23. März 1984 N 407 Motion Rebeaud diese von uns vorbereiteten Manuskripte rechtzeitig abge- ben. Wenn wir trotz dieser Massnahmen den Übersetzungs- diensten zu wenig Genauigkeit zutrauen, würde dies eine vermehrte Präsenz während der einsprachigen Bericht- erstattung erfordern; dies würde unserem Parlament zeit- weilig auch gut anstehen. Betreffend Rechtauslegung und Gesetzesmaterialien bin ich der Meinung, dass diese Standpunkte auch in den Frak- tions- und Einzelvoten festgehalten werden können. Es sprechen ja meist nur Leute, die bereits in der Kommission mitgewirkt haben. Die Regelung, wie sie vor 1974 galt, gemäss welcher die mündliche zweisprachige Berichterstat- tung nur in wichtigsten Fällen vorgesehen war, scheint mir die bessere zu sein als der Zustand, den wir heute haben. Die Studienkommission «Zukunft des Parlamentes» hat ebenfalls folgendes festgehalten: «Im Nationalrat Messe sich merklich Zeit sparen, wenn auf die zweisprachige Berichter- stattung verzichtet würde. Den einzelnen Referenten, seien sie nun deutscher oder französischer Zunge, käme so erhöhte Aufmerksamkeit zu.» Die Aufteilung der einzelnen Abschnitte unter den Referen- ten hat bis heute nicht stattgefunden. Das «Amtliche Bulle- tin» beweist uns diese Wiederholungen, und die wechselnde sprachliche Präsenz im Bundeshauscafe lässt sehr oft dar- auf schliessen, welcher Referent sich soeben abmüht, die Berichte darzulegen. Zudem ist Ihnen bekannt, dass der Ständerat diese wieder- holte Berichterstattung nicht kennt, und wir wollen doch nicht behaupten, der Ständerat sei in seinen Kommissionen weniger tätig, die Leute seien weniger informiert, die Min- derheiten wären diskriminiert oder die Unterlagen und die Rechtsauslegung seien ungenügend. Ich bin deshalb der Meinung, dass diese Massnahme versuchsweise eingeführt werden sollte. Wenn es uns mit den Rationalisierungsmass- nahmen ernst ist, wenn wir unser Milizsystem nicht allzu stark strapazieren wollen, dann müssen solche Massnah- men versuchsweise eingeführt werden. Ich beantrage Ihnen, das Postulat zu überweisen. Reichling, Berichterstatter: Die Prüfung des Inhaltes des Postulates ist durch das Büro vorgenommen worden. Diese Frage ist praktisch alle zehn Jahre ein bis zwei Mal einge- hend geprüft worden. Trotzdem beantragen wir Ihnen, die- ses Postulat abzulehnen, obwohl die Argumente, die Herr Dirren angeführt hat, durchaus vernünftig sind. Wir sind aber der Meinung, dass das nicht in einer Änderung des Geschäftsreglementes zum Ausdruck kommen sollte. Erstens sind wir der Auffassung - und ich richte mich nun an alle gegenwärtigen und zukünftigen Kommissionspräsi- denten und Kommissionsreferenten -, dass mindestens in der Eintretensdebatte die Kommissionsreferenten sich über die Sachgebiete absprechen und nicht beide dasselbe in beiden Sprachen wiederholen sollten. Wir sind aber ebenso der Auffassung, dass es nachher in der Diskussion absolut notwendig ist, dass alle sprachlichen Nuancen deutsch/ französisch von Kommissionsmitgliedern klar verstanden und aus der Sicht der Kommission beantwortet werden können. Für die Detaildiskussion, die Antworten auf Ihre Anfragen und die Stellungnahme zu Diskussionsvoten sind Referenten in beiden Landessprachen wichtiger als nur beim Eintretensvotum, damit eben die Sprache richtig erfasst werden kann. Wenn wir dazu übergehen müssten, nur Referenten bezeichnen zu können, die alle Landesspra- chen perfekt beherrschen, wären wir sehr stark eingeengt, und die Rechte eines erheblichen Teils der Parlamentarier würden eingeschränkt. Das wollen wir nicht. Das Büro ist auch der Auffassung, dass für alle unbestrittenen Geschäfte schriftliche Berichte vorgelegt werden und nicht referiert werden solle. Wir möchten Sie aus der Sicht des Büros bitten, diese Anregungen zur Kenntnis zu nehmen. Mit Ihrer rationellen Kommissionsarbeit und rationellen schriftlichen oder münd- lichen Berichterstattung sind Sie in der Lage, das Postulat Dirren zu erfüllen, ohne dass wir eine Änderung des Regle- ments vornehmen müssen, was uns in gewissen Fällen nur wieder Schwierigkeiten bereiten würde, nämlich überall dort, wo es wichtig ist, dass in beiden Sprachen alles genau verstanden wird. Dirren: Aufgrund der Darlegungen des Sprechers des Büros bin ich der Meinung, dass wir- wenn tatsächlich im Sinne der Darlegungen von Herrn Reichling Eigendisziplin geübt wird - einen ersten Schritt tun können. Mir fehlt jedoch vorläufig noch der Glaube. Ich bin jedoch bereit, mich aufgrund der Darlegungen des Büros dieser Ansicht zu fügen und ziehe das Postulat vorläufig zurück. Le président: M. Dirren retire son postulat. #ST# 83.934 Motion Rebeaud Ost-West-Konflikt. Vermittlung «Groupe d'arbitrage» Est-Ouest Wortlaut der Motion vom 13. Dezember 1983 Der Bundesrat wird gebeten, mit den Regierungen der neu- tralen und blockfreien Staaten Europas Kontakt aufzuneh- men und ihnen die gemeinsame Schaffung eines «Vermitt- lungsgremiums» vorzuschlagen. Dieses Gremium sollte in der Lage sein, die Verhandlungen zwischen der UdSSR und den Vereinigten Staaten über die nukleare Abrüstung wie- der in Gang zu bringen. Dieses Vermittlungsgremium, das Gewähr für grösste Sach- kenntnis, Unparteilichkeit und Objektivität bieten sollte, hätte die Aufgabe, ein Programm für eine stufenweise und ausgewogene Abrüstung in Ost und West zu erarbeiten. Dieses Programm würde dann den Vereinigten Staaten und der UdSSR vorgelegt, die ihm zustimmen könnten, ohne befürchten zu müssen, getäuscht zu werden oder das Gesicht zu verlieren. Das Vermittlungsgremium sollte vor- erst einmal die Schweiz, Finnland, Jugoslawien, Schweden und Österreich umfassen. Texte de la motion du 13 décembre 1983 Le Conseil fédéral est prié de prendre contact avec les gouvernements des pays neutres ou non alignés d'Europe, pour leur proposer la mise sur pied commune d'un «groupe d'arbitrage» capable de débloquer les négociations entre l'URSS et les Etats-Unis sur la réduction dés armements nucléaires. Ce groupe d'arbitrage, réunissant les plus hautes compé- tences techniques et offrant les meilleures garanties d'im- partialité et d'objectivité, devrait préparer un programme de désarmement progressif et équilibré entre l'Est et l'Ouest. Ce programme serait ensuite proposé aux Etats-Unis et à l'URSS, qui pourraient y souscrire sans crainte d'être dupes ni de perdre la face. Le groupe d'arbitrage devrait, en première hypothèse, être constitué par la Suisse, la Finlande, la Yougoslavie, la Suède et l'Autriche. Mitunterzeichner-Cosignataires: Brélaz, Carobbio, Darbel- lay, Friedli, Grendelmeier, Longet, Maeder-Appenzell, Morf, Müller-Zürich, Robert, Ruffy, Weder-Bâle (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'idée d'un arbitrage des pays neutres ou non alignés d'Eu- rope a été développée au sein du mouvement pacifiste américain, sous le nom de «Neutral Nations Peace Initia- tive». Elle est exposée notamment par Aaron et Nina Tovisch, dans le numéro d'octobre du Bulletin oftheAtomic Scientists.Motion Zehnder 408 N 23 mars 1984 Tout indique, après la rupture des conversations de Genève, que les deux supergrands ne sont pas en état de se mettre d'accord pour éviter une nouvelle escalade dans la course aux armements nucléaires. L'installation des nouveaux mis- siles américains provoquera un nouvel effort de modernisa- tion et de sophistication du côté soviétique, ce qui motivera un nouveau «rééquilibrage» à l'Ouest, et ainsi de suite. Ce cercle vicieux, outre les coûts énormes qu'il engendre de part et d'autre, fait peser des dangers toujours plus angois- sants sur les peuples d'Europe, et sur le peuple suisse en particulier. L'échec des négociations di-ectes entre les deux super- grands s'explique par une profonde méfiance réciproque, liée à la compétition à laquelle ils se livrent à l'échelle mondiale. A discuter directement entre eux, et sous les yeux de leurs opinions publiques respectives, l'URSS et les Etats- Unis semblent incapables d'at :eindre le degré d'ouverture et de confiance nécessaire pour aboutir à un résultat concret. Il faut donc proposer la médiation d'une tierce partie, qui ne soit impliquée dans aucun des deux blocs militaires, et qui puisse obtenir la confiance ce l'un et de l'autre. Actuelle- ment, ce sont les pays neutres ou non alignés d'Europe qui semblent les mieux placés peur jouer ce rôle. Selon la «Neutral Nations Pease Initiative», les pays neutres ou non alignés d'Europe devraient constituer entre eux une coalition, puis organiser des audiences publiques et des entretiens privés avec les deux supergrands. Après ces consultations, ils devraient être capables de mettre sur pied un programme équilibré de réduction des armements nucléaires, qui puisse avoir l'agrément de Washington et de Moscou. Ce n'est là qu'une indication ce ce qui serait possible. Dans sa démache auprès des pays neutres ou non alignés d'Eu- rope, la Suisse ne devrait en rien se sentir liée aux sugges- tions de la «Neutral Nations Peace Initiative», l'essentiel étant que les pays neutres ou non alignés d'Europe se rencontrent d'abord pour étudier ensemble les voies et moyens de la constitution d un groupe d'arbitrage entre l'Est et l'Ouest, dont les objectifs soient strictement limités au désarmement nucléaire. Afin d'obtenir la confiance de l'URSS et des Etats-Unis, le groupe d'arbitrage devrait émaner des pays neutres occi- dentaux (Suisse, Suède et Autriche), mais aussi des pays neutres ou non alignés pouvant faire valoir une certaine proximité avec l'Union soviétique, comme la Finlande ou la Yougoslavie. Il appartiendrait a ces cinq pays de mettre au point des critères communs pour le calcul de l'équilibre des forces nucléaires, de faire accepter ces critères par les deux supergrands, puis de proposer un programme de réduction des armements nucléaires qui les garantisse l'un et l'autre de toute situation d'infériorité stratégique. Le groupe d'arbi- trage devrait également être seul responsable des procé- dures de contrôle. Pour l'image de la Suisse dani; le monde, une telle initiative serait hautement souhaitable. Elle démontrerait que notre neutralité n'est pas seulement un instrument qui nous per- met de faire du commerce av«c tous les pays quel que soit leur régime politique, mais qj'elle peut rendre de grands services à la communauté internationale. Une telle démons- tration serait bienvenue, à l'ieure où nous cherchons à entrer à l'ONU en faisant admettre à la communauté des nations notre conception particulière de la neutralité suisse. Cette initiative serait surtout bienvenue pour donner corps au volet diplomatique de notre politique de sécurité. Elle s'inscrirait dans le droitfil des intentions récemment confir- mées par le président de la Confédération, M. Pierre Aubert, déclarant que «tout doit être entrepris» pour que l'équilibre des forces en Europe s'établisse au niveau le plus bas possible. Cette initiative, enfin, pourrait aussi avoir de fructueuses retombées en politique intérieure. Il est en effet malsain que le mouvement pacifiste, qui a réuni récemment près de 50 000 personnes à Berne, continue de passer aux yeux de nombreux hauts responsables politiques pour une masse de naïfs manipulés par Moscou. La grande majorité de ces personnes sont sincères, attachées aux libertés et à la démocratie suisse, mais considèrent que le surarmement est un mal en soi. L'initiative de paix des pays neutres ou non alignés, lancée par la Suisse, bénéficierait de leur appui et leur éviterait une dangereuse et absurde marginalisation. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Selon l'idée de l'auteur de la motion, un groupe de sages des pays neutres et non-alignés d'Europe devrait élaborer un programme à proposer aux Etats-Unis et à l'URSS pour débloquer les négociations sur les armements nucléaires entre ces deux puissances. Le terme «groupe d'arbitrage», qui a été retenu, ne doit évidemment pas s'entendre dans son sens technique puisque les deux puissances ne seraient pas liées par les conclusions du groupe, qui seraient de simples propositions. Dans la négociation sur les armements nucléaires, les don- nées sont connues et les positions des deux grandes puis- sances le sont aussi. Il serait difficile d'apporter des élé- ments entièrement nouveaux dans le débat. La situation est bloquée par la confrontation de points de vue connus et il ne peut y avoir de relance que par des concessions dont les parties à la négociation sont seules juges. En revanche, le Conseil fédéral, qui est bien conscient du danger des armements accumulés en Europe, se propose d'apporter une participation active à la Conférence sur les mesures de confiance et de sécurité et sur le désarmement en Europe (CDE) à Stockholm. Continuant la collaboration instaurée à la Conférence sur la sécurité et la coopération en Europe (CSCE), la Suisse a l'intention de présenter des propositions élaborées en commun avec les Etats neutres et non alignés. La Suisse poursuivra ses efforts, tant au sein de la CSCE que dans ses relations bilatérales, pour diminuer les tensions internationales. Dans ce sens, le Conseil fédéral est prêt à accepter la motion sous forme de postulat. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de transformer la motion en postulat. Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 83.483 Motion Zehnder AHV/IV. Minimalrenten AVS/AI. Rentes minimales Wortlaut der Motion vom 21. Juni 1983 Der Bundesrat wird eingeladen a. Der eidgenössischen AHV-Kommission den Auftrag zu erteilen, nachstehende Punkte im AHV/IV-Gesetz vordring- lich vorzubereiten, und b. den eidgenössischen Räten zur Neufassung entspre- chende Anträge zu unterbreiten: 1. Die AHV/IV-Minimalrenten sind so festzulegen, dass sie verfassungsmässig den Existenzbedarf auf Bundesebene decken. 2. Das Ziel ist innerhalb einer festzulegenden Frist schritt- weise zu verwirklichen, und die entsprechenden Etappen sind festzulegen. 3. Eine erste Etappe ist spätestens mit der 10. AHV-Revision zu verwirklichen.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Rebeaud Ost-West-Konflikt. Vermittlung Motion Rebeaud «Groupe d'arbitrage» Est-Ouest In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1984 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.934 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 23.03.1984 - 08:00 Date Data Seite 407-408 Page Pagina Ref. No 20 012 318 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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