<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat legt jeweils für einen Zeitraum von vier Jahren die strategischen Ziele der SBB fest. Laut seinem ersten Ziel für die in diesem Jahr endende Periode erwartet der Bundesrat, dass die SBB für ihre Kundinnen und Kunden im Personenverkehr attraktive, sichere, pünktliche und qualitativ hochwertige Mobilitätslösungen entwickelt und bereitstellt. Unter den verschiedenen Angeboten der SBB findet man eine ganze Internetseite, die sich unter dem Motto "Klimafreundlich in folgende europäische Länder reisen" ihren Destinationen in Europa widmet, in den Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, aber auch in Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Slowenien, Serbien, Spanien, Tschechien und Ungarn.</p><p>Für die Schweizer Kundschaft ist diese Dienstleistung wertvoll. Aber sie könnte deutlich erweitert werden, insbesondere in der Sommersaison mit detaillierteren Informationen und Reservationsmöglichkeiten für alle Nachtzug-Verbindungen in Europa. Eine solche Dienstleistung wäre für all jene sehr hilfreich, die während Stunden - und oft vergeblich - Informationen über Nachtzug-Verbindungen in Europa suchen, die über die bekanntesten Verbindungen hinausgehen. Es geht um Verbindungen, die zwar bestehen, aber nur schwer auffindbar sind.</p><p>Die Wiederaufnahme bestimmter Nachtzug-Verbindungen aus der Schweiz (ab Zürich und Basel) ist ein - allerdings unvollkommener - Etappensieg. Aber die SBB könnten zur Drehscheibe der europaweiten Informationen über Nachtzüge werden und so ihre Kundinnen und Kunden zu 100-prozentig ökologischen Reisen durch ganz Europa bewegen, dies auch ausserhalb ausgetretener Pfade. Der Zug muss eine echte Alternative für Reisen sein, auch für Ferienreisen. Und als Weltmeisterin im Schienenverkehr kann die Schweiz hier einen Trumpf ausspielen.</p><p>Besteht die Absicht, das internationale Bahnangebot aus der Schweiz, insbesondere durch Nachtzug-Verbindungen, dank einer verstärkten Zusammenarbeit mit anderen nationalen Bahnunternehmen auszubauen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat erachtet es als wichtig, dass die Schweiz gut an den internationalen Bahnverkehr angebunden ist und dass die Informationen zu den Angeboten einfach zugänglich sind.</p><p>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. Juni 2022 beschlossen, die strategischen Ziele für die SBB AG 2019 - 2022 um ein Jahr bis Ende 2023 zu verlängern. Grund hierfür sind offene Fragen bezüglich der politischen Rahmenbedingungen für die Unternehmenstätigkeit der SBB. Als Vertreter des Eigners erwartet der Bundesrat eine aktive Rolle der SBB im Bereich des internationalen Verkehrs, indem sie ihre Marktstellung insbesondere durch Kooperationen weiter stärken soll. Dazu gehören auch Nachtzugsverbindungen.</p><p>Wichtig sind zudem eine gute Information über die internationalen Verbindungen sowie für die Kunden einfache Buchungsmöglichkeiten. Hier erwartet der Bundesrat von der SBB, dass diese Systeme vereinfacht und die Lösungen kundenfreundlicher gestaltet werden. Die SBB ist an entsprechenden Initiativen der europäischen Bahnen beteiligt.</p><p>Für die Aufbereitung von guten Informationen über internationale Bahnreisen und Nachtzugverbindungen in Europa für Reisende besteht zudem ein privater Markt von Vermittlern und Drittanbietern, die kundenfreundliche Auskünfte anbieten.</p><p>Der Bundesrat hat auch Kenntnis genommen von jüngeren Bestrebungen, die unter der Bezeichnung "Rail to Europe" mehr und direktere internationale Verbindungen aus der Schweiz fordert. Diese Forderung umzusetzen ist nicht einfach, geht aber grundsätzlich in die richtige Richtung.</p><p>Der Bundesrat will schliesslich die Nutzung von Mobilitätsdaten und den Informationsfluss zwischen Infrastrukturbetreibern, Verkehrsunternehmen, privaten Anbietern sowie Verkehrsteilnehmenden verbessern. Der Bundesrat schlägt vor, dazu eine staatliche Mobilitätsdateninfrastruktur aufzubauen, über die sich die verschiedenen Akteure einfacher vernetzen sowie Daten bereitstellen und austauschen können. Zu diesem Gesetzesvorschlag hat er im Frühjahr 2022 eine Vernehmlassung durchgeführt.</p>  Antwort des Bundesrates.