<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00015</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105329&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00015</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 02.03.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 08.11.2000 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Abwassergebühr</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Abwassergebühr (anwendbarer Gebührentarif)<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E. 1a), Verzicht auf 2. Schriftenwechsel (E. 1b) und Aktenbeizug (E. 1c).<br/>Verwaltungsgericht und Rekursinstanzen sind zur akzessorischen Normenkontrolle befugt, selbst wenn die generell-abstrakte Norm zuvor bereits Gegenstand eines Rechtsmittelverfahrens bildete (E.2).<br/>Zusammenfassung der Parteivorbringen (E. 3).<br/>Im Sinn einer Übergangsordnung rechtfertigt es sich, einen rechtswidrigen Klärgebührentarif bis zum Inkrafttreten einer gesetzeskonformen Neuregelung gleichwohl anzuwenden, wenn die Gemeinde unverzüglich die nötigen technischen und rechtlichen Vorarbeiten hierfür an die Hand nimmt und sich nur so eine Regelungslücke, anderweitige Verstösse gegen das Verursacherprinzip oder eine ungerechtfertigte Bevorzugung der rechtsmittelführenden Partei gegenüber anderen Gebührenpflichtigen vermeiden lässt (E.4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AKZESSORISCHE NORMENKONTROLLE">AKZESSORISCHE NORMENKONTROLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLÃRGEBÃHR">KLÃRGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGALITÃTSPRINZIP">LEGALITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERGANGSREGELUNG">ÃBERGANGSREGELUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERURSACHERPRINZIP">VERURSACHERPRINZIP</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. A. Der Gemeinderat B. verpflichtete Herrn und Frau A., in B., mit Beschluss vom 29. November 1995, fÃ¼r noch ausstehende Kehricht‑ und KlÃ¤rgebÃ¼hren der Jahre 1992, 1993 und 1994 fÃ¼r die Mehrfamilienhausliegenschaft Vers.Nr. ..1 in E., Gemeinde B., ins­gesamt Fr. 3'152.‑ zu bezahlen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Herr und Frau A. rekurrierten gegen diese GebÃ¼hrenauflage am 12. De­zember 1995 an den Bezirksrat F. und beantragten im Wesentlichen, es sei der angefochtene Gemeinde­ratsbeschluss aufzuheben. Zur BegrÃ¼ndung machten sie unter an­derem geltend, dass entge­gen dem Gemeinderat KlÃ¤rgebÃ¼hren nur pro Liegenschaft und nicht pro Haushalt auferlegt werden dÃ¼rften.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">B. Mit Beschluss vom 20. Dezember 1995 wies der Gemeinderat B. sodann eine Einsprache gegen die fÃ¼r das Jahr 1995 in Rechnung gestellten KlÃ¤r‑ und Kehrichtge­bÃ¼h­ren im Betrag von Fr. 3'119.95 ab und verpflichtete Frau A. zur Bezahlung des streitigen Betrags.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Herr und Frau A. gelangten am 11. Januar 1996 gegen diesen Beschluss an den Bezirksrat F. und stellten unter anderem den Antrag, es sei der ange­foch­tene Beschluss aufzuheben und eine GebÃ¼hr pro Liegenschaft und nicht pro Haushalt zu erheben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">C. Der Bezirksrat F. vereinigte die beiden Rekurse mit Beschluss vom 10. Juli 1996 und trat auf diese mangels Legitimation nicht ein, soweit sie von Herrn A. erhoben worden waren. Hinsichtlich streitiger Betreibungskosten im Betrag von Fr. 52.‑ hiess er sie gut; im Ãbrigen wies er die beiden Rechtsmittel ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen den Bezirksratsbeschluss vom 10. Juli 1996 gelangte Frau A. mit Rekurs an den Regierungsrat und beantragte im Wesentlichen, es sei der Bezirksratsbe­schluss in­so­weit aufzuheben, als darin die Erhebung einer KlÃ¤rgebÃ¼hr pro Haushalt anstatt pro Lie­genschaft als zulÃ¤ssig bezeichnet werde. Zur Neufestsetzung der GebÃ¼hren sei die Ange­le­genheit an den Gemeinderat B. zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Gegen den Bezirksratsbeschluss vom 10. Juli 1995 rekurrierte ebenfalls der Ge­meinderat B. und beantragte, er sei von der Kostenauflage des Bezirksrats bezÃ¼glich der HÃ¤lfte der Rekurskosten zu befreien und es seien die Kosten des bezirksrÃ¤tlichen Re­kurs­verfahrens auf die Staatskasse zu nehmen oder Frau A. aufzuerlegen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat hiess mit Beschluss vom 20. Oktober 1999 den Kostenrekurs des Gemeinderats B. im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gut und wies den Rekurs von Frau A. betreffend KlÃ¤rgebÃ¼hren fÃ¼r die Liegenschaft Vers.Nr. ..1 fÃ¼r die Jahre 1992-1994 und 1995 ab.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Frau A. erhob hiergegen am 11. Januar 2000 Beschwerde an das Ver­waltungs­ge­richt und liess beantragen, es sei der Regierungsratsbeschluss vom 20. Oktober 1999 mit Bezug auf die GebÃ¼hrenforderungen 1992-1995 sowie hinsichtlich der Kosten­auflage auf­zu­heben. Eventualiter sei die Angelegenheit zur GebÃ¼hrenneufestsetzung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Zudem seien ihr die Beschwerdeantworten zur Kenntnis­nah­me sowie al­lenfalls zur Stellungnahme zuzustellen und seien die Akten des Verfahrens VB.98.00318 (Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 12. November 1998) beizuziehen, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Gemeinderat B. verzichtete am 8. Februar 2000 auf Beschwerdeantwort. Die Baudirektion namens des Regierungsrats schloss am 9. Februar 2000 auf Beschwerde­ab­weisung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Parteivorbringen und die AusfÃ¼hrungen im angefochtenen Entscheid werden, soweit erforderlich, in den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Weil vorliegend ein Entscheid des Regierungsrats angefochten ist, ist die Kam­mer entscheidberufen, obschon der Streitwert den die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit begrÃ¼ndenden Betrag von Fr. 20'000.‑ nicht Ã¼bersteigt (§ 38 Abs. 2 und 3 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997; VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Verfahrensbeteiligten erhalten gemÃ¤ss § 58 Satz 1 VRG Gelegenheit zur schriftlichen Vernehmlassung. Der Entscheid, ob ein weiterer Schriftenwechsel durchge­fÃ¼hrt wird, liegt im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen des Verwaltungsgerichts (§ 58 Satz 2 VRG; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 58 N. 9). Ein Grund, weshalb vorliegend ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen wÃ¤re, ist nicht ersichtlich; davon ist somit abzusehen. Im Ãbrigen erhielt die BeschwerdefÃ¼hrerin die Beschwerdeantwort am 23. Februar 2000 zur Kenntnisnahme zugestellt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Vom Beizug der Akten des Verfahren VB.98.000318 (Entscheid des Verwal­tungsgerichts vom 12. November 1998) ist ohne weiteres abzusehen. Zwar war in jenem Verfahren ebenfalls streitig, ob die KlÃ¤r‑ bzw. AbwassergebÃ¼hr bei MehrfamilienhÃ¤usern pro Haushalt oder pro Liegenschaft zu erheben sei, doch betraf dies die gestÃ¼tzt auf die kom­munale Verordnung Ã¼ber Abwasseranlagen vom 4. Juni 1997 und den zugehÃ¶rigen Tarif festgesetzten AbwassergebÃ¼hren fÃ¼r das Jahr 1997 und sehen diese Erlasse ausdrÃ¼ck­lich eine Belastung pro Haushalt vor. Die vorliegend streitigen Anordnungen der Be­schwer­degegnerin stÃ¼tzen sich demgegenÃ¼ber auf die kommunale Verordnung Ã¼ber Bei­trÃ¤ge und GebÃ¼hren fÃ¼r Abwasseranlagen vom 18. Januar 1977 (AbwGebV) und die glei­chentags erlassene Verordnung Ã¼ber die Abwasseranlagen, deren Inhalt sich nicht mit je­nem der 1997 erlassenen Bestimmungen deckt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Dem Verwaltungsgericht steht, wie auch der RekursbehÃ¶rde, die Befugnis zur akzessorischen Normenkontrolle zu. Dies bedeutet, dass bei der ÃberprÃ¼fung einer GebÃ¼h­renverfÃ¼gung im Einzelfall die ihr zugrunde gelegten generell-abstrakten RechtssÃ¤tze ‑ na­mentlich Tarife ‑ akzessorisch auf ihre RechtmÃ¤ssigkeit Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen. Dies gilt selbst dann, wenn diese Tarife Gegenstand eines Rekursverfahrens bildeten und inzwi­schen in Rechtskraft erwachsen sind (VGr, 12. November 1998, VB.98.00318).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Regierungsrat hat auf Rekurs der heutigen BeschwerdefÃ¼hrerin hin mit Be­schluss vom 18. Oktober 1995 den KlÃ¤rgebÃ¼hrentarif des Gemeinderats B. vom 16. De­zem­ber 1994 fÃ¼r das Jahr 1995 als in Widerspruch zum Verursacherprinzip stehend und nicht auf einer genÃ¼genden gesetzlichen Grundlage beruhend beurteilt. Namentlich sei es unzulÃ¤ssig eine KlÃ¤rgebÃ¼hr pro Haushalt zu erheben, wenn in Art. 26 Abs. 1 AbwGebV vorgesehen sei, die KlÃ¤rgebÃ¼hr in Prozenten des Wasserzinses festzusetzen. Gleichwohl sei die beanstandete Regelung vom 16. Dezember 1994 angesichts der laufenden Bestrebun­gen, die kommunale AbwassergebÃ¼hrenverordnung mit Blick auf das Ã¼bergeordnete Recht zu revidieren, fÃ¼r die GebÃ¼hrenbemessung im Jahr 1995 anwendbar, um unverhÃ¤ltnismÃ¤s­sigen Verwaltungsaufwand und eine RegelungslÃ¼cke zu vermeiden. Dieser Entscheid blieb unangefochten, so dass der GebÃ¼hrentarif vom 16. Dezember 1994 in Rechtskraft erwuchs. RechtskrÃ¤ftig festgesetzt wurde auch der fÃ¼r die Jahre 1992-1994 anwendbare, ab 1. Januar 1992 geltende GebÃ¼hrentarif vom 1. Oktober 1991.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. Die BeschwerdefÃ¼hrerin begrÃ¼ndet ihr Rechtsmittel unter Hinweis auf den Re­gierungsratsbeschluss vom 18. Oktober 1995 im Wesentlichen damit, dass die Vorausset­zungen fÃ¼r die Anwendung des als rechtswidrig beurteilten GebÃ¼hrentarifs 1995 nicht er­fÃ¼llt gewesen seien, indem weder umgehend eine Neuregelung getroffen worden sei, noch die Nichtanwendung des Tarifs im Einzelfall und die GebÃ¼hrenneufestsetzung bezÃ¼glich der BeschwerdefÃ¼hrerin zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit oder zu unverhÃ¤ltnismÃ¤s­sigen Verwaltungsumtrieben gefÃ¼hrt hÃ¤tten. Sodann kÃ¶nne aus der ZulÃ¤ssigkeit der An­wen­dung des als rechtswidrig beurteilten GebÃ¼hrentarifs 1995 nicht automatisch geschlos­sen werden, dass dies auch fÃ¼r den 1992-1994 massgebenden GebÃ¼hrentarif vom 1. Ok­to­ber 1991 zu gelten habe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dem hÃ¤lt die Baudirektion namens des Regierungsrats in der Vernehmlassung vom 9. Februar 2000 entgegen, dass vorerst durch den Einbau von Wasseruhren die technischen Voraussetzungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen fÃ¼r die gesetzeskonforme Ge­bÃ¼h­renerhebung und ‑bemessung hÃ¤tten geschaffen werden mÃ¼ssen. Zu beachten sei, dass die gemÃ¤ss beanstandeter Regelung erhobene pauschale KlÃ¤rgebÃ¼hr tiefer ausfalle als die nach den revidierten Bestimmungen erhobene AbwassergebÃ¼hr 1997, die vom Verwal­tungsgericht (12. November 1998, VB.98.00318) als rechtmÃ¤ssig beurteilt worden sei. Es sei deshalb nicht einzusehen, weshalb die nicht ganz gesetzeskonforme GebÃ¼hr fÃ¼r die Jah­re 1992-1995 nochmals neu zu berechnen sei. Zudem lasse sich der (Frisch‑)Wasserver­brauch fÃ¼r diese Zeitspanne nicht mehr rekonstruieren und wÃ¼rde eine ersatzlose Aufhe­bung der GebÃ¼hrenverfÃ¼gungen der BeschwerdefÃ¼hrerin den Genuss einer kostenlosen Leis­tung der Gemeinde B. verschaffen, was gegenÃ¼ber den Ã¼brigen Was­serverbrau­chern in der Gemeinde rechtsungleich wÃ¤re. Die im Regierungsratsentscheid vom 20. Ok­tober 1999 gewÃ¤hlte pragmatische LÃ¶sung sei deshalb zu bevorzugen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">4. a) Der Regierungsrat hat in seinem Entscheid vom 18. Oktober 1995 eingehend dargelegt, weshalb die Erhebung und Bemessung der KlÃ¤rgebÃ¼hren gemÃ¤ss GebÃ¼hrentarif 1995 vom 16. Dezember 1994 dem Ã¼bergeordneten kommunalen, kantonalen und Bundes­recht widerspricht. Diese zutreffenden ErwÃ¤gungen hat er auch in seinem Beschluss vom 20. Oktober 1999 wiedergegeben, weshalb auf diese verwiesen werden kann (§ 70 in Ver­bindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die im Rahmen der akzessorischen Normenkontrolle festgestellte Rechtswidrigkeit des die Bemessungsgrundlage bildenden GebÃ¼hrentarifs hat in der Regel dessen Nichtan­wendung im Einzelfall zur Folge (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 129). Von der Nichtanwen­dung einer als rechtswidrig befundenen rechtlichen Grundlage ist allerdings abzusehen, wenn dadurch nicht bloss ein verhÃ¤ltnismÃ¤ssig unbedeutendes Regelungsdefizit entstÃ¼nde, sondern ein eigentlich rechtsfreier Raum geschaffen wÃ¼rde (BGr, 28. Januar 1998, URP 1998, S. 739 E. 3a, mit Hinweisen und auch zum Folgenden). Die einstweilige Weiteran­wendung der betreffenden Norm kann gerechtfertigt oder gar geboten sein, wenn andern­falls dem Gemeinwesen ein unverhÃ¤ltnismÃ¤ssiger Nachteil entstÃ¼nde, namentlich indem ein ganzes Regelungssystem aus den Angeln gehoben wÃ¼rde, eine Ã¶ffentliche Aufgabe bis auf weiteres nicht mehr zufriedenstellend erfÃ¼llt werden kÃ¶nnte oder eine RegelungslÃ¼cke geschaffen wÃ¼rde, welche der Richter aufgrund seiner beschrÃ¤nkten funktionellen Eignung nicht im Rahmen fallbezogener richterlicher Beurteilung auszufÃ¼llen vermÃ¶chte. In einem solchen Fall ist dem Gesetzgeber Gelegenheit zu geben, umgehend einen rechtmÃ¤ssigen Zu­stand herzustellen. WÃ¤hrend dieser Zeitspanne bleibt deshalb allgemein und insbeson­dere auch fÃ¼r die rechtsmittelfÃ¼hrende Partei die bisherige Regelung anwendbar (vgl. RB 1988 Nr. 95 = ZBl 89/1988, S. 495; VGr SZ, 28. April 1997, URP 1997, S. 329 f.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Vorliegend entstÃ¼nde durch die Nichtanwendung des als rechtswidrig befunde­nen GebÃ¼hrentarifs vom 16. Dezember 1994 fÃ¼r das Jahr 1995 eine RegelungslÃ¼cke, die auszufÃ¼llen aufgrund des hierfÃ¼r nÃ¶tigen technischen Sachverstands und der erforderlichen Kenntnisse der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts sein kann. Diese RegelungslÃ¼cke rÃ¼hrt zum einen daher, dass Art. 26 Abs. 1 AbwGebV zwar vor­schreibt, die KlÃ¤rgebÃ¼hr sei in Prozenten des Wasserzinses festzulegen, jedoch die im frag­lichen Zeitraum bezogene Wassermenge wegen fehlender Wasseruhren nachtrÃ¤glich nicht mehr feststellbar ist. Zum andern widersprÃ¤che auch das Abstellen auf die ebenfalls pau­schal erhobene (Frisch‑)WassergebÃ¼hr dem Verursacherprinzip (Art. 2 des Umwelt­schutz­gesetzes vom 7. Oktober 1983). Ebenso wenig wÃ¤re es mit dem Verursacherprinzip ver­ein­bar, mangels einer rechtlichen Grundlage fÃ¼r das Jahr 1995 auf eine GebÃ¼hrenerhe­bung ganz zu verzichten. Zu beachten ist sodann, dass die Beschwerdegegnerin noch im Jahr 1995 die technischen und rechtlichen Vorarbeiten an die Hand nahm, um eine verur­sacher­gerechte GebÃ¼hrenerhebung zu ermÃ¶glichen, dass diese Arbeiten naheliegenderweise eini­ge Zeit benÃ¶tigten und dass per 1996 in den Gemeindefraktionen B. und E. aufgrund der eingebauten Wasseruhren bereits verursachergerechte KlÃ¤rgebÃ¼hren erho­ben werden konn­ten. In Anbetracht dessen ist die Ã¼bergangsweise Anwendung des GebÃ¼h­ren­tarifs 1995 vom 16. Dezember 1994 trotz festgestellter Rechtswidrigkeit nicht zu bean­stan­den. Inso­weit ist somit nicht weiter von Belang, ob die streitige KlÃ¤rgebÃ¼hr pro Lie­gen­schaft oder pro Haushalt auferlegt wurde. Dass eine GebÃ¼hr nur pro Liegenschaft erho­ben werden dÃ¼r­fe, ergibt sich im Ãbrigen weder aus Art. 24 AbwGebV, welche Bestim­mung lediglich be­sagt, dass <i>jÃ¤hrlich</i> eine GebÃ¼hr erhoben werde, noch aus Art. 28 Abs. 2 AbwGebV, worin lediglich festgelegt wird, wer GebÃ¼hrenschulder ist. Sodann gilt es bei der Auslegung der massgebenden Bestimmungen der Verordnung Ã¼ber BeitrÃ¤ge und Ge­bÃ¼hren fÃ¼r Abwas­ser­anlagen vom 18. Januar 1977 zu beachten, dass es nach unwiderspro­chener Aussage der Be­schwerdegegnerin im Zeitpunkt des Erlasses dieser Ver­ordnung in B. keine Mehrfa­mi­lienhÃ¤user gab, weshalb damals jeder Haushalt ohne weiteres zugleich als gebÃ¼hren­pflich­tige Wohnliegenschaft betrachtet werden durfte.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Hinsichtlich des ab 1. Januar 1992 geltenden, fÃ¼r die GebÃ¼hrenbemessung der Jahre 1992-1994 massgebenden KlÃ¤rgebÃ¼hrentarifs vom 1. Oktober 1991 ist festzuhalten, dass dieser ebenfalls in Widerspruch zu Art. 26 Abs. 1 AbwGebV steht und somit wie der Tarif vom 16. Dezember 1994 als rechtswidrig zu qualifizieren ist. Die an sich gebotene Nichtanwendung des GebÃ¼hrentarifs vom 1. Oktober 1991 fÃ¼hrt mithin auch fÃ¼r den Zeit­raum 1992-1994 zu einer RegelungslÃ¼cke. Gleichwohl ist diesem Tarif ‑ wie dem Tarif vom 16. Dezember 1994 fÃ¼r das Jahr 1995 ‑ die Anwendung vorliegendenfalls nicht zu ver­sagen. Denn die Beschwerdegegnerin erhielt erst durch den unangefochten gebliebenen Entscheid des Regierungsrats vom 18. Oktober 1995 verbindlich Kenntnis von der Rechts­widrigkeit ihres GebÃ¼hrentarifs vom 16. Dezember 1994. Dieser wiederum deckt sich, ab­gesehen von den GebÃ¼hrenansÃ¤tzen, mit dem Tarif vom 1. Oktober 1991 fÃ¼r die Jahre 1992-1994. Bis zum Zeitpunkt des regierungsrÃ¤tlichen Entscheids durfte die Be­schwer­de­gegnerin deshalb von der RechtmÃ¤ssigkeit ihrer GebÃ¼hrenerhebung auch fÃ¼r die Jahre 1992-1994 ausgehen. In Anbetracht dessen rechtfertigt es sich, die KlÃ¤rgebÃ¼hren der Jahre 1992-1994 aus den gleichen GrÃ¼nden wie fÃ¼r das Jahr 1995 (E. 4b) nach dem Tarif vom 1. Oktober 1991 zu erheben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">5. ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>