B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5796/2017 lan U r t e i l v o m 2 3 . F e b r u a r 2 0 1 8 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Richter Simon Thurnheer, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am (…), Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik, vertreten durch Eva Gammenthaler, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vollzug der Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des SEM vom 8. September 2017 / N (…). D-5796/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein mazedonischer Staatsangehöriger und An- gehöriger der Volksgruppe der Roma, suchte am 15. März 2010 erstmals in der Schweiz um Asyl nach. Nach der am 10. Mai 2010 rechtskräftig er- folgten Ablehnung des ersten Asylgesuchs durch das damalige Bundesamt für Migration (BFM) kehrte der Beschwerdeführer am 21. Mai 2010 nach Mazedonien zurück. A.b Am 11. Juni 2015 stellte der Beschwerdeführer ein zweites Asylgesuch in der Schweiz. Er machte dabei eine Bedrohung durch Privatpersonen (Familienangehörigen des Mörders seines Vaters) sowie gesundheitliche Probleme (psychische Probleme sowie Akne und Kopfschmerzen) geltend. Mit Verfügung vom 23. März 2016 verneinte das SEM die Flüchtlingseigen- schaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Der Be- schwerdeführer focht diese Verfügung mit Beschwerde vom 6. April 2016 beim Bundesverwaltungsgericht an. Dieses trat mit Urteil vom 20. April 2016 infolge vermeintlich verpasster Beschwerdefrist auf die Beschwerde nicht ein. A.c Am 26. April 2016 gelangte der Beschwerdeführer mit einem Revisi- onsgesuch an das Bundesverwaltungsgericht und belegte dabei, dass die Beschwerdefrist durch die Beschwerde vom 6. April 2016 eingehalten wor- den war. In seinem kombinierten Urteil vom 11. Mai 2016 hiess das Bun- desverwaltungsgericht daraufhin das Revisionsgesuch gut, nahm das Be- schwerdeverfahren wieder auf und wies die Beschwerde ab. Ab dem 29. August 2016 galt der Beschwerdeführer als untergetaucht. B. Mit Eingabe vom 10. März 2017 beantragte der Beschwerdeführer ein drit- tes Mal um Asyl in der Schweiz. Dabei machte er geltend, er sei Ende Au- gust 2016 nach Mazedonien zurückgekehrt. Er sei jedoch wiederum von Privatpersonen (dem Mörder seines Vaters sowie dessen Familienangehö- rigen) bedroht worden, und die Polizei habe ihm nicht geholfen. Das SEM stellte mit Verfügung vom 25. April 2017 fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, wies das (dritte) Asylgesuch ab und ver- fügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. D-5796/2017 Seite 3 C. C.a Mit Eingabe vom 16. August 2017 liess der Beschwerdeführer ein Wie- dererwägungsgesuch einreichen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, der Wegweisungsvollzug des Beschwerdeführers nach Maze- donien sei unzumutbar, weshalb er wiedererwägungsweise vorl äufig auf- zunehmen sei. Er habe sich vom 11. April bis am 29. Mai 2017 in stationä- rer psychiatrischer Behandlung im B._______ befunden. Mit Schreiben vom 22. Mai 2017 habe das B._______ festgehalten, er sei aus gesund- heitlichen Gründen nicht reisefähig, und eine Ausschaffung würde ein er- hebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Kurze Zeit später habe er erneut zur stationären Behandlung ins B._______ eintreten müssen. Aus dem me- dizinischen Bericht des B._______ vom 26. Juli 2017 gehe hervor, dass der Beschwerdeführer an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer damit verbundenen Krise leide. Bei Eintritt habe akute Suizidalität be- standen. Weitere Symptome seien Anspannung, innere Unruhe, Angst vor Fremdaggression sowie psychosomatische Beschwerden. Der Beschwer- deführer müsse zahlreiche Medikamente einnehmen und erhalte eine Psy- chotherapie. Er benötige eine engmaschige Betreuung. Die Ärzte würden damit rechnen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr nach Mazedonien verschlechtern würde. In Maze- donien seien psychiatrische Institutionen mit ungenügendem Personal ausgestattet, und die Behandlungsmethoden seien nicht auf dem aktuellen Wissensstand. Die vom Beschwerdeführer benötigten Medikamente seien dort nicht oder n ur schwer erhältlich. Daher sei mit einer Eskalation der psychischen Symptome zu rechnen. Ausserdem müsste wohl aus Gründen der unklaren Kostenübernahme mit einer Therapieverzögerung respektive einem -abbruch gerechnet werden. Eine soziale Eingliederung de s Be- schwerdeführers müsse demnach als aussichtslos bezeichnet werden. Er sei überdies bis auf weiteres auch arbeitsunfähig. Ferner sei zu berück- sichtigen, dass der Beschwerdeführer in Mazedonien nicht über ein tragfä- higes familiäres Netzwerk verfüge. Sein Vater sei umgebracht worden, wo- bei der Beschwerdeführer Zeuge gewesen sei. Die Mutter lebe mit ihrem Mann in Deutschland, ebenso eine Schwester. Sie seien alle sozialhilfeab- hängig. Eine andere Schwester lebe in Aarau. Deren Einkommen reiche nicht aus, um den Beschwerdeführer zu unterstützen, ausserdem wolle sie dies auch nicht. In Mazedonien verfüge der Beschwerdeführer lediglich über zwei Tanten. Diese seien weder bereit noch in der Lage, den Be- schwerdeführer zu unterstützen. Bei einer Rückkehr nach Mazedo nien – dem Ort seiner Traumatisierung – würde sich die psychische Erkrankung infolge einer Retraumatisierung verschlechtern. Zudem wäre der Be- schwerdeführer dort auf sich alleine gestellt. Der Zugang zu medizinischer D-5796/2017 Seite 4 Versorgung wäre kaum gegeben respektive nicht erschwinglich. Ange- sichts seines Gesundheitszustands, der fehlenden Berufsausbildung sowie seiner Zugehörigkeit zur diskriminierten Volksgruppe der Roma hätte der Beschwerdeführer auch keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. In verschiede- nen Berichten, namentlich der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) und des deutschen Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, sowie in einem Gutachten von Dr. Karin Waringo vom 6. Juni 2014 werde bestätigt, dass die Roma in Mazedonien diskriminiert und in allen Lebensber eichen, ins- besondere auch bei der medizinischen Versorgung und der Sozialhilfe, be- nachteiligt würden. Zudem würden nach Mazedonien abgeschobene ab- gewiesene Asylbewerber regelmässig mit einer Sozialhilfesperre und einer Einziehung des Reisepasses bestraft. Aus diesen Gründen müsse damit gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Mazedonien in eine existenzbedrohende Notlage geraten würde. Der Weg- weisungsvollzug sei daher als unzumutbar zu erachten, und der Beschwer- deführer sei in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. C.b Dem Wiedererwägungsgesuch lagen insbesondere eine ärztliche Be- stätigung des B._______ vom 22. Mai 2017, ein ärztlicher Bericht des B._______ vom 26. Juli 2017 sowie zwei Sachverständigengutachten vom 6. und 7. Juni 2014 von Dr. Karin Waringo betreffend zwei deutsche Ver- waltungsverfahren (beide unvollständig) bei. C.c Das SEM wies das Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 8. September 2017 ab, erklärte seine Verfügung vom 25. April 2017 für rechtskräftig und vollstreckbar und hi elt fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu. D. Der Beschwerdeführer liess diese Verfügung mit Beschwerde vom 11. Ok- tober 2017 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Dabei wurde bean- tragt, die vorinstanzliche Verfügung vom 8. September 2017 sei aufzuhe- ben, und der Beschwerdeführer sei infolge Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ersucht. Ausserdem wurde beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) zu gewäh- ren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. D-5796/2017 Seite 5 Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: die vorinstanzliche Verfü- gung vom 8. September 2017 (inkl. Zustellnachweis), eine Kopie der Voll- macht vom 10. Juli 2017, ein ärztlicher Bericht des Spitals C._______ vom 20. April 2016 (Kopie), ein Schreiben des MediZentrums Ins vom 10. April 2017 (Kopie), ein ärztliches Zeugnis des B._______ vom 22. Mai 2017 (Ko- pie), ein ärztlicher Bericht des B._______ vom 26. Juli 2017 (Kopie) sowie ein Schreiben der Rechtsvertreterin an das B._______ vom 9. Oktober 2017 (Kopie). E. Mit Telefax vom 16. Oktober 2017 setzte der zuständige Instruktionsrichter den Vollzug der Wegweisung per sofort einstweilen aus. F. Mit Verfügung vom 19. Oktober 2017 wurde der Beschwerde antragsge- mäss die aufschiebende Wirkung erteilt. Auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses wurde einstweilen verzichtet, und der Bes chwerdeführer wurde aufgefordert, innert Frist den in Aussicht gestellten Arztbericht sowie die Fürsorgebestätigung nachzureichen. G. Mit Eingaben vom 30. Oktober und 8. November 2017 wurden eine Bestä- tigung der Fürsorgeabhängigkeit vom 17. Oktober 2017, ei n Austrittsbe- richt des B._______ vom 29. August 2017 sowie eine ärztliche Stellung- nahme vom 31. Oktober 2017 (alles in Kopie) zu den Akten gereicht. H. Mit Verfügung vom 10. November 2017 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlic hen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete (definitiv) auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde das SEM zur Einreichung einer Vernehmlassung innert Frist eingeladen. I. Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 20. November 2017 vollum- fänglich an seiner Verfügung fest. J. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers replizierte darauf mit Ein- gabe vom 13. Dezember 2017, hielt dabei an den gestellten Anträgen fest und beantragte deren Gutheissung. D-5796/2017 Seite 6 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM ist eine Be- hörde im Sinne von Art. 33 VGG und damit eine Vorinstanz des Bundes- verwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie- dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be- schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re- gel und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverw altungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge- regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist der Vo- rinstanz innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schriftlich und begründet einzureichen. Im Übrigen richtet sich das Verfah- ren nach den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66 –68 VwVG (Art. 111b Abs. 1 AsylG). 3.2 In seiner praktisch relevantesten Konstellation bezweckt das Wieder- erwägungsgesuch die Anpassung einer ursprünglich fehlerfreien Asyl- und D-5796/2017 Seite 7 Wegweisungsverfügung an nachträglich eingetretene Wegweisungsvoll- zugshindernisse (vg l. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuän- dernde Verfügung unangefochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwer- deverfahren mit einem blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisionsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung be- gründen (zum sogenannten «qualifizierten Wiedererwägungsgesuch» vgl. BVGE 2013/22 E. 5.4 m.w.H.). Ebenfalls im Rahmen einer Wiedererwä- gung zu prüfen sind Beweismittel, die erst nach einem materiellen Be- schwerdeentscheid des Bundesverwaltungsgerichts entstanden sind und daher revisionsrechtlich nicht von Relevanz sein können (vgl. BVGE 2013/22 E. 12 und 13). 4. 4.1 Das SEM führte zur Begründung seines ablehnenden Wiedererwä- gungsentscheids im Wesentlichen aus, der Beschwerdeführer habe im Verlauf seiner Asylverfahren in der Schweiz keine schwerwiegenden ge- sundheitlichen Probleme geltend gemacht und zu keiner Zeit einen Arztbe- richt eingereicht. Der im Wiedererwägungsverfahren eingereichte Arztbe- richt vom 26. Juli 2017 sei lückenhaft und wenig aussagekräftig. Insbeson- dere fehlten auch jegliche Angaben zum Verwendungszweck der aufge- führten Medikamente. Die konkreten Bedürfnisse des Beschwerdeführers könnten so nicht umfassend beurteilt werden. Jedoch könne festgestellt werden, dass in Mazedonien – beispielsweise in der Apotheke Eurofarm in Skopje – die meisten der aufgeführten Medikamente oder zumindest Alter- nativen verfügbar seien. Ob das Medikament Sirdalud verfügbar sei, könne nicht eruiert werden. Allerdings wäre selbst bei Nichtvorhandenseins die- ses Medikaments nicht von einer medizinischen Notlage auszugehen. So- dann sei festzustellen, dass die Behandlung von psychischen Erkrankun- gen in Mazedonien grundsätzlich für alle Bevölkerungsgruppen und auf al- len drei Versorgungsstufen vorhanden sei, wenn auch auf niedrigerem Ni- veau als in der Schweiz. Zu nennen seien insbesondere das Universtitäts- spital in Skopje sowie das Sistina Spital in Skopje. Auch in Privatpraxen würden psychiatrische Behandlungen durch Fachärzte durchgeführt. Dem- nach könne der Beschwerdeführer seine psychiatrische Behandlung auch in Mazedonien weiterführen. Bezüglich der geltend gemachten Retrauma- tisierung des Beschwerdeführers bei einer Rückkehr nach Mazedonien sei darauf zu verweisen, dass es ihm nicht gelungen sei, die geltend gemachte Verfolgung glaubhaft zu machen. Hingegen sei es verständlich, dass die drohende Rückkehr Ängste und Unsicherheit auslöse und sich der Ge- sundheitszustand nach einem negativen Asylentscheid verschlechtern könne. Dem könne mit einer angepassten Betreuung sowie bei Bedarf mit D-5796/2017 Seite 8 medikamentöser Behandlung während den Ausreisevorbereitungen be- gegnet werden. Dem Beschwerdeführer stehe es zudem frei, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen. Nach dem Gesagten sei nicht von einer dro- henden konkreten Gefährdung infolge einer medizinischen Notlage im Sinne von Art. 83 Abs. 4 Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) auszugehen. Bezüglich der im Wiedererwägungsgesuch erwähnten schikanösen Reisegesetz - Bestimmungen, welche im Jahr 2011 eingeführt worden seien, um maze- donische Bürger an der Ausreise in europäische Zielländer zu hindern, sei sodann festzustellen, dass das mazedonische Verfassungsgericht im Jahr 2014 die fraglichen Klauseln des Reisegesetztes betreffend die Einziehung des Reisepasses ausser Kraft gesetzt habe. Bei der im Wiedererwägungs- gesuch ebenfalls erwähnten Sozialhilfesperre handle es sich nicht um eine Strafe. Vielmehr werde der Anspruch auf Sozialhilfe bei längerem Ausland- aufenthalt unterbrochen; diese Regelung kenne auch die Schweiz. Eine spätere Wiederaufnahme der Zahlungen brauche Zeit und sei von den lo- kalen Behörden abhängig. Im Falle des Beschwerdeführers sei festzustel- len, dass er über einen gültigen Pass und eine Identitätskarte verfüge. Es seien daher keine Gründe erkennbar, weshalb ihm der Zugang zur Sozial- hilfe im Bedarfsfall verunmöglich t oder in unzumutbarer Weise erschwert werden sollte. Ferner sei auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs für Roma nach Mazedonien auszugehen. So- dann verfüge der Beschwerdeführer in D._______ ein Haus, und es sei davon auszugehen, dass er dort über ein soziales Netz verfüge. Insgesamt lägen keine Gründe vor, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 10. März 2017 beseitigen könnten, weshalb das Wiedererwägungsgesuch ab- zuweisen sei. 4.2 In der Beschwerde wird im Wesentlichen vorgebracht, der Beschwer- deführer habe erst im Februar 2016 die Gelegenheit erhalten, mit einer psychiatrischen Fachperson zu sprechen und eine Therapie zu beginnen. Er habe im Rahmen seiner Beschwerde vom 6. April 2016 darauf hinge- wiesen und die Einreichung eines Arztberichtes angekündigt. Die Psychia- terin habe ihm versprochen, einen solchen auszustellen. Der Bericht sei sodann am 20. April 2016 erstellt und am 22. April 2016 versandt worden. Dem Beschwerdeführer sei es jedoch nicht gelungen, den Bericht vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Mai 2016 einzureichen. Aus Angst vor Haft und Ausschaffung sei er dann im August 2016 selbständig ausgereist. Nach rund sieben Monaten sei er erneut in die Schweiz einge- reist, um Schutz zu beantragen. Der vorerwähnte Arztbericht sei der Rechtsvertretung sodann am 7. April 2017 zugestellt worden. Das neue D-5796/2017 Seite 9 Asylgesuch des Beschwerdeführers sei jedoch bereits am 30. März 2017 (später ersetzt durch die Verfügung vom 25. April 2017) abgelehnt worden. Auf eine Beschwerde sei verzichtet worden, weil der Arztbericht nicht ak- tuell gewesen sei und somit mit einer Abweisung der Beschwerde habe gerechnet werden müssen. Dem kantonalen Migrationsamt sei inde ssen mit Schreiben vom 14. April 2017 mitgeteilt worden, dass sich der Be- schwerdeführer kurz nach dem 30. März 2017 in stationäre psychiatrische Behandlung habe begeben müssen. Dem Arztbericht vom 20. April 2016 sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem 18. Februar 2016 in ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung gewesen sei und an verschiedenen psychischen Störungen leide. Von einer Rück- kehr ins Heimatland werde abgeraten. Am 22. Mai 2017 habe das B._______ dem Beschwerdeführer Reiseunfähigkeit attestiert. Somit treffe es nicht zu, dass der Beschwerdeführer seine psychische Erkrankung erst im Wiedererwägungsverfahren geltend gemacht habe. Zum Vorwurf des SEM, wonach der Arztbericht vom 26. Juli 2017 nicht aussagekräftig sei, sei zu bemerken, dass die Vorinstanz diesfalls verpflichtet gewesen wäre, einen ausführlicheren Arztbericht anzufordern. Da das SEM dies nicht ge- macht habe, habe es die Untersuchungspflicht verletzt respektive den An- spruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Es hätte die notwen- digen Abklärungen entweder selber treffen müssen oder dem Beschwer- deführer eine Frist zur Behebung des Mangels einräumen müssen. Die Er- hältlichkeit der vom Beschwerdeführer benötigten Medikamente in Maze- donien habe das SEM sodann nur ungenügend abgeklärt. Teilweise wür- den Medikamente genannt, die nicht auf der Liste der von ihm benötigten Medikamente stünden. Es sei auch fraglich, ob die Vorinstanz über genü- gend medizinische Kenntnisse verfüge, um Alternativpräparate vorzuschla- gen. Das SEM habe demnach willkürlich einen eigenen Medikamentenplan für den Beschwerdeführer erstellt. Sodann begnüge sich die Vorinstanz da- mit, auf bestehende psychiatrische Einrichtungen in Mazedonien zu ver- weisen. Dabei erstaune insbesondere die Nennung v on privaten Einrich- tungen, zumal der Beschwerdeführer offensichtlich keine Möglichkeit habe, sich privat behandeln zu lassen. Auf die Probleme beim Zugang zu psychi- atrischen Dienstleistungen sei das SEM ungenügend eingegangen. Dies- bezüglich sei erneut auf den Bericht der SFH vom 23. August 2012 sowie das Sachverständigengutachten von Dr. Karin Waringo vom 6. Juni 2014 zu verweisen. Es bestünden damit deutliche Hinweise, dass der Beschwer- deführer bei einer Rückkehr nach Mazedonien für einen längeren Zeitraum ohne Sozialhilfe bleiben dürfte und eine ihm allenfalls gewährte Sozialhilfe nicht ausreichen würde, um damit ein Leben in Würde sowie die benötigte medizinische Behandlung zu finanzieren. Auch ein neuerer Bericht der D-5796/2017 Seite 10 SFH vom 23. Dezember 2015 („Mazedonie n: Behandlung von schweren Depressionen“) bestätige, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen für Roma erschwert sei. Der Beschwerdeführer würde aus diesen Gründen in Mazedonien nicht innert nützlicher Frist in den Genuss einer Kranken- versicherung und Sozialhilfe kommen. Zudem sei die medizinische Infra- struktur in Mazedonien ungenügend, überdies wäre für ihn eine Behand- lung unerschwinglich. Damit sei ein Therapieabbruch oder zumindest län- gerer Unterbruch vorprogrammiert. Daher würde er bei einer Rückkehr nach Mazedonien aus medizinischen, psychosozialen und wirtschaftlichen Gründen in eine existenzbedrohende Notlage geraten, zumal er dort über kein familiäres Netzwerk verfüge. Das SEM habe die Ausführungen des Beschwerdeführers weder vollständig noch korrekt gewürdigt und habe da- mit die Untersuchungs -, Begründungs - und Abklärungspflicht respektive das rechtliche Gehör verletzt. Eine Stellungnahme des B._______ sei er- beten worden und werde bei Erhalt nachgereicht. 4.3 In seiner Vernehmlassung bringt das SEM vor, der Beschwerdeführer habe bereits am 24. Januar 2010 ein erstes Mal in der Schweiz um Asyl ersucht, ohne dabei auf gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund des Erlebten hinzuweisen. Ausserdem sei die Begründung in der Beschwerde, weshalb der letzte As ylentscheid vom 25. April 2017 nicht angefochten worden sei, nicht nachvollziehbar, zumal der Beschwerdeführer im weite- ren Verlauf eines allfälligen damaligen Beschwerdeverfahrens ohne weite- res einen aktuellen Arztbericht hätte nachliefern können. Die Rüge , wo- nach das SEM die Erhältlichkeit der vom Beschwerdeführer benötigten Me- dikamente nicht genügend abgeklärt und willkürlich einen eigenen Sach- verhalt und Medikamentenplan erstellt habe, sei sodann haltlos. Die im Arztbericht vom 26. Juli 2017 aufgeführten Medikamente respektive Wirk- stoffe seien von MedCOI in Zusammenarbeit mit Ärzten in Mazedonien auf ihre Erhältlichkeit überprüft worden. MedCOI sei ein Projekt zur Erfassung medizinischer Informationen aus Herkunftsländern, welches durch den Eu- ropäischen Flüchtlingsfonds finanziert werde. Das SEM wiederholt danach die bereits in seiner Verfügung getroffenen Feststellungen zur Erhältlichkeit der vom Beschwerdeführer benötigten Medikamente und fügt an, wie er- wähnt sei nicht bekannt, ob Tizanidin, ein zentrales Muskelrelaxans, in Ma- zedonien verfügbar sei. Es werde beim Beschwerdeführer offenbar zur Re- duktion der Kopfschmerzen aufgrund von Muskelanspannung eingesetzt. Es handle sich demnach nicht um ein lebenswichtiges Medikament, und es könnten bei der Vorberei tung der Ausschaffung gegebenenfalls Alternati- ven geprüft werden. Das SEM sei mit diesen Erkundigungen seiner Abklä-D-5796/2017 Seite 11 rungspflicht vollumfänglich und im Rahmen seiner Möglichkeiten nachge- kommen. Sodann sei nie behauptet worden, die geltend gemachte Trau- matisierung und psychische Erkrankung sei unglaubhaft oder vorgescho- ben. Hingegen sei die geltend gemachte Verfolgung nicht glaubhaft ge- macht worden, weshalb auch nicht von einer Retraumatisierung im Falle der Rückkehr auszugehen sei. Betreffend die Situation der Roma in Maze- donien sowie die Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Erkrankun- gen werde an der aktuellen Lageeinschätzung, welche sich mit der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts decke, festgehalten. Zudem sei darauf zu verweisen, dass Mazedonien als einer der Herkunftsstaaten gelte, in wel- che eine Rückkehr generell als zumutbar erachtet werde (vgl. die Bundes- ratssitzung vom 25. Oktober 2017). Die Beschwerdeschrift enthalte keine Argumente, welche gegen diese aktuelle Einschätzung des Bundesrats sprechen würden. 4.4 In der Replik wird vorgebracht, der Beschwerdeführer sei der Meinung, er habe bereits im ersten Asylverfahren deutlich gemacht, dass er von den Erlebnissen im Zusammenhang mit der Tötung seines Vaters nachhaltig belastet gewesen sei. Er habe aber damals keinen Zugang zu psychologi- scher Behandlung gefunden und sei nie von einem Facharzt begutachtet worden. Heute gehe es ihm zudem deutlich schlechter als damals. Sodann sei es nicht sachgerecht, von einer Verletzung der Mitwirkungspflicht (we- gen verspäteter Einreichung des Arztberichtes) auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu schliessen. Im Übrigen sei auf eine Beschwerde- erhebung im dritten Asylverfahren auch deshalb verzichtet worden, weil der Beschwerdeführer damals infolge einer akuten Kri se schlecht erreichbar gewesen sei. Sodann sei darauf hinzuweisen, dass die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs im heutigen Zeitpunkt aufgrund aktueller medizini- scher Unterlagen zu beurteilen sei. Bezüglich der vom SEM vorgenomme- nen medizinischen Abklärungen sei festzustellen, dass das SEM nur die Erhältlichkeit abgeklärt habe, sich jedoch nicht mit der Frage befasst habe, ob der Beschwerdeführer Zugang zu den Medikamenten sowie zur benö- tigten psychotherapeutischen Behandlung hätte. Dies sei zweifelhaft. Aus- serdem müsse davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bezüglich der geltend gemachten Verfolgungssituation zumindest teilweise von realen Erfahrungen gesprochen habe, weshalb er einer zwangsweisen Rückkehr durchaus eine Retraumatisierung erleiden würde. Dies sei auch von den Ärzten festgestellt worden. Schliesslich bestünden konkrete indi- viduelle Gründe dafür, dass die Regelvermutung, wonach die Rückkehr nach Mazedonien grundsätzlich als zumutbar gelte, im vorliegenden Fall nicht zutreffe. Der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr in eine D-5796/2017 Seite 12 ernsthafte, lebensbedrohliche Notlage geraten und sei daher vorläufig auf- zunehmen. 5. Vorab ist auf die in der Beschwerde erhobene formelle Rüge, wonach das SEM den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör respek- tive die Untersuchungs-, Abklärungs- und Begründungspflicht verletzt und willkürlich argumentiert habe, einzugehen: 5.1 Gemäss Art. 6 AsylG in Verbindung mit Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchu ngs- grundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände ab- klären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen (vgl. dazu auch Art. 30-33 VwVG). Unrichtig ist die Sachverhal tsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sachverhaltsfest- stellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für die Entschei- dung wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden. Die Behörde ist allerdings nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt er- scheinen (vgl. dazu CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in Auer/Mül- ler/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49). Der Grundsatz des rechtli- chen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 VwVG) beinhaltet sodann insbe- sondere auch die Pflicht der Behörden, die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen (Art. 32 Abs. 1 VwVG). Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, sich mit den wesentlichen Vorbringen des Rechtssuchenden zu befassen und Entscheide zu begrün- den (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht an- fechten kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, die für den Entscheid bedeutsam sind (vgl. dazu bei- spielsweise BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H.). D-5796/2017 Seite 13 5.2 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass das SEM entgegen den Ausführungen auf Beschwerdeebene den rechtserheblichen Sachver- halt ausreichend abgeklärt hat und damit seiner Untersuchungspflicht nachgekommen ist. Es hat mit Hilfe von MedCOI die Verfügbarkeit der vom Beschwerdeführer gemäss eingereichtem Arztbericht benötigten Medika- mente respektive Wirkstoffe in Mazedonien in Erfahrung gebracht und überdies unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungs- gerichts festgestellt, dass die Behandlung von psychischen Erkrankungen in Mazedonien grundsätzlich für alle Bevölkerungsgruppen vorhanden seien. Es hat dabei insbesondere das Universitätsspital in Skopje hervor- gehoben, in welchem Gesprächstherapien sowie medikamentöse Thera- pien durchgeführt würden. Daneben gebe es auch geeignete private Ein- richtungen. Von einer unvollständigen Abklärung des Sachverhalts kann bei dieser Sachlage keine Rede sein. Im Übrigen hält die Rechtsvertreterin in ihrer Eingabe vom 8. November 2017 selber fest, dass sie den medizi- nischen Sachverhalt nun (nach Erhalt von zwei weiteren ärztlichen Berich- ten vom August und Oktober 2017) für ausreichend erstellt erachte. Allfäl- lige Mängel i n der Sachverhaltsermittlung wären damit im heutigen Zeit- punkt ohnehin als geheilt zu erachten. Das SEM ist sodann auch seiner Prüfungs- und Begründungspflicht nachgekommen, indem es das Vorbrin- gen im Wiedererwägungsgesuch, wonach der Wegweisungsvollzug de s Beschwerdeführers nach Mazedonien aus medizinischen Gründen unzu- mutbar sei, ausführlich geprüft und gewürdigt und sodann begründet hat, weshalb es diese Auffassung nicht teilt. Der blosse Umstand, dass die Vo- rinstanz nicht jedes einzelne Detail der Vorbr ingen im Wiedererwägungs- gesuch explizit aufgeführt und gewürdigt hat, ist nicht als Verletzung des rechtlichen Gehörs zu werten. Insbesondere stellt der Umstand, dass die Rechtsvertreterin mit den Erwägungen des SEM inhaltlich nicht einverstan- den ist, für sich genommen keine Verletzung der Begründungspflicht und schon gar keine Willkür dar. 5.3 Nach dem Gesagten sind die in der Beschwerde erhobenen formellen Rügen als unbegründet zu erachten. Insbesondere besteht bei dieser Sachlage keine Veranlassung, die Verfügung des SEM zu kassieren. Auf die Stellung eines Kassationsantrags hat der Beschwerdeführer im Übri- gen ohnehin verzichtet. 6. Im rechtskräftig abgeschlossenen Asylverfahren wurde der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Mazedonien als zuläss ig, zu- mutbar und möglich erachtet. Im Wiedererwägungsverfahren macht der D-5796/2017 Seite 14 Beschwerdeführer nun geltend, der Vollzug der Wegweisung sei aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht mehr durchführbar; er sei infolge Un- zulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglic hkeit des Wegweisungsvoll- zugs wiedererwägungsweise vorläufig aufzunehmen (vgl. Ziff. 3 der Rechtsbegehren). 7. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Bei der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge- mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts derselbe Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und an dernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.1 Gemäss Art. 83 Abs. 2 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht mög- lich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder in den Heimat - oder Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat a usreisen oder dorthin gebracht werden kann. Es obliegt dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise- dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), und es werden in der Beschwerde auch keine zwi- schenzeitlich (d.h. seit Erlass des vorinstanzlichen Asylentscheids vom 25. April 2017) eingetretenen diesbezüglichen prakt ischen Hindernisse vorgebracht. Der Vollzug der Wegweisung ist daher ohne weiteres weiter- hin als möglich zu bezeichnen. 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen D-5796/2017 Seite 15 Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie- mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be- handlung unterworfen werden. 7.2.1 Auf Beschwerdeebene wird zwar unter anderem die Feststellung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs beantragt, es wird jedoch in der Beschwerdebegründung nicht konkret ausgeführt, weshalb im heutigen Zeitpunkt von der Unzulässigkeit des Vollzugs auszugehen sei. Es ist da- her zunächst darauf zu verweisen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Mazedonien unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG weiterhin als recht- mässig zu erachten ist. 7.2.2 Sodann ergeben sich aus den Eingaben des Beschwerdeführers im vorliegenden Wiedererwägungsverfahren nach wie vor keine Anhalts- punkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Mazedonien dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine kon- krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Zur Frage der Zulässigkeit unter medizinischen Gesichtspunkten ist zudem festzuhalten, dass eine zwangs- weise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur in seltenen Ausnahmefällen einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die Praxis des EGMR, EGMR, Beschwerde-Nr. 41738/10 P . gegen Belgien vom 13. Dezember 2016). Der EGMR anerkennt grundsätzlich keinen durch die EMRK ge- schützten Anspruch auf Verbleib in einem Konventionsstaat, um weiterhin in den Genuss medizinischer Unterstützung zu kommen (vgl. Urteil des EGMR vom 2. Mai 1997 i.S. D. gegen Vereinigtes Königreich). Bei beste- hender Suizidalität vermag die Überstellung nicht gegen Art. 3 EMRK zu verstossen, wenn der wegweisende Staat Massnahmen ergreift, um die Umsetzung einer entsprechenden Suiziddrohung zu verhin dern (vgl. den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. D. und an-D-5796/2017 Seite 16 dere gegen Deutschland [Beschwerde Nr. 33743/03], angeführt in Ent- scheidungen und Mitteilungen der [vormalgien] Schweizerischen Asylre- kurskommission [EMARK] 2005 Nr. 23 E. 5.1 [S. 212]). Für den vorliegenden Fall ist zunächst festzustellen, dass die allgemeine Menschenrechtssituation in Mazedonien den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise weiterhin nicht als unzu lässig erscheinen lässt. Sodann kann die psychische Erkrankung des Beschwerdeführers of- fensichtlich nicht als derart schwerwiegend bezeichnet werden, dass damit die hohe Schwelle zur Annahme eines „real risk“ erreicht würde. Seine Rückführung nach Mazedonien verstösst daher nicht gegen Art. 3 EMRK. Ferner ist festzustellen, dass beim Beschwerdeführer zurzeit keine Suizi- dalität besteht, aber möglicherweise zukünftig erneut damit gerechnet wer- den muss (vgl. die Arztberichte vom 29. August und 31. Oktober 2017). Allfälligen suizidalen Tendenzen ist demnach im Falle einer (zwangswei- sen) Rückführung bei der Ausgestaltung der Modalitäten durch angemes- sene und sorgfältige Vorbereitung Rechnung zu tragen, indem geeignete medizinische Massnahmen getroffen werden und eine adäquate Betreu- ung (beispielsweise durch me dizinisches Fachpersonal) sichergestellt wird. Da sich der Beschwerdeführer in der Schweiz in ärztlicher Behand- lung befindet, kann einer allfälligen erneut auftretenden akuten Suizidalität medikamentös und therapeutisch entgegengewirkt werden. 7.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen im heutigen Zeitpunkt nach wie vor als zulässig zu erachten. 7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG (SR 142.20) kann der Vollzug für Auslän- derinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Her- kunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine kon- krete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.1 Bei einer Erkrankung kann nur dann auf Unzumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs geschlossen werden, wenn eine dringend notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führt. Dabei wird als wesent- lich die allgemeine und dringende medizinische Behandlung erachtet, wel-D-5796/2017 Seite 17 che zur Gewährleistung einer menschenwürdigen Exis tenz absolut not- wendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls noch nicht vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard entspre- chende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2, mit Hinweis auf EMARK 2003 Nr. 24 E. 5a und b). 7.3.2 Gemäss Aktenlage (vgl. dazu namentlich die beiden aktuellen Arzt- berichte vom 29. August und 31. Oktober 2017) leidet der Beschwerdefüh- rer an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese Krankheit hat bei ihm letztmals im Sommer 2017 zu einer mit Suizidalität verbundenen Krise geführt, die eine vorübergehende stationäre Behandlung notwendig machte. Am 28. August 2017 konnte der Beschwerdeführer in stabilisier- tem Zustand aus der stationären Behandlung austreten; Suizidalität lag nichtmehr vor, und auch die Reisefähigkeit wurde nicht mehr ausdrücklich verneint. Seither werden die posttraumatische Belastungsstörung respek- tive die damit verbundenen Symptome mit verschiedenen Medikamenten in einem ambulanten Therapie -Setting weiterbehandelt. Den behandeln- den Ärzten zufolge benötigt der Beschwerdeführer auch weiterhin eine engmaschige Behandlung, ansonsten mit einer erneuten Verschlechterung seines Zustandes sowie Suizidalität gerechnet werden müsse. 7.3.3 Die geltend gemachte nachträgliche Veränderung der medizinischen Sachlage ist indessen nicht geeignet, den Vollzug der Wegweisung nach Mazedonien im heutigen Zeitpunkt als unzumutbar erscheinen zu lassen. Wie vom SEM in der angefochtenen Verfügung unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundes verwaltungsgerichts zutreffend festgestellt wurde, ist in Mazedonien für alle Personen – auch für Angehörige der Roma – eine hinreichende medizinische und psychiatrische Versorgung grundsätzlich gewährleistet. Sollte der Beschwerdeführer beim Zugang zu medizinischer Versorgung aufgrund seiner Ethnie konkret diskriminiert werden, könnte er sich bei Bedarf an eine der in Mazedonien tätigen Hilfs- organisationen, welche sich für die Rechte und Interessen der Roma ein- setzen (z.B. „Ambrela“ oder “Romaversitas“) wenden. Medizinische Be- handlungen sind in Mazedonien über das ganze Territorium verteilt erhält- lich, und zwar auf primärer (Allgemeinmediziner, Hausärzte etc.), sekundä- rer (Spezialisten) und tertiärer (Spitäler) Ebene. Zudem bestehen eine ob- ligatorische sowie eine freiwillige Krankenversicherung. 95% der Bevölke- rung Maz edoniens sind krankenversichert (Arbeitnehmer, Selbständige, Beamte, Menschen mit einer Behinderung, Bauern, auf dem Arbeitsamt re- gistrierte Arbeitslose, Renten- und Sozialhilfebezüger, Kriegsveteranen so- wie die Familienmitglieder versicherter Personen). Personen, welche – wie D-5796/2017 Seite 18 der Beschwerdeführer – längere Zeit nicht in Mazedonien gelebt haben, können sich nach der Rückkehr bei einem Krankenversicherungsfonds an- melden und sind ab dem gleichen Tag versichert. Die Krankenversicherung deckt ein Grundpaket an Leistungen auf primärer und sekundärer Stufe, Medikamente, medizinische Hilfsmittel, präventive Programme und Reha- bilitationen ab. Hinsichtlich der Kostenbeteiligung an Medikamenten der Krankenversicherung müssen diese auf der positiven Liste für die Kom- pensation durch den mazedonischen Gesundheitsf onds (Macedonian Health Fund) auf geführt sein. Die versicherte Person muss zudem zwi- schen 5 bis 20% der Kosten der Medikamente selber übernehmen – ausser bei einer Behandlung rund um die Mutterscha ft und bei schweren Krank- heiten (vgl. zum Ganzen beispielsweise die Urteile des Bundesverwal- tungsgerichts E-807/2014 vom 3. März 2014 E. 8.3.1 oder E-6043/2013 vom 23. Dezember 2014, mit weiteren Hinweis en). Demnach kann eine Weiterbehandlung der psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers bei seiner Rückkehr nach Mazedonien – wenn auch nicht auf demselben Niveau wie in der Schweiz – als gewährleistet erachtet werden. An der grundsätzlichen Behandelbarkeit seiner Krankheit in Mazedonien vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Mazedonien möglicherweise eine Retraumatisierung er- fährt, nichts zu ändern. Namentlich in Skopje bieten neben kleineren und privaten Kliniken und Therapiezentren auch mehrere grössere Institutionen adäquate psychiatrische Behandlungen an, so beispielsweise die Psychi- atrische Klinik Skopje sowie das Psychiatrische Krankenhaus Skopje. Da- neben gibt es auch noch in anderen Ortschaften grössere psychiatrische Kliniken, beispielsweise in Negorci und in Demir Hisar. Die vom Beschwer- deführer gemäss den eingereichten Arztberichten benötigten Medikamente respektive Wirkstoffe sind gemäss Abklärungen des SEM in Mazedonien – mit Ausnahme von Paliperidon und möglicherweise Tizanidin – erhältlich. Zu Paliperidon gibt es offenbar Alternativen, welche in Mazedonien verfüg- bar sind. Der Wirkstoff Tizanidin dient der Muskelentspannung und wird beim Beschwerdeführer den Akten zufolge parallel zu anderen Medika- menten zur Reduktion seiner Kopfschmerzen eingesetzt. Es ist davon aus- zugehen, dass es auch dazu im Bedarfsfall alternative Präparate gibt, wel- che in Mazedonien erhältlich sind. Ferner ist festzustellen, dass der Be- schwerdeführer in Mazedonien über einen festen Wohnsitz (das Haus sei- ner Familie in D._______) verfügt und in der Vergangenheit als Tagelöhner gearbeitet hat. Er hat nicht geltend gemacht, dass nach seiner vorüberge- henden Rückkehr nach Mazedonien im August 2016 sein Rei sepass ein- gezogen und/oder er mit einer Sozialhilfesperre belegt worden sei. Es ist D-5796/2017 Seite 19 daher davon auszugehen, dass Mazedonien diese früher teilweise prakti- zierten Schikanen, auf welche in der Beschwerde erneut hingewiesen wird, überwiegend aufgegeben hat (vgl. dazu auch die entsprechenden Ausfüh- rungen auf S. 4 f. der angefochtenen Verfügung). Es ist dem Beschwerde- führer demnach unbenommen, nach seiner Rückkehr nach Mazedonien bei Bedarf einen Antrag auf Sozialhilfe zu stellen. Sollte er darüber hinaus weitere finanzielle Hilfe benötigen, so ist es ihm ausserdem zuzumuten, sich diesbezüglich an seine Verwandten zu wenden. Da er bereits in der Vergangenheit von seiner in Deutschland lebenden Mutter finanziell unter- stützt worden ist (vgl. B4 S. 4, C3 S. 2 ) und die Tatsache, dass er sich früher mehrfach bei seinen in Deutschland respektive in der Schweiz wohn- haften Schwestern sowie seinen Tanten und einem Onkel in Mazedonien aufgehalten hat (vgl. A2 S. 7, A8 S. 6, 8 und 9, B4 S. 6, B19 S. 4 und 7, C3 S. 1 und 2), den Schluss zulässt, dass er zu diesen Verwandten gute Be- ziehungen pflegt, ist davon auszugehen, dass er im Bedarfsfall auch zu- künftig mit deren Unterstützung rechnen kann und ihm seine Angehörigen eine allfällige, aus medizinischen oder anderweitigen Gründen dringend benötigte finanzielle Unterstützung nicht verweigern würden. Im Übrigen steht es dem Beschwerdeführer frei, beim SEM einen Antrag auf medizini- sche Rückkehrhilfe zu stellen, um so einen Therapieunterbruch nach Mög- lichkeit zu vermeiden. 7.4 Nach dem Gesagten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, eine nachträglich eingetretene, wesentliche Veränderung der Sachlage (medi- zinische Notlage) darzutun, welche eine Wiedererwägung der vorinstanzli- chen Verfügung vom 25. April 2017 rechtfertigen würde. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Mazedonien erweist sich nach wie vor als zulässig, zumutbar und möglich. 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass das SEM das Wiedererwägungs- gesuch des Beschwerdeführers vom 16. August 2017 zu Recht abgelehnt hat. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ). Da ihm je- doch mit Verfügung vom 10. November 2017 die unentgeltliche Prozess- führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, ist von der Kosten- erhebung abzusehen. D-5796/2017 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut Versand: