B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-5957/2009 U r t e i l v o m 2 4 . J u l i 2 0 1 2 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Andreas Trommer, Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer. Parteien X._______, vertreten durch Peter Huber, Fürsprecher, 3001 Bern, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. C-5957/2009 Seite 2 Sachverhalt: A. Der aus Nepal stammende Beschwerdeführer (geboren 1975) reiste am 28. April 1999 in die Schweiz ein und stellte am 30. April 1999 ein Asylge- such, welches das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundesamt für Migration [BFM]) mit V erfügung vom 25. Februar 2000 abwies. Gleichzeitig wurde die Wegweisung des Beschwerdeführers a n- geordnet. B. Nachdem er im Juni 1999 Z._______ (geb. 1965) kennengelernt hatte, heiratete er diese am 22. Mai 2000. Per 1. April 2000 lebte er zusammen mit seine r Ehefrau und deren aus erster Ehe stammenden Tochter in I._______. C. Am 26. Mai 2004 stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um erleichte r- te Einbürgerung gemäss Art. 27 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952 (BüG, SR 141.0). Im Rahmen des Einbürg erungs- verfahrens unterzeichneten er und seine Ehefrau am 17. September 2004 eine gemeinsame Erklärung, wonach sie in einer tatsächlichen, ung e- trennten, stabilen ehelichen Gemeinschaft an derselben Adresse zusa m- menlebten und dass weder Trennungs - noch Schei dungsabsichten b e- ständen. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die erleichterte Einbürgerung nicht möglich ist, wenn vor oder während des Einbürgerungsverfahrens einer der Ehegatten die Trennung oder Sche i- dung beantragt hat oder kein e tatsächliche eheliche Gemeinschaft mehr besteht und dass die Verheimlichung solcher Umstände zur Nichtigerkl ä- rung der Einbürgerung führen könne. Am 4. Oktober 2004 wurde der B e- schwerdeführer gestützt auf Art. 27 BüG erleichtert eingebürgert und e r- warb das Bürgerrecht der Gemeinde Rüschegg (Kanton Bern). D. Ende Mai 2005 zog der Beschwerdeführer aus der ehelichen Wohnung aus. Am 14. Juni 2005 meldete er sich rückwirkend per 1. Juni 2005 nach M._______ ab. E. Die Ehefrau des Beschwerdeführers reichte am 5. Oktober 2005 beim zuständigen Zivilgericht ein Eheschutzgesuch ein, welches am 10. Januar C-5957/2009 Seite 3 2006 wegen Genehmigung der Trennungsvereinbarung als erledigt abge- schrieben wurde. Gleichzeitig beantragten die Eheleu te gemeinsam die Scheidung. Das Scheidungsurteil erging am 11. Dezember 2006 und e r- wuchs am 27. Dezember 2006 in Rechtskraft. F. Am 20. November 2007 heiratete der Beschwerdeführer in Nepal die n e- palesische Staatsangehörige S.______ (geb. 1983). Im Jahr 2009 kam der gemeinsame Sohn auf die Welt. G. Mit Eingabe vom 25. März 2008 machte das Amt für Migration und Pe r- sonenstand des Kantons Bern die Vorinstanz darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführer seit dem 27. Dezember 2006 rechtskräftig von se i- ner schweizer ischen Ehefrau geschieden sei und er am 20. November 2007 eine im Jahr 1983 geborene Frau aus seinem Kulturkreis geheiratet habe. H. In der Folge eröffnete die Vorinstanz gestützt auf Art. 41 Abs. 1 BüG ein Verfahren auf Nichtigkeit der erleichterten Einbürg erung und informierte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 4. September 2008 über die Verfahrenseröffnung. Gleichzeitig forderte sie ihn auf, binnen Monatsfrist zur Frage einer allfälligen Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung und zur Trennung/ Scheidung von seiner Schweizer Ex -Ehefrau Stellung zu nehmen sowie diverse Fragen zu beantworten. Überdies wurde er aufgefordert, seine Einwilligung zur Einsicht in die Scheidungsakten zu erteilen. I. Vom Recht auf Stellungnahme machte der Beschwerdeführer m it seinen Eingaben vom 29. September 2008 und 14. November 2008 Gebrauch. Im Einverständnis des Beschwerdeführers zog die Vorinstanz die Eh e- schutzakten sowie die Scheidungsakten bei. Mit schriftlicher Einladung vom 9. Dezember 2008 und darauffolgender Mahn ung vom 14. Januar 2009 wurde auch die geschiedene Schweizer Ehefrau zur Beantwortung diverser Fragen aufgefordert. Nachdem diese der Vorinstanz mit E -Mail vom 19. Januar 2009 erklärte, sie wolle nicht auf diese Fragen reagieren, gelangte die Vorinstanz ab ermals mit der Bitte an sie, zur Sachverhalt s- klärung beizutragen. Mit Schreiben vom 22. Januar 2009 äusserte sie sich zur Angelegenheit. Dies allerdings mit der Aufforderung, ihre Antwor-C-5957/2009 Seite 4 ten dem Beschwerdeführer nicht zur Kenntnis zu bringen. Darüber info r- miert, nahm der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 26. Februar 2009 abschliessend zum Verfahren Stellung. J. Auf Ersuchen der Vorinstanz erteilte der Kanton Bern als Heimatkanton des Beschwerdeführers mit Schreiben vom 10. August 2009 seine Z u- stimmung zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. K. Mit Verfügung vom 31. August 2009 erklärte die Vorinstanz die erleichter- te Einbürgerung des Beschwerdeführers für nichtig. Sie hielt fest, die Ex - Ehefrau habe erklärt, dass der Beschwerdeführer seit April 20 05 andern- orts gewohnt habe und sie vorher Streit miteinander gehabt hätten. Ende Mai hätten sie sich offiziell getrennt. Die bestrittene Begründung der Trennung Ende Mai (vorgängiges Fremdgehen des Beschwerdeführers) könne darum offen bleiben. Es sei wenig glaubwürdig, dass der B e- schwerdeführer Ende Mai 2005 völlig unerwartet vor vollendete Tats a- chen gestellt worden sei und die Ehe bis dahin gut verlaufen sei. Der B e- schwerdeführer habe zudem weder die Anhebung eines Eheschutzb e- gehrens noch Eherettungsmassna hmen eingeleitet. Gemäss den eing e- reichten Unterlagen habe er per 1. Juni 2005 in einem Zimmer in M._______ gelebt. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass er tatsächlich schon im April 2005 aus der ehelichen Wohnung ausgezogen sei, wie es seine Ex -Ehefrau unterschriftlich festgehalten habe. Des We i- teren führte die Vorinstanz aus, die Ex -Ehefrau habe anlässlich der Scheidungsverhandlung erklärt, ihren neuen Bekannten seit Mitte Okt o- ber 2005 zu kennen. Auch die Behauptung des Beschwerdeführers, w o- nach die Trennung resp. Scheidung der Ehegatten gegen seinen Willen erfolgt sei, lasse sich aufgrund der Akten nicht belegen. Zu einer gelebten Ehe gehöre im Übrigen die Vornahme gemeinsamer Aktivitäten und das Vorhandensein gemeinsamer Interessen. Der Beschwer deführer weise hingegen darauf hin, dass sich die Eheleute aus finanziellen Gründen während der Ehe bei Reisen in ihre jeweiligen Heimatländer nie begleitet hätten. Er zeige auch sonst nicht auf, dass sie gemeinsame Ferien ve r- bracht hätten. Es sei zudem ak tenkundig, dass die Eheleute schon vor der Trennung Streit – z.B. wegen einer Steuerrechnung – gehabt hätten. Es treffe zudem kaum zu, dass der Beschwerdeführer von seiner Ex - Ehefrau davon abgehalten worden sei, die Schweiz freiwillig zu verla s- sen. Immerhin sei gleichzeitig mit seinem negativen Asylentscheid auch seine Wegweisung verfügt worden. Aufgrund der Akten könne zudem C-5957/2009 Seite 5 festgestellt werden, dass der Beschwerdeführer seine heutige Ehefrau schon zu Beginn des Scheidungsverfahrens oder eventuell bereits vorher kennengelernt habe und nicht erst nach Beginn, wie er es geltend mache. Aufgrund dieser Ausführungen schloss die Vorinstanz darauf, dass schon im Zeitpunkt der Einbürgerung kein auf die Zukunft gerichteter Wille b e- standen habe, das eheliche Leben fo rtzuführen bzw. die eheliche G e- meinschaft im Sinne des Gesetzgebers nach der erleichterten Einbürg e- rung langfristig weiterzuführen. Aus den gesamten Umständen und in Würdigung der Beweislage müsse darauf geschlossen werden, die e r- leichterte Einbürgerung se i durch falsche Angaben und Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden. Die Vorinstanz ordnete gleich- zeitig an, die Nichtigkeit erstrecke sich auf alle Familienmitglieder, deren Schweizerbürgerrecht auf der nichtig erklärten Einbürgerung beruhe. L. Mit Rechtsmitteleingabe vom 18. September 2009 gelangte der inzw i- schen anwaltlich vertretene Beschwerdeführer an das Bundesverwa l- tungsgericht und ersucht um Aufhebung der Nichtigerklärung. Zur B e- gründung wird geltend gemacht, in der Trennungsvereinbar ung vom 10. Januar 2006 sei schriftlich bestätigt worden, dass der gemeinsame Haushalt am 30. Mai 2005 aufgehoben worden sei. Ein Kollege des B e- schwerdeführers, welcher mit beiden Eheleuten sehr gut befreundet g e- wesen sei, habe ausgeführt, das Ehepaar hab e am 26. Mai 2005 einen Streit gehabt, bei welchem die Ehefrau dem Gatten die Wohnung verwe i- gert habe. Daraufhin habe der Beschwerdeführer am 28. Mai 2005 für zwei bis drei Nächte bei ihm übernachtet. Per 1. Juni 2005 habe der B e- schwerdeführer eine eigene Wohnung bezogen. Einem Schreiben der späteren Vermieter zufolge habe er bereits am 28. Mai 2005 im Pers o- nalbüro nach einem Logis gefragt. Der entsprechende Mietvertrag sei auf den 1. Juni 2005 abgeschlossen worden. Bereits in der Vernehmlassung zum Eheschutzgesuch habe er angegeben, nach dem Streit am damal i- gen Arbeitsplatz auf einem Sofa geschlafen zu haben. Es könne somit als zweifelsfrei erstellt betrachtet werden, dass der gemeinsame Haushalt zwar nicht am 30. Mai 2005, wohl aber am 26. Mai 2005 aufgeho ben worden sei. Er habe immer glaubhaft dargelegt, dass seine Ehe bis Ende Mai 2005 gut und aus seiner Sicht glücklich gewesen sei. Dies werde auch von einem gemeinsamen Kollegen bestätigt. Die Behauptung der Ex-Ehefrau, der Beschwerdeführer sei fremdgegan gen, werde kateg o- risch bestritten. Sie habe dies im Eheschutzverfahren denn auch nie ge l- tend gemacht, hingegen habe sie eingeräumt, dass sie eine Drittbezi e- hung eingegangen sei. Die Ex -Ehefrau habe zudem die Geheimhaltung C-5957/2009 Seite 6 der von ihr getätigten Angaben im vorinstanzlichen Verfahren verlangt. Dies im Wissen, dass ihre Ausführungen vom Beschwerdeführer zurüc k- gewiesen würden. Es sei die Vorinstanz somit darauf zu behaften, dass die aus den Akten gestrichenen Angaben der Ex-Ehefrau nicht verwertbar seien. Weite r führte der Beschwerdeführer aus, seine Ex -Ehefrau habe ihn im Mai 2005 ausgesperrt und kurz darauf eröffnet, sie habe jetzt einen Freund. Ein gemeinsamer Kollege habe ihm später gesagt, dass er seine Ex-Ehefrau schon vorher mit einem Freund gesehen habe. Auch ein a n- derer Kollege habe sich dahingehend geäussert. Wie lange vor Ende Mai 2005 die Drittbeziehung bereits bestanden habe, wisse er nicht. Er sei j e- doch davon überzeugt, dass die Ex -Ehefrau diese Drittbeziehung erst kurz vor dem Eklat von Ende Mai 2 005 eingegangen sei. Es sei deshalb davon auszugehen, dass tatsächlich das Eingehen einer Drittbeziehung durch die Ehefrau im April/Mai 2005 das entscheidende und unvorsehb a- re Zerrüttungselement gewesen sei. Man könne ihm denn auch nicht vorwerfen, dass er von der Drittbeziehung seiner Ex-Ehefrau vor dem Ek- lat von Ende Mai 2005 nichts gewusst habe. Zu seinem Persönlichkeit s- bild – welches von ehemaligen Arbeitskollegen als ausnehmend freun d- lich und hochanständig beschrieben werde – passe es denn auch, dass er seiner Ex -Ehefrau bis Ende Mai 2005 immer mit selbstverständlichem Vertrauen begegnet sei und gar nie auf die Idee gekommen sei, sie kö n- ne ihm untreu sein. Dass die Ex -Ehefrau über ein halbes Jahr nach A b- gabe der Erklärung vom 17. September 2004 eine Dri ttbeziehung einge- gangen sei, könne romantische, pragmatische oder egoistische Gründe haben. Die Ex -Ehefrau habe vorher mindestens schon eine Ehe hinter sich gehabt und ihn von sich aus zur Eheschliessung gedrängt. Es könne ihm zudem nicht vorgeworfen werden, dass er sich nicht durch Einleitung eines Eheschutzverfahrens um die Rettung seiner Ehe bemüht habe. Wenn die Ex -Ehefrau eine neue Beziehung habe leben wollen, könne dagegen bekanntlich nichts ausgerichtet werden. Im Übrigen macht der Beschwerdeführer geltend, er habe mit der Einbürgerung in der Schweiz seine nepalesische Staatsangehörigkeit verloren. Durch den Entzug der schweizerischen Staatsbürgerschaft würde er mithin staatenlos werden. M. Mit Eingabe vom 9. November 2009 reichte der Beschwerdeführer zu- sätzliche Beweismittel ein. In einem gleichentags verfassten Schreiben führte ein damaliger Arbeitskollege des Beschwerdeführers aus, mit den Eheleuten befreundet gewesen zu sein. Die Ehe sei bis zu den Vorfällen Ende Mai 2005 glücklich gewesen. Im Mai 2 005 habe er jedoch die Ex - Ehefrau mit einem anderen Mann gesehen, was ihn sehr überrascht h a-C-5957/2009 Seite 7 be. Er habe alles dem Beschwerdeführer erzählt. Aus diesem Grund habe es nachher Eheprobleme gegeben. Ende Monat habe das Ehepaar sich getrennt. Weiter verwies der Beschwerdeführer auf zwei private Le u- mundsberichte, die ihm eine hohe Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit b e- scheinigen würden. N. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2009 die Abweisung der Beschwerde und bezieht sich unter anderem auf die obgenannten Schreiben. Diese würden nichts über den inneren G e- halt der ehelichen Gemeinschaft aussagen. Auch könne das Schreiben des Arbeitskollegen vom 9. November 2009 nicht belegen, wieso es zur plötzlichen Trennung gekommen sei. Die Richtigkei t der Behauptung des Beschwerdeführers, die Trennung und Scheidung seien gegen seinen Willen erfolgt, lasse sich aktenmässig nicht bestätigen. Die Vorinstanz be- tont zudem abermals die kaum vorhandenen Hinweise über gemeinsame Aktivitäten und gemeinsame Interessen während der Ehe. O. In der Replik vom 8. März 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Rechtsbegehren und deren Begründung fest. Es sei aufgrund eines Schreibens seines Arbeitgebers sowie des Zeugenberichts seines A r- beitskollegen erstellt, dass er erstmals am 28. Mai 2005 beim Arbeitgeber um ein neues Logis nachgefragt, ab gleichem Datum drei Nächte bei se i- nem Arbeitskollegen D._______ übernachtet und ab 1. Juni 2005 eine neue Wohnung gemietet habe. Somit sei es offensichtlich, dass die Pa r- teien im Eh eschutzverfahren die Geschehnisse versehentlich um einen Monat vorverlegt hätten. In der Trennungsvereinbarung sei aber zutre f- fend der 30. Mai 2005 als Datum der Trennung aufgeführt. Es werde da r- an festgehalten, dass die Ehe aus der Sicht des Beschwerdefüh rers bis Mai 2005 intakt gewesen sei. Es gebe keine aktenmässigen Grundlagen für die Annahme der Vorinstanz, dass es bereits im April 2005 oder vorher Streitereien gegeben habe. Dem Beschwerdeführer könne auch das U n- terlassen der Einleitung eines sofortige n Eheschutzverfahrens nicht vo r- geworfen werden. Die Ex -Ehefrau hingegen habe daran Interesse g e- habt, da sie so habe Unterhaltsbeiträge fordern können. Auch sei sie im Fall einer streitigen Ehescheidung auf die Feststelllung des Trennungsda- tums angewiesen g ewesen. Der massgebliche Streit habe wegen der Aussperrung des Ehemanns in den letzten Maitagen stattgefunden. Im Mai 2005 habe das Ehepaar erstmals eine Differenz wegen der ersten Steuerratenrechnung gehabt. C-5957/2009 Seite 8 P. Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit re chtserheblich – in den E r- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorb e- halt der in Art. 32 VGG gen annten Ausnahmen Beschwerden gegen Ver- fügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen Ve r- fügungen des BFM betreffend die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung (vgl. Art. 51 Abs. 1 BüG). 1.2. Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesve r- waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. 1.3. Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf seine frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das BVGer kann die V erletzung von Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die u n- richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachve r- haltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das BVGer wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes we- gen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der B e- gehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gelte nd gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massg e- bend ist grundsätzlich die Rechts - und Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2, BVGE 2007/41 E. 2 und Urteil des BVGer A-2682/2007 vom 7. Oktober 2010 E. 1.2 und 1.3). C-5957/2009 Seite 9 3. 3.1. Als Bew eismassnahme beantragt der Beschwerdeführer unter anderem seine Anhörung sowie die Einvernahme zweier Kollegen und seiner Ex - Ehefrau als Zeugen. 3.2. Der Behörde kommt grundsätzlich die Pflicht zu, den rechtserhebl i- chen Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln (Art. 12 VwVG). Gemäss Art. 12 Bst. a – e VwVG kommen als Beweismittel für die Behörde U r- kunden, Auskünfte der Parteien, Augenscheine, Auskünfte und Zeugnisse von Drittpersonen sowie Gutachten von Sachverständigen in Betracht. Grundsätzlich werden Auskünf te von Drittpersonen schriftlich eingeholt (PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N 115 mit Verweis auf N 104 f. zu Art. 12). Zeugeneinvernahmen sind im Verwaltungsverfahren insbesondere wegen der strengen Strafandrohung wegen falschen Zeugnisses als subsidiäres Beweismittel zu betrachten und dürfen nur ausnahmsweise zur Anwendung kommen (vgl. BGE 130 II 169 E. 2.3.3 S. 173 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 1C_292/2010 vom 5. August 2010 E. 3.2). Drittpersonen sind daher grundsätzlich als Auskunftspersonen zum Sachverhalt zu befragen (PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, a.a.O., N 114 zu Art. 12). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung sind die Behörden ve r- pflichtet, die von d en Parteien angebotenen Beweise abzunehmen, s o- fern diese geeignet sind, den rechtserheblichen Sachverhalt zu erhellen. Kommt die Behörde bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überze u- gung, die Akten erlaubten die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder die behauptete Tatsache sei für die Entscheidung der Streitsache nicht von Bedeutung, kann sie auf die E r- hebung weiterer Beweise verzichten, ohne durch diese antizipierte B e- weiswürdigung den Anspruch auf rechtliches Geh ör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) zu verletzen (vgl. zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit weiteren Hinweisen). 3.3. Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. Oktober 2009 wurde dem Beschwerdeführer die Gelegenheit eingeräumt, anstatt der beantragten Zeugenbefragungen schriftliche Stellungnahmen einzure i- chen. Mit Eingabe vom 9. November 2009 reichte er alsdann ein Schre i- ben des als Zeugen angerufenen D._______ ein. G emäss den Ausfü h-C-5957/2009 Seite 10 rungen des Beschwerdeführers hätten die genannten Bekannten bestät i- gen sollen, dass sie seine Ex -Ehefrau mit einem Freund gesehen hätten, bevor er von ihr darüber informiert worden sei. Aus der schriftlichen Ste l- lungnahme des Bekannten D._______ vom 9. November 2009 geht denn auch hervor, dass er die damalige Ehefrau im Mai 2005 in einer Disco mit einem anderen Mann habe "herummachen" sehen, was ihn sehr übe r- rascht habe, da er vorher keine Eheprobleme bei den Eheleuten habe ausmachen können. Wegen des anderen Mannes habe es nachher Prob- leme in der Ehe gegeben, die Ende des Monats in eine Trennung g e- mündet hätten. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Einve r- nahme dieser Drittperson – welche nach dem Dargelegten ohnehin nur ausnahmsweise in Betracht fallen würde – nicht zu anderen bzw. weit e- ren Erkenntnissen führen würde als diejenigen, welche aus seiner Erkl ä- rung gewonnen werden können. Gleiches gilt auch für die beantragte Einvernahme der Ex -Ehefrau des Beschwerdeführers. Der Beschwerd e- führer hätte sich durch das ihm dabei zukommende Fragerecht erhofft, der Beschwerdeinstanz eine Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Person zu ermöglichen (vgl. Replik vom 8. März 2010, S. 6). Allerdings hatte er bereits die Möglichkeit, sich zu den in den Ak ten befindenden, anlässlich des Eheschutz- und des Scheidungsverfahrens getätigten Aussagen se i- ner Ex -Ehefrau – in denen er überdies anwaltlich vertreten wurde – zu äussern (vgl. Vernehmlassung zum Eheschutzgesuch vom 15. November 2005) sowie während den e ntsprechenden Verhandlungen Ergänzung s- fragen zu stellen (vgl. Verhandlung betreffend Eheschutzgesuch vom 10. Januar 2006). Es kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass die Schilderungen der Ex-Ehefrau über das bereits Gesagte hinausgehen könnten. Im Übrigen weist das BFM in seiner Verfügung vom 31. August 2009 explizit darauf hin, dass die Ex -Ehefrau auf eine Stellungnahme verzichtet hat resp. ihre nachträglichen Ausführungen verfahrensmässig nicht zu verwenden sind (vgl. Ziff. 8). Von den beantragten Zeugenein- vernahmen kann somit in antizipierter Beweiswürdigung ohne Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden. 3.4. Auch die persönliche Befragung des Beschwerdeführers fällt nicht in Betracht. Grundsätzlich bestünde damit zwar noch immer Raum für eine Beweiserhebung nach Art. 12 Bst. b VwVG. Da es dem Beschwerdefü h- rer aber nur darum geht, seine eigene Sicht der Dinge mündlich darzul e- gen, können hiervon keine neuen, über die Beschwerdevorbringen hin - ausgehenden Erkenntnisse erwartet werden. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör lässt sich denn auch – ständiger Praxis gemäss – kein C-5957/2009 Seite 11 Recht auf mündliche Anhörung ableiten (Urteil des Bundesgerichts 1C_255/2008 vom 25. Juli 2008 E.4.1). 4. 4.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen, wenn sie insgesamt fünf Jahre in der Schweiz g e- wohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher Gemeinschaft mit einem Schweizer Bürger lebt. Die Einbürgerung setzt gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die ausländische Person in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert ist, die schweizerische Rechtsordnung beachtet und die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz nicht gefährdet. Sämtliche Einbürgerungsvoraussetzungen mü s- sen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsverfügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des Einbürg e- rungsentscheids an der eheliche n Gemeinschaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden (BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen). 4.2. Der Begriff der ehelichen Gemeinschaft bedeutet nach der bunde s- gerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen einer Ehe. Verlangt wird vielmehr die tatsächliche Lebensgemeinschaft, getr a- gen vom beidseitigen Willen, die Ehe auch künftig aufrecht zu erhalten. Gemäss konstanter Praxis muss sowohl im Zeitpunkt der Gesuchsein - reichung als auch im Zeitpunkt des Einbürgerungsen tscheides eine ta t- sächliche Gemeinschaft bestehen, die Gewähr für die Stabilität der Ehe bietet. Zweifel am Willen der Ehegatten, die eheliche Gemeinschaft au f- recht zu erhalten, sind beispielsweise angebracht, wenn kurze Zeit nach der erleichterten Einbürg erung die Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen). 5. 5.1. Gemäss der hier anwendbaren, bis zum 28. Februar 2011 geltenden Fassung von Art. 41 Abs. 1 BüG (vgl. AS 1952 1087) kann die Einbürg e- rung vom B FM mit Zustimmung der Behörde des Heimatkantons inne r- halb von fünf Jahren nichtig erklärt werden, wenn sie durch falsche Anga- ben oder Verheimlichung erheblicher Tatsachen erschlichen worden ist. 5.2. Die formellen Voraussetzungen für eine Nichtigerklärung sind vorlie- gend erfüllt: Der Kanton Bern hat am 10. August 2009 die Zustimmung C-5957/2009 Seite 12 zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung erteilt und die Nic h- tigerklärung ist von der zuständigen Instanz innerhalb der gesetzlichen Frist ergangen. 5.3. Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die materiellen Voraussetzungen für eine Nichtigerklärung gegeben sind. Das blosse Fehlen einer Einbü r- gerungsvoraussetzung genügt dabei nicht. Die Nichtigerklärung setzt vielmehr voraus, dass die erleichterte Einbürgerung "erschlichen", d.h. mit einem unlauteren und täuschenden Verhalten erwirkt worden ist. Arglist im Sinne des strafrechtlichen Betrugstatbestandes ist nicht erforderlich. Immerhin ist notwendig, dass der Betroffene bewusst falsche Angaben macht bzw. die Behörde bewusst in falsche m Glauben lässt und so den Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit Hinweisen). Weiss der Betroffene, dass die Voraussetzungen für die e r- leichterte Einbürgerung auch im Zeitpunkt der Verfügung vorliegen mü s- sen, so muss er gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben sowie seine Mitwirkungs - bzw. Auskunftspflicht gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG die Behörde unaufgefordert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse orientieren, von der er weiss oder wissen muss, dass sie e i- ner Einbürgerung entgegensteht. Die Behörde darf sich ihrerseits darauf verlassen, dass die vormals erteilten Auskünfte bei passivem Verhalten des Gesuchstellers nach wie vor der Wirklichkeit entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.). 6. 6.1. Das Verfahren zur Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung richtet sich nach den Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (vgl. Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 Bst. a VwVG). Danach obl iegt es gemäss Art. 12 VwVG der Behörde, den Sachverhalt von Amtes wegen abzukl ä- ren. Sie hat zu untersuchen, ob der betroffenen Person die Täuschung über eine Einbürgerungsvoraussetzung vorgeworfen werden kann, wozu insbesondere ein beidseitig intakter und gelebter Ehewille gehört. Da die Nichtigerklärung in die Rechte der betroffenen Person eingreift, liegt die Beweislast bei der Behörde. Allerdings geht es in der Regel um innere, dem Kern der Privatsphäre zugehörende Sachverhalte, die der Behörde nicht bekannt und einem Beweis naturgemäss kaum zugänglich sind. Sie kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen (Verm u- tungsbasis) auf unbekannte (Vermutungsfolge) zu schliessen. Solche s o- genannt natürlichen bzw. tatsächlichen Vermutungen können sich in allen C-5957/2009 Seite 13 Bereichen der Rechtsanwendung ergeben, namentlich auch im öffentl i- chen Recht. Es handelt sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die auf Grund der Lebenserfahrung gezogen werden. Die betroffene Person ist verpflichtet, bei der Sachverhaltsermittl ung mitzuwirken (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 mit Hinweisen). 6.2. Die natürliche Vermutung gehört zur freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP , SR 273]). Sie stellt eine Beweislaster- leichterung dar, indem eine bereits vorhandene, aber nicht mit letzter Schlüssigkeit mögliche Beweisführung unterstützt wird. Eine Umkehrung der Beweislast hat sie jedoch nicht zur Folge. Wenn daher bestimmte Tatsachen – beispielsweise die Chronol ogie der Ereignisse – die natürli- che Vermutung begründen, dass die erleichterte Einbürgerung erschl i- chen wurde, muss die betroffene Person nicht den Beweis für das Gegen- teil erbringen. Es genügt, wenn sie einen Grund anführt, der es als wah r- scheinlich erscheinen lässt, dass sie die Behörde nicht getäuscht hat. Bei diesem Grund kann es sich um ein ausserordentliches Ereignis handeln, das zum raschen Scheitern der Ehe führte, oder die betroffene Person kann plausibel darlegen, weshalb sie die Schwere der ehel ichen Proble- me nicht erkannt hat und den wirklichen Willen hatte, mit dem Schweizer Ehepartner auch weiterhin in einer stabilen ehelichen Gemeinschaft zu leben (vgl. BGE 135 II 161 E. 3 mit Hinweisen). 7. Aufgrund der Ereignisse im Umfeld der Eheschliessung und Einbürg e- rung des Beschwerdeführers gelangte die Vorinstanz zur Vermutung, die- ser habe während des Einbürgerungsverfahrens falsche Angaben g e- macht bzw. wesentliche Tatsachen verschwiegen. 7.1. Die zeitlichen Abläufe im rechtsrelevanten Sachverhalt präsen tieren sich wie folgt: Ein vom Beschwerdeführer am 30. April 1999 gestelltes Asylgesuch wurde am 25. Februar 2000 abgewiesen. Gleichzeitig wurde die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz angeordnet. Nachdem er im Juni 1999 die Schweizer Bürgerin Z._______ (geb. 1965) kennengelernt hatte, heirateten die beiden nach kurzer unterjähriger B e- kanntschaft am 22. Mai 2000. Am 26. Mai 2004 beantragte der B e- schwerdeführer die erleichterte Einbürgerung. Die Ehegatten unterzeic h- neten am 17. September 2004 di e gemeinsame Erklärung zum Bestand der ehelichen Gemeinschaft, woraufhin er am 4. Oktober 2004 erleichtert eingebürgert wurde. Am 1. Juni 2005 bezog der Beschwerdeführer eine C-5957/2009 Seite 14 eigene Wohnung. Seine damalige Ehefrau reichte am 5. Oktober 2005 beim zuständigen Zivilgericht ein Eheschutzgesuch ein, welches aufgrund der Genehmigung der Trennungsvereinbarung am 10. Januar 2006 als erledigt abgeschrieben wurde. Gleichzeitig gelangten die Eheleute mit e i- nem gemeinsamen Scheidungsbegehren an das Gericht. Mit Urteil des Gerichtskreises XI Interlaken -Oberhasli vom 11. Dezember 2006 wurde die Ehe geschieden. Nur gerade knapp ein Jahr später – am 20. November 2007 – verheiratete sich der Beschwerdeführer erneut. Diesmal mit einer Frau (geb. 1983) aus seinem Kulturkreis. 7.2. Allein schon die zeitliche Nähe zwischen erleichterter Einbürgerung und der Aufgabe des ehelichen Zusammenlebens mit der schweizer i- schen Ehe frau begründet die tatsächliche Vermutung, dass bereits vor Abschluss des Einbürgerungsverfahrens keine intakte, auf Zukunft au s- gerichtete eheliche Gemeinschaft mehr bestand. Der Status des B e- schwerdeführers im Zeitpunkt der Heirat (definitive Weg weisung aus der Schweiz nach erfolglosem Asylverfahren) und seine baldige Wiederve r- heiratung mit einer (gegenüber der e rsten Ehefrau deutlich jüngeren) Frau aus seinem Kulturkreis können als zusätzliche Indizien zur Stützung der tatsächlichen Vermutung gewertet werden; wenn nicht einzeln so doch in ihrer Gesamtheit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_15/2011 vom 7. März 20 11 E. 3.3.1 und 1C_493/2010 vom 28. Februar 2011 E. 5 mit Hinweisen). 7.3. Besteht aufgrund der Ereignisabläufe die tatsächliche Vermutung, die Einbürgerung sei erschlichen worden, obliegt es dem Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch erhebliche Zweifel umzu- stossen, indem Gründe bzw. Sachumstände aufgezeigt werden, die es als überzeugend bzw. nachvollziehbar erscheinen lassen, dass eine a n- geblich noch wenige Monate zuvor bestehende tatsächliche, ungetrennte eheliche Gemeinschaft in der Zwi schenzeit dergestalt in die Brüche g e- gangen ist, dass es zur Scheidung bzw. zur definitiven Trennung kam (vgl. BGE 130 II 482 E. 3.2 S. 486). Dementsprechend stellt sich die Fr a- ge, ob die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Argumente geeignet sind, die eben umschriebene tatsächliche Vermutung umzustossen. C-5957/2009 Seite 15 8. 8.1. Der Beschwerdeführer machte bezüglich der Trennung von seiner Ex-Ehefrau geltend, diese habe ihn am 30. Mai 2005 ohne jede Vor - warnung aus der gemeinsamen Wohnung ausgesperrt. Kurz darauf habe er von Arbeitskollegen erfahren, dass seine Ex -Ehefrau mehrfach mit e i- nem anderen Mann gesehen worden sei. In der Folge habe auch er sie mit diesem Mann gesehen. Später habe sie über einen Anwalt die Sche i- dung eingeleitet (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers vom 29. Se p- tember 2008). In einem weiteren Schreiben vom 14. November 2008 führte der Beschwerdeführer aus, die Ehe sei bis Ende Mai 2005 gut ve r- laufen. Dass seine Frau eine Drittbeziehung eingegangen sei, habe er erst realisiert, als sie ihn plötzlich ohne V orwarnung aus der gemeins a- men Wohnung ausgeschlossen habe. Vorher seien in der Ehe keine Probleme aufgetreten, ausser gelegentlichen Differenzen, die aber ke i- neswegs hätten vermuten lassen, dass die Ex -Ehefrau sich scheiden las- sen wolle. Nach dem Ausschlus s aus der gemeinsamen Wohnung – der zweifellos aufgrund der Drittbeziehung geschehen sei – habe seine Ex - Ehefrau keine ausführliche Aussprache gewollt, wohl weil sie wegen der Drittbeziehung ein schlechtes Gewissen gehabt habe. In seiner B e- schwerde vom 18. September 2009 wies der Beschwerdeführer auf die schriftliche Aussage seines Kollegen hin. Darin werde bestätigt, dass er am 26. Mai 2005 einen Streit mit seiner damaligen Ehefrau gehabt habe, in welchem sie ihm den Zutritt zur Wohnung verweigert habe. D araufhin sei er am 28. Mai 2005 für zwei bis drei Nächte zu diesem Kollegen g e- zogen. Am 1. Juni habe er eine eigene Wohnung bezogen. Die späteren Vermieter würden denn auch bescheinigen, dass er am 28. Mai 2005 bei ihnen nach einer Unterkunft gefragt habe. Nach der Aussperrung habe ihm die Ex -Ehefrau kurz darauf eröffnet, einen Freund zu haben. Etwas später habe er sie auch mit diesem Mann gesehen. Sein Kollege habe ihm später erzählt, dass er die Ehefrau bereits vorher mit einem Freund gesehen habe. Er sei im Übrigen davon überzeugt, dass die Ex -Ehefrau die Drittbeziehung erst kurz vor dem Eklat von Ende Mai 2005 eingega n- gen sei. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Eingehung einer Drittbeziehung durch die Ex -Ehefrau das entscheidende und unvorhe r- sehbare Zerrüttungselement der Beziehung gewesen sei. 8.2. Diese Darstellung vermag jedoch nicht zu überzeugen. Die zeitliche Nähe zwischen der erleichterten Einbürgerung vom 4. Oktober 2004 und der Trennung Ende Mai 2005 weist im Zusammenhang mit der g e- schilderten Art der Trennung Ende Mai 2005 vielmehr darauf hin, dass die C-5957/2009 Seite 16 Ehe gerade nicht – wie es der Beschwerdeführer behauptet – bis Ende Mai 2005 gut und glücklich gewesen ist. Insbesondere erscheint nicht überzeugend, dass die Ex -Ehefrau – nachdem sie seit e inem oder m a- ximal zwei Monaten eine Beziehung mit einem anderen Mann führt – den Beschwerdeführer von einem Tag auf den anderen aus der gemeinsamen Wohnung aussperrt. Unklar bleibt überdies der genaue Ablauf des Streits: Erklärte der Beschwerdeführer in de r Vernehmlassung zum Eheschut z- gesuch vom 15. November 2005 noch, er sei nach der Arbeit vor ve r- schlossener Türe gestanden und alles Läuten, Rufen, Klopfen habe nicht geholfen, die Ex-Ehefrau habe die Türe nicht geöffnet, auch am nächsten Tag sei die Wohnungstüre geschlossen gewesen und sie sei von der Ex - Ehefrau nicht geöffnet worden, so führte er replikweise aus, seine Ex - Ehefrau habe mit eindeutigen Worten ("hau ab!") seinen Auszug aus der Wohnung verlangt. Die abrupte Art der Trennung Ende Mai 2005 kann je- doch dahingehend gedeutet werden, dass dieses Ereignis lediglich der Höhepunkt einer bereits länger andauernden Ehekrise gewesen ist. Z u- dem weist auch die entschlossene und finale Handlungsweise der Ex - Ehefrau anlässlich der Aussperrung darauf hin, dass bereits lange vor diesem Ereignis eine Zerrüttung der Ehe stattgefunden hat. Nur so erklärt sich auch der Umstand, dass die Ex -Ehefrau sogar die Behörden invo l- vierte, indem sie den Sozialdienst einschaltete (vgl. Vernehmlassung des Beschwerdeführers zum Eh eschutzgesuch vom 15. November 2005). Auch fällt auf, dass der Beschwerdeführer nach der Aussperrung Ende Mai 2005 erstaunlich schnell vom definitiven Ende der bis zu diesem Zeitpunkt aus seiner Sicht angeblich glücklichen Ehe ausgegangen ist. Immerhin sch loss er bereits innerhalb weniger Tage nach der erfolgten Aussperrung – per 1. Juni 2005 – mündlich einen Mietvertrag für eine e i- gene Wohnung ab (vgl. Replik vom 8. März 2010). In diesem Sinn kann auch das offenkundige Fehlen von irgendwelchen Bemühungen d es Be- schwerdeführers, die eheliche Beziehung zu retten, dahingehend gede u- tet werden, dass ihm nichts mehr an der Ehe lag. Aufgrund der Aktenlage ist erstellt, dass er die Trennung ohne Widerrede hingenommen hat. Zwar erklärte er replikweise, er habe kurz n ach der Aufhebung des gemeins a- men Haushalts mit eigenen Augen gesehen, dass seine Ex -Ehefrau mit einem anderen Mann ein Verhältnis eingegangen sei, was ihm sein Freund Dilli auch bestätigt habe. Aus diesem Grund sei er von seiner Ex - Ehefrau in hohem Masse enttäuscht und verletzt gewesen. Allerdings w i- dersprechen diese Ausführungen seinen anlässlich der Verhandlung betreffend Eheschutzmassnahmen getätigten Aussagen, führte er doch dort aus, er möchte, dass seine Frau zurückkomme, weil er sie immer noch liebe (vgl. Protokoll der Verhandlung betreffend Eheschutzgesuch C-5957/2009 Seite 17 beim Gerichtspräsidenten 1 des Gerichtskreises XI Interlaken -Oberhasli vom 10. Januar 2006). 8.3. In den Akten sind zudem – entgegen den Ausführungen des B e- schwerdeführers – verschiedene Hinweise ersi chtlich, dass in der Ehe bereits vor Ende Mai 2005 Differenzen zwischen den Eheleuten besta n- den haben. Anlässlich der Verhandlung betreffend Eheschutzgesuch vom 10. Januar 2006 erklärte der Beschwerdeführer selbst, dass seine dam a- lige Ehefrau und er Differenzen wegen einer Steuerrechnung in der Höhe von Fr. 3'500. - gehabt hätten. Seine Frau habe ihm erklärt, dass sie nichts an diese Rechnung zahle. Replikweise relativierte er zwar seine Aussage dahingehend, dass erstmals im Mai 2005 eine Differenz wegen der ersten Steuerratenrechnung stattgefunden habe. Allerdings erklärte seine Ex -Ehefrau anlässlich der Verhandlung, gleichzeitig mit den Eheschwierigkeiten seien die Probleme mit der Chefin am Arbeitsplatz aufgetaucht (vgl. Protokoll der Verhandlung betreffen d Eheschutzgesuch beim Gerichtspräsidenten 1 des Gerichtskreises XI Interlaken -Oberhasli vom 10. Januar 2006). Auch wies sie im Eheschutzgesuch vom 5. Okt o- ber 2005 darauf hin, dass der Beschwerdeführer mit Erwerb des Schwe i- zer Bürgerrechts jegliches Intere sse an ihr verloren habe. Dass die Ehe somit wirklich bis Ende Mai 2005 glücklich und gut gewesen ist, wie der Beschwerdeführer behauptet, muss vor diesem Hintergrund bezweifelt werden. 8.4. Was das zu den Akten gelegte Schreiben des Kollegen D._______ bezüglich des Zustands der Ehe anbelangt, so versteht es sich von selbst, dass damit der Beweis einer intakten, auf die Zukunft gerichteten Ehe nicht zu erbringen ist. Vielmehr beschränken sich seine diesbezügl i- che Aussagen naturgemäss auf die Wahrnehmung eines ä usseren E r- scheinungsbildes. Für die Beurteilung der hier wesentlichen Frage, ob die Ehe im fraglichen Zeitpunkt stabil und auf die Zukunft gerichtet war, e r- weisen sich solche Bestätigungen regelmässig nicht als besonders au f- schlussreich (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-143/2008 vom 18. Februar 2010 E. 8.2.1 mit Hinweisen). Im Übrigen ist darauf hin- zuweisen, dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. November 2008 erklärte, er habe von einem Arbeitskollegen namens "D._______" kurz nach der Ausschliessung aus der Wohnung von der männlichen B e- gleitung seiner Ex-Ehefrau erfahren. Dessen genaue Personalien und Ad- resse seien ihm jedoch schon damals nicht bekannt gewesen; er wohne jetzt schon seit einem Jahr in Bern und habe keinen Kontakt zu ihm. Auf- grund dieser Ausführungen muss ohnehin bezweifelt werden, ob der g e-C-5957/2009 Seite 18 nannte Kollege tatsächlich ein so enger Bekannter der Eheleute gewesen ist, dass er den Zustand der Ehe hat einschätzen können. 9. Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine plausible Alter- native zur dargestellten Vermutungsfolge zu präsentieren und damit die gegen ihn sprechende Vermutung überzeugend in Frage zu stellen, w o- nach spätestens im Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung zwischen ihm und seiner Schweizer Ehefr au keine stabile und auf die Zukunft g e- richtete eheliche Gemeinschaft (mehr) bestand. Daran vermögen auch die durch den Beschwerdeführer eingereichten Referenzschreiben nichts zu ändern. Indem er und seine damalige Ehefrau in der gemeinsamen Erklärung vom 17. September 2004 dennoch den Bestand einer intakten und stabilen Ehe versicherten bzw. er spätere Änderungen des Sachve r- halts nicht anzeigte, hat er die Behörden über eine wesentliche Tatsache getäuscht und die erleichterte Einbürgerung im Sinne von Art . 41 Abs. 1 BüG erschlichen. Damit sind die materiellen Voraussetzungen für die Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung ebenfalls erfüllt. 10. 10.1. Der Beschwerdeführer macht zudem geltend, er habe mit der Ei n- bürgerung in der Schweiz seine nepalesische St aatsangehörigkeit verlo- ren. Durch einen Entzug der schweizerischen Staatsbürgerschaft würde er staatenlos. In diesem Zusammenhang beantragt er, die Auswirkungen auf seine Rechtsstellung durch Einholung eines Berichts der nepales i- schen Botschaft oder eines Experten des nepalesischen Rechts genau abzuklären (vgl. Beschwerde vom 18. September 2009). 10.2. Das Bundesgericht hat sich im Urteil 5A.18/2003 vom 19. Nove m- ber 2003 E.3 (in: ZBl 105/2004 S. 454) mit der Frage einer allfälligen Staatenlosigkeit infolge Nichti gerklärung der erleichterten Einbürgerung eingehend auseinandergesetzt. Es stellte fest, dass der direkte Adressat der Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung eine allfällige Sta a- tenlosigkeit hinzunehmen habe. Für seine Familienmitglieder, die an der Erschleichung unbeteiligt seien, müsse die drohende Staatenlosigkeit zwar die Ausnahme sein. Für ihn selbst jedoch, der den Verlust des Schweizer Bürgerrechts zu verantworten habe, treffe dies nicht zu. A n- dernfalls wären potenziell Staatenlose vor ein er Nichtigerklärung absolut C-5957/2009 Seite 19 geschützt (bestätigt im Urteil des Bundesgerichts 1C_340/2008 vom 18. November 2008 E. 3). Von dieser Rechtsprechung abzuweichen besteht kein Grund. Der Beschwerdeführer muss eine allfällige Staatenlosigkeit demzufolge hinnehmen. Aufgrund dieser Ausführungen ist auf den vom Beschwerdeführer gestellten Antrag nicht einzugehen, einen Bericht über das nepalesische Bürgerrecht einzuholen. 11. 11.1. Gemäss Art. 41 Abs. 3 BüG erstreckt sich die Nichtigkeit auf alle Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig er klärten Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich anders verfügt wird. G e- stützt auf die angefochtene Verfügung (Dispositiv Ziff. 2) ist der nach der erleichterten Einbürgerung geborene Sohn des Beschwerdefüh rers von der Nichtigkeit mitbetroffen. Einer Weisung des BFM vom Oktober 2010 zufolge werden jedoch Kinder, die im Zeitpunkt der Nichtigerklärung mi n- destens 16 Jahre alt sind und die Voraussetzungen für die Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewill igung (mithin die Eignungsvorau s- setzungen nach Art. 14 BüG sowie die Wohnsitzerfordernisse nach Art. 15 BüG) erfüllen, oder die durch die Nichtigerklärung staatenlos wü r- den, nicht in die Nichtigerklärung einer erleichterten Einbürgerung einb e- zogen (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-1389/2009 vom 13. September 2011 E. 8.1.). 11.2. Der Sohn des Beschwerdeführers, P ._______ (geb. 2009), besitzt lediglich das Schweizer Bürgerrecht. Aufgrund seines Alters sind die Vo r- aussetzungen für die Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewil- ligung noch nicht gegeben. Es gilt somit zu prüfen, ob dem Kind allenfalls die Staatenlosigkeit drohen würde. Gemäss Artikel 5 (ii) des nepales i- schen Staatsangehörigkeitsgesetzes (Nepal Citizenship Act 2063 [2006] vom 26. November 2006) kann das Kind einer nepalesischen Bürgerin aus der Ehe mit einem ausländischen Bürger in Nepal das nepalesische Bürgerrecht durch Einbürgerung erwerben, wenn es ständigen Wohnsitz in Nepal hat. Vorausgesetzt wird zudem, dass das Kind nicht d as Bürger- recht eines ausländischen Staates auf der Grundlage der Staatsangeh ö- rigkeit seines Vaters erworben hat. Artikel 5 (iii) des genannten Gesetzes sieht weiter vor, dass eine Person, die die Einbürgerung nach Artikel 5 (ii) beantragt, ein Gesuch mit f olgenden Unterlagen einzureichen hat: eine doppelte Kopie des Zertifikats des Bürgerrechts der Mutter, die Empfe h- lung durch die zuständige Gemeinde oder "Village Development Commi t- tee", die Geburtsurkunde sowie die Bestätigung des dauerhaften Aufen t-C-5957/2009 Seite 20 halts in Nepal sowie der Beweis, dass das ausländische Bürgerrecht des Vaters nicht erworben wurde. Das Kind des Beschwerdeführers müsste somit dauerhaft in Nepal wohnen, um das nepalesische Bürgerrecht durch Einbürgerung beantragen zu können. Da der Sohn somit d ie Vor- aussetzungen für den Erwerb der nepalesischen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung nicht erfüllt, würde er im Falle einer Erstreckung der Nichtigerklärung auf ihn staatenlos werden. In casu rechtfertigt es sich somit, den Sohn des Beschwerdeführers von der Nichtigerklärung auszu- nehmen. 12. Die angefochtene Verfügung erweist sich somit in Bezug auf die Nichti g- erklärung der erleichterten Einbürgerung des Beschwerdeführers (Ziffer 1 des Dispositivs) als rechtsmässig und angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Erstreckung der Nichtigerklärung auf den Sohn des Beschwerdefü h- rers wäre hingegen unangemessen (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG). 13. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die ermässigten Verfahrenskos- ten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kos- tenvorschuss zu verrechnen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im Umfang seines Obsiegens ist d em Beschwerdeführer ei- ne gekürzte Parteientschädigung in gerichtlich festzusetzender Höhe z u- zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE). (Dispositiv nächste Seite) C-5957/2009 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 2. Ziffer 2 des Dispositivs der Verfügung vom 31. August 2009 wird aufg e- hoben. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie werden mit dem am 3. November 2009 geleisteten Kostenvo r- schuss von Fr. 800. - verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 300. - wird zu- rückerstattet. 4. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 800.- zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour) – das Migrationsamt des Kantons Bern Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer C-5957/2009 Seite 22 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rech tsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthal ten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: