B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4906/2012 U r t e i l v o m 1 9 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Fulvio Haefeli, Richter William Waeber, Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann. Parteien A._______, geboren am (…), deren Kinder B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), alle Somalia, alle vertreten durch lic. iur. Martina Culic, Rechtsanwältin, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung sowie Gesuch von F._______ um Familienzusammenführung; Verfügung des BFM vom 23. August 2012 / N (…). E-4906/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Onkel der Beschwerdeführ erin, F._______, geboren (…), ein über eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfügender somalischer Staatsangehöriger, für seine Nichte und deren vier Kinder – nachfolgend Beschwerdeführende – mit Schreiben vom 1. September 2011 ein Asy l- gesuch aus dem Ausland einreichte und um Bewilligung deren Einreise in die Schweiz zwecks Durchführung eines ordentlichen Asylverfahrens e r- suchte, dass er in diese m Zeitraum auch ein Asyl - und Einreiseverfahren betre f- fend den Bruder der Beschwerdeführerin, G._______, und dessen Eh e- frau, H._______, (beide N […]) anhängig machte, dass er das Asylgesuch damit begründete, der Wohnort der Beschwerde- führenden, das Dorf I._______, sei von Al Shabaab -Milizen niederg e- brannt worden, und die Familie habe daher flüchten müssen, dass die Familie zuerst in ein anderes Dorf und am 24. Mai 2011 weiter zum oben erwähnten Bruder der Beschwerdeführerin nach J._______ gezogen sei, dass dieser Bruder zuvor von Milizen lebensgefährlich verletzt worden sei und sie diesem so hätten beistehen können, dass die Beschwerdeführerin und die oben erwähnte Schwägerin am 2. Juni 2011 von den Al-Shabaab-Milizen zu vierzig Peitschenhieben ve r- urteilt worden seien, weil ihre Füsse nicht entsprechend der Vorschrift der Al-Shabaab bedeckt gewesen seien, dass das Urteil im Anschluss auf einem öffentlichen Platz vollzogen wo r- den sei, dass sie und die Schwägerin noch gleichentags nach G._______ gefragt worden seien, dass ihnen gedroht worden sei, sie würden getötet, wenn sie den Aufen t- haltsort von G._______ nicht bekanntgäben, wobei sie zur Antwort geg e- ben hätten, sie wüssten nicht, ob dieser überhaupt noch am Leben sei, E-4906/2012 Seite 3 dass sie trotzdem insgesamt fünf mal nach G._______ gefragt worden seien, so letztmals am 11. August 2011, dass an diesem Tag auch der Vorsitzende des Dorfes I._______ bedroht worden sei, dass diesem acht Namen, darunter der Name der Beschwerdeführerin, der Schwägerin und deren Ehemannes G._______, genannt worden se i- en, und dieser aufgefordert worden sei, die Leute der Al -Shabaab zu melden, dass dem Vorsitzenden gedroht worden sei, das Dorf würde sonst erneut attackiert, dass weiter für die Bewilligung der Einreise der Umstand spreche, dass die Beschwerdeführerin an Nierenproblemen leide und deren Behandlung im Heimatland fortan nicht mehr möglich sei, da ihr diese bisher ihr Br u- der G._______ finanziert habe, welcher zusammen mit seiner Ehefrau ebenfalls aus dem Ausland um Asyl und Einreisebewilligung ersucht habe und ausreisen werde, dass die Beschwerdeführerin bereits zweimal operiert worden sei (einmal wegen Nierensteinen), ihr jedoch ke ine genaue Diagnose gestellt und im Übrigen bisher n ur eine Behandlung m it Naturheilmitteln durchgeführt worden sei, dass es insgesamt der Familie nicht zumutbar sei, den Asylentscheid in Somalia abzuwarten, weshalb ihr die Einreise in die Schweiz zu bewi lli- gen sei, dass der Eingabe eine Vollmacht der Beschwerdeführerin sowie Geburts- zertifikate der Familienangehörigen in Kopie beilagen, dass das BFM dem Onkel beziehungsweise Grossonkel der Beschwerde- führenden mit Schreiben vom 26. September 2011 mitteilte, das vorli e- gende Verfahren werde schriftlich geführt, dass zwar bei Asylgesuchen aus dem Ausland grundsätzlich eine Befr a- gung vor Ort mit den Asylsuchenden stattfinde, auf eine solche unter a n- derem aber dann verzichtet werde, wenn im betreffenden Land – wie vor- liegend – keine Schweizerische Vertretung ansässig sei, E-4906/2012 Seite 4 dass das BFM dem Onkel/Grossonkel der Beschwerdeführenden mit Schreiben vom 26. September 2011 zur Vervollständigung des rechtse r- heblichen Sachverhalts diverse Fragen zur Beantwortung zustellte, dass die entsprechenden Antworten dem BFM mit Schreiben vom 30. September 2011 übermittelt wurden, dass der Onkel/Grossonkel mit Schreiben des BFM vom 20. Juni 2012 auf die Höchstpersönlichkeit der Asylgesuchstellung und das damals zur Publikation vorgesehene Urteil (inzwischen BVGE 2011/39) in dieser S a- che hingewiesen und aufgefordert wurde, eine persönliche Willenserkl ä- rung der Beschwerdeführenden im Sinne des erwähnten Urteils einzurei- chen, dass im Schreiben darauf hingewiesen wurde, die am 1. Septembe r 2011 eingereichte Vollmacht könne nicht als ausreichende Willenserklärung be- trachtet werden, dass der Onkel/Grossonkel am 25. Juli 2012 (Eingang beim BFM) ein von der Beschwerdeführerin unterzeichnetes Gesuch um Asylgewährung und Bewilligung der Einreise zu den Akten reichte, welches inhaltlich mit den bisherigen Eingaben weitgehend identisch war, dass das BFM mit Verfügung vom 23. August 2012 die Einreise der B e- schwerdeführenden in die Schweiz gestützt auf die damals in Kraft st e- henden Art. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG (SR 142.31) nicht bewilligte und deren Asylgesuch ablehnte, dass es zur Begründung ausführte, eine Einreisebewilligung könne nur erteilt werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer aku- ten, asylrelevanten Gefährdung der gesuchst ellenden Person bei einem weiteren Verbleib im Heimatland ausgegangen werden müsse, dass diese Voraussetzung vorliegend nicht gegeben sei, da den Akten keine glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte dafür entnommen werden könnten, dass de r Beschwerdeführerin u nd ihren Kindern im heutigen Zeitpunkt Verfolgungsmassnahmen aus einem der in Art. 3 AsylG g e- nannten Gründe drohen könnten, weshalb auch das Asylgesuch abzuleh- nen sei, dass auch die Voraussetzungen für einen Familiennachzug nach Art. 51 AsylG (Familienasyl) ebenfalls nicht erfüllt seien, da der gesuchstellende E-4906/2012 Seite 5 Onkel in der Schweiz selbst nie als Flüchtling anerkannt worden sei und erst seit Kurzem über eine Aufenthaltsbewilligung verfüge, dass das BFM mit Verfügung gleichen Datums auch das Asyl- und Einrei- segesuch des B ruders der Beschwerdeführerin und von dessen Ehefrau (N […]) abwies, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 18. September 2012 beim Bundesverwaltungsgericht durch ihre neu mandatierte Rechtsvertre- terin Beschwerde gegen die BFM-Verfügung vom 23. August 2012 einrei- chen liessen und die Aufhebung der Verfügung sowie die Bewilligung der Einreise zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Asylgewährung beantragen liessen, dass die Rechtsvertreterin in formeller Hinsicht beantragte, es s ei den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses zu verzichten, dass in der Beschwerde sinngemäss auch um Gewährung der amtlichen Verbeiständung der Beschwerdeführenden ersucht wurde, dass die zuständige Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 24. September 2012 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung angesichts der Aktenlage guthiess und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete, dass sie hingegen das Gesuch um Gewährung der amtlichen Verbeiständung unter Hinweis auf d ie man- gelnde Notwendigkeit im Sinne der Praxis des Gerichts abwies, dass das Gericht die Beschwerdeeingabe sodann dem BFM zur Ve r- nehmlassung überwies, dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 28. September 201 2 die Abweisung der Beschwerde beantragte, und dass die Vernehmlassung den Beschwerdeführenden am 2. Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde, E-4906/2012 Seite 6 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen V erfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ff. VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG und das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Möglichkeit, aus dem Ausland ein Asylgesuch zu stellen, mit Wir- kung ab 29. September 2012 aufgehoben wurde (BBl 2012 5359) , wobei für Asylgesuche, die wie das vorliegende vor dem Inkrafttreten der G e- setzesänderung gestellt wurden, die Art. 12, 19, 20, 4 1 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fassung des Asylgesetzes (aAsylG) gelten (AsylG, Übergangsbestimmung zur Änderung vom 28. September 2012), dass im Übrigen am 1. Februar 2014 die Revision des Asylgesetzes vom 14. Dezember 2012 in Kraft trat, und gemäs s Abs. 1 der diesbezüglichen Übergangsbestimmungen für im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängige Ver- fahren – mit vorliegend nicht einschlägigen Ausnahmen – das neue Recht gilt, dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimi ert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass die zulässigen Rügen und die Kognition des Bundesverwaltungsg e- richts im Asylbereich sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, dass das BFM denjenigen Personen, die vor dem 29. September 2012 ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt haben, die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts bewilligt, wenn sie schutzb e- dürftig im Sinne von Art. 3 AsylG sind und ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in einen and e- ren Staat auszureisen (Art. 20 Abs. 2 aAsylG), E-4906/2012 Seite 7 dass auch das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus dem Ausland festgehalten hat, dass für die Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit der b e- troffenen Personen massgebend ist, mithin die Prüfung der Frage, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabkl ä- rungen zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen), dass die Erteilung einer Einreisebewilligung gemäss Art. 20 Abs. 2 aAsylG den Zwe ck verfolgt, einen asylrechtlich relevanten Sachverhalt bei akuter Gefährdung ausserhalb des Aufenthaltsstaates geschützt ab- klären zu können, dass die Rechtsvertreterin in diesem Sinne in ihrer Beschwerde zu Recht angeführt hat, im Rahmen der Schutzbedürf tigkeitsabklärung sei der Fra- ge nachzugehen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glau b- haft erscheine, dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ebendiese Prüfung vo r- genommen hat, dass es ausgeführt hat, die Verfolgungsmassnahmen der Al -Shabaab- Milizen könnten nicht geglaubt werden, zudem lägen die letzten konkr e- ten Vorfälle ungeachtet der Glaubhaftigkeit bereits rund ein Jahr zurück, dass es weiter in der angefochtenen Verfügung bemerkt hat, zwar fänden in Teilen Somalias immer noch Kampfhandlu ngen zwischen der Übe r- gangsregierung und verschiedenen Milizen statt, und als Folge dieses Konfliktes herrsche in gewissen Teilen des Landes eine allgemeine Uns i- cherheit, dass diese Konfliktfolgen indessen die dort ansässige Bevölkerung in gleichem Masse treffen würden, dass sich im Übrigen die Al -Shabaab-Milizen in letzter Zeit aus verschi e- denen Gebieten Somalias zurückgezogen hätten, dass es zur Glaubhaftigkeit konkret ausführte, es erscheine unrealistisch, dass die Al -Shabaab-Milizen sich noch beinahe 20 Jahre nach der Au s- reise des Onkels nach diesem erkundigt hätten, E-4906/2012 Seite 8 dass es weiter auch realitätsfremd sei, dass sich die Al -Shabaab-Milizen bei der Beschwerdeführerin und deren Schwägerin mehrmals nach G._______ erkundigt hätten, da sich diese ja alle am selben Ort aufgehal- ten hätten, dass weiter auch nicht einsichtig sei, warum die Al -Shabaab-Milizen im August 2011 den Vorsitzenden eines Dorfes bedroht und zur Auslieferung der Beschwerdeführerin aufgefordert haben sollten, wenn die Milizen noch kurz zuvor Kontakt mit dieser und der Schwägerin gehabt hätten, dass insgesamt weder realitätsnahe Ausführungen noch irgendwelche Beweismittel vorlägen, die die behaupteten Ereignisse plausibel machen würden, dass es im Übrigen seit dem Jahr 2011, mithin seit mehr als einem Jahr, offenbar zu keinen weiteren konkreten Vorfällen mehr gekommen sei, dass daher davon auszugehen sei, seitens der Al -Shabaab-Milizen b e- stehe kein ernsthaftes Verfolgungsinteresse, weshalb nicht zu erwarten sei, die Beschwerdeführerin sei bei einem Verbleib in Somalia mit beacht- licher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft von einreisebeachtl i- cher Verfolgung betroffen, dass den Akten weiter auch nicht zu entnehmen sei, dass die Beschwer- deführerin in ärztlicher Behandlun g sei oder eine Behandlung benötige, die in Somalia nicht gewährleistet wäre, dass die Rechtsvertreterin in der Beschwerde bezüglich der angefocht e- nen Verfügung vorab bemängelt, die Ablehnung des Asylgesuches sei vom BFM nicht begründet worden, dass dieser Einwand, wie aus den ob en angeführten Auszügen aus der Motivation der angefochtenen Verfügung hervorgeht, klarerweise nicht zutrifft, dass sich das BFM nämlich sowohl zur allgemeinen Lage, deren Entwick- lung wie auch zur Glaubhaftigkeit der Verfolgungssituation der Beschwer- deführerin geäussert hat, dass es den individuellen Verfolgungsvorbringen jedoch – wie erwähnt – keine Asylrelevanz zuerkannte (vgl. S. 3 der angefochtenen Verfügung), E-4906/2012 Seite 9 dass das Bundesverwaltungsgericht die Erwägungen des BFM weitg e- hend als zutreffend erachtet, dass zwar die einleitende Erwägung, es sei unglaubhaft, dass die Be- schwerdeführerin und ihre Verwandten wegen des 20 Jahre zuvor ausge- reisten Onkels heute noch Verfolgung zu gewärtigen hätten, offenbar auf einer unklaren, missverständlichen Ausdrucksweise des gesuchstelle n- den Onkels beruht, dass bezüglich der Eingaben des Onkels nämlich festzustellen ist, dass diese zuweilen fälschlicherweise abwechs elnd in der "Ich-Form" und d a- nach wieder in der 3. Person formuliert wurden, mit der "Ich-Form" nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht der Jahrzehnte zuvor ausgereiste Onkel/Grossonkel gemeint gewesen sein dürfte, sondern offenbar die Ich- Form gewählt wurde, um der Eingabe den Anschein des selbständigen Formulierens durch die Beschwerdeführerin zu verleihen, dass durch die uneinheitliche Darstellung beim BFM offenbar fälschli- cherweise der Eindruck ent stand, der gesuchstellende Onkel stelle eine weitere Verfolgungsursache der Beschwerdeführerin und ihrer Verwan d- ten dar, dass ungeachtet dieser einzigen irrtümlichen Erwägung in der angefoc h- tenen Verfügung die weitere Argumentation des BFM als überzeugend zu würdigen ist, dass vor dem Hintergrund der Zufluchtnahme der Beschwerdeführerin und ihrer Schwägerin bei G._______ in J._______ im Mai 2011 in der Tat nicht nachvollziehbar ist, weshalb diese danach weiterhin wiederholt (bis im September 2011) nach dessen Aufenthaltsort gefragt worden seien, wären sie tatsächlich an dessen Zufluchtsort ein- und ausgegangen, dass auch angesichts der diversen Kontaktnahmen der Milizen mit der Beschwerdeführerin und der Ehefrau ihres Bruders nicht ersichtlich ist, weshalb sich die Al -Shabaab-Milizen noch zusätzlich an den Dorfvorsi t- zenden gewandt haben sollen, um von diesem nebst dem Bruder auch die Aushändigung der Beschwerdeführerin und der Schwägerin zu ve r- langen, dass vielmehr davon ausgegangen werden kann, die Al -Shabaab-Milizen wären angesichts der geltend gemachten Kontakte mit der Beschwerde-E-4906/2012 Seite 10 führerin und ihrer Schwägerin direkt zur Verhaftung der Familienangehö- rigen geschritten, wenn sie diese tatsächlich gesucht hätten, dass das BFM weiter betreffend Aktualität der geltend gemachten Verfo l- gung in zutreffender Weise anführte, es sei (im August 2012) offenbar be- reits seit einem Jahr zu keinen weiteren Vorfällen mehr gekommen, dass im Beschwerdeverfahren auf diese Erwägung des BFM nicht eing e- gangen wurde und auch keine späteren Verfolgungsereignisse geltend gemacht wurden, dass aber davon ausgegangen werden darf, die Beschwerdeführerin hä t- te mit und nach Beschwerdeeinreichung im September 2012 weitere Ei n- gaben zum Andauern der Gefährdungssituation gemacht, wenn die a n- gebliche frühere Bedrohung durch die Al-Shabaab fortbestanden hätte, dass den Vorbringen der Beschwerdeführenden daher ungeachtet der Glaubhaftigkeit die Aktualität abzusprechen ist, dass bezüglich der Präsenz der Al -Shabaab in Somalia mit dem BFM festzustellen ist, sich die Miliz seit Asylgesuchstellung aus vielen Teilen des Landes verdrängt worden ist, dass insbesondere J._______-Stadt (…) von den somalischen Streitkrä f- ten beziehungsweise den Schutztruppen der Friedensmission der Afrik a- nischen Union (African Union Mission in Somalia, AMISOM) zurücker o- bert worden ist und heute ein AMISOM-Battalion vor Ort für relative Ruhe und die Sicherheit der Bevölkerung sorgt ([…]), dass diese Entwicklung sowie die tendenzielle Beruhigung der Lage im (…) Kilometer entfernten Mogadischu (vgl. BVGE 2013/27) mit ein Grund sein könnte, weshalb die Beschwerdeführerin seit Erlass der vorinstanzl i- chen Verfügung keine weitere Bedrohung durch die Al -Shabaab-Milizen mehr geltend gemacht hat, dass vor diesem Hintergrund auch eine allfällige weitere Verurteilung der Beschwerdeführerin zu Peitschenhieben wegen Missachtung der von der Al-Shahaab aufgestellten Vorschiften nicht aktuell erscheint und offenbar auch seit dem Jahre 2011 nicht mehr vorgekommen ist, E-4906/2012 Seite 11 dass entgegen der Betrachtungsweise der Rechtsvertreterin sodann auch die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin nicht zur E r- teilung einer Einreisebewilligung zu führen vermag, dass aus den Akten hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin ein Niere n- leiden aufweise und ihr bereits Nierensteine entfernt worden seien, dass die Beschwerdeführerin geltend machte, ihre Krankheitskosten se i- en bisher vo n G._______ übernommen worden und diese Unterstützung falle mit der Erteilung einer Einreisebewilligung an diesen weg, dass die Beschwerde von G._______ und dessen Ehefrau jedoch mit Ur- teil heutigen Datums (E-4907/12) ebenfalls abgewiesen wird, so dass di e Befürchtung der Beschwerdeführerin als unbegründet zu bezeichnen ist, dass aus den Akten zudem ohnehin nicht schlüssig hervorgeht, welche weitere Behandlung die Beschwerdeführerin benötigen würde , und daher auch nicht behauptet werden kann, sie erhalte keine ausreichende B e- handlung im Heimatland, dass sich auch aus den in der Beschwerde vorgetragenen Hinweisen auf das Kindswohl beziehungsweise auf die Kinderrechtskonvention keine einreiserelevante Gefährdung ableiten lässt , und dass der Beschwerde auch sonst keine weiteren Einwände entnommen werden können, die die vorinstanzliche Verfügung in Frage zu stellen vermöchten, dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelungen ist, eine Verfolgung nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, und ihre Sch utzbe- dürftigkeit sowie diejenigen ihrer Kinder im Sinne von Art. 20 aAsylG i.V.m. Art. 3 AsylG nicht gegeben ist, dass sich auch die Ausführungen des BFM zum Familienasyl als richtig erweisen und die Rechtsvertreterin diesen in der Beschwerde nichts en t- gegenhielt, so dass sich weitere Ausführungen dazu erübrigen, dass das BFM angesichts fehlender Flüchtlingseigenschaft beim gesuc h- stellenden Onkel der Beschwerdeführerin, F._______, nämlich auch zu Recht feststellte, eine der Voraussetzungen für eine Familienzusammen- führung nach Art. 51 AsylG sei nicht erfüllt, E-4906/2012 Seite 12 dass bei dieser Sachlage keine Veranlassung besteht, auf die übergangs- rechtliche Problematik (Aufhebung des bisherigen Art. 51 Abs. 2 aAsylG per 1. Februar 2014) näher einzugehen, dass das BFM das G esuch der Beschwerdeführerin und ihrer Kinder um Einreise und Asylgewährung insgesamt zu Recht abgelehnt hat, dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt beziehungs- weise den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten den sich im Ausland aufhaltenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 -3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass indessen das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozes s- führung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen worden ist, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. (Dispositiv nächste Seite) E-4906/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das BFM. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Sandra Bodenmann Versand: