Abteilung III C-5931/2008 {T 0/2} U r t e i l v o m 9 . D e z e m b e r 2 0 0 9 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), Richter Blaise Vuille, Richter Antonio Imoberdorf, Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann. A._______, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Visum zu Besuchszwecken. B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i f f é d é r a l T r i b u n a l e a m m i n i s t r a t i v o f e d e r a l e T r i b u n a l a d m i n i s t r a t i v f e d e r a l Besetzung Parteien GegenstandC-5931/2008 Sachverhalt: A. Die 1971 geborene sri-lankische Staatsangehörige B._______ (im Fol- genden: Gesuchstellerin) beantragte am 11. Juni 2008 bei der Schwei- zerischen Botschaft in Colombo ein Visum. Als Zweck ihrer Einreise vermerkte sie, während dreier Monate ihren Cousin A._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) in Zürich besuchen und an einer Gedenkfeier für den verstorbenen Onkel teilnehmen zu wollen. B. In einem bereits zuvor, am 24. April 2008 an die Schweizerische Ver- tretung in Colombo gerichteten Einladungsschreiben hielt der Gastge- ber fest, seine Cousine habe aus zeitlichen Gründen nicht an der Be- erdigung seines am 23. Mai 2007 in der Schweiz verstorbenen Vaters teilnehmen können. Nun planten sie aus Anlass des ersten Todestages in Adliswil am 15. Juni 2008 eine hinduistische Gedenkfeier. Eine sol- che Feier habe in ihrer religiösen Gemeinschaft grosse Bedeutung, und es wäre schön, wenn die Cousine, die zu seinem Vater eine enge Beziehung gehabt habe, daran teilnehmen könnte. C. Die Schweizer Vertretung weigerte sich, in eigener Kompetenz ein Vi- sum zu erteilen, und leitete das Gesuch zur Prüfung und zum Ent- scheid an die Vorinstanz weiter. D. Zum Antrag begrüsst, holte das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber ergänzende Auskünfte ein und leitete sie an die Vorin- stanz weiter. Letztere lehnte es in einer Verfügung vom 15. August 2008 ab, das beantragte Besuchsvisum zu erteilen. Dies im Wesentli- chen mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wieder- ausreise nach einem Besuchsaufenthalt könne nicht als gesichert be- trachtet werden. Die Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Ver- hältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck festzustellen sei. Bei der Gesuchstellerin selbst seien weder gesellschaftliche Verpflich- tungen noch familiäre Verantwortlichkeiten vorhanden, die trotz der all- gemeinen Verhältnisse besondere Gewähr für eine Wiederausreise bieten könnten. Seite 2C-5931/2008 E. Mit Beschwerde vom 15. September 2008 beantragt der Gastgeber durch seinen Rechtsvertreter, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzu- heben, und der Gesuchstellerin sei das gewünschte Visum auszustel- len. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, dass die Wiederausreise der Gesuchstel- lerin nach einem Besuchsaufenthalt nicht gesichert wäre. Diese habe in ihrem Heimatland berufliche Verpflichtungen und familiäre Verant- wortlichkeiten. Sie arbeite als "Beautisan Teaching" im Bildungsdepar- tement (was im übrigen schon gegenüber der Botschaft in Colombo of- fengelegt worden sei) und habe Eltern, die auf eine Unterstützung durch sie angewiesen seien. Er (der Beschwerdeführer) garantiere zu- dem für eine fristgerechte Wiederausreise. Komme hinzu, dass anläss- lich der Beerdigung seines Vaters im letzten Jahr diverse Familienmit- glieder (aus Sri Lanka) in die Schweiz hätten einreisen können, die alle wieder ausgereist seien. Zusammen mit der Beschwerde wurden diverse Beweismittel zu den Akten gereicht. F. In einem unaufgefordert eingereichten Schreiben vom 12. Oktober 2008 bestätigte der Beschwerdeführer noch persönlich seine Interes- senlage. G. Die Vorinstanz hält in ihrer Vernehmlassung vom 5. November 2008 an der angefochtenen Verfügung fest und schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Abklärungen der Schweizer Vertretung in Colombo hät- ten ergeben, dass die Gesuchstellerin zwar tatsächlich als Kosmetik- Lehrerin arbeite, allerdings nicht als Angestellte des Staates, sondern im Rahmen eines befristeten Vertrages bzw. auf freiberuflicher Basis für eine lokale Behörde in Vavuniya. Diese Feststellung werde durch den Umstand untermauert, dass vorliegend weder Lohnausweise noch Nachweise über bezahlte Sozialversicherungsbeiträge ediert worden seien, und auch keine Erlaubnis des zuständigen Ministeriums in Co- lombo für eine dreimonatige Ferienabwesenheit habe vorgelegt wer- den können. Was den Einwand des Beschwerdeführers betreffend vorangegange- ner, mit dem Todesfall verbundener und korrekt verlaufener Verwand- Seite 3C-5931/2008 tenbesuche betreffe, so hätten von insgesamt 13 Antragstellern tat- sächlich fünf ein Visum erhalten. Dafür, dass diese fünf Personen nach dem Aufenthalt in der Schweiz wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt seien, beständen aber keine Belege. Im Gegenteil; bei den srilanki- schen Behörden sei wohl die Ausreise aus dem Land, nicht jedoch die Rückkehr dorthin registriert worden. H. Mit Eingaben vom 2. und 16. Februar 2009 reicht der Beschwerdefüh- rer eine Bestätigung des Deputy Minister of Education vom 9. Januar 2009 zu den Akten. Dem Dokument ist zu entnehmen, dass die Ge- suchstellerin seit anfangs Januar 2008 als Kosmetik-Lehrerin in Vavu- niya arbeite. Seit dem 1. September 2008 habe sie eine Festanstel- lung. Sie habe 45 Tage Urlaub zur Verfügung, und wolle nach ihren Fe- rien wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Im Weiteren bestreitet der Beschwerdeführer, dass seine Verwandten nach dem Besuchsauf- enthalt nicht in ihre Heimat zurückgekehrt seien. Diese hätten sich be- reits im letzten Jahr bei der Schweizerischen Vertretung in Colombo zurückgemeldet, und diese Meldung in der Zwischenzeit nochmals wiederholt. I. Mit weiteren Eingaben vom 11. und 22. April 2009 reichte der Be- schwerdeführer zusätzliche Dokumente zu den Akten. Daraus könne entnommen werden, dass die Gesuchstellerin in wirtschaftlich gefes- tigten Verhältnissen lebe und überhaupt keine Veranlassung habe, ihre Heimat zu verlassen. J. In einer Eingabe vom 25. Oktober 2009 bringt der Beschwerdeführer unter anderem sinngemäss vor, dass die Gesuchstellerin nun nicht mehr wie geplant an der Totengedenkfeier für seinen Vater teilnehmen könne. In der Zwischenzeit habe sich aber ein neuer Anlass für den Besuch ergeben. Am 22. November 2009 habe seine Tochter ihre Fir- mung. So hoffe er nun, dass seine Cousine zumindest an diesem Fest dabei sein könne. Zusammen mit der Eingabe reichte der Beschwer- deführer u.a. die Kopie eines Briefes des katholischen Pfarramts Maria Lourdes in Zürich (adressiert an die Eltern der zur Firmung vorgesehe- nen Kinder) zu den Akten. K. Auf die erwähnten Akten und auf weitere, im Zusammenhang mit der Seite 4C-5931/2008 Frage der Rückkehr früherer Besucher vom Beschwerdeführer bzw. der Vorinstanz edierter Dokumente wird – soweit entscheidswesentlich – in den Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge- gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Vi- sums zu Besuchszwecken verweigert wird. In dieser Materie urteilt das Bundesverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundes- gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be- schwerde berechtigt. Auf die frist- und formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts- erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be- schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge- mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge- bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent- scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur- teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). Seite 5C-5931/2008 3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun- gen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot- schaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189). 4. Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204) am 12. Dezember 2008 (dem Datum auch des Inkrafttretens des Abkom- mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos- senschaft, der Europäischen Union und der Europäischen Gemein- schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An- wendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden gemäss Art. 57 VEV nach neu em Recht fortgeführt (und damit insbesondere nach dem übergeordneten Schengen-Recht). 5. 5.1 Zur Einreise in den Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, d.h. Bürger eines nicht zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1 Ziffer 1 des Bun- desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz- übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG ). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ih- res beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informati- onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf- Seite 6C-5931/2008 fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit- gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). 5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert ist. Damit wird keine zusätzliche, lediglich im nationalen Recht verankerte Einreisevoraus- setzung aufgestellt. Vielmehr handelt es sich dabei um dieselbe Frage- stellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen Über- prüfung des Aufenthaltszwecks. Die Angabe des vorübergehenden Aufenthaltszwecks stellt nämlich zugleich eine Absichtserklärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wieder ausreisen zu wollen. So verlangt insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo- matischen Missionen und die konsularischen Vertretungen, die von Berufskonsularbeamten geleitet werden (GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1–149), im Zusammenhang mit dem Entscheid über den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. C 326, S. 10). Im Zusammenhang mit der Überprüfung des Aufent- haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung bezüglich des Merkmals der gesicherten Wiederausreise angeknüpft werden (vgl. hierzu auch die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C- 1509/2008 vom 13. Februar 2009 sowie C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 jeweils E. 5.2 und E. 5.3). 6. In Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) sind diejenigen Staaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums sein müssen. Sri Lanka ist in diesem Anhang aufgeführt, weshalb die Ge suchstellerin der Visumspflicht unterliegt. 7. 7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re- gel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 7.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Her- kunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesu- che von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit poli- Seite 7C-5931/2008 tisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in sol- chen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Ein- reisebewilligung in Einklang steht. 7.3 Die Wirtschaft Sri Lankas ist im Jahr 2008 real um 6,0% gewach- sen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2'014 USD, das Bruttoinlandpro- dukt (BIP) 40,7 Mrd. USD. Die Werte des ersten Quartals 2009 (+1,5%) lassen für das Gesamtjahr jedoch eine geringere Rate erwar- ten. Ein Problem für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Lan- des ist die Inflation, die 2008 eine Rekordhöhe von durchschnittlich 22,6% erreichte. Zurzeit schwächt die Preissteigerung aber ab: im Juni 2009 lag die 12-Monats-Rate bei 12,5%. Die wirtschaftliche Entwick- lung Sri Lankas weist allerdings grosse regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Demgegenüber ist der Norden und Osten des Landes durch den – mit Unterbrechungen – 26 Jahre währenden und erst im Mai 2009 beendeten Bürgerkrieg in seiner Entwicklung zurückgeworfen und beim wirtschaftlichen Wieder - aufbau sowohl auf erhebliche Hilfe der eigenen Regierung als auch auf internationale Unterstützung angewiesen (Quelle: Auswärtiges Amt, <http://www.auswaertiges-amt.de >, Länder, Reisen und Sicher heit > Sri Lanka > Wirtschaft, Stand: Juli 2009, besucht am 23. No vember 2009). In diesem Zusammen hang gehört die Für sorge für die rund 272'000 in Lagern untergebrachten Bürgerkriegsvertriebenen und deren Wieder- ansiedlung in ihre Heimatorte zu den vordringlichsten in nenpolitischen Aufgaben. Zudem hat das Ende des Bürgerkriegs, der nach letzten Schätzungen 100'000 Todesopfer forderte, die Diskussion um eine politische Lö sung für den ethnischen Konflikt zwi schen der singhalesischen Bevöl kerungsmehrheit und der sich dis kriminiert füh - lenden tamilischen Min derheit wiederentfacht. Derzeit scheint eine sol - che Lösung jedoch noch in weiter Ferne zu liegen (Quelle: Auswärti ges Amt, a.a.O., Innenpolitik, Stand: August 2009, besucht am 23. No- vember 2009; vgl. auch JUDITH M ACCHI, R AINER M ATTERN, Schweizeri sche Flüchtlingshilfe, Sri Lanka: Aktuelle Situation, Update vom 7. Juli 2009, S. 22). 7.4 Die schwierige Lage des Landes bzw. der dortigen Bevölkerung spiegelt sich im Übrigen in der schweizerischen Asylstatistik wieder. Im Jahre 2008 stellten 1'262 Personen aus Sri Lanka ein Asylgesuch (beinahe doppelt so viele wie im Vorjahr). Damit lag das Land in der Seite 8C-5931/2008 Statistik der Asylgesuche nach Nationen an fünfter Stelle. In den drei ersten Quartalen dieses Jahres ersuchten bereits 1'122 Personen aus Sri Lanka hier um Asyl; in der Asylstatistik nach Nationen lag Sri Lan ka in den ersten beiden Quartalen 2009 an zweiter, im dritten Quartal im - merhin noch an dritter Stelle (vgl. kommentierte Asylstatistiken des BFM des 1., 2. und 3. Quartals 2009, je S. 2). 7.5 Vor dem Hintergrund des erst vor kurzem beendeten Bürger kriegs, der vielfältigen Probleme der tamilischen Bevölkerung in Sri Lanka und der grossen Anzahl Asylsuchender aus diesem Staat ist die Beurteilung der Vorinstanz, die das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise als hoch einschätzte, grundsätzlich nicht zu beanstanden. Nun ent- bindet die Einschätzung der allge meinen Situation zwar nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung der persönlichen Ver hältnisse. Es ver - steht sich aber von selbst, dass vergleichsweise hohe Anforderungen zu setzen sind, wenn es darum geht, eine besondere persönliche, familiäre oder berufliche Verwurzelung darzutun, welche das generell anzunehmende Risiko entscheidend zu relativieren ver mag. 8. 8.1 8.1.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 38-jährige, un - verheiratete und kinderlose Frau. Gestützt auf im Beschwerdeverfah ren zu den Akten gegebene schriftliche Erklärungen ist davon auszu gehen, dass sie zusammen mit ihren Eltern wohnt, die in zwischen 75 bzw. 64 Jahre alt sind. Irgendwelche Indizien für das Bestehen eines be- sonderen Betreuungsbedarfs, der dazu noch nur durch die Gesuch- stellerin selbst abgedeckt werden könnte, sind aus den Akten nicht er - sichtlich. Gegen ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis spricht nur schon der Umstand, dass sich die Gesuchstellerin ohne zwingenden Grund gleich für volle drei Monate von zuhause weg begeben möchte. 8.1.2 Eine weitere Verwurzelung sieht der Beschwerdeführer im Um - stand, dass die Gesuchstellerin verlobt sei. Über ihre familiären Zu - kunftspläne wurde allerdings nichts offenbart. Nun kann ein solches Eheversprechen für sich allein nicht verlässlich an einer Emigration hindern. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass jemand trotz des Versprechens nachträglich andere Prioritäten setzt, oder sich gar in Absprache mit dem zukünftigen Partner für eine Auswanderung ent - scheidet in der Erwartung bzw. Hoffnung, dass dieser später nachrei - sen kann. Seite 9C-5931/2008 8.1.3 Insgesamt sind bei der Gesuchstellerin demnach keine zwingen - den familiären Verpflichtungen in ihrer Heimat erkennbar, welche die Prognose einer fristgerechten und anstandslosen Wiederausreise be - günstigen könnten. 8.2 8.2.1 Gemäss den im Beschwer deverfahren eingereichten Unterlagen arbeitet die Gesuchstellerin seit anfangs Januar 2008 als Kosmetikleh - rerin in Vavuniya. Seit dem 1. September 2008 ist sie Staatsangestell te mit unbefristetem Arbeitsvertrag. Welches Pensum sie hat und wel chen Lohn sie dabei erzielt, wurde allerdings nicht offen gelegt. Punk to Ver- mögen wurden im Beschwerdeverfahren Dokumente ediert, wel che der Gesuchstellerin Landbesitz und ein Bankguthaben in der Höhe von rund 1'728'000 srilankische Rupien (umgerechnet rund CHF 15'270; Stand 13. März 2009) bescheinigen. 8.2.2 Insgesamt kann somit davon ausgegangen werden, dass die Gesuchstellerin eine Arbeitsstelle hat und über gewisse Vermögens - werte verfügt. Ein vollständiges Bild über ihre wirtschaftliche Situation ist allerdings auf der Basis der gewährten Aufschlüsse nicht möglich. Kommt hinzu, dass das aktuelle Arbeitsverhältnis noch keine zwei Jahre und damit nicht sehr lange besteht. Schliesslich ist auch in die - sem Zusammenhang auffällig, dass nicht nur eine kurze Landesabwe - senheit von Tagen oder Wochen, sondern von ganzen drei Monaten deklariert wurde. Es stellt sich – trotz der eingereichten Bestätigung des Arbeitgebers – die berechtigte Frage, wie eine solch lange Abwe - senheit mit den Verpflichtungen aus dem Arbeitsverhältnis in Einklang zu bringen wäre. 8.3 Vor dem aufgezeigten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach davon ausgehen, dass keine hinrei- chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausrei se der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An die ser Beurteilung vermögen die Zusicherungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Diese sind rechtlich nicht verbindlich und faktisch auch nicht durchsetzbar. Als Gastgeber kann der Beschwerdeführer zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Be - suchsaufenthalt, aus nahe liegenden Gründen aber nicht für ein be - stimmtes Verhalten seines Gastes garantieren (vgl. anstelle vieler: Ur - teile des Bundesverwaltungsgerichts C-204/2008 vom 5. März 2009 E.8.4 und C-2618/2008 vom 26. Februar 2009 E. 11). Seite 10C-5931/2008 Aus den gleichen Gründen kann auch nicht entscheidend sein, dass schon andere Verwandte beim Beschwerdeführer zu Besuch waren und gemäss seiner Darstellung fristgerecht wieder nach Sri Lanka zu- rückgekehrt sein sollen. 9. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 10. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]). Dispositiv S. 12 Seite 11C-5931/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: - den Beschwerdeführer (Einschreiben) - die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] retour) - das Migrationsamt des Kantons Zürich ad ZH [...] Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Andreas Trommer Denise Kaufmann Versand: Seite 12