Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Februar 2019 (725 18 381 / 57) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beweiswürdigung: Bestehen wie im vorliegenden Fall auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chterin Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Raffaella Biaggi, Advo- katin, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 3003, 4002 Basel gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG , Direktion Bern, Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. Die 1967 geborene A.____ war seit dem 4. Oktober 2012 mit einem Pensum von 70 % als Konditorin bei B.____ angestellt und durch ihre Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Mobi- liar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mob iliar) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 12. M ärz 2016 liess A.____ der Mobiliar durch ihre Arbeitgeberin einen Berufsunfall melden. Gemäs s den Angaben im Formular “Schaden- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht meldung UVG“ habe die Versicherte am 29. September 20 15 in der Backstube - ein Backblech auf der rechten Hand tragend - einen Sturz verhindern wollen und sich dabei den rechten Arm verdreht. Am 1. November 2016 meldete die Versicherte der Mobiliar ein weiteres Unfallereig- nis. Laut der Schilderung in der “Bagatell-Unfallmel dung UVG“ vom genannten Tag sei sie am 29. August 2016 mit dem Motorrad in einer Linkskurve von der Strasse abgekommen und auf die linke Seite gestürzt. Beim Sturz habe sich der Lenker verbogen, wodurch es ihr den rechten Arm nach vorne gezogen habe. Nach Eingang der jeweili gen Unfallmeldungen erbrachte die Mobiliar die gesetzlichen Versicherungsleistungen. Anlässli ch einer Verlaufskontrolle im Spital C.____ vom 28. März 2017 berichtete die Versicherte über ein drittes Unfallereignis. Sie sei am 19. Februar 2017 gestolpert und direkt auf die rechte Schulter gestürzt. Nachdem sich A.____ am 19. Juni 2017 einem operativen Eingriff an der r echten Schulter hatte unterziehen müssen, kündigte die Mobiliar mit Schreiben vom 15. September 2017 die Einstellung der Versiche- rungsleistungen an. In der Folge erliess die Mobiliar a m 29. Juni 2018 eine Verfügung, in der sie festhielt, dass ihre Leistungspflicht per 31. Mai 201 7 geendet habe. Die medizinischen Ab- klärungen hätten ergeben, dass die Beschwerden der Ver sicherten ab dem genannten Zeit- punkt nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 29. September 2015, 29. August 2016 und 19. Febru ar 2017 gestanden hätten. Die Hei- lungskosten und das Taggeld habe man bis zum Operationste rmin vom 19. Juni 2017 ausge- richtet. „Entgegenkommenderweise“ verzichte man „auf da s Zurückverlangen der bereits be- zahlten Leistungen, insbesondere der Taggelder.“ Daran hielt die Mobiliar auf Einsprache der Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 6. November 2018 fest. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, ver treten durch Advokatin Raffaella Biaggi, am 27. November 2018 Beschwerde beim Kantonsge richt, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es se i der angefochtene Einspracheent- scheid aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auch ab Juni 2017 auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. Dezember 2018 ersuchte die Mobiliar um Abweisung der Beschwerde. Für den Fall, dass sich wider Erwarten e ine weitere Leistungspflicht ergäbe, beantragte sie eventualiter, es seien sämtliche Leistunge n infolge unentschuldbar verspäteter erster Unfallmeldung um die Hälfte zu kürzen. D. Am 4. Januar 2019 liess die Beschwerdeführerin eine n Bericht des behandelnden Or- thopäden Dr. med. D.____, Facharzt für Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates, vom 2. Januar 2019 einreichen. Die Mob iliar nahm mit Eingabe vom 21. Januar 2019 hierzu Stellung. Gleichzeitig hielt sie an ihren in der Vernehmlassung gestell- ten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in E.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 27. November 2018 ist dem- nach einzutreten. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetreten en Schaden (Krankheit, Arbeits- unfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein na türlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürli chen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht che Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderl ichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheit sschadens darstellt, wenn also Letz- terer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursac hen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er u nmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wi e er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistung sbegründende natürliche Kausalzusam- menhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung vo n unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Di e blosse Möglichkeit nunmehr gänz- lich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genüg t nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. D iese Beweisgrundsätze gelten so- wohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolg en und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil A. des Bundesgerichts vom 23. Septembe r 2014, 8C_419/2014, E. 3.2 mit Hinweisen). 3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistu ngsansprüche bedarf es verlässli- cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 23 1 E. 5.1). Das Gericht hat diese nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grund satz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismi ttel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi- alversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre- chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate- rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es a uf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). Hin sichtlich des Beweiswertes eines Arzt- berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die st reitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Sit uation einleuchtet und ob die Schluss- folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispiel sweise Berichten und Gutachten versi- cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 4. Im vorliegenden Fall bestehen Unklarheiten sowohl in Bezug auf den Hergang der ein- zelnen Unfälle als auch hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen der einzelnen Ereignis- se. 4.1 Die Versicherte liess der Beschwerdegegnerin den Unfa ll vom 29. September 2015 erst am 17. März 2016 melden. Laut Unfallbeschreibung w ollte die Beschwerdeführerin in der Backstube - ein Backblech auf der rechten Hand tragend - e inen Sturz verhindern, wobei sie sich den rechten Arm verdrehte. Nach dem Ereignis setzte die Versicherte ihre Arbeit ohne Un- terbruch fort. Unklar ist, aus welchem Grund der Unfall erst fast ein halbes Jahr später gemeldet wurde. Im Bericht des Spitals C.____, Orthopädie und T raumatologie des Bewegungsappara- tes, vom 16. März 2016 wurde eine leichtgradige adhäsiv e Kapsulitis mit Verdacht auf lntervall- läsion und Tendinopathie der langen Bizepssehne nach Distorsionstrauma der rechten Schulter vom September 2015 diagnostiziert. Die Schulterbewegli chkeit sei beim Untersuch frei gewe- sen mit deutlicher Schmerzangabe bei Abduktion und Antev ersion über 120° . Die Patientin sei aktuell als Konditorin zu 100 % arbeitsfähig. Der Rönt genbefund habe eine regelrechte gleno- humerale Artikulation ohne degenerative Veränderung en oder ossäre Läsionen und einen nor- malen humero-akramialen Abstand gezeigt. Eine Kalkabl agerung sei nicht sichtbar. Eine weni- ge Tage zuvor durchgeführte Sonographie der rechten Sc hulter habe einen Verdacht auf eine schmale transtendinöse Partialruptur der Supraspinatussehne ansatznah und eine Bursitis sub- acromialis/subdeltoidea ergeben. Laut weiteren Berichten des Spitals C.____ vom 14. April und 9. Mai 2016 habe sich in den Nachkontrollen ein stagni erender Verlauf gezeigt. Im letztgenann- ten Bericht wurde der Versicherten eine Arbeitsfähigkeit von 25 % für die nächsten fünf Wochen und danach eine solche von 50 % für weitere zwei Wochen attestiert. Anlässlich der Nachkon- trolle vom 3. August 2016 berichtete die Versicherte von einer weiteren Verbesserung der Be- weglichkeit. Die behandelnden Ärzte des Spitals C.____ attestierten ihr wieder eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit. 4.2 Am 29. August 2016 erlitt die Versicherte einen zw eiten Unfall, einen Sturz mit dem Motorrad. Dieser wurde der Beschwerdegegnerin am 1. November 2016 gemeldet. Laut Be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schreibung in der Unfallmeldung kam die Versicherte in einer Linkskurve von der Strasse ab und stürzte auf die linke Seite. Beim Sturz habe sich de r Lenker verbogen, wodurch es ihr den rechten Arm nach vorne gezogen habe. Gemäss Bericht des S pitals C.____ vom 31. Oktober 2016 erlitt die Versicherte dabei ein Distorsionstrauma der rechten Schulter. Durch das Ereignis sei es zu einer Traumatisierung der Kapsulitis gekommen, die sich bereits im abklingenden Stadium befunden habe. In Bezug auf die Arbeitsfähig keit führten die behandelnden Ärzte aus, die Versicherte wünsche, dass ihr keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. Sie werde sich mit ihrer Arbeitgeberin so arrangieren können, dass sie kein e schulterbelastenden Tätigkeiten ver- richten müsse. Im Verlaufsbericht vom 28. November 2016 gab die Versicherte an, dass die Schmerzen und die Schulterbeweglichkeit sich seit der letzten Konsultation deutlich gebessert hätten. Sie sei aktuell zu 100 % arbeitsfähig. Weil üb er die Arbeitgeberin der Konkurs eröffnet worden sei, sei sie momentan auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Laut einem Ver- laufsbericht des Spitals C.____ vom 23. Januar 2017 beri chtete die Beschwerdeführerin über erneute Schmerzen im Bereich des rechten Schultergelen ks. Diese hätten zehn Tage nach der letzten Infiltration begonnen und seien aktuell wieder so stark wie vor der Infiltration vorhanden. Die Schmerzen würden jeweils bei Belastung und nach der Physiotherapie zunehmen. 4.3 Anlässlich einer weiteren Konsultation vom 28. Mär z 2017 berichtete die Versicherte über ein drittes Unfallereignis. Sie sei am 19. Febr uar 2017 gestolpert und direkt auf die rechte Schulter gestürzt. Seither habe die Beweglichkeit der S chulter wieder abgenommen und es be- stünden ein Dauerschmerz und ein Nachtschmerz. Die behandelnden Ärzte des Spitals C.____ führten im Bericht vom genannten Tag aus, bei diesem S turzereignis sei es zu einer AC- Gelenksdistorsion im Sinne einer Rockwood- 1-Verletzung gekommen und die in Abheilung befindliche Kapsulitis sei erneut traumatisiert wor den. In der Verlaufskontrolle vom 4. Mai 2017 gab die Versicherte an, dass die Beschwerden d eutlich zugenommen hätten . Wegen dieser B eschwerden könne sie den beruflichen Anforderungen in ihrer neuen Tätigkeit als Bäckerin mit einem 80 %-Pensum nur knapp nachkommen. Die Ärzte empfahlen der Versi- cherten deshalb entweder den Wechsel in eine leicht ere Arbeit im selben Betrieb oder langfristig gegebenenfalls die Aufnahme einer neuen beruflichen Tätigkeit, in der sie weni- ger körperlich belastende Tätigkeiten zu verrichten habe. 4.4 Da eine MR-Arthrographie des Schultergelenks re chts vom 26. Mai 2017 eine Teilruptur der Supraspinatussehne gezeigt hatte, er achtete der von der Versicherten neu beigezogene Dr. D.____ eine Arthroskopie als notwen dig. In der Folge führte er am 19. Juni 2017 den entsprechenden Eingriff durch. Im Operationsbericht vom genannten Tag nannte er als Diagnosen eine traumatische, arti kulärseitige Partialläsion der Supraspi- natussehne und eine Pulley-Läsion an der rechten Sc hulter. Mit Schreiben vom 20. No- vember 2017 an die Rechtsvertreterin der Versichert en wies Dr. D.____ sodann darauf hin, dass sich weder im MRI noch anlässlich des operativ en Eingriffs Hinweise für einen dege- nerativen Befund ergeben hätten. Die festgestellten Schäden an der rechten Schulter seien unfallbedingt. Durch die Entwicklung einer traumati sch bedingten Kapsulitis hätten sich die Diagnosestellung und die notwendige Therapie verzög ert. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Aus den vorhandenen medizinischen Akten ergibt sich, dass die Unfallereignisse bei der Versicherten zumindest vorübergehende Beschwerdeschü be an der rechten Schulter aus- gelöst haben und dass in diesem Zusammenhang eine Leist ungspflicht der Mobiliar aus der obligatorischen Unfallversicherung besteht. Streitig un d zu prüfen ist, ob - wie die Mobiliar gel- tend macht - im Zeitpunkt der verfügten Leistungseinstellung, also per 31. Mai 2017, die ursäch- lichen Auswirkungen der Unfallereignisse auf den Gesundheitsschaden dahingefallen sind. 5.2 Die Beschwerdegegnerin legte die medizinischen Akten zur fachärztlichen Beurteilung der aufgeworfenen Frage ihrem beratenden Arzt Dr. me d. F.____, Orthopädische Chirurgie FMH, vor. Dieser hielt in einer kurzen Stellungnahme v om 14. Juli 2017 als aktuelle Diagnose „alterskorrelierende Veränderungen an der Rotatorenma nschette rechts“ fest. Der Status quo ante bzw. sine sei drei Monate nach der letzten Kontusi on (vom 19. Februar 2017) erreicht ge- wesen. Am 16. Mai 2018 erstattete Dr. F.____ im Auftr ag der Mobiliar eine weitere, nunmehr ausführlichere Aktenbeurteilung. Darin gelangte er zum Ergebnis, dass die im MRI festgestellte gelenkseitige Partialruptur der Supraspinatussehne - ebenso wie die intraoperativ beschriebene Pulley-Läsion - überwiegend wahrscheinlich einer altersk orrelierenden Degeneration entspre- che. Primär asymptomatische Veränderungen an der Rotato renmanschette seien ab dem 5. Lebensjahrzehnt häufig. Die nachweisbaren, zunächst u nvollständigen, degenerativ entstan- denen Strukturunterbrechungen würden sich naturgemäss/sch icksalhaft allmählich ausweiten und könnten dadurch auch eine Symptomatik hervorrufen. Man sei sich einig, dass diese Risse graduell und progressiv über Jahre entstehen würden, ein e intrinsische Ursache hätten und auf der schicksalhaften biologischen Alterung beruhen würden. Da im vorliegenden Fall der “Auslö- ser“ 2015 kein geeigneter Mechanismus für eine Ruptur de r Supraspinatussehne darstelle und auch Kompressionsereignisse - wie das zweite und dritte E reignis mit konzentrischer Kraftein- wirkung - nicht geeignet seien, eine Partialruptur zu bewirken (hierzu wären exzentrische Kräfte erforderlich), da gelenkseitige Läsionen überwiegend w ahrscheinlich degenerativ seien und da die Prämissen bezüglich der alterskorrelierenden Degener ation erfüllt seien, sei es überwie- gend wahrscheinlich, dass hier keine unfallkausale Rotat orenmanschettenläsion bzw. Pulley- Läsion vorliege. 5.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der leistungsei nstellenden Verfügung vom 29. Juni 2018 bzw. im angefochtenen Einspracheentschei d vom 6. November 2018 bei der Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhalts voll umfänglich auf die erwähnten Aktenbeurteilungen von Dr. F.____. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Status quo ante bzw. sine drei Monate nach dem letzten Ereignis vom 19 . Februar 2017 erreicht gewesen sei. Die Schulterbeschwerden der Versicherten würden nach di esem Zeitpunkt nicht mehr mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit den Unfallereignissen stehen. 5.4 Im Gegensatz zur Mobiliar ist die Beschwerdeführeri n der Auffassung, dass bei der Würdigung des medizinischen Sachverhalts nicht auf die Beurteilungen von Dr. F.____ abge- stellt werden könne. Sie beruft sich stattdessen auf die Einschätzung ihres behandelnden Facharztes Dr. D.____, wonach die Verletzungen an ihr er rechten Schulter überwiegend wahr- scheinlich unfallbedingt seien. Laut seinen Ausführunge n im Bericht vom 10. September 2018 seien Läsionen an der Supraspinatussehne bei 50-jährig en Personen keinesfalls häufig. Somit Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien die Prämissen der alterskorrelierenden Degenerati on nicht erfüllt. Zudem stelle das erste Trauma sehr wohl einen typischen Mechanismus für eine Lä sion der Supraspinatussehne dar. Im Zusammenhang mit dem zweiten Traumaereignis, bei we lchem Dr. F.____ von einer einfa- chen Kontusion ausgehe, sei zu beachten, dass es bei Motorradunfällen oft auch zu einem Dis- torsionstrauma der Schulter komme, welches für eine Läsio n der Rotatorenmanschette verant- wortlich sein könne. Aufgrund des schnellen Ablaufs bei sol chen Unfällen könnten die Versi- cherten den Unfallmechanismus häufig nicht mehr klar be schreiben. Das dritte Ereignis habe sicher zu einer kleinen Läsion des AC-Gelenks geführt, was MR-tomographisch habe dokumen- tiert werden können. Diese Verletzung habe allerdings keine weitere operative Behandlung nö- tig gemacht habe und sie sei auch nicht der Grund für die Operation gewesen. 5.5.1 Wie oben ausgeführt, sind an die Beweiswürdigun g strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall wie hier ohne Einholung ei nes externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind er gänzende Abklärungen vorzuneh- men (vgl. E. 3.2 hiervor und die dortigen Rechtsprechu ngshinweise). Vorliegend bestehen, wie im Folgenden zu zeigen ist, in verschiedener Hinsicht Zweifel an der Schlüssigkeit der fachärzt- lichen Beurteilungen von Dr. F.____. 5.5.2 Als erstes wirft bereits die Schilderung der ein zelnen Unfallereignisse durch den bera- tenden Arzt Fragen auf. So wertet Dr. F.____ das auslö sende Ereignis vom 29. September 2015 als übliche Alltagsbewegung. Davon kann aber in An betracht der Unfallschilderung der Versicherten nicht ausgegangen werden, gab diese doch a n, sie habe in der Backstube - ein Backblech auf der rechten Hand tragend - einen Sturz ve rhindern wollen und sich dabei den rechten Arm verdreht. Auch beim Motorradunfall vom 29. August 2016 ging der Gutachter fälschlicherweise davon aus, dass die Versicherte eine Ko mpression, also ein “Zusammendrü- cken“ der Schulter erlitten habe. Laut ihrer Beschreibu ng kam die Versicherte jedoch in einer Linkskurve von der Strasse ab und stürzte auf die linke Sei te. Beim Sturz habe sich der Lenker verbogen, wodurch es ihr den rechten Arm nach vorne gezog en habe. Einzig der Stolpersturz vom 28. März 2017 mit Direktaufprall auf die rechte Schu lter passt ins Schema von Dr. F.____, wonach eine Kompression nicht geeignet sei, die anlässli ch der Operation festgestellten Verlet- zungen herbeizuführen. Gleiches kann aber für die ersten beiden Ereignisse nicht gesagt wer- den. 5.5.3 Als unzutreffend erweist sich sodann auch die Schi lderung von Dr. F.____, wonach die Versicherte sowohl nach dem ersten Ereignis als auch nach dem Motorradunfall ohne Weiteres ihr Arbeitspensum habe ausüben können. In Anbetracht d er verschiedenen Verlaufsberichte des Spitals C.____ ist davon auszugehen, dass die Versiche rte nach den einzelnen Unfaller- eignissen jeweils an beträchtlichen Schmerzen litt. Nicht sdestotrotz war sie ausgesprochen bemüht, weiterhin ihrer Arbeit nachgehen zu können. Obwohl ihr die behandelnden Ärzte ver- mutlich Arbeitsunfähigkeitsatteste ausgestellt hätten, verzichtete sie auf entsprechende Zeug- nisse. Stattdessen gab sie an, sie versuche zuerst, sich mit d en Vorgesetzten insoweit zu ar- rangieren, als sie vorübergehend keine schulterbelastende n Arbeiten verrichten müsse (vgl. etwa die Ausführungen in den Verlaufsberichten des Sp itals C.____ vom 31. Oktober 2016 und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Mai 2017). Die Feststellung von Dr. F.____, wonach die ersten beiden Unfälle überhaupt kei- ne Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hätten, greift deshalb wohl zu kurz und sie bagatelli- siert ein Stück weit die effektive Situation der Beschwerdeführerin. 5.5.4 Zu beachten ist sodann, dass Dr. D.____ laut sei nen Angaben während der Operation keine degenerativen Veränderungen feststellte, die für den Gesundheitsschaden der Versicher- ten verantwortlich sein könnten. Vor diesem Hintergr und vermögen die Beurteilungen von Dr. F.____ auch insoweit nicht zu überzeugen, als er das Schulterleiden der Versicherten - im Sinne einer medizinischen Erfahrungstatsache - ohne Weite res als Folge einer unfallunabhän- gigen verschleissbedingten Erkrankung qualifiziert. Nur w eil der gleiche Gesundheitsschaden theoretisch in der Alterskategorie der Versicherten auch rein degenerativ verursacht sein könn- te, heisst dies nicht, dass auch bei der Versicherten eine so lche Entwicklung stattgefunden hat. In diesem Zusammenhang kann die Mobiliar im Übrigen auch aus dem von ihr zitierten Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2016 (8C_100/2016) nicht s zu ihren Gunsten ableiten. Darin wird festgehalten (vgl. E. 5 des Entscheids), dass nach ei nhelliger fachärztlicher Meinung, ins- besondere auch nach den Empfehlungen der Kommission "Be gutachtung" der Deutschen Ver- einigung für Schulter- und Ellbogenchirurgie (DVSE) gestützt auf den aktuellen Kenntnisstand über die Schädigung der Rotatorenmanschette, ein Unfallhergang mit Anprall der Schulter nicht geeignet sei, eine Verletzung der Rotatorenmanschett e zu bewirken (M ARKUS LOEW , Zur trau- matischen Entstehung der Rotatorenmanschettenläsion, Wi ssenschaftliche Grundlagen und ihre Konsequenzen für die Begutachtung, in: Der Orth opäde 10-2000 S. 881 ff., sowie M ARKUS LOEW ET AL ., Empfehlungen zu Diagnostik und Begutachtung der traumatischen Rotatorenman- schettenläsion, in: Der Unfallchirurg 5-2000 S. 417 ff. ). Im vorliegenden Fall stehen aber, wie oben festgehalten (vgl. E. 5.4.2 hiervor), in Bezug au f die ersten zwei Unfallereignisse andere Unfallmechanismen im Raum. 5.6 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass vorliegend doch erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der von der Beschwer degegnerin eingeholten und als massgeblich erachteten versicherungsinternen Beurteilunge n von Dr. F.____ bestehen. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 3.2 hiervor) kann bei diesem Beweisergebnis nicht auf die betref- fenden versicherungsinternen Beurteilungen abgestellt w erden. Der angefochtene Einsprache- entscheid ist deshalb aufzuheben und es sind weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die S ozialversicherungsgerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache an die Ve rwaltung zurückweisen. Die Beschwer- deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie ei- nen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sac hverhalt überhaupt für gutachtlich ab- klärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexper tise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist (vgl. BGE 137 V 263 E. 4.4.1 ff. ). Da die Beschwerdegegnerin vorliegend den medizinischen Sachverhalt unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des kanto- nalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Ab klärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Beschwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der zitierten Rechtspre- chung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist di e Angelegenheit zur weiteren Ab- klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird die Unfallkausalität der bei der Versicherten über den 31. Mai 2017 hinaus im Bereich de r rechten Schulter bestehenden ge- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitlichen Beeinträchtigungen und - falls ein natü rlicher Kausalzusammenhang bejaht wird - die Frage des Erreichens des medizinischen Endzustands du rch ein versicherungsexternes Gutachten abklären zu lassen haben. Anschliessend wird sie gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung über den Leistungsanspruch der Versicherten neu zu befinden haben. Die vor- liegende Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 6. In ihrer Vernehmlassung stellte die Mobiliar für d en Fall, dass sich wider Erwarten eine weitere Leistungspflicht ergäbe, den Antrag, es seien sä mtliche Leistungen infolge unent- schuldbar verspäteter erster Unfallmeldung um die Hälfte zu kürzen. Eine solche Möglichkeit sieht die Regelung von Art. 46 Abs. 2 Satz 1 UVG vor, wo nach der Versicherer jede Leistung um die Hälfte kürzen kann, wenn ihm der Unfall infolge unentschuldbarer Versäumnis der versi- cherten Person nicht binnen dreier Monate gemeldet wor den ist. Nach der Rechtsprechung ist eine verspätete Unfallmeldung entschuldbar, wenn die versicherte Person in guten Treuen der Meinung hat sein dürfen, eine Unfallmeldung sei bei der gegebenen Sachlage unnötig oder we- nigstens nicht dringlich (A LEXANDRA RUMO -JUNGO /A NDRÉ PIERRE HOLZER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 232 mit Hinwe is). Vorliegend liess sich die Versicherte nach dem ersten Unfallereignis zwar behandeln, sie war aber ausgesprochen bemüht, weiterhin ihrer Arbeit nachgehen zu können (vgl. dazu E. 5.5.3 hiervor). Aus ihrem damaligen Verhalten darf wohl geschlossen werden, dass sie davon ausging, ihr e Schulterschmerzen würden sich bald bessern und eine Unfallmeldung sei deshalb nicht notwendig. Dies ist bei der Beurteilung der Verschuldensfrage der Versicherten mit zu berücksichtigen. Wie es sich damit verhält, kann nun allerdings in Anbetracht des heutigen Verfahrensausgangs offen bleiben. Da der Versicher- ten mit dem vorliegenden Urteil keine zusätzlichen Leistu ngen zugesprochen werden, sondern die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts an die Beschwerde- gegnerin zurückgewiesen wird, braucht über diesen (Event ual-) Antrag heute nicht abschlies- send entschieden zu werden. 7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 7.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Hebt das Kantonsgericht einen b ei ihm angefochtenen Entscheid auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärun g und neuer Beurteilung an die Ver- waltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigun g zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführe rin hat in ihrer Honorarnote vom 10. Dezember 2018 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9,75 Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen als ange- messen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversich erungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind die in der Hon orarnote ausgewiesenen Auslagen von Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 70.80. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘701.45 (9,75 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Ausl agen von Fr. 70.80 + 7,7 % Mehrwert- steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen- entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo- raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet d as Bundesgericht. Die nachstehen- de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher P raxis die in einem Rückweisungs- entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelun g - wie die Rückweisung im Haupt- punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG ) darstellt, der in der Regel keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet d ie Instanz, an welche die Sache zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten d er Beschwerde führenden Person, so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückwei sungsentscheid direkt innerhalb der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentsche ids mit ordentlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge- richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte- ne Einspracheentscheid der Schweizerischen Mobiliar Versich erungs- gesellschaft AG vom 6. November 2018 aufgehoben und die Angele- genheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägunge n und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Schweizerischen Mob iliar Versi- cherungsgesellschaft AG zurückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in der Hö he von Fr. 2‘701.45 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht