<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2008 88 S.412</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2008</span> <span class="title">Rekursgericht im Ausländerrecht</span> <span class="page_no">412</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>88</b></span> <span class="ft2"><b>Meldepflicht gemäss Art. 6 EntsG; Abgrenzung von Warenlieferung und</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Dienstleistung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Lieferung und Montage von Möbeln stellen keine Dienstleistungen im</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Sinne des Entsendegesetzes dar, wenn der Wert der Tätigkeit im Verhält-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nis zum Wert der gelieferten Waren in einem deutlich untergeordneten</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Verhältnis steht. Keine Meldepflicht (E. II./2.3.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 30. Mai</span><br/> <span class="ft3">2008 in Sachen M.D.G. betreffend Meldepflichtverstoss (1-BE.2007.23).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 2.3. Die Beschwerdeführerin meldete die Entsendung zweier</span><br/> <span class="ft1">Arbeitnehmer zur Küchenmontage am 5. und 6. Februar 2007 in R.,</span><br/> <span class="ft1">worauf das Migrationsamt ihr die bewilligungsfreie Erwerbstätigkeit</span><br/> <span class="ft1">am 9. Januar 2007 bestätigte. Am 6. Februar 2007 führte das Migra-</span><br/> <span class="ft1">tionsamt am von der Beschwerdeführerin angegebenen Arbeitsort</span><br/> <span class="ft1">eine Kontrolle durch und stellte fest, dass vier Arbeitnehmer der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführerin dort anwesend waren. Gemäss Rapport der</span><br/> <span class="ft1">Arbeitsmarktkontrolle Bau Aargau vom 6. Februar 2007 wurden die</span><br/> <span class="ft1">beiden nicht gemeldeten Personen mit Werkzeug beim "Zusammen-</span><br/> <span class="ft1">bauen" eines Salontisches angetroffen.</span><br/> <span class="ft1">Nach Angaben der Beschwerdeführerin haben die beiden Mitar-</span><br/> <span class="ft1">beiter am 6. Februar 2007 ein Sofa, einen Tisch, eine Wohnwand, ein</span><br/> <span class="ft1">Sideboard und Stühle geliefert und soweit als notwendig in</span><br/> <span class="ft1">gebrauchstauglichen Zustand versetzt. Sie geht davon aus, dass es</span><br/> <span class="ft1">sich dabei um eine reine Warenlieferung handelte, die nicht melde-</span><br/> <span class="ft1">pflichtig ist. Auch die Vorinstanz vertritt die Ansicht, dass für eine</span><br/> <span class="ft1">reine Warenlieferung keine Meldung erforderlich ist. Sie geht jedoch</span><br/> <span class="ft1">davon aus, dass in casu aufgrund der Montage der Wohnwand und</span><br/> <span class="ft1">des Sideboards keine reine Warenlieferung mehr vorliegt.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2008</span> <div class="title">Beschwerden gegen Einspracheentscheide des Migrationsamts</div> <span class="page_no">413</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Reine Warenlieferungen stellen keine Dienstleistungen im</span><br/> <span class="ft1">Sinne des Entsendegesetzes dar und sind deshalb nicht meldepflich-</span><br/> <span class="ft1">tig. Unklar ist damit einzig, ob und wenn ja, welche Tätigkeiten im</span><br/> <span class="ft1">Zusammenhang mit einer Warenlieferung ausgeführt werden dürfen,</span><br/> <span class="ft1">ohne dass dadurch eine Dienstleistung im Sinne des Entsendege-</span><br/> <span class="ft1">setzes entsteht. Als Abgrenzungskriterium drängt sich dabei das Ver-</span><br/> <span class="ft1">hältnis des Wertes, der Tätigkeit zu demjenigen der gelieferten Ware</span><br/> <span class="ft1">auf. Steht der Wert der Tätigkeit zu demjenigen der gelieferten Ware</span><br/> <span class="ft1">in einem deutlich untergeordneten Verhältnis, so rechtfertigt es sich,</span><br/> <span class="ft1">von einer reinen Warenlieferung auszugehen. Im Weiteren erweist es</span><br/> <span class="ft1">sich als sinnvoll, solange von einer Warenlieferung auszugehen, als</span><br/> <span class="ft1">die Ware durch die Tätigkeit kein Bestandteil einer Immobilie wird,</span><br/> <span class="ft1">sondern Fahrnis im sachenrechtlichen Sinne bleibt.</span><br/> <span class="ft1">Diese Voraussetzungen treffen auf die Lieferung von Möbeln</span><br/> <span class="ft1">wie im vorliegenden Fall zu. Einerseits bleiben sie Fahrnis und ande-</span><br/> <span class="ft1">rerseits erscheint die Montage in den gebrauchstauglichen Zustand</span><br/> <span class="ft1">als derart untergeordnete Nebenleistung, dass noch von einer reinen</span><br/> <span class="ft1">Warenlieferung gesprochen werden kann. Unter diesen Umständen</span><br/> <span class="ft1">hat es die Beschwerdeführerin zu Recht unterlassen, ihre beiden</span><br/> <span class="ft1">Arbeitnehmer für die Lieferung der Möbel am 6. Februar 2008 beim</span><br/> <span class="ft1">Migrationsamt zu melden. Ein Meldepflichtverstoss liegt somit nicht</span><br/> <span class="ft1">vor.</span><br/></div> </div> </body> </html>