<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00242</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106336&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00242</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.10.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Rückforderung zu Unrecht bezogener Leistungen wird nicht durch ein blosses Missverständnis ausgeschlossen Das Verwaltungsgericht ist zuständig. Zu entscheiden hat die Einzelrichterin (E. 1). Wer unter unwahren oder unvollständigen Angaben Hilfe erwirkt hat, ist zur Rückerstattung verpflichtet (E. 2a). Welche Aufkunft die Beschwerdegegnerin erhielt, ist umstritten. Lässt sich nicht nachweisen, dass die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes erfüllt waren, bleibt die objektive Rechtslage massgebend (E. 2b). Auf Grund der Aussagen der Beteiligten lässt sich nicht nachweisen, dass der Fürsorgesekretär der Beschwerdegegnerin eine falsche oder auch nur missverständliche Auskunft erteilt hat (E. 2c). Die übrigen Voraussetzungen des Vertrauensschutzes sind nicht mehr zu prüfen (E. 2d). Weitere Mängel des erstinstanzlichen Beschlusses sind nicht ersichtlich (E. 2e).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSKUNFTSPFLICHT">AUSKUNFTSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MISSVERSTÃNDNIS">MISSVERSTÃNDNIS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNG">RÃCKERSTATTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Staats- und Verfassungsrecht UR: Artikel 8, 9, 29 ff BV ST: TREU UND GLAUBEN">TREU UND GLAUBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSGRUNDLAGE">VERTRAUENSGRUNDLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 9 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 26 SHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. B, geboren 20. Mai 1938, wurde ab dem 1. August 1997 von der Gemeinde V sozialhilferechtlich unterstÃ¼tzt. Vermutlich am 25. Februar 1999 fÃ¼hrte sie mit dem zustÃ¤ndigen FÃ¼rsorgesekretÃ¤r eine Unterredung, in der die Belehnung bzw. vorzeitige Auszahlung von Vor­sorgeguthaben zur Sprache kam, deren Verlauf die Parteien jedoch sehr unterschiedlich darstellen. Am 15. MÃ¤rz 1999 wurde dem Konto von B ein FreizÃ¼gigkeitsguthaben von Fr. 23'532.20 gutgeschrieben, was sie der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde vorerst nicht meldete. Erst anlÃ¤sslich ihres Wegzugs in eine andere Gemeinde erwÃ¤hnte sie den Vorgang Ende September 1999 gegenÃ¼ber dem FÃ¼rsorgesekretÃ¤r.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde V beschloss deshalb am 27. Juni 2000, B habe die von <br/> April bis September 1999 bezogenen FÃ¼rsorgeleistungen in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 15'256.90 zurÃ¼ckzuerstatten. Das FÃ¼rsorgesekretariat wurde beauf­tragt, diesen Betrag einzufordern und Strafanzeige einzureichen. In der Folge erÃ¶ffnete die Bezirksanwaltschaft W gegen B ein Strafverfahren, das am 26. Januar 2001 durch eine EinstellungsverfÃ¼gung abgeschlossen wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. B erhob gegen den Beschluss der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde V am 1. August 2000 Rekurs an den Bezirksrat W und verlangte sinngemÃ¤ss, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und auf die RÃ¼ckerstattung sei zu verzichten. Der Bezirksrat hiess das Rechtsmittel am 4. Juli 2001 im Sinn der ErwÃ¤gungen gut. Er erwog im Wesentlichen, die Rekurrentin habe zwar ihre Meldepflicht gegenÃ¼ber der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde verletzt, doch sei sie durch eine von ihr falsch verstandene Auskunft des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs anlÃ¤sslich einer Unterredung am 25. Februar 1999 dazu bewogen worden, die Vorsorgegelder zu beziehen. Ihr Vertrauen darin, nicht rÃ¼ckerstattungspflichtig zu werden, sei zu schÃ¼tzen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Die Gemeinde V wandte sich dagegen am 3. August 2001 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und verlangte die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses des Bezirksrats. Die Beschwerdegegnerin sei zur RÃ¼ckerstattung der von ihr zu Unrecht bezogenen FÃ¼rsorgegelder zu verpflichten.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat Ã¼berwies dem Verwaltungsgericht am 21. August 2001 die Akten und verzichtete auf Vernehmlassung. Von der Beschwerdegegnerin ging keine Antwort ein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><a id="Text5"></a><span>Die Einzelrichterin</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) funktionell und sachlich zustÃ¤ndig. Da auch die weiteren Sachentscheidsvoraussetzungen gegeben sind, ist auf das Rechtsmittel einzutreten. Wegen des Streitwerts der Angelegenheit von Fr. 15'256.90 hat gemÃ¤ss § 38 Abs. 2 VRG die Einzelrichterin zu entscheiden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss § 26 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) ist zur RÃ¼ckerstattung verpflichtet, wer unter unwahren oder unvollstÃ¤ndigen Angaben wirtschaftliche Hil­fe erwirkt hat. Wie der Bezirksrat zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, gehen Leistungen der Sozialversicherungen der Sozialhilfe vor und sind bei deren Bemessung vollumfÃ¤nglich anzurechnen. Dies gilt auch fÃ¼r vorzeitige Auszahlungen von Vorsorgeeinrichtungen der zweiten SÃ¤ule (E.2.4 der Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe [SKOS-Richtlinien], 3. A., Dezember 2000). Dass die Beschwerdegegnerin der BeschwerdefÃ¼hrerin den Zufluss von ca. Fr. 23'500.- im MÃ¤rz 1999 erst im August desselben Jahrs meldete, bewirkte somit die weitere Leistung von UnterstÃ¼tzung. Die Beschwerdegegnerin wÃ¤re deshalb ohne Weiteres zur RÃ¼ckzahlung verpflichtet, wÃ¤ren nicht zusÃ¤tzliche UmstÃ¤nde zu berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Ã¼bereinstimmender Darstellung der Parteien kamen die Vorsorgeguthaben anlÃ¤sslich einer Unterredung der Beschwerdegegnerin mit dem zustÃ¤ndigen FÃ¼rsorgesekre­tÃ¤r zur Sprache, die vermutlich am 25. Februar 1999 stattfand. Ãber den genauen Inhalt der Besprechung und insbesondere Ã¼ber die durch den SekretÃ¤r gemachten Angaben besteht allerdings keine Einigkeit. Die Beschwerdegegnerin machte vor Bezirksrat geltend, vom So­zial­amt die Auskunft erhalten zu haben, dass auf Pensionskassengelder kein Regress mÃ¶glich sei. Es ist deshalb â wie bereits durch die Vorinstanz â zu prÃ¼fen, ob eine RÃ¼ckforderung der zwischen April und September 1999 bezogenen UnterstÃ¼tzungsleistungen aufgrund des Grundsatzes des Vertrauensschutzes ausgeschlossen ist. Dabei liegt die objektive Beweislast auf Seiten der Beschwerdegegnerin: LÃ¤sst sich nicht nachweisen, dass sÃ¤mtliche Voraussetzungen des Vertrauensschutzes im vorliegenden Fall erfÃ¼llt waren, so ist die objektive Rechtslage massgebend und der erstinstanzliche Beschluss in Aufhebung des Bezirksratsentscheids zu bestÃ¤tigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Vertrauensschutz setzt als erstes das Bestehen einer Vertrauensgrundlage voraus. Dabei muss es sich um eine Handlung eines staatlichen Organs handeln, die bei einer Person bestimmte Erwartungen auslÃ¶st (Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 532). Als Vertrauensgrundlage kommen vorliegend nur die AuskÃ¼nfte des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs der BeschwerdefÃ¼hrerin an die Beschwerdegegnerin anlÃ¤sslich der Unterredung vom 25. Februar 1999 in Betracht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ãber den Inhalt dieser Besprechung besteht allerdings zwischen den Parteien hinsichtlich der massgebenden Punkte keine Einigkeit. Die Beschwerdegegnerin sagte am 28. August 2000 auf dem Kantonspolizeiposten X aus, sie habe sich bei ihrem Betreuer erkundigt, ob das Sozialamt ihre FreizÃ¼gigkeitspolice beleihen wÃ¼rde, was dieser abgelehnt habe. Er habe ihr geraten, sich bei ihrer Bank bezÃ¼glich einer Beleihung zu erkundigen. Darauf habe sie ihn gefragt, ob das Sozialamt Regress auf die Auszahlung nehmen kÃ¶nnte. Der Betreuer habe ihr klar und unmissverstÃ¤ndlich mitgeteilt, das Sozialamt habe keinen Zugriff auf die Pensionskassengelder. GestÃ¼tzt auf diese Aussage habe sie dann die fragliche Auszahlung veranlasst (act. 9/6). AnlÃ¤sslich ihrer Einvernahme durch die Bezirksanwaltschaft W am 15. Januar 2001 fÃ¼hrte die Beschwerdegegnerin aus, sie habe ihre FreizÃ¼gigkeitspolice dem Berater des Sozialamts vorgelegt und ihn gefragt, ob die BehÃ¶rde diese beleihen kÃ¶nne. Er habe dies verneint und ihr geraten, zur Bank zu gehen oder sich direkt an die Versicherung zu wenden. Sie habe ihn darauf gefragt, ob das Sozialamt ihr dieses Geld wieder wegnehmen kÃ¶nne, d.h. Regress nehmen wÃ¼rde. Er habe "nein" gesagt, auf Pensionskassengelder dÃ¼rfe nicht gegriffen werden. Ihr sei darauf das Geld sehr schnell auf ihr Bankkonto Ã¼berwiesen worden. Auf die Frage der BezirksanwÃ¤ltin, weshalb sie den Bezug der Pensionskassengelder nicht der FÃ¼rsorgebehÃ¶rde gemeldet habe, antwortete die Beschwerdegegnerin, fÃ¼r sie sei klar gewesen, dass diese auf die Gelder keinen RÃ¼ckgriff nehmen dÃ¼rfe (act. 9/12 S. 2 f.). Der an der Unterredung beteiligte FÃ¼r­sorgesekretÃ¤r sagte am 3. Oktober 2000 auf dem Kantonspolizeiposten V aus, die Beschwerdegegnerin sei ca. Anfang MÃ¤rz 1999 in seinem BÃ¼ro erschienen und habe ihn gefragt, ob sie ein Darlehen auf ihre Pensionskassengelder erhalten kÃ¶nne. Er habe ihr gesagt, die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde gebe keine Darlehen oder Bevorschussungen, und ihr geraten, sich an eine Bank zu wenden. Auf die Frage, ob die Beschwerdegegnerin habe wissen wol­len, ob das Sozialamt bei einer allfÃ¤lligen Auszahlung der Police auf die Gelder Regress nehmen kÃ¶nne, antwortete er, dies sei richtig. Er habe ihr zur Antwort gegeben, das Sozialamt wÃ¼rde einen Vorbezug der Pensionskassengelder als Einkommen betrachten. Ab Auszahlungsdatum mÃ¼sse sie damit rechnen, keinen Anspruch mehr auf finanzielle UnterstÃ¼tzung durch die Stadt zu haben. Auf entsprechende Frage fÃ¼hrte der FÃ¼rsorgesekretÃ¤r aus, die Beschwerdegegnerin habe ihm nie ihre FreizÃ¼gigkeitspolice vorgelegt (act. 9/9). In der Einvernahme durch die Bezirksanwaltschaft W am 15. Januar 2001 sagte der SekretÃ¤r aus, die Beschwerdegegnerin habe ihn gefragt, ob das Sozialamt die Pensionskasse beleihe. Er habe ihr geantwortet, dass die FÃ¼rsorge keine Pensionskassengelder beleihe und sie sich eventuell an eine Bank wenden kÃ¶nne. Weiter habe die Beschwerdegegnerin gefragt, ob die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde die Gelder behÃ¤ndigen resp. Regress nehmen kÃ¶nne. Er habe ihr erklÃ¤rt, das Sozialamt kÃ¶nne keinen RÃ¼ckgriff machen, wenn sie im AHV-Alter die Pensionskassen­gelder ausbezahlt erhalte, die FÃ¼rsorgeleistungen kÃ¶nnten nicht rÃ¼ckwirkend daraus ge­deckt werden. Er denke, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihn missverstanden habe. Nach seiner Meinung habe sie ihm eine Police vorgelegt. Auf die Frage, ob er der Beschwerdegegnerin gegenÃ¼ber geÃ¤us­sert habe, dass die FÃ¼rsorgebehÃ¶rde keinen Regress auf ihre Pensi­onskassengelder nehmen kÃ¶nne, antwortete der SekretÃ¤r, es sei mehr um die Auszahlung gegangen. Er habe ihr gesagt, dass im Fall einer Auszahlung im AHV-Alter kein RÃ¼ckgriff genommen werden kÃ¶nne, d.h. dass diese Gelder nicht fÃ¼r bereits bezahlte UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge verwendet werden kÃ¶nnten, sondern eine Neuberechnung der zu bezahlenden Unter­stÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge nÃ¶tig werde. Im andern Fall wÃ¼rde ein Gesamtbetrag, der ausbezahlt werde, ebenfalls berÃ¼cksichtigt und es wÃ¼rden solange keine UnterstÃ¼tzungsbeitrÃ¤ge ausbezahlt, als jemand davon leben kÃ¶nne (act. 9/13).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die angefÃ¼hrten Aussagen der Beteiligten gehen auf den ersten Blick diametral auseinander: WÃ¤hrend die Beschwerdegegnerin behauptete, der FÃ¼rsorgesekretÃ¤r habe ihr die Auskunft gegeben, dass auch auf eine RÃ¼ckzahlung von Vorsorgeleistungen vor Erreichen des Pensionsalters nicht zugegriffen werden kÃ¶nnte, fÃ¼hrte dieser selbst aus, die Beschwerdegegnerin ausdrÃ¼cklich darÃ¼ber aufgeklÃ¤rt zu haben, dass eine vorzeitige Auszahlung dieser Guthaben zur Folge hÃ¤tte, dass sie ihren Lebensunterhalt bis zum Verbrauch dieser Mit­tel daraus zu bestreiten hÃ¤tte und in dieser Zeit kein Anspruch mehr auf FÃ¼rsorgeleistungen bestÃ¼nde. Die Aussagen des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs sind in diesem Hauptpunkt widerspruchsfrei. Dass er vor der Polizei im Gegensatz zur Vernehmung durch die Bezirksanwaltschaft noch behauptete, keine Versicherungspolice vorgelegt erhalten zu haben, ist von untergeordneter Bedeutung. Bei nÃ¤herer Betrachtung fÃ¤llt auf, dass der beteiligte FÃ¼rsorgesekretÃ¤r in beiden Einvernah­men â wenn auch jeweils nur auf entsprechende Frage â unterschied zwischen einem RÃ¼ckgriff auf die Pensionskassengelder zur Deckung bereits ausgerichteter FÃ¼rsorgeleistungen, und der BerÃ¼cksichtigung vorzeitiger Auszahlungen bei der Bemessung zukÃ¼nftiger wirtschaftlicher Hilfe. Aufgrund dieser aktenkundigen Aussagen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin die Aussagen das FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs tatsÃ¤ch­lich falsch verstanden bzw. nur teilweise aufgenommen hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dieses MissverstÃ¤ndnis stellt allerdings nicht ohne Weiteres eine genÃ¼gende Grund­lage fÃ¼r Vertrauensschutz dar, sondern nur dann, wenn zusÃ¤tzlich davon auszugehen ist, dass die AuskÃ¼nfte des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs auch fÃ¼r andere Personen in der Lage der Beschwer­degegnerin in derselben Weise missverstÃ¤ndlich gewesen wÃ¤ren. Diese Ãberzeugung kann jedoch aufgrund der Aussagen der Beteiligten nicht gewonnen werden, obwohl der Rat an die BeschwerdefÃ¼hrerin, ihre Bank wegen einer Beleihung ihrer Police anzufragen, die Entstehung des Irrtums begÃ¼nstigt haben kÃ¶nnte. Da aber die Frage der ZugriffsmÃ¶glichkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin auf ausbezahlte Pensionskassengelder gleich daran anschliessend besprochen wurde, kann diese Aussage des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs nicht als un­mittelbar fÃ¼r den Irrtum kausal angesehen werden, vielmehr erscheint es gleichermassen wahrscheinlich, dass das MissverstÃ¤ndnis mangelnder Aufmerksamkeit der Beschwerdegegnerin zuzuschreiben ist. Die AuskÃ¼nfte des FÃ¼rsorgesekretÃ¤rs der BeschwerdefÃ¼hrerin stellen somit keine genÃ¼gende Grundlage fÃ¼r den Schutz des Vertrauens der Beschwerdegegnerin dar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Fehlt es damit bereits an der Grundvoraussetzung des Vertrauensschutzes, so ist nicht mehr eingehend zu prÃ¼fen, ob die Ã¼brigen Voraussetzungen erfÃ¼llt wÃ¤ren. Ob die Beschwerdegegnerin den FÃ¼rsorgesekretÃ¤r, der nur Antrag an die BehÃ¶rde stellt und selber nicht Ã¼ber die wirtschaftliche Hilfe entscheiden kann, zur Erteilung der Auskunft fÃ¼r zustÃ¤ndig halten durfte, ist allerdings fraglich. Hingegen ist anzunehmen, dass die Beschwerdegegnerin von der Richtigkeit der erhaltenen Auskunft ausgehen durfte, da der FÃ¼rsorgesekretÃ¤r einerseits fachkundig ist und andererseits aufgrund der Funktion von Vorsorgeguthaben nicht ohne Weiteres angenommen werden muss, dass deren Auszahlung als Einkommen anzurechnen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Andere MÃ¤ngel des erstinstanzlichen Beschlusses der BeschwerdefÃ¼hrerin sind nicht ersichtlich. Insbesondere wird der zurÃ¼ckverlangte Betrag durch die Akten hinreichend belegt (act. 5/10).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text4"></a></span><span>entscheidet die Einzelrichterin</span><span>:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird die Beschwerdegegnerin verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin Fr. 15'256.90 zurÃ¼ckzuerstatten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>