<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00360</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223791&amp;W10_KEY=13045535&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00360</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.01.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Personalrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Lohnnachzahlung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Lohnanspruch während einer Einstellung im Amt] Bei der Einstellung im Amt handelt es sich um eine vorsorgliche Massnahme zum Schutz öffentlicher Interessen; damit wird das Anstellungsverhältnis einstweilen suspendiert (E. 3.2). Die Lohnzahlung darf für die Dauer der Einstellung im Amt definitiv verweigert werden, wenn einerseits die Einstellung im Amt zu Recht erfolgt ist und anderseits die nachfolgende Untersuchung ergab, dass eine Weiterbeschäftigung tatsächlich dem öffentlichen Interesse widersprach und die fraglichen Umstände durch den Angestellten oder die Angestellte schuldhaft verursacht wurden (E. 4.1). Die definitive Verweigerung der Lohnzahlung war vorliegend zulässig, nachdem der Beschwerdegegner im Amt eingestellt wurde, weil gegen ihn ein Strafverfahren wegen Vermögensdelikten zu Lasten einer Dritten eröffnet worden war, und die nachfolgende Untersuchung ergab, dass er auch die Beschwerdegegnerin geschädigt sowie seine berufliche Position zur Verdeckung von Vermögensdelikten missbraucht hatte (E. 4.2). Gutheissung der Beschwerde der Gemeinde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSTELLUNG IM AMT">EINSTELLUNG IM AMT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LOHNFORTZAHLUNG">LOHNFORTZAHLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 29 Abs. 1 lit. b PG</span><br/><span class="gerade">§ 29 Abs. 2 PG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=64794" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00360</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. Januar 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Meret LÃ¼di.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Stadt WÃ¤denswil, </span><span>vertreten durch den Stadtrat WÃ¤denswil, </span></p> <p class="MsoBodyText">dieser vertreten durch RA A, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>B, vertreten durch C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Lohnnachzahlung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">B war seit dem 1. Dezember 1997 als GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer des Alterszentrums Frohmatt fÃ¼r die Stadt WÃ¤denswil tÃ¤tig.</p> <p class="Urteilstext">Im Jahr 2021 erÃ¶ffnete die Staatsanwaltschaft ZÃ¼rich-Sihl ein Strafverfahren gegen B wegen des Verdachts, B habe VermÃ¶gensdelikte zu Lasten einer Familienausgleichskasse begangen. Im Rahmen dieses Strafverfahrens wurden auch die ArbeitsrÃ¤ume von B im Alterszentrum Frohmatt durchsucht und dort sichergestellte Akten beschlagnahmt; davon nahm die Stadt WÃ¤denswil am 17. Juni 2021 Kenntnis. Am 21. Juni 2021 stellte die zustÃ¤ndige StadtrÃ¤tin B per sofort im Amt ein und ordnete an, dass die Lohnzahlung umgehend eingestellt werde; der Stadtrat WÃ¤denswil bestÃ¤tigte diese Anordnungen mit Beschluss vom gleichen Tag.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem eine Untersuchung der GeschÃ¤ftsfÃ¼hrungstÃ¤tigkeit von B im Alterszentrum Frohmatt erhebliche UnregelmÃ¤ssigkeiten ergeben hatte, beschloss der Stadtrat WÃ¤denswil am 6. September 2021, das ArbeitsverhÃ¤ltnis mit B fristlos aufzulÃ¶sen (Dispositiv-Ziff. 1), den Lohn fÃ¼r die Zeit vom 21. Juni 2021 bis zum Empfang der fristlosen KÃ¼ndigung nicht nachzuzahlen (Dispositiv-Ziff. 2), fÃ¼r den Fall, dass sich die Einstellung der Lohnzahlung als unzulÃ¤ssig erweisen sollte, allfÃ¤llige Forderungen von B mit Forderungen der Stadt WÃ¤denswil aus Schadenersatz zu verrechnen (Dispositiv-Ziff. 3) sowie allfÃ¤llige weitere Lohnguthaben von B ebenfalls mit Forderungen der Stadt WÃ¤denswil aus Schadenersatz zu verrechnen (Dispositiv-Ziff. 4).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">B rekurrierte sowohl gegen die am 21. Juni 2021 angeordnete Einstellung der Lohnzahlung als auch gegen die Dispositiv-Ziffern 2 bis 4 des Beschlusses vom 6. September 2021. Nachdem er die Verfahren zuvor vereinigt hatte, schrieb der Bezirksrat Horgen den Rekurs gegen den Beschluss vom 21. Juni 2021 als gegenstandslos geworden ab (Dispositiv-Ziff. 1), hiess den Rekurs gegen den Beschluss vom 6. September 2021 teilweise gut, hob Dispositiv-Ziffer 4 auf und ersetzte Dispositiv-Ziffern 2 und 3 durch folgende Anordnungen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"2. Der Lohn von B fÃ¼r die Zeit vom 21. Juni 2021 bis zum Empfang des vorliegenden Beschlusses wird einstweilen nicht nachbezahlt und bis zum Abschluss des gegen B gefÃ¼hrten Strafverfahrens zurÃ¼ckbehalten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Die Lohnforderung gemÃ¤ss vorstehender Ziffer sowie allfÃ¤llige weitere Lohnguthaben von B werden mit dem im Rahmen des genannten Strafverfahrens zu beziffernden Schadenersatzanspruchs der Stadt gegenÃ¼ber B verrechnet. Ein allfÃ¤lliger Mehrbetrag wird B im Anschluss ausbezahlt."</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Im Ãbrigen wies er den Rekurs ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Stadt WÃ¤denswil fÃ¼hrte dagegen am 26. Juni 2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid aufzuheben "und die BeschwerdefÃ¼hrerin von der Bezahlung von irgendwelchen Lohnguthaben an den Beschwerdegegner definitiv zu entbinden". Der Bezirksrat Horgen schloss mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2023 auf Abweisung der Beschwerde. B beantragte am 31. Juli 2023, die Beschwerde sei unter EntschÃ¤digungsfolge abzuweisen. </p> <p class="Urteilstext">Das Bezirksgericht ZÃ¼rich sprach B mit Urteil vom 16. August 2023 der mehrfachen Veruntreuung, der mehrfachen UrkundenfÃ¤lschung und der mehrfachen qualifizierten ungetreuen GeschÃ¤ftsbesorgung schuldig und bestrafte ihn mit 36 Monaten Freiheitsstrafe; zudem wurde B unter anderem verpflichtet, der Stadt WÃ¤denswil Schadenersatz im Betrag von Fr. 197'136.60 zu bezahlen.</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt WÃ¤denswil gab dem Verwaltungsgericht am 29. August 2023 Kenntnis vom Strafurteil und reichte am 5. sowie 21. September 2023 unaufgefordert weitere Dokumente zu den Akten.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide eines Bezirksrats Ã¼ber kommunale Anordnungen betreffend personalrechtliche AnsprÃ¼che nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist in ihrer Funktion als Arbeitgeberin in vermÃ¶gensrechtlichen Angelegenheiten praxisgemÃ¤ss zur Beschwerde gegen einen die AusgangsverfÃ¼gung abÃ¤ndernden Rekursentscheid legitimiert (VGr, 17. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00843, E. 1.3 mit Hinweis).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Antrag, sie sei "</span>von der Bezahlung von irgendwelchen Lohnguthaben an den Beschwerdegegner definitiv zu entbinden" nicht nur einen Entscheid Ã¼ber den Lohnanspruch wÃ¤hrend der Einstellung im Amt, sondern auch Ã¼ber andere finanzielle AnsprÃ¼che des Beschwerdegegners aus dem AnstellungsverhÃ¤ltnis bewirken will, liegt dieser Antrag ausserhalb des Streitgegenstands und ist darauf deshalb nicht einzutreten.</p> <p class="Urteilstext">Weil die weiteren Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist im Ãbrigen auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Strittig ist vorliegend die Lohnzahlung fÃ¼r die Dauer der Einstellung im Amt, das heisst vom 21. Juni bis zum 8. September 2021. Der Streitwert betrÃ¤gt damit rund Fr. 38'000.-, weshalb die Angelegenheit in die ZustÃ¤ndigkeit der Kammer fÃ¤llt (§ 38 Abs. 1 und § 38b Abs. 1 lit. c VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss § 53 Abs. 1 des Gemeindegesetzes vom 20. April 2015 (GG, LS 131.1) untersteht das ArbeitsverhÃ¤ltnis der Angestellten von Gemeinden dem Ã¶ffentlichen Recht. Soweit die Gemeinden keine eigenen Regelungen erlassen, gilt sinngemÃ¤ss das kantonale Personalrecht (§ 53 Abs. 2 GG).</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt WÃ¤denswil hat mit dem Personal- und Besoldungsstatut vom 11. Juni 2001 (PBS) eigene personalrechtliche Bestimmungen erlassen. GemÃ¤ss Art. 16 PBS kÃ¶nnen Angestellte jederzeit vorsorglich im Amt eingestellt werden, unter anderem wenn wegen eines Verbrechens oder Vergehens ein Strafverfahren eingeleitet worden ist (lit. b). Art. 16 PBS entspricht inhaltlich § 29 Abs. 1 des (kantonalen) Personalgesetzes vom 27. September 1998 (PG, LS 177.10). Eine analoge Bestimmung zu § 29 Abs. 2 PG, wonach die AnstellungsbehÃ¶rde auch Ã¼ber Weiterausrichtung, KÃ¼rzung und Entzug des Lohns entscheide und Ã¼ber eine Nach- oder RÃ¼ckzahlung spÃ¤testens mit dem Entscheid Ã¼ber die Fortsetzung des ArbeitsverhÃ¤ltnisses zu befinden sei, fehlt demgegenÃ¼ber im Personal- und Besoldungsstatut. Die Vorinstanz kommt in Auseinandersetzung mit der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Personal- und Besoldungsstatuts aber zum Schluss, dass § 29 Abs. 2 PG auf AnstellungsverhÃ¤ltnisse der Stadt WÃ¤denswil sinngemÃ¤ss zur Anwendung komme. Auf diese ErwÃ¤gungen, die der Beschwerdegegner nicht in Frage stellt, kann vorab verwiesen werden. Im Ãbrigen ergibt sich â wie sich sogleich zeigt â schon aus der Natur der Einstellung im Amt, dass es eines Entscheids Ã¼ber den Lohnanspruch wÃ¤hrend der Dauer der Einstellung bedarf.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Vorinstanz kommt weiter sinngemÃ¤ss zum Schluss, der Beschwerdegegner habe auch wÃ¤hrend der Einstellung im Amt einen Lohnanspruch, den man ihm nicht entziehen kÃ¶nne. Die Einstellung im Amt sei vielmehr "in FÃ¤llen wie dem vorliegenden gerade darauf ausgerichtet, einen im Rahmen eines Strafverfahrens zu ermittelnden Schadenersatzanspruch des Gemeinwesens zu sichern" (E. 4.4). </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Einstellung im Amt ist ein Instrument des Ã¶ffentlichen Personalrechts, das keine Entsprechung im privaten Arbeitsrecht findet. Namentlich handelt es sich nicht um einen Anwendungsfall eines Verzichts auf Arbeitsleistung durch Freistellung, sondern vielmehr um eine vorsorgliche Massnahme zum Schutz Ã¶ffentlicher Interessen. Sie ermÃ¶glicht der AnstellungsbehÃ¶rde, das AnstellungsverhÃ¤ltnis einstweilen zu suspendieren, wenn der Schutz Ã¶ffentlicher Interessen dies gebietet. Dies ist etwa dann der Fall, wenn nicht zu verantworten ist, die Zeit bis zu einer allfÃ¤lligen (fristlosen) Entlassung aus wichtigen GrÃ¼nden tatenlos abzuwarten, die Entlassung aus rechtlichen GrÃ¼nden aber nicht umgehend erfolgen kann (vgl. Antrag und Weisung des Regierungsrats zum Gesetz Ã¼ber das DienstverhÃ¤ltnis des Staatspersonals [Personalgesetz] vom 22. Mai 1996, ABl. 1996 1107 ff., 1159, 1177). Damit wird den Besonderheiten des Ã¶ffentlichen AnstellungsverhÃ¤ltnisses Rechnung getragen. So ist es dem Ã¶ffentlich-rechtlichen Arbeitgeber etwa in FÃ¤llen wie dem vorliegenden aufgrund der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [SR 101]) sowie mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz (§ 7 Abs. 1 VRG; vgl. zum Untersuchungsgrundsatz bei der AuflÃ¶sung eines Ã¶ffentlich-rechtlichen AnstellungsverhÃ¤ltnisses etwa VGr, 21. September</span> 2022, VB.2022.00120, E. 2.4 und 4.3) <span>verwehrt, das AnstellungsverhÃ¤ltnis allein wegen des Verdachts einer strafbaren Handlung (fristlos) aufzulÃ¶sen. Die Einstellung der Lohnzahlung bezweckt in diesen FÃ¤llen, die finanziellen Interessen des Gemeinwesens zu wahren (vgl. hierzu auch VGr BE, 11. MÃ¤rz 2008, VGE 23240, BVR 2008 S. 433 ff., E. 3). BestÃ¤tigen sich aufgrund der Untersuchung bzw. eines Strafverfahrens die Verdachtsmomente, widersprÃ¤che es dem Ã¶ffentlichen Interesse, wenn das Gemeinwesen den Lohn fÃ¼r die Dauer der Einstellung im Amt bezahlen mÃ¼sste, obwohl der oder die Angestellte schuldhaft UmstÃ¤nde herbeigefÃ¼hrt hat, die eine Suspendierung der AmtstÃ¤tigkeit notwendig machten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist der vorinstanzliche Schluss, die Einstellung der Lohnzahlung kÃ¶nne einzig der Sicherstellung von SchadenersatzansprÃ¼chen der BeschwerdefÃ¼hrerin dienen, rechtsverletzend.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Weil das AnstellungsverhÃ¤ltnis inzwischen rechtskrÃ¤ftig beendet ist, hat die Vorinstanz das Verfahren betreffend vorsorgliche Einstellung der Lohnfortzahlung als gegenstandslos geworden abgeschrieben, was unangefochten blieb. Strittig ist damit nur noch, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin die Lohnzahlung fÃ¼r die Dauer der Einstellung im Amt definitiv verweigern durfte. Dabei ist zu prÃ¼fen, ob einerseits die Einstellung im Amt zu Recht erfolgte und anderseits die nachfolgende Untersuchung ergab, dass eine WeiterbeschÃ¤ftigung tatsÃ¤chlich dem Ã¶ffentlichen Interesse widersprach und die fraglichen UmstÃ¤nde durch den Beschwerdegegner schuldhaft verursacht wurden.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Vorliegend war die Einstellung im Amt begrÃ¼ndet, nachdem gegen den Beschwerdegegner ein Strafverfahren wegen VermÃ¶gensdelikten in erheblicher HÃ¶he zu Lasten einer Familienausgleichskasse erÃ¶ffnet worden war und der Stadtrat befÃ¼rchten musste, dass auch das VermÃ¶gen der Stadt WÃ¤denswil geschÃ¤digt worden sein kÃ¶nnte. Sodann ergab die nachfolgende Untersuchung, dass der Beschwerdegegner wiederholt Leistungen, die er privat bezogen hatte, der Rechnung des Alterszentrums Frohmatt belasten liess sowie liquide Mittel des Alterszentrums mit einem vorgetÃ¤uschten Darlehen vorÃ¼bergehend dazu verwendet hatte, VermÃ¶gensdelikte bei der Familienausgleichskasse zu verdecken. Im Strafverfahren wurde denn auch festgestellt, dass der Beschwerdegegner die Stadt WÃ¤denswil im Betrag von Fr. 197'136.60 geschÃ¤digt hat. WÃ¤ren diese UmstÃ¤nde der BeschwerdefÃ¼hrerin bereits im Zeitpunkt der Einstellung im Amt bekannt gewesen, hÃ¤tte dies zweifellos eine fristlose KÃ¼ndigung gerechtfertigt. Damit widersprÃ¤che es dem Ã¶ffentlichen Interesse, wenn die Stadt WÃ¤denswil dem Beschwerdegegner fÃ¼r die Dauer der Einstellung im Amt Lohn bezahlen mÃ¼sste.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Dispositiv-Ziff. II und V des Beschlusses des Bezirksrats Horgen sind aufzuheben und der Rekurs ist vollstÃ¤ndig abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Weil der Streitwert mehr als Fr. 30'000.- betrÃ¤gt, ist das Verfahren kostenpflichtig (§ 65a Abs. 3 e contrario VRG). AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen und ist ihm keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 und § 17 Abs. 2 VRG). Der in ihrem amtlichen Wirkungskreis tÃ¤tig gewordenen BeschwerdefÃ¼hrerin ist praxisgemÃ¤ss ebenfalls keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (VGr, 22. November 2023, VB.2023.00224, E. 8.2 mit Hinweis). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Dispositiv-Ziff. II und V des Beschlusses des Bezirksrats Horgen vom 17. Mai 2023 werden aufgehoben und der Rekurs vom 27. September 2021 wird vollstÃ¤ndig abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 3'570.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen ab Zustellung einzureichen beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) den Bezirksrat Horgen.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>