Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 17. Mai 2017 (810 16 271) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung / nachehelicher Härtefall Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin i.V. Daniela Spitteler Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Matthias Aeberli , Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und Weg weisung (RRB Nr. 1198 vom 30. August 2016) A. Die serbische Staatsangehörige A.____, geboren 1 970, heiratete am 14. April 2009 den in der Schweiz niedergelassenen serbischen Staa tsangehörigen B.____. Am 23. August 2009 reiste sie im Rahmen des Familiennachzugs in d ie Schweiz ein und bezog zunächst im Kanton C.____ und anschliessend im Kanton Basel-Landschaft Wohnsitz. Sie verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Ehemann. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. B.____ sprach am 27. April 2011 beim Amt für Migr ation Basel-Landschaft (AfM) vor und teilte mit, dass er und seine Frau zwar noch zusammen wohnten, aber keine Ehe mehr führten. Deshalb habe er in Serbien die Scheidung be antragt (vgl. Aktenbericht AfM vom 27. April 2011, Übersetzung der Klageschrift an das Amtsgericht in D.____ vom 1. April 2011). C. Am 4. Juni 2011 zog A.____ aus der ehelichen Wohnu ng aus. D. Das AfM gewährte A.____ am 16. Juni 2011 das recht liche Gehör zum allfälligen Wi- derruf ihrer Aufenthaltsbewilligung, welches sie am 6. Juli 2011 wahrnahm. E. Mit Verfügung vom 15. August 2011 widerrief das Af M die Aufenthaltsbewilligung von A.____ und ordnete deren Wegweisung bis spätestens 4. September 2011 an. F. A.____ erhob gegen die Verfügung des AfM vom 15. A ugust 2011 am 26. August 2011 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). G. Am 21. Oktober 2011 begründete A.____ ihre Beschwer de und beantragte in verfah- rensrechtlicher Hinsicht die Sistierung des Beschwerdeverf ahrens bis zum rechtskräftigen Ab- schluss des gegen ihren Ehemann angestrebten Strafverfahr ens. Gleichentags erstattete sie Anzeige gegen ihren Ehemann bei der Staatsanwaltschaf t Basel-Landschaft (Staatsanwalt- schaft) wegen Gefährdung des Lebens, einfacher Körperverletzung sowie Drohung. H. Die Ehe von A.____ und B.____ wurde am 1. Dezember 2011 geschieden (vgl. Über- setzung des Scheidungsurteils des Amtsgerichts in D.____ vom 1. Dezember 2011). I. Mit Verfügung vom 16. Februar 2012 sistierte der R echtsdienst des Regierungsrats (Rechtsdienst) das Beschwerdeverfahren. J. Am 25. April 2013 stellte die Staatsanwaltschaft d as Strafverfahren gegen B.____ ein. Die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, mit Urteil vom 23. Juli 2013 ab. Das Bundesgericht hiess die darauffolgen- de Beschwerde in Strafsachen am 3. April 2014 gut und wies die Sache zur Fortführung der Strafuntersuchung an die Staatsanwaltschaft zurück (vgl. U rteil des BGer 6B_856/2013 vom 3. April 2014). Das Strafgericht Basel-Landschaft sprac h den Ehemann mit Urteil vom 16. Januar 2015 vollumfänglich frei (Verfahrensnummer 300 14 146). K. Am 31. März 2016 verfügte der Rechtsdienst die Aufh ebung der Verfahrenssistierung. L. Der Regierungsrat wies die Beschwerde vom 26. Augu st 2011 mit Regierungsratsbe- schluss (RRB) Nr. 1198 vom 30. August 2016 ab. M. Gegen den RRB Nr. 1198 vom 30. August 2016 erhob A.____ am 13. September 2016, vertreten durch Matthias Aeberli, Advokat in Base l, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltung srecht (Kantonsgericht). Sie bean- tragt, es sei der Entscheid des Regierungsrats vom 30. August 2016 vollumfänglich aufzuheben Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht und von einem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung so wie einer Wegweisung abzusehen, unter o/e-Kostenfolge für das erst- und zweitinstanzliche Verfahren. N. Der Regierungsrat liess sich am 5. Dezember 2016 vern ehmen und schloss auf kos- tenfällige Abweisung der Beschwerde. O. Mit präsidialer Verfügung vom 22. Dezember 2016 w urde der Fall der Kammer zur Be- urteilung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Als Adressat in des angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzw ürdiges Interesse an dessen Aufhe- bung auf. Da auch die übrigen formellen Voraussetzung en erfüllt und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gege ben sind, ist auf die vorliegende Beschwerde einzutreten. 2. Die Kognition des Kantonsgerichts beschränkt sich gemä ss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO darauf, den angefochtenen Entscheid hinsichtlich allf älliger Rechtsverletzungen zu über- prüfen bzw. zu prüfen, ob die Vorinstanz ein allfällige s Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat. Im Weiteren kann beurteilt werden, ob diese den Sac hverhalt unrichtig oder unvollständig fest- gestellt hat. Die Überprüfung der Angemessenheit ist de m Kantonsgericht dagegen im vorlie- genden Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 3.1 Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Widerruf der Aufenthaltsbewilli- gung der Beschwerdeführerin und deren Wegweisung aus der Schweiz zu Recht erfolgten. 3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Sc hweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt ode r wenn sie keiner solchen bedarf (Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die Ausländerinne n und Ausländer [AuG] vom 16. Dezember 2005; vgl. auch Art. 2 AuG). Die zustän dige kantonale Behörde entscheidet ge- mäss Art. 18 ff. AuG und 27 ff. AuG – im Rahmen der g esetzlichen Vorschriften und Verträge mit dem Ausland – nach freiem Ermessen über die Zulassun g zu einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit. Einen Rechtsanspruch auf die Gewä hrung einer Anwesenheitsbewilli- gung hat die ausländische Person grundsätzlich nicht, es se i denn, das AuG oder völkerrechtli- che Verpflichtungen sehen dies vor (BGE 133 I 185 E. 2. 3; P ETER UEBERSAX , in: Uebersax/ Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, N 7.84 ff.). 3.3 Vorab ist festzuhalten, dass zwischen der Schweiz und Serbien keine staatsvertragli- che Vereinbarung besteht, welche der Beschwerdeführerin einen Anspruch auf Aufenthalt in der Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweiz einräumt. Auf den mit Serbien am 16. Februar 1888 geschlossenen Niederlassungs- vertrag (Niederlassungs- und Konsularvertrag zwischen der Schweiz und Serbien vom 16. Feb- ruar 1888) können sich rechtsprechungsgemäss nur noch P ersonen berufen, welche gemäss der landesrechtlichen Fremdenpolizeiordnung endgültig zugelassen sind, mithin eine Niederlas- sungsbewilligung nach dem nationalen Recht besitzen (Urte ile des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 11. Janu ar 2017 [810 16 62] E. 3.3 sowie vom 24. März 2010 [810 09 321] E. 5.2 mit weiteren Hi nweisen). Dies trifft auf die Beschwerde- führerin nicht zu. 4.1 Gestützt auf das AuG kommt vorliegend einzig ein Anspr uch nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in Frage: Danach besteht der Anspruch des Ehegatten nach Auflösung der Familien- gemeinschaft auf Erteilung und Verlängerung der Aufen thaltsbewilligung weiter, wenn wichtige persönliche Gründe einen Aufenthalt in der Schweiz erfo rderlich machen. Solche können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 A uG). Der Schutz von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG bezie ht sich auf Situationen, in denen die im Familiennachzug zugelassene Person durch das Zusammenleb en in ihrer Persönlichkeit ernst- lich gefährdet ist und ihr eine Fortführung der ehelichen Beziehung nicht länger zugemutet wer- den kann (Urteil des BGer 2C_590/2010 vom 29. November 2010 E. 2.5.3; Botschaft zum Bun- desgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002 S. 3754). Beim Aufenthaltsanspruch gestützt auf einen nachehelichen Härtefall wegen häusli- cher Gewalt gilt es ferner zu beachten, dass die eheliche Gemeinschaft primär deswegen aufgegeben worden sein muss. Kann dieser Zusammenhang nicht bejaht werden, weil die Auflösung der Ehegemeinschaft überwiegend andere Ursac hen hat, liegt kein nachehelicher Härtefall vor (vgl. Urteil des BGer 2C_451/2014 vom 24 . Dezember 2014 E. 6.1; KGE VV vom 17. August 2016 [810 15 355] E. 5.3.4). 4.2 Die Beschwerdeführerin führt aus, dass sie am 4. Juni 2011 Opfer massiver häuslicher Gewalt geworden sei. Ihr Mann habe sie ins Gesicht gesc hlagen, sie ans Fenster gezerrt und ihr gedroht, sie hinaus zu werfen. Schliesslich habe er ihr ein grosses Küchenmesser mit einer Klingenlänge von ca. 20 cm an die Kehle gehalten und ihr gedroht, sie zu enthaupten, mit ihrem Kopf Fussball zu spielen sowie ihren Bauch aufzuschlitzen und ihre Gedärme herauszuschnei- den. Noch in derselben Nacht habe sie die eheliche Woh nung verlassen und sich zu einer Kol- legin begeben. Sie habe mehreren Personen von diesem Vorfall berichtet und die Spuren der Misshandlungen seien für die genannten Personen gut sicht bar gewesen. Lediglich aus Todes- angst habe sie in den ersten Wochen nach der Tat auf die Einreichung einer Strafanzeige ver- zichtet. Das Bundesgericht habe ihre Beschwerde, welche sie erhoben hatte, nachdem das Kantonsgericht, Abteilung Strafrecht, die Einstellung des Strafverfahrens gegen ihren Ehemann geschützt habe, am 3. April 2014 gutgeheissen und festge stellt, dass ein Freispruch des Ex- Ehemanns nicht wahrscheinlicher erscheine als eine Verurte ilung. Auch wenn das Strafgericht Basel-Landschaft ihren Ex-Ehemann schliesslich freigesprochen habe, bedeute dies nicht, dass sich die von ihr geschilderten Vorfälle nicht so zugetr agen hätten. Aufgrund der Gutheissung des Bundesgerichts vom 3. April 2014 müsse davon ausgegang en werden, dass es sich beim Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Freispruch des Ehemanns um einen nach dem Grundsatz "in d ubio pro reo" handle. Daneben sei die Feststellung der Vorinstanz aktenwidrig, dass sie si ch nicht in ärztliche Behandlung be- geben habe, da eine solche durch E.____ stattgefunden habe. Daneben sei die Behauptung der Vorinstanz falsch, dass die von E.____ geschilderte A npassungsstörung mit depressiver Reaktion keinen direkten Zusammenhang zum Vorfall vom 4. Juni 2011 herstellen würde. Überdies sei es unzutreffend, dass die Ehe am 4. Juni 2011 bereits gescheitert gewesen sein soll. Auch wenn ihr Ehemann am 27. April 2011 beim Af M vorgesprochen habe, dürfe daraus nicht geschlossen werden, es wäre ohnehin zu einer Trennu ng gekommen, da sie bis zum 4. Juni 2011 noch zusammen gewohnt hätten. Vielmehr s ei der Übergriff des Ehemanns am 4. Juni 2011 kausal für die Trennung und eine Fortsetzu ng des ehelichen Zusammenlebens sei ihr aufgrund der erlebten häuslichen Gewalt nicht zu zumuten gewesen. Die zeitliche Abfolge der Geschehnisse zeige dies klar, da die Beschwerdeführerin erst danach ausgezogen sei. 4.3 Der Regierungsrat erwog demgegenüber in seinem E ntscheid vom 30. August 2016, dass kein wichtiger persönlicher Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG vorliege, weil zwi- schen dem angeblichen Übergriff am 4. Juni 2011 und de m Scheitern der Ehe kein Bezug be- stehe. Der Ehemann habe dem AfM bereits am 27. April 2011 mitgeteilt, dass die Ehe nicht mehr intakt sei und er in Serbien die Scheidung bean tragt habe. Auch die Beschwerdeführerin habe dargelegt, dass sich ihr Ehemann bereits vor dem an geblichen Übergriff verändert habe. So habe er seine persönlichen Gegenstände aus der eheli chen Wohnung geschafft und der Beschwerdeführerin wiederholt ein Blanko-Papier vorge halten, welches sie für die Scheidung hätte unterschreiben sollen. Damit sei die Ehe jedenfa lls seitens des Ex-Ehemanns der Be- schwerdeführerin bereits vor dem 4. Juni 2011 gescheitert und es sei gar nicht möglich gewe- sen, dass der Vorfall häuslicher Gewalt die Beschwerdefü hrerin in das Dilemma habe stürzen können, wegen ihrer Aufenthaltsbewilligung in einer von Gewalt geprägten Ehe auszuharren (vgl. RRB Nr. 1198 vom 30. August 2016 E. 5d). Ferner führt der Regierungsrat aus, dass sich die Beschwerdeführerin ohnehin nicht auf einen nachehe lichen Härtefall berufen könne, da nicht davon auszugehen sei, dass die häusliche Gewalt im anspruchsbegründenden Umfang stattgefunden habe. Zunächst sei festzuhalten, dass für d ie Vorwürfe der Beschwerdeführerin praktisch keine objektiven Beweise bestehen würden. Weiter habe sich die Beschwerdeführerin nicht in ärztliche Behandlung begeben und erst Monate nach dem Vorfall und ihrer erstinstanz- lichen Wegweisung aus der Schweiz Strafanzeige gegen ihr en Ex-Ehemann erstattet. Vor die- sem Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin durch den drohenden Verlust der Aufenthaltsbewilligung verleite t worden sei, Anzeige zu erstatten. Zu- sammenfassend sei es ihr nicht gelungen, glaubhaft zu ma chen, dass sie Opfer ehelicher Ge- walt geworden sei. 4.4 Es kann festgestellt werden, dass bereits ab März 2011 erste eheliche Schwierigkeiten erkennbar waren. So habe B.____ gemäss Angaben der Be schwerdeführerin ab diesem Zeit- punkt jeweils im Wohnzimmer übernachtet und angefangen Gegenstände aus der gemeinsa- men Wohnung zu entfernen (vgl. Protokoll vom 9. März 20 12 N 73 f.). Ferner habe er sie wie- derholt aufgefordert, sich eine eigene Wohnung zu suchen , da er sich scheiden lassen wolle (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 6. Juli 2011 Frage 3). Beim AfM sprach B.____ sodann am 27. April 2011 vor und teilte mit, dass seine Ehe nicht mehr intakt sei und er Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Scheidung eingereicht habe. Gleichzeitig hat er en tsprechende Belege vorgelegt (vgl. Ak- tennotiz AfM vom 27. April 2011; Übersetzung der Klag eschrift an das Amtsgericht in D.____ vom 1. April 2011). Das Argument der Beschwerdeführeri n, die zeitliche Abfolge der Gescheh- nisse würde zwingend darauf schliessen lassen, dass der ang ebliche Übergriff vom 4. Juni 2011 kausal für die Trennung gewesen sei, verfängt da mit nicht. Vielmehr ergibt sich aus den voranstehenden Ausführungen, dass seitens des Ex-Ehemanns bereits am 27. April 2011 kein Ehewille mehr vorhanden war, womit es ab diesem Zeitpu nkt an einer Ehegemeinschaft fehlte, da diese voraussetzt, dass ein gegenseitiger Ehewille best eht. Den Verfahrensakten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführerin dieser Umstand b ewusst war. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die angebliche häusliche Gewa lt rund zwei Monate nach Einreichung der Scheidungsklage durch den Ex-Ehemann stattgefunden ha ben soll und somit konnte der angebliche Vorfall vom 4. Juni 2011 nicht primär der Gr und für die Trennung gewesen sein. Damit ist der Schutzbereich von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG nicht eröffnet und die Beschwerdefüh- rerin kann sich nicht auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG berufen. 5.1 Selbst wenn vorliegend davon ausgegangen würde, dass der angebliche Vorfall vom 4. Juni 2011 ursächlich für die Trennung gewesen sei, wären die Voraussetzungen zur Erfül- lung eines wichtigen Grundes ‒ wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden ‒ nicht er- füllt. 5.2.1 Häusliche Gewalt bedeutet systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kon- trolle auszuüben und nicht eine einmalige Ohrfeige od er eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits (vgl. Urteile des BGer 2C_ 293/2017 vom 30. Mai 2017 E. 3.1 und 2C_73/2013 vom 3. April 2014 E. 2). Dabei ist jede F orm ehelicher bzw. häuslicher Gewalt, sei es körperlicher oder psychischer Natur, ernst zu nehmen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2), wobei die physische und psychische Zwangsausübung und deren Auswirkunge n von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität sein müssen. Auch psychische bzw. sozi oökonomische Druckaus- übung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen oder Einsperren kann einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls relevanten Grad an unzulässiger Oppression errei- chen. Es muss feststehen, dass die eheliche Gewalt die betr offene Person so stark zu belasten droht, dass ihr die Fortführung der ehelichen Gemeinsch aft nicht länger zugemutet werden kann. Nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung in einer Beziehung begründet indessen berei ts einen nachehelichen Härtefall und ein weiteres Anwesenheitsrecht (vgl. Urteil des BGer 2C_ 73/2013 vom 3. April 2014 E. 2). Die anhaltende, erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der betroffenen Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftige rweise nicht erwartet werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen d ie Ehe aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden Bezie hung verharrt. Eine glaubhaft ge- machte oppressionsbedingte Aufhebung der Hausgemeinschaft soll für die betroffene Person keine ausländerrechtlichen Nachteile zur Folge haben, we nn sie durch das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernsthaft gefährdet wäre und ihr eine Fortführung der ehelichen Gemein- schaft bei objektiver Betrachtungsweise nicht mehr zugemut et werden kann (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.2 Das Vorliegen eines wichtigen persönlichen Grunds i m Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG ist von der betroffenen Person in geeigneter Weise glaubhaft zu machen, wobei diese eine weitreichende M itwirkungspflicht trifft (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.3). Als Beweismittel für häusliche Gewalt kommen Arztberichte, psychologische oder psychiatrische Gutachten, Berichte von Fachstellen wie Frau enhäusern oder Opferhilfestellen, Polizeirapporte oder Zeugenaussagen in Frage (Art. 77 Abs. 5, 6 und 6 bis der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Oktober 2007, vgl. Urteil des BGer 2C_451/2014 vom 24. Dezember 2014 E. 6.2). Allgemein gehaltene Behauptungen oder Hin- weise auf punktuelle Spannungen genügen nicht; wird h äusliche Gewalt in Form psychischer Oppression behauptet, muss vielmehr die Systematik der Missh andlung bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende subjektive Belastu ng objektiv nachvollziehbar konkreti- siert und beweismässig unterlegt werden. Dasselbe gilt, so weit damit verbunden geltend ge- macht werden soll, bei einer Rückkehr erweise sich die sozi ale Wiedereingliederung als stark gefährdet. Auch hier genügen allgemeine Hinweise nicht ; die befürchtete Beeinträchtigung muss im Einzelfall aufgrund der konkreten Umstände glaubhaft erscheinen (vgl. Urteil des BGer 2C_1072/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.4). 5.3 Zunächst kann vorliegend festgehalten werden, dass es sich bei der von der Be- schwerdeführerin behaupteten häuslichen Gewalt vom 4. Ju ni 2011 lediglich um einen einmali- gen Vorfall handelt. Die Beschwerdeführerin macht nicht geltend, anderweitige häusliche Ge- walt erlebt zu haben. Sie behauptet, der Vorfall vom 4. Juni 2011 habe sie in Todesangst ver- setzt. Diesbezüglich fällt gestützt auf die Akten allerding s auf, dass die Beschwerdeführerin die Wohnung nicht etwa fluchtartig verlassen hat, sondern gemäss ihren Angaben um entspre- chende Erlaubnis bei ihrem Ex-Ehemann ersucht hat (vgl. Protokoll vom 9. März 2012 N 131 f.). Weiter lässt sich den Verfahrensakten entnehmen, dass sie a m darauf folgenden Tag alleine in die eheliche Wohnung zurückkehrte, um ihre persönlichen Gegenstände zu holen (Protokoll vom 9. März 2012 N 169 ff.), was angesichts der geschilderten Umstände etwas seltsam anmu- tet. Zudem konnten die im Strafverfahren als Zeugen vernommenen Personen mehrheitlich nur die von der Beschwerdeführerin ihnen gegenüber erwäh nten Schilderungen wiedergeben. Ei- gene Feststellungen sind kaum erfolgt (vgl. Protokoll zur Einvernahme von F.____ vom 11. April 2012 N 31 ff.; Protokoll zur Einvernahme von G.____ vom 16. Mai 2012 N 53 f.; Protokoll zur Einvernahme von H.____vom 24. Mai 2012). Gemäss Aussage d er Freundin, bei welcher die Beschwerdeführerin am 4. Juni 2011 übernachtete, sei die Beschwerdeführerin nervös gewe- sen, habe geweint und einen kleinen Kratzer unter ein em Auge gehabt (vgl. Protokoll zur Ein- vernahme von H.____vom 24. Mai 2012 N 85 ff.). F.____ bestätigte die Verletzung unter dem Auge (Protokoll zur Einvernahme von F.____ vom 11. A pril 2012 N 109). Der Vorgesetzte der Beschwerdeführerin sagte, dass die Beschwerdeführerin ihm zwei bis drei blaue Flecken in der Grösse von Zweifrankenstücken auf ihrem Unterarm gezeig t habe (Protokoll zur Einvernahme von G.____ vom 16. Mai 2012 N 55 f.). Nach Angaben de r Tochter von B.____ im Rahmen der strafrechtlichen Untersuchungen sei es am 4. Juni 2011 i n der ehelichen Wohnung, wo sie an- wesend gewesen sei, zu lautstarken Auseinandersetzungen zwi schen ihrem Vater und der Be- schwerdeführerin gekommen, doch von Gewalttätigkeiten h abe sie nichts mitbekommen (vgl. Protokoll zur Einvernahme von I.____vom 20. März 2012 N 64 f. und N 74). Auch wenn auf- grund der übrigen Zeugenaussagen nicht ausgeschlossen wer den kann, dass es am 4. Juni Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2011 zu Handgreiflichkeiten zwischen den Ehegatten gekommen ist, kann daraus nicht auf eine systematische Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontroll e auszuüben, geschlossen wer- den. Daran ändert auch die Tatsache, dass sich die Beschw erdeführerin in psychiatrische Be- handlung begeben hatte, nichts. Dem Schreiben der Psychi aterin E.____ vom 12. Mai 2016 lässt sich einzig entnehmen, dass die Beschwerdeführerin im zur Frage stehenden Behand- lungszeitraum an einer Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion, welche die Psychiaterin als Folge der Misshandlung und der Gewalt in der eheli chen Beziehung erachte, litt. Aus die- sem kurzen Schreiben kann allenfalls abgeleitet werden, dass die psychische Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin in einem Zusammenhang zu Erlebn issen in der Ehe stehen könnte. Dennoch ist dem Regierungsrat zuzustimmen, wenn er ausf ührt, dass dieses Schreiben keinen direkten Zusammenhang zum angeblichen Vorfall vom 4. Juni 2011 herzustellen vermag. Wei- tere Belege hat die Beschwerdeführerin nicht eingere icht. Demzufolge erwiesen sich die Aus- führungen der Beschwerdeführerin zusammenfassend als bew eismässig nicht unterlegt. Insge- samt liegen damit kaum objektive Hinweise vor, und es i st ihr nicht gelungen, glaubhaft zu ma- chen, Opfer ehelicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG geworden zu sein. Deshalb ist davon auszugehen, dass der angebliche Vorfall vom 4. Juni 2011, selbst wenn dieser für die Trennung ursächlich gewesen wäre, nicht die für einen nachehelichen Härtefall erforderliche Intensität erreichen würde. 6.1 Demnach bleibt zu prüfen, ob die soziale Wiederein gliederung der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in die Republik Serbien gefährdet wäre. Dabei ist massgebend, ob die per- sönliche, berufliche und familiäre Eingliederung der betroffenen ausländischen Person bei einer Rückkehr als stark gefährdet zu gelten hätte, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher wäre und – aus welchen Gründen auch immer – vorgezoge n würde. Ein persönlicher, nachehe- licher Härtefall setzt aufgrund der gesamten Umstände e ine erhebliche Intensität der Konse- quenzen für das Privat- und Familienleben voraus, die mit der Lebenssituation nach dem Dahin- fallen der abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sein muss (BGE 139 II 393 E. 6). Hat der Aufenthalt der ausländischen Person nur kürzere Zeit gedauert und wurden keine en- gen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, lässt sich der Anspru ch auf einen weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute Integration im Her kunftsland keine besonderen Probleme bereitet (BGE 138 II 229 E. 3.1). 6.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre sozial e Wiedereingliederung im Heimat- land sei stark gefährdet, da sie im Zeitpunkt des angef ochtenen Entscheids traumatisiert und in psychiatrischer Behandlung gewesen sei und die Behandlung erst vor rund einem halben Jahr beendet habe. Seit dem Vorfall im Juni 2011 habe sie ferner keine Beziehung mehr eingehen können und habe die Schweiz seit fünf Jahren nicht mehr verlassen. 6.3 Die 47-jährige Beschwerdeführerin lebt lediglich seit acht Jahren in der Schweiz und verbrachte 39 Jahre in ihrer Heimat Serbien. Die psychia trische Behandlung durch E.____ ist zwischenzeitlich seit rund einem Jahr abgeschlossen. Es ist ni cht ersichtlich, inwiefern diese Umstände ihre soziale Wiedereingliederung in der Repub lik Serbien gefährden könnten. Ferner führt die Beschwerdeführerin keine weiteren Gründe an , welche ihr einen Anspruch auf Verlän- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerung ihrer Aufenthaltsbewilligung aus Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 AuG verleihen könnten (vgl. E. 9.4 hiernach). 7.1 In einem weiteren Schritt ist zu prüfen, ob die N ichtverlängerung der Aufenthaltsbewil- ligung verhältnismässig ist, d.h. ob die Massnahme geeigne t und erforderlich ist, um die öffent- lichen Interessen an der Nichtverlängerung der Bewillig ung zu verwirklichen und ob diese die privaten Interessen der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz gestützt auf eine um- fassende Güterabwägung überwiegen (Art. 96 AuG; BGE 1 39 I 16 E. 2.2.1; B ENJAMIN SCHINDLER , in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N 10 ff. zu Art. 96 AuG). 7.2 Als zulässiges öffentliches Interesse fällt dabei grund sätzlich das Durchsetzen der Einwanderungspolitik in Betracht. Die Schweiz verfolgt gegenüber Ausländern ausserhalb des EU- und EFTA-Raums in Fragen der Aufenthaltsberechti gung eine restriktive Politik. Eine sol- che rechtfertigt sich im Hinblick auf ein ausgewogenes Ve rhältnis zwischen schweizerischer und ausländischer Wohnbevölkerung, auf die Schaffung gü nstiger Rahmenbedingungen für die Eingliederung der in der Schweiz bereits ansässigen Ausl änder und die Verbesserung der Ar- beitsmarktstruktur sowie auf eine möglichst ausgeglichene Beschäftigung (BGE 137 I 247 E. 4.1.2; BGE 135 I 153 E. 2.2.1). 7.3 Es steht ausser Frage, dass eine Wegweisung für die Erreichung der restriktiven Ein- wanderungspolitik gegenüber Ausländern ausserhalb des E U- und EFTA-Raums eine geeigne- te Massnahme ist. Dieses fremdenpolizeiliche Ziel kann im vorliegenden Fall auch nicht durch eine weniger einschneidende Massnahme erreicht werden. Die Nichtverlängerung der Aufent- haltsbewilligung und Wegweisung erweisen sich damit al s geeignet und erforderlich, um das öffentliche Interesse durchzusetzen. 7.4 Diesem öffentlichen Interesse sind die privaten Int eressen der Beschwerdeführerin gegenüberzustellen. Entscheidend ist stets das Gesamtbild e ines jeden Einzelfalles, welches anhand von sämtlichen der massgeblichen Kriterien zu beur teilen ist (BGE 139 I 145 E. 2.4). Die Beschwerdeführerin reiste am 23. August 2009 im Alt er von 39 Jahren in die Schweiz ein und wurde damit in ihrem Heimatland sozialisiert, mit hin liegt bei der Beschwerdeführerin damit eine achtjährige Aufenthaltsdauer vor. Es gilt zu berücksi chtigen, dass das AfM die Beschwer- deführerin bereits per 4. September 2011 weggewiesen hat und sie sich damit zu diesem Zeit- punkt lediglich zwei Jahre in der Schweiz aufgehalten ha tte. Während des regierungsrätlichen Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin soda nn Strafanzeige gegen ihren Ehe- mann ein, weshalb das Verfahren für sechs Jahre sistiert war. Diese Zeitspanne ist zwar in die Interessenabwägung einzubeziehen, aufgrund der Tatsache, dass der Aufenthalt nur noch dank der Sistierung bestanden hat, kommt ihr jedoch eine ger ingere Bedeutung zu (vgl. Urteil des BGer 2C_205/2015 vom 24. November 2015 E. 2.2.2). Insgesamt und insbesondere gemessen an der im Ausland verbrachten Zeit ist die Aufenthalt sdauer der Beschwerdeführerin darum nicht als besonders lang zu werten. Bezüglich der beruflic hen und finanziellen Situation der Be- schwerdeführerin gilt es festzustellen, dass sie seit dem 30. September 2009 bei der J.____AG als Unterhaltsreinigerin arbeitet, sich immer an die Re chtsordnung gehalten hat und im Betrei- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht bungsregister nicht verzeichnet ist (vgl. Arbeitsbestätigu ng der J.____ AG vom 26. April 2016; Führungsbericht des Polizeiposten K.____ vom 25. Mai 2011 sowie Auszug des Betreibungsre- gisters vom 23. Mai 2011). Auch wenn ihre Situation dahingehend als positiv zu bewerten ist, ist dennoch zu bemerken, dass sie keine besonders qualifiziert e Tätigkeit ausübt, die aus wirt- schaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlängeru ng ihrer Aufenthaltsbewilligung gebie- ten würde. Ferner hat die Beschwerdeführerin zwar dre i Deutschkurse besucht, dies jedoch gemäss der Kursbestätigung vom Februar 2014 erst ab dem 19. Oktober 2013, also bereits zwei Jahre nachdem sie vom AfM erstinstanzlich weggewiesen w urde und damit unter dem Druck des vorliegenden ausländerrechtlichen Verfahrens. D aneben hat sie mit dem Niveau A1 das Mindestreferenzniveau A2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen des Europarats gemäss Art. 62 VZAE, welches auf eine erf olgreiche Integration hinweist, nicht erreicht (vgl. Deutschkursbestätigungen vom Februar, Ju li und Dezember 2014). Hinsichtlich der Zumutbarkeit einer Rückkehr in die Republik Serbien ist davon auszugehen, dass die Be- schwerdeführerin keine überdurchschnittlichen Schwierigkeit en zu gewärtigen haben wird. Mit den serbischen Verhältnissen ist sie bestens vertraut. Si e ist in Serbien geboren und hat dort eine achtjährige Grundschulausbildung absolviert. Daneb en leben in ihrer Heimat ihre Eltern und ihre Schwester (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 6. Juli 2011 Frage 13 und 14). Als die Beschwerdeführerin im Alter von 39 Jahren in die Schweiz auswanderte, war sie gemäss ihren Angaben in Serbien beruflich und finanziell sehr gut integriert (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 6. Juli 2011 Frage 3). Die Beschwerdeführerin wird bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat ihre erworbenen Deutschkenntnisse allenfalls nutzen und auf die Un- terstützung ihrer Eltern sowie Schwester zählen können. Es sind somit keine Gründe ersichtlich, welche eine Rückkehr nach Serbien als unzumutbar erschein en liessen. Allfällige ungünstige wirtschaftliche Perspektiven in Serbien lassen eine Rückkeh r ferner nicht ohne weiteres unzu- mutbar erscheinen. Damit erweist sich der angefochtene En tscheid als verhältnismässig. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr . 1'400.-- entsprechend dem Verfah- rensausgang der unterlegenen Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss in der Höhe von Fr. 2‘100.-- zu verrechnen. De r zu viel geleistete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführe rin zurückzuerstatten. Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden P artei für den Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigun g zulasten der Gegenpartei zuge- sprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigu ng zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind damit wettzuschlagen (§ 21 Abs. 1 und 2 VPO). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Beschwerdeführerin hat die Schweiz bis späteste ns dreissig Tage nach Rechtskraft dieses Urteils zu verlassen. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 2‘100.-- verrechnet. Der zu viel gelei stete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 700.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker- stattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 7. November 2017 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahrensnummer 2C_958/2017) erhoben.