A bteilung V E -4054/2006 koh/bos {T 0/2} U rteil vom 18. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Kojic, R ichter G ysi, R ichter Tellenbach, G erichtsschreiberin Bodenm ann X._______, geboren (...), Katar, w ohnhaft (...), vertreten durch lic. iur. O liver W ächter, (...), Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 9. A pril 2001 in Sachen A syl und W egw eisung / N (...) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D ie Beschw erdeführerin verliess ihren H eim atstaat gem äss eigenen Angaben am 16. Juni 2000 und gelangte am 29. D ezem ber 2000 in die Schw eiz, w o sie am fol- genden Tag bei der Em pfangsstelle (heute: Em pfangszentrum ) in Kreuzlingen um Asyl ersuchte. Zur Begründung ihres Asylgesuches brachte die Beschw erdeführerin im W esentli- chen vor, sie sei von ihrer Fam ilie, nam entlich von ihrer M utter, stets schlecht be- handelt w orden. Sie sei nicht geachtet, sondern als Bedienstete behandelt und täglich geschlagen w orden, insbesondere w eil sie seit einem U nfall in ihrer Kind- heit ihre Jungfräulichkeit verloren habe. Von 1984 bis 1997 habe sie an der U ni- versität in D am askus (...) studiert, obw ohl sie eigentlich ihren ebenfalls dort studierenden Brüdern hätte den H aushalt führen sollen. W ährend ihrer Studienzeit habe sie sich für die R echte der Frauen interessiert und an entsprechenden Ver- sam m lungen teilgenom m en. Als sie im Som m er 1988 nach (...)/Katar zurückge- kehrt sei, sei sie w egen ihrer w ährend des Studium s entfalteten politischen Tätig- keiten von ihrer M utter vier Jahre lang eingesperrt w orden. Sie sei zw eim al von ih- rer M utter zur Selbsttötung aufgefordert w orden. Als sie im Jahr 1992 an die U ni- versität in D am askus zurückgekehrt sei, habe sie feststellen m üssen, dass sie w e- gen unbegründeten N ichtbesuchs der Vorlesungen von der U niversität ausge- schlossen w orden sei. Im Anschluss an eine Begnadigung des Präsidenten habe sie dennoch ihre Exam en abschliessen können. N ach der R ückkehr in ihr H eim at- land habe ihre M utter von ihr verlangt, dass sie ihren Bruder m it der Verw altung ih- res eigenen Einkom m ens bevollm ächtige. O bw ohl sie diese Bevollm ächtigung ver- w eigert habe, habe sie ihre Einkünfte zu H ause abgeben m üssen. An ihrem Ar- beitsplatz (...) habe sie w ährend der Arbeitszeit über die Freiheit der Frauen gesprochen und w öchentlich an Versam m lungen in (...) teilgenom m en. An diesen Veranstaltungen seien auch Islam isten anw esend gew esen, die über das islam ische Verhalten gesprochen hätten. Im April 2000 habe sie ihre Arbeitserlaubnis erneuern w ollen. Eine M itarbeiterin des (...) habe sie jedoch gew arnt, dass ihre Anw esenheit (...) eine G efahr darstelle. Ihr sei nahegelegt w orden, den D ienst zu quittieren oder auszureisen. N achdem sie von (...) erfahren habe, dass sie vom Staatssicherheitsdienst gesucht w erde und m an sie festnehm en w olle, habe sie desw egen und aus sozialen G ründen Katar verlassen. B. M it Verfügung vom 9. April 2001 lehnte das Bundesam t das Asylgesuch ab und ordnete die W egw eisung der Beschw erdeführerin aus der Schw eiz sow ie den Voll- zug der W egw eisung an. D ie Vorinstanz begründete ihren negativen Entscheid im W esentlichen dam it, dass die Beschw erdeführerin erst anlässlich der kantonalen Anhörung angegeben habe, vom staatlichen Sicherheitsdienst gesucht w orden zu sein, w eshalb dieses Vor- bringen nicht geglaubt w erden könne. Im W eiteren habe sie w ährend der Befra- gungen in der Em pfangsstelle in erster Linie fam iliäre Problem e vorgetragen, be- vor sie schliesslich Befürchtungen im Zusam m enhang m it G esprächen (...) über die R echte der Frauen geäussert habe. Im G egensatz dazu habe sie an der kantonalen Anhörung im W esentlichen politische M otive für ihre Ausreise aus Katar angegeben. Zudem seien ihre Ausführungen bezüglich des geheim en und 3 subversiven C harakters ihres Engagem ents sow ie betreffend die C hronologie der dam it zusam m enhängenden Ereignisse konfus und ungenau ausgefallen. Im Ü brigen sei nicht von einer objektiv begründeten Furcht vor staatlicher Verfolgung auszugehen, da die Beschw erdeführerin bis zu ihrer Ausreise keinen staatlichen M assnahm en unterzogen w orden sei und sich ihre Befürchtungen offenbar auf keine exakten Inform ationen gestützt hätten, sondern lediglich auf die W arnungen einer Angestellten (...) sow ie (...). D ie Vorbringen betreffend die fam iliäre Situation der Beschw erdeführerin seien ebenfalls nicht asylrelevant. Ferner bestehe für sie kein erhebliches R isiko, in ihrem H eim atland einer unm enschlichen Behandlung im Sinne von Artikel 3 der Konvention zum Schutz der M enschenrechte und G rundfreiheiten (EM R K, SR 0.101) ausgesetzt zu w erden. Schliesslich sei anzunehm en, dass sie aufgrund ihres beruflichen H intergrundes in der Lage w äre, in Katar ein unabhängiges Leben zu führen und sich so dem Zugriff der Fam ilie zu entziehen, w eshalb auch dem Vollzug der W egw eisung keine H indernisse entgegenstehen w ürden. C . G egen diese Verfügung reichte die Beschw erdeführerin bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) m it Eingabe ihres dam aligen R echtsvertreters vom 2. M ai 2001 Beschw erde ein und beantragte die Aufhebung des Entscheides und die G ew ährung von Asyl; eventualiter sei von einer W egw eisung abzusehen. Auf Beschw erdeebene hielt die Beschw erdeführerin an ihren bisherigen Vorbrin- gen fest und bestritt deren angeblich fehlende G laubhaftigkeit und Asylrelevanz. D as Bundesam t verkenne sodann m it der Feststellung, w onach es ihr aufgrund ih- rer Ausbildung m öglich sei, unabhängig von ihrer Fam ilie zu leben, vollständig die R ealitäten in ihrem H eim atland, w o alleinstehende und verheiratete Frauen keinen Platz finden w ürden. In einer persönlichen Eingabe vom 30. August 2002 gab die Beschw erdeführerin zudem an, aufgrund des fam iliären D rucks zw ei Selbstm ord- versuche unternom m en zu haben. D . M it U rteil vom 20. August 2004 w ies die AR K die Beschw erde ab. Zur Begründung des Beschw erdeurteils hielt die AR K im W esentlichen fest, die staatliche und fam iliäre Verfolgungssituation der Beschw erdeführerin sei nicht glaubhaft. Zw ar sei der Einw and, ihr beim Kanton vorgebrachtes politisches Enga- gem ent stelle eine Präzisierung der bereits bei der Kurzbefragung deponierten An- gaben dar, nicht gänzlich von der H and zu w eisen. H ingegen seien ihre Vorbringen – unbesehen des im Verlauf des Verfahrens zunehm end dram atischer geschilder- ten G esellschaftsbildes Katars, das sich nicht m it den gesicherten, auf öffentlich zugänglichen Q uellen abgestützten Erkenntnissen der Kom m ission decke – m it m assiven inneren W idersprüchen behaftet. D ie Beschw erdeführerin beschreibe ihre persönliche fam iliäre Situation dergestalt, dass sie angeblich keinerlei Frei- heiten genossen habe, sogar w ährend vier Jahren im H aus eingesperrt w orden und w iederholten körperlichen Züchtigungen bis zur Aufforderung, sich um zubrin- gen, ausgesetzt gew esen sei. U nvereinbar m it diesem Bild sei aber der U m stand, dass sie aus einer Fam ilie stam m e, in w elcher nebst den Brüdern auch die M äd- chen studiert hätten, und dies sogar im Ausland. So soll es der Beschw erdeführe- rin m öglich gew esen sein, sich gegen den W illen der Eltern zum Studium anzum el- den; die M utter habe ihr sogar das Ticket nach D am askus gekauft. N icht nachvoll- ziehbar sei ferner, w eshalb die M utter - die angeblich entschieden gegen das Stu-4 dium gew esen sei - die Beschw erdeführerin vier Jahre lang hätte einschliessen sollen, um sie dann w ieder nach D am askus ziehen zu lassen, w eil sonst die Im m atrikulation an der U niversität erloschen w äre. N icht überzeugend m ute auch die w eitere Erklärung der Beschw erdeführerin an, sie sei eben sehr beliebt gew e- sen und die Leute hätten sich nach ihrem Verbleib erkundigt. U nglaubhaft sei fer- ner, dass sie erst auf Beschw erdeebene vorgebracht habe, w ährend des Studium s dem D ruck nicht m ehr gew achsen gew esen zu sein und zw ei Selbstm ordversuche verübt zu haben, w ährend sie im erstinstanzlichen Verfahren angegeben habe, von ihrer M utter zw ei M al aufgefordert w orden zu sein, sich um zubringen. Schlei- erhaft bleibe ferner, w ie die Beschw erdeführerin ihr Studium habe abschliessen können, nachdem ihre Brüder sie an Vorlesungstagen eingeschlossen und ihr D o- kum ente und Vorlesungsunterlagen w eggenom m en haben sollen. Auch die Anga- ben der Beschw erdeführerin zu ihrer Tätigkeit nach der R ückkehr aus D am askus und ihr angebliches politisches Engagem ent für die Frauenrechte seien schw am - m ig und w idersprüchlich geblieben. Im Ü brigen erw eise sich der W egw eisungsvollzug als zulässig, zum utbar und m ög- lich. In Katar habe in den vergangenen Jahren eine soziale R evolution stattgefun- den, w elche den Frauen - und auch den M ännern - Freiheiten gebracht habe, von denen m an im überw iegenden Teil der arabischen H albinsel bis anhin nichts ge- hört habe. Von der Aufhebung des Alkoholverbots bis hin zur Abschaffung der Zensur sei Katar sehr w eit gegangen. Im Jahre 1995 habe der britisch erzogene Sheikh H am ad bin Khalifa al Thani seinen konservativen Vater gestürzt und in der Folge Schlüsselpositionen m it w estlich geschulten Technokraten besetzt. D er an- schliessende Versuch des Vaters, die H errschaft m it der H ilfe Saudi Arabiens w ie- der an sich zu reissen, habe die H altung des jungen Scheichs gegen den Konser- vativism us des N achbarstaates erhärtet. Im Schnellgang habe er aus Katar durch die Einrichtung der Satelliten-TV-Station Al-Jazeera ein gesam tarabisches M edi- enkraftw erk gem acht. Viele Beeinträchtigungen der Frauenrechte seien aufgeho- ben w orden und auch Katars First Lady, Scheika M ouza, engagiere sich für die R echte der Frauen und sei eine eloquente Führerin der m odernen Ausbildung und der G eschlechtergleichheit gew orden. Vor diesem H intergrund und der Tatsache, dass (...) dürften, auch w enn sie im Ausland studiert hätten, sei der Beschw erdeführerin die R ückkehr in den H eim atstaat zum utbar, auch w enn nicht verkannt w erde, dass die Freiheiten trotz spürbarer Ö ffnung im Vergleich zum W esten nach w ie vor eingeschränkt seien. D a der negative Entscheid der AR K noch vor Ablauf von vier Jahren seit der Asyl- gesuchseinreichung – näm lich nach drei Jahren und neun M onaten – erging, un- terblieb die Prüfung einer allfälligen schw erw iegenden N otlage im Sinne des da- m als in Kraft stehenden Art. 44 Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31). Zur Begründung führte die Beschw erdeführerin nam entlich aus, sie habe als 8-jäh- riges M ädchen einen U nfall erlitten. Sie sei anlässlich eines Sturzes m it dem U n- terkörper auf ihre Fersen gefallen und habe dabei Verletzungen am U nterleib, insbesondere am H ym en erlitten. Sie sei von ihrer M utter körperlich untersucht w orden. Von da an sei ihr Leben zur H ölle gew orden; sie sei täglich von ihrer M ut- ter und den G eschw istern geschlagen und zur D ienstm agd der Fam ilie degradiert w orden. Ihr Leben nach diesem Vorfall sei derm assen schlim m gew esen, dass sie 5 sich als 12-Jährige das Leben habe nehm en w ollen, indem sie 25 Aspiro-Tablet- ten zu sich genom m en habe. N ach diesem ersten Selbstm ordversuch habe sie sich in ihre R olle als m inderw ertiges Fam ilienm itglied geschickt. Als ihre Brüder in D am askus studiert hätten, habe sie ihnen den H aushalt dort besorgen m üssen. O bw ohl sie dabei ständigen M isshandlungen ausgesetzt w orden sei, sei es ihr dennoch gelungen, einem Studium nachzugehen. Zudem habe sie sich der Baath- Partei angefreundet, da diese eine "anti-islam ische" G esinnung geführt habe. Im Jahr 1985 habe sie einen zw eiten Selbstm ordversuch unternom m en, indem sie sich aus dem zw eiten Stock ihres Studentenzim m ers gestürzt habe. Sie sei nach diesem Vorfall zw ei W ochen lang im Spital im Kom a gew esen und dabei vom Arzt Y._______ behandelt w orden. Sie habe heute noch diesebezügliche Verletzungen am Knie und Fuss. Einen dritten Selbstm ordversuch m it Apfelpestizid im Jahre 1988 hätten ihre Brüder verhindert und sie anschliessend nach Katar zurückgeschickt. In den folgenden vier Jahren sei sie von ihrer M utter zu H ause eingesperrt w orden. Erst nach zw ei Jahren habe sie von ihrer M utter den w ahren G rund für ihre Einschliessung erfahren. Ihre M utter habe unter allen U m ständen verhindern w ollen, dass sie die Zukunft ihrer Brüder gefährde und habe ihr deshalb nicht erlaubt, das H aus zu verlassen. Im Jahr 1992 habe sie w ieder nach Syrien gehen können, um für ihre Brüder zu arbeiten. D ort habe sie dann aber erfahren, dass sie von der U niversität exm atrikuliert w orden sei. In D am askus habe sie Y._______ w ieder getroffen, der sich um sie bem üht habe. Ihm habe sie ihre w ahre Lebensgeschichte anvertraut. N ach einem H eiratsantrag von Y._______ seien ihre Problem e m it der Fam ilie w ieder aufgeflam m t. D ie Fam ilie habe ihre Ehe m it einem "arm en Ausländer" verhindern w ollen. Sie habe heim lich eine illegale U nterleibsoperation zur W iederherstellung ihres H ym en durchführen lassen, um ein norm ales Leben als "ehrenw erte Frau" führen zu können. Ü ber ihre Brüder, die m it Y._______ m ittlerw eile befreundet gew esen seien, habe ihre M utter von der O peration erfahren und ihre sofortige R ückreise nach Katar organisiert. Zu H ause angekom m en, sei sie nam entlich m it spitzen Schuhen am U nterleib verletzt w orden. Als sie (...) Jahre alt gew esen sei, habe sie ihr Studium als (...) abschliessen können. Ihre Fam ilie habe jedoch ihre H eirat m it Y._______ verhindert. Sie sei entm ündigt und finanziell bevorm undet w orden. Von 1997 bis 2000 habe sie als (...) gearbeitet. Sie sei nach w ie vor regelm ässig zu H ause geschlagen w orden, habe dann aber vorw iegend (...) gelebt. Sie habe sich nicht ohne m ännliche Begleitung draussen bew egen können. (...) habe sie viel Kontakt m it Frauen gehabt und erfahren, dass diese unter dem Islam und unter ihren M ännern viel gelitten hätten. O bw ohl Y._______ bei ihrer Fam ilie in Katar um ihre H and angehalten habe, habe ihre Fam ilie ihren Kontakt m it ihm verhindert und gar gedroht, Y._______ um zubringen. N ach diesem Vorfall habe Y._______ Katar verlassen und die Beschw erdeführerin habe ihn seither nicht m ehr gesehen. Im Frühjahr 2000 habe sie sich gew eigert, w eiterhin ihren Lohn zu H ause abzugeben. Ihre M utter habe ihr dam it gedroht, sich (...) gynäkologisch untersuchen zu lassen, w as ihr sicheres Ende bedeutet hätte, zum al ihre Fam ilie diese Schande hätte beseitigen m üssen. W egen ihrer ausw egslosen Situation und w eil sie von (...), w egen ihres Einsatzes für die Frauenrechte gew arnt w orden sei, habe sie sich zur Ausreise aus Katar entschlossen. M it G eld, das sie sich vom Lohn heim lich angespart habe und einem gefälschten R eisepass habe sie ihre Ausreise bew erkstelligen können. 6 E. Am 11. O ktober 2004 reichte die Beschw erdeführerin bei der Vorinstanz eine als W iedererw ägungsgesuch bezeichnete Eingabe ein und beantragte darin die G e- w ährung von Asyl beziehungsw eise eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. In prozessualer H insicht ersuchte sie um die Sistierung allfälliger W eg- w eisungsm assnahm en. Zur Stützung ihrer Eingabe reichte die Beschw erdeführerin neben verschiedenen Berichten zur aktuellen Lage in Katar einen ärztlichen Bericht von D r. m ed. (...) vom 6. O ktober 2004 zu den Akten, in w elchem ihr ein hohes Suizidalitätsrisiko bei einer m ittelgradigen Ausprägung depressiver Sym ptom e attestiert w ird. Zudem legte sie ein Arztzeugnis von D r. m ed. (...) vom 25. Septem ber 2004 zu den Akten, in w elchem dieser verschiedene N arben am Körper der Beschw erdeführerin, unter anderem im G enitalbereich, feststellt. Ferner reichte sie ein Schreiben von D r. m ed. (...) vom 15. Septem ber 2004 ein, w onach eine U nregelm ässigkeit eines Knochens (O s cuboideum ) des rechten Fusses bestehe, die durchaus vereinbar sei m it posttraum atischen Veränderungen. G em äss den Ausführungen der Beschw erdeführerin seien diese Verletzungen auf den Selbstm ordversuch im Jahr 1985 zurückzuführen, bei w elchem sie in D am askus aus dem zw eiten Stock eines H auses gesprungen sei, den Sturz jedoch überlebt habe. Im W eiteren führt sie aus, das Bundesam t und die AR K hätten in ihren Entscheiden beim W egw eisungspunkt verschiedene Vorbringen, die im dam aligen Zeitpunkt bekannt gew esen und als nicht glaubhaft erachtet w orden seien - w ie beispielsw eise die extrem schw ierigen Fam ilienverhältnisse - nicht berücksichtigt. In der Folge überw ies das Bundesam t das G esuch am 14. O ktober 2004 an die AR K, da es sich dabei nach seiner M einung um ein R evisionsgesuch handle. F. M it Zw ischenverfügung vom 21. O ktober 2004 nahm die dam als zuständige Inst- ruktionsrichterin der AR K die als W iedererw ägungsgesuch bezeichnete Eingabe als R evisionsgesuch entgegen, setzte den Vollzug der W egw eisung aus und ver- zichtete aufgrund der Aktenlage auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. G . In der Folge bem ühten sich D r. m ed. (...) sow ie die ehem alige Arbeitgeberin m it Eingaben vom 29. O ktober 2004 und 4. N ovem ber 2004 beim (...) vergeblich um eine Verlängerung der Arbeitsbew illigung der Beschw erdeführerin. H . Auf schriftliche N achfrage von (...) vom 3. Februar 2005 hin bestätigte die Instruktionsrichterin der AR K m it Schreiben vom 8. Februar 2005, dass das geltende Asylgesetz grundsätzlich keine M öglichkeit vorsehe, eine Bew illigung zur Erw erbstätigkeit über den Ablauf der Ausreisefrist hinaus zu verlängern und verw ies im Ü brigen auf die Zuständigkeit der kantonalen Behörden zur Erteilung von Arbeitsbew illigungen. I. M it U rteil vom 18. April 2005 hat die AR K das R evisionsgesuch der Beschw erde- führerin gutgeheissen und das U rteil der AR K vom 20. August 2004 aufgehoben. G leichzeitig w urde das Beschw erdeverfahren w ieder aufgenom m en und festge- stellt, dass die Beschw erdeführerin den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten kann. Zur Begründung w urde dabei ausgeführt (vgl. dazu: R evisionsurteil, S. 10 f., E 4), die Beschw erdeführerin habe zw ar bereits auf R ekursebene geltend gem acht, auf- grund des fam iliären D rucks zw ei M al einen Selbstm ordversuch unternom m en zu 7 haben. D ieses Vorbringen sei ihr jedoch von der Beschw erdeinstanz nicht ge- glaubt w orden. M it den im R evisionsverfahren eingereichten Bew eism itteln, na- m entlich den ärztlichen U nterlagen betreffend ihre psychische Verfassung, die N arben an ihrem Körper (nam entlich derjenigen oberhalb der rechten Kniescheibe) und der Veränderung des rechten Fussw urzelknochens, die alle in der Zeit nach Erlass des Beschw erdeurteils erstellt w orden seien, versuche die Beschw erdefüh- rerin, diese Sachverhaltselem ente – insbesondere den Vorfall aus dem Jahr 1985, als sie sich in D am askus aus dem zw eiten Stock eines H auses gestürzt haben soll (vgl. R evisionsgesuch, S. 7) – auf R evisionsstufe nachträglich zu belegen (vgl. ärztlicher Bericht von D r. m ed. (...) vom 6. O ktober 2004, Arztzeugnis von D r. m ed. (...) vom 25. Septem ber 2004 und ärztliches Schreiben von D r. m ed. (...) vom 15. Septem ber 2004). Im W eiteren bringe die Beschw erdeführerin auf R evisionsebene eine neue Tatsache vor, indem sie angebe, sie habe im Jahr 1997 in Syrien heim lich eine O peration zur W iederherstellung ihres H ym en durchführen lassen (vgl. R evisionsgesuch, S. 10). D iesbezüglich reiche sie ebenfalls ein ärztliches Attest aus der Zeit nach Erlass des AR K-U rteils ein (vgl. Arztzeugnis von D r. m ed. (...) vom 25. Septem ber 2004). Ferner erw og die AR K, das Bundesam t habe die G laubhaftigkeit der geltend ge- m achten fam iliären Problem e der Beschw erdeführerin - im G egensatz zur angebli- chen Suche durch den Staatssicherheitsdienst - nicht in Zw eifel gezogen, sondern lediglich deren Asylrelevanz verneint (vgl. BFF-Verfügung, S. 4, Ziff. I.2.2). D em - gegenüber habe die Beschw erdeinstanz die diesbezüglichen Vorbringen nam ent- lich aufgrund innerer W idersprüche zw ischen den erlittenen N achteilen insbeson- dere seitens der M utter und dem U m stand, dass die Beschw erdeführerin im Aus- land habe (...) studieren können, als überw iegend unglaubhaft erachtet (vgl. Beschw erdeurteil, S. 7 f., E 5a). Aufgrund der heutigen Aktenlage käm en jedoch Zw eifel auf, ob den völlig zu R echt festgestellten U nstim m igkeiten (noch) entschei- dendes G ew icht bei der Beurteilung der G laubhaftigkeit der entsprechenden Vor- bringen zukom m en könne, zum al es durchaus nachvollziehbar erscheine, dass der rasante politische W andel der letzten Jahre in Katar innerhalb der Zivilgesellschaft auch zu erheblichen Friktionen geführt habe zw ischen den Ansprüchen der M oder- ne und den traditionellen, auf der saudischen H albinsel bislang vorherrschenden W ertvorstellungen. Vor diesem H intergrund sei die neu im ärztlichen Zeugnis von D r. m ed. (...) festgestellte Vernarbung der äusseren G enitale für sich alleine betrachtet zw ar noch kein eindeutiger Beleg dafür, dass die Beschw erdeführerin effektiv im Jahr 1997 eine O peration zur W iederherstellung ihrer Jungfräulichkeit habe durchführen lassen, um ihren dam aligen (...) Freund heiraten zu können (vgl. R evisionsgesuch, S. 10). D och sei dieser m edizinische Befund zusam m en m it den w eiteren festgestellten physischen und psychischen Spuren geeignet, die bisherigen Vorbringen der Beschw erdeführerin betreffend ihre fam iliäre Situation und den dam it verbundenen angeblichen Selbstm ordversuchen, in einem m assgeblich veränderten Licht erscheinen zu lassen. Auf Beschw erdeebene seien der Beschw erdeführerin die angeblichen Selbstm ord- versuche nicht geglaubt w orden, w eil sie diese im erstinstanzlichen Verfahren nicht erw ähnt habe (vgl. Beschw erdeurteil, S. 8, E 5a). D ie Beschw erdeführerin habe diesen Erw ägungen im W esentlichen entgegengehalten, aus Angst vor einer R etraum atisierung und aus Scham im ordentlichen Verfahren nicht in der Lage ge-8 w esen zu sein, über säm tliche Fluchtgründe zu berichten (vgl. R evisionsgesuch, S. 15). D iese Argum entation sei nicht leichthin von der H and zu w eisen, könnten Traum atisierte doch m itunter ein beeindruckendes M ass an Beherrschung an den Tag legen und erstaunliche Energien frei m achen, m it denen sie das Erinnertw er- den an traum atisierende Erlebnisse um jeden Preis zu verhindern versuchten. D ie- sem Selbstschutz- und Verdrängungsm echanism us sei bei der Beurteilung von Aussagen potentiell traum atisierter Personen angem essen R echnung zu tragen, w obei auf den in den "Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asyl- rekurskom m ission" [EM AR K] publizierten Entscheid EM AR K 2004 N r. 1 verw iesen w urde. D ie m assive psychische D ekom pensation der Beschw erdeführerin nach Eröffnung des Beschw erdeurteils könne als konkreter H inw eis dafür betrachtet w erden, dass es sich bei ihr effektiv um eine Traum atisierte handeln und ihre Asyl- begründung - zum indest w as die fam iliäre Situation betreffe - durchaus einen rea- len H intergrund haben könnte. Für diese Annahm e spreche ferner der U m stand, dass die Beschw erdeführerin an der Kurzbefragung in der Em pfangsstelle offenbar w ährend der ganzen Berichterstattung zu ihren fam iliären Problem en gew eint habe (vgl. Em pfangstellenprotokoll, S. 5). Aufgrund dieser konkreten Anhaltspunkte für eine m ögliche Traum atisierung der Beschw erdeführerin könne ihr auch nicht vor- gew orfen w erden, sie hätte im R ahm en des ordentlichen Verfahrens genügend G elegenheit gehabt, ihre Fluchtgründe vollständig darzulegen. D as R evisionsge- such der Beschw erdeführerin stütze sich dem nach auf Tatsachen und Bew eism it- tel, w elche grundsätzlich geeignet erscheinen w ürden, zu einem anderen Ausgang des Asyl- und W egw eisungsverfahrens zu führen. D er Vollständigkeit halber w ies die AR K abschliessend darauf hin, dass sich die R üge, die Beschw erdeinstanz habe w esentliche aktenkundige Tatsachen überse- hen, als haltlos erw eise, zum al die im R evisionsgesuch hierzu angeführten Punkte im Beschw erdeurteil - w enn auch zum Teil nur im plizit - gew ürdigt w orden seien (vgl. R evisionsgesuch, S. 17; Beschw erdeurteil, S. 2 f. und 7 f.). J. M it Eingabe der (...) vom 25. August 2006 an die AR K w ird vorgebracht, der Beschw erdeführerin sei seitens der kantonalen Behörden verw ehrt w orden, einer Erw erbstätigkeit nachzugehen. Zudem seien ihr die ordentliche Arbeitslosenentschädigung sow ie die Sozialhilfe verw eigert w orden. N ur m it H ilfe auf privater Basis organisierter "Patinnen" sei es gelungen, einen W ohnungsfonds für sie einzurichten. D ie Beschw erdeführerin habe m ehrere D eutschkurse besucht und sei ehrenam tlich für (...) tätig gew esen. Sie w erde jedoch zunehm end trauriger und hoffnungsloser, w eshalb um eine prioritäre Behandlung ihres Verfahrens ersucht w erde. D ieser Eingabe sind unter anderem m ehrere Zertifikate für den Besuch von D eutsch-Sprachkursen beigelegt w orden. K. M it Schreiben der AR K vom N ovem ber 2006 w urde die Beschw erdeführerin darü- ber inform iert, dass die AR K per 31. D ezem ber 2006 vom Bundesverw altungsge- richt abgelöst w erde, w elches seine Tätigkeit am 1. Januar 2007 aufnehm e. L. M it Eingabe vom 26. Februar 2007 hat der heutige R echtsvertreter seine M anda- tierung angezeigt und um Akteneinsicht sow ie um O rientierung über den Verfah- rensstand ersucht. G leichzeitig ist ein G esuch um unentgeltliche R echtspflege in- klusive Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes 9 über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) ge- stellt w orden. M . M it Zw ischenverfügung vom 16. M ärz 2007 hat die zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverw altungsgerichts dem neu m andatierten R echtsvertreter zusätzliche Akteneinsicht gew ährt und ihm G elegenheit gegeben, die R echtsm itteleingabe ent- sprechend zu ergänzen. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege inklusive Verbeiständung w urde gutgeheissen und der R echtsvertreter als am tlichen R echtsbeistand eingesetzt. N . M it Eingabe vom 2. April 2007 führte die Beschw erdeführerin ergänzend aus, sie habe im Schreiben vom 11. O ktober 2004 eine um fassende D arlegung der von ihr erlebten G eschehnisse eingereicht. Sie habe nach einem U nfall ihr H ym en verlo- ren und sei seither ihr Leben lang diskrim iniert w orden. Sie sei von der Fam ilie als Schande betrachtet und behandelt und som it einer geschlechtsspezifischen G e- w altsituation ausgesetzt w orden. W ie verzw eifelt sie im H eim atland gew esen sei, belegten ihre tatsächlichen Selbstm ordversuche, die durch die im "W iedererw ä- gungsgesuch" neu eingereichten D okum ente eindeutig belegt w ürden. D er Verlust ihrer Jungfräulichkeit vor der Ehe m ache sie in ihrer H eim at nicht nur zu einem un- terrangigen M enschen, sondern setze sie w eiterhin der Verfolgung aus durch Fa- m ilie und Staat. Insbesondere drohe ihr die Steinigung durch Tötung durch einen Verw andten (Ehrreinw aschung, Ehrenm ord). Sie habe ihre faktische Entm ündi- gung und finanzielle Bevorm undung glaubhaft dargelegt. D ie G ew altausübungen und Ächtungen w ürden vom Staat gebilligt und unterstützt; als alleinstehende ledi- ge Frau, die nicht m ehr jungfräulich sei, w erde sie im H eim atstaat w eder von einer Person, noch von einer Behörde oder Institution geschützt. Entsprechend stehe die Beschw erdeführerin auch unter einem unerträglichen psychischen D ruck. D ie Verfolgungshandlungen seien zw eifellos gezielt und aktuell. D a ihre Brüder im H ei- m atstaat m it (...) tätig seien, könnten sie jegliche Tätigkeit und Aufenthaltsorte der Beschw erdeführerin in Erfahrung bringen. D ie Verfolgungsm assnahm en seien zw eifellos staatlich geduldet; der Staat stehe unter Scharia-R echt und dulde nicht nur die Einstellung der G esellschaft, sondern auch die M assnahm en (Tötung durch ein Fam ilienm itglied, öffentliche Steinigung). D er Staat verfüge zw ar über staatliche Einrichtungen w ie Polizei und Justiz; diese w ürden aber nicht eingesetzt, um Ü bergriffe gegen Personen in der Situation der Beschw erdeführerin zu schützen. D ie ihr drohenden M assnahm en seien derart schlim m , dass sie nach Eröffnung des ersten Beschw erdeurteils der AR K eine m assive psychische D ekom pensation erlitten habe. D ie Selbstm ordversuche sow ie die starke Suizidgefährdung im Falle einer Ausw eisung seien bereits belegt. In den Berichten (...) w ürden die Suizid- absichten als ernst zu nehm end qualifiziert. D ie Beschw erdeführerin benötige dringend psychiatrischer Behandlung, w elche erst fruchten könnte, w enn ihre Zu- kunft in Sicherheit feststehe. Aus dem eingereichten Jahresbericht von Am nesty International betreffend Katar gehe hervor, dass das in der Verfassung aufgenom m ene D iskrim inierungsverbot toter Buchstabe sei. Eine Frau dürfe in ihrer H eim at nichts unternehm en ohne Er- laubnis der m ännlichen Fam ilienm itglieder. Aus dem entsprechenden Bericht zu Saudi-Arabien und den G olfstaaten gehe hervor, dass Frauen gezw ungen seien, 10 G ew alt in der Fam ilie zu erdulden, w eil soziale N orm en sie daran hinderten, Schutz zu suchen. D ie Beschw erdeführerin habe glaubhaft dargelegt und m it Be- w eism itteln unterm auert, dass der Verlust der Jungfräulichkeit im Islam strafbar sei; auch bei Verletzung des H ym ens durch U nfall w erde davon ausgegangen, dass dies durch ausserehelichen G eschlechtsverkehr erfolgt sei, w as von Am nesty International bestätigt w erde. D ie AR K habe in ihrem R evisionsurteil vom 18. April 2005 festgehalten, dass das ärztliche Zeugnis von D r. m ed. (...) kein eindeutiger Beleg dafür sei, dass die Beschw erdeführerin effektiv eine O peration zur W iederherstellung ihrer Jungfräulichkeit habe durchführen lassen. Falls daran ernsthaft gezw eifelt w erde, w erde die U ntersuchung durch einen Vertrauensarzt beantragt. Für die Beschw erdeführerin sei der W egw eisungsvollzug unzum utbar. Ausserhalb der Fam ilie sei ihr ein Leben nicht m öglich. Sie w erde nie heiraten kön- nen, zum al es hierfür einerseits der Einw illigung der Fam ilie brauche, anderseits w eil sie ihre Jungfräulichkeit ausserhalb der Ehe verloren habe. Schliesslich habe die Beschw erdeführerin dargelegt, w ie sie sich für die R echte der Frauen eingesetzt und sich bei der Baath-Partei engagiert habe. Sie sei von (...) gew arnt w orden. W er inzw ischen über ihr Engagem ent Kenntnisse erlangt habe, sei unklar. Jedenfalls habe auch dieser U m stand, ebenso w ie ihre Ausreise in ein w estliches Land in den Augen der Fam ilie Schande über diese und den Staat gebracht. D urch ihre Ausreise in ein w estliches Land habe sie zusätzlich Schande über ihre Fam ilie gebracht. Abschliessend sei festzuhalten, dass sich die Beschw erdeführerin seit Ende 2000 in der Schw eiz aufhalte und sich w ährend dieser Zeit bestens integriert habe. D er ergänzenden Beschw erdeeingabe sind Auszüge eines Berichtes von Am nesty International zu Katar (2006) beziehungsw eise zu Saudi Arabien und den G olfstaa- ten (11. M ai 2005) sow ie Arbeitsbestätigungen (...) beigelegt w orden. O . M it Eingabe vom 24.M ai 2007 reichte die Beschw erdeführerin einen w eiteren Arztbericht von D r. m ed. (...) vom 23. M ai 2007 sow ie eine Arbeitsbestätigung (...) ein. Aus dem beigelegten Arztzeugnis vom 23. M ai 2007 geht hervor, dass die Beschw erdeführerin aufgrund einer Intervention der M igrationsbehörde ihre (...)stelle (...) habe aufgeben m üssen. D ie unklare Situation sow ie die dam it verbundene U nm öglichkeit einer beruflichen Integration habe zunehm end zu einer D epression geführt. U m eine zukünftig drohende krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit zu verm eiden, sei eine rasche Eingliederung dieser gut ausgebildeten, sehr engagierten Frau in den Arbeitsprozess vordringlich anzustreben. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen 11 nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht hat per 1. Januar 2007 die bei der per 31. D ezem - ber 2006 aufgelösten AR K hängigen R echtsm ittel übernom m en. D as neue Verfah- rensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin ist legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 4. Im R ahm en des ordentlichen Beschw erdeverfahrens sow ie unter M itberücksichti- gung der im Verlauf des R evisions- und des m it U rteil der AR K vom 18. April 2005 w ieder aufgenom m enen Beschw erdeverfahrens ist zusam m enfassend festzuhal- ten, dass die Beschw erdeführerin sich auf eine ihr seitens ihrer Fam ilienangehöri- gen und des Staates drohende Verfolgungssituation beruft. In diesem Zusam - m enhang stellt sich die Beschw erdeführerin auf den Standpunkt, der im Kindesal- ter erlittene U nfall, w elcher zur Verletzung ihres H ym ens geführt habe, habe sie ei- ner jahrelang andauernden geschlechtsspezifischen Verfolgung unterw orfen. Es gebe w eder private Personen, noch staatliche Behörden oder O rganisationen, die ihr effektiven Schutz vor diesen Verfolgungsm assnahm en gew ähren w ürden respektive könnten. D iese U m stände hätten sie in eine ausw egslose Situation gebracht, der sie sich nur durch Flucht in Ausland habe entziehen können. 12 4.1 N ach Lehre und R echtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person die Flüchtlings- eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG , w enn sie N achteile von bestim m ter Intensi- tät erlitten hat beziehungsw eise m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit und in abseh- barer Zukunft berechtigterw eise befürchten m uss, w elche ihr gezielt und aufgrund bestim m ter Verfolgungsm otive zugefügt w orden sind beziehungsw eise zugefügt zu w erden drohen. D ie erlittene Verfolgung beziehungsw eise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung m uss sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem H eim at- oder H erkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentscheids noch aktuell sein (vgl. für die diesbezüglich w eiterhin G eltung be- anspruchende Praxis der AR K: Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizeri- schen Asylrekurskom m ission [EM AR K] EM AR K 1996 N r. 29 E. 2b S. 277, 1995 N r. 5 E. 6a S. 43). Ü berdies m uss feststehen, dass die von einer Verfolgung bedrohte asylsuchende Person über keine innerstaatliche Fluchtalternative verfügt. G em äss langjähriger schw eizerischer Asylpraxis setzte die flüchtlingsrechtliche R elevanz einer Verfolgung gem äss der so genannten Zurechenbarkeitstheorie w eiter voraus, dass die von einer asylsuchenden Person erlittenen N achteile ihrem H eim at- oder H erkunftsstaat unm ittelbar oder m ittelbar in einer W eise zugerechnet w erden konnten, dass dieser dafür zum indest m itverantw ortlich erschien. U nm ittel- bare staatliche Verfolgung lag nach dieser Praxis vor, w enn die Verfolgung von staatlichen O rganen selbst ausging; m ittelbare staatliche Verfolgung w urde ange- nom m en, w enn der Staat Verfolgung durch Private anregte, unterstützte, duldete oder auch nur tatenlos hinnahm , den Betroffenen also den erforderlichen Schutz nicht gew ährte, obw ohl er zur Schutzgew ährung in der Lage gew esen w äre, und dadurch seine Schutzunw illigkeit m anifestierte. Private Verfolgung w urde dagegen dann als flüchtlingsrechtlich nicht relevant betrachtet, w enn vom vorhandenen Schutzw illen des grundsätzlich auch schutzfähigen Staats auszugehen w ar (vgl., jew eils m it w eiteren H inw eisen, EM AR K 2004 N r. 14 E. 6d S. 92, und N r. 3 E. 4d S. 24, 2002 N r. 16 E. 5c/cc S. 133, 1996 N r. 16 E. 4c/aa S. 146). M it ihrem G rundsatzurteil vom 8. Juni 2006 Y._______ I. I. A. (EM AR K 2006 N r. 18) hat die AR K als bis Ende 2006 letztinstanzlich für Asylangelegenheiten zuständige gerichtliche Behörde eine Änderung dieser Praxis vorgenom m en. Sie ist zum Schluss gekom m en, dass eine völkerrechtskonform e Anw endung von Art. 3 AsylG im Lichte der G enfer Flüchtlingskonvention (Abkom m en von 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) ergibt, dass neben der unm ittelbar oder m ittelbar staatlichen auch die nichtstaatliche Verfolgung flüchtlingsrechtlich grundsätzlich relevant ist. M it dieser Praxisänderung erfolgte dam it ein W echsel von der Zurechenbarkeits- zur so genannten Schutztheorie, w elcher auch vom Bundesverw altungsgericht fortgesetzt w ird. N ach der Schutz- theorie hängt aber die flüchtlingsrechtliche R elevanz einer Verfolgung nicht von der Frage ihres U rhebers, sondern vom Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den H eim atstaat (bzw . - unter gew issen U m ständen - durch einen so genannten Q uasi-Staat) ab (vgl. EM AR K 2006 N r. 18 E. 6.3.1. und 10.2.1.). In diesem Sinne kom m t aber auch der U nterscheidung zw ischen Schutzunw illigkeit und -unfähigkeit des H eim atstaates (bzw . allenfalls eines Q uasi-Staates) grundsätzlich keine entscheidende Bedeutung m ehr zu: N ichtstaatliche Verfolgung ist nach der Schutztheorie flüchtlingsrechtlich relevant, sofern der H eim atstaat (bzw . allenfalls ein Q uasi-Staat) nicht in der Lage oder nicht w illens ist, adäquaten 13 Schutz vor Verfolgung zu bieten (vgl. sinngem äss Art. 6 Bst. c der R ichtlinie 2004/83/EG vom 29. April 2004 über M indestnorm en für die Anerkennung und den Status von D rittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als Flüchtlinge oder als Personen, die anderw eitig internationalen Schutz benötigen und über den Inhalt des zu gew ährenden Schutzes [„Q ualifikationsrichtlinie“]). M it Bezug auf die Frage, w elche Art und w elcher G rad von Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung im H eim atstaat (bzw . allenfalls in einem Q uasi-Staat) als adäquat zu erachten ist und dam it - aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes - eine Anerkennung als Flüchtling ausschliesst, ist nach dem erw ähnten G rundsatzurteil nicht eine faktische G arantie für langfristigen individuellen Schutz der von nichtstaatlicher Verfolgung bedrohten Person zu verlangen, w eil es keinem Staat gelingen kann, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger und Bürgerinnen jederzeit und überall zu garantieren. Erforderlich ist aber, dass eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur zur Verfügung steht, w obei in erster Linie an polizeiliche Aufgaben w ahrnehm ende O rgane sow ie an ein R echts- und Justizsystem zu denken ist, das eine effektive Strafverfolgung erm öglicht. Im W eiteren m uss die Inanspruchnahm e eines solchen Schutzsystem s der betroffenen Person objektiv - das heisst beispielsw eise auch unabhängig vom G eschlecht - zugänglich und individuell zum utbar sein, w as jew eils im R ahm en einer Einzelfallprüfung unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontexts zu beurteilen ist, w obei es den Asylbehörden obliegt, die Effektivität des Schutzes vor nichtstaatlicher Verfolgung im H eim atstaat abzuklären und zu begründen (vgl. EM AR K 2006 N r. 18 E. 10.3.2.). 4.2 Im Falle der Beschw erdeführerin handelt es sich bei den Personen, die sie über Jahre hinw eg m assiv m isshandelt haben sollen, gem äss ihren eigenen Angaben ausnahm slos um Fam ilienangehörige. D ie von ihr erlittenen Ü bergriffe haben ge- m äss ihrer eigenen Schilderung im privaten R ahm en stattgefunden und stellen da- her in erster Linie eine nichtstaatliche Verfolgung dar. D ie Beschw erdeführerin m acht dabei geltend, sie habe von den Behörden in Katar keinen Schutz vor den M isshandlungen erw arten dürfen und sie w äre diesen auch im Falle einer R ück- kehr nach Katar w eiterhin schutzlos ausgeliefert. N achfolgend ist daher vor dem H intergrund der erw ähnten Praxisänderung der AR K näher zu prüfen, ob die von der Beschw erdeführerin geltend gem achte nichtstaatliche Verfolgung im Lichte der Schutztheorie flüchtlingsrechtlich grundsätzlich erheblich im Sinne von Art. 3 AsylG (bzw . Art. 1 A Ziff. 2 FK) ist oder ob sie im G egenteil die Flüchtlingseigen- schaft bereits deshalb nicht erfüllt, w eil sie auf einen adäquaten Schutz durch die staatlichen Behörden von Katar verw iesen w erden kann. 4.3 Aus den Akten geht hervor, dass die Beschw erdeführerin im Alter von (...) Jahren in D am askus ihr Studium (...) abgeschlossen hat. Zudem hat sie vorgetragen, von 1997 bis 2000 (...) in (...) gearbeitet zu haben. O bw ohl sie gleichzeitig geltend gem acht hat, regelm ässig M isshandlungen seitens ihrer M utter in Katar und ihrer sich ebenfalls in D am askus aufhaltenden Brüder ausgesetzt w orden zu sein, hat die Beschw erdeführerin nie den Versuch unternom m en, sich bei staatlichen Behörden oder anderw eitigen Institutionen um Schutz vor Verfolgung zu bem ühen. Sie begründet dieses Verhalten m it dem U m stand, G ew altausübungen in der Fam ilie w ürden von der G esellschaft und von den staatlichen Behörden von Katar geduldet respektive in Kauf genom m en. H ierzu ist Folgendes festzuhalten:14 Katar ist eine M onarchie, deren M acht in den H änden der Al-Thani Fam ilie liegt und vom Staatsoberhaupt Scheich H am ad bin Khalifa Al-Thani ausgeübt w ird. D ie Scharia ist die prim äre G rundlage der G esetzgebung. D ie Verfassung von Katar w urde im Juni 2005 in Kraft gesetzt. D iese schreibt unter anderem die Erbherr- schaft der Fam ilie Al-Thani durch m ännliche N achkom m en vor. In der Verfassung sind zudem eine R eihe von M enschenrechtsgarantien enthalten. Auch w enn Ver- besserungen in der Ausübung der M enschenrechte feststellbar w urden, w erden diese nicht durchgängig beachtet und gravierende Problem e sind feststellbar. Art. 35 der Verfassung enthält zw ar ein ausdrückliches Verbot jeglicher Form der D is- krim inierung "aus G ründen des G eschlechts, der R asse, Sprache oder R eligion". D essen ungeachtet ist die gesetzlich w ie kulturell bedingte D iskrim inierung von Frauen im Alltag eine Tatsache, w as die Teilnahm e der Frauen in der G esellschaft einschränkt. So w erden M änner bei Eheschliessungen rechtlich bevorteilt. Frauen m üssen, um R eisen unternehm en zu können, zuerst die Erlaubnis ihrer Ehem än- ner oder ihres Vorm undes einholen. G em äss geltendem Eherecht verleiht die H ei- rat einer Staatsbürgerin von Katar m it einem ausländischen Ehem ann letzterem keine Staatsbürgerschaft von Katar, w ährend dies bei einer um gekehrten Konstel- lation der Fall w äre. O bw ohl Frauen zw ar grundsätzlich Verhandlungen am G ericht beiw ohnen und sich selbst vertreten dürfen, w erden sie im Allgem einen durch einen m ännlichen Verw andten vertreten. G em äss Einschätzungen einer lokalen, halbam tlichen O rganisation für Fam ilienan- gelegenheiten ist die häusliche G ew alt gegen Frauen auch in Katar ein Problem . Für das erste halbe Jahr 2006 sind insgesam t 197 Fälle von häuslichem G ew alt- m issbrauch gegen Frauen registriert w orden. D ie Anzahl der registrierten G ew alt- m issbrauchsfälle hat sich zw ar im Vergleich zum Vorjahr erhöht. D iese Zunahm e scheint aber gem äss den Angaben dieser O rganisation prim är auf die U m stände zurückgeführt zu w erden, dass die diesbezügliche Sensibilität in der G esellschaft zugenom m en habe, die G esundheitsvorsorgeeinrichtungen bei Verdacht auf G e- w altm issbrauch entsprechende M eldungen zu erstatten scheinen und eine diesbe- zügliche "hot line" eingerichtet w orden sein soll. Es sind keine Verhaftungen oder Verurteilungen w egen häuslicher G ew alt gegen katarische Staatsbürger in den M edienberichten bekannt gew orden, obw ohl entsprechende M eldungen bei N icht- Staatsbürgern verzeichnet w urden. O bw ohl die G esetzgebung bei einem M ann, w elcher der Begehung eines Ehren- m ordes respektive von Angriffen gegen eine Frau w egen verm uteter U ntreue oder w egen aufsässigem Verhalten ("defiant behavior") als schuldig befunden w urde, N achsicht zu erlauben scheint, sind keine konkreten G erichtsfälle aktenkundig ge- w orden. Trotz der dargelegten D iskrim inierungen im Alltag stellen die Frauen 14 % der G e- sam terw erbstätigen respektive 30% der Staatsangestellten ("citizen w orkforce") dar. Frauen sind in staatlichen D ienstleistungsbetrieben, Erziehungs-, G esund- heits- und privaten Institutionen angestellt. D er oberste R at für Fam ilienangelegen- heiten ("Suprem e C ouncil for Fam ily Affairs") ist als R egierungsdepartem ent be- strebt, den Status von Frauen sow ohl im zivilen w ie im islam ischen R echt zu ver- bessern und hat bereits eine w esentliche R olle beim Entw urf von G esetzen, die Frauenanliegen betreffen, gespielt. Frauen w erden darin unterstützt, Angelegen- heiten aufzugreifen, die bisher stark tabuisiert w orden sind, beispielsw eise das 15 Them a G ew alt. D ieser R at hat bereits fünf O rganisationen ins Leben gerufen, die sich m it Frauen- und Kinderangelegenheiten befassen, nam entlich die Stiftung "Q atar Foundation for the Protection of W om en and C hildren". D iese Stiftung hat im vergangenen Jahr 197 Frauen betreffende Fälle behandelt, w obei die allerm eis- ten Fälle das Sorgerecht für Kinder und Scheidungsrenten betrafen. Insgesam t fünf dieser Verfahren betrafen Fälle von physischer G ew altanw endung gegen Frauen. D ie G esundheitsbehörden haben die genannte O rganisation über G ew alt- m issbrauchsfälle orientiert. R und 30% aller Fälle, die von der Stiftung behandelt w urden, sind durch M ediation abgeschlossen w orden, w obei alle Verfahren zu- gunsten der Frauen und Kinder ausgegangen sind. D ie Stiftung hat zudem eine te- lefonische Beratungsstelle eingerichtet, um Anzeigen häuslicher G ew altanw en- dung in Em pfang zu nehm en (vgl. zum G anzen: U S D epartem ent of State, Q atar: C ountry R eports on H um an R ights Practices, 2006 vom 6. M ärz 2007; Jahresbe- richt von Am nesty International 2006 zu Katar). 4.4 D as Bundeverw altungsgericht erachtet die Schilderungen der Beschw erdeführerin zu den jahrelang erduldeten M isshandlungen, die sie seit ihr Kindheit seitens en- ger Fam ilienangehöriger hat erdulden m üssen, als grundsätzlich glaubhaft. Auch ist von der G laubhaftigkeit der – m it Arztzeugnis unterm auerten – körperlichen Verletzungen auszugehen, w enn auch festzustellen bleibt, dass die genauen U m - stände, die zu den U nterleibsverletzungen und dam it einhergehenden Verletzung des H ym ens geführt haben sollen, etw as im D unkeln bleiben. 4.5 Aus den Schilderungen der Lebensgeschichte der Beschw erdeführerin geht jedoch gleichzeitig hervor, dass sie trotz der nicht bestrittenen M isshandlungen und der nach w ie vor in Katar vorhandenen D iskrim inierungen gegenüber Frauen doch in der Lage w ar, eine akadem ische Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Zudem ist es ihr gelungen, m ehrere Jahre lang einer Tätigkeit als (...) nachzugehen. Aufgrund der im H eim atland der Beschw erdeführerin heute vorhandenen staatli- chen Institutionen, die sich m it den Anliegen der Frauen befassen und nam entlich m it dem Aspekt der häuslichen G ew alt beschäftigen, kann vorliegend nicht von ei- nem Fehlen jeglichen staatlichen Schutzes ausgegangen w erden. Zudem m uss aufgrund des Lebenslaufes der Beschw erdeführerin, trotz der nicht zu bestreiten- den tragischen Elem ente, festgehalten w erden, dass sich die Beschw erdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise nicht in jener für die Feststellung der Flüchtlingseigen- schaft erforderlichen ausw egslosen Zw angslage befand, w elcher sie nur durch die Flucht ins Ausland hat entfliehen können. Aus ihren Vorbringen geht hervor, dass sie keinerlei Versuche unternom m en hat, sich an staatliche Stellen oder Institutio- nen zu w enden, die sich m it den Anliegen von durch häusliche G ew alt bedrohten Frauen befassen und sich gegebenenfalls auch für den Schutz dieser Frauen einsetzen. D ie Beschw erdeführerin hat im R ahm en ihrer Asylbegründung m ehrm als vorgebracht, sich nam entlich w ährend ihrer Anstellungszeit in (...) für die R echte und die Angelegenheiten der Frauen eingesetzt zu haben. U nter diesen U m ständen ist kaum nachvollziehbar, dass sich die Beschw erdeführerin zu keinem Zeitpunkt an entsprechende Institutionen gew endet hat respektive bei den hierfür zuständigen Stellen die im Fam ilienkreis erlittenen G ew alterfahrungen nie angezeigt hat. D as Vorbringen der Beschw erdeführerin, ihre Fam ilie, nam entlich die Brüder, w ür-16 den im Falle ihrer R ückkehr nach Katar ihren Einfluss bei höchsten Kreisen einset- zen, um sie aufzuspüren, bleiben reichlich hypothetisch und vage, w eshalb dieses Vorbringen auch nicht geeignet ist, konkrete Anhaltspunkte dafür zu liefern, dass der Beschw erdeführerin die Inanspruchnahm e der vorhandenen staatlichen oder privaten Institutionen aufgrund ihres fam iliären H intergrundes verw ehrt w ürde. 4.6 Sow eit die Beschw erdeführerin nam entlich vorträgt, ihr drohe seitens ihrer Ver- w andten der Tod durch ein Ehrendelikt respektive durch Steinigung, m üssen diese Vorbringen angesichts der Tatsache, dass sie im m erhin jahrelang ihrer (...) Tätigkeit in (...) nachgegangen ist, ebenfalls als rein hypothetisch und som it zu w enig fundiert betrachtet w erden, zum al sie durch keinerlei konkrete Anhaltspunk- te w eiter erhärtet w erden. W enn die M utter und ihre Brüder in W irklichkeit in dem von ihr vorgetragenen Ausm ass nach ihrem Leben getrachtet hätten, ist kaum nachvollziehbar, dass ihr die m ehrjährigen Aufenthalte sow ie die U niversitätsaus- bildung in D am askus respektive die Arbeitstätigkeit in (...) von 1997 bis zur Ausreise im Jahr 2000 gelungen w ären, zum al ihre Verw andten ohne W eiteres G elegenheit gehabt hätten, ihr Vorhaben in die Tat um zusetzen. D ies gilt um so m ehr, als die Beschw erdeführerin gem äss eigenen Angaben m ehrere Jahre lang unter einer Art von H ausarrest ihrer M utter gestanden haben soll. Konkrete An- haltspunkte dafür, dass der Beschw erdeführerin seitens ihrer Fam ilienangehörigen zusätzliche N achteile drohen w egen ihrer langjährigen Landesabw esenheit in Ka- tar, gehen aus den Akten ebenfalls nicht hervor. 4.7 D ie Beschw erdeführerin m acht zw ar w eiter geltend, sie sei nach einer W arnung (...) sow ie auf Anraten (...) gezw ungen gew esen, Katar zu verlassen. D as von ihr geschilderte Engagem ent für Freiheit der Frauen ist derm assen allgem einer N atur, dass kaum nachvollziehbar scheint, dass sie im Zusam m enhang m it angeblich politisch m issliebigen Aktivitäten das Interesse des staatlichen Sicherheitsdienstes auf ihre Person gelenkt haben soll. D er U m stand, dass sie die entsprechenden W arnhinw eise durch H örensagen von D ritten erhalten haben soll, verm ag das von ihr daraus abgeleitete Verfolgungsinteresse der staatlichen Behörden von Katar an ihrer Person nicht überw iegend w ahrscheinlich darzustellen. Von einer diesbezüglichen begründeten Furcht vor künftiger Verfolgung m angelt es nach dem G esagten an konkreten Anhaltspunkten. 4.8 D as Bundesverw altungsgericht verkennt nicht, dass die Beschw erdeführerin auf- grund ihrer w estlich orientierten G eisteshaltung m it der gesellschaftlichen Stellung der Frau in Katar ernsthaft M ühe bekundet. N ichts destotrotz bleibt zusam m enfas- send festzustellen, dass ihre Vorbringen den Anforderungen an die Flüchtlingsei- genschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht genügen. D ie Vorinstanz hat ihr Asylge- such dem nach im Ergebnis zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu-17 m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV, SR 101), Art. 3 der Folterkon- vention vom 26. N ovem ber 1987 (FoK, SR 0.106) und der Praxis zu Art. 3 der Eu- ropäischen M enschenrechtskonvention vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterw orfen w erden. 6. 6.1 D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 6.2 D ie vorstehend erw ähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nm öglichkeit, U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit) sind alternativer N a- tur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurch- führbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f., 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ), w obei in jenem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der dannzum al herrschenden Verhältnisse (vgl. EM AR K 1997 N r. 27 S. 205 ff.) von N euem zu prüfen sind. W eil sich vorliegend der Vollzug der W egw eisung - aus den nachfolgend aufge- zeigten G ründen - als unzum utbar erw eist, ist dem entsprechend auf eine Erörte- rung der beiden anderen Kriterien zu verzichten. 7. D er Vollzug der W egw eisung kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 4 AN AG ). D am it w ird zum Ausdruck gebracht, dass aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, insbesondere dann auf den Vollzug der W egw eisung zu verzichten ist, w enn die R ückkehr in den H eim at- oder 18 H erkunftsstaat für die betroffene Person angesichts der dort herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, eine konkrete G efährdung darstellt. N eben einer konkreten G efährdung können aber auch andere U m stände im H eim at- oder H erkunftsstaat dazu führen, dass der Vollzug der W egw eisung – aus hum anitären Ü berlegungen – nicht zum utbar ist. So kann sich der W egw eisungsvollzug gestützt auf Art. 14a Abs. 4 AN AG auch aus m edizinischen G ründen als unzum utbar erw ei- sen, w as aber grundsätzlich nur dann der Fall ist, w enn für die betroffene Person bei einer R ückkehr in ihre H eim at eine w esentliche m edizinische Behandlung nicht erhältlich w äre. Bei der Prüfung der Voraussetzungen von Art. 14a Abs. 4 AN AG sind hum anitäre Ü berlegungen im Einzelfall gegen andere öffentliche Interessen abzuw ägen, die allenfalls für den Vollzug der W egw eisung sprechen w ürden, w as den Asylbehörden einen Erm essensspielraum lässt. Entsprechend bilden etw a ge- sundheitliche Problem e, w elche für sich allein betrachtet den W egw eisungsvollzug nicht bereits als unzum utbar erscheinen lassen, ein Beurteilungselem ent, w elches in die vorzunehm ende Interessenabw ägung einbezogen w erden m uss und zusam - m en m it w eiteren hum anitären Aspekten zur Feststellung der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs führen kann (vgl. zum G anzen EM AR K 2001 N r. 16 E. 6b S. 123, 2003 N r. 24 E. 5a am Ende und 5b S. 157 f.). 7.1 In Ergänzung zu den unter 4.3 bereits festgehaltenen Erw ägungen zur Schutzge- w ährung gegen häusliche G ew altübergriffe in Katar sind im Zusam m enhang m it der Prüfung der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges w eitere Aspekte der in Katar herrschenden politischen Lage kurz zu skizzieren. D ie Staatsverfassung und G esetzgebung von Katar verbieten staatliche Eingriffe in die Privatsphäre. D iesen G rundsätzen w ird im Alltag im Allgem einen nachgelebt. D ie Verfassung sieht w eiter die Bew egungsfreiheit innerhalb des Landes vor und lässt nur R estriktionen für die G egenden m it m ilitärischen oder Erdöl- und Indust- rieinstalltionen zu. Ein G esetz zum Schutz der Staatssicherheit aus dem Jahr 2003 hat einigen Staatsbürgern Auslandreisen untersagt. Im Allgem einen bedürfen Frauen unter 30 Jahren der Zustim m ung ihrer m ännli- chen Angehörigen, um reisen zu dürfen. D iesen Einschränkungen unterliegen Frauen über dem 30 Lebensjahr nicht m ehr. M änner können ihren w eiblichen Schutzbefohlenen und Kindern untersagen, das Land zu verlassen, indem sie ihre Personalien den Im m igrationsbehörden w eiterleiten, w obei bisher keine entspre- chenden M eldungen verzeichnet w urden. D ie Verfassung von Katar sieht auch für ausgereiste Staatsbürger das R echt auf W iedereinreise vor. D as R echt auf M ei- nungsäusserungs- und Pressefreiheit ist zw ar verfassungsm ässig vorgesehen, w ird im Alltag jedoch durch die R egierung eingeschränkt, nam entlich bei Them en zur R egierungspolitik, zur H errscherfam ilie und zu den Beziehungen m it den N ach- barstaaten. O bw ohl die Bevölkerung ihre Ansichten in der Ö ffentlichkeit frei zu äu- ssern pflegt, w erden D iskussionen heikler politischer und religiöser Inhalte ver- m ieden. Es soll auch zu keinen behördlichen Strafverfolgungen w egen M einungs- äusserungen gekom m en sein. Im Jahr 2006 hat die "Q atar Foundation" ihre U nter- stützung der politischen D ebatten über eine W ebseite nam ens "(...) D ebates" fortgesetzt (vgl. a.a.O . U S C ountry R eport 2006 zu Katar) . 19 M edienberichten zufolge soll das Staatsoberhaupt Scheich H am ad bin Khalifa Al- Thani bereits einige politische R eform en lanciert haben, w elche die Stellung der Frauen in Katar nachhaltig verbessert haben. In den ersten Volksw ahlen in Katar im Jahr 1999 w aren beide G eschlechter aktiv w ie passiv stim m - und w ahlbe- rechtigt. D er Scheich und seine Ehefrau, Scheika M ouza, haben ebenfalls Bil- dungsreform en unterstützt und die R egierung hat nam entlich die R estrukturierung des Bildungssystem s veranlasst. D ie Frauen m achen heute 70% der U niversitäts- studenten- und studentinnen von Katar aus (vgl.: Isobel C olem an, The payoff from w om en's rights, in: Foreign Affairs, M ai-Juni 2004; w w w .foreignaffairs.org/20040501faessay83308-p30/isobel-colem an/the-payoff- from -w onens-rights.htm l , aufgesucht: 08.06.2007). D er bereits erw ähnte "Suprem e C ouncil of Fam ily Affairs" w ird zur Zeit von Scheika M ouza präsidiert. Sie soll zu den Aktivitäten und Kom itees dieses R ates nam haft beigetragen haben und dadurch das Bew usstsein der Frauen für ihre R olle in ihrer ökonom ischen und sozialen Entw icklung geschärft haben. Auch das dem Suprem e C ouncil for Fam ily Affairs angegliederte "W om ens Affairs C om m ittee" setzt sich für die Förderung der Frauen im öffentlichen Leben ein, fördert die Frauenrechte im Allgem einen und fordert die Frauen auf, führende R ollen und Schlüsselpositionen in der G esellschaft zu übernehm en (vgl. State of Q atar: M inistry of Foreign Affairs, N ation & C itizens, Q atari W om an; http./english.m ofa.gov.qa/new m ofasite/details.cfm ?id=33, aufgesucht am 08.06.2007). 7.2 Im Sinne eines Zw ischenergebnisses ist festzustellen, dass der W egw eisungsvoll- zug der Beschw erdeführerin aufgrund der allgem ein in Katar herrschenden politi- schen Lage als zum utbar qualifiziert w erden m uss. D abei ist zu berücksichtigen, dass die Beschw erdeführerin in der Lage w ar, eine akadem ische Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Sie hat m ehrere Jahre lang (...) in Katar arbeiten können. Aus den Akten gehen keine konkreten H inw eise hervor, dass ihr alleine aufgrund der allgem einen Lage eine R ückkehr nach Katar und die W iederaufnahm e ihrer Erw erbstätigkeit verunm öglicht oder in unzum utbarer W eise erschw ert w ürde. 7.3 Im R ahm en einer G esam tw ürdigung sind jedoch w eitere, individuelle Faktoren, na- m entlich die gesundheitliche Situation der Beschw erdeführerin und die Existenz eines fam iliären oder sozialen N etzes zu gew ichten. 7.3.1 Im Verlaufe des R evisionsverfahrens hat die Beschw erdeführerin m ehrere m edizi- nische Berichte und Arztzeugnisse eingereicht. Im Zeugnis von D r. m ed. (...) vom 15. Septem ber 2004 w urde eine U nregelm ässigkeit eines Fussknochens (O s cuboideum ) diagnostiziert, w elche durchaus vereinbar sei m it posttraum atischen Veränderungen. Im Arztzeugnis von D r. (...) vom 25. Septem ber 2004 w urden lange Zeit zurückliegende N arben im Bereich des rechten Beins sow ie eine kaum sichtbare N arbe im Bereich des Kinns und linken O berarm s festgestellt. Zudem w urde festgehalten, dass das äussere G enitale dorsal am D am m eine N arbenbildung aufw eise. Im psychiatrischen Bericht (...) vom 6. O ktober 2004 w ird im R ahm en der Anam nese unter anderem festgehalten, die Beschw erdeführerin habe m it 12 Jah-20 ren einen ersten und m it 23 Jahren einen zw eiten Suizidversuch unternom m en. Seit dem N egativentscheid des BFM sei sie total verzw eifelt, könne nicht m ehr schlafen und leide an innerer U nruhe. Ihre G edanken kreisten nur noch um die drohende Ausreise. In ihrem H eim atland sehe sie keine Perspektive. Sie sei sprunghaft, verzw eifelt, ängstlich und traurig, breche m ehrm als in Tränen aus. Sie sehe keine M öglichkeit m ehr zu leben, w enn sie ins H eim atland zurückkehren m üsse. Für den Fall einer erzw ungenen R ückkehr w ürde sie sich durch eine Injek- tion von Luft in die Venen oder durch Aufschneiden der Pulsadern suizidieren. G e- m äss "H am ilton-D epressions-Skala" w eise sie einen W ert von 22 Punkten auf, w as einer m ittelgradigen Ausprägung der depressiven Sym ptom e entspreche. Es w ird die D iagnose gem äss IC D -9/IC D -10 für Psychiatrie einer schw ersten affektiven Problem atik im Zusam m enhang m it drohender Ausw eisung gestellt. Eine psychiat- rische Behandlung sei indiziert. Aus m edizinischer Sicht sei die R eisefähigkeit ge- geben, allerdings habe die Beschw erdeführerin für den Fall einer erzw ungenen H eim reise Suizidabsichten geäussert, die ernst zu nehm en seien. Es m üsse m it einem hohen Suizidalitätsrisiko gerechnet w erden und es bestünden im H eim at- land keine Behandlungsm öglichkeiten. Aus einem w eiteren Schreiben (...) vom 29. O ktober 2004 an (...) stellt sich der behandelnde O berarzt auf den Standpunkt, es sei aus m edizinischen G ründen nicht zum utbar, dass die Beschw erdeführerin den Zeitraum der Abklärungen im R ahm en des Asylverfahrens ohne Arbeit verbringen solle. D ie Arbeit sei für sie ein w ichtiges, therapeutisches M ittel. Sie leide an D epressionen. D ie Arbeit und die klare Tagesstruktur brächten eine Ablenkung von ihren Problem en und w ürden die negativen G edankengänge unterbinden. Es sei zu befürchten, dass der Verlust der Arbeitsbew illigung eine Verschlechterung ihres G esundheitszustandes bew irken w ürde. Sie w erde vom Arbeitgeber sehr geschätzt und hätte die M öglichkeit, die Arbeitsstelle w ieder anzutreten, sofern sie eine Arbeitsbew illigung erhalte. 7.3.2 W ie bereits unter 4.4 festgestellt, erachtet das Bundesverw altungsgericht die Schilderungen der Beschw erdeführerin zu den über Jahre hinw eg erduldeten M iss- handlungen, die sie seitens naher Fam ilienverw andten erlitten hat, als grundsätz- lich glaubhaft. D ie Beschw erdeführerin hat zudem auf schlüssige W eise dargetan, dass sie im Kindesalter U nterleibsverletzungen, nam entlich eine dam it ein- hergehende Verletzung ihres H ym ens erlitten hat. U nter diesen U m ständen scheint auch nachvollziehbar, dass sie aufgrund dieser Vorfälle auch an entspre- chenden physischen, aber nam entlich psychischen G esundheitsfolgen leidet. Im W eiteren besteht für das Bundesverw altungsgericht kein Anlass, an der in m e- dizinischer H insicht sachlichen R ichtigkeit der eingereichten ärztlichen Berichte zu zw eifeln (vgl. zur Bew eiskraft sogenannter Privatgutachten EM AR K 2002 N r. 13 E. 6c S. 115 f. und N r. 18). D as Bundesverw altungsgericht geht davon aus, dass die Beschw erdeführerin bereits zw ei Suizidversuche unternom m en hat. D ie von ihr m ehrfach geäusserten Suizidabsichten für den Fall einer erzw ungenen R ückschaf- fung nach Katar und das von psychiatrischer Seite attestierte hohe Suizidalitätsri- siko w erden ebenfalls als schlüssig dargelegt qualifiziert. D ie offenkundige, panische Angst der Beschw erdeführerin vor einer W egw eisung nach Katar scheint ihre H auptursachen in den seit Kindesalter erlittenen traum ati- schen Erlebnissen zu haben und ist nachvollziehbar. D ie im Falle einer zw angs-21 w eisen R ückkehr bereits geäusserten Suizidabsichten und das von Fachärzten be- stätigte hohe R isiko einer Selbsttötung sind ernst zu nehm en. Aufgrund der dargelegten Situation ist m it überw iegender W ahrscheinlichkeit da- von auszugehen, dass eine unfreiw illige R ückkehr der Beschw erdeführerin im jet- zigen Zeitpunkt und m ittelfristig eine ernsthafte und konkrete G efährdung an Leib und Leben bew irken w ürde und die Beschw erdeführerin dadurch in ihrer Existenz in schw erw iegender W eise bedroht w äre. H inzu kom m t, dass sich die Beschw erdeführerin als alleinstehende Frau nicht auf ein fam iliäres oder soziales N etz abstützen kann. Sie hat auf glaubhafte W eise dargetan, dass sie aus persönlichen, kulturell und gesellschaftlich bedingten G rün- den von ihrer Fam ilie geächtet und verstossen w orden ist und im R ahm en einer W iedereingliederungsphase w eder auf finanzielle noch auf soziale, m oralische U n- terstützung ihrer Verw andten zählen kann. D a gerade diese Verw andten für ihre psychischen Leiden m itverantw ortlich gem acht w erden m üssen, ist offenkundig, dass diese fam iliären Beziehungen auch in einem allfälligen gesundheitlichen G e- nesungsprozess nur negative Ausw irkungen entfalten könnten. 7.3.3 In W ürdigung säm tlicher Sachverhaltselem ente, nam entlich aufgrund m edizini- scher und hum anitärer Ü berlegungen kom m t das Bundesverw altungsgericht daher zum Schluss, dass das private Interesse der Beschw erdeführerin an einem w eite- ren Verbleib in der Schw eiz das grundsätzlich hohe öffentliche Interesse an einem W egw eisungsvollzug überw iegt. Som it ist der W egw eisungsvollzug für die Be- schw erdeführerin als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu erachten. N achdem aus den Akten keinerlei H inw eise auf das Vorliegen von Ausschluss- gründen nach Art. 14a Abs. 6 AN AG hervor gehen, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e erfüllt. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, die Fragen der Zulässigkeit und der M öglich- keit des W egw eisungsvollzuges näher zu prüfen. 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die Verfügung vom 9. April 2001 im R e- sultat Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ), sow eit sie die Frage des Asyls und der Flüchtlingseigenschaft betrifft; insow eit ist die Beschw erde dem nach abzuw eisen. Sow eit die Frage des Vollzuges der W egw eisung betreffend, ist die angefochtene Verfügung indessen nach dem G esagten bundesrechtsw idrig, w eshalb die Beschw erde insow eit gutzuheissen und die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 der Verfügung aufzuheben sind und das BFM anzuw eisen ist, den Aufenthalt der Beschw erdeführer in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln. 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten angesichts des teilw eisen U nterliegens praxisgem äss zur H älfte, ausm achend Fr. 300.--, der Beschw erde- führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a der Beschw erdeführerin m it Zw i- schenverfügung vom 16. M ärz 2007 im w iederaufgenom m enen Beschw erdever-22 fahren die unentgeltliche R echtspflege inklusive Verbeiständung gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG gew ährt w orden ist und sich in der Zw ischenzeit deren finan- zielle Situation nicht m assgeblich verändert hat, ist indessen von der Auferlegung der Kosten abzusehen. 9.2 D er vollum fänglich oder teilw eise obsiegenden Partei, der ein unentgeltlicher R echtsbeistand im Sinne von Art. 65 Abs. 2 Vw VG beigeordnet w orden ist, ist bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen eine Parteientschädigung im U m fang des O bsiegens zu entrichten (Art. 7 und 15 des R eglem entes über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.2). Für den Teil des U nterliegens ist dem behörldlich eingesetzten Anw alt ein am tliches H onorar für seine Aufw endungen im Beschw erdeverfahren auszurichten. D er R echtsvertreter w eist in seiner Kostennote vom 17. Juli 2007 für das vorlie- gende Beschw erdeverfahren einen Aufw and von 27,25 Stunden (à Fr. 250.--) sow ie Auslagen von Fr. 68.45 und M ehrw ertsteuer von Fr. 522.95 aus. D ieser Aufw and ist angesichts der Tatsache, dass der R echtsvertreter erst seit dem 14. Februar 2007 bevollm ächtigt ist und unter Berücksichtigung der Angaben in der Klientenkarte, w elche auch Aufw endungen enthalten, die nicht das Beschw erde- verfahren in der Asylsache betreffen, als überhöht zu erachten. Es ist dem nach von einem ungefähren Aufw and von 18 Stunden und einem G esam taufw and (inkl. Auslagen und M ehrw ertsteuer) von Fr. 5'000.-- für das vorliegende Verfahren auszugehen. D as BFM w ird nach dem G esagten angew iesen, der Beschw erdeführerin in An- w endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG sow ie Art. 7 und 15 VG KE und unter Berück- sichtigung der in Betracht zu ziehenden Bem essungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VG KE) für den Teil ihres O bsiegens eine praxisgem äss um die H älfte reduzierte Parteient- schädigung von insgesam t Fr. 2'500.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten. D em als unentgeltlicher R echtsbeistand eingesetzten R echtsvertreter w ird in An- w endung von Art. 65 Abs. 2 Vw VG sow ie Art. 7 ff. VG KE im U m fang des (hälfti- gen) U nterliegens ein am tliches H onorar von Fr.2'500.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zugesprochen. D er Anspruch auf das am tliche H onorar w ird im U m fang der Parteientschädigung gegenstandslos.23 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit sie die Frage des Vollzugs der W eg- w eisung betrifft; im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Verfügung des BFF vom 9. April 2001 w ird teilw eise – die D ispositiv-Ziffern 4 und 5 betreffend – aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Aufenthalt der Be- schw erdeführerin in der Schw eiz nach den Bestim m ungen über die vorläufige Auf- nahm e zu regeln. 3. Es w erden keine Kosten erhoben. 4. D as BFM w ird angew iesen, der Beschw erdeführerin zufolge teilw eisen O bsiegens für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ) von Fr. 2'500.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zu entrichten. 5. D em als unentgeltlicher R echtsbeistand eingesetzten R echtsvertreter w ird in An- w endung von Art. 65 Abs. 2 Vw VG im U m fang des U nterliegens ein vom Bundes- verw altungsgericht auszurichtendes am tliches H onorar von Fr. 2'500.-- (inklusive Auslagen und M ehrw ertsteuer) zugesprochen. D er Anspruch auf das am tliche H onorar w ird im U m fang der Parteientschädigung gegenstandslos. 6. D ieses U rteil geht an: - den R echtsvertreter der Beschw erdeführerin, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N ....) - (...) D ie vorsitzende R ichterin: D ie G erichtsschreiberin: Therese Kojic Sandra Bodenm ann Versand am : 24 Einschreiben H errn lic. iur. O liver W ächter R echtsanw alt und N otar Aarburgerstrasse 6 Postfach 1360 4601 O lten