<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2016.00530</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=216843&amp;W10_KEY=13013508&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2016.00530</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.12.2016</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Niederlassungs-/Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Widerruf der Niederlassungsbewilligung wegen Verschweigens wesentlicher Tatsachen im Bewilligungsverfahren (Scheinehe) Dem Beschwerdeführer wurde eine Aufenthaltsbewilligung erteilt zum Verbleib bei seiner zweiten Ehefrau. Nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung liess sich der Beschwerdeführer von seiner zweiten Ehefrau scheiden, heiratete seine erste Ehefrau, mit welcher er vier Töchter hat und stellte für diese ein Familiennachzugsgesuch. Die zweite Ehefrau kehrte ebenfalls zu ihrem ersten Ehemann zurück. Im Beschwerdeverfahren stellte sich heraus, dass Letzterer der Bruder des Beschwerdeführers ist und der Beschwerdeführer somit mit seiner ehemaligen Schwägerin verheiratet war. Diese war zudem im Zeitpunkt des Eheschlusses mit dem Beschwerdeführer schwanger von dessen Bruder. Auffallend war auch, dass der Beschwerdeführer noch vor seiner Scheidung der ersten Ehe bzw. noch vor seiner Heirat mit der ehemaligen Schwägerin den Nachnamen hat ändern lassen, sodass es nicht auffiel, dass der Beschwerdeführer ursprünglich gleich hiess, wie seine zweite Ehefrau. Das planmässige Vorgehen ist als krass rechtsmissbräuchlich zu erachten. Die Gesamtumstände führen zum Schluss, dass es sich bei der Ehe des Beschwerdeführers mit seiner hier niedergelassenen ehemaligen Schwägerin von Beginn weg um eine Scheinehe handelte und er die Ehe mit ihr nur einging, um gestützt auf die Ehe zu einem Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu gelangen und anschliessend seine früher im Ausland gegründete Familie nachzuziehen. Entsprechend ist der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG erfüllt. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als verhältnismässig. Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FALSCHE ANGABEN IM BEWILLIGUNGSVERFAHREN">FALSCHE ANGABEN IM BEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARALLELFAMILIE">PARALLELFAMILIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN">VERSCHWEIGEN WESENTLICHER TATSACHEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWANDTSCHAFT">VERWANDTSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG">WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 51 Abs. II lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 63 Abs. I lit. a AuG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=32555" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2016.00530</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Dezember 2016</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. A.Z.,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. B.Z.,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>3. C.Z.,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>4. D.Z.,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>5. E.Z.,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoBodyText">alle vertreten durch RA F,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Niederlassungs-/Aufenthaltsbewilligung,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben: </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A.Z. (ehemals A.Y.), kosovarischer StaatsangehÃ¶riger, ehelichte 1993 (traditionell) bzw. 2004 (standesamtlich) in seinem Heimatland die Landsfrau B.Z. (ehemals: B.Y.). Aus der Beziehung stammen die TÃ¶chter G., C., D. und E. Am 1. MÃ¤rz 2006 wurde der Familienname von Y. nach Z. abgeÃ¤ndert. Nachdem sich das Paar am 9. Mai 2006 scheiden liess, heiratete A.Z. am 18. Januar 2007 im Kosovo die im Kanton St. Gallen niedergelassene Landsfrau H.Y. Im Zeitpunkt der Heirat war H.Y. im vierten Monat schwanger von I.Y., ihrem frÃ¼heren Ehemann, von dem sie sich am 5. Oktober 2006 hat scheiden lassen. Aus der Ehe mit I.Y. ist zudem die Tochter J.Y. (geboren 2005) hervorgegangen. Am 25. Mai 2007 reiste A.Z. zu seiner Ehefrau in die Schweiz, wo ihm der Kanton St. Gallen eine Aufenthaltsbewilligung erteilte. Der gemeinsame Sohn (K.Y.) von H.Y. und ihrem Ex-Mann wurde 2007 geboren. Mit Entscheid des Kreisgerichts Rheintal vom 13. November 2007 wurde festgestellt, dass A.Z. nicht der Vater des Kinds K.Y. ist. Seit dem 25. Mai 2012 ist A.Z. im Besitz einer Niederlassungsbewilligung. Nachdem ihm am 12. Juli 2012 die elterliche Sorge Ã¼ber die Tochter G. Ã¼bertragen wurde, ersuchte er um Nachzug seiner Ã¤ltesten Tochter. Mit VerfÃ¼gung vom 24. Oktober 2012 wies das Migrationsamt St. Gallen das Nachzugsgesuch ab. Am 6. November 2012 trennten sich die Ehegatten A.Z./H.Y. Die Ehe wurde am 25. Februar 2013 im Kosovo geschieden. Am 17. Dezember 2013 bewilligte das Migrationsamt ZÃ¼rich ein von A.Z. gestelltes Gesuch um Kantonswechsel. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 1. November 2013 heiratete A.Z. erneut seine erste Ehefrau. H.Y. nahm die Beziehung zu ihrem ersten Ehemann I.Y. ebenfalls wieder auf. Am 11. September 2014 stellten die Ehefrau und die drei TÃ¶chter C., D. und E.Z. ein Gesuch um Einreise in die Schweiz zum Verbleib beim Ehemann und Vater. </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 3.</span> <span>Juli 2015 widerrief das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich die Niederlassungsbewilligung von A</span>.Z<span>. gestÃ¼tzt auf Art.</span> <span>63 Abs.</span> <span>1 lit. a in Verbindung mit Art. 62</span> (neu: Abs. 1)<span> lit. a des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG) und setzte ihm eine Frist zum Verlassen der Schweiz bis 31. Oktober 2015. Gleichzeitig wies es die Familiennachzugsgesuche fÃ¼r die Ehefrau und die drei TÃ¶chter ab, da mit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Vaters auch die Voraussetzungen fÃ¼r den Familiennachzug nicht mehr gegeben seien; im Ãbrigen seien die Nachzugsfristen fÃ¼r die TÃ¶chter nicht eingehalten worden.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 20. Juli 2016 ab und setzte A</span>.Z<span>. eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis 20.</span> <span>Oktober 2016.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 13. September 2016 beantragten A</span>.Z.<span> (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1) und B</span>.Z<span>. (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2) sowie die drei TÃ¶chter C</span>.<span>, D</span>.<span> und E</span>.<span> (nachfolgend: die BeschwerdefÃ¼hrerinnen Nr. 3â5) dem Verwaltungsgericht, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, der Ehefrau und Mutter sowie den TÃ¶chtern die Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Eventualiter sei dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Subeventuali</span>t<span>er sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Staatskasse.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>WÃ¤hrend die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion auf Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</span></p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Oktober 2016 wurde den Parteien und der Vorinstanz Gelegenheit gegeben, zu einer Auskunft des Migrationsamts St. Gallen Stellung zu nehmen. Diese hatte ergeben, dass die Eltern von I.Y., dem frÃ¼heren Ehemann von H.Y., L. und M.Y. heissen und somit gleich, wie die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung liess sich am 18. Oktober 2016 vernehmen. Innert erstreckter Frist nahm der Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden am 23. November 2016 dahingehend Stellung, dass es sich bei I.Y. und A.Z., dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1, entgegen den frÃ¼heren AusfÃ¼hrungen, tatsÃ¤chlich um BrÃ¼der handle. Am 25. November 2016 gingen weitere Unterlagen (Fotografien) der BeschwerdefÃ¼hrenden ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung, und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach Art. 43 Abs. 1 AuG haben auslÃ¤ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach einem ordnungsgemÃ¤ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von fÃ¼nf Jahren hat der auslÃ¤ndische Ehepartner einer niedergelassenen Person Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 2 AuG). Dieser Rechtsanspruch steht gemÃ¤ss Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Unter den Begriff des Rechtsmissbrauchs fÃ¤llt unter anderem die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 5. April 2011, 2C_820/2010, E. 3.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Als eigenstÃ¤ndiges Aufenthaltsrecht erlischt eine einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit AuflÃ¶sung der Ehe nicht. Sie kann aber unter anderem widerrufen werden, wenn der AuslÃ¤nder im Bewilligungsverfahren falsche Angaben gemacht oder wesentliche Tatsachen verschwiegen hat (Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62</span> Abs. 1<span> lit. a AuG). Nach Art. 90 lit. a AuG mÃ¼ssen AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder im Rahmen des Bewilligungsverfahrens zutreffende und vollstÃ¤ndige Angaben Ã¼ber die fÃ¼r die Regelung des Aufenthalts wesentlichen Tatsachen machen. Wesentlich sind nicht nur UmstÃ¤nde, nach denen die AuslÃ¤nderbehÃ¶rde ausdrÃ¼cklich fragt, sondern auch solche, von denen der AuslÃ¤nder wissen muss, dass sie fÃ¼r den Bewilligungsentscheid massgeblich sein kÃ¶nnen. Nicht erforderlich ist, dass die Bewilligung bei richtigen und vollstÃ¤ndigen Angaben zu verweigern gewesen wÃ¤re (vgl.</span><span> </span><span>zum Ganzen BGr,</span> 21. MÃ¤rz 2014, 2C_944/2013, E. 2.1; BGr, <span>24. Januar 2012, 2C_595/2011, E. 3.3).</span><span> </span>Das Eingehen einer Scheinehe und das Verschweigen einer Parallelbeziehung fÃ¤llt typischerweise unter den Widerrufsgrund des Verschweigens von wesentlichen Tatsachen im Bewilligungsverfahren (BGr, 10. Oktober 2016, 2C_894/2016, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Ob eine Scheinehe vorliegt, entzieht sich in der Regel dem direkten Beweis und kann diesfalls nur durch Indizien nachgewiesen werden (</span>BGE 130 II 113 E. 10.2; <span>BGE 127 II 49 E. 5a). </span><span>Zu diesen Indizien zÃ¤hlen unter anderem folgende UmstÃ¤nde: Die Tatsache, dass die nachzuziehende Person von einer Wegweisung bedroht ist oder ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung erlangen kann; das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten; die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, so etwa eine kurze Bekanntschaft vor der Heirat oder geringe Kenntnisse eines Ehegatten Ã¼ber den anderen; die Vereinbarung einer Bezahlung fÃ¼r die Heirat; die Tatsache, dass die Ehegatten nie eine Wohngemeinschaft aufgenommen haben (BGE 128 II 145 E. 3.1; BGr, </span><span>17. September 2015, </span><span>2C_770/2015, E. 2.2.1; BGr, 20. April 2015, 2C_564/2014, E. 4.1). </span><span>Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (VGr, 1. Oktober 2015, VB.2014.00610, E. 4.3; BGr, 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Die Vorinstanz ermittelte folgende <i>Indizien</i>, um zum Schluss zu gelangen, die Ehe mit H</span>.<span>Y</span>.<span> sei nur eingegangen worden, um dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verschaffen: Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 habe im Jahr 1996 ein Asylgesuch gestellt, welches im Jahr 1997 abgewiesen worden sei. Nachdem ihm der Weg Ã¼ber das Asyl verwehrt gewesen sei, sei die Heirat mit einer hier niedergelassenen Frau fÃ¼r ihn als drittstaatsangehÃ¶rigen, volljÃ¤hrigen AuslÃ¤nder die einzige erfolgsversprechende MÃ¶glichkeit gewesen, um eine Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz zu erhalten. Auch die UmstÃ¤nde des Kennenlernens, der Heirat und des ehelichen Zusammenlebens mit H</span>.<span>Y</span>.<span> wÃ¼rden dafÃ¼r sprechen: So hÃ¤tten sich der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 und H</span>.<span>Y</span>.<span> vom Zeitpunkt des ersten Kennenlernens im Sommer 2006 bis zum erneuten Treffen an der Heirat im Januar 2007 nie mehr getroffen und innert wenigen Tagen den Entschluss zur Heirat gefasst als auch die Ehe geschlossen. Im Sommer 2006 sei H</span>.<span>Y</span>.<span> noch mit I</span>.<span>Y</span>.<span> verheiratet gewesen und bei der Hochzeit mit dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 von diesem schwanger gewesen. Da das Kind von H</span>.<span> und I</span>.<span>Y</span>.<span> am 31. Juli 2007 zur Welt gekommen sei, mÃ¼sse es nach deren Scheidung am 5. Oktober 2006 gezeugt worden sein. An das Hochzeitsdatum hÃ¤tten sich der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 ("Ende Januar oder Februar") und H</span>.<span>Y</span>.<span> ("ungefÃ¤hr im Jahr 2006") nicht erinnern kÃ¶nnen, ebenso nicht an die Trauzeugen. Komme hinzu, dass H</span>.<span>Y</span>.<span> die vier Kinder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 und seine Eltern nie kennengelernt habe</span>n soll<span>. Umso erstaunlicher sei, dass H</span>.<span>Y</span>.<span> als Trennungsgrund angegeben habe, die Kinder hÃ¤tten sich nicht miteinander verstanden. MerkwÃ¼rdig erscheine auch die NamensÃ¤nderung des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1, der den Familiennamen am 1. MÃ¤rz 2006 â und damit kurz vor der Scheidung von seiner ersten Ehefrau â von "Y</span>.<span>" auf "</span>Z.<span>" habe abÃ¤ndern lassen. Mit dieser NamensÃ¤nderung sei ihm der Weg freigestanden, wenig spÃ¤ter H</span>.<span>Y</span>.<span> zu ehelichen, ohne dass ihm unbequeme Fragen gestellt wÃ¼rden. </span>AuffÃ¤llig sei zudem, dass nicht nur der Ex-Mann von H.Y. I.Y. heisse, sondern auch der Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1. Sowohl der Bruder des Letzteren als auch der Ex-Mann von H.Y. wÃ¼rden in der Schweiz leben, seien kosovarische StaatsangehÃ¶rige und von Beruf â¦. Es sei daher nicht auszuschliessen, dass H.Y. zuerst mit dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 verheiratet gewesen sei und danach aus GefÃ¤lligkeit den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 geheiratet habe, um diesem zu einem gefestigten Aufenthalt in der Schweiz zu verhelfen, die Beziehung zu ihrem Ex-Mann aber nie aufgegeben habe und anschliessend wieder offiziell zum Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 zurÃ¼ckgekehrt sei. <span>FÃ¼r das planmÃ¤ssige Vorgehen, durch eine Scheinehe einen gefestigten Aufenthaltstitel in der Schweiz zu erhalten, um seine Ehefrau und die gemeinsamen Kinder nachzuziehen, spreche auch die zeitliche Abfolge des Geschehens, welche einem aus zahlreichen FÃ¤llen rechtsmissbrÃ¤uchlichen Verhaltens bekannten Muster folge: Ehe mit einem anderen Partner; drei Monate </span>bzw. acht Monate nach der Scheidung neue Heirat<span>; Erhalt der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf die Ehe; Erhalt der Niederlassungsbewilligung am 25. Mai 2012; ein halbes Jahr spÃ¤ter Trennung vom zweiten Ehepartner; am 25. Februar 2013 zweite Scheidung; erneute Heirat der ersten Ehefrau am 1. November 2013; Gesuch um Familiennachzug am 11. September 2014. Lebensfremd erscheine auch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 wÃ¤hrend all seinen Besuchen im Heimatland, keinerlei Kontakte zur Kindsmutter gehabt haben soll. Schliesslich spreche auch der Umstand der Kinderlosigkeit der zweiten Ehe fÃ¼r eine Scheinehe, liesse sich doch Beziehungen ohne Kinder leichter auflÃ¶sen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 bestreitet an sich nicht, vor 20 Jahren ein Asylgesuch gestellt zu haben. Mit Blick auf die Untersuchungsmaxime liege indessen kein Beweis hierfÃ¼r vor, da einzig eine schriftliche Behauptung der Mitarbeiterin der Schweizer Botschaft in den Akten liege. Die Vorinstanz hÃ¤tte die Behauptung nur durch Beizug der Asylakten beim Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM) Ã¼berprÃ¼fen kÃ¶nnen. Die Sache sei daher an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, mit der Auflage, die Akten des SEM beizuziehen. Im Ãbrigen kÃ¶nne aus der Tatsache, dass er ein Asylgesuch gestellt habe, nicht abgeleitet werden, er habe primÃ¤r das Ziel verfolgt, irgendwie in die Schweiz zu kommen bzw. den Plan gefasst, sich durch eine Heirat mit einer niederlassungsberechtigten Frau ein Aufenthaltsrecht zu verschaffen. Aus dem Asylgesuch kÃ¶nne daher nichts abgeleitet werden. Ferner trÃ¤fen die vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen zur Zeitspanne des Kennenlernens bis zur Hochzeit zwar zu. Dass sie nur telefonischen Kontakt gehabt hÃ¤tten, sei auf die finanziellen und beruflichen UmstÃ¤nde zurÃ¼ckzufÃ¼hren gewesen, welche gegenseitige Besuche verhindert hÃ¤tten. Sie seien sich jedoch ihrer HeiratsplÃ¤ne sicher gewesen. Zutreffend seien auch die vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen zur Schwangerschaft, welche die Ehefrau vor dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 allerdings bis zu seiner Einreise verschwiegen habe. Es entspreche der normalen Lebenserfahrung, dass eine Frau in einer neuen Beziehung zunÃ¤chst unterschlage, dass sie noch verheiratet sei und von dem Mann schwanger sei. Ein vor oder kurz nach der Eingehung der Ehe ausserehelich gezeugtes Kind schliesse eine echte Ehe nicht aus. Das AuslÃ¤nderamt des Kantons St. Gallen habe trotz Kenntnis dieses Umstands keine Ermittlungen betreffend Scheinehe aufgenommen. Weiter kÃ¶nne der Umstand, dass sich beide nicht an das Heiratsdatum erinnern konnten, auch als Indiz fÃ¼r die Echtheit der Ehe gedeutet werden. Im Ãbrigen habe es die Vorinstanz unterlassen, sich mit seinen diesbezÃ¼glichen Argumenten auseinanderzusetzen, weshalb das rechtliche GehÃ¶r verletzt sei. Dieses werde auch dadurch verletzt, als sich die Vorinstanz nicht zu seinen Aussagen, warum er die Ferien getrennt von seiner Ehefrau verbrachte, Ã¤usserte. Sodann treffe es zu, dass die zweite Ehefrau weder die Eltern noch Kinder von ihm kannte. Die Kinder hÃ¤tten es nicht gutgeheissen, dass er mit ihr statt mit der Mutter verheiratet gewesen sei. Die Aussage von H.Y., wonach sich die Kinder nicht verstanden hÃ¤tten, sei zwar missverstÃ¤ndlich, da sie seine Kinder nicht gekannt habe. Jedoch habe die zweite Ehefrau sinngemÃ¤ss ausgefÃ¼hrt, dass die Probleme mit den Kindern der Grund fÃ¼r das Scheitern der Beziehung gewesen seien. Weiter sei es nicht Aufgabe der Vorinstanz, Ã¼ber die NamensÃ¤nderung zu spekulieren. WÃ¤re die NamensÃ¤nderung relevant, hÃ¤tte die Vorinstanz zusÃ¤tzliche Erkundigungen einholen mÃ¼ssen oder die Sache an das Migrationsamt zurÃ¼ckweisen mÃ¼ssen. Jedenfalls sei der Grund fÃ¼r die NamensÃ¤nderung der Tod seines Vaters gewesen, weshalb er ihm zu Ehren dessen Vornamen als Nachname angenommen habe. Schlicht falsch seien sodann die Feststellungen, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 in der Schweiz einen Bruder habe. Der Ex-Mann von H.Y. sei weder verwandt noch identisch mit N.Y., dem im Kosovo lebenden Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1. Was schliesslich die zeitliche Abfolge der Geschehnisse in Bezug auf Heirat, Scheidung und Wiederverheiratung betreffe, so habe die Vorinstanz nicht ausgefÃ¼hrt, wie das "bekannte Muster" der Scheinehe aussehe, weshalb es ihm nicht mÃ¶glich gewesen sei, zu Ã¼berprÃ¼fen, ob dieses "bekannte Muster" tatsÃ¤chlich gerichtsnotorisch sei. Der Umstand, dass eine Person nach der Scheidung von seiner Ehepartnerin es noch einmal mit einer frÃ¼heren Ehepartnerin versuche, sei in keiner Weise verdÃ¤chtig und belege nicht, dass die vorherige Beziehung nicht echt gewesen sei. Auch aus der Kinderlosigkeit der zweiten Ehe kÃ¶nne nicht auf die Unechtheit der Ehe geschlossen werden. Vielmehr seien die in Lehre und Praxis entwickelten Indizien gerade nicht erfÃ¼llt, sei doch kein Heiratsgeld vereinbart worden, bestehe kein grosser Altersunterschied, sei wÃ¤hrend vielen Jahren eine Haushaltsgemeinschaft gefÃ¼hrt worden und hÃ¤tte er sich mit der Ehefrau, die die gleiche Sprache spreche, verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>Die Vorinstanz hat die zeitlichen AblÃ¤ufe zutreffend dargestellt, worauf verwiesen werden kann (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Die zeitliche Abfolge wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden nicht infrage gestellt. Diese wenden sich jedoch gegen die daraus gezogene Schlussfolgerung, es habe sich um planmÃ¤ssiges Vorgehen des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 gehandelt, durch eine Scheinehe einen gefestigten Aufenthaltstitel in der Schweiz zu erhalten, um seine frÃ¼here Ehefrau und die gemeinsamen Kinder nachzuziehen, wobei einem aus zahlreichen FÃ¤llen rechtsmissbrÃ¤uchlichen Verhaltens bekannten Muster gefolgt worden sei. Das "bekannte Muster" wird von der Vorinstanz zwar lediglich unter Bezugnahme auf den vorliegenden Sachverhalt geschildert; aus der Rechtsprechungspraxis erschliessen sich jedoch zahlreiche Beispiele mit Ã¤hnlich auffÃ¤lligem Zeitablauf beim Nachzug von Zweit- bzw. Parallelfamilien (vgl. etwa VGr, 22. August 2016, VB.2016.00363 [nicht auf www.vgr.zh.ch verÃ¶ffentlicht]; BGr, 9. Juli 2007, 2A_33/2007; 8. MÃ¤rz 2011, 2C_540/2010; 3. Dezember 2012, 2C_658/2012; 29. Februar 2016, 2C_113/2016: GrÃ¼ndung einer Familie; Trennung/Scheidung vom ersten Partner; Heirat einer hier anwesenheitsberechtigten Person; Erlangung eines Aufenthaltstitels in der Schweiz; nach Erlangung eines eigenstÃ¤ndigen Aufenthaltsanspruchs bzw. einer Niederlassungsbewilligung, Scheidung von der hier anwesenheitsberechtigten Person; Heirat des ersten Partners; Nachzugsgesuch fÃ¼r die ganze [Erst-]Familie). Exakt diese Vorgehensweise liegt dem vorliegenden Sachverhalt zugrunde. Es ist auffallend, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 und seine zweite Ehefrau 5 ½ Monate, nachdem ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde, trennten, diese sich nur 3 ½ Monate nach der Trennung scheiden liessen und der BeschwerdefÃ¼hrer 8 Monate nach der Scheidung seine erste Ehefrau wieder heiratete. </p> <p class="Erwgung2">Zu Recht erblickte die Vorinstanz auch in den weiteren UmstÃ¤nden Indizien fÃ¼r eine nur aus formellen GrÃ¼nden eingegangene Ehe: So wurde die zweite Ehefrau nur drei Monate vor der Eheschliessung mit dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 und einige Tage <i>nach</i> der Scheidung ihrer ersten Ehe von I.Y., ihrem ersten Ehemann, schwanger. Seit der Scheidung vom BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 ist H.Y. wieder mit dem Kindsvater I.Y. zusammen. H.Y. soll den BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 erst Ã¼ber die Schwangerschaft informiert haben, als er am 25. Mai 2007 in die Schweiz eingereist sei. H.Y. fÃ¼hrte diesbezÃ¼glich in ihrem Schreiben vom 7. Dezember 2013 aus, der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 hÃ¤tte eine Zeit lang gebraucht, bis er es habe akzeptieren kÃ¶nnen; nachher sei es fÃ¼r ihn etwas ganz Normales gewesen. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 die nach der Scheidung erfolgte Zeugung eines Kinds mit dem Ex-Mann als "etwas ganz Normales" erachtete, ist hingegen vor folgendem Hintergrund zu betrachten: Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 gab in der Befragung vom 7. Januar 2015 an, den Ex-Mann von H.Y. nicht zu kennen. Er habe mit ihm nie gesprochen und ihn auch nie gesehen. Weitere SachverhaltsabklÃ¤rungen im Beschwerdeverfahren haben aber ergeben, dass sowohl die Eltern von I.Y. als auch die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 gleich heissen. In der Stellungnahme vom 23. November 2016 rÃ¤umten die BeschwerdefÃ¼hrenden schliesslich ein, dass I.Y., der frÃ¼here Ehemann und heutige Partner von H.Y., tatsÃ¤chlich der Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 ist. Die Vermutung der Vorinstanz ist somit zur Gewissheit geworden. Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 hat seine Braut, die ihm zu einer Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz verhelfen sollte, schon frÃ¼her gekannt bzw. war sie seine SchwÃ¤gerin und er Onkel ihrer beiden Kinder. Die BeschwerdefÃ¼hrenden erblicken in dem neu bekannt gewordenen Umstand kein Indiz fÃ¼r eine Scheinehe. Dem kann nicht gefolgt werden: Der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 hat nicht nur gegenÃ¼ber den MigrationsbehÃ¶rden jahrelang die wesentliche Tatsache verschwiegen, dass er seine ehemalige SchwÃ¤gerin geheiratet hat. Vielmehr hat er wahrheitswidrig angegeben, seinen eigenen Bruder nicht zu kennen. In diesem Kontext lÃ¤sst sich auch die kurz vor der Scheidung der ersten Ehe mit B.Z. erfolgte NamensÃ¤nderung erklÃ¤ren. Zu auffÃ¤llig wÃ¤re es gewesen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1, der ursprÃ¼nglich den Nachnamen Y. trug, eine gleichnamige Frau geheiratet hÃ¤tte. Bei dieser Sachlage erscheint die ErklÃ¤rung der BeschwerdefÃ¼hrenden, man habe zu Ehren des verstorbenen Vaters dessen Vorname als Nachname angenommen, unglaubwÃ¼rdig. Kommt hinzu, dass B.Z. anlÃ¤sslich ihrer Befragung vom 29. Oktober 2014 angegeben hatte, dass der Vater des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 vor Ã¼ber 29 Jahren verstorben sei. Die NamensÃ¤nderung in Verbund mit dem absichtlichen Verschweigen der Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 seine ehemalige SchwÃ¤gerin heiratete, als diese von seinem eigenen Bruder schwanger war und beide Ehegatten nach der Scheidung wieder zu ihren frÃ¼heren Ehepartnern zurÃ¼ckkehrten, lÃ¤sst auf ein planmÃ¤ssiges Vorgehen schliessen, welches als krass rechtsmissbrÃ¤uchlich zu erachten ist. Daneben gibt es zahlreiche weitere Hinweise auf eine Scheinehe: So haben die Ehegatten A.Z./H.Y. wÃ¤hrend des Bestands der Ehe bzw. wÃ¤hrend 5 ½-Jahre nie gemeinsame Ferien verbracht; den Namen seiner frÃ¼heren Schwiegermutter bzw. der Mutter von H.Y. konnte der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 nicht nennen, da er sie immer "Mutter" auf Albanisch genannt habe; die vier Kinder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 soll H.Y. nie kennengelernt haben, obwohl sie frÃ¼her mit dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 bzw. dem Onkel der vier TÃ¶chter des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 verheiratet war bzw. heute wieder mit diesem zusammen ist; der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 soll die BeschwerdefÃ¼hrerin Nr. 2 sieben Jahre nicht gesprochen oder gesehen haben, obwohl er dreimal jÃ¤hrlich bei seinen TÃ¶chtern, die mit ihrer Mutter beim Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 leben, in den Ferien war. Diese GesamtumstÃ¤nde fÃ¼hren zum Schluss, dass es sich bei der Ehe des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 mit seiner hier niedergelassenen ehemaligen SchwÃ¤gerin von Beginn weg um eine Scheinehe handelte und er die Ehe mit ihr nur deshalb einging, um gestÃ¼tzt auf die Ehe zu einem Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu gelangen und anschliessend seine frÃ¼her im Ausland gegrÃ¼ndete Familie nachzuziehen.</p> <p class="Urteilstext">Entsprechend ist der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.6 </b><span>Das Vorliegen eines Widerrufsgrunds fÃ¼hrt nicht zwingend zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung. Wie jede staatliche Massnahme muss der Widerruf einer Niederlassungsbewilligung auch verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen</span> (vgl. Art. 96 AuG)<span>.</span> An der Rechtsanwendung durch die MigrationsbehÃ¶rden, die auf einem zutreffend ermittelten Sachverhalt beruht, besteht ein erhebliches Ã¶ffentliches Interesse (BGr, 12. Oktober 2016, 2C_66/2016, E. 5.1). Der Widerruf der Bewilligung wegen Scheinehe bzw. Verschweigens einer Parallelbeziehung erfÃ¼llt regelmÃ¤ssig die Voraussetzung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit; anders verhÃ¤lt es sich bloss, wenn besondere UmstÃ¤nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen (BGr, 24. Mai 2016, 2C_706/2015, E. 5 [zur Publikation vorgesehen]). Solche besonderen UmstÃ¤nde liegen hier nicht vor: Wohl lebt der BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 seit bald zehn Jahren in der Schweiz. In beruflicher Hinsicht ist er integriert und seine Arbeitgeberin, die O AG, fÃ¼r welche er seit dem 4. Juli 2007 tÃ¤tig ist, stellte ihm sehr gute Referenzen aus. Auch verfÃ¼gt er Ã¼ber gute Deutschkenntnisse und konnte den Einvernahmen problemlos folgen. Dennoch Ã¼berwiegen die Ã¶ffentlichen Interessen die privaten Interessen des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 am weiteren Verbleib in der Schweiz: So beruhte sein Aufenthalt von Anfang an auf einer Scheinehe, wobei die gewÃ¤hlte Vorgehensweise zur Erlangung eines Aufenthaltstitels in der Schweiz als krass rechtsmissbrÃ¤uchlich zu werten ist. Da er zu seinem Heimatland nach wie vor engen Bezug hat, u.<span> </span>a. leben dort seine Ehefrau und drei seiner TÃ¶chter, und dort 37 Jahre lebte, erweist sich der Widerruf der Niederlassungsbewilligung als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.7 </b>Eventualiter beantragen die BeschwerdefÃ¼hrenden, es sei dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Die Aufenthaltsbewilligung (fÃ¼r den Kanton St. Gallen) wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 ursprÃ¼nglich zum Familiennachzug zu seiner Ehefrau H.Y. erteilt. Diese Ehe diente jedoch von Anfang an ausschliesslich auslÃ¤nderrechtlichen Zwecken bzw. der Umgehung der Vorschriften des AuG Ã¼ber die Zulassung und den Aufenthalt. Ein allfÃ¤lliger Anspruch aus Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG in Verbindung mit Art. 43 AuG ist somit erloschen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.8 </span></b><span>Im Ãbrigen bestehen keinerlei Anhaltspunkte fÃ¼r eine rechtsverletzende ErmessensausÃ¼bung durch die Vorinstanz, welche in ihrem Entscheid nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen alle massgeblichen AbwÃ¤gungskriterien (Art. 96 AuG) berÃ¼cksichtigt hat. </span>Ebenso<span> liegen keine Hinweise auf Vollzugshindernisse gemÃ¤ss Art. 83 AuG vor.</span></p> <p class="Urteilstext">Mit dem Fehlen eines gÃ¼ltigen Aufenthaltstitels des BeschwerdefÃ¼hrers Nr. 1 in der Schweiz, fÃ¤llt der Familiennachzug der BeschwerdefÃ¼hrerinnen Nr. 2â5 ausser Betracht, weshalb nicht zu prÃ¼fen ist, ob die Nachzugsgesuche rechtszeitig eingereicht wurden.</p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten de</span>n<span> BeschwerdefÃ¼hre</span>nden <span>aufzuerlegen</span><span> </span><span>(§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2</span> VRG); die Gerichtskosten werden beim BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 bezogen. E<span>ine ParteientschÃ¤digung steht ih</span>nen<span> nicht zu </span>(<span>§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden auferlegt und beim BeschwerdefÃ¼hrer Nr. 1 bezogen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦ </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>