Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Geschäfts-Nr. PG170004-O/U Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. M. Langmeier, Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden und Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. A. Leu Beschluss vom 17. Februar 2022 in Sachen A._____ Limited, Gesuchstellerin vertreten durch Rechtsanwalt Dr. X1._____ und/oder Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ gegen B._____ Limited, C._____ [Ortschaft], Gesuchsgegnerin vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ betreffend Ernennung eines Schiedsrichters - 2 - Erwägungen: 1. Mit Eingabe vom 12. Juni 2017 liess die A._____ Limited (nachfolgend: Ge- suchstellerin) beim Obergericht des Kantons Zürich durch ihre Rechtsvertr e- ter ein Gesuch um Ernennung eines Schiedsrichters einreichen und folgen- de Anträge stellen (act. 1): "1. Es sei für die Entscheidung der zwischen den Parteien bestehen- den Streitigkeit ein Schiedsrichter zu ernennen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Ge- suchsgegnerin." 2. Die Verwaltungskommission eröffnete in der Folge das vorliegende Verfa h- ren und forderte die Gesuchstellerin mit Verfügung vom 5. Juli 2017 auf , binnen zehn Tagen einen Kostenvorschuss im Umfang von Fr. 8'000.- zu leisten, unter der Androhung, dass sonst - nach der allfälligen Gewährung einer Nachfrist - auf das Gesuch nicht eingetreten würde (act. 5). Der Kos- tenvorschuss ging am 14. Juli 2017 innert Frist ein (act. 7). 3. Ebenfalls in der Verfügung vom 5. Juli 2017 stellte d ie Verwaltungskommis- sion der Gesuchsgegnerin ein Doppel des Gesuchs samt Beilagenverzeic h- nis zur Kenntnisnahme zu . Zudem forderte sie sie auf, in der Schweiz ein Zustellungsdomizil im Sinne von Art. 140 ZPO zu bezeichnen, unter der A n- drohung, dass im Unter lassungsfalle Zustellungen inskünftig gemäss Art. 141 Abs. 1 lit. c ZPO durch Veröffentlichung erfolgen könnten (act. 5). Bevor die Verfügung der Gesuchsgegnerin auf dem Rechtshilfeweg zuge- stellt werden konnte, legitimierten sich die Rechtsanwältinnen Dr. iur. Y2._____ und lic. iur. Y1._____ als Zustellungsempfängerinnen für die G e- suchsgegnerin (act. 8/1). Mit Verfügung vom 9. August 2017 (act. 12) wurde daher Dispositiv Ziffer 3 der Verfügung vom 5. Juli 2017 in Wiedererwägung gezogen und aufgehoben. Von der Zustellung der besagten Verfügung auf dem Rechtshilfeweg an die Gesuchsgegnerin persönl ich wurde abgesehen. Statt dessen wurde sie den Zustellungsempfängerinnen der Gesuchsgegne-- 3 - rin zugestellt. Zudem wurde mit Verfügung vom 9. August 2017 Dispositiv Ziffer 4 der Verfügung vom 5. Juli 2017 abgeändert. 4. Am 18. August 2017 setzte die Verwaltungskommission der Gesuchsgegne- rin sodann Frist zur freigestellten Stellungnahme an (act. 14). Mit Eingabe vom 31. August 2017 legitimierten sich die Rechtsanwältinnen Dr. iur. Y2._____ und lic. iur. Y1._____ als Rechtsvertreterinnen der Gesuchsgeg- nerin (act. 18/1) und liessen die folgenden Anträge stellen (act. 16): "1. Es sei auf das Gesuch wegen Rechtshängigkeit/mangels Rechts- schutzinteresses nicht einzutreten. 2. Eventualiter: Es sei im vorliegenden Verfahren der/die gleiche Schiedsrichter(in) zu ernennen wie im Verfahren Nr. PG170003-O. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuch- stellerin." 5. In der Folge räumte die Verwaltungskommission der Gesuchstellerin mit Verfügung vom 13. Oktober 2017 das Recht zur Einreichung einer Replik ein (act. 23). Diese ging nach einmaliger Fristerstreckung (act. 25) am 10. November 2017 ein (act. 28). Die Gesuchstellerin stellte darin den A n- trag, das vorliegende Verfahren sei zu sistieren, bis die Gesuchsgegnerin im Schiedsverfahren vor dem im Verfahren PG170003- O zu ernennenden Schiedsrichter eine umfassende Klageschrift eingereicht habe. Mit Verf ü- gung vom 22. Dezember 2017 wurde der Gesuchsgegnerin Frist angesetzt, um hierzu Stellung zu nehmen (act. 29). Nach einmaliger Fristerstreckung (act. 31) liess die Gesuchsgegnerin am 2. Februar 2018 mitteilen, sie halte an ihrem Nichteintretensantrag fest, würde sich aber einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens nicht widersetzen (act. 32 Rz 7 und 9). 6. Mit Beschluss vom 5. März 2018 wies die Verwaltung skommission das Be- gehren der Gesuchsgegnerin auf Nichteintreten auf das Gesuch ab . Im glei- chen Beschluss hiess sie den Sistierungsantrag der Gesuchstellerin sodann gut und sistierte das vorliegende Verfahren, bis die Gesuchsgegnerin im dem Verfahren Geschäfts -Nr. PG170003- O nachfolgenden Schiedsverfah- ren, in welchem ihr die Rolle der Klägerin zukam , eine umfassende Klag e-- 4 - schrift eingereicht habe. Die Parteien wurden aufgefordert, das Gericht da- von in Kenntnis zu setzen, sobald die Gesuchsgegnerin die massgebliche Klageschrift im Schiedsverfahren eingereicht habe (act. 33). 7. Nachdem die Verwaltungskommission über längere Zeit hinweg keine Rückmeldung der Parteien erhalten hatte, ersuchte sie diese m it Schreiben vom 18. Januar 2022 (act. 35-36) um Mitteilung über den Stand des Schiedsverfahrens sowie über allfällige Auswirkungen auf das vorliegende Verfahren. Mit Eingabe vom 26. Januar 2022 (act. 37) liess die Gesuchstel- lerin das Gesuch um Ernennung eines Schiedsrichters zurückziehen. Gleichzeitig orientierte sie das Gericht darüber, dass sich die Parteien da- hingehend geeinigt hätten, dass sie im vorliegenden Verfahren gegenseitig auf die Zusprechung einer Parteientschädigung verzichten würden. Dies wurde seitens der Gesuchsgegnerin m it Eingabe vom 9 . Februar 2022 (act. 38) bestätigt. Dementsprechend ist das vorliegende Verfahren als durch Rückzug des Gesuchs erledigt abzuschreiben. 8. Ausgangsgemäss ist die Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren auf Fr. 2'000.- festzusetzen und sind die Kosten des Verfahrens der Gesuchstel- lerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 1 i.V.m. § 2 Abs. 1 lit. a, c und d Gebührenver- ordnung des Obergerichts [GebV OG, LS 211.11]). Entschädigungen sind antragsgemäss (act. 37-38) keine zuzusprechen. 9. Hinzuweisen bleibt schliesslich auf das Rechtsmittel der Beschwerde ans Bundesgericht. Es wird beschlossen: 1. Das Verfahren wird als durch Rückzug erledigt abgeschrieben. 2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt. Die Kosten für die Über- setzungen betragen Fr. 950.-. - 5 - 3. Die Kosten des Verfahrens werden der Gesuchstellerin auferlegt und mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Im Mehrbetrag wird der Kostenvorschuss der Gesuchstellerin zurückerstattet. 4. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 5. Schriftliche Mitteilung je gegen Empfangsschein an: − die Vertreter der Gesuchstellerin, zweifach, für sich und die Gesuch- stellerin, unter Beilage einer Kopie von act. 38, − die Vertreterin der Gesuchsgegnerin, zweifach, für sich und die Ge- suchsgegnerin, unter Beilage einer Kopie von act. 37, sowie − die Zentrale Inkassostelle der Gerichte. 6. Rechtsmittel: Eine allfällige Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (ordentliche Beschwerde) oder Art. 113 ff. (subsidiäre Ver- fassungsbeschwerde) i.V.m. Art. 42 des Bundesgesetzes über das Bundes- gericht (BGG). Zürich, 17. Februar 2022 Obergericht des Kantons Zürich Verwaltungskommission Die Gerichtsschreiberin: lic. iur. A. Leu versandt am: