Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 25. Juni 2015 (720 14 307 / 160) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revisionsweise Aufhebung der Invalidenrente; ein Revisionsgrund ist gegeben, wenn sich die Auswirkungen einer gesundheitlichen Schädigung in massgeblicher Weise ver- ändert haben. Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Tina Gerber Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dieter Roth , Advokat , Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente (756.7592.6238.24) A. Die 1965 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Juli 1997 bis 28. Februar 2005 im Verkauf für die B.____ GmbH in C.____ tätig. Ab dem 1. März 2005 arbeitete sie als Hausfrau und in der Familienbetreuung. Am 14. Oktober 2005 erlitt sie einen Unfall, als sie auf der Kunsteisbahn bei einem Zusammenstoss ausrutschte und auf das Han dgelenk fiel. Am 9. November 2006 meldete sich A.____ unter Hinweis auf eine Bänderlä sion am Handgelenk bei der Eidgenössi- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesund- heitlichen, erwerblichen und hauswirtschaftlichen Verhäl tnisse ermittelte die IV-Stelle Basel- Landschaft (IV-Stelle) bei der Versicherten in Anwendu ng der gemischten Methode für die Zeit vom 14. Oktober 2006 bis 30. November 2006 einen Invali ditätsgrad von 61% und für die Zeit ab 1. Dezember 2006 einen solchen von 21%. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ mit Verfügung vom 14. Januar 2008 für die Zeit vom 1 . Oktober 2006 bis 28. Februar 2007 eine befristete Dreiviertelsrente zu. Die Dreiviertelsrente wurde in der Folge unbefristet ausgerichtet. Im Rahmen des Rechtsmittelverfahrens gegen die Rückford erung machte die Versicherte, ver- treten durch Advokat Dieter Roth, unter anderem gelte nd, weiterhin an denselben Handge- lenksbeschwerden zu leiden, was von der IV-Stelle als Neu anmeldung gewertet wurde. Sie klärte in der Folge die aktuellen gesundheitlichen, e rwerblichen und hauswirtschaftlichen Ver- hältnisse ab und ermittelte in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs für die Zeit vom 19. Juni 2009 bis 13. April 2010 ei nen IV-Grad von 100% und für die Zeit ab 14. April 2010 einen solchen von 50%. Mit Verfügung vom 20. Juni 2011 sprach die IV-Stelle A.____ eine ganze Rente vom 1. September 2009 bis 31. Juli 2010 und eine halbe Rente ab dem 1. August 2010 zu. Im Oktober 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Überprüfung des laufenden Ren- tenanspruchs der Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abkl ärungen gelangte die IV-Stelle zur Auf- fassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ verbesser t habe. Der wiederum in An- wendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleic hs ermittelte Invaliditätsgrad be- trage lediglich noch 20%. Nach Durchführung des Vorbe scheidverfahrens hob die IV-Stelle deshalb die laufende halbe Rente der Versicherten mit Verfügung vom 23. September 2014 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 2. Oktober 2 014 Beschwerde beim Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht). Darin beantragte sie sinngemäss die Weiterausrichtung der halben Invalidenrente. Mit E ingabe vom 9. Oktober 2014 beantragte die Beschwerdeführerin ausserdem die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung. C. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2014 schloss di e Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. D. Mit Eingabe vom 24. November 2014 teilte die Rechts schutzversicherung D.____ dem Gericht mit, dass die Beschwerdeführerin für das vorliege nde Verfahren Versicherungsdeckung geniesse. Am 5. Dezember 2014 leistete die Rechtsschutzversicherung den verlangten Kosten- vorschuss. E. Mit Replik vom 28. Januar 2015 beantragte die Besch werdeführerin, nunmehr erneut vertreten durch Advokat Roth, die Verfügung vom 23. Sep tember 2014 sei in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ha lbe Invalidenrente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. Entgegen der Auffassung der Beschwerd egegnerin habe sich der Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin nicht erheblich verbesse rt, vielmehr sei er gleich geblie- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ben respektive habe er sich verschlechtert. Auch die erwerbli chen Auswirkungen des nach wie vor bestehenden Gebrechens hätten sich nicht in erheblicher Weise verändert. F. In ihrer Duplik vom 19. Februar 2015 hielt die Be schwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 2. Oktober 2014 2014 ist demn ach einzutreten. 2.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesg esetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invali- denversicherung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit od er Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigu ng der körperlichen, geistigen oder psy- chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behan dlung und Eingliederung verblei- bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichke iten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG ). Für die Beurteilung des Vorlie- gens der Erwerbsunfähigkeit sind nach dem mit der 5. I V-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 200 8 anwendbaren Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vier- telsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG [in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung] bzw. Art. 28 Abs. 2 IVG [in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewese nen Fassung]). Danach ist der Invalidi- tätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Dazu wird das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalid ität und nach Durchführung der medizi- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). 3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). 3.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urt eil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin zunächst mit Verfügung vom 14. Janu ar 2008 gestützt auf einen IV-Grad von 61% eine befristete Dreiviertelsrente zu. Mit Verfüg ung vom 20. Juni 2011 sprach die Be- schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1. November 2009 bis 31. Juli 2010 erneut eine befristete (ganze) Rente und für die Zei t ab 1. August 2010 eine halbe Rente zu. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in d en tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausge richteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzt en (auf einer vollständigen materiellen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anspruchsprüfung beruhenden) Rentenverfügung vom 20. Ju ni 2011 bestanden hat, mit dem- jenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. September 2014. 4. Im Folgenden ist demnach zu prüfen, ob und inwiefer n sich der Gesundheitszustand und – damit einhergehend – der Grad der Arbeitsunfäh igkeit der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache am 20. Juni 2011 in anspruchserheblicher Weise verbessert hat. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 f. mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach d em für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigu ng (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfas- send und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass d as Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objekti v zu prüfen und danach zu entschei- den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässi ge Beurteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grund sätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3.1 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi- gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen me dizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltu ngsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund e ingehender Beobachtungen und Unter- suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun- de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswür digung volle Beweiskraft zuzuer- kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässi gkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Stützt sich der angefochtene Entscheid hingegen ausschliesslich auf versicherungsin- terne medizinische Unterlagen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2 mit weite ren Hinweisen; vgl. auch: BGE 135 V 471 E. 4.7). In Bezug auf Berichte von behandel nden Ärzten schliesslich darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, da ss diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unter schiedliche Natur von Behandlungs- auftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerse its und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseit s (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutach- ten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abkl ärungen zu nehmen, wenn die be- handelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gel angen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, we il die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt g eblieben sind (vgl. Urteil des Bundes- gerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 5.4 Schliesslich gilt es in Revisionsfällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung durch eine Geg enüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes erfolgt (vgl. E. 3 hiervo r), bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutach- ten zu entnehmenden – Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unter- schied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergi bt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wese ntlich davon ab, ob es sich ausrei- chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren u nd schlüssigen medizinischen Beurtei- lung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer fr üheren abweichende) ärztliche Einschät- zung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern ei ne effektive Veränderung des Gesund- heitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteil des Schweizerischen Bundesge- richts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 6. Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der Beschwerdef ührerin sind im Wesentli- chen die folgenden medizinischen Unterlagen zu berücksichtigen: 6.1 Im Bericht der chirurgischen Notfallstation des Spit als E.____ vom 14. Oktober 2005 wurde festgehalten, dass die Patientin am selben Tag au f der Eisbahn auf das rechte Handge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht lenk gestürzt sei und sich dabei eine Handgelenkskontusion r echts mit Verdacht auf eine scapholunäre Bandläsion zugezogen habe. 6.2 Im Rahmen der ersten befristeten Rentenzusprache am 14. Januar 2008 stützte sich die Beschwerdegegnerin in erster Linie auf das bei Dr . med. F.____, FMH Rheumatologie so- wie Physikalische Medizin und Rehabilitation, eingeholte Gutachten vom 7. Mai 2007. Darin diagnostizierte dieser mit Auswirkung auf die Arbeits fähigkeit ein Status nach Sturz auf der Kunsteisbahn auf beide Handgelenke am 14. Oktober 200 5; ein Status nach scapholunärer Bandruptur mit statischer Instabilität des rechten Han dgelenkes nach dem Unfall vom 14. Oktober 2005; ein Status nach Arthroskopie des recht en Handgelenks, Bandrekonstruktion sowie temporäre Fixation am 28. November 2005; eine persistierende Schmerzsymptomatik am rechten Handgelenk mit deutlicher, schmerzbedingter Beweg ungseinschränkung und radiolo- gisch nachgewiesenen multiplen Usurenbildungen mit ausg edehntem Knochenmarksödem so- wie ein dringender Verdacht auf eine begleitpsoriatisch e Arthropathie. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Status nach Entfernung der Spickdrähte; ein Staus nach Kontusi- on des linken Handgelenks im Jahr 2000 sowie Schraubenen tfernung im Jahr 2005; ein Status nach CTS-Operation rechts am 22. November 2006; Überg ewicht; eine Hyperkyphose mit ver- stärkter Lendenlordose und eine Hautpsoriasis festzustellen. Die Explorandin sei mit dem er- reichten „Endzustand“ am rechten Handgelenk deutlich ein geschränkt; das Handgelenk sei schätzungsweise 50% in der Leistung reduziert. Die Finger beweglichkeit und der Faustschluss seien beidseits gut erhalten. Die Faustschlusskraft sei au ch rechts vollständig, weise jedoch gegenüber der linken Hand eine deutliche Kraftminderu ng auf. Abgesehen vom rechten Hand- gelenk bestünden keinerlei rheumatologische oder neurol ogische Einschränkungen. In der an- gestammten Tätigkeit, namentlich der Mithilfe im Betri eb des Ehegatten, vor allem im administ- rativen, organisatorischen Bereich, und in der aktuell a ngestrebten Tätigkeit im Immobilienver- kauf und –verwaltung sei die Explorandin voll arbeitsfäh ig. Für die Schonarbeit des rechten Handgelenkes bestehe indessen eine Leistungsminderung von ca. 20%, die zu berücksichtigen sei. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung gelte auch für ande re leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne besondere Belastung des rechten Handgelenkes. Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin hin führte Dr. F .____ mit Schreiben vom 29. Mai 2007 ergänzend aus, dass die Diagnose einer Psoriasisarthrose vorliegend nur schwer gestellt wer- den könne, da die (psoriatischen) Veränderungen eher du rch die mehrfachen chirurgischen Eingriffe bedingt seien. Hätte eine isolierte Psoriasisarthropathie am rechten Handgelenk vorge- legen, wäre die Einschränkung des Handgelenks weniger g ravierend als bei einem Zustand nach mehrfachen chirurgischen Eingriffen. In diesem spezi ellen Fall habe somit die mögliche begleitpsoriatische Arthropathie kaum einen Einfluss auf die geschätzte Arbeitsfähigkeit. Ohne den Sturz am 14. Oktober 2005 und den nachfolgenden o perativen Eingriffen und mit gesicher- ter Psoriasisbeteiligung wäre die Explorandin ebenfalls um 20% in ihrer Leistung eingeschränkt. 6.3 Gemäss Operationsbericht der orthopädischen Klinik des Spitals E.____ vom 5. September 2007 wurde bei der Patientin am 4. Sep tember 2007 eine Four-Corner-Fusion rechts durchgeführt. Am 24. Januar 2008 fand die Metall entfernung mit Abtragung des Proces- sus styloideus radii statt. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.4 Die behandelnde Fachärztin Dr. med. G.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie , der orthopädischen Klinik des Spitals E.____ erstellte am 27. Mai 2009 im Auftrag d er Beschwerdeführerin ein handchirurgi- sches Gutachten. Darin führte sie aus, dass die Patienti n eigentlich konstante Schmerzen im ganzen Bereich des rechten Handgelenks, zum Teil in die F inger ausstrahlend und sich bei Be- lastung verschlimmernd, habe. Sie sei in ihren täglichen Verrichtungen dadurch stark einge- schränkt, könne ihre Hobbies nicht mehr ausüben und schwe re Haushaltsarbeiten nicht mehr erledigen. Zu diagnostizieren seien ein Status nach scap holunärer Bandrekonstruktion des rechten Handgelenks sowie ein Status nach Teilarthrodese des rechten Handgelenks bei medi- okarpaler Arthrose und Status nach Resektion des Processus s tyloideus radii. Die deutlichen Restbeschwerden würden die Funktionsfähigkeit der rechten Hand massiv einschränken. 6.5 Mit Bericht vom 24. Juni 2009 stellte Dr. G.____ e ine Refraktur nach wahrscheinlich unvollständigem Durchbau nach Four-Corner-Fusion am 4 . September 2007 fest. Eine erneute Operation sei für den 11. August 2009 geplant. 6.6 Im Rahmen der Prüfung der Neuanmeldung zum Bezug von IV-Leistungen gab die Beschwerdegegnerin bei Dr. med. H.____, FMH Handchiru rgie sowie Plastische, Rekonstrukti- ve und Ästhetische Chirurgie, ein handchirurgisches Gutachten in Auftrag, welches dieser am 7. Juli 2010 erstattete. Darin diagnostizierte er ein Sta tus nach scapholunärer Bandruptur mit sta- tischer Instabilität des rechten Handgelenks; ein Status nach Karpaltunnelspaltung rechts; ein Status nach scapholunärer Bandrekonstruktion des rechten H andgelenks; ein Status nach Four-Corner Teilarthrodese des rechten Handgelenks sowie eine Refraktur bei unvollständigem Durchbau nach Four-Corner-Fusion des rechten Handgelen ks. Der ebenfalls festzustellende Status nach scapholunärer Bandruptur und Rekonstruktion des linken Handgelenks im Jahr 2000 sowie die Psoriasis hätten keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Eine Psoriasis- Arthritis sei klinisch ausgeschlossen, da bei der Patienti n stets bloss das rechte Handgelenk schmerzhaft sei. Dieses sei in seiner Funktion indessen de utlich eingeschränkt und sicher auf 50% seiner Leistungsfähigkeit reduziert. Da der vollstän dige, belastbare Durchbau der Arthro- dese nicht erreicht sei, sei jedoch eine definitive Beurteilung zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht möglich. Eine leichte bis mittelschwere abwechslungsrei che Tätigkeit ohne besondere Belas- tung des rechten Handgelenks – wie die angestammten Tät igkeiten – sei der Patientin zu 50% zumutbar. 6.7 Die Beschwerdegegnerin ordnete bei der vorliegend zu beurteilenden Revision von Amtes wegen eine erneute Begutachtung der Beschwerdefüh rerin an. Im bidisziplinären rheu- matologischen-handchirurgischen Gutachten vom 14. Oktob er 2013 / 6. Dezember 2013 diag- nostizierten Dr. med. I.____, FMH Chirurgie und Handch irurgie, sowie Dr. F.____ mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit (aus chirurgischer Sicht) ein Handgelenktrauma rechts vom 14. Oktober 2005 bei insgesamt sechs Operationen in den Jahren 2005 bis 2009 bzw. aus rheumatologischer Sicht ein Status nach scapholunärer Ban druptur mit Instabilität am rechten Handgelenk infolge Unfall am 14. Oktober 2005, ein S tatus nach Arthroskopie des rechten Handgelenks mit Bandrekonstruktion und temporärer Fixation mit Kirschner-Drähten, ein Status nach scapholunärer Bandrekonstruktion des rechten Handge lenks, eine destruierende Interkar- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht palarthrose, persistierende Schmerzen des rechten Handge lenks bei Status nach Four-Corner- Fusion und Refraktur sowie Rearthrodese und persistiere nde Schmerzangaben im Bereich des rechten Handgelenkes, zum Teil eher undifferenziert und unspezifisch. Dr. F.____ führte in seinem rheumatologischen Teilgu tachten vom 14. Oktober 2014 aus, dass die Beweglichkeit des rechten Handgelenks im Vergleich zum linken nicht übermässig einge- schränkt sei. Der Faustschluss sei vollständig, die Froment-Z eichen negativ, die rohe Kraft sei gut erhalten, das Bewegungsausmass aus seiner Sicht höchste ns um 20% vermindert. Bei un- beobachtetem Druck auf das rechte Handgelenk habe die E xplorandin kaum Schmerzen ange- geben. Beim Händedruck und der Rotation habe sie hinge gen eine Spannung im Handgelenk verspürt. Es sei anzunehmen, dass die Explorandin bei han dbelastenden Tätigkeiten behindert sei. Es sei möglich, dass eine manuelle Tätigkeit mit repe titiver Seitwärtsbewegung aus dem Handgelenk oder Arbeit mit repetitivem Stempeln oder Heften eine Schmerzaktivierung auslö- sen könnte. Ausserdem könnte eine Behinderung in der F einmechanik sowie beim Hantieren mit Werkzeugen bei Handlangerarbeiten bestehen. Im adm inistrativen Bereich sei eine Behin- derung indessen schwer zu konstatieren, eine solche liege höchstens bei 10% oder 15%. In der angestammten Tätigkeit im Immobiliengeschäft sei die Exp lorandin unter Berücksichtigung der subjektiven Angaben bezüglich des rechten Handgelenks sowie der verminderten Beweglichkeit infolge diverser Operationen seit 1. Dezember 2011 zu 80% arbeitsfähig. In einer wechselbelas- tenden Tätigkeit im administrativen oder organisatori schen Bericht sei die Explorandin bei Schonarbeit für das rechte Handgelenk ebenfalls seit 1. D ezember 2011 90% arbeitsfähig. Die rechte Hand verfüge zwar nicht über die Fähigkeiten de r linken, sie sei jedoch nach wie vor funktionstüchtig. Die Minderung sei nicht relevant. Im handchirurgischen Hauptgutachten vom 6. Dezember 201 3 stellte Dr. I.____ fest, dass eine weitere Begutachtung notwendig geworden sei, nachdem si ch der Zustand der Explorandin im Anschluss an die zweite Interkarpalarthrodese stabilisie rt habe. Da die Explorandin lediglich betreffend die rechte Hand einen Leidensdruck beklagt , werde im Rahmen der handchirurgi- schen Begutachtung die Untersuchung auf diese Extremität konzentriert. Die rechte Hand und der rechte Arm seien äusserlich unauffällig bis auf die deutlich sichtbaren Psoriasiseffloreszen- zen an den dorsalen Grundgelenken beider Hände. Die N arben der vergangenen Operationen seien fein, ohne Entzündungszeichen und auch bei Berührung ohne Dysästhesie oder Hyperäs- thesie. Die Funktion der Finger mit Faustschluss und –strecku ng, alle intrinsischen Funktionen wie Spreizen, etc. wie auch die Funktion des Daumens mit Spitzgriff bis an die Kleinfingerbasis, Abduktion und dorsales Abheben seien perfekt normal und ohne Schmerzen ausführbar. Das rechte Handgelenk zeige eine praktisch normale Prosupination, eine leichtgradig eingeschränk- te Radioulnarduktion eine Flexion-Extension mit hartem Anschlag und Angabe von Schmerzen in der Endphase. Die Faustschlusskraft sei im Vergleich zu links bloss geringfügig abge- schwächt. Der Ellbogen erscheine äusserlich normal mit vo llem aktiven und passiven Bewe- gungsumfang und ohne Druckdolenz der einzelnen Muskelgru ppen. Ebenso zeige die Schulter eine normale Funktion ohne Druckdolenz. Die einzig re levante Beeinträchtigung der Leistungs- fähigkeit aus subjektiver Sicht der Explorandin finde sich im Schmerz des rechten Handgelenks. Dieser habe sich über Jahre dominant entwickelt und verhin dere nun den Gebrauch der Hand auch für leichte Arbeiten, so dass die Explorandin sich e inen realistischen Einsatz dieser Hand Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht in einer Berufssituation kaum zutraue. Beim Gebrauch der Hand träten nach kurzer Zeit Schmerzen auf, die zu Pausen oder zur Aufgabe der Tätigkeit zwingen würden. Demgegenüber zeigten die objektiven Befunde, dass trotz der unglückli chen Folge von Ereignissen, die nach sieben Eingriffen schliesslich zu einer Stabilisierung des Restkarpus geführt hätten, das Hand- gelenk eine ganz ordentliche und durchaus brauchbare Fun ktion erreicht habe. Die Einschrän- kung im Bewegungsumfang sei auf etwa einen Drittel zu sammengeschrumpft. Erwiesenermas- sen bedeute dies für die praktische Tätigkeit im Alltag keine Beeinträchtigung, solange sowohl Flexion wie Extension im Bereich von je 30° liegen würden, was vorliegend zu bejahen sei. Ins- besondere seien die Finger- und Daumenfunktionen inkl usive aller intrinsischer Muskeln und die Umwendbewegungen (Prosupination) perfekt normal. Da auch die Kraftminderung für den Faustschluss – je dreimal gemessen – 75% der Gegenhand b etrage, könne von einer praktisch normalen Gebrauchsfähigkeit der Hand für zahlreiche Be rufseinsätze ausgegangen werden. Die Diskrepanz zwischen subjektiver und objektiver Einschätzung sei problematisch, da der Handgelenkschmerz wohl durchaus glaubhaft zu einem gewisse n Grad auf degenerative Vor- gänge nach zahlreichen Eingriffen zurückzuführen sei, die Schmerzempfindung jedoch im zent- ralen Nervensystem eine massive Verstärkung erfahre, die auch durch weitere Operationen mit Sicherheit nicht verbessert werden könne. Die zentrale Schmerzverstärkung entspreche einer – reversiblen – Symptomausweitung und habe per se keine n Krankheitswert. Unter Würdigung der Umstände sei der Explorandin für Tätigkeiten im b isherigen Erfahrungsbereich (Beratung, Verkauf) eine höchstens leichtgradige Einschränkung von 15 % bis 20% zu attestieren. Diese Einschränkung sei nicht durch eine verminderte Funktion des Handgelenks, sondern lediglich durch die Anerkennung der lokalen Schmerzen und der Erm üdbarkeit bedingt. Die früheren Tätigkeiten seien bei voller Arbeitszeit mit etwas ve rmehrten Pausen möglich. Das Rendement sei auf 80% zu beziffern. Berufliche Tätigkeiten mit sta rker Radial-Ulnarduktionsbewegung wie beispielsweise repetitive Tätigkeiten an einer Kasse od er Maschine, ebenso Kraft erfordernde Arbeiten (Schrauben ziehen, Öffnen von Verschlüssen) seien jedoch zu vermeiden. In einer abwechslungsreichen Tätigkeit, sei es im administrativen, organisatorischen oder Verkaufsbe- reich, durchaus mit teilweisem Gebrauch einer Computert astatur, Telefonieren und Autofahren, sei der Explorandin in einem zeitlichen Ausmass von 100% ab sofort zumutbar. Bei einer Wie- dereingliederung würde auf eine gewisse muskuläre Ermü dbarkeit, mögliche Sehnenreizungen und andere rehabilitationsspezifische Beschwerden Rücksicht genommen werden müssen. An- gezeigt sei wohl auch eine psychologische Betreuung, um m it den unvermeidlich aufkommen- den Problemen der Schmerztoleranz fertig zu werden. In der bidisziplinären Schlussbemerkung hielt Dr. I.__ __ nach telefonischer Rücksprache mit Dr. F.____ abschliessend fest, dass die Explorandin unt er Berücksichtigung des eingeschränk- ten Handgelenks an einer geeigneten Stelle voll arbeitsfähig sei. 6.8 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin führte Dr. I. ____ mit Schreiben vom 5. Februar 2014 ergänzend aus, dass er – in Übereinstimm ung mit Dr. F.____ – eine leichte Reduktion der Prosupination festgestellt habe. Er könne jedoch aus praktischer Sicht bestäti- gen, dass sich eine solche Einschränkung häufig auch bei ge sunden und funktionell nicht ein- geschränkten Menschen feststellen liesse, und dort wie auch im vorliegenden Fall keine prakti- sche, funktionelle Auswirkung habe. Auch in Bezug auf die Faustschlusskraft sowie die Beweg- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht lichkeit (Flexion-Extension) bestünden seiner Auffassung nac h keine wesentlichen Differenzen zum Gutachten von Dr. F.____. Vielmehr stellten beide Gutachter eine geringfügige, jedoch nicht ins Gewicht fallende Einschränkung fest. Eine dem L eiden der Explorandin angepasste Tätigkeit – in der sie voll arbeitsfähig sei – sei am ehesten eine administrative oder organisato- rische Arbeit, wobei es durchaus zumutbar sei, hie und da , jedoch nicht repetitiv, Gewichte von 10kg bis 15kg zu heben oder zu verschieben. Es müsse dar auf Rücksicht genommen werden, dass die rechte Hand nicht ständig im Einsatz sei, sondern dass regelmässige Pausen angebo- ten würden. Die Tätigkeit müsse möglichst vielseitig sein , sodass sich die Belastungen auf ver- schiedene Funktionen verteilen könnten. Zur Frage, wan n die Verbesserung des Gesundheits- zustands eingetreten sei, führte Dr. I.____ aus, dass die damalige Einschätzung von Dr. H.____ durchaus nachvollziehbar gewesen sei. Die von ihm getät igten Messungen hätten noch eine deutliche Einschränkung der Flexion-Extension, eine deut lich verminderte Faustschlusskraft sowie eine deutliche Tendinosereizung gezeigt. Es sei zu b erücksichtigen, dass die Untersu- chung durch Dr. H.____ bloss fünf Monate nach der grossen Rearthrodese stattgefunden habe und die Rehabilitationszeit nach einem so grossen Handg elenkseingriff in etwa ein Jahr in An- spruch nehme. Dass vier Jahre später eine Verbesserung fest zustellen sei, entspreche dem natürlichen Verlauf. 6.9 Dr. F.____ stellte in seiner Beantwortung der Rüc kfrage der Beschwerdegegnerin vom 5. März 2014 ebenfalls eine weitestgehende Übereinstimm ung seiner Befunde mit denjenigen von Dr. I.____ fest. In Bezug auf die Funktionen des Han dgelenks sei die Untersuchung durch den handchirurgischen Gutachter indessen präziser erfolgt . Im Rahmen der Konsensbeurtei- lung sei die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf au f 80% beziffert worden. In einer ange- passten, handgelenkschonenden Tätigkeit (Vermeiden von Bo stitchen, Lochen, Drehbewegun- gen unter Belastung, Fassen und Ziehen oder Rollen von Unterlagen, groben Spitzgriffen, Schlüsselgriffen, Bedienen von Feinmechanik bzw. spezifische manuelle Beanspruchung), dürf- te ein Abzug von 10% als angebracht erachtet werden. Der Vorgutachter Dr. H.____ habe fest- gestellt, dass der vollständig belastbare Durchbau der Ar throdese nicht erreicht worden sei, danach könne es zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit kommen. Die Untersuchungen der aktuellen Gutachter zeigten eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den von Dr. H.____ erhobenen Befunden. 6.10 Pract. med. J.____ des Regionalen Ärztlichen Dienste s (RAD) der Beschwerdegegne- rin führte in ihrer Stellungnahme vom 1. April 2014 aus, dass die Versicherte bei der Begutach- tung relevante Beschwerden mit Ausnahme des rechten Handgelenks verneint und eine weiter- gehende somatische Untersuchung durch Dr. F.____ – auch wegen der Weigerung der Versi- cherten – nicht stattgefunden habe. Aus versicherungsmedizi nischer Sicht seien die Beurteilun- gen und Schlüsse von Dr. F.____ ebenso wie die Konsens besprechung mit Dr. I.____ ausser Acht zu lassen. Bezüglich der relevanten funktionellen Einschränkungen im Bereich des rechten Handgelenks sei einzig auf das Gutachten von Dr. I.____ abzustellen. Gestützt darauf sei da- von auszugehen, dass der Versicherten ab 7. November 2013 sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten, körperlich leichten bis geleg entlich mittelschweren Tätigkeit ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten von 10kg bis 15kg , ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten, ohne ständigen Einsatz der rechten Hand und mi t der Möglichkeit, Pausen bezüglich Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Einsatzes der rechten Hand einzulegen, eine ganztägige Erwerbstätigkeit mit einer um 20% reduzierten Leistung zumutbar sei. 6.11 Im Rahmen des Einwandverfahrens hielt Dr. G.____ mit Bericht vom 14. Mai 2014 fest, dass die Patientin seit Jahren die gleichen Schmerzen im Handgelenk beklage. Das aktuell durchgeführte Computertomogramm zeige nach wie vor ein en unvollständigen Durchbau der durchgeführten Teilversteifung des Handgelenks (Four-Cor ner-Fusion). Es würden sich an- scheinend eher zunehmend arthrotische Veränderungen im Bereich der noch verbleibenden Gelenksfläche bilden. 6.12 Im Sinne einer Zusammenfassung zur Verbesserung de s Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch Dr. H._ ___ führte Dr. I.____ am 22. August 2014 aus, dass er im Unterschied zur Untersuchung im Jahr 2010 keinerlei Anzeichen einer Sehnenentzündung mehr gefunden habe. Auch habe er e ine praktisch normalisierte Kraft mit bloss geringem Unterschied zur Gegenhand feststellen können . Das Röntgenbild habe einen zunehmenden Durchbau gezeigt, auch wenn dieser noch nich t zweifelsfrei abgeschlossen sei. Die Palpation des Operationsgebiets habe keine Schmerzen ergeben, die über jene des übli- chen Handbereichs hinausgingen. Im jetzigen Zeitpunkt se ien die angegebenen Schmerzen wohl durch Druck auslösbar im Sinne einer Hyperalgesie/D ysästhesie, jedoch keiner anatomi- schen Struktur zuzuordnen. Aufgrund der festgestellten Un terschiede zu den Befunden von Dr. H.____ und der Interpretation des Verlaufs komme Dr. I.____ zum Schluss, dass die heuti- ge Situation eine weitgehend konsolidierte somatische He ilungsphase der Hand selbst darstel- le, dass hingegen das bleibende Problem der somatofor me Schmerz sei, der bisher weder be- handelt noch angesprochen worden sei. 6.13 Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens lie ss die Beschwerdeführerin einen weiteren Bericht von Dr. G.____ vom 22. Oktober 2014 einreichen. Darin bringt diese vor, dass die Teilversteifung des Handgelenks (Four-Corner-Fusi on) wegen der schlechten Durch- blutung der Handwurzelknochen vor allem im Bereich des Lu natums nie richtig geheilt sei. Zu- dem würden sich zunehmend arthrotische Veränderungen in der verbliebenen Gelenkfläche bilden. Erschwerend käme hinzu, dass die Patientin eine ausgeprägte Psoriasis habe. Es be- stünden keine sinnvollen medizinischen Möglichkeiten, den Zustand der Patientin zu verbes- sern. Die angegebenen Schmerzen und die eingeschränkte Kr aft seien aber glaubhaft, insbe- sondere sei der Zustand seit Jahren unverändert und es se i keine Besserung eingetreten. Prognostisch sei in Zukunft eher mit einer weiteren Zunahme der Arthrose zu rechnen. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte bei der Beurteilun g des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzu- sprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustand s der Beschwerdeführerin eingetreten ist, vollumfänglich auf die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. I.____ vom 6. Dezember 2013 ab. Sie ging demzufolge davon aus, da ss sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache deutlich ve rbessert habe und ihr aus medizini- scher Sicht die Ausübung einer leichten bis gelegentlich mittelschweren angepassten Tätigkeit im Umfang von 100% mit einer Leistungsminderung von 20% zumutbar sei. Gemäss Stellung- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahme der RAD-Ärztin J.____ vom 1. April 2014 wurde da s Gutachten von Dr. F.____ von der Beschwerdegegnerin selbst (zu Recht) aus der Beurteilung genommen. Die von der Beschwer- deführerin gegen die Einschätzung und das Verhalten von Dr. F.____ vorgebrachten Rügen gehen damit ins Leere. 7.2 Wie unter Erwägung 5.3.1 hiervor ausgeführt, ist den im Rahmen des Verwaltungsver- fahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtli ch, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gutachtens vom 6. Dezember 2013 in Frag e zu stellen oder davon abzuwei- chen. Das Gutachten weist weder formale noch inhaltlich e Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die gekla gten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchtet in der Darlegun g der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, setzt sich mit den bei den Akten liegen- den (abweichenden) fachärztlichen Einschätzungen ausein ander und ist in den Schlussfolge- rungen überzeugend. Insbesondere legt der Gutachter au ch nachvollziehbar dar, weshalb sich die noch festgestellten Einschränkungen, namentlich in Bezug auf den Bewegungsumfang des rechten Handgelenks, im Alltag nicht auswirken. 7.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen S achverhalts in Revisionsfällen gelten ausserdem besondere Anforderungen an die Bewei stauglichkeit (vgl. E. 5.4 hiervor). Beweisthema dieser Gutachten ist nicht bloss die Festste llung des aktuellen Gesundheitszu- stands und seiner funktionellen Auswirkungen, sondern insb esondere auch den Vergleich die- ses Befunds mit dem früheren Gesundheitszustand. Spricht si ch ein solches Gutachten nicht hinreichend darüber aus, inwiefern eine effektive Verä nderung des Gesundheitszustands statt- gefunden hat, mangelt es ihm in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, es sei denn, dass die Änderung der gesundheitlichen Verhältnisse ohnehin evident ist (Urteil des Bundesge- richts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). Das Gu tachten von Dr. I.____ äussert sich – wohl nicht zuletzt aufgrund der entsprechend unvollständ igen Fragestellung durch die IV- Stelle – nicht ausführlich zur Entwicklung des Gesundheitsz ustandes und nimmt auch keinen ausdrücklichen Vergleich zwischen dem früheren und dem j etzigen Gesundheitszustand vor, sondern beschränkt sich darauf, den aktuellen Gesundheitszu stand zu beschreiben und zu be- urteilen. Indessen ist vorliegend die Verbesserung des G esundheitszustandes aufgrund der im Gutachten festgehaltenen und gegenüber denjenigen von Dr. H.____ erhobenen eindeutig ver- besserten Messwerte in Bezug auf die Beweglichkeit, die Kraft und die Funktion des rechten Handgelenks auch ohne ausführliche Darstellung der Entw icklung des Gesundheitszustandes evident (vgl. Urteil des Bundesgericht vom 26. August 20 14, 8C_157/2014, E. 5.2.2). Eine „zu- sammenfassende“ Darstellung der Entwicklung des Gesundheit szustandes wird von Dr. I.____ im Übrigen im ergänzenden Schreiben vom 22. August 20 14 nachgeliefert. Damit genügen das Gutachten vom 6. Dezember 2013 und die ergänzenden Au sführungen auch den bundesge- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtlichen Vorgaben zur Beurteilung des medizinischen Sach verhalts in Revisionsfällen, wes- halb darauf abgestellt werden kann. 7.4 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, ist nicht geei gnet, Zweifel an der Beweiskraft des Gutachtens vom 6. Dezember 2013 zu wecken. Sie bring t in erster Linie vor, dass eine Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht genügend nachgewiesen sei. Dr. I.____ gehe in seiner Beurteilung zu Unrecht von einer „langsamen Konso lidierung“ der Arthrodese aus. Die vorhandenen Röntgenbilder würden demgegenüber aufzei gen, dass kein Durchbau vorhanden sei. Zwar ist mit der Beschwerdeführerin festzuhalten, dass ein vollständiger Durchbau der Arth- rodese im massgeblichen Zeitpunkt nicht stattgefunden ha tte. Dies bestätigt auch die behan- delnde Fachärztin Dr. G.____. Indessen begründet Dr. I .____ die verbesserte Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mit der vollständigen oder teilweisen Konsolidierung der Arthro- dese, sondern vielmehr mit der messbaren Verbesserung der Funktionen des Handgelenks. Ob und inwiefern ein Durchbau der Handgelenksarthrodese stattgefunden hat, erweist sich damit für die Beurteilung des vorliegenden Falles als nicht zen tral. Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht vorbringt, kommt es bei der Beurteilung des Gesu ndheitszustandes und namentlich der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nicht bloss auf die bildge benden Erkenntnisse und die gestellten Diagnosen an, sondern vielmehr auch auf deren Auswirkunge n im Alltag an. Diesen Auswir- kungen wird im Rahmen des definierten Leistungsprofil s Rechnung getragen. Dass darüber hinaus eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit bestehen soll, wird weder von der Beschwerde- führerin noch ihrer behandelnden Ärztin Dr. G.____ su bstantiiert begründet. Soweit die Be- schwerdeführerin vorbringt, dass ihre Schmerzen sehr woh l auf einen organischen Ursprung zurückzuführen seien und damit die von Dr. I.____ postul ierte Symptomausweitung bestreitet, ist ihr entgegen zu halten, dass die von ihr geklagten Schmerzen mit der angerechneten Leis- tungsminderung von 20% (vgl. Stellungnahme des RAD vom 1. April 2014 unter Berufung auf das Gutachten von Dr. I.____ vom 6. Dezember 2013) genü gend berücksichtigt werden. In An- betracht dieser Berücksichtigung der subjektiv geklagten Besc hwerden und dem Fehlen jegli- cher Anhaltspunkte für ein psychopathologisches Geschehen kö nnen die von Dr. I.____ aufge- worfenen Fragen bezüglich einer Symptomausweitung bzw. einer Schmerzstörung bei der Be- urteilung der Arbeitsfähigkeit ausser Acht gelassen werden. 7.5 Zusammenfassend ist nach dem Ausgeführten festzustellen , dass sich der Gesund- heitszustand der Beschwerdeführerin gemäss der beweistau glichen Einschätzung von Dr. I.____ insofern verändert hat, als die Funktion de s Handgelenks, namentlich dessen Be- weglichkeit und Kraft, seit der Begutachtung durch Dr. H.____ und der letzten Rentenzusprache am 20. Juni 2011 eine wesentliche Verbesserung erfahre n hat. Damit ist entgegen der Auffas- sung der Beschwerdeführerin ein Revisionsgrund gegeben. 8. Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die ihr verbl eibende Restarbeitsfähigkeit ver- wertet werden kann. 8.1 Gemäss Art. 16 ATSG ist bei der Bestimmung des Invali ditätsgrades von einer ausge- glichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Bei der Prüfung d er wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf derweil nicht von reali tätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausge- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht gangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgeleg enheit im Sinne von Art. 16 ATSG dort nicht gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nich t kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeit gebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute : Schweizerisches Bundesge- richt, Sozialrechtliche Abteilungen] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen). Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der der Versicherten auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbs- fähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalle s nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21 Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/0 2, E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen auch: BGE 110 V 276 E. 4b). 8.2 Gemäss Einschätzung des Gutachters Dr. I.____ vom 5. Februar 2014 ist der Be- schwerdeführerin eine angepasste vielseitige, am ehesten administrative oder organisatorische Arbeit, bei der hie und da, jedoch nicht repetitiv, G ewichte von 10kg bis 15kg zu heben oder zu verschieben seien und bei der Rücksicht darauf genommen w ird, dass die rechte Hand nicht ständig im Einsatz ist, sondern regelmässige Pausen angeb oten werden, ganztägig zumutbar. Dem erhöhten Pausenbedarf und den Schmerzen der Beschwe rdeführerin hat die Beschwer- degegnerin mit einer Leistungsminderung von 20% Rechnu ng getragen. Dass es der Be- schwerdeführerin nicht möglich sein soll, eine diesem L eistungsprofil entsprechende Arbeits- stelle zu finden, wird von ihr nicht begründet und ist a uch nicht ersichtlich. Vielmehr entspricht das festgehaltene Leistungsprofil auch einigen der von der Beschwerdeführerin bereits ausge- übten Tätigkeiten. Trotz ihrer gesundheitlichen Beein trächtigungen stehen der 50-jährigen Ver- sicherten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt somit nach wie vor verschiedene Tätigkeiten offen, so dass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. 9. Gegen die konkrete Invaliditätsbemessung sind beschwer deweise zu Recht keine Ein- wände erhoben worden. Vorliegend ergeben sich aus den Akten keine Hinweise, dass im Rah- men der Rechtsanwendung von Amtes wegen durch das Gerich t eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre. Die krankheitsbedingte Einschränkung der Beschwerdeführerin ist nach den zutreffenden Feststellungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung vom 23. September 2014 mit einer Leistungsminderung von 2 0% zu berücksichtigen. Dies ergibt einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 20%. Die angefochtene Verfügung vom 23. September 2014, mit welcher die bisher ausgerichtet e halbe Rente der Beschwerdeführerin aufgehoben wurde, ist damit nicht zu beanstanden und d ie dagegen gerichtete Beschwerde deshalb abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht weshalb die Verfahrenskosten, die praxisgemäss auf Fr. 600.– festgesetzt werden, ihr zu aufer- legen sind. Die ausserordentlichen Kosten sind entsprech end dem Ausgang des Verfahrens wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.– we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss von Fr. 600.– verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht