B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-7151/2023 A b s c h r e i b u n g s e n t s c h e i d v o m 2 1 . A u g u s t 2 0 2 4 Besetzung Einzelrichter David Weiss, Gerichtsschreiberin Tania Sutter. Parteien 1. Helsana Versicherungen AG, Zürichstrasse 130, Postfach, 8600 Dübendorf, 2. Sanitas Grundversicherungen AG, Jägergasse 3, Postfach 2010, 8021 Zürich, 3. KPT Krankenkasse AG, Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern, alle vertreten durch Einkaufsgemeinschaft HSK AG, Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf, Beschwerdeführerinnen, gegen Ärztegesellschaft des Kantons Glarus, Fliguetstrasse 3, 8872 Weesen, vertreten durch Konferenz der Ostschweizer Ärztegesellschaften (K-OCH), c/o Dr. med. Jürg Lymann, Spitalstrasse 5, 8880 Walenstadt, vertreten durch Prof. Dr. iur. Urs Saxer, Rechtsanwalt, und Dr. iur. Katja Gfeller, Rechtsanwältin, Steinbrüchel Hüssy Rechtsanwälte, Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich, Beschwerdegegnerin, Regierungsrat des Kantons Glarus, Rathaus, 8750 Glarus, handelnd durch Departement Finanzen und Gesundheit des Kantons Glarus, Rathaus, 8750 Glarus, Vorinstanz. Gegenstand Krankenversicherung, Festsetzung des definitiven TARMED-Taxpunktwertes für freipraktizierende Ärztinnen und Ärzte des Kantons Glarus ab dem 1. Januar 2019 (Beschluss des Regierungsrates des Kantons Glarus vom 21. November 2023, RRB 2018-246). C-7151/2023 Seite 3 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Regierungsrat des Kantons Glarus (nachfolgend: Vorinstanz) mit Beschluss vom 21. November 2023 ( RRB 2018-246) für die a mbulanten Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die nach TAR- MED abgerechnet werden, für die freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzte im Kanton Glarus einerseits und die von der Einkaufsgemeinschaft HSK AG vertretenen Versicherer anderseits ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezem- ber 2020 einen TARMED-Taxpunktwert von Fr. 0.83 und ab 1. Januar 2021 einen solchen von Fr. 0.86 festgesetzt hat, dass die von der Einkaufsgemeinschaft HSK AG vertretenen Krankenver- sicherungen ( nachfolgend: Beschwerdeführe rinnen) diesen Regierungs- ratsbeschluss mit Eingabe vom 22. Dezember 2023 insofern angefochten haben als ab dem 1. Januar 2021 ein TARMED- Taxpunktwert von Fr. 0.86 festgesetzt worden ist (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1), dass der von de n Beschwerdeführerinnen mit Zwischenverfügung vom 12. Januar 2024 bis zum 12. Februar 2024 einverlangte Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– am 18. Januar 2024 in der Gerichtskasse eingegangen ist (BVGer-act. 5 und 8), dass das Sistierungsgesuch der Ärztegesell schaft des Kantons Glarus (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 26. Januar 2024 mit Zwischen- verfügung vom 23. Februar 2024 gutgeheissen worden ist und das Be- schwerdeverfahren bis am 26. März 2024 sistiert worden ist (BVGer - act. 12 und 18), dass das Beschwerdeverfahren in der Folge wieder aufgenommen worden ist (vgl. BVGer -act. 22 ff.) und die Beschwerdegegnerin sowie die Vor - instanz mit Instruktionsverfügung vom 17. April 2024 zur Einreichung einer Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung aufgefordert w orden sind (BVGer-act. 28), dass der Instruktionsrichter das Beschwerdeverfahren mit Verfügung vom 27. Mai 2024 auf übereinstimmenden Antrag der Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin vor dem Hintergrund, dass die Tarifparteien eine Einigung erzielt haben, der noch durch den Regierungsrat zu geneh- migen sei, vorläufig bis zum 31. Oktober 2024 sistiert hat (vgl. BVGer - act. 33–39), C-7151/2023 Seite 4 dass der von den Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin ausgehandelte Vertragsnachtrag vom 24. Mai 2024/4. Juni 2024 zum Ta- rifvertrag vom Oktober und November 2015 mit Beschluss des Regierungs- rates des Kantons Glarus vom 4. Juli 2024 (RRB 2024-913) rückwirkend ab dem 1. Januar 2021 genehmigt worden ist (BVGer-act. 40), dass die Beschwerdeführerinnen mit Eingabe vom 12. August 2024 den Rückzug der Beschwerde erklärt und die Abschreibung des Beschwerde- verfahrens zufolge einer rechtskräftig genehmigten Tarifeinigung beantragt haben (BVGer-act. 41), dass im System der Tarifgestaltung des Bundesgesetzes über die obliga- torische Krankenpflegeversicherung Tarifverträge die Regel und die hoheit- liche Tariffestsetzungen die Ausnahme bilden sollen, was bereits aus dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 4, Art. 47 Abs. 1 und Art. 49 KVG (vgl. auch BVGE 2013/8 E. 2.4.6) erhellt (BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass das Primat des Tarifvertrages bereits in der Botschaft vom 6. Novem- ber 1991 über die Revision der Krankenversicherung hervorgehoben wurde (BBl 1992 I 93, 172 und 178) und mit dem KVG die Vertragsfreiheit zwischen Versicherungsträgern und Leistungserbringern gestärkt werden sollte (BBl 1992 I 93, 118 und 179; BVGE 2014/37 E. 3.5.1), dass der Bundesrat in seiner Rechtsprechung festhielt, dass dieses der vertraglichen Vereinbarung von Tarifen den klaren Vorrang einräumende System den Tarifpartnern gestattet, während eines vertragslosen Zustan- des jederzeit Tarife zu vereinbaren; dass es den Parteien daher nicht ver- wehrt sei, auch während eines hängigen Beschwerdeverfahrens Vertrags- verhandlungen zu führen und einen Vertrag abzuschliessen (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der Bundesrat weiter erwog, dass wenn die Kantonsregierung einen solchen Vertrag genehmigt, das normalerweise zur Folge habe, dass die Beschwerde gegenstandslos werde, falls der zeitliche Geltungsbereich der festgesetzten Tarife sich mit jenem der vertraglichen Vereinbarung deckt (RKUV 3/2002 E. II 2 S. 214), dass der hoheitlich festgesetzte Tarif rechtsprechungsgemäss gegen- standlos wird, sobald ein neuer Tarif vereinbart und genehmigt wird (Urteil des BVGer C-1918/2018 vom 9. Juli 2019 E. 5.9 m.H. auf BVGE 2011/61 E. 6.10.4 m.w.H.), C-7151/2023 Seite 5 dass das Beschwerdeverfahren daher im einzelrichterlichen Verfahren als durch Rückzug nach aussergerichtlichem Abschluss eines Tarifvertrags und Genehmigung durch die Vorinstanz gegenstandslos geworden abzu- schreiben ist (Art. 23 Abs. 1 Bst. a VGG), dass die Verfahrenskosten in der Regel jener Partei auferlegt werden, de- ren Verhalten die Gegenstandslosigkeit bewirkt hat (Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun- desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass die Verfahrenskosten gemäss Art. 6 Bst. a VGKE ganz oder teilweise erlassen werden können, wenn das Rechtsmittel ohne erheblichen Auf- wand für das Gericht durch Rückzug oder Vergleich erledigt wird, dass im vorliegenden Fall umständehalber keine Verfahrenskosten zu er- heben sind und der geleitstete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– den Be- schwerdeführerinnen zurückzuerstatten ist, dass bei diesem Verfahrensausgang die Parteikosten wettzuschlagen und keine Parteientschädigungen zuzusprechen sind (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 2 und 3 VGKE), dass die Beschwerde in öffentlich -rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegen Entscheide auf dem G ebiet der Krankenversiche- rung, die das Bundesverwaltungsgericht gestützt auf Art. 33 Bst. i VGG in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 KVG getroffen hat, gemäss Art. 83 Bst. r des BGG unzulässig und der vorliegende Abschreibungsentscheid somit end- gültig ist. C-7151/2023 Seite 6 Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Sistierung des vorliegenden Verfahrens wird aufgehoben. 2. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Rückzugs nach aussergerichtli- chem Abschluss eines Tarifvertrags und Genehmigung durch die Vor - instanz als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der einbezahlte Kostenvor- schuss von Fr. 5’000.– wird den Beschwerdeführerinnen zurückerstattet. 4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Dieser Entscheid geht an die Beschwerdeführerinnen, die Beschwerde- gegnerin und die Vorinstanz. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: David Weiss Tania Sutter Versand: