<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2018.00145</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=218945&amp;W10_KEY=13013494&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2018.00145</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.01.2019</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Wirtschaftliche Hilfe bei Einstelltagen der Arbeitslosenkasse. Die Sozialhilfebehörde trat aufgrund einer von der Arbeitslosenkasse verfügten Einstellung auf das erneute Unterstützungsgesuch des Beschwerdegegners, welcher bereits ca. ein halbes Jahr zuvor Sozialhilfe bezog, nicht ein, da er die Einstelltage selbst verschuldet habe. Die Vorinstanz hob den Nichteintretensentscheid als unrechtmässig auf und wies die Beschwerdeführerin an, auf das Gesuch einzutreten und es ordentlich zu prüfen. Die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdegegner auf die Geltendmachung eines Ersatzeinkommens - verschuldet oder unverschuldet - verzichtet haben soll und somit eine Verletzung des Subsidiaritätsgrundsatzes vorliege, ist keine Eintretensvoraussetzung. Vielmehr ist die Bedürftigkeit im Rahmen der Sachverhaltsabklärung zu ermitteln und das Gesuch gegebenenfalls mangels Bedürftigkeit abzuweisen. Der Anspruch auf Sozialhilfe ist selbst dann zu prüfen, wenn Leistungen, die der Sozialhilfe aufgrund des Subsidiaritätsprinzips grundsätzlich vorgehen würden, wegen eines Verschuldens des Gesuchstellers verweigert wurden. Mit dem Nichteintretensentscheid hat die Beschwerdeführerin bereits die Prüfung des Gesuchs verweigert (E. 4.2). Beschwerdelegitimation der Gemeinde (E. 1.4). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANSPRUCHSPRÃFUNG">ANSPRUCHSPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARBEITSLOSENKASSE">ARBEITSLOSENKASSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSTELLTAGE">EINSTELLTAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTEINTRETEN">NICHTEINTRETEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSIDIARITÃTSPRINZIP">SUBSIDIARITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 111 Abs. 1 BGG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 21 Abs. 2 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 49 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span> Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=41197" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2018.00145</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der Einzelrichterin</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. Januar 2019</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Cyrielle SÃ¶llner Tropeano.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>Gemeinde D,<b> </b>vertreten durch die SozialbehÃ¶rde,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch B, substituiert durch C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Sozialhilfe,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A (geboren 1995), vertreten durch eine BeistÃ¤ndin, war seit dem 1. Januar 2017 auf Sozialhilfe angewiesen. Er hatte Anspruch auf Arbeitslosentaggelder, welche an das Sozialamt der Gemeinde D abgetreten wurden. Da der Betrag der Arbeitslosengelder hÃ¶her ausfiel als der Betrag der Sozialhilfe, wurde die wirtschaftliche Hilfe mit Beschluss der SozialbehÃ¶rde D vom 21. MÃ¤rz 2017 per 28. Februar 2017 eingestellt und die Abtretung der Arbeitslosengelder per 1. MÃ¤rz 2017 aufgehoben. Weiter wurde A darauf aufmerksam gemacht, dass kein Anspruch auf Sozialhilfe bestehe, wenn er seinen Anspruch bei der Arbeitslosenkasse nicht geltend mache und dass selbstverschuldete KÃ¼rzungen (Einstelltage) von Leistungen der Arbeitslosenkasse nicht mit Sozialhilfe kompensiert werden kÃ¶nnten.</p> <p class="Urteilstext">Am 31. Juli 2017 reichte die BeistÃ¤ndin von A erneut ein Sozialhilfegesuch fÃ¼r A ein, da er seine Arbeitsstelle verloren und von der Arbeitslosenkasse 67 Einstelltage erhalten habe. </p> <p class="Urteilstext">Mit Einschreiben bzw. Beschluss vom 29. August 2017 teilte die SozialbehÃ¶rde D A mit, dass er mit Beschluss der SozialbehÃ¶rde D vom 21. MÃ¤rz 2017 darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass Einstelltage nicht mit Sozialhilfe kompensiert werden kÃ¶nnten und er es unterlassen habe, mittels Einsprache seinen Rechtsanspruch geltend zu machen, weshalb die SozialbehÃ¶rde D an der Sitzung vom 22. August 2017 beschlossen habe, auf seine Anmeldung nicht einzutreten. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen rekurrierte A, vertreten durch seine BeistÃ¤ndin, an den Bezirksrat E und beantragte, seine Anmeldung bei der Sozialhilfe vom 31. Juli 2017 sei aufgrund der aktuellen Situation zu beurteilen und es sei ihm wirtschaftliche Hilfe auszurichten. Die Ablehnung sei zurÃ¼ckzuziehen. </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 9. Februar 2018 hob der Bezirksrat E in Gutheissung des Rekurses den Beschluss vom 29. August 2017 auf und wies die SozialbehÃ¶rde D an, auf das Gesuch von A vom 31. Juli 2017 einzutreten und dieses ordentlich zu prÃ¼fen. </p> <p class="Urteilstext">Am 15. Februar 2018 verfÃ¼gte die SozialbehÃ¶rde D die wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung von A ab 1. Februar 2018. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde D, vertreten durch die SozialbehÃ¶rde D, erhob dagegen am 8. MÃ¤rz 2018 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des Entscheids des Bezirksrats E vom 9. Februar 2018 und die BestÃ¤tigung ihres Beschlusses vom 22. August 2017; alles unter Kostenfolge zulasten des Bezirksrats E.</p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat E verwies am 19. MÃ¤rz 2018 auf die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids und verzichtete im Ãbrigen auf weitere Vernehmlassung. A liess durch seine BeistÃ¤ndin am 22. MÃ¤rz 2018 sinngemÃ¤ss die Abweisung der Beschwerde beantragen. Die Gemeinde D liess sich nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Einzelrichterin</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r die Behandlung der vorliegenden Beschwerde gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der Beschwerdegegner wird seit 1. Februar 2018 mit Fr. 611.- zzgl. allfÃ¤llige weitere Leistungen von der BeschwerdefÃ¼hrerin unterstÃ¼tzt. Mit dem Nichteintretensbeschluss vom 29. August 2017 wurden dem Beschwerdegegner Leistungen in diesem Rahmen verwehrt, weshalb dieser Betrag zur vorliegenden Streitwertberechnung heranzuziehen ist. <span>Periodische Leistungen sind in der Regel auf ein Jahr hochzurechnen (VGr, 18. Mai 2017, VB.2016.00718, E. 1.2; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 65a N. 17). Vorliegend ist jedoch nur ein Zeitraum von ca. sechs Monaten zur Berechnung des Streitwerts zu berÃ¼cksichtigen, in welchen keine UnterstÃ¼tzung erfolgte, womit der Streitwert ohnehin unter Fr. 20'000.- liegt. Ein Fall von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung liegt nicht vor. Demnach ist die Einzelrichterin zum Entscheid berufen (§ 38b Abs. 1 lit. c sowie Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Angefochten ist ein Beschluss des Bezirksrats, in dem dieser den Rekurs des Beschwerdegegners guthiess, den Beschluss der BeschwerdefÃ¼hrerin aufhob und diese anwies, auf das Gesuch des Beschwerdegegners einzutreten und dieses zu prÃ¼fen. Bei diesem Beschluss des Bezirksrats handelt es sich um einen RÃ¼ckweisungsentscheid, auch wenn das Dispositiv nicht ausdrÃ¼cklich so formuliert ist. Gegen solche selbstÃ¤ndig erÃ¶ffneten Zwischenentscheide ist die Beschwerde nur zulÃ¤ssig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (§ 19a Abs. 2 VRG i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG]). </p> <p class="Erwgung2">Bei Gutheissung der vorliegenden Beschwerde wÃ¼rde der vorinstanzliche Entscheid aufgehoben, was zur Folge hÃ¤tte, dass Ã¼ber die Sache endgÃ¼ltig entschieden wÃ¤re, indem es beim Nichteintretensentscheid (ohne materielle PrÃ¼fung des Gesuchs des Beschwerdegegners) bleiben wÃ¼rde. Im Ãbrigen hat der vorinstanzliche (Zwischen-)Entscheid fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin rechtsprechungsgemÃ¤ss einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zur Folge, weil sie gezwungen wÃ¤re, eine ihres Erachtens rechtswidrige VerfÃ¼gung zu erlassen (vgl. BGE 140 V 282 E. 4.2). Der vorinstanzliche Zwischenentscheid ist deshalb selbstÃ¤ndig anfechtbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.1 </b>Die Beschwerdelegitimation stellt eine Prozessvoraussetzung dar, die von Amtes wegen zu prÃ¼fen ist (VGr, 15. November 2018, VB.2018.00437, E. 1.4.1 m.<span> </span>w.<span> </span>H.). GemÃ¤ss § 49 in Verbindung mit § 21 Abs. 2 VRG sind Gemeinden zur Beschwerde legitimiert, wenn sie durch die Anordnung wie eine Privatperson berÃ¼hrt sind und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ãnderung haben (lit. a), die Verletzung von Garantien rÃ¼gen, die ihnen die Kantons- oder Bundesverfassung gewÃ¤hrt (lit. b), oder bei der ErfÃ¼llung von gesetzlichen Aufgaben in ihren schutzwÃ¼rdigen Interessen anderweitig verletzt sind, insbesondere bei einem wesentlichen Eingriff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen (lit. c).</p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.2 </b>GemÃ¤ss Art. 111 Abs. 1 BGG muss eine Partei, die zur Beschwerde an das Bundesgericht legitimiert ist, sich am Verfahren vor allen kantonalen Instanzen beteiligen kÃ¶nnen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 89 BGG sind die Gemeinden im Bereich der Sozialhilfe grundsÃ¤tzlich in spezifischer Weise in der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben betroffen und sollen sich daher gegen Entscheide, die ihr Verwaltungshandeln in diesem Bereich einschrÃ¤nken, zur Wehr setzen kÃ¶nnen. Auch wenn nicht alle massgebenden Kriterien, welche den Gemeinden nach der allgemeinen Legitimationsklausel den Zugang an das Bundesgericht ausnahmsweise ermÃ¶glichen, in besonders ausgeprÃ¤gter Weise erfÃ¼llt sein mÃ¶gen, ergibt sich doch aus einer Gesamtbetrachtung, dass die Legitimation in der Regel gegeben sein soll. Dies heisst aber nicht, dass die Beschwerdelegitimation ausnahmslos zu bejahen ist. Sie kann etwa verneint werden, wenn die prÃ¤judizielle Wirkung eines Entscheids weder geltend gemacht noch ersichtlich ist oder wenn ganz unerhebliche Rechtsfolgen zur Beurteilung anstehen. In solchen FÃ¤llen kann von einem besonderen schutzwÃ¼rdigen Interesse der Gemeinde nicht mehr gesprochen werden, sondern es muss angenommen werden, dass es diesfalls nur noch um die richtige Rechtsanwendung oder gar um eine Frage des Prestiges geht, welche die Legitimation ausschliessen (BGE 140 V 328 E. 6.5â6).</p> <p class="Urteilstext"><span>Gemeinden sind ebenso zur Beschwerde berechtigt, wenn sie die Verletzung von Garantien rÃ¼gen, die ihnen die Kantons- oder Bundesverfassung gewÃ¤hrt, womit insbesondere die Gemeindeautonomie gemeint ist. FÃ¼r das Eintreten ist allein entscheidend, dass die Gemeinde eine solche Verletzung geltend macht; ob ihr im strittigen Bereich eine Autonomie tatsÃ¤chlich zukommt und ob diese verletzt worden ist, ist keine Frage des Eintretens, sondern der materiellen Beurteilung (BGr, 14. Juni 2017, 8C_100/2017, E. 4.3 m.</span><span> </span><span>w.</span><span> </span><span>H.).</span></p> <p class="Erwgung3"><b>1.4.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¤ussert sich Ã¼ber ihre Legitimation nicht. Sie ist in diesem Fall weder durch den Rekursentscheid wie eine Privatperson berÃ¼hrt, noch rÃ¼gt sie die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Garantien. Auch ist aus ihrer Beschwerdeschrift nicht ersichtlich, dass sie von einer prÃ¤judiziellen Wirkung des Entscheids ausgeht. Es ist somit zu prÃ¼fen, ob eine solche ersichtlich ist und inwiefern die zu beurteilenden Rechtsfolgen einzustufen sind und ob die BeschwerdefÃ¼hrerin demzufolge zur Beschwerde legitimiert ist.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>1.4.4 </span></b>Angesichts der Tatsache, dass zwischen dem Nichteintretensentscheid sowie dem Leistungsentscheid um Ausrichtung wirtschaftlicher Hilfe lediglich ein Zeitraum von sechs Monaten lag, in welchem keine Leistungen ausgerichtet wurden bzw. der Anspruch darauf auch nicht geprÃ¼ft worden war und Ã¼berdies das vorliegende Rechtsmittelverfahren seither bei der Vorinstanz und nun am hiesigen Gericht hÃ¤ngig war, liegt auch kein wesentlicher Eingriff in ihr Finanz- oder VerwaltungsvermÃ¶gen vor. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist jedoch der Meinung, bei der von ihr zu beurteilenden Anmeldung des Beschwerdegegners vom 2. August 2017 handle es sich nicht um eine Neu-, sondern um eine Wiederanmeldung, zumal Dossiers erst sechs Monate nach dem letzten Leistungsbezug geschlossen wÃ¼rden, sodass das Dossier des Beschwerdegegners bei seiner zweiten Anmeldung noch aktiv gewesen sei. <span>Es ist durchaus denkbar, dass die Beantwortung dieser Frage prÃ¤judizielle Bedeutung fÃ¼r kÃ¼nftige, Ã¤hnlich gelagerte FÃ¤lle hat bzw. dass das vorliegende Urteil besondere finanzielle Auswirkungen in Form hÃ¶herer Sozialhilfeausgaben zur Folge (in anderen FÃ¤llen) haben kÃ¶nnte. Vor dem Hintergrund der obigen ErwÃ¤gungen ist die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrerin somit zu bejahen. Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b><span>Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe (§ 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 [SHG]). Zu den eigenen Mitteln gehÃ¶ren alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen der hilfesuchenden Person (§ 16 Abs. 2 lit. a der Sozialhilfeverordnung vom 21. Oktober 1981 [SHV]). Wirtschaftliche Hilfe wird in der Regel nur auf Gesuch hin gewÃ¤hrt (§ 25 Abs. 1 SHV).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Es ist zu unterscheiden zwischen dem Nichteintreten auf ein Gesuch um Ausrichtung von Sozialhilfe, der Ablehnung eines Gesuchs sowie â vorliegend nicht von Interesse â der Einstellung von Leistungen bei laufender UnterstÃ¼tzung:</p> <p class="Urteilstext">- Sind die Voraussetzungen fÃ¼r einen Leistungsbezug nicht gegeben (fehlende BedÃ¼rftigkeit aufgrund der Bedarfsrechnung, VermÃ¶gen vorhanden), ist das Gesuch abzulehnen, d.<span> </span>h. die Ausrichtung von Sozialhilfe mangels erfÃ¼llter Voraussetzungen zu verweigern. Denn wer ein Gesuch um UnterstÃ¼tzung durch die Sozialhilfe stellt, hat Anspruch auf eine SachverhaltsabklÃ¤rung.</p> <p class="Urteilstext">- Wenn allerdings eine gesuchstellende Person sich weigert, die zur Bedarfsbemessung nÃ¶tigen Angaben und Unterlagen vorzulegen, obwohl sie dazu ermahnt und Ã¼ber die Konsequenzen schriftlich informiert wurde, kann ein allfÃ¤lliger Anspruch auf Sozialhilfeleistungen durch das Sozialhilfeorgan nicht geprÃ¼ft werden. In diesem Fall ist ein Nichteintretensentscheid zu fÃ¤llen (SKOS-Richtlinien, 4. Ã¼berarbeitete Ausgabe April 2005, Kap. A.8.3). Im erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren sollte von der MÃ¶glichkeit eines Nichteintretens wegen Verweigerung der zumutbaren Mitwirkung nur ausnahmsweise und gestÃ¼tzt auf eine konkrete gesetzliche Grundlage Gebrauch gemacht werden (Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 7 N. 114).</p> <p class="Urteilstext">- Des Weiteren prÃ¼ft die SozialhilfebehÃ¶rde ihre ZustÃ¤ndigkeit von Amtes wegen. Ist sie nicht zustÃ¤ndig, weist sie den Hilfesuchenden an die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der nach §§ 32 und 33 SHG hilfepflichtigen Gemeinde und macht ihr gleichzeitig Mitteilung (§ 26 Abs. 1 SHV).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz fÃ¼hrte aus, es zeige sich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin auf das Gesuch des Beschwerdegegners weder aufgrund einer fehlenden Ã¶rtlichen oder sachlichen ZustÃ¤ndigkeit noch aufgrund einer Verletzung der Mitwirkungspflicht nicht eingetreten sei. Festzuhalten sei sodann, dass es sich beim Gesuch des Beschwerdegegners â nachdem die Sozialhilfeleistungen mit Beschluss vom 21. MÃ¤rz 2017 per 28. Februar 2017 rechtskrÃ¤ftig eingestellt worden seien â um eine Neuanmeldung gehandelt habe, welche gemÃ¤ss § 26 SHV ordentlich zu prÃ¼fen sei. Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin das Nichteintreten mit den selbstverschuldeten Einstelltagen des Beschwerdegegners begrÃ¼ndet habe, sei anzumerken, dass der Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t in der Sozialhilfe bedeute, dass Hilfe nur dann gewÃ¤hrt werde, wenn und soweit die bedÃ¼rftige Person sich nicht selber helfen kÃ¶nne oder wenn Hilfe von dritter Seite, insbesondere in Form von gesetzlichen Leistungen wie z.<span> </span>B. der Sozialversicherungen, nicht oder nicht rechtzeitig erhÃ¤ltlich seien. Die Sozialhilfe habe also nur ergÃ¤nzenden Charakter. Seien jedoch Leistungen, welche aufgrund des SubsidiaritÃ¤tsprinzips der Sozialhilfe grundsÃ¤tzlich vorgingen, nicht erhÃ¤ltlich, so sei der Anspruch auf wirtschaftliche Sozialhilfe selbst dann ordentlich zu prÃ¼fen, wenn die Leistungen aufgrund eines Verschuldens des Gesuchstellers verweigert worden seien.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin machte geltend, es handle sich beim Gesuch des Beschwerdegegners nicht um eine Neu-, sondern eine Wiederanmeldung. GemÃ¤ss dem Bundesamt fÃ¼r Statistik wÃ¼rden Dossiers erst sechs Monate nach dem letzten Leistungsbezug geschlossen und dem analog behandle sie ihre Dossiers. Aufgrund dessen seien die Leistungen an den Beschwerdegegner nur vorÃ¼bergehend eingestellt gewesen, das Dossier sei jedoch aktiv geblieben. Mit Beschluss vom 21. MÃ¤rz 2017 seien der Beschwerdegegner und seine BeistÃ¤ndin Ã¼ber die Rechte und Pflichten sowie Ã¼ber die AblÃ¤ufe des Sozialamts informiert worden. Auch wÃ¼rden die Anmeldungsunterlagen bestÃ¤tigen, dass es sich dabei um eine Wiederanmeldung handle, da die BeistÃ¤ndin angegeben habe, das Sozialamt sei schon im Besitz der Unterlagen.</p> <p class="Erwgung2">Weiter verkenne die Vorinstanz, dass das Gesuch sehr wohl geprÃ¼ft und nicht gÃ¤nzlich abgelehnt worden sei. Aufgrund der ÃberprÃ¼fung habe sich herausgestellt, dass der Beschwerdegegner die von der Arbeitslosenkasse verfÃ¼gten Einstelltage selbst verschuldet und keinen Rechtsanspruch geltend gemacht habe, womit er seine MÃ¶glichkeit zur Selbsthilfe nicht ausgeschÃ¶pft und das SubsidiaritÃ¤tsprinzip verletzt habe. Aufgrund dessen sei ihm mitgeteilt worden, dass keine ÃberbrÃ¼ckung fÃ¼r die 67 Einstelltage gewÃ¤hrt werde. Sollten die Sozialversicherungsleistungen nach Ablauf der Einstelltage nach wie vor nicht ausbezahlt werden, so kÃ¶nne er sich wieder melden. Auch ziehe die Vorinstanz nicht in Betracht, dass der Beschwerdegegner Ã¼ber die Konsequenzen informiert worden und sich bewusst gewesen sei, dass Einstelltage aufgrund Nichteinhaltung von Auflagen des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) nicht mit Sozialhilfe kompensiert werden kÃ¶nnten. Wie sich herausgestellt habe, seien die Einstelltage aufgrund der Nichtabmeldung diverser Termine und ungenÃ¼gender ArbeitsbemÃ¼hungen verfÃ¼gt worden. Es wÃ¤re ihm trotz seiner gesundheitlichen EinschrÃ¤nkungen mÃ¶glich gewesen, diesen Auflagen nachzukommen. Aufgrund seines Fehlverhaltens habe er diese KÃ¼rzungen in Kauf genommen. Hinzu komme, dass der Beschwerdegegner gegen die VerfÃ¼gung der Arbeitslosenkasse keinen Rekurs geltend gemacht und so auf ein Ersatzeinkommen verzichtet habe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der Beschwerdegegner bringt dagegen vor, die Einstellung der wirtschaftlichen Hilfe sei rechtskrÃ¤ftig gewesen. Somit sei das Gesuch auf Sozialhilfe vom 2. August 2017 formell und materiell zu prÃ¼fen. Ob es sich statistisch um eine Neu- oder eine Wiederanmeldung handle und ob die BeschwerdefÃ¼hrerin das Dossier als aktiv fÃ¼hre, sei nicht relevant. Selbst wenn er bei den Eltern wohne und selbst wenn es diesen zumutbar wÃ¤re, seinen Mietanteil finanziell zu tragen und ihn zu verkÃ¶stigen, dÃ¼rfe die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht per se von keiner Notlage im Sinn von Art. 12 BV ausgehen und mÃ¼sse gestÃ¼tzt auf § 26 SHV den Antrag auf Sozialhilfe ordentlich prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Zu prÃ¼fen ist, ob die Vorinstanz zu Recht den Nichteintretensentscheid der BeschwerdefÃ¼hrerin vom 29. August 2017 als unrechtmÃ¤ssig beurteilte, ihn dementsprechend aufhob und die BeschwerdefÃ¼hrerin anwies, auf das Gesuch des Beschwerdegegners einzutreten und dieses ordentlich zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz hat GrÃ¼nde, die ein Nichteintreten auf ein Gesuch um wirtschaftliche UnterstÃ¼tzung nach sich ziehen kÃ¶nnen, zutreffend ausgefÃ¼hrt (vgl. auch oben E. 2.2). Dass die SozialbehÃ¶rde D â die BeschwerdefÃ¼hrerin â fÃ¼r die Beurteilung des Gesuchs des Beschwerdegegners nicht zustÃ¤ndig wÃ¤re, macht sie zu Recht nicht geltend. Sodann rÃ¼gt sie zwar eine Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Beschwerdegegner, macht aber nicht geltend, dass diese Verletzung dazu fÃ¼hren wÃ¼rde, dass dessen Anspruch auf Sozialhilfeleistung nicht beurteilen werden kÃ¶nnte. Diejenigen GrÃ¼nde, welche die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerdeschrift zur BegrÃ¼ndung ihres Nichteintretensentscheids vorbringt, vermÃ¶gen ein Nichteintreten auf das Gesuch nicht zu rechtfertigen:</p> <p class="Erwgung2">So ist die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdegegner (verschuldet oder unverschuldet) bedÃ¼rftig ist oder nicht, weil er etwa auf die Geltendmachung eines Ersatzeinkommens verzichtet haben soll und somit eine Verletzung der SubsidiaritÃ¤t vorliege, keine Eintretensvoraussetzung. Vielmehr ist die BedÃ¼rftigkeit im Rahmen der SachverhaltsabklÃ¤rung zu ermitteln und das Gesuch gegebenenfalls mangels BedÃ¼rftigkeit abzuweisen (vgl. BGr, 14. Juni 2017, 8C_100/2017, insb. Sachverhalt A.b.; VGr, 5. April 2007, VB.2006.00544, E. 2.3). Eine Verletzung der SubsidiaritÃ¤t kann â wie die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerde selbst schreibt â eine Leistungsverweigerung, d.<span> </span>h. eine Abweisung des Gesuchs um wirtschaftliche Hilfe, nach sich ziehen. Der Anspruch auf Sozialhilfe ist aber selbst dann zu prÃ¼fen, wenn Leistungen, die der Sozialhilfe aufgrund des SubsidiaritÃ¤tsprinzips grundsÃ¤tzlich vorgehen wÃ¼rden, wegen eines Verschuldens des Gesuchstellers verweigert wurden. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin nun behauptet, sie habe das Gesuch sehr wohl geprÃ¼ft und dieses nicht gÃ¤nzlich abgelehnt, verkennt sie, dass mit einem Nichteintretensentscheid bereits die PrÃ¼fung des Gesuchs verweigert wird. Es trifft zwar zu, dass nur im Brief vom 29. August 2017 an den BeschwerdefÃ¼hrer von einem Nichteintreten die Rede ist, wÃ¤hrend die SozialbehÃ¶rde an der Sitzung vom 22. August 2017 das Gesuch des BeschwerdefÃ¼hrers "abgelehnt" hat. Allerdings geht aus der KurzbegrÃ¼ndung hervor, dass nicht der Anspruch auf Sozialhilfe materiell geprÃ¼ft, sondern die "AnspruchsabklÃ¤rung" vom Ablauf der 67 Einstelltage abhÃ¤ngig gemacht und somit die PrÃ¼fung des Gesuchs verweigert wurde.</p> <p class="Erwgung2">Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrt die BeschwerdefÃ¼hrerin in ihrer Beschwerde an, es handle sich vorliegend um eine Wiederanmeldung und Bedingung fÃ¼r eine Wiederaufnahme seien die bei Einstellung gemachten Weisungen und Auflagen. Der Beschwerdegegner sei darauf aufmerksam gemacht worden. Damit nimmt sie Bezug auf ihren Einstellungsbeschluss vom 21. MÃ¤rz 2017, in welchem sie den Beschwerdegegner darauf aufmerksam machte, dass kein Anspruch auf Sozialhilfe bestehe, wenn er seinen Anspruch bei der Arbeitslosenkasse nicht geltend mache, sowie dass selbstverschuldete KÃ¼rzungen (Einstelltage) von Leistungen der Arbeitslosenkasse nicht mit Sozialhilfe kompensiert werde kÃ¶nnten (Disp.-Ziff. 4 und 5). Ungeachtet dessen, ob es sich hierbei Ã¼berhaupt um Auflagen oder Weisungen i.<span> </span>S.<span> </span>v. § 21 SHG handelt, macht der Beschluss ohnehin nicht die <i>PrÃ¼fung</i> eines erneuten Gesuchs um Sozialhilfe, sondern den <i>Anspruch</i> von der Einhaltung dieser Pflichten abhÃ¤ngig. Auch vor diesem Hintergrund hÃ¤tte das Gesuch somit geprÃ¼ft, d.<span> </span>h. darauf eingetreten werden mÃ¼ssen, auch wenn es sich um eine "Wiederanmeldung" handelt. DarÃ¼ber, welche Auswirkungen die Hinweise im Einstellungsbeschluss, die von der Arbeitslosenkasse verfÃ¼gten Einstelltage sowie der vorgeworfene Verzicht auf ein Rechtsmittel gegen die VerfÃ¼gung der Arbeitslosenkasse auf das Bestehen eines Anspruchs auf Sozialhilfe allenfalls zeitigen, ist im Rahmen der materiellen PrÃ¼fung des Anspruchs zu befinden.</p> <p class="Erwgung2">Am Gesagten Ã¤ndert auch nichts, dass gemÃ¤ss Leitfaden zur Schweizerischen SozialhilfeempfÃ¤ngerstatistik des Bundesamts fÃ¼r Statistik, auf welchen sich die BeschwerdefÃ¼hrerin beruft, der Abschluss eines Dossiers sechs Monate nach der letzten Auszahlung datiert sein mÃ¼sse (Schweizerische SozialhilfeempfÃ¤ngerstatistik, Leitfaden zur DurchfÃ¼hrung der Erhebung, Kurzfassung BFS, NeuchÃ¢tel 2015, https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/soziale-sicherheit/erhebungen/shs.assetdetail.349992.html, besucht am 12. De­zember 2018). Diese Regelung betrifft die Erhebung von Statistikdaten. Damit deren Ziel, gesicherte Informationen Ã¼ber die Sozialleistungen in der Schweiz zur VerfÃ¼gung zu stellen (Ziff. 2.3), erreicht werden kann, mussten u.<span> </span>a. die AbschlussmodalitÃ¤ten schweizweit vereinheitlicht werden sowie definiert werden, wie die Erhebungsstelle bei einer Wiederaufnahme mit dem Dossier (WeiterfÃ¼hrung des alten Dossiers oder ErÃ¶ffnung eines neuen Dossiers) umzugehen hat (vgl. Ziff. 4.4.5). FÃ¼r die Beurteilung, ob auf ein erneutes Gesuch um Sozialhilfe eingetreten werden muss und ob es abzuweisen oder gutzuheissen ist, sind diese Vorgaben indes belanglos, zumal die einschlÃ¤gigen Bestimmungen der Sozialhilfegesetzgebung (insb. SHG, SHV) auch nicht an die DossierfÃ¼hrung anknÃ¼pfen. Ausserdem findet sich in der Sozialhilfegesetzgebung keine Regelung, welche eine PrÃ¼fung eines erneuten Gesuchs vor einem formellem Dossierabschluss ausschliessen wÃ¼rde. Eine erneute Anmeldung innerhalb sechs Monaten nach der Einstellung von wirtschaftlicher Hilfe ist deshalb grundsÃ¤tzlich zu prÃ¼fen (vgl. E. 2.2; VGr, 17. Juli 2013, VB.2013.00377: Einstellung im MÃ¤rz 2012, erneute Anmeldung im August 2012). Anhaltspunkte fÃ¼r ein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten des Beschwerdegegners werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Ferner geht es auch nicht um eine Neubeurteilung von bereits rechtskrÃ¤ftig Entschiedenem (vgl. z.<span> </span>B. BGr, 28.5.2018, 8C_343/2018). Wie der Beschwerdegegner zu Recht vorbringt, rechtfertigt auch der Umstand, dass er noch bei seinen Eltern wohnt, welche fÃ¼r Kost und Logis aufkommen kÃ¶nnten, eine Verweigerung der <i>ÃberprÃ¼fung</i> eines allfÃ¤lligen Anspruchs auf Sozialhilfe nicht. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Folglich hÃ¤tte die BeschwerdefÃ¼hrerin auf das Gesuch des Beschwerdegegners eintreten mÃ¼ssen. Die Vorinstanz hat den Nichteintretensentscheid der BeschwerdefÃ¼hrerin somit zu Recht aufgehoben und sie angewiesen, den Anspruch des Beschwerdegegners auf Sozialhilfe (ab August 2017) zu prÃ¼fen. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2">Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens der BeschwerdefÃ¼hrerin zu auferlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden keine verlangt.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der vorliegende Entscheid ist ein Zwischenentscheid, der nur unter den einschrÃ¤nkenden Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG weitergezogen werden kann (vgl. vorstehend E. 1.3).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Einzelrichterin</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 600.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die <span>Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>