Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 11. Juni 2015 (720 13 295 / 151) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Gerichtsgutachten, keine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten, Revisi- onsgrund verneint Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dieter Roth , Advokat , Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1978 geborene A.____ war zuletzt vom 1. Jul i 2001 bis 30. November 2004 im Gipsergeschäft B.____ als Hilfsgipser angestellt. A m 23. Februar 2004 meldete er sich unter Hinweis auf diverse Schmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nachdem die IV-Stelle des Kanton s Basel-Landschaft (IV-Stelle) die ge- sundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgekl ärt hatte, ermittelte sie ab 1. Dezember 2003 einen IV-Grad von 100%, ab 1. Januar 2004 eine n solchen von 39% und ab 1. Dezember Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2005 wiederum einen solchen von 100%. Gestützt auf die ses Ergebnis und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach sie A.____ mit Verfügung vom 4. Oktober 2007 ab 1. Dezember 2003 befristet bis 31. März 2004 und ab 1. März 2006 eine ganze Rente zu. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. A.2 Im Anschluss an eine von Amtes wegen eingeleitete R entenrevision teilte die IV-Stelle A.____ am 3. November 2009 mit, dass er weiterhin Ansp ruch auf die bisherige ganze Rente habe. A.3 Am 10. Juni 2011 leitete die IV-Stelle eine wei tere Rentenrevision von Amtes wegen ein. Gestützt auf ihre Abklärungen gelangte die IV-S telle zur Auffassung, dass sich der Ge- sundheitszustand von A.____ mittlerweile verbessert habe u nd der Invaliditätsgrad nunmehr noch 12% betrage. In der Folge hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente von A.____ mit Ver- fügung vom 12. September 2013 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Di eter Roth, am 14. Oktober 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Er be- antragte, in Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügu ng vom 12. September 2013 aufzuhe- ben und es sei ihm weiterhin eine ganze Rente, eventu aliter mindestens eine Teilrente auszu- richten; unter o/e Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Advokat Roth als un entgeltlicher Rechtsvertreter. Zur Be- gründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die an gefochtene Verfügung auf unzu- reichenden medizinischen Akten beruhen würde und zudem d er Einkommensvergleich nicht korrekt durchgeführt worden sei. C. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2013 wurde dem Beschwe rdeführer für das vorliegen- de Verfahren die unentgeltliche Prozessführung mit Ad vokat Roth als Rechtsvertreter bewilligt und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. D. In ihrer Vernehmlassung vom 28. Oktober 2013 schloss di e IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 19. Dezember 201 3 gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Ange legenheit gestützt auf die vor- handenen medizinischen Akten nicht möglich sei. Es beschl oss daher, den Fall auszustellen und ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. med. C.____ , FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, in Auftrag zu ge- ben. Gleichzeitig forderte es die Parteien auf, zum Fr agenkatalog Stellung zu nehmen und all- fällige Ergänzungsfragen einzureichen. Am 21. Februar 2014 erging die Auftragserteilung durch das Kantonsgericht. Das Gutachten wurde am 29. November 2014 / 16. März 2015 erstattet. F. Mit Eingaben vom 16. und 23. April 2015 nahmen di e Parteien zum Gutachten sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch Stellung. Wäh- rend der Beschwerdeführer an seinem Antrag festhielt, erachtete die IV-Stelle die Beurteilung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht des Gerichtsgutachters Dr. D.____ vom 16. März 2015 als nich t beweistauglich. Vielmehr sei gemäss Stellungnahme von Dr. med. E.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 2 3. April 2015 von einer Arbeitsfähigkeit von 60% auszugehen. Bei einem resultierenden IV-Grad vo n 51% habe der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zustän- dig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhob ene Beschwerde vom 14. Oktober 2013 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Be schwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefocht enen Verfügung vom 12. September 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechu ngsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychi schen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1. 2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Zu den psych ischen Gesundheitsschäden gehören somit neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelisch e Abwegigkeiten mit Krank- heitswert. Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelisc hen Verfassung und damit invali- denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beein trächtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen gut en Willens, Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das Mass d es Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss (BGE 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 353 E. 2.2.1; je mit Hinweisen). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Vi ertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, da s die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der med izinischen Behandlung und allfälliger Ein- gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktla- ge erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden w äre (Valideneinkommen). Der Einkom- mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol gen, dass die beiden hypothetischen Er- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt un d einander gegenübergestellt wer- den. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditä tsgrad bestimmen (allgemeine Me- thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente unter anderem revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen in Bezug auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen; vgl. auch: BGE 117 V 199 E. 3b mit weiteren Hinweisen; RUDOLF RÜEDI , Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grund- figur namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: Schaf fhauser/Schlauri [Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 16 f.). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet dabei die letzte (der versichert en Person eröffnete) rechtskräftige Verfü- gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rente nanspruchs mit rechtskonformer Sach- verhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eine s Einkommensvergleichs (bei An- haltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen A uswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend sprach die IV- Stelle dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 4. Oktober 2007 ab 1. Dezember 2003 befris- tet bis 31. März 2004 und ab 1. März 2006 gestützt auf e inen IV-Grad von 100% eine ganze Rente zu. Im Oktober 2008 leitete die IV-Stelle von Am tes wegen ein Rentenrevisionsverfahren ein und holte bei den behandelnden Ärzten Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychothe- rapie, und Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, einen Bericht ein. Zudem liess sie den Beschwerdeführer durch den RAD-Arzt Dr. E.____ unte rsuchen. Dabei stellte sie unverän- derte Verhältnisse fest. Eine einlässliche materielle Prü fung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizinischen Sachverhaltes erfolgte indessen erst im Rahmen des im Juni 2011 eingeleiteten Revisionsverfahrens, holte die I V-Stelle doch damals ein Gutachten bei Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein, welches am 8. Mai 2012 erstattet wurde. Nach Durchführung des Einkommensvergleichs stellte die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. September 2013 die bisher ausgerichtete ganze Rent e aufgrund eines rentenausschlies- senden IV-Grades von nunmehr noch 12% ein. Somit beurte ilt sich die Frage, ob bis zum Er- lass der angefochtenen Verfügung vom 12. September 201 3 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine re visionsweise Aufhebung resp. Herabset- zung der bis anhin ausgerichteten ganzen Rente rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen (auf einer voll ständigen materiellen Anspruchsprüfung beruhenden) Rentenverfügung vom 4. Oktober 2007 bestanden hat. 6. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlich en Beeinträchtigungen arbeitsfähig ist. 6.1 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 6.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit einer versicher ten Person ist die rechtsanwendende Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Behörde – die Verwaltung und im Streitfall das Geri cht – auf Unterlagen angewiesen, die vor- ab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind . Deren Aufgabe ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähi g ist (vgl. BGE 132 V 99 f. mit weiteren Hinweisen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stell ungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, we lche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Perso n auf dem allgemeinen, ausgegliche- nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frag e kommenden Arbeitsmarkt zumutba- rerweise noch verrichtet werden können (vgl. ULRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Sch lauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Inva- lidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 6.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung de s medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbar keit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorlie- gen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schluss folgerungen gelangt. Eine abwei- chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug ersche inen, die Schlüssigkeit des Gerichts- gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise v om Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f . E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weite- ren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Ver waltungsverfahrens eingeholten Gutach- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrun d eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zu- zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuv erlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.5 Im Urteil vom 29. August 2011 (9C_418/2010) hat das Bundesgericht ergänzend zusätz- liche Besonderheiten festgehalten, die es in Revisionsf ällen (im Sinne des Art. 17 ATSG) bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhaltes zu beachten gilt: 6.5.1 Da die Feststellung einer revisionsbegründenden V eränderung durch eine Gegenüber- stellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes er folgt (vgl. E. 5.1 f. hiervor), bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsac hen. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen Befunds und dessen funktionelle Auswirku ngen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachten s hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebli che Änderung(en) des Sachver- halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollstän digen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst malige Beurteilung der Rentenberechti- gung beweisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abwei- chende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vo rbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältn isse sich verändert haben (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2). 6.5.2 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrecht lichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bl oss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgr enzung der tatsächlich eingetre- tenen von der nur angenommenen Veränderung ist als er forderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Differenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretenen tatsächlichen Änderung ist hingegen genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunk- te in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbe itsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnosti- schen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Ein Sachverständiger kann jedoch die betreffende Entwicklung regelmässig nicht aus eigener Wahrnehmung beschreiben (ausser er sei schon als Vorgutacht er tätig gewesen). Daher ist es erforderlich, dass er sich, soweit verfügbar, mit den Fakt en fundiert auseinandersetzt, wie sie sich aus den für den früheren Entscheid massgebenden medizinischen Vorakten ergeben. Dem Gutachten, welches die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt, fehlt daher die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst dann, wenn die Schlussfolgerungen, wel- che auf der Grundlage der vom Sachverständigen selber e rhobenen Befundtatsachen gezogen worden sind, an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfend nachvollzogen werden können. Diesem Beweiswertkriterium kommt hinsichtlich der Entscheidungsgrundlagen in Revi- sionsfällen – mit Blick auf deren vergleichende Natur – eine besondere Bedeutung zu. Diese spezifischen Anforderungen müssen sich denn auch im Rahmen der Fragestellung zuhanden des Gutachters niederschlagen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). 6.5.3 Je mehr medizinisches Ermessen bei der Stellung e iner Diagnose und der ärztlichen Einschätzung der Funktionseinschränkungen im Spiel ist, de sto wichtiger ist es, den gutachtli- chen Befund einer Veränderung möglichst solide auf klini sche Feststellungen, gutachterliche Verhaltensbeobachtungen und anamnestische Daten zu stüt zen und diese Elemente in Bezie- hung zu den medizinischen Vorakten und den dort gesetzt en Anknüpfungstatsachen zu brin- gen. Nur so kann dem Gutachten hinreichend zuverlässig entnommen werden, dass die in den Schlussfolgerungen beschriebene Differenz nicht wesentli ch einer unterschiedlichen Wertung zuzuschreiben ist. Auf der anderen Seite darf die Notwe ndigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lasse n, nicht dazu führen, dass die Anfor- derungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch ang esetzt werden, dass die ursprüngli- che Festlegung praktisch perpetuiert wird. Dies gilt insbe sondere für psychiatrische Beurteilun- gen, bei denen praktisch immer ein Spielraum besteht, innerhalb dessen verschiedene medizi- nische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Hier können die Beurteilungen nicht i mmer lückenlos mit Tatsachenschilde- rungen unterlegt werden. Bei einer stark ermessensgepr ägten Einschätzung, die weniger auf Messung und anderweitig normierter Feststellung als auf interpretationsbedürftigen Befundtat- sachen beruht, kann etwa eine Auseinandersetzung mit der Genese des Gesundheitsschadens, den das Krankheitsgeschehen unterhaltenden Faktoren, für den Nachweis einer tatsächlichen Veränderung besondere Bedeutung erlangen (Urteil de s Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.4 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2013, 9C_698/2012, E. 2.2). 7. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialve rsicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV- Stelle und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lan- ge, bis über die für die Beurteilung des streitigen An spruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 8.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 4. Oktober 200 7, mit der dem Beschwerdeführer ab 1. Dezember 2003 befristet bis 31. März 2004 und ab 1. März 2006 eine ganze Rente zuge- sprochen wurde, stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten in somatischer Hinsicht a uf das rheumatologische Gutachten von Dr. C.____ vom 17. März 2006. Darin wurden mit Ausw irkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht mögliche chronische Rotatorenmanschettentendopathie der linken Schulter, ein chronisches cervicovertebrales Schmerzsyndrom, eine nicht zuzuordnende Bewegungsstörung beim Gehen, eine dyssensorische Hemisymptomatik der linken Körperhälft e und eine progrediente de facto Gehbehinderung sowie ein psychisches Leiden diagnostiziert . Der Versicherte sei in seinem angestammten Beruf als Hilfsgipser arbeitsunfähig. Für körperlich leichte bis maximal mittel- schwere Tätigkeiten bestünde aber eine vollständige Arbe itsfähigkeit. Im neurologischen Gut- achten des Universitätsspitals Basel vom 30. August 2006 w urde ein chronisches Schmerzsyn- drom (ICD-10 R52.2) und eine streng mittelliniengetr ennte, neurologisch nicht zuordenbare Hypästhenie der linken Körperhälfte (ICD-10 R20.5) dia gnostiziert. Aus neurologischer Sicht bestünde eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit für alle Hilf sarbeiten. In psychiatrischer Hinsicht liess die IV-Stelle den Versicherten von Dr. med. I.____, FM H Psychiatrie und Psychotherapie, be- gutachten. Am 2. Mai 2007 diagnostizierte dieser mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrionischen, n arzisstischen Anteilen und deutlicher Verbitterungssymptomatik mit fraglicher Impulsneigung ( ICD-10 F61) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Aus psychiatrisch er Sicht bestünde eine er- schwerte Teamfähigkeit und eine erschwerte Einbindung in autoritative und äussere Arbeits- strukturen. Es sei anzunehmen, dass der Versicherte nicht mehr Anstrengungen aufzubringen vermöge, um sich auf kohärente Verhaltensweisen und gute Sozialkompetenz zu besinnen. Der Versicherte sei aus charakterlichen Gründen wohl zum Zeit punkt der Untersuchung eher kei- nem Arbeitgeber mehr zumutbar. Insgesamt sei der Versich erte aus psychiatrischer Sicht weit- gehend arbeitsunfähig. Gesamthaft sei von einer Arbei tsunfähigkeit von 70% auszugehen. Die Prognose sei schlecht. 8.2 Im Rahmen der im Juni 2011 eingeleiteten Rentenr evision, in welchem die laufende ganze IV-Rente aufgehoben wurde, beauftragte die IV-Stelle Dr. H.____ mit einer Begutachtung des Beschwerdeführers. Am 8. Mai 2012 diagnostizierte e r mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit unreifen u nd abhängigen Anteilen (ICD-10 F61), eine somatoforme Störung (ICD-10 F45.9) mit Somatisie rungsstörung (ICD-10 F45.0) und an- haltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Die Arbeitsfähigkeit sei generell durch die somatoforme Schmerzstörung in Kombination mit der P ersönlichkeitsstörung erheblich ein- geschränkt. Der Versicherte sei den üblichen Anforderung en im Arbeitsmarkt nicht gewachsen. Daher komme für ihn nur eine Verweistätigkeit als Zud iener in Betracht. Bei Arbeiten mit eher repetitiven Abläufen und einfachen Handlungsanweisungen – in Tuchfühlung mit einer Kontroll- person – sei der Einfluss der psychischen Defizite deutlich g eringer. Bei einer Tätigkeit ohne Verantwortung sei dem Versicherten ein Pensum von 80% b is 100% zumutbar. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. I.____ sei widersprüchlich und zu hinterfragen. Zudem bestünden verschiedene Hinweise, dass sich der psychische Zustand des Ver sicherten im Vergleich zum Jahr 2007 verbessert habe. So sei der Versicherte anlässl ich der Untersuchung deutlich adä- quater aufgetreten und es habe sich eine weitgehend em otionale Ausgeglichenheit gezeigt. Zudem habe sich der Paarkonflikt beruhigt und das Bedürf nis nach unzähligen somatischen Abklärungen habe abgenommen. 9. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung vom 12. September 2013 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfä nglich auf die Gutachten von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. H.____ vom 8. Mai 2012. Sie ging demzufolge davo n aus, dass sich der Gesundheitszu- stand massgeblich verbessert habe der Beschwerdeführer in einer Verweistätigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungs- verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztin nen und -ärzte, welche aufgrund ein- gehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat- ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweis- würdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht k onkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit erfolgten Ur- teilsberatung vom 19. Dezember 2013 gelangte das Kanto nsgericht zur Auffassung, dass dem Gutachten von Dr. H.____ keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Es hielt fest, dass insbesondere die Ausführungen von Dr. H.____ zur Verbess erung des Gesundheitszustandes des Versicherten nicht überzeugen würden. Zwar sei das vo n Dr. H.____ anlässlich der Unter- suchung beobachtete deutlich adäquatere Verhalten des E xploranden grundsätzlich nachvoll- ziehbar. Indes sei die beträchtliche Steigerung der Ar beitsfähigkeit von ursprünglich maximal 30% auf aktuell 80% bis 100% weder nachvollziehbar noch hinreichend bestimmt. Indem er die Einschätzung von Dr. I.____ in Frage stelle, vermische er die Beurteilung des aktuellen und des früheren Gesundheitszustandes des Versicherten, was die Zweifel an der von ihm festgestellten Verbesserung des Gesundheitszustandes verstärke. Da die üb rigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte auch keine verlässliche Entscheidgrun dlage bilden, seien die Abklä- rungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreich end beweiskräftig. Das Kan- tonsgericht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Abklärung des massge- benden medizinischen Sachverhalts ein bidisziplinäres Gerich tsgutachten in Auftrag zu geben, mit dessen Erstellung Dres. C.____ und D.____ beauftragt wurden. 10.1 Am 29. November 2014 diagnostizierte Dr. C.____ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikovertebrales und thorako-lumbovertebra les Schmerzsyndrom. Insgesamt habe sich der Zustand aus muskuloskeletärer Sicht gegenüber demjenigen im Jahr 2006 nicht signifikant verändert, auch wenn kleinere Beschwerdeversc hiebungen festzustellen seien. Demgegenüber habe sich der Gesundheitszustand internmed izinisch – wenn auch funktionell und in Bezug auf die versicherungsmedizinische Beurteilu ng nicht in signifikantem Ausmass – leicht verschlechtert. Aus somatischer Sicht sei die Leistungsfähigkeit des Versicherten mit dem Zustand im Jahr 2006 weitgehend identisch. Die bisherige Tätigkeit als Hilfsgipser sei dem Ver- sicherten weiterhin nicht zumutbar. Für angepasste Täti gkeiten bestünde aber aus rheumatolo- gischen Gründen keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 10.2 Dr. D.____ diagnostizierte am 16. März 2015 mit A uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45 .40) und eine kombinierte Persön- lichkeitsstörung mit histrionischen, infantil-unreifen und dependenten Anteilen (ICD-10 F61.0). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein e zum Untersuchungszeitpunkt weitge- hend remittierte rezidivierend depressive Störung (ICD-1 0 F33.4), ein chronischer Ehekonflikt (ICD-10 Z63), Probleme mit den ökonomischen Verhältni ssen (ICD-10 Z59) und Analphabetis- mus (ICD-10 Z55). Hinweise für eine willentliche Herb eiführung oder massive Verdeutlichung psychischer oder körperlicher Störungen im Sinne einer A ggravation oder Simulation würden sich nicht zeigen. Die diagnostizierte kombinierte Persön lichkeitsstörung sei als eine mitwirken- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht de psychisch ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schw ere, Intensität, Ausprägung und Dauer zu beurteilen. Die durchgeführten ambulanten un d stationären Behandlungsversuche seien durchwegs erfolglos geblieben. Ein ausgeprägter sozialer Rückzug sei – wenn auch nicht in allen Belangen des Lebens – zu bejahen. Ausserdem be stünde ein mehrjähriger chronifizier- ter Krankheitsverlauf ohne längerdauernde Rückbildung . Die bisherigen Behandlungen hätten keine relevante Besserung gebracht. Aufgrund der sehr g eringen Problembewältigungsmög- lichkeiten des Versicherten seien die Ressourcen für eine w illentliche Überwindung der emp- fundenen Beschwerden und Beeinträchtigungen als minimal zu beurteilen. Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der ausgeprägten und chronifizierte n Schmerzstörung und der relevanten komorbiden Persönlichkeitsstörung von einer 80%-igen Arbe itsunfähigkeit für sämtliche Tätig- keiten auszugehen. Der Versicherte wäre einem potentiell en Arbeitgeber aufgrund seines zum Teil histrionisch-agitiert anmutenden Beschwerdegebaren s wohl kaum mehr zumutbar. Ange- sichts des mittlerweile langjährigen Krankheitsverlaufs und der schleichenden Verschlechterung im Sinne einer zunehmenden Fixierung und Chronifizieru ng des Beschwerdebildes könne kei- nesfalls von einer Verbesserung der Symptomatik gesproch en werden. Betreffend die anhal- tende somatoforme Schmerzstörung würden sich aus den vo rliegenden medizinischen Unterla- gen keine wesentlichen Diskrepanzen ergeben. Auch Dr. I.____ und Dr. H.____ hätten die aus- geweitete Schmerz- resp. Beschwerdesymptomatik des Versichert en diagnostisch als anhal- tende somatoforme Schmerzstörung beurteilt. Die zwischenze itlich diagnostizierte rezidivierend depressive Störung sei im Zeitpunkt der Untersuchung rem ittiert. Auch hinsichtlich der diagnos- tizierten Persönlichkeitsstörung seien keine wesentlichen Diskrepanzen zur aktuellen Einschät- zung erkennbar. Trotz weitreichender Übereinstimmung de r diagnostischen Beurteilung be- stünde aber eine erhebliche Diskrepanz bei der Beurteilu ng der Arbeitsfähigkeit. Während Dr. I.____ der Auffassung sei, dass eine relevante Arbe itsfähigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft nicht gegeben und der Versicherte ein em potentiellen Arbeitgeber eher nicht zumutbar sei, habe Dr. H.____ – bei weitgehend überei nstimmender diagnostischer Beurteilung – zwar ebenfalls eine bedeutsame Einschränkung der Arbe itsfähigkeit attestiert. Er halte aber den Versicherten in „Zudienerarbeiten“ für arbeitsfäh ig. Dieser Einschätzung könne aber ange- sichts der aktuellen Untersuchungsergebnisse nicht gefolgt werden. Beim Versicherten seien Urteilsfähigkeit, Realitätsbezug und Kontaktfähigkeit ve rmindert. Der Antrieb sei leicht vermin- dert, die Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit, sowie Affekt-, Emotions- und Impulskontrolle sei- en deutlich beeinträchtigt. Somit würden sich auch hinsich tlich der komplexen Ich-Funktionen Beeinträchtigungen ergeben, die sich als wesentliche Ak tivitäts- und Partizipationsstörungen im Sinne einer verminderten Flexibilität und Umstellfähig keit, Entscheidungsschwäche, verminder- te Durchhaltefähigkeit und verminderte Selbstbehauptung sfähigkeit der Fähigkeit zu familiären Beziehungen und der Fertigkeit zu spontanen Aktivitäten ä ussern würden. Die elementaren Voraussetzungen, um in der freien Wirtschaft eine Arbeitsleistung zu erbringen, seien nicht vor- handen. 10.3 In ihrer Stellungnahme zum Gerichtsgutachten und zu den Auswirkungen der medizini- schen Beurteilung auf den Leistungsanspruch vom 23. Apr il 2015 hielt die IV-Stelle unter Ver- weis auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. E.____ vom 23. April 2015 fest, der Beschwer- deführer weise mehrfache Ressourcen auf, welche gegen eine Arbeitsunfähigkeit von 80% sprechen würden. So hielt Dr. E.____ fest, dass eine be inahe vollständige Arbeitsunfähigkeit Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei Versicherten vorliegen würden, die im Alltag nicht autonom seien und ihre Freizeit weder nutzen noch gestalten könnten, reiseunfähig seien und die Wohnung kaum verlassen würden. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Die vom Gerichtsgutac hter gemachten Angaben über die Ta- gesabläufe / Ressourcen würden vielmehr für eine Arbeit sfähigkeit von bis zu 60% sprechen. So gehe der Versicherte regelmässig und alleine für län gere Zeit spazieren und er beschäftige sich regelmässig mit dem Fahrrad, mache zudem das Famili enleben mit, gehe der Behandlung in der Tagesklinik regelmässig nach und brate und koche g erne. Ausserdem würde er am PC spielen und gelegentlich Musik machen. Ferner erledige er zusammen mit seiner Ehefrau die Einkäufe, fahre manchmal mit dem Auto und sei reisefähig. So habe er sich im Jahr 2014 einen Monat lang unbeschwert in seinem Heimatland aufgehalt en. Insgesamt sei davon auszugehen, dass beim Versicherten mehrfache Ressourcen vorhanden seien. Ausserdem habe sich seit der Begutachtung durch Dr. I.____ im Jahr 2007 eine Verbesserung des psychischen Gesundheits- zustandes eingestellt. 11.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.4 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzu ng der medizinischen Experten oder Expertinnen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachken ntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfü- gung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medi zinisch zu erfassen. Vorliegend sind keinerlei Gründe ersichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse im bidisziplinären Gut- achten der Dres. C.____ und D.____ vom 29. November 2014 / 16. März 2015 in Frage zu stel- len oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhal ten, dass das Gutachten die recht- sprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beur teilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltlich e Mängel auf, es ist – wie dies vom Bun- desgericht verlangt wird (vgl. E. 6.3 hiervor) – für d ie streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es leuchtet in der D arlegung der medizinischen Zusam- menhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situati on ein. Sodann weist das Gutachten keinerlei Widersprüche auf und es setzt sich auch mit d en bei den Akten liegenden (abwei- chenden) fachärztlichen Einschätzungen auseinander. Zun ächst steht unbestritten fest, dass dem Versicherten aus somatischer Sicht weiterhin angepasst e Tätigkeiten zu 100% zumutbar sind. Der Versicherte weist aber in psychiatrischer Hinsicht e ine ausgeprägte und chronifizierte Schmerzstörung und eine relevante komorbide Persönlichke itsstörung auf. Nach der überzeu- genden Beurteilung von Dr. D.____ ist der Versicherte w egen seiner sehr geringen Problembe- wältigungsmöglichkeiten und Ressourcen kaum in der Lag e, seine Schmerzen willentlich zu überwinden. Weiter legt Dr. D.____ unter hinreichender Berücksichtigung der in Revisionsfällen zu beachtenden Besonderheiten (vgl. E. 6.5 hiervor) dar, dass seit der Rentenzusprache im Jahr 2007 keine Verbesserung des Gesundheitszustandes stattg efunden hat. Vor diesem Hin- tergrund ist auch die fachärztliche Einschätzung der Arb eitsfähigkeit nachvollziehbar begründet und es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon au szugehen, dass der Beschwerdefüh- rer aktuell und retrospektiv aus psychischen Gründen eine verminderte Leistungsfähigkeit von 80% aufweist. Insgesamt ist die Beurteilung im Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 29. November 2014 / 16. März 2015 sowohl in der Darle gung der medizinischen Zusammen- hänge als auch bezüglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb bei der Beurteilung der medizinischen Sachlage massgebend. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.2 Daran vermögen die Vorbringen der IV-Stelle nich ts zu ändern. Wenn Dr. E.____ die vom Gerichtsgutachter Dr. D.____ attestierte Arbeitsunfä higkeit von 80% als nicht nachvoll- ziehbar erachtet mit der Begründung, dass eine beinahe vollständige Arbeitsunfähigkeit insbe- sondere dann anzunehmen sei, wenn die versicherte Person im Alltag beinahe nicht autonom sei, die Freizeit weder nutzen noch gestalten könne, die Wohnung kaum verlasse, nicht reisefä- hig sei und zudem kein Interesse an seiner Umgebung, an PC-Spielen oder TV zeige, kann ihm nicht gefolgt werden. Selbst wenn der Versicherte – gem äss den Angaben im Gerichtgutachten – regelmässig und alleine längere Spaziergänge macht, si ch regelmässig mit seinem Fahrrad beschäftigt, der Behandlung in der Tagesklinik regelmässig nachgeht, gerne brät und kocht, am PC spielt, gelegentlich Musik macht, gelegentlich Auto fährt und in sein Heimatland verreist, lässt dies noch keine gesicherten Schlüsse zur Leistungsfähig keit des Versicherten zu. Viel- mehr führte Dr. D.____ unter Hinweis auf die Ergebni sse der Testung gemäss Mini-ICF-APP (vgl. LINDEN/BARON/MUSCHALLA, Mini-ICF-Rating für Aktivitäts- und Partizipationsstörungen bei psychischen Erkrankungen [Ein Kurzinstrument zur Fremdbe urteilung von Aktivitätsstörun- gen bei psychischen Erkrankungen in Anlehnung an die in ternationale Klassifikation der Funkti- onsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation], 2009) über- zeugend aus, dass beim Versicherten die elementaren Voraussetzungen, um in der freien Wirt- schaft eine nennenswerte und vor allem stabile Arbeitslei stung zu erbringen, nicht vorhanden seien. So bestehen insbesondere bei der Anpassung an Regeln, Routinen und bei der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexib ilität und Umstellfähigkeit, der Ent- scheidungs- und Urteilsfähigkeit sowie der Durchhaltefähigkeit eine Einschränkung vom Grad 3 (Beeinträchtigung mit partieller Assistenznotwendigkeit) , was einer erheblichen Beeinträchti- gung der Leistungsfähigkeit entspricht. Wenn Dr. E.__ __ davon ausgeht, dass sich seit der Be- gutachtung durch Dr. I.____ im Jahr 2007 eine Verbesse rung des psychischen Gesundheitszu- standes eingestellt hat, kann ihm nicht gefolgt werden , deckt sich doch die Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit von Dr. D.____ weitgehend mit derjenig en von Dr. I.____ im Gutachten vom 2. Mai 2007. Beide Gutachter gehen von einer erheblich en Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen aus und sie halten letztlich überein stimmend fest, dass der Versi- cherte einem Arbeitgeber nicht mehr zumutbar wäre. Insg esamt benennt der RAD-Arzt Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 23. April 20 15 keine Aspekte, die im Rahmen der Be- gutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären . Im Hinblick auf die erheblichen Ein- schränkungen des Beschwerdeführers reicht es für die Annah me einer Verbesserung des Ge- sundheitszustandes nicht aus, wenn dieser im Rahmen der Beg utachtung bei Dr. D.____ – im Vergleich zur Exploration bei Dr. I.____ im Jahr 2007 – ein adäquateres Verhalten zeigte. Ins- gesamt vermögen die Vorbringen des RAD-Arztes Dr. E._ ___ die ausschlaggebende Beweis- kraft des Gerichtsgutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. 12. Werden die beiden Sachverhalte, welche im 2007 zu r Berentung und im Jahr 2013 zur Aufhebung der Rente geführt haben, verglichen, so erwe ist sich, dass sich der Gesundheitszu- stand des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rent enzusprechung nicht massgeblich verändert hat. Damit steht fest, dass keine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten ist und damit die Voraussetzungen der Revisi on von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht er- füllt sind. Demnach ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene Verfügung vom Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 12. September 2013, mit welcher der Rentenanspruch de s Beschwerdeführers revisionsweise verneint wurde, aufzuheben und es ist festzustellen, dass de r Beschwerdeführer weiterhin An- spruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat. 13. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens z u befinden. 13.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die Beschwerdegeg- nerin als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfah renskosten zu tragen. In diesem Zusam- menhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten aufer- legt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliege nden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 13.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträge r die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, we nn die Massnahmen für die Beurtei- lung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nach träglich zugesprochener Leistun- gen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Ver- fahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Ger icht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesger icht weiter, mit der zitierten Bestim- mung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. B GE 137 V 265 f. E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unter- suchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigke it, eine Gerichtsexpertise anzu- ordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellatio nen der Fall: Wenn ein manifester Wider- spruch zwischen den verschiedenen, aktenmässig belegten ärztl ichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründet e Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Expertise abgestellt ha be, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwal- tung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive kon- vergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rech tsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanzlichen Geri chtsgutachtens an sie nicht gerecht- fertigt, aus welchen Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen : BGE 139 V 502 E. 4.4 mit Hin- weisen). Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 19. Dezember 2013 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestüt zt auf die damals vorhandene Ak- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenlage nicht möglich war. Wie in Erwägung 9 ausgefü hrt, war die Beurteilung der Arbeitsfähig- keit von Dr. H.____ im Gutachten vom 8. Mai 2012 mit Blick auf die Anforderungen an den Be- weiswert ärztlicher Berichte und Gutachten in Revisionsfäl len weder nachvollziehbar noch hin- reichend bestimmt. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidgrundlage bildeten, waren die Abklä rungsergebnisse aus dem Verwal- tungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Demnach w ies das Verwaltungsverfahren Un- tersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwen dig machten. Die Kosten des Ge- richtsgutachtens, welche sich gemäss den eingereichten Hon orarnoten vom 29. November 2014 und 20. März 2015 auf insgesamt Fr. 9‘537.05 belaufen, sind unter diesen Umständen der Vorinstanz aufzuerlegen. 13.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besc hwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seinen Honorarnoten vom 2. Dezember 2013 und 2 6. Mai 2015 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von insgesamt 8,5 Stunden à F r. 250.--, 55 Minuten à Fr. 166.-- (Vo- lontärin) und Auslagen von Fr. 293.60 geltend gemacht. Zu beachten ist, dass die Teilnahme von Rechtsvertreterinnen und Rechtsvertretern an der U rteilsberatung (50 Minuten à Fr. 166.--) praxisgemäss nicht vergütet werden. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 2‘627.-- (8,5 Stunden à Fr. 250.-- und 5 Minuten à 166.-- sowie Ausla- gen von Fr. 293.60 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng der IV-Stelle Ba- sel-Landschaft vom 12. September 2013 aufgehoben und f estgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ga nze Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 9‘537.05 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdef ührer eine Par- teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘627.-- (inkl. A uslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht