<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 36 S.135</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">135</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>36 Korrekturveranlagung</b></span> <span class="ft2"><b>(Rektifikat).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Eine während laufendem Einspracheverfahren erfolgende neue Ver-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>anlagung (Korrekturveranlagung, Rektifikat) ist nach Ablauf der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Rechtsmittelfrist auch für die Steuerbehörden verbindlich.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Gegen eine äusserlich als Veranlagung der Gemeindesteuerkommis-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sion erscheinende Veranlagung können die Steuerbehörden nicht</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nachträglich einwenden, sie sei vom Gemeindesteueramt eigenmäch-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tig erlassen worden und basiere nicht auf einem entsprechenden Be-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schluss der Steuerkommission.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 4. März 2004 in Sa-</span><br/> <span class="ft3">chen A.W. gegen Steuerrekursgericht.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Streitig ist die Bedeutung der Korrekturveranlagung vom</span><br/> <span class="ft1">18. Januar 2001.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">136</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">a) aa) Die Beschwerdeführer bringen vor, damit sei die ur-</span><br/> <span class="ft1">sprüngliche Veranlagung vom 20. Dezember 1995 aufgehoben und</span><br/> <span class="ft1">das Verfahren abgeschlossen worden. ... Es sei keinesfalls unüblich,</span><br/> <span class="ft1">dass bei Gutheissung einer Einsprache lediglich eine Korrekturver-</span><br/> <span class="ft1">anlagung (Rektifikat) anstelle eines formellen Einspracheentscheids -</span><br/> <span class="ft1">dem sie inhaltlich gleichkomme - zugestellt werde. Der Steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflichtige müsse sich darauf verlassen dürfen, dass es sich dabei um</span><br/> <span class="ft1">eine gültige neue Veranlagung handle.</span><br/> <span class="ft1">bb) Das Regionale Steueramt X. als zuständiges Gemeindesteu-</span><br/> <span class="ft1">eramt hat im Rekursverfahren zur Erklärung ausgeführt, nach Inter-</span><br/> <span class="ft1">ventionen der Beschwerdeführer sei entgegenkommenderweise "die</span><br/> <span class="ft1">Steuerrechnung der Veranlagung Liquidationsgewinn 1993 momen-</span><br/> <span class="ft1">tan sistiert (worden), damit die Zinspflicht nicht weiterläuft, da der</span><br/> <span class="ft1">Pflichtige sich weigerte die definitive Rechnung in der Höhe von</span><br/> <span class="ft1">Fr.</span> <span class="ft1">156'430.-- trotz Gesetzgebung zu begleichen". Zu diesem</span><br/> <span class="ft1">Zeitpunkt sei der Ausgang des Einspracheverfahrens noch ungewiss</span><br/> <span class="ft1">gewesen. Es sei den Beschwerdeführern und insbesondere ihrem</span><br/> <span class="ft1">Vertreter bewusst gewesen, "dass dieser durch das Steueramt</span><br/> <span class="ft1">vorgenommene Akt keine Behandlung der Einsprache war, sondern</span><br/> <span class="ft1">unter anderem lediglich ein Entgegenkommen seitens der Amtsstelle.</span><br/> <span class="ft1">Die Zustellung der diesbezüglichen Korrektur erfolgte lediglich an</span><br/> <span class="ft1">den Pflichtigen zur Kenntnisnahme." Der Einspracheentscheid sei</span><br/> <span class="ft1">erst später erfolgt und korrekt eröffnet worden.</span><br/> <span class="ft1">cc) Das KStA vertritt die Auffassung, bei der "korrigierten</span><br/> <span class="ft1">Rechnung" vom 18. Januar 2001 könne es sich nicht um einen Ein-</span><br/> <span class="ft1">spracheentscheid handeln, denn zu jenem Zeitpunkt habe es an einem</span><br/> <span class="ft1">entsprechenden Entscheid der Steuerkommission Y. gefehlt, und die</span><br/> <span class="ft1">Formalien eines Einspracheentscheides gingen der Rechnung ab.</span><br/> <span class="ft1">In der Praxis würden in Ausnahmefällen Einsprachen auf dem</span><br/> <span class="ft1">Rektifikatswege (mit Korrekturveranlagung) erledigt. Dabei korri-</span><br/> <span class="ft1">giere das Gemeindesteueramt die im Einspracheverfahren beanstan-</span><br/> <span class="ft1">deten Faktoren entsprechend dem Einsprachebegehren oder dem</span><br/> <span class="ft1">Ergebnis aus der Korrespondenz oder der Besprechung mit der steu-</span><br/> <span class="ft1">erpflichtigen Person von sich aus, ohne dass hierüber die Ge-</span><br/> <span class="ft1">samtsteuerkommission einen förmlichen Beschluss fasse. Die Steu-</span><br/> <span class="ft1">erkommission und der (in der Regel zuvor orientierte) kantonale</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">137</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Steuerkommissär billigten dieses Verfahren stillschweigend, das</span><br/> <span class="ft1">grundsätzlich nur zur Anwendung komme, wenn aufgrund einer</span><br/> <span class="ft1">Einsprache eine Verhandlung zu einem übereinstimmenden Ergebnis</span><br/> <span class="ft1">geführt habe oder die Veranlagung mit einem offensichtlichen Fehler</span><br/> <span class="ft1">behaftet sei. Bei grösseren Differenzen, die nicht auf dem Verhand-</span><br/> <span class="ft1">lungsweg bereinigt werden könnten, erfolge nie eine Korrekturver-</span><br/> <span class="ft1">anlagung.</span><br/> <span class="ft1">dd) Das Steuerrekursgericht hat im angefochtenen Entscheid</span><br/> <span class="ft1">ausgeführt, das Einspracheverfahren sei durch einen Einspracheent-</span><br/> <span class="ft1">scheid abzuschliessen, und dass die Korrekturveranlagung keinen</span><br/> <span class="ft1">solchen darstelle, sei schon äusserlich klar erkennbar, zumal sie kei-</span><br/> <span class="ft1">nen Hinweis auf das Einspracheverfahren enthalte. Zwar komme es</span><br/> <span class="ft1">in der Praxis vor, dass statt eines förmlichen Einspracheentscheids</span><br/> <span class="ft1">ein sog. Rektifikat erlassen werde; diese im StG nicht vorgesehene</span><br/> <span class="ft1">Erledigungsart werde aber nur angewendet, wo sich die Steuerbe-</span><br/> <span class="ft1">hörde und der Steuerpflichtige über die Einspracheerledigung einig</span><br/> <span class="ft1">seien. Auch wenn die Zustellung der Verfügung vom 18. Januar 2001</span><br/> <span class="ft1">etwas problematisch erscheine, könne ihr nicht die Bedeutung eines</span><br/> <span class="ft1">Einspracheentscheids beigemessen werden.</span><br/> <span class="ft1">b) Einem Entscheid des Verwaltungsgerichts im Jahre 2001 lag</span><br/> <span class="ft1">der Sachverhalt zugrunde, dass das Gemeindesteueramt gestützt auf</span><br/> <span class="ft1">einen gutheissenden Rekursentscheid die sich daraus ergebende neue</span><br/> <span class="ft1">Veranlagung eröffnet hatte, während noch die Beschwerdefrist lief.</span><br/> <span class="ft1">Das KStA führte etwas später Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit</span><br/> <span class="ft1">dem Antrag auf Änderung des Rekursentscheids; die neue Veranla-</span><br/> <span class="ft1">gung ihrerseits blieb unangefochten und erwuchs in formelle Rechts-</span><br/> <span class="ft1">kraft. Das Verwaltungsgericht entschied, da es sich bei der neuen</span><br/> <span class="ft1">Veranlagung nach Text und Erscheinungsbild um eine Veranlagung</span><br/> <span class="ft1">der Steuerkommission handle, müssten sich die Steuerbehörden hier-</span><br/> <span class="ft1">bei behaften lassen und seien gehindert, geltend zu machen, die</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission habe gar keinen entsprechenden Beschluss ge-</span><br/> <span class="ft1">fasst, vielmehr habe das Gemeindesteueramt eigenmächtig gehan-</span><br/> <span class="ft1">delt. Wenn zwecks Vereinfachung der Verwaltungstätigkeit die Ver-</span><br/> <span class="ft1">anlagungen, anders als die Einspracheentscheide, ohne Unterzeich-</span><br/> <span class="ft1">nung gültig seien, werde es dem Steuerpflichtigen verunmöglicht, zu</span><br/> <span class="ft1">erkennen, ob ein (durch die Unterschrift des Steuerkommissionsprä-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">138</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sidenten bekräftigter) Beschluss der Steuerkommission existiere. Die</span><br/> <span class="ft1">dadurch geschaffene Unsicherheit dürfe nicht zu Lasten des Steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflichtigen gehen. Die Veranlagungsverfügung sei nicht nichtig,</span><br/> <span class="ft1">selbst wenn sie tatsächlich nicht auf einem Beschluss der zuständi-</span><br/> <span class="ft1">gen Steuerkommission beruhe, da der Mangel weder offensichtlich</span><br/> <span class="ft1">noch leicht erkennbar sei und zudem überwiegende Rechtssicher-</span><br/> <span class="ft1">heitsinteressen dagegen sprächen. Bei einer Gutheissung der Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgerichtsbeschwerde entstünde ein unerträglicher Wider-</span><br/> <span class="ft1">spruch zwischen dem (noch auf der ursprünglichen Veranlagung</span><br/> <span class="ft1">basierenden) Entscheid des Verwaltungsgerichts und der rechtskräf-</span><br/> <span class="ft1">tigen neuen Veranlagung. Dem KStA, das die rechtzeitige Anfech-</span><br/> <span class="ft1">tung der neuen Veranlagung unterlassen hatte, wurde das schutzwür-</span><br/> <span class="ft1">dige Interesse, einen solchen Widerspruch hervorzurufen, abgespro-</span><br/> <span class="ft1">chen und als Folge auf seine Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht</span><br/> <span class="ft1">eingetreten (AGVE 2001, S. 379 ff. mit ausführlicher Begründung).</span><br/> <span class="ft1">Bereits früher hatte sich das Verwaltungsgericht mit dem Sach-</span><br/> <span class="ft1">verhalt zu befassen, dass nach Einspracheerhebung eine neue Veran-</span><br/> <span class="ft1">lagungsverfügung ohne entsprechenden Beschluss der Steuerkom-</span><br/> <span class="ft1">mission eröffnet worden war. Es konnte letztlich offen lassen, ob die</span><br/> <span class="ft1">neue Veranlagung nichtig gewesen wäre, wurde diese doch durch die</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission noch vor Ablauf der Rechtsmittelfrist, also bevor</span><br/> <span class="ft1">sie in Rechtskraft erwuchs, förmlich widerrufen bzw. rückgängig</span><br/> <span class="ft1">gemacht (VGE II/26 vom 17. März 1986 in Sachen J. W.).</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Das Regionale Steueramt vertritt die - vom KStA über-</span><br/> <span class="ft1">nommene - Ansicht, mit dem "Akt" vom 18. Januar 2001 sei keine</span><br/> <span class="ft1">Behandlung der Einsprache verbunden gewesen, sondern es handle</span><br/> <span class="ft1">sich lediglich um eine entgegenkommenderweise erfolgte Sistierung</span><br/> <span class="ft1">der Steuerrechnung (siehe vorne Erw. a/bb). Daran ist so viel richtig,</span><br/> <span class="ft1">dass die Korrekturveranlagung keinen Einspracheentscheid darstellt</span><br/> <span class="ft1">und nicht in einen solchen umgedeutet werden kann (erwähnter</span><br/> <span class="ft1">VGE vom 17. März 1986, S. 7, 10). Offensichtlich unzutreffend ist</span><br/> <span class="ft1">dagegen die Interpretation, es handle sich nur um eine</span><br/> <span class="ft1">vorübergehende Sistierung der Steuerrechnung. Das ganze äussere</span><br/> <span class="ft1">Erscheinungsbild, auf das es ankommt (AGVE 2001, S. 380 f.), lässt</span><br/> <span class="ft1">keinen Zweifel offen, dass die Steuerkommission Y. eine</span><br/> <span class="ft1">Veranlagungsverfügung erliess und darin den steuerbaren Liqui-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">139</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">dationsgewinn auf Fr. 0.-- festsetzte; ... Nach der Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">sind die Steuerbehörden gehindert, geltend zu machen und</span><br/> <span class="ft1">gegebenenfalls nachzuweisen, dass eine äusserlich ordnungsgemäss</span><br/> <span class="ft1">erlassene Veranlagung nicht auf einem entsprechenden Beschluss der</span><br/> <span class="ft1">Steuerkommission beruht (AGVE 2001, S. 382 f.). Eine Änderung</span><br/> <span class="ft1">dieser Rechtsprechung ist abzulehnen, denn sie würde zu immenser</span><br/> <span class="ft1">Rechtsunsicherheit führen; die Steuerbehörden könnten alle</span><br/> <span class="ft1">rechtskräftigen Veranlagungen nachträglich mit der Behauptung in</span><br/> <span class="ft1">Frage stellen, die Steuerkommission habe darüber nicht entschieden,</span><br/> <span class="ft1">und das gleiche Recht müsste den Steuerpflichtigen zugebilligt</span><br/> <span class="ft1">werden; ob die Sitzungsprotokolle, bei denen weder garantiert</span><br/> <span class="ft1">werden kann, dass sie unmittelbar nach der Sitzung erstellt werden,</span><br/> <span class="ft1">noch dass nie eine nachträgliche Korrektur erfolgt, genügenden</span><br/> <span class="ft1">Beweis erbrächten, ist ungewiss. Somit ist für den vorliegenden Fall</span><br/> <span class="ft1">festzuhalten, dass im Verlauf des Einspracheverfahrens, vor der</span><br/> <span class="ft1">Eröffnung eines Einspracheentscheids, eine Korrekturveranlagung</span><br/> <span class="ft1">eröffnet wurde, die inhaltlich dem Hauptbegehren der Einsprache</span><br/> <span class="ft1">entsprach, nicht nichtig war (AGVE 2001, S. 383) und mangels</span><br/> <span class="ft1">Anfechtung in formelle Rechtskraft erwuchs.</span><br/> <span class="ft1">bb) Das Einspracheverfahren ist durch Einspracheentscheid der</span><br/> <span class="ft1">veranlagenden Steuerkommission abzuschliessen (§ 148 aStG). Es</span><br/> <span class="ft1">wurde zuvor ausgeführt, dass die Korrekturveranlagung vom</span><br/> <span class="ft1">18. Januar 2001 keinen Einspracheentscheid darstellt. Wie dem Ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgericht und dem Steuerrekursgericht aus anderen Verfahren</span><br/> <span class="ft1">bekannt ist und vom KStA auch zugestanden wird, ist es Praxis, dass</span><br/> <span class="ft1">die Gemeindesteuerämter "in Ausnahmefällen", tatsächlich aber</span><br/> <span class="ft1">durchaus nicht so selten, Einsprachen ohne Beschluss der Steuer-</span><br/> <span class="ft1">kommission "auf dem Rektifikatswege" mittels Korrekturveranla-</span><br/> <span class="ft1">gung erledigen, so wie es - anscheinend ungewollt - auch hier ge-</span><br/> <span class="ft1">schehen ist. Vorgesehen ist diese Vorgehensweise zwar nur, wenn</span><br/> <span class="ft1">sich aufgrund der Einsprache ein offensichtlicher Veranlagungsfehler</span><br/> <span class="ft1">zeigt oder wenn im Laufe des Einspracheverfahrens Übereinstim-</span><br/> <span class="ft1">mung mit dem Steuerpflichtigen erzielt wurde (Vernehmlassung</span><br/> <span class="ft1">KStA), wobei auf Seiten der Steuerbehörden die für den Einsprache-</span><br/> <span class="ft1">entscheid verantwortliche Steuerkommission offensichtlich nicht</span><br/> <span class="ft1">immer einbezogen wird. Wenn gegen die Korrekturveranlagung</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">140</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">keine Einsprache erhoben wird, wird das Einspracheverfahren gegen</span><br/> <span class="ft1">die ursprüngliche Veranlagung entweder formlos abgeschlossen oder</span><br/> <span class="ft1">ein Abschreibungsbeschluss zufolge Gegenstandslosigkeit erlassen</span><br/> <span class="ft1">(Vernehmlassung KStA); ein materieller Einspracheentscheid ent-</span><br/> <span class="ft1">fällt. Diese Folge ist unausweichlich, bedeutet doch die Korrektur-</span><br/> <span class="ft1">veranlagung logisch zwingend, dass damit die ursprüngliche Veran-</span><br/> <span class="ft1">lagung (gegen die sich die Einsprache richtete) aufgehoben wird.</span><br/> <span class="ft1">Dieser Praxis ist das Risiko inhärent, dass Korrekturveranla-</span><br/> <span class="ft1">gungen ergehen, bei denen die vorausgesetzten Rahmenbedingungen</span><br/> <span class="ft1">nicht erfüllt sind. Es kann nicht in Frage kommen, in die Korrektur-</span><br/> <span class="ft1">veranlagungen eine stillschweigende Bedingung hineinzuinterpretie-</span><br/> <span class="ft1">ren, wonach sie nur gelten, soweit die Steuerkommission bzw. die</span><br/> <span class="ft1">Steuerbehörden nicht nachträglich zum Schluss kommen, es habe an</span><br/> <span class="ft1">den Voraussetzungen gefehlt. Werden Korrekturveranlagungen</span><br/> <span class="ft1">zwecks Verfahrenserleichterung toleriert, so haben sie auch Geltung,</span><br/> <span class="ft1">wenn sie eigentlich nicht hätten erfolgen sollen (vgl. analog</span><br/> <span class="ft1">AGVE 2001, S. 382 f.); dann lässt sich nur über Anweisungen und</span><br/> <span class="ft1">Aufsicht verhindern, dass Gemeindesteuerämter auch in</span><br/> <span class="ft1">ungeeigneten Fällen dem Einspracheentscheid mit einer Korrektur-</span><br/> <span class="ft1">veranlagung zuvorkommen.</span><br/> <span class="ft1">cc) Nachdem die Korrekturveranlagung rechtskräftig geworden</span><br/> <span class="ft1">war, war als Konsequenz der beschriebenen Steuerpraxis kein Platz</span><br/> <span class="ft1">mehr für einen materiellen Einspracheentscheid; inhaltlich blieb es</span><br/> <span class="ft1">bei der Korrekturveranlagung vom 18. Januar 2001. Um dies zu ver-</span><br/> <span class="ft1">hindern, hätte innerhalb der Einsprachefrist entweder die Steuer-</span><br/> <span class="ft1">kommission Y. die Korrekturveranlagung rückgängig machen (ana-</span><br/> <span class="ft1">log dem Sachverhalt im erwähnten VGE vom 17. März 1986) oder</span><br/> <span class="ft1">das KStA Einsprache erheben müssen (§ 145 lit. a aStG; vgl. auch</span><br/> <span class="ft1">AGVE 2001, S. 382).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>