<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 108 S.477</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">477</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>108 Besoldung. Einstufung eines Bezirksgerichtsschreibers.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Die differenzierte Einstufung von Gerichtsschreibern lässt sich grund-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sätzlich nicht beanstanden (Erw. 1 - 3).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>- Die Anforderungen der beantragten Lohneinstufung sind in concreto</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nicht erfüllt (Erw. 4).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 30. Mai 2005 in Sachen</span><br/> <span class="ft3">P. gegen Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten X. (BE.2004.50009).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/> <span class="ft1">II. 1. a) Die Einstufung der Mitarbeitenden in die einzelnen</span><br/> <span class="ft1">Lohnstufen erfolgt nach Massgabe der Arbeitsplatzbewertung ABA-</span><br/> <span class="ft1">KABA sowie unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktsituation (vgl.</span><br/> <span class="ft1">§ 5 LD sowie AGVE 2004, S. 392 ff.). Gemäss den in § 5 Abs. 2 LD</span><br/> <span class="ft1">aufgeführten Kriterien erfolgt die Arbeitsplatzbewertung aufgrund</span><br/> <span class="ft1">der Anforderungen und Belastungen einerseits sowie der Verantwor-</span><br/> <span class="ft1">tung anderseits, welche mit einer bestimmten Funktion verbunden</span><br/> <span class="ft1">sind.</span><br/> <span class="ft1">b) In Bezug auf die Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschrei-</span><br/> <span class="ft1">ber der Bezirksgerichte, der Spezialverwaltungsgerichte sowie des</span><br/> <span class="ft1">Obergerichts erfolgten im Nachgang zur Empfehlung der Schlich-</span><br/> <span class="ft1">tungskommission insgesamt sieben unterschiedliche Arbeitsplatzbe-</span><br/> <span class="ft1">wertungen. Ergänzend wurde in der "Einreihungstabelle der Ge-</span><br/> <span class="ft1">richtsschreiberfunktionen bei den Justizbehörden" umschrieben, nach</span><br/> <span class="ft1">welchen Gesichtspunkten die Zuordnungen zu den einzelnen Funk-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">478</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">tionsbezeichnungen (GS 1, 2, 2A, 3, 3A, 4) bzw. den entsprechenden</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsplatzbewertungen zu erfolgen haben. Wesentlich ist in diesem</span><br/> <span class="ft1">Zusammenhang, dass die Einreihungstabelle ein blosses Hilfsmittel</span><br/> <span class="ft1">bildet; massgebend für die Lohneinstufung sind letztlich allein die</span><br/> <span class="ft1">Kriterien der Arbeitsplatzbewertung (sowie allenfalls die Marktsitua-</span><br/> <span class="ft1">tion, vgl. lit. a hievor).</span><br/> <span class="ft1">Aus dem Gesamtzusammenhang sowie insbesondere aus der</span><br/> <span class="ft1">Einreihungstabelle ergibt sich, dass für die Einstufung der Gerichts-</span><br/> <span class="ft1">schreiberinnen und Gerichtsschreiber das Fachwissen der jeweiligen</span><br/> <span class="ft1">Stelleninhabenden (z.B. Zusatzausbildungen wie Anwaltspatent und</span><br/> <span class="ft1">Dissertation, Erfahrung, spezielle Fachkompetenz u.a.) eine gewich-</span><br/> <span class="ft1">tige Rolle spielt. Sobald die betroffenen Mitarbeitenden die entspre-</span><br/> <span class="ft1">chenden Kriterien erfüllen, wird in der Regel die Funktionszuord-</span><br/> <span class="ft1">nung bzw. die Lohneinstufung entsprechend angepasst. Nur in Bezug</span><br/> <span class="ft1">auf einzelne Funktionen ist insofern eine Limitierung vorgesehen, als</span><br/> <span class="ft1">z.B. grundsätzlich pro Gericht nur eine Gerichtsschreiberin bzw. ein</span><br/> <span class="ft1">Gerichtsschreiber der Funktion GS 3A zugeordnet werden darf. Im</span><br/> <span class="ft1">Übrigen besteht ein "angenäherter" Automatismus, d.h. es erfolgt</span><br/> <span class="ft1">eine Anpassung der Funktionszuordnung, sofern im konkreten</span><br/> <span class="ft1">Einzelfall nicht spezifische Umstände dagegen sprechen.</span><br/> <span class="ft1">c) Nach Auffassung des Personalrekursgerichts steht der Um-</span><br/> <span class="ft1">stand, dass sich die Einreihung der Gerichtsschreiberinnen und Ge-</span><br/> <span class="ft1">richtsschreiber massgeblich nach ihrem individuellen Fachwissen</span><br/> <span class="ft1">richtet, in einem gewissen Spannungsverhältnis dazu, dass nach</span><br/> <span class="ft1">ABAKABA die Bewertung der Arbeitsplätze grundsätzlich unab-</span><br/> <span class="ft1">hängig von den jeweiligen Stelleninhabenden erfolgt. Allerdings</span><br/> <span class="ft1">kann eine Arbeitsplatzbewertung nicht über die Wechselwirkungen</span><br/> <span class="ft1">zwischen den einzelnen Funktionen und den Funktionsträgern</span><br/> <span class="ft1">hinwegsehen; je nach Qualifikation der Mitarbeitenden wird eine</span><br/> <span class="ft1">Stelle unter Umständen derart verschieden wahrgenommen, dass sie</span><br/> <span class="ft1">auch anders zu bewerten ist. Hinzu kommt, dass im vorliegenden</span><br/> <span class="ft1">Fall die Regelung als Ganzes unbestritten ist und sie zudem auch</span><br/> <span class="ft1">vom Mitbegründer von ABAKABA ausdrücklich befürwortet und als</span><br/> <span class="ft1">systemkonform erachtet wird. Für das Gericht besteht daher in</span><br/> <span class="ft1">concreto kein Anlass, die gewählte Lösung für die unterschiedlichen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">479</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Einstufungen der Gerichtsschreiberfunktionen im Grundsatz zu über-</span><br/> <span class="ft1">prüfen und allenfalls zu korrigieren.</span><br/> <span class="ft1">2. a) Relevant für die Beurteilung des vorliegenden Falls ist</span><br/> <span class="ft1">vorab der Vergleich zwischen der Funktion GS 2A (Lohnstufe 13; ef-</span><br/> <span class="ft1">fektive Einreihung des Beschwerdeführers) und der Funktion GS 3A</span><br/> <span class="ft1">(Lohnstufe 14; beantragte Einreihung des Beschwerdeführers). Beide</span><br/> <span class="ft1">Funktionen betreffen Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber</span><br/> <span class="ft1">ohne Anwaltspatent oder Dissertation und mit mindestens 2 Jahren</span><br/> <span class="ft1">Erfahrung (andernfalls erfolgt eine Einreihung in die Funktion GS 1</span><br/> <span class="ft1">bzw. die Lohnstufe 12). Der Unterschied liegt gemäss der Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">platzbewertung ABAKABA in der differenzierten Bewertung des</span><br/> <span class="ft1">Merkmals I 1.2 "zusätzlich erforderliches (Fach-)Wissen". Für die</span><br/> <span class="ft1">Funktion GS 2A anerkannt ist ein Fachwissen "fachbezogen und eng</span><br/> <span class="ft1">umschrieben", für die Funktion GS 3A ein Fachwissen "fachfremd</span><br/> <span class="ft1">bzw. fachbezogen breit und vertieft". Diese Differenzierung bewirkt</span><br/> <span class="ft1">eine unterschiedliche gewichtete Gesamtpunktzahl (GS 2A: 515</span><br/> <span class="ft1">Punkte; GS 3A: 524 Punkte), was wiederum die Einreihung in zwei</span><br/> <span class="ft1">verschiedene Lohnstufen zur Folge hat. Gemäss der Einreihungsta-</span><br/> <span class="ft1">belle bedarf es für die Zuordnung zur Lohnstufe GS 3A gegenüber</span><br/> <span class="ft1">der Zuordnung zur Lohnstufe GS 2A zusätzlich der "Übernahme von</span><br/> <span class="ft1">besonderen Aufgaben aufgrund ausgewiesener Fachkompetenz".</span><br/> <span class="ft1">b) Wesentlich erscheint im Weiteren der Vergleich der Funktio-</span><br/> <span class="ft1">nen GS 2A und 3A zu den Funktionen GS 2 (Lohnstufe 13) und GS 3</span><br/> <span class="ft1">(Lohnstufe 14) betreffend Gerichtsschreiberinnen und Gerichts-</span><br/> <span class="ft1">schreiber mit Anwaltspatent oder Dissertation. Bei den Betroffenen</span><br/> <span class="ft1">wird im Unterschied zu den Funktionen GS 2A und 3A im Merkmal I</span><br/> <span class="ft1">1.1 "Ausbildung" zusätzlich zum Hochschulabschluss eine Zusatz-</span><br/> <span class="ft1">ausbildung anerkannt. Die Differenzierung zwischen den Funktionen</span><br/> <span class="ft1">GS 2 und GS 3 erfolgt nach Massgabe des Merkmals I 1.3 "Er-</span><br/> <span class="ft1">fahrung": Sofern die Betroffenen über weniger als zwei Jahre Erfah-</span><br/> <span class="ft1">rung verfügen, werden sie der Funktion GS 2 zugeordnet, andernfalls</span><br/> <span class="ft1">der Funktion GS 3. Gemäss Einreihungstabelle besteht ein weiterer</span><br/> <span class="ft1">Unterschied darin, dass die Zuordnung zur Funktion GS 3 die</span><br/> <span class="ft1">"Übernahme von besonderen Aufgaben aufgrund Anwaltspatent oder</span><br/> <span class="ft1">Dissertation" voraussetzt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">480</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">c) Aus der beschriebenen Differenzierung ergibt sich, dass die</span><br/> <span class="ft1">Funktion GS 3A jenen Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschrei-</span><br/> <span class="ft1">bern offen steht, welche zwar nicht über ein Anwaltspatent oder eine</span><br/> <span class="ft1">Dissertation verfügen, sich aber über ein adäquates, in der Praxis</span><br/> <span class="ft1">relevantes ("Übernahme von besonderen Aufgaben") Fachwissen</span><br/> <span class="ft1">auszuweisen vermögen. Dieses Kriterium ist denn auch massgebend</span><br/> <span class="ft1">für die Unterscheidung zwischen den Funktionen GS 2A und GS 3A</span><br/> <span class="ft1">bzw. die entsprechende Abgrenzung beim Merkmal I 1.2 "Zusätzlich</span><br/> <span class="ft1">erforderliches (Fach-)Wissen". Die Einteilung in die Funktion GS 3A</span><br/> <span class="ft1">lässt sich mithin nur rechtfertigen beim Vorliegen einer Fachkompe-</span><br/> <span class="ft1">tenz, welche sich deutlich abhebt vom durchschnittlichen Know-how</span><br/> <span class="ft1">von Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreibern, welche zwar</span><br/> <span class="ft1">über eine gewisse Erfahrung, jedoch weder über Anwaltspatent oder</span><br/> <span class="ft1">Dissertation verfügen. Die Differenzierung erscheint sachgerecht und</span><br/> <span class="ft1">lässt sich im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung nicht beanstan-</span><br/> <span class="ft1">den.</span><br/> <span class="ft1">d) Der Vollständigkeit halber sei auf Folgendes hingewiesen: Es</span><br/> <span class="ft1">erscheint unverständlich, dass in der Einreihungstabelle für die Um-</span><br/> <span class="ft1">schreibung der Funktion GS</span> <span class="ft1">3 zusätzlich zu Anwaltspa-</span><br/> <span class="ft1">tent/Dissertation und mindestens 2 Jahren Erfahrung die "Übernahme</span><br/> <span class="ft1">von besonderen Aufgaben aufgrund Anwaltspatent oder Dissertation"</span><br/> <span class="ft1">genannt wird (vgl. lit. b hievor). Diese Voraussetzung findet in der</span><br/> <span class="ft1">entsprechenden Arbeitsplatzbewertung keine Grundlage. Zusätzlich</span><br/> <span class="ft1">zur Ausbildung existiert gemäss dem Arbeitsplatzbewertungssystem</span><br/> <span class="ft1">ABAKABA kein Unterschied zwischen der Funktion GS 2 und</span><br/> <span class="ft1">GS 3. Die in der Umschreibung der Funktion GS 3 zusätzlich ge-</span><br/> <span class="ft1">nannte Voraussetzung widerspricht auch dem Umstand, dass in Be-</span><br/> <span class="ft1">zug auf die Einreihung in die Funktionen GS 2 und GS 3 ein "ange-</span><br/> <span class="ft1">näherter" Automatismus besteht und diese Funktionen nicht limitiert</span><br/> <span class="ft1">sind (vgl. Erw. 1/b hievor). Es würde sich daher rechtfertigen, den</span><br/> <span class="ft1">Passus zu streichen und allenfalls einen Vorbehalt aufzunehmen,</span><br/> <span class="ft1">wonach das Erreichen der notwendigen Erfahrungsjahre keinen un-</span><br/> <span class="ft1">bedingten Anspruch auf einen Lohnstufenwechsel begründet. Da</span><br/> <span class="ft1">aber die Einreihungstabelle ein blosses Hilfsmittel darstellt (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Erw. 1/b hievor), erübrigt es sich für das Gericht korrigierend einzu-</span><br/> <span class="ft1">greifen.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">481</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Unproblematisch erscheint demgegenüber das Kriterium "Über-</span><br/> <span class="ft1">nahme besonderer Aufgaben aufgrund ausgewiesener Fachkompe-</span><br/> <span class="ft1">tenz" in Bezug auf die Funktion GS 3A, da hier ein unmittelbarer Be-</span><br/> <span class="ft1">zug zur entsprechenden Arbeitsplatzbewertung besteht (vgl. lit. a hie-</span><br/> <span class="ft1">vor). Als "Übernahme besonderer Aufgaben" sind sowohl die Wahr-</span><br/> <span class="ft1">nehmung eines erweiterten Aufgabengebiets als auch die Erfüllung</span><br/> <span class="ft1">der angestammten Aufgaben in besonderer Qualität denkbar.</span><br/> <span class="ft1">3. a) Der Beschwerdeführer behauptet vorab, eine differenzierte</span><br/> <span class="ft1">Einreihung der Gerichtsschreiberinnen und -schreiber nach Mass-</span><br/> <span class="ft1">gabe des erforderlichen Zusatzwissens (Kriterium gemäss ABA-</span><br/> <span class="ft1">KABA-Bewertung) bzw. der Wahrnehmung "besonderer Aufgaben"</span><br/> <span class="ft1">(Kriterium gemäss Einreihungstabelle) lasse sich nicht rechtfertigen.</span><br/> <span class="ft1">Er stützt sich dabei auf die Ausführungen in der Empfehlung der</span><br/> <span class="ft1">Schlichtungskommission. Nach seiner Auffassung sollte in Bezug</span><br/> <span class="ft1">auf die Abgrenzung zwischen den Funktionen GS 2A und 3A allein</span><br/> <span class="ft1">auf die Berufserfahrung abgestellt werden, da nur dieses Kriterium</span><br/> <span class="ft1">objektiv messbar sei. Die Argumentationen erweisen sich aus mehre-</span><br/> <span class="ft1">ren Gründen als haltlos.</span><br/> <span class="ft1">b) Vorab gilt es festzuhalten, dass im Anschluss an das Schlich-</span><br/> <span class="ft1">tungsverfahren die ABAKABA-Protokolle sowie die Einreihungsta-</span><br/> <span class="ft1">belle grundlegend überarbeitet wurden. Ursprünglich wurden</span><br/> <span class="ft1">Differenzierungen anhand des Merkmals IV "Besondere Verantwor-</span><br/> <span class="ft1">tung" vorgenommen; nunmehr erfolgen sie nach Massgabe des</span><br/> <span class="ft1">Merkmals I "Intellektuelle Anforderungen und Belastungen". Auf-</span><br/> <span class="ft1">grund dieser Änderungen können aus den vom Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">herangezogenen Erwägungen der Schlichtungskommission a priori</span><br/> <span class="ft1">keine relevanten Rückschlüsse in Bezug auf das vorliegende Verfah-</span><br/> <span class="ft1">ren abgeleitet werden.</span><br/> <span class="ft1">c) Im Weiteren widerspricht die Betrachtungsweise des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers offensichtlich dem Arbeitsplatzbewertungssystem</span><br/> <span class="ft1">ABAKABA, welches die Kriterien I 1.2 "Zusätzlich erforderliches</span><br/> <span class="ft1">(Fach-)Wissen" und I 1.3 "Erfahrung" als zwei separate Kriterien be-</span><br/> <span class="ft1">handelt. Im Rahmen der gerichtlichen Überprüfung besteht kein An-</span><br/> <span class="ft1">lass, korrigierend einzugreifen und lediglich das Kriterium "Erfah-</span><br/> <span class="ft1">rung" anzuerkennen. Es entspricht der allgemeinen Lebenserfahrung,</span><br/> <span class="ft1">dass die Dauer der Berufstätigkeit noch nichts darüber aussagt, ob</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">482</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">die betroffene Person sich dabei tatsächlich ein gewisses Zusatz-</span><br/> <span class="ft1">wissen angeeignet hat und dieses erfolgreich umzusetzen versteht.</span><br/> <span class="ft1">d) Schliesslich sei darauf hingewiesen, dass sich eine Arbeits-</span><br/> <span class="ft1">platzbewertung nicht nur auf "messerscharf" abgegrenzte Kriterien</span><br/> <span class="ft1">wie die Dauer der Berufserfahrung stützen kann. Bezeichnender-</span><br/> <span class="ft1">weise gibt es nebst dem Merkmal "Zusätzliches (Fach)Wissen" wei-</span><br/> <span class="ft1">tere ABAKABA-Kriterien, welche auslegungsbedürftig sind und</span><br/> <span class="ft1">Wertungen enthalten. Das Merkmal "Zusätzliches (Fach-)Wissen"</span><br/> <span class="ft1">lässt sich folglich auch aus dieser Sicht nicht beanstanden, zumal das</span><br/> <span class="ft1">Zustimmungserfordernis der Verwaltungskommission geeignet ist,</span><br/> <span class="ft1">eine rechtsgleiche Anwendung zu gewährleisten.</span><br/> <span class="ft1">4. a) Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass er</span><br/> <span class="ft1">die Anforderungen für die Funktion GS 3A erfülle. Per 1. August</span><br/> <span class="ft1">2001 habe er zusammen mit Gerichtsschreiber A. zusätzliche Aufga-</span><br/> <span class="ft1">ben übernommen. Diese würden ein zusätzliches Fachwissen erfor-</span><br/> <span class="ft1">dern, wie es für die Funktion GS 3A vorausgesetzt sei. Als massge-</span><br/> <span class="ft1">bende Zusatzaufgaben werden insbesondere genannt:</span><br/> <span class="ft1">-</span> <span class="ft1">Mitwirkung in der Verfahrensleitung, z.B. Bestimmen des</span><br/> <span class="ft1">Kostenvorschusses, Bestimmung der massgebenden Verfahrens-</span><br/> <span class="ft1">art, Prüfung, ob eine Eingabe zur Klageverbesserung zurückge-</span><br/> <span class="ft1">sandt werden muss etc.</span><br/> <span class="ft1">-</span> <span class="ft1">Praktikantenbetreuung</span><br/> <span class="ft1">-</span> <span class="ft1">Betreuung der Erbgangsurkunden</span><br/> <span class="ft1">-</span> <span class="ft1">Aufteilung der Arbeiten unter den Gerichtsschreiberinnen und</span><br/> <span class="ft1">Gerichtsschreibern</span><br/> <span class="ft1">-</span> <span class="ft1">Ferienplanung</span><br/> <span class="ft1">b) Der Beschwerdeführer verfügt über die notwendige Anzahl</span><br/> <span class="ft1">Erfahrungsjahre, um in die Funktion GS 3A eingeteilt zu werden.</span><br/> <span class="ft1">Die Übernahme von Zusatzaufgaben vermag lediglich dann</span><br/> <span class="ft1">eine Einstufung in die Funktion GS 3A zu rechtfertigen, wenn sie</span><br/> <span class="ft1">eine besondere Fachkompetenz erfordern (vgl. Erw. 2 hievor). Die</span><br/> <span class="ft1">Aufteilung der Arbeiten sowie die Ferienplanung sind daher zum</span><br/> <span class="ft1">vornherein unbeachtlich. Die Praktikantenbetreuung ist in der</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsplatzbewertung adäquat abgebildet (vgl. Merkmal V 1 "Ver-</span><br/> <span class="ft1">antwortung für die Arbeitsergebnisse anderer Personen/strategische</span><br/> <span class="ft1">Verantwortung") und bedarf keiner zusätzlichen Berücksichtigung.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">483</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Die Mitwirkung bei der Verfahrensleitung sowie die Betreuung</span><br/> <span class="ft1">der Erbgangsurkunden bilden Zusatzaufgaben, die andere Gerichts-</span><br/> <span class="ft1">schreiberinnen und Gerichtsschreiber nicht wahrnehmen. Dies hängt</span><br/> <span class="ft1">jedoch in erster Linie von der Organisation der einzelnen Gerichte</span><br/> <span class="ft1">ab. Massgebend erscheint vielmehr, dass nicht erkennbar ist, inwie-</span><br/> <span class="ft1">fern für die erwähnten Zusatzaufgaben eine höhere Fachkompetenz</span><br/> <span class="ft1">nötig wäre als das durchschnittliche Know-how einer Gerichtsschrei-</span><br/> <span class="ft1">berin bzw. eines Gerichtsschreibers mit einer gewissen Erfahrung.</span><br/> <span class="ft1">Eine Gerichtsschreiberin bzw. ein Gerichtsschreiber mit mindestens</span><br/> <span class="ft1">2 Jahren Erfahrung (GS 2A) muss ohne Weiteres in der Lage sein,</span><br/> <span class="ft1">derartige Aufgaben zu erfüllen. Bezeichnenderweise begründete der</span><br/> <span class="ft1">Gerichtspräsident die Übertragung der Zusatzaufgaben u.a. auf den</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer nicht damit, dass dieser über eine besondere</span><br/> <span class="ft1">Fachkompetenz verfüge, sondern damit, dass er mit einem 100%-</span><br/> <span class="ft1">Pensum (und nicht bloss teilzeitlich) angestellt sei. Im Weiteren</span><br/> <span class="ft1">führte er aus, die Zusatzaufgaben würden "Standardarbeiten" dar-</span><br/> <span class="ft1">stellen bzw. "Fälle, in welchen auf Bekanntes zurückgegriffen wer-</span><br/> <span class="ft1">den kann". Unerheblich ist die Aussage, dass die Funktion des Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführers nicht von einem Anfänger übernommen werden</span><br/> <span class="ft1">könnte; die Funktion GS 2A, welcher der Beschwerdeführer zuge-</span><br/> <span class="ft1">ordnet ist, ist keine Einreihung für Anfänger (vgl. Erw. 2/a hievor).</span><br/> <span class="ft1">c) Im Weiteren ist zu prüfen, ob sich der Beschwerdeführer in</span><br/> <span class="ft1">seinem angestammten Arbeitsgebiet durch eine derart qualifizierte</span><br/> <span class="ft1">Aufgabenerfüllung auszeichnet, dass sich die Anerkennung der für</span><br/> <span class="ft1">die Funktion GS 3A erforderlichen Fachkompetenz rechtfertigt.</span><br/> <span class="ft4"><i>(Darstellung der Bewertung des Beschwerdeführers)</i></span><br/> <span class="ft1">d) Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">beim Merkmal I 1.2 zu Recht das Zusatzwissen "fachbezogen, eng</span><br/> <span class="ft1">umschrieben" und nicht das Zusatzwissen "fachfremd; fachbezogen</span><br/> <span class="ft1">breit und vertieft" anerkannt wurde. Andere Merkmale, bei denen er</span><br/> <span class="ft1">allenfalls nicht korrekt bewertet worden wäre, sind nicht erkennbar</span><br/> <span class="ft1">und werden auch nicht behauptet. Die Einreihung in die Funktion GS</span><br/> <span class="ft1">2A bzw. in die Lohnstufe 13 erfolgte somit zu Recht. Inwiefern die</span><br/> <span class="ft1">Zusatzaufgaben, welche der Beschwerdeführer wahrnimmt, einer</span><br/> <span class="ft1">zusätzlichen Berücksichtigung im sog. Leistungsband bedürfen, ist</span><br/> <span class="ft1">nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.</span><br/></div> </div> </body> </html>