<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp303984"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>123 V 223<br/><br/><br/><div class="paraatf">40. Urteil vom 12. August 1997 i.S. Öffentliche Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau gegen R. und Versicherungsgericht des Kantons Aargau</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp305440"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span>, <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 AHVG</span>, <span class="artref">Art. 25ter IVG</span>, <span class="artref">Art. 81bis IVV</span>, <span class="artref">Art. 19a EOG</span>, <span class="artref">Art. 21a EOV</span>. <div class="paratf">Arbeitslosentaggelder: Festsetzung des versicherten Verdienstes. </div> <div class="paratf">Das von der Invalidenversicherung während der Eingliederung einem zuvor als Arbeitnehmer tätig gewesenen Versicherten ausbezahlte Taggeld gilt als massgebender Lohn. </div> </div> </div> <a name="idp338208"></a> <a name="idp350320"></a> <br/><div> <a name="idp362480"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 223</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page223"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 223</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp364144"></a><span class="bold">A.- </span>Der 1962 geborene R. war bis zum 10. Februar 1995 als Spengler/Sanitär-Installateur bei der Spenglerei X tätig. Im Zusammenhang mit einem Hüftgelenkleiden übernahm die Invalidenversicherung die Kosten für die Ausbildung zum Technischen Kaufmann und richtete Taggelder aus. Vom 13. Februar 1995 an besuchte der Versicherte an der Schule Y die Tageshandelsschule, die er am 27. Januar 1996 mit dem Handelsdiplom erfolgreich abschloss. Am 5. Februar 1996 meldete er sich beim Gemeindearbeitsamt K. zur Arbeitsvermittlung an und stellte bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau den Antrag auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung. Die Kasse legte mit <a name="page224"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 224</div>Verfügung vom 11. April 1996 den versicherten Verdienst von R. auf Fr. 4'314.-- fest. Dabei stellte sie auf das dem Versicherten während seiner Umschulung ausgerichtete Invalidenversicherungs-Taggeld von Fr. 143.80 ab.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp367168"></a><span class="bold">B.- </span>Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde mit dem Antrag, das Taggeld sei aufgrund des bei der Spenglerei X erzielten Monatslohnes von Fr. 5'059.-- festzusetzen, hiess das Versicherungsgericht des Kantons Aargau am 28. August 1996 gut und setzte den versicherten Verdienst auf Fr. 274.85 täglich fest.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp368848"></a><span class="bold">C.- </span>Die Öffentliche Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau führt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzuheben und der versicherte Verdienst nach Massgabe der Verfügung vom 11. April 1996 festzulegen.</div> <div class="paraatf">R. und das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit verzichten auf Vernehmlassung.</div> <br/><div> <a name="idp370832"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp371840"></a><span class="bold" id="consideration_1.">1. </span>a) Der Beschwerdegegner beansprucht Taggelder der Arbeitslosenversicherung ab 5. Februar 1996. Streitig ist einzig, ob der für die Taggeldberechnung massgebende versicherte Verdienst aufgrund des bei der Spenglerei X erzielten Lohnes oder aufgrund der IV-Taggelder festzusetzen ist. Diese Frage beurteilt sich aufgrund derjenigen Rechtssätze, die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung hatten (<a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=13&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1997&amp;to_year=1997&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-34%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page35">BGE 122 V 35</a> f. Erw. 1 mit Hinweis), somit nach den seit 1. Januar 1996 gültigen Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) und der dazugehörigen Verordnung (AVIV).</div> <div class="paraatf">b) Bei der Firma X hatte der Beschwerdegegner gemäss Angaben in der vorinstanzlichen Beschwerde zuletzt einen Monatslohn von Fr. 5'059.-- erzielt. Mit dem Taggeld der Invalidenversicherung von Fr. 143.80 kam er monatlich auf Einkünfte von Fr. 4'314.-- (= 30 x Fr. 143.80).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp376848"></a><span class="bold" id="consideration_2.">2. </span>Laut <span class="artref">Art. 22 Abs. 1 AVIG</span> richtet sich die Höhe des Taggeldes nach dem versicherten Verdienst, wobei in zeitlicher Hinsicht in der Regel auf den letzten Beitragsmonat vor Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug abzustellen ist (<span class="artref">Art. 37 Abs. 1 AVIV</span>).</div> <div class="paraatf">Gemäss <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span> gilt als versicherter Verdienst der im Sinne der AHV-Gesetzgebung massgebende Lohn, der während eines Bemessungszeitraumes aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt wurde.</div> <div class="paraatf"> <a name="page225"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 225</div> </div> <div class="paraatf">Nach <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 Satz 1 AHVG</span> gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit. Die zum massgebenden Lohn gehörenden Bestandteile werden in <span class="artref">Art. 7 AHVV</span> beispielhaft näher aufgeführt, während <span class="artref">Art. 8 AHVV</span> die Ausnahmen davon umschreibt. Demgegenüber bestimmt <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 AHVV</span> als Ausführungsnorm zu <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 AHVG</span>, was nicht zum Erwerbseinkommen (aus unselbständiger oder selbständiger Tätigkeit) zählt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp394416"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span>Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, dass sowohl gemäss der Definition von <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 AHVG</span> als auch nach derjenigen in <span class="artref">Art. 23 AVIG</span> als versicherter Verdienst nur Entgelt für geleistete Arbeit bzw. Lohn, der aus einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen normalerweise erzielt worden sei, in Frage komme. Damit würden die Taggeldleistungen der Invalidenversicherung als massgebender Lohn im Sinne von <span class="artref">Art. 23 AVIG</span> definitionsgemäss ausser Betracht fallen. Darauf weise auch die Tatsache hin, dass von den Taggeldern der Invalidenversicherung keine Abzüge für die Arbeitslosenversicherung vorgenommen worden seien. Die von der Invalidenversicherung finanzierte Umschulung sei daher nicht anders zu behandeln als eine vom Versicherten in eigener Initiative und auf eigene Kosten absolvierte Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung, die für die Beitragsbemessung mangels Erzielung eines Lohnes nicht zu berücksichtigen seien. Der versicherte Verdienst des Beschwerdegegners müsse demzufolge aufgrund des bei der Spenglerei X bezogenen Lohnes festgelegt werden.</div> <div class="paraatf">Die beschwerdeführende Arbeitslosenkasse verweist demgegenüber auf <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span>, der vom massgebenden Lohn im Sinne der AHV-Gesetzgebung spricht. IV-Taggelder würden nach <span class="artref">Art. 25ter IVG</span> dem Erwerbseinkommen gleichgestellt. Ausnahmen vom massgebenden Lohn seien in <span class="artref">Art. 8 AHVV</span> abschliessend aufgezählt. Die Taggelder der Invalidenversicherung seien darin nicht enthalten. Die Invalidenversicherung habe denn auch konsequenterweise auf den IV-Taggeldern des Beschwerdegegners Arbeitslosenversicherungsbeiträge erhoben.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp408496"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span>a) Es trifft zu, dass <span class="artref">Art. 5 Abs. 2 AHVG</span> und <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span> den Lohn in einer Weise umschreiben, die auf Ersatzeinkommen wie Taggelder der Invalidenversicherung nicht zutrifft. Ersatzeinkommen in der Form von Versicherungsleistungen bei Krankheit, Unfall, Invalidität, Arbeitslosigkeit sowie Militär- und Zivilschutzdienst waren denn auch früher nicht AHV-beitragspflichtig und dementsprechend vom Erwerbseinkommen <a name="page226"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 226</div>ausgenommen (vgl. <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 AHVV</span> in der bis Ende 1983 gültig gewesenen Fassung, insbesondere in derjenigen gemäss Verordnung vom 27. Mai 1981, AS 1981 538).</div> <div class="paraatf">b) Diese Ordnung wurde mit dem Arbeitslosenversicherungsgesetz vom 25. Juni 1982 geändert, indem hier erstmals die Beitragspflicht auf Ersatzeinkommen eingeführt wurde. So sah der Nationalrat auf Vorschlag seiner Kommission die Beitragspflicht (bezüglich AHV/IV/EO sowie zunächst auch ALV) auf dem ALV-Taggeld vor (Amtl.Bull. 1981 N 665 ff.). Dem ist der Ständerat gefolgt, allerdings unter Streichung der ALV-Beitragspflicht auf dem ALV-Taggeld (Amtl.Bull. 1982 S 131 f.), welcher Lösung in der Differenzbereinigung der Nationalrat zugestimmt hat (Amtl.Bull. 1982 N 594 ff.). Die entsprechende Bestimmung im Entwurf (Art. 21 Abs. 1bis) kam als <span class="artref">Art. 22 Abs. 2 AVIG</span> ins Gesetz (in der bis Ende 1995 gültig gewesenen Fassung) und findet sich seit 1996 in <span class="artref"><artref id="CH/837.0/22^a/2" type="start"></artref><artref id="CH/837.0/22^a/1" type="start"></artref>Art. 22a Abs. 1 und 2 AVIG</span><artref id="CH/837.0/22^a/2" type="end"></artref><artref id="CH/837.0/2" type="end"></artref>.</div> <div class="paraatf">Nach dem Vorbild des Arbeitslosenversicherungsgesetzes sind in der Folge auch die EO-Entschädigungen der Beitragspflicht unterworfen worden (<span class="artref">Art. 19a EOG</span>, in Kraft seit 1. Januar 1988; BBl 1985 I 803 ff.). Gleiches gilt bezüglich der Invalidenversicherung, indem deren Taggelder ebenfalls der Beitragspflicht unterworfen wurden, dies mit <span class="artref">Art. 25ter IVG</span>, der auf Antrag der ständerätlichen Kommission eingefügt wurde, ebenfalls am 1. Januar 1988 in Kraft trat (Amtl.Bull. 1985 S 749 f., 1986 N 744 f.) und dessen Abs. 1 wie folgt lautet:</div> <div class="paraatf">"Von den Taggeldern einschliesslich Zuschlägen müssen Beiträge an die Alters- und Hinterlassenenversicherung, an die mit ihr verbundenen Versicherungszweige und gegebenenfalls an die Arbeitslosenversicherung bezahlt werden. Diese Beiträge sind je zur Hälfte vom Versicherten und von der Invalidenversicherung zu tragen."</div> <div class="paraatf">Zuletzt wurde auch in das neue Militärversicherungsgesetz eine Regelung analog <span class="artref">Art. 19a EOG</span> und <span class="artref">Art. 25ter IVG</span> aufgenommen (<span class="artref"><artref id="CH/833.1/29/4" type="start"></artref><artref id="CH/833.1/29/3" type="start"></artref>Art. 29 Abs. 3 und 4 MVG</span><artref id="CH/833.1/29/4" type="end"></artref><artref id="CH/833.1/4" type="end"></artref>, in Kraft seit 1. Januar 1994).</div> <div class="paraatf">Nachdem mit <span class="artref">Art. 22a Abs. 2 AVIG</span>, <span class="artref">Art. 19a EOG</span> und <span class="artref">Art. 25ter IVG</span> die gesetzlichen Grundlagen für die Erfassung der jeweiligen Ersatzeinkommen als beitragspflichtige Erwerbseinkommen geschaffen waren, hat der Bundesrat folgerichtig die Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung angepasst und in <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 AHVV</span> zunächst auf den 1. Januar 1984 lit. e (betreffend ALV-Leistungen) aufgehoben und hernach auf den 1. Januar 1988 lit. a und b (betreffend EO- und IV-Taggelder) geändert <a name="page227"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 227</div>(hingegen bedurfte es anlässlich der Einführung der Beitragspflicht auf Taggeldern der Militärversicherung keiner Revision der AHVV).</div> <div class="paraatf">c) Nach dem seither geltenden <span class="artref">Art. 6 Abs. 2 lit. b AHVV</span> gehören im Grundsatz Versicherungsleistungen bei Unfall, Krankheit oder Invalidität nicht zum Erwerbseinkommen, jedoch gilt aufgrund klaren Wortlauts für Taggelder nach <span class="artref">Art. 25ter IVG</span> das Gegenteil. Sie sind daher - im Sinne einer Gegenausnahme - als Erwerbseinkommen gemäss <span class="artref">Art. 4 Abs. 1 AHVG</span> zu qualifizieren. Unter dem Gesichtspunkt des <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span> kommt es allerdings nicht auf Erwerbseinkommen an, sondern darauf, ob dieses Erwerbseinkommen auch massgebender Lohn ist. Die Vorinstanz argumentiert denn auch damit, IV-Taggelder seien nur Erwerbseinkommen und nicht auch massgebender Lohn.</div> <div class="paraatf">d) Bei den Taggeldern der Arbeitslosenversicherung spricht <span class="artref">Art. 22 Abs. 2 AVIG</span> (in der bis Ende 1995 gültig gewesenen Fassung) ausdrücklich davon, dass die Arbeitslosenentschädigung als "Lohn" im Sinne der Gesetzgebung über die AHV/IV/EO gilt (noch deutlicher <span class="artref">Art. 22a Abs. 1 AVIG</span> [in Kraft seit 1. Januar 1996], wo ausdrücklich von "massgebendem Lohn" im Sinne des AHVG die Rede ist). Die Bezugnahme auf Lohn oder massgebenden Lohn ist denn auch logisch, weil die Arbeitslosenversicherung im Bereich der Arbeitslosenentschädigung auf Arbeitnehmer zugeschnitten ist (GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N. 22 zu <span class="artref">Art. 1 AVIG</span>, mit Hinweis u.a. auf <span class="artref">Art. 34novies</span></div> <div class="paraatf">Abs. 2 BV) und Versicherte, welche ganz-/teilarbeitslos und taggeldbezugsberechtigt werden, zuvor - abgesehen von den in <span class="artref">Art. 23 Abs. 2 AVIG</span> genannten Personen - als Arbeitnehmer tätig waren. Anders verhält es sich im Bereich der Erwerbsersatzordnung und der Invalidenversicherung (wie auch der Militärversicherung). So können bei der Erwerbsersatzordnung Dienstleistende vor dem Einrücken Arbeitnehmer gewesen sein oder Selbständigerwerbende oder Nichterwerbstätige. Dies gilt auch für Personen, die sich in einer Eingliederung befinden und Taggelder der Invalidenversicherung beziehen. Analoges trifft für Bezüger eines Taggelds der Militärversicherung zu.</div> <div class="paraatf">e) Die Arbeitslosenkasse verweist darauf, dass nach <span class="artref">Art. 25ter Abs. 1 IVG</span> Beiträge "gegebenenfalls" auch an die Arbeitslosenversicherung zu entrichten sind.</div> <div class="paraatf">aa) Diese Bestimmung hält sich in ihren Grundzügen an <span class="artref">Art. 19a EOG</span> (Sitzung der ständerätlichen Kommission vom 10. September <a name="page228"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 228</div>1985, Protokoll S. 13 f.), der im ersten Absatz auch von "gegebenenfalls" spricht. Mit dieser Formulierung wird die ALV-Beitragspflicht auf dem Ersatzeinkommen davon abhängig gemacht, ob der Dienstleistende vor dem Einrücken entweder Arbeitnehmer war und massgebenden Lohn erzielte oder ob er selbständigerwerbend oder nichterwerbstätig war. Demzufolge kommt es für den Umfang der Beitragspflicht (nur AHV/IV/EO-Beitrag oder auch ALV-Beitrag) auf dem Ersatzeinkommen auf den AHV-Beitragsstatus an, den der Dienstleistende vor dem Einrücken hatte. Die auf <span class="artref">Art. 19a Abs. 2 Satz 1 EOG</span> gestützte Ausführungsbestimmung des <span class="artref">Art. 21a EOV</span> mit dem Randtitel "Beitragsberechnung für Arbeitnehmer" sieht darum vor, dass für Arbeitnehmer auf der EO-Entschädigung Beiträge an die AHV/IV/EO sowie auch an die ALV zu entrichten sind. So hat der Arbeitgeber, der dem Dienstleistenden die Entschädigung auszahlt oder mit dem Lohn verrechnet, darüber "wie für einen Bestandteil des massgebenden Lohnes im Sinne der AHV" mit der Ausgleichskasse abzurechnen, wobei ihm diese die Arbeitgeberbeiträge zurückvergütet oder gutschreibt (Abs. 1); wird die Entschädigung von der Ausgleichskasse direkt ausbezahlt, zieht diese die "Arbeitnehmerbeiträge" ab (Abs. 3). Insofern wird die EO-Entschädigung dem massgebenden Lohn gleichgestellt und wie solcher behandelt. Gesetzliche Grundlage für diese Gleichstellung ist einerseits die in <span class="artref">Art. 19a Abs. 1 EOG</span> für den "gegebenen Fall" stipulierte ALV-Beitragspflicht und anderseits <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 AVIG</span>, der ALV-Beiträge nur bei Erzielung von massgebendem Lohn vorsieht.</div> <div class="paraatf">Anders verhält es sich bei den EO-Entschädigungen an Selbständigerwerbende und Nichterwerbstätige. Hier werden nur Beiträge an die AHV/IV/EO erhoben (<span class="artref">Art. 21b Abs. 1 EOV</span>). Aus dem Umstand, dass diese aufgrund von <span class="artref">Art. 19a Abs. 1 Satz 2 EOG</span> paritätisch zu entrichten sind und dass der gleiche Ansatz wie für Arbeitnehmer angewandt wird (<span class="artref">Art. 21b Abs. 1 EOV</span>), kann aber weder gefolgert werden, auch die EO-Entschädigung an Selbständigerwerbende und Nichterwerbstätige werde dem massgebenden Lohn gleichgestellt, noch - umgekehrt - abgeleitet werden, die EO-Entschädigung an Arbeitnehmer sei eben doch nur Erwerbseinkommen und nicht massgebender Lohn.</div> <div class="paraatf">bb) Die dargestellte EO-Regelung gilt sinngemäss auch für die IV-Taggelder, indem gemäss dem mit der EOV-Revision auf den 1. Januar 1988 erlassenen und auf <span class="artref">Art. 25ter Abs. 2 IVG</span> gestützten <span class="artref">Art. 81bis IVV</span> "für die Erfassung der Taggelder als <a name="page229"></a><div class="center pagebreak">BGE 123 V 223 S. 229</div>Erwerbseinkommen im Sinne der AHV" u.a. <span class="artref"><artref id="CH/834.11/21^a" type="start"></artref>Art. 21a und 21b EOV</span><artref id="CH/834.11/21^b" type="end"></artref> sinngemäss gelten (dazu ZAK 1987 S. 468). Demzufolge wird das IV-Taggeld bei einem Versicherten, der vor Beginn der Eingliederungsmassnahme als Arbeitnehmer tätig war, in sinngemässer Anwendung von <span class="artref">Art. 21a EOV</span> dem massgebenden Lohn gleichgestellt und wie solcher behandelt. Gesetzliche Grundlage dafür ist - in analoger Weise wie bei der EO-Ordnung - einerseits die in <span class="artref">Art. 25ter Abs. 1 IVG</span> für den "gegebenen Fall" festgelegte ALV-Beitragspflicht und anderseits <span class="artref">Art. 3 Abs. 1 AVIG</span>. Wollte man - wie die Vorinstanz - den Ersatzeinkommen bildenden IV-Taggeldern auch bei Arbeitnehmern den Charakter von massgebendem Lohn "definitionsgemäss" (und damit generell) versagen, so erwiese sich dies als gesetz- und verordnungswidrig, nachdem <span class="artref">Art. 25ter Abs. 1 IVG</span> für den "gegebenen Fall" die ALV-Beitragspflicht eingeführt hat und solches Ersatzeinkommen nach <span class="artref">Art. 21a EOV</span> in Verbindung mit <span class="artref">Art. 81bis IVV</span> ausdrücklich wie massgebender Lohn behandelt wird. Die Vorinstanz beruft sich daher zu Unrecht auf <span class="artref">Art. 9 Abs. 1 AHVG</span> zur Abgrenzung von selbständiger und unselbständiger Erwerbstätigkeit.</div> <div class="paraatf">f) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Taggelder, welche die Invalidenversicherung einem Versicherten ausrichtet, der vor der Eingliederung AHV-rechtlich den Status eines unselbständigerwerbenden Arbeitnehmers hatte, als massgebender Lohn im Sinne der AHV gelten und der ALV-Beitragspflicht unterstehen. Wie die Arbeitslosenkasse zutreffend darlegt, sind entgegen der Meinung der Vorinstanz denn auch im Falle des Beschwerdegegners auf den IV-Taggeldern ALV-Beiträge erhoben worden. Ist das vom Beschwerdegegner bezogene IV-Taggeld als massgebender Lohn zu betrachten, so hat die Arbeitslosenkasse bei Ermittlung des versicherten Verdienstes nach <span class="artref">Art. 23 Abs. 1 AVIG</span> zu Recht darauf abgestellt. Ihre Verfügung erweist sich damit, auch rechnerisch, als zutreffend.</div> </div></body></html></html>