<h2>SubmittedText<h2><p>Die durch Covid-19 verursachte Pandemie und die immer wiederkehrenden Spekulationen über ein künftig noch tödlicheres Virus zwingen uns, jeden Aspekt im Zusammenhang mit der möglichen Herkunft von SARS-COV-2 zu untersuchen. Einige Forscher glauben, dass dieses Virus höchstwahrscheinlich auf einen Laborfehler zurückzuführen ist. </p><p>1. Welche anderen Quellen könnten wertvolle Beweise liefern, die die ungewöhnliche Schwere der Krankheit erklären würden? </p><p>Bei Ausbruch der Pandemie stellten Forscher des Instituts Pasteur und San Rafaele fest, dass Raucher möglicherweise weniger anfällig für das Virus sind als Nichtraucher. Dieser ungewöhnliche Befund ermutigt uns, nicht zu rauchen, sondern uns mit etwas zu befassen, das damit zusammenhängt: Dem Tabakmosaikvirus! Einer wissenschaftlichen Arbeit aus China zufolge wurde das TMV in allen Lungen von mit Covid infizierten Patienten entdeckt. Im Jahr 2012 veröffentlichte die Universität Wuhan einen Artikel, in dem sie ein Szenario einer Ko-Infektion zwischen SARS, Polio (wieder auf dem Vormarsch) und dem TMV beschreibt. Wir müssen genau prüfen, welche Rolle das TMV bei der Vermehrung von SARS spielt, um für künftige Pandemien gewappnet zu sein. Ebenso die über Jahrzehnte bekannte, spezifische Wechselwirkung zwischen diesem Virus und der körpereigenen Immunabwehr, obschon es sich im Menschen nicht vermehrt, bedarf es im Hinblick auf Covid-19 einer wissenschaftlichen Würdigung. </p><p>2. Ist der Bundesrat gewillt, ein Zusammenkommen von Experten auf diesem Gebiet anzuregen, um den Forschungsplatz Schweiz zu stärken?</p><p>3. Wenn der Bundesrat interessiert ist, ist er ev. auch bereit, finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Forschung in der Schweiz in diesen Fragen voranzutreiben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Virulenz von Viren ist grundsätzlich nicht abhängig von deren Herkunft. Dennoch sind Untersuchungen zum Ursprung von SARS-CoV-2 von Interesse für die Vorbeugung zukünftiger Gesundheitskrisen. Insbesondere wichtig hierbei sind die Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Abklärungen durch anerkannte Experten vor Ort&nbsp;erwirken kann. Im März 2021 veröffentlichte die WHO einen durch ein internationales Expertenteam verfassten Bericht, der mögliche Entstehungswege von SARS-CoV-2 untersucht. Im Juni 2022 legte die Scientific Advisory Group for the Origins of Novel Pathogens (SAGO) einen vorläufigen Bericht zur Herkunft von SARS-CoV-2 vor – weitere Berichte werden folgen. Zudem wurde bereits eine grosse Anzahl an wissenschaftlichen Studien zum Ursprung in namhaften Fachzeitschriften publiziert.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Ursprung des Virus ist jedoch noch nicht abschliessend geklärt und weiterhin Gegenstand der Forschung. Die Schweiz unterstützt die WHO als führende UNO-Organisation bei der Vorbereitung und Bewältigung von globalen Gesundheitskrisen. In diesem Rahmen kann sich die Schweiz für weiterführende Untersuchungen zum SARS-CoV-2 Ursprung und den internationalen Datenaustausch zur Pandemievorbereitung engagieren.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Gemäss dem Kenntnisstand des Bundesamtes für Gesundheit gibt es keinen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen dem Auftreten des&nbsp;Tabakmosaikvirus und einem damit verbundenen Schutz vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten hingegen darauf hin, dass Rauchen das Risiko für schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 erhöht.</p><p>&nbsp;</p><p>2.&nbsp;Internationale Zusammenarbeit und Austausch, die von zentraler Bedeutung sind, finden in allen Forschungseinrichtungen der Schweiz statt. Für die weitere Stärkung des Forschungsstandortes Schweiz stehen bereits Instrumente und Mittel zur Verfügung. Eine gezielte Anregung des Zusammenkommens von Experten zum Tabakmosaikvirus erachtet der Bundesrat nicht als zielführend, um den Forschungsplatz zu stärken.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>3.&nbsp;Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Förderung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) das geeignete Gefäss ist, kompetitive Forschung in diesem Bereich zu ermöglichen. Beim SNF können Projekte aus allen wissenschaftlichen Disziplinen eingereicht werden, welche an Forschungsinstituten der Schweizer Hochschulen vertreten sind. Interessierte Kreise können weiter im Rahmen von Prüfrunden der Nationalen Forschungsprogramme (NFP) nach dem Bottom-up Prinzip Themenvorschläge für neue Programme einreichen. Der Bundesrat hat die Forschung auf diesem Gebiet bereits unterstützt, indem er namentlich 2020 und 2021 zwei NFP zu Covid-19 lanciert hat.</p>