<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00148</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205098&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00148</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.06.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Kürzung des Grundbedarfs II auf den Minimalbetrag als Massnahme des Sanierungsprogramms 04<br/><br/>Angesichts von zulässigen Gestaltungsbegehren ist auf verschiedene Feststellungsbegehren nicht einzutreten (E. 1.3).<br/>Rechtsgrundlagen für die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen (E. 2.1). Zusammensetzung des individuellen Unterstützungsbudgets; Funktion des Grundbedarfs II (E. 2.2). Hinweis auf die neue Konzeption der Sozialhilfeleistungen gemäss den geänderten SKOS-Richtlinien in der Fassung vom Dezember 2004 (für diesen Fall noch nicht anwendbar) (E. 2.3, 5.3).<br/>Begriff des absoluten und sozialen Existenzminimums; Sozialhilfeleistungen gewährleisten das soziale Existenzminimum (E. 3.1 und 4.1). Das Grundrecht auf Hilfe in Notlagen (Art. 12 BV) steht der Kürzung des Grundbedarfs II nicht entgegen (E. 3.2).<br/>Die Kürzung beruht auf einem konzeptionellen Beschluss des Regierungsrats, was den Gemeinden mit einem separaten Schreiben mitgeteilt wurde (E. 4.2). Offen gelassen, ob dieses Schreiben als verbindliche generelle Weisung an die Gemeinden aufzufassen ist oder ob es nur die Kostenersatzpflicht zwischen Kanton und Gemeinden im Bereich der Sozialhilfe betrifft und damit keine direkte bindende Aussage über die Bemessung der kommunalen Sozialhilfeleistungen enthält. Jedenfalls widerspricht es nicht der gesetzlich verankerten Pflicht, bei der Bemessung der Sozialhilfeleistungen auch "individuelle Bedürfnisse" angemessen zu berücksichtigen, wenn der Grundbedarf II aus Gründen einer rechtsgleichen und praktikablen Anwendung auf einen einheitlichen kantonalen Ansatz reduziert wird (E. 4.3). Der kantonalgesetzliche Anspruch auf Gewährleistung des sozialen Existenzminimums wird durch die Kürzung des Grundbedarfs II nicht verletzt. Die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs des "sozialen Existenzminimums" unterliegt nämlich einem weiten Beurteilungsspielraum. Es ist noch gesetzeskonform, wenn der Grundbedarf II, der lediglich e i n e Leistungskomponente darstellt, ausfinanzpolitischen Gründen einheitlich reduziert wird (E. 4.1 und 4.4). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit hat für die Bemessung der Leistungen nur beschränkte Bedeutung und kann nicht selbständig angerufen werden (E. 5.1), auch wenn die Leistungseinbusse den Beschwerdeführer hart trifft (E. 5.2). Der Grundsatz des Vertrauensschutzes ist nicht verletzt, weil der angefochtene (Rahmen-)Leistungsentscheid unter dem Vorbehalt der Änderung der Verhältnisse steht und daher unter den konkreten Umständen keine Vertrauensgrundlage schaffen konnte (E. 5.3). Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXISTENZMINIMUM">EXISTENZMINIMUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXISTENZSICHERUNGSGARANTIE">EXISTENZSICHERUNGSGARANTIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDBEDARF II">GRUNDBEDARF II</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SKOS-RICHTLINIEN">SKOS-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALES EXISTENZMINIMUM">SOZIALES EXISTENZMINIMUM</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 5 Abs. III BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 12 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 15 Abs. I SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 17 SHV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A bezieht seit dem 1. MÃ¤rz 2004 wirtschaftliche Hilfe in der Stadt X. Deren FÃ¼rsorgebehÃ¶rde teilte ihm am 24. Juni 2004 mit, dass der in der Bedarfsberechnung enthaltene Grundbedarf II fÃ¼r einen 1-Personenhaushalt ab 1. Juli 2004 von Fr. 103.- auf Fr. 46.- herabgesetzt werde. Sie stÃ¼tzte sich dabei auf den im Rahmen des Sanierungsprogramms 04 getroffenen Beschluss des Regierungsrats, den in den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) geregelten Grundbedarf II auf den dort vorgesehenen Mindestansatz herabzusetzen, welcher Beschluss den FÃ¼rsorge- und SozialbehÃ¶rden des Kantons ZÃ¼rich mit Schreiben vom 29. April 2004 mitgeteilt worden war. Die dagegen von A erhobene Einsprache wies die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde der Stadt X am 17. September 2004 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Hiergegen gelangte A am 12. Oktober 2004 an den Bezirksrat Y, der den Rekurs am 25. Februar 2005 abwies.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 22. MÃ¤rz 2005 beantragte A dem Verwaltungsgericht, die BeschlÃ¼sse des Bezirksrats und der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X aufzuheben; sodann stellte er verschiedene Feststellungsbegehren, mit denen die UnrechtmÃ¤ssigkeit der angefochtenen LeistungskÃ¼rzung festzustellen sei. </p> <p class="Sachverhalt1">Der Bezirksrat Y verzichtete auf Vernehmlassung. Die Stadt X beantragte am 26. April 2005 Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer </span><span>zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde grundsÃ¤tzlich einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Aufgrund des den Schwellenwert von Fr. 20'000.- gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG nicht Ã¼bersteigenden Streitwerts wÃ¤re an sich der Einzelrichter zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da dem Fall jedoch grundsÃ¤tzliche Bedeutung beizumessen ist, entscheidet hierÃ¼ber gemÃ¤ss § 38 Abs. 3 VRG die Kammer.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt â wie schon zuvor im Rekurs an den Bezirksrat (Rekursbegehren 2, 3 und 4) â verschiedene Feststellungsbegehren (BeschwerdeantrÃ¤ge 2, 3 und 4). Mit diesen will er jedoch lediglich die von ihm geltend gemachte UnrechtmÃ¤ssigkeit der von der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X verfÃ¼gten KÃ¼rzung des Grundbedarfs II in verschiedener Hinsicht fÃ¶rmlich festgestellt haben; in erster Linie beantragt der BeschwerdefÃ¼hrer, diese KÃ¼rzung bzw. die diesbezÃ¼gliche Anordnung der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde aufzuheben (Rekursbegehren 1, Beschwerdeantrag 1). Angesichts dieses (zulÃ¤ssigen) Gestaltungsbegehrens steht dem BeschwerdefÃ¼hrer kein Anspruch auf die anbegehrten Feststellungsentscheide zu (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 62). Der Bezirksrat ist daher zu Recht (zwar nur stillschweigend, aber im Ergebnis zutreffend) auf diese Feststellungsbegehren nicht nÃ¤her eingegangen.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat nach § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe. Diese soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage der Bemessung bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien der schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien), wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten bleiben. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Nach den genannten Richtlinien in der hier noch anwendbaren Fassung vom Dezember 2000 setzt sich das individuelle UnterstÃ¼tzungsbudget aus der materiellen Grundsicherung, bestehend aus dem Grundbedarf I und II fÃ¼r den Le­bensunterhalt, den Wohnungskosten und der medizi­ni­schen Grundversorgung einerseits und aus situationsbedingten Leistungen anderseits zu­sam­men (A.6). </p> <p class="Erwgung2">Der Grundbedarf II fÃ¼r den Lebensunterhalt bezweckt die regional differenzierte ErhÃ¶hung des Grundbedarfs I auf ein Niveau, das eine Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben erleichtert. Er dient damit als materielles Bindeglied zu einem Haushalt­einkommen, das den UnterstÃ¼tzten die Erhaltung der sozialen Integration und eine gewisse finanzielle SelbstÃ¤ndigkeit ermÃ¶glichen soll, indem es gewisse WahlmÃ¶glichkeiten fÃ¼r die Finanzierung von FreizeitaktivitÃ¤ten (namentlich in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung) bietet. Die Richtlinien (B.2.4) enthalten â im Sinn von Empfehlungen und differenzierend nach HaushaltsgrÃ¶sse (Personenzahl) â je einen minimalen, einen mittleren und einen maximalen Ansatz; ab 2003 betragen diese AnsÃ¤tze fÃ¼r einen 1-Personenhaushalt Fr. 46.-, Fr. 103.- und Fr. 160.-. Die Bandbreite zwischen Minimal- und Maximalansatz (5 % - 15 % des Grundbedarfs I) berÃ¼cksichtigt die verfÃ¼gbaren empirischen Daten Ã¼ber die Unterschie­de bei einem bescheidenen Lebensstandard zwischen den verschiedenen Lebenshaltungskosten in der Schweiz (SKOS-Richtlinien, B.2.4).</p> <p class="Erwgung2">Der Grundbedarf II wird im Einzelfall, abgestimmt auf die jeweilige Situation der unterstÃ¼tzten Person, ergÃ¤nzt durch die so genannten situationsbedingten Leistungen. Dazu gehÃ¶ren namentlich krankheits- und behinderungsbedingte Spezialauslagen, Auslagen fÃ¼r die BerufsausÃ¼bung, die Kinderfremdbetreuung, fÃ¼r die Erstausbildung, fÃ¼r Urlaub und Er­holung sowie den notwendigen Reisebedarf sowie zusÃ¤tzliche Auslagen im Zusammenhang mit der Pflege persÃ¶nlicher Beziehungen (SKOS-Richtlinien, C).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Vorstand der SKOS hat am 3. Dezember 2004 eine neue Fassung der Richtlinien verabschiedet. Diese legen vermehrt Gewicht darauf, dass IntegrationsbemÃ¼hungen der Sozialhilfe beziehenden Personen belohnt werden sollen. Dementsprechend wird beim Grundbedarf, welcher zusammen mit den Wohnkosten und jenen der medizinischen Grundversorgung die materielle Grundsicherung gewÃ¤hrleisten soll, nicht mehr zwischen Grundbedarf I und II unterschieden. Die Pauschalen fÃ¼r den neuen einheitlichen Grundbedarf sind tiefer als die AnsÃ¤tze fÃ¼r den bisherigen Grundbedarf I (vgl. B.2.2). Dieser Herabsetzung sowie dem Wegfall der Pauschale fÃ¼r den Grundbedarf II stehen jedoch neue zusÃ¤tzliche Leistungen gegenÃ¼ber, nÃ¤mlich die Integrationszulage fÃ¼r NichterwerbstÃ¤tige (IZU, vgl. C.2), die Minimale Integrationszulage (MIZ, vgl. C.3) sowie der Einkommens-Freibetrag fÃ¼r ErwerbstÃ¤tige (EFB, vgl. E.1.2). GemÃ¤ss Weisung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit vom 29. MÃ¤rz 2005 sind die Gemeinden im Kanton ZÃ¼rich gehalten, die neuen Richtlinien frÃ¼hestens ab 1. April 2005 und spÃ¤testens ab 1. Oktober 2005 umzusetzen. Dementsprechend hat der Regierungsrat auch § 17 SHV am 2. MÃ¤rz 2005 mit Wirkung ab 1. April 2005 geÃ¤ndert. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Praxis und weit gehend auch die Lehre unterscheiden zwischen dem absoluten und dem sozialen Existenzminimum. Diese Unterscheidung findet sich insbesondere in den SKOS-Richtlinien in der Fassung vom Dezember 2000 (A.1 und A.6; wie im Ãbrigen in verÃ¤nderter Form auch in den neuen Richtlinien in der Fassung vom Dezember 2004, A.1 und A.6). Dort wird als absolutes Existenzminimum das zum Ãberleben absolut notwendige Minimum (ErnÃ¤hrung, Kleidung, Obdach und medizinische Grundversorgung) bezeichnet, wÃ¤hrend das soziale Existenzminimum nicht nur die Existenz und das Ãberleben der BedÃ¼rftigen, sondern auch ihre Teilhabe am Sozial- und Arbeitsleben umfasst. Sozialhilfe bezweckt die GewÃ¤hrleistung des sozialen Existenzminimums. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>In Art. 12 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) wurde der kurz zuvor vom Bundesgericht als ungeschriebenes Verfassungsrecht anerkannte Anspruch auf Existenzsicherung (vgl. BGE 121 I 367 E. 2b und c, 122 II 193 E. 2b) unter der Bezeichnung "Recht auf Hilfe in Notlagen" verankert. Einem BedÃ¼rftigen dÃ¼rfen demnach diejenigen Mittel, die fÃ¼r ein menschenwÃ¼rdiges Leben notwendig sind, unter keinen UmstÃ¤nden entzogen werden (RB 2000 Nr. 78 E. 3d mit Hinweisen). In BGE 121 I 367 E. 2c hat das Bundesgericht das Recht auf Existenzsicherung als grundrechtsgebotenes Minimum bezeichnet, das die unabdingbaren Voraussetzungen eines menschenwÃ¼rdigen Lebens sichert und vor einer unwÃ¼rdigen Bettelexistenz bewahrt (vgl. auch BGE 130 I 71 E. 4.1). Die SKOS-Richtlinien (A.6) interpretieren die bundesgerichtliche Rechtsprechung dahingehend, dass Art. 12 BV einen Anspruch auf Deckung des grÃ¶ssten Teils des Grundbedarfs I, der medizinischen Grundversorgung und der Wohnungskosten (in angemessenem Mass) verleiht, wÃ¤hrend weiter gehende Leistungen zum (bloss) kantonalrechtlich gesicherten sozialen Existenzminimum gehÃ¶ren. Das Verwaltungsgericht (Einzelrichter) hat mit Urteil VB.2002.00252 vom 28. Oktober 2002 (E. 2a) â im Zusammenhang mit der KÃ¼rzung der wirtschaftlichen Hilfe wegen Missachtung einer Weisung, sich um eine Arbeit zu bemÃ¼hen â entschieden, der Grundbedarf II Ã¼bersteige das verfassungsrechtlich garantierte Existenzminimum. In einem Teil der Lehre wird demgegenÃ¼ber die Auffassung geÃ¤ussert, dass das Recht auf Existenzsicherung als auf die Wahrung der MenschenwÃ¼rde gerichteter Anspruch kontextbezogen und dynamisch zu verstehen sei, was insbesondere zur Folge haben kÃ¶nne, dass bei voraussichtlich lÃ¤ngerer FÃ¼rsorgeabhÃ¤ngigkeit auch ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf eine UnterstÃ¼tzung bestehe, die eine minimale Teilhabe am sozialen Leben sicherstellt (Kathrin Amstutz, Das Grundrecht auf Existenzsicherung, Bern 2002, S. 142 ff.; vgl. auch VGr, 22. Oktober 2004, VB.2004.00250, teilweise zur Publikation in RB 2004 vorgesehen, wo sich das Gericht mit dieser Lehrmeinung nicht auseinandersetzen musste, weil lediglich eine vorÃ¼bergehende UnterstÃ¼tzung zu beurteilen war). </p> <p class="Urteilstext">Die zitierte Lehrmeinung bietet keinen Anlass, vom Entscheid VB.2002.00252 abzuweichen. Jener Entscheid steht auch im Einklang mit BGE 130 I 71, in welchem Urteil (E. 4.1) das Bundesgericht unter Hinweis auf die Entstehungsgeschichte der Verfassungsbestimmung betont hat, diese gewÃ¤hrleiste einzig ein Minimum, d.h. nur die in einer Notlage im Sinn einer ÃberbrÃ¼ckungshilfe unerlÃ¤sslichen Mittel (in Form von Nahrung, Kleidung, Obdach und medizinischer Grundversorgung), um Ã¼berleben zu kÃ¶nnen, was anderseits auch bedeute, dass Schutzbereich und Kerngehalt des Anspruchs zusammenfielen (vgl. auch Markus Schefer, Grundrechte in der Schweiz, ErgÃ¤nzungsband zur dritten Auflage des gleichnamigen Werks von JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Bern 2005, S. 112 ff.). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht denn auch zu Recht nicht geltend, mit der von ihm angefochtenen KÃ¼rzung des Grundbedarfs II werde der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf Hilfe in Notlagen gemÃ¤ss Art. 12 BV verletzt. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer macht in erster Linie geltend, die Reduktion des Grundbedarfs II auf den minimalen Ansatz von Fr. 46.- ab 1. Juli 2004 sei nicht mit § 15 Abs. 1 SHG und § 17 SHV vereinbar. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss § 15 Abs. 1 SHG soll die wirtschaftliche Hilfe wie erwÃ¤hnt "das soziale Existenzminimum" gewÃ¤hrleisten, welches â so die gesetzliche Konkretisierung dieses Begriffs â "neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse angemessen berÃ¼cksichtigt". In gleicher Weise (GewÃ¤hrleistung des "sozialen Existenzminimums") umschreibt § 17 SHV den gesetzlichen Anspruch; diese Verordnungsbestimmung hÃ¤lt zudem konkretisierend fest, dass die wirtschaftliche Hilfe den persÃ¶nlichen und Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen Rechnung zu tragen habe und dass sie sich â unter Vorbehalt begrÃ¼ndeter Abweichungen im Einzelfall â nach den SKOS-Richtlinien bemesse (so auch § 17 SHV in der hier noch nicht anwendbaren Fassung vom 2. MÃ¤rz 2005).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X stÃ¼tzt die KÃ¼rzung des Grundbedarfs II auf den minimalen Ansatz (welche Massnahme sie ab 1. Juli 2004 nicht nur gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer, sondern generell gegenÃ¼ber allen Sozialhilfeleistungen beziehenden Personen verfÃ¼gt hat) in erster Linie auf die neuen Vorgaben der kantonalen BehÃ¶rden: Mit Beschluss Nr. 1917 vom 17. Dezember 2003 hat der Regierungsrat vom Konzept zur Revision des Sozialhilferechts Kenntnis genommen und die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit mit dessen Umsetzung beauftragt. Zu diesem Konzept gehÃ¶ren laut den regierungsrÃ¤tlichen ErwÃ¤gungen auch Massnahmen zur EindÃ¤mmung der Sozialhilfekosten im Rahmen des Sanierungsprogramms 04, so namentlich die Herabsetzung des Grundbedarfs II auf den Minimalansatz. (Seit 1. Januar 1998, d.h. seit der verbindlichen VerknÃ¼pfung der Sozialhilfebemessung mit den SKOS-Richtlinien in § 17 SHV, hatte im Kanton ZÃ¼rich aufgrund einer Vereinbarung zwischen der damaligen FÃ¼rsorgedirektion, der damaligen kantonalen FÃ¼rsorgekonferenz und dem GemeindeprÃ¤sidentenverband der Mittelwert dieser Richtlinien als massgebender Ansatz gegolten.) Unter Hinweis auf den Regierungsratsbeschluss vom 17. Dezember 2003 hat die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit den kommunalen FÃ¼rsorge- und SozialbehÃ¶rden mit Schreiben vom 29. April 2004 mitgeteilt, dass fÃ¼r die Bemessung des Grundbedarfs II ab 1. Juli 2004 die in den SKOS-Richtlinien festgehaltenen Mindestwerte "gelten". </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Es stellt sich vorab die Frage, ob und inwiefern die vorstehend genannten neuen Vorgaben der kantonalen BehÃ¶rden fÃ¼r die Gemeinden verbindlich sind. Das Schreiben der Direktion vom 29. April 2004 kann zunÃ¤chst dahin verstanden werden, dass der Staat damit lediglich seine gesetzlich vorgesehene Mitwirkung bei der Finanzierung der Sozialhilfekosten im Rahmen der Ersatzleistungen gemÃ¤ss § 44 SHG und §§ 34 ff. SHV sowie der StaatsbeitrÃ¤ge gemÃ¤ss § 45 SHG und §§ 37 ff. SHV begrenzen will (vgl. auch Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, herausgegeben von der Abteilung Ãffentliche Sozialhilfe des Sozialamtes des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.6 und 2.7). Auf diese Konsequenz wird denn auch im Schreiben mit dem Bemerken hingewiesen, dass der Kanton ab dem 2. Halbjahr 2004 bei der Bemessung der RÃ¼ckerstattungen und der StaatsbeitrÃ¤ge nur noch die Mindestwerte des Grundbedarfs II "akzeptieren" werde. Der Bezirksrat Y hat hingegen dem Schreiben der Direktion eine darÃ¼ber hinausgehende Tragweite beigemessen; damit habe die Direktion von ihrem Weisungsrecht gemÃ¤ss § 8 SHV Gebrauch gemacht (Rekursentscheid E. 3c). Allerdings bezieht sich das Weisungsrecht nach § 8 SHV lediglich auf den Verkehr mit ausserkantonalen Amtsstellen, und auch aus der in § 36 SHV festgehaltenen ZustÃ¤ndigkeit der Direktion, Ã¼ber die Anerkennung der staatlichen Kostenersatzpflicht zu entscheiden, lÃ¤sst sich ein Weisungsrecht gegenÃ¼ber den kommunalen BehÃ¶rden nur im Rahmen der in § 44 SHG geregelten Kostenersatzpflichten des Staates ableiten.</p> <p class="Erwgung2">Im Rahmen der dreistufigen Verbandsaufsicht Ã¼ber die Gemeinden (dazu KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 34; Hans Rudolf Thalmann, Kommentar zum ZÃ¼rcher Gemeindegesetz, 3. A., WÃ¤denswil 2000, Vorbem. zu §§ 141-150 N. 3, § 148 N. 2) kommt indessen der fÃ¼r das FÃ¼rsorgewesen zustÃ¤ndigen Direktion in diesem Bereich eine fachliche Aufsicht zu, welche die primÃ¤re Aufsicht durch die BezirksrÃ¤te (§ 8 SHG) vor allem dort ergÃ¤nzt, wo es um gesamtkantonal koordinationsbedÃ¼rftige Belange geht (vgl. § 9 SHG). Sodann Ã¼bt der Regierungsrat die Oberaufsicht Ã¼ber die Ã¶ffentliche Sozialhilfe aus (§ 10 SHG). Der Regierungsrat und die Direktion kÃ¶nnen kraft ihrer Aufsichtsfunktion verbindliche Weisungen an die kommunalen SozialhilfebehÃ¶rden erteilen. Solche Weisungen sollen eine einheitliche, gleichmÃ¤ssige und sachrichtige Praxis beim Gesetzesvollzug sicherstellen; sie dienen der Vereinfachung und Rationalisierung der Verwaltungspraxis, tragen zur KohÃ¤renz, KontinuitÃ¤t und Voraussehbarkeit des Verwaltungshandelns bei und erleichtern dessen Kontrolle (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 58).</p> <p class="Urteilstext">Ob das Schreiben der Direktion vom 29. April 2004 bzw. die darin enthaltene "Festlegung" des Minimalansatzes des Grundbedarfs II fÃ¼r die Adressaten â in erster Linie die kommunalen FÃ¼rsorge- und SozialhilfebehÃ¶rden â verbindlich sei, hÃ¤ngt demnach davon ab, ob darin eine generelle Weisung im obgenannten Sinn zu erblicken sei, was nach dem Gesagten eher zu verneinen ist. Die Frage muss indessen nicht abschliessend beantwortet werden. Selbst wenn das Schreiben der Direktion als eine derartige verwaltungsintern verbindliche Weisung zu verstehen wÃ¤re, wÃ¤re sie, da ihr nach herrschender Lehre kein Rechtssatzcharakter zukommt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 59 mit weiteren Hinweisen), fÃ¼r das Verwaltungsgericht als Rechtsmittelinstanz nicht verbindlich.</p> <p class="Urteilstext">Entscheidungswesentlich fÃ¼r das Gericht ist vielmehr die Frage, ob es mit § 15 SHG und § 17 SHV vereinbar sei, wenn im Rahmen der gemÃ¤ss B.2.4 SKOS-Richtlinien empfohlenen AnsÃ¤tze fÃ¼r den Grundbedarf II (Minimum, Mittel und Maximum) im ganzen Kanton ein einheitlicher Wert angewendet wird. Das gilt unabhÃ¤ngig davon, ob die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X die genannten Vorgaben des Regierungsrats und der Direktion im Sinn einer verbindlichen Weisung oder "freiwillig" (diesfalls allerdings unter BerÃ¼cksichtigung der bei einer Nichtbefolgung fÃ¼r die Gemeinde resultierenden finanziellen Konsequenzen) befolgt hat.</p> <p class="Urteilstext">Wie dargelegt, bezweckt der Grundbedarf II fÃ¼r den Lebensunterhalt die regional differenzierte ErhÃ¶hung des Grundbedarfs I auf ein Niveau, das eine Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben erleichtert. Die so begrÃ¼ndete Differenzierung hat jedoch die SKOS im Hinblick auf die Anwendung der Richtlinien in der ganzen Schweiz empfohlen. Die Empfehlung schliesst es nicht aus, dass aus GrÃ¼nden einer rechtsgleichen und mÃ¶glichst praktikabeln Anwendung innerhalb des Kantons ein einheitlicher Ansatz gewÃ¤hlt wird, was der Regierungsrat als oberste bzw. die Direktion als obere AufsichtsbehÃ¶rde im FÃ¼rsorgewesen den Gemeinden wenn nicht verbindlich vorschreiben, so doch zumindest nahe legen kann. Wie ebenfalls bereits erwÃ¤hnt, wurde ein solcher einheitlicher Ansatz bereits zuvor, seit der verbindlichen VerknÃ¼pfung der Sozialhilfebemessung mit den SKOS-Richtlinien in § 17 SHV am 1. Januar 1998, aufgrund einer Vereinbarung zwischen der damaligen FÃ¼rsorgedirektion, der damaligen kantonalen FÃ¼rsorgekonferenz und dem GemeindeprÃ¤sidentenverband festgelegt (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Ziff. 2.5.1/ § 15 SHG/S.2 [Fassung vom Januar 1999]). Die Verwendung eines fÃ¼r den ganzen Kanton einheitlichen Ansatzes beruht demnach auf einer langjÃ¤hrigen, bisher nicht in Frage gestellten Praxis, und sie steht angesichts der bei der Bemessung von Sozialhilfeleistungen zulÃ¤ssigen Pauschalierungen nicht im Widerspruch zu § 15 Abs. 1 SHG und § 17 SHV. Das in diesen Bestimmungen enthaltene Gebot, bei der Bemessung auch "individuellen BedÃ¼rfnissen" (§ 15 Abs. 1 SHG) sowie "den persÃ¶nlichen und Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen" (§ 17 SHV) Rechnung zu tragen, lÃ¤sst sich im Rahmen der SKOS-Richtlinien (der alten wie der neuen) hinreichend auch auf andere Weise umsetzen, insbesondere bei der Abgeltung der Wohnungskosten sowie durch Zusprechen situationsbedingter Leistungen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Damit ist allerdings Ã¼ber die streitbetroffene KÃ¼rzung des Grundbedarfs II gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer noch nicht definitiv entschieden. Zu prÃ¼fen bleibt, ob die Herabsetzung des Grundbedarfes II vom bisher massgebenden Mittelwert auf den Mindestansatz gemÃ¤ss B.2.4 SKOS-Richtlinien mit der gesetzlichen GewÃ¤hrleistung des sozialen Existenzminimums vereinbar sei (zur bereits bejahten Vereinbarkeit mit Art. 12 BV vgl. E. 3). Die KÃ¼rzung erfolgte erklÃ¤rtermassen aus finanzpolitischen Motiven sowohl des Kantons wie auch der Beschwerdegegnerin; ebenso erklÃ¤rtermassen soll sie aus GrÃ¼nden der rechtsgleichen Behandlung nicht nur beim BeschwerdefÃ¼hrer, sondern auch bei allen Ã¼brigen Sozialhilfe beziehenden Personen in der Stadt X und wohl auch in allen anderen Gemeinden des Kantons vollzogen werden. Die BerÃ¼cksichtigung finanzpolitischer Motive bei der Festsetzung von Pauschalen, welche alsdann aus GrÃ¼nden der Rechtsgleichheit fÃ¼r die Bemessung aller SozialhilfeempfÃ¤nger einer Gemeinde oder des ganzen Kantons massgebend sind, ist nicht von vornherein unzulÃ¤ssig, sofern dadurch nicht in das verfassungsrechtlich gewÃ¤hrleistete Existenzminimum eingegriffen wird. Letzteres trifft nach dem Gesagten (E. 3) nicht zu. Bei dem in § 15 Abs. 1 SHG verwendeten Begriff des sozialen Existenzminimums handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, bei dessen Auslegung und Anwendung den rechtsanwendenden BehÃ¶rden ein weiter Beurteilungsspielraum zukommt. Konkretisiert wird dieser Begriff durch das in den SKOS-Richtlinien enthaltene Bemessungssystem mit verschiedenen Leistungskomponenten, von denen der Grundbedarf II (bzw. dessen Bemessung) nur eine einzelne Komponente darstellt. Dabei ergibt sich die Verbindlichkeit der SKOS-Richtlinien nicht aus dem Sozialhilfegesetz, insbesondere nicht aus § 15 SHG. Sie wird in § 17 SHV statuiert, welche Verordnung vom Regierungsrat, mithin von der nÃ¤mlichen BehÃ¶rde erlassen wurde, welche die Umstellung vom Mittel- auf den Mindestwert bei der Bemessung des Grundbedarfs II durch ihren Beschluss vom 17. Dezember 2003 ausgelÃ¶st hat. Insofern ist zumindest der Spielraum, der dem Regierungsrat als oberster Vollzugs- und AufsichtsbehÃ¶rde bei der Formulierung von finanzpolitisch motivierten Vorgaben zusteht, mit dem weiten "Gestaltungsspielraum" vergleichbar, welcher dem Verordnungsgeber bei der gesetzeskonformen Ausgestaltung einer Verordnung bzw. dem Gesetzgeber bei der verfassungskonformen Ausgestaltung eines Gesetzes zukommt (zur diesbezÃ¼glichen Gestaltungsfreiheit des Gesetzgebers vgl. Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich, 2002, Rz. 497 ff.). </p> <p class="Erwgung2">In den SKOS-Richtlinien (B.2.4) wird zur dreistufigen Skala des Grundbedarfs II erlÃ¤uternd ausgefÃ¼hrt: "Zwar unterscheiden sich die effektiven Lebenshaltungskosten in unserem Land nur unwesentlich. Der Lebensstil und damit der Lebensstandard sind jedoch regional unterschiedlich. Die zustÃ¤ndigen Sozialhilfeorgane kÃ¶nnen dieser Tatsache Rechnung tragen, indem sie die BetrÃ¤ge in der vorgegebenen Bandbreite ansetzen. Dagegen ist es willkÃ¼rlich, BetrÃ¤ge ohne weitere BegrÃ¼ndung im Einzelfall unterschiedlich festzulegen." â Wie diese in den Richtlinien selbst gegebene BegrÃ¼ndung zeigt, bleibt es dem Ermessen der zustÃ¤ndigen SozialhilfebehÃ¶rden Ã¼berlassen, ob und wie sie den von der SKOS begrÃ¼ndeten Spielraum bei der Wahl des Pauschalansatzes (der nach dem Gesagten aus GrÃ¼nden der rechtsgleichen Behandlung mindestens fÃ¼r eine Gemeinde einheitlich festzulegen ist) umsetzen. Wenn die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X gestÃ¼tzt auf die genannten Vorgaben des Regierungsrats und der Direktion den Grundbedarf II vom Mittel- auf den Minimalansatz herabgesetzt hat, verletzt dies weder § 15 Abs. 1 SHG noch § 17 SHV. Nicht mit dem Gesetz und der Verordnung vereinbar wÃ¤re es hingegen, wenn eine Gemeinde den Grundbedarf II unterhalb des Minimalansatzes festlegen oder Ã¼berhaupt nicht berÃ¼cksichtigen wÃ¼rde. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Was der BeschwerdefÃ¼hrer im Weiteren vorbringt, ist ebenso wenig geeignet, die streitbetroffene KÃ¼rzung des Grundbedarfs II als rechtsverletzend darzutun.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b> Der vom BeschwerdefÃ¼hrer angerufene Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) ist primÃ¤r auf die Eingriffsverwaltung ausgerichtet (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 585). Bei der Bemessung von Sozialhilfeleistungen (einer TÃ¤tigkeit der Leistungsverwaltung) kommt ihm dann Bedeutung zu, wenn diesbezÃ¼gliche Leistungen mittels Sanktionen nach § 24 SHG â wegen Missachtung von Auflagen und Weisungen â gekÃ¼rzt werden. Ein solcher Fall liegt hier nicht vor. Zudem stellt das Prinzip kein selbstÃ¤ndiges verfassungsmÃ¤ssiges Recht des Privaten dar (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 584), was bedeutet, dass es vorab einen Massstab dafÃ¼r bildet, ob staatliche Massnahmen mit verfassungsmÃ¤ssig garantierten Rechten vereinbar seien oder nicht. Wie dargelegt (E. 3), verletzt die streitbetroffene KÃ¼rzung das in Art. 12 BV gewÃ¤hrleistete Recht auf Hilfe in Notlagen nicht, und angesichts des den SozialhilfebehÃ¶rden bei der Wahl der PauschalansÃ¤tze zustehenden weiten Gestaltungsraumes (E. 4.4), verstÃ¶sst diese Massnahme auch nicht gegen das WillkÃ¼rverbot von Art. 9 BV.</p> <p class="Erwgung2">Im Ãbrigen ergibt sich aus einer GegenÃ¼berstellung der monatlichen Grundbedarf-Leistungen mit einem Grundbedarf II von Fr. 103.- (bis 30. Juni 2004) und jenen mit einem Grundbedarf II von Fr. 46.- (ab 1. Juli 2004) folgende <i>betragsmÃ¤ssige Relation </i>(ohne Einbezug der Wohnkostenabgeltung von Fr. 1'359.- bis 30. September 2004 bzw. Fr. 900.- ab 1. Oktober 2004 sowie ohne BerÃ¼cksichtigung der monatlich schwankenden EinkÃ¼nfte einerseits und der als situationsbedingte Leistungen zugesprochenen Abgeltungen der Berufslagen anderseits): Die monatlichen Leistungen von Fr. 1'133.- (Fr. 1'030.- Grundbedarf I, Fr. 103.- Grundbedarf II) vermindern sich durch die KÃ¼rzung des Grundbedarfs II auf Fr. 46.- um Fr. 57.-, d.h. um 5 %. Es ist einzurÃ¤umen, dass solche prozentuale Relationen nur bedingt aussagekrÃ¤ftig sind, weil sich der als BezugsgrÃ¶sse dienende Gesamtbetrag im Bereich des Existenzminimums bewegt, in welchem jede KÃ¼rzung einschneidend ist. Es ist denn auch nicht zu verkennen, dass die streitbetroffene KÃ¼rzung den BeschwerdefÃ¼hrer (wie auch alle anderen Betroffenen in der Stadt X und im ganzen Kanton) hart trifft. Aus den oben dargelegten GrÃ¼nden kann der BeschwerdefÃ¼hrer indessen trotz dieser fÃ¼r ihn einschneidenden Auswirkung aus dem verfassungsmÃ¤ssigen Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit nichts zu seinen Gunsten ableiten. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich sodann auf Vertrauensschutz. Ein solcher Schutz kann sich aus dem in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV statuierten Grundsatz von Treu und Glauben ergeben, sofern die in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen fÃ¼r die Annahme schÃ¼tzenswerten Vertrauens erfÃ¼llt sind. Zu diesen Voraussetzungen gehÃ¶ren in erster Linie das Vorliegen einer Vertrauensgrundlage sowie die BetÃ¤tigung des Vertrauens in der Weise, dass der Betroffene gestÃ¼tzt darauf Dispositionen getÃ¤tigt hat, die ohne Nachteile nicht mehr rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kÃ¶nnen (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 631 ff.).</p> <p class="Erwgung2">Als in die Zukunft wirkende Dauerverwaltungsakte (zum Begriff vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, Vorbem. zu §§ 86a-86d N. 13 f.) stehen Sozialhilfeanordnungen stets unter dem Vorbehalt sich Ã¤ndernder tatsÃ¤chlicher und/oder rechtlicher VerhÃ¤ltnisse. Im Sozialhilferecht gilt dies in besonderer Weise fÃ¼r so genannte Rahmenleistungsentscheide (zum Begriff und zur Bedeutung vgl. SKOS-Richtlinien, A.7), die von vornherein nur bedingt eine Vertrauensgrundlage schaffen kÃ¶nnen. Der hier in Frage stehende, den BeschwerdefÃ¼hrer betreffende Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde X vom 27. Mai 2004 stellt einen solchen Rahmenleistungsentscheid dar; er wurde grundsÃ¤tzlich fÃ¼r die Dauer von 12 Monaten (vom 1. MÃ¤rz 2004 bis 28. Februar 2005) getroffen, bezÃ¼glich des Grundbedarfs allerdings nur fÃ¼r die Dauer von 6 Monaten (bis 31. August 2004). Das bedeutet, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ab 1. September 2004 bezÃ¼glich der streitbetroffenen KÃ¼rzung des Grundbedarfs II von vornherein keinen Vertrauensschutz beanspruchen kann. NÃ¤her in Betracht fÃ¤llt ein solcher Schutz hÃ¶chstens fÃ¼r die Monate Juli und August 2004.</p> <p class="Urteilstext">Es fragt sich, ob sich seit dem Rahmenleistungsentscheid vom 27. Mai 2004 die tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen VerhÃ¤ltnisse in einer Weise geÃ¤ndert haben, die eine Ãnderung jenes Entscheids bezÃ¼glich des Grundbedarfs II fÃ¼r die Monate Juli und August 2004 rechtfertigen. Die erwÃ¤hnten Vorgaben der kantonalen BehÃ¶rden (Beschluss des Regierungsrats vom 17. Dezember 2003 und Schreiben der Direktion vom 29. April 2004) stellen keine eigentliche RechtsÃ¤nderung dar, und zudem erfolgten sie vor Erlass des Rahmenleistungsentscheids vom 27. Mai 2004. Indessen sind diese Vorgaben durchaus mit einer PraxisÃ¤nderung vergleichbar, welche unter UmstÃ¤nden auch das ZurÃ¼ckkommen auf eine bereits erlassene VerfÃ¼gung erlaubt (vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 999). In diesem Zusammenhang ist hier zu berÃ¼cksichtigen, dass die Stadt X fÃ¼r die Beschlussfassung betreffend die generelle Umsetzung dieser Vorgaben einige Zeit benÃ¶tigte. Unter diesen UmstÃ¤nden war es ihr nicht von vornherein verwehrt, den den BeschwerdefÃ¼hrer betreffenden Rahmenleistungsentscheid vom 27. Mai 2004 bezÃ¼glich der Bemessung des Grundbedarfs II mit Wirkung ab 1. Juli 2004 abzuÃ¤ndern, zumal sie dies mit VerfÃ¼gung vom 24. Juni 2004 â und damit jedenfalls nicht rÃ¼ckwirkend â getan hat. Demnach vermochte der Rahmenleistungsentscheid vom 27. Mai 2004 in dieser Hinsicht keinen unbedingten Vertrauensschutz zu begrÃ¼nden, der unabhÃ¤ngig von der BetÃ¤tigung des Vertrauens greifen wÃ¼rde (zur VertrauensbetÃ¤tigung als Voraussetzung des Vertrauensschutzes vgl. HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 660 ff.). Der BeschwerdefÃ¼hrer macht indessen nicht konkret geltend, dass er in den Monaten Juli und August 2004 gestÃ¼tzt auf den Rahmenleistungsentscheid der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vom 27. Mai 2004 Dispositionen getroffen habe, die ohne Nachteile nicht wieder rÃ¼ckgÃ¤ngig gemacht werden kÃ¶nnten. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Unbehelflich ist schliesslich der vom BeschwerdefÃ¼hrer erhobene Einwand, die KÃ¼rzung erfolge kurze Zeit vor der ohnehin erforderlichen Umstellung der Leistungen auf die neuen SKOS-Richtlinien (in der Fassung vom Dezember 2004), womit die Rechtssicherheit verletzt werde. Die dereinst nach den neuen Richtlinien zu bemessenden Leistungen (dazu vorn E. 2.3) gewÃ¤hrleisten nÃ¤mlich fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer nicht von vornherein ein Niveau, das demjenigen der bisherigen (unter BerÃ¼cksichtigung eines ungekÃ¼rzten Grundbedarfs II von monatlich Fr. 103.-) entsprechen wÃ¼rde. Das hÃ¤ngt damit zusammen, dass die Leistungen, welche den zukÃ¼nftigen Grundbedarf von Fr. 960.- (SKOS-Richtlinien, B.2.2) neben den bisher schon mÃ¶glichen situationsbedingten Leistungen neu ergÃ¤nzen kÃ¶nnen (Integrationszulage, Minimale Integrationszulage und Einkommens-Freibetrag; vgl. SKOS-Richtlinien C.2, C.3 und E.1.2), nicht voraussetzungslos gewÃ¤hrt werden. Es steht damit nicht fest, dass mit der streitbetroffenen KÃ¼rzung beim BeschwerdefÃ¼hrer nur ein vorÃ¼bergehender Abbau der Leistungen bewirkt wird, der sich ohne diese KÃ¼rzung hÃ¤tte vermeiden lassen. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG sind die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Nach der zu dieser Bestimmung entwickelten Praxis kann jedoch aus BilligkeitsgrÃ¼nden von einer solchen Kostenfolge abgesehen werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 13 N. 23), was sich hier im Hinblick darauf rechtfertigt, dass der Streitfall Anlass zur KlÃ¤rung einer Grundsatzfrage bot. Die Gerichtskosten sind daher auf die Gerichtskasse zu nehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 500.-; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.- Zustellungskosten,<br/> Fr. 560.- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden auf die Gerichtskasse genommen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>