<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat im März 2002 Anton Menth zum neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post gewählt. Anton Menth ist Konzernleiter und Präsident des Verwaltungsrates der Tornos AG, Moutier. Er soll im Mai die Nachfolge von Gerhard W. Fischer antreten. Die zeitliche Verfügbarkeit des neuen VR-Präsidenten wurde mit mindestens 30 Prozent beziffert. Als Qualifikation von Anton Menth bezeichnete der Bundesrat insbesondere seine Fähigkeit zur strategischen Führung. Die Tornos AG steckt derzeit in massiven Schwierigkeiten und vor allem in akuten Liquiditätsproblemen. Im Zusammenhang mit dem Börsengang 2001 drohen offenbar Klagen von Schutzorganisationen von Aktionären und Aktionärinnen. Der Verwaltungsrat der Tornos AG hat die auf den 25. April 2002 vorgesehene Generalversammlung vorerst verschoben.</p><p>Die Post benötigt im derzeitigen Umstrukturierungsprozess den vollen Einsatz der strategischen Führungspersönlichkeiten. Die jüngste Vergangenheit war bereits durch ein Kommen und Gehen an der Spitze gekennzeichnet. Zu erinnern ist an den unrühmlichen Abgang von Reto Braun.</p><p>Der Bundesrat wird zur Besetzung des VR-Präsidiums der Post um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:</p><p>1. Teilt er die Ansicht, dass die Probleme bei Tornos AG mit einem Post-Verwaltungsratspräsidenten Menth zu einer Hypothek für die Post werden könnten?</p><p>2. Inwieweit wird die zeitliche Verfügbarkeit von Anton Menth für die Post durch die Krise von Tornos beeinträchtigt?</p><p>3. Wer rekrutiert die Leute für Spitzenpositionen bei bundeseigenen oder bundesnahen Unternehmungen (Headhunters)?</p><p>4. Nach welchen Kriterien werden Führungsposten bei bundeseigenen und -nahen Unternehmen besetzt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Ausschlaggebend für die Wahl des neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post waren seine Erfahrungen an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, seine Kenntnisse in den Fragen der Sozialpartnerschaft und seine langjährigen unternehmerischen Erfahrungen. Es besteht trotz der Probleme bei der Tornos SA kein Anlass, an diesen Fähigkeiten des designierten neuen Verwaltungsratspräsidenten der Post zu zweifeln.</p><p>2. Der neue Verwaltungsratspräsident der Post hat sein Mandat als Delegierter des Verwaltungsrates der Tornos SA im April aufgegeben. Ebenso ist er auf Ende Juni 2002 aus dem Verwaltungsrat der Tornos SA zurückgetreten. Der neue Verwaltungsratspräsident der Post wird selbstverständlich das vereinbarte Pensum von 33 Prozent für das Präsidium des Verwaltungsrates der Post einhalten.</p><p>3. Der neue Verwaltungsratspräsident der Post wurde in einem mehrstufigen Selektionsverfahren ausgewählt. Das UVEK und das EFD haben das Auswahlverfahren gemeinsam und unter Beizug einer externen Beratungsfirma durchgeführt. Aus einer so genannten "long list", der rund 30 Personen angehörten, wurden drei Kandidaten in die engere Auswahl genommen. UVEK und EFD haben mit allen drei Kandidaten eingehende Gespräche geführt.</p><p>4. Der Bundesrat hat das Anforderungsprofil für den gesamten Verwaltungsrat der Post und dessen Präsidium bereits bei der ersten Gesamtwahl des Verwaltungsrates festgelegt (BRB vom 26. Februar 1997). Das Anforderungsprofil galt auch für die Neuwahl des Verwaltungsratspräsidenten. </p><p>Für das Präsidium gelten namentlich die folgenden Anforderungen:</p><p>- unternehmerische und internationale Erfahrung;</p><p>- Verständnis für Probleme des Service public und für die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz;</p><p>- die Kompetenz zur strategischen Führung von Grossunternehmen;</p><p>- die Fähigkeit, den Verwaltungsrat als Team zu führen;</p><p>- Entschlusskraft und gutes Durchsetzungsvermögen;</p><p>- die Fähigkeit, mit den wichtigsten Anspruchsgruppen zu kommunizieren.</p><p>Für den gesamten Verwaltungsrat gelten ausserdem die folgenden Kriterien:</p><p>- Umsetzung der strategischen Ziele des Bundesrates in die Unternehmensstrategie;</p><p>- Unterstützung und Kontrolle des Managements;</p><p>- Fachkompetenz;</p><p>- Kompetenz zur strategischen Führung von Grossunternehmen;</p><p>- Erfahrung in der Führung von öffentlichen Unternehmen;</p><p>- Verständnis für die Probleme des Service public;</p><p>- internationale Erfahrung;</p><p>- Sozialkompetenz.</p><p>Die einzelnen Mitglieder des Verwaltungsrates der Post müssen zudem über fundierte Kenntnisse der Wirtschaft, Belastbarkeit sowie Teamfähigkeit verfügen. Ferner wird erwartet, dass sie keine Interessenbindungen haben, die sie in ihrer Meinungsbildung behindern. Von wesentlicher Bedeutung ist überdies die Analysefähigkeit und ein kritisches Urteilsvermögen sowie die Loyalität gegenüber dem Eigner und ausreichende zeitliche Verfügbarkeit.</p><p>Neben diesen Kriterien wird bei der Zusammensetzung des Verwaltungsrates auch auf eine angemessene Vertretung der Sprachregionen geachtet. Überdies sind insbesondere bei der Post zwei Vertreterinnen oder Vertreter des Personals in den Verwaltungsrat zu wählen.</p>  Antwort des Bundesrates.