2. September 1999N 1579 Bilaterale Verträge Schweiz/EU Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Sechste Sitzung – Sixième séance Donnerstag, 2. September 1999 Jeudi 2 septembre 1999 10.00 h Vorsitz – Présidence: Heberlein Trix (R, ZH)/Seiler Hanspeter (V, BE) ___________________________________________________________ 99.028-5 Bilaterale Verträge Schweiz/EU. 5. Forschung und Entwicklung Accords bilatéraux Suisse/UE. 5. Recherche et développement Botschaft, Gesetz- und Beschlussentwürfe vom 23. Juni 1999 (BBl 1999 6128) Message, projets de loi et d’arrêté du 23 juin 1999 (FF 1999 5440) Beschluss des Ständerates vom 31. August 1999 Décision du Conseil des Etats du 31 août 1999 Kategorie III, Art. 68 GRN – Catégorie III, art. 68 RCN ___________________________________________________________ Widmer Hans (S, LU), Berichterstatter: Am 30. Juni 1999 hat sich die WBK mit dem hier zu beratenden Bundesbeschluss befasst. Mit 18 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung wurden der Bundesbeschluss als Ganzes als auch alle seine einzelnen Artikel genehmigt. Man hat zur Kenntnis genommen, dass das Abkommen spät und mit ungünstigeren Bedingungen vorgelegt werden muss, als dies im Rahmen des EWR möglich war. Dennoch findet dieses Abkommen heute eine breite Unterstützung, insbesondere seitens der Wirtschaft und der Forschung. Verflogen ist erfreulicherweise inzwi- schen die Skepsis, welche noch vor einigen Jahren von ver- schiedenen Hochschullehrern wie auch von den Industriever- tretern ausserhalb der Maschinenindustrie geäussert worden war. Folgende Vorteile des Forschungsabkommens sind im Zu- sammenhang mit der heute breiten Akzeptanz beispielhaft zu erwähnen: die Verbesserung der Teilnahme der schweizeri- schen Forscherinnen und Forscher an allen Phasen der Pro- jekte; die Teilnahme der Schweiz an den verschiedenen For- schungsausschüssen, allerdings nur im Beobachterstatus mit Rederecht in den verschiedenen Forschungssausschüs- sen des 5. FRP-Rahmenprogramms; die Schaffung von gün- stigen Voraussetzungen für einen optimalen Zugang zu den EU-Bildungsprogrammen; und schliesslich die Anerkennung der Diplome. Die WBK diskutierte schwergewichtig den Umfang der Zu- sammenarbeit mit der EU, die Konsequenzen dieser Zusam - menarbeit, insbesondere für die Grundlagenforschung, so- wie verschiedene rechtliche Aspekte. Aus grundsätzlichen Überlegungen wurden von seiten der SP Vorbehalte gegen- über der Kernenergieforschung im Euratom-Teil des Abkom - mens gemacht. Wegen des Einschlusses von Euratom in das Forschungsabkommen sowie wegen des Gesamtkonzeptes des «parallélisme approprié» wurden die grundsätzlichen Überlegungen und Einwände jedoch vorerst zurückgestellt. Allerdings behält sich die WBK vor, in einer späteren Diskus- sion das Thema erneut aufzugreifen. Das Forschungsabkommen zwischen der EU und der Schweiz gefährdet die Stellung der Grundlagenforschung nicht. Die angewandte Forschung wird durch diese Verträge sogar noch gestärkt. Erörtert wurde auch die Verbesserung des Zuganges zu den Informationen im Zusammenhang mit allen Projekten; bisher konnten natürlich nur über die Pro- jekte Informationen eingeholt werden, an denen die Schweiz direkt beteiligt war. Was den Rückfluss von Mitteln in die Schweiz betrifft, so kann dieser zum heutigen Zeitpunkt nur abgeschätzt werden. Aber wenn man Vergleiche zieht mit Ländern, die eine ähnli- che Forschungspolitik und eine ähnliche Grösse haben, kann man davon ausgehen, dass 100 Prozent oder mehr zurück- fliessen werden. Bezüglich eines allfälligen Sechsten EU-Rahmenprogram - mes für die Jahre 2002 bis 2006 bestehen keine Verpflich- tungen, jedoch wird durch das heute zu behandelnde For- schungsabkommen die Tür für weitere Bewilligungen geöff- net. Zum Einsatz der Mittel bei den flankierenden Massnahmen können wir folgendes präzisieren: Die eine Hälfte dieser Mit- tel ist für die Unterstützung von Forschungsprojekten vorge- sehen, welche den Projekten des Rahmenprogramms vor- oder nachgelagert sind, und die andere Hälfte wird für das In- formations- und Beratungsnetz zugunsten der Schweizer Forschung sowie für Evaluationen, Expertenaufträge und Projektmanagement verwendet. Insbesondere soll durch den Einsatz dieser Mittel der Einstieg von KMU in die Programme erleichtert werden, indem nämlich z.B. Vorbereitungsarbei- ten für Projektanträge unterstützt werden. Die fünf vorgese- henen permanenten Stellen beim BBW werden für die Admi- nistration der Vollbeteiligung genügen. Aus diesen Überlegungen – es geht darum, die Vorteile und auch die Zukunftsträchtigkeit dieser Verträge zu berücksich- tigen – bitte ich Sie im Namen der Kommission, diesem Ab- kommen zuzustimmen. Dreifuss Ruth, présidente de la Confédération: Le rappor- teur a excellemment présenté ce dont il s’agit. Je vous invite simplement à suivre la proposition de votre commission. J’aimerais ajouter deux ou trois éléments. Tout d’abord – cela me paraît important –, c’est le fait que nous nous engageons ici à participer au 5e programme-cadre de recherche. Il est clair que cela signifie aussi que nous pourrons continuer avec le 6e, si nous le souhaitons, et que si nous ne le souhaitons pas, cela n’aura pas d’influence sur nos relations avec l’Union européenne. En effet, cet accord-là n’a pas d’effet guillotine, il n’entraîne pas la caducité des autres accords. Je tenais à le dire pour montrer quel était le lien entre cette né- gociation et les autres. Sur le plan politique, il est clair que nous avons souhaité de tout temps pouvoir participer aux programmes européens de recherche, et ils sont importants. Nous avons pu participer, projet par projet, mais cela nous empêchait de jouer un rôle déterminant dans la définition des activités et d’être leaders dans un projet. C’est cet obstacle qui sera levé, et je crois que nos cher- cheurs nous en seront reconnaissants. Cela nous permettra de participer notamment à des recherches dans des domai- nes de technologies de pointe, dans lesquels la Suisse ac- tuellement n’a pas la position qui devrait être la sienne pour garantir l’avenir. Nous sommes vraiment persuadés que nous créons les conditions d’une participation plus fruc- tueuse, alors que la volonté des chercheurs suisses s’est déjà manifestée de pouvoir participer d’un programme-cadre à l’autre. Les groupes de chercheurs participant à des programmes européens ont augmenté d’une façon absolument remarqua- ble. Donnons une chance à nos chercheurs d’être non seule- ment participants, mais aussi leaders, là où ils peuvent l’être, et de gagner de nouvelles expériences dans les domaines où, tout seuls, ils ne pourraient pas le faire. Voilà le sens du présent accord. Je vous remercie de soutenir le projet du Conseil fédéral.Accords bilatéraux Suisse/UE 1580 N2 septembre 199 9 Bulletin officiel de l’Assemblée fédérale Bundesbeschluss über die Finanzierung der Vollbetei- ligung der Schweiz an den Programmen der EU im Be- reich der Forschung, der technologischen Entwicklung und der Demonstration (einschliesslich Euratom) in den Jahren 2001/02 Arrêté fédéral relatif au financement de la participation intégrale de la Suisse aux programmes de recherche, de développement technologique et de démonstration (y compris Euratom) de l’Union européenne pour les années 2001/02 Detailberatung – Examen de détail Titel und Ingress, Art. 1–3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, art. 1–3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen – Adopté Art. 1 Ausgabenbremse – Frein aux dépenses Abstimmung – Vote Für Annahme der Ausgabe 135 Stimmen (Einstimmigkeit) Das qualifizierte Mehr ist erreicht La majorité qualifiée est acquise Namentliche Gesamtabstimmung Vote sur l’ensemble, nominatif (Ref.: 3320) Für Annahme des Entwurfes stimmen – Acceptent le projet: Aeppli, Aguet, Alder, Ammann Schoch, Banga, Bangerter, Baumann Alexander, Baumann Ruedi, Baumberger, Beck, Béguelin, Berberat, Bircher, Borel, Bosshard, Bühlmann, Bührer, Carobbio, Cavadini Adriano, Columberg, Comby, de Dardel, Debons, Donati, Dormann, Ducrot, Dünki, Eger- szegi, Eggly, Engelberger, Epiney, Eymann, Fankhauser, Fasel, Fässler, Fehr Jacqueline, Fehr Lisbeth, Fischer-Seen- gen, Florio, Föhn, Freund, Frey Claude, Fritschi, Gadient, Geiser, Genner, Goll, Gonseth, Gros Jean-Michel, Grossen- bacher, Guisan, Günter, Gusset, Gysin Hans Rudolf, Hae- ring Binder, Hafner Ursula, Hämmerle, Hegetschweiler, Heim, Herczog, Hess Peter, Hollenstein, Hubmann, Jans, Jossen, Jutzet, Kalbermatten, Keller Christine, Kuhn, Kühne, Lauper, Leemann, Leu, Leuenberger, Loeb, Marti Werner, Maury Pasquier, Meier Hans, Meyer Thérèse, Moser, Mühle- mann, Müller Erich, Müller-Hemmi, Oehrli, Ostermann, Pelli, Raggenbass, Randegger, Ratti, Rechsteiner Paul, Rechstei- ner Rudolf, Rennwald, Roth, Ruckstuhl, Ruffy, Rychen, Schaller, Schenk, Scherrer Jürg, Scheurer, Schmid Odilo, Schmid Samuel, Seiler Hanspeter, Semadeni, Speck, Spiel- mann, Stamm Luzi, Steinegger, Steinemann, Steiner, Strahm, Stucky, Stump, Teuscher, Theiler, Tschäppät, Tschopp, Tschuppert, Vallender, Vermot, Vetterli, Vogel, von Allmen, von Felten, Weber Agnes, Weigelt, Weyeneth, Wid- mer, Widrig, Wittenwiler, Wyss, Zapfl, Zwygart(133) Der Stimme enthalten sich – S’abstiennent: Bortoluzzi, Fehr Hans, Fischer-Hägglingen, Frey Walter, Kunz, Schlüer (6) Entschuldigt/abwesend sind – Sont excusés/absents: Antille, Aregger, Baader, Baumann Stephanie, Bezzola, Bin- der, Blaser, Blocher, Bonny, Borer, Brunner Toni, Cavalli, Chiffelle, Christen, David, Dettling, Dreher, Dupraz, Durrer, Eberhard, Ehrler, Engler, Friderici, Giezendanner, Grobet, Gross Andreas, Gross Jost, Gysin Remo, Hasler Ernst, Hess Otto, Hochreutener, Imhof, Jaquet, Jeanprêtre, Keller Rudolf, Kofmel, Lachat, Langenberger, Lötscher, Maitre, Maspoli, Maurer, Meyer Theo, Nabholz, Philipona, Pidoux, Pini, Ruf, Sandoz Marcel, Schmied Walter, Simon, Stamm Judith, Steffen, Suter, Thanei, Vollmer, Waber, Wiederkehr, Zbinden, Ziegler (60) Präsidium, stimmt nicht – Présidence, ne vote pas: Heberlein (1) An den Bundesrat – Au Conseil fédéral 99.028-4 Bilaterale Verträge Schweiz/EU. 4. Freier Personenverkehr Accords bilatéraux Suisse/UE. 4. Libre circulation des personnes Botschaft, Gesetz- und Beschlussentwürfe vom 23. Juni 1999 (BBl 1999 6128) Message, projets de loi et d’arrêté du 23 juin 1999 (FF 1999 5440) Beschluss des Ständerates vom 31. August 1999 Décision du Conseil des Etats du 31 août 1999 Kategorie III, Art. 68 GRN – Catégorie III, art. 68 RCN ___________________________________________________________ Bundesgesetz zum Abkommen zwischen der Europä i- schen Gemeinschaft, ihren Mitgliedstaaten und der Schweiz über den freien Personenverkehr Loi fédérale sur l’Accord entre la Communauté euro- péenne, ses Etats membres et la Suisse concernant la libre circulation des personnes Detailberatung – Examen de détail Titel und Ingress, Ziff. I Einleitung Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Titre et préambule, ch. I introduction Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen – Adopté Ziff. 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Ch. 3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Roth Maria (S, GE), rapporteuse: Actuellement, les études des professions médicales sont sanctionnées par un diplôme fédéral, environ 1500 par an. Les titres postgrades sont don- nés par la FMH, qui est l’association professionnelle des mé- decins en Suisse. Actuellement, toute diplômée ou tout di- plômé peut s’installer et pratiquer à la charge de l’assurance- maladie si elle ou il est suisse et si elle ou il a un diplôme suisse. Le titre postgrade n’est pas une condition, mais un étranger ou une étrangère ne peuvent pas pratiquer le métier de ma- nière libérale. La libre circulation des personnes pour les per- sonnes exerçant un des métiers susmentionnés est condi- tionnée par l’exigence d’un titre postgrade accrédité par l’Etat. Seule cette accréditation donnera valeur à ce titre.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Bilaterale Verträge Schweiz/EU. 5. Forschung und Entwicklung Accords bilatéraux Suisse/UE. 5. Recherche et développement In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1999 Année Anno Band IV Volume Volume Session Augustsession Session Session d'août Sessione Sessione di agosto Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 06 Séance Seduta Geschäftsnummer 99.028-5 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 02.09.1999 - 10:00 Date Data Seite 1579-1580 Page Pagina Ref. No 20 046 325 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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