<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00360</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205596&amp;W10_KEY=13013563&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00360</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.01.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einbürgerung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Das Gesuch des Beschwerdeführers um Aufnahme in das Gemeindebürgerrecht wurde abgelehnt. Einen dagegen erhobenen Rekurs hiess der Bezirksrat insofern gut, als er das Gesuch zur erneuten Überprüfung und Beschlussfassung zurückwies. Er führte dabei aus, bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Erhaltungsfähigkeit, welche unter anderem dann zu bejahen sei, wenn die Lebenskosten durch Rechtsansprüche gegen Dritte gedeckt seien, sei zu beachten, dass Art. 12 BV jeder Person einen Anspruch auf Hilfe in Notlagen einräume. Eine Gemeinde ist bei Streitigkeiten über die Aufnahme in ihr Bürgerrecht nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG legitimiert, das vorliegende Rechtsmittel zu ergreifen. Der Beschwerdegegner darf im Übrigen gestützt auf § 21 GemeindeG die Verleihung des Gemeindebürgerrechts grundsätzlich beanspruchen (E. 2). Die Eignung spielt bei dem auf § 21 GemeindeG gestützten Anspruch keine Rolle (E. 3). Die Fähigkeit zur wirtschaftlichen Erhaltung gilt gemäss § 5 BürgerrechtsV als gegeben, wenn die Lebenskosten und Unterhaltsverpflichtungen des Bewerbers oder der Bewerberin voraussichtlich in angemessenem Umfang durch Einkommen, Vermögen und Rechtsansprüche gegen Dritte gedeckt sind. Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe oder Fürsorge fallen als anrechenbare Einkünfte gänzlich ausser Betracht (E. 4.2). Das Gemeinwesen besitzt in der Regel keinen Anspruch auf Parteientschädigung. Vor allem grössere und leistungsfähigere Gemeinwesen haben sich so zu organisieren, dass sie Verwaltungsstreitsachen selbst durchfechten können, denn die Erhebung und Beantwortung von Rechtsmitteln gehört zu den angestammten amtlichen Aufgaben (E. 5). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BÃRGERRECHT">BÃRGERRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINBÃRGERUNG">EINBÃRGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SELBSTERHALTUNGSFÃHIGKEIT">SELBSTERHALTUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT">ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 BV</span><br/><span class="ungerade">§ 10 BÃRGERRV</span><br/><span class="gerade">§ 21 GemeindeG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2006 Nr. 28</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">A, geboren 1988 im heutigen Serbien und Montenegro und dessen StaatsangehÃ¶riger, ist seit dem 23. Juni 1998 in der Gemeinde X wohnhaft, wo er auch die Primar- und Sekundarschule besuchte. Derzeit besucht er das 10. Schuljahr an einer Berufswahlschule. Am 19. April 2004 ersuchte er um Erteilung der eidgenÃ¶ssischen EinbÃ¼rgerungsbewilligung.</p> <p class="Sachverhalt2">Sein Gesuch um Aufnahme in das GemeindebÃ¼rgerrecht wurde am 7. Juli 2004 vom BÃ¼rgerrechtsausschuss der Gemeindeexekutive ein erstes Mal behandelt. Der Ausschuss entschied, das Gesuch fÃ¼r sechs Monate zu sistieren, da As Eltern vollumfÃ¤nglich von der FÃ¼rsorge abhÃ¤ngig waren, der Vater allerdings fÃ¼r eine IV-Rente angemeldet war. Nachdem A mit dieser Sistierung nicht einverstanden war, lehnte die BÃ¼rgerliche Abteilung der Gemeindeexekutive das Gesuch am 17. August 2004 mit der BegrÃ¼ndung ab, die "Voraussetzungen zur EinbÃ¼rgerung des Bewerbers gemÃ¤ss §§ 5 und 21 der kantonalen BÃ¼rgerrechtsverordnung (wirtschaftliche VerhÃ¤ltnisse, Eignung)" seien nicht gegeben.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diesen Beschluss erhob A am 1. September 2004 Rekurs beim Bezirksrat Y. Letzterer hiess den Rekurs am 1. Juni 2005 insofern gut, als er das Gesuch zur erneuten ÃberprÃ¼fung und Beschlussfassung an die BÃ¼rgerliche Abteilung der Gemeindeexekutive zurÃ¼ckwies. Er fÃ¼hrte dabei aus, die Eignung dÃ¼rfe bei einem Anspruch auf Verleihung des GemeindebÃ¼rgerrechts keine Rolle spielen. Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen ErhaltungsfÃ¤higkeit, welche unter anderem dann zu bejahen sei, wenn die Lebenskosten durch RechtsansprÃ¼che gegen Dritte gedeckt seien, sei zu beachten, dass Art. 12 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) jeder Person einen Anspruch auf Hilfe in Notlagen einrÃ¤ume. Zudem sei bei einem erst 17 Jahre alten Bewerber grundsÃ¤tzlich von einer gÃ¼nstigen Prognose auszugehen. Schliesslich solle ihm nicht zur Last gelegt werden, dass seine Eltern SozialhilfeempfÃ¤nger seien.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde X liess am 12. September 2005 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht gelangen und beantragen, den Beschluss des Bezirksrates Y vom 1. Juni 2005 aufzuheben und den Beschluss der BÃ¼rgerlichen Abteilung der Gemeindeexekutive vom 17. August 2004 zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu As Lasten.</p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat Y verzichtete mit Schreiben vom 18. Oktober 2005 auf eine Vernehmlassung. A liess am 21. Oktober 2005 um Erstreckung der Frist fÃ¼r die Beschwerdeantwort ersuchen, eventualiter um Wiederherstellung der Frist bzw. Ansetzung einer Nachfrist. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 27. Oktober 2005 wurde dieses Gesuch abgelehnt.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde weist weder einen Streitwert auf noch betrifft sie eine die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit begrÃ¼ndende Sondermaterie. Sie ist daher gestÃ¼tzt auf § 38 Abs. 1 f. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) in Dreierbesetzung zu behandeln.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Eine Gemeinde ist bei Streitigkeiten Ã¼ber die Aufnahme in ihr BÃ¼rgerrecht nach § 70 in Verbindung mit § 21 lit. b VRG legitimiert, das vorliegende Rechtsmittel zu ergreifen (VGr, 28. Februar 2001, VB.2000.00389, E. 1b, und 15. Dezember 2004, VB.2003.00450, E. 2, beides unter www.vgrzh.ch). Der Beschwerdegegner darf im Ãbrigen gestÃ¼tzt auf § 21 des Gemeindegesetzes vom 6. Juni 1926 (GemeindeG, LS 131.1) die Verleihung des GemeindebÃ¼rgerrechts grundsÃ¤tzlich beanspruchen. </p> <p class="Urteilstext">Absatz 1 dieser Bestimmung verpflichtet die politischen Gemeinden, jeden seit mindestens zwei Jahren in der Gemeinde wohnenden Schweizer BÃ¼rger auf Verlangen in das BÃ¼rgerrecht aufzunehmen, wenn dieser sich und seine Familie selber zu erhalten vermag, genÃ¼gende Ausweise Ã¼ber seine bisherigen Heimats- und FamilienverhÃ¤ltnisse und Ã¼ber einen unbescholtenen Ruf beibringt sowie die EinkaufsgebÃ¼hr entrichtet (Satz 1), wobei fÃ¼r einen Gesuchsteller zwischen 16 und 25 Jahren nebst den Ã¼brigen Voraussetzungen zwei Jahre Wohnsitz im Kanton reichen (Satz 2). Absatz 2 wiederum behandelt in der Schweiz geborene AuslÃ¤nder wie Schweizer BÃ¼rger, vorbehÃ¤ltlich der nur fÃ¼r jene nÃ¶tigen Erteilung des so genannten Landrechts durch den Kanton. Absatz 3 schliesslich stellt nicht in der Schweiz geborene AuslÃ¤nder von 16 bis 25 Jahren den im Land Geborenen solchen Alters gleich, sofern sie nachweisen kÃ¶nnen, in der Schweiz wÃ¤hrend mindestens fÃ¼nf Jahren den Unterricht auf Volks- oder Mittelstufe in einer der Landessprachen besucht zu haben. Alsdann erlaubt § 43 Abs. 1 lit. l in Verbindung mit § 19c Abs. 2 VRG die Beschwerde gegen einen bezirksrÃ¤tlichen Rekursentscheid betreffend EinbÃ¼rgerung (RB 2000 Nrn. 35 f.; Handbuch EinbÃ¼rgerungen, herausgegeben vom Amt fÃ¼r Gemeinden und berufliche Vorsorge des Kantons ZÃ¼rich, ZÃ¼rich 2002, Kap. 1.4, 4.5).</p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer ist im Ausland geboren und hat in der Schweiz mehr als fÃ¼nf Jahre Unterricht auf Volks- und Mittelschulstufe in deutscher Sprache besucht. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen gegeben sind, ist das Rechtsmittel an die Hand zu nehmen. Davon ausgespart bleiben muss allerdings â insofern die Beschwerde einfach die Aufhebung des (gesamten) vorinstanzlichen Beschlusses(dispositivs) verlangt â die dortige Kostenfreiheit der Parteien, weil das der BeschwerdefÃ¼hrerin mangels Belastung kein gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 21 VRG schutzwÃ¼rdiges Anfechtungsinteresse verleiht. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat die Aufnahme in das BÃ¼rgerrecht unter anderem mit der BegrÃ¼ndung abgelehnt, die Integration des Beschwerdegegners sei nicht gut. Wie die Vorinstanz unter Bezugnahme auf VGr, 15. Dezember 2004, VB.2003.00450, E. 5, www.vgrzh.ch, zutreffend festhÃ¤lt, spielt die Eignung beim auf § 21 GemeindeG gestÃ¼tzten Anspruch auf Verleihung des GemeindebÃ¼rgerrechts keine Rolle. Dieser Aspekt ist denn auch nicht mehr strittig.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Strittig ist hingegen, ob sich der Beschwerdegegner, wie in § 21 Abs. 1 Gemeindegesetz gefordert, wirtschaftlich "selber zu erhalten vermag". GemÃ¤ss der BeschwerdefÃ¼hrerin mangelt es an dieser Voraussetzung, da der Beschwerdegegner als SchÃ¼ler Ã¼ber kein festes Einkommen verfÃ¼ge und seine Eltern vollumfÃ¤nglich von der FÃ¼rsorge unterstÃ¼tzt wÃ¼rden. DemgegenÃ¼ber sei gemÃ¤ss der Vorinstanz im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen ErhaltungsfÃ¤higkeit zu beachten, dass gemÃ¤ss Art. 12 BV jede Person einen Anspruch auf Hilfe in Notlagen habe und die FÃ¤higkeit zur wirtschaftlichen Erhaltung unter anderem dann als gegeben gelte, wenn die Lebenskosten des Bewerbers durch RechtsansprÃ¼che gegen Dritte gedeckt seien. Zudem dÃ¼rfe bei jÃ¼ngeren, in Ausbildung stehenden Personen grundsÃ¤tzlich von einer gÃ¼nstigen Prognose ausgegangen werden. Schliesslich solle dem Bewerber nicht zur Last gelegt werden, dass seine Eltern SozialhilfeempfÃ¤nger sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die FÃ¤higkeit zur wirtschaftlichen Erhaltung gilt gemÃ¤ss § 5 der Verordnung Ã¼ber das Gemeinde- und das KantonsbÃ¼rgerrecht vom 25. Oktober 1978 (BÃ¼rgerrechtsV, LS 141.11) als gegeben, wenn die Lebenskosten und Unterhaltsverpflichtungen des Bewerbers oder der Bewerberin voraussichtlich in angemessenem Umfang durch Einkommen, VermÃ¶gen und RechtsansprÃ¼che gegen Dritte gedeckt sind. Zu den AnsprÃ¼chen gegenÃ¼ber Dritten zÃ¤hlen insbesondere Forderungen gegenÃ¼ber privaten und Ã¶ffentlichen Versicherungs- und Vorsorgeeinrichtungen, also auch Forderungen aus den Sozialversicherungen wie Unfall- und Krankenversicherung, Alters- und Hinterbliebenenversicherung sowie Invalidenversicherung (AHV/IV), Arbeitslosenversicherung und anderen. Intakte soziale Netze, die selbst ungeachtet familienrechtlicher UnterstÃ¼tzungspflichten auch in finanzieller Hinsicht tragen werden, sind ebenfalls zu berÃ¼cksichtigen (vgl. Handbuch EinbÃ¼rgerungen, Kap. 3.3.2). Dagegen fallen Leistungen der Ã¶ffentlichen Sozialhilfe oder FÃ¼rsorge als anrechenbare EinkÃ¼nfte grundsÃ¤tzlich ausser Betracht (VGr, 15. Dezember 2004, VB.2003.00450, E. 6.2; VGr, 17. Mai 2000, VB.2000.00134, E. 2; VGr, 11. April 2001, VB.2001.00003, E. 2b â alle unter www.vgrzh.ch, im letzten Fall bestÃ¤tigt durch BGr, 27. August 2001, 1P.340/2001, www.bger.ch), wobei allerdings der bloss vorÃ¼bergehende Bezug von Sozialleistungen wÃ¤hrend der Dauer eines fremdenpolizeilichen Arbeitsverbotes noch nicht gegen die Annahme der wirtschaftlichen SelbsterhaltungsfÃ¤higkeit spricht (vgl. BGr, 27. August 2001, 1P.340/2001, E. 3b/dd, www.bger.ch). Es kann der Vorinstanz daher nicht gefolgt werden, wenn sie sich auf den Standpunkt stellt, dass bereits aufgrund des in Art. 12 BV verankerten Anspruchs auf Hilfe in Notlagen die wirtschaftliche Erhaltung als voraussichtlich gesichert angenommen werden kÃ¶nne. </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner hat die Sekundarschule besucht, wo er gemÃ¤ss den â unwidersprochen gebliebenen â Aussagen der BeschwerdefÃ¼hrerin schlechte Schulnoten erhalten hat und "nur dank einer sehr kleinen KlassengrÃ¶sse und dem entsprechend guten BetreuungsverhÃ¤ltnis" verbleiben konnte. Er hat keine Lehrstelle gefunden und besucht gegenwÃ¤rtig das 10. Schuljahr an einer Berufswahlschule. Da er auch keine anderweitige Arbeitsstelle in Aussicht hat, kann daher mit guten GrÃ¼nden davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdegegner auch in absehbarer Zeit nicht selber fÃ¼r seinen Lebensunterhalt aufzukommen vermag. </p> <p class="Urteilstext">Die Eltern des BeschwerdefÃ¼hrers waren vorliegend auf FÃ¼rsorgeleistungen angewiesen und werden es auch nach Ausrichtung der Teilrenten der IV bleiben, da diese den Bedarf nicht decken. Die Eltern werden auch kÃ¼nftig nicht in der Lage sein, den BeschwerdefÃ¼hrer aus eigenen Mitteln, das heisst ohne (zusÃ¤tzliche) FÃ¼rsorgeleistungen, zu unterhalten oder zu unterstÃ¼tzen, und der BeschwerdefÃ¼hrer kann seine wirtschaftliche SelbsterhaltungsfÃ¤higkeit deshalb auch nicht auf (ausreichende) Unterhalts- oder UnterstÃ¼tzungsleistungen der Eltern grÃ¼nden. Damit fehlt es dem BeschwerdefÃ¼hrer an der wirtschaftlichen ErhaltungsfÃ¤higkeit im Sinne von § 5 BÃ¼rgerrechtsV. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat eine EntschÃ¤digung verlangt. Da sie obsiegt hat, steht ihr zwar grundsÃ¤tzlich eine solche zu (vgl. § 17 Abs. 2 VRG). Das Gemeinwesen besitzt jedoch in der Regel keinen Anspruch auf ParteientschÃ¤digung. Vor allem grÃ¶ssere und leistungsfÃ¤higere Gemeinwesen haben sich so zu organisieren, dass sie Verwaltungsstreitsachen selbst durchfechten kÃ¶nnen, denn die Erhebung und Beantwortung von Rechtsmitteln gehÃ¶rt zu den angestammten amtlichen Aufgaben (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 19, mit Hinweisen). Die BeschwerdefÃ¼hrerin gehÃ¶rt zu den grÃ¶sseren Gemeinden im Kanton ZÃ¼rich. Zudem liegt kein aussergewÃ¶hnlicher Fall vor. Eine ParteientschÃ¤digung ist ihr deshalb nicht zuzusprechen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird</span> Ziff<span>. I des Beschlusses Nr. 155 des Bezirksrates Y vom 1. Juni 2005 aufgehoben und der Beschluss der BÃ¼rgerlichen Abteilung der Gemeindeexekutive vom 17. August 2004 bestÃ¤tigt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>