Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 14. März 2013 ( 720 12 354 / 52 ) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision der Invalidenrente; Herabsetzung infolge Verbesserung des Gesundheitszu- standes bzw. Erhöhung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Michael G uex, Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin Martina Freivogel Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch S abrina Stoll, Advokatin, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene A.____ war seit dem 1. Juni 200 1 als Liftservicetechniker bei der B.____ in C.____ tätig. Ab dem 1. Mai 2005 bezog er gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente und ab dem 1. Juni 2006 gestüt zt auf einen Invaliditätsgrad von 67 % eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung (Einkomm ensvergleich nach der allgemeine Bemessungsmethode). Im Juli 2011 leitete die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) von Amtes wegen eine Überprüfung des laufenden Rentenanspruchs d es Versicherten ein. Aufgrund ihrer Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abklärungen gelangte sie zur Auffassung, dass sich dessen Gesu ndheitszustand verbessert habe und der vorzunehmende Einkommensvergleich lediglic h noch einen Invaliditätsgrad von 49 % ergebe. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens se tzte die Vorinstanz mit Verfü- gung vom 17. Oktober 2012 die laufende Dreiviertelsrent e von A.____ per 1. Dezember 2012 auf eine Viertelsrente herab. B. Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwältin Sabrina Stoll namens und im Auftrag von A.____ am 16. November 2012 Beschwerde beim Kantonsg ericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht) und beantragte, es sei di e angefochtene Verfügung der Vorin- stanz aufzuheben und dem Beschwerdeführer weiterhin eine Dreiviertelsrente der Invalidenver- sicherung zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrü ndung wurde im Wesentlichen gel- tend gemacht, die IV-Stelle hätte sich bei ihrem Revisio nsentscheid nicht auf das Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Rheumatol ogie, vom 17. März 2012 stützen dürfen. Stattdessen hätte für die Beurteilung der Rest arbeitsfähigkeit die Einschätzung des be- handelnden Arztes Dr. med. E.____, FMH für Allgemeinm edizin, beigezogen werden müssen. Falls das Gericht zur Auffassung gelange, dass auf die Beu rteilung von E.____ ebenfalls nicht abgestellt werden könne, sei von Amtes wegen ein gericht liches Gutachten anzuordnen. So- dann wurde im Rahmen der Begründung eventualiter be antragt, es sei dem Beschwerdeführer mindestens eine halbe Invalidenrente auszurichten. C. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 2013 beantr agte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 16. November 2012 ist demnach einzutreten. 2. Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Anspruch a uf rechtliches Gehör sei im vorinstanzlichen Verfahren verletzt worden, unter andere m weil die IV-Stelle den vorgenommenen leidensbedingten Abzug von 10 % (vgl. E. 7.4 hiernach) nicht begründet habe. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerisc hen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 sowie Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Dessen Verletzung führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht in der Sache selbst grundsätzlich zur Aufhebung der a ngefochtenen Verfügung. Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung jedoch geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtsla ge frei überprüfen kann (vgl. BGE 127 V 437 f. E. 3d/aa; 126 V 132 E. 2b mit Hinweisen). Darüber hinaus ist im Sinne einer Heilung des Mangels - selbst bei einer schwerwie genden Verletzung des Gehörsanspruchs - von einer Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörun g gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilu ng der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 390 E. 5.1 mit Hin weis). In der Revisionsverfügung der IV- Stelle vom 17. Oktober 2012 wird der Abzug vom Tabellenlohn von 10 % tatsächlich nicht näher begründet. Allerdings ist zu beachten, dass bereits bei de r ursprünglichen, in Rechtskraft erwachsenen Rentenverfügung vom 26. Februar 2007 ein leidensbedingter Abzug in derselben Höhe berücksichtigt worden ist. Es ist daher fraglich, ob d ie IV-Stelle den gleichbleibenden Abzug in der angefochtenen Verfügung tatsächlich nochm als hätte begründen müssen. Dies kann letztlich offen bleiben, da das Kantonsgericht al s Beschwerdeinstanz volle Kognition hat (§ 57 VPO) und eine Rückweisung an die Vorinstanz einen formalistischen Leerlauf darstellte, womit eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im vorliegenden Verfahren ohnehin geheilt würde. Dies trifft im Übrigen auf s ämtliche vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verletzungen des verfassungsrechtlichen Gehöranspruchs zu. 3.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im Bereich der Invalidenversiche- rung Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Er- werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körp erlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung un d Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten au f dem in Betracht kommenden allge- meinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person A nspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf e ine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 % invalid ist. 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28 a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Inval iditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 104 V 136 f. E. 2a und b). Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers gestützt auf diese allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs berechnet. 4. Strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle die l aufende Dreiviertelsrente des Beschwer- deführers zu Recht mit Wirkung ab 1. Dezember 2012 auf eine Viertelsrente herabgesetzt hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenre nten für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditä tsgrad in einer für den Anspruch er- heblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt j ede wesentliche Änderung in den tat- sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditä tsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesund- heitszustandes der versicherten Person. Darüber hinaus ist d ie Rente auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich geblie benen Gesundheitszustandes er- heblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads bildet die letzte der versicherten Perso n eröffnete rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruc hs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 f. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 26. Februar 2007 gestützt auf einen Inva liditätsgrad von 67 % eine Dreiviertel- rente zugesprochen. Nach Überprüfung des Rentenanspruchs vo n Amtes wegen samt Vor- nahme der erforderlichen Abklärungen ist die laufende Dreiviertelsrente des Versicherten von der Vorinstanz mit Verfügung vom 17. Oktober 2012 und mit Wirkung ab 1. Dezember 2012 auf eine Viertelsrente herabgesetzt worden. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine r evisionsweise Herabsetzung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich de s Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 26. Februar 2007 bestanden hat, mit demjenigen im Zeit- punkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 17. Oktober 2012. 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdef ührers tatsächlich, wie von der IV- Stelle geltend gemacht, seit der Rentenzusprache in e iner anspruchserheblichen Weise ver- bessert hat. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die dur ch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar beit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande rn Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hat (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1 in fine mit Hinwei sen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damalige n Eidgenössischen Versicherungs- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerichts (EVG; seit 1. Januar 2007 Bundesgericht, sozial rechtliche Abteilungen) bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 45 E.1.1). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 131 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 f. E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden di e ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätig- keiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauig- keit in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schla uri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen wie al le anderen Beweismittel nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der f reien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel - unabhängig von wem sie stammen - objektiv z u prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach ent scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten dar f und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen. Bei der Abschätzung des Beweiswerts im Rahmen einer frei en und umfassenden Beweiswürdi- gung sind allerdings auch die potentiellen Stärken de r Berichte behandelnder Ärzte nicht zu vergessen. Der Umstand allein, dass eine Einschätzung vom behandelnden Mediziner stammt, darf nicht dazu führen, sie als von vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeit- raum abdeckende und umfassende Betreuung durch behandel nde Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor. Auf der anderen Seite lässt es die u nterschiedliche Natur vom Behand- lungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und vom Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander seits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschät zungen gelangen. Vorbehalten blei- ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewü rdigt geblieben sind (Urteil des Bun- desgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit diversen Hinweisen). 6.1 In ihrer ursprünglichen Verfügung vom 27. Februar 2007, mit welcher sie dem Versi- cherten eine Dreiviertelsrente zugesprochen hatte, stützt e sich die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit auf das rheumatologische Gutachten von D.____ vom 30. November 2006. Darin wurde ein chroni sches lumbovertebragenes Schmerz- syndrom mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnos tiziert. Beim Beschwerdeführer beste- he seit mehreren Jahren ein symptomatisches Wirbelsäulenleiden aufgrund signifikanter, organ- läsioneller degenerativer Veränderungen der Wirbelsäule mit erstmals im Herbst 2001 aufgetre- tener lumboradikulärer Symptomatik bei Discushernie L4/L 5 mit Wurzelkompression L5 links und konsekutiver Operation. In den folgenden vier Jahre n seien drei erneute Operationen we- gen Discushernierezidiven, jeweils MR-tomographisch gesichert und klinisch mit lumboradikulä- ren Symptomen vergesellschaftet, erforderlich gewesen. Seit dem letzten Eingriff könne bislang von einem stabilen Verlauf ohne Notwendigkeit zu anhal tender regelmässiger Analgetikaein- nahme ausgegangen werden. Anamnestisch bestehe im Beurt eilungszeitpunkt noch eine Rest- symptomatik mit im Vergleich zu den Vorjahren deutliche r Regredienz des Beschwerdebildes. Zu attestieren sei jedoch eine offensichtlich vermindert e Belastbarkeit des Achselskeletts. Auf- grund der Vorgeschichte sei von einer medizinisch massiv erh öhten Vulnerabilität der Lenden- wirbelsäule auszugehen. Ein medizinischer Endzustand könne nicht angenommen werden. Ausheilungs- und Konsilidierungsphasen von Bandscheibene rkrankungen und von entspre- chenden Eingriffen seien bekanntermassen sehr lange. Für die mittlere Zukunft sei Potenzial für eine wieder höhere Belastbarkeit vorstellbar. In Bezug auf die Arbeitstätigkeit führte D.____ aus, der Explorand habe jeweils nach den ersten beiden Operationen seine Tätigkeit als Liftser- vicemonteur wieder aufnehmen können. Seit der dritten Operation sei er jedoch in der ange- stammten Tätigkeit arbeitsunfähig, was Ende 2004 zur Kün digung seiner Anstellung bei der B.____ geführt habe. Im Herbst 2005 habe der Versicher te durch Eigenfinanzierung ein Ge- schäft gegründet, in welchem er seither drei bis vier St unden täglich tätig sei. Gemäss Be- schreibung des Arbeitsprofils bestünden dort die Vorteile einer körperlich nur leichten Tätigkeit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit freier Zeiteinteilung und wechselnden Körperhaltu ngen ohne relevante monotone Tätig- keitsanteile. Das Geschäft sei finanziell noch nicht vol lständig tragfähig. Was die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit betrifft, so sei der Versicherte nach der dritten Operation bis drei/vier Monate nach dem vierten Eingriff zu 100 % a rbeitsunfähig gewesen. Ab März 2006 sei die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf 50 % einzuschätzen, sofern auf folgende Arbeiten verzichtet werde: repetitives Heben, Stossen un d Ziehen von Lasten über fünf Kilo- gramm; Tätigkeiten in gebückter oder rotierter Oberkö rperhaltung; monoton und nicht wechsel- belastende Arbeiten. Die Reduktion gegenüber einem V ollpensum ergebe sich aus der noch über längere Zeit anzunehmenden, deutlich verminderte n Belastbarkeit infolge der bekannten, signifikanten organläsionellen Befunde an der Wirbelsäu le sowie dem derzeit noch deutlich er- höhten Pausenbedarf. Die aktuell körperlich nur teilzei t mögliche berufliche Integration sei da- her aus medizinischen Gründen nachvollziehbar. Körperlich mittelschwere und schwere Tätig- keiten seien dem Beschwerdeführer bleibend nicht mehr zumutbar. Diesbezüglich bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Dasselbe gelte ab Zeitpu nkt der vollen Krankschreibung im Jahr 2004 für die angestammte Tätigkeit als Elektromonteur und für die zuletzt ausgeübte Arbeit als Liftservicemonteur. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit von 50 % für körperlich leichte Verweistätig- keiten werde für zwei Jahre angenommen. Danach sei eine Reevaluation der medizinischen und beruflich-wirtschaftlichen Situation vorzunehmen. 6.2 Im Rahmen eines im Dezember 2008 von Amtes wegen e ingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens gab die IV-Stelle zur Abklärun g des aktuellen medizinischen Sachverhalts erneut ein rheumatologisches Gutachten bei D .____ in Auftrag. Dieser diagnostizierte am 22. September 2009 beim Beschwerde führer wiederum ein chronisches lumbovertebragenes Schmerzsyndrom mit Auswirkung auf di e Arbeitsfähigkeit. Die klinische Untersuchung ergebe teils identische Befunde wie im Jahr 2006. Es sei jedoch zu einer leichten Verbesserung des Zustands im Sinne einer Abnahme der Vul nerabilität und einer Vermin- derung der Schmerzexzerbationsphasen gekommen. Infolged essen sei dem Versicherten eine leicht höhere Leistungsfähigkeit zuzuerkennen. Grundsätzl ich bestehe aber nach wie vor eine hohe Vulnerabilität. Mit phasenweise invalidisierende n Beschwerdeschüben müsse nach wie vor gerechnet werden. Der Rheumatologe wiederholte, die Zeiträume für Heilung und Stabilisation von Beschwerden im Achsenskelettbereich seien generell lang, insbesondere nach vielen Eingriffen. Im vorliegenden Fall sei sicherlich e ine günstige Tendenz zu erkennen. Eine weitere Stabilisierung mit einer möglicherweise höher en Leistungsfähigkeit sei über die nächsten Jahre durchaus möglich. Medizinisch scheine jedoch eine kurzfristig massive Steigerung der Leistungsfähigkeit nicht abrupt zumutb ar. In beruflicher Hinsicht sei der Versicherte noch immer selbständig tätig. Das Geschäft sei gewachsen und der Kundenkreis habe sich in den Mittellandraum erweitert. Für die Zu kunft erwarte der Explorand eine positive Geschäftsentwicklung mit Vergrösserungsmöglichkeiten. D.___ _ bezeichnete die selbständig ausgeübte Tätigkeit in Anbetracht der zumutbaren Tä tigkeitscharakteristik (Tätigkeit körperlich leichter Natur, ohne repetitives Heben, Stossen oder Zi ehen von Lasten über fünf Kilogramm; nur gelegentliches Heben bis maximal zehn Kilogramm; Tätigkeit ohne häufig gebückt, überkopf oder leicht vorübergeneigt zu verrichtende Anteile; Tät igkeit ohne Kälte-, Nässe- oder Vibrationsexposition und mit der Möglichkeit zum selbständigen Einnehmen der Körperposition) als ideal und im Beurteilungszeitpunkt zu 60 % zumutbar . Die Reduktion gegenüber einem Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vollpensum begründe sich mit der noch immer anhaltende n Notwendigkeit längerer Erholungszeiten nach der Arbeitstätigkeit (20 % Reduktio n) sowie mit den langsameren Arbeitsabläufen resp. der vermehrten Pausennotwendigke it während der Arbeitstätigkeit (20 % Leistungsverminderung). Für die erlernte Tätigkeit als Elektromonteur, für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Liftservicetechniker, für achsenskelettär belastende Tätigkeiten sowie für körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten bestehe weiterhin keine Arbeitsfähigkeit. Die IV-Stelle kam gestützt auf das soeben erwähnte Gutachten von D.___ _ sowie auf eine Stellungnahme von Dr. med. Felix Kyburz, Regionaler Ärztlicher Dienst ( RAD), vom 24. September 2009 zum Schluss, dass der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers w eiterhin 67 % betrage, womit der Anspruch auf die bisherige Dreiviertelsrente bestehen bleibe. 6.3 Anlässlich des im Oktober 2011 von Amtes wegen einge leiteten Rentenrevisionsver- fahrens beauftragte die IV-Stelle zur Abklärung des akt uellen medizinischen Sachverhalts abermals D.____. Dieser gelangte in seinem rheumatologischen Gutachten vom 17. März 2012 zum Ergebnis, dass sich die gesundheitliche Situation des Versicherten im Lumbalbereich deut- lich gebessert habe. Im Bereich des unteren Achsenskeletts se i nach den vier stattgehabten spinalen Eingriffen nun eine deutliche Stabilisierung der residuellen Symptomatik eingetreten. Wurzelreizungszeichen bestünden kaum mehr. Es fände sich weiterhin eine residuelle lumbale Beschwerdesymptomatik. Gemäss Angaben des Exploranden habe sich diese jedoch derart gebessert, dass er „damit leben könne“. Eine vermindert e Belastbarkeit des unteren Achsen- skeletts könne nach wie vor zuerkannt werden, wobei jedoc h die früher beschriebene Vulnera- bilität abgenommen habe. Im oberen Achsenskelett zervika l sei eine etwas verminderte Belast- barkeit hinzugetreten. So beschreibe der Versicherte eine seit Juli 2011 neu akzentuiert beste- hende Beschwerdesymptomatik in beiden Armen mit Taubhei tsgefühlen und Parästhesien in den Fingern I bis II, teils V, beidseits ohne Nackenschm erzen. Diese Symptomatik verstärke sich belastungsabhängig. Beruflich sei der Beschwerdefü hrer immer noch in derselben selb- ständigen Tätigkeit aktiv, wobei das Tätigkeitsprofil wi e früher körperlich leicht und offenbar kaum signifikant achsenskelettär belastend sei. Der Versi cherte arbeite täglich vormittags und nachmittags je drei Stunden. Damit sei das Arbeitsvolumen etwas höher als früher. Eine weitere Steigerung halte der Explorand aufgrund der nuchalen Beschwerden bzw. der Induktion von ausstrahlenden Parästhesien im Armbereich nach vermehrter Belastung nicht für möglich. An- scheinend seien bei Beschwerdeexzerbationen Pausen notwen dig und der Versicherte müsse sich hinlegen. Täglich lege er sich zudem zur Entlastung vo n Nacken und Rücken über Mittag hin. Der Beschwerdeführer äussere sich positiv über seine selbständige Tätigkeit, habe jedoch Zweifel, in Zukunft davon leben zu können, da das Rendem ent wirtschaftlich begrenzt sei. Im Alltag seien leichte Limitierungen fassbar, indem auss er Fahrradfahren keine sportlichen Aktivi- täten mehr stattfänden. Hingegen sei er beim Spazieren gehen zeitlich nicht eingeschränkt. Die Arbeitsfähigkeit schätzte D.____ trotz der neu hinzuget retenen Beschwerden gegenüber dem Zustand von 2009 insgesamt als höher ein. Der neuen Af fektion am oberen Achselskelett, dem Schultergürtel und den oberen Extremitäten könne gutachterlich nicht eine derartige Bedeutung zugemessen werden, dass sich die nun zu verzeichnende Besser ung am unteren Achsenske- lett in ihrer funktionellen Auswirkung in der gutacht erlichen Leistungszumessung für die aktuel- le, biomechanisch optimale Tätigkeit insgesamt nicht güns tig auswirkte. Die zurzeit ausgeübte oder eine angepasste Tätigkeit seien dem Beschwerdefüh rer im Umfang von 80 % zumutbar. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Damit bestehe sowohl für die bisher ausgeübte als auch fü r eine Verweistätigkeit eine attestier- te Reduktion gegenüber einem Vollpensum von 20 %. Di es sei mit den persistierenden Resi- dualbeschwerden lumbal und den Beschwerden im Schulterg ürtel-/Nackenbereich sowie an den Armen zu begründen, welche zu einer vermehrten P ausennotwendigkeit resp. einer redu- zierten Leistungsgeschwindigkeit führten. Lumbal und ze rvikal sei nun von einem Endzustand auszugehen. Wegen der längerfristig tendenziell eher z unehmenden degenerativen Verände- rungen am Achselskelett sei in den nächsten Jahren keine w eitere Verbesserung des Gesamt- zustandes mehr zu erwarten. Eine allfällige fachneurolog ische Beurteilung der Parästhesien an den oberen Extremitäten (mit allenfalls auch elektrophysi ologischer Abklärung) dürfte die Ge- samtbeurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit nicht signifikant anders ausfallen lassen als die rheumatologische Einschätzung. 6.4 Die IV-Stelle hat sich bei der Beurteilung des aktu ellen medizinischen Sachverhalts und beim Entscheid über die Frage, ob seit der ursprü nglichen Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands des Beschwerd eführers eingetreten ist, auf das soeben erwähnte Gutachten von D.____ vom 17. M ärz 2012 gestützt. Sie ist demzufolge davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszust and des Versicherten seit der Rentenverfügung vom 26. Februar 2007 namentlich in r heumatologischer Hinsicht deutlich verbessert habe. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen de s Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Bew eiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Hinweise gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier in keiner Weise vor . Das Gutachten von D.____ vom 17. März 2012 weist weder formale noch inhaltliche Mä ngel auf. Es ist sorgfältig ausgearbeitet und in der Begründung durchwegs überzeugend. Dies tri fft im Übrigen auch auf die beiden älteren Gutachten vom 27. Februar 2007 und vom 22. S eptember 2009 zu. Der Rheumatologe hat den Versicherten während fünf Jahren dreimal unter sucht und dabei seine Befunde sowie auch die geklagten Beschwerden detailliert festgehalte n. Seinen ärztlichen Berichten kann nachvollziehbar entnommen werden, wie sich der Gesundh eitszustand des Exploranden über die Jahre entwickelt hat und weshalb von einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit auszugehen ist. D.____ begründet ausführlich, anhand welcher Krit erien die Arbeitsfähigkeit im jeweiligen Beurteilungszeitpunkt beziffert wird. Dabei werden die einzelnen Aspekte nachvollziehbar gewichtet und bewertet. Insgesamt sind die Erläuterung der medizinischen Zusammenhänge und, damit einhergehend, die Beurteilung der Arbeit sfähigkeit einleuchtend und in keiner Weise zu bemängeln. 6.5 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die ausschlaggebende Be- weiskraft des Gutachtens von D.____ vom 17. März 2012 in F rage zu stellen. Der Versicherte macht im Wesentlichen geltend, die Schlussfolgerungen des Rheumatologen stünden mit der im Gutachten aufgeführten Anamnese, den objektiven Be funden sowie der gestellten Diagnose im Widerspruch. Insbesondere sei nebst dem bereits im Ja hr 2009 vorhandenen chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndrom neu ein chronisches zervikov ertebrales Schmerzsyndrom Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht diagnostiziert worden. Dies belege insgesamt eine Verschl echterung des Gesundheitszustan- des; trotzdem schätze D.____ die Arbeitsfähigkeit heut e höher ein als im Jahr 2009. In seinem Schreiben vom 15. Januar 2013 zuhanden der IV-Stelle h at D.____ zu den einzelnen Rügen des Versicherten spezifisch Stellung genommen. Die bereit s im Gutachten vom 17. März 2012 schlüssig dargelegte Beurteilung wird in Bezug auf die strittigen Punkte nochmals erläutert. Das Gericht ist der Ansicht, dass sich diese Stellungnahme von D .____ mit den Vorbringen des Be- schwerdeführers umfassend und differenziert auseinanderse tzt sowie argumentativ überzeugt; infolgedessen kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. 6.6 Als Ergebnis ist somit festzuhalten, dass das rheumato logische Gutachten von D.____ vom 17. März 2012 nicht zu bemängeln ist und sich die IV- Stelle bei der Beurteilung der Ar- beitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu Recht darauf abge stützt hat. Mithin gibt es keinen Grund, die Einschätzung des behandelnden Arztes E.____ zu berücksichtigen bzw. darauf ab- zustellen, insbesondere weil dieser keine Aspekte nennt, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. 7. Als Nächstes ist der Invaliditätsgrad zu prüfen. Aus d em von der Vorinstanz getätigten Einkommensvergleich resultiert ein Invaliditätsgrad von 49 %. Der Beschwerdeführer beanstan- det die entsprechende Berechnung in mehrfacher Hinsicht. 7.1 In ihrer Verfügung vom 17. Oktober 2012 ist die I V-Stelle davon ausgegangen, dass der Versicherte im Jahr 2003 als Liftservicemonteur ein E inkommen in der Höhe von Fr. 78'373.50 erzielt habe. Dieser Betrag entspricht den Angaben der B.____ im Arbeitgeberfra- gebogen vom 24. August 2004 und ist daher nicht zu beanst anden. Sofern der Beschwerdefüh- rer vorbringt, gemäss Rentenverfügung vom 26. Februar 2007 habe er im Jahr 2003 ein Ein- kommen Fr. 79'236.-- erzielt, kann ihm nicht gefolgt we rden. Die Vorinstanz stellt in ihrer Ver- nehmlassung vom 23. Januar 2013 zu Recht fest, dass es sich beim geltend gemachten Betrag von Fr. 79'236.-- um den bereits an die Nominallohnen twicklung im Jahr 2004 (1.1 %; vgl. Ta- belle des Bundesamtes für Statistik [BFS] T1.1.93_V, Nominallohnindex Männer 2002 bis 2010, Bereich Reparatur) angepassten Jahreslohn von 2003 handelt. 7.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens hat die IV-Stelle im angefochtenen Ent- scheid die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2010 berücksi chtigt (vgl. BSF T1.1.93_V, No- minallohnindex Männer 2002 bis 2010, Bereich Reparat ur). Dem Beschwerdeführer ist insofern zuzustimmen, dass die Entwicklung im Jahr 2011 (1.5 %; vgl. BSF T1.10, Nominal- und Real- lohnindex 2011, Bereich Repar. und Install. Maschinen) ebenfalls in die Berechnung mit einzu- beziehen ist. Daraus resultiert ein Valideneinkommen von insgesamt Fr. 87'064.55 (Fr. 78'373.50 plus Nominallohnentwicklung von 2003 bis 2011). 7.3 Das Invalideneinkommen hat die IV-Stelle in der a ngefochtenen Verfügung unter Bei- zug der Tabellen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des BFS vom Jahr 2010 (LSE) ermittelt. Sie ist dabei grundsätzlich von einem Jahresg ehalt in der Höhe von Fr. 61'164.-- aus- gegangen, was vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wi rd. In ihrer Vernehmlassung weist die Vorinstanz jedoch richtig darauf hin, dass nebst dem Valideneinkommen auch das Invali- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht deneinkommen an die Nominallohnentwicklung im Jahr 201 1 (1 %; vgl. BSF T1.93, Nominal- lohnindex 2011, Bereich Männer) anzupassen ist. Das Invalid eneinkommen erhöht sich somit auf Fr. 61'775.65 (Fr. 61'164.-- plus 1 %). Da der V ersicherte laut den massgebenden medizini- schen Unterlagen (vgl. E. 6 hiervor) zu 80 % arbeitsfähi g ist, reduziert sich das soeben festge- stellte Invalideneinkommen auf Fr. 49'420.50 (80 % von Fr. 61'775.65). 7.4 Zum Einwand des Beschwerdeführers, es sei von diese m Invalideneinkommen ein zusätzlicher Leidensabzug in der Höhe von 15 % zu berücksi chtigen, ist festzustellen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellen- löhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon- kreten Einzelfalls abhängt (leidensbedingte Einschränkun g, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgr ad). Dabei ist der Abzug vom statisti- schen Lohn auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl . zum Ganzen BGE 126 V 78 ff., insbesondere E. 5b). Im vorliegenden Fall ist den Einschränkungen des Beschwe rdeführers bereits durch die Annahme eines um 20 % reduzierten Arbeitspensums grösstenteils Rechnung getragen worden (vgl. E. 6.3 hievor). Ein leidensbedi ngter Abzug kann deshalb nur noch in ge- ringem Masse erfolgen (Urteil des EVG vom 9. Dezember 2002, U 200/01, E. 4. 2.3) . Unter die- sen Umständen erweist sich der von der IV-Stelle zusätzlich vorgenommene Abzug vom Tabel- lenlohn von 10 % als angemessen. Das massgebliche Invalide neinkommen beträgt damit Fr. 44'478.45 (Fr. 49'420.50 minus 10 %). 7.5 In Anwendung der allgemeinen Methode der Invalid itätsbemessung wird das Valideneinkommen von Fr. 87'064.55 dem Invalideneink ommen von Fr. 44'478.45 gegenüber gestellt, woraus ein Invaliditätsgrad von 48.91 % bzw. g erundet (vgl. zur Rundungspraxis BGE 130 V 121 ff.) 49 % resultiert. Dies verleiht led iglich noch Anspruch auf eine Viertelsrente, weshalb die IV-Stelle die Dreiviertelsrente des Versicher ten zu Recht herabgesetzt hat. Die gegen die betreffende Verfügung vom 17. Oktober 2012 erhobene Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen. 8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 6 9 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwer- deverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung od er die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsge richt kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zwischen Fr. 200.-- und 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfah- rensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahre nskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass aufer- legt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegen de Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm aufzuerlegen sind. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Gegen diesen Entscheid wurde von A.____ am 20. Juni 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahrens-Nr. 9C_464/2013 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht