Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Januar 2019 (725 18 221 / 15) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Zeitpunkt des Fallabschlusses durch den Unfallversicherer / Würdigung des medizini- schen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Martin Lutz, Advokat, Falknerstrasse 3, 4001 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1972 geborene A.____ arbeitete seit dem 20. Januar 2015 als Plattenleger bei der B.____ AG und war im Rahmen dieser Tätigkeit bei de r Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von U nfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 12. März 2015 erlitt A.____ einen Arbeitsunfall. Laut den Angaben in der Unfallmeldung war er damit beschäftigt, mit einer Handkreissäge einen Boden zu zerschneiden, als jemand das Kabel der Säge berührte, sodass sich die Säge beweg te und er sich in den rechten Daumen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schnitt. Dabei zog er sich eine Schnittverletzung am rechten Daumenendglied mit einer Teilläsi- on der FPL-Sehne sowie einer Läsion beider digitaler Nerven zu. Nachdem die Suva nach Eingang der Unfallmeldung für d ie Heilungskosten aufgekommen war und Taggeldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Ar beitsunfähigkeit geleistet hatte, teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 14. Februar 2017 mit, dass die vorübergehenden Leistungen per Ende Februar 2017 eingestellt würden. Zur Begründung machte sie im Wesent- lichen geltend, die Ausübung der angestammten Tätigke it als Plattenleger sei ihm zwar nicht mehr zumutbar, laut den Ergebnissen der medizinischen Abklärungen könne er aber eine leich- te, leidensadaptierte Tätigkeit ganztägig verrichten. Sobald die Eidgenössische Invalidenversi- cherung (IV) allfällige berufliche Massnahmen abgeschlossen habe, werde man den unfallversi- cherungsrechtlichen Rentenanspruch prüfen. Mit Verfügung vom 25. August 2017 lehnte die Suva - unter Hinweis auf den zwischenzeitlichen Abschluss der durch die IV gewährten Eingliederungsmassnah men - einen Anspruch von A.____ auf eine Invalidenrente und eine Integritätse ntschädigung ab. Gestützt auf die erfolgten medizinischen und erwerblichen Abklärungen habe man ein en Invaliditätsgrad von 7,93 % er- mittelt. Da die Zusprechung einer Invalidenrente einen Invaliditätsgrad von mindestens 10 % voraussetze, bestehe kein Rentenanspruch. Ebenfalls nicht erfüllt seien die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung, hab e die kreisärztliche Untersuchung doch ergeben, dass keine erhebliche Schädigung der körperlich en Integrität vorliege. An dieser Ab- lehnung eines Rentenanspruchs und eines Anspruchs auf ein e Integritätsentschädigung hielt die Suva auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 30. Mai 2018 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vert reten durch Advokat Martin Lutz, am 2. Juli 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid vom 30. Mai 2018 aufzuheben und es sei die Beschwerdegegne rin zu verpflichten, ihm über den 31. Mai 2017 hinaus Taggelder zu erbringen und die H eilbehandlungskosten zu tragen. Even- tualiter seien ihm die gesetzlichen Leistungen in Form einer Invalidenrente von mindestens 17 % ab dem 1. Juni 2017 und einer Integritätsentschä digung von mindestens 5 % zuzuspre- chen; unter o/e-Kostenfolge. Im Weiteren sei ihm die u nentgeltliche Rechtspflege mit seinem Rechtsvertreter als unentgeltlichem Rechtsbeistand zu gew ähren. In verfahrensrechtlicher Hin- sicht beantragte er schliesslich, es sei eine bidisziplinäre medizinische Begutachtung bei einem Handchirurgen und einem Neurologen durchzuführen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2018 bea ntragte die Suva die Abweisung der Beschwerde. D. Am 26. Oktober 2018 reichte der Versicherte eine R eplik ein, in welcher er an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und an den we sentlichen bisherigen Vorbringen festhielt. Die Suva teilte am 27. November 2018 mit, dass sie auf die Einreichung einer umfas- senden Duplik verzichte und stattdessen auf die Ausführun gen in ihrer Beschwerdeantwort verweise. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht E. Das Kantonsgericht zog zur Vervollständigung der Akten bei der IV-Stelle Basel- Landschaft das IV-Dossier des Versicherten bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ve rsicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 2. Juli 2018 ist demnach einzu- treten. 1.2 Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vo m 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs . 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoc h Versicherungsleistungen für Un- fälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebroche n sind, nach bisherigem Recht ge- währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wesh alb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt vor aus, dass zwischen dem versi- cherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krank heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen eine m schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusamme nhang besteht, ist eine Tatfrage, wo- rüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu b efinden hat. Die blosse Möglichkeit ei- nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leist ungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.2 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahen zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nich t nur ein natürlicher, sondern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtspr echung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es n ach dem gewöhnlichen Lauf der Din- ge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich g eeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2 mit Hinw eis). Der Voraussetzung des adäqua- ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen e ines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (Urteil des Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 56/06, E. 6.2.2 am Ende; BGE 112 V 30 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenha ng ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Stehen hingegen psychi- sche Unfallfolgeschäden zur Beurteilung, so hat eine beso ndere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Danach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusamme nhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entst ehung der Arbeits- bzw. Erwerbs- unfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit an- deren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7). 3.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hin sichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die st reitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sit uation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4.1 Mit Schreiben vom 14. Februar 2017 hatte die Suva dem Versicherten mitgeteilt, dass die vorübergehenden Leistungen (Taggelder; Heilbehand lung) per Ende Februar 2017 einge- stellt würden. In der Folge absolvierte der Versicherte berufliche Eingliederungsmassnahmen zu Lasten der IV. Nach deren Abschluss prüfte die Suva den Anspruch des Versicherten auf eine unfallversicherungsrechtliche Invalidenrente und ei ne Integritätsentschädigung. Gestützt Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf die Ergebnisse ihrer gesundheitlichen und erwerbli chen Abklärungen lehnte sie mit Verfü- gung vom 25. August 2017, die sie in der Folge mit E inspracheentscheid vom 30. Mai 2018 bestätigte, einen Rentenanspruch und einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung ab. In seiner Beschwerde macht der Versicherte vorab geltend, de r medizinische Endzustand sei En- de Februar 2017 noch nicht erreicht gewesen, so dass die Voraussetzungen für eine Einstel- lung der vorübergehenden Leistungen im genannten Zeitpunkt nicht erfüllt gewesen seien. 4.2 Im Entscheid 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht einlässlich mit der Thematik befasst, in welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen und - gegebe- nenfalls - den Anspruch auf eine Invalidenrente und ein e Integritätsentschädigung zu prüfen habe (BGE 134 V 113 E. 3.2). Dies habe, so das Bundesge richt, gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG in dem Zeitpunkt zu geschehen, in welchem von der F ortsetzung der ärztlichen Behand- lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwar- tet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahme n der Invalidenversicherung abge- schlossen seien (BGE 134 V 113 ff. E. 4). Was unter ein er namhaften Besserung des Gesund- heitszustands zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz nicht nä her. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei (vgl. etwa Art. 1a und Art. 4 UVG), werde sich die s namentlich nach Massgabe der zu er- wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbe itsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein- trächtigt, bestimmen. Die Verwendung des Begriffes "namhaft" durch den Gesetzgeber verdeut- liche dabei, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen genügten nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3 mit Hinweisen). 5.1 Wie den Akten entnommen werden kann, absolvierte d er Versicherte vom 18. Novem- ber 2015 bis 23. Dezember 2015 einen stationären Auf enthalt in der Klinik D.____. Im Austritts- bericht vom 23. Dezember 2015 hielt das involvierte Ärzt eteam beim Versicherten folgende Di- agnosen fest: (1) Unfall vom 12.03.2015 mit Fräsenver letzung am Daumenendglied rechts mit 70 %-iger Teilläsion der FPL-Sehne ansatznahe und Lä sion beider palmarer Digitalnerven und ossärem Defekt palmar an der Endphalanx-Basis mit Wundverso rgung (Notfallstation, 12.03.2015), Wundexploration, Refixation FPL-Sehne m ittels Mitek-Anker und Koaptation bei- der palmarer Digitalnerven (13.03.2015), kompletter R eruptur FPL-Sehne, Ausbildung eines Neuroms des radiopalmaren Daumennervs, ossärer Refixatio n der FPL-Sehne sowie Neurom- resektion radiopalmarer Nerv Daumen rechts (30.04.2015) , Entfernung eines vorstehenden Fadens an der Daumenkuppe rechts (07.08.2015) sowie aktuell: (1) neuropathische Schmerzen und Allodynie Palmarseite Daumen rechts und leichter T enodese der FPL-Sehne rechts; (2) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32. 1) mit psychotraumatologischen Symp- tomen (Kriterien für PTBS nicht erfüllt); (3) eine Insertionstendopathie am Trochanter major links und (4) eine paroxysmale Tachykardie mit/bei Status nach Radiofrequenzablation 2000 und Rezidiven seit 2008, emotional getriggert. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten führten die Klinikärzte aus, dass diesem die bisherige T ätigkeit als Parkett-Bodenleger nicht mehr zumutbar sei. Hingegen könne er eine körperlich leichte Arbeit ganztags ausüben, wobei im Zusammenhang mit der Benutzung der rechten Hand fo lgende Einschränkungen zu beach- ten seien: Der rechte Daumen könne wegen der Überempf indlichkeit und der bewegungsab- hängigen Schmerzen nur sehr begrenzt eingesetzt werden . Das Greifen/Festhalten zwischen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Daumen und einem oder mehreren Langfingern und auch im Grobgriff sei stark eingeschränkt; feinmotorische Tätigkeiten seien kaum möglich. Nicht in Frage kämen sodann häufig wiederhol- te Daumenbewegungen sowie Tätigkeiten mit Schlägen o der Vibrationen oder mit einer Kälte- exposition der rechten Hand. Dagegen könnten mit den Langfingern allein (im Hakengriff) auch schwerere Gewichte bis 15 kg einhändig getragen oder bis 20 kg bimanuell gehoben werden. 5.2 In seinem Bericht vom 9. Februar 2017 über die gle ichentags erfolgte Abschlussunter- suchung diagnostizierte der Suva-Kreisarzt Dr. med. E.__ __, Arzt für Allgemeinmedizin, beim Versicherten (1) eine chronische Schmerzstörung Daumen pal mar mit Verdacht auf Symptom- ausweitung auf den Daumenballen bei (1.1) Teilläsion der FPL-Sehne sowie Läsion beider Digi- talnerven N1 und N2 und anschliessender primärer operat iver Versorgung am 13.03.2015 und (1.2) Status nach Refixation mit Neuromrevision N1 am 30.04.2015 bei kompletter Reruptur FPL Zone 1 Dig. I sowie Neurom N1; (2) eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und (3) ein paroxysmales Vorhofflimmern bei (3.1) Status nach Radiofre- quenzablation 2000 und (3.2) COPO Gold I, Lungenemp hysem. In seiner Beurteilung wies Dr. E.____ darauf hin, dass der Versicherte anlässlich de r Konsultation vom 10. November 2015 den rechten Daumen nach Aufforderung noch adäqua t eingesetzt habe und dass bei der Kraftmessung mit dem Handdynamometer 42 kg bzw. mit de m Pinch Gauche zwischen Dau- men und Zeigefinger 7 kg erreicht worden seien. Demgeg enüber werde heute eine massive Überempfindlichkeit/Allodynie geltend gemacht, welche eine Berührung des Daumens und Daumenballens volarseitig nicht möglich mache. Der Daum en werde geschont und auch auf Aufforderung nicht eingesetzt. Eine klinische Untersuchun g der Flexion des Daumens gegen Widerstand sei nicht mehr möglich. Diese “Verschlechterun g“ sei insofern bemerkenswert, als es zwischenzeitlich zu keinem weiteren operativen Eingriff gekommen sei. Es sei daher von einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen, welche dur ch die Verletzung nicht nachvoll- zogen werden könne. Gewisse Restbeschwerden bei Belastun g wären noch einigermassen plausibel, nicht jedoch die heute präsentierte Allodyni e mit subjektiver Unmöglichkeit, den Daumen volarseitig und am Daumenballen zu berühren. Insgesamt entstehe der Eindruck, dass die schwierige psychosoziale Situation für die Verschlechte rung der Beschwerdesymptomatik verantwortlich sei. Aufgrund des bisherigen Verlaufs mit Aggravation und Symptomausweitung sei es fraglich, ob unfallbedingt noch eine Verbesserung erwartet werden könne. Bezüglich des somatischen Ergebnisses sei dies wahrscheinlich zu verneinen. Was die Arbeitsfähigkeit betref- fe, könne aufgrund der objektivierbaren Befunde auf da s von der Klinik D.____ im Austrittsbe- richt vom 23. Dezember 2015 erstelle Zumutbarkeitsprofil abgestellt werden, wobei anzumerken sei, dass die Einschränkungen in Anbetracht der objektivi erbaren Befunde sehr grosszügig be- messen worden seien. 5.3 Laut den vorstehend wiedergegebenen kreisärztlichen Diagnosen litt der Versicherte im Zeitpunkt des strittigen Fallabschlusses - unter anderem - an einer chronischen Schmerzstö- rung (mit somatischen und psychischen Faktoren) und somit au ch an psychischen Gesund- heitsbeeinträchtigungen. Es stellt sich die Frage, ob di ese in einem natürlichen Kausalzusam- menhang zum Unfallereignis vom 12. März 2015 stehen. Dar auf braucht nun allerdings nicht weiter eingegangen zu werden. Die Suva legt im angefo chtenen Einspracheentscheid zutref- fend dar, dass es vorliegend jedenfalls an dem für die B ejahung einer Leistungspflicht - zusätz- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich zur natürlichen Unfallkausalität - erforderlichen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen des Versicherten und dem am 12. März 2015 erlittenen Unfall fehlen würde. Diese vorinstanzliche B eurteilung ist nicht zu beanstanden und sie wird denn auch vom Versicherten in seiner Beschwerde - zu Recht - nicht (mehr) in Frage gestellt. Somit kann hier aber von weiteren Erörteru ngen zu dieser Thematik abgesehen wer- den und es bei der Feststellung sein Bewenden haben, dass die im Zeitpunkt des Fallabschlus- ses vorhandenen psychischen Leiden des Beschwerdeführers für d as vorliegende unfallversi- cherungsrechtliche Verfahren nicht von Relevanz sind. 6.1 In Würdigung der oben (vgl. E. 5.1 und 5.2 hierv or) geschilderten medizinischen Unter- lagen ging die Suva im angefochtenen Entscheid bzw. in der ihm zu Grunde liegenden Verfü- gung davon aus, dass beim Versicherten der medizinische Endz ustand hinsichtlich der somati- schen Unfallfolgen im Bereich des rechten Daumens Ende Feb ruar 2017 erreicht gewesen sei. Es sei nicht ersichtlich, dass im genannten Zeitpunkt von e iner Fortsetzung der ärztlichen Be- handlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszusta nds zu erwarten gewesen oder dass von ärztlicher Seite eine entsprechende Prognose gestellt worden wäre. 6.2 Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der Auffassun g, dass der Fall noch nicht hät- te abgeschlossen werden dürfen. Es sei weiterhin eine we sentliche Verbesserung des Gesund- heitszustands möglich. Zur Begründung dieses Standpunkts beruft sich der Beschwerdeführer zum einen auf den Abschlussbericht des Kreisarztes Dr. E .____ vom 9. Februar 2017 und zum andern auf den Bericht des Zentrums für Schmerzmedizin F. ____ vom 29. Juni 2017. Im erst- genannten Bericht habe der Kreisarzt festgehalten, da ss eine Besserungsmöglichkeit der un- fallbedingten Folgen fraglich und aus somatischer Sicht „wahrscheinlich“ zu verneinen sei. Für die Vornahme des Fallabschlusses reiche dies aber nicht a us. Der Umstand, dass der Hei- lungsverlauf abgeschlossen und keine Verbesserung der gesundheitlichen Situation mehr mög- lich sei, müsse vielmehr mit dem Beweisgrad der überwiege nden Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Dies sei hier gerade nicht der Fall, da im genan nten Bericht des Zentrums für Schmerz- medizin F.____ aus anästhesiologischer Sicht noch diverse B ehandlungsmöglichkeiten zur Schmerzbekämpfung aufgezeigt würden. Sein Hauptproblem liege in den Dauerschmerzen, die er im Daumen seiner Führungshand bei jedem Kontakt ve rspüre und die ihm jegliche manuelle Arbeit verunmöglichen würden. 6.3 Wie oben ausgeführt, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall wie hier ohne Einholung ei nes externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind er gänzende Abklärungen vorzuneh- men (vgl. E. 3.4 hiervor und die dortigen Rechtsprechun gshinweise). Solche Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des Kreisarztes Dr. E.____, auf welche die Suva in ihrem Ent- scheid abgestellt hat, liegen hier vor. Die Suva argume ntiert gestützt auf den Bericht von Dr. E.____, dass der Versicherte eine adaptierte Verwei stätigkeit wieder ganztags ausüben könne, sodass eine namhafte Besserung des Gesundheitszustand s im Sinne einer ins Gewicht fallenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbe itsfähigkeit gar nicht (mehr) möglich sei. In diesem Zusammenhang ist jedoch festzuhalten, dass Dr. E.____ keine eigenständige Beur- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht teilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen, sondern statt dessen auf das von der Klinik D.____ verfasste „Zumutbarkeitsprofil“ verwiesen hat. Die dort igen Ärzte verfassten allerdings ihre Ein- schätzung nicht unmittelbar vor dem strittigen Fallabschl uss, sondern bereits im Dezember 2015. Die fehlende Aktualität der damaligen Beurteil ung ist insofern von Bedeutung, als der Versicherte angibt, die Empfindlichkeit im Bereich des r echten Daumens und seine Schmerzen hätten in der Zwischenzeit (seit dem Klinikaufenthalt) zugenommen. Dies hat denn auch der Kreisarzt Dr. E.____ in seinem Abschlussbericht so festgeh alten. Nun ist es aber durchaus denkbar, dass solche verstärkte, berührungs- und bewegungsa bhängige Schmerzen auch im Rahmen einer adaptierten Tätigkeit zu einem verminderten Rendement im Sinne einer Verlang- samung oder eines vermehrten Pausenbedarfs führen und in soweit - entgegen der Auffassung der Suva - (noch) nicht von einer vollen Arbeitsfähigke it ausgegangen werden kann. Ob die behaupteten stärkeren Schmerzen eine somatische Ursache haben oder ob diese, wie die Suva annimmt, psychisch begründet sind, lässt sich anhand der vor liegenden medizinischen Akten nicht abschliessend beantworten. Aufgrund der im Bericht des Zentrums für Schmerzmedizin F.____ vom 29. Juni 2017 angesprochenen anästhesiologisch en Behandlungsoptionen erge- ben sich aber immerhin Zweifel an der Schlüssigkeit der kreisärztlichen Auffassung, wonach die vom Versicherten geklagten verstärkten Schmerzen ausschliessli ch Ausdruck einer somatofor- men Schmerzstörung und somit psychisch bedingt seien. 6.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass vorliegen d Zweifel an der Zuverlässig- keit und Schlüssigkeit der von der Beschwerdegegnerin als massgeblich erachteten versiche- rungsinternen Beurteilung des Kreisarztes Dr. E.____ bestehen. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.4 hiervor) kann bei diesem Beweisergebnis nicht auf die betreffende versicherungsinterne Beurteilung abgestellt werden. Der angefochtene Einsp racheentscheid ist deshalb aufzuheben. Im Hinblick auf das weitere Vorgehen gilt es zu berücksich tigen, dass die Suva den medizini- schen Sachverhalt bisher lediglich versicherungsintern dur ch einen Allgemeinmediziner hat be- urteilen lassen. Hält man sich zum einen die Komplexität des Beschwerdebildes des Versicher- ten und zum andern die sich aus dem Untersuchungsgrun dsatz ergebende Pflicht des Versi- cherungsträgers, den rechtserheblichen (medizinischen) Sach verhalt vollständig festzustellen (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG), vor Augen, so müssen die vo n der Suva im Verwaltungsverfahren getroffenen Abklärungen letztlich als nicht ausreichend b ezeichnet werden. Vor diesem Hinter- grund rechtfertigt es sich, die Angelegenheit an die S uva zurückzuweisen. Diese wird nunmehr ein versicherungsexternes Gutachten mit fachärztlichen Untersuchungen in den Ber eichen Handchirurgie und Neurologie einzuholen haben. Darin wird abzuklären sein, an welchen soma- tischen Unfallfolgen der Versicherte leidet und ob hinsi chtlich dieser somatischen Unfallfolgen der medizinische Endzustand erreicht ist. Zudem werden d ie Gutachter, falls sie den medizini- schen Endzustand als erreicht erachten, das Ausmass der unfallbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zu beurteilen haben. Anschliessend wi rd die Suva gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungsanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die vorliegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht - wie hie r - einen bei ihm angefochtenen Ent- scheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2. 1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Partei entschädigung zu Lasten der Be- schwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Besch werdeführers hat in seiner Honorarnote vom 17. Mai 2017 für das vorliegende Verfa hren einen Zeitaufwand von 8,42 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht d er sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungs- prozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwen dung gelangenden Stundenan- satz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden si nd die in der Honorarnote aus- gewiesenen Auslagen von Fr. 80.10. Dem Beschwerdeführ er ist deshalb eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2‘185.10 (8,42 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 80.10) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Se lbständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der Suva vom 30. Mai 2018 aufge hoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Suva zurückge wiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientsc hädigung in der Höhe von Fr. 2‘185.10 (inkl. Auslagen) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht