Steuerrekursgericht des Kantons Zürich 1. Abteilung 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 Entscheid 27. Februar 2014 Mitwirkend: Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Fabian Steiner In Sachen 1. A, 2. B, Beschwerdeführer/ Rekurrenten, vertreten durch C Treuhand AG, gegen 1. Schweizerische Eidgenossenschaft, Beschwerdegegnerin, 2. Staat Zürich, Rekursgegner, vertreten durch das kant. Steueramt, Division Dienstleistungen, Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich, betreffend Direkte Bundessteuer 2008 und 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern2008 und 2009 - 2 - hat sich ergeben: A. 1. A (nachfolgend der Pflichtige) ist von Beruf Rechtsanwalt mit eigener Praxis in D. Daneben ist er als Verwaltungsrat in verschiedenen, zum Teil ausländi- schen Gesellschaften tätig. Zusammen mit seiner ersten Ehefrau war er zudem an drei 1991 gegründeten und in Frankreich domizilierten Personengesellschaften betei ligt. Die eine dieser Gesellschaften (E) führte einen Landwirtschaftsbetrieb samt Weinbau und Pferdezucht, die andere ( F) ein Restaurant mit Bar und Gästezimmern (Aube rge) und die dritte ( G) hielt die Betriebsliegenschaften der ersten beiden. Die drei B etriebe bildeten wirtschaftlich eine Einheit. Der Pflichtige erlitt mit ihnen von A nfang an Verlus- te. Die F stellte deswegen im Jahr 1995 den Betrieb der Auberge ein und wurde da- nach vom Pflichtigen liquidiert. Ab 1996 wurde die Auberge an eine Drittperson ver- pachtet, wobei der Pachtzins die G vereinnahmte. Aufgrund eines bezüglich der direkten Bundessteuer 1993/94 durchgeführten Rechtsmittelverfahrens vor Bundessteuer-Rekurskommission und Bundesgericht wu r- den diese Verluste vom kantonalen Steueramt bis und mit Steuerperiode 2007 j eweils zum Abzug zugelassen, allerdings nur beim satzbestimmenden Einkommen. 2. In den Steuererklärungen 2008 und 2009 gab der Pflichtige die entspr e- chenden Verluste aus dem Engagement in Frankreich mit Fr. 221'732. - bzw. Fr. 158'983.- an. Nach Durchf ührung einer steueramtlichen Buchprüfung der G e- schäftsjahre 2008 und 2009 sowie anschliessendem Auflageverfahren veranlagte die Steuerkommissärin den Pflichtigen und dessen (zweite) Ehefrau B (nachfolgend die Pflichtigen) am 8. November 2012 für die Steuer perioden 2008 und 2009. Dabei liess sie die genannten Verluste nicht zum Abzug zu mit der Begründung, dass aus der T ä- tigkeit in Frankreich von Anfang an nur Verluste resultiert hätten und es demnach an Gewinnstrebigkeit sowie an einer selbstständigen Erwer bstätigkeit fehle. Daneben rechnete sie einen Teil der Autokosten des Anwaltsbüros auf. B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 10. Dezember 2012 Einsprache erhe- ben mit dem Antrag, die Verluste sowie die Autokosten des Anwaltsbüros vollumfäng- lich zum Abzug zuzulassen. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 3 - Die Steuerkommissärin führte hinsichtlich der streitigen zwei Positionen im Einspracheverfahren eine ergänzende Untersuchung sowie mit dem Pflichtigen und dessen Vertreter eine Besprechung durch. Bezüglich der Tätigkeit in Frankreich wir k- ten die Pflichtigen dabei an der Untersuchung nicht mit und reagierten auch nicht auf entsprechende Veranlagungs-/Einschätzungsvorschläge. Am 11. November 2013 wies das kantonale Steueramt die Einsprache ab und erhöhte gleichzeitig das Einkommen um weitere, g eschäftsmässig nicht begründete Autokosten. Die Faktoren lauteten wie folgt: Direkte Bundessteuer Staats-/Gemeindesteuern Einkommen Einkommen Vermögen Fr. Fr. Fr. 2008 steuerbares 132'500.- 128'200.- 0.- satzbestimmendes 266'300.- 264'900.- 0.- 2009 steuerbares 149'600.- 144'000.- 0.- satzbestimmendes 283'100.- 281'700.- 0.-. C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 12. Dezember 2013 liessen die Pflicht i- gen für die direkte Bundessteuer ein steuerbares und satzbestimmendes Einkommen von Fr. 15'700.- (Steuerperiode 2008) bzw. Fr. 72'300.- (Steuerperiode 2009) sowie für die Staats- und Gemeindesteuern ein solches von Fr. 14'300. - bzw. Fr. 71'500. - ver- fechten, unter Zusprechung einer Parteientschädigung . Das steuerbare Vermögen blieb unbestritten. In der Begründung wandten sie sich allein gegen die Aufrec hnung der fraglichen Verluste aus der Tätigkeit in Frankreich. Das kantonale Steueramt schloss am 14. Januar 2014 auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 4 - Die Kammer zieht in Erwägung: 1. In der Beschwerde-/Rekursschrift vom 12. Dezember 2013 legen die Pflich- tigen zwar nicht dar, wie sich die verfochtenen Faktoren des steuerbaren bzw. satzbe- stimmenden Einkommens ergeben. In der Begründung wenden sie sich jedoch nur gegen die Nichtanerkennung der Verluste aus der Tätigkeit in Frankreich und erkl ären die Veran lagungen/Einschätzungen ausdrücklich nur insofern als streitig. Mithin ist davon auszugehen, sie beschwerten sich bezüglich der Auf rechnung eines Teils der Autokosten des Anwaltsbüros nicht mehr. Die Aufrechnung dieser Kosten erweist sich zudem als gesetzmässig (vgl. § 149 A bs. 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]), sodass es bei deren Aufrechnung zu bleiben hat. 2. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 ( DBG) bzw. § 18 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus ei nem Handels-, Industrie- , Gewerbe- , Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus ei nem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Bei selbs t- ständiger Erwerbstätigkeit werden von diesen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts - oder berufsmässig begründeten Kosten abgez o- gen. Verluste aus einer solchen Tätigkei t können mit übrigen Einkünften verrec hnet werden (vgl. zum so genannten Nettoprinzip: Markus Reich, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. A., 2008, Art. 25 N 5 DBG). Abzugsfähig ist der gesamte Aufwand, der für die selbstständige Erwerbstä- tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus- gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichti gt blei- ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben- den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutung der Vermeidung abgestellt, sondern vielmehr darauf, ob der Aufwand geschäftsmässig begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 27 N 4 DBG und Kommentar zum Steuergesetz, 3. A., 2013, § 27 N 3 StG). 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 5 - In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 18 DBG bzw. § 18 StG darstellt (RK, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108). b) Die Rechtsprechung umschreibt die selbstständige Erwerbstätigkeit z u- sammenfassend wie folgt: aa) Die Tätigkeit des St euerpflichtigen hat auf eigenes Risi- ko zu erfolgen; bb) Der Steuerpflichtige hat in seiner Tätigkeit Arbeitskraft und Kapital einzusetzen; cc) Die Tätigkeit des Steuerpflichtigen hat in einer von ihm selber frei be- stimmten Organisation zu erfolgen; dd) Jedes Streben im wirtschaftlichen Bereich zielt auf die Erzielung eines Gewinns und auf die Vermeidung eines Verlusts ab ( Merkmal der Gewinnerzielungsabsicht); ee) Eine selbst ständige Erwerbstätigkeit liegt schlies s- lich nur vor, wenn der Steuerpflichtige in einer qualifizierten, d .h. planmässigen und anhaltenden (nachhaltigen) Weise am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist selbstständige Erwerbstäti g- keit unter Umständen bereits aufgrund eines einzigen Kriteriums z u bejahen (BGr, 29. Juli 2011, 2C_766 + 767/2010; BGE 125 II 113; anderer Meinung bislang das Verwaltungsgericht: VGr, 25. August 2010, SB.2010.00056, E. 2.4 f., www.vgr.zh.ch, und VGr, 20. Januar 2010, StE 2010 B 23.1 Nr. 67). c) Abzugrenzen ist die s elbstständige Erwerbstätigkeit insbesondere von der Liebhaberei bzw. vom Hobby. Die steuerrechtliche Qualifikation einer Tätigkeit als selbstständiger Erwerb im dargelegten Sinn oder als Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im Hinblick auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens ausgeübt wird ( BGr, 2. Oktober 1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes commerciales fiscalement déductibles, ASA 48, 113). Un- terscheidungskriterium ist also der Beweggrund für die Aus übung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um ein subjektives Kriterium, auf dess en Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen werden kann (StRK IV, 8. Ap- ril 1998, StE 1999 B 23.1 Nr. 42) . Eine zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei denen sich Liebhaberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf der einen oder anderen Seite liegen kann. Indiz für die Qualifikation als Liebhaberei kann eine fehlende Gewinnstrebig- keit sein. Diese kann sich zum einen aus der betreffenden Tätigkeit als solcher erg e- ben, weil diese als Basis für eine rentable Erwerbsquelle ungeeignet erscheint, zum 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 6 - anderen kann sie aus der Art des Vorgehens abgeleitet werden, indem dieses nicht auf kommerzieller Methode beruht (VGr, 31. Mai 2005, StE 2006 B 23.1 Nr. 61). Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf Dauer nichts einbringt oder dauernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbstäti g- keit, sondern als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund. Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der Regel durch das andauernde Ausbleiben eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit seines U nterfangens überzeugen lassen und die betreffende Tätigkeit aufgeben (Roman Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftli cher Verluste, StR 1981, 236). Allerdings muss nicht jedes einzelne mit einem Verlust abgeschloss e- ne Jahr oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. A., 2001, § 14 Rz 45; vgl. BGr, 4. Juni 2004, 2A.68/2004, E. 1.3; Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art . 18 N 22). Ob sich näm- lich eine Tätigkeit lohnt, lässt sich methodisch richtig nur nach Betrachtung des G e- winns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Beendigung beurteilen (so genannter Totalgewinn, vgl. Manuel René Theisen, D ie Liebhaberei, ein Problem des Steuerrechts und der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, Steu er und Wirtschaft, 1999, 259; StRK II, 17. Februar 2000, 2 ST.1999.419, E. 6a). Der Entscheid über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über den zu erwartenden Totalgewinn ab (vgl. auch Ric hner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 18 N 48 DBG und § 18 N 38 StG). Ergibt die Prognose ein positives G esamtergebnis, ist dies ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negativer Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich um die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aussicht stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbri ngen las- sen würde. Stehen dem Steuerpflichtigen anderweitige hohe positive Ei nkünfte zur Verfügung, die ihn in die Lage versetzen, eine selbstständige Erwerbstäti gkeit trotz anhaltend hoher Verluste über einen längeren Zeitraum zu führen, stellt dieser U m- stand auch ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass die verlustbri ngende Tätigkeit eine vom wirtschaftlichen Erfolg unabhängige persönliche Passion zum Aus druck bringt (BGr, 19. September 2007, StR 2008, 36). Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grundsät z- lich für jede Veranlagungsperiode neu überprüft werden kann, wobei unter Umständen 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 7 - die Verhäl tnisse in den Vorjahren bzw. in den auf das Steuerjahr folgenden Jahren gewisse Anhaltspunkte liefern können (BGr, 31. August 2005, 2A.46/2005, E. 2.2.2, mit Hinweisen zum Ganzen). Wie lange die wirtschaftliche Betätigung verlustreich sein darf, bis eine natürliche Vermutung dafür spricht, dass der f inanzielle Erfolg auf Dauer ausbleiben wird, kann nicht allgemein gesagt werden. Im Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die Auffassung vertreten, der Umstand, dass innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter Gewinn erzielt werde, bilde ein gewichtiges Indiz für das Fehlen der Gewinnstrebigkeit. Dem Steuerpflichtigen steht aber der Gegenbeweis of- fen, dass auch in diesem Fall eine Gewinnstrebigkeit vorliegt (Ric hner/Frei/Kauf- mann/Meuter, Art. 18 N 48 DBG und § 18 N 38 StG). Im Einzelfall kommt es nament- lich auf die Art der Tätigkeit und die konkreten Verhältnisse an (RB 2000 Nr. 118). Qualifiziert die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten Krite- rien vorzunehmenden Prüfung als Liebhaberei oder produziert sie reine Lebenshal- tungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG und § 33 lit. a StG), können die entstandenen Ver- luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. d) Nach Art. 123 Abs. 1 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehör- den zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Besteu- erung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dabei gilt die allgemeine Regel der Beweislastverteilung, dass die Steuerbehörde die steuerbegrün- denden oder -erhöhenden Tatsachen nachzuweisen hat, der Steuerpflichtige dagegen jene Umstände, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (Blumenstein/Locher, System des Steuerrechts, 6. A., 2002, S. 416 [mit Verweisungen] und 454). Dement- sprechend obliegt der Nachweis, dass eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist dagegen streitig, ob eine bestimmte verlustbri n- gende Betät igung (überhaupt) eine selbstständig e Erwerbstätigkeit darstellt (oder ob nicht z.B. eine Liebhaberei vorliegt), ist hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993, StE 1995 B 23.1 Nr. 30). Denn er leitet hieraus die steu- ermindernde Verrechnung dieses Verlusts mit übrigen Einkünften ab. Zur Beweislei s- tung gehört in erster Linie und in jedem Fall, dass eine substanziierte Sachdarstellung gegeben wird, die ohne weitere Untersuchung, aber unter dem Vorbehalt der Bewei s- erhebung, die Beurteilung der massgebenden Qualifikationsfrage ermöglicht. Für die von ihm verfochtene, hinreichend substanziierte Sachdarstellung hat der Steuerpflichti- ge beweiskräftige Unterlagen einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 8 - 3. a) Strittig ist vorliegend, ob die vom Pflichtigen in den Jahren 2008 und 2009 neben seiner Tätigkeit als Anwalt und Verwaltungsrat in mehreren Gesellschaften eine weitere selbstständige Erwerbstätigkeit in Frankreich ausgeübt hat und damit die in diesem Zusammenhang angefallenen Verluste mit seinen übrigen Einkünften verrech- nen kann. Das kantonale Steueramt spricht seinen diesbezüglichen Unternehmungen den Charakter einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts ab, da die Gewinnerzielungsabsicht fehle. Da das kantonale Steueramt von ideell motivierten freiberuflichen Aktivitäten ausgeht, ist nach dem Gesagten der Pflichtige für das Vorlie- gen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit beweispflichtig. b) Die Pflichtigen begründen die fragliche Tätigkeit in Beschwerde und Rekurs wie folgt: 1990 sei d er Pflichtige mit dem Bürgermeister der Gemeinde H im Departe- ment I/Frankreich in Kontakt gekommen. Dieser habe ihn als Unternehmer und für I n- vestitionen in seiner Gemeinde begeistern können. 1991 habe er drei Personeng esell- schaften gegründet. Bei der E handle es sich um einen Landwirtschaft sbetrieb m it einer Fläche von … Hektaren, die im Wesentlichen aus Grasflächen, Wald und … Hek- taren Rebland bestünden. Das Rebland sei 2008 und 2009 verpachtet worden. Zusätz- lich sei ein Pferdegestüt mit rund … Tieren vorhanden. Der Betrieb beschäftige zwei voll angestellte Mitarbeiter und einen Lehrling. Die Grasflächen wür den zur Produktion von Heu und als Weideland für die Ti ere verwendet. Die Aufrechterhaltung des Land- wirtschaftsbetriebs samt Pferdegestüt sei für die Werterhaltung des Landguts unab- dingbar, da eine Verwilderung der landwirtschaftlichen Flächen den G esamtwert des Guts massiv reduzierte und die Suche nach einem Käufer für d ieses verunmöglichte. Die G besitze als Hauptaktivum die Auberge in einer Altliegenschaft des Dorfes H . Die Verluste in den ersten drei Jahren seien derart ruinös gewesen, dass der Betrieb habe eingestellt und die F als Betreiberin liquidiert werden müssen. Ab 1996 bis 2008 sei die Auberge an eine unabhängige Drittperson verpachtet und der Pachtzins von m onatlich EUR 1'524.- von der G vereinnahmt worden. Nach Pensionierung dieser Person ha be trotz intensiver Bemühungen kein neuer Pächter für die Auberge gefunden werden können, da in Frankreich auf dem Land die Wirtschaft allgemein nicht blühe. Ein an- schliessender Versuch mit der Anstellung eines Gerantenehepaars mit fixer Besoldung über eine neu gegründete Tochtergesellschaft habe nach rund einem Jahr wieder ab- gebrochen werden müssen, da erneut massive Verluste entstanden seien. Danach sei der Betrieb vorübergehend geschlossen gewesen und erst gegen Ende 2009 ein ande- res junges Gerantenehepaar gefunden worden. Im J anuar 2011 sei auch dieses Paar wieder gegangen und stehe die Auberge seither leer. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 9 - Seit dem Jahr 2000 habe ein Bekannter des Pflichtigen, J, die Betriebe mit Darlehen unterstützt, allerdings mit der Vorgabe, dass ein Käufer gesucht werde. Nach eingehender Prüfung sei dieser bis vor Kurz em der Überzeugung gewesen, dass es eine reine Zeitfrage darstelle, einen potenten Käufer zu finden. Dementsprechend habe er auch zugesichert, die gewährten Darlehen erst beim Ver kauf des Guts zurück zu verlangen. Eine weitere Bedingung für die Finanzierung sei gew esen, alle Elemente des Betriebs funktionstüchtig zu erhalten, um einen möglichst guten Preis für die G e- samtheit zu erzielen. Um die Betriebskosten so tief wie möglich zu halten, sei der Landwirtschaftsbetrieb auf ein Minimum reduziert und ein bes chränkter Zuchtbetrieb mit einem Bestand von ca. … Pferden geführt worden. Das Gleiche gelte für die A u- berge, deren Fortbestand ebenfalls wesentlich für die Werterhaltung des Guts als G e- samtheit sei. Nur wenn diese (wenn möglich ohne laufenden Verlust) geöffnet sei, kön- ne mit der Findung eines Käufers für Alles gerechnet werden. Mit Blick auf diese Bedingungen von J für die Darlehensgewährung sei er, der Pflichtige, längst nicht mehr frei, über seinen Betrieb nach Belieben zu verfügen. Einerseits müsse er d en Betrieb zwecks Vermeidung der Verwahrlosung weiterführen und dabei weitere finanzielle Ver- luste in Kauf nehmen. Anderseits komme zwar als einzige Alternat ive der Verkauf des Guts in Frage, jedoch scheide eine Veräusserung notfalls mit Verlust aus. Derart sei er in seinen französischen Betrieben regelrecht gefangen. Selbst wenn er frei wäre, müsste ein Veräusserungsver lust während sieben Jahren mit den übrigen Einkünften verrechnet werden. In der Zwischenzeit habe J aber sein ihm zustehendes Options- recht ausgeübt und das Gut Ende 2012 gekauft. Bei alledem sei es richtig, dass er , der Pflichtige, sich von Beginn seiner T ä- tigkeit an in der Verlustzone bewegt und auch per Ende 2008 kaum Hoffnung bestan- den habe, Gewinn zu erwirtschaften. Das sei zu jenem Zei tpunkt aber auch gar nicht mehr das Ziel gewesen, sondern nur noch, sich ohne weitere Verluste aus dem Eng a- gement zu lösen. Dies sei ihm durch die Übernahme der Betriebe durch J Ende 2012 nun gelungen. c) Das kantonale Steueramt hielt dem in den Einsprac heentscheiden entge- gen, der Pflichtige habe stets nur Verluste realisiert und gehe aus den Steuererklärun- gen 2010 - 2011 hervor, dass sich dies auch in den nachfolgenden Jahren nicht geän- dert habe. In Anbetracht der akku mulierten Verluste von über Fr. 4 Mio. erscheine die Erzielung eines Totalgewinns als ausgeschlossen, was auch der Pflichtige eingestehe. Mit dem Bundesgericht dränge sich bei einem Landwirtschaftsbetrieb nach sechsjähr i- 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 10 - ger Verlustperiode seit der Gründung die Vermutung auf, dass der Betrieb gar nicht gewinnbringend bewirtschaftet werden könne und keine selbst ständige Erwerbstätig- keit vorliege. Die Verlustperiode beim Pflichtigen betrage mit 17 Jahren weit mehr, und dies obwohl der Betrieb aufgrund seiner Grösse von … Hektaren objektiv betrac htet durchaus geeignet sei, eine rentable Geldquelle darzustellen. Für eine gewinnbringen- de Pferdezucht brauche es einen gewissen minimalen Tierbestand in unterschiedlicher Alterszusammensetzung. Da der Pflichtige eine entsprechende Au flage und Mahnung bezüglich seines Pferdegestüts nicht beantwortet habe, könne über dessen E r- folgsaussichten keine Aussage gemacht werden und verbiete sich die A nnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. 4. a) Während die übrigen Merkmale einer selbstständigen Erwerbst ätigkeit nicht zur Diskussion stehen, geht es vorliegend zur Hauptsache um die Frage des Vor- liegens der Gewinnstrebigkeit. b) Der Pflichtige ist promovierter Jurist mit Anwaltspatent und eigener Praxis sowie als Verwaltungsrat in verschiedenen Gesellschaften tätig. Mit diesen Tätigkeiten erzielte er 2008 und 2009 Nettoeinkünfte von rund Fr. 340'000.- pro Jahr. Er behauptet nicht, er oder eine seiner beiden Ehefrauen habe über eine Ausbildung zur Führung eines Landwirtschaftsbetriebs samt Rebland und Pferdezucht sowie einer Auberge (Restaurant mit Gästezimmern) bzw. über entsprechende Erfahrungen ver fügt. In der Besprechung mit der Steuerkommissärin vom 6. August 2013 brachte er zwar noch vor, um das Pferdegestüt habe sich am Anfang noch seine Exfrau gekümmert, weil sie das nötige Fac hwissen besitze. In Beschwerde und Rekurs äusserte er sich hierzu jedoch nicht mehr . Abgesehen davon legte er in der genannten Besprechung für das angebliche Fac hwissen seiner Exfrau keinerlei Beweise vor und führte zudem aus, dass das Pferdegestüt seit der Scheidung von seiner Exfrau im Jahr 2000 "etwas ver- nachlässigt" worden sei und ihm selber das nötige Know-How fehle. Demnach ging er mit dem Kauf des streitbetroffenen landwirtschaftlichen Guts in Frankreich 1989/ 90 aber schon allein wegen fehlender Ausbildung bzw. Erfahrung zur Führung seiner vielfältigen Betriebe nicht nur ein erhebliches Risi ko ein, sondern liess damit auch von allem Anfang an eine damit verbundene Gewinnabsicht als fra g- würdig erscheinen. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 11 - c) Dieses Risiko bzw. diese Sicht hat sich denn auch in den nachfolgenden Jahren insofern konkretisiert, als d er Pflichtige mit den Betrieben von Beginn an u n- streitig nur Verluste erwirtschaftete (Aufstellung in den Einspracheentscheiden): Jahr E G Fr. Fr. 1991 - 123'538.- - 17'853.- 1992 - 243'556.- - 41'906.- 1993 - 146'228.- - 10'131.- 1994 - 121'584.- - 27'190.- 1995 - 111'294.- - 23'773.- 1996 - 153'534.- - 41'146.- 1997 - 303'778.- - 31'317.- 1998 - 269'875.- - 42'877.- 1999 - 289'970.- - 41'697.- 2000 - 357'150.- - 35'779.- 2001 - 227'963.- - 22'687.- 2002 - 338'272.- - 17'113.- 2003 - 233'021.- - 12'294.- 2004 - 255'825.- - 13'814.- 2005 - 208'052.- - 41'578.- 2006 - 178'270.- - 21'472.- 2007 - 160'474.- - 22'752.- 2008 - 169'130.- - 52'602.- 2009 - 128'184.- - 30'799.- Total - 4'019'698.- - 548'780.- = - 4'568'478.- Die Verluste aller Betriebe zusammen bewegten sich somit jährlich stets im sechsstelligen Bereich und lagen zwischen minimal Fr. 135'067.- (1995) und maximal Fr. 392'929.- (2000). Auch ist nicht eine Tendenz in dem Sinn erkennbar, dass die Ver- luste mit der Zeit abnahmen. So waren diese nach dem Kauf noch vergleichsweise moderat, stiegen dann aber ab 1997 markant auf zum Teil weit über Fr. 300'000.- an, bevor sie ab 2003 wieder unter diese Marke sanken, sich aber bis zum Schluss immer noch über dem Anfangswert von Fr. 141'391.- befanden. Demnach trat über den Zei t- raum von 19 Jahren nie eine Trendwende zur Abnahme der Verluste ein, geschweige denn eine Bewegung zu einem Gewinnausweis. Ein Gewinn konnte sodann unstrei tig auch nicht in den Jahren 2010 und 2011 erzielt werden und behauptet der Pflichtige nicht, dass sich dies bis zum Verkauf des Guts Ende 2012 noch g eändert hat. Damit übereinstimmend widerspricht der Pflichtige der Feststellung in den Einspracheent- scheiden nicht, dass er anlässlich der Besprechung vom 6. August 2013 selber eing e- standen habe, mit dem Gut nie einen Totalgewinn, d.h. einen Gewinn über die gesa m- te Betriebsdauer, erzielen zu können. 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 12 - d) Daraus ist Folge ndes zu schliessen: Zwar handelt es sich sowohl beim Landwirtschaftsbetrieb als auch bei der Auberge grundsätzlich, d.h. objektiv betrachtet, um Betriebe, die für eine Gewinnerzielung geeignet sind und regelmässig nicht nur der schlichten Verwaltung des Pr ivatvermögens dienen (BSt-RK, 26. Februar 1998, V 84/1997, auch zum Folgenden) . Allerdings stellt sich beim Pferdezuchtbetrieb als Teil des Landwirtschaftsbetriebs schon eher die Frage, ob damit eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde, kommt es in diesem Bereich doch häufig zu blossen Hobbytätigkeiten. Aber auch beim Landwirtschaftsbetrieb selber hätte nach ein paar wenigen Jahren die Gewinnschwelle erreicht sein müssen, hat das Bundesgericht doch bei einem neu gegründeten Landwirtschaftsbetrieb, der diese Schwelle nach sechs Jahren noch immer nicht überschritten hatte, angenommen, es liege keine selbststä n- dige Erwerbstätigkeit vor (BGr, 4. Juni 2004, StE 2004 B 23.1 Nr. 57 ). Bei Übernahme eines schon bestehenden Landwirtschaftsbetriebs muss die Verlustperiode demzufolge noch weniger lang als sechs Jahre sein . Der Pflichtige hat mit seinen Betrieben in den rund zwanzig Jahren seit Erwerb bis zum Verkauf Ende 2012 nie ein einziges Mal G e- winn, sondern ausnahmslos nur Verluste erwirtschaftet. Es ist nicht ersichtlich, wie er mit der vorhandenen Betriebsstruktur und dem allfällig existierenden Betriebskonzept je in die Gewinnzone kommen wollte , unterlässt er es doch gänzlich, diesbezügliche Ausführungen zu machen. Er hat insbesondere die im Einspracheverfahren verlangten Businesspläne für die E und die G trotz Auflage vom 8. August 2013 nicht eingereicht, ebenso eine Aufstellung sämtlicher Pferde, der Nachweis der pro 2009 geborenen Fohlen, der Besamungen und Decktaxen, der Tei lnahme an Dressur-/Springprüfungen oder Pferderennen und der Versicherung der Pferde. Das kantonale Steueramt hat unter diesen vom Pflichtigen zu verantworten- den Umständen zu Recht die Gewinnstrebigkeit für die Steuerperioden 2008 und 2009 verneint. Denn nach einer derart langen Verlustperiode mit hohen Verlustausweisen seit Beginn der fraglichen Tätigkeit im Jahr 1991 ohne Aussicht auf eine Trendwen de kann nicht ernsthaft von einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ausgegangen werde n. Der Pflichtige gesteht denn auch selber ein, dass es in d en Jahren 2008 und 2009 nicht mehr um die Erreichung der Gewinnzone gegangen sei, sondern nur noch darum, einen geeigneten Käufer für das Gesamtgut zu finden. Diese Erkenntnis hätte bei ihm jedoch schon viel früher Platz greifen müssen mit der Folge, dass die streitigen Verlus- te 2008 und 2009 jedenfalls nicht mehr von ihm zu tragen gewesen wären. Ab wel- chem Zeitpunkt er mit der Suche nach einem Käufer begann, führt er nicht aus. Damit musste das kantonale Steueramt aber annehmen, dies sei viel zu spät erfolgt. Die Wei- 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 13 - terführung der Betriebe in den Jahren 2008 und 2009 trotz schon lang anhaltenden hohen Verlustausweises konnte es daher nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit gel- ten lassen. Im vorliegenden Beschwerde- /Rekursverfahren stellt sic h die Sach- und Rechtslage unverändert dar, wiederholt der Pflichtige in den Rechtsschriften im W e- sentlichen doch nur seine Ausführungen bei den Vorinstanzen. Demnach muss auch vorliegend schon allein vor dem Hintergrund der überlangen Verlustperiode mit den hohen Verlustausweisen und ohne Aussicht auf eine Trendwende das Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ausgeschlossen werden. e) aa) Ein weiteres gewichtiges Indiz für die Verneinung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit liegt nach dem Ges agten darin, dass der Pflichtige mit seinen Täti g- keiten als Anwalt und Verwaltungsrat zumindest in den aktenkundigen Jahren 2007 - 2009 stets derart hohe Einkünfte erzielte, dass diese die Verluste aus dem Gutsbetrieb in Frankreich bei Weitem überstiegen und er dergestalt für die Bestreitung seines Lebensaufwands auf einen entsprechenden Gewinn gar nicht angewiesen war. Hätte der Gutsbetrieb dagegen seine einzige Einnahmequelle gebildet, wäre er ange- sichts der hohen Verluste schon viel früher gezwungen gew esen, entweder erfolgver- sprechende Umstrukturierungsmassnahmen zu treffen oder den Betrieb möglichst schnell und nötigenfalls zu ungünstigen Konditionen zu veräussern. bb) Der Pflichtige wendet dagegen zur Hauptsache ein, im Gutsbetrieb regel- recht gefangen gewesen zu sein, da er darüber nicht frei habe verfügen können. Zum einen habe er den Betrieb zwecks Vermeidung der Verwahrlosung weiterführen sowie dabei weitere finanzielle Verluste in Kauf nehmen müssen. Zum andern sei die als ein- zige Alternative in Frage kommende Veräusserung des Guts als "Notverkauf" ausg e- schieden und ein Verkauf "möglichst ohne Verlust" nicht möglich gewesen. Der Pflichtige legt nicht näher dar, was er unter einem Verkauf "möglichst oh- ne Verlust" versteht und führt – wie erwähnt – auch nicht konkret aus, ab welchem Zeitpunkt er mit der Käufersuche begonnen hat. Keine Aufschlüsse hierzu vermag je- denfalls der offenbar Ende 2012 erfolgte Verkauf an J zu liefern, hat es der Pflichtige doch trotz Auflage im Einspracheverfahren unterlas sen, den diesbezüglichen Veräus- serungsvertrag einzureichen. Demnach kann aber nicht beurteilt werden, ob es sich beim Verkauf an J um eine seinen Erwartungen entsprechende Veräuss erung handelt 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 14 - und damit auch nicht, ob d er Pflichtige bis zu diesem Zeitpunkt zur verlustbringenden Weiterführung aus wirtschaftlichen Überlegungen gezwungen war. Sofern seine Erwar- tungen darin bestanden haben sollten, mit dem Verkaufspreis neben den Gestehungs- kosten auch die mit dem Betrieb in Frankreich zusammenhängenden Schulden ge- deckt erhalten zu bekommen, erscheint dies im Übrigen eher als unwahr scheinlich. So deklarierte er diese Schulden per Ende 2009 mit über Fr. 6 Mio. und machte der 1989 entrichtete Erwerbspreis für das Gesamtgut gemäss seinen Angaben in der Bespr e- chung vom 6. August 2013 die Höhe "eine(r) 2 Zimmer Wohnung in Zürich" aus. Mithin hätte J einen Kaufpreis von deutlich über Fr. 6 Mio. ent richten und das Landgut um Fr. 6 Mio., d.h. um das Mehrfache des Erwerbspreises, an Wert gewinnen müssen. Bei einer nach den Angaben des Pflichtigen in Frankreich auf dem Land nicht blühen den Wirtschaft dürfte Letzteres ohne weiteres auszuschliessen sein. Angesichts der sich stets weiter häufenden Verluste hätte sich bei wirtschaftl i- cher Betrachtung aber auch längst ein "Not verkauf" aufgedrängt, war eine Verbess e- rung der Ertragssituation nach den Angaben des Pflichtigen doch schon lang nicht mehr möglich und waren die jährlichen Verluste stets erheblich. f) Nach alledem lassen die vorhandenen Indizien nicht auf das Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit schliessen. Vielmehr müssen für die Führung der B e- triebe in Frankreich mit ausschliesslich negativen Abschlüssen während der gan zen zwanzigjährigen Besitzesdauer andere, nicht kommerzielle Gründe ausschlaggebend gewesen sein, denen jedoch vorliegend nicht nachgegangen zu werden braucht. g) Anzufügen ist, dass die Verluste selbst bei Annahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit zumindest bei der direkten Bundessteuer nur beim satzbestimmenden Einkommen berücksichtigt werden könnten. Zu diesem Schluss kam schon die Bun- dessteuerrekurskommission bezüglich der Steuerperioden 1993/94 des Pflichtigen unter Geltung des inzwischen aufgehobenen Beschlusses über die direkte Bundes- steuer vom 9. Dezember 1940, BdBSt (Entschei d vom 26. Februar 1998, V 84/1997) . Das daraufhin angerufene Bundesgericht bestätigte diesen Entscheid und erklärte dar- über hinaus, dass sich das nämliche Ergebnis auch bei Anwendung von Art. 6 Abs. 3 Satz 3 DBG einstellen würde (BGr, 15. November 1999, 2A.253/1998). Im Übrigen lässt sich aus diesen früheren Entscheiden nicht ableiten, die vor- liegend streitigen Verluste der Jahre 2008 und 2009 seien gleich wie die damals beur- 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291 - 15 - teilten negativen Betreffnisse der Jahre 1991 und 1992 abzugsfähig, da das Vorli egen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit damals bejaht worden sei. 1991 und 1992 stand der Pflichtige erst am Beginn seines Engagements in Frankreich und konnte noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob dieses auch längerfristig gewinnstrebig sei. Für die damaligen Jahre war dies noch positiv zu beantworten, weil der Pflichtige den Nac h- weis für eine günstige Prognose – anders als vorliegend – erbringen konnte bzw. die Verlustperiode noch viel zu kurz war, um auf das Gegenteil zu schliessen. h) Damit hat das kantonale Steueramt die Verrechnung der streitigen Verluste von Fr. 221'732.- (2008) bzw. Fr. 158'983.- (2009) mit den übrigen Einkünften rechtens abgelehnt. 5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Rechtsmittel. Ausgangsg e- mäss sind die Kosten des vorliegenden Verfahrens den Pflichtigen auf zuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Demgemäss erkennt die Kammer: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Der Rekurs wird abgewiesen. […] 1 DB.2013.246 1 ST.2013.291