A bteilung II B -7452/2006 {T 0/2} U rteil vom 17. A pril 2007 M itw irkung: R ichter D avid Aschm ann (vorsitzender R ichter), R ichter H ans U rech, R ichter C laude M orvant; G erichtsschreiber Philipp J. D annacher. Z._______, vertreten durch Advokat D r. Felix H . Thom ann, Elisabethenstrasse 30, 4010 Basel, Beschw erdeführerin gegen Y._______, vertreten durch Zim m erli, W agner & Partner AG , Patente, M arken, D esign, Löw enstrasse 19, Postfach, 8021 Zürich, Beschw erdegegnerin Eidgenössisches Institut für G eistiges Eigentum , Einsteinstrasse 2, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 24. M ai 2006 in den M arken-W iderspruchsverfahren N r. 6271, 6276 und 6282, C H 370'584, C H 341'060, C H 340'999 M A R TIN I / IR 786'063 m artini (fig.) B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie internationale M arke IR 786 063 m artini (fig.) der Beschw erdegegnerin w urde am 17. O ktober 2002, gestützt auf eine italienische Basiseintra- gung, in der G azette O M PI des m arques internationales veröffentlicht. D ie M arke sieht w ie folgt aus: und w urde ursprünglich für folgende W aren registriert: 21 U stensiles et récipients pour le m énage ou la cuisine (ni en m étaux précieux, ni en plaqué); peignes et éponges; brosses (à l'exception des pinceaux); m atériaux pour la brosserie; m atériel de nettoyage; paille de fer; verre brut ou m i-ouvré (à l'exception du verre de const- ruction); verrerie, porcelaine et faïence non com prises dans d'autres classes. B. Am 31. Januar 2003 erhob die Beschw erdeführerin 29 W idersprüche ge- gen diese Eintragung. 26 davon zog sie am 5. M ai 2003 w ieder zurück. D ie drei aufrechterhaltenen W idersprüche basierten auf folgenden M arken der Beschw erdeführerin: • C H P-340'999 M AR TIN I, eingetragen für verschiedene W aren der Klassen 3, 9, 12, 16, 18, 22 bis 28 und 31 bis 33, • C H 370'584 , eingetragen für "Vins, spiritueux et li- queurs in Klasse 33", • C H P-341'060 , eingetragen für "M alt, bière, ale et por- ter, eaux m inérales et gazeuses et autres boissons non alcooliques, sirops et autres préparations pour faire des boissons, vins, ver- m outh, spiritueux et liqueurs" in den Klassen 31-33. C . Am 5. Februar 2004 w urde, auf Antrag der Beschw erdegegnerin, folgende Ergänzung (Einschränkung) des W arenverzeichnisses der angefochtenen M arke für die Schw eiz und D eutschland in den G azettes O M PI des m ar- ques internationales N r. 25/2003 veröffentlicht: "...à l'exclusion des verres à boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons." D . M it Stellungnahm e vom 27. April 2004 bestritt die Beschw erdegegnerin den rechtserhaltenden G ebrauch der W iderspruchsm arken und das Beste- hen einer Verw echslungsgefahr zw ischen den W iderspruchsm arken und der angefochtenen M arke nach M assgabe des geänderten W arenverzeich- nisses. 3 E. M it Verfügung vom 13. M ai 2004 w urden die drei W iderspruchsverfahren und der W iderspruch einer D rittpartei gegen die gleiche M arke zu einem Verfahren vereinigt. Auf gem einsam en W unsch der Parteien ruhte dieses Verfahren vom 8. O ktober 2004 bis zum 6. O ktober 2005. D ann w urde es auf Antrag der Beschw erdeführerin fortgeführt. F. M it R eplik vom 9. D ezem ber 2005 erläuterte die Beschw erdeführerin die fast hundertfünfzigjährige G eschichte ihrer W erm utprodukte. Als G e- brauchsnachw eis ihrer M arken reichte sie Angaben über Verkaufsum sätze und W erbeausgaben, Auszüge aus Büchern und W erbekam pagnen, Bele- ge für M erchandising-Produkte und ausländische G erichtsurteile über die Bekanntheit der M arke an die Vorinstanz ein. Sie führte aus, dass das Pu- blikum von einem "Branchenriesen" geradezu erw arte, dass er in benach- barte W arensparten diversifiziere. In solche Sparten gehörten die W aren der angefochtenen M arke, so dass W arengleichartigkeit m it den W ider- spruchsm arken bestehe. G . D ie Beschw erdegegnerin hielt m it D uplik vom 18. Januar 2006 an ihrem R echtsstandpunkt fest, bezeichnete die vorgelegten G ebrauchsbelege als ungenügend und bestritt das Vorliegen von gleichartigen W aren. Sie trug vor, dass "M artini" überdies ein verbreiteter Fam iliennam e und daher un- geeignet sei, ein U nternehm en herkunftsm ässig zu individualisieren. H . Am 24. M ai 2006 w ies die Vorinstanz die W idersprüche der Beschw erde- führerin vollum fänglich ab. Zur Begründung führte sie aus, der rechtserhal- tende G ebrauch der W iderspruchsm arken in der Schw eiz sei zw ar für alko- holische G etränke, nicht aber für die übrigen W aren der M arke C H P-340'999 M AR TIN I glaubhaft gem acht, und zw ischen alkoholischen G e- tränken und den von der angefochtenen M arke beanspruchten W aren be- stehe keine W arengleichartigkeit, so dass eine Verw echslungsgefahr nicht vorliege. I. G egen diese Verfügung erhob die Beschw erdeführerin am 26. Juni 2006, gestützt auf ihre bisherigen Argum ente, Beschw erde an die R ekurskom - m ission für geistiges Eigentum (hiernach: "R KG E") m it den R echtsbegeh- ren: "1. Es seien die Entscheide des Eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigen- tum vom 24. M ai 2006 betreffend die W iderspruchsverfahren N r. 6271, 6276 und 6282 aufzuheben und die W idersprüche der Beschw erdeführerin gutzu- heissen. 2. U nter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschw erdegegne- rin." J. D ie Vorinstanz beantragte m it Vernehm lassung vom 20. O ktober 2006, die Beschw erde abzuw eisen. K. D ie Beschw erdegegnerin beantragte m it Stellungnahm e vom 20. D ezem - ber 2006, die Beschw erde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen abzu- w eisen.4 L. M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w urde das Verfahren per 1. Januar 2007 an das Bundesverw altungsgericht überw iesen. M . Auf die D urchführung einer m ündlichen und öffentlichen Verhandlung ha- ben beide Parteien stillschw eigend verzichtet. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D as Bundesverw altungsgericht ist zur Beurteilung von Beschw erden ge- gen Entscheide der Vorinstanz in W iderspruchssachen zuständig (Art. 31, 32 und 33 lit. d des Bundesgesetzes über das Bundesverw altungsgericht vom 17. Juni 2005 [VG G , SR 173.32]). Es hat das vorliegende Verfahren am 1. Januar 2007 von der R KG E übernom m en (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D ie Beschw erde w urde in der gesetzlichen Frist von Art. 50 des Bundesgeset- zes über das Verw altungsverfahren vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021) am 26. Juni 2006 eingereicht und der verlangte Kostenvorschuss w urde rechtzeitig geleistet. Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Beschw erdeführerin zur Beschw erde legitim iert (Art. 48 Vw VG ). Auf die Beschw erde ist daher einzutreten. 2. Vom M arkenschutz ausgeschlossen sind Zeichen, die einer älteren M arke ähnlich und für gleiche oder gleichartige W aren oder D ienstleistungen be- stim m t sind w ie diese, so dass sich daraus eine Verw echslungsgefahr er- gibt (Art. 3 Abs. 1 lit. c des M arkenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [M SchG , SR 232.11]). O b eine Verw echslungsgefahr besteht, w ird aus der Sicht der m assgeblichen Verkehrskreise, nam entlich der Letztabnehm er beurteilt, w elche die M arken in ihrem Erinnerungsbild auseinanderhalten können sollen (BG E 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 477 E. 2d R adion). D a das W iderspruchsverfahren auf die Beurteilung der Verw echslungsgefahr beschränkt ist (Art. 31 Abs. 1 M SchG ), ist auch eine allfällige Berühm theit der W iderspruchsm arke nur im R ahm en von Art. 3 Abs. 1 M SchG und nicht auch im H inblick auf die Beeinträchtigung ihrer U nterscheidungskraft oder auf die Ausnützung oder Beeinträchtigung ihres R ufs gem äss Art. 15 M SchG zu berücksichtigen. H ingegen ist eine durch den G ebrauch der W i- derspruchsm arke im Verkehr erw orbene Bekanntheit zu beachten (R KG E in sic! 1999 S. 570 E. 3 H erm ès, sic! 2000 S. 607 E. 6 R ed Bull). Sie führt zu einem erw eiterten Schutz der M arke, da starke M arken einen grösseren Schutzum fang verdienen (BG E 122 III 382 Kam illosan). 3. Zw ischen der Zeichenähnlichkeit und der W aren- und D ienstleistungs- gleichartigkeit als Kriterien für die Verw echslungsgefahr besteht eine W echselw irkung: An die Verschiedenheit der Zeichen sind um so höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher sich die W aren oder D ienstleistun- gen der zu vergleichenden M arken sind, und um gekehrt (LUCAS DAVID, in: Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Markenschutzgesetz / Muster- und Modellgesetz, Basel 1999, MSchG Art. 3 N. 8). Allerdings 5 verlangt Art. 3 Abs. 1 lit. c für jedes Kriterium auch ein gew isses M inim um an Ähnlichkeit (EU G EN M AR B AC H , G leichartigkeit – ein m arkenrechtlicher Schlüsselbegriff ohne Konturen?, Zeitschrift für Schw eizerisches R echt [ZSR ], 2001, S. 259; R KG E in sic! 2001 S. 136 E. 5 Kraft). D ie Vorinstanz hat das Bestehen einer Verw echslungsgefahr deshalb im vorliegenden Fall verneint, w eil die zu vergleichenden W aren und D ienstleistungen gänzlich ungleichartig seien, w as die Beschw erdeführerin bestreitet. 4. Zunächst ist zu prüfen, für w elche der eingetragenen W aren und D ienstlei- stungen die W iderspruchsm arken rechtserhaltend gebraucht w urden und som it noch geschützt sind (Art. 11 M SchG ). 4.1 Zu R echt hat die Beschw erdeführerin ihre vor der Vorinstanz vertretene Ansicht nicht m ehr vorgebracht, die Beschw erdegegnerin habe ihre N icht- gebrauchseinrede ungenügend substanziert, indem sie sie nur m it "N icht- w issen" begründete. D ie Beschw erdegegnerin hat in ihrer ersten m ateriel- len Stellungnahm e an die Vorinstanz bestritten, "dass die W iderspruchs- m arken in ausreichendem U m fang sow ie in der eingetragenen Form be- nutzt w orden sind". Als Behauptung des N ichtgebrauchs, die sie w eder glaubhaft m achen noch nachw eisen m uss (Art. 32 M SchG ), ist diese Erklä- rung genügend substanziert. 4.2 D ie Beschw erdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die in den R eplikbeila- gen des erstinstanzlichen Verfahrens erw ähnten und von m it ihr verbunde- nen Konzerngesellschaften unter der M arke M AR TIN I vertriebenen W aren zu U nrecht als H ilfsw aren taxiert. Selbst als H ilfsw aren hätte sie sie über- dies als N achw eis für einen rechtsgenüglichen M arkengebrauch anerken- nen m üssen. D ie W iderspruchsm arke C H 340'999 ist für "Préparations pour blanchir, autres substances pour lessiver; préparations pour nettoyer, polir, dégraisser et abraser; savons; parfum erie, huiles essentielles, cos- m étiques, lotions pour les cheveux; dentifrices; lunettes et étuis pour lu- nettes; véhicules; appareils de locom otion par terre, par air ou par eaux; papier, carton, articles en papier et carton pour em baller, étiquettes auto- collantes; im prim és; journaux et périodiques, livres; articles pour reliures; photographies; papeterie, m atières adhésives (pour la papeterie); m atéri- aux pour les artistes; pinceaux; m achines à écrire et articles de bureau; m atériel d'instruction ou d'enseignem ent; cartes à jouer, caractères d'im prim erie; clichés; sacs et sacoches en cuir et im itations de cuir, para- pluies; cordes, ficelles, filets, tentes, bâches, voiles, sacs; m atières de rem bourrage (crin, kapok, plum es, algues de m er), m atières textiles fibreu- ses brutes; fils; tissus; couvertures de lit et de table; vêtem ents, y com pris les bottes, les souliers et les pantoufles; dentelles et broderies, rubans et lacets; boutons, boutons à pression, crochets et oeillets, épingles et aiguil- les; fleurs artificielles; tapis, paillassons, nattes, linoléum s et autres pro- duits servant à couvrir les planchers; tentures; jeux, jouets; articles de gym nastique et de sport; ornem ents et décorations pour arbres de N oël; m alt; bière, ale et porter; eaux m inérales et gazeuses et autres boissons non alcooliques; sirops et autres préparations pour faire des boissons, vins, verm outh, spiritueux et liqueurs" eingetragen, die W iderspruchsm arke C H P-341'060 für "M alt, bière, ale et porter, eaux m inérales et gazeuses et 6 autres boissons non alcooliques, sirops et autres préparations pour faire des boissons, vins, verm outh, spiritueux et liqueurs", die W iderspruchs- m arke C H 370'584 für "Vins, spiritueux et liqueurs". D ie Beschw erdeführe- rin führt allerdings nicht substanziert aus, für w elche W aren die W ider- spruchsm arken ihrer Ansicht nach gebraucht w orden seien. Sie erw ähnt bloss unter M AR TIN I verkaufte G läser, Bareinrichtungen, Arbeitsgeräte für die R estauration sow ie G eschirr. Für solche W aren ist indessen keine der W iderspruchsm arken eingetragen. Sie kom m en in den vorgenannten Auf- zählungen nicht vor. Zu U nrecht hält die Beschw erdeführerin daher pau- schal an ihrer Behauptung eines rechtserhaltenden G ebrauchs "auch für nicht der Klasse 33 zugehörige G üter" fest. W eitere Bew eism ittel hat sie nicht angeboten. D a die W aren, für w elche sie einen rechtserhaltenden G ebrauch substanziert behauptet, in den W arenlisten der W iderspruchs- m arke fehlen, erübrigt sich die Prüfung der Fragen, ob es sich dabei um H ilfsw aren handelt und ob dieser G ebrauch durch D ritte der Beschw erde- führerin zuzurechnen w äre. Es erübrigen sich ebenso w eitere Sachver- haltsabklärungen zum G ebrauch dieser M arken (Art. 13 Abs. 2 Vw VG ). 4.3 D ie Vorinstanz hat die eingereichten Belege ausführlich gew ürdigt und den G ebrauch der M arke ausschliesslich für alkoholische G etränke (W erm ut) bejaht. D ies ist auf G rund des G esagten nicht zu beanstanden. 5. D am it ist als nächstes zu prüfen, ob Alkoholische G etränke (W erm ut) m it "U stensiles et récipients pour le m énage ou la cuisine (ni en m étaux préci- eux, ni en plaqué); peignes et éponges; brosses (à l'exception des pin- ceaux); m atériaux pour la brosserie; m atériel de nettoyage; paille de fer; verre brut ou m i-ouvré (à l'exception du verre de construction); verrerie, porcelaine et faïence non com prises dans d'autres classes, à l'exclusion des verres à boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons" gleichartig sind. D ie R echtsprechung bejaht G leichartigkeit grundsätzlich zw ischen Essw aren des täglichen Bedarfs, die in der Küche Verw endung finden (R KG E in sic! 1997 S. 178 f. E. 3 G ourm et H ouse, sic! 2000 S. 801 E. 5 N aturella/N aturessa), ausser zw ischen Essen und Trin- ken (R KG E in sic! 2002 S. 433 E. 5 San Pellegrino). Zw ischen essbaren und nicht essbaren W aren, die w ie Käse und ein Käsehobel them atisch m iteinander verbunden sind, kann im Einzelfall G leichartigkeit bestehen (R KG E in sic! 2006 S. 37 E. 6 Käserosette), doch m üssen dafür m ehrere Kriterien zusam m enkom m en: Für das Bestehen gleichartiger W aren spre- chen Ü bereinstim m ungen zw ischen den H erstellungsstätten der W aren, dem fabrikationsspezifisch erforderlichen Know -how , den Vertriebskanä- len, den Abnehm erkreisen und dem Verw endungszw eck der W aren, deren Substituierbarkeit, verw andte oder gleiche technologische Indikationsberei- che sow ie das Verhältnis von H auptw are und Zubehör (R KG E in sic! 2004 S. 864 E. 6 H arry/H arry's Bar, sic! 2006 S. 36 E. 5 Käserosette). Eher ge- gen das Vorliegen von G leichartigkeit sprechen getrennte Vertriebskanäle innerhalb derselben Käuferschicht sow ie das Verhältnis von H ilfsw are oder R ohstoff zu H aupt-, Zw ischen- oder Fertigw are (R KG E in sic! 2004 S. 864 E. 6 H arry/H arry's Bar, M AR B AC H , a. a. O ., S. 264 ff.).7 6. Ü bertragen auf den G leichartigkeitsbereich eines international bekannten Apéritifgetränks kann auf G rund dieser Kriterien durchaus davon ausge- gangen w erden, dass bestim m te H aushalts- und Küchengeräte sow ie -be- hälter, die spezifisch auf eine Verw endung an der Bar, in der Zubereitung oder beim Service von D rinks konstruiert sind, in der Vorstellung des ange- sprochenen, breiten Publikum s eine übereinstim m ende betriebliche H er- kunft w ie die des bekannten W erm uts erw arten lassen. D iese Erw artung entsteht infolge der spezialisierten Barkeeper- und D rinkm ix-Kultur, aus w elcher derartige G eräte und Behälter (M essbecher, M ixer, M ixstab, Sieb etc.) bekannt sind. D aher ist sie allerdings auf G eräte im Zusam m enhang m it der Zubereitung von G etränken beschränkt. Zw ar m ag W erm ut grund- sätzlich auch bei der Zubereitung gew isser Speisen, nam entlich Saucen, Verw endung finden. D ie Beschw erdeführerin hat den G ebrauch ihrer W er- m ut-G etränke als Kochzutaten indessen w eder vor der Vorinstanz noch im Beschw erdeverfahren behauptet oder dargetan. Für eine Verw endung in der Küche sind die W iderspruchsm arken – im U nterschied zu Apéritifge- tränken w ie Sherry oder M arsala – jedenfalls nicht bekannt. In der Erw ar- tung des Publikum s w erden die W erm utprodukte der Beschw erdeführerin darum auch dann nicht m it allen Arten von H aushalts- und Küchenm aschi- nen, nam entlich M aschinen für Lebensm ittel, in Verbindung gebracht, w enn die W iderspruchsm arken als bekannt vorausgesetzt w erden. Viel- m ehr fehlen in diesem Zusam m enhang die genannten Kriterien überein- stim m ender Vertriebskanäle und Verw endungszw ecke. N och w eniger be- stehen ähnliche technologische Indikationsbereiche, gleiche H erstellungs- stätten oder sind die W aren m iteinander substituierbar. 7. Eine W arengleichartigkeit, die eine Verw echslungsgefahr m it den W ider- spruchsm arken begründen könnte, ist som it nur für spezifisch auf die Zu- bereitung für G etränke ausgerichtete Bar- oder Küchengeräte festzustel- len. D iesen W arenbereich hat die Beschw erdegegnerin m it ihrer Ein- schränkung "à l'exclusion des verres à boire, ainsi que des ustensiles de cuisine utilisés pour les boissons" ausgeschlossen, w eshalb die für das Bestehen einer Verw echslungsgefahr erforderliche G leichartigkeit zw i- schen den zu vergleichenden W aren vorliegend fehlt. 8. Ü berdies ist die Bedeutung von "M artini" vielfältig. D er als "m artini dry" be- kannte, klassische D rink stam m t als Sachbezeichnung aus Am erika und hat nichts m it den W iderspruchsm arken zu tun (JEAN W ATIN -AU G O U AR D , H isto- ires de M arques, Paris 2006, S. 470). D er italienische N am e "M artini" ist m it dem Vornam en "M artin" verw andt und kom m t in der Schw eiz auch als N achnam e vor. Ausserdem bezeichnet "M artini" im Volksm und den 11. N o- vem ber. D ie Beschw erdeführerin stellt nicht alle Arten von alkoholischen G etränken oder D igestives her, sondern ein bestim m tes alkoholisches Apérogetränk m it dem G eschm ack von W erm ut. Ausser bei dieser engen them atischen W arenverbindung liegt die Annahm e einer zufälligen G leich- nam igkeit m it einem anderen H ersteller daher grundsätzlich näher als die Verm utung einer gleichen betrieblichen H erkunft m it der Beschw erdeführe- rin. D a die M arke der Beschw erdeführerin in M ajuskeln, diejenige der Be-8 schw erdegegnerin in Kleinbuchstaben geschrieben ist, reichen die U nter- schiede in der Zeichendarstellung deshalb aus, auch in allfälligen über- schneidenden R andgebieten der beiden W arenlisten eine Verw echslungs- gefahr zu verhindern. D ie Vorinstanz hat das Vorliegen einer Verw echs- lungsgefahr zw ischen den zu vergleichenden M arken deshalb zu R echt verneint. D ie Beschw erde ist som it abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ird die Beschw erdeführerin für das Beschw erdeverfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 und 64 Abs. 1 Vw VG ). D er Kostenanspruch ist m it dem geleisteten Kosten- vorschuss zu verrechnen. W ie die Beschw erdeführerin zu R echt rügt, ver- m ochte die Beschw erdegegnerin eine Verw echslungsgefahr nur zu verhin- dern, indem sie ihr W arenverzeichnis w ährend des vorinstanzlichen Ver- fahrens einschränkte, m ag dies im Vergleich zum G esam tum fang des Ver- zeichnisses auch nur einen eher geringen Teil der W aren betroffen haben. Es rechtfertigt sich daher, die ihr erstinstanzlich zugesprochene Parteient- schädigung um Fr. 200.-- angem essen zu reduzieren. 10. D ie Spruchgebühr des Beschw erdeverfahrens (G erichtsgebühr) ist nach U m fang und Schw ierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und fi- nanzieller Lage der Parteien zu bestim m en (Art. 63 Abs. 4bis Vw VG , Art. 2 Abs. 1 des R eglem ents über Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). Im W iderspruchsbeschw er- deverfahren ist dafür das Interesse der W idersprechenden an der Lö- schung, beziehungsw eise der W iderspruchsgegnerin am Bestand der an- gefochtenen M arke zu veranschlagen. Es w ürde allerdings zu w eit führen und könnte im Verhältnis zu den geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend w irken, w enn dafür stets konkrete Aufw ands- nachw eise im Einzelfall verlangt w ürden. M angels anderer streitw ertrele- vanter Angaben ist der U m fang der Streitsache darum nach Erfahrungs- w erten auf Fr. 40'000.-- festzulegen (JO H AN N ZÜ R C H ER , D er Streitw ert im Im - m aterialgüter- und W ettbew erbsprozess, sic! 2002, 505; LEO N Z M EYER , D er Streitw ert in Prozessen um Im m aterialgüterrechte und Firm en, sic! 2001, 559 ff., LU C A S D AVID , in: R oland von Büren / Lucas D avid [H rsg.], Schw eize- risches Im m aterialgüter- und W ettbew erbsrecht, Bd. I/2, D er R echtsschutz im Im m aterialgüterrecht, Basel 1998, S. 29 f.). D ie von der Beschw erde- gegnerin m it Kostennote vom 20. D ezem ber 2006 ausgew iesenen Aufw en- dungen von Fr. 1'200.-- erscheinen angem essen und sind ihr als Parteient- schädigung zuzusprechen (Art. 34 M SchG , Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). 11. D ieses U rteil unterliegt keiner Beschw erde ans Bundesgericht und ist da- her rechtskräftig (Art. 73 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]).9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen, und Ziff. 1-3 und 5 der Verfügung des Eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 24. M ai 2006 (W i- derspruchsverfahren N r. 6271, 6276 und 6282) w erden bestätigt. 2. D ie G erichtsgebühr von Fr. 4'000.-- w ird der Beschw erdeführerin auferlegt und m it dem erhobenen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- verrechnet. D ie Beschw erdeführerin hat dam it noch Fr. 500.-- zu bezahlen. 3. D ie Beschw erdeführerin hat die Beschw erdegegnerin für das Beschw erde- verfahren m it Fr. 1'200.-- (inkl. M W ST) zu entschädigen. 4. Ziff. 4 der Verfügung des Eidgenössischen Instituts für G eistiges Eigentum vom 24. M ai 2006 in den W iderspruchsverfahren N r. 6271, 6276 und 6282 w ird aufgehoben und die Beschw erdeführerin verpflichtet, die Beschw erde- gegnerin für das erstinstanzliche Verfahren m it Fr. 1'800.-- zu entschädi- gen. 5. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (eingeschrieben, Beschw erdebeilagen zurück) - der Beschw erdegegnerin (eingeschrieben) - der Vorinstanz (R ef-N r. W spr. N r. 6271, 6276, 6282; eingeschrieben, Vorakten zurück) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: D avid Aschm ann Philipp J. D annacher Versand am : 23. April 2007