<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00097</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205275&amp;W10_KEY=13013564&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00097</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.08.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Sozialhilfe: Ermittlung des vorhandenen Vermögens zur Berechnung der Höhe einer Rückerstattungsverpflichtung; darf das Kindesvermögen berücksichtigt werden? Rechtsgrundlagen (E. 3). Unabhängig davon, ob es sich beim Kindesvermögen um freies Kindesvermögen (d.h. mit einer Zweckbindung) handelt oder nicht, bedarf die Anzehrung des Kindesvermögens der Zustimmung der Vormundschaftsbehörde (E. 4.2). Bei der erstinstanzlichen Verfügung stimmen Begründung und Dispositiv nicht überein: Die Begründung setzt die genannte Zustimmung voraus, das Dispositiv dagegen nicht, indem es die Anzehrung des Kindesvermögens bedingungslos verlangt. Massgeblich ist vorliegend das Dispositiv, das den Bestimmungen zum Kindesvermögen widerspricht (E. 4.3). Auch beim Rekursentscheid stimmen Begründung und Dispositiv nicht überein: Die Rekursbehörde fordert in der Begründung zwar auch die Zustimmung der Vormundschaftsbehörde. Im Dispositiv, das in einem Punkt die erstinstanzliche Verfügung korrigiert, wird hingegen das Kindesvermögen berücksichtigt, wie wenn die erforderliche Zustimmung vorläge (E. 5). Kein Verstoss gegen die Rechtsgleichheit dadurch, dass Kinder von Eltern, die Sozialhilfeleistungen beziehen, angeblich schlechter gestellt sind, als andere Kinder (E. 6.1), und dadurch, dass der Vermögensfreibetrag für kinderreiche Familien auf den gleichen Betrag festgesetzt ist wie für Familien mit nur einem Kind (E. 6.2). Im Ergebnis liegt gar kein rückerstattungspflichtiger Saldo mehr vor. Die Beschwerdeführenden haben im Gegenteil bereits zuviel der Gemeinde zurückerstattet. Diesen Betrag hat die Gemeinde den Beschwerdeführenden zurückzuzahlen. Gutheissung (E. 7). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DISPOSITIV">DISPOSITIV</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIBETRAG">FREIBETRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KINDESVERMÃGEN">KINDESVERMÃGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNG">RÃCKERSTATTUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKERSTATTUNGSPFLICHT">RÃCKERSTATTUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGEN">VERMÃGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERMÃGENSFREIBETRAG">VERMÃGENSFREIBETRAG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 8 Abs. I BV</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 20 Abs. I SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. II SHV</span><br/><span class="gerade">Art. 319 ZGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 320 Abs. II ZGB</span><br/><span class="gerade">Art. 321 ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2005 Nr. 51 S. 138</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der PrÃ¤sident der SozialhilfebehÃ¶rde X bewilligte mit VerfÃ¼gung vom 28. Juli 2004 und mit Wirkung ab Juli 2004 die Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen im Umfang von Fr. 4'824.- pro Monat zuzÃ¼glich Fr. 714.- als monatliche KrankenkassenprÃ¤mie an die Familie von A und B, bestehend aus den Eltern und vier Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Das deklarierte VermÃ¶gen wurde mit Fr. 20'462.80 ausgewiesen, wovon Fr. 10'000.- als VermÃ¶gensfreibetrag zu belassen waren. Ãber den Rest abzÃ¼glich eines bereits angerechneten Betrags von Fr. 3'000.- hatten die Eheleute eine RÃ¼ckerstattungsverpflichtung zu unterzeichnen (Fr. 7'462.80; Disp.-Ziff. 11).</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Einen gegen die VerfÃ¼gung vom 28. Juli 2004 erhobenen Rekurs der Eheleute A und B hiess der Bezirksrat X im Sinn der ErwÃ¤gungen am 12. Januar 2005 teilweise gut (Disp.-Ziff. I). Der Bezirksrat klammerte bei der Berechnung des VermÃ¶gens die Mietkaution von Fr. 4'523.- aus. Er hob dementsprechend Dispositiv-Ziffer 11 der angefochtenen VerfÃ¼gung Ã¼ber das VermÃ¶gen der Eheleute auf und wies diese an, der SozialbehÃ¶rde X den auf Fr. 2'939.80 reduzierten Betrag zurÃ¼ckzuerstatten (Disp.-Ziff. II). </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">A und B erhoben mit gemeinsamer Eingabe am 28. Februar 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie verlangten, das freie KindesvermÃ¶gen von Fr. 4'139.80 sei bei der Berechnung des VermÃ¶gensfreibetrags nicht anzurechnen. Der PrÃ¤sident der SozialhilfebehÃ¶rde X beantragte unter Kostenfolge zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden die Abweisung der Beschwerde. Der Bezirksrat X verzichtete auf eine Vernehmlassung.</p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das Verwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde funktionell und sachlich zustÃ¤ndig (§ 19c Abs. 2 in Verbindung mit § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Umstritten im Beschwerdeverfahren vor Verwaltungsgericht ist einzig noch die Anrechnung des KindesvermÃ¶gens von Fr. 4'139.80. Dieser Streitwert zieht die einzelrichterliche ZustÃ¤ndigkeit nach sich (§ 38 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Bezirksrat stellt in seinem Beschluss die Rechtslage Ã¼ber das KindesvermÃ¶gen gemÃ¤ss den Bestimmungen des Zivilgesetzbuchs (ZGB) dar. Er folgert, dass bei ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten der Eltern zur Bestreitung der Unterhaltskosten der Kinder nicht nur das von den Eltern verwaltete und genutzte, sondern auch das von ihrer Nutzung befreite â das freie KindesvermÃ¶gen â angezehrt werden dÃ¼rfe. Es genÃ¼ge bereits, dass eine Notlage unmittelbar drohe. Dies sei dann der Fall, wenn die Eltern alle eigenen Einkommens- und VermÃ¶gensquellen erschÃ¶pft hÃ¤tten. Die vorliegend nicht bestrittene Notlage der Beschwerde fÃ¼hrenden Eltern sei ausgewiesen. Deshalb kÃ¶nne zur Unterhaltsdeckung auf das VermÃ¶gen der Kinder zurÃ¼ckgegriffen werden, unabhÃ¤ngig von dessen Zuwendungszweck. Unter Bezugnahme auf Kap. E.2.1 der Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (hrsg. von der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe, SKOS-Richtlinien, in der hier anwendbaren Fassung vom Dezember 2000) fÃ¼hrt die Vorinstanz weiter aus, dass von einer Sozialhilfe beziehenden Familie erwartet werde, dass sie im Sinn von Art. 320 Abs. 2 ZGB die VormundschaftsbehÃ¶rde um Bewilligung zur VermÃ¶gensanzehr ersuche. Andernfalls kÃ¶nne auch das Sozialhilfeorgan an die VormundschaftsbehÃ¶rde gelangen. Die Anrechnung der Jugendsparkonti der Kinder der BeschwerdefÃ¼hrenden bei der VermÃ¶gensermittlung bzw. bei der Berechnung des Freibetrags sei nicht zu beanstanden.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen vor, bei den Jungendsparkonti der Kinder handle es sich um freies KindesvermÃ¶gen im Sinn von Art. 321 Abs. 1 ZGB. Die Gelder seien von Grosseltern und Pateneltern zweckgebunden auf die eigens dafÃ¼r eingerichteten Sparkonti der Kinder einbezahlt worden, und zwar unter der Bestimmung zinstragender Anlage und mit der Auflage, die Ausbildung nach Beendigung der Schulpflicht zu finanzieren. Weder Substanz noch ErtrÃ¤ge dÃ¼rften demzufolge fÃ¼r einen bestimmungsfremden Zweck verwendet werden. Beim AufnahmegesprÃ¤ch bei der SozialbehÃ¶rde seien sie darauf hingewiesen worden, dass sie diese Gelder nicht zur Deckung des Lebensunterhalts verwenden dÃ¼rften. Nach dem Rechtsgleichheitsgebot dÃ¼rften Kinder, die Sozialhilfeleistungen bezÃ¶gen, in Bezug auf das freie KindesvermÃ¶gen nicht schlechter gestellt werden. Die Limitierung des VermÃ¶gensfreibetrags auf insgesamt Fr. 10'000.- unabhÃ¤ngig von der Anzahl der Kinder verletze den Grundsatz der Rechtsgleichheit.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin pflichtet in ihrer Beschwerdeantwort den rechtlichen AusfÃ¼hrungen der Vorinstanz zum KindesvermÃ¶gen bei.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe (§ 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981, SHG). Zu den eigenen Mitteln gehÃ¶ren alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen des Hilfesuchenden sowie seines nicht von ihm getrennt lebenden Ehegatten (§ 16 Abs. 2 Satz 1 der Sozialhilfeverordnung vom 21. Oktober 1981, SHV). Das VermÃ¶gen von unmÃ¼ndigen Kindern darf nur im Rahmen des Kindesrechts angerechnet werden (SKOS-Richtlinien, Kap. E.2.1). Zur StÃ¤rkung der Eigenverantwortung und zur FÃ¶rderung des Willens zur Selbsthilfe werden VermÃ¶gensfreibetrÃ¤ge gewÃ¤hrt: fÃ¼r Ehepaare Fr. 8'000.-, fÃ¼r jedes minderjÃ¤hrige Kind Fr. 2'000.-, maximal Fr. 10'000.- pro Familie (SKOS-Richtlinien, a.a.O.).</p> <p class="Urteilstext">Das Kindesrecht sieht vor, dass die VermÃ¶genssubstanz grundsÃ¤tzlich zu erhalten ist, wÃ¤hrend die VermÃ¶gensertrÃ¤ge fÃ¼r Unterhalt, Erziehung und Ausbildung des Kindes und, soweit es der Billigkeit entspricht, auch fÃ¼r die BedÃ¼rfnisse des Haushalts verwendet werden dÃ¼rften (Art. 319 Abs. 1 ZGB; Cyril Hegnauer, Grundriss des Kindesrechts. 5. A., Bern 1999, N. 28.06). Ausgenommen davon sind die ErtrÃ¤ge des VermÃ¶gens, wenn es dem Kind mit dieser ausdrÃ¼cklichen Auflage oder unter der Bestimmung zinstragender Anlage oder als Spargeld zugewendet worden ist (sog. freies KindesvermÃ¶gen; Art. 321 Abs. 1 ZGB; Hegnauer, N. 28.11; Peter Breitschmid in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Thomas Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 2. A., Basel/Genf/MÃ¼nchen 2002, Art. 321/322 N. 1). Erweist es sich fÃ¼r die Bestreitung der Kosten des Unterhalts, der Erziehung oder der Ausbildung als notwendig, so kann die VormundschaftsbehÃ¶rde den Eltern gestatten, auch das KindesvermÃ¶gen in bestimmten BetrÃ¤gen anzugreifen (Art. 320 Abs. 2 ZGB; Hegnauer, N. 28.08).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Beschwerdegegnerin sprach den BeschwerdefÃ¼hrenden mit VerfÃ¼gung vom 28. Juli 2004 monatliche Sozialhilfeleistungen zu, um die akute finanzielle Notsituation der BeschwerdefÃ¼hrenden zu lindern. Gleichzeitig ging sie von vorhandenen VermÃ¶genswerten der BeschwerdefÃ¼hrenden aus, die sich die BeschwerdefÃ¼hrenden an die bereits ausbezahlten Leistungen anrechnen lassen mÃ¼ssten. Die von der Beschwerdegegnerin verlangte RÃ¼ckerstattung stÃ¼tzt sich auf den in § 20 Abs. 1 SHG umschriebenen Tatbestand der ânicht realisierbaren VermÃ¶genswerteâ.</p> <p class="Urteilstext">Die RÃ¼ckerstattungsverpflichtung wird von den BeschwerdefÃ¼hrenden im Grundsatz nicht in Frage gestellt. Streitig ist dagegen die HÃ¶he der RÃ¼ckerstattung, weil die Beschwerdegegnerin die Anrechnung des KindesvermÃ¶gens und damit in der Konsequenz dessen Anzehrung verlangt. Aus diesem Grund haben die BeschwerdefÃ¼hrenden denn auch die RÃ¼ckerstattungsverpflichtung nicht unterschrieben.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Auf die Frage, ob die VermÃ¶gen der Kinder als âfreies VermÃ¶genâ im Sinn von Art. 321 Abs. 1 ZGB zu qualifizieren sind, ergibt sich aus den Akten keine schlÃ¼ssige Antwort. Zwar wurde anlÃ¤sslich des ersten GesprÃ¤chs zwischen dem BeschwerdefÃ¼hrer und dem zustÃ¤ndigen Sozialarbeiter Ã¼ber die VermÃ¶gen der Kinder diskutiert. Der BeschwerdefÃ¼hrer zeigte sich nach der GesprÃ¤chsnotiz erstaunt darÃ¼ber, dass das KindesvermÃ¶gen bei Festlegung des VermÃ¶gensfreibetrags zu berÃ¼cksichtigen sei. In der Folge reichte der BeschwerdefÃ¼hrer aktuelle AuszÃ¼ge der Jugendsparkonti seiner vier Kinder ein. Die Beschwerdegegnerin folgerte in ihrer VerfÃ¼gung vom 28. Juli 2004, es werde nicht geltend gemacht, dass es sich bei den Jugendsparkonti um freies KindesvermÃ¶gen handle.</p> <p class="Urteilstext">Die Frage kann indessen offen gelassen werden, weil die Anzehrung des KindesvermÃ¶gens in jedem Fall der Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde bedarf, also unabhÃ¤ngig davon, ob es sich beim VermÃ¶gen um freies KindesvermÃ¶gen (mit einer Zweckbindung) handelt oder nicht. Die VormundschaftsbehÃ¶rde hat dabei zu entscheiden, ob die Anzehrung Ã¼berhaupt notwendig ist, und sie hat auch HÃ¶he und zeitliches Intervall der zu entnehmenden BetrÃ¤ge festzulegen (Art. 320 Abs. 2 ZGB: âÃ¼brigesâ KindesvermÃ¶gen in Abgrenzung zu Abfindungen, Schadenersatz und Ã¤hnlichen Leistungen nach Abs. 1; Breitschmid in: Basler Kommentar, Art. 320 N. 4, Art. 321/322 N. 3 a.E.). Sie hat die Interessen der Kinder in einem Spannungsfeld zwischen Erhalt der KindesvermÃ¶gen einerseits und familienrechtlichen UnterstÃ¼tzungspflichten (vgl. Art. 272, 276 Abs. 3, 328 Abs. 1 ZGB) anderseits zu wahren. Gerade die vorliegende Konstellation, in der unterschiedliche grosse VermÃ¶gen von vier Kindern gesamthaft (Fr. 4'139.80) den Betrag der im Bezirksratsbeschluss festgesetzten RÃ¼ckforderung (Fr. 2'939.80) Ã¼bersteigen, wÃ¼rde eine Koordination durch die VormundschaftsbehÃ¶rde notwendig machen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>In der angefochtenen VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin stimmen in Bezug auf die Frage der vorgÃ¤ngigen Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde BegrÃ¼ndung und Dispositiv nicht Ã¼berein. Die BegrÃ¼ndung setzt die Zustimmung der VormundschaftbehÃ¶rde voraus. Es dÃ¼rfe erwartet werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrenden um eine entsprechende Einwilligung der VormundschaftsbehÃ¶rde nachsuchten. In der entsprechenden Dispositiv-Ziffer 11, worin die BeschwerdefÃ¼hrenden zur Unterzeichnung einer RÃ¼ckerstattungsverpflichtung verhalten werden, wird jedoch betragsmÃ¤ssig das gesamte KindesvermÃ¶gen von Fr. 4'139.80 berÃ¼cksichtigt, wie wenn die erforderliche Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde bereits vorlÃ¤ge. Ebenso fÃ¼hrt die RÃ¼ckerstattungsverpflichtung das KindesvermÃ¶gen in vollem Umfang auf, und es legt den RÃ¼ckerstattungstermin auf Ende September 2004 fest.</p> <p class="Urteilstext">Massgeblich fÃ¼r die rechtliche Beurteilung ist derjenige Teil einer VerfÃ¼gung, der in formelle Rechtskraft erwachsen kann. Das ist grundsÃ¤tzlich das Dispositiv. An der Rechtskraft haben nur diejenigen ErwÃ¤gungen teil, auf welche das Dispositiv verweist (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 19 N. 6). Das Dispositiv, das ansonsten zahlreiche und teilweise detailliert formulierte Nebenbestimmungen umfasst, enthÃ¤lt aber keinen Verweis auf die BegrÃ¼ndung und auch sonst keinen Hinweis auf das Zustimmungserfordernis. Der Wortlaut von Dispositiv-Ziffer 11 und der RÃ¼ckerstattungsverpflichtung kÃ¶nnen es nahe legen, dass die Beschwerdegegnerin die RÃ¼ckerstattung unter Miteinbezug des gesamten KindesvermÃ¶gen anstrebt, was â wie ausgefÃ¼hrt â ohne Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde unzulÃ¤ssig ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Als Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die von der Beschwerdegegnerin angestrebte RÃ¼ckforderung die Anzehrung des KindesvermÃ¶gens erfordert. Dies ist unabhÃ¤ngig von der Qualifikation des KindesvermÃ¶gens nur zulÃ¤ssig, wenn die VormundschaftsbehÃ¶rde dazu ihre Zustimmung erteilt (VGr, 18. Dezember 2003, VB.2003.00263 E. 5b/cc, www.vgrzh.ch). Die Auflage an die BeschwerdefÃ¼hrenden zur Unterzeichnung der RÃ¼ckerstattungsverpflichtung sieht im Dispositiv kein solches Zustimmungserfordernis vor und schliesst in den RÃ¼ckerstattungsumfang bereits das gesamte KindesvermÃ¶gen ein, was unrechtmÃ¤ssig ist.</p> <p class="Erwgung1"><span class="MsoPageNumber"><b>5. </b></span><span class="MsoPageNumber"> </span></p> <p class="Urteilstext">Dispositiv-Ziffer 11 der angefochtenen VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin verpflichtet die BeschwerdefÃ¼hrenden, eine RÃ¼ckerstattungsverpflichtung zu unterzeichnen und zu retournieren. Anschliessend mÃ¼ssen die BeschwerdefÃ¼hrenden VermÃ¶genswerte bis zu einem Betrag von Fr. 7'462.80 realisieren (vgl. zur Berechnung Sachverhalt, Ziff. I). Der Bezirksrat reduzierte die RÃ¼ckforderung um den Betrag der Mietkaution von Fr. 4'523.-, erachtete die Ã¼brigen VermÃ¶genswerte als korrekt und bezog â wie die Beschwerdegegnerin â namentlich das gesamte KindesvermÃ¶gen von Fr. 4'139.80 mit ein. Die reduzierte Summe belÃ¤uft sich nach den vorinstanzlichen Berechnungen auf Fr. 2'939.80. Der Bezirksrat erwog, dass je nach tatsÃ¤chlich erzieltem ErlÃ¶s der zu verkaufenden Fahrzeuge der rÃ¼ckerstattungspflichtige Betrag noch zu korrigieren sei (E. 3.3 S. 9). Um dies auszuschliessen, modifizierte er die angefochtene Dispositiv-Ziffer 11 der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin. Er wies die BeschwerdefÃ¼hrenden direkt an, den Betrag von Fr. 2'939.80 innerhalb von 45 Tagen ab Rechtskraft des Bezirksratsbeschlusses zurÃ¼ckzuerstatten (Disp.-Ziff. II).</p> <p class="Urteilstext">Mit dieser betragsmÃ¤ssigen Festsetzung des RÃ¼ckerstattungsbetrags im Dispositiv setzt der Bezirksrat voraus, dass die Anzehrung des KindesvermÃ¶gen ohne weiteres mÃ¶glich ist. Dies ist â wie unter E. 4.2 ausgefÃ¼hrt â angesichts der notwendigen Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde nicht der Fall. Die Vorinstanz bezieht sich in der BegrÃ¼ndung zwar auch auf diese Zustimmung (E. 3.2.2 S. 7 f.), erwÃ¤hnt sie aber nicht in Dispositiv-Ziffer II. Sie berÃ¼cksichtigt die ausstehende Zustimmung auch nicht bei der konkreten betragsmÃ¤ssigen Festsetzung des RÃ¼ckerstattungsbetrags. Insofern ist Dispositiv-Ziffer II des Beschlusses des Bezirksrats Ã¤hnlich wie bereits die VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin mangelhaft.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Entgegen den AusfÃ¼hrungen der BeschwerdefÃ¼hrenden kann kein Verstoss gegen die Rechtsgleichheit darin erblickt werden, dass Kinder von Eltern, die Sozialhilfeleistungen beziehen, angeblich schlechter gestellt seien als andere Kinder, weil bei ersteren mÃ¶glicherweise das KindesvermÃ¶gen angezehrt werde. Zum einen besteht â wie in E. 4.2 dargelegt â kein absolutes Recht auf freies KindesvermÃ¶gen und auch kein Recht auf Sicherung der Ausbildungsfinanzierung durch Dritte. Zum andern ist gerade mit dem Verfahren der Einholung der Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde eine ÃberprÃ¼fung sichergestellt, ob mit der Anzehrung des KindesvermÃ¶gens die Interessen des Kindes noch hinreichend gewahrt sind. Dass Personen, welche Sozialhilfeleistungen beziehen, Ã¼ber einen kleineren finanziellen Spielraum verfÃ¼gen als andere Personen, liegt im Zweck der Sozialhilfe begrÃ¼ndet, die lediglich das soziale Existenzminimum zu gewÃ¤hrleisten hat (§ 15 Abs. 1 SHG).</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Ebenso wenig ist die Limitierung des VermÃ¶gensfreibetrags fÃ¼r kinderreiche Familien auf den gleichen Betrag von Fr. 10'000.- wie fÃ¼r Familien mit einem einzigen Kind zu beanstanden. Zwar mag die von den BeschwerdefÃ¼hrenden gerÃ¼gte âGleichschaltungâ auf den ersten Blick ein etwas grober Schematismus darstellen. Allerdings ist zu beachten, dass unterhalb dieser Obergrenze durchaus eine gewisse Differenzierung angewendet wird (vgl. SKOS-Richtlinien, Kap. E.2.1). Eine nicht zu hohe Obergrenze rechtfertigt sich aber gerade im Vergleich zu Personen ohne VermÃ¶gen, aber mit einem bescheidenen Einkommen, das knapp nicht zum Bezug von Sozialhilfeleistungen berechtigt. GegenÃ¼ber dieser Personengruppe wÃ¤re es stossend, wenn andere Personen Leistungen erhielten und ihnen gleichzeitig ein VermÃ¶gen grÃ¶sseren Umfangs zugestanden wÃ¼rde. Im Ãbrigen wird der HaushaltsgrÃ¶sse bei der Bemessung des Grundbedarfs I und II bzw. â nach der neuen Fassung der SKOS-Richtlinien â des Grundbedarfs fÃ¼r den Lebensunterhalt (GBL) durchaus Rechnung getragen (SKOS-Richtlinien, Kap. B.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Darf das KindesvermÃ¶gen zurzeit mangels Vorliegens der Zustimmung der VormundschaftsbehÃ¶rde nicht angezehrt werden, verÃ¤ndert sich auch die VermÃ¶genslage. Es verbleiben noch VermÃ¶genswerte von Fr. 11'800.- (Auto C: Fr. 9'600.-; Auto D: Fr. 2'200.-). Davon abzuziehen sind der VermÃ¶gensfreibetrag von Fr. 10'000.- und der bereits angerechnete Betrag von Fr. 3'000.-. Somit verbleibt gar kein VermÃ¶genswert mehr, der zurÃ¼ckerstattet werden kÃ¶nnte. Vielmehr haben die BeschwerdefÃ¼hrenden unter BerÃ¼cksichtigung des bereits angerechneten Betrags von Fr. 3'000.- insgesamt Fr. 1'200.- zuviel zurÃ¼ckbezahlt.</p> <p class="Urteilstext">Demzufolge ist die Beschwerde gutzuheissen. Dispositiv-Ziff. II des Beschlusses des Bezirksrats vom 12. Januar 2005 und Dispositiv-Ziffer 11 der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2004 sind aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin ist zu verpflichten, den BeschwerdefÃ¼hrenden den von diesen zuviel zurÃ¼ckerstatteten Betrag von Fr. 1'200.- innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids zurÃ¼ckzuzahlen. Anzumerken ist, dass es der Beschwerdegegnerin unbenommen ist, die Frage einer mÃ¶glichen RÃ¼ckerstattung erneut zu prÃ¼fen, nach Untersuchung der aktuellen finanziellen VerhÃ¤ltnisse eine Anzehrung des KindesvermÃ¶gens ins Auge zu fassen und zu diesem Zweck die BeschwerdefÃ¼hrenden aufzufordern, die VormundschaftsbehÃ¶rde um die entsprechende Zustimmung zu ersuchen. Dies muss aber Gegenstand einer neuen VerfÃ¼gung bilden. Andernfalls kann die Beschwerdegegnerin aber auch selber an die VormundschaftsbehÃ¶rde gelangen (SKOS-Richtlinien, Kap. E.2.1).</p> <p class="Urteilstext">Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>der Einzelrichter</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv-Ziffer II des Beschlusses des Bezirksrats vom 12. Januar 2005 und Dispositiv-Ziffer 11 der VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juli 2004 werden aufgehoben.<br/> Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, den BeschwerdefÃ¼hrenden den von diesen zuviel zurÃ¼ckerstatteten Betrag von Fr. 1'200.- innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids zurÃ¼ckzuzahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 700.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 760.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>