<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00011</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105523&amp;W10_KEY=4467150&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00011</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.06.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 31.08.2000 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Administrativmassnahmen im Strassenverkehr</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Führerausweisentzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Warnungsentzug infolge FiaZ und Geschwindigkeitsübertretung<br/><br/>Die Entzugsdauer richtet sich vorab nach der Schwere des Verschuldens, dem automobilistischen Leumund und der beruflichen Massnahmempfindlichkeit. Allfällige Richtlinien oder Tarife der Entzugsbehörden über die Dauer von Ausweisentzügen dürfen nicht schematisch angewendet werden (E. 3a). Grundsätzlich soll jegliche gegenüber dem "normalen" Fahrer erhöhte berufliche Massnahmeempfindlichkeit sanktionsmildernd berücksichtigt werden. Es ist im Sinn des Verhältnismässigkeitsprinzips darauf abzustellen, in welchem Mass jemand stärker als der "normale" Fahrer vom Entzug betroffen ist. Berufliche Massnahmempfindlichkeit eines Zeitungsverträgers sowie Inhabers und Geschäftsführers einer Reinigungsfirma (E. 3d).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINSATZMASSNAHME">EINSATZMASSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTZUGSDAUER">ENTZUGSDAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FIAZ">FIAZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESCHWINDIGKEITSÃBERSCHREITUNG">GESCHWINDIGKEITSÃBERSCHREITUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEUMUND, AUTOMOBILISTISCHER">LEUMUND, AUTOMOBILISTISCHER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSNAHMEEMPFINDLICHKEIT">MASSNAHMEEMPFINDLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REINIGUNGSUNTERNEHMEN">REINIGUNGSUNTERNEHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: STRASSENVERKEHRSRECHT">STRASSENVERKEHRSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSCHULDEN">VERSCHULDEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WARNUNGSENTZUG">WARNUNGSENTZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZEITUNGSVERTRÃGER">ZEITUNGSVERTRÃGER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 16 lit. III b SVG</span><br/><span class="gerade">Art. 17 lit. I b SVG</span><br/><span class="ungerade">Art. 33 lit. II VZV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. A. A lenkte am 28. Mai 1999, ca. 1 Uhr 35, einen Personenwagen auf X-Strasse in C stadtauswÃ¤rts. Wegen seiner rasan­ten Fahrweise fiel er einer Patrouille der Stadtpolizei C auf, wurde angehalten und â da er Symptome von Alkoholkonsum aufwies â einem Atemlufttest unterzogen. Die anschliessend vorgenommene Blutentnahme zeitigte eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,26 Gewichtspromillen. Die Stadtpolizei nahm A den FÃ¼hreraus­weis auf der Stelle ab. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>B. Mit VerfÃ¼gung vom 22. Juni 1999 entzog die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicher­heit (Strassenverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) A den FÃ¼h­rerausweis mit Wirkung ab 28. Mai 1999 fÃ¼r die Dauer von neun Monaten. In der BegrÃ¼n­dung wurde vorab auf den Vorfall vom 28. Mai 1999 sowie auf einen frÃ¼heren Auswei­sentzug von fÃ¼nf Monaten im Jahr 1992 wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand ver­wiesen. Ferner wurde ausgefÃ¼hrt, die von A geltend gemachte berufliche Massnahmeempfindlichkeit sei bei der Festsetzung der Entzugsdauer berÃ¼cksichtigt wor­den.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>C. Auf Grund des Vorfalls vom 28. Mai 1999 wurde A mit Strafbefehl der Bezirks-anwaltschaft C vom 12. August 1999 des Fahrens in angetrunkenem Zustand sowie der Verkehrsregelverletzung infolge Ãberschreitens der allgemeinen HÃ¶chstgeschwindigkeit schuldig gesprochen und mit 60 Tagen GefÃ¤ngnis und Fr. 300.- Busse bestraft. Die GewÃ¤hrung des bedingten Strafvollzugs wurde unter Hinweis auf eine am 10. MÃ¤rz 1993 ausgesprochene Strafe von 14 Tagen GefÃ¤ngnis und Fr. 1'200.- Busse wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand verweigert. Der Strafbefehl ist in Rechtskraft erwachsen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen die EntzugsverfÃ¼gung vom 22. Juni 1999 erhob A am 19. Juli 1999 Rekurs an den Regierungsrat. Er machte geltend, er sei als Inhaber einer Reinigungs­firma beruflich auf den FÃ¼hrerausweis angewiesen, und verlangte eine stark reduzierte Ent­zugsdauer. Auf Grund der aufschiebenden Wirkung des Rekurses wurde A der FÃ¼hrerausweis in der Folge per 28. Juli 1999 wieder ausgehÃ¤ndigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Regierungsrat des Kantons ZÃ¼rich wies den Rekurs mit Entscheid vom 1. Dezember 1999 ab. Er erwog zusammengefasst, dass die auf neun Monate festgesetzte Entzugsdauer allen massgeblichen UmstÃ¤nden angemessen Rechnung trage. Auszugehen sei von der gesetzlichen Mindestentzugsdauer von zwei Monaten. Da der Rekurrent einen erheblich belasteten automobilistischen Leumund aufweise, grÃ¶ssere Mengen Alkohol konsumiert habe und mit Ã¼bersetzter Geschwindigkeit gefahren sei, erscheine sein Ver­schulden alles andere als leicht. Die geltend gemachte Einsicht und Reue sei wenig glaub­haft. Nach der Rechtsprechung werde eine berufliche Angewiesenheit auf den FÃ¼hreraus­weis nur sehr zurÃ¼ckhaltend anerkannt. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit habe die geltend gemachte Massnahmeempfindlichkeit bereits im Rahmen ihres Ermessens zu Gun­sten des Rekurrenten berÃ¼cksichtigt. Auf Grund der bereits angeordneten FÃ¼hrerauswei­sentzÃ¼ge seien dem Rekurrenten die Unannehmlichkeiten und wirtschaftlichen Nachteile, die mit einem Entzug regelmÃ¤ssig einher gingen, bekannt gewesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen den Entscheid des Regierungsrats liess A am 10. Januar 2000 fristgerecht Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, der FÃ¼h­rerausweis sei fÃ¼r hÃ¶chstens vier Monate zu entziehen. Namens des Regie­rungs­rats schloss die Staatskanzlei mit Eingabe vom 8. Februar 2000 auf Abweisung der Be­schwerde. </span>Die Direktion fÃ¼r So­ziales und Sicherheit liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Parteivorbringen und die ErwÃ¤gungen gemÃ¤ss angefochtenem Rekursent­scheid wird ‑ soweit erforderlich ‑ nachstehend eingegangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die grundsÃ¤tzliche ZustÃ¤ndigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden gegen FÃ¼hrerausweisentzÃ¼ge findet ihre Grundlage in § 41 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG). Die Behandlung entsprechen­der Beschwerden erfolgt gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 lit. a VRG durch den Einzelrich­ter. Nach § 38 Abs. 3 Satz 2 VRG ist die einzelrichterliche Beurteilung indessen ausgeschlossen, wenn Entscheide des Regierungsrats ange­fochten sind. Da letzteres - entsprechend dem bisherigen Instanzenzug - der Fall ist, hat die GeschÃ¤ftserledigung in Dreierbesetzung zu erfolgen (vgl. § 38 Abs. 1 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Der BeschwerdefÃ¼hrer bestreitet den ihm vorgeworfenen Sachverhalt wie schon im vorinstanzlichen Verfahren nicht. Auch auf Grund des Ausgangs des Strafverfahrens vor Bezirksanwaltschaft C steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer in angetrunke­nem Zustand und zudem mit Ã¼bersetzter Geschwindigkeit ein Fahrzeug gelenkt hat. Streitig ist damit einzig noch die Frage, welche Entzugsdauer im vorliegenden Fall angemessen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Vorinstanz habe seiner beruflichen Situation nicht genÃ¼gend Rechnung getragen. GemÃ¤ss der Richtlinie Nr. 2 der Abteilung Administrativmassnahmen (Massnahmepraxis bei Fahren in angetrunkenem Zustand) hÃ¤tte als "Einsatzmassnahme" ein Entzug von acht Monaten verfÃ¼gt und die Entzugsdauer so­dann infolge der beruflichen Massnahmeempfindlichkeit reduziert werden mÃ¼ssen. Die berufliche Massnahmeempfindlichkeit sei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gegeben, wenn das Verbot, ein Auto zu lenken, eine derartige Einkommenseinbusse oder so beachtliche Zusatzkosten verursachen wÃ¼rde, dass die Massnahme offensichtlich unver­hÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re. Vorliegend wÃ¼rde eine Entzugsdauer von neun Monaten zu einer exi­stenziellen Bedrohung des Betriebs des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼hren. Sodann mÃ¼sse sich auch die glaubhaft bekundete Einsicht und Reue sowie der Besuch eines Kurses fÃ¼r alko­holauffÃ¤llige Lenker strafmindernd auswirken. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Namens des Regierungsrats fÃ¼hrte die Staatskanzlei in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2000 aus, dass nach den Richtlinien der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicher­heit fÃ¼r einen RÃ¼ckfall im siebten Jahr seit Ablauf des letzten Entzugs wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand bei minimaler Alkoholisierung (0,8 Promille) als "Einsatzmass­nahme" acht Monate Entzug vorgesehen sind. Bei hÃ¶heren Blutalkoholkonzentrationen werde die Entzugsdauer verlÃ¤ngert. FÃ¼r eine Blutalkoholkonzentration von 1,26 Gewichts­promillen ergebe sich ein Zuschlag von einem Monat. Erschwerend sei vorliegend auch zu berÃ¼cksichtigen, dass der automobilistische Leumund nicht nur durch den im Jahr 1992 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand angeordneten Ausweisentzug, sondern auch durch zwei weitere AusweisentzÃ¼ge in den Jahren 1989 und 1996 wegen Geschwindig­keitsÃ¼berschreitungen belastet sei. An der Beurteilung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer nach Massgabe der Rechtsprechung grundsÃ¤tzlich keine Massnahmeempfindlichkeit geltend machen kÃ¶nne, werde festgehalten. Angesichts der GrÃ¶sse des Betriebs des Beschwerde­fÃ¼hrers erscheine es nicht als wirtschaftlich untragbar, sich zumindest fÃ¼r die Dauer des Entzugs die Dienste einer Person zu sichern, welche (auch) als Chauffeur eingesetzt kÃ¶nne. Gleichwohl sei von der Beschwerdegegnerin eine beruflich bedingte Massnahmeempfind­lichkeit berÃ¼cksichtigt worden. Im Ergebnis erweise sich eine Entzugsdauer von neun Mo­naten als recht- und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer zum Besuch eines "FiaZ-Kurses" angemeldet habe, kÃ¶nne nicht zur ganzen oder auch nur teilweisen Gutheis­sung fÃ¼hren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss Art. 16 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Dezember 1958 Ã¼ber den Strassen­verkehr (SVG) muss der FÃ¼hrerausweis entzogen werden, wenn der FÃ¼hrer in angetrunkenem Zustand gefahren ist. Die Dauer des Ausweisentzuges ist nach den Um­stÃ¤nden festzusetzen, darf jedoch das in Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG genannte gesetzliche Minimum von zwei Monaten nicht unterschreiten. Nach Art. 33 Abs. 2 der Verordnung vom 27. Okto­ber 1976 Ã¼ber die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassen­verkehr (VZV) richtet sich die Entzugsdauer vor allem nach der Schwere des Verschuldens, dem Leumund als MotorfahrzeugfÃ¼hrer sowie nach der beruflichen Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu fÃ¼hren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>AllfÃ¤llige Richtlinien oder Tarife der EntzugsbehÃ¶rden Ã¼ber die Dauer eines Aus­weisentzugs dÃ¼rfen nicht schematisch angewendet werden, sondern dienen lediglich als Ausgangspunkt, von dem aus die Entzugsdauer im Rahmen einer GesamtwÃ¼rdigung aller wesentlichen Zumessungsfaktoren festzusetzen ist. Es ist demzufolge nicht zulÃ¤ssig, bei AusweisentzÃ¼gen wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand allein oder Ã¼berwiegend auf den Grad der Alkoholisierung abzustellen (BGE 124 II 46; Philippe Weissenberger, Die Zumessung des Warnungsentzugs von FÃ¼hrerausweisen nach der neueren Praxis des Bun­desgerichts, SJZ 95/1999, S. 461).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zentrales Zumessungskriterium ist die Schwere des Verschuldens. Diese ist ab­hÃ¤ngig von der Schwere der begangenen Verkehrsregelverletzungen und dem Ausmass der GefÃ¤hrdung. Bei Fahren in angetrunkenem Zustand ist insbesondere auf den Grad der An­getrunkenheit, die LÃ¤nge der gefahrenen Strecke, die Tageszeit, das Verkehrsaufkommen und die WitterungsverhÃ¤ltnisse abzustellen (Weissenberger, S. 461). Im vorliegenden Fall steht fest, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,26 Gewichtspromillen zur Nachtzeit mit Ã¼bersetzter Geschwindigkeit gefahren ist. Die Trunkenheitsfahrt fÃ¼hrte ihn gemÃ¤ss seinen Angaben in der polizeilichen Befragung vom 28. Mai 1999 vom Stadtzentrum C nach D und wieder zurÃ¼ck, um die Fahrt nach E fortzusetzen; sie erfolgte ohne Not und kann auch nicht als Fahrt auf geringfÃ¼giger Distanz bezeichnet werden. Der BeschwerdefÃ¼hrer konsumierte alkoholische GetrÃ¤nke im Wissen darum, dass er anschliessend wieder ein Auto lenken wÃ¼rde. Hin­sichtlich der GeschwindigkeitsÃ¼bertretung hatte der BeschwerdefÃ¼hrer auch aus subjektiver Sicht keinen Anlass, sich nicht an die allgemeine HÃ¶chstgeschwindigkeit zu halten; in der polizeilichen Befragung gab er an, er sei nicht in Eile gewesen. Damit setzte er sich und die anderen Verkehrsteilnehmer einer erheblichen GefÃ¤hrdung aus. Bereits das Tatverschulden wiegt unter den gegebenen UmstÃ¤nden schwer und rechtfertigt eine hÃ¶here "Einsatzmass­nahme", als es der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r angemessen hÃ¤lt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der automobilistische Leumund des BeschwerdefÃ¼hrers ist sodann stark getrÃ¼bt. Auf Grund eines Vorfalls vom 12. September 1992 musste dem BeschwerdefÃ¼hrer bereits mit VerfÃ¼gung vom 29. Oktober 1992 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand der FÃ¼h­rerausweis fÃ¼r die Dauer von fÃ¼nf Monaten entzogen werden. Damals wurde eine Blutal­koholkonzentration von mindestens 1,46 Gewichtspromillen festgestellt. Sodann wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer der FÃ¼hrerausweis ab 12. Mai 1990 wegen Ã¼bersetzter Geschwin­digkeit fÃ¼r drei Monate entzogen, nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer am 12. August 1989 einen Selbstunfall verursacht hatte. Ein weiterer, mit VerfÃ¼gung vom 17. Januar 1996 an­geordneter Ausweisentzug fÃ¼r die Dauer eines Monats ist ebenfalls auf Ãberschreitung der zulÃ¤ssigen HÃ¶chstgeschwindigkeit zurÃ¼ckzufÃ¼hren. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die verschiedenen WarnungsentzÃ¼ge haben ihre Wirkung offenkundig verfehlt. Auf Grund der angeordneten Administrativmassnahmen hÃ¤tten dem BeschwerdefÃ¼hrer die ihm drohenden Sanktionen bewusst sein mÃ¼ssen. Es steht damit ausser Zweifel, dass der ge­trÃ¼bte automobilistische Leumund des BeschwerdefÃ¼hrers sanktionserhÃ¶hend zu gewichten ist (Weissenberger, S. 464).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) aa) Der BeschwerdefÃ¼hrer wirft den Vorinstanzen vor, der geltend gemachten be­ruflichen Massnahmeempfindlichkeit sei nicht genÃ¼gend Rechnung getragen worden. Der Regierungsrat stellt demgegenÃ¼ber in seiner Vernehmlassung eine zu berÃ¼cksichtigende berufliche Massnahmeempfindlichkeit grundsÃ¤tzlich in Abrede. Es sei nicht ersichtlich, welche derart beachtlichen Zusatzkosten dem BeschwerdefÃ¼hrer durch den Ausweisentzug erwachsen wÃ¼rden, dass von einer UnverhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit der Massnahme gesprochen werden kÃ¶nne. Gleichwohl habe die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit in ihrer Ent­zugsverfÃ¼gung vom 22. Juni 1999 eine beruflich bedingte Massnahmeempfindlichkeit be­rÃ¼cksichtigt, was sich im Ergebnis als recht- und verhÃ¤ltnismÃ¤ssig erweise. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Wer berufsmÃ¤ssig auf ein Motorfahrzeug angewiesen ist, wird in der Regel schon durch eine kÃ¼rzere Entzugsdauer wirksam gewarnt und von weiteren Widerhandlun­gen abgehalten. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei der Beurteilung der beruflichen Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu fÃ¼hren, dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnis­mÃ¤ssigkeit Rechnung zu tragen und deshalb zu berÃ¼cksichtigen, in welchem Mass der FahrzeugfÃ¼hrer infolge beruflicher Notwendigkeit stÃ¤rker als der normale Fahrer vom Ent­zug betroffen ist (BGE 123 II 572). GrundsÃ¤tzlich soll jegliche gegenÃ¼ber dem "normalen" Fahrer erhÃ¶hte berufliche Angewiesenheit auf den FÃ¼hrerausweis straf- bzw. massnahme­mildernd berÃ¼cksichtigt werden (vgl. die Urteilsbemerkungen von Philippe Weissenberger in R. Schaffhauser, Die straf- und verwaltungsrechtliche Rechtsprechung des Bundesge­richts zum Strassenverkehrsrecht 1992 bis 1999, St. Gallen 2000, Nr. 76 S. 176). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bereits im Rekursverfahren auf seine zweifache TÃ¤­tigkeit als ZeitungsvertrÃ¤ger einerseits und als Inhaber und GeschÃ¤ftsfÃ¼hrer einer erst seit kurzem bestehenden und daher vermutlich im Aufbau begriffenen Reinigungsfirma ander­seits hingewiesen. GemÃ¤ss einem BestÃ¤tigungsschreiben der F AG vom 22. Juni 1999 ist der BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r die FrÃ¼hzustellung von Tageszeitungen an Ã¼ber 170 bzw. 300 Abonnenten verantwortlich und dabei auf einen Per­sonenwagen angewiesen; die Arbeitszeit beginne jeweils um 4 Uhr 30, teilweise schon um 3 Uhr morgens. Hinsichtlich der vorab auf Mietobjekte in der Region C ausge­richteten Reinigungsfirma beschÃ¤ftigt der BeschwerdefÃ¼hrer nach seinen Angaben 23 Teil­zeitangestellte, von denen keiner Ã¼ber einen FÃ¼hrerausweis verfÃ¼ge. Der BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¼sse die Angestellten zusammen mit den Reinigungsutensilien zu den Liegenschaften fahren und nach der Reinigung wieder abholen. Ausserdem sei er auch fÃ¼r die Besichti­gung von Liegenschaften zur Offertstellung, Endreinigungskontrolle und WohnungsÃ¼ber­gabe auf ein Auto angewiesen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Unter diesen Gegebenheiten ist eine gegenÃ¼ber einem "normalen" Lenker hÃ¶here Massnahmeempfindlichkeit offensichtlich gegeben. Auch die AusfÃ¼hrungen in der Ver­nehmlassung des Regierungsrats lassen letztlich auf eine erhÃ¶hte berufliche Massnahme­empfindlichkeit schliessen; indessen setzt sich der Regierungsrat mit der bundesgerichtli­chen Rechtsprechung in Widerspruch, wenn er vorbringt, die Massnahmeempfindlichkeit sei nicht zu berÃ¼cksichtigen, weil es nicht als "wirtschaftlich untragbar" erscheine, einen Chauffeur fÃ¼r die erforderlichen Fahrten einzusetzen. Gerade in solchen zusÃ¤tzlichen Auf­wendungen zeigt sich nÃ¤mlich eine erhÃ¶hte berufliche Angewiesenheit auf den FÃ¼hreraus­weis. Diese ist bei der Festsetzung der Entzugsdauer auch dann zu berÃ¼cksichtigen, wenn die Anstellung eines zusÃ¤tzlichen Mitarbeiters, der im Besitz eines FÃ¼hrerausweises ist, nicht zu einer existenziellen Bedrohung des Betriebs des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼hrte. Eine - allerdings nur leicht - erhÃ¶hte beruflich bedingte Massnahmeempfindlichkeit besteht auch mit Bezug auf die TÃ¤tigkeit des Zeitungsvertragens, die frÃ¼hmorgens zu einer Zeit verrich­tet wird, da die Ã¶ffentlichen Verkehrsmittel ihren Betrieb noch nicht aufgenommen haben. Indessen braucht der BeschwerdefÃ¼hrer seine NebenbeschÃ¤ftigung als ZeitungsvertrÃ¤ger infolge des Ausweisentzugs nicht zwingend aufzugeben, kann doch diese TÃ¤tigkeit unter Inkaufnahme eines zusÃ¤tzlichen Zeitaufwands auch zu Fuss oder per Fahrrad ausgeÃ¼bt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zusammenfassend ergibt sich, dass entgegen der Ansicht der Vorinstanz von einer beruflichen Massnahmeempfindlichkeit in mittlerem Grad auszugehen ist, welche sankti­onsmindernd berÃ¼cksichtigt werden muss. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Besonderes Gewicht kommt schliesslich dem Verhalten nach der Tat zu. Straf­mindernd wirkt sich die glaubhaft bekundete Einsicht und Reue des fehlbaren Lenkers aus (Weissenberger, S. 467). Wenn etwa ein FiaZ-TÃ¤ter einen Kurs fÃ¼r alkoholauffÃ¤llige Len­ker besucht, kann dies zu einer Reduktion der Entzugsdauer fÃ¼hren (vgl. BGE 123 II 574). In dieser Hinsicht ist von Bedeutung, dass der BeschwerdefÃ¼hrer ein Ã¤rztliches Zeugnis vom 23. Dezember 1999 zu den Akten gereicht hat, gemÃ¤ss welchem er Reue und Einsicht zeige. Indessen ist der Ã¤rztliche Befund nur von beschrÃ¤nkter Aussagekraft, insbesondere weil LaborabklÃ¤rungen nur gerade in den Monaten Juli und Dezember 1999 - also in auf­fallender NÃ¤he zu EntzugsverfÃ¼gung und Rekursentscheid - erfolgten, wohingegen fÃ¼r die dazwischen liegende Zeit trotz angeblich alle zwei Wochen stattfindender GesprÃ¤che keine Laborbefunde vorliegen. Auch die erst am 13. Januar 2000 erfolgte Vereinbarung zum Besuch eines Kurses fÃ¼r alkoholauffÃ¤llige Lenker ist nicht geeignet, eine echte Umkehr zu belegen. Solche Kurse werden mit grosser RegelmÃ¤ssigkeit angeboten. Es bestehen daher erhebliche Zweifel, ob darin mehr als ein opportunistisches Verhalten zum Ausdruck kommt. Dem Verhalten nach der Tat kann somit - wenn Ã¼berhaupt - bei der Festsetzung der Entzugsdauer nur geringe Bedeutung zukommen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die Vorinstanz hat eine BerÃ¼cksichtigung der dargelegten erhÃ¶hten beruflichen Massnahmeempfindlichkeit zu Unrecht verneint. Auch geht aus der EntzugsverfÃ¼gung vom 22. Juni 1999 nicht hervor, inwiefern die Direktion fÃ¼r Sicherheit und Soziales der berufli­chen Massnahmeempfindlichkeit Rechnung trug. Die Richtlinien der Beschwerdegegnerin sehen fÃ¼r einen RÃ¼ckfall im siebten Jahr seit Ablauf des letzten Entzugs wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand bei minimaler Alkoholisierung (0,8 Promille) als "Einsatzmass­nahme" acht Monate Ausweisentzug vor. Diese "Einsatzmassnahme" ist indessen schon auf Grund der erhÃ¶hten Blutalkoholkonzentration sowie der ebenfalls zu berÃ¼cksichtigen­den GeschwindigkeitsÃ¼bertretung zu erhÃ¶hen. Ebenso wirken sich die Schwere des Ver­schuldens sowie der stark getrÃ¼bte automobilistische Leumund sanktionserhÃ¶hend aus. Anderseits ist der beruflichen Massnahmeempfindlichkeit gebÃ¼hrend Rechnung zu tragen. Insgesamt erscheint im Sinn einer Gesamtbeurteilung und unter BerÃ¼cksichtigung aller massgebenden UmstÃ¤nde eine Entzugsdauer von sieben Monaten als sachgerecht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen; der FÃ¼hrerausweis wird dem Beschwer­defÃ¼hrer fÃ¼r die Dauer von sieben Monaten entzogen. Der Entscheid des Regierungs­rats des Kantons ZÃ¼rich vom 1. Dezember 1999 und die EntzugsverfÃ¼gung der Direk­tion fÃ¼r Soziales und Sicherheit des Kantons ZÃ¼rich (Stras­senverkehrsamt, Abteilung Administrativmassnahmen) vom 22. Juni 1999 werden insoweit aufgehoben. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>