<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 1 S.25</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</span> <span class="page_no">25</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Schuldbetreibungs- und Konkursrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>1</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 172 Ziff. 3 SchKG. Abweisung des Konkursbegehrens zufolge Zah-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>lung.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Die Abweisung des Konkursbegehrens zufolge Zahlung der Schuld,</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Zinsen und Kosten inbegriffen, gemäss Art. 172 Ziff. 3 SchKG setzt</b></span><br/> <span class="ft3"><b>voraus, dass auch die Parteientschädigung der Klagepartei, sofern eine</b></span><br/> <span class="ft3"><b>solche verlangt wurde, bezahlt ist.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 21. Januar 2008</span><br/> <span class="ft4">i.S. M.D. gegen D.M.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <br/> <span class="ft6">1.1. Gemäss Art. 172 Ziff. 3 SchKG weist das Gericht das</span><br/> <span class="ft6">Konkursbegehren ab, wenn der Schuldner durch Urkunden beweist,</span><br/> <span class="ft6">dass die Schuld, Zinsen und Kosten inbegriffen, getilgt ist oder dass</span><br/> <span class="ft6">der Gläubiger ihm Stundung gewährt hat. Die Kosten sind die Be-</span><br/> <span class="ft6">treibungskosten gemäss Art. 68 SchKG, zu welchen auch die Partei-</span><br/> <span class="ft6">kosten des Konkursverfahrens zählen (Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft6">5A_86/2007 vom 3. September 2007 E. 2.3).</span><br/> <span class="ft6">1.2. Gemäss Vorinstanz betrug die per 25. Oktober 2007 berech-</span><br/> <span class="ft6">nete Konkursforderung samt Zinsen und Kosten Fr. 3'413.75. Diesen</span><br/> <span class="ft6">Betrag überwies die Beklagte dem Kläger am 25. Oktober 2007, wo-</span><br/> <span class="ft6">rauf die Vorinstanz die Konkurssache als durch Zahlung erledigt von</span><br/> <span class="ft6">der Kontrolle abschrieb. Dies ist in zweierlei Hinsicht nicht richtig.</span><br/> <span class="ft6">Zum einen hätte sie das Konkursbegehren abweisen und nicht das</span><br/> <span class="ft6">Verfahren als durch Zahlung erledigt von der Kontrolle abschreiben</span><br/> <span class="ft6">müssen. Zum andern hat sie bei der Berechnung der von der Be-</span><br/> <span class="ft6">klagten zu zahlenden Konkursforderung die Parteientschädigung des</span><br/> <span class="ft6">Klägers nicht berücksichtigt, obwohl dieser im Konkurseröffnungs-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Obergericht</span> <span class="page_no">26</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">gesuch ausdrücklich eine solche verlangt hatte. Damit verletzte sie</span><br/> <span class="ft6">Art. 172 Ziff. 3 SchKG, weil sie das Konkursbegehren des Klägers</span><br/> <span class="ft6">als durch Zahlung erledigt von der Kontrolle abschrieb, bevor die</span><br/> <span class="ft6">Beklagte die Parteientschädigung des Klägers für das Konkurseröff-</span><br/> <span class="ft6">nungsverfahren bezahlt hatte (Urteil des Bundesgerichts 5A_86/2007</span><br/> <span class="ft6">vom 3. September 2007 E. 2.6).</span><br/> <span class="ft6">1.3. Die angefochtene Verfügung wäre daher aufzuheben und</span><br/> <span class="ft6">die Sache an die Vorinstanz zwecks Festlegung der im Konkursver-</span><br/> <span class="ft6">fahren aufgelaufenen Parteikosten des Klägers und allfälliger Kon-</span><br/> <span class="ft6">kurseröffnung bei Nichtleistung der Parteientschädigung durch die</span><br/> <span class="ft6">Beklagte innert Frist zurückzuweisen (Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft6">5A_86/2007 vom 3. September 2007 E. 2.6). Indessen beantragte der</span><br/> <span class="ft6">Kläger dies lediglich eventualiter, d.h. für den Fall, dass sein Haupt-</span><br/> <span class="ft6">begehren abgewiesen wird. Dieses lautet auf Ergänzung der ange-</span><br/> <span class="ft6">fochtenen Verfügung durch eine Dispositiv-Ziffer, mit welchem ihm</span><br/> <span class="ft6">eine Parteientschädigung von mindestens Fr. 1'200.-- zugesprochen</span><br/> <span class="ft6">wird.</span></div> </div> </body> </html>