B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Entscheid angefochten beim BGer Abteilung I A-3795/2025 Z w i s c h e n e n t s c h e i d v o m 1 4 . J u l i 2 0 2 5 Besetzung Richter Stephan Metzger (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiberin Anna Wildt. Parteien 1. A._______, 2. B._______, 3. C._______, alle vertreten durch Dr. Thomas Rihm, Rechtsanwalt, Rihm Rechtsanwälte, Beschwerdeführerinnen, gegen Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF, Bernerhof, Bundesgasse 3, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Ausstandsbegehren. A-3795/2025 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Mit der als «Gesuch um gütliche Einigung gemäss Art. 33b des Ver- waltungsverfahrensgesetzes» betitelten Eingabe vom 12. Mai 2023 er- suchten A._______, B._______ und C._______ beim Eidgenössischen Fi- nanzdepartement (EFD) um die Einleitung eines Verwaltungsverfahrens mit dem Ziel der gütlichen Einigung. Das EFD nahm die Eingabe als Staatshaftungsgesuch entgegen. Als Anspruchsgrundlage wiesen die Ge- suchstellerinnen in ihrer Eingabe auf den Konkurs der D._______ GmbH hin. Bei den Gesuchstellerinnen handle es sich um Gläubigergruppen bzw. Vertretungen von Gläubigergruppen der D._______ GmbH. Die Gesuch- stellerinnen erhoben teilweise Anspruc h auf die blockierten Vermögens- werte im Fallkomplex E._______, deren Rückführung in die Republik Us- bekistan vom Bundesrat beschlossen worden sei. A.b Das EFD wies das Gesuch mit Verfügung vom 6. September 2023 ab. Es hielt unter anderem fest, dass Hinweise auf ein widerrechtliches Verhal- ten sowie a uf einen Kausalzusammenhang zwischen dem geltend ge- machten Schaden und dem geltend gemachten widerrechtlichen Verhalten fehlten. A.c Hiergegen erhoben A._______, B. _______ und C._______ Be- schwerde an das Bundesverwaltungsgericht und stellten diverse Rechts- begehren, darunter prozessuale Anträge auf Erlass vorsorglicher Mass- nahmen. Unter anderem beantragten sie, es sei dem Repatriierungsver- fahren vorläufig Einhalt zu gebieten. A.d Im daraufhin eröffneten Verfahren A-5526/2023 behandelte Instrukti- onsrichter Jürg Marcel Tiefenthal die prozessualen Begehren mit den Zwi- schenverfügungen vom 29. November 2023, vom 12. Januar 2024 sowie vom 14. Februar 2024. B. B.a Am 18. Juni 2024 ersu chten A._______, B._______ und C._______ beim Eidgenössischen Finanzdepartement u m Zugang zu folgenden Do- kumenten: 1. […] Bundesratsbeschluss vom Mai 2018 betreffend Repatriierung der in Genf blockierten Gelder in Höhe von CHF (…) zugunsten der Republik U sbekistan, A-3795/2025 Seite 3 einschliesslich aller Dokumente in Vor- und Nachbearbeitung des Bundesrats- beschlusses. 2. Das Zugangsgesuch gemäss Ziff. 1 umfasst ebenso Dokumente zu allfälli- gen Bundesratsbeschlüssen (ab Mai 2018 –Ende 2019) zum Wiedereintritt der Republik Usbekistan in die Helvetistan-Gruppe. In der Folge überwies das EFD Teile dieses Gesuchs zuständigkeitshalber an das Bundesamt für Justiz BJ. Weitere Teile wurden von der Bundesan- waltschaft BA bearbeitet. Für Dokumente betreffend Ziff. 2 des Zugangs- gesuchs erachtete das EFD das Staatssekretariat für internationale Fi- nanzfragen SIF als zuständig. Nach Kontaktaufnahme bzw. Austausch mit dem SIF ersuc hten die Ge- suchstellerinnen mit Schreiben vom 29. August 2024 unter anderem um Einsicht in sämtliche amtliche Dokumente im Zusammenhang mit dem Wiedereintritt der Republik Usbekistan in die IMF-Stimmrechtsgruppe Hel- vetistan im Jahr 2019. Mit Schreiben vom 3. September 2024 brachten die Gesuchstellerinnen vor, die Dokumente würden auch E-Mail sowie elektro- nische Textbotschaften mit verschiedenen namentlich genannten Amtsträ- gern umfassen. B.b Mit Verfügung vom 25. März 2025 entschied das SIF, dass der Zugang zu den amtlichen Dokumenten unter Berücksichtigung von gewissen Ein- schränkungen (Schwärzungen) gewährt werde. C. Gegen die Verfügung des SIF erhoben die Beschwerdeführerinnen mit Ein- gabe vom 14. April 2025 Beschwerde am Bundesve rwaltungsgericht (BGÖ-Verfahren A-2652/2025). In diesem Verfahren bestätigte Instrukti- onsrichter Jürg Marcel Tiefenthal mit Zwischenverfügung vom 22. April 2025 den Eingang der Beschwerde und nahm weitere Instruktionen vor. D. Mit Eingabe vom 6. Mai 2025 st ellen die Beschwerdeführerinnen Aus- standsbegehren gegen Richter Jürg Marcel Tiefenthal in den Beschwerde- verfahren A-2652/2025 (BGÖ-Verfahren betreffend Verfügung des SIF) und A -5526/2023 (Staatshaftungsverfahren betreffend Verfügung des EFD). E. In zwei weit eren BGÖ-Beschwerdeverfahren stellten die Beschwerdefüh- rerinnen ebenfalls Ausstandsbegehren gegen Instruktionsrichter Jürg A-3795/2025 Seite 4 Marcel Tiefenthal (Verfahren A-7657/2024 betreffend eine Beschwerde ge- gen die Verfügung des BJ vom 14. November 2024 und Verfahren A-113/2025 betreffend eine Beschwerde gegen die Stellungnahme der BA vom 20. Dezember 2024). In den daraufhin eröffneten Ausstandsverfahren A -1060/2025 und A-1063/2025 wurde Richter Stephan Metzger als Instruktionsrichter einge- setzt, woraufhin die Beschwerde führerinnen mit Eingabe vom 18. März 2025 Ausstandsgründe gegen Richter Stephan Metzger sowie gegen sämtliche Gerichtspersonen des Bundesverwaltungsgerichts vorbrachten. Auf diese Ausstandsbegehren trat das Bundesverwaltungsgericht mit Zwi- schenentscheid A-1063/2025 vom 13. Mai 2025 nicht ein und wies gleich- zeitig das im Verfahren A-7657/2024 gegen Richter Jürg Marcel Tiefenthal gestellte Ausstandsbegehren ab. Im Weiteren trat das Bundesverwaltungs- gericht mit Zwischenentscheid A-1060/2025 vom 13. Mai 2025 auf die im Verfahren A-113/2025 gestellten Ausstandsbegehren nicht ein. F. Mit Schreiben vom 11. Juni 2025 nahm Richter Jürg Marcel Tiefenthal zum Ausstandsbegehren im Verfahren A -2652/2025 Stellung. Das Schreiben wurde den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 20. Juni 2025 zur Kenntnisnahme übermittelt. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Die Beschwerdeführerinnen verlangen in ihrem Schreiben vom 6. Mai 2025 Auskunft von Richter Stephan Metzger über «sog. SVP -Stammti- sche». Bereits im Verfahren A-1063/2025, gaben sie mit diesem Vorbrin- gen sinngemäss zu verstehen, Richter Stephan Metzger erwecke den An- schein einer Befangenheit, zumal sie eine Einflussnahme auf das Staats- haftungsverfahren an «sog. SVP -Stammtischen» befürchten würden. Da Richter Stephan Metzger ein Mitglied der SVP sei, habe er «womöglich auch an den besagten Stammtischen teilgenommen» (vgl. Zwischenent- scheid A-1063/2025 vom 13. Mai 2025 Sachverhalt Bst. E). 1.2 Nach Art. 38 VGG gelten die Bestimmungen des BGG über den Aus- stand (Art. 34 ff. BGG) im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sinngemäss. Über ein Ausstandsbegehren entscheidet in der Regel die A-3795/2025 Seite 5 Abteilung in der Besetzung mit drei Richterinnen bzw. Richtern unter Aus- schluss der betroffenen Gerichtsperson (vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG, Art. 38 VGG i.V.m. Art. 37 Abs. 1 BGG). Indessen darf laut Rechtsprechung bei einem von vornherein untauglichen Begehren die abgelehnte Gerichtsper- son beim entsprechenden Nichteintretensentscheid mitwirken (vgl. Urteile des BGer 9F_14/2018 vom 7. November 2018; 9C_900/2017 vom 27. März 2018 E. 1.2.1; 9C_509/2008 vom 29. Dezember 2008 E. 3.2 ; Urteil des BVGer C-7231/2018 vom 4. Januar 2019). 1.3 Die Beschwerdeführerinnen substanziieren nicht, worauf ihre An- nahme beruht, Richter Stephan Metzger habe als Mitglied der SVP «wo- möglich auch an den besagten Stammtischen teilgenommen», bezüglich derer sie eine Einflussnahme auf das Staatshaftungsverfahren vermuten. Es handelt sich um blosse Mutmassungen bzw. unbelegte Annahmen, die nicht geeignet sind, den Anschein einer Befangenheit zu erwecken. Die Parteizugehörigkeit bzw. die politische Einstellung eines Richters für sich allein stellt rechtsprechungsgemäss keinen Ausstandsgrund dar, weshalb das Ausstandsbegehren als untauglich bzw. unzulässig zu qualifizieren ist (vgl. Urteile des BGer 1B_275/2018 vom 28. Juni 2018 E. 2.2; 6B_1043/2014 vom 25. November 2014 E. 2). 1.4 Demnach ist auf das Ausstandsbegehren gegen Richter Stephan Metz- ger im vorliegenden Zwischenverfahren nicht einzutreten. 2. Die Befugnis zum Entscheid über das Ausstandsbegehren gegen Richter Jürg Marcel Tiefenthal setzt die voraussichtliche Zuständigkeit des Bun- desverwaltungsgerichts in der Hauptsache voraus. Prima facie ist davon auszugehen, dass die im Verfahren A-2652/2025 an- gefochtene Verfügung in den Bereich des Bundesgesetzes über das Öf- fentlichkeitsprinzip der Verwaltung vom 17. Dezember 2004 (BGÖ, SR 152.3) fällt, so dass die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts voraussichtlich gegeben ist (vgl. Art. 16 Abs. 1 BGÖ; Art. 31 ff. des Bun- desgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht [VGG, SR 173.32]). Damit ist das Bundesverwaltungsgericht auch für die Beurteilung von Fra- gen formeller Natur, die sich im Rahmen des Hauptverfahrens ergeben, zuständig, so auch für den Entscheid über das vorliegende Ausstandsbe- gehren (vgl. BVGE 2007/4 E. 1.1). A-3795/2025 Seite 6 3. 3.1 Mit Schreiben vom 6. Mai 2025 bringen die Beschwerdeführerinnen in Bezug auf das Verfahren A-2652/2025 vor, Instruktionsrichter Jürg Marcel Tiefenthal gelte als vorbefasst. In diesem Verfahren müsse – wie auch in den anderen BGÖ -Verfahren ( A-7657/2024 und A -113/2025) über Zu- gangsentscheide geurteilt werden, die bereits im Staatshaftungsverfahren A-5526/2023 abschlä gig entschieden worden seien. Deshalb liege eine Vorbefassung vor. Des Weiteren bringen sie vor, Richter Jürg Marcel Tiefenthal und Richter Stephan Metzger seien gebeten worden, zur Existenz «sog. SVP-Stamm- tische» Auskunft zu geben. Ihnen (den Beschwerdeführerinnen) sei «zuge- rufen» worden, dass SVP-Bundesparlamentarier anlässlich eines solchen Stammtischs auf das Staatshaftungsverfahren A -5536/2023 Einfluss ge- nommen hätten, insbesondere als es um die Wiederwahl der Bundesver- waltungsrichter im Herbst 2024 gegangen sei. Im Weiteren wollten sie wis- sen, welche Auskünfte (der Instruktionsrichter) anlässlich einer Studie der Schweizerischen Richtervereinigung (zu Wiederwahlen) erteilt habe. 3.2 In seiner Stellungnahme vom 11. Juni 2025 beantragt Richter Jürg Marcel Tiefenthal, das Ausstandsbegehren sei abzuweisen. Zur Begrün- dung führt er im Wesentlichen an, die Beschwerdeführerinnen würden keine Umstände vorbringen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein einer Befangenheit erzeugen könnten. Ihre lediglich kurzen p auschalen Ausführungen belegten vielmehr, dass sie offensichtlich mit der bisherigen Verfahrensleitung bzw. prozessualen Zwischenentscheidung(en) mit je- weils zugehöriger Begründung des Bundesverwaltungsgerichts im Verfah- ren A-5526/2023 nicht einverstanden seien und dies mit der Vermutung begründen wollten, die von ihrem Ausstandsgesuch betroffene Gerichts- person hätte aufgrund einer Befangenheit bislang im Sinne der Gegenpar- tei und entgegen ihren Interessen entschieden. Ein solches Nicht -Einver- ständnis vermöge indessen nicht den objektiven Anschein der Befangen- heit der beteiligten Gerichtsperson zu begründen. Demnach werde keine befangenheitsbegründende Tatsache glaubhaft gemacht. 4. 4.1 Richter, Richterinnen, Gerichtsschreiber und Gerichtsschreiberinnen (Gerichtspersonen) treten in Ausstand, wenn sie in der Sache ein persön- liches Interesse haben (Art. 34 Abs. 1 Bst. a BGG ); in einer anderen A-3795/2025 Seite 7 Stellung, insbesondere als Mitglied einer Behörde, als Rechtsberater oder Rechtsberaterin einer Partei, als sachverständige Person oder als Zeuge beziehungsweise Zeugin, in der gleichen Sache tätig waren (Bst. b); mit einer Partei, ihrem Vertreter beziehungsweise ihrer Vertreterin oder einer Person, die in der gleichen Sache als Mitglied der Vorinstanz tätig war, ver- heiratet sind oder in eingetragener Partnerschaft oder dauernder Lebens- gemeinschaft leben (Bst. c); mit einer Partei, ihrem Vertreter beziehungs- weise ihrer Vertreterin oder einer Person, die in der gleichen Sache als Mitglied der Vorinstanz tätig war, in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis und mit dem dritten Grad verwandt oder verschwägert sind (Bst. d) oder aus anderen Gründen, insbesondere wegen besonderer Freundschaft oder persönlicher Feindschaft mit einer Partei oder ihrem Vertreter bezie- hungsweise ihrer Vertreterin, befangen sein könnten (Bst. e). Die in Abs. 1 von Art. 34 BGG erwähnten Ausstandsgründe sind nicht abschliessend zu verstehen. Namentlich dessen Bst. e gilt als Auffangtatbestand ( Urteile BGer 4F_7/2010 vom 29. Juni 2010 E. 5 und 2C_171/2007 vom 19. Okto- ber 2007 E. 5.1). Die Rechtsprechung nimmt Voreingenommenheit und Befangenheit an, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters zu erwecken. Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Un- voreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begründet er- scheinen. Es genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrach- tung den Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung ist nicht erforderlich, dass der Richter tatsächlich befan- gen ist (statt vieler BGE 148 IV 137 E. 2.2). 4.2 Die Mitwirkung in einem früheren Verfahren des Bundes verwaltungs- gerichts bildet für sich allein keinen Ausstandsgrund (vgl. Art. 34 Abs. 2 BGG). Vielmehr müssen weitere Umstände hinzutreten, die den Anschein der Befangenheit begründen ( ISABELLE HÄNER, in: Nig- gli/Uebersax/Wiprächtiger/Kneubühler, in : Bundesgerichtsgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Rz. 22 zu Art. 34 BGG). 4.3 Richterliche Verfahrensfehler können nur ausnahmsweise die Unab- hängigkeit bzw. die Unbefangenheit einer Gerichtsperson in Frage stellen. Dabei müssen objektiv gerechtfertigte Gründe zur Annahme bestehen, dass sich in Rechtsfehlern gleichzeitig eine Haltung manifest iert, die auf fehlender Distanz und Neutralität beruht. Die Annahme einer Befangenheit ist nur gerechtfertigt, wenn besonders krasse Fehler oder wiederholte Irr- tümer vorliegen, die eine schwere Verletzung der richterlichen Pflichten darstellen bzw. auf eine Absicht der Benachteiligung einer Prozesspartei A-3795/2025 Seite 8 schliessen lassen (BGE 125 I 119 E. 3e m.H.; Urteile des BGer 2C_724/2022 vom 12. Oktober 2022, 4A_208/2018 vom 22. August 2018 E. 2 und 1B_203/2018 vom 18. Juni 2018 E. 2.1; Zwischenentscheide des BVGer A-6907/2024 vom 7. Januar 2025 E. 2.4; A-3787/2023 vom 15. Au- gust 2023 E. 3.5). 4.4 Das Ausstandsverfahren dient nicht dazu, den Parteien zu ermögli- chen, die Art der Verfahrensführung und namentlich die von der Verfah- rensleitung getroffenen Zwischenentscheide a nzufechten. Diesbezüglich sind primär die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel gegen beanstandete Verfahrenshandlungen auszuschöpfen (BGE 143 IV 69 E. 3.2; Urteil des BGer 7B_118/2022 vom 24. August 2023 E. 4; Urteil des BVGer A-3962/2022 vom 1. März 2024 E. 4.4). 4.5 Die betroffene Partei hat die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen (vgl. Art. 36 Abs. 1 Satz 2 BGG). Dabei genügt es, wenn eine g ewisse Wahrscheinlichkeit dafürspricht (vgl. BGE 120 II 393 E. 4c). Bloss allgemeine Vorwürfe der Befangenheit – beispielsweise an- dere Ansichten in Grundsatzfragen oder der Umstand, dass die herr- schende Praxis der Behörde zu einer bestimmten Frage von der A uffas- sung der Parteien abweicht – sind keine konkreten Anhaltspunkte für eine Befangenheit (vgl. Urteile des BVGer B-2381/2020 vom 23. September 2020 E. 6.2 m.H.; A-2142/2016 vom 9. September 2016 E. 6.4.2 m.H.). 5. 5.1 Die bereits im Verfahren A -1063/2025 gestellten Vorbringen, Richter Jürg Marcel Tiefenthal solle sich zu «sog. SVP Stammtischen» bzw. einer «möglichen Stellungnahme» zuhanden der Schweizerischen Richterverei- nigung äussern, basier en auf der blossen Mutmassung, es sei eine Ein- flussnahme auf das Staatshaftungsverfahren an «sog. SVP -Stammti- schen» zu befürchten. Die Vorbringen erweisen sich als völlig ungeeignet, den Anschein einer Befangenheit von Richter Jürg Marcel Tiefenthal zu er- wecken (vgl. Zwischenentscheid A-1063/2025 vom 13. Mai 2025 E. 6.1). 5.2 In der Frage, ob die Mitwirkung in einem anderen Verfahren den An- schein einer Befangenheit zu erzeugen vermag, kommt es sodann darauf an, ob die zu entscheidenden Fragen trotz Vorbefassung noch als offen erscheinen. Diese Beurteilung richtet sich unter anderem danach, über welche Fragen in den beiden Verfahren zu entscheiden ist (vgl. BGE 140 I 326 E. 5.1; 114 Ia 50 E. 3 d). A-3795/2025 Seite 9 Gegenstand des BGÖ -Verfahrens A-2652/2025 ist die Einsichtnahme in Dokumente im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme von Usbekistan in die Stimmrechtsgruppe. Es ist nicht dargetan und auch nicht ersichtlich, inwiefern Richter Jürg Marcel Tiefenthal im Verfahren A -5526/2023 über das Einsichtsgesuch der Beschwerdeführerinnen beim SIF entschieden haben sollte. Die im Verfahren A -5526/2023 ergangenen Zwischenverfü- gungen, mit denen Anträge auf vorsorgliche Massnahmen nach Art. 56 VwVG abgewiesen wurden, sind nicht geeignet, den Anschein einer Vor- eingenommenheit von Richter Jürg Marcel Tiefenthal darzutun. So stützt sich etwa die Begründung der Zwischenverfügungen darauf, dass die «al- lenfalls bei drei Genfer Privatbanken deponierten bzw. blockierten Gelder voraussichtlich nicht den Streitgenstand im Verfahren A -5526/2023 be- schlagen würden, da der Bund nach Art. 3 Abs. 1 VG mit seinem eigenen Vermögen hafte bzw. der Antrag betreffend Einhalt des Repatriierungsver- fahrens voraussichtlich über den Streitgegenstand des Staatshaftungsver- fahrens hinausgehe» (vgl. Zwischenverfügung A-5526/2023 vom 14. Feb- ruar 2024). Nachdem die Frage der Repatriierung bzw. des Wiedereintritts von Usbekistan in die IMF-Stimmrechtsgruppe, bezüglich derer die Be- schwerdeführerinnen im Verfahren A-2652/2025 um Einsichtnahme in Do- kumente ersuchen, nicht vom Streitgegenstand des Verfahrens A-5526/2023 umfasst sein dür ften, erschliesst sich von vornherein nicht, inwiefern durch die Leitung des Verfahrens A -5526/2023 eine Vorbefas- sung entstehen soll, die die Offenheit von Richter Jürg Marcel Tiefenthal im BGÖ-Verfahren A-2652/2025 in Zweifel ziehen könnte. 5.3 Demnach vermag die Verfahrensleitung im Verfahren A-5526/2023 kei- nen Anschein der Befangenheit im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. b BGG zu erwecken. Aus objektiver Sicht bestehen keine Hinweise auf eine man- gelnde Offenheit von Richter Jürg Marcel Tiefenthal im Verfahren A-2652/2025. 6. Zusammengefasst ist das im Verfahren A-2652/2025 gestellte Ausstands- begehren gegen Richter Jürg Marcel Tiefenthal als unbegründet abzuwei- sen, soweit darauf einzutreten ist. 7. Bei diesem Verfahrensausgang haben die Beschwerdeführerinnen die Kosten des Ausstandsverfahrens zu tragen ( Art. 63 VwVG; Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem A-3795/2025 Seite 10 Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind auf Fr. 1’000.– festzusetzen (vgl. Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 4 VGKE). Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). (Dispositiv nächste Seite) A-3795/2025 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Auf das Ausstandsbegehren gegen Richter Stephan Metzger wird nicht eingetreten. 2. Das Ausstandsbegehren im Verfahren A -2652/2025 gegen Richter Jürg Marcel Tiefenthal wird abgewiesen. 3. Die Kosten für den vorliegenden Zwischenentscheid von Fr. 1’000.– wer- den den Beschwerdeführerinnen auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Zwischenentscheids der Ge- richtskasse zu überweisen. Die Zustellung der Rechnung erfolgt mit sepa- rater Post. 4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. Dieser Z wischenentscheid geht a n die Beschwerdeführerinnen und die Vorinstanz. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Stephan Metzger Anna Wildt A-3795/2025 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver- tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).