<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung des Bürgerrechtsgesetzes zu unterbreiten, mit welcher zukünftige Doppelbürgerschaften aufgrund Einbürgerungen eingeschränkt und durch ein Optionsmodell ersetzt werden. Insbesondere sollen Staatsangehörige von Ländern, welche Schweizer Staatsbürgern keine Doppelbürgerschaft ermöglichen, ihrerseits auch kein Doppelbürgerrecht erhalten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit dem 1. Januar 1992 ist in der Schweiz das Doppelbürgerrecht ohne Einschränkungen zulässig. Die Motion Hutter-Hutter 04.3226, "Ausschluss des Doppelbürgerrechts", vom 5. Mai 2004, die das Doppelbürgerrecht verbieten wollte, lehnte der Bundesrat ab; er stellte aber eine vertiefte Prüfung der Fragestellung in Aussicht. Der Bundesrat hatte am 16. Februar 2005 das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement beauftragt, einen Bericht über die wichtigsten offenen Fragen des Bürgerrechts zu verfassen. Das Bundesamt für Migration erarbeitete daraufhin mit anderen Stellen des Bundes und Vertretern der Kantone einen umfassenden Bericht, der sich u. a. auch zum Thema Doppelbürgerrecht äusserte (Bericht des Bundesamtes für Migration vom 20. Dezember 2005 über hängige Fragen des Bürgerrechts). Am 9. März 2007 hat der Bundesrat von diesem Bericht Kenntnis genommen und empfohlen, das Mehrfachbürgerrecht weiterhin uneingeschränkt zuzulassen. Die Motion Hutter-Hutter wurde letztlich abgeschrieben, da sie nicht innerhalb der vorgesehenen zweijährigen Frist durch das Parlament beraten wurde.</p><p>Aus dem Text der Motion geht nicht klar hervor, ob das Doppelbürgerrecht durch Einbürgerung generell verboten oder nur nach bestimmten Kriterien eingeschränkt werden soll. Von der Möglichkeit des Doppelbürgerrechts sollen jedenfalls insbesondere einbürgerungswillige Ausländerinnen und Ausländer ausgeschlossen werden, deren Heimatstaaten kein Mehrfachbürgerrecht zulassen. Der Bundesrat lehnt ein generelles oder partielles Verbot des Doppelbürgerrechts ab. In der Praxis hat das Doppelbürgerrecht seit der Einführung im Jahr 1992 zu keinen erheblichen Problemen geführt; dies gilt ebenfalls für die in der Motion aufgeführten Bereiche. Das uneingeschränkte Doppelbürgerrecht hat sich bewährt und ist auch Ausdruck unserer Konsensdemokratie und der Fähigkeit der Schweiz, unterschiedliche kulturelle Gruppen zu integrieren.</p><p>Im Übrigen ist das heute bestehende Doppelbürgerrecht bei den parlamentarischen Beratungen zur Totalrevision des Bürgerrechtsgesetzes (11.022, "Bürgerrechtsgesetz. Totalrevision") nicht infrage gestellt worden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.