<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/html4/loose.dtd"> <html lang="en"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Entscheid: UV.2006.00345</title> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/favicon.ico" rel="SHORTCUT ICON"/> <link href="/xsp/.ibmxspres/dojoroot-1.9.7/dijit/themes/tundra/tundra.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/xsp/.ibmxspres/dojoroot-1.9.7/ibm/domino/widget/layout/css/domino-default.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xsp.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xspLTR.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/domjava/xsp/theme/webstandard/xspFF.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/svger.scss" media="screen" rel="stylesheet" type="text/css"/> <link href="/c050018/svg/findexweb.nsf/svger_print.scss" media="print" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body class="xspView tundra"> <form action="/c050018/svg/findexweb.nsf/urteil.xsp?uid=UWEE-9AQUJX" class="xspForm" enctype="multipart/form-data" id="view:_id1" method="post"> <header><div class="container-main noprint"><div class="container-header"><img alt="" class="xspImage" id="view:_id1:_id2:image1" src="/c050018/svg/findexweb.nsf/logo.png"/><div class="container-header-slogan show-for-medium"><h6>Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</h6></div></div></div></header><div class="container"> <div class="inner-container1 wrap clearfix"> <section class="vacancy"><div class="grid-container container-main"> <div class="grid-x grid-margin-x grid-margin-y container-form"> <div class="cell small-9 noprint"> <span>Entscheid: UV.2006.00345<span class="xspTextComputedField"></span></span></div> <div class="cell small-3 noprint"> <a href="#" id="view:_id1:lnkPrint">Drucken</a><a href="#" id="view:_id1:lnkBack">Zurück</a></div> <div class="cell small-12"> <div id="view:_id1:inputRichText1"><div class="domino-par--indent"><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3"><b>UV.2006.00345</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="3"><b> </b></font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="5">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="5">des Kantons Zürich</font><br/> <font face="serif" size="3">II. Kammer</font><br/> <font face="serif" size="3">Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender</font> <p><font face="serif" size="3">Sozialversicherungsrichter Meyer</font></p> <p><font face="serif" size="3">Sozialversicherungsrichterin Pfiffner Rauber</font></p> <p><font face="serif" size="3">Gerichtssekretär Trüssel</font></p> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>Urteil vom 13. August 2008</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">in Sachen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"><b>H.___</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Louis A. Capt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Bahnhofstrasse 15, Postfach 1410, 8620 Wetzikon</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"><b>CSS Versicherung AG</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font> <p><font face="serif" size="3"> </font></p> <p><font face="serif" size="3"> </font></p> <p><font face="serif" size="3"> </font></p> <p><font face="serif" size="3"> </font></p> <br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>Sachverhalt:</b></font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1. H.___, geboren 1974, war zuletzt bei der U.___ AG tätig und über diese bei der CSS Versicherung AG (nachfolgend: CSS) gegen Betriebs- und Nichtberufsunfälle sowie Berufskrankheiten versichert (Urk. 8/1-2). Am 4. Dezember 2004 zog sie sich bei einem Auffahrunfall eine Halswirbelsäulen-Distorsion (HWS-Distorsion) zu (Urk. 8/1 Ziff. 4, Ziff. 9, Urk. 8/3, Urk. 8/4).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Mit Verfügung vom 24. November 2005 stellte die CSS die von ihr bis dahin erbrachten Leistungen per 31. Dezember 2005 ein und verneinte eine weitergehende Leistungspflicht (Urk. 8/118). Die Versicherte erhob am 13. Dezember 2005 Einsprache (Urk. 8/124), welche die CSS mit Einspracheentscheid vom 17. August 2006 abwies (Urk. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">2. Gegen den Einspracheentscheid vom 17. August 2006 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 9. November 2006 Beschwerde und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass ihr die Leistungen aus UVG weiterhin zustünden (Urk. 1 S. 2 Mitte).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2006 beantragte die CSS die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 S. 2 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Am 7. Dezember 2006 wurde der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 9).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2006 (Urk. 10) reichte die Versicherte drei medizinische Gutachten ein (Urk. 11/1-3). Die CSS nahm dazu am 7. April 2008 Stellung (Urk. 16) und reichte ihrerseits drei neue ärztliche Beurteilungen vom 18. Februar 2008 nach (Urk. 17/11-13), zu denen die Versicherte am 14. Mai 2008 Stellung nahm (Urk. 21).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>Das Gericht zieht in Erwägung:</b></font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.1 Die massgebenden rechtlichen Grundlagen, insbesondere betreffend Gegenstand der Unfallversicherung (Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung; UVG) und das Erfordernis des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs, sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 3 ff.). Darauf kann, mit nachstehenden Ergänzungen, verwiesen werden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.2 Hat die versicherte Person eine HWS-Distorsion (oder eine von der Rechtsprechung analog behandelte Verletzung) erlitten, so wird der natürliche Kausalzusammenhang bejaht, auch wenn für noch bestehende Beschwerden keine organischen Ursachen nachweisbar sind, aber ein zur Arbeitsunfähigkeit führendes, als typisch bezeichnetes buntes Beschwerdebild - im Sinne einer der medizinischen Forschung entnommenen Vermutung - annehmen lässt, die Beschwerden seien durch die HWS-Verletzung verursacht worden (BGE 117 V 364 Erw. 5b/bb).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Wenn das genannte typische Beschwerdebild nicht vorliegt, so fehlt die Grundlage für die Vermutung, es bestehe nach einer HWS-Verletzung trotz fehlendem organischen Korrelat ein natürlicher Kausalzusammenhang, und dieser ist wie im Regelfall zu beurteilen, also bei somatischen Beschwerden, da ein organisches Korrelat fehlt, zu verneinen und bei psychischen Beschwerden nach der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu beurteilen. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.3 Zum von der Rechtsprechung umschriebenen, sogenannt typischen „bunten“ Beschwerdebild nach erlittener HWS-Verletzung gehört eine Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. (BGE 117 V 360 E. 4a). In BGE 134 V 109 hat das Bundesgericht zur Figur dieses sogenannt typischen Beschwerdebildes keine Modifikation vorgenommen. Es wiederholte die eben genannte Aufzählung (Erw. 6.2.1) und äusserte sich nicht dazu, ob und inwiefern die seit 1989 erfolgte medizinische Forschung die BGE 117 V 359 zugrunde gelegte Vermutung erhärtet haben könnte. Vielmehr verkürzte das Bundesgericht die genannte Umschreibung auf „ein komplexes und vielschichtiges Beschwerdebild mit eng ineinander verwobenen, einer Differenzierung kaum zugänglichen Beschwerden physischer und psychischer Natur“ (Erw. 7.1) beziehungsweise ein „Gemenge physischer und psychischer Symptome“ (Erw. 9).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.4 Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">körperliche Dauerschmerzen; </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">1.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">2.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">2.1 Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin hätten bereits vor dem Unfall bestanden. Gemäss verschiedenen ärztlichen Berichten habe sie vor dem Unfall an einer protrahierten posttraumatischen Belastungsstörung, chronischen Depressionen, ausgeprägten Ein- und Durchschlafstörungen, Alpträumen, Essstörungen, Nervosität sowie psychosomatischen Beschwerden gelitten (Urk. 2 S. 4 Erw. 2.3). Obwohl die Beschwerdeführerin spätestens seit Frühjahr 2000 keiner ambulanten Psychotherapie bedurft habe, sei sie rund einen Monat nach dem Unfallereignis wieder auf Antidepressiva angewiesen gewesen. Im Bericht vom 1. September 2005 der Rehaklinik A.___ sei darauf hingewiesen worden, dass bei der Beschwerdeführerin eine intensive Psychotherapie dringend indiziert sei. Auch der Hausarzt sei zum Schluss gekommen, die psychotherapeutische Behandlung stünde im Vordergrund (Urk. 2 S. 4 Erw. 2.3). Daher habe die Prüfung der Adäquanz nach BGE 115 V 138 zu erfolgen (Urk. 2 S. 4 Erw. 2.4). Die Gesamtwürdigung ergebe, dass kein für die Adäquanzbeurteilung massgebendes Kriterium gegeben sei (Urk. 2 S. 6 Erw. 2.5).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">2.2 Die Beschwerdeführerin machte dagegen im Wesentlichen geltend, sie habe rund acht Jahre vor dem Unfall an keinerlei psychischen Störungen mehr gelitten (Urk. 1 S. 5 oben). Somit hätten sich diese auch nicht vorübergehend verstärken können. Vielmehr seien diese völlig neu aufgetreten. Vom Unfallzeitpunkt bis heute seien physische Beschwerden immer und zwar in ausgeprägter Form vorhanden gewesen, insbesondere die massiven und schmerzhaften Verspannungen im Nacken-, Schultergürtel- und Armbereich mit Missempfindungen und Taubheitsgefühl im rechten Arm. Die massiven Verspannungen im Bereich der Brustwirbelsäule mit ausgeprägter Fehlhaltung könnten medizinisch auf keinen Fall als nur psychisch bedingt interpretiert werden (Urk. 1 S. 5 Mitte). Nach dem Unfall seien Erstschmerzen und später eine depressive Entwicklung aufgetreten. Eine solche depressive Reaktion auf das Erleben von starken Schmerzen sei häufig und nicht in Zusammenhang mit früheren Erlebnissen oder psychischen Erkrankungen zu sehen. Seit Oktober 2005 absolviere sie eine regelmässige Psychotherapie (Urk. 1 S. 6 unten). Daher sei die Adäquanz nach BGE 117 V 359 zu beurteilen (Urk. 1 S. 7 Mitte).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">2.3 Strittig und zu prüfen ist, ob eine über den Zeitpunkt der erfolgten Leistungseinstellung (31. Dezember 2005) hinaus gehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht, was davon abhängt, ob damals noch vorhandene Beschwerden in rechtsgenüglichem Kausalzusammenhang mit dem erlittenen Unfall standen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.1 Anlässlich der Erstbehandlung am 6. Dezember 2004 diagnostizierte der Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. B.___, Innere Medizin FMH, eine HWS-Distorsion mit cervikocephalem und spondylogenem sowie thoracovertebralem Syndrom (Urk. 8/3 Ziff. 6). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab 6. Dezember 2004 für voraussichtlich ein bis zwei Wochen (Urk. 8/3 Ziff. 7). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> In einem weiteren Bericht vom 9. Dezember 2004 führte Dr. B.___ aus, es seien sofort Nackenschmerzen aufgetreten, mit später hinzukommender Ausstrahlung in den Hinterkopf, Arm und die Schulter; im Laufe des Tages seien auch Schwindel und Übelkeit aufgetreten. Die Beschwerdeführerin sei nicht angegurtet gewesen (Urk. 8/4 Ziff. 2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.2 Nach einer Hospitalisation in der Universitätsklinik C.___ vom 19. Januar bis 8. Februar 2005 stellte Dr. med. D.___, Oberärztin, in ihrem Bericht vom 15. Februar 2005 folgende Diagnosen (Urk. 8/19 S. 1 Mitte):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">HWS-Distorsionstrauma am 4. Dezember 2004 nach Auffahrunfall</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">cervikospondylogenes und cervikocephales Schmerzsyndrom rechts mit/bei:</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> - MRI HWS/BWS vom 26. Januar 2005: Ohne Hinweis für diskoligamentäre Läsionen</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> - Fehlhaltung und Fehlform der Wirbelsäule</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> - Muskuläre Dysbalance </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Leichtes Thorakovertebralsyndrom rechts</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Fehlhaltung und Fehlform der Wirbelsäule</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Status nach Kniekontusion links nach Auffahrunfall</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Dr. D.___ führte aus, trotz Ausbau der analgetischen Behandlung mit schmerzmodulierender Therapie habe das Beschwerdebild nicht beeinflusst werden können. In der klinischen Untersuchung hätten sich keine neurologischen Auffälligkeiten gezeigt. Die passive HWS-Prüfung sei unmöglich, die aktive eingeschränkt möglich gewesen (Urk. 8/19 S. 3 oben). Bereits die konventionell-radiologische Untersuchung der HWS sei unauffällig gewesen und in den Funktionsaufnahmen zeigten sich keine Instabilitäten. Da bereits durch den betreuenden Psychologen eine depressive Reaktion mit möglicher Retraumatisierung durch das Unfallgeschehen vermutet worden sei, sei insbesondere die schmerzmodulierende Behandlung ausgebaut worden (Urk. 8/19 S. 3 Mitte). Immer wieder hätten sich auch Episoden der Übelkeit mit anamnestisch rezidivierendem Erbrechen gezeigt, wobei jedoch die Episoden nicht objektiviert hätten werden können. Dr. D.___ attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 19. Januar bis 28. Februar 2005 (Urk. 8/19 S. 4 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Nach der Untersuchung vom 23. Februar 2005 attestierte Dr. D.___ in seinem Bericht vom 24. Februar 2004 keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Urk. 8/20 S. 2 oben). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.3 In seinem Bericht vom 27. April 2005 nannte Dr. med. E.___, Rheumatologie und Innere Medizin FMH, folgende Diagnosen (Urk. 8/52 S. 1 oben):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">subakutes cervicovertebrales und rechtsbetontes cervicospondylogenes/ cervicocephales Syndrom bei:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">HWS-Distorsionstrauma am 4. Dezember 2004</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">segmentalen Dysfunktionen und muskulärer Dysbalance</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Verdacht auf zusätzliche somatoforme Schmerzstörung</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Dr. E.___ führte aus, die Beschwerdeführerin leide an anhaltenden und stark einschränkenden Schmerzen im Nacken und Kopf, dies mit relativ diffuser (jedenfalls mit segmentaler) Schmerzausstrahlung in den rechten Arm sowie Schulterschmerzen und einer Beweglichkeitseinschränkung der Halswirbelsäule; weiter liege eine Schlafstörung vor. Ferner bestehe eine auffallende Schmerzempfindlichkeit bereits bei blosser Berührung (Urk. 8/52 S. 1 unten). Die übliche ambulante Therapie mit einer recht umfangreichen Medikation habe zu keinem Rückgang der Beschwerden geführt. Es werde eine stationäre Rehabilitation (multidiziplinär) in einer entsprechenden Institution empfohlen (Urk. 8/52 S. 2 oben).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.4 In seinem Bericht vom 18. Mai 2005 zuhanden der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hielt Dr. med. F.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Psychiatrische R.___, fest, dass er die Beschwerdeführerin vom 13. Juni 1994 bis 3. Juli 1997 wegen zwei mittelgradigen mittelgradigen depressiven Episoden im Zusammenhang mit einer länger anhaltenden Belastungssituation behandelt habe (Urk. 8/61 Ziff. 1 und 3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.5 Die am 18. Mai 2005 erstattete biomechanische Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (Urk. 8/62) ergab, dass die Geschwindigkeitsänderung (delta-v) des Fahrzeuges, in welchem die Beschwerdeführerin sass (Beifahrerin), unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10-15 km/h gelegen habe, was im Normalfall dem Harmlosigkeitsbereich entspreche (Urk. 8/62 S. 3 unten).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.6 In ihrem Bericht vom 26. Mai 2005 zuhanden der SUVA stellten Dr. med. G.___, Oberärztin, und lic. phil. I.___, Psychologin, J.___ (J.___), folgende Diagnosen (Urk. 6/64 S. 1 unten):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Differentialdiagnose: Retraumatisierung durch Autounfall am 4. Dezember 2004 bei posttraumatischer Belastungsstörung</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Die Beschwerdeführerin sei am 18. Februar 2005 ins J.___ aufgenommen worden und habe ausgeführt, sie leide seit dem Unfall neben den somatischen Beschwerden unter immer wiederkehrenden und intrusiven Bildern von traumatischen Ereignissen aus der Zeit der Flucht aus dem Iran. Sie stehe momentan unter einer enormen Belastung, könne nicht mehr arbeiten und schlafen (Urk. 6/64 S. 1 unten). Bis zum 21. März 2005 habe die Beschwerdeführerin an vier Gesprächen teilgenommen und den Termin vom 30. März 2005 abgesagt, ohne sich wieder zu melden.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.7 Dr. med. K.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am 26. Mai 2005 zuhanden des vertrauensärztlichen Dienstes der SUVA, dass sie die Beschwerdeführerin vom 12. Juli 1996 bis Frühjahr 2000 wegen einer protrahierten posttraumatischen Belastungsstörung behandelt habe (Urk. 8/65 S. 2 oben). Zwei Brüder der Beschwerdeführerin seien aus politischen Gründen ermordet worden und im Alter von 12 Jahren sei die Beschwerdeführerin alleine in die Türkei geflohen, wo sie in verschiedenen Lager gelebt habe (Urk. 8/65 S. 1 unten). Es habe ein Verlauf mit chronischer Depression, Schlafstörungen, Alpträumen, Essstörungen, Nervosität und psychosomatischen Beschwerden bestanden. Im weiteren Verlauf sei die Beschwerdeführerin eigenständiger und weniger depressiv geworden (Urk. 8/65 S. 2). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.8 Die kreisärztliche Untersuchung durch Dr. L.___, Chirurgie FMH, fand am 14. Juni 2005 statt (Urk. 8/70). In seiner Beurteilung vom 15. Juni 2006 führte dieser aus, die Beschwerdeführerin klage über die sogenannt typischen HWS-Symptome, Kopf- und Nackenschmerzen, Ausstrahlung über die rechte Schulter bis in die Hand, Sensibilitätsveränderungen, Parästhesien ohne Zuordnung zu Dermatomen, Drehschwindel, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Verspannungszustände, Schlaflosigkeit, Ermüdbarkeit, Augen-Symptome, Mühe mit Lesen, Ohren- sowie Kiefer- und Zahnschmerzen. Dr. L.___ hielt weiter fest, die Einschränkungen seien massiv und aufgrund der somatischen Befunde in der Verlaufsdokumentation bildgebend und nach der neusten klinischen Untersuchung kaum nachvollziehbar. Ferner bestehe als Vorzustand eine psychiatrische Belastungssituation, welche im Gesamtkontext mitzuberücksichtigen sei (Urk. 8/70 S. 5 oben). Unfallbedingt sei zurzeit eine volle Arbeitsunfähigkeit gegeben; ohne wesentliche Fortschritte sei eine abschliessende Beurteilung bereits auf Ende 2005 vorgesehen (Urk. 8/70 S. 6).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.9 Nach einer Hospitalisation in der Rehaklinik A.___ vom 5. bis 29. Juli 2005 stellten Prof. Dr. med. M.___, Chefarzt, und med. pract. N.___, Abteilungsärztin, folgende Diagnosen (Urk. 8/95 S. 1 Mitte):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Status nach Autounfall am 4. Dezember 2004 (Heckauffahr- und Front-Heckkollision) mit kraniozervikalem Beschleunigungstrauma mit HWS-Distorsion und Knie-Kontusion links konsekutiv</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">kraniozervikaler Symptomenkomplex</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">zervikobrachialer Symptomenkomplex rechts mit ausgeprägter Dystonie und Fehlhaltung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">zervikothorakalem Schmerzsyndrom</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">vegetative Dysregulation</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">neuropsychologische Leistungsminderung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">kraniomandibuläre Funktionsstörung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">reaktivierte posttraumatische Belastungsstörung mit dissoziativen und somatoformen Komponenten (dystone Fehlhaltung) bei</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> - Status nach depressiver Episode, posttraumatischer Belastungsstörung nach politischer Belastung (Flüchtling)</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführein zeige in der Physio- und Ergotherapie eine ausgeprägte Schonhaltung (Urk. 8/95 S. 5 oben). Während ihres Aufenthaltes sei die Beschwerdeführerin psychologisch begeleitet worden. Ziel sei der Aufbau einer genügend grossen Motivation für eine ambulante Psychotherapie, die angesichts der körperlichen und psychischen Problematik unabdingbar sei. Eine intensive Psychotherapie sei dringend indiziert (Urk. 8/95 S. 5 Mitte). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.10 Mit Eingabe vom 12. Dezember 2007 reichte die Beschwerdeführerin drei Gutachten ein, die durch die zuständige Haftpflichtversicherung in Absprache mit der Beschwerdeführerin in Auftrag gegeben worden waren (Urk. 10 und Urk. 11/1-3).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Im neurologischen Teilgutachten vom 12. Oktober 2007 stellte Dr. med. O.___, Neurologe, P.___, folgende Diagnosen (Urk. 11/1 S. 13 unten):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">chronische, schmerzbegleitete Kopf- und Rumpffehlhaltung (zervikale Dystonie) mit psychophysischen (Lärm- und Lichtempfindlichkeit), vegetativen (orthostatischer Schwindel) und affektiven (Angst, sozialer Rückzug, Anhedonie) Begleitsymptomen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">katamenale Migräne ohne Aura</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Knieschmerzen links</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Dr. O.___ führte aus, die Ursache der Schmerzen sei aus neurologischer Sicht nicht klar. Obschon schmerzbegleitete Muskelverspannungen des Torsos, Kopfschmerzen und weitere Symptome versicherungsrechtlich als typische Folgen einer HWS-Distorsion beurteilt würden, lägen die Beschwerden der Beschwerdeführerin klar ausserhalb dieses Spektrums. Aus neurologischer Sicht handle es sich um mögliche Unfallfolgen (Urk. 11/1 S. 17 Ziff. 6.1). Die Beschwerden bezüglich zervikaler Dystonie seien unfallfremd (Urk. 11/1 S. 17 Ziff. 6.2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Im rheumatologischen Teilgutachten vom 24. Juli 2007 nannte Prof. Dr. med. Q.___, Chefarzt, R.___ (R.___), folgende Diagnosen (Urk. 11/2 S. 21 oben):</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">chronifiziertes Schmerzsyndrom bei</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">ausgeprägter Schiefhaltung nach rechts</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">chronischer Angst vor Schmerzen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">chronisch fixierter Fehlhaltung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- </font><font face="RotisSerif" size="3">Status nach Distorsion der Halswirbelsäule am 4. Dezember 2004</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Er führte aus, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe die Beschwerdeführerin anlässlich des Autounfalls vom 4. Dezember 2004 eine HWS-Distorsion erlitten. Die heutige groteske Schiefhaltung der gesamten Wirbelsäule nach rechts könne indessen auf kein pathologisches somatisches Korrelat zurückgeführt werden (Urk. 11/2 S. 21 Mitte). Aus rheumatologischer Sicht hätten sich keine sicheren Hinweise auf Restkonsequenzen eines Status nach HWS-Distorsion ergeben. Für leichtere positionswechselnde Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 11/2 S. 21 unten f.).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Im psychiatrischen Teilgutachten vom 8. November 2007 diagnostizierte Dr. med. S.___, Oberarzt, Sanatorium T.___, eine chronische Schmerzstörung (Urk. 11/3 S. 27 Ziff. 8.2). Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 11/3 S. 26 unten). Erste (psychische) Beschwerden hätten unmittelbar nach dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2004 eingesetzt. Die (psychischen) Beschwerden seien seither in wechselnder Ausprägung kontinuierlich vorhanden. Die Schmerzstörung sei zwischenzeitlich von anhaltenden depressiven Syndromen begleitet worden; zum Zeitpunkt der Untersuchung habe keine depressive Störung vorgelegen (Urk. 11/3 S. 28 Ziff. 8.3). Ferner habe in der Vorgeschichte wahrscheinlich eine rezidivierende depressive Störung bestanden. In den Jahren vor dem Unfallereignis seien diesbezüglich jedoch keine Beschwerden vorhanden gewesen (Urk. 11/3 S. 28 Ziff. 8.5.1). Weiter habe die Beschwerdeführerin durch das Unfallereignis ängstliche und somatisierende Reaktionen entwickelt, welche neben der im Heimatland erfahrenen Traumatisierung zur Chronifizierung der Beschwerden geführt hätten (Urk. 11/3 S. 29 Ziff. 5.4). Dr. S.___ führte ferner aus, das Unfallereignis sei conditio sine qua non der Beschwerden; verlaufsbestimmend und gegenwärtig sei jedoch der Einfluss unfallfremder Faktoren (Urk. 11/3 S. 30 Ziff. 9.2).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">3.11 In den weiteren bei den Akten liegenden Arztberichten (Urk. 8/4, Urk. 8/6, Urk. 8/8, Urk. 8/30, Urk. 8/48, Urk. 8/53, Urk. 8/76, Urk. 8/78, Urk. 8/90, Urk. 8/94, Urk. 8/101, Urk. 8/104, Urk. 8/131, Urk. 17/1-3) finden sich keine weiterführenden Angaben bezüglich der im vorliegenden Fall strittigen Fragen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">4.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">4.1 Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass nach dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2004 eine HWS-Distorsion diagnostiziert wurde. Jedoch bestätigen die medizinischen Beurteilungen, dass das Beschwerdebild im Anschluss an den Unfall vom 4. Dezember 2004 frühzeitig von einer psychischen Komponente geprägt wurde, die im hier massgebenden Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 2005) eindeutig im Vordergrund gestanden hat. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> So führte Dr. D.___ bereits knapp drei Monate nach dem Unfall aus, durch den betreuenden Psychologen sei eine depressive Reaktion mit möglicher Retraumatisierung durch das Unfallgeschehen vermutet worden; daher sei die Behandlung dementsprechend angepasst worden (Urk. 8/19 S. 3 unten). Ferner diagnostizierte Dr. E.___ am 27. April 2005 einen Verdacht auf eine zusätzliche somatoforme Schmerzstörung (Urk. 8/52 S. 1 oben). Es bestehe eine auffallende Schmerzempfindlichkeit bereits bei blosser Berührung (Urk. 8/52 S. 1 unten). Auch Dr. G.___ und lic. phil. I.___ bestätigten, dass das Beschwerdebild kurze Zeit nach dem Unfall von einer psychischen Komponente geprägt wurde, indem sie eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression diagnostizierten und eine Differentialdiagnose der Retraumatisierung nach dem Unfall vom 4. Dezember 2004 bei posttraumatischer Belastungsstörung stellten (Urk. 6/64 S. 1 unten). Dass die psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin das typische Beschwerdebild nach einer HWS-Distorsion bald überlagerten, ist auch aus dem Bericht von Dr. L.___ zu erkennen, wo festgehalten wird, die Beschwerdeführerin klage über typische HWS-Symptome, diese seien aber nach neusten klinischen Untersuchungen nicht mehr nachvollziehbar (Urk. 8/70 S. 5 oben). Weiter diagnostizierten Dr. M.___ und med. pract. N.___ eine reaktivierte posttraumatische Belastungsstörung mit dissoziativen und somatoformen Komponenten (dystone Fehlhaltung) bei Status nach depressiver Episode und posttraumatischer Belastungsstörung nach politischer Belastung (8/95 S. 1 Mitte). Sie führten aus, dass eine dringende Psychotherapie indiziert sei. Sogar die Beschwerdeführerin habe eingesehen, dass ein rein somatischer Ansatz ihren Problemen nicht gerecht werde (Urk. 8/95 S. 5 unten f.). Schliesslich diagnostizierte Dr. S.___ in seinem psychiatrischen Teilgutachten ein chronifiziertes Schmerzsyndrom (Urk. 11/2 S. 21 oben). Die ersten psychischen Beschwerden seien unmittelbar nach dem Unfallereignis vom 4. Dezember 2004 eingetreten und seien auch auf dieses Ereignis zurückzuführen (Urk. 11/3 S. 28 Ziff. 8.3, S. 30 Ziff. 9.2). Ferner habe in der Vorgeschichte wahrscheinlich eine rezidivierende depressive Störung bestanden; in den Jahren vor dem Unfall hätten keine diesbezüglichen Beschwerden vorgelegen (Urk. 11/3 S. 28 Ziff. 8.5.1). Jedoch hätten die durch den Unfall entstandenen ängstlichen und somatisierenden Reaktionen im Zusammenhang mit der im Heimatland erfahrenen Traumatisierung zur Chronifizierung der Beschwerden geführt (Urk. 11/3 S. 29 Ziff. 5.4). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">4.2 Demgemäss ist gestützt auf die medizinischen Einschätzungen davon auszugehen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits kurz nach dem Unfall, sicher aber im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Dezember 2005), die psychisch bedingten Beschwerden der Beschwerdeführerin dominant waren. Daher hat die Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur psychischen Fehlentwicklung nach Unfällen, wie sie in BGE 115 V 133 umschrieben wurde, zu erfolgen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">5.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">5.1 Im Hinblick auf die Adäquanzprüfung ist zuerst die Schwere des Unfallereignisses zu würdigen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Gemäss Aussage des Lenkers des Fahrzeugs, in dem die Beschwerdeführerin auf dem Beifahrersitz sass, sei er auf der Bahnhofstrasse in Richtung Unterwetzikon mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h unterwegs gewesen, als er sein Fahrzeug infolge stockender Kolonne normal abgebremst habe. In der stockenden Kolonne habe er zum vorderen Fahrzeug circa fünf Meter Abstand gehabt. Ein weiterer Lenker habe nicht mehr rechtzeitig bremsen können und sei in sein Heck gefahren. Dabei sei das Fahrzeug in das Heck des vor ihm stehenden Fahrzeugs geschoben worden (Urk. 8/12 S. 6 Mitte).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Laut biomechanischer Kurzbeurteilung vom 18. Mai 2005 (Urk. 8/62) hat die Beschwerdeführerin durch den Heckanstoss eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung von 10-15 km/h relativ zum Fahrzeug nach hinten erfahren. Der darauffolgende Frontanstoss sei in Bezug auf den für Halswirbelsäulenverletzungen relevanten Belastungsbereich von untergeordneter Relevanz. Die Beschwerdeführerin habe vor der Kollision keine Körperposition relativ zum Fahrzeuginnenraum innegehabt, welche eine zusätzliche Belastung hätte ergeben können (Urk. 8/62 S. 3 unten).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">5.2 Das Eidgenössische Versicherungsgericht stuft Auffahrkollisionen auf ein (stehendes) Fahrzeug regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegendes Ereignis ein (vgl. die in SZS 2001 S. 432 ff. erwähnten Urteile A. vom 29. Dezember 1998, U 100/97, und V. vom 30. Juni 1997, U 231/96; ferner Urteile M. vom 12. Juli 2002, U 34/02, Erw. 4a sowie T. vom 6. Dezember 2002, U 61/00, Erw. 3a, je mit diversen Hinweisen). Auch der Umstand, dass ein Fahrzeug durch den Aufprall in das vor ihm stehende Fahrzeug geschoben wurde, rechtfertigt keine andere Beurteilung (vgl. RKUV 2005 S. 236 ff. Nr. U 549 Erw. 5.2.1 S. 237, mit Hinweis).</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">5.3 Vor dem Hintergrund der aufgezeigten, gefestigten Praxis bestehen keine Anhaltspunkte, die eine andere Einordnung des Unfallereignisses rechtfertigen würden. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Handelt es sich um eine mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfallereignissen, so ist für die Bejahung der Adäquanz gefordert, dass ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien (vgl. Erw. 1.4) in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb) </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">6.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">6.1 Es ist unbestritten und nach Lage der Akten erwiesen, dass das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit und das Kriterium einer ärztlichen Fehlbehandlung nicht gegeben sind (Urk. 1 S. 8 unten). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">6.2 Die Beschwerdeführerin machte - ohne dies näher zu begründen - geltend, folgende Kriterien seien in ausgeprägtem Masse erfüllt: Körperliche Dauerbeschwerden, schwieriger Heilungsverlauf, Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit (Urk. 1 S. 8 unten). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Die Beschwerdeführerin hat keine schweren Verletzungen und insbesondere keine Verletzungen erlitten, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung: Das Beschwerdebild war bereits knapp drei Monate nach dem Unfallereignis von einer psychischen Störung zumindest mitbestimmt, die sich im Verlauf immer stärker manifestierte. Entsprechend ist das für die Adäquanzbeurteilung massgebende Kriterium einer ungewöhnlich langen Dauer der aus somatischen Gründen notwendigen ärztlichen Behandlung ebenso wenig erfüllt wie dasjenige körperlicher Dauerschmerzen. Letztere mögen zwar vorhanden sein, jedoch hat die psychische Fehlenwicklung zur Aufrechthaltung der Situation geführt sowie sind sie somatisch nicht erklärbar (vgl. vorstehend Erw. 3.3, 3.8, 3.10) und können deshalb bei der Adäquanzbeurteilung nicht berücksichtigt werden. </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Weiter sind auch keine Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung, die die körperlichen Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, oder einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen ersichtlich, galt die Beschwerdeführerin doch aus somatischen Gründen bereits knapp drei Monate nach dem Unfallereignis zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 8/20). Damit fallen auch Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nicht wesentlich ins Gewicht. Dr. Q.___ attestierte aus somatischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensangepassten leichteren, positionswechselnden Tätigkeit (Urk. 11/2 S. 21 unten f.). </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3">6.3 Zusammengefasst ergibt sich, dass keines der massgebenden Kriterien in ausgeprägter Art erfüllt ist, oder mehrere Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind. Somit ist die Adäquanz des Kausalzusammenhanges zwischen den Beschwerden im Zeitpunkt der Leitungseinstellung (31. Dezember 2005) und dem am 4. Dezember 2004 erlittenen Unfall zu verneinen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> Damit ist der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin rechtens, und die Beschwerde ist daher abzuweisen.</font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="3"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"><b>Das Gericht erkennt:</b></font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">3. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Rechtsanwalt Dr. Louis A. Capt</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- CSS Versicherung AG</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">- Bundesamt für Gesundheit</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3">4. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><font face="RotisSansSerif" size="3"><b>30 Tagen</b></font><font face="RotisSansSerif" size="3"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="3"> </font></div></div></div> </div> </div> </section></div> </div> <input id="view:_id1__VUID" name="$$viewid" type="hidden" value="!6gtq1zfgt39ejjvyiliyvalcn!"/> <input name="$$xspsubmitid" type="hidden"/> <input name="$$xspexecid" type="hidden"/> <input name="$$xspsubmitvalue" type="hidden"/> <input name="$$xspsubmitscroll" type="hidden"/> <input name="view:_id1" type="hidden" value="view:_id1"/></form> </body> </html>