Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 22. November 2016 (400 16 265) ___________________________________________________________________ Zivilprozessrecht / Zivilgesetzbuch Absetzung eines Willensvollstreckers: sachliche Zuständigkeit des Gerichts oder der Aufsichtsbehörde? Vorliegen einer passiven notwendigen Streitgenossenschaft bzw. Sachlegitimation bei einer Absetzungsklage (Ungültigkeitsklage) gemäss Art. 519 ZGB Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A.____ vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Peter Reetz, Obere Wiltisgasse 52, Postfach 441, 8700 Küsnacht ZH, Kläger und Berufungskläger gegen B.____ vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian Hochstrasser, Elisabe- thenstrasse 30, Postfach 632, 4010 Basel, Beklagter Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen A. Am TT.MM.JJJJ ist C.____ an ihrem letzten Wohnort in X.____ BL verstorben. Im Erbver- trag vom 14. Dezember 2011, welcher zwischen der ge nannten Erblasserin und ihren drei Kin- dern (A.____, D.____ und E.____) geschlossen wurde, sowie in ihrem Testament vom 27. Mai 2014 hatte die Erblasserin B.____ und F.____ als Wi llensvollstrecker eingesetzt. Im Juli des vergangenen Jahres leitete A.____ ein Schlichtungsv erfahren gegen den Willensvollstrecker B.____ sowie seine beiden Geschwister und Miterben ein, welches jedoch ergebnislos endete. Dem Gesuchskläger wurde dementsprechend die Klagebe willigung ausgestellt. In der Folge Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichte A.____ beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft We st am 4. Januar 2016 eine Klage ge- gen den Willensvollstrecker B.____ allein ein. Nebst de m Hauptbegehren um Absetzung des Willensvollstreckers und Rechenschaftsablegung durch denselben beantragte A.____ (Gesuch- steller und Berufungskläger im vorstehenden Verfahren) d en Erlass einer vorsorglichen Mass- nahme, indem er dem Zivilkreisgericht folgendes Rechtsbegehren unterbreitete: „Es sei der Beklagte im Sinne einer vorsorglichen Massnah me anzuweisen, seine Tätigkeit als Willensvollstrecker sofort einzustellen, ab sofort keiner lei Vermögensdispositionen mehr zulas- ten des Nachlasses zu tätigen oder Ausgaben zu veranlassen und ab sofort keine Honorarbe- züge zulasten des Nachlasses der Erblasserin mehr zu tätigen.“ B. Nach eingeholter Stellungnahme des gesuchsbeklagten W illensvollstreckers erkannte der Zivilkreisgerichtspräsident mit Entscheid vom 1. Juli 2016 auf Nichteintreten auf das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen mangels sachlicher Zuständigke it. Zusammengefasst wurde zur Begründung angeführt, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Frage der Zuständigkeit zur Absetzung eines Willensvollstreckers zwischen ursprünglich vorliegenden und später auftretenden Absetzungsgründen zu unterscheiden se i. Ursprünglich vorliegende Grün- de würden einen Ungültigkeitsgrund betreffend die le tztwillige Einsetzung des Willensvoll- streckers darstellen und es sei der ordentliche Zivilprozess zu bestreiten. Liege jedoch ein spä- ter auftretender Absetzungsgrund vor, sei dieser im Beschwerdeverfahren vor der Aufsichtsbe- hörde geltend zu machen. In seinem Gesuch beziehe sich d er Gesuchsteller auf einen nach dem Tod der Erblasserin eingetretenen Grund. Erst ab dem Zeitpunkt der Niederlegung der Mandate durch den Gesuchsbeklagten habe sich der Gesuchst eller mit der von der Erblasserin vorgenommenen Bestimmung der laut Ansicht des Gesuchstel lers paritätisch tätig zu werden- den Willensvollstrecker nicht mehr einverstanden erklären kö nnen. Es lägen keine ursprüngli- chen Gründe für eine Absetzung vor. Sondern als Grund für die Absetzung werde vom Gesuch- steller die von der Erblasserin angeblich festgelegte, aber heute nicht mehr bestehende paritäti- sche Ausübung des Willensvollstreckermandates durch den Wi llensvollstrecker genannt. Der Gesuchsteller habe zwar vereinzelt auch ausgeführt, dass si ch der Gesuchsbeklagte aufgrund seiner früheren Tätigkeit als lnteressenvertreter des G esuchstellers und aufgrund seiner Tätig- keit als Steuerberater für den Gesuchsteller und für E. ____ in einem institutionellen und somit unlösbaren lnteressenkonflikt befinde, welcher bereit s im Zeitpunkt der Einsetzung als Willens- vollstrecker durch die Erblasserin bestanden habe. Die Erb lasserin habe zudem von diesem lnteressenkonflikt gewusst. Als Grund für die Absetzung ve rweise der Gesuchsteller dann aber wiederum darauf, dass aufgrund des Verhaltens des Gesuch sbeklagten im Dezember 2014 keine paritätische Willensvollstreckung mehr möglich sei u nd nicht nur F.____, sondern nun auch der Gesuchsbeklagte nicht (mehr) die lnteressen des Gesuchstellers vertreten würde. Ge- gen die von der Erblasserin angeblich ursprünglich vorgese hene paritätische Willensvoll- streckung wende der Gesuchsteller grundsätzlich nichts ein, erst aufgrund der späteren Vorfälle und somit nicht aufgrund von ursprünglichen Gründen bean trage er 1,5 Jahre später die Ab- setzung des Gesuchsbeklagten. Zur Beurteilung der beantr agten Absetzung des Gesuchsbe- klagten als Willensvollstrecker sei aufgrund der erst nach dem Tod der Erblasserin auftretenden Gründe aber die Aufsichtsbehörde zuständig. Demnach könne auf das Gesuch nicht eingetre- ten werden. Und selbst wenn auf das Begehren um Erlass vorsorglicher Massnahmen einzutre- ten wäre, wäre dieses abzuweisen. Obwohl eine erbrecht liche Ungültigkeitsklage nach herr- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht schender Lehre und Rechtsprechung grundsätzlich lediglich sog. inter partes Wirkung zeitige, müssten ausnahmsweise in Fällen, in welchen eine unteil bare Einheit von der Ungültigkeit be- troffen sei, sämtliche aus der fraglichen letztwillig en Verfügung Begünstigten ins Recht gefasst werden. Da es der Gesuchsteller jedoch unterlassen habe, das Gesuch um vorsorgliche Mass- nahmen auch gegen seine Geschwister zu richten, wäre dasse lbe zufolge fehlender Sachlegi- timation des Willensvollstreckers allein ohnehin abzuweisen gewesen. C. Mit Eingabe vom 18. Juli 2016 reicht der Gesuchsteller gegen den zivilkreisgerichtlichen Nichteintretensentscheid vom 1. Juli 2016 beim Kantonsge richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Berufung ein und stellt dabei die folgenden Rechtsbegehren: 1. Es sei die Dispositiv-Ziffer 1 des Entscheids des Gerich tspräsidenten des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft West vom 1. Juli 2016 aufzuheben un d es sei dem Antrag des Klägers in der Klage vom 4. Januar 2016 (darin Rechtsbe gehren Ziff. 4) in Bezug auf den Erlass der vorsorglichen Massnahme stattzugeben. 2. Es sei die Dispositiv-Ziffer 4 des Entscheids des Gerich tspräsidenten des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft West vom 1. Juli 2016 aufzuheben un d sie sei wie folgt neu zu fassen: „Die Gerichtsgebühr von CHF 10‘000.00 wird dem Beklag ten auferlegt. Der Beklagte hat dem Kläger eine Parteientschädigung für das erstinstanzl iche Verfahren in der Höhe von CHF 37‘394.15 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen.“ 3. Eventualiter seien die Dispositiv-Ziffern 1 und 4 d es Entscheids des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West vom 1. Juli 201 6 aufzuheben und die Sache sei diesbezüglich zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 8% M WSt auf der Prozessentschädigung zu Lasten des Beklagten. Zudem stellt er in prozessualer Hinsicht diverse Anträg e (Beizug der Akten der Vorinstanz, Ein- vernahme diverser Personen als Zeugen und Parteibefragu ng des Berufungsklägers evtl. im Rahmen einer Beweisaussage). Zur Begründung führt der Berufungskläger im Wesentlich an, was folgt: Entgegen der Ansicht der Vorinstanz berufe er sich nicht auf nachträgliche Ungültigkeitsgründe, sondern mache einen ursprünglichen Ungültigkeitsgrund geltend. Dabei handl e es sich um einen Willensmangel der Erblasserin (Irrtum im Motiv). Sie habe über zukünftig e Ereignisse geirrt, weil sie die Situation nach der Einsetzung der beiden Willensvollstrecker so, wi e sie sich heute präsentiere, nicht habe voraussehen können resp. einen anderen Verlauf als sicher habe annehmen können. Ins- besondere habe die Erblasserin gewusst, dass sowohl beim Berufungsbeklagten als auch bei F.____ jeweils separate Interessenskonflikte vorliegen wür den, welche sie bewusst für ihre Lösung der paritätisch auszuübenden Willensvollstreckung ha be zu verwenden gewusst. Die Vorinstanz habe zwar zutreffend festgehalten, dass die Abs etzung eines Willensvollstreckers Gegenstand einer Ungültigkeitsklage nach Art. 519 ff. Z GB sein könne, sofern ein ursprüngli- cher Ungültigkeitsgrund vorliege. Ein solcher Ungültig keitsgrund, welcher dem Zivilrichter und nicht der Aufsichtsbehörde zu unterbreiten sei, sei insbe sondere dann gegeben, wenn eine Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht durch den Erblasser geschaffene oder eine ihm bekannte un d tolerierte Interessenkollision des Willensvollstreckers vorliege. Das Zivilkreisgericht habe jed och verkannt, dass genau ein solcher Fall zur Beurteilung vorliege, für welchen das G ericht und nicht die Aufsichtsbehörde sachlich zuständig sei. Zur verneinten Sach- resp. Passivleg itimation habe sich die Vorinstanz auf den Standpunkt gestellt, dass in Bezug auf die vorl iegende Streitsache die Rechtsprechung zur „unteilbaren Einheit“ zur Anwendung gelange und d ass deswegen und auch in Bezug auf die Wahrung des rechtlichen Gehörs der übrigen erbrecht lich Bedachten eine notwendige pas- sive Streitgenossenschaft vorliegen würde. Der Berufungskläger sei hingegen der Ansicht, dass vorliegend (d.h. bei Ungültigkeitsklagen auf Absetzung vo n Willensvollstreckern) in Bezug auf die anderen Erben und Vermächtnisnehmer keine notwendi ge passive Streitgenossenschaft vorliege, weil die anderen Erben und Vermächtnisnehme r bei Ungültigkeitsklagen nur in ihren sekundären und nicht in ihren vermögensrechtlichen Ansprüchen tangiert seien und ihnen dem- zufolge weder - objektiv betrachtet - Parteistellung zuko mme noch ein Anspruch auf rechtliches Gehör bestehe. Der Kläger habe bereits vor der Vorinst anz dargelegt, dass resp. weswegen es nicht notwendig gewesen sei, seine Miterben und Geschwi ster in das Verfahren betreffend Ab- setzung des Beklagten als Willensvollstrecker einzubeziehen. Unter den Parteien bestehe Einigkeit darüber, dass die Passivlegitimation des Will ensvollstreckers im Rahmen der vom Kläger erhobenen Ungültigkeitsklage grundsätzlich vorlie ge und dass im Rahmen einer Ungül- tigkeitsklage keine notwendige Streitgenossenschaft vorlieg e, weil die Ungültigkeitsklage keine erga omnes-Wirkung, sondern (grundsätzlich) nur eine rel ative Wirkung (sog. inter partes- Wirkung) entfalte. Weiter treffe es zu, dass bei einer Ungültigkeitsklage ausnahmsweise vom Vorliegen einer notwendigen Streitgenossenschaft ausg egangen werden müsse, soweit eine „unteilbare Einheit“ in Bezug auf den Gegenstand der angefochtenen Verfügung von Todes wegen vorliege. Umstritten sei nicht nur unter den Par teien, sondern auch in der Lehre, ob die Rechtsprechung der unteilbaren Einheit auch auf Ungü ltigkeitsklagen betreffend Absetzung eines Willensvollstreckers anzuwenden sei. In seiner dem nächst erscheinenden Monographie (Habilitation) plädiere Dr. Benedikt Seiler mit übe rzeugenden Argumenten dafür, dass in einem solchen Fall keine notwendige Streitgenossenschaft bestehe. Entgegen der Vorinstanz sei auch keine herrschende Lehre auszumachen, welche für eine Anwen dbarkeit der Rechtsprechung der „unteilbaren Einheit“ votiere. Vielmehr stütze s ich die Vorinstanz genau genommen auf eine Lehrmeinung ab, diejenige von Prof. Thomas Sutter-Somm und von Dr. Benedikt Seiler, welche jedoch veraltet sei resp. vom betreffenden Autor selber revidiert worden sei. D. Der Berufungsbeklagte beantragte in seiner Berufung santwort vom 11. August 2016 die Abweisung der Berufung, eventualiter sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, unter o/e-Kostenfolge zulasten des Berufungsklägers. Die prozessualen Anträge der Gegensei- te seien zudem abzuweisen. Zur Begründung führte er zusa mmenfassend an, die Vorinstanz habe ihr Urteil gestützt auf eine in jeder Hinsicht sorg fältige Analyse des Sachverhalts und der Rechtslage gefällt. Der Berufungsbeklagte störte sich zudem daran, dass der Berufungskläger der Vorinstanz und teilweise auch dem Berufungsbeklagte n wiederholt und zweifelsfrei mit Ab- sicht Aussagen unterstellt habe, welche diese so nicht ge macht hätten. Entschieden bestritten hat der Berufungsbeklagte sodann, dass die Erblasserin b ewusst eine paritätische Willensvoll- streckung habe einsetzen wollen. Eine solche Annahme ver biete sich bereits aufgrund des Wortlauts der entsprechenden testamentarischen Verfüg ung der Erblasserin, wo festgehalten Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei, dass die Herren B.____ und F.____ das Amt gemeins am ausüben sollten. Der Berufungs- kläger nenne einen Vorfall vom 4. Dezember 2014 als Gru nd für seine angeblichen „Erkennt- nisse“ im Zusammenhang mit der ebenso angeblichen paritätischen Willensvollstreckung, warte aber erstaunlicherweise bis zum 31. Dezember 2015, um eine Klage mit (drakonischen, das Endurteil de facto vorwegnehmenden) Massnahmebegehren einzureichen. Der vom Berufungs- kläger angerufene Vorfall sei kein „Seitenwechsel des zw eiten Willensvollstreckers“, sondern das Ergebnis ständiger Verunglimpfungen des Berufungsbeklagten durch den Berufungskläger: Der Berufungsbeklagte habe am 4. Dezember 2014 das Steuermandat für den Berufungskläger und die ihm gehörenden Gesellschaften niedergelegt. S teuermandate, welche mit der Willens- vollstreckung nicht das Geringste zu tun gehabt hätten. De r Berufungsbeklagte sei explizit als gemeinsamer Willensvollstrecker zusammen mit F.____ mandat iert worden. Er habe im Rah- men der Willensvollstreckung selbstverständlich nicht eine Seite zu vertreten gehabt und dem- zufolge auch keinen Seitenwechsel vornehmen können. Die Ereignisse im Dezember 2014 würden zum Vornherein nicht dazu taugen, eine Ungülti gkeit früherer testamentarischer Verfü- gungen von C.____ zu begründen. Die Behauptung, die Erblasserin habe über jeweils separate Interessenskonflikte bei den zwei Willensvollstreckern gewu sst und diese bewusst für ihre Lösung der paritätisch auszuübenden Willensvollstreckung verwendet, sei eine reine Erfindung. Damit sei der Ungültigkeitsklage jeglicher Boden entzoge n. Die Vorinstanz habe das richtig ge- sehen. Die böswilligen Unterstellungen würden allesamt Aspekte betreffen, welche Gegenstand einer Aufsichtsbeschwerde hätten sein müssen. Die Erblasserin sei bei der Einsetzung der bei- den Willensvollstrecker auch keinem Irrtum unterlegen. Im Gegenteil sei sie davon überzeugt gewesen, dass es den beiden Willensvollstreckern gelingen würde, ihren testamentarisch mani- festierten Willen zielführend umzusetzen. Im Bewusstsein darüber, dass eine Aufsichtsbe- schwerde aussichtslos gewesen wäre, weil den Willensvollstre ckern keine Verletzungen ihrer Pflichten vorgeworfen werden könnten, habe sich der Berufungskläger „die Mär von der paritäti- schen Willensvollstreckung“ ausgedacht, um daraus eine ur sprüngliche Ungültigkeit der Einset- zung der Willensvollstrecker ungeschehen zu machen. Die Vo rinstanz habe diese Absicht er- kannt und einen Nichteintretensentscheid gefällt, der zw eitinstanzlich zu bestätigen sei. Diese zusätzlichen Erwägungen im begründeten Entscheid der Vor instanz, welche im Falle des Ein- tretens auf das Gesuch des Klägers zu einer Abweisung des A ntrags auf Erlass vorsorglicher Massnahmen wegen fehlender Sachlegitimation geführt hätte, seien nicht Bestandteil des ange- fochtenen Entscheiddispositivs. Eine Berufung gegen blosse E ntscheidungsmotive sei hinge- gen ausgeschlossen, da diese an der Rechtskraft der Entscheidung keinen Anteil hätten. Indem der Berufungskläger in seiner Berufungsbegründung zahlre iche Ausführungen auch zur Sach- legitimation vortrage, beabsichtige er mutmasslich von d er Berufungsinstanz zu erfahren, wie diese zur Frage der Sachlegitimation stehe. Eine solche Stellungnahme hätte in Bezug auf das Hauptverfahren jedoch präjudizielle Wirkung, weshalb d as vorliegende Rechtsmittelverfahren zwingend auf die (sachliche) Zuständigkeit der Vorinstanz zu beschränken sei. In der Sache sei der klägerische Standpunkt zudem nicht haltbar. Die Vori nstanz habe sich auf mehrere publi- zierte, eigenständige Lehrmeinungen abgestützt, nach welchen bei einer Ungültigkeitsklage auf Absetzung eines Willensvollstreckers eine prozessrechtlich notw endige Streitgenossenschaft vorliege. Hinsichtlich des vom Rechtsvertreter des Berufungskl ägers behaupteten Meinungs- wechsels von Dr. Benedikt Seiler sei darauf hinzuweisen, dass es sich dabei immer noch um einen Entwurf und nicht um eine tatsächlich publiziert e Monographie handle, welche dazu noch Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht von einem langjährigen Freund des Rechtsvertreters des K lägers verfasst worden sei. Insge- samt seien zusammenfassend auch die vorinstanzlichen Erwägu ngen zur prozessrechtlich not- wendigen Streitgenossenschaft zu schützen. E. Mit Eingabe vom 29. August 2016 stellte der Berufungskläger ein Ges uch um Rückwei- sung der Berufungsantwort wegen Ungebührlichkeit, welc hes die Kantonsgerichtspräsidentin nach eingeholter Stellungnahme des Berufungsbeklagten mit Verfügung vom 27. September 2016 abwies. Mit derselben Verfügung stellte sie den Pa rteien den Entscheid gestützt auf die Akten in Aussicht. F. Soweit nachstehend nicht ausdrücklich auf die Begründunge n der Parteien in ihren Rechtsmitteleingaben Bezug genommen werden sollte, wird der Einfachheit halber auf die Ak- ten verwiesen. Erwägungen 1. Die Berufung richtet sich gegen den Entscheid des Zivilkre isgerichts Basel-Landschaft West vom 1. Juli 2016, mit welchem auf das Gesuch um vor sorgliche Absetzung des gesuchs- beklagten Willensvollstreckers nicht eingetreten wurde. Das Gesuch um Erlass dieser vorsorgli- chen Massnahme wurde zusammen mit der materiellen Abset zungs- bzw. Ungültigkeitsklage i.S.v. Art. 519 ff. ZGB gestellt (Art. 261 i.V.m. Art . 263 ZPO). Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO sind e rstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen mit Berufung anfechtbar. Dies gilt uneingeschränkt für nicht vermögensrechtliche Angeleg enheiten und für vermögensrechtli- che Streitigkeiten ab einem Streitwert von CHF 10'00 0.00. Eine nicht vermögensrechtliche Streitigkeit hat nach bundesgerichtlicher Rechtsprechun g Rechte zum Inhalt, die ihrer Natur nach nicht in Geld geschätzt werden können, die weder zum Vermögen einer Person gehören noch mit einem vermögensrechtlichen Rechtsverhältnis eng verbunden sind (SEILER , Die Beru- fung nach ZPO, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 307 N 736 mit Hinweis auf BGE 108 II 77, 78 E 1.a). Da das Willensvollstreckermandat die Verwaltung und Verteilung eines Nachlasses zum Inhalt hat, steht der vermögensrechtliche Aspekt gegen über dem ideellen, nämlich dem Nach- leben letztwilliger Anordnungen eines Verstorbenen, eher im Vordergrund, so dass die (vorsorg- lich) beantragte Absetzung eines Willensvollstreckers ehe r als vermögensrechtliche Streitigkeit zu qualifizieren ist. Im vorliegenden Fall, in welchem es um die Verwaltung eines Nachlasses mit namhaftem Vermögen geht und die Erben zerstritte nen sind, dürfte sich das Willensvoll- streckermandat als äusserst aufwändig erweisen. Der geschät zte Streitwert der vorliegenden Streitigkeit liegt demnach mit Sicherheit über CHF 1 0‘000.00. Für vorsorgliche Massnahmen ist das summarische Verfahren anwendbar (Art. 248 lit. d Z PO). Die Berufung ist daher gemäss Art. 311 Abs. 1 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZPO innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheides beziehungsweise seit der nachträglichen Zustel lung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet einzureichen. Der begründete Entscheid des Präsidenten des Zivil- kreisgerichts Basel-Landschaft West vom 1. Juli 2016 wurde de m Berufungskläger am 6. Juli 2016 zugestellt. Die Rechtsmittelfrist von zehn Tagen ist mit Postaufgabe der Berufung am 18. Juli 2016 eingehalten (Art. 142 Abs. 1 i.V.m. Art . 143 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 2 lit. b ZPO). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren in Höhe von CHF 5‘000.00 wurde geleistet. Gemäss Art. 316 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine V erhandlung durchführen, aufgrund der Akten entscheiden (Art. 316 Abs. 1 ZPO) oder einen zweiten Schriftenwechsel anordnen (Art. 316 Abs. 2 ZPO). Diese Regelung stellt es ins Erme ssen der Rechtsmittelinstanz, das für den konkreten Fall Geeignete vorzukehren (V OLKART , in: DIKE-Kommentar ZPO, N 1 zu Art. 316 ZPO). Die vorliegende Sache erscheint ohne we iteres spruchreif, so dass bereits nach dem ersten Schriftenwechsel aufgrund der Akten zu entsc heiden ist. Zuständig für die Beurtei- lung der Berufung ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO d as Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts. 2. Mit der Berufung kann gemäss Art. 310 lit. a ZPO die unrichtige Rechtsanwendung gel- tend gemacht werden. Unter unrichtiger Anwendung des Rechts ist grundsätzlich dasselbe zu verstehen wie unter dem Begriff „Rechtsverletzung“. Rechts fragen betreffen die rechtliche Wür- digung eines Sachverhalts, also die Subsumtion unter ei nen Tatbestand sowie die Bestimmung der Rechtsfolge. Die Unrichtigkeit kann sich darin äusser n, dass ein Rechtssatz nicht berück- sichtigt oder in seinem Sinn verkannt wird, der Fehler a lso auf einer mangelhaften Auslegung beruht. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung ist umfassend zu verstehen. So können die Mängel insbesondere sowohl Verfahrensfehler wie a uch die Verletzung materiellen Rechts betreffen. Da im Berufungsverfahren allgemein nicht b loss eine offensichtliche, sondern auch eine einfache unrichtige Beurteilung einer Rechtsfrag e geltend gemacht werden kann, ist nicht notwendig, dass eine Rechtsfrage qualifiziert unrichti g, also schlechterdings unhaltbar ist bzw. gegen klares Recht verstösst und daher als willkürlich bezeich net werden kann. Vielmehr ge- nügt es, wenn ein Entscheid zwar nicht als stossend, die getroffene Lösung aber dennoch als unrichtig anzusehen ist. Bei der rechtlichen Würdigung des festgestellten Sachverhalts hat das Gericht die in Betracht kommenden Rechtssätze gemäss Art. 57 ZPO von Amtes wegen anzu- wenden (iura novit curia), wobei Prozessrecht und materi elles Recht gleichermassen darunter fallen. Daraus ergibt sich, dass die Eventualmaxime nicht für die rechtliche Begründung der Parteistandpunkte gilt. Das kantonale Obergericht ist vielmehr stets von Amtes wegen dazu verpflichtet, die Rechtsfragen zu prüfen und die richtig en Normen anzuwenden. Ausführungen zur rechtlichen Situation können daher nicht als Noven i m Sinne von Art. 317 Abs. 1 ZPO be- zeichnet werden. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, wendet mithin das Recht von Amtes wegen an. Es ist somit weder an die in der Berufung geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden; so kann es ein Rechtsmittel aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen u nd es kann eine Berufung mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begründung abweisen. 3. Die Vorinstanz ist im Wesentlichen mit der Begründung a uf das fragliche Gesuch um vor- sorgliche Absetzung des Berufungsbeklagten als Willensvollst recker betreffend Verwaltung des eingangs erwähnten Nachlasses nicht eingetreten, dass sich d er Berufungskläger auf einen nach dem Tod der Erblasserin eingetretenen Grund ber ufe. Erst ab dem Zeitpunkt der Nieder- legung der Steuermandate für den Berufungskläger und dessen Unternehmungen durch den Berufungsbeklagten habe sich der Berufungskläger mit der von der Erblasserin vorgenomme- nen Bestimmung der laut seiner Ansicht paritätisch tä tig zu werdenden Willensvollstrecker nicht mehr einverstanden erklären können. Es lägen keine ursprünglichen Gründe für eine Absetzung Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor. Der Berufungskläger habe zwar vereinzelt auch ausgef ührt, dass sich der Berufungsbe- klagte aufgrund seiner früheren Tätigkeit als lnteressenve rtreter des Berufungsklägers und auf- grund seiner Tätigkeit als dessen Steuerberater und fü r E.___ in einem institutionellen und so- mit unlösbaren lnteressenkonflikt befinde, welcher bereit s im Zeitpunkt der Einsetzung als Wil- lensvollstrecker durch die Erblasserin bestanden habe. Die Erblasserin habe zudem von die- sem lnteressenkonflikt gewusst. Als Grund für die Absetzun g verweise der Berufungskläger dann aber wiederum darauf, dass aufgrund des Verhaltens des Berufungsbeklagten im Dezem- ber 2014 keine paritätische Willensvollstreckung mehr mögl ich sei, was wiederum einen nach- träglichen Absetzungsgrund darstellen würde. 4. Zunächst einmal gilt es festzuhalten, dass im vorliegend en Berufungsverfahren ein erstin- stanzlicher Entscheid zu überprüfen ist über ein Gesuch um Erlass einer vorsorglichen Mass- nahme, auf welches das Zivilkreisgericht mangels sachlicher Zuständigkeit nicht eingetreten ist. Durch vorsorgliche Massnahmen wird einer Partei unter be stimmten Voraussetzungen bereits vor oder während der Dauer eines Prozesses vorläufiger R echtsschutz gewährt. Gemäss Art. 261 Abs. 1 ZPO hat das Gericht zu prüfen, ob die f olgenden Voraussetzungen glaubhaft gemacht sind: Ein Anspruch der gesuchstellenden Partei ist verletzt oder eine Verletzung ist zu befürchten (lit. a). Es ist in erster Linie darzutun, da ss ein zivilrechtlicher Hauptanspruch wahr- scheinlich begründet ist und dass er durch ein Tun oder U nterlassen der Gegenpartei bereits verletzt wurde oder dass eine Verletzung unmittelbar dr oht (sog. Hauptsachenprognose). Der gesuchstellenden Partei droht aus der glaubhaft gemachten Verletzung des Anspruchs ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil (lit. b). Damit ist eine zeitliche Dringlichkeit vorausge- setzt, indem sich ohne vorsorgliche Massnahme und mit Abwar ten des Entscheids in der Hauptsache der Nachteil nicht verhindern lässt. Es ist kei n strikter Beweis der umschriebenen Voraussetzungen erforderlich, ein Wahrscheinlichkeitsbewei s genügt. Die Rechtslage ist vom Gericht lediglich summarisch zu prüfen. Glaubhaftmachen bedeutet, dass dem Gericht Tatsa- chen dargetan werden, für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, ohne dass dabei die Möglichkeit ausgeschlossen ist, dass die Verhältnisse sich anders gestalten könnten. 5. Der Berufungskläger beanstandet das erstinstanzliche Urteil, indem er eine unzutreffende Subsumtion eines bestimmten Sachverhaltes rügt, was einer Rechtsverletzung gleichkommt. Nach seiner Ansicht habe das Zivilkreisgericht zwar korrekt e rwogen, dass für die Frage der Zuständigkeit für ein Begehren um Absetzung eines Wille nsvollstreckers entscheidend sei, ob sich der Absetzungsgrund bereits vor dem Versterben bei der Einsetzung des Willensvoll- streckers mittels letztwilliger Verfügung verwirklicht habe oder ob die Gründe, welche eine Ab- setzung des Willensvollstreckers rechtfertigen, erst nach dem Versterben des Erblassers bei der Ausübung des Amtes zu suchen seien. Im erstgenannten Fall sei das Gericht im anderen Fall die Aufsichtsbehörde für die Beurteilung eines e ntsprechenden Absetzungsgesuchs sach- lich zuständig. Hinsichtlich der grundsätzlichen Zuständigkeitsordnung für d ie Beurteilung von Fehlverhalten eines Willensvollstreckers, welches zu dessen Absetzung führen kann, bzw. von ursprünglichen oder später nach dem Tod der Erblasserin auftretenden Interessenkollisionen, welche Ab- setzungsgründe darstellen können, besteht unter den Parte ien Einigkeit. Im Kontext mit der beantragten vorsorglichen Massnahme bedeutet dies eine Zuständigkeit des Massnahmenge- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht richts, sofern der Gesuchsteller sein Gesuch auf einen Sachverhalt abstützt, welcher einer Sub- sumtion unter Art. 519 ff. ZGB als Hauptanspruch zugäng lich ist. Denn wie die Vorinstanz zu- treffend ausgeführt hat (Ziffer 2.7 der Erwägungen) sind Massnahmen gegen den Willensvoll- strecker grundsätzlich bei der Aufsichtsbehörde zu beantrage n (Art. 518 Abs. 1 i.V.m. Art. 595 Abs. 3 ZGB). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kan n sodann ausnahmsweise beim Zivilrichter auf Ungültigkeit der letztwilligen Verfü gung, mit welcher der Willensvollstrecker ein- gesetzt wurde, geklagt werden, nämlich in Fällen, in w elchen sich eine Interessenkollision des Willensvollstreckers ergibt, weil sie vom Erblasser selber geschaffen wurde oder jedenfalls von ihm bekannt und von ihm als fortbestehend qualifiziert wurde. Je nach Vorliegen eines ur- sprünglichen oder nachträglichen Absetzungsgrundes kommt es zu einer Gabelung des Rechtsweges (BGE 44 ll115 f., E 2; BGer 5A_414/2012; B K-KÜNZLE , Band III, Die Willensvoll- strecker, Art. 517-518 ZGB, Bern 2011, Art. 517-518 N 482, mit weiteren Hinweisen). Die Vor- instanz hat in ihren Überlegungen den Umstand nicht berücksichtigt, dass eine Absetzung eines Willensvollstreckers oder die Anfechtung einer letztwillig verfügten Willensvollstreckung gemäss Art. 519 ZGB nicht nur mit bestehenden oder von der Er blasserin gewollten Interessenkollisio- nen begründet werden kann, sondern auch ganz allgem ein, wenn die Einsetzung in der Verfü- gung von Todes wegen aus mangelhaft gebildetem Willen hervorgegangen ist (Art. 519 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB). Darunter fällt auch ein Irrtum (falsche Bezeichnung oder falsche Vorstellung), wo- bei jeder Erklärungs- und Motivirrtum beachtlich ist, so fern dadurch der Inhalt der letztwilligen Verfügung beeinflusst wird. Der Irrtum braucht sodann kein wesentlicher zu sein, insbesondere ist er nicht nur zu berücksichtigen, wenn es sich um einen Grundlagenirrtum i.S.v. Art. 24 Abs.1 Ziff. 4 OR handelt. Andererseits sind vom Motivirrtum b losse Hoffnungen, Wünsche und Be- fürchtungen zu unterscheiden. Gemäss Rechtsprechung und Lehre rechtfertigt es sich, ein Tes- tament wegen eines Motivirrtums indessen nur dann für un gültig zu erklären, wenn als wahr- scheinlich dargetan ist, dass es der Erblasser bei Kenntn is der Sachlage vorgezogen hätte, die angefochtene Verfügung aufzuheben, statt sie unveränder t fortbestehen zu lassen (BSK- FORNI /P IATTI , ZGB Band II, Basel 2015, 5. Aufl., Art. 519/520 ZGB N 19 mit Hinweisen). Auf einen solchen Motivirrtum stützt der Berufungskläger sein Gesuch ab, wenn er behauptet, für die Erblasserin sei bei der Einsetzung der beide n Willensvollstrecker ausschlaggebend ge- wesen, dass diese ihr Amt paritätisch ausüben würden und dass die Erblasserin F.____ als langjährigen Interessenvertreter der beiden Geschwister des Berufungsklägers und B.____ als Interessenvertreter des Berufungsklägers eingesetzt habe. Mit der Niederlegung der Mandate für den Berufungskläger und dessen Unternehmungen habe der Berufungsbeklagte am 4. Dezember 2014 überhaupt erst den Grundstein zum Schei tern dieser paritätischen Willens- vollstreckung gelegt und gleichzeitig zum Ausdruck gebrach t, dass er nicht mehr, wie dies von der Erblasserin beabsichtigt gewesen sei, die Vertretu ng der Interessen des Berufungsklägers wahrnehmen werde. Es sei allerdings der Wille der Erblasserin gewesen, dass alle Erben einen eigenen Interessenvertreter hätten. Niemals hätte die Erblasserin gewollt, dass nur noch D.____ und E.____ vertreten seien, nicht mehr aber de r Berufungskläger, was sich von selbst verstehe, nachdem das Motiv der Einsetzung von zwei Willen svollstrecker gerade in der Parität derselben bestanden habe. Damit habe die Erblasserin üb er künftige Ereignisse geirrt, nämlich darüber, dass der Berufungsbeklagte dereinst seine Mandat e für den Berufungskläger als des- sen Interessenvertreter niederlegen könnte. Es sei desha lb davon auszugehen, dass die Erb- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht lasserin die beiden Willensvollstrecker nicht eingesetzt hä tte, wenn sie vorausgesehen hätte, dass der Berufungsbeklagte die Seite wechseln würde. Der Berufungsbeklagte bestreitet zwar vehement, dass di e Erblasserin bei der Einsetzung der beiden Willensvollstrecker eine paritätische Lösung mit Interessenvertreter für die einzelnen Erben angestrebt habe, welche sich nun nachträglich nicht mehr realisieren liesse. Vielmehr seien die Argumente der Gegenseite vorgeschoben, wie a uch die gegenüber den Willensvoll- streckern erhobenen Vorwürfe bei der Ausübung ihres Amt es. Dem Berufungskläger gehe es einzig darum, in der fraglichen Nachlassabwicklung Obstruktion zu betreiben. Weil der vom Be- rufungskläger bemühte ursprüngliche Absetzungsgrund auch i m Wortlaut der massgeblichen Verfügungen von Todes wegen keinerlei Grundlage finde und die behaupteten aber bestrittenen Fehlleistungen der Willensvollstrecker nach dem Ableben der Erblasserin erfolgt seien, fehle es an einer gerichtlichen Zuständigkeit für die Beurteil ung der geltend gemachten Absetzungs- gründe. Das Kantonsgericht teilt die Meinung des Berufungskläger s, wonach die Vorinstanz im vorlie- genden Fall auf das Gesuch hätte eintreten müssen. Bei m Entscheid der sachlichen Zuständig- keit hat das angerufene Gericht nicht bereits über den B estand des behaupteten Anspruchs zu befinden. Vielmehr geht es um eine Vorprüfung des beh aupteten Anspruchs, ob dieser ganz allgemein nach der geltenden Zuständigkeitsordnung du rch den Zivilrichter zu beurteilen ist oder nicht. Aus dem vom Berufungskläger behaupteten Sachverhalt, wonach es dem Willen der Erblasserin entsprochen habe, paritätische Willensvollstrecker zu berufen, welche zugleich Inte- ressenvertreter der einzelnen Erben seien und wonach sich aus der nachträglichen Entwick- lung, mit welcher die Erblasserin nicht gerechnet habe , sich bei ihr ein Motivirrtum bei der Ein- setzung der Willensvollstrecker ergeben hätte, könnte sic h ein Ungültigkeitsgrund im Sinne von Art. 519 ZGB ergeben. Bereits die Behauptung eines mö glichen ursprünglichen Absetzungs- grundes verpflichtet das Gericht, wenn es angerufen wi rd, auf eine entsprechende Ungültig- keitsklage einzutreten und materiell darüber zu befinde n, ob ein solcher Grund tatsächlich vor- liegt oder nicht. Entsprechendes gilt für ein Begehre n um Erlass einer vorsorglichen Massnah- me, welches den vorläufigen Rechtschutz für einen solchen Absetzungsanspruch bezwecken soll. Für den vorliegenden Fall hat dies zur Folge, da ss die Vorinstanz für das Begehren des Berufungsklägers sachlich zuständig ist und auf dasselbe deshalb auch hätte eintreten müssen. 6. Mit dieser Feststellung wird dem Berufungskläger aber kei neswegs beigepflichtet, dass sich die Erblasserin tatsächlich auch in einem solchen Irrt um befunden hätte. Hierfür wären die angebotenen Beweismittel zu prüfen und zu würdigen, um schliesslich beurteilen zu können, ob sich der Berufungskläger erfolgreich auf einen Absetzungs grund berufen kann. Wie sich nach- stehend zeigen wird, braucht dieser Frage indessen nich t weiter nachgegangen zu werden. Damit zusammenhängend ist auch zu rechtfertigen, dass auf die Abnahme der im Berufungs- verfahren erneut angebotenen Beweise zur behaupteten W illensbildung der Erblasserin bei der Errichtung der Willensvollstreckung (Befragung verschiede ner Zeugen und des Berufungsklä- gers) verzichtet wurde. Denn obwohl das Zivilkreisgericht da s Verfahren hätte anhand nehmen müssen, ist der vorliegenden Berufung kein Erfolg beschieden, weil das Begehren, wie die Vor- instanz in ihrer Eventualbegründung zutreffend hergeleitet hat, mangels hinreichender Sachlegi- timation abzuweisen ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Wie bereits angeführt, vertritt der Berufungsbeklagte die Ansicht, dass die Rechtsmittel- instanz - sollte sie auf Eintreten auf das Gesuch um Erla ss der vorsorglichen Massnahme er- kennen - gehalten sei, die Sache an die Vorinstanz zur Ne ubeurteilung zurückzuweisen, zumal die Urteilsbegründung nicht Bestandteil des angefochtenen Entscheiddispositivs sei. Eine Beru- fung gegen blosse Entscheidungsmotive sei aber ausgeschlos sen. Dieser Meinung ist in mehr- facher Hinsicht zu widersprechen. Die materielle Abweis ung des Gesuchs durch die Vorinstanz widerspiegelt sich zwar nicht direkt im Entscheiddispositiv, was jedoch die logische Folge des unbedingt formulierten Nichteintretensentscheids darstel lt. Denn in prozessrechtlicher Hinsicht hat bei diesem Verfahrensausgang keine Möglichkeit besta nden, im Dispositiv auch die Ableh- nung des Anspruchs auf Erlass einer vorsorglichen Massnahme zum Ausdruck zu bringen. Es ist aber mit Sicherheit davon auszugehen, dass der Zivilkre isgerichtspräsident das Gesuch ge- stützt auf die fehlende Sachlegitimation abgewiesen h ätte - was er ja auch einlässlich begrün- det hat - wenn er die Zuständigkeitsfrage offengelassen hätte. In diesem Fall hätte das Disposi- tiv auf „Abweisung, soweit darauf eingetreten wird“ ge lautet, was im Ergebnis auf dasselbe hin- ausläuft. Dass die Überprüfung des vorinstanzlichen Entschei ds in diesem Punkt durch das Kantonsgericht eine präjudizierende Wirkung für das Hau ptverfahren haben könnte, wie der Berufungsbeklagte befürchtet, trifft ebenso wenig zu. Denn im vorliegenden summarischen Ver- fahren entscheidet über beide kantonalen Instanzen da s jeweilige Präsidium und nur vorfrage- weise und mit summarischer Prüfung über das Vorliegen de r Sachlegitimation, während die Ungültigkeitsklage an sich sowohl beim Zivilkreisgericht als auch beim Kantonsgericht, Abtei- lung Zivilrecht, durch ein Dreiergericht materiell beu rteilt wird. Und schliesslich hat die Rechts- mittelinstanz im Berufungsverfahren gemäss Art. 318 Abs. 1 lit. b Ziffern 1 und 2 ZPO grund- sätzlich einen reformatorischen Entscheid zu fällen. Eine Rückweisung an die Vorinstanz ist nur tunlich, wenn von dieser ein wesentlicher Teil der Klage nicht beurteilt wurde oder der Sachver- halt in wesentlichen Teilen zu vervollständigen ist. Inde m das Zivilkreisgericht auch über die Sachlegitimation befunden hat, besteht für eine Rückwe isung kein Anlass. Anders würde es selbstredend aussehen, wenn das Kantonsgericht zum Schluss gekommen wäre, die Sachlegi- timation des Berufungsbeklagten allein sei vorliegend zu bejahen. 6.2 Wie oben bereits vorweggenommen wurde, kommt das Kant onsgericht hinsichtlich der (fehlenden) Sachlegitimation im vorliegenden Fall a uch nach dem Studium der Berufungsbe- gründung zu keinem anderen Schluss als die Vorinstanz. Ein leitend ist in diesem Zusammen- hang nochmals zu betonen, dass das Gericht die Rechtslage i m vorsorglichen Massnahmever- fahren lediglich summarisch zu prüfen hat. Die Akribie u nd der beträchtliche Aufwand, mit wel- chen der Berufungskläger sowohl im Gesuch selber als auch ein seiner Rechtsmitteleingabe Zitate und Lehrmeinungen interpretiert und kommentie rt, stehen der richterlichen Obliegenheit einer summarischen Prüfung der Rechtslage gegenüber. Das Kantonsgericht sieht seine Auf- gabe darin, den vorinstanzlichen Entscheid zwar mit umfass ender Kognition zu überprüfen (vgl. Ziffer 2 der vorstehenden Erwägungen). Allerdings kann der Überprüfungsumfang im Beru- fungsverfahren nicht weitergehend als vor der Erstinstanz sein. Ausser Frage steht zunächst die Passivlegitimation des Will ensvollstreckers selber, gegen wel- chen ein Absetzungsverfahren durch Erhebung einer Ungül tigkeitsklage geführt wird. Dies wur- de durch das Bundesgericht ausdrücklich bejaht (BGE 44 II 107 ff.). Im Weiteren hat das Bun- desgericht mit dem Entscheid BGE 97 II 201 (E 3) die Rechtsprechung der sog. „unteilbaren Einheit“ begründet. Die Ungültigkeitsklage zeitigt nach herrschender Lehre und bundesgerichtli- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht cher Rechtsprechung als Ausnahme zu den anderen übliche rweise umfassend wirkenden Ge- staltungsklagen nur Wirkung unter den Prozessparteien (sog. inter partes-Wirkung; statt vieler: ABT , Die Ungültigkeitsklage im schweizerischen Erbrecht; Diss. Basel 2002, S. 169 und SUTTER -SOMM /S EILER , Die inter partes-Wirkung der erbrechtlichen Ungültigke itsklage – Ausge- wählte Probleme, in: successio 2014 S. 198). Demnach b esteht grundsätzlich weder auf der Kläger- noch auf der Beklagtenseite eine notwendige S treitgenossenschaft (S UTTER -SOMM / SEILER a.a.O. S. 199). Im Sinne einer Ausnahme hat das Bundesgericht indessen das Vorliegen einer passiven notwendigen Streitgenossenschaft bejaht, wenn der Gegenstand der angefoch- tenen Verfügung eine „unteilbare Einheit“ bildet. I m konkreten Fall (BGE 97 II 201) hatte das Bundesgericht eine solche unteilbare Einheit angenomme n, in welchem sich die Klage nach Art. 519 ZGB gegen einen Vermächtnisvertrag richtete, d urch den der Erblasser sein Landgut einem Dritten vermacht und sich dieser im Gegenzug dazu verpflichtet hat, einen bestimmten Betrag zu bezahlen. Die Mehrheit der Autoren, welche sich mit dieser Thematik befasst haben, vertritt die Meinung, dass diese Rechtsprechung auch be i der klageweisen Absetzung eines Willensvollstreckers gelten soll. Nebst den seitens der Vo rinstanz zitierten Lehrmeinungen sprechen sich weitere Autoren für eine solche Lösung aus (B RÜCKNER /W EIBEL , Die erbrechtli- chen Klagen, Zürich/Basel/Genf 2012, 3. Aufl., S. 9 N 15 mit Verweis auf S TEINER /P RAZ ). Dass sich, wie der Berufungskläger behauptet, nur gerade ein e Lehrmeinung zu diesem Thema aus- drücklich für die Anwendung der Rechtsprechung der „untei lbaren Einheit“ ausgesprochen ha- ben soll und die betreffenden Autoren (S UTTER -SOMM /S EILER ) ihre Ansicht zwischenzeitlich so- gar wieder geändert hätten, trifft nicht zu. Wenn in den von der Vorinstanz zitierten Literaturstel- len und gemäss den erwähnten weiteren Autoren auch ni cht alle ausdrücklich zustimmend auf die ursprüngliche Meinung von S UTTER -SOMM /S EILER Bezug nehmen, darf von einer impliziten Unterstützung dieser Ansicht ausgegangen werden, wenn ein Autor kommentarlos auf die Rechtsprechung der „unteilbaren Einheit“ oder auf di e Autoren S UTTER -SOMM /S EILER verweist oder wenn von „beachtlichen Argumenten“, welche dafür sprechen, die Rede ist. Die gegenteili- ge Ansicht des Berufungsklägers in diesem Zusammenhang er scheint etwas gesucht und wür- de umgekehrt bedeuten, dass in wissenschaftlichen Abhandl ungen mit Bezug auf andere Mei- nungen, welche nach der Sicht des Schreibenden Zustimmu ng verdienen, immer auch ein ent- sprechender Passus anzubringen wäre. Verbreiteter ist in juristischen Beiträgen aber vielmehr die Praxis, dass wenn in der Doktrin eine andere Meinung besteht, dies explizit kundgetan wird und einfache Verweise auf andere Autoren als Zustimmun g zu interpretieren sind. Abgesehen davon, dass die Lehrmeinungen zahlreicher sind, welche sic h im vorliegenden Fall für eine not- wendige Streitgenossenschaft aussprechen, sind auch aus der Sicht des Kantonsgerichts deren Argumente, welche zur Begründung genannt werden, übe rzeugend. Es trifft zwar zu, dass die Rechtsprechung der „unteilbaren Einheit“ im Zusammen hang mit einem vermögensrechtlichen Anspruch begründet wurde. Daraus ist aber nicht umgeke hrt zu schliessen, für sekundäre An- sprüche bzw. eine Absetzungsklage gelte diese von vornherein nicht. Zudem wäre es der Rechtssicherheit abträglich und führte zu praktisch unlösba ren Problemen, wenn sich die Ab- setzung eines Willensvollstreckers aufgrund der relativen Wirkung einer Ungültigkeitsklage nur unter den Prozessparteien auswirken würde, während der Willensvollstrecker für andere erblich Bedachte weiterhin im Amt bliebe. Die Vorinstanz durf te deshalb mit guten Gründen davon ausgehen, dass die Einsetzung bzw. Absetzung eines Willensvol lstreckers als „unteilbare Ein- heit“ zu betrachten ist und somit eine passive notwendi ge Streitgenossenschaft anzunehmen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist, da ein Ergebnis mit unterschiedlicher Aussenwirkung für die Amtsausübung des Willensvoll- streckers, je nachdem ob ein Erbe oder Vermächtnisnehmer Prozesspartei ist oder nicht, unan- nehmbar ist. Auch soweit sich die Vorinstanz im Rahmen ihrer summari schen Überprüfung mit der vom Be- rufungskläger als revidiert und neu bezeichneten (Minderheits-)Meinung von SEILER aus dessen noch nicht fertiggestellten Monographie auseinanderset zt, wonach einer Absetzungsklage erga omnes-Wirkung zukommen soll, schliesst sich das Kantonsgeri cht dem Entscheid des Vorder- richters an. Tatsächlich leuchtet es nicht ein, weshalb f ür den vorliegenden Fall einer Ungültig- keitsklage besondere prozessrechtliche Wirkung zukommen sollt e, wogegen einhellig davon ausgegangen wird, diese sei (ausnahmslos) relativer Nat ur (s.o.). Gegen die Annahme einer Wirkung für nicht am Prozess beteiligte Erben oder Verm ächtnisnehmer spricht auch deren In- teressen am Weiterbestand des Willensvollstreckermandates. Es mag zutreffen, dass sie durch die Absetzung des Willensvollstreckers nicht unmittelbar in ihren Rechten tangiert werden. Ge- rade bei zerstrittenen Erben kann es für die einzelne n Erben aber von grosser Bedeutung sein, dass der Willensvollstrecker als neutraler Verwalter des N achlasses und Vollstrecker der letzt- willig verfügten Dispositionen des Erblassers seine ordnende Funktion weiterhin ausüben kann. Das Argument gegen eine notwendige Streitgenossenschaf t, dass sich ein Kläger je nach Grösse einer Erbengemeinschaft und Anzahl Vermächtnisneh mer einer Vielzahl von Beklagten gegenübersehen würde, was unter prozessökonomischen Gesicht spunkten problematisch sei, darf nicht dazu führen, dass die inter partes-Wirkung du rchbrochen wird. Dass damit bei einer Vielzahl von Bedachten in jedem Fall ein hohes Prozesskos tenrisiko verbunden wäre, trifft überdies nicht zu, weil es als zulässig erachtet wird, dass e in Streitgenosse eine Erklärung ab- geben kann, er werde sich dem Urteil ohne aktive Teilnah me am Prozess unterziehen (ABT , Praxiskommentar Erbrecht, Abt/Weibel [Hrsg.], Basel 2015, 3. Aufl. Art. 519 ZGB N 67a). Ein klagewilliger Erbe, der an der Reduktion seines Ko stenrisikos interessiert ist, könnte durch vorprozessuale Kontaktierung der anderen Erben und Verm ächtnisnehmer somit entsprechen- de Zusicherungen erwirken. Und schliesslich versucht der Berufungskläger mit Hilfe eine r Analyse des Bundesgerichtsent- scheids BGE 44 II 107 ff. weitere Argumente zur erga om nes-Wirkung anzuführen, welche aus dem fraglichen Entscheid in der von ihm interpretierte n Art und Weise so nicht ohne weiteres hervorgehen. Der Entscheidbegründung des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West (E 7.7) ist nichts anzufügen. Insbesondere kann auch das Kantonsgericht dem zitierten Entscheid nicht entnehmen, dass sich das Bundesgericht mit der Frage au seinandersetzte, ob ein Absetzungs- urteil im Sinne von Art. 519 ZGB gegenüber nicht am Prozess Beteiligter Wirkungen zeitigt oder nicht. 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zwar a uf das Gesuch um vor- sorgliche Absetzung der Willensvollstrecker hätte eintrete n müssen, dieses jedoch zufolge feh- lendem Einbezug der anderen Erben (Geschwister) und V ermächtnisnehmer im Sinne einer passiven notwendigen Streitgenossenschaft und demnach ma ngels Sachlegitimation des Wil- lensvollstreckers als einzigen Beklagten abzuweisen ist. Somi t erübrigt sich auch die Prüfung der weiteren Voraussetzungen für den Erlass einer vor sorglichen Massnahme gemäss Art. 261 ZPO. Die Berufung ist bereits wegen fehlende r Sachlegitimation vollumfänglich abzu- weisen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten de s Berufungsverfahrens zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Be- stimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Mit Verfügung der Kantonsgerichtspräsidentin vom 27. September 2016 wurde auch der Kostenentscheid für den abschlägigen Entscheid über die Rückweisung der Berufungsantwort wegen Ungebührlichkeit zusammen mit dem Berufungsent- scheid in Aussicht gestellt. Sowohl beim erstgenannten En tscheid als auch in der Berufung sel- ber ist der Berufungskläger vollumfänglich unterlegen, weshalb ihm sämtliche Gerichtskosten aufzuerlegen sind. Zudem hat dieser der Gegenpartei e ine Parteientschädigung zu entrichten. Die Entscheidgebühr für den Rückweisungsentscheid wird au f CHF 2‘500.00 und diejenige für den Berufungsentscheid auf CHF 5'000.00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Gebühren der Gerichte [Gebührentarif, GebT, SGS 170 .31]). Die Gerichtskosten über insge- samt CHF 7‘500.00 sind gerechtfertigt, weil sich die Fa llbearbeitung durch das Kantonsgericht für beide Entscheide als überdurchschnittlich aufwändig erwiesen hat. Der Rechtsbeistand des Berufungsbeklagten hat für die Ausarbeitung seiner S tellungnahme zum Rückweisungsantrag sowie seiner Berufungsantwort zwei Honorarnoten berech net nach Zeitaufwand über CHF 3‘855.05 (für 8 h à CHF 350.00/h zuzüglich Auslage n und MWSt) sowie über CHF 19‘162.90 (für 40,25 h à CHF 350.00/h samt Zuschl ag von 25% und zuzüglich Auslagen und MWSt) eingereicht. Beide Rechnungen, insbesonder e auch der erwähnte Zuschlag sind unter Berücksichtigung des Aktenumfangs und der Komplexität der Streitsache nicht zu bean- standen (vgl. §§ 2 Abs. 1 sowie 3 Abs. 1 und 4 Abs. 1 d er Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte [SGS 178.112; TO]), weshalb ihm eine Partei entschädigung von insgesamt CHF 23‘017.95 zuzusprechen ist. Demnach wird erkannt: ://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 2. Die Gerichtsgebühr von CHF 7‘500.00 wird dem Beru fungskläger aufer- legt. Der Berufungskläger hat dem Berufungsbeklagten ei ne Parteient- schädigung von CHF 23‘017.95 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Gegen den vorliegenden Entscheid wurde am 23. Januar 2017 beim Schweizerischen Bundes- gericht Beschwerde erhoben (Geschäftsnummer 5A_54/2017).