A bteilung V E -4823/2007 und E -4865/2007 tem /bas {T 0/2} U rteil vom 23. Juli 2007 M itw irkung:R ichterin Teuscher, R ichter G ysi, H uber G erichtsschreiber Bähler V________ J_______ (1), geboren ________, sow ie V________ G _______ (2), ge- boren ________, und C _______ R _______ (3), geboren ________, m it ihren Kindern V________ H _______, geboren ________, und V________ U _______, geboren ________, geboren _______, Serbien, alle vertreten durch R echtsanw ältin Evelyne Suter, Länggass-Strasse 7, Postfach 7161, 3001 Bern, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügungen vom 6. Juli 2007 i.S. N ichteintreten auf A sylgesuch und W egw eisung / N ________ und N ________ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest, dass die Beschw erdeführer bereits erfolglos m ehrere Asylverfahren in der Schw eiz durchlaufen haben, dass die Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge Serbien am 17. M ai 2007 verlie- ssen und am 19. M ai 2007 in der Schw eiz erneut um Asyl ersuchten, dass die Beschw erdeführer im W esentlichen geltend m achen, nach ihrer R ückkehr aus der Schw eiz w egen ihrer Ethnie schikaniert und von serbischen M afiaangehörigen unter Anw endung körperlicher G ew alt zur Zahlung von Schutzgeldern gezw ungen w orden zu sein, dass w eiter geltend gem acht w ird, die Beschw erdeführerin 3 sei von diesen M ännern vergew altigt und deshalb sieben M onate im Spital von Versac stationär behandelt w or- den, dass die Beschw erdeführer von der M afia bedroht w orden seien, nachdem die Be- schw erdeführer 1 und 2 ungefähr im M ai 2007 eine Schlägerei m it einem der Erpresser gehabt hätten, dass das BFM m it Verfügungen vom 6. Juli 2007 - eröffnet am 12. Juli 2007 - in Anw en- dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) auf diese Asylgesuche nicht eintrat und die W egw eisung aus der Schw eiz sow ie den Vollzug anordnete, dass die Beschw erdeführer m it Eingaben vom 17. Juli 2007 gegen diese Entscheide beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde erhoben und dabei beantragten, die Verfü- gungen seien aufzuheben und den Beschw erdeführern sei Asyl zu erteilen, eventualiter sei die U nzum utbarkeit der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e an- zuordnen, subeventualiter seien die Verfahren zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zu- rückzuw eisen und den vorliegenden Beschw erden die aufschiebende W irkung zu ertei- len, dass ferner die unentgeltliche Prozessführung und die Beiordnung der unter-zeichnen- den R echtsanw ältin als am tliche Anw ältin beantragt w urde, dass die vorinstanzlichen Akten am 19. Juli 2007 beim Bundesverw altungsgericht eintra- fen (Art. 109 Abs. 2 AsylG ), und zieht in Erw ägung, dass das Bundesverw altungsgericht endgültig über Beschw erden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m . Art. 31 - 34 des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht [VG G , SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 3 [BG G , SR 173.110]), dass die Beschw erdeführer legitim iert sind, w eshalb auf die frist- und form gerecht einge- reichte Beschw erde einzutreten ist (Art. 108a AsylG sow ie Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 52 Vw VG ), dass die Beschw erdeverfahren E-4823/2007 und E-4865/2007 in einem engen rechtli- chen und sachlichen Zusam m enhang stehen und deshalb zu vereinigen sind, dass m it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht die Verletzung von Bundes- recht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver- halts und die U nangem essenheit gerügt w erden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG ), dass die Beurteilung von Beschw erden gegen N ichteintretensentscheide praxisgem äss auf die Ü berprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu R echt auf das Asyl- gesuch nicht eingetreten ist, dass die Beurteilungszuständigkeit der Beschw erdeinstanz som it darauf beschränkt ist, bei Begründetheit des R echtsm ittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (Entscheidun- gen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2004 N r. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz dem gegenüber die Frage der W egw eisung sow ie deren Vollzugs m ateriell geprüft hat, w eshalb dem Bundesverw altungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukom m t, dass deshalb auf die Anträge auf G ew ährung von Asyl nicht einzutreten ist, dass den Beschw erden die aufschiebende W irkung zukom m t, w eshalb auf die Anträge auf W iederherstellung der aufschiebenden W irkung m angels Anfechtungsobjekt nicht einzutreten ist, dass die vorliegende Beschw erde - w ie sich aus den nachstehenden Erw ägungen er- gibt - offensichtlich unbegründet ist, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w er- den kann und der Beschw erdeentscheid lediglich sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ; vereinfachtes Verfahren), dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten w ird, w enn Asylsuchende in der Schw eiz be- reits ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen oder ihr G esuch zurückgezogen haben oder w ährend des hängigen Asylverfahrens in den H eim at- oder H erkunftsstaat zurück- gekehrt sind, dass diese Bestim m ung jedoch keine Anw endung findet, w enn die Anhörung H inw eise auf zw ischenzeitlich eingetretene Ereignisse ergibt, die geeignet sind, die Flüchtlingsei- genschaft zu begründen oder die für die G ew ährung vorübergehenden Schutzes rele- vant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ), dass unbestritten ist, dass die Beschw erdeführer in der Schw eiz bereits m ehrere Asyl- verfahren erfolglos durchlaufen haben, dass die Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG eine sum m arische m aterielle Prü- fung der G laubw ürdigkeit der gesuchstellenden Person voraussetzt, aus der sich das of- fensichtliche Fehlen von H inw eisen auf die Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft bezie- hungsw eise auf die Voraussetzungen der G ew ährung des vorübergehenden Schutzes 4 ergibt (vgl. EM AR K 2000 N r. 14 S. 102 ff.), dass im R ahm en von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG lediglich - w ie vom BFM korrekt vorge- nom m en - eine sum m arische m aterielle G laubhaftigkeitsprüfung der Verfolgungsvorbrin- gen vorzunehm en ist, dass die Ausführungen in den Beschw erden nicht geeignet sind, an den Erw ägungen in den vorinstanzlichen Verfügungen, w elche sich als zutreffend erw eisen und auf w elche zu verw eisen ist, etw as zu ändern, dass in der Beschw erde geltend gem acht w ird, die Vorinstanz habe das rechtliche G e- hör verletzt, da sie nicht berücksichtigt habe, dass es sich bei den Beschw erdeführern um R om a handle, dass diese R üge jeder G rundlage entbehrt, w eshalb nicht näher darauf einzugehen ist, dass sich der in den Beschw erden zitierte Entscheid der Schw eizerischen Asylrekurs- kom m ision (EM AR K 2006 N r. 11) ausschliesslich auf die Situation in der unter U N O - M andat stehenden serbischen Provinz Kosovo bezieht, dass sich die Situation der R om a in der Vojvodina - w o die Beschw erdeführer herkom - m en - nicht m it jener in der Provinz Kosovo vergleichen lässt, dass die Beschw erdeführer Behelligungen durch Angehörige von m afiaähnlichen serbischen O rganisationen (Schutzgeldforderungen, Vergew altigung der Beschw erde- führerin 3) geltend m achen, dass die Vorbringen der Beschw erdeführer nur w enig substanziiert und teilw eise w ider- sprüchlich sind, dass die G laubhaftigkeit der diesbezüglichen Vorbringen offengelassen w erden kann, da Ü bergriffe D ritter nur dann beachtlich sind, w enn sie von den Behörden geduldet w er- den, dass die Beschw erdeführer anlässlich der ersten Befragungen im Transitzentrum Alt- stätten verneinten, die Polizei um Schutz ersucht zu haben, dass der Beschw erdeführer 1 und die Beschw erdeführerin 3 erst in der zw eiten Anhö- rung geltend m achten, die Polizei habe Anzeigen nicht entgegen genom m en, w ährend der Beschw erdeführer 2 verneinte, dass die Fam ilie um Schutz durch die Polizei ersucht habe, dass deshalb nicht glaubhaft ist, dass die Beschw erdeführer die serbischen Behörden erfolglos um Schutz ersuchten, dass som it nicht davon auszugehen ist, dass der serbischen Staat in casu schutzunw illig ist, dass die Beschw erdeführer som it keine H inw eise darzulegen verm ochten, dass seit den letzten erfolglos durchlaufenen Asylverfahren in der Schw eiz Ereignisse eingetreten sind, die geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die G e- w ährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, dass das BFM dem nach in Anw endung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu R echt auf das Asylgesuch der Beschw erdeführer nicht eingetreten ist, dass das N ichteintreten auf ein Asylgesuch in der R egel die W egw eisung aus der 5 Schw eiz zur Folge hat, vorliegend die Beschw erdeführer w eder eine Aufenthaltsbew illi- gung besitzen noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen haben, w eshalb die ver- fügte W egw eisung im Einklang m it den gesetzlichen Bestim m ungen steht und zu bestä- tigen ist (Art. 44 Abs. 1 AsylG , Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfra- gen vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 143.311]; EM AR K 2001 N r. 21), dass zu prüfen bleibt, ob es G ründe gibt, die dem Vollzug der W egw eisung entgegen- stehen, da im Fall eines unzulässigen, unzum utbaren oder unm öglichen Vollzugs das Anw esenheitsverhältnis nach den Bestim m ungen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931 (AN AG , SR 142.20) über die vor- läufige Aufnahm e zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG ), dass der Vollzug der W egw eisung in Beachtung der m assgeblichen völker- und landes- rechtlichen Bestim m ungen zulässig ist, da die Beschw erdeführer keine H inw eise auf Verfolgung oder begründete Furcht vor N achteilen darzulegen verm ögen, w elche geeig- net w äre, ihre Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und auch keine Anhaltspunkte für eine andere m enschenrechtsw idrige Behandlung ersichtlich sind, die ihnen in ihrem tat- sächlichen H eim at- oder H erkunftsstaat droht (Art. 14a Abs. 3 AN AG ), dass w eder die im H eim at- oder H erkunftsstaat herrschende politische Situation noch andere G ründe gegen die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs dorthin sprechen, dass die gesellschaftliche D iskrim inierung der R om a in Serbien und anderen Staaten auf der Balkan-H albinsel nicht eine Intensität erreicht, w elche zu einer U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs führen w ürde, dass den Akten zudem keine Anhaltspunkte zu entnehm en sind, w onach der Vollzug der W egw eisung für die Beschw erdeführer aus individuellen G ründen unzum utbar w äre, zu- m al sie in ihrem H eim atstaat über ein fam iliäres Beziehungsnetz verfügen, dass unter den gegebenen U m ständen nicht davon auszugehen ist, sie gerieten bei ei- ner R ückkehr in eine existenzbedrohende Situation, die als konkrete G efährdung im Sin- ne der zu beachtenden Bestim m ungen zu w erten w äre (Art. 14a Abs. 4 AN AG ), dass bezüglich der von der Beschw erdeführerin 3 vorgebrachten und m ittels Arztzeug- nis belegten psychischen Problem en auf die zutreffenden Erw ägungen der Vorinstanz zu verw eisen ist, dass bezüglich der vom Beschw erdeführer 1 geltend gem achten m edizinischen W egw ei- sungshindernisse auf die angefochtene Verfügung verw iesen w erden kann, und die auf Beschw erdeebene eingereichten, aus dem Jahre 2003 datierten und von serbischen Ärzten verfassten Zeugnisse jeglicher Aktualität entbehren, dass der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen ist (Art. 14a Abs. 4 AN AG ), dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine H inw eise auf das Vorliegen technischer Vollzugshindernisse ergeben, w eshalb der Vollzug auch als m öglich erscheint (Art. 14a Abs. 2 AN AG ), dass es den Beschw erdeführern dem nach nicht gelungen ist darzutun, inw iefern die an- gefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechtserheblichen Sachverhalt unrich- tig oder unvollständig feststelle oder unangem essen sei (Art. 106 AsylG ), w eshalb die Beschw erden abzuw eisen sind,6 dass eine Partei, die nicht über die erforderlichen M ittel verfügt, auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit w ird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos er- scheint (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ), dass der bedürftigen Partei in einem nicht aussichtslosen Verfahren ausserdem ein An- w alt beigegeben w erden kann, w enn sie nicht im stande ist, ihre Sache selber zu vertre- ten (Art. 65 Abs. 2 Vw VG ), dass eine Beschw erde dann als aussichtslos gilt, w enn die G ew innaussichten beträcht- lich geringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet w erden können (vgl. BG E 125 II 265 E. 4b S. 275), dass die vorstehenden Erw ägungen aufzeigen, dass die Beschw erden in casu als zum vornherein aussichtslos zu bezeichnen sind, w eshalb das G esuch um unentgeltliche R echtspflege abzuw eisen ist, dass bei diesem Ausgang der vereinigten Verfahrens die Kosten von Fr. 800.-- dem Be- schw erdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Ent- schädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)7 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erdeverfahren E-4823/2007 und E-4865/2007 w erden vereinigt. 2. D ie Beschw erden w erden abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w ird. 3. D as G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 und 2 Vw VG w ird abgew iesen. 4. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 800.--, w erden den Beschw erdeführern auferlegt. 5. D ieses U rteil geht an: - der R echtsvertreterin der Beschw erdeführer (eingeschrieben, vorab per Tele- fax; Beilagen: Einzahlungsschein, angefochtene Verfügungen im O riginal) - das BFM , Abteilung Aufenthalt und R ückkehr, m it deren Akten (R ef.-N r. N ____ ___) - das A________ des Kantons N ________, (Beilagen: _______) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: M arianne Teuscher Sim on Bähler Versand am :