B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2945/2011 U r t e i l v o m 2 6 . J u n i 2 0 1 3 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Bendicht Tellenbach, Richterin Regula Schenker Senn, Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. April 2011 / N (…). E-2945/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus Jaffna (Nordprovinz) – verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 28. August 2008 und gelangte auf dem Luftweg am 1. September 2008 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag um Asyl nac h- suchte. Am 11. September 2008 wurde er im Empfangs- und Verfahrens- zentrum (EVZ) B._______ summarisch befragt. Am 26. September 2008 folgte eine einlässliche Anhörung des Beschwerdeführers durch das Bun- desamt. Er begründete sein Asylgesuch im Wesentlichen damit, er habe zusammen mit seinen Eltern während sechs Jahren in C._______ in ei- ner schwierigen Situation neben einem Lager der sri -lankischen Armee (SLA) gewohnt. Na ch Explosionen seien sie mitgenommen und geschl a- gen worden. Ein Wegzug sei ihnen nicht erlaubt worden. Zudem habe der Beschwerdeführer für die SLA Arbeiten ausführen müssen. Im Januar 2007 und Februar 2007 sei er nach einer Explosion von Angehörigen der SLA mitgenommen und während mehrere r Stunden im Camp festgeha l- ten worden. Nach einer Explosion einer Bombe im Juli 2007 sei sein Br u- der von der SLA festgenommen und geschlagen worden, wobei sie seine Hand gebrochen hätten. Zudem seien alle Tamilen, die mit A ngehörigen der Armee gesprochen hätten, von den "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) verdächtigt worden, mit der SLA zusammenzuarbeiten. Da der Beschwerdeführer sowohl von der SLA als auch von den LTTE bedroht worden sei, sei er im Sommer 2007 nach D._______ bei Colombo we g- gezogen, wo er bei einer Cousine gelebt habe. Er habe ihr Haus nie ver- lassen. Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen. B. Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 20. April 2011 fest, der B e- schwerdeführer erfü lle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung des Beschwe r- deführers aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die Vorbringen weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stan d- halten würden. Den Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar, technisch möglich und praktisch durch- führbar. E-2945/2011 Seite 3 C. Mit Eingabe vom 23. Mai 2011 an das Bundesverwaltungsgericht erhob der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter dagegen Beschwe r- de und beantragte, die vorinstanzliche Verfügung sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, eventualiter sei sie aufzuheben und zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Ne u- beurteilung an das BFM zurückzuweisen, beziehungsweise sei sie aufzu- heben und die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers f estzustel- len und ihm Asyl zu gewähren, subsubeventualiter seien die Ziffern 3 und 4 der Verfügung aufzuheben und die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um vollständige Akteneinsicht, insb esondere sei ihm in den Dienstreis e- bericht des BFM vom Herbst 2010 und allfällige weitere Länderanalysen zu Sri Lanka sowie in die vom Beschwerdeführer eingereichten Bew eis- mittel Einsicht zu gewähren und eine Frist zur Einreichung einer B e- schwerdeergänzung anzusetzen. Dem unterzeichnenden Anwalt sei vor der Gutheissung der Verwaltungsbeschwerde (recte: Verwaltungsg e- richtsbeschwerde) eine angemessene Frist zur Einreichung einer detai l- lierten Kostennote zur Bestimmung der Parteientschädigung anzusetzen. Schliesslich wurde um Mitteilung des Spruchkörpers ersucht. Zur Untermauerung seiner Begehren reichte der Beschwerdeführer 19 Beilagen (Berichte von Menschenrechtsorganisationen und Interneta r- tikel) zu den Akten. D. Mit Zwischenverfügung vom 30. Mai 2011 wurde d er Beschwerdeführer aufgefordert, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. - zu bezah- len. E. Am 14. Juni 2011 wurde der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600. - fristgerecht einbezahlt. F. Das Bundesamt beantragte in seiner Vernehmlassung vom 1. Juli 20 11 die Abweisung der Beschwerde. E-2945/2011 Seite 4 G. In seiner Replik vom 25. Juli 2011 nahm der Beschwerdeführer dazu Stel- lung. H. Mit Eingabe vom 3. November 2011 reichte der Beschwerdeführer neun weitere Beweismittel (Berichte von Menschenrechtsorganisationen und Internetartikel) zu den Akten. I. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 6. Februar 2013 nahm das Bu n- desverwaltungsgericht den Bericht des BFM vom 22. Dezember 2011 und die diesbezügliche Stellungnahme des Rechtsvertreters des Beschwerde- führers vom 23. Januar 2012 (be ides dem Verfahren D -3747/2011 ent- nommen) zu den Akten. Gleichzeitig erhielt der Beschwerdeführer Gel e- genheit, ergänzende Ausführungen zum fraglichen Dienstreisebericht zu machen. J. Am 22. Februar 2013 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme und wei tere Beweismittel (Berichte von Menschenrechtsorganisationen , Internetartikel und Brief seiner Mutter an Dorfvorsteherin ) als Beilagen Nrn. 10 bis 66 ein. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne E-2945/2011 Seite 5 von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwe rde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Der Beschwerdeführer macht vorab die Verletzung formellen Rechts ge l- tend. So habe die Vorinstanz den Anspruch auf rechtliches Gehör ve r- letzt, da die Erstbefragung aus Kapazitätsgründen zu knapp ausgefallen sei. Dadurch sei der Sachverhalt unvollständig und unrichtig festgestellt worden. Weiter habe es das Akteneinsichtsre cht verletzt, indem es ihm keine Einsicht in den Bericht der Dienstreise des BFM vom Herbst 2010 gewährt habe. Zudem sei das Akteneinsichtsrecht auch bezüglich der Verwendung von COI-Material verletzt worden. Schliesslich wird die Ver- letzung der Begründung spflicht gerügt. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen sind vorab zu behandeln, da sie geeignet sein können, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken ( BVGE 2011/27 E. 5 f.). 4. 4.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtli ches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ande r- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen ei n- greift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor E r- lass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Bewe i-E-2945/2011 Seite 6 se beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen B e- weisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher B e- weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfah- ren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.w.H). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbri n- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in i hrer Entscheidfi n- dung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristge- rechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkre- ten Streitfrage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass d er oder die Betroffene den Entscheid g e- gebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Sie muss kurz die wesentlich - en Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1 S. 188). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, eine Verletzung desselben führt deshalb grundsätzlich – das heisst ungeachtet der mat e- riellen Auswirkungen – zur Aufhebung des daraufhin ergangenen En t- scheides (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f., BVGE 2008/14 E. 4.1 S. 185, BVGE 2007/30 E. 8.2 S. 371, BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332). Die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene möglich, sofern das Versäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerd e- instanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Be zug auf Tat- bestand und Rechtsanwendung zukommt sowie die festgestellte Verle t- zung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt we r- den kann (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.3.4 S. 676 f.). 4.2 Was die in der Rechtsmitteleingabe in Bezug auf eine Dienstreise des BFM vom Herbst 2010 angeführte Rüge der unvollständigen Aktenei n- sicht betrifft, kann dieser Verfahrensmangel als geheilt betrachtet werden, nachdem mit verfahrensleitender Verfügun g vom 6. Februar 2013 der betreffende Dienstreisebericht sowie eine diesbezügliche Stellungnahme E-2945/2011 Seite 7 des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers zu den Akten genommen wurde und ihm Gelegenheit zur ergänzenden Stellungnahme gegeben wurde. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer geltend, die Formulierung in der angefochtenen Verfügung betreffend die aktuelle Lage in Sri Lanka würde Anlass zur Vermutung geben, dass das BFM seine Ausführungen auf wei- tere als die genannten Country of Origin -Information (COI)-Quellen stüt- ze, ohne diese namentlich zu nennen. In diese sei ihm gegebenenfalls Einsicht zu geben und eine Frist zur Beschwerdeergänzung anzusetzen. Dieses Begehren ist indes abzuweisen, da sich in den Akten keine weit e- ren derartigen Quellen befinden und zudem ein e Auflistung und Offenl e- gung sämtlicher verwendeter Quellen in Verfügungen des Verwaltung s- verfahrens weder üblich noch erforderlich ist. 4.3 Sodann wird in der Beschwerde vorgebracht, es sei das rechtliche Gehör verletzt worden, da der Beschwerdeführer aus Kap azitätsgründen bei der Erstbefragung keine Gelegenheit gehabt habe, alle Asylgründe vorzubringen. Dies habe dazu geführt, dass das BFM ihm Widersprüche zur Bundesanhörung vorgeworfen und zu Zweifeln an seiner Glaubwü r- digkeit geführt habe. Dadurch sei auch der rechtserhebliche Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt worden. Entgegen diesen Einwendungen des Beschwerdeführers vermag dieser aus dem summarischen Charakter der Erstbefragung und deren kurze n Dauer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten r espektive auf eine Unrech t- mässigkeit der ihm bei der späteren Bundesanhörung vorgehaltenen W i- dersprüche und nachgeschobenen Aussagen zu schliessen. So hat er an- lässlich der zwar bloss 45 Minuten dauernden summarischen Erstbefr a- gung Gelegenheit gehabt, die Gründe, welche ihn zur Ausreise bewogen haben, vorzutragen. Nach einem freien Bericht wurde er wiederholt g e- fragt, ob er noch weitere Gründe habe und es wurden ihm zu den geltend gemachten Festnahmen – zu deren Anzahl und Dauer – ergänzende Fragen gestellt (vgl. Akte A1 S. 5). Zwar war es offenbar aus Kapazität s- gründen nicht möglich, den Beschwerdeführer ausführlicher zu seinen Asylgründen zu befragen. Indessen konnte von ihm erwartet werden, dass er hinsichtlich seiner zentralen Asylvorbringen bei der spät eren Bundesanhörung dieselben Gründe vorträgt wie in der Erstbefragung. Die dabei entstandenen Widersprüche können nicht mit der Länge der Befr a- gung im EVZ erklärt werden. Es ist somit keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen. Der rechtserhebliche Sachverhalt ist E-2945/2011 Seite 8 daher richtig und vollständig erstellt worden. Der entsprechende Antrag um Aufhebung des angefochtenen Entscheids und auf Rückweisung des Verfahrens ist abzuweisen. 4.4 4.4.1 Im Weiteren wird in der Rechtsmittelschrift gerügt, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt. Die Verfügung des BFM habe eine hohe Begründungsdichte aufzuweisen. Da das BFM generell ein weites Ermessen habe und im vorliegenden Fall von der ständigen Praxis a b- weiche, gemäss welcher der Wegweisungsvo llzug von Tamilen in die Nord- und Ostprovinz unzumutbar sei, wäre eine gründliche und eing e- hende Lageanalyse zu den Verhältnissen in Sri Lanka zu erwarten. Die pauschale und minimale Ausführung, wonach sich die allgemeine Siche r- heitslage und die Lebensbed ingungen verbessert hätten, sei eine unb e- legte und nicht überprüfbare Parteibehauptung und unter dem Gesicht s- punkt der Begründungspflicht ungenügend. Der Verfügung des BFM sei keine nur annähernd vollständige Liste der verwendeten Länderinformat i- onen zu en tnehmen. Indem in der Verfügung nicht alle Quellen genannt würden und der Inhalt einer der beiden genannten Quellen (Dienstreis e- bericht) nicht offengelegt worden sei, sei es dem Beschwerdeführer ve r- unmöglicht, im Rahmen der vorliegenden Beschwerde zu den v om BFM verwendeten Informationen sachgerecht Stellung nehmen zu können und Gegenbeweise vorzubringen. Das BFM habe somit im Rahmen der Pr ü- fung des Wegweisungsvollzugs seine Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör massiv verletzt, weshalb die ange fochtene Verfügung auch in diesem Punkt aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. 4.4.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör folgt unmittelbar die b e- hördliche Begründungspflicht (Art. 35 Abs. 1 VwVG), wonach die verf ü- gende Behörde ihre Überlegungen, von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt, substanziiert nennen muss. Eine hinre i- chende Begründung bildet die Grundlage für eine sachgerechte Anfec h- tung der Verfügung und stellt daher eine unabdingbare Voraussetzung für die Beurteilung ihrer Rechtmässigkeit durch die Beschwerdeinstanz dar. Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und im Einzelnen hinreichend differenziert aufgezeigt, weshalb es zum Schluss gelangt ist, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka nach Ende des bewaffneten Konfliktes zwischen der sri -lankischen Regierung E-2945/2011 Seite 9 und den LTTE im Mai 2009 deutlich entspannt habe und sich die Leben s- bedingungen soweit verbessert hätten, dass eine Rückkehr auch in den Norden und Osten Sri Lankas grundsätzlich wieder zumutbar sei, wä h- rend im ehemals von den LTTE kontrollierten Vanni -Gebiet die Leben s- bedingungen nach wie vor als sehr schwierig einzustufen seien. Dass die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung in die Nord - und Ostprovinz Sri Lankas aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka aus den in der Verfügung dargelegten Gründen und ohne Nennung sämtlicher beigez o- gener Quellen als zumutbar einschätzt, ist daher nicht zu beanstanden. Dem Beschwerdeführer war es – nach Gewährung der Akteneinsicht – ohne Weiteres möglich, die Verfügung vom 20. April 2011 sachgerecht anzufechten (vgl. Art. 13 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK, SR 0.101]). Ergänzend ist darauf hin zuweisen, dass sich das Bundesverwaltungsg e- richt wenige Monate nach Erlass der angefochtenen Verfügung in BVGE 2011/24 einlässlich mit der aktuellen Situation in Sri Lanka befasste und seine in BVGE 2008/2 wiedergegebene Praxis modifizierte. Diese stimmt weitgehend mit der Praxis des BFM überein (vgl. E. 8.2.1 hienach). Inwie- fern die Vorinstanz mit ihrem Vorgehen die Begründungspflicht verletzt haben soll, ist in Anbetracht der insgesamt ausgewogenen und differe n- zierten Erwägungen in der angefochtenen Verfügung nicht ersichtlich. Es besteht in diesem Zusammenhang folglich kein Grund, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, weshalb das entsprechende Rechtsbegehren abzuwe i- sen ist. 4.5 4.5.1 In der Rechtsmitteleingabe wird vorgebracht, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig und unrichtig abgeklärt, da sie sich auf eine einzige Länderinformation – die Richtlinien des UNHCR (United Nations High Commissioner for Refug ees) vom 5. Juli 2010 – abgestützt habe. Dabei habe es sich lediglich auf die allgemeine Lage in Sri Lanka abgestützt, nicht aber Bezug genommen zu den Kon- sequenzen einer Rückkehr für Personen mit einem spezifischen Risik o- profil. Dabei hätte sie zumindest Fragen betreffend einem aus der Sicht der sri -lankischen Sicherheitskräften bestehenden LTTE -Profil, der R e- gistrierung von Rückkehrern , u.a. abklären müssen. Zudem hätte das BFM die Asylvorbringen des Beschwerdeführers , der als LTTE - Verdächtiger ein vom UN HCR in dessen Richtlinien aufgeführtes Risik o- profil erfülle, im Rahmen der Flüchtlingseigenschaft prüfen müssen. Dazu E-2945/2011 Seite 10 hätte er erneut zu seiner aktuellen Gefährdung in seinem Herkunftsland befragt werden müssen. 4.5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den S achverhalt von Am- tes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismi t- tel (Bstn. a -e). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Dazu gehört, die Identität offenzulegen und vorhandene Identitätspapiere abzu- geben, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken und in der A n- hörung die Asylgründe darzulegen, allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und unverzüglich einzureichen sowie bei der Erhebung d er biometrischen Daten mitzuwirken (vgl. BVGE 2011/28 E. 3.4). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG ). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwi d- riger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollstä n- dig, wenn nicht alle für de n Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER, a.a.O., Rz. 630). Das Bundesverwaltungsgericht kann den rechtserheblichen Sachverhalt, wie ihn die Vorinstanz festgestellt hat, uneingeschränkt überprüfen (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, als die Be- schwerdepartei die Sachverhaltsfeststellungen oder die ihr zugrunde li e- gende Beweiswürdigung als fehlerhaft rügt und sich mit der angefocht e- nen Verfügung sachbezogen auseinandersetzt (vgl. ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH AUER, Streitgegenstand und Rügeprinzip im Spannungsfeld der verwa l- tungsrechtlichen Prozessmaximen, Diss. Bern 19 97, S. 79 f.; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-43/2013 vom 14. Januar 2013). 4.5.3 Entgegen der Rüge der unvollständigen und unrichtigen Sachve r- haltsfeststellung kann der angefochtenen Verfügung – insbesondere auch in Berücksichtigung der aktuellen Praxis des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2011/24) – nicht entnommen werden, inwiefern das BFM die a k- tuellen Länderinformationen über Sri Lanka unberücksichtigt gelassen hätte. Allein aus der Tatsache, dass in der angefochtenen Verfügung nebst dem Dienstreisebericht nur die Richtlinie des UNHCR erwähnt wur-E-2945/2011 Seite 11 de, kann nicht der Schluss gezogen werden, sie sei die einzige Informat i- onsquelle für den Entscheid gewesen. Davon wird im Übrigen auch in der Beschwerdeschrift – trotz der entsprechenden Rüge – selber nicht ernst- haft ausgegangen, weil gleichzeitig auch geltend gemacht wurde, das Bundesamt habe bei der Entscheidfindung wohl nicht nur auf die UNHCR-Richtlinie – und den nicht offengelegten Dienstreisebericht – ab- gestellt, sondern weitere Länderinformationen zugezog en, welche jedoch nicht offengelegt worden seien, weshalb das rechtliche Gehör auch aus diesem Grund verletzt worden sei. Abgesehen davon, dass sich die vo r- gebrachten Rügen somit gegenseitig ausschliessen und damit an einem inneren Widerspruch leiden, ist hinsichtlich der Rüge, die Länderinform a- tionen seien nicht offengelegt worden, auf die vorstehende Erwägung 4.4.2 f. zu verweisen. Da sich ferner das BFM mit ausreichender Begrü n- dung und unter Hinweis auf die Entwicklung der Sicherheitslage und der Lebensumstände zum Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka geäussert hat, sind der angefochtenen Verfügung keine hinreichenden Anhaltspunk- te zu entnehmen, welche den Schluss zuliessen, das BFM habe seine Begründungspflicht verletzt. Insgesamt ist deshalb auch die in di esem Zusammenhang geltend gemachte Verletzung des rechtlichen Gehörs unbegründet. Der Beschwerdeführer konnte sich in seiner Rechtsmi t- teleingabe zu den in der angefochtenen Verfügung angeführten Argumen- ten ausführlich äussern. 4.5.4 Hinsichtlich der weiteren Rüg e in der Beschwerdeschrift , die Vorin- stanz habe die Vorbringen des Beschwerdeführers weder vor dem Hi n- tergrund aktueller und relevanter Länderinformationen über Sri Lanka g e- prüft noch die in den UNHCR-Richtlinien vom 5. Juli 2010 geforderten ak- tuellen und relevanten Herkunftsländerinformationen zu Rate gezogen, ist festzuhalten, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zum Schluss gekommen ist, dass es sich bei den Vorbringen des Beschwe r- deführers hinsichtlich seiner persönlichen Verfolgungssituation insgesamt um ein Sachverhaltskonstrukt handle, weshalb es darauf verzichten konn- te, die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden unter Berüc k- sichtigung der in den genannten UNHCR -Richtlinien aufgeführten Risiko- profile zu prüfen. Überdies ist hinsichtlich der Forderung des Beschwe r- deführers, wonach er vor Erlass der angefochtenen Verfügung zwingend hätte erneut befragt werden müssen, festzuhalten, dass die Unters u- chungspflicht der Behörden ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht eines Gesuchstellers findet (vgl. Art. 8 AsylG), der auch die Substanziierung s- last trägt (vgl. Art. 7 AsylG). Aus den Akten ist ersichtlich, dass der B e- schwerdeführer nach seiner letzten Befragung (Anhörung vom 26. Se p-E-2945/2011 Seite 12 tember 2008) bis zum Ergehen der angefochtenen Verfügung keine aktu- ellen Ereignisse zu Handen des BFM zu vermelden hatte, weshalb das Bundesamt zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm und insb e- sondere darauf verzichtete, den Beschwerdeführer nochmals anzuhören. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass sich die Si- tuation in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges erheblich geändert hat, zumal die Vorinstanz bezüglich dieser Veränderung ausreichend i n- formiert ist. Nach dem Gesagten ist auch die Rüge, wonach die Vorin- stanz den Sachverhalt unvoll ständig festgestellt habe, da sie den Be- schwerdeführer nicht nochmals angehört habe, unbegründet. 4.6 Insgesamt wurde somit der relevante Sachverhalt entgegen der A n- sicht des Beschwerdeführers hinreichend abgeklärt. Es sind auch keine Fragen ersichtlich, die e iner näheren Prüfung bedürfen. Damit ist auch der Antrag, ihn allenfalls zu den Asylvorbringen erneut zu befragen, oder die Witwe seines Onkels durch die Schweizerische Vertretung in Colo m- bo als Zeugin zu befragen, abzuweisen, da nicht erkennbar ist, inwie fern zusätzliche Abklärungen geeignet wären, zu einer anderen Einschätzung der Vorbringen des Beschwerdeführers zu führen. Die Rüge des B e- schwerdeführers, der Sachverhalt sei unvollständig erhoben worden, e r- weist sich daher nicht als stichhaltig. Ebenso erweisen sich die beantrag- ten weiteren Abklärungen durch das Bundesverwaltungsgericht (direkte Befragung des Beschwerdeführers, Beizug aktueller relevanter Informat i- onen, welche vom Gericht von Amtes wegen berücksichtigt werden ) als gegenstandslos. 4.7 Bei diese r Sachlage besteht keine Veranlassung, die angefochtene Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben, weshalb das Begehren des Beschwerdeführers, die Verfügung des BFM vom 20. April 2011 sei wegen Verletzung formellen Rechts aufzuheben und die Sache sei zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, abzuweisen ist. 5. Der Beschwerdeführer führt in materieller Hinsicht aus, die Vorinstanz habe Bundesrecht, insbesondere Art. 3 und 7 AsylG, verletzt. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, National i- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder E-2945/2011 Seite 13 begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaf t sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logi k entbeh- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbri n- gen der um Asyl ersuchenden Person. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachve r- haltsdarstellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.). 6. 6.1 Das BFM führte zur Begründung des ablehnenden Entscheides z u- nächst aus, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Bundesanhörung vorerst geltend gemacht, durch die SLA festgenommen worden zu sein, um für diese zu arbe iten. Zudem hätten sie von Zeit zu Zeit das Fahrrad weggenommen und ihre Handys bei ihm aufgeladen. Erst auf entspre- chenden Vorhalt habe er geltend gemacht, er sei festgenommen worden, da es Bombenexplosionen in der Nähe gegeben habe. Dieses Nac h-E-2945/2011 Seite 14 schieben sei nicht nachvollziehbar, da er noch in der Erstbefragung die Festnahmen als Grund für seine Ausreise angegeben habe. Dabei handle es sich nicht um eine unbedeutende Nebensächlichkeit sondern um einen essentiellen Teil seiner Fluchtgründe. Weiter habe er zu den Gründen der Festnahmen widersprüchliche Angaben gemacht. So habe er bei der Erstbefragung angegeben, beim ersten Mal festgenommen worden zu sein, da eine Bombe explodiert sei. Zu einer zweiten Festnahme sei es gekommen, nachdem jemand eine Leiche vor sein Haus geworfen habe. Bei der Bundesanhörung habe er indessen nur Bombenexplosionen als Grund für seine Festnahmen geltend gemacht. Eine Leiche habe er nicht mehr erwähnt. Weiter habe er widersprüchliche Angaben zur Dauer se i- ner Festnahme gemacht. So habe er in der Erstbefragung von einem Tag gesprochen, währenddessen er bei der Bundesanhörung sechs bis si e- ben Stunden angegeben habe. Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, die SLA hätte den Beschwerdeführer nach den Bombenexplosionen festg e- nommen und für sie arbeiten lassen, ihn aber nicht intensiv zu den Bo m- benexplosionen befragt. In der Regel nehme d ie SLA im Rahmen ihrer Untersuchungen Tatverdächtige fest, befrage und verhöre sie intensiv, um die Drahtzieher zu ermitteln. Es widerspreche der Logik, da ss der B e- schwerdeführer zwar erwähnt habe, für die SLA gearbeitet zu haben, aber bei der Erstbefragung zu keinem Zeitpunkt angegeben habe, befragt worden zu sein , obwohl dies zum Standardvorgehen der SLA in solchen Situation gehöre. Aus diesen Gründen könn e nicht geglaubt werden, der Beschwerdeführer sei durch die SLA festgenommen worden. Zudem sei nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer hätte im Sommer, als er angeblich festgenommen worden sei, eine Clearance -Karte erhalten, womit er die Jaffna-Halbinsel habe verlassen können. Wäre er tatsächlich verfolgt worden, hätte er keine solche Genehmigung erhalten, zumal im August 2008 ein sri-lankischer Pass für ihn ausgestellt worden sei. Er h a- be daher keine begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen durch die sri-lankischen Behörden. Bezüglich der Vorbringen, wonach die LTTE Druck auf die Tamilen ausüben, sei festzuhalten, dass die LTTE nach i h- rer Niederlage im sri -lankischen Bürgerkrieg völlig zerschlagen worden und nicht mehr handlungsfähig seien. Sie stellten daher keine Bedrohung mehr dar. Allfällige Befürchtungen vor allfälligen Verfolgungsmassnahmen durch die LTTE seien daher nicht mehr begründet. 6.2 In der Beschwe rde wird dem entgegengehalten , die Vorinstanz habe die Aussagen des Beschwerdeführers zu Unrecht als widersprüchlich und nachgeschoben und damit als unglaubhaft bezeichnet. So habe er in der Erstbefragung in freier Erzählweise seiner Asylgründe von den immer E-2945/2011 Seite 15 wiederkehrenden Schwierigk eiten bzw. Mitnahmen und Schlägen durch die SLA berichtet. In der Bundesanhörung habe er wiederum in freie r Er- zählung seine Schwierigkeiten mit der SLA geschildert, ohne zwar dabei den Begriff Fest - bzw. Mitnahme zu benutzen. Im weiteren Verlaufe der Befragung habe er erzählt, was er bei der zweiten Mitnahme erlebt habe. Sinn und Zweck der zweiten Anhörung sei es nämlich, den rechtserhebl i- chen Sachverhalt vollständig und richtig abzuklären. Aufgabe des BFM sei es, zusätzliche Fragen zu stellen, was vorliege nd auch getan worden sei. Wenn ein Gesuchsteller seine Fluchtgeschichte mit Hilfe ergänzender Fragen vervollständige, könne ihm dies nicht als Vorbringen im späteren Verlauf des Verfahrens angelastet werden. Zudem habe die Vorinstanz zu Unrecht argumentier t, der Beschwerdeführer habe unterschiedliche A n- gaben zu den Gründen seiner Festnahmen gemacht. Er habe denn auch von mehreren Mitnahmen gesprochen. Was die unterschiedlichen Ang a- ben zur Dau er der ersten Festnahme betreffe , habe er von einem Tag (Erstbefragung) respektive sechs bis sieben Stunden (Bundesanhörung) gesprochen, wobei offen sei, was er mit einem Tag Festhaltung versta n- den habe. Gehe man von einem Arbeitstag aus, sei gar kein Widerspruch vorhanden. Im Weiteren sei das Argument des BFM, wonach er nicht be- reits bei der Erstbefragung vom Standardvorgehen der SLA im Zusa m- menhang mit Bombenexplosionen erzählt habe, unhaltbar, habe er dort doch gar nicht die Möglichkeit gehabt, ausführlicher über seine Asylvor- bringen zu berichten. Zudem habe er anlässl ich der Bundesanhörung über die jeweiligen Schwierigkeiten mit der SLA nach solchen Ereignissen sogar ausführlich gesprochen. Ferner habe er davon berichtet, dass die Soldaten von ihm regelmässig die unterschiedlichsten Dienstleistungen verlangt hätten und er bei Nichtbefolgen geschlagen worden sei. Er habe unter ständiger Beobachtung gestanden. Was den Erhalt einer Cleara n- ce-Karte betreffe, könne dies nicht als Beweis für eine nicht vorhandene staatliche Verfolgung herangezogen werden, zumal eine solche oft gegen Bestechung erhältlich sei. Schliesslich müsse die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in Sri Lanka erfolgen und in einer Einzelfallprüfung abgeklärt werden, ob und inwieweit er allenfalls asylrelevant en Übergriffen durch sri -lankische S i- cherheitsbehörden ausgesetzt sei, wobei auf die UNHCR -Richtlinien ver- wiesen wird. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer als möglicher LTTE- Unterstützer in der Nähe eines Militärcamps der SLA gelebt, wo seine El- tern auch heute noch leben und wo Soldaten regelmässige Kontrollen durchführen würden. Schliesslich müsse er damit rechnen, bei seiner Ein- reise nach Sri Lanka am Flughafen identifiziert, festgenommen und ve r- hört zu werden, dies auch deshalb, weil er sich seit seiner Ausreise für E-2945/2011 Seite 16 die LTTE betätigt habe, indem er in der Schweiz seit 2009 an allen wichti- gen Demonstrationen mitgemacht habe und damit einen exilpolitischen Hintergrund aufweise. Schliesslich wird unter Hinweis auf Berichte von Menschenrechtsorganisationen auf die aktuelle Lage in Sri Lanka und die Situation für Rückkehrer hingewiesen. 6.3 In seiner Vernehmlassung hielt das BFM an seinen Anträgen fest. 6.4 In seiner Replik wies der Beschwerdeführer darauf hin, das BFM h a- be zu den in der Beschwerdeschrift erhobenen Rü gen keine Stellung g e- nommen. Es sei dargelegt worden, dass die Eltern des Beschwerdefü h- rers nach wie vor regelmässig von den Sicherheitskräften kontaktiert würden, welche sich nach dem Verbleib des Beschwerdeführers erkund i- gen würden. 6.5 In einer weiteren Ei ngabe vom 3. November 2011 weist der B e- schwerdeführer unter Beilage von verschiedenen Berichten von Me n- schenrechtsorganisationen und unter Hinweis auf die UNHCR -Richtlinien vom 5. Juli 2010 und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) darauf hin, Personen, welche von den sri -lankischen Behörden der Verbindung zu den LTTE verdächtigt würden, gehörten einer der Hauptrisikogruppen an. Tamilen mit einem solchen Verdacht seien b e- sonders gefährdet, Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu werden. Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer durch seine illegale Ausreise in die Schweiz und der Einreichung eines Asylgesuches bei einer Rüc k- kehr nach Sri Lanka zusätzlich gefährdet sei. Ausserdem wird in einer Stellungnahme vom 22. Februar 2013 unter Hinweis auf eine umfangreiche Länderdokumentation (Berichte von Me n- schenrechtsorganisationen und Medien sowie mit Hinweis auf die in e i- nem anderen Verfahren seines Rechtsvertreters eingereichten Unterl a- gen) geltend gemacht, gewisse Richter und Richt erinnen des Bunde s- verwaltungsgerichts hielten ungeachtet der aktuellen tatsächlichen und bewiesenen aktuellen Verhältnisse in Sri Lanka an der überholten und nicht korrekten Einschätzung des Grundsatzurteils BVGE 2011/24 hi n- sichtlich der asylrelevanten Risikogruppen und der Zulässigkeit und Z u- mutbarkeit des Wegeweisungsvollzugs fest. Im neuesten Länderupdate der SFH ( SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE [SFH], Sri Lanka: Aktuelle Situation, Update vom 15. November 2012) werde ebenfalls dargele gt, dass die aktuelle Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs für Tamilen aus dem Norden Sri E-2945/2011 Seite 17 Lankas nicht korrekt sei, sei es aus sozioökonomischen Gründen und aufgrund des Risikos von Entführungen, Verhaft ungen und Folter. Auch aus den neuen UNHCR -Richtlinien betreffend internationalen Schutzb e- darf sri-lankischer Asylgesuchsteller vom 21. Dezember 2012 ergebe sich die Unhaltbarkeit der Einschätzungen im Grundsatzurteil des Bundesver- waltungsgerichts. 7. 7.1 Vorliegend ist vorerst festzustellen, dass die gesuchsbegründenden Vorbringen des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubha f- tigkeit nicht zu genügen vermögen. Dabei kann auf die zutreffenden vor - instanzlichen Erwägungen hingewiesen werden, wonach der B eschwer- deführer einerseits widersprüchliche, nachgeschobene und unlogische Aussagen gemacht hat. So brachte er in der Erstbefragung für die B e- gründung seiner Ausreise (in freier Erzählform) vor, neben seinem Haus sei ein Camp gewesen. Wenn in der Nähe eine Bombe explodiert sei, seien sie – seine Angehörigen und er – vom Militär mitgenommen und geschlagen worden. Einmal sei sein Bruder nach der Explosion einer Bombe in einem Bus von der SLA mitgenommen und geschlagen wo r- den. Auf die Frage wie oft der Beschwerdeführer mitgenommen worden sei, antwortete dieser mit zweimal und zwar im Januar 2007 nach einer Explosion einen Tag lang und einen Monat später , nachdem eine Leiche vor sein Haus geworfen worden sei, für vier bis fünf Stunden (vgl. Akte A1 S. 5). Demgegenüber begründete er seine Ausreise anlässlich der Bu n- desanhörung damit, er habe für die Soldaten im nahen Camp arbeiten müssen. Wenn irgendwo eine Bombe explodiert sei, seien sie – die in der Nähe wohnhaften Leute – geschlagen worden. Nachdem im Juli 2007 in seinem Wohnort C._______ eine Bombe explodiert sei, sei, da er nicht zu Hause gewesen sei, sein jüngerer Bruder mitgenommen und geschlagen worden. Es seien auch Riksha-Fahrer, die ein Training bei de n LTTE ab- solviert hätten, gesucht und erschossen worden. Der Beschwerdeführer sei zudem oft angehalten worden, um Arbeiten für die Soldaten auszufüh- ren. Erst auf Vorhalt seiner in der Erstbefragung gemachten Aussage, wo er von insgesamt zwei Mitnahmen ge sprochen habe, erwähnte er, zwei- mal wegen Bombenexp losionen mitgenommen, befragt, geschlagen und nach jeweils sechs bis sieben Stunden freigelassen worden zu sein (vgl. Akte A6, S. 7). Dabei handelt es sich entgegen der Argumentation in der Beschwerdeschrift nicht um eine blosse Vervollständigung seiner im EVZ gemachten Aussagen, wo er verschiedene Gründe für die Mitnahmen – einmal nach einer Explosion im Januar 2007 und einmal nach dem Au f- finden einer Leiche vor seinem Hause – angegeben hat . Schliesslich E-2945/2011 Seite 18 vermag der Einwand, wonach hätte abgeklärt werden mü ssen, ob der Beschwerdeführer mit der im EVZ angegebenen Dauer seiner ersten Festnahme von einem Tag einen Arbeitstag gemeint habe, was in etwa der in der Bundeanhörung er wähnten Dauer von sechs bis sieben Stun- den gleichkomme, die bestehenden Widersprüche nicht aufzulösen . Im Übrigen vermochte der Beschwerdeführer nicht zu erklären, weshalb er das im EVZ erwähnte Auffinden einer Leiche vor seinem Haus anlässlich der Bundesanhörung nicht mehr vorgebracht hat. Jedenfalls k önnen die soeben festgestellten Unger eimtheiten in einem zentralen Punkt seiner Asylbegründung nicht mit der kurzen Befragung im EVZ und der dortigen Kapazitätsengpässen erklärt werden, zumal ihm nicht vorgeworfen wu r- de, sich dort zu kurz gehalten sondern widersprüchliche Angaben g e- macht zu haben. Schliesslich ist den vorinstanzlichen Erwägungen zuz u- stimmen, wonach es nicht dem Vorgehen der sri -lankischen Sicherheits- kräfte entspricht, nach Bombenexplosionen Personen festzunehmen und diese nicht einer intensiven Befragung unter zuziehen, sondern für sich arbeiten zu lassen. Vielmehr wäre bei einem derartigen Ereignis eine ein- gehende Befragung der festgenommenen Personen erfolgt, sei es als Zeugen oder als Tatverdächtige. Damit kann nicht geglaubt werden, der Beschwerdeführer sei von der SLA wegen Beteiligung an Bombenexplo- sionen festgenommen worden. Gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar- stellung spricht überdies der Umstand, dass der Beschwerdeführer im Sommer 2007 und damit in der Zeit, in der er angeblich festgenommen worden sei, eine Clearance -Karte erhalten habe (vgl. Akte A6 S. 8), was ihm das Verlassen der Jaffna -Halbinsel erlaubte. Der Einwand in der B e- schwerdeschrift, wonach dies "oft durch Bestechung möglich sei ", muss als unbehelfliche Schutzbehauptung bezeichnet werden, gab der B e- schwerdeführer auf die Frage, weshalb er Jaffna nicht früher verlassen habe doch an, er hätte früher keine erhalten, respektive man habe eine solche nur in "ruhigeren" Zeiten erhalten (vgl. Akte A6 S. 8). Überdies will er im August 2008, als er bereits in Colombo gewesen sei, bei den B e- hörden einen Reisepass beantragt und erhalten haben, dies obwohl er sich angeblich die ganze Zeit im Hause seiner Cousine aufgehalten habe und nie auf die Strasse gegangen sei (vgl. Akte A1 S. 4; A6 S. 3 und 8). Überdies hat er nie geltend gemacht, diese Papiere gegen Bestechung erhalten zu haben. Insgesamt lassen die festgestellten Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschwerdeführers nicht den Schluss zu, er sei im Zeitpunkt seiner Ausreise einer begründe ten Furcht vor asylrelevanter Verfolgung ausg e- setzt gewesen. E-2945/2011 Seite 19 7.2 Ferner bestehen keine Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer aufgrund objektiver Nachfluchtgründe aktuell begründete Furcht haben könnte, bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrs chein- lichkeit und in absehbarer Zukunft verfolgt zu werden. 7.2.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er müsse bei einer Rückkehr in sein Heimatland seitens der SLA als auch der LTTE mit B e- helligungen rechnen. Vorab sind folgende Feststellungen zu machen: 7.2.2 Seit Mai 2009 ist gemäss weitgehend übereinstimmenden Berichten insgesamt von einer seit Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der sri-lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage in Sri Lanka auszugehen. Militärisch gelten die LTT E als vernichtet; es gibt keine Anzeichen, dass sie heute noch in der Lage wären, Angriffe auf die Sicherheitskräfte oder sonstige Attentate auszuführen. Die Sicherheitsl a- ge hat sich in bedeutsamer Weise stabilisiert, auch wenn sich das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Mensche n- rechtslage hat sich jedoch gleichzeitig namentlich hinsichtlich der Me i- nungsäusserungs- und der Pressefreiheit weiter verschlechtert. Politisch Oppositionelle jeglicher Couleur werden seitens der Regierung al s Staatsfeinde betrachtet und müssen mit entsprechenden Verfolgung s- massnahmen rechnen (vgl. BVGE 2011/24 E. 7.6). Aus diesem Grunde definierte das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzurteil BVGE 2011/24 – im Sinne von Risikogruppen – Personenkreise, deren Zugehö- rige einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen. Zu diesen Risikogru p- pen gehören namentlich (1) Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in Verbindung zu stehen beziehungsweise gestanden zu sein, (2) kritisch auftretende Journalisten und Medienschaffende, (3) Menschenrechtsaktivisten und regimekritische Nichtregierungsorganisationen-Vertreter, ferner (4) Personen, die Opfer oder Zeuge schwerer Menschenrechtsverstösse wurden oder diesbezü g- lich juristische Schritte einleiten, sowie (5) Rückkehrer aus der Schweiz, denen nahe Kon takte zu den LTTE unterstellt werden beziehungs weise die über beträchtliche finanzielle Mittel verfügen (BVGE 2011/24 E. 8). In- nerhalb der Risikogruppen muss im Einzelfall untersucht werden, ob die individuellen Begebenheiten eine asylrelevante Verfolgungsgefahr zu b e- gründen vermögen. Namentlich bildet nach Auffassung des Bundesve r- waltungsgerichts der Umstand allein, dass ein Angehöriger der tamil i- schen Ethnie im Zeitraum vor dem Ende des Bürgerkriegs mit den LTTE in Kontakt kam, kein ausreichendes Kriterium für eine asylrechtlich rel e- vante Gefährdung. Diese Einschätzung trifft auch zum heutigen Zeitpunkt E-2945/2011 Seite 20 zu, ist doch aufgrund der in den ehemals von den LTTE kontrollierten Ge- bieten von dieser Organisation aufgebauten Strukturen davon auszug e- hen, dass praktisch die gesamte dortige Bevölkerung in bestimmter We i- se entsprechende Kontakte aufwies. Die Wahrscheinlichkeit eines ko n- kreten Verfolgungsrisikos setzt vielmehr ein entsprechendes bes onderes Profil der betreffenden Person voraus (vgl. beispielsweise Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts E-1858/2012 vom 24. Januar 2013 E. 6.2). Diese Lageeinschätzung des Grundsatzurteils BVGE 2011/24 des Bundesve r- waltungsgerichts ist weiterhin zutreffend und wird in der jüngsten Ei n- schätzung des UNHCR und in den weiteren vom Beschwerdeführer ei n- gereichten Berichten betreffend die politische und menschenrechtliche Lage in Sri Lanka bestätigt (vgl. UNHCR: Eligibility Guidelines for Asses- sing the Internation al Protection Needs of Asylum Seekers from Sri La n- ka, 21. Dezember 2012; AMNESTY INTERNATIONAL [AI], Report 2012, Lo n- don 2012, S. 314 ff. [AI -Index: POL 10/001/2012]; DIES., Sri Lanka: L o- cked away: Sri Lanka's security detainees, London 2012 [AI -Index: ASA 37/003/2012]; HUMAN RIGHTS WATCH, World Report 2012, New York 2012, S. 388 ff.; INTERNATIONAL CRISIS GROUP, Sri Lanka's North I: The Denial of Minority Rights, Crisis Group Asia Report N°219, Colo m- bo/Brüssel 2012; SFH, Sri Lanka: Aktuelle Situation Situation für aus dem Norden oder Osten stammende TamilInnen in Colombo und für Rückke h- rerInnen nach Sri Lanka, Bern 2011 , sowie Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts E-2625/2011 vom 22. Januar 2013 E.5.5.3). Auch im neu s- ten Bericht der SFH wird klar zum Ausdru ck gebracht, es gebe keine Hinweise, dass sämtliche Rückkehrenden systematisch entführt, verhaftet oder gefoltert werden würden (vgl. SFH, Update vom 15. November 2012, a.a.O., S. 20 ff.). Somit kann davon ausgegangen werden, dass auch nach Konsultation in sbesondere der vom Beschwerdeführer eing e- reichten Quellen bezüglich der Einschätzung der Lage in Sri Lanka rüc k- kehrenden Tamilen gemäss der nach wie vor geltenden Rechtsprechung nicht in genereller Weise unmenschliche Behandlung droht (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 7.2.3 Mit der Gefährdungssituation, jedoch im Hinblick auf eine EMRK - widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, hat sich auch der EGMR wiederholt befasst (vgl. NA. v. United Kingdom, Application no. 25904/07, Entscheid vom 17. Juli 2008; P .K. v. Denmark, Application no. 54705/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; T.N. v. Denmark, Application no. 20594/08, Entscheid vom 20. Januar 2011; E.G. v. United Kingdom, A p- plication no. 41178/08, Entscheid vom 31. Mai 2011). Der EGMR hält ins-E-2945/2011 Seite 21 besondere fest, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zu- rückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behandlung; eine entspr e- chende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernsthafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse. Als derartige risikobegründende Faktoren nennt der EGMR na mentlich As- pekte wie eine frühere Registrierung als verdächtigtes oder tatsächliches LTTE-Mitglied, das Bestehen einer Vorstrafe oder eines offenen Haftb e- fehls, die Flucht aus der Haft oder aus Kautionsauflagen, die Unterzeic h- nung eines Geständnisses oder ähnlicher Dokumente, die Anwerbung als Informant der Sicherheitskräfte, die Existenz von Körpernarben, die Rückkehr nach Sri Lanka von London oder von einem anderen Ort, we l- cher als LTTE -Finanzmittelbeschaffungszentrum gilt, das Fehlen von Identitätspapieren oder anderen Dokumenten, die Asylgesuchstellung im Ausland oder die Verwandtschaft mit einem LTTE -Mitglied (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2). 7.3 7.3.1 Wie hievor aufgezeigt worden ist, vermochte der Beschwerdeführer keine Gefährdung im Sinne der im oben erwähnten Urteil BVGE 2011/24 E. 8 aufgeführten Risikogruppe "Rückkehrer aus der Schweiz, denen n a- he Kontakte zu den LTTE unterstellt werden" abzuleiten. Daran kann auch seine Behauptung nichts ändern, er sei aufgrund der Abweisung seines Asylgesuchs in der Schweiz bei einer Rückkehr nach Sri Lanka bedroht, da er nie Mitglied der LTTE war und nicht glaubhaft machen konnte, einer Mitgliedschaft oder zumindest einer Nähe zu den LTTE ver- dächtigt worden zu sein. 7.3.2 Schliesslich vermag auch der Umstand, dass sich der Beschw erde- führer seit viereinhalb Jahren in der Schweiz aufhält und hier um Asyl e r- sucht hat, nicht zur Annahme einer begründeten Furcht vor zukünftiger Verfolgung zu führen, da aufgrund seiner Vorbringen keine Anhaltspunkte dafür bestehen, er habe sich in Sri Lanka im nahen Umfeld der LTTE be- wegt. Aufgrund des Gesagten kann entgegen der auf Beschwerdeebene gemachten Angaben auch nicht geglaubt werden, die sri -lankischen Be- hörden hätten sich seit seiner Ausreise bei seinen in Sri Lanka verblieb e- nen Eltern nach ihm erkundigt. An dieser Einschätzung vermögen jeden- falls die von ihm vorgelegten Dokumente nichts zu ändern. Dies gilt in s- besondere für die Vielzahl an eingereichten Berichten, die sich entweder E-2945/2011 Seite 22 zur allgemeinen Situation in Sri Lanka oder zu einzeln en Fällen von Men- schenrechtsverletzungen äussern, indessen ohne konkreten Bezug zur Person des Beschwerdeführers und dessen individuellen Asylvorbringen sind. Den Berichten kann zwar entnommen werden, dass die allgemeine Menschenrechtslage in Sri Lanka auch nach dem Ende des Bürgerkriegs im Mai 2009 noch in verschiedener Hinsicht als problematisch zu b e- zeichnen ist und ehemalige Angehörige und Anhänger der LTTE unter bestimmten Umständen mit erheblichen Problemen konfrontiert sind. Die- se Beobachtungen werde n auch vom Bundesverwaltungsgericht geteilt. Allerdings ist gestützt auf diese und weitere Berichte unabhängiger Inst i- tutionen und Organisationen ebenfalls festzustellen, dass die Wah r- scheinlichkeit einer konkreten asylrechtlich relevanten Gefährdung zum heutigen Zeitpunkt ein entsprechendes Profil der betreffenden Person voraussetzt. Wie in den vorangehenden Erwägungen festgestellt worden ist, können den Vorbringen des Beschwerdeführers keine konkreten und stichhaltigen Hinweise entnommen werden, wonach er ein solches Ris i- koprofil aufweist, das ihn im heutigen Zeitpunkt und unter den derzeit in Sri Lanka herrschenden Bedingungen in seinem Heimatstaat als in asy l- relevanter Weise gefährdet erscheinen lässt. 7.4 Was die unter Hinweis auf aktuelle Berichte von Mens chenrechtsor- ganisationen gemachten Ausführungen des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 22. Februar 2013, wonach tamilische RückkehrerInnen dem Generalverdacht der LTTE -Verbindung ausgesetzt und damit gefährdet seien, bei ihrer Einreise verfolgt zu wer den, betrifft, kann nicht gefolgt werden. Nach Kenntnis des Gerichts handelt es sich bei den bislang r e- gistrierten Übergriffen der sri -lankischen Sicherheitsorgane gegenüber tamilischen RückkehrerInnen (vgl. die zusammenfassende und auf eine Vielzahl von Quellen hinweisende Antwort der Informationsstelle [Direct i- on de recherche] der kanadischen Immigrations - und Flüchtlingsbehörde [Commission de l'immigration et du statu t de réfugié du Canada] vom 12. Februar 2013; http://www.ecoi.net : "Sri Lanka: Treatment of Tamil re- turnees to Sri Lanka …", letztmals besucht am 30. Mai 2013) nicht um ein allgemeines Phänomen, sondern um Einzelfälle, bei welchen über die Motive der verfolgenden Sicherheitsorgane kaum etwas bekannt ist un d die nicht eine Verfolgung aller RückkehrerInnen wahrscheinlich ersche i- nen lassen. Angesichts des fehlenden Risikoprofils des Beschwerdefü h- rers ist in Weiterführung der Praxis gemäss BVGE 2011/24 E. 10.4.2 (und der dort zitierten Praxis des EGMR) die Wahr scheinlichkeit einer me n- schenrechtswidrigen Behandlung des Beschwerdeführers aus einem in Art. 3 AsylG genannten Verfolgungsgrund zu verneinen. E-2945/2011 Seite 23 7.5 Soweit der Beschwerdeführer ein exilpolitisches Engagement geltend macht, ist festzustellen, dass er für seine T eilnahme an "allen wichtigen (Pro-LTTE)-Demonstrationen seit 2009" keine konkreten Daten vorbri n- gen kann, weshalb davon auszugehen ist, sein politisches Engagement habe sich im Wesentlichen auf wenige Veranstaltungen beschränkt. D a- bei handelt es sich meist um Massenveranstaltungen mit vielen Teilne h- menden, wobei es den sri -lankischen Behörden nicht möglich gewesen sein kann, jeden Demonstranten zu identifizieren . Auch wenn der B e- schwerdeführer von sich angab, mit einem Transparent vorne gestanden zu haben, reicht diese Aufgabe nicht aus, um sich in einer grösseren Masse von Menschen derart zu exponieren, dass die sri -lankischen Be- hörden auf ihn aufmerksam geworden wären. Er reichte denn auch keine entsprechenden Beweismittel ein, weshalb seine Vorbringen nic ht geeig- net sind, ein Profil zu belegen, welches über die blosse Teilnahme an Demonstrationen hinausgeht, und so auf entsprechende Kontakte sowie auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe schliessen lassen. 7.6 Zusammenfassend ist nach einer Gesamtwürdig ung aller relevanter Faktoren festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine bestehende oder unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgungsge- fahr nachzuweisen. Somit hat die Vorinstanz zu Recht dessen Flüch t- lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgewiesen. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Au s- ländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). E-2945/2011 Seite 24 Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vo r- gängerorganisation ARK der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüch t- lingseigenschaft, das heisst, sie sind zu bewei sen, wenn der strikte B e- weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E.10.2 S. 502). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländ ers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) u nd der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 9.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wah r-E-2945/2011 Seite 25 scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie je- ner des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit wei- teren Hinweisen). 9.4.1 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 zur Frage der Gefährdung von Personen aus Sri Lanka eine Lageana lyse vor. Es gebe Personenkreise, die immer noch einer erhöhten Verfol gungsgefahr ausgesetzt sein könnten. Indes ist entgegen den Ausführungen in der Be- schwerde nicht in genereller Weise davon auszugehen, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka unmenschliche Behandlung (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.4.2, SFH, Update vom 15. November 2012, a.a.O., S. 20 ff.; UNHCR, a.a.O, S. 26 ff.). Auch der EGMR unterstreicht, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe unmenschliche Behand lung; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr ver schiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernst- hafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse. 9.4.2 Eine entsprechende konkrete Gefahr, die dem Beschwerdeführer drohen könnte, ist jedoch nicht ersichtlich. So wurde bereits fest gestellt, dass die Asylvorbrin gen des Beschwerdeführers nicht auf begründete Furcht vor ernst haften Nachteilen im Falle der Rückkehr ins Heimatland schliessen lassen. Gegenteiliges vermag der Beschwerdeführer auch nicht mit den eingereichten Beweismittel n, aus denen kein "real risk" a b- geleitet werden kann, zu belegen. 9.5 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Weg - weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt entgegen den wenig stich halti- gen Beschwerdevorbringen ebenfalls nicht als unzulässi g erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. E-2945/2011 Seite 26 9.6 9.6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind, Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). 9.6.2 Das Bundesverwaltungsgericht nahm in BVGE 2011/24 eine umfas- sende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Dabei gelangte es zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung in alle Landesteile Sri Lankas, insbesondere in den Grossraum Colombo, grundsätzlich zumutbar ist. Ausnahme bildet die Nordprovinz. Dort ist der Voll zug ins Vanni -Gebiet unzumutbar. Bezüglich der übrigen Gebiete der Nordprovinz ist der Vol l- zug nicht generell unzumutbar, sondern es muss im Einzelfall eine z u- rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien vorg e- nommen werden. Im Distrikt Jaffna, von wo der Beschwerdeführer stammt, hat sich die Sicherheits - und Versorgungslage seit dem Krieg s- ende deutlich verbessert. Die Militärpräsenz hat abgenommen, ist aber nach wie vor auf praktisch jeder Strasse sichtbar. Gleichzeitig haben die Polizei- und Zivilbehörden ihre Funktionen und Tätigkeiten wieder aufg e- nommen, so dass keine Situation allgemeiner Gewalt mehr herrscht. Die politische Lage ist ebenfalls nicht dermassen angespannt, dass eine Rückkehr in dieses Gebiet als generell unzumutbar ein gestuft werden muss. Angesichts der im humanitären und wirtschaftlichen Bereich nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber beim Wegweisungsvollzug in di e- ses Gebiet eine sorgfältige, zurückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, bei der auch das zeitliche Element (Ausreise vor oder nach dem Ende des Bürgerkrieges im Mai 2009) gebührend zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). 9.6.3 Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus dem Distrikt Jaffna, wo er bis eineinhalb Jahre vor seiner Ausreise gelebt ha- be. Zuletzt wohnte er in Colombo. Gemäss seinen Aussagen respektive einem am 22. Februar 2013 eingereichten Brief seiner Mutter leben seine Eltern und Geschwister sowie weitere Verwandte nach wie vor in Jaffna (vgl. Akte A1 S. 3 sowie Beilage 66 zur Eingabe vom 22. Februar 2013 ). E-2945/2011 Seite 27 Somit ist anzunehmen, dass er über ein familiäres Beziehungsnetz sowie über eine gesicherte Wohnsituation verfügt, und er sich trotz der längeren Abwesenheit wieder integrieren kann. Er verfügt über eine Berufsausbi l- dung als (…) und arbeitete in seinem Heimatland in einem (…). Zudem verfügt er auch aufgrund seiner Erwerbstätigkeit in der Schweiz über wei- tere Berufserfahrungen, die ihm beim Wiederaufbau einer Existenzgrund- lage von Nutzen sein k önnen. Beim Beschwerdeführer handelt es sich zudem um einen jungen, ledigen und – den Akten kann nichts anderes entnommen werden – gesunden Mann. 9.6.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), zumal er über eine Identitätskarte verfügt. 9.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen S achverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer- de ist nach dem Gesagten abzuweisen. Damit werden die übrigen Verfah- rensanträge – u.a. Bekanntgabe des Spruchkörpers – gegenstandslos. 11. Bei diesem Ausgang des V erfahrens sind die Kosten dem Beschwerde- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bu n- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 14. Juni 2011 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. (Dispositiv nächste Seite) E-2945/2011 Seite 28 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrech- net. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: