<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <div><table><tr><td><p class="Normal Heading1"><span id="_GoBack"></span><span class="Normal Heading1">Sozialversicherungsgericht</span></p><p class="Normal Heading1"><span class="Normal Heading1">des Kantons Zürich</span></p></td><td><p class="Normal Heading1"></p></td></tr></table><p><span>AB.2017.00005</span></p><p><br/></p><p><br/></p><p>III. Kammer</p><p>Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender<br/>Sozialversicherungsrichterin Annaheim<br/>Sozialversicherungsrichterin Fehr<br/>Gerichtsschreiber Stocker</p><p class="Normal Heading2"><span class="Normal Heading2">Urteil vom 20. Juli 2018</span></p><p class="Normal StandardEinzug"><span class="Normal StandardEinzug">in Sachen</span></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">X.___</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdeführerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">vertreten durch Rechtsanwalt Mark A. Glavas</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Advokatur Glavas AG</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Markusstrasse 10, 8006 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">gegen</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardFett RubrumFett"><span class="Normal StandardFett RubrumFett">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><span class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug">Beschwerdegegnerin</span></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p class="Normal StandardEinzug RubrumEinzug"><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sachverhalt:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 10. Dezember 2009 (Urk. 6/5) sprach die </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Sozialversiche</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">, X.___, geboren 1991, mit Wirkung ab 1. Januar 2010 eine ordentliche Waisenrente der Eidge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nössischen Alters- und Hinterlassenenversicherung in der Höhe von monatlich Fr. 649.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> zu. Mit Schreiben vom 3. Juli 2012 (Urk. 6/24) teilte die Ausgleichs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kasse der Versicherten mit, dass die Rentenzahlungen infolge ihres Ausbildungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">abschlusses mit der Zahlung vom August 2012 (Fr. 660.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">) eingestellt würden.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In der Folge richtete die Ausgleichskasse der Versicherten entgegen ihrer Ankün</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">digung weiterhin Rentenzahlungen aus. Die Ausgleichskasse stellte der Versicher</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">ten über diese Rentenzahlungen weiterhin Bescheinigungen zuhanden der Steu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">erbehörden aus (vgl. Urk. 6/27, 6/30 und 6/33). Die Rentenbetreffnisse wurden regelmässig erhöht (vgl. etwa Urk. 6/27 und 6/30).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Schreiben vom 23. Oktober 2015 (Urk. 6/36) teilte die Ausgleichskasse der Versicherten mit, sie habe aufgrund einer internen Überprüfung festgestellt, dass bis Oktober 2015 eine Kinderrente ausbezahlt worden sei, obwohl seit September 2012 darauf kein Anspruch mehr bestanden habe. Die Ausgleichskasse stellte der Versicherten die Rückforderung dieser Rentenbetreffnisse in Aussicht.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Mit Verfügung vom 4. Dezember 2015 (Urk. 6/38) verpflichtete die Ausgleichs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kasse die Versicherte zur Rückzahlung von Fr. 25'314.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">. Die dagegen erhobene Einsprache vom 18. Januar 2016 (Urk. 6/47) wies die Ausgleichskasse mit Ent</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scheid vom 1. Dezember 2016 (Urk. 2) ab.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe vom 16. Januar 2017 (Urk. 1) Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerde erheben mit folgenden Anträgen:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der angefochtene Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2016 sei aufzuheben und auf die Rückforderung sei zu verzichten.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % Mehr</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Ausgleichskasse schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2017 (Urk. 5) auf Abweisung der Beschwerde. Am 28. Februar 2017 liess die Versi</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">cherte dazu eine Stellungnahme ins Recht reichen (Urk. 8), was der Ausgleichs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kasse zur Kenntnis gebracht wurde (vgl. Urk. 9).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die Entscheidfindung erforder</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lich, in den Erwägungen einzugehen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Das Gericht zieht in Erwägung:</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rückzuerstatten. Wer Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">1.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">bend (Art. 25 Abs. 2 ATSG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Auslösung der relativen Verwirkungsfrist von einem Jahr setzt nach der Rechtsprechung nicht eine tatsächliche Kenntnisnahme voraus. Es genügt schon, dass der Versicherungsträger bei Beachtung der zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung beste</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">hen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, N 56 zu Art. 25 ATSG). Geht die unrechtmässige Leistungsausrichtung auf einen Fehler des Versicherungsträgers zurück, beginnt die einjährige Frist nicht mit der Leis</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tungsausrichtung zu laufen; massgeblich ist vielmehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem der Versicherungsträger anlässlich einer Kontrolle zumutbarerweise den Fehler hätte entdecken können. Mit anderen Worten ist bei solchen Konstellatio</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nen nicht der ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein «zweiter Anlass», nämlich die zumutbare Kenntnis über den ursprünglichen Irrtum von Belang (Kieser, a.a.O., N 58 zu Art. 25 ATSG mit Hinweisen). Das für die Auslösung der Einjah</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">resfrist vorausgesetzte zweite Ereignis ist also erst gegeben, wenn Grund für eine erneute Prüfung des Dossiers besteht (Felix Frey, in: Ueli Kieser/Kaspar Geh</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rig/Susanne Bollinger [Hrsg.], KVG-UVG-Kommentar, Zürich 2018, S. 631, N 9 zu Art. 25 ATSG).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 1. Dezember 2016 (Urk. 2) führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass - angesichts des Schreibens vom 3. Juli 2012 - sowohl sie selbst als auch die Beschwerdeführerin gewusst hätten, dass die Waisenrente korrekterweise nur bis und mit August 2012 hätte ausbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zahlt werden dürfen. Die darüber hinaus laufende Rentenauszahlung sei auf einen Fehler zurückzuführen. Die einjährige Verwirkungsfrist von Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG habe somit erst ab dem Zeitpunkt zu laufen begonnen, in welchem die Beschwerdegegnerin - etwa anlässlich einer Kontrolle - diesen Fehler hätte er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">kennen können. Anders als geltend gemacht, habe die Beschwerdegegnerin ihren Fehler nicht bei der Ausstellung der Steuerbescheinigungen erkennen können. Steuerbescheinigungen würden Ende und Anfang Jahr allen Leistungsbezügern verschickt. Dabei handle es sich um einen Massenversand. Die Steuerbescheini</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gungen würden durch das Auszahlungsprogramm automatisch generiert und ex</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tern automatisch ausgedruckt und verpackt. Die Steuerbescheinigungen würden nicht durch einzelne Mitarbeitende der Beschwerdegegnerin ausgestellt, weshalb sie nicht zur Kenntnis nehmen könnten, dass eine Waisenrente trotz Ausbildungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">abschluss fälschlicherweise weiterhin ausbezahlt werde. Die Kenntnisnahme der irrtümlichen Auszahlung sei erst mit der automatischen Vormerkmeldung des Systems vom 3. Oktober 2015 erfolgt. Dann habe die Beschwerdegegnerin unver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">züglich gehandelt und die irrtümlich geleisteten Rentenzahlungen innert Jahres</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">frist zurückgefordert. Vorher sei es ihr auch bei Anwendung der ihr zumutbaren Sorgfalt nicht möglich gewesen, von der irrtümlichen Rentenauszahlung Kennt</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">nis zu erlangen.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. Februar 2017 (Urk. 5) hielt die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gegnerin an dieser Sichtweise fest. Sie ergänzte, dass die Sozialversicherungsan</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stalt zwar im Auftrag des Kantons die Krankenkassen-Prämienverbilligung an die Anspruchsberechtigten ausrichte. Die für die Prüfung der Prämienverbilligung zuständige Abteilung der Sozialversicherungsanstalt habe keine Kenntnis über allfällige Rentenzahlungen der Ausgleichskasse. Und die für die Rentenauszah</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">lung zuständige Ausgleichskasse habe keinerlei Anlass, die zugesprochenen Prä</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">mienverbilligungen näher zu prüfen. Die für die Prämienverbilligung zuständige Verwaltungsstelle sei nicht auch mit der Rentenauszahlung befasst. Einzig der Umstand, dass beide Verwaltungsstellen Teil der Sozialversicherungsanstalt seien, könne die einjährige Verwirkungsfrist nicht auslösen. Die Anträge der Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deführerin auf Prämienverbilligung änderten daran nichts.</span></p><p></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Demgegenüber liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vortragen, dass die Beschwerdegegnerin bereits im September 2012 hätte bemerken müssen, dass die weitere Ausrichtung der Waisenrente fälschlicherweise erfolge. Die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">gegnerin habe nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit gehandelt. Bereits im September 2012 sei die einjährige Verwirkungsfrist ausgelöst worden. Aber ge</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">rade auch bei der Prüfung des weiteren Anspruchs auf Prämienverbilligung hätte die Sozialversicherungsanstalt ihren Irrtum bemerken müssen. Da auch die Ab</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">teilung Prämienverbilligung Zugriff auf die Akten der Beschwerdegegnerin habe, gehe der Einwand, wonach es sich um zwei verschiedene Amtsstellen handle, fehl. Zudem habe die Beschwerdegegnerin am 13. Januar 2013 eine Steuerbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">scheinigung ausgestellt, in der die ausgerichtete Waisenrente aufgeführt worden sei. Hätte die Beschwerdegegnerin bloss die geringste Sorgfalt an den Tag gelegt, hätte sie nun erkennen müssen, dass die weitere Ausrichtung der Waisenrente irrtümlich erfolge. Somit sei spätestens am 13. Januar 2013 die einjährige Ver</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">wirkungsfrist ausgelöst worden, sodass der Rückforderungsanspruch verwirkt sei. Die Beschwerdegegnerin könne aus ihren unzulänglichen Kontrollsystemen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Gerade diese Umstände zeigten auf, dass die Beschwerdegegnerin unsorgfältig arbeite. Auch im weiteren Verlauf seien der Be</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">schwerdeführerin Prämienverbilligungen gewährt und Steuerbescheinigungen ausgestellt worden. Die Beschwerdegegnerin habe ihren Fehler weiterhin nicht bemerkt. Der Rückforderungsanspruch sei schon längst verwirkt (Urk. 1 und 8).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Strittig und zu prüfen ist, ob die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Rückforderung der ab September 2012 unrechtmässig ausbezahlten Waisenrente in der Höhe von Fr. 25'314.</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"> verwirkt ist oder nicht. Entscheidend ist hierfür, wann im vorliegenden Fall die einjährige Verwirkungsfrist von Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG zu laufen begann.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Nach Lage der Akten ist zwischen den Parteien zu Recht nicht umstritten, dass die Beschwerdeführerin ab September 2002 keinen Rentenanspruch mehr hatte, aber trotzdem Rentenzahlungen in der Höhe von Fr. 25'314.—erhielt. </span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.1</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Wie oben in E. 1.2 ausgeführt wurde, beginnt die einjährige Frist nicht mit der Leistungsausrichtung zu laufen, wenn die unrechtmässige Leistungsausrichtung auf einen Fehler des Versicherungsträgers zurückgeht; massgeblich ist in solchen Konstellationen vielmehr der (spätere) Zeitpunkt, in welchem der Versicherungs</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">träger anlässlich einer Kontrolle zumutbarerweise den Fehler hätte entdecken können. Demzufolge entspricht die Auffassung der Beschwerdeführerin, die ein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">jährige Verwirkungsfrist habe bereits im September 2012, mithin bei der ersten irrtümlichen Rentenzahlung zu laufen begonnen, nicht der Rechtslage.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.2</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Unzutreffend ist auch die Auffassung, dass sich die Beschwerdegegnerin das (po</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">tentielle) Wissen der Abteilung Prämienverbilligung anrechnen lassen müsse (vgl. etwa Urk. 6/25-26 und 6/31). Die Beschwerdegegnerin hatte keinen Anlass, die Akten der Abteilung Prämienverbilligung zu kontrollieren; und umgekehrt gilt Entsprechendes. Bei der Prüfung des Anspruchs auf eine Waisenrente und der Prüfung des Anspruchs auf Prämienverbilligung der Krankenkasse handelt es sich um vollständig anders gelagerte Themenbereiche, die in den Zuständigkeitsbe</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">reich von unterschiedlichen Verwaltungsstellen fallen (vgl. dazu etwa BGE 139 V 6 E. 5.1). Weder für die eine Amtsstelle noch für die andere bestand irgendein Anlass, Einsicht in die Akten der jeweils anderen Amtsstelle zu nehmen. Deshalb muss sich die Beschwerdegegnerin nicht anrechnen lassen, dass die Beschwerde</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">führerin in ihrem Antrag auf individuelle Prämienverbilligung korrekterweise kein Ausbildungsverhältnis angegeben hat (vgl. Urk. 6/31).</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.2.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin Steuerbescheinigungen ausgestellt hat (vgl. Urk. 6/27, 6/30 und 6/33), in denen die unrechtmässig ausgerichtete Waisenrente aufgeführt ist, kann die Beschwer</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">deführerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es mag zwar befremdlich wirken, dass diese Steuerbescheinigungen nicht genauer kontrolliert werden; es handelt sich immerhin um rechtserhebliche Urkunden. Das ändert aber nichts daran, dass die Beschwerdegegnerin diese Bescheinigungen automatisch und ungeprüft er</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">stellt, ohne Einblick in das Dossier des Rentenbezügers zu nehmen. Es leuchtet ein, dass anlässlich der Ausstellung der Steuerbescheinigungen lückenlose und systematische Einsichtnahmen und (anlasslose) Prüfungen angesichts der Viel</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zahl der Rentenbezüger aus praktischen und finanziellen Gründen nicht möglich sind. Daraus folgt, dass auch die Ausstellung von Steuerbescheinigungen die ein</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">jährige Verwirkungsfrist nicht auslösen konnte.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">3.3</span><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Beschwerdegegnerin erlangte vielmehr erst im Oktober 2015 anlässlich einer internen Kontrolle Kenntnis von den irrtümlichen Rentenauszahlungen (vgl. Urk. 6/35-36). Zu diesem Zeitpunkt wurde die einjährige Verwirkungsfrist von Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG in Gang gesetzt. Mit Erlass der Verfügung vom 4. De</span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">zember 2015 (Urk. 6/38) wahrte die Beschwerdegegnerin diese Frist.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen"><span> </span><span class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend Erwgungen">Die Rückforderung der Beschwerdegegnerin ist demnach nicht verwirkt. Daraus folgt, dass die Beschwerde abzuweisen ist.</span></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Erwgungstext ErwgungHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Das Gericht erkennt:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">1.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Die </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Beschwerde </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">wird abgewiesen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">2.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Das Verfahren ist kostenlos.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><span class="Normal Dispotext DispoHngend">3.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend">Zustellung gegen Empfangsschein an:</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Rechtsanwalt Mark A. Glavas</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</span></p><p class="Normal Dispotext DispoAufzhlung"><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">- </span><span class="Normal Dispotext DispoAufzhlung">Bundesamt für Sozialversicherungen</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">4.</span><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Gegen diesen Entscheid kann innert </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">30 Tagen</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">stellen.</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung"><span> </span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu</span><span class="Normal Dispotext DispoHngend Dispomateriell Kostenfolge Entschdigungsfolge Rechtsmittelbelehrung">legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</span></p><p class="Normal Dispotext DispoHngend"><br/></p><p class="Normal Heading3"><span class="Normal Heading3">Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich</span></p><p><br/></p><p>Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber</p><p><br/></p><p><br/></p><p><br/></p><p>GräubStocker</p><p></p></div> </div></body></html>