B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-2381/2013, D-2022/2014 thc/fes U r t e i l v o m 2 1 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Contessina Theis (Vorsitz), Richterin Christa Luterbacher, Richterin Claudia Cotting-Schalch, Gerichtsschreiberin Sarah Ferreyra. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), und deren Kinder, C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), Russland, vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Advokatur Kanonengasse, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügungen des BFM vom 25. März 2013 und 10. März 2014 / N (…). D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer (Ehemann beziehungsweise Vater), gemäss eige- nen Angaben ein russischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in Grosny, verliess seinen Heimatstaat am 20. oder 21. Dezember 2012. Am 14. Januar 2013 reiste er in die Schweiz ein und begab sich zu seinem Onkel. Am 16. Januar 2013 suchte er im Empfangs- und Verfahrenszent- rum (EVZ) Basel um Asyl nach. B. Am 24. Januar 2013 erhob das BFM im EVZ die Personalien des B e- schwerdeführers und befragte ihn summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Am 5. März 2013 hörte das BFM den Beschwerdeführer einlässlich zu seinen Asylgründen an. Dabei brachte er im Wesentlichen vor, er stamme aus Grosny und habe wie die übrige tschetschenische Bevölkerung von Oktober 1999 bis März 2000 gegen die russische Armee gekämpft. Danach habe er die tsch e- tschenischen Kämpfer mit Nahrungsmittel n versorgt und den Verletzten geholfen. Im November 2002 sei er in E._______ auf dem Militärposten verhaftet worden. Es habe ein Gerichtsverfahren gegen ihn stattgefu n- den. Wegen Hilfeleistungen habe ihn das Gericht in E._______ verurteilt. Vom 17. November 2002 bis zum 16. Mai 2006 sei er in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert gewesen und vom 17. November 2002 bis zum 16. März 2003 jeden Tag fast ununterbrochen gefoltert worden. Er habe diese physische Folter kaum überlebt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) habe alles dokumentiert. Im Jahre 2003 sei er sogar gefragt worden, ob er nicht mit der Obrigkeit von Moskau kooperieren wolle, was er abgeleh nt habe. Ihm sei gedroht worden, wenn er die P a- piere nicht unterschreibe, werde seiner Familie etwas geschehen. Unmit- telbar nach seiner Freilassung sei er bis Ende 2006 von der Poli zei ein bis zwei Mal pro Monat aufgesucht worden. Man habe überprüfen wollen, ob er an der angegebene Adresse wohne oder ausgereist sei. Da er aber seine kranken Eltern habe pflegen müssen, habe er nicht einfach flüchten können. Ende 2006 seien die Polizisten nicht mehr zu Hause vorbeig e- kommen. Die operative Polizei ROVD habe abe r begonnen, ihn zu übe r- wachen, indem sie ihn zwecks Kontrolle in Cafés und in der Moschee b e- sucht habe. Auch habe man von ihm Spitzeltätigkeiten verlangt. Im Jahre 2012 sei er von demjenigen Polizisten bedroht worden, der ihn anlässlich seiner Inhaftierung gefoltert habe. Dieser, mittlerweile Bezirkspolizist, h a-D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 3 be gewollt, dass er für ihn arbeite, ansonsten er erneut verhaftet werde. Im November 2012 seien vier Bekannte von ihm (dem Beschwerdeführer) verhaftet, einer daraufhin freigelassen und die anderen d rei verurteilt worden und teilweise verschwun den. Um den 20. November 2012 habe er eine Vorladung als Zeuge erhalten. Da er abwesend gewesen sei, h a- be seine Frau die Vorladung entgegengenommen und ihn informiert. Er habe fortan nicht mehr zu Hause genächtigt. Am 18. Dezember 2012 sei eine zweite Vorladung gekommen, woraufhin er ausgereist sei. Er sei be- reits einmal lange im Gefängnis gewesen und hätte nicht noch ein zwe i- tes Mal dasselbe ertragen . Mit einem Bus sei er darauf hin in die Ukraine gereist und hab e rund drei Wochen bei Landsleuten aus Tschetschenien gewohnt, ehe er mit einem Lkw Richtung Schweiz weitergereist sei. Nach seiner Ausreise sei seine Frau mit den Kindern zu deren Eltern nach E._______ gezogen, da ihr Zuhause unwohnlich gemacht worden sei. Man habe ihnen das Gas und die Elektrizität abgestellt. Er befürchte, dass seine Familie verhaftet werde, weil man sie gegen ihn austausche n wolle. Zum Identitätsnachweis reichte der Beschwerdeführer Kopien von zwei Seiten seines russischen Reisepasses sowie eine Kopie des Ehescheins ein. Ferner reichte er zwei Vorladungen als Zeuge vor die Abteilung des Innenministeriums vom 20. November 2012 und vom 18. Dezember 2012, eine Identifikationskarte des IKRK, ein en Internetausdruck einer Liste mit gesuchten Namen von F._______ vom 17. Februar 2008, einen Brief seines Vaters an den Präsidenten vom 15. März 2006 sowie ein Schreiben des IKRK vom 20. Juni 2006 über seine Haft als Beweismittel zu den Akten. C. Mit Verfügung vom 25. März 2013 – eröffnet am 28. März 2013 – stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte dessen Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Eingabe vom 26. April 2013 liess der Beschwerdeführer mittels seines Rechtsvertreters beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen En t- scheid Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 4 Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vo r- läufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess er zudem beantragen es sei die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwal tungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Der Beschwerdeführer reichte die Auskunft der Schweizerischen Flüch t- lingshilfe (SFH) "Tschetschenien: Verfolgung von Personen mit Kontakten zu den Mudschahed" von Adrian Schuster vom 22. April 2013 zu den Ak- ten. E. Mit Zwischenverfügung vom 2. Mai 2013 teilte die Instruktionsrichterin dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG hiess sie – unter Vorbe- halt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers – gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Recht s- pflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG wies sie ab. Für den in der B e- schwerde in Aussicht gestellten Bericht beziehungsweise die beim IKRK angefragten Akten im Zusammenhang mit der vom Beschwerdeführer erwähnten Inhaftierung im Jahre 2002 wurde unter Ver weis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG keine gesonderte Frist angesetzt. Ferner wurde die Gel e- genheit eingeräumt, eine allfällige Stellungnahme zu den in den Erwä- gungen genannten Vorladungen, welche dem Rechtsvertreter des B e- schwerdeführers nicht vorlagen, einzureichen. F. Mit Eingabe vom 21. Mai 2013 l iess der Beschwerdeführer handelnd durch seinen Rechtsvertreter die Stellungnahme zu den erwähnten Vo r- ladungen einreichen und, falls die Zweifel an der Echtheit der Dokumente mit den in der Eingabe abgegebenen Erläuterungen nicht ausgeräumt seien, beantragen, dass die Frage, ob die lokalen Behörden solche Vo r- ladungen bei Angehörigen abgeben würden, ohne den Namen de r Per- son darauf zu vermerken, einem Länderspezialisten beziehungsweise der zuständigen Schweizer Vertretung vorzulegen sei. D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 5 G. Mit Verfügung vom 23. Mai 2013 gab die Instruktionsrichterin des Bu n- desverwaltungsgerichts dem BFM Gelegenheit, eine Vernehmlassung zur Beschwerde vom 26. April 2013 einzureichen. H. Mit Vernehmlassung vom 6. Juni 2013 hielt das BFM fest, die Beschwe r- deschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Entscheides rechtfertigen könnten, und be an- tragte die Abweisung der Beschwerde. I. Die Instruktionsrichterin stellte dem Beschwerdeführer am 11. Juni 2013 eine Kopie der Vernehmlassung des BFM zu und gab ihm die Gelege n- heit, eine Replik einzureichen. J. Am 26. Juni 2013 reichte der Beschwerdeführer handelnd durch seinen Rechtsvertreter eine Stellungnahme zur Vernehmlassung ein und legte einen eigenhändig verfassten Bericht vom 9. Juni 2013 über seine Inhaf- tierung inklusive Übersetzung bei. Zudem ersuchte er um Auskunft beim IKRK durch das Bundesverwa ltungsgericht, da seitens der Rechtsvertr e- tung des Beschwerdeführers eine Anfrage unbeantwortet geblieben sei. K. Mit Schreiben vom 20. Juli 2013 teilte der Beschwerdeführer durch se i- nen Rechtsvertreter mit, dass das IKRK aufgrund seiner absoluten Neu t- ralität keine Stellungnahme abgeben könne, und legte dem Schreiben e i- nen Brief des IKRK vom 1. Juli 2013 an den Rechtsvertreter bei. Gleic h- zeitig ersuchte der Beschwerdeführer das Bundesverwaltungsgericht darum, eine gerichtliche Anfrage beim IKRK zu tätigen. L. Mit Schreiben vom 6. September 2013 teilte der Beschwerdeführer mit, dass zwischenzeitlich auch seine Familie Russland habe verlassen mü s- sen und in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt habe. Er ersuche darum, es sei sein Verfahren mit demjenigen seiner Fami lienangehörigen zu ko- ordinieren und das BFM zu einer weiteren Vernehmlassung einzuladen. M. Mit Verfügung vom 23. September 2013 setzte die Instruktionsrichterin das Verfahren des Beschwerdeführers aus. D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 6 N. Die Beschwerdeführerin (Ehefrau beziehungsweise Mutter), gemäss e i- genen Angaben eine russische Staatsangehörige mit letztem gemeldeten Wohnsitz in Grosny, verliess ihren Heimatstaat mit den beiden jüngeren Kindern am 5. Juli 2013. Am 23. August 2013 reisten sie via Polen in die Schweiz ein, wo sie am 26. August 2013 um Asyl nachsuchten. O. Am 4. September 2013 erhob das BFM im EVZ Basel die Personalien der Beschwerdeführerin und befragte sie summarisch zum Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Am 7. März 2014 hör- te das BFM die Beschwerdeführerin einlässlich zu ihren Asylgründen an. Sie wurde dabei von zwei männlichen Verwandten ihres Ehemannes be- gleitet. Dabei brachte sie im Wesentlichen vor, dass sie sich, am Tag nachdem ihr Mann ausgereist sei, zu ihren Eltern in die Stadt E._______ begeben habe. Während ihrer Abwesenheit in Grosny seien die Behörden zwei bis drei Mal dort aufgekreuzt, was ihr die Nachbarn, wel che zum Haus schauen würden, berichtet hätten . Bei ihren Eltern seien ungefähr im März 2013 zum ersten Mal drei Mili tärs beziehungsweise Polizisten au f- gekreuzt und hätten nach dem Aufenthaltsort ihres Mannes gefragt und nach dem Grund, warum sie bei den Eltern wohne. Sie hätten ihr unte r- stellt, dass sie lüge und ihr Mann zu den Rebellen gegangen sei. Ung e- fähr ein bis zw ei Monate später, Ende Mai 2013, seien sie wieder g e- kommen. Jenes Mal seien es mehrere gewesen und sie hätten das ganze Haus durchsucht und auch im Garten überall geschaut. Sie hätten ihr ge- sagt, dass sie wüssten, dass ihr Mann den Rebellen helfe und sie sie auch mit Lebensmittel n versorge. Sie würde sie alle verstecken, ihren Mann und die anderen und ihnen helfen. Ihr Vater sei jeweils nicht zu Hause, sondern bei der Arbeit gewesen. Ansonsten habe sie keine Schwierigkeiten mit den Behörden ge habt. Sie hab e aber Angst gehabt, dass sie zu einer Befragung mitgenommen werden könnte. Sie habe sich beobachtet gefühlt und selten das Haus verlassen. Ihr Vater habe ihr e r- zählt, dass zwei oder drei Strassen weiter eine Frau in einer ähnlichen Si- tuation gelebt habe wie sie. Diese sei eines Tages von den Behörden ab- geholt worden. Sie habe Angst gehabt und sich nicht in Sicherheit gefühlt. Es sei gefährlich für eine Frau, dort alleine zu sein. Auf ihren Bruder sei geschossen worden. Die Personen, welche mit ihrem Bruder zusammen gewesen seien, seien alle tot. Ihr Vater habe die angebliche Leiche ihres Bruders gekauft, wobei es sich herausgestellt habe, dass er überlebt h a-D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 7 be. Er sei behindert. Der älteste Sohn sei immer noch in Russland bei ei- nem Onkel respektive der Schwester. Sie seien mit ihrer Schwägerin, welche als Händlerin viel reise, so verabredet gewesen, dass diese den Sohn in die Ukraine oder nach Weissrussland bringen werde. Sie habe die Schwägerin aber mehrmals nicht erreichen können. Mit dem Sohn stünden sie aber inzwischen in Kontakt. P. Mit Verfügung vom 10. März 2014 – eröffnet am 13. März 2014 – stellte das BFM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegwe i- sung der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder aus der Schweiz und or d- nete deren Vollzug an. Q. Am 27. März 2014 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht der Psychiatrischen Dienste G._______ vom 29. Januar 2014 zu den Akten. R. Mit Eingabe vom 14. April 2014 (Datum Poststempel) liess die Beschwer- deführerin mittels ihres Rechtsvertreters beim Bundesverwaltungsgericht gegen den Entscheid des BFM Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässi g- keit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und die vorläufige Au f- nahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess sie zudem be- antragen, es sei die unentgeltliche Rechtspflege und Rec htsverbeistän- dung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und das Verfahren mit demjen i- gen des Ehemannes beziehungsweise Vaters (D-2381/2013) zu verein i- gen, eventualiter zu koordinieren. S. Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2014 teilte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführenden mit, sie könnten den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. Das Gesuch um Gewährun g der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG hiess sie gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses und ordnete Herr n lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, Zürich, als amtliche n Rechtsbeistand bei. Die Beschwerdeverfahren D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 8 D-2381/2013 und D -2022/2014 vereinigte sie und gab dem BFM Gel e- genheit, eine Vernehmlassung einzureichen. T. Mit Vernehmlassung vom 12. Mai 2014 hielt das BFM fest, die Beschwer- deschrift enthalte keine neuen erheblich en Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Entscheides rechtfertigen könnten, und bea n- tragte die Abweisung der Beschwerde. Die Instruktionsrichterin stellte den Beschwerdeführenden am 21. Mai 2014 die Vernehmlassung zur Kenn t- nisnahme zu. U. Am 8. Juli 2014 wurde je ein aktuelle r Arztbericht betreffend die B e- schwerdeführerin und den Beschwerdeführer vom 1. Juli 2014 der Ps y- chiatrischen Dienste G._______ eingereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG, Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Die Beschwerde n sind frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vori n- stanz teilgenommen, sind durch die angefochtene n Verfügungen beson- ders berührt und ha ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufh e- bung beziehungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Be- schwerden legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerden ist einzutreten. D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 9 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) und die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe o der wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken . Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu - chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachtei- le von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt w orden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl . BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heim atland keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 7 S. 1017 ff.; 2008/12 E. 7.2.6.2 S. 174 f.; 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.). Ausgangspunkt für die Beu r- teilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer so l- chen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Ra h-D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 10 men der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls w e- sentlich. Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwi- schen Ausreise und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., 2009, Rz. 11.17 und 11.18). 4. 4.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit der B e- gründung ab, dessen Vorbringen würden einerseits den Anforderungen an die Glaub haftmachung nicht standhalten und andererseits der Asylr e- levanz entbehren. Im Wesentlichen führte es aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, er sei im Jahre 2006 aus der Haft entlassen worden und werde seither von der Polizei und von der operativen Polizeieinheit beobachtet. Es w i- derspreche der Logik des Handelns, dass die Behö rden den Beschwe r- deführer, eine politisch unbedeutende Person, über sechs Jahre lang b e- obachten würden, um ihn dann nach sechs Jahren grundlos wieder ei n- zusperren. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass wenn der B e- schwerdeführer tatsächlich eine gesuchte Person und seit 2008 auf di e- ser auf F._______ veröffentlichten Liste sein sollte, die Behörden mehr Druck auf ihn ausgeübt und ihn schon früher verhaftet hätten. Ferner h a- be sich der Beschwerdeführer während des Tschetschenienkrieges nur geringfügig engagi ert, indem er die Rebellen mit Lebensmitteln unte r- stützt und sich um Verletzte gekümmert habe. Dieses Handeln sei zu die- ser Zeit sehr üblich gewesen und stelle heute keinen Verfolgungsgrund mehr dar. Weiter werde festgestellt, dass es seit dem Jahre 2006 u nzäh- lige Amnestien gegeben habe und Insurgenten heute ein normales Leben ohne Furcht führen könnten. Aufgrund der dargelegten Gründe könne nicht erklärt werde n, weshalb die tschetschenische Regierung noch ein Interesse am Beschwerdeführer habe n und diesem eine erneute Verhaf- tung drohen sollte. Während der Bundesanhörung habe der Beschwerde- führer nicht eindeutig zu erklären vermocht, seit wann er genau verfolgt worden sein und von wem. Seine Angaben bezüglich den Benachteil i- gungen seien diffus geblieben. So habe er erzählt, die Polizeibesuche bei ihm zu Hause hätten unmittelbar nach der Haft begonnen und hätten bis Ende 2006 gedauert (vgl. Akte A11 /19 S. 6). Danach habe die operative Polizeieinheit ROVD begonnen, ihn zu beobachten. Man habe ihn freund- lich auf der Strasse begrüsst, was von ihm als Kontrolle empfunden wor- den sei (vgl. Akte A11/19 S. 7). Später habe er erzählt, es habe noch e i-D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 11 nen Bezirkspo lizisten gegeben, welcher ihn i m Jahre 2012 beobachtet und gewollt habe, dass er für ihn als Spitzel arbeite. An anderer Stelle erwähne er, dass dieser Bezirkspolizist schon im Jahre 2009 sich bei se i- nen Nachbarn über ihn erkundigt habe (vgl. Akte A11 /19 S. 15). Die Vor- bringen des Beschwerdeführers bezüglich seiner Verfolgung seien wenig konkret, widersprächen si ch teilweise und seien daher nicht über alle Zweifel erhaben. Weiter habe er erzählt, er habe im August 2012 sein Au- to verkauft, weil er die Stadt habe verlassen müssen und habe seither nur noch bei Verwandten und Bekannten gewohnt ( vgl. Akte A11/19 S. 4). Später habe er hingegen erklärt, er habe sein Auto nur deshalb verkauft, weil er sich ein neues habe kaufen wollen (vgl. Akte A11 /19 S. 12) und habe bis zur ersten Vorladung im N ovember 2012 zu Hause gewohnt (vgl. Akte A11/19 S. 16). Aufgrund der widersprüchlichen Angaben müsse die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen angezweifelt werden. Die eing e- reichten Beweismittel vermöchten nicht zu überzeugen. Die Liste, welche von der Internetseite F._______ publiziert werde, führe lediglich Namen, jedoch keine Geburt sdaten auf. Dadurch könne nicht eindeutig festg e- stellt werden, ob es sich dabei tatsächlich um den Beschwerdeführer handle. Zudem handle es sich bei F._______ um eine oppositionelle jour- nalistische Internetseite, welche keinen offiziellen Charakter besitze . Es handle sich nicht um eine offizielle Liste von effektiv Verfolgten, sondern diese werde eher als Propagandamittel von der Opposition gebraucht. Auch gebe es Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine ältere Liste handle, welche vor dem 7. Juli 2006 erstellt worden sei. Der Beschwerde- führer sei jedoch bis im Dezember 2012 in Tschetschenien geblieben, oh- ne dass er schwerwiegende n Nachteilen ausgesetzt gewesen sei. Auch die zwei Vorladungen, welche der Beschwerdeführer einreiche, seien als Beweismittel nic ht geeignet, da auf den Vorladungen weder sein Name noch seine Adresse vermerkt seien. Die Korruption in Russland sei als hoch einzustufen, weshalb verschiedene Dokumente käuflich leicht e r- hältlich seien. Keine s der vom Beschwerdeführer eingereichten Bewei s- mittel besitze daher genug Beweiskraft, um die Zweifel an der Glaubha f- tigkeit seiner Vorbringen zu widerlegen. Des Weiteren habe er während der Anhörung wiederholt gefragt, warum er gewisse Fragen beantworten müsse (vgl. Akte A11/19 S. 4, 5, und 7). Dies erscheine nicht dem Verhal- ten einer Person, welche tatsächlich um Schutz vor Verfolgung ersuche, zu entsprechen und ein derart geringes Interesse an der Anhörung seiner Asylgründe stehe der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen entgegen. Die Identifikationskarte des IKRK sowie die Bestätigungsschreiben des IKRK über seine Haft vermöchten die Inhaftierung des Beschwerdeführers zwar glaubhaft zu belegen. Die Haftentlassung habe jedoch bereits im Jahre D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 12 2006 stattgefunden und stehe in keiner Relat ion zu der Ausreise im Ja h- re 2012. Demnach würden die eingereichten Dokumente über seine Haft und damit die diesbezüglichen Vorbringen zum heutigen Zeitpunkt als nicht asylrelevant gewertet werden und den Anforderungen an die Flücht- lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 4.2 In der Beschwerde und der Eingabe vom 21. Mai 2013 wird demge- genüber im Wesentlichen geltend gemacht, die Argumentation der Vorin- stanz mit der "Logik des Handelns" sei verfehlt. Die russischen Siche r- heitskräfte und -behörden gingen willkürlich gegen die tschetschenische Opposition vor. Sie verstiessen regelmässig gegen fundamentale Grun d- rechte auch gegenüber Personen, die bisher noch gar nie in Erscheinung getreten seien, aber von Alter, Ethnie, Religion und Geschlecht her in s Bedrohungsbild passen würden. Oppositionelle würden dabei bewusst eingeschüchtert und verängstigt und bisher nicht aktive Personen würden gehindert, Rebellen zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund könne nicht ernsthaft davon ausgegangen werden, dass die russischen Behörden sich bei ihrem Handeln von der Logik nach Massstäben schweizerischer Behörden würden leiten lassen. Anders als von der Vorinstanz behauptet werde, habe der Beschwerdeführer im Jahre 1999 auch an Kampfhan d- lungen gegen die russische Arme e teilgenommen. Auch wenn unter der Zivilbevölkerung dies zu dieser Zeit üblich gewesen sei, hätten Aufständ i- sche beziehungsweise willkürlich deren Unterstützung verdächtigte Pe r- sonen auch heute noch mit Verfolgung zu rechnen. Davon, dass aktive und inhaftierte Insurgenten heute ein normales Leben ohne Furcht führen könnten, könne keine Rede sein. Diesbezüglich könne auf eine Auskunft der SFH in der Beilage verwiesen werde n. Der Beschwerdeführer sei e i- ne sehr wortkarge beziehungsweise nicht zu intellektuell en Ausführungen oder gar Geschwätzigkeit neigende Person. Aufgrund der vorliegenden Beweise, welche klar belegen würden, dass er in Russland inhaftiert g e- wesen und dabei auch gefoltert worden sei, habe er subjektiv sodann auch nicht eingesehen, weshalb er die ganze Geschichte noch einmal ausführlich erklären solle. Für den Beschwerdeführer stehe eindeutig fest, dass er nicht in sein Herkunftsland zurückkehren könne, da er dort erneut verhaftet, gefoltert oder gar getötet werde. Für ihn selber, der aus der b e- drohlichen Lage geflohen sei, seien viele Tatsachen ganz einfach selbs t- verständlich. Sein Charakter, die erlittenen Traumata in der Vergange n- heit kombiniert mit der für ihn subjektiv offensichtlichen Ausgangslage würden dazu führen, dass seine Ausführungen eben nicht ausschweifend ausfielen. Dies dürfe ihm im Asylverfahren jedoch nicht zum Nachteil ausgelegt werden. Die Vorinstanz zweifle daran, dass die Flucht so spät D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 13 nach der erlittenen Haft noch mit der Verfolgungssituation begründet sei. Der Beschwerdeführer habe sich aufgrund der stetigen Überwachung b e- reits vor seiner Flucht keineswegs sicher gefühlt. Da die Sicherheitsdiens- te jedoch bei Flüchtlingen regelmässig gegen die zurückgebliebenen Verwandten vorgingen, habe er aus Angst um seine nächste n Verwand- ten das Land nicht verlassen. Seine Eltern sei en inzwischen verstorben, der Vater allerdings erst 2012. Erst jetzt sei es ihm möglich gewesen, o h- ne Furcht um nächste Angehörige sich selber in Sicherheit zu bringen. Bezüglich der Überwachung durch Polizi sten beziehungsweise der Sp e- zialeinheit oder den Beamten, der ihn in der Haft gefoltert habe, handle es sich um Missverständnisse, welche au f Übersetzungsfehlern basieren würden. Bezüglich des Autoverkaufs müsse auf die damaligen Umstände verwiesen werden. Er habe sich nicht mehr sic her gefühlt in Tschetsche- nien; erst recht ab der Begegnung mit dem ehemaligen Peiniger. Er habe begonnen seine Flucht vorzubereiten. Dazu habe er Geld gebraucht. Sei- ne Fluchtpläne habe er jedoch gerade aufgrund der Überwachung d urch die Sicherheitsbehörde geheim halten müssen. Daher habe er in seinem Umfeld erzählen müssen, dass er sein Taxi verkaufe, da er im Sinn habe, ein neues zu kaufen. Schliesslich habe er zu Protokoll gegeben, er habe nach dem Verkauf des Autos an untersch iedlichen Orten gewohnt. An seiner Adresse habe er zuletzt in der Nacht vom 19. auf den 20. November übernachtet. Diese Aussagen würden sich jedoch nicht ausschliessen und seien daher auch nicht widersprüchlich. Die Wiede r- sprüche seien nach dem Gesagten aufgelöst. Die Ausführungen des BFM bezüglich der Liste von gesuchten Personen seien sodann widersprüc h- lich. Im Falle von Schamil Basajev, welcher im Jahre 2006 getötet worden sei, gehe man klar davon aus, dass es sich um diesen Schamil Basajev handle, während man beim Beschwerdeführer behaupte, es könne sich auch um eine andere Person handeln mit dem selben Namen. Dass es sich nicht um eine offizielle Liste handle, sei offensichtlich. Jedoch sei den Journalisten, welche diese Liste publiziert hätten, bekannt , dass die g e- nannten Personen von den russischen Geheimdiensten gesucht würden. Würden willkürlich Personen auf diese Liste gesetzt, würde das Portal seine Glaubwürdigkeit mutwillig aufs Spiel setzen und Personen gefäh r- den. Selbst wenn die Liste lediglich als Propagandamittel der Opposition benutzt werde, stelle die Tatsache, dass der Name des Beschwerdefü h- rers darauf aufgeführt und somit mit der Widerstandsbewegung in Ve r- bindung gebracht werde, eine grosse Gefahr für diesen dar. Wie dem e r- wähnten Bericht d er SFH entnommen werden könne, würden Oppositi o- nelle oder Verdächtige in Tschetschenien nach wie vor verfolgt. Die Ko r- ruption betreffe hauptsächlich die Behörden. Oppositionelle Bewegungen, D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 14 welche für die Demokratie und Menschenrechte ein stünden, würden di e Willkür und Korruption gerade bekämpfen. Vor diesem Hintergrund e r- scheine es keinesfalls plausibel, weshalb F._______ Personen aufgrund einer Geldzahlung auf die genannte Liste hätte setzten sollen. Nach den obigen Ausführungen seien seine Aussagen als glaubhaft zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund sei nicht ersichtlich, weshalb er gefälschte Vorl a- dungsbefehle beziehungsweise solche, die nicht für ihn abgegeben wo r- den sein sollen, hätte einreiche n sollen. Es sei vorstellbar, dass der B e- amte, der den Gesuchten habe abholen sollen, stattdessen eine Vorl a- dung abgebe und davon ausgehe, dass die angetroffene Person im Haushalt des Gesuchten wisse, um wen es gehe. Mit anderen Worten werde die Vorladung in diesem Sinn persönlich abgegeben und daher nicht adressiert. Ausserdem weise er daraufhin, dass er, hätte er Vorl a- dungen gefälscht oder zwecks käuflichen Erwerbs in Auftrag gegeben , mit Sicherheit darauf bestanden hätte, dass sein Name aufgeführt werde. Das unkonventionelle Vorgehen der Behörden und das Fehlen der ve r- muteten Angaben würden darauf hinweisen, dass es sich gerade um die echten Vorladungen handle. Zwar sei es richtig, dass der Zeitpunkt des Asylentscheides massgebend sei. Dies führe jedoch n icht automatisch zum Schluss, dass sämtliche Vorbringen und Beweismittel, welche sich auf die Vergangenheit bezögen, nicht asylrelevant wären. Vielmehr mü s- se festgehalten werde n, dass er offensichtlich früher inhaftiert gewesen und gefoltert worden sei. Se hr viele hätten die damalige Haft nicht übe r- lebt. Somit könne davon ausgegangen werden, dass er in den Augen der russischen Sicherheitskräfte als Terrorist gegolten habe und dafür auch bereits bestraft worden sei. Vor diesem Hintergrund und im Zusamme n- hang mit heutigen Zuständen seien die vorgelegten Dokumente über die erlittene Haft sehr wohl relevant. Er habe nämlich gestützt auf das selber Erlebte begründete Furcht vor künftiger Verfolgung beziehungsweise e i- ner Wiederholung der Nachteile. Zudem sei auch der unerträgliche ps y- chische Druck als asylrelevante Verfolgung zu berücksichtigen, die bei einem ehemaligen Folteropfer ungleich grösser sei als bei der Ve r- gleichsbevölkerung. Schliesslich sei darauf zu verweisen, dass Personen aus Tschetschenien, welche aus dem Ausland zurückkehren würden, nachdem sie unter Verdacht verschwunden seien, akut gefährdet seien. Sie würden oft verdächtigt, mit aufständischen Gruppen in Verbindung zu stehen. Rückkehrende würden vom Inlandgeheimdienst und dem Inlan d- ministerium verhört. Gerade der Beschwerdeführer wäre aufgrund seiner Vergangenheit bei einer Rückkehr nach Tschetschenien besonders g e- fährdet. Er sei den Behörden bereits als Aufständischer bekannt, weshalb D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 15 er bei einer Rückkehr mit an Sicherheit grenzender Wahrschein lichkeit verhaftet, verhört und gefoltert würde. 4.3 In der Vernehmlassung hielt das BFM entgegen, dass die Teilnahme am ersten Tschetschenienkrieg für sich alleine keine Gefährdung begrün- de und nicht auf eine aktuelle Verfolgung schliessen lassen könne. Auch einer wortkargen Person sei es zuzumuten, die Vorbringen ausführlich darzulegen, insbesondere da der Beschwerdeführer während der Bu n- desanhörung darauf hingewiesen worden sei, Ereignisse genauer zu e r- zählen. Ferner liege dem BFM keinen Arztbericht vor, wonach er aufgrund der erlittenen Traumata nicht in der Lage gewesen sei, die erlittenen Nachteile substantiiert wiederzugeben, weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass er einvernahmefähig gewesen sei. Die Aussage betreffend Übersetzungsfehler und Missver ständnisse könne nicht nac h- vollzogen werden. Hinsichtlich der angeblich durch sprachliche Probleme bedingten Widersprüche sei festzustellen, dass es sich dabei um sachl i- che Diskrepanzen handle, die nicht durch eine ungenaue Übersetzung des Dolmetschers erklärbar seien. Zudem sei dem Beschwerdeführer das Protokoll am Ende der Anhörung rückübersetzt und die Richtigkeit der Angaben mit seiner Unterschrift bestätigt worden. Die zitierte Länderana- lyse der SFH beziehe sich vorwiegend auf Personen mit vermuteten Kon- takten zu den Mudschahed. Der Beschwerdeführer habe jedoch keinerlei solcher vermuteten Verbindungen geltend gemacht. Da die angebliche Verfolgung des Beschwerdeführers als nicht glaubhaft erachtet werde, sehe das BFM auch eine aktuelle Gefährdung des Be schwerdeführers bei einer Rückkehr nach Tschetschenien als nicht gegeben an. 4.4 In der Replik vom 26. Juni 2013 wird im Wesentlichen geltend g e- macht, es sei glaubhaft, dass jemand sich nach der Entlassung aus schrecklicher Gefangenschaft und nachdem er schli mmste Misshandlun- gen erlitten hab e, die ihn – nebst der unmittelbaren Erpressung mit der Drohung, die Schwester vor seinen Augen zu vergewaltigen – dazu ge- bracht hätten, ein falsches Geständnis zu unterschreiben, sich ruhig ve r- halte und sich solange nicht unterzutauchen beziehungsweise das Land zu verlassen traue, als dass seine Eltern noch leben würden. Diesen h a- be er die Wiederholung der Sorge um ihn ersparen und sie nicht gefäh r- den wollen. Aus einem vom Beschwerdeführer verfassten Bericht gehe die erlitt ene schwere Verfolgung in Gefangenschaft bis hin zur Freila s- sung dank der Intervention durch das IKRK hervor. D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 16 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten und vor dem Hintergrund der damaligen Situation in Tschetschenien zu m Schluss, dass die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Bedrohung durch die tschetschenischen Behörden glaubhaft ist. Die Sachverhalt s- darstellung des Beschwerdeführers, wonach er vom 17. November 2002 bis am 16. Mai 2006 inhaftiert gewesen und gefoltert w orden war, wurde vom BFM in der angefochtenen Verfügung ebensowenig in Zweifel gezo- gen, wie die Kampfhandlungen des Beschwerdeführers im Tschetsch e- nienkrieg von 1999 bis 2000 und seine darauffolgende Unterstützung in Form von Nahrungsmittel n für die Rebell en und Versorgung der Verlet z- ten. Im Weiteren vermögen die vom BFM geäusserten Zweifel an der Glau b- haftigkeit der weiteren Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu übe r- zeugen, da diese aufgrund der Einwände in der Beschwerde weitgehend zu relativieren sin d. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Urteil vom 23. Dezember 2009 festgestellt, dass Rebellen oder solche, die ve r- dächtigt worden seien, die Rebellen zu unterstützen, zu den gefährdeten Personenkreisen in Tschetschenien gehören (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3). Der Beschwerdeführer entspricht diesem Gefährdungsprofil, da er nicht nur verdächtigt wurde, die Rebellen unterstützt zu haben, sondern deswegen auch verurteilt worden ist. Das BFM hat zwar zutre f- fend ausgeführt, dass es Amnestien gegeben hat. Der Beschwerdeführer gab jedoch zu Protokoll, dass er seine Strafe verbüsst habe und nicht amnestiert worden sei (vgl. Akte A11/19 F49). Aus Sicht der tschetscheni- schen Behörden macht es jedoch durchwegs Sinn, den Beschwerdefü h- rer nach der Haftentlassung w eiterhin zu kontrollieren und zu beobach- ten, um sicher zu gehen, dass er nicht wieder zu den Oppositionellen be- ziehungsweise Aufständischen überläuft. Es ist zudem nachvollziehbar , dass es für die Behörden vorerst kein en Anlass für eine erneute Fes t- nahme gab, zumal der Beschwerdeführer nach der Haftentlassung einer regulären Arbeit als Taxichauffeur nachging und sich den behördliche n Kontrollbesuchen nicht entzog . Hinsichtlich der vom BFM geltend g e- machten Empfindungen des Beschwerdeführers, welcher bereits das freundliche Grüssen auf der Strasse als Beobachten durch den ROVD auffasste, ist festzustellen, dass die Wahrnehmung des Beschwerdefü h- rers gegenüber der Polizei und deren Auftreten nach den erlittenen Folt e- rungen im Gefängnis nicht die eines Durchschn ittsbürgers gewesen sein dürfte und es deshalb nicht erstaunt, dass er zurück in der F reiheit, deren Erscheinen differenzierter wahrgenommen und sensibel reagiert hat. Zu D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 17 den vom BFM festgestellten Widersprüchen ist festzustellen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers bezüglich der Verfolgung durch die Polizei im Kern kohärent sind. Es trifft aufgrund der protokollierten Aussa- gen zwar zu, dass nicht immer schlüssig ist, von welchem Polizisten der Beschwerdeführer jeweils spricht (vgl. Akte A11/19 F141 -145). Nachdem der Befrager dem Beschwerdeführer sagte, dass er nicht mehr verstehe, wer ihn wann verfolgt habe, klärt der Beschwerdeführer jedoch die Mis s- verständnisse auf (vgl. Akte A11/19 F146). Aus dem Kontext ergibt sich zudem, dass der Beschwerdeführer einerseits von einem Polizisten g e- sprochen hat, der ihn nach der Haftentlassung im Mai 2006 bis im D e- zember 2006 zwei Mal monatlich aufgesucht hat. Danach sei er vom ROVD überwacht worden. Im Jahre 2012 schliesslich habe er den Be- zirkspolizisten und ehemaligen Folterer getroffen, der versucht habe, ihn dazu anzustiften, als Informant zu arbeiten , und der ihm gedroht habe. Betreffend des Autoverkaufs führte das BFM in der angefochtenen Verfü- gung zutreffend widersprüchliche Aussagen des Beschwerdeführers auf, welche jedoch aus dem Zusammenhang herausgepflückt worden sind. Aufgrund der Ausführungen in der Beschwerde wird sodann nachvol l- ziehbar ausgeführt, dass der Beschwerdeführer das Auto verkauft ha be, um seine Flucht vo rzubereiten, was mit seinen Aussagen anlässlich der Anhörung korreliert, wonach er den Autoverkauf in den Zusammenhang mit dem Verschwinden von Leuten aus der Stadt und einer unruhigen S i- tuation stellt (vgl. Akte A11/19 F34). Dass er später dazu ausführte, es sei in diesem Moment nichts konkretes passiert, trifft auf seine persönliche Situation zu. In der Beschwerde wird sodann nachvollziehbar erklärt, dass er den Leuten gesagt habe, er verkaufe sein Auto, weil er ein neues kaufen wolle, damit diese keinen Verdacht schöpften. Unter diesen U m- ständen sprechen die nicht ganz identischen Aussagen zum Autoverkauf nicht zwingend gegen die Glaubhaftigkeit. Hinsichtlich der eingereichten Beweismittel weist zwar die eingereichte Liste von F._______ nur n a- mentlich auf den Beschwerdeführer hin, was angesichts seiner Verga n- genheit jedoch zumindest ein Indiz ist, dass es sich um ihn handelt. Fe r- ner bezweifelt der Beschwerdeführer nicht, dass es sich bei jener Liste nicht um eine offizielle handelt. Eine Recherche vom Geri cht hat jedoch ergeben, dass ein Vergleich mit einer offiziellen Liste zum Schluss führte, dass viele Namen mit jenen auf der Liste von F._______ übereinstimmen. Zudem ist der Name des Beschwerdeführers nachweislich noch im Jahre 2011 und 2012 auf den offi ziellen Listen enthalten. Erst ab der Liste vom Dezember 2012 – ab dem Zeitpunkt als er und seine Familie nicht mehr in Grosny lebten – wird der Beschwerdeführer nicht mehr erwähnt. Z u- dem führte der Beschwerdeführer nachvollziehbar aus, dass wenn er die D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 18 Vorladungen in Auftrag gegeben hätte, er wohl darauf bestanden hätte, dass diese mit seinem Namen versehen worden wären , weshalb das Fehlen der Angaben nicht gegen deren Echtheit spricht. Gemäss den ge- setzlichen Bestimmungen der russischen Strafprozessordnun g trifft es weiter zu, dass die Vorladung auch Angehörigen ausgehändigt werden kann. Es spricht deshalb nicht gegen die Glaubhaftigkeit, wenn die Vorl a- dungen nicht ihm persönlich, sondern seiner Frau ausgehändigt wurden. Ausserdem stimmen die Aussagen des Beschwerdeführers mit den Au s- sagen seiner Frau anlässlich deren Anhörung überein. Unter diesem U m- ständen ist davon auszugehen, dass das BFM die geltend gemachte Ver- folgung durch die tschetschenischen Sicherheitskräfte im Ergebnis zu Un- recht als nicht glaubhaft erachtet hat. 5.2 Nach dem Gesagten ist von folgendem Sachverhalt auszugehen: Der Beschwerdeführer kämpfte von 1999 bis 2000 im Tschetschenien krieg und unterstützte danach die Rebellen mit Nahrungsmitteln und kümmerte sich um Verletzte. Er wurde deswegen verhaftet, verurteilt und vo m 17. November 2002 bis am 16. Mai 2006 in verschiedenen Gefängnissen inhaftiert und massiv gefoltert. Nach der Haftentlassung ist er weiterhin von den tschetschenischen Behörden kontrolliert worden. Da seine Eltern in grosser Sorge um ihren gefangenen Sohn waren und andererseits kör- perlich krank waren, ist es nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer , nach der Haftentlassung nicht unmittelbar ausser Landes flüchtete, zumal er in diesem Zeitpunkt auch Vater eines kleines Sohnes war, welcher am 25. Dezember 2002 während seiner Haft geboren wurde . In Anbetracht der bereits erlittenen Folterungen durch die tschetschenischen Siche r- heitskräfte und der andauernden Kontrollen hatte der Beschwerdeführer nachdem er von seinem ehemaligen Peiniger wieder bedroht wurde, B e- kannte von ihm verschwanden und er zwei Vorladungen erhalten hatte, zum Zeitpunkt seiner Ausreise im Dezember 2012 hinreichend Anlass, weitere Verfolgungsmassnahmen durch die tschetschenischen Siche r- heitskräfte zu befürchten. Da der Beschwerdeführer nach dem Erhalt d er ersten Vorladung am 20. November 2012 nicht mehr zu Hause nächtigte und sich unmittelbar nach Eingang der zweiten Vorladung am 18. Dezember 2012 ins Ausland begab, bestand sowohl in zeitlicher als auch in sachlicher Hinsicht ein Kausalzusammenhang zwischen dem fluchtauslösendem Moment und der Ausreise. Der Beschwerdeführer e r- füllte somit im Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatstaat im Dezember 2012 die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG. Angesichts dessen, dass nach seiner Ausreise seine Frau, die Beschwerdeführerin, zu ihren Eltern gezogen ist, da in ih rem Haus in Grosny das Gas und die D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 19 Elektrizität abgestellt worden sind , und Militärangehörige sowohl in E._______ nach dem Beschwerdeführer fragten sowie gemäss den A n- gaben der Nachbarn auch in Grosny die tschetschenischen Sicherheit s- kräfte ihr Haus beobach ten, ist davon auszugehen, dass die tschetsch e- nischen Behörden nach wie vor ein Verfolgungsinteresse am Beschwe r- deführer haben . D ie Menschenrechtssituation in Tschetschenien ist z u- dem nach wie vor besorgniserregend (vgl. Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR] , M.G. gegen Bulgarien, Urteil vom 25. März 2014, Beschwerde Nr. 5927/12, §§ 47-58, 84-87). Ferner bezieht sich die vom Beschwerdeführer eingereichte Auskunft der SFH zu Tschetschenien vom 22. April 2013 nicht nur auf Personen , welche Kontakte zu den M u- dschahed haben, sondern nimmt auch Bezug auf Personen, welche das Land illegal verlassen haben , auf die Reflexverfolgung und auf die Ge- fährdung bei einer Rückkehr . Demnach geraten Personen, die früher einmal verdächtigt wurden, Kontakte zu den Aufständischen zu haben oder diese zu unterstützen, bei einer Rückkehr wieder in das Visier der Behörden (vgl. SFH, a.a.O., S. 9). Vor diesem Hintergrund hat der B e- schwerdeführer angesichts der aktuellen Situation in Russland auch he u- te objektiv begründete Furcht vor Verfolgung, da davon a uszugehen ist, dass er im Falle einer Rückkehr ins Heimatland aufgrund seiner Verurte i- lung wegen der Unterstützung der Rebellen zu einer mehrjährigen Haft registriert ist, zudem den Vorladungen nicht Folge geleistet hat und die Aufmerksamkeit der Behörden in einem flüchtlingsre chtlich relevantem Ausmass auf sich ziehen wird. Er verfügt demnach über ein Profil, au f- grund dessen anzunehmen ist, dass er im Fall der Wiedereinreise mit b e- achtlicher Wahrscheinlichkeit gefährdet ist . In Anbetracht des Grundsa t- zes, wonach Personen, die bereits Verfolgung erlitten haben, eine ausge- prägte subjektive Furcht zugestanden wird, und die vom Beschwerdefü h- rer geäusserte Furcht – aufgrund der anhaltend miserablen Mensche n- rechtssituation insbesondere für Tschetschenen, welche mit den Aufstä n- dischen in Kontakt waren und Unterstützung boten – auch objektivierbar ist, muss ihm eine begründete Furcht, auch künftig ernsthafte Nachteile zu erleiden, auch aus heutiger Sicht zuerkannt werden. 5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass im Falle des Beschwerd e- führers entgegen der Beurteilung durch das BFM die Kriterien der in Art. 3 AsylG enthaltenen Definition als erfüllt zu betrachten sind und er demz u- folge als Flüchtling anzuerkennen ist. Auch wenn der Beschwerdeführer Widerstandskämpfer war, sind d en Akten keine Hinweise zu entnehmen, die auf das Vorliegen von Ausschlussgründen (Art. 53 AsylG) hindeuten. Es ist ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren (vgl. Art. 49 AsylG). D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 20 6. 6.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit der B e- gründung ab, deren Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaub- haftmachung nicht standhalten. Im Wesentlichen führte es aus, die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, nach der Ausreise ihres Ehemannes sei sie in ihrem Wohnort Grosny gesucht worden (vgl. Akte A27/11 S. 8). Demgegenüber habe sie an der Anhörung geschildert, sie habe nach der Ausreise ihres Ehema n- nes am 20./21. Dezember 2012 bei ihren Eltern in E._______ gewohnt und sei dort aufgesucht worden (vgl. Akte A36/10 S. 3). An der Befragung im EVZ habe sie protokollieren lassen, sie sei zum ersten Mal im Herbst 2012 gesucht worden (vgl. Akte A27/11 S. 8), wogegen sie an der Anh ö- rung erklärt habe, sie sei zum ersten Mal im März 2013 und zum zweiten Mal im Mai 2013 gesucht worden (vgl. Akte A36/10 S. 3). An der Befr a- gung im EVZ habe sie geltend gemacht, sie sei zwei- bis dreimal in Gros- ny gesucht worden (vgl. Akte A27/11 S. 8), wogegen sie an der Anhörung vorgebracht habe, zwei Mal in E._______ gesucht worden zu sein (vgl. Akte A36/10 S. 3). An der Anhörung darauf angesproche n, habe sie e r- klärt, sie sei in Grosny zwei Mal in ihrer Abwesenheit gesucht worden (vgl. Akte A36/10 S. 6). Gemäss der einen Stelle werde sie v om Militär, gemäss der anderen von der Polizei gesucht (vgl. Akte A36/10 S. 3). Die von ihr vorgebrachte Suche s ei aufgrund dieser sich widersprechenden Aussagen nicht glaubhaft. 6.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen ausgeführt, dass die v o- rinstanzliche Darstellung des Sachverhalts offensichtlich unrichtig sei. Die Beschwerdeführerin habe an der Befragung im EVZ gesagt, dass "diese Leute" zuerst im Dezember 2012 in Grosny gekommen seien. Nachdem der Ehemann ausgereist sei, sei sie sodann zu ihren Eltern nach E._______ gezogen, wo "diese Leute" erneut gekommen seien und nach dem Ehemann gefragt hätten (vgl. Akte A27/11 S. 8). Die gleiche Darstel- lung der Ereignisse lasse sich dem Anhörungsprotokoll entnehmen, we s- halb die von der Vorinstanz angesprochenen Stellen widerspruchsfrei seien. Hinsichtlich de s Widerspruchs, wann sie zum ersten Mal mit den Behörden Kontakt geha bt habe, habe die Vorinstanz die Akten ungenau gelesen. Es sei zu unterscheiden zwischen den ersten Besuchen Ende 2012 in Grosny und dem ersten Kontakt in E._______. Die Vorinstanz habe hierzu gänzlich losgelöst von der Aktengrundlage argumentiert. Je- denfalls habe die Beschwerdeführerin bereits bei der Befragung im EVZ davon gesprochen, dass "diese Leute" zwei - dreimal nach Grosny sowie D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 21 in der letzten Zeit auch nach E._______ gekommen seien. Diese Aussa- ge präzisiere sie in der Anhörung dahingehend, dass "diese Leute" zwei- mal zu ihr nach E._______ gekommen seien (vgl. Akte A36/10 F16). Auch hierzu seien also in den durch die Vorinstanz angezeigten Stellen in den Protokollen keine Widersprüche auszumachen. Die Beschwerdeführerin habe an der Befragung im EVZ von "diesen Leuten" gesprochen und h a- be sie beschrieben mit den Worten: "Sie hatten Militäruniformen an.". In der Anhörung habe sie auf die Frage geantwortet: "(…) Und wie auch bei uns zu Hause sind Militärs auch ins Elternhaus gekommen, drei Leute, und sie fragten mich (…)" (vgl. Akte A36/10 F9). Weiter habe sie gean t- wortet: "Sie waren drei Leute, Militärs, ich weiss nicht" (vgl. Akte A36/10 F13) sowie: "Ich kann das (was es genau für Leute waren) nicht genau sagen, aber ich vermute, sie waren von der Pol izei" (vgl. Akte A36/10 F15). Auch wenn die Beschwerdeführerin die Behörden nicht einheitlich zu bezeichnen vermocht habe, so lasse sich doch inhaltlich klarerweise kein Widerspruch ausmachen. Es sei allgemein bekannt, dass mit Ra m- san Achmatowitch Kadyrow ein Präsident mit paramilitärischem Stil Tschetschenien regiere, was sich auch auf das Auftreten der Sicherheit s- behörden ausgewirkt habe. Dass die Beamten, welche Interesse an e i- nem ehemaligen Widerstandskämpfer und angeblichen Oppositionellen haben, diese n mehrfach zu Hause aufsuchen und auch das Haus der Schwiegereltern durchsuchen würden und in Tschetschenien in Tarnklei- dern aufträten, erscheine jedenfalls alles andere als unglaubhaft. Ob die Personen nun von der Po lizei gewesen, als Militärs zu bezeichnen seien oder gar eine dritte Bezeichnung angebrachter wäre, sei angesichts der undurchsichtigen Organisation des staatstreuen Sicherheitsapparats (welcher im Übrigen auch durch private Schlägertrupps operieren solle) unklar. Für die Glaubhaftigkeit der Au ssagen der Beschwerdeführerin sei dies jedoch auch kaum von Belang. In den Aussagen der Beschwerd e- führerin seien deshalb keine Widersprüche auszumachen, sodass die A r- gumentation der Vorinstanz fehl gehe. Die Beschwerdeführerin lasse sich jedoch zum Schluss der Anhörung tatsächlich noch zu unklaren Auss a- gen hinreissen, was der Vorinstanz hingegen gar nicht erst aufgefallen sei, was wiederum die oberflächliche Behandlung des Gesuches offenba- re, bei welcher der Entscheid innert drei Tagen das primäre Ziel gewe sen sei. Es sei darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin gemäs s An- hörungsprotokoll ab der 19. Frage fortwährend geweint habe (Anmerkung auch in F34, F44 und F55) und von der Befragung folglich sichtlich mi t- genommen gewesen sei. Dass si ch der befragende Sachbearbeiter des BFM spürbar bemüht habe, die Beschwerdeführerin bereits mit den er s- ten Fragen zu ihr en Rechten zu verunsichern, sei der psychischen Ve r-D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 22 fassung der Beschwerdeführerin ebenfalls wenig zuträglich gewesen , die sich in einer einem Verhör ähnlichen Situation gewähnt habe. Schliesslich könne auf die zahlreichen weiteren Glaubhaftigkeitsindizien hingewiesen werden. Es komme selten vor, dass sich Asylsuchende in der Anhörung vom Wiedergeben der Verfolgungssituation dermassen betroffen zeigen würden. Entsprechend könne es als starker Hinweis dafür gewertet we r- den, dass sie das Geschilderte tatsächlich selbst erlebt habe, von der Furcht traumatisiert sei und nicht etwa eine gelernte Geschichte wiede r- gegeben habe. Weiter gebe es zahlreiche Aussage n, in welchen sie ihre früheren Aussagen bestätige und damit ihre Glaubhaftigkeit stütze. Als Beispiel diene ihre Aussage, dass die Behörden ihr Haus erst beim zwe i- ten Besuch durchsucht hätten (vgl. Akte A36/10 F20, F33). Sie habe ihre Verfolgungssituation nicht künstlich aufzubauschen versucht und sich nicht zur Aussage hinrei ssen lasse n, selbst politisch aktiv gewesen zu sein, auch wenn ihr Vater, ihr Bruder und ihr Ehemann politisch aktiv g e- wesen seien. In die glaubhafte Darlegung der Ereignisse reihe si ch schliesslich auch die Aussage zum tragischen Vorfall um den misshandel- ten Bruder der Beschwerdeführer in ein (vgl. Akte A36/10 F44, F46). Die unbestrittenen und glaubhaften Aussagen seien ein weiteres Zeugnis für den brutalen Umgang der tschetschenischen Sicherheitskräfte mit (ve r- muteten) Oppositionellen und liessen kaum Zweifel daran übrig, dass auch dem Ehemann der Beschwerdeführerin und spätestens nach der Flucht auch ihr selbst eine entsprechende Behandlung gedroht habe. Die Beschwerdeführerin habe be i einer Gesamtbetrachtung ihrer Aus sagen glaubhaft gemacht, dass s ie in ihrem Heimatland wegen ihrer Beziehung zu ihrem ehemals oppositionell aktiven Ehemann gefährdet sei. Es sei deshalb die flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung im Sinne einer Re- flexverfolgung zu bejahen. Dabei hätten ihr als alleine zurück gebliebener Ehefrau auch geschlecht sspezifische schwere Nachteile gedroht. Somit erfülle die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG. Ihr sei Asyl zu gewähren, da keine Asylausschlussgründe vorlägen. 7. 7.1 Die Beschwerdeführerin macht zur Begründung ihres Asylgesuchs ei- ne Reflexverfolgung geltend. Sie habe Angst wegen den Problemen ihres Mannes. Die Behörden seien wegen ihrem Mann vorbeikommen und hä t- ten nach ihm gefragt. Sie habe sich nicht mehr alleine aus dem Haus ge - traut und sich beobachtet gefühlt. Eine andere Frau in einer ähnlichen S i- tuation sei eines Tages von den Behörden abgeholt worden. Es sei g e- fährlich für eine Frau, dort alleine zu sein. D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 23 7.2 Vorweg ist hinsichtlich des Asylverfahrens der Beschwerdeführerin festzustellen, dass sie an der Befragung im EVZ am Ende der Befragung zu den Asylgründen gefragt worden ist, ob sie alles Wesentliche habe sa- gen können, worauf sie geantwortet hat, es sei gefährlich für eine Frau, dort alleine zu sein. Trotzdem wurde die Beschwerdeführerin an der An- hörung nicht in einem reinen Frauenteam befragt und zude m von zwei männlichen Verwandten ihres Ehemannes begleitet. Darüber, wie frei sie sich in einer solchen Situation hat ausdrücken können, müssen Vorbehal- te angebracht werden. Ferner ist festzustellen, dass die Anhörung ledig- lich rund eine Stunde gedauert ha t (ohne Rückübersetzung) und die B e- schwerdeführerin kaum die Möglichkeit hatte, ihre Asylgründe frei zu schildern. Ihr wurde zwar anfangs die Frage gestellt, was sie bewogen habe, in die Schweiz zu kommen, woraufhin sie mit der freien Schild e- rung begann. N ach drei Sätzen wurde sie jedoch gebeten , nicht zu viel auf einmal zu sagen, weil sonst die Dolmetscherin und die Protokollführe- rin unter Druck geraten würden (vgl. Akte A36/10 F9 f.). Ab diesem Mo- ment wurde ihr vom Befrager eine Frage nach der anderen zum Sach- verhalt gestellt. Zudem ist aus den protokollierten Klammerbemerkungen ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin fortwährend geweint hat (vgl. Akte A36/10 F19, F34, F44, F55). Sie wurde jedoch kein einziges Mal ge- fragt, weshalb sie weine, wie es ihr gehe oder ihr Wasser oder eine Pau- se angeboten. Auch ist festzustellen, dass die drei Tage nach der Anh ö- rung ergangene Verfügung vom 10. März 2014 den aus drei Sätzen b e- stehenden Sachverhalt – ein einziger Satz zu den Asylgründen – ange- sichts der geltend gem achten Vorbringen ungenügend feststellt. Auch hinsichtlich der Begründung des Wegweisungsvollzugs, welche gänzlich ausser Acht lässt, dass die Beschwerdeführerin noch zwei minderjährige Kinder hat und ein Vollzug der Wegweisung mit dem Ehemann zu koordi- nieren wäre, ist die angefochtene Verfügung ungenügend. Angesichts der nachfolgenden Erwägungen erübrigt sich jedoch eine Rückweisung der Sache betreffend die Beschwerdeführerin an die Vorinstanz zur Neubeur- teilung. 7.3 Staatliche Repressalien gegen Familienan gehörige von politischen Opponenten können als sogenannte Reflexverfolgung flüchtlingsrechtlich erheblich sein, wenn sie in asylrelevanter Intensität gezielt erfolgen oder mit erheblicher Wahrscheinlichkeit drohen; die gegen den politischen O p- ponenten best ehende Verfolgungsmotivation wirkt sich in diesen Fällen auch gegen seine von Reflexverfolgung bedrohten Angehörigen aus. B e- gründete Furcht vor künftiger Verfolgung liegt grundsätzlich dann vor, wenn aufgrund objektiver Umstände in nachvollziehbarer Weise subjektiv D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 24 befürchtet wird, die Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrschei n- lichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. STÖCKLI, a.a.O., RZ. 11.16; MARIO GATTIKER, Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 1999, S. 77 f.; BVGE 2011/51 E. 6.2, 2011/50 E. 3.1.1, 2010/57 E. 2.5). Somit hat die Prüfung der Reflexverfolgung vorliegend entlang der Frage zu ver- laufen, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der gegen ihren Ehemann gerichteten Behelligungen selbst in den Fokus der russischen Sicher- heitskräfte g erückt ist, dadurch Verfolgung befürchten musste und eine solche begründeterweise auch zukünftig zu befürchten hat. 7.4 In den vorangehenden Erwägungen (vgl. E. 5.1 f.) wurde als glau b- haft erachtet, dass der Ehemann als ehemaliger Unterstützer der Rebe l- len zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt w orden war, und die weite- ren Behelligungen nach der Haftentlassung durch die russischen Behö r- den wurden als asylrelevant ein gestuft. Hinsichtlich der vom BFM in der angefochtenen Verfügung festgestellten Widersprüc he in den Aussagen der Beschwerdeführerin wurde in der Beschwerde zutreffend festgestellt, dass diese auf einer unzureichenden Feststellung des Sachverhalts durch das BFM basieren. Werden die Vorbringen der Beschwerdeführerin nämlich sorgfältig analysiert, lassen sich die angeblichen widersprüchl i- chen Aussagen nicht feststellen. Hierzu ist auf die zutreffenden Ausfü h- rungen in der Beschwerde zu verweisen. Ferner stimmen die Ausführu n- gen der Beschwerdeführerin mit denjenigen ihres Ehemannes überein. Es besteht deshalb kein Anlass, an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin zu zweifeln. So ist glaubhaft, dass nach der Aus- reise ihres Ehemannes die Beschwerdeführerin mehrmals von den S i- cherheitskräften aufgesucht und zu ihrem Ehemann befragt wor den ist und sie angesichts des bereits miterlebten Leides ihres Ehemannes und ihres Bruders begründete Furcht hegte, von den Sicherheitskräften mi t- genommen zu werden , sei es auch nur dazu , ihren Ehemann zur Rüc k- kehr zu bewegen . Die vorliegend zu beurteilende Frage, ob die B e- schwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Russland begründete Furcht hat, als Ehefrau eines Verfolgten von asylrelevanten Repressalien zu werden, ist indessen angesichts der Gewaltbereitschaft der russischen Behörden zu bejahen. So werden auch in aktuellen, öffentlich zugängl i- chen Berichten Fälle von R eflexverfolgung von Familienange hörigen do- kumentiert (vgl. Human Rights Watch, World Report 2014 – Russia – Ja- nuar 2014, S. 5; International Crisis Group: The Nor th Caucasus: The Challenges of Integration [III], Governance, Elections, Rule of Law, 6. September 2013, S. 40; Austrian Centre for Country of Origin and As y- lum Research and Documentation [ACCORD], Anfragebeantwortung zur D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 25 Russischen Föderation [a -8327], 14 . März 2013; <http://www.ecoi.net/local_link/242760/366201_de.html> abgerufen am 9. Juli 2014 m.w.H.). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, als Ehefrau eines ehemaligen verurteilten Unter- stützers der Rebellen , begründete Furcht hat, bei einer Rückkehr Opfer einer Reflexverfolgung zu werden, die auf der vorab gegen ihren Eh e- mann gerichteten politischen Verfolgungsmotivation der russischen B e- hörden beruht und damit den Anforderungen von Art. 3 AsylG genügt. 7.5 Die Beschwerdeführerin hat somit begründete Furcht, bei einer Rüc k- kehr in eigener Person zukünftig verfolgt zu werden; das Vorliegen einer Reflexverfolgung ist zu bejahen. Die Beschwerdeführerin erfüllt daher die Anforderungen an die originäre Flüchtlingseigenschaft, womit sie au f- grund von Art. 3 AsylG als Flüchtling anzuerkennen ist. Da den Akten kei- ne Hinweise zu entnehmen sind, die auf das Vorliegen von Ausschlus s- gründen (Art. 53 AsylG) hindeuten, ist ihr in der Schweiz Asyl zu gewä h- ren (vgl. Art. 49 AsylG). 8. Angesichts des jungen Alters der Kinder geht das Gericht nicht davon aus, i hnen würde mit erheblicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung in eigener Person im Sinne von Art. 3 AsylG drohen. Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden minderjährige Kinder von Flüchtlingen jedoch als Flüchtlin- ge anerkannt und erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände d a- gegen sprechen. Wie soeben festgestellt, ist den Eltern der beiden Kinder Asyl zu gewähren, w eil sie die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllen. Da sich aus den Akten keine besonderen Umstände erg e- ben, ist folglich den beiden minderjährigen Kindern der Beschwerdefü h- renden gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG die Flüchtlingseigenschaft zuz u- erkennen und ihnen ebenfalls Asyl zu gewähren. 9. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefoc h- tenen Verfügungen des BFM vom 25. März 2013 und 10. März 2014 Bundesrecht verletzen. Die Beschwerden sind demnach gutzuheissen, die angefochte nen Verfügungen aufzuheben und das Bundesamt anz u- weisen, den Beschwerdeführenden Asyl zu gewähren. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 26 10.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Entschädi gung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 10.3 Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht , weshalb die Parteientschädigung aufgrund der Akten festzusetzen ist (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Die Vertretungskosten sind deshalb – unter Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. A rt. 8 ff. VGKE) auf insgesamt Fr. 2900.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Das BFM ist anzuweisen, den Beschwerdeführenden di e- sen Betrag als Parteientschädigung auszurichten. 10.4 Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügung vom 28. April 2014 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG gewährt. Die öffentlichrechtliche Entschädigung des Rechtsbe i- standes kommt jedoch bei einer wie in casu zugesprochenen Prozes s- entschädigung lediglich subsidiär zum Tragen. Es ist deshalb kein amtl i- ches Honorar zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) D-2381/2013, D-2022/2014 Seite 27 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerden vom 26. April 2013 und 14. April 2014 werden gutge- heissen. 2. Die Verfügungen des BFM vom 25. März 2013 und 10. März 2014 wer- den aufgehoben und das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführen- den Asyl zu gewähren. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Das BFM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden eine Parteien t- schädigung von Fr. 2900.– auszurichten. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Contessina Theis Sarah Ferreyra Versand: