B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7113/2023 A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d v o m 2 4 . J a n u a r 2 0 2 5 Besetzung Einzelrichter David Weiss, Gerichtsschreiber Fabian Zumbühl. Parteien CSS Kranken-Versicherung AG, Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern, vertreten durch MLaw Andreas Miescher, Rechtsanwalt, Aarejura Rechtsanwälte Solothurn AG, Bielstrasse 9, Postfach 130, 4502 Solothurn, Beschwerdeführerin, gegen Kantonale Ärztegesellschaft Schaffhausen, Finsterwaldstrasse 91, 8200 Schaffhausen, vertreten durch Konferenz der Ostschweizer Ärztegesell- schaften (K-OCH), c/o Dr. med. Jürg Lymann, Spitalstrasse 5, 8880 Walenstadt, diese wiederum vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt, und Dr. iur. Katja Gfeller, Rechtsanwältin, Steinbrüchel Hüssy Rechtsanwälte, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich, Beschwerdegegnerin, Regierungsrat des Kantons Schaffhausen, Beckenstube 7, Postfach, 8201 Schaffhausen, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung, Festsetzung des definitiven TARMED-Taxpunktwertes für die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte des Kantons Schaffhausen ab dem 1. Januar 2019 (Beschluss des Regierungsrates des Kantons Schaffhausen vom 21. November 2023, Nr. 36/834). C-7113/2023 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass das Regierungsrat des Kantons Schaffhausen (nachfolgend: Vor - instanz) mit Verfügung vom 21. November 2023 (Protokoll Nr. 36/834) für die ambulanten Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversiche- rung, die nach TARMED abgerechnet werden, für die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte im Kanton Schaffhausen einerseits und die von der CSS-Kranken-Versicherung AG vertretenen Versicherer anderseits ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2020 einen TARMED-Taxpunktwert von Fr. 0.83 und ab 1. Januar 2021 einen solchen von Fr. 0.86 festgesetzt hat, dass die CSS Kranken-Versicherung AG (nachfolgend: Beschwerdeführe- rin) diesen Regierungsratsbeschluss mit Eingabe vom 21. Dezember 2023 beim Bundesverwaltungsgerich t insoweit angefochten hat, als ab dem 1. Januar 2021 ein TARMED-Taxpunktwert von Fr. 0.86 festgesetzt worden ist (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1), dass der von der Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 11. Ja- nuar 2024 bis zum 12 Februar 2024 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– am 31. Januar 2024 in der Gerichtskasse eingegangen ist (BVGer-act. 3 und 8), dass das Sistierungsgesuch der Kantonalen Ärztegesellschaft Schaffhau- sen (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 26. Januar 2024 mit Zwi- schenverfügung vom 23. Februar 2024 mangels Verhandlungs - und Ver- gleichsbereitschaft seitens der Beschwerdeführerin abgewiesen und infol- gedessen der Schr iftenwechsel fortgesetzt worden ist (vgl. BVGer -act. 7, 12, 14), dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 25. März 2024 die Abwei- sung der Beschwerde beantragt hat (BVGer-act. 18), dass die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 27. März 2024 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde beantragt hat und in prozessua- ler Hinsicht um Entzug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, eventualiter um Festsetzung eines Arbeitstarifs von Fr. 0.86 für die Dauer des Verfahrens ersucht hat (BVGer-act. 19), dass hinsichtlich der prozessualen Anträge der Beschwerdegegnerin die Vorinstanz auf eine Stellungnahme verzichtet (BVGer-act. 22) und die Be- schwerdeführerin die Abweisung beantragt hat (BVGer-act. 23), C-7113/2023 Seite 4 dass die prozessualen Anträge der Beschwerdegegnerin betreffe nd Ent- zug der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, eventualiter Festset- zung eines Arbeitstarifs von Fr. 0.86 für die Dauer des Verfahrens mit Zwi- schenverfügung vom 23. Mai 2024 abgewiesen worden sind (BVGer - act. 24), dass der Instruktionsrichter in der F olge die Fachberichte des Preisüber- wachers sowie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eingeholt (BVGer- act. 25, 27–29) und anschliessend den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Einreichung allfälliger Schlussbemerkungen eingeräumt hat (BVGer- act. 30), dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin mit Eingaben vom 2. bzw. 4. September 2024 aufgrund laufender Vergleichs- verhandlung um Sistierung des Beschwerdeverfahrens ersucht haben (BVGer-act. 34, 35), dass die Vorinstanz einer Sistierung des Beschwerdeverfahrens mit Ein- gabe vom 11. September 2024 zugestimmt hat (BVGer-act. 38), dass das Beschwerdeverfahren mit Zwischenverfügung vom 20. Septem- ber 2024 antragsgemäss bis zum 4. November 2024 sistiert worden ist (BVGer-act. 39), dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 29. Oktober 2024 um Ver- längerung der Sistierung ersucht hat, weil der Tarifvertrag zwar unterzeich- net, aber dessen Genehmigung durch die Kantonsregierung noch ausste- hend sei (BVGer-act. 41), dass die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz einer Verlängerung der Sistierung mit Eingaben vom 13. November 2024 (BVGer -act. 46) bzw. vom 15. November 2024 (BVGer-act. 47) zugestimmt haben, dass die Sistierung des Beschwerdeverfahrens mit Zwischenverfügung vom 21. November 2024 bis am 31. Januar 2025 verlängert worden ist (BVGer-act. 48), dass der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen mit Beschluss vom 17. Dezember 2024 (Protokoll-Nr. 40/924) den zwischen der Beschwerde- führerin und der Beschwerdegegnerin abgeschlos sene Vertragsnachtrag zum Tarifvertrag betreffend die Vergütung der ärztlichen Leistungen nach TARMED für die ambulante Behandlung in der Arztpraxis gemäss KVG ab C-7113/2023 Seite 5 1. Januar 2019 für im Kanton Schaffhausen erbrachte ärztliche Leistungen nach TARMED rückwirk end ab 1. Januar 2019 genehmigt hat (BVGer - act. 49), dass aufgrund des Vorliegens des Regierungsratsbeschlusses vom 17. Dezember 2024 mit Instruktionsverfügung vom 19. Dezember 2024 die Sistierung des Beschwerdeverfahrens aufgehoben worden ist (BVGer - act. 50), dass die Beschwerde führerin mit Eingabe vom 6. Januar 2025 die Ab- schreibung des Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit, die hälftige Tei- lung allfällig zu erhebender Verfahrenskosten sowie die Wettschlagung der Parteikosten beantragt hat (BVGer-act. 51), dass die Beschwerdegegnerin am 10. Januar 2025 mitgeteilt hat, die Be- schwerde könne wegen Gegenstandslosigkeit abgeschrieben werden (BVGer-act. 52), dass im System der Tarifgestaltung des Bundesgesetzes über die obliga- torische Krankenpflegeversicherung Tarifverträge die Regel und die hoheit- liche Tariffestsetzungen die Ausnahme bilden sollen, was bereits aus dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 4, Art. 47 Abs. 1 und Art. 49 KVG (vgl. auch BVGE 2013/8 E. 2.4.6) erhellt (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass das Primat des Tarifvertrages bereits in der Botschaft vom 6. Novem- ber 1991 über die Revision der Krankenversicherung hervorgehoben wurde (BBl 1992 I 93, 172 und 178) und mit dem KVG die Vertragsfreiheit zwischen Versicherungsträgern und Leistungserbringern gestärkt werden sollte (BBl 1992 I 93, 118 und 179; BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass der Bundesrat in seiner Rechtsprechung festhielt, dass dieses der vertraglichen Vereinbarung von Tarifen den klaren Vorrang einräumende System den Tarifpartnern gestattet, während eines vertragslosen Zustan- des jederzeit Tarife zu vereinbaren; dass es den Parteien daher nicht ver- wehrt sei, auch während eines hängigen Beschwerdeverfahrens Vertrags- verhandlungen zu führen und einen Vertrag abzuschliessen (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der Bundesrat weiter erwog, dass wenn die Kantonsregierung einen solchen Vertrag genehmigt, das normalerweise zur Folge habe, dass die Beschwerde gegenstandslos werde, falls der zeitliche Geltungsbereich der C-7113/2023 Seite 6 festgesetzten Tarife sich mit jenem der vertraglichen Vereinbarung deckt (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der hoheitlich festgesetzte Tarif rechtsprechungsgemäss gegen- standlos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des BVGer C-1918/2018 vom 9. Juli 2019 E. 5.9 m.H. auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.), dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass nach Art. 6 Bst. a VKGE die Verfahrenskosten ganz oder t eilweise erlassen werden können, wenn ein Rechtsmittel ohne erheblichen Auf- wand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird, dass die Verfahrenskosten mit Blick auf das durchgeführte Instruktionsver- fahren mit der Behandlung mehrerer Sistierungsgesuche und deren Ver- längerung sowie prozessualer Anträge (Antrag auf einen Arbeitstarif für die Dauer des Verfahrens, Antrag auf Entzug der aufschiebenden Wirkung), dem Einholen von Fachberichten (Preisüberwacher, BAG) und dem fast vollständig durchgeführten Schriftenwechsel nur teilweise erlassen werden können, weil nicht mehr von einem unerheblichen Aufwand ausgegangen werden kann, dass die reduzierten Verfahrenskosten auf Fr. 2'500.– festzusetzen sind, dass die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens Folge der zwi- schen den Tarifparteien erzielten Einigung ist und damit sowohl von de r Beschwerdeführerin als auch der Beschwerdegegnerin als Tarifparteien bewirkt worden ist, weshalb ihnen die Verfahrenskosten je zur Hälfte auf- zuerlegen sind, dass der von de r Beschwerdeführerin zu tragende Anteil an den Verfah- renskosten von Fr. 1'250.– dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– zu entnehmen und der Restbetrag von Fr. 3'750.– zurückzuer- statten ist, C-7113/2023 Seite 7 dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten antragsgemäss wett- zuschlagen und keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 und 3 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem Gebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und der vorliegende Abschreibungsentscheid somit end- gültig ist. Für das Dispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. C-7113/2023 Seite 8 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrie- ben. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 2'500.– werden je zur Hälfte de r Beschwer- deführerin und der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin zu tragende Anteil an den Verfahrenskos- ten von Fr. 1'250.– wird dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 3'750.– wird zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat innert 30 Tagen nach Versand des vorliegen- den Urteils Fr. 1'250.– zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegne- rin und die Vorinstanz. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: David Weiss Fabian Zumbühl Versand: