<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00098</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222678&amp;W10_KEY=13045539&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00098</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 28.09.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Scheinehe? [Der Beschwerdeführer heiratete 2016 in Zypern eine 7 Jahre ältere EU-Bürgerin, welche kurz danach in die Schweiz reiste, wo ihr eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt wurde. Gestützt auf die Ehe wurde dem Beschwerdeführer ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA erteilt. Das Ehepaar lebt seit sechs Jahren in Wohngemeinschaft mit der Schwester der Ehefrau und dem Bruder des Beschwerdeführers, welche ebenfalls verheiratet sind. Das Bezirksgericht sprach das Ehepaar mit begründetem und rechtskräftigem Urteil vom Vorwurf der Täuschung der Behörden wegen Scheinehe frei.] Kriterien für das Vorliegen einer Scheinehe (E. 2.2). Der Beschwerdeführer macht geltend, die Vorinstanz habe in willkürlicher Weise auf migrationsrechtliche Verfahren von Drittpersonen abgestellt (E. 4.1): Der Vergleich der Vorinstanz mit einer "spanischen Freundin", die ebenfalls eine Scheinehe eingegangen sei, ist willkürlich und widerspricht der Einzelfallbetrachtung. Nicht willkürlich ist dagegen die Bezugnahme auf die Ehe der Schwester der Ehefrau und dem Bruder des Beschwerdeführers, deren migrations- und strafrechtliches Verfahren parallel geführt wurde (E. 4.3). Grundsätzlich keine Bindungswirkung des Strafurteils für Verwaltungsbehörden. Eine Verwaltungsbehörde darf aber nicht ohne Not von den tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde abweichen (E. 5.1). Vorliegend weicht die Vorinstanz in Verletzung der Begründungspflicht vom Strafurteil ab (E. 5.3): Gegen eine Scheinehe sprechende Indizien, wie der enge Kontakt des Beschwerdeführers mit der Schwiegermutter, die konstanten Wohnverhältnisse und die gemeinsamen Zukunftspläne, wurden nicht genügend berücksichtigt. Ebenso wenig wurde gewichtet, dass sich der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Heirat als Student in Zypern mit einer Residence Card aufhielt, weshalb es auf der Hand liegt, dass die Hochzeit dort stattfand. Es liegen überwiegende Indizien für eine gelebte Ehe vor. Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BINDUNGSWIRKUNG">BINDUNGSWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREISPRUCH">FREISPRUCH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STRAFURTEIL">STRAFURTEIL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLKÃR">WILLKÃR</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 62 Abs. I lit. d AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 23 VFP</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58999" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00098</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">28. September 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A,<b> </b>vertreten durch RA C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist ein 1994 geborener StaatsangehÃ¶riger Bangladeschs. Am 31. MÃ¤rz 2016 heiratete er in B, Zypern, die 1987 geborene und ursprÃ¼nglich aus der Dominikanischen Republik stammende spanische StaatsangehÃ¶rige E. Letztere reiste am 1. Juni 2016 in die Schweiz ein und erhielt gestÃ¼tzt auf einen Arbeitsvertrag mit dem Restaurant F in ZÃ¼rich eine bis am 31. Mai 2021 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. A reiste am 31. August 2016 in die Schweiz ein, wo er im Familiennachzug eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit GÃ¼ltigkeit bis am 31. Mai 2021 erhielt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Bis am 2. November 2016 wohnten A und E an der G-Strasse 01 in ZÃ¼rich als Untermieter von H, einem StaatsangehÃ¶rigen Bangladeschs. Seit dem 3. November 2016 sind sie an der P-Strasse 02 in ZÃ¼rich gemeldet, zusammen mit dem Ehepaar I (spanische StaatsangehÃ¶rige, geboren 1993) und J (StaatsangehÃ¶riger Bangladeschs, geboren 1981). Dabei handelt es sich um die Schwester E's bzw. den Bruder A's, welche in DÃ¤nemark die Ehe geschlossen hatten, bevor sie in die Schweiz einreisten. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Nach GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs widerrief das Migrationsamt mit VerfÃ¼gung vom 24. Juni 2019 die Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA A's und E's und wies sie aus der Schweiz weg. Dabei kam das Migrationsamt zum Schluss, E habe ihren Aufenthalt mittels zweier ScheinarbeitsvertrÃ¤ge erschlichen, weshalb ihr freizÃ¼gigkeitsrechtlicher Anspruch als Arbeitnehmerin aufgrund Rechtsmissbrauchs untergegangen sei. Bei der von ihr von April bis Juni 2018 ausgeÃ¼bten TÃ¤tigkeit fÃ¼r die Firma K handle es sich um eine unwesentliche ErwerbstÃ¤tigkeit von untergeordneter Bedeutung. Auch die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA A's sei zu widerrufen, sei doch die Ehe A/E lediglich zum Schein eingegangen worden. Gegen die VerfÃ¼gung wurde am 29. Juli 2019 Rekurs erhoben. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>D. </b>Am 23. September 2020 erhob die Staatsanwaltschaft ZÃ¼rich-Sihl Anklage gegen A und E wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG). Mit (begrÃ¼ndeten) Urteilen vom 2. MÃ¤rz 2021 (GG200236 bzw. GG200237) sprach das Bezirksgericht ZÃ¼rich, 10. Abteilung, die Beschuldigten in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" vom Vorwurf der TÃ¤uschung der BehÃ¶rden frei. Die von der Staatsanwaltschaft dagegen erhobene Berufung wurde wieder zurÃ¼ckgezogen, womit die Strafurteile in Rechtskraft erwachsen sind.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion hiess den am 29. Juli 2019 erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 18. Januar 2022 teilweise gut und hob die angefochtene VerfÃ¼gung auf, soweit sie E betraf, und wies das Migrationsamt an, deren Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern bzw. ihr die Niederlassungsbewilligung zu erteilen. Soweit die VerfÃ¼gung vom 24. Juni 2019 A betraf, wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion den Rekurs ab und setzte diesem eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz an. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 21. Februar 2022 an das Verwaltungsgericht liess A (nachfolgend: der BeschwerdefÃ¼hrer) beantragen, der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion sei unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen aufzuheben und seine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern. Ausserdem stellte er folgenden Antrag: "Die Verletzungen des rechtlichen GehÃ¶rs durch die Sicherheitsdirektion seien im Dispositiv des Entscheides formell festzuhalten". In prozessualer Hinsicht ersuchte A um eine schriftliche BestÃ¤tigung bezÃ¼glich seines Aufenthaltsrechts wÃ¤hrend des Beschwerdeverfahrens. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 22. Februar 2022 wurde festgehalten, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete am 1. MÃ¤rz 2022 auf eine Vernehmlassung; das Migrationsamt erstattete keine Beschwerdeantwort. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 27. Juli 2022 zog das Verwaltungsgericht die A und E betreffenden Strafakten beim Bezirksgericht ZÃ¼rich bei; ferner zog es die Migrationsakten betreffend E bei.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unange­messenheit des ange­fochtenen Entscheids (§ 50 in Verbindung mit § 20 des Verwaltungs­rechts­pflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Am 1. Januar 2019 sind zahlreiche Ãnderungen des AuslÃ¤ndergesetzes vom 16. Dezember 2005 (AuG), das nunmehr AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz (AIG) heisst, in Kraft getreten. Das Ãbergangsrecht bestimmt sich damit entweder nach allgemeinen GrundsÃ¤tzen oder in analoger Anwendung von Art. 126 AIG. Bei WiderrufsgrÃ¼nden ist grundsÃ¤tzlich weiterhin auf den Zeitpunkt abzustellen, in welchem der betroffene AuslÃ¤nder von der Einleitung des zum Bewilligungswiderruf fÃ¼hrenden Verfahrens in Kenntnis gesetzt wurde (vgl. BGr, 11. November 2010, 2C_445/2010, E. 2 und BGr, 27. Mai 2010, 2C_837/2009, E. 1; VGr, 16. Dezember 2020, VB.2020.00679, E. 1.3). Damit bleibt auf den vorliegenden Fall grundsÃ¤tzlich das bisherige Recht anwendbar. Die hier anwendbaren Bestimmungen haben jedoch keine massgeblichen Ãnderungen erfahren, sodass auf das neue Recht Bezug genommen wird (VGr, 19. Februar 2020, VB.2019.00720, E. 2.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 AIG gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur so weit, als das FreizÃ¼gigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden, sofern nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich zur blossen Aufenthaltssicherung an einer nur noch formell bestehenden Ehe festgehalten wird (vgl. BGE 130 II 113 = Pra. 93 [2004] Nr. 171 E. 8 f.; BGE 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Urteilstext">Der abgeleitete Aufenthaltsanspruch steht somit unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs. Darunter fÃ¤llt auch die sogenannte Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe, welche die Ehegatten nur zur Erlangung des Aufenthaltsrechts eingehen, ohne eine echte eheliche Gemeinschaft zu beabsichtigen (BGr, 18. August 2017, 2C_118/2017, E. 4.1), sowie die Berufung auf eine nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft bestehende Ehe (BGE 128 II 145 E. 2.2). <span>Auf eine AuslÃ¤nderrechtsehe kann allerdings nicht schon dann geschlossen werden, wenn auslÃ¤nderrechtliche Motive fÃ¼r den Eheschluss mitentscheidend waren. Erforderlich ist, dass der Wille zur FÃ¼hrung der Lebensgemeinschaft im Sinn einer auf Dauer angelegten wirtschaftlichen, kÃ¶rperlichen und spirituellen Verbindung zumindest bei einem der Ehepartner fehlt (BGr, 23. Februar 2021, 2C_860/2020, E. 4.4; BGr, 26. Februar 2020, 2C_112/2019, E. 4.2). </span>Da bei Berufung auf eine Schein- oder AuslÃ¤nderrechtsehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 144 II 1 E. 3.1; 139 II 393 E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Das Vorliegen einer Scheinehe oder einer nur aus auslÃ¤nderrechtlichen Motiven aufrechterhaltenen Ehe entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis, weil es sich dabei um innere VorgÃ¤nge handelt, die der BehÃ¶rde nicht bekannt oder schwierig zu beweisen sind. Sie sind daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 122 II 289 E. 2b; BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.2). Dabei liegt in der Natur des Indizienbeweises, dass mehrere Indizien, welche fÃ¼r sich allein noch nicht den Schluss auf das Vorliegen einer bestimmten Tatsache erlauben, in ihrer Gesamtheit die erforderliche Ãberzeugung vermitteln kÃ¶nnen. Als Indizien fÃ¼r die Annahme einer Scheinehe gelten namentlich das Vorliegen eines erheblichen Altersunterschieds zwischen den Ehegatten sowie die UmstÃ¤nde des Kennenlernens und der Beziehung, wie beispielsweise eine Heirat nach einer nur kurzen Bekanntschaft sowie geringe Kenntnisse Ã¼ber den Ehegatten. Auch der Umstand, dass der Ehegatte ohne Heirat keine Aufenthaltsbewilligung hÃ¤tte erlangen kÃ¶nnen, kann zumindest zusammen mit weiteren Indizien auf eine Scheinehe hinweisen. Zu berÃ¼cksichtigen sind auch die konkreten WohnverhÃ¤ltnisse, namentlich wenn die Ehegatten nicht zusammenwohnen oder in getrennten Zimmern nÃ¤chtigen. Sodann kann ein unterschiedlicher kultureller und sprachlicher Hintergrund der Ehegatten einen bereits bestehenden Scheineheverdacht weiter erhÃ¤rten (vgl. BGr, 3. Dezember 2020, 2C_723/2020, E. 4.3.3; BGr, 14. November 2019, 2C_613/2019, E. 3.6.3). Die vorliegenden Indizien sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu wÃ¼rdigen. Die VerwaltungsbehÃ¶rde kann sich daher veranlasst sehen, von bekannten Tatsachen auf unbekannte zu schliessen. Dabei handelt es sich um Wahrscheinlichkeitsfolgerungen, die aufgrund der Lebenserfahrung gezogen werden. Spricht die Vermutung fÃ¼r eine vorhandene TÃ¤uschungsabsicht im Zeitpunkt der Bewilligungserteilung, obliegt es dem zur Mitwirkung verpflichteten Betroffenen, die Vermutung durch den Gegenbeweis bzw. durch das Erwecken erheblicher Zweifel an deren Richtigkeit umzustÃ¼rzen (BGr, 27. Januar 2020, 2C_950/2019, E. 3.2; BGr, 9. Juni 2008, 2C_60/2008, E. 2.2.2; BGE 130 II 482 E. 3.2 mit Hinweisen; VGr, 3. MÃ¤rz 2022, VB.2021.00476, E. 2.4).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Die Vorinstanz bejahte trotz freisprechendem Strafurteil eine Scheinehe, wofÃ¼r gewichtige Indizien vorlÃ¤gen: HierfÃ¼r sprÃ¤chen insbesondere</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass A DrittstaatsangehÃ¶riger und keine qualifizierte Arbeitskraft sei, sodass ihm ein lÃ¤ngerer Aufenthalt in der Schweiz nur mittels Heirat einer hier aufenthaltsberechtigten Person mÃ¶glich gewesen sei;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- die UmstÃ¤nde des Kennenlernens Ã¼ber die Geschwister I und J via Facebook und WhatsApp bei fehlender gemeinsamer Sprache und das erste Treffen im Januar 2016 in Zypern, an dem sie gleichzeitig den Heiratsentschluss fassten, die Papiere vorbereiteten und die Familien informierten;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- der Umstand, dass A und E zwei Monate spÃ¤ter an ihrem zweiten persÃ¶nlichen Treffen am 31. MÃ¤rz 2016 ohne Familie in Zypern heirateten, wo sich A zwar mit einem Aufenthaltstitel ordnungsgemÃ¤ss aufgehalten habe, zugleich aber auch bekannt sei, dass sich die Abwicklung von zivilrechtlichen Trauungen Ã¤hnlich wie in DÃ¤nemark relativ einfach gestalte und sich A zweieinhalb Jahre spÃ¤ter nicht mehr genau an seine Kollegen, die als Trauzeugen dienten, erinnern konnte;</span></p> <p class="Urteilstext"><span>- die separaten und zeitversetzten Einreisen der Ehefrau am 1. Juni 2016 von Madrid und A am 31. August 2016 von Zypern herkommend in die Schweiz;</span></p> <p class="Urteilstext">- <span>die erste Wohnsitznahme als Untermieter an der G-Strasse 01 in ZÃ¼rich, die in</span><span> </span><span>zwei weiteren Rekursverfahren in sehr Ã¤hnlich gelagerten FÃ¤llen von Scheinehen aus</span><span> </span><span>denselben Kulturkreisen als Adresse verwendet </span>worden sei;</p> <p class="Urteilstext">- <span>das auf Facebook verÃ¶ffentlichte Foto vom 27. Juni 2016, auf dem die </span>Ehefrau <span>ca.</span><span> </span><span>17 Geldscheine von je Fr. 200</span>.-<span> in bar zeige, was kurz nach ihrer Einreise in</span><span> </span><span>die Schweiz aussergewÃ¶hnlich erschein</span>e<span>;</span></p> <p class="Urteilstext">- <span>die auf Facebook verÃ¶ffentlichten Fotos vom 6. Dezember 2016, auf dem die </span>Ehefrau <span>wÃ¤hrend ihres Ferienaufenthalts in der Dominikanischen Republik mit einem anderen</span><span> </span><span>Mann in zwei innigen Posen abgebildet sei, wobei nicht glaubhaft</span><span> </span><span>erscheine, dass es sich lediglich um einen Verwandten handle;</span></p> <p class="Urteilstext">- <span>der Umstand, dass </span>A<span> nach ca. 1,5-jÃ¤hriger Beziehung im Zeitpunkt seiner</span><span> </span><span>Einvernahme im Jahr 2017 keine bis kaum Kenntnisse Ã¼ber die </span>Ehefrau<span> hatte</span><span> </span><span>(Namens</span>s<span>chreibweise, Geburtsort, KÃ¶rpergrÃ¶sse, Schule, Beruf) sowie auffallend wenige Gemeinsamkeiten bzw. Anhaltspunkte</span><span> </span><span>aufzeigen konnte, die auf das FÃ¼hren einer echten Lebensgemeinschaft hin</span>gedeutet hÃ¤tten;</p> <p class="Urteilstext">- <span>das gleichgerichtete Vorgehen der spanischen Freundin der </span>Ehefrau<span>, L, die im Juli 2015 den bangladeschischen StaatsangehÃ¶rigen M </span>geheiratet habe<span>, der in der Schweiz zuvor erfolglos um Asyl ersucht und eine</span><span> </span><span>Scheinehe gefÃ¼hrt habe, und die vor der Vorinstanz wohl vorg</span>egeben habe<span>, ein ArbeitsverhÃ¤ltnis</span><span> </span><span>mit dem Restaurant der N GmbH in ZÃ¼rich eingegangen zu sein</span>;</p> <p class="Urteilstext">- <span>die starke Anlehnung an das rechtsmissbrÃ¤uchliche Vorgehen der Schwester der </span>Ehefrau<span>,</span><span> </span><span>I, und des Bruders </span>von A<span>, J, die</span><span> </span><span>zuvor am 21. August 2014 in TÃ¸nder (DÃ¤nemark) geheiratet hÃ¤tten, separat in die</span><span> </span><span>Schweiz eingereist </span>seien<span>, den Aufenthalt (wohl) mit drei ScheinarbeitsvertrÃ¤gen</span><span> </span><span>von I gesichert hÃ¤tten und seit 3. November 2016 mit dem Ehepaar E/A</span><span> </span><span>an der P-Strasse 03 in ZÃ¼rich zusammenlebe;</span></p> <p class="Urteilstext">- <span>die Parallelen zu weiteren rechtsmissbrÃ¤uchlichen FÃ¤llen auslÃ¤ndischer Scheinehepaare</span><span> </span><span>aus den gleichen Kulturkreisen, was durch die koordinierte Aktion GOLIATH</span><span> </span><span>der Kantonspolizei ZÃ¼rich und der Vorinstanz in den letzten Jahren aufgedeckt</span><span> </span><span>worden </span>sei<span> und die zu zahlreichen Bewilligungswiderrufen und</span><span> </span><span>Wegweisungen durch die Vorinstanz, die Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich, das</span><span> </span><span>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich bzw. das Bundesgericht </span>ge<span>fÃ¼hrt</span> hÃ¤tten.</p> <p class="Urteilstext">Insgesamt, erwog die Vorinstanz, sei die Beweiskraft der Indizien aus auslÃ¤nderrechtlicher Perspektive erdrÃ¼ckend. In Kenntnis des Vorgehens anderer spanisch-bangladeschischer Scheinehepaare hÃ¤tten A und seine Ehefrau von Anfang an den Lebens- und Arbeitsaufenthalt in der Schweiz, zusammen mit ihren Geschwistern, geplant. Die aufgefÃ¼hrten Indizien seien durch A nicht entkrÃ¤ftet worden. Gesehen werde aber der Einwand, dass das Ehepaar seit November 2016 in der ehelichen Wohnung an der P-Strasse 02 in ZÃ¼rich zusammen mit den Geschwistern wohnen und auch eine intime Beziehung fÃ¼hren wÃ¼rde. Die Wohnsituation scheine in der Tat seit 2016 stetig zu sein. Die formellen Melde- und MietverhÃ¤ltnisse sowie das Zusammenleben mit intimen Beziehungen fÃ¼hre aber nicht ohne Weiteres zur Annahme einer eigentlichen ehelichen Lebensgemeinschaft. Angesichts dessen, dass das Paar sowohl mit den Geschwistern als auch mit anderen Scheinehepaaren vernetzt sei, sei davon auszugehen, dass es sich um eine reine Zweckgemeinschaft mit Aufteilung der Wohn- und Lebenskosten unter den mÃ¤nnlichen Geschwistern handle, welche darauf abziele, das Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu sichern und einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachgehen zu kÃ¶nnen. Der vorgebrachte gemeinsame Urlaub in Madrid im April/Mai 2017, die gemeinsamen Weihnachten 2017 mit dem Geschwisterpaar in ZÃ¼rich, obwohl A Moslem sei und Weihnachten nach eigenen Angaben nicht feiere, der achttÃ¤gige Besuch der Schwiegermutter aus Spanien Ã¼ber Neujahr 2017 bzw. 2018 in ZÃ¼rich, der Besuch von A im Juli 2020 in Madrid und die weiteren, undatierten Fotos, auf welchen das Ehepaar "vertraut" abgebildet sei, wÃ¼rden nicht ausreichend belegen, dass ein aufrichtiger Ehewille bestehe. Ferner wirke der eingereichte WhatsApp-Chatverlauf nicht als sachdienlich in Bezug auf den Gehalt einer ehelichen Beziehung. Insgesamt sei rechtsgenÃ¼gend erstellt, dass das Ehepaar seit Jahren den Anschein einer gelebten ehelichen Beziehung erwecke und die BehÃ¶rden damit zu tÃ¤uschen suchte. Folglich sei der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA von A gemÃ¤ss Art. 23 Abs. 1 VEP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. a AuG zu Recht erfolgt. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht geltend, die Vorinstanz habe in willkÃ¼rlicher Weise auf migrationsrechtliche Verfahren von Drittpersonen abgestellt, deren Akten zum vorliegenden Verfahren nicht einmal beigezogen worden seien. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz zog in ihrem Entscheid Parallelen zu anderen migrationsrechtlichen Verfahren, in welchen binationale Ehen in Kombination von spanischen und bangladeschischen StaatsangehÃ¶rigen vom Migrationsamt als Scheinehen qualifiziert wurden. Zitiert wurde namentlich die Ehe der "spanischen Freundin der Rekurrentin, L" mit dem ebenfalls aus Bangladesch stammenden M sowie die Ehe von I, der Schwester von E, mit J, dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers. Weiter hÃ¤tte der BeschwerdefÃ¼hrer seinen ersten Wohnsitz in ZÃ¼rich an einer Adresse gehabt, die "in zwei weiteren Rekursverfahren in sehr Ã¤hnlich gelagerten FÃ¤llen von Scheinehen aus denselben Kulturkreisen als Adresse verwendet" worden seien. Schliesslich bestÃ¼nden Parallelen zu weiteren rechtsmissbrÃ¤uchlichen FÃ¤llen auslÃ¤ndischer Scheinehepaare aus den gleichen Kulturkreisen, was durch die koordinierte Aktion GOLIATH der Kantonspolizei ZÃ¼rich und dem Migrationsamt in den letzten Jahren aufgedeckt worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>FÃ¼r den Vergleich mit der Ehe von L/M stÃ¼tzt sich die Vorinstanz zwar auf verschiedene, aktenkundige Facebook-EintrÃ¤ge, welche die SchwÃ¤gerin und die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers mit L zeigen. Selbst wenn die Ehe der Letzteren als Scheinehe qualifiziert wurde, kann allein aus deren Bekanntschaft zur Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers nichts fÃ¼r die hier zu beurteilende Ehe abgeleitet werden. Gleiches gilt fÃ¼r die zwei weiteren, nicht aktenkundigen Rekursverfahren von Scheinehen aus demselben Kulturkreis. Solche Vergleiche erweisen sich als willkÃ¼rlich und widersprechen der allein ausschlaggebenden Einzelfallbetrachtung (siehe dazu VGr, 6. Dezember 2017, VB.2017.00434, E. 2.5; VGr, 15. November 2017, VB.2017.00366, E. 2.7). Anders prÃ¤sentiert sich die Sachlage in Bezug auf die Ehe von I und J, der SchwÃ¤gerin und dem Bruder des BeschwerdefÃ¼hrers: Hier finden sich in den Akten zahlreiche Hinweise auf deren Ehe, da alle vier, d.<span> </span>h. der BeschwerdefÃ¼hrer und seine Ehefrau sowie seine SchwÃ¤gerin und sein Bruder, seit 2016 in derselben Wohnung an der P-Strasse 02 in ZÃ¼rich leben und gegen dieses Ehepaar ebenfalls wegen Scheinehe ermittelt wurde. NaturgemÃ¤ss ergaben sich Ãberschneidungen des vorliegenden Verfahrens zum parallel gefÃ¼hrten migrations- und strafrechtlichen Verfahren der Eheleute I/J. Auch der Verweis auf die Aktion GOLIATH der Kantonspolizei ZÃ¼rich, welche in Bezug auf diesen Fall zu einem Anfangsverdacht betreffend Scheinehe fÃ¼hrte, ist nicht unzulÃ¤ssig bzw. willkÃ¼rlich (siehe dazu VGr, 31. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00006, E. 3.2.2 mit zahlreichen Hinweisen; VGr, 31. MÃ¤rz 2021, VB.2021.00070, E. 2.3.1.7, vom Bundesgericht bestÃ¤tigt: BGr, 18. August 2021, 2C_437/2021, E. 4.2 und E. 4.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Ob aufgrund dessen, dass die L und M und weitere Personen betreffenden Verfahrensakten keinen Eingang in die vorliegenden Akten gefunden haben, eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs erblickt werden muss, kann offengelassen werden, da die Beschwerde â wie gleich zu zeigen sein wird â gutzuheissen ist (siehe E. 5.3). Auf das Begehren des BeschwerdefÃ¼hrers, die Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs sei im Dispositiv des Entscheids formell festzuhalten, ist sodann nicht einzutreten: Um eine Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs im Dispositiv festzuhalten, mÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer ein besonderes Feststellungsinteresse aufweisen. Dass ein solches hier vorliegen wÃ¼rde, legt dieser jedoch nicht dar. Selbst wenn ein Feststellungsinteresse vorliegen wÃ¼rde, erwiese sich dieses gegenÃ¼ber dem Leistungsbegehren auf VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung als subsidiÃ¤r (VGr, 22. September 2010, VB.2010.00163, E. 1.2 [nicht auf www.vgr.zh.ch verÃ¶ffentlicht). </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beruft sich darauf, dass er mit Strafurteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 2. MÃ¤rz 2021 vom Vorwurf der <span>TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 AIG rechtskrÃ¤ftig freigesprochen worden sei. Die Vorinstanz widerspreche im angefochtenen Entscheid dem Strafgericht in derselben Sache und gehe gleichwohl von einer Scheinehe aus.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>FÃ¼r VerwaltungsbehÃ¶rden entfaltet die BegrÃ¼ndung eines Strafurteils grundsÃ¤tzlich keine Bindungswirkung. Hingegen gebieten der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung und die Rechtssicherheit, widersprÃ¼chliche Entscheide im Rahmen des MÃ¶glichen zu vermeiden, weshalb eine VerwaltungsbehÃ¶rde nicht ohne Not von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen der StrafbehÃ¶rde abweichen soll. Falls keine klaren Anhaltspunkte fÃ¼r die Unrichtigkeit der Tatsachenfeststellungen bestehen, darf die VerwaltungsbehÃ¶rde nach stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafgericht unbekannt gewesen sind, wenn sie zusÃ¤tzliche Beweise erhebt oder wenn das Strafgericht bei der Rechtsanwendung nicht sÃ¤mtliche Rechtsfragen abgeklÃ¤rt hat (vgl. BGE 139 II 95 E. 3.2; 137 I 363 E. 2.3.2; 136 II 447 E. 3.1; BGr, 6. Mai 2021, 2C_197/2021, E. 3.3.1; BGr, 22. August 2019, 2C_89/2019, E. 3.1). Dasselbe gilt grundsÃ¤tzlich auch im AuslÃ¤nderrecht (vgl. BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3). Jedenfalls wenn der Freispruch im Strafverfahren jedoch ausdrÃ¼cklich aufgrund der Unschuldsvermutung (vgl. Art. 10 der Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO]) zustande gekommen ist oder wenn die beschuldigte Person in jenem Verfahren von ihrem Aussageverweigerungsrecht (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO) Gebrauch gemacht hat, besteht im migrationsrechtlichen Verfahren durchaus eine Veranlassung, von den strafrechtlichen Feststellungen abzuweichen. Gegebenenfalls kann die VerwaltungsbehÃ¶rde den Sachverhalt ergÃ¤nzend instruieren und sich dabei auch der Mitwirkungspflichten (vgl. Art. 90 AIG) der Bewilligungsinhaberin oder des Bewilligungsinhabers bedienen. Will die MigrationsbehÃ¶rde von den Feststellungen der StrafbehÃ¶rden abweichen, ergeben sich indes gewisse Anforderungen aus dem Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV). Vorausgesetzt ist zumindest, dass sich die VerwaltungsbehÃ¶rde mit dem freisprechenden Strafurteil auseinandersetzt und darlegt, welche GrÃ¼nde zu einer abweichenden Sachverhaltsfeststellung fÃ¼hren. UnterlÃ¤sst sie dies, verletzt sie namentlich ihre BegrÃ¼ndungspflicht (vgl. BGr, 6. Mai 2021, 2C_197/2021, E. 3.3.2 mit Hinweisen; BGr, 22. November 2019, 2C_1044/2018, E. 4.3.1.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Das Bezirksgericht ZÃ¼rich begrÃ¼ndete den Freispruch des BeschwerdefÃ¼hrers wegen TÃ¤uschung der BehÃ¶rden im Sinn von Art. 118 Abs. 1 AIG in seinem Urteil vom 2. MÃ¤rz 2021 wie folgt: Zwar seien vier Indizien fÃ¼r das Vorliegen einer Scheinehe erfÃ¼llt, nÃ¤mlich eine nur kurze Bekanntschaft der Ehegatten vor der Heirat, ein grosser Altersunterschied zwischen den Ehegatten, namentlich ein deutlich hÃ¶heres Alter der Ehefrau, fehlende sprachliche VerstÃ¤ndigungsmÃ¶glichkeiten sowie ein fehlender Bezug zur Schweiz, weshalb ein Anfangsverdacht wegen Scheinehe folglich nicht von der Hand zu weisen sei. DemgegenÃ¼ber hÃ¤tten sowohl der Beschuldigte als auch die Beschuldigte konstant ausgesagt, dass es sich um eine Liebesheirat gehandelt habe und die Ehe auch gelebt wÃ¼rde. Auch habe der Beschuldigte auf entsprechende Fragen in der Untersuchung die VerwandtschaftsverhÃ¤ltnisse, den Werdegang und die Vorlieben der Beschuldigten schildern kÃ¶nnen, welche mit den Aussagen der Beschuldigten Ã¼bereinstimmen wÃ¼rden. Vehement sei bestritten worden, dass Geld fÃ¼r die Eheschliessung geflossen sei. BezÃ¼glich der Polizeikontrolle vom 14. Mai 2019 in der ehelichen Wohnung hÃ¤tten die Beschuldigten erklÃ¤ren kÃ¶nnen, dass sich die Kleider des Beschuldigten aufgrund deren Geruchs in einem anderen Zimmer befunden hÃ¤tten, da diese nach der Arbeit in der RestaurantkÃ¼che nach Essen riechen wÃ¼rden. Sodann hÃ¤tten die Beschuldigten geschildert, dass diese Polizeikontrolle in die Zeit des Ramadans gefallen sei, weshalb der Beschuldigte in der Nacht aufgestanden sei, gekocht sowie gegessen und danach im anderen Zimmer geschlafen habe, um die Beschuldigte nicht zu stÃ¶ren. Ansonsten hÃ¤tten beide angegeben, im gemeinsamen Schlafzimmer zu nÃ¤chtigen. Beide Beschuldigten hÃ¤tten ausserdem Ã¼bereinstimmend berichtet, dass die Abwesenheit der Beschuldigten anlÃ¤sslich der Polizeikontrolle vom 25. Oktober 2017 auf einen Aufenthalt bei ihrer Mutter in Madrid zurÃ¼ckzufÃ¼hren gewesen sei. Schliesslich hÃ¤tten beide Beschuldigten ausgefÃ¼hrt, dass sie nicht gemeinsam in die Schweiz eingereist seien, da der Beschuldigte in Zypern seine Arbeit noch habe zu Ende fÃ¼hren mÃ¼ssen. Beide Beschuldigten hÃ¤tten wÃ¤hrend der Untersuchung und auch anlÃ¤sslich der Hauptverhandlung konstant, detailliert und Ã¼bereinstimmend ausgesagt. Die AusfÃ¼hrungen des Beschuldigten wÃ¼rden plausibel, lebensnah und nicht a priori unglaubhaft erscheinen. Die beiden polizeilichen Kontrollen am ehelichen Wohnort der Beschuldigten hÃ¤tten keine eindeutig belastenden Beweise zutage gefÃ¶rdert. Im Gegenteil zeigten die Fotos vom 25. Oktober 2017 der ehelichen Wohnung, dass die Beschuldigten im gleichen Zimmer lebten und schliefen. Auch hÃ¤tten sich in der Wohnung und auf dem Mobiltelefon viele gemeinsame Fotos der Beschuldigten befunden. Insgesamt bestÃ¼nden am deliktischen Verhalten unÃ¼berwindliche Zweifel, weshalb dieser in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" von der Anklage freizusprechen sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Die Vorinstanz weicht in Verletzung der BegrÃ¼ndungspflicht vom Strafurteil ab: Sie legt nicht hinreichend dar, weshalb gleichwohl von einer Scheinehe auszugehen sei. Vielmehr stÃ¼tzt sie sich insbesondere â wie in E. 4.3 dargelegt â in willkÃ¼rlicher Weise auf das rechtsmissbrÃ¤uchliche Vorgehen anderer auslÃ¤ndischer Ehepaare. Zwar ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die UmstÃ¤nde des Kennenlernens Ã¼ber das ebenfalls verheiratete Geschwisterpaar I und J und die Heirat Ã¼bers Kreuz auffÃ¤llig erscheinen und auf eine Scheinehe hindeuten. Gleiches gilt fÃ¼r das <span>auf Facebook verÃ¶ffentlichte Foto vom 6. Dezember 2016, auf dem die </span>Ehefrau <span>wÃ¤hrend ihres Ferienaufenthalts in der Dominikanischen Republik mit einem anderen</span><span> </span><span>Mann in zwei innigen Posen</span> abgebildet ist, wofÃ¼r sie keine plausible ErklÃ¤rung abgeben konnte. Folgende, <i>gegen</i> eine Scheinehe sprechende Indizien wurden von der Vorinstanz dagegen nicht genÃ¼gend berÃ¼cksichtigt: </p> <p class="Urteilstext">- In Bezug auf die <i>Heirat </i>in Zypern wurde dem Umstand, dass sich der BeschwerdefÃ¼hrer dort mit <span>einer</span> Residence Card als Student (Fachrichtung â¦) aufhielt, zu wenig Rechnung getragen. Es liegt auf der Hand, dass die Heirat aufgrund dessen Aufenthalts in Zypern auch dort stattfand und nicht in seinem oder ihrem Heimatland. Auch konnte der BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich der Befragung vom 25. Oktober 2017 (Frage 68) einen Trauzeugen, einen Freund und Mitstudenten von ihm, namentlich benennen. </p> <p class="Urteilstext">- Kenntnis des BeschwerdefÃ¼hrers Ã¼ber die <i>FamilienverhÃ¤ltnisse </i>der Ehefrau: Der BeschwerdefÃ¼hrer konnte phonetisch die frÃ¼here Adresse der Ehefrau bei ihrer Mutter (...) sowie den Namen der Schwiegereltern und der Geschwister der Ehefrau nennen. </p> <p class="Urteilstext">- PersÃ¶nlicher Kontakt mit der <i>Schwiegermutter Q</i>: Der BeschwerdefÃ¼hrer traf seine Schwiegermutter mehrere Male gemeinsam mit seiner Ehefrau in Spanien, so etwa im Mai 2017 sowie im Februar 2019. Ãber die Weihnachtstage und Neujahr 2017/2018 und 2018/2019 besuchte die Schwiegermutter ihre beiden TÃ¶chter und deren EhemÃ¤nner in der Schweiz, wobei sie Weihnachten gemeinsam feierten. Im Juli 2020 besuchte der BeschwerdefÃ¼hrer seine Schwiegermutter drei Tage ohne seine Ehefrau in Madrid. Am 25. Januar 2022 bestellte er Ã¼berdies ein RÃ¼ckreisevisum, um erneut die Schwiegermutter in Madrid zu besuchen.</p> <p class="Urteilstext">- Richtige Angaben zum <i>damaligen Aufenthalt der Ehefrau in Spanien</i>: AnlÃ¤sslich der Wohnungskontrolle am 25. Oktober 2017 konnte der BeschwerdefÃ¼hrer Angaben zum aktuellen Aufenthalt der Ehefrau in Spanien machen, insbesondere zum Abflugdatum (30. August 2017) und zum RÃ¼ckflugdatum (25. November 2017). Das Flugticket mit dem genannten Abflugdatum liegt in den Akten der Ehefrau. Die Landesabwesenheit der Ehefrau erklÃ¤rt auch, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer an der polizeilichen Wohnungskontrolle nur allein angetroffen werden konnte. </p> <p class="Urteilstext">- Richtige Angaben des BeschwerdefÃ¼hrers zum <i>Gesundheitszustand der Ehefrau</i>: An der Befragung vom 14. Mai 2019 (Frage 64) gab der BeschwerdefÃ¼hrer an, seine Ehefrau habe die TÃ¤tigkeit beim Restaurant F wegen RÃ¼ckenschmerzen aufgeben mÃ¼ssen. Der Inhaber des Restaurant F bestÃ¤tigte in seiner Befragung vom 14. August 2020, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers im Jahr 2016 bei ihm gearbeitet habe, wegen ihrer RÃ¼ckenschmerzen aber nicht viel Lasten habe tragen kÃ¶nnen. Schliesslich sei das ArbeitsverhÃ¤ltnis gekÃ¼ndigt worden. Die Ehefrau ihrerseits gab an, diese TÃ¤tigkeit nach nur vier Monaten wegen RÃ¼cken- und Nierenschmerzen aufgegeben zu haben. </p> <p class="Urteilstext">- Auf dem Mobiltelefon des BeschwerdefÃ¼hrers befanden sich am 25. Oktober 2017 mehrere hundert <i>Fotos</i>, welche das Ehepaar zeigen, wobei die Fotos in Zypern oder in Spanien entstanden sind. Ebenso waren im Schlafzimmer des Ehepaars mehrere vergrÃ¶sserte Fotos, welche das Ehepaar gemeinsam zeigen, aufgehÃ¤ngt. AuffÃ¤llig ist jedoch, dass auf dem Bild des Schlafzimmers, welches an der letzten Wohnungskontrolle im Mai 2019 aufgenommen wurde, die vergrÃ¶sserten Fotos des Ehepaars nicht mehr ersichtlich sind bzw. offenbar abgehÃ¤ngt wurden. </p> <p class="Urteilstext">- <i>Konstante WohnverhÃ¤ltnisse</i>: Seit 2016 wohnt das Ehepaar gemeinsam an derselben Adresse an der P-Strasse 02 als Untermieter der SchwÃ¤gerin bzw. des Bruders des BeschwerdefÃ¼hrers.</p> <p class="Urteilstext">- AnlÃ¤sslich der Wohnungskontrolle vom 14. Mai 2019 waren beide Ehepartner anwesend. Das Ehepaar gab Ã¼bereinstimmend an, dass sich die Kleider des Ehemanns in einem separaten Zimmer befinden wÃ¼rden, da die Kleider nach der Arbeit nach Essen und KÃ¼che stinken wÃ¼rden und separat aufbewahrt wÃ¼rden. Dies erscheint nachvollziehbar. Ebenso sei Ramadan gewesen, weshalb der BeschwerdefÃ¼hrer in einem separaten Zimmer genÃ¤chtigt habe, um die Ehefrau nicht zu stÃ¶ren. TatsÃ¤chlich fiel die polizeiliche Kontrolle am 14. Mai 2019 in die Zeit des Ramadans (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ramadan), weshalb die BegrÃ¼ndung fÃ¼r die getrennten Zimmer glaubhaft erscheint.</p> <p class="Urteilstext">- <i>Gemeinsame ZukunftsplÃ¤ne</i>: Das Ehepaar mÃ¶chte gemeinsam mit den Geschwistern ("die Familie") ein Restaurant erÃ¶ffnen und irgendwann gemeinsam Kinder haben.</p> <p class="Urteilstext">- Beide gaben konstant an, dass es sich um eine Liebesheirat handelte, worauf auch die Ehedauer von sechs Jahren hindeutet.</p> <p class="Urteilstext">Eine GesamtwÃ¼rdigung der Indizien ergibt, dass zwar ein berechtigter Anfangsverdacht fÃ¼r eine Scheinehe vorlag. Insgesamt liegen aber â zumindest gemÃ¤ss heutigem Aktenstand â Ã¼berwiegende Indizien fÃ¼r eine gelebte Ehe vor, weshalb "in dubio pro matrimonio" nicht von einer Scheinehe ausgegangen werden kann. Triftige GrÃ¼nde, weshalb vom begrÃ¼ndeten Strafurteil abgewichen werden mÃ¼sste, wurden von der Vorinstanz nicht hinreichend dargelegt. </p> <p class="Urteilstext">Demzufolge wird die Beschwerde gutgeheissen. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA des BeschwerdefÃ¼hrers zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens vollumfÃ¤nglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a VRG). Die dem BeschwerdefÃ¼hrer und seiner Ehefrau je zur HÃ¤lfte auferlegten Ã¼brigen Kosten des Rekursverfahrens im Betrag von Fr. 705.- sind ebenfalls dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 VRG). Der Beschwerdegegner hat dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Verfahren Ã¼berdies eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 VRG), welche mit je Fr. 1'500.- fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren festzusetzen ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 24. Juni 2019 wird aufgehoben. Der Entscheid der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 18. Januar 2022 wird hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern I Satz 3, II, III Satz 3 und IV aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> Das Migrationsamt wird angewiesen, dem BeschwerdefÃ¼hrer die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die (Ã¼brigen) Kosten des Rekursverfahrens in der HÃ¶he von Fr. 705.- werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>