<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2024-11-13-7B_970-2024.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7B_970/2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. November 2024</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. strafrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Abrecht, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Hurni, Kölz, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Schurtenberger. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Marco S. Marty, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Postfach, 3001 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtanhandnahme, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 11. Juli 2024 (BK 23 486). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Am 16. November 2022 erhob A.________ Strafanzeige gegen das Museum B.________ sowie C.________ wegen Verletzung der Glaubens- und Kultusfreiheit sowie wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 7. November 2023 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland das Strafverfahren nicht an die Hand. Die dagegen erhobene Beschwerde von A.________ wies das Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, mit Beschluss vom 11. Juli 2024 ab, soweit es darauf eintrat. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'845.-- erlegte es A.________ auf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 11. September 2024 erhebt A.________ beim Bundesgericht Beschwerde in Strafsachen. Sie beantragt, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern anzuweisen, ihre Strafanzeige vom 16. November 2022 an die Hand zu nehmen und eine Untersuchung einzuleiten; eventualiter sie (lediglich) anzuweisen, eine Untersuchung betreffend Verletzung der Glaubens- und Kultusfreiheit einzuleiten. Im Rahmen eines weiteren Eventualbegehrens beantragt sie sodann die Aufhebung des Beschlusses in Bezug auf "die der Beschwerdeführerin auferlegten Kosten von CHF 1'845.--". </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 81 Abs. 1 BGG</span> ist zur Erhebung einer Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a) und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat (lit. b). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Die Privatklägerschaft ist nach Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG nur dann zur Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung ihrer Zivilansprüche auswirken kann. Die Rechtsprechung stellt strenge Anforderungen an die Begründung der Legitimation, insbesondere wenn sich die Beschwerde - wie vorliegend - gegen die Nichtanhandnahme oder Einstellung eines Verfahrens richtet (ausführlich hierzu Urteile 7B_182/2024 vom 26. März 2024 E. 2.1.2; 7B_18/2024 vom 14. März 2024 E. 2; je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die Beschwerde genügt diesen Begründungsanforderungen nicht: Die Beschwerdeführerin führt zu ihrer Sachlegitimation einzig aus, dass ihr durch die Vorinstanz die Strafverfolgung verweigert werde, ohne sich (auch nur im Ansatz) auf Zivilansprüche zu berufen. Da aufgrund der Natur der untersuchten Straftat auch nicht ohne Weiteres ersichtlich ist, um welche konkrete Zivilforderung es gehen könnte (dazu siehe ausführlich Urteil 7B_18/2024 vom 14. März 2024 E. 2 mit Hinweisen), kann auf die Beschwerde im Hauptpunkt nicht eingetreten werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Soweit die Beschwerdeführerin indessen den Entscheid im Kostenpunkt anficht und vorbringt, die Vorinstanz habe die Kosten des kantonalen Beschwerdeverfahrens in bundesrechtswidriger Weise verlegt, kommt ihr eine eigenständige Rechtsmittelbefugnis zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=27.10.2024&amp;to_date=15.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-IV-248%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page248">BGE 138 IV 248</a> E. 2; ausführlich Urteile 6B_816/2020 vom 19. Januar 2021 E. 2; 6B_1039/2017 vom 13. März 2018 E. 1.2). Da auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Beschwerde insoweit einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Im Kostenpunkt ficht die Beschwerdeführerin den angefochtenen Entscheid, der ihr die Verfahrenskosten von gesamthaft Fr. 2'845.-- überbindet, einzig im Umfang von Fr. 1'845.-- an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Vorinstanz beschränkt sich in diesem Punkt auf die folgenden Ausführungen: "Bei diesem Verfahrensausgang werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'000.00 zuzüglich der angefallenen Auslagen für Übersetzungen von CHF 1'845.00, total ausmachend CHF 2'845.00, der unterliegenden Beschwerdeführerin auferlegt (<span class="artref">Art. 428 Abs. 1 StPO</span>) ". </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Beschwerdeführerin rügt zu Recht, dass sich aus dem angefochtenen Entscheid nicht ergibt, wofür und weshalb eine Übersetzung angeordnet wurde, wie es hier zu erwarten wäre. Unter diesen Umständen erlaubt es der angefochtene Entscheid nicht, die korrekte Rechtsanwendung zu überprüfen (vgl. <span class="artref">Art. 112 Abs. 1 lit. b BGG</span>). </div> <div class="para">Genügt ein Entscheid wie vorliegend den Anforderungen gemäss <span class="artref">Art. 112 Abs. 1 BGG</span> nicht, so kann das Bundesgericht ihn in Anwendung von <span class="artref">Art. 112 Abs. 3 BGG</span> an die kantonale Behörde zur Verbesserung zurückweisen oder aufheben. Hingegen steht es ihm nicht zu, sich an die Stelle der Vorinstanz zu setzen, die ihrer Aufgabe nicht nachgekommen ist (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=8&amp;from_date=27.10.2024&amp;to_date=15.11.2024&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 141 IV 244</a> E. 1.2.1). Der angefochtene Beschluss ist somit im Kostenpunkt aufzuheben und die Sache insoweit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese einen den Anforderungen von <span class="artref">Art. 112 Abs. 1 BGG</span> genügenden Entscheid trifft. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist. Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Beschlusses ist aufzuheben und die Sache diesbezüglich an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen. </div> <div class="para">Im bundesgerichtlichen Verfahren wird die Beschwerdeführerin im Umfang ihres (weitgehenden) Unterliegens kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Dem Kanton Bern sind keine Kosten aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 4 BGG</span>). Hingegen schuldet er der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin eine reduzierte Parteientschädigung (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/68/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/68/1" type="start"></artref>Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/68/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Dem Kanton Bern ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Dispositiv-Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids wird aufgehoben und die Sache diesbezüglich zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten werden im Umfang von Fr. 2'500.-- der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Kanton Bern hat die Beschwerdeführerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 500.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 13. November 2024 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Abrecht </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Schurtenberger </div> </div></body></html>