4. Oktober 1995 1031 Motion Frick Antrag der Kommission Die Kommission beantragt einstimmig, die Motion zu über- weisen. Proposition de la commission La commission propose, à l'unanimité, de transmettre la mo- tion. Präsident: Der Bundesrat ist bereit, die Motion entgegenzu- nehmen. Überwiesen - Transmis #ST# 95.3051 Motion Frick Änderung des BVG. Witwerrente für alle Pensionskassen Modification de la LPP. Instauration d'une rente de veuf Wortlaut der Motion vom 2. Februar 1995 Der Bundesrat wird eingeladen, den eidgenössischen Räten eine Änderung des Bundesgesetzes über die berufliche Al- ters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge vorzulegen, wo- nach neben der Witwenrente auch der Anspruch auf die Wit- werrente gesetzlich verankert wird. Texte de la motion du 2 février 1995 Le Conseil fédéral est chargé de soumettre aux Chambres une modification de la loi fédérale sur la prévoyance profes- sionnelle vieillesse, survivants et invalidité, instaurant une rente de veuf en plus de la rente de veuve actuelle. Mitunterzeichner - Cosignataires: Beerli, Bieri, Bisig, Bloet- zer, Brandii, Cavadini Jean, Cottier, Danioth, Delalay, Huber, Küchler, Maissen, Martin Jacques, Meier Josi, Morniroli, Onken, Petitpierre, Piller, Plattner, Prongué, Reymond, Rhi- now, Ruesch, Salvioni, Schallberger, Schiesser, Seiler Bern- hard, Simmen, Ziegler Oswald, Zimmerli (30) Frick Bruno (C, SZ): Meine Motion lädt den Bundesrat ein, das BVG so abzuändern, dass neben der Witwenrente auch der Anspruch auf eine Witwerrente gesetzlich verankert wird. Ich fasse die Überlegungen, die mich zur Einreichung dieser Motion veranlasst haben, kurz zusammen: In der Gleichstellung von Mann und Frau ist es nötig, dass auch die Witwerrente eingeführt wird, genau wie die Witwen- rente. Es ist doch eine Geringschätzung der wirtschaftlichen Leistung der Frau, wenn nach ihrem Tod gar kein Finanzbe- darf bejaht wird, wie dies im BVG heute der Fall ist. Die fort- schrittlichen privaten Kassen kennen heute bereits die Wit- werrente. Die öffentlichen Kassen müssen sie einführen; so hat das Bundesgericht entschieden. Aber vielerorts ist sie noch nicht verwirklicht, und einzelne Kassen wünschen das auch nicht. Die Experten sagen, durch die Witwerrente ent- stünde für die Kassen keine nennenswerte Belastung. Darum ist es nötig, die Witwerrente im Gesetz zu verankern. Bei der Beantwortung der Frage, warum ich den Vorstoss als Motion eingereicht habe, kann ich mich auf drei Punkte be- schränken: 1. Das Bundesgericht hat klar ausgeführt, es brauche eine Gesetzesänderung. Nur durch eine Gesetzesänderung kann die Witwerrente für alle eingeführt werden. Das ist der klare Entscheid des Bundesgerichtes. 2. Die Frage, wie wir die Witwerrente einführen wollen, wie sie auszugestalten ist, lässt die Motion offen; das kann nach dem Modell der AHV oder nach einem anderen Modell ge- schehen. Darum geht es heute im Rahmen der Behandlung der Motion gar nicht. 3. Wann ist das Gesetz zu ändern? Es ist politisch kein abso- lut dringendes Problem. Wir müssen es an die Hand nehmen, aber es hat Zeit; es kann bis zur ordentlichen Revision des BVG warten, die in etwa zwei Jahren kommen soll, und dort einbezogen werden. Aus diesen Gründen bitte ich Sie, Frau Bundesrätin, die Mo- tion entgegenzunehmen. Dreifuss Ruth, conseillère fédérale: Le Conseil fédéral pro- pose, contrairement à la demande qui vient d'être formulée, de transmettre cette motion sous forme de postulat. Il lui paraît opportun de souligner que cette révision se fera dans le cadre de la révision ordinaire de la LPP, prévue pour 1995. Cette révision ne se fera finalement qu'en 1996, mais c'est bien dans le cadre de cette révision-là que la motion Frick, plus que légitime et tout à fait opportune, devra être prise en considération. L'idée de la transmettre sous forme de motion donne à cette revendication un caractère disproportionné par rapport aux autres éléments dont nous devons nous occuper dans le ca- dre de cette révision. C'est la raison pour laquelle le Conseil fédéral est tout à fait disposé à aborder ce problème, à le trai- ter dans le cadre de cette révision, mais vous propose de transmettre la motion Frick sous forme de postulat. En effet, l'idée, la formulation de la motion - une rente de veuf - a l'air d'être tellement générale et ne précise pas les différentes formes que peut prendre une telle réalisation, qu'il paraît au Conseil fédéral qu'il vaudrait mieux transmettre cette motion sous forme de postulat. Frick Bruno (C, SZ): Frau Bundesrätin Dreifuss, Sie wollen genau dasselbe wie ich, nämlich in der nächsten Revision eine Witwerrente einführen. Sie sagen, Sie seien offen, wie sie ausgestaltet werden soll. Wir wollen genau dasselbe. Nun sagen Sie aber, das solle in Form eines Postulates ge- schehen. Ich will nicht kleinlich sein, aber ich meine, wenn wir im Hinblick auf die nächste Revision eine solche Gesetzes- änderung verbindlich verlangen, sei die Form der Motion er- forderlich. Ich habe nochmals das Ratsreglement konsultiert: Ein Postu- lat verlangt einen Bericht von Ihnen. Den Bericht haben Sie jetzt ja gegeben: Sie erachten diese Gesetzesänderung in der nächsten Revision als nötig. Also ist gar kein Postulat mehr erforderlich, sonst müssten Sie ja einen Bericht machen. Ge- mäss unserer Ratsordnung ist hier eine Motion nötig. Wir kommen genau zum gleichen Ziel. Beim Postulat müss- ten Sie, Frau Bundesrätin Dreifuss, nochmals Bericht erstat- ten. Das ist überflüssig. Vielmehr muss dieses Anliegen in der nächsten Revision aufgenommen werden. Und dies'ent- spricht der Form der Motion. Ich bitte, an der Motion festzu- halten. Sie ist das richtige Mittel. Präsident: Herr Frick hält an der Motion fest. Abstimmung - Vote Für Überweisung der Motion 16 Stimmen (Einstimmigkeit) Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr La séance est levée à 13 h 00Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Frick Änderung des BVG. Witwerrente für alle Pensionskassen Motion Frick Modification de la LPP. Instauration d'une rente de veuf In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1995 Année Anno Band IV Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 11 Séance Seduta Geschäftsnummer 95.3051 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 04.10.1995 - 08:30 Date Data Seite 1031-1031 Page Pagina Ref. No 20 026 393 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.