B. Gerichtsentscheide 2277 58 Das Bundesgericht ist auf eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten nicht einge - treten (1C_23/2009). Es qualifizierte den Rückweisu ngsentscheid des Verwaltungsgerichtes als Zwischenentscheid; für des sen Anfechtung fehle es an der zweiten Voraussetzung in Art. 93 A bs. 1 lit. b BGG: Im vorliegenden Fall sei nicht zu erwarten, dass im nachträglichen Baubewilligungsverfahren noch ein weitläufiges Bewe isverfahren durchgeführt werden müsse. 2277 Assekuranz. Ermittlung des versicherten Elementarschadens und Abgrenzung zu nicht versicherten Schäden im Fall ei ner durch Schneedruck eingestürzten Produktionshalle. Sachverhalt: Die C. AG ist Eigentümerin einer im Jahr 1968 in Holzbauwe ise erstellten Produktionshalle, welche 1972 erweitert und 1982 im Gefolge eines Sturmschadens verstärkt wurde. Der mi ttlere Teil der Halle (zwischen den Bindern 4 –14) stürzte im März 2006 ein, nachdem innerhalb weniger Tage erhebliche Schneemen gen gefallen waren. Durch Windverfrachtung an eine über das Hall endach hinausragende Silowand war dort der Schneedruck am grössten; zugleich wies dort das Rahmenfachwerk einmalig eine n von 6 auf 8 m vergrösserten Abstand zwischen zwei Bindern auf, we shalb der initiale Bruch im Bereich dieser Binder 8 und 9 ver mutet wird. Mit einer auch auf Einsprache hin unveränderten Sch adens- verfügung, welche gestützt auf ein im Strafverfahre n eingeholtes Gutachten der Ingenieure B. erging, setzte die Asse kuranz von Appenzell Ausserrhoden (Assekuranz) den Gebäudescha den auf Fr. … und die Baunebenkosten auf Fr. … fest. Sie kürzte di esen Betrag um 20 % auf eine Schadenvergütung im Betrag von Fr. … mit der Begründung, dass die Schäden im Bereich der Binder 8 bis 10 aufgrund der dort grobfahrlässig vergrösserten Rahm enabstände entstanden seien. Obwohl Schäden, die auf eine mang elhafte Konstruktion zurückzuführen seien, nicht als versic herte Elementar - schäden gelten, verzichtete die Assekuranz aufgrund der länger 58B. Gerichtsentscheide 2277 59 zurückliegenden Erstellung und der seither geändert en Eigen - tümerschaft auf eine gänzliche Leistungsverweigerun g und kürzte stattdessen ihre Versicherungsleistung im vorgenann ten Umfang. Mit Beschwerde beantragt die betroffene Versicherte und heutige Eigentümerin beim Verwaltungsgericht, es sei ihr de r Schaden ohne Leistungskürzung zu vergüten. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, alle in der Vergangenheit von der frühe ren Eigentümerin vorgenommenen baulichen Massnahmen seien jeweils vo n der Baubehörde abgenommen und auch von der Assekuranz n icht beanstandet worden. Zudem sei die Behebung des Stur mschadens seinerzeit nicht nur von der Assekuranz überwacht u nd bezahlt worden, sondern auch durch den Statiker G. begleite t worden. Ferner sei das Verhöramt in seiner auch der Assekuranz erö ffneten und in Rechtskraft erwachsenen Einstellungsverfügung gestü tzt auf das Gutachten der Ingenieure B. zum Schluss gekommen, d ass beim Bau der vor 30 Jahren erstellten Halle die Regeln der B aukunde beachtet und die Tragwerke entsprechend erstellt worden seie n. Aus den Erwägungen: 1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der pro - zessualen Voraussetzungen ergibt, dass das Verwaltu ngsgericht nach Art. 54 VRPG in Verbindung mit Art. 39 Abs. 3 des G esetzes über die Gebäude und Grundstückversicherung (Assekuranzgeset z, AssG; bGS 862.1) zur Behandlung der Beschwerde gegen den Einsprache- entscheid des Verwaltungsrates der Assekuranz zustä ndig ist. […] Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Nach Art. 9 Abs. 1 AssG sind die Gebäude gegen Ele - mentarschäden versichert, die insbesondere durch St urmwind (lit . a) und Schneedruck entstehen (lit. e). Keine Elementar schäden im Sinne des Gesetzes sind nach Abs. 2 dieser Bestimmung Sch äden, die nicht auf eine Einwirkung von aussergewöhnlicher Heftigke it oder die auf fortgesetztes Einwirken zurückzuführen sind (lit. a ), oder Schäden, die voraussehbar waren und deren Entstehung durch recht zeitige, zumutbare Massnahmen hätten verhindert werden könne n. Keine Elementarschäden im Sinne dieses Art. 9 Abs. 2 AssG und s omit nicht versichert sind insbesondere Schäden, die auf schlechten Baugrund, ungenügende Fundamente, fehlerhafte Arbei t oder Konstruktion und mangelhaften Unterhalt zurückzufüh ren sind (Art. 5 59B. Gerichtsentscheide 2277 60 Abs. 1 der Verordnung über die Gebäude - und Grundstückver - sicherung [Assekuranzverordnung ; AssV; bGS 862.11]). 2.1 Als Schneedruckschaden gilt derjenige Schaden, der an einem versicherten Gebäude durch die Last, das Gewi cht und den Druck des ruhenden Schnees entsteht. Gebäude müssen aber derart konstruiert sein, dass sie der Last einer ortsüblic h als normal geltenden Schneemenge standzuhalten vermögen. Der S chweize- rische Ingenieur - und Architektenverein (SIA) hat in seiner Norm 160 entsprechende Berechnungen angestellt. Nur wenn ein e Schneelast grösser als in der SIA -Norm angegeben auftritt, gilt der deswegen erfolgte Einsturz eines Daches als (versicherter) E lementarschaden und nicht als fehlerhafte Konstruktion. Auf die Ber echnung der aufgetretenen Mindestschneelast kann nur verzichtet werden, wenn die Schneefälle derart ausserordentlich ergiebig od er schwer sind, dass Kollektivschäden entstehen. Andernfalls ist im Einzelfall zu prüfen, ob ein nach Art. 5 Abs. 1 AssV nicht versic herter Konstruk - tionsfehler Ursache des Schadens ist (vgl. A. Kleiner , Das Recht der öffentlichen Gebäudeversicherungen, Interkantonaler Rückversiche - rungsverband, Separatdruck aus den Mitteilungen Jg. 1978/79, S. 73; Hauswirth/Suter, Sachversicherung, Zürich 1990, S. 163). Ausserdem ist zu prüfen, ob ein nicht versicherter Unterhaltsmangel vorliegt; namentlich die nicht rechtzeitige Räumung des Dache s vom Schnee wird als solcher betrachtet (vgl. Kleiner, a.a.O., Fn 245). 2.2 Von der Ermittlung, ob ein versicherter Elementarsc haden vorlie gt, zu unterscheiden ist gegebenenfalls dessen Schä tzung (Art. 30 AssV) und ferner, ob der Versicherte einen Grund zur Verwirkung oder zur Kürzung der Entschädigung geset zt hat (Art. 32 AssG): 2.2.1 Die Assekuranz ermittelt den Schaden unverzüglich u nd auf ihre Kosten (Art. 25 Abs. 1 AssG i.V.m. Art. 30 Ass V). Die Schadensschätzung ist die Grundlage für die Versich erungsleistung (Art. 25 Abs. 2 AssG). 2.2.2 Die Entschädigung darf nicht zu einer Bereicherung der Geschädigten führen (Art. 26 AssG). Wenn das Gebäud e vollständig beschädigt ist, bezahlt die Assekuranz nach Abschlu ss der Unter - suchung den Verkehrswert, und allfällige Restzahlun gen werden nach Massgabe des Fortschritts beim Wiederaufbau ausgeri chtet (Art. 31 AssV). Die Behebung von Teilschäden wird grundsätzl ich aufgrund der Bauabrechnungen vergütet, aber es können Pausch alvergü- 60B. Gerichtsentscheide 2277 61 tungen vereinbart werden (Art. 32 Abs. 1 AssV). Ver sicherte, die ein Schadenereignis absichtlich herbeigeführt haben, ve rlieren jeglichen Entschädigungsanspruch (Art. 32 Abs. 1 AssG). Bei g rober Fahr - lässigkeit (des Versicherten) kann die Entschädigun g gekürzt werden (Art. 32 Abs. 2 AssG). Andere Gründe, welche eine K ürzung der Entschädigung erlauben, sieht das Gesetz nicht vor. Sind Dritte für den Schaden haftbar, ist keine Kürzung vorgesehen, sondern die Schadenersatzansprüche der Versicherten gehen diesf alls auf die Assekuranz über, soweit diese Entschädigung geleist et hat (Art. 33 Abs. 1 AssG). 2.3 Zu beachten ist ferner, dass auch im öffentlichen Assekuranzrecht der Versicherte die Beweislast für das Eintreten des Schadensereignisses und des Schadens trägt, wogegen die Asse - kuranz behauptungs - und beweispflichtig ist für das Vorliegen der ihre Leistungspflicht ausschliessenden oder herabsetzend en Tatsachen (vgl. VGer SG, in: GVP 2003, Nr. 42 und VGer ZH, VB .2003.00134 vom 3.9.2003, E. 6.b/ee). 3. Im angefochtenen Einspracheentscheid und auch in de r zuvor eröffneten Schadensverfügung wird davon ausgegangen , dass ein klassischer konstruktiver Fehler den Schaden verurs acht habe und zwar sei dieser Schaden durch die im Bereich des Si los über den als normgemäss anerkannten Rahmenabstand von 6.0 m hina us ver - grösserten Abstände sowie durch die Verwendung von teils nicht normgemäss der Güteklasse II angehörenden schwächer en Hö lzern entstanden. Im Einspracheentscheid wird gestützt au f das Gutachten der Ingenieure B. zusätzlich auch von etwas höheren Schneelasten und von einer langen Belastungsdauer in diesem auss erordentlichen Winter gesprochen, welche in Kumulation mit den ver grösserten Abständen und der nicht optimalen Holzsortierung zu m Schaden - ereignis geführt haben sollen. Es wurde somit einer seits auf Indizien abgestellt, welche auf einen anfänglichen Konstrukt ionsfehler hin - deuten (normwidrig vergrösserte Abstände bzw. gerin gere Holzquali - tät). Ein anfänglicher Konstruktionsfehler stünde g egebenenfalls der Annahme eines versicherten Elementarschadens entgeg en (Art. 5 Abs. 1 AssV i.V.m. Art. 9 Abs. 2 AssG). Anderseits wurde auch auf ein Indiz abgestellt (etwas höhere Schneelast), welches auf ein versichertes Elementarereignis hindeutet, nämlich a uf eine nicht orts - üblich hohe, über der SIA -Norm 160 liegende Schneelast (Schaden durch Schneedruck im Sinne von Art. 9 Abs. 1 lit. e AssG). Gleich - 61B. Gerichtsentscheide 2277 62 zeitig wurde aber auch auf eine lange Belastungsdau er in diesem ausserordentlichen Winter abgestellt, und dies deut et auf Drittes hin, nämlich auf einen Unterhaltsmangel bzw. auf ein for tgesetztes Einwirken im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. a AssG: E iner sich langsam aufbauenden, normwidrig hohen Schneelast hätte gege benenfalls durch rechtzeitiges Schneeräumen begegnet werden kö nnen und müssen, so dass sich die Annahme eines versicherten Ele - mentarschadens allenfalls auch daher verbietet (Art . 9 Abs. 2 lit. b AssG). Soweit die Beschwerdeführer selber von massi ven Schnee - verfrachtungen an die (windzugewandte) Silowand spr echen, stellt sich die Frage, ob eine solche Überlast angesichts der notorisch häufigen Westwindlagen und der nach Westen hin ausg erichteten Längsseite des Daches nicht im Sinne von Art. 9 Abs . 2 lit. b AssG voraussehbar war, weshalb diesem Umstand entweder v on Anfang an konstruktiv oder aber durch rechtzeitiges Schneeräu men bei der westlichen Silowand hätte begegnet werden können un d müssen. 3.1 Die Vorinstanz hat bislang darauf verzichtet, diese ver - sicherungsrechtlich sehr verschieden zu würdigenden Indizien und möglichen Einsturzursachen durch die Einholung eine s eigenen Gutachtens hinsichtlich ihres ursächlichen Beitrage s gewichten zu lassen, obschon sie selber und auf eigene Kosten zu r Schaden - sermittlung verpflichtet ist (Art. 25 AssV). Dass s ie stattdessen entscheidend auf das im Strafverfahren eingeholte G utachten der Ingenieure B. abgestellt hat, wäre dann nicht zu be anstanden, wenn dieses die spezifisch versicherungsrechtlich sich s tellenden Fragen alle schlüssig auch mitbeantworten würde. Dies ist vorliegend nicht der Fall, wie die Vorinstanz in ihrer Duplik nun au ch selber anerkennt, denn sonst wären die nachträglich in Aussicht geste llten Be - lastungstests und visuellen Kontrollen nicht erford erlich. Das Gut - achten der Ingenieure B. geht von einer Kumulation von sehr verschiedenen Ursachen des Halleneinsturzes aus, oh ne diese aber nach ihrem Beitrag zu versicherten Schäden (als Fol ge eines normwidrig hohen und rasch aufgetretenen Schneedruc kes) und nicht versicherten Schäden (als Folge eines Konstruktions fehlers oder/und einer pflichtwidrig – trotz wiederholten Schneefällen – unterlassenen Schneeräumung) zu differenzieren und zu gewichten. Dass das Gutachten der Ingenieure B. die sich stellenden Fra gen zwar in strafrechtlicher, nicht aber in versicherungsrechtl icher Hinsicht voll - ständig beantwortet, mag daher rühren, dass ein all fälliger Beitrag der 62B. Gerichtsentscheide 2277 63 ursprünglichen Erbauer und Eigentümer der Halle str afrechtlich infolge Verjährung nicht mehr abzuklären war, wogeg en ver - sicherungsrechtlich eben genau abzuklären ist, ob b ei der in den Jahren 1968 und 1972 erstellten bzw. erweiterten Ha lle von Anfang an oder allenfalls bei ihrer Reparatur (1982) konst ruktive Fehler begangen wurden, indem der für den Schneedruck eins chlägigen SIA- Norm 160 in der jeweils massgebenden Fassung nicht oder nicht durchwegs Rechnung getragen worden ist. Insbesonder e lässt sich dem Gutachten der Ingenieure B. nicht entnehmen, ob und in welchem Umfang im Zeitpunkt des Halleneinsturzes (8 .3.2006) die nach der SIA -Norm 160 ortsüblich als normal geltende Schneelast überschritten war. Denn dort wird lediglich unpräzi se von "gegenüber dem Zulässigen etwas höheren Schneelasten" gesproch en; die zulässige Schneelast wird einerseits auf 2.65 kN/m 2 beziffert (nach SIA-Norm 160, in der Fassung von 1953) und anderseits a uf 3.30 kN/m2 (nach SIA -Norm 160 in der Fassung von 2003). Dabei blieb aber offenkundig noch unberücksichtigt, dass gemäss einer von der Beschwerdeführerin nachträglich bei G. eingeholten Stellungnahme dieser 1982 als Ingenieur den Auftrag hatte, im Gef olge des damals aufgetretenen Sturmschadens die gesamte Pfettenkons truktion nachzurechnen und nötigenfalls zu verstärken. Sind solche Ver - stärkungen tatsächlich durchgeführt worden, wären d iese selbst - redend auf die im Jahr 1982 geltende Fassung der SI A-Norm 160 hin zu dimensionieren gewesen. Entsprechend müsste ein Gutachter die zulässige Schneelast auch nach dieser Fassung der S IA-Norm berechnen. Nachdem die nach Norm noch ohne Schäden tragbare Schneehöhe bzw. -last bis auf 3.30 kN/m 2 erhöht wurde (2003), steht somit nach wie vor nicht fest, ob die Halle wegen e ines schon anfänglich oder allenfalls 1982 nicht restlos behob enen Kon - struktionsmangels eingestürzt ist oder aber aufgrun d einer nicht ortsüblich – nämlich normwidrig hohen – Schneelast eingestürzt ist. Ungeklärt ist ferner auch, ob im Bereich des Silos nicht von vornherein (1968 oder spätestens 1982) mit durch Wi ndfracht (Westwind) erhöhten Schneelasten zu rechnen war. Un geklärt ist auch, ob die Schneelast sich auf den 8. März 2006 h in kontinuierlich oder innert kürzester Zeit erhöht hat und gegebenen falls die Normlast überschritten wurde. Diese Fragen nach dem Vorliege n eines versicherten Elementarschadens oder negativ ausgedr ückt, nach dem Vorliegen eines nicht versicherten Ereignisses im S inne von Art. 9 63B. Gerichtsentscheide 2277 64 Abs. 2 AssG müssen zwingend beantwortet werden. Den n vor - behältlich einer gütlichen Einigung der Parteien ha t die Assekuranz als juristische Person des öffentlichen Rechts auf dem Ver - fügungsweg nur versicherte Schäden zu entschädigen. Anderseits ist der Assekuranz eine Verweigerung oder Kürzung der E ntschädigung verwehrt, wenn sie der Beschwerdeführerin weder ein e absichtliche Herbeiführung noch eine grobe Fahrlässigkeit nachwe isen kann (Art. 32 AssG). Soweit die Vorinstanz im Einsprache entscheid das Vorliegen einer Fahrlässigkeit nun doch verneint, v erbietet sich eine Kürzung. Sie scheint aber bislang nicht näher geprü ft zu haben, ob eine Fahrlässigkeit als Folge pflichtwidrig unterla ssener Schnee - räumung oder allenfalls anlässlich der 1982 erfolgt en Dachreparatur und -verstärkung gegeben sein könnte. Im Gutachten der I ngenieure B. werden dazu keine schlüssigen Aussagen gemacht. Weil mit dem Gutachten der Ingenieure B. die spezifisch versicheru ngsrechtlich sich stellenden Fragen noch nicht vollständig geklärt wu rden, lässt sich derzeit der eingetretene Schaden (Halleneinsturz) w eder ganz noch teilweise als versicherter Elementarschaden qualifi zieren. Sollte sich in bestimmtem Umfang ein versicherter Schaden ergeb en (soweit kein konstruktiver Mangel gegeben ist), wäre in einem zw eiten Schritt auch die Verschuldensfrage zu klären und zwar insbesonde re bezüglich einer allenfalls nicht rechtzeitig veranlassten, ab er zumutbaren Schneeräumung. 3.2 Die Vorinstanz anerkennt in der Duplik, dass zur Kl ärung der umstrittenen Frage, ob es sich hier um einen Teil - oder Totalschaden handelt, noch ein Belastungstest sowie eine visuell e Kontrolle durch einen Experten vorzunehmen sein werden. Dieser Expe rte wird sich im Zuge des Belastungstests nach Darstellung der As sekuranz noch eingehend mit der Frage auseinandersetzen müssen, o b der be - treffende Hallenteil (Binder 15 –18) den im Zeitpunkt seiner Erstellung (teils 1968, teils 1972) geltenden Fassung der SIA -Norm 160 genügt. Um widersprüchliche Ergebnisse zu vermeiden, drängt sich auf, dass dieser Experte diese Frage auch für den eingestürzt en mittleren Hallenteil prüft. Dass der in Aussicht gestellte Be lastungstest keine Rückwirkungen auf das vorliegende Verfahren haben s oll, wie die Vorinstanz behaupten lässt, trifft offenkundig nich t zu. Denn die Frage, ob ein Teil - oder Totalschaden vorliegt, ist auch vor Ver - waltungsgericht umstritten. Da diese und die andere n, oben skizzierten Fragen von der Vorinstanz noch nicht hi nreichend ab - 64B. Gerichtsentscheide 2277 65 geklärt wurden, obschon die Assekuranz als erste In stanz auf ihre Kosten zur Sachverhaltsabklärung verpflichtet ist ( Art. 25 Abs. 1 AssG), bleibt nichts anderes übrig, als die Sache z ur vollständigen Abklärung des Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an diese zurückzuweisen. Im Anfechtungsverfahren kann es nic ht angehen, dass wesentliche Teile des Sachverhaltes erstmals v or Gericht vollständig abgeklärt und beurteilt werden. Dies in sbesondere deshalb, weil das Gericht über reine Ermessensfrage n, wie ins - besondere die Schätzung des Schadens, nur mit einge schränkter Kognition urteilen kann. Eine volle – auch die Unangemessenheit umfassende Überprüfung ist für den Assekuranzbereich im Gese tz nicht vorgesehen, und der Entscheid des Verwaltungs gerichts kann auch nicht an eine Bundesinstanz mit unbeschränkter Überprü - fungsbefugnis weitergezogen werden, wie dies nach A rt. 56 Abs. 2 VRPG dafür aber eine alternative Voraussetzung wäre (die Unangemessenheit einer Entscheidung kann vor Bundes gericht nicht mehr gerügt werden; vgl. Basler Kommentar BGG, M. Schott, N 34 zu Art. 95). Somit ist und bleibt es Sache der Vorinst anz, den Sachverhalt durch die Belastungsprobe und durch ein auf die versicherungsrechtlichen Fragestellungen hin ergänz tes oder neues Gutachten vollständig abzuklären. Dabei wird die As sekuranz in Bezug auf alle in Mitleidenschaft gezogenen Hallent eile festzustellen haben, ob und inwiefern diese durch einen versicher ten Elementar - schaden betroffen sind und inwiefern die aufgetretenen Schäden ihre Ursache in Konstruktions -, Unterhalts- oder sonstigen Mängeln haben und daher nicht gedeckt sind (Art. 9 Abs. 2 AssG i. V.m. Art. 5 Abs. 1 AssV). Soweit in bestimmtem Umfang ein versicherter Elementar - schaden zu bejahen sein wird, wird die Vorinstanz m it Blick auf die ganze Halle neu über deren Qualifizierung als Teil - oder Totalschaden zu befinden haben. Entsprechend wird sie anschliess end über die zu vergütende Entschädigung und auch die Modalitäten i hrer Auszahlung hoheitlich befinden müssen (vorbehalten bleibt die Vereinbarung einer Pauschalvergütung nach Art. 32 Abs. 1 Satz 2 AssV). Eine Kürzung oder Verweigerung der Entschädigung wird nur im Rah men von Art. 32 AssG oder allenfalls gestützt auf das Bereicheru ngsverbot zulässig sein (Art. 26 AssG). Für die Zusprache einer gekürz ten Entschädi - gung mit der Begründung (der Vorinstanz), eigentlic h liege kein versicherter Elementarschaden, sondern ein konstruk tiver Mangel vor, weshalb nun aus Kulanzgründen wenigstens eine gekür zte Entschädi- 65B. Gerichtsentscheide 2277 66 gung zu gewähren sei, besteht weder eine gesetzlich e Grundlage noch ist eine solche Entschädigungspraxis mit Art. 9 AssG zu vereinbaren. Die Vorinstanz kommt nicht umhin, für die gesamte Halle abzuklären, ob und inwiefern ein versicherter Eleme ntarschaden im Sinne der vorgenannten Bestimmung vorliegt oder nic ht; es bleibt ihr nicht erspart, das offenbar als unzeitgemäss empfun dene "Alles oder Nichts-Prinzip" zu vollziehen, solange der kantonale Geset zgeber nicht ein anderes Entschädigungsmodell und eine dar auf bezogene Prämienerhebung vorsieht (die Praxis anderer Gebäud eversicherer kann nur bei gleicher oder ähnlicher gesetzlicher G rundlage analog angewendet werden). Je nach Ergebnis der Sachverhal tsabklärungen ist die Assekuranz als juristische Person des öffentl ichen Rechts gehalten, die vom kantonalen Gesetzgeber dafür je u nterschiedlich vorgesehenen Rechtsfolgen eintreten zu lassen, inde m sie ent - sprechend verfügt und ihr Ermessen nur dort (pflich tgemäss) betät igt, wo ihr Gesetz und Verordnung auch tatsächlich einen Anordnungs - spielraum einräumen. Der angefochtene Entscheid ist somit zwar antragsgemäss aufzuheben, aber die Sache ist zur vo llständigen Sachverhaltsabklärung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Beschwerde ist in diesem Sinn g utzuheissen. 3.3 Da nach den Ausführungen am Augenschein offenbar we der die Vorinstanz noch die Beschwerdeführerin mit ihre n eigenen Fragen an die vom Verhöramt bestellten Experten gelangen k onnten bzw . gelangt sind, sei im Hinblick auf eine korrekte Gew ährung des rechtlichen Gehörs auf Folgendes hingewiesen: Die V orinstanz wird nach dem Gesagten für den Belastungstest und die we iteren Fragen einen Experten beiziehen und diesen mit einem Frage nkatalog oder dergleichen instruieren müssen. Die Vorinstanz wird der Beschwerde - führerin Gelegenheit einräumen müssen, sich zur Per son des zu beauftragenden Experten vorgängig zu äussern. Ferne r wird der Beschwerdeführerin die Möglichkeit einzuräumen sein , dem Expe rten in Kenntnis der vorinstanzlichen Fragen Ergänzungsf ragen zu stellen. VGer, 28.05.2008 66