<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00356</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204665&amp;W10_KEY=4467139&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00356</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kostenauflage</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nachträgliche Baubewilligung, Herstellung des rechtmässigen Zustands.<br/><br/>Es verletzt den Grundsatz von Treu und Glauben gemäss Art. 5 Abs. 3 BV, wenn die Bauherrschaft im Rahmen des Bewilligungsverfahrens einer Kompromisslösung zugestimmt hat und hernach geltend macht, die Durchsetzung dieser in der Folge bewilligten Lösung sei unverhältnismässig. Im Interesse des Vertrauensschutzes und der Rechtssicherheit ist in einem solchen Fall die Herbeiführung des bewilligten Zustands auch dann gerechtfertigt, wenn die Abweichung von der vereinbarten und bewilligten Lösung nur geringfügig ist (E. 3.2).<br/><br/>Abweisung (VB.2004.00356)<br/>Gutheissung (VB.2004.00375)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DACHFENSTER">DACHFENSTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN">KOSTEN UND ENTSCHÃDIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTMÃSSIGER ZUSTAND">RECHTMÃSSIGER ZUSTAND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHUTZOBJEKT">SCHUTZOBJEKT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ZWANGSMASSNAHMEN">ZWANGSMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 Abs. III BV</span><br/><span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2005 Nr. 3 S. 15</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 64</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>B und A sind EigentÃ¼mer der Liegenschaft M-Strasse in MÃ¤nnedorf. FÃ¼r das GebÃ¤ude, das in der Kernzone K1 gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde MÃ¤nnedorf vom 30. September 1996 (BZO) liegt und als ehemaliges Weinbauernhaus aus dem 17. Jahrhundert ins Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung aufgenommen worden ist, erwirkten die EigentÃ¼mer am 3. Februar 1998 eine Baubewilligung fÃ¼r zahlreiche bauliche Ãnderungen, darunter den Ausbau des Dachgeschosses und den Einbau von vier GlasziegelflÃ¤chen in der nordÃ¶stlichen DachflÃ¤che. In den ErwÃ¤gungen wurde festgehalten, das Anbringen von Glasziegeln anstelle von DachflÃ¤chenfenstern sei auch bei Schutzobjekten von Ã¼berkommunaler Bedeutung eine bewÃ¤hrte MÃ¶glichkeit zur Belichtung der DachrÃ¤ume, weshalb die vier FlÃ¤chen in der nordÃ¶stlichen DachflÃ¤che bewilligt werden kÃ¶nnten. Hingegen sei die geplante GlasziegelflÃ¤che in der sÃ¼dwestlichen DachhÃ¤lfte nicht zu bewilligen, weil wegen der unmittelbaren NÃ¤he der beiden neuen Dachaufbauten ein unruhiges Dachbild entstehen wÃ¼rde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>AnlÃ¤sslich einer Baukontrolle stellte die BaubehÃ¶rde fest, dass anstelle der vier bewilligten Glasziegelfelder drei DachflÃ¤chenfenster von ca. 0,5 m<sup>2</sup> GlasflÃ¤che eingebaut worden waren und zwar nicht wie die bewilligten Glasziegel etwa 1 m unterhalb des Firstes, sondern von diesem nur durch eine Ziegelreihe getrennt. In der Folge wurden anlÃ¤sslich eines Augenscheins am 31. Oktober 2003, den die BehÃ¶rde im Beisein der EigentÃ¼mer und der Projektverfasser durchfÃ¼hrte, verschiedene LÃ¶sungen fÃ¼r die Belichtung des Obergeschosses geprÃ¼ft, darunter die Verschiebung der Fenster um eine Ziegelreihe in Richtung der Dachneigung. Nachdem sich die EigentÃ¼mer nach einer Bedenkfrist mit dieser LÃ¶sung einverstanden erklÃ¤rt hatten, wurde am 11. November 2003 die nachtrÃ¤gliche Bewilligung fÃ¼r die drei DachflÃ¤chenfenster unter anderem unter der Auflage erteilt, dass sie innert 90 Tagen von der Rechtskraft dieser Bewilligung an um mindestens eine Ziegelreihe in der Dachneigung zu verschieben seien und dass auf die ursprÃ¼nglich geplante vierte BelichtungsflÃ¤che zu verzichten sei.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen diese Bewilligung liessen B und A am 29. Dezember 2003 Rekurs erheben mit dem Antrag, die Bewilligung fÃ¼r die drei Dachfenster ohne Auflagen zu erteilen; eventuell sei auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands zu verzichten. Nachdem ein der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde gleichzeitig eingereichtes WiedererwÃ¤gungsgesuch erfolglos geblieben war, hiess die Baurekurskommission das Rechtsmittel am 10. August 2004 teilweise gut und verzichtete auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands. Die Verfahrenskosten von Fr. 3'030.- auferlegte sie den Rekurrierenden, ParteientschÃ¤digungen sprach sie nicht zu.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen den Rekursentscheid liessen sowohl B und A am 13. September 2004 (VB.2004.00356) als auch die Gemeinde MÃ¤nnedorf am 17. September 2004 (VB.2004.00375) Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben. WÃ¤hrend die Gemeinde im Hauptantrag die Wiederherstellung ihres Beschlusses vom 11. November 2003 beantragte, verlangten die privaten BeschwerdefÃ¼hrer RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz zur neuen Verlegung der Rekurskosten. Beide Parteien beantragten die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung, die Gemeinde ausdrÃ¼cklich auch fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz schloss am 14. Oktober 2004 auf Abweisung beider Beschwerden. Die Parteien beantragten am 20. Oktober bzw. 17. November 2004 je Abweisung der Beschwerde der Gegenpartei und die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Die Beschwerden betreffen den nÃ¤mlichen Rekursentscheid und sind zweckmÃ¤ssigerweise zu vereinigen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Da sich der massgebliche Sachverhalt fÃ¼r das vorliegende Rechtsmittelverfahren mit hinreichender Deutlichkeit aus den Akten ergibt, erÃ¼brigt sich ein verwaltungsgerichtlicher Augenschein (RB 1995 Nr. 12).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Mit dem Rekursentscheid ist eine Anordnung der Gemeinde aufgehoben worden, mit welchem die BeeintrÃ¤chtigung eines im Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung verzeichneten GebÃ¤udes abgewendet werden sollte. Mit ihrem Rechtsmittel zur Wiederherstellung dieser Anordnung nimmt die Gemeinde schutzwÃ¼rdige eigene Interessen war und ist deshalb gemÃ¤ss § 21 lit. b des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Beschwerde legitimiert.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ebenfalls legitimiert gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG sind die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden, welche durch die Auflage der Rekurskosten offenkundig beschwert sind.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 19 Abs. 1 VRG kÃ¶nnen mit dem Rekurs Anordnungen einer VerwaltungsbehÃ¶rde angefochten werden, durch welche eine Sache materiell oder durch Nichteintreten erledigt worden ist. Daraus folgt, dass Gegenstand des Rekursverfahrens nur sein kann, was auch Gegenstand der erstinstanzlichen VerfÃ¼gung war bzw. nach richtiger Gesetzesauslegung hÃ¤tte sein sollen (RB 1983 Nr. 5; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19â28 N. 86).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit dem im Rekursverfahren angefochtenen Beschluss vom 11. November 2003 hat die BaubehÃ¶rde die drei bereits eingebauten DachflÃ¤chenfenster unter anderem unter der Auflage bewilligt, dass sie innert 90 Tagen um mindestens eine Ziegelreihe vom First weg verschoben wÃ¼rden. Damit hat die BaubehÃ¶rde zusammen mit der Bewilligung auch eine Anordnung bezÃ¼glich der Herstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands getroffen, und die Baurekurskommission ist zu Recht auch auf den diesbezÃ¼glichen Eventualantrag der BeschwerdefÃ¼hrenden eingetreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Soweit die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde und ihr folgend die Rekurskommission erkannt haben, dass die drei DachflÃ¤chenfenster in der bisherigen NÃ¤he zum Dachfirst sowie eine allfÃ¤llige vierte BelichtungsÃ¶ffnung gestÃ¼tzt auf § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) nicht bewilligungsfÃ¤hig seien, ist der Rekursentscheid unangefochten geblieben. BezÃ¼glich der drei DachflÃ¤chenfenster ist lediglich noch zu entscheiden, ob auf die Herstellung des bewilligungsfÃ¤higen Zustands, das heisst auf die Verschiebung der Fenster um mindestens eine Ziegelreihe, aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu verzichten sei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz hat dies im Wesentlichen mit der BegrÃ¼ndung bejaht, dass die Bauherrschaft zwar nicht gutglÃ¤ubig gehandelt habe, dass aber die Verschiebung der Fenster um nur eine Ziegelreihe keine nennenswerte gestalterische Verbesserung bringe, weshalb der nicht unerhebliche Aufwand fÃ¼r die Verschiebung der Fenster nicht gerechtfertigt sei. âDemgegenÃ¼ber macht die beschwerdefÃ¼hrende Gemeinde geltend, sie sei mit der nachtrÃ¤glichen Bewilligung der Dachfenster anstelle der ursprÃ¼nglich bewilligten GlasziegelflÃ¤chen der Bauherrschaft bereits weit entgegengekommen und habe damit der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit hinreichend GenÃ¼ge getan. Die angeordnete Verschiebung der Fenster bringe zwar noch keine optimale LÃ¶sung, doch immerhin eine wesentliche Verbesserung der Gestaltung der DachflÃ¤che. Durch den Entscheid der Vorinstanz werde das Ermessen der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde und ihr BemÃ¼hen um die Durchsetzung des kommunalen Rechts unterlaufen sowie das eigenmÃ¤chtige und treuwidrige Bauen der Bauherrschaft belohnt. Die Bauherrschaft habe um die SensibilitÃ¤t der Dachlandschaft gewusst und sei nicht nur eigenmÃ¤chtig vorgegangen, sondern habe sich auch nicht an die der BehÃ¶rde gegebenen Zusicherungen gehalten. Die BehÃ¶rde mÃ¼sse sich in ihrem BemÃ¼hen um eine einvernehmliche LÃ¶sung verraten fÃ¼hlen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BaubehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. § 341 PBG verlangt seinem Wortlaut entsprechend die vorbehaltlose Durchsetzung der Rechtsordnung bzw. die Anordnung der Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands. Ein Ermessen, ob die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde tÃ¤tig werden oder ob sie die Sache auf sich beruhen lassen soll, besteht damit grundsÃ¤tzlich nicht (VGr, 13. April 2000, VB.2000.00033, <span>www.vgrzh.ch;</span> Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 665; FranÃ§ois Ruckstuhl, Ãffentlichrechtliche BaumÃ¤ngel, in: Peter MÃ¼nch/Peter Karlen/Thomas Geiser [Hrsg.], Beraten und Prozessieren in Bausachen, Basel/Genf/MÃ¼nchen 1998, N. 14.63 ff., je auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Allerdings hat die BehÃ¶rde beim Vollzug den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten, und zwar auch dann, wenn der Bauherr die widerrechtliche Baute bÃ¶swillig erstellt hat. Dieser muss aber in Kauf nehmen, dass die BehÃ¶rden aus grundsÃ¤tzlichen ErwÃ¤gungen, nÃ¤mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzesmÃ¤ssigen Zustands erhÃ¶htes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse berÃ¼cksichtigen (BGE 111 1b 213 E. 6b, S. 224). Die Frage nach der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Abbruchs ist eine Rechtsfrage, zu deren ÃberprÃ¼fung das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 VRG befugt ist (RB 1984 Nr. 18). Allerdings ist mit der Gewichtung der in Frage stehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe verbunden, bei der den verfÃ¼genden VerwaltungsbehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum zusteht, den die Rechtsmittelinstanzen nur mit ZurÃ¼ckhaltung Ã¼berprÃ¼fen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 73).</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung ist ein Abbruchbefehl dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetz- oder bauordnungsgemÃ¤ssen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6b, S. 224; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262). GeringfÃ¼gig ist eine Abweichung, wenn nur um Weniges von der materiellen Vorschrift abgewichen wird und sie dem Bauherrn keinen oder nur einen geringfÃ¼gigen Nutzen bringt (MÃ¤der, Rz. 665). Entscheidend sind diesbezÃ¼glich auch prÃ¤judizielle Aspekte. Ferner kÃ¶nnen GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes einen Verzicht gebieten, wenn die Bauherrschaft gutglÃ¤ubig angenommen hat, sie sei zur AusfÃ¼hrung der Baute ermÃ¤chtigt, und wenn der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwer wiegende Ã¶ffentliche Interessen entgegenstehen.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass sich mit der Verschiebung der Dachfenster um eine Ziegelreihe nur eine geringfÃ¼gige gestalterische Verbesserung erzielen lÃ¤sst, welche fÃ¼r sich allein den von der Bauherrschaft auf gegen Fr. 10'000.- bezifferten Aufwand fÃ¼r die Verschiebung nicht zu rechtfertigen vermÃ¶chte. Die Vorinstanz hat jedoch die weiteren UmstÃ¤nde, welche bei der ÃberprÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit einer Wiederherstellung ebenfalls in Rechnung zu stellen sind, nur unzureichend gewÃ¼rdigt. Der Bauherrschaft mag zwar nicht klar gewesen sein, dass sie die nachtrÃ¤gliche Baubewilligung <i>nicht</i> erhalten wÃ¼rde, doch musste ihr beim Einbau der Fenster zumindest bewusst gewesen sein, dass mit der nachtrÃ¤glichen Bewilligung <i>nicht ohne weiteres</i> gerechnet werden konnte. So lÃ¤sst sich bereits den ErwÃ¤gungen zur Baubewilligung vom 3. Februar 1998 entnehmen, dass im Interesse eines ruhigen Dachbildes BelichtungsflÃ¤chen im Dach nur mit grÃ¶sster ZurÃ¼ckhaltung bewilligt und GlasziegelflÃ¤chen dem Einbau von Dachfenstern vorgezogen wurden.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Entscheidend ist jedoch, dass die BaubehÃ¶rde der Bauherrschaft bereits mit der nachtrÃ¤glichen Bewilligung von DachflÃ¤chenfenstern anstelle der ursprÃ¼nglich vorgesehenen Glasziegelfelder entgegengekommen ist und dieser LÃ¶sung offenkundig nur deshalb zugestimmt hat, weil so eine einvernehmliche LÃ¶sung mÃ¶glich schien. Wie sich der Baubewilligung vom 11. November 2003 entnehmen lÃ¤sst, wurden beim Augenschein vom 31. Oktober 2003 unter BerÃ¼cksichtigung der damit verbundenen Kosten verschiedene MÃ¶glichkeiten geprÃ¼ft und schliesslich diejenige bewilligt, der die Bauherrschaft nach einer Bedenkfrist zugestimmt hatte. Dieser Umstand muss bei der PrÃ¼fung der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der heute noch streitigen Verschiebung der DachflÃ¤chenfenster mitberÃ¼cksichtig werden. Der Grundsatz von Treu und Glauben gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999, der von der frÃ¼heren Rechtsprechung aus Art. 4 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 hergeleitet wurde (RB 1981 Nr. 147, mit Hinweisen), gilt nicht nur fÃ¼r die BehÃ¶rden, sondern auch fÃ¼r das Verhalten der Privaten untereinander und gegenÃ¼ber dem Gemeinwesen (RenÃ© Rhinow, GrundzÃ¼ge des schweizerischen Verfassungsrechts, Basel/Genf/MÃ¼nchen 2003, Rz. 2397); er gebietet ein loyales und vertrauenswÃ¼rdiges Verhalten im Rechtsverkehr (Yvo Hangartner in: St. Galler Kommentar, ZÃ¼rich/Basel/Genf/Lachen 2002, Art. 5 BV Rz. 39). Es verletzt diesen Grundsatz, wenn die Bauherrschaft im Rahmen des Bewilligungsverfahrens einer KompromisslÃ¶sung zugestimmt hat und hernach geltend macht, die Durchsetzung dieser in der Folge bewilligten LÃ¶sung sei unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Im Interesse des Vertrauensschutzes und der Rechtssicherheit ist in einem solchen Fall die HerbeifÃ¼hrung des bewilligten Zustands auch dann gerechtfertigt, wenn die Abweichung von der vereinbarten und bewilligten LÃ¶sung nur geringfÃ¼gig ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Damit erweist sich die Beschwerde der Gemeinde als begrÃ¼ndet und ist gutzuheissen. Der Rekursentscheid ist insoweit aufzuheben als in teilweiser Gutheissung des Rekurses auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands verzichtet wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kosten des Rekursverfahrens sind bei diesem Ausgang vollstÃ¤ndig den privaten BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Ihre Beschwerde, mit welcher sie sich gegen die hÃ¤lftige Kostenbelastung im Rekursverfahren wenden, ist damit von vornherein unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte und unter solidarischer Haftung aufzukommen (§ 70 in Verbindung mit 13 Abs. 2 und § 14 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen nicht zu. Hingegen haben sie der Gemeinde fÃ¼r das Verfahren vor beiden Instanzen unter solidarischer Haftung eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerdeverfahren VB.2004.00356 und VB.2004.00375 werden vereinigt;</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde der Gemeinde MÃ¤nnedorf wird der Rekursentscheid vom 10. August 2004 insoweit aufgehoben, als der Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands angeordnet wurde, und der Beschluss des Hochbau- und Planungsausschusses MÃ¤nnedorf vom 11. November 2003 wiederhergestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Die Beschwerde von B und A wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 120.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'120.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten sowie die Kosten des Rekursverfahrens werden je zur HÃ¤lfte den privaten BeschwerdefÃ¼hrenden auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r den Gesamtbetrag.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die privaten BeschwerdefÃ¼hrenden werden unter solidarischer Haftung zur Zahlung einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Gemeinde MÃ¤nnedorf verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>