STEUERREKURSKOMMISSION II DES KANTONS ZÜRICH 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 Entscheid 6. Januar 2010 Mitwirkend: Vizepräsident W. Balsiger, die Mitglieder R. Oesch, R. Schircks Denzler und Sekretär M. Ochsner In Sachen A, Rekurrent/ Beschwerdeführer, vertreten durch B, gegen 1. S t a a t Z ü r i c h , Rekursgegner, 2. S c h w e iz e r i s c h e E i d g e n o s s e n s c h a f t , Beschwerdegegnerin, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Bau, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Einschätzung 2004 und Direkte Bundessteuer 2004 - 2 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 hat sich ergeben: A. Der 1963 geborene A (nachfolgend der Pflichtige ) ist als Malermeister selbstständig erwerbstätig. Im Veranlagungsverfahren betreffend die Steuerperiode 2004 erlangte der Steuerkommissär ges tützt auf eine Grundstückgewinnsteuervera n- lagung der Stadt Zürich Kenntnis davon, dass der Pflichtige zusammen mit C am 24. August 2004 Stockwerkeigentum an der Liegenschaft … in D zum Preis von Fr. 2.9 Mio. verkauft hatte. Seinen Anteil an der letzteren L iegenschaft hatte der Pflichtige w e- der in der Steuererklärung 2004 noch in früheren Steuererklärungen deklariert. Mit Auflage vom 10. März 2006 (gemahnt am 1 2. April 2006) untersuchte der Steuerkommissär den Sachverhalt rund um diese Liegenschaft. Der Auflageantwort des Pflichtigen vom 18. April 2006 liess sich Folgendes entnehmen: Die fragliche Liegenschaft sei im Jahr 2002 von ihm und C zum Preis von Fr. 2 Mio. erworben worden. Die Finanzierung habe der Letztere übernommen. In der Liegenschaft hätten sich damals Geschäftsräumlichkeiten einer Bank sowie Mietwoh- nungen befunden. Die se seien ab Kauf datum nicht mehr genutzt wo rden bzw. se ien sie in der Periode 2002/2004 in Mietwohnungen umgebaut worden; die stark red uzier- ten Mieteinnahmen 2002/2004 hätten s ich auf total Fr. 23'000.- belaufen und seien vollumfänglich von C vereinnahmt worden. Auch die gesamte Umbaufinanzierung sei über den Letzteren gelaufen. Der Ertrag aus dem Verkauf per 2004 (Ve rkaufspreis ./. Kaufpreis, Umbaukosten, Grundstückgewinnsteuer ) sei zwischen den Parteien aufg e- teilt worden. C sei in diesem Sinn für die Finanzierung und er "für sein Wissen zum Kauf dieser Liegenschaft" entschädigt worden. Sein Malergeschäft habe in der Um- bauperiode 2002/2003 Malerarbeiten im Betrag von Fr. 47'243.- ausgeführt, wobei der entsprechende Ertrag erst pro 2005 bezahlt und verbucht worden sei. Neben diesen Erklärungen wurden die öffentlich beurkundeten Verträge betreffend An - und Verkauf der fraglichen Liegenschaft sowie ein Schreiben der E vom 27. März 2006 eingereicht. Letzterem liess sich entnehmen, dass C beim Kauf der Liegenschaft per 1. Februar 2002 das Eigenkapital von Fr. 500'000.- eingebracht habe, weshalb ihm auch die Miet- einnahmen ausbezahlt worden seien. Auf weitere Auflage des Steuerkommiss ärs vom 4. Mai 200 6 hin liess der Pflichtige am 1 9. Mai 2006 mitteilen, dass zwischen ihm und C kein Gesellschaftsver- trag existiere. - 3 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 Mit Einschätzungsvorschlag für die direkte Bundessteuer 2004 vom 1 2. Juni 2006 sah der Steuerkommissär vor, den hälftigen Gewinnanteil aus dem Liegenscha f- tenverkauf in Höhe von Fr. 335'056.- als Einkommen aus gewerbsmässigem Liegen- schaftenhandel aufzurechnen. Der Pflichtige liess diesen Vorschlag mit Eingabe vom 30. August 2006 ableh- nen. Dabei wies er (in Widerspruch zu r eingereichten Bestätigung der vorgenan nten Immobilienverwaltung) darauf hin, dass der Vermögenswert der Liegenschaft und d e- ren Ertrag den Eigentumsverhältnissen entsprechend jeweils hälftig versteuert wo rden seien. Weiter stellte er seine Qual ifikation als Liegenschaftenhändler in Abrede und beantragte, den bisher nicht deklarierten hälftigen Verlust aus der Verwaltungsabrech- nung 2004 in der Höhe von Fr. 17'588.- bei der Einschätzung zu berücksichtigen. S o- dann machte er geltend, dass während der Besitz esdauer neben den ordentlichen U n- terhaltskosten noch weitere (im Einzelnen aufgelistete) Aufwendungen in der Höhe von Fr. 185'279.50 getätigt worden seien; hiervon seien bei der Grundstückg ewinnsteuer 75% (= Fr. 138'959.60) als wertvermehrend deklariert worden. Einer telefonischen Aufforderung des Steuerkommissärs Folge leistend, liess der Pflichtige am 1 8. September 2006 die Verwaltungsabrechnungen 2002 und 2003 der streitbetroffenen Liegenschaft sowie die Kontoblätter aus der Buchhaltung 2002 bis 2004 einreichen. Nach Studium dieser Unterlagen verlangte der Steuerkommissär mit Au flage vom 22. September 2006 den lückenlosen Nachweis der pro 2004 aufwandseitig ve r- buchten Umbaukosten in der Höhe von Fr. 150'000.-. Daraufhin liess der Pflichtige am 16. Oktober 2006 eine detaillierte Aufstellung (samt Belegen) über zwischen 2002 und 2004 angefallene Umbaukosten im Gesamtumfang von Fr. 149'776.90 einreichen. Mit Einschätzungsentscheid vom 1 9. April 2007 nahm der Steue rkommissär die Veranlagung der Staats - und Gemeindesteuern, Steuerper iode 2004, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 288'000.- (statt deklariert Fr. 218'200.-) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 197'000.- (statt deklariert Fr. 166'000.-) vor; die Abwe i- chungen gegenüber der Selbstdeklaration gründeten insbesondere in der Aufrechnung eines liegenschaftenbezogenen Einkommens aus selbstständiger Erwerbstätigkeit im Betrag von Fr. 70'621.- (Verlust 2004 von Fr. - 17'688.- + verbuchte periodenfremde Umbaukosten von Fr. 75'000.- + verbuchte wertver mehrende Aufwendungen von - 4 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 Fr. 13'309.-). Mit Hinweis vom gleichen Tag sah er sodann die Veranlagung der dire k- ten Bundessteuer, Steuerperiode 2004, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 623'800.- (statt deklariert Fr. 219'000.-) vor. Dabei nahm er u.a. die gleichen Ko r- rekturen vor und rechnete zusätzlich einen Gewinn aus Liegenschaftenhandel im B e- trag von Fr. 335'056.- auf. Die Bundessteuerveranlagung wurde mit Schlussrec hnung vom 14. Mai 2007 formell eröffnet. B. Mit Einsprachen vom 2 1. Mai 2007 bzw. 12. Juni 2007 liess der Pflichtige beantragen, die Aufrechnung von periodenfremdem Liegenschaftenaufwand von Fr. 75'000.- auf Fr. 27'756.60 zu reduzieren, die Aufrechnung von wertvermehrenden Aufwendungen im Betrag von Fr. 13'309.- fallen zu lassen und auf die Aufrec hnung des hälftigen Gewinns aus Liegenschaftenverkauf zu verzichten. In der Begrü ndung wurde vorab geltend gemacht, dass kein gewerbsmässiger Liegenschaftenhandel vo r- liege, weshalb weder der Gewinn aus dem Liegenschaftenverkauf noch wertverme h- rende Aufwendungen aufzurechnen seien. Sodann sei die Aufrechnung von periode n- fremdem Aufwand um die vom Pflichtigen 2002 und 2003 geleisteten Malera rbeiten in der Höhe von Fr. 47'243.40 zu reduzieren, weil diese 2005 als Ertrag verbucht worden seien. Mit Veranlagungsvorschlägen vom 28. Oktober 2008 unterbreitete der Steuer- kommissär dem P flichtigen einkommensseitige Höhertaxationen im Umfang von Fr. 37'794.-. Diese begründete er damit, dass die Eigenleistungen des Pflicht igen aus den Jahren 2002 und 2003 steuerlich im Verkaufsjahr 2004 zu erfassen seien (Maler- arbeiten von Fr. 47'243.- ./. anteilsmässiger Abzug von Unterhaltskosten an diesen Malerarbeiten von Fr. 5'905.-). Der Pflichtige liess sich dazu nicht vernehmen. Mit Entscheiden vom 5. Juni 2009 wies das kantonale Steueramt die Einspr a- chen in der Folge ab; dies unter Vornahme der zuvor unterbreiteten Höhertaxationen bzw. unter Festsetzung der steuerbaren Einkommen auf Fr. 329'300.- (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. 665'200.- (direkte Bundessteuer). In den Erwägungen wur- de insbesondere am Vorliegen von steuerbarem Einkommen aus Liegenschaftenhan- del festgehalten. - 5 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 C. Mit Beschwerde vom 2. Juli 2009 liess der Pflichtige beantragen, bei der Bundessteuerveranlagung auf die Aufrechnung eines Gewinns aus gewerbsmässigem Liegenschaftenhandel in der Höhe von Fr. 335'056.- zu verzichten und das ste uerbare Einkommen auf Fr. 330'100.- festzusetzen; nicht mehr beanstandet wurden alle übr i- gen Korrekturen. Eventualiter wurde beantragt, auf dem aufgerechneten Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit (Liegenschaftengewinn von Fr. 335'056.- plus Malerarbeiten von Fr. 47'243.-) Rückstellungen für AHV -Beiträge in der Höhe von Fr. 47'000.- (Fr. 38'000.- zuzüglich Zinsen von ca. Fr. 9'000.-) in Abzug zu bringen. Mit Rekurs vom 3. Juli 2009 liess der Pflichtige sodann beantragen, bei der Einkommensveranlagung der Staats - und Gemeindesteuern eine gleiche Rückste llung für AHV-Beiträge steuermindernd zu berücksichtigen. Das k antonale Steueramt schloss am 26. August 2009 auf Abweisung de s Hauptantrags der Beschwerde. Gutzuheissen seien die Recht smittel indes mit Bezug auf die steuermindernde Berücksichtigung einer AHV-Rückstellung, wobei diese unter Berücksichtigung der ebenfalls aufgerechneten Mieterträge aus der Geschäftsliege n- schaft … auf insgesamt Fr. 44'700.- zu beziffern sei und bei den Staats - und Gemein- desteuern auch vermögensseitig durchschlage. Nicht abzugsfähig seien indes Zinsen auf den AHV-Beiträgen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 3 1. August 2009 wurde ein zweiter Schriftenwechsel a n- geordnet. Der Pflichtige liess sich nicht vernehmen. Mit E-Mail vom 1 3. Oktober 2009 zog er den Antrag auf steuermindernde Berücksichtigung der Zinsen auf den AHV - Beiträgen 2004 zurück. Die Rekurskommission zieht in Erwägung: 1. Strittig ist allein noch, ob der Gewinn, welchen der Pflichtige (zusammen mit C) beim Verkauf von Stockwerkeigentum an der Liegenschaft … in D erzielt hat, als Einkommen aus gewerbsmä ssigem Liegenschaftenhandel zu qualifizi eren ist. Einig - 6 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 sind sich die Parteien, dass im bejahenden Fall entsprechende AHV-Rückstellungen steuermindernd zu berücksichtigen sind. 2. a) Der direkten Bundessteuer unterliegen gemäss Art. 16 Abs. 1 des Bu n- desgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 1 4. Dezember 1990 (DBG) alle wi e- derkehrenden und einmaligen Einkünfte; Kapitalgewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen sind hingegen nach Art. 16 Abs. 3 DBG steuerfrei. Art. 18 DBG u m- schreibt die steuerbaren Einkünfte aus selbstständiger Erwerbstäti gkeit. Dazu gehören gemäss Abs. 2 auch alle Kapitalgewinne aus Veräusserung, Verwertung oder buc h- mässiger Aufwertung von Geschäftsvermögen. Als Geschäftsvermögen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiege nd der selbstständigen Erwerbstätigkeit di e- nen (Abs. 2 Satz 3). b) Gemäss bundesgerichtlicher Praxis liegt steuerbarer Liegenschaftenhandel vor, wenn der Steuerpflichtige An - und Verkäufe von Liegenschaften nicht nur im Ra h- men der privaten Vermögensverw altung bei zufällig sich bietender Gelegenheit tätigt, sondern wenn er dies systematisch und mit der Absicht der G ewinnerzielung tut, d.h. wenn er eine Tätigkeit entfaltet, die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist (BGE 104 Ib 164; BGE 112 Ib 79; BG E 125 II 113 = StE 1999 B 23.1 Nr. 41 = ASA 67, 644 = ZStP 1999, 70, auch zum Folgenden). Zur Abgrenzung zwischen privater Vermögen s- verwaltung und (selbstständiger) Erwerbstätigkeit haben Lehre und Rechtsprechung verschiedene Kriterien entwickelt. Ob eine Erwerbstätigkeit vorliegt, ist immer nach der Gesamtheit der Umstände zu beurteilen. Als Indizien für eine selbstständige Erwerb s- tätigkeit können bei Liegenschaftengewinnen wie bi sher etwa die (systematische bzw. planmässige) Art und Weise des Vorgehens, d ie Häufigkeit der Liegenschaften - geschäfte, der enge Zusa mmenhang eines Geschäfts mit der beruflichen Tätigkeit des Steuerpflichtigen, der Einsatz spezieller Fachkenntnisse, die Besitzesdauer, der Ei n- satz erheblicher fremder Mittel zur Finanzierung der Ges chäfte oder die Realisierung im Rahmen einer Personengesellschaft in Betracht kommen. Jedes dieser Indizien kann zusammen mit andern, im Einzelfall jedoch unter Umständen auch bereits allein zur Annahme einer Erwerbstätigkeit ausreichen (vgl. BGE 122 II 44 6). Liegt eine E r- werbstätigkeit in diesem Sinn vor, gehört nach konstanter Rechtsprechung ledi glich das selbstbewohnte Eigenheim eines Liegenschaftenhändlers – jedenfalls im Rege l- fall – nicht zu dessen Geschäftsvermögen (vgl. BSt -RK, 2 1. August 2003, 4 DB.1999.72). - 7 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 3. a) Die Vorinstanz schliesst im vorliegenden Fall auf gewerbsmässigen Li e- genschaftenhandel, weil der Pflichtige die Liegenschaft nur rund zweieinhalb Ja hre gehalten und nicht selbst bewohnt habe, weil er von Beruf Maler sei und damit Baun ä- he vorliege, weil er nach deren Kauf Malerarbeiten in der Höhe von Fr. 47'243.40 habe ausführen können und weil er beim seinerzeitigen Erwerb kein Eigenkapital beigeste u- ert habe, weshalb Vermögensverwaltung gar nicht vorliegen könne. b) Der Pflichtige beg ründet seine gegenteilige Ansicht damit, dass er im Sinn einer sich zufällig bietenden Gelegenheit zum ersten Mal eine Liegenschaft erworben habe und dass auch die Gründe für die Veräusserung rein zufälliger Natur gewesen seien; der Käufer habe mit Fr. 2.9 Mio. eine derart "orbitante" Summe geboten, dass die ursprüngliche Absicht der langfristigen privaten Vermögensve rwaltung habe über Bord geworfen werden müssen. Zudem habe man im Verkaufszeitpunkt von steige n- den Zinsen gesprochen, was in seinen Augen zu e inem Wertverlust geführt hätte. Von einer kurzen Haltedauer könne bei einem Verkauf nach gut zwei Jahren nicht mehr gesprochen werden. Sodann liege auch keine Häufung von Li egenschaftengeschäften vor. Insgesamt sei mithin darauf zu schliessen, dass beim Er werb und beim Verkauf schlichte Verwaltung von Privatvermögen betrieben worden sei. c) Entgegen der Auffassung des Pflichtigen ist bei Immobilienbesitz eine Ha l- tedauer von gut zwei Jahren als sehr kurz zu bezeichnen . Wer sein Geld im Sinn von privater Vermögensanlage in Immobilien investiert, hat regelmässig einen langfristigen Anlagehorizont, denn neben einer allfälligen Wertsteigerung steht primär das Erzielen einer dauerhaften und sicheren Rendite in Form von Mietzinseinnahmen im Vorde r- grund (vgl. auch VGr, 4. April 2007, SB.2006.00081, in welchem Entscheid eine Halt e- dauer von gut drei Jahren als sehr kurz eingestuft worden ist). Anders als beispielswei- se bei einem Architekten oder Liegenschaftenverwalter ist die allgemeine Berufsnähe (im Sinn von Einbringen von Fachwissen beim Kauf und Verkauf ) bei einem Maler ein weniger starkes Indiz für das Vorliegen von gewerbsmässigem Liegenschaftenha ndel; ein Zusammenhang zur beruflichen Tätigkeit besteht im vorliegenden Fall aber gleich- wohl insofern, als der Pfl ichtige durch den Liegen schaftenkauf für sein Malergeschäft ein Auftragsvolumen von gegen Fr. 50'000.- hat generieren können. Im gleichen Z u- sammenhang offenbart sich vorliegend auch ein planmässiges Vorgehen, indem näm- lich bereits beim Liegenschaftenkauf 2002 die Absicht bestanden hat, die von der Bank nicht mehr benötigten Geschäftsräumlichkeiten mit baulichen Massnahmen der Wohn- nutzung zuzuführen. Die Planmässigkeit zeigt sich zudem auch im gemeinsamen Vo r-- 8 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 gehen des Pflichtigen mit C im Rahmen einer einfac hen Gesellschaft, wobei er neben seinen Möglichkeiten, beim anstehenden Umbau die Malera rbeiten zu überne hmen, nach eigenen Angaben auch das "Wissen zum Kauf der Li egenschaft" beigesteuert hat, während seinem Geschäftspartner die Rolle des Financiers zukam . Der letztere Umstand ist im vorliegenden Fall zugleich das gewichtigste Abgrenzungskriterium: Das beim Liegenschaftenkauf eingesetzte Eigenkapital in der Höhe von Fr. 500'000.- wurde unbestrittenermassen vollumfänglich von C zur Verfügung gestellt; die Restfinanzierung mittels Hypotheken in der Höhe von Fr. 1'500'000.- übernahmen die Banken. Unbestrittenermassen hat damit der Pflichtige seinen 50%-Anteil am frag- lichen Stockwerkeigentum in der Liegenschaft … zu 100% fremdfina nziert. Er hat mit anderen W orten beim Ankauf kein Eigenkapital eingesetzt und also keinen ei nzigen Franken in das Kaufobjekt investiert. Hat er mithin keine Vermögensanlage getätigt, so bleibt von vornherein kein Raum für die Annahme, es gehe hier um private Verm ö- gensverwaltung. Vielmehr liegt offensichtlich gewerbsmässiger Liegenschafte nhandel vor. Abgerundet wird d iese Schlussfolgerung durch die Tatsache, dass der Pflichtige gemäss den unbestrittenen Erwägungen der Einsprachebehörde den in Frage stehen- den Gewinn per 1. Dezember 200 5 in die Liegenschaft … in F reinvestierte, wobei auch dieses Objekt am 2 8. Februar 2006 bereits wieder weiterveräussert worden ist. Dass der Pflichtige seinen 50% -Stockwerkeigentumsanteil im Rahmen einer (erstmali- gen) Erwerbstätigkeit als Liegenschaftenhändler verkauft hat, ist damit erstellt. d) Die Höhe des steuerbaren Liegenschaftengewinns ist unbestritten. Sie en t- spricht mit Fr. 335'056.- dem hälftigen steuerpflichtigen Grundstückgewinn (= Ver- kaufserlös von Fr. 2'900'000.- ./. Ankaufspreis Fr. 2'000'000.- ./. Anlagekosten) und wurde damit korrekt ermittelt. e) Als Zwischenresultat ist festzuhalten, dass die Vorinstanz bei der Veranl a- gung der direkten Bundessteuer 2004 zu Recht einen Gewinn aus gewerbsmäss igem Liegenschaftenhandel in der Höhe von Fr. 335'056.- aufgerechnet hat . Die übrigen (auch die Staats- und Gemeindesteuern betreffenden) Aufrechnungen von liegenschaf- tenbezogenen Einkünften sind ebenfalls zu Recht e rfolgt und werden vom Pflichtigen denn auch nicht mehr in Frage gestellt. - 9 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 4. Für den nun eingetretenen Fall stellt der Pflichtige den Antrag, bei der Ein- kommensveranlagung steuermindern de Rückstellungen für die auf dem aufg erechne- ten Einkommen aus selbstständiger Erwerbst ätigkeit geschuldeten AHV -Beiträge zu berücksichtigen; die s sowohl bei der direkten Bundessteuer als auch bei den Staats - und Gemeindesteuern. Zu Recht stellt sich die Vorinstanz diesem Antrag nicht entg egen, ergibt sich doch die entsprechende Abzugsfähigkeit der arbeitgeber - und arbei tnehmerseitigen Sozialversicherungsbeiträge aus Art. 27 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG bzw. § 27 Abs. 1 und § 31 Abs. 1 lit. d StG und sind bei Vornahme von Aufrechnungen beim steuerlich massgebenden Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit im Vera n- lagungsverfahren ent sprechende (aufwandseitige) Bilanzkorrekturen zulässig (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2.A., 2009, Art. 58 N 52 mit Hinweis auf BGr, 1 2. Mai 1999, NStP 2001, 57). Ebenfalls zu Recht weist die Vo r- instanz in der Rekurs- und Beschwerdeantwort darauf hin, dass (zugunsten des Pflic h- tigen) die Rückstellung bei den Staats- und Gemeindesteuern auch vermögensseitig zu berücksichtigen ist. Unbestritten ist sodann, dass mit Bezug auf die Höhe der Rückste l- lung nicht nur der Gewinn aus dem vo rstehend geprüften Liegenschaftenhandel, so n- dern auch den übrigen Aufrechnungen im Zusammenhang mit Einkommen aus selbs t- ständiger Erwerbstätigkeit Rechnung zu tragen ist. Die Höhe der Rückstellung berechnet sich damit wie folgt: (Fr.) Liegenschaftengewinn 335'056.- Eigenleistungen (Malerarbeiten) 47'243.- Erträge aus Geschäftsliegenschaft 64'716.- Zusatzeinkommen aus selbst. Erwerbstätigkeit 447'015.- Rückstellung für AHV/IV/EO (10%) 44'700.- b) Unter Berücksichtigung dieser Rückstellung ist der Pflichtige in der Steue r- periode 2004 demnach wie folgt zu veranlagen: Staats- und Gemeindesteuer direkte Bundesteuer (Fr.) (Fr.) Steuerbares Einkommen 329'300.- 665'200.- (gemäss Einspracheentscheid) ./. Rückstellung AHV-Beiträge 44'700.- 44'700.- - 10 - 2 ST.2009.179 2 DB.2009.98 Steuerbares Einkommen neu 284'600.- 620'500.- Steuerbares Vermögen 197'000.- (gemäss Einspracheentscheid) ./. Rückstellung AHV-Beiträge 44'700.- Steuerbares Vermögen neu (abgerundet)152'000.-. 5. Nach alledem ist die Beschwerde teilweise und der Rekurs vollumfänglich gutzuheissen. Ausgangsgemäss sind die Beschwerdekosten den Parteien anteilsmä s- sig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG); bei den Rekurskosten rechtfertigt sich die glei- che Kostenauflage, weil hier das Obsiegen des Pflichtigen direkte Folge seines Unter- liegens im Bereich der direkten Bundessteuer ist (§ 151 StG). Eine Parteientschädigung ist dem Pflichtigen im Bereich der direkten Bunde s- steuer (wo die entsprechenden Voraussetzungen vom Amts wegen zu prüfen sind) bei diesem Ausgang nicht zuzusprechen (vgl. Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1-3 des Bundesgesetzes über das Verwaltung sverfahren vom 20. Dezember 1968) ; im Bereich der Staats - und Gemeindesteuer fe hlt es diesbezüglich schon an einem en t- sprechenden Antrag. Demgemäss erkennt die Rekurskommission: 1. Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats - und Gemeinde- steuer, Steuerperiode 2004, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 284'600.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 152'000.- eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 2. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird für die direkte Bundessteuer, Steuerperiode 2004, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 620'500.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). […]