Motion Grossenbacher 918 N 2 juin 1993 l'institution, la précision apportée à ce qu'on appelle les garan- ties de ces créances, et surtout un renforcement des autorités de surveillance de ces institutions et un système d'annonces, chaque fois que le seuil des placements auprès de l'em- ployeur serait dépassé, permettront de stopper cette dérive que l'on constate, hélas, dans des entreprises qui vont mal. En ce qui concerne la deuxième question qui a été posée quant au calendrier de l'examen et des propositions concer- nant l'extension de la garantie octroyée par le fonds de garan- tie en cas d'insolvabilité dans le domaine surobligatoire ou hors obligatoire, ce calendrier se présente de la façon sui- vante: des travaux ont actuellement lieu, au sein de la Com- mission fédérale de la prévoyance professionnelle, les diffé- rents chapitres de la révision sont abordés les uns après les autres, et celui-ci fait partie des chapitres qui sont déjà en examen. L'ensemble de la proposition est planifié pour la mi-1994, soit à la moitié et non pas à la fin de l'année prochaine comme l'information vous en a semble-t-il été donnée lors de la dernière discussion sur ce point La possibilité d'introduire des propositions dans ce sens dans le projet de loi fédérale sur le libre passage a été examinée en relation avec l'Office fédéral de la justice et la réponse'a été que l'unité de matière ou les points de contact et d'ancrage étaient insuffisants pour lier les deux propositions. En d'autres termes, nous pensons actuellement maintenir ces proposi- tions dans le cadre de la révision ordinaire de la LPP qui doit avoir lieu en 1995, comme cela est prévu dans la loi, et pour la- quelle, je le répète, les propositions devraient être publiées à la mi-1994. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort befriedigt #ST# 92.3259 Motion Grossenbacher Die Schweiz als umstrittene Drehscheibe des internationalen Kulturgüterhandels La Suisse, plaque tournante du trafic de biens culturels Wortlaut der Motion vom 18. Juni 1992 Die Schweiz spielt eine bedeutende Rolle als Umschlagplatz für illegale Geschäfte mit Kunstwerken und Kulturgütern und wurde in dieser Hinsicht in ausländischen Medien schon ver- schiedentlich als «Kunstwaschanlage» bezeichnet Diese Si-' tuation hat sich vor allem aus dem heutigen Rechtsvakuum entwickelt und nimmt Proportionen an, die der Schweiz nicht würdig sind. Der Bundesrat wird eingeladen: - möglichst schnell gesetzliche Bestimmungen zu schaffen, die einer weiteren Entwicklung des illegalen Kunst- und Kultur- objektehandels in der Schweiz entgegenwirken; - die Ratifizierung der Unesco-Konvention 1970 und die Erar- beitung eines entsprechenden Bundes-Ausführungsgesetzes sofort an die Hand zu nehmen; - kantonale Aufklärungskampagnen über die Wichtigkeit, das kantonale Kulturgut zu erhalten und zu erschliessen, anzure- gen und zu fördern; - abzuklären, wie der Kunst- und Kulturgüterhandel im euro- päischen Recht gehandhabt wird und über welche Kontakt- stellen die Schweiz zur EG verfügt Texte de la motion du 18 juin 1992 La Suisse est une plaque tournante importante du trafic d'oeu- vres d'art et de biens culturels. Divers médias étrangers ont même dit d'elle qu'elle est le «salon-lavoir des oeuvres d'art». Cette situation, née du vide juridique actuel, prend des propor- tions qui ne sont pas dignes de ce pays. Le Conseil fédéral est donc chargé: - de proposer au Parlement, dans les plus brefs délais, un pro- jet de loi en vue d'empêcher que le trafic d'oeuvres d'art et de biens culturels ne s'amplifie; -de ratifier immédiatement la Convention de l'Unesco de 1970 et d'élaborer la loi d'exécution correspondante; - d'encourager les cantons à lancer des campagnes d'infor- mation en vue de sensibiliser la population au problème de la sauvegarde et de la mise en valeur du patrimoine; - de se renseigner sur la manière dont le droit européen traite le trafic d'oeuvres d'art et de biens culturels, et par quels orga- nes s'établissent les relations entre la Suisse et les CE. Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der internationale Kunsthandel hat im vergangenen Jahrzehnt erhebliche Ausmasse angenommen. Der traditionelle Erwerb von Kunstwerken und Kulturgütern durch Kunstliebhaber und Kunstliebhaberinnen wird durch den Prestige- und Spekulati- onskauf ersetzt oder gar als Mittel zur Geldwäscherei miss- braucht Der Handel mit gestohlenen Kunstwerken blüht, afrikanische und asiatische Kulturstätten werden geplündert, und neuer- dings entfaltet sich ein reger Kunsthandel mit Kunstobjekten aus Osteuropa. Aber auch Schweizer Kulturgüter wandern un- gehindert ins Ausland, wie die erst kürzlich in der Presse veröf- fentlichte Affäre der Klosterbibliothek Dornach zeigt Die Schweiz spielt eine bedeutende Rolle als Umschlagplatz für illegale Geschäfte mit Kunstwerken und Kulturgütern und wurde in dieser Hinsicht in ausländischen Medien schon ver- schiedentlich als «Kunstwaschanlage» bezeichnet. Diese Si- tuation hat sich vor allem aus dem heutigen Rechtsvakuum entwickelt und nimmt Proportionen an, die der Schweiz nicht würdig sind. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 31. August 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 31 août 1992 Im Bereich des internationalen Kulturgüterhandels besteht in der Schweiz tatsächlich keine rechtliche Regelung. Der Bundesrat hat im Bericht über die Legislaturplanung 1991-1995 betont, dass im Bereich des Kulturgüterhandels Handlungsbedarf bestehe. Er will daher das Problem des in- ternationalen Handels mit Kultur- und Kunstgegenständen an- gehen und prüfen, ob diesbezüglich eine neue Bundeskom- petenz in der Bundesverfassung zu verankern sei und ob die Unterzeichnung der Unesco-Konvention vom 14. November 1970 über die Mittel zur Bekämpfung des illegalen Imports, Ex- ports und Eigentumsübergangs an Kulturgut in Erwägung zu ziehen ist Im übrigen hat die EG im Hinblick auf den europäi- schen Binnenmarkt im Bereich der Ein- und Ausfuhr von Kul- turgütern eine Verordnung und eine Richtlinie erarbeitet. Der Bundesrat wird bei seinen Bestrebungen diese Regelungsbe- mühungen der EG berücksichtigen. Er sieht vor, entspre- chende Vorschläge demnächst in eine Vernehmlassung zu geben. Dabei geht es nur darum, die Missbräuche und Auswüchse zu bekämpfen, nicht aber, den legalen Handel mit Kulturgütern zu erschweren oder einzuschränken. Namentlich sollen ille- gale Ausgrabungen, Kunstdiebstahl, widerrechtliche Ausfuhr und andere rechtswidrige Praktiken bekämpft werden. Damit soll unser Land seine Solidarität mit anderen Staaten, die durch illegale Transaktionen in ihrer kulturellen Identität ge- fährdet sind, zeigen. Auf mittlere Frist kann aber auch für die zum schweizerischen Patrimonium gehörenden Gegen- stände ein wirksamer Schutz erreicht werden. Der legale Han- del mit Kulturgütern und die Sammeltätigkeit Privater können zur Vielzahl und Vielfalt wertvoller Bestände und zum kulturel- len Verständnis beitragen. Internationaler Austausch kann grundsätzlich allen daran Beteiligten Vorteile bringen, wenn dabei die Grundsätze der Gegenseitigkeit, der Gleichberechti- gung und der kulturellen Selbstbestimmung eingehalten wer- den. Insofern können gesetzliche Regelungen anderer, mit2. Juni 1993 N 919 Postulat Caccia der Schweiz vergleichbarer Staaten nicht ohne weiteres über- nommen werden. Der Bundesrat ist bereit, eine Information der Kantone über diese Thematik anzuregen und zu fördern. Angesichts der in der Legislaturplanung formulierten Ziele so- wie der bereits laufenden Vorbereitungsarbeiten, in deren Ver- lauf noch verschiedene offene Fragen geklärt werden müs- sen, zieht der Bundesrat die Ueberweisung des Vorstosses in Postulatsform vor. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln. Frau Grossenbacher: Vor ungefähr eineinhalb Jahren wurde die gesamte Klosterbibliothek von Dornach im Kanton Solo- thurn nach Deutschland verkauft. Wie war das möglich? In- folge der Aufhebung des Kapuzinerklosters mangels Nach- wuchs und durch den Verkauf der Klostergebäude wurde auch das Inventar verkauft, u. a eine historisch sehr bedeu- tende Bibliothek, die für die Region, den Kanton und auch für unser Land wichtige Dokumente enthielt Ohne Wissen der zu- ständigen Behörden von Gemeinde und Kanton, des Kan- tonsbibliothekars, der Archivare usw., gelangte die Bibliothek über die Grenze und wurde in einem Katalog eines Kunst- händlers in Deutschland zum Verkauf angeboten. Ein Beispiel unter vielen. Das ist möglich, weil in der Schweiz für den Kulturgüterhandel keine rechtliche Regelung besteht. Einerseits können also wertvolle Kulturgüter ungehindert ins Ausland wandern; anderseits spielt auch der Kulturgüterhan- del eine Rolle: Gestohlene Kulturgüter aus dem Ausland kön- nen in unser Land eingeführt und hier gehandelt werden. Des- halb spielt die Schweiz eine bedeutende Rolle als Umschlag- platzfür illegale Geschäfte mit Kunstwerken und Kulturgütern. Sie wurde in dieser Hinsicht in ausländischen Medien schon verschiedentlich als «Kunstwaschanlage» bezeichnet. Diese Situation hat sich vor allem aus dem heutigen Rechtsva- kuum entwickelt und nimmt Proportionen an, die der Schweiz nicht würdig sind. Deshalb meine ich, dass möglichst schnell gesetzliche Bestimmungen geschaffen werden müssen, um solchen Missbräuchen im Kulturgüterhandel entgegenzuwir- ken, sei es im Exportbereich oder im Importbereich. Ferner meine ich, dass der Bund auch darauf hinwirken muss, dass die Kantone sich der Wichtigkeit ihrer Kulturgüter bewusst sind, denn gerade in unserer schnellebigen Zeit ist es wichtig, dass wir die Kulturgüter in unserer Region, in unserem Kanton, in unserem Land schützen. Denn auch das gibt uns Möglich- keiten, verwurzelt zu werden und Boden unter die Fusse zu er- halten. In seiner Antwort auf meine Motion gibt der Bundesrat zu, dass keine rechtliche Regelung im Kulturgüterhandel besteht Des- halb beharre ich auf meiner Motion und bitte Sie, mir dabei zu helfen und nicht dem Bundesrat zu folgen, der die Umwand- lung der Motion in ein Postulat beantragt. M™ Dreif uss, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral propose effectivement de transformer la motion de Mme Gros- senbacher en postulat parce qu'il ne peut pas prendre l'enga- gement, en ce qui le concerne et c'est le sens de la proposition qu'il vous fait, d'appliquer cette motion dans les délais et de la façon qui sont indiqués, même s'il peut prendre l'engagement d'agir dans ce sens. En particulier, l'exigence de la ratification immédiate de la Convention de l'Unesco de 1970 et de l'élaboration de la loi d'exécution correspondante semblent inapplicables au Conseil fédéral pour les raisons suivantes: depuis l'année der- nière l'Institut pour l'uniformisation du droit privé a entrepris des travaux. Cet institut a été mandaté par l'Unesco pour pré- parer avec un groupe d'experts internationaux un projet de convention réglant sur le plan du droit privé la restitution des biens culturels volés ou exportés illicitement Les dispositions élaborées actuellement par Unidroit vont plus loin que celles de la Convention de l'Unesco de 1970 et Unidroit a reçu une plus large adhésion de la part des Etats. Il serait par consé- quent souhaitable d'attendre la conclusion de ses travaux, prévue pour 1994, et d'en tenir compte dans la loi d'exécution de la Convention de l'Unesco de 1970. Il faudrait alors, en outre, inscrire dans la constitution une disposition donnant à la Confédération la compétence de légiférer en la matière. Dans ce sens-là, nous considérons que la proposition qui est faite par la motion ne peut raisonnablement être réalisée dans le temps imparti. Le Conseil fédéral reconnaît tout à fait que la motion Grossen- bacher est la première intervention parlementaire, depuis 1977, qui traite du commerce des biens culturels et du rôle problématique que la Suisse joue dans ce domaine. Grâce à cette intervention, les Commissions de la science, de l'éduca- tion et de la culture du Conseil national et du Conseil des Etats ont à leur tour présenté, lors des débats concernant l'article sur l'encouragement de la culture, des postulats en faveur de la signature de la Convention de l'Unesco de 1970. Mais la motion Grossenbacher, qui demande une base constitution- nelle, une disposition légale et une campagne d'information, est plus complète, mais également plus exigeante. Le dossier de consultation, qui comporte un projet de nouvel article constitutionnel donnant à la Confédération la compé- tence de légiférer en matière d'importation et d'exportation de biens culturels, qui devrait devenir l'article SObis de la constitu- tion, qui contient également une proposition de ratification de la Convention de l'Unesco de 1970 et un rapport explicatif, est prêt. Il est en actuellement au stade de la consultation au sein des offices concernés et la procédure de consultation devrait ainsi pouvoir s'ouvrir après les vacances d'été. Le retard, par rapport au calendrier initial qui prévoyait l'ouverture de la consultation avant les vacances d'été, est dû au fait que la lé- gislation de la Communauté européenne n'a été connue que tardivement, à la complexité bien sûr aussi de la matière et au fait que si l'on espérait, jusqu'au 6 décembre 1992, pouvoir poursuivre les travaux sur la base juridique de l'Accord sur l'Espace économique européen, le vote du 6 décembre 1992 fait que nous devons nous constituer aujourd'hui une autre base juridique. Dans ce sens-là, le Conseil fédéral vous propose de transfor- mer la motion en postulat, mais vous donne la garantie, sur la base des travaux déjà entrepris, de poursuivre dans la direc- tion indiquée par M™ Grossenbacher. Präsident: Der Bundesrat schlägt die Umwandlung in ein Postulat vor. Die Motionärin hält an der Motion fest. Abstimmung - Vote Für Ueberweisung der Motion 51 Stimmen Dagegen 38 Stimmen #ST# 92.3261 Postulat Caccia Politische Statistik Statistique politique Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1992 Wegen Personalproblemen im Bundesamt für Statistik ist seit Anfang Mai 1992 die Datenaufbereitung im Bereich der politi- schen Statistik eingestellt. Ich sehe zwar ein, dass in den Sektoren, die direkt von der eu- ropäischen Integration betroffen sind, besondere Anstrengun- gen unternommen werden müssen. Dennoch ersuche ich den Bundesrat, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, so dass im Bereich der politischen Statistik die Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann. Die Massnahmen sollen für Kon- tinuität sorgen und sicherstellen, dass die politische Statistik auch in Zukunft die wachsenden Ansprüche aus Wissen- schaft, Medien und Politik zu befriedigen vermag.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Grossenbacher Die Schweiz als umstrittene Drehscheibe des internationalen Kulturgüterhandels Motion Grossenbacher La Suisse, plaque tournante du trafic de biens culturels In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 02 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3259 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.06.1993 - 08:00 Date Data Seite 918-919 Page Pagina Ref. No 20 022 752 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.