A bteilung IV D -2516/2007 {T 0/2} U rteil vom 18. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter H uber, W espi G erichtsschreiber W eber X._______, geboren _______, Afghanistan, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 8. M ärz 2007 i.S. A syl und W egw eisung / _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben im N o- vem ber oder D ezem ber 2001 und lebte fortan bei einem O nkel in _______/Pakistan. Von Pakistan, Iran, der Türkei und ihm unbekannten Ländern her kom m end, gelangte er am 30. April 2005 in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 13. M ai 2005 w urde er im Transitzentrum _______ sum m arisch befragt. Für die D auer des Asylverfahrens w urde er dem Kanton _______ zugew iesen. Am 14. Juni 2005 führte die kantonale Behörde eine Anhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer - ein Paschtune aus _______ - im W esentlichen geltend, seine beiden Brüder hätten die Taliban unter- stützt. N ach dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 sei einer seiner Brüder getötet w orden, der andere sei seither verschollen. Aus Angst, durch die Feinde seiner Brüder, w elche ihn kennen w ürden und in Afghanistan problem los ausfindig m achen könnten, um gebracht zu w erden, und w egen der generellen Situation vor O rt sei er zusam m en m it seiner M utter w enig später (N ovem ber/D ezem ber 2001) nach Pakistan geflohen. C . M it Verfügung vom 8. M ärz 2007 - eröffnet am 14. M ärz 2007 - stellte das Bundes- am t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erdefüh- rers aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid dam it, dass der Beschw erdeführer aufgrund seines Persönlichkeitsprofils und in Anbetracht des politischen U m schw ungs sow ie der Stabilisierung der Situation vor O rt keine asylrelevanten N achteile seitens der neu- en M achthaber w egen der Taliban-U nterstützung durch seine Brüder zu befürchten habe. D en Vollzug der W egw eisung erachtete die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. G em äss Angaben des Beschw erdeführers lebten Verw andte von ihm in _______, w eshalb von einem sozialen Beziehungsnetz auszugehen sei. D er U m stand, w onach er in Afghanistan und in Pakistan als Schneider und Teppichknüpfer gearbeitet habe, lasse darauf schliessen, dass er sich in schw ierigen Lebenssituationen zu behaupten w isse. D . M it Beschw erde vom 6. April 2007 (D atum des Poststem pels) beantragte der Be- schw erdeführer beim Bundesverw altungsgericht die Aufhebung des angefochte- nen Entscheids und die Asylgew ährung. Eventualiter sei die angefochtene Verfü- gung aufzuheben und die Sache zur N eubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu- w eisen; subeventualiter sei die U nzulässigkeit und die U nzum utbarkeit des W eg- w eisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, es sei in _______ allgem ein bekannt, dass die Brüder des Beschw erdeführers für die Taliban gearbeitet hätten. Im Falle seiner R ückkehr nach _______ w ürde er erkannt und als M itglied einer vorm als talibanfreundlichen 3 Fam ilie entsprechend behelligt w erden. Es sei landesw eit m it drastischen M assnahm en seitens der staatlichen Behörden zu rechnen. Ein allfälliger Vollzug der W egw eisung w ürde sodann gegen die relevanten gesetzlichen Bestim m ungen verstossen. Er verfüge w eder über einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung. D ie Arbeitslosigkeit in _______ sei sehr gross. Ein fam iliäres N etz bestehe nicht. Seine einzige Verw andte vor O rt - eine Tante - sei vor ungefähr einem Jahr aus _______ nach Pakistan geflohen. Som it w äre er in _______ auf sich alleine gestellt und w ürde kaum eine U nterkunft finden. E. M it Zw ischenverfügung vom 13. April 2007 hiess das Bundesverw altungsgericht das G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. F. M it Vernehm lassung vom 18. April 2007 hielt das Bundesam t an seiner Verfügung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D ie Stel- lungnahm e der Vorinstanz w urde dem Beschw erdeführer am 19. April 2007 zur Kenntnisnahm e überm ittelt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in-4 dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer rügt, das Bundesam t gehe zu U nrecht von der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen aus und verkenne die prekäre Situation in seinem H eim atland. 4.2 D ieser Einschätzung kann nicht gefolgt w erden. U nbesehen der Frage, ob die D ar- legungen des Beschw erdeführers im Asylpunkt den Anforderungen an die G laub- haftigkeit gem äss Art. 7 AsylG überhaupt zu genügen verm ögen, w eist die Vorinstanz zu R echt darauf hin, dass sich der Beschw erdeführer eigenen Angaben zufolge nie politisch betätigt hat. Auch den Akten kann jedenfalls nicht entnom m en w erden, dass er sich durch Aktivitäten zugunsten der Taliban persönlich exponiert hätte; dem zufolge w eist er schon aus diesem G rund kein Persönlichkeitsprofil auf, w elches auf eine m ögliche G efährdung durch staatliche Behörden in Afghanistan hindeuten w ürde (vgl. dazu auch Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission/EM AR K 2003 N r. 10 E. 8c S. 64). Vor diesem H intergrund erscheint auch die Furcht des Beschw erdeführers vor privaten R acheakten nicht als objektiv begründet, zum al er diesbezüglich nur sehr vage bleibt. N icht alle, die die Taliban unterstützten, haben R acheakte zu befürchten. D ie begründete Furcht des Beschw erdeführers vor asylrelevanter Verfolgung ist in Anbetracht der Fallum stände zu verneinen. 4.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m a- chen konnte. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch zu R echt abgelehnt, und die eventualiter beantragte, aber nicht näher begründete R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz kom m t nicht in Betracht. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine 5 konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.5 D ie erw ähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw ei- sung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: So- bald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim - m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2, 2006 N r. 6 E. 4.2. S. 54 f.). 6. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; EM AR K 2001 N r. 21). 7. 7.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine sol- che kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G e- w alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.2 In ihrem unter EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der politischen Entw icklung seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine differenzierte Lagebeurteilung vor und prüfte nach EM AR K 2003 N r. 10 und 30 er- neut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Zusam - m enfassend kam sie dabei zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum utbar zu bezeichnen sei, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitäten m ehr zu verzeichnen seien oder keine dauernde Instabilität bestehe. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehörten (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Provinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung sei nur für Personen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m ten oder dort über ein tragfähiges Fam ilien- oder 6 Beziehungsnetz verfügten und das Existenzm inim um und die W ohnsituation gesichert seien (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68, N r. 30 E. 7b S. 193 f.). D ie entsprechende Lagebeurteilung behält auch heute ihre G ültigkeit. D ie Situation insbesondere in _______ ist, geprägt durch den Zustrom interner Flüchtlinge, nach w ie vor sehr angespannt. Es m angelt an W ohnraum , Arbeitsplätzen und m edizinischer Versorgung; staatliche oder internationale H ilfe kann nur sehr eingeschränkt erteilt w erden. W er nicht über fam iliäre oder andere soziale Schutzm echanism en verfügt, dem ist die erfolgreiche R eintegration praktisch verw ehrt. D ie generelle Sicherheitslage in Afghanistan kann sodann aktuell nicht als w esentlich verbessert bezeichnet w erden. So haben die N ato- Truppen am 6. M ärz 2007 eine breit angelegte Frühlingsoffensive eingeleitet; das unm ittelbare Ziel sei die Verbesserung der Sicherheitslage. Es soll sich um die grösste Aktion der Truppen seit dem Jahr 2002 handeln (N ZZ vom 7. M ärz 2007). Es kom m t jedoch auch w eiterhin regelm ässig zu gew altsam en Zw ischenfällen, denen zahlreiche Zivilisten zum O pfer fallen. Ende April 2007 ereigneten sich zudem im bisher ruhigen W esten des Landes heftige Käm pfe (N ZZ vom 14. M ärz und 2. M ai 2007). 7.3 D er Beschw erdeführer hat eigenen Angaben zufolge seit seiner Kindheit in _______ gelebt, w ohin der W egw eisungsvollzug gem äss oben stehenden Ausführungen grundsätzlich in Betracht kom m t. Er gab indes an, seine Eltern seien verstorben (A 1/9, S. 1). Seine einzige Verw andte im H eim atland sei eine in Kabul w ohnhafte Tante (A 1/9, S. 1; A 8/19, S. 5). D ie Erw ägung des Bundesam tes im angefochtenen Entscheid, der Beschw erdeführer verfüge in _______ nach w ie vor über ein tragfähiges soziales N etz, ist entsprechend nur sehr bedingt nachvollziehbar. D ies um so w eniger, als allein die H erkunft aus _______ angesichts der langjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen, die zur Zersplitterung zahlreicher C lans und Sippschaften geführt haben, noch nicht auf effektive fam iliäre Strukturen schliessen lässt. D er Beschw erdeführer hat _______ bereits vor sechs Jahren verlassen. Besagte Tante sei gem äss Beschw erdevorbringen m ittlerw eile ausser Landes geflohen. Insgesam t lässt sich aus den Akten nicht erkennen, dass der Beschw erdeführer in _______ über ein tragfähiges fam iliäres oder soziales N etz verfügt. Im W eiteren verfügt der Beschw erdeführer offenbar lediglich über eine sehr bescheidene Schulbildung und keine Berufsausbildung. Bisher habe er als Schneider und Teppichknüpfer gearbeitet (A 1/9, S. 2; A 8/19, S. 5). Letzteres m ag zw ar darauf hindeuten, dass er sich gem äss vorinstanzlicher Einschätzung in „schw ierigen Situationen zu behaupten w eiss“. D ie gem äss Praxis der AR K bezüglich Afghanistan hohen An- forderungen an die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs - konkrete M öglich- keiten der Sicherung des Existenzm inim um s sow ie der W ohnsituation - sind dam it aber insgesam t nicht erfüllt. D ass diese Praxis der AR K aufgrund der aktuellen Situation vor O rt nach w ie vor als gerechtfertigt erscheint, w urde bereits unter Ziff. 7.2. in fine dargelegt. D as erforderliche tragfähige und effektiv vorhandene Beziehungsnetz ist nach dem G esagten für den Beschw erdeführer in _______ nicht gegeben, und eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative besteht offensichtlich nicht. 7.4 Insgesam t ist nach dem G esagten die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie angefochtene Verfügung erscheint indessen als unangem es-7 sen, sow eit darin die Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs bejaht w ird. N ach- dem sich aus den Akten keinerlei H inw eise auf Ausschlussgründe im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben, ist das BFM anzuw eisen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 8. D ie Beschw erde ist nach dem G esagten bezüglich der N ichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Verw eigerung des Asyls sow ie der Anordnung der W egw eisung abzuw eisen; sow eit die Anordnung des W egw eisungsvollzugs betref- fend, ist die Beschw erde dem gegenüber gutzuheissen. 9. 9.1 Bei diesem Verfahrensausgang w ären die reduzierten Verfahrenskosten in der H öhe von Fr. 300.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen. D a dessen G esuch um Kostenerlass m it Zw ischenverfügung vom 13. April 2007 gutgeheissen w orden ist, ist von der Kostenauferlegung abzusehen. 9.2 D em teilw eise obsiegenden Beschw erdeführer stünde in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG grundsätzlich eine Entschädigung für die ihm notw endigerw eise er- w achsenen und verhältnism ässig hohen Parteikosten zu. D a er im Beschw erdeverfahren keine R echtsvertretung m andatierte, dürften ihm keine solchen Kosten entstanden sein, w eshalb die Entrichtung einer Parteientschädigung vorliegend nicht in Betracht kom m t. (D ispositiv nächste Seite)8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird teilw eise gutgeheissen, indem festgestellt w ird, dass der W egw eisungsvollzug unzum utbar ist. Sow eit w eitergehend, w ird die Beschw erde abgew iesen. 2. D ie Vorinstanz w ird angew iesen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es w ird keine Parteientschädigung entrichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - das Bundesam t, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den vorinstanzlichen Akten (Kopie; R ef.-N r. _______) - _______ D ie Instruktionsrichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber Versand am :