B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-6766/2018 U r t e i l v o m 2 2 . M ä r z 2 0 1 9 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richterin Sylvie Cossy, Richterin Constance Leisinger, Gerichtsschreiberin Linda Mombelli-Härter. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, Advokatur Kanonengasse, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2018 / N (…). E-6766/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer reichte am 15. Mai 2015 in der Schweiz ein Asylge- such ein. Am 21. Mai 2015 wurde er zur Person befragt (BzP). Das vorerst eingeleitete Dublin-Verfahren wurde am 15. Juli 2015 beendet. Am 24. Juni 2016 folgte die Anhörung zu den Asylgründen durch das SEM (Art. 29 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]) und am 28. September 2018 fand eine ergän- zende Anhörung statt. B. Zur Begründu ng seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er stamme aus Asmara und sei verheiratet. Aus die- ser Ehe seien (…) Kinder entstanden. Zudem habe er in Eritrea (…) aus- sereheliche Kinder. (…) weitere Kinder habe er in der Schweiz m it seiner heutigen Partnerin (ebenfalls im Asylverfahren in der Schweiz) bekommen. Im Jahre 1999 sei er nach Sawa eingezogen worden, weshalb er die achte Schulklasse nicht habe beenden können. Er habe bis ins Jahr 2001 Natio- naldienst absolviert. Während der dritten Invasion (im Jahr 2000) habe er eine Splitterverletzung (…) erlitten, die operativ behandelt worden sei. Er sei jedoch nicht aus dem Nationaldienst entlassen worden. Da er keinen Urlaub erhalten habe, sei er dem Dienst unzählige Male unerlaubt fernge- blieben, woraufhin er nach der Rückkehr zur Einheit mit ein - bis zweimo- natigen Haftstrafen und Fesselung bestraft worden sei. Im Jahr (…) sei er bei einem ersten Ausreiseversuch aufgegriffen und für (…) Monate inhaf- tiert worden. Im Jahr (…) sei sein Bruder T. im Militärdienst unter ungeklär- ten Umständen ums Leben gekommen. Als er, der Beschwerdeführer, da- von erfahren habe (im Zeitraum 2006/2007), sei er darüber mit seinem Vor- gesetzten in einen Streit geraten. Dieser Vorfall habe eine Haft von (…) Jahren nach sich gezogen. Kurze Zeit nach der Entlassung sei ein weiterer Ausreiseversuch gescheitert. Daraufhin sei er nur für kurze Zeit inhaftiert worden, da er für seine Aufgaben im Militär benötigt worden sei. Im Jahr (…) sei er bei einem dritten Ausreisev ersuch erneut erwischt und an ver- schiedenen Orten inhaftiert worden. Im (…) 2013 habe er aus der Haft in B._______ eine günstige Gelegenheit zur Flucht genutzt. Seine Mutter habe innerhalb einer Woche seine Ausreise mit einem Schlepper organi- siert. So sei er unbehelligt und mit einer weiteren, mit ihm aus der Haft geflohenen Person nach Äthiopien gelangt. Sodann sei er über den Sudan und weitere Länder bis in die Schweiz gereist. E-6766/2018 Seite 3 Als Beweismittel gab d er Beschwerdeführer seine Original-Identitätskarte sowie vier Kopien von Fotografien, drei davon aus seiner Militärdienstzeit und eine von seinem Bruder T., zu den Akten. Sodann reichte er einen Nachweis zur Beendigung des Nationaldienstes im Jahr 2001, einen Mili- tärdienstausweis und eine CD mit einem in Äthiopien gedrehten Film ein. C. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2018 stellte das SEM fest, der Beschwer- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug an. Zudem hielt das SEM fest, dass im Asylverfahren der Partnerin des Be- schwerdeführers und der (…) gemeinsamen Kinder (N […]) gleichentags ein negativer Asylentscheid ergangen sei. D. Mit Eingabe vom 28. November 2018 reichte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flücht- lingseigenschaft sei festzustellen und ihm sei Asyl zu gewähren; eventua- liter sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Ferner sei die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu bewilligen und auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Sodann seien die Akten seiner Lebenspartnerin (N […]) beizuziehen. E. Mit Instruktionsverfügung vom 5. Dezember 2018 hiess die damals zustän- dige Instruktionsrichterin die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung gut und verzichtete auf die Er- hebung eines Kostenvorschusses. Zudem wurde die Vorinstanz zur Einrei- chung einer Vernehmlassung innert Frist eingeladen. F. Die Vorinstanz reichte eine Vernehmlassung vom 10. Dezember 2018 ein. G. Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 20. Dezember 2018. E-6766/2018 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesver waltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 1.2 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh- rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten ( aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.4 Das vorliegende Verfahren wird mit dem Verfahren der Partnerin des Beschwerdeführers und der gemeinsamen Kinder (E -6820/2018) koordi- niert – und insbesondere durch denselben Spruchkörper – behandelt. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gr uppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Leb ens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen E-6766/2018 Seite 5 Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, die vom Be- schwerdeführer geltend gemachte Mil itärdienstleistung und die mehreren Inhaftierungen währenddessen seien nicht in Abrede zu stellen. Hingegen seien die Schilderungen des Beschwerdeführers zu den eigentlichen Asyl- gründen (Flucht aus der Haft, Desertion und illegale Ausreise) aufgrund gänzlich unterschiedlicher Darstellungen widersprüchlich und unsubstanti- iert, mithin unglaubhaft ausgefallen. Die genannten früheren Inhaftierun- gen würden mangels weiterer, sich kausal auf die Ausreise des Beschwer- deführers auswirkender Konsequenzen keine asylrechtliche Relevanz ent- falten. 4.1.1 An der BzP habe der Beschwerdeführer davon gesprochen, die Flucht habe am Tag des Festes Kedu Yohannes stattgefunden. Er und (…) Mithäftlinge hätten die von den Feierlichkeiten geschwächten (…) Soldaten überwältigt und die Chan ce zur Flucht genutzt (SEM -Akte A8 [recte: A6] S. 7). An der Anhörung habe er hingegen erklärt, die Haft habe vom Jahr (…) bis (…) 2013 gedauert. Die Flucht habe an einem Tag stattgefunden, an dem die Soldaten ihren Lohn erhalten hätten. In der Reihe der (…) Ge- fangenen seien zwei vor ihm gelaufen. (…) Wächter hätten die Gruppe be- wacht. Die (…) Häftlinge hätten diese Wächter überwältigt und entwaffnet. Er, der Beschwerdeführer, sei nicht über die Fluchtpläne der Mithäftlinge informiert gewesen. Er sei von der Situation überrascht worden, habe aber selber die Chance zur Flucht ergriffen. Die (…) Wächter hätten ihn einge- holt, dennoch sei er entkommen. Ein (…) Wächter habe sich abseits auf einem Hügel befunden und habe die Szenerie überwacht. Er , der Be- schwerdeführer, sei bis nach C._______ gelangt und habe dort seine Mut- ter angerufen. Diese habe einem Schlepper für ihn und einen mit ihm ge- flohenen Häftling, der kein Geld gehabt habe, jeweils 80‘000 Nafka, zu- sammen also 160‘000 Nafka bezahlt (SEM -Akte A24 [recte: A22] F79 ff., F130). Bei der ergänzenden Anhörung habe der Beschwerdeführer sodann angegeben, die Haft habe vom Jahr (…) bis (…) 2013 gedauert. Die Flucht habe am Tag des Festes Fasika stattgefunden. Viele Soldaten hätten Ur- laub gehabt. In der Reihe von (…) Gefangenen seien plötzlich alle in ver- schiedene Richtungen davongerannt. Er habe diese überraschende Gele- genheit genutzt und seine bereits vorbereitete Flucht durchgeführt. Die (…) Wächter hätten daraufhin auf die Gruppe der Flüchtenden geschossen und E-6766/2018 Seite 6 anschliessend die Verfolgung der hinter ihm, dem Beschwerdeführer, flie- henden Personen aufgenommen. Die mit ihm erfolgreich geflohenen Häft- linge hätten ihm später erzählt, es habe einen (…) Wächter gegeben, der jedoch geschlafen habe. Er, der Besch werdeführer, sei nach D._______ gelangt und habe seine Mutter angerufen. Diese sei zu ihm gekommen und habe ihn nach C._______ gebracht. Dem Schlepper habe die Mutter 100‘000 bis 120‘000 Nafka bezahlt, weil der mitgeflohene Häftling 20‘000 Nafka zu wenig gehabt habe (SEM-Akte A35 [recte: A33] F127 ff.). Auf die Widersprüche hingewiesen, habe der Beschwerdeführer diese nicht aus- räumen können (SEM-Akte A33 F147 ff.). Er habe die Richtigkeit der Pro- tokolle bei der Rückübersetzung jedoch jeweils bestätigt. Zudem sei es ein grosser Unterschied, ob jemand angebe, er sei für drei oder für vier Jahr inhaftiert gewesen. Es bestünden massive Zweifel an der Darstellung, dass der Beschwerdeführer aus der Haft geflohen sei. Aus seinen Aussagen würden sich ferner – bis auf Datenangaben – keine Hinweise ergeben, der Beschwerdeführer sei aufgrund seiner geltend gemachten (…) nicht in der Lage, sich an das Erlebte zu erinnern und dieses widerspruchsfrei darzu- stellen. Es sei auffällig, dass er in den drei Protokollen jeweils bis zur Flucht aus der Haft übereinstimmende Angaben habe machen können, weshalb das geltend gemachte schlechte Erinnerungsvermögen nicht zu greifen vermöge. Ferner sei es unlogisch, woher der Beschwerdeführer wissen wolle, dass der (…) Flüchtling von den Wächtern gefasst worden sei, wäh- rend er angegeben habe, nur er und (…) weitere Häftlinge hätten entkom- men können (SEM-Akten A22 F79; A33 F135). Zudem seien seine Anga- ben zur Flucht oberflächlich ausgefallen. Er weise selbst darauf hin, dass es viele Internetvideos zu Fluchtversuchen gebe. Insgesamt wären an- schauliche Schilderungen zu erwarten gewesen, wohingegen sich der Be- schwerdeführer auf unsubstantiierte Angaben ohne persönliche Wahrneh- mungen beschränkt habe. Es sei davon auszugehen, dass er seine Asyl- gründe von Dritten oder Medien herleite. Insgesamt sei daher der Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführer ordnungsgemäss aus dem Militär entlassen worden sei. 4.1.2 Sodann habe der Beschwerdeführer auch die illegale Ausreise aus Eritrea widersprüchlich darges tellt (SEM-Akten A22 F96 ff.; A33 F165 ff.) und dies nicht erklären können (SEM-Akte A33 F170). Ferner seien keine Anknüpfungspunkte ersichtlich, die ihn in den Augen des eritreischen Re- gimes als missliebige Person erscheinen lassen könn ten. Die geltend ge- machte illegale Ausreise aus Eritrea sei somit nicht asylrelevant. E-6766/2018 Seite 7 4.2 4.2.1 In der Beschwerde wird hiergegen vorgebracht, die Ausführungen des Beschwerdeführers zu seiner Fluchtgeschichte seien an allen drei An- hörungen im Wesentlichen übereinstimmend ausgefallen (SEM-Akten A6 F7.01; A22 F79 ff.; A33 F127 ff.). Insgesamt habe er seine Flucht und De- sertion ehrlich (SEM-Akte A33 F78), detailreich und substantiiert geschil- dert. Er habe bis zu seiner Ausreise bereits über (…) Jahre Militärdienst leisten müssen und sei nicht frühzeitig entlassen worden. Zunächst diene die BzP nicht der Abklärung von Fluchtgründen. Sodann würden seine glaubhaften Aussagen überwiegen und die von der Vorinstanz aufgezeig- ten Ungereimtheiten könnten entkräftet werden. Die Feste Fasika und Kedu Yohannes würden auf den gleichen Tag fallen. Er habe konstant von (…) anwesenden Wächtern gesprochen. Ob der (...) Wächter von weit weg beobachtet, oder geschlafen habe, mache keinen Unterschied, da er selbst diesen nie gesehen habe (SEM-Akten A6 F7.01; A22 F79, F130; A33 F127, F147). Sodann habe er eindrücklich geschildert, wie er seine Fesseln mit Hilfe eines „Nagelentferners“ habe öffnen können (SEM -Akten A22 F87; A33 F130). Von der Flucht sei er völlig überrascht gewesen, da seine Mit- gefangenen ihn nicht über ihr Vorhaben informiert hätten. Den Widerspruch bezüglich des Treffpunkts mit seiner Mutter in C._______ beziehungsweise in D._______ habe er bereits als Missverständnis bezeichnet. Ob die Mut- ter nun 100‘000 oder 80‘000 Nafka als Reisegeld bezahlt habe, spiele keine Rolle, da die unterschiedlichen Zahlenangaben auf sein schlechtes Erinnerungsvermögen zurückzuführen seien (SEM-Akte A33 F159, zudem in F82 und F86). Die Erinnerungslücken und die Schwierigkeiten, chrono- logische Aussagen zu machen, rührten von seiner Traumatisierung auf- grund seiner Vorgeschichte her (vgl. ärztliche Bestätigung vom 2. Novem- ber 2018), was vom Befrager nicht berücksichtigt worden sei. Daher wür- den auch die unterschiedlichen Jahresangaben seiner letzten Inhaftierung nicht schwer ins Gewicht fallen. Sodann habe er auch seine illegale Aus- reise einleuchtend und in den wesentlichen Punkten übereinstimmend und mit Realkennzeichen geschildert (SEM -Akten A22 F96 ff.; A33 F165 ff.). Die beklagten Widersprüche habe er ausräumen können (SEM -Akte A33 F170). Weiter habe er nie gesagt, dass nur er und (...) weitere Häftlinge entkommen seien (SEM-Akte A33 F135). Ferner habe er mit „überwältigen“ gemeint, dass es den Häftlingen gelungen sei, von den Wächtern zu fliehen (SEM-Akte A33 F148). Insgesamt habe er die Desertion glaubhaft darlegen können, weshalb ihm bei einer Rückkehr die Inhaftierung und erneute Rek- rutierung in eine Form des Nationaldienstes drohte. E-6766/2018 Seite 8 4.2.2 Ferner seien neben der illegalen Ausreise, weswegen ihm bei einer zwangsweisen Rückschaffung nach Eritrea eine willkürliche Bestrafung drohe (untermauert mit einem Gutachten des GIGA Instituts für Afrika-Stu- dien vom 15. April 2018), erschwerende Faktoren zu bejahen. Sein Bruder M., der in Äthiopien lebe, sei ein bekannter Regimekritiker. Deswegen drohe ihm, dem Beschwerdeführer, auch eine Reflexverfolgung. Sodann betätige er sich selbst exilpolitisch (SEM-Akte A33 F192). In Äthiopien habe er in einem Film einer Oppositionsbewegung mitgespielt, welcher im Inter- net (Youtube) veröffentlich worden sei. Auch seine Mutter sei nach seiner Ausreise von den Behörden behelligt worden. Unter anderem sei ihr Ge- schäft für sechs Monate geschlossen worden (SEM -Akte A22 F113). Auf- grund seiner illegalen Ausreise und seiner politischen Anschauung seien subjektive Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) zu bejahen. 4.3 In der Vernehmlassung führt das SEM insbesondere aus, den Befra- gungsprotokollen seien keine Hinweise darauf zu entnehmen, in Eritrea le- bende Familienmitglieder des Beschwerdeführers hätten aufgrund der exil- politischen Tätigkeit des Bruders des Beschwerdeführers in Äthiopien Probleme erhalten. Das spreche gegen die Gefahr einer Reflexverfolgung. 4.4 Der Beschwerdeführer merkt in der Replik (erneut) an, bezüglich der Reflexverfolgung sei darauf hinzuweisen, dass seine Mutter aufgrund ihrer desertierten Söhne von den eritreischen Behörden aufgesucht und im Rah- men ihrer Arbeitstätigkeit behelligt worden sei. 5. 5.1 Dienstverweigerung und Desertion werden in Eritrea unverhältnismäs- sig streng bestraft. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweige- rung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in ei- nem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven Dienst stand und desertierte. Darüber hinaus ist ein Kontakt zu den Behör- den relevant, aus dem erkennbar wird, dass die betroffene Person rekru- tiert werden sollte (z.B. Erhalt eines Marschbefehls). In diesen Fällen droht grundsätzlich nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung unter unmenschlichen Bedingungen und Folter, wobei Deserteure regelmässig der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird von den eritreischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. Demzufolge sind Personen, die begründete Furcht haben, einer solchen Bestrafung ausgesetzt zu werden, als Flüchtlinge im Sinne von Art. 1A Abs. 2 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der E-6766/2018 Seite 9 Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 3 Abs. 1–3 AsylG anzuerkennen (vgl. zum Ganzen Entscheidungen und Mitteilungen der ehemaligen Asyl- rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 3; beispielsweise bestätigt im Urteil des BVGer E-1740/2016 vom 9. Februar 2018 E. 5.1). 5.2 Nach Prüfung der Akten kommt das Gericht zunächst zum Schluss, dass in Übereinstimmung mit der Vorinstanz kein Anlass besteht, an den vom Beschwerdeführer geltend gemachten mehrfachen Inhaftierungen während des Militärdienstes aufgrund seiner Versuche, das Land illegal zu verlassen, zu zweifeln. Hingegen sind die Vorbringen des Beschwerdefüh- rers bezüglich seiner Flucht aus der letzten geltend gemachten Haft und damit der Desertion aus dem Militärdienst zu Recht und mit ausführlicher Begründung von der Vorinstanz als unglaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG erachtet worden. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist auf die zutref- fende Argumentation in der angefochtenen Verfügung zu verweisen. Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind insgesamt zu wenig stichhal- tig, um die Richtigkeit der Erwägungen des SEM in Frage zu stellen. Weder sind die in der Beschwerdeschrift vorgenommenen Wiederholungen des bereits Gesagten noch der Hinweis, die BzP diene nicht der Abklärung von Fluchtgründen, geeignet, die aufgetretenen Widersprüche zu entkräften , denn unterschiedliche Darstellungsweisen lassen sich nicht mit der Kürze der BzP erklären. Wie von der Vorinstanz bereits dargelegt, hat der Be- schwerdeführer an der BzP , der Anhörung und der ergänzenden Anhörung zum Teil gänzlich unterschiedliche Angaben zu seiner angeblichen Flucht aus dem Gefängnis gemacht. So ist insbesondere nicht nachvollziehbar, weshalb er bei der BzP von (...) Wächtern, die überwältigt worden seien , gesprochen hat, während an der Anhörung von (...) Wächtern, die überwäl- tigt und entwaffnet worden seien, die Rede war und er an der ergänzenden Anhörung erklärte, die Gefangenen seien plötzlich in alle Richtungen da- von gerannt, es wäre nicht möglich gewesen, die Wächter zu überwältigen und zu entwaffnen (SEM-Akten A6 S. 7; A22 F79; A33 F130). Wenig plau- sibel ist sodann, dass der Beschwerdeführer zunächst angibt, er sei von der Flucht der Mitgefangenen völlig überrascht worden, habe dann aber seine Chance genutzt, während er später schildert, er habe seine Fesseln noch vor der Flucht b ereits geöffnet gehabt, weshalb er mit den anderen Häftlingen, die auf die Flucht vorbereitet gewesen seien, habe wegrennen können (SEM-Akten A22 F83 ff.; A33 F130, F149). Sodann macht es – ent- gegen der Auffassung des Beschwerdeführers – sehr wohl einen Unter- schied, ob er einmal von (...) anwesenden Wächtern, dann von (...) anwe- senden Wächtern und einem (...) Wächter auf einem nahegelegenen Hügel und schliesslich vo n eine m (...) Wächter, der geschlafen habe, spricht E-6766/2018 Seite 10 (SEM-Akten A6 S. 7; A22 F130; A33 F139). Ebenso wesentlich ist der Wi- derspruch, wonach er nach C._______ gelaufen sei und dort seine Mutter kontaktiert habe beziehungsweise er habe seine Mutter aus D._______ angerufen, diese hätte ihn abgeholt und sie seien gemeinsam nach C._______ gelangt. Auch die unterschiedlichen Angaben, die Mutter habe dem Schlepper 80‘000 Nafka für ihn und 80‘000 Nafka für einen mitgeflo- henen Häftling bezahlt respektive sie habe dem Schlepp er 100‘000 bis 120‘000 Nafka bezahlt, da der andere Häftling 20‘000 Nafka zu wenig ge- habt habe, sind nicht nachvollziehbar (SEM-Akten A22 F96; A33 F145 f.). Sodann ist – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – nicht verständlich, weshalb der Beschwerdeführer zunächst von (…) Jahren Haft und später noch von (…) Jahren gesprochen hat. Auf die genannten Ungereimtheiten in zentralen Punkten hingewiesen, gelang es dem Beschwerdeführer nicht, diese auszuräumen oder seine unterschiedlichen Schilderungen plausibel zu erklären (SEM-Akte A33 F147 ff.). Ferner sind seine Ausführungen zur Flucht unsubstantiiert, wenig erlebnisgeprägt und ohne persönliche Fär- bung ausgefallen (z.B. SEM-Akten A22 F98 f.; A33 F131 ff.), während er seine Zeit vor der angeblichen Flucht im We sentlichen übereinstimmend und ausführlicher darzulegen vermochte. Der Hinweis des Beschwerdefüh- rers, aufgrund einer Traumatisierung habe er Erinnerungslücken, kann da- her – bis auf die geltend gemachten Schwierigkeiten mit Daten – nicht ge- hört werden (vgl. Urteil des BVGer D-1445/2017 vom 26. November 2018 E. 5.4). Den Protokollen ist sodann nicht zu entnehmen, dass der Be- schwerdeführer durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt und dadurch nicht in der Lage gewesen wäre, an den Anhörungen teilzune h- men (SEM-Akten A6 S. 8; A33 F3, F5, F106 ff., F178). Auch ein Arztzeug- nis diesbezüglich liegt dem Gericht bis heute nicht vor. Der eingereichten ärztlichen Bestätigung vom 2. November 2018 sind keine genaueren An- gaben zum Gesundheitszustand des Beschwerde führers zu entnehmen. Indem der Beschwerdeführer somit auch auf Beschwerdeebene die zent- ralen Widersprüche nicht auszuräumen vermag und keine genaueren An- gaben zu seiner angeblichen Flucht macht, gelingt es ihm nicht, die Schlussfolgerung des SEM, die Flucht aus dem Gefängnis und damit die Desertion aus dem Militärdienst sei – im Rahmen einer Gesamtwürdigung – als unglaubhaft anzusehen, umzustossen. Die Hinweise auf den gene- rellen Umgang mit Deserteuren in Eritrea sowie auf die Wahrscheinlichkeit, dass er aufgrund seines Alters bei einer Rückkehr erneut mit einer Einzie- hung in den Nationaldienst zu rechnen habe, sind nicht geeignet, die ob- genannten Vorbringen in einem glaubhafteren Licht erscheinen zu lassen. E-6766/2018 Seite 11 5.3 Insgesamt ist somit festzuhalten, dass in Übereinstimmung mit der Vor- instanz zwar davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdefüh- rer in der Vergangenheit mehrere Jahre Nationaldienst geleistet hat. Hie- raus sowie aus dem Umstand, dass er (knapp) noch im militärdienstpflich- tigen Alter ist (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017), kann aber entgegen der in den Beschwerdeeingaben vertretenen Auffassung nicht per se darauf geschlossen werden, dass er desertiert ist. Vielmehr ist nach den eben dargelegten unglaubhaften Ausführungen von einer Befreiung oder ordentlichen Entlassung des Beschwerdeführers aus dem Nationaldienst auszugehen (vgl. u.a. Urteile des BVGer E-4112/2017 vom 15. Oktober 2018 E. 4.5; E -3465/2017 vom 11. September 2018 E. 6.1.3; E-2730/2017 vom 21. August 2018 E. 5.1). Entsprechend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die Flucht aus dem Gefängnis und die Desertion aus dem Militärdienst als fluchtauslösende Ereignisse glaub- haft darzulegen. Demzufolge kann nicht von einer im Zeitpunkt seiner Aus- reise aus Eritr ea bestehenden oder drohenden asylrechtlich relevanten Gefährdung ausgegangen werden. 5.4 Es bleibt somit zu prüfen, ob der Beschwerdeführer wegen seiner Aus- reise aus Eritrea bei einer Rückkehr – mithin wegen subjektiver Nachflucht- gründe (Art. 54 AsylG) – befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen (Art. 3 AsylG) ausgesetzt zu werden und ihm deshalb die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen ist (vgl. dazu u.a. Urteile des BVGer D -6288/2017 vom 9. November 2018 E. 7; E-4876/2016 vom 6. August 2018 E. 8). 5.4.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen des Landes oder exilpolitische Betätigungen – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte subjekt ive Nachflucht - gründe im Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, füh- ren jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Daher werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 5.4.2 Gemäss aktueller Praxis des Bundesverwaltungsgerichts reicht eine illegale Ausreise aus Eritrea allein zur Begründung der Flüchtlingseigen- schaft nicht aus. Vielmehr ist eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfol- gungsgefahr nur dann anzunehmen, wenn zusätzliche Anknüpfungspunkte E-6766/2018 Seite 12 vorliegen, welche zu einer Schärfung des Profils führen (vgl. Referenzurteil des BVGer D -7898/2015 vom 30. Januar 2017 E. 4.1 und 5.1 f.). Daran vermögen die gegenteiligen Ausführungen in der Beschwerdeschrift und das beigelegte Gutachten zur illegalen Ausreise aus Eritrea nichts z u än- dern. 5.4.3 Die angefochtene Verfügung erweist sich in diesem Punkt als unzu- treffend. Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer, wie in der Beschwerdeschrift zutreffend argumentiert wird, bezüglich seiner illegalen Ausreise aus Eritrea mehrheitlich übereinstimmende, hinreichend substan- tiierte und mit Realkennzeichen versehene Aussagen gemacht hat (SEM- Akte A22 F97 f., F103–105; A33 F165 ff.). Folglich kann diese als glaubhaft qualifiziert werden. 5.4.4 Des Weiteren sind im Falle des Beschwerdeführers zusätzlichen Ge- fährdungsfaktoren im Sinne des obgenannten Referenzurteils zu bejahen, die bei einer Gesamtbetrachtung zu einer Schärfung seines Profils führen. Einerseits sind – wie bereits erwähnt – die mehreren Inhaftierungen des Beschwerdeführers aufgrund von illegalen Ausreiseversuchen während seines Militärdienstes als glaubhaft zu erachten. Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bereits in den Fokus der eritrei- schen Behörden geraten ist. Andererseits fällt vorliegend das politische Profil des Bruders des Beschwerdeführers ins Gewicht, weswegen de m Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr Massnahmen der eritreischen Behörden drohen könnten. Gemäss Angaben des Beschwerdeführers, die er unter anderem mit einem Bericht vom November 2016 untermauert, ist sein Bruder seit dessen Ausreise aus Eritrea im Jahr (…) in Äthiopien und in weiteren Ländern als (…) (er mache regimekritische […]) tätig und als solcher in und ausserhalb von Eritrea bekannt. Nach dem Gesagten ist da- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der illegalen Aus- reise und den zusätzlichen Gefährdungselementen ( mehrere Inhaftierun- gen aufgrund von Ausreiseversuchen und relativ exponierte s exilpoliti- sches Profil seines Bruders) begründete Furcht hat, in den Augen der erit- reischen Behörden als missliebige Person zu gelten und bei allfälliger Rückkehr willkürlichen Strafen ausgesetzt zu sein (vgl. u.a. Urteile des BVGer D-3672/2017 vom 22. Oktober 2018 E. 6.2 sowie E-4192/2016 vom 12. Juni 2018 E. 8.2). Die – vorliegend wohl zu verneinende – Frage, ob die niederschwellige exilpolitische Aktivität des Beschwerdeführers ebenfalls einen hinreichen-E-6766/2018 Seite 13 den zusätzlichen Anknüpfungspunkt darstell en würde, ist nach dem Ge- sagten nicht abschliessend zu beurteilen. Aufgrund der Angaben des Be- schwerdeführers dürfte sein exilpolitisches Engagement allein betrachtet aber das Verfolgungsinteresse der eritreischen Behörden nicht geweckt haben (vgl. u.a. Urteile des BVGer D-6288/2017 E. 7.5; zur exilpolitischen Tätigkeit D-6432/2016 vom 28. November 2018 E. 4.7.5 und E-1161/2017 vom 25. Oktober 2018 E. 6.4.2). 5.4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass neben der glaubhaft ge- machten illegalen Ausreise zusätzliche Anknüpfungspunkte zur Schärfung des Profils des Beschwerdeführers bestehen. Folglich erfüllt er die Flücht- lingseigenschaft gemäss den Voraussetzungen von Art. 3 und 7 AsylG aus den obgenannten Gründen. Wie bereits erwähnt, bleibt die Asylberechti- gung dem Beschwerdeführer indessen aufgrund der Ausschlussklausel von Art. 54 AsylG verwehrt, wonach subjektive Nachfluchtgründe zwar zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, aber nicht zur Asylgewährung führen. Aufgrund der objektiv begründeten Furcht des Beschwerdeführers, in Eritrea künftig im Sinne von Art. 3 AsylG verfolgt zu werden, erweist sich der Vollzug seiner Wegweisung als unzulässig. 6. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Flüchtlingseigen- schaft und den Wegweisungsvollzug gutzuheissen, die Dispositivziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2018 sind aufzuheben und d er Beschwerdeführer ist als Flüchtling zu anerkennen. Das SEM ist anzuweisen, ihn vorläufig aufzunehmen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären an sich reduzierte Verfah- renskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). Indessen wurde der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruktionsverfügung vom 5. Dezember 2018 gutgeheis- sen. Somit hat der Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten zu tragen. 7.2 Nachdem der Beschwerdeführer hinsichtlich der Frage der Flüchtlings- eigenschaft sowie im Punkt des Wegweisungsvollzugs ‒ und insofern teil- weise ‒ durchgedrungen ist , ist ihm eine angemessene, um einen Drittel reduzierte Parteientschädigung zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). E-6766/2018 Seite 14 Die Kostennote des Rechtsvertreters vom 20. Dezember 2018 weist einen Aufwand in der Höhe von Fr. 5'315.65 aus (16.4h à Fr. 300.– und Auslagen von Fr. 15.60, zzgl. MWST). Der geltend gemachte zeitliche Aufwand er- scheint nicht angemessen und ist auf 1 0 Stunden zu kürzen. Der ausge- wiesene Stundenansatz von Fr. 300.– ist für die Bemessung der Parteient- schädigung reglementskonform (vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Demnach ist die um einen Drittel reduzierte Parteientschädigung gerundet auf Fr. 2‘165.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) festzusetzen. Dieser Betrag ist dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten. Der Anspruch auf amtliches Honorar des mit obgenannter Instruktionsverfü- gung als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzten Rechtsvertreters wird in- soweit gegenstandslos. 7.3 Im Umfang des Unterliegens ist dem als amtlicher Rechtsbeistand ein- gesetzten Rechtsvertreter für seinen Aufwand ein amtliches Honorar zu entrichten. Das Gericht geht praxisgemäss bei nicht-anwaltlichen Vertrete- rinnen und Vertreter von einem Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der notwendige Auf- wand zu entschädigen ist (vgl. oben). Dem Rechtsvertreter ist folglich zu- lasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 545.‒ (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-6766/2018 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird betreffend die Flüchtlingseigenschaft und den Weg- weisungsvollzug gutgeheissen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewie- sen. 2. Die Dispositivziffern 1, 4 und 5 der Verfügung des SEM vom 25. Oktober 2018 werden aufgehoben, und das SEM wird angewiesen, den Beschwer- deführer als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 2‘165.– zu- gesprochen, die ihm durch das SEM zu entrichten ist. 5. Dem amtlichen Rechtsbeistand wird vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von Fr. 545.– zugesprochen. 6. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Linda Mombelli-Härter