A bteilung V E -4461/2006 hub/jap {T 0/2} U rteil vom 8. M ai 2007 M itw irkung: R ichter H uber, R ichterin Teuscher, R ichter Schm id G erichtsschreiber Jaggi X._______, geboren _______, Afghanistan, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. Februar 2005 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein schiitischer H azara aus A._______ (D istrikt D jaghori, Provinz G hazni), verliess seinen H eim atstaat eigenen Angaben zufolge im Jahre 2002 und hielt sich in der Folge sechs M onate in Pakistan, sechs M onate im Iran und vier M onate in der Türkei auf, bevor er über Italien am 10. M ai 2004 illegal in die Schw eiz gelangte, w o er am 12. M ai 2004 um Asyl ersuchte. Am 14. M ai 2004 erfolgte die Kurzbefragung im Em pfangszentrum B._______ und am 18. Juni 2004 die Anhörung zu den Asylgründen durch das Am t für M igration des Kantons C ._______. Zur Begründung des Asylgesuchs m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen geltend, im Jahre 2000 sei sein Vater, der M itglied der W ahdat-Partei gew esen sei, nach der M achtübernahm e durch die Taliban denunziert und in der Folge fest- genom m en w orden. N achdem sein Vater den Taliban W affenverstecke der W ah- dat-M iglieder verraten habe, sei er nach einer W oche H aft freigelassen w orden. N ach dem Sturz der Taliban (2001) hätten sich die M itglieder der W ahdat-Partei der R egierung angeschlossen und seien zu einflussreichen Leuten gew orden. Im Jahre 2003 sei sein Vater von Anhängern der W ahdat-Partei festgenom m en w or- den, w eil er den Taliban W affenverstecke verraten habe. Als er rund einen M onat nach der Festnahm e von einer Koranlesung nach H ause zurückgekehrt sei, habe er erfahren, dass sein Vater in der N acht zurückgekehrt und zusam m en m it seiner M utter und den G eschw istern geflüchtet sei. In den folgenden Tagen habe er sich auf dem Basar nach dem Verbleib seiner Fam ilie erkundigt. Eine W oche später sei er von Anhängern der W ahdat-Partei zu H ause festgenom m en und eine W oche inhaftiert w orden. W ährend der H aft sei er nach dem Verbleib seines Vaters ge- fragt und auch geschlagen w orden. Ein Freund seines Vaters habe schliesslich seine Freilassung erw irkt. D ieser habe ihm G eld gegeben und ihn nach Pakistan geschickt. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen und, sow eit entscheidw esentlich, auf die nachfolgenden Erw ägungen. Eine vom BFM in Auftrag gegebene und am 18. M ai 2005 durchgeführte (telefoni- sche) H erkunftsanalyse der Fachstelle LIN G U A ergab, dass der Beschw erdeführer m it Sicherheit hauptsächlich im H azarajat (Afghanistan) sozialisiert w urde. B. M it Verfügung vom 23. Februar 2005 - eröffnet am 24. M ärz 2005 - stellte das BFM fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehn- te das Asylgesuch ab. G leichzeitig ordnete es die W egw eisung aus der Schw eiz und deren Vollzug an. Zur Begründung führte es im W esentlichen aus, die Vorbrin- gen verm öchten den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht zu genügen; es erübrige sich folgedessen, die Aussagen auf ihre Asylrelevanz hin zu prüfen. D er Vollzug der W egw eisung sei zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe vom 22. April 2005 (Poststem pel) reichte der Beschw erdeführer eine den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechende Beschw erde ein.3 Am 6. M ai 2005 reichte der Beschw erdeführer die m it Zw ischenverfügung vom 28. April 2005 einverlangte Beschw erdeverbesserung zu den Akten und beantragt, es sei ihm in der Schw eiz Asyl zu gew ähren, eventualiter sei die U nzulässigkeit, allenfalls U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vor- läufige Aufnahm e anzuordnen. In prozessualer H insicht ersucht er um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten- vorschusses. Zur Stützung der Vorbringen reichte er eine Fürsorgebestätigung der G em einde D ._______ vom 25. April 2005 zu den Akten. Auf die Begründung der R echtsbegehren und die eingereichten D okum ente w ird, sow eit entscheidw esent- lich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D . M it Zw ischenverfügung vom 10. M ai 2005 hiess der dam als zuständige Instrukti- onsrichter das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege gut und verzichtete in Abänderung der Zw ischenverfügung vom 28. April 2005 antragsge- m äss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. D as BFM schliesst in seiner Vernehm lassung vom 26. M ai 2005 auf Abw eisung der Beschw erde. F. Am 13. April 2007 teilte der neu zuständige Instruktionsrichter dem Beschw erde- führer m it, dass das bei der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission (AR K) an- hängig gem achte Verfahren am 1. Januar 2007 vom Bundesverw altungsgericht übernom m en w urde und von der Abteilung V behandelt w erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gel- ten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der vorm aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen-4 heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m it- hin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D as BFM lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers ab, w eil seine Vorbringen den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht zu genügen verm öchten. So habe er beim Em pfangszentrum geltend gem acht, er habe sich nach D jaghori begeben, um an einer Koranlesung teilzunehm en; anlässlich der kantonalen Anhörung habe er hingegen erklärt, er sei nach E._______ gegangen, um an der Koranlesung teilnehm en zu können. D es W eiteren habe er beim Em pfangszentrum zu Protokoll gegeben, er sei bei seiner Festnahm e nach M am dak, einer kleinen O rtschaft am Fusse des Berges, gebracht w orden, w o er acht oder neun Tage im G efängnis festgehalten w orden sei; im G egensatz dazu habe er bei der kantonalen Einver- nahm e behauptet, er sei in ein privates G efängnis gebracht w orden, ohne zu w is- sen, w o sich dieses befunden habe. Im Zusam m enhang m it der geltend gem ach- ten Flucht des Vaters, seiner M utter und der G eschw ister erscheine w irklichkeits- frem d, dass sein Vater keinerlei N achrichten hinterlassen haben soll, zum al es sich bei den N achbarn um Fam ilienangehörige gehandelt habe. R ealitätsfrem d sei- en ferner die Schilderungen zur Flucht aus dem G efängnis. N icht nachvollziehbar sei, w ie es dem Freund seines Vaters hätte gelingen sollen, den Aufenthaltsort des Beschw erdeführers ausfindig zu m achen. W irklichkeitsfrem d sei auch das Vorbrin- gen, der Freund seines Vaters habe ungehindert das Türschloss aufbrechen kön- nen, sei doch davon auszugehen, dass G efängnisse in Afghanistan bew acht w ür- den. Schliesslich seien die Vorbringen zur Festnahm e, zur H aft und zur Flucht aus 5 dem G efängnis sehr vage ausgefallen. D er Beschw erdeführer sei nicht in der Lage gew esen, Fragen seine persönlichen Erlebnisse betreffend zu beantw orten. Erfah- rungsgem äss seien aber tatsächlich Verfolgte in der Lage, detailliert über ihre Er- lebnisse zu berichten. G esam thaft betrachtet erschöpften sich die Aussagen in All- gem einplätzen, die von irgend jem andem nacherzählt w erden könnten. 4.2 Aus der R echtsm itteleingabe ergibt sich als R üge, die Vorinstanz habe die Vor- bringen zu U nrecht als nicht glaubhaft bezeichnet und dam it Bundesrecht verletzt. D ie Ausführungen in der Beschw erde erw eisen sich jedoch als zu w enig substanzi- iert und überzeugend, um die Schlussfolgerungen des BFM um zustossen. Insbe- sondere erw eist sich die Entgegnung, bei der Bezeichnung "D jaghori" handle es sich um den Bezirk und bei E._______ um den O rt selber, als nicht überzeugend. D iesbezüglich ist festzustellen, dass sich das D orf F._______, w o der Be- schw erdeführer eigenen Aussagen zufolge seinen letzten W ohnsitz hatte, eben- falls im Bezirk D jaghori befindet, w as seine diesbezügliche Aussage, er sei nach D jaghori gegangen, um an einer Koranlesung teilzunehm en (Akten BFM A1/9 S. 5), vollends unverständlich erscheinen lässt. D es W eiteren verm ag auch der Erklärungsversuch zur Vorhaltung des BFM , der Beschw erdeführer habe unter- schiedliche Aussagen zum G efängnis gem acht, nicht zu überzeugen, ergibt doch eine D urchsicht der Protokolle, dass er anlässlich der kantonalen Anhörung aus- sagte, er sei in ein privates G efängnis geführt w orden und w isse nicht, w o das ge- w esen sei (A13/18 Frage 51, S. 7). Im W iderspruch dazu sagte er bei der Kurzbe- fragung im Em pfangszentrum aus, er sei nach G ._______ geführt w orden, w o er acht oder neun Tage im G efängngis verbracht habe (A1/9 S. 5). N icht zu überzeu- gen verm ag sodann die Entgegnung, es habe sich beim privaten G efängnis um einen R aum in einem Privathaus gehandelt, w o früher Schafe und Kühe einge- schlossen gew esen seien, gab der Beschw erdeführer doch diesbe-züglich im Em pfangszentrum zu Protokoll, er sei in einer Zelle im G efängnis eingesperrt ge- w esen (A1/9 S. 5). U nglaubhaft erscheint des W eiteren auch das Vorbringen, ein Freund seines Vaters habe die Befreiungsaktion durchgeführt, ist doch realis- tischerw eise nicht davon auszugehen, dass der sich auf der Flucht befindende Va- ter den Aufenthalts-ort seines Sohnes hätte in Erfahrung bringen können, w urde dieser doch eigenen Angaben zufolge m it verbunden Augen zu einem ihm unbe- kannten O rt in ein G efängnis gefahren (A13/18 Frage 89 S. 11). 4.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass die Vorbringen des Beschw erdeführers den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht standzuhalten verm ögen. D as BFM hat daher zu R echt davon abgesehen, die Asylrelevanz des geschilderten Sachverhal- tes zu prüfen. Es erübrigt sich, angesichts der aufgezeigten U nstim m igkeiten in zentralen Teilen der gesuchsbegründenden Vorbringen auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde näher einzugehen, zum al diese nicht geeignet sind, eine andere Beurteilung herbeizuführen. Es kann diesbezüglich zur Verm eidung von W iederholungen auf die zutreffenden Erw ägungen in der angefochtenen Ver- fügung verw iesen w erden. D as BFM hat das Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen D er Beschw erde-6 führer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch ei- nen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheide und M itteilungen der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 21). 6. 6.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz ei- ner W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. N icht zum utbar kann der Vollzug der W egw eisung insbesondere sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (vgl. Art. 14a Abs. 2, 3 und 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 6.2 D ie erw ähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw ei- sung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: so- bald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim - m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (EM AR K 2001 N r. 1 E. 6a S. 2). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem (ab- und w eggew iesenen) Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG ), w obei in dem Verfahren säm tliche Vollzugshindernisse von Am tes w egen und nach M assgabe der zu diesem Zeit- punkt herrschenden Verhältnisse von neuem zu prüfen sind (EM AR K 2006 N r. 6 E. 4.2., S. 54 f.; 1997 N r. 27 S. 205 ff.). W eil sich vorliegend der Vollzug der W egw eisung - aus den nachfolgend aufge- zeigten G ründen - als unzum utbar erw eist, ist dem entsprechend auf eine Erörte- rung der beiden anderen Kriterien zu verzichten. 7. 7.1 D er Vollzug der W egw eisung kann gem äss Art. 14a Abs. 4 AN AG insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allge- m einer G ew alt kennzeichnet, angenom m en w erden. Ferner ist von einer konkreten G efährdung auszugehen, w enn eine Person nach ihrer R ückkehr die absolut not- w endige m edizinische Versorgung nicht erhalten könnte oder - aus objektiver Sicht - w egen der vorherrschenden Verhältnisse m it grosser W ahrscheinlichkeit unw ie- derbringlich in völlige Arm ut gestossen w ürde, dem H unger und som it einer ernst- haften Verschlechterung ihres G esundheitszustandes, der Invalidität oder sogar dem Tod ausgeliefert w äre (vgl. EM AR K 1995 N r. 5 E. 6e S. 47; 1994 N r. 18 7 S. 139 ff.; N r. 19 S. 145 ff. und N r. 20 S. 155 ff.). 7.2 In ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil nahm die AR K aufgrund der poli- tischen Entw icklung seit dem Sturz des Taliban-R egim es im Jahre 2001 eine differenzierte Lagebeurteilung vor und prüfte - nach in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 publizierten U rteilen - erneut die Zum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung nach Afghanistan. Auf der G rundlage der neuen dem okratischen Verfassung vom Januar 2004 w urde der bisherige Präsident der Ü bergangsregierung, H am id Karzai, anlässlich der Präsidentschaftsw ahlen vom O ktober 2004 an der Spitze der R egierung bestätigt. In der Folge fanden am 18. Septem ber 2005 Parlam entsw ahlen statt, und anfangs D ezem ber 2005 w urde das O berhaus geschaffen. Trotz dieser Entw icklung auf institutioneller Ebene konnten viele Problem e im Bereich der Sicherheit, der D e- m okratie, des R echtsstaats, der w irtschaftlichen Entw icklung und der m edizini- schen Infrastruktur (noch) nicht gelöst w erden. D ie hum anitäre und w irtschaftliche Situation bleibt w eiterhin prekär (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.bb S. 67 f.). Be- züglich der Sicherheitslage ist festzuhalten, dass in Afghanistan nach w ie vor aus- ländische Truppen stationiert sind, die Teil der so genannten Koalitionstruppen und der International Security Assistance Force (ISAF) sind. Ihre Aktionen sind vorw iegend gegen Partisanen des alten R egim es und Personen, die der Zugehö- rigkeit oder N ähe zur Al-Q a’ida verdächtigt w erden, gerichtet. D ie ISAF hat sich seit O ktober 2003 kontinuierlich von Kabul in den N orden und N ordosten Afgha- nistans vorangearbeitet und w esentlich zur Stabilisierung dieser R egionen beige- tragen. Im Septem ber 2005 konnte sie die w eitgehende Befriedung der R egionen im W esten des Landes sicherstellen und beabsichtigt, ihren Aktionsradius im Sü- den auszudehnen. D ank der Bem ühungen der R egierung und der internationalen Truppen konnte in der Stadt Kabul, in ihrer U m gebung und in verschiedenen im N orden der H auptstadt gelegenen Städten ein deutlich verbessertes Sicherheitsni- veau geschaffen w erden. In M azar-e-Sharif kann die Sicherheitslage heute als befriedigend bezeichnet w erden, und auch im W esten der Provinz H erat ist von einer relativ ruhigen Lage auszugehen. In den R egionen im O sten, Südosten und Süden Afghanistans hingegen m uss unverändert von einer Situation allgem einer G ew alt gesprochen w erden. Zusam m enfassend kam die AR K in ihrem in EM AR K 2006 N r. 9 publizierten U rteil zum Schluss, dass der Vollzug der W egw eisung nur in R egionen als zum utbar zu bezeichnen ist, in denen seit 2004 keine bedeutenden m ilitärischen Aktivitäten m ehr zu verzeichnen sind oder keine dauernde Instabilität besteht. D arunter fallen die Provinz Kabul (vgl. bereits EM AR K 2003 N r. 10), die nördlich der H auptstadt gelegenen Provinzen Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul und die G ebiete um Sam angan, die nicht zum H azarajat gehören (traditionelles Siedlungsgebiet der H azara, vgl. EM AR K 2003 N r. 30 E. 7a S. 193) sow ie die Pro- vinz H erat im W esten des Landes. D er Vollzug der W egw eisung ist nur für Perso- nen als zum utbar zu erachten, die aus diesen R egionen stam m en oder dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz verfügen und w enn konkrete M öglichkeiten der Si- cherung des Existenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. dazu EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). 7.3 D as BFM äusserte in seiner Verfügung vom 23. Februar 2005 insbesondere auch 8 aufgrund des Ergebnisses der LIN G U A-H erkunftsanalyse keine Zw eifel an der Eth- nie (H azara) und der H erkunft des Beschw erdeführers aus dem H azarajet in der Provinz G hazni. Seine Einschätzung, w onach in Afghanistan keine Situation allge- m einer G ew alt herrsche und dem nach nicht von einer konkreten G efährdung der Bevölkerung ausgegangen w erden könne, trifft nach den Erkenntnissen des Bun- desverw altungsgerichts nicht zu. Im in EM AR K 2003 N r. 30 E. 6c S. 192 f. publi- zierten U rteil stellte die AR K fest, dass eine R ückkehr in den gesam ten H azarajat, w ozu auch ein Teil der Provinz G hazni zählt, insbesondere infolge der prekären N ahrungssituation, der M inenfelder, der angespannten Sicherheitslage und des oftm als erschw erten Zugangs zu H ilfeleistungen der internationalen O rganisatio- nen als existenzbedrohend und dam it generell als unzum utbar zu qualifizieren sei. D iese Lageanalyse (bestätigt in EM AR K 2006 N r. 9 E. 7.5 S. 99 f.) w ird vom Bun- desverw altungsgericht geteilt. U nter diesen U m ständen ist für den Beschw erde- führer - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - die R ückkehr in seine H erkunftsre- gion nicht zum utbar. 7.4 Abzuklären bleibt dem nach, ob es dem Beschw erdeführer zuzum uten ist, sich im G rossraum Kabul oder in einer der anderen vorstehend unter Punkt 7.2 genannten Provinzen niederzulassen. D ies ist dann der Fall, w enn dort ein tragfähiges Bezie- hungsnetz vorhanden ist sow ie konkrete M öglichkeiten der Sicherung des Exis- tenzm inim um s und der W ohnsituation bestehen (vgl. EM AR K 2003 N r. 10 E. 10b.cc S. 68; N r. 30 E. 7b S. 193 f.). Bezüglich der persönlichen Situation des Beschw erdeführers ist festzuhalten, dass er nach eigenen Angaben keinen Beruf erlernt, in der H eim at nicht gearbeitet und nach der Ausreise aus Afghanistan in Pakistan als H ilfschauffeur gearbeitet hat (A1/9 S. 2). D en Befragungsprotokollen zufolge sollen seine Eltern und die G e- schw ister verschollen sein (A1/9 S. 3) und zw ei O nkel leben in F._______ (A13/18 S. 5). H inw eise darauf, dass der Beschw erdeführer über enge Beziehungen zu in Kabul oder in anderen nördlich gelegenen Provinzen lebenden Personen verfügt, ergeben sich aufgrund der Akten nicht. Es ist dem nach nicht davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer ausserhalb seiner H eim atprovinz über eine gesicherte W ohnsituation und ein tragfähiges Fam ilien- oder Beziehungsnetz verfügt, um sich dort eine Existenzgrundlage aufbauen beziehungsw eise sichern zu können. Eine R ückkehr nach Kabul oder in eine andere Provinz kann dem Beschw erdeführer da- her nicht zugem utet w erden. 7.5 Zusam m enfassend ist festzustellen, dass der Vollzug der W egw eisung nach Af- ghanistan für den Beschw erdeführer im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG als unzu- m utbar zu bezeichnen ist. Aus den Akten ergeben sich im Ü brigen keine H inw eise auf allfällige Ausschlussgründe gem äss Art. 14a Abs. 6 AN AG . 8. N ach dem G esagten ist die Beschw erde hinsichtlich des Vollzugs der W egw eisung gutzuheissen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung des BFM vom 23. Februar 2005 sind aufzuheben. D as BFM ist anzuw eisen, den Aufenthalt des Beschw erdeführers nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 4 AN AG ).9 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die um die H älfte zu reduzierenden Ver- fahrenskosten auf insgesam t Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 20. April 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). Infolge G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege ist der Beschw erdeführer von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ). 9.2 G em äss Artikel 7 Abs. 2 VG KE hat die teilw eise obsiegende Partei Anspruch auf eine gekürzte Parteientschädigung für die ihr erw achsenen notw endigen Kosten. Vorliegend sind dem nicht vertretenen Beschw erdeführer keine notw endigen Kos- ten erw achsen, w eshalb ihm keine Parteientschädigung zu entrichten ist. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird, sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, gutgehei- ssen. Im Ü brigen w ird sie abgew iesen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 23. Februar 2005 w erden aufgehoben. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführer w egen U nzum ut- barkeit des W egw eisungsvollzugs vorläufig aufzunehm en. 3. D er Beschw erdeführer w ird infolge G utheissung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege davon befreit, die erm ässigten Verfahrenskosten von Fr. 300.-- zu bezahlen. 4. Es w ird keine Parteientschädigung entrichtet. 5. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Vorakten (R ef.-N r. N _______; Kopie) - H ._______ des Kantons I._______ (Kopie) D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Bruno H uber Peter Jaggi Versand am :