A bteilung III C -2161/2007 {T 0/2} U rteil vom 20. Juni 2007 M itw irkung: Eduard Acherm ann, vorsitzender R ichter; Elena Avenati-C arpani, R ichterin; Francesco Parrino, R ichter; D aniel Stufetti, G erichtsschreiber. B ._______, H interbergstrasse 26, Postfach, 6330 C ham , Beschw erdeführerin, gegen Stiftung A uffangeinrichtung B VG , Zw eigstelle D eutschschw eiz, Binzstrasse 15, Postfach 2855, 8022 Zürich, Vorinstanz betreffend Zw angsanschluss an die Stiftung A uffangeinrichtung B VG . B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 24. O ktober 2006 forderte die AH V-Ausgleichskasse Zug die Firm a B._______, deren Inform ationen zufolge Arbeitnehm ende der B._______ der obligatorischen Vorsorge unterstellt w aren, gem äss Art. 11 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, H interlas- senen- und Invalidenvorsorge (BVG , SR 831.40) auf, sich bis zum 15. N o- vem ber 2006 einer registrierten Vorsorgeeinrichtung anzuschliessen und ihr den erfolgten Anschluss zu bestätigen, und w ies darauf hin, dass sie, sofern kein Anschluss erfolge, der Stiftung Auffangeinrichtung BVG zur zw angsw eisen U nterstellung gem eldet w erde. B. Am 17. N ovem ber 2006 m eldete die Ausgleichskasse Zug die B._______ der Stiftung Auffangeinrichtung BVG zum Zw angsanschluss, da die B._______ den verlangten N achw eis über den Anschluss an eine Vorsor- geeinrichtung nicht erbracht habe. C . D ie Stiftung Auffangeinrichtung BVG verfügte daraufhin am 8. M ärz 2007 rückw irkend per 1. M ärz 2000 den zw angsw eisen Anschluss an die Auf- fangeinrichtung BVG und auferlegte ihr die Kosten für die Verfügung von Fr. 450.- sow ie G ebühren für den Zw angsanschluss von Fr. 375.-. D . G egen diese Verfügung erhob die B._______ (im Folgenden Beschw erde- führerin) am 19. M ärz 2007 Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht und beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Seit Beginn der Abrechnungspflicht sei der Ausgleichskasse Zug jew eils unterschrift- lich bestätigt w orden, dass das Personal sow ohl nach U VG als nach nach BVG versichert sei. Am 13. D ezem ber 2006 habe in ihrem Auftrag die R ._______ der Ausgleichkasse Zug m itgeteilt, dass die B._______ seit ih- rer G ründung der W interthur-C olum na, Stiftung für berufliche Vorsorge (im Folgenden W interthur C olum na) angeschlossen sei. Am 15. Januar 2007 sei der Ausgleichskasse Zug sodann durch R ._______ erneut bestätigt w orden, dass die B._______ seit ihrer G ründung der W interthur C olum na angeschlossen sei. D ie B._______ reichte nun auch eine Kopie des An- schlussvertrags m it der W interthur-C olum na vom 5. M ai 2000 ein. E. Am 5. April 2007 leistete die B._______ dem Bundesverw altungsgericht rechtzeitig den von ihr verlangen Kostenvorschuss von Fr. 800.-. G egen die ihr m it Verfügung vom 29. M ärz 2007 m itgeteilte Zusam m ensetzung des Spruchkörpers w urden innert gesetzter Frist keine Einw endungen er- hoben. F. Am 2. M ai 2007 beantragte die Stiftung Auffangeinrichtung BVG die G ut- heissung der Beschw erde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Las- ten der Beschw erdeführerin. N ach der M eldung durch die Ausgleichskasse Zug sei die Beschw erdefüh- rerin am 11. D ezem ber 2006 eingeladen w orden, bis am 11. Januar 2007 zum angedrohten Zw angsanschluss Stellung zu nehm en, doch habe diese nicht reagiert. D ie nun eingereichten U nterlagen seien der Stiftung Auf- fangeinrichtung BVG erst m it der Ü berm ittlung der Beschw erde bekannt 3 gew orden. Es rechtfertige sich daher, der Beschw erdeführerin die in der angefochtenen Verfügung gesprochenen Kosten von Fr. 825.- aufzuerle- gen. G . M it R eplik vom 18. M ai 2007 hielt die Beschw erdeführerin an ihren Anträ- gen fest und m achte noch einm al geltend, die Ausgleichskasse Zug sei vor dem Zw angsanschluss darüber inform iert gew esen, dass ein Zw angsan- schluss nicht erforderlich sei, und sie gehe davon aus, dass diese Inform a- tionen an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG w eitergeleitet w orden seien. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 Anfechtungsgegenstand bildet im vorliegenden Verfahren die Verfügung der Vorinstanz vom 8. M ärz 2007. D iese stellt gem äss Art. 60 Abs. 2bis BVG eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bundesgeset- zes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021) dar. 1.2 D ie Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts ergibt sich gem äss Art. 31 und 33 Bst. h des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes- verw altungsgericht (VG G , SR 173.32), nachdem w ie hier keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. 1.3 D as Bundesverw altungsgericht beurteilt die angefochtene Verfügung nach M assgabe der Verfahrensvorschriften des Vw VG (Art. 1 Abs. 1 und 2 Bst. e Vw VG , i. V. m . Art. 33 Bst. h VG G ). M angels eines ausdrücklichen Verw ei- ses im BVG finden die Bestim m ungen des Bundesgesetzes vom 6. O ktober 2000 über den Allgem einen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG , SR 830.1), insbesondere auch dessen 2. Abschnitt über das Sozialversiche- rungsverfahren, keine Anw endung (Art. 2 ATSG ). 1.4 D ie Beschw erdeführerin hat gegen die Verfügung der Auffangeinrichtung form - und fristgerecht Beschw erde erhoben (Art. 50 und 52 Vw VG ) und den von ihm verlangten Kostenvorschuss rechtzeitig einbezahlt. 1.5 D ie Beschw erdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom m en (Art. 48 Abs. 1 Bst. a Vw VG ), ist durch die angefochtene Verfügung beson- ders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c Vw VG ). Er ist daher zur Beschw erde legiti- m iert. 1.6 Auf die Beschw erde ist dam it einzutreten. 2. 2.1 O bligatorisch zu versichern ist jeder Arbeitnehm er, der das 17. Altersjahr vollendet hat, bei einem Arbeitgeber m ehr als den gesetzlichen Jahres- M indestlohn gem äss Art. 2 Abs. 1 BVG in Verbindung m it Art. 5 der Ver-4 ordnung vom 18. April 1984 über die berufliche Alters-, H interlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2, SR 831.441.1) erzielt und bei der AH V ver- sichert ist (Art. 5 Abs. 1 BVG ). Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehm er, die obligatorisch zu versichern sind, m uss er sich gem äss Art. 11 BVG einer in das R egister für die beruf- liche Vorsorge eingetragenen Vorsorgeeinrichtung anschliessen oder eine solche errichten. D ie zuständige Ausgleichskasse der AH V überprüft, ob die von ihr erfass- ten Arbeitgeber einer registrierten Vorsorgeeinrichtung angeschlossen sind, und fordert Arbeitgeber, die ihrer Anschlusspflicht nicht nachgekom - m en sind, auf, sich innerhalb von zw ei M onaten einer registrierten Vorsor- geeinrichtung anzuschliessen (Art. 11 Abs. 4 und 5 BVG ). Bei erfolgloser M ahnung m eldet diese den Arbeitgeber der Auffangeinrichtung zum rück- w irkenden Anschluss an (Art. 11 Abs. 6 BVG ). D ie Stiftung Auffangeinrich- tung BVG ist daraufhin verpflichtet, den Arbeitgeber zw angsw eise anzu- schliessen (Art. 60 Abs. 2 BVG ). 2.2 Aus dem von der Beschw erdeführerin im Beschw erdeverfahren vorgeleg- ten Anschlussvertrag m it der W interthur C olum na vom 5. M ai 2000 geht hervor, dass sie sich gem äss Art. 11 BVG per 1. Februar 2000 an eine re- gistrierte Vorsorgeeinrichtung angeschlossen hat. D am it ist sie ihrer ge- setzlichen Anschlusspflicht nachgekom m en, und der nachträglich der von der Vorinstanz verfügte Zw angsanschluss (Art. 60 Abs. 2 BVG ) ist daher gegenstandslos. D ies ist unter den Parteien denn auch nicht m ehr strittig. D ie angefochtene Verfügung ist daher im H auptpunkt (Ziff. 1- 3 des D ispositivs der angefoch- tenen Verfügung) aufzuheben. 3. 3.1 Strittig und noch zu prüfen bleibt, ob bzw . unter w elchen Voraussetzungen die Vorinstanz der Beschw erdeführerin die gem äss D ispositivziffer 4 der angefochtenen Verfügung in R echnung gestellten Kosten für den Erlass der Verfügung von Fr. 450.- sow ie die G ebühren für den Zw angsanschluss von Fr. 375.- auch dann in R echnung stellen darf, w enn die Beschw erde- führerin im Zeitpunkt des Zw angsanschlusses bereits einer registrierten Vorsorgeeinrichtung angeschlossen w ar. 3.2 G em äss Art. 11 Abs. 7 BVG stellen die Auffangeinrichtung und die Aus- gleichskasse der AH V dem säum igen Arbeitgeber für den von ihm verur- sachten Verw altungsaufw and in R echnung. Indem die Beschw erdeführerin im Verfahren betreffend die Kontrolle der Anschlusspflicht die ihr auferleg- ten Fristen unbenutzt verstreichen liess, die Ausgleichskasse Zug dam it verpflichtet w ar, die Beschw erdeführerin der Stiftung Auffangeinrichtung BVG zum Zw angsanschluss zu m elden, und die Beschw erdeführerin der Stiftung Auffangeinrichtung BVG auf deren Aufforderung hin nicht antw or- tete, w ar die Vorinstanz gezw ungen, die Beschw erdeführerin zw angsw eise anzuschliessen. D abei hat sie der Beschw erdeführerin zu R echt die Kos- ten für den Erlass der Verfügung von Fr. 450.- sow ie die G ebühren für den 5 Zw angsanschluss von Fr. 375.- auferlegt. 3.3 Im Verlauf des vorliegenden Verfahrens erbrachte die Beschw erdeführerin nun einerseits den N achw eis eines Anschlusses an eine registrierte Vor- sorgeeinrichtung, w as zur Folge hatte, dass die angefochtene Verfügung im H auptpunkt aufzuheben ist (vgl. vorne, Ziff. 2), andererseits aber auch dargetan, dass das von ihr beauftragte Büro R ._______ der Ausgleichs- kasse Zug den N achw eis des Anschlusses an eine registrierte Vorsorge- einrichtung bereits vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung erbracht hat. 3.4 Es ist zw ar zutreffend, dass die Beschw erdeführerin einerseits von der Ausgleichskasse Zug, andererseits von der Stiftung Auffangeinrichtung BVG Aufforderungen erhalten hat, es erscheint aber auf der anderen Seite auch verständlich, dass die Beschw erdeführerin bei dieser Sachlage an- nahm , eine Antw ort an jene Behörde, w elche das Verfahren auslöste und ihr am nächsten stand, sei ausreichend beziehungsw eise – m it anderen W orten - die Ausgleichskasse Zug w erde die Stiftung Auffangeinrichtung BVG ihrerseits inform ieren. D er Ausgleichskasse Zug m usste erkennbar sein, dass die an sie gerichtete Ü berm ittlung des Anschlussvertrags an die falsche Behörde adressiert w ar, und sie hätte diese daher an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG w eiterleiten sollen. 3.5 D am it ist die Beschw erdeführerin nicht in rechtlich relevanter W eise für das Erw achsen der Kosten für den Erlass der Verfügung der Vorinstanz- von Fr. 450.- sow ie die G ebühren für den Zw angsanschluss von Fr. 375.- verantw ortlich. Auch Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung w ird daher aufgehoben. 4. D ie Beschw erde w ird daher gutgeheissen und die angefochtene Verfügung aufgehoben. 4.1 Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). D er Beschw erdeführerin w ird der von ihr einbezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.- zurückerstattet. 4.2 D a der obsiegenden Beschw erdeführerin durch die Beschw erdeführung keine notw endigen und verhältnism ässig hohe Kosten erw achsen sind (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ) und sie denn auch keinen entsprechenden Antrag stellt, ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen.6 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung aufgehoben. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. D er Beschw erdeführerin w ird der von ihr bezahlte Kostenvorschuss von Fr. 800.- zurückerstattet. 3. Es w erden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (G erichtsurkunde, Beilage: R ückerstattungs- form ular - der Vorinstanz (G erichtsurkunde; R ef-N r. 3909) - dem Bundesam t für Sozialversicherungen (einschreiben) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Eduard Acherm ann D aniel Stufetti R echtsm ittelbelehrung G egen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, Schw eizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie D ie Beschw erdeführerin in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :