<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00195</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206104&amp;W10_KEY=13013560&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00195</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 04.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilferechtliche Beurteilung des Verdienstanteils eines Gefangenen (Pekulium): Bildet das Pekulium Vermögen und ist dementsprechend bei der Entlassung des Gefangenen ein Vermögensfreibetrag zu gewähren? Rechtsgrundlagen zum Pekulium nach dem Strafgesetzbuch und nach der Hausordnung für die Gefängnisse des Kantons Zürich (E. 3.1 f.). Konkrete finanzielle Zusammensetzung des Pekuliums (E. 3.3). Nach den SKOS-Richtlinien zählen alle Geldmittel, auf die eine hilfesuchende Person einen Eigentumsanspruch hat, zum anrechenbaren Vermögen. Der aus dem Pekulium alimentierte Schlusssaldo ergibt sich durch kontinuierliches Ansparen, was die Qualifikation als Vermögen nahe legt (E. 4.1). Der Zweck des Pekuliums, die Zeit nach der Entlassung finanziell abzusichern, ist nicht mit einer bestimmten Dauer verbunden, während welcher das Pekulium zwingend für den Lebensunterhalt zu verwenden ist (E. 4.2). Der besondere gesetzliche Schutz des Pekuliums (z.B. keine Pfändung) spricht auch dafür, gegenüber dem Pekulium den Vermögensfreibetrag zu gewähren (E. 4.3). Die Überlassung des gesamten Pekuliums an den Strafentlassenen, was nicht zwingend ist, deutet darauf hin, dass man ihm einen bescheidenen finanziellen Freiraum zugestehen wollte (E. 4.4). Eine Differenzierung danach, ob das angesparte Kapital während des Strafvollzug dem Sperrkonto oder dem Freikonto gutgeschrieben wurde, ist nicht vorzunehmen (E. 4.5). Ist das gesamte Pekulium als Vermögen zu qualifizieren und dementsprechend der Vermögensfreibetrag zu gewähren, so hat die Gemeinde für die Aufenthalts- und Unterhaltskosten des Strafentlassenen in einer sozialen Institution einzustehen; die von ihr beantragte Kostengutsprache ist zu bewilligen (betragsmässig reduziert). Teilweise Gutheissung (E. 5). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PEKULIUM">PEKULIUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Ãbrige Rechtsgebiete UR: Straf- und Strafprozessrecht ST: STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL">STRAFRECHT, ALLGEMEINER TEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFVOLLZUG">STRAFVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERDIENSTANTEIL">VERDIENSTANTEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGEN">VERMÃGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGENSFREIBETRAG">VERMÃGENSFREIBETRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 16 Abs. II SHV</span><br/><span class="gerade">Art. 376 StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 377 StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 378 StGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 50</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">C war vom 19. Dezember 2002 bis zum 28. November 2003 im FlughafengefÃ¤ngnis inhaftiert. Ab April 2003 erhielt er als "Krankenkassenfall" finanzielle UnterstÃ¼tzung von der Stadt ZÃ¼rich. FÃ¼r die Zeit nach seiner Entlassung wurde fÃ¼r C ein Aufenthalt beim A organisiert. Kostengutsprachegesuche von ihm und vom A beurteilte die Einzelfallkommission der SozialbehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich mit Entscheid vom 9. Dezember 2003 wie folgt: Eine Kostengutsprache fÃ¼r den Eintrittsmonat Dezember 2003 in der HÃ¶he von Fr. 2'683.- lehnte sie ab (umfassend Fr. 1'300.- fÃ¼r den Aufenthalt, Fr. 1'133.- fÃ¼r den Lebensunterhalt, Fr. 250.- fÃ¼r das Bettzeug), weil C bei der Haftentlassung ein Verdienstanteil (Pekulium) von Fr. 4'110.- ausbezahlt worden war und er eine Arbeitsstelle in Aussicht hatte (Dips. Ziff. 1). Im Ãbrigen wurde die bereits am 1. Dezember 2003 von der Zentralen AbklÃ¤rungs- und Vermittlungsstelle der Sozialen Dienste der Stadt ZÃ¼rich geleistete subsidiÃ¤re Kostengutsprache fÃ¼r die (weiteren) Aufenthaltskosten in der HÃ¶he von Fr. 1'300.- pro Monat bis auf Widerruf aufrecht erhalten; die KostenÃ¼bernahme habe nach erbrachtem Nachweis der ZahlungsfÃ¤higkeit zu erfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Gegen den Beschluss der Einzelfallkommission reichten C und der Verein A eine gemeinsame Einsprache bei der Einspracheinstanz und GeschÃ¤ftsprÃ¼fungskommission der SozialbehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich ein. Sie machten geltend, das ausbezahlte Pekulium sei nach der Haftentlassung bis zur HÃ¶he des VermÃ¶gensfreibetrags (Fr. 4'000.- fÃ¼r Einzelperson) als SchonvermÃ¶gen zu belassen (Ziff. E.2.1 der Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe, hrsg. von <span>der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe</span>, SKOS-Richtlinien). Die Einspracheinstanz wies die Einsprache am 24. Mai 2005 ab.</p> <p class="Urteilstext">C verstarb am 17. August 2004. Die Erben haben die Erbschaft ausgeschlagen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Verein A erhob am 30. Juni 2005 gegen den Einspracheentscheid Rekurs beim Bezirksrat ZÃ¼rich. Dieser wies den Rekurs am 23. MÃ¤rz 2006 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 27. April 2006 reichte der Verein A Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Er beantragte, es sei der Entscheid des Bezirksrats aufzuheben und es seien rÃ¼ckwirkend Sozialhilfeleistungen auszurichten, insoweit der Verein A noch ungedeckte Kosten ausweise (Fr. 1'300.-), unter EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Stadt ZÃ¼rich. Der Bezirksrat verwies mit Eingabe vom 10. Mai 2006 auf die BegrÃ¼ndung des angefochtenen Entscheids und verzichtete im Ãbrigen auf eine Vernehmlassung. Die SozialbehÃ¶rde beantragte am 16. Mai 2006 Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde, die eine sozialhilferechtliche Kostengutsprache betrifft, funktionell und sachlich zustÃ¤ndig (§ 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer stellt den Antrag, es seien rÃ¼ckwirkend ab Dezember 2003 Sozialhilfeleistungen auszurichten, insoweit er noch ungedeckte Aufenthalts- und Betreuungskosten ausweise, d.h. im Umfang von Fr. 1'300.-. Im Streit liegen damit die ungedeckten Kosten von Fr. 1'300.-, welche im Monat Dezember 2003 aufgelaufen sind. Die weiteren dem BeschwerdefÃ¼hrer wÃ¤hrend der folgenden Monate entstandenen Kosten wurden durch Sozialhilfeleistungen gedeckt oder abgeschrieben. </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt, der Beschluss des Bezirksrats sei "vollumfÃ¤nglich aufzuheben". Allerdings erneuert er den im Rekursverfahren gestellten Antrag nicht mehr, es sei festzustellen, dass bei UnterstÃ¼tzungsgesuchen von strafentlassenen Personen ebenfalls der VermÃ¶gensfreibetrag gemÃ¤ss SKOS-Richtlinien zu gewÃ¤hren sei. Auf diesen Antrag ist der Bezirksrat mangels eines Feststellungsinteresses nicht eingetreten.</p> <p class="Urteilstext">Der Streitwert beschrÃ¤nkt sich somit auf Fr. 1'300.-, weshalb die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Kompetenz fÃ¤llt (§ 38 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer hatte ein Gesuch um Kostengutsprache eingereicht, dem nur teilweise entsprochen wurde. Als Adressat dieser VerfÃ¼gung war der BeschwerdefÃ¼hrer legitimiert, diese von der Einspracheinstanz und vom Bezirksrat Ã¼berprÃ¼fen zu lassen sowie den abweisenden Beschluss der Vorinstanz beim Verwaltungsgericht anzufechten (§ 21 lit. a VRG; vgl. auch die zutreffende BegrÃ¼ndung zur Rekurslegitimation in E. 2.1 des angefochtenen Beschlusses).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Bezirksrat erwog, es mÃ¼sse geklÃ¤rt werden, ob das Pekulium als VermÃ¶gen im Sinn des Sozialhilferechts oder aber als (zweckgebundenes) Einkommen zu betrachten sei. Nur bei der Qualifikation als VermÃ¶gen stelle sich Ã¼berhaupt die Frage des VermÃ¶gensfreibetrags (E. 3.2). Das Pekulium diene neben der Deckung von Auslagen wÃ¤hrend des Strafvollzugs vorab dazu, dem Strafentlassenen den Wiedereintritt ins bÃ¼rgerliche Leben zu erleichtern (E. 3.3a). Entsprechend der Hausordnung fÃ¼r die GefÃ¤ngnisse des Kantons ZÃ¼rich werde wÃ¤hrend des Strafvollzugs ein Verbrauchskonto und ein Sperrkonto gefÃ¼hrt; der Saldo des Letzteren werde bei der Entlassung aus dem Strafvollzug ausbezahlt (E. 3.3b). Die Anstaltsleitung habe das Total von Fr. 4'110.- direkt an C ausbezahlt. Dadurch sei dieser Betrag aber nicht zu VermÃ¶gen geworden (E. 3.3d). Die Zweckbestimmung, nÃ¤mlich den Lebensunterhalt wÃ¤hrend der ersten Wochen nach der Entlassung zu sichern, lege den Schluss nahe, dass das Pekulium wie Einkommen zu behandeln sei. Die Situation kÃ¶nne verglichen werden mit der Auszahlung des letzten Gehalts eines "gewÃ¶hnlichen" Antragstellers. Dieses hÃ¤tte als Einkommen zu gelten und wÃ¤re fÃ¼r den Lebensunterhalt der folgenden Wochen zu verwenden (E. 3.4a, 3.4c). Der Umstand, dass ein Strafentlassener weiter gehende BedÃ¼rfnisse (Startanschaffungen nach der Entlassung) habe, falle bei kurzen Haftstrassen weniger ins Gewicht (E. 3.4b). FÃ¼r die Beurteilung spiele es keine Rolle, ob die AnspruchsprÃ¼fung im Dezember 2003 als AblÃ¶sung einer bereits unterstÃ¼tzten Person ("Krankenkassenfall") oder als neuer Fall betrachtet werde (E. 3.4d). C hÃ¤tte den Bedarf fÃ¼r den Dezember 2003 aus dem Pekulium selber decken kÃ¶nnen. Die Ablehnung der Kostengutsprache von Fr. 1'300.- sei nicht zu beanstanden (E. 3.5).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer streicht hervor, dass die dem Pekulium zukommende Zweckbestimmung (Sicherung des wirtschaftlichen Fortkommens nach der Entlassung; vgl. Art. 378 des Strafgesetzbuchs, StGB) fÃ¼r das Sozialhilferecht nicht bindend sei. Der VermÃ¶gensfreibetrag von Fr. 4'000.- sei zu belassen. Auszunehmen sei hÃ¶chstens â analog zur Praxis bezÃ¼glich des Erwerbseinkommens fÃ¼r den letzten Monat vor der Gesuchsstellung â der Anteil des Pekuliums, das fÃ¼r die wÃ¤hrend des letzten Monats des Strafvollzugs geleistete Arbeit ausgerichtet worden sei (Ziff. 2.3). Werde kein VermÃ¶gensfreibetrag fÃ¼r Personen, die aus dem Strafvollzug entlassen werden, gewÃ¤hrt, so bestehe eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung zu anderen Personen (Ziff. 2.3.1). Zu berÃ¼cksichtigen sei, dass einem entlassenen Strafgefangenen zusÃ¤tzliche Kosten entstehen (z.B. Anschaffung des Hausrats) (Ziff. 2.3.3). Die vollstÃ¤ndige Anrechnung des angesparten Pekuliums verletze die entsprechende Ziffer der SKOS-Richtlinien zum Freibetrag und den Gleichbehandlungsgrundsatz (Ziff. 2.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Beschwerdegegnerin erwidert, die Zweckbestimmung des Pekuliums nach dem Strafgesetzbuch sei bindend. Die Unterscheidung zwischen Personen, die aus dem Strafvollzug entlassen wÃ¼rden, und "anderen" Personen verletzten nicht das Gebot der Rechtsgleichheit. Der besondere Schutz des Pekuliums (z.B. PfÃ¤ndungsverbot) sei nur gerechtfertigt, wenn auch der Zweckbestimmung der sachgemÃ¤ssen Verwendung des Pekuliums nach der Strafentlassung Nachdruck verliehen werde.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Entscheidend fÃ¼r den Ausgang des Beschwerdeverfahrens ist die Frage, ob das Pekulium als VermÃ¶gen zu qualifizieren und demzufolge der VermÃ¶gensfreibetrag von Fr. 4'000.- zu gewÃ¤hren ist. Trifft dies zu, so ist nur der den Freibetrag Ã¼bersteigende Anteil von Fr. 110.- an die ungedeckten Kosten von Fr. 1'300.- anzurechnen. FÃ¼r den Rest von Fr. 1'190.- ist eine Kostengutsprache zu erteilen.</p> <p class="Urteilstext">Ist dagegen das Pekulium nicht als VermÃ¶gen aufzufassen, so sind aus dem Verdienstanteil die gesamten ungedeckten Kosten von Fr. 1'300.- fÃ¼r den Aufenthalt Cs im Dezember 2003 zu decken. Vom Pekulium bleiben somit noch (theoretisch) Fr. 2'810.- Ã¼brig (Fr. 4110.- minus Fr. 1'300.-).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Personen im Strafvollzug sollen ein Pekulium erhalten, dessen HÃ¶he von den Kantonen bestimmt wird (Art. 376 StGB) und das wÃ¤hrend der Dauer der Freiheitsentziehung gutgeschrieben wird (Art. 377 Abs. 1 StGB). Das Anstaltsreglement bestimmt, ob und wie weit wÃ¤hrend der Dauer der Freiheitsentziehung Ausgaben zugunsten des Insassen oder dessen Familie gemacht werden dÃ¼rfen (Abs. 2). Bei der Entlassung verfÃ¼gt die Anstaltsleitung nach freiem Ermessen, ob der Betrag ganz oder teilweise dem Entlassenen, den Organen der Schutzaufsicht, der VormundschaftsbehÃ¶rde oder ArmenbehÃ¶rde zu sachgemÃ¤sser Verwendung fÃ¼r den Entlassenen auszubezahlen ist (Art. 378 Abs. 1 StGB). â Die Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs schreibt eine Ã¤hnliche Regelung fort (Ãnderung vom 13. Dezember 2002, BBl 2002, S. 8240; Inkrafttreten: 1. Januar 2007): Der Gefangene kann wÃ¤hrend des Vollzugs nur Ã¼ber einen Teil seines Arbeitsentgelts verfÃ¼gen, wÃ¤hrend aus dem anderen Teil fÃ¼r die Zeit nach der Entlassung eine RÃ¼cklage gebildet wird (Art. 83 Abs. 2 nStGB).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Hausordnung fÃ¼r die GefÃ¤ngnisse des Kanton ZÃ¼rich vom 24. Oktober 2001 (nachfolgend HausO; www.justizvollzug.ch -&gt; GefÃ¤ngnisse Kanton ZÃ¼rich -&gt; Hausordnung GefÃ¤ngnisse) regelt die Einzelheiten: Es wird ein Sperr- und Verbrauchs- (oder Frei‑)Konto gefÃ¼hrt (§ 23 Abs. 2). HÃ¶chstens die HÃ¤lfte der ArbeitsentschÃ¤digung wird auf ein Sperrkonto einbezahlt. Dieses Guthaben wird am Entlassungstag nach Vereinbarung mit den zustÃ¤ndigen Betreuungsorganen der zu entlassenden Person, der Schutzaufsicht oder der VormÃ¼ndin oder dem Vormund ausbezahlt (§ 27 Abs. 1). Das Guthaben auf dem Verbrauchskonto steht fÃ¼r EinkÃ¤ufe wÃ¤hrend des Vollzugs sowie fÃ¼r UmtriebsentschÃ¤digungen im Rahmen der medizinischen Versorgung zur VerfÃ¼gung (§ 28 Abs. 2; Ãnderung per 1. Januar 2006).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Das Pekulium von C setzte sich wie folgt zusammen: Die Einnahmen stammten praktisch ausschliesslich aus dem Arbeitserwerb (Fr. 6'440.90). Sie wurden je hÃ¤lftig (Fr. 3'220.45) dem Freikonto und dem Sperrkonto gutgeschrieben. Dem Freikonto wurden die laufenden Ausgaben belastet, so dass im Zeitpunkt der Entlassung ein Saldo von Fr. 910.- Ã¼brig blieb. Der Saldo des Sperrkontos belief sich am Schluss des Strafvollzugs auf Fr. 3'200.- (total Fr. 4'110.-). Aus der Ã¼ber neun Monate gefÃ¼hrten Buchhaltung (Ende Februar bis Ende November 2003) ergab sich ein durchschnittliches aus dem Arbeitserwerb erzieltes Einkommen von rund Fr. 716.- pro Monat (Fr. 6'440.90 : 9).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Das kantonale Sozialhilferecht definiert nicht, was genau als VermÃ¶gen zu verstehen ist (vgl. § 16 Abs. 2 SHV). Nach den SKOS-Richtlinien zÃ¤hlen alle Geldmittel, auf die eine hilfesuchende Person einen Eigentumsanspruch hat, zum anrechenbaren VermÃ¶gen (Ziff. E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2">Der aus dem Verdienstanteil alimentierte Schlusssaldo ergibt sich einerseits durch kontinuierliche Zuweisungen an das Sperrkonto, worauf der Gefangene keinen Einfluss hat, und anderseits durch den Anteil auf dem Freikonto, der nicht fÃ¼r die laufenden Ausgaben im Strafvollzug verwendet wird. Die Situation verhÃ¤lt sich somit nicht anders als beispielsweise bei einem Arbeitnehmer, der denjenigen Teil des Lohns zu Sparzwecken beiseite legt, den er nicht fÃ¼r den Lebensunterhalt benÃ¶tigt. Dies legt den Schluss nahe, das â teilweise auch Ã¼ber lange Zeit â mit dem Pekulium angehÃ¤ufte Kapital als VermÃ¶gen im sozialhilferechtlichen Sinn zu betrachten.</p> <p class="Urteilstext">Es gibt keinen sachlichen Grund, die Situation bei Arbeitnehmern und bei entlassenen Gefangenen diesbezÃ¼glich unterschiedlich zu beurteilen, wenn diese einen Anspruch auf Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen geltend machen. Das beim Arbeitnehmer in frÃ¼herer Zeit akkumulierte VermÃ¶gen wird zu Beginn der UnterstÃ¼tzung im Umfang des VermÃ¶gensfreibetrags unbestrittenermassen nicht angetastet. Diesen Schutz einer bescheidenen finanziellen Basis zur StÃ¤rkung der Eigenverantwortung und zur FÃ¶rderung des Willens zur Selbsthilfe (Ziff. E.2 der SKOS-Richtlinien) verdient eine aus dem Strafvollzug entlassene Person in gleicher Weise. Im Gegenteil muss bei einem entlassenen Gefangenen, der Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit weitgehend ohne finanzielle Eigenverantwortung zu leben hatte, der FÃ¶rderung der FÃ¤higkeit, mit den Geldmitteln einen vernÃ¼nftigen Umgang zu pflegen, ein besonders wichtiges Anliegen sein. Dazu bildet die Ãberlassung eines VermÃ¶gensfreibetrags die Voraussetzung. Das Ziel der StÃ¤rkung der finanziellen Eigenverantwortung liegt im Interesse sowohl des Strafvollzugs (Vermeidung eines RÃ¼ckfalls) als auch der Sozialhilfe (FÃ¶rderung der Selbsthilfe; § 3 Abs. 2 SHG â In Zukunft soll der FÃ¶rderung der wirtschaftlichen und persÃ¶nlichen SelbstÃ¤ndigkeit unterstÃ¼tzter Personen noch vermehrt Rechnung getragen werden [vgl. Antrag und Weisung des Regierungsrats vom 23. August 2006 zu einer Ãnderung des Sozialhilfegesetzes, ABl Nr. 35 vom 1. September 2006, S. 950 ff., 951, Kommentar zum neuen § 3a, FÃ¶rderung der Eingliederung]).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Der Zweck des Pekuliums, die erste Zeit nach der Entlassung aus dem Strafvollzug finanziell abzusichern (BGE 125 IV 231 E. 3b; Hans Ulrich Meier/Ernst Weilenmann, Basler Kommentar, Strafgesetzbuch II, 2002, Art. 377 N. 5), steht der BerÃ¼cksichtigung eines sozialhilferechtlichen VermÃ¶gensfreibetrags nicht entgegen. Aus der Formulierung in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, es gehe darum, mit dem Pekulium die Mittel fÃ¼r den Lebensunterhalt wÃ¤hrend der ersten Wochen nach der Entlassung zu sichern, lÃ¤sst sich nÃ¤mlich kein genauer Zeithorizont ableiten, bis wann das Pekulium zu verbrauchen ist. Dies ist denn auch abstrakt betrachtet gar nicht mÃ¶glich, weil die Dauer des Verzehrs des Pekuliums massgeblich von dessen HÃ¶he abhÃ¤ngig ist. Nach der sozialhilferechtlichen Zielsetzung, die finanzielle Eigenverantwortung einer unterstÃ¼tzten Person zu stÃ¤rken (vgl. E. 4.1), macht es wenig Sinn, das wÃ¤hrend des Strafvollzugs angesparte Kapital nach der Entlassung <i>vollstÃ¤ndig</i> â das heisst ohne Belassung eines VermÃ¶gensfreibetrags â fÃ¼r den Lebensunterhalt aufzubrauchen. Erfolgt wie vorliegend eine kostenintensive Betreuung des entlassenen Gefangenen in einer Institution, so ist die finanzielle Grundlage innert kÃ¼rzester Zeit erschÃ¶pft. Die unterstÃ¼tzte Person verfÃ¼gt in einer solchen Situation Ã¼ber keinen finanziellen Handlungsspielraum mehr. Selbst eine minimale finanzielle Basis fÃ¼r eine nachhaltige Eingliederung fehlt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Dem Zweck, das wÃ¤hrend des Strafvollzugs angesparte Kapital fÃ¼r eine gewisse Zeit zu erhalten, dient auch der besondere Schutz des Guthabens aus dem Verdienstanteil. Dieses sowie die auf Rechnung des Guthabens ausbezahlten BetrÃ¤ge dÃ¼rfen weder gepfÃ¤ndet noch mit Arrest belegt noch in eine Konkursmasse einbezogen werden. Jede Abtretung oder VerpfÃ¤ndung des Guthabens aus Verdienstanteil ist nichtig (Art. 378 Abs. 2 StGB bzw. gleich bleibend Art. 83 Abs. 2 SÃ¤tze 3 und 4 nStGB; BGE 106 IV 378 E. 2; Meier/Weilenmann, Art. 378 N. 4 f.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Art. 378 Abs. 1 StGB schreibt nicht zwingend die Auszahlung des angesparten Guthabens an den entlassenen Gefangenen vor. Die Anstaltsleitung kann "nach freiem Ermessen" den Betrag ganz oder teilweise auch Dritten zu sachgemÃ¤sser Verwendung fÃ¼r den Entlassenen auszahlen (vgl. E. 3.1), wobei die Hausordnung fÃ¼r die GefÃ¤ngnisse diese AuszahlungsmÃ¶glichkeit auf den Betrag auf dem <i>Sperr</i>konto und â hinsichtlich AuszahlungsempfÃ¤nger â auf den Vormund oder auf die Schutzaufsicht (im Zusammenhang mit einer bedingten Entlassung; Art. 38 Ziff. 2 StGB) einschrÃ¤nkt (§ 27 Abs. 1 HausO; vgl. E. 3.2). Im vorliegenden Fall deutet die Ãberlassung des gesamten Kapitals an C darauf hin, dass damit das Ziel verbunden war, ihm einen bescheidenen finanziellen Freiraum zuzugestehen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Es liesse sich fragen, ob der VermÃ¶gensfreibetrag nur dem Anteil des Kapitals, welcher dem Sperrkonto gutgeschrieben wurde, zu gewÃ¤hren ist, wÃ¤hrend der Anteil auf dem Freikonto vollstÃ¤ndig fÃ¼r den Lebensunterhalt nach der Entlassung einzusetzen ist. Da diese Frage die HÃ¶he der Kostengutsprache beeinflusst, kann sie nicht â wie vom Bezirksrat (E. 3.5) â offen gelassen werden. Gegen eine solche differenzierende Betrachtungsweise spricht zunÃ¤chst der Umstand, dass die Anstaltsleitung bei der Entlassung Ã¼ber den <i>Gesamt</i>betrag zu entscheiden hat (vgl. Art. 378 Abs. 2 StGB). Ausserdem ist der Schlusssaldo auf dem Freikonto vom Ausgabenverhalten des Gefangenen abhÃ¤ngig: Wer wÃ¤hrend des Strafvollzugs sparsam lebt und wenig fÃ¼r den persÃ¶nlichen Bedarf ausgibt, verfÃ¼gt bei der Entlassung Ã¼ber ein grÃ¶sseres Guthaben auf dem Freikonto. KÃ¶nnte dieses Kapital nicht wie dasjenige auf dem Sperrkonto vom VermÃ¶gensfreibetrag profitieren, bestÃ¼nde kein Anreiz, sich mit einer sparsamen Lebensweise einen grÃ¶sseren finanziellen Spielraum im Zeitpunkt der Entlassung zu sichern. Deshalb muss der nach Abzug der laufenden Ausgaben verbleibende Anteil auf dem Freikonto gleichermassen als VermÃ¶gen im sozialhilferechtlichen Sinn verstanden werden wie das Kapital auf dem Sperrkonto.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ist das gesamte Pekulium als VermÃ¶gen zu qualifizieren, so ist folglich eine Kostengutsprache zu erteilen. Weil die HÃ¶he der Gutsprache ohne weiteres festgesetzt werden kann (vgl. die Berechnung in E. 2.4 1. Absatz), entscheidet das Verwaltungsgericht selber (vgl. § 64 Abs. 1 VRG). Das Kostengutsprachegesuch des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r den Monat Dezember 2003 wird im Umfang von Fr. 1'190.- gutgeheissen.<i> </i>Die Beschwerde ist demnach teilweise gutzuheissen. Der BeschwerdefÃ¼hrer obsiegt im Grundsatz vollstÃ¤ndig und betragsmÃ¤ssig zu Ã¼ber 90 %, weshalb es sich rechtfertigt, die Gerichtskosten vollumfÃ¤nglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat Anspruch auf eine ParteientschÃ¤digung fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren, weil die rechtlich bislang nicht geklÃ¤rte Frage den Beizug eines Rechtsanwalts rechtfertigte (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erweisen sich Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschluss des Bezirksrats ZÃ¼rich vom 23. MÃ¤rz 2006, der Entscheid der Einspracheinstanz und GeschÃ¤ftsprÃ¼fungskommission der SozialbehÃ¶rde der Stadt ZÃ¼rich vom 24. Mai 2005 und Ziff. 1 des Entscheids der Einzelfallkommission vom 9. Dezember 2003 werden aufgehoben.<br/> <br/> Das Kostengutsprachegesuch des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r den Monat Dezember 2003 wird im Umfang von Fr. 1'190.- gutgeheissen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 700.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 760.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren gesamthaft eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>