<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">{T 0/2} </div> <div class="para">4P.102/2001 </div> <div class="para">4P.104/2001/rnd </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> I. Z I V I L A B T E I L U N G </div> <div class="para"> ******************************* </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 31. Mai 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Es wirken mit: Bundesrichterinnen und Bundesrichter Walter, </div> <div class="para">Präsident, Corboz, Klett, Rottenberg Liatowitsch, Nyffeler </div> <div class="para">und Gerichtsschreiber Huguenin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> --------- </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> In Sachen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">A.________ Ltd., Beschwerdeführerin, vertreten durch </div> <div class="para">Fürsprecher Dr. Francesco Bertossa, Zeughausgasse 29, </div> <div class="para">Postfach 5460, 3001 Bern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________ AG, Beschwerdegegnerin, vertreten durch </div> <div class="para">Rechtsanwalt Dr. Marc-Antoine Kämpfen, Gerechtigkeitsgasse </div> <div class="para">23, 8002 Zürich, </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> betreffend </div> <div class="para"><span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span> (Vollstreckung eines ausländischen </div> <div class="para"> Schiedsspruchs) </div> <div class="para">hat sich ergeben: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> A.-Am 4. August 2000 stellte die A.________ Ltd. dem </div> <div class="para">Einzelrichter im summarischen Verfahren des Bezirkes Zürich </div> <div class="para">die Begehren, das am 17. April 2000 vom Einzelschiedsrichter </div> <div class="para">Michael Baker-Harber in London gefällte Urteil, mit welchem </div> <div class="para">die B.________ AG zur Zahlung von US $ 95'062.50 plus </div> <div class="para">£ 1'150.-- verpflichtet wurde, vollstreckbar zu erklären, und </div> <div class="para">ihr in der Betreibung Nr. 85779 des Betreibungsamtes Zürich 5 </div> <div class="para">(Zahlungsbefehl vom 10. Mai 2000) für Fr. 167'494.15 nebst </div> <div class="para">Zins und Betreibungskosten definitive Rechtsöffnung zu ertei- </div> <div class="para">len. Dieselben Begehren stellte sie in einer separaten Einga- </div> <div class="para">be gleichen Datums mit Bezug auf die Kosten des am 5. Juni </div> <div class="para">2000 ergangenen schiedsrichterlichen Nebenfolgenentscheids in </div> <div class="para">der Betreibung Nr. 86557 über Fr. 9'087.15 (entsprechend </div> <div class="para">£ 3'404.02 plus £ 275.--). Der Einzelrichter wies die </div> <div class="para">Begehren mit Verfügungen vom 18. Oktober 2000 ab, welche das </div> <div class="para">Obergericht des Kantons Zürich auf Rekurse der A.________ </div> <div class="para">Ltd. in gesonderten Verfahren am 23. März 2001 bestätigte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> B.- Die A.________ Ltd. beantragt dem Bundesgericht mit </div> <div class="para">staatsrechtlichen Beschwerden nach <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span> </div> <div class="para">die Aufhebung der Beschlüsse des Obergerichts Zürich vom </div> <div class="para">23. März 2001. Ausserdem verlangt sie die Einvernahme von </div> <div class="para">C.________ vor Bundesgericht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die B.________ AG schliesst auf Abweisung der </div> <div class="para">Beschwerden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Obergericht des Kantons Zürich hat auf Vernehm- </div> <div class="para">lassung verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> C.- Die Beschwerdeführerin hat die Beschlüsse des Ober- </div> <div class="para">gerichts auch mit kantonalen Nichtigkeitsbeschwerden ange- </div> <div class="para">fochten. Bis zu dessen Entscheid wurden die bundesgerichtli- </div> <div class="para">chen Verfahren ausgesetzt. Das Kassationsgericht des Kantons </div> <div class="para">Zürich hat die kantonalen Nichtigkeitsbeschwerden am 27. Ok- </div> <div class="para">tober 2001 abgewiesen, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Bundesgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.- Die beiden von der Beschwerdeführerin erhobenen </div> <div class="para">staatsrechtlichen Beschwerden richten sich gegen die gleiche </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin, es liegt ihnen derselbe Sachverhalt zu- </div> <div class="para">grunde und es stellen sich identische Rechtsfragen. Es recht- </div> <div class="para">fertigt sich daher, sie in einem einzigen Verfahren zu behan- </div> <div class="para">deln (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F113-IA-161%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page161">BGE 113 Ia 161</a> E. 1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.- Die Beschwerdeführerin hat im kantonalen Verfahren </div> <div class="para">zur Begründung ihrer Begehren ausgeführt, sie habe am 16. De- </div> <div class="para">zember 1999 mit der Beschwerdegegnerin eine "charterparty" </div> <div class="para">(Chartervertrag, "cp") abgeschlossen. Danach sollte das der </div> <div class="para">Beschwerdeführerin gehörende Schiff "D.________" in einer </div> <div class="para">ersten Fahrt in Antwerpen, in einer zweiten Fahrt in Savona </div> <div class="para">oder Vado Ligure auslaufen und für die Beschwerdegegnerin Ge- </div> <div class="para">brauchtwagen nach Libyen transportieren. Weil die zweite </div> <div class="para">Fahrt nicht ausgeführt worden sei, sei es zu Differenzen ge- </div> <div class="para">kommen. Diese sind nach Ansicht der Beschwerdeführerin ge- </div> <div class="para">stützt auf Ziff. 19 der allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf </div> <div class="para">die der Chartervertrag hinweist, vor einem Schiedsgericht in </div> <div class="para">London auszutragen, weshalb die Beschwerdeführerin in der </div> <div class="para">Folge einen Schiedsrichter in London ernannte, der in der Sa- </div> <div class="para">che entschied, nachdem es die Beschwerdegegnerin, obwohl dazu </div> <div class="para">aufgefordert, unterlassen hatte, ihrerseits einen Schieds- </div> <div class="para">richter zu nominieren. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.- Unter den Parteien ist zu Recht unumstritten, dass </div> <div class="para">die Vollstreckbarkeit des in London ergangenen Entscheids </div> <div class="para">nach dem New Yorker Übereinkommen über die Anerkennung und </div> <div class="para">Vollstreckung ausländischer Schiedssprüche vom 10. Juni 1958 </div> <div class="para">(SR 0.277.12; NYÜ) zu beurteilen ist (<span class="artref">Art. 194 IPRG</span>; Dutoit, </div> <div class="para">Commentaire de la loi fédérale du 18 décembre 1987, 3. Aufla- </div> <div class="para">ge, N. 1 und 2 zu <span class="artref">Art. 194 IPRG</span>, mit Hinweisen). Streitig </div> <div class="para">ist, ob eine schriftliche Vereinbarung vorliegt, in der sich </div> <div class="para">die Parteien verpflichtet haben, die aus dem Chartervertrag </div> <div class="para">entstandene Streitigkeit einem schiedsrichterlichen Verfahren </div> <div class="para">zu unterwerfen, wie sie Art. II Ziff. 1 NYÜ für die Anerken- </div> <div class="para">nung voraussetzt. Einschlägig ist dabei Art. II Ziff. 2 NYÜ, </div> <div class="para">der wie folgt lautet: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "Unter einer "schriftlichen Vereinbarung" ist eine </div> <div class="para"> Schiedsklausel in einem Vertrag oder eine Schieds- </div> <div class="para"> abrede zu verstehen, sofern der Vertrag oder die </div> <div class="para"> Schiedsabrede von den Parteien unterzeichnet oder </div> <div class="para"> in Briefen oder Telegrammen enthalten ist, die sie </div> <div class="para"> gewechselt habe." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der dem Streit zugrunde liegende Chartervertrag vom </div> <div class="para">16. Dezember 1999 wurde durch eine Schiffsbrokerin, die </div> <div class="para">E.________ Ltd., vermittelt. Wie das Obergericht - insoweit </div> <div class="para">unangefochten - festhält, hat ihn keine der Parteien unter- </div> <div class="para">zeichnet. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Be- </div> <div class="para">schwerdegegnerin habe durch verschiedene schriftliche Bestä- </div> <div class="para">tigungen, die sie einzeln bezeichnet und vorlegt, implizit </div> <div class="para">auch jene Klausel der allgemeinen Geschäftsbedingungen der </div> <div class="para">Beschwerdeführerin akzeptiert, welche eine Schiedsabrede ent- </div> <div class="para">hält, so dass diese in Textform vorliege. Sie behauptete, der </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin seien im Rahmen eines früheren, von der- </div> <div class="para">selben Brokerin zwischen der Beschwerdegegnerin und einem an- </div> <div class="para">deren Schiffseigner vermittelten Chartervertrages vom 11. Ok- </div> <div class="para">tober 1999 über das Schiff "Vera Khoruzhaya" die allgemeinen </div> <div class="para">Geschäftsbedingungen zugegangen. Zum Beweis für diese Behaup- </div> <div class="para">tung legte sie ein schriftliches "Statement" des Geschäfts- </div> <div class="para">führers der E.________ Ltd., C.________, vor, der die CPs </div> <div class="para">ausgehandelt hatte. Die kantonalen Instanzen gelangten </div> <div class="para">übereinstimmend zum Schluss, es sei nicht nachgewiesen, dass </div> <div class="para">die Beschwerdegegnerin das Dokument, das die Schiedsklausel </div> <div class="para">umfasst, erhalten hat. Nach dem angefochtenen Urteil ist die </div> <div class="para">Schiedsklausel auch in keinem anderen von der Beschwerdegeg- </div> <div class="para">nerin ausgehenden Erklärungstext, den die Beschwerdeführerin </div> <div class="para">dem Gericht vorlegte, erwähnt, und es ist nicht erstellt, </div> <div class="para">dass die Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Vertragsschlus- </div> <div class="para">ses über den zweiten und dritten Transportauftrag für die </div> <div class="para">"D.________" die Schiedsklausel gekannt hat. Die Beschwerde- </div> <div class="para">führerin habe auch sonst keine Umstände nachgewiesen, auf- </div> <div class="para">grund derer die Beschwerdegegnerin von der Schiedsklausel </div> <div class="para">hätte Kenntnis haben müssen. Demnach sei auch nicht anzuneh- </div> <div class="para">men, sie habe durch globale Verweisung auf ein anderes Doku- </div> <div class="para">ment die Schiedsklausel implizit akzeptiert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.- Die Beschwerdeführerin beanstandet zunächst, dass </div> <div class="para">das Obergericht die als schriftliches "Statement" eingereich- </div> <div class="para">te Erklärung des Geschäftsführers der Schiffsbrokerin </div> <div class="para">E.________ Ltd., C.________, mangels formellen Zeugnisses nur </div> <div class="para">mit Zurückhaltung gewürdigt habe. Soweit sie in diesem Zusam- </div> <div class="para">menhang eine Verletzung des Gehörsanspruchs geltend macht und </div> <div class="para">behauptet, im summarischen Verfahren gemäss Zürcherischer Zi- </div> <div class="para">vilprozessordnung mit dem Zeugenbeweis ausgeschlossen zu </div> <div class="para">sein, ist auf ihre Vorbringen mangels Erschöpfung des kanto- </div> <div class="para">nalen Instanzenzuges nicht einzutreten (<span class="artref">Art. 86 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 5.- Die Beschwerdeführerin übt sodann verschiedentlich </div> <div class="para">Kritik an der Beweiswürdigung des Obergerichts, welche sie </div> <div class="para">teils als willkürlich, teils schlicht als falsch ausgibt. </div> <div class="para"> Die Beschwerdeführerin hat die betreffenden Rügen </div> <div class="para">auch im Verfahren der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde erho- </div> <div class="para">ben. Das Kassationsgericht ist darauf nicht eingetreten, weil </div> <div class="para">es annahm, auch nach der Revision von 1991, mit welcher <span class="artref">Art. </span></div> <div class="para">86 OG insoweit eine Änderung erfuhr, als die Eintretensvor- </div> <div class="para">aussetzung der Erschöpfung des kantonalen Instanzenzuges auch </div> <div class="para">für das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde nach <span class="artref">Art. </span></div> <div class="para">84 Abs. 1 lit. c OG eingeführt worden ist, prüfe das Bundes- </div> <div class="para">gericht sowohl Tat- als auch Rechtsfragen frei. Ob dies zu- </div> <div class="para">trifft, ist vorab abzuklären. Sollte sich ergeben, dass die </div> <div class="para">in der staatsrechtlichen Beschwerde gegen die Tatsachenfest- </div> <div class="para">stellungen des Obergerichts erhobenen Rügen entgegen der Auf- </div> <div class="para">fassung des Kassationsgerichts lediglich unter dem Gesichts- </div> <div class="para">winkel der Willkür zu prüfen sind, würde sich die Kognition </div> <div class="para">des Bundesgerichts mit jener des Kassationsgerichts decken, </div> <div class="para">weshalb die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde gegeben wäre </div> <div class="para">(Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivil- </div> <div class="para">prozessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, N. 17b zu <span class="artref">§ 285 ZPO</span>, </div> <div class="para">e contrario). Das hätte zur Folge, dass auf sämtliche Rügen </div> <div class="para">unrichtiger Tatsachenermittlung nicht einzutreten wäre; mit </div> <div class="para">Bezug auf Willkürrügen mangels Erschöpfung des kantonalen </div> <div class="para">Instanzenzuges, mit Bezug auf Sachverhaltsrügen allgemeiner </div> <div class="para">Art wegen der Beschränkung der Prüfung der Sachverhaltser- </div> <div class="para">mittlung auf Verfassungsverletzungen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 6.- a) Dem Grundsatz nach ist die staatsrechtliche Be- </div> <div class="para">schwerde nur gegen letztinstanzliche kantonale Entscheide </div> <div class="para">zulässig (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 OG</span>). Davon waren staatsrechtliche </div> <div class="para">Beschwerden gegen kantonale Erlasse und Verfügungen (Ent- </div> <div class="para">scheide) wegen Verletzung von Staatsverträgen mit dem Ausland </div> <div class="para">gemäss <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span>, mit der auch Verletzungen </div> <div class="para">der NYÜ geltend gemacht werden können, in der bis zum </div> <div class="para">14. Februar 1992 geltenden Fassung von <span class="artref">Art. 86 Abs. 3 OG</span> (e </div> <div class="para">contrario) ausgenommen. Da der kantonale Instanzenzug nicht </div> <div class="para">erschöpft werden musste, hat das Bundesgericht im Beschwer- </div> <div class="para">deverfahren nach <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span> Noven zugelassen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-IA-226%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page226">BGE 98 Ia 226</a> E. 2a, 549 E. 1c<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F81-I-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">81 I 139</a></span> E. 1, je mit Hin- </div> <div class="para">weisen; Auer, Die schweizerische Verfassungsgerichtsbarkeit, </div> <div class="para">S. 217, Ziff. 394; Birchmeier, Handbuch des Bundesgesetzes </div> <div class="para">über die Organisation der Bundesrechtspflege, N. 4 lit. f zu </div> <div class="para">Art. 86 mit Hinweisen; Marti, Die staatsrechtliche Beschwer- </div> <div class="para">de, 4. Auflage, S. 114, Rz. 200). Ebenso überprüfte das Bun- </div> <div class="para">desgericht die Auslegung und Anwendung von Staatsvertragsnor- </div> <div class="para">men sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht </div> <div class="para">mit freier Kognition (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IA-521%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page521">BGE 101 Ia 521</a> E. 1b<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-I-164%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page164">93 I 164</a></span> E. 2 mit </div> <div class="para">Hinweisen), jedoch lediglich im Rahmen der vor Bundesgericht </div> <div class="para">gemäss <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> erhobenen Rügen (BGE 98 Ia </div> <div class="para">537 E. 2 und 549 E. 1c). Mit der Begründung, die Erschöpfung </div> <div class="para">des kantonalen Instanzenzuges sei in dieser Materie nicht er- </div> <div class="para">forderlich (<span class="artref">Art. 86 Abs. 3 OG</span>), liess das Bundesgericht neue </div> <div class="para">Argumente und neue Beweise zu (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F99-IA-78%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page78">BGE 99 Ia 78</a> E. I/3b), und </div> <div class="para">zwar auch in Fällen, in denen die Parteien den kantonalen In- </div> <div class="para">stanzenzug ausgeschöpft hatten (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-IA-549%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page549">BGE 98 Ia 549</a> E. 1c). Diese </div> <div class="para">Grundsätze wurden in der Folge in unterschiedlichen Formulie- </div> <div class="para">rungen in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stets wie- </div> <div class="para">derholt (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-IB-197%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page197">BGE 115 Ib 197</a> E. 4a S. 198; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-IA-335%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page335">109 Ia 335</a> E. I/5 </div> <div class="para">S. 339; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IB-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page85">108 Ib 85</a> E. 2a; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F105-IB-37%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page37">105 Ib 37</a> E. 2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Seit dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle vom </div> <div class="para">4. Oktober 1991 (am 15. Februar 1992; Verordnung des Bundes- </div> <div class="para">rates vom 15. Januar 1992, SR 173.110.0) gilt die Ausnahme </div> <div class="para">von der Erschöpfung des kantonalen Instanzenzuges nur noch </div> <div class="para">für Beschwerden auf dem Gebiet der interkantonalen Doppelbe- </div> <div class="para">steuerung und des Arrestes auf Vermögen ausländischer Staaten </div> <div class="para">(<span class="artref">Art. 86 Abs. 2 OG</span>). Staatsvertragsbeschwerden nach <span class="artref">Art. 84 </span></div> <div class="para">Abs. 1 lit. c OG können daher nicht mehr direkt beim Bundes- </div> <div class="para">gericht erhoben werden (Patocchi/Jermini, Basler Kommentar </div> <div class="para">zum IPRG, N. 141 zu <span class="artref">Art. 194 IPRG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Das Erfordernis der Erschöpfung des kantonalen In- </div> <div class="para">stanzenzuges wurde als Entlastungsmassnahme für das Bundesge- </div> <div class="para">richt eingeführt in der Meinung, von Vorinstanzen gehe gene- </div> <div class="para">rell eine gewisse Filterwirkung aus (Botschaft des Bundesra- </div> <div class="para">tes betr. die Änderung des Bundesgesetzes über die Organisa- </div> <div class="para">tion der Bundesrechtspflege sowie die Änderung des Bundesbe- </div> <div class="para">schlusses über eine vorübergehende Erhöhung der Zahl der Er- </div> <div class="para">satzrichter und der Urteilsredaktoren des Bundesgerichts vom </div> <div class="para">18. März 1991, BBl 1991 II S. 466, 478, 498 und 506; Moor, </div> <div class="para">Juridiction de droit public, in: CEDIDAC 1992 S. 70 f.). Diese </div> <div class="para">Gesetzesänderung hat sich in der Rechtsprechung des Bundesge- </div> <div class="para">richts bisher nicht niedergeschlagen. In <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-II-380%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page380">BGE 119 II 380</a> E. 3b </div> <div class="para">fasste das Bundesgericht seine Praxis zur Kognition von </div> <div class="para">Rechts- und Tatsachenprüfung im Rahmen der Berufung, der </div> <div class="para">staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung der Verfassung, </div> <div class="para">eines Konkordats oder eines Staatsvertrags zusammen und führ- </div> <div class="para">te unter Hinweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F108-IB-85%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page85">BGE 108 Ib 85</a> E. 2a und 115 Ib 197 E. 4a </div> <div class="para">aus, das Bundesgericht prüfe den angefochtenen Entscheid </div> <div class="para">frei, aber im Rahmen der erhobenen Rügen. Sodann bemerkte es </div> <div class="para">unter Hinweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F115-IB-197%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page197">BGE 115 Ib 197</a> E. 4a und die dort zitierten </div> <div class="para">Entscheide, neue Tatsachen und Beweismittel seien zulässig. </div> <div class="para">In der nicht veröffentlichten E. 1d von <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F120-IB-299%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page299">BGE 120 Ib 299</a> wurden </div> <div class="para">unter Hinweis auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-I-278%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page278">BGE 93 I 278</a> E. 3 die freie Tatsachen- und </div> <div class="para">Rechtsprüfung wie auch das Novenrecht im Rahmen von Beschwer- </div> <div class="para">den nach <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span> hervorgehoben, während sich </div> <div class="para">in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-III-438%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page438">BGE 126 III 438</a> E. 3 lediglich ein Hinweis auf die freie </div> <div class="para">Rechtsprüfung der Anwendung von Staatsverträgen findet. Dabei </div> <div class="para">wurde pauschal auf <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-II-380%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page380">BGE 119 II 380</a> E. 3b und die dort ange- </div> <div class="para">führte, nach altem Recht ergangene Rechtsprechung verwiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Fraglos ist daran festzuhalten, dass das Bundes- </div> <div class="para">gericht die Anwendung von Staatsverträgen, soweit sie gehö- </div> <div class="para">rig beanstandet ist (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span>), frei prüft, </div> <div class="para">bildet doch gerade deren Verletzung den spezifischen Rüge- </div> <div class="para">grund von <span class="artref">Art. 84 Abs. 1 lit. c OG</span>. Anders verhält es sich </div> <div class="para">mit Bezug auf das Recht, mit der Staatsvertragsbeschwerde </div> <div class="para">neue rechtliche Argumente und entsprechende Tatsachenbehaup- </div> <div class="para">tungen vorzubringen. Das Novenrecht wird in Lehre und Recht- </div> <div class="para">sprechung aus dem Recht auf Anrufung des Bundesgerichts un- </div> <div class="para">ter Auslassung kantonaler Instanzen begründet (E. 6a hie- </div> <div class="para">vor). Nachdem aber die Staatsvertragsbeschwerde dem Grund- </div> <div class="para">satz der relativen Subsidiarität unterstellt wurde und das </div> <div class="para">Bundesgericht nicht mehr als einzige Prüfungsinstanz zur </div> <div class="para">Verfügung steht, greift folgerichtig der Grundsatz des No- </div> <div class="para">venverbots Platz. Ist dem Bundesgericht eine kantonale Prü- </div> <div class="para">fungsinstanz vorgelagert, lässt sich nicht rechtfertigen, </div> <div class="para">Staatsvertragsbeschwerden hinsichtlich des Novenrechts an- </div> <div class="para">ders als die übrigen von der Ausnahmeregelung von <span class="artref">Art. 86 </span></div> <div class="para">Abs. 2 OG ebenfalls nicht erfassten staatsrechtlichen Be- </div> <div class="para">schwerden zu behandeln. Soweit sich aus der publizierten </div> <div class="para">Rechtsprechung etwas anderes ergibt, ist daran nicht fest- </div> <div class="para">zuhalten. Dieser Praxisänderung haben die anderen Abteilun- </div> <div class="para">gen des Bundesgerichts im Verfahren nach <span class="artref">Art. 16 OG</span> zuge- </div> <div class="para">stimmt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Damit gilt auch im Verfahren der staatsrechtlichen </div> <div class="para">Beschwerde wegen Verletzung von Staatsverträgen mit dem Aus- </div> <div class="para">land das grundsätzliche Verbot, neue Tatsachenbehauptungen </div> <div class="para">sowie rechtliche Argumente vorzubringen und neue Beweisan- </div> <div class="para">träge zu stellen. Festzuhalten ist allerdings, dass nach der </div> <div class="para">Praxis des Bundesgerichts in den folgenden vier Fallgruppen </div> <div class="para">Ausnahmen gelten. So sind neue Vorbringen rechtlicher und </div> <div class="para">tatsächlicher Art zulässig, zu deren Geltendmachung erst die </div> <div class="para">Begründung des angefochtenen Entscheides Anlass gibt. Eben- </div> <div class="para">falls zuzulassen sind neue Vorbringen zu Gesichtspunkten, </div> <div class="para">die sich aufdrängen und die deshalb von der kantonalen In- </div> <div class="para">stanz offensichtlich hätten berücksichtigt werden müssen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F99-IA-113%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page113">BGE 99 Ia 113</a> E. 4a mit Hinweisen). Eine weitere Ausnahme </div> <div class="para">gilt sodann für Vorbringen, die erstmals im Rahmen von Sach- </div> <div class="para">verhaltsabklärungen gemäss <span class="artref">Art. 95 OG</span> Bedeutung erlangen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F107-IA-187%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page187">BGE 107 Ia 187</a> E. 2b mit Hinweisen). Neue rechtliche Vor- </div> <div class="para">bringen werden schliesslich zugelassen, falls die letzte </div> <div class="para">kantonale Instanz volle Überprüfungsbefugnis besass und das </div> <div class="para">Recht von Amtes wegen anzuwenden hatte (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IA-88%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page88">BGE 119 Ia 88</a> E. 1a; </div> <div class="para">107 Ia 187 E. 2b; zum Ganzen: Kälin, Das Verfahren der </div> <div class="para">staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl., Bern 1994, S. 369 f.). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Aus dieser Praxisänderung ergeben sich jedoch </div> <div class="para">nicht zwingend Konsequenzen auf die Kognition des Bundesge- </div> <div class="para">richts in Sachverhaltsfragen. Das Bundesgericht hat seine </div> <div class="para">Befugnis zur freien Sachverhaltsprüfung nie mit dem Noven- </div> <div class="para">recht oder der Entbehrlichkeit, den kantonalen Instanzenzug </div> <div class="para">auszuschöpfen, begründet (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F81-I-139%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page139">BGE 81 I 139</a> E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F84-I-30%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page30">84 I 30</a></span> </div> <div class="para">E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-I-164%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page164">93 I 164</a></span> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F98-IA-549%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page549">98 Ia 549</a> E. 1c; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F101-IA-521%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page521">101 Ia 521</a> E. 1b). In </div> <div class="para">BGE 83 I 16 hat es der Kognition und dem Novenrecht je eine </div> <div class="para">selbständige Erwägung gewidmet (E. 1 und 2). Sodann hat es </div> <div class="para">die Befugnis zur freien Sachverhaltsprüfung nie auf die zu- </div> <div class="para">lässig vorgebrachten Noven beschränkt, sondern ausdrücklich </div> <div class="para">auf den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt bezogen </div> <div class="para">(<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F85-I-39%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page39">BGE 85 I 39</a> E. 1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-I-49%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page49">93 I 49</a></span> E. 2) und als gesetzeskonform er- </div> <div class="para">achtet, dass seine Kognition bei Beurteilung einer Staats- </div> <div class="para">vertragsrüge weiter geht als bei einer identischen Rüge, </div> <div class="para">welche sich auf das innerstaatliche, auch das eidgenössische </div> <div class="para">Recht stützt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=24&amp;from_date=31.05.2002&amp;to_date=19.06.2002&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F116-II-625%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page625">BGE 116 II 625</a> E. 3b). An der freien Sachver- </div> <div class="para">haltsprüfung im Rahmen von Staatsvertragsbeschwerden im Sin- </div> <div class="para">ne der zitierten Rechtsprechung ist daher festzuhalten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 7.- Aus den dargelegten Gründen ist auf das erstmals ge- </div> <div class="para">stellte Begehren der Beschwerdeführerin um Einvernahme von </div> <div class="para">C.________ als Zeuge nicht einzutreten. Hingegen ist die </div> <div class="para">Kritik der Beschwerdeführerin an der Beweiswürdigung des </div> <div class="para">Obergerichts grundsätzlich zulässig, soweit dabei die Anfor- </div> <div class="para">derungen von <span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. b OG</span> gewahrt sind. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> a) Nach dem angefochtenen Entscheid ist davon auszu- </div> <div class="para">gehen, die Beschwerdegegnerin habe das die Schiedsklausel </div> <div class="para">tragende Dokument, die allgemeinen Geschäftsbedingungen, nie </div> <div class="para">erhalten. Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, das </div> <div class="para">Obergericht hätte auf das "Statement" von C.________ abstel- </div> <div class="para">len müssen. Aus der in der Beschwerde wiedergegebenen Aussa- </div> <div class="para">ge: "Thereafter, as a formality, I drew up a charterparty </div> <div class="para">form dated 11.10.99 and sent it Charterers and owners for </div> <div class="para">signature. Neither party commented on the charter, and to my </div> <div class="para">knowledge it was never signed. However, the fixture was per- </div> <div class="para">formed by Cisco" lässt sich indessen allenfalls ableiten, </div> <div class="para">C.________ habe der Beschwerdegegnerin die Charterparty vom </div> <div class="para">11. Oktober 1999 zur Unterschrift zugesandt. Dass er der be- </div> <div class="para">treffenden Sendung die für das Zustandekommen einer Schieds- </div> <div class="para">abrede allein massgeblichen allgemeinen Geschäftsbedingungen </div> <div class="para">beigelegt hätte, geht daraus nicht hervor, und die Beschwer- </div> <div class="para">deführerin legt nicht dar, dass die Schiedsklausel in der </div> <div class="para">Charterparty selbst aufgeführt gewesen wäre. Somit ist davon </div> <div class="para">auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin die Schiedsklausel </div> <div class="para">nie zu Gesicht bekommen hat. Damit sind sämtliche Versuche </div> <div class="para">der Beschwerdeführerin zum Scheitern verurteilt, durch Ein- </div> <div class="para">reichung einer Reihe von Faxbestätigungen der Beschwerdegeg- </div> <div class="para">nerin, in denen die Schiedsklausel keine Erwähnung findet, </div> <div class="para">das Vorliegen einer schriftlichen Vereinbarung durch Brief- </div> <div class="para">wechsel im Sinne von Art. II Ziff. 2 NYÜ zu beweisen. Wenn es </div> <div class="para">das Obergericht deshalb abgelehnt hat, auf das formgültige </div> <div class="para">Zustandekommen einer Schiedsabrede zu schliessen, kann auch </div> <div class="para">bei teilweiser Erfüllung der Charterparty vom 16. Dezember </div> <div class="para">1999 durch die Beschwerdegegnerin von einer Verletzung von </div> <div class="para">Art. II Ziff. 2 NYÜ nicht die Rede sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> b) Aufgrund welcher weiterer Umstände die Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin von der Schiedsklausel hätte Kenntnis haben müs- </div> <div class="para">sen, legt die Beschwerdeführerin nicht auf eine den Anforde- </div> <div class="para">rungen an die Begründung einer staatsrechtlichen Beschwerde </div> <div class="para">genügende Weise dar (<span class="artref">Art. 90 Abs. 1 lit. c OG</span>; vgl. dazu BGE </div> <div class="para">127 III 279 E. 1c). Der blosse Umstand, dass die E.________ </div> <div class="para">Ltd. zuvor acht Charterparties für die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">abgeschlossen hatte, reicht jedenfalls nicht aus, solange die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin nicht nachweist, dass der Beschwerdegegne- </div> <div class="para">rin im Rahmen eines dieser Verträge ein Schriftstück zugegan- </div> <div class="para">gen ist, das die Schiedsklausel enthält. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> c) Das Obergericht hat die Erwägung des Einzelrich- </div> <div class="para">ters übernommen, wonach die Beschwerdeführerin nicht dargetan </div> <div class="para">hatte, dass die E.________ Ltd. als direkte Stellvertreterin </div> <div class="para">der Beschwerdegegnerin aufgetreten sei. Nach Auffassung des </div> <div class="para">Obergerichts geht aus den von C.________ in seinem "State- </div> <div class="para">ment" geschilderten Abläufen - er habe jeweils Rücksprache </div> <div class="para">mit der Beschwerdegegnerin genommen und den ausgehandelten </div> <div class="para">Vertrag von der Beschwerdegegnerin mündlich bestätigen lassen </div> <div class="para">- ferner hervor, dass die E.________ Ltd. als Schiffsbrokerin </div> <div class="para">für die Beschwerdegegnerin wie eine Vermittlungsmaklerin oder </div> <div class="para">-agentin aufgetreten ist. Daraus hat das Obergericht in tat- </div> <div class="para">sächlicher Hinsicht gefolgert, C.________ habe die ausgehan- </div> <div class="para">delten Verträge nicht im Namen und auf Rechnung der Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin abgeschlossen. Die Beschwerdegegnerin habe sich </div> <div class="para">daher die Äusserungen der E.________ Ltd. nicht als eigene </div> <div class="para">anrechnen zu lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Was die Beschwerdeführerin hiegegen anführt, ist </div> <div class="para">nicht geeignet, einen Verstoss gegen den Staatsvertrag aufzu- </div> <div class="para">zeigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Sie macht zum einen unter Hinweis auf ein dem </div> <div class="para">Einzelrichter eingereichtes Statement einer englischen Anwäl- </div> <div class="para">tin geltend, ein englisches Gericht würde nicht zögern, "die </div> <div class="para">von den Brokern geführten Verhandlungen als verbindliche und </div> <div class="para">durchsetzbare Verträge zu betrachten". Die Rüge scheitert am </div> <div class="para">Novenverbot, da das Obergericht dieses Statement nicht er- </div> <div class="para">wähnt hat und die Beschwerdeführerin nicht darlegt, sie habe </div> <div class="para">sich im Rekursverfahren darauf berufen. Im Übrigen ist nicht </div> <div class="para">ersichtlich, inwiefern daraus auf eine Verletzung des NYÜ ge- </div> <div class="para">schlossen werden könnte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, auch </div> <div class="para">ein Vermittlungsagent könne befugt sein, die mündlichen Äus- </div> <div class="para">serungen seiner Auftraggeberin in Schriftform zu giessen und </div> <div class="para">der Kontrahentin zu übermitteln. Die E.________ Ltd. habe die </div> <div class="para">Vereinbarung vom 16. Dezember 1999 in vollem Wortlaut ein- </div> <div class="para">schliesslich der Schiedsklausel der Beschwerdeführerin zuge- </div> <div class="para">stellt. Aufgrund der umfangreichen Korrespondenz und des be- </div> <div class="para">reits am 29. November 1999 abgeschlossenen Chartervertrages </div> <div class="para">habe die Beschwerdeführerin annehmen dürfen, die Beschwerde- </div> <div class="para">gegnerin habe Abfassung und Übermittlung der schriftlichen </div> <div class="para">Äusserungen der E.________ Ltd. anvertraut, da die Beschwer- </div> <div class="para">degegnerin die E.________ Ltd. gewähren liess und die Char- </div> <div class="para">terparties ausgeführt hatte. Sie habe sich daher die schrift- </div> <div class="para">lichen Äusserungen der E.________ Ltd. anrechnen zu lassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Der Einwand ist unbegründet. Wie dem von der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin eingereichten "Statement" zu entnehmen ist, </div> <div class="para">kam der Schriftform der Charterparties geringe, jedenfalls </div> <div class="para">keine konstitutive Bedeutung zu. Welche besonderen Gründe die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin nach Treu und Glauben berechtigt hätten, </div> <div class="para">aus der Ermächtigung zur Abfassung von Urkunden, die keine </div> <div class="para">Verpflichtung begründen, darauf zu schliessen, die Vertre- </div> <div class="para">tungsbefugnis umfasse auch formbedürftige Geschäfte, legt die </div> <div class="para">Beschwerdeführerin nicht dar und ist nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> d) Schliesslich kritisiert die Beschwerdeführerin </div> <div class="para">die Auffassung des Obergerichts, die Beschwerdegegnerin habe </div> <div class="para">sich nicht vorbehaltlos auf das Schiedsverfahren eingelassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> aa) Rügelose schriftliche Einlassung kann die </div> <div class="para">Schriftform ersetzen, soweit aus dem Parteiverhalten vor </div> <div class="para">Schiedsgericht der Wille zur Anerkennung der Zuständigkeit </div> <div class="para">des Schiedsgerichts ersichtlich ist (Schlosser, Das Recht der </div> <div class="para">internationalen privaten Schiedsgerichtsbarkeit, 2. Auflage, </div> <div class="para">Rz. 806). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> bb) Die Beschwerdeführerin leitet die vorbehaltlose </div> <div class="para">Einlassung der Beschwerdegegnerin auf das Verfahren vor dem </div> <div class="para">Schiedsrichter aus deren Fax vom 9. März 2000 ab. Wie aus dem </div> <div class="para">angefochtenen Entscheid hervorgeht, erklärt die Beschwerde- </div> <div class="para">gegnerin darin, sie habe die Charterparty vom 16. Dezember </div> <div class="para">1999 weder gesehen noch unterzeichnet, und sie bestreitet die </div> <div class="para">Höhe der Forderung. Das Obergericht schliesst aus dem Um- </div> <div class="para">stand, dass das Schreiben an die Beschwerdeführerin bzw. an </div> <div class="para">deren Vertreterin, die G.________ &amp; Co., gerichtet gewesen </div> <div class="para">sei, es liege darin keine unzweideutige Kundgabe ihres Wil- </div> <div class="para">lens, vor dem von der Beschwerdeführerin angerufenen Schieds- </div> <div class="para">gericht in der Hauptsache zu verhandeln. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> cc) Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Fax </div> <div class="para">trage den Vermerk "to whom it concerns". Es treffe daher </div> <div class="para">nicht zu, dass er nicht an das Schiedsgericht adressiert ge- </div> <div class="para">wesen sei. Er sei auch beim Schiedsgericht eingetroffen. Die </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin äussere sich darin materiell zur Sache, </div> <div class="para">weshalb das Schreiben als Einlassung zu werten sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> dd) Der Telefax vom 9. März 2000 lautet im Ingress </div> <div class="para">wie folgt: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> "To: G.________ &amp; Co. </div> <div class="para"> Attention: to whom ist concern (sic!) </div> <div class="para"> Fax: ... </div> <div class="para"> ..." </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Die Absenderin hat also den Fax nicht an den </div> <div class="para">Schiedsrichter adressiert, und sie spricht diesen nicht an. </div> <div class="para">Ob und auf welche Weise der Schiedsrichter Einsicht in diesen </div> <div class="para">Telefax erlangt hat, ist nicht entscheidend. Selbst wenn die </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin diesen auch dem Schiedsrichter zugestellt </div> <div class="para">hätte, liesse sich daraus allenfalls ableiten, sie habe auch </div> <div class="para">diesem gegenüber ihre Meinung äussern wollen, dass sie mit </div> <div class="para">der Sache nichts zu tun habe, keinesfalls aber, dass sie be- </div> <div class="para">reit sei, sich seiner Entscheidzuständigkeit zu unterziehen. </div> <div class="para">Der Beschwerdegegnerin kann daher kein begründetes Vertrauen </div> <div class="para">enttäuschendes Verhalten vorgeworfen werden, wenn sie sich </div> <div class="para">auf das Fehlen einer Schiedsabrede beruft. Die Auffassung des </div> <div class="para">Obergerichts hält daher einer Überprüfung stand. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 8.- Sollte die Beschwerdeführerin mit ihrer Behauptung, </div> <div class="para">das Vorhandensein einer Schiedsabrede sei zu vermuten, gel- </div> <div class="para">tend machen wollen, das Obergericht habe eine Beweislastregel </div> <div class="para">des NYÜ missachtet, weil es nicht von der Vermutung des Vor- </div> <div class="para">liegens einer gültigen Schiedsabrede ausging, wäre ihre erst- </div> <div class="para">mals vor Bundesgericht vorgebrachte Rüge zwar nicht von vorn- </div> <div class="para">herein unzulässig, da das Obergericht im Rekursverfahren den </div> <div class="para">erstinstanzlichen Entscheid im Rahmen der Anträge unter allen </div> <div class="para">Aspekten frei prüft und das Recht von Amtes wegen anzuwenden </div> <div class="para">hat (Frank/Sträuli/Messmer, a.a.O., N. 1 zu <span class="artref">§ 279 ZPO</span>; N. 17 </div> <div class="para">zu <span class="artref">§ 57 ZPO</span>; E. 6c hievor). Die Rüge wäre jedoch offensicht- </div> <div class="para">lich unbegründet. Die Beschwerdeführerin verkennt, dass eine </div> <div class="para">Umkehr der Beweislast erst im Rahmen von Art. V NYÜ zum Zuge </div> <div class="para">kommt, welcher die Gründe umschreibt, aus denen die Anerken- </div> <div class="para">nung und Vollstreckung ausnahmsweise zu versagen ist. Nach </div> <div class="para">Art. IV Ziff. 1 lit. b NYÜ ist es indessen Sache des Anerken- </div> <div class="para">nungsklägers, nebst dem Schiedsspruch eine den formalen An- </div> <div class="para">forderungen von Art. II Ziff. 2 NYÜ entsprechende Schiedsver- </div> <div class="para">einbarung beizubringen (Andreas Bucher, Die neue internatio- </div> <div class="para">nale Schiedsgerichtsbarkeit der Schweiz, Basel 1989, Rz. 438; </div> <div class="para">van den Berg, The New York Arbitration Convention of 1958, </div> <div class="para">Deventer 1981, S. 181 f.). Das Obergericht hat daher mangels </div> <div class="para">formgültiger Schiedsvereinbarung die Anerkennung zu Recht </div> <div class="para">verweigert. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 9.- Aus den dargelegten Gründen erweist sich die staats- </div> <div class="para">rechtliche Beschwerde als unbegründet, soweit auf sie einzu- </div> <div class="para">treten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Dem Verfahrensausgang entsprechend ist die Gerichts- </div> <div class="para">gebühr der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 156 Abs. 1 </span></div> <div class="para">OG), die zudem die Beschwerdegegnerin für das bundesgericht- </div> <div class="para">liche Verfahren zu entschädigen hat (<span class="artref">Art. 159 Abs. 2 OG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Demnach erkennt das Bundesgericht: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 1.-Die staatsrechtlichen Beschwerden werden abgewiesen, </div> <div class="para">soweit auf sie einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 2.-Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Be- </div> <div class="para">schwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 3.-Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin </div> <div class="para">für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 6'000.-- zu ent- </div> <div class="para">schädigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> 4.-Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht </div> <div class="para">des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> ______________ </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 31. Mai 2002 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> Im Namen der I. Zivilabteilung </div> <div class="para"> des SCHWEIZERISCHEN BUNDESGERICHTS </div> <div class="para"> Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: </div> </div></body></html>