<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00426</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204614&amp;W10_KEY=4467140&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00426</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausnahmebewilligung nacht Art. 24a RPG</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Nutzungsänderung: Wohnhaus einer ehemaligen Gärtnerei in Landwirtschaftszone neu als Wohnhaus zu (Drogen-) Therapiezwecken; Legitimationsfragen.<br/><br/>Voraussetzungen für ein Nachbarrekurs gegen ein Bauvorhaben sind eine hinreichend enge nachbarliche Raumbeziehung und ein Berührtsein in qualifizierten eigenen Interessen. Dabei kommt der in Metern gemessenen Distanz keine allein ausschlaggebende Bedeutung zu; massgebend ist vielmehr, auf welche Entfernung sich das streitige Bauvorhaben im Sinn des geltend gemachten Anfechtungsinteresses auszuwirken vermag (E. 2).<br/>Rekurslegitimation wird in casu verneint. Zwar ist eine enge nachbarliche Raumbeziehung bei zwei Beschwerdeführern, welche in rund 200 m Distanz zum Streitobjekt wohnen, gegeben, doch erreichen die von den Beschwerdeführern geäusserten Befürchtungen (Verkehrszunahme, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes bzw. des landwirtschaftlichen Zonencharakters, Konflikte mit den neuen Bewohnern) nicht jene Schwelle, die ein Berührtsein in eigenen Interessen und damit eine spezifische Nähe zum Streitgegenstand erkennen liesse (E. 4).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETROFFENHEIT">BETROFFENHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARREKURS">NACHBARREKURS</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">Art. 24a RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 21 lit. a VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 69 S. 37</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 5 S. 52</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Der Verein E, welchem die Gemeinden V, W, X, Y und Z angehÃ¶ren, betreibt unter dem Namen "F" seit 1995 ein stationÃ¤res Wohnangebot fÃ¼r obdachlose SuchtmittelabhÃ¤ngige. Er will damit die Integration der so Betreuten aktiv fÃ¶rdern und deren Einstieg in ein stÃ¤rker strukturiertes Projekt â eine Therapie, ein Entzug oder begleitetes Einzelwohnen â ermÃ¶glichen. Der Aufenthalt der Betreuten ist auf ein Jahr begrenzt; vom Montag bis Freitag von 0830 bis 1700 Uhr sind Angestellte mit sozialpÃ¤dagogischer Ausbildung anwesend; in der Ã¼brigen Zeit ist ein Pikettdienst gewÃ¤hrleistet.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die im Rahmen dieses Projekts Betreuten waren bis November 2003 in der so genannten "F 1" in Z untergebracht. Dieses GebÃ¤ude wurde abgebrochen. Ab Herbst 2003 konnte der Verein E fÃ¼r den Weiterbetrieb des Projekts die Liegenschaft "L", GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 2, Gemeinde V, mieten. Die Liegenschaft befindet sich in der Landwirtschaftszone zwischen den Siedlungsgebieten von V und Z; sie gehÃ¶rte frÃ¼her zu einer GÃ¤rtnerei, welche den Betrieb vor lÃ¤ngerer Zeit aufgegeben hatte. Die in der Zwischenzeit leer stehenden beiden Dreizimmerwohnungen bieten Platz fÃ¼r fÃ¼nf bis sechs Personen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Zusammenhang mit dem Bezug dieser Liegenschaft erliess die Baudirektion auf Ersuchen des Vereins E vom Oktober 2003 am 25. November 2003 einen Vorentscheid, womit sowohl fÃ¼r eine Umnutzung ohne bauliche Massnahmen wie auch fÃ¼r eine bauliche Erweiterung die erforderliche Ausnahmebewilligung nach Art. 24a des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG) bzw. nach Art. 24d RPG in Verbindung mit Art. 42a der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 (RPV) in Aussicht gestellt wurde. Dagegen erhoben zwÃ¶lf Anwohner in der Umgebung, worunter A, B und C, Rekurs an den Regierungsrat, der das Rekursverfahren zunÃ¤chst sistierte und mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Juni 2004 als gegenstandslos abschrieb.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In der Zwischenzeit hatte der Verein E am 18. April 2004 ein neues Umnutzungsgesuch fÃ¼r den in der Liegenschaft "L" im Herbst 2003 aufgenommenen Betrieb gestellt. Die Baudirektion (Amt fÃ¼r Raumordnung und Vermessung, ARV) erteilte hierfÃ¼r am 30. April 2004 gestÃ¼tzt auf Art. 24a RPG die raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung, wobei sie zugleich die frÃ¼here VerfÃ¼gung vom 25. November 2003 aufhob, einem allfÃ¤lligen Rekurs gegen die neue VerfÃ¼gung die aufschiebende Wirkung entzog und eine Neubeurteilung bei verÃ¤nderten VerhÃ¤ltnissen vorbehielt. Der Gemeinderat V erteilte sodann am 25. Mai 2004 fÃ¼r die bereits aufgenommene Nutzung die erforderliche baurechtliche Bewilligung, wobei er einem allfÃ¤lligen Rekurs ebenfalls die aufschiebende Wirkung entzog. Er erÃ¶ffnete die Bewilligung zusammen mit der VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 30. April 2004 den Drittpersonen, die ein entsprechendes Begehren im Sinn von § 315 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) gestellt hatten.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen die VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 30. April 2004 und den Beschluss des Gemeinderats V vom 25. Mai 2004 erhoben 16 Anwohner aus der Umgebung, darunter A, B und C, am 8. Juni 2004 Rekurs an den Regierungsrat mit dem Begehren, beide VerfÃ¼gungen aufzuheben, und den prozessualen AntrÃ¤gen, dem Rekurs die aufschiebende Wirkung zu erteilen sowie im Sinn einer vorsorglichen Massnahme dem Verein E zu befehlen, die im Herbst 2003 aufgenommene Nutzung der Liegenschaft Kat. Nr. 2 unverzÃ¼glich aufzugeben. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Regierungsrat beschloss am 25. August 2004, auf den Rekurs nicht einzutreten. Er erwog, die Rekurrierenden seien nach § 338a Abs. 1 PBG zur Rechtsmittelerhebung nicht legitimiert (Rekursentscheid E. 3 und 4). Eventualtier fÃ¼gte er bei, dass dem Rekurs auch bei materieller Behandlung kein Erfolg beschieden wÃ¤re, weil die Voraussetzungen fÃ¼r eine Bewilligung nach Art. 24a Abs. 1 RPG erfÃ¼llt seien (E. 5). Einer allfÃ¤lligen Beschwerde gegen seinen Beschluss entzog er wiederum die aufschiebende Wirkung. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 30. September 2004 beantragten A, B und C dem Verwaltungsgericht, den Beschluss des Regierungsrats aufzuheben und die Sache an diesen zur materiellen Beurteilung zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des privaten Beschwerdegegners. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie, die aufschiebende Wirkung ihrer Beschwerde wiederherzustellen und dem privaten Beschwerdegegner im Sinn einer vorsorglichen Massnahme zu befehlen, die Nutzung der Liegenschaft Kat. Nr. 2 unverzÃ¼glich aufzugeben.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Staatskanzlei beantragte am 12. Oktober 2004 Abweisung der Beschwerde. Den nÃ¤mlichen Antrag, einschliesslich Abweisung des Begehrens um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und Anordnung einer vorsorglichen Massnahme, stellte der Verein E am 14. Oktober 2004. Der Gemeinderat V beantragte am 11. Oktober 2004 Abweisung der genannten prozessualen Begehren und behielt sich eine Beschwerdeantwort in der Sache (wofÃ¼r ihm die Frist bis am 15. November 2004 erstreckt worden war) vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Weil Ã¼ber die vorliegende Beschwerde ohne Verzug heute entschieden wird, hat sich eine vorgÃ¤ngige prozessleitende Anordnung betreffend des Begehrens der BeschwerdefÃ¼hrer um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung und Anordnung einer vorsorglichen Massnahme erÃ¼brigt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Nach § 338a Abs. 1 PBG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Aufgrund dieser mit § 21 lit. a VRG Ã¼bereinstimmenden Vorschrift wird bei der Beschwerde von Nachbarn gegen ein Bau­vorhaben in Konkretisierung der allgemeinen Legitimationsvoraussetzungen eine hinreichend enge nachbarliche Raumbe­ziehung und ein BerÃ¼hrtsein in qualifizierten eigenen Interessen verlangt (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kom­mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 21 N. 34 ff.; Walter Hal­ler/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼­rich 1998, N. 984 ff.; RB 1995 Nr. 9).</span></p> <p class="Erwgung3"><span>BezÃ¼glich der erforderlichen engen nachbarlichen Raumbeziehung kommt der in Metern gemessenen Distanz keine allein ausschlaggebende Bedeutung zu; massgebend ist vielmehr, auf welche Entfernung sich das streitige Bauvorhaben im Sinn des geltend gemachten Anfechtungsinteresses auszuwirken vermag (vgl. RB 2000 Nr. 9 = BEZ 2000 Nr. 53). So beschrÃ¤nkt sich etwa das Interesse des Nachbarn daran, dass seine Aussicht nicht durch eine baupolizeiwidrige Baute geschmÃ¤lert wird, in der Regel auf die unmittelbare Umgebung, kann sich aber bei grÃ¶sseren Bauten je nach den Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnissen auch auf einen weiteren Umkreis ausdehnen. Indessen mÃ¼ssten bei grÃ¶sseren Distanzen fÃ¼r die Bejahung einer Betroffenheit schon ausserordentliche UmstÃ¤nde gegeben sein (vgl. RB 1995 Nr. 9, wo bei einer Distanz von 1'100 m vom geplanten Hochhaus die erforderliche enge nachbarliche Raumbeziehung verneint wurde). Der einsprechende Dritte mÃ¼sste sich glaubhaft auf Immissionen von ganz besonderer IntensitÃ¤t berufen, die sich auch Ã¼ber weite Distanz auswirken kÃ¶nnen. Soweit es allein um den Entzug bzw. die BeeintrÃ¤chtigung der Aussicht geht, darf, um der verpÃ¶nten Popularbeschwerde nicht TÃ¼r und Tor zu Ã¶ffnen, der Kreis der Beschwerdeberechtigten nicht zu weit gezogen werden. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ein BerÃ¼hrtsein in eigenen qualifizierten Interessen ist nach der Rechtsprechung dann gegeben, wenn der Ausgang des Verfahrens, in das sich der Nachbar einschalten will, seine InteressensphÃ¤re zu beeinflussen vermag. Der Anfechtende also einen praktischen Nutzen hat bzw. einen Nachteil abwenden kann, den der angefochtene Verwaltungsakt fÃ¼r ihn zur Folge hÃ¤tte. Ein schutzwÃ¼rdiges Interesse liegt aber nicht schon vor, wenn irgendwelche negativen Folgen des Bauvorhabens mÃ¶glich und erkennbar sind, sondern nur dann, wenn die Einwirkungen so beschaffen sind, dass sie auch bei objektivierter Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden mÃ¼ssen; eine besondere (subjektive) Empfindlichkeit des Betroffenen verdient keinen Rechtsschutz (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21; RB 1995 Nr. 9). Wird eine ideelle BeeintrÃ¤chtigung wie die VerÃ¤nderung des Landschaftsbildes gerÃ¼gt, so muss der damit verbundene Eingriff in der Regel ein ungleich stÃ¤rkeres Ausmass annehmen als so genannte materielle BeeintrÃ¤chtigungen wie LÃ¤rm oder GerÃ¼che, damit die Legitimation bejaht werden kann (BGr, 28. MÃ¤rz 1995, ZBl 96/1995, S. 527 ff., E. 2c; BGr, 2. November 1983, ZBl 85/1984, S. 378 ff.). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dass die Rechtsmittelinstanz die Legitimation als Prozessvoraussetzung von Amtes wegen zu prÃ¼fen hat, entbindet den Rekurrenten nicht davon, seine Rekursberechtigung zu substanziieren. Dabei gelten differenzierte Regeln. Die nahe rÃ¤umliche Beziehung muss nicht besonders dargetan werden, wenn sie sich aus den Akten ergibt. Beruft sich der Rekurrent auf Bestimmungen, welche als nachbarschÃ¼tzend gelten, muss das schutzwÃ¼rdige Interesse (BerÃ¼hrtsein in qualifizierten eigenen Interessen) in der Regel nicht mehr besonders dargetan werden, sofern es sich bereits aus der nahen rÃ¤umlichen Beziehung und den vorgebrachten RÃ¼gen ergibt. Es muss jedoch ersichtlich sein, inwiefern die allfÃ¤llige Baubewilligung die konkreten eigenen Interessen des betreffenden Nachbarn beeintrÃ¤chtigt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 41). Die Darlegung des Sachverhalts, der die Legitimation als Prozessvoraussetzung begrÃ¼nden soll, muss bereits vor der ersten Rechtsmittelinstanz erfolgen; in einem oberen Rechtsmittelverfahren kann dies nicht nachgeholt werden.</span></p> <p class="Erwgung1"><span>Wer aufgrund seiner Betroffenheit zur Beschwerde legitimiert ist, kann alle Rechts­mÃ¤ngel des angefochtenen Entscheids beanstanden; die als verletzt bezeichneten Normen brauchen mit dem tatsÃ¤chlichen oder rechtlichen Interesse, das dem Beschwerde­fÃ¼hrenden die Legitimation verschafft, nicht Ã¼bereinzustimmen. Das Rechtsschutzinteresse reicht allerdings nur so weit, als den Betreffenden im Fall des Obsiegens ein Vorteil entsteht (vgl. zum Ganzen Alfred KÃ¶lz/Isabelle HÃ¤ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 538 f.; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 21 N. 21 ff.).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>In der Rekursschrift brachte der Vertreter zur Rekurslegitimation vor, der Rekurrent 2 (heutiger BeschwerdefÃ¼hrer 1) sei PÃ¤chter und Bewirtschafter der neben dem BaugrundstÃ¼ck Kat. Nr. 2 gelegenen Parzelle Kat. Nr. 3. Die Ã¼brigen 15 Rekurrenten (worunter die heutigen BeschwerdefÃ¼hrer 2 und 3 sind) seien EigentÃ¼mer verschiedener WohnhÃ¤user in AbstÃ¤nden von 150 bis 250 m zum BaugrundstÃ¼ck. Von ihren Liegenschaften aus bestehe direkter Sichtkontakt zu den landwirtschaftlichen GebÃ¤uden. Von der M-Strasse aus fÃ¼hre ein schmaler Fuss- und Wanderweg zum BaugrundstÃ¼ck, der diesem in seiner VerlÃ¤ngerung zur P-Strasse als Zufahrt dienen solle. Der Weg verlaufe nur wenige Schritte vor der HaustÃ¼r der Rekurrenten und werde von ihnen fast tÃ¤glich zum Spazieren oder AusfÃ¼hren des Hundes benutzt. Die Rekurrenten befÃ¼rchten verschiedene BeeintrÃ¤chtigungen durch das streitige Vorhaben: Insbesondere Konflikte mit den Bewohnern und Besuchern der Wohngemeinschaft, durch die sie sich in ihrer Sicherheit beeintrÃ¤chtigt fÃ¼hlen, ferner LÃ¤rmimmissionen durch zu- und wegfahrende Autos, welche die TherapiestÃ¤tte von der M-Strasse statt von der P-Strasse her aufsuchten. Letzteres sei denn auch in den vergangenen Monaten schon verschiedentlich vorgekommen. Schliesslich wehrten sich die Rekurrenten dagegen, dass in ihrer unmittelbaren Umgebung der landwirtschaftliche Zonencharakter verloren gehe.</span></p> <p class="Erwgung1"><span>Der Regierungsrat erwog, die Legitimation als PÃ¤chter des landwirtschaftlich genutzten Landes in der Nachbarschaft der TherapiestÃ¤tte sei dem Rekurrenten 2 (BeschwerdefÃ¼hrer 1) nicht grundsÃ¤tzlich abzusprechen. Als PÃ¤chter sei er jedoch nicht zum Bewohnen dieses Landes berechtigt, und fÃ¼r die landwirtschaftliche Nutzung werde er sich dort nur wÃ¤hrend wenigen Tagen im Jahr aufhalten, weshalb eine Betroffenheit nicht auszumachen sei. Das Wohnhaus des Rekurrenten 2 sei ca. 780 m vom GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 2 entfernt. Auch bezÃ¼glich der meisten Ã¼brigen Rekurrenten betrage der Abstand mehr als 250 m. Aufgrund dieser Entfernungen sei eine Betroffenheit in schutzwÃ¼rdigen Interessen nicht ersichtlich. Dass ein Teil der Rekurrenten von ihrem Wohnhaus aus Sichtkontakt hÃ¤tten, reiche fÃ¼r eine Betroffenheit ebenso wenig aus, wie die allgemeine BefÃ¼rchtung, dass es zu Konflikten mit den neuen Bewohnern kommen kÃ¶nnte. Mit einer Zunahme von Fahrten von Motorfahrzeugen gegenÃ¼ber der frÃ¼heren landwirtschaftlichen Nutzung sei nicht zu rechnen, zumal solcher Verkehr vom Konzept der TherapiestÃ¤tte her lediglich von Angestellten und nicht von den Betreuten her rÃ¼hren kÃ¶nne. Weil die Umnutzung nicht mit baulichen Vorkehren verbunden und nur mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen sei, lasse sich sogar fragen, ob fÃ¼r das streitbetroffene Vorhaben Ã¼berhaupt eine Bewilligungspflicht bestehe. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 bewirtschaftet als PÃ¤chter das landwirtschaftliche GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 3, das zwar nicht unmittelbar an das GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 2 grenzt, aber davon nur wenige Meter entfernt ist: Zwischen den Parzellengrenzen befindet sich ein 10 m breiter Landstreifen, die umstrittene WohnstÃ¤tte liegt ungefÃ¤hr 50 m von der Grenze der Parzelle Kat. Nr. 3 entfernt. Eine enge nachbarliche Raumbeziehung ist hier deshalb gegeben. Doch hat der Regierungsrat ohne Rechtsverletzung ein BerÃ¼hrtsein in schutzwÃ¼rdigen eigenen Interessen verneinen dÃ¼rfen. Nach dessen unbestrittenen Feststellungen hÃ¤lt sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 nur wenige Tage im Jahr auf dem GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 3 auf. Seine Situation ist daher nicht vergleichbar mit Nachbarn, die als Anwohner ein in der Umgebung ihrer Wohnung geplantes Vorhaben bekÃ¤mpfen. Der BeschwerdefÃ¼hrer 1 wohnt an der N-Strasse, rund 700 m Luftlinie von der TherapiestÃ¤tte entfernt und ist von dieser durch eine dichte Besiedlung getrennt; unter diesen UmstÃ¤nden fehlt es seiner WohnstÃ¤tte an einer engen nachbarlichen Raumbeziehung. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer 2 wohnt an der O-Strasse (GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 4) rund 200 m von der TherapiestÃ¤tte entfernt; zwischen dieser und seiner Liegenschaft befinden sich auf der gegenÃ¼berliegenden Seite der M-Strasse weitere HÃ¤user. Zu dieser HÃ¤userreihe gehÃ¶rt auch die Liegenschaft M-Strasse 5 (GrundstÃ¼ck Kat. Nr. 6) des BeschwerdefÃ¼hrers 3; dort zweigt der Flurweg zu der rund 200 m bzw. 160 m Luftlinie entfernten TherapiestÃ¤tte ab. Eine enge nachbarliche Raumbeziehung dÃ¼rfte daher fÃ¼r diese beiden Liegenschaften, vor allem jene des BeschwerdefÃ¼hrers 3, noch knapp gegeben sein. Die von diesen beiden BeschwerdefÃ¼hrern (wie auch vom BeschwerdefÃ¼hrer 1) geltend geÃ¤usserten BefÃ¼rchtungen erreichen jedoch bei objektiver Betrachtung nicht jene Schwelle, die ein BerÃ¼hrtsein in eigenen qualifizierten Interessen und damit eine spezifische NÃ¤he zum Streitgegenstand erkennen liesse: </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Was die geltend gemachte Zunahme des nichtlandwirtschaftlichen Fahrzeugverkehrs auf dem von der M-Strasse aus zur TherapiestÃ¤tte fÃ¼hrenden Fuss- und Wanderweg anbelangt, ist festzuhalten, dass die Zufahrt zu dieser grundsÃ¤tzlich nicht von der M-Strasse, sondern von der P-Strasse aus zu erfolgen hat, wovon auch die BeschwerdefÃ¼hrer ausgehen. Wenn verschiedentlich gleichwohl Motorfahrzeuge den Flurwegabschnitt zwischen der TherapiestÃ¤tte und der M-Strasse, welcher im Ãbrigen in beiden Richtungen mit einem Fahrverbot fÃ¼r Motorfahrzeuge und MotorfahrrÃ¤der mit dem Zusatz "Landwirtschaftlicher Verkehr gestattet" signalisiert ist, fÃ¼r die Zufahrt zur bzw. Wegfahrt von der TherapiestÃ¤tte benutzen sollten, so liegt dieses Verkehrsaufkommen jedenfalls in einem Rahmen, der fÃ¼r Nachbarn noch nicht legitimationsbegrÃ¼ndend ist; nach der Rechtsprechung bewirkt eine geringfÃ¼gige Verkehrszunahme mit entsprechend geringen LÃ¤rmimmissionen kein schutzwÃ¼rdiges Anfechtungsinteresse (VGr, 21. MÃ¤rz 2002, VB.2001.00245/296/297 E. 3b mit weiteren Hinweisen; vgl. RB 2003 Nr. 13). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrer stÃ¶ren sich sodann vor allem daran, dass mit dem Betrieb der TherapiestÃ¤tte der landwirtschaftliche Zonencharakter im Gebiet "L" verloren gehe. Es trifft zu, dass bei RÃ¼gen, mit denen die Verletzung von Bestimmungen geltend gemacht wird, denen nach der frÃ¼heren Legitimationsumschreibung (entsprechend der Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde) nachbarschÃ¼tzende Funktion zuerkannt wurde, ein qualifiziertes BerÃ¼hrtsein sich zumeist bereits aus der engen rÃ¤umlichen Beziehung (die hier nach dem Gesagten knapp zu bejahen ist) ergibt. Bestimmungen Ã¼ber die Nutzung sind in der Regel dieser Kategorie zuzuordnen, doch ist bei der Beurteilung der Beschwerdelegitimation stets von den im Einzelfall als verletzt bezeichneten Bestimmungen und gegebenen UmstÃ¤nden auszugehen. Bei den von den BeschwerdefÃ¼hrenden angerufenen Urteilen RB 1962 Nr. 8 und 1982 Nr. 19 ging es um die behauptete Verletzung von Zonenvorschriften, die in Wohnzonen nur mÃ¤ssig stÃ¶rende Betriebe zuliessen, sowie um die geltend gemachte Missachtung von Vorschriften Ã¼ber die AusnÃ¼tzung und die GebÃ¤udehÃ¶he. Im vorliegenden Fall stÃ¼tzt sich die streitbetroffene Bewilligung der Baudirektion vom 30. April 2004 auf Art. 24a RPG, wonach nicht mit baulichen Ãnderungen verbundene, reine ZweckÃ¤nderungen an Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen zulÃ¤ssig sind, wenn dadurch keine neuen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen. Die Vorinstanzen sind Ã¼bereinstimmend zum Schluss gelangt, dem streitbetroffenen Therapiebetrieb in dem schon zuvor im Rahmen des frÃ¼heren GÃ¤rtnereibetriebs als Wohnhaus genutzten GebÃ¤ude komme grundsÃ¤tzlich Wohncharakter zu, wobei die neue Nutzung nicht mit mehr oder anderen Immissionen als die frÃ¼here verbunden sei, weshalb die Voraussetzungen fÃ¼r eine Bewilligung nach Art. 24a RPG erfÃ¼llt seien. Mit dem Einwand, die streitbetroffene NutzungsÃ¤nderung lasse den landwirtschaftlichen Zonencharakter verloren gehen, wird diese Beurteilung nicht in Frage gestellt. Die RÃ¼ge steht im Zusammenhang mit den geltend gemachten Nachteilen, welche die BeschwerdefÃ¼hrer darin sehen, dass sie "das stÃ¤ndige Kommen und Gehen der (neuen) Bewohner" wahrnÃ¤hmen und diesbezÃ¼glich Konflikte befÃ¼rchteten. Die BeschwerdefÃ¼hrer machen damit keine materiellen, sondern ideelle BeeintrÃ¤chtigungen geltend. BeeintrÃ¤chtigungen ideeller Art mÃ¼ssen − wie dargelegt − ein erheblich grÃ¶sseres Ausmass als materielle Immissionen annehmen, damit ein BerÃ¼hrtsein in qualifizierten eigenen Interessen zu bejahen ist. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden befÃ¼rchteten BeeintrÃ¤chtigungen erreichen bei objektiver Betrachtungsweise dieses Ausmass nicht.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Demnach hat der Regierungsrat die Rekurslegitimation der BeschwerdefÃ¼hrenden zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Die Gerichtskosten sind den unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrern zu je einem Drittel, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r den Ã¼brigen Betrag, aufzuerlegen. Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen nach § 17 Abs. 2 VRG nicht zu.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1">Dem Beschwerdegegner Nr. 3 wird die Frist fÃ¼r die Einreichung einer Beschwerdeantwort abgenommen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>und </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 210.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'210.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrern zu je einem Drittel, unter solidarischer Haftung eines jeden fÃ¼r den restlichen Betrag, auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung des begrÃ¼ndeten Entscheids an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Urteilstext"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>