<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 95 S.417</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">417</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>95</b></span> <span class="ft2"><b>Kapitalzahlung aus beruflicher Vorsorge; Jahressteuer (§ 34 Abs. 3 lit. a</b></span><br/> <span class="ft2"><b>aStG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Keine Verlustverrechnung bei Jahressteuer.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">18. Januar 2001 in Sachen Sch., RV.2000.50212/K 6243</span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. a) Der Rekurrent erhielt anfangs 1997 infolge Austritts aus</span><br/> <span class="ft1">einer Anwaltskanzlei eine Kapitalzahlung aus 2. Säule im Betrag von</span><br/> <span class="ft1">Fr. 125'111.40. Die Vorinstanz hat darauf eine Jahressteuer zu 40 %</span><br/> <span class="ft1">des Tarifs B erhoben. Die Rekurrenten beantragen, es sei das steuer-</span><br/> <span class="ft1">bare Einkommen aus Kapitalabfindung auf Fr. 0.-- festzusetzen. Sie</span><br/> <span class="ft1">begründen dies mit einem Verlustvortrag von Fr. 20'763'100.-- aus</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">418</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">den Jahren 1994 - 1996, welcher auch bei einer Jahressteuer zu be-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigen sei. Zu prüfen ist also, ob bei der auf einer Kapital-</span><br/> <span class="ft1">zahlung aus 2. Säule erhobenen Jahressteuer im Grundsatz Verluste</span><br/> <span class="ft1">aus einer Erwerbstätigkeit des betreffenden Steuerpflichtigen berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigt werden können.</span><br/> <span class="ft1">b) Gemäss § 34 Abs. 3 lit. a aStG unterliegen Kapitalzahlungen</span><br/> <span class="ft1">aus beruflicher Vorsorge 2. Säule einer Jahressteuer zu 40 % des</span><br/> <span class="ft1">Tarifs. Die Jahressteuer wird getrennt vom übrigen Einkommen be-</span><br/> <span class="ft1">rechnet. Dies bedeutet, dass das übrige Einkommen des Steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflichtigen nicht berücksichtigt wird bzw. dass die der Jahressteuer</span><br/> <span class="ft1">unterliegende Leistung das übrige Einkommen des Steuerpflichtigen</span><br/> <span class="ft1">nicht beeinflusst. Die Jahressteuer wirkt damit sowohl beim übrigen</span><br/> <span class="ft1">Einkommen wie auch bei den der Jahressteuer unterliegenden</span><br/> <span class="ft1">Leistungen progressionsbrechend. Es handelt sich also um einen vom</span><br/> <span class="ft1">Gesetzgeber für einmalige oder seltene und nicht als "gewöhnliches"</span><br/> <span class="ft1">Einkommen betrachtete Vermögenszugänge gewollten Einbruch in</span><br/> <span class="ft1">das Prinzip der Reineinkommensbesteuerung und der Gesamtpro-</span><br/> <span class="ft1">gression (Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung, Kommentar zum Aar-</span><br/> <span class="ft1">gauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, N 1 ff. zu § 34 aStG). Bei der</span><br/> <span class="ft1">Festsetzung des steuerbaren Einkommens werden überdies die be-</span><br/> <span class="ft1">sonderen Abzüge und die steuerfreien Beträge (§ 26 Abs. 1 und 4, §</span><br/> <span class="ft1">30, § 31 aStG) nicht berücksichtigt (§ 35 Abs. 1 aStG). Die Jah-</span><br/> <span class="ft1">ressteuer ist daher, vergleichbar mit der Grundstückgewinnsteuer,</span><br/> <span class="ft1">eine Art "Objektsteuer". Objektsteuern werden unabhängig davon</span><br/> <span class="ft1">erhoben, ob der betreffende Steuerpflichtige in anderen Bereichen</span><br/> <span class="ft1">der Einkommenserzielung Verluste - und damit Einbussen der wirt-</span><br/> <span class="ft1">schaftlichen Leistungsfähigkeit - erlitten hat (RGE vom 22. Juni</span><br/> <span class="ft1">2000 in Sachen H., mit Hinweis auf E. Höhn/R. Waldburger, Steuer-</span><br/> <span class="ft1">recht, Band I, 8. Auflage, 1997, Rz 8 zu § 22; vgl. auch</span><br/> <span class="ft1">Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung, a.a.O., N 1 ff. zu § 67 aStG betref-</span><br/> <span class="ft1">fend Grundstückgewinnsteuer). Es können daher mit Einkünften, die</span><br/> <span class="ft1">laut Gesetz gesondert vom übrigen Einkommen zu besteuern sind,</span><br/> <span class="ft1">keine Geschäftsverluste verrechnet werden (Richner/Frei/Kaufmann,</span><br/> <span class="ft1">Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, Zürich 1999,</span><br/> <span class="ft1">N 6 zu § 29; vgl. auch baselstädtische Steuerpraxis, Band XV, S. 116</span><br/> <span class="ft1">ff.). Die Besteuerung einer Kapitalzahlung aus 2. Säule ist trotz an-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">419</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">derweitig erzielten Verlusten auch gerechtfertigt, weil die ihr zu-</span><br/> <span class="ft1">grundeliegenden Beiträge an die berufliche Vorsorge gemäss § 26</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 aStG vom Roheinkommen abgezogen werden können.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>