Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 26. März 2013 (460 12 226) ____________________________________________________________________ Strafrecht Betrug Besetzung Vizepräsident Markus Mattle, Richter Peter Tobler (Ref.), Richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung Liestal, Rheinstrasse 27, 4410 Liestal, Anklagebehörde A.____, vertreten durch Advokat Dr. Roland Strauss, Blumenrain 20, Post- fach 1143, 4001 Basel, Privatklägerin gegen B.____, vertreten durch Advokat Erik Wassmer, Fischmarkt 12, 4410 Liestal, Beschuldigte und Berufungsklägerin Gegenstand Betrug (Berufung gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel- Landschaft vom 21. Juni 2012) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil vom 21. Juni 2012 erklärte das Strafgerichtspräsidium Basel-Landschaft die von der Teilnahme an der Hauptverhandlung dispensierte B. ____ des Betruges schuldig und verur- teilte sie zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstra fe von acht Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren; dies in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 S tGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 336 Abs. 3 StPO. Des Weiteren verurteilte es B.____ da- zu, der Privatklägerin A.____ Schadenersatz in Höhe von CHF 4'847.75 zu bezahlen. Im Übri- gen wies es die Zivilforderung ab bzw. trat nicht darau f ein. Schliesslich auferlegte es der Be- schuldigten die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt CHF 8'411.--, während die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von total CH F 14'133.35 zu Lasten des Staates gingen. Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Entscheids eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land schaft vom 21. Juni 2012 reichte die Beschuldigte mit Schreiben vom 26. Juni 2012 die Ber ufungsanmeldung ein. In ihrer Beru- fungserklärung vom 1. Oktober 2012 beantragte die Besch uldigte Folgendes: Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 21. Juni 201 2 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei die Berufungsklägerin von Schuld und Strafe f reizusprechen (Ziff. 1). Dies unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates, wobei der Berufungskläg erin auch im Berufungsverfahren die amtliche Verteidigung zu bewilligen sei (Ziff. 2 ). In ihrer Berufungsbegründung vom 27. De- zember 2012 schliesslich stellte die Beschuldigte das Begehren, es sei unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates das Urteil des Strafgerichtspräsidiums B asel-Landschaft vom 21. Juni 2012 vollumfänglich aufzuheben und es sei die Berufungskläger in von Schuld und Strafe freizuspre- chen. C. Demgegenüber stellte die Privatklägerin in ihrer Ber ufungsantwort vom 17. Januar 2013 die folgenden Rechtsbegehren: Es sei die Berufung abz uweisen und es sei das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 21. Juni 2012 zu bestätigen (Ziff. 1); dies unter o/e Kostenfolge zu Lasten der Berufungsklägerin (Ziff. 2). D. Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 22. Januar 2013 den Verzicht auf eine Berufungsantwort mit. E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abte ilung Strafrecht, vom 5. November 2012 wurde der Berufungsklägerin die amtli che Verteidigung mit Advokat Erik Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Wassmer für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt und mit Verfügung vom 6. Februar 2013 wurde das schriftliche Verfahren angeordnet. Erwägungen 1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru- fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Ab s. 1 StPO ist die Berufung zulässig ge- gen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Ver fahren ganz oder teilweise abge- schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO könne n mit der Berufung gerügt wer- den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung un d Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel- lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufu ng dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mü ndlich anzumelden und danach dem Be- rufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche Be- rufungserklärung einzureichen. Gemäss Art. 404 Abs. 1 St PO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Pu nkten. Die Legitimation der Beschuldig- ten zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Ar t. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nach- dem das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungso bjekt darstellt, die Beschuldigte beru- fungslegitimiert ist, eine zulässige Rüge erhebt und di e Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Erklärungspflicht nachgekommen ist, ist ohne Weiteres auf die Berufung einzutreten. 1.2 Die Beschuldigte hat das Urteil des Strafgerichtspräsidi ums Basel-Landschaft vom 21. Juni 2012 nach ihren Worten vollumfänglich angefo chten. Nachdem jedoch die Vorinstanz lediglich hinsichtlich des ersten Darlehens in der Höhe von CHF 100'000.-- auf einen Schuld- spruch wegen Betruges erkannt hat, zufolge fehlender Arglist nicht jedoch bezüglich der beiden weiteren Darlehen in der Höhe von CHF 30'000.-- und CHF 6'000.-- und im Übrigen weder die Staatsanwaltschaft noch die Privatklägerin ein Rechtsmitt el ergriffen haben, sind in casu auch nur der genannte Schuldspruch sowie damit im Zusammenh ang stehend die Strafzumessung sowie die erstinstanzlich verfügte Entschädigungszahlung an d ie Privatklägerin für deren An- waltskosten in der Höhe von CHF 4'847.75 Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.1 Zur Begründung ihrer Berufung führt die Beschuldigt e im Wesentlichen aus, nicht nur sie selbst habe an den Erfolg des Projektes geglaubt, auch n ach Aussage der Privatklägerin habe das Projekt einen seriösen Eindruck gemacht und überdies habe die Treuhänderin das Projekt für gut befunden. Dies zeige, dass das Misslingen des gep lanten Projekts nicht voraussehbar gewesen sei. Dies umso mehr, als sie nachweislich über viel Erfahrung auf dem Gebiet des geplanten Projekts verfügt habe. Des Weiteren sei der Verwendungszweck des gewährten Dar- lehens nicht einschränkend definiert gewesen. Es könne ih r daher nicht der Vorwurf gemacht werden, sie habe dieses abredewidrig für ihre Lebensha ltungskosten verbraucht. In diesem Zusammenhang sei zu beachten, dass die vereinbarte Rückzah lungspflicht beginnend ab 30. September 2004 sich bei objektiver Betrachtung als unrealistisch erwiesen habe, nachdem die Kalender auf das Jahr 2005 hätten realisiert werd en sollen und somit die Kunden auch erst im Jahr 2005 hätten bezahlen müssen. Abgesehen von der abgeschlossenen Risikoversiche- rung seien Sicherheiten kein Thema gewesen für den Vertragsabschluss, insbesondere bestrei- te sie, Sicherheiten in Form von Liegenschaften oder e iner Erbanwartschaft angeboten zu ha- ben. Falsch sei ebenso die Feststellung, wonach sie der P rivatklägerin eine erheblich grössere Kreditwürdigkeit vorgetäuscht habe, als ihr effektiv zug ekommen sei. Insbesondere sei auch eine arglistige Irreführung zu verneinen, da weder von einem Lügengebäude noch von Hinter- hältigkeit gesprochen werden könne und insofern eine kri tische Person sich ohnehin nicht hätte täuschen lassen. Es könne keine Rede sein von einem engen Vertrauensverhältnis, vielmehr stehe eine Geschäftsbeziehung zwischen zwei berufstätigen Fr auen, welche beide über ein- schlägige Erfahrungen im Projektbereich verfügt hätten, zur Beurteilung. In der Geschäftswelt dürfe vorausgesetzt werden, dass vor der Gewährung eines D arlehens in der Höhe von CHF 100'000.-- Abklärungen finanzieller Natur eine Se lbstverständlichkeit darstellten, zumal das vorliegende Projekt mit einem finanziellen Risiko verb unden gewesen sei. Die Berufungs- klägerin habe nie einen Zahlungswillen vorgetäuscht, so ndern sie habe immer die Absicht ge- habt, das gewährte Darlehen zurück zu zahlen, weshalb a uch kein Irrtum auf Seiten der Privat- klägerin bestanden habe. Aufgrund der aufgetretenen S chwierigkeiten bei der Akquisition der Inserate und der gesundheitlichen Probleme sei sie je doch in der Folge schlichtweg nicht mehr in der Lage gewesen. Schliesslich sei nicht erstellt, dass die Berufungsklägerin mit Bereiche- rungsabsicht gehandelt habe, womit ihr auch kein Vorsatz angelastet werden könne. 2.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Stellungna hme im Berufungsverfahren, nach- dem sie bereits anlässlich der erstinstanzlichen Verhandlun g im Hauptantrag zu Gunsten der Beschuldigten einen Freispruch vom Vorwurf des Betruge s beantragt hatte. Die Staatsanwalt- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht schaft führte diesbezüglich vor der Vorinstanz im Wesentli chen aus, dass das objektive Tatbe- standselement der Arglist zu verneinen sei, nachdem die P rivatklägerin die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen im Sinne einer Opfermitverantwortung nicht beachtet habe. Ebenso feh- le das subjektive Tatbestandsmerkmal der Bereicherungsabsi cht, da angenommen werden müsse, dass die Beschuldigte die erhaltene Summe grundsät zlich habe zurückzahlen wollen, wenn sie ihr allzu hohes Ziel erreicht hätte. 2.3 Demgegenüber ist die Privatklägerin im Wesentlichen d er Ansicht, die Beschuldigte habe ihr vor dem Hintergrund des entstandenen persönlichen Vertrauensverhältnisses das Projekt mit den Ortskalendern unterbreitet und in diesem Zusa mmenhang einen Finanzierungsplan übergeben und auf Sicherheiten in Form einer Eigentu mswohnung in X.____ sowie einer erb- rechtlichen Anwartschaft gegenüber einer in Y.____ wohn haften Tante hingewiesen. Sie habe sich von diesen Informationen, von der vertraglich zugesi cherten Todesfallrisikoversicherung und der persönlichen Ausstrahlung der Beschuldigten übe rzeugen lassen. Die Behauptung der Beschuldigten, sie sei ab dem Jahr 2005 arbeitsunfähig gewesen, erkläre nicht, weshalb sie nicht bereits im Jahre 2004 einen guten Teil des Proje kts habe realisieren können, und stehe überdies im Widerspruch zum Arztzeugnis von Dr. C.____, wonach sie bereits seit dem 16. Februar 2004 vollständig arbeitsunfähig gewesen sei . Über die sehr wesentliche Tatsache der Arbeitsunfähigkeit habe sie die Beschuldigte zu keine m Zeitpunkt in Kenntnis gesetzt. Dass es der Beschuldigten bei den Darlehen nicht um die Rea lisierung ihres Projektes gegangen sei, zeige sich darin, dass sie von den auf ihr Bankkonto überwi esenen CHF 100'000.-- noch am selben Tag CHF 90'000.-- abgehoben habe. Des Weiteren sei der Umstand, wonach die Kondi- tionen zur Darlehensrückzahlung unrealistisch gewesen sein sollen, lediglich ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Beschuldigte nicht um die Realisierb arkeit ihres Projektes unter den von ihr genannten Rahmenbedingungen gekümmert habe. Hinsichtl ich der Verpflichtung, zu Gunsten der Privatklägerin eine Todesfallrisikoversicherung über C HF 100'000.-- abzuschliessen, sei festzustellen, dass die Beschuldigte keine Versicherungsprä mien bezahlt habe, weshalb diese Sicherheit vollkommen wertlos gewesen sei. Eine gewisse Naivität auf Seiten der Privatklägerin könne angesichts des damals bestehenden engen Vertrauensverh ältnisses zwischen den bei- den Frauen nicht dazu führen, dass das deliktische Verhal ten der Beschuldigten in den Hinter- grund treten würde. 3.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruges un ter anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bere ichern, jemanden durch Vorspiege- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhal- ten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen ande rn am Vermögen schädigt. Angriffs- mittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Als Täu schung gilt jedes Verhalten, das dar- auf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirkl ichkeit abweichende Vorstellung hervorzu- rufen. Sie ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende, vergan- gene oder gegenwärtige Geschehnisse oder Zustände. Zu künftige Ereignisse sind, soweit sie jedenfalls ungewiss sind, keine Tatsachen. Wer Äusserung en oder Prognosen über künftige Vorgänge macht, täuscht somit nicht, auch wenn sie unwah r sind, d.h. nicht seiner wirklichen Überzeugung entsprechen. Prognosen können aber in Be zug auf die vom Täter zugrunde ge- legten gegenwärtigen Verhältnisse (Prognosegrundlage) eine Täuschung darstellen. Massge- bend ist, ob die Äusserung ihrem objektiven Sinngehalt nach einen Tatsachenkern enthält. Äusserungen oder Prognosen über künftige Vorgänge könn en zu einer Täuschung führen, wenn sie innere Tatsachen wiedergeben. Die Zukunftserwa rtung kann mithin als gegenwärtige innere Tatsache täuschungsrelevant sein (vgl. BGE 119 IV 210 E. 3b mit Hinweis; STRATENWERTH/JENNY, Schweizerisches Strafrecht, Besonde rer Teil, Bd. I, 6. Aufl. 2003, § 15 N 7 ff.; GUNTHER ARZT, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 2. Aufl. 2007, N 32 ff. zu Art. 146 StGB; SCHÖNKE/SCHRÖDER/CRAMER/PERRON, Stra fgesetzbuch, Kommentar, 27. Aufl. 2006, N 9 f. zu § 263 dStGB). Die Erfüllung des Tatbestandes erfordert eine arglistig e Täuschung. Betrügerisches Verhalten ist strafrechtlich erst relevant, wenn der Täter mit ein er gewissen Raffinesse oder Durchtrieben- heit täuscht. Ob die Täuschung arglistig ist, hängt indes nicht davon ab, ob sie gelingt. Aus dem Umstand, dass das Opfer der Täuschung nicht erliegt, lä sst sich nicht ableiten, diese sei not- wendigerweise nicht arglistig. Wesentlich ist, ob die Täuschung in einer hypothetischen Prüfung unter Einbezug der dem Opfer nach Wissen des Täters zur V erfügung stehenden Selbst- schutzmöglichkeiten als nicht oder nur erschwert durchschaubar erscheint (URSULA CASSANI, Der Begriff der arglistigen Täuschung als kriminalpolit ische Herausforderung, ZStrR 117/1999 S. 164; WILLI WISMER, Das Tatbestandselement der Argli st beim Betrug, 1988, S. 117). Der Tatbestand des Betruges fusst auf dem Gedanken, dass n icht jegliches täuschende Verhalten im Geschäftsverkehr strafrechtliche Folgen nach sich ziehen s oll. Dem Merkmal der Arglist kommt mithin die Funktion zu, legitimes Gewinnstreben durch Ausnutzung von Informationsvor- sprüngen von der strafrechtlich relevanten verbotenen Täuschung abzugrenzen und den Be- trugstatbestand insoweit einzuschränken (vgl. zum geschicht lichen Hintergrund der Grenzzie- hung ARZT, a.a.O., N 1 ff., 13 zu Art. 146 StGB; KLA US TIEDEMANN, in: Strafgesetzbuch, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leipziger Kommentar, Bd. VI, 11. Aufl. 2005, N 34 ff . vor § 263 dStGB; MANFRED ELLMER, Betrug und Opfermitverantwortung, Berlin 1986, S. 31 ff., 214 f.). Dies geschieht einerseits durch das Erfordernis einer qualifizierten Täuschungshan dlung. Aus Art und Intensität der an- gewendeten Täuschungsmittel muss sich eine erhöhte Gefähr lichkeit ergeben (betrügerische Machenschaften, Lügengebäude). Einfache Lügen, plumpe Tricks oder leicht überprüfbare fal- sche Angaben genügen demnach nicht. Andererseits erfolgt die Eingrenzung über die Berück- sichtigung der Eigenverantwortlichkeit des Opfers. Danach ist ausgehend vom Charakter des Betrugs als Beziehungsdelikt, bei welchem der Täter auf d ie Vorstellung des Opfers einwirkt und dieses veranlasst, sich selbst durch die Vornahme eine r Vermögensverfügung zugunsten des Täters oder eines Dritten zu schädigen, zu prüfen, ob das Opfer den Irrtum bei Inanspruch- nahme der ihm zur Verfügung stehenden Selbstschutzmöglic hkeiten hätte vermeiden können. Diesen Gedanken hat die bundesgerichtliche Rechtsprechung schon früh in die Formel gefasst, dass den Strafrichter nicht anrufen soll, wer allzu lei chtgläubig auf ein Lüge hereinfällt, wo er sich mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit durch Überprü fung der falschen Angaben selbst hätte schützen können (BGE 72 IV 126 E. 1) bzw. we r den Irrtum durch ein Minimum zumutbarer Vorsicht hätte vermeiden können (BGE 99 IV 7 5 E. 4 a). Ein Täter, der nicht die mangelnden Geisteskräfte, sondern den offensichtlichen Lei chtsinn des Opfers zur Irreführung missbraucht, erscheine nicht strafwürdiger als derjenige, der durch eine einfache Lüge zum Ziele gelangt (BGE 99 IV 75 E. 4 a; vgl. BOMMER/VENE TZ, Die Anfänge der bundesgerichtli- chen Praxis zum Arglistmerkmal beim Betrug, in: Gericht u nd Kodifikation, Luminati/Linder [Hrsg.], 2007, S. 170 ff.). In diesem Sinne hat das Bundesgericht erkannt, bei der Beantwortung der Frage, ob Arglist gegeben sei, sei auch der Gesicht spunkt der Opfermitverantwortung zu berücksichtigen (BGE 120 IV 186 E. 1a). Bei der Berücksichtigung der Opfermitverantwortung ist al lerdings nicht aufgrund einer rein ob- jektiven Betrachtungsweise darauf abzustellen, wie ein du rchschnittlich vorsichtiger und erfah- rener Dritter auf die Täuschung reagiert hätte. Das M ass der vom Opfer erwarteten Aufmerk- samkeit richtet sich vielmehr nach einem individuellen Masssta b. Es kommt mithin auf die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall a n. Namentlich ist auf geistesschwache, unerfahrene oder auf Grund von Alter oder Krankheit beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsverhältnis oder in einer Notlage befinden, und deshalb kaum im Stande sind, dem Täter zu misstrauen, R ücksicht zu nehmen. Der Leichtsinn oder die Einfalt des Opfers mögen dem Täter bei solchen Opfern die Tat erleichtern, auf der anderen Seite handelt dieser hier aber besonders verw erflich, weil er das ihm entgegenge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht brachte – wenn auch allenfalls blinde – Vertrauen missb raucht (TIEDEMANN, a.a.O., N 38 vor § 263 dStGB). Auf der anderen Seite sind die allfällige besondere Fachkenntnis und Geschäfts- erfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen, wie sie et wa im Rahmen von Kreditvergaben Banken beigemessen wird (vgl. BGE 119 IV 28 E. 3f). Au ch unter dem Gesichtspunkt der wirt- schaftlichen Eigenverantwortlichkeit des Betroffenen erf ordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle er- denklichen ihm zur Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrecht- liche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opfers, son dern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergru nd treten lässt (BGE 128 IV 18 E. 3a; BGE 126 IV 165 E. 2a; BGE 122 IV 146 E. 3a mit Hinw eisen). Die zum Ausschluss der Straf- barkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen be- jaht werden (Urteile des Bundesgerichts 6S.168/2006 vom 6. November 2006 E. 1.2 und 6S.167/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.4, beide zit. b ei JÜRG-BEAT ACKERMANN, Wirt- schaftsstrafrechts-Report 2005-2007, Aktuelle Rechtsprechu ng, in: Aktuelle Anwaltspraxis 2007, S. 829 ff.). Arglist wird nach all dem – sowei t das Opfer sich mithin nicht in leichtfertiger Weise seiner Selbstschutzmöglichkeiten begibt – in ständ iger Rechtsprechung bejaht, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet (BGE 119 IV 28 E. 3c) oder sich besonderer Machen- schaften oder Kniffe (manoeuvres frauduleuses; mise en scène; BGE 133 IV 256 E. 4.4.3; BGE 132 IV 20 E. 5.4 mit Hinweisen) bedient. Ein Lügenge bäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich selbst ein kritisches Opfer täuschen lässt (BGE 119 IV 28 E. 3c). Als besondere Machen- schaften (machinations) gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Bege- benheiten, die allein oder gestützt durch Lügen oder Kniffe geeignet sind, das Opfer irrezufüh- ren. Es sind eigentliche Inszenierungen, die durch inten sive, planmässige und systematische Vorkehren, nicht aber notwendigerweise durch eine besond ere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität gekennzeichnet sind (BGE 122 IV 197 E. 3d). Arglist wird aber auch schon bei ein- fachen falschen Angaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht zumutbar ist, und wenn der Täter da s Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben auf Grund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlas sen werde (BGE 128 IV 18 E. 3a; BGE 126 IV 165 E. 2a; BGE 125 IV 124 E. 3; BGE 122 IV 246 E. 3a). Der Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der falschen Angaben erlangt nach der n eueren Rechtsprechung auch bei ei- nem Lügengebäude oder bei betrügerischen Machenschaften Bedeutung (BGE 126 IV 165 E. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2a). Auch in diesen Fällen ist das Täuschungsopfer somit zu einem Mindestmass an Aufmerk- samkeit verpflichtet und scheidet Arglist aus, wenn es d ie grundlegendsten Vorsichtsmassnah- men nicht beachtet hat. Auf der subjektiven Seite erfordert der Betrug zweierl ei: den Vorsatz und die Bereicherungsab- sicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirklichung sämtlicher objektiver Tatbestandsmerkmale richten, also sowohl das motivierende Verhalten und das Setzen eines Motivs beim Betroffenen, wie dessen Verfügung und die Vermögensschädigung – eins chliesslich des Motivationszusam- menhangs zwischen ihnen – umfassen. Dass Eventualdolus genü gt, ist unbestritten (STRATENWERTH/JENNY, a.a.O., § 15 N 56 ff.). Wenn d er Täter sein Verhalten als einfache, leicht durchschaubare Lüge und damit als nicht arglistig qualifiziert oder den Nachteil als nicht wirklich schädigend bewertet, liegt ein unbeachtlicher S ubsumtionsirrtum vor (ARZT, a.a.O., N 123 ff. zu Art. 146 StGB, mit Hinweisen). 3.2 Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht im Rechtsmit telverfahren für die tatsächli- che und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorin- stanz verweisen. Nachdem im vorliegenden Fall der inkrim inierte Sachverhalt in tatsächlicher Hinsicht – abgesehen von der Qualifikation des Verhält nisses zwischen der Beschuldigten und der Privatklägerin sowie der Frage, ob die Beschuldigt e der Privatklägerin als zusätzliche Si- cherheiten für das Darlehen eine erbrechtliche Anwart schaft und ihre Eigentumswohnung in X.____ angeboten hat – grundsätzlich unbestritten ist, kann demnach an vorliegender Stelle auf die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vom 2. November 2011 sowie die entsprechenden Erwägungen des Strafgerichts (E. II S. 8 ff., insbesond ere E. II.5. S. 16 ff.) verwiesen werden. Demzufolge steht zusammenfassend fest, dass die Beschuldigt e und die Privatklägerin in ei- nem gemeinsamen Projekt beabsichtigt hatten, 24 Ortskale nder zu einem Preis von jeweils CHF 22'000.-- zu produzieren, wobei die Privatklägerin als Grafikerin für die Gestaltung und die Beschuldigte für die Akquisition der Inserate zuständig gewesen wären (Finanzierungsplan März 2004 Firma Z.____; act. 411). Mit Vertrag vom 9. März 2004 vereinbarten die Beschuldig- te und die Privatklägerin ein erstes Darlehen in der Hö he von CHF 100'000.--, bei einem Zins von insgesamt CHF 14'000.--, monatlichen Rückzahlungsraten von jeweils CHF 9'500.--, begin- nend ab 30. September 2004, sowie einer Todesfallri sikoversicherung über CHF 100'000.-- zu Gunsten der Darlehensgeberin als Sicherheit (act. 413 ). Im Anschluss daran hat die Privatklä- gerin der Beschuldigten am 11. März 2004 den Betrag vo n CHF 100'000.-- auf deren Konto bei der D.____ überwiesen, wobei die Beschuldigte noch am g leichen Tag den Betrag von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 90'000.-- und in den nächsten fünf Tagen den Rest betrag abgehoben hat (act. 415, 773 ff.). In der Folge hat die Beschuldigte jedoch wed er die vertraglich vereinbarten Rückzah- lungen getätigt noch die Prämien für die Sicherheit geleistet oder das Geschäft mit den Ortska- lendern realisiert. Die Beschuldigte führt als Hauptargument für die Unmö glichkeit der Vertragserfüllung bzw. ge- gen den Vorwurf der arglistigen Täuschung an, sie sei nach der Darlehensgewährung aus ge- sundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen, ihre r vertraglichen Pflicht zur Herstellung der Kalender nachzukommen und in der Folge das Darlehe n zurück zu zahlen. Dieses Argu- ment ist aus nachfolgenden Überlegungen als offensichtliche Schutzbehauptung zurück zu wei- sen: Gemäss dem medizinischen Bericht von Prof. Dr. R. C._ ___, leitender Arzt Gastroentero- logie am Kantonsspital E.____, vom 16. Dezember 2008 ist die Beschuldigte bereits seit dem 16. Februar 2004 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben ( act. 35). Entgegen den Ausführungen der Beschuldigten und auch entgegen denjenigen der S taatsanwaltschaft anlässlich der erstin- stanzlichen Verhandlung ist indessen nicht fraglich, da ss vom Vorliegen eines Krankheitsbildes bei der Beschuldigten ausgegangen werden muss. Ebenso steht nicht zur Debatte, dass der schlechte Gesundheitszustand der Beschuldigten die gehörige Vertragserfüllung verhindert hat. Der zentrale Punkt ist vielmehr, dass dieses Krankheitsbild schon vor dem ersten Darlehensab- schluss vom 9. März 2004 vorgelegen hat, wie aus dem ärztlichen Bericht von Dr. C.____ zwei- felsfrei hervorgeht. Demzufolge kann gerade nicht davon ausgegangen werden, die Beschuldig- te habe an die Realisierung ihres ambitiösen Projektes von 24 Kalendern pro Jahr geglaubt und die erhaltene Darlehenssumme zurückbezahlen wollen. Gemäss den diversen Zeugenaussa- gen (vgl. die Aussagen von F.____ [act. 1657 ff.], G.__ __ [act. 1703 ff.], H.____ [act. 1765 ff.] und I.____ [act. 1785 ff.]) wäre es der Beschuldigten selbst bei bester Gesundheit kaum mög- lich gewesen, den Vertrag einzuhalten und 24 Kalender pro Jahr zu produzieren. Ihr schlechter Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Darlehensabschlusses am 9. März 2004 beweist aber, dass es ihr von vornherein unmöglich gewesen ist, das P rojekt mit den Kalendern überhaupt ernsthaft in Angriff zu nehmen. Somit stellt das unzweif elhafte Vorliegen eines Krankheitsbildes auf Seiten der Beschuldigten keine Entlastung dar, sond ern liefert zufolge Verschweigens die- ser Tatsache gegenüber der Privatklägerin im Gegenteil das Hauptargument für das Bestehen einer arglistigen Täuschung. So ist klar, dass das Vorhan densein der vollumfänglichen Arbeits- unfähigkeit zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses für die Pr ivatklägerin ohne Aufklärung durch die Beschuldigte nicht erkennbar und auch nicht überprüfbar gewesen ist. Ebenso liegt es auf der Hand, dass die Privatklägerin sich im Wissen um die Unmöglichkeit der Vertragserfül- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lung und damit der Rückzahlung des Darlehens über CHF 10 0'000.-- nicht auf die Gewährung desselben eingelassen hätte. Bereits daraus wird erhell t, dass das Tatbestandselement der arglistigen Täuschung zu bejahen ist. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich aus den Akten d urchaus das Bild ergibt, wonach zwischen den beiden Frauen ein freundschaftliches Verhäl tnis bestanden hat, womit es auch ohne Weiteres nachvollziehbar erscheint, dass die Privatkl ägerin auf weitere Abklärungen zur finanziellen Lage der Beschuldigten verzichtet hat; die s abgesehen davon, dass eine umfas- sende Abklärung angesichts der zahlreichen Wohnortwechsel der Beschuldigten gar nicht mög- lich gewesen wäre. Darüber hinaus sind weitere Indizien vorhanden, welche auf das Vorliegen eines eigentlichen Lügengebäudes hinweisen. Zutreffen d ist in diesem Zusammenhang der Einwand der Beschuldigten, wonach kein Verwendungszweck f ür das Darlehen vereinbart wor- den ist; allerdings spricht die Tatsache, dass die Beschul digte bereits am Tag der Überweisung von den CHF 100'000.-- CHF 90'000.-- abgehoben hat, gegen ihre Behauptung, sie habe das Darlehen für ihre Lebenshaltungskosten während der Realisierung des gemeinsamen Projektes gebraucht. Als weiteres Indiz zu werten ist die Frage de r Sicherheiten. Es ist zwar nicht zwei- felsfrei nachgewiesen, dass die Beschuldigte die Privatkl ägerin im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss auf Sicherheiten in Form einer Eigentu mswohnung sowie einer erbrechtli- chen Anwartschaft gegenüber einer in Y.____ wohnhafte n Tante und auch eines Guthabens ihres Ehemannes bezüglich Leistungen aus der Invalidenve rsicherung hingewiesen hat; zumin- dest sind diese nicht Teil des schriftlichen Vertrages ge wesen. Allerdings liegt die Vermutung auf entsprechende Hinweise nahe, ansonsten nicht erklärbar wäre, woher die Privatklägerin von diesen zugestandenen Umständen wissen sollte; dies müsste um so mehr gelten, wenn die bei- den Frauen tatsächlich kein freundschaftliches Verhältni s gepflegt haben sollten, wie von der Beschuldigten geltend gemacht wird. Davon ausgehend, dass die Beschuldigte die Privatkläge- rin über diese (angeblichen) Sicherheiten in Kenntnis gesetzt hat, ist festzustellen, dass die Be- schuldigte offenbar verschwiegen hat, dass ihre Anwartsch aft nicht pflichtteilgeschützt und ihre Liegenschaft überschuldet gewesen sind sowie die Invalidi tätsleistungen nur bei Vollinvalidität ihres Ehemannes eine relevante Höhe erreicht hätten, wa s jedoch nicht der Fall gewesen ist. Klar ist auf der anderen Seite, dass als Sicherheit vert raglich eine Lebensversicherung bei der J.____ vereinbart worden ist, wobei der Versicherungsbeginn de facto aber erst auf den 1. März 2006 festgelegt worden ist und bereits ab dem 1. Mär z 2007 keine Prämien mehr bezahlt wor- den sind (act. 443 ff.), womit sich diese Sicherheit ebe nfalls als wertlos erwiesen hat, was für die Privatklägerin bei Vertragsabschluss jedoch nicht erke nnbar gewesen ist. Ebenso ein Indiz Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht stellt der Umstand dar, wonach die Beschuldigte offenb ar im Jahre 2004 von der Druckerei K.____ AG ein Darlehen über CHF 150'000.-- zwecks Akqu irierung für Kalender erhalten und dieses nie zurückbezahlt hat (act. 1445 ff.). Gleiches gil t des Weiteren für ein Darlehen von der L.____ AG über CHF 40'000.-- im Mai 2002 (act. 1563 ff.) und vermutlich für weitere Schulden bei der M.____ AG in der Höhe von ca. CHF 20'000.-- ( act. 1667), was auf einen bestimmten modus operandi schliessen lässt. Nicht ersichtlich ist hingeg en, inwiefern die Beschuldigte et- was zu ihren Gunsten ableiten will aus dem Umstand, wona ch der Beginn der vereinbarten Rückzahlungspflicht ab dem 30. September 2004 sich bei ob jektiver Betrachtung als unrealis- tisch erwiesen haben soll. Abgesehen davon, dass bei Ein haltung des ursprünglichen Zwecks des Darlehens, nämlich der Finanzierung des fortlaufen den Lebensunterhaltes der Beschuldig- ten, es keinesfalls als ausgeschlossen erscheint, dass zumind est der Beginn der Rückzahlung ein halbes Jahr nach Gewährung des Darlehens starten so ll, würde der Rückzahlungsbeginn, sofern er denn tatsächlich unrealistisch sein sollte, höchst ens gegen den Rückzahlungswillen der Beschuldigten sprechen. Ebenfalls vermag die Tatsache, dass sowohl die Privatklägerin als auch die Treuhänderin das Projekt der Beschuldigten a ls seriös empfunden haben, diese nicht zu entlasten, da keine von den beiden über ähnlich viel E rfahrung auf dem Gebiet des geplan- ten Projekts verfügt hat wie diese und keine von beide n hat ahnen können, dass die Beschul- digte bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses am 9. März 2004 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen ist. Bezüglich der geltend gemachten Opfermitverantwortung auf Seiten der Privatklägerin ist fest- zustellen, dass eine solche zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Mit- verantwortung gemäss der Praxis des Bundesgerichts (vgl. obe n E. 3.1) nur in Ausnahmefällen bejaht werden kann, wobei in casu zweifellos nicht von e inem solchen Ausnahmefall auszuge- hen ist. Allenfalls könnte der Privatklägerin vorgeworfen werden, sie hätte sich den Versiche- rungsnachweis bezüglich der Todesfallrisikoversicherung geben lassen oder einen Betreibungs- registerauszug einholen können, dies hätte aber nichts daran geändert, dass sie vom massgeb- lichsten Umstand, d.h. dem schlechten Gesundheitszustand d er Beschuldigten, nichts hat wis- sen können, womit der Vorwurf, eine kritische Person hätte sich nicht täuschen lassen, ins Lee- re zielt. Überdies handelt es sich bei der Privatklägerin um eine Grafikerin und nicht um eine Geschäftsfrau, und es entspricht nicht der üblichen Vorg ehensweise bei einem freundschaftli- chen Verhältnis, Erkundigungen über die Bonität des A nderen einzuholen; abgesehen davon wäre eine umfassende und aussagekräftige finanzielle Abklä rung beim Betreibungsamt ange- sichts der zahlreichen Wohnortwechsel der Beschuldigten gar nicht möglich gewesen. Nach- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem also das Vorliegen des Tatbestandsmerkmales der argli stigen Täuschung zu bejahen ist, ist des Weiteren zu konstatieren, dass hinsichtlich der übrigen objektiven Tatbestandsmerkmale des Betrugs, d.h. des Irrtums bezüglich der Möglichkeit der Beschuldigten, das Darlehen zurück zu zahlen, der Vermögensverschiebung und des Vermögensschad ens sowie des diesbezügli- chen Kausalzusammenhangs, keinerlei Unsicherheiten bestehen, weshalb an vorliegender Stel- le auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (E. II.1 S. 22 f.). Schliesslich ergeben sich auch bezüglich des subjektiven Tatbestandes keine Zweifel, nachdem es das Ziel der Beschuldigten gewesen ist, mit ihren Han dlungen die Privatklägerin zu einem Darlehen über CHF 100'000.-- zu bewegen und sie frag los sowohl zum Zeitpunkt des Ver- tragsabschlusses als auch zum Zeitpunkt der tatsächlichen Ü berweisung des Darlehens ge- wusst hat, dass sie angesichts ihrer schlechten Gesundheit u nd ihrer desolaten finanziellen Verhältnisse (act. 441) nicht in der Lage sein wird, da s gewährte Darlehen jemals zurück zu zahlen. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beschuldig te – indem sie wissentlich und willentlich sowie in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht die Privatklägerin durch wahrheits- widrige Angaben über ihre finanziellen Verhältnisse un d insbesondere ihren Gesundheitszu- stand getäuscht und dadurch den Willen zur Realisierung des vertraglich vereinbarten Projekts mit den Ortskalendern und damit verbunden die Möglichkei t zur Rückzahlung des Darlehens vorgespiegelt und in der Folge eine Vermögensverschiebu ng zu ihrem Vorteil in der Höhe von insgesamt CHF 100'000.-- bewirkt hat – sowohl den objek tiven als auch den subjektiven Tatbe- stand von Art. 146 StGB erfüllt, womit sie in Bestätigung des angefochtenen Urteils des Betrugs schuldig zu erklären ist (vgl. angefochtenes Urteil E. II. 1 S. 18 ff.). Bezüglich des Tatbestandes der Veruntreuung kann an vorliegender Stelle vollumfän glich auf die entsprechenden Erwägun- gen der Vorinstanz (E. II.2 f. S. 24 f.) verwiesen werden. 4. Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerf lichkeit des Handelns, den Beweg- gründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdun g oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht d en Vollzug einer Freiheitsstrafe von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Nach Art. 44 Abs. 1 StGB bestimmt das Gericht dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren, wenn es den Vollzug e iner Strafe ganz oder teilweise auf- schiebt. Es liegt im Ermessen des kantonalen Gerichts, in w elchem Umfang es die verschiede- nen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Bundesge richt greift auf Beschwerde hin nur ein, wenn das kantonale Gericht den gesetzlichen Strafra hmen über- oder unterschritten hat, wenn es von rechtlich nicht massgebenden Gesichtspunkten au sgegangen ist oder wenn es wesentliche Komponenten ausser Acht gelassen bzw. falsch gewichtet hat oder wenn die Strafe in einem Masse unverhältnismässig streng bzw. mild erschein t, dass von einer Überschreitung oder einem Missbrauch des Ermessens gesprochen werden muss ( Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2007 [6B_48/2007] E. 3.1). Hingegen muss das Gericht nicht auf Umstände aus- drücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei der Strafzumes- sung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Februar 2007 [6P.66/2006] E. 4). Im vorliegenden Fall ist die Beschuldigte des Betrugs schuldig zu sprechen, wobei der ordentliche Strafrahmen nach Art. 146 Abs. 1 StGB zwischen einer Geldstrafe von einem Tagessatz und einer Freiheitsstrafe von höchstens fünf Jahren liegt. Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe sind keine vorhanden. Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung sieht das Kanton sgericht gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO – nachdem von der Beschuldigten die Strafzu messung per se nicht angefochten, sondern lediglich ein Freispruch als Ganzes beantragt wird – nach den entsprechenden Ausfüh- rungen zur rechtlichen Würdigung (oben E. 3.2) keine Veranlassung, von den ausführlichen und zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz abzuweichen, wesh alb an vorliegender Stelle vollum- fänglich auf die zu bestätigenden Ausführungen des Str afgerichts (E. III. S. 25 ff.) verwiesen werden kann. Demzufolge geht das Kantonsgericht in Wür digung aller im angefochtenen Urteil geschilderten persönlichen und tatbezogenen Umstände – wie namentlich des hohen Deliktsbe- trags, des hinterhältigen Verhaltens, des schamlosen Aus nutzens des entgegen gebrachten Vertrauens und der Uneinsichtigkeit einerseits sowie der schwierigen Lebenssituation mitsamt der langen Krankheitsgeschichte andererseits – ebenfall s von einem nicht mehr leichten Ver- schulden der Beschuldigten aus und erachtet unter Berücksichtigung vergleichbarer Praxis eine bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von acht Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, als schuld- und tatangemessen, womit die Berufung der Besch uldigten in Bestätigung des ange- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht fochtenen Urteils des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 21. Juni 2012 abzuweisen ist. 5.1 Bezüglich des erstinstanzlich verfügten Schadenersatzes in Form der Parteientschädi- gung in der Höhe von CHF 4'847.75 führt die Beschuld igte aus, die Forderung der Privatkläge- rin stelle eine res iudicata dar, da bereits ein Verlu stschein vorliege. Konsequenterweise dürfe sie damit auch nicht zur Tragung von Anwaltskosten der Pri vatklägerin verurteilt werden. Diese könne keinen Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren geltend machen, da keine solchen entstanden seien. Die Darlehensforderung sei nie umstritten gewesen und der Beizug eines Anwaltes im Strafprozess sei auf der Seite der Privat- klägerin offensichtlich nicht nötig gewesen, da sie aufg rund der Anerkennung der Zivilforderung am Ausgang des Strafverfahrens gar nicht interessiert gewesen sei. Demgegenüber ist die Privatklägerin der Ansicht, der Beizug eines Rechtsvertreters im Rahmen des Strafverfahrens sei umso mehr notwendig und berechti gt gewesen, als die Staatsanwalt- schaft das Verfahren nicht mit der erforderlichen Ernsth aftigkeit und Konsequenz geführt habe. Erst Dank dessen Intervention beim Verfahrensgericht in S trafsachen sei es überhaupt zur An- klage gekommen. Ausserdem habe dieser faktisch die Anklag e in der vorinstanzlichen Haupt- verhandlung vertreten müssen. Alle bisher in der Sache ergangenen Urteile hätten die Notwen- digkeit und Richtigkeit der Bemühungen bestätigt, womit die Voraussetzungen zur Zusprechung einer Entschädigung erfüllt seien. 5.2 Gemäss Art. 433 Abs. 1 StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendi ge Aufwendungen im Verfah- ren, wenn sie obsiegt (lit. a) oder wenn die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kos- tenpflichtig ist (lit. b). Obsiegen gemäss Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO bedeutet die Verurteilung der beschuldigten Person und / oder Obsiegen der Privatkläge rschaft im Zivilpunkt. Als notwendige Aufwendungen im Verfahren müssen auch Anwaltskosten gelt en, wenn der Privatkläger durch seinen Handlungen wesentlich zur Abklärung einer Strafs ache und Verurteilung eines Täters beigetragen hat (STEFAN WEHRENBERG/IRENE BERNHARD, in: Basler Kommentar zur schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 6 und N 10 zu Art. 433 StPO, mit Hinwei- sen). Im vorliegenden Fall ist die Privatklägerin zwar im Zivilpunkt unterlagen, indem die Vorin- stanz zufolge res iudicata nicht auf ihre Zivilforderung eingetreten ist, was aufgrund des beste- henden Verlustscheins vom 4. Juli 2007 durchaus absehbar gewesen ist. Auf der anderen Seite Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist nicht zu verkennen, dass die Privatklägerin mit ihrer Beschwerde gegen die Einstellungsver- fügung der Staatsanwaltschaft dafür gesorgt hat, dass d ie Angelegenheit überhaupt erst zur Anklage gekommen ist; dies abgesehen davon, dass die Privat klägerin angesichts des durch die Staatsanwaltschaft vor dem Strafgericht beantragten Freispruchs faktisch die Rolle der An- klägerin im Strafverfahren übernommen hat. Insofern ist im Resultat nach der in casu zu bestä- tigenden Verurteilung der Beschuldigten von einem Obsi egen der Privatklägerin im Strafpunkt auszugehen, was zu einem Entschädigungsanspruch ihrersei ts gegenüber der Beschuldigten führt, wobei die von ihrem Rechtsvertreter in diesem Zu sammenhang ausgewiesenen Kosten ohne Weiteres als notwendige Aufwendungen zu qualifizieren sind. Infolgedessen ist das ange- fochtene Urteil in Abweisung der Berufung auch in die sem Punkt zu bestätigen und die Be- schuldigte ist zu verurteilen, der Privatklägerin für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschä- digung in der Höhe von CHF 4'847.75 zu bezahlen. 6. Bei diesem Verfahrensausgang gehen nach Art. 428 Abs. 1 StPO die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 2'120.-- ( beinhaltend eine Gebühr von CHF 2'000.-- sowie Auslagen von CHF 120.--) zu Lasten de r Beschuldigten. Diese wird ausser- dem dazu verurteilt, der Privatklägerin für das Berufung sverfahren eine pauschale Parteient- schädigung in der Höhe von CHF 1'350.-- (5 Stunden Auf wand zu je CHF 250.-- inklusive Aus- lagen plus Mehrwertsteuer von CHF 100.--) zu bezahlen. Schliesslich wird dem amtlichen Ver- teidiger ein Honorar gemäss dessen Honorarrechnung in de r Höhe von insgesamt CHF 2'714.05 (13 ¼ Stunden Aufwand zu je CHF 180.-- plus Auslagen von CHF 128.-- und Mehrwertsteuer von CHF 201.05) zu Lasten der Gerichtskass e ausgerichtet. Die Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Vert eidigung an den Kanton verpflich- tet, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Land schaft vom 21. Juni 2012, lautend: "1. Die von der Teilnahme an der Hauptverhandlung dis pensierte B.____ wird des Betrugs schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 8 M onaten , Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB , Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 336 Abs. 3 StPO. 2. Die nachfolgenden, bei B.____ beschlagnahmten Geg enstände (vgl. das Beschlagnahme- respektive Hausdurchsuchungspro- tokoll vom 20. November 2007 (ausgestellt am 10. Oktobe r 2007); Fundus-Nr.: G 8526; beim Strafgericht Basel- Landschaft): - Pos. 1 Sichtmäppchen mit Korrespondenz A.____/B.____ - Pos. 2 Schachtel mit Unterlagen "Ortskalender" - Pos. 3 Bierdeckel mit div. Motiven (29 Stk.) - Pos. 4 Ortskalender 2005 N.____ - Pos. 5 Postcheckkontoauszug - Pos. 6 Quittung Waschmaschine - Pos. 7 Abrechnung Kalender 2004 - Pos. 8 Unterlagen Ortskalender 2005 (grünes Mäppchen ) - Pos. 9 Unterlagen Ortskalender 2004 - Pos. 10 Bankauszüge - Pos. 11 Leasingunterlagen O.____ (Kopie) werden nach Eintritt der Rechtskraft unter Aufhebung der Be- schlagnahme gestützt auf Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO der Beurteilten zurückgegeben . 3. B.____ wird dazu verurteilt, A.____ Schadenersatz in Höhe von Fr. 4'847.75 (vgl. Honorarnote Dr. iur. Roland Stra uss vom 14. Juni 2012) zu bezahlen. Im Übrigen wird die Zivil forderung abgewiesen bzw. nicht darauf eingetreten (vgl. Verlu stschein vom 4. Juli 2007, act. 533). 4. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vo rverfah- rens von Fr. 6'411.-- und der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.--. Die Beurteilte trägt die Verfahrenskosten in Anwendu ng von Art. 426 Abs. 1 StPO. Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes U rteil Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgerichtl iche Gebühr auf Fr. 1'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 5. Die Kosten der amtlichen Verteidigung in Höhe von Honorar nach Zeitaufwand (42.75 h x Fr. 180.--) bis 31.12.10 Fr. 7'695.-- Auslagen Fr. 765.50 765.50 MWSt. 7,6 % Fr. 643.-- Zwischentotal Fr. 9'103.50 Honorar nach Zeitaufwand inkl. HV 4h (24.25 h x Fr. 180.--) ab 01.01.11 Fr. 4'365.-- Auslagen Fr. 292.25 5 MWSt. 8 % Fr. 372.60 Zwischentotal Fr. 5'029.85 Total Honorar und Auslagen Fr. 14'133.35 werden aus der Gerichtskasse entrichtet." wird in Abweisung der Berufung der Beschuldigten bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 2'120.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 2'000. -- sowie Auslagen von CHF 120.--) gehen zu Lasten der Beschuldigten. III. Die Beschuldigte wird dazu verurteilt, der Privat klägerin für das Berufungsverfahren eine pauschale Parteientschädigung i n der Höhe von CHF 1'350.-- (inklusive Auslagen und CHF 100.-- Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. IV. Dem amtlichen Verteidiger wird für das Berufungsver fahren ein Honorar in der Höhe von total CHF 2'714.05 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer von CHF 201.05) zu Lasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung d er amtli- chen Verteidigung an den Kanton verpflichtet, sobald es ihre wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Vizepräsident Markus Mattle Gerichtsschreiber Pascal Neumann