Postulat Müller-Bachs 1460 N 9 octobre 1987 #ST# 87.524 Postulat Braunschweig IV-Renten. Sistierung statt Aufhebung Rentes AI. Ajournement en lieu et place de la suppression Wortlaut des Postulates vom 19. Juni 1987 IV-Rentenbezüger gehen ihrer IV-Rente nach heutiger Pra- xis verlustig, wenn sie während einiger Wochen wieder im Arbeitsprozess stehen (z. B. in Zürich nach höchstens drei Monaten). Vor allem bei psychisch Kranken oder Belasteten kommt es immer wieder vor, dass sie nach einem Rückfall oder ander- weitiger Verschlechterung des Gesundheitszustandes neu- erdings auf eine IV-Rente angewiesen sind. Das heisst für sie: neue Anmeldung, neue medizinische oder psychiatri- sche und weitere Abklärungen, neue mehrjährige Wartezei- ten und neue vorübergehende Abhängigkeit von der öffent- lichen Fürsorge. Um dieses Verfahren zu vermeiden und um kein Risiko einzugehen, kommt es vor, dass IV-Rentenbezü- ger zum Nachteil aller auf Arbeit und Verdienst verzichten. Um überflüssige und deprimierende Belastungen den IV- Rentenbezügern zu ersparen, wird der Bundesrat eingela- den, in solchen Fällen anstelle der Aufhebung der IV-Rente die Möglichkeit der vorübergehenden Sistierung durch Gesetzes- oder Praxisänderung zu schaffen. Texte du postulat du 19 juin 1987 Selon la pratique actuelle, les bénéficiaires d'une rente Al perdent celle-ci s'ils travaillent de nouveau pendant quel- ques semaines (p. ex. à Zurich, au bout de trois mois au maximum). Il arrive souvent, surtout chez les malades mentaux ou les personnes psychiquement fragiles, que les assurés aient de nouveau besoin d'une rente Al à la suite d'une rechute ou d'une aggravation quelconque de leur état de santé. Il leur faut alors déposer une nouvelle demande, se prêter à une nouvelle enquête de caractères médical, psychiatrique ou autre, observer de nouveaux délais d'attente de plusieurs années et dépendre encore provisoirement de l'assistance publique. Pour éviter une telle procédure et ne courir aucun risque, certains rentiers Al renoncent, au détriment de tous, à accomplir un travail et à en retirer un gain. En vue d'épargner aux rentiers Al des charges financières super- flues et déprimantes, j'invite le Conseil fédéral à envisager dans de tels cas la possibilité de suspendre temporairement la rente au lieu de la supprimer, en modifiant la loi ou la pratique. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Borei, Bratschi, Bundi, Chopard, Christi- nat, Clivaz, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler, Fank- hauser, Fierz, Friedli, Gloor, Grendelmeier, Gurtner, Herczog, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Longet, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Morf, Müller-Bachs, Nauer, Neuenschwander, Neukomm, Ott, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Renschler, (Riesen- Freiburg), Robbiani, Ruffy, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weber-Arbon, Weder-Basel, Zehnder (50) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Postulant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 septembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 87.361 Postulat Müller-Bachs Grenzziehung um das BLN-Objekt 1308 (Rothenthurm) Délimitation des »Marais de Rothenthurm» (objet 1308 de I'IFP) Wortlaut des Postulates vom 18. März 1987 Der Bundesrat wird ersucht, abzuklären, wer die irrefüh- rende Festlegung der Umgrenzung des BLN-Objektes «Moorlandschaft Rothenthurm-Altmatt-Biberbrugg» bzw. die willkürliche Auslassung des geplanten Kasernenareals aus dem BLN zu verantworten hat. Texte du postulat du 18 mars 1987 Le Conseil fédéral est prié de déterminer qui est responsable d'avoir mal délimité l'objet «marais de Rothenthurm-Altmatt- Biberbrugg» de l'IFP et d'avoir arbitrairement écarté de cet inventaire la caserne et le terrain avoisinant projetés. Mitunterzeichner - Cosignataires: Bircher, Borei, Braunschweig, Brélaz, Bundi, Chopard, Dünki, Engler, Euler, Fierz, Friedli, Günter, Hubacher, Jaeger, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Solothurn, Longet, Maeder-Appenzell, Mauch, Nauer, Neukomm, Oester, Ott, Rebeaud, Rechsteiner, Ruffy, Seiler, Stamm Walter, Stappung, Vannay, Weder-Basel, Zwy- gart (33) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Durch die erwähnte, das Areal der geplanten Kaserne umschlagende Grenzziehung wurde der Eindruck erweckt, die Kaserne komme nicht auf Moorboden zu stehen. Damit wurden die Behörden, das Parlament, das Schweizer Volk, die Planer des Waffenplatzes und die Naturschutzorganisa- tionen irregeführt. Wäre der Kasernenbau an diesem Stand- ort realisiert worden, hätte das den Verlust von 9 ha Hoch- moor, schwerwiegende Folgen für das übrige Moorgebiet sowie horrende Baukosten zur Folge gehabt. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 16. September 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 16 septembre 1987 Bei der räumlichen Festlegung des «Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeu- tung» (BLN) stützt sich der Bund auf verschiedene Grundla- gen. Er konsultiert insbesondere das KLN-Inventar, zieht aber auch weitere naturwissenschaftliche Erhebungen in Betracht. Nach dem Willen des Gesetzgebers ist er zudem verpflichtet, die betroffenen Kantone anzuhören. Für die Definition des BLN-Objektes 1308 («Moorlandschaft Rothenthurm-Altmatt-Biberbrugg») bildeten die Dichte und Qualität der schützenswerten Moor-Lebensgemeinschaften sowie die Unberührtheit des Biberlaufes das wichtigste Aus- scheidungskriterium. Zu den naturnahen, besonders hoch- wertigen Moorflächen zählen vor allem Hoch- und Ueber- gangsmoore, Kleinseggenrieder, Pfeifengraswiesen und in Regeneration stehende ehemalige Torfstiche. Das blosse Vorhandensein von Torfboden, der als Fettwiese genutzt wird, also keine typische und überlebensfähige Moorvegetation mehr aufweist, bildet noch kein hinreichen- des Argument für eine Qualifikation als Objekt von nationa- ler Bedeutung. In den neuesten geobotanischen Erhebungen wird verschie- dentlich darauf verwiesen, dass die durch landwirtschaftli- che Nutzungsintensivierung verursachten Verluste an schutzwürdigem Moor besonders ausgeprägt im dorfnahen Bereich von Rothenthurm in Erscheinung treten. Dieser Sachverhalt findet in periodisch erstellten Luftaufnahmen seine Bestätigung. Insgesamt steht fest, dass innerhalb der9. Oktober 1987 1461 Postulat Kohler vom Kanton Schwyz ausgewiesenen Planungszone - die den grössten Teil des schutzwürdigen Moores abdeckt - das Intensivkulturland von 1976 bis 1983 auf Kosten der seltenen Moor- und Riedflächen um rund 20 Prozent zugenommen hat. Es erstaunt nicht, dass sich die Differenz zwischen der BLN- und KLN-Abgrenzung auf den Uebergangsbereich zwischen Moor und Siedlung Rothenthurm bezieht. Hier sind die schutzwürdigen Moorflächen im Laufe der Jahre auf wenige isolierte und kaum überlebensfähige Reste zurückgedrängt worden. Umgekehrt haben im südlichen Grenzbereich des Aufklärungsgeländes die Fettwiesen heute einen Anteil von rund 90 Prozent erreicht. Eine für das BLN bedeutende, zur Zeit der Abgrenzung des KLN-Objektes 2.34 noch nicht verfügbare Grundlage, bildete das «Inventar der Hoch- und Uebergangsmoore der Schweiz». Bei der Erstellung dieser Inventargrundlage wurde das Hochmoor zwischen Rothenthurm und Biber- brugg erstmals nach gesamtschweizerischen Kriterien des Moorschutzes erfasst (Felderhebung im Sommer 1980). Das vom Bundesrat am 19. Dezember 1983 in Kraft gesetzte BLN-Objekt 1308 enthält alle in diesem Hochmoorinventar aufgeführten schutzwürdigen Moorflächen, unter Ein- schluss des für den Umgebungsschutz bezeichneten Hoch- moorumfeldes. Die in der Postulat-Begründung enthaltene Darstellung, im Areal der geplanten Kasernenanlage würden 9 ha Hoch- moor verloren gehen, entbehrt des sachlichen Rückhaltes. Damit ist auch der Vorwurf entkräftet, die Objektabgrenzung sei willkürlich erfolgt. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen. Abgelehnt - Rejeté #ST# 87.439 Postulat Ott Schutz der Vogelarten in der Schweiz Protection de la gent ailée en Suisse Wortlaut des Postulates vom 11. Juni 1987 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, welche Sofort- massnahmen zum Schütze der Vogelarten in der Schweiz vom Bund aus getroffen oder initiiert werden können. Er wird eingeladen, dem Parlament über seine Ergebnisse und allfällig unternommene erste Schritte kurz zu berichten. Texte du postulat du 11 juin 1987 Le Conseil fédéral est prié d'examiner les mesures urgentes que la Confédération devrait prendre ou susciter pour proté- ger la faune avicole de notre pays, et à soumettre aux Chambres un rapport sur les résultats de cette étude et sur les premières actions éventuellement entreprises. Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Braunschweig, Bundi, Chopard, Christi- nat, Clivaz, Deneys, Fehr, Friedli, Hubacher, Lanz, Leuenber- ger Moritz, Longet, Mauch, Morf, Nauer, Neukomm, Rechsteiner, Reimann, Robbiani, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Stap- pung, Vannay, Wagner, Weber-Arbon, Zehnder (29) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die schweizerische Vogelwarte in Sempach hat 1983 ein grossangelegtes Ueberwachungsprogramm der einheimi- 51-N sehen Vogelarten begonnen. Inzwischen hat sich bereits gezeigt, dass die Entwicklung alarmierend ist. So sind von 91 der untersuchten, bis vor kurzem noch verbreiteten Vogelarten 22 im Zeitraum seit 1983 stetig zurückgegangen (cf. Interview in der «Basler Zeitung» vom 26. März 1987). Obschon es sich hier um ein langfristiges Problem handelt, das im Zusammenhang mit der Luftverschmutzung und der gesamten Umweltbelastung steht, sollten angesichts des Tempos der Entwicklung doch auch Möglichkeiten von Sofortmassnahmen geprüft werden, z. B. bei der Land- schaftsgestaltung (Schutz oder Neuanlage von Hecken und dergleichen). Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 9. September 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 9 septembre 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Ueberwiesen - Transmis #ST# 87.486 Postulat Kohler Raffinerie Cressier. Luftverschmutzung Raffinerie de Cressier. Pollution atmosphérique Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1987 Der Bundesrat wird aufgefordert, mit den Behörden des Kantons Neuenburg alle Mittel und Massnahmen zu prüfen und anzuwenden, die zur Verfügung stehen, um die Raffine- rie Cressier zu zwingen, den Vorschriften der Luftreinhalte- Verordnung innert viel kürzeren Fristen nachzukommen. Texte du postulat du 18 juin 1987 Le Conseil fédéral est invité à examiner et à mettre en oeuvre, avec les autorités du Canton de Neuchâtel, tous les moyens et mesures possibles pour contraindre la Raffinerie de Cressier à satisfaire aux normes de l'ordonnance sur la protection de l'air dans des délais beaucoup plus courts. Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Bonny, Fehr, Geissbühler, Hari, Houmard, Martignoni, Meyer-Bern, Mül- ler-Scharnachtal, Neukomm, Reimann, Schnyder-Bern (12) Schriftliche Begründung - Développement par écrit La Raffinerie de Cressier est actuellement la source indivi- duelle de pollution de l'air par l'anhydride sulfureux la plus importante du pays. Bien que cette source soit située dans le canton de Neuchâtel, ce sont surtout les habitants du Seeland et du Jura bernois qui en subissent les consé- quences néfastes. La pollution de l'air, dans ces régions, a atteint un niveau alarmant depuis près de 20 ans; elle risque bien de s'aggraver à l'avenir du fait que la Raffinerie de Cressier augmente encore son volume de produits traités. Cette situation critique ne saurait durer plus longtemps; il importe que les installations de la Raffinerie de Cressier soient assainies sans plus tarder, le délai d'assainissement prévu dans l'ordonnance sur la protection de l'air étant beaucoup trop long (1993). L'exigence du postulat n'a rien d'excessif lorsque l'on sait que la solution technique du problème est parfaitement possible et réalisable en peu de temps, comme l'a remarqua- blement démontré la Fabrique de cellulose d'Attisholz.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Postulat Müller-Bachs Grenzziehung um das BLN-Objekt 1308 (Rothenthurm) Postulat Müller-Bachs Délimitation des "Marais de Rothenthurm" (objet 1308 de I'IFP) In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band III Volume Volume Session Herbstsession Session Session d'automne Sessione Sessione autunnale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 14 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.361 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.10.1987 - 08:00 Date Data Seite 1460-1461 Page Pagina Ref. No 20 015 779 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.