Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 20. Februar 2019 (810 18 273) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutz Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft / Kostenauferlegung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Hans Furer , Jgnaz Jermann, Yves Thommen, Gerichts- schreiberin i.V. Sarah Rivoli Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladener Betreff Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 27. September 2018) A. C.____ (geboren 1985) und die ehemals in D.____ (BL) wohnhafte A.____ (geboren 1984) sind die unverheirateten Eltern von E.____ (g eboren 2010). Mit Schreiben vom 5. Juni 2015 wandte sich C.____ an die Kindes- und Erwachse nenschutzbehörde B.____ (KESB) und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht beantragte die Erteilung der gemeinsamen elterlichen Sorge sowie die Unterstützung bei der Besuchs- und Ferienplanung. Mit Entscheid vom 2. Septe mber 2015 errichtete die KESB für E.____ eine Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetz- buches (ZGB) vom 10. Dezember 1907. Mit Entscheid vom 26. November 2015 sprach die KESB C.____ und A.____, gestützt auf Art. 298b Abs. 2 ZGB, die gemeinsame elterliche Sorge über E.____ zu. B. Mit Bericht vom 27. September 2017 stellte die eing esetzte Beiständin der KESB den Antrag, es sei die Beistandschaft über E.____ aufzuhebe n. Die Kindseltern seien inzwischen in der Lage, die Belange ihrer Tochter einvernehmlich zu regeln und würden die Unterstützung durch eine Beistandschaft nicht mehr benötigen. C. Mit Entscheid vom 7. Dezember 2017 hob die KESB die Erziehungsbeistandschaft über E.____ rückwirkend per 30. Juni 2017 auf. D. Am 14. Februar 2018 teilte C.____ der KESB telef onisch mit, dass es seit der Aufhe- bung der Beistandschaft in Bezug auf die Regelung des B esuchsrechts wiederholt zu Schwie- rigkeiten gekommen sei. In der Folge wurde C.____ am 23. Februar 2018 von der KESB ange- hört. E. Mit Schreiben vom 15. März 2018 erteilte die KESB d em Kindesschutzdienst F.____ einen Abklärungsauftrag gemäss Art. 446 Abs. 2 ZGB. De r Kindesschutzdienst wurde beauf- tragt, die Situation abzuklären, bei Bedarf Lösungen z u entwickeln und umzusetzen sowie, so- weit nötig, geeignete Massnahmen vorzuschlagen und sich zu deren Finanzierung zu äussern. Gleichzeitig informierte die KESB die Kindseltern mi t separatem Schreiben über die Eröffnung eines Verfahrens und wies sie darauf hin, dass sie von Gesetzes wegen zur Mitwirkung am Ver- fahren verpflichtet seien und ein solches grundsätzlich gebührenpflichtig sei. F. Mit E-Mail vom 15. Mai 2018 teilte die zuständige Sozialarbeiterin des Kindesschutz- dienstes der KESB mit, dass sie den Abklärungsauftrag bi s anhin nicht habe durchführen kön- nen, weil die Kindsmutter die Kooperation mit dem Ki ndesschutzdienst verweigere. Aus diesem Grund beantragte der Dienst die Vorladung von A.____ durch die KESB. Am 31. Mai 2018 wur- de A.____ von der KESB angehört und auf ihre Mitwir kungspflicht bei der Abklärung durch den Kindesschutzdienst F.____ hingewiesen. G. Im Juli 2018 zog A.____ mit E.____ von Birsfelden nach G.____ in den Kanton Waadt. H. Mit Schreiben vom 30. Juli 2018 erstattete der Kind esschutzdienst der KESB Bericht mit der Empfehlung, eine Erziehungbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten. I. Mit Entscheid vom 27. September 2018 errichtete die KESB für E.____ eine Erzie- hungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB (Dispositiv-Ziffer 1). Die Beistandsperson werde vom Justice de paix du district de l'Ouest lausannois ernann t (Dispositiv-Ziffer 2). Die Verfah- renskosten wurden auf insgesamt Fr. 3'842.-- festgelegt und in der Höhe von Fr. 2'000.-- je zur Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hälfte den Kindseltern auferlegt (Dispositiv-Ziffer 3) . Zur Begründung wurde ausgeführt, dass zwischen den Kindseltern eine konfliktbeladene Beziehung bestehe und eine konstruktive Kommunikation bezüglich der Besuche des Kindsvaters nich t möglich sei. Deshalb sei zur Re- gelung und Überwachung des Besuchsrechts eine Erziehungs beistandschaft zu errichten. Auf- grund des Umzugs von A.____ und E.____ nach G.____ in den Kanton Waadt werde die KESB nach Errichtung der Beistandschaft die für G.____ zustä ndige Behörde darum ersuchen, die Beistandschaft für E.____ zu übernehmen. Die Gebühr se i entsprechend dem Aufwand sowie den Auslagen für die Verfahrensführung in der Höhe v on Fr. 20.-- auf insgesamt Fr. 3'842.-- festzusetzen. Um die Massnahme nicht zu gefährden, würde n die Verfahrenskosten um Fr. 1'842.-- reduziert und der verbleibende Anteil vo n Fr. 2'000.-- je zur Hälfte den Kindseltern auferlegt. J. Dagegen erhob A.____ mit Eingabe vom 11. Oktober 20 18 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt sinngemäss, dass auf die Erhebung von Verfa hrenskosten zu verzichten sei (Aufhebung Dispositiv-Ziffer 3). Zudem beanstandet sie d ie Sachverhaltsausführungen im Ent- scheid der KESB vom 27. September 2018. K. Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 2. November 2018 vernehmen und schliesst auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. In verfahr ensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, es sei festzustellen, dass die Ziffern 1 und 2 des Entsche ids vom 27. September 2018 in Rechtskraft erwachsen seien. Eventualiter sei der Beschwerde bezüglich der Ziffern 1 und 2 die aufschiebende Wirkung zu entziehen. L. Mit Eingabe vom 5. November 2018 liess die Beschwer deführerin dem Kantonsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zukommen. M. Mit Verfügung vom 7. November 2018 wurde der Fal l der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Der Beschwerdeführerin wurde für das vorlieg ende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung bewilligt. Auf die Verfahrensanträge d er Vorinstanz wurde mangels Begrün- dung nicht eingetreten. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zu- ständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren ri chtet sich vorab nach Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände rung des angefochtenen Ent- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als V erfahrensbeteiligte ohne weiteres zur Beschwerde legitimiert. 1.2 Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und beg ründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Sie muss ein klar umschriebenes Begehren so wie die Unterschrift der Parteien enthalten (§ 5 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs - und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezember 1993). An Laienbeschwerden dü rfen in sprachlicher und formeller Hinsicht jedoch keine allzu strengen Anforderungen gestel lt werden (vgl. Botschaft zur Ände- rung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschu tz, Personenrecht und Kindes- recht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt [BBl] 2006 7001 , S. 7085). Ein von einer betroffenen ur- teilsfähigen Person unterzeichnetes Schreiben ist hinr eichend, sofern das Anfechtungsobjekt ersichtlich ist und erkennbar wird, warum und inwiefern sie mit der getroffenen Anordnung ganz oder teilweise nicht einverstanden ist (L ORENZ DROESE /DANIEL STECK , in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. , Basel 2018, N 42 zu Art. 450 ZGB). Die vorliegende Beschwerde enthält zwar kein klar formuliert es Rechtsbegehren, aus der Eingabe der Beschwerdeführerin vom 11. Oktober 2018 geht jedoch mit genügender Deutlichkeit hervor, dass sinngemäss die Aufhebung der Kostenauferlegung im Entscheid der KESB vom 27. Sep- tember 2018 (Dispositiv-Ziffer 3) beantragt wird. Sie führt im Wesentlichen an, dass sie mit der Kostenauferlegung in der Höhe von Fr. 1000.-- nicht ei nverstanden sei. Folglich sind die For- merfordernisse an eine Laienbeschwerde als erfüllt zu be trachten und es ist – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägung – auf die Beschwerde einzu treten. 1.3 Dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde besti mmte Sachverhaltsausführun- gen der Vorinstanz beanstandet, ist insofern unerheblich , als dass sie gestützt darauf kein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids geltend macht und kein solches Interesse ersichtlich ist. D emzufolge sind die Sachverhaltsrü- gen der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren unbeachtlich. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Aus der Beschwerde geht hervor, dass die Beschwerdefüh rerin mit der Errichtung ei- ner Erziehungsbeistandschaft für ihre Tochter (Dispositiv -Ziffer 1) sowie mit der Ernennung der Beistandsperson durch das Familiengericht in Lausanne (Disp ositiv-Ziffer 2) einverstanden ist. Die Beschwerde richtet sich demnach einzig gegen die Kost enauferlegung im angefochtenen Entscheid (Dispositiv-Ziffer 3). Streitgegenstand bildet im vorliegenden Verfahren somit die Fra- ge, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin zu Recht Ve rfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt hat. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde im Wesentlichen vor, dass sie nicht damit einverstanden sei, für die Aufwendungen öffentl icher Dienste zu bezahlen, welche das Leben von Kindern und deren alleinerziehenden Müttern zerstören würden. Sie bezahle keine Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 1'000.-- an Staatsbeamte, die sich nicht für ihre A ngelegenheiten interessieren und ihre An- fragen nicht anständig beantworten würden. Ein solche s Verhalten vonseiten eines öffentlichen Dienstes wie der KESB sei inakzeptabel. 4.2. Die Vorinstanz entgegnet im Wesentlichen, dass die Ü bernahme der Kosten von Kin- desschutzmassnahmen gemäss Art. 276 Abs. 2 ZGB Teil der Un terhaltspflicht der Eltern sei. Für Verrichtungen und Verfügungen, wie sie im ZGB und im Gesetz über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 vorgesehen seien, würden gemäss § 158 EG ZGB Aufwandgebühren erhoben. Die Höhe der Gebühr en im Kindes- und Erwachsenen- schutzrecht richte sich sodann nach § 17 der Verordnung üb er die Gebühren zum Zivilrecht (GebV) vom 8. Januar 1991. Die Gebühr umfasse jeweils den Aufwand für Abklärungen, Bera- tungen, Verhandlungen, die Ausfertigung des Aktes etc. (§ 2 Abs. 1 GebV). Bei der GebV hand- le es sich im Verhältnis zum Verwaltungsverfahrensgesetz Ba sel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 um eine lex specialis. Das erstinstanzliche Verfahren im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts sei somit nicht kostenlos. Demnach s ei die Auferlegung der Verfah- renskosten an die Beschwerdeführerin gesetzeskonform erfolgt. 4.3.1 Die Kostenauferlegung im Verfahren vor der KESB richtet sich nach § 158 Abs. 1 EG ZGB. Diese Gesetzesnorm bestimmt, dass für Verrichtungen und Verfügungen, wie sie im ZGB und in diesem Gesetz vorgesehen sind, Gebühren erhoben werden können. Gestützt auf die in § 158 Abs. 3 EG ZGB enthaltene Delegationsnorm hat d er Regierungsrat eine Gebührenver- ordnung erlassen, welche die Gebührenerhebung für Be willigungen und Verrichtungen durch die kantonalen und kommunalen Amtsstellen, wie sie im schweizerischen und kantonalen Zivil- recht vorgesehen sind, regelt (§ 1 GebV). Die Gebühr ist das Entgelt für einen Geschäftsakt und alle damit notwendig zusammenhängenden Tätigkeiten wie Abklärungen, Beratungen, Ver- handlungen, Ausfertigung des Aktes sowie die notwendig en Mitteilungen (§ 2 Abs. 1 GebV). § 17 GebV regelt die Gebühren im Erwachsenen- und Ki ndesschutzbereich und sieht für Erzie- hungsbeistandschaften inkl. Ernennung der Beiständin b zw. des Beistandes (Art. 308 ZGB) Gebühren in der Höhe von Fr. 650.-- bis Fr. 2'950.-- vor (§ 17 lit. b Ziff. 6 GebV). Die genannten Bestimmungen bilden für die Erhebung von Gebühren im Kindes- und Erwachsenenschutzbe- reich eine hinreichende gesetzliche Grundlage. 4.3.2 Aus § 158 Abs. 1 EG ZGB geht hervor, dass für die im ZGB und in diesem Gesetz vor- gesehenen Verrichtungen und Verfügungen – und damit auch für den in Kindesschutzverfahren entstehenden Aufwand – Gebühren erhoben werden könne n. Daraus erhellt, dass nicht sämtli- che Kosten dieser Verfahren zu Lasten des Staats gehen. Durch den Umstand, dass sich das Kindesschutzverfahren regelmässig zwischen der KESB und den Kindseltern als einzigen direk- ten Verfahrensbeteiligten abspielt, muss diesen somit von vornherein klar sein, dass sie selbst grundsätzlich für die Kosten des Kindesschutzverfahrens einzustehen haben. Die Regelung von § 158 Abs. 1 EG ZGB kann somit in guten Treuen nicht a nders verstanden werden, als dass in Kindesschutzverfahren die Gebühren von den Eltern der betroffenen Kinder zu entrichten sind (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 2C_192/2012 vom 7. Juni 2012 E. 2.3; Praxis des Kan- tonsgerichts Graubünden [PKG] 2015 Nr. 23 S. 152). Die Vorinstanz durfte der Beschwerdefüh- rerin demnach Gebühren für ihre Amtshandlungen auferlegen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Weiter wehrt sich die Beschwerdeführerin gegen die Höhe der ihr auferlegten Kosten. Sowohl die Abklärungen des Kindesschutzdienstes als auch d ie Aufwendungen der KESB hät- ten zu hohe Kosten generiert. Von der Kostenreduktion um Fr. 1'842.-- habe sie zudem Kennt- nis genommen. 5.2 In Bezug auf die Höhe der Kosten führt die Vorin stanz aus, sie habe die Gebühr ge- stützt auf die GebV berechnet und diese im angefochtene n Entscheid auf Fr. 3'842.-- (inkl. Fr. 2'755.-- des Kindesschutzdienstes) veranschlagt. In den Akten seien die Ausdrucke der Zeiterfassung der KESB sowie des Kindesschutzdienstes ersic htlich. Das Gesamttotal der KESB belaufe sich auf 21 Stunden à Fr. 105.-- (insgesa mt Fr. 2'205.--). Die aufgewendeten Stunden der KESB seien im angefochtenen Entscheid jedo ch nicht alle angerechnet worden. Das Gesamttotal des Kindesschutzdienstes F.____ betrage Fr. 2'755.-- (29 Stunden), wobei mit einem Stundenansatz von Fr. 95.-- (bei Mandatsführung ) statt Fr. 105.-- (bei Abklärungen) ge- rechnet worden sei. Aufgrund der angespannten finanzie llen Situation beider Elternteile sei schliesslich nur ein Bruchteil der gesamten Kosten, insgesamt Fr. 2'000.--, in Rechnung gestellt worden. Die Abklärung betreffend Prüfung der Errichtu ng der Erziehungsbeistandschaft sei notwendig geworden, weil der Kindsvater der KESB am 14. Februar 2018 gemeldet habe, dass das Besuchsrecht seit der Aufhebung der Beistandschaft am 7. Dezember 2017 nicht mehr funktioniere. Während der Abklärung habe sich die Besch werdeführerin gegenüber dem Kin- desschutzdienst zudem nicht kooperativ verhalten, sodass die K ESB dieselbe am 31. Mai 2018 zu einem Gespräch mit dem ganzen Spruchkörper habe ei nladen müssen, um ihr die Wichtig- keit der Kooperation mit dem Kindesschutzdienst zu erläut ern und sie zu ermahnen, die Termi- ne mit diesem wahrzunehmen. Die Beschwerdeführerin hab e offenbar eine andere Wahrneh- mung und erachte die umfangreichen Bemühungen des Kin desschutzdienstes sowie der KESB als unnötig oder zu teuer. 5.3.1 Das Äquivalenzprinzip konkretisiert das Verhältnismässig keitsprinzip und das Willkür- verbot für den Bereich der Kausalabgaben (Art. 5 Abs. 2 und Art. 8 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999). Es bestimmt, dass eine Gebühr nicht in einem offensichtlichen Missverhältnis zum objektiven Wert der Leistung stehen darf und sich in vernünftigen Grenzen halten muss. Der Wert der Leistung bemisst sich entweder nach dem wirtschaftlichen Nutzen, den sie dem Bürger verschaff t (nutzenorientierte Betrachtung aus der Optik des Leistungsempfängers) oder nach dem Kostenaufwand der konkreten Inanspruch- nahme im Verhältnis zum gesamten Aufwand des betreffend en Verwaltungszweigs (aufwand- orientierte Betrachtung aus der Optik des Leistungserbr ingers). Aus Gründen der Verhältnis- mässigkeit bzw. Äquivalenz ist selbst eine gesetzes- oder re glementskonforme Gebühr dann herabzusetzen, wenn die an sich reguläre Anwendung des Tarifs im Ergebnis zu einer nicht mehr vertretbaren Abgabenhöhe führt (vgl. BGE 141 V 509 E. 7.1.2 mit Hinweisen). 5.3.2 Im Rahmen der Ausarbeitung des Berichts des Kinde sschutzdienstes vom 30. Juli 2018 führte die zuständige Sozialarbeiterin mehrere G espräche und Telefonate mit der Be- schwerdeführerin sowie dem Kindsvater und holte diverse telefonische Stellungnahmen bei Drittpersonen ein. Zudem musste sie sich für ein persönlic hes Gespräch mit E.____ zu deren Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tagesmutter begeben, da die Beschwerdeführerin ihr de n Kontakt zu dieser verweigert hatte. Schliesslich erarbeitete die Sozialarbeiterin zusammen m it der Beschwerdeführerin und dem Kindsvater eine Besuchs- und Ferienregelung. Der Berich t vom 30. Juli 2018 basiert mithin auf einer umfassenden Sachverhaltsabklärung. Er enthält ein e sorgfältige Begründung und diente der KESB als fundierte und nachvollziehbare Grundlage für die Beurteilung der Frage, ob im vorliegenden Fall geeignete Massnahmen zum Schutz des Kind es (Art. 307 ZGB) zu treffen waren. Der im Zusammenhang mit der Erstellung des Ber ichts ausgewiesene Aufwand von 29 Stunden bzw. der darauf entfallende Gebührenanteil i n der Höhe von Fr. 2'755.-- erweist sich unter diesen Umständen als gerechtfertigt und ist nicht zu beanstanden. Auslagen für Sachver- ständigenberichte werden zudem besonders in Rechnung gestellt (§ 2 Abs. 3 GebV). Die KESB verzichtet ihrerseits auf die Geltendmachung des gesamte n Aufwandes. Von den insgesamt 29 aufgewendeten Stunden macht sie nur 10 Stunden bzw. Fr . 1067.-- geltend. Dies, obwohl sich die Beschwerdeführerin wenig kooperativ gezeigt hatte und es aufgrund ihres Verhaltens zu Verzögerungen im Verfahren kam. Die gesamthaft in Rechn ung gestellte reduzierte Gebühr im Umfang von Fr. 3'842.-- (inkl. Auslagen für die Verfah rensführung in der Höhe von Fr. 20.-- so- wie abzüglich der Fr. 2'755.-- für die Abklärungen des Kindesschutzdienstes) entspricht dem ordentlichen gesetzlichen Gebührenrahmen (§ 17 lit. b Ziff. 6 GebV; der Gebührenrahmen liegt zwischen Fr. 650.-- und Fr. 2'950.--) und wurde schliessl ich um weitere Fr. 1'842.-- auf Fr. 2'000.-- herabgesetzt, um die Kindesschutzmassnahme nicht zu gefährden. Aufgrund der im angefochtenen Entscheid vorgenommenen hälftigen Teilun g der Verfahrenskosten auf beide Kindseltern wird der Beschwerdeführerin schliesslich blo ss noch eine Gebühr in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt. Vor diesem Hintergrund sind die von der Vorinstanz festgesetzten Verfah- renskosten auch in Bezug auf ihre Höhe nicht zu beanstanden. 6. Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Beschwe rde als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. 7.1 Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungsgerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr . 1'400.-- der unterliegenden Be- schwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung gehen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Pa rteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Der Vorinstanz wird ke ine Parteientschädigung zugespro- chen (§ 21 Abs. 2 VPO). Die Parteikosten sind demnach wettzuschlagen. 7.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g gehen die Ver- fahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin i.V.