Motion Keller Rudolf 1390 N 18 juin 1993 #ST# 93.3106 Motion Aubry Zugang der Presse zu den Bundesratssitzungen Accès de la presse aux séances du Conseil fédéral Wortlaut der Motion vom 15. März 1993 Der Bundesrat wird gebeten, seine Sitzungen, die bis heute geheim abgehalten werden, für die gesamte schweizerische Presse zu öffnen. Wie festgestellt wurde, sind bei der Sitzung über die Departementszuteilung eine Gruppe von Journali- sten bis in Einzelheiten über die Voten und Meinungen der ein- zelnen Bundesräte informiert worden. Zwei Journalisten - vom «Tages-Anzeiger» und vom «Nouveau Quotidien» - wur- den über die Verhandlungen informiert; die gesamte übrige Schweizer Presse ist vollständig übergangen worden. Texte de la motion du 15 mars 1993 Le Conseil fédéral est prié d'ouvrir à toute la presse suisse ses séances qui, jusqu'ici, étaient tenues secrètes. On a remarqué que, lors de la séance déterminant le choix des départements, un groupe de presse a été renseigné dans les détails sur les votes et les discussions de chaque conseiller fédéral. Seuls deux journalistes du «Tages-Anzeiger» et du «Nouveau Quoti- dien» ont été renseignés sur les débats, le reste de la presse helvétique ayant été complètement ignorée. Mitunterzeichner - Cosignataires: Keine - Aucun Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 12. Mai 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 12 mai 1993 Le Conseil fédéral partage les préoccupations exprimées dans la motion et relatives aux problèmes de discrétion indis- pensable au bon fonctionnement du système collégial. C'est pour ces mêmes raisons qu'il propose de rejeter la motion. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion. Abgelehnt - Rejeté #ST# 92.3463 Motion Keller Rudolf Effizienzsteigerung der BVG-Aufsichtsbehörden Autorité de surveillance de la LPP. Augmentation de l'efficacité Wortlaut der Motion vom 30. November 1992 Der Bundesrat wird beauftragt, mit geeigneten Massnahmen und Empfehlungen von Bundesseite her den Kantonen bei der Bewältigung der vielfältigen BVG-Kontrollaufgaben zu hel- fen, damit die kantonalen Aufsichtsbehörden ihre Arbeit künf- tig optimal erfüllen können. Texte cte la motion du 30 novembre 1992 Le Conseil fédéral est chargé de prendre des mesures et d'édicter des recommandations au niveau fédéral pour aider les cantons à venir à bout des nombreuses tâches de contrôle de la LPP afin que les autorités cantonales de surveillance puissent à l'avenir accomplir leur travail de façon optimale. Mitunterzeichner-Cosignataires: Bischof, Ruf, Stalder, Steffen (4) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Im Zuge der zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten nehmen die finanziellen Probleme in der beruflichen Vorsorge ebenfalls stark zu. Zahlungsschwierigkeiten häufen sich, wirt- schaftlich bedrängte Arbeitgeber holen sich Darlehen aus ih- rer Vorsorgestiftung usw. Die Aufsichtsbehörden sind offen- sichtlich nicht in der Lage, auf die veränderte wirtschaftliche Si- tuation rasch zu reagieren und die Kontrolle der Stiftungen ef- fektiv vorzunehmen. Es liegt daher im Interesse aller Betroffe- nen, die Kontrollinstrumente der Aufsichtsbehörden zu ver- bessern. Laut Artikel 61 Absatz 1 BVG ist die Aufsichtsbehörde eine zentrale kantonale Instanz. Es gibt kantonale Aufsichts- behörden, die heute noch Abschlüsse aus den Jahren 1989 und 1990 von ihnen unterstellten Pensionskassen zu prüfen haben. Die Revision der Freizügigkeit in der beruflichen Vor- sorge und die BVG-Revision 1995 werden für die Aufsichtsbe- hörden mit Sicherheit noch grössere Belastungen bringen. Deshalb sollte gehandelt werden, bevor die Aufsichtsbehör- den unter ihrer Last zusammenbrechen und ihre Aufgaben nicht mehr ordnungsgemäss wahrnehmen können. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 1. Juni 1993 Rapport écrit du Conseil fédéral du 1er juin 1993 1. Alle registrierten Vorsorgeeinrichtungen sowie die nicht re- gistrierten Personalfürsorgestiftungen stehen unter einer öf- fentlich-rechtlichen Aufsicht Nur wenige Vorsorgeträger, wie die nicht registrierten Genossenschaften und Einrichtungen öffentlichen Rechts, werden nicht beaufsichtigt Die Aufsichtstätigkeit im Bereich der beruflichen Vorsorge ba- siert auf dem bereits seit Jahren bestehenden und mit Einfüh- rung des BVG weiterentwickelten System der Stiftungsauf- sicht. Sie ist betont föderalistisch konzipiert: Die kantonalen oder eidgenössischen Aufsichtsbehörden (BSV, EFD, BAV, BPV) haben direkt und in eigenständiger Verantwortung die ih- nen unterstellten Einrichtungen der beruflichen Vorsorge zu beaufsichtigen. Es steht dem jeweiligen Gemeinwesen und somit auch den Kantonen frei, wie sie die Aufsichtstätigkeit ih- rer Behörden organisatorisch festlegen. 2. Der Rahmen für die Aufsichtszuständigkeit des Bundesra- tes im Bereich der beruflichen Vorsorge ist eng. Die Zuständig- keit des Bundesrates als Oberaufsichtsbehörde gemäss Arti- kel 64 BVG über die eidgenössischen und kantonalen Auf- sichtsbehörden bezieht sich nur auf das Obligatorium der be- ruflichen Vorsorge. In diesem Bereich kann der Bundesrat den zuständigen Aufsichtsbehörden für die richtige und einheitli- che Anwendung des Bundesrechts Weisungen erteilen. Die Weisungskompetenz des Bundesrates ist bis heute nur be- züglich der Auskunftspflicht der Vorsorgeeinrichtungen an ihre Versicherten angewandt worden. 3. Für den ausserobligatorischen Bereich der beruflichen Vor- sorge fehlt dem Bundesrat eine entsprechende Zuständigkeit. Insbesondere vermag die Kompetenz des Bundesrates zur Aufsicht über die Kantone gemäss Artikel 102 Ziffer 2 der Bun- desverfassung keine Aufsichtszuständigkeit in obenerwähn- tem Sinne zu begründen, sondern umschreibt bloss seine all- gemeine Ueberwachungsfunktion zur Beachtung des Bun- desrechts durch die Kantone. Mit dieser staatsrechtlichen Kontrolle über die Kantone übt der Bundesrat aber keinen Ein- fluss auf Organisations- bzw. Verfahrensabläufe hinsichtlich der Aufsichtstätigkeit innerhalb der Kantone aus. Aus dem Stif- tungsrecht kann ebenfalls keine materiellrechtliche Oberauf- sichtsfunktion des Bundesrates hergeleitet werden.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Aubry Zugang der Presse zu den Bundesratssitzungen Motion Aubry Accès de la presse aux séances du Conseil fédéral In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3106 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.06.1993 - 08:00 Date Data Seite 1390-1390 Page Pagina Ref. No 20 022 885 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.