<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00276</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204129&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00276</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>"Megaposter-Konzept" der Stadt Zürich<br/><br/>Erteilt die Baubehörde eine Baubewilligung aus Einordnungsgründen nur unter Auflagen, darf die Baurekurskommission nur überprüfen, ob die Baubehörde aus vernünftigen Gründen annehmen durfte, dass mit der Nebenbestimmung Mängel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden können (E. 2.2). Der blosse Verweis auf eine Verwaltungsverordnung (hier: das "Megaposter-Konzept") reicht nicht aus, um eine unbefriedigende Einordnung eines Plakatwerbeträgers zu begründen (E. 3.1). Plakatwerbeträger können auch dann als eine sich ständig verändernde Schicht erlebt werden, wenn die Baubehörde anordnet, dass die Sujets von Zeit zu Zeit wechseln sollen (E. 3.2).<br/>Teilweise Gutheissung (E. 4).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFLAGE">AUFLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFRISTUNG">BEFRISTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BRACHE">BRACHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERFORDERLICHKEIT">ERFORDERLICHKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEGAPOSTER">MEGAPOSTER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 27 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 36 Abs. 3 BV</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 321 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 26 S. 14</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 72</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 19. Dezember 2002 erteilte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich der A AG die Baubewilligung fÃ¼r die Befestigung eines grossflÃ¤chigen Werbebilds ("Megaposter") an der Nordfassade des GebÃ¤udes Neufrankengasse in ZÃ¼rich (Kreis 4; Kat.Nr. 01). GemÃ¤ss der VerfÃ¼gung darf Werbung indes nur wÃ¤hrend neun Monaten pro Jahr gezeigt werden.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die A AG erhob gegen die BeschrÃ¤nkung der jÃ¤hrlichen Werbezeit Rekurs an die Baurekurskommission I. Diese hiess den Rekurs gut und hob die angefochtene Nebenbestimmung auf.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Am 20. August 2003 erhob die Stadt ZÃ¼rich gegen den Rekursentscheid Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Der angefochtene Entscheid sei unter Kostenfolgen aufzuheben und die Nebenbestimmung der VerfÃ¼gung wieder herzustellen. Die Baurekurskommission I beantragte am 5. September 2003 die Abweisung der Beschwerde, ebenso die A AG am 20. Oktober 2003; Letztere beantragte zudem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span>Zustellung der Beschwerdeantwort</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Zustellung der Beschwerdeantwort zur Stellungnahme, eventualiter zur Kenntnisnahme. â GemÃ¤ss § 58 Satz 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) ist die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels fakultativ. Aufgrund des GehÃ¶rsanspruchs in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) muss dagegen ein zweiter Schriftenwechsel zwingend durchgefÃ¼hrt werden, wenn das Gericht auf neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und rechtliche Vorbringen abstellen will, die erst in der Beschwerdeantwort vorgebracht wurden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 58 Rz. 10). Vorliegend enthielt die Beschwerdeantwort weder neue rechtliche Vorbringen noch neue tatsÃ¤chliche Behauptungen (Letztere wÃ¤ren vorliegend ohnehin in aller Regel unzulÃ¤ssig; § 52 Abs. 2 VRG). Damit reichte es aus, die Beschwerdeantwort der BeschwerdefÃ¼hrerin zur Kenntnisnahme zuzustellen. Weiter gehende AnsprÃ¼che aus Art. 6 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (dazu VGr, 4. Dezember 2003, VB.2002.00376, E. 3b/aa, www.vgrzh.ch) stehen der beschwerdefÃ¼hrenden Gemeinde aufgrund von Art. 1 (bzw. Art. 34) EMRK nicht zu.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span>Nebenbestimmungen von Einordnungsentscheiden</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>GemÃ¤ss § 238 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) sind Bauten fÃ¼r sich und in ihrem Zusammenhang mit der Umgebung so zu gestalten, dass eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird. Der kommunalen BaubehÃ¶rde steht bei der Anwendung dieser Vorschrift Ermessen zu. Die Baurekurskommission kÃ¶nnte diesen Spielraum aufgrund des Wortlauts von § 20 Abs. 1 VRG an sich frei Ã¼berprÃ¼fen. Aufgrund der Gemeindeautonomie (Art. 48 der Kantonsverfassung vom 18. April 1869 in Verbindung mit Art. 50 Abs. 1 BV) wird diese ÃberprÃ¼fungsbefugnis jedoch wesentlich eingeschrÃ¤nkt (BGE 115 Ia 363 E. 3b; VGr, 15. MÃ¤rz 2000, VB.2001.00340, E. 2c, www.vgrzh.ch; KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 20 Rz. 19, je mit Hinweisen). LÃ¤sst sich der kommunale Entscheid auf vernÃ¼nftige GrÃ¼nde stÃ¼tzen, darf ihn die Baurekurskommission nicht allein deshalb aufheben, weil ihr eine gegenteilige BegrÃ¼ndung ebenfalls als vertretbar erscheint.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, dass das Megaposter nur unter der Auflage be­willigt werden kann, dass die FlÃ¤che wÃ¤hrend drei Monaten pro Jahr leer bleibt (so genannte "Brache"). Indem die Baurekurskommission diese Nebenbestimmung aufhob, habe sie ihr Ermessen zu Unrecht anstelle jenes der BeschwerdefÃ¼hrerin gesetzt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Anordnungen betreffend die maximale Dauer von Werbung tangieren die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV; vgl. BGE 128 I 3 E. 3a). Die vorliegend zu beurteilende Nebenbestimmung muss somit auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen (Art. 36 Abs. 1 BV). Nebenbestimmungen von Baubewilligungen kÃ¶nnen in der Regel auf § 321 Abs. 1 PBG abgestÃ¼tzt werden. Danach ist die Baubewilligung mit den erforderlichen Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen, Befristungen) zu verknÃ¼pfen, wenn damit MÃ¤ngel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden kÃ¶nnen. Die ZulÃ¤ssigkeit von Nebenbestimmungen kann sich auch aus dem mit dem Gesetz verfolgten Zweck ergeben; sie kÃ¶nnen insbesondere dann gerechtfertigt sein, falls eine Bewilligung ohne Nebenstimmungen hÃ¤tte verweigert werden mÃ¼ssen (Art. 5 Abs. 2 BV; BGE 121 II 88 E. 3a; VGr, 23. Januar 2003, VB.2002.00351, E. 3a, www.vgrzh.ch; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. A., ZÃ¼rich etc. 2002, Rz. 902 und 918).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Erteilt die BaubehÃ¶rde, wie hier, eine Baubewilligung aus EinordnungsgrÃ¼nden nur unter einer Auflage, so darf die Baurekurskommission aufgrund ihrer eingeschrÃ¤nkten Kognition nur Ã¼berprÃ¼fen, ob die BaubehÃ¶rde aus vernÃ¼nftigen GrÃ¼nden annehmen durfte, dass mit der Nebenbestimmung MÃ¤ngel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden kÃ¶nnen (vgl. § 321 Abs. 1 PBG sowie vorn E. 2.1). Lassen sich ebenso vernÃ¼nftige GrÃ¼nde fÃ¼r weniger oder andere Nebenbestimmungen finden, darf die Rekurskommission nicht ihr Ermessen anstelle jenes der BaubehÃ¶rde setzen. Die Baurekurskommission darf jedoch dann eingreifen, wenn die Gemeinde ihr Ermessen missbrauchte, Ã¼berschritt oder sonst in irgendeiner Weise rechtsverletzend handhabte. Damit ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob die angeordnete "Brache" eine geeignete und erforderliche Massnahme darstellt, um die mit den Einordnungsvorschriften verfolgten Ã¶ffentlichen Interessen zu erreichen (Art. 36 Abs. 3 BV) beziehungsweise MÃ¤ngel des Bauvorhabens zu beheben (§ 321 Abs. 1 PBG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span>Erforderlichkeit der Massnahme</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die BaubehÃ¶rde ordnete in der Bewilligung eine "Brache" an (Zeitraum, in dem die FlÃ¤che nicht mit Werbung versehen werden darf). Die Rekurskommission hob diese Auflage auf, da sich die Plakatwerbestelle genÃ¼gend einordne. Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht dagegen wie bereits im Rekursverfahren geltend, dass durch die "Brachzeiten" die Fassade ohne Werbung wahrgenommen werden kÃ¶nne. Durch den Wechsel von VerhÃ¼llen und EnthÃ¼llen wÃ¼rde eine Dynamik erreicht, die fÃ¼r den Standort und fÃ¼r die Art der Werbung nur Vorteile bringe. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stÃ¼tzt sich dabei auf das Konzept fÃ¼r "grossflÃ¤chige Werbebilder in der Stadt ZÃ¼rich", das sie in den Jahren 1999 und 2000 im Dialog mit Vertretern der Werbebranche entwickelte. GemÃ¤ss diesem Konzept soll fÃ¼r ortsgebundene Fremdwerbung eine "Brache" von drei Monaten und fÃ¼r ortsgebundene Eigenwerbung eine "Brache" von acht Monaten gelten. Im Konzept wird dies wie folgt begrÃ¼ndet:</span></p> <p class="EinzugZitat"> "Die neuen grossflÃ¤chigen Werbebilder wirken zusammen mit den bestehenden Reklameobjekten (Plakate, Schaufenster, Logos und Schrift­zÃ¼ge), dem Mobiliar im Aussenraum und der Beleuchtung als ephemere (flÃ¼chtige, sich schnell verÃ¤ndernde) Schicht an der OberflÃ¤che der bestÃ¤ndigeren Bauwerke, die sie wie ein leichter, durchsichtiger Schleier umhÃ¼llt. Mit dieser in schnellen Rhythmen transformierten Schicht aktualisiert sich die Erscheinung des Ã¶ffentlichen Raumes der Stadt.</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Die ephemere Schicht soll so gewirkt sein, dass sie die Wahrnehmung der Stadt im Tages- und im Kunstlicht mehrdeutig â in der Art von Kippfiguren â ermÃ¶glicht. Sowohl die Schicht als auch die Bauwerke sollen fÃ¼r sich und in ihren Ãberlagerungen in den Blick genommen werden kÃ¶nnen. Um dies zu gewÃ¤hrleisten, sind bei der Installation der sehr stark in Erscheinung tretenden grossflÃ¤chigen Bilder Brachen erforderlich, ZeitrÃ¤ume, in der die dafÃ¼r vorgesehen Stelle leer bleibt. Damit wird auch die Nachhaltigkeit der Wirkung des Auftrittes unterstÃ¼tzt."</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin darf die ModalitÃ¤ten der Plakatierung im Rahmen eines Gesamtkonzepts regeln (BGE 128 I 3, 16). Aufgrund ihrer Autonomie steht es ihr auch zu, fÃ¼r einzelne Kategorien von Plakaten aufgrund von deren Art und GrÃ¶sse besondere Konzepte zu entwickeln (vgl. BGE 128 I 3, 15 E. 3e/cc). Die BeschwerdefÃ¼hrerin mÃ¶chte mit dem vorliegenden Megaposter-Konzept eine rechtsgleiche Handhabung der Einordnungsvorschrift sicherstellen. Der BewilligungsbehÃ¶rde sollen damit Leitlinien und Gesichtspunkte zur Konkretisierung der Ermessensvorschrift von § 238 PBG vorgegeben werden. Das Konzept erweist sich damit als Verwaltungsverordnung (HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 123 f.). Weil es somit keine Rechtsquelle darstellt, sind die Gerichte nicht daran gebunden (Pierre Tschannen/Ulrich Zim­mer­li/Regina Kiener, Allgemeines Verwaltungsrecht, Bern 2000, S. 274). Zu berÃ¼cksichtigen ist das Megaposter-Konzept nur insoweit, als es eine dem Einzelfall gerecht werdende Auslegung der massgebenden Bestimmungen zulÃ¤sst (BGE 122 V 19, 25 E. 5 b/bb). FÃ¼r die BewilligungsbehÃ¶rde heisst das wiederum, dass sie bei der Verweigerung oder der Erteilung der Bewilligung unter Auflagen nicht einfach auf die Verwaltungsverordnung verweisen darf. Vielmehr hat sie im Einzelfall zu begrÃ¼nden, weshalb sich die geplante Werbeanlage gerade am vorgesehenen Standort nicht befriedigend einordnet (vgl. BGr, 21. Mai 1997, ZBl 99/1998, S. 170, 175). Die GrÃ¶sse der Plakatwerbung darf dabei als eines unter anderen Kriterien berÃ¼cksichtigt werden; sie allein rechtfertigt jedoch nicht die Verweigerung der Bewilligung (RB 1988 Nr. 76).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Mit der angeordneten "Brachezeit" soll fÃ¼r den Betrachter ein Wechsel bzw. eine gewisse Dynamik erkennbar werden. Die Plakatwerbestellen sollen als eine sich stÃ¤ndig verÃ¤ndernde Schicht erscheinen. Diese Dynamik wird fÃ¼r den Betrachter indessen ohne weiteres dadurch erkennbar, wenn die Sujets auf den Plakatwerbestellen von Zeit zu Zeit wechseln. Mit dem Wechsel der Sujets rÃ¼cken die Plakatwerbestellen in die NÃ¤he der im Konzept erwÃ¤hnten Bauwandbilder, die bereits aufgrund ihrer Beschaffenheit flÃ¼chtig wirken und deren Dauer durch die Bauarbeiten gleichsam natÃ¼rlich begrenzt ist. Die Anordnung, dass die Sujets auf den Plakatwerbestellen in periodischen AbstÃ¤nden wechseln mÃ¼ssen, ist damit zur Erreichung der fÃ¼r den Betrachter erkennbaren Dynamik ebenso geeignet wie die angeordnete "Brachezeit". Sie erweist sich indessen gegenÃ¼ber der "Brachezeit" als die mildere Massnahme. Die Baurekurskommission hat die angeordnete "Brache" somit zwar zu Recht aufgehoben, der BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch nicht Gelegenheit gegeben, eine ebenso geeignete aber mildere Nebenbestimmung (periodische Sujetwechsel) anzuordnen. Dies ist somit im Beschwerdeverfahren nachzuholen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Akten sind zur Neufassung der Nebenbestimmungen im Sinne der ErwÃ¤gungen an die BeschwerdefÃ¼hrerin zurÃ¼ckzuweisen. Die Verfahrenskosten sind den Parteien je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Da keine der Parteien vollstÃ¤ndig bzw. mehrheitlich obsiegt hat, sind keine ParteientschÃ¤digungen zuzusprechen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl § 17 N. 32).</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Akten werden zur Neufassung der Nebenbestimmungen im Sinne der ErwÃ¤gungen an das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur HÃ¤lfte auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>