<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00264</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206273&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00264</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 22.11.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 03.09.2007 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für Architekturleistungen<br/><br/>Mit der Präqualifikation steht für die Bewerber ein Entscheid von erheblicher Tragweite in Frage, bei dessen Beurteilung der Behörde ein grosser Beurteilungsspielraum zur Verfügung steht. Anderseits ist zu beachten, dass in Verfahren dieser Art regelmässig eine grössere Zahl von Bewerbungen eingeht - vorliegend waren es 83 gültige -, deren Prüfung auf rationelle Weise durchgeführt werden muss. Hinzu kommt, dass die Beurteilung von architektonischen und gestalterischen Qualitäten nur beschränkt objektivierbar und mit sprachlichen Mitteln nachvollziehbar sind. Unter diesen Umständen kann zum Präqualifikationsentscheid nicht für jeden Bewerber eine ausführliche Begründung erwartet werden (E. 5.1).<br/>Ausführungen der Duplik dürfen grundsätzlich nicht dazu verwendet werden, die Begründung des angefochtenen Vergabeentscheids zu ergänzen. Dieser Grundsatz wird jedoch durch die Untersuchungspflicht des Gerichts relativiert, die es rechtfertigen kann, auch verspätete Parteivorbringen noch zu berücksichtigen (E. 5.5).<br/>Bei der Eröffnung eines Vergabeentscheids wird die Begründung regelmässig erst nachträglich und in Kenntnis des erhobenen Rechtsmittels detailliert ausgearbeitet. (...) Wird für die Beurteilung der Angebote bzw. der Bewerbungen im selektiven Verfahren eine Jury eingesetzt, so gehört es zwar zu deren Aufgaben, ihren Entscheid in einem Bericht zu erläutern. Auch dieser kann jedoch bei einer grossen Zahl nicht berücksichtigter Bewerbungen nicht alle Aspekte detailliert darstellen. Im vorliegenden Fall kommt hinzu, dass die Jury die Bewerbungen nicht anonym beurteilt hat. Die Vergabebehörde konnte daher bei ihrem Entscheid nicht ohne weiteres gemäss § 10 Abs. 1 lit. i SumbV auf die Empfehlung der Jury abstellen, sondern musste eigene Erwägungen anstellen und einen eigenen Entscheid treffen. Unter diesen Umständen oblag es denn auch in erster Linie der Vergabestelle, ihren Entscheid zu begründen (E.5.6). Abweisung</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANFORDERUNG">ANFORDERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN">AUSSCHREIBUNGSUNTERLAGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNGSKRITERIEN">EIGNUNGSKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JURY">JURY</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRÃQUALIFIKATION">PRÃQUALIFIKATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGENÃGENDE/-R/-S">UNGENÃGENDE/-R/-S</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFAHREN">VERFAHREN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 10 Abs. I lit. i SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 20 lit. b SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Publikation vom 22. April 2005 erÃ¶ffnete das Hochbaudepartement der Stadt ZÃ¼rich eine Submission mit Projektwettbewerb im selektiven Verfahren fÃ¼r Architekturleistungen bei Umbau und Erweiterung des Ausbildungszentrums C in X. Die Zahl der einzuladenden Anbieter wurde in der Aus­schrei­bung auf zehn begrenzt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Innert der Eingabefrist wurden 83 Bewerbungen fÃ¼r die Teilnahme eingereicht; drei weitere Bewerbungen gingen verspÃ¤tet ein. Auf Antrag des Preisgerichts lud die Vorsteherin des Hochbaudepartements mit VerfÃ¼gung vom 1. Juni 2005 zehn Bewerber zur Abgabe eines Angebots ein. Ein weiterer Bewerber wurde als Ersatz vorgesehen. Dieser Ent­scheid wurde den Bewerbern mit Brief</span> vom 2. Juni 2005 erÃ¶ffnet.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b>Die A AG<span> deren Bewerbung nicht berÃ¼cksichtigt worden war, erhob beim Ver­wal­tungs­ge­richt am 20. Juni 2005 Be­schwer­de gegen den Ent­scheid des Hochbaudepartements. Sie beantragte in erster Linie, der angefochtene Ent­scheid sei aufzuheben und die Vor­in­stanz anzuweisen, den Wettbewerb in rechtskonformer Weise zu wiederholen. Weitere AntrÃ¤ge betrafen das </span><span>Beschwerdeverfahren</span><span> (GewÃ¤hrung der aufschiebenden Wirkung, Akteneinsicht, ErgÃ¤nzung der Be­schwer­de) sowie das bei einer Wiederholung des Wettbewerbs einzuschlagende Vorgehen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Stadt ZÃ¼rich beantragte in der Be­schwer­de­ant­wort vom 25. Juli 2005, es sei nicht auf die Be­schwer­de einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen, unter Ko­sten- und Ent­schÃ¤­di­gungs­fol­gen zulasten der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin. Zum Gesuch betreffend Erteilung der aufschiebenden Wirkung nahm sie ablehnend Stellung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 28. Juli 2005 wurde die Erteilung der aufschiebenden Wirkung verweigert. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Replik vom 8. November 2005 hielt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin an den BeschwerdeantrÃ¤gen fest, soweit diese nicht bereits erledigt waren. Am 17. November 2005 reichte sie ferner eine "ErgÃ¤nzung der Replik betreffend systematischer Ausgrenzung" ein. Die Be­schwer­de­geg­nerin hielt mit Duplik vom 22. Dezember 2005 ebenfalls an ihren ursprÃ¼nglichen AntrÃ¤gen fest.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Mit Eingabe vom 13. August 2005 stellte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ein Begehren um Edition zusÃ¤tzlicher Akten durch die Be­schwer­de­geg­nerin. Diese nahm dazu am 8. September 2005 Stellung und reichte zusÃ¤tzliche Unterlagen ein (Wettbewerbsprogramm, Protokoll der PrÃ¤qualifikation mit Beurteilung der Bewerbungen, Bewerbungsdossiers der zehn ausgewÃ¤hlten BÃ¼ros). Weiter gehende Editionsbegehren der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, welche Akten frÃ¼herer StudienauftrÃ¤ge und Wettbewerbe der Stadt ZÃ¼rich zum Gegenstand hatten, wurden mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2005 abgewiesen. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Oktober 2005 wurde sodann ein erneutes Editionsbegehren betreffend die Dossiers der nicht berÃ¼cksichtigten Bewerber abgewiesen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung 28. Juli 2005 erhielt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin Einsicht in die mit der Be­schwer­de­ant­wort eingereichten Akten. Die Einsicht in die am 8. September 2005 neu eingereichten Unterlagen wurde ihr mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 16. September 2005 â mit EinschrÃ¤nkungen â gewÃ¤hrt, und mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 13. Oktober 2005 wurde die Einsicht auf weitere Teildokumente erweitert.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 29. September 2006 erhielt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin Gelegenheit, dem Gericht die Dateien einer frÃ¼her zugestellten, aber nicht lesbaren CD in lesbarer Form zur VerfÃ¼gung zu stellen und zu einzelnen AusfÃ¼hrungen der Duplik ergÃ¤nzend Stellung zu nehmen. Am 26. Oktober 2006 reichte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin entsprechende Unterlagen ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = <span class="urteilstextchar">BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­geg­nerin bezweifelt, dass die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ihre Be­schwer­de rechtzeitig eingereicht habe, und beantragt daher in erster Linie, es sei nicht darauf einzutreten. Der PrÃ¤qualifikationsentscheid an die Bewerber sei am Freitag, 3. Juni 2005, mit A-Post versandt worden. Die Angabe der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, dass sie den Ent­scheid erst am 10. Juni 2005 erhalten habe, sei von Amtes wegen zu Ã¼berprÃ¼fen. </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hat den ihr zugestellten Ent­scheid mit einem Eingangsstempel vom 10. Juni 2005 versehen. Daraus ergibt sich zwar kein Beleg fÃ¼r die Zustellung am betreffenden Datum. Die Be­schwer­de­geg­nerin ist jedoch nicht in der Lage, einen andern Zeitpunkt der Zustellung zu belegen, da sie die Entscheide mit gewÃ¶hnlicher A-Post, d.h. nicht eingeschrieben, versandt hat. Das von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin genannte Eingangsdatum liegt auch nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Da die Beweislast fÃ¼r das Datum der Zustellung bei der zustellenden BehÃ¶rde liegt (RB 1982 Nr. 87; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 22), ist zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin davon auszugehen, dass die am 20. Juni 2005 eingereichte Be­schwer­de rechtzeitig erhoben wurde. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin erhebt Einwendungen gegen die Eignung mehrerer in der PrÃ¤qualifikation erfolgreicher Bewerber. </p> <p class="Urteilstext">Sie macht geltend, dass die Dossiers der Bewerber 16 und 50 nur je ein Referenzprojekt anstelle mehrerer geforderter enthalten hÃ¤tten. In den Unterlagen zur PrÃ¤qualifikation (Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm) wurde jedoch keine bestimmte Zahl von Referenzprojekten verlangt, sondern lediglich der Umfang der Darstellung begrenzt (zwei A3-Seiten, einseitig bedruckt). Die von den Bewerbern abzugebende Selbstdeklaration wies allerdings vorgedruckte Rubriken fÃ¼r drei Referenzprojekte auf. In der Regel fÃ¼hrt jedoch die Nennung einer geringeren Zahl von Referenzen nicht zum Ausschluss eines Bewerbers, sondern lediglich zu entsprechenden Konsequenzen bei der Bewertung. DiesbezÃ¼glich verfÃ¼gte die Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de bzw. die fÃ¼r sie tÃ¤tige Jury Ã¼ber einen erheblichen Ermessensspielraum. Die Zulassung der betreffenden Bewerber ist insoweit nicht zu beanstanden. </p> <p class="Urteilstext">Des Weiteren rÃ¼gt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, die Bewerber 35, 52 und 57 hÃ¤tten die Selbstdeklaration hinsichtlich der Referenzbeispiele und deren Bezug zur Aufgabenstellung nicht richtig ausgefÃ¼llt. â Die Selbstdeklaration enthielt bei den Angaben zu den Referenzprojekten eine Zeile "Bezug zur Aufgabe". Die hier geforderten Angaben wurden von den Bewerbern sehr unterschiedlich interpretiert, und in den von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin kritisierten drei Dossiers entsprechen sie tatsÃ¤chlich nicht dem Sinn der Anforderung. Dass die Bewerber dies missverstanden haben, ist jedoch kein Grund, sie aus der Auswahl auszuschliessen. Auch diesem Umstand war im Rahmen der Bewertung Rechnung zu tragen. </p> <p class="Urteilstext">Bei den Bewerbungen 16 und 79 weist die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin darauf hin, dass die Bewerber vermutlich nicht in einer existierenden Firma bzw. <span>Arbeits­ge­mein­schaft</span> zusammengeschlossen seien. Die gemeinsame Teilnahme an einem Vergabeverfahren bewirkt jedoch in der Regel bereits die Bildung einer <span>Arbeits­ge­mein­schaft</span>. Wenn die Be­schwer­de­geg­nerin darÃ¼ber im Rahmen der PrÃ¤qualifikation noch keine nÃ¤heren Angaben verlangte, so lag das im Rahmen ihres Ermessens. </p> <p class="Urteilstext">Im Ãbrigen hÃ¤tte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ohnehin nicht damit rechnen kÃ¶nnen, dass beim Ausschluss einzelner prÃ¤qualifizierter Teilnehmer gerade ihre Bewerbung in die engste Auswahl gekommen wÃ¤re. Die zur Teilnahme zugelassenen Anbieter wurden aus den Bewerbungen ausgesucht, die nach der Bewertung der Jury als "hervorragend geeignet" eingestuft waren. In zweiter Linie wÃ¤ren dann Bewerber aus der Reihe der "sehr geeigneten" zum Zug gekommen, wogegen die Bewerbung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin lediglich als "geeignet" qualifiziert worden war. Insofern erscheint es auch als fraglich, wieweit die Be­schwer­de­fÃ¼h­rerin Ã¼berhaupt legitimiert ist, die Zulassung einzelner Teilnehmer zu beanstanden. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin beanstandet das Verfahren der PrÃ¤qualifikation und macht geltend, dass sie rechtsungleich behandelt worden sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Im Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm, welcher den Interessenten fÃ¼r ihre Bewerbungen zur VerfÃ¼gung stand, wurden unter anderem die Aufgaben und Ziele des Auftrags (S. 10-13), die verlangten Bewerbungsunterlagen, die Eignungskriterien der PrÃ¤qualifikation und das Preisgericht (S. 4-5) festgelegt. Die Eignungskriterien wurden wie folgt umschrieben:</p> <p class="EinzugZitat"><i><span>"Eignungskriterien PrÃ¤qualifikation:</span></i></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Projektierungs- und AusfÃ¼hrungskompetenz/-potential<br/> (Grundlage Referenzprojekte):<br/> Bewertet werden die Kompetenz und das Potential, funktionale, wirtschaftliche und nachhaltige Bauten in hoher architektonischer und stÃ¤dtebaulicher QualitÃ¤t zu projektieren und auszufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>â Organisatorische Eignung / Projektmanagement:<br/> (Grundlage Selbstdeklaration): <br/> Vorausgesetzt wird ein Team, welches die Sicherstellung eines qualitÃ¤tsvollen Projektmanagements, das der KomplexitÃ¤t der anstehenden Aufgabe entspricht, gewÃ¤hrleistet."</span></p> <p class="Urteilstext">Als Grundlage ihrer Bewerbung hatten die Interessenten einzureichen: Referenzprojekte von realisierten Bauten und/oder Projekten, vorzugsweise im Bereich der vorliegenden Aufgabenstellung (zwei A3-Seiten), sowie den Nachweis einer ausreichenden fachlichen und organisatorischen LeistungsfÃ¤higkeit mittels eines vorgegebenen Formulars "Selbstdeklaration". </p> <p class="Urteilstext">Das Preisgericht setzte sich zusammen aus vier Sachpreisrichtern (Vertretern stÃ¤dtischer Amtsstellen) und fÃ¼nf Fachpreisrichterinnen bzw. -richtern (ein Architekt des Amtes fÃ¼r Hochbauten der Stadt ZÃ¼rich sowie vier externe Architektinnen bzw. Architekten). Ãberdies wurden vier Ersatzmitglieder vorgesehen. Als Grundlage des Wettbewerbs wurde subsidiÃ¤r zur kantonalen Sub­mis­si­ons­ver­ord­nung die SIA-Norm 142, Ordnung fÃ¼r Architektur- und Ingenieurwettbewerbe (Ausgabe 1998), bezeichnet.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht zunÃ¤chst geltend, die Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen, welche den Bewerbern fÃ¼r die PrÃ¤qualifikation zur VerfÃ¼gung standen, seien ungenÃ¼gend gewesen, weil das Wettbewerbsprogramm nur im Auszug bekannt gegeben worden sei und insbesondere kein definiertes Raumprogramm vorgelegen habe. DemgegenÃ¼ber weist die Be­schwer­de­geg­nerin darauf hin, dass das Wettbewerbsprogramm erst wÃ¤hrend des PrÃ¤qualifikationsverfahrens definitiv ausgearbeitet worden sei; durch dieses gestaffelte Vorgehen habe die Verfahrensdauer verkÃ¼rzt werden kÃ¶nnen. Der Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm habe alle notwendigen Angaben enthalten, die fÃ¼r die Bewerber in diesem Stadium des Verfahrens von Interesse gewesen seien. </p> <p class="Urteilstext">In einem selektiven Vergabeverfahren werden die vollstÃ¤ndigen Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen hÃ¤ufig erst nach dem Ent­scheid Ã¼ber die PrÃ¤qualifikation an die zum Angebot eingeladenen Anbieter abgegeben. Das rechtfertigt sich schon zur Vermeidung von unnÃ¶tigem Aufwand, denn Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen fÃ¼r grÃ¶ssere Projekte enthalten zuweilen umfangreiche Dokumentationen, und es ist auch fÃ¼r die Interessenten von Vorteil, wenn sie fÃ¼r ihre Bewerbung keine unnÃ¶tig weitlÃ¤ufigen Akten durchsehen mÃ¼ssen. Die im Zusammenhang mit der Aus­schrei­bung abgegebenen Unterlagen mÃ¼ssen im selektiven Verfahren vor allem die Informationen enthalten, die ein Interessent benÃ¶tigt, um zu entscheiden, ob er sich um die Teilnahme bewerben will, und um eine aussagekrÃ¤ftige Bewerbung einzureichen. </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend enthielt der Auszug aus dem Wettbewerbsprogramm Angaben zum Projekt (Ausgangslage, Aufgabe, Ziele, voraussichtliche Anlagekosten), zu den Anforderungen (Eig­nungs­kri­te­rien, Beurteilungskriterien, abzugebende Unterlagen) und zum Vorgehen (Verfahren, Preisgericht, Experten, Termine, EntschÃ¤digungen, Weiterbearbeitung). Ferner wurde ein Formular fÃ¼r die Selbstdeklaration abgegeben, aus welchem die verlangten organisatorischen und betrieblichen Angaben hervorgingen. Diese Informationen waren fÃ¼r den genannten Zweck ausreichend. </p> <p class="Urteilstext">Insbesondere ist nicht ersichtlich, wozu die Interessenten bereits Ã¼ber ein ausgearbeitetes Raumprogramm hÃ¤tten verfÃ¼gen mÃ¼ssen. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin macht diesbezÃ¼glich geltend, Ã¼blicherweise enthielten die Unterlagen von Aus­schrei­bungen in Architektur-Wettbewerben ein klar definiertes Raumprogramm, welches die Bewerber Ã¼ber den quantitativen Umfang und die funktionelle Struktur der Aufgabe informiere. DemgegenÃ¼ber fÃ¼hrt die Be­schwer­de­geg­nerin aus, das Raumprogramm werde in der Regel erst mit dem definitiven Wettbewerbsprogramm bekannt gegeben und sei fÃ¼r die Bewerbung zur Teilnahme nicht erforderlich. Die Bauaufgabe lasse sich auch ohne detailliertes Raumprogramm erfassen. â TatsÃ¤chlich ist nicht ersichtlich, wofÃ¼r die Bewerber bereits in diesem Stadium des Verfahrens detaillierte Angaben zum Raumprogramm benÃ¶tigt hÃ¤tten. Die gestellte Aufgabe sowie deren Umfang waren aus den abgegebenen Unterlagen so weit erkennbar, wie dies fÃ¼r die Bewerbung um die Teilnahme erforderlich war. </p> <p class="Urteilstext">Auch der Einwand, dass mit der Selbstdeklaration keine Angaben Ã¼ber die vorgesehenen SchlÃ¼sselpersonen verlangt worden seien, ist unbegrÃ¼ndet. Wie die Be­schwer­de­geg­nerin zu Recht festhÃ¤lt, kÃ¶nnen die Bewerber in diesem frÃ¼hen Stadium des Verfahrens oft noch nicht angeben, welche SchlÃ¼sselpersonen zum Einsatz gelangen werden, und deren Kenntnis ist denn auch fÃ¼r die PrÃ¤qualifikation nicht unbedingt erforderlich. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Ein weiterer Einwand der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin betrifft die bekannt gegebenen Eig­nungs­kri­te­rien, welche sie fÃ¼r zu unbestimmt hÃ¤lt. Diese entsprachen indessen dem Ã¼blichen Standard fÃ¼r eine Aufgabe dieser Art. Zusammen mit den weiteren Angaben, insbesondere den einzureichenden Unterlagen, war fÃ¼r die Bewerber ausreichend deutlich, nach welchen Gesichtspunkten die Auswahl erfolgen wÃ¼rde. </p> <p class="Urteilstext">Die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin­ als zu knapp beurteilte Frist fÃ¼r das Einreichen der Bewerbung entsprach der Mindestfrist von 25 Tagen gemÃ¤ss § 20 lit. b SubmV und ist daher ebenfalls nicht zu beanstanden.</p> <p class="Urteilstext">Ãberdies bemÃ¤ngelt die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, dass wÃ¤hrend der Bewerbungsfrist keine GelÃ¤ndebesichtigung und keine Fragerunde durchgefÃ¼hrt worden seien. Dieses Vorgehen lag indessen im Rahmen des der Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de zustehenden Ermessens. Eine GelÃ¤ndebegehung wÃ¤re denn auch in diesem Stadium des Verfahrens und fÃ¼r eine Aufgabe dieser Art eher ungewÃ¶hnlich gewesen und hÃ¤tte den Aufwand fÃ¼r die interessierten Bewerber, zumal solche aus dem Ausland, unnÃ¶tig erhÃ¶ht.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Schliesslich beanstandet die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin das bei der Auswahl der Teilnehmer angewandte Verfahren. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>Die Be­schwer­de­geg­nerin beschreibt dieses wie folgt (Be­schwer­de­ant­wort und ergÃ¤nzende Eingabe vom 8. September 2005): ZunÃ¤chst nahm die Projektleitung eine VorprÃ¼fung aller Bewerbungen in Bezug auf das Eignungskriterium "Organisatorische Eignung / Projektmanagement" vor. Dabei wurde keine der rechtzeitigen Eingaben mangels organisatorischer Eignung von vornherein ausgeschlossen, so dass das Preisgericht Ã¼ber alle 83 rechtzeitigen Bewerbungen zu befinden hatte. Die PrÃ¤qualifikation fand am Freitag, 27. Mai 2005, statt. Nach einer freien Besichtigung aller eingegangenen Bewerbungen teilte sich das Preisgericht in sechs Gruppen mit je einem Fach- und Sachpreisrichter auf (wobei offenbar auch die Ersatzmitglieder in Anspruch genommen wurden), und jede Zweiergruppe nahm eine erste Bewertung fÃ¼r ein gutes Dutzend Bewerbungen vor. Diese Wertungen wurden mit farbigen Markierungen (eher ungeeignet / geeignet / sehr geeignet / her­vor­ra­gend geeignet) zum Ausdruck gebracht. Anschliessend wurden die Bewertungen dem Plenum vorgestellt und begrÃ¼ndet. Das Plenum diskutierte die Ergebnisse in der Gesamtschau aller Bewerbungen und setzte Akzente bei sehr geeigneten und hervorragend geeigneten Bewerbungen. In einer Schlussrunde wurden schliesslich aus den 13 als hervorragend beurteilten Bewerbungen die zehn einzuladenden BÃ¼ros sowie ein Ersatz ausgewÃ¤hlt. Dieses Auswahlverfahren ist in einer grafischen Ãbersicht dokumentiert. Die Endauswahl beruhte nach den Angaben der Be­schwer­de­geg­nerin nicht auf einem Mehrheitsentscheid, sondern auf einem Konsens des gesamten Preisgerichts. Insgesamt habe die Jurierung mehr als drei Stunden gedauert, wovon je eine Stunde fÃ¼r die freie Besichtigung und fÃ¼r die Arbeit der Zweiergruppen verwendet wurde. </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin betrachtet dieses Vorgehen als zu wenig klar strukturiert und vermisst insbesondere eine detaillierte Protokollierung der Beurteilungsschritte der Jury. Nach ihrer Ansicht fehlen die Unterlagen, welche ein "den europÃ¤ischen Standards entsprechendes, professionell seriÃ¶ses Selektionsverfahren" dokumentieren kÃ¶nnten. Sie ist auch der Meinung, dass fÃ¼r die Arbeit der Jury mehr Zeit hÃ¤tte zur VerfÃ¼gung stehen mÃ¼ssen. So sei die Jury an der Selektionssitzung aus zeitlichen und organisatorischen GrÃ¼nden gar nicht Ã¼ber den Inhalt des Bewerbungsdossiers der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin orientiert worden und habe auch nicht Ã¼ber dieses befinden kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.2 </b>Beim Verfahren, das zur Beurteilung der Bewerbungen angewandt wird, ist darauf zu achten, dass der entstehende Aufwand in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zum vorgesehenen Auftrag steht. Im Hinblick darauf erscheint das von der Be­schwer­de­geg­nerin beschriebene Verfahren als ausreichend sorgfÃ¤ltig und sachgerecht. Auch die DurchfÃ¼hrung einer Vorselektion durch Zweiergruppen der Jury ist unter diesem Gesichtspunkt zu wÃ¼rdigen: Um entsprechend den Vorstellungen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin allen Mitgliedern der Jury eine eingehende Kenntnis jedes Bewerbungsdossiers zu ermÃ¶glichen und entsprechende Quervergleiche vorzunehmen, wÃ¤re vermutlich ein Zeitaufwand von mindestens einer Viertelstunde pro Dossier erforderlich gewesen, was angesichts der 83 Bewerbungen einer Beanspruchung der gesamten Jury wÃ¤hrend zweieinhalb vollen Arbeitstagen entsprochen hÃ¤tte. Dass die Be­schwer­de­geg­nerin einen derartigen Aufwand als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erachtete, kann ihr nicht zum Vorwurf gemacht werden. Allenfalls wÃ¼nschbare Verbesserungen lagen in ihrem Ermessen, und deren Unterlassung stellt keinen Rechtsmangel dar. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.3 </b>In ihrer ergÃ¤nzenden Stellungnahme vom 26. Oktober 2006 machte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin Ã¼berdies geltend, das Verfahren des Preisgerichts bei der Auswahl der Teilnehmer sei anders verlaufen als von der Be­schwer­de­geg­nerin dargestellt. Insbesondere hÃ¤tten nicht Mitglieder der Jury, sondern Mitarbeiter des Hochbauamts die erste Vorauswahl mit den erwÃ¤hnten farbigen Markierungen vorgenommen. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nennt indessen keine konkreten Anhaltspunkte fÃ¼r ihre Behauptung, sondern begrÃ¼ndet diese lediglich mit dem Hinweis auf ihre "nicht zu widerlegenden Recherchen". Damit vermag sie die Sachdarstellung der Be­schwer­de­geg­nerin nicht ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Ob die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin diese Einwendungen mit der Eingabe vom 26. Oktober 2006 Ã¼berhaupt noch vorbringen durfte, nachdem sie mit der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom <span>29. September 2006 lediglich Gelegenheit erhalten hatte, zu den in der Duplik neu genannten GrÃ¼nden fÃ¼r ihre NichtberÃ¼cksichtigung Stellung zu nehmen, kann offen bleiben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin rÃ¼gt sodann eine ungenÃ¼gende BegrÃ¼ndung des PrÃ¤qualifikations­ent­scheids. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Der Entscheid Ã¼ber die Auswahl der Teilnehmer im selektiven Vergabeverfahren bedarf wie alle anfechtbaren Vergabeentscheide einer BegrÃ¼ndung (VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3a; 2. November 2000, VB.2000.00122, E. 3, beide www.vgrzh.ch). Die Praxis lÃ¤sst jedoch zu, dass die Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de die BegrÃ¼ndung des Ent­scheids noch im Rahmen der Beschwerdeantwort ergÃ¤nzt und damit eine allfÃ¤llige Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs, die aus dem ursprÃ¼nglichen Fehlen einer ausreichenden BegrÃ¼ndung erwachsen konnte, behebt (RB 2000 Nr. 59 = BEZ 2000 Nr. 25 E. 4a). Eine weitere ErgÃ¤nzung im Rahmen eines vom Gericht angeordneten zweiten Schriftenwechsels ist dagegen grundsÃ¤tzlich nicht zulÃ¤ssig (RB 2003 Nr. 56 = BEZ 2003 Nr. 50; VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3 f; 19. Juni 2002, VB.2001.00360, E. 5d, beide www.vgrzh.ch). </p> <p class="Urteilstext">Die Anforderungen an die BegrÃ¼ndung einer VerfÃ¼gung kÃ¶nnen nicht ein fÃ¼r alle Mal einheitlich festgelegt werden. Die BegrÃ¼ndung muss auf jeden Fall so abgefasst sein, dass der Betroffene sich Ã¼ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und in Kennt­nis der GrÃ¼nde ein Rechtsmittel ergreifen kann. Die Anforderungen sind hÃ¶her, wenn der BehÃ¶rde infolge von Ermessen ein grosser Entscheidungsspielraum zur VerfÃ¼gung steht; anderseits kann bei Akten der Massenverwaltung eine sehr einfache und knappe BegrÃ¼ndung ausreichen (VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3c, www.vgrzh.ch; vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 10 N. 39 ff.).</p> <p class="Urteilstext">Mit der PrÃ¤qualifikation steht fÃ¼r die Bewerber ein Entscheid von erheblicher Tragweite in Frage, bei dessen Beurteilung der BehÃ¶rde ein grosser Ermessensspielraum zur VerfÃ¼gung steht. Anderseits ist zu beachten, dass in Verfahren dieser Art regelmÃ¤ssig eine grÃ¶ssere Zahl von Bewerbungen eingeht â vorliegend waren es 83 gÃ¼ltige â, deren PrÃ¼fung auf rationelle Weise durchgefÃ¼hrt werden muss. Hinzu kommt, dass die Beurteilung von architektonischen und gestalterischen QualitÃ¤ten nur beschrÃ¤nkt objektivierbar und mit sprachlichen Mitteln nachvollziehbar ist. Unter diesen UmstÃ¤nden kann zum PrÃ¤qualifikationsentscheid nicht fÃ¼r jeden Bewerber eine ausfÃ¼hrliche BegrÃ¼ndung erwartet werden; es mÃ¼ssen aus ihr aber die wesentlichen Gesichtspunkte hervorgehen, die fÃ¼r die Benotung von Bedeutung sind (VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3c, www.vgrzh.ch). </p> <p class="Urteilstext">Die Rechtsprechung anerkennt sodann, dass in Vergabeverfahren, die auf einem Wettbewerb mit anonymen BeitrÃ¤gen und einer unabhÃ¤ngigen Jury beruhen (vgl. § 10 Abs. 1 lit. i SubmV), wegen der dadurch gewÃ¤hrleisteten erhÃ¶hten ObjektivitÃ¤t und Transparenz geringere Anfor­­derungen an die BegrÃ¼ndungspflicht bestehen als in andern Verfahren (RB 2000 Nr. 60). Diese Voraussetzungen waren jedoch vorliegend nicht erfÃ¼llt. Zwar kann das von der Beschwerdegegnerin eingesetzte Preisgericht nach den MassstÃ¤ben der SIA-Norm 142 (Ordnung fÃ¼r Architektur- und Ingenieurwettbewerbe, Ausgabe 1998) als unabhÃ¤ngige Jury gelten. Hingegen wurden die Bewerbungen, soweit ersichtlich, vom Preisgericht nicht anonym beurteilt. Das Erfordernis der AnonymitÃ¤t wird zwar im kantonalen Recht (§ 10 Abs. 1 lit. i SubmV) nicht ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt; das Ver­wal­tungs­ge­richt hat jedoch in konstanter Recht­spre­chung an dieser Voraussetzung festgehalten (RB 2003 Nr. 47 = BEZ 2003 Nr. 36 E. 2c/dd). Im Ãbrigen wÃ¼rde auch die Einhaltung der genannten Verfahrensgarantien keinen vÃ¶lligen Verzicht auf eine inhaltliche BegrÃ¼ndung rechtfertigen (VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3d, www.vgrzh.ch).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Das von der Be­schwer­de­geg­nerin bei der Auswahl der Teilnehmer angewandte Verfahren ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden (vorn, E. 4.4.1). Die Befolgung eines geeigneten Verfahrens befreit die BehÃ¶rde jedoch nicht davon, die inhaltlichen GrÃ¼nde fÃ¼r ihren Entscheid bekannt zu geben (VGr, 13. November 2002, VB.2001.00198, E. 3d, www.vgrzh.ch). Anzuerkennen ist freilich, dass angesichts von 83 Bewerbungen, von denen nur zehn auszuwÃ¤hlen waren, keine grosse BegrÃ¼ndungstiefe verlangt werden kann. Wie die Be­schwer­de­geg­nerin zutreffend feststellt, fanden sich unter den Bewerbern verschiedene hoch qualifizierte ArchitekturbÃ¼ros, die ebenfalls nicht in die Auswahl gelangten. FÃ¼r die NichtberÃ¼cksichtigung eines einzelnen Bewerbers waren unter diesen UmstÃ¤nden keine schwerwiegenden GrÃ¼nde erforderlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>In der Be­schwer­de­ant­wort legte die Be­schwer­de­geg­nerin dar, dass es bei der Beurteilung der Bewerber nicht darauf angekommen sei, wer schon am meisten Vergleichbares realisiert habe. Entscheidend sei vielmehr gewesen, "dass die Referenzen die architektonischen Grundhaltungen und WertmassstÃ¤be vorweisen, die vorausgesetzt werden, um den stÃ¤dtebaulichen Kontext und die gestellte Bauaufgabe zu verstehen und dazu innovative und zukunftsorientierte VorschlÃ¤ge zu entwickeln." Die Referenzen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hÃ¤tten das Preisgericht "in Bezug auf das erforderliche Kompetenz-Potential nicht vollends zu Ã¼berzeugen" vermocht. Die Bewerbung habe daher nicht die Wertung "hervorragend geeignet" erreicht und keine Aufnahme im Teilnehmerfeld gefunden. </p> <p class="Urteilstext">Diese BegrÃ¼ndung vermag selbst den geringen Anforderungen, die bei der Auswahl aus einem derart grossen Bewerberkreis zu erfÃ¼llen sind, nicht zu genÃ¼gen. Der Hinweis auf die erforderlichen Grundhaltungen und WertmassstÃ¤be erlÃ¤utert lediglich die GrundsÃ¤tze der Auswahl, sagt aber nichts Ã¼ber die Bewertung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin aus. Und die Angabe, dass die Referenzen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin "in Bezug auf das erforderliche Kompetenz-Potential nicht vollends zu Ã¼berzeugen" vermocht hÃ¤tten, nennt zwar das Ergebnis der Bewertung, zeigt aber nicht, <i><span>weshalb</span></i> die Beurteilung so ausfiel.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Erst in der Duplik nahm die Be­schwer­de­geg­nerin ausfÃ¼hrlicher zu den inhaltlichen GrÃ¼nden Stellung, die gegen eine PrÃ¤qualifikation der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin­ sprachen. Sie fÃ¼hrte aus, die NichtberÃ¼cksichtigung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin sei einerseits auf die HeterogenitÃ¤t der architektonischen QualitÃ¤t der Referenzobjekte, anderseits auf die Diskrepanz zwischen der Aufwendigkeit gewisser Referenzobjekte und dem Zweckbaucharakter der vorliegenden Bauaufgabe zurÃ¼ckzufÃ¼hren. Das Referenzobjekt 1 der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin sei eine sehr grosszÃ¼gig konzipierte Anlage, wÃ¤hrend das Ausbildungszentrum C mit sehr viel knapperen PlatzverhÃ¤ltnissen auskommen mÃ¼sse. Die Architektur des Referenzobjekts 3 wirke schwerfÃ¤llig und Ã¼berinstrumentiert; der aufwendig umgesetzte Formwille stehe fÃ¼r das Gegenteil dessen, was beim Vorhaben C angestrebt werde. Das Referenzobjekt 2 weise in der architektonischen Grundhaltung in eine ansprechende Richtung; dieser gute Eindruck vermÃ¶ge aber das als problematisch empfundene Referenzobjekt 3 nicht wettzumachen. Schliesslich verweist die Be­schwer­de­geg­nerin noch auf das von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin realisierte GebÃ¤ude D, welches diese nicht als Referenzobjekt bezeichnet hatte. Dieses zeige eine Vorliebe fÃ¼r sorgfÃ¤ltige, aber exklusive Materialisierung und Detaillierung, welche fÃ¼r robuste Zweckbauten der Ã¶ffentlichen Hand nicht beispielhaft sein kÃ¶nne. </p> <p class="Urteilstext">Insgesamt habe die Bewerbung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin damit einen heterogenen Eindruck hinterlassen, der in Bezug auf die gegebene Bauaufgabe nur zur Wertung "geeignet" gefÃ¼hrt habe. Damit befinde sich die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin in durchaus namhafter Gesellschaft, denn es seien auch andere renommierte Bewerbende nicht berÃ¼cksichtigt worden, deren Referenzen zwar ebenso interessant und beeindruckend seien, mit der Zielrichtung und dem Charakter der hier gestellten Aufgabe aber wenig Ã¼bereinstimmten. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.5 </b>AusfÃ¼hrungen der Duplik dÃ¼rfen grundsÃ¤tzlich nicht dazu verwendet werden, die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Ver­ga­be­ent­scheids zu ergÃ¤nzen (vorn, E. 5.1). Auf diese Recht­spre­chung verweist auch die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin in ihrer Stellungnahme vom 26. Oktober 2006. Dieser Grundsatz wird jedoch durch die Untersuchungspflicht des Gerichts relativiert, die es rechtfertigen kann, auch verspÃ¤tete Parteivorbringen noch zu berÃ¼cksichtigen (KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 53 N. 15 und § 54 N. 8; vgl. EidgenÃ¶ssische Rekurskommission fÃ¼r das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen, VBP 69.79 E. 1d). Vorliegend war es zur Vermeidung von unnÃ¶tigen Weiterungen gerechtfertigt, dass der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin Gelegenheit eingerÃ¤umt wurde, zu den fraglichen AusfÃ¼hrungen Stellung zu nehmen; damit wurde ihr Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gewahrt.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.6 </b>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin macht in ihrer Eingabe vom 26. Oktober 2006 bzw. der als Beilage dazu eingereichten Stellungnahme geltend, die von der Be­schwer­de­geg­nerin mit der Duplik vorgebrachte BegrÃ¼ndung sei erst nachtrÃ¤glich, ohne Kenntnis und Mitwirkung der Jury, von Mitarbeitern des Hochbauamtes verfasst worden. Ãber die BeweggrÃ¼nde der Jury bei der NichtberÃ¼cksichtigung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin vermÃ¶ge diese daher nichts auszusagen. </p> <p class="Urteilstext">Bei der ErÃ¶ffnung eines Ver­ga­be­ent­scheids wird die BegrÃ¼ndung regelmÃ¤ssig erst nachtrÃ¤glich und in Kenntnis des erhobenen Rechtsmittels detailliert ausgearbeitet. Aus GrÃ¼nden der Vertraulichkeit und des erforderlichen Aufwandes wÃ¤re es kaum mÃ¶glich, bereits beim Erlass des ­Ent­scheids eine BegrÃ¼ndung zu liefern, welche die StÃ¤rken und SchwÃ¤chen jedes Angebots ausfÃ¼hrlich beleuchtet. Wird fÃ¼r die Beurteilung der Angebote bzw. der Bewerbungen im selektiven Verfahren eine Jury eingesetzt, so gehÃ¶rt es zwar zu deren Aufgaben, ihren Ent­scheid in einem Bericht zu erlÃ¤utern. Auch dieser kann jedoch bei einer grossen Zahl nicht berÃ¼cksichtigter Bewerbungen bzw. Angebote nicht alle Aspekte detailliert darstellen. Im vor­lie­genden Fall kommt hinzu, dass die Jury die Bewerbungen nicht anonym beurteilt hat. Die Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de konnte daher bei ihrem Ent­scheid nicht ohne weiteres gemÃ¤ss § 10 Abs. 1 lit. i SubmV auf die Empfehlung der Jury abstellen, sondern musste eigene ErwÃ¤gungen anstellen und einen eigenen Ent­scheid treffen. Unter diesen UmstÃ¤nden oblag es denn auch in erster Linie der Vergabestelle, ihren Ent­scheid zu begrÃ¼nden.</p> <p class="Urteilstext">Wenn die Be­schwer­de­geg­nerin somit im Rahmen des Beschwerdeverfahrens die GrÃ¼nde fÃ¼r die getroffene Auswahl erlÃ¤uterte, entsprach dies dem geschilderten Verfahrensablauf. Soweit sie dabei auf Diskussionen innerhalb der Jury verweist, hat sie diese allerdings mÃ¶glichst objektiv wiederzugeben. Die Voraussetzungen dafÃ¼r waren hier zweifellos vorhanden, da mehrere Mitarbeiter der Be­schwer­de­geg­nerin an der Arbeit der Jury teilnahmen. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.7 </b>Auch inhaltlich beanstandet die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin in ihrer Stellungnahme vom 26. Oktober 2006 die BegrÃ¼ndung der Be­schwer­de­geg­nerin als unhaltbar. Zu den Bemerkungen betreffend das Referenzobjekt 1 entgegnet sie, die beim Projekt geplanten SportstÃ¤tten seien den hier vorgesehenen sehr Ã¤hnlich und zeigten, dass sie (die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin) solche Aufgaben bestens lÃ¶sen kÃ¶nne; der Sportteil des Projekts sei in Berichten und Rezensionen sogar besonders gelobt worden. Zur Kritik an der Architektursprache des Referenzobjekts 3 fÃ¼hrt sie aus, dass diese nicht den Kriterien des Auswahlverfahrens entspreche und dass der Bau ohnehin vor allem wegen seines funktionellen Inhalts, insbesondere des grossen integrierten Polizeipostens, als Referenzobjekt benannt worden sei. Die wohlwollende Beurteilung des Referenzobjekts 2 empfindet sie als "sÃ¼ffisant[..] und Ã¼berflÃ¼ssig[..]". Was schliesslich die zusÃ¤tzliche Bewertung des Wohn- und GeschÃ¤ftshauses D anbelangt, so sei diese nicht zu hÃ¶ren, da dieser Bau gar nicht als Referenzobjekt bezeichnet worden sei. Auch sei dieser mit sehr tiefen Kosten realisiert worden.</p> <p class="Urteilstext">Sodann verweist die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin auf andere Arbeiten ihres BÃ¼ros, die den Beweis erbrÃ¤chten, dass sie sehr wohl in der Lage sei, Zweckbauten zu planen. Ferner habe sie in der Zwischenzeit in einem anonymen Wettbewerb, bei dem es um Ã¤hnliche Aufgaben gegangen sei, den 1. Preis gewonnen. Schliesslich nimmt sie eine eigene Qualifikation der von der Be­schwer­de­geg­nerin prÃ¤qualifizierten Bewerber vor, bei welcher sie zum Schluss gelangt, dass nur zwei nach allen Kriterien geeignete BÃ¼ros ausgewÃ¤hlt worden seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.8 </b>Diese EinwÃ¤nde vermÃ¶gen die Beurteilung der Be­schwer­de­geg­nerin nicht zu entkrÃ¤ften. So geht beim Referenzobjekt 1 aus den Bewerbungsunterlagen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nicht hervor, inwiefern die dort geplanten Sportanlagen mit den vorliegend zu projektierenden vergleichbar sein sollen. Im Begleittext wird dazu lediglich erwÃ¤hnt, wichtiger Bestandteil sei auch "die Schaffung eines modernen, akademischen Sportzentrums mit verschieden grossen SpielplÃ¤tzen und TribÃ¼nen mit integrierten Garderobeneinrichtungen bis hin zu den KraftrÃ¤umen". Diese Schilderung spricht eher fÃ¼r eine nur beschrÃ¤nkte Vergleichbarkeit der Aufgabe; auch die Illustrationen enthalten keine Details zu den Sportanlagen. Dass die Be­schwer­de­geg­nerin nicht auf Berichte und Rezensionen ausserhalb der Bewerbungsunterlagen abgestellt hat, kann ihr ebenfalls nicht zum Vorwurf gemacht werden. </p> <p class="Urteilstext">Mit Bezug auf das Referenzobjekt 3 kann den Bewerbungsunterlagen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nicht entnommen werden, dass dieses vor allem wegen seines funktionellen Inhalts, insbesondere wegen des grossen integrierten Polizeipostens, eingereicht worden sei. Im Begleittext wird einzig erwÃ¤hnt, dass in den drei Obergeschossen nebst BetriebsrÃ¤umen und BÃ¼ros ein Kapo-StÃ¼tzpunkt liege; demgegenÃ¼ber legen die Illustrationen erhebliches Gewicht auf die Ã¤ussere Erscheinung des Baus. Inwiefern die Kritik der Be­schwer­de­geg­nerin an der Architektursprache des Referenzobjekts den Kriterien des Auswahlverfahrens widersprechen soll, ist ebenfalls nicht ersichtlich; gefordert wurde in den Eig­nungs­kri­te­rien zur PrÃ¤qualifikation ausdrÃ¼cklich die Kompetenz, "Bauten in hoher architektonischer und stÃ¤dtebaulicher QualitÃ¤t zu projektieren und auszufÃ¼hren". </p> <p class="Urteilstext">Zutreffend ist der Einwand der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, dass sie die Ãberbauung D nicht als eines der drei geforderten Referenzobjekte bezeichnet hat. Sie hatte den Bau in einem Ãbersichtsblatt mit weiteren Arbeiten nur als zusÃ¤tzliches Beispiel erwÃ¤hnt und illustriert. Wieweit dieses Objekt in die Bewertung einbezogen werden durfte, kann jedoch dahingestellt bleiben, da der von der Be­schwer­de­geg­nerin geschilderte Eindruck einer heterogenen architektonischen QualitÃ¤t sowie einer Diskrepanz zum Zweckbaucharakter des vorliegenden Projekts auch anhand der Ã¼brigen Referenzobjekte ausreichend nachvollziehbar ist.</p> <p class="Urteilstext">Was sodann die durch die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin vorgenommene eigene Bewertung der konkurrierenden Bewerbungen anbelangt, so ist diese offensichtlich von subjektiven Anschauungen geprÃ¤gt. Es versteht sich von selbst, dass sie nicht ihr eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Jury bzw. der Be­schwer­de­geg­nerin setzen kann. In diesem Licht ist auch der mit der Eingabe vom 26. Oktober 2006 erneut gestellte Antrag der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin zu sehen, es seien ihr die kompletten Dossiers der nicht berÃ¼cksichtigten Bewerber zugÃ¤nglich zu machen, um ihre Analyse gestÃ¼tzt darauf zu beweisen. Welchen relevanten Beweis sie mit Hilfe dieser Dossiers zu erbringen hofft, ist nicht ersichtlich.</p> <p class="Urteilstext">Dass die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin, wie sie erklÃ¤rt, durchaus in der Lage ist, Zweckbauten zu planen, und in der Zwischenzeit einen andern Wettbewerb fÃ¼r eine Baute dieser Art gewonnen hat, stellt die Beurteilung der Be­schwer­de­geg­nerin nicht in Frage. Diese hat der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin die FÃ¤higkeit zur Projektierung einer Zweckbaute nie abgesprochen; Ã¼ber diese FÃ¤higkeit verfÃ¼gen aber zweifellos auch zahlreiche weitere der 83 Bewerber, und diese Eigenschaft allein fÃ¼hrt daher nicht zwangslÃ¤ufig zur Auswahl fÃ¼r die Teilnahme.</p> <p class="Urteilstext">Insgesamt kann somit in der BegrÃ¼ndung der Be­schwer­de­geg­nerin weder ein Missbrauch noch eine Ãberschreitung des ihr zustehenden Ermessens erkannt werden. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ist der Auffassung, dass sie von der Stadt ZÃ¼rich bei der Vergabe von ArchitekturauftrÃ¤gen seit Jahren systematisch benachteiligt werde. Dieses Vorgehen zeige sich auch bei der vor­lie­gend beanstandeten PrÃ¤qualifikation.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>In der Be­schwer­de­schrift fÃ¼hrte sie aus, dass sie bei offenen und somit anonymen Verfahren zwar durchaus Erfolge erzielt habe, bei selektiven (nicht anonymen) Verfahren jedoch nie berÃ¼cksichtigt worden sei. Innert vier Jahren habe sie bei derartigen PrÃ¤qualifikationsverfahren rund ein Dutzend Absagen erhalten. Diese in ihren Augen "willkÃ¼rliche Ausgrenzung" fÃ¼hrt sie darauf zurÃ¼ck, dass sie seinerzeit mit der Planung des Grossprojekts E beauftragt war, das von der damaligen Vorsteherin des Hochbauamts bekÃ¤mpft worden sei. Auch unter deren Nachfolgern habe sich die Benachteiligung fortgesetzt. </p> <p class="Urteilstext">Die diesbezÃ¼glichen AusfÃ¼hrungen der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin enthalten zwar einzelne Hinweise auf die geltend gemachte Benachteiligung; dabei handelt es sich jedoch grÃ¶sstenteils um wenig konkrete Fakten, die zudem nicht nÃ¤her belegt werden. Auch die Tatsache, dass sie bei "rund einem Dutzend" Teilnahmen an selektiven Wettbewerbsverfahren nie zum Angebot eingeladen wurde, ist angesichts der oft sehr grossen Zahl der Bewerber fÃ¼r sich allein nicht aussagekrÃ¤ftig. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>In der am 17. November 2005 eingereichten "ErgÃ¤nzung der Replik betreffend systematischer Ausgrenzung" fÃ¼hrte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin weitere Anhaltspunkte als Indizien fÃ¼r die geltend gemachte Ausgrenzung an, so die Nichtrealisierung ihres in einem offenen Wettbewerb siegreichen Projekts fÃ¼r die Neugestaltung des F mit einem Glaskubus. In den Beilagen zur Eingabe vom 17. November 2005 reichte sie Ã¼berdies Tabellen und Unterlagen zu insgesamt 32 von der Stadt vergebenen ProjektierungsauftrÃ¤gen ein, bei denen sie nicht berÃ¼cksichtigt wurde. FÃ¼r Details zu den 32 Vergaben verwies sie auf Dateien einer ebenfalls eingereichten CD, die jedoch mit den dem Gericht zur VerfÃ¼gung stehenden Programmen nicht gelesen werden konnten. Nachdem sie auf entsprechende Anfragen keine lesbaren Dateien geliefert hatte, wurde der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 29. September 2006 eine Frist angesetzt, worauf sie mit Eingabe vom 26. Oktober 2006 drei ausgedruckte Tabellen mit Details der 32 Vergabeverfahren einreichte. Ferner erneuerte sie mit dieser Eingabe ihre VorwÃ¼rfe an die Adresse der Be­schwer­de­geg­nerin. </p> <p class="Urteilstext">BeschwerdeantrÃ¤ge und deren BegrÃ¼ndung mÃ¼ssen grundsÃ¤tzlich innerhalb der Beschwerdefrist eingereicht werden; ein zweiter Schriftenwechsel ist nur erforderlich, wenn mit der Beschwerdeantwort wesentliche neue Gesichtspunkte vorgebracht werden, insbesondere wenn die massgebliche BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids erst in der Vernehmlassung dar­gelegt wird. In Beschwerdeverfahren betreffend Ã¶ffentliche Beschaffungen ist diese Voraussetzung zwar oft erfÃ¼llt, doch darf auch in diesen FÃ¤llen die BegrÃ¼ndung der Beschwerde mit der Replik nur so weit ergÃ¤nzt werden, als die Beschwerdeantwort dazu Anlass gibt (VGr, 24. November 1999, BEZ 2000 Nr. 10, E. 2; 9. April 2003, VB.2002.00380, E. 4; 23. April 2003, VB.2002.00352, E. 4, beide www.vgrzh.ch; vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 58 N. 12).</p> <p class="Urteilstext">Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin durfte somit in der Replik nur zu den von der Be­schwer­de­geg­nerin neu vorgebrachten EntscheidgrÃ¼nden und den neu eingereichten Unterlagen Stel­lung nehmen. Weiter gehende AusfÃ¼hrungen, insbesondere neue Tatsa­chen­be­hauptungen und Beweisangebote, waren nicht zulÃ¤ssig. Die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin in der ErgÃ¤nzung der Replik vom 17. November 2005 vorgebrachten neuen Indizien und Belege sind jedoch zu einem erheblichen Teil nicht durch die Be­schwer­de­ant­wort der Be­schwer­de­geg­nerin veranlasst, sondern hÃ¤tten ohne weiteres bereits mit der Be­schwer­de dargelegt werden kÃ¶nnen. Dasselbe gilt fÃ¼r die mit der Eingabe vom 26. Oktober 2006 erhobenen neuen VorwÃ¼rfe. Diese Frage braucht indessen nicht im Detail geklÃ¤rt zu werden, da die zusÃ¤tzlichen AusfÃ¼hrungen, wie die nachstehenden ErwÃ¤gungen zeigen, fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens nicht entscheidend sind. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>Nach Auffassung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wird sie von stÃ¤dtischen Amtsstellen seit den Differenzen betreffend das Projekt E, also seit rund 20 Jahren, systematisch benachteiligt. Die Be­schwer­de­geg­nerin begegnet dieser Behauptung mit dem Einwand, dass die Stadt beim Projekt E nicht zur Bauherrschaft gehÃ¶rt habe und das Amt fÃ¼r Hochbauten in keiner Weise an diesem Projekt beteiligt gewesen sei. Damit lÃ¤sst sich die Darstellung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin indessen noch nicht entkrÃ¤ften, wie diese zu Recht anmerkt. Ebenso wenig lÃ¤sst sich aber mit der Schilderung von VorgÃ¤ngen, die Jahre zurÃ¼ck liegen, der Nachweis fÃ¼r eine bis heute fortdauernde Diskriminierung erbringen.</p> <p class="Urteilstext">Um den Vorwurf der Benachteiligung zu substanziieren, reichte die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin die erwÃ¤hnten Tabellen und Details zu insgesamt 32 von der Stadt durchgefÃ¼hrten Architekturwettbewerben aus den Jahren 1999â2005 ein, bei denen sie nicht berÃ¼cksichtigt wurde. Darunter finden sich 10 WohnÃ¼berbauungen, fÃ¼r welche die AuftrÃ¤ge teils auf Einladung, teils nach PrÃ¤qualifikation vergeben wurden, 15 Wettbewerbe im selektiven Verfahren sowie 7 anonyme Wettbewerbe im offenen Verfahren. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin versucht mit ihrer Ãbersicht zu belegen, dass einzelne ArchitekturbÃ¼ros bevorzugt behandelt worden seien, und zwar sowohl mit Bezug auf den Einsatz in Jurys wie auch bei der Einladung zu Angeboten. Gleichzeitig schliesst sie daraus, dass sie selber in unzulÃ¤ssiger Weise benachteiligt worden sei. </p> <p class="Urteilstext">Dieser Schluss ist indessen nicht zwingend. ZunÃ¤chst ist die Interpretation der Tabellen dadurch erschwert, dass aus ihnen nur die erfolgreichen Teilnehmer der Wettbewerbe, nicht aber die Zahl erfolgloser Bewerbungen der genannten BÃ¼ros ersichtlich ist. Immerhin ergeben sich aus den Tabellen Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass einzelne BÃ¼ros tatsÃ¤chlich deutlich hÃ¤ufiger berÃ¼cksichtigt wurden als andere, und zwar sowohl als Mitglieder von Jurys wie auch als Wettbewerbsteilnehmer. Daraus braucht jedoch nicht notwendigerweise auf eine persÃ¶nliche BegÃ¼nstigung oder Benachteiligung einzelner Bewerber geschlossen zu werden. Nahe liegender ist die MÃ¶glichkeit, dass die QualitÃ¤t der Projekte bzw. die FÃ¤higkeiten einzelner Fachleute besonders geschÃ¤tzt wurden. Dass dabei auch die qualitativen und Ã¤sthetischen Anschauungen der beteiligten Fachleute der Be­schwer­de­geg­nerin eine Rolle spielten, ist nicht von vornherein unzulÃ¤ssig.</p> <p class="Urteilstext">Ob bei der Auswahl auch unsachliche Motive mitgewirkt haben, lÃ¤sst sich aufgrund der vorgelegten Statistiken und Tabellen nicht ermitteln. Es ist zweifellos auch nicht die Aufgabe des Ver­wal­tungs­ge­richts, im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eine Untersuchung in die Wege zu leiten, welche das Vorgehen der stÃ¤dtischen Amtsstellen in einer grossen Zahl von Vergabeverfahren Ã¼ber einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg zu prÃ¼fen hÃ¤tte. FÃ¼r das vor­lie­gende Verfahren lÃ¤sst sich daher aus der Darstellung der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin nichts zu ihren Gunsten ableiten. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde erweist sich damit als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird die BeschwerdefÃ¼hrerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Sie hat Ã¼berdies der Beschwerdegegnerin, deren BemÃ¼hungen den mit der Beantwortung einer Submissionsbeschwerde Ã¼blicherweise verbundenen Verwaltungsaufwand deutlich Ã¼berstiegen haben, eine ParteientschÃ¤digung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Da die eigentliche BegrÃ¼ndung fÃ¼r die Nichtqualifikation der BeschwerdefÃ¼hrerin erst mit der Duplik vorgebracht wurde, rechtfertigt sich eine reduzierte ParteientschÃ¤digung in der HÃ¶he von Fr. 2'000.- (§ 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Be­schwer­de wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 8'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 340.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 8'340.-- Total der Kosten. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wird verpflichtet, der Be­schwer­de­geg­nerin eine Par­tei­ent­schÃ¤­di­gung von Fr. 2'000.- zu entrichten, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Ent­scheids. </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>