<h2>SubmittedText<h2><p>Die SBB haben stets ein positives Bild von der Schweiz und dem hohen Standard der Dienstleistungen, welche die Schweizerinnen und Schweizer erbringen, nach aussen getragen. Doch nun rekrutiert dasselbe Unternehmen Personal in Frankreich.</p><p>Die SBB schreiben Stellen von hoher Qualität aus und bieten attraktive Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten. Daher ist es nur schwer nachvollziehbar, dass die jungen Schweizerinnen und Schweizer nun kein Interesse mehr an diesen guten Stellen bei den Bundesbahnen haben sollen.</p><p>Der Bundesrat wird deshalb gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wieso rekrutieren die SBB Personal im Ausland?</p><p>2. Wie lange tun sie dies schon und in welchen Ländern?</p><p>3. Wie viele Personen wurden im Ausland rekrutiert, und für welche Posten wurden sie angeworben?</p><p>4. Welche konkreten Schritte haben die SBB unternommen, um Schweizer Personal anzuwerben, bevor sie ausserhalb unserer Landesgrenzen Stellen ausschreiben?</p><p>5. Wie wollen die SBB in Zukunft vorgehen, um mehr Personal in der Schweiz anzuwerben und so die Rekrutierungen im Ausland einzustellen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1999 wurden die SBB als Folge der ersten Bahnreform in der Schweiz in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Bund legt als Eigentümer der SBB für jeweils vier Jahre die strategischen Ziele der SBB fest. Im Gegenzug dazu haben die SBB die alleinige Verantwortung im operativen Bereich; darunter fällt beispielsweise die Rekrutierung neuer Mitarbeitenden. Der Bundesrat sieht sich deshalb nicht veranlasst, in der Angelegenheit einzugreifen.</p><p>Um dem Wunsch nach Transparenz nachzukommen, gibt der Bundesrat jedoch die Stellungnahme der SBB zu den gestellten Fragen wieder:</p><p>1. Bei den SBB arbeiten Menschen aus über 80 verschiedenen Nationen. Die Einstellungspolitik ist offen und nicht diskriminierend: Unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit gelten für alle Kandidatinnen und Kandidaten die gleichen Anforderungen, Anstellungsbedingungen und Löhne.</p><p>2. Die SBB befinden sich auf Wachstumskurs. Der steigenden Nachfrage begegnen sie mit dem laufenden Ausbau ihres Angebots, vor allem durch die Beschaffung neuer Züge. Die SBB suchen deshalb Menschen, um diese Züge zu fahren oder zu begleiten, aber auch, um das Netz zu betreiben oder das Rollmaterial instand zu halten. 2011 haben die SBB über tausend neue Mitarbeitende eingestellt, darunter Grenzgänger und Grenzgängerinnen aus Frankreich, Deutschland und Italien.</p><p>3. Bislang haben die SBB zweimal Mitarbeitende im Ausland rekrutiert. 2010 waren sie im benachbarten Frankreich aktiv auf der Suche nach Zugbegleitpersonal für Lyria. Dieses Jahr suchen sie Lokführerinnen und Lokführer. Dazu wurde im Januar 2012 in den französischen Departementen Haute-Savoie und Ain eine Rekrutierungskampagne gestartet.</p><p>4. Die offenen Stellen der SBB werden, einige begründete Ausnahmen wurden unter der Antwort auf Frage 3 genannt, fast immer in den Schweizer Medien und in den Landessprachen ausgeschrieben. Ohne dass hier eine Absicht besteht, werden also die Einwohner und Einwohnerinnen der Schweiz tendenziell eher auf die Stellenangebote der SBB aufmerksam.</p><p>5. Auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt betreiben die SBB ein aktives Marketing an Messen der Schweizer Universitäten und Fachhochschulen. Dabei werden die bereits im Unternehmen tätigen Trainees eingesetzt, um aktiv für das Trainee-Programm zu werben. Die Inseratekampagnen werden ausschliesslich auf Schweizer Online-Stellenportalen geschaltet. Für Berufslehren rekrutieren die SBB mit Login, dem Ausbildungsverband im öffentlichen Verkehr, ausschliesslich in der Schweiz. Es ist ein Anliegen, die Übernahmequote der Lernenden zu steigern: Wer bei den SBB die Lehre gemacht hat, soll auch dort angestellt werden. Damit kann in Zukunft die Rekrutierung im Ausland verringert werden. Die SBB werden nach unternehmerischen Grundsätzen geführt und möchten daher die am besten geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für die ausgeschriebenen Stellen rekrutieren. Es gibt weder Pläne noch Gründe, von dieser Politik abzuweichen.</p>  Antwort des Bundesrates.