Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 29. November 2018 (720 18 114 / 324) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision / eine Verbesserung des Gesundheitszustands ist gutachterlich ausge- wiesen Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durc h Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1968 geborene, zuletzt bis Ende Juli 2001 al s Raumpflegerin bei der B.____ AG angestellt gewesene A.____ hatte sich am 27. April 2001 unter Hinweis auf die Folgen eines Schleudertraumas, das sie am 2. April 2000 anlässli ch eines Verkehrsunfalls erlitten hatte, bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nach Abklärung der gesundheitlichen, der erwerblichen un d der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft bei der V ersicherten in Anwendung der gemischten Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bemessungsmethode - mit einem Anteil von 55 % an Erwerbs- und einem solchen von 45 % an Haushalttätigkeit - einen Invaliditätsgrad von 18 %, w orauf sie mit Verfügung vom 25. Novem- ber 2003 bzw. mit Einspracheentscheid vom 7. April 2004 einen Rentenanspruch von A.____ ablehnte. Eine von der Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 15. September 2004 (Ver- fahren-Nr. 720 04 144/167) ab. Die von A.____ gegen den kantonalen Entscheid erhobene Be- schwerde hiess das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute: Bundesge- richt, sozialrechtliche Abteilungen) mit Urteil vom 29 . November 2005 (I 107/05) teilweise gut. Es hob den Entscheid des Kantonsgerichts vom 15. Septemb er 2004 sowie den Einsprache- entscheid der IV-Stelle vom 7. April 2004 auf und wi es die Sache an die IV-Stelle zurück, damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Anspruch auf eine IV-Rente neu verfüge. Nach Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen sprach die IV-Stelle A.____ - nunmehr in Anwendung der allgemeinen Methode des Ei nkommensvergleichs - mit Verfügung vom 16. August 2011 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 52 % rückwirkend ab 1. Januar 2011 eine halbe Rente zu. Gegen diese Verfügung erho b die Versicherte am 16. September 2011 beim Kantonsgericht Beschwerde, die sie jedoch am 28. September 2011 wieder zurück- zog, worauf das Kantonsgericht das Beschwerdeverfahren mit Präsidialbeschluss vom 29. Sep- tember 2011 (Verfahren-Nr. 720 11 334/1042) zufolge Beschwerderückzugs abschrieb. Im Rahmen eines im Februar 2016 von Amtes wegen eing eleiteten Revisionsverfahrens veran- lasste die IV-Stelle eine erneute Abklärung der gesundh eitlichen Verhältnisse der Versicherten. Gestützt auf deren Ergebnisse gelangte sie zur Auffassung, dass sich der Gesundheitszustand von A.____ relevant verbessert habe mit der Folge, dass aus dem neu vorzunehmenden Ein- kommensvergleich ein Invaliditätsgrad von 0 % resultiere. Die IV-Stelle hob deshalb nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 2 7. Februar 2018 die der Versicher- ten bisher ausgerichtete halbe Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Rechtsanwalt Daniel Altermatt, am 9. April 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht. Dari n beantragte sie, es sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und es sei festzustellen, dass sie weiterhin Anspruch auf die bishe- rige Invalidenrente habe; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2018 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep- lik vom 4. September 2018 an den in der Beschwerde gest ellten Rechtsbegehren und den we- sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Zudem reichte si e dem Kantonsgericht am 15. Septem- ber 2018 ein Schreiben der behandelnden Rheumatolog in Dr. med. C.____, Rheumatologie FMH, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH sowie In nere Medizin FMH, vom 6. September 2018 ein. Die IV-Stelle wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 18. Oktober 2018 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde, wobei sie ih ren Ausführungen eine Beurteilung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Dr. med. D.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 9. Oktober 2018 beilegte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes üb er die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 9. April 2018 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltend en psychischen Leiden belastenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen ke in Krankheitswert zukommt. Ein Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat vorau s, das die Arbeits- und Erwerbsfähig- keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob u nd inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er- wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nach zugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund heitsbeeinträchtigung verur- sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehme n ist, die Verwertung der Arbeitsfä- higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in de r angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2018 die laufende halbe Rente der Versich erten zu Recht auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat. 5.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Ans pruchs (Viertelsrente, halbe Rente, Dreiviertelsrente, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) ausw irkt (BGE 134 V 131 E. 3). Ein Revisi- onsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicher- ten Person, wozu namentlich der Gesundheitszustand gehört . Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologisch e Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unterschiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann som it nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden. Umgek ehrt ist - bei an sich gleich geblie- benem Gesundheitszustand - eine Angewöhnung oder Anpass ung an die Behinderung, welche zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führt, revisi onsrechtlich von Bedeutung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5. 1 mit zahlreichen Hinweisen). Dar- über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn si ch die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Ein Revisions- grund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, we nn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wan dlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil des Bundesgerichts vom 29. Au- gust 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtl ichen Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich werden, dass die Fakten, mit d enen die Veränderung begründet wird, neu sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in i hrer Beschaffenheit oder ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Die Feststellung üb er eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist genügend unterm auert, wenn die ärztlichen Sachver- ständigen aufzeigen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Oktober 2017, 8C_170/2017, E. 5.2 mit Hinweis). 5.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2. 3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 16. August 2011 ab 1. J anuar 2011 eine halbe Rente zu. Im Rahmen eines im Februar 2016 von Amtes wegen eingeleit eten Rentenrevisionsverfahrens nahm sie eine einlässliche materielle Prüfung des Rente nanspruchs mit vertieften medizini- schen und erwerblichen Abklärungen vor. Gestützt auf der en Ergebnisse hob die IV-Stelle die laufende halbe Rente der Versicherten mit Verfügung vo m 27. Februar 2018 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. N ach dem Gesagten beurteilt sich somit die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verh ältnissen eingetreten ist, die eine revisi- onsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente r echtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen R entenverfügung vom 16. August 2011 bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorlie gend angefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2018. 6. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundh eitszustand und - damit einher- gehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versichert en tatsächlich, wie von der IV-Stelle gel- tend gemacht, seit August 2011 in einer anspruchserheblichen Weise verbessert haben. 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 16. August 201 1, mit welcher sie der Versicher- ten ab 1. Januar 2011 eine halbe Rente zugesprochen ha tte, stützte sich die IV-Stelle bei der Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähi gkeit im Wesentlichen auf das poly- disziplinäre Gutachten des Zentrums für Medizinische Beguta chtung (ZMB) vom 25. Juni 2009. Darin wurden aus gesamtmedizinischer Sicht als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits- fähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ( DD: Somatisierungsstörung) und eine rezidivierende depressive Störung, aktuell leichte Phase, erhoben. Als Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine muskuläre Dysbalance im Bereich des Schulter- gürtels links mehr als rechts, ein beginnender Hallux val gus und Knicksenkfuss beidseits sowie ein Status nach HWS-Distorsionstrauma (am 02.04.2000) f estgehalten. Was die Arbeitsfähig- keit betrifft, so gingen die ZMB-Gutachter von einer Be einträchtigung von circa 50 % in der zu- letzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin aus. Diese E inschätzung gelte, so die Gutachter, ungefähr seit Januar 2008. 6.2 Im Rahmen des im Februar 2016 eingeleiteten Rent enrevisionsverfahrens holte die IV- Stelle bei der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (A BI) ein neues polydisziplinäres Gutach- ten mit fachärztlichen Untersuchungen in den Bereichen Allgemeine und Innere Medizin, Psy- chiatrie, Rheumatologie und Gastroenterologie ein, d as am 30. März 2017 erstattet wurde. Da- rin gelangten die die Gutachter zum Ergebnis, dass sich keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erheben liessen. Als Leiden ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54), ei ne rezidivierende depressive Stö- rung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), ein St atus nach Panikstörung (ICD-10 F41.0), ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont ( ICD-10 M53.1), ein chroni- sches thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom linksbetont ( ICD-10 M54.5), ein Belas- tungsdefizit an der rechten Hand (ICD-10 M79.63) und e in Morbus Crohn (ED 2012, ICD-10 K50.9) diagnostiziert. Im Rahmen ihrer interdisziplinä ren Gesamtbeurteilung erachteten die Gutachter die Explorandin für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten und somit auch für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin zu 10 0 % arbeitsfähig. Diese Einschätzung gelte sicher ab dem Begutachtungszeitpunkt. 6.3 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ver fügung bei der Beurteilung des ak- tuellen medizinischen Sachverhalts und beim Entscheid üb er die Frage, ob seit der im August 2011 erfolgten Rentenzusprache eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands und - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit der Versi cherten eingetreten ist, auf die Ergebnisse des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 30. März 2017. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit August 2011 erheblich verbes- sert habe mit der Folge, dass diese aktuell in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten und somit auch in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als R aumpflegerin wieder zu 100 % arbeits- fähig sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nich t zu beanstanden. Wie oben ausge- führt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eing ehender Beobachtungen und Untersu- chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatte n und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigun g volle Beweiskraft zuzuerken- nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das ABI-Gutachten vom 30. März 2017 weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesger icht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) - Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf a llseitigen Untersuchungen, es berücksich- tigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweich enden ärztlichen Einschätzungen aus- einander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugen d. Sodann erfüllt es auch die Anfor- derungen, denen es unter revisionsrechtlichem Blickwinkel zu genügen hat, zeigt es doch hin- reichend und schlüssig auf, dass und inwiefern es seit August 2011 zu einer effektiven Verbes- serung des Gesundheitszustands und - damit einhergehend - der Arbeitsfähigkeit der Be- schwerdeführerin gekommen ist. So weisen die ABI-Gutachte r zutreffend darauf hin, dass im Zeitpunkt der Rentenzusprache das psychiatrische Krankhei tsbild im Vordergrund gestanden hatte, was im damaligen ZMB-Gutachten in den Diagno sen einer somatoformen Schmerzstö- rung (DD: Somatisierungsstörung) und einer rezidivieren den depressiven Störung, gegenwärtig leichte Phase, zum Ausdruck kam. Im Vergleich dazu bestehe n heute, wie die ABI-Gutachter belegen, keine psychiatrischen Diagnosen mehr, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, Die depressive Störung ist laut der nachvollziehbaren aktuell en gutachterlichen Beurteilung remit- tiert und es kann heute, wie ebenfalls begründet darg elegt wird, keine somatoforme Schmerz- störung mehr, sondern lediglich eine Schmerzverarbeitun gsstörung festgestellt werden. Daraus schliessen die ABI-Gutachter, nachdem sie gleichzeitig kei ne somatischen Diagnosen mit Aus- wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen konnten, zu Recht, dass nunmehr wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit in allen leichten und mittel schweren Tätigkeiten und damit auch in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin auszugehen ist. 7. Die Vorbringen der Versicherten vermögen an dieser B eurteilung nichts zu ändern. Sie vertritt in ihrer Beschwerde insbesondere die Auffassung , dass dem ABI-Gutachten vom 30. März 2017 keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden könne. 7.1.1 In somatischer Hinsicht bestreitet die Beschwerdefü hrerin die Feststellung des rheu- matologischen Gutachters, wonach sich weder klinisch, labort echnisch noch radiologisch Hin- weise auf ein entzündliches rheumatisches Geschehen erge ben würden. Die Diagnose einer Spondylarthritis werde nicht mittels einer Röntgenunte rsuchung gestellt. Hierfür wären spezifi- sche labortechnische Untersuchungen - insbesondere ein HL A B27-Gen-Test - erforderlich ge- wesen, die der Gutachter aber nicht vorgenommen habe . Zu beachten sei sodann, dass sie unter mannigfaltigen körperlichen Symptomen leide, die unbestritten seien. So seien bildgebend Pathologien (beginnende Osteochondrose, ventrale Spond ylose Th12/LWK1) festgestellt wor- den und in der rheumatologischen Beurteilung würden Diagnosen gestellt, die klar somatischen Ursprungs seien, nämlich ein zervikospondylogenes und ein t horakospondylogenes Schmerz- syndrom. Der Gutachter gehe also davon aus, dass die geklagten Schmerzen ihren Ursprung in den Wirbelgelenken hätten. Es sei deshalb nicht verständl ich, dass keine umfassenden Unter- suchungen zum Ausschluss eines entzündlichen Geschehens getrof fen worden seien. Ebenso sei nicht nachvollziehbar, dass die genannten Diagnosen oh ne Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit sein sollten, zumal die Beschwerden bzw. die Schm erzen nicht angezweifelt würden. Diese Einwände der Beschwerdeführerin sind nicht geeig net, den Beweiswert des rheumatolo- gischen Fachteils des ABI-Gutachtens vom 30. März 2017 in Frage zu stellen. Die IV-Stelle weist in ihrer Vernehmlassung zu Recht darauf hin, da ss sich laut dem rheumatologischen Gut- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht achter weder aus klinischer, labortechnischer oder radiolo gischer Sicht Hinweise für ein ent- zündliches rheumatologisches Geschehen ergeben haben. Eb enso wenig haben sich Befunde erheben lassen, welche die Diagnose einer Spondylarthr itis ausreichend stützen würden. Was den Vorwurf der unzureichenden labortechnischen Abklärun gen betrifft, ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass die Versicherte bereits im Vorfeld des Gutachtens mehrfach und ausreichend labormedizinisch untersucht worden ist, wobei die entsp rechenden Laborwerte im Rahmen des Gutachtens überprüft und in die Beurteilung miteinbezo gen worden sind. Dabei haben alle La- borwerte im Normalbereich gelegen. Die Vornahme weit erer labormedizinischer Untersuchun- gen war deshalb - entgegen der Auffassung der Beschwer deführerin - nicht notwendig und sie wäre auch nicht weiterführend gewesen. Zudem ist der Beschwerdeführerin entgegen zu hal- ten, dass auch die behandelnde Rheumatologin Dr. C.____ die Vornahme eines HLA B27-Gen- Tests offenbar nicht für notwendig erachtete, hatte si e doch einen solchen - soweit ersichtlich - ebenfalls nicht veranlasst. Schliesslich ist aber auch fragli ch, ob dieser Test im vorliegenden Zusammenhang überhaupt relevante Ergebnisse hätte lief ern können. Der RAD-Arzt Dr. D.____ weist diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom 9. Oktober 2018 darauf hin, dass der HLA-B27 ein Laborwert unter vielen sei. Bei diesem handle es sich zwar um ein Hinweis- zeichen, aber nicht um einen sicheren Nachweis für ein entzündliches Geschehen im rheumato- logischen Bereich. Ausschlaggebend für oder gegen eine en tsprechende rheumatologische Diagnosestellung sei letztlich das Gesamtbild der erhobe nen Untersuchungsergebnisse (Be- schwerdebericht, labortechnische und bildgebende Untersuch ungen, klinische Untersuchungs- befunde). Selbst wenn der Test durchgeführt und positiv ausgefallen wäre, könnte deshalb - so das wohl zutreffende Fazit von Dr. D.____ - gestützt dara uf noch nicht eine Spondylarthritis diagnostiziert werden. 7.1.2 Im Laufe des Beschwerdeverfahrens reichte die Versi cherte einen Bericht der behan- delnden Rheumatologin Dr. C.____ vom 6. September 2 018 nach. Daraus kann sie vorliegend jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten. Nach der bund esgerichtlichen Rechtsprechung lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellt en fachmedizinischen Experten ander- seits nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab- klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslau- tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F älle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entsprin- gende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung un erkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts vom 26. Juni 2018, 8C_909 /2017, E. 9). Eine solche Konstella- tion ist hier nicht gegeben. Die behandelnde Rheumato login hält in der genannten Eingabe ex- plizit fest, dass sie die „Interpretation der Daten“ du rch den rheumatologischen Gutachter nach- vollziehen könne, sie sei jedoch damit nicht einverstanden . Somit werden in der abschliessen- den Stellungnahme von Dr. C.____ nicht etwa Aspekte ben annt, die bei der Begutachtung al- lenfalls unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Es handelt sich im Ergebnis vielmehr um eine anderslautende fachärztliche Einschätzung desselben m edizinischen Sachverhalts. Das Schreiben von Dr. C.____ vom 6. September 2018 ist desha lb nicht geeignet, den Beweiswert des rheumatologischen Fachteils des ABI-Gutachtens vom 30. März 2017 in Frage zu stellen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1.3 Beizupflichten ist der Beschwerdeführerin insoweit , dass bildgebend durchaus somati- sche Befunde festgestellt wurden. Diese führten denn auch im Rahmen der Zumutbarkeitsbeur- teilung zur gutachterlichen Feststellung, dass ihr die Verrichtung schwerer körperlicher Arbeiten nicht mehr möglich ist. Für die Bejahung weitergehende r Einschränkungen waren die Befunde jedoch zu wenig ausreichend. Anzumerken bleibt, dass entgegen der Auffassung der Versicher- ten die Umstände, dass der Gutachter ihre Schmerzschilder ung als glaubhaft erachtet und gleichzeitig auch somatische Befunde festgestellt hat, fü r sich allein (noch) nicht zwingend zur Annahme einer Arbeitsunfähigkeit führen. 7.2 In psychiatrischer Hinsicht moniert die Beschwerdeführerin, bei der Einschätzung des psychiatrischen Gutachters handle es sich lediglich um eine Momentaufnahme, weshalb darauf nicht abgestellt werde könne. Für die Annahme einer r entenrelevanten Verbesserung des Ge- sundheitszustands müsse diese während eines Zeitraums von mindestens drei Monaten be- standen haben, was anhand der damaligen Begutachtung beim ABI nicht nachgewiesen sei. Letzterem Einwand hält die IV-Stelle entgegen, dass der psychiatrische ABI-Gutachter eine voll- ständig remittierte depressive Störung diagnostiziert un d auch befundlich belegt habe. Es gebe keine Hinweise, dass es sich dabei lediglich um eine Mom entaufnahme gehandelt habe, zumal die Versicherte seit vielen Jahren nicht mehr in psychiatri scher Behandlung stehe, ohne diese zu vermissen. Sie nehme auch seit langem keine Antidepressi va ein, ohne dass sich eine de- pressive Symptomatik manifestiert hätte. Diesen schlüssigen Au sführungen der IV-Stelle ist vollumfänglich beizupflichten. Im Weiteren beruft sich d ie Beschwerdeführerin auf die Einschät- zung der vormals behandelnden Psychotherapeutin, Frau E. ____ Diese habe schlüssig darge- legt, dass die depressive Symptomatik durch die Schmerzen verursacht werde und dass diese nicht gebessert hätten. Es sei deshalb nicht nachvollzieh bar, dass der psychiatrische ABI- Gutachter von einer Verbesserung des psychischen Gesundheitszu stands ausgehe. Auch mit diesem Einwand kann die Versicherte vorliegend nichts zu ihren Gunsten ableiten. Frau E.____ äusserte sich der IV-Stelle gegenüber am 29. Juni 2016 telefonisch aus ihrer Sicht zur gesund- heitlichen Situation der Beschwerdeführerin. Dabei wies sie allerdings auch darauf hin, dass die Versicherte nicht mehr in ihrer Behandlung stehe, diese sei ca. 2013 zufolge Ausschöpfung der Therapiemöglichkeiten abgebrochen worden. Vor diesem Hintergrund ist ihre nunmehrige, ca. drei Jahre nach Behandlungsabschluss erfolgte Einschätzung, wonach die depressive Symp- tomatik durch die Schmerzen verursacht werde und dass die se nicht gebessert hätten, klarer- weise nicht geeignet, die Beurteilung des psychiatrischen ABI-Gutachters in Frage zu stellen, zumal Frau E.____ die aktuelle Schmerzsituation ja nicht kennen konnte. Zudem hielt die Be- schwerdeführerin selber gegenüber dem psychiatrischen ABI-G utachter fest, dass ihr die The- rapie bei Frau E.____ geholfen habe, sie habe seit 2 013 keine Angstattacken mehr. Sie leide auch nicht mehr unter Depressionen oder langanhaltende n Verstimmungen. Zutreffend ist hin- gegen der Einwand der Versicherten, dass sie anlässlich der psychiatrischen ABI-Exploration die Schmerzen als zentrales Thema geschildert habe. Der Gu tachter nahm in der Folge in sei- ner Beurteilung - in Anbetracht der somatisch nicht hin reichend objektivierbaren Schmerzen - eine psychische Überlagerung an. Da die Versicherte aber nicht unter schweren, quälenden Schmerzen litt, die sie im Alltag massiv einschränkten, dia gnostizierte er - wie oben ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor) - keine somatoforme Schmerzstörung, sondern er ging von einer Schmerz- verarbeitungsstörung aus. Auf diese nachvollziehbare fachärztliche Beurteilung kann nach dem Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gesagten (vgl. E. 6.3 hiervor) abgestellt werden, zumal sich in den Akten auch keine medizini- schen Berichte finden, die dieser Einschätzung widersprechen würden. 7.3 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass sich der G esundheitszustand und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit der Versicherten im Vergleich zur Situation, wie sie im Zeitpunkt der Rentenzusprache im August 2011 vorgelegen hat, in einer anspruchs- erheblichen Weise verbessert haben. Somit hat die IV-S telle in der angefochtenen Verfügung das Vorliegen der Revisionsvoraussetzungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG zu Recht bejaht. 8.1 Gestützt auf dieses Zwischenergebnis ist in einem nächs ten Schritt zu prüfen, wie sich die geschilderte Entwicklung auf den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin auswirkt. Zur Beantwortung dieser Frage sind die Anspruchsberechtigun g und allenfalls der Umfang des An- spruchs pro futuro zu prüfen. Es gilt mit anderen Worten , auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts den Invaliditäts grad bei Erlass der streitigen Revisions- verfügung zu ermitteln, woraus sich die Anspruchsberechti gung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Urteile des Bundesgerichts vom 3. Apri l 2017, 9C_766/2016, E. 1.2, und vom 29. Juni 2015, 9C_173/2015, E. 2.2, je mit Hinweisen). 8.2 Ausgangspunkt der Beurteilung des (heutigen) Ren tenanspruchs bildet die Frage, in welchem Ausmass die Versicherte aufgrund ihrer gesundheitl ichen Beeinträchtigungen arbeits- unfähig ist. Wie bereits weiter vorne ausgeführt (vgl. E. 6.2 hiervor), ist laut dem polydisziplinä- ren ABI-Gutachten vom 30. März 2017 davon auszugehen, d ass die Beschwerdeführerin in körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten und som it auch in der zuletzt ausgeübten Tä- tigkeit als Raumpflegerin wieder zu 100 % arbeitsfähig ist. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.3 hiervor) kommt diesem Gutachten voller Beweiswer t zu, so dass bezüglich der aktuellen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer in auf diese gutachterliche Zumutbar- keitsbeurteilung abgestellt werden kann. 8.3 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimme n. Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 27. Februar 2018 den erforderlichen Ein kommensvergleich vorgenommen. Da- bei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen einen IV-Grad von 0 % ermittelt. Die konkrete Berechnu ng, die von der Versicherten in der vor- liegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, er weist sich als rechtens, weshalb dies- bezüglich auf die entsprechenden Ausführungen der IV -Stelle in der Verfügung vom 27. Febru- ar 2018 verwiesen werden kann. 8.4 Da der aktuell ermittelte Invaliditätsgrad der Be schwerdeführerin unter 40 % liegt, hat diese grundsätzlich keinen Anspruch (mehr) auf eine IV -Rente. Die von der IV-Stelle in der an- gefochtenen Verfügung vom 27. Februar 2018 angeordne te Rentenaufhebung erweist sich da- her als rechtens, wobei die Aufhebung gestützt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 k orrekterweise vom ersten Tag des zwei- ten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an erfolgte. Die gegen die betreffende Ver- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht fügung erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 9.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf 800 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschw erdeführerin unterliegende Par- tei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht