<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 93</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">93</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3"><b>25</b></span> <span class="ft3"><b>Abs. 1 und 2 SchlBest (2007) ELV</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Der Ergänzungsleistungsanspruch von Kindern geschiedener Eltern, die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>erneut zusammenziehen, ist gemeinsam mit dem rentenberechtigten El-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ternteil zu berechnen. Ein selbständiger Anspruch des nicht rentenbe-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>rechtigten, geschiedenen Ehegatten besteht nicht.</b></span><br/> <br/> <span class="ft2">Aus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 3. Kammer, vom 7. Juni</span><br/> <span class="ft2">2011 in Samen A.A.M. gegen SVA Aargau (VBE.2011.10); bestätigt durch</span><br/> <span class="ft2">Urteil des Bundesgerichts 9C_556/2011 vom 15. Dezember 2011.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">1.2.</span><br/> <span class="ft1">Auch eine Zusatzrente zur AHV oder IV, die dem Ehegatten</span><br/> <span class="ft1">bzw. der Ehegattin ausbezahlt wird, begründet gemäss Art. 4 Abs. 2</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">94</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ELG einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen. Mit der schrittwei-</span><br/> <span class="ft1">sen Aufhebung des Anspruchs auf Zusatzrenten für Ehefrauen mit</span><br/> <span class="ft1">der 10. AHV-Revision und der gänzlichen Aufhebung der Ehegatten-</span><br/> <span class="ft1">zusatzrente in der IV im Rahmen der 5. IV-Revision per 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2008 verliert diese Kategorie von Anspruchsberechtigten immer</span><br/> <span class="ft1">mehr an Bedeutung (C</span><span class="ft2">ARIGIET</span><span class="ft1">/K</span><span class="ft2">OCH</span><span class="ft1">, Ergänzungsleistungen zur</span><br/> <span class="ft1">AHV/IV, 2. Aufl. 2009, S. 114). Die Aufhebung der laufenden Zu-</span><br/> <span class="ft1">satzrenten bei der IV hatte zur Folge, dass diese Personen auch ihren</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf Ergänzungsleistungen verloren haben. Der Bundesrat</span><br/> <span class="ft1">hat jedoch für diejenigen Betroffenen, welche getrennt lebend oder</span><br/> <span class="ft1">geschieden sind und mit rentenberechtigten Kindern zusammenle-</span><br/> <span class="ft1">ben, eine Besitzstandregelung getroffen. Gemäss der in der Verord-</span><br/> <span class="ft1">nung zum ELG (ELV) aufgenommenen Schlussbestimmung der Än-</span><br/> <span class="ft1">derung vom 28. September 2007 (SchlBest) ist die jährliche Ergän-</span><br/> <span class="ft1">zungsleistung eines Kindes, das einen Anspruch auf eine Kinderrente</span><br/> <span class="ft1">der IV begründet und am 31. Dezember 2007 mit einem Elternteil</span><br/> <span class="ft1">zusammenlebt, der getrennt oder geschieden ist und der seinen An-</span><br/> <span class="ft1">spruch auf Ergänzungsleistungen am 1. Januar 2008 wegen der Auf-</span><br/> <span class="ft1">hebung der laufenden Zusatzrenten in der IV verliert, aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">anerkannten Ausgaben und der anrechenbaren Einnahmen des Kin-</span><br/> <span class="ft1">des und des Elternteils, mit dem es zusammenlebt, zu berechnen</span><br/> <span class="ft1">(Abs. 1 SchlBest ELV). Diese Berechnung entfällt, wenn das Kind</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr mit dem Elternteil zusammenlebt oder die getrennten</span><br/> <span class="ft1">Eltern wieder zusammenleben oder der Elternteil, mit dem das Kind</span><br/> <span class="ft1">zusammenlebt, wieder heiratet (Abs. 2 SchlBest ELV).</span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin ist seit Mitte 2006 geschieden. Bis</span><br/> <span class="ft1">31. Dezember 2007 bezog sie eine Zusatzrente zur IV-Rente ihres ge-</span><br/> <span class="ft1">schiedenen Ehemannes; per 1. Januar 2008 wurde diese im Zuge der</span><br/> <span class="ft1">5. IV-Revision aufgehoben. Da die gemeinsamen Kinder X.</span><br/> <span class="ft1">(geb. 2001) und Y. (geb. 2004) nach der Scheidung der Eltern bei der</span><br/> <span class="ft1">Mutter lebten, wurden der Beschwerdeführerin gestützt auf Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">SchlBest ELV über den 31. Dezember 2007 hinaus Ergänzungsleis-</span><br/> <span class="ft1">tungen für sie und die Kinder ausgerichtet. Am 1. Januar 2009 be-</span><br/> <span class="ft1">gründeten die geschiedenen Ehegatten zusammen mit den beiden</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">95</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Kindern wieder einen gemeinsamen Haushalt. Die Beschwerdegeg-</span><br/> <span class="ft1">nerin nahm daher eine Neuberechnung der Ergänzungsleistungen</span><br/> <span class="ft1">vor, wobei sie den Anspruch des Mannes/Vaters zusammen mit den</span><br/> <span class="ft1">zwei Kindern festlegte und die Leistungsberechtigung der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführerin ab 31. Dezember 2008 verneinte.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr komme ein eigener</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf Ergänzungsleistungen zu. Auch nach dem 1. Januar</span><br/> <span class="ft1">2009 seien die Ergänzungsleistungen gestützt auf Abs. 1 SchlBest</span><br/> <span class="ft1">ELV zu berechnen, d.h. für sie zusammen mit den Kindern und für</span><br/> <span class="ft1">ihren geschiedenen Ehemann separat. Nach dem Wortlaut von Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">lit. b SchlBest ELV falle der Leistungsanspruches nur bei getrennten,</span><br/> <span class="ft1">nicht aber bei geschiedenen Ehegatten nach dem erneuten Zusam-</span><br/> <span class="ft1">menzug weg. Zu beurteilen ist somit, ob gestützt auf die Schluss-</span><br/> <span class="ft1">bestimmung zur ELV über den 1. Januar 2009 hinaus Ergänzungs-</span><br/> <span class="ft1">leistungen an die Beschwerdeführerin auszurichten und wie diese zu</span><br/> <span class="ft1">berechnen sind.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">2.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Vorab ist zu beachten, dass die Schlussbestimmung zur ELV</span><br/> <span class="ft1">den Ergänzungsleistungsanspruch der Kinder regelt (vgl. Wortlaut</span><br/> <span class="ft1">"Die jährliche Ergänzungsleistungen <i>eines Kindes</i>, das ..."). Die</span><br/> <span class="ft1">Verordnungsbestimmung gibt also dem getrennten oder geschiedenen</span><br/> <span class="ft1">Ehegatten, welcher durch den Wegfall der IV-Zusatzrente ohne die</span><br/> <span class="ft1">Schlussbestimmung den Anspruch auf Ergänzungsleistungen verlie-</span><br/> <span class="ft1">ren würde, keinen eigenen Leistungsanspruch. Dies analog zur Re-</span><br/> <span class="ft1">gelung bei verheirateten Ehegatten, denen zwar ebenso die IV-Zu-</span><br/> <span class="ft1">satzrente gestrichen wurde, die aber infolge der gemeinsamen Be-</span><br/> <span class="ft1">rechnung der Einnahmen und Ausgaben (vgl. Art. 9 Abs. 2 ELG)</span><br/> <span class="ft1">nach dem 1. Januar 2008 nicht auch die Ergänzungsleistungen ver-</span><br/> <span class="ft1">loren haben; einen eigenen Anspruch auf Ergänzungsleistungen ha-</span><br/> <span class="ft1">ben aber auch verheiratete Ehegatten eines IV-Bezügers bzw. einer</span><br/> <span class="ft1">IV-Bezügerin nicht. Ohne die Schlussbestimmung würden nicht nur</span><br/> <span class="ft1">die getrennten/geschiedenen Ehegatten, sondern auch die Kinder,</span><br/> <span class="ft1">welche mit dem nicht anspruchsberechtigten Elternteil zusammenle-</span><br/> <span class="ft1">ben, ihr Anrecht auf Ergänzungsleistungen verlieren bzw. es hätte</span><br/> <span class="ft1">eine gesonderte Berechnung nur des Kinderanspruches zu erfolgen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">96</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">(vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV). Die Schlussbestimmung zur ELV ge-</span><br/> <span class="ft1">währt den geschiedenen Ehegatten mit Kindern eine Besitzstandga-</span><br/> <span class="ft1">rantie, begründet aber keinen eigenen Anspruch.</span><br/> <span class="ft1">2.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Ziehen Ehegatten mit gemeinsamen Kindern, welche eine Zeit</span><br/> <span class="ft1">lang getrennt gelebt haben, wieder zusammen, so entfällt die ge-</span><br/> <span class="ft1">trennte Berechnung der Ergänzungsleistungen und an deren Stelle</span><br/> <span class="ft1">tritt - wie vor der Trennung - die ordentliche, d.h. gemeinsame Be-</span><br/> <span class="ft1">rechnung gemäss Art. 9 Abs. 2 ELG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 lit. a ELV.</span><br/> <span class="ft1">Der erste Teil von Abs. 2 lit. b SchlBest ELV ist damit unnötig bzw.</span><br/> <span class="ft1">bei getrennten Ehegatten lassen sich die Folgen des erneuten Zu-</span><br/> <span class="ft1">sammenziehens auf die Berechnung der Ergänzungsleistungen aus</span><br/> <span class="ft1">den übrigen Bestimmungen ableiten. So hat auch das Eidgenössische</span><br/> <span class="ft1">Versicherungsgericht (EVG) entschieden, dass bei gerichtlich ge-</span><br/> <span class="ft1">trennten Ehegatten, die im selben Haushalt leben, die wirtschaftliche</span><br/> <span class="ft1">Betrachtungsweise anzuwenden sei, d.h. eine gemeinsame Berech-</span><br/> <span class="ft1">nung stattzufinden habe (ZAK 1986 S. 136).</span><br/> <span class="ft1">Anders fällt die Würdigung bei geschiedenen Ehegatten aus.</span><br/> <span class="ft1">Eine wirtschaftliche Betrachtungsweise würde auch bei geschiede-</span><br/> <span class="ft1">nen, aber im selben Haushalt lebenden Personen eine Gesamtberech-</span><br/> <span class="ft1">nung nahe legen. Dies widerspricht aber dem Wortlaut von Art. 9</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 ELG, wonach nur bei Ehegatten eine gemeinsame Berech-</span><br/> <span class="ft1">nung stattzufinden hat; weder geschiedene noch im Konkubinat le-</span><br/> <span class="ft1">bende Personen sind aber Ehegatten (vgl. dazu R</span><span class="ft2">ALPH</span> <span class="ft1">J</span><span class="ft2">ÖHL</span><span class="ft1">, Ergän-</span><br/> <span class="ft1">zungsleistungen, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl.</span><br/> <span class="ft1">2007, S. 1686 N. 69 mit Hinweisen). Geschiedene Ehegatten sind</span><br/> <span class="ft1">also auch im gemeinsamen Haushalt bezüglich der Ergänzungsleis-</span><br/> <span class="ft1">tungen als Einzelpersonen zu behandeln.</span><br/> <span class="ft1">2.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Wiederum differenziert ist die Sachlage zu betrachten, wenn ge-</span><br/> <span class="ft1">schiedene Ehegatten gemeinsame Kinder haben. So nennt Art. 9</span><br/> <span class="ft1">Abs. 2 ELG als Fälle der gemeinsamen Berechnung neben Ehegatten</span><br/> <span class="ft1">"Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit Kindern, die einen</span><br/> <span class="ft1">Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen". Und</span><br/> <span class="ft1">Art. 7 Abs. 1 lit. a ELV konkretisiert: Leben die Kinder mit den El-</span><br/> <span class="ft1">tern zusammen, erfolgt eine gemeinsame Berechnung der Ergän-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">97</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">zungsleistung. Weder das Gesetz (welches das Wort "Personen" be-</span><br/> <span class="ft1">nutzt) noch die Verordnung (welche das Wort "Eltern" benutzt)</span><br/> <span class="ft1">machen somit eine Unterscheidung zwischen verheirateten, getrenn-</span><br/> <span class="ft1">ten oder geschiedenen Elternteilen von Kindern, sondern gehen er-</span><br/> <span class="ft1">neut - wie unter E. 2.2.1. vorstehend ausgeführt - von der Kinder-</span><br/> <span class="ft1">optik aus. Allein entscheidend ist somit das Elternsein und das Zu-</span><br/> <span class="ft1">sammenleben der Eltern mit dem gemeinsamen Kind/den gemeinsa-</span><br/> <span class="ft1">men Kindern, soweit diese einen Kinderrentenanspruch haben. Auch</span><br/> <span class="ft1">eine Zusatzrente zur AHV/IV eines Elternteils stellt eine Kinderrente</span><br/> <span class="ft1">im Sinne des Gesetzes- bzw. Verordnungswortlautes dar (vgl. Art. 35</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 IVG).</span><br/> <span class="ft1">Ziehen somit geschiedene Ehegatten mit gemeinsamen Kindern</span><br/> <span class="ft1">wieder in einen gemeinsamen Haushalt, so hat erneut eine gemein-</span><br/> <span class="ft1">same Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruches stattzufinden.</span><br/> <span class="ft1">Dem rentenberechtigten Elternteil sind dabei sowohl die Einnahmen</span><br/> <span class="ft1">(Kinderrente) wie auch die Ausgaben der gemeinsamen Kinder und</span><br/> <span class="ft1">des anderen Elternteils zuzurechnen.</span><br/> <span class="ft1">2.2.4.</span><br/> <span class="ft1">Der Ergänzungsleistungsanspruch der Kinder von geschiedenen</span><br/> <span class="ft1">Eltern, welche erneut zusammenziehen, lässt sich also ebenfalls auf-</span><br/> <span class="ft1">grund der Bestimmungen des ELG/der ELV direkt ableiten, ohne die</span><br/> <span class="ft1">SchlBest ELV beizuziehen bzw. die SchlBest ELV ist eine Konkreti-</span><br/> <span class="ft1">sierung von Art. 9 ELG / Art. 7 ELV. Allein die Tatsache, dass unter</span><br/> <span class="ft1">Umständen beide Elternteile in die Berechnung der Ergänzungs-</span><br/> <span class="ft1">leistungen des rentenberechtigten Versicherten einzubeziehen sind</span><br/> <span class="ft1">(vgl. E. 2.2.3 vorstehend), lässt keinen persönlichen Ergänzungs-</span><br/> <span class="ft1">leistungsanspruch entstehen; die Zusammenrechnungsregel gemäss</span><br/> <span class="ft1">Art. 9 Abs. 2 ELG bezieht sich nur auf die Anspruchsberechnung,</span><br/> <span class="ft1">nicht aber auf die Anspruchsberechtigung (R</span><span class="ft2">ALPH</span> <span class="ft1">J</span><span class="ft2">ÖHL</span><span class="ft1">, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">S. 1688 N. 72). Die Beschwerdeführerin hat nach Wegfall der eige-</span><br/> <span class="ft1">nen Rentenberechtigung (per Ende 2007) den Anspruch der Kinder</span><br/> <span class="ft1">geltend gemacht (vgl. E. 2.2.1 vorstehend). Seit dem Zeitpunkt des</span><br/> <span class="ft1">Zusammenziehens kann sie diesen Anspruch infolge der gemeinsa-</span><br/> <span class="ft1">men Berechnung nicht mehr geltend machen; zur Gesuchstellung ist</span><br/> <span class="ft1">einzig der AHV/IV-Rentenbezüger berechtigt (vgl. C</span><span class="ft2">ARIGIET</span><span class="ft1">/K</span><span class="ft2">OCH</span><span class="ft1">,</span><br/> <span class="ft1">a.a.O., S. 130).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Versicherungsgericht</span> <span class="page_no">98</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">2.2.5.</span><br/> <span class="ft1">Die Anwendung von Abs. 2 lit. b SchlBest ELV allein auf im</span><br/> <span class="ft1">Sinne des ZGB getrennte Ehegatten, wie dies die Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft1">rin geltend macht, hätte zur Konsequenz, dass geschiedene Ehegatten</span><br/> <span class="ft1">mit gemeinsamen Kindern nach dem neuerlichen Zusammenziehen</span><br/> <span class="ft1">mehr Ergänzungsleistungen erhalten würden, als wenn sie als Ehe-</span><br/> <span class="ft1">gatten und Familie zusammengeblieben wären, d.h. es zu keiner</span><br/> <span class="ft1">Scheidung gekommen wäre. Denn bliebe auch mit einem gemein-</span><br/> <span class="ft1">samen Haushalt die getrennte Berechnung, d.h. der rentenberechtigte</span><br/> <span class="ft1">Ehegatte allein, der geschiedene Ehegatte (welcher für sich allein</span><br/> <span class="ft1">zufolge der Streichung der IV-Zusatzrente keinen Ergänzungsleis-</span><br/> <span class="ft1">tungsanspruch hat) zusammen mit den Kindern, würde dies zu einer</span><br/> <span class="ft1">höheren Ausgabenanrechnung und entsprechend zu höheren Ergän-</span><br/> <span class="ft1">zungsleistungen führen als bei zwei Elternteilen zusammen mit den</span><br/> <span class="ft1">Kindern. Dies kann nicht der Sinn und Zweck einer Besitzstand-</span><br/> <span class="ft1">regelung sein, wie sie die SchlBest ELV darstellt und widerspräche</span><br/> <span class="ft1">auch der grundsätzlich geltenden wirtschaftlichen Betrachtungsweise</span><br/> <span class="ft1">der Ergänzungsleistungen.</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend hat somit die Beschwerdegegnerin zu Recht</span><br/> <span class="ft1">den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen ab</span><br/> <span class="ft1">dem 1. Januar 2009 verneint. (...)</span><br/> <br/> <br/></div> </div> </body> </html>