<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Bau-,Raumentwicklungs-u.Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">435</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Bau-, Raumentwicklungs- und Umweltschutzrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>87</b></span> <span class="ft2"><b>Kommunales Strassenbauprojekt (§ 95 BauG).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Ein Enteignungsrecht für ein kommunales Strassenbauprojekt ist nur im</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Rahmen des Sondernutzungsplans (Erschliessungsplans) gegeben.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Departements Bau, Verkehr und Umwelt vom</span><br/> <span class="ft3">26. Oktober 2010 i.S. B. und F. gegen den Gemeinderat E. (BVURA.10.458)</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">2. a/bb) (...) Kommunale Strassenbauprojekte bedürfen (...)</span><br/> <span class="ft5">vorgängig eines Sondernutzungsplans, d.h. eines Erschliessungsplans</span><br/> <span class="ft5">oder eines altrechtlichen Überbauungsplans (§ 17 Abs. 1 BauG).</span><br/> <span class="ft5">Denn im Gegensatz zu Kantonsstrassenprojekten, bei denen nach wie</span><br/> <span class="ft5">vor mit dem regierungsrätlichen Beschluss über das Bauprojekt das</span><br/> <span class="ft5">Enteignungsrecht erteilt wird, fehlt es kommunalen Strassenbaupro-</span><br/> <span class="ft5">jekten am Enteignungsrecht (AGVE 1995, S. 367). Dieses muss vor-</span><br/> <span class="ft5">gängig mit einem rechtskräftigen Erschliessungsplan bzw. Überbau-</span><br/> <span class="ft5">ungsplan als Rechtsgrundlage für die erforderlichen Landabtretungen</span><br/> <span class="ft5">verliehen werden (vgl. E</span><span class="ft3">RICH</span> <span class="ft5">Z</span><span class="ft3">IMMERLIN</span><span class="ft5">, Baugesetz des Kantons</span><br/> <span class="ft5">Aargau, Kommentar, 2. Auflage, Aarau 1985, § 36 N 2). In Lehre</span><br/> <span class="ft5">und Rechtsprechung ist unbestritten, dass der Erschliessungsplan wie</span><br/> <span class="ft5">auch der altrechtliche Überbauungsplan eine Maximalordnung dar-</span><br/> <span class="ft5">stellen. Das heisst, dass der Gemeinderat in den Schranken des Er-</span><br/> <span class="ft5">schliessungsplans und der übrigen massgeblichen Vorschriften frei</span><br/> <span class="ft5">ist, darüber zu entscheiden, ob und wann er bauen will und wie weit</span><br/> <span class="ft5">er die ihm rechtlich angebotenen Nutzungsmöglichkeiten ausschöpft.</span><br/> <span class="ft5">Er kann zwar eine weniger breite Strasse als im Erschliessungsplan</span><br/> <span class="ft5">vorgesehen bauen, es ist ihm jedoch verboten, breiter zu bauen (vgl.</span><br/> <span class="ft5">AGVE 1983, S. 214 mit Hinweisen; vgl. Z</span><span class="ft3">IMMERLIN</span><span class="ft5">, a.a.O, § 136</span><br/> <span class="ft5">N 2). (...)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">436</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">b) Mit den rechtskräftigen Strassenlinien (§ 19 BauG) im Er-</span><br/> <span class="ft5">schliessungsplan Kaltenbrunnen hat der Gemeinderat die räumli-</span><br/> <span class="ft5">che Ausdehnung der neuen Strasse im Abstand von ca. 2.5 m zur</span><br/> <span class="ft5">Parzelle Nr. 3253 der Beschwerdeführerin definiert (...). In Abwei-</span><br/> <span class="ft5">chung zum Erschliessungsplan sehen nun die in diesem Verfahren zu</span><br/> <span class="ft5">beurteilenden Bauprojektpläne die Linienführung der Strasse direkt</span><br/> <span class="ft5">entlang der Parzellengrenze vor. Mit dieser Strassenverschiebung ist</span><br/> <span class="ft5">eine Beanspruchung der Parzelle der Beschwerdeführerin (...) und</span><br/> <span class="ft5">damit ein schwerer Eingriff in die Eigentümerrechte verbunden. Zu-</span><br/> <span class="ft5">dem erfährt die Beschwerdeführerin durch das Projekt auch dahinge-</span><br/> <span class="ft5">hend eine Schlechterstellung in ihrem Eigentum, als die gemäss</span><br/> <span class="ft5">§ 111 BauG einzuhaltenden Strassenabstände ab Strassenmark ge-</span><br/> <span class="ft5">messen werden. Mit der näher an ihrem Grundstück vorbeigeführten</span><br/> <span class="ft5">Strasse wird folglich - verglichen mit der Linienführung gemäss Er-</span><br/> <span class="ft5">schliessungsplan - auch ein grösserer Bereich ihres Grundstücks</span><br/> <span class="ft5">nicht mehr überbaubar. Dementsprechend kann gegen den Willen der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführerin dieses Projekt in Abweichung vom rechtskräfti-</span><br/> <span class="ft5">gen Erschliessungsplan nicht durchgesetzt werden. Dazu bedürfte es</span><br/> <span class="ft5">vorgängig einer (nach den massgeblichen Verfahrensvorschriften</span><br/> <span class="ft5">durchzuführenden) Revision des Erschliessungsplans. Diese ist je-</span><br/> <span class="ft5">doch unbestrittenermassen nicht erfolgt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>