B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3737/2018 U r t e i l v o m 3 0 . A p r i l 2 0 1 9 Besetzung Richter Jürg Marcel Tiefenthal (Vorsitz), Richter William Waeber, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), Syrien, alle vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, Advokatur Kanonengasse, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 28. Mai 2018 / N (…). D-3737/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein Araber mit letztem Wohnsitz in D._______, verliess seine Heimat eigenen Angaben gemäss am 1. Juli 1999 und stellte am 27. Juli 1999 ein erstes Asylgesuch in der Schweiz. Bei der Erstbefra- gung vom 29. Juli 1999 in der Empfangsstelle Kreuzlingen und der Anhö- rung z u den Asylgründen durch die Fremdenpolizei des Kantons E._______ vom 1. September 1999 gab er an, er sei von den syrischen Behörden im August 1996 festgenommen worden. Er sei bis im März 1999 im Gefängnis gewesen und habe durch Bestechung fliehen können; n un würden die syrischen Behörden nach ihm suchen. Sie hätten ihn als Mit- glied der Ichuan Muslimin (Moslembruderschaft) betrachtet und bei seiner Festnahme seine Identitätskarte und seinen Führerschein beschlagnahmt. Er sei in der Tat Mitglied dieser Organisation gewesen. Während der Haft- zeit sei er in einer Einzelzelle festgehalten worden. Man habe ihn einmal befragt und er sei geschlagen worden. Zirka fünf Tage nach seinem Ent- kommen sei er zu Hause gesucht worden. A.b Das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFM) trat auf das erste Asyl- gesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 11. Februar 2000 nicht ein, verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Begründet wurde der Entscheid damit, dass der Beschwerdeführer un- bekannten Aufenthalts sei und damit seine Mitwirkungspflicht verletzt habe. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. B. B.a Der Beschwerdeführer suchte am 31. März 2013 in der Schweiz zum zweiten Mal um Asyl nach. Bei der Befragung zur Person (BzP ) im Emp- fangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen vom 10. April 2013 gab er an, er sei im April oder Mai 2000 nach Syrien zurückgekehrt, nachdem der Prä- sident beschlossen habe, dass alle im Ausland lebenden Syrer zurückkeh- ren dürften. Im Oktober 2012 sei er zusammen mit seiner Familie in den Libanon gereist. Etwa fünf Monate später habe er den Libanon verlassen und habe sich auf den Weg in die Schweiz gemacht. Syrien habe er ver- lassen, weil er alles verloren habe. Es herrsche Bürgerkrieg und er sei mehrmals verhaftet worden. Er sei im September 2011 verhaftet wor den und bis im September 2012 in einem Militärg efängnis gewesen. Er habe nach einem Freitagsgebet an einer spontanen Kundgebung Parolen gegen die Regierung gerufen. Fünf Minuten später seien alle, die demonstriert D-3737/2018 Seite 3 hätten, festgenommen worden. Nach seiner Freilassung durch die Befrei- ungsarmee habe er „sein Haus nicht mehr gefunden “, da es bombardiert worden sei. Frau und Kinder hätten sich beim Schwiegervater aufgehalten. B.b Das SEM gewährte dem Beschwerd eführer am 10. April 2013 das rechtliche Gehör dazu, dass er im Besitz eines vom Juni 2012 bis Juni 2014 gültigen Schengenvisums sei. Ebenso wurde ihm vorgehalten, dass er un- zutreffende Angaben zum Ausstellungsdatum seines Reisepasses und dessen Gültigkeit gemacht habe. Er bestritt die Richtigkeit der Informatio- nen des SEM. B.c Das SEM ersuchte die italienischen Behörden am 19. April 2013 ge- stützt auf Art. 9 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim- mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats- angehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrag zuständig ist, um die Rückübernahme des Beschwerdeführers. Diese entsprachen dem Er- suchen am 7. Mai 2013. B.d Mit Verfügung vom 7. Mai 2013 trat das SEM auf das zweite Asylge- such des Beschwerdeführers nicht ein und wies ihn nach Italien weg. B.e Das Bundesverwaltungsgericht trat auf eine gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 22. Mai 2013 mit Urteil D -2982/2013 vom 17. Juni 2013 nicht ein. C. C.a Die Beschwerdeführenden ersuchten in der Schweiz am 3. Februar 2016 zum dritten (Beschwerdeführer) beziehungsweise zum ersten Mal (Beschwerdeführerin und Sohn) um Asyl nach. C.b Am 8. Februar 2016 führte das SEM im Empfangs - und Verfahrens- zentrum Kreuzlingen die BzP durch. Der Beschwerdeführer sagte, er sei im Jahr 2013 in den Libanon zurück- gekehrt, wo er gewohnt habe. Er sei zwischen dem Libanon und Syrien hin- und hergependelt und habe Syrien am 12. September 2015 letztmals verlassen. Er habe wegen des Krieges nicht mehr in Syrien leben können. Einmal sei er von Regierungskräften festgehalten und gegen Geldleistung freigelassen worden. Ein anderes Mal sei er von Opposition skräften fest- gehalten worden, weil diese geglaubt hätten, er arbeite mit der Regierung D-3737/2018 Seite 4 zusammen. Sein Sohn F._______ (N […]) sei von Regierungskräften fest- genommen worden, weil das Datum der Aufschiebung seines Militärdiens- tes abgelaufen gewesen sei. Er sei nach Syrien gegangen, um ihn freizu- kaufen. Danach seien sie in den Libanon zurückgekehrt und hätten die Reise nach Europa organisiert. Die Beschwerdeführerin gab an, s ie habe seit 2013 im Libanon gelebt. Wenn ihre Tochter in Syrien Prüfungen gehabt habe, sei sie mit ihr zusam- men dorthin gegangen. Sie denke, sie sei letztmals im August 2015 in Sy- rien gewesen. Sie habe ihre Heimat vor allem wegen des Krieges verlas- sen. Man habe einen Bus ihres Mannes beschlagnahmt, ihr Haus und ihre Läden zerstört, ihren Sohn haben wollen und auch ihre Tochter angeschos- sen. Ihr persönlich sei nie etwas zugestossen, indessen habe ihr e ganze Familie Syrien verlassen. C.c Am 2. März 2018 führte das SEM mit den Beschwerdeführenden die Anhörungen zu den Asylgründen durch. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er habe sich Ende 2012 mit seiner Familie in den Libanon begeben. Als sein Sohn F._______ den Aufenthalt habe verlängern wolle n, sei er im Jahr 2014 zum Grenz- übergang nach Syrien gegangen. Weil er für den Militärdienst gesucht wor- den sei, sei er festgenomm en worden. Sein Sohn sei eineinhalb Monate festgehalten worden; er habe ihn ausfindig gemacht und gegen Bezahlung freibekommen. Acht Monate später hätten sie gegen Geld eine Dienstver- schiebung für seinen Sohn erhalten können. Anfänglich sei es für ihn prob- lemlos möglich gewesen, nach Syrien zurückzukehren und wieder in den Libanon zu reisen. Da er mehrere Wohnungen gehabt habe und bekannt gewesen sei, sei er von der FSA (Freie Syrische Armee) kontaktiert wor- den. Man habe ihn um seine Wohnung in G._______ gebeten. Er habe mit der FSA Gespräche geführt und mit seinen Brüdern Geld gesammelt, das er nach H._______ geschickt habe. Dieses sei dazu gebraucht worden, von der syrischen Armee Waffen zu kaufen. 2015 hätten die Behörden er- fahren, dass er die FSA unterst ützt habe. Danach hätten sie (der Be- schwerdeführer und seine Familie) das Problem wegen F._______ gelöst und die Ausreise aus dem Libanon vorbereitet, da ihr Aufenthaltsgebiet von der Hisbollah kontrolliert worden sei. F._______ sei im Libanon überfallen und beraubt worden. Syrien habe er (der Beschwerdeführer) verlassen, weil sein Sohn F._______ und er gesucht worden seien. Sein Bruder sei bei der FSA und fast die ganze Familie werde vom Regime gesucht. Seine Tochter sei von Heckenschützen mehrmals angesch ossen worden. Von D-3737/2018 Seite 5 der Suche nach ihm habe er 2015 von Kollegen, die bei der FSA seien, eine Woche vor seiner Ausreise aus dem Libanon erfahren. Man habe ihm mitgeteilt, dass gegen ihn ein „Suchbefehl“ erlassen worden sei. Man habe ihm auch vorgeworfen, das s er bei der Moslembruderschaft sei. Er habe einen hochrangigen Kollegen bei der Sicherheit, der ihm sagen könne, ob er gesucht werde oder nicht. Die Beschwerdeführerin sagte aus, sie sei Ende 2012 in den Libanon ge- gangen. Sie sei mit ihrer Tochter nach Syrien zurückgekehrt, um sie an der Universität von Damaskus einschreiben zu lassen; sie habe ihre Tochter ab und zu dorthin begleitet. Sie hätten alle sechs Monate zur syrischen Grenze gehen müssen, um den Aufenthalt im Libanon verlängern zu kön- nen. Letztmals sei sie 2015 nach Syrien gegangen. Sie habe Syrien wegen der allgemeinen Situation und wegen ihrer Kinder verlassen. Ihr Ehemann sei von den Behörden bedrängt worden, habe sich aber immer retten kön- nen, da er einflussreiche Leute gekannt habe. Ihr jüngerer Sohn sei durch den Krieg traumatisiert worden. Ihr Sohn F._______ sei mehrmals von der Polizei angehalten worden. Als Reaktion habe er sich an Demonstrationen beteiligt. Ihr Ehemann habe die FSA unterstützt. Nachdem sie persönlich im Frühling 2012 an einer Frauendemonstration teilgenommen habe, hät- ten die Behörden Razzien durchgeführt, bei denen eine ihrer Co usinen festgenommen worden sei. Ihr Sohn F._______ sei festgenommen worden und ihr Ehemann habe ihn gegen Bestechung freibekommen; danach seien sie sofort ausgereist. Der Sohn der Beschwerdeführenden, C._______, brachte vor, er habe mit- bekommen, dass vor ihrem Haus während Unruhen Menschen getötet wor- den seien. Da er sich sehr gefürchtet habe, habe er das Haus nicht mehr verlassen können. Als er einmal mit seinem Vater in einer Apotheke gewe- sen sei, sei an seinem Kopf vorbei ein Schuss in die Hauswand eingeschla- gen. Nachdem er nach Hause gerannt sei, habe e s draussen weitere Schiessereien und Bombardierungen gegeben. Sein Vater habe gesagt, sie müssten Syrien verlassen. Sein Bruder sei in der Heimat von mehreren Gruppierungen bedrängt worden. An einem Checkpoint habe ihm einmal ein Soldat gesagt, man werde ihn auch bald in den Militärdienst einziehen. C.d Die Beschwerdeführenden gaben beim SEM mehrere Ausweispa- piere, Ausreisebestätigungen, ihre Tochter I._______ betreffende Doku- mente aus Österreich und Fotografien ab (vgl. act. C25 ; Beweismittelum- schlag). D-3737/2018 Seite 6 D. Mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 28. Mai 2018 stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es ihre Wegweisung aus der Schweiz. Da es den Vollzug derselben als unzumutbar erachtete, ord- nete es ihre vorläufige Aufnahme an. E. Die Beschwerdeführenden beantragten durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. Juni 2018 die Aufhe- bung der Ziffern 1 bis 3 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung. Die Sache sei zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsfeststellung sowie zur neuen Entscheidung an das SEM zurückzuweisen. Es sei die unentgeltliche Pro- zessführung zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Es sei ihnen in der Person des Unterzeichnenden ein unent- geltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Der Eingabe lagen eine Fotografie eines Gerichtsurteils des Bundesverwaltungsgerichts der Republik Öster- reich, Kopien von Ausweisen der Tochter und einer Nichte, eine Bestäti- gung der Fürsorgeabhängigkeit der Beschwerdeführenden vom 12. Juni 2018 und eine Honorarnote vom 28. Juni 2018 bei. F. Mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2018 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut. Demge- mäss verzichtete er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Er ord- nete den Beschwerdeführenden in der Person von lic. iur. Tarig Hassan einen amtlich en Rechtsbeistand bei. Die Akten übermittelte er zur Ver- nehmlassung an das SEM. G. In seiner Vernehmlassung vom 28. Juli 2018 beantragte das SEM die Ab- weisung der Beschwerde. H. Die Beschwerdeführenden hielten in ihrer Stellungnahme vom 10. August 2018, der eine aktualisierte Kostennote vom selben Tag beilag, an ihren Anträgen fest. I. Das Bundesverwaltungsgericht gewährte den Beschwerdeführenden am 17. Januar 2019 die Gelegenheit, ihre Antragstellung zu ergänzen, unter D-3737/2018 Seite 7 der Androhung, im Unterlassungsfall werde einzig geprüft, ob der Sachver- halt rechtsgenüglich erstellt worden sei oder nicht. Zudem forderte er sie auf, den ihre Tochter I._______ betreffenden vollständigen österreichi- schen Asylentscheid zu beschaffen und einzureichen. J. Mit Eingabe vom 4. Februar 2019 beantragten die Beschwerdeführenden ergänzend, eventualiter sei ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. Zudem übermittelten sie den ihre Tochter I._______ betreffenden österreichischen Asylentscheid vom 29. Mai 2018. K. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Akten des Sohnes der Beschwer- deführenden, F._______ (N […]), beigezogen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bishe- rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). D-3737/2018 Seite 8 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifisch en Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das SEM begründet seinen Entscheid damit, dass der Beschwerdefüh- rer seine Unterstützung der FSA als Mi tglied der Muslimbrüderschaft bei der BzP nicht erwähnt habe. Ebenso wenig liessen sich Hinweise auf poli- tische Aktivitäten zum Sturz des syrischen Regimes finden. Folgerichtig habe er auch nicht geltend gemacht, vom syrischen Regime aufgrund sei- ner Unterstützung der FSA gesucht zu werden. Bei der BzP habe er zwei- mal gesagt, er sei in keine politischen Aktivitäten involviert gewesen. Die D-3737/2018 Seite 9 BzP sei ausführlich ausgefallen und es könne nicht angenommen werden, er habe nicht ausreichend Zeit gehabt, um seine Asy lgründe darzulegen. Bei der nicht erwähnten Vorladung handle es sich nicht um eine Marginalie, vielmehr sei sie ein zentrales Element seiner Vorbringen. Die geltend ge- machte Suche durch die syrischen Behörden sei somit als nachgeschoben und unglaubhaft zu werten. Der Beschwerdeführer habe bei der BzP vom 8. Februar 2016 geltend ge- macht, er sei zweimal – einmal vom Regime während dreier Tage und ein- mal von der O pposition für fünf Minuten – festgehalten worden. Bei der Anhörung habe er diese Ereignisse nicht erwähnt. Erst auf Nachfrage habe er gesagt, das Regime habe ihn während eines Monats festgehalten – es habe insgesamt drei solcher Festnahmen gegeben. Bei der BzP habe er nur eine einmonatige Haft beim Luftgeheimdienst in J._______ erwähnt. Er habe in der Tat von einem Militärgefängnis in J._______ gesprochen, das Teil seiner Vorbringen im Rahmen des zweiten Asylgesuchs gewesen sei. Gemäss seinen Ausführungen in der BzP vom 10. April 2013 sei er in J._______ während eines Jahres inhaftiert gewesen und von der FSA be- freit worden. Aufgrund der Widersprüchlichkeit der Aussagen – er habe an drei Befragungen dreimal eine unterschiedliche Haftdauer angegeben – seien die Vorbringen unglaubhaft. Angesichts des Umfangs der Ungereimtheiten und Widersprüche sei es dem SEM nicht möglich, den Wahrheitsgehalt der Aussagen zu beurteilen. An dieser Einschätzung ändere auch die Bitte des Beschwerdeführers nichts, seine Aussagen in der BzP des zweiten Asylgesuchs nicht zu be- achten. Die Razzien und Festnahmen im Nachgang an die Demonstration, an der die Beschwerdeführerin Anfang 2012 teilgenommen habe, seien nicht asyl- relevant. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Behörden Kenntnis von ihrer Teilnahme hätten. Sie habe sich danach noch ein halbes Jahr in K._______ aufgehalten und sei während der Zeit, in der sie sich im Libanon aufgehalten habe, mehrmals nach Syrien zurückgekehrt. Hätten die syri- schen Behörden sie gesucht, hätten sie sie ausfindig machen und festneh- men können. Hinsichtlich des Vorbringens, die ganze Familie L._______ werde gesucht, bestünden keine Anzeichen, dass die Beschwerdeführenden aufgrund ih- res Namens Nachteile zu befürchten hätten. Seit Ausbruch der Unruhen seien sie aus verschiedenen Gründen mehrfach nach Syrien gereist, wobei D-3737/2018 Seite 10 sie ihre Dokumente vorgewiesen hätten. Sie hätten dabei wegen ihres Na- mens keine nennenswerten Probleme gehabt. Es sei unbestritten, dass die allgemeine Lage in Syrien schwierig sei; die von den Beschwerdeführenden vorgebrachten Nachteile seien auf die zur- zeit herrschende Situation und die allgemein gegenwärtige Gewalt zurück- zuführen und träfen viele Menschen in ähnlicher Weise. Sie seien daher nicht asylrelevant. 4.2 In der Beschwerde wird einleitend der Sachverhalt geschildert und gel- tend gemacht, das SEM habe wichtige Sachverhaltselemente ausser Acht gelassen beziehungsweise nicht abgeklärt. Die Beschwerdeführenden hät- ten darauf hingewiesen, sie hätten Syrien verlassen, weil ihr Sohn verhaftet worden sei und gesucht werde. Der Beschwerdeführer habe dazu kohä- rent, widerspruchsfrei und detailreich ausgesagt. Die Aufschiebung des Dienstes, die er durch Bestechung erreicht habe, sei mittlerweile abgelau- fen, weshalb der Sohn auf die Liste der Dienstverweigerer gesetzt worden sei. Dies werde im Entscheid der Vorinstanz nicht berücksichtigt. Das Bun- desverwaltungsgericht habe festgestellt, dass eine wegen Missachtung der Dienstpflicht drohende Strafe eine asylrelevante Verfolgung darstelle, wenn der Dienstpflichtige mit einer Strafe zu rechnen haben, die aus Grün- den nach Art. 3 AsylG höher ausfalle oder unverhältnismässig hoch sei. Aufgrund von Berichten des UNHCR sei davon auszugehen, dass dem Sohn der Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr nach Syrien asylrele- vante Verfolgung drohe, da er bereits in der Vergangenheit festgenommen worden sei. Die Tochter und eine Nichte der Beschwerdeführenden hätten in Österreich den Flüchtlingsstatus zuerkannt erhalten; das SEM hätte de- ren Verfahrensakten beiziehen müssen. Die Beiziehung der Akten werde beantragt. Ergänzend sei darauf hinzuweisen, dass die Schwester des Be- schwerdeführers und deren Söhne in Deutschland Asyl erhalten hätten. Die Beschwerdeführenden hätten aufgrund der Verfolgung ihrer Angehöri- gen bei einer Rückkehr nach Syrien mit Reflexverfolgung zu rechnen. Das Bundesverwaltungsgericht habe sich in mehreren Urteilen zu drohender Reflexverfolgung geäussert. Der Beschwerdeführer habe mehrmals erwähnt, dass er Mitglied der Mus- limbruderschaft sei und die FSA unterstützt habe. Nach dem Ausbruch der Unruhen habe er mit den „Leuten in H._______“ Kontakt aufgenommen und mit ihnen besprochen, wie das Regime gestoppt werden könne. Er habe die FSA zusammen mit zwei Brüdern nicht nur finanziell und bei der Beschaffung von Waffen unterstützt, sondern ihr auch sein Haus in D-3737/2018 Seite 11 G._______ zur Verfügung gestellt. Es könne eine Urkunde in Aussicht ge- stellt werden, welche die Besetzung des Hauses durch die FSA belege. Auch die Beschwerdeführerin habe erwähnt, dass ihr Mann das Haus der FSA zur Verfügung gestellt habe. Sie wisse aber wohl bis heute nicht, dass er Mitglied der Muslimbruderschaft sei. Das SEM habe es unterlassen, auf das politische Profil des Beschwerdeführers einzugehen beziehungsweise die Hintergründe angemessen abzuklären. Es habe sich darauf be- schränkt, die äusserst glaubhaften Aussagen in Frage zu stellen, weil sie in der BzP noch nicht vorgebracht worden seien. Dies sei nachvollziehbar, habe der Beschwerdeführer doch nicht einmal seine Ehefrau über seine Mitgliedschaft bei der Muslimbruderschaft informiert. Gemäss Art. 32 VwVG seien auch verspätete Vorbringen zu berücksichtigen. Die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der Muslimbruderschaft sei asylrechtlich relevant, würden die Muslimbrüder in Syrien doch seit Jahr- zehnten verfolgt. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei deshalb bereits vor 25 Jahren festgenommen worden, passe in diesen Geschichts- verlauf. Bei einer Rückkehr müsse er mit Verfolgung, Bestrafung, Folter oder gar Tötung rechnen. Das SEM habe es unter lassen, die Möglichkeit einer Reflexverfolgung beim Entscheid zu berücksichtigen. Es habe auch keine Abklärungen be- treffend die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers bei der Muslimbruder- schaft sowie der erfolgten Unterstützung der FSA gemacht. Damit habe es den Untersuchungsgrundsatz verletzt und den Sachverhalt unrichtig bezie- hungsweise unvollständig abgeklärt. 4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, es habe über die Asyl- vorbringen von F._______ noch nicht befunden. Es sei somit nicht erstellt, dass dieser eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten habe. Auch wenn er aufgrund seiner Wehrdienstverweigerung eine solche zu befürchten hätte, sei nicht davon auszugehen, dass das Regime ihm deshalb eine re- gimefeindliche Haltung zuschreiben würde. Er verfüge nicht über ein Profil, aufgrund dessen sich seine Familie bei einer Rückkehr einer Reflexverfol- gung ausgesetzt sähe. Die Tatsache, dass er mit seiner Familie 2015 legal habe nach Syrien reisen können, unterstreiche diese Ei nschätzung. Hin- sichtlich der beantragten Beiziehung der Verfahrensakten der Tochter sei festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Österreich kein institutiona- lisierter Austausch von Akten der jeweiligen Asylverfahren bestehe. Da die Tochter in einem anderen Staat mit anderen asylrechtli chen Bestimmun-D-3737/2018 Seite 12 gen ihr Asylverfahren durchlaufen habe, könne nicht ausgeschlossen wer- den, dass das SEM zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre. Den Aussagen der Beschwerdeführenden seien keine Hinweise dafür zu ent- nehmen, dass alleine durch die Asylgewährun g an die Tochter eine Re- flexverfolgung abgeleitet werden könne. Die Aussagen, wonach die Toch- ter zweimal auf dem Nachhauseweg von der Universität angeschossen worden sei, schienen Ausdruck der allgemeinen Sicherheitslage zu sein. Die Tochter sei regelmässi g vom Libanon nach Damaskus gereist, was diese Einschätzung untermauere. Der Vorwurf, das SEM habe das politi- sche Profil des Beschwerdeführers als Mitglied der Muslimbruderschaft zu wenig abgeklärt, sei von der Hand zu weisen. Es sei nochmals auf das Nachschieben dieses Vorbringens und auf die widersprüchlichen Aussa- gen im Verlauf der Asylverfahren hinzuweisen. 4.4 In der Stellungnahme wird entgegnet , es treffe nicht zu, das das syri- sche Regime Wehrdienstverweigerung nicht als Ausdruck einer regime- feindlichen Haltung verstehe. Dies werde vom UNHCR in den Guidelines zu syrischen Asylsuchenden festgehalten. Der Sohn der Beschwerdefüh- renden werde vom Regime als Regimegegner eingestuft. Weitere Ver- wandte der Beschwerdeführenden hätten eine begründete Furcht vor asyl- relevanten Nachteilen durch das Regime, seien sie doch in europäischen Ländern als Flüchtlinge anerkannt worden. Die Schweizerische Flücht- lingshilfe (SFH) bestätige, dass Reflexverfolgung in Syrien alltäglich sei. Auch das Bundesverwaltungsgericht habe die s festgehalten. Der Be- schwerdeführer habe bei der Anhörung einleuchtend erklärt, dass er bei der BzP müde gewesen sei und seine Fluchtgründe nur zusammengefasst dargelegt habe. Er sei wenige Tage zuvor noch im Gefängnis gewesen. Es könne ihm nicht nur desh alb kein Glauben geschenkt werden, da er sein politisches Profil erst in der Anhörung erwähnt habe. 5. 5.1 Insofern in der Beschwerde gerügt wird, das SEM hätte das politische Profil des Beschwerdeführers vertiefter abklären müssen, ist festzuhalten, dass sowohl die von ihm geltend gemachte Mitgliedschaft bei der Muslim- bruderschaft als auch die ihm drohenden Probleme aufgrund der vorge- brachten Unterstützung der FSA vom SEM als unglaubhaft gewertet wur- den. Unter Hinweis auf die nachfolgenden Erwägungen zur Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers bestand für das SEM keine Veran- lassung, weitere Abklärungen zu als berechtigterweise als unglaubhaft ein- geschätzten Vorbringen zu tätigen. D-3737/2018 Seite 13 5.2 In der Beschwerde wird darauf hingewiesen, die Tochter der Beschwer- deführenden, I._______, sei in Österreich als Flüchtling anerkannt worden. Das SEM hätte ihre Asylakten beiziehen müssen. Das SEM weist in der Vernehmlassung darauf hin, dass es österreichische Asylakten nicht auf- grund eines institutionalisierten Austauschs beiziehen könne. Aufgrund der Aussagen, welche die Beschwerdeführerenden zu ihrer Tochter machten, musste sich das SEM nicht veranlasst sehen, die Beschwerdeführenden zur Beschaffung dieser Akten aufzufordern. Das Bundesverwaltungsge- richt sieht auch zum heutigen Zeitpunkt keine Notwendigkeit, die Akten von I._______ beizuziehen, weshalb der entsprechende Antrag ebenso wie derjenige, die österreichischen Asylakten einer Nichte des Beschwerdefüh- rers seien beizuziehen, abzuweisen ist. 5.3 Das Bundesverwaltungsgericht teilt die in der Beschwerde vertretene Auffassung, das SEM hätte die Vorbringen der Beschwerdeführenden be- züglich ihres Sohnes F._______ bei der Entscheidfindung berücksichtigen müssen. Sowohl die Beschwerdeführenden als auch der Sohn F._______ machten im Rahmen ihrer Befragungen Asylgründe geltend, die potenziell auch die anderen Familienangehörigen hätten betreffen können. Sie und ihr Sohn stellten ihre Ausreise aus dem Libanon und die gemeinsame Reise nach Westeuropa teilweise auch in Zusammenhang mit den von F._______ geltend gemachten Problemen wegen des nicht geleisteten Mi- litärdienstes. Das Bundesverwaltungsgericht hat das SEM bereits mehr- fach darauf hingewiesen, dass über Asylgesuche von Familienangehöri- gen, deren Asylgründe einen sachlichen Zusam menhang aufweisen, gleichzeitig befunden werden sollte. Nachdem das SEM sich in der Ver- nehmlassung zum Asylgesuch des Sohnes äusserte, die Beschwerdefüh- renden sich in ihrer Stellungnahme dazu äussern konnten und das Asylge- such des Sohnes in der Zwischenzeit abgelehnt wurde – dieser Entscheid wird vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D -239/2019 vom heutigen Tag bestätigt – erweist sich eine Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zum Neuentscheid als nicht (mehr) sachgerecht. 5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass der rechtserhebliche Sach- verhalt zumindest im heutigen Zeitpunkt als erstellt zu erachten ist und sich eine Rückweisung der Sache an das SEM zum Neuentscheid nicht recht- fertigt. Der entsprechende Antrag ist demnach abzuweisen. 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen von Asylvorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt D-3737/2018 Seite 14 und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 6.2 6.2.1 Der Beschwerdeführer gab bei den Befragungen im Rahmen des ers- ten Asylverfahrens zu Protokoll, er sei von den syrischen Behörden auf- grund seiner Mitgliedschaft bei der Muslimbruderschaft rund zweieinhalb Jahre inhaftiert worden. Nur Dank Bestechung sei ihm die Flucht gelungen, nach der er von den Behörden umgehend gesucht worden sei. Angesichts der notorischen Verfolgungsgefahr, der Mitglieder der Muslimbruderschaft in Syrien unterliegen, und der genannten konkreten Vorgeschichte hätte es der Beschwerdeführer wohl nicht gewagt, während des hängigen ersten Asylverfahrens freiwillig nach Syrien zurückzukehren , falls er Mitglied der Muslimbruderschaft und dies den syrischen Behörden bekannt gewesen wäre. Seinen Aussagen ist zu entnehmen, dass er nach der Rückkehr nach Syrien im Jahr 2000 jahrelang dort lebte und auch nach der Verlegung des Wohnsitzes in den Libanon im Jahr 2012 bis im Jahr 2015 regelmässig nach Syrien zurückkehrte, ohne dass er wegen seiner den Behörden an- geblich bekannten Mitgliedschaft bei der Muslimbruderschaft je ernsthaft in Schwierigkeiten geraten wäre. Diese r Umstand in Verbindung mit de r Tatsache, dass er die angebliche erneute Suche nach ihm wegen seiner Mitgliedschaft bei den Muslimbrüdern (und der Unter stützung der FSA), von der er angeblich nach seiner letzten, legalen und kontrollierten Aus- reise aus Syrien erfahren habe, bei der BzP vom Februar 2016 nicht er- wähnte, verdeutlicht, dass es sich, wie von der Vorinstanz erkannt, um ein nachgeschobenes und vorliegend auch unglaubhaftes Vorbringen handelt. Der Beschwerdeführer wurde bei der BzP vom Februar 2016 mehrmals nach allfälligen Problemen mit den syrischen Behörden gefragt und gab zweimal eindeutig an, er habe keine politischen Aktivitäten gehabt – einmal versicherte er auch, er habe keine religiösen Aktivitäten gehabt (act. C11/15 S. 10). Entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung ist es keineswegs einleuchtend, dass der Beschwerdeführer aufgrund von Er- müdung und einer in Österreich erlitten en Inhaftierung bewusst und wie- derholt wahrheitswidrige Angaben zu seinen Asylgründen machte, denn die Darstellung in der Beschwerde , er habe wesentliche Verfolgungs- gründe nicht erwähnt, ist nicht zutreffend, hat er doch solche ausdrücklich verneint. 6.2.2 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer erst in der Anhörung erwähn- ten Unterstützung der FSA, die er in Zusammenhang mit seiner Mitglied-D-3737/2018 Seite 15 schaft bei der Muslimbruderschaft stellte, ist auf die vorstehenden Erwä- gungen zu verweisen. Eine Unterstützung und Zusammenarb eit mit der FSA stellt zweifelsfrei eine politische Aktivität dar. Da der Beschwerdefüh- rer bei der BzP vom Februar 2016 einerseits nach politischen Aktivitäten, anderseits nach ihm seitens der syrischen Behörden drohenden Proble- men gefragt wurde, ist nicht nachvollziehbar, dass er die Unterstützung der FSA und den gegen ihn angeblich bestehenden Suchbefehl nicht geltend machte. An der überwiegenden Unglaubhaftigkeit des geltend gemachten Vorbringens würde auch die in Aussicht gestellte Bestätigung, wonach das Haus des Beschwerdeführers von der FSA besetzt worden sei, nichts än- dern, denn ein Beleg für die Besetzung eines Hauses durch die FSA ver- möchte nicht nachzuweisen, dass der Eigentümer oder Besitzer desselben mit der FSA zusammenarbeitete und deshalb von den syrischen Behörden gesucht würde. 6.2.3 Der Beschwerdeführer gab bei der Anhörung an, er habe nach seiner letztmaligen Ausreise aus Syrien erfahren, dass er von den syrischen Be- hörden aus politischen Gründen gesucht werde. Unter Hinweis auf die vor- stehenden Erwägungen zur Glaubhaftigkeit seiner Mitgliedschaft bei der Muslimbruderschaft und seiner Zusammenarbeit mit der FSA, ist auch die- ses Vorbringen als unglaubhaft zu werten. Abgesehen davon, dass er bei der BzP einmal implizit und einmal explizit angab, keine politischen Aktivi- täten gehabt zu haben, wurde er vor Abschluss der BzP ausdrücklich nach bislang nicht genannten Gründen, die einer Rückkehr nach Syrien entge- genstünden, gefragt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte er eine behörd- liche Suche nach ihm und das damit drohende Ungemach erwähnen müs- sen. 6.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschwerde- führers, er sei Mitglied bei der Muslimbruderschaft gewesen und habe als solches die FSA in verschiedener Weise unterstützt, was den syrischen Behörden bekannt geworden sei, weshalb er nun von diesen gesucht werde, als überwiegend unwahrscheinlich und damit unglaubhaft zu wer- ten sind. 7. 7.1 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Eine D-3737/2018 Seite 16 bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die F urcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1; 2010/57 E. 2.5; 2010/44 E. 3.). 7.2 Bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft interessiert zwar in erster Linie die im Zeitpunkt der Ausreise der asylsuchenden Person bestehende Verfolgungssituation. Es ist jedoch dann auf die Gefährdungslage im Mo- ment des Asylentscheides abzustellen, wenn sich die Lage im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid massgeblich zu Gunsten oder zu Lasten der asylsuchenden Person ver ändert hat (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.1). 7.3 Hinsichtlich der Einschätzung der allgemeinen Lage in Syrien ist auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -5779/2013 vom 25. Februar 2015 (als Referenzurteil publiziert) zu verweisen. Die Situation in Syrien hat sich seither zwar verändert, aber nicht verbessert. Durch zahlreiche Berichte ist belegt, dass die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 gegen tatsächliche oder ver- meintliche Regimegegner mit grösster Brutalit ät und Rücksichtslosigkeit vorgehen. Personen, die durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Regimes identifiziert werden, haben eine Behandlung zu erwarten, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt (vgl. Urteil des BVGer D-5779/2013 E. 5.7.2). 7.4 7.4.1 Wie vorstehend erwogen, ist es dem Beschwerdeführer nicht gelun- gen, glaubhaft zu machen, dass er aufgrund der behaupteten Zugehörig- keit zur Muslimbruderschaft und der geltend gemachten Unterstützung der FSA von den syrischen Behörden gesucht wurde und sich demnach in be- gründeter Weise vor asylrechtlich relevanter Verfolgung fürchten musste. Aufgrund seiner Aussagen und den Angaben seiner Angehörigen steht fest, dass er nach der Stellung des ersten und zweiten Asylgesuchs in der Schweiz und auch nachdem er sich zusammen mit seiner Familie im Jahr 2012 in den Libanon begeben hat te, regelmässig nach Syrien zurück- kehrte. Bis im Jahr 2012 lebte er mehrheitlich in seinem Heimatland, später kehrte er aus geschäftlichen Gründen immer wieder dorthin zurück. Sollte der Beschwerdeführer in früheren Jahren tatsächlich Probleme mit den sy-D-3737/2018 Seite 17 rischen Behörden gehabt haben, ist davon auszugehen, dass er seine An- gelegenheiten mit ihnen regeln konnte. Während seinen regelmässigen Aufenthalten in Syrien bis im September 2015 stellte er sich jeweils unter den Schutz der heimatlichen Behörden und brachte zum Ausdruck, dass er sich nicht vor Verfolgung zu fürchten hatte. 7.4.2 Der Beschwerdeführer brachte vor, er sei vor allem im Bereich (…) ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen, der mehrmals aus geschäftli- chen Gründen in europäische Staaten gereist sei. Da er bei seinen Reisen nach Syrien in einem für dortige Verhältnisse sehr teuren Wagen unter- wegs gewesen sei, habe man ihn an Checkpoints (von Regierungs- bezie- hungsweise Oppositionskreisen) immer wieder erpresst. So habe er einmal einen höheren Betrag bezahlen müssen, damit sein Wagen nicht beschlag- nahmt worden sei. Der Sohn des Beschwerdeführers, F._______, bestä- tigte im Rahmen seiner Befragungen, dass sein Vater ein vermögender (…) gewesen sei, hinter dessen Geld sowohl Regierungsleute als auch Oppo- sitionelle her gewesen seien. Diese Vorkommnisse sind Ausdruck der in Syrien weit verbreiteten Korruption und der Rechtlosigkeit in Zeiten eines Bürgerkrieges. Die Motivation dieser Erpressungen war nicht eine gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfolgung aus einem der in Art. 3 AsylG abschliessend genannten Gründe, sondern Bereicherungsabsicht. Es ist gerichtsnotorisch, dass viele syrische Staatsangehörige, die keine persön- lichen Probleme mit Regime- oder Oppositionskreisen hatten, bei Kontrol- len kleinere oder grössere Beträge bezahlen mussten, um weiterreisen zu können. Das Vorbringen des Beschwerdeführers ist asylrechtlich nicht re- levant. 7.5 Die Beschwerdeführerin sagte aus, sie habe persönlich keine Prob- leme mit den syrischen Behörden gehabt. Sie habe einmal an einer De- monstration teilgenommen, in deren Nachgang die Behörden Razzien durchgeführt und Verhaftungen vorgenommen hätte n. Sie lebte nach der Teilnahme an der Demonstration noch mehrere Monate in Syrien und kehrte vom Libanon aus mehrmals in ihr Heimatland zurück. Auch sie stellte sich während den Aufenthalten in Syrien mehrmals unter den Schutz der heimatlichen Behörden, w eshalb sie sich nicht vor asylrechtlich rele- vanter Verfolgung gefürchtet haben konnte. 7.6 Der Sohn der Beschwerdeführenden C._______ wurde von den Aus- wirkungen des Bürgerkriegs mitbetroffen und scheint gemäss den Akten dadurch traumatisiert worden zu sein. Abgesehen von der Ankündigung ei- nes Soldaten, er werde wohl auch bald in den Militärdienst eingezogen D-3737/2018 Seite 18 werden, sei er von den syrisc hen Behörden nie behelligt worden. Die all- gemein schwierige Lage in Syrien und die sich daraus für viele Zivilisten ergebenden verheerenden Folgen werden von den schweizerisc hen Asylbehörden nicht verkannt, sie sind indessen praxisgemäss für sich al- lein gesehen asylrechtlich nicht relevant. Ebenso wenig vermochte die An- kündigung eines Soldaten, C._______ werde wohl in den Militärdienst ein- gezogen werden, eine begründete Furcht vor Verfolgung auszulösen, da angesichts des damaligen Alters des Beschwerdeführers eine Einziehung in die syrische Armee objektiv gesehen nicht bevorstand und die bevorste- hende Dienstpflicht an sich praxisgemäss nicht asylrechtlich relevant ist. 7.7 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführenden hätten sich aufgrund ihrer Verwandten vor Reflexverfolgung fürchten müs- sen. 7.7.1 Hinsichtlich des Sohnes, F._______, ist festzustellen, dass das SEM dessen Asylgesuch mit Verfügung vom 14. Dezember 2018 ablehnte, seine Wegweisung aus der Schweiz verfügte und ihn wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz vorläufig aufnahm. Das Bundesver- waltungsgericht teilt die Auffassung des SEM, der Sohn der Beschwerde- führenden erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und weist dessen Be- schwerde mit Urteil D -239/2019 vom heutigen Tag ab. Den Beschwerde- führenden droht somit im Zusammenhang mit ihrem Sohn F._______ keine Reflexverfolgung. 7.7.2 Die Beschwerdeführenden weisen in ihrer Beschwerde darauf hin, dass ihre Tochter I._______ in Österreich am 29. Mai 2018 als Flüchtling anerkannt und ihr Asyl gewährt wurde. Dem nachgereichten Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts der Republik Österreich ist indessen nicht zu ent- nehmen, weshalb der Tochter Asyl gewährt wurde. Den Ausführungen der Beschwerdeführenden lässt sich nicht entnehmen, dass ihre Tochter von den syrischen Behörden verfolgt wurde oder in absehbarer Zukunft mit Ver- folgung hätte rechnen müssen. Die Beschwerdeführerin führte bei ihrer An- hörung aus, ihre Tochter habe sich nach der Ausreise der Familie in den Libanon im Jahr 2012 an der Universität von Damaskus einschreiben las- sen. Sie habe ihre Tochter bis im Jahr 2015 mehrmals nach Damaskus begleitet, als diese die Universität besucht beziehungsweise dort Prüfun- gen abgelegt habe. Der Beschwerdeführer sagte aus, die Tochter sei wäh- rend i hrer Besuche in Damaskus zweimal von Heckenschützen ange- schossen und verletzt worden. Diesen Aussagen ist zu entnehmen, dass D-3737/2018 Seite 19 die Tochter der Beschwerdeführenden unter den Auswirkungen des Bür- gerkriegs nicht „nur“ allgemein, sondern konkret betroffen wurde, da sie zweimal verletzt worden sei. Da I._______ indessen mehrmals legal nach Syrien zurückkehrte und dort gemäss den Angaben der Beschwerdeführe- rin regelmässig an Checkpoints kontrolliert wurde, wobei sie nie ernsthaft behelligt wurde, bestand seitens der syrischen Behörden kein Verfolgungs- interesse an ihrer Person. Den Beschwerdeführenden droht demnach we- gen ihrer Tochter bei einer Rückkehr nach Syrien keine Reflexverfolgung. 7.7.3 In der Beschwerde wird ausgeführt, dass eine Schwester des Be- schwerdeführers in Deutschland als Flüchtling anerkannt worden sei und dass auch weitere Angehörige des Beschwerdeführers Probleme mit de n syrischen Behörden gehabt hätten. Angesichts der Persönlichkeitsprofile der Beschwerdeführenden kann nicht davon ausgegangen werden, i hnen drohten bei einer Rückkehr nach Syrien aufgrund von Problemen ihrer Ver- wandten ernsthafte Schwierigkeiten. Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin kehrten in den Jahren 2012 bis 2015 vom Libanon aus mehrfach nach Syrien zurück, ohne dass sie deshalb aufgrund von Problemen, die ihre Verwandten mit dem Regime gehabt hätten, von den heimatlichen Behörden verfolgt worden wären. Den Aussagen der Be- schwerdeführenden und ihres Sohnes F._______ ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer offenbar über (geschäftliche) Kontakte bis in Regie- rungskreise verfügte. Seine zahlreichen legal und kontrolliert erfolgten Ein- und Ausreisen deuten nicht darauf hin, dass der Beschwerdeführer sich aufgrund von Schwierigkeiten, die einige seiner Verwandten mit dem syri- schen Regime hatten, subjektiv gesehen vor ernsthaften Nachteilen fürch- tete. Die gleiche Feststellung gilt auch für die Beschwerdeführerin, da sie ebenso wie ihr Ehemann mehrere Male unbehelligt vom Libanon nach Sy- rien und vor dort wieder in de n Libanon zurückreiste. Eine begründete Furcht von Reflexverfolgung kann den Beschwerdeführenden somit auch objektiv gesehen nicht zuerkannt werden. 7.8 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass di e Situation der Beschwerdeführenden zum Zeitpunkt ihrer Ausreise in den Libanon im Jahre 2012 und auch während der Zeit bis zum Jahr 2015, in der sie im Libanon lebten, gekennzeichnet von den gewaltsamen Auseinanderset- zungen in Syrien und der schwierigen Situation der syrischen Staatsange- hörigen im Libano n war. Da der Beschwerdeführer offenbar geschäftlich erfolgreich war, vermochten sie auch im Libanon ein besseres Leben als der Grossteil ihrer Landsleute zu führen. Die zum Teil erheblichen Unan-D-3737/2018 Seite 20 nehmlichkeiten, die zahlreichen, sich in einer ähnlichen Situ ation befindli- chen syrischen Staatsangehörigen entstanden, sind indessen nicht als zielgerichtete, asylrechtliche relevante Verfolgung, sondern als asylrecht- lich irrelevante Folgen eines Bürgerkriegs zu sehen. Die Todesfälle in den Familien der Beschwerdeführenden bei Bombardierungen, die regelmässi- gen Kontrollen, denen sie an Checkpoints unterzogen wurden und die da- mit zusammenhängend zu leistenden Bestechungsgelder, die allgemeinen Schikanen, welche die Zivilbevölkerung zu erdulden hatte , sowie die Zer- störung des Wohnquartiers der Beschwerdeführenden sind als Nachteile zu werten, die ihnen aufgrund der Bürgerkriegssituation im Heimatland er- wachsen sind. 7.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden bis zum Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Syrien weder Verfolgung erlitten hat- ten noch sich – objektiv gesehen – vor einer ihnen in absehbarer Zeit dro- henden, asylrechtlich relevanten Verfolgung fürchten mussten. Auch nach ihrer Ausreise aus Syrien hat sich ihre persönliche Situation nicht in einer Weise verändert, aufgrund der sie sich im heutigen Zeitpunkt vor asylrecht- lich relevanter Verfolgung fürchten müssten. Es kann nicht davon ausge- gangen werden, dass sie durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Regimes identifiziert wurden, weshalb sie bei einer Rück- kehr nicht mit einer vorliegend relevante n Verfolgung zu rechnen hätten. Die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfolgende Überprüfung der Be- schwerdeführenden im Falle einer Rückkehr begründet für sich allein pra- xisgemäss die Flüchtlingseigenschaft nicht. 8. Somit ergibt sich, dass keine den Beschwerdeführenden drohende asyl- rechtlich relevante Verfolgung ersichtlich ist, weshalb die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt hat. Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde und die eingereichten Dokumente detaillierter einzugehen, da sie an der vorlie- genden Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 9. 9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). D-3737/2018 Seite 21 9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 11. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerde- führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit Zwischenver- fügung vom 12. Juli 2018 die unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, sind indessen keine Kosten zu erheben. 12. Der mit Zwischenverfügung vom 12. Juli 2018 eingesetzte Rechtsbeistand ist für seine Bemühungen zu entschädigen. Die Festsetzung des Honorars erfolgt gemäss Art. 12 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) in sinngemässer Anwendung von Art. 8-11 sowie Art. 14 VGKE. Bei amtlicher Vertretung geht das Gericht in der Regel von einem Stundenansatz von Fr. 200.‒ bis Fr. 220.‒ für Anwältinnen und Anwälte und von Fr. 100.‒ bis Fr. 150.‒ für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und Vertre- ter aus, wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist. Der Rechtsbeistand reichte mit der Replik vom 10. August 2018 eine vom sel- ben Tag datierende Kostennote ein. In dieser wird der Aufwand für das Be- schwerdeverfahren auf 10.5 Stunden beziffert und es werden Auslagen in der Höhe von Fr. 13.60 und die Mehrwertsteuer von 7.7 Prozent geltend gemacht. Der geltend gemachte zeitliche Aufwand und die Auslagen sind angemessen. Hingegen ist der Stundenansatz auf Fr. 150.‒ für nicht-an- waltliche Vertreterinnen und Vertreter zu kürzen. Dem Rechtsbeistand ist demnach vom Bundesverwaltungsgericht ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘711.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) zu vergüten. (Dispositiv nächste Seite) D-3737/2018 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Das Honorar für den amtlichen Rechtsbeistand von Fr. 1‘711.– wird durch die Gerichtskasse vergütet. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Jürg Marcel Tiefenthal Christoph Basler Versand: