<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00735</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=223910&amp;W10_KEY=13013449&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00735</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.03.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe (Kostenersatz nach Art. 14 ZUG)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Das minderjährige Kind trat am 4. Februar 2019 in ein Sonderschulheim in St. Gallen ein. Die Mutter hatte zu diesem Zeitpunkt Wohnsitz in St. Gallen und wechselte diesen am 1. Oktober 2019 nach Zürich. Der Sohn wechselte die Institution per 1. Juli 2020 nach Zürich. Beide bezogen Sozialhilfe. Nach fehlgeschlagener Einigung stellte der Kanton Zürich dem Kanton St. Gallen die Unterstützungsanzeige nach Art. 30 ZUG zu. Die dagegen erhobene Einsprache wurde abgewiesen.] Die Unterstützung eines Ausländers bzw. einer Ausländerin mit Wohnsitz in der Schweiz obliegt grundsätzlich dem Wohnkanton (Art. 20 Abs. 1 ZUG). Ist er oder sie ausserhalb seines bzw. ihres Wohnkantons auf sofortige Hilfe angewiesen, so ist der Aufenthaltskanton unterstützungspflichtig (Art. 20 Abs. 2 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 ZUG). Wohnt das minderjährige Kind dauernd nicht bei den Eltern oder einem Elternteil, hat es einen eigenen Unterstützungswohnsitz am letzten Unterstützungswohnsitz nach den Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 ZUG (Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG). Dies ist der Fall bei Minderjährigen, welche unter elterlicher Sorge stehen, wirtschaftlich unselbständig sind und dauerhaft nicht bei den Eltern oder einem Elternteil leben. Als eigener Unterstützungswohnsitz des minderjährigen Kindes gemäss Art. 7 Abs. 3 lit. c in Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG gilt der Ort, an dem es unmittelbar vor der Fremdplatzierung gemeinsam mit den Eltern oder einem Elternteil gelebt bzw. Wohnsitz gehabt hat. Ein derartig definierter Unterstützungswohnsitz bleibt unabhängig von einem Umzug der Eltern bestehen. Die Begründung eines eigenen Unterstützungswohnsitzes am letzten Unterstützungswohnsitz nach den Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 ZUG setzt gemäss Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG voraus, dass das minderjährige Kind dauernd nicht bei den Eltern oder einem Elternteil wohnt (E. 2). Vorliegend besteht eine dauerhafte Fremdplatzierung im Sonderschulheim in St. Gallen. Damit verfügte der Sohn über einen eigenständigen Unterstützungswohnsitz in St. Gallen, wobei seine Umplatzierung nach Zürich unerheblich bleibt. Somit ist der Kanton St. Gallen ersatzpflichtig (E. 3). Art. 3 Abs. 2 ZUG enthält einen abschliessenden Negativkatalog von Leistungen, welche nicht als Unterstützungen gelten und daher nicht Gegenstand des Kostenersatzes unter den Kantonen sein können. Dazu gehören Sozialleistungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht und deren Betrag nicht nach behördlichem Ermessen festgesetzt, sondern nach Vorschriften berechnet wird, insbesondere gesetzlich oder reglementarisch geordnete Beiträge mit Subventionscharakter (Art. 3 Abs. 2 lit. a ZUG). Für den Begriff der Subvention ist auf Art. 3 SuG abzustellen, wonach Finanzhilfen und Abgeltungen als Subventionen definiert werden. Die streitigen Mindestversorgertaxen für die Unterbringung im Jugendheim/ZH nach altem (aber noch massgeblichem) zürcherischem Recht sind vorliegend als Subventionen zu qualifizieren. Der Kanton St. Gallen hat daher nicht für die geltend gemachten Tagespauschalen aufzukommen. Die übrigen streitigen Kosten (Nebenkosten, Verkehrsauslagen und Gesundheitskosten) sind durch den Kanton St. Gallen zu übernehmen, soweit sie belegt sind (E. 4). Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit es die Kostenübernahme der Tagespauschale betrifft.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERSATZPFLICHT">ERSATZPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREMDPLATZIERUNG">FREMDPLATZIERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERKANTONALER SACHVERHALT">INTERKANTONALER SACHVERHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENERSATZ">KOSTENERSATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MINDESTVERSORGERTAXEN">MINDESTVERSORGERTAXEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENKOSTEN">NEBENKOSTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEGATIVER KOMPETENZKONFLIKT">NEGATIVER KOMPETENZKONFLIKT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTFALLANZEIGE">NOTFALLANZEIGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOTFALLHILFE">NOTFALLHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBVENTION">SUBVENTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT">ÃBRIGES FÃRSORGE UND GESUNDHEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSANZEIGE">UNTERSTÃTZUNGSANZEIGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSKOSTEN">UNTERSTÃTZUNGSKOSTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSWOHNSITZ">UNTERSTÃTZUNGSWOHNSITZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERSORGERTAXE">VERSORGERTAXE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 3 SuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 1 Abs. I ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 2 ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 lit. a ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 Abs. II ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Abs. II lit. a ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. I ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 Abs. II ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 Abs. III lit. c ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 14 Abs. I ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 20 Abs. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 20 Abs. II ZUG</span><br/><span class="gerade">Art. 34 Abs. I ZUG</span><br/><span class="ungerade">Art. 34 Abs. II ZUG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=65512" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00735</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. MÃ¤rz 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident AndrÃ© Moser<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Matthias Hauser, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Silvio Forster.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Kanton St. Gallen, </p> <p class="MsoNormal"><b>BeschwerdefÃ¼hrer, </b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Kanton ZÃ¼rich, </p> <p class="MsoNormal"><b>Beschwerdegegner,</b> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Sozialhilfe (Kostenersatz nach Art. 14 ZUG),</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A, geboren 2003, lebte bei seiner Mutter in B/‌SG, bevor er am 4. Februar 2019 in die Institution C (SG), ein Sonderschulheim, eintrat. Die Mutter zog am 1. Oktober 2019 von B/SG nach D/ZH. Per 1. Juli 2020 wechselte A in eine Institution der Organisation E in F/ZH.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 3. August 2020 schickte die Stadt D/ZH dem Kantonalen Sozialamt ZÃ¼rich aufgrund eines negativen Kompetenzkonflikts eine Notfall-UnterstÃ¼tzungsanzeige nach Art. 30 des ZustÃ¤ndigkeitsgesetzes vom 24. Juni 1977 (ZUG; SR 851.1) samt diverser Beilagen. Nach durchgefÃ¼hrtem und gescheitertem Einigungsverfahren stellte der Kanton ZÃ¼rich dem Kanton St. Gallen mit Schreiben vom 2. Februar 2021 die UnterstÃ¼tzungsanzeige vom 3. August 2020 zu. Am 1. MÃ¤rz 2021 erhob der Kanton St. Gallen fristgerecht vorsorglich Einsprache. Mit Schreiben vom 20. Mai 2021 begrÃ¼ndete der Kanton St. Gallen die Einsprache und stellte die AntrÃ¤ge, die Gemeinde B/SG habe nicht fÃ¼r die Ãbernahme der Kosten gemÃ¤ss UnterstÃ¼tzungsanzeige vom 3. August 2020 aufzukommen, eventualiter seien der Gemeinde B/SG keine Versorgertaxen weiterzuverrechnen.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Mit VerfÃ¼gung vom 17. September 2021 wies das Kantonale Sozialamt ZÃ¼rich die Einsprache des Kantons St. Gallen in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 ZUG ab. Verfahrenskosten wurden keine erhoben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 25. Oktober 2021 beantragte der Kanton St. Gallen dem Verwaltungsgericht, die VerfÃ¼gung des Kantonalen Sozialamts ZÃ¼rich vom 17. September 2021 sei aufzuheben und die Einsprache des Kantons St. Gallen vom 20. Mai 2021 gegen die UnterstÃ¼tzungsanzeige nach Art. 30 ZUG sei anzuerkennen; alles unter gesetzlicher Kostenfolge.</p> <p class="Urteilstext">Der Kanton ZÃ¼rich, vertreten durch das Kantonale Sozialamt ZÃ¼rich, schloss in seiner Beschwerdeantwort vom 19. November 2021 auf Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten des BeschwerdefÃ¼hrers.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Der Einspracheentscheid vom 17. September 2021 stÃ¼tzt sich auf Art. 34 Abs. 1 ZUG. Nach Art. 34 Abs. 2 ZUG wird der die Einsprache abweisende Beschluss des fordernden Kantons rechtskrÃ¤ftig, wenn der einsprechende Kanton nicht binnen 30 Tagen nach Empfang bei der zustÃ¤ndigen richterlichen BehÃ¶rde des Kantons Beschwerde erhebt. Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid des Kantonalen Sozialamts ZÃ¼rich bildet damit eine letztinstanzliche Verwaltungsanordnung, gegen die gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwal­tungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG; LS 175.2) Beschwerde beim Verwaltungsgericht gefÃ¼hrt werden kann. Folglich ist dieses zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig (vgl. VGr, 20. August 2015, VB.2015.00294, E. 1.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der Beschwerdegegner verlangt vom BeschwerdefÃ¼hrer die Ãbernahme der Kosten der Notfall-UnterstÃ¼tzung von A ab 6. Juli 2020, namentlich der Versorgertaxe von Fr. 185.-/Tag, max. Fr. 5'550.-/Monat, der Nebenkosten von Fr. 428.-/Monat, zusÃ¤tzlicher Verkehrsauslagen von Fr. 220.-/Monat sowie ungedeckter Gesundheitskosten. Bei Streitigkeiten Ã¼ber periodisch wiederkehrende Leistungen ist der Streitwert der Summe dieser periodischen Leistungen wÃ¤hrend der Dauer von zwÃ¶lf Monaten gleichzusetzen (statt vieler VGr, 25. August 2022, VB.2022.00277, E. 1.2; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 65a N. 17).</p> <p class="Erwgung2"><span>Damit Ã¼bersteigt der Streitwert des vorliegenden Verfahrens den Betrag von Fr. 20'000.-, weshalb die Streitigkeit in die ZustÃ¤ndigkeit der Kammer fÃ¤llt (§ 38 Abs. 1 und § 38b Abs. 1 lit. c VRG).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Da auch die Ã¼brigen Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das ZustÃ¤ndigkeitsgesetz bestimmt, welcher Kanton fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung einer bedÃ¼rftigen Person, die sich in der Schweiz aufhÃ¤lt, zustÃ¤ndig ist, und regelt den Ersatz von UnterstÃ¼tzungskosten unter den Kantonen (Art. 1 Abs. 1 und 2 ZUG). Danach obliegt die UnterstÃ¼tzung eines AuslÃ¤nders bzw. einer AuslÃ¤nderin mit Wohnsitz in der Schweiz grundsÃ¤tzlich dem Wohnkanton (Art. 20 Abs. 1 ZUG). Ist er oder sie ausserhalb seines bzw. ihres Wohnkantons auf sofortige Hilfe angewiesen, so ist der Aufenthaltskanton unterstÃ¼tzungspflichtig (Art. 20 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 13 Abs. 1 ZUG). Gemeint ist die sofort zu leistende (zeitlich dringende), nicht die bloss unvermeidliche (sachlich, aber nicht unbedingt zeitlich dringende) Hilfe (sogenannte Notfallhilfe). Es bleibt allerdings dem notfallhilfeleistenden Aufenthaltskanton Ã¼berlassen, was er als sofortige Hilfe betrachtet und was nicht (vgl. <span>Werner Thomet, Kommentar zum Bundesgesetz Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger [ZUG], ZÃ¼rich 1994, </span>Rz. 186). Der Wohn­kanton hat ihm dabei die Kosten der notwendigen und der in seinem Auftrag ausge­richteten weiteren UnterstÃ¼tzung sowie die Kosten fÃ¼r die RÃ¼ckkehr der unterstÃ¼tzten Person an den Wohnort zu vergÃ¼ten (Art. 14 Abs. 1 ZUG). Diese Regelung bewahrt den Aufenthaltskanton davor, die finanziellen Konsequenzen der NotfallunterstÃ¼tzung selber tragen zu mÃ¼ssen, wodurch ein rascher Entscheid im Sinn einer sach- und zeitgerechten Hilfeleistung erleichtert wird (BBl 1989 I 49 ff., 65).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das minderjÃ¤hrige Kind teilt grundsÃ¤tzlich â unabhÃ¤ngig von seinem Aufenthaltsort â den UnterstÃ¼tzungswohnsitz der Eltern oder jenes Elternteils, unter dessen elterlicher Sorge es steht (Art. 7 Abs. 1 ZUG). Haben die Eltern keinen gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz, teilt es den UnterstÃ¼tzungswohnsitz jenes Elternteils, bei dem es wohnt (Art. 7 Abs. 2 ZUG). Wohnt es dauernd nicht bei den Eltern oder einem Elternteil, hat es demgegenÃ¼ber einen eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitz am letzten UnterstÃ¼tzungswohnsitz nach den Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 ZUG (Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG). Letzteres ist der Fall bei MinderjÃ¤hrigen, welche unter elterlicher Sorge stehen, wirtschaftlich unselbstÃ¤ndig sind und dauerhaft nicht bei den Eltern oder einem Elternteil leben. Erfasst werden durch diese Bestimmung freiwillige und behÃ¶rdliche Fremdplatzierungen ohne Entzug der elterlichen Sorge (BGE 143 V 451 E. 8.4.2; BGr, 17. Juni 2020, 8C_833/2019, E. 3.2.4; Thomet, Rz. 125). Als eigener UnterstÃ¼tzungswohnsitz des minderjÃ¤hrigen Kindes gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 3 lit. c in Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG gilt der Ort, an dem es unmittelbar vor der Fremdplatzierung gemeinsam mit den Eltern oder einem Elternteil gelebt bzw. Wohnsitz gehabt hat. Der derart definierte UnterstÃ¼tzungswohnsitz bleibt kÃ¼nftig fÃ¼r die gesamte Dauer der Fremdplatzierung der gleiche, auch wenn die Eltern oder der sorgeberechtigte Elternteil den Wohnsitz wechseln (vgl. zum Ganzen BGE 139 V 433 E. 3.2.2 mit Hinweisen; BGE 149 V 240 E. 5.2.3.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BegrÃ¼ndung eines eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitzes am letzten UnterstÃ¼tzungswohnsitz nach den Art. 7 Abs. 1 und Abs. 2 ZUG setzt gemÃ¤ss Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG voraus, dass das minderjÃ¤hrige Kind <i>dauernd</i> nicht bei den Eltern oder einem Elternteil wohnt. Als lediglich vorÃ¼bergehend â und damit keinen eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitz des minderjÃ¤hrigen Kindes nach Art. 7 Abs. 3 lit. c in Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG begrÃ¼ndend â gelten laut Rechtsprechung Fremdaufenthalte in auswÃ¤rtigen Institutionen, die entweder nur von kurzer Dauer sind oder bei denen ein enger Kontakt zwischen Kindern und Eltern aufrechterhalten wird und die Absicht besteht, dass die Kinder nach einer bestimmten Zeit wieder zu den Eltern ziehen. Dies ist beispielsweise der Fall bei Fremdaufenthalten im Rahmen von Ferien, Spital- oder Kuraufenthalten, AbklÃ¤rungen der Invalidenversicherung, fÃ¼r die Dauer der UnpÃ¤sslichkeit eines Elternteils oder bei auswÃ¤rtiger Schul- oder Berufsausbildung. KÃ¼mmern sich die Eltern hingegen nicht ernstlich um ihre Kinder bzw. nehmen sie ihre elterliche Sorge faktisch nicht wahr und erfolgt die Fremdplatzierung auf unbestimmte Zeit oder fÃ¼r mehr als sechs Monate, spricht dies in der Regel fÃ¼r die Dauerhaftigkeit des Fremdaufenthaltes. Massgebend ist zudem der Zweck des Aufenthaltes: <span>Therapeutische und der AbklÃ¤rung dienende Massnahmen sprechen gegen und Kindesschutzmassnahmen tendenziell fÃ¼r eine dauernde Fremdplatzierung (</span>BGE 149 V 240 E. 5.2.3.2; 143 V 451 E. 8.4.3 mit Hinweisen; <span>BGr, 14. MÃ¤rz 2014, 8C_701/2013, E. 3.2.2.2</span>). Ob dabei die elterliche Sorge entzogen wird oder entsprechende Bestrebungen bestehen, ist nicht massgeblich. Genauso wenig kommt es auf die tatsÃ¤chliche Dauer des Fremdaufenthalts an. <span>Entscheidend ist bei Fremdplatzierungen, ob bei Beginn der Fremdplatzierung von Dauerhaftigkeit auszugehen oder nur eine vorÃ¼bergehende LÃ¶sung beabsichtigt war und zu welchem Zweck die Fremdplatzierung erfolgte (vgl. </span>Thomet, N. 132; BGE 143 V 451 E. 8.4.3)<span>. </span>Andernfalls kÃ¶nnte immer erst nach einer bestimmten Dauer des Fremdaufenthalts darÃ¼ber entschieden werden, welcher Kanton letztlich die Kosten zu tragen hat, was nicht dem Sinn des Gesetzes entsprechen kann (BGE 149 V 240 E. 5.2.3.2; 143 V 451 E. 8.4.3 mit Hinweisen; VGr, 26. August 2020, VB.2020.00241, E. 2.3 f.; Thomet, N. 132).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Unbestritten ist zum einen, dass die Mutter von A ihren UnterstÃ¼tzungswohnsitz bis Ende September 2019 in B/SG hatte und sich ihr UnterstÃ¼tzungswohnsitz seit Oktober 2019 in D/ZH befindet. Ebenfalls unbestritten ist, dass A, solange er mit seiner Mutter zusammen in B/SG lebte, dort Ã¼ber einen (abgeleiteten) UnterstÃ¼tzungswohnsitz i.<span> </span>S.<span> </span>v. Art. 7 Abs. 2 ZUG verfÃ¼gte. Umstritten ist dagegen, ob A am 4. Februar 2019 mit Eintritt in das Sonderschulheim Institution C (SG) einen eigenen UnterstÃ¼tzungswohnsitz i.<span> </span>S.<span> </span>v. Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG, und zwar in B/SG, begrÃ¼ndet hat. Dies setzt voraus, dass bei Beginn der Fremdplatzierung von Dauerhaftigkeit auszugehen war, und hÃ¤tte zur Folge, dass sich sein UnterstÃ¼tzungswohnsitz in B/SG trotz des Umzugs seiner Mutter nach D/ZH nicht verÃ¤ndert hÃ¤tte, sondern perpetuiert worden wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Den dem Verwaltungsgericht vorliegenden Akten ist Folgendes zu entnehmen: Die BeistÃ¤ndin von A hatte am 9. Oktober 2018 aufgrund der zunehmenden Schwierigkeiten zuhause und in der Schule der KESB G beantragt, A in einer Pflegefamilie zu platzieren. Der wegen der schulischen Probleme von A mit AbklÃ¤rungen beauftragte Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen erachtete in seinem Bericht vom 21. Januar 2019 einen baldmÃ¶glichen Wechsel in eine Sonderschule fÃ¼r Kinder und Jugendliche mit VerhaltensstÃ¶rungen als hoch indiziert, weil A in einem halben Jahr die obligatorische Schulzeit beendet haben werde. Dieser Zeitraum werde nicht ausreichen, um VersÃ¤umtes nach- bzw. aufzuholen. Die Institution C (SG) biete im Anschluss an die Oberstufe ein betreutes Berufswahljahr an. Dieses weiterfÃ¼hrende Angebot sei fÃ¼r A zwingend. Aus diesen GrÃ¼nden stellte der Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen einen Antrag an den Schulrat B/SG um Sonderbeschulung von A ab 4. Februar 2019 in einer Schule fÃ¼r Kinder mit schwerwiegenden Lern- und Verhaltensschwierigkeiten. Der Schulrat B/SG hiess diesen Antrag am 29. Januar 2019 gut. Am 4. Februar 2019 trat A ins Sonderschulheim Institution C (SG) ein. AnlÃ¤sslich einer AnhÃ¶rung am 18. MÃ¤rz 2019 hat A unter anderem ausgefÃ¼hrt, dass er keinen Kontakt zu seiner Mutter habe. Seine Mutter bestÃ¤tigte in einem GesprÃ¤ch vom 22. MÃ¤rz 2019, dass A die Wochenenden auf eigenen Wunsch hin bei seinen Grosseltern verbringe.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Dass die Vorinstanz aus diesen Tatsachen die Schlussfolgerung gezogen hat, die Fremdplatzierung sei von Beginn weg fÃ¼r eine Dauer von mehr als sechs Monaten bzw. fÃ¼r eine Zeitdauer von beinahe eineinhalb Jahren erfolgt, weshalb von einer dauerhaften Fremdplatzierung auszugehen sei, ist nicht zu beanstanden. Denn erfolgt eine Fremdplatzierung auf unbestimmte Zeit oder fÃ¼r mehr als sechs Monate, so kann nach Bundesgericht grundsÃ¤tzlich von ihrer Dauerhaftigkeit ausgegangen werden (<span>BGr, 14. MÃ¤rz 2014, 8C_701/2013, E. 3.2.2.2)</span>. Ebenso wenig ist zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen Ausnahmefall, bei dem wÃ¤hrend der Fremdplatzierung ein enger Bezug zu den Eltern bzw. zu einem Elternteil und die Absicht bestehen bleiben, das Kind nach einer gewissen Zeit wieder zu sich zurÃ¼ckzunehmen, verneint hat. Ein solcher kÃ¶nnte insbesondere im Fall des sogenannten "Wocheninternats", bei welchem das Kind die Wochenenden regelmÃ¤ssig bei den Eltern verbringt, vorliegen (<span>BGr, 14. MÃ¤rz 2014, 8C_701/2013, E. 3.2.2.2)</span>. Entgegen der Behauptung des BeschwerdefÃ¼hrers kann dem Beschluss der KESB G vom 9. April 2019 nicht entnommen werden, dass "von Anfang an" geplant gewesen sei, dass A die Wochenenden auch weiterhin bei seiner Mutter verbringen solle. Vielmehr geht hervor, dass "vereinbart worden [sei], dass [A] bis zu den FrÃ¼hlingsferien die Wochenenden bei seiner Mutter verbringe". Die â allerdings unklare â Formulierung legt nahe, dass diese Vereinbarung erst nach der Fremdplatzierung getroffen wurde. Hinzu kommt, dass diese Regelung lediglich bis zu den FrÃ¼hlingsferien, mithin nur ca. zwei bis drei Monate und damit bloss wÃ¤hrend eines Bruchteils der gesamthaften Fremdplatzierung, gelten sollte. TatsÃ¤chlich <span>verbrachte A nach dem 4. Februar 2019 kein Wochenende bei seiner Mutter. Sodann mangelt es auch an aktenkundigen Anhaltspunkten, dass die Mutter die Absicht gehabt hÃ¤tte, A </span>wieder zu sich zurÃ¼ckzunehmen. Dies lÃ¤sst sich auch nicht aus der Bemerkung des Beistandes in einem Schreiben vom 3. Juni 2020 ableiten, wonach A nicht bei seiner Mutter in D/ZH wohnen kÃ¶nne, weil sich die Bedingungen dort nicht so weit verÃ¤ndert hÃ¤tten, dass eine RÃ¼ckkehr nach Hause mÃ¶glich sei. Selbst wenn man daraus ableiten wollte, dass der Beistand eine RÃ¼ckkehr zur Mutter nicht geradezu als ausgeschlossen betrachtete, Ã¼berwiegten die Indizien, dass eine RÃ¼ckkehr zur Mutter ursprÃ¼nglich nicht beabsichtigt wurde. So war der BeistÃ¤ndin â wie die Vorinstanz zu Recht festhielt â kein Auftrag erteilt worden, den Kontakt zwischen Mutter und Sohn zu intensivieren oder verbessern, um eine allfÃ¤llige RÃ¼ckkehr zur Mutter vorzubereiten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Nach dem Gesagten verfÃ¼gte A ab dem 4. Februar 2019 Ã¼ber einen eigenstÃ¤ndigen UnterstÃ¼tzungswohnsitz i.<span> </span>S.<span> </span>v. Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG in B/SG. Demzufolge befand sich sein UnterstÃ¼tzungswohnsitz ab dem 1. Oktober 2019 weiterhin in B/SG und blieb bei seiner Umplatzierung in eine Institution der Organisation E (ZH) bestehen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nachdem die Ersatzpflicht des BeschwerdefÃ¼hrers als Wohnkanton von A damit grundsÃ¤tzlich zu bejahen ist, bleibt deren Tragweite zu prÃ¼fen, das heisst, ob bzw. inwieweit die von D/ZH Ã¼bernommenen finanziellen Leistungen Ã¼berhaupt UnterstÃ¼tzungen im Sinn des ZustÃ¤ndigkeitsgesetzes darstellen und als solche der interkantonalen Kostenersatzpflicht nach Art. 14 Abs. 1 ZUG unterliegen. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Nach Art. 3 Abs. 1 ZUG sind UnterstÃ¼tzungen im Sinn dieses Gesetzes Geld- und Naturalleistungen eines Gemeinwesens, die nach kantonalem Recht an BedÃ¼rftige ausgerichtet und nach den BedÃ¼rfnissen berechnet werden. Demnach sind Sozialleistungen UnterstÃ¼tzungen, die von Fall zu Fall dem nach behÃ¶rdlichem Ermessen bestimmten tatsÃ¤chlichen Bedarf des EmpfÃ¤ngers entsprechend festgesetzt und nicht etwa nach formellen Kriterien, beispielsweise zwischen der Summe vorschriftsmÃ¤ssig angerechneter Einkommensbestandteile und einer gesetzlichen Bedarfsgrenze, errechnet werden (BBl 1976 III 1193 ff., 1202; Thomet, Rz. 75). Art. 3 Abs. 2 ZUG enthÃ¤lt einen abschliessenden Negativkatalog von Leistungen, welche nicht als UnterstÃ¼tzungen gelten und daher nicht Gegenstand des Kostenersatzes unter den Kantonen sein kÃ¶nnen (Thomet, Rz. 78). Dazu gehÃ¶ren etwa Sozialleistungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht und deren Betrag nicht nach behÃ¶rdlichem Ermessen festgesetzt, sondern nach Vorschriften berechnet wird, insbesondere die ErgÃ¤nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, gesetzlich oder reglementarisch geordnete Staats- und GemeindebeitrÃ¤ge an Wohnungs-, Ausbildungs- und Versicherungskosten Minder­bemittel­ter und andere BeitrÃ¤ge mit Subventionscharakter (Art. 3 Abs. 2 lit. a ZUG; vgl. hierzu auch BBl 1976 III 1202; Thomet, Rz. 79 ff.). Weder aus der Botschaft zum Bundesgesetz Ã¼ber die ZustÃ¤ndigkeit fÃ¼r die UnterstÃ¼tzung BedÃ¼rftiger (BBl 1976 III 1193, 1202 Ziff. 222) noch aus den parlamentarischen Beratungen (AB 1977 S 125 und 338; AB 1977 N 655) ergeben sich nÃ¤here Erkenntnisse zur Frage des Subventionscharakters von BeitrÃ¤gen. In BGE 142 V 271 erwog das Bundesgericht, zur KlÃ¤rung der Frage, ob eine Subvention i.<span> </span>S.<span> </span>v. Art. 3 Abs. 2 lit. a ZUG vorliege, sei auf die Verwendung des Begriffs in anderen Bundesgesetzen, namentlich auf das Bundesgesetz vom 5. Oktober 1990 Ã¼ber Finanzhilfen und Abgeltungen (Subventionsgesetz, SuG; SR 616.1), RÃ¼ckgriff zu nehmen. Das SuG enthÃ¤lt zwar keine Legaldefinition der Subvention, umschreibt aber in Art. 3 die Finanzhilfen und Abgeltungen und geht von der Subvention als deren Oberbegriff aus. Mit Finanzhilfen wird eine im Ã¶ffentlichen Interesse liegende TÃ¤tigkeit gefÃ¶rdert, die ohne UnterstÃ¼tzung nicht in ausreichendem Mass ausgeÃ¼bt wÃ¼rde; bei Abgeltungen wird demgegenÃ¼ber eine finanzielle Belastung des EmpfÃ¤ngers, der eine staatliche Aufgabe erfÃ¼llt, auf ein zumutbares Mass reduziert (BGE 142 V 271 E. 7.3).</p> <p class="Urteilstext">Ausgehend von dieser Definition des Subventionsbegriffs in Art. 3 Abs. 2 lit. a ZUG gelangte das Bundesgericht in BGE 142 V 271 zum Schluss, die nach kantonal-zÃ¼rcherischem Recht als Kostenanteile qualifizierten, gestÃ¼tzt auf § 7 Abs. 3 des â fÃ¼r den vorliegenden Sachverhalt noch massgebenden, aber per 31. Dezember 2021 ausser Kraft gesetzten â <span>Gesetzes Ã¼ber die Jugendheime und die PflegekinderfÃ¼rsorge vom 1. April 1962 (Jugendheimegesetz) in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 der dannzumal geltenden Verordnung Ã¼ber die Jugendheime vom 4. Oktober 1962 (Jugendheimeverordnung) </span>von der Bildungsdirektion festgesetzten Mindestversorgertaxen seien nach Bundesrecht Abgeltungen und damit aus bundesrechtlicher Sicht als Subventionen zu qualifizieren. Denn bei diesen Taxen handle es sich um staatliche BeitrÃ¤ge an den Heimaufenthalt von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit Wohnsitz im Kanton ZÃ¼rich (Zahlungen), mit welchen die TrÃ¤ger von Heimen, die dem Jugendheimegesetz unterstehen, als EmpfÃ¤nger zu einem Verhalten im Ã¶ffentlichen Interesse (FÃ¼hrung von Jugendheimen) angehalten werden sollen (vgl. zum Ganzen BGE 142 V 271 E. 8.3 f.). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der Beschwerdegegner verlangt vom BeschwerdefÃ¼hrer vorderhand Ersatz fÃ¼r die von D/ZH Ã¼bernommenen Kosten fÃ¼r die Unterbringung von A in einer Institution der Organisation E in F/ZH ab 6. Juli 2020 von Fr. 185.-/Tag (Versorgertaxe; max. Fr. 5'550.-/Monat). Bei dieser Tagespauschale handelt es sich unstreitig um eine Mindestversorgertaxe i.<span> </span><span>S.</span><span> </span><span>v.</span> § 7 Abs. 3 Jugendheimegesetz in Verbindung mit § 19 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 Jugendheimeverordnung. Unter BerÃ¼cksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Ersatzpflicht des BeschwerdefÃ¼hrers bezÃ¼glich der geltend gemachten Tagespauschalen gestÃ¼tzt auf Art. 14 Abs. 1 ZUG daher zu verneinen.</p> <p class="Urteilstext">Der VollstÃ¤ndigkeit halber sei angemerkt, dass der Beschwerdegegner seine Kostenersatzforderung nicht auf die Interkantonale Vereinbarung fÃ¼r soziale Einrichtungen vom 13. Dezember 2002 (IVSE) gestÃ¼tzt hat, wohl weil er selbst davon ausging, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz von A nach Art. 25 Abs. 1 ZGB im Zeitraum der Leistungserbringung in D/ZH befand (so jedenfalls der Entscheid der KESB von D/ZH vom 9. Januar 2020 Ã¼ber die Ãbernahme der Beistandschaft fÃ¼r A, wonach die zivilrechtliche ZustÃ¤ndigkeit von D/ZH anerkannt sei). WÃ¤ren demzufolge der Wohnsitz- und der Standortkanton identisch, lÃ¤ge keine ausserkantonale Platzierung vor und wÃ¼rde es an dem fÃ¼r die Anwendung der IVSE notwendigen interkantonalen Sachverhalt mangeln (BGE 143 V 451 E. 7.2; BGr, 19. Januar 2022, 8C_591/2021, E. 6.3). Diese Frage braucht indes nicht nÃ¤her geprÃ¼ft zu werden, da der BeschwerdefÃ¼hrer sich nicht auf die IVSE beruft und dies nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist.</p> <p class="Urteilstext">DemgegenÃ¼ber stellen die vom Beschwerdegegner darÃ¼ber hinaus geltend gemachten <span>"Nebenkosten", "Verkehrsauslagen" sowie die "ungedeckten Gesundheitskosten</span>" grundsÃ¤tzlich ersatzfÃ¤hige UnterstÃ¼tzungen i.<span> </span>S.<span> </span>v. Art. 3 Abs. 1 ZUG dar. GemÃ¤ss der UnterstÃ¼tzungsanzeige sowie gemÃ¤ss einer Aufstellung der Bildungsdirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 3. Juni 2020 handelt es sich dabei um Leistungen<span class="Erwgung2Char">, welche nicht in der von der Bildungsdirektion verfÃ¼gten Versorgertaxe enthalten sind. GemÃ¤ss kantonaler Praxis sind derartige Ausgaben bzw. Nebenkosten grund­sÃ¤tzlich von der fÃ¼r das (fremdplatzierte) Kind sozialhilferechtlich zustÃ¤ndigen Gemeinde (UnterstÃ¼tzungswohnsitz des Kindes) zu Ã¼bernehmen, wenn die Eltern dafÃ¼r nicht aufkommen kÃ¶nnen (vgl. Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch, Kapitel 12.2.03 Ziff. 2). Die unter dem Titel </span><span>"Nebenkosten", "Verkehrsauslagen" sowie die "ungedeckten Gesundheitskosten</span>" <span class="Erwgung2Char">fÃ¼r A ausgerichteten Leistungen von D/ZH sind daher â soweit sie belegt sind â vom BeschwerdefÃ¼hrer zu Ã¼bernehmen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Der Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 17. September 2021 ist insoweit aufzuheben, als er den BeschwerdefÃ¼hrer dazu verpflichtet, Kostenersatz fÃ¼r die von D/ZH Ã¼bernommenen Tagespauschalen (Mindestversorgertaxen) fÃ¼r die Unterbringung von A in einer Institution der Organisation E in F/ZH zu leisten. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">In Anbetracht des Umstands, dass der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich <span class="Erwgung2Char">verpflichtet wird,</span> die <span class="Erwgung2Char">unter dem Titel </span><span>"Nebenkosten", "Verkehrsauslagen" sowie die "ungedeckten Gesundheitskosten</span>" <span class="Erwgung2Char">fÃ¼r A ausgerichteten und belegten Leistungen von D/ZH</span>, nicht jedoch die Versorgertaxe <span class="Erwgung2Char">zu Ã¼bernehmen, </span>ist er im Rahmen von 9/10 als obsiegend zu betrachten. AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten daher zu 9/10 dem Beschwerdegegner und zu 1/10 dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). ParteientschÃ¤digungen wurden keine beantragt.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text31">erkennt</a> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.<span> Die VerfÃ¼gung des Kantonalen Sozialamts ZÃ¼rich vom 17. September 2021 wird insoweit aufgehoben, als der BeschwerdefÃ¼hrer zur Ãbernahme der Kosten fÃ¼r die von der Stadt D Ã¼bernommenen Tagespauschalen (Mindestversorgertaxen) in HÃ¶he von Fr. 185.-/Tag, max. Fr. 5'550.-/Monat, fÃ¼r die Unterbringung von A in einer Institution der Organisation E in F verpflichtet wird. Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 95.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 5'595.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden zu 9/10 dem Beschwerdegegner und zu 1/10 dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, einzureichen.</p> <p class="Einzug2">5. Mitteilung an:</p> <p class="Einzug2"> a) die Parteien;</p> <p class="Einzug2"> b) die Sicherheitsdirektion.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>