<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 126 S.477</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">477</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>VII. Bevölkerungsschutz</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>126 Schutzraumbaupflicht. Zeitlich massgebliches Recht bei fehlenden</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Übergangsbestimmungen.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Für Schutzraumbau- und Ersatzbeitragspflicht ist das im Zeitpunkt des</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Baubeginns gültige Recht massgeblich. Geschäftshäuser, mit deren Bau</b></span><br/> <span class="ft3"><b>während der Geltungsdauer des Schutzbautengesetzes vom 4. Oktober</b></span><br/> <span class="ft3"><b>1963 begonnen wurde, unterstehen daher gemäss diesem der Schutz-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>raumbau- bzw. Ersatzabgabepflicht, auch wenn sie erst nach dem In-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>krafttreten des Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes vom 4. Oktober</b></span><br/> <span class="ft3"><b>2002, d.h. nach dem 1. Januar 2004, bezogen wurden.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Umwandlung einer Sicherheitsleistung für die Erfüllung der Schutz-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>raumbaupflicht in einen Ersatzbeitrag.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Regierungsrates vom 5. Mai 2004 i.S. G.G. AG ge-</span><br/> <span class="ft4">gen Gesundheitsdepartement.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen:</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">1. Gemäss Art. 2 des Schutzbautengesetzes vom 4. Oktober</span><br/> <span class="ft6">1963 in der am 1. Januar 1995 in Kraft getretenen Fassung vom</span><br/> <span class="ft6">17. Juni 1994, welche bis zum 31. Dezember 2003 Geltung hatte,</span><br/> <span class="ft6">also bei Erlass der Verfügung der Abteilung Militär und Bevölke-</span><br/> <span class="ft6">rungsschutz vom 30. August 2001, bei Erteilung der Baubewilligung</span><br/> <span class="ft6">am 21. Mai 2002, bei Baubeginn am 2. Dezember 2002 und bei</span><br/> <span class="ft6">Erlass der angefochtenen Verfügung der Abteilung Militär und</span><br/> <span class="ft6">Bevölkerungsschutz vom 14. Januar 2003 hatten die Hauseigentümer</span><br/> <span class="ft6">und Hauseigentümerinnen in allen üblicherweise mit Kellergeschos-</span><br/> <span class="ft6">sen versehenen Neubauten und wesentlichen Anbauten Schutzräume</span><br/> <span class="ft6">zu erstellen (Abs. 1). Die Kantone bestimmten, inwieweit bei einem</span><br/> <span class="ft6">gedeckten Schutzplatzbedarf sowie für Bauten ohne Kellergeschosse</span><br/> <span class="ft6">Schutzräume zu erstellen oder Ersatzbeiträge zu leisten waren</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">478</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">(Abs. 2). Die Kantone konnten in besonderen Fällen Ausnahmen</span><br/> <span class="ft6">anordnen. Ergaben sich daraus Einsparungen für die Hauseigentü-</span><br/> <span class="ft6">merschaft, so leistete diese einen gleichwertigen Ersatzbeitrag an die</span><br/> <span class="ft6">Erstellung, Erneuerung und Ausrüstung von öffentlichen Schutzbau-</span><br/> <span class="ft6">ten (Abs. 3). Um die ordnungsgemässe Ausführung der Schutzräume</span><br/> <span class="ft6">zu gewährleisten, konnten die Kantone von der Bauherrschaft</span><br/> <span class="ft6">Sicherheitsleistungen bis zu 3 Prozent der mutmasslichen Baukosten</span><br/> <span class="ft6">ohne Landerwerb verlangen (Art. 13 Abs. 2 BMG). Die Sicherheits-</span><br/> <span class="ft6">leistungen waren freizugeben, sobald der Schutzraum den techni-</span><br/> <span class="ft6">schen Vorschriften gemäss erstellt und von den Kontrollorganen</span><br/> <span class="ft6">abgenommen worden war (Art. 13 Abs. 3 BMG). § 23 Abs. 3 des</span><br/> <span class="ft6">kantonalen Gesetzes über Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz</span><br/> <span class="ft6">(KBG) vom 18. Januar 1983 in der am 1. Januar 1999 in Kraft</span><br/> <span class="ft6">getretenen Fassung vom 9. Juni 1998 bestimmt, dass bei einem</span><br/> <span class="ft6">gedeckten Schutzplatzbedarf, für Bauten ohne Kellergeschosse sowie</span><br/> <span class="ft6">in besonderen Ausnahmefällen die Hauseigentümerinnen und Haus-</span><br/> <span class="ft6">eigentümer vom Schutzraumbau befreit werden können. Stattdessen</span><br/> <span class="ft6">haben sie einen Ersatzbeitrag zu leisten.</span><br/> <span class="ft6">Gemäss Art. 46 Abs. 1 des am 1. Januar 2004 in Kraft getrete-</span><br/> <span class="ft6">nen Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes vom 4. Oktober 2002,</span><br/> <span class="ft6">welches das Schutzbautengesetz von 1963 aufhob (Art. 76 BZG),</span><br/> <span class="ft6">haben Hauseigentümer und -eigentümerinnen nur noch beim Bau</span><br/> <span class="ft6">von Wohnhäusern, Heimen und Spitälern Schutzräume zu erstellen,</span><br/> <span class="ft6">auszurüsten und diese zu unterhalten. Bauherren von Geschäftshäu-</span><br/> <span class="ft6">sern sind dagegen von der Schutzraumbaupflicht befreit. Es stellt</span><br/> <span class="ft6">sich daher die Frage, ob die Beschwerdeführerin infolge Bezug des</span><br/> <span class="ft6">Neubaus nach dem 1. Januar 2004 von Schutzraumbaupflicht und</span><br/> <span class="ft6">Ersatzbeitrag befreit ist oder aber infolge Baubeginn vor dem 1. Ja-</span><br/> <span class="ft6">nuar 2004 für die nach damaliger Rechtslage grundsätzlich erforder-</span><br/> <span class="ft6">lichen, aber (infolge der mit Verfügung vom 30. August 2001 er-</span><br/> <span class="ft6">folgten Befreiung vom Schutzraumbau) nicht ausgeführten 106</span><br/> <span class="ft6">Schutzplätze und als Ausgleich für die sich dadurch ergebenden Ein-</span><br/> <span class="ft6">sparungen einen Ersatzbeitrag von Fr. 51'410.- (106 Schutzplätze zu</span><br/> <span class="ft6">Fr. 485.-) zu bezahlen hat. Das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene</span><br/> <span class="ft6">neue Recht enthält - entgegen den ursprünglichen Erwartungen der</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">479</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz - keine Übergangsbe-</span><br/> <span class="ft6">stimmungen, welche diese Frage regeln.</span><br/> <span class="ft6">2. a) Als die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz am</span><br/> <span class="ft6">14. Januar 2003 die angefochtene Verfügung erliess und die in</span><br/> <span class="ft6">Rechtskraft erwachsene Sicherheitsleistung gemäss Verfügung vom</span><br/> <span class="ft6">30. August 2001 zur vorläufigen Sicherstellung des Ersatzbeitrages</span><br/> <span class="ft6">für die definitive Befreiung vom Schutzraumbau in eine definitive</span><br/> <span class="ft6">Ersatzabgabe umwandelte, weil die erwarteten Übergangsbestim-</span><br/> <span class="ft6">mungen nicht erlassen waren, von der Baubewilligung aber schon</span><br/> <span class="ft6">Gebrauch gemacht worden war, stand das neue Recht noch nicht in</span><br/> <span class="ft6">Kraft. Das noch nicht in Kraft gesetzte, für die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">günstigere Recht durfte also noch nicht angewendet werden; eine</span><br/> <span class="ft6">derartige positive Vorwirkung ist grundsätzlich unzulässig (Ulrich</span><br/> <span class="ft6">Häfelin/Georg Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl.,</span><br/> <span class="ft6">Zürich 2002, Rz. 348). Ebenso wenig wäre es zulässig gewesen, das</span><br/> <span class="ft6">geltende Recht bis zum Inkrafttreten des neuen Rechts nicht mehr</span><br/> <span class="ft6">anzuwenden. Eine solche negative Vorwirkung wäre nur zulässig</span><br/> <span class="ft6">gewesen, wenn sie vom geltenden Recht vorgesehen gewesen wäre.</span><br/> <span class="ft6">Von der Praxis wird zudem verlangt, dass auch die übrigen</span><br/> <span class="ft6">Voraussetzungen für eine zulässige Rückwirkung - zeitlich mässige</span><br/> <span class="ft6">Geltung, triftige Gründe, Vermeidung von Rechtsungleichheiten und</span><br/> <span class="ft6">Beachtung von wohlerworbenen Rechten - erfüllt sein müssen (BGE</span><br/> <span class="ft6">100 Ia 147, 155 = Pra 63 [1974] Nr, 203, S. 584 f.; Häfelin/Müller,</span><br/> <span class="ft6">a.a.O., Rz. 350 f.). Wie es sich damit verhält, kann offen bleiben, da</span><br/> <span class="ft6">es schon an der Voraussetzung fehlte, dass das geltende Recht eine</span><br/> <span class="ft6">negative Vorwirkung vorsah.</span><br/> <span class="ft6">Der Rechtsdienst des Regierungsrates hat im Übrigen bewusst</span><br/> <span class="ft6">darauf verzichtet, die Beschwerdeangelegenheit dem Regierungsrat</span><br/> <span class="ft6">noch während der Geltungszeit des alten Rechts zum Entscheid zu</span><br/> <span class="ft6">unterbreiten, weil dadurch die Beschwerdeführerin faktisch zum</span><br/> <span class="ft6">Weiterzug an die nächsthöhere Instanz gezwungen worden wäre, um</span><br/> <span class="ft6">überhaupt eine Chance auf die Anwendung des neuen Rechts zu er-</span><br/> <span class="ft6">halten.</span><br/> <span class="ft6">b) Eine Rückwirkung von neuem Recht auf einen Sachverhalt,</span><br/> <span class="ft6">der sich vor Inkrafttreten dieses Rechts verwirklicht hat, ist nur aus-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">480</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">nahmsweise zulässig, wenn kumulativ folgende Voraussetzungen er-</span><br/> <span class="ft6">füllt sind (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 331):</span><br/> <span class="ft6">- Die Rückwirkung muss ausdrücklich angeordnet oder nach</span><br/> <span class="ft6">dem Sinn des Erlasses klar gewollt sein (BGE 44 II 427;</span><br/> <span class="ft6">VEB 1951 Nr. 21; ZBl 1935 S. 304).</span><br/> <span class="ft6">- Die Rückwirkung muss zeitlich mässig sein (BGE 77 I 190,</span><br/> <span class="ft6">61 I 94, 47 I 17). Entscheidend sind die besonderen Verhält-</span><br/> <span class="ft6">nisse der betreffenden Regelung. Insbesondere die Voraus-</span><br/> <span class="ft6">sehbarkeit der Gesetzesänderung spielt eine grosse Rolle.</span><br/> <span class="ft6">- Die Rückwirkung ist nur zulässig, wenn sie durch triftige</span><br/> <span class="ft6">Gründe gerechtfertigt ist (ZBl 1947 S. 18 ff; MBV 1945 S.</span><br/> <span class="ft6">98).</span><br/> <span class="ft6">- Die Rückwirkung darf keine stossenden Rechtsungleichhei-</span><br/> <span class="ft6">ten bewirken (ZBl 1965 S. 352/355).</span><br/> <span class="ft6">- Die Rückwirkung darf keinen Eingriff in wohlerworbene</span><br/> <span class="ft6">Rechte darstellen (ZBl 1974 S. 233/246).</span><br/> <span class="ft6">Es gilt demnach der Grundsatz der Nichtrückwirkung gesetzge-</span><br/> <span class="ft6">berischer Erlasse mangels besonderer Übergangsbestimmungen im</span><br/> <span class="ft6">privaten und öffentlichen Recht und dies selbst dann, wenn das neue</span><br/> <span class="ft6">Recht als das mildere oder begünstigende erscheint (RVJ 1979 370</span><br/> <span class="ft6">ff.). Im konkreten Fall ist eine Rückwirkung schon deshalb ausge-</span><br/> <span class="ft6">schlossen, weil sie vom neuen Recht weder ausdrücklich angeordnet</span><br/> <span class="ft6">noch klar gewollt ist; jedenfalls finden sich dafür weder im Gesetz</span><br/> <span class="ft6">noch in den Materialien entsprechende Hinweise. Ein begünstigen-</span><br/> <span class="ft6">der, mit rückwirkender Kraft ausgestatteter Erlass darf zudem nicht</span><br/> <span class="ft6">zu Rechtsungleichheiten führen oder gar Rechte Dritter beeinträchti-</span><br/> <span class="ft6">gen. Rechtsungleichheiten wären jedoch unvermeidbar, wenn die Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin von der Ersatzabgabe befreit wäre, weil zweifellos</span><br/> <span class="ft6">Bauherren von Gewerbebauten, welche - wie die Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft6">rin - vom Schutzraumbau befreit wurden, bei Baubeginn vor Inkraft-</span><br/> <span class="ft6">treten des neuen Rechts anstandslos die spätestens zu diesem Zeit-</span><br/> <span class="ft6">punkt geschuldeten Ersatzbeiträge bezahlt haben (vgl. Art. 6 Abs. 4</span><br/> <span class="ft6">der Verordnung über die baulichen Massnahmen im Zivilschutz</span><br/> <span class="ft6">{Schutzbautenverordnung [BMV]} vom 27. November 1978), auch</span><br/> <span class="ft6">wenn die Baute nicht vor dem 1. Januar 2004 bezugsreif wurde.</span><br/> <span class="ft6">Ausserdem darf aus der ausnahmsweisen Zulässigkeit der Rückwir-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">481</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">kung begünstigender Erlasse nicht auf einen Anspruch auf Rückwir-</span><br/> <span class="ft6">kung solcher Erlasse geschlossen werden (BGE 99 V 200, 203). Ein</span><br/> <span class="ft6">solcher Anspruch besteht - wie bereits gesagt - von vorneherein nur,</span><br/> <span class="ft6">wenn er vom Gesetz vorgesehen ist, was vorliegend gerade nicht ge-</span><br/> <span class="ft6">geben ist. Die für Verfahren der nachträglichen Baubewilligung (vgl.</span><br/> <span class="ft6">den von der Beschwerdeführerin angerufenen AGVE 1995 S. 390 f.)</span><br/> <span class="ft6">bzw. für zeitlich offene Dauersachverhalte (sog. unechte Rückwir-</span><br/> <span class="ft6">kung) entwickelten intertemporalrechtlichen Regeln sind auf einen</span><br/> <span class="ft6">unter bisherigem Recht abgeschlossenen Tatbestand wie den die</span><br/> <span class="ft6">Schutzraumbaupflicht bzw. die Ersatzabgabe auslösenden Baubeginn</span><br/> <span class="ft6">(vgl. Art. 6 Abs. 4 BMV, Art. 21 Abs. 1 der Verordnung über den Zi-</span><br/> <span class="ft6">vilschutz [Zivilschutzverordnung, ZSV] vom 5. Dezember 2003)</span><br/> <span class="ft6">nicht anwendbar.</span><br/> <span class="ft6">c) Die Frage, ob auf ein hängiges Verfahren altes oder neues</span><br/> <span class="ft6">Recht Anwendung findet, hängt im Übrigen vor allem davon ab, wie</span><br/> <span class="ft6">das Interesse der Betroffenen am Schutz des Vertrauens in die Wei-</span><br/> <span class="ft6">tergeltung des bisherigen Rechts gewichtet wird. Grundsätzlich wäre</span><br/> <span class="ft6">diese Frage vom neuen Bundesgesetz zu beantworten, allenfalls vom</span><br/> <span class="ft6">Bundesrat in einer Ausführungsverordnung. Wurde die Frage - wie</span><br/> <span class="ft6">vorliegend - weder im Bundesgesetz noch in der bundesrätlichen Zi-</span><br/> <span class="ft6">vilschutzverordnung geregelt, so ist auf Grund allgemeiner Prinzi-</span><br/> <span class="ft6">pien über das anwendbare Recht zu entscheiden. Das Interesse am</span><br/> <span class="ft6">Schutz des Vertrauens der Betroffenen auf die Weitergeltung des bis-</span><br/> <span class="ft6">herigen Rechts und an der Rechtssicherheit wird am besten gewahrt,</span><br/> <span class="ft6">wenn das im Zeitpunkt der Einleitung des Verfahrens geltende Recht</span><br/> <span class="ft6">angewendet wird. Das Interesse daran, das neue Recht möglichst</span><br/> <span class="ft6">rasch und umfassend wirksam werden zu lassen, verlangt, dass Än-</span><br/> <span class="ft6">derungen des Rechts auch dann berücksichtigt werden, wenn sie erst</span><br/> <span class="ft6">während des erstinstanzlichen oder des Rechtsmittelverfahrens ein-</span><br/> <span class="ft6">getreten sind (Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 322-325).</span><br/> <span class="ft6">Die Bundesgerichtspraxis zur Frage, welches Recht bei Fehlen</span><br/> <span class="ft6">einer ausdrücklichen Regelung auf ein hängiges Rechtsmittelverfah-</span><br/> <span class="ft6">ren anwendbar ist, ist nicht ganz widerspruchsfrei. In BGE 107 Ib</span><br/> <span class="ft6">191, 194 ff. nannte das Bundesgericht als Grundsatz, dass das Recht,</span><br/> <span class="ft6">welches zum Zeitpunkt der Entscheidfällung der Rechtsmittelinstanz</span><br/> <span class="ft6">in Kraft steht, zur Anwendung kommt, soweit es um der öffentlichen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">482</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Ordnung willen aufgestellt wurde. In BGE 122 V 85, 89 und BGE</span><br/> <span class="ft6">112 Ib 39, 42 ff. erklärte das Bundesgericht dagegen, dass die</span><br/> <span class="ft6">Rechtmässigkeit einer Verfügung grundsätzlich nach der Rechtslage</span><br/> <span class="ft6">zur Zeit ihres Erlasses zu beurteilen sei; nachher eingetretene Rechts-</span><br/> <span class="ft6">änderungen müssten unberücksichtigt bleiben. Eine Ausnahme sei</span><br/> <span class="ft6">nur zu machen, wenn sich die Anwendung des neuen Rechts aus</span><br/> <span class="ft6">zwingenden Gründen, vor allem um der öffentlichen Ordnung willen</span><br/> <span class="ft6">aufdränge, wie das insbesondere bei neuen Bestimmungen im Be-</span><br/> <span class="ft6">reich des Umweltschutzes der Fall ist (vgl. BGE 127 II 306, 315 f.;</span><br/> <span class="ft6">125 II 591, 598; 125 II 508, 509 f.; 122 II 26, 29 f.; Entscheid des</span><br/> <span class="ft6">Bundesgerichtes, ZBl 103 [2002] 41, 46 ff.; Entscheid des Bundes-</span><br/> <span class="ft6">rates, VPB 65 [2001] Nr. 87; Häfelin/Müller, a.a.O., Rz. 326).</span><br/> <span class="ft6">Diese zweite Lösung verdient in Fällen der vorliegenden Art</span><br/> <span class="ft6">den Vorzug. Richtigerweise sollten Rechtsänderungen nach dem er-</span><br/> <span class="ft6">stinstanzlichen Entscheid nur dann berücksichtigt werden, wenn die</span><br/> <span class="ft6">Rechtsänderung auch einen Widerruf rechtfertigen würde. Nach dem</span><br/> <span class="ft6">Prinzip des Vertrauensschutzes müsste sogar auf den Zeitpunkt der</span><br/> <span class="ft6">Gesuchseinreichung abgestellt werden, doch spricht das öffentliche</span><br/> <span class="ft6">Interesse an der Anwendung des neuen Rechts dafür, das zur Zeit des</span><br/> <span class="ft6">erstinstanzlichen Entscheides geltende Recht heranzuziehen (Häfe-</span><br/> <span class="ft6">lin/Müller, a.a.O., Rz. 327; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwal-</span><br/> <span class="ft6">tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,</span><br/> <span class="ft6">Zürich 1998, S. 208 f.).</span><br/> <span class="ft6">d) Die Beschwerdeführerin beruft sich in ihrer Begründung,</span><br/> <span class="ft6">weshalb das neue Recht anwendbar sein soll, hauptsächlich auf die</span><br/> <span class="ft6">konkrete Vertrauenslage bzw. den Vertrauensschutz (vgl. ...). Sie</span><br/> <span class="ft6">macht geltend, der Private dürfe sich darauf verlassen, dass ihm die</span><br/> <span class="ft6">Anwendung des neuen, für ihn günstigeren Rechts nicht versagt</span><br/> <span class="ft6">werde, wenn er seine baulichen Dispositionen in Übereinstimmung</span><br/> <span class="ft6">mit der Einschätzung der zuständigen Behörden im Vertrauen auf das</span><br/> <span class="ft6">Inkrafttreten des neuen Rechts getätigt habe und sich in der Folge</span><br/> <span class="ft6">dieses Inkrafttreten durch Umstände verzögere, auf die weder der</span><br/> <span class="ft6">Private noch die Behörden Einfluss nehmen könnten (Referendum).</span><br/> <span class="ft6">Dazu ist vorab festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin nicht</span><br/> <span class="ft6">im Vertrauen auf die Anwendbarkeit des neuen Rechts bauliche Dis-</span><br/> <span class="ft6">positionen getroffen hat, die sich nun als nachteilig erweisen oder die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">483</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">ohne Nachteil nicht wieder rückgängig gemacht werden können. Die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführerin wurde insbesondere auch nicht durch falsche</span><br/> <span class="ft6">behördliche Auskünfte in eine Vertrauenslage versetzt und zu einem</span><br/> <span class="ft6">Handeln veranlasst, das aus Vertrauensschutzgründen nun die An-</span><br/> <span class="ft6">wendung des neuen Rechts gebieten würde. Die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">plante vielmehr das Nordhaus von Anfang an und ohne behördliche</span><br/> <span class="ft6">Veranlassung ohne Schutzraum. Dies geschah offenbar in der fal-</span><br/> <span class="ft6">schen Annahme oder Hoffnung, beim voraussichtlichen Inkrafttreten</span><br/> <span class="ft6">des neuen Rechts am 1. Januar 2003 unterstehe das Bauprojekt nicht</span><br/> <span class="ft6">mehr der Schutzraumbaupflicht und es werde auch kein Ersatzbeitrag</span><br/> <span class="ft6">fällig. Gemäss der unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfü-</span><br/> <span class="ft6">gung der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz vom 30. August</span><br/> <span class="ft6">2001 war die Sicherheitsleistung für 106 Schutzplätze aber vor Bau-</span><br/> <span class="ft6">beginn zu entrichten und diesen Baubeginn plante die Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">führerin für anfangs Dezember 2002, also zwar nur einen Monat,</span><br/> <span class="ft6">aber eindeutig vor dem damals angenommenen Inkraftsetzungster-</span><br/> <span class="ft6">min des neuen Rechts 1. Januar 2003 (vgl. Bauprogramm Nordhaus</span><br/> <span class="ft6">vom 20. November 2002, ...). Die Beschwerdeführerin kann also</span><br/> <span class="ft6">nicht geltend machen, durch das unerwartet zustande gekommene</span><br/> <span class="ft6">Referendum habe sich das Inkrafttreten des neuen Rechts um ein</span><br/> <span class="ft6">Jahr verzögert und dadurch sei das neue Recht bei Baubeginn überra-</span><br/> <span class="ft6">schend noch nicht in Kraft gestanden. Der Baubeginn war vielmehr</span><br/> <span class="ft6">auch ohne Referendum noch während der Geltung des alten Rechts</span><br/> <span class="ft6">geplant.</span><br/> <span class="ft6">Es ist auch nicht so, dass die Abteilung Militär und Bevölke-</span><br/> <span class="ft6">rungsschutz jemals die Auffassung der Beschwerdeführerin genährt</span><br/> <span class="ft6">hätte, bei Inkrafttreten des neuen Rechts am 1. Januar 2003 oder am</span><br/> <span class="ft6">1. Januar 2004 sei das Bauprojekt von Schutzraumbaupflicht und Er-</span><br/> <span class="ft6">satzbeitrag befreit. Genau das Gegenteil ist der Fall. In der in</span><br/> <span class="ft6">Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 30. August 2001 hielt die</span><br/> <span class="ft6">Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz vielmehr sinngemäss fest,</span><br/> <span class="ft6">das Bauprojekt unterstehe der Schutzraumbaupflicht. Nur unter die-</span><br/> <span class="ft6">ser Bedingung bestand überhaupt Anlass und Gelegenheit, das Bau-</span><br/> <span class="ft6">vorhaben vom Schutzraumbau zu befreien, wie dies unter Bezug-</span><br/> <span class="ft6">nahme auf Art. 2 BMG in der Verfügung unmissverständlich ge-</span><br/> <span class="ft6">schah. Die verfügte Sicherheitsleistung diente ausdrücklich ,,zur Er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">484</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">füllung der Schutzraumbaupflicht". Dass das Nordhaus der Schutz-</span><br/> <span class="ft6">raumbaupflicht untersteht, wurde also bereits unter der Geltung des</span><br/> <span class="ft6">alten Rechts verfügt und indem die Beschwerdeführerin ebenfalls</span><br/> <span class="ft6">unter altem Recht von der ihr erteilten Baubewilligung samt den da-</span><br/> <span class="ft6">zugehörigen Bedingungen und Auflagen unangefochten Gebrauch</span><br/> <span class="ft6">gemacht hat, sind diese in Rechtskraft erwachsen. Die wiedererwä-</span><br/> <span class="ft6">gungsweise Erteilung einer Baubewilligung nach neuem Recht -</span><br/> <span class="ft6">ohne Schutzraumbaupflicht bzw. ohne Ersatzbeitrag - würde voraus-</span><br/> <span class="ft6">setzen, dass die Beschwerdeführerin noch nicht gebaut hat. Für einen</span><br/> <span class="ft6">Widerruf der rechtskräftig verfügten Schutzraumbaupflicht besteht</span><br/> <span class="ft6">dagegen nach Inkrafttreten des neuen Rechts kein Anlass, war doch</span><br/> <span class="ft6">die Feststellung der Schutzraumbaupflicht bei Erlass der Verfügung</span><br/> <span class="ft6">vom 30. August 2001 in keiner Weise fehlerhaft. Es liegt aber auch</span><br/> <span class="ft6">keine nachträgliche Fehlerhaftigkeit infolge Rechtsänderung vor.</span><br/> <span class="ft6">Nachdem die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz die</span><br/> <span class="ft6">Schutzraumbaupflicht für das Nordhaus festgestellt und die Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin entsprechend ihrem Baugesuch vom Schutzraum-</span><br/> <span class="ft6">bau befreit hatte, weil der Schutzplatzbedarf im B. gedeckt war, hatte</span><br/> <span class="ft6">die Beschwerdeführerin nach damals geltendem Recht zwingend ei-</span><br/> <span class="ft6">nen Ersatzbeitrag für die eingesparten 106 Schutzplätze zu bezahlen</span><br/> <span class="ft6">(Art. 2 Abs. 3 BMG, § 23 Abs. 3 KBG), welcher grundsätzlich bei</span><br/> <span class="ft6">Baubeginn am 2. Dezember 2002 hätte entrichtet werden müssen</span><br/> <span class="ft6">(Art. 6 Abs. 4 BMV). Die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz</span><br/> <span class="ft6">hätte auch sofort einen Ersatzbeitrag von Fr. 51'410.- für 106</span><br/> <span class="ft6">Schutzplätze zu Fr. 485.- verfügen können. Nachdem dem Stadtrat</span><br/> <span class="ft6">B. der Baubeginn per 2. Dezember 2002 angezeigt worden war, hat</span><br/> <span class="ft6">er denn auch der Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2002 gleich</span><br/> <span class="ft6">Rechnung für einen Ersatzbeitrag in der genannten Höhe gestellt</span><br/> <span class="ft6">(vgl. ...). Zu diesem Zeitpunkt bestanden also seitens der Behörden</span><br/> <span class="ft6">keine Zweifel an der Schutzraumbaupflicht und der Ersatzbeitrags-</span><br/> <span class="ft6">pflicht. Die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz schloss aber</span><br/> <span class="ft6">nicht aus, dass Übergangsbestimmungen des künftigen Rechts eine</span><br/> <span class="ft6">Rückwirkung vorsehen würden mit der Folge, dass der nach damals</span><br/> <span class="ft6">geltendem Recht geschuldete Ersatzbeitrag wieder entfallen würde.</span><br/> <span class="ft6">Sie verfügte deshalb entgegenkommender Weise nicht definitiv die</span><br/> <span class="ft6">Pflicht zur Bezahlung eines Ersatzbeitrages von Fr. 51'410.--. Viel-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">485</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">mehr war der Ersatzbeitrag vorläufig nur vor Baubeginn sicherzu-</span><br/> <span class="ft6">stellen. Nach Vorliegen der erwarteten Übergangsbestimmungen</span><br/> <span class="ft6">sollte entschieden werden, ob die Sicherheitsleistung bzw. der vor-</span><br/> <span class="ft6">läufig bloss sichergestellte Ersatzbeitrag zurückerstattet oder in einen</span><br/> <span class="ft6">definitiven Ersatzbeitrag gleicher Höhe umgewandelt wird. Infolge</span><br/> <span class="ft6">Nichtinkrafttretens von Übergangsbestimmungen, welche eine</span><br/> <span class="ft6">Rückwirkung des neuen Rechts vorsehen, bzw. infolge Baubeginns</span><br/> <span class="ft6">vor dem Inkrafttreten entsprechender Übergangsbestimmungen hat</span><br/> <span class="ft6">die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz am 14. Januar 2003</span><br/> <span class="ft6">folgerichtig und zu Recht die vorläufige Sicherheitsleistung in einen</span><br/> <span class="ft6">definitiven Ersatzbeitrag umgewandelt. Ein weiteres Zuwarten hätte</span><br/> <span class="ft6">denn auch keinen Sinn ergeben, denn im Falle der Annahme des Ge-</span><br/> <span class="ft6">setzes vom 22. Oktober 2002 in der Volksabstimmung wusste sie,</span><br/> <span class="ft6">dass das Gesetz keine Rückwirkung vorsah. Wäre das Gesetz in der</span><br/> <span class="ft6">Volksabstimmung verworfen worden, hätte das bisherige Gesetz</span><br/> <span class="ft6">weiter gegolten, das eben eine Schutzraumbaupflicht bzw. Ersatzab-</span><br/> <span class="ft6">gabepflicht vorsieht.</span><br/> <span class="ft6">Nach dem Gesagten hatte die am 30. August 2001 verfügte Si-</span><br/> <span class="ft6">cherheitsleistung nicht zum Zweck, den Bau von Schutzplätzen auf</span><br/> <span class="ft6">den geplanten Bezugstermin vom 30. April 2004 hin sicherzustellen.</span><br/> <span class="ft6">Ein Bau von Schutzplätzen war schon damals nicht geplant und die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführerin wurde explizit vom Schutzraumbau befreit. Der</span><br/> <span class="ft6">Bezugstermin nach dem 1. Januar 2004 wäre höchstens relevant,</span><br/> <span class="ft6">wenn auf diesen Zeitpunkt Schutzplätze bereitstehen müssten. Das</span><br/> <span class="ft6">war aber nach Auffassung aller Beteiligten nie gemeint. Rechtskräf-</span><br/> <span class="ft6">tig entschieden und der Beschwerdeführerin bekannt war vielmehr,</span><br/> <span class="ft6">dass Ersatzbeiträge vorläufig sicherzustellen und definitiv zu bezah-</span><br/> <span class="ft6">len waren, wenn das neue Recht keine dem entgegenstehende Über-</span><br/> <span class="ft6">gangsbestimmung vorsehen würde. Die Beschwerdeführerin durfte</span><br/> <span class="ft6">also nicht darauf vertrauen, dass mit Inkrafttreten des neuen Rechts</span><br/> <span class="ft6">die Sicherheitsleistung automatisch entfallen würde; sie musste</span><br/> <span class="ft6">vielmehr davon ausgehen, dass die Sicherheitsleistung für den vor-</span><br/> <span class="ft6">läufig bloss sicherzustellenden Ersatzbeitrag in einen definitiven Er-</span><br/> <span class="ft6">satzbeitrag umgewandelt würde, wenn das neue Recht keine rück-</span><br/> <span class="ft6">wirkende Bestimmung zu ihren Gunsten enthalten würde, wie dies</span><br/> <span class="ft6">nun der Fall ist. Bereits entschieden war überdies, dass die Fälligkeit</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">486</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">spätestens mit dem Baubeginn gegeben war. Das stand in Überein-</span><br/> <span class="ft6">stimmung mit Art. 6 Abs. 4 BMV, wonach der Ersatzbeitrag vor</span><br/> <span class="ft6">Baubeginn zu entrichten ist. Dass bei Befreiung vom Schutzraumbau</span><br/> <span class="ft6">der Ersatzbeitrag vor Baubeginn zu entrichten ist, gilt unverändert</span><br/> <span class="ft6">auch unter dem revidierten Recht (vgl. Art. 21 Abs. 1 ZSV). Auch</span><br/> <span class="ft6">hinsichtlich der Verjährung der Erhebung von Ersatzbeiträgen ist für</span><br/> <span class="ft6">den Beginn des Fristenlaufes der Baubeginn massgebend (Art. 23</span><br/> <span class="ft6">Abs. 1 ZSV). Daraus ist zu schliessen, dass der Baubeginn für die</span><br/> <span class="ft6">Bestimmung des anwendbaren Rechts jedenfalls dann massgebend</span><br/> <span class="ft6">ist, wenn für das gemäss rechtskräftiger Verfügung der Schutzraum-</span><br/> <span class="ft6">baupflicht unterstehende, aber vom Schutzraumbau befreite Baupro-</span><br/> <span class="ft6">jekt ein Ersatzbeitrag in Frage steht und über dessen definitive Ent-</span><br/> <span class="ft6">richtung zu entscheiden ist. In diesem Sinne hat denn auch das Bun-</span><br/> <span class="ft6">desgericht entschieden, dass bezüglich Bau- und Ersatzbeitrags-</span><br/> <span class="ft6">pflicht diejenigen Vorschriften massgebend sind, die im ,,Zeitpunkt</span><br/> <span class="ft6">der Bewilligung und Erstellung" des betreffenden Gebäudes in Kraft</span><br/> <span class="ft6">stehen (ZBl 97 [1996] S. 472 Erw. 2b).</span><br/> <span class="ft6">e) Dieses Ergebnis deckt sich mit den Auskünften, welche die</span><br/> <span class="ft6">Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz vom Bundesamt für Be-</span><br/> <span class="ft6">völkerungsschutz erhalten hat, wonach bei Baubeginn vor dem 1. Ja-</span><br/> <span class="ft6">nuar 2004 die Schutzraumbau- und Ersatzabgabepflicht bei Gewer-</span><br/> <span class="ft6">bebauten gegeben ist (vgl. ...). Die Anwendung des bis zum 31. De-</span><br/> <span class="ft6">zember 2003 geltenden Rechts bei Baubeginn während dessen Gel-</span><br/> <span class="ft6">tungsdauer bzw. vor Inkrafttreten des neuen Rechts entspricht auch</span><br/> <span class="ft6">der Praxis, welche bei einer früheren Änderung des Schutzbauten-</span><br/> <span class="ft6">rechts Anwendung fand. Die Schutzraumbaupflicht erfuhr nämlich</span><br/> <span class="ft6">bereits in den gesetzlichen Grundlagen anlässlich der ,,Reform 95"</span><br/> <span class="ft6">eine Einschränkung, so durch einen Verzicht auf die Erstellung von</span><br/> <span class="ft6">Schutzplätzen bei Umbauten und Aufbauten (vgl. Art. 2 Abs. 1 BMG</span><br/> <span class="ft6">in der Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 17. Juni 1994, in Kraft</span><br/> <span class="ft6">seit 1. Januar 1995; AS 1994 2667 2670; BBl 1993 III 825; Schluss-</span><br/> <span class="ft6">oder Übergangsbestimmungen zur Änderungen vom 17. Juni 1994</span><br/> <span class="ft6">fehlen ebenfalls). Das damalige Bundesamt für Zivilschutz hielt im</span><br/> <span class="ft6">Kreisschreiben Nr. 10/94 vom 31. August 1994 folgendes fest:</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Bevölkerungsschutz</span> <span class="page_no">487</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">,,Wie Sie wissen, wird die teilrevidierte Schutzbautenverord-</span><br/> <span class="ft6">nung zusammen mit den übrigen Zivilschutzerlassen voraussichtlich</span><br/> <span class="ft6">auf den 1. Januar 1995 in Kraft treten.</span><br/> <span class="ft6">Zur Gewährleistung der Rechtssicherheit und eines rechtskon-</span><br/> <span class="ft6">formen Übergangs sind Bauten, mit deren Arbeiten ab dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft6">1995 begonnen wird, bereits nach der Verabschiedung der Verord-</span><br/> <span class="ft6">nungsänderung durch den Bundesrat, welche auf Mitte Oktober zu</span><br/> <span class="ft6">erwarten ist, gemäss den Bestimmungen der reduzierten Schutz-</span><br/> <span class="ft6">raumbaupflicht zu beurteilen und zu genehmigen."</span><br/> <span class="ft6">3. a) Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass mit Verfü-</span><br/> <span class="ft6">gung vom 30. August 2001 bereits rechtskräftig entschieden wurde,</span><br/> <span class="ft6">dass das Bauprojekt zwar der Schutzraumbaupflicht untersteht, die</span><br/> <span class="ft6">Bauherrschaft aber von der Erstellung von 106 Schutzplätzen befreit</span><br/> <span class="ft6">ist. Auch eine erneute Beurteilung der Schutzraumbaupflicht würde</span><br/> <span class="ft6">angesichts der Baubewilligungserteilung und des Baubeginns unter</span><br/> <span class="ft6">dem alten Recht nicht anders ausfallen. Für die noch zu beurteilende</span><br/> <span class="ft6">Frage, ob die Sicherheitsleistung von Fr. 51'410.- in einen Ersatz-</span><br/> <span class="ft6">beitrag umzuwandeln ist, nachdem die Beschwerdeführerin von der</span><br/> <span class="ft6">Baubewilligung Gebrauch gemacht hat, ist der Baubeginn vor dem</span><br/> <span class="ft6">1. Januar 2004 für die Bestimmung des anwendbaren Rechts massge-</span><br/> <span class="ft6">bend. Nach altem Recht (Art. 2 Abs. 1 und 3 BMG, Art. 6 Abs. 4</span><br/> <span class="ft6">BMV) und mangels gegenteiliger Übergangsbestimmungen des</span><br/> <span class="ft6">neuen Rechts wurde bei Baubeginn am 2. Dezember 2002 ein Er-</span><br/> <span class="ft6">satzbeitrag für die Schutzplätze fällig, von deren Bau die Beschwer-</span><br/> <span class="ft6">deführerin befreit worden war. Die angefochtene Umwandlung der</span><br/> <span class="ft6">Sicherheitsleistung von Fr. 51'410.-- in einen Ersatzbeitrag gleicher</span><br/> <span class="ft6">Höhe ist also zu Recht erfolgt. Da der Stadtrat B. der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">führerin zwar am 13. Dezember 2002 für den Ersatzbeitrag bereits</span><br/> <span class="ft6">Rechnung gestellt hat, die Beschwerdeführerin aber bis heute weder</span><br/> <span class="ft6">die rechtskräftig verfügte Sicherheitsleistung noch den angefochte-</span><br/> <span class="ft6">nen und daher nicht in Rechtskraft erwachsenen Ersatzbeitrag be-</span><br/> <span class="ft6">zahlt hat, hat der Stadtrat B. der Beschwerdeführerin eine angemes-</span><br/> <span class="ft6">sene Nachfrist für die Bezahlung anzusetzen.</span><br/></div> </div> </body> </html>