<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00106</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105376&amp;W10_KEY=13013581&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00106</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 17.02.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabe eines Zusatzauftrags für den Ausbau einer Abwasseranlage. Beschwerde gegen eine freihändig erfolgte Vergabe: Wurde ein Auftrag ohne formellen Zuschlag vergeben, gilt der Vergabeentscheid spätestens mit dem Vertragsschluss als erfolgt. Ein benachteiligter Anbieter kann die Vergabe innert zehn Tagen nach Kenntnisnahme mit Beschwerde anfechten (E. 2). Ausschreibungspflicht für umfangreiche öffentliche Vergaben (Art. 5 Abs. 2 BGBM; E. 4). Ausnahmsweise Zulässigkeit einer freihändigen Vergabe, insbesondere wegen technischen Besonderheiten (§ 11 Abs. 1 lit. c SubmV) bzw. unvorhersehbaren Ereignissen, welche zusätzliche Bauleistungen nötig machen (§ 11 Abs. 1 lit. e SubmV; E. 5). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHME">AUSNAHME</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHREIBUNG">AUSSCHREIBUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRISTWAHRUNG">FRISTWAHRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PUBLIKATION">PUBLIKATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSWIDRIGKEIT">RECHTSWIDRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHWELLENWERT">SCHWELLENWERT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNGSCHARAKTER">VERFÃGUNGSCHARAKTER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 5 lit. II BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 9 lit. III BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">Art. 15 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 7 SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 11 lit. I c SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 11 lit. I e SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2000 Nr. 26</span><br/><span class="ungerade">RB 2000 Nr. 62</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Ausschreibung vom Mai 1998 erÃ¶ffnete die Stadt ZÃ¼rich das Submissions­verfahren fÃ¼r die Vergabe eines Generalunternehmerauftrags im Rahmen der Sanierung der AbwasserverhÃ¤ltnisse ZÃ¼rich-Nord. Der Auftrag umfasst die Betriebszentrale Glatt, die Re­genwasserbehandlung Glatt, den Ausbau der oberen QuerschnittshÃ¤lfte des Anschluss-Stol­lens Glatt und das Bauwerk Limmat. An der Submission beteiligten sich drei Anbiete­rin­nen, worunter die F. AG, in G., und die A. AG, ZÃ¼rich. Mit Beschluss vom 16. Dezember 1998 vergab der Stadtrat ZÃ¼rich den Auf­trag an die F. AG, was den abgewiesenen Anbie­terinnen mit Schreiben vom 23. Dezember 1998 mitgeteilt wurde. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nachdem die A. AG gegen den Ent­scheid des Stadtrats Beschwerde an das Ver­waltungsgericht erhoben hatte, erfuhr sie im Rahmen jenes Rechtsmittelverfahrens (VB.99.00015), dass die Stadt ZÃ¼rich der F. AG mit Werk­vertrag vom 16. Dezember 1998 nebst dem ausgeschriebenen Auftrag noch zwei zusÃ¤tzli­che AuftrÃ¤ge erteilt hatte, die nicht ausgeschrieben worden waren. Diese betrafen den Bau eines DÃ¼kers Leutschenbach nebst Meteorwasserkanal zum Preis von Fr. 2'246'765.‑ und die Verlegung von Kabelschutz­roh­ren zum Preis von Fr. 1'660'700.‑, je exklusive Mehr­wertsteuer (Werkvertrag vom 16. De­zember 1998). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Mit Eingabe vom 6. April 1999 erhob die A. AG gegen die Vergabe des Zusatz­auftrags fÃ¼r den DÃ¼ker Leutschenbach und den Meteorwasserkanal Beschwerde an das Ver­waltungsgericht. Sie beantragte, es sei festzustellen, dass der Zuschlag fÃ¼r diese Bauar­beiten rechtswidrig sei, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Be­schwer­de­gegnerin. Die Stadt ZÃ¼rich stellte mit ihrer Beschwerdeantwort vom 30. April 1999 Antrag auf Abweisung der Beschwerde unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen zu­lasten der Be­schwerdefÃ¼hrerin. Mit Replik vom 17. Mai 1999 und Duplik vom 1. Juli 1999 hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die AusfÃ¼hrungen der Parteien werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Gegen den Entscheid einer GemeindebehÃ¶rde Ã¼ber die Vergabe eines Ã¶ffentli­chen Auftrags steht die Be­schwer­de an das Ver­wal­tungs­ge­richt zur VerfÃ¼gung. FÃ¼r Ver­gaben im Anwendungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Be­schaf­fungs­we­sen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) ergibt sich dies aus § 3 des Geset­zes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung vom 22. Sep­tember 1996 (IVÃ¶B-Bei­trittsG) in Verbindung mit Art. 15 IVÃ¶B. FÃ¼r andere Vergaben hat der Re­gie­rungs­rat mit § 1 Abs. 3 der Submis­sions­ver­ord­nung vom 18. Juni 1997 (SubmV) ge­stÃ¼tzt auf § 2 Abs. 2 und § 7 Abs. 1 IVÃ¶B-BeitrittsG die Bestimmungen des Beitritts­ge­set­zes und der Ver­ord­nung auf Ã¶ffentliche Be­schaf­fungen der Gemeinden anwendbar erklÃ¤rt, soweit es durch das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Bin­nenmarkt (BGBM) verlangt wird. GestÃ¼tzt darauf gelangt der in § 3 IVÃ¶B-BeitrittsG gere­gelte Rechtsschutz gegenÃ¼ber allen nach dem vollstÃ¤ndigen Inkraft­treten des Binnen­marktgesetzes ergangenen Vergabeentscheiden zur An­wendung (VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13, E. 1; vgl. Al­fred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Vergabeentscheide gelten als VerfÃ¼gungen, die mit den Rechtsmitteln des kan­tonalen und des Bundesrechts angefochten werden kÃ¶nnen (BGE 125 II 86 E. 3b; VGr, 24. MÃ¤rz 1999, BEZ 1999 Nr. 13 E. 1d; vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 22). Das ent­spricht auch den Anforderungen des Binnenmarktgesetzes, in dessen Anwendungsbereich Vergabeentscheide in Form einer anfechtbaren VerfÃ¼gung zu erlassen sind und ein Rechts­mittel an eine unabhÃ¤ngige kantonale Instanz bestehen muss (Art. 9 Abs. 1 und 2 BGBM; vgl. BGE 125 I 406 E. 2). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin hat, soweit aus der Sachdarstellung der Parteien und den vorgelegten Unterlagen ersichtlich, keinen formellen Ent­scheid Ã¼ber die Vergabe des frag­li­chen Auftrags getroffen. Dieser Umstand vermag jedoch am VerfÃ¼gungscharakter des Zuschlags nichts zu Ã¤ndern; der Vergabeent­scheid gilt spÃ¤testens mit dem Abschluss des Werk­vertrags vom 16. Dezember 1998 als erfolgt (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 10, 12). Nachdem der Ent­scheid der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht mitgeteilt worden war, erhielt diese erstmals im Rahmen der Akteneinsicht am 23. MÃ¤rz 1999 von der Vergabe Kenntnis. Da ihr aus der mangelhaften ErÃ¶ffnung kein Nachteil erwachsen darf (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/RÃ¶hl, § 10 N. 62), war sie berechtigt, den Ent­scheid innert einer Frist von zehn Tagen nach der Kenntnisnahme mit Beschwerde anzufechten (Art. 15 IVÃ¶B). Die durch die Oster­feiertage verlÃ¤ngerte Rechtsmittelfrist (§ 11 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]) wurde mit der Eingabe vom 6. April 1999 ge­wahrt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Be­schwer­de ist somit einzutreten. Das Be­schwer­de­ver­fahren richtet sich nach den Bestimmungen der §§ 3 ff. IVÃ¶B-Bei­trittsG, ergÃ¤nzt durch die sinn­ge­mÃ¤ss her­anzuziehenden Vorschriften der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶f­fent­li­che Be­schaffungswesen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Die in Frage stehende Beschaffung wird vom Geltungsbereich der Interkantona­len Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen nicht erfasst. Insbesondere fÃ¤llt das strittige Bauvorhaben als Teil des Projekts "Sanierung der AbwasserverhÃ¤ltnisse ZÃ¼­rich-Nord" nicht in den Anwendungsbereich des Sektors Wasserversorgung im Sinn von Art. 8 Abs. 1 lit. c IVÃ¶B (vgl. den heutigen Ent­scheid im Verfahren VB.99.00015, E. 2). Das Projekt ist ferner nicht zu mehr als 50% durch den Bund oder den Kanton subventio­niert und fÃ¤llt daher auch nicht nach Art. 8 Abs. 2 IVÃ¶B in den Anwendungsbereich des Konkor­dats. Nach den von der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen wird das gesamte Sanierungsvorhaben durch den Bund mit 15% und den Kanton ZÃ¼rich mit 10% subventioniert; fÃ¼r das Teilprojekt DÃ¼ker Leutschenbach und Meteorwasserkanal leistet lediglich der Kanton BeitrÃ¤ge von 5% (VB.99.00015, act. 43.34-43.36). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der vom Regierungsrat mit Wirkung ab 1. Januar 1999 angeordnete Einbezug der Gemeinden in die kantonale Regelung des Beschaffungswesens gemÃ¤ss Beitrittsgesetz und Sub­mis­sions­ver­ord­nung (RRB Nr. 1501 vom 1. Juli 1998; LS 720.111) war zur Zeit der DurchfÃ¼hrung der strittigen Vergabe, die vollstÃ¤ndig im Jahr 1998 abgewickelt wurde, noch nicht wirksam. Die Vergabe unterstand daher mit Bezug auf den Ablauf des Verga­beverfahrens und die ma­te­rielle Behandlung der Angebote grundsÃ¤tzlich noch den Be­stim­mungen der Submissionsverordnung der Stadt ZÃ¼rich vom 20. Dezember 1989. Bei deren Anwendung waren jedoch die Ã¼bergeordneten Vorschriften des Bundesgesetzes Ã¼ber den Binnenmarkt zu beachten, und soweit die stÃ¤dtische Ver­ord­nung keine eigene genÃ¼­gende Regelung enthielt, waren gemÃ¤ss § 1 Abs. 3 SubmV die Bestimmungen des IVÃ¶B-Bei­trittsG und der kantonalen Sub­mis­sions­ver­ord­nung heranzuziehen (VGr, 16. Juni 1999, VB.99.00008, E. 4). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Art. 5 Abs. 2 BGBM verlangt von den kantonalen und kommunalen Vergabe­stel­len, dass Vorhaben fÃ¼r umfangreiche Ã¶ffentliche EinkÃ¤ufe, Dienstleistungen und Bauten amtlich publiziert werden. Bei welchem Auftragsvolumen eine umfangreiche Vergabe im Sinn dieser Bestimmung vorliegt, geht aus dem Gesetz nicht hervor, doch ist davon auszu­gehen, dass die Grenze jedenfalls nicht oberhalb der Schwellenwerte des GATT/WTO-Ãber­ein­kom­mens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Govern­ment Pro­cure­ment Agree­ment [GPA]; SR 0.632.231.422) bzw. der Interkantonalen Verein­barung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen liegen kann (vgl. Karl Weber, Das neue Bin­nenmarktgesetz, SZW 1996, S. 164 ff., 171; Robert Wolf, Neues Submissions­recht fÃ¼r Kantone und Gemeinden, PBG aktuell 1/1996, S. 5 ff., 17 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Anwendungsbereich der Interkantonalen Vereinbarung sind BauauftrÃ¤ge Ã¶ffent­lich auszuschreiben, wenn der Gesamtwert aller dasselbe Bauwerk betreffenden AuftrÃ¤ge den Betrag von Fr. 9'575'000.‑ erreicht (Art. 7 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Abs. 2 IVÃ¶B). Der vorliegend strittige Auftrag ist Teil des Projekts "Sanierung der Abwasserver­hÃ¤ltnisse ZÃ¼rich-Nord", dessen gesamtes Auftragsvolumen den Schwellenwert der Inter­kantonalen Vereinbarung bei weitem Ã¼bersteigt. Das Volumen des strittigen Auftrags Ã¼ber­steigt auch den Rahmen der so genannten Bagatellklausel, nach welcher BauauftrÃ¤ge, die fÃ¼r sich allein den Wert von 2 Millionen Franken nicht erreichen und zusammengerechnet 20% des Werts des gesamten Bauwerks nicht Ã¼berschreiten, von der Anwendung des Kon­kordats ausgenommen werden kÃ¶nnen (Art. 7 Abs. 2 IVÃ¶B in Verbindung mit § 7 SubmV). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Umfang der angefochtenen Vergabe liegt ferner oberhalb des Schwellenwerts von Fr. 500'000.‑ gemÃ¤ss Art. 2 lit. a der Sub­mis­sions­ver­ord­nung der Stadt ZÃ¼rich, bei des­sen Ãberschreitung nach kommunalem Recht eine Ã¶ffentliche Ausschreibung durchzu­fÃ¼h­ren war. Ebenso ist die Grenze von Fr. 500'000.‑ fÃ¼r die Vergabe von BauauftrÃ¤gen nach kantonalem Recht gemÃ¤ss § 8 Abs. 2 lit. b SubmV Ã¼berschritten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In Anbetracht des Auftragsvolumens war die Pflicht zur Ausschreibung des Auf­trags somit grundsÃ¤tzlich gegeben. Das bestreitet auch die Beschwerdegegnerin nicht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Die Be­schwer­de­geg­ne­rin macht geltend, dass es ihr aufgrund technischer Be­son­derheiten des Projekts erlaubt gewesen sei, den Auftrag unter VernachlÃ¤ssigung der Aus­schreibungspflicht direkt zu vergeben. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Ob beim Vorliegen eines umfangreichen Ã¶ffentlichen Auftrags ausnahmsweise dennoch eine Vergabe ohne Ã¶ffentliche Ausschreibung zulÃ¤ssig ist, geht aus Art. 5 Abs. 2 BGBM nicht hervor. Indessen muss es auch bei der Anwendung des Binnenmarktgesetzes gestattet sein, die im internationalen und interkantonalen Recht vorgesehenen Ausnahmen von der Publikationspflicht in Anspruch zu nehmen. Anderseits darf die Publika­tions­pflicht nach Art. 5 Abs. 2 BGBM nicht durch die Anwendung weiter gehender kantonaler oder kom­munaler Ausnahmevorschriften umgangen werden. Der Ausnahmetatbestand von Art. 3 lit. c der Sub­mis­sions­ver­ord­nung der Stadt ZÃ¼rich, nach welchem ein Verzicht auf die Publikation generell erlaubt ist, "wenn bei ErgÃ¤nzungen zu bereits erteilten AuftrÃ¤­gen eindeutige RationalisierungsgrÃ¼nde fÃ¼r die direkte Vergebung sprechen und keine hÃ¶­heren Einheitspreise vereinbart werden", ist daher unter der Geltung von Art. 5 Abs. 2 BGBM nicht mehr anwendbar, da er zu weit und zu unbestimmt gefasst ist und in den massgeb­li­chen Regeln des Bundes und des Kantons keine Entsprechung findet. Die Be­schwer­de­geg­ne­rin hat sich denn auch nicht auf diese Bestimmung berufen und keine substanziierten Hin­weise auf allfÃ¤llige "RationalisierungsgrÃ¼nde" im Sinn derselben vor­gebracht. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Als massgebliche Umschreibung der zulÃ¤ssigen AusnahmetatbestÃ¤nde ist somit die AufzÃ¤hlung von § 11 Abs. 1 SubmV heranzuziehen, die ihrerseits auf den entsprechenden Vorbehalten des GATT/WTO-Ãber­ein­kom­mens und der Interkantonalen Vereinbarung beruht (Art. XV GPA, Art. 12 Abs. 2 IVÃ¶B; vgl. Art. 13 der Verordnung des Bundesrates vom 11. Dezember 1995 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen). Auch die Beschwerde­gegnerin bezieht sich auf diese AusnahmetatbestÃ¤nde. Sie beruft sich insbesondere auf § 11 Abs. 1 lit. c SubmV, nach welcher Bestimmung ein Auftrag ohne vorherige VerÃ¶ffentli­chung vergeben werden kann, wenn aufgrund seiner technischen oder kÃ¼nstlerischen Be­sonderheiten nur ein Anbieter in Frage kommt und es keine angemessene Alternative gibt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Zur BegrÃ¼ndung der beanspruchten Ausnahme bringt die Be­schwer­de­geg­ne­rin vor, die Ersetzung des DÃ¼kers (eines Kanals fÃ¼r Schmutz‑ und Regenwasser, der unter dem Leutschenbach hindurchfÃ¼hrt) und des Meteorwasserkanals sei bereits im Zeitpunkt der Aus­schreibung des Hauptauftrags vorgesehen gewesen. Bei der Fertigstellung der Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen im Mai 1998 sei jedoch die Planung dieses Teilprojekts noch nicht so weit fortgeschritten gewesen, dass es in die Ausschreibung hÃ¤tte integriert werden kÃ¶n­nen. Das Teilprojekt DÃ¼ker Leutschenbach und Meteorwasserkanal sei daher in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen nur erwÃ¤hnt, aber nicht in dieses integriert worden (vgl. Vorgaben fÃ¼r die Offertstellung, Teil A, S. 4 unten). Bei der weiteren Bearbeitung des Teil­projekts habe man dann festgestellt, dass die Vergabe eines separaten Auftrags fÃ¼r dasselbe aus technischen GrÃ¼nden nicht mÃ¶glich sei. Um das Hauptprojekt und insbeson­dere die In­be­triebnahme des gesamten Systems nicht zu gefÃ¤hrden, sei daher entschieden worden, die Bauarbeiten fÃ¼r den DÃ¼ker und den Meteorwasserkanal demselben Gene­ralunternehmer zu vergeben, der auch das Hauptprojekt ausfÃ¼hre. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zu den geltend gemachten technischen GrÃ¼nden fÃ¼hrt die Beschwerdegegnerin ins­besondere aus:</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>â<span> </span></span><span>die Integration in das Hauptprojekt ermÃ¶gliche eine bessere Abstimmung auf die kom­plexe Gesamthydraulik der Bauwerke Glatt;</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>â<span> </span></span><span>es werde eine abgestimmte Planung ermÃ¶glicht, welche sich auf die ZulaufverhÃ¤ltnisse zur Betriebszentrale Glatt und auf eine saubere Integration des gesamten Bauwerks auswirke;</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>â<span> </span></span><span>beim Sicherheitskonzept fÃ¼r den Stollen werde eine Integration der Gasdetektoren in die verschiedenen ZulaufkanÃ¤le zum DÃ¼ker ermÃ¶glicht;</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>â<span> </span></span><span>die Integration ermÃ¶gliche eine effiziente Koordination bei der elektrischen Erschlies­sung der Betriebszentrale Glatt;</span></p> <p class="Einzug1Tab"><span>â<span> </span></span><span>insgesamt entstÃ¼nden derart weniger Schnittstellen, und es wÃ¼rden weniger Unterneh­mer innerhalb des ohnehin engen Bauplatzes der KlÃ¤ranlage Glatt tÃ¤tig.</span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Nach der von der Be­schwer­de­geg­ne­rin angerufenen Bestimmung von § 11 Abs. 1 lit. c SubmV kann ein Auftrag ohne vorherige VerÃ¶ffentlichung vergeben werden, wenn auf­grund seiner technischen oder kÃ¼nstlerischen Besonderheiten oder aus GrÃ¼nden des Schut­zes des geistigen Eigentums nur ein Anbieter in Frage kommt und keine ange­messene Alternative besteht. Dieser Ausnahmetatbestand ist jedoch erst dann erfÃ¼llt, wenn der Auf­trag aufgrund der genannten Besonderheiten nur an <i>einen bestimmten Auftraggeber</i> erteilt werden kann, d.h. wenn dieser als einziger in der Lage ist, ein entsprechendes Pro­dukt zu liefern bzw. eine entsprechende Bau‑ oder Dienst­leis­tung zu erbringen. Diese Voraus­set­zung ist vorliegend zweifellos nicht erfÃ¼llt. Auch die Beschwerdegegnerin be­hauptet nicht, dass die bevorzugte Anbieterin als einzige Bauunternehmung in der Lage sei, die fragli­chen Bauleistungen zu erbringen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Die Be­schwer­de­geg­ne­rin macht im Wesentlichen geltend, die Vergabe an die bevorzugte Anbieterin sei aus GrÃ¼nden der Koordination mit dem Hauptauftrag erforder­lich. Dieser Umstand lÃ¤sst sich am ehesten unter den Ausnahmetatbestand von § 11 Abs. 1 lit. e SubmV einordnen. Nach dieser Bestimmung kann auf die Ausschreibung eines Auf­trags verzichtet werden, wenn aufgrund unvorhergesehener Ereignisse zur AusfÃ¼hrung oder Abrundung eines zuvor im Wettbewerb vergebenen Bauauftrags zusÃ¤tzliche Bauleistungen notwendig werden, deren Trennung vom ursprÃ¼nglichen Auftrag aus technischen und wirt­schaftlichen GrÃ¼nden fÃ¼r die Auftraggeberin mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden wÃ¤re. Der Wert der zusÃ¤tzlichen Bauleistungen darf in diesem Fall hÃ¶chstens die HÃ¤lfte des Werts des ursprÃ¼nglichen Auftrags betragen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Voraussetzungen dieser Ausnahme sind jedoch vorliegend ebenfalls nur teil­weise erfÃ¼llt. Die von der Beschwerdegegnerin angefÃ¼hrten technischen GrÃ¼nde zeigen zwar, dass eine Vergabe beider Projekte an denselben Auftragnehmer die notwendige Ko­ordination der BauausfÃ¼hrung erleichtern wÃ¼rde. Dasselbe gilt jedoch fÃ¼r zahlreiche Teil­aufgaben bei der Realisierung eines Bauwerks und ist fÃ¼r sich allein kein Grund, zusÃ¤tzli­che TeilauftrÃ¤ge ohne neue Ausschreibung zu vergeben. Auch im vorliegenden Fall treten im Rahmen des Gesamtprojekts an verschiedenen Nahtstellen zu Nebenunternehmern ver­gleichbare Koordinationsanforderungen auf (vgl. die Vorgaben fÃ¼r die Offertstellung, Teil A, Ziff. 3.2.4); inwiefern diejenigen beim DÃ¼ker Leutschenbach ein hÃ¶heres Mass erreichen, ist nicht ersichtlich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Oft sprechen gute GrÃ¼nde dafÃ¼r, zusammenhÃ¤ngende Teilbereiche eines Bauvorha­bens an denselben Auftragnehmer zu vergeben. Dieser Ent­scheid ist jedoch vor der Aus­schreibung zu treffen und kann grundsÃ¤tzlich nicht durch die nachtrÃ¤gliche ErgÃ¤nzung ei­nes bereits vergebenen Auftrags nachgeholt werden. Eine Ausnahme sieht § 11 Abs. 1 lit. e SubmV lediglich fÃ¼r den Fall vor, dass <i>unvorhersehbare</i> Ereignisse die ErgÃ¤nzung eines be­reits erteilten Auftrags notwendig machen. Ereignisse dieser Art macht die Be­schwer­de­geg­ne­rin jedoch nicht geltend. Sie rechtfertigt ihr Vorgehen zur Hauptsache mit GrÃ¼n­den, die sich aus dem Ablauf ihrer Planung ergeben. Die Planung des Teilprojekts DÃ¼ker Leut­schenbach und Meteorwasserkanal sei bei der Fertigstellung der Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen im Mai 1998 noch nicht so weit fortgeschritten gewesen, dass es in die Aus­schreibung hÃ¤t­te integriert werden kÃ¶nnen, und man habe daher erst bei der weiteren Bear­beitung des Teil­projekts festgestellt, dass dieses aus technischen GrÃ¼nden mit Vorteil an denselben Ge­neralunternehmer vergeben werde, der auch das Hauptprojekt ausfÃ¼hre. Diese Schwierig­keiten, die aus dem Planungsablauf herrÃ¼hren, hat die Beschwerdegegnerin sel­ber zu ver­ant­worten; eine objektive Unvorhersehbarkeit, wie sie § 11 Abs. 1 lit. e SubmV voraus­setzt, bestand dabei nicht. Vergleichbare UmstÃ¤nde bestehen in zahlreichen FÃ¤llen; wÃ¼rden diese als Rechtfertigung fÃ¼r einen Verzicht auf die Ausschreibung anerkannt, wÃ¤re keine sinnvolle Abgrenzung mehr mÃ¶glich. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Voraussetzungen einer Ausnahme nach § 11 Abs. 1 lit. e SubmV sind damit nicht erfÃ¼llt. Andere AusnahmegrÃ¼nde von § 11 Abs. 1 SubmV fallen hier nicht in Be­tracht. Der Verzicht auf die Ausschreibung des Auftrags war daher nicht gerechtfertigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Erweist sich die Beschwerde gegen einen Vergabeentscheid als begrÃ¼ndet, nach­dem der Vertrag mit dem ausgewÃ¤hlten Anbieter bereits abgeschlossen ist, stellt die Be­schwerdeinstanz lediglich fest, dass der Ent­scheid rechtswidrig ist (Art. 9 Abs. 3 BGBM). Dasselbe gilt nach Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B; wieweit diese Bestimmung auf das vorliegende Verfahren bereits anwendbar ist, kann offen bleiben. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat denn auch nur beantragt, es sei festzustellen, dass der Zuschlag betreffend die Bauarbeiten fÃ¼r den DÃ¼ker Leutschenbach und den Meteorwasserkanal rechtswidrig sei. Diesem Begehren ist in Gutheissung der Beschwerde zu entsprechen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird festgestellt, dass die Vergabe der Bauarbeiten fÃ¼r den DÃ¼ker Leutschenbach und den Meteorwasserkanal durch die Stadt ZÃ¼rich gemÃ¤ss Werkvertrag vom 16. Dezember 1998 rechtswidrig ist. </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>