B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2142/2011 U r t e i l v o m 3 0 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Daniel Stufetti, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Christine Schori Abt. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Urban Carlen, Beschwerdeführerin, gegen Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Vorinstanz. Gegenstand Anschlussverfügung vom 11. März 2011. C-2142/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ (nachfolgend: Arbeitgeberin oder Beschwerdeführerin) schloss mit B._______ (nachfolgend: Arbeitnehmer) am 18. März 2009 (act. 2) einen Handelsreisendenvertrag mit Arbeitsbeginn am 25. Mai 2009 ab. Die Arbeitgeberin nahm in der Folge die Vorbereitungen zum Abschluss einer beruflichen Vorsorgeversicherung vor (Beschwerdebeila- gen 2-10). Bevor die Arbeitgeberin die Verträge mit einer Personalfürsor- gestiftung unterschrieben hatte, erlitt der Arbeitnehmer am 26. Juli 2009 einen schweren Unfall und verstarb am 25. August 2009 (act. 4, 14). B. Mit Schrei ben vom 11. November 2009 (act. 12) teilte die Arbeitgeberin der Stiftung Auffangeinrichtung BVG (nachfolgend: Vorinstanz) mit, dass sie einen vorsorgepflichtigen Arbeitnehmer rückwirkend für die Zeit vom 25. Mai 2009 bis 25. August 2009 versichern müsse. Am 19. Januar 2010 (act. 1) reichte die Arbeitgeberin die Anmeldunterlagen bei der Vorinstanz ein. Die Vorinstanz schloss in der Folge mit Verfügung vom 11. März 2011 (act. 30) die Arbeitgeberin rückwirkend per 1. Juni 2009 zwangsweise an. Der Arbeitgeberin wurden zudem die Kosten für die Verfügung in der H ö- he von Fr. 450.-, Gebühren für die Durchführung des Zwangsanschlusses von Fr. 375.-, Kosten für die rückwirken de Rechnungsstellung gemäss Kostenreglement (Fr. 100.- pro Person und Jahr, im Minimum Fr. 200.-) und Fr. 3'349.60 als Zuschlag in der Höhe der vierfachen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität aller dem Obligatorium unterstellten Arbei t- nehmer als Schadendersatz und im Übrigen Fr. 750.- für die Durc hfüh- rung des Leistungsfalles bei fehlender Vorsorge gemäss Art. 12 des Bun- desgesetz vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in Rechnung gestellt. C. Gegen diese Verfügung liess die Arbeitgeberin am 11. April 2011 (BVGer act. 1) Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verf ü- gung sei teilweise aufzuheben und festzustellen, dass die Beträge von Fr. 3'349.- als Zuschlag in der Höhe der vierfachen Beiträge für die Ris i- ken, Tod und Invaliditä t sowie Fr. 750.-, Fr. 450.- und Fr. 375.- nicht ge- schuldet seien. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, sie habe die ihr obliegenden Vorsorgepflichten vollumfänglich erfüllt. Dass der A r- beitnehmer nicht bei der C._______ vorsorgeversichert worden sei, hän- ge mit den tragischen Umständen zusammen und sei nicht auf irgend ein C-2142/2011 Seite 3 Verschulden der Beschwerdeführerin zurückzuführen. Den Beilagen sei zu entnehmen, dass der Abschluss der Versicherung nur unterblieben sei, weil der Arbeitnehmer schwer verunfal lt und später verst orben sei, bevor er den Gesundheitsfragebogen habe ausfüllen k önnen. Aus Art. 12 und 11 BVG ergebe sich, dass die Arbeitgeberin nur einen Schadenersatz schulde, wenn sie ein Verschulden treffe bzw. sie eine Verantwortung für den Nichtanschluss treffe, was vorliegend nicht der Fall sei. Dasselbe gel- te für die in Rechnung gestellten Kosten. Am 28. April 2011 (BVGer act. 5) ging der einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- ein. D. Mit Vernehmlassung vom 13. Juli 2011 (BVGer act. 10) beantr agte die Vorinstanz die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Entscheidend seien nicht die Bemühungen der Arbeitgeberin , sich bei einer Vorsorg e- einrichtung anzuschliessen, sondern dass die Beschwerdeführerin als Ar- beitgeberin sicherzustellen ha be, dass die Zeit zwischen Vertragsa b- schluss und Arbeitsbeginn ausreiche, um eine geeignete Vorsorgeeinrich- tung zu finden oder um eine solche selbst zu errichten. Sei die geplante Zeit nicht ausreichend oder sei sie zwar ausreichend, aber bemühe sich die Beschwerdeführerin zu wenig, verletze sie ihre Pflicht im Sinne von Art. 12 Abs. 1 BVG. Die Zeit zwischen dem Vertragsschluss und dem A r- beitsbeginn sei ausreichend gewesen, um eine Vorsorgeeinrichtung zu finden und einen Anschlussvertrag abzuschliessen. Überdies ha be die Arbeitgeberin gemäss den Lohnabrechnungen von Mai bis Juli 2009 b e- reits Pensionskassenbeiträge vom Lohn des Arbeitnehmers abgezogen. Die Beschwerdeführerin habe ihre Pflichten dadurch verletzt, dass sie sich zu wenig oder zu spät um den Abschluss einer beruflichen Vorsorge- versicherung bemüht habe. Zumal auch keine Exkulpationsgründe e r- sichtlich seien, habe sie auch schuldhaft gehandelt. Der Schadenersatz sei daher geschuldet. Die in Rechnung gestellten Kosten seien gestützt auf das Kostenreglement ebenfalls zu Recht erhoben worden. E. Mit Replik vom 8. September 2011 (BVGer act. 12) hielt die Beschwerde- führerin an ihren gestellten Anträgen fest und ergänzte, dass in Art. 11 Abs. 7 BVG von säumigen Arbeitgebern die Rede sei und somit ein Ve r- schulden vorliegen müsse. C-2142/2011 Seite 4 F. Mit Duplik vom 17. Oktober 2011 (BVGer act. 16) hielt die Vorinstanz an ihren Anträgen fest und ergänzte, es spiele keine Rolle, ob ein pflichtwi d- riges oder schuldhaftes Verhalten der Arbeitgeberin vorliege. Die Arbei t- geberin könne auch sä umig werden, ohne pflichtwidrig gehandelt zu h a- ben. Massgebend sei einzig, ob die Arbeitgeberin im Zeitpunkt des Ei n- tritts des Versicherungsfalles einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sei. G. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2011 (BVGer act. 17) schloss die Instruk- tionsrichterin den Schriftenwechsel. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, im Rahmen der nac h- folgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen, ob die Prozes s- voraussetzungen vorliegen und auf die Beschwerde einzutreten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 1.1 Anfechtungsobjekt bildet die Anschlussverfügung der Vorinstanz vom 11. März 2011. Diese stellt eine Verfügung nach Art. 5 des Bundesgeset- zes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwa l- tungsverfahrensgesetz, VwVG, SR 172.021) dar. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gege n Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern kein Ausnahmetatbestand erfüllt ist (Art. 31, 32 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 172.32]). Z u- lässig sind Beschwerden gegen Verfügungen von Vor instanzen gemäss Art. 33 VGG. Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ist eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. h VGG, zumal diese im Bereich der beruflichen Vo r- sorge öffentlich-rechtliche Aufgaben des Bundes erfüllt (Art. 60 Abs. 2bis i.V.m. Abs. 1 Bst. d BVG). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. C-2142/2011 Seite 5 1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil - genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat an dessen Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges Int e- resse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie ist daher zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 VwVG), und die Beschwerdeführerin hat den einverlangten Kostenvorschuss innert der gesetzten Frist beza hlt. Auf die Bes chwerde ist daher einzutreten. 1.3 Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln sind in verfah- rensrechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massge bend, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt der spezialgesetzlichen Übergangsbestimmun - gen. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejeni gen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfül lung des zu Rechtsfolgen führen den Sach- verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3, BGE 134 V 315 E. 1.2). 2. Mit der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann ge rügt wer- den, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht (ein schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe auf einer u n- richtigen oder unvol lständigen Feststellung des rechts erheblichen Sach- verhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be - gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be - schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut - heissen oder den an gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be - gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212, vgl. BGE 128 II 145 E. 1.2.2, BGE 127 II 264 E. 1b). 3. Streitig und damit vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen ist vorliegend, ob die Vorinstanz von der Beschwerdeführerin zu Recht mit Anschlussverfügung vom 1 1. März 2011 einen Schadenersatz von Fr. 3'349.60 sowie die Kosten von Fr. 750.-, Fr. 450.- und Fr. 375.- gestützt auf das Kostenreglement erhoben hat. D er zwangsweise C-2142/2011 Seite 6 Anschluss (Ziff. 1 des Dispositivs der Anschlussverfügung) wird nicht bestritten. 4. 4.1 Obligatorisch zu versichern ist jeder Arbeitnehmer, der das 17. Altersjahr vollendet hat und bei einem Arbeitgeber mehr als den gesetzlichen Mindestjahreslohn gemäss Art. 2 Abs. 1 BVG in Ver bindung mit Art. 5 der Verordnung vom 18. April 1984 über die ber ufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) erzielt und bei der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) versichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG). Dieser Mindestlohn wurde bisher verschiedene Male der Entwicklung in der AHV angepasst (Art. 9 BVG). In der beruflichen Vorsorge sind die Begriffe Arbeitnehmer, Selbständigerwerbender und Arbeitgeber im Sinne des AHV -Rechts zu verstehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute Bundesgericht] B 52/05 vom 9. Juni 2006 mit Hinweisen, ferner BGE 115 Ib 37 E. 4). Ist ein Arbeitnehmer weniger als ein Jahr lang bei einem Arbeitgeber beschäftigt, so gilt als Jahreslohn der Lohn, den er bei ganzjähriger Beschäftigung erzielen würde (Art. 2 Abs. 2 BVG in der Fassung vom 3. Oktober 2003 [1. BVG-Revision], in Kraft seit 1. Januar 2005). 4.2 Gemäss Art. 60 Abs. 2bis BVG kann die Auffangeinrichtung zur Erfü l- lung ihrer Aufgaben nach Abs. 2 Bst. a (Zwangsanschluss) und Bst. b (Anschluss von Arbeitgebern auf deren Begehren), Art. 12 Abs. 2 BVG (Beiträge, Zinsen und Schadenersatz im Zusammenhang mit Leistungen vor dem Anschluss) Verfügungen erlassen, welche vollstreckbaren Urte i- len im Sinne von Art. 80 des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1) gleichgestellt sind. 4.3 Für Arbeitnehmer beginnt die obligatorische Versicherung mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses (Art. 10 Abs. 1 BVG). Damit ist sicherg e- stellt, dass auch ein Arbeitnehmer, der vom Arbeitgeber nicht bei der Vor- sorgeeinrichtung angemeldet wird, einen Versicherungsschutz geniesst. Bezweckt wird die lückenlose obligatorische Vorsorge zur Abdeckung der Risiken Tod und Invalidität (HANS-ULRICH STAUFFER, Berufliche Vorsorge, 2. Auflage, 2012, Rz. 635-637). 4.4 Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehmende, die obligatorisch zu ve r- sichern sind, muss er sich gemäss Art. 11 BVG einer in das Register für die berufliche Vorsorge eingetragenen Vorsorgeeinrichtung anschliessen. C-2142/2011 Seite 7 Die Ausgleichskasse der AHV überprüft, ob die von ihr erfassten Arbei t- geber einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind. Arbeitgeber, die i h- rer Anschlusspflicht nicht nachgekommen sind, fordert sie auf, sich inne r- halb von zwei Monaten anzuschliessen. Kommt der Arbeitgeber dieser Aufforderung nicht nach, meldet die Ausgleichs kasse ihn an die Auffan g- einrichtung (Art. 11 Abs. 4 - 6 BVG). Diese ist verpflichtet, den Arbeitgeber im Rahmen der gesetzlichen Pflichten bei ihr anzuschliessen (Art. 60 Abs. 2 Bst. a BVG), und zwar rückwirkend auf den Zeitpunkt, in dem er oblig a- torisch zu ver sichernde Arbeitnehmende beschäftigt hat (Art. 11 Abs. 3 und 6 BVG). Die Pflicht eines Arbeitgebers, sich einer anerkannten Vo r- sorgeeinrichtung anzuschliessen, stellt einen Eckpfeiler des Obligator i- ums der beruflichen Vorsorge dar. Aus dieser "Grund pflicht des Arbeitge- bers" (Botschaft BVG, BBl 1976 I 223) leiten sich alle anderen Pflichten ab. Aus der verspäteten Unterstellung eines Arbeitnehmers unter das Obligatorium dürfen dem säumigen Arbeitgeber keine finanziellen Vorteile erwachsen, umso mehr, als für die gesamte Periode ab unterlassene r rechtzeitiger Unterstellung ein Risikoschutz besteht ( STAUFFER, a.a.O. Rz. 1453). 4.5 Gemäss Art. 12 Abs. 1 BVG haben Arbeitnehmende oder ihre Hinte r- lassenen Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen, auch wenn sich der Arbeitgeber noch nicht einer Vorsorgeeinrichtung angeschlossen hat . Diese Leistungen werden von der Auffangeinrichtung erbracht. Entsteht der gesetzliche Anspruch eines Arbeitnehmers auf Versicherungs - oder Freizügigkeitsleistung zu einem Zeitpunkt, a n dem sein Arbeitgeber noch keiner Vorsorgeeinrichtung angeschlossen ist, so wird der Arbeitgeber von Gesetzes wegen für alle dem Obligatorium unterstellten Arbeitne h- mer der Auffangeinrichtung angeschlossen. Weist der Arbeitgeber nach, dass eine andere Vor sorgeeinrichtung auch die bisherigen Verpflichtu n- gen der Auffangeinrichtung übernimmt, so wird der Anschluss des Arbei t- gebers bei der Auffangeinrichtung auf den Zeitpunkt der Verpflichtung s- übernahme durch die andere Vorsorgeeinrichtung aufgehoben ( Art. 2 Abs. 1 und 2 der Verordnung vom 28. August 1985 über die Ansprüche der Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge [SR 831.434]). 5. 5.1 Der Arbeitsvertrag wurde am 18. März 2009 unterzeichnet und der Arbeitsbeginn war am 25. Mai 2009. Gemäss Lohnabrechnungen (act. 3) zog die Arbeitgeberin dem Arbeitnehmer bereits ab Juni 2009 einen mo- natlichen Pensionskassenbeitrag von Fr. 379.15 ab. C-2142/2011 Seite 8 5.2 Ein freiwilliger Anschluss ist nur solange möglich, als kein Versich e- rungsfall eintritt (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C - 2473/2006 vom 24. April 2008 E. 2.2 und E. 5.3). Vorliegend ist der Versi- cherungsfall mit dem Tod des Arbeitnehmers am 25. August 2009 eing e- treten, bevor ein Anschluss erfolgte. Die Vertragsofferte der C._______ wurde nicht unterschrieben , und die Anmeldung der Beschwerdeführerin bei der Vorinstanz ging erst am 20. Januar 2010 ein. 5.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe die notwendigen Schritte zu einem BVG-Anschluss unternommen und es sei nicht ihr Ve r- schulden, dass der Arbeitnehmer noch nicht vorsorgeversichert gewesen und der Leistungsfall vor Unterzeichnung der Verträge eingetreten sei. Massgebend ist einzig der tatsächlich erfolgte Anschluss an eine Vorsor- geeinrichtung bei Aufnahme der Geschäftstätig keit. Die Beschwerdefü h- rerin war verpflichtet, sich per 25. Mai 2009 einer registrierten Vorsorg e- einrichtung anzuschliessen. Aus welchem Grund der Anschluss nicht e r- folgte, spielt keine Rolle (vgl. RÉMY WYLER in: Schneider/Geiser/Gächter [Hrsg.], BVG und F ZG, Bern 2010, Rz. 7 zu Art. 12 BVG) . Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände sind demnach nicht zu h ö- ren. Muss die Auffangeinrichtung Leistungen erbringen, wobei es sich um Leistungen in den Fällen Tod und Invalidität handelt, schuldet der Arbeit- geber nicht nur die entsprechenden Beiträge samt Verzugszinsen, so n- dern auch einen Zuschlag als Schadenersatz (Art. 12 Abs. 2 BVG). Wie dieser Schadenersatz zu berechnen ist, wird nicht weiter ausgeführt. Die Botschaft verweist auf Regelungen auf Ver ordnungs- oder Reglementse- bene (Botschaft BVG, BBl 1976 I, 225). Die Verordnung über die Anspr ü- che der Auffangeinrichtung der beruflichen Vorsorge (VOAE, SR 831.434) regelt in Art. 3 Abs. 3 diese Schadenersatzpflicht, wonach der Arbeitgeber zur Zahlung eines Zuschlags in der Höhe der vierfachen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität verpflichtet wird. Der Zuschlag wird für den Zeitraum berechnet, in dem der Arbeitgeber bei einer Vorsorgeeinrichtung hätte angeschlossen sein müssen, bis zum Eintritt des Versicherungsfal- les (STAUFFER, a.a.O., Rz. 1464). Die Pflicht zur Zahlung zusätzlicher Bei- träge als Schade nersatz setzt keine vorgängige Aufforderung im Sinne von Art. 11 Abs. 5 BVG voraus (vgl. RÉMY WYLER a.a.O., Rz. 13 zu Art. 12 BVG). C-2142/2011 Seite 9 Indem die Vorinst anz von der Beschwerdeführerin einen Zuschlag im Sinne eines Schadenersatzes von Fr. 3'349.60.- forderte, entspricht dies den Anforderungen gemäss Art. 3 Abs. 3 VOAE, wonach die vierfachen Beiträge für die Risiken Tod und Invalidität, hier Fr. 837.40 pro Arbeitneh- mer (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge), als Zuschlag gerechtfertigt sind (vgl. act. 31). 5.4 Die Beschwerdeführerin rügt zu Unrecht die Auferlegung der Kosten der Verfügung von Fr. 450.-, der Gebühren für die Durchführung des Zwangsanschlusses von Fr. 375.-, der Kosten für die rückwirkende Rech- nungsstellung gemäss Kostenreglement (Fr. 100.- pro Person und Jahr, im Minimum Fr. 200.-) und für die Durchführung des Leistungsfalles bei fehlender Vo rsorge gemäss Art. 12 BVG von Fr. 750.- (vgl. Ziff. 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung). Die Grundlage für diese Ko s- ten und Gebühren befindet sich in Art. 56 Abs. 1 Bst. d BVG e contrario, wonach die Kosten, welche der Auffangeinrichtung aufgrun d ihrer Täti g- keit nach Art. 11 Abs. 7 und Art. 60 Abs. 2 BVG entstehen, vorab dem Verursacher zu überwälzen sind. Eine weitere Grundlage bildet das Ko s- tenreglement der Stiftung BVG zur Deckung von ausserordentlichen a d- ministrativen Umtrieben (act. 30), welches Bestandteil der Anschlussb e- dingungen und vorliegend anwendbar ist. Zusammenfassend steht fest, dass der verstorbene Arbeitnehmer ab dem 1. Juni 2009 obligatorisch zu versichern war und die Beschwerdeführerin als Arbeitgeberin ab diesem Zeitpunkt einer registrierten Vorsorgeeinrich- tung hätte angeschlossen sein sollen. Dieser Anschlusspflicht ist sie nicht nachgekommen. Im Weiteren ereignete sich vor dem Anschluss ein Lei s- tungsfall. Aus diesen Gründen ist der zwangsweise Anschluss an die Vor- instanz, die daraus resultierende Kostenfolge und die Schadenersatzfo r- derung nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 6. 6.1 Dieser Ausgang des Verfahrens hat zur Folge, dass die Beschwerd e- führerin kostenpflichtig wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrenskosten werden in Anwendung des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf Fr. 1'000.- festgesetzt und mit dem geleisteten Ko s- tenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. C-2142/2011 Seite 10 6.2 Der obsiegenden Vorinstanz ist gemäss der Rechtsprechung, wonach Träger oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG grun d- sätzlich keinen Anspruch auf Parteientschädigung haben (BGE 126 V 143 E. 4), keine Parteientschädigung zuzusprechen. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten werden auf Fr. 1'000.- festgesetzt und der B e- schwerdeführerin auferlegt . Sie werden mit dem geleisteten Kostenvo r- schuss von Fr. 1'000.- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. …; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen – die Oberaufsichtskommission BVG Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Christine Schori Abt C-2142/2011 Seite 11 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 600 4 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173. 110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, sowei t sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: