<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2012.00272</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=212603&amp;W10_KEY=13013531&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2012.00272</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.02.2013</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 22.01.2014 teilweise gutgeheissen und die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurÃ¼ckgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Polizeiliche Freiheitsbeschränkung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Polizeiliche Festhaltung und Wegweisung am 1. Mai 2011. [Der Beschwerdeführer wurde am 1. Mai 2011 um 16.30 Uhr im Bereich Kasernenareal / Helvetiaplatz Zürich zusammen mit rund 500 anderen Personen von der Polizei eingekesselt, in gefesseltem Zustand zur Haftstrasse in der Polizeikaserne transportiert, einer Personenkontrolle unterzogen und - nach Anordnung einer 24-stündigen Wegweisung - um 22.30 Uhr wieder entlassen.] Eintreten trotz fehlendem aktuellem Rechtsschutzinteresse, da Fragen von grundsätzlicher Bedeutung zu beantworten sind (E. 1). In Bezug auf die polizeiliche Festhaltung des Beschwerdeführers hängt der Instanzenzug davon ab, ob ein polizeilicher Gewahrsam bzw. eine Freiheitsentziehung im konventions- und verfassungsrechtlichen Sinn vorliegt (Kantonspolizei - Zwangsmassnahmengericht - Obergericht) oder nicht (Kantonspolizei - Sicherheitsdirektion - Verwaltungsgericht; E. 2). Angesichts der Dauer, Intensität und Umstände der Festhaltung des Beschwerdeführers sowie vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesgerichts ist das Vorliegen einer Freiheitsentziehung im vorliegenden Fall zu verneinen, weshalb das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde zuständig ist (E. 4). Die polizeiliche Festhaltung vom 1. Mai 2011 ist als zulässiger Eingriff in die persönliche Freiheit und Bewegungsfreiheit des Beschwerdeführers zu erachten: Angesichts der konkreten Situation (500 eingekesselte Personen; Risiko von Nachdemonstrationen und gewaltsamen Ausschreitungen) stellt das Polizeigesetz eine genügende gesetzliche Grundlage dafür dar, die eingekesselten Personen - abgesehen von offensichtlich unbeteiligten Familien und älteren Leuten - aus Gründen der Sicherheit sowie zur Prüfung der Anordnung von Wegweisungen festzunehmen, in gefesseltem Zustand zur Haftstrasse zu transportieren, einer Identitätsfeststellung und Personenkontrolle zu unterziehen und nach spätestens 6 Stunden wieder zu entlassen (E. 5.4 - 5.7). Vor dem Hintergrund der Gefahrenlage gewichtete die Polizei das Interesse der Öffentlichkeit an der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung zu Recht höher als die Freiheitsbeschränkung des Beschwerdeführers, der nicht dem Kreis der offensichtlich unbeteiligten Personen zuzurechnen war (E. 5.8). Die 24-stündige Wegweisung stellt einen zulässigen Eingriff in die Bewegungsfreiheit, das Recht auf Achtung des Privatlebens sowie die Versammlungsfreiheit des Beschwerdeführers dar. Angesichts der unübersichtlichen und bedrohlichen Lage sowie der faktischen Unmöglichkeit, eine Gefährdungsabsicht bei jeder einzelnen Person nachzuweisen, durfte die Polizei davon ausgehen, dass die 500 Eingekesselten (abgesehen von offensichtlich unbeteiligten Familien und älteren Leuten) eine Ansammlung von Personen bildeten, die die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdeten bzw. die weggewiesen werden durften (E. 6.5.1). Die Wegweisungen waren geeignet um zu verhindern, dass sich nach Abschluss der Personenkontrollen weitere sicherheitsgefährdende Personenansammlungen bildeten. In zeitlicher und örtlicher Hinsicht waren die Wegweisungen aus sicherheitspolizeilichen Gründen erforderlich, denn in früheren Jahren war es im Betretverbotsgebiet (Stadtkreise 1, 4 und 5) immer wieder auch Stunden nach Abschluss der offiziellen 1.-Mai-Feierlichkeiten zu Ausschreitungen gekommen (E. 6.6.1). Das öffentliche Sicherheitsinteresse ist höher zu gewichten als das Bedürfnis des Beschwerdeführers, sich zwischen dem 1. Mai (22 Uhr) und dem 2. Mai (22 Uhr) im Betretverbotsgebiet aufzuhalten, zumal er dort weder wohnt noch arbeitet (E. 6.6.2). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKTENFÃHRUNGSPFLICHT">AKTENFÃHRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRETVERBOT">BETRETVERBOT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEGUNGSFREIHEIT">BEWEGUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKESSELUNG">EINKESSELUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FESSELUNG">FESSELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIHEITSBESCHRÃNKUNG">FREIHEITSBESCHRÃNKUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIHEITSENTZIEHUNG">FREIHEITSENTZIEHUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFAHR">GEFAHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IDENTITÃTSFESTSTELLUNG">IDENTITÃTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE SICHERHEIT">ÃFFENTLICHE SICHERHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSONENKONTROLLE">PERSONENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHE FREIHEIT">PERSÃNLICHE FREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT">POLIZEI-, SICHERHEITS- UND ORDNUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHE FESTHALTUNG">POLIZEILICHE FESTHALTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEILICHER GEWAHRSAM">POLIZEILICHER GEWAHRSAM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATLEBEN">PRIVATLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSAMMLUNGSFREIHEIT">VERSAMMLUNGSFREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGWEISUNG">WEGWEISUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSTÃNDIGKEIT">ZUSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: 1. MAI">1. MAI</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 31 Abs. IV BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 Abs. IV EMRK</span><br/><span class="gerade">Art./§ 12 Abs. I POLG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 16 Abs. II POLG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 21 POLG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 21 Abs. I POLG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 21 Abs. III POLG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 25 POLG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 27 POLG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 33 POLG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 33 lit. a POLG</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 34 POLG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=16598" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2012.00272</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. Februar 2013</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Rudolf Bodmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Bea Rot­ach, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Kaspar PlÃ¼ss. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kantonspolizei ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend polizeilichen Gewahrsam,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Im Anschluss an die StadtzÃ¼rcher Feierlichkeiten zum 1. Mai 2011 befand sich der 1985 geborene A im Raum Kanzleiareal/Helvetiaplatz in einer Menschenmenge, die von der Stadt- und Kantonspolizei ZÃ¼rich eingekesselt wurde. Um ca. 19 Uhr wurde er festgenommen und zur sicherheitspolizeilichen ÃberprÃ¼fung dem 1.-Mai-Haftregime im Kasernenareal zugefÃ¼hrt. Dort verfÃ¼gte die Polizei eine polizeigesetzliche Wegweisung und ordnete an, dass es ihm vom 1. Mai 2011 (22.00 Uhr) bis am 2. Mai 2011 (22.00 Uhr) untersagt sei, ein nÃ¤her bezeichnetes Gebiet in der ZÃ¼rcher Innenstadt zu betreten oder sich darin aufzuhalten. Um 22.30 Uhr wurde er aus der Polizeihaft wieder entlassen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 27. Juli 2011 ersuchte A die Stadt- und Kantonspolizei ZÃ¼rich um Feststellung, dass die Festnahme, die Festhaltung und die Wegweisung rechtswidrig gewesen seien und seine Freiheitsrechte verletzt hÃ¤tten. Die Stadtpolizei Ã¼berwies die Eingabe am 29. Juli 2011 an die Kantonspolizei. Am 2. August 2011 Ã¼berwies die Kantonspolizei die Eingaben zustÃ¤ndigkeitshalber an die Sicherheitsdirektion, die sie als Rekurs entgegennahm und mit Entscheid vom 30. MÃ¤rz 2012 â unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Rekurrenten â abwies. </span><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Am 30. April 2012 gelangte A mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, (1.) der Rekursentscheid der Sicherheitsdirektion vom 30. MÃ¤rz 2012 sei aufzuheben; (2.) es sei festzustellen, dass die Festhaltung (Einkesselung) des BeschwerdefÃ¼hrers durch die Polizei am 1. Mai 2011 rechtswidrig gewesen sei und gegen zahlreiche Grundrechte verstossen habe; (3.) es sei </span>festzustellen<span>, dass die Festnahme sowie die ÃberfÃ¼hrung ans 1.-Mai-Haftregime der Stadt- und Kantonspolizei ZÃ¼rich (Gewahrsam) am 1. Mai 2011 rechtswidrig gewesen sei und gegen zahlreiche Grundrechtsbestimmungen verstossen habe; (4.) es sei festzustellen, dass die am 1. Mai 2011 gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer ausgesprochene Wegweisung bzw. Fernhaltung rechtswidrig gewesen sei und gegen zahlreiche Grundrechtsbestimmungen verstossen habe; (5.) eventualiter sei die Sache an die Kantonspolizei ZÃ¼rich zurÃ¼ckzuweisen, damit diese noch einmal Ã¼ber das Begehren um ÃberprÃ¼fung der RechtmÃ¤ssigkeit der Einkesselung, der Festnahme und des polizeilichen Gewahrsams entscheide; unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Die Sicherheitsdirektion und die Kantonspolizei beantragten mit Eingaben vom 7. bzw. 16. Mai 2012 die Beschwerdeabweisung. Mit Replik vom 25. Juni 2012 hielt A an seinen AusfÃ¼hrungen fest und ersuchte um Zustellung aller massgeblichen Akten der Kantonspolizei ZÃ¼rich und um EinrÃ¤umung der Gelegenheit, zu diesen Stellung zu nehmen. Am 22. August 2012 setzte das Verwaltungsgericht A Frist an, um zu sÃ¤mtlichen von der Kantonspolizei ZÃ¼rich eingereichten Akten (samt Beilagen) Stellung zu nehmen. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 Ã¤usserte sich A zu den eingesehenen Akten und machte gleichzeitig geltend, diese seien unvollstÃ¤ndig. Zu dieser Eingabe nahm die Kantonspolizei mit Schreiben vom 18. Oktober 2012 Stellung. Dazu Ã¤usserte sich A mit Vernehmlassungseingabe vom 21. November 2012. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 lit. a </span>des <span>Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959</span><span> (</span><span>VRG</span>)<span> ist zum Rekurs und zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an deren Ãnderung oder Aufhebung hat. Das geltend gemachte Interesse muss </span>in der Regel <i><span>aktuell</span></i><span> sein. Im vorliegenden Fall </span>fehlt es an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse, denn <span>die am 1.</span> <span>Mai 2011 angeordneten </span>polizeilichen Massnahmen wurden <span>bereits vollzogen, sodass dem BeschwerdefÃ¼hrer kein Vorteil aus einer Gutheissung seiner Beschwerde mehr erwachsen kann.</span> </p> <p class="Erwgung2">Vom Erfordernis des aktuellen Rechtsschutzinteresses kann jedoch ausnahmsweise abgesehen werden. <span>I</span><span>m</span><span> Zusammenhang mit polizeilichen Fernhaltemassnahmen, die fÃ¼r maximal 14 Tage angeordnet werden kÃ¶nnen, ist im</span><span> Einzelfall zu entscheiden, ob und inwieweit die </span><span>M</span><span>assnahme entweder fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer selber oder fÃ¼r andere potenziell Betroffene derart exemplarisch ist, dass sich die bei ihrer ÃberprÃ¼fung aufgeworfenen Fragen jederzeit in vergleichbarer Weise stellen kÃ¶nnen und an ihrer Beantwortung insbesondere im Interesse der kÃ¼nftigen rechtmÃ¤ssigen Handhabung des polizeilichen Instruments ein genÃ¼gendes Ã¶ffentliches Interesse besteht</span><span> (VGr, </span><span>3.</span> <span>Dezember 2009, VB.2009.00523,</span> E. <span>1.2.2). </span>Im vorliegenden Fall ist zu beachten, dass sich d<span>ie Frage, ob die Festhaltung und Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers zulÃ¤ssig war, jederzeit unter Ã¤hnlichen UmstÃ¤nden wieder stellen</span> kann<span>. Ãberdies geht es um Fragen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung, insbesondere </span>darum, <span>ob die polizeiliche Festhaltung als Freiheitsentziehung zu qualifizieren ist und unter welchen Voraussetzungen polizeiliche Festhaltungen und Wegweisungen zulÃ¤ssig sind. </span>Die Legitimation des BeschwerdefÃ¼hrers ist somit zu bejahen. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b>Von Amts wegen ist zu prÃ¼fen<span>, ob das Verwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig ist (§ 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 VRG). Das Verwaltungsgericht hatte sich zwar in einem </span>Parallelv<span>erfahren, das den gleichen Sachverhalt betraf, als unzustÃ¤ndig erachtet und die Sache an das ZÃ¼rcher Obergericht weitergeleitet. Grund fÃ¼r die UnzustÃ¤ndigkeit war allerdings, dass ein Entscheid des <i>Zwangsmassnahmengerichts</i> angefochten war, ohne dass ein Ausnahmetatbestand gemÃ¤ss § 43 VRG vorlag (VGr, 26.</span> <span>Januar 2012, VB.2011.00710, E. 2.2 und 3.1). Das vorliegende Verfahren betrifft dagegen die Anfechtung eines Entscheids der <i>Sicherheitsdirektion</i>, sodass die Beurteilung der Beschwerde grundsÃ¤tzlich in den formellen ZustÃ¤ndigkeitsbereich des Verwaltungsgerichts fÃ¤llt (vgl. <span>§ 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a VRG). </span></span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Soweit das </span>Polizeigesetz vom 23. April 2007 (PolG) <span>keine spezifischen Verfahrensvorschriften enthÃ¤lt, gilt in Bezug auf polizeiliche VerfÃ¼gungen Ã¶ffentlich-rechtlicher Natur der verwaltungsprozessuale Instanzenzug. Das bedeutet, dass VerfÃ¼gungen der Kantonspolizei bei der Sicherheitsdirektion und jene der Stadtpolizei beim Statthalteramt mit Rekurs anzufechten sind, wobei der Rekursentscheid in beiden FÃ¤llen </span><br/> <span>an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden kann (</span>vgl. <span>VGr, 26.</span> <span>Januar 2012, VB.2011.00710</span>, E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen<span>).</span> Im vorliegenden Fall ging die Vorinstanz zu Recht nicht von einem stadtpolizeilichen, sondern von einem kantonspolizeilich angeordneten Anfechtungsgegenstand aus, zumal die Kantonspolizei an der Einkesselungsaktion vom 1. Mai 2011 wesentlich mitbeteiligt war und schliesslich die Wegweisungen anordnete. Kantonspolizeilich angeordnete Akte kÃ¶nnen <span>mit Rekurs bei der Sicherheitsdirektion und hernach mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht angefochten werden</span>, soweit <span>das Polizeigesetz keine abweichende ZustÃ¤ndigkeitsregel enthÃ¤lt</span>. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b>Z<span>u bejahen ist die verwaltungsgerichtliche ZustÃ¤ndigkeit </span>zunÃ¤chst <span>in Bezug auf die </span>angefochtene Wegweisung<span>: Die</span>se<span> stÃ¼tzt sich </span>â wie noch zu zeigen sein wird (vgl. E. 6.5) â <span>auf § 33 Abs. 1 PolG, sodass mangels abweichende</span>r<span> Spezialvorschriften der ordentliche Instanzenzug zur Anwendung kommt (Sicherheitsdirektion â Verwaltungsgericht). Von einem von der Regel abweichenden Instanzenzug (Haftgericht â Verwaltungsgericht) wÃ¤re nur </span>dann <span>auszugehen gewesen, wenn</span> eine Konstellation nach § 34 Abs. 2 PolG vorliegen wÃ¼rde (§ 34 Abs. 4 PolG; <span>vgl. VGr, 3. Dezember 2009, VB.2009.00523, E. 1.1), was</span> vorliegend <span>indessen nicht der Fall ist</span> (vgl. E. 5.6)<span>.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.4 </span></b><span>Was die </span>mehrstÃ¼ndige<span> polizeiliche Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers betrifft, ist der korrekte Instanzenzug weniger eindeutig: Falls die Festhaltung als Verbringung auf eine Dienststelle</span><span> </span><span>im Sinn von § 21 </span>Abs. 3 <span>PolG</span> zu qualifizieren wÃ¤re<span>, so </span>mÃ¼sste <span>mangels spezialgesetzlicher Regelung der ordentliche verwaltungsrechtliche Instanzenzug </span>beschritten werden<span> (Sicherheitsdirektion â Verwaltungsgericht). </span>Erachtete man <span>die Festhaltung hingegen als polizeiliche</span>n<span> Gewahrsam im Sinn von §§ 25 ff. PolG, so </span>wÃ¤re<span> gestÃ¼tzt auf § 27 PolG erstinstanzlich das Zwangsmassnahmengericht und zweitinstanzlich das Obergericht zustÃ¤ndig (vgl. VGr, 26. Januar 2012, VB.2011.00710, E. 3.2). Der von der Reg</span>e<span>l abweichende Instanzenzug im Fall eines polizeilichen Gewahrsams hat folgenden Hintergrund: Der Gewahrsam stellt eine Freiheitsentziehung dar, weshalb jede davon betroffene Person gestÃ¼tzt auf Art. 31 Abs. 4 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV) das Recht hat, jederzeit ein Gericht anzurufen, das so rasch wie mÃ¶glich Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit des Freiheitsentzugs entscheidet. Diese Garantie kann nur gewÃ¤hrleistet werden, wenn eine von Polizeigewahrsam betroffene Person sofort â ohne zuvor einen administrativen Instanzenzug durchlaufen zu mÃ¼ssen â ein Gericht anrufen kann (BGE 136 I 87 E. 6.5.2 und 6.5.3). </span></p> <p class="Erwgung2">FÃ¼r die PrÃ¼fung der Frage, ob <span>die </span>mehr<span>stÃ¼ndige polizeiliche Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers</span> zulÃ¤ssig war, ist das Verwaltungsgericht nach dem Gesagten nur dann zustÃ¤ndig, wenn<span> die Festhaltung </span>nicht als<span> Gewahrsam im Sinn von </span>§<span>§ 2</span>5 ff.<span> PolG </span>bzw. als Freiheitsentzug im Sinn von Art. 31 Abs. 4 BV zu erachten ist. Diese Frage ist im Folgenden vorab zu prÃ¼fen<span>. </span></p> <p class="Erwgung1"><a id="idp694816"></a><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b>In sachverhaltlicher Hinsicht ist unbestritten, dass sich am Nachmittag des 1. Mai 2011 zahlreiche Personen auf dem Kanzleiareal befanden und dass die Polizei am spÃ¤teren Nachmittag mit rund 400 Polizeibeamten die Anwesenden auf einem grÃ¶sseren Areal einkesselte. Offensichtlich nicht demonstrationswillige Personen â insbesondere Familien und Ã¤ltere Leute â erhielten die Gelegenheit, das Areal zu verlassen. Die Ã¼brigen Personen wurden von der Polizei festgenommen und mit Gefangenentransportfahrzeugen der Haftorganisation in der Polizeikaserne zugefÃ¼hrt. Insgesamt wurden 542 Personen in die Haftstrasse Ã¼berfÃ¼hrt. 468 von ihnen wurden im Verlauf des Abends nach Anordnung einer 24-stÃ¼ndigen Wegweisung wieder entlassen. 27 der 542 Personen wurden der Staatsanwaltschaft und 2 der Jugendanwaltschaft zugefÃ¼hrt. 45 Personen wurden wegen diverser Vergehen und Ãbertretungen angezeigt. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b>In Bezug auf den BeschwerdefÃ¼hrer ist unbestritten, dass er <span>am 1.</span> <span>Mai 2011 um ca.</span> 19 Uhr<span> verhaftet</span> und um ca. 22.30 Uhr wieder entlassen wurde. Als Zeitpunkt des Beginns der polizeilichen Einkesselungsaktion gibt der BeschwerdefÃ¼hrer 16.30 Uhr an. Die Vorinstanz ging in ErwÃ¤gung 1f des Rekursentscheids von einem Beginn um 17.50 Uhr aus; in den ErwÃ¤gungen 6a und 9c hielt sie indessen fest, dass die FreiheitsbeschrÃ¤nkung insgesamt rund 6 Stunden gedauert habe. Davon ist auch im Rahmen des Beschwerdeverfahrens auszugehen, zumal sich die Beschwerdegegnerin zur Frage des Beginns der Einkesselung nicht geÃ¤ussert, sondern auf die Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers verwiesen hat. Fest steht sodann, dass gegen den BeschwerdefÃ¼hrer eine 24-stÃ¼ndige, ab 1. Mai 2011 um 22.00 Uhr geltende Wegweisung verfÃ¼gt wurde; strafrechtliche VorwÃ¼rfe wurden nicht gegen ihn erhoben. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Was die Gefahrenlage am Nachmittag des 1.</span> <span>Mai 2011 auf dem Kanzleiareal angeht, </span>macht die Beschwerdegegnerin geltend, <span>dass am spÃ¤teren Nachmittag des 1.</span> <span>Mai 2011 ein steter Personenzufluss auf dem Kanzleiareal und Helvetiaplatz festzustellen war</span> und<span> dass es insbesondere auf dem Areal des Kanzleischulhauses klare Tendenzen zu einer Mobilisierung zwecks unbewilligter Nachdemonstrationen </span>gegeben habe. A<span>ufgrund der Erfahrungen </span>aus <span>frÃ¼here</span>n<span> 1.</span>-<span>Mai-Veranstaltungen </span>sei <span>davon auszugehen </span>gewesen<span>, dass Bestrebungen bestanden</span> hÃ¤tten<span>, eine Nachdemonstration in Gang zu bringen, und dass sich zahlreiche Personen, die sich im Raum </span>Kanzleiareal/<span>Helvetia­platz </span>befunden hÃ¤tten<span>, der Demonstration anschliessen und sich an den Ausschreitungen beteiligen wÃ¼rden.</span> Diese<span> Angaben </span>erscheinen glaubhaft: Zum einen darf angenommen werden<span>, dass die Polizei, die im Bereich des Kanzleiareals mit Ã¼ber 400 BerufsangehÃ¶rigen anwesend war, aufgrund ihrer Erfahrung, Fachkenntnisse und Beobachtungsinstrumente in der Lage war, die Situation objektiv einzuschÃ¤tzen. </span>Zum anderen wurden 29 der 542 verhafteten Personen den StrafbehÃ¶rden zugefÃ¼hrt und 45 Personen wegen Vergehen und Ãbertretungen angezeigt, was ebenfalls darauf hindeutet, dass von der Personenmenge ein reelles Sicherheitsrisiko ausging. <span>DemgegenÃ¼ber beruhen die Schilderungen des BeschwerdefÃ¼hrers, der die Lage als friedlich empfand, keine Anzeichen fÃ¼r eine Nachdemonstration </span>bemerkt haben will<span> und bei den Personen in seiner Umgebung keine Gewaltbereitschaft</span>shinweise<span> erkannte, auf subjektiven EindrÃ¼cken</span>, die er als<span> Einzelperson in einer grossen Menschenmasse an einem unÃ¼bersichtlichen Ort </span>wahrnahm<span>. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Umstritten ist sodann, zu welchem Zeitpunkt die Polizei die <span>IdentitÃ¤t des BeschwerdefÃ¼hrers </span>Ã¼ber<span>prÃ¼fte</span>.<span> Auf der "</span>provisorischen<span> Personenkontrollkarte"</span>, die die Polizei <span>anlÃ¤sslich der Verhaftung auf dem </span>Kanzleiareal/<span>Helvetiaplatz erstellt</span>e,<span> sind keine Hinweise ersichtlich, dass </span>im Zeitpunkt der Verhaftung<span> eine IdentitÃ¤tsabklÃ¤rung stattfand, die Ã¼ber die Aufnahme von Name, Adresse und Geburtsdatum </span>des BeschwerdefÃ¼hrers <span>hinausging. </span>Der BeschwerdefÃ¼hrer rÃ¼gt grundsÃ¤tzlich zu Recht, dass d<span>ie Polizei gegen </span>die<span> AktenfÃ¼hrungspflicht </span>bzw. gegen § 12 Abs. 1 PolG <span>verstossen</span> habe<span>, indem sie das Original der "provisorischen Personenkontrollkarte" vernichtet</span>e<span>, ohne deren RÃ¼ckseite</span> â auf der gemÃ¤ss der Vorderseite der Sachverhalt zu notieren war â <span>einzuscannen</span>. Ferner ist in den Akten kein Protokoll vorhanden, aus dem ersichtlich wÃ¤re, wann der BeschwerdefÃ¼hrer in der Polizeikaserne kontrolliert wurde und welche Ausweispapiere er dabei vorwies. D<span>araus kann indessen </span>nicht die<span> Vermutung abgeleitet werden, dass der BeschwerdefÃ¼hrer bereits </span>im Verhaftungszeitpunkt anhand eines Ausweisdokuments Ã¼berprÃ¼ft worden ist<span>. BerÃ¼cksichtigt man, dass </span>sich im Einkesselungsareal mehr als 500 Personen befanden<span>, ist aus zeitlichen und logistischen GrÃ¼nden</span> vielmehr davon auszugehen, <span>dass die Polizei </span>erst in der Polizeikaserne <span>eigentliche</span> â mit Ausweiskontrollen verbundene â Personenkontrollen und IdentitÃ¤tsfeststellungen<span> durchfÃ¼hrt</span>e<span>.</span> FÃ¼r die unsubstanziierte Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers, die Polizei habe nicht alle vorhandenen Verfahrensakten eingereicht, sind keine Hinweise ersichtlich.<i> </i></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.5 </span></b><span>Zu den ModalitÃ¤ten der HaftzufÃ¼hrung hat sich der BeschwerdefÃ¼hrer bis zum </span>Rekursverfahren<span> nicht geÃ¤ussert</span>. I<span>m </span>vorliegenden Verfahren <span>hat er indessen vorgebracht, dass ihn die Polizei von der Verhaftung bis zur ZufÃ¼hrung zu einer Zelle mit Kabelbindern gefesselt </span>habe<span>. </span>Dieses im Beschwerdeverfahren erstmals vorgebrachte<span> Vorbringen erscheint zulÃ¤ssig (vgl. § 52 Abs. 1 in Verbindung mit § 20a Abs. 2 VRG) und </span>insofern <span>glaubhaft, </span>als<span> die Beschwerdegegnerin dieser Sachverhaltsdarstellung nicht widersprochen hat. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Vor dem Hintergrund des erstellten Sachverhalts ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die am 1. Mai 2011 erfolgte polizeiliche Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers als polizeilicher Gewahrsam bzw. als Freiheitsentziehung einzustufen ist oder nicht (vgl. E. 2.4). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach Art. 5 Abs. 4 EMRK hat jede Person, die festgenommen oder der die Freiheit entzogen ist, das Recht zu beantragen, dass ein Gericht innerhalb kurzer Frist Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit des Freiheitsentzugs entscheidet und ihre Entlassung anordnet, wenn der Freiheitsentzug nicht rechtmÃ¤ssig ist. GemÃ¤ss Art. 31 Abs. 4 BV hat jede Person, der die Freiheit nicht von einem Gericht entzogen wird, das Recht, jederzeit ein Gericht anzurufen, das so rasch wie mÃ¶glich Ã¼ber die RechtmÃ¤ssigkeit des Freiheitsentzugs entscheidet. §§ 25 ff. PolG regeln Voraussetzungen, DurchfÃ¼hrung und Dauer des polizeilichen Gewahrsams.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b>Nach der Rechtsprechung ist Art. 31 Abs. 4 BV unter anderem auf den polizeilichen Gewahrsam im Sinn von §§ 25 ff. PolG anwendbar. Die Anwendung von Art. 31 Abs. 4 BV auf den Polizeigewahrsam macht es erforderlich, die Freiheitsentziehung im Sinn dieser Norm nÃ¤her zu bestimmen. Sie ist abzugrenzen von andern Massnahmen wie der polizeilichen Anhaltung zur Festnahme oder dem Verbringen auf die Dienststelle, welche in die persÃ¶nliche Freiheit und die Bewegungsfreiheit gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 2 BV eingreifen. FÃ¼r die Unterscheidung ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs abzustellen. Demnach ist nicht allein die Stundenanzahl der FreiheitsbeschrÃ¤nkung massgebend, sondern sind die gesamten UmstÃ¤nde wie Art, Wirkung, ModalitÃ¤ten und Dauer von Bedeutung. Als Freiheitsentziehung betrachtet wurden namentlich eine mehrstÃ¼ndige Festnahme unter Abnahme der persÃ¶nlichen Utensilien, eine Unterbringung in einer Zelle wÃ¤hrend 4 Stunden oder eine 20-stÃ¼ndige ZurÃ¼ckhaltung. Umgekehrt kann das blosse Verbringen auf den Polizeiposten nach § 21 Abs. 3 PolG im Grundsatz nicht als Freiheitsentziehung im Sinn von Art. 31 Abs. 4 BV betrachtet werden (BGE 136 I 87 E. 6.5.3 mit zahlreichen Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b>Im Zusammenhang mit der vorliegenden Thematik â polizeiliche Festhaltung anlÃ¤sslich einer befÃ¼rchteten Demonstration â sind zwei Urteile des Bundesgerichts von besonderem Interesse, nÃ¤mlich der Entscheid P 1758/86 vom 15. Dezember 1987 (ZBl 1988 S. 357 ff.) sowie BGE 107 Ia 138. Der erste Fall betraf eine polizeiliche Einkesselung von rund 350 Personen, die sich am 11. Oktober 1980 um 14.50 Uhr zwischen der ZÃ¼rcher Bahnhofstrasse und dem Warenhaus Globus befanden. Hintergrund der Aktion war eine unbewilligte Nachdemonstration im Raum Pestalozziwiese. 322 eingekesselte Personen wurden vor Ort Ã¼berprÃ¼ft und 143 von ihnen zu weiteren KlÃ¤rungen ins KriminalpolizeigebÃ¤ude gebracht, von wo sie zwischen 18 und 22.30 Uhr wieder entlassen wurden. Der BeschwerdefÃ¼hrer, der sich als zufÃ¤lliger Passant an der Bahnhofstrasse befunden hatte, wies sich gegenÃ¼ber der Polizei vor Ort mit FÃ¼hrerausweis und IdentitÃ¤tskarte aus. Trotzdem nahm ihm die Polizei alle GegenstÃ¤nde ab, die er auf sich trug, fuhr ihn zum KriminalpolizeigebÃ¤ude, fotografierte ihn, schloss ihn mit Ã¼ber 30 anderen Personen in eine Zelle ein und entliess ihn nach einer kurzen Befragung und RÃ¼ckgabe der Effekten um ca. 21 Uhr wieder. Das Bundesgericht erachtete diese polizeiliche Festhaltung als unzulÃ¤ssig und ging â implizit â von einem Freiheitsentzug des BeschwerdefÃ¼hrers aus. Zur BegrÃ¼ndung hielt das Bundesgericht fest, die Demonstration sei nicht mit gewaltsamen Ausschreitungen, sondern nur mit Verkehrsbehinderungen verbunden gewesen. Der Sachverhalt unterscheide sich deutlich von BGE 107 Ia 138: In jenem Entscheid sei es um eine unbewilligte Demonstration zu nÃ¤chtlicher Stunde gegangen, in deren Verlauf es zu SachbeschÃ¤digungen an Autos und Hausfassaden gekommen sei. Dabei habe fÃ¼r die Ermittlungsorgane nicht nur festgestanden, dass mindestens Vergehen begangen worden seien, sondern es habe zudem der Verdacht auf Landfriedensbruch nahegelegen. Im vorliegenden Fall hingegen habe weder Klarheit darÃ¼ber bestanden, ob ein Vergehen begangen worden sei, noch sei es um eine Zusammenrottung im strafrechtlichen Sinn gegangen. Von einem Tatverdacht gegenÃ¼ber dem BeschwerdefÃ¼hrer kÃ¶nne nicht die Rede sein (BGr, 15. Dezember 1987, P 1758/86, E. 3b, in: ZBl 1988 S. 357 ff.). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.5 </span></b>Im Zusammenhang mit polizeilichen Einkesselungen anlÃ¤sslich von Demonstrationen ist sodann auch ein neuerer Entscheid der Grossen Kammer des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs von besonderem Interesse, nÃ¤mlich das Urteil Austin gegen Vereinigtes KÃ¶nigreich vom 15. MÃ¤rz 2012. Der Gerichtshof erwog, mit den heutigen Kommunikationstechnologien sei es mÃ¶glich geworden, in kÃ¼rzester Zeit eine grosse Menschenmenge zu mobilisieren. Dies kÃ¶nne die PolizeikrÃ¤fte vor neue Herausforderungen stellen, angesichts derer sie neue Polizeitaktiken wie das Einkesseln von Personenansammlungen ("Kettling") entwickelt hÃ¤tten. Der Polizei dÃ¼rfe es nicht verunmÃ¶glicht werden, ihre Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Ordnung und dem Schutz der Ãffentlichkeit wahrzunehmen (Ziff. 56). BewegungsbeschrÃ¤nkungen seien so lange nicht als Freiheitsentzug im Sinn von Art. 5 EMRK zu erachten, als sie zur Aufrechterhaltung der behÃ¶rdlichen Kontrolle unter den konkreten UmstÃ¤nden unvermeidbar erschienen, zur Abwehr ernsthaft drohender Verletzungs- und Schadensrisiken nÃ¶tig seien und sich auf das zur Zweckerreichung nÃ¶tige Minimum beschrÃ¤nkten (Ziff. 59). Im vorliegenden Fall habe die Polizei im Voraus Hinweise erhalten, dass am 1. Mai 2001 um 16 Uhr im Zentrum von London eine illegale Antiglobalisierungsdemon­stration beginnen werde, die einen harten Kern von 500 bis 1'000 gewaltbereiten Demon­stranten anziehen werde. Zur Ãberraschung der Polizei hÃ¤tten sich bereits um 14 Uhr rund 1'500 Personen versammelt. Aufgrund des frÃ¼heren Verhaltens von Antiglobalisierungsdemonstranten sei die Polizei zum Schluss gelangt, dass von der Gruppe ein ernsthaftes Verletzungs- und Sachschadenrisiko ausgehe. Die Polizei habe die Gruppe deshalb eingekesselt und das Areal abgesperrt; erst um ca. 21.30 Uhr sei das Areal wieder vollstÃ¤ndig freigegeben worden (Ziff. 62). Der Umstand, dass einzelne der eingekesselten Personen â darunter auch zwei der drei BeschwerdefÃ¼hrenden â keine Demonstrationsabsicht gehabt hÃ¤tten, sondern als zufÃ¤llige Passanten anwesend gewesen seien, sei fÃ¼r die Frage, ob eine Freiheitsentziehung vorliege, nicht massgebend (Ziff. 63). Dass die Polizei die eingekesselten Personen wÃ¤hrend bis zu 7 Stunden am Verlassen des abgesperrten Areals gehindert habe, mÃ¼sse im Zusammenhang mit den konkreten UmstÃ¤nden gewÃ¼rdigt werden: Bei der Sperrzone habe es sich angesichts der bedrohlichen Situation um das mildeste Mittel gehandelt, um die Ãffentlichkeit vor Gewalt zu schÃ¼tzen (Ziff. 66). Die Situation, die von der Polizei permanent evaluiert worden sei, sei Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit gefÃ¤hrlich gewesen und habe es nicht erlaubt, die Sperrzone frÃ¼hzeitiger aufzulÃ¶sen (Ziff. 67). Das Vorliegen eines Freiheitsentzugs sei demnach zu verneinen (EGMR, 15. MÃ¤rz 2012, Austin gegen Vereinigtes KÃ¶nigreich, Nr. 39692/09, 40713/09 und 41008/09). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.6 </span></b>Vor dem Hintergrund der soeben dargelegten Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EuropÃ¤ischen Gerichtshofs ist der vorliegende Sachverhalt wie folgt zu wÃ¼rdigen: Gleich wie im Fall "Austin" (E. 4.5) und in BGE 107 Ia 138 (E. 4.4) ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass die ernsthafte Gefahr einer Demonstration gewalttÃ¤tiger Personen bestand (vgl. E. 3.3), sodass fÃ¼r die Bejahung eines Freiheitsentzugs ein strengerer Massstab gilt als im Fall, den das Bundesgericht am 15. Dezember 1987 zu beurteilen hatte (E. 4.4). Im Fall "Austin" war die FreiheitsbeschrÃ¤nkung der betroffenen Personen zwar insofern von geringerer IntensitÃ¤t, als sie sich auf eine Einkesselung bzw. auf ein Festhalten in einer Sperrzone beschrÃ¤nkte, wÃ¤hrend im vorliegenden Fall ein gefesselter Transport zur Polizeikaserne sowie eine Festhaltung in einer Zelle hinzukamen. Umgekehrt war die Gesamtdauer der FreiheitsbeschrÃ¤nkung im Fall "Austin" (7 Stunden) etwas hÃ¶her als im vorliegenden Fall (6 Stunden, davon 2,5 Stunden in der Sperrzone), wo sie relativ nahe an der unteren Grenze der Dauer liegt, ab der ein Freiheitsentzug gemÃ¤ss der Rechtsprechung infrage kommt (vgl. E. 4.3). Dauer und IntensitÃ¤t der FreiheitseinschrÃ¤nkung hÃ¤tten im vorliegenden Fall zwar mÃ¶glicherweise reduziert werden kÃ¶nnen, wenn die Polizei die IdentitÃ¤tsfeststellungen, Personenkontrollen, Wegweisungen und strafbehÃ¶rdlichen ZufÃ¼hrungen vor Ort â auf dem Kanzleiareal/Helvetia­platz â durchgefÃ¼hrt hÃ¤tte bzw. darauf verzichtet hÃ¤tte, die Betroffenen zu verhaften, zu fesseln, in die Polizeikaserne zu verbringen und dort zu kontrollieren. Vor dem Hintergrund der bestehenden Gefahrenlage (vgl. E. 3.3) erscheint indessen die Schilderung der Beschwerdegegnerin nachvollziehbar, wonach eine IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle auf dem Kanzleiareal angesichts der Vielzahl der anwesenden Personen und der drohenden Eskalationsgefahr heikel gewesen wÃ¤re bzw. dass lediglich bei offensichtlich unbeteiligten Personen (Familien und Ã¤ltere Menschen) eine sofortige Entlassung aus der Sperrzone infrage gekommen sei. Unter diesen UmstÃ¤nden ist das von der Polizei im vorliegenden Fall gewÃ¤hlte Vorgehen als das im konkreten Kontext mildeste Mittel einzustufen, um die Ãffentlichkeit vor Gewalt zu schÃ¼tzen bzw. um drohende Verletzungs- und Sachschadenrisiken abzuwenden. Wie im Fall "Austin" ist in diesem Zusammenhang nicht massgebend, ob es sich beim BeschwerdefÃ¼hrer um eine gewaltbereite Person oder um einen zufÃ¤llig anwesenden Passanten handelt (vgl. E. 4.4). Die FreiheitsbeschrÃ¤nkung, die das polizeiliche Vorgehen fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer mit sich brachte, ist somit â unter BerÃ¼cksichtigung von Art, Wirkung, ModalitÃ¤ten und Dauer der BeschrÃ¤nkung â <i>nicht</i> als Freiheitsentzug im Sinn von Art. 5 Abs. 4 EMRK und Art. 36 Abs. 4 BV bzw. als polizeilicher Gewahrsam im Sinn von §§ 25 ff. PolG zu erachten. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.7 </span></b>Das Verwaltungsgericht ist demnach zustÃ¤ndig, die vorliegende Beschwerde (auch) in Bezug auf die polizeiliche Festhaltung zu beurteilen (vgl. E. 2.4). Auf die Beschwerde ist somit vollumfÃ¤nglich einzutreten. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b>Die am 1. Mai 2011 erfolgte polizeiliche Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers stellt unstreitig einen Eingriff in dessen persÃ¶nliche Freiheit und Bewegungsfreiheit dar (vgl. <span>BGE 136 I 87 E. 6.5.3</span>), deren RechtmÃ¤ssigkeit im Folgenden zu prÃ¼fen ist. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b>Zur ErfÃ¼llung ihrer Aufgaben darf die Polizei im Rahmen der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit unmittelbaren Zwang gegen Personen, Tiere und GegenstÃ¤nde anwenden und geeignete Einsatzmittel und Waffen einsetzen (§ 13 Abs. 1 PolG). Vor dem Einsatz unmittelbaren Zwangs droht die Polizei diesen an und gibt a. der betroffenen Person Gelegenheit, sich gemÃ¤ss polizeilicher Aufforderung zu verhalten, b. unbeteiligten Dritten Gelegenheit, sich zu entfernen (§ 14 Abs. 1 PolG). Keine Androhung ist erforderlich, wenn a. die Gefahr nur durch sofortigen Einsatz unmittelbaren Zwangs abgewendet werden kann oder b. es offensichtlich ist, dass der Einsatz unmittelbaren Zwangs bevorsteht (§ 14 Abs. 2 PolG). Personen dÃ¼rfen bei Transporten aus SicherheitsgrÃ¼nden gefesselt werden (§ 16 Abs. 2 PolG). Das polizeiliche Handeln richtet sich in erster Linie gegen die Person, welche die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar stÃ¶rt oder gefÃ¤hrdet oder die fÃ¼r das entsprechende Verhalten einer dritten Person verantwortlich ist (§ 18 Abs. 1 PolG). Das polizeiliche Handeln darf sich gegen eine andere Person richten, wenn a. das Gesetz es vorsieht oder b. eine unmittelbar drohende oder eingetretene schwere StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht anders abgewehrt oder beseitigt werden kann (§ 19 PolG). Wenn es zur ErfÃ¼llung ihrer Aufgaben notwendig ist, darf die Polizei eine Person anhalten, deren IdentitÃ¤t feststellen und abklÃ¤­ren, ob nach ihr oder nach Fahrzeugen, anderen GegenstÃ¤nden oder Tieren, die sie bei sich hat, gefahndet wird (§ 21 Abs. 1 PolG). Die angehaltene Person ist verpflichtet, Angaben zur Person zu machen, mitgefÃ¼hrte Ausweis- und Bewilligungspapiere vorzuzeigen und zu diesem Zweck BehÃ¤ltnisse und Fahrzeuge zu Ã¶ffnen (§ 21 Abs. 2 PolG). Die Polizei darf die Person zu einer Dienststelle bringen, wenn die AbklÃ¤rungen gemÃ¤ss § 21 Abs. 1 PolG vor Ort nicht eindeutig oder nur mit erheblichen Schwierigkeiten vorgenommen werden kÃ¶nnen oder wenn zweifelhaft ist, ob die Angaben richtig oder die Ausweis- und Bewilligungspapiere echt sind (§ 21 Abs. 3 PolG). Nach § 33 lit. a PolG<span> kann die Polizei eine Person von einem Ort wegweisen oder fÃ¼r lÃ¤ngstens 24 Stunden fernhalten, wenn sie oder eine Ansammlung von Personen, der sie angehÃ¶rt, die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung gefÃ¤hrdet.</span><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b>Nach der Rechtsprechung stellt das Verbringen auf eine Dienststelle im Sinn von § 21 Abs. 3 PolG eine subsidiÃ¤re Form der Personenkontrolle und IdentitÃ¤tsfeststellung dar. Sie soll sicherstellen, dass die Personenkontrolle und IdentitÃ¤tsfeststellung auch tatsÃ¤chlich vorgenommen werden kann, und will verhindern, dass sich eine Person letztlich dadurch einer Kontrolle entzieht, dass sie keine Ã¼berprÃ¼fbaren Angaben macht und keine hinreichenden Papiere vorweist. Erforderlich fÃ¼r das Verbringen auf die Dienststelle ist, dass vorerst die AbklÃ¤rungen vor Ort nach § 21 Abs. 1 PolG und gleichermassen nach § 21 Abs. 2 PolG tatsÃ¤chlich durchgefÃ¼hrt werden. Nur wenn diese nicht genÃ¼gen oder zweifelhaft bleiben, ist das Verbringen auf die Dienststelle zulÃ¤ssig. Das Verbringen auf eine Dienststelle kommt auch in Betracht, wenn eine Vielzahl von Personen zu Ã¼berprÃ¼fen ist und diese ÃberprÃ¼fung deshalb vor Ort kaum bewerkstelligt werden kann. In Anbetracht des damit verbundenen Grundrechtseingriffs dÃ¼rfen diese Voraussetzungen nicht leichthin als erfÃ¼llt angenommen werden. Die Massnahme darf nicht zur Schikane verkommen, soll eine subsidiÃ¤re Form der IdentitÃ¤tskontrolle bleiben und muss ohne Verzug vorgenommen werden. <span>Unter diesen Voraussetzungen erscheint auch das Verbringen auf den Polizeiposten als verhÃ¤ltnismÃ¤ssige Massnahme</span> (BGE 136 I 87 E. 5.4). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.4 </span></b>Im vorliegenden Fall stellt sich zunÃ¤chst die Frage, ob die IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle des BeschwerdefÃ¼hrers zur PrÃ¼fung der polizeilichen Aufgaben im Sinn von § 21 Abs. 1 PolG notwendig war. Vor dem Hintergrund der am 1. Mai 2011 im Raum Kanzleiareal/Helvetiaplatz drohenden Ausschreitungen (vgl. E. 3.3) erscheint plausibel, dass die Feststellung der IdentitÃ¤t sowie die Kontrolle der anwesenden Personen â soweit es sich nicht um offensichtlich unbeteiligte Personen handelte â der Aufrechterhaltung der Ã¶ffentlichen Sicherheit diente: Dadurch konnten einerseits personen- und sachschÃ¤digende Aktionen gewaltbereiter Personen prÃ¤ventiv (wÃ¤hrend der Dauer der KontrollabklÃ¤rung) verhindert werden. Andererseits bildete die mit der KontrollabklÃ¤rung verbundene Befragung der betroffenen Personen fÃ¼r die Polizei eine Entscheidgrundlage fÃ¼r das weitere Vorgehen â insbesondere fÃ¼r die Frage, ob die betreffenden Personen allenfalls wegzuweisen oder den StrafbehÃ¶rden zuzufÃ¼hren seien. Dass die Polizei die Notwendigkeit der IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle in Bezug auf alle anwesenden Personen bejahte, bei denen eine Gewaltbereitschaft nicht auszuschliessen war, ist nicht zu beanstanden: Es erscheint nachvollziehbar, dass die konkrete Gefahrenlage es nicht zuliess, allfÃ¤llige GefÃ¤hrdungsabsichten sÃ¤mtlicher eingekesselter Personen vor Ort eingehend zu prÃ¼fen, um allen nicht gewaltbereiten Personen die Gelegenheit zu geben, die Ãrtlichkeit zu verlassen. Unter den konkreten UmstÃ¤nden lag es im polizeilichen Ermessen, eine GefÃ¤hrdungsabsicht einzig bei Ã¤lteren Personen und Familien auszuschliessen, nicht aber bei den Ã¼brigen Personen, zu denen auch der BeschwerdefÃ¼hrer gehÃ¶rt.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.5 </span></b>Sodann ist zu prÃ¼fen, ob es zulÃ¤ssig war, die IdentitÃ¤tsfeststellungen und Personenkontrollen nicht vor Ort (auf dem Kanzleiareal), sondern auf einer Dienststelle durchzufÃ¼hren. Angesichts der Personen- und SachschÃ¤den, die am 1. Mai 2011 im Raum Kanzleiareal/Helvetiaplatz zu befÃ¼rchten waren (vgl. E. 3.3), ist davon auszugehen, dass die Polizei es kaum hÃ¤tte bewerkstelligen kÃ¶nnen, die grosse Zahl der eingekesselten Personen vor Ort â auf dem Kanzleiareal / Helvetiaplatz â zu Ã¼berprÃ¼fen (vgl. E. 4.6). Vor dem Hintergrund der Rechtsprechung (E. 5.3) ist die auf § 21 Abs. 3 PolG gestÃ¼tzte DurchfÃ¼hrung der IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle auf einer Dienststelle (in der Polizeikaserne) somit nicht zu beanstanden. Die Gefahrenlage sowie die Vielzahl der Personen, die der Haftstrasse zuzufÃ¼hren waren, rechtfertigte es ferner, den BeschwerdefÃ¼hrer auf dem Transport vom Verhaftungsort zur Polizeidienststelle gestÃ¼tzt auf § 16 Abs. 2 PolG zu fesseln. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.6 </span></b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, es sei unzulÃ¤ssig, die am 1. Mai 2011 erfolgte FreiheitsbeschrÃ¤nkung â auch â mit der PrÃ¼fung einer Wegweisung zu begrÃ¼nden: Einzig Wegweisungen, die sich auf § 34 Abs. 1 PolG stÃ¼tzten, dÃ¼rften mit FreiheitsbeschrÃ¤nkungen verbunden werden, wÃ¤hrend auf § 33 PolG beruhende Wegweisungen an Ort und Stelle â per Realakt â erfolgen mÃ¼ssten. Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden: <span>Das Gesetz sieht in § 34 Abs. 1 PolG zwar vor, dass die Polizei eine Person, die sich der angeordneten Wegweisung oder Fernhaltung widersetzt, zu einer Polizeidienststelle bringen und ihr dort mittels VerfÃ¼gung verbieten darf, den betreffenden Ort zu betreten. </span>Dem steht indessen nicht entgegen, dass das Verbringen auf eine Dienststelle auch im Zusammenhang mit der PrÃ¼fung einer auf § 33 PolG gestÃ¼tzten Wegweisung erforderlich sein kann, nÃ¤mlich wenn die fÃ¼r die Wegweisung nÃ¶tige IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle gemÃ¤ss § 21 Abs. 3 PolG â wie hier â nicht vor Ort vorgenommen werden kann. Aus <span>§ 34 Abs. 1 PolG</span> ergibt sich sodann entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht<span>, dass Wegweisungen nach § 33 PolG zwingend im Rahmen von Realakten </span>(<span>bzw. ohne schriftlich erÃ¶ffnete Anordnung</span>en)<span> verfÃ¼gt werden mÃ¼ssen.</span> Im vorliegenden Fall war es demnach zulÃ¤ssig, die FreiheitsbeschrÃ¤nkung, die mit der IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle des BeschwerdefÃ¼hrers verbunden war, (auch) mit der PrÃ¼fung des Erlasses einer Wegweisungsanordnung zu begrÃ¼nden. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.7 </b>Zu prÃ¼fen ist weiter, ob die Polizei die IdentitÃ¤tsfeststellung und Personenkontrolle des BeschwerdefÃ¼hrers "ohne Verzug" im Sinn von § 21 Abs. 3 PolG vorgenommen hat. In BGE 107 Ia 138 (E. 4h) bezeichnete das Bundesgericht eine 4- bis 6-stÃ¼ndige Dauer einer IdentitÃ¤tskontrolle und einer summarischen Einvernahme als zulÃ¤ssig. In jenem Fall konnte die Polizei die Ausschreitungen zwar nicht voraussehen, und sie musste â anders als im vorliegenden Fall â die Beamten, die fÃ¼r die Einvernahme einer grÃ¶sseren Zahl von Personen erforderlich waren, zunÃ¤chst aufbieten. Doch der BGE 107 Ia 138 zugrunde liegende Sachverhalt betraf lediglich 65 Personen, wÃ¤hrend im vorliegenden Fall 542 Personen zu Ã¼berprÃ¼fen waren. BerÃ¼cksichtigt man ferner, dass die vorliegenden IdentitÃ¤tsfeststellungen und Personenkontrollen mit der Frage des weiteren Vorgehens verbunden waren (Wegweisung, ZufÃ¼hrung zu den StrafbehÃ¶rden etc.) und dass der BeschwerdefÃ¼hrer wieder entlassen wurde, sobald er kontrolliert und weggewiesen worden war, ist die 6-stÃ¼ndige Dauer der Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers in zeitlicher Hinsicht nicht zu beanstanden. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.8 </b>Die FreiheitsbeschrÃ¤nkung, die mit der Festhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers verbunden war, erweist sich im Ãbrigen als verhÃ¤ltnismÃ¤ssig: Angesichts der Bedrohungslage sowie der grossen Zahl von Personen, die sich am 1. Mai 2011 auf dem Kanzleiareal befanden, ist nicht ersichtlich, wie die Polizei die Ã¶ffentliche Sicherheit in genÃ¼gendem Umfang hÃ¤tte gewÃ¤hrleisten kÃ¶nnen, ohne bei jenen Personen, bei denen eine Gewaltbereitschaft nicht auszuschliessen war, Personenkontrollen und IdentitÃ¤tsfeststellungen vorzunehmen und Wegweisungen bzw. Zuweisungen an die StrafbehÃ¶rden anzuordnen. Die mit diesen AbklÃ¤rungen verbundene 6-stÃ¼ndige FreiheitsbeschrÃ¤nkung des BeschwerdefÃ¼hrers, dessen GefÃ¤hrdungsabsicht nicht ausgeschlossen werden kann, ist angesichts der konkreten Bedrohungslage weniger hoch zu gewichten als das Interesse der Ãffentlichkeit an der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.9 </b>Insgesamt erweist sich die mit der Einkesselung und Festhaltung verbundene FreiheitsbeschrÃ¤nkung des BeschwerdefÃ¼hrers somit als rechtmÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.1 </span></b>Zu prÃ¼fen bleibt die RechtmÃ¤ssigkeit der 24-stÃ¼ndigen Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.2 </span></b>Die Polizei verfÃ¼gte am 1. Mai 2011, dass der BeschwerdefÃ¼hrer vom 1. Mai 2011, 22.00 Uhr bis am 2. Mai 2011, 22.00 Uhr ein nÃ¤her bezeichnetes Gebiet, das im Wesentlichen die Stadtkreise 1, 4 und 5 umfasste, nicht betreten oder sich darin aufhalten dÃ¼rfe â ausser auf dem direkten Arbeitsweg sowie auf dem direkten Weg zum und vom Wohnort. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.3 </span></b>Soweit der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet, die WegweisungsverfÃ¼gung vom 1. Mai 2011 habe entgegen § 10 Abs. 1 VRG keine Rechtsmittelbelehrung enthalten, ist ihm mit der Vorinstanz entgegenzuhalten, dass er aus diesem formellen Fehler nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, nachdem die Vorinstanz seinen â erst am 27. Juli 2011 erhobenen â Rekurs als rechtzeitig erachtete (vgl. <span>BGr, 3. Dezember 2010, 5D_136/2010, E. 2</span>). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.4 </span></b>Die 24-stÃ¼ndige Wegweisung des BeschwerdefÃ¼hrers stellt unzweifelhaft einen Grundrechtseingriff dar, der die Bewegungsfreiheit, das Recht auf Achtung des Privatlebens sowie die Versammlungsfreiheit des BeschwerdefÃ¼hrers tangiert (<span>vgl. BGE 132 I 49 E. 5.2</span> und 5.3). </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.5 </span></b>Als erstes ist zu prÃ¼fen, ob § 33 lit. a PolG eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die Wegweisung darstellt. <span>GemÃ¤ss </span>dieser Bestimmung<span> kann die Polizei eine Person von einem Ort wegweisen oder fÃ¼r lÃ¤ngstens 24</span> Stunden<span> fernhalten, wenn sie oder eine Ansammlung von Personen, der sie angehÃ¶rt, die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung gefÃ¤hrdet. </span></p> <p class="Erwgung3"><b>6.5.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, § 33 lit. a PolG sei nicht anwendbar, weil er am 1. Mai 2011 weder die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung gefÃ¤hrdet noch einer Ansammlung von Personen angehÃ¶rt habe, von der eine solche GefÃ¤hrdung ausgegangen sei. Diesem Vorbringen ist insofern beizupflichten, als dem BeschwerdefÃ¼hrer keine Gewaltbereitschaft bzw. keine ZugehÃ¶rigkeit zu einer gewaltbereiten Gruppe nachgewiesen werden konnte. Mit der Vorinstanz ist indessen davon auszugehen, dass § 33 lit. a PolG in einer derart aussergewÃ¶hnlichen Situation, wie sie am 1. Mai 2011 im Bereich des Kanzleiareals herrschte, auch auf Personen anwendbar ist, deren SicherheitsgefÃ¤hrdung bzw. ZugehÃ¶rigkeit zu einer sicherheitsgefÃ¤hrdenden Gruppe <i>nicht ausgeschlossen</i> werden kann. Angesichts der grossen Zahl von Menschen, die sich am 1. Mai 2011 um 16.30 Uhr im Raum Kanzleiareal/Helvetiaplatz befanden, sowie der Gefahr von Ausschreitungen, die damals zu befÃ¼rchten waren (vgl. E. 3.3), durfte die Polizei davon ausgehen, dass von den anwesenden Personen â nach Ausschluss der offensichtlich nicht gewaltbereiten Personen, zu denen der BeschwerdefÃ¼hrer indessen nicht gehÃ¶rte â gesamthaft eine GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung ausging, ohne dass die Polizei in jedem Einzelfall einen (faktisch kaum mÃ¶glichen) Nachweis einer GefÃ¤hrdungsabsicht erbringen musste. Sind im Zusammenhang mit grÃ¶sseren Personenansammlungen gewaltsame Ausschreitungen zu befÃ¼rchten, so rechtfertigt sich eine Ausdehnung der Anwendung von § 33 lit. a PolG auf Personen, bei denen eine GefÃ¤hrdungsabsicht nicht ausgeschlossen werden kann, umso mehr, als es sich bei der Wegweisung um eine sicherheitspolizeiliche Administrativmassnahme und nicht etwa um eine verschuldensabhÃ¤ngige bzw. strafrechtliche Sanktion handelt (vgl. BGE <span>132 I 49 E. 7.2</span>). Vor dem Hintergrund der konkreten Gefahrenlage ging die Beschwerdegegnerin somit zu Recht davon aus, dass der BeschwerdefÃ¼hrer am 1. Mai 2011 einer Ansammlung von Personen im Sinn von § 33 lit. a PolG angehÃ¶rte, die die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung gefÃ¤hrdete. </p> <p class="Erwgung3"><b>6.5.2 </b>In zeitlicher und Ã¶rtlicher Hinsicht Ã¼berschreitet die vorliegend strittige Wegweisung die gesetzlichen Vorgaben nicht. Die 24-stÃ¼ndige Dauer der Wegweisung entspricht dem zeitlichen Maximum, das § 33 PolG zulÃ¤sst. In Bezug auf den Ã¶rtlichen Umfang des Betretverbots hÃ¤lt § 33 PolG einzig fest, dass eine Person "von einem Ort" weggewiesen werden kann. Daraus lÃ¤sst sich entgegen der Auffassung des BeschwerdefÃ¼hrers nicht ableiten, dass sich das Betretverbot auf ein sehr kleines Areal beschrÃ¤nken muss. Vielmehr darf ein Wegweisungsgebiet auch ein grÃ¶sseres Gebiet â im vorliegenden Fall drei Stadtkreise â umfassen, wenn dies zur Erreichung des Wegweisungszwecks bzw. zur Verhinderung der GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit erforderlich erscheint (vgl. E. 6.6.1). </p> <p class="Erwgung3"><b>6.5.3 </b>§ 33 lit. a PolG stellt demnach eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage fÃ¼r die vorliegend strittige Wegweisungsanordnung dar. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.6 </span></b>Zu prÃ¼fen bleibt die VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der polizeilichen WegweisungsverfÃ¼gung. Deren Bejahung setzt voraus, dass die Wegweisung <span>in zeitlicher, Ã¶rtlicher, persÃ¶nlicher und sachlicher Hinsicht nicht weiter geht, als es der polizeiliche Zweck gebietet (vgl. </span>BGE 132 I 49 E. 7.2; <span>Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungs</span>­<span>recht, 6. A., ZÃ¼rich etc. 2010, Rz. 2479).</span> </p> <p class="Erwgung3"><b>6.6.1 </b>Die Beschwerdegegnerin macht geltend, dass das Risiko gewalttÃ¤tiger Ausschreitungen erheblich reduziert worden sei, indem die Polizei die Personen weggewiesen habe, die sich am 1. Mai 2011 um 16.30 Uhr im Bereich des Kanzleiareals aufgehalten hÃ¤tten und bei denen eine Gewaltbereitschaft nicht habe ausgeschlossen werden kÃ¶nnen. Das erscheint nachvollziehbar: Mit der Wegweisung verhinderte die Polizei, dass es nach Abschluss der IdentitÃ¤tsfeststellungen und Personenkontrollen zu weiteren Personenansammlungen kam, von denen eine Gefahr fÃ¼r die Ã¶ffentliche Sicherheit ausging. In Ã¶rtlicher Hinsicht betrifft die Wegweisung im Wesentlichen jene drei Stadtkreise, in denen es gemÃ¤ss den glaubhaften polizeilichen Angaben in frÃ¼heren Jahren am 1. Mai immer wieder zu Nachdemonstrationen, Ausschreitungen und GewalttÃ¤tigkeiten gekommen war. Dass die Polizei unter diesen UmstÃ¤nden ein Betretverbot im Umfang der Stadtkreise 1, 4 und 5 zum Schutz der Ã¶ffentlichen Sicherheit und Ordnung als erforderlich erachtete, ist nicht zu beanstanden. Auch die 24-stÃ¼ndige Dauer der Wegweisung durfte die Polizei im Interesse der Ã¶ffentlichen Sicherheit als erforderlich erachten, nachdem es in frÃ¼heren Jahren immer wieder auch mehrere Stunden nach Abschluss der offiziellen 1.-Mai-Feierlichkeiten zu Nachdemonstrationen und Ausschreitungen gekommen war. Die Beschwerdegegnerin ging somit zu Recht davon aus, dass die Ã¶ffentliche Sicherheit nicht in genÃ¼gendem Umfang hÃ¤tte gewÃ¤hrleistet werden kÃ¶nnen, wenn die Wegweisungen von kÃ¼rzerer Dauer gewesen wÃ¤ren bzw. wenn die Betretverbote eine kleinere FlÃ¤che umfasst hÃ¤tten. </p> <p class="Erwgung3"><b>6.6.2 </b>Der Grundrechtseingriff, den die Wegweisung fÃ¼r den BeschwerdefÃ¼hrer bewirkte, erscheint sodann zumutbar: Das Ã¶ffentliche Sicherheitsinteresse ist hÃ¶her zu gewichten als jenes des BeschwerdefÃ¼hrers, sich vom 1. Mai 2011 um 22.00 Uhr bis am 2. Mai 2011 um 22.00 Uhr nicht in den Stadtkreisen 1, 4 und 5 aufhalten zu dÃ¼rfen. Dies gilt umso mehr, als der BeschwerdefÃ¼hrer in den betreffenden Stadtkreisen weder wohnt noch arbeitet und einzig geltend macht, er habe sich dort mit anderen Personen treffen wollen. Wieso der BeschwerdefÃ¼hrer spezifisch darauf angewiesen sein sollte, sich wÃ¤hrend den fraglichen 24 Stunden auf dem vom Betretverbot betroffenen Gebiet aufzuhalten, ist nicht ersichtlich und wird von ihm nicht nÃ¤her dargetan. Es stand ihm in diesem Zeitraum frei, sich ausserhalb der Stadtkreise 1, 4 und 5 mit anderen Personen zu verabreden. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>6.7 </span></b>Die umstrittene WegweisungsverfÃ¼gung erweist sich somit als rechtmÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Zusammenfassend erweisen sich die </span>Einwendungen<span> des BeschwerdefÃ¼hrers als unbegrÃ¼ndet. Somit ist die </span><span>Beschwerde</span><span> abzuweisen.</span><span> </span><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Verfahrens dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG)</span>, wobei als kostenreduzierender<span> Umstand zu berÃ¼cksichtigen ist, dass das Verwaltungsgericht insgesamt drei den gleichen Sachverhalt betreffende Beschwerden zu beurteilen hatte</span><span>.</span><span> </span>Dem unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrer ist keine ParteientschÃ¤digung zu gewÃ¤hren (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 200.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'200.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es wird keine ParteientschÃ¤digung zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung anâ¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>