B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1569/2015 U r t e i l v o m 3 . J u l i 2 0 1 8 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richter David R. Wenger, Richterin Andrea Berger-Fehr, Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Ass. iur. Christian Hoffs, HEKS Rechtsbera- tungsstelle für Asylsuchende (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 17. Februar 2015 / (…). E-1569/2015 Seite 2 Sachverhalt: I A. Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus der Nord-Provinz, verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben am 25. Juli 2008 und ersuchte am 30. Juli 2008 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl. B. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) im EVZ vom 12. August 2008 und der einlässlichen A nhörung vom 22. August 2008 brachte der Be- schwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei verheiratet und habe zwei Töchter in Sri Lanka. Er habe sich im Heimatland als (...) und (...) betätigt. Er sei in B._______ (Jaffna) geboren und habe bis April 2006 dort gelebt. Danach ha be er im Dorf C._______ bei D._______ (Kilinochchi Bezirk) gewohnt. Im Sommer 2005 sei eine Frau vergewaltigt worden. In der Folge habe in E._______ eine Demonstration stattgefunden, anlässlich welcher eine Büroräumlichkeit der Behörden de moliert worden sei. Der Beschwerde- führer habe sich zufällig in der Nähe aufgehalten und sei von Leuten an- gehalten und gefragt worden, ob er sich der Kundgebung anschliesse , was er getan habe. Er habe nicht bemerkt, dass er dabei von der Sri Lan- ka Army (SLA) gefilmt worden sei. Zehn Tage nach der Kundgebung sei- en die Demonstrationsteilnehmenden von der Sri Lanka Navy festge- nommen worden. Aufgrund der Videoaufnahmen sei auch er festgenom- men, befragt und anschliessend wieder freigelassen worden. Im Weiteren sei der tamilischen Bevölkerung im Hinblick auf die Präsi- dentschaftswahlen vom 17. Dezember 2005 seitens der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) befohlen worden, die Wahlberechtigten an der Wahlteilnahme zu hindern. Der Beschwerdeführer und andere hätten in unmittelbarer Nähe der Wahllokale versucht, die tamilischen Wähler vom Wahlboykott zu überzeugen. Die Polizei habe dies beobachtet. Weil er und seine Familie in prekären finanziellen Verhältnissen gelebt hätten, habe er am 20. Dezember 2 005 von den LTTE den Auftrag ange- nommen, gegen Entgelt drei Pistolen und zwei verkabelte Pakete von E._______ nach F._______ zu transportieren. Am selben Nachmittag ha- be er einen Telefonanruf erhalten. Dabei sei er aufgefordert worden, die E-1569/2015 Seite 3 Tasche mit den Waffen und Paketen bei einem Tempel zu übergeben. Am vereinbarten Treffpunkt habe er die Ware einem Mann und einer Frau übergeben, die auf einem Motorrad erschienen seien. Am 24. Dezember 2005 seien diese beiden LTTE -Mitglieder gemeinsam mit drei weiteren Personen in der Nähe des (...) in Jaffna erschossen worden. Am 25. April 2006 seien sechs Personen auf Motorfahrrädern zu ihm nach Hause gekommen und hätten ihn mitgenommen. Seine Ehefrau und Kinder seien aus Angst mitgekommen. Sie seien in einem Camp unterge- bracht worden. Er sei zur Schiesserei vom Dezember 2005 befragt wor- den. Dabei habe man ihm mitgeteilt, dass sein Namen und seine Handy- nummer auf dem Telefon der Getöteten registriert gewesen sei en. Er ha- be ausgesagt, mit der Sache nichts zu tun gehabt zu haben. Er sei beim Verhör geschlagen und misshandelt worden. Am gleichen Abend sei er freigelassen worden, wobei man ihm ein zweitägiges Ultimatum gestellt habe, "die Wahrheit zu sagen". Er habe sich aus den genannten Gründen zur Flucht entschieden und sei über G._______ nach D._______ (Distrikt Kilinochchi) gereist, wo er bereits 1995 als Flüchtling gelebt habe. An- schliessend sei er zu seiner Schwester nach H._______ gegangen, wo er aber keine Arbeit gefunden habe. Am 10. oder 11. September 2006 sei er nochmals gesucht worden. Am 25. Juni 2007 sei er zwangsweise in H._______ von den LTTE mitge- nommen und zu Trainings angehalten worden, was er verweigert habe. In der Folge sei er nach I._______ gebracht worden, wo er 15 Tage lang zu- sammen mit weiteren Personen den LTTE -Leuten beim Bunkergraben und beim Baumsägen habe helfen müssen. Nachdem seine Ehefrau im LTTE- Camp vorgesprochen habe, sei er freigelassen worden und an- schliessend mit seiner Familie nach D._______ gezogen. Anfangs 2008 hätten die LTTE wieder begonnen Zwangsrekrutierungen durchzuführen. Er habe dies nicht noch einmal durchmachen wollen, weshalb er am 2. Juli 2008 mit einem Boot nach J._______ und von dort aus weiter nach Colombo gereist sei; dort sei er bei einer singhalesischen Familie unter- gebracht worden . Sein Onkel habe einen Agenten engagiert. Nachdem der Beschwerdeführer am 25. Juli 2008 einen Reisepass erhalte habe, sei es ihm gelungen, mit Hilfe eines Schleppers Sri Lanka a uf dem Luft- weg zu verlassen. C. Mit Verfügung vom 16. August 2011 wies das damalige BFM das Asylge-E-1569/2015 Seite 4 such des Beschwerdeführers vom 30. Juli 2008 ab und ordnete die Weg- weisung sowie deren Vollzug an. Zur Begründung führte das BFM aus, die Vorbringen des Beschwerdefüh- rers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftmachung und an die Flüchtlingseigenschaft nicht stand. Die Schilderungen seien widersprüch- lich ausgefallen und würden in wesentlichen Punkten der allgemeinen Er- fahrung oder der Logik des Handelns widersprechen. Zudem hätten die vorgetragenen Übergriffe seitens der LTTE an Asylrelevanz verloren, da diese in Sri Lanka keinen Machtfaktor mehr darstellten. D. Am 28. August 2012 anerkannte der Beschwerdeführer die Vaterschaft eines am (…) in der Schweiz geborenen Mädchens litauischer Staatsan- gehörigkeit, welches im damaligen Zeitpunkt , wie die Kindsmutter, eine Kurzaufenthaltsbewilligung in der Schweiz hatte. E. Mit Urteil vom 29. Juli 2013 wies das Bundesverwaltungsgericht die ge- gen die vorinstanzliche Verfügung vom 16. August 2011 gerichtete Be- schwerde vom 15. September 2011 ab. Dabei kam das Gericht zum Schluss, die Begründung der Vorinstanz er- weise sich als nicht vollumfänglich stichhaltig. Insbesondere könne das vom Beschwerdeführer geschilderte Vorge hen der LTTE nicht als unlo- gisch gewürdigt werden. Hingegen seien seine Vorbringen zur Suche nach ihm und seiner Ehefrau am 10. oder 11. September 2006 nicht überzeugend, da diese einerseits inhaltlich unwahrscheinlich erschienen, andererseits anlässlich der (ersten) Befragung im EVZ nicht geltend ge- macht worden seien. Auch die Ermittlungen der SLA gegen den Be- schwerdeführer seien nicht glaubhaft geschildert worden. Seine angeblich zufällige Anwesenheit bei der von Krawallen begleiteten Demonstration im Sommer 2005 und die entscheidende Rolle seiner Ehefrau bei seiner Entlassung nach de m Verhör vom 25. April 2006 respektive nach der Zwangsarbeit bei den LTTE erschienen konstruiert. Doch selbst wenn zu- gunsten des Beschwerdeführers von der Glaubhaftigkeit dieser Vorbrin- gen auszugehen wäre, würden sich diese als nicht asylrelevant erweisen. Nachdem die LTTE im Mai 2009 militärisch vernichtend ge schlagen wor- den seien, drohe von ihrer Seite her keine Gefahr mehr. Im Weiteren sei kein asylbeachtliches Verfolgungsmotiv der SLA ersichtlich. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass gegen den E-1569/2015 Seite 5 Beschwerdeführer kein ernsthafter V erdacht einer über das alltägliche Mass hinausgehenden Kooperation mit den LTTE vorgelegen habe. Zwi- schen den geschilderten Kontakten des Beschwerdeführers mit den sri - lankischen Behörden und seiner Ausreise bestehe kein Kausalzusam- menhang. Als Ausreisegrund habe er bei den vorinstanzlichen Befragun- gen den Wiederausbruch des Krieges und die damit einhergehende Wie- deraufnahme von Zwangsrekrutierungen durch die LTTE genannt. Eine drohende Verfolgung durch die SLA habe er im Zusammenhang mit sei- ner Ausreise weder im vorinstanzlichen Verfahren noch im Beschwerde- verfahren vorgebracht. Die auf Beschwerdeebene erstmals geltend ge- machte Verwandtschaft zu einem ehemaligen LTTE -Mitglied aus E._______ werde lediglich behauptet, aber nicht substanziiert. Aus sei- nen geschilderten Kontakten zu den LTTE und der während kurzer Zeit für diese verrichtete Zwangsarbeit könne keine Furcht vor künftiger Ver- folgung abgeleitet werden. Alleine der Umstand, dass ein Angehöriger der tamilischen Ethnie vor dem Ende des Bürgerkrieges m it den LTTE in Kontakt gekommen sei, bilde nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts kein ausreichen- des Kriterium für eine asylrelevante Gefährdung. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass praktisch die gesamte Bevölkerung im Einzugsgebiet der LTTE gewi sse Kontakte zu dieser aufgewiesen habe . Die Wahr- scheinlichkeit eines konkreten Verfolgungsrisikos setze ein besonderes Profil der Person voraus, welches im Falle des Beschwerdeführers nicht gegeben sei. Dieser gehöre keiner der in BVGE 2011/24 definierten Risi- kogruppen an, deren Zugehörige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unter- liegen würden. Aus den Akten gingen keine Anhaltspunkte dafür hervor, dass der Beschwerdeführer während seines Aufenthaltes in der Schweiz nahe Kontakte zu den LTTE unterhalten haben könnte. Er verfüge – so- weit ersichtlich – auch nicht über beträchtliche finanzielle Mittel. Schliess- lich vermöge auch der Wegzug ins Vanni -Gebiet im Jahr 2006 und die Asylgesuchseinreichung in der Schweiz keine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung zu begründen. Ferner hielt das Bundesver waltungsgericht fest, der Beschwerdeführer verfüge weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf die Erteilung einer solchen. Die am (…) gebore- ne Tochter des Beschwerdeführers und deren Mutter (litauische Staats- angehörige) seien derzeit im Besitz einer bis zum 23. September 2013 gültigen Kurzaufenthaltsbewilligung "L" für Angehörige der Mitgliedstaa- ten der Europäischen Union (EU) sowie der Europäischen Freihandels-E-1569/2015 Seite 6 assoziation (EFTA). Der rechtlich vertretene Beschwer deführer habe kei- ne Wegweisungshindernisse geltend gemacht und berufe sich nicht auf Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men- schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Die Anerkennung der Vaterschaft betreffend seine Tochter ergebe sich nur aufgrund der Ak- ten, denen ansonsten keine weiteren Informationen zu entnehmen seien. Mit der aufgrund der Kurzaufenthaltsbewilligung ihrer Mutter erhaltenen Aufenthaltsregelung verfüge seine Tochter nicht über ein gefestigtes Auf- enthaltsrecht im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichts oder des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR). Zudem werde mit der Wegweisung aus der Schweiz zwar die Beziehung des Be- schwerdeführers zu seiner sich aktuell in der Schweiz aufhaltenden Toch- ter mutmasslich verändert, gleichzeitig aber dessen Privat - und Familien- leben im Hinblick auf seine im Heimatstaat verbliebene Ehefrau und die beiden Kinder geschützt. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus Art. 8 EMRK einen Anspruch auf eine Aufenthalts- bewilligung ableiten könne. Im Übrigen sei der Wegweisungsvollzug zu- lässig, zumutbar und möglich. F. Mit Schreiben vom 5. August 2013 wurde dem Beschwerdeführer mit Hinweis auf die Rechtskraft des Bundesverwaltungsgerichtsurteils vom 29. Juli 2013 eine Frist bis zum 2. September 2013 zum Verlassen der Schweiz angesetzt. G. Mit Schreiben vom 11. November 2013 teilte das BFM dem Beschwerde- führer mit, das Bundesamt habe am 4. September 2013 beschlossen, vorläufig keine Rückführungen von sr i-lankischen Staatsangehörigen in ihr Heimatland durchzuführen. Gleichzeitig wurde die ihm angesetzte Ausreisefrist aufgehoben. II H. Am 10. Dezember 2013 reichte der Beschwerdeführer – neu vertreten durch das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) – ein als "Gesuch um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung" betitel- ten Eingabe beim BFM ein. Dazu wurde namentlich a usgeführt, die La- gebeurteilung des BFM stimme nicht mehr mit der aktuellen Wegwei- sungspraxis des Bundesamtes überein. Alle Asylgesuche von sri -E-1569/2015 Seite 7 lankischen Staatsangehörigen tamilischer Ethnie würden in Wiedererwä- gung gezogen, auch die bereits abgewiesenen G esuche. Das Vorgehen des BFM gehe auf zwei i m August 2013 bekannt gewordene Vorfälle sri- lankischer Rückkehrer zurück, welche in der Schweiz erfolglos ein Asyl- verfahren durchlaufen hätten und weggewiesen worden seien. I. Mit Telefax des BFM vom 27. Dezembe r 2013 wurde d em kantonalen Migrationsamt mitgeteilt, der Beschwerdeführer habe am 10. Dezember 2013 ein zweites Asylgesuch gestellt. Die zuständige Behörde wurde an- gewiesen, einstweilen vom Vollzug der Wegweisung abzusehen und Vor- bereitungshandlungen (inklusive Papierbeschaffung) zu sistieren. J. Am 3. April 2014 trat das Migrationsamt des Kantons K._______ auf das am 14. August 2013 bei den kantonalen Behörden gestellte Gesuch um Erteilung einer humanitären Aufenthaltsbewilligung nicht ein. Zur Begründung wurde ausgeführt, dem Beschwerdeführer fehle die Par- teistellung im Verfahren betreffend Erteilung einer humanitären Aufent- haltsbewilligung. Zudem habe er sich anlässlich des Ausreisegesprächs vom 20. August 2013 nicht ausreisewillig gezeigt. Im Weiteren würden die Aufenthaltsdauer von fünf Jahren, eine gute Integration sowie ein klaglo- ses Verhalten für sich alleine betrachtet noch keinen persönlichen Härte- fall begründen. Schliesslich würden auch keine ausserordentlichen Fami- lienverhältnisse vorliegen, welche für die Erteilung einer Aufenthaltsbewil- ligung sprechen würden. K. Mit Eingabe vom 10. Juni 2014 reichte der Beschwerdeführer die Vertre- tungsvollmacht zugunsten der H EKS, datiert vom 6. August 2013, nach und hielt explizit fest, dass er an seinem zweiten Asylgesuch festhalte. L. Mit Schreiben vom 7. Juli 2014 wurde der Beschwerdeführer vom BFM aufgefordert, konkrete Fragen im Zusammenhang mit seinem zweiten Asylgesuch zu beantworten. Es wurde ihm insbesondere Gelegenheit geboten, sein Vorbringen aus den vorangegangenen Anhörungen zu ver- vollständigen und ergänzen. Zudem wurde er aufgefordert, zu seinen Be- ziehungen und Kontakten zu den LTTE, zu seiner Verbindung zum ehe-E-1569/2015 Seite 8 maligen Nachbar L._______ sowie über seine exilpolitischen Tätigkeiten Auskunft zu geben. M. Mit Eingabe vom 6. August 2014 nahm der Beschwerdeführer zu den ihm unterbreiteten Fragen Stellung. Er führte namentlich aus, er halte an sei- nen Vorbringen anlässlich seiner Befragungen vollumfänglich fest. Ergänzend trug er vor, er sei nie offizielles Mitglied der LTTE gewesen. Bereits seine Eltern hätten mit den LTTE sympathisiert und sie unter- stützt, daher sei auch er bereits im Heimatland dieser Organisation positiv gesonnen gewesen und habe diese verschiedentlich unterstützt. Seinen grössten Beitrag habe er im Jahr 2005 geleistet, als er die LTTE bei ei- nem Waffentranspo rt unterstützt habe. Zudem habe er im Dezember 2005 Wahlberechtigte davon abgehalten, an der ( Präsidenten-) Wahl teil- zunehmen. Nachdem er sich einige Zeit lang in der Schweiz aufgehalten habe, habe er begonnen, sich wieder für die LTTE einzusetzen, indem er diese im Exil finanziell unterstützt und sich an mehreren öffentlich beo- bachteten Kundgebungen gegen die sri -lankische Regierung beteiligt ha- be. Es sei daher davon auszugehen, dass er von der Regierung in Sri Lanka registriert worden sei und als exilpolitischer Aktivist identifiziert werden könne. In Sri Lanka habe er insbesondere mit jüngeren, a ggres- siveren und militanteren Mitgliedern der LTTE Probleme bekommen. Er habe sich nicht aktiv an den Kampfhandlungen beteiligen wollen, weshalb er sich diesem Druck durch die Flucht entzogen habe. Es sei ihm aus der Schweiz möglich, die LTTE und die Tamil en ohne direkten Kampfeinsatz zu unterstützen, was im Heimatland nicht der Fall gewesen sei. Bei "L._______" handle es sich nicht um einen Nachbarn, sondern um seinen Onkel, welcher selbst für die LTTE aktiv und daher Repressalien seitens der sri-lankischen Regierung ausgesetzt gewesen sei. Er befürchte, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka aufgrund seiner eigenen LTTE - Unterstützung und seiner familiären Verbindungen zu einem gesuchten und verschwundenen LTTE -Unterstützer das gleiche Schicksal drohen würde. Im Weiteren habe er von seiner Ehefrau erfahren, dass er seitens der sri-lankischen Behörden immer noch gesucht werde. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer folgende Beweismittel ein: E-1569/2015 Seite 9  zwei Fotoaufnahmen, welche die Teilnahme des Beschwerdefüh- rers in M._______ (am 16. September 2013) und in N._______ (am 27. November 2013) aufzeigen würden;  einen englischsprachigen Auszug aus dem Protokollbuch der Po- lizei in F._______ (Datum unleserlich) im Original, in welchem der Beschwerdeführer als LTTE -Kader bezeichnet und aufgefordert wird, sich zwecks Befragung bei der Polizeistation in F._______ zu melden;  einen fremdsprachigen Auszug aus dem Protokollbuch der Polizei in F._______ datiert vom 24. Mai 2014 im Original (mit englischer Übersetzung), in welchem die Ehefrau des Beschwerdeführers bestätigt, dass sie am 23. Mai 2014 von vier Personen in Zivil zu Hause aufgesucht und nach dem Aufenthaltsort ihres Ehemannes befragt worden sei. N. Am 21. August 2014 beauftragte das BFM die Schweizer Botschaft in Co- lombo mit Abklärungen zu den beiden vom Beschwerdeführer eingereich- ten Auszügen aus dem Protokollbuch der Polizeibehörden in F._______. O. Mit Schreiben vom 10. September 2014 n ahm die schweizerische Vertre- tung in Colombo zu den beiden Beweismitteln Stellung. P. Am 29. Januar 2015 wurde eine ergänzende Anhörung des Beschwerde- führers durch das (seit 1. Januar 2015 zuständige) SEM durchgeführt. Dabei bestätigte er in Bezug auf seine Vorfluchtgründe seine Aussagen im ersten Asylverfahren. Zu seinen exilpolitischen Tätigkeiten führte er aus, er habe zwischen 2012 und September 2014 als Fahnenträger der LTTE an mehreren Massen-Kundgebungen in M._______ teilgenommen. Am 27. November 2014 habe er ferner an einer Märtyrertags-Zeremonie teilgenommen. Mehrere Fotoaufnahmen, auf welchen er erkennbar sei, seien auf Internet -Websites erschienen. Seine Familie in Sri Lanka h abe wegen seiner exilpolitischen Tätigkeiten Schwierigkeiten. Seine Frau sei von unbekannten Personen aufgesucht und nach ihm gefragt worden. Am nächsten Tag habe sie bei der Polizei Anzeige erstattet. E-1569/2015 Seite 10 Im Verlauf seiner Anhörung wurde der Beschwerdeführer damit konfron- tiert, dass das SEM die von ihm eingereichten Protokollauszügen der Po- lizei in F._______ von der schweizerischen Botschaft in Colombo habe überprüfen lassen. Dabei habe sich ergeben, dass es sich bei diesen beiden Beweismitteln aus folgenden Gründen um Totalfälschungen hand- le: (…). Dem Beschwerdeführer wurde zu den Fälschungsmerkmalen das rechtliche Gehör gewährt. Dabei führte er aus, er habe von seiner Ehe- frau die Unterlagen in der vorliegenden Form erhalten; sie habe damals persönlich bei der Polizei vorgesprochen. Weil er zu Hause gesucht wor- den sei, habe seine Ehefrau viermal den Wohnsitz wechseln müssen. Im Weiteren wurde dem Beschwerdeführer zu mehreren Unklarheiten in- nerhalb seiner protokollierten Aussagen (namentlich zur Anzahl der vor- genommenen Waffentransporte, zum Ereignis vom April 2006 und zur Geldsammlung zugunsten der LTTE) das rechtliche Gehör gewährt. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer ein Farbfo- to zu den Akten, auf welcher mehrere Personen anlässlich einer Kundge- bung abgebildet sind. Q. Am 30. Januar 2015 wurde der Beschwerdeführer seitens des SEM ge- stützt auf Art. 8 AsylG (SR 142.31) aufgefordert, die Internet-Webseiten zu bezeichnen, auf welchen er im Rahmen von Demonstrationsteilnah- men erkennbar sei. R. Am 3. und 12. Februar 2015 reichte der Beschwerdeführer zwei Internet- sowie mehrere Farbfotoausdrucke nach, auf welchen mehrere Personen anlässlich einer Kundgebung abgebildet sind. S. Mit Verfügung vom 17. Februar 2015, eröffnet am 19. Februar 2015, lehn- te das SEM das zweite Asylgesuch ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und den Wegweisungsvollzug an und erhob eine Gebühr in der Höhe von Fr. 600.–. Zur Begründung führte es aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenscha ft respektive an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht zu genügen. Das Bundesverwaltungsgericht habe im Rahmen seines Urteils vom 29. Juli 2013 rechtskräftig über das erste Asylgesuch befunden. Dabei sei festge-E-1569/2015 Seite 11 halten worden, dass die geltend gemachten Verfolgungsmassnahmen in wesentlichen Punkten nicht glaubhaft seien. Das Gericht habe offenge- lassen, ob sämtliche Aspekte des Asylvortrages, namentlich der geltend gemachte Waffentransport, unglaubhaft seien. Vor dem Hintergrund der Lage in Sri L anka, die sich in der vergangenen Zeit verschärft habe, dränge es sich auf, die im ersten Asylverfahren unbestritten gebliebenen Sachverhaltselemente auf ihre Asylrelevanz hin zu prüfen, auch wenn diese bereits Gegenstand des ersten Asylverfahrens gebildet hätten. Die Angaben des Beschwerdeführers zur Anzahl der Waffentransporte, zur verstrichenen Zeit zwischen Waffenentgegennahme und dem Anruf beim Waffentransport im Dezember 2005, zu seiner Verhaftung, zum Ge- sprächsinhalt bei der Festnahme im April 2006, zu den Umständen seiner Reise ins Vanni Gebiet, zu seinem Aufenthalt im Vanni -Gebiet, zur Zwangsrekrutierung und zum Aufenthalt bei den LTTE würden sich wider- sprechen. Im Weiteren sei der Beschwerdeführer am 7. Juli 2014 vom SEM nament- lich aufgefordert wor den, sämtliche Teilnahmen an Kundgebungen unter Nennung der jeweiligen Örtlichkeit, der Daten und seiner jeweiligen Rolle bei den Anlässen offenzulegen. In seiner Eingabe vom 6. August 2014 habe der Beschwerdeführer festgehalten, zuhanden der LTTE Geld ge- sammelt zu haben. Im Rahmen der Anhörung vom 29. Januar 2015 habe er dies bestritten. Im Weiteren habe er am 29. Januar 2015 angegeben, dass es im Rahmen des Märtyrerfesttages im November 2010 oder 2011 Auseinandersetzungen gegeben habe, weswegen er in den Folgejahren nicht mehr zu dieser Veranstaltung gegangen sei. Erst im November 2011 habe er wieder an den Feierlichkeiten zum Heldengedenktag teilgenom- men. In der Eingabe vom 6. August 2014 habe er explizit vortragen las- sen, er habe am 27. November 2013 an den Heldengedenkfeierlichkeiten teilgenommen und habe ein diesbezü gliches Beweisfoto nachgereicht . Die Angaben des Beschwerdeführers zu den geltend gemachten exilpoli- tischen Tätigkeiten seien daher auch widersprüchlich ausgefallen. Des- halb könne das von ih m geltend gemachte politisch -oppositionelle Profil auch nicht geglaubt werden. Er habe zwar Foto - und Internetausdrücke zu den Akten gereicht, welche belegen würden, dass er zumindest an zwei Kundgebungen der tamilischen Diaspora teilgenommen habe. Er habe aber an den Kundgebungen, an welchen jeweils mindesten 5‘000 Personen zugegen gewesen seien, keine ausserordentliche Rolle einge- nommen, welche ihn als eine aus der Masse herausstehende Person ha- be erscheinen lassen. Auch die eingereichten Beweismittel liessen keinen anderen Schluss zu. Auf den Internetausdr ucken erscheine der Be-E-1569/2015 Seite 12 schwerdeführer verschwindend klein, trete nicht aus der Masse heraus und sei kaum erkennbar. Auf den öffentlich zugänglichen Websites sei sein Name nicht erwähnt, weshalb nicht davon ausgegangen werden könne, dass er dadurch in den Fokus der sri -lankischen Behörden gera- ten sei. Auf den Fotoaufnahmen sei er zwar identifizierbar, jedoch handle sich bei diesen Beweismitteln nicht um öffentlich zugängliche Abbildun- gen, weshalb keine Anhaltspunkte dafür bestünden, dass die heimatli- chen Behörden davon Kenntnis haben sollten. Die Angaben zur Reise seiner Ehefrau ins Vanni-Gebiet und zu den dorti- gen Begebenheiten seien nicht nachvollziehbar respektive tatsachenwid- rig. Die vom Beschwerd eführer eingereichten Auszüge aus dem Proto- kollbuch der Polizeistation in F._______ seien von der Schweizerischen Botschaft in Colombo überprüft und als Fälschungen erkannt worden. Die Einwände, seine Frau sei persönlich zur Polizei gegangen und habe die Dokumente in F._______ beantragt respektive der Hinweis auf die bei den sri-lankischen Polizeibehörden herrschende Willkür seien nicht stich- haltig. Es könne nicht geglaubt werden, dass die heimatlichen Behörden den Beschwerdeführer als LTTE-Kaderperson suchten. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer tamilischer Ethnie sei, aus dem Norden von Sri Lanka stamme und das Land vor über sechs Jahren verlassen habe , reichten nach herrschender Praxis nicht aus, um von Verfolgungsmassnahmen im Falle einer Rückkehr na ch Sri Lanka auszu- gehen. Es gebe keine Anhaltspunkte für die vom Beschwerdeführer vorgetragene Furcht, von einem Nachbar verraten worden zu sein. Die Vorbringen, er sei im Sommer 2005 durch Mitglieder der SFA gefilmt, in der Folge fest- genommen, befragt und wieder freigelassen worden, seien nicht asylrele- vant, da kein Kausalzusammenhang zur im April 2006 erfolgten Abreise von der Jaffna -Halbinsel respektive der Ausreise aus Sri Lanka im Juli 2008 bestünden. Der Beschwerdeführer habe erst im Rahmen der Besc hwerde (im ersten Asylverfahren) vorgetragen, wegen des Onkels L._______ gefährdet zu sein, weshalb dieses Vorbringen – in Übereinstimmung mit dem Bundes- verwaltungsgericht – als nachgeschoben und unbeachtlich zu betrachten sei. Den Akten sei zudem nicht zu entnehmen, dass die Geschwister des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang Schwierigkeiten hätten. E-1569/2015 Seite 13 Der Beschwerdeführer verfüge insgesamt über kein politisch -oppo- sitionelles Profil, welches begründeten Anlass zur Annahme geben wür- de, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit verfolgt werden könnte. Mit Urteil vom 29. Juli 2013 sei vom Bundesverwaltungsgericht festge- stellt worden, dass kein aus Art. 8 EMRK abgeleitete r Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung bestehe. Auf eine neuerliche Prüfung eines ent- sprechenden Rechtsanspruches könne daher verzichtet werden. Der Wegweisungsvollzug sei zulässig, zumutbar und möglich. Der be- waffnete Konflikt in Sri Lanka sei im Mai 2009 zu Ende gegangen und das gesamte Land befin de sich unter Regierungskontrolle. Der Wegwei- sungsvollzug ins Vanni -Gebiet sei unzumutbar und eine zumutbare Wohnsitzalternative sei zu prüfen. Der Beschwerdeführer stamme aus dem Distrikt Jaffna, mit behaupteten letzten Wohnsitz im Vanni -Gebiet. Die Vorbr ingen, von der Jaffna -Halbinsel ins Vanni -Gebiet geflohen zu sein, könnten nicht geglaubt werden, weshalb es dem SEM nicht möglich sei, sich in voller Kenntnis des letzten Aufenthaltsortes vor der Ausreise zu äussern. Der Beschwerdeführer sei jung, verfüge über eine mehrjähri- ge, in Sri Lanka und der Schweiz gewonnene Berufserfahrung, weshalb von positiven Vorzeichen betreffend wirtschaftliche Reintegration und den Aufbau einer wirtschaftlichen Lebensgrundlage in der Nordprovinz aus- zugehen sei. Trotz Rechtsvertretung habe der Beschwerdeführer bisher keine medizi- nischen Akten eingereicht und habe keine entsprechenden Wegwei- sungshindernisse geltend gemacht. Es sei nicht von einer existenziellen Notlage auszugehen. Der Beschwerdeführer könne auf ein breites famili- äres Beziehungsnetz zurückgreifen, zumal seine Ehefrau , Kinder, Eltern und jeweils verheirateten Geschwister in Sri Lanka lebten. Zudem dürfte sein in der Schweiz lebender Bruder ihm bei der Kostendeckung allfällig notwendiger medizinischer Behandlungen zur Seite stehen. Für die gel- tend gemachte (…)krankheit sei die entsprechende Versorgung in Sri Lanka gewährleistet. Es sei auch kein Vollzugshindernis betreffend der gewünschten Bezie- hung zu seinem in der Schweiz lebenden Kind erkennbar. De n Akten sei zu entnehmen, dass er keine enge Beziehung zum Kind pflege und das Kindeswohl durch die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka nicht wesentlich tangiert wäre. E-1569/2015 Seite 14 T. Mit Eingabe seiner (damaligen) Rechtsvertreterin vom 11. März 2015 er- hob der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht gegen die Verfügung vom 17. Februar 2015 Beschwerde und beantragte d eren Auf- hebung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Anord- nung der vorläufigen Aufnahme als Flüchtling. In verfahrensrecht licher Hinsicht wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in- klusive -verbeiständung ersucht. Zur Begründung führte er aus, im Asylpunkt werde der vorinstanzlichen Verfügung nicht widersprochen. Es bestehe jedoch begründeter Anlass zur Annahm e, dass er nach seiner Rückkehr mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit wegen seiner tamilischen Ethnie von staatlichen Verfol- gungsmassnahmen betroffen würde. Der Beschwerdeführer habe im Rahmen der ergänzenden Anhörung alle Fragen zum Onkel beantworte t und an gegeben, wie nach diesem ge- sucht worden sei. Es genüge, wenn die verwandtschaftliche Verbindung und der LTTE -Hintergrund dieses Onkels glaubhaft gemacht werde. Für die Annahme einer diesbezüglichen Gefährdung genüge es, wenn nur ei- ne vermeintliche Beziehung zu einem früheren LTTE-Unterstützer glaub- haft sei. Es sei bekannt, dass die Gefährdungslage in Sri Lanka nur schwer abschätzbar sei, was zu einem Entscheidstopp betreffend Asylsu- chenden aus Sri Lanka und einer entsprechenden Praxisänderung des SEM geführt habe. Das SEM habe die verschiedenen Gefährdungsmerkmale des Beschwer- deführers erkannt, habe jedoch trotzdem eine Gefährdungslage verneint. Dieser habe bei einer Rückkehr wegen seiner Zugehörigkeit zur tamili- schen Ethnie, seiner vermeintlichen Verbindung zu den LTTE, seiner Verwandtschaft zu einem früheren LTTE -Kämpfer, seinem Asylgesuch und langem Aufenthalt im Ausland ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG. Er sei daher als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. Zur Stützung der Beschwerdevorbringe n wurden mehrere Berichte von Nicht-Regierungsorganisationen, ein Internetauszug betreffend eine De- monstration vom 16. September 2014 sowie eine Kostennote der Rechts- vertreterin nachgereicht. E-1569/2015 Seite 15 U. Mit Zwischenverfügung vom 19. März 2015 wurde das Gesuch um G e- währung der unentgeltlichen Rechtspflege inklusive -verbeiständung ge- währt und die damalige Rechtsvertreterin, Frau Rechtsanwältin Bettina Schwarz, HEKS St. Gallen/Appenzell, als amtliche Beiständin eingesetzt. V. Mit Schreiben vom 28. September 2015 teilt e die amtliche Rechtsbei- ständin dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie nicht mehr als Rechtsanwältin für die HEKS Rechtsberatungsstelle tätig sei. Sie ersuche nach Rücksprache mit dem Beschwerdeführer um Entlassung aus de m amtlichen Beistandsmandat. As s. iur. Christian Hoffs (HEKS -Rechts- beratungsstelle St. Gallen/Appenzell) habe sich bereit erklärt, den Be- schwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren rechtlich zu be- gleiten. W. Am 2. Oktober 2015 ersuchte Ass. iur. Christian Hoffs, HEKS Rechtsbera- tungsstelle für Asylsuchende St. Gallen/Appenzell , um Einsetzung als amtlicher Beistand des Beschwerdeführers. X. Mit Zwischenverfügungen vom 13. Oktober 2015 und 9. Mai 2016 wurde Ass. iur . Christian Hoffs dem Beschwerdeführer als amtlicher Beistand beigeordnet und Rechtsanwältin Bettina Schwarz aus der amtlichen Bei- standspflicht entlassen. Y. In der Vernehmlassung vom 11. Mai 2016 hielt das SEM an seinen Erwä- gungen fest. Ergänzend wurde vor getragen, die Schlussfolgerungen des SEM zu den Vorfluchtgründen seien nicht angefochten, weshalb diese in Rechtskraft erwachsen seien. Der Beschwerdeführer sei vor seiner Aus- reise nicht in den Fokus der sri -lankischen Behörden geraten, weshalb umso höhere Anforderungen an die Annahme einer gefährdungsbegrün- denden Exiltätigkeit zu stellen seien. Er verfüge über kein exilpolitisches Profil, das ihn aus der Masse herausstehen und für die sri -lankischen Be- hörden als systemrelevantes Sicherheitsrisiko erschiene n lassen würde. Der auf Beschwerde eingereichte Internetbericht und die weiter einge- reichten Dokumente vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu än- dern. Die Verneinung der Glaubhaftigkeit der verwandtschaftlichen Ver- bindung zum Onkel mit LTTE -Vergangenheit sei nicht – wie behauptet – E-1569/2015 Seite 16 ohne Begründung erfolgt. Das SEM habe in der angefochtenen Verfü- gung dargetan, dass dieses Vorbringen nachgeschoben und das Bun- desverwaltungsgericht bereits denselben Schluss gezogen habe. Im Üb- rigen würde dieses Vorbringen s elbst bei Unterstellung der Wahrheit zu keinem anderen Schluss führen, da der Beschwerdeführer nicht dargetan habe, dass andere Verwandte wegen des behaupteten Onkels asylbe- achtliche Nachteile erlitten hätten. Schliesslich halte auch das Bundes- verwaltungsgericht in seiner neueren Rechtsprechung fest, dass einzig aufgrund des Alters einer asylsuchenden Person, ihres mehrjährigen Aus- landaufenthaltes und dem erfolglos durchlaufenen Asylverfahren nicht auf eine ernstzunehmende Gefahr von Verhaftung und Folter g eschlossen werden könne. Zurückkehrende tamilische Asylsuchende seien nicht ge- nerell in asylrelevanter Weise gefährdet. Z. Mit Replikeingabe vom 8. Juni 2016 liess der Beschwerdeführer ausfüh- ren, die sri -lankischen Behörden legten gegenüber rück kehrenden Pe r- sonen tamilischer Ethnie eine erhöhte Wachsamkeit an den Tag und wür- den diese einem Screening unterziehen. Eine allfällige Rückkehr mit tem- porären Reisedokumenten würde diese Aufmerksamkeit noch erhöhen. Personen, die vermeintliche Beziehungen zu den LTTE hätten, seien in erhöhtem Mass gefährdet und könnten unter dem sri -lankischen Anti - Terror-Gesetz verhaftet werden. Das Gefährdungspotential des Beschwerdeführers erschöpfe sich nicht in seinem Alter, seinem langjährigen Auslandaufenthalt und seinem negat i- ven Asylentscheid. Er stamme zudem aus den Norden, sei tamilischer Ethnie und habe Sri Lanka im Jahr 2008, also während der Zeit, in wel- cher die LTTE noch aktiv gewesen seien, verlassen. Er habe zumindest vermeintliche Verbindungen zu früheren LTTE -Mitgliedern, er habe sich exilpolitisch betätigt und habe sich acht Jahre in einem Land aufgehalten, dessen exil-tamilischer Gemeinschaft nahe Kontakte zu den LTTE nach- gesagt würden. Zudem müsste er mit temporären Reisedokumenten nach Sri Lanka zurückreisen. Der Beschwerdeführer sei ergänzend angehört worden und habe dabei verschiedene Details zum Onkel, zu dessen LTTE-Verbindungen und Ver- folgung angegeben. Bloss aufgrund des späteren Vorbringens könne die- ses Sachverhaltselement nicht als unglaubhaft eingestuft w erden. Die Existenz eines Onkels mit LTTE -Verbindungen sei als glaubhaft anzuse- hen. E-1569/2015 Seite 17 AA. Am 2. November 2017 teilte Richterin Constance Leisinger dem Be- schwerdeführer mit, dass sie ab 1. November 2017 als Instruktionsrichte- rin für das vorliegende Verfahren eingesetzt worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM respektive das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betref- fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes- verwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorli egen- den Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein Interesse an de- ren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen R ügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht habe n, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden E-1569/2015 Seite 18 (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). Personen, die erst wegen ihrer Ausreise oder ihrem Verhalten danach solchen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind respektive begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, sind nach Art. 54 AsylG zwar als Flüchtlinge vorläufig aufzun ehmen, indes wegen sogenannter subjektiver Nachfluchtgründe von der Asylgewährung aus- zuschliessen. Anspruch auf Asyl nach schweizerischem Recht hat dem- nach nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war ( Vorfluchtgründe) oder aufgrund von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche ernst- haften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nachflucht- gründe). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. Es stellt sich zunächst die Frage, ob der Be schwerdeführer im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war respektive solche zu befürchten hatte und mithin Vorfluchtgründe vorliegen. 4.1 Der Beschwerdeführer hielt eingangs seiner Begründung in d er Rechtsmitteleingabe vom 11. März 2015 fest, der vorinstanzlichen Verfü- gung werde im Asylpunkt nicht widersprochen. Er stellte sich jedoch auf den Standpunkt, er wäre im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka in flücht- lingsbeachtlicher Weise gefährdet , insb esondere da ihm mutmassliche LTTE-Verbindungen unterstellt würden. 4.2 Soweit d er Beschwerdeführer im Rahmen seines zweiten Asylgesu- ches Vorfluchtgründe geltend macht, die im ersten Asylverfahren als un-E-1569/2015 Seite 19 glaubhaft qualifiziert worden sind, unterzog das SEM diese Vorbringen zu Recht nicht einer erneuten Glaubhaftigkeitsprüfung und verwies zutref- fenderweise auf die entsprechenden Erwägungen des Bundesverwal- tungsgerichts in seinem Urteil vom 29. Juli 2013 E. 5.3 (vgl. Verfügung des SEM vom 17. Februar 2015, Ziffer II, S. 5). 4.2.1 Eine erneute Glaubhaftigkeitsprüfung bezüglich der im ersten Asyl- verfahren vorgetragenen Vorbringen könnte sich gemäss Praxis des Ge- richts nur ausnahmsweise als zulässig und sachgerecht erweisen, wenn die Verneinung der Glaubhaftigkeit auf einer generellen Einschätzung des länderspezifischen Kontexts beruhen würde, die sich nachträglich als un- zutreffend erwiesen hat (vgl. hierzu etwa das Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts E-3869/2015 E. 6.4 vom 19. Juni 2017, mit weiteren Ver- weisen auf die Urteile D-2659/2016 und E-1479/2015). Eine solche Situa- tion ist vorliegend nicht gegeben. 4.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht kam in seinem Urteil vom 29 . Juli 2013 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer zwar gewisse berechtigte Einwände gegen die vorinstanzlichen Erwägungen e rhoben habe, es ihm jedoch nicht gelungen sei, eine ihm im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka drohende Furcht vor künftiger asylrelevanter Verfolgung darzutun. Ihm drohe seitens der LTTE keine Gefahr mehr und eine Vorverfolgung durch die SLA sei nicht ersichtlich, da es den von ihm geschilderten Vor- fällen (Filmaufnahmen der SLA im Sommer 2005, einmalige Befragung durch die Sri Lanka Navy, Beobachtung durch die Polizei bei der Aktion für den Wahlboykott, Befragung nach dem Vorfall vom 24. Dezember 2005) es an einer asylbeachtlichen Verfolgungsmotivation mangle. Das Gericht qualifi zierte die geltend gemachte Suche nach dem Be- schwerdeführer vom 10. respektive 11. September 2006 und die Ermitt- lungen durch die SLA nach de r Tötung der beiden LTTE-Mitgliedern vom 24. Dezember 2005 als nicht glaubhaft gemacht. Der Beschwerdeführer habe auch nicht glaubhaft dargelegt, dass es zwischen seiner Befragung im April 2006 durch die SLA und dem geltend gemachten Waffentransport einen Zusammenhang gegeben habe. Ein solc her Zusammenhang sei auch betreffend seiner Anwesenheit anlässlich der Demonstration im Sommer 2005 respektive seiner Beteiligung am Wohlboykott im Dezem- ber 2005 weder angesprochen worden noch gehe ein solcher aus den Akten hervor. E-1569/2015 Seite 20 Diese Würdigung der Vor fluchtgründe des Beschwerdeführers im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Juli 2013 ist abschliessend er- folgt. Es wurde rechtkräftig festgestellt, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, die genannten Vorfluchtgründe glaubhaft darzulegen. 4.2.3 Vor dem Hintergrund der (damaligen) Lage in Sri Lanka überprüfte das SEM in seiner Verfügung vom 17. Februar 2015 , ob die im Rahmen des ersten Asylverfahrens unbestritten gebliebenen Sachverhaltselemen- te – namentlich der geltend gemachte Waffentransport – allenfalls asylre- levant geworden seien, auch wenn diese bereits Gegenstand des ersten Asylverfahrens gebildet hätten. Dabei kam das SEM zum Schluss, die Angaben des Beschwerdeführers würden sich im wesent lichen Punkten seiner Asylbegründung (beispiels- weise betreffend der Anzahl der Waffentransporte, der Waffenentgegen- nahme, seiner Verhaftung im April 2006, der Umständen seiner Reise ins Vanni Gebiet und der Zwangsrekrutierung durch die LTTE) widerspre- chen. Zudem hielt das SEM fest, die nachgereichten Auszüge aus dem Proto- kollbuch der Polizeistation F._______ hätten sich angesichts der Abklä- rungen durch die Schweizerische Botschaft in Colombo als Fälschungen erwiesen. In der Rechtsmitteleingabe wird zu d en vom SEM aufgezeigten Wider- sprüchen nicht eingehend Stellung genommen, weshalb davon auszuge- hen ist, dass der Beschwerdeführer die entsprechende Würdigung dieser Vorfluchtgründe durch das SEM nicht in Frage stellt. 4.3 4.3.1 Soweit der Beschwerdeführer auf seine na he Verwandtschaft zu ei- nem hochrangigen LTTE-Mitglied verweise, kam das SEM zum Schluss, dieses Vorbringen sei nicht asylrelevant. Der Beschwerdeführer habe ei- nerseits erst im Rahmen seiner Rechtsmitteleingabe (im ersten Asylver- fahren) auf diesen Onkel ver wiesen. Zudem sei nicht aktenkundig, dass die Geschwister des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit diesem Onkel in Sri Lanka Probleme hätten. 4.3.2 In der Beschwerde und der Replikeingabe wird diesbezüglich vorge- tragen, die Angaben des Beschwerdeführers zum Onk el seien detailreich ausgefallen. Alleine aufgrund der Tatsache, dass die Verbindungen zu diesem Onkel erst nachträglich vorgetragen worden seien, lasse es nicht E-1569/2015 Seite 21 zu, den entsprechenden Vorbringen die Glaubhaftigkeit abzusprechen (vgl. Replikeingabe vom 8. Juni 2016, S. 2 unten). 4.3.3 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass der Verweis des Beschwerdeführers auf seinen Onkel kei- ne hinreichende Grundlage darstellt, um eine diesbezügliche Gefährdung als überwiegend wahrscheinlich darzutun. Zum einen steht fest, dass der Beschwerdeführer bei der Begründung seines ersten Asylgesuchs mit keinem Wort auf die angebliche Verwandt- schaft zu einem LTTE -Mitglied hin wies und erst im Rahmen seiner Be- schwerdebegründung eine entsprechende Verbin dung geltend machte. Zum andern hat er dieses Vorbringen mit keiner einlässlichen Argumenta- tion oder gar mit Beweismitteln untermauert. Deshalb sind bereits erheb- liche Zweifel am Wahrheitsgehalt dieses Vorbringens anzubringen. Auch im Rahmen seines zweiten Asylverfahrens gab der Beschwerdeführer nur vage Angaben zu diesem Onkel zu Protokoll. Er hat zudem auch bei der Schilderung der Situation seiner im Heimatstaat lebenden Geschwister nicht vorgetragen, diese seien aufgrund ihrer Verwandtschaft mit besag- tem Onkel Schwierigkeiten ausgesetzt worden (vgl. A54, Antworten 65 - 73). Bei dieser Sachlage ist dem SEM zuzustimmen, dass die behauptete Verwandtschaft des Beschwerdeführers zu seinem angeblichen Onkel kein hinreichend konkreter Hinweis für eine diesbezügliche Gefährdungs- lage zu begründen vermag. 4.4 Der Beschwerdeführer hat im Rahmen seines zweiten Asylgesuchs keine weiteren, neuen Sachumstände geltend gemacht, die nicht bereits im ersten Asylverfahren beurteilt worden sind. Auch aus den übrigen Ver- fahrensakten gehen keine Hinweise dafür hervor, dass er im Heimatland flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen erlitten hat. 4.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer im Rahmen seines zweiten Asylverfahrens geltend gemachten Vorfluch t- gründe im Ergebnis als unglaubhaft zu qualifizieren sind. Der Beschwer- deführer hat demzufolge im Zeitpunkt seiner Ausreise im Juli 2008 die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt. 5. 5.1 Sodann ist der Frage nachzugehen, ob de m Beschwerdeführer we- gen seiner Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile drohen würden, weshalb seine Flücht-E-1569/2015 Seite 22 lingseigenschaft wegen Nachfluchtgründen anzuerkennen respektive ihm Asyl zu gewähren wäre. Dies ist aus den nachfolgenden Gründen zu ver- neinen: 5.2 In seinem Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass angesichts der in den vergangenen Jahren aufgetretenen Verhaftungs- respektive Foltervorfälle von aus Eu- ropa zurückkehrenden sri-lankischen Staatangehörigen tamilischer Ethnie davon auszugehen ist, dass die sri -lankischen Behörden gegenüber Per- sonen tamilischer Ethnie, welche nach einem Auslandaufenthalt nach Sri Lanka zurückkehren, eine erhöhte Wachsamkeit aufweisen. Da aber ins- besondere aus sta tistischen Gründen nicht generell angenommen wer- den kann, dass jeder aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende alleine aufgrund seines Auslandaufenthalts einer ernstzunehmenden Gefahr vor Verhaftung und Folter ausgesetzt ist, muss – so das Bundesverwaltungsgericht – ermittelt werden, ob gewisse Personen aufgrund bestimmter Merkmale eher Gefahr laufen, von den sri-lankischen Behörden misshandelt zu werden (E. 8.1 und 8.3 m.w.H.). In den vom Bundesverwaltungsgericht konsultierten Quellen sind die fol- genden, nicht abschliessend zu verstehenden Risikofaktoren identifiziert worden: eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE, Beziehung zu einer regimekritischen politischen Gruppe, die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri -lankischen Behörden (üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermute- ten Verbindung zu den LTTE), das Fehlen der erforderlichen Identitätspa- piere bei der Einreise beziehungsweise Rückkehrende mit temporären Reisedokumenten, die zwangsweise Rückführung nach Sri Lanka oder durch die IOM (Internationale Organisation für Migration) begleitete Rück- führung, (sichtbare) Narben, eine gewisse Aufenthaltsdauer in einem westlichen Land sowie wohl auch Strafverfahren beziehungsweise Straf- registereintrag (E. 8.4 m.w.H.). Vor dem Hintergrund dieser Risikofaktoren kam das Bundesverwaltungsgericht im genannten Referenzurteil zum Schluss, dass i m Kern jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Behörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den nach wie vor als Bedrohung wahrgenommenen tamilischen Sep ara- tismus wiederaufleben zu lassen, und so den sri -lankischen Einheitsstaat zu gefährden. Auch nach dem Machtwechsel im Januar 2016 scheint es nämlich ein wichtiges Ziel des sri -lankischen Staates zu sein, jegliches E-1569/2015 Seite 23 Aufflammen des tamilischen Separatismus im Keim zu ersticken. Dabei fallen allerdings nicht nur besonders engagierte respektive exponierte Personen unter einen entsprechenden Verdacht (E. 8.5.1). Hingegen sind nicht alle Rückkehrenden, die eine irgendwie geartete tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle oder vergangene Verbindung zu den LTTE aufwei- sen, einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr vor Verfolgung ausge- setzt, sondern nur jene, die aus Sicht der sri -lankischen Regierung be- strebt sind respektive einen wesentlichen Beitrag dazu leiste n könnten, den ethnischen Konflikt im Land wieder aufflammen zu lassen. Ob dies zu bejahen und einer Person mithin die Flüchtlingseigenschaft zuzuerken- nen ist, ist im Einzelfall zu erörtern, wobei eine asylsuchende Person die für diese Beurteilung relevant en Umstände glaubhaft machen muss (E. 8.5.3). Entsprechendes gilt für sri -lankische Staatsangehörige, die sich im Ausland regimekritisch betätigt haben (E. 8.5.4). Es sind jegliche glaubhaft gemachten (stark und/oder schwach) risikobegründenden Fak- toren in einer Gesamtschau und in ihrer allfälligen Wechselwirkung sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu berücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden muss (E. 8.5.5). 5.3 5.3.1 Unter Berücksichtigung dieser Rechtsprechung sind bei m Be- schwerdeführer keine stark risikobegründenden Faktoren erkennbar. Wie vorstehend festgehalten, sind keine hinreichenden Hinweise dafür er- sichtlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer tatsächlichen oder bloss unterstellten Verbindung zu den LTTE ins Visier der sri -lankischen Behörden geraten könnte. Es besteht auch keine konkrete Grundlage für die Annahme, dass er im Zusammenhang mit seinem angeblichen Onkel und LTTE-Kämpfer L._______ im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG hat. 5.3.2 Soweit der Beschwerdeführer die Entfaltung exilpolitischer Tätigkei- ten in der Schweiz vorgetragen hat, ist Folgendes festzuhalten: 5.3.2.1 Wie das SEM in der angefochtenen Verfügung bereits festhielt, fielen die Angaben des Beschwerdeführers zu seinen konkreten exilpoliti- schen Tätigkeiten teilweise widersprüchlich aus (vgl. Verfügung vom 17. Februar 2015, Ziffer II/1.1.5, S. 8). Diese Einschätzung ist zu bestäti- gen, zumal sich der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe und E-1569/2015 Seite 24 seiner Replikeingabe mit den entsprechenden Erwägungen der Vo- rinstanz nicht konkret auseinandersetzte. 5.3.2.2 Mit der Einreichung entsprech ender Beweismittel hat der Be- schwerdeführer jedoch nachweisen können, dass er in einem gewissen Umfang exilpolitische Tätigkeiten entfaltet hat. Wie das SEM bereits fest- stellte, kann davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz mindestens an zwei politischen Kundgebungen im tamili- schen Kontext teilgenommen hat. Seine Beteiligung an diesen Kundge- bungen erschöpft sich indessen offenbar in der Wahrnehmung unterge- ordneten Funktionen (Säuberung des Kundgebungsplatzes, Verteilen und Hochhalten von LTTE-Fahnen, Verkauf von Esswaren und Beteiligung an Dekorationsarbeiten). Zudem handelte es sich bei diesen Demonstratio- nen um Massenkundgebungen, an welcher zwischen 5‘000 und 8‘000 Personen teilgenommen haben sollen (vgl. A54, Antworten 86 ff.). Es muss daher angenommen werden, dass der Beschwerdeführer im Rah- men dieser Anlässe keine ausserordentliche Funktion ausübte und daher nicht in besonders exponierter Position oder als eine aus der Massen- kundgebung besonders hervorgehobene Person wahrgenomm en wurde. Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er in den eingereichten In- ternetauszügen nicht namentlich erwähnt wird. Er ist – wie das SEM in der angefochtenen Verfügung festhält – auf den von ihm ausserdem ein- gereichten Fotoaufnahmen zwar grundsät zlich identifizierbar. Da es sich bei diesen Fotoaufnahmen jedoch nicht um öffentlich zugängliche Doku- mente, sondern um private Aufnahmen handelt, ist nicht davon auszuge- hen, dass die sri -lankischen Behörden von der entsprechenden Teilnah- me des Beschwerdef ührers an politischen Kundgebungen konkrete Kenntnisse erlangt hat. 5.3.3 Es bestehen zusammenfassend keine hinreichend konkrete An- haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer wegen exilpolitischen Tä- tigkeiten in der Schweiz seitens der sri -lankischen Behörden als Gefahr bezüglich des Wiederaufflammens des tamilischen Separatismus wahr- genommen werden könnte. Die vom Beschwerdeführer entfaltete exilpoli- tische Tätigkeit genügt vom Ausmass her nicht, um im Falle einer Rück- kehr eine begründete Verfolgungsfurcht zu begründen. 5.3.4 Nach dem Gesagten kommt das Gericht zum Schluss, dass der Be- schwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten ist respektive geraten könnte. Daran än- dert auch nichts, dass er seinen Angaben im ersten Asylverfahren zufolge E-1569/2015 Seite 25 zwar mit seinem eigenen Reisepass aus Sri Lanka ausgereist ist, diesen Pass jedoch seinem Agenten habe abgeben müssen (vgl. Akte A1, Ziffer 16, S. 7) und folglich nicht mehr über die für die Einreise erforderliche n Identitätspapiere verfügt. Zwar ist unter Umständen damit zu rechnen , dass er bei der Einreise nach Sri Lanka angehalten, nach dem Verbleib seiner Reisepapiere und zum Grund seiner Ausreise befragt und über- prüft wird. Auch kann nicht ausgeschlossen werden, dass d er Beschwer- deführer wegen des fehlenden Reisepasses gebüsst wird, wobei ein ent- sprechendes Vorgehen seitens des sri -lankischen Staates nicht asylrele- vant ist (vgl. Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016, E. 8.4.4). Dass d er Beschwerdeführer mangels Rei sepass flüchtlingsrechtlich be- achtliche Nachteile zu befürchten hätte, erscheint angesichts seines feh- lenden Risikoprofils, d.h. seiner wenig verdächtigen Vergangenheit in Sri Lanka aber nicht überwiegend wahrscheinlich. Aus demselben Grund vermag die rela tiv lange Aufenthaltsdauer des Beschwerdeführers im Ausland kein Risikoprofil zu begründen. 5.4 Nach dem Gesagten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass auch das Bestehen von Nachfluchtgründen zu verneinen ist. Das SEM hat zu Recht die Flüchtli ngseigenschaft des Beschwerde- führers verneint und sein zweites Asylgesuch abgelehnt. 6. Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.1 Der Beschwerdeführer verfüg t weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Wie im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Juli 2013 festgestellt wurde, kann der Beschwerdeführer auch keinen aus Art. 8 EMRK abgeleiteten Anspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilli- gung ableiten (vgl. Erwägung 8.2) , zumal der Beschwerdeführer im zwei- ten Asylverfahren keine Sachumstände geltend gemacht hat, die zu einer anderen Einschätzung führen könnten. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). E-1569/2015 Seite 26 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den ges etzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis- standard wie bei der P rüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, andernfalls we- nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge- zwungen werden, in dem ihr Leib, ih r Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.1 Das SEM wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schü tzt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge- fährdung glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG ve rankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine An- wendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 7.2.2 Sodann ergeben sich – wie nachfolgend dargelegt – weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte da- für, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit be-E-1569/2015 Seite 27 achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Be- schwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un- menschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR, Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 –127 m.w.H.). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem euro- päischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, Be- schwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, Urteil vom 31. Mai 2011, Beschwerde Nr. 41178/08 ; T.N. gegen Dänemark, Urte il vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P .K. gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08; N.A. gegen Grossbri- tannien, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07). Dabei un- terstreicht der Gerichtshof, dass nicht in ge nereller Weise davon auszu- gehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Behand- lung. Vielmehr müssten im Rahmen der Beurteilung, ob der oder die Be- troffene ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse, verschiedene Aspekte – welche im Wesentlichen durch die im Referenzurteil E -1866/2015 iden- tifizierten Risikofaktoren abgedeckt sind – in Betracht gezogen werden, wobei dem Umstand gebührend Beachtung zu schenken sei, dass diese einzelnen Aspekte, auch wenn sie für sich alleine betrachtet möglicher- weise kein "real risk" darstellen, diese Schwelle bei einer kumulativen Würdigung erreichen könnten (vgl. EGMR, T.N. gegen Dänemark, a.a.O., § 94; EGMR, E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O., § 13 und 69). Da es – wie sich bereits aus den vorangegangenen Ausführungen ergibt – wenig wahrscheinlich ist, dass der Beschwerdeführer bei einer Rück- kehr ins Heimatland befürchten muss, die Aufmerksamkeit der sri - lankischen Behörden in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf sich zu ziehen, ist auch die Schwelle eines „real ris k“ von menschen- rechtswidriger Behandlung aus denselben Gründen nicht überschritten. 7.2.3 Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als E-1569/2015 Seite 28 unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei- sung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völkerrechtlichen Bestim- mungen zulässig. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Im Referenzurteil E -1866/2015 aktualisierte das Bundesverwal- tungsgericht die Lagebeurteilung bezüglich der Zumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs in die Nord- und Ostprovinzen Sri Lankas (vgl. E. 13.2- 13.4). Betreffend den Distrikt Jaffna, aus welchem der Beschwerdeführer stammt, hielt es zusammenfassend fest, dass es den Wegweisungsvoll- zug dorthin als zumutbar erachte, wenn das Vorliegen von individuellen Zumutbarkeitskriterien – insbesondere die Existenz eines tragfähigen fa- miliären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesi- cherte Einkommens - und Wohnsituation – bejaht werden könne (vgl. E. 13.3.3.) 7.3.2 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Dorf B._______ (Bezirk Jaffna) und hat bis April 20 06 dort gelebt (vgl. A1, Ziffer 3, S. 2). Anläss- lich seiner summarischen B zP gab er zu Protokoll, zehn Jahre lang die Schule besucht und danach als (...) und (...) gearbeitet zu haben. Er habe von April 2006 bis zur Ausreise in C._______ (Bezirk Kilinochchi) gelebt. Seine Ehefrau und die beiden Töchter lebten nach wie vor dort. Seine El- tern hielten sich in B._______ (Bezirk Jaffna) auf. Zudem habe er drei je- weils verheiratete Geschwister in H._______, O._______ und P ._______. Mithin ist davon auszugehen, dass er i n seiner Heimatregion über eine gesicherte Unterkunft und ein Beziehungsnetz verfügt, auf dessen Hilfe er bei seiner Rückkehr zählen kann. Ferner gab er an, in der Schweiz einen Bruder (A54, Antwort 7) zu haben. Es ist dem SEM beizupflichten, dass er im Bedarfsfall auf dessen Hilfe zurückgreifen kann. Vor diesem Hinter- grund ist nicht davon auszugehen, dass er nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka dort in eine existenzgefährdende Situation gerät. Das SEM hat zu- treffend darauf hingewiesen, dass der Beschwerdefü hrer im Zusammen- hang mit den in der Anhörung vom 29. Januar 2015 deponierten Gesund- heitsbeschwerden ([…] und […]; vgl. A54, Antworten 6 und 30 ff.) keine E-1569/2015 Seite 29 medizinischen Unterlagen eingereicht und auch im Beschwerdeverfahren keine diesbezüglichen Ergänzungen vorgetragen hat. Nachdem die ent- sprechende medizinische Versorgung in Sri Lanka gewährleistet ist (vgl. Urteil D-3186/2011 vom 2. April 2012 E. 7.4.3) kann nicht von einem me- dizinischen Wegweisungshindernis ausgegangen werden. 7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka insgesamt als zumutbar. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich – sofern nötig – bei der zuständigen Vertretung des Heimats taates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstan z den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Be- schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ). Nachdem das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Instrukti- onsverfügung vom 19. März 2015 gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine Veränderung der finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist von einer Kostenauflage abzusehen. 9.2 Eine Parteientschädigung im Sinne von Art. 64 VwVG ist beim vorlie- genden Verfahrensausgang nicht zuzusprechen. 9.3 Dem Beschwerdeführer wurde mit Instruktionsverfügung vom 19. März 2015 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG zugesprochen und Rechtsanwältin Bettina Schwarz, HEKS Rechtberatungsstelle St. Gallen/Appenzell wurde als un- entgeltliche Rechtsbeiständin eingesetzt. Mit Verfügung vom 9. Mai 2016 E-1569/2015 Seite 30 wurde einem M andatswechselgesuch stattgegeben, Rechtsanwältin Bet- tina Schwarz aus der amtlichen Beistandschaft entlassen und Ass. iur. Christian Hoffs, HEKS St. Gallen/Appenzell wurde als amtlicher Beistand beigeordnet. Da beide ihr Mandat für die gleiche gemeinnützige Rechts- beratungsstelle ausüben beziehungsweise ausgeübt haben , kann davon ausgegangen werden, dass die frühere Rechtsvertreterin ihren Anspruch auf das amtliche Honorar an ihre n Nachfolger übertragen hat. Gestützt auf den in den beiden Kostennoten vom 11. März 2015 (Rechtsanwältin Schwarz) und vom 8. Juni 2016 (Ass. iur. Hoffs) ausgewiesenen, als an- gemessen zu bezeichnenden, Arbeitsaufwand (6.5 Stunden zum Stun- denansatz von Fr. 2 00.– respektive 3.25 Stunden zum Stundenansatz von Fr. 150. – sowie insgesamt F r. 55.– Auslagen) ist dem derzeitigen amtlichen Rechtsvertreter für die gesamten Bemühungen im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein amtliches Honorar von total Fr. 1‘843.– auszu- richten. (Dispositiv: nächste Seite) E-1569/2015 Seite 31 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dem amtlich beigeordneten Rechtvertreter Ass. iur. Christian Hoffs wird zulasten der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 1‘843.– ausgerichtet. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Sandra Bodenmann