<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2023.00392</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224070&amp;W10_KEY=13045528&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2023.00392</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 30.05.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Das Migrationsamt verfügte die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer seit ihrem siebten Lebensjahr (insgesamt seit 29 Jahren) in der Schweiz lebenden Nordmazedonierin wegen Nichteinhaltens einer mit der Bewilligung verbundenen Bedingung sowie mutwilliger Schuldenwirtschaft.] Wie die Beschwerdeführerin mit vor Verwaltungsgericht (erstmals) eingereichten Dokumenten belegt hat, erfüllt sie alle mit ihrer Aufenthaltsbewilligung verbundenen Bedingungen, womit ein Widerruf dieser gestützt auf Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG ausser Betracht fällt (E. 2.4). Wegen ihrer Verschuldung wurde die Beschwerdeführerin nie migrationsrechtlich verwarnt und es ist mangels hinreichender Abklärungen der Vorinstanz unklar geblieben, ob die Verschuldung mutwillig erfolgt ist (E. 3.5). Dies kann offenbleiben, da die Nichtverlängerung ohnehin unverhältnismässig ist. Das private Interesse der hier aufgewachsenen und sozialisierten Beschwerdeführerin, die auch sprachlich und sozial integriert ist und praktisch keinerlei Beziehungen zum Heimatland hat, am Verbleib in der Schweiz überwiegt das öffentliche Fernhalteinteresse derzeit, zumal aktuell auch Bemühungen zum Schuldenabbau ersichtlich sind (E. 3.5.1â3.5.3). Gutheissung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTWILLIGE VERSCHULDUNG">MUTWILLIGE VERSCHULDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NICHTVERLÃNGERUNG">NICHTVERLÃNGERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SECONDO">SECONDO</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG</span><br/><span class="ungerade">Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>4. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=66360" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2023.00392</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 4. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">30. Mai 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sidentin Tamara NÃ¼ssle<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Marco Donatsch, Verwaltungsrichter Reto HÃ¤ggi Furrer, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Dumenig Stiffler.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, <br/> vertreten durch lic. iur. B und RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>A ist eine 1988 geborene StaatsangehÃ¶rige Nordmazedoniens. Sie reiste am 4. April 1995 mit ihren Eltern und Geschwistern in die Schweiz ein und wurde nach einem abschlÃ¤gigen Asylentscheid im April 2001 vorlÃ¤ufig aufgenommen. Am 29. Juni 2007 wurde ihr eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, zuletzt befristet bis am 5. Mai 2017.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 14. April 2019 reichte A ein VerlÃ¤ngerungsgesuch ein und ersuchte gleichzeitig um Erteilung der Niederlassungsbewilligung. Nachdem das Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich das Gesuch mit VerfÃ¼gung vom 21. November 2019 abgewiesen hatte, hiess die Sicherheitsdirektion einen hiergegen gerichteten Rekurs von A mit Entscheid vom 15. Dezember 2020 teilweise gut und wies das Migrationsamt an, ihr unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Staatssekretariats fÃ¼r Migration (SEM) eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</p> <p class="Sachverhalt2">Das SEM stimmte mit Schreiben vom 29. Januar 2021 der Wiedererteilung der Aufenthaltsbewilligung an A fÃ¼r ein Jahr unter den Bedingungen zu, dass diese rechtzeitig die Verfallsanzeige fÃ¼r deren VerlÃ¤ngerung einreicht, eine ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachweist und nicht dauerhaft von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig ist. GestÃ¼tzt hierauf erteilte das Migrationsamt A am 1. Februar 2021 eine bis zum 5. Mai 2022 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Am 28. April 2022 stellte A ein Gesuch um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Mit VerfÃ¼gung vom 29. MÃ¤rz 2023 wies das Migrationsamt dieses Gesuch ab und setzte ihr zum Verlassen der Schweiz Frist bis zum 29. Juni 2023 an.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen hiergegen von A am 1. Mai 2023 erhobenen Rekurs wies die Sicherheitsdirektion am 8. Juni 2023 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Juli 2023 erhob A Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte, unter EntschÃ¤digungsfolge sei der Rekursentscheid vom 8. Juni 2023 aufzuheben, ihr sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern und es sei auf ihre Wegweisung aus der Schweiz zu verzichten.</p> <p class="Urteilstext">Die Sicherheitsdirektion verzichtete mit Schreiben vom 13. Juli 2023 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Stellungnahme ein. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 18. April 2024 wurde A aufgefordert, Belege zur ErwerbstÃ¤tigkeit seit dem Juni 2023 sowie einen aktuellen Betreibungsregisterauszug einzureichen. Dem kam sie mit Schreiben vom 25. April 2024 nach.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist fÃ¼r Beschwerden gegen Rekursentscheide der Sicherheitsdirektion Ã¼ber Anordnungen des Migrationsamts betreffend das Aufenthaltsrecht nach §§ 41 ff. des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG, LS 175.2) zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.<a id="_Ref167974789"></a></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 33 Abs. 3 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, SR 142.20) ist die Aufenthaltsbewilligung nur befristet gÃ¼ltig. Sie kann verlÃ¤ngert werden, wenn kein Widerrufsgrund nach Art. 62 AIG vorliegt. Eine NichtverlÃ¤ngerung muss verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sein (Art. 5 Abs. 2 <span>der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101] </span>und Art. 13 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 3 BV; Art. 96 AIG). Dies ergibt sich fÃ¼r die rechtmÃ¤ssige EinschrÃ¤nkung der konventionsrechtlichen Garantie des Privatlebens nach Art. 8 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, SR 0.101), auf welche sich die seit ihrem siebten Lebensjahr in der Schweiz lebende BeschwerdefÃ¼hrerin als AuslÃ¤nderin der zweiten Generation berufen kann (vgl. BGE 144 II 1 E. 6.1, 139 I 16 E. 2.2.2), auch aus Art. 8 Abs. 2 EMRK.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Ein Widerrufsgrund ist unter anderem dann gegeben, wenn die auslÃ¤ndische Person eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung nicht einhÃ¤lt (Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die Aufenthaltsbewilligung vom 1. Februar 2021 der BeschwerdefÃ¼hrerin war mit den Bedingungen verbunden, dass diese rechtzeitig die Verfallsanzeige fÃ¼r eine VerlÃ¤ngerung einreicht, eine ArbeitstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt nachweist und nicht dauerhaft von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig ist. Es ist unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrem Gesuch vom 28. April 2022 rechtzeitig um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ersucht hat und dass sie nicht dauerhaft von der Sozialhilfe abhÃ¤ngig ist. Hingegen haben sowohl der Beschwerdegegner als auch die Vorinstanz erwogen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den Nachweis einer ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt nicht erbracht habe, weshalb ihre Aufenthaltsbewilligung nicht zu verlÃ¤ngern sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Mit ihrer Beschwerde an das Verwaltungsgericht reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin einen Arbeitsvertrag mit der D GmbH vom 3. Mai 2023 sowie Lohnabrechnungen fÃ¼r die Monate Mai 2023 und Juni 2023 mit entsprechenden BankauszÃ¼gen, die den Lohnerhalt bestÃ¤tigen, ein. Auf entsprechende Aufforderung des Gerichts hin reichte die BeschwerdefÃ¼hrerin am 25. April 2024 einen undatierten Arbeitsvertrag mit der E AG ein, welcher als Arbeitsbeginn den 6. Oktober 2023 vorsah, sowie einen weiteren Arbeitsvertrag mit demselben Arbeitgeber vom 4. Januar 2024, in dem eine ErhÃ¶hung des Arbeitspensums und ein Wechsel des Arbeitsortes vereinbart wurden. Weiter reichte sie Lohnabrechnungen von der E AG fÃ¼r die Monate Oktober 2023 bis und mit MÃ¤rz 2024, einen Lohnausweis fÃ¼r das Jahr 2023 sowie Bankbelege, die den Lohnerhalt belegen, ein. Aus den genannten Unterlagen geht hervor, dass es der BeschwerdefÃ¼hrerin ab Oktober 2023 bis heute gelungen ist, eine Stelle zu halten und konstant ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Sie war durchgehend arbeitstÃ¤tig und hat ihr Pensum nach einigen Monaten erhÃ¶ht. Der Nachweis einer ErwerbstÃ¤tigkeit im ersten Arbeitsmarkt ist folglich zum jetzigen Zeitpunkt erbracht, womit die BeschwerdefÃ¼hrerin alle Bedingungen ihrer Aufenthaltsbewilligung erfÃ¼llt. Eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 33 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG fÃ¤llt damit ausser Betracht.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Vorinstanz und der Beschwerdegegner haben die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin ausserdem damit begrÃ¼ndet, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihrer Schuldenwirtschaft den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG gesetzt habe.</p> <p class="Erwgung2"><a id="_Ref166077197"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG liegt ein Widerrufsgrund vor, wenn die auslÃ¤ndische Person erheblich oder wiederholt gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gefÃ¤hrdet oder die innere oder die Ã¤ussere Sicherheit gefÃ¤hrdet. Nach Art. 77a Abs. 1 lit. b der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit (VZAE, SR 142.201) ist ein Verstoss gegen die Ã¶ffentliche Sicherheit und Ordnung bei mutwilliger NichterfÃ¼llung der Ã¶ffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen anzunehmen. Wie hoch die Verschuldung in quantitativer Hinsicht insgesamt sein muss, um den Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG bzw. die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung wegen Schuldenwirtschaft zu rechtfertigen, ist gesetzlich nicht festgelegt. Der Rechtsprechung lÃ¤sst sich jedoch entnehmen, dass ein Betrag von rund Fr. 32'000.- oder weniger nicht genÃ¼gt, wohl aber ein Betrag von rund Fr. 80'000.- und mehr (vgl. BGr, 24. Februar 2022, 2C_834/2021, E. 3.3 mit Hinweisen).</a></p> <p class="Urteilstext">Mutwilligkeit der Verschuldung liegt vor, wenn diese selbst verschuldet und qualifiziert vorwerfbar ist. Davon ist nicht leichthin auszugehen. Dabei ist namentlich zu berÃ¼cksichtigen, ob Anhaltspunkte vorliegen, welche die Verschuldung erklÃ¤ren kÃ¶nnen. Wurde die betroffene Person bereits auslÃ¤nderrechtlich verwarnt, ist fÃ¼r die Beurteilung der Mutwilligkeit entscheidend, ob sie danach weiterhin Schulden angehÃ¤uft oder sich um die Sanierung ihrer Situation bemÃ¼ht hat. Positiv zu wÃ¼rdigen ist, wenn vorbestandene Schulden abgebaut werden. Ein Widerruf ist dagegen zulÃ¤ssig, falls in vorwerfbarer Weise weitere Schulden eingegangen werden. Der Beweis der Mutwilligkeit obliegt der MigrationsbehÃ¶rde. Liegen ausreichend gewichtige Hinweise fÃ¼r die Tatsachenvermutung der Mutwilligkeit vor, ist es an der betroffenen Person, den Gegenbeweis zu erbringen (Art. 90 AIG; zum Ganzen BGr, 8. Dezember 2023, 2C_213/2023, E. 4.3 mit zahlreichen Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Der Beschwerdegegner erwog, dass dem Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamtes â¦ vom 15. MÃ¤rz 2023 entnommen werden kÃ¶nne, dass gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin 82 Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 109'220.41 sowie 3 eingeleitete Betreibungen Ã¼ber total Fr. 1'126.40 vorlÃ¤gen, woraus sich eine Gesamtverschuldung von Fr. 110'346.81 ergebe. Gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin seien sodann zwischen dem 1. MÃ¤rz 2010 und dem 31. August 2018, als sie vorÃ¼bergehend Sozialhilfe bezog, trotzdem weiterhin Betreibungen eingeleitet und Verlustscheine ausgestellt worden, was fÃ¼r die Mutwilligkeit ihrer Schulden spreche. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hÃ¤ufe schon seit 15 Jahren Schulden an und auch die Art der Forderungen (nicht nur Forderungen des tÃ¤glichen Bedarfs) lasse darauf schliessen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber ihre VerhÃ¤ltnisse lebe. BemÃ¼hungen um eine Schuldensanierung seien nicht ersichtlich. Ihr kÃ¶nne vorgeworfen werden, sich in den letzten Jahren nicht um eine existenzsichernde ErwerbstÃ¤tigkeit bemÃ¼ht zu haben, obwohl ihr dies mÃ¶glich und zumutbar gewesen wÃ¤re. Entsprechend sei die Integration der BeschwerdefÃ¼hrerin als gescheitert zu betrachten, womit auch die Wegweisung verhÃ¤ltnismÃ¤ssig sei, zumal eine RÃ¼ckkehr nach Nordmazedonien nicht mit einer unzumutbaren HÃ¤rte verbunden wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz folgte dieser Argumentation im Wesentlichen und ergÃ¤nzte, dass die von der BeschwerdefÃ¼hrerin geltend gemachten gesundheitlichen Probleme sowie die notwendige Pflege ihrer Mutter, wegen derer sie nicht habe arbeiten kÃ¶nnen, nicht belegt seien. Sie kÃ¶nne ausserdem nichts daraus ableiten, dass den BehÃ¶rden im ersten Rechtsgang, als ihr auf Rekurs hin die Aufenthaltsbewilligung doch noch erteilt wurde, ihre Verschuldungssituation nicht bekannt gewesen und entsprechend nicht berÃ¼cksichtigt worden sei.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wendet sich nicht gegen die Feststellungen bezÃ¼glich der HÃ¶he der Verschuldung, aber bringt vor Verwaltungsgericht erneut vor, dass die Vorinstanz den Grundsatz von Treu und Glauben verletze, weil die Schulden der BeschwerdefÃ¼hrerin bei der im ersten Rechtsgang durchgefÃ¼hrten InteressenabwÃ¤gung noch kein Grund gewesen seien, die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung zu verweigern. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei diesbezÃ¼glich auch nie abgemahnt worden und die Vorinstanz habe nicht festgestellt, dass sich die Verschuldung seither wesentlich erhÃ¶ht hÃ¤tte. Ohnehin lÃ¤ge ihre Verschuldung darin begrÃ¼ndet, dass sie Ã¼ber einen lÃ¤ngeren Zeitraum ihre Mutter habe pflegen mÃ¼ssen und deshalb keiner geregelten Arbeit in einem Vollzeitpensum habe nachgehen kÃ¶nnen. Diese sei seit Jahren an den Rollstuhl gefesselt und entsprechend wÃ¤hrend 24 Stunden zwingend auf die Mithilfe von ein bis zwei Personen angewiesen. Ausserdem habe die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber lÃ¤ngere Zeit an einer Depression gelitten und es sei bei ihr Brustkrebs festgestellt worden. Da sie nun eine ErwerbstÃ¤tigkeit aufgenommen habe, sei es ihr nun mÃ¶glich, keinerlei weitere Schulden zu generieren. Zudem habe sie eine Schuldenberatung besucht.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat Schulden im Umfang von rund Fr. 120'000.- angehÃ¤uft. Fraglich ist, ob diese Verschuldung mutwillig erfolgt ist und die BeschwerdefÃ¼hrerin hiermit einen Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG gesetzt hat, der eine NichtverlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung rechtfertigt. Hierbei ist zu berÃ¼cksichtigen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin wegen ihrer Verschuldung nie migrationsrechtlich verwarnt worden ist, obwohl erste Verlustscheine gegen sie aus dem Jahr 2008 datieren. Erst als sie am 28. April 2022 um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung ersuchte und die folgenden Anfragen des Beschwerdegegners unbeantwortet liess, holte dieser erstmals einen Betreibungsregisterauszug ein und verfÃ¼gte in der Folge unter anderem gestÃ¼tzt hierauf die Abweisung des VerlÃ¤ngerungsgesuchs. Der Beschwerdegegner hat aber nicht hinreichend abgeklÃ¤rt, ob die Verschuldung der BeschwerdefÃ¼hrerin mutwillig erfolgte.</p> <p class="Erwgung2">Die Frage nach der Mutwilligkeit der Verschuldung der BeschwerdefÃ¼hrerin kann vorliegend jedoch offenbleiben, da die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung auch bei Bejahung des Widerrufsgrunds nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AIG unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.1 </b>Aufgrund der Verschuldung der BeschwerdefÃ¼hrerin besteht ein Ã¶ffentliches Interesse an ihrer Wegweisung. Dabei fÃ¤llt insbesondere ins Gewicht, dass sie sich zeitweise trotz der UnterstÃ¼tzung durch die Sozialhilfe weiter verschuldete und dass sie wÃ¤hrend ihres Aufenthalts phasenweise und bis vor Kurzem ihr Erwerbspotenzial nicht vollstÃ¤ndig ausschÃ¶pfte. Inzwischen hat die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch eine ErwerbstÃ¤tigkeit aufgenommen, die ihr eine SchuldenrÃ¼ckzahlung zumindest in einem gewissen Ausmass ermÃ¶glichen sollte. Dies ergibt sich auch aus der fÃ¼r den MÃ¤rz 2024 ausgewiesenen LohnpfÃ¤ndung. MÃ¼sste sie die Schweiz verlassen, wÃ¼rde dieser Schuldenabbau kompromittiert (vgl. BGr, 7. MÃ¤rz 2018, 2C_789/2017, E. 3.3.1).</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin lebt seit ihrem siebten Altersjahr und damit seit mehr als 29 Jahren in der Schweiz und hat hier die Schulen besucht. Zudem leben sowohl ihre Mutter als auch alle ihre Geschwister hier und haben teilweise die schweizerische StaatsbÃ¼rgerschaft. Zwar spricht die BeschwerdefÃ¼hrerin fliessend albanisch, sie sei gemÃ¤ss eigenen Angaben jedoch bislang in ihrem Leben nur ein einziges Mal Ã¼berhaupt nach Nordmazedonien gereist und habe dort weder Familie noch Bekannte. Hingegen ist die BeschwerdefÃ¼hrerin in der Schweiz in sozialer und sprachlicher Hinsicht gut integriert. Sie spricht Deutsch und Schweizerdeutsch, hat ihre ganze Schulzeit hier absolviert und pflegt ihre sozialen Beziehungen hier. Auch wenn es ihr erst wÃ¤hrend des laufenden Verfahrens gelang, sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren, sind aus den Akten wÃ¤hrend ihrer Aufenthaltsdauer immer wieder ArbeitseinsÃ¤tze bei verschiedenen Arbeitgebern ersichtlich, welche zumindest auf grundlegende BemÃ¼hungen der beruflichen Integration schliessen lassen. Weiter fÃ¤llt ins Gewicht, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin gesundheitlich angeschlagen ist und sich gewisse Integrationsdefizite im beruflichen Bereich auch hieraus ergeben.</p> <p class="Erwgung3"><b>3.5.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat entsprechend ein gewichtiges privates Interesse am Verbleib in der Schweiz, welches das Ã¶ffentliche Fernhalteinteresse derzeit Ã¼berwiegt. Damit erweist sich die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund der gegenwÃ¤rtigen UmstÃ¤nde als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig. Die Wegweisung verletzt Art. 8 EMRK.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Der Beschwerdegegner ist anzuweisen, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Aufenthaltsbewilligung zu verlÃ¤ngern.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 teilweise in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Desgleichen hat dieser der BeschwerdefÃ¼hrerin praxisgemÃ¤ss eine angemessene ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- fÃ¼r das Rekurs- und Fr. 1'500.- (je inkl. Mehrwertsteuer) fÃ¼r das Beschwerdeverfahren zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text31">erkennt</a> <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die VerfÃ¼gung des Beschwerdegegners vom 29. MÃ¤rz 2023 sowie die Dispositiv-Ziff. I, II und IV des Rekursentscheids vom 8. Juni 2023 werden aufgehoben. Das Migrationsamt wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu verlÃ¤ngern.</span></p> <p class="Einzug2"><span> In AbÃ¤nderung von Dispositiv-Ziff. III des Rekursentscheids vom 8. Juni 2023 werden die Kosten des Rekursverfahrens dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 3'500.- zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das SEM.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>