Z w i s c h e ne n t s c h e i d v o m 1 9 . A p r i l 2 0 2 2 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Eva Schneeberger, Richter Francesco Brentani, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. In der Beschwerdesache Parteien ARGE X._______, bestehend aus: 1. A._______ AG, _______, 2. B._______ AG, _______, 3. C._______ AG, _______, 4. D._______ SA, _______, 5. E._______ AG, _______, 6. F._______ AG, _______, c/o A._______ AG, _______, alle vertreten durch die Rechtsanwälte Mario Strebel und/oder Fabian Koch, _______, Beschwerdeführerinnen, B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Das BGer ist mit Entscheid vom 26.07.2022 auf die Beschwerde nicht eingetreten (2C_327/2022) Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 465 25 60 Fax +41 (0)58 465 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-4703/2021 stm/roe/fem gegen Ufficio federale delle strade USTRA, Filiale di Bellinzona, Via C. Pellandini 2a, 6500 Bellinzona, Vergabestelle, Consorzio Y._______, bestehend aus: 1. Gb._______ AG, _______, 2. H._______ AG, _______, 3. I._______ SA, _______, 4. J._______ SA, _______, 5. K._______ & Co. AG, _______, alle vertreten durch Gb._______ AG, _______, Beschwerdegegnerinnen. Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen – Zuschlag betreffend das Projekt N02 Secondo tubo San Gottardo (2TG) – Los 111, Materialbewirtschaftung und -logistik Nord+Süd (SIMAP- Meldungsnummer 1222447; Projekt-ID: 217357). B-4703/2021 Seite 3 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. A.a Am 2. März 2021 schrieb das Bundesamt für Strassen ASTRA (im Fol- genden: Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informationssys- tem über das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel "N02 Secondo tubo San Gottardo (2TG) – Los 111, Materialbe- wirtschaftung und -logistik Nord+Süd, funktionale Ausschreibung" einen Bauauftrag im offenen Verfahren aus (SIMAP-Meldungsnummer 1183323). Am 21. Mai 2021 berichtigte die Vergabestelle diese Ausschreibung bezüg- lich des möglichen Subunternehmeranteils an den in Frage stehenden Ar- beiten. A.b In der Folge gingen fristgerecht drei Angebote ein. Darunter befanden sich jenes der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) X._______ und dasjenige des Consorzio Y ._______. A.c Am 16. September 2021 führte die Vergabestelle eine Bereinigungs - sitzung mit der ARGE X._______ über deren Angebot durch. A.d Der Zuschlag vom 6. Oktober 2021 an das Consorzio Y ._______, be- stehend aus der Gb._______ AG [Unternehmen des Konzerns G._______], der H._______ AG, der I._______ SA, der J._______ SA und der K._______ & Co. AG (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin nen), wurde gleichentags auf der Internetplattform SIMAP (Meldungsnummer 1222447) publiziert. In Ziffer 3.3 der Zuschlagsverfügung wird der Zuschlag damit begründet, dass das Angebot der Zuschlagsempfängerin nen das vorteilhafteste Angebot mit der höchsten Punktzahl aus der Bewertung der Zuschlagskriterien sei. Neben dem günstigsten Preis habe das Angebot der Zuschlagsempfängerin nen insbesondere durch Qualität aller Zu- schlagskriterien und die guten Referenzen der Schlüsselpersonen über- zeugt. A.e Mit Schreiben vom 8. Oktober 2021 bat di e ARGE X._______ die Vergabestelle um ein Debriefing. Sie zweifle, ob die Zuschlagsempfänge- rinnen die Eignungskriterien, insbesondere das Eignungskriterium (EK) 1, Referenz 2 ("Baulogistische Aufgabe"), erfüllten. Das Debriefing fand am 18. Oktober 2021 statt. B. Gegen die Zuschlagsverfügung vom 6. Oktober 2021 hat die ARGE B-4703/2021 Seite 4 X._______, bestehend aus der A._______ AG, der B._______ AG, der C._______ AG, der D._______ SA, der E._______ AG und der F._______ AG (im Folgenden: Beschwerdeführerinnen), mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht erhoben. Es werden folgende Rechtsbegehren gestellt: "1. Die Zuschlagsverfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und der Zuschlag sei der ARGE X._______ zu erteilen. 2. Eventualiter sei die Zuschlagsverfügung der Vorinstanz aufzuheben und die Sache der Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 3. Subeventualiter sei festzustellen, dass die Zuschlagsverfügung der Vorin - stanz rechtswidrig war und es sei den Beschwerdeführerinnen Schadener- satz in der Höhe von mindestens CHF 800'000 zuzüglich eines Schadens- zinses von 5 % ab Abschluss des Vertrags mit den Zuschlagsempfängerin- nen zu zahlen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inklusive Mehrwertsteuer) zu- lasten der Schweizerischen Eidgenossenschaft bzw. ggf. der Zuschlags emp- fängerinnen." In prozessualer H insicht beantragen die Beschwerdeführerinnen Folgen- des: "1. Der Beschwerde sei – zunächst superprovisorisch und dann vorsorglich – umgehend die aufschiebende Wirkung zu ertei len und der Vorinstanz sei zu untersagen, den Vertrag mit den Zuschlagsempfängerinnen abzu - schliessen. 2. Den Beschwerdeführerinnen sei vollständige Akteneinsicht zu gewähren, soweit keine berechtigten Geheimhaltungsinteressen entgegenstehen. 3. Nach gewährter Akteneinsicht sei den Beschwerdeführerinnen Gelegen- heit zur Beschwerdeergänzung zu geben und hierzu eine angemessene Frist anzusetzen. 4. Den Beschwerdeführerinnen sei nach Anzeige des Vertragsabschlusses mit den Zuschlagsempfängerinnen, sofern ein solcher überhaupt erfolgen sollte, Gelegenheit einzuräumen und eine richterliche Frist anzusetzen, das Schadenersatzbegehren näher zu beziffern und zu belegen." Die Beschwerdeführerin nen begründen ihre Begehren im Wesentlichen damit, dass d ie Zuschlagsempfängerinnen die erforderlichen Nachweise für das EK1, Referenz 2, nicht erbrächten und daher vom Vergabeverfah- ren auszuschliessen seien. Denn das von diesen genannte Referenzpro- jekt Materialbewirtschaftungskonzept (MBK) Raron (Lötschberg-Basistun- nel) sei in Bezug auf die Tätigkeiten , welche als Referenz 2 für das EK1 gefordert würden, keine taugliche Referenz. Die Gb._______ AG sei nach den öffentlich verfügbaren Informationen nicht Auftragnehmerin dieses Projekts gewesen und habe die für den Eignungsnac hweis erforderlichen B-4703/2021 Seite 5 Tätigkeiten nicht ausgeführt. Zudem entspreche der Auftragsumfang die- ses Projekts insbesondere in Bezug auf die Dimension der Transportanla- gen nicht den Anforderungen der Ausschreibung an die Referenz 2 für das EK1. Auch das Referenzprojekt Amsteg (Gotthard-Basistunnel) sei keine taugliche Referenz der seitens der Zuschlagsempfängerinnen in diesem Zusammenhang offenbar genannten Unternehmung K._______ & Co. AG für die Tätigkeiten, die zum Nachweis dieser Referenz gefordert seien. Sie (die Beschwerdeführerinnen) hätten in qualitativer Hinsicht das mit Ab- stand beste und nach dem beantragten Ausschluss auch preislich güns- tigste Angebot eingereicht. Zur aufschiebenden Wirkung tragen die Beschwerdeführerinnen im We- sentlichen vor, dass der Zuschlag rechtmässigerweise ihnen zu erteilen sei. Ihr Interesse an der Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Be- schwerde überwiege die Interessen der Vergabestelle und der Zuschlags- empfängerinnen. C. Mit superprovisorischer Anordnung vom 27. Oktober 2021 hat der Instruk- tionsrichter bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die Erteilung der aufschiebenden Wirkung alle Vollzugsvorkehrungen, namentlich den Ver- tragsschluss mit den Zuschlagsempfängerinnen untersagt. Gleichzeitig ist die Vergabestelle ersucht worden, die vollständigen Akten betreffend das in Frage stehende Vergabeverfahren einzureichen und zu den prozessua- len Anträgen der Beschwerdeführerin nen Stellung zu nehmen. Den Zu- schlagsempfängerinnen ist mit Hinweis auf die Kostenfolgen freigestellt worden, ebenfalls eine Stellungnahme zu den prozessualen Anträgen ein- zureichen. Schliesslich sind die Beschwerdeführerinnen aufgefordert wor- den, einen Kostenvorschuss von Fr. 25'000.– in der Höhe der mutmassli- chen Verfahrenskosten zu leisten. D. Mit Eingabe vom 17. November 2021 haben die Zuschlagsempfängerinnen zu den prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerinnen Stellung ge- nommen. Die Zuschlagsempfängerinnen haben sich als Beschwerdegeg- nerinnen konstituiert und beantragen Folgendes: "1. Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann; 2. die der Beschwerde superprovisorisch erteilte aufschiebende Wirkung sei wieder zu entziehen und es sei der Beschwerde keine weitere aufschie - bende Wirkung zu erteilen; B-4703/2021 Seite 6 3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführe- rinnen." Sie machen in diesem Zusammenhang namentlich geltend , dass sie das wirtschaftlich günstigere Angebot abgegeben hätten, weshalb die Be- schwerdeführerinnen nun zu Unrecht die Eignung bestreiten würden. Dies geschehe gestützt auf blosse Mutmassungen . Insbesondere sei der Gb._______ AG das Referenzprojekt MBK Raron der Ga._______ AG [Un- ternehmen des Konzerns G._______] zurechenbar. Die Beschwerde er- scheine diesbezüglich als offensichtlich unbegründet. E. Ebenfalls am 17. November 2021 hat die Vergabestelle ihre Vernehmlas- sung zu den prozessualen Anträgen der Beschwerdeführeri nnen ein ge- reicht. Sie stellt folgende Rechtsbegehren unter Kostenfolge: "1. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung sei abzuweisen. 2. Über das Gesuch sei ohne weiteren Schriftenwechsel und ohne Verzug zu entscheiden. 3. Die Beschwerde sei abzuweisen." Sie führt zur Begründung an , basierend sowohl auf den Unterlagen als auch auf den Aussagen der damals involvierten Personen sei aus ihrer Sicht genügend erstellt, dass die Gb._______ AG die relevanten Leistun- gen im Referen zprojekt MBK Raron erbracht habe, zuerst als Teil der Ga._______ AG und anschliessend als eigenständiges Unternehmen. Die Offerte und die eingeholten Auskünfte sprächen dafür, dass die Teile, die für dieses Projekt wesentlich gewesen seien, aus der bisheri gen Gesell- schaft ( Ga._______ AG) auf die neue ( Gb._______ AG) übergegangen seien. Die Beschwerdegegnerinnen erfüllten m it dem Referenzprojekt MBK Raron vier von fünf Anforderungen der Referenz 2 zu EK1. Mit der zweiten Referenz, die entgegen der Darstellun g der Beschwerdeführerin- nenseite nicht von der K._______ & Co. AG, sondern von der O._______ stamme, deckten die Beschwerdegegnerinnen auch die fünfte Anforderung ab. Damit erfüllten sie die se Referenz 2. Das Angebot der Beschwerde- gegnerinnen habe zu Recht den Zuschlag erhalten. Es bestünden erhebli- che öffentliche Interessen an der baldmöglichen Aufnahme der Arbeiten. F. In ihrer Replik vom 29. November 2021 zur Frage der Gewährung der auf- schiebenden Wirkung halten die Beschwerdeführerinnen an i hren Anträ- gen vollumfänglich fest. Indessen anerkennen sie insbesondere, dass das B-4703/2021 Seite 7 Referenzprojekt Amsteg nicht als dasjenige der K._______ & Co. AG, son- dern als dasjenige der O._______ zu beurteilen war. Ergänzend führen sie aus, die Vergabestelle stelle bezüglich der von der Gb._______ AG im Re- ferenzprojekt MBK Raron ausgeübten Tätigkeiten reine Mutmassungen an, um die Erfüllung des EK1 durch die Beschwerdegegnerinnen im Nach- hinein zu plausibilisieren. Dokumentierte Nachweise gebe es keine. Damit sei die Hauptsachenprognose der Beschwerde gut. Es gebe keine Gründe, die gegen die Erteilung der aufschiebenden Wirkung sprächen. Vielmehr überwögen das öffentliche Interesse an der Gewährung des wirksamen Rechtsschutzes sowie die Interessen der Beschwerdeführerinnen die Inte- ressen der Vergabestelle und der Beschwerdegegnerinnen. G. G.a In ihrer Duplik vom 10. Dezember 2021 zur Frage der Gewährung der aufschiebenden Wirkung hält die Vergabestelle vollumfänglich an ihren Rechtsbegehren fest. Ergänzend legt sie dar, dass sie die Evaluation im Rahmen ihres Ermessens durchgeführt habe. G.b Die Beschwerdegegnerinnen halten in ihrer Duplik vom 10. Dezember 2021 zur Frage der Gewährung der aufschiebenden Wirkung an ihren An- trägen und deren Begründung vollumfänglich fest. Entscheidend sei nicht, wann, sondern dass die Gb._______ AG den entsprechenden Geschäfts- bereich übernommen habe. Die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der aufschiebenden Wirkung seien nicht erfüllt und die Beschwerde sei un- begründet. H. In ihrer Stellungnahme vom 17. Dezember 2021 zu den beiden Dupliken halten die Beschwerdeführerinnen an ihren bisherigen Anträgen vollum- fänglich fest. Insbesondere fehle jeder Nachweis für einen Übergang des Betriebs bzw. der Kompetenzen von der Ga._______ AG an die Gb._______ AG. Die Voraussetzungen für die Erteilung der aufschieben- den Wirkung seien erfüllt. Letztere sei aufrechtzuerhalten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. Januar 2021 traten das totalrevidierte Bundesgesetz vom 21. Juni 2019 über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB, SR B-4703/2021 Seite 8 172.056.1), die dazugehörende Verordnung vom 12. Februar 2020 über das öffentliche Beschaffungswesen (VöB, SR 172.056.11) sowie das revi- dierte WTO-Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 (Government Procurement Agreement [GPA, SR 0.632.231.422], Fassung gemäss Ziff. 1 des Protokolls vom 30. März 2012 [im Folgenden: GPA 2012], BBl 2017 2175 ff.) in Kraft. Gemäss Art. 62 BöB werden Vergabeverfahren, die vor Inkrafttreten dieses Geset- zes eingeleitet wurden, nach bisherigem Recht zu Ende geführt (Urteil des BVGer B -3156/2021 vom 29. September 2021 E. 1.2 "MÜLS Tunnel Schlund und Spier [A2 Luzern]"). Vorliegend wurde das Vergabeverfahren mit Ausschreibung vom 2. März 2021 und damit nach Inkrafttreten des revidierten BöB eingeleitet, weshalb das revidierte Beschaffungsrecht anzuwenden ist. 1.2 Gegen den Zuschlag in einem Vergabeverfahren ebenso wie gegen eine Ausschlussverfügung ist im Anwendungsbereich des BöB unter Be- rücksichtigung der einschlägigen Schwellenwerte (vgl. dazu E. 2 hiernach) die Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht zulässig (Art. 53 Abs. 1 Bst. e und Bst. h BöB). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auch über Gesuche um Erteilung der aufschiebend en Wirkung (vgl. Art. 54 Abs. 2 BöB). 1.3 Über das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung im Rah- men der Anfechtung eines Zuschlags entscheidet das Bundesverwaltungs- gericht gemäss ständiger Praxis in Dreierbesetzung (Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweise publi- ziert in: BVGE 2009/19, E. 1.2 mit Hinweisen ; vgl. auch PETER GALLI/ ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/MARC STEINER, Praxis des öffentlichen Be- schaffungsrechts, 3. Auflage, Zürich 2013, Rz. 1340 mit Hinweisen). 1.4 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts A nderes bestimmen (Art. 55 BöB und Art. 37 VGG). 2. 2.1 Nach Art. 1 BöB findet das Gesetz auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auftraggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staats-B-4703/2021 Seite 9 vertragsbereichs Anwendung. Der subjektive Geltungsbereich ist Gegen- stand von Art. 4 BöB und der objektive von Art. 8 f. BöB, wobei Art. 8 BöB eine Legaldefinition der öffentlichen Beschaffung enthält. Die Ausnahmen zum Geltungsbereich sind in Art. 10 BöB geregelt. 2.2 Innerhalb des Anwendungsbereichs des Gesetzes definiert Art. 52 BöB die Voraussetzungen für den Rechtschutz. Dabei werden der Rechtsschutz innerhalb des Staatsvertragsbereichs und derjenige, der ab den Rechts- schutzschwellenwerten gemäss Art. 52 Abs. 1 BöB ausserhalb des Staats- vertragsbereichs gilt, unterschieden. Ein Begehren um Erteilung der auf- schiebenden Wirkung ist indessen nur im Staatsvertragsbereich zulässig (Art. 52 Abs. 2 BöB). Demnach gilt im Staatsvertragsbereich wie nach al- tem Recht Primärrechtsschutz, wogegen für die neu rechtsschutzunter- stellten Vergaben nur Sekundä rrechtsschutz zur Verfügung steht (Bot- schaft zur Totalrevision des BöB vom 15. Februar 2017, BBl 2017 1851 ff. [im Folgenden: Botschaft BöB], S. 1977 zu Art. 52 Abs. 2 BöB). 2.3 Die Vergabestelle untersteht als Teileinheit der allgemeinen Bundes - verwaltung dem BöB (Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB). 2.4 Dass das vorliegend zu beurteilende Formulieren und Decken der Nachfrage im Rahmen der Materialbewirtschaftung und -logistik Nord und Süd für die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels (2TG) eine öffent- liche Beschaffung im Sinne von Art. 8 BöB darstellt, ist offensichtlich und steht auch zwischen den Parteien ausser Streit. Ebenso klar ist, dass keine Ausnahme nach Art. 10 BöB greift. 2.5 2.5.1 Damit indessen das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wir- kung gestellt werden kann, muss die Beschaffung auch in den Staatsver- tragsbereich fallen (vgl. E. 2.2 hiervor). Von diesem erfasst werden Be- schaffungen, welche dem GPA 2012 unterstellt sind ( vgl. BVGE 2008/48 "Areal- und Gebäudeüberwachung PSI" E. 2.1 mit Hinweisen). Die Verga- bestelle geht in Ziffer 1.8 der Ausschreibung vom 2. März 2021 von einem "Bauauftrag" aus. Aus Art. 8 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 8 Abs. 4 BöB ergibt sich, dass die Bauleistungen Gegenstand einer Positivliste gemäss An- hang 1 zum BöB sind, welche sich wiederum aus dem Annex I Anhang 5 zum GPA 2012 ergibt. Massgebend für die Umschreibung der unterstellten Leistungen ist sowohl für Bau- als auch für Dienstleistungen die (provisori- sche) Zentrale Produkteklassifikation der UNO (CPC prov; vgl. BVGE 2011/17 E. 5.2.2 "Personalverleih"). Die Bauleistungen sind dabei in der B-4703/2021 Seite 10 Abteilung 51 derselben umschrieben (vgl. dazu etwa das Urteil B-2709/2019 vom 25. November 2019 E. 2.1 "Lüftungs- und Klimaanlagen ETH"). Nachdem im Anhang 1 zum BöB sämtliche Gruppen der Abteilung 51 aufgeführt sind, ist diese umfassend unterstellt (vgl. zum Ganzen HANS RUDOLF TRÜEB/NATHALIE CLAUSEN, BöB -Kommentar, in: Oesch/Weber / Zäch [Hrsg.], Wettbewerbsrecht II, 2. Auflage, Zürich 2021, Rz. 20 zu Art. 8 BöB). Nachdem die entscheidenden Common Procurement Vocabulary - Kategorien in Ziffer 2.5 der Ausschreibung ebenfalls auf Bauarbeiten der CPV-Abteilung 4500000 verweisen, welche der CPC -Abteilung 51 ent- spricht, sind die anderen Eintragungen, welche allenfalls auf die Beschaf- fung von Rollmaterial hindeuten könnten, prima facie nicht einschlägig. Die Qualifikation als dem Staatsvertrag unterstellter Bauauftrag wird von der Vergabestelle denn auch nicht bestritten. Um zu bestimmen, ob ein Bauauftrag in den Staatsvertragsbereich fällt, sind nach Art. 8 Abs. 4 die einschlägigen Schwellenwerte gemäss An- hang 4 Ziffer 1 zum BöB zu berücksichtigen. Dieser beträgt für Bauaufträge 8'700'000 Franken und ist im vorliegenden Fall, wie sich bereits aus dem Zuschlagspreis von Fr. 224'108'197.05 (exkl. MWST) ergibt, deutlich über- schritten. 2.5.2 Damit fällt die in Frage stehenden Beschaffung prima facie nicht nur in den Anwendungsbereich des Gesetzes, sondern auch in den Staatsver- tragsbereich. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht nicht nur für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig. Vielmehr ist auch das Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung nach dem Gesetz zu- lässig (Art. 52 Abs. 2 BöB; vgl. E. 2.2 hiervor). 3. 3.1 Gegenstand des vorliegend en Zwischenentscheids bildet der Antrag auf Ertei lung der aufschiebenden Wirkung. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 54 Abs. 1 BöB vor, dass der Beschwerde von Ge- setzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt. D emnach kann diese vom Bundesverwaltungsgericht nur auf Gesuch hin erteilt werd en (Art. 54 Abs. 2 BöB). 3.2 Das BöB nennt die Kriterien, welche für die Frage der Gewährung oder Verweigerung der aufschiebenden Wirkung zu berücksichtigen sind: Das Bundesverwaltungsgericht kann einer Beschwerde bei einem Auftrag im Staatsvertragsbereich auf Gesuch hin die aufschiebende Wirkung gewäh- ren, wenn die Beschwerde als ausreichend begründet erscheint und keine B-4703/2021 Seite 11 überwiegenden öffentlichen Interessen entgegenstehen (Art. 54 Abs. 2 BöB). Gemäss der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts zum aBöB kön- nen die Grundsätze übernommen werden, die Rechtsprechung und Lehre zur Anwendung von Art. 55 VwVG entwickelt haben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, die für eine sofortige Vollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegentei- lige Lösung angeführt werden können (BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenent- scheid des BVGer B -6837/2010 vom 16. November 2010 E. 2.1 mit Hin- weisen "Lüftung Belchentunnel"). Dass der Gesetzgeber im BöB den Sus- pensiveffekt in Abweichung zum VwV G nicht von Gesetzes wegen ge- währte, zeigt, dass er sich der Bedeutung dieser Anordnung im Submissi- onsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung dieser Frage als not- wendig erachtete, nicht aber, dass er diesen nur ausnahmsweise gewährt haben wollte (v gl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in: BVGE 2009/19 E. 2.1 mit Hinweisen "Microsoft"). In der Botschaft zum BöB (BBl 2017 1851, insb. S. 1981 f.) wird festgehalten, dass weder nach altem noch nach neuem Recht ein automatischer Suspensiveffekt vorgesehen ist, und im Übrigen auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts verwie- sen. 3.3 Liegt ein Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung vor, so ist im Sinne einer prima facie-Würdigung der materiellen Rechtslage in einem ersten Schritt zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden Akten davon auszu- gehen ist, dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist. Ist dies der Fall, ist die aufschiebende Wirkung von vornherein nicht zu gewähren. Dasselbe gilt für den Fall, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten werden kann (Zwischenentscheid des BVGer B-5293/2015 vom 4. November 2015 E. 3.1 "E-Mail-Service für Ratsmit- glieder"). Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen zuerkannt oder bestehen darüber Zweifel, so ist über das Begehren um aufschiebende Wirkung aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu befinden. In die Abwägung einzubeziehen sind nach der ständigen Praxis der Eidgenössi- schen Rekurskommission für das öf fentliche Beschaffungswesen (BRK), die sich das Bundesverwaltungsgericht mit dem Entscheid BVGE 2007/13 "Vermessung Durchmesserlinie" (E. 2.2) im Grundsatz zu eigen gemacht hat, einerseits die Interessen der Beschwerdeführerinnen an der Aufrecht- erhaltung der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, wobei zugleich ein gewichtiges öffentliches Interesse an der Gewährung effektiven Rechts- schutzes besteht ( Zwischenentscheid des BVGer B -6177/2008 vom B-4703/2021 Seite 12 20. Oktober 2008 E. 2 "Hörgeräte"). Diesen gegenüber stehen die öffentli- chen Interessen, die die Auftraggeberin wahrzunehmen hat. So wird in der Botschaft zum BöB namentlich festgehalten, gegen den automatischen Suspensiveffekt spreche die Gefahr von Verzögerungen und erheblichen Mehrkosten (Botschaft BöB, BBl 2017 1851, insb. S. 1982; vgl. zum Gan- zen den Zwischenentscheid des BVGer B -3402/2009 vom 2. Juli 2009 "Microsoft", auszugsweis e publiziert in BVGE 2009/19 E. 2.1). Entspre- chend hält das Bundesgericht im Rahmen der Auslegung von Art. 17 Abs. 2 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB 1994/2001) – bzw. Art. 54 Abs. 2 der revidierten IVöB vom 15. November 2019 – fest, dass dem öffentlichen Interesse an einer möglichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides von vornhe- rein ein erhebliches Gewicht zukommt (Urteil des BGer 2P .103/2006 vom 29. Mai 2006 E. 4.2.1 mit Hinweisen; in diesem Sinne auch BVGE 2008/7 E. 3.3 "Prestations de planification à Grolley/FR"). Auch allfällige Interes- sen Dritter, namentlich der übrigen an einem Beschaffungsgeschäft Betei- ligten, sind nach der ständigen Praxis zu berücksichtigen. Ausgangspunkt muss dabei – insbesondere auch in Anbetracht der Zielsetzung von Art. XVIII Ziff. 1 und Ziff. 7 Bst. a GPA 2012 – die Gewährung eines effekti- ven Rechtsschutzes und die Verhinderung von Zuständen sein, welche das Rechtsmittel illusorisch werden lassen (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinwei- sen "Vermessung Durchmesserlinie"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 1341). 4. 4.1 Das BöB enthält keine spezielle submiss ionsrechtliche Regelung zur Beschwerdelegitimation, weshalb diese nach dem allgemeinen Verfah - rensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 55 BöB bzw. Art. 37 VGG in Verbindung mit Art. 48 VwVG; BGE 141 II 14 E. 2.3 "Monte Ceneri", 137 II 313 E. 3.2 "Microsoft"; Urteile des BVGer B -1606/2020 vom 11. Februar 2022 E. 4.2.1 "Mediamonitoring ETH -Bereich" und B -5601/2018 vom 24. April 2019 E. 4.4 "Betankungsanlagen"). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG). 4.2 Die Beschwerdeführerinnen sind formell beschwert, denn sie haben am Verfahren vor der Vergabestelle teilgenommen, und sie sind durch die B-4703/2021 Seite 13 angefochtene Verfügung auch offensichtlich besonders berührt, weil der Zuschlag nicht ihnen erteilt wurde. 4.2.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der Umstand, dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht berücksich- tigt worden ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Der unterlegene An- bieter ist zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur legitimiert, wenn er eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu erhalten (BGE 141 II 14 E. 4 ff. "Monte Ceneri" ; Zwischenentscheid des BVGer B-7062/2017 vom 16. Februar 2018 E. 7.2 "IT-Dienste ASALfutur"). 4.2.2 Im vorliegenden Fall machen die B eschwerdeführerinnen geltend, dass sie mit 389 Punkten den zweiten Platz erreicht hätten. Sie hätten das in qualitativer Hinsicht mit Abstand beste und preislich zweitgünstigste An- gebot eingereicht. Die Beschwerdegegnerinnen erfüllten das EK1 der Fir- menerfahrung/-referenz nicht, weshalb diese vom Vergabeverfahren aus- zuschliessen seien. Entsprechend sei die Zuschlagsverfügung aufzuheben und der Zuschlag ihnen (den Beschwerdeführerinnen) zu erteilen. Würde das Gericht ihrer Auffassung folgen, würde ihr Angebot den ersten Platz erreichen. Folgerichtig wird die Legitimation der Beschwerdeführerin nen seitens der Vergabestelle nicht bestritten. Die Beschwerdegegnerinnen weisen zwar daraufhin, dass das Bundesverwaltungsgericht die Legitima- tion vom Amtes wegen zu prüfen habe (Stellungnahme vom 17. November 2021, S. 4), machen aber nicht geltend, diese sei zu verneinen. 4.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 56 Abs. 1 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG) , die Rechtsvertreter haben sich rechtsgenüglich ausgewiesen (vgl. Art. 11 VwVG) und der Kostenvor - schuss wurde fristgerecht bezahlt (vgl. Art. 63 Abs. 4 VwVG). 5. 5.1 Im Rahmen eines Vergabeverfahrens ist die Befähigung jedes einzel- nen Anbieters zu prüfen. Die Eignung ist gegeben, wenn sichergestellt ist, dass der konkrete Anbieter den Auftrag in fachlicher, finanzieller, wirtschaft- licher und technischer Hinsicht erfüllen kann. Die Auftraggeberin stellt dazu Eignungskriterien auf (vgl. Art. 27 Abs. 1 f. BöB ; vgl. auch Art. VIII GPA 2012) und gi bt diese und die erforderlichen Nachweise in der Ausschrei- bung oder in den Ausschreibungsunterlagen bekannt (Art. 27 Abs. 3 BöB). Die Eignungskriterien können insbesondere die Erfahrung der Anbietenden betreffen (Art. 27 Abs. 2 BöB). Dabei kommt der Vergabestelle sowohl bei B-4703/2021 Seite 14 der Festlegung als auch bei der Bewertung bzw. Beurteilung der Anbieten- den anhand der ausgewählten Eignungskriterien grundsätzlich ein grosses Ermessen zu (vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 564 ff.), in wel- ches das Bundesverwaltungsgericht nach Art. 56 Abs. 3 BöB nicht eingrei- fen darf (vgl. Urteil des BVGer B-1470/2010 vom 29. September 2010, aus- zugsweise publiziert als BVGE 2010/58 "Privatisierung Alcosuisse I", E. 2.2 mit Hinweisen ; Urteil des BVGer B -5266/2020 vom 25. August 2 021 E. 5.3.1 "2TG Bauabwasserbehandlungsanlage Nord"). 5.2 Die Nichterfüllung eines Eignungskriteriums führt zum Ausschluss des Anbieters; davon ist bloss abzuweichen, wenn die Mängel geringfügig sind und der Ausschluss deshalb unverhältnismässig wäre (vgl. BGE 145 II 249 E. 3.3 "système de levage" und 143 I 177 E. 2.3.1 "Transportlizenz"). Ein fehlendes Eignungskriterium kann nicht durch Übererfüllung anderer Eig- nungskriterien kompensiert werden (vgl. BGE 139 II 489 E. 2.2.4 "Mehreig- nung"; Urteil des BVGer B-4941/2020 vom 6. April 2021 E. 5.3.1 "2TG Bau- herrenvermesser" und Zwischenentscheid des BVGer B -7479/2016 vom 8. Mai 2017 E. 10.2 "Gittermasten"; vgl. auch GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 580). 5.3 Ein Anbieter kann sich hinsichtlich der Eignung grundsätzlich auch auf die fachliche, wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit eines Sub- unternehmers berufen, wenn der Nachweis erbracht wird, dass der Anbie- ter tatsächlich über die entsprechenden Mittel des Subunternehmers ver- fügt bzw. sich diese Mittel hat zusichern lassen. Ein bloss allgemeiner Hin- weis reicht dafür nicht aus (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zü- rich VB.2008.00194 vom 8. April 2009 E. 4.1; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 648). Ähnliches gilt auch für di e Eignung innerhalb eines Kon- zerns: Will sich ein Anbieter auf Tatsachen oder Rechtspositionen einer Konzerngesellschaft stützen, muss er die fragliche Konzerngesellschaft als Konsortialpartner, als Subunternehmer oder Lieferant konkret in seine Of- ferte einbinden. Steht die Konzerngesellschaft hingegen auf keine dieser Arten in rechtlicher Nähe der konkreten Vergabe, bleibt sie gewöhnliche Dritte ohne Relevanz im fraglichen Verfahren ( Urteil des BVGer B-5266/2020 vom 6. April 2021 E. 5.3.2 "2TG Bauherrenvermesser", Zwi- schenentscheid des BVGer B-1600/2014 vom 2. Juni 2014 E. 4.4.3 "ERP alcosuisse" und Urteil des BVGer B -5563/2012 vom 28. Februar 2013 E. 3.3.3 "Galgenbucktunnel", je mit Hinweisen; vgl. auch MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 2012, Rz. 1374 ff., und MARTIN BEYELER, Einbezug der Muttergesellschaft, in: Baurecht 2015, S. 21 ff.). B-4703/2021 Seite 15 5.4 Als Nachweise im Sinne von Art. 27 BöB gelten Referenzen, bei wel- chen die Auftraggeberin in Erfahrung bringen kann, ob die Anbieterin ihre bisherigen Leistungen ordnungsgemäss erbracht hat und insbesondere folgende Auskünfte einholen kann: Wert der Leistung, Zeit und Ort der Leis- tungserbringung sowie Stellungnahme der damaligen Auftraggeberin, ob die Leistung den anerkannten Regeln der Technik entsprach und ob die Anbieterin sie ordnungsgemäss erbracht hat (vgl. Anhang 3 Ziff. 12 VöB). 6. Im vorliegenden Fall ist umstritten und zu prüfen, ob die Beschwerdegeg- nerinnen die Anforderungen an die Referenz 2 zum EK1 erfüllen. 6.1 6.1.1 Ziff. 3.8 der Ausschreibung vom 2. März 2021 fordert den Nachweis folgender Anforderungen an die Referenz 2 zum EK1: "BAULOGISTISCHE AUFGABE MIT FÖRDERBANDANLAGEN, BAHN- TRANSPORTEN, BAHNVER - UND/ODER ENTLADEANLAGE FÜR AUS- BRUCHMATERIAL UND/ODER GFB [meint: Gesteinkörnungen für Beton] FÜR GANZZÜGE a) Art des Werkes: Komplexe Baulogistik unter Einbezug verschiedener Um- schlags-, Lager- und Versorgungsorte mit  Ver- und Entsor gung der Baustellen mit Massengütern wie Aus- hub- und/oder Tunnelausbruchmaterial, GFB, Kies, Beton,  Bau und Betrieb von Bahn -Ver- und Entladeanlagen für die oben genannten Massengüter,  Bau und Betrieb von Transportanlagen (min. 2 km), insbesondere Förderbänder, Rohr - oder Rollgurtförderer, Elevatoren, Verteiler- türme für die oben genannten Massengüter,  Organisation und Durchführung von Bahntransporten (min. 1 Mio. Tonnen) für die oben genannten Massengüter mit Ganzzügen über eine Zeitspanne von mindestens einem Jahr,  In Rahmen eines Projektes wie Autobahn, Kantonsstrasse, Bahn, Serviceinfrastruktur oder Kraftwerksanlagen. b) Vertragssumme des Referenzprojektes in der Höhe von mindestens CHF 15 Mio. c) Die Ausführung des Referenzprojektes muss abgeschlossen sein ode r mindestens die Kriterien gemäss a) und b) erfüllt haben. Falls die Anforde- rungen von Punkt a) nicht mit einem einzigen Referenzprojekt abgedeckt werden können, dürfen sie anhand von maximal zwei verschiedenen Refe- renzen erfüllt werden. In diesem Fall soll die Summe der zwei Referenzen den Betrag b) übersteigen. Im Fall einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) kann die Referenz auch von einem einzelnen ARGE-Mitglied sein. Die von einer B-4703/2021 Seite 16 Firma oder von einem ARGE-Mitglied einer früheren ARGE dargelegte Re- ferenz ist nur gültig, wenn die gleiche Firma bzw. das einzelne ARGE -Mit- glied die in der Ausschreibung verlangten Arbeiten damals tatsächlich selbst ausgeführt hat. Die Referenz darf auch von einem Subunternehmer eingebracht werden." 6.1.2 Die Beschwerdegegnerinnen haben unter der soeben beschriebenen Referenz 2 zu EK 1 zwei Referenzprojekte eingereicht. Es handelt sich ei- nerseits um das Referenzprojekt 1.2a Materialbewirtschaftungskonzept (MBK) Raron (Lötschberg-Basistunnel) mit der BLS AlpTransit AG als Bau- herrin und einer in der Offerte angegebenen Auftragssumme von 100 Mil- lionen Franken. Dieses wird gemäss der Offerte (5 -1 Unternehmeranga- ben) der Gb._______ AG zugeordnet, die in der ARGE der Beschwerde- gegnerinnen zugleich als federführendes Unternehmen agiert (a.a.O., Punkt 1.2.1, S. 5, und Punkt 1.3, S. 6). Andererseits enthält die Offerte der Beschwerdegegnerinnen auch das Referenzprojekt 1.2b "Los 211, GBT, Materialtransport u. Absatz Überschussmaterial " mit der AlpTransit Gott- hard AG (ATG) als Bauherrin und einer Au ftragssumme gemäss Offerte von ca. 30 Millionen Franken beinhaltend den Bahntransport von 1.3 Mio. Tonnen Ausbruchmaterial, welches auch als Referenzprojekt Amsteg be- zeichnet wird. Referenzgeberin ist hier die O._______ AG als Subunter- nehmerin (a.a.O., Punkt 1.2.3, S. 5, und Punkt 1.3, S. 7). Die Beschwerde- gegnerinnen beschreiben die Offerte mit Stellungnahme zur aufschieben- den Wirkung vom 17. November 2021 (S. 6) so, dass sich die Referenz 1.2a auf die Ver - und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern wi e Aushub- und/oder Ausbruchmaterial, GFB, Kies, Beton per Band, den Bau und Betrieb von Bahn -,Ver- und Entladeanlagen für die oben genannten Massengüter sowie den Bau und Betrie b von Transportanlagen (mind. 2 km), insbesondere Förderbänder, Rohr - oder Roll gurtförderer, Eleva- toren, Verteilertürme für die oben genannten Massengüter, bezieht. Dem- gegenüber hat das Referenzprojekt 1.2b nach dem Konzept der Beschwer- degegnerinnen die Ver- und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern wie Aushub- und/oder Tunnelausbruchmaterial, GFB, Kies und Beton per Bahn sowie die Organisation und Durchführung von Bahntransporten (mind. 1 Mio. Tonnen) für die oben genannten Massengüter mit Ganzzügen über eine Zeitspanne von mindestens einem Jahr zum Gegenstand. 6.2 6.2.1 Die im Rahmen de r Ausschreibung formulierten Eignungskriterien sind so auszulegen und anzuwenden, wie sie von den Anbietern in guten Treuen verstanden werden konnten und mussten. Auf den subjektiven Wil- len der Vergabestelle bzw. der dort tätigen Personen kommt es nicht an B-4703/2021 Seite 17 (BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1 "Leitsystem A9"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 566 ff.). Bei technisch geprägten Begriffen ist zudem dem Ver- ständnis Rechnung zu tragen, wie es in der Fachwelt verbreitet ist oder im Zusammenhang mit dem konkreten Projekt von den Beteiligten verstanden worden ist (BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteile des BVGer B-6506/2020 vom 6. April 2021 E. 3.5.2 "A1 / Weiningen" und B-3875/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 3.2 "Umnutzung Bundesarchiv"). 6.2.2 Die Vergabestelle verfügt bei der Formulierung und Anwendung der Eignungskriterien allerdings über einen grossen Ermessens- oder Beurtei- lungsspielraum, den die Beschwerdeinstanzen – im Rahmen der Sachver- halts- und Rechtskontrolle – nicht unter dem Titel der Auslegung überspie- len dürfen (Urteil des BGer 2D_ 52/2011 vom 10. Februar 2012 E. 3.2 "piscine publique"; Urteil des BVG er B-3875/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 3.2 "Umnutzung Bundesarchiv" ; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 555 und 564 f.). Von mehreren möglichen Auslegungen hat die gericht- liche Beschwerdeinstanz nicht die ihr zweckmässig scheinende auszuwäh- len, sondern die Grenzen des rechtlich Zulässigen abzustecken (BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil des BGer 2C_1101/2012 vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1 "Leitsystem A9"; Urteil des BVGer B-6506/2020 vom 6. April 2021 E. 3.5.2 "A1 / Weiningen"). 6.2.3 Ferner ist bei der Auslegung von Anforderungen bzw. der Würdigung entsprechender Eignungsnachweise zu beachten, dass das Vergaberecht unter anderem den wirksamen, fairen Wettbewerb unter den Anbieterinnen stärken soll (Art. 2 Bst. d BöB) und daher nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts etwa bei der Festsetzung von technischen Spezifikationen die Auswirkungen auf den Anbieterwettbewerb zu berück- sichtigen sind, so dass ein hinreichender Restwettbewerb verbleibt (BVGE 2017 IV/3 E. 4.7.3 m it Hinweisen "Mobile Warnanlagen"). Dasselbe gilt auch für Eignungskriterien . Es liegt zwar in der Natur der Sache, dass durch restriktiv formulierte Eignungskriterien der Anbietermarkt enger wird. Insbesondere führt das Betonen der Bedeutung von Referenzp rojekten dazu, dass sich neue Anbieter, die auf den Markt drängen, nicht beteiligen können. Auch im Rahmen der Festsetzung der Eignungsanforderungen ist indessen darauf zu achten, dass ein hinreichender Restwettbewerb ver- bleibt (BVGE 2010/58 E. 6.1 "Privatisierung Alcosuisse I"; Urteil des BVGer B-4637/2016 vom 17. Marz 2017 E. 3.12.4 "Tunnelreinigung Gotthard Ba- sistunnel"). B-4703/2021 Seite 18 7. 7.1 7.1.1 Die Beschwerdeführerin nen machen materiell namentlich geltend, dass sich die Gb._______ AG nicht auf die in Frage stehende , der Ga._______ AG zuzurechnende Referenz berufen kann, womit die Be- schwerdegegnerinnen ihrer Auffassung nach den Eignungsnachweis ge- mäss Referenz 2 zu EK 1 (vgl. E. 6.1.1 hiervor) nicht erfüllen. Vorab rügen sie aber formell eine Verletzung der Dokumentationspflicht und wohl auch des Untersuchungsgrundsatzes. Die Offerte der Gb._______ AG habe of- fensichtlich keinen Hinweis darauf enthalten, dass sie sich auf die Referen- zen der Ga._______ AG abstützen wolle. Zudem ergebe sich aus dem Evaluationsbericht, dass auc h der Vergabestelle nicht bewusst gewesen sei, dass die Gb._______ AG nicht eine eigene Referenz vorlege. 7.1.2 Die Vergabestelle verweist in diesem Zusammenhang auf die durch sie eingeholten Referenzauskünfte (Beilagen 2 und 3 zur Vernehmlassung vom 17. November 2021) und stellt sich auf den Standpunkt, sie habe sich auf die erhaltenen Auskünfte verlassen dürfen. 7.1.3 Die Beschwerdegegnerinnen sind der Ansicht, dass die Vergabe- stelle die Umstände der rechtlichen Verselbständigung des Bereichs Anla- getechnik/Materialbewirtschaftung in der Evaluation nicht erwähne, sei kein Beleg dafür, dass die Vergabestelle um diese nicht gewusst oder sie nicht geprüft hätte, sondern zeige nur, dass die Vergabestelle dies nicht für erwähnenswert gehalten habe. 7.1.4 Richtig ist, dass die Beschwerde gegnerinnen prima facie gehalten gewesen wären, darauf hinzuweisen, dass sie sich jedenfalls teilweise auf eine Referenz der Ga._______ AG berufen. Dies wiederum hätte die Vergabestelle veranlasst zu prüfen, ob die Voraussetzungen für den Über- gang des Referenzprojekts vorliegen, was sich wiederum in der Dokumen- tation niedergeschlagen hätte. Nach der Rechtsprechung verlangt der im Vergabeverfahren geltende Untersuchungsgrundsatz (BGE 143 II 425 E. 5.1 mit Hinweisen "Publicom", 139 II 489 E. 3.2 "Mehreignung"; vgl. zum Ganzen STEFAN SCHERLER, Beurteilung von Referenzen in der Eignungs- prüfung, in: Baurecht 2017, S. 32 f.) im Rahmen der Eignungsprüfung vor allem, dass die Beschwerdeinstanz entsprechende Hinweise zu überprü- fen hat, aufgrund derer die ursprünglich angenommene Leistungsfähigkeit eines Anbieters nicht mehr bestehen könnte ( Zwischenentscheid des B-4703/2021 Seite 19 BVGer B-3374/2019 vom 2. September 2019 E. 5.7 "Produkte zur Innen- reinigung III"; vgl. GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 574). Dasselbe gilt aber naheliegenderweise auch für Hinweise auf Unstimmigkeiten im Rahmen der Eignungsprüfung selbst. Im vorliegenden Fall hat die Verga- bestelle einerseits Referenzauskünfte zum in Frage stehenden Referenz- projekt MBK Raron eingeholt und andererseits waren diese auch positiv. Dabei sind in einem Fall die Referenzangaben der Gb._______ AG dahin- gehend bestätigt worden, dass die "Firma G._______" in der ARGE feder- führend gewesen sei und in der ARGE nur kleinere lokale Firmen vertreten gewesen seien, wobei die Hauptverantwortung bei der "Firma G._______" gelegen habe (Beilage 3 zur Vernehmlassung vom 17. November 2021) . Vor diesem Hintergrund ist der Umstand, dass die Vergabestelle keine wei- teren Erkundigungen zum Übergang der in Frage stehenden Referenz ein- gezogen hat, dieser jedenfalls nicht in einer Weise vorzuwerfen, welche an sich schon zur Aufhebung des Zuschlags führen würde (vgl. diesbezüglich zur Prüfung des Auftragsvolumens des Referenzprojekts etwa das Urteil B-5266/2020 vom 25. August 2021 E. 5.6 "2TG Bauabwasserbehandlungs- anlage Nord"). Jedenfalls gilt aber auch, dass das Bundesverwaltungsgericht wegen des im Beschwerdeverfahren ebenfalls geltenden Untersuchungsgrundsatzes den Sachverhalt nicht allein gestützt auf die der Vergabestelle bei Erteilung des Zuschlags vorliegenden Unterlagen beurteilt. Soweit die Hinweise der Vergabestelle, dass sie sich auf die Anbieterangaben habe verlassen dür- fen, anders zu verstehen wären, kann dieser Auffassung nicht gefolgt wer- den. Folgerichtig sind aber auch die "nachgeschobenen Plausibilisierun- gen" von Vergabestelle und Beschwerdegegnerinnen entgegen der Auffas- sung der Beschwerdeführerinnen prima facie nicht verspätet (vgl. mutatis mutandis das Urteil VD.2019.132 des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 27. März 2020 E. 2.5). 7.1.5 Ebenfalls zu Recht heb en die Beschwerdeführerinnen die Bedeu- tung der Dokumentationspflicht hervor. Während nach altem Recht vor al- lem die Rechtsprechung diesbezügliche Anforderungen definiert hat (vgl. dazu grundlegend das Urteil des BVGer B -307/2016 vom 23. März 2016 E. 4.5.1 "Gebäudeautomation ETH"), ist die Dokumentationspflicht heute in Art. 40 Abs. 2 BöB verankert. Indessen liegt, nachdem diesbezüglich je- denfalls keine die Aufhebung des angefochtenen Entscheids rechtferti- gende Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes festgestellt worden ist, in der Tat sache, dass das mit der Referenz verbundene Problem uner- wähnt blieb, auch keine schwerwiegende Dokumentationsverletzung, die B-4703/2021 Seite 20 als solche zur Aufhebung des Zuschlags führen könnte. Begründet ist das Unbehagen der Beschwerdeführerinnen insoweit, als sich prim a facie ergibt, dass die zusätzlichen Abklärungen nur teilweise in den Evaluations- bericht vom 27. September 2021 eingeflossen sind. Der unterzeichnete Evaluationsbericht datiert nämlich vom 27. September 2021 und damit vor der Einholung der entsprechenden Erkundungsschreiben vom 30. Septem- ber 2021 und 3. Oktober 2021. Es ist tatsächlich nicht nachvollziehbar, wie es zum Einholen der zusätzlichen Auskünfte kam. Indessen sind diese selbst wiederum dokumentiert, womit jedenfalls in diesem entscheidenden Punkt die Dokumentationspflicht erfüllt ist (vgl. Urteil des BVGer B-1606/2020 vom 11. Februar 2022 E. 9.4.3 "Mediamonitoring ETH -Be- reich"). Damit führt auch eine allfällige Verletzung der Dokumentations- pflicht jedenfalls nicht zur Aufhebung des angefochtenen Zuschlags, womit sich weitere diesbezügliche Ausführungen im vorliegenden Zusammen- hang erübrigen. Erstellt ist prima facie ausserdem, dass die zusätzlichen Auskünfte vor Erteilung des Zuschlags am 6. Oktober 2021 eingeholt wor- den sind. Für sich genommen ebenfalls nicht zur Aufhebung des angefoch- tenen Entscheids führt der Umstand, dass nur in Bezug auf die Zuschlags- empfängerin am Ende des Verfahrens zusätzliche Auskünfte eingeholt worden sind, obwohl die Eignungsprüfung gemäss Ziff. 10.2.2.1 des "Handbuch Bes chaffungswesen Nationalstrassen ASTRA", 9. Aufl. 2020 (im Folgenden: Handbuch; abrufbar unter: <https://www.astra.admin.ch> > dam > astra > dokumente, abgerufen am 30. Januar 2022), am Anfang der Angebotsprüfung erfolgt. 7.2 7.2.1 Die Beschwerdeführerinnen sind in Bezug auf den vorliegenden Fall der Ansicht, man dürfe die Aussagen der Vergabestelle gemäss Ausschrei- bung betreffend den im EK1, Referenz 2, verlangten Referenznachweis in guten Treuen nicht so verstehen, dass man sich als Gesellschaft 20 Jahre nach Erbringung einer Leistung durch eine andere Gesellschaft auf deren Referenzen beziehen dürfe, ohne dies im Angebot auch nur mit einem Wort zu erwähnen und zu dokumentieren. D ie Formulierung in der Ausschrei- bung könne und dürfe in guten Treuen nicht anders ve rstanden werden, als dass die jeweilige "Firma" bzw. Gesellschaft die relevanten Tätigkeiten tatsächlich selbst ausgeführt haben müsse. Es wäre der Vergabestelle of- fen gestanden, das Referenzerfordernis weiter zu formulieren. Diese sei auf den klaren Wortlaut ihrer Ausschreibung zu behaften. B-4703/2021 Seite 21 7.2.2 Die Vergabestelle weist darauf hin, dass es sich um ein grosses Pro- jekt handle. Deshalb habe sie zeitlich nicht beschränkt, wie weit die Refe- renz 2 zurückliegen dürfe, um den ohnehin schon kleinen Markt nicht un- nötig e inzuschränken. Dennoch seien lediglich drei Angebote eingegan- gen. Das Referenzprojekt werde anerkannt, wenn die Arbeiten tatsächlich durch den Anbieter selbst ausgeführt worden seien. Dies heisse insbeson- dere, dass sie nicht im Rahmen einer ARGE durch einen anderen, am vor- liegenden Projekt unbeteiligten Anbieter erbracht worden seien. 7.2.3 Nach Ansicht der Beschwerdegegnerinnen hat die Vergabestelle die Referenzen zeitlich nicht limitiert formuliert. Die Ausschreibung lasse eine Referenz ausdrücklich zu, die sich wie das Referenzprojekt MBK Raron über den Zeitraum von 2000 bis 2008 erstrecke. Gemäss der Formulierung in der Ausschreibung müsse eine Referenz aber von der gleichen Firma stammen, welche die Arbeiten erbracht habe. Der Begriff der Firma werde hier offensichtlich untechnisch verwendet. Gemäss Art. 944 ff. des Obliga- tionenrechts vom 30. März 1911 ( OR, SR 220) bezeichne die Firma den Namen eines Geschäfts. Schon aus diesem Grund gebe es keine Grund- lage für die These, dass eine Referenz an der juristis chen Einheit kleben bleibe, auch wenn der relevante Unternehmensteil im Rahmen einer Um- strukturierung auf eine andere Rechtseinheit übergegangen sei. Eine sol- che Lesart der Ausschreibungsbedingungen wäre unzulässig. Denn eine Referenz belege die Eignung de rjenigen, die sie sich erarbeitet hätten, nicht die Eignung einer abstrakten Rechtsform. 7.2.4 Was den Abschluss bereits ausgeführte r Referenzprojekte anbe- langt, ist zunächst festzuhalten, dass in Ziff. 3.8 der Ausschreibung eine zeitliche Angabe fehlt. Somit geht aus dieser Ziff. 3.8 nicht hervor, dass Projekte schon aus zeitlichen Gründen nicht als tauglicher Eignungsnach- weis betrachtet werden. Die Ausführungen der Vergabestelle zeigen viel- mehr, dass sie aus wettbewerblichen Gründen bewusst alte Referenzpro- jekte akzeptiert hat, weil sie davon ausging, dass es wenige einschlägige Referenzprojekte gibt. Damit stand es den Beschwerdegegnerinnen prima facie frei, ein Projekt als Referenzprojekt anzugeben, das ab dem Jahr e 2000 bis zum Jahre 2008 ausgeführt wurde. 7.2.5 Ziff. 3.8 der Ausschreibung hielt ausdrücklich fest, dass die von einer Firma oder von einem ARGE-Mitglied einer früheren ARGE vorgelegte Re- ferenz nur gültig sei, wenn die gleiche Firma bzw. das einzelne ARGE-Mit- glied die in der Ausschreibung verlangten Arbeiten damals tatsächlich B-4703/2021 Seite 22 selbst ausgeführt habe. Die Referenz dürfe auch von einem Subunterneh- mer eingebracht werden (vgl. E. 6.1.1 hiervor). Der Wortlaut dieser Anfor- derung ist nicht ganz eindeutig. Er kann einerseits dahingehend v erstan- den werden, dass die Anbieterin oder ein einzelnes Mitglied der anbieten- den ARGE selbst das angegebene Referenzprojekt ausgeführt haben muss. Andererseits kann die erwähnte Anforderung auch so verstanden werden, dass es genügt, wenn sichergestellt ist, dass si ch ein Unterneh- men nicht auf eine Referenz beruft, die einer anderen Firma zurechenbar ist. Wie die Beschwerdegegnerinnen prima facie zutreffend vorbringen, hat die Vergabestelle den Begriff der "Firma" bzw. des "ARGE -Mitglieds" nur verwendet, um damit eine Bezeichnung für ein kaufmännisch geführtes Un- ternehmen zu beschreiben (vgl. Art. 944 ff. OR ; Urteil des BVGer B-4457/2020 vom 8. Dezember 2020 E. 5.4 "Präqualifikation Ittigen"). Dies bedeutet vor dem Hintergrund, dass die Übertragung von Referenzen bei- spielsweise im Rahmen einer Rechtsnachfolge nach der Rechtsprechung grundsätzlich zulässig ist (vgl. dazu statt vieler den Entscheid VB.2018.00450 des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 15. No- vember 2018 E. 6.3.1), dass die gewählte Formulierung prima facie nicht so zu verstehen ist, dass eine derartige Übertragung von Referenzen für die vorliegende Beschaffung grundsätzlich ausgeschlossen werden soll. Ein entsprechendes Verständ nis würde mit Blick auf die systematische Auslegung auch nicht zur soeben getroffenen Feststellung (vgl. E. 7.2.4 hiervor) passen, wonach die Vergabestelle die Referenzprojekte mit Blick auf die wenigen einschlägigen Referenzprojekte zeitlich bewusst nicht be- schränken wollte. Vielmehr ist der Sinn der Vorgaben der Vergabestelle prima facie ein anderer. Die Vergabestelle akzeptiert eine Referenz nicht, wenn sich ein Unternehmen auf im Rahmen einer ARGE ausgeführte Ar- beiten berufen will, die es nicht selbst ausgeführt hat. Damit soll verhindert werden, dass sich die Anbieterseite durch die Art der Organisation oder die Art der organisatorischen Einbettung im Rahmen von Referenzprojekten der Qualitätsgewähr entziehen kann (Urteil des BVGer B -6506/2020 vom 6. April 2021 E. 3.6.10 "A1 / Weiningen"; Zwischenentscheid des BVGer B-3803/2010 vom 23. Juni 2010 E. 3.1.4 "Privatisierung alcosuisse II" ; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 562). Spezifisch in Bezug auf Ar- beitsgemeinschaften hält BEYELER diesbezüglich fest, dass die (gemein- same) "rechtliche Verantwortung" von der (individuellen) "Befähigung" zu unterscheiden ist (MARTIN BEYELER, Vergaberechtliche Entscheide 2018/2019, Zürich 2020, Rz. 185). B-4703/2021 Seite 23 7.3 Sachverhaltlich unstrittig ist erstens, dass gemäss der als Vernehmlas- sungsbeilage 3 verurkundeten und nicht bestrittenen Referenzauskunft Ar- beitsbeginn der 25. Januar 2000 war und die Abnahme des Werks am 21. Juli 2008 stattgefunden hat. Zweitens ergibt sich unstreitig aus den Ak- ten, dass in Bezug auf das in Frage stehende Referenzobjekt die Ga._______ AG Zuschlagsempfängerin war und die Gb._______ AG erst am _______ 2002 gegründet und am _______ 2002 als eigenständige ju- ristische Person in das Handelsregister eingetragen worden ist. Schliess- lich ist zwischen Verga bestelle und Beschwerdegegnerinnen unstrittig, dass sich Letztere nicht wegen Konzernzusammenhangs auf die Referen- zen der Ga._______ AG berufen will. Vielmehr gehen Vergabestelle und Beschwerdegegnerinnen übereinstimmend (und in Bezug auf den zu beur- teilenden Sachverhalt rein hypothetisch) davon aus, dass sich die Ga._______ AG heute nicht mehr auf die in Frage stehende Referenz be- rufen dürfte, ohne die Gb._______ AG in die Offerte einzubinden (vgl. dazu E. 5.2 hiervor). Damit ist auf die diesbezüglichen Au sführungen der Be- schwerdeführerinnen nicht weiter einzugehen. 7.4 Es ist indes strittig und im Folgenden zu prüfen, ob das Referenzpro- jekt MBK Raron, soweit es von der Ga._______ AG ausgeführt worden ist, der Gb._______ AG zugerechnet werden darf mit der Begründung, es sei auf Letztere übergegangen. Die Beschwerdeführerinnen sind der Meinung, dass dieses Projekt der Gb._______ AG nicht zugerechnet werden könne. Die Annahme eines Übergangs der Referenz der Ga._______ AG auf die Gb._______ AG lasse sich selbst bei Anwendung einer wirtschaftlichen Be- trachtungsweise nicht rechtfertigen. Die Vergabestelle und die Beschwer- degegnerinnen sind dagegen der Ansicht, dass dieses Projekt der Gb._______ AG und damit den Beschwerdegegnerinnen zuzurechnen sei. 7.5 Unternehmensreferenzen hängen an der ganzen Unternehmung be- ziehungsweise Abteilung, welche den Referenzauftrag ausgeführt hat. Sie bleiben grundsätzlich auch nach einem Weggang bestimmter Schlüssel- personen erhalten. Unternehmensreferenzen können dadurch übertragen werden, dass das Unternehmen als solches oder zumindest die betref- fende Unternehmenseinheit insgesamt übertragen wird, beispielsweise durch Abspaltung und Absorption (Baurecht 2013, S. 207 f. S276 mit An- merkung MARTIN BEYELER). Wurde also ein Referenzobjekt einer Anbiete- rin zugeschlagen, ging dann aber der für die Objektausführung relevante Bereich von ihr durch Übertragung auf ein anderes Unternehmen über, wurde damit auch das Referenzprojekt an dieses Unternehmen über tra- gen. Daher kann sic h Letzteres seit dieser Übertragung jenes Projekt B-4703/2021 Seite 24 grundsätzlich als eigenes anrechnen lassen (vgl. Urtei l des BVGer B-7208/2014 vom 13. März 2016 E. 5.3 "Gotthard Strassentunnel Uri Hochspannungsanlagen"; vgl. zur kantonalen Rechtsprechung etwa das Urteil VB.2018.00450 des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 15. November 2018 E. 6.3 mit Hinweisen und zum Ganzen E. 7.8.3 hier- nach). Persönliche Referenzen (Schlüsselpersonen -Referenzen) sind hingegen an ihren Träger gebunden und können nur geltend gemacht werden, so- lange der Träger dem Anbieter dient (Urteil des BVGer B-4457/2020 vom 8. Dezember 2020 E. 5.5 "Präqualifikation Ittigen" mit Hinweis auf das Ur- teil 52.2012.386 des Verwaltungsgerichts des Kantons Tessin vom 6. Dezember 2012; BEYELER, Baurecht 2013, Anmerkung zu S 276). 7.6 Zunächst ist strittig und zu prüfen, ob die Ga._______ AG gewisse Wirt- schaftsgüter, welche im Referenzprojekt MBK Raron eingesetzt wurden und dort entscheidend für dessen Umsetzung waren, bei der Gründung der Gb._______ AG an diese übertrug. 7.6.1 Die Beschwerdeführerinnen sind der Ansicht, im Sacheinlagevertrag vom '_______' 2002 habe die Gb._______ AG von der Ga._______ AG keine Forderungen und Geschäfte bezüglich des Referenzprojekts MBK Raron übernommen. Die wenigen auf di e Gb._______ AG übertragenen Aktiven hätten für ein Projekt in der Grössenordnung des Referenzprojekts MBK Raron nicht ausgereicht. Der Sacheinlagenvertrag umfasse nicht ein- mal im Ansatz die für diese Tätigkeiten notwendigen Gerätschaften und Baumaschinen. Die Ga._______ AG habe dieses Projekt im Rahmen der Sacheinlage nicht übertragen. Der damalige Bauherr habe beim Referenz- projekt MBK Raron keinen Wechsel der ausführenden Gesellschaft akzep- tieren müssen, da keiner stattgefunden habe. Durch die Sacheinlage habe keine (Teil-)Betriebsübernahme durch die Gb._______ AG im Bereich des Anlagebaus stattgefunden. 7.6.2 Die Vergabestelle wendet ein, gemäss dem Handelsregistereintrag habe die Gb._______ AG bei ihrer Gründung als Sacheinlage von der Ga._______ AG unter anderem das sog. Golerband und das sog. Rieder- talband übernommen. Diese beiden Bänder seien im Referenzprojekt MBK Raron zum Einsatz gekommen und für die Umsetzung dieses Projekts we- sentlich gewesen. Ohne diese Mittel könne die übertragende Ga._______ AG die wesentlichen Leistungen in diesem Projekt nicht mehr erbracht ha-B-4703/2021 Seite 25 ben. Neben den Angaben in der Offerte und den Aussagen der Auskunfts- personen lasse sich daraus schliessen, dass die Gb._______ AG die Leis- tungen effektiv erbracht habe. 7.6.3 Die Beschwerdegegnerinnen führen dazu aus , die Ga._______ AG habe im Rahmen ihrer Sacheinlage das Referenzprojekt MBK Raron auf die Gb._______ AG übertragen. Gemäss Ziff. I des Sacheinlagevertrags seien das Inventar und die Substanz des Bereichs Anlagentechnik/Materi- albewirtschaftung in die Gb._______ AG eingebracht worden, insbeson- dere die im Referenzprojekt MBK Raron eingesetzten Bänder Goler und Riedertal. Die übertragenen Sachwerte hätten nicht mehr der Ga._______ AG gehört. Letztere habe damit nicht mehr über die A usstattung verfügt, die sie benötigt hätte, um das Referenzprojekt MBK Raron alleine weiter- zuführen. 7.6.4 Laut dem Handelsregisterauszug der Gb._______ AG (Firmennum- mer CHE-_______) übernahm letztere bei ihrer am '_______' 2002 erfolg- ten Gründung von der Ga._______ AG im Sinne einer Sacheinlage unter anderem die "Bandanlage in Goler VS" und die "Bandanlage in Riedertal VS". Dies geht aus der Ziff. I des am '_______' 2002 zwischen der Ga._______ AG und der Gb._______ AG geschlossenen Sacheinlagever- trags (Replikbeilage 19) und aus der in dieser Ziffer enthaltenen Inventar- liste hervor. Bei diesen beiden Anlagen handelt es sich um die Transport- bänder, welche im Referenzprojekt MBK Raron zu den Auftragsleistungen bei den Objekten "Ablagerung Goler" und "Ablagerung Riedertal" gehörten. Die Ga._______ AG hatte sich bei diesem Projekt aufgrund der Akten of- fenbar gegenüber der Auftraggeberin werkvertraglich unter anderem dazu verpflichtet, mit Hilfe dieser Bänder ihre Leistungen zu erbringen. Dass die Bänder auch nach der Gründung der Gb._______ AG im Rahmen des Pro- jekts MBK Raron weiter im Einsatz waren, stellen auch die Beschwerde- führerinnen nicht in Frage. Vielmehr ergibt sich aus dem Schreiben des ehemaligen CEO der BLS AlpTransit AG vom 3. Oktober 2021 an die Vergabestelle (Vernehmlassungsbeilage 3) wie auch aus der E -Mail des ehemaligen Stellvertreters des Chefbauleiters des Tunnelloses Steg/Raron und Verantwortlichen für die Koordination zwischen diesem Los und dem Referenzprojekt MBK Raron vom 30. September 2021 an die Vergabe- stelle (Vernehmlassungsbeilage 2), dass die Erbringung der Leistung auch insoweit kontinuierlich erfolgt ist, weshalb die Gründung der Gb._______ AG aus ihrer Sicht auch nicht erwähnenswert war . Diese Bänder stellten bei den Ablagerungen Goler und Riedertal eine zentrale Leistung dar (vgl. Werkvertrag vom 25. Januar 2000 zwischen der BLS AlpTransit AG und B-4703/2021 Seite 26 der Ga._______ AG betreffend MBK Raron; Vernehmlassungsbeilage 6) und waren somit für das Referenzprojekt MBK Raron wesentlich. Demnach sind die Ausführungen der Beschwerdeführerinnen, wonach die Auslage- rung des Golerbands und des Riedertalbands auch steuerliche Gründe ha- ben könne oder ihr Haftungsüberlegungen bei Konstruktionsmängeln zu- grunde liegen könnten (Stellungnahme vom 17. Dezember 2021, S. 19), prima facie rein spekulativer Natur, so dass hierauf nicht weiter einzugehen ist. Erst in Verbindung mit einem den Akten nicht zu entnehmenden und prima facie auch nicht naheliegenden Hinweis darauf, dass die Gb._______ AG nach der Sacheinlage nichts weiter getan hat als die in Frage stehenden Bänder der Ga._______ AG zu vermieten, könnte den Annahmen der Beschwerdeführerinnen eine gewisse Plausibilität zuer- kannt werden. Nach dem Gesagten ist prima facie davon auszugehen, dass die Sachein- lagen jedenfalls ein gewichtiges Indiz dafür sind, dass die Gb._______ AG nach ihrer Gründung in gewissem Umfang am in Frage stehende Referenz- objekt beteiligt wurde. Ob es gleichzeitig zu einem eigentlichen Betriebs- übergang gekommen ist, wie die Vergabestelle und die Beschwerdegeg- nerinnen behaupten, ist im Folgenden zu prüfen . Jedenfalls kann der Vergabestelle aber nicht gefolgt werden, wenn sie ausführt, dass sich be- reits aus den Referenzauskünften selbst ergebe, dass die Gb._______ AG am Referenzprojekt beteiligt gewesen sei. Vielmehr ist aus diesen prima facie eher der Schluss zu ziehen, dass diesen nur, aber immerhin, entnom- men werden kann, dass entweder die Ga._______ AG oder die Gb._______ AG die in Frage stehenden Arbeiten ausgeführt hat. Insbeson- dere in der Auskunft vom 3. Oktober 2021 ( Vernehmlassungsbeilage 3) wird sowohl von der Gb._______ AG als auch von der "Firma G._______", nicht aber von der anfänglich allein verantwortlichen Ga._______ AG ge- sprochen, was prima facie darauf schliessen lässt, dass innerhalb des Kon- zerns bzw. zwischen einzelnen Unternehmen desselben nicht genau un- terschieden wurde. 7.7 7.7.1 Die Beschwerdeführerinnen führen zur Möglichkeit der Übertragung der Referenz weiter aus , die Gb._______ AG sei zum Zeitpunkt des Zu- schlags im Referenzprojekt MBK Raron nicht Teil der Ga._______ AG ge- wesen, sondern erst lange Zeit nach diesem Zuschlag entstanden. Nach der Gründung der Gb._______ AG habe die Ga._______ AG unverändert weiterbestanden und sei weiterhin im Rahmen dieses Projekts tätig gewe-B-4703/2021 Seite 27 sen. Sie habe dieses auch nach der Gründung der Gb._______ AG weiter- betreut. Da die Ga._______ AG über Jahre auch nach der en Gründung weiterhin als operativ tätige Gesellschaft für dieses Projekt verant wortlich gezeichnet habe, könne die Gb._______ AG nicht als deren Rechtsnach- folgerin erachtet werden. Das Projekt sei nicht von der Ga._______ AG auf die Gb._______ AG übergegangen. Die Rechte und Pflichten der Ga._______ AG in diesem Projekt seien bei die ser verblieben. Der Werk- vertrag habe unverändert auf die Ga._______ AG gelautet und sei nicht auf die Gb._______ AG übertragen worden. Damit stehe im Einklang, dass dieses Projekt bis zuletzt durch die Ga._______ AG abgerechnet worden sei. Wenn deren Arbeitsverträge weitergelaufen seien, sei dies ein weiterer klarer Beleg dafür, dass die Fachkompetenzen bei der Ga._______ AG verblieben seien und kein Betriebsübergang stattgefunden habe. Auch mit Blick auf die Stampaerklärung vom _______ 2002 sei der geltend ge- machte Betriebsü bergang und damit die Referenzzurechnung ausge- schlossen. Ob, wann und wie der Betriebsübergang stattgefunden haben solle, sei völlig unklar. Es treffe nicht zu, dass die Gb._______ AG zunächst als Teil der Ga._______ AG die relevanten Tätigkeiten im Rahmen des Referenzpro- jekts MBK Raron ausgeübt und im Anschluss als eigenständige Gesell- schaft fortgeführt und abgeschlossen habe. W enn eine Zurechnung des Referenzprojekts MBK Raron zulässig wäre, würde diese aufgrund des kla- ren Fokus der Gb._______ AG auf die Anlagentechnik ausschliesslich Tä- tigkeiten im Zusammenhang mit der Planung und dem Bau der Anlagen- technik betreffen, nicht aber alle übrigen, für die Erfüllung der Referenz 2 für das EK1 ebenfalls zwingend notwendig en Tätigkeiten. Diese habe die Gb._______ AG im Referenzprojekt MBK Raron nicht erbracht. Basierend auf die Angaben der Beschwerdegegnerinnen seien – wenn überhaupt – nur die Tätigkeiten im Bereich Anlagentechnik vom angeblichen (Teil-)Be- triebsübergang erfasst gewesen. Das Referenzprojekt MBK Raron sei al- lein ein Referenzprojekt der Ga._______ AG oder anderer am aktuell rele- vanten Angebot der Beschwerdegegnerinnen nicht beteiligter Unterneh- men, nicht aber der Gb._______ AG. Keine der Beschwerdegegnerinnen sei Auftragnehmerin oder Beteiligte des Referenzprojekts MBK Raron ge- wesen und habe dort die für den Eignungsnachweis erforderlichen Tätig- keiten ausgeführt . Folglich sei letzteres kein Referenzprojekt der Be- schwerdegegnerinnen. Diese hätten nur schon deshal b den notwendigen Eignungsnachweis nicht erfüllt. Die Ga._______ AG sei die einzige Gesell- schaft, die sich das Referenzprojekt MBK Raron anrechnen dürfe, habe sie dort doch die für die Referenzerbringung relevanten Arbeiten vor und nach B-4703/2021 Seite 28 der Gründung der Gb._______ AG im Gegensatz zu dieser selbst ausge- führt. Auf die heutige Fachkompetenz der Gb._______ AG sei nicht abzu- stellen. Eine nachträgliche Vermischung der Personen- und Firmenreferen- zen durch die Fiktion eines Referenzübergangs infolge eines Betriebsüber- gangs verstosse gegen das Transparenz - und Gleichbehandlungsgebot sowie gegen Treu und Glauben. 7.7.2 Die Vergabestelle wendet ein, der Zuschlag für das Referenzprojekt MBK Raron sei an die Ga._______ AG gegangen. Es sei jedoch von Be- ginn an durch die Abteilung betreut worden, welche sich auf Anlagentech- nik spezialisiert habe. Diese Abteilung sei im Lauf des Projekts von der Ga._______ AG abgespalten und in eine eigene Gesell schaft überführt worden. Dieses sei bei Weitem nicht abgeschlossen gewesen, als die Gb._______ AG 2002 gegründet worden sei. Leistungen seien bis in das Jahr 2006 erbracht worden. Die Gb._______ AG habe die von ihr als Be- reich begonnenen Leistungen als eigenständiges Unternehmen weiterge- führt und auch abgeschlossen. Dies ergebe sich aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerinnen und aus der Bestätigung des damaligen Bau- herrn. Die Offerte und die eingeholten Auskünfte sprächen dafür, dass die für das Referenzprojekt wesentlichen Teile von der Ga._______ AG auf die Gb._______ AG übergegangen seien. Die Erbringung dieser Leistungen durch die Gb._______ AG sei damit genügend erstellt. Die Umstände, dass der Zuschlag des Referenzprojekts ursprünglich an die Ga._______ AG gegangen sei und diese weiterbestanden habe, hinderten den Übergang nicht, denn es handle sich nicht um zwei unabhängige Konzerngesellschaf- ten. Das Referenzprojekt MBK Raron sei der Gb._______ AG zuzurech- nen. 7.7.3 Die Beschwerdegegnerinnen legen dar , die Gb._______ AG sei nichts Anderes als die rechtlich verselbständigte frühere Abteilung Anlage- technik/Materialbewirtschaftung der Ga._______ AG und damit deren Rechtsnachfolgerin im Bereich der Anlagetechnik/Materialbewirtschaftung. Die Referenz sei mit dem auf die Gb._______ AG übertragenen Geschäfts- teil mitgegangen. Letztere habe ab ihrer Gründung die vorliegend relevan- ten Arbeiten im Projekt MBK Raron bis zur Beendigung weitergeführt. Die für den ausgeschriebenen Auftrag erforderliche fach liche Eignung weise heute nur noch die Gb._______ AG auf. Die Referenz diene dem Nachweis dieser Eignung und sei daher unabhängig davon, von wann sie stamme, demjenigen Unternehmen zuzuordnen, bei dem nach der Restrukturierung die Fachkompetenz liege, vorliegend der Gb._______ AG. Zum Nachweis B-4703/2021 Seite 29 der fachlichen Eignung könne sich die Gb._______ AG auch auf Referen- zen stützen, die noch aus der Zeit stammten, als jener Bereich eine blosse Abteilung der Ga._______ AG gewesen sei. Das Referenzprojekt MBK Ra- ron sei aufgrund der Ausgründung jenes Bereichs der Gb._______ AG zu- zurechnen. Dieses Projekt dürfe und müsse daher von der Vergabestelle als Nachweis für die fachliche Eignung der Gb._______ AG und der Be- schwerdegegnerinnen zugelassen werden. Irrelevant und unbehelflich sei es, wenn die Beschwerdeführerinnen Spekulationen darüber anstellten, was von der Ga._______ AG auch noch auf die Gb._______ AG hätte übertragen werden können oder gar müssen, damit auch sie akzep tieren würden, dass die entsprechende Fachkompetenz 2002 auf die Gb._______ AG übergegangen sei. Der Übergang der Fachkompetenz hänge nicht vom Übergang von Passiven (Schulden) und von der Über- nahme von Kundenverträgen ab. Letzteres wäre auch nicht sinnvoll gewe- sen, da es ohne Weiteres möglich und akzeptiert gewesen sei, dass die Gb._______ AG als Subunternehmerin die laufenden Verträge für die Ga._______ AG zu Ende geführt habe. Referenzen könnten nicht Gegen- stand einer Sacheinlage sein. Dass der Werkvertrag für das Referenzpro- jekt MBK Raron nicht übertragen worden sei, sei irrelevant. 7.7.4 Die Ga._______ AG hat bei der Gründung der Gb._______ AG ver- schiedene Gerätschaften, so insbesondere die beim Referenzprojekt MBK Raron eingesetzten Transportbänder Goler und Riedertal übertragen (vgl. E. 7.6.4 hiervor). Aus den Akten geht nicht hervor und wird von den Par- teien auch nicht behauptet, dass letztere diese Übertragung während der Ausführung des Referenzprojekts MBK Raron ganz oder teilweis e rück- gängig gemacht hätte. Zudem ist prima facie nicht ersichtlich, wie die Ga._______ AG dieses Projekt ohne diese Gerätschaften alleine hätte wei- terführen und beenden können. 7.7.5 Der Werkvertrag betreffend das Bauprojekt Materialbewirtschaf- tungskonzept (MBK) Raron inklusive Ablagerungen Goler und Riedertal, wurde unbestrittenermassen am 25. Januar 2000 zwischen der BLS Alp- Transit AG als Bauherrin und der Ga._______ AG als Unternehmerin ab- geschlossen (Vernehmlassungsbeilage 6). Den Akten lassen sich – was die Beschwerdeführerinnen zu Recht betonen – keine Hinweise darauf ent- nehmen, dass diese Arbeiten nach der Gründung auf die Gb._______ AG übertragen worden wären im Sinne eines Parteiwechsels betreffend den in Frage stehenden Werkvertrag . Entgegen der Darstellung der Vergabe- stelle enthalten auch die eingeholten Referenzauskünfte keine entspre-B-4703/2021 Seite 30 chende Aussage (vgl. E. 7.6.4 hiervor). Die Beschwerdegegnerinnen ma- chen diesbezüglich duplicando nur noch, aber immerhin , geltend, dass nach Gründung der Gb._______ AG neue Verträge (Hervorhebung durch das Gericht) im Bereich Anlagetechnik/Materialbewirtschaftung aus- schliesslich durch die Gb._______ AG abgeschlossen worden seien. Die Beschwerdegegnerinnen hatten diesbezüglich zunächst ohne entspre- chende Belege geltend gemacht, aus geschäftspolitischen Überlegungen sei die Abteilung Anlagentechnik der Ga._______ AG dort (meint: vollstän- dig) ausgegliedert und in die neu gegründete Gb._______ überführt wor- den. Aufgrund der Akten ist allerdings ebenfalls denkbar, dass di e Ga._______ AG, die prima facie weiterhin Vertragspartnerin der BLS Alp- Transit AG geblieben ist, teilweise für die Ga._______ AG oder für beide Unternehmen tätiges Personal eingesetzt hat, um den für das Referenz- projekt relevanten Werkvertrag zu erfüllen. Dementsprechend wird dupli- cando seitens der Beschwerdegegnerinnen (neu) geltend gemacht, der Gb._______ AG komme in Bezug auf das in Frage stehende Referenz Subunternehmerqualität zu. Zusammenfassend kann – worauf die Be- schwerdeführerinnen richtigerweise hinweisen – aufgrund der Akten prima facie nicht davon ausgegangen werden, dass mit d er Stampaerklärung vom _______ 2002 betreffend Sacheinlagen offensichtlich ein formeller Betriebsübergang dokumentiert werden soll. Für das strategische Ziel, die operative Geschäftstätigkeit in der Gb._______ AG zu verankern, spricht aber der Handelsregistereintrag anlässlich der Gründung unter Erwähnung der Maschinentechnik und die Tatsache, dass zwei der seitens der Ga._______ AG werkvertragsunterzeichnenden Akteure nach der insoweit nachvollziehbaren Darstellung der Beschwerdegegnerinnen als G e- schäftsführer und Geschäftsführer-Stellvertreter der Gb._______ AG ein- gesetzt worden sind. Damit erscheint in Zusammenhang mit der Sachein- lage auch plausibel, dass die Gb._______ AG teilweise durch aus der Ga._______ AG stammendes Personal so ausgestattet worden ist, dass sie die neuen Verträge im Bereich der Maschinentechnik guten Gewissens unterzeichnen konnte. Schliesslich haben die Beschwerdeführerinnen auch nicht bestritten, dass die Ga._______ AG, nachdem sie auch den Be- reich Erd- und Wasserbau ausgegliedert hat, seit 2009 nicht mehr operativ tätig ist. Demnach ist die Situation, obwohl nach den Akten eher nicht da- von auszugehen ist, dass die Gb._______ AG im Referenzprojek t Werk- vertragspartnerin der Auftraggeberin geworden ist, prima facie im Ergebnis vergleichbar mit einem Übergang der operativen Tätigkeit im Sinne eines eigentlichen Betriebsübergangs (vgl. dazu mutatis mutandis betreffend die Adressatenqualität in Bezug a uf Verhaltensauflagen im kartellrechtlichen Zusammenhang das Urteil des BVGer B -6291/2017 vom 25. Juni 2017 B-4703/2021 Seite 31 E. 4.2.8). Die Tatsache, dass prima facie nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Ga._______ AG und die Gb._______ AG mehrere Jahre parallel im Bereich der Maschinentechnik tätig waren, schliesst entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen den Übergang des Referenz- projekts nicht aus, solange klar ist, dass das Referenzprojekt nach Einstel- lung der operativen Tätigkeit durch die Ga._______ AG sinnvollerweise nur noch der Gb._______ AG zugeordnet werden kann. Das gilt prima facie entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerinnen nicht nur für die An- lagentechnik selbst, da die Anlagentechnik den Kern der Referenz darstellt. Es steht prima facie auch im Ermessen der Vergabestelle davon auszuge- hen, dass d ie Gb._______ AG, obwohl d iese Tätigkeiten nicht von der Kompetenz Anlagenbau umfasst werden, die Referenz auch in Bezug auf den Betrieb von Anlagen und die Ver - und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern übergeht, solange es nicht um die eigentliche Materialbe- wirtschaftung geht, welche gemäss Ausschreibung Gegenstand der Refe- renz 1 zu EK 1 "Materialbewirtschaftung mit Aufbereitung und Herstellung von GFB aus Ausbruchmaterial " ist. Diese Schlussfolgerung setzt aller- dings voraus, dass diesbezüglich eine "wirtschaftliche Betrachtungsweise" zulässig ist, was im Folgenden zu prüfen sein wird. Zugleich ist aber fest- zuhalten, dass die Beschwerdegegnerinnen den Sinn der Prüfung von Un- ternehmensreferenzen verkennen, wenn sie behaupten, es sei allein mas- sgebend, dass heute bzw. im Zeitpunkt des Submissionsverfahrens das vorliegend relevante Fachwissen bei der Gb._______ AG vorhanden sei. 7.8 7.8.1 Die Beschwerdeführerinnen führen aus, auch aus den von der Verga- bestelle und den Beschwerdegegnerinnen zitierten Entscheiden kantona- ler Gerichte, in denen in Einzelfällen unter besonderen Umständen eine Übertragung von Referenzen zugelassen worden sei, lasse sich vorliegend nichts zu deren Gunsten ableiten. Zum einen seien diese für das Bundes- verwaltungsgericht nicht verbindlich. Zum anderen sei der vorliegende Fall gänzlich anders gelagert als die von der Vergabestelle und den Beschwer- degegnerinnen zitierten Fälle. 7.8.2 Die Vergabestelle vertritt den Standpunkt, dass die Umstrukturierung von Unternehmen sowohl durch Abspaltungen, Aufteilungen oder Zusam- menfügung nicht nur im Baubereich, sondern ganz allgemein zum Tages- geschäft gehöre und damit etwas völlig Normales im Wirtschaftsalltag sei. Die starre, formal istische Betrachtungsweise der Beschwerdeführerinnen könne deshalb nicht geschützt werden. Einerseits gehe sie fälschlicher-B-4703/2021 Seite 32 weise davon aus, dass es sich vorliegend um eine reine Muttergesell- schaft-/Tochtergesellschaft-Situation handle, wobei sich die Tochtergesell- schaft eine Referenz anrechnen lassen wolle, mit welcher sie gar nichts zu tun gehabt habe. Andererseits würden sich die Beschwerdeführerinnen auf den Standpunkt stellen, dass die Übertragung von Firmenreferenzen grundsätzlich abzulehnen sei. Zudem sei der relevante Markt in casu klein. Es seien lediglich drei Angebote eingereicht worden. Selbst wenn ein Aus- schluss im Raum stehen würde, was nicht der Fall sei, würde durch einen solchen der bereits kleine Markt zusätzlich eingeschränkt und es gäbe nochmals weniger Wettbewerb (vgl. Evaluationsbericht vom 27. Septem- ber 2021, S. 4; Duplik, Rz. 10). 7.8.3 Zunächst lässt sich nicht bestreiten, dass die bundesverwaltungsge- richtliche Rechtsprechung die Übertragung von Referenzen zulässt (vgl. Urteil des BVGer B-7208/2014 vom 13. März 2016 E. 5.3 "Gotthard Stras- sentunnel Uri Hochspannungsanlagen" sowie E. 7.5 hiervor). Im zu beur- teilenden Fall ging es um einen Unternehmenskauf, wobei unbestritten war, dass die Mitarbeiter an die Käuferin gingen, welche in der Folge als Vertragspartnerin das Referenzprojekt zu Ende führte. Die Beschwerde- führerinnen machen sinngemäss und zu Recht geltend, dass selbst wenn für eine solche Situation das Übertragen von Referenzprojekten als zuläs- sig anzusehen wäre, dies noch nicht bedeutet, dass eine grosszügigere, auch weniger eindeutige Konstellationen umfassende "wirtschaftliche Be- trachtungsweise" zur Anwendung kommen soll. Soweit die Beschwerde- führerinnen diesbezüglich allerdings darauf hinweisen, dass das Bundes- verwaltungsgericht an entsprechende Präjudizien kantonaler Verwaltungs- gerichte nicht gebunden ist, ist festzuhalten, dass das Bundesverwaltungs- gericht diesen eine erhebliche Bedeutung zumisst. Dies wird in Zukunft umso mehr gelten, als aufgrund der Harmonisierung des Vergaberechts grösstenteils inhaltlich vollständig gleichlautende Vorschriften anzuwenden sein werden. Mit dem vorliegenden Fall eher vergleichbar als die durch das Bundesver- waltungsgericht beurteilte Konstellation ist der dem Urteil VD.2019.132 des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 27. März 2020 zugrun- deliegende Sachverhalt. Hier wird denn auch der Ausdruck "wirtschaftliche Betrachtungsweise" verwendet (E. 2.6). Etwas Anderes kann entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin nen auch aus dem Entscheid VB.2016.00025 des Verwaltungsgerichts Zürich vom 27. September 2016 nicht abgeleitet werden. Entscheidend ist insoweit – vor allem bei älteren B-4703/2021 Seite 33 Firmenreferenzen – nicht, dass die einzelnen Schlüsselpersonen nachver- folgt werden, sondern dass der Vergabestelle in Bezug auf eine der Über- nahme eines Geschäftsbereichs vergleichbare Situation ein gewisser Spielraum zugestanden wird. Diese "wirtschaftliche Betrachtungsweise" drängt sich auch für das Vergaberecht des Bundes auf. Im vorliegenden Fall erscheint nicht nur plausibel, dass die Gb._______ AG mit Übernahme der Transportbänder als Sacheinlage im Rahmen ihrer Gründung ab die- sem Zeitpunkt in gewissem Umfang an den Arbeiten des MBK Raron be- teiligt war (vgl. E. 7.6.4 hiervor) . Vielmehr ergibt auch die Tatsache, dass neue Verträge im in Frage stehenden Bereich nur durch die Gb._______ AG abgeschlossen worden sind und dass die Ga._______ AG ab 2009 die operative Tätigkeit in diesem Bereich aufgegeben hat (vgl. 7.7.5 hiervor), im Ergebnis das Bild eines – wenn aufgrund der Akten auch nicht exakt datierbaren – Betriebsübergangs. An diesem Ergebnis vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerinnen, dass die Gb._______ AG im Bereich der Materialbewirtschaftung über keine eigenen (neueren) Referenzen ver- fügt, nichts zu ändern. Nach dem Gesagten kann im vorliegenden Zusammenhang offenbleiben, welches Gewicht dem Argument der Vergabestelle zukommt, wonach ein enger Anbietermarkt für eine Ausdehnung des Ermessensspielraums der Vergabestelle bei der Beurteilung von Referenzen spricht (vgl. dazu den Zwischenentscheid des BVGer B -3374/2019 vom 2. September 2019 E. 7.2 und E. 7.4 "Produkte zur Innenreinigung III"). Damit erübrigen sich auch weitere Erörterungen zur diesbezüglichen Stellungnahme der Be- schwerdeführerinnen vom 17. Dezember 2021 (S. 18), mit welcher sie fest- stellen, dass sie beim Ausscheiden der Beschwerdegegnerinnen an deren Platz treten, wovon der Markt nicht tangiert werde. 7.9 Da Ziff. 3.8 der Ausschreibung Unternehmensreferenzen zum Gegen- stand hat und damit keine Anforderungen an die Schlüsselpersonen stellt, ist nicht verlangt , dass die damaligen Schlüsselpersonen noch heute bei der Gb._______ AG angestellt sind. Vor diesem Hintergrund hat sich die Vergabestelle auch – nicht nur im Rahmen ihres Ermessens, sondern in sachgerechter Weise – entschieden, in EK2 separat Anforderungen an die Schlüsselpersonen zu stellen (vgl. E. 7.5 hiervor). 7.10 Soweit die Parteien – nicht nur in diesem Kontext – Anträge auf die Einvernahme von Zeugen stellen, ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des Zwischenverfahrens zur aufschiebenden Wirkung in der Regel keine Zeugen einvernommen werden (Zwischenentscheid des BVGer B-4703/2021 Seite 34 B-2675/2012 vom 23. Juli 2012 E. 4.3.4.2 "Ersatzbeschaffung SBB-Billett- automaten"). 8. 8.1 Weiter ist die Frage zu prüfen, ob die beiden Referenzprojekte MBK Raron und Amsteg, welche die Beschwerdegegnerinnen für die Referenz 2 des EK1 angegeben haben, in der seitens der Beschwerdegegnerinnen vorgesehenen Weise kombiniert werden dürfen und zusammen die in Ziff. 3.8 der Ausschreibung festgelegten A nforderungen erfüllen. Die Be- schwerdeführerinnen bestreiten deren Erfüllung, während die Vergabe - stelle und die Beschwerdegegnerinnen von einer nachgewiesen vollum- fänglichen Erfüllung ausgehen. 8.2 Die Beschwerdeführerinnen bringen in diesem Zusammenhang vor, die Vergabestelle habe in Ziff. 3.8 der Ausschreibung hinsichtlich der Refe- renz 2 unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass die referenzge- bende Firma mit ihrer Referenz Gewähr dafür leisten können müsse, die baulogistische Aufgabe insgesamt erfüllen zu können. Gemäss dem Wort- laut dieser Ziff. 3.8 erfasse der Betrieb der Bahn-Verlade- und Entladean- lagen und der Transportanlagen auch die Beschickung und den Umschlag von Massengütern wie die Entgegennahme und den Transport des Ab- bruchmaterials. Unter dem Betrieb der Bahn-Verlade- und Entladeanlagen und Transportanlagen deren Leerlauf zu verstehen, mache offensichtlich keinen Sinn, könnte damit doch jene Aufgabe nicht erfüllt werden. Eine Re- ferenz hinsichtlich der Versorgung und Entsorgung per Transportanlagen sei gemäss dem klaren Wortlaut dieser Ziff. 3.8 ebenfalls erforderlich. 8.3 Die Vergabestelle führt dazu aus, mit der Referenz 2 zu EK1 solle ein Anbieter nachweisen, dass er über vergleichbare Erfahrungen im Bereich baulogistische Aufgaben mit Förderbandanlagen, Bahntransporten, Bahn- Verlade- und/oder Entladeanlagen für Ausbruchmaterial und/oder GFB (Gesteinkörnungen für Beton) für Ganzzüge verfüge. 8.4 Ziff. 3.8 der Ausschreibung fordert ausdrücklich eine Referenz für eine "baulogistische Aufgabe mit Förderbandanlagen, Bahntransporten, Bahn - ver- und/oder Entladeanlage für Ausbruchmaterial und/oder GFB für Ganz- züge". Die Art des Werkes wird mit "Komplexe Baulogistik unter Einbezug verschiedener Umschlags-, Lager- und Versorgungsorte" beschrieben (vgl. E. 6.1 hiervor). Somit müssen die im Referenzprojekt gesammelten Erfah-B-4703/2021 Seite 35 rungen den für die Erfüllung dieser Aufgabe erforderlichen Erfahrungen zu- mindest vergleichbar sein. Erfahrung im Bau von Transportanlagen allein reicht unstrittig nicht aus. 8.5 Soweit die Beschwerdeführerinnen in ihrer Beschwerde gestüt zt auf die Submissionsunterlagen des Referenzobjekts MBK Raron vom 14. Ja- nuar 1999 die Meinung vertreten haben, dieses umfasse insbesondere in Bezug auf die Transportbänder relevante Arbeiten nicht, haben Vergabe- stelle und Beschwerdegegnerinnen übereinstimmend ausgeführt, dass das Referenzprojekt nicht nur das Los 46.62.01 "MBK Raron, Installation und Materialaufbereitung der Lötschberg-Basislinie" umfasst, sondern auch die Lose 46.63.01 "Ablagerung Goler inkl. Zufahrt und Transportband " und 46.63.02 "Ablagerung Riedertal inkl. Zufahrt und Transportband". Dies be- deutet prima facie vor allem, dass die Referenz die geforderten 2 km Trans- portanlagen ausweist. Die Beschwerdeführerinnen halten dazu fest, dass ihre diesbezüglichen Ausführungen unzutreffend wa ren, womit sich eine gerichtliche Prüfung erübrige. Davon ist auszugehen. 8.6 Indessen bleibt umstritten und ist im Folgenden zu prüfen, ob die von den Beschwerdegegnerinnen angegebene n Referenzprojekte die in Ziff. 3.8 der Ausschreibung genannten Erfordernisse im erforderlichen Um- fang erfüllen. Die Beschwerdeführerinnen rügen, das Referenzprojekt MBK Raron sei für die Erbringung des erforderlichen Eignungsnachweises für die Referenz 2 des EK1 untauglich, weil es nicht alle in der Ausschreibung für diese Refe- renz verlangten Tätigkeiten umfasst habe. 8.7 8.7.1 Die Beschwerdeführerinnen haben zwar die Rüge, wonach die "Transportanlagen von mindestens zwei Kilometern Länge " nicht erfüll t seien, fallen gelassen (vgl. E. 8.5 hiervor). Dies gilt indessen nicht für die Rüge, wonach beim Projekt MBK Raron keine Ganzzüge à 1'000 Tonnen, wie diese für diese Referenz explizit gefordert würden, eingesetzt worden seien. 8.7.2 Die Beschwerdegegnerinnen führen dazu mit Stellungnahme vom 17. November 2021 einerseits aus, die O._______ AG sei diesbezüglich die Referenzgeberin für das zweite Referenzprojekt Amsteg (meint: "Los 211, GBT, Materialtransport u. Absatz Überschussmaterial"). Andererseits seien entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin nen gemäss B-4703/2021 Seite 36 SIMAP-Ausschreibung nicht explizi t Ganzzüge à 1'000 Tonnen gefordert worden. Das Gewicht der Ladung spiele keine Rolle. Vielmehr sei lediglich von Ganzzügen die Rede. 8.7.3 In Ziff. 3.8 Bst. c der Ausschreibung wird ausdrücklich darauf hinge- wiesen, dass die Anforderungen anhand von maximal zwei verschiedenen Referenzen erfüllt werden dürfen, falls diese nicht mit einem einzigen Re- ferenzprojekt abgedeckt werden können (vgl. E. 6.1 hiervor). Demnach ist der erforderliche Referenznachweis erbracht, wenn das zweite Referenz- projekt Amsteg den Einsatz von Ganzzügen umfasst. Wenn das so sein sollte, könnte offen bleiben, ob (auch) das Referenzprojekt MBK Raron Ganzzüge umfasst, solange sichergestellt ist, dass dies jedenfalls für das zweite, entgegen ersten Vermutungen der Beschwerdeführerin nen nun- mehr unstrittig durch die Subunternehmerin O._______ AG erbrachte Re- ferenzprojekt Amsteg gilt. 8.7.4 Aus Ziffer 3.8 der Ausschreibung ergibt sich, dass für die Referenz 2 unter anderem die Organisation und Durchführung von Bahntransporten für Massengüter mit Ganzzügen über eine Zeitspanne von mindestens ei- nem Jahr nachzuweisen ist. Für die Tonnage der einzelnen Ganzzüge wer- den in der Ausschreibung selbst keine expliziten Vorgaben gemacht, aus- ser dass für den Gesamtumfang der Bahntransporte erwartet wird, da ss dieser mindestens 1 Mio. Tonnen umfasst. Aber auch aus dem Begriff des Ganzzuges selbst ergibt sich nach Treu und Glauben ausgelegt (vgl. E. 6.2.1 hiervor) prima facie nicht, dass dieser eine Festlegung in Bezug auf das Gewicht (exakt oder mindestens 1000 Tonnen) mitumfasst. Aus dem Umstand, dass regelmässig Vorgaben in Bezug auf die maximale An- zahl Achsen bestehen, erscheint in Verbindung mit der eingesetzten Kupp- lung zwar ein Rückschluss auf eine maximal mögliche Zuglast nachvoll- ziehbar. Das gilt aber prima facie – die Beschwerdeführerinnen substanti- ieren diesen Punkt auch nicht weiter – nicht in Bezug auf ein Mindestge- wicht, das erfüllt sein muss, damit ein Zug als Ganzzug bezeichnet werden darf. Vielmehr geht es nur darum, dass die komplette Sendung i n einem zwischen Abgangs- und Zielbahnhof unverändert zusammenbleibenden ganzen Zug befördert wird ( KLAUS BECKER, Handbuch Schienengüterver- kehr, Hamburg 2014, S. 39). Nachdem im Referenzprojekt 1.2b Amsteg unbestrittenermassen Ganzzugtransporte der O._______ AG mit einem seitens der Beschwerdeführerinnen nicht bestrittenen Gesamtvolumen von 1.3 Mio. Tonnen Ausbruchmaterial enthalten sind und die einzelnen Ganz- züge prima facie nicht mindestens 1000 Tonnen Zuggewicht ausweisen B-4703/2021 Seite 37 müssen, sind die Anforderungen der Vergabestelle insoweit erfüllt. Dem- nach braucht entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nen nicht mehr geprüft zu werden, ob diese Anforderung auch mit dem Referenzpro- jekt 1.2a MBK Raron erfüllt werden könnte. Aber auch in Bezug auf die Vorrichtungen für die Ver- und Entladung der Züge, die mit dem Referenz- projekt MBK Raron nachgewiesen werden sollen, ist nicht zu beanstanden, dass hier nach den (durch Vergabestelle und Beschwerdegegnerinnen nicht bestrittenen) Angaben der Beschwerdeführerinnen lediglich Anlagen für Ganzzüge à 500 Tonnen errichtet worden sind. Es lag ohne Weiteres im Ermessen der Vergabestelle, diese Referenz auch insoweit anzuerken- nen, da der Begriff Ganzzug wie festgestellt keine Mindesttonnage erfasst und die Ausschreibungsunterlagen keine diesbezüglichen Vorgaben ent- halten. Damit erweist sich die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführe- rinnen prima facie als offensichtlich unbegründet. 8.8 8.8.1 Die Beschwerdeführerinnen äussern sich weiter dahingehend, dass betreffend das Referenzprojekt MBK Raron in Bezug auf den Betrieb der Anlagen und die Ver - und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern Unklarheiten bestehen. 8.8.2 Die Vergabestelle macht dagegen geltend, die Angaben der Be- schwerdegegnerinnen zum Referenzp rojekt MBK Raron in der Of ferte seien schlüssig und nachvollziehbar. Dieses Projekt beinhalte sowohl die Installationen und die Materialbehandlung als auch die Lose Goler und Rie- dertal mit entsprechenden Materialtransporten mittels Transportbändern. Mit diesem Projekt würden folgen de Anforderungen gemäss der Refe- renz 2 zum EK1 erfüllt: "Versorgung und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern wie Aushub und/oder Tunnelausbruchmaterial, GFB, Kies, Beton", "Bau und Betrieb von Bahn-Ver- und Entladeanlagen für die obge- nannten Massengüter", "Bau und Betri eb von Transportanlagen (min. 2 km), insbesondere Förderbänder, Rohr - oder Rollgurtförderer, Eleva- toren, Verteilertürme für die oben genannten Massengüter" und "im Rah- men eines Projekts wie Autobahn, Kantonsstrasse, Bahn, Serviceinfrastruk- tur oder Kraftwerksanlagen". Zusammen mit dem zweiten Referenzprojekt würden alle Anforderungen gemäss der Referenz 2 zum EK1 erfüllt. 8.8.3 Die Beschwerdegegnerinnen bringen vor, sie hätten für den Nach- weis ihrer Eignung im Bereich Versorgung und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern wie Aushub - und/oder Tunnelausbruchmaterial, GFB, Kies, Beton das Referenzprojekt MBK Raron vorgelegt, da gemäss der B-4703/2021 Seite 38 Ausschreibung die Versorgung und Entsorgung von Baustellen sowohl mit Bahn wie auch mittels Förderband erfolgen könne. Dieses Projekt habe auch die Streckenbänder Goler und Riedertal und somit zwei Kilome ter Transportanlagen umfasst. Diese beiden Bänder seien als Eignungsnach- weis für den Bau und Betrieb von Transportanlagen von mindestens zwei Kilometern Länge geeignet. Auch die Anrechnung dieses Projekts hinsicht- lich Bau und Betrieb der Bahn-Verlade- und Entladeanlagen sowie Bau und Betrieb der Transportanlagen sei korrekt. Damit liege ein hinreichender Nachweis vor für die Erfüllung der Eignungskriterien durch die Gb._______ AG und damit die Beschwerdegegnerinnen. 8.8.4 Aus der Offerte der Beschwerdegegnerinnen ergibt sich prima facie Folgendes: 8.8.4.1 Die Beschwerdegegnerinnen führten im Rahmen ihres Angebots im Dokument "5 -1 Unternehmerangaben" als Referenzprojekt Nr. 1.2a die MBK Raron an. Dieses habe mehr als 3.5 km Förderanlagen, verschiedene Übergabe- und Verteiltürme sowie Materialweichen umfasst. Tunnelaus- bruchmaterial sei sowohl angeliefert und entladen wie auch verladen wor- den. Der Transport zwischen den Zwischendeponien und den Enddepo- nien sei mittels Förderanlagen erfolgt. Es sei eine komplexe Materialbe- wirtschaftungsanlage bestehend aus Förderbändern, Bahnverlade - und Entladeanlagen sowie einer Materialaufbereitung installiert und betri eben worden. Die Erfahrungen aus der Planung, Herstellung, Installation und dem Betrieb von komplexen, umfangreichen Materialbewirtschaftungsan- lagen könnten auf das Los 111 übertragen werden. Dazu gehörten insbe- sondere die Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Beladen und Entla- den von Bahnwagen sowie der Steuerung von komplexen Anlagen (S. 10; vgl. zum Ganzen auch E. 6.1.2 hiervor). 8.8.4.2 Zudem erwähnten die Beschwerdegegnerinnen in ihrem Dokument "5.6 Referenzprojekt 1.2a" , dass die Gb._______ AG in den Bereiche n Baulogistik (Fördertechnik in Raron) und im Anlagenbau (Materialbewirt- schaftungszentrum "Eya" bei Raron) massgeblich am Bau des Lötschberg- Basistunnels beteiligt gewesen sei (S. 1). Die Bandanlagen der Gb._______ AG hätten das Ausbruchmaterial in das rund einen Kilometer entfernte Materialbewirtschaftungszentrum "Eya" bei Raron befördert. Die Gb._______ AG habe die Projektierung, Planung und Ausführung der ge- samten Band-, Steuerungs- und Elektroanlage der Förderanlage für Tun- nelausbruchmaterial und Kieskomponenten geleistet (S. 2). "Goler" und B-4703/2021 Seite 39 "Riedertal" seien direkt mittels Förderband bedient worden. Die Bandanla- gen der Endablagerung Goler seien 1'800 m und diejenigen der Endabla- gerung Riedertal 1'000 m lang gewesen (S. 7). 8.8.4.3 Die Vergabestelle bemerkte anlässlich der Bewertung des Ange- bots der Beschwerdegegnerinnen im Dokument "Bewertung Anbieter A", dass das Referenzprojekt Nr. 1 .2a "MBK Raron" die Materialbewirtschaf- tung (baulogistische Aufgabe mit Förderbandanlagen sowie Materialaufbe- reitung) beinhalte. Das Projekt habe die Planung, Herstellung, Installation und den Betrieb von Förderbandanlagen umfasst. Letztere seien mehr als 3.5 km lang gewesen. Zum Projekt hätten die Planung, Herstellung, Instal- lation und der Betrieb der Bahnverlade- und Bahnentladeanlagen für Tun- nelausbruchmaterial gehört. Solches sei sowohl angeliefert und entladen als auch verladen worden. Der Transport zwischen den verschiedenen Zwischendeponien sowie den En ddeponien sei mittels Förderanlagen er- folgt. Die Bandanlagen zu den Deponien und der Aufbereitungsanlage seien in den Jahren 2000 und 2001 erstellt und in den Jahren 2001 bis 2006 betrieben worden. 8.8.4.4 Zunächst ist auch in diesem Zusammenhang darauf hinzuweise n, dass die eigentliche Materialbewirtschaftung nach der vorliegend zu beur- teilenden Beschaffung in der Referenz 1 zu EK 1 abgefragt wird (vgl. E. 7.7.5 in fine hiervor). Tatsächlich ist – vorbehaltlich der gerichtlichen Feststellungen betreffend die Trans portbänder (vgl. dazu E. 7.6.4 und E. 7.8.3 hiervor) – nach den Akten nicht vollständig geklärt, wer damals im Projekt MBK Raron für den im Rahmen der Referenz 2 abgefragten Betrieb der Anlagen und die Ver- und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern zuständig war. Indessen gehen die Beschwerdeführerinnen davon aus, dass der Betrieb der Transportanlagen und der (Bau und) Betrieb von Bahn-Verlade- und Entladeanlagen sowie die Ver - und Entsorgung der Baustellen mit Massengütern bei der Ga._______ AG oder den übrigen am Referenzprojekt MBK Raron als Subunternehmen beteiligten Bauunter- nehmen verblieben ist. Dies bedeutet indessen gerade nicht, dass auch die Ga._______ AG nicht involviert war. Aufschlussreich ist in diesem Kontext die Referenzauskunft des ehemaligen CEO der BLS AlpTransit AG, der zu- nächst die damals als Auftragnehmerin fungierende ARGE in zweierlei Hin- sicht beschrieben hat. Einerseits sei die "Firma G._______" federführend gewesen. Andererseits seien in der ARGE nur kleinere lokale Firmen ver- treten gewesen; die Hauptverantwortung habe bei der "Firma G._______" gelegen. Die "Firma G._______" habe die komplexen Arbeiten unter ho-B-4703/2021 Seite 40 hem Zeitdruck zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Als Leiter der Materi- albewirtschaftung Süd sei sie von anderen Firmen abhängig gewesen und diese Zusammenarbeit sei immer konstruktiv gewesen und habe nie zu Schwierigkeiten geführt (Vernehmlassungsbeilage 3). Daraus ergibt sich, dass das Referenzprojekt allenfalls problematisch sein könnte, wenn es um die Materialbewirtschaftung gehen würde, was aber nicht der Fall ist. Ausserdem wird die tragende Rolle der "Firma G._______" hervorgehoben und darauf hingewiesen, dass in der ARGE neben der "Firma G._______" ausschliesslich lokale, also im Zweifel nicht in vergleichbarer Weise spezi- alisierte Bauunternehmen beteiligt gewesen sind. Daraus durfte die Verga- bestelle prima facie, ohne dabei ihr Ermessen zu überschreiten, den Schluss ziehen, dass das Projekt MBK Raron auch insoweit als Nachweis dienen kann, auch wenn im Rahmen de r Arbeitsteilung innerhalb der ARGE die in Frage stehenden Arbeiten teilweise durch die beschriebenen lokalen Bauunternehmen ausgeführt worden sind. Dazu passt auch die an- dere Referenzauskunft des ehemaligen Stellvertreters des Chefbauleiters des Tunnelloses Steg/Raron und Verantwortlichen für die Koordination zwi- schen diesem Los und dem Referenzprojekt MBK Raron, wonach nur die Betonherstellung von den Tunnellosen selber gemacht worden sei. Die MBK Raron habe jedoch die jeweiligen Betonanlagen mit Zuschlagstoffen versorgt. Das Ausbruchmaterial und die Zuschlagstoffe seien per Bahn von und nach den Tunnelbaulosen Ferden und Steg mit Ganzzügen und per Förderband von und nach dem Tunnelbaulos Raron transportiert worden (Vernehmlassungsbeilage 2). Hingegen enthält diese Referenzauskunft keine Angaben über die Rolle der "Firma G._______" innerhalb der ARGE. Indessen ergibt sich aus der Evaluation, dass eine ergänzende telefoni- sche Auskunft beim Bauleiter MBK Raron eingeholt worden ist (Beilage D zum Evaluationsbericht, S. 2 Anbieter A). Nach dieser hat die Gb._______ AG auch den Betrieb der Aufbereitung in der ARGE MBK durchgeführt; an- dere Baufirmen haben nach den Angaben dieser Referenzperson inner- halb der ARGE nur Deponiebewirtschaftung "unter Aufsicht/Federführung Gb._______" durchgeführt. Damit stimmen die Referenzauskünfte des Bauleiters und des ehemaligen CEO der BLS AlpTransit AG im Wesentli- chen überein (vgl. zur Differenzierung zwischen der "Firma G._______" und der Gb._______ AG E. 7.6.4 hiervor). Daran ändert nichts, dass sich der Stellvertreter des Chefbauleiters des Tunnelloses Steg/Raron und Ver- antwortliche für die Koordination zwischen diesem Los und dem Referenz- projekt MBK Raron keine Aussage zur Rolle der "Firma G._______" macht. 8.8.5 Zusammenfassend enthalten die Referenzauskünfte des ehemaligen CEO der BLS AlpTransit AG und des Bauleiters MBK Raron genügend und B-4703/2021 Seite 41 im Wesentlichen übereinstimmende Aussagen nicht nur dahinge hend, dass das Referenzprojekt MBK Raron alle in Bst. a von Ziff. 3.8 der Aus- schreibung genannten Themen abdeckt, sondern auch in Bezug auf die Rolle der "Firma G._______" in diesem Zusammenhang, sodass die Vergabestelle den entsprechenden Nachweis ohne Überschreitung ihres Ermessens akzeptieren durfte. Dass diese Referenz auch gültig auf die Gb._______ AG übertragen werden konnte, hat das Gericht bereits prima facie festgestellt (vgl. E. 7.8.3 hiervor). Demnach erweisen sich die Rügen der Beschwerdeführerinnen auch in diesem Punkt prima facie als offen- sichtlich unbegründet. Da die beschriebene Teilleistung demnach durch das Projekt MBK Raron abgedeckt wird (vgl. zum Ineinandergreifen der beiden Referenzprojekte E. 6.1 i.V.m. E. 8.7.3 hiervor), braucht auch nicht weiter auf die Rüge der Beschwerdeführerinnen eingegangen zu werden, wonach die Referenz der O._______ AG nicht alle Tätigkeiten enthalte, welche hinsichtlich der Referenz 2 für das EK1 erforderlich seien, und da- her untauglich sei. Dies gilt namentlich für den Umstand, dass die Be- schwerdeführerinnen davon ausgehen, dass d ie O._______ AG aus- schliesslich für die Organisation und Durchführung von Bahntransporten für den Abtransport des Ausbruchmaterials zuständig gewesen ist, jedoch nicht den Belad der einzelnen Wagen mit allen nötigen Sicherheits - und Gewichtskontrollen übernommen hat. 8.9 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Vergabestelle im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens prima facie ohne Weiteres zum Schluss kommen durfte, dass die beiden in zulässiger Weise kombinierten Refe- renzprojekte Nr. 1.2a MBK Raron und Nr. 1.2b "Los 211, GBT, Material- transport u. Absatz Überschussmaterial" (Amsteg) zusammen die Anforde- rungen an die Referenz 2 zum EK1 erfüllen. 9. Zusammenfassend ist prima facie davon auszugehen, dass die Be- schwerde offensichtlich unbegründet ist. Der Antrag auf Erteilung der auf- schiebenden Wirkung ist daher abzuweisen, ohne dass eine Interessenab- wägung vorgenommen werden muss. Damit fallen auch die superproviso- rischen Anordnungen vom 15. November 2021 betreffend den Bezug von Leistungen gemäss dem aufgrund der Ausschreibung 17-422 geschlosse- nen Vertrag dahin. 10. Schliesslich verlangen die Beschwerdeführerinnen Einsicht in sämtliche B-4703/2021 Seite 42 Akten der Vergabestelle , soweit keine berechtigten Geheimhaltungsinte- ressen entgegenstünden . Mit Blick auf das bis zum Ergehen des Zwi- schenentscheids über die aufschiebende Wirkung geltende qualifizierte Beschleunigungsgebot ist die Gewährung der Akteneinsicht teilweise in das Hauptverfahren zu verschieben (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-1606/2020 vom 11. Juni 2020 E. 9 "Mediamonitoring ETH-Bereich" und B-3644/2017 vom 23. August 2017 E. 7.2 "Tunnelorientierungsbeleuch- tung"). Dies rechtfertigt sich vorliegend umso mehr, als den Beschwerde- führerinnen im Rahmen der Zustellung der Vernehmlassung der Vergabe- stelle vom 17. November 2021 die Vernehmlassungsbeilagen 1 -9, das Voraktenverzeichnis und das Dossier 7 ganz oder mit gewissen Abdeckun- gen übermittelt worden sind. Vor allem ist den Beschwerdeführerinnen an- schliessend im Rahmen der Instruktion auch die geschwärzte Vorakte S. 2 der Beilage D des Dossiers 1, sowie das in der Vorakte Dossier 1, Beilage E2 aufgeführte, geschwärzte Dokument "Erfüllung Eignungskriterium EK1 Firmenerfahrung/-referenz, Referenz 2", unter Gewährung des diesbezüg- lichen Replikrechts, offengelegt worden. Aufgrund der erhaltenen Unterla- gen können sich die Beschwerdeführerinnen demnach ohne Weiteres ein Bild von der Ausgangslage machen, namentlich mit Blick auf die Anfech- tung des vorliegenden Entscheids (vgl. Zwischenentscheid des BVGer B-5941/2019 vom 16. Dezember 2019 E. 5.3 "Lärmschutzwände N03/76 und N13/28 I" sowie die Zwischenverfügung des BVGer B-3526/2013 vom 16. August 2013 E. 6 "HP -Monitore"). Das Akteneinsichtsbe gehren ist demzufolge einstweilen abzuweisen, soweit diesem im Rahmen der In- struktion nicht bereits entsprochen worden ist. Die Anordnungen betreffend die Akteneinsicht und den Schriftenwechsel im Hauptverfahren erfolgen mit separater Verfügung. 11. Über die Kostenfolgen dieses Zwischenentscheids wird mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden sein. B-4703/2021 Seite 43 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Das Gesuch der Beschwerdeführerinnen um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird abgewiesen. 2. 2.1 Der Akteneinsichtsantrag der Beschwerdeführerinnen wird einstweilen abgewiesen, soweit diesem nicht bereits im Rahmen der Instruktion ent- sprochen worden ist. 2.2 Weitere Anordnungen betreffend die Akteneinsicht im Hauptverfahren bleiben vorbehalten. 3. Die Instruktion des Schriftenwechsels im Hauptverfahren erfolgt mit sepa- rater Verfügung. 4. Über die Kostenfolgen des vorliegenden Zwischenentscheids wird mit dem Entscheid über die Hauptsache befunden. 5. Diese Verfügung geht an die Beschwerdeführerinnen, die Vergabestell e und die Beschwerdegegnerinnen. Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verweisen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Andrea Giorgia Röllin B-4703/2021 Seite 44 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange- legenheiten geführt werden , sofern die Voraussetzung en gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufas- sen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be- weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 22. April 2022 B-4703/2021 Seite 45 Zustellung erfolgt an:  Die Beschwerdeführerinnen (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form)  Die Vergabestelle (Ref -Nr. SIMAP -Projekt-ID 217357; Gerichtsur- kunde, vorab in elektronischer Form)  Die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde, vorab in elektronischer Form)