<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00146</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105616&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00146</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 06.07.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ersatzvornahme</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Befehl zur Beseitigung einer Sonnenkollektoranlage<br/><br/>Wer gestützt auf Art. 6 EMRK eine mündliche Verhandlung verlangt, hat einen entsprechenden Antrag bereits im Baurekursverfahren zu stellen. Nachdem ein Beseitigungsbefehl (unter Androhung der Ersatzvornahme) unangefochten in Rechtskraft erwuchs, kann gegen die Vorankündigung der Ersatzvornahme kein Rechtsmittel mehr erhoben werden. Wenn rechtskräftig entschieden ist, dass die eigenmächtig erstellte Kollektoranlage nicht bewilligungsfähig ist, braucht der Gemeinderat auf ein Baugesuch, gemäss welchem die streitige Anlage massiv vergrössert würde, nicht einzutreten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESEITIGUNGSBEFEHL">BESEITIGUNGSBEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZVORNAHME">ERSATZVORNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MÃNDLICHE VERHANDLUNG">MÃNDLICHE VERHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONNENKOLLEKTOR">SONNENKOLLEKTOR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STOCKWERKEIGENTÃMER">STOCKWERKEIGENTÃMER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG">VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTRECKUNGSVERFÃGUNG">VOLLSTRECKUNGSVERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLZUG">VOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLZUGSANORDNUNG">VOLLZUGSANORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 6 lit. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 30 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 31 VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 59 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2000 Nr. 41</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A. Der Gemeinderat <b>D</b> bewilligte <b>A</b> am 22. August 1995 die Erstellung eines Vierfamilienhauses mit Garage- und ÃkonomiegebÃ¤ude als Er­satz fÃ¼r ein bestehendes Bauernhaus an der <b>X-</b>strasse. Hinsichtlich der projek­tierten je fÃ¼nf Dachlukarnen auf der sÃ¼dÃ¶stlichen und der nordwestlichen DachflÃ¤che hielt der Gemeinderat fest, dass die De­tailkonstruktionsplÃ¤ne fÃ¼r die Lukarnen vor der AusfÃ¼h­rung durch die BaubehÃ¶rde zu prÃ¼fen und zu bewilligen seien (Dispositiv Ziffer 2.7). Am 10. April 1996 verweigerte der Gemeinderat die Bewilligung fÃ¼r eine rund 15 m lange und 0,6 m hohe Sonnenkollek­toranlage auf der sÃ¼dÃ¶stlichen DachflÃ¤che zwischen Firstlinie und Dachlukarnen. Am 30. April 1996 lehnte der Gemeinderat ein Gesuch um Bewilligung von neu je sieben Dachlukarnen pro DachflÃ¤che ab. Er begrÃ¼ndete diesen Entscheid damit, dass die DachflÃ¤­chen mit je sieben Lukarnen Ã¼berladen seien. Am 11. Juni 1996 wurde auch das Gesuch um Bewilligung von je sechs Lukarnen pro DachflÃ¤che abgelehnt. Da zwischen­zeitlich die Bauarbeiten an den nicht bewilligten Dachlukarnen wie auch an der Sonnen­kollektoranla­ge aufgenommen worden waren, kam es zu Baueinstellungsanordnungen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Gegen die gemeinderÃ¤tlichen BeschlÃ¼sse vom 10. April und vom 11. Juni 1996 gelangte <b>A</b> am 3. Mai bzw. am 3. Juli 1996 rechtzeitig an die Baure­kurskommission IV, je mit dem Antrag, die betreffenden BeschlÃ¼sse seien aufzuheben und die baurechtlichen Be­willigungen zu erteilen. Die Baurekurskommission IV wies die ver­einigten Rekurse am 27. Februar 1997 nach DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins ab. Die dagegen beim Verwal­tungsgericht erhobene Beschwerde blieb erfolglos (Entscheid vom 29. August 1997). Eine gegen das Verwaltungsgerichtsurteil beim Bundesgericht einge­reichte staatsrechtliche Beschwerde wies dieses am 6. April 1998 ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Am 19. Mai 1998 befahl der Gemeinderat <b>D</b> dem <b>A</b> unter Androhung der Ersatzvor­nahme im Unterlassungsfall, die beiden unbewilligten Dachlu­karnen sowie die Sonnen­kollektoranlage bis spÃ¤testens 31. Juli 1998 zu entfernen. Dieser Beschluss blieb unange­fochten. Die am 19. August bis zum 7. September 1998 erstreckte Beseitigungsfrist ver­strich ungenutzt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. A. Mit Beschluss vom 29. September 1998 erÃ¶ffnete der Gemeinderat <b>D</b> dem <b>A</b>, dass die streitige Sonnenkollektoranlage auf dem GebÃ¤ude <b>X-</b>strasse im Sinn einer Ersatzvor­nahme am 9. und 10. November 1998 entfernt werde. Da­gegen rekurrierten <b>A</b> sowie die StockwerkeigentÃ¼mergemeinschaft <b>B</b>, nÃ¤mlich <b>B.1</b>, <b>B.2</b> sowie <b>B.3</b> am 27. Oktober 1998 mit gemeinsamer Eingabe an die Baurekurskommission IV, mit dem Antrag, die BeschlÃ¼s­se vom 19. Mai und vom 29. September 1998 seien aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Ebenfalls am 29. September 1998 trat der Gemeinderat <b>D</b> auf ein Ge­such um Umgestaltung (VergrÃ¶sserung) der streitigen Sonnenkollektoranlage nicht ein. Mit Rekurs­eingabe vom 2. November 1998 gelangten die erwÃ¤hnten Rekurrenten auch dagegen an die Baurekurskommission IV. Sie beantragten, auch dieser Beschluss sei aufzuheben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Mit Beschluss des Gemeinderats <b>D</b> vom 15. Juni 1999 wurden die Stockwerkei­gentÃ¼mer <b>B</b> verpflichtet, die <b>A</b> am 29. September 1998 angedrohte Demontage der Son­nenkollektoranlage zu dulden. Mit Beschluss vom gleichen Tag berichtigte der Gemeinde­rat das Rubrum des Beschlusses vom 29. September 1998, gemÃ¤ss welchem auf das Ge­such zur Umgestaltung der Sonnen­kollektoren nicht eingetreten worden war. Mit separa­ten Rekurseingaben vom 19. Juli 1999 gelangten die erwÃ¤hnten Rekurrenten auch dagegen an die Baurekurskommission IV. Sie beantragten, die BeschlÃ¼sse hinsichtlich der Ersatz­vornahme seien aufzuheben. Sodann seien die das Umbauvorhaben betreffenden BeschlÃ¼s­se aufzuheben, und der Gemeinderat <b>D</b> sei einzuladen, das Baugesuch materiell zu behan­deln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>D. Mit Entscheid vom 9. MÃ¤rz 2000 vereinigte die Baurekurskommission IV die vier Verfahren und wies die Rekurse ab.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 14. April 2000 beantragten <b>A</b> sowie die Stockwerkeigen­tÃ¼mergemeinschaft <b>B</b> dem Verwaltungsgericht, der Re­kursentscheid vom 9. MÃ¤rz 2000 sei aufzuheben und die Angelegenheit zur weiteren Ab­klÃ¤rung an den Gemeinderat <b>D</b> zurÃ¼ck­zuweisen. Ferner sei eine mÃ¼ndliche Ver­handlung durchzufÃ¼hren. Die Baurekurskommis­sion IV beantragte am 9. Mai 2000, die Beschwerde sei abzuweisen. Den nÃ¤mlichen An­trag stellte der Gemeinderat <b>D</b> mit Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2000. BeschwerdefÃ¼h­rer und Beschwerdegegner ver­langten ferner je die Zusprechung einer ParteientschÃ¤di­gung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die ErwÃ¤gungen gemÃ¤ss angefochtenem Rekursentscheid sowie die AusfÃ¼hrungen der Parteien in den Rechtsschriften werden - soweit erforderlich - nachstehend wiederge­geben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die BeschwerdefÃ¼hrer stellen unter Hinweis auf § 59 Abs. 1 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) den prozessualen Antrag, es sei eine mÃ¼ndliche Verhandlung durchzufÃ¼hren. Diesem Begehren ist keine Folge zu ge­ben. Zur KlÃ¤rung des Sachverhalts ist jedenfalls eine solche Verhandlung nicht erforder­lich. Die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse ergeben sich mit hinreichender Deutlichkeit aus den Akten. Unter Vorbehalt der sich aus Art. 6 Ziff. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskon­vention (EMRK) ergebenden Anforderungen haben die Parteien keinen Rechtsanspruch auf DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung. Ein solcher Anspruch ergibt sich auch nicht aus Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungs­rechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 59 N. 1). Art. 6 Ziff. 1 EMRK gebietet (gestÃ¼tzt auf ein entsprechendes Begehren) nur dann die DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen (und Ã¶ffentlichen) Verhandlung, wenn eine zivilrechtliche Streitigkeit oder eine strafrechtliche Anklage vorliegt. Ob es hier um eine zivilrechtliche Streitigkeit geht, ist fraglich. Wohl hat das Bundesgericht in zwei Entscheiden vom 4. Januar 1995 entschieden, dass vollstreckungsrechtliche Angelegenheiten nicht unter den Begriff der zivilrechtlichen AnsprÃ¼che fallen (Urteile 1P.539/1995 und 1A.209/1995, 1P.479/1995). Dabei hat das oberste Gericht auf Mark E. Villiger (Handbuch der EuropÃ¤ischen Men­schenrechtskonvention, 1. A., ZÃ¼rich 1993, S. 230, Rz. 385) verwiesen. In der neuesten Auflage dieses Werks kommt nun aber Villiger unter Hinweis auf ein Urteil des EuropÃ¤i­schen Gerichtshofs aus dem Jahr 1998 zum Schluss, dass "faktisch auch das Zwangsvoll­streckungsverfahren Art. 6 unterstellt" sei (Mark E. Villiger, Handbuch der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention, 2. A., ZÃ¼rich 1999, S. 249, Rz. 390). Der Frage ist nicht weiter nachzugehen. Selbst wenn man annehmen wollte, es liege eine Streitigkeit Ã¼ber einen zivil­rechtlichen Anspruch im Sinn von Art. 6 Ziff. 1 EMRK vor, wÃ¤re zu beachten, dass es sich bei den zÃ¼rcherischen Baurekurskommissionen um unabhÃ¤ngige gerichtliche Instanzen handelt. Ein Antrag um DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen (Ã¶ffentlichen) Verhandlung muss daher schon im Rekursverfahren gestellt werden (RB 1996 Nr. 1; VGr, 9. MÃ¤rz 2000, VB.1999.00341; VGr, 16. Juni 1999, VB.98.00297; VGr, 22. November 1996, VB.96.00130; vgl. auch RB 1995 Nr. 12). Im vorliegenden Fall ist in den Verfahren vor Baurekurskommission IV kein Begehren um DurchfÃ¼hrung einer mÃ¼ndlichen Verhandlung gestellt worden. Es ist nicht Sache des Verwaltungsgerichts, als oberste kantonale gericht­liche Instanz erstmals eine solche Verhandlung durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Materieller Ausgangspunkt fÃ¼r die vorliegende Rechtsstreitigkeit ist das Ver­waltungsgerichtsurteil vom 29. August 1997. Mit diesem Entscheid hat das Gericht die Auffassung des Gemeinderats <b>D</b> und der Baurekurskommission IV geschÃ¼tzt, dass der Einbau von mehr als fÃ¼nf Dachlukarnen pro DachflÃ¤che sowie die Anbringung der ei­gen­mÃ¤chtig erstellten Sonnenkollektoranlage im Ausmass von rund 15 m LÃ¤nge und 0,6 m HÃ¶he weder mit den in der Kernzone von <b>D</b> fÃ¼r die Dachgestaltung geltenden Vorschriften noch mit § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) vereinbar seien. Die gegen das Verwaltungsgerichtsurteil erhobene staats­rechtliche Be­schwerde hat das Bundesgericht wie erwÃ¤hnt am 6. April 1998 abgewiesen. Damit ist ma­teriell rechtskrÃ¤ftig und auch fÃ¼r das heutige Verfahren verbindlich entschie­den worden, dass mehr als fÃ¼nf Dachlukarnen pro DachflÃ¤che sowie die erwÃ¤hnte Sonnen­kollektoran­lage nicht bewilligungsfÃ¤hig sind. Diese Fragen kÃ¶nnen im vorliegenden Voll­streckungs­verfahren nicht mehr aufgeworfen werden. An der massgeblichen Rechtslage Ã¤ndert nichts, dass die in Frage stehende Liegenschaft nachtrÃ¤glich in Stockwerkeigentum umgewandelt worden ist. Die neuen bzw. weiteren EigentÃ¼mer sind mit in die Rechtsstel­lung des frÃ¼he­ren AlleineigentÃ¼mers <b>A</b> eingetreten (VGr, 12. Juni 1987, BEZ 1987 Nr. 22 = ZBl 89/1988, S. 261). Baurechtliche Entscheide sind sachbezogene Anordnungen und nicht an eine bestimmte Person gebunden (RenÃ© A. Rhinow/Beat KrÃ¤­henmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, ErgÃ¤nzungsband, Basel und Frank­furt am Main 1990, Nr. 30 IId; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼­rich 1991, Rz. 25). Daraus folgt, dass im heutigen Zeitpunkt die materiellen Fragen, Ã¼ber die im genannten Verwal­tungsgerichtsurteil befunden worden ist, auch von den (neuen) StockwerkeigentÃ¼mern nicht mehr aufgeworfen werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Generell gilt, dass im Vollzugs- oder Vollstreckungsverfahren auf die materiell­rechtlichen Fragen nicht zurÃ¼ckgekommen werden kann. Es kann nichts mehr vorgebracht werden, was im Entscheidverfahren, das mit der SachverfÃ¼gung abgeschlossen wurde, hÃ¤tte geltend gemacht werden kÃ¶nnen. Entspricht eine Vollzugsanordnung inhaltlich der rechtskrÃ¤ftigen SachverfÃ¼gung und werden dem Befehlsadressaten keine neuen Pflichten Ã¼berbunden, so ist die Vollzugsanordnung nicht anfechtbar. Eine erneute ÃberprÃ¼fung die­ser Fragen liefe auf eine doppelte Beurteilung der SachverfÃ¼gung hinaus (RB 1969 Nr. 10 = ZBl 71/1970, S. 154 = ZR 69 Nr. 86; RB 1981 Nr. 24; RB 1983 Nr. 113 = BEZ 1983 Nr. 37; RB 1985 Nr. 13; VGr, 19. Februar 1987, BEZ 1987 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 30 N. 57 ff.; Hanspeter Geiser, Rechtsschutz im Verwaltungsvollstreckungsverfahren, St. Gallen 1978, S. 120; MÃ¤der, Rz. 607 mit Hinweisen). Auf materielle EinwÃ¤nde ist daher im Vollstreckungsverfahren nicht mehr einzutreten. Gegen vollstreckungsrechtliche An­ordnungen kann nur noch geltend gemacht werden, die SachverfÃ¼gung sei von Anfang an nichtig gewesen oder durch nachtrÃ¤glich eingetretene UmstÃ¤nde rechtswidrig oder ge­gen­standslos geworden. Ferner kÃ¶nnen MÃ¤ngel gerÃ¼gt werden, die in der Vollstreckungs­an­ordnung selber begrÃ¼ndet sind (UnverhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Wiederherstellung des recht­mÃ¤ssigen Zustands, zu kurze Fristansetzung; dazu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 30 N. 57 ff.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Im vorliegenden Fall hat der Gemeinderat <b>D</b> dem <b>A</b> am 19. Mai 1998 unter Andro­hung der Ersatzvornahme im Unterlassungsfall befohlen, die beiden unbewilligten Dachlu­karnen sowie die Sonnenkollektoranlage bis spÃ¤testens 31. Juli 1998 zu entfernen. Dieser Beschluss blieb unangefochten. Er ist mithin ebenfalls rechtskrÃ¤ftig. Damit ist im heutigen Zeitpunkt jedenfalls <b>A</b> auch mit rein vollstreckungsrechtlichen EinwÃ¤nden, insbesondere mit der RÃ¼ge der UnverhÃ¤ltnismÃ¤ssig­keit der vollstÃ¤ndigen Entfernung der Kollektoran­lage, ausgeschlossen. Darin ist der Bau­rekurskommission IV und dem Beschwerdegegner ohne weiteres zu folgen. Vollstre­ckungsrechtliche RÃ¼gen hÃ¤tten in einem gegen den Ge­meinderatsbeschluss vom 19. Mai 1998 einzuleitenden Rekursverfahren vorgebracht wer­den mÃ¼ssen. Daran Ã¤ndern die Ge­meinderatsbeschlÃ¼sse vom 29. September 1998 und vom 15. Juni 1999 nichts. In keinem dieser BeschlÃ¼sse hat der Gemeinderat <b>D</b> seine Anordnung gemÃ¤ss Entscheid vom 19. Mai 1998 unter irgend einem Gesichtspunkt in Frage gestellt oder gar auf die Wieder­herstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands verzichtet. Im (ersten) Beschluss vom 29. September 1998 ging es um die AnkÃ¼ndigung des genauen Datums der Ersatzvornahme. In dem dagegen erhobenen Rekurs konnte die vollstreckungsrechtliche Anordnung gemÃ¤ss Gemeinderatsbeschluss vom 19. Mai 1998 nicht mehr in Frage gestellt werden. Mit dem zweiten Beschluss vom 29. September 1998 trat der Gemeinderat auf das Gesuch um Um­gestaltung (VergrÃ¶sserung) der Kollektoranlage nicht ein. Die BeschlÃ¼sse vom 15. Juni 1999 beinhalten (hinsichtlich der zwei neuen GrundeigentÃ¼mer) einerseits die Duldung der <b>A</b> angedrohten Demontage der Sonnenkollektoren und anderseits eine Kor­rek­tur des Rubrums des (zweiten) Beschlusses vom 29. September 1998, mit welchem auf das Gesuch zur Umgestaltung der Sonnenkollektoren nicht eingetreten worden war. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Es fragt sich, ob sich die Rechtslage angesichts der Aufteilung der Liegen­schaft in Stockwerkeigentum und des damit verbundenen Auftretens zweier weiterer GrundeigentÃ¼mer anders darstelle. Das ist zu verneinen. Aus den Akten ergibt sich, dass am 12. August 1998 eine Besprechung zwischen den Parteien einerseits und dem Gemein­deprÃ¤sidenten sowie der Vorsteherin des Bauamts anderseits stattgefunden hat (Brief des Gemeinderats vom 19. August 1998 an <b>B.2</b>). Thema war eine Erstreckung der bis 31. Juli 1998 laufenden Frist fÃ¼r die Entfernung der Kollektoranlage, wie sie mit dem Be­schluss des Gemeinderats vom 19. Mai 1998 angeordnet worden war. Die Frist wurde am 19. August 1998, also wenige Tage nach der erwÃ¤hnten Besprechung, bis zum 7. September 1998 verlÃ¤ngert. Auch die erstreckte Frist verstrich ungenutzt. Aus dieser Sach- und Rechtslage ergibt sich klar, dass die beiden neuen EigentÃ¼mer vom Voll­stre­ckungsbefehl vom 19. Mai 1998 Kenntnis hatten. HÃ¤tten die neuen StockwerkeigentÃ¼­mer diesen Beschluss anfechten wollen, hÃ¤tten sie umgehend dessen Zustellung verlangen und dazumal dagegen rekurrieren mÃ¼ssen. Mit dem Rekurs vom 27. Oktober 1998 konnte das nicht mehr geschehen. Die Rechtslage ist die nÃ¤mliche wie bei der Anfechtung einer im vereinfachten Verfahren ergangenen baurechtlichen Bewilligung durch einen Nachbar, dem der Beschluss nicht erÃ¶ffnet worden ist, der aber nachtrÃ¤glich davon Kenntnis erhÃ¤lt (RB 1981 Nr. 144; VGr, 16. Juni 1999, VB.99.00098 [zur Publikation im Rechenschafts­bericht 1999 bestimmt]). Ob und wann der Gemeinderat <b>D</b> von der Aufteilung der Liegen­schaft <b>X-</b>strasse in Stockwerkeigentum Kenntnis erhalten hat, ist dabei nicht entscheidend. Nicht mehr in Frage gestellt werden konnte der Vollstreckungsbefehl vom 19. Mai 1998 auch mit dem gegen den Beschluss des Gemeinderats vom 15. Juni 1999 gerichteten Re­kurs (Pflicht zur Duldung der Ersatzvornahme). Es wÃ¤re auch nicht einzusehen, warum die BeschwerdefÃ¼hrer <b>B.2</b> und <b>B.3</b> die Ersatzvornahme nicht zu dulden hÃ¤tten, nachdem sie den Vollstreckungsbefehl vom 19. Mai 1998 gegen sich gelten lassen mÃ¼ssen. Im Ãbrigen trifft es angesichts des geschilderten Sachverhalts offenkundig nicht zu, dass die neuen StockwerkeigentÃ¼mer durch die Duldungsanordnung vom 15. Juni 1999 wie durch einen Blitz aus heiterem Himmel getroffen worden sind. Festzuhalten ist sodann, dass mit einem Rekurs gegen einen Beschluss, mit dem lediglich noch das Datum der Er­satzvornahme festgelegt wird (Beschluss des Gemeinderats vom 29. September 1998), am grundsÃ¤tzli­chen Vollstreckungsbefehl vom 19. Mai 1998 nicht mehr gerÃ¼ttelt werden kann, dies auch nicht mit der Behauptung der UnverhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit. Angesichts der vorstehend geschil­derten Sach- und Rechtslage erweist sich auch der Vorwurf der Verweigerung des rechtli­chen GehÃ¶rs als unbegrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Es ist nicht Sache des Gemeinderats, ein bewilligungsfÃ¤higes neues Projekt aus­zuarbeiten. Gleichwohl hat das der Gemeinderat <b>D</b> in Zusammenarbeit mit dem Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung getan. Die BeschwerdefÃ¼hrer haben diese LÃ¶sung abge­lehnt (Rekursentscheid S. 14 f.; Beschwerdeschrift S. 12 f.). Es bleibt mithin beim rechts­krÃ¤ftigen Befehl vom 19. Mai 1998. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrer geltend machen, die Kollektoranlage sei nicht zwingend zu entfernen, so widerspricht dieser Standpunkt dem rechtskrÃ¤ftigen Beschluss vom 19. Mai 1998. Im Ãbrigen wÃ¼rden auch die in der Be­schwerdeschrift (S. 10) vorgeschlagenen Varianten (zum Ã¼berwiegenden Teil) die Entfer­nung der bestehenden Kollektoranlage bedingen. Das gilt jedenfalls fÃ¼r jede VerÃ¤nderung der Lage der Kollektoren, fÃ¼r eine firstbÃ¼ndige LÃ¶sung sowie fÃ¼r ein Kaschieren der Kol­lektoren hinter oder auf den Dachaufbauten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass beide DachflÃ¤chen mit je fÃ¼nf Lukarnen bereits erheblich belastet sind. Keinesfalls ist es Sache des Verwaltungsgerichts, nach bewilligungsfÃ¤higen LÃ¶sungen zu suchen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Zu Recht ist der Gemeinderat auf das Baugesuch vom 24. August 1998 um Um­gestaltung (VergrÃ¶sserung) der bestehenden streitigen Kollektoranlage nicht eingetreten. Die diesbezÃ¼glichen ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission IV erweisen sich in jeder Hin­sicht als Ã¼berzeugend. Es kann darauf verwiesen werden (§ 28 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Es ist rechtskrÃ¤ftig entschieden, dass schon die bestehende Kollektoranlage nicht bewilligungsfÃ¤hig (und zu entfernen) ist. Damit war offensichtlich nicht mehr zu prÃ¼­fen, ob eine flÃ¤chenmÃ¤ssig beinahe verdoppelte Anlage mit den kommunalen Bestimmun­gen Ã¼ber die Dachgestaltung und mit § 238 Abs. 2 PBG vereinbar sei. Warum eine derart vergrÃ¶sserte Anlage den massgebenden Bestimmungen genÃ¼gen soll, ist schlechterdings nicht zu erkennen. Der diesbezÃ¼gliche Standpunkt der BeschwerdefÃ¼hrer ist geradezu rechtsmissbrÃ¤uchlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Mit seinem Beschluss vom 15. Juni 1999 hat der Gemeinderat <b>D</b> in An­passung bzw. Modifizierung seines Beschlusses vom 29. September 1998 erneut die Er­satzvor­nahme festgelegt, ohne nochmals Frist fÃ¼r die Entfernung der Kollektoranlage anzu­setzen. Das ist nicht zu beanstanden. Die BeschwerdefÃ¼hrer hatten seit dem Befehl vom 19. Mai 1998 und den damit verbundenen Fristansetzungen genÃ¼gend Zeit, die Anlage zu entfernen bzw. ein Gesuch fÃ¼r eine bewilligungsfÃ¤hige ErsatzlÃ¶sung einzureichen. Damit ist auch heute keine Fristansetzung mehr erforderlich. Der Gemeinderat <b>D</b> wird indessen nicht darum herumkommen, den genauen Zeitpunkt der Ersatzvornahme zu be­stimmen und den BeschwerdefÃ¼hrern mitzuteilen. Gegen die Festlegung eines solchen Datums sind keine Einwendungen materiellrechtlicher oder vollstreckungsrechtlicher Art mehr zulÃ¤ssig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerde ist im Sinn der vorstehenden ErwÃ¤gungen abzuweisen. Einer RÃ¼ckweisung an den Gemeinderat <b>D</b> bedarf es nicht. Von einem rechtswidrigen bzw. un­verhÃ¤ltnismÃ¤ssigen Entscheid kann nicht die Rede sein. Weitere AbklÃ¤rungen (Be­fragun­gen, Expertise, Amtsbericht, Augenschein) sind nicht erforderlich.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>