200 18 671 IV SCJ/COC/LAB Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 27. September 2019 Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiberin Collatz A.________ vertreten durch ihren Beistand B.________ vertreten durch C.________, Rechtsanwalt D.________, Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 16. Juli 2018 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich am 28. Januar 2013 unter Hinweis auf Rheuma und Arthritis bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 2). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegne- rin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Ferner liess sie einen Abklärungsbericht Haushalt erstellen (act. II 15). Mit Verfügung vom 10. Oktober 2013 (act. II 18) wies die IVB das Rentenbegehren bei einem – ausgehend von einem Status 100% Haushalt (act. II 15 S. 7 Ziff. 7) – er- mittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 11% ab. Diese Verfügung blieb un- angefochten. B. Am 14. September 2016 meldete sich die Versicherte, vertreten durch ihren Beistand B.________, erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 24). In der Folge führte die IVB medizinische Erhebungen durch. Dabei holte sie insbesondere ein polydisziplinäres (internistisches, neurologisches, neuro- psychologisches, psychiatrisches, rheumatologisches) Gutachten von den Fachärzten der MEDAS E.________ (MEDAS) ein (Expertise vom 21. Sep- tember 2017; act. II 47.1). Ferner liess sie einen Abklärungsbericht Haus- halt erstellen (act. II 55). Gestützt auf diese Erhebungen stellte die IVB mit Vorbescheid vom 21. Februar 2018 (act. II 56) die Abweisung des Renten- begehrens in Aussicht. Mit diesem Vorbescheid zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden (act. II 59 und 61). Nach Einholung einer Stellungnah- me des Abklärungsdienstes (act. II 65) und eines ergänzten Abklärungsbe- richts Haushalt (act. II 66) wies die IVB das Rentenbegehren – wie im Vor- bescheid angekündigt – mit Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. II 67) bei einem in Anwendung der gemischten Methode (50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt) ermittelten IV-Grad von 16% resp. 35% ab. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 3 C. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch ihren Beistand B.________, dieser vertreten durch Rechtsanwalt D.________ von C.________, am 14. September 2018 Beschwerde und beantragte die Auf- hebung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente ab März 2017. Eventualiter wurde Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantragt. Gleichzeitig stellte die Beschwerdeführe- rin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt D.________ als amtlicher Anwalt. Am 18. September 2018 gingen weitere Unterlagen zum Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege und am 25. sowie am 26. September 2018 zu- sätzliche Eingaben der Beschwerdeführerin beim Gericht ein. In der Beschwerdeantwort vom 16. Oktober 2018 schloss die Beschwerde- gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Erwägungen: 1. 1.1Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ- gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 4 die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal- tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be- schwerde einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. II 67). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 2.2Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän- kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab- wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 5 2.3Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe- reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz- lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab- lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier- telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.4Für die Bestimmung des IV-Grades wird bei einer erwerbstätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Inva- lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausge- glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufga- benbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode [Betätigungsvergleich]; BGE 142 V 290 E. 4 S. 293). Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs- tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat- tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehe- gattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 6 IV-Grad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Methode; BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293). 2.5Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be- urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 2.6Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz- beitrag wegen eines zu geringen IV-Grades, wegen fehlender Hilflosigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201], vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). Tritt die Verwal- tung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi- cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü- fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe- gründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 7 demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 3. 3.1Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 14. Sep- tember 2016 (act. II 24) eingetreten. Folglich ist die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwischen der rentenabweisenden Verfügung vom 10. Oktober 2013 (act. II 18) und der hier angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2018 (act. II 67) eine (potentiell) anspruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tatsachen eingetreten ist (vgl. E. 2.6 hiervor). 3.2Die ursprüngliche rentenabweisende Verfügung basierte auf der Annahme einer vollzeitlichen Haushaltstätigkeit im Gesundheitsfall (act. II 18). In der angefochtenen rentenabweisenden Verfügung wurde die Be- schwerdeführerin hingegen als zu 50% im Erwerbsbereich und zu 50% im Haushalt tätig bemessen (act. II 67). Damit zeigt sich die Beschwerdeführerin nicht einverstanden und macht geltend, dass sie als Gesunde zu 100% arbeiten würde (Beschwerde S. 5 Ziff. 2). Dies widerspricht jedoch den Angaben, die sie gegenüber der Ab- klärungsperson anlässlich des Abklärungsgesprächs vom 12. Dezember 2017 gemacht hat. Damals gab die Beschwerdeführerin an, dass sie seit 2013 einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde, zumal der Sohn mittlerweile schon gross und selbstständig sei und die Familie auf das zusätzliche Ein- kommen angewiesen wäre. Sie denke, dass sie im aktuellen Alter und bei guter Gesundheit zu 50% ausserhäuslich arbeiten würde (act. II 55 S. 4 Ziff. 3.4; 66 S. 4 Ziff. 3.4). Diese sogenannte spontane „Aussage der ersten Stunde“ ist in der Regel unbefangener und zuverlässiger als spätere Dar- stellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 47), weshalb sie höher zu gewichten ist als die späteren Vorbringen. Auch die schlechten finanziel- len Lebensumstände und dabei insbesondere der Verlust der Teilzeitstelle des Ehemannes per Ende September 2018 (Akten der Beschwerdeführerin Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 8 [act. I] 10) sprechen – entgegen den Ausführungen in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 2) – nicht für die Aufnahme einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin. Denn sie hat auch im Jahr 2012 resp. nach der Aus- steuerung ihres Ehemannes im Dezember 2012 (act. II 6) keine Erwerbs- tätigkeit aufgenommen, obwohl sie eine Restarbeitsfähigkeit von 50% auf- weist (vgl. E. 4.3 hiernach). Darüber hinaus könnte auch der Ehemann mit der Aufnahme einer neuen Tätigkeit bis zum Erreichen des AHV- Rentenalters wieder zum Familieneinkommen beitragen. Soweit beschwerdeweise geltend gemacht wird, dass aufgrund der kogniti- ven Einschränkungen und der Intelligenzminderung der Beschwerdeführe- rin nicht ohne weiteres auf deren Angaben abgestellt werden könne (Be- schwerde S. 5 f. Ziff. 3), ist dem entgegenzuhalten, dass aus dem Ab- klärungsbericht hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin alle Fragen pro- blemlos verstanden und adäquat beantwortet hat (vgl. auch act. II 65 S. 4 Ziff. 4). Dabei hat sie klar und unmissverständlich angegeben, dass sie im Gesundheitsfall zu 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde (act. II 55 S. 4 Ziff. 3.4; 66 S. 4 Ziff. 3.4). Selbst wenn – entsprechend der Auffassung in der Beschwerde (S. 5 f. Ziff. 3) – aufgrund der kognitiven Einschränkun- gen und Intelligenzminderung (vgl. E. 4.3 hiernach) nicht unbesehen auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt werden könnte, erscheint die Statusfestlegung unter Berücksichtigung der konkreten Lebensumstän- de der vergangenen Jahre (BGE 144 I 28 E. 2.3 S. 30, 117 V 194 E. 3b S. 195), insbesondere der von der Beschwerdeführerin und ihrem Ehe- mann gewählten Aufgaben- und Rollenverteilung, im Ergebnis als plausibel und überwiegend wahrscheinlich. So hat die Beschwerdeführerin seit ihrer Heirat 1988 keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen (act. II 6), obwohl sie seit Jahren eine Restarbeitsfähigkeit von 50% aufweist (vgl. E. 4.3 hier- nach). Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass nach allgemeiner Le- benserfahrung auch bei Gesunden ein beruflicher Wiedereinstieg nach derart langer Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (seit 1988) gewöhnlich mittels einer Teilzeittätigkeit und nicht sofort vollschichtig erfolgt (Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Mai 2019, IV/2019/3, E. 4.2.2). Unter Berücksichtigung dieser Lebensumstände ist es insbeson- dere nicht überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde in einem vollen Pensum arbeiten würde. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 9 3.3Nach dem Dargelegten ist von einem Status 50% Erwerbstätigkeit und 50% Haushalt auszugehen. Damit ist ein Revisionsgrund aufgrund eines Statuswechsels erstellt. Ob auch aus medizinischer Sicht eine an- spruchsbegründende Veränderung der erheblichen Tatsachen mit über- wiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, braucht folglich unter dem Titel des Revisionsgrundes nicht näher geprüft zu werden. Der Rentenanspruch ist nachfolgend in rechtlicher und tatsächlicher Hin- sicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungs- berechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bin- dung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 4. 4.1Bezüglich der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführe- rin finden sich in den Akten insbesondere folgende Angaben: 4.1.1Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 9. Dezember 2016 (act. II 31) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit namentlich ein lumboradi- kuläres Schmerzsyndrom S1 links, ein Carpaltunnelsyndrom (CTS) beid- seits rechtsbetont, ein weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom, eine Peri- arthritis humeroscapularis (PHS) tendinotica und calcarea links, eine Poly- arthrose, eine depressive Verstimmung, einen Diabetes mellitus, eine Ha- shimoto-Thyreoiditis, eine hohe humorale Aktivität, massive Exkoriationen sowie chronische Handgelenksschmerzen links (S. 2 Ziff. 3). Die Be- schwerdeführerin sei polymorbid und leide an multiplen Einschränkungen von Seiten des Bewegungsapparates. Es lägen degenerative Wirbelsäulen- und Gelenksveränderungen vor. Aufgrund der Gesamtsituation sei die Pro- gnose für eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sehr ungünstig. Die Beschwerdeführerin sei seit Jahren zu 100% arbeitsunfähig. Sie sei für körperliche Tätigkeiten eingeschränkt. Sie könne nicht länger stehen oder gehen und sei auch bei manuellen Tätigkeiten und Gewichte heben einge- schränkt (S. 3 Ziff. 9, 11, 12). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 10 4.1.2Dr. med. G.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera- pie, diagnostizierte im Bericht vom 28. Januar 2017 (act. II 34) mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit namentlich einen Verdacht auf ein organisches Psychosyndrom mit grosser Irritabilität, einen Verdacht auf kognitive Störungen substanziellen Ausmasses, eine rezidivierende depressive Störung, einen Status nach einer akuten polymorphen psychotischen Störung ohne Symptome einer Schizophrenie (ICD-10 F23.0) sowie ein Restless legs-Syndrom (S. 2 Ziff. 3). Neben den bestehenden diversen körperlichen Leiden sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht stark eingeschränkt. Es bestünden kognitive Einschränkungen und eine Irritabilität. Diese seien so ausgeprägt, dass eine Begleitbeistandschaft eingerichtet worden sei. Bei Belastungen komme es neben einer Irritabilität auch immer wieder zu depressiven Zuständen, was auf eine starke endo- gene Komponente hinweise (S. 3 f. Ziff. 6). Aus psychiatrischer Sicht sei keine ausserhäusliche Tätigkeit zumutbar. Im Haushalt sei die Beschwer- deführerin eingeschränkt arbeitsfähig (S. 5 Ziff. 11). 4.1.3Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 36) wurde die Beschwerdeführerin durch die Fachärzte der MEDAS poly- disziplinär begutachtet. In der Expertise vom 21. September 2017 (act. II 47.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Polyarthrose mit beginnender Fingerpolyarthrose sowie einer PHS tendinotica und calcarea, eine mittelgradige kognitive Störung/leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70.0), ein metabolisches Syndrom und eine diabetische Polyneuropathie diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden namentlich chronische Fingerekzeme beidseits, eine Unterschenkelvaricosis beidseits sowie ein Restless-Legs-Syndrom aufgeführt (S. 47 Ziff. III 1 f.). Aus internistischer Sicht ergebe sich aufgrund des metabolischen Syn- droms eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mit einem Aus- schluss körperlich schwerer Arbeit. Die angestammte Tätigkeit sei jedoch als zumutbar anzusehen (S. 14 unten). Aus neurologischer Sicht wurde das Bestehen von Muskelatrophien und Paresen verneint. Die angegebene Minderung für Oberflächen- und Schmerzempfinden an den Extremitäten, die deutliche Einschränkung des Vibrationssinns im Bereich der unteren Extremitäten, die Störung der epikri-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 11 tischen Sensibilität und des Lagesinnes sowie die vegetativen Veränderun- gen an der Haut und an den Füssen beidseits passten zu einer diabeti- schen Polyneuropathie. In deren Folge sei es auch zu einem sekundären Restless-Legs-Syndrom gekommen. Zeichen einer hirnorganischen We- sensveränderung, wie im Vorfeld psychiatrischerseits erwogen worden sei, hätten sich nicht ergeben. Klinisch bestünden keine Zeichen für ein CTS. Die Beschwerdeführerin sei durch die bestehende Polyneuropathie insofern eingeschränkt, als dass der Tastsinn der Hände vermindert sei sowie eine leichte Stand- und Gangunsicherheit bestehe. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Arbeiten mit hohen feinmotorischen Ansprüchen würden damit ausscheiden. Die angestammte Tätigkeit (...) sei jedoch nicht als limitiert anzusehen (S. 20). Aus rheumatologischer Sicht wurde ausgeführt, bei der Beschwerdeführe- rin bestünden seit mehr als zehn Jahren bekannte Arthralgien der grossen und kleinen Gelenke in wechselnder Ausprägung über den Körper verteilt. Ein entzündliches Krankheitsgeschehen oder ein weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom seien nicht nachweisbar. Bildgebend seien degenerative Veränderungen der linken Schulter im Sinne einer PHS mit entsprechen- den Sehnenverkalkungen dokumentiert. Für die vorgetragenen Schmerzen in den Händen und Füssen ergebe sich kein ausreichendes Korrelat bei unauffälliger Funktionsuntersuchung. Für eine Erkrankung aus dem rheu- matologischen Formenkreis bestehe sowohl klinisch als auch aktenkundig kein hinreichender Anhalt. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im … bestünden aus rheumatologischer Sicht keine Einschränkungen. Aufgrund der PHS seien allenfalls ständige Verrichtungen über der Horizontalen zu vermeiden (S. 26 f. Ziff. 2.3.5). Aus psychiatrischer Sicht wurden keine namhaften Beeinträchtigungen erhoben. Stimmung, Antrieb und affektive Schwingungsfähigkeit seien un- gestört. Eine affektive Erkrankung sei somit nicht zu attestieren. Auch für eine anderweitige psychiatrische Erkrankung fänden sich keine Anhalts- punkte: eine Angst- oder Zwangserkrankung, eine Persönlichkeitsstörung, eine Suchterkrankung oder eine Traumafolgestörung lägen nicht vor. Somit sei keine Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Für geistig einfache, gut strukturierte und angeleitete Tätigkeiten des all-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 12 gemeinen Arbeitsmarkts bestehe eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit (S. 31 f. Ziff. 2.4.4). Aus neuropsychologischer Sicht wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe unterdurchschnittliche Leistungen bezüglich der kognitiven Verarbei- tungsgeschwindigkeit, der Reaktionsbereitschaft, der geteilten Aufmerk- samkeit, des Sprachverständnisses, des wahrnehmungsgebundenen logi- schen Denkens und des Arbeitsgedächtnisses gezeigt. Es bestehe ein un- terdurchschnittlicher Gesamt-IQ von 64 Punkten. Das Ausmass der kogniti- ven Störung sei als mittelgradig zu klassifizieren. Die Funktionsfähigkeit sei im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen als einge- schränkt anzusehen. Eine erhöhte Ermüdbarkeit sei in der mehrstündigen Untersuchung hingegen nicht feststellbar gewesen. Der Grad der Arbeits- fähigkeit sei von neuropsychologischer Seite auch in geistig einfachen Tätigkeiten mit 50% zu bewerten (Pensum 100%, Rendement 50%). Auf- gaben und Tätigkeiten mit höheren kognitiven Anforderungen – vor allem auch mit höherer Verantwortung für Dritte – seien nicht geeignet (S. 41 f. Ziff. 2.5.4). Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten sowie jeder vergleichbaren, zumindest aber in einer anderen, körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten, geistig einfachen Tätigkeit des all- gemeinen Arbeitsmarkts zu 50% arbeitsfähig sei (Pensum 100%, Rende- ment 50%). Dabei seien Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten zu vermeiden (S. 43 Ziff. 3). Auch retrospektiv sei eine Arbeitsfähigkeit von 50% anzu- nehmen, da die kognitive Störung und Intelligenzminderung wahrscheinlich konnatal (angeboren) bestünden und das metabolische Syndrom sowie die Polyarthrose wahrscheinlich seit Jahren vorlägen (S. 49 f. Ziff. VI 1 f.). 4.2Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 13 ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi- nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag- gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei- nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 4.3Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung in medizinischer Hinsicht massgeblich auf das MEDAS-Gutachten vom 21. September 2017 (act. II 47.1) gestützt. Die Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkun- gen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun- gen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu- stand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten vom 21. Sep- tember 2017 (act. II 47.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderun- gen (vgl. E. 4.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ausführlich begrün- det, dass die Beschwerdeführerin (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) an einer Polyarthrose mit beginnender Fingerpolyarthrose sowie einer PHS tendinotica und calcarea, einer mittelgradigen kognitiven Störung/leichten Intelligenzminderung, einem metabolischen Syndrom und einer diabeti- schen Polyneuropathie leidet (S. 47 Ziff. III 1). Weiter haben die Gutachter nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschwerdeführerin sowohl die ange- stammte Tätigkeit als … resp. im … als auch eine angepasste Tätigkeit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 14 (körperlich leicht, wechselbelastend oder überwiegend sitzend, geistig ein- fach, ohne Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten) seit Jahren zu 50% zumut- bar ist (vollschichtig umsetzbar mit einem Leistungsvermögen [Rendement] von 50%; S. 43 Ziff. 3, S. 49 f. Ziff. VI 1 f.). Dabei wurde die Leistungsmin- derung plausibel mit der bestehenden neuropsychologischen Störung er- klärt (S. 42, S. 43 Ziff. 3, S. 45 oben, S. 49 Ziff. VI 1 f.). Diese Einschätzung überzeugt und wird von den Parteien denn auch zu Recht nicht bestritten. Darauf ist abzustellen. An der schlüssigen Einschätzung der Gutachter ändert nichts, dass Dr. med. F.________ im Bericht vom 9. Dezember 2016 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hat (act. II 31 S. 3 Ziff. 11). Denn eine nachvoll- ziehbare Begründung hinsichtlich der attestierten Arbeitsunfähigkeit fehlt in diesem Bericht. Zudem wurde im MEDAS-Gutachten einlässlich dargelegt, dass aus rheumatologischer Sicht in der angestammten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht (act. II 47.1 S. 26 f. Ziff. 2.3.5). Soweit Dr. med. G.________ im Bericht vom 28. Januar 2017 eine ausser- häusliche Tätigkeit als unzumutbar erachtet hat (act. II 34 S. 5 Ziff. 11), vermag dies den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens ebenfalls nicht zu schmälern. Abgesehen davon, dass dieser Bericht von einer behandelnden Fachärztin erstattet worden ist, so dass der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass diese im Zweifelsfall zu Gunsten der Versicherten aus- sagt (BGE 135 V 465 E. 4.5 S. 470), ist nach der Rechtsprechung ein Ad- ministrativgutachten nicht stets in Frage zu stellen, bloss weil es zu ande- ren Einschätzungen als die behandelnden Ärzte gelangt. Vorbehalten blei- ben Fälle, in welchen sich eine klärende Ergänzung oder direkt eine abwei- chende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige, nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende Aspekte benennen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2019, 8C_229/2019, E. 5.1). Solche Aspekte werden im erwähnten Bericht nicht genannt und sind auch anderweitig nicht ersichtlich. Darüber hinaus wurde im MEDAS- Gutachten plausibel dargelegt, dass aus psychiatrischer Sicht keine nam- haften Beeinträchtigungen bestehen. Dabei wurde namentlich das Vorlie- gen einer affektiven Erkrankung nachvollziehbar verneint (act. II 47.1 S. 31 f. Ziff. 2.4.4). Ferner wurden auch die von der behandelnden Psychiaterin Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 15 erwähnten kognitiven Einschränkungen (act. II 34 S. 3 f. Ziff. 6) im MEDAS- Gutachten ausreichend berücksichtigt (act. II 47.1 S. 41 f. Ziff. 2.5.4). 4.4Demnach ist vorliegend sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%-igen Arbeits- und Leistungs- fähigkeit auszugehen. 5. Im Folgenden sind die Einschränkungen im Bereich Haushalt zu prüfen (vgl. E. 2.4 hiervor). 5.1Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli- chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge- benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga- ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei- nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein- schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab- klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein- schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63). 5.2Der Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 19. Februar 2018 (act. II 55) resp. vom 10. Juli 2018 (act. II 66) erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung gemäss E. 5.1 hiervor und überzeugt. Die Feststellungen der fachkundigen Abklärungsperson basieren auf eigenen, vor Ort und in Anwesenheit der Beschwerdeführerin sowie deren Kollegin durchgeführten Erhebungen (S. 2). Ferner wurden die von den MEDAS-Gutachtern festge- stellten gesundheitsbedingten Einschränkungen resp. das entsprechende Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 16 Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt (S. 5 Ziff. 5.1). Der Abklärungsbericht ist zudem hinsichtlich der Gewichtung der Tätigkeitsbereiche ausreichend detailliert und den Einschränkungen sowie den Angaben der Beschwerde- führerin wurde angemessen Rechnung getragen. Damit besteht kein An- lass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen. Insbesondere ist nichts dagegen einzuwenden, dass bei den Einschränkungen im Haushalt die Unterstützung des Ehemannes und des Sohnes berücksichtigt worden ist (S. 7 ff. Ziff. 7.1 f.). Folglich ist davon auszugehen, dass die Beschwerde- führerin im Bereich Haushalt zu 10.4% eingeschränkt ist (S. 7 ff. Ziff. 7.2), was – ausgehend von einem Status 50% Haushalt – einer gewichteten Einschränkung von 5.2% (10.4% x 0.5 [Status]) entspricht. 6. 6.1Sodann ist zu prüfen, wie es sich mit der Invalidität im Erwerbsbe- reich verhält. Dabei sind die Einschränkungen nach der allgemeinen Me- thode des Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.4 hiervor). 6.1.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbseinkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach Alter abge- stuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik: Vor Vollen- dung des 21. Altersjahres 70%, vor Vollendung des 25. Altersjahres 80%, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90% und nach Vollendung des 30. Al- tersjahres 100% (Art. 26 Abs. 1 IVV).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 17 6.1.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei- tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent- sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech- nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre- ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na- tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt- licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs- tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrech- nung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). 6.2Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe- ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung des Wartejahres und der An- meldung im September 2016 (act. II 24) ist der frühest mögliche Rentenbe- ginn hier in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 18 Jahr 2017 festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkommensver- gleich durchzuführen. 6.3 6.3.1Hinsichtlich der Ermittlung des Valideneinkommens macht die Be- schwerdeführerin vorab geltend, dass sie als Frühinvalide zu betrachten und das Valideneinkommen gestützt auf Art. 26 IVV zu ermitteln sei (Be- schwerde S. 6 f. Ziff. 4). Unter die genannte Regelung fallen Versicherte, die seit ihrer Geburt oder Kindheit einen Gesundheitsschaden aufweisen und deshalb keine zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben konnten. Dazu gehören Versicherte, welche zwar eine Berufsausbildung beginnen und allenfalls auch abschliessen, zu Beginn der Ausbildung jedoch bereits invalid sind und mit dieser Ausbildung nicht dieselben Verdienstmöglichkei- ten realisieren können wie eine nichtbehinderte Person mit derselben Aus- bildung (vgl. E. 6.1.1 hiervor; vgl. auch Rz. 3035 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). Als „Er- werb von zureichenden beruflichen Kenntnissen“ ist die abgeschlossene Berufsausbildung zu betrachten. Dazu gehören auch Anlehren, wenn sie auf einem besonderen, der Invalidität angepassten Bildungsweg ungefähr die gleichen Kenntnisse vermitteln wie eine eigentliche Lehre oder ordentli- che Ausbildung und den Versicherten in Bezug auf den späteren Verdienst praktisch die gleichen Möglichkeiten eröffnen (Entscheid des BGer vom 19. Februar 2015, 9C_611/2014, E. 3.2; vgl. auch Rz. 3037 KSIH). Aufgrund der Akten und den Angaben der Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass diese trotz der seit der Geburt (konnatal) bestehenden kognitiven Störung und Intelligenzminderung (act. II 47.1 S. 49 f. Ziff. VI 1 f.) zumindest eine (zweijährige) Anlehre als …- resp. … (act. II 14 S. 4 Ziff. 1.4; 15 S. 3 Ziff. 3.1; 47.1 S. 29 Ziff. 2.4.1.7 und S. 33; 55 S. 3 Ziff. 3.1; 61 S. 1 Ziff. 2; Beschwerde S. 7) absolvieren konnte und ansch- liessend bis zu ihrer Heirat im Jahr 1988 in ihrer angestammten Tätigkeit im … auf dem freien Arbeitsmarkt arbeitete (vgl. die entsprechenden Angaben im Auszug aus dem individuellen Konto der Beschwerdeführerin; act. II 5 S. 3). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe trotz ihrer Ausbildung aufgrund ihren gesundheitlichen Einschränkungen nicht diesel- ben Verdienstmöglichkeiten realisieren können wie eine nichtbehinderte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 19 Person (Beschwerde S. 6 Ziff. 4), ist dies gestützt auf die vorliegenden Ak- ten nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt. Zwar erzielte sie zwischen 1980 und 1988 ein verhältnismässig tiefes Einkommen (zwischen Fr. 3‘340.-- und Fr. 24‘056.--; act. II 5 S. 2). Der Beschwerdegegnerin ist jedoch zuzustimmen (vgl. act. II 65 S. 3), dass retrospektiv nicht mehr beur- teilt werden kann, ob sie in dieser Zeit – wie von ihr behauptet (Beschwer- de S. 6 Ziff. 4) – ein 100% Pensum innehatte oder vielmehr Teilzeit tätig war und ob es sich beim Einkommen um einen regulären Lohn gehandelt hat. Die Folgen dieser Beweislosigkeit hat die Beschwerdeführerin als die- jenige Partei, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will, zu tragen (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222). Von weiteren diesbezüglichen Abklärungen ist kein weiterer Er- kenntnisgewinn zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2). Damit ist das Vorliegen einer Frühinvalidität nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen, weshalb kein Anwendungsfall von Art. 26 Abs. 1 IVV gegeben ist. Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die Ziff. 47 (Detailhandel), Kompetenz- niveau 1, LSE 2014 ermittelt hat (act. II 55 S. 5 f. Ziff. 5.2 f., 66 S. 5 f. Ziff. 5.2), zumal die Beschwerdeführerin seit 1988 nicht mehr in ihrer ange- stammten Tätigkeit im … resp. im ersten Arbeitsmarkt gearbeitet hat (act. II 6). Der massgebliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt dabei Fr. 4‘517.-- und nicht wie von der Beschwerdegegnerin angenommen Fr. 4‘767.-- (act. II 55 S. 5 f. Ziff. 5.2 f., 66 S. 5 f. Ziff. 5.2). Auf die betriebs- übliche Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], Ziff. 47) und auf das Jahr 2017 aufgerechnet sowie an den Status als 50% Erwerbstätige angepasst (vgl. E. 3.2 hiervor) ergibt dies ein jährli- ches Valideneinkommen von Fr. 28‘916.10 (Fr. 4‘517.-- : 40 x 41.8 x 12 : 104.8 x 107 [BFS, Nominallöhne Frauen 2011 – 2018, Tabelle T1.2.10, lit. G] x 0.5 [Status]). 6.3.2Ferner hat die Beschwerdeführerin keine Verweisungstätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen, weshalb das hypothetische Invaliden-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 20 einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2014; vgl. BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297) zu ermitteln ist (vgl. E. 6.1.2 hiervor). Die Beschwerdeführerin ist in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend oder überwiegend sitzend, geistig einfach, ohne Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten) zu 50% arbeits- fähig (vollschichtig umsetzbar mit einem Leistungsvermögen von 50%; vgl. E. 4.3 hiervor). Dieses medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil ist – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 8 f. Ziff. 7) – auf dem hier massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertbar. Rechtspre- chungsgemäss sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen. Dies insbesondere, weil das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumut- barerweise erzielbare Einkommen bezogen auf einen ausgeglichenen Ar- beitsmarkt zu ermitteln ist (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459 f.), der auch so- genannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei wel- chen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Ar- beitgebers rechnen können, umfasst (Entscheide des BGer vom 2. August 2018, 8C_94/2018, E. 6.3, und vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, E. 3.2.2.1). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarkt- verhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die ver- fügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (SVR 2016 IV Nr. 2 S. 6 E. 4.4). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort nicht mehr gesprochen werden, wo die zu- mutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge- bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (SVR 2017 IV Nr. 64 S. 201 E. 4.1, 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4). Vorliegend wurde das medizinische Zumutbarkeitsprofil nicht derart eingeschränkt formuliert, dass davon aus- gegangen werden muss, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt beständen keine Tätigkeiten mehr. Vielmehr ist der Beschwerdeführerin ihre ange- stammte Tätigkeit im … weiterhin zumutbar. Zudem existiert ein genügend Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 21 breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten, so z.B. in verschiede- nen Hilfsarbeitbereichen, die dem Fähigkeitsprofil der Beschwerdeführerin ohne weiteres entsprechen. Somit kann nicht auf die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden. Dementsprechend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf das Kompetenzniveau 1 der Ziff. 96 (sonstige persönliche Dienstleistungen) der TA1 ermittelt hat. Der massge- bliche monatliche Bruttolohn für Frauen beträgt Fr. 3‘760.--. Auf die be- triebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.8 Stunden (BFS, BUA, lit. S) und auf das Jahr 2017 aufgerechnet sowie unter Berücksichtigung der zumut- baren 50%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit, welche dem Pensum gemäss Status entspricht, ergibt dies ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 24‘002.20 (Fr. 3‘760.-- : 40 x 41.8 x 12 : 104.9 x 106.8 [BFS, Nomi- nallöhne Frauen 2011 – 2018, Tabelle T1.2.10, lit. R, S] x 0.5). Da die behinderungsbedingten Einschränkungen bereits mit der verminder- ten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% berücksichtigt wurden und keine anderweitigen Faktoren ersichtlich sind, die zu einer Einkommens- einbusse führen könnten (vgl. E. 6.1.2 hiervor), rechtfertigt sich vorliegend – entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 9 Ziff. 7) – kein zusätzli- cher Abzug vom Tabellenlohn. Ein solcher wurde von der Beschwerdegeg- nerin denn auch nicht vorgenommen (act. II 55 S. 5 f. Ziff. 5.2 f., 66 S. 5 f. Ziff. 5.2). 6.3.3Bei einem Valideneinkommen von Fr. 28‘916.10 und einem Invali- deneinkommen von Fr. 24‘002.20 resultiert eine Einschränkung im Bereich der Erwerbstätigkeit von 16.99% resp. gewichtet 8.49% (16.99% x 0.5 [Sta- tus]). 6.4Auch mit Blick auf Art. 27 bis Abs. 3 IVV, in Kraft seit Januar 2018, ändert sich nichts am Ergebnis (vgl. E. 6.5 hiernach). Dabei werden die Einschränkungen im Erwerbsbereich neu basierend auf einer Vollerwerbs- tätigkeit berechnet. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57‘832.20 (Fr. 28‘916.10 x 2; vgl. E. 6.3.1 hiervor) und einem Invalideneinkommen von Fr. 24‘002.20 (vgl. E. 6.3.2 hiervor) resultiert ab dem 1. Januar 2018 eine Einschränkung im Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 22 Bereich der Erwerbstätigkeit von 58.49% resp. gewichtet 29.25% (58.49% x 0.5 [Status]). 6.5Nach dem in den E. 5.2, 6.3.3 und 6.4 hiervor Dargelegten beträgt die gewichtete Einschränkung im Bereich Haushalt 5.2% und im erwerbli- chen Bereich 8.49% resp. ab 1. Januar 2018 29.25%, sodass ein IV-Grad von gerundet 14% (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) resp. ab 1. Januar 2018 von gerundet 34% resultiert. Es besteht folglich kein Anspruch auf eine IV-Rente (vgl. E. 2.2 hiervor). Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 7. 7.1Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 7.1.1Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts- begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun- gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti- gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). 7.1.2Gemäss den Angaben im undatierten Formular „Gesuch um unent- geltliche Rechtspflege“ (in den Gerichtsakten) verfügen die Beschwerde- führerin und ihr Ehemann über ein Vermögen von Fr. 253‘507.05 (S. 6 Ziff. 14), wobei das Reinvermögen im Jahr 2017 gemäss der Bestätigung der Steuerverwaltung … vom 10. September 2018 (in den Gerichtsakten) Fr. 172‘318.-- betragen hat. Im Einklang hierzu wurden in der Steuerer- klärung 2017 Wertschriften in der Höhe von Fr. 253‘422.-- deklariert (Akten der Beschwerdeführerin [act. IA] 10 Formular 3). Gleichzeitig wurden im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (in den Gerichtsakten) Schulden im Umfang von Fr. 162‘428.-- geltend gemacht (S. 7 Ziff. 15). Selbst wenn Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 23 diese Schulden vollumfänglich berücksichtigt werden, beträgt das Familien- vermögen über Fr. 90‘000.--, womit die Beschwerdeführerin über die erfor- derlichen Mittel verfügt, um die Gerichtskosten zu begleichen, und es ist nicht von einer Bedürftigkeit auszugehen. Damit kann offen bleiben, ob die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Steuern (S. 5 Ziff. 12) von insgesamt Fr. 621.40 pro Monat sowie die sonstigen Auslagen von eben- falls insgesamt Fr. 600.-- monatlich vollumfänglich berücksichtigt werden könnten. Weiter wäre wohl angesichts des Umstandes, dass der volljährige Sohn (Jahrgang 1995) im gleichen Haushalt wie die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann lebt (vgl. act. II 55 S. 3 Ziff. 2.1), bloss ein anteilsmässi- ger Mietzins in Anschlag zu bringen. Nach dem Gesagten ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege man- gels Prozessarmut abzuweisen. Ob die anwaltliche Verbeiständung gebo- ten und die Voraussetzung der mangelnden Aussichtlosigkeit erfüllt gewe- sen wäre, kann somit offen bleiben. 7.2Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. Werden Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege – wie vorliegend – erst mit dem materiellen Urteil abgelehnt, sind die Verfahrenskosten praxis- gemäss auf Fr. 200.-- zu beschränken (vgl. Beschluss der erweiterten Ab- teilungskonferenz vom 30. Mai 2006). Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 200.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unter- liegende Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 7.3Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Sept. 2019, IV/18/671, Seite 24 Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt D.________ als amtlicher Anwalt wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.-- werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Zu eröffnen (R): - C.________ z.H. der Beschwerdeführerin - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin: Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.