<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">1P.124/2001/bmt </div> <div class="para"> </div> <div class="para">I. OEFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG </div> <div class="para">********************************** </div> <div class="para"> </div> <div class="para">15. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesgerichtsvizepräsident Aemisegger, </div> <div class="para">Präsident der I. öffentlichrechtlichen Abteilung, </div> <div class="para">Bundesrichter Féraud, Ersatzrichterin Geigy-Werthemann </div> <div class="para">und Gerichtsschreiber Forster. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">--------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para">In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Fa. X.________, </div> <div class="para">2. R.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerinnen, beide vertreten durch Rechtsanwalt </div> <div class="para">Dr. Peter Dietsche </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Kantonaler Untersuchungsrichter M.________, </div> <div class="para">Untersuchungsrichteramt für Wirtschaftsdelikte des Kantons </div> <div class="para">St. Gallen, </div> <div class="para">Anklagekammer des Kantons S t. G a l l e n, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 9 und <artref id="CH/101/29" type="start"></artref>Art. 29 BV</span><artref id="CH/101/9" type="end"></artref> </div> <div class="para">(strafprozessuale Beschlagnahme), </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.- Das Kantonale Untersuchungsrichteramt St. Gallen </div> <div class="para">(Abteilung Wirtschaftsdelikte) führt eine Strafuntersuchung </div> <div class="para">gegen R.________ wegen des Verdachts von Vermögensdelikten. </div> <div class="para">Am 3. Juli 2000 erliess der Kantonale Untersuchungsrichter </div> <div class="para">M.________ eine Verfügung, mit welcher er die </div> <div class="para">Beschlagnahme des Erlöses von zwei Zahlungsgarantien der </div> <div class="para">W.________ Bank AG vom 19. Juli 1988 in Höhe von </div> <div class="para">DM 720'808.44 bzw. DM 347'159.36 (total DM 1'067'967.80) auf </div> <div class="para">einem auf die Firma X.________ (...) lautenden Konto bei der </div> <div class="para">Z.________ Bank anordnete. Zur Begründung wurde ausgeführt, </div> <div class="para">die beiden genannten sowie drei weitere auf den Namen der </div> <div class="para">Fa. X.________ ausgestellte Original-Zahlungsgarantien seien </div> <div class="para">von den deutschen Behörden im Rahmen von Strafverfahren ge- </div> <div class="para">gen R.________ und weitere Angeschuldigte beschlagnahmt wor- </div> <div class="para">den. Sie hätten "als Sicherheit für Anlagen dienen" sollen, </div> <div class="para">welche von Anlegern "bei der Fa. S.________ ('L.________') </div> <div class="para">getätigt" worden seien. R.________ müsse diese Gelder unmit- </div> <div class="para">telbar nach Auszahlung an die Fa. X.________ an die Anleger </div> <div class="para">zurückerstatten, sofern diese ihre Gelder nicht schon ander- </div> <div class="para">weitig erhalten hätten. R.________ habe geltend gemacht, </div> <div class="para">dass sie "Einlagen von einer nicht genau bezifferten Anzahl </div> <div class="para">von Anlegern aus ihrem Privatvermögen zurückbezahlt" habe, </div> <div class="para">weshalb ihr ein Teil des Geldes zustehe. Es bestehe jedoch </div> <div class="para">der dringende Verdacht, dass die Rückzahlung "nicht aus dem </div> <div class="para">Privatvermögen, sondern mit neuen Anlagegeldern (Schneeball- </div> <div class="para">system) erfolgt" sei. Dieser Sachverhalt sei unter anderem </div> <div class="para">Gegenstand der hängigen Strafuntersuchung. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.- Gegen diese Beschlagnahmeverfügung erhoben die </div> <div class="para">Fa. X.________ sowie R.________ Beschwerde an die </div> <div class="para">Anklagekammer des Kantons St. Gallen, welche die Beschwerde </div> <div class="para">(nach Durchführung eines doppelten Schriftenwechsels) mit </div> <div class="para">Entscheid vom 21. November 2000 abwies. Zur Begründung er- </div> <div class="para">klärte die Anklagekammer unter Bezugnahme auf die Ausfüh- </div> <div class="para">rungen in der Duplikschrift des Kantonalen Untersuchungs- </div> <div class="para">richters, dieser habe in rechtsgenüglicher Weise dargelegt, </div> <div class="para">dass die Einziehung der beschlagnahmten Vermögenswerte ge- </div> <div class="para">stützt auf <span class="artref">Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB</span> in Frage komme, womit </div> <div class="para">die Voraussetzungen für eine "Einziehungsbeschlagnahme ge- </div> <div class="para">mäss <span class="artref">Art. 141 Abs. 1 lit. b StGB</span>" (recte: Strafprozessgesetz </div> <div class="para">des Kantons St. Gallen vom 1. Juli 1999, StP/SG) erfüllt </div> <div class="para">seien. Hingegen erachtete die Anklagekammer die Vorausset- </div> <div class="para">zungen für eine "Beweisbeschlagnahme nach <span class="artref">Art. 141 Abs. 1 </span></div> <div class="para">lit. a StGB" (recte: StP/SG), die in der Beschlagnahmever- </div> <div class="para">fügung "ebenfalls angeführt" werde, "mangels Beweiseignung </div> <div class="para">des beschlagnahmten Geldes" als nicht erfüllt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">C.- Diesen Entscheid der Anklagekammer fochten die </div> <div class="para">Fa. X.________ (Beschwerdeführerin 1) sowie R.________ </div> <div class="para">(Beschwerdeführerin 2) am 12. Februar 2001 mit staats- </div> <div class="para">rechtliche Beschwerde beim Bundesgericht an. Sie beantragen </div> <div class="para">die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und der Konten- </div> <div class="para">beschlagnahme bei der Z.________ Bank. Zur Begründung wird </div> <div class="para">geltend gemacht, die Anklagekammer habe im angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid den Sachverhalt nicht geprüft und damit ihre </div> <div class="para">Kognition in unzulässiger Weise beschränkt, womit sie den </div> <div class="para">Beschwerdeführerinnen das Recht verweigert und <span class="artref">Art. 29 </span></div> <div class="para">Abs. 1 BV verletzt habe. Ferner habe der Kantonale Unter- </div> <div class="para">suchungsrichter mit seiner zweiten Eingabe bei der Anklage- </div> <div class="para">kammer Akten eingereicht, von denen die Beschwerdeführerin- </div> <div class="para">nen keine Kenntnis gehabt hätten. Ausserdem rügt die Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin 1, die Anklagekammer habe die gesetzlichen </div> <div class="para">Voraussetzungen für eine Beschlagnahme in willkürlicher </div> <div class="para">Weise bejaht. </div> <div class="para">D.- Die Anklagekammer hat sich mit dem Antrag auf Ab- </div> <div class="para">weisung der staatsrechtlichen Beschwerde vernehmen lassen, </div> <div class="para">während vom Kantonalen Untersuchungsrichter keine Stel- </div> <div class="para">lungnahme eingegangen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">E.-Mit Urteil vom 18. Mai 2001 hiess das Bundesgericht </div> <div class="para">(im konnexen Verfahren 1P.766/2000) eine separate staats- </div> <div class="para">rechtliche Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 gut. Es hob </div> <div class="para">Entscheide des Ersten Staatsanwaltes und der Anklagekammer </div> <div class="para">des Kantons St. Gallen auf, welche Ausstandsbegehren der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin 2 gegen den Kantonalen Untersuchungsrichter </div> <div class="para">für Wirtschaftsdelikte M.________ zu Unrecht abge- </div> <div class="para">wiesen hatten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit </div> <div class="para">freier Kognition, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang </div> <div class="para">auf eine staatsrechtliche Beschwerde einzutreten ist </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-81%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page81">BGE 126 I 81</a> E. 1 S. 83 mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">a) Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach <span class="artref">Art. 84 </span></div> <div class="para">Abs. 2 OG nur zulässig, wenn die behauptete Rechtsverletzung </div> <div class="para">nicht sonstwie durch Klage oder Rechtsmittel beim Bundesge- </div> <div class="para">richt oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann. </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin 1 rügt (neben den von beiden Be- </div> <div class="para">schwerdeführerinnen geltend gemachten Verletzungen von Ver- </div> <div class="para">fahrensrechten), die Beschlagnahme verstosse gegen <span class="artref">Art. 59 </span></div> <div class="para">StGB. Die Rüge, Bestimmungen des materiellen Bundesstraf- </div> <div class="para">rechts, zu welchen insbesondere das Strafgesetzbuch gehört, </div> <div class="para">seien falsch angewendet worden, wäre grundsätzlich mit eid- </div> <div class="para">genössischer Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des </div> <div class="para">Bundesgerichts zu erheben (<span class="artref">Art. 269 Abs. 1 BStP</span>). Gegenstand </div> <div class="para">der eidgenössischen Nichtigkeitsbeschwerde können indessen </div> <div class="para">nach <span class="artref">Art. 268 Ziff. 1 BStP</span> nur Urteile sein. Bei der Be- </div> <div class="para">schlagnahme von Vermögenswerten zur Sicherung einer Ein- </div> <div class="para">ziehung oder einer Ersatzforderung handelt es sich um eine </div> <div class="para">vorsorgliche Zwangsmassnahme im Strafverfahren, durch die </div> <div class="para">das Urteil in der Strafsache selbst nicht präjudiziert wird. </div> <div class="para">Die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundes- </div> <div class="para">gerichts wird deshalb gegen eine solche Verfügung nicht zu- </div> <div class="para">gelassen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 126 I 97</a> E. 1c S. 102). Da auch im vorliegen- </div> <div class="para">den Fall ausschliesslich eine Beschlagnahme zur Sicherung </div> <div class="para">einer Einziehung oder von Ersatzforderungen, also eine vor- </div> <div class="para">sorgliche strafprozessuale Massnahme, umstritten ist, steht </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 84 Abs. 2 OG</span> der Zulässigkeit der staatsrechtlichen </div> <div class="para">Beschwerde nicht entgegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Der Entscheid der Anklagekammer, der kantonal </div> <div class="para">letztinstanzlich die Beschlagnahmeverfügung des Kantonalen </div> <div class="para">Untersuchungsrichters geschützt hat, schliesst das Untersu- </div> <div class="para">chungsverfahren nicht ab. Es handelt sich somit um einen </div> <div class="para">Zwischenentscheid. Gemäss <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 OG</span> (in der seit dem </div> <div class="para">1. März 2000 in Kraft stehenden Fassung) ist gegen selbst- </div> <div class="para">ständig eröffnete Zwischenentscheide die staatsrechtliche </div> <div class="para">Beschwerde zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzuma- </div> <div class="para">chenden Nachteil bewirken können. Nach der Rechtsprechung </div> <div class="para">des Bundesgerichts haben Verfügungen, mit denen bestimmte </div> <div class="para">Gegenstände beschlagnahmt werden, grundsätzlich einen nicht </div> <div class="para">wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von <span class="artref">Art. 87 Abs. 2 </span></div> <div class="para">OG zur Folge (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 126 I 97</a> E. 1b S. 101 mit Hinweisen). Dies </div> <div class="para">muss namentlich im vorliegenden Fall der Vermögensbeschlag- </div> <div class="para">nahme gelten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Die staatsrechtliche Beschwerde ist, von hier </div> <div class="para">nicht in Betracht fallenden Ausnahmen abgesehen, rein kassa- </div> <div class="para">torischer Natur (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-327%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page327">BGE 124 I 327</a> E. 4a S. 332 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Soweit in der Beschwerde mehr verlangt wird als die Aufhe- </div> <div class="para">bung des angefochtenen Entscheids, kann darauf nicht einge- </div> <div class="para">treten werden. Es betrifft dies den Antrag der Beschwerde- </div> <div class="para">führerinnen auf Aufhebung der angefochtenen Beschlagnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Beide Beschwerdeführerinnen fechten den Ent- </div> <div class="para">scheid der Anklagekammer mit der Rüge einer Verletzung der </div> <div class="para">Verfahrensgarantien von <span class="artref"><artref id="CH/101/29/2" type="start"></artref><artref id="CH/101/29/1" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 1 und 2 BV</span><artref id="CH/101/29/2" type="end"></artref><artref id="CH/101/2" type="end"></artref> an. Die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin 1 ist eine Einzelfirma, deren Inhaber </div> <div class="para">gemäss Handelsregisterauszug vom 2. August 2000 E.________ </div> <div class="para">ist, der Ehemann der Beschwerdeführerin 2. Die Beschwerde- </div> <div class="para">führerin 1 ist Inhaberin des Kontos, auf welchem die be- </div> <div class="para">schlagnahmten Gelder deponiert waren, und als solche zur </div> <div class="para">staatsrechtlichen Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde- </div> <div class="para">führerin 2 verfügt bei der Beschwerdeführerin 1 über Ein- </div> <div class="para">zelunterschrift, was ihr jedoch in der Sache selbst keine </div> <div class="para">Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde verschafft. </div> <div class="para">Trotz fehlender Legitimation in der Sache selbst kann ein </div> <div class="para">Beschwerdeführer allerdings die Verletzung von Verfahrens- </div> <div class="para">vorschriften rügen, deren Missachtung eine formelle Rechts- </div> <div class="para">verweigerung darstellt. Das nach <span class="artref">Art. 88 OG</span> erforderliche </div> <div class="para">rechtlich geschützte Interesse ergibt sich diesfalls nicht </div> <div class="para">aus der Berechtigung in der Sache, sondern aus der Teilnahme </div> <div class="para">am kantonalen Verfahren. Eine solche ist stets dann gegeben, </div> <div class="para">wenn dem Rechtsuchenden im kantonalen Verfahren Parteistel- </div> <div class="para">lung zukam. Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann er die </div> <div class="para">ihm nach dem kantonalen Verfahrensrecht oder unmittelbar </div> <div class="para">aufgrund der Bundesverfassung zustehenden Rechte geltend </div> <div class="para">machen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-232%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page232">BGE 118 Ia 232</a> E. 1a S. 234 mit Hinweisen). Insofern </div> <div class="para">ist auch die Beschwerdeführerin 2 zur staatsrechtlichen Be- </div> <div class="para">schwerde legitimiert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">2.- Die Beschwerdeführerinnen machen geltend, die An- </div> <div class="para">klagekammer habe im angefochtenen Entscheid auf jede Prüfung </div> <div class="para">des Sachverhalts verzichtet und damit ihre Kognition in un- </div> <div class="para">zulässiger Weise beschränkt, womit sie ihnen das Recht ver- </div> <div class="para">weigert und <span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BV</span> verletzt habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Anklagekammer hat sich im angefochtenen Ent- </div> <div class="para">scheid im Wesentlichen auf die Vernehmlassungen des Kanto- </div> <div class="para">nalen Untersuchungsrichters vom 25. August und 20. Oktober </div> <div class="para">2000 gestützt, wobei sie einen massgeblichen Teil der letz- </div> <div class="para">teren in indirekter Rede wiedergegeben und anschliessend </div> <div class="para">festgestellt hat, die Vorinstanz habe in rechtsgenüglicher </div> <div class="para">Weise dargelegt, dass die Einziehung der beschlagnahmten </div> <div class="para">Vermögenswerte gestützt auf <span class="artref">Art. 59 Ziff. 1 Abs. 1 StGB</span> in </div> <div class="para">Frage komme. Damit hat die Anklagekammer auf die Sachver- </div> <div class="para">haltsermittlung und Beweiswürdigung des Untersuchungsrich- </div> <div class="para">ters abgestellt und sich diese zu eigen gemacht. Der Unter- </div> <div class="para">suchungsrichter hat sich in seinen Vernehmlassungen mit den </div> <div class="para">Vorbringen der Beschwerdeführerinnen in ihrer Beschwerdebe- </div> <div class="para">gründung bzw. ihrer Replik einlässlich auseinandergesetzt </div> <div class="para">und diese verworfen. Indem die Anklagekammer die Erwägungen </div> <div class="para">des Untersuchungsrichters (teilweise wörtlich) übernommen </div> <div class="para">hat, ist sie den darin enthaltenen Betrachtungsweisen und </div> <div class="para">Wertungen gefolgt und hat diese - gestützt auf die Akten - </div> <div class="para">ihrem Entscheid zugrunde gelegt. Damit hat die Anklagekammer </div> <div class="para">als Beschwerdeinstanz ihrer Pflicht zur Prüfung des streiti- </div> <div class="para">gen Sachverhalts Genüge getan. Eine unzulässige Beschränkung </div> <div class="para">ihrer Kognition ist nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- a) Die Beschwerdeführerinnen rügen ferner als Ver- </div> <div class="para">letzung des rechtlichen Gehörs, dass die Anklagekammer im </div> <div class="para">kantonalen Beschwerdeverfahren den Schriftenwechsel nach </div> <div class="para">Einreichung der Duplik des Kantonalen Untersuchungsrichters </div> <div class="para">vom 20. Oktober 2000 schloss. Mit der Duplik habe dieser </div> <div class="para">neue Akten eingereicht, von denen sie keine Kenntnis gehabt </div> <div class="para">hätten und auf welche die Anklagekammer im angefochtenen </div> <div class="para">Entscheid abgestellt habe. Die Beschwerdeführerinnen nennen </div> <div class="para">diesbezüglich insbesondere ein Gutachten der Bezirksanwalt- </div> <div class="para">schaft Zürich vom 27. Mai 1991 betreffend die Strafuntersu- </div> <div class="para">chung gegen L.________ und K.________, das nach Darstellung </div> <div class="para">des Untersuchungsrichters belege, dass die Anlagegelder </div> <div class="para">durch die Hand des L.________ gegangen seien. Dieses Gut- </div> <div class="para">achten hat der Untersuchungsrichter bei der Anklagekammer </div> <div class="para">als Beilage 6 zu seiner Duplik eingereicht. In ihrer Ver- </div> <div class="para">nehmlassung im vorliegenden staatsrechtlichen Beschwerde- </div> <div class="para">verfahren hat die Anklagekammer geltend gemacht, die Be- </div> <div class="para">schwerdeführerinnen hätten nach Zustellung der Duplikschrift </div> <div class="para">des Untersuchungsrichters die Einsichtnahme in die mit die- </div> <div class="para">ser Eingabe neu eingereichten Akten verlangen können. Sie </div> <div class="para">hätten jedoch weder ein entsprechendes Begehren gestellt, </div> <div class="para">noch darauf hingewiesen, dass angeblich ihnen nicht bekannte </div> <div class="para">Unterlagen zu den Akten gegeben worden seien. Damit hat die </div> <div class="para">Anklagekammer das Vorbringen der Beschwerdeführerinnen, es </div> <div class="para">seien mit der Duplik des Untersuchungsrichters ihnen nicht </div> <div class="para">bekannte Dokumente nachgereicht worden, nicht bestritten. </div> <div class="para">Vielmehr hat sie sinngemäss eingeräumt, dass sie dem ange- </div> <div class="para">fochtenen Entscheid Akten zugrunde legte, die den Beschwer- </div> <div class="para">deführerinnen nicht bekannt waren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">b) Das Akteneinsichtsrecht ist Teil des Anspruchs </div> <div class="para">auf rechtliches Gehör. Der Inhalt des rechtlichen Gehörs </div> <div class="para">bestimmt sich zunächst nach kantonalem Recht und sodann </div> <div class="para">gestützt auf <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">BGE 126 I 97</a> E. 2 </div> <div class="para">S. 102 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-136%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page136">119 Ia 136</a> E. 2c S. 138 f., je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerinnen berufen sich in diesem Zusammen- </div> <div class="para">hang nicht auf kantonales Recht, sondern direkt auf die in </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> enthaltene Minimalgarantie. Danach dient </div> <div class="para">das Gehörsrecht der Sachaufklärung. Es gewährt dem Betroffe- </div> <div class="para">nen ein Mitwirkungsrecht, das ihm namentlich den Anspruch </div> <div class="para">gibt, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingrei- </div> <div class="para">fenden Entscheids zu äussern, erhebliche Beweise beizubrin- </div> <div class="para">gen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Be- </div> <div class="para">weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentli- </div> <div class="para">cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum </div> <div class="para">Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den </div> <div class="para">Entscheid zu beeinflussen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-I-7%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page7">BGE 126 I 7</a> E. 2b S. 10 f., 97 </div> <div class="para">E. 2 S. 102 f.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page17">118 Ia 17</a> E. 1c S. 19, je mit Hinweisen). </div> <div class="para">Nach ständiger Rechtsprechung besteht der Gehörsanspruch </div> <div class="para">bei entscheidrelevanten Beweisfragen uneingeschränkt (BGE </div> <div class="para">124 I 49 E. 3c S. 52; vgl. René Rhinow/Max Imboden/Beat </div> <div class="para">Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Basel </div> <div class="para">1990, S. 294). Dies bedeutet, dass die Behörde, die neue </div> <div class="para">Akten entgegennimmt, welche ihr als Entscheidgrundlage die- </div> <div class="para">nen, den Betroffenen grundsätzlich von Amtes wegen darüber </div> <div class="para">zu orientieren hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-II-132%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page132">BGE 124 II 132</a> E. 2b S. 137; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F114-IA-97%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page97">114 Ia 97</a> </div> <div class="para">E. 2c S. 100, je mit Hinweisen; vgl. Jörg Paul Müller, </div> <div class="para">Grundrechte in der Schweiz, 3. Aufl., Bern 1999, S. 521). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">c) Der Untersuchungsrichter ist in seiner Duplik </div> <div class="para">vom 20. Oktober 2000 der Behauptung der Beschwerdeführerin- </div> <div class="para">nen entgegengetreten, die Hälfte der einbezahlten Anlage- </div> <div class="para">gelder sei von der Beschwerdeführerin 2 direkt an Rechtsan- </div> <div class="para">walt Dr. H.________ weitergeleitet worden. Der Untersu- </div> <div class="para">chungsrichter machte geltend, RA Dr. H.________ sei nach- </div> <div class="para">weislich und ausschliesslich vom Vermögensverwalter </div> <div class="para">L.________ beauftragt und bezahlt worden. Dabei berief er </div> <div class="para">sich ausdrücklich auf das Gutachten der Bezirksanwalt- </div> <div class="para">schaft Zürich vom 27. Mai 1991, welches er als Beilage 6 </div> <div class="para">seiner Duplik zu den Akten reichte. Es ging in diesem </div> <div class="para">Zusammenhang um die Frage, ob es sich bei den beschlag- </div> <div class="para">nahmten Geldern um deliktisches Vermögen im Sinne von </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 59 Abs. 1 StGB</span> handelte, ob also die für die Beschaf- </div> <div class="para">fung der Bankgarantien verwendeten Gelder aus einer Straf- </div> <div class="para">tat herrührten. Das Gutachten sollte zum Beweis dafür </div> <div class="para">dienen, dass die Beschwerdeführerinnen die Hälfte der ihnen </div> <div class="para">zur Verfügung gestellten Anlagegelder nicht direkt an RA </div> <div class="para">Dr. H.________ weitergeleitet hatten, sondern dass (der </div> <div class="para">wegen Betrugs verurteilte) L.________ RA Dr. H.________ </div> <div class="para">beauftragte, die Bankgarantien zu beschaffen, nachdem die </div> <div class="para">Beschwerdeführerinnen die ihnen zur Verfügung gestellten </div> <div class="para">Anlagegelder an die Fa. S.________ bzw. an L.________ </div> <div class="para">weitergeleitet hatten. Die Anklagekammer hat auf diese </div> <div class="para">Darstellung des Untersuchungsrichters abgestellt und diese </div> <div class="para">(ohne nähere Prüfung) übernommen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">d) Das vom Untersuchungsrichter zur Untermauerung </div> <div class="para">seiner Sachdarstellung eingereichte Gutachten der Bezirksan- </div> <div class="para">waltschaft Zürich hatte somit entscheidrelevante Bedeutung. </div> <div class="para">Der Gehörsanspruch der Beschwerdeführerinnen hätte verlangt, </div> <div class="para">dass ihnen vor der Entscheidfindung Einsicht in dieses Gut- </div> <div class="para">achten gegeben und ihnen Gelegenheit eingeräumt worden wäre, </div> <div class="para">hiezu Stellung zu nehmen. Zwar haben die Beschwerdeführe- </div> <div class="para">rinnen im Verfahren vor der Anklagekammer in ihrer Replik </div> <div class="para">erklärt, es sei ihnen Gelegenheit zu einer Erwiderung auf </div> <div class="para">die Vernehmlassung des Untersuchungsrichters eingeräumt </div> <div class="para">worden, daher befinde sich die Anklagekammer im Einklang mit </div> <div class="para">der Bundesgerichtspraxis zum rechtlichen Gehör. Dieses Zuge- </div> <div class="para">ständnis kann ihnen jedoch im vorliegenden Zusammenhang </div> <div class="para">nicht entgegengehalten werden, zumal sie bei Einreichung </div> <div class="para">ihrer Replik nicht voraussehen konnten, dass der Untersu- </div> <div class="para">chungsrichter in seiner Duplik erhebliche neue Beweismittel </div> <div class="para">einreichen würde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dadurch, dass den Beschwerdeführerinnen keine Gele- </div> <div class="para">genheit eingeräumt worden ist, sich zu den mit der Duplik </div> <div class="para">des Untersuchungsrichters eingereichten neuen Beweismitteln, </div> <div class="para">insbesondere zu dem genannten Gutachten, zu äussern, wurde </div> <div class="para">ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Dies hat zur </div> <div class="para">Folge, dass der angefochtene Entscheid - ungeachtet der Er- </div> <div class="para">folgsaussichten der staatsrechtlichen Beschwerde in mate- </div> <div class="para">rieller Hinsicht - aufgehoben werden muss (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=9&amp;from_date=05.06.2001&amp;to_date=24.06.2001&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F118-IA-17%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page17">BGE 118 Ia 17</a> </div> <div class="para">E. 1a S. 18). Unbehelflich ist der von der Anklagekammer </div> <div class="para">(in ihrer Vernehmlassung im vorliegenden bundesgerichtlichen </div> <div class="para">Verfahren) erhobene Einwand, wonach die Beschwerdeführerin- </div> <div class="para">nen nach der Zustellung der Duplik des Untersuchungsrichters </div> <div class="para">die Einsichtnahme in die gleichzeitig eingereichten neuen </div> <div class="para">Akten hätten verlangen können. Mit der Zustellung dieser </div> <div class="para">Duplik verband die Anklagekammer nämlich die ausdrückliche </div> <div class="para">Mitteilung vom 26. Oktober 2000, dass der Schriftenwechsel </div> <div class="para">"damit abgeschlossen" sei, womit den Beschwerdeführerinnen </div> <div class="para">keine Möglichkeit zur Stellungnahme mehr gegeben war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">5.- Die staatsrechtliche Beschwerde erweist sich somit </div> <div class="para">als begründet und ist gutzuheissen, soweit darauf einzutre- </div> <div class="para">ten ist. Der Entscheid der Anklagekammer vom 21. November </div> <div class="para">2000 ist aufzuheben. Die Anklagekammer wird dafür zu sorgen </div> <div class="para">haben, dass den Beschwerdeführerinnen Gelegenheit gegeben </div> <div class="para">wird, sich zu den vom Untersuchungsrichter mit seiner Duplik </div> <div class="para">vom 20. Oktober 2000 eingereichten Akten zu äussern, bevor </div> <div class="para">sie neu entscheidet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfah- </div> <div class="para">rens sind keine Gerichtskosten zu erheben (<span class="artref">Art. 156 Abs. 2 </span></div> <div class="para">OG). Der Kanton St. Gallen hat die anwaltlich vertretenen </div> <div class="para">Beschwerdeführerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren </div> <div class="para">jedoch angemessen zu entschädigen (<span class="artref">Art. 159 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1.- Die staatsrechtliche Beschwerde wird gutgeheissen, </div> <div class="para">soweit darauf einzutreten ist, und der Entscheid der Ankla- </div> <div class="para">gekammer des Kantons St. Gallen vom 21. November 2000 wird </div> <div class="para">aufgehoben. </div> <div class="para">2.- Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">3.- Der Kanton St. Gallen wird verpflichtet, die Be- </div> <div class="para">schwerdeführerinnen für das bundesgerichtliche Verfahren mit </div> <div class="para">Fr. 1'500.-- zu entschädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">4.- Dieses Urteil wird den Beschwerdeführerinnen, dem </div> <div class="para">Kantonalen Untersuchungsrichter für Wirtschaftsdelikte M.________ sowie der Anklagekammer des Kantons St. Gallen </div> <div class="para">schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 15. Juni 2001 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para">Der Präsident: </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>