Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. Juli 2020 (720 19 369 / 165) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Verwertbarkeit einer noch 100%-igen Restarbeitsfähigkeit bei einem 61-jährigen Versi- cherten trotz fehlender Berufsausbildung auf einem theoretisch ausgeglichenen Arbeits- markt bejaht. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Christl Schaefer, Advoka- tin, Baselstrasse 11, Postfach 722, 4125 Riehen 1 gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1958 im Ausland geborene A.____ hat keine Ber ufsausbildung absolviert. Im Aus- land war er zuerst als Bau- und Fabrikarbeiter, danach etliche Jahre als LKW-Fahrer und zuletzt als Busfahrer für Kindertransporte tätig. Im Jahr 2012 reiste er in die Schweiz ein und arbeitete in der Folge als Reinigungsmitarbeiter und seit 2016 auch als Bauarbeiter. Am 10. Februar 2017 Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht erlitt er bei seiner Tätigkeit als Bauarbeiter einen Unfall, bei welchem er sich am rechten Kniege- lenk verletzte und in der Folge zwei Mal operiert wurd e. Seither ging der Versicherte keiner Er- werbstätigkeit mehr nach. Im April 2018 meldete er sich unter Hinweis auf seinen Unfall sowie Schultergelenksschmerzen bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Ab- klärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) namentlich gestützt auf ein bidisziplinäres G utachten von Dr. B.____, FMH Rheuma- tologie und Innere Medizin, und PD Dr. C.____, FMH P sychiatrie und Psychotherapie, vom 1. April 2019, mit Verfügung vom 4. Oktober 2019 einen R entenanspruch auf der Basis eines IV- Grads von 12% ab. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch A dvokatin Monica Armesto, am 8. No- vember 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Ba sel-Landschaft, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, dass ihm ab 1. Oktober 2018 eine ganze Rente der IV zuzusprechen sei. Obschon die Einschätzung se iner Arbeitsfähigkeit im bidiszipli- nären Gutachten der Dres. B.____ und C.____ nicht bestritten werde, sei seine verbliebene Rest- arbeitsfähigkeit aufgrund seines fortgeschrittenen Alters von 61 Jahren nicht mehr verwertbar. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung 16. Dezembe r 2019 auf Abweisung der Be- schwerde. Im Wesentlichen hielt sie fest, dass der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeitpunkt des Feststehens der medizinischen Zumutbarkeit 60 Jahre alt gewesen sei. Gemäss dem unbe- stritten gebliebenen Doppelgutachten der Dres. B.____ und C.____ sei er für leichte bis selten mittelschwere Arbeiten weiterhin in einem Vollpensum a rbeitsfähig. Die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit sei zu bejahen. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun- gen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer- den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Be- schwerde des Versicherten vom 8. November 2019 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden ps ychischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49, E. 1 .2, 130 V 396, E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig erwar- tet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294, E. 5a mit Hinwei- sen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbe einträchtigung verursachten Er- werbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Ve rwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesell- schaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294, E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min- destens 50 % und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15, E. 3.2) mit den Untervarianten des Sc hätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310, E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und be i der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi- cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund- lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge- mutet werden können (BGE 132 V 93, E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle ande- ren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351, E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465, E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351, E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch au f eine ganze IV-Rente besitzt. Einigkeit besteht dabei hinsichtlich der Frage, in welchem Ausmass e r aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch arbeitsfähig ist. Gestützt au f das bidisziplinäre Gutachten der Dres. B.____ und C.____ gehen die Parteien davon aus , dass dem Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Verweistätigkeit bezogen auf ein Ganztagespensum weiterhin eine Arbeits- fähigkeit von 100% verbleibt (Beschwerdebegründung, S. 5; Vernehmlassung, S. 3). Dies zu Recht. Die beiden Gutachter sind in ihrer Konsensbeurteilung zum Schluss gekommen, dass dem Beschwerdeführer aus somatisch-rheumatologischer Sicht die angestammte Tätigkeit als Bauar- beiter nicht mehr zumutbar sei. Hinsichtlich der vormals a usgeübten Nebentätigkeit im Reini- gungsdienst haben sie festgestellt, dass es sehr auf das konkrete Profil ankomme. Sofern die im Zusammenhang mit einer angepassten Verweistätigkeit formulierten Kriterien erfüllt würden, be- stehe in einer Reinigungstätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100%. In einer körperlich angepassten Tätigkeit kämen keine dauernd schweren Arbeiten mehr, sondern nur noch leichte bis selten mit- telschwere Arbeiten in Frage. Dabei könne der Versicherte allerdings nicht mehr dauernd stehen oder gehen und auch nicht mehr generell auf unebenem Boden gehen. Ebenfalls könne er nicht mehr dauernd in der Hocke oder rezidivierend in gebückter Haltung arbeiten. Er könne nicht mehr dauernd auf Leitern, Gerüste und Treppen steigen, hingegen sei gelegentliches Treppensteigen erlaubt. Mit dem rechten Arm könne er nicht mehr als 7 ½ Kilogramm stossen oder ziehen, wobei es günstig sei, nicht repetitiv an diese Gewichtslimite heranzugehen. Mit dem rechten Arm könne der Versicherte schliesslich nicht mehr dauernd auf oder ü ber der Schulterhöhe arbeiten, wobei auch hier ein gelegentliches Arbeiten mit dem rechten Arm auf oder über der Schulterhöhe mög- lich sei. In einer derart rücken- und schulterschonenden Tätigkeit bestehe bezogen auf ein Ganz- tagespensum eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe in einer ange- passten Tätigkeit ebenfalls eine verbleibende Restarbei tsfähigkeit von 100%, ohne dass dabei allfällige Rahmenbedingungen zu beachten seien. 5.2 Die Einschränkung dieses Anforderungsprofils in eine r adaptierten Verweistätigkeit leitete der rheumatologische Gutachter aus den Diagnosen einer beginnenden Gonarthrose und Retro- patellararthrose am rechten Knie sowie einer Periar thropathia humeroscapularis an der rechten Schulter mit einer unter anderem vollständigen transmuralen Ruptur der Supraspinatussehne und einer klinisch schmerzbedingt eingeschränkten aktiven Beweglichkeit ab. Seine Schlussfolgerung erweist sich damit als nachvollziehbar. Die Dres. B.____ und C.____ erstatteten ihr Gutachten sodann in Beachtung aller praxisgemässen Kriterien (vorstehende Erwägung 4.2 f.). Ihr Gutach- ten ist für die streitigen Belange umfassend und beruh t auf allseitigen Untersuchungen, und die geklagten Beschwerden wurden gebührend berücksichtigt. Das Gutachten erging ausserdem in Kenntnis sämtlicher Vorakten und unter Erhebung einer genauen Anamnese. Schliesslich wurden die medizinischen Zusammenhänge erläutert und auch die daraus gezogenen Schlussfolgerun- gen sind begründet. Auf das entsprechende Gutachten un d die darin formulierte Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit kann deshalb ohne Weiteres abgestellt werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Uneinigkeit besteht in der rechtlichen Würdigung de r Begutachtungsergebnisse. In die- sem Zusammenhang stellt sich der Beschwerdeführer mit Blick auf sein mittlerweile fortgeschrit- tenes Alter einzig auf den Standpunkt, dass seine Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. 6.1 Hinsichtlich der attestierten Arbeitsfähigkeit in e iner leidensangepassten Tätigkeit ist die Unterscheidung massgebend zwischen der medizinisch attestier ten Arbeitsfähigkeit und der Frage, ob und inwieweit eine bestimmte Restarbeitsfähigkeit mit dem gegebenen Leistungsprofil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwertbar ist (A rt 7 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dabei wird auch das fortgeschrittene Alter, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persön- lichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person ver- bliebene Resterwerbsfähigkeit auch auf einem ausgegli chenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteinglie- derungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss d es Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen ab, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind. Zu beachten sind da- bei beispielsweise die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die Per- sönlichkeitsstruktur, die vorhandenen Begabungen und Fer tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (Urteil des Bundesgerichts 9C_124/2010 vom 21. September 2010, E. 5.1). 6.2 Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem für einen allfäl ligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts gelte nde Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast (BGE 113 V 22, E. 4a mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_916/2010 vom 20. Juni 2011, E. 2. 2) gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Das Bundesge- richt hat in seinem Leitentscheid BGE 138 V 457 ff. entschieden, dass dabei auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer Erwerbstätigkeit ab zustellen ist. Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 462, E. 3.4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013, E. 3.1). Dieser Zeitpunkt fällt vorliegend auf das Datum des Gutachtens der Dres. B.____ und C.____ vom 1. April 2019. Da- mals war der Beschwerdeführer knapp 61 Jahre alt, womit die verbleibende Aktivitätsdauer bis zum Eintritt ins AHV-Alter noch rund vier Jahre betrug. Dieses Alter schliesst eine Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit angesichts seiner Pensionierung nicht per se aus. 6.3 Die im Detail hierzu ergangene Rechtsprechung ist vie lfältig. Stehen die Art und die Be- schaffenheit des Gesundheitsschadens im Vordergrund, so t endiert die Rechtsprechung aller- dings dazu, eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen. So erachtete das Bundes- gericht die Chancen eines 60 Jahre alten Versicherten , der für körperlich leichte Arbeiten, die Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht noch abwechslungsweise sitzend oder stehend ausgeführt werden konnten, ohne regelmässiges Heben oder Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen und ohne regelmässige Kraftanwendung des linken Arms bei voller Stundenpräsenz im Umfang von 80 % arbeitsfähig war, auf eine Anstellung noch imm er als intakt (Urteil des Bundesgerichts 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009, E. 4.3). Auch bejahte es die Verwertbarkeit der Restarbeitsfä- higkeit bei einem 60-jährigen Versicherten mit einer 70%-Leistungsfähigkeit, die auf rheumatolo- gischen und kardialen Problemen beruhte (Urteil des Eid genössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2008, Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen] I 304/06 vom 22. Januar 2007, E. 4.1. f.), ebenso bei einem Versicherten, der eine 80%-Arbeitsfähigkeit auswies, auch wenn diese durch sein qualitatives Fähigkeitsprofil deu tlich eingeschränkt war (Urteil des Bun- desgerichts 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009, E. 4.3). Hi nzuweisen ist ferner auf ein Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, welches die Verwertbarkeit der Restarbeits- fähigkeit in einem Fall bejahte, in dem der Versichert e zwar über eine mangelnde Ausbildung verfügte, für adaptierte Tätigkeiten aber zu 100% arbe itsfähig erschien (IV.2016.00648 vom 28. Februar 2018, E. 4.3). Demgegenüber hat das Bundesger icht in seinem Urteil vom 30. Oktober 2017 (9C_183/2017) festgehalten, dass eine Versicherte, die im massgeblichen Zeitpunkt 59 Jahre alt war, sehr lange nicht mehr gearbeitet hat un d mehrere Einschränkungen hinsichtlich des Belastungsprofils zu beachten hatte, über keine Berufsausbildung verfügte und ihre Berufs- erfahrung sich auf die bei der zuletzt innegehabten Stellung erlangte beschränkte, ihre Restar- beitsfähigkeit von 70 % mit überwiegender Wahrscheinlich keit nicht mehr verwerten könne, da auch bei einer leichten Hilfstätigkeit von einem maxima len Umstellungs- und Einarbeitungsauf- wand für einen zukünftigen Arbeitgeber auszugehen sei (E. 5.2.1 f.). 6.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er stets m it Hilfsarbeitertätigkeiten beschäftigt gewesen sei. Diese würden nicht dem Zumutbarkeitsprofil für leidensangepasste Tätigkeiten ent- sprechen. Als er noch sehr jung im Ausland gewesen sei, h abe er einerseits als Servicearbeiter und dann in der Hotellerie als Laufbursche bzw. nach sei ner Einreise in die Schweiz im Facility Management gearbeitet. Viele Jahre habe er ausserdem eine Erwerbstätigkeit als LKW-Fahrer ausgeübt, die nun aber der ihm noch attestierten Zumutbarkeit widerspreche. So sei es ihm auf- grund seiner Knieverletzung nicht mehr möglich, einen Lastwagen zu lenken, da er nicht mehr in der Lage sei, immer wieder in die Fahrerkabine ein- bzw. auszusteigen. Eine solche Tätigkeit habe er zudem ausschliesslich im Ausland ausgeübt. Auch die Tätigkeit als Reinigungsmitarbei- ter erfülle die Anforderungen an eine leidensangepa sste Tätigkeit nicht. Dr. B.____ habe sich diesbezüglich nicht abschliessend geäussert, weil Reinigungsarbeiten sehr unterschiedliche kör- perliche Anforderungen stellen würden. Im Übrigen ver füge der Beschwerdeführer über keine Berufsausbildung und spreche sehr schlecht Deutsch. Hinzu trete, dass er sehr einfach struktu- riert sei. Vor diesem Hintergrund habe auch Dr. B.___ _ feststellen müssen, dass sein Alter ein problematischer Faktor für die Wiedereingliederung darstelle. Die IV-Stelle vertritt demgegenüber den Standpunkt, dass der Beschwerdeführer im Verweisber eich für leichte bis selten mittel- schwere Arbeiten weiterhin vollständig arbeitsfähig sei . Er sei nach wie vor in der Lage, einen breiten Fächer verschiedenster Hilfsarbeitertätigkeiten auszuüben. So könne er beispielweise Kontroll- oder Sortierarbeiten am Fliessband sowie leichte Verpackungsarbeiten erledigen. Diese Arbeiten würden allesamt dem Zumutbarkeitsprofil entsp rechen. Weiter weist die Beschwerde- gegnerin darauf hin, dass der Beschwerdeführer Ausland als Busfahrer für Kindertransporte tätig Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht gewesen sei. Eine derartige Tätigkeit würde ebenfalls d em ihm noch zumutbaren Verweisprofil entsprechen. 6.5.1 Berücksichtigt man die gutachterlich erhobene Ana mnese (IV-Dok 69, S. 23 f.), ergibt sich, dass die Alltagsaktivitäten des Versicherten durchaus mit den medizinischen Anforderungen an eine leichte bis selten mittelschwere Verweistätigkeit übereinstimmen. So bereitet der Beschwer- deführer zu Hause seine Mahlzeiten selbst vor. Zum Einka ufen geht er entweder zu Fuss oder mit dem Velo. Er betätigt sich im Haushalt beim Staubsaugen und an den Aufräum- sowie Reini- gungsarbeiten. Bei schlechtem Wetter bringt er seinen älteren Sohn mit dem Auto zur Schule oder holt diesen von dort mit dem Auto teilweise auch wieder ab. In seiner Freizeit widmet er sich in seinem Atelier Bastelarbeiten mit Holz oder Metall. Ausserdem fährt er offenbar auf einem eigenen Hometrainer regelmässig Velo oder geht nachmit tags rund eine halbe Stunde ausser- haus Velofahren. In der verbleibenden Zeit kümmert e r sich alleine um seinen 2018 geborenen jüngeren Sohn. Dieser von ihm selbst geschilderte Tagesab lauf entspricht ohne Weiteres den Anforderungen an ein körperlich leichtes bis selten mittelschweres Tätigkeitsniveau. Gerade die Betreuung eines Kleinkinds ist eher häufig mit Tragen u nd Ziehen von Lasten im Umfang min- destens der gutachterlich definierten Gewichtslimite von 7 ½ Kilogramm verbunden. Damit aber kann nicht gesagt werden, die Art und die Beschaffenhei t seines Gesundheitsschadens würde dem Versicherten die Wahrnehmung der ihm gutachterlich attestierten Verweistätigkeit verhin- dern. Daran ändert auch nichts, dass mit Blick auf eine künftige Verweistätigkeit gemäss Ein- schätzung der Gutachter weitere Einschränkungen zu berücksich tigen sind. Dem Versicherten verbleibt auch so noch immer ein relativ breiter Fächer an zumutbaren Tätigkeiten. Zu denken ist beispielsweise an Kontroll- oder Überwachungstätigkeit en, bei welchen die zusätzlich qualitativ formulierten Einschränkungen keine Rolle spielen. 6.5.2 Entscheidend aber ist die zwischen den Parteien zu Recht unbestritten gebliebene Tatsa- che, dass dem Beschwerdeführer eine derartige Verweistätigkeit weiterhin zu 100% zumutbar ist. Abweichend zu den zitierten Präjudizien, bei welchen die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit verneint worden war, kann der Versicherte im Arbeitsmar kt wieder im Vollzeitpensum Fuss fas- sen, was die Realisierbarkeit seiner Verweistätigkeit rec htsprechungsgemäss deutlich erhöhen wird (oben, Erwägung 6.3). Dass bei diesen persönlichen und beruflichen Gegebenheiten eine verbleibende Aktivitätsdauer von noch rund vier Jahren einen durchschnittlichen Arbeitgeber da- von abhalten würde, die mit einer Beschäftigung verbun denen Risiken wie krankheitsbedingte Ausfälle einzugehen, kann nicht gesagt werden. Gleiches gilt hinsichtlich einer allfälligen berufli- chen Unerfahrenheit oder einer altersbedingt reduziert en Anpassungsfähigkeit. Der Beschwer- deführer war in seiner beruflichen Laufbahn nebst seine r Tätigkeit als LKW-Fahrer bereits im Hilfsarbeiterbereich beschäftigt gewesen. Als Bau- und Fabrikarbeiter, im Reinigungsdienst und als Busfahrer für Kindertransporte hat er bisher in verschiedensten Bereichen gearbeitet. Eine Einarbeitungszeit wird deshalb weder bei einer industr iellen Sortier- und Verpackungstätigkeit noch bei einer Kontroll- oder Überwachungstätigkeit ne nnenswert in Betracht fallen. Obschon sich Dr. B.____ in diesem Zusammenhang und mit Blick auf die zugestandenermassen sehr un- terschiedlichen körperlichen Anforderungen an eine künf tige Reinigungsarbeit nicht abschlies- send geäussert hat (IV-Dok 69, S. 33, ad Ziffer 8.1), gilt das Gleiche zumindest im Zusammen- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht hang mit körperlich leichten Reinigungsarbeiten, bei welchen das medizinische Anforderungspro- fil ohne Weiteres eingehalten würde. Jedenfalls war der Beschwerdeführer während vieler Jahre bereits im Reinigungsbereich tätig. Sein Einwand, wonach seine Berufserfahrung keine Tätigkei- ten enthalte, welche seinem Zumutbarkeitsprofil für l eidensangepasste Tätigkeiten entspreche, verfängt deshalb nicht. Mit Blick auf seine anamnestisch erhobenen Alltagsaktivitäten (oben, Er- wägung 6.5.1) kann ausserdem nicht gesagt werden, se ine zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Rei- nigungsmitarbeiter hätte den nunmehr noch zumutbaren Anforderungen an eine leichte Ver- weistätigkeit offensichtlich widersprochen (IV-Dok 20, Beschreibung der individuellen Tätigkeit). Zumal der Versicherte trotz mangelnder Deutschkenntnisse b ereits mehrere Jahre in der Lage war, einer zumindest vergleichbaren Tätigkeit im Rei nigungsdienst nachzugehen, ist damit zu- gleich gesagt, dass seine mangelnden Kenntnisse der deut schen Sprache einer künftigen Ver- wertbarkeit einer noch zumutbaren Verweistätigkeit ebenfalls nicht entgegenstehen werden. Ob künftig überdies auch seine früher ausgeübte Tätigkeit als LKW-Fahrer ausgeschlossen sein wird, wie er vorbringen lässt, kann bei dieser Ausgangslage offenbleiben. Mangels gutachterlicher Einschränkungen in dieser Hinsicht kommen für ihn vielmehr auch sonstige Beschäftigungen im Transportwesen in Frage. So war der Versicherte im Au sland bereits früher als Busfahrer für Kindertransporte beschäftigt gewesen (IV-Dok 1, Ziffer 5.3). Dass eine solche Tätigkeit nunmehr künftig ausgeschlossen wäre, geht aus dem gutachterlich um schriebenen Zumutbarkeitsprofil nicht hervor. Solches widerspräche letztlich auch den anamnestisch erhobenen Alltagsaktivitäten, wonach sich der Beschwerdeführer regelmässig mit dem Auto fortbewegt. Dass er dabei zeitlich limitiert und nur noch maximal eine Stunde im Auto sitzen kann, ist abweichend zu seinen eigenen Behauptungen den Akten nicht zu entnehmen. 6.6 Auch wenn der Beschwerdeführer in seinem Alter nich t mehr leicht vermittelbar ist, be- stehen für ihn entsprechend der bundesgerichtlichen Rech tsprechung dennoch Möglichkeiten, eine Stelle zu finden. Einerseits werden Hilfsarbeit en auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 28 Abs. 2 IVG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (oben, Erwägung 6.1; Urteil des EVG vom 20. Juli 2004, I 39/04). Gerade weil der Versicherte in einer leidensadap- tierten Tätigkeit noch zu 100% arbeitsfähig ist, spricht für die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähig- keit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt trotz des ih m attestierten leichten bis selten mittel- schweren Verweisprofils das vergleichsweise weite Spektrum an in diesem Bereich noch immer zumutbaren (Hilfs-) Tätigkeiten (Urteil des Bundesgericht s 9C_918/2008 vom 28. Mai 2009, E. 4.3). Das dem Versicherten noch zumutbare Tätigkeits feld unterliegt jedenfalls nicht derart vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung künftig nic ht mehr als realistisch zu bezeichnen wäre. Zu denken ist beispielswese an eine Tätigkeit al s Chauffeur oder im Transportwesen von Kleinmaterial. Aber auch in theoretischen Verweistätig keiten als Portier oder als Kontrolleur ist eine Anstellung unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Einschränkungen auf einem ausge- glichenen Markt trotz des fortgeschrittenen Alters durchau s als umsetzbar zu bezeichnen. Glei- ches gilt hinsichtlich der bereits zuvor ausgeübten Tätigkeit im Reinigungsdienst für leichte Rei- nigungsarbeiten. Die sachlichen Limitierungen schränken die Chancen der Verwertung der frag- lichen Restarbeitsfähigkeit im Ergebnis zwar ein, lassen sie aber nicht völlig unrealistisch erschei- nen. Im Lichte der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit gerade einer vollzeitlichen Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat, ist deshalb von der Ver- wertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Wie eingangs bereits ausgeführt (oben, Erwägung 2.2 ), ist der Invaliditätsgrad bei er- werbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Die entsprechende Bemessung ist zwischen den Parte ien unbestritten geblieben und bietet keinen Anlass zu weiteren Bemerkungen. Es kann i n dieser Hinsicht vielmehr auf die zu- treffenden Erwägungen der IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, wonach nach Abzug eines leidensbedingten Abzugs vom Invalidene inkommen im Umfang von 10% ein IV-Grad von 12% resultiert. Der für einen Rentenanspruch massgebende Stellenwert wird damit deutlich unterschritten. Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 8. Es bleibt über die Kosten des Beschwerdeverfahrens z u befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens- aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrah- mens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Die Verfahrenskost en werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Dem Prozessaus- gang entsprechend hat deshalb der Beschwerdeführer al s unterliegende Partei die Verfahrens- kosten von Fr. 800.-- zu tragen, welche mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.- - zu verrechnen sind. Laut Art. 61 lit. g ATSG hat nur die obsiegende Beschwerde führende Per- son Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Gemäss Ausgang d es Verfahrens ist auf die Aus- richtung einer Parteientschädigung daher zu verzichten. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Beschwer- deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.