B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3020/2013 U r t e i l v o m 2 6 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn; Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), F._______, geboren (…), Eritrea, Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 22. Oktober 2012 / N (…). D-3020/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer A._______ wandte sich mit einem auf den 30. März 2011 datierten, in englischer Sprache abgefassten Schreiben an die schweizerische Vertretung in Khartum (Eingang des Schreibens auf der schweizerischen Vertretung: 10. April 2011) und ersuc hte darin sin n- gemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung des Asyls. Zur Begründung brachte er vor, er stamme aus der eritreischen Stadt G._______ (Provinz H._______) und habe den obligatorischen, 18 Mona- te dauernden militärischen Nationaldienst geleistet. Da seine Vorgeset z- ten danach sein Gesuch um Entlassung aus dem Nationaldienst abg e- lehnt hätten, sei er dem Dienst unerlaubt ferngeblieben. Daraufhin hätten Regierungsmitarbeiter nach ihm gesucht. Sie hätten ihn aber nicht gefun- den und daher an seiner Stelle seine Ehefrau B._______ festgenommen. In der Folge sei er in den Nationaldienst zurückgekehrt, worauf hin seine Frau wieder freigelassen worden sei. Mit dem Lohn, den er im Nationa l- dienst erhalten habe, habe er seine Familie jedoc h nicht ernähren kön- nen. Im April 2008 habe er mit Kameraden über die Verhältnisse in Eritrea gesprochen. Nur zwei Stunden später sei er festgenommen und bis De- zember 2008 inhaftiert worden. In der Haft sei er gefoltert und missha n- delt worden. Nach der Entlassung sei er in den Sudan geflüchtet. Er wi s- se nicht, wo seine Frau und seine fünf Kinder sich aufhielten. A.b Das BFM teilte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 20. August 2012 mit, gemäss beiliegender Mitteilung der schweizerischen Ver tretung vom 23. März 2010 sei eine Befragung vor Ort aus sicherheitstechn i- schen, strukturellen und organisatorischen Gründen nicht möglich, we s- halb von einer solchen abgesehen werde. Gleichzeitig ersuchte das BFM den Beschwerdeführer – unter Fristansetzung – zwecks Vervo llstän- digung des rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung konkre ter Fragen zu seinen Personalien, zu seinem Aufenthalt in Eritrea, zu Fa - milienangehörigen und Verwandten in einem Drittstaat, zu Ereignissen, die ihn zum Verlassen ihrer Heimat veranl asst hätten, und zu seinem Aufenthalt im Sudan. Ferner habe er allfällige seinen Fall betreffende Be- weismittel sowie Kopien von Identitätspapieren einzureichen. Schliesslich wurde ihm auch das rechtliche Gehör zu einem allfälligen negativen En t- scheid des BFM gewährt. D-3020/2013 Seite 3 A.c Mit Eingabe vom 18. September 2012 (Datum des Eingangs auf der schweizerischen Vertretung) erklärte A._______ sinngemäss, seine Eh e- frau und seine vier jüng eren Kinder ersuchten ebenfalls um Bewilligung zur Einreise in die Schweiz und um Gewä hrung des Asyls. Wie er gehört habe, befinde sich sein ältester Sohn I._______, der ebenfalls den militä- rischen Nationaldienst absolviert habe, in Eritrea im Gefängnis. Er selber sei im Jahre 2008 zuerst für einen Monat in J._______ und danach wäh- rend sieben Monaten in K._______ inhaftiert gewesen. Sodann wurde in der besagten Eingabe ausgeführt, die Beschwerdefü h- renden seien am 26. Januar 2009 zu Fuss in den Sudan geflüchtet. Am 2. Februar 2009 seien sie in der Stadt L._______ angekommen. Weil sie auf der Suche nach Arbeit gewesen seien, hätten sie sich aber nicht im dortigen Flüchtlingslager registrieren lassen . Stattdessen hätten sie sich in die sudanesische Hauptstadt Khartum begeben, wo A._______ seither Gelegenheitsarbeiten verrichte. Da sich mit dem Verdienst die Ausgaben der Familie aber nicht decken liessen, seien sie in finanziellen Schwierig- keiten. Ausserdem fühlten sie sich als Eritreer im Sudan nicht sicher . In Khartum sehe man eritreische Sicherheitskräfte, weshalb sie sich vor ei- ner Deportation nach Eritrea fürchteten. Zur Stützung ihrer Vorbringen gab en die Beschwerdeführenden Kopien ihrer Geburtsurkunden, ihres Ehescheins und von drei Identitätsauswe i- sen sowie drei Fotos im Original zu den Akten. B. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2012 – durch Vermittlung der schweizeri- schen Vertretung in Khartum am 16. April 2013 eröffnet – verweigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylgesuche ab. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C. Die Beschwerdeführenden beantragten mit auf den 29. April 2013 datie r- ter, am 2. Mai 2013 auf der schweizerischen Vertretung in Khartum ei n- gegangener und anschliessend dem Bun desverwaltungsgericht überwie- sener Eingabe sinngemäss die Au fhebung der vorinstanzlichen Verf ü- gung, die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und die Gewährung des Asyls. D-3020/2013 Seite 4 Zur Begründung verwiesen sie auf die Probleme, denen eritreische Flüchtlinge im Sudan ausgesetzt seien. Auch ihre Kinder seien rassist i- schen Angriffen ausgesetzt; Meldungen bei der lokalen Polizei hätten j e- doch keine Verbesserungen gebracht. Am 21. April 2013 hätten Jugendli- che ihren Sohn C._______ bei einem Angriff verletzt und ihn dann be- wusstlos auf der Strasse liegen gelassen. Nach der Anzeigeerstattung bei der Polizei seien zwar zwei der Angreifer festgenommen, aber bereits nach zwei Stunden wieder freigelassen worden. Auf die Frage von A._______, wieso die beiden wieder aus der Haft entlassen worden se i- en, sei er von den Polizeibeamten selber bedroht worden. Die Aussag e der Beamten, die Flüchtlinge seien für das Land ein grosses Problem, der Sudan gehöre nicht ihnen, sondern den Sudanesen, habe ihn so g e- schockt, dass er beschlossen habe, die Anzeige zurückzuziehen. Über- dies habe ihm im A pril 2012 ein Sudanese sein Mobiltelefon gestohlen und das Guthaben auf dessen Telefonnummer übertragen. Trotz Auge n- zeugen und einer entsprechenden Bestätigung der Telefongesellschaft habe die Polizei keinerlei rechtliche Schritte eingeleitet. Als Beleg f ür die neuen Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden einen am 21. April 2013 vom "M._______" in Khartum erstellten ärztlichen Bericht sowie zwei Bes tätigungen der Telekommunikationsgesellschaft "N._______" in Kopie ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Aus - nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständ ig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) ; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). D-3020/2013 Seite 5 1.2 Die dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. September 2012, welche am 29. September 2012 in Kraft getreten sind, kommen vorliegend nicht zur Anwendung, wurde doch in der Übergangsbesti m- mung (Ziffer III) festgehalten, dass für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung des Asylgesetzes gestellt worden sind – was vorliegend der Fall ist – die Artikel 12, 19, 20, 41 Absatz 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung gelten. 2. 2.1 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann inde s- sen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. Der vorliegende Entscheid ergeht indessen in deutscher Sprache (Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). 2.2 Die Beschwerdeführe nden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt, ha ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist - und – vom sprachlichen Mangel abgesehen – formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG), weshalb der Beschwerd e- entscheid nur summarisch zu begründen ist ( Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge- stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif- tenwechsels verzichtet. D-3020/2013 Seite 6 5. 5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zug emutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz - und Polizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass e i- ne unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Verfah- rens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asyl- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 Asyl V 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs als en t- scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei - nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 5.2.1 Die Beschwerdeführe nden wurden nicht zu ihren Asylgesuchen befragt. Sie h aben ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 30. M ärz 2011 schriftlich dargelegt (vgl. Sachverhalt Bst. A.a). Zudem wurde ih nen in der Folge mit Zwischenverfügung des BFM vom 20. August 2012 ein Katalog von für die vollständige Erstellung des rechtser heblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden offenen Fra - gen zugestellt, wozu sie mit am 18. September 2012 auf der schwei ze- rischen Vertretung in Khartum eingegangenem Schreiben Stellung ge - nommen ha ben (vgl. Sachverhalt Bst. A.b und A. c). Der entsche id- wesentliche Sach verhalt erscheint angesichts der schriftlichen Dar -D-3020/2013 Seite 7 legung der Asyl gründe soweit erstellt, dass die entscheidrelevanten Elemente vor liegen. 5.2.2 Bei dieser Sachlage bestand keine Veranlassung, die Be schwer- deführenden vor dem Entscheid durch eine schweizerische Ver tretung zusätzlich persönlich anhören zu lassen. Das BFM hat den ver fahrens- rechtlichen Anforderungen damit Genüge getan. 5.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum z u- kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die p raktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Einglied e- rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Er teilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutz be- dürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/ 10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.4 Das BFM führte zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen aus, die Schilderungen der Beschwerdeführe nden in ihrem Gesuch vom 30. März 2011 sowie in der Stellungnahme vom 18. September 2012 lies- sen darauf schliessen, dass die Beschwerdeführenden ernstzunehmende Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden hätten. Es sei aber zu prü- fen, ob einer allfälligen Asylgew ährung durch die Schweiz der Asylau s- schlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG (alt) entgegenstehe. Danach kö n- ne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet we r- den könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. In ihrem Schreiben vom 18. September 2012 hätten die Beschwerdefüh- renden angegeben, einerseits seien sie in finanziellen Schwierigkeiten, andererseits würden sie sich im Sudan auch nicht sicher fühlen und fürchteten sich vor einer Verschleppung beziehungsweise Deportation nach Eritrea. D-3020/2013 Seite 8 Laut Berichten des UNHCR – so das BFM weiter – befänden sich zahlrei- che eritreische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan. Vor diesem Hi n- tergrund sei zwar nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort für diese Menschen wie auch für die Beschwer deführenden nicht einfach sei; de n- noch bestünden keine konkreten Anhaltspunkte zur Annahme, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für die sie nicht zumutbar oder möglich wäre. Flüchtlinge im Sudan verfügten nicht über ein freies Auf enthaltsrecht für das ganze Land, sondern würden nach ihrer Registrie rung einem Flücht- lingslager zugeteilt, wo sie sich aufzuhalten hätten und die nötige Verso r- gung erhielten. Es sei den Beschwerdeführenden daher zuzumuten, beim UNHCR um Schutz zu ersuchen, falls ihre Situation t atsächlich kritisch sein sollte. Die von den Beschwerdeführenden geäusserte Befürchtung, nach Eritrea zurückgeschafft zu werden, wurde vom BFM als unbegründet erachtet. So sei das Risiko einer Deportation oder Verschleppung für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt seien, gering. Das UNHCR registriere vor Ort sämtliche Eritreer, die sich in einem Flüch t- lingslager meldeten, unabhängig davon, weshalb sie Eritrea verlassen hätten. Es gebe vorliegend auch keine konkreten Anhaltspunkte daf ür, dass den Beschwerdeführenden eine Rückführung nach Eritrea drohen könnte. So verfügten diese nicht über ein geeignetes Risikoprofil, das e i- ne Befürchtung vor einer Verschleppung nach Eritrea objektiv begründen könnte. Sie hätten auch nicht glaubhaft ma chen können, persönlich fa k- tisch und unmittelbar bedroht zu sein, unter Verletzung des Non - Refoulement-Prinzips nach Eritrea zurückgeschafft zu werden. Überdies habe das UNHCR den Sudan, welcher die Flüchtlingskonvention vom 28. Juli 1951 unterzeichnet hab e, an seine internationalen Verpflichtu n- gen erinnert. Das Leben in Khartum sei für eritreische Flüchtlinge gewiss nicht einfach. Angesichts ihres längeren Aufenthalts und ihrer gelegentlichen Arbeitst ä- tigkeit könne jedoch davon ausgegangen werden, dass die Hürden für ei- ne zumutbare Existenz in Khartum im Fall der Beschwerdeführenden nicht unüberwindbar seien . Überdies lebe im Sudan eine grosse eritre i- sche Diaspora, die für in Not geratene Landsleute bereit stehe und wei t- gehend Unterstützung biete. Schlie sslich sei keine beson dere Bezi e- hungsnähe der Beschwerdeführenden zur Schweiz gegeben, lebten doch gemäss deren Angaben keine nahen Verwandten oder Bezugs personen in der Schweiz und seien in den Akten keine diesbezüglichen Anhalt s- punkte ersichtlich. D-3020/2013 Seite 9 5.5 In der Beschwerde werden im Wesentlichen in knapper Form die im vorinstanzlichen Verfahren geschilderte Probleme wiederholt. Zusätzlich machen die Beschwerdeführenden rassistische Angriffe geltend. Meldun- gen bei der sudanesischen Polizei seien erfolglos g eblieben beziehungs- weise hätten sogar rassistische Äusserungen der Polizeibeamten bewirkt (vgl. Sachverhalt Bst. C). 5.6 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass sich die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. Ziff . 5.4. der Erwägungen) als zutreffend erweisen und de n Beschwerdeführenden tatsächlich zugemutet werden kann, sich weiterhin im Sudan aufzuhalten . Daran vermögen die Ausfü h- rungen in der Beschwerdeschrift und auch die gleichzeitig eingereichten Unterlagen nichts zu ändern, zumal die in Kopie vorliegenden Dokumente auch nicht auf rassistisch motivierte Übergriffe schliessen lassen. Zwar erscheint die von den Beschwerdeführenden vorgebrachte ang e- spannte finanzielle Situation durchaus glaubhaft. Den Beschwerdefü h- renden steht es jedoch – wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend bemerkt wurde – frei, sich im Sudan in einem der verschiedenen Flüch t- lingslager des UNHCR registrieren zu lassen, wo sie mit den lebensno t- wendigen Gütern versorgt werden und Kinder auch Anspruch auf unen t- geltliche Primar- und Sekundarschulbildung haben. Gemäss gesicherten Kenntnissen ist für Eritreer, die im Sudan vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt sind, auch das Risiko einer Deportation oder Verschleppung gering (vgl. statt vieler Urteile D -756/2013 vom 26. Februar 2013 E. 5.6. und D-2979/2013 vom 4. Juni 2013 E. 5.6.). 5.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass vorliegend keine konkreten Hinweise dafür bestehen, die Beschwerdeführe nden seien gegen- wärtig einer konkreten Gefährdung ausgesetzt oder hätten eine unmit - telbar drohend e Gefährdung akut zu befürchten. 5.8 Schliesslich ist festzustellen, dass keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen der Beschwerdeführenden in der Schweiz leben und den Akten auch sonst keine Hinweise auf Anknüpfungspunkte zur Schweiz zu entnehmen sind. 5.9 Die Beschwerdeführenden vermochten insgesamt nicht aufzuzeigen, dass sie auf die Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen sind beziehungsweise ih nen gerade die Schweiz den erforderlichen Schutz gewähren muss. Der weitere Verbleib im Sudan ist ih nen nach dem Ge-D-3020/2013 Seite 10 sagten zuzumuten und die Vorinstanz hat ih nen zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und die Asylgesuche abgelehnt. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachver halt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist demnach abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver- waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg e- richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indes auf die Erhebu ng von Verfahren s- kosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite) D-3020/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Kathrin Mangold Horni Versand: