B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-8340/2008 U r t e i l v o m 8 . J u n i 2 0 1 2 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter François Badoud, Richterin Gabriela Freihofer, Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…) Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. November 2008 / N (…). E-8340/2008 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein Tamile aus der Nordprovinz Jaffna, stellte am 24. April 2007 auf der Schweizer Botschaft in Colombo ein Asylgesuch, das am 31. Juli 2007 dem BFM überwiesen wurde. Ohne den Ausgang des Verfahrens abzuwarten , verliess er seinen Heimatstaat eigenen A n- gaben zufolge am 2. Januar 2008 und gelangte am 3. Januar 2008 in die Schweiz. Am 21. Januar 2008 wurde er im Empfangs - und Verfahrens- zentrum (EVZ) B._______ summarisch befragt. Am 23. Januar 2008 folg- te eine Direktanhörung durch das Bundesamt. Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen d a- mit, er habe bis am 1. März 2007 in Kond avil gelebt und dort einen eig e- nen [Geschäft] betrieben. Am (…) 2006 seien Leute der EPDP (Eelam People’s Democratic Party) vorbeigekommen und hätten auf ihn g e- schossen, wobei er schwer verletzt und eine andere Person getötet wo r- den seien. Während seines 22 -tägigen Spitalaufenthaltes hätten unb e- kannte Personen im [Geschäft] seinen Vater nach ihm gefragt. Einen Mo- nat später seien sie bei ihm zu Hause erschienen und hätten sich bei sei- ner Ehefrau nach seinem Aufenthaltsort erkundigt. Diese habe über seine Anwesenheit gelogen, worauf der Beschwerdeführer zu seiner Tante nach Pandaitharippu geflüchtet sei, wo er einen Monat lang geblieben sei. Schliesslich sei er nach Hause zurückgekehrt und am 1. März 2007 z u- sammen mit seiner Ehefrau nach Colombo geflogen, wo sie bei Verwand- ten gewohnt hätten. Zehn Monate später sei er ausgereist. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. Der Beschwerdeführer reichte zur Untermauerung seiner Anliegen ve r- schiedene Beweismittel (Unterlagen betreffend den Überfall im [Ge- schäft]) in Kopie zu den Akten: – Zeitungsartikel vom (…) 2006 samt englischer Übersetzung, – Ärztliche Diagnose ("Diagnosis Ticket"), – Bestätigung vom (…) 2006 betreffend den Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers für die Zeit vom (…) Mai 2006, – Schreiben vom 28. Oktober 2006 respektive 31. Oktober 2006, – Bestätigung von C._______ vom 5. November 2006, – Bestätigung der Human Rights Commission of Sri L anka vom 7. Februar 2007, – Auszug aus dem Internet. E-8340/2008 Seite 3 B. Mit Verfügung vom 25. November 2008, eröffnet am 1. Dezember 2008, stellte das BFM fest, der Beschwerdeführer e rfülle die Flüchtlingseige n- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen de s Beschwerdeführers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit standhielten. Den Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar, technisch möglich und praktisch durch- führbar. C. Mit Eingabe vom 24. Dezember 2008 beantragte der Beschwerdeführer durch seinen damaligen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht in materieller Hinsicht die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und d ie Gewährung von Asyl. Eventualiter sei er in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. In verfahren s- rechtlicher Hinsicht sei ihm uneingeschränkt, eventualiter eingeschränkt Einsicht in die Akten B5, B6, B9, B12, B13 und B16 zu gewähren und eventualiter diese Akt enstücke aus dem Recht zu weisen. Auf die B e- gründung der Beschwerde wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. Gleichzeitig wurden Kopien der bereits im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel (vgl. Bst. A) zu den Akten gereicht. D. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Januar 2009 wurde der Beschwerdeführer unter Fristansetzung dazu aufgefo r- dert, einen Kostenvorschuss von Fr. 600. - einzuzahlen, wobei bei Nich t- bezahlung auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. E. Am 13. Januar 2009 wurde der Kostenvorschuss fristgerecht einbezahlt. F. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2009 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. G. In seiner Replik vom 16. Februar 2009 nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung. E-8340/2008 Seite 4 H. Am 22. September 2009 wies sich Rechtsanwalt Gabriel Püntener als neuer Rechtsvertreter aus. Gleichzeitig ersuchte er um Ansetzung einer Frist, um zur veränderten Situation in Sri Lanka Stellung nehmen zu kö n- nen. I. Mit verfahrensleitender Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. September 2009 wurde unter Hinweis auf Art. 32 des Verwaltungsver- fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) auf die Ansetzung einer Frist verzichtet, da das vorliegende Beschwerdeverfah- ren nicht prioritär sei. J. Mit Eingabe vom 25. Oktober 2009 reichte der Beschwerdeführer die Or i- ginale der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel (vgl. Bst. A) sowie die englische Übersetzung eines Schreibens der Polizeista- tion D._______ vom (…) 2006 ein. Gleichzeitig ersuchte er um Einsicht in die schriftlichen Unterlagen, die er zusammen mit seinem Asylgesuch bei der Schweizer Botschaft in Colombo eingereicht habe. Es sei zudem eine Frist anzusetzen, um diesbezüglich Stellung nehmen zu können. K. Mit verfahre nsleitender Verfügung vom 28. Oktober 2009 wurden dem Beschwerdeführer Kopien der von ihm eingereichten Unterlagen (schriftli- ches Asylgesuch und fremdsprachiges Dokument vom (…) 2006) sowie der eingereichten Geburts- und Eheregisterauszüge zugestellt. Gleichzei- tig erhielt der Beschwerdeführer Gelegenheit, bis zum 11. November 2009 eine Beschwerdeergänzung einzureichen. L. Am 11. November 2009 reichte der Beschwerdeführer eine ausführliche Beschwerdeergänzung zu den Akten. Gleichzeitig ersuchte er um Anor d- nung medizinischer und psychologischer Abklärungen respektive um A n- setzung einer Frist zur Einreichung ärztlicher Berichte betreffend die traumatisierenden Ereignisse vom (…) 2006. M. Am 8. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer einen Brief seiner Ehefrau vom 27. Mai 2010 samt deutscher Übersetzung ein. E-8340/2008 Seite 5 N. Am 10. März 2011 machte der Beschwerdeführer weitere Ausführungen zum laufenden Beschwerdeverfahren. O. Am 31. Mai 2011 reichte der Beschwerdeführer einen weiteren Brief der Ehefrau des Beschwerdeführers samt deutscher Übersetzung zu den Ak- ten. P. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 10. November 2011 wurde dem Beschwerdeführer unter Hinweis auf den im Mai 2009 beendeten militär i- schen Konflikt zwischen der sri -lankischen Armee und den LTTE (Libera- tion Tigers of Tamil Eelam) und das (unter BVGE 2011/24; E-6220/2006) zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 Gelegenheit gegeben, sich zu den aktuellen persönl i- chen und familiären Lebensumständen zu äussern. Q. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2011 nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung. Gleichzeitig reichte er folgende Beweismittel zu den Akten: – Artikel aus der Berner Zeitung vom 21. August 2010, – ICJ Briefing Note, Beyond Lawful Constraints: Sri Lanka's Mass Detention of LTTE Suspects, September 2010, S. 6 und 7, – Department of State, Country Report on Human Practices 2010, Sri Lanka, 8. April 2011, – UK Border Agency, Country of Origin Information (COI) Report, Sri Lanka, 4. Juli 2011, – Human Rights Watch, Official Rep ort Withewashes Military Abuses, 1. August 2011, – Sri Lanka Advocacy: Sri Lanka's Killing fields und die Rückkehr der Politik, 16. August 2011, – Immigration and Refugee Board of Canada, Sri Lanka: Information on the treatment of Tamil returnees to Sri Lanka, 22. August 2011, – Gesetzestext des Prevention of Terrorism Act [PTA], Quelle: South Asia Terrorism Portal, 29. August 2011, – Bericht der SF-Tagesschau vom 13. September 2011, – Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], RAINER MATTERN, Sri Lanka : Situation für au s dem Norden und Osten stammende TamilInnen in E-8340/2008 Seite 6 Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, 22. September 2011, – Kostennote. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bunde sverwaltungs- gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher z u- ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Ausliefe- rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Pe r- son Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, S R 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Vorab ist hinsichtlich der formellen Rügen des Beschwerdeführers betref-E-8340/2008 Seite 7 fend Einsicht in die Akten B5, B6, B9, B11 und B13 festzuhalten, dass es sich dabei (Triageblätter, Auperauszug, Anfrage Kanton betreffend N a- men) um interne Akten handelt, die nicht geeignet sind, als Beweismittel zu dienen und daher dem Anspruch auf Akteneinsicht nicht unterliegen. Die Vorinstanz hat damit den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht ve r- letzt. 4. 4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nac hteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglic hen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Vorbringen sind mithin glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schild e- rungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus mu ss die asyls u- chende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tats a- chen unterdrückt oder bewusst fal sch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Inte- resse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glau b- haftmachung bedeutet - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein redu- ziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn die urteilende Behörde von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht E-8340/2008 Seite 8 es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwi e- gende Umstände gegen die vor gebrachte Sachverhaltsdarstellung spre- chen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objekt ivierte Sicht weise abzustellen (vgl. auch BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 5. 5.1. Das Bundesamt begründete seine ablehnende Verfügung vom 25. November 2008 im Wesentlichen damit, der Beschwerdeführer habe widersprüchliche und unlogische Angaben gemacht. So habe er gemäss den bei der Schweizerischen B otschaft eingereichten schriftlichen Unte r- lagen seinen Wohnort, nachdem sein Haus im Jahre 1995 zerstört wo r- den sei, immer wieder wechseln müssen, währenddem er anlässlich der Anhörung zu seinen Asylgründen ausgesagt habe, sie hätten erst im Jah- re 2000 den Wohnsitz gewechselt. Weiter habe er bei der summarischen Anhörung vorgebracht, sie seien erst nach Pandaitharippu gegangen, nachdem er das zweite Mal gesucht worden sei, jedoch bei der Bundes- anhörung geltend gemacht, schon in Pandaitharippu gewesen zu sei n, als er das zweite Mal gesucht worden sei. Ein weiterer Widerspruch habe sich bei der Anza hl Drohanrufe, die er erhalten habe, ergeben. Im EVZ habe er nur von einem Telefonat gesprochen, währenddem er bei der An- hörung vom 23. Januar 2008 angab, er sei zw eimal am Telefon bedroht worden. Die erste Drohung sei im Mai 2007 gewesen. Gemäss den schriftlichen Unterlagen, die er bei der Botschaft eingereicht habe, soll er unzählige Drohanrufe erhalten haben. Weiter habe er beim EVZ angeg e- ben, beim Überfall vom (…) 2006 sei ein Kunde ums Leben gekom men, während er bei der Bundesanhörung ausgesagt habe, einer seiner Ange- stellten sei sofort tot gewesen. Ferner bezeichnete die Vorinstanz es als unwahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer den Stand der Ermittlu n- gen zum Überfall nicht habe angeben können, zumal er dabei ang e- schossen worden sein solle, danach 22 Tage lang im Spital gewesen sei und deswegen noch heute an gesundheitlichen Problemen leide. Diese Vorbringen müssten daher als unglaubhaft bezeichnet werden. Im Weite- ren hielt die Vorinstanz fest, beim Überfall auf den [Geschäft] in der Nord- provinz Jaffna handle es sich um Nachteile, die sich aus lokal oder regi o- nal beschränkten Verfolgungsmassnahmen ableiten liessen. Da sich der Beschwerdeführer diesen durch eine n Wegzug in einen anderen Teil des Heimatlandes, zum Beispiel Colombo, entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Der Beschwerdeführer habe zudem vor seiner Ausreise bereits während zehn Monaten ohne Schwierigkeiten E-8340/2008 Seite 9 bei seinen Ver wandten gelebt. Daher hielten die Vorbringen des B e- schwerdeführers den Anforderungen der Flüchtlingseigenschaft nicht stand. 5.2. In der Rechtsmitteleingabe wurde dazu eingewendet, der Beschwer- deführer habe sich wegen der andauernden Angst zur Ausreise en t- schlossen, ohne den Entscheid über das bei der Schweizer Botschaft in Colombo gestellte Gesuch ab zuwarten. Die Vorinstanz habe seine Vor- bringen zu Unrecht als unglaubhaft angesehen. Aufgrund der eingereic h- ten Beweismittel sei ersichtlich, dass ein weiterer Auf enthalt in seinem Heimatland, wo er an Leib und Leben gefährdet sei, nicht mehr zumutbar sei. Die von der Vorinstanz festgestellten nebensächlichen Ungereimthe i- ten würden nichts am Vorfall vom (…) 2006 ändern. Die aktuelle Entwick- lung in Sri Lanka und insbesondere in Jaffna würden zeigen, dass er im Falle einer Rückkehr dorthin ernsthaften Nachteilen ausgesetzt wäre. Im Weiteren erscheine der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers angesichts der wieder aufflammenden kriegeris chen Auseinandersetzun- gen als unzulässig, unzumutbar und unmöglich. In diesem Zusamme n- hang wurde auf ein anderes Asyl verfahren, in dem das Bundesamt wi e- dererwägungsweise die vorläufige Aufnahme verfügt habe sowie das Be- schwerdeverfahren E-3940/2007 verwiesen. 5.3. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Januar 2009 hielt die Vorinstanz an ihrem Standpunkt fest. Dabei stellt e sie unter Berücksichtigung des Grundsatzurteils des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2008 /2 fest, der Beschwerdeführer habe vom 1. März 2007 bis Janu ar 2008 bei Verwand- ten in Colombo gelebt, wo seine Tochter in den Kindergarten gegangen sei, und verfüge damit dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz. Zudem habe er als (…) gearbeitet und in Jaffna einen eigenen [Geschäft] geführt. Es könne davon ausgega ngen werden, dass er in Colombo eine Arbeit als (…) finde. Zudem würden ihn seine Nachbarn, die ihn seit dem (…) 2006 finanziell unter stützt hätten, bestimmt wieder helfen. Weiter sei a n- zunehmen, dass er erneut bei seinen Verwandten wohne n könne, wo er problemlos bereits während zehn Monaten gelebt habe. 5.4. In seiner Replik vom 16. Februar 2009 führt e der Beschwerdeführer dazu aus, er habe in Colombo nicht bei Verwandten sondern bei einem Bekannten seiner Schwiegermutter gelebt. Er habe dort keine Verwan d- ten. Zudem habe er sich in Colombo verstecken müssen und habe in Angst gelebt. Er verfüge damit über kein tragfähiges Beziehungsnetz und E-8340/2008 Seite 10 auch über kein gesichertes Einkommen. Damit sei der Vollzug der We g- weisung in den Grossraum Colombo für ihn nicht zumutbar. 5.5. In seiner Eingabe vom 25. Oktober 2009 reichte der Beschwerdefüh- rer nebst Originalen von bereits aktenkundigen Unterlagen ein neues Beweismittel – beglaubigte Übersetzung des Schreibens der Polizeistati- on D._______ vom (…) 2006 – ein, aus dem hervorgehe, dass eine u n- bekannte bewaffnete Person in seinen [Geschäft] eingedrungen sei, auf diesen geschossen und dabei eine weitere Person getötet habe. Im Wei- teren ersuchte der Beschwerdeführer um Einsicht in die Akten betreffend sein Asylgesuch bei der Schweizer Botschaft in Colombo . 5.6. Am 11. November 2009 wies der Beschwerdeführer darauf hin, er leide aufgrund seiner Schussverletzung sowohl an körperlichen (Gehb e- hinderung) als auch an psychischen Folgen (Traumatisierung). Die von ihm geltend gemachten Ereignisse vor dem Vorfall vom (…) 2006 (Fest- nahme, Auferlegung einer Meldepflicht der Schulung bei der LTTE im Rahmen der Zivilverteidigung, die fluchtbedingten Umzüge und die Rüc k- kehr) seien nicht fluchtauslösend gewesen. Daher seien die Feststellu n- gen der Vorinsta nz zu den diesbezüglich entstandenen Ungereimtheiten problematisch. Entgegen der vorinstanzlichen Argumentation, wonach es sich beim Anschlag vom (…) 2006 um eine lokal begrenzte Verfolgung s- massnahme handle, sei umfassend dokumentiert worden, dass im Laufe der letzten Jahre verschiedene paramilitärische Gruppen in Zusamme n- arbeit mit den srilankischen Sicherheitskräften systematisch gegen Tam i- len vorgegangen seien. Der Beschwerdeführer kenne die Hintergründe für den Anschlag nicht. Er sei zudem nicht nur Opfer sondern auch Zeuge der Ermordung der ander en anwesenden Person gewesen. Als solcher sei er wegen einer möglichen Aussage im laufenden Ermittlungsverfa h- ren, in der er eine paramilitärische Gruppe belasten könnte, noch jahr e- lang der Gefahr ausgesetzt, liq uidiert zu werden, um eine Aufklärung j e- nes Verbrechens zu verhindern. Gestützt auf die Tatsache, dass die sr i- lankischen Behörden bereits seit Ende der kriegerischen Handlungen im Mai 2009 eine umfassende Liste von verdächtigen Personen führen wü r- den, müss e er i m Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka damit rechnen, festgenommen, extralegal hingerichtet oder in ein Lager im Norden Sri Lankas überführt zu werden. Damit wäre er nicht nur lokal sondern la n- desweit gefährdet. Im Weiteren weise der Beschwerdeführer eine Schussverletzung auf, die bei jeder polizeilichen Überprüfung sofort sichtbar sei. Damit riskiere er, als geflüchteter LTTE -Kämpfer verdächtigt und verfolgt zu werden. Schliesslich wären medizinische Abklärungen E-8340/2008 Seite 11 betreffend die körperlichen und psychis chen Beschwerden bei der Pr ü- fung der Frage der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung notwen- dig. 5.7. Am 8. Juli 2010 reichte der Beschwerdeführer einen handschriftl i- chen Brief seiner Ehefrau vom 27. Mai 2010 samt deutscher Übersetzung zu den Akten. Darin mac hte diese geltend, es würden sich immer wieder Unbekannte nach dem Beschwerdeführer erkundigen. Sie und ihre Ki n- der würden deshalb in Angst leben. Weiter berichtete sie vom schwierigen Leben, das sie führten. Die Nachbarshäuser seien unbewohnt. Ihre Eltern seien krank. 5.8. Mit Eingabe vom 10. März 2011 wies der Beschwerdeführer erneut auf seine gefährliche Situation als Kronzeuge eines Kapitalverbrechens hin. Er sei noch während seines damaligen Spitalaufenthaltes von ma s- kierten Männern gesucht worden, hinter denen er Leute der EPDP vermu- te, und die ihn noch heute suchen würden. Die Zusammenarbeit zw i- schen der srilankischen Regierung respektive den offiziellen Sicherheit s- kräften und den paramilitärischen Gruppierungen in Sri Lanka bestehe auch heute noch . Dies könne einem entsprechenden Bericht von tami l- net.com vom 17. Dezember 2010 entnommen werden. Im Bericht werde von Übergriffen von Seiten der paramilitärischen Gruppen berichtet, die von den staatstragenden Kräften toleriert worden seien. Dies verleihe dem Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach der Anschlag auf sein [Geschäft] deshalb erfolgt sei, weil er der LTTE-Unterstützung verdächtigt worden sei, grosse Glaubwürdigkeit. Die srilan kische Regierung habe ei- ne Aufklärung der Kriegsverbrechen wegen der Verquickung von offiziel- len Sicherheitskräften, srilankischen Geheimdienstabteilungen und P a- ramilitärs der letzten Jahre um jeden Preis zu verhindern versucht. Gleichzeitig wies der Beschwerdeführer auf verschiedene Berichte zur aktuellen Situation in Sri Lank a. Er müsse davon ausgehen, dass er als verdächtiger LTTE-Mann registriert und auf einer schwarzen Liste der S i- cherheitskräfte verzeichnet sei. Er sei ferner bereits einmal für einen Tag inhaftiert gewesen, wobei man ihm seine ID abgenommen habe und er wochenlang seine Unterschrift habe leisten müssen. Zudem habe er viel Kundschaft der LTTE in seinem [Geschäft] bedient, was ebenfalls b e- kannt sein dürfte. Wegen seiner körperlichen Beeinträchtigung würde er bei der Einreise dem Verdacht ausgesetzt, als Kämpfer der LTTE ang e- sehen zu werden. E-8340/2008 Seite 12 5.9. Am 31. Mai 2011 wurde ein weiterer handschriftlicher Brief der Eh e- frau des Beschwerdeführers vom 3. März 2011 samt deutscher Überse t- zung eingereicht. Darin machte diese geltend, sie und ihre Kinder würden nach wie vor von un bekannten Personen nach dem Verbleib des B e- schwerdeführers gefragt, belästigt und eingeschüchtert. Der Beschwerde- führer führte weiter aus, die Einschüchterungsversuche seitens maskie r- ter Personen belege die anhaltende Suche nach dem Beschwerdeführer und die extrem schwierige Lebenssituation , der seine Familie ausgesetzt sei. 5.10. Am 10. November 2011 wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit gegeben, zu den aktuellen persönlichen und familiären Lebensumstä n- den Stellung zu nehmen, dies unter Hinweis auf das Urteil d es Bundes- verwaltungsgerichts vom 27. Oktober 2011 (E -6220/2006, welches unter BVGE 2011/24 zur Publikation vorgesehen ist), worin eine neue Beurte i- lung der Lage in Sri Lanka vorgenommen respektive die im Jahre 2008 vorgenommene Lageanalyse aktualisiert worden sei . Im Wegweisung s- vollzugspunkt sei die in BVGE 2008 /2 festgelegte Praxis geändert wo r- den. 5.11. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2011 nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung und wies auf die wirtschaftlich schwierige Situation seiner Familie in Sri Lanka hin. Er leiste zu deren Existenzsicherung auch Geld- überweisungen. Gleichzeitig machte er geltend, im Urteil des Bundesver- waltungsgerichts vom 27. Oktober 2011, E -6220/2006, seien Länderin- formationen und Länderberichte aus dem 2010 herangezogen worden , die die neueste Entwicklung nicht ausreichend berücksichtigen würden. Weiter wies er auf die Definition d es Risikoprofils mit Blick auf Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) durch den Europäischen G e- richtshof für Menschenrechte (EGMR; NA v. The United Kingdom, Urteil vom 17. Juli 2008, Beschwerde Nr. 25904/07) hin. Im Ausland lebende und nach Sri Lanka zurückkehrende TamilInnen stünden unter besond e- rer Beobachtung respektive Kontrolle von Seiten des srilankischen Sta a- tes. Aktivitäten von im Ausland lebenden Tam ilInnen würden überwacht und an die srilankischen Behörden weitergeleitet. Zurückkehrende Pe r- sonen würden bei der Einreise nach Sri Lanka damit konfrontiert und u n- ter dem Vorwurf der LTTE -Mitgliedschaft verhaftet und verhört. Dabei würden abgewiesene Asyls uchende, die aus dem Norden oder Osten stammten, genauer überprüft und dem Criminal Investigation Depart e- ment (CID) zugewiesen, der sie befrage. Rückkehrer, bei denen sich her-E-8340/2008 Seite 13 ausstelle, dass sie ein Asylverfahren durchlaufen hätten, würden zu we i- teren Abkl ärungen festgehalten, was einige Stunden, Tage aber auch Monate dauern könne. Während dieser Zeit könne es zu Misshandlungen durch die Sicherheitskräfte kommen. Im Weiteren bestehe für Rückkehrer eine konkrete Gefährdung durch Mitglieder paramilitärischer Gruppierun- gen sowie durch die offiziellen Sicherheitskräfte. Auch das Bundesverwal- tungsgericht gehe von einer Duldung der Aktivitäten paramilitärischer Gruppierungen in den ehemals vom Bürgerkrieg erfassten Gebieten des Landes aus. Seit anfangs 2011 würden zudem Bevölkerungsregistrierun- gen durchgeführt, bei der Informationen über einzelne Familien und A n- gehörige eingeholt würden. Insgesamt ergebe sich dadurch für den B e- schwerdeführer ein asylrelevantes Risikoprofil. Er würde bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lank a riskieren, Opfer der paramilitärischen Kräfte zu we r- den, welche weiterhin ein Interesse daran hätten, Zeugen und überlebe n- de Opfer von Verbrechen zu liquidieren. Zudem habe der Beschwerd e- führer eindeutig Schussverletzungen, die auch bei einer zufälligen Kon- trolle bei der Einreise nach Sri Lanka den Verdacht aufkommen liessen, dass es sich dabei um Kriegsverletzungen handeln könne, welche er sich im Rahmen eines Engagements für die LTTE als Kämpfer zugezogen ha- ben könnte. 6. 6.1. Bezüglich den Anforderungen an d as Glaubhaftmachen der Vorbri n- gen ist vorab auf die ständige Praxis des Bundesverwaltungsgerichts, die es in einem jüngeren Entscheid dargelegt hat, hinzuweisen (vgl. statt vie- ler BGVE 2010/57 E. 2.2 und 2.3 sowie E. 4.2 hievor). 6.2. Vorliegend hat die Vorinstanz den Sachverhalt genügend abgeklärt und die Vorbringen des Beschwerdeführers und die eingereichten Be- weismittel einer sorgfältigen Beweiswürdigung unterzogen und einlässlich begründet, weshalb die Aussagen einerseits widersprüchlich, wenig plau- sibel und damit unglaubhaft seien. Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich dieser Einschätzung im Ergebnis an. Die Einwände des Beschwerdeführers lassen die vorinstanzliche Beweiswürdigung in ke i- nem anderen Licht erscheinen, soweit sich dieser damit überhaupt in sachbezogener Weise auseinandersetzt. 6.2.1. Gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprechen in sbesondere zahlreiche Widersprüche. So hat der Beschwerdeführer die Frage, ob er je in Haft gewesen sei, anlässlich der summarischen Befragung verneint E-8340/2008 Seite 14 (vgl. Akte B1, S. 7), demgegenüber bei der Bundesanhörung jedoch a n- gegeben, im Jahre 2007 von der srilankischen Armee (SLA) von morgens bis am Mittag festgehalten worden zu sein, da man ihn "einfach verdäc h- tigt" habe (vgl. Akte B8, S. 8). Zum Zeitpunkt seines Wohnort wechsels gab er in seinem bei der Schweizerischen Botschaft eingereichten schrift- lichen Gesuch vom 24. April 2007 an, er habe im Jahre 1995, als sein Haus zerstört worden sei, den Wohnort gewechselt. Gemäss seinen Schilderungen will er bis 1995 ein normale s Leben geführt und in einer friedlichen Umgebung gelebt haben. Nachdem die srilankischen Strei t- kräfte im Jahre 1995 an seinem Wohnort militärische Operationen durc h- geführt hätten, sei sein Haus zerstört worden und er habe seinen Wohn- ort ständig wechseln müssen (vgl. Akte A1). Im Widerspruch dazu machte er anlässlich der Bundesanhörung geltend, er habe seit Geburt bis 2000 in Kondavil gelebt, und bekräftigte auf entsprechende Nachfragen, in de r- selben Ortschaft und in demselben Haus gewohnt zu habe n und nich t gezwungen gewesen zu sein , wegen Kriegshandlungen den Or t zu wechseln (vgl. Akte B8, S. 2). Ferner brachte er vor , er sei nach dem Überfall vom (…) 2006 zweimal – einmal im Geschäft und einmal , als er noch bettlägrig gewesen sei, zu Hause – von Unbekannten gesucht wor- den, worauf er nach Pandaitharippu geflüchtet sei (vgl. B1, S. 6). Im Ge- gensatz dazu gab er bei der Bundesanhörung an, er sei ein zweites Mal gesucht worden, nachdem er bereits in Pandaitharippu ge wesen sei (vgl. Akte B8, S. 2). Im Weiteren m achte er im Rahmen des schriftlichen G e- suches vor der Botschaft, im EVZ und anlässlich der Bundesanhörung , wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, unterschiedliche Angaben zur Anzahl Drohanrufe, die er im Jahre 2007 erhalten habe n soll (vgl. Ak- ten A1, S. 3; B1, S. 7; B8, S. 6 f.). Schliesslich sprach der Beschwerde- führer bezüglich der Person, die beim Überfall vom (…) 2006 getötet worden sei, einmal davon, dass es ein Kunde gewesen sei (vgl. Akte B1, S. 6), währenddem es sich gemäss seinen Aussagen anlässlich der Bun- desanhörung um seinen Angestellten gehandelt haben soll (vgl. Akte B8, S. 2 und 6). Die festgestellten Widersprüche können entgegen der auf Beschwerdeebene vertretenen Ansicht nicht als nebensächlich bezeic h- net werden. Vielmehr lassen sie ernsthafte Zweifel an der Glaubwürdig- keit des Beschwerdeführers aufkommen. Wie von der Vorinstanz ferner zutreffend festgestellt worden ist, erscheint zudem wenig plausibel, dass der Beschwerdeführer zum Stand der Ermittlungen , die von der Polizei aufgenommen wurden und in deren Rahmen er und sein Vater zum Ta t- hergang befragt worden sei en, keine Angaben machen k onnte, zumal er sich von den am Überfall beteiligten Personen weiterhin verfolgt gefühlt habe (vgl. Akte B8, S. 6 und 8 f.). Insgesamt sprechen d ie zahlreichen E-8340/2008 Seite 15 Unstimmigkeiten gegen die behauptete andauernde Bedrohungssituation bis zu seiner Ausreise aus Sri Lanka. 6.2.2. Was den geltend gemachten Überfall auf den [Geschäft] des Be- schwerdeführers am (…) 2006 betrifft, kann durchaus zutreffen, dass sich dieses Ereignis zugetragen hat. So kann den eingereichten Beweismitteln entnommen werden , dass an diesem Tag eine unbekannte bewaffnete Person in den [Geschäft] einer Person namens E._______ eingedrungen sei, auf diesen geschossen und dabei eine Person getötet habe. Hinge- gen vermochte der Beschwerdeführer nicht überwiegend glaubhaft darzu- legen, dass dieser durch paramilitärische Organisationen mit Unterstü t- zung der srilankischen Behörden aus flüchtlingsrechtlich relevanten Mot i- ven erfolgt sei. Auch kann der Aktenlage keine heute noch andauernde Bedrohungssituation entnommen werden. Sämtliche Anhaltspunkte und Beweismittel, die eine Vermutung in diese Richtung hätten lenken kö n- nen, beruhen letztlich auf eigenen Mutmassungen des Beschwerdefü h- rers sowie auf den Aussagen dessen Ehefrau. So soll es sich um "unb e- kannte" respektive "maskierte" Personen gehandelt haben . Immerhin wurden seinerzeit polizeiliche Ermittlungen aufgenommen und vor einem Gericht in Jaffna ei n Verfahren eröffnet, wobei zwar unklar bleibt, ob es diesbezüglich zu einem Abschluss gekommen ist. Jedenfalls vermochte der Beschwerdeführer diesbezüglich keinerlei Angaben zu machen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht festgestellt, dass dieser Überfall vor dem Hintergrund der im Norden Sri Lankas herrschenden Gewalt zu jener Zeit zu sehen ist. Indessen muss der Beschwerdeführer aufgrund der aktue l- len Situation in Sri Lanka (vgl. hienach) bei einer Rückkehr dorthin nicht befürchten, weiteren Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden. Im Übrigen hat er nie geltend gemacht, dass er sich – ausser dem (gelegent- lichen) Bedienen von LTTE-Leuten in seinem [Geschäft] und einem militä- rischen Training bei den LTTE, zu dem der Beschwerdeführer in früheren Jahren gezwungen worden sei – für diese Organisation eingesetzt habe, womit er diesbezüglich auch seitens der srilankischen Behörden nichts zu befürchten hat. Schliesslich gab er selber auch an, weder vor noch nach diesem Vorfall Schwierigkeiten mit srilankischen Behörden gehabt zu h a- ben (vgl. Akte B5 S. 7), obschon er später schilderte, einen Tag lang von der SLA in Haft genommen worden zu sein, indessen nur weil seine ID nicht leserlich gewesen sei (a.a.O. S. 8). 6.3. Gemäss der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsg e- richts (vgl. BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011) hat sich seit B e- endigung des militärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee E-8340/2008 Seite 16 und den LTTE die Sicherheitslage erheblich verbessert und stabilisiert, auch wenn sich die Menschenrechtslage hinsichtlich der Meinungsäusse- rungs- und Pres sefreiheit weiter verschlechtert hat. Einer erhöhten Ve r- folgungsgefahr sind demzufolge Personen, die der Zugehörigkeit zu den LTTE verdächtigt werden, sowie politische Dissidenten und Opposition s- politiker ausgesetzt. Ferner sind als Risikogruppen kritisch auftretende Journalisten, Menschenrechtsaktivisten oder Personen zu nennen, die Opfer und Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse waren und diesb e- züglich juristische Schritte eingeleitet haben. Unter Umständen können auch Personen mit beträchtlichen finanzi ellen Mitteln sowie Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kontakte zu den LTTE unterstellt werden, als weitere Risikogruppe betrachtet werden. 6.3.1. Nachfolgend ist zu überprüfen, ob eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Beschwerdeführer allenfalls als Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverletzungen bei einer Rückkehr asylreleva n- ten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sein könnte. Im eingereichten Polizeirapport vom (…) 2006 wurde ausgeführt, eine Person namens E._______ sei in seinem [Geschäft] von einer unbekannten bewaffneten Person am rechten Bei n und in der Brust gegend verletzt worden, worauf er hospitalisiert worden sei. Zudem sei er im Rahmen der eingeleiteten Untersuchung befragt worden. Es sei unter der Verfahrensnummer (…) zuhanden des Amtsgerichts in Jaffna ein Polizeirapport erstellt worden. Es ist unklar, wie weit dieses Verfahren fortgeschritten ist respektive ob es abgeschlossen wurde. Dagegen wird auf Beschwerdeebene geltend gemacht, es würden sich bei der Ehefrau des Beschwerdeführers i mmer wieder Unbekannte und Maskierte nach dem Aufenthaltsort des B e- schwerdeführers erkundigen und sie und ihre Kinder einschüchtern. Als Beispiel für Opfer oder Zeugen von während des Bürgerkrieges in Sri Lanka begangenen Menschenrechtsverletzungen sind P ersonen zu ne n- nen, die Augenzeugenberichte über zivile Opfer während der Schlus s- phase des bewaffneten Konflikts abgegeben haben (vgl. BVGE E- 6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8.3; UNHCR, UNHCR-Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs srilankischer Asylsuchen- der, Juli 2010, S. 6 f. m.w.H.; Amnesty International, Amnesty Report Sri Lanka 2010, Mai 2010). Zwar ist davon auszugehen, dass der Beschwe r- deführer als Opfer des Anschlags vom (…) 2006 als Zeuge befragt und daher in jenem Verfahre n namentlich aufgeführt worden ist. Der B e- schwerdeführer hat denn auch vorgebracht, polizeilich einvernommen worden zu sein, wobei er geltend gemacht hat, er kenne den Täter nicht E-8340/2008 Seite 17 (vgl. Akte B8 S. 6). Hingegen ist bezüglich des auf den [Geschäft] des Beschwerdeführers verübten Anschlags durch eine unbekannte Person respektive das in diesem Zusammenhang eingeleitete Verfahren nicht als ein Verfahren gegen gravierende Menschenrechtsverletzungen während eines Bürgerkrieges zu bezeichnen. Bei den auf Beschwerdeebene ge- machten Ausführungen, in denen von einem Anschlag durch paramilitäri- sche Gruppierungen auf Tamilen die Rede ist , welche den Beschwerd e- führer als Zeugen zu liquidieren versuchen würden , handelt es sich oh- nehin um eine blosse Vermutung des Beschwerde führers, die durch nichts belegt und unplausibel ist. Zudem spricht das Einleiten eines pol i- zeilichen Ermittlungsverfahrens und die Überweisung an das zuständige Gericht (vgl. hievor) dagegen, dass hinter dem Anschlag ein systemati- sches Vorgehen gegen Tamilen durch paramilitärische Gruppierungen in Zusammenarbeit mit den srilankischen Sicherheits kräften steht. Es sind auch sonst keinerlei Anhaltspunkte vorhanden, die eine Gefährdungssitu- ation des Beschwerdeführers als glaubhaft erscheinen liessen. Zusammenfassend ist demnach aus heutiger Sicht festzustellen, dass der Beschwerdeführer weder als Opfer noch als Zeuge schwerer Menschen- rechtsverletzungen zu betrachten ist, den es nach der aktuellen Rech t- sprechung zu schützen gilt. 6.3.2. Das Vorliegen einer weiter en Ris ikogruppe (vgl. BVGE E- 6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 8) ist in casu zu verneinen, da es sich beim Beschwerdeführer weder um ein (ehemaliges) LTTE -Mitglied noch um einen Journalisten oder Menschenrechtsaktivisten handelt. Auch ist nicht davon auszugehen, dass er heute über beträchtl iche finanzielle Mittel verfügt . Von daher gesehen hat der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr keine asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen zu befürchten. 6.4. Schliesslich wird auf Beschwerdeebene wie hievor ausgeführt (vgl. E. 5.11), geltend gemacht, im Ausland lebende, z urückkehrende TamilIn- nen würden bei der Einreise nach Sri Lanka einer genauen Kontrolle u n- terzogen und riskierten, unter dem Vorwurf der LTTE -Mitgliedschaft ver- haftet und ver hört zu werden. Zudem weise er aufgrund seiner eindeuti- gen Schussverletzungen, welche er im Rahmen eines Engagements für die LTTE als Kämpfer zugezogen haben könnte , ein asylrelevantes Risi- koprofil auf. 6.4.1. Wer subjektive Nachfluchtgründe geltend macht, der beruft sich darauf, dass durch ein Verhalten (mit oder) nach der Ausreise aus dem E-8340/2008 Seite 18 Heimat- oder Herkunftsland eine Gefährdungssituation geschaffen wo r- den sei. Diese begründen zwar die Flüchtlingseigensc haft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuc h- lich gesetzt wurden (BVGE 2009/28 E. 7.1 m.w.H.). Massgeblich ist, ob vorliegend die srilankischen Behör den das Verhalten des Beschwerd e- führers als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei der Rüc k- kehr in den Heimatstaat eine Verfolgung von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer b e- gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und Art. 7 AsylG). 6.4.2. Das Überprüfungsverfahren ist für alle Personen, die nach Sri La n- ka zurückkehren, das gleiche Prozedere. Nach einer Überprüfung der Staatsangehörigkeit werden die Ankömmlinge am Flughafen durch die Criminal Investigations Division (CID) und den State Intelligence Service (SIS) befragt, um Informationen über den Menschenhandel zu erlangen. Im Falle eines Vorliegens eines solchen kriminellen Hintergrundes einer Person wird Kontakt mit der zuständigen Polizeidienststelle aufg enom- men. Abgewiesene Asylsuchende mit einer LTTE -Vergangenheit werden von der Polizei wie auch vom Terrorist Investigation Departement (TID) festgehalten und befragt (vgl. zum Ganzen die Antwortmeldung der I m- migration and Refugee Board of Canada vom August 2011 [http://www.irb-cisr.gc.ca:8080/RIR_RDI/RIR_RDI.aspx?id=453562&l=e]; RAINER MATTERN, Sri Lanka: Aktuelle Situation, Schweizerische Flüch t- lingshilfe SFH [Hrsg.], Dezember 2010, S. 23). Da der Beschwerdeführer nicht als Person mit einer LTTE -Vergangenheit zu bezeichnen ist (vgl. E. 6.2.2), kein ausstehender Haftbefehl oder Vorstrafen gegen ihn b e- kannt sind und er keine Verbindungen zu Medien oder NGO's hat (vgl. dazu RAINER MATTERN, Sri Lanka: Situation für aus dem Norden oder O s- ten stammende TamilInnen in Colombo und für RückkehrerInnen nach Sri Lanka, Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH [Hrsg.], September 2011, S. 14 ff.), kann davon ausgegangen werden, dass er bei der Einreise nach Sri Lanka nur in einer üblichen Form befragt wird. Daran vermögen die bei ihm bestehenden Verletzungen (eine Gehbehinderung sowie Nar- ben im Brustbereich) – eine Folge des Über falls vom (…) 2006 – nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer über entsprechende Unterlagen – u.a. einen Polizeirapport – verfügt, und damit in der Lage sein wird, die Ursache der Narben gegenüber den sri-lankischen Behörden nachzuwei- sen. Es liegen dem Bundesverwaltungsgericht keine Informationen vor, dass der bei der Ein reise von Rückkehrern übliche Ablauf nicht recht s- staatlichen Konventionen entspricht. Folglich vermag vorliegend auch die E-8340/2008 Seite 19 langjährige Landesabwesenheit des Beschwerdeführers und die Einre i- chung des Asylgesuchs in der Schweiz keine Flüchtlingseigenschaft zu begründen (vgl. das zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 9.4). Im Übrigen ist davon auszugehen, dass die gemäss Eingabe vom 12. Dezember 2011 erwähnten polizeilichen Besuche im Haus der Eltern, der Ehefrau und der Kinder, offensichtlich dazu dienten, die Bevölkerung zu registrieren. Jedenfalls ist daraus kein asylrechtlicher Hintergrund e r- sichtlich. Daran vermag das in der Eingabe vom 12. Dezember 2011 er- wähnte Registrierungsformular, das in einem anderen Beschwerdeverfah- ren (D-3042/2011) als Kopie eingere icht worden sein soll, nichts zu ä n- dern. 6.4.3. Da dem Beschwerdeführer in Sri Lanka offensichtlich keine Verfo l- gung droht, stellt sich die Frage nach einer innerstaatliche Schutzalterna- tive (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts BVGE D -4935/2007 vom 21. Dezember 2011) nicht. Immerhin ist die zusätzliche Begründung der Vorinstanz hinsichtlich der Wohnsitznahme in Colombo, wo er sich die letzten zehn Monate vor seiner Ausreise bei Verwandten aufgehalten hat, nachvollziehbar. 6.5. Aufgrund des Gesagten ist mit überwi egender Wahrscheinlichkeit nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Ausreise einer asylbeachtlichen Verfolgungssituation ausgesetzt war oder von paramilitärischen Gruppierungen landesweit gesucht wurde oder in naher Zukunft eine V erfolgung zu befürchten hätte. Alleine der Umstand, dass er seit über vier Jahren landesabwesend gewesen ist und in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht hat, vermag seine Flüchtlingseige n- schaft ebenfalls nicht zu begründen. Das Gericht geht davon aus, da ss der Beschwerdeführer seine Herkunftsregion Jaffna im Jahre 2006 vor dem Hintergrund der sich damals verschlimmernden Auseinandersetzu n- gen im Norden und Osten des Landes verlassen hat. Auch im heutigen Zeitpunkt muss nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass ihm bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes drohen würden. Damit erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe einzugehen, weil di e- se am Ergebnis des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern vermögen. 6.6. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt somit, dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnte. Das BFM hat somit zu Recht die Flüchtlingsei-E-8340/2008 Seite 20 genschaft d es Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abg e- lehnt. 7. 7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 8. 8.1. Ist der Vollzug der Wegwe isung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Deze mber 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst , sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zul ässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ei n Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). E-8340/2008 Seite 21 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine R ückkehr des Beschwerdeführers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN -Anti- Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR Sufi und Elmi gegen Vereinigtes Königreich , Urteil vom 28. Juni 2011, Beschwerden Nr. 8319/07 und 11449/07, §§ 212 -219 m.w.H.; Saadi gegen Italien , Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 - 127 m.w.H.). Auch die allgemei ne Mensche n- rechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagt en ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl - als auch der völke r- rechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. E-8340/2008 Seite 22 8.4.1. Gemäss neuester P raxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE E-6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.1 ) ist der Wegweisungsvol l- zug in die Nordprovinz – mit Ausnahme des Vanni-Gebietes – zumutbar). Hinsichtlich des Distrikts Jaffna, aus welchem der Beschwerdeführer stammt, gelangte das Bundesverwaltungsgericht zur Einschätzung, dass sich die Lage dort deutlich verbessert und die Versorgungslage sich en t- spannt habe. Ferner hätten die Polizei- und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufgenommen, so dass keine S ituation allgemei- ner Gewalt mehr herrsche. Auch hätten einige Schulen wieder eröffnet und Spitäler seien wieder eingerichtet. Daher könne die Rückkehr dorthin als generell zumutbar eingestuft werden. 8.4.2. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Berei ch nach wie vor fragilen Lage ist im Hinblick auf den Wegweisungsvollzug in di e- ses Gebiet indes eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der indiv i- duellen Zumutbarkeitskriterien vorzunehmen; neben den allgemeinen Faktoren (wie sozioökonomische und medi zinische Aspekte, dem Ki n- deswohl usw.) ist auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1). Namentlich die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die konkreten Möglichkeiten der Sicherung eines Existenzminimums und der Wohnsituation sind massgebliche Faktoren (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). 8.4.3. Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus Jaff- na und hat bis am 1. März 2007 zusammen mit seiner Ehefrau und se i- nem Kind in Kondavil, Distrikt Jaffna, gelebt und in einem eigenen [Ge- schäft] gearbeitet, wobei er in den letzten sieben Jahren (teilweise) von seinen Verwandten unterstützt worden sei (vgl. Akte B1, S. 1 ff.; B8, S. 2 ff.). Am 1. März 2007 seien sie nach Colombo gereist, wo sie bis am 2. Januar 2008 bei Verwandten gelebt hätten (vgl. B8, S. 6). Er erwähnte auch, dass er seine Tochter jeweils zum Kindergarten gebracht habe (S. 7) und ein Kollege namens F._______ in Colombo seine Ausreise o r- ganisiert habe (vgl. S. 2). Aktuell sollen sich seine Ehefrau und seine bei- den Kinder – seine Ehefrau sei bei seiner Ausreise schwanger gewesen – wieder in Kondavil aufhalten (vgl. Eingaben vom 8. Juli 2010, 31. Mai 2011 und 12. Dezember 2011) . Sie würden von den Mieteinnahmen des unterdessen vermieteten früheren [Geschäft], wo heute ein (…)geschäft betrieben werde , leben . Somit ist davon auszugehen, dass der B e- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka zusammen mit dem allenfalls in der Schweiz Ersparten zumindest für den Anfang auf gewisse Einkünfte zurückgreifen und allenfalls sein [Geschäft] wieder aufnehmen E-8340/2008 Seite 23 und – angesichts seiner Gehbehinderung – zumindest teilweise arbeiten kann. Aufgrund seiner Arbeitserfahrung als (…) (Sri Lanka) sowie in der Gastronomie (Schweiz) sollte es ihm jedenfalls möglich sein, wieder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zudem kann er auf ein familiäres Bezie- hungsnetz zurückgreifen und es dürfte ihm möglich sein, für den Wiede r- aufbau einer wirtschaftlichen Existenz sei n Freundes- und Geschäftsnetz zu reaktivieren. Auch wenn die Re-integration nach mehrjähriger Landes- abwesenheit nicht ganz einfach sein mag, begründet dieser Umstand noch keine konkrete Gefährdung im Sinne des Gesetzes. Es bestehen somit keine Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr in eine f i- nanzielle Notlage geraten könnte. 8.4.4. Daran vermögen die geltend gemachten gesundheitlichen Proble- me des Beschwerdefüh rers nichts zu ändern. Soweit mit Eingabe vom 11. November 2009 darum ersucht wurde, es seien medizinische und psychologische Abklärungen betreffend die körperlichen und psychischen Folgen (Traumatisierung) des Beschwerdeführers in Auftrag zu geben oder zumindest eine Frist zur Einreichung entsprechender ärztlicher B e- richte anzusetzen, ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer nicht gel- tend gemacht hat, dass er in ärztlicher Behandlung stünde und auch ke i- nerlei entsprechenden ärztlichen Unterlagen eingereicht hat, obwohl sei t- her über zwei Jahre vergangen sind. Jedenfalls erwähnte er in seinen späteren Eingaben keine entsprechenden ärztlichen Untersuchungen. Immerhin bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit (Gastronomie) nachgeht, woraus g e- schlossen werden kann, dass er an keinen gravierenden gesundheitl i- chen Problemen leidet. 8.4.5. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 8.5. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.6. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). E-8340/2008 Seite 24 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Febr uar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt [VGKE, SR 173.320.2]). Diese sind mit dem am 13. Januar 2009 ge- leisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-8340/2008 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem am 13. Januar 2009 geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: