Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 5. Dezember 2012 (810 11 225) ____________________________________________________________________ Steuern und Kausalabgaben Nach- und Strafsteuer (Staats- und Gemeindesteuer) Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Bruno Gutzwiller, Ka ntonsrichter Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess, Beat Walther , Ge- richtsschreiber Markus Pachlatko Parteien A.____ , Beschwerdeführer, B.____ , Beschwerdeführerin, beide vertreten durch Ernst Staehelin, Advokat, gegen Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft (Abteilung Steuergericht) , Kreuzbodenweg 1, 4410 Liestal, Be- schwerdegegnerin Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft , Rheinstrasse 33, Postfach, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin Betreff Nach- und Strafsteuer Staats- und Gemeindesteue r 2001-2004 (Entscheid der Abteilung Steuergericht vom 25. Februar 2011) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (St euerverwaltung) teilte A.____ und B.____ mit Schreiben vom 25. Juni 2008 mit, dass a ufgrund des Verdachts auf eine Unter- besteuerung infolge Nichtdeklaration von Einkünften un d Vermögen (Investitionen in und ent- sprechende Erträge aus Anlagen der C.____ Ltd. ["D.___ _-Anlagen"]) ein Nach- und Strafsteu- erverfahren eingeleitet werde. Mit Verfügung vom 15. Oktober 2009 legte die Steuerverwaltung die Nachsteuer zur Staatssteuer für die Jahre 2001-2004 auf Fr. 26'006.50 und die Busse in gleicher Höhe fest. Die Nachsteuer zur Gemeindesteuer fü r die Jahre 2001-2004 wurde mit Fr. 13'783.45 festgelegt und die Busse in gleicher Höh e beziffert. Dazu wurden jeweils Ver- zugszinsen in der Höhe von Fr. 8'383.45 (Staatssteuer) und von Fr. 4'687.70 (Gemeindesteuer) veranschlagt. B. Mit Schreiben vom 13. November 2009 erhoben A.___ _ und B.____, vertreten durch E.____, gegen diese Verfügung Einsprache mit dem Beg ehren, die Aufrechnungen seien zu streichen. Mit Schreiben vom 30. April 2009 beantragte n A.____ und B.____, vertreten durch E.____, die nicht deklarierten Erträge seien nachzubest euern, inkl. Verzugszinsen. Dies betref- fe die ersten Quartale im Jahre 2001. Das 4. Quartal se i im Wertschriftenverzeichnis 2001 kor- rekt deklariert worden. Alle übrigen Aufrechnungen in den Jahren 2001-2004 seien zu streichen bzw. zu stornieren. Zudem seien die Kosten dem Staat auf zuerlegen und es sei den Einspre- chern eine Entschädigung für den notwendig gewordenen Beizug des Vertreters von Fr. 2'000.-- zuzusprechen. Mit Einspracheentscheiden vom 14. Juli 201 0 wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhoben A.____ un d B.____, vertreten durch Ernst Staehelin, Advokat, mit Schreiben vom 16. August 2010 beim Steuer- und Enteignungsgericht, Abteilung Steuergericht (Steuergericht), Rekurs. Sie beantragten erstens, der Einspracheent- scheid vom 14. Juli 2010 sei aufzuheben, zweitens seien di e Rekurrenten bei ihrer Anerken- nung der Nachsteuern für die nicht deklarierten Erträg e des ersten bis dritten Quartals 2001 zu behaften. Drittens seien im Übrigen die verfügten Na ch- und Strafsteuern aufzuheben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustellen. Dies, viertens, alles unter o/e-Kostenfolge. D. Am 25. Februar 2011 hiess das Steuergericht die Rekur se teilweise gut, indem die Steuerbusse von 100% auf einen Drittel reduziert wurde. E. Mit Eingabe vom 27. Juni 2011 erhoben A.____ und B.____ (Beschwerdeführer), vertre- ten durch Ernst Staehelin, Advokat, gegen diesen Ents cheid beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht) jeweil s Beschwerde und beantragten, dass erstens das angefochtene Urteil aufzuheben sei, dass zwe itens die verfügten Nach- und Strafsteuern für die Staats- und Gemeindesteuer bzw. direkte Bundessteuer 2001-2004 aufzu- heben und das Nach- und Strafsteuerverfahren einzustelle n sei. Dies unter a/o-Kostenfolge. In verfahrensmässiger Hinsicht beantragten die Beschwerdeführe r die Ansetzung einer mündli- chen Verhandlung und die Vorladung der Mutter der Be schwerdeführerin, F.____, als Zeugin oder Auskunftsperson. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. In Ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 2011 beantragt e die Steuerverwaltung die Abwei- sung der Beschwerde. G. Am 24. August 2011 nahm das Steuergericht Stellung zur Beschwerde und beantragte deren Abweisung. H. Mit Schreiben vom 29. November 2011 brachte Frau F.____, die Mutter der Beschwer- deführerin, vertreten durch Markus Trottmann, vor, dass sie mit Rücksicht auf das gegen sie geführte Strafverfahren nicht bereit sei, "zu diesem T hema über ihre schriftlichen Darlegungen im Schreiben vom 23. April 2010 an die G.____ hinaus weitere Fragen zu beantworten". Da sie als Auskunftsperson nicht zur Beantwortung weiterer Fragen verpflichtet werden könne, bitte sie darum, die Vorladung zu widerrufen. I. Die Beschwerdeführer nahmen am 13. Dezember 2011 z ur Eingabe von Frau F.____ vom 6. Dezember 2011 Stellung und brachten vor, dass sie grundsätzlich an der Vorladung von Frau F.____ als Auskunftsperson festhielten. J. Am 13. Dezember 2011 nahm das Steuergericht zur Eing abe von Frau F.____ vom 6. Dezember 2011 Stellung und teilte mit, dass auf di e Anhörung von Frau F.____ verzichtet werden könne. K. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2011 verzichtete das Kantonsgericht aufgrund des Mitwirkungsverweigerungsrechtes von Frau F.____ auf deren Vorladung als Auskunftsperson. L. Anlässlich der Verhandlung vom 21. Dezember 2011 ste llte das Kantonsgericht das Ver- fahren im Hinblick auf die Anordnung eines handschriftli chen Gutachtens in den Parallelverfah- ren 810 11 227 und 810 11 228 aus. M. Am 25. September 2012 wurden die Fälle 810 11 22 5 und 810 11 226 zusammen mit den Fällen 810 11 227 und 810 11 228 an die Kammer zur gemeinsamen Beurteilung überwie- sen. N. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Pa rteien an ihren Anträgen und Be- gründungen fest. Auf die weiteren Vorbringen und Beg ründungen der Parteien wird, soweit er- forderlich, in den Erwägungen eingegangen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Nach § 131 Abs. 1 des Gesetzes über die Staats- und Ge meindesteuern (StG) vom 7. Februar 1974 können Entscheide des Steuergerichts mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Kantonsgericht als letzte kantonale Instanz angefoch ten werden. Die übrigen formellen Voraussetzungen nach §§ 43 ff. des Gesetzes über die Verfa ssungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 sind erfüllt, so d ass auf die Beschwerde einzutreten ist. 2. Gemäss § 45 Abs. 1 VPO können mit der verwaltungsger ichtlichen Beschwerde Rechts- verletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit einer Verfügung ist hingegen nur in Ausnahmefällen vorgesehen (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). Mit der Beschwerde in Steuersachen können gemäss § 45 Abs. 2 VPO alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. § 45 Abs. 2 VPO setzt damit die bundesr echtlichen Vorgaben um, wonach im kantonalen Rekurs- und Beschwerdeverfahren betreffend di rekte Bundessteuer gemäss Art. 140 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die direkte Bunde ssteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG alle Mäng el des angefochtenen Entscheides und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden können. Hinsichtlich der Staats- und Gemein- desteuern wäre eine solch weitgehende Kontrolle vorinst anzlicher Entscheide gemäss Art. 50 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der dire kten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG) vom 14. Dezember 1990 nur für das Rek ursverfahren vor Steuergericht, nicht aber für das Beschwerdeverfahren vor Kantonsgericht gefordert. Der Gesetzgeber hat sich jedoch entschieden, die im DBG verlangte Ermessenskon trolle hinsichtlich der direkten Bundessteuer auch auf die Staats- und Gemeindesteuern auszuweiten. Deshalb kann das Kan- tonsgericht vorliegend auch die Angemessenheit der ang efochtenen Verfügungen bzw. Ent- scheide überprüfen. Eine weitere Besonderheit findet sich in dem seit dem 1. März 2006 in Kraft stehenden § 18 Abs. 3 VPO, wonach das Kantonsgericht bei Beschwerden in Steuersachen nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist, sonde rn ihm die gleichen Befugnisse zuste- hen wie den Einschätzungsbehörden. 3.1 Strittig ist, ob die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführer auf rechtliches Gehör verletzt hat. 3.2 Die Beschwerdeführer machten hierzu geltend, dass si e mit detaillierten Ausführungen vor der Vorinstanz belegt hätten, dass sie die Zusatzverei nbarung nicht unterschrieben hätten. Frau F.____ habe dies bestätigt. Es wäre die Aufgabe der Vorinstanz gewesen, diesem Argu- ment nachzugehen. Dies habe diese aber nicht getan, ob wohl es aufgrund der Vermutung der Unschuld der Beschwerdeführer Aufgabe der Vorinstanz gewe sen wäre. Die Nicht-Abklärung dieser Frage durch die Vorinstanz verbunden mit der eff ektiven Nicht-Beachtung des Argumen- tes im Entscheid der Vorinstanz führe zu einer Verletzun g der EMRK und zur Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.1 Das Recht auf Begründung von Verfügungen und E ntscheiden ergibt sich aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV statuierten Anspruch auf rechtliches Geh ör (BGE 129 I 236 E. 3.2, 126 I 102 E. 2b) und wird auch ausdrücklich in § 9 Abs. 3 KV und auf Gesetzesstufe in § 18 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 festgeschrie- ben (vgl. auch KGE VV vom 15. Mai 2002, 2001/185, E. 3). Der Grundsatz des rechtlichen Ge- hörs als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt, da ss die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen tat sächlich hört, sorgfältig und ernst- haft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Da raus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid zu begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2). Aus der Begründung soll ins- besondere erhellen, ob die vorgängige Anhörung des Betroffenen nur pro forma erfolgt ist, oder ob seine Anliegen tatsächlich – angemessen – geprüft, au f seine Vorbringen eingegangen und dazu im Sinne eines entscheidungsoffenen Prozesses Stellun g genommen worden ist (M ARK VILLIGER , Die Pflicht zur Begründung von Verfügungen, ZBl 1989 S. 160). Durch eine angemes- sene Begründung soll weiter dem Betroffenen und auch der Rechtsmittelinstanz die Möglichkeit gegeben werden, sich über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft zu geben und allen- falls in Kenntnis der Gründe ein Rechtsmittel zu ergr eifen bzw. dieses zu beurteilen (vgl. R ENÉ RHINOW /B EAT KRÄHENMANN , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband , Basel 1990, Nr. 85 B II a). Die Behörde ist zwar nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbrin- gen der Partei zu äussern, doch muss ersichtlich sein, von welchen Überlegungen sie sich lei- ten liess (BGE 126 I 102 f. E. 2b, mit Hinweisen). 3.3.2 Zu beachten ist, dass der Anspruch auf rechtlich es Gehör formeller Natur ist (BGE 127 I 132 f. E. 4c). Dies bedeutet, dass der angefochte ne Entscheid, wird der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, unabhängig davon aufzuheben ist, ob die fraglichen verfahrensrecht- lichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis hatten (BG E 122 II 469 E. 4a). Nicht von Belang ist damit, ob - im Falle einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör - irgendwelche Aussichten bestanden hätten, dass die Vorinstanz nach richtiger Anhörung der Beschwerdefüh- rerin zu einer Änderung seines Entscheides hätte gelan gen können (vgl. BGE 126 V 132 E. 2b, 125 I 118 E. 3). Sowohl die bundesgerichtliche Rechtsp rechung (BGE 122 II 286 E. 6b) als auch ein Teil der Lehre (THOMAS COTTIER , Der Anspruch auf rechtliches Gehör [Art. 4 BV], recht 1984, S. 11 f.) anerkennen allerdings, dass die Verlet zung des Gehörsanspruches unter gewis- sen Voraussetzungen im Rechtsmittelverfahren "geheilt" werden kann. Dies ist dann zulässig, wenn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wird, die Rechtsmittelinstanz über umfassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhaltsfrage n verfügt, mithin eine Ermessensüberprü- fung möglich ist und der betroffenen Person die gleiche n Mitwirkungsrechte wie vor erster In- stanz zustehen (BGE 122 II 286 f. E. 6b). Eine Heilung ist im Weiteren nur dann zulässig, wenn eine nicht besonders schwerwiegende (BGE 126 V 132 E. 2 b mit Hinweisen) Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt. Ferner darf der Beschwerde führenden Partei aus der Heilung kein Nachteil erwachsen. Die Heilung eines allfälligen Mang els soll zudem die Ausnahme bleiben (BGE 126 V 132 E. 2b, 127 V 437 E. 3d/aa). 3.4.1 Vorliegend hat das Steuergericht die für seine Entscheide massgeblichen Rechtsgrund- lagen sowie die Gründe für seinen Entscheid dargelegt . Insbesondere ist dem angefochtenen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid zu entnehmen, von welchen Überlegungen sich das Steuergericht leiten liess. Die Beschwerdeführer machen dementsprechend auch nichts Gegen teiliges geltend. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei durch das Steuerge- richt dadurch verletzt worden, indem dieses nicht auf i hre Argumente eingegangen sei, ist die Beschwerde folglich abzuweisen. 3.4.2 Doch selbst wenn im vorinstanzlichen Verfahren der Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wurde, könnte der entsprechende Verfahrensmangel im kantonsgerichtlichen Verfahren geheilt werden. Denn zum einen verfügt das Kantonsgericht im vorliegenden Fall über eine um- fassende und freie Kognition in Rechts- und Sachverhalt sfragen und kann mithin auch die An- gemessenheit des angefochtenen Entscheides überprüfen ( vgl. Ziffer 2). Auch würde es sich bei dem von den Beschwerdeführern geltend gemachten Ve rfahrensmangel gemäss der zitier- ten Rechtsprechung nicht um einen besonders schwerwiegen den Mangel handeln. Die vorlie- gende Angelegenheit wäre folglich, selbst wenn der A nspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör im vorinstanzlichen Verfahren verletzt wor den wäre, nicht an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 4.1.1 Strittig ist im Weiteren, ob die Steuerverwal tung zu Recht Nachsteuern erhoben hat. Gemäss § 146 Abs. 1 StG kann eine nicht erhobene Steuer samt Zins als Nachsteuer eingefor- dert werden, wenn sich aufgrund von Tatsachen oder Be weismitteln, die der Steuerbehörde nicht bekannt waren, ergibt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterblieben, eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig, oder eine unterbliebene od er unvollständige Veranlagung auf ein Vergehen oder Verbrechen gegen die Steuerbehörde zu rückzuführen ist. Dabei ist zu berück- sichtigen, dass es Sache der Steuerpflichtigen bzw. des S teuerpflichtigen ist, sämtliche mass- gebenden Tatsachen im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht bekanntzugeben. Bekannt ist der Steuerbehörde dabei nur, was akten- oder amtskundig ist , das heisst das, was der Behörde bekannt war oder zumindest hätte bekannt sein müssen. Ein e Nachfragepflicht besteht bei den Steuerbehörden betreffend die Vollständigkeit der Ang aben also nur, wenn konkrete Anhalts- punkte für die Unvollständigkeit bestehen und es geradez u offensichtlich ist, dass das Einkom- men oder Vermögen nicht vollständig deklariert wurden. 4.1.2 Das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten, erlischt zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine Veranlagung zu Unrecht un terblieben oder eine rechtskräftige Ver- anlagung unvollständig geblieben ist. Hat die Steuerp flichtige bzw. der Steuerpflichtige Ein- kommen und Vermögen in seiner Steuererklärung vollständig und genau angegeben und haben die Steuerbehörden die Bewertung anerkannt, so kann kei ne Nachsteuer erhoben werden, selbst wenn die Bewertung ungenügend war. Zu beachten ist im Weiteren, dass die Nachsteuer keinen pönalen Charakter hat und demnach weder zwingend mit einer Busse verbunden ist noch ein Verschulden voraussetzt. 4.2.1 Zur Begründung seines Entscheides führte das Steue rgericht an, dass B.____ Teile ih- res Vermögens in den Jahren 2001 bis 2004 in die C.____ Ltd., in sogenannte "D.____- Anlagen", investierte. Dabei habe sie mit C.____ Ltd. am 1. Oktober 2001 eine Investitionsver- einbarung (Nr. 34-15700) abgeschlossen. Der per diesem Datum investierte Betrag auf dem Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Konto "ak01561" habe sich auf Fr. 138'951.90 belaufen und sei laut Vereinbarung mit 6% pro Jahr verzinst worden. Im Jahre 2001 seien aus dieser Inv estition Fr. 2'084.-- (Ertrag 4. Quartal 2001) als Erträge deklariert worden. Gemäss den Vorlieg enden Abrechnungen seien jedoch Zinsen von insgesamt Fr. 8'129.50 erwirtschaftet worden . Da es Sache des Steuerpflichtigen sei, sämtliche massgebenden Tatsachen bekannt zu geben, ka nn der Steuerbehörde nicht ent- gegengehalten werden, sie hätte bei genügender Sorgf alt vom richtigen Sachverhalt Kenntnis erhalten können. "Bekannt" sei für die Steuerbehörde im Zeitpunkt der Veranlagung nur, aber immerhin, was akten- oder amtskundig sei. Dem Steuerpfl ichtigen obliege es dabei, den Nach- weis zu erbringen, dass der Behörde die Tatsache hätte b ekannt sein müssen. Betreffend die Nachfragepflicht der Steuerverwaltung führt diese aus, dass eine entsprechende Pflicht nur dann bestehe, sofern konkrete Anhaltspunkte bestünden und es geradezu offensichtlich sei, dass das Einkommen oder Vermögen nicht vollständig deklariert sei. 4.2.2 Die Beschwerdeführer machten in ihrer Beschwerde vom 27. Juni 2011 hierzu im We- sentlichen geltend, dass die Beschwerdeführerin unbestr ittenermassen bestimmte Beträge ins sogenannte "System D.____" investiert und dafür eine I nvestitionsvereinbarung abgeschlossen habe, gemäss welcher ihr eine Verzinsung von 6% p.a. zu gesagt worden sei. Diese Investition und die daraus der Beschwerdeführerin gutgeschriebenen Erträge seien vollständig und korrekt deklariert worden. 4.2.3 Betreffend das Konto Nr. ak01561 (Verzinsung zu 6%) ergibt sich aus den Akten, dass die Erträge der ersten drei Quartale des Jahres 2001 in der Steuererklärung 2001 nicht dekla- riert worden sind. Deklariert wurden diese Erträge aussc hliesslich ab dem vierten Quartal des Jahres 2001 sowie in den Folgejahren. Ebenso haben d ie Beschwerdeführer bis im Verfahren vor dem Steuergericht selbst erklärt, dass sie die entsprechende Deklaration versehentlich nicht vorgenommen hätten und bei ihrer Anerkennung der Nach steuern für die nicht deklarierten Er- träge des ersten bis dritten Quartals 2001 zu behaften seien (vgl. Rekurs der Beschwerdeführer an das Steuergericht vom 16. August 2010). Zwar machte n die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auch geltend, dass die Steuerverwaltung die sen Fehler in der Steuerdeklarati- on selbst hätte erkennen müssen, dennoch haben sie sich b is im Verfahren vor dem Steuerge- richt darauf behaften lassen, dass die Nachbesteuerung bet reffen die genannten Erträge vor- genommen werden solle. Ausserdem führten die Beschwerd eführer nicht aus, inwiefern die Steuerverwaltung den Fehler der Deklaration hätte er kennen müssen. Entsprechendes ergibt sich sodann auch nicht aus den Akten. Demgemäss sind die Beschwerdeführer - auch wenn sie dies im Verfahren vor dem Kantonsgericht nicht mehr so ausführen - weiterhin auf ihren ur- sprünglichen Vorbringen zu behaften. Die Nachbesteuerung betreffend die ersten drei Quartale des Jahres 2001 für die Erträge des Kontos Nr. ak01561 ( Verzinsung zu 6%) ist also von der Vorinstanz zu Recht aufrechterhalten worden, womit die Beschwerde in diesem Punkt abzuwei- sen ist. 4.3.1 Das Steuergericht führte in seinem Entscheid im We iteren an, dass die Veranlagungs- behörde bei steuererhöhenden Tatsachen zwar die Beweisl ast trage, doch könne die entschei- dende Behörde die tatsächlichen Anbringen der Steuer behörde als erwahrt ansehen, wenn sie glaubhaft erscheinen würden. Im vorliegenden Falle se i glaubhaft gemacht worden, dass Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht B.____ Kenntnis vom nicht deklarierten, auf sie lautend en Konto "ak01562" gehabt habe. Die- ses Konto sei auf Grundlage einer Zusatzvereinbarung zur Investitionsvereinbarung errichtet und in der Folge nicht deklariert worden. Gemäss Abrech nung vom 1. Quartal 2000 per 31. März 2000 habe dieses Konto einen Saldo von Fr. 5 '582.20 ausgewiesen, bestehend aus einer Einlage von Fr. 5'000.-- sowie Zinsen von Fr. 580.20. Die beiden Konti seien somit etwa zeitgleich eröffnet worden. Zwischen den beiden Konti seien regelmässig Zinsen vom deklarier- ten auf das nicht deklarierte Konto geflossen. Aus den Abrechnungen betreffend das deklarierte Konto sei ersichtlich, dass dieses quartalsweise parallel sow ohl mit 1.5% (= 6% p.a.) wie auch mit 6% (= 24% p.a.) verzinst worden sei und die Zinsen in Höhe von 6% pro Quartal auf dem nicht deklarierten Konto wieder angelegt und diejenig en von 1.5% pro Quartal auf dem dekla- rierten Konto selbst wieder angelegt worden seien. Das nicht deklarierte Konto selbst sei wie- derum mit einem Zinssatz von 7.5% pro Quartal, d.h. 3 0% p.a., verzinst worden. In den Jahren 2002 bis 2004 seien in der Folge diverse Bezüge sowohl vo m deklarierten wie auch vom nicht deklarierten Konto getätigt worden. Die Bezüge vom nich t deklarierten Konto würden mit den Aussagen der Pflichtigen im Schreiben vom 29. August 200 8 harmonieren, wonach es richtig sei, dass die Mutter ihnen gelegentlich Geld von diesen Konti weitergegeben habe, zum Teil auf Bitten hin, zum Teil ungefragt. A.____ und B.____ h ätten aufgrund dieser Erklärungen wissen müssen, dass noch ein anderes Konto existiert habe. Deren A ussagen, sie seien in Finanzan- lagen gänzlich unerfahren, führe, wie die Unwissenheit betreffend der Funktionsweise des D.____-Systems oder der Herkunft der erbetenen Gelder , ebenfalls nicht zur Entlastung der Pflichtigen. Gerade weil B.____ offensichtlich darüber Bescheid wusste, dass die Mutter in die Geschäfte von D.____ Einblick gehabt hätte, hätte sie sich aus erster Hand darüber informieren können und auch müssen. Die nachträglich erstellten Schr eiben der Mutter stammten aus dem Jahr 2010 und seien im vorliegenden Verfahren, welches die Steuerverwaltung im Jahre 2008 eingeleitet habe, wenig beweistauglich. Die Erhebung von Nachsteuern sei folglich zu Recht erfolgt. Mit Vernehmlassung vom 24. August 2011 brachte das Steue rgericht sodann vor, dass die Ar- gumentation der Beschwerdeführer, diese hätten von al l den Vorgängen betreffend das nicht deklarierte Konto keine Kenntnis gehabt, nicht als glaubhaft erscheine. Zwar befinde sich in den Akten betreffend die Beschwerdeführer - im Unterschied z um Parallelfall, welcher die Schwes- ter der Beschwerdeführerin betreffe - keine Zusatzverei nbarung. Die Abläufe und die Entwick- lung der Gelder seien aber in beiden Fällen nach dem gleichen Muster erfolgt. Es könne auf- grund der praktisch identischen Sachlage kein anderer Schluss gezogen werden, als dass auch im vorliegenden Fall eine Zusatzvereinbarung bestanden habe. Das Argument der Pflichtigen, sie habe keinerlei Unterlagen und Belege erhalten, erweise sich als Schutzbehauptung. 4.3.3 Die Beschwerdeführer machen demgegenüber gelten d, sie hätten keine Zusatzverein- barung, wonach für das investierte Kapital zusätzliche 24% p.a. zugesichert worden seien, un- terschrieben und auch bis ins Jahr 2008 von entsprechende n Erträgen keine Kenntnis gehabt. So seien die Gutschriftsanzeigen betreffend das nicht deklarierte Konto zwar an die Beschwer- deführerin adressiert gewesen, ihr jedoch nie zugestellt worden. Dies ergebe sich daraus, dass die Mutter der Beschwerdeführerin zum einen die Dokum entenerstellung und den späteren Do- kumentenfluss gesteuert habe, ohne ihrer Tochter diesbe züglich etwas zu sagen oder ihr Ab- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechnungen zuzustellen, und zum anderen gegenüber ihrem Chef zur Geheimhaltung verpflich- tet gewesen sei. Ausgehend von der Unschuldsvermutung se i eine durch nichts begründete Annahme der Zustellung der fraglichen Dokumente noch lange kein genügender Beweis für die Zustellung. Müsse aber im Bereich der Strafsteuer von ei ner nicht bewiesenen Zustellung aus- gegangen werden, so gelte das Gleiche auch für die Nachsteuer. Es wäre mithin nicht nachvoll- ziehbar, wenn hier mit zwei verschiedenen Ellen gemessen würde. Dass die Beschwerdeführer keine Kenntnis von einer Zusatzvereinbarung gehabt hätten, ergebe sich auch daraus, dass die Beschwerdeführer im gegebenen Zeitpunkt nur die Grund investition, nicht aber die Erträge zu 24% p.a. inkl. Zinsen zurückgefordert hätten. Zu beachten sei im Weiteren, dass das Schreiben der Beschwerdeführer vom 29. August 2008 nur so verstande n werden könne, dass die Mutter, wenn sie der Beschwerdeführerin gefragt oder ungefragt Geld gegeben habe, dieses immer von jenen Konti bezogen habe, welche sie für die Töchter ohne deren Wissen eingerichtet, geführt und geäufnet habe. Aus diesem Schreiben könne mithin nicht geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre Mutter jeweils gebeten habe, von den "Schwarz-Konti Geldern" zu ihren Gunsten zu beziehen. Da die Beschwerdeführer kein e Kenntnis von der Zusatzvereinba- rung gehabt hätten, hätten sie auch keine Realisierungsmöglichkeit, welche für die Besteuerung eines Ertrages vorausgesetzt werde, gehabt. Damit entfa lle jegliche Nach- und Strafsteuer- pflicht. 4.3.4 In Ihrer Stellungnahme vom 18. Juli 2011 machte die Steuerverwaltung geltend, dass betreffend das Konto Nr. ak01562 nicht etwa ein Treuha ndverhältnis, sondern eine Geschäfts- führung ohne Auftrag gemäss Art. 424 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR) vom 30. Mai 1911 vorliege. Dies ergebe sich aus dem Umstand, dass die Mutter ursprünglich sowohl im Interesse als auch im Namen und zu Gunsten der Tochter eine Zusatzvereinbarung mit Gewinnbeteilig ung bis zu 24% abgeschlossen habe, die Tochter davon aber gemäss eigenen Aussagen bzw. Bestä tigungen seitens der Mutter gar nichts gewusst habe. Die jeweiligen Gutschriften und der Bestand des Zusatzkontos seien da- her grundsätzlich der Tochter zuzurechnen, wenn man davo n ausginge, dass dies die Tochter bei Kenntnis der jeweiligen Gutschriften auch genehmi gt hätte. Mit der Genehmigung, welche auch formlos und stillschweigend erteilt werden könne, h ätten die Rechtswirkungen nach den Regeln der Stellvertretung rückwirkend auf die Tochter ü bertragen werden können. Deshalb seien der Tochter auch die Vorteile, d.h. die damals gu tgeschriebenen Gewinnanteile nicht nur zivilrechtlich, sondern auch steuerrechtlich zuzuordnen. 4.3.5 Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in den Ja hren 2001 bis 2004 Kenntnis vom nicht deklarierten, auf die Beschwerdeführerin lautende Kon to Nr. ak01562 hatten. Hierzu ist zu be- achten, dass die Verwaltung als verfügende Instanz und – i m Beschwerdefall – das Gericht eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen dürfen, wenn si e von ihrem Bestehen überzeugt sind. Verlangt wird im Grundsatz der volle Beweis. Vom vollen Beweis wird dann gesprochen, wenn die entscheidende Behörde vom Vorhandensein einer Tatsache so überzeugt sein muss, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint. Die Überz eugung braucht jedoch nicht in einer absoluten Gewissheit zu bestehen, die jede ande re Möglichkeit ausschliesst. Es genügt, wenn die Überzeugung von der Lebenserfahrung und Vern unft getragen und auf sachliche Gründe abgestützt ist (BGE 105 Ib 114 E.1; S ILVIA HUNZIKER / MARTIN ZWEIFEL , Steuerverfah- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm’s length", Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüf ung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswinkel des Drittvergleichs ["dealing at a rm’s length"] in: ASA 77, S. 688, mit weiteren Nachweisen; vgl. auch KGE VV vom 9. Mai 2007 [810 06 344] E. 3). 4.3.6 Aus den Akten geht hervor, dass ein Konto mit der Bezeichnung Nr. ak01562 existiert haben muss und dass dieses Konto auf den Namen der Beschw erdeführerin lautete. Allerdings befindet sich in den Akten keine von der Beschwerdeführe rin unterschriebene Zusatzvereinba- rung. Auch ergibt sich aus den Akten kein Hinweis darauf , dass die Beschwerdeführerin Unter- lagen zu diesem Konto je erhalten hat. Für den Umstan d, dass die Beschwerdeführer keine Kenntnis vom Konto Nr. ak01562 hatten, sprechen demgeg enüber die Stellungnahmen der Mutter der Beschwerdeführerin vom 23. April 2010 und 29. Juli 2010. So hält die Mutter der Beschwerdeführerin in diesen Schreiben fest, dass die Be schwerdeführer betreffend die Zu- satzvereinbarung und das Zusatzkonto keine Kenntnis und entsprechend auch keine Zugriffs- möglichkeit gehabt hätten und nur ihr diese Zugriffsm öglichkeit zugekommen sei. Auch geht aus den den Beschwerdeführern unbestritten zugestellten Kontoauszügen zum deklarierten Konto nicht hervor, dass ein zweites Konto bestand, auf w elches die Zinserträge des deklarier- ten Kontos zur nochmaligen Verzinsung überwiesen wurd en. Auf die Zustellung derjenigen Ta- bellen, aus welchen die Übertragung auf das vorliegend strittige Konto zumindest hervorgehen würde, kann zudem gestützt auf die Akten nicht geschlosse n werden. Dass den Beschwerde- führern das Geld der Mutter vom nicht deklarierten K onto zugekommen sein soll, könnten die Beschwerdeführer ausserdem auch - wie sie selber geltend machten - tatsächlich erst nachträg- lich erfahren haben, wobei es als möglich erscheint, dass si ch die Beschwerdeführer in ihrem Schreiben vom 29. August 2008 - wie sie mit Stellungnah me vom 30. April 2010 geltend mach- ten - fälschlicherweise unpräzise ausdrückten. Weshalb Ge ldgeschenke der Mutter der Be- schwerdeführerin die Beschwerdeführer hätten stutzig mach en sollen, legen die Vorinstanzen sodann nicht näher dar. Ebenso wenig ist den Akten zu en tnehmen, dass derartige Geldge- schenke in hohem Ausmass erfolgt wären. Entsprechend kann d en Beschwerdeführern auch nicht vorgeworfen werden, dass sie bei der Mutter der B eschwerdeführerin nicht weiter nach den Quellen der Geldgeschenke gefragt haben. Dies führ t wiederum dazu, dass den Be- schwerdeführern auch nicht vorgeworfen werden kann, sie hätten im Falle von Nachforschun- gen wohl ein Zugriffs- und Verfügungsrecht auf das frag liche Konto durchsetzen können. Ge- stützt auf die Akten kann sich der Sachverhalt mithin auf verschiedene Arten zugetragen haben. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang schliesslich, dass allein aufgrund des Umstandes, wonach in den Parallelverfahren 810 11 227 und 810 1 1 228 davon ausgegangen werden muss, dass die Schwester der Beschwerdeführerin eine entspre chende Zusatzvereinbarung unterzeichnet hat, aufgrund der Akten und der Aussagen der Parteien nicht gefolgert werden darf, dass die Beschwerdeführerin ebenfalls eine Zusatzver einbarung unterschrieben habe. Entsprechendes kann ebenso nicht - entgegen der Ansich t der Vorinstanz - aus dem Umstand, wonach es betreffend die D.____-Anlagen noch zahlreiche weitere Betroffene mit sehr ähnli- chen Sachverhalten gebe, geschlossen werden. Mithin ist di e dahingehende Auslegung der Akten, dass die Beschwerdeführer weder über die Errichtu ng des Zusatzkontos informiert wa- ren bzw. hätten informiert sein sollen, noch über die ses verfügen konnten, nicht unwahrschein- lich. Es kann deshalb nicht als bewiesen angesehen werden, dass die Beschwerdeführer in den Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Jahren 2001 bis 2004 Kenntnis vom nicht deklarierten, auf sie lautenden Konto Nr. ak01562 hatten. 4.3.7 Mit der Vorinstanz und entgegen der Ansicht der S teuerverwaltung ist zudem nicht da- von auszugehen, dass den Beschwerdeführern die Erträge des Kontos Nr. ak01562 aufgrund einer Geschäftsführung ohne Auftrag gemäss Art. 419 ff . OR zuzuordnen sind. Für die Annah- me einer Geschäftsführung ohne Auftrag fehlt es - wi e die Vorinstanz richtig festgehalten hat - bereits an der Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführer sowie an der Dringlichkeit der Besorgung der Angelegenheit (vgl. ROLF H. WEBER , in: Honsell/Vogt/Wiegand, Basler Kommentar zum Ob- ligationenrecht, Band I, 5. Auflage, Basel 2011, Rn 13). So sind entsprechende Hinweise, wel- che auf eine Hilfsbedürftigkeit der Beschwerdeführer in vermögensrechtlicher Hinsicht bzw. auf eine Dringlichkeit der Besorgung von Investitionen schl iessen liessen, den Akten nicht zu ent- nehmen und werden von der Steuerverwaltung zu Recht auch nicht geltend gemacht. Ausser- dem könnten die Erträge des Kontos Nr. ak01562 der Beschw erdeführerin auch dann nicht zu- geordnet werden, wenn von einer nicht gebotenen Geschä ftsführung ohne Auftrag auszugehen wäre, wie dies die Steuerverwaltung geltend machte. In den Akten befinden sich - entgegen der Ansicht der Steuerverwaltung - nämlich keine Hinweise d arauf, dass die Beschwerdeführer die Handlungen der Mutter genehmigten. 4.3.8 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist in ei nem weiteren Zwischenschritt fest- zuhalten, dass betreffend die Gutschriften auf dem Konto Nr. ak01562 nicht auf Einkommen der Beschwerdeführer geschlossen werden kann, welches nachzubesteuern wäre. Die Beschwerde ist daher in diesem Punkt gutzuheissen. 5.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführer betre ffend das Konto Nr. ak01561 zu Recht wegen einer vollendeten Steuerhinterziehung von der Steuerverwaltung gebüsst wurden. 5.2.1 Das Steuergericht brachte betreffend das Konto Nr . ak01561 vor, dass die ordentliche Veranlagung für das Jahr 2001 mangels Deklaration des vo llständigen Einkommens unvoll- ständig geblieben sei, weshalb das Gemeinwesen einen S teuerausfall erlitten habe. Demzufol- ge sei der Tatbestand der Steuerhinterziehung erstellt. Da die Beschwerdeführerin zumindest die Möglichkeit gehabt hätte, den Sachverhalt vollends zu ergründen und entsprechend richtig zu deklarieren, sei ihr leichtes Verschulden vorzuwerfen. Vorsatz sei der Beschwerdeführerin nicht vorzuwerfen, allenfalls unbewusste Fahrlässigkeit. D ementsprechend rechtfertige sich eine Strafsteuer in der Höhe von einem Drittel. 5.2.2 Die Beschwerdeführer machten hierzu im Wesentliche n geltend, dass die Beschwerde- führerin unbestrittenermassen bestimmte Beträge ins soge nannte "System D.____" investiert habe und dafür eine Investitionsvereinbarung abgeschlo ssen habe, gemäss welcher ihr eine Verzinsung von 6% p.a. zugesagt worden sei. Diese Investi tion und die daraus der Beschwer- deführerin gutgeschriebenen Erträge seien vollständig und korrekt deklariert worden. 5.3.1 Wer gemäss § 151 StG als steuerpflichtige Person vo rsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollstän- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht dig ist, wer als zum Steuerabzug an der Quelle Verpfli chteter vorsätzlich oder fahrlässig einen Steuerabzug nicht oder nicht vollständig vornimmt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine un- rechtmässige Rückerstattung oder einen ungerechtfertigten Erlass bewirkt, wird mit einer Busse entsprechend seinem Verschulden bestraft. 5.3.2 Der vollendeten Steuerhinterziehung gemäss § 151 StG macht sich damit unter ande- rem strafbar, wer bewirkt, dass eine Veranlagung unvol lständig ist oder gänzlich unterbleibt (Steuerverkürzung). In objektiver Hinsicht erfordert de r Tatbestand der Steuerverkürzung, dass der Steuerpflichtige einen ungerechtfertigten Steuer vorteil erlangt hat, weil die Veranlagungs- behörde für Bestand und Umfang der Steuerpflicht wese ntliche Tatsachen nicht gekannt hat und die Veranlagung aus diesem Grund zu Unrecht unterblieben oder rechtskräftig ungenügend ausgefallen ist. Vorausgesetzt wird zunächst, dass dem Ge meinwesen gegenüber dem hinter- ziehenden, unbeschränkt oder beschränkt steuerpflichtigen Täter eine Steuerforderung zusteht. Aufgrund der Tatsache, dass die Veranlagung des Betreff enden unvollständig ausgefallen ist oder zu Unrecht unterblieben ist, hat das Gemeinwesen j edoch einen Steuerausfall erlitten. Dieser Verlust ist die Folge einer unzutreffenden Sachve rhaltsfeststellung. Eine unvollständige Veranlagung ist möglich, weil der Veranlagungsbehörde falsche oder unvollständige Angaben vorliegen, auf welche sie sich bei der Veranlagung abstü tzt. Die Tathandlung besteht bei der Steuerhinterziehung im Bewirken der unvollständigen bzw . unterbliebenen Veranlagung. Diese kann dabei in einem Handeln oder in einem Unterlassen bestehen. Da der Steuerpflichtige im Veranlagungsverfahren gesetzlich verpflichtet ist, der S teuerbehörde alle rechtserheblichen Tatsachen vollständig und wahrheitsgemäss anzugeben, fällt die Tathandlung der Steuerhinter- ziehung mit einer Verletzung von Verfahrenspflichten zusammen und kann insofern als erfolgs- qualifizierte Verfahrenspflichtverletzung des Steuerpf lichtigen bezeichnet werden (vgl. FILLI /P FENNINGER , in: StG BL-Kommentar, § 151 N 6 ff.). Als letztes ob jektives Tatbestands- merkmal ist das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammen hangs zwischen der Tathandlung und dem Eintritt des Steuerausfalls des Gemeinwesens als Deliktserfolg zu nennen. Das Ver- halten des Steuerpflichtigen muss den Steuerausfall bzw. die zugrunde liegende Falschveran- lagung verursacht haben (natürliche Kausalität). Es mus s zudem geeignet sein, nach dem ge- wöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Le bens einen solchen Erfolg herbeizufüh- ren oder mindestens zu begünstigen. Der adäquate Kausal zusammenhang zur steuerverkür- zenden Veranlagung wird dabei nicht dadurch unterbroch en, dass die Veranlagungsbehörde die Steuerhinterziehung bei genügender Sorgfalt hätte erkennen können (vgl. ROMAN SIEBER in: Zweifel/Athanas (Hrsg.), Kommentar zum schweizerischen Steu errecht, Band I/1, Bundesge- setz über die Harmonisierung der direkten Steuern der K antone und Gemeinden [StHG- Kommentar], Basel 2002, Art. 56 StHG N 7a). 5.4 Zu prüfen ist zunächst, ob der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllt ist. Bezüglich des Beweisgrades im Strafbesteuerungsverfahren ist festzuhalten, dass dieses Ver- fahren eine pönale Funktion verfolgt und daher die strafprozessualen Garantien zur Anwendung gelangen, wobei insbesondere die Unschuldsvermutung zu b eachten ist. Nach Art. 10 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO) vom 5. Oktober 2007 würdigt das Gericht die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren g ewonnenen Überzeugung. Welches Beweismass für die richterliche Überzeugung erforderlich ist, wird zwar nirgends explizit er- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht wähnt, ergibt sich aber aus dem Grundsatz in dubio pro r eo (Art. 10 Abs. 3 StPO) und der dazu ergangenen Rechtsprechung (vgl. S UMMERMATTER /J ACOBER , a.a.O., S. 140, mit weiteren Hin- weisen). Danach darf das Gericht nur dann von einem best immten Sachverhalt ausgehen, wenn es keine unüberwindlichen Zweifel an dessen Wahrhe it hat (BGE 127 I 38, E. 2a; 124 IV 86, E. 2a). Andernfalls hat es von der für den Beschuldigten günstigeren Sachlage auszugehen. Unüberwindliche Zweifel sind Zweifel, die sich nach der objektiven Sachlage für einen kritischen und vernünftigen Menschen aufdrängen. Die denktheoretisch nie auszuschliessende Möglich- keit, dass es auch anders sein könnte, ist demgegenüber irr elevant. In Würdigung der Akten ist davon auszugehen, dass keine sich nach der objektiven Sachla ge für einen kritischen und ver- nünftigen Menschen aufdrängenden Zweifel daran bestehe n, dass die Beschwerdeführer die Erträge des Kontos Nr. ak01561 der ersten drei Quartale des Jahres 2001 in der Steuererklä- rung 2001 nicht deklariert haben (vgl. E. 4.2.3). Die Vorinstanzen haben deshalb richtigerweise festgestellt, dass die ordentliche Veranlagung für das Jahr 2001, mangels Deklaration aller Ein- künfte, unvollständig war. Das Gemeinwesen hat einen St euerausfall erlitten und somit ist der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung erstellt. Es ist somit im Weiteren zu prüfen, ob auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 5.5.1 In subjektiver Hinsicht erfordert der Tatbestand de r vollendeten Steuerhinterziehung, dass der Steuerpflichtige schuldhaft eine Verkürzung oder Gefährdung des gesetzlichen Steu- eranspruchs bewirkt hat. Dabei beurteilt sich die Frage , ob ein Verschulden vorliegt, nach den allgemeinen strafrechtlichen Grundsätzen. Zum Verschulde n zählen unter anderem die nach- gewiesenen Schuldformen, das heisst Fahrlässigkeit und Vor satz. Der materielle Gehalt der Begriffe Vorsatz und Fahrlässigkeit bestimmt sich ebenfalls nach dem gemeinen Strafrecht, also nach Art. 12 Abs. 2 und 3 des Schweizerischen Str afgesetzbuches (StGB) vom 21. De- zember 1937 (vgl. E GLOFF DIETER in: Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aarga uer Steuergesetz, 3. Auflage, § 236 N 38). 5.5.2 Vorsätzlich begeht eine Steuerhinterziehung, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt (Art. 18 Abs. 2 StGB). Bezüglich der Wissenskomponente wird vorausgesetzt, dass der Täter in Bezug auf die tatbestandsmässige Handlung um alle tatb estandsrelevanten Umstände weiss. Sodann muss der Täter hinsichtlich des tatbestandsmässigen E rfolges annehmen, dass seine Handlungen oder Unterlassungen zum Eintritt desselben f ühren oder dies zumindest gesche- hen könnte. Dazu gehört auch, dass er sich den entspreche nden Kausalverlauf zumindest in groben Zügen vorstellt. Der Wille kommt darin zum Aus druck, dass der Täter die tatbestands- mässige Handlung in Kenntnis ihrer objektiven Merkmale vo llzieht und dabei den Eintritt des tatbestandsmässigen Erfolges bewirken will. Das Motiv seine r Handlung ist für die Schuldfrage nicht relevant (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 41 ff.; F ILLI /P FENNINGER , a.a.O., § 151 N 18). Dem Vorsatz gleichgestellt wird der Eventualvorsatz. Die ser liegt vor, wenn der Täter die Ver- wirklichung eines Tatbestandes zwar nicht mit Sicherhei t voraussieht, aber für möglich hält und ihn für den Fall seines Eintritts billigt oder ihn in Kauf nimmt (vgl. BGE 109 IV 150 f.). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der Wille zur Steu erhinterziehung vorausgesetzt werden, wenn mit hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich der Steuerpflichtige der Unrich- tigkeit oder Unvollständigkeit der gegenüber den Steuerbehörden gemachten Angaben bewusst war (BGE 114 Ib 27 E. 3a). Diesfalls ist davon auszugeh en, dass der Steuerpflichtige willentlich Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht gehandelt, das heisst eine Täuschung der Steuerbehörde n beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf genommen hat (Eventualvor- satz). 5.5.3 Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhalte ns aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtw idrig ist die Unvorsichtigkeit dann, wenn der Täter nicht die Vorsicht beachtet, zu der er n ach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Je nachdem, ob der Täter die mögliche Bedeutung seines Verhaltens bedacht hat, liegt bewusste oder unbewusste Fahrläs- sigkeit vor (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 50 f.; F ILLI /P FENNINGER , a.a.O., § 151 N 20). Im Steuerrecht sind grundsätzlich an das Mass der gebotenen o bjektiven Sorgfalt hohe Anforde- rungen gestellt (R ICHNER /F REI /K AUFMANN /M EUTER , Handkommentar zum DBG, 2. A. Zürich 2009, Art. 235 N 9). Dies ergibt sich aus den umfassenden Verfahrenspflichten, die Steuererklä- rung vollständig und wahrheitsgetreu auszufüllen. Das Mass der geforderten Sorgfalt ist sodann davon abhängig, wie detailliert und klar die Steuerb ehörde die Mitwirkung der dazu verpflichte- ten Person verlangt (E GLOFF DIETER , a.a.O., § 236 N 56). Neben der genannten objektiven Sorgfaltspflicht sind jedoch auch die "persönlichen Verh ältnisse" des Täters (subjektive Sorg- faltspflicht) zu beachten. Zu beurteilen ist, was ein g ewissenhafter und besonnener Mensch mit den gleichen Kenntnissen und Fähigkeiten des Täters (z. B. hinsichtlich Bildung, geistige Fähig- keiten und berufliche Erfahrung) in der fraglichen Sit uation getan oder unterlassen hätte. Kann der Täter bei der Erfüllung von Verfahrenspflichten davon ausgehen, dass seine Angaben von der Steuerbehörde im Grossen und Ganzen übernommen we rden und als Grundlage für die Veranlagung oder weitere Anordnungen dienen, so ist a n die Sorgfalt ein strengerer Massstab anzulegen; der Täter hat diesfalls die Behörde auf a llfällige Zweifel an der Richtigkeit seiner Angaben hinzuweisen (vgl. SIEBER , a.a.O., Art. 56 StHG N 18). 5.6 Im vorliegenden Fall versäumten die Beschwerdeführe r die ordnungsgemässe Deklara- tion ihrer Einkünfte auf dem Konto Nr. ak01561 betr effend die ersten drei Quartale des Jahres 2001. Hierzu ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführer trotz Kenntnis der Erträge eine Dekla- ration unterlassen haben. So haben sie zumindest pflich twidrig unvorsichtig gehandelt. Sie wä- ren mithin verpflichtet gewesen, abzuklären, ob sie mi t der alleinigen Angabe des Vermögens und der Erträge des vierten Quartals des Jahres 2001 ih rer Steuerdeklarationspflicht nachge- kommen seien. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Be schwerdeführer Laien sind und zumindest den Auszug für das vierte Quartal 2001 eingere icht haben. Insofern ist es gut mög- lich und auch nachvollziehbar, dass die Einreichung der Abrechnungen für die ersten drei Quar- tale schlicht vergessen ging. Somit ist die Ansicht der Vo rinstanz vertretbar, dass die Be- schwerdeführer pflichtwidrig unvorsichtig handelten, indem sie der genannten Abklärungspflicht nicht nachkamen, dass sie aber die Erträge der ersten dre i Quartale des Kontos Nr. ak01561 ohne Vorsatz nicht deklarierten. Der Ansicht der Vorinsta nzen, dass die Pflichtige fahrlässig gehandelt hat, ist somit beizupflichten. Die Beschwerde i st folglich auch in diesem Punkt abzu- weisen. 5.7.1 Abschliessend bleibt das Verschulden der Beschwerde führer zu prüfen. Gemäss § 155 StG richtet sich die Strafzumessung bei der Steuerhinter ziehung in erster Linie nach der Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schwere und der Art des Verschuldens des Täters (Schuldpri nzip). Daneben sind jedoch auch der eingetretene oder beabsichtigte Erfolg und die p ersönlichen Verhältnisse des Täters in die Beurteilung miteinzubeziehen: Im Entscheid sind alle e rheblichen Strafzumessungsgründe zu berücksichtigen. Die gesamtheitliche Wertung ist letztlich entscheidend für die Höhe der Busse. Den Steuerbehörden kommt dabei ein weiter Ermessensspie lraum zu (F ILLI /P FENNINGER , a.a.O., § 155 N 2). Zu den persönlichen Verhältnissen g ehören namentlich Einkommen und Vermögen, Familienstand und Familienpflichten, Beruf und Erwerb sowie Alter und Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Es ist somit die gesamte Persönlichkeit des Täters, einschliesslich seines Vorlebens und seines Verhaltens während des Verfahr ens, in die Strafzumessung mi- teinzubeziehen. Gemäss § 151 StG beträgt bei vollendet er Steuerhinterziehung die Busse in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer. Sie kann bei leichtem Verschulden bis auf einen Drittel ermässigt, bei schwerem Verschulden bis auf das Dreifache erhöht werden. 5.7.2 Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdeführe r für das Steuerjahr 2001 fahrlässig ungenügende Steuererklärungen einreichten (E. 5.6). Dies spricht bereits für ein leichtes Ver- schulden. Für ein leichtes Verschulden spricht insbesonde re der Umstand, dass die Beschwer- deführer Laien sind und zumindest den Auszug für das vier te Quartal 2001 eingereicht haben. Es ist mithin - wie bereits angeführt - nachvollziehbar , dass die Einreichung der Abrechnungen für die ersten drei Quartale schlicht vergessen ging (E. 5.6). Zudem ergeben sich aus den Akten keine straferhöhenden Umstände. Somit kann festgehalten werden, dass von einem leichten Verschulden auszugehen ist und die Ansetzung einer Straf steuer auf dem Mindestsatz von ei- nem Drittel der Nachsteuer als vertretbar erscheint. 5.8 Betreffend das Konto Nr. ak01562 konnte bereits festgestellt werden, dass nicht auf Ein- kommen der Beschwerdeführer geschlossen werden kann, welch es nachzubesteuern wäre (vgl. E. 4.3). Der objektive Tatbestand der Steuerhint erziehung ist nicht erfüllt. Die Prüfung wei- terer Tatbestandselemente erübrigt sich damit und die B eschwerde ist in diesem Punkt gutzu- heissen. 6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Den Vorinstanzen werden keine Verfahrens- kosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend erscheint es gerechtfertigt, den teilweise unter- liegenden Beschwerdeführern einen Verfahrenskostenanteil in der Höhe von Fr. 400.-- aufzuer- legen. Der Verfahrenskostenanteil der Beschwerdeführer i st mit dem geleisteten Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- zu verrechnen, und der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- ist den Beschwerdeführern zurückzuerstatten. 6.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann g estützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird demgegenüber keine Parteientschä- digung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Entsprechend dem hiervor Angeführten ist festzuhal- ten, dass die Beschwerdeführer teilweise obsiegt haben. Das Gericht erachtet es aus diesem Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund als angemessen, den Beschwerdeführern eine reduzi erte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'160.-- (inkl. Auslagen und 8% MWSt) zu Lasten der Steuerverwaltung zuzuspre- chen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschlagen. 6.3 Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Ver fahrens wird die Angelegenheit an das Steuer- und Enteignungsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen t eilweise gutgeheissen und die Angelegenheit an die Steuerverwaltung des Kan tons Basel- Landschaft zur Neubeurteilung zurückgewiesen. 2. Zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanzlichen Verfa hrens wird die Angelegenheit an das Steuer- und Enteignungsgericht de s Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Steuergericht, zurückgewiesen. 3. Den Beschwerdeführern wird ein Verfahrenskostenant eil in der Höhe von Fr. 400.-- auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvor schuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'000.-- wird den Beschwerdeführern zurückerstattet. 4. Die Steuerverwaltung hat den Beschwerdeführern ein e reduzierte Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2'160.-- (inkl. Ausl agen und 8% MWSt) zu bezahlen. Im Übrigen werden die Parteikosten wettgeschla- gen. Vizepräsident Gerichtsschreiber