Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. Dezember 2020 (720 20 299 / 316) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Verbesserung des Gesundheitszustands; Aggravation / Simulation Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Cédric Robin, Advokat, Rümelinsplatz 14, Postfach, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1963 geborene A.____ war seit dem 1. Juni 19 97 bei der B.____AG in X.____ als Bauarbeiter tätig. Sein letzter effektiver Arbeitstag war am 22. April 2002. Am 25. März 2003 meldete er sich unter Hinweis auf eine Diskushernie und Beschwerden im linken Bein bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Diese klärte die erwerbli- chen und gesundheitlichen Verhältnisse ab, wobei sie den Versicherten durch das Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) polydisziplinär begutacht en liess (Expertise vom 18. De- zember 2003). Gestützt auf die daraus gewonnenen Erken ntnisse ermittelte sie mit Wirkung ab Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 23. April 2003 einen Invaliditätsgrad von 100 %. In der Folge sprach sie A.____ mit Verfügung vom 20. Juli 2004 rückwirkend ab 1. April 2003 eine gan ze Invalidenrente zu. Der Rentenan- spruch wurde in der Folge wiederholt revisionsweise überprüft und bestätigt. A.2 Am 2. September 2016 leitete die IV-Stelle eine weitere Revision des Rentenanspruchs ein, wobei sie A.____ durch Dr. med. C.____, FMH Neur ologie, und Dr. med. D.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, bid isziplinär Begutachten liess (Expertise vom 15./16. August 2017). Zudem beauftragte sie Dr. me d. E.____, FMH Psychiatrie und Psy- chotherapie, mit einem Gutachten, welches am 25. Novemb er 2019 erstattet wurde. Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse gelangte sie zur Auffassung, dass A.____ (spätes- tens) seit Anfang Juli 2017 in einer angepassten Tätigke it wieder zu 100 % arbeitsfähig sei und der Invaliditätsgrad 6 % betrage. In der Folge hob si e die laufende ganze Rente nach Prüfung von Massnahmen der (Wieder-) Eingliederung und Ermahnung mit Bedenkzeit per 31. Juli 2020 auf (Verfügung vom 15. Juni 2020). B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Hanna Byland, am 19. August 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung vom 15. Juni 2020 aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihm weiterhin eine ga nze Rente auszurichten. Eventualiter sei ab August 2020 eine Dreiviertelsrente auszurichten. Subeventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die IV-S telle zurückzuweisen; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er den Beizug der IV-Akten und die Einholung eines Gerichtsgutachtens. Zur Begründung bra chte er im Wesentlichen vor, dass kein Revisionsgrund gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 vorliege, die Schlussfolgerungen von Dr. E.____ unzutreffend und der Einkommensvergleich nicht korrekt sei. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 25. September 2020 auf Abweisung der Beschwerde. D. Am 15. Oktober 2020 zeigte Advokat Cédric Robin an , die Vertretung von Advokatin Hanna Byland übernommen zu haben. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 19. August 2020 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körperli- chen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Unt ervarianten des Schätzungs- oder Pro- zentvergleichs (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausse rordentlichen Methode (vgl. BGE 128 V 29). 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig- keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter- lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsle istungen der versicherten Person noch zu- gemutet werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 3.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzug eltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstä nden kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Um festzuste llen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen auf Arbeitsunfähigkeit schliesse n lassen, sind sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil de s Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt sowei t zu ermitteln, dass über den Leis- tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwie genden Wahrscheinlichkeit ent- schieden werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 5.1 Zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die ganze Rente z urecht revisionsweise aufgehoben hat. 5.2 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) au swirkt (vgl. BGE 134 131 E. 3). Ein Revi- sionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in de n persönlichen Verhältnissen der versi- cherten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand ge hört. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgekehrt ist – bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand – eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisio nsrechtlich von Bedeutung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 5.3 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschät zung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens zurückzuführen (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Liegt dagegen ein Revisionsgrund im Sin- ne von Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hin- sicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an früher e Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2018, 8C_145/2018, E. 3.2). Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bl oss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (vgl. Urtei l des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 20. Juli 2004 rückwi rkend ab 1. April 2003 eine ganze Invalidenrente zu. Der Rentenanspruch wurde in der F olge wiederholt revisionsweise überprüft und bestätigt, wobei keine einlässlichen materiellen A bklärungen erfolgten. Im Rahmen der ak- tuellen Rentenrevision hob die IV-Stelle nach Vornahme einer umfassenden medizinischen und erwerblichen Abklärung die laufende ganze Invalidenrente des Versicherten mit Verfügung vom 15. Juni 2020 per 31. Juli 2020 auf. Demnach beurte ilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der Invalidenren- te rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. Juli 2004 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2020. 6.1 Die entscheidende, von den Parteien unterschiedlich beantwortete Frage des vorliegen- den Verfahrens ist, ob ein Revisionsgrund im Sinne des Art. 17 ATSG gegeben ist. In diesem Zusammenhang ist zu klären, ob sich der Gesundheitszustand und der Grad der Arbeitsfähig- keit des Versicherten in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. Grundlage für die Verfügung vom 20. Juli 2004 war das polydisziplinäre (i nternistisch-rheumatologisch- neurologisch-psychiatrische) Gutachten des ZMB vom 18. Dezem ber 2003. Demnach wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumboradikuläres Syndrom L4 links bei nachgewiesener Diskushernie L4/5 und sensomotorischen Ausf ällen diagnostiziert. Ohne Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünde ein Verdacht auf eine arterielle Hypertonie. Die bisher durchgeführten stationären und ambulanten Therapien h ätten keine Beschwerdeverbesserung gebracht. Die Schmerzsymptomatik und der Kraftverlust im l inken Bein bestünden fort. In die- sem Zustand sei der Versicherte als Bauarbeiter nicht mehr arbeitsfähig. Wahrscheinlich könnte der Gesundheitszustand durch eine Operation verbessert u nd die Arbeitsfähigkeit der Versi- cherte mindestens in einer rückenadaptierten Tätigkeit wiederhergestellt werden. 6.2 Im Rahmen der aktuellen Rentenrevision beauftragte die IV-Stelle die Dres. D.____ und C.____ mit einem rheumatologisch-neurologischen Gutacht en. Am 15. August 2017 diagnosti- zierte Dr. D.____ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigke it ein chronisches Lumbovertebralsyn- drom bei Status nach früherem sensomotorischem radikul ärem Reizsyndrom links, spondylo- gener Symptomatik beidseits, erosiven Osteochondrosen L4/5 und L5/S1 mit linkslateraler Dis- kushernie L4/5, Protrusion L5/S1 und Facettengelenksart hrosen L4/5 links sowie L5/S1 beid- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht seits. Bildgebend könne auf der Höhe L4/5 links eine in termittierende Kompression nicht aus- geschlossen werden. Wurzelreizzeichen, Hinweise auf eine längerdauernde Schonung oder Muskelathrophien bestünden nicht. In der klinischen Unter suchung würden sich erhebliche Dis- krepanzen zwischen den subjektiven Angaben und den objekti ven Befunden zeigen. Aufgrund der lumbalen Diskopathien seien körperlich schwere oder mittelschwere Arbeiten nicht mehr möglich. Körperlich leichte Tätigkeiten ohne Heben, St ossen oder Ziehen von mehr als 7,5 kg, ohne dauerndes Sitzen oder Gehen und mit der Möglichkei t zum Positionswechsel seien aber ganztägig zumutbar. Das Gutachten des ZMB vom 18. Dezembe r 2003 enthalte keine Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit in Verweistätigkeiten. Mang els echtzeitlicher medizinischer Berichte könne der Verlauf der Arbeitsfähigkeit deshalb nicht beurteilt werden. In neurologischer Hinsicht führte Dr. C.____ am 16. August 2017 aus, dass die Unt ersuchung aufgrund der Schmer- zäusserungen und der Abwehr des Versicherten nicht vollstän dig habe durchgeführt werden können. Es zeige sich das Bild einer Symptomüberlagerung und -verdeutlichung. Ein radikulä- res, möglicherweise auch ein leichtgradiges sensomotorische s Reizsyndrom L4/5 links könne nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund fehlender Muskelatrop hien und negativer Wurzelzei- chen sei ein solches aber unwahrscheinlich. Klinisch würden Hinweise für eine längere Minder- belastung des linken Beins fehlen. Während der Untersu chung sei auch kein rückenschonen- des Verhalten/Bewegungsmuster zu beobachten. Objektive Hinweise für qualitative oder quanti- tative Funktionseinschränkungen könnten nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Für die ange- stammte Tätigkeit als Bauarbeiter sei der Versicherte auf grund der lumbalen Bandscheibenpa- thologie vollständig arbeitsunfähig. Körperlich leicht e, wechselbelastende Tätigkeiten seien ihm aber aus neurologischer Sicht vollschichtig zumutbar. Di ese Beurteilung gelte auch aus ge- samtmedizinischer Sicht. 6.3 Die IV-Stelle beauftragte Dr. E.____ mit einem psychiatrischen Gutachten. Am 25. November 2019 stellte er fest, dass eine valide Di agnostik wegen Inkonsistenzen, Aggrava- tion/Simulation und Zweifel an der Authentizität der geklagten subjektiven Beschwerden nicht möglich sei. Insbesondere habe der Schweregrad der vor handenen Anpassungsstörung (ICD-10 F32), der depressiven Episode (ICD-10 F32) und der chronischen Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) nicht zuverlässig beurteilt werden kön nen. Die Angaben des Versicherten und die Schilderung seiner Beschwerden seien vage, allgem ein, wenig konkret und durch Nachfra- gen kaum präzisierbar. Die Ergebnisse bei der Testung d er Konzentration und der Merkfähig- keit seien unglaubwürdig. Auch die Angaben des Versicher ten zur Orientierung seien zweifel- haft. Zudem würden die Validierungstests klar nachweisen, dass der Versicherte absichtlich schwere Gedächtnisstörungen vortäusche. Nach dem Kriterien katalog für die Diagnose vorge- täuschter neurokognitiver Störungen (Slick et al. [1999 ]) müsse mit Sicherheit von einer be- wussten Vortäuschung kognitiver Störungen ausgegangen w erden. Eine valide Diagnostik und Beurteilung des Schweregrads von zweifelhaft vorhande nen Symptomen sowie allfälliger funk- tioneller Einschränkungen sei aus psychiatrischer Sicht ni cht möglich. Folglich könne die Ar- beitsfähigkeit nicht schlüssig eingeschätzt werden. 6.4 Am 28. Februar 2020 nahm der behandelnde Arzt Dr . med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Stellung. Er führte aus, dass er d en Versicherten seit dem 9. Januar 2018 behandle. Er diagnostizierte eine chronifizierte mitt elgradig bis mittelschwer ausgeprägte de- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht pressive Störung (ICD-10 F32.11) im Rahmen einer Erschöpfungsproblematik mit ausgeprägten hypochondrischen Ängsten und Phasen von Suizidgedanken sowi e eine anhaltende somato- forme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Der Versicherte sei ratlos, deutlich erschöpft, verzweifelt und erheblich besorgt. Es bestünden eine depressive Stimm ungslage, eine Anhädonie, ein deutlicher Antriebsverlust, Durchschlafstörungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit und ein verlang- samtes Denken. Zudem bestünden ein vermindertes Konzentr ationsvermögen und eine einge- schränkte Merkfähigkeit mit defizitären Gedächtnisleistun gen. Die Antriebsarmut zeige sich in Form eines Energieverlusts und einer Durchhalteschwäche. Die psychische Belastbarkeit und das Konzentrationsvermögen seien deutlich herabgesetzt. Der Versicherte sei formalgedanklich verlangsamt und eingeengt auf die depressionsbedingten Defizite, die Schmerzsymptomatik, die Tagesmüdigkeit, die Vergesslichkeit und die Befürcht ung von unheilbaren Störungen im Hinblick auf die ungewisse Zukunftsperspektive. Die Beei nträchtigungen würden sich in sämtli- chen Lebensbereichen zeigen. Er sei misstrauisch gegenüb er seinem Umfeld und fühle sich von vielen Ärzten nicht verstanden. Es bestünde eine herab gesetzte Stressresistenz mit affekti- ven Entladungen, welche die subjektive Bewertung von Er eignissen und interpersonellen Pro- zessen verzerren würden. Dadurch komme es zu ungewolltem Verhalten und negativen Affek- ten, was sich ungünstig auf den psychischen Zustand auswir ke. Das psychiatrische Gutachten umfasse lediglich einen Querschnittsbefund, die Erhebun g eines Längsverlaufs sei nicht auf- grund einer klinischen Beobachtung erfolgt. Eine Aggra vations- oder Simulationstendenz be- stünden ebenso wenig wie eine Dramatisierung der Sympto matik. Trotz ambulanter, stationärer und medikamentöser Massnahmen würden die Beschwerden pe rsistieren. Der Versicherte sei in der angestammten Tätigkeit vollständig und in Verwe istätigkeiten mindestens zu 60 % ar- beitsunfähig. 6.5 Zum Bericht von Dr. F.____ vom 28. Februar 2020 nahm Dr. E.____ am 22. Mai 2020 Stellung. Er hielt unter Hinweis auf das Gutachten von 25. November 2019 fest, dass er dessen Auffassung teile, wonach der Versicherte depressive Sympt ome und eine chronische Schmerz- störung aufweise. Aufgrund der im Rahmen der Begutachtung feststellten Inkonsistenzen sowie der Aggravation/Simulation sei aber eine valide Beurteilung nicht möglich gewesen. 7.1.1 Die IV-Stelle stützte sich in ihrer Verfügung vom 15. Juni 2020 bei der Beurteilung des somatischen Gesundheitszustands vollumfänglich auf die Er kenntnisse aus dem rheumatolo- gisch-neurologischen Gutachten der Dres. C.____ und D._ ___ vom 15./16. August 2017. Sie ging demnach davon aus, dass sich der Gesundheitszustand de s Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache (Verfügung vom 20. Juli 2 004) wesentlich verbessert habe und ihm angepasste Tätigkeiten wiederum im Umfang von 100 % zumutbar seien. Dieser Auf- fassung ist beizupflichten. In somatischer Hinsicht erfül lt das bidisziplinäre Gutachten Dres. C.____ und D.____ vom 15./16. August 2017 die r echtsprechungsgemässen Vorausset- zungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage (vgl. E. 3.2 hiervor). Es weist weder forma- le noch inhaltliche Mängel auf, ist umfassend, berücksichtig t die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und leuchtet i n der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Sit uation ein. Sodann weist das Gut- achten keine Widersprüche von entscheidrelevanter Bedeutung auf und setzt sich auch hinläng- lich mit den bei den Akten liegenden Berichten auseinan der. Die entsprechenden, vorstehend Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. E. 6.2 hiervor) wiedergegebenen Darlegungen im Gutachten vermögen zu überzeugen, sodass darauf verwiesen werden kann. Es wird deutlich, d ass aus somatischer Sicht keine Be- funde mehr erhoben werden konnten, die auf ein erhe blich vermindertes Leistungsvermögen schliessen lassen würden. Demnach ging die IV-Stelle zu R echt davon aus, dass sich der Ge- sundheitszustand des Versicherten seit der ursprünglichen Rentenzusprache wesentlich ver- besserte und er spätestens im Zeitpunkt der Begutachtu ng durch die Dres. C.____ und D.____ in angepassten Verweistätigkeiten uneingeschränkt leistungsfähig war. 7.1.2 Was in der Beschwerde dagegen vorgebracht wird, verfängt nicht. Soweit der Be- schwerdeführer einwendet, das Gutachten der Dres. C.___ _ und D.____ vom 15./16. August 2017 weise keine relevante gesundheitliche Veränderung auf, sondern bewerte den unverän- derten Sachverhalt unterschiedlich, was revisionsrechtlich u nbeachtlich sei, kann ihm nicht bei- gepflichtet werden. Während im Gutachten des ZMB vom 18 . Dezember 2003 noch ein die Leistungsfähigkeit beeinträchtigendes chronisches lumbor adikuläres Syndrom L4 links bei nachgewiesener Diskushernie L4/5 und sensomotorischen Ausf ällen diagnostiziert wurde, er- achten die Dres. C.____ und D.____ im Rahmen der aktue llen Untersuchung ein radikuläres oder ein sensomotorisches Reizsyndrom L4/5 linksseitig aufg rund fehlender Muskelatrophien und negativer Wurzelzeichen als unwahrscheinlich. Zudem konnten sie objektiv keine sicheren Hinweise für qualitative oder quantitative Funktionseinsch ränkungen feststellen. Da für die Be- lange der Invalidenversicherung nicht die Diagnosen und deren Anzahl, sondern die Auswir- kungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit entscheidend sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2019, 9C _184/2019, E. 2), kann bei dieser Sach- lage entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht von gleichgebliebenen somati- schen Verhältnissen ausgegangen werden. Selbst wenn sich, wie geltend gemacht wird, die somatischen Diagnosen nicht wesentlich verändert bzw. verb essert haben, kann daher nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers abgeleitet werden. Den n auch identisch gebliebene Diag- nosen schliessen eine revisionsrechtlich erhebliche Steiger ung des tatsächlichen Leistungs- vermögens nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der Schweregrad eines Leidens sich ver- ringert hat oder es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupas- sen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2010, 8C_761/2010, E. 2.2). Aktuell fanden die medizinischen Experten beim Versicherten weder Hinweise auf eine längerdauernde Schonung noch auf Muskelathrophien. Zudem stellten sie erhebliche Diskrepanzen zwischen den subjekti- ven Angaben und den objektiven Befunden fest, was gegen erhebliche körperliche Funktions- ausfälle spricht. Zwar ist der Versicherte in der körpe rlich belastenden Tätigkeit als Bauarbeiter aufgrund lumbaler Diskopathien (weiterhin) vollständig arbeitsunfähig. Nach einlässlicher per- sönlicher Untersuchung kamen die Dres. C.____ und D.____ aber zum überzeugenden Schluss, dass dem Versicherten (spätestens) im Zeitpunkt der Begutachtung angepasste Tätig- keiten ganztags zumutbar seien. Eine Einschätzung der Arb eitsfähigkeit in Verweistätigkeiten enthält das Gutachten des ZMB vom 18. Dezember 2003 nicht, was einen validen Vergleich mit der früheren Begutachtung verunmöglicht. Daraus kann a ber nicht geschlossen werden, in den aktuellen Expertisen seien die Auswirkungen eines gleichgebliebenen Gesundheitszustands auf die Leistungsfähigkeit neu beurteilt worden. Anzumer ken ist in diesem Zusammenhang, dass der Zusprache einer Rente aufgrund eines Invaliditäts grads von 100 % ohne Prüfung der Ar- beitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ein rechtlich falscher Invaliditätsbegriff zu Grunde lag, Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht womit sie zweifellos unrichtig im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG war (vgl. auch Urteil des Bun- desgerichts vom 15. Februar 2018, 8C_2/2018, E. 5.1 mi t weiterem Hinweis). Konkrete An- haltspunkte dafür, dass die aktuelle klinische Untersuchu ng mit Anamneseerhebung, Symp- tomerfassung und Verhaltensbeobachtung als wichtigste Gru ndlage gutachtlicher Feststellun- gen und Schlussfolgerungen nicht lege artis erfolgt wä re, sind nicht ersichtlich. Zudem liegen keine fachärztlichen Berichte vor, die Zweifel an der Zumutbarkeitsbeurteilung der Dres. C.____ und D.____ begründen könnten, oder die auf eine zwische nzeitliche Verschlechterung des Ge- sundheitszustands schliessen lassen. Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, die Beurteilung des Gesundheitszustands und der Zumutbarkeit im aktuellen bidisziplinären Gut- achten vom 15./16. August 2017 basiere auf einem unzutr effenden Sachverhalt. Bei dieser Sachlage und der Tatsache, dass es den beteiligten Fachärzten möglich war, eine zuverlässige Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen, kann in antizipierter Beweiswür- digung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hin weisen) auf zusätzliche Abklärungen ver- zichtet und davon ausgegangen werden, dass sich der Gesun dheitszustand des Versicherten seit der ursprünglichen Rentenzusprache im Juli 2004 ver besserte und ihm aus somatischer Sicht nunmehr angepasste Tätigkeiten vollschichtig zumutba r sind. Damit sind die Vorausset- zungen für eine Revision nach Art. 17 ATSG erfüllt. 7.2.1 Hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustands ist au f folgendes hinzuweisen: Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts liegt regelmässig kei ne versicherte Gesundheitsschä- digung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrav ation oder einer ähnlichen Erschei- nung beruht. Hinweise auf solche und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsge- winns ergeben sich namentlich, wenn eine erhebliche D iskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamne se besteht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt, keine medizinische Behand- lung und Therapie in Anspruch genommen wird, demonst rativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken, schwere Einschränku ngen im Alltag behauptet wer- den, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist demgegenüber blosses verdeutlichendes Verhalten hin (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.2.1 mit Hin- weisen). 7.2.2 Aus dem einlässlich und nachvollziehbar begründeten Gutachten von Dr. E.____ vom 25. November 2019 und dessen ergänzender Stellungnahm e vom 22. Mai 2020 ergibt sich, dass der Beschwerdeführer zwar psychische Beschwerden aufweist , durch täuschendes Ver- halten aber eine valide psychiatrische Begutachtung verun möglichte. So hielt der Gutachter fest, dass die Angaben des Versicherten vage, allgemein , wenig konkret, durch Nachfragen kaum präzisierbar und die Testung der Konzentration und der Merkfähigkeit unglaubwürdig sei- en. Zudem waren die Kriterien nach Slick et al. für d as Vorliegen einer bewussten Vortäu- schung kognitiver Störungen erfüllt. Aufgrund des Verha ltens des Versicherten konnte der Ex- perte den Schweregrad der psychischen Beschwerden und d eren Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit nicht valide beurteilen. Verlässliche Hi nweise darauf, dass das Verhalten des Versicherten im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung au f eine verselbständigte, krank- heitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre, sind n icht ersichtlich. Im Gegenteil zei- gen die Ausführungen des behandelnden Psychiaters Dr. F .____ im Bericht vom 28. Februar Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2020, dass der Beschwerdeführer durchaus fähig ist, nach vollziehbare und adäquate Angaben zu machen und sich auf die Therapie einzulassen. Sein Ve rhalten anlässlich der psychiatri- schen Exploration ist daher nicht nachvollziehbar. Sie ist vielmehr auf fehlende Kooperation und nicht etwa auf sein Unvermögen zurückzuführen. Gegen ei n krankheitsbedingtes Verhalten spricht auch die Tatsache, dass Dr. F.____ in seiner Stel lungnahme über nichts Derartiges be- richtet. Was sein – wohl unter dem Eindruck der drohend en Rentenaufhebung – erfolgten Hin- weis anbelangt, der Beschwerdeführer weise keine Aggravations- oder Simulationstendenz auf, ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach b ehandelnde Ärzte in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussag en (BGE 135 V 465 E. 4.5), weshalb seine Einschätzung diejenige des Gutachters nicht in Zweifel zu ziehen vermag. Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Angaben seiner Tochter beruf t, wonach er auch im häuslichen Um- feld sehr schwerfällig, antriebslos und verlangsamt sei, ist ihm entgegenzuhalten, dass die Be- obachtungen der Tochter als medizinische Laiin die fachä rztliche Beurteilung von vornherein nicht in Frage zu stellen vermögen. Insgesamt ist aufgr und der einleuchtenden Beurteilung von Dr. E.____ mit grosser Klarheit von einer Aggravation oder sogar von Simulation auszugehen, wobei die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhalte ns klar überschritten sind. Bei dieser Ausgangslage erübrigt sich eine indikatorengeleitete Ü berprüfung des psychischen Leidens (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. August 2018, 8C_ 728/2017, E. 3.2.2,). Damit ist nicht beurteilbar, wie sich die diagnostizierten psychischen Erkra nkungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, und der Beweis einer invalidisierenden psychischen Gesundheitsschädigung ist vom Beschwerdeführer nicht erbracht. Bei dieser Sachlage durfte die IV-Stelle in antizipierter Be- weiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hin weisen) und ohne den Untersu- chungsgrundsatz zu verletzen auf weitere Abklärungen verzichten. 8. Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstande n, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfäh igkeit des Beschwerdeführers gestützt auf die Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 15. /16. August 2017 und Dr. E.____ vom 25. November 2019 davon ausgegangen ist, dass der Versi cherte spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung durch die Dres. C.____ und D.____ in ange passten Tätigkeiten wiederum voll- ständig arbeitsfähig war und dadurch ein rentenausschli essendes Erwerbseinkommen erzielen könnte. Die konkrete Berechnung des Einkommensvergleichs i st nicht zu beanstanden, wes- halb von weiteren Erörterungen dazu abgesehen und statt dessen auf die entsprechenden Aus- führungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 15. Jun i 2020 verwiesen werden kann. Selbst ein maximaler Abzug vom Tabellenlohn von 25 % ändert am Er gebnis nichts, da dennoch ein Inva- liditätsgrad von unter 40 % resultieren würde. 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Aufhebung der I nvalidenrente per 31. Juli 2020 – nachdem die IV-Stelle wiederholt Massnahmen der (Wie der-)Eingliederung geprüft und Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgeführt hatte – gerechtfer tigt und die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die dagegen erho bene Beschwerde ist unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligun g oder die Verweigerung von IV- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenp flichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliege nden, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskos- ten aufzuerlegen sind. Diese werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Bei die diesem Ausgang des Verfa hrens wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht