<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00167</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106370&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00167</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.10.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Immissionen (Frühgeläut)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verschiebung des Frühgeläuts einer Kirche von 6 Uhr auf 7 Uhr. Für die Beurteilung der vom Geläut der Kirchenglocken ausgehenden Lärmeinwirkungen fehlen Belastungsgrenzwerte (E. 2a). Im Rahmen der Interessenabwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Bevölkerung und dem Interesse an der lärmverursachenden Tätigkeit sind unter anderem die (vorliegend erhebliche) Lärmvorbelastung sowie die sich ändernden Lebensgewohnheiten zu berücksichtigen (E. 2b/bb). Zulässigkeit des Abstellens auf die kommunale Polizeiverordnung; daraus ergibt sich, dass vor 7 Uhr jegliche störende Geräusche grundsätzlich zu unterbleiben haben (E. 2c/aa). Angesichts des städtischen Charakters der betroffenen Gemeinde vermag das Frühgeläut auch noch um 7 Uhr seinen Zweck zu erfüllen (E. 2c/bb). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEBSVORSCHRIFT">BETRIEBSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRÃHGELÃUT">FRÃHGELÃUT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLOCKENSCHALL">GLOCKENSCHALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: IMMISSIONEN">IMMISSIONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KIRCHENGLOCKEN">KIRCHENGLOCKEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LÃRM">LÃRM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Umweltschutz ST: LÃRMSCHUTZ">LÃRMSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEBENSGEWOHNHEITEN">LEBENSGEWOHNHEITEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEIVERORDNUNG">POLIZEIVERORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 40 lit. III LSV</span><br/><span class="gerade">Art. 12 Abs. I lit. c USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 15 USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 10. Juli 2000 wies der Gemeinderat X das Begehren von A ab, das FrÃ¼hgelÃ¤ute der Kirche X an Werktagen von 06.00 Uhr auf 07.00 Uhr zu verschieben. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Hiergegen erhob A am 31. August 2000 Rekurs an die Baurekurs­kom­mis­sion III. Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom 18. April 2001 ab. Die Rekurs­kom­mission verwies vorab auf die massgebenden Bestimmungen des Umweltschutzgesetzes vom 7. Ok­tober 1983 (USG) und die LÃ¤rmschutzverordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV). Die LÃ¤rmschutzvorschriften des Umweltschutzgesetzes seien in erster Linie auf GerÃ¤usche zugeschnitten, die als unerwÃ¼nschte Nebenwirkungen einer bestimmten TÃ¤tigkeit auftrÃ¤ten. GerÃ¤usche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten AktivitÃ¤t ausmachten, wie beispielsweise das LÃ¤uten von Kirchen- oder Kuhglocken sowie das Musizieren kÃ¶nnten indessen nicht vÃ¶llig vermieden oder in der LautstÃ¤rke wesentlich reduziert werden, ohne dass zugleich der Zweck der sie verursachenden TÃ¤tigkeit vereitelt wÃ¼rde. Solche Emissionen wÃ¼rden nach der Rechtsprechung unter BerÃ¼cksichtigung des Interesses an der den fraglichen LÃ¤rm verursachenden TÃ¤tigkeit nicht vollstÃ¤ndig untersagt, sondern bloss einschrÃ¤nkenden Massnahmen unterworfen. Es gelte eine InteressenabwÃ¤gung vorzu­nehmen zwischen dem RuhebedÃ¼rfnis der BevÃ¶lkerung und dem Interesse an der lÃ¤rmverur­sach­en­den TÃ¤tigkeit. FÃ¼r das vorliegend streitige KirchenglockengelÃ¤ut sei der Polizeiverordnung nichts zu entnehmen. DemgemÃ¤ss verletze der vorinstanzliche Entscheid, wonach ein FrÃ¼h­gelÃ¤ut um 06.00 Uhr sachlich gerechtfertigt sei, von vornherein nicht die kom­­munale Polizeiverordnung. Die Tradition des FrÃ¼hgelÃ¤utes liege nicht im genauen Zeit­punkt des LÃ¤utens, sondern vielmehr im Charakter als FrÃ¼hgelÃ¤ut begrÃ¼ndet. Es bilde einen festen Bestandteil des tÃ¤glichen Geschehens und zwar, wie der Name "FrÃ¼hlÃ¤uten" bereits sage, als morgendlicher Auftakt und als Zeichen fÃ¼r den Beginn eines neuen Tages. Seinen Zweck, zur Besinnung oder zum Gebet aufzurufen oder ganz allgemein den Tag einzulÃ¤uten, kÃ¶nne das FrÃ¼hgelÃ¤ut nur dann erfÃ¼llen, wenn es vor dem Zeitpunkt erfolge, da ein Grossteil der BevÃ¶lkerung sich zur Arbeit begebe oder diese bereits aufgenommen habe. In vergangenen Zeiten habe insbesondere in lÃ¤ndlichen Gebieten das Tagewerk bekanntlich frÃ¼her begonnen, und die von der Kirchgemeinde vorgenommenen Verschiebungen des LÃ¤utezeitpunkts seien als BerÃ¼cksichtigung der verÃ¤nderten TagesablÃ¤ufe zu verstehen. Es liege kein Ermes­sensfehler der Vorinstanz vor, wenn diese fÃ¼r den Gemeindebann von X keinen Anlass fÃ¼r die Anordnung einer erneuten Verschiebung gesehen habe und insbesondere nicht von einer VerlÃ¤ngerung der Nachtruhe ausgegangen sei, welches ein spÃ¤teres Ansetzen des LÃ¤utens rechtfertige. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 17. Mai 2001 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, den Entscheid der Baurekurskommission III vom 18. April 2001 sowie den Ent­scheid des Gemeinderates X vom 10. Juli 2000 aufzuheben und das fÃ¼nfminÃ¼tige FrÃ¼hgelÃ¤ut der reformierten Kirche X von 06.00 Uhr auf 07.00 Uhr, event­ualiter lediglich am Samstag, zu verschieben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Die Baurekurskommission III, die evangelisch-refor­mierte Kirchgemeinde X sowie der Gemeinderat X beantragten Abweisung der Beschwerde. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in den Rechtsschriften werden - soweit rechtserheblich - in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wiedergegeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht hat sich schon verschiedentlich mit den Fragen der <br/> LÃ¤rm­­­immissionen eines KirchengelÃ¤utes auseinandergesetzt, so letztmals mit Urteil vom 29. Jan­uar 1999 (VB.98.00310) betreffend die Gemeinde Bubikon. Es hat mit jenem Entscheid eine Beschwerde abgewiesen, mit welcher die Verschiebung des FrÃ¼hgelÃ¤utes der reformier­ten Kirche Bubikon von 06.00 Uhr auf 07.00 Uhr verlangt wurde. Eine hiergegen gerichtete Verwaltungsgerichtsbeschwerde hat das Bundesgericht am 7. Juni 2000 (BGE 126 II 366 = URP 2000, S. 795) abgewiesen. DemgegenÃ¼ber wurde in einem frÃ¼heren Entscheid des Ver­waltungsgerichts vom 30. August 1995 betreffend die Gemeinde Z entschieden, aufgrund der erheblichen StÃ¶rung im Wohlbefinden der Nachbarn sei das FrÃ¼hge­lÃ¤ute im Einklang mit der kommunalen Polizeiverordnung, die die LÃ¤rmerzeugung vor 07.00 Uhr untersage, auf diesen Zeitpunkt zu verschieben (RB 1995 Nr. 93 = URP 1996, S. 668). Zu den auch im vorliegenden Fall wesentlichen Rechtsfragen hat das Verwaltungs­gericht <br/> Folgendes erwogen: <br/> <br/> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"3. b) (...) Liegen ‑ wie fÃ¼r den hier zu beurteilenden LÃ¤rm von Kirchenglocken ‑ keine Immissionsgrenzwerte vor, so hat die VollzugsbehÃ¶rde die LÃ¤rmimmissionen kraft Art. 40 Abs. 3 LSV nach Art. 15 USG zu beurteilen. Das bedeutet vorliegend, dass der Kirchturm zu sanieren ist, wenn nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung das KirchengelÃ¤ut wesentlich dazu beitrÃ¤gt, die BevÃ¶lkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich zu stÃ¶ren. Wann diese Grenze Ã¼berschritten ist, hat sich aus einer Interessen- bzw. GÃ¼terabwÃ¤gung zu ergeben. Sie ist indessen generell unterhalb jener Erheblichkeitsgrenze festzulegen, die sich aus der objektivierten LÃ¤rm­emp­findlichkeit des durchschnittlich empfindlichen Menschen ergibt (ZÃ¤ch in: Kom­men­tar zum USG, Art. 15 N. 15; Schrade in: Kommentar zum USG, Art. 13 N. 19). Dabei darf nicht nur auf die wissenschaftlich exakt ermittel­bare StÃ¤rke des Schalls abgestellt wer­den, sondern ist auch die subjektive Komponente, nÃ¤mlich die IntensitÃ¤t der LÃ¤rmstÃ¶rung, wie sie von den Betroffenen empfunden wird, zu berÃ¼cksichtigen. Da fÃ¼r die hier zu beur­tei­len­de Art von LÃ¤rmimmissionen diesbezÃ¼glich nicht auf BevÃ¶lkerungsumfragen (so­zio­psychologische Untersuchungen) abgestellt werden kann, muss auf die allgemeine Le­bens­erfahrung zurÃ¼ckgegriffen werden (ZBl 90, 504). Bei der Beurteilung der Erheb­lich­keit von LÃ¤rmstÃ¶rungen und damit bei der Festlegung von LÃ¤rmimmissions­grenzwer­ten ist schliesslich nach der Art des LÃ¤rms, der Einwirkungszeit (Tag oder Nacht), der Art der Nutzungszone und der LÃ¤rmvorbelastung zu differenzieren (ZÃ¤ch, a.a.O., Art. 15 N. 18). </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>c) Soweit sich der materielle Gehalt der kantonalrechtlichen Vorschriften Ã¼ber den Umweltschutz mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit geht als dieses, verliert das kantonale Recht seine selbstÃ¤ndige Bedeutung; es behÃ¤lt sie dort, wo es die bundesrechtli­chen Vorschriften ergÃ¤nzt oder, soweit Ã¼berhaupt erlaubt, verschÃ¤rft (BGE 113 Ib 399, 114 Ib 220). Dasselbe muss auch fÃ¼r das kommunale Recht gelten.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4. a) (...)</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>b) (...) Die Sanierung hat so weit zu erfolgen, als dies technisch und betrieblich mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist; die Immissionsgrenzwerte dÃ¼rfen dabei auf keinen Fall Ã¼berschritten werden (Art. 13 Abs. 2 LSV). Stehen keine Ã¼berwiegenden Interessen entgegen, so ist den Massnahmen, welche die LÃ¤rmerzeugung verhindern oder verringern, gegenÃ¼ber den Massnahmen, die lediglich die LÃ¤rmausbreitung verhindern oder verringern, der Vorzug zu geben (Art. 13 Abs. 3 LSV).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>aa) Am FrÃ¼hgelÃ¤ut als traditionellem Bestandteil des tÃ¤glichen Geschehens besteht einerseits ein Ã¼berwiegendes Interesse im Sinn von Art. 13 Abs. 3 LSV, so dass Massnah­men zur gÃ¤nzlichen LÃ¤rmverhinderung hier nicht in Frage kommen. Anderseits kÃ¶nnen seine LÃ¤rm­aus­wirkungen gemÃ¤ss dem akustischen Bericht des IngenieurbÃ¼ros C AG vom 23. Januar 1990 infolge der besonderen Lage des Glo­cken­turms zur Wohnung der BeschwerdefÃ¼hrerin durch technische Massnahmen am Turm nicht auf ein ertrÃ¤gliches Mass reduziert werden. Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint vorliegend der Erlass von Betriebsvorschriften, mithin die Ãnderung der LÃ¤ut­ordnung als unum­gÃ¤ng­liche und geeignete Sanierungsmassnahme (Art. 12 Abs. 1 lit. c USG).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>bb) (...) </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>cc) Ziel der anzuordnenden Ãnderung der LÃ¤utordnung muss es sein, un­ter Be­rÃ¼cksichtigung der religiÃ¶sen Bedeutung des FrÃ¼h‑ bzw. Bet­zeitlÃ¤utens die festgestellte erhebliche StÃ¶rung im Wohlbefinden eines Teils der BevÃ¶lkerung zu beseitigen. Zu diesem Zweck ist mittels einer AbwÃ¤gung der sich gegenÃ¼berstehenden Interessen der Zeitpunkt festzustellen, in welchem der Grossteil der Einwohnerschaft von Z den Tag bereits begonnen hat oder jedenfalls nicht mehr in seinem Schlaf gestÃ¶rt wird, die Funktion des FrÃ¼hgelÃ¤uts als morgendlicher Auftakt und Aufruf zur Besinnung indessen gleichwohl ge­wahrt bleibt. Nachdem bei der Festlegung dieses Zeitpunkts massgeblich auf die konkre­ten Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse abzustellen ist, kommt dem Gemeinderat Z zweifellos ein ge­wisser Beurteilungs‑ und Ermessens­­­­spielraum zu, welchen die RechtsmittelbehÃ¶rden zu beachten haben. Das bedeutet aber nicht, dass der Gemeinderat bei der AusÃ¼bung dieses Ermessens vÃ¶llig frei wÃ¤re. Vielmehr hat er sich dabei an das Will­kÃ¼rverbot, das Gebot der rechtsgleichen Behandlung und das Ver­hÃ¤ltnismÃ¤ssig­keits­prinzip zu halten (KÃ¶lz, Kom­mentar zum Verwaltungs­rechtspflege­gesetz des Kantons ZÃ¼rich, 1978, § 50 N. 30 und 34).</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Der Gemeinderat Z hat mit seinem Beschluss vom 5. Februar 1990 das FrÃ¼hge­lÃ¤ut zunÃ¤chst gestÃ¼tzt auf die eidgenÃ¶ssische LÃ¤rm­schutz‑Ve­r­­ordnung ausnahmslos auf 07.00 Uhr verschoben. Am 29. No­vember 1993 hat er diesen Beschluss ohne BegrÃ¼ndung, son­dern lediglich gestÃ¼tzt auf einen Kompromissvorschlag der refor­mier­ten Kirchge­mein­de Z vom 23. November 1993 abgeÃ¤ndert und das FrÃ¼h­gelÃ¤ut werktags wieder auf 06.30 (Winterzeit) bzw. 06.00 (Som­merzeit) vorverlegt. Die LÃ¤rmschutz‑Verordnung des Bundesrats ent­hÃ¤lt keine allgemeine Regelung darÃ¼ber, bis zu welcher bzw. ab welcher Tageszeit in die Ãffentlichkeit wirkender LÃ¤rm gestattet sei. Aus dem Nachtflugverbot kann die BeschwerdefÃ¼hrerin nichts zu ihren Gunsten ableiten, da dieses die Einstellung des Flugverkehrs bis lediglich um 05.00 Uhr (FlugplanmÃ¤ssige Landungen des Linienver­kehrs) bzw. 06.00 Uhr ver­langt (FlugplanmÃ¤ssige AbflÃ¼ge des Linien­verkehrs; vgl. §§ 2, 5 und 6 des Anhangs 1 zum Betriebsreglement fÃ¼r den Flughafen ZÃ¼rich vom 19. August 1992). Hingegen weist die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht auf die Polizeiverordnung der Gemeinde Z hin, welche fÃ¼r verschiedenste LÃ¤rmarten Betriebsvorschriften enthÃ¤lt. GemÃ¤ss den Art. 42 ‑ 58 PVO ist die Erzeugung sÃ¤mtlicher darin behandelter Arten von LÃ¤rm bis mindestens 07.00 Uhr verboten, insbesondere soweit dadurch Drittpersonen be­lÃ¤stigt werden kÃ¶nnen. Damit hat der Gemeinderat von Z in eigener Kompetenz und unter BerÃ¼cksichtigung der auch fÃ¼r den vorliegenden Fall massgeblichen Ã¶rtlichen Ver­hÃ¤lt­nisse festgelegt, bis wann am Morgen in der Gemeinde Z vermeid­barer LÃ¤rm zu unterlassen sei. Diesen Bestimmungen kommt insoweit eigenstÃ¤ndige Bedeutung zu, da es sich bei den festgesetzten Zeiten um ergÃ¤nzende bzw. ausfÃ¼hrende Anordnungen zum Um­welt­schutzge­setz und zur LÃ¤rmschutzverordnung han­delt. Zwar enthÃ¤lt die Polizeiver­­ordnung weder Vorschriften, welche sich konkret auf die LÃ¤rmerzeugung durch Kirchenge­lÃ¤ut beziehen, noch kann das KirchengelÃ¤ut direkt unter eine der erwÃ¤hnten Bestimmungen subsumiert werden. Gleichwohl ist der in den erwÃ¤hnten Vorschriften fÃ¼r sÃ¤mtliche LÃ¤rm­ar­ten vorgeschriebene frÃ¼heste Zeitpunkt fÃ¼r lÃ¤rmige TÃ¤tigkeiten bei der Festlegung des frÃ¼hesten Zeitpunkts des FrÃ¼hgelÃ¤uts zu berÃ¼cksichtigen, zumal auch dieses eine StÃ¶­rung des Wohlbefindens der Anwohner bewirken kann. Wollte man den Zeit­punkt fÃ¼r das FrÃ¼h­ge­lÃ¤ut frÃ¼her ansetzen, mÃ¼ssten jedenfalls Ã¼berzeugende sachliche GrÃ¼nde fÃ¼r ein Ab­wei­chen von den fÃ¼r die Ã¼brigen LÃ¤rmarten massgebenden Gemeindevorschriften vor­liegen. Solche GrÃ¼nde werden jedoch weder von den Vorinstanzen noch von der evan­ge­lisch‑re­formier­ten Kirche angefÃ¼hrt und sind auch nicht ersicht­lich. Wohl trifft es zu, dass dem GlockengelÃ¤ut im allgemeinen eine be­sondere Einstellung entgegengebracht wird, welche mit etwas Bewe­gendem, Feierlichem verbun­den ist. Zudem ist zu berÃ¼cksichtigen, dass das FrÃ¼hgelÃ¤ut zum festen Bestandteil des tÃ¤glichen Geschehens gehÃ¶rt und es des­halb einer ge­wis­sen Erwartungshaltung ‑ zumindest der glÃ¤ubigen BevÃ¶lkerung â ent­­spricht. Es ist hingegen nicht einzusehen, weshalb das FrÃ¼hgelÃ¤ut seine Funktion nicht mehr erfÃ¼llen kÃ¶n­nen sollte, wenn es statt um 06.30 Uhr erst um 07.00 Uhr stattfinden wÃ¼rde. Um die GlÃ¤ubigen an ihren Glauben zu mahnen und den Tag besinnlich einzulÃ¤uten ist es jeden­falls nicht notwendig, das FrÃ¼hgelÃ¤ute unmittelbar nach einer hypothetisch an­genom­me­nen, durchschnittlichen Tagwache der Dorf­bevÃ¶lkerung anzusetzen, wie dies die evan­ge­lisch‑reformierte Kirche sinngemÃ¤ss geltend macht. Aufgrund der heutigen Lebensgewohnheiten und des heutigen Arbeitsrhythmus erreicht die mit dem FrÃ¼h­ge­lÃ¤ut verbundene Botschaft diejenigen, welche sie hÃ¶ren wollen, auch um 07.00 Uhr noch zu einer sinnvollen Zeit. Soviel RÃ¼cksichtnahme auf die verÃ¤nderten UmstÃ¤nde der heu­ti­gen Zeit, welche auch in die LÃ¤rm­vor­schriften der Polizeiverordnung der Ge­meinde Z eingeflossen sind, und auf diejenigen Leute, welche das FrÃ¼hgelÃ¤ut als Be­lÃ¤stigung empfinden, ist der evangelisch‑reformierten Kirchgemeinde zuzumuten. Im­mer­hin ist daran zu erinnern, dass sie bei der AusÃ¼bung ihrer religiÃ¶­sen Praxis an die Schran­ken der Ã¶ffentlichen Ordnung gebunden ist. An dieser Beurteilung Ã¤ndert nichts, dass das GelÃ¤ute des Kirchturms im MÃ¤rz 1995 einer Revision unterzogen worden ist und seither weich und harmonisch klingen soll. Wenn die Vorinstanzen daher ohne sachlichen Grund von den fÃ¼r die Ã¼brigen LÃ¤rmarten massgebenden LÃ¤rmvor­schriften der Polizeiverordnung der Gemeinde Z abgewichen sind und wenn die Bau­rekurs­kom­mis­sion I das FrÃ¼hgelÃ¤ut der evange­lisch‑refor­mier­ten Kirche Z auf 06.30 Uhr an­ge­setzt bzw. die entsprechende Fest­setzung durch den Gemeinderat Z bestÃ¤tigt hat, so liegt darin ein Verstoss gegen das WillkÃ¼rverbot und den Ver­hÃ¤lt­nis­mÃ¤s­sig­keits­grundsatz. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Soweit es um die auch im vorliegenden Verfahren massgebenden bundesrecht­lichen Umweltschutzbestimmungen sowie um die zu diesen Vorschriften entwickelten Grund­­­sÃ¤tze geht, kann auf die zitierten ErwÃ¤gungen des Verwaltungsgerichtsurteils vom 30. August 1995 verwiesen werden. FÃ¼r die Beurteilung der vom GelÃ¤ute der Kirchenglo­cken ausgehenden LÃ¤rmeinwirkungen fehlen auch heute Belastungsgrenzwerte. Insoweit ist im vorliegenden Fall die gleiche rechtliche Situation gegeben wie im Fall der Gemeinde Z. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die zitierten ErwÃ¤gungen stehen ohne weiteres im Einklang mit denjenigen im Ver­wal­tungsgerichtsentscheid vom 29. Januar 1999 (VB.98.00310) und jenen im Bundesgerichts­­entscheid vom am 7. Juni 2000 (BGE 126 II 366 = URP 2000, S. 795) betreffend die Gemeinde Bubikon, auch wenn in diesen Entscheiden letztlich das FrÃ¼hgelÃ¤ute um 06.00 Uhr als zulÃ¤ssig erachtet wurde. Diese Entscheide stÃ¼tzten sich massgeblich auf die kommunale Po­lizeiverordnung der Gemeinde Bubikon vom 1. April 1998, gemÃ¤ss der bis 06.00 Uhr jeder stÃ¶rende LÃ¤rm verboten ist. Ferner durfte angesichts der konkreten UmstÃ¤nde davon aus­gegan­gen werden, dass in der Gemeinde Bubikon das FrÃ¼hgelÃ¤ut der reformierten Kirche um 06.00 Uhr (noch) allgemein akzeptiert werde und dass an der Aufrechterhaltung dieser Tradition ein Ã¶ffentliches Interesse bestehe (BGE 126 II 366 E. 5b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet vorab ein, seit dem Entscheid betreffend die Kirche Bubikon hÃ¤tten sich wesentliche VerÃ¤nderungen ergeben. So sei ein neues Luftverkehrsabkommen der Schweiz mit Deutschland ausgehandelt worden, welches zu einer erheblichen Zunahme von Flugbewegungen Ã¼ber dem Gebiet des Kantons ZÃ¼rich fÃ¼hren werde. Von der neuen LÃ¤rmbelastung sei die Gemeinde X ganz besonders betroffen, da die zusÃ¤tzlichen Flugbewegungen mehrheitlich das Gebiet SÃ¼d/Ost des Flughafens betreffen wÃ¼rden. Aufgrund des zunehmenden FluglÃ¤rms sei das allgemeine Interesse an einer Vermeidung der Immissionen aus dem FrÃ¼hgelÃ¤ut grÃ¶sser geworden. Weiter sei am 1. August 2000 das neue Arbeitsgesetz in Kraft getreten, welches die Arbeitswelt nachhaltig verÃ¤ndere. Insbesondere wÃ¼rden die normalen Arbeitszeiten gegenÃ¼ber frÃ¼her ausgedehnt und beginne die bewilligungspflichtige Nachtarbeit neu erst ab 23.00 Uhr, statt wie bisher um 20.00 Uhr. Diese neue Rechtslage bringe ein erhÃ¶htes Ruhe­bedÃ¼rfnis der arbeitenden BevÃ¶lkerung in den Morgenstunden mit sich. Auch in Dienstleis­tungsbetrieben wie Banken und Versicherungen sei die Arbeit am Abend weit verbreitet. Com­puterfachleute wÃ¼rden oft nachts arbeiten, um die tagsÃ¼ber eingegebenen Daten zu ver­arbeiten und zu speichern. Weiter werde im Verkauf und in den SpitÃ¤lern regelmÃ¤ssig nachts gearbeitet. Nachtarbeit sei auch Ã¼blich, wo am Morgen BedÃ¼rfnisse der Konsumenten befriedigt werden mÃ¼ssten wie bei der Herstellung von Tageszeitungen, in den BÃ¤ckereien und selbst in grossen Foto­labors. Schliesslich sei am 1. Dezember 2000 im Kanton ZÃ¼rich das neue Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz vom 26. Juni 2000 in Kraft getreten. Neu dÃ¼rften die LÃ¤den der Detail­handelsbetriebe von Montag bis Samstag ohne jegliche zeitliche BeschrÃ¤nkung geÃ¶ffnet sein. Dies bedeute nicht nur lÃ¤ngere Arbeitszeiten fÃ¼r das Verkaufspersonal, es bedeute auch lÃ¤ngere Betriebsamkeit verbunden mit VerkehrslÃ¤rm. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Dazu ist zu sagen, dass das (neue) Luftverkehrsabkommen der Schweiz mit Deutschland vom Parlament noch nicht ratifiziert ist. Ob die Flugbewegungen Ã¼ber dem Gebiet des Kanton ZÃ¼rich zunehmen werden, ist angesichts der neuesten Ereignisse im zivilen Luftverkehr noch offen, ebenso die Frage, wie und auf welche Gebiete sich eine Zunahme lÃ¤rmmÃ¤ssig auswirken wÃ¼rde. Sodann ist nicht zu erkennen, inwiefern sich die Ãnderung des Arbeitsgesetzes und das neue Ruhetags- und LadenÃ¶ffnungsgesetz vom 26. Juni 2000 direkt in lÃ¤rmmÃ¤ssiger Hinsicht auf die Situation um die reformierte Kirche X auswirken soll. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zutreffend ist indessen, dass die Gemeinde X (im Gegensatz zum weniger lÃ¤rmbelasteten Bubikon) an einem Autobahnkreuz, mehreren stark befahrenen Eisenbahnlinien sowie an den Anflugschneisen des Flughafens Kloten und des MilitÃ¤rflugplatzes DÃ¼bendorf liegt. Insgesamt ist deshalb in X von einer erheblich grÃ¶sseren LÃ¤rmvorbelastung auszugehen als in Bubikon. Dem BeschwerdefÃ¼hrer ist sodann insoweit zuzustimmen, als die Lebensgewohnheiten und der Arbeitsrhythmus einem steten Wandel unterworfen sind. Diesen VerÃ¤nderungen wurde vorliegend bereits schon frÃ¼her Rechnung getragen, indem das FrÃ¼hgelÃ¤ut der Kirche X von 05.00 Uhr auf 06.00 Uhr verschoben wurde. <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) aa) FÃ¼r die Festlegung des frÃ¼hesten LÃ¤utzeitpunkts hat das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid vom 29. Januar 1999 (Bubikon) wie auch im zitierten Entscheid vom 30. Au­gust 1995 (Z; RB 1995 Nr. 93 = URP 1996, S. 668) entscheidendes Gewicht auf die Vorschriften der kommunalen LÃ¤rmschutz- bzw. Polizeiverordnung Ã¼ber die Dauer der Nachtruhe gelegt. Das Bundesgericht erachtet das Abstellen auf die Polizeiverordnung als zulÃ¤ssig, soweit es darum gehe, die Handhabung des den lokalen BehÃ¶rden zustehenden Beurteilungsspielraums bei der Auslegung und Anwendung des Umweltschutzgesetzes, ins­­besondere die zu ergreifenden Emissionsbegrenzungsmassnahmen, zu Ã¼berprÃ¼fen <br/> (BGE 126­ II 366 E. 4a). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>FÃ¼r den vorliegenden Streitfall enthÃ¤lt indessen die Polizeiverordnung der Gemeinde X vom 10. Januar 1972/2. MÃ¤rz 1981 (PolizeiV) keine generell die Nachtruhe zeitlich beschrÃ¤nkende Regelung. FÃ¼r bestimmte lÃ¤rmerzeugende TÃ¤tigkeiten, beispielsweise durch gewerbliche und industrielle Betriebe, durch das Baugewerbe, durch lÃ¤rmige Haus- und Gartenarbeiten usw. wird jedoch als frÃ¼hester Zeitpunkt 07.00 Uhr bzw. 08.00 Uhr festgesetzt. Sodann lÃ¤sst sich der Polizeiverordnung entnehmen, dass auch bestim­mte GerÃ¤usche, welche den eigentlichen Zweck einer bestimmten AktivitÃ¤t ausmachen, vor 07.00 Uhr nicht erlaubt sind. So verbietet Art. 46 PolizeiV namentlich das Singen, Musizieren und den Gebrauch von TonwiedergabegerÃ¤ten, Lautsprechern und dgl. im Freien in der Zeit von 22.00 Uhr bis 07.00 Uhr. Auch wenn die Polizeiverordnung keine auf das GlockengelÃ¤ut direkt anwendbare Bestimmung enthÃ¤lt, ergibt sich aus ihr gleichwohl zweifelsfrei, dass die Nachtruhe bis um 07.00 Uhr gelten soll und demzufolge jegliche stÃ¶rende GerÃ¤usche vor diesem Zeitpunkt grundsÃ¤tzlich zu unterbleiben haben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) BetriebseinschrÃ¤nkungen dÃ¼rfen grundsÃ¤tzlich nicht so weit gehen, dass sie den Zweck des Betriebs geradezu vereiteln, es sei denn, die Alarmwerte wÃ¼rden Ã¼berschritten, was hier aber nicht angenommen werden kann (Art. 14 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 LSV). Das FrÃ¼hgelÃ¤ut hat unter anderem den Zweck, den Tag einzulÃ¤uten und zur Besinnung oder zum Gebet zu rufen; diesen Zweck kÃ¶nnte es teilweise gar nicht erfÃ¼llen, wenn es erst erklingen dÃ¼rfte, wenn viele Leute bereits unterwegs zur Arbeit oder am Arbeitsort sind (BGE 126 II 366 E. 5a). Vorliegend vermag indessen angesichts der (von den von der Gemeinde Bubikon unterschiedlichen) UmstÃ¤nde das FrÃ¼hgelÃ¤ut auch noch um 07.00 Uhr seinen Zweck zu erfÃ¼llen. Es ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die Gemeinde X - anders als die Gemeinde Bubikon, die Ã¼berwiegend einen eher lÃ¤ndlichen Charakter aufweist - zum engeren Agglo­merationsgÃ¼rtel von ZÃ¼rich gehÃ¶rt und weitgehend stÃ¤dtisch geprÃ¤gt ist. Entgegen der Auffassung der Rekurskommission ist nicht anzunehmen, dass in einer Agglomerationsgemeinde der grÃ¶sste Teil der BevÃ¶lkerung um 07.00 Uhr sich bereits auf dem Weg zur Arbeit befinde oder diese bereits aufgenommen habe. In stÃ¤dtischen VerhÃ¤ltnissen, wo allgemein die Nachtruhe spÃ¤ter Einzug hÃ¤lt, wird von den meisten Bewohnern das FrÃ¼hgelÃ¤ut auch dann noch als morgendlicher Auftakt und als Zeichen fÃ¼r den Beginn eines neuen Tages verstanden, wenn es erst um 07.00 Uhr einsetzt (vgl. den zitierten Verwaltungsgerichtsentscheid E. 4b/cc, RB 1995 Nr. 93 = URP 1996, S. 668). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Umstand, dass an der Kirchgemeindeversammlung vom 28. Mai 2000 eine Mehr­heit (27 Stimmen gegen 10 Stimmen) eine Verschiebung des FrÃ¼hgelÃ¤uts auf 07.00 Uhr abgelehnt hat, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Jedenfalls kann aus dem Beschluss der Kirchgemeindeversammlung, welcher nur sehr wenige Einwohner beigewohnt haben, nicht geschlossen werden, das FrÃ¼hgelÃ¤ut um 06.00 Uhr werde allgemein akzeptiert. Vielmehr zeigt sich anhand der bereits frÃ¼her vorgenommenen Verschiebungen des Zeitpunkts des morgendlichen GlockengelÃ¤uts, dass allein im FrÃ¼hgelÃ¤ut als solchem und nicht im genauen Zeitpunkt des LÃ¤utens eine Tradition begrÃ¼ndet liegt. Hinzu kommt, dass die Kirch­gemeindeversammlung fÃ¼r Fragen des LÃ¤rmschutzes ohnehin nicht zustÃ¤ndig ist. Von Bedeutung ist hingegen, dass der Gemeinderat selbst einer Verschiebung des FrÃ¼hgelÃ¤uts auf 07.00 Uhr ursprÃ¼nglich positiv gegenÃ¼ber stand und der Kirchgemeinde einen entsprechenden Antrag unterbreitete (Gemeinderatsprotokoll vom 17. April 2000).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Zusammenfassend ergibt sich aufgrund einer InteressenabwÃ¤gung zwischen dem RuhebedÃ¼rfnis der BevÃ¶lkerung und dem Interesse an der lÃ¤rmverursachenden TÃ¤tigkeit des FrÃ¼hgelÃ¤uts, dass in Gutheissung der Beschwerde die angefochtenen Entscheide der Baurekurskommission III vom 18. April 2001 sowie des Gemeinderats X vom 10. Juli 2000 aufzuheben sind und der Gemeinderat X einzuladen ist, das FrÃ¼hgelÃ¤ut auf 07.00 Uhr anzusetzen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommission III vom 18. April 2001 und der Beschluss des Gemeinderats X vom 10. Juli 2000 werden aufgehoben. Der Gemeinderat X wird eingeladen, das FrÃ¼hgelÃ¤ut auf 07.00 Uhr anzusetzen.<br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>