Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. April 2015 (720 14 390 / 101) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Lag der ursprünglichen Rentenzusprechung ein medizi nischer “Mischsachverhalt“ zu Grunde, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross die jeweiligen Anteile der er- klärbaren und der unklaren Beschwerden bei der Rentenzusprechung waren, kommt eine Rentenaufhebung gestützt auf lit. a Abs. 1 SchlB IVG nicht in Frage Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Dominik Zehntner, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1962 geborene A.____ hatte sich im Mai 1998 unter Hinweis auf psychische Ge- sundheitsbeeinträchtigungen und auf Kopfschmerzen b ei der Eidgenössischen Invalidenversi- cherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. N ach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftlichen Verhä ltnisse ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft bei der Versicherten ab Mitte März 1998 (Ablauf des Wartejahres) einen Invalidi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht tätsgrad von 100 %, wobei sie sich bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts vollum- fänglich auf die Ergebnisse des von ihr eingeholten polydisziplinären Gutachtens der Begutach- tungsstelle B.____ vom 25. November 1999 stützte. In de r Folge sprach die IV-Stelle A.____ mit Verfügung vom 10. März 2000 rückwirkend ab 1. März 1998 eine ganze Rente zu. Nach drei Rentenrevisionsverfahren, in denen jeweils unv eränderte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilungen vom 12. November 2001, 6. November 2006 und 25. November 2011), leitete die IV-Stelle Mitte Mai 2012 von Amt es wegen eine erneute Überprüfung des lau- fenden Rentenanspruchs der Versicherten ein. Im Rahmen ihrer medizinischen Abklärungen holte sie unter anderem bei den Dres. med. C.____, P sychiatrie und Psychotherapie FMH, und D.____, Innere Medizin und Rheumatologie FMH, ein bidisziplinäres (psychiatrisches/rheumato- logisches) Gutachten ein, welches die beiden Fachärzte am 28. März 2013 erstatteten. Unter Hinweis auf die Ergebnisse dieses Gutachtens und gestützt auf lit. a Abs. 1 der Schlussbe- stimmungen der am 18. März 2011 beschlossen Änderung de s Bundesgesetzes über die Inva- lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 (6. IV-Revisio n, erstes Massnahmenpaket, gültig seit 1. Januar 2012; im Folgenden: SchlB IVG) hob die IV-Stelle - nach durchgeführtem Vorbe- scheidverfahren - mit Verfügung vom 12. November 2014 d ie der Versicherten bisher ausge- richtete ganze Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Dominik Zehntner, am 11. Dezember 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abte ilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angef ochtene Verfügung vom 12. November 2014 aufzuheben, unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Februar 2015 beant ragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Am 16. März 2015 äusserte sich die Beschwerdeführerin unaufgefordert im Rahmen einer kurzen Replik zur Vernehmlassung der Beschwerdegegn erin. Diese wiederum nahm mit Duplik vom 26. März 2015 zu dieser Eingabe der Versicherten Stellung. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 11. Dezember 2014 ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arb eitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die der Versicherten seit 1. März 1998 ausge- richtete ganze IV-Rente zu Recht per Ende Dezember 2014 aufgehoben hat. 5.1 Wie eingangs geschildert, erfolgte die Aufhebung der IV-Rente in Anwendung von lit. a Abs. 1 SchlB IVG. Gemäss dieser Bestimmung werden Renten , die bei pathogenetisch- ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundla- ge gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach I nkrafttreten der Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüll t, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind. Abs. 1 findet keine Anwendung auf Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). 5.2 Vorab ist klarzustellen, dass im Falle der Beschwerde führerin keiner der vorstehend genannten Ausschlussgründe nach lit. a Abs. 4 SchlB IVG g egeben ist. Die ganze IV-Rente, welche nunmehr aufgehoben werden soll, wurde der Ver sicherten mit Verfügung vom 10. März 2000 rückwirkend ab 1. März 1998 zugesprochen. Laut BGE 139 V 442 ff. bildet dieser Z eit- punkt des Rentenbeginns - und nicht etwa das Verfügungs datum - den Ausgangspunkt für die Berechnung der massgebenden Rentenbezugsdauer. Die heu te zur Beurteilung stehende Überprüfung dieses Rentenanspruchs leitete die IV-Stel le Mitte Mai 2012 ein (vgl. im Übrigen zur Auslegung der Wendung “im Zeitpunkt, in dem die Ü berprüfung eingeleitet wird“: BGE 140 V 15 ff.). Diesen “Eckdaten“ lässt sich entnehmen, dass die für die Anwendung des Aus- nahmetatbestandes von lit. a Abs. 4 SchlB IVG massgebende Rentenbezugsdauer der Be- schwerdeführerin etwas mehr als 14 Jahre, aber eben nicht mehr als 15 Jahre beträgt, sodass die Versicherte nicht in den Genuss der betreffenden Au sschlussklausel gelangt. Festzuhalten bleibt sodann, dass auch der zweite Ausschlussgrund nicht gegeben ist, hatte doch die 1962 geborene Versicherte im Zeitpunkt des Inkrafttretens de r Änderung (1. Januar 2012) das 55. Altersjahr unstreitig noch nicht zurückgelegt. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3 Im Grundsatzurteil BGE 139 V 547 ff. hatte das Bun desgericht festgehalten, die Her- absetzung oder Aufhebung einer IV-Rente nach lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmung setze un- ter anderem voraus, dass die seinerzeitige Rentenzusprech ung "ausschliesslich" aufgrund der Diagnose eines unklaren syndromalen Beschwerdebildes erfolgt sei (E. 10.1.1 S. 568) und dass im Revisionszeitpunkt "ausschliesslich" ein solches vorliege (E . 10.1.2 S. 569). Im Entscheid 140 V 197 ff. klärte das Bundesgericht sodann die Fra ge, inwieweit lit. a Abs. 1 SchlB IVG in Fällen zur Anwendung gelangt, in denen die versichert e Person sowohl an syndromalen wie an nichtsyndromalen Beschwerden leidet. Danach findet diese Schlussbestimmung auf "unklare" Beschwerden Anwendung, wenn sich diese von "erklärbaren" Beschwerden trennen lassen. Laufende Renten sind von einer Überprüfung unter diese m Rechtstitel nur ausgeschlossen, wenn und soweit sie auf "erklärbaren" Beschwerden beruhen. Mit Blick au f den Zweck der Schlussbestimmung gilt es zu vermeiden, dass Bezüger von Rent en, die sowohl für unklare als auch für objektivierbare Beschwerden zugesprochen wurde n, besser gestellt werden als die Bezüger laufender Renten, welche nur auf unklaren Be schwerden beruhen; sie sollten auch nicht gegenüber Versicherten bevorteilt werden, welche n eu eine Rente sowohl für unklare als auch für "erklärbare" Beschwerden beantragen (BGE 140 V 200 E. 6.2.3). Damit präzisierte das Bundesgericht im genannten Entscheid die in BGE 139 V 547 ff. gemachten Ausführungen, wonach die Anwendung von lit. a Abs. 1 der SchlB IVG u nter anderem voraussetzt, dass die Rentenzusprechung "ausschliesslich" aufgrund der Diagnose e ines unklaren syndromalen Be- schwerdebildes erfolgt ist und dass im Revisionszeitpunkt "a usschliesslich" ein solches vorliegt (Urteil A. des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_121/2014, E. 2.4.1). 6.1 Im vorliegenden Fall stützte sich die IV-Stelle in der rentenzusprechenden Verfügung vom 10. März 2000 bei der Beurteilung des medizinischen S achverhaltes - wie eingangs er- wähnt – vollumfänglich auf die Ergebnisse des von ihr e ingeholten polydisziplinären Gutachtens der Begutachtungsstelle B.____ vom 25. November 1999. Darin hatten die beteiligten Fachärz- te als Hauptdiagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsf ähigkeit eine “Somatisierungsstörung bei histrionischer Persönlichkeitsstörung“ erhoben. Dr. me d. E.____, Psychiatrie und Psycho- therapie FMH, der den psychiatrischen Fachteil des Gutac htens verfasst hatte, hielt dazu in seiner Beurteilung fest, zur Grundpersönlichkeit der Explorandin sei zu sagen, dass sie dazu neige, bezüglich der eigenen Person zu dramatisieren un d das Ganze mit einem theatralischen Verhalten und mit einem übertriebenen Ausdruck von Gefühlen zu untermalen. Die Explorandin sei auch suggestibel und lasse sich leicht in ihren Stimm ungen beeinflussen. Die Affektivität sei zum Teil labil. Den Akten sei zu entnehmen, dass die Exp lorandin ein Verlangen nach Aufre- gung und Anerkennung durch andere habe. Diese Grundpe rsönlichkeit der Explorandin sei psychodynamisch vereinbar mit ihrer Kindheitsanamnese, insb esondere dem Verlust des Va- ters im 6. Altersjahr, wobei aber die Person des Vater s im Bewusstsein der Explorandin noch viele Jahre danach eine zentrale Rolle gespielt habe. Diagnostisch handle es sich dabei um eine histrionische Persönlichkeitsstörung. Auf der Basis diese r Grundpersönlichkeit habe sich unter den sozialen Verpflichtungen und Belastungen bei der Explorandin eine depressiv gefärb- te Somatisierungsstörung eingestellt. Der Verlauf dieser Störung sei chronisch fluktuierend, und vor allem mit einer langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhal- tens verbunden. Aus den geschilderten Gründen komme ein e Erwerbstätigkeit in der freien Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wirtschaft praktisch nicht in Frage. Die Explorandin sei a ls Erwerbstätige generell nicht arbeits- fähig. 6.2 Die vorstehenden Ausführungen machen deutlich, da ss die seinerzeitige Rentenzu- sprechung aufgrund der im Gutachten der Begutachtungsste lle B.____ vom 25. November 1999 diagnostizierten “Somatisierungsstörung bei histrio nischer Persönlichkeitsstörung“ erfolg- te. In seiner Beurteilung präzisierte der damalige psychi atrische Gutachter Dr. E.____ sodann, dass diagnostisch von einer histrionischen Persönlichkeitsstör ung auszugehen sei und dass sich auf der Basis dieser Grundpersönlichkeit unter den so zialen Verpflichtungen und Belastun- gen bei der Explorandin eine depressiv gefärbte Somatisi erungsstörung eingestellt habe. Bei einer “histrionischen Persönlichkeitsstörung“ handelt es sich um eine eigenständige psychische Gesundheitsschädigung, welche als solche eine Invalidität b ewirken kann und die nicht in die Kategorie der pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndroma len Beschwerdebilder ohne nach- weisbare organische Grundlage fällt. Soweit die seiner zeitige Rente aufgrund der Diagnose einer histrionischen Persönlichkeitsstörung zugesprochen wu rde, kommt deshalb, wie die Be- schwerdeführerin zu Recht geltend macht, eine Rentenau fhebung gestützt auf lit. a Abs. 1 SchlB IVG nicht in Betracht. 6.3 Zu berücksichtigen gilt es nun allerdings, dass bei de r Versicherten im Zeitpunkt der Rentenzusprechung auch eine “Somatisierungsstörung“ diagn ostiziert worden war. Bei dieser handelt es sich unstreitig um ein Leiden, welches zu den pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organisc he Grundlage gezählt wird. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist nach BGE 14 0 V 197 ff. die Bestimmung von lit. a Abs. 1 SchlB IVG bei “kombinierten“ Beschwerden anwendb ar, wenn die unklaren und die “er- klärbaren“ Beschwerden - sowohl diagnostisch als auch hinsi chtlich der funktionellen Folgen - auseinandergehalten werden können (vgl. auch Urteil A. des Bundesgerichts vom 3. September 2014, 9C_121/2104, E. 2.4.2). Dies ist vorliegend jedo ch nicht der Fall. Wie den Ausführungen des Dr. E.____ im psychiatrischen Fachteil des Gutachten s der Begutachtungsstelle B.____ vom 25. November 1999 entnommen werden kann, hatte sich bei der Versicherten damals auf der Basis einer histrionischen Persönlichkeitsstörung eine depressiv g efärbte Somatisierungs- störung eingestellt. Diese beiden Leiden waren demnach laut der damals massgebenden gut- achterlichen Auffassung - insbesondere auch hinsichtlich i hrer Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit - eng miteinander verknüpft. Der damaligen Rentenzusprechung lag mit anderen Worten ein medizinischer “Mischsachverhalt“ zu Grunde, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross die jeweiligen Anteile der erklärbaren und der u nklaren Beschwerden bei der Rentenzu- sprechung waren. Eine Rentenaufhebung gestützt auf lit. a Abs. 1 SchlB IVG kommt vorliegend deshalb auch nicht in Frage, wenn man die vom Bundesgericht mit BGE 140 V197 ff. präzisierte Rechtsprechung zur Anwendung der Schlussbestimmung beim Vorliegen von “kombinierten“ Beschwerden berücksichtigt. 6.4 Was die IV-Stelle gegen dieses Ergebnis vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. So- weit sie geltend macht, die ursprüngliche Rentenzusprach e vom 10. März 2000 sei gestützt auf die im polydisziplinären Gutachten der Begutachtungsste lle B.____ vom 25. November 1999 diagnostizierte Somatisierungsstörung und somit aufgrun d der Diagnose eines unklaren synd- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht romalen Beschwerdebildes erfolgt, erweist sich ihr Sta ndpunkt als aktenwidrig. Wie vorstehend ausgeführt, erhoben die Gutachter der Begutachtungsst elle B.____ damals als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht “bloss“ eine S omatisierungsstörung, sondern explizit eine “Somatisierungsstörung bei histrionischer Persönlichkeitsstörung “. Zudem stellte der psy- chiatrische Gutachter Dr. E.____, wie ebenfalls schon fest gehalten, in seiner Beurteilung aus- drücklich klar, dass bei der Versicherten diagnostisch von ei ner histrionischen Persönlichkeits- störung auszugehen sei und dass sich auf der Basis dieser G rundpersönlichkeit eine depressiv gefärbte Somatisierungsstörung eingestellt habe. Somit lag der seinerzeitigen Rentenzuspre- chung aber - wie vorstehend aufgezeigt (vgl. E. 6.3 hiervor) - ein “Mischsachverhalt“ zu Grunde, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross die je weiligen Anteile der erklärbaren und der unklaren Beschwerden bei der Rentenzusprechung waren. S oweit die IV-Stelle unter Hinweis auf die von ihr nachträglich eingeholte Stellungnahme des Gutachters Dr. C.____ vom 30. Sep- tember 2014 bestreitet, dass die Versicherte im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache an einer Persönlichkeitsstörung gelitten habe, kann ihr ebenfalls nicht gefolgt werden. Dr. C.____ führt im erwähnten Schreiben zwar aus, dass eine Persönlichkeitsstörung weder 1999 noch heute habe diagnostiziert werden können, d amit setzt er sich aber über seine eige- nen Feststellungen im Gutachten vom 28. März 2013 hinwe g, wonach die damaligen - gemeint sind die von der Begutachtungsstelle B.____ im Rahmen i hrer Begutachtung im November 1999 gestellten - Diagnosen bestätigt werden könnten (vgl. Ziff. 6 des Gutachtens vom 28. März 2013, S. 16). Die nachträgliche Stellungnahme des Gut achters Dr. C.____ vom 30. September 2014 vermag deshalb bereits aufgrund dieses Widerspruchs ni cht zu überzeugen. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass es sich beim Vorgutachter Dr. E.____, welcher bei der Versicherten 1999 eine histrionische Persönlichkeitsstörung festgestel lt hatte, zweifelsfrei um einen erfahre- nen psychiatrischen Gutachter handelt und dass das von ihm und weiteren Fachärzten erstellte polydisziplinäre Gutachten der Begutachtungsstelle B.___ _ vom 25. November 1999 den da- mals üblichen Anforderungen an medizinische Entscheidungsg rundlagen in jeder Hinsicht ent- sprach. 7. Nachdem die IV-Stelle die strittige Rentenaufhebu ng in der angefochtenen Verfügung vom 12. November 2014 ausschliesslich auf lit. a Abs. 1 Sch lB IVG gestützt hatte, macht sie in ihrer Duplik vom 26. März 2015 neu geltend, dass die R ente der Versicherten heute auch auf- grund einer Verbesserung des Gesundheitszustandes und somi t in Anwendung von Art. 17 ATSG aufgehoben werden müsste. 7.1 Da das Kantonsgericht das Recht von Amtes wegen anzuwe nden hat (§ 16 Abs. 2 Satz 1 VPO), kann es eine zu Unrecht auf lit. a Abs. 1 S chlB IVG gestützte rentenaufhebende Verfügung der IV-Stelle grundsätzlich mit der substitui erten Begründung schützen, dass die Voraussetzungen für eine revisionsweise Aufhebung der Verf ügung (gemäss Art. 17 ATSG) erfüllt seien (vgl. zur Frage der Zulässigkeit des Instru ments der “substituierten Begründung“ insbesondere: BGE 125 V 368 ff.). Zu beachten ist in d iesem Zusammenhang allerdings der Anspruch auf rechtliches Gehör, welches den Parteien zu g ewähren ist, wenn eine Behörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechts grund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit deren Erheblichkeit im konkrete n Fall sie nicht rechnen konnten (BGE Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 125 V 370 E. 4a mit Hinweisen). Vorliegend hat die IV-Stelle - wie erwähnt - in ihrer Duplik vom 26. März 2015 erstmals geltend gemacht, die Rente des Versicherten könne (auch) gestützt auf 17 ATSG aufgehoben werden. Da sich der Versicherte bere its in seiner Beschwerde vom 11. Dezember 2014 “vorsorglich“ mit dieser Frage befass t und dargelegt hat, dass seines Er- achtens auch eine revisionsweise Aufhebung seiner Rente (gemäss Art. 17 ATSG) nicht in Fra- ge komme, kann vorliegend von einer zusätzlichen Gewähr ung des rechtlichen Gehörs hierzu abgesehen und die aufgeworfene Frage nachfolgend ohn e vorgängige Einholung weiterer Stel- lungnahmen der Parteien geprüft werden. 7.2 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 7.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 7.4 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhaltes in Revisionsfällen im Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu bea chten: Da die Feststellung einer revi- sionsbegründenden Veränderung durch eine Gegenüberste llung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Bewe ises das Vorhandensein einer ent- scheidungserheblichen Differenz in den - den medizinische n Gutachten zu entnehmenden - Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstel lten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisth ema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich allein betrach tet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Ren- tenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 2 32 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effek- tive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden ha t. Vorbehalten bleiben Sachla- gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Ur- teile J. des Schweizerischen Bundesgerichts vom 29. August 2 011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 9C_710/2014, E. 2). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.5 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 10. März 2000 rückwirkend a b 1. März 1998 eine ganze IV- Rente zugesprochen. Nachdem sie im Mai 2012 von Amtes we gen eine Überprüfung des Ren- tenanspruchs des Versicherten eingeleitet und die erfo rderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente d er Versicherten mit Verfügung vom 12. November 2014 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausge richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursp rünglichen Rentenverfügung vom 10. März 2000 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpu nkt der vorliegend angefochtenen Ver- fügung vom 12. November 2014. 8. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versichert en tatsächlich, wie von der IV-Stelle in ihrer Duplik geltend gemacht, seit März 2000 in einer a nspruchserheblichen Weise verbessert haben. 8.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 10. März 2000 , mit welcher sie der Versicherten ab 1. März 1998 eine ganze Rente zugesprochen hatte, stü tzte sich die IV-Stelle bei der Beur- teilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit vollumfänglich auf das von ihr ein- geholte polydisziplinäre Gutachten der Begutachtungsstel le B.____ vom 25. November 1999. Auf dieses ist bereits weiter oben (vgl. E. 6.1 hiervor) ausführlich eingegangen worden, weshalb an dieser Stelle vollumfänglich auf das dort Gesagte verwiesen werden kann. 8.2 Wie eingangs erwähnt, gab die IV-Stelle im Rahme n des von ihr im Mai 2012 eingelei- teten Revisionsverfahrens zur Abklärung des aktuellen medi zinischen Sachverhaltes bei den Dres. C.____ und D.____, eine bidisziplinäre (psychiatri sche/rheumatologische) Begutachtung der Versicherten in Auftrag. In ihrem Gutachten, welch es sie am 28. März 2013 erstatteten er- hoben die beiden Fachärzte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Soma- tisierungsstörung (ICD-01 F45.0) und den Verdacht auf e ine Persönlichkeitsstörung mit allen- falls histrionischen oder unreifen Zügen (ICD-10 F60.4 ). In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit hiel- ten die Gutachter Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilun g fest, aus somatischer Sicht sei der Ex- plorandin eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in Wechselbelastung ohne Zwangshaltung möglich. In psychiatrischer Hinsicht bestehe eine allgeme in verminderte Belastbarkeit und Schwierigkeit, sich den Gegebenheiten anzupassen; sie ben ötige längere Erholungsphasen und dürfte zweitweise verlangsamt sein. Aus diesem Grun de müsse bei einer körperlich adap- tierten Tätigkeit von einer 50 %-igen Einschränkung ausgegangen werden. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Auf die vorliegend interessierende Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Ver- hältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Ren- te rechtfertigt, gingen die beiden Gutachter - mange ls entsprechender Fragestellung durch die IV-Stelle - nicht gesondert ein. Das Gutachten enthält nun allerdings verschiedene Aussagen, in denen der damalige und der aktuelle Zustand der Versi cherten einander gegenüber gestellt werden. So weist Dr. C.____ im psychiatrischen Fachteil de s Gutachtens im Rahmen seiner Beurteilung darauf hin, dass es schwierig zu beurteilen sei, inwieweit eine Änderung des psy- chischen Zustandes eingetreten sei. Aufgrund der wenigen Angaben müsse vermutet werden, dass sich heute eine ähnliche Explorandin präsentiere wie 1999 (Ziff. 4.7 des Gutachtens, S. 14 unten). Weiter hält er bei der Beurteilung der Arbe itsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht einlei- tend fest, im Vergleich zu den Untersuchungen aus dem J ahre 1999 habe sich keine wesentli- che Veränderung aus psychiatrischer Sicht ergeben (Ziff. 4.8 des Gutachtens, S. 15). Im Rah- men der Konsensbeurteilung wiederholen die Gutachter so dann, dass sich aus psychiatrischer Sicht wieder eine ähnliche Explorandin wie 1999 finde, ehe sie weiter unten explizit festhalten, dass „die damals gestellten Diagnosen bestätigt werden können“ (Ziff. 6 des Gutachtens, S. 16). Im Lichte dieser gutachterlichen Ausführungen ist nun aber - entgegen der Auffassung der IV-Stelle - davon auszugehen, dass sich die anlässlich der im November 1999 durch Dr. E.____, den psychiatrischen Gutachter der Begutachtu ngsstelle B.____, diagnostizierten Gesundheitsbeeinträchtigungen, welche im März 2000 zur B erentung der Versicherten führten, bis zur Begutachtung durch die Dres. C.____ und D.____ im März 2013 nicht , jedenfalls aber nicht erheblich verbessert haben, sondern im Wesentliche n unverändert geblieben sind. Dies- bezüglich ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, wel che ihrerseits von einem seither unver- änderten Gesundheitszustand spricht. 8.4 Die IV-Stelle begründet das Vorliegen eines Revisio nsgrundes mit dem Hinweis, dass eine Persönlichkeitsstörung heute gemäss Beurteilung des Gutachters Dr. C.____ nicht mehr gestellt werden könne. Somit müsse von einer Verbesseru ng des psychischen Gesundheitszu- standes der Versicherten ausgegangen werden. Dieser Auff assung der Vorinstanz kann jedoch nicht beigepflichtet werden. Sie lässt zum einen ausser Acht, dass die Gutachter Dres. C.____ und D.____ eine Persönlichkeitsstörung mit allenfalls hi strionischen oder unreifen Zügen (ICD- 10 F60.4) immerhin (noch) als Verdachtsdiagnose bei den Leiden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufführen. Zum andern hat - und dies ist in revisionsre chtlicher Hinsicht von ausschlaggebenderer Bedeutung als die Diagnosestellung an sich - insbesondere der psychiat- rische Gutachter Dr. C.____ in seinen Ausführungen meh rfach festgehalten, dass sich im Ver- gleich zu den Untersuchungen aus dem Jahre 1999 keine we sentliche Veränderung aus psy- chiatrischer Sicht ergeben habe bzw. dass sich aus psychiatrische r Sicht wieder eine ähnliche Explorandin wie 1999 finde (vgl. dazu E. 8.3 hiervor) . Diese gutachterlichen Feststellungen sprechen klar gegen die vorinstanzliche Annahme, dass sich de r psychische Gesundheitszu- stand der Versicherten seit der ursprünglichen Rentenzusp rache erheblich verbessert habe. Nichts zu ihren Gunsten ableiten kann die IV-Stelle sodan n aus der von ihr nachträglich bei Dr. C.____ eingeholten Stellungnahme vom 30. Septem ber 2014. Soweit dieser darin die Auf- fassung vertritt, eine Persönlichkeitsstörung habe weder 1999 noch heute diagnostiziert werden können, setzt er sich über seine eigenen Feststellungen im Gutachten vom 28. März 2013 hin- weg, wonach „die damals gestellten Diagnosen bestätigt werden können“ (Ziff. 6 des Gutach- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht tens, S. 16; vgl. dazu wiederum E. 8.3 hiervor). Schon aufgrund dieses offensichtlichen Wider- spruchs vermögen die nachträglichen Ausführungen des Guta chters Dr. C.____, wie bereits weiter oben (vgl. E. 6.4 hiervor) in anderem Zusammenh ang festgehalten wurde, nicht zu über- zeugen. 8.5 In revisionsrechtlicher Hinsicht ebenfalls nicht releva nt ist schliesslich der Umstand, dass die Dres. C.____ und D.____ der Versicherten in ih rem Gutachten vom 28. März 2013 lediglich eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiere n, während dem das Gutachten der Begut- achtungsstelle B.____ vom 25. November 1999 von einer vol lständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen war. Die heutige, von der früheren Einsch ätzung abweichende gutachterliche Beurteilung der funktionellen Auswirkungen des Leidens i st nach dem Gesagten nicht auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes zurückzuführen, die Dive rgenz beruht vielmehr auf einer aus heutiger Sicht vorgenommenen abweichenden E inschätzung der Arbeitsunfähigkeit; sie ist letztlich somit auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurück- zuführen. Wie oben aufgezeigt (vgl. E. 7.3 hiervor), f ührt eine solche abweichende, bloss auf einer anderen Wertung beruhende medizinische Einschätzu ng von im Wesentlichen unverän- derten tatsächlichen Verhältnissen aber nicht zu einer materiellen Revision. Entgegen der Auf- fassung der IV-Stelle fällt demnach im vorliegenden Fa ll eine revisionsweise Aufhebung der IV- Rente der Beschwerdeführerin wegen einer wesentliche n Verbesserung des Gesundheitszu- standes ausser Betracht. 9. Aus dem Gesagten folgt als Ergebnis, dass in Gutheissu ng der Beschwerde die ange- fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 12. November 201 4 aufzuheben ist. Gleichzeitig ist fest- zustellen, dass die Beschwerdeführerin über den 31. Deze mber 2014 hinaus weiterhin An- spruch auf eine ganze Rente hat. 10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdeve rfahrens zu befinden. 10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens - und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist d ie Beschwerdeführerin obsiegen- de und die IV-Stelle unterliegende Partei. 10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstan zen - vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Aufgrund dieser Be- stimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterlie gens nicht für die Verfahrenskosten auf- zukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden P rozess keine Verfahrenskosten er- hoben werden. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. De r Rechtsvertreter der Beschwerdefüh- rerin hat in seiner Honorarnote vom 16. März 2015 für das vorliegende Verfahren einen Zeit- aufwand von 11 Stunden und 50 Minuten sowie Auslagen von Fr. 85.90 geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerdings auc h Bemühungen von 3 Stunden und 20 Mi- nuten sowie Auslagen von Fr. 29.30, die im Rahmen des Verwaltungsverfahrens bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung erbracht worden bzw. ange fallen sind. Bei der Bemessung der Parteientschädigung für das versicherungsgerichtliche Verfahren kann aber nur der im Rahmen des eigentlichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zustellung der Verfügung entstan- dene Aufwand berücksichtigt werden. Dies bedeutet, dass vorliegend aus der Honorarnote vom 16. März 2015 lediglich der für den Zeitraum ab 17. November 2014 (Zustellung der Verfügung) ausgewiesene Aufwand von 8 ½ Stunden, der sich umfangm ässig in Anbetracht der sich stel- lenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erwe ist, und die ab diesem Zeitpunkt entstandenen Auslagen von Fr. 56.60 entschädigt werde n können. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenan- satz von 250 Franken zu entschädigen. Demnach ist der Beschw erdeführerin eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'356.15 (8 ½ Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 56.60 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 12. November 2014 aufgehoben. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerde führerin eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘356.15 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht