<!DOCTYPE html> <html> <head> <meta charset="utf-8"/><meta content="Weblaw AG Bern - https://weblaw.ch " name="publisher"/> <meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="Content-Type"/> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="last-modified"> <meta content="Die, 01 Okt 2019 10:37:43 CEST" http-equiv="date"> <meta content="AGVE 2018 - Band 24" name="description"/> <title>AGVE 2018 - Band 24</title> </meta></meta></head> <body> <!-- AGVE_PAGE_NR 1 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">265</span> </div> <div class="page" id="S265"> <span class="text"><b>VI. Sozialhilfe </b></span><br/> <span class="text"></span><br/> <span class="text"><b>24 </b> <b>Sozialhilfe; Rückerstattung</b></span><br/> <span class="text">Die materielle Hilfe, welche während eines Beschäftigungsprogramms</span><br/> <span class="text">ausgerichtet wurde, unterliegt nicht der Rückerstattung. </span><br/> <span class="text">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 20. Sep-</span><br/> <span class="text">tember 2018, in Sachen Einwohnergemeinde A. gegen B. und Departement</span><br/> <span class="text">Gesundheit und Soziales (WBE.2018.157).</span><br/> <span class="text"><i>Aus den Erwägungen </i></span><br/> <span class="text">2.</span><br/> <span class="text">2.1.</span><br/> <span class="text">Die Beschwerdeführerin macht geltend, gestützt auf § 30 Abs. 2</span><br/> <span class="text">SPV sei die materielle Hilfe, welche während des Beschäftigungs-</span><br/> <span class="text">programms beim Verein C. gewährt wurde, rückerstattungspflichtig.</span><br/> <span class="text">Würden einer unterstützten Person während eines Beschäftigungs-</span><br/> <span class="text">programms über die ordentliche Sozialhilfe hinaus keine zu-</span><br/> <span class="text">sätzlichen Leistungen ausgerichtet, liege kein echter Lohn vor. Auch</span><br/> <span class="text">wenn ein Programmanbieter bloss als Zahlstelle für die materielle</span><br/> <span class="text">Hilfe fungiere, könne nicht von einem Lohn gesprochen werden. Die</span><br/> <span class="text">Vorinstanz habe die Ausnahmebestimmung von § 30 Abs. 2 SPV</span><br/> <span class="text">extensiv angewendet. Ein Lohn im Sinne von § 30 Abs. 2 SPV liege</span><br/> <span class="text">beispielsweise dann vor, wenn das Entgelt im Rahmen eines</span><br/> <span class="text">Teillohn-Programmes verdient und als eigene Mittel angerechnet</span><br/> <span class="text">werde. Sinngemäss macht die Beschwerdeführerin zudem geltend, es</span><br/> <span class="text">liege ein Widerspruch zum Bundessozialversicherungsrecht vor:</span><br/> <span class="text">Nach der Revision von Art. 23 Abs. 3bis AVIG könnten mit Beschäf-</span><br/> <span class="text">tigungsprogrammen bei der Arbeitslosenversicherung grundsätzlich</span><br/> <span class="text">keine Rahmenfristen mehr generiert werden. Schliesslich beschneide</span><br/> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 2 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">266</span> </div> <div class="page" id="S266"> <div role="main"> <span class="text">der Kanton in unzulässiger Art und Weise das Recht der Gemeinden,</span><br/> <span class="text">ausgerichtete materielle Hilfe später wieder zurückzufordern.</span><br/> <span class="text">2.2.</span><br/> <span class="text">Die Vorinstanz erwog, mit dem Inkrafttreten von Art. 23</span><br/> <span class="text">Abs. 3bis AVIG hätten sich die Rahmenbedingungen bei von der</span><br/> <span class="text">öffentlichen Hand finanzierten arbeitsmarktlichen Massnahmen</span><br/> <span class="text">grundlegend geändert. Der Kantonale Sozialdienst empfehle den Ge-</span><br/> <span class="text">meinden zwar weiterhin, Beschäftigungsprogramme zu ermöglichen,</span><br/> <span class="text">zugleich seien im Hinblick auf die Wahrung von Ersatz- und Rücker-</span><br/> <span class="text">stattungsansprüchen aber materielle Hilfe und Programmkosten</span><br/> <span class="text">einerseits und Arbeitserwerb andererseits klar zu trennen. Weiter</span><br/> <span class="text">werde empfohlen, von der Ausrichtung eines sog. Soziallohns eher</span><br/> <span class="text">abzusehen. Mit § 30 Abs. 2 SPV, welcher unverändert beibehalten</span><br/> <span class="text">worden sei, werde die Privilegierung des Soziallohns bei der Rücker-</span><br/> <span class="text">stattung aufrechterhalten. In der Praxis würden nach wie vor</span><br/> <span class="text">Beschäftigungsprogramme vermittelt, in welchen die materielle Hilfe</span><br/> <span class="text">als Lohn ausbezahlt werde. Würde für die Befreiung von der</span><br/> <span class="text">Rückerstattungspflicht allein auf die Auszahlungsmodalitäten abge-</span><br/> <span class="text">stellt, ergäbe sich eine stossende Ungleichbehandlung jener unter-</span><br/> <span class="text">stützten Personen, welche einen gleichwertigen Beitrag zur Verbesse-</span><br/> <span class="text">rung ihrer wirtschaftlichen Situation leisteten. Daher bestehe keine</span><br/> <span class="text">Rückerstattungspflicht für die materielle Hilfe, welche während des</span><br/> <span class="text">Beschäftigungsprogramms beim Verein C. ausgerichtet worden sei.</span><br/> <span class="text">Hingegen handle es sich beim Coaching um kein eigentliches</span><br/> <span class="text">Beschäftigungsprogramm, weshalb für den entsprechenden Zeitraum</span><br/> <span class="text">eine Pflicht zur Rückerstattung der materiellen Hilfe bestehe.</span><br/> <span class="text">2.3.</span><br/> <span class="text">Ob ein Arbeitseinsatz eine beitragspflichtige Beschäftigung dar-</span><br/> <span class="text">stellt, mit welcher bei der Arbeitslosenversicherung die Beitragszeit</span><br/> <span class="text">erfüllt werden kann, bestimmt das Sozialversicherungsrecht (vgl.</span><br/> <span class="text">Art. 9 Abs. 1 und 3 sowie Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Beurteilung er-</span><br/> <span class="text">folgt im Einzelfall durch die Organe der Sozialversicherung bzw. die</span><br/> <span class="text">Versicherungsgerichte.</span><br/> <span class="text">Seit dem Inkrafttreten von Art. 23 Abs. 3bis AVIG am 1. April</span><br/> <span class="text">2011 ist ein Verdienst, den eine Person durch Teilnahme an einer von</span><br/> <span class="text">der öffentlichen Hand finanzierten arbeitsmarktlichen Massnahme</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 3 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">267</span> </div> <div class="page" id="S267"> <div role="main"> <span class="text">(AMM) erzielt, nicht mehr versichert. Eine Tätigkeit, welche unter</span><br/> <span class="text">diese Bestimmung fällt, erfüllt daher keine Beitragszeit gemäss</span><br/> <span class="text">Art. 13 Abs. 1 AVIG (BGE 139 V 212, Erw. 3.3; Urteil des</span><br/> <span class="text">Bundesgerichts vom 11. November 2015 [8C_87/2015], Erw. 3.3;</span><br/> <span class="text">vgl. auch Botschaft zur Änderung des Arbeitslosenversicherungs-</span><br/> <span class="text">gesetzes vom 3. September 2008, 08.062, in: BBl 2008 7750). Die</span><br/> <span class="text">bundesgerichtliche Rechtsprechung stellt für die Anwendbarkeit von</span><br/> <span class="text">Art. 23 Abs. 3bis AVIG auf den Zweck der Beschäftigung ab, d.h.</span><br/> <span class="text">darauf, ob die Massnahme in erster Linie der beruflichen und so-</span><br/> <span class="text">zialen Integration dient (vgl. BGE 139 V 212, Erw. 4.2; Urteil des</span><br/> <span class="text">Bundesgerichts vom 11. November 2015 [8C_87/2015], Erw. 3.4</span><br/> <span class="text">und 4.2).</span><br/> <span class="text">2.4.</span><br/> <span class="text">Gemäss § 30 Abs. 2 SPV unterliegen im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="text">einem Beschäftigungsprogramm geleistete Sozialversicherungs-</span><br/> <span class="text">beiträge nicht der Rückerstattung. In der Sozialhilfegesetzgebung</span><br/> <span class="text">wird der Begriff des Beschäftigungsprogramms in einem umfassen-</span><br/> <span class="text">den Sinne verwendet (vgl. § 13 Abs. 2 lit. b, § 41 und § 47 Abs. 1</span><br/> <span class="text">lit. e SPG [jeweils in der geltenden Fassung]). Dabei kann die</span><br/> <span class="text">Abgrenzung von Coachings, Abklärungsmassnahmen und arbeitsin-</span><br/> <span class="text">tegrativen Massnahmen im Einzelfall Schwierigkeiten bereiten.</span><br/> <span class="text">Gleich verhält es sich mit Arbeitseinsätzen im Rahmen von Be-</span><br/> <span class="text">schäftigungsprogrammen, sog. Teillohnprogrammen und bei einem</span><br/> <span class="text">Programmanbieter gestützt auf einen Arbeitsvertrag erbrachte</span><br/> <span class="text">Leistungen. In der Praxis werden bisweilen auch gemeindeinterne</span><br/> <span class="text">Arbeitsprojekte durchgeführt.</span><br/> <span class="text">2.5.</span><br/> <span class="text">2.5.1.</span><br/> <span class="text">Die Programmkosten von monatlich Fr. 1'500.00 unterliegen</span><br/> <span class="text">gemäss dem klaren Wortlaut von § 41 Abs. 2 SPG und § 30 Abs. 2</span><br/> <span class="text">SPV nicht der Rückerstattung. Unter den Parteien unstrittig ist die</span><br/> <span class="text">Behandlung der Computerkurse in der D. und des Coachings durch</span><br/> <span class="text">E..</span><br/> <span class="text">2.5.2.</span><br/> <span class="text">Fraglich ist hingegen, ob die materielle Hilfe, welche während</span><br/> <span class="text">des Beschäftigungsprogramms beim Verein C. gewährt wurde, der</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 4 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">268</span> </div> <div class="page" id="S268"> <div role="main"> <span class="text">Rückerstattung unterliegt. Die Beschwerdegegnerin nahm vom</span><br/> <span class="text">5. Oktober 2015 bis 4. Oktober 2016 am Modul PJ Aufbautraining</span><br/> <span class="text">von F. teil. Dieses beinhaltete einen internen Arbeitseinsatz mit</span><br/> <span class="text">gesteigerten Anforderungen und einem Pensum von 80 %. Dabei er-</span><br/> <span class="text">folgte eine individuelle Unterstützung (persönlich, fachlich, agogisch</span><br/> <span class="text">und ressourcenorientiert). Der Arbeitseinsatz im Bereich Dienst-</span><br/> <span class="text">leistung und Administration umfasste insbesondere die Bedienung</span><br/> <span class="text">der Telefonzentrale, Kundenschalter, Post, Microsoft Excel, Lagerbe-</span><br/> <span class="text">wirtschaftung und Büroadministration. Im Rahmen des Programms</span><br/> <span class="text">erfolgten unter anderem Beurteilungen des Arbeitsverhaltens und der</span><br/> <span class="text">Fähigkeiten der Teilnehmerin sowie deren persönlichen Verhaltens.</span><br/> <span class="text">Die gesamte materielle Hilfe wurde der Beschwerdegegnerin wäh-</span><br/> <span class="text">rend des Programms von der Gemeindeverwaltung überwiesen.</span><br/> <span class="text">Parallel zum Verein C. absolvierte die Beschwerdegegnerin vom</span><br/> <span class="text">20. Juni bis 23. September 2016 ein externes Praktikum bei der Stif-</span><br/> <span class="text">tung G. im Bereich Finanzen und Informatik. Der betreffende Aufga-</span><br/> <span class="text">benbereich umfasste Empfangsarbeiten, Post, Mitarbeit im Kassa-</span><br/> <span class="text">wesen sowie Unterstützung der Buchhaltung, des Personalwesens</span><br/> <span class="text">und des Marketings.</span><br/> <span class="text">Von Oktober 2015 bis Ende September 2016 wurde der Be-</span><br/> <span class="text">schwerdegegnerin materielle Hilfe im Betrag von Fr. 30'195.00 ge-</span><br/> <span class="text">währt (ohne Berücksichtigung der Programmkosten).</span><br/> <span class="text">2.5.3.</span><br/> <span class="text">Beim Angebot des Vereins C. handelt es sich um keine Arbeits-</span><br/> <span class="text">integrationsmassnahme mit einem Teillohnprogramm, bei welchem</span><br/> <span class="text">ein Lohn ausbezahlt und im Sozialhilfebudget als eigene Mittel ange-</span><br/> <span class="text">rechnet wird. Es liegt auch kein sog. Soziallohn vor, bei welchem</span><br/> <span class="text">die Auszahlung von materieller Hilfe über den Programmanbieter er-</span><br/> <span class="text">folgt.</span><br/> <span class="text">2.5.4.</span><br/> <span class="text">Entsprechend dem Wortlaut von § 30 Abs. 2 SPV ist die wäh-</span><br/> <span class="text">rend der Programmdauer als Lohn ausgerichtete Sozialhilfe von der</span><br/> <span class="text">Rückerstattung ausgenommen. Diese Voraussetzung ist bei Teillohn-</span><br/> <span class="text">programmen klarerweise gegeben, was von der Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="text">ausdrücklich anerkannt wird. Auch wenn die materielle Hilfe</span><br/> <span class="text">entsprechend der Ausgestaltung der Arbeitsintegrationsmassnahme</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 5 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Sozialhilfe</span> <span class="page_no">269</span> </div> <div class="page" id="S269"> <div role="main"> <span class="text">vom Programmanbieter überwiesen wird, ist davon auszugehen, dass</span><br/> <span class="text">die Sozialhilfe als Lohn ausgerichtet wird . Zwar darf die materielle</span><br/> <span class="text">Hilfe in diesem Zusammenhang nicht als Entlöhnung für eine</span><br/> <span class="text">Arbeitsleistung verstanden werden, indessen wird sie von der unter-</span><br/> <span class="text">stützten Person - oftmals beabsichtigt und entsprechend der Ziel-</span><br/> <span class="text">setzung der Massnahme - als Gegenleistung für den Arbeitseinsatz</span><br/> <span class="text">wahrgenommen. Entsprechende Ausgestaltungen eines Programms</span><br/> <span class="text">können mithin der beruflichen Integration dienen.</span><br/> <span class="text">Vorliegend erfolgten keinerlei Zahlungen an die Beschwerde-</span><br/> <span class="text">gegnerin über den Programmanbieter. Der Einsatz beim Verein C.</span><br/> <span class="text">dauerte ein Jahr, wobei die Beschwerdegegnerin während drei Mona-</span><br/> <span class="text">ten zusätzlich ein externes Praktikum bei der Stiftung G. absolvierte.</span><br/> <span class="text">Während des gesamten Zeitraums wurde sie durchgehend materiell</span><br/> <span class="text">unterstützt. Die Beschwerdeführerin macht zwar mit gewissem Recht</span><br/> <span class="text">geltend, dass unter diesen Umständen fraglich erscheint, ob die</span><br/> <span class="text">Sozialhilfe als Lohn ausgerichtet wurde . Eine Differenzierung an-</span><br/> <span class="text">hand der Auszahlungsmodalitäten rechtfertigt sich indessen nicht.</span><br/> <span class="text">Wesentlich ist in Bezug auf die Rückerstattung bloss, dass die ma-</span><br/> <span class="text">terielle Hilfe parallel zum Beschäftigungsprogramm mit einem Ar-</span><br/> <span class="text">beitspensum von 80 % gewährt wurde. In diesem Sinne empfehlen</span><br/> <span class="text">auch die SKOS-Richtlinien dem kantonalen Gesetzgeber, Sozial-</span><br/> <span class="text">hilfeleistungen, die auf einer Gegenleistung der Bezügerinnen und</span><br/> <span class="text">Bezüger beruhen, von der Rückerstattungspflicht auszunehmen</span><br/> <span class="text">(SKOS-Richtlinien, D.2-3). Wie die Vorinstanz zu Recht erwog,</span><br/> <span class="text">liesse sich eine Ungleichbehandlung von Teilnehmenden an Be-</span><br/> <span class="text">schäftigungsprogrammen, welchen die materielle Hilfe durch die</span><br/> <span class="text">Gemeinde gewährt oder (teilweise) über den Programmanbieter</span><br/> <span class="text">ausbezahlt wird, nicht rechtfertigen. Im Unterschied zu eigentlichen</span><br/> <span class="text">Teillohnprogrammen erscheint dabei irrelevant, ob ein sog. Sozial-</span><br/> <span class="text">lohn bezahlt wird und von welcher Zahlstelle die Überweisungen</span><br/> <span class="text">veranlasst werden. Eine restriktive Auslegung von § 30 Abs. 2 SPV,</span><br/> <span class="text">wie sie die Beschwerdeführerin fordert, würde sich als zu eng erwei-</span><br/> <span class="text">sen und dem Zweck der Norm zuwiderlaufen.</span><br/> <span class="text">2.5.5.</span><br/> <span class="text">Es besteht kein Widerspruch zwischen § 30 Abs. 2 SPV und</span><br/> <span class="text">dem Arbeitslosenversicherungsrecht, wenn mit einem Beschäfti-</span><br/> </div> </div> <!-- AGVE_PAGE_NR 6 --> <div class="header"> <span class="year">2018</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">270</span> </div> <div class="page" id="S270"> <div role="main"> <span class="text">gungsprogramm gemäss Art. 23 Abs. 3bis AVIG kein versicherter</span><br/> <span class="text">Verdienst generiert wird. Im kantonalen (Sozialhilfe-)Recht wird</span><br/> <span class="text">lediglich ein anderer Lohnbegriff verwendet als im eidgenössischen</span><br/> <span class="text">(Sozialversicherungs-)Recht. Darin liegt kein Verstoss gegen</span><br/> <span class="text">höherrangiges Recht. Die Vorinstanz hat aufgezeigt, welche Überle-</span><br/> <span class="text">gungen dazu führten, den während der Programmdauer ausgerichte-</span><br/> <span class="text">ten Lohn von der Rückerstattung auszunehmen. Unter anderem sollte</span><br/> <span class="text">ein Anreiz geschaffen werden, überhaupt an einem Programm teilzu-</span><br/> <span class="text">nehmen. Daran hat sich mit dem Erlass von Art. 23 Abs. 3bis AVIG</span><br/> <span class="text">nichts geändert. Insofern besteht auch weiterhin ein guter Grund, an</span><br/> <span class="text">dieser Ausnahme festzuhalten (vgl. auch SKOS-Richtlinien, D.2-3,</span><br/> <span class="text">welche vom Prinzip der Gegenseitigkeit sprechen).</span><br/> <span class="text">Die Gesetzgebungskompetenz im Bereich der Sozialhilfe liegt</span><br/> <span class="text">beim Kanton (vgl. §§ 25 und 39 KV). Dies gilt unabhängig davon,</span><br/> <span class="text">ob und gegebenenfalls in welchem Mass er sich finanziell an den je-</span><br/> <span class="text">weiligen Sozialhilfeausgaben der Gemeinden beteiligt. Der Wegfall</span><br/> <span class="text">der anteilmässigen Kostenvergütung für Beschäftigungsprogramme</span><br/> <span class="text">(§ 47 Abs. 3 SPG in der Fassung bis 30. Dezember 2017) hat keine</span><br/> <span class="text">Auswirkungen auf die Zulässigkeit der Ausnahmen von der Rücker-</span><br/> <span class="text">stattung.</span><br/> <span class="text">2.5.6.</span><br/> <span class="text">Somit unterliegt die materielle Hilfe, welche der</span><br/> <span class="text">Beschwerdegegnerin während des Beschäftigungsprogramms im</span><br/> <span class="text">Verein C. ausgerichtet wurde, nicht der Rückerstattung.</span><br/> <span class="text"></span><br/> </div> </div> </body> </html>