<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00419</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204767&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00419</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.01.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Wirtschaftliche Hilfe. Berücksichtigung des Einkommens des nicht unterstützten Konkubinatspartners in der Bedarfsberechnung.<br/><br/>Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichtes und des Verwaltungsgerichts dürfen Sozialhilfebehörden Personen, die in einem gefestigten Konkubinat leben, einem Ehepaar gleichstellen, d.h. das Einkommen des nicht unterstützungsbedürftigen Partners in die Bedarfsrechnung einbeziehen. Dies entspricht dem subsidiären Charakter der Sozialhilfe, wonach die Sozialhilfe zu verweigern ist, wenn jemand von dritter Seite tatsächlich unterstützt wird (E. 3.2). Im Rahmen dieser Rechtsprechung erweist sich die im vorliegenden Fall vorgenommene Bedarfsrechnung als rechtsmässig (E. 3.3). <br/>Soweit angesichts dieser Rechtsprechung den rechtsanwendenden kommunalen Behörden hinsichtlich der Frage, ob die Einkünfte eines im gefestigten Konkubinat lebenden Partners den eigenen Mitteln des Unterstützungsbedürftigen zuzurechnen seien, gleichwohl ein Ermessens- und Beurteilungsspielraum verbleibt, gründet dieser Spielraum allerdings nicht in der Gemeindeautonomie (E. 3.4).<br/>Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN (GEMEINDE)">ERMESSEN (GEMEINDE)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONKUBINAT">KONKUBINAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSIDIARITÃT">SUBSIDIARITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT">UNTERSTÃTZUNGSEINHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. II SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>A, der mit seiner Partnerin in einem gefestigten Konkubinat lebt, ersuchte die SozialbehÃ¶rde X im FrÃ¼hjahr 2004 um wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung, nachdem sein Anspruch auf Bezug von Arbeitslosengeldern Ende Januar erloschen war. Die SozialhilfebehÃ¶rde entschied hierÃ¼ber mit zwei BeschlÃ¼ssen vom 7. April 2004. Bei der Bedarfsermittlung ging sie aufgrund des gefestigten Konkubinats von einem unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigen Zweipersonenhaushalt aus; auf der Ausgabenseite berÃ¼cksichtigte sie dabei den Grundbedarf I von Fr. 1576.-, den Grundbedarf II von Fr. 158.-, den Mietzins von Fr. 1'390.40, GrundversicherungsprÃ¤mien von Fr. 424.-, ZusatzversicherungsprÃ¤mien von Fr. 104.90, Steuern der Lebenspartnerin von Fr. 250.- sowie Erwerbsunkosten von A von Fr. 250.-; von den so ermittelten monatlichen Ausgaben von Fr. 4'153.30 brachte sie die Renten (AHV und BVG) von insgesamt Fr. 3'785.70 der Lebenspartnerin in Abzug, was ein monatliches Defizit von Fr. 367.60 ergab. Auf dieser Grundlage sprach sie A ab MÃ¤rz 2003 unter dem Titel wirtschaftliche Hilfe einen Betrag von Fr. 117.60 sowie unter dem Titel Erwerbsunkosten eine Grundpauschale von Fr. 250.- (nebst einer Verpflegungspauschale von Fr. 10.- je Arbeitstag) zu. Zugleich beschloss die BehÃ¶rde, subsidiÃ¤re Kostengutsprache fÃ¼r einen Einsatz von A im Arbeitsintegrationsprogramm B ab 1. Mai 2004. FÃ¼r die Monate Mai bis Juli, in welchen noch kein subventionierter Platz frei sei, Ã¼bernahm sie die gesamten Programmkosten von monatlich Fr. 4'798.20 bzw. gesamthaft Fr. 14'394.80. Sie ordnete jedoch an, dass A den aus diesem Einsatz resultierenden (in der vorn erwÃ¤hnten Bedarfsberechnung nicht berÃ¼cksichtigten) Lohn (monatlich mindestens Fr. 2'213.- sowie als Leistungszulage maximal Fr. 500.-) der SozialbehÃ¶rde abzutreten habe.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob A am 30. April 2004 Rekurs mit dem Antrag, von einer Abtretung seines Lohnanspruchs im Programm B sei abzusehen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat Y beschloss am 31. August 2004, den Rekurs im Sinn der ErwÃ¤gungen gutzuheissen; er wies die SozialbehÃ¶rde an, die Bedarfsberechnung des Rekurrenten ab Mai 2004 zu korrigieren und einen Differenzbetrag von monatlich Fr. 1'492.90 bzw. bis Juli 2004 insgesamt Fr. 4'478.70 nachzuzahlen. GemÃ¤ss seinen ErwÃ¤gungen verwarf der Bezirksrat zwar den Antrag, dem Rekurrenten den Lohnanspruch aus dessen Einsatz im Arbeitsintegrationsprogramm fÃ¼r die Monate Mai â Juli 2004 zu belassen. Indessen korrigierte der Bezirksrat die Bedarfsberechnung der SozialbehÃ¶rde, indem er befand, aufgrund ihrer bescheidenen RenteneinkÃ¼nfte von monatlich Fr. 3'785.70 sei es der Lebenspartnerin des Rekurrenten nicht zumutbar, letzteren zu unterstÃ¼tzen. Der Bezirksrat stellte daher eine neue Bedarfsberechnung an, in welcher er diese EinkÃ¼nfte der Partnerin (sowie auch deren Ausgaben, soweit sie in der ursprÃ¼nglichen Bedarfsberechnung von der SozialbehÃ¶rde ebenfalls miteinbezogen worden waren) nicht berÃ¼cksichtigte; er gelangte so zu einem monatlichen Defizit von Fr. 1'860.50 statt des von der SozialbehÃ¶rde ermittelten Defizits von Fr. 367.60 und damit zu eine nachzuzahlenden Differenzbetrag von monatlich Fr. 1'492.90 bzw. insgesamt Fr. 4'478.70.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Dagegen erhob die Gemeinde X am 22. September 2004 Beschwerde an das Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die von ihrer SozialbehÃ¶rde vorgenommene Bedarfsberechnung und damit deren diesbezÃ¼glichen Beschluss vom 7. April 2004 zu bestÃ¤tigen. Der Bezirksrat Y verzichtete ausdrÃ¼cklich, A stillschweigend auf Vernehmlassung. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat hat zutreffend dargelegt, dass und weshalb dem Antrag des Rekurrenten, ihm den Lohn aus dem Einsatz im Arbeitsintegrationsprogramm fÃ¼r die Monate Mai â Juli 2004 zu belassen, nicht zu entsprechend sei; es kann auf die diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen im Rekursentscheid (E. 5.3) verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG). Der Rekurrent hat denn auch dagegen keine Beschwerde erhoben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde X wehrt sich dagegen, dass der Bezirksrat von sich aus eine neue Bedarfsberechnung â ohne Einbezug der EinkÃ¼nfte der Lebenspartnerin des Rekurrenten â vorgenommen hat. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienange­hÃ¶ri­gen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln auf­kommen kann. Grundlage fÃ¼r deren Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 Satz 3 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>FÃ¼r die Frage, ob die eigenen Mittel fÃ¼r die Bestreitung des Lebensunterhalts ausreichend sind (vgl. § 14 SHG, § 16 Abs. 1 SHV), sind alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen des Hilfesu­chenden sowie seines nicht von ihm getrennt lebenden Ehegatten zu den eigenen Mitteln zu zÃ¤hlen (§ 16 Abs. 2 SHV). Als UnterstÃ¼tzungseinheit gelten demnach grund­sÃ¤tzlich nur die im gleichen Haushalt le­benden Ehegatten, nicht aber unverheiratete Paare, die zusammen einen Haushalt fÃ¼hren.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die SKOS-Richtlinien relativieren diesen Grundsatz allerdings dahin, dass in einer fami­lienÃ¤hnlichen Gemeinschaft zusammenlebende Personen "in der Regel" nicht als Unter­stÃ¼tzungseinheit erfasst werden sollen (Ziff. F.5.1). Die Sozialhilfebe­hÃ¶rden dÃ¼rfen Personen, die in einem gefestigten Konkubinat leben, einem Ehepaar gleichstellen. Das be­deutet, dass das Einkommen des nicht unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigen Partners ange­rech­net werden muss bzw. darf (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, hrsg. von der Abteilung Ãffent­li­che Sozialhilfe des Sozialamts des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.1.3/S. 21, Ziff. 2.5.1/§ 14 SHG/S. 2; Zeitschrift fÃ¼r Sozialhilfe [ZeSo] 1998, S. 107 f.; RB 1998 Nr. 85; VGr, 4. November 1999, VB.1999.00282). Das Bundesgericht erachtete es als nicht willkÃ¼rlich, die Sozialhilfe zu verweigern, wenn jemand von dritter Seite tatsÃ¤chlich unterstÃ¼tzt wird, selbst wenn der Dritte rechtlich nicht unterstÃ¼tzungspflichtig ist. Damit wird nach Ansicht des Bundesgerichts dem subsidiÃ¤ren Charakter der Sozialhilfe Rechnung getragen (ZeSo 1998, S. 180 mit Hinweis auf BGr, 24. August 1998, 2P.386/1998; dazu Peter Stadler, UnterstÃ¼tzung von Kon­ku­bi­nats­paaren, ZeSo 1999, S. 29 ff.; vgl. auch BGE 129 I 1). Diese Praxis beruht auf der Annahme, dass bei einem gefestigten Konkubinat eine eheÃ¤hnliche Schicksalsgemeinschaft mit gegenseitigem Beistand vorliegt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Vorliegend ist nicht streitig, dass der Beschwerdegegner in einem gefestigten Konkubinat lebt. Der Bezirksrat hat die Bedarfsberechnung der kommunalen SozialbehÃ¶rde bzw. den darin vorgesehenen Einbezug der EinkÃ¼nfte der Lebenspartnerin deshalb abgelehnt, weil es sich dabei um bescheidene EinkÃ¼nfte handle, so dass es der Lebenspartnerin nicht zumutbar sei, den Beschwerdegegner zu unterstÃ¼tzen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, mit dieser Beurteilung habe der Bezirksrat in unzulÃ¤ssiger Weise in den ihr in Sozialhilfeangelegenheiten zustehenden Autonomie- und Ermessensbereich eingegriffen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie das Verwaltungsgericht im Urteil VB.2003.00351 vom 18. Dezember 2003 (RB 2003 Nr. 64) erkannt hat, dÃ¼rfen Personen, die in einem gefestigten Konkubinat leben, in sozialhilferechtlicher Hinsicht einem Ehepaar gleichgestellt werden, und zwar auch in dem Sinn, dass sie analog zur eherechtlichen Situation ein Defizit gemeinsam zu tragen und notfalls Abstriche am Lebensstandard hinzunehmen haben. Mit diesem Urteil ist klargestellt worden, dass die EinkÃ¼nfte des nicht unterstÃ¼tzungsberechtigten Konkubinatspartners auch insoweit bei der Bedarfsberechnung berÃ¼cksichtigt werden dÃ¼rfen, als damit dessen eigenes Existenzminimum betroffen wird. Massgebend ist in der Praxis zum Sozialhilferecht demnach die nÃ¤mliche Betrachtungsweise wie in der Eherechtspraxis, gemÃ¤ss welcher nach einer Scheidung die Verpflichtung zur Leistung von UnterhaltsbeitrÃ¤gen aufzuheben ist, wenn ein gefestigtes KonkubinatsverhÃ¤ltnis besteht, und zwar unabhÃ¤ngig von den konkreten wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen der beiden Partner (BGE 116 II 394 E. 3). Im Rahmen dieser Rechtsprechung erweist sich die im vorliegenden Fall von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgenommene Bedarfsberechnung als rechtmÃ¤ssig. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.4 </span></b><span>Soweit angesichts dieser Rechtsprechung den rechtsanwendenden kommunalen BehÃ¶rden hinsichtlich der Frage, ob die EinkÃ¼nfte eines im gefestigten Konkubinat lebenden Partners den eigenen Mitteln des UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigen zuzurechnen seien, gleichwohl ein Ermessens- und Beurteilungsspielraum verbleibt (wovon nicht nur der Bezirksrat, sondern auch die BeschwerdefÃ¼hrerin selber ausgeht), grÃ¼ndet dieser Spielraum allerdings nicht in der Gemeindeautonomie. Denn die Unbestimmtheit der diesbezÃ¼glichen Gesetzesbestimmungen hat ihren Grund nicht primÃ¤r in der Absicht des Gesetzgebers, dass die Sozialhilfe nach lokal unterschiedlichen MassstÃ¤ben ausgerichtet wird; die Unbestimmtheit grÃ¼ndet vielmehr darin, dass im Einzelfall nach sachgerechten Kriterien Ã¼ber die Frage der BedÃ¼rftigkeit sowie gegebenenfalls den Umfang der zu leistenden Hilfe zu entscheiden ist (vgl. BGr, 17. Januar 1996, ZBl 98/1997, S. 422 ff.). Nach dem Gesagten (E. 3.3) ist indessen die von der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgenommene Bedarfsberechnung ohnehin zu schÃ¼tzen, weil sie der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung zur Ermittlung der UnterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftigkeit eines in einem gefestigten Konkubinat lebenden Gesuchstellers entspricht und der Bezirksrat mit seinem Rekursentscheid von dieser Praxis abgewichen ist. Die Frage nach der Wahrung eines allfÃ¤lligen Beurteilungs- und Ermessensspielraums wÃ¼rde sich vorab dann stellen, wenn die Gemeinde selber mit ihrer Bedarfsrechnung von der genannten Rechtsprechung abgewichen und der Bezirksrat als obere BehÃ¶rde die gegenteilige Auffassung vertreten hÃ¤tte. Ein solcher Fall (der ohnehin nur bei einem entsprechenden aufsichtsrechtlichen Eingreifen des Bezirksrats und einer dagegen erhobenen Beschwerde des Betroffenen zur verwaltungsgerichtlichen Beurteilung gelangen kÃ¶nnte) liegt hier jedoch nicht vor.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen. Der Rekursentscheid des Bezirksrats Y vom 31. August 2004 ist aufzuheben. Damit ist der Beschluss 96-F5.6.3 der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 7. April 2004 ab Mai 2004 (ab welchem Zeitpunkt der Bezirksrat die Korrektur der Bedarfsberechnung verlangt hat) wiederherzustellen, und zwar auch insoweit, als die darin vorgesehene Bedarfsberechnung zugunsten des Beschwerdegegners auch Auslagen der Partnerin von Fr. 250.- fÃ¼r Steuern und von Fr. 56.60 fÃ¼r VVG-PrÃ¤mien als Ausgaben berÃ¼cksichtigt. DiesbezÃ¼glich hat die BeschwerdefÃ¼hrerin den ihr zustehenden Ermessensspielraum genutzt, in welchen das Verwaltungsgericht nicht einzugreifen hat. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Gerichtskosten wÃ¤ren nach dem in § 13 Abs. 2 VRG festgelegten Unterliegerprinzip grundsÃ¤tzlich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen, ungeachtet dessen, dass er keine Beschwerdeantwort eingereicht hat (RB 1997 Nr. 6). Zu beachten ist indessen, dass ihm, hÃ¤tte er eine Beschwerdeantwort eingereicht und darin um Abweisung der Beschwerde sowie um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung ersucht, Letztere zu bewilligen gewesen wÃ¤re. Denn er ist offenkundig mittellos im Sinn von § 16 Abs. 1 VRG; und das Begehren um Abweisung der Beschwerde hÃ¤tte nicht von vornherein als aussichtslos gelten kÃ¶nnen. Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint es als unbillig, wenn dem Beschwerdegegner die Gerichtskosten auferlegt wÃ¼rden. Diese sind vielmehr auf die Gerichtskasse zu nehmen.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Rekursentscheid des Bezirksrats vom 31. August 2004 wird aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</p> <p class="Einzug2">4. Mitteilung an â¦</p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>