B. Gerichtsentscheide 3579 89 Art. 118 Abs. 1 StPO vorliegt. Für die ausdrückliche Willenserklärung reicht es nicht aus, dass der Geschädigte , z. B. im Rahmen einer Strafanzeige , die Strafverfolgung und Bestrafung des Angezeigten verlangt, sondern er muss darüber hinaus zum Ausdruck bringen, dass er im Strafverfahren di e Partei- rechte beanspruchen will. Werden adhäsionsweise privatrechtliche Ansprüche geltend gemacht, so ist der Beteiligungswille in aller Regel selbstve rständlich (Mazzucchelli/Postizzi, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozes s- ordnung: Jugendstrafprozessordung, Basel 2010 , N 5 zu Art. 118). In der Strafanzeige vom 26. Januar 2009 wurde unter anderem eine unbeziffert e Schadenersatzforderung (Ziff. 4) gestellt. Des Weiteren hielt R echtsanwalt M. in Ziff. 1 seiner Anträge fest, dass allenfalls notwend ige Strafanträge hiermit gestellt wären. Dazu ist indessen zu bemerken, dass es sich einzig beim Ta t- bestand des unlau teren Wettbewerbs gemäss Art. 23 i.V.m. Art. 3 lit. a des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb ( UWG; SR 241) um ein Antragsdelikt handelt. In der Folge nahm R echtsanwalt M. als Rechtsvertreter von X. an den meisten Einvernahmen teil. Aufgrund dieser Sachlage ist klar, dass X. im fraglichen Strafverfahren als Privatklägerin und damit als Partei zu betrachten ist. Somit ist sie zur B eschwerde gegen die Einstellungsverfügung in Sachen Staat gegen Y. legitimiert. OGer, 25.11.2011 Eine gegen diesen Entscheid gerichtete Beschwerde in Strafsachen hat das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Juni 2012 abgewiesen. 3579 Einstellung Strafverfahre n. Entschädigungspflicht der unterlie genden Privatklägerin. Art. 432 Abs. 2 StPO erscheint für Rechtsmittelverfahren, in welchen die Privatklägerschaft vollumfänglich unterliegt, nicht sachgerecht, so dass analog Art. 428 Abs. 1 StPO anzuwenden ist. Aus den Erwägungen: Art. 436 Abs. 1 StPO hält fest, da ss sich Ansprüche auf Entschädi gung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429–434 StPO ric h- ten. Dazu ist festzuhalten, dass den Art. 429–434 StPO keine Bestimmung im Sinne von Art. 428 Abs. 1 StPO zu entnehmen ist, wonach sich der Anspruch auf Entschädigung nach Ma ssgabe des Obsiegens oder Unterliegens richtet. Das muss jedoch – wie bei der Kostenauflage – auch hier gelten ( Patrick Guidon, Die Beschwerde gemäss Schweizer Strafprozessordnung, Zü- rich/St.Gallen 2011, S. 281 f.). Zwar sieht Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 432 StPO unter gewissen Voraussetzungen vor, dass die obsiegende beschuldigte Pe r-B. Gerichtsentscheide 3579 90 son gegenüber der Privatklä gerschaft Anspruch auf eine angemessene En t- schädigung hat. In casu käme jedoch gestützt auf Art. 432 Abs. 2 StPO einzig eine von der Privatklägerin geschuldete Entschädigung für das Obsiegen des Beschuldigten hinsichtlich des Ta tbestands des unlauteren Wettbe werbs ge- mäss Art. 23 i.V.m. Art. 3 lit. a des Bundesgesetzes gegen den u nlauteren Wettbewerb (UWG; SR 241) in Frage, da es sich hierbei um ein Antragsdelikt handelt. Dies erscheint für Rechtsmittelverfahren, in welchen die Privatkläge r- schaft vollumfänglich unterliegt, nicht sachgerecht, so dass gestützt auf die voraufgeführte Lehrmeinung analog Art. 428 Abs. 1 StPO die Entschäd igung nach Obsiegen oder Unterliegen der Parteien auszurichten ist. Das hat zur Folge, dass die unterliegende Beschwerdeführerin und Privatklägerin den B e- schwerdegegner und Besch uldigten für das vorliegen de Be schwerdeverfah- ren für die ange messene Ausübung seiner Verfah rensrechte im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO zu entschädigen hat. OGer, 25.11.2011 Eine gegen diesen Entscheid gerichtete Beschwerde in Strafsachen hat das Bundesgericht mit Urteil vom 19. Juni 2012 abgewiesen.