<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00340</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106582&amp;W10_KEY=13013576&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00340</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.03.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Mangelnde Einordnung einer Plakatwerbestelle (Prismenwender) vor einem Industriegebäude mit architektonischer Qualität. Erfordernis der guten Gesamtwirkung aufgrund von Sonderbauvorschriften (E.2a). Ermessen der Gemeinde und Kognition der Rekursinstanz (E.2b+c). Der Prismenwender käme vor ein Industriegebäude mit architektonischer und städtebaulicher Qualität zu stehen, auf das er keinen Bezug nimmt. Die Rekursbehörde hat mit der Aufhebung der Baubewilligungsverweigerung unzulässigerweise in das (auf einem planerischen Konzept beruhende) kommunale Ermessen eingegriffen (E.4). Gutheissung (der Beschwerde der Gemeinde).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃSTHETIKVORSCHRIFT">ÃSTHETIKVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSEN">ERMESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GESAMTWIRKUNG">GESAMTWIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: GESTALTUNG UND EINORDNUNG">GESTALTUNG UND EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDUSTRIEGEBÃUDE">INDUSTRIEGEBÃUDE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INDUSTRIEZONE">INDUSTRIEZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKAT">PLAKAT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PLAKATWERBESTELLE">PLAKATWERBESTELLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRISMENWENDER">PRISMENWENDER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REKLAME">REKLAME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERBAUVORSCHRIFTEN">SONDERBAUVORSCHRIFTEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 79 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 80 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 81 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit VerfÃ¼gung vom 18. Dezember 2000 verweigerte das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich der A AG als Bauherrin und dem ElektrizitÃ¤tswerk der Stadt ZÃ¼rich als Grund­eigentÃ¼mer mangels zureichender Einordnung die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r die Errichtung von zwei freistehenden Plakatwerbestellen im Format B 12 (Prismenwender mit wechselnder Fremdwerbung in den Ausmassen von 161 x 289 x 28 cm und einer FlÃ¤che von 4,65 m<sup>2</sup>) auf dem GrundstÃ¼ck Kat.Nr. OE6178, BinzmÃ¼hlestrasse 156, in ZÃ¼rich 11. Das in der Industriezone gelegene BaugrundstÃ¼ck wird vom Perimeter der Sonderbauvorschriften fÃ¼r das Gebiet Zentrum ZÃ¼rich Nord vom 4. Februar 1998 (Sonderbauvorschriften, SBV) erfasst.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Rekurseingabe vom 19. Januar 2001 gelangte die A AG an die Baurekurs­kom­mission I und beantragte die Erteilung der Baubewilligung. Nach DurchfÃ¼hrung eines Kommissionsaugenscheins am 25. April 2001 und nachdem die A AG hinsichtlich einer der beiden Plakatwerbestellen den RÃ¼ckzug des Rekurses erklÃ¤rt hatte, hiess die Baurekurs­kommission I den Rekurs bezÃ¼glich der verbleibenden Plakatwerbestelle am 21. Sep­tember 2001 gut, hob die VerfÃ¼gung des Amtes fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich auf und lud das Amt ein, die Baubewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit rechtzeitiger Beschwerde vom 24. Oktober 2001 wandte sich das Amt fÃ¼r StÃ¤dtebau, vertreten durch die Rechtsabteilung des Hochbaudepartements, namens der Stadt ZÃ¼rich an das Verwaltungsgericht und verlangte â unter entsprechender Kostenfolge â die Aufhebung des Entscheids der Baurekurskommission I. Die A AG schloss in der Beschwer­de­antwort vom 23. November 2001 auf Abweisung der Beschwerde unter Zusprechung einer angemessenen EntschÃ¤digung. Die Baurekurskommission I beantragte am 12. No­vember 2001 Abweisung der Beschwerde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie die ErwÃ¤gungen ge­mÃ¤ss angefochtenem Rekursentscheid werden â soweit rechtserheblich â nachstehend wie­dergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Die BeschwerdefÃ¼hrerin beantragt die Vornahme eines Augenscheins und sinngemÃ¤ss die Anordnung eines zweiten Schriften­wech­sels.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Baurekurskommission I hat einen Kommissionsaugenschein durchgefÃ¼hrt. Auf das Ergebnis dieses Lokaltermins darf auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren abge­stellt werden (RB 1995 Nr. 12). Da sich der massgebliche Sachverhalt aufgrund dieses Au­genscheins bzw. der PlÃ¤ne und der fotografischen Doku­mentationen mit hinreichender Deut­lichkeit aus den Akten ergibt, kann auf die DurchfÃ¼h­rung eines verwaltungsgerichtlichen Augenscheins verzichtet werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Beschwerdeverfahren wird in der Regel nur ein einfacher Schriftenwechsel durch­­­gefÃ¼hrt. Ein weiterer Schriftenwechsel kann ausnahmsweise erforderlich sein, wenn zum Nachteil eines BeschwerdefÃ¼hrers auf erstmals vor dem Verwaltungsgericht vorge­brachte Tatsachen abgestellt oder ein neuer wesentlicher Rechtsgrund herangezogen wer­den soll (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspfle­gegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 58 N. 10). Vorliegend sind die Voraus­setzungen fÃ¼r einen zweiten Schriftenwechsel nicht erfÃ¼llt bzw. besteht fÃ¼r eine weitere Ein­rÃ¤umung von ÃusserungsmÃ¶glichkeiten kein Anlass (vgl. auch § 58 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. a) Das fragliche GrundstÃ¼ck befindet sich im Perimeter von Sonderbauvorschrif­ten nach §§ 79 ff. des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). GemÃ¤ss Art. 19 SBV sind im betreffenden Baufeld A6 sowie in den unmittelbar angrenzenden Baufeldern A5, A7 und C5 Bauten, Anlagen und Umschwung fÃ¼r sich und in ihrem Zusammen­hang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung im Ganzen und in ihren ein­zel­­nen Teilen so zu gestalten, dass eine <i>gute</i> Gesamtwirkung erreicht wird, wÃ¤hrend im Ã¼b­rigen Gebiet des Zentrums ZÃ¼rich Nord (mit Ausnahme einiger weiterer, hier nicht interessierender Baufelder) eine sehr gute Gesamtwirkung vorgeschrieben wird. Somit legt die an­­wendbare Vorschrift im Vergleich zur allgemeinen Regel von § 238 Abs. 1 PBG, die nur das Erreichen einer befriedigenden Gesamtwirkung vorschreibt, erhÃ¶hte Anforderungen fest. Dies wird auch von der Vorinstanz anerkannt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Offenkundig unzutreffend ist der Einwand der Beschwerdegegnerin, aufgrund von § 81 Abs. 1 PBG genÃ¼ge es, wenn der weniger strenge Beurteilungsmassstab von § 238 Abs. 1 PBG eingehalten werde. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsge­richts sind die Gemeinden befugt, unter anderm im Zusam­menhang mit Sonderbauvorschriften strengere Ge­staltungsvorschriften zu erlassen, als sie das kantonale Recht allgemein vor­sieht. Nach § 79 Abs. 1 PBG ermÃ¶glichen und erleichtern Sonderbauvorschriften die freiere Ãberbauung nach einheitlichen GestaltungsgrundsÃ¤tzen, und § 80 Abs. 1 Satz 2 PBG betont, dass die Sonderbauvorschriften "fÃ¼r die einwand­freie Einordnung, Gestaltung, Erschliessung, Aus­stattung und Aus­rÃ¼stung der Ãber­bauung zu sorgen" hÃ¤tten, was bedeutet, dass an Einordnung und Gestaltung jedenfalls hÃ¶here Anforderungen zu stellen sind als die in § 238 Abs. 1 PBG geforderte "befriedi­gende Gesamtwirkung" (VGr, 28. Januar 1993, VB 92/0032, E. 2a; RB 1985 Nr. 82 = ZBl 87/1986, S. 141 = BEZ 1986 Nr. 2). Diese Zwecke kÃ¶nnten die Sonderbauvorschriften nicht erfÃ¼llen, wenn aufgrund von § 81 Abs. 1 PBG der Beurteilungsmassstab von § 238 Abs. 1 PBG vorbehalten bliebe.</p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) Die AbwÃ¤gung, ob eine geplante Reklameanlage im Sinn von § 238 Abs. 1 PBG bzw. â wie hier â der Sonderbauvorschriften so gestal­tet ist, dass die im Sinne des Gesetzes geforderte Gesamtwirkung erreicht wird, ist aufgrund einer objektiven Betrach­tungsweise vorzunehmen (Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 2. A., WÃ¤denswil 2000, S. 244; BGr, 21. Mai 1997, ZBl 99/1998, S. 170 E. 3b S. 175; BGE 114 Ia 343 E. 4b; VGr, 18. Juni 1997, BEZ 1997 Nr. 23 E. 4b/aa, auch zum Folgenden). Dabei sind mit RÃ¼cksicht auf die Eigentumsgarantie die sich gegenÃ¼berste­hen­den Ã¶ffentlichen und privaten Interessen gegeneinander abzuwÃ¤gen. Die Bewilligung fÃ¼r einen auf pri­vatem Grund anzubringenden PlakatwerbetrÃ¤ger darf nur verweigert wer­den, wenn Ã¼berwiegende Ã¶ffentliche Interessen dies erfordern. Bei der Anwendung der Ãsthetikvorschriften von § 238 PBG bzw. hier der Sonderbauvorschriften steht der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde zwar ein besonderer Ermessensspielraum zu (RB 1984 Nr. 106, 1981 Nr. 20). Der Ermessens­entscheid hat jedoch nicht nach subjektivem Empfinden, sondern objektiv und mit nach­vollziehbarer BegrÃ¼ndung zu erfolgen. Der Zweck der Sonderbauvorschriften ist mit zu berÃ¼cksichtigen (vgl. </span>VGr, 28. Januar 1993, VB 92/0032, E. 2a).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>c) Die kantonale Rekursbe­hÃ¶rde ihrerseits hat sich, obwohl ihr gemÃ¤ss § 20 Abs. 1 VRG an sich freie Ãber­prÃ¼fungsbefugnis zusteht, bei der Kontrolle von Gemeindeentschei­den zur Einordnung von Bauten, Anlagen und Umschwung Zu­rÃ¼ckhaltung aufzuerlegen. Sie Ã¼berprÃ¼ft zwar neben der RechtmÃ¤ssigkeit auch die ZweckmÃ¤ssigkeit der kommunalen An­ordnung. LÃ¤sst sich diese aber auf vernÃ¼nftige GrÃ¼nde stÃ¼t­zen, so schreitet die Ober­be­hÃ¶rde nicht ein, auch wenn allen­falls andere LÃ¶­sungen denkbar sind. Sie setzt in solchen FÃ¤l­len ihr Ermessen nicht an die Stelle desjenigen der Ã¶rtlichen Baube­hÃ¶r­de (RB 1991 Nr. 2, 1981 Nr. 20; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 20 N. 19). Dagegen hat die Rechts­mittelinstanz dann einzugreifen, wenn die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde ihr Ermessen miss­braucht, Ã¼berschritten oder sonstwie rechtsverletzend gehandhabt hat.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. a) Die Baurekurskommission I beschrieb das EW-Unterwerk, auf dessen GrundstÃ¼ck die Plakatwerbestelle zu stehen kÃ¤me, als 65 m langes, in der HÃ¶he einmal gestuftes GebÃ¤ude, welches im unteren Fassadenbereich mit einer Reihe von quadratischen Fenstern durchsetzt sei, wÃ¤hrend der zurÃ¼ckgesetzte obere Fassadenteil mit einer Reihe liegender, rechteckiger Sprossenfenster gestaltet sei. Zusammen mit den Ã¼brigen, im Vergleich mit dem niedrigen Unterwerk grossvolumigen Bauten mache sie ihrer funktionalen Zweckbestimmung entsprechend einen eher kÃ¼hlen, wenn nicht sogar abweisenden Eindruck, welcher durch die Einfriedung des Unterwerks mit einer eintÃ¶nig wirkenden, getrimmten Buchenhecke und die geschlossene, mannshohe Mauer auf dem GrundstÃ¼ck, das dem Bauplatz sÃ¼dlich der BinzmÃ¼hlestrasse gegenÃ¼berliegt, noch verstÃ¤rkt werde. Die Werbeanlage fÃ¼ge sich durch die Platzierung an der Oberkante der Hecke beinahe nahtlos in die Stufenfolge von Hecke und EW-Unterwerk ein. FÃ¼r die Richtung Oerlikon fahrenden Verkehrsteilnehmenden werde sie primÃ¤r vor dem Hintergrund der Ã¶stlich benachbarten Industriebaute wahrgenommen, welche zwar zum Abbruch bestimmt sei, aber durch eine neue Bau­te ersetzt werden solle. FÃ¼r die Richtung Affoltern fahrenden Verkehrsteilnehmenden sei sie zwar nur von hinten sichtbar, die RÃ¼ckwand solle jedoch mit einem gelochten Blech ab­gedeckt werden, wodurch die sonst hart wirkende, uniforme FlÃ¤che aufgelÃ¶st werde, sodass die Werbeanlage neben der Fernmeldeanlage auf dem Dach des Unterwerkes und den MaschendrahtzÃ¤unen beidseits der Strasse lediglich als ein weiteres metallenes Element wahrgenommen werde. Die neu erstellte Wohnsiedlung Regina-KÃ¤gi-Hof sei zwar von hoher ge­stalterischer QualitÃ¤t, aufgrund der grossen Entfernung von ca. 150 m von der strittigen Werbeanlage fÃ¼r die Frage der Einordnung jedoch nicht relevant. Weiter sei keine Ãberladung mit Werbeelementen festzustellen. Die Vor­ins­tanz kommt zum Schluss, dass sich der streitige Prismenwender nicht nur befriedigend, sondern gut in dieser "gegenwÃ¤rtig und zu­kÃ¼nftig von Industriebauten und technischen Anlagen geprÃ¤gten, vorstÃ¤dtischen Umgebung" einordne.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>b) Zur BegrÃ¼ndung ihres Rechtsmittels an das Verwaltungsgericht fÃ¼hrt die Be­schwerdefÃ¼hrerin demgegenÃ¼ber vor allem aus, die Baurekurskommission I habe zu Unrecht und in willkÃ¼rlicher Weise ihr eigenes Ermessen an Stelle desjenigen der BewilligungsbehÃ¶rde gesetzt. Die geplante Plakatwerbestelle stÃ¼nde ohne Bezug zur baulichen und landschaftlichen Umgebung, die sich von einem ehemaligen Industriequartier zu einem Wohnquartier mit integrierten GrÃ¼nzonen und grosszÃ¼gigen FreirÃ¤umen entwickle. Beispielhaft sei die in unmittelbarer NÃ¤he befindliche, eine hohe architektonische QualitÃ¤t aufweisende WohnÃ¼berbauung Regina-KÃ¤gi-Hof mit einer FernwÃ¤rmezentrale, deren Fassade auf einen Wettbewerb unter Kunstschaffenden zurÃ¼ckgehe. Unmittelbar gegenÃ¼ber dem streitbetroffenen GrundstÃ¼ck stosse das Areal des geplanten Louis-HÃ¤fliger-Parks, fÃ¼r den ebenfalls ein Wettbewerb durchgefÃ¼hrt worden sei, sÃ¼dlich an die BinzmÃ¼hlestrasse. Der Prismenwender habe sich an diesen QualitÃ¤tsansprÃ¼chen zu messen. Die Erhaltung ein­zelner Bauten des ehemaligen Industriequartiers mit industrieller oder infrastruktureller Nutzung sei Teil des stÃ¤dtebaulichen Konzepts; deren industrieller Charakter dÃ¼rfe nicht da­zu fÃ¼hren, die gestalterischen Anforderungen tiefer anzusetzen. Das EW-GebÃ¤ude habe exemplarische Bedeutung fÃ¼r das Quartier. Der streitbetroffene Prismenwender nehme in keiner Weise Bezug zu diesem BaukÃ¶rper und trete in Bezug auf Formensprache und Erscheinungsbild in stÃ¶renden Gegensatz dazu.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>c) Die Beschwerdegegnerin schliesst sich grundsÃ¤tzlich den ErwÃ¤gungen der Baurekurskommission I an. ZusÃ¤tzlich hebt sie im Wesentlichen hervor, dass die verbleibende Plakatwerbestelle vor dem Hintergrund grosskubischer bzw. industrieller Bauten als elegan­te und leichte Anlage in Erscheinung trete. Der Blick auf die RÃ¼ckseite sei nur fÃ¼r eine kurze Distanz frei. Der Prismenwender sei ein im stÃ¤dtebaulichen Konzept adÃ¤quates und passendes Element, welches gerade wegen der eleganten Glas-/Aluminiumkonstruktion und der hinterleuchteten Prismen positiv in Erscheinung trete.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Die BeschwerdefÃ¼hrerin bezeichnet das EW-GebÃ¤ude, das mit der vorgelager­ten Hecke eine Einheit bilde, als eleganten und fÃ¼r das Quartier exemplarischen Bau. Letz­teres wird insofern belegt, als â wie die BeschwerdefÃ¼hrerin erwÃ¤hnt â das Bebauungskonzept im Anhang zu den Sonderbauvorschriften (Richtlinien Zentrum ZÃ¼rich Nord vom 4. Fe­­bruar 1998) eine Bebauung vorsieht, deren Charakteristika (etwa "OrthogonalitÃ¤t der Bebauungsstruktur", "[l]ange, schlanke BaukÃ¶rper", "[g]latte Aussenhaut und ruhige Silhouette") auf das EW-GebÃ¤ude zutreffen. Die EinschÃ¤tzung des EW-GebÃ¤udes durch die Beschwerdegegnerin beruht demnach auf einem planerischen Konzept. GemÃ¤ss den bei den Akten befindlichen Fotografien ist im Ãbrigen nachvollziehbar, wenn dem GebÃ¤ude nicht nur aufgrund seiner Funktion fÃ¼r das Quartier, sondern auch aufgrund seiner streng funktionalen und gerade deswegen ruhigen und eleganten Formen sowie aufgrund der Einheit von GebÃ¤ude und Hecke architektonische und stÃ¤dtebauliche QualitÃ¤t zugesprochen wird.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auch die Vorinstanz beschreibt das EW-GebÃ¤ude letztlich nicht anders als die BeschwerdefÃ¼hrerin. Auf sie macht jedoch die Baute ihrer "funktionalen Zweckbestimmung gemÃ¤ss ... einen eher kÃ¼hlen, wenn nicht sogar abweisenden Eindruck", und die Buchenhecke scheint ihr "eintÃ¶nig". Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin zutreffend ausfÃ¼hrt, kann jedoch die architektonische QualitÃ¤t eines GebÃ¤udes gerade darin bestehen, dass es seine funktionale Zweckbestimmung zum Ausdruck bringt, und beruht die EinschÃ¤tzung der Baute und der Hecke als kÃ¼hl und abweisend bzw. eintÃ¶nig auf rein subjektiven Kriterien. Die Vorin­stanz scheint zu Ã¼bersehen, dass auch einer "von Industriebauten und technischen Anlagen geprÃ¤gten, vorstÃ¤dtischen Umgebung" architektonische QualitÃ¤t zugestanden werden kann. Daran Ã¤ndert nichts, dass das Industriegebiet in manchen Entscheiden gerade als Beispiel einer oft anspruchslosen Umgebung, in der an die Einordnung nur geringe AnsprÃ¼che zu stellen sind, angefÃ¼hrt wird (RB 1980 Nr. 122, 1982 Nr. 144 = BEZ 1983 Nr. 5). Die Vor­ins­tanz setzt der zumindest nachvollziehbaren und planerisch abgestÃ¼tzten Bewertung des EW-GebÃ¤ude durch die BeschwerdefÃ¼hrerin letztlich nur ihr eigenes Ã¤sthetisches Empfinden entgegen, was ihr nicht zusteht (BGr, 9. Juli 1996, 1P.175/1996, zitiert in PBG aktuell 1996/3, S. 28). Eine Relativierung der Anforderungen an die Einordnung lÃ¤sst sich auf diese Weise nicht begrÃ¼nden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vor diesem Hintergrund ist im Folgenden zu prÃ¼fen, ob sich der streitige Prismenwender gut in die beschriebene Umgebung einpasst. Dabei sind die Zweckbestimmungen der Sonderbauvorschriften mit zu berÃ¼cksichtigen, laut denen "die Voraussetzungen fÃ¼r eine stÃ¤dtebaulich und architektonisch gut gestaltete ... dichte Ãberbauung geschaffen werden" sollen (Art. 1 Abs. 2 SBV).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die Gesamtwirkung einer Baute beurteilt sich nach ihrer GrÃ¶sse, architektonischen Ausgestaltung und Beziehung, namentlich aus ihrer Stellung zu bereits vorhandenen Bauten sowie zur baulichen und landschaftlichen Umgebung (Fritzsche/BÃ¶sch, S. 244). Der fragliche Prismenwender soll rund 12 m vor dem Ã¶stlichen Ende des EW-GebÃ¤udes senkrecht zur Fahrbahn aufgestellt werden. Um von den Verkehrsteilnehmenden wahrgenommen zu werden, wÃ¼rde er auf eine HÃ¶he von 1,5 m ab Oberkante Trottoir gesetzt, woraus sich eine GesamthÃ¶he von rund 3,1 m ergibt. Die Richtung Oerlikon weisende RÃ¼ckseite soll mit einem gelochten Blech abgedeckt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Ein Eingehen des Prismenwenders auf seine Umgebung oder nur schon ein entsprechender Gestaltungswille wird nicht ersichtlich und weder von der Vorinstanz noch von der Beschwerdegegnerin Ã¼berzeugend dargetan. Allein dadurch, dass die Anlage Ã¼ber die HÃ¶he der Hecke hinaus angehoben wird, um wahrgenommen zu werden, fÃ¼gt sie sich entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin noch nicht "in die Stufenfolge von Hecke und EW-Unterwerk" ein. Vielmehr durchbricht sie an einem letztlich beliebigen Standort die Einheit der Fassade und des Vorgartens, zu denen sie keinerlei Bezug herstellt. Von der BinzmÃ¼hlestrasse her gesehen, verdeckt sie unmotiviert einen Teil des â mit ca. 8 m HÃ¶he relativ niedrigen â EW-GebÃ¤udes. Das fÃ¼r die RÃ¼ckwand des WerbetrÃ¤gers vorgesehene gelochte Blech Ã¤ndert nichts an dessen mangelnder Einordnung; insbesondere ist eine Gleichsetzung mit den bereits vorhandenen Metallelementen, die den Gesamteindruck des GebÃ¤udes nicht beeintrÃ¤chtigen, nicht angebracht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin dagegen anfÃ¼hren, Ã¼berzeugt nicht. Bezeichnenderweise fÃ¼hrt die Vorinstanz nicht aus, welche UmstÃ¤nde positiv eine gute Gesamtwirkung zur Folge haben; sie begrÃ¼ndet letztlich einzig, weshalb gewisse Eigenschaften des Prismenwenders die Gesamtwirkung nicht stÃ¶ren sollen. So schliesst sie daraus, dass dieser an der Oberkante der Hecke platziert werden soll, es kÃ¶nne "keineswegs gesagt werden, [er] nehme keinen Bezug zur gebauten Umgebung respektive stÃ¶re das Raum­gefÃ¼ge", und die "zunÃ¤chst unmotiviert erscheinende" RÃ¼ckseite soll aufgrund der Ab­deckung mit gelochtem Blech "lediglich als ein weiteres metallenes Element wahrgenom­­men" werden und die "befÃ¼rchtete unÃ¤sthetische Dominanz gÃ¤nzlich" verlieren. Damit wird aber hÃ¶chstens begrÃ¼ndet, weshalb der Prismenwender in seiner Umgebung angeblich nicht stÃ¶rt, nicht aber, womit er eine gute Gesamtwirkung erreicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Demnach stellt der streitige Prismenwender im VerhÃ¤ltnis zur unmittelbaren Um­gebung die vorgeschriebene gute Gesamtwirkung nicht her. Die Wirkung auf die weitere Um­gebung, die beide Parteien wie auch die Vorinstanz zur Untermauerung ihres jeweiligen Standpunkts anfÃ¼hren, kann unter diesen UmstÃ¤nden offen bleiben. Einerseits ist nicht entscheidend, ob derWerbetrÃ¤ger im VerhÃ¤ltnis zum weiteren Umfeld und insbesondere zur Ã¶stlich anschliessenden Industriebaute elegant und leicht wirkt, wie die Beschwerdegegnerin behauptet; anderseits braucht die Bedeutung des Regina-KÃ¤gi-Hofs und des erst geplan­ten Louis-HÃ¤fliger-Parks, der auf der sÃ¼dlichen Seite der BinzmÃ¼hlestrasse gegenÃ¼ber der sÃ¼dwestlichen Ecke des EW-GebÃ¤ude beginnen soll, fÃ¼r den Standort des streitigen Prismen­wenders nicht geklÃ¤rt zu werden. Ebenso wenig ist die dem EW-GebÃ¤ude gegenÃ¼berliegende Bebauung auf der sÃ¼dlichen Seite der BinzmÃ¼hlestrasse massgebend. Die von der Vorinstanz (aus ihrer Sicht folgerichtig) aufgeworfene Frage, ob der streitige Prismenwender zu einer Ãberladung mit WerbetrÃ¤gern fÃ¼hren wÃ¼rde, spielt nach dem Gesagten ebenfalls keine Rolle.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin an die­sem Standpunkt vor der Fassade des EW-GebÃ¤udes eine gute Gesamtwirkung verlangen und die Bewilligung fÃ¼r den streitigen Prismenwender wegen deren Fehlens verweigern durfte. Indem die Vorinstanz den kommunalen Entscheid â vorab gestÃ¼tzt auf ihr eigenes Ã¤sthetisches Empfinden â aufgehoben hat, hat sie zu Unrecht in den Ermessensspielraum der BeschwerdefÃ¼hrerin eingegriffen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziffern I und II des Entscheids Nr. 237/2001 der Baurekurskommission I vom 21. September 2001 werden insoweit aufgehoben, als damit die BeschwerdefÃ¼hrerin unter Kostenfolge eingeladen wurde, die Baube­willigung fÃ¼r den streitigen Prismenwender zu erteilen, und die VerfÃ¼gung des Amts fÃ¼r StÃ¤dtebau der Stadt ZÃ¼rich vom 18. Dezember 2000 wird wiederhergestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>