<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, den Import von Vögeln, die der freien Wildbahn entnommen werden, zu verbieten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Einfuhr von Wildvögeln in die Schweiz ist bewilligungspflichtig. Dabei werden die Gesuche hinsichtlich artenschutz-, tierseuchen- und tierschutzrechtlicher Kriterien geprüft.</p><p>Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Cites-Übereinkommen) kontrolliert den Handel mit Wildtieren gefährdeter Arten durch ein strenges Bewilligungsverfahren. Ohne eine durch das Ursprungsland ausgestellte Ausfuhrbewilligung ist eine Einfuhr nicht gestattet. Bestehen Zweifel an der Nachhaltigkeit der Nutzung der Tierbestände, können die Ursprungsländer gezwungen werden, den Nachweis zu erbringen, dass Fänge den Bestand nicht gefährden. Wird dieser nicht erbracht, können Handelsverbote erlassen werden. Arten, welche noch nicht den Handelsbeschränkungen des Cites-Übereinkommens unterstehen, können auf Antrag der Mitgliedsländer aufgenommen und dem Bewilligungsverfahren unterstellt werden.</p><p>Der Bundesrat erachtet diese strengen Kontrollmassnahmen für den Artenschutz als wirkungsvoller als ein totales Importverbot. Ein solches würde nämlich wichtige Naturschutzprojekte gefährden, welche den Schutz und die nachthaltige Nutzung kommerziell interessanter Tiere fördern. Durch den Einbezug der lokalen Bevölkerung der Ursprungsländer in den aktiven Schutz verliert der illegale Handel seinen Anreiz.</p><p>Die Einfuhr gewisser Vogelarten (z. B. Hühner- und Straussenvögel, Papageien und Sittiche) wird zudem - unabhängig davon, ob diese den Cites-Handelsbeschränkungen unterliegen - nur bewilligt, wenn die Seuchenlage im Ursprungsland nachweislich günstig ist.</p><p>Ein generelles Einfuhrverbot müsste in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht sein und sich dadurch rechtfertigen lassen, dass es dem Schutz der einheimischen Bevölkerung und der Nutztiere vor Seuchen dient. Nach den bisherigen Erkenntnissen bergen Wildfänge kein höheres Risiko bei der Verschleppung von Seuchen als Nutztiere. Daher ist aus den von Vogelgrippe betroffenen Ländern aufgrund der Risikolage seit Januar 2004 die Einfuhr sämtlicher lebenden Vögel verboten.</p><p>Die Schweiz bewilligt die Einfuhr von Wildtieren zudem nur, wenn auch die Einhaltung von Anforderungen der Tierschutzgesetzgebung bezüglich der zukünftigen Haltung der Tiere in der Schweiz belegt werden kann und der Transport der Tiere den international anerkannten Richtlinien des Internationalen Lufttransportverbandes entspricht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.