelastender Arbeit - keine zusätzliche Verringerung der in Frage kommenden Tätigkeitsfelder mit sich bringen. Das der Versicherten noch zumutbare Tätigkeitsfeld unterliegt deshalb letztlich nicht so vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nich t mehr als realistisch zu bezeichnen wäre (vgl. demgegenüber die Situation eines knapp 64- jährigen Versicherten mit multiplen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden und einer lediglich 50%igen, durch ver- schiedenste Auflagen zusätzlich limitierten Arbeitsfähigkeit im Urteil des EVG vom 4. April 2002, I 401/01, vgl. zum Ganzen auch Urteil des EVG vom 5. Aug ust 2005 I 376/05 E. 4.2). Zu den- ken ist beispielsweise an eine mehrheitlich sitzende Mont agetätigkeit oder eine Tätigkeit am Fliessband, bei welcher die Versicherte in den hierzu oft mals manuelle Fähigkeiten erfordern- den Kompetenzen nicht eingeschränkt ist. In Frage kommen ebenfalls Überwachungstätigkeiten oder untergeordnete Administrationsarbeiten, bei welch en weder längere Gehstrecken zurück- zulegen sind, noch über die Horizontale mittelschwere Ge wichte gehoben werden müssen. Auf dem so verstandenen Arbeitsmarkt ist die der Beschwerdeführ erin attestierte Restarbeitsfähig- keit zumutbarer Weise noch verwertbar. 7. Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle einen Einkom- mensvergleich vorgenommen hat. Gegen die konkrete Inval iditätsbemessung sind beschwer- deweise keine Einwände erhoben worden. Die Vornahme des Einkommensvergleichs, insbe- sondere die Festsetzung von Validen- und Invalideneinkom men, entspricht grundsätzlich denn auch den gesetzlichen und rechtsprechungsgemässen Vorausse tzungen (BGE 128 V 30 E. 1). Fraglich erscheint allenfalls, ob für die Zeit der um 20% reduzierten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Verweistätigkeit ab Mai 2012 nicht ein le idensbedingter Abzug berechtigt gewesen wäre (BGE 126 V 75 ff.). Selbst wenn ein solcher Abzug gar im Umfang von 20% zusätzlich berücksichtigt würde, ändert dies jedoch nichts daran, da ss der massgebende Schwellenwert für einen Rentenanspruch nicht überschritten würde. Gestützt auf eine 20%-ige Arbeitsfähigkeit ab Mai 2011 sowie eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit ab Mai 2012 hat die IV-Stelle der Versicherten unter Berücksichtigung des Ablaufs des Wartejahres im März 2 012 einerseits (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) und der dreimonatigen Karenzfrist ab Mai 2012 gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV andererseits somit zu Recht eine zwischen März 2012 bis und mit August 20 12 befristete ganze IV-Rente ausgerichtet. Die dagegen gerichtete Beschwerde ist demnach abzuweisen. 8.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu überbinden sind. Der Versicherten ist allerdings mit Verfügung vom 5. August 2013 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus d iesem Grund werden die Verfahrenskos- ten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 8.2 Dem Prozessausgang entsprechend sind die Parteikos ten wettzuschlagen. Da der Be- schwerdeführerin mit Verfügung vom 5. August 2013 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden ist, wird dieser für ihre Bemühungen aus der Ge- richtskasse zu einem praxisgemässen Honoraransatz von Fr. 150 .-- pro Stunde entschädigt. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat in i hrer Honorarnote vom 10. September 2013 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von sechs Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen Auslagen von Fr. 35.--. Der Rechtsvertreterin ist demzufolge ein Honorar in der Höhe von insgesamt Fr. 935.-- (6 Stunden à Fr. 150.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 35.-- ohne Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse auszurichten. Die Beschwerdeführerin wird ausdrü cklich auf § 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspfleg e gewährt wurde, zur Nachzahlung ver- pflichtet werden kann, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 935.-- (inkl. Auslagen) aus der Gerichtskasse ausgerichtet.