<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">2A.242/2003 /kil </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 28. Mai 2003 </div> <div class="para">II. Öffentlichrechtliche Abteilung </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Wurzburger, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Yersin, Bundesrichter Merkli, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Feller. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">X.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Einwohnerdienste des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Internationale Kundschaft als kantonale Fremdenpolizei, Spiegelgasse 6, 4001 Basel, </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, Bäumleingasse 1, 4051 Basel. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ausschaffungshaft gemäss <span class="artref">Art. 13b ANAG</span>, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil </div> <div class="para">des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, vom 16. Mai 2003. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">X.________, nach eigenen Angaben geboren im April 1970, ist angeblich Staatsangehöriger von Sierra Leone. Am 14. Mai 2003 wurde er, als er versuchte, von Italien her kommend nach Holland zu gelangen und zu diesem Zweck bei Basel nach Deutschland einzureisen, vom deutschen Grenzschutz aufgegriffen und den Schweizer Behörden übergeben. Die Einwohnerdienste des Kantons Basel-Stadt (kantonale Fremdenpolizei) nahmen ihn in Ausschaffungshaft. Nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung erklärte der Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht des Verwaltungsgerichts des Kantons Basel-Stadt (Haftrichter) mit Urteil vom 16. Mai 2003 die Anordnung der Ausschaffungshaft für rechtmässig und angemessen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Mit an das Bundesgericht adressiertem Schreiben in englischer Sprache vom 20. Mai (Postaufgabe 22. Mai, Eingang beim Bundesgericht 27. Mai) 2003 erklärt X.________, gegen das Haftbestätigungsurteil Beschwerde ("appeal") zu erheben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gestützt auf die Eingabe ist vor Bundesgericht ein Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eröffnet worden. Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen (Einholen von Akten) angeordnet worden. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Wurde ein erstinstanzlicher (nicht notwendigerweise rechtskräftiger) Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, so kann die zuständige kantonale Behörde (<span class="artref">Art. 13c Abs. 1 ANAG</span>) den Ausländer mit Zustimmung der kantonalen richterlichen Behörde (<span class="artref">Art. 13c Abs. 2 ANAG</span>) zur Sicherstellung von dessen Vollzug in Ausschaffungshaft nehmen, wenn die Voraussetzungen von <span class="artref">Art. 13b ANAG</span> (s. auch <span class="artref"><artref id="CH/142.20/13^c/3" type="start"></artref>Art. 13c Abs. 3 und 5 lit. a ANAG</span><artref id="CH/142.20/13^c/5/a" type="end"></artref>) erfüllt sind, insbesondere wenn ein gesetzlicher Haftgrund gemäss <span class="artref"><artref id="CH/142.20/13^b/c" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/1/c" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/1/a" type="start"></artref>Art. 13b Abs. 1 lit. a - c ANAG</span><artref id="CH/142.20/13^b/1/c" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/13^b/c" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/c" type="end"></artref> vorliegt. </div> <div class="para">2.1 Der Beschwerdeführer hat keine ausländerrechtliche Bewilligung. Er konnte daher jederzeit formlos zur Ausreise aus der Schweiz verhalten werden (formlose Wegweisung gemäss <span class="artref">Art. 12 Abs. 1 ANAG</span>), was die kantonale Fremdenpolizei im Haftanordnungsverfahren getan hat. Die Ausschaffungshaft dient damit der Sicherstellung des Vollzugs einer Wegweisung, wobei der Vollzug zurzeit zwar noch nicht möglich ist, ohne dass aber Anzeichen dafür bestehen, dass er für unabsehbare Zeit undurchführbar wäre (vgl. <span class="artref">Art. 13c Abs. 5 lit. a ANAG</span>). Die Haft ist daher zulässig, sofern der von den kantonalen Behörden geltend gemachte Haftgrund vorliegt. </div> <div class="para">2.2 Nach den für das Bundesgericht verbindlichen tatsächlichen Feststellungen des Haftrichters (vgl. <span class="artref">Art. 105 Abs. 2 OG</span>) hat sich der Beschwerdeführer mit einem gefälschten, nicht auf ihn ausgestellten britischen Reisepass ausgewiesen, um sein Fortkommen zu erleichtern. Er hat zudem Angaben über seinen Reiseweg gemacht, die kaum zutreffen können. Das bisherige Verhalten des Beschwerdeführers, seine Art und Weise, wie er den Behörden begegnet ist, lässt befürchten, dass er sich behördlichen Anordnungen widersetzen und sich insbesondere der Ausschaffung entziehen würde, sollte er freigelassen werden. Er erfüllt damit den Haftgrund der Untertauchensgefahr gemäss <span class="artref">Art. 13c Abs. 1 lit. c ANAG</span> (s. zu diesem Haftgrund <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.05.2003&amp;to_date=14.06.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-I-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 129 I 139</a> E. 4.2 S. 146 ff.; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.05.2003&amp;to_date=14.06.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-II-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">122 II 49</a> E. 2a S. 50 f.). </div> <div class="para">2.3 Der Beschwerdeführer will in der Schweiz um Asyl ersuchen. Ein nach Anordnung der (formlosen) Wegweisung gestelltes Asylgesuch lässt die Ausschaffungshaft nicht dahinfallen bzw. unzulässig werden (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=26.05.2003&amp;to_date=14.06.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-II-377%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page377">BGE 125 II 377</a> E. 2b S. 380). Gemäss <span class="artref">Art. 13c Abs. 6 ANAG</span> ist allerdings über das Gesuch ohne Verzug zu entscheiden, und es sind - insbesondere nach allfälliger Abweisung des Gesuchs - die für den Vollzug der Wegweisung notwendigen Vorkehren umgehend zu treffen (<span class="artref">Art. 13b Abs. 3 ANAG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Übrigen ist das Bundesgericht für Fragen der Asylgewährung nicht zuständig, und hinsichtlich des Asylgesuchs ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten. Eine Kopie der ans Bundesgericht adressierten Rechtsschrift ist an das Bundesamt für Flüchtlinge zwecks allfälliger Einleitung eines Asylverfahrens zu übermitteln. </div> <div class="para">2.4 Soweit auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingetreten werden kann, erweist sie sich als offensichtlich unbegründet, und ist sie im vereinfachten Verfahren (<span class="artref">Art. 36a OG</span>) abzuweisen. </div> <div class="para">2.5 Entsprechend dem Verfahrensausgang ist der Beschwerdeführer grundsätzlich kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 156 OG</span>). In Fällen der vorliegenden Art rechtfertigt es sich jedoch, von der Erhebung einer Gerichtsgebühr abzusehen (vgl. <span class="artref">Art. 154 und <artref id="CH/173.110/153^a/1" type="start"></artref>Art. 153a Abs. 1 OG</span><artref id="CH/173.110/154" type="end"></artref>). </div> <div class="para">2.6 Die Einwohnerdienste des Kantons Basel-Stadt werden darum ersucht, dafür besorgt zu sein, dass das vorliegende Urteil dem Beschwerdeführer korrekt eröffnet und nötigenfalls verständlich gemacht wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Demnach erkennt das Bundesgericht </div> <div class="para">im Verfahren nach <span class="artref">Art. 36a OG</span>: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Kosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, den Einwohnerdiensten des Kantons Basel-Stadt, Abteilung Internationale Kundschaft als kantonale Fremdenpolizei, und dem Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelrichter für Zwangsmassnahmen im Ausländerrecht, sowie dem Bundesamt für Flüchtlinge (zusammen mit einer Kopie der Eingabe des Beschwerdeführers vom 20./22. Mai 2003) schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para">Lausanne, 28. Mai 2003 </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlichrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para">Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>