21. Juni 1991 1341 Postulat H u bâcher einen wichtigen Beitrag zu Frieden und Sicherheit des Landes darstellen. Wenn sich die Menschenrechtslage vor allem im Südosten des Landes in nächster Zeit nicht verbessern sollte, ist der Bundesrat bereit, die Opportunität einer Beschwerde zu prü- fen, nach dem Vorbild jener Beschwerde, welche im Jahre 1981 von fünf Mitgliedern des Europarates als Folge der Men- schenrechtsverletzungen durch die türkische Regierung ein- gereicht worden war. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 90.997 Motion Ruf Schweizer Landesgrenze. Verstärkter Schutz vor illegalen Grenzübertritten Passage illégal de la frontière. Renforcement de la protection Wortlaut der Motion vom 14. Dezember 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, den Schutz der Schweizer Lan- desgrenze vor illegalen Grenzübertritten durch folgende Massnahmen wirksam zu verstärken: 1. Erhöhung des Bestandes an Grenzwächtern; 2. Einsatz- und wenn nötig Ausbildung -von geeigneten Ein- heiten der Schweizer Armee zur Unterstützung des Grenz- wachtkorps. Texte de la motion du 14 décembre 1990 Le Conseil fédéral est chargé de renforcer la protection de la frontière suisse et d'empêcher les passages illégaux en pre- nant les mesures suivantes: 1. augmentation de l'effectif des gardes-frontière; 2. mise en place et, s'il le faut, entraînement d'unités adéqua- tes de l'armée que l'on chargera d'épauler le corps des gar- des-frontière. Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit Ungeachtet aller Revisionen des Asylverfahrens steigt der Zu- strom von Asylbewerbern in die Schweiz seit Jahren unge- bremst an und wird voraussichtlich auch künftig jährlich neue Rekordhöhen erreichen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Asylanten handelt es sich bekanntlich nicht um echte Flücht- linge, sondern um Gesuchsteller aus wirtschaftlichen Grün- den (über 95 Prozent der Begehren werden letztlich abgewie- sen). Die allermeisten Bewerber gelangen über die grüne Grenze illegal in unser Land! Breite Kreise des Schweizervolkes sind wegen dieser anhal- tenden Masseneinwanderung zu Recht tief beunruhigt. 1991 muss mit einer zusätzlichen riesigen Migrationswelle aus Ost- europa, vor allem aus der Sowjetunion, gerechnet werden. Die grosse Zahl der illegalen Einreisen beweist, dass die Lan- desgrenze völlig ungenügend gesichert ist. Dies kann aller- dings angesichts des geringen Personalbestandes im unifor- mierten Grenzwachtkorps (August 1990:1756 Mann) nicht er- staunen. Skrupellose Schlepperorganisationen haben da- durch ein sehr leichtes Spiel. Um dem (gegenwärtigen und noch zu erwartenden) Massen- zustrom von Wirtschaftsasylanten und Emigranten aus der ganzen Welt noch rechtzeitig einigermassen begegnen zu können, ist eine rasche und wirksame Verstärkung des Grenz- schutzes dringendst erforderlich! Nebst einer Erhöhung des Bestandes an Grenzwächtern ist vor allem ein Einsatz der Schweizer Armee zur Unterstützung des Grenzwachtkorps un- erlässlich. Verschiedene Armeeeinheiten sind bereits für den Neutralitätschutzdienst ausgebildet. Bekanntlich hat Oester- reich mit Erfolg zu entsprechenden Massnahmen gegriffen, in Finnland werden derartige Schritte vorbereitet. Nachdem Bundesrat Arnold Koller mehrfach den Einsatz der Armee zur Bewachung der Landesgrenze vor illegalen Grenz- übertritten ernsthaft in Erwägung gezogen hat, muss die Lan- desregierung nun - angesichts der sich verschärfenden Lage -unverzüglich zur Tat schreiten! Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 15. Mai 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 15 mai 1991 1. Der Bundesrat hat bereits in Zusammenhang mit der Motion Baggi (89.645) im Dezember 1989 zur Frage der Personalauf- stockung des Grenzwachtkorps Stellung genommen. Trotz der momentan etwas entspannteren Lage auf dem Arbeits- markt erscheint eine solche kurz- oder mittelfristig unreali- stisch. Der Bestand an Grenzwächtern wurde letztmals per 1. Januar 1991 angepasst und auf 1943 erhöht. Dieser Sollbe- stand ist jedoch aufgrund der nach wie vor bestehenden Re- krutierungsschwierigkeiten nicht erreicht. Der Bundesrat wird die Entwicklung weiterhin im Auge behalten. 2. Derzeit wird die Unterstützung des Grenzwachtkorps durch den Einsatz von Formationen der Armee durch eine interdé- partementale Arbeitsgruppe geprüft. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Präsident: Die Motion wird von den Damen Fankhauser und Haering Binder bekämpft. Die Diskussion wird verschoben. Verschoben - Renvoyé #ST# 91.3001 Postulat Hubacher Bericht über Neutralität Rapport sur la neutralité Wortlaut des Postulates vom 21. Januar 1991 Ich ersuche den Bundesrat, baldmöglichst, spätestens bis Ende 1992, einen Bericht auszuarbeiten: - wie er gemäss Artikel 102 Ziffer 9 der Bundesverfassung die Neutralität interpretiert und neu definiert; - den Bericht den eidgenössischen Räten vorzulegen. Texte du postulat du 21 janvier 1991 Je prie le Conseil fédéral de présenter aux Chambres fédéra- les, le plus tôt possible, mais au plus tard pour la fin de l'année 1992, un rapport exposant la façon dont il interprète et redéfinit la neutralité au sens de l'article 102, chiffre 9 est. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aguet, Bodenmann, Brüg- ger, Carobbio, Danuser, Eggenberger Georges, Haering Bin- der, Hafner Ursula, Herczog, Jeanprêtre, Lanz, Ledergerber, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Meizoz, Meyer Théo, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann Fritz, Ruffy, Stappung, Uchtenhagen, Zbinden Hans, Züger (25)Postulat de la Commission des affaires étrangères 1342 N 21 juin 1991 Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 8. Mai1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral du8mai1991 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3017 Postulat Dietrich Internationale Konferenz betreffend den Nahen und Mittleren Osten Conférence internationale sur le Proche- et le Moyen-Orient Wortlaut des Postulates vom 23. Januar 1991 Der Bundesrat wird ersucht, unter Ratschlag unabhängiger Sachverständiger aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, die Voraussetzungen abzuklären, unter denen eine internationale Konferenz betreffend den Nahen und Mittleren Osten zu- stande kommt. Alsdann wird der Bundesrat ersucht, die Repräsentanten der Völker des Nahen und Mittleren Ostens und die von ihnen be- zeichneten Schutzmächte - im Einvernehmen mit der Organi- sation der Vereinten Nationen - als Gastgeber und «redlicher Makler» zu einer Konferenz in die Schweiz einzuladen, wo die komplexen Interessen und Streitfragen der genannten Völker dargelegt und durch Völkerrechtsvertrag Lösungen ange- strebt werden. Texte du postulat du 23 janvier 1991 Le Conseil fédéral est invité, en prenant conseil de spécialistes indépendants des domaines scientifique, économique et culturel, à élucider les conditions auxquelles une conférence internationale sur le Proche- et le Moyen-Orient pourrait être appelée à se réunir. Le gouvernement est en outre prié, dans un second temps, d'inviter, en tant qu'hôte et intermédiaire de bonne foi, les re- présentants des peubles du Proche- et du Moyen-Orient et des puissances protectrices désignées par eux - en accord avec l'Organisation des Nations unies - à tenir une conférence en Suisse, conférence qui permettra d'exposer les intérêts complexes et les conflits qui opposent les peuples concernés et de chercher des solutions par la voie d'une convention inter- nationale. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann, Auer, Baggi, Bär, Basler, Bäumlin, Bezzola, Bircher Peter, Bircher Silvio, Blatter, Bundi, Burckhardt, Bürgi, Büttiker, Caccia, Cevey, Cincera, Columberg, Cotti, Daepp, Danuser, Darbellay, Déglise, Die- ner, Dormann, Ducret, Dünki, Eggenberg-Thun, Eggenberger Georges, Engler, Eppenberger Susi, Etique, Euler, Fankhau- ser, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Giger, Graf, Grassi, Gysin, Haering Binder, Hafner Rudolf, Haller, Hänggi, Herczog, Hess Peter, Hildbrand, Iten, Jung, Keller, Kühn, Kühne, Leemann, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Mo- ritz, Loretan, Luder, Maeder, Maitre, Meier-Glattfelden, Mühle- mann, Nabholz, Neukomm, Oehler, Paccolat, Philipona, Port- mann, Reichling, Reimann Fritz, Ruckstuhl, Ruffy, Rutishau- ser, Rüttimann, Rychen, Scheidegger, Schmid, Schmidhalter, Schnider, Schwab, Segmüller, Seiler Hanspeter, Seiler Rolf, Stamm, Stappung, Steinegger, Stocker, Stucky, Theubet, Thür, Tschuppert, Ulrich, Vollmer, Wellauer, Widrig, Wieder- kehr, Wyss Paul, Zbinden Hans, Zölch, Züger, Zwygart (101) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates 17. April 1991 Déclaration écrite du Conseil fédéral 17 avril 1991 Der Bundesrat beantragt, das Postulat anzunehmen unter Be- rücksichtigung der der Schweiz tatsächlich offenstehenden Möglichkeiten. Ueberwiesen - Transmis #ST# 91.3082 Postulat der Kommission für auswärtige Angelegenheiten Beitrag der Schweiz zur Friedensregelung im Nahen und Mittleren Osten Postulat de la Commission des affaires étrangères Contribution de la Suisse aux efforts de paix dans le Proche- et Moyen-Orient Wortlaut des Postulates vom 20. März 1991 Der Bundesrat wird eingeladen, in einem kurzen Bericht an das Parlament darzulegen, welchen Beitrag und was für Initia- tiven die Schweiz beim Wiederaufbau und bei der Friedensre- gelung im Nahen und Mittleren Osten, unter anderem auch im Rahmen der friedenserhaltenden Aktionen der Uno, leisten oder ergreifen könnte. Texte du postulat du 20 mars 1991 Le Conseil fédéral est invité à présenter au Parlement, dans un bref rapport, quelles interventions la Suisse pourrait accom- plir, et quelles initiatives elle pourrait entreprendre, pour la re- construction et le rétablissement de la paix au Proche- et Moyen-Orient, ceci également dans le cadre des actions de maintien de la paix de l'ONU. Schriftliche Begründung Die Urheber verzichten auf eine Begründung und wünschen eine schriftliche Antwort. Développement par écrit Les auteurs renoncent au développement et demandent une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 8. Mai 1991 Der Bundesrat hatte im Laufe der vergangenen Monate wie- derholt Gelegenheit, die Möglichkeiten und Initiativen der Schweiz beim Wiederaufbau und bei einer Friedensregelung im Nahen Osten darzulegen; so namentlich in der Antwort auf die Interpellation der christlichdemokratischen Fraktion vom 21. Januar 1991 zum Golfkonflikt, in derjenigen auf das Postu- lat Dietrich vom 23. Januar desselben Jahres betreffend eine internationale Konferenz und derjenigen auf die Motion Bäum- lin über eine neue schweizerische Politik im Mittleren Osten. Was die Massnahmen des Bundesrates zur Errichtung eines stabilen und dauerhaften Friedenssystems in dieser Region betrifft, ist er davon überzeugt, dass die Probleme im Nahen Osten in erster Linie von den dortigen Völkern selbst gelöst werden müssen. Dennoch wird die Schweiz weiterhin versu- chen, im Rahmen ihrer traditionellen Politik der DisponibilitätSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Hubacher Bericht über Neutralität Postulat Hubacher Rapport sur la neutralité In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 91.3001 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1341-1342 Page Pagina Ref. No 20 020 055 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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