B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3751/2013 U r t e i l v o m 13 . A u g u s t 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka, vertreten durch Barbara Frei-Koller, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 29. Mai 2013 / N_______. D-3751/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen Heimat - staat am 6. Dezember 2009. Er gelangte auf dem Luftweg via Dubai nach Italien, von wo aus er am 7. Dezember 2009 illegal in die Schweiz ge - langte. Hier stellte er am selben Tag ein Asylgesuch. B. B.a Am 10. Dezember 2009 fand die Befragung zur Person (Kurzbefra - gung) statt. Dabei machte der Beschwerdeführer geltend, er sei sri -lanki- scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie und stamme aus B._______ (Jaffna-Distrikt, ausserhalb des Vanni-Gebiets). B.b Am 5. Januar 2010 fand die direkte Anhörung des Beschwerdefüh - rers zu seinen Asylgründen (Anhörung) statt. C. Zur Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe im Jahr 2006 während mehrerer Monate in C._______ für die "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) als Handlan- ger gearbeitet. Er habe sich insbesondere um deren Friedhof kümmern und die Grabstätten pflegen müssen. Dabei habe er monatlich 10'000 Rupien verdient. Nach Kriegsbeginn hab e er keine Arbeit meh r gehabt und sei zu seinen Eltern nach Hause zurückgekehrt. Zwei Tage nach se i- ner Rückkehr sei er von Soldaten festgenommen, sechs Monate lang in einem Zimmer festgehalten, befragt und geschlagen worden. Sie hätten von ihm die Bombenverstecke der "Tigers" und die Aufenthaltsorte fü h- render Persönlichkeiten der "Tigers" in Erfahrung bringen wollen. Wenn es zu Bombenexplosionen gekommen sei, habe man ihn jeweils mit ve r- bundenen Augen aufgefordert, "Tigers" zu identifizieren. Auch habe er manchmal Küchenarbeiten verrichten und Blumen giessen müssen. Auf diese Weise habe er drei bis dreieinhalb Jahre in Gefangenschaft bei der Armee verbracht. Erst bei seiner Freilassung habe er erfahren, dass er im Camp von D._______ festgehalten worden sei. Im September 2009 habe man ihm die Augen verbunden und ihn in die Nähe seines Elternhauses gefahren. Zwei, drei Tage nach seiner Freilassung sei er festgenommen und ins Armeecamp von B._______ gebracht worden. Dort habe man ihn geschlagen und von ihm verlangt, unterschrif tlich zu bestätigen, wo er sich während seiner Abwesenheit aufgehalten habe. Man habe ihm vor- geworfen, bei den "Tigers" gewesen zu sein. Als er mitgeteilt habe, dass er in Armeehaft gewesen sei, hätten die Soldaten ihm nicht geglaubt, und D-3751/2013 Seite 3 ihn aufgefordert, zweimal täglich im Camp vorzusprechen, um eine Unter- schrift zu leisten. Dieser Aufforderung habe er während mehr als zwei Monaten Folge geleistet, letztmals am 29. November 2009. Er habe so nicht mehr weiter leben können. Zudem habe er befürchtet, von d en "Ti- gers" erschossen zu werden, da er als Kopfnicker gearbeitet habe. Des - halb habe ihn sein Vater in die Schweiz geschickt. D. D.a Mit Verfügung vom 29. Mai 2013 – eröffnet am 31. Mai 2013 – lehnte das BFM das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung des Beschwer- deführers aus der Schweiz und den Wegweisungsvollzug an. Zur Begrün- dung wurde unter anderem ausgeführt, die Vorbringen des Beschwerd e- führers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit ge mäss Art. 7 AsylG des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 ( AsylG, SR 142.31) nicht stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. D.b Die Schilderungen des Beschwerdeführers bezüglich des Camps, in dem er während drei bis dreieinhalb Jahre festgehalten worden sein wol- le, seien ausweichend, unbestimmt und stereotyp ausgefallen, obwohl er mehrmals aufgefordert worden sei, die Ereignisse detailliert zu schildern (vgl. BFM-Akten A7/14 S. 7 ff.). So sei er beispielsweise nicht in der Lage gewesen, das Camp und die Räume in nachvollziehbarer Weise zu b e- schreiben (vgl. A7/14 S. 7f.). Auch als er aufgefordert worden sei, einen Tagesablauf im Camp zu beschreiben (vgl. A7/14 S. 9), oder zu erzählen, was ihm am meisten in Erinnerung geblieben sei (vgl. A7/14 S. 8) , hätten sich seine Aussagen in Allgemeinplätzen ersch öpft, die in dieser Form ohne weiteres von jeder beliebigen Person nacherzählt werden könnten. Die einfach gehaltene Sachverhaltsdarstellung sei mit der erfahrungsg e- mäss um ein Vielfaches komplexeren Wirklichkeit in keiner Weise zu ve r- einbaren. Zudem würde n tatsächlich verfolgte Personen in ihre Wah r- nehmung eine subjektive Prägung erfahren und ihre diesbezüglichen E r- fahrungen sowie Ängste würden sodann auch entsprechend geschildert. Im vorliegenden Fall würden weder persönliche Betroffenheit noch su b- jektives Empfinden das vom Beschwerdeführer Geschilderte unterma u- ern. Aufgrund dessen würden erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt die- ses Vorbringens des Beschwerdeführers auftauchen. Bezeichnenderwe i- se seien seine Aussagen, wie nachfolgend dargelegt werde, in we sentli- chen Punkten auch realitätsfremd ausgefallen. So habe der Beschwerd e- führer geltend gemacht, während insgesamt drei bis dreieinhalb Jahre in einem Armeelager festgehalten worden zu sein. Während der ersten sechs Monate sei er in einem Zimmer festgehal ten, geschlagen und ve r-D-3751/2013 Seite 4 hört worden. Seine Verfolger hätten von ihm die Aufenthaltsorte führender Persönlichkeiten der "Tigers" in Erfahrung bringen wollen, und wo diese Bomben versteckt hätten. Dieses Vorbringen mute angesichts des Profils des Beschwerdeführers, der lediglich ein paar Monate lang als Handla n- ger für die LTTE gearbeitet haben wolle, völlig realitätsfremd an. Ebenso wenig sei die Behauptung des Beschwerdeführers nachvollziehbar, er habe erst bei seiner Freilassung erfahren, in welchem Camp er drei bis dreieinhalb Jahre festgehalten worden sei (vgl. A7/14 S. 7). Ferner habe er angegeben, bei seiner Festnahme hätten die Soldaten seiner Familie gesagt, sie müssten mit ihm reden. Die Familienmitglieder dürften nicht von dort weg, bis er zurückgebra cht werde; wenn jemand weggehe, wü r- den sie ein anderes M itglied der Familie erschiessen (vgl. A7/14 S. 7). Aus diesem Grund hätten seine Eltern nicht gewagt, seine Festnahme zu melden. Angesichts der Dauer der geltend gemachten Festhaltung mute dieses Vorbringen ebenfalls völlig realitätsfremd an. Aufgrund der Ung e- reimtheiten könne nicht geglaubt werden, dass der Beschwerdeführer so lange in einem Armeelager festgehalten worden sei. Damit sei auch se i- nem Vorbringen, wonach er zwei oder drei Tage nach seiner Freilassung erneut festgenommen, ins Armeecamp von B._______ gebracht und e i- ner täglichen Meldepflicht unterworfen worden sei, weil man ihm nicht geglaubt habe, dass er in Armeehaft gewesen sei, und dies auch nicht überprüft habe, jegliche Grundlage entzogen. E. Mit Eingabe vom 1. Juli 2013 liess der Beschwerdeführer die Verfügung des BFM beim Bundesverwaltungsgericht anfechten und die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Gewährung von Asyl beantragen. Eventualiter sei d ie Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und als Folge davon sei dem B e- schwerdeführer die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren. In prozessualer Hinsicht liess er die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses beantragen. F. Mit Eingabe vom 2. Juli 2013 liess der Beschwerdeführer eine Fürsorg e- bestätigung vom 1. Juli 2013 einreichen. D-3751/2013 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Aus- nahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung be sonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vo r- liegend um eine solche, weshalb der Beschwerde entscheid nur summ a- risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh- rung eines Schriftenwechsels verzichtet. D-3751/2013 Seite 6 4. Vorab werden in der Beschwerde formelle Rügen erhoben. Das BFM ha- be Bundesrecht verletzt und den Sachverhalt unrichtig und unvollständig festgestellt. Die Vorinstanz verkenne, dass ihre detaillierte n Nachfragen lediglich darin bestanden hätten, den Beschwerdeführer nach sämtlichen oder anderen Räumen beziehungsweise Räumlichkeiten des Camps zu befragen. Sie habe es so versäumt, die komplexen Verhältnisse durch detaillierte Fragen zu den konkreten Räumen zu vereinfachen. Ausse r- dem habe die Vorinstanz bezüglich des Ereignisses, welches ihm am meisten in Erinnerung geblieben sei, ebenf alls darauf verzichtet, nachzu- fragen. Ebenso habe es das BFM bei der Frage nach dem typischen T a- gesablauf versäumt, die Ereignisse klar in zwei Teile zu gliedern, nämlich in die Tage, die der Beschwerdeführer in seiner Zelle oder mit dem Identi- fizieren von Mitgliedern der LTTE verbracht habe. Die Aussage in der a n- gefochtenen Verfügung, wonach die Vorinstanz den Beschwerdeführer mehrmals aufgefordert habe, detaillierte Aussagen zu machen, sei somit verfehlt. Vielmehr sei ein konkretes Nachfragen nicht ersich tlich, weshalb das BFM sein Pflicht, den relevanten Sachverhalt lückenlos abzuklären, verletzt habe. Darüber hinaus habe es die Vorinstanz versäumt, den Be- schwerdeführer zu fragen, ob er mit Führungspersönlichkeiten in Kontakt gekommen sei. Was die Dauer angehe, die der Beschwerdeführer bei der LTTE verbracht habe, sei es zu Verwirrungen gekommen, die auch vom anwesenden Hilfswerkvertreter erkannt worden seien. 5. 5.1 Vorab ist an dieser Stelle festzuhalten, dass sämtliche an einer Asy l- befragung teilnehmenden Pe rsonen geprüft werden und somit das volle Vertrauen der Behörden geniessen. Sie unterliegen einer Geheimhal - tungspflicht und werden auf ihre wichtige Rolle in der Sachver - haltsermittlung sowie auf die damit verbundenen Sorgfaltspflichten hi n- gewiesen. Im vorliegenden Fall sind denn auch aus den Akten keine Hi n- weise ersichtlich, die Zweifel an der Professionalität des Befragers au f- kommen lassen. Dem Anhörungsprotokoll vom 5. Januar 2010 lässt sich keine Fehlerfeststellung der Hilfswerksvertretung, sondern led iglich die Anregung, es sei ein materieller Entscheid zu fällen, entnehmen. Hing e- gen bestätigte der Hilfswerkvertreter mit seiner Unterschrift, dass er keine Beanstandungen habe und die Anhörung korrekt abgelaufen sei (vgl. A7/14 S. 14). Zudem wurde gemäss dem auf Beschwerdeebene eing e- reichten Kurzbericht der Hilfswerksvertretung ausdrücklich festgehalten, dass es keine Mängel bei der Befragungsleitung gegeben habe (vgl. Punkt 7.6 des entsprechenden Berichts) , und auch die Übersetzung und D-3751/2013 Seite 7 Protokollierung der Anhörung korrekt abgelaufen sei (vgl. Punkt 7.1 f. des entsprechenden Berichts). Nachdem der Beschwerdeführer also während der Dauer des vorinstanzlichen Verfahrens keinerlei diesbezügliche Zwei- fel geäussert hat, ist seine Rüge – auf Beschwerdeebene v orgebracht – als offensichtlich nachgeschoben und somit unbegründet zu qualifizieren. 5.2 Des Weiteren ist an dieser Stelle festzuhalten, dass z war im Verwal- tungsverfahren grundsätzlich die Untersuchungsmaxime gilt, wonach die Behörde den rechtserheblichen S achverhalt von Amtes wegen feststellt (vgl. Art. 12 VwVG), dieser Grundsatz jedoch durch die Mitwirkungspflicht der Parteien relativiert wird. Dies namentlich dann, wenn eine Partei das Verfahren durch eigenes Begehren eingeleitet hat oder selbständige B e- gehren stellt (Art. 13 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Es wäre somit in der Verantwortung des Beschwerdeführers gelegen, die Räume zu beschrei - ben, in welchen er sich im Camp aufgehalten habe n will, sowie seine Ta- gesabläufe je nachdem zu schildern, ob er in der Zelle festgehalten oder zur Identifizierung vermeintlicher "Tigers" geholt worden sei, und wie er allenfalls mit Führungspersönlichkeiten der "Tigers" habe in Kontakt tre - ten können. 5.3 Der Beschwerdeführer wurde bei der Anhörung tatsächlich zuerst auf- gefordert, die Räumlichkeiten des Camps zu beschreiben (vgl. A7/14 S. 7 F. 66). Nachdem er jedoch erklärte, er habe nur Zweidrittel der Räume dort gesehen, wurde er vom Befrager ausdrücklich aufgefordert, diejeni- gen Räume zu beschreiben, die er kenne und was e r von dort aus gese - hen habe (vgl. A7/14 S. 7 F. 67 – F. 70). Somit ist auch vor diesem Hinter- grund von der richtigen Feststellung des Sachverhaltes auszugehen, und die entsprechende Rüge ist ebenfalls unbegründet (vgl. Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-2352/2011 vom 9. April 2013 E. 3.2.2.). 6. 6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezif i- schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). D-3751/2013 Seite 8 6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in we sentli- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 7. 7.1 Die Vorbringen in der Beschwerde vom 1. Juli 2013 si nd nicht geeig- net, eine Änderung der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der A r- gumentation der Vorinstanz werden kein stichhaltigen und substanzierten Gründe entgegengesetzt. Eine diesbezügliche Auseinandersetzung u n- terbleibt zwar nicht gänzlich. Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermögen aber die Erwägungen des BFM nicht umzustossen, zumal er im Wesentlichen an der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen beziehung s- weise an seiner Befürchtung, ihm drohten sowohl Behelligungen durch die Armee als auch durch Angehörige der LTTE, festhält. Für das Bu n- desverwaltungsgericht besteht nach dem Studium der Akten keine Veran- lassung, die Erwägungen des BFM zu beanstanden. Um Wiederholungen zu vermeiden kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefocht e- nen Verfügung verwiesen werden. 7.2 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass es dem Beschwerd e- führer nicht gelungen ist, nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass er in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten hat oder solche bei der Ausreis e befürchten müsste. Er erfüllt somit die Vo r- aussetzungen zur Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz sein Asylbegehren zu Recht abgelehnt hat. Es erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe im Einzelnen einzugehen, da sie an obiger Erkenntnis nichts zu ändern ve r- mögen. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabe i den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer ve rfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol -D-3751/2013 Seite 9 chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 . 733 m.w.H.). 9. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Gel- tendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss ständi- ger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be- weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überein - kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigen- der Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 D-3751/2013 Seite 10 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Seine Rückkehr nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 9.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh- rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei - ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand - lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei - sen oder glaubhaft machen, dass ih m im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127, mit weiteren Hinweisen). Der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK widrige Behand - lung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt befasst (vgl. NA. v. United King - dom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008 P .K. v. Den- mark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011 E.G. v. United Kingdom, Application no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der Gerichtshof unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be- handlung; eine entsprechende Ris ikoeinschätzung müsse vielmehr ve r- schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Be- fragung ein Int eresse. Nachdem der Beschwerdeführer nicht glaubhaft gemacht hat, dass er befürchten müsse, bei einer Rückkehr ins Heimat - land die Aufmerksamkeit der sri -lankischen Behör den beziehungsweise der Armee in einem flüchtlingsrechtlich relevanten Ausmass auf si ch zu ziehen, bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, ihm würde aus demsel- ben Grund eine menschenrechtswidrige Behandlung im Heimatland dro - hen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig e r- scheinen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). An dieser Einschätzung än dern auch die diesbezüglichen Vorbringen de s Beschwerdeführers in der B e- schwerdeschrift, die dort zitierten Berichte sowie die eingereichten Unte r- lagen nichts, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. D-3751/2013 Seite 11 9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie i m Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 9.4.1 Nach allgemein zugänglichen Quellen ist heute im Heimatstaat de s Beschwerdeführers von einer seit Ende des bewaffneten Konflikts zwi - schen der sri-lankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich ver- besserten Menschenrechts- und Sicherheitslage auszugehen, auch wenn sich das Land noch in einem Entwicklungsprozess befindet (vgl. BVG E 2011/24 E. 12 S. 509). 9.4.2 Im Distrikt Jaffna und in den südlichen Teilen der Distrikte Vavuniya und Mannar herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt und die dortige politische Lage ist nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als generell u nzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1 S. 510). 9.4.3 Gestützt auf diese Beurteilung der allgemeinen, heute herrschen - den Sicherheits- und politischen Lage in Sri Lanka sowie nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem BFM zum Schluss, dass der Wegweisungsvollzug de s Beschwerde- führers im heutigen Zeitpunkt zumutbar ist. 9.4.4 Im Rahmen der Befragungen hat der Beschwerdeführer vorgetra- gen, er stamme aus B._______ (Jaffna-Distrikt, ausserhalb des Vanni - Gebietes), wo er bis im Jahr 2006 und anschliessend von September 2006 bis zu seiner Ausreise im September 2009 mit seinen Eltern und Geschwistern gelebt habe (vgl. A1/9 S. 3). In seiner Heimat habe er acht Jahre die Schule besucht, einen Beruf habe er ni cht erlernt, er habe aber für die LTTE als Gärtner gearbeitet (vgl. A1/9 S.2). Den Aussagen des Beschwerdeführers zufolge haben seine Eltern beide gearbeitet (vgl. A7/14 S. 4 F. 41). Sein Vater habe mit Zwiebeln gehandelt (vgl. A7/14 S. 4 F. 42), davon hab e die Familie gut leben können (vgl. A7/14 S. 5 F. 44). Sein Vater habe ihm auch die Reise in die Schweiz finanziert (vgl. A7/14 S. 3 F. 22 f.). Unter diesen Umständen ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei seiner Rückkehr wiederum auf die fin anzielle Un- terstützung seiner Eltern zählen kann. Zudem leben gemäss seinen pr o- tokollierten Aussagen zahlreiche Onkel und Tanten in der Region D-3751/2013 Seite 12 B._______ (vgl. A7/14 S. 4 F. 30 – F. 33). Folglich ist davon auszugehen, dass er in seiner Heimat über ein tragfähiges soziales Netz verfügt und er in der Lage sein wird, sich in der Heimat wieder wirtschaftlich zu integri e- ren (vgl. auch BVGE 2011/24 E. 13.2.1.2). Die Rückkehrhilfe der Schweiz wird ihm – sofern notwendig - den Wiedereinstieg in Sri Lanka ebenfalls erleichtern (vgl. Art. 62 ff. der der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]). Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi - gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist abzuweisen. 11. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist angesichts des vorliegenden Entscheids in der Hauptsache gegenstands- los geworden. 12. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist trotz ausgewiesener Bedürftigkeit abzuweisen, da die Beschwerde aufgrund der vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erscheint. 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3751/2013 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand: