A bteilung V E -1472/2007 w eb/hat/ruo {T 0/2} U rteil vom 4. Juni 2007 M itw irkung: R ichter W eber, R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter Stöckli G erichtsschreiber H ardegger 1. B ._______, Serbien, 2. C ._______, Serbien, 3. D ._______, Serbien, 4. E._______, Serbien, 5. F._______, Serbien, 6. G ._______, Serbien, alle vertreten durch H ._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung des B FM vom 26. Januar 2007 i.S. A ufhebung der vorläufigen A ufnah- m e / N I._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer und ihr dam aliger Ehem ann beziehungsw eise ihr Vater J._______ reichten am 22. Septem ber 1997 in der Schw eiz Asylgesuche ein. M it unangefochtener Verfügung vom 23. O ktober 1997 forderte das BFM (Bundesam t für M igration, vorm als Bundesam t für Flüchtlinge [BFF]) die Beschw erdeführer ge- stützt auf Art. 19 Abs. 2 aAsylG (vorsorgliche W egw eisung) auf, die Schw eiz sofort zu verlassen und nach (...) zurückzukehren. Es stellte fest, einer allfälligen Be- schw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu. D ie Ausreise der Beschw erde- führer nach (...) erfolgte am 18. N ovem ber 1997. M it Beschluss vom 1. D ezem ber 1997 schrieb das Bundesam t die Asylgesuche der Beschw erdeführer als gegen- standslos gew orden ab. M it Verfügung vom 12. Februar 2001 untersagte das Bun- desam t für Ausländerfragen (BFA) den Beschw erdeführern das Betreten schw eize- rischen und liechtensteinischen G ebiets bis 11. Februar 2004. B. D ie Beschw erdeführer reichten am 12. M ärz 2001 zusam m en m it J._______ er- neut Asylgesuche in der Schw eiz ein. M it Verfügung vom 12. April 2002 lehnte das BFM diese Asylgesuche ab und ordnete die W egw eisung aus der Schw eiz an. G leichzeitig verfügte es w egen U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs die vor- läufige Aufnahm e der Beschw erdeführer in der Schw eiz. M it U rteil vom 22. M ai 2002 trat die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) auf eine gegen diese Verfügung erhobene Beschw erde vom 25. April 2002 (Postaufgabe) nicht ein. C . In der Folge forderten W ohngem einde und W ohnkanton w iederholt die Ü berprü- fung der Aufhebung der angeordneten vorläufigen Aufnahm e und die Ausschaf- fung der Beschw erdeführer. D ie R ede w ar unter anderem von nicht integrationsfä- higen und/oder delinquenten Personen. D as BFM w ies in seinen Stellungnahm en jew eils darauf hin, dass sich der vorliegende Fall sehr kom plex gestalte, das w eite- re Verfahren aufw ändig und zeitraubend sei und sich die Beschw erdeführer recht- m ässig in der Schw eiz aufhalten dürften. D ie W ohngem einde w ies in den Stellung- nahm en vom Jahr 2006 gegenüber dem kantonalen Fürsorgedepartem ent darauf hin, dass die Liegenschaftsbesitzer in der G em einde nicht m ehr bereit seien, den Beschw erdeführern w eiterhin W ohnraum zur Verfügung zu stellen. D . M it Strafverfügung der Jugendanw altschaft des Kantons K._______ vom 21. April 2004 w urde der Sohn (...) w egen Tätlichkeit nach Art. 126 StG B m it einem Verw eis bestraft und vom Vorw urf der sexuellen Belästigung m angels rechtsgenüglicher Bew eise freigesprochen. M it Strafverfügung vom 4. Juli 2005 w ies ihn die Jugen- danw altschaft des Kantons K._______ w egen erfolgter m ehrfacher geringfüger Verm ögensdelikte (D iebstahl, Sachbeschädigung) sow ie Entw endung eines Fahr- rades zum G ebrauch in ein Sonderschulheim ein. E. M it Schreiben vom 2. N ovem ber 2006 beantragte J._______ für sich und die Be- schw erdeführer eine Zuteilung vom Kanton K._______ in den Kanton L._______. D er vom BFM angefragte Kanton L._______ sprach sich in der Folge gegen eine Ü bernahm e der Beschw erdeführer aus. M it Verfügung vom 15. N ovem ber 2006 w ies das Bundesam t das G esuch der Beschw erdeführer vom 2. N ovem ber 2006 ab.3 F. M it Schreiben vom 17. N ovem ber 2006 ersuchte das BFM im R ahm en der Ü ber- prüfung der vorläufigen Aufnahm e der Beschw erdeführer das schw eizerische Ver- bindungsbüro in M ._______ um Abklärungen. Im D ezem ber 2006 und Januar 2007 überm ittelte die Vertretung in m ehreren Stellungnahm en ihre Antw orten. G . M it Schreiben vom 10. Januar 2007 gew ährte das BFM den Beschw erdeführern das rechtliche G ehör im H inblick auf eine eventuelle Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e. H . D ie Stellungnahm e der Beschw erdeführer datierte vom 15. Januar 2007. Sie bean- tragten unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des "Vorent- scheids" des BFM vom 10. Januar 2007, die Feststellung der U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung, die Fortsetzung der vorläufigen Aufnahm e und den Ver- zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. I. M it Verfügung vom 26. Januar 2007 - eröffnet am 31. Januar 2007 - hob das BFM die am 12. April 2002 angeordnete vorläufige Aufnahm e auf und forderte die Be- schw erdeführer - unter Androhung von Zw angsm itteln im U nterlassungsfall - auf, die Schw eiz bis zum 30. M ärz 2007 zu verlassen. J. M it Schreiben vom 5. Februar 2007 inform ierte das Bundesam t für Polizei (BKP) das BFM über eine Inhaftierung von J._______ in (...). K. M it Schreiben vom 12. Februar 2007 teilte die W ohngem einde dem BFM unter an- derem m it, dass ihr gegen Ende Januar 2007 das m ittlerw eile rechtskräftig gew or- dene Scheidungsurteil der Beschw erdeführer vom 1. Juni 2006 bekannt gew orden sei. Sie gab w eiter bekannt, dass die Fam ilie w eiterhin zusam m enlebe und anläss- lich eines U m zugs in eine andere gem einsam e W ohnung anfangs 2007 keine R ede von getrennten W ohnungen gew esen sei. D er eingereichten Kopie des Scheidungsurteils des Bezirksgerichts in N ._______vom (...) ist unter anderem zu entnehm en, dass sich die Ehegatten bei ihrer H auptverhandlung durch Anw älte haben vertreten lassen und die Ehe vom (...) einvernehm lich geschieden w orden ist. D ie fünf gem einsam en m inderjährigen Kinder w urden zur Erziehung, O bhut und Bildung des Vaters unterstellt. L. M it Beschw erde vom 26. Februar 2007 (Telefax) liessen die Beschw erdeführer die Verfügung des BFM vom 26. Januar 2007 beim Bundesverw altungsgericht anfech- ten, unter dem H inw eis darauf, dass die Kinder bei der M utter geblieben seien und dass der Vater beziehungsw eise Ex-M ann ausgezogen sei. M . M it Zw ischenverfügung vom 5. M ärz 2007 - eröffnet am 13. M ärz 2007 - w urden die Beschw erdeführer unter Androhung des N ichteintretens auf die Eingabe vom 26. Februar 2007 aufgefordert, innert sieben Tagen ab Erhalt der Zw ischenverfü- gung die rechtsgenügliche Beschw erdeschrift (O riginalunterschrift und Vollm acht) nachzureichen. N . Am 5. M ärz 2007 w urde eine rechtsgenügliche Beschw erdeschrift nachgereicht. Zur H auptsache stellten die Beschw erdeführer darin das Begehren, es sei der an- gefochtene Entscheid aufzuheben und (sinngem äss) die m it Verfügung vom 12. April 2002 angeordnete vorläufige Aufnahm e zu bestätigen. In form eller H insicht beantragten sie Akteneinsicht und G elegenheit zu einer Beschw erdeergänzung 4 ("zw eiter Schriftenw echsel"), die G ew ährung der unentgeltlichen Prozessführung, einschliesslich den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, und die Ausrichtung einer Parteientschädigung. O . M it Zw ischenverfügungen vom 9. M ärz 2007 verzichtete der Instruktionsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, verlegte die Entscheide über die übrigen Anträge auf einen späteren Zeitpunkt, forderte die Beschw erdeführer zur Einrei- chung einer Fürsorgebestätigung und der H onorarnote ihres R echtsvertreters auf und gab der Vorinstanz G elegenheit, zur Beschw erde Stellung zu nehm en. P. Am 9. M ärz 2007 stellte die W ohngem einde dem Bundesverw altungsgericht einen Bericht über die Beschw erdeführer zu. Q . M it Vernehm lassung vom 20. M ärz 2007 beantragte die Vorinstanz die Abw eisung der Beschw erde. R . Am 22. M ärz 2007 w urde eine Fürsorgebestätigung vom 20. M ärz 2007 nachge- reicht. S. M it Schreiben vom 24. M ai 2007 stellte die W ohngem einde dem Bundesverw al- tungsgericht einen w eiteren Bericht über die Beschw erdeführer zu. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht können die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli- chen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. 2.1 Am 2. M ärz 2007 ist die Verfügung des BFM vom 26. Januar 2007 in Bezug auf den aus der Schw eiz ausgereisten Vater und Ex-M ann der Beschw erdeführer un- angefochten in R echtskraft erw achsen. 2.2 D er W ortlaut des eingereichten Scheidungsurteils des Bezirksgerichts in N ._______vom (...) steht der Vertretung von fünf m inderjährigen eigenen Kindern durch die Beschw erdeführerin nicht entgegen. Zw ar w ies das betreffende Schei- dungsurteil dem Vater die alleinige Verantw ortung für Erziehung, O bhut und Bil- dung dieser Kinder zu. Aus dieser von den geschiedenen Personen offenbar ein-5 vernehm lich eingebrachten und vom Bezirksgericht übernom m enen Verantw ort- lichkeitsaufteilung liesse sich nicht ableiten, dass der Beschw erdeführerin dam it auch die elterliche H andlungsvollm acht für ihre m inderjährigen Kinder in Asylsa- chen entzogen w orden w äre. Schliesslich w äre auch eine G eschäftsführung ohne Auftrag für den in (...) in H aft befindlichen Vater zur zw ischenzeitlichen W ahrung der Interessen der Kinder denkbar, zum al sich die angefochtene Verfügung an alle Fam ilienangehörigen (inkl. J._______) richtet. 2.3 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin und ihre m inderjährigen Kinder sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde der Beschw erdeführerin und ihrer m inderjährigen Kin- der ist einzutreten. 3. D ie Vernehm lassung des BFM vom 20. M ärz 2007 ist den Beschw erdeführern bis- her nicht zur Kenntnis gebracht w orden. Angesichts des Verfahrensausganges kann auf eine vorgängige U nterbreitung zur Stellungnahm e verzichtet und die Ver- nehm lassung m it dem vorliegenden Entscheid zur Kenntnis gebracht w erden (vgl. Art. 30 Abs. 2 Bst. c Vw VG ). Aus gleichem G rund w eist das Bundesverw altungs- gericht den Antrag auf Akteneinsicht ab, zum al - w ie nachfolgend aufgezeigt - dem H auptantrag der Beschw erdeführer zu entsprechen ist (vgl. D ispositivziffer 4 der Zw ischenverfügung an die Beschw erdeführer vom 9. M ärz 2007). Es bleibt indes- sen den Beschw erdeführern unbenom m en, bei Bedarf ein entsprechendes G esuch an die Vorinstanz zu richten. 4. Eine in Anw endung von Art. 44 Abs. 2 AsylG angeordnete vorläufige Aufnahm e kann dann aufgehoben w erden, w enn der Vollzug der rechtskräftig angeordneten W egw eisung zulässig und es der ausländischen Person m öglich und zum utbar ist, sich rechtm ässig in einen D rittstaat oder in ihren H eim atstaat oder in das Land zu begeben, in dem sie zuletzt w ohnte; sie erlischt, w enn die ausländische Person freiw illig ausreist oder eine Aufenthaltsbew illigung erhält (Art. 14b Abs. 2 des Bun- desgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). D as Bundesam t kann die vorläufige Aufnahm e jederzeit auf- heben. Verfügt es nicht auf Antrag der Behörde, w elche die vorläufige Aufnahm e beantragt hat, so hört es diese vorher an. Es setzt eine angem essene Ausreisefrist an, sofern nicht der sofortige Vollzug der W eg- oder Ausw eisung angeordnet w ird. D as Verfahren richtet sich nach dem Vw VG und dem BG G (Art. 26 Abs. 1 der Ver- ordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der W eg- und Ausw eisung von ausländischen Personen [VVW A, SR 142.281]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn die ausländische Person w eder in den H er- kunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin ge- bracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise der ausländischen Person in ihren H eim at-, H er- kunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für die ausländische Person eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5. 5.1 Zur Begründung der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e führte die Vorinstanz im W esentlichen aus, im heutigen Zeitpunkt sei der Vollzug der W egw eisung in das 6 H eim atland der Beschw erdeführer als durchführbar zu erachten. D ie Situation der ethnischen M inderheiten im H eim atland habe sich in letzter Zeit verbessert. D ie Abklärungen des BFM über das schw eizerische Verbindungsbüro in M ._______ hätten ergeben, dass die Beschw erdeführer dort nicht aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit gefährdet seien. Bezüglich der einzelnen D etails kann an dieser Stelle auf die angefochtene Verfügung verw iesen w erden. Aus den Akten - auch aus der Stellungnahm e der Beschw erdeführer vom 15. Januar 2007 - sei (sinnge- m äss) nichts zu entnehm en, w as einem Vollzug der W egw eisung der Beschw erde- führer entgegenstehen könne. D ie Beschw erdeführer seien gesund und in der Schw eiz w eder beruflich noch sozial integriert. Sie hätten m ittlerw eile dem G e- m einw esen hohe Kosten verursacht und seien bis anhin keiner Arbeit nachgegan- gen. Zudem hätten sie M ühe, die geltende R echtsordnung zu respektieren. Ange- sichts des G rundbesitzes der (...) könne nicht von einer M ittellosigkeit gesprochen w erden. Ein W egw eisungsvollzug sei durchführbar. D ie entsprechenden Anträge im Schreiben vom 15. Januar 2007 seien beim vorliegenden Verfahrensstand un- beachtlich. 5.2 In der Beschw erde w ird unter anderem geltend gem acht, ein W egw eisungsvollzug der Beschw erdeführerin m it ihren fünf Kindern (...) sei nicht durchführbar. Alba- nischstäm m ige hätten inzw ischen das (...) reparierte H aus in (...) beschädigt. D ie dortigen N achbarn, (...), versuchten, dieses H aus (...) w egzunehm en, entw eder durch Entrechtung oder Beseitigung der Fam ilie. Zur Zeit w ürden nur noch (...) im O rt leben, die zu den Angehörigen der (...) zu zählen seien. D ie Kinder lebten ent- gegen der Tradition bei der geschiedenen M utter. Eine R ückkehr sei auch aus Sicht des Kinderrechts nicht zulässig. D er H eim atstaat sei untätig gegenüber exis- tenzbedrohender Arm ut und verw eigere eine ausreichende G esundheitsversor- gung. G rosse ökonom ische und soziale Problem e w ürden die R ückkehrer (...) er- w arten. D ie Beschw erdeführer m üssten unter dem Existenzm inim um leben; ein m enschenw ürdiges Leben sei ihnen dort verw ehrt. 5.3 D ie Vorinstanz erklärte in ihrer Vernehm lassung, das Scheidungsurteil könne kei- nen erheblichen Einfluss auf die verfügte Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e ha- ben. So hätten die Beschw erdeführer ihr fam iliäres Leben in der Schw eiz ungeach- tet der Scheidung fortgesetzt. D ie Scheidungsurkunde sei w ohl deshalb einge- reicht w orden, um die C hance zu erhöhen, dass Frau und Kinder w eiterhin in der Schw eiz bleiben könnten. Ausserdem hätten sich die Beschw erdeführer vorzuhal- ten, dass sie die schw eizerischen Behörden nicht zeitgerecht über ihre fam iliäre Situation in Kenntnis gesetzt hätten. D as BFM gehe davon aus, dass die deut- schen Behörden den Ex-M ann nach Serbien ausw eisen w ürden. Schliesslich hät- ten die Beschw erdeführer in der Schw eiz grosse ökonom ische und soziale Proble- m e geschaffen. Trotz grosser Anstrengungen des W ohnkantons habe sich das Verhalten der Beschw erdeführer in der Schw eiz nicht geändert. Es stehe nicht zur D iskussion, dass die Fam ilie auch ihren Teil der Verantw ortung zu übernehm en habe. D ie Einzelabklärung des Verbindungsbüros in M ._______ habe ergeben, dass im H eim atland ein grosses H aus eines O nkels m it w enig Aufw and zum Be- w ohnen bereit gestellt w erden könne. Ausserdem bestehe (...) ein gutes Bezie- hungsnetz und die Fam ilie sei dort bekannt. Eine R ückkehr der Fam ilie sei auch für die Söhne sinnvoll. Zudem bestehe ein R ückkehrhilfeprogram m , das sich spezi- ell an Angehörige ethnischer M inderheiten aus dem Kosovo richte und soziale 7 oder w irtschaftliche N achteile m ildern helfe. U nter den genannten U m ständen sei der Vollzug der W egw eisung als durchführbar zu beurteilen. 6. In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Vorinstanz im Vorfeld der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e in Ü bereinstim m ung m it den anw endbaren rechtlichen N orm en vorgegangen ist, und bejahenderw eise in einem zw eiten Schritt, ob sie die vorläufige Aufnahm e der Beschw erdeführerin und ihrer m inderjährigen Kinder zu R echt aufgehoben hat. 6.1 D ie Beschw erdeführer m achten unter anderem geltend, (Angehörige (einer ethni- schen M inderheit) zu sein. D ie H erkunftsanalyse vom 23. M ai 2001 bestätigte die Sozialisierung von (...) im Kosovo und dessen Zuordnung (zu einer der M inderhei- ten) (vgl. act. B 17). 6.1.1 D as Bundesverw altungsgericht hielt in einem kürzlich ergangenen U rteil vom 23. April 2007 (E-5823/2006, N 484 829) grundsätzlich an der Fortsetzung der bisheri- gen Praxis der AR K (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2006 N rn. 10 und 11) fest, w onach Angehörige von M inderheiten im Kosovo, nam entlich Angehörige der Volksgruppe der (...), un- ter anderem nur aufgrund einer sorgfältig durchgeführten Einzelabklärung vor O rt, beispielsw eise durch das schw eizerische Verbindungsbüro in M ._______, zu einer R ückkehr in ihr H eim atland verpflichtet w erden können. Eine solche Abklärung individueller R eintegrationskriterien w urde im vorliegenden Fall vom schw eizerischen Verbindungsbüro in M ._______ gegen Ende Jahr 2006/Januar 2007 durchgeführt. 6.1.2 Bei dieser Sachlage verbleibt in form eller H insicht zu prüfen, ob den Beschw erde- führern das rechtliche G ehör zu dieser erw ähnten Einzelfallabklärung vor O rt res- pektive zu den R esultaten des schw eizerischen Verbindungsbüros in M ._______ in einer korrekten W eise gew ährt w orden ist. G em äss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) sow ie Art. 29 Vw VG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches G ehör. D ieser G rundsatz w ird in Art. 30 Abs. 1 Vw VG da- hingehend konkretisiert, dass die Behörde die Parteien anzuhören hat, bevor sie verfügt. D er Anspruch auf rechtliches G ehör ist form eller N atur. D as BFM argum entierte in der angefochtenen Verfügung, es habe den Beschw er- deführern m it Schreiben vom 10. Januar 2007 G elegenheit gegeben, zur geplan- ten Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e Stellung zu nehm en (vgl. dort Sachver- halt, S. 2). Im Schreiben vom 10. Januar 2007 inform ierte es jedoch w eder über die Einzelfallabklärung seines Verbindungsbüros in M ._______, noch über die vom Büro festgestellten Ergebnisse oder Schlüsse. D er Text enthielt keine individuali- sierte Beurteilung von individuellen R eintegrationsfaktoren. Vielm ehr begnügte sich das BFM , die generelle Zum utbarkeit einer R ückführung von Angehörigen der Volksgruppe der (...) als zeitgem ässe Tatsache darzustellen. So erklärte es bloss, "bereits seit einiger Zeit" könne die G efährdung für Angehörige der Volksgruppen der albanischsprachigen R om a und der Ashkali im ganzen Kosovo w eitgehend ausgeschlossen w erden, w eshalb der Vollzug der W egw eisung in den Kosovo grundsätzlich w ieder zum utbar sei. D em gegenüber stützte sich das BFM in der angefochtenen Verfügung vom 26. Januar 2007 bei der Beurteilung der Zum ut-8 barkeit des W egw eisungsvollzugs auf einzelne R esultate und Schlüsse aus den Berichten seines Verbindungsbüros. Som it hatten die Beschw erdeführer vor der Eröffnung der Verfügung vom 26. Januar 2007 keine G elegenheit erhalten, allfälli- ge Einw ände gegen die individuellen Zum utbarkeitskriterien des Verbindungsbüros in M ._______ anzubringen und ihre allfälligen Vorbehalte zu begründen. Ihr Anspruch auf rechtliches G ehör ist dam it verletzt (vgl. die nach w ie vor zutreffende R echtsprechung der AR K in EM AR K 1994 N r. 1 und 1994 N r. 23). D a dieser An- spruch rein form eller N atur ist, ist es in diesem Verfahren nicht an den Beschw erdeführern, ein m aterielles Interesse nachzuw eisen, w onach die angefochtene Verfügung bei ordentlicher G ew ährung des rechtlichen G ehörs an- ders ausgefallen w äre. W eiter ist anzufügen, dass die vorstehend erw ähnten M ängel von den Beschw erdeführern zw ar nicht gerügt w erden, indessen gem äss Praxis der AR K von Am tes w egen als Kassationsgrund berücksichtigt w erden kön- nen, w enn die M ängel schw erw iegend sind und eine vernünftige Prozesserledi- gung in der R echtsm ittelinstanz verunm öglichen (vgl. EM AR K 1993 N r. 35 E. 3 c, S. 246f.). Ferner gilt an dieser Stelle lediglich anzum erken, dass die Erkenntnis des BFM in seinem Schreiben vom 10. Januar 2007, w onach die G efährdung für Angehörige der (...) im ganzen Kosovo w eitgehend ausgeschlossen w erden könne, nicht in dieser generellen Form vom Bundesverw altungsgericht m itgetragen w ird, ansons- ten das Bundesverw altungsgericht keine Veranlassung zu einer w eiteren Aufrecht- erhaltung von Einzelfallprüfungen vor O rt hätte (s. vorstehendes U rteil i.S. E- 5823/2006). 6.2 Aus den obenstehenden Erw ägungen ergibt sich, dass die Voraussetzungen für eine Aufhebung der m it Verfügung vom 12. April 2002 angeordneten vorläufigen Aufnahm e in form eller H insicht nicht gegeben w aren, zum al im Vorfeld der geplan- ten Aufhebung das rechtliche G ehör zu den Abklärungsergebnissen der Einzelfall- prüfung durch das schw eizerische Verbindungbüro in M ._______ den Beschw er- deführern nicht in rechtsgenüglicher W eise gew ährt w orden ist. D ie Beschw erde ist daher im H auptantrag gutzuheissen, w om it sich die m aterielle Ü berprüfung der Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e erübrigt. D ie angefochtene Verfügung des BFM vom 26. Januar 2007 ist aufzuheben. Som it bleiben die Beschw erdeführer - bis zu einer anderen Anordnung des BFM - vorläufig in der Schw eiz aufgenom - m en. 7. 7.1 Einer obsiegenden Partei w erden in der R egel keine Verfahrenskosten aufzuerle- gen sein, es sei denn, sie habe diese durch Verletzung von Verfahrenspflichten verursacht (vgl. Art. 63 Abs. 3 Vw VG ). Im vorliegenden Fall sind keine solche An- zeichen erkennbar. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind den Beschw erdeführern keine Verfah- renskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 3 Vw VG sow ie Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). 7.2 Bei dieser Sachlage ist das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen Prozess-9 führung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gegenstandslos (vgl. D ispositivziffer 4 der Zw ischenverfügung an die Beschw erdeführer vom 9. M ärz 2007). 7.3 D ie Beschw erdeinstanz kann der ganz oder teilw eise obsiegenden Partei von Am - tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erw achsene notw endige und verhältnism ässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ; Art. 7 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D ie Beschw erdeführer sind vertreten und haben im vorliegenden Verfahren obsiegt. Trotz einer entspre- chenden Aufforderung vom 9. M ärz 2007 w urde keine H onorarnote innert ange- setzter Frist eingereicht. Infolgedessen ist der Aufw and von Am tes w egen festzule- gen (vgl. Art. 14 Abs. 2, in fine VG KE). In Anw endung der vorgenannten Bestim - m ungen sow ie unter Berücksichtigung der m assgeblichen Bem essungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VG KE) ist eine Parteientschädigung von insgesam t Fr. 500.-- (inkl. M W St und Auslagen) auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)10 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. D ie Verfügung des BFM vom 26. Januar 2007 w ird aufgehoben. 2. D as Akteneinsichtsgesuch w ird abgew iesen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat die Beschw erdeführer für das Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht m it Fr. 500.-- zu entschädigen. 5. D ieses U rteil geht an: - R echtsvertreter der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Kopie der Vernehm lassung des BFM vom 20. M ärz 2007) - Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.- N r. N I._______; Kopie) - K._______, ad (...) (Kopie) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: Beat W eber Thom as H ardegger Versand am :