19. März 1993 N 597 Interpellation Keller Rudolf #ST# 92.3439 Interpellation Maeder Golfplatzprojekt Grimisuat und Zwergohreule Projet de terrain de golf de Grimisuat. Sauvegarde du hibou moyen duc Wortlaut der Interpellation vom 9, Oktober 1992 Im Rekurs des Eidgenössischen Departements des Innern ge- gen eine Waldrodung zugunsten eines Golfplatzes in Grimi- suat vom 26. Februar 1992 wird darauf hingewiesen, dass der Bau dieses Golfplatzes das Verschwinden der letzten, sehr ge- fährdeten Zwergohreulen bewirken könnte. Auf welche Stu- dien stützt sich diese Befürchtung? Sind durch den Bau des Golfplatzes von Grimisuat weitere ge- schützte Tier- und Pflanzenarten bedroht? Das EDI kündet an, dass es seinen Rekurs unter gewissen Be- dingungen zurückziehen würde. Welches sind diese Bedin- gungen? Enthalten sie die Garantie, dass das Ueberleben der Zwergohreule auf lange Sicht gesichert ist? Sind, falls eine Ueberlebensgarantie für die Zwergohreule mit dem Golfplatzprojekt von Grimisuat nicht vereinbar ist, in der Region oder im Kanton Wallis Gegenden bekannt, in denen ein gleichwertiges Golfplatzprojekt mit geringerem Schaden für die Natur realisiert werde könnte? Texte de l'interpellation du 9 octobre 1992 Le 26 février 1992, le Département fédéral de l'intérieur a fait recours contre le déboisement d'une forêt à Grimisuat qui doit faire place à un terrain de golf; dans son recours, le DR invo- que le fait que la construction de ce terrain pourrait entraîner la disparition des derniers hiboux moyen duc, espèce menacée. Sur quelles études ces craintes se fondent-elles? La construction du terrain de golf de Grimisuat menace-t-elle d'autres espèces animales ou végétales? Par ailleurs, le DFI affirme qu'il pourrait retirer son recours sous certaines conditions. Lesquelles? Celles-ci permettent-elles d'assurer la survie des hiboux moyen duc? Au cas où le projet de construction du terrain de golf de Grimi- suat ne serait pas compatible avec la sauvegarde du hibou moyen duc, pourrait-on trouver d'autres lieux dans la région ou dans le canton du Valais où la réalisation d'un projet sem- blable ne se ferait pas au détriment de la nature? Mitunterzeichner - Cosignataires: Baumann, Bircher Silvio, Bischof, Bühlmann, Danuser, Diener, Dünki, Gardiol, Gon- seth, Grendelmeier, Gross Andreas, Haering Binder, Hafner Rudolf, Haller, Hollenstein, Jaeger, Keller Rudolf, Marti Wer- ner, Meier Hans, Meier Samuel, Rebeaud, Robert, Schmid Pe- ter, Sieber, Stalder, Steffen, Thür, Weder Hansjürg, Wieder- kehr, Zwygart (30) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. November 1992 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 novembre 1992 1. Für die Begründung des Rekurses des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) gegen die Waldrodung dien- ten folgende Studien als Grundlage: - Arlettaz R. et al., Actes du 30e Colloque interrégional d'orni- thologie Porrentruy, Nov. 1990; - Arlettaz R., Nos Oiseaux 40:321-343,1990; - Expertise der Pronai AG 1991. 2. Neben der Zwergohreule sind weitere Tier- und Pflanzenar- ten betroffen. Insbesondere bietet dieses Gebiet Lebensraum für 50 geschützte Tierarten, darunter Heckenbrüter und Nut- zer von Hochstammobstbäumen, national bedrohte Schmet- terlingsarten, weitere Insekten, Reptilien und Amphibien. Die durch das Golfprojekt betroffene Tier- und Pflanzenwelt ist ge- mäss allen Gutachtern ausgesprochen reich. Solche traditio- nell genutzte, mit Magerrasen durchsetzte Heckenlandschaf- ten sind heute selten geworden. 3. Die Bedingung für den Rückzug des Rekurses des EDI lau- tet: «Nous sommes prêts à retirer ce recours à la condition que le plan de protection du hibou moyen duc et d'autres valeurs naturelles de la région dont fait état le point 3 de la décision at- taquée soit convaincant et qu'il forme partie intégrante de la décision.» 4. Der erwähnte Schutzplan sollte das Ueberleben der Zwerg- ohreule auf lange Sicht ermöglichen. 5. Für die Landschaft weniger problematische Projekte wur- den in letzter Zeit schon bewilligt, so zum Beispiel in Sidersder «Golf de la Brèche», der übrigens ein positives Beispiel für die Umwandlung einer früher intensiv genutzten Landschaft dar- stellt. In diesem Sinne könnte eine kantonale Planung für die Errichtung von Golfplätzen, verbunden mit einer Erhebung über die Auswirkungen auf Natur und Landschaft, die Wahl von Standorten ermöglichen, die mit dem Natur- und Land- schaftsschutz in Einklang stünden. Im Koordinationsblatt D. 3/1 Golfplätze, Stand 21. Februar 1991, des Richtplanes des Kantons Wallis sind die für die Schaffung von Golfplätzen zu beachtenden Grundsätze sowie das Vorgehen festgehalten. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 92.3495 Interpellation Keller Rudolf Leistungs- und Personalabbau bei der Suva CNA. Diminution des prestations et suppression d'emplois Wortlaut der Interpellation vom 8. Dezember 1992 Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) soll von den heute 1920 beschäftigten Personen in nächster Zeit 200 Personaleinheiten abbauen. Damit will die Suva nach ih- ren eigenen Aussagen 65 Millionen Franken oder 23 Prozent Verwaltungskosten einsparen und künftig wirtschaftlicher ar- beiten. Fragen an den Bundesrat: 1. Kann dieser Personalabbau ohne Entlassungen vorgenom- men werden? 2. In welchen Gebieten ergeben sich infolge dieses Personal- abbaus Leistungs- oder Angebotsreduktionen? 3. Welche Auswirkungen haben allfällige Leistungs- und An- gebotsreduktionen auf die Versicherten? 4. Welche Auswirkungen haben allfällige Leistungs- und An- gebotsreduktionen auf die anderen Versicherungsanbieter? 5. Sind zur Durchführung der Suva-Massnahmen allenfalls Aenderungen gesetzlicher Bestimmungen notwendig? Wenn ja, welche? Texfe de l'interpellation du 8 décembre 1992 La Caisse nationale suisse d'assurance en cas d'accidents (CNA), qui emploie actuellement 1920 personnes, aurait l'in- tention de supprimer prochainement 200 emplois. Selon ses dires, elle entend ainsi économiser 65 millions de francs, soit 23 pour cent de ses frais administratifs, pour travailler d'une manière plus rentable.Interpellation Caspar-Mutter 598 N 19 mars 1993 Voici les questions que j'adresse au Conseil fédéral: 1. Cette suppression d'emplois peut-elle se faire sans licencie- ments? 2. Quels seront les secteurs touchés par une éventuelle diminution des prestations et de l'offre si ces emplois sont supprimés? 3. Quelles seront les répercussions d'une éventuelle diminu- tion des prestations et de l'offre sur les assurés? 4. Quelles seront les répercussions d'une éventuelle diminu- tion des prestations et de l'offre sur les autres assureurs? 5. Les mesures prévues par la CNA nécessitent-elles la modifi- cation d'actes législatifs? Si oui, de quels actes? Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Borradori, Maspoli, Ruf, Stalder, Steffen (6) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. Februar 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 février 1993 Nach der geltenden gesetzlichen Regelung untersteht die Su- va hinsichtlich ihrer Geschäftsführung in erster Linie der Auf- sicht des paritätisch zusammengesetzten Suva-Verwaltungs- rates, in dem auch Parlamentarier und Vertreter des Bundes einsitzen. Der Bundesrat übt lediglich die Oberaufsicht aus (Art 61 Abs. 3 UVG). Demnach ist die Suva in ihrer Geschäfts- führung weitgehend autonom. Die vom Interpellanten gestellten Fragen beantwortet die Suva auf unsere Aufforderung hin dahin gehend, dass der ange- zeigte Personalabbau ohne Entlassungen und ohne Lei- stungsabbau gegenüber den Versicherten erfolgen könne. Ebenfalls keine Auswirkungen seien auf andere Versiche- rungsanbieter zu erwarten. Im Rahmen des Projektes «Aktiv» würden vor allem Vorschläge realisiert, die eine Reduktion der internen Dienstleistungen beträfen, wie mehrfache Kontrollen von Arbeitsvorgängen, Führen einlässlicher Protokolle über interne Arbeitssitzungen und Führen interner Statistiken. Ganz generell solle auf das bloss Wünschbare, aber für eine effizien- te Leistungserbringung nicht Notwendige verzichtet werden. Im übrigen würden als Folge der Rezession die Zahl der ge- meldeten Unfälle und damit ein Teil des Geschäftsvolumens zurückgehen. Wir sind der Auffassung, dass zur Durchführung der Suva- Massnahmen keine gesetzlichen Bestimmungen geändert werden müssen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunk- te, dass infolge des Personalabbaus bei der Suva der einheitli- che und kundenfreundliche Vollzug der gesetzlichen Bestim- mungen des UVG nicht mehr gewährleistet werden könnte. Erklärung des Interpellanten: teilweise befriedigt Déclaration de l'interpellateur: partiellement satisfait #ST# 92.3422 Interpellation Caspar-Mutter Frauen- und Mädchenverstümmelung Mutilations sexuelles pratiquées sur des femmes et des fillettes Wortlaut der Interpellation vom 7. Oktober 1992 Mädchen und Frauen gewisser Kulturen haben die systemati- sche Verstümmelung und Amputation ihrer Geschlechtsor- gane mit schrecklichen gesundheitlichen und traumatisieren- den Folgen zu erdulden. Angehörige dieser Kulte leben auch in der Schweiz. Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fra- gen: - Kennt der Bundesrat das Ausmass und die Handhabung der Klitorisbeschneidungen in der Schweiz? - Ist der Bundesrat gewillt, eine Meldepflicht für Aerzte und Spitäler einzuführen, um so ein realistisches Bild über das Ausmass zu bekommen? -Wie gewichtet der Bundesrat diese Verletzungen und Ver- stümmelungen strafrechtlich? - Ist der Bundesrat bereit, sich international dafür einzusetzen, dass diese Kulte unter Strafandrohung nicht mehr vollzogen werden dürfen? - Ist der Bundesrat bereit, Frauen und Mädchen, die sich die- serTorturzu entziehen versuchen, angemessene Hilfe zukom- men zu lassen, zum Beispiel durch Anerkennung dieser Ver- letzung der körperlichen Integrität als Folter oder Bedrohung von Leib und Leben? Texte de l'interpellation du 7 octobre 1992 Les femmes et les fillettes de certaines cultures sont systémati- quement victimes de mutilations et d'amputations de leurs or- ganes sexuels, ce qui a des conséquences traumatisantes et désastreuses pour leur santé. La Suisse compte également des adeptes de ces rites. Je prie donc le Conseil fédéral de répondre aux questions sui- vantes: -Connaît-il le nombre d'excisions pratiquées en Suisse et sait-il dans quelles conditions elles sont faites? - Est-il disposé à obliger les médecins et les hôpitaux à décla- rer ces pratiques afin qu'on puisse se faire une idée réaliste de l'ampleur du phénomène? - Comment considère-t-il ces blessures et amputations du point de vue du droit pénal? - Est-il prêt à s'engager sur le plan international afin que ces ri- tes ne puissent plus être pratiqués, sous peine de sanctions pénales? - Est-il disposé àfournir une aide adéquate aux femmes et aux fillettes cherchant à échapper à cette torture, par exemple en reconnaissant que cette violation de l'intégrité corporelle constitue une torture ou une mise en danger de la vie et de l'in- tégrité corporelle? Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bäumlin, Béguelin, Bodenmann, Brügger Cyrill, Bundi, Carobbio, Danuser, Eg- genberger, Fankhauser, von Feiten, Goll, Gross Andreas, Haering Binder, Hämmerle, Herczog, Jeanprêtre, Lederger- ber, Leemann, Leuenberger Ernst, Steiger, Strahm Rudolf (22) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. März 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er mars 1993 1. Laut einer zurzeit laufenden Erhebung des Instituts für Eth- nologie der Universität Bern wurden in den letzten Jahren die öffentlichen Spitäler der Schweiz in rund 80 Fällen mit der Be- handlung beschnittener Frauen konfrontiert Es handelte sich dabei vor allem um Asylsuchende aus den Ländern Somalia, Aethiopien und Sudan. Die Betroffenen suchen ärztliche Hilfe wegen verschiedenen Problemen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt einerseits und mit Infektionen anderseits. Von aktuellen, in der Schweiz durchgeführten Beschneidun- gen ist aufgrund derselben Erhebungen nichts bekannt. 2. Eine Meldepflicht für Aerzte und Spitäler über festgestellte, bereits im Ursprungsland erfolgte Verstümmelung bringt in Er- gänzung zum bestehenden Datenmaterial keine wesentliche Verbesserung der Kenntnisse über diesen in weiten Teilen Afri- kas praktizierten Brauch. Aus diesem Grunde sieht der Bun- desrat für die Einführung einer Meldepflicht, wofür eine spezi- elle gesetzliche Grundlage geschaffen werden müsste, keinen Handlungsbedarf.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Keller Rudolf Leistungs- und Personalabbau bei der Suva Interpellation Keller Rudolf CNA. Diminution des prestations et suppression d'emplois In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band I Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.3495 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 19.03.1993 - 08:00 Date Data Seite 597-598 Page Pagina Ref. No 20 022 466 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.