<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp315056"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>138 III 265<br/><br/><br/><div class="paraatf">41. Auszug aus dem Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Betreibungsamt A. (Beschwerde in Zivilsachen)</div> <div class="paraatf">5A_776/2011 vom 15. März 2012</div> <a name="idp316528"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/281.1/17" type="start"></artref><artref id="CH/281.1/5" type="start"></artref>Art. 5, 17 und 66 Abs. 4 SchKG</span><artref id="CH/281.1/17" type="end"></artref><artref id="CH/281.1/66/4" type="end"></artref>; öffentliche Bekanntmachung des Zahlungsbefehls. <div class="paratf">Anfechtung der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls mit betreibungsrechtlicher Beschwerde und Abgrenzung zur Staatshaftung (E. 3). </div> </div> </div> <a name="idp322896"></a> <a name="idp329136"></a> <br/><div> <a name="idp335360"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 266</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page266"></a><div class="center pagebreak">BGE 138 III 265 S. 266</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp337024"></a><span class="bold">A. </span>Mit Betreibungsbegehren vom 13. Mai 2011 ersuchte die Z. AG das Betreibungsamt A., gegen X. die Betreibung für die Forderungssumme von Fr. 3'876.- nebst Zinsen einzuleiten. Die Betreibungsgläubigerin fügte im Betreibungsbegehren an, dass der Schuldner im November 2011 seine Wohnadresse in B. aufgegeben habe und seither unauffindbar sei, weshalb die Publikation des Zahlungsbefehls gewünscht werde. In der Folge machte das Betreibungsamt den Zahlungsbefehl Nr. 1 durch Publikation im Amtsblatt Basel-Landschaft (...) und im Schweizerischen Handelsamtsblatt (...) bekannt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp338944"></a><span class="bold">B. </span>Am 24. Juni 2011 gelangte X. an die Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft. Er verlangte die Aufhebung des Zahlungsbefehls Nr. 1, eine Genugtuung von Fr. 1'000.- sowie die Veröffentlichung einer Meldung über die irrtümliche öffentliche Bekanntmachung des Zahlungsbefehls. Das Betreibungsamt teilte in der Vernehmlassung zur Beschwerde mit, dass die Gläubigerin die Betreibung inzwischen zurückgezogen habe und im Übrigen die öffentliche Bekanntmachung des Zahlungsbefehls rechtens gewesen sei. Mit Entscheid vom 23. August 2011 trat die kantonale Aufsichtsbehörde auf die Beschwerde nicht ein.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp340752"></a><span class="bold">C. </span>Mit Eingabe vom 4. November 2011 (Postaufgabe) hat X. Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Der Beschwerdeführer beantragt (wie im kantonalen Verfahren), der Zahlungsbefehl Nr. 1 sei aufzuheben, eventualiter sei die Unzulässigkeit der Publikation festzustellen; weiter beantragt er die Zusprechung von Fr. 1'000.- als Genugtuung und die Veröffentlichung eines Korrekturvermerks. (...)</div> <div class="paraatf">Das Bundesgericht weist die Beschwerde in Zivilsachen ab.</div> <div class="paraatf"> <i>(Auszug)</i> </div> <br/><div> <a name="idp188864"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp189824"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt die Anfechtung der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls in einer Betreibung, welche die Gläubigerin während des kantonalen Verfahrens zurückgezogen hat.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp191296"></a><span class="bold" id="consideration_3.1">3.1 </span>Gegen die öffentliche Bekanntmachung eines Zahlungsbefehls, ohne dass die Voraussetzungen nach <span class="artref">Art. 66 Abs. 4 SchKG</span> erfüllt sind, kann der Betriebene Beschwerde nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> führen. Zu Recht hat die Aufsichtsbehörde die Anfechtbarkeit innert zehn Tagen nach Kenntnisnahme der öffentlichen Bekanntmachung angenommen (vgl. <span class="bgeref_err">BGE 64 III 40</span> E. 1 S. 42; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-III-571%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page571">136 III 571</a> E. 6.1 S. 573). <a name="page267"></a><div class="center pagebreak">BGE 138 III 265 S. 267</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp378352"></a><span class="bold" id="consideration_3.2">3.2 </span>Nach der Rechtsprechung kann der Betriebene mit Beschwerde nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> die Aufhebung der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls wegen Verletzung von <span class="artref">Art. 66 Abs. 4 SchKG</span> verlangen, selbst wenn er rechtzeitig Rechtsvorschlag erhoben hat, da mit der Ediktalzustellung der Betreibungsort in Frage stehen kann (<span class="bgeref_err">BGE 34 I 590</span> E. 4 S. 593) oder Gebühren verbunden sowie moralische Interessen beeinträchtigt sein können (<span class="bgeref_err">BGE 36 I 782</span> E. 1 S. 784; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-465%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page465">BGE 128 III 465</a> E. 1 S. 466). Hingegen ist die betreibungsrechtliche Beschwerde unzulässig, wenn damit bezweckt wird, lediglich die Rechtswidrigkeit der öffentlichen Bekanntmachung eines Zahlungsbefehls festzustellen (GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, Bd. I, 1999, N. 58 zu <span class="artref">Art. 66 SchKG</span>). Im Allgemeinen muss mit der Beschwerde nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> eine verfahrensrechtliche Korrektur bewirkt werden können, und darf es nie bloss darum gehen, eine Grundlage für die Geltendmachung von Schadenersatz- oder Genugtuungsansprüchen zu schaffen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F99-III-58%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page58">BGE 99 III 58</a> E. 2 S. 60; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-III-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page1">BGE 118 III 1</a> E. 2b S. 3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-III-107%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page107">BGE 120 III 107</a> E. 2 S. 108).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp396272"></a><span class="bold" id="consideration_3.3">3.3 </span>Streitpunkt ist, ob die Voraussetzungen zur Anfechtung der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls mit Beschwerde nach <span class="artref">Art. 17 SchKG</span> gegeben sind.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp399216"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.1">3.3.1 </span>Es steht fest, dass die Gläubigerin am 28. Juni 2011 - während des kantonalen Beschwerdeverfahrens - unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer allen seinen Verpflichtungen nachgekommen sei, gegenüber dem Betreibungsamt den Rückzug der Betreibung erklärt hat. Der Rückzug der Betreibung erfasst deren Grundlage: das Betreibungsbegehren (<span class="bgeref_err">BGE 69 III 4</span> S. 5; GILLIÉRON, a.a.O., N. 120 zu <span class="artref">Art. 67 SchKG</span>). Mit dessen Rückzug durch die Gläubigerin ist die Betreibung aufgehoben (vgl. <span class="bgeref_err">BGE 32 I 717</span> S. 721 oben). Anders als in den Fällen, in welchen eine Betreibung besteht und die Rechtsprechung (E. 3.2) die Anfechtung der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls erlaubt, liegt hier eine aufgehobene Betreibung vor, wobei der Abschluss noch während des kantonalen Verfahrens erfolgte. Der Abschluss des Betreibungsverfahrens schliesst jedoch die Beachtung und die Berichtigung von Verfahrensfehlern grundsätzlich aus, zumal hier keine Amtshandlungen zum Schluss des Verfahrens (wie z.B. die Behandlung des Rückzugs im Betreibungsregister) zur Rede steht (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F99-III-58%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page58">BGE 99 III 58</a> E. 2 S. 60; LORANDI, Betreibungsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeit, 2000, N. 13 und 14 zu <span class="artref">Art. 17 SchKG</span>, mit Hinweisen). Insoweit ist nicht <a name="page268"></a><div class="center pagebreak">BGE 138 III 265 S. 268</div>ersichtlich, dass der beantragte kantonale Beschwerdeentscheid (mit dem Rechtsbegehren um Aufhebung der Ediktalzustellung) im konkreten Vollstreckungsverfahren eine praktische Wirkung entfalten soll. </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp409680"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.2">3.3.2 </span>Der Beschwerdeführer wirft die Frage der Gebühren für die angeblich zu Unrecht erfolgte öffentliche Bekanntmachung des Zahlungsbefehls auf. Es trifft zu, dass nach der Rechtsprechung (E. 3.2) die Anfechtung der Publikation mit Blick auf die allfälligen Gebühren zulasten des Betriebenen möglich ist. Diese Frage stellt sich vorliegend jedoch nicht. Die Kosten für die öffentliche Bekanntmachung (<span class="artref"><artref id="CH/281.35/13/1" type="start"></artref>Art. 11 und 13 Abs. 1 GebV SchKG</span><artref id="CH/281.35/11" type="end"></artref> [SR 281.35]) sind vom Betreibungsgläubiger vorzuschiessen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 1 SchKG</span>). Dass dies geschehen ist, bestreitet der Beschwerdeführer nicht. Zieht jedoch - wie hier - die Gläubigerin die Betreibung zurück, tritt die Überwälzung der Kosten vorgenommener Betreibungshandlungen nicht ein, und sie hat den von ihr geleisteten Vorschuss selber zu tragen (FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 1984, § 15 Rz. 11 S. 184). Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers steht hier keine Entscheidung des Betreibungsamtes über die Gebühren der Publikation aus. Daran ändert nichts, wenn er vorbringt, er habe der Gläubigerin (auch) die Gebühr für die öffentliche Bekanntmachung zurückerstattet, bevor diese die Betreibung zurückgezogen habe, und "diese Kosten von der Gläubigerin noch nicht zurückerstattet worden seien". Abgesehen davon, dass die erwähnte Zahlung als tatsächliches Vorbringen im angefochtenen Entscheid keine Stütze findet (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>), wäre dies nicht entscheiderheblich: Zahlungen des Schuldners an den Gläubiger stellen keine Akte der Betreibungsorgane dar, über welche die Aufsichtsbehörden zu urteilen haben (vgl. <span class="bgeref_err">BGE 73 III 69</span> S. 1 S. 70).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp420704"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.3">3.3.3 </span>Nach dem Gesagten sind mit der umstrittenen öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls keine weiteren amtlichen Kosten verbunden. Es können demnach einzig moralische Interessen des Beschwerdeführers beeinträchtigt sein. Dies genügt nicht zur Anfechtung der Publikation (vgl. <span class="bgeref_err">BGE 34 I 590</span> E. 4 S. 593: Betreibungsort; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-465%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page465">BGE 128 III 465</a> E. 1 S. 466: Gebühren und moralische Interessen). Andernfalls läuft - wie hier - die betreibungsrechtliche Beschwerde darauf hinaus, lediglich die allfällige Rechtswidrigkeit der öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls festzustellen. Dies ist unzulässig, weil keine verfahrensrechtliche Korrekur erwirkt werden kann, zumal der Beschwerdeführer die Feststellung der <a name="page269"></a><div class="center pagebreak">BGE 138 III 265 S. 269</div>angeblich rechtswidrigen öffentlichen Bekanntmachung des Zahlungsbefehls gerade verlangt, damit ihm eine Genugtuung zugesprochen werde. Die mit <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2012&amp;to_year=2012&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-III-465%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page465">BGE 128 III 465</a> ff. bestätigte Rechtsprechung hat (wie in E. 3.2 erwähnt) nichts an der Abgrenzung zwischen der Beschwerde (<span class="artref">Art. 17 SchKG</span>) und der Haftung (<span class="artref">Art. 5 SchKG</span>) geändert.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp432512"></a><span class="bold" id="consideration_3.3.4">3.3.4 </span>Seit der Gesetzesrevision von 1997 hält <span class="artref">Art. 5 Abs. 4 SchKG</span> ausdrücklich fest, dass im Fall, in welchem ein Zwangsvollstreckungsorgan in Erfüllung seiner Aufgaben widerrechtlich einen Schaden verursacht, ein Anspruch auf Genugtuung bestehen kann, wenn die Schwere der Verletzung dies rechtfertigt (Abs. 4). Die öffentliche Bekanntmachung einer Betreibungsurkunde, ohne dass die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann Anspruch auf Genugtuung geben (DALLÈVES, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 7 zu <span class="artref">Art. 5 SchKG</span>). Ob die Voraussetzungen nach <span class="artref">Art. 5 SchKG</span> erfüllt sind, wird jedoch nicht von der Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen (<span class="artref">Art. 17 SchKG</span>), sondern vom Gericht nach <span class="artref">Art. 5 SchKG</span> entschieden. Auch die ("im Sinne einer Gegendarstellung nach <span class="artref">Art. 28 ff. ZGB</span>") anbegehrte Publikation eines "Korrekturvermerks" fällt - wie allgemein die Publikation des Urteils über eine rechtswidrige öffentliche Bekanntmachung des Zahlungsbefehls - nicht in die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörden (<span class="bgeref_err">BGE 29 I 565</span> E. 5 S. 571<span class="artref">; <span class="bgeref_err">36 I 782</span></span> E. 3 S. 785/786; GILLIÉRON, a.a.O., N. 58 zu <span class="artref">Art. 66 SchKG</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp449248"></a><span class="bold" id="consideration_3.4">3.4 </span>Nach dem Dargelegten vermag der Beschwerdeführer keine Rechtsverletzung darzutun, wenn die Aufsichtsbehörde auf seine Beschwerde nicht eingetreten ist. Daran ändert nichts, dass die Aufsichtsbehörde dem Betreibungsamt (gestützt auf die Aufsichtsbefugnis nach <span class="artref">Art. 13 SchKG</span>) Anweisungen zum Vorgehen in zukünftigen Fällen gegeben hat und in diesem Zusammenhang das konkrete Vorgehen des Betreibungsamtes als "unzulässig" bezeichnet hat. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vergeblich vor, die Aufsichtsbehörde hätte sein Begehren, wenn sie es schon als Klage auf Schadenersatz bzw. Genugtuung betrachte, an die zuständige Instanz weiterleiten müssen. In der Beschwerdeschrift wird nicht dargelegt, inwiefern die bundesrechtlichen Vorgaben für das Verfahren vor den kantonalen Aufsichtsbehörden (<span class="artref">Art. 20 Abs. 2 SchKG</span>) oder kantonale Verfahrensvorschriften (<span class="artref">Art. 20 Abs. 3 SchKG</span>) verletzt seien, wenn die Aufsichtsbehörde angenommen hat, dass die Eingabe des Beschwerdeführers keine Überweisungspflicht ausgelöst habe.</div> </div></body></html>