Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. April 2015 (745 14 151/175) ____________________________________________________________________ Ergänzungsleistungen Krankheitskosten; Übernahme von Zahnbehandlungskosten gestützt auf die kantonale Gesetzgebung zu den Ergänzungsleistungen; Abstellen auf VKZS-Empfehlungen ist nicht zu beanstanden Besetzung Präsident Andreas Brunner, Gerichtsschrei ber Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin gegen Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff Krankheitskosten (756.8287.9391.21) A.1 A.____ bezieht eine Invalidenrente der Eidgenös sischen Invalidenversicherung (IV) sowie Ergänzungsleistungen. Im Rahmen einer zahnärz tlichen Behandlung liess die Versicher- te der Ausgleichskasse Basel-Landschaft (Kasse) die Rechnungen von Dr. med. dent. B.____ vom 6. Juli 2013 in der Höhe von Fr. 5‘985.40 und v on Dr. med. dent. C.____ vom 24. Oktober 2013 im Betrag von Fr. 1'112.40 zur Kostenübernahme zukommen. Mit Verfügung vom 29. Januar 2014 vergütete die Kasse an die Gesamtko sten von Fr. 7‘098.80 einen Kostenanteil Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von Fr. 1‘162.50. Zur Begründung führte sie aus, die Behandlung von Dr. B.____ (Wurzelbe- handlung und Kronen inkl. Aufbau) sei nicht einfach, wi rtschaftlich und zweckmässig, weshalb lediglich ein Betrag in Höhe von Fr. 409.20 bezahlt w erden könne. Demgegenüber entspräche die zahnärztliche Behandlung von Dr. C.____ zwar diesen V orgaben. Es hätten jedoch kleinere Korrekturen angebracht und der Taxpunktwert von Fr. 3.6 0 auf Fr. 3.10 korrigiert werden müs- sen, so dass Fr. 753.30 übernommen würden. Daran hielt sie auch auf Einsprache der Versi- cherten hin mit Entscheid vom 5. Mai 2014 fest. A.2 Am 25. März 2014 reichte A.____ der Kasse eine am 19. März 2014 erstellte Rech- nung in der Höhe von Fr. 238.70 für eine zahnärztliche Behandlung bei Dr. C.____ ein. Mit Ver- fügung vom 5. Mai 2014 teilte die Kasse der Versichert en mit, dass sie den Betrag von Fr. 158.10 erstatte. Die gegen diesen Entscheid erhobe ne Einsprache wies die Vorinstanz am 12. Juni 2014 ab. B. Gegen die Einspracheentscheide vom 5. Mai 2014 un d 12. Juni 2014 erhob A.____ am 23. Mai 2014 (Verfahrensnummer 745 14 151) und 18. Juni 2014 (Verfahrensnummer 745 14 175) Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialve rsicherungsrecht (Kantonsgericht), wobei sie sinngemäss deren Aufhebung und die Verpflicht ung der Kasse beantragte, die ge- samten entstandenen Kosten zu übernehmen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die zahnärztlichen Behandlungen von Dr. B.____ und D r. C.____ seien einfach, wirtschaftlich und zweckmässig, weshalb ein Anspruch auf Vergütung der Kost en durch die Beschwerdegeg- nerin bestehe. C. Die Kasse liess sich zu den beiden Beschwerden am 12. Juni 2014 (Verfahrensnum- mer 745 14 151) und am 23. September 2014 (Verfahrensnummer 745 14 175) vernehmen und beantragte deren Abweisung. D. Auf Aufforderung durch das Kantonsgericht reichte d ie Beschwerdegegnerin am 16. Juni 2014 die Einleitung der Planungs- und Behandlungsempfehlungen der Vereinigung der Kantonszahnärzte und Kantonszahnärztinnen der Schweiz (na chfolgend: VKZS Empfehlung) ein. Am 27. Oktober 2014 stellte sie den vertrauensärztlichen Bericht von Dr. med. dent. D.____ zu. Der Präsident zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Auf die form- und fristgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht eingereich- ten Beschwerden ist einzutreten. 1.2 Da den beiden Beschwerden vom 23. Mai 2014 und 18. Juni 2014 dieselben Parteien gegenüberstehen, ihnen zudem derselbe Sachverhalt zu Grunde liegt und sich im Wesentlichen die gleichen Rechtsfragen stellen, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren Nr. 745 14 151 und Nr. 745 14 175 zusammen zu legen (BGE 128 V 126 E. 1 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 194 E. 1). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Zunächst ist der Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens zu prüfen. 1.3.1 Grundsätzlich wird der Streitgegenstand durch das Anfechtungsobjekt, d.h. die erlas- sene Verfügung, bestimmt; über diejenigen Punkte, übe r welche nicht verfügungsweise ent- schieden wurde, kann die Rechtspflegebehörde und mithin auch die Einspracheinstanz grund- sätzlich nicht urteilen (UELI KIESER , Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, Rz. 188). Es ergibt sich somit, dass die Verfügung nicht nur Ausgangspunkt, sondern auch Rahmen und Begrenzung des Streitgegenstandes ist. Streitgegenstand ist das Rechts- verhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, und zwar in dem Ausmass, als die Regelung des Rechtsverhältnisses nach den Parteianträg en im Einspracheverfahren noch streitig ist (F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 198 3, S. 46). Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand un d Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wi rd. Bezieht sich demgegenüber die Einsprache nur auf einen Teil des durch die Verfügung b estimmten Rechtsverhältnisses, gehö- re die nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsverhältnisses zwar zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand ( BGE 125 V 414 f. E. 1b). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass den Parteianträgen entsprechen d dem Verfügungsgrundsatz für die Festlegung des Streitgegenstands vorrangige Bedeutung zukommt. So wie die versicherte Per- son sich mit einer Verfügung durch Nichtanfechtung abfinden kann, so steht ihr auch die Befug- nis zu, nur einzelne der verfügungsweise geregelten Recht sverhältnisse durch Einsprache von der Einspracheinstanz überprüfen zu lassen (BGE 118 V 3 13 f. E. 3b mit Hinweisen; U LRICH MEYER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: BJM 1989 S. 25). Anfechtbar ist im strittigen Verwaltungsverfahren einsp racheweise demnach nur, was vorab Gegenstand einer Verfügung gebildet hat (BGE 125 V 414 E. 1a). Erst durch eine das nicht- streitige Verwaltungsverfahren beendende Verfügung er hält die verfügende Stelle die Möglich- keit, die angefochtene Verfügung im Rahmen eines allfä lligen Einspracheverfahrens überhaupt zu überprüfen und über die strittigen Punkte zu entsche iden. Die Verwaltung nimmt in diesem Rahmen - soweit nötig - weitere Abklärungen vor und üb erprüft die eigenen Anordnungen auf- grund des vervollständigten Sachverhalts (BGE 125 V 190 f. E. 1b und c; RKUV 1998 Nr. U 309 S. 460 E. 4a). 1.3.2 Gegenstand der Verfügung vom 29. Januar 2014 (Ref. Nr. 847‘709) bildeten die Rech- nungen von Dr. B.____ vom 17. (recte: 6.) Juli 2013 i n der Höhe von Fr. 5‘985.40 (Behandlung vom 22. April bis 1. Juli 2013) und von Dr. C.____ vom 24. Oktober 2013 (Behandlung vom 5. September bis 3. Oktober 2013) im Betrag von Fr. 1'11 2.40. Diese sind denn auch Streitgegen- stand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Die im Einsp racheentscheid vom 5. Mai 2014 ebenfalls genannten Rechnungen von Dr. C.____ vom 25. November 2013 in Höhe von Fr. 957.90 und die beiden vom 19. März 2014 über Fr. 4‘672.20 und Fr. 238.90 waren nicht Ge- genstand der Verfügung vom 29. Januar 2014; sie können folglich weder im Einspracheverfah- ren noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren beurteilt werden. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3.3 Die Verfügung vom 5. Mai 2014 (Ref. Nr. 855‘99 2), welche mit Einspracheentscheid vom 12. Juni 2014 bestätigt wurde, betraf die Rechnung von Dr. C.____ vom 19. März 2014 über Fr. 238.90 und bezog sich auf die Prophylaxebehand lung der Beschwerdeführerin am 13. Februar 2014. Sie ist im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu beurteilen. Die im Einspracheentscheid vom 12. Juni 2014 gemachten A usführungen betreffend die Rech- nung von Dr. C.____ vom 25. November 2013 in der Höhe von Fr. 957.90 wurden in dieser Ver- fügung vom 5. Mai 2014 nicht behandelt und können da her nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass sich in d en Beilagen der Beschwerdeführerin (Beschwerdeverfahren Nr. 745 14 175) eine weitere am 5 . Mai 2014 erlassene Verfügung (Ref. Nr. 855‘990) findet. Diese betraf die zahnärztli che Behandlung bei Dr. C.____ vom 12. November 2013 bis 19. März 2014 (Rechnung vom 19. M ärz 2014 in der Höhe von Fr. 4‘672.20). Die Beschwerdeführerin hat hiergegen o ffensichtlich keine Einsprache erhoben, weshalb diese Verfügung nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist. 1.3.4 Anzumerken bleibt, dass gemäss § 55 Abs. 1 des Gese tzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 d ie präsidierende Person der Ab- teilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 10'000.-- durch Präsidialentscheid entscheidet. Da i m vorliegenden Fall der Streitwert unter dieser Grenze liegt, ist die Angelegenheit präsidial zu entscheiden. 2.1 Die Ergänzungsleistungen bestehen aus der jährliche n Ergänzungsleistung, welche monatlich ausbezahlt wird (Art. 3 Abs. 1 lit. a des B undesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [E LG] vom 6. Oktober 2006), und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten ( Art. 3 Abs. 1 lit. b ELG). Gestützt auf Art. 14 Abs. 1 lit. a ELG vergüten die Kantone den B ezügerinnen und Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im laufenden Jahr entsta ndenen Kosten für die zahnärztli- che Behandlung. Gemäss Art. 14 Abs. 2 ELG bezeichnen die Kantone die Kosten, die nach Abs. 1 vergütet werden können. Sie können die Vergütun g auf im Rahmen einer wirtschaftli- chen und zweckmässigen Leistungserbringung erforderliche Ausgaben beschränken. 2.2 Gemäss § 2c Abs. 1 lit. a des kantonalen Ergänzungsl eistungsgesetzes zur AHV/IV vom 15. Februar 1973 bezeichnet der Regierungsrat die Vergütungen für die einzelnen Krank- heits- und Behinderungskosten. Entsprechend hat dieser d ie Verordnung zum Ergänzungsleis- tungsgesetz zur AHV/IV am 18. Dezember 2007 erlassen. Lau t § 14 Abs. 1 der Verordnung werden die Kosten - unter Vorbehalt von Absatz 3 - fü r einfache, wirtschaftliche und zweckmäs- sige Zahnbehandlungen vergütet. Für die Vergütung sind der Unfall-, Militär- und Invalidenver- sicherungs-Tarif (UV/MV/IV-Tarif) über die Honorierung zahnärztlicher Leistungen und der UV/MV/IV-Tarif für zahntechnische Arbeiten massgebend, der Fr. 3.10 beträgt (Abs. 2; vgl. zum Ganzen: G ABRIELA RIEMER -KAFKA , Der Zahnarztpatient - sozialversicherungs- und sozialhi lfe- rechtliche Fragen, Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft Band 27, Zürich 2008, S. 130 ff.). Sind die Kosten einer Zahnbehandlung (inkl. Labor) voraussichtlich höher als Fr. 3'000.--, so ist Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der kantonalen Ausgleichskasse vor der Behandlung ein Kost envoranschlag einzureichen (Abs. 3). Die Kostenvoranschläge und Rechnungen sind entsprechend den Tarifpositionen nach UV/MV/IV-Tarif einzureichen (Abs. 4). 3.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die strittigen Zahnbe handlungen der Beschwerdeführerin einfach, wirtschaftlich und zweckmässig waren. Die Beschwerd eführerin führt betreffend die Behandlung bei Dr. B._____ (Rechnung vom 6. Juli 2013) aus, dass die Wurzelbehandlung des Zahns 36 dringend notwendig gewesen sei. Zudem hätten bei den Zähnen 36 und 47 (recte: 46) mindestens 30 Jahre alte Amalgamfüllungen entfern t werden müssen. Um die Zähne zu retten und die Kauschwierigkeiten zu beseitigen, hätte n diese Zähne mit Verbund-Metall- Keramik-Kronen (VMK-Krone) behandelt werden müssen. W eiter führte sie aus, dass Dr. C.____ drei Weisheitszähne mit Füllungen versorgt habe (Rechnung von 24. Oktober 2013). In Bezug auf die Prophylaxebehandlung von 13. Februar 2014 (Rechnung vom 19. März 2014) monierte die Beschwerdeführerin, dass die Vorinstanz die präoperative Aufklärung nur deshalb nicht übernommen habe, weil diese durch Dr. C.____ nic ht separat in Rechnung gestellt wor- den sei. Die Beschwerdegegnerin bestreitet dies und bet ont, dass sie sämtliche Kosten für Fül- lungen, diagnostische Massnahmen, Prophylaxemassnahmen und die Kosten für die Extraktion vergütet habe. Die übrigen Kosten habe sie nicht übern ommen, weil entweder die Behandlun- gen nicht einfach, wirtschaftlich und zweckmässig gewesen s eien oder mit einem zu hohen Taxpunktwert abgerechnet worden sei. 3.2.1 Gemäss den Akten nahm Dr. B.____ bei der Beschwerdeführe rin zwischen dem 22. April 2013 und dem 1. Juli 2013 am Zahn 36 eine Wurzelbehandlung vor und versorgte die- sen Zahn sowie den Zahn 46 mit VMK-Kronen. Die Gesam tkosten beliefen sich bei einem Tarif von Fr. 3.50 je Taxpunkt auf Fr. 5‘985.40 (vgl. Rechnun g vom 6. Juli 2013) . Die Beschwerde- gegnerin Übernahme in der Folge die Kosten im Umfang von Fr. 409.20 für die Untersuchung, die Panoramaschichtaufnahme (OPT) und die Füllung des Zahns 46, gestützt auf einen Tax- punktwert von Fr. 3.10. Die Vergütung der übrigen Kos ten für die Wurzelbehandlung und die zwei VMK-Kronen inkl. Aufbau lehnte sie ab, weil diese Behandlung nicht einfach, zweckmässig und wirtschaftlich sei. Sie betonte, dass die Beschwerdeführerin mehr als 10 Antagonistenpaare habe, weshalb eine allfällige Lücke beim Zahn 46 hätte belassen werden können. 3.2.2 Zwar ist der Beschwerdeführerin insofern beizupfl ichten, als die bei ihr durchgeführten zahnärztlichen Behandlungen wohl zweckmässig waren. So leid et sie seither nicht mehr an Beschwerden im Kiefer, wodurch der Behandlungszweck in fu nktioneller Hinsicht erreicht wur- de. Im Übrigen ist aber der Auffassung der Beschwerdeg egnerin, wonach die Behandlungen weder wirtschaftlich noch einfach noch taxpunktkonform wa ren, zuzustimmen. So ist zunächst nicht zu beanstanden, dass sie für die Berechnung der zu vergütenden Leistungen von einem Taxpunktwert von Fr. 3.10 ausgegangen ist (vgl. oben E . 2.2). Weiter ist auf die Rechtspre- chung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts ( EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) hinzuweisen. Im Urteil vom 29. März 2006, P 59/05, E. 2, in wel- chem es um die Beurteilung einer VMK-Krone ging, führ te das EVG aus, dass VMK-Arbeiten grundsätzlich nicht einfach und wirtschaftlich seien, soda ss eine Kostenbeteiligung des Patien- ten oder der Patientin gerechtfertigt sei. Weiter hi elt das EVG fest, dass mit den angebotenen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht modernen Kompositmaterialien praktisch jeder Zahn wied er aufgebaut werden könne. Diese Variante sei einer luxuriöseren VMK-Krone zwar insofern klar unterlegen, als die Lebensdauer lediglich rund fünf Jahre betrage. Indessen gebe es imm er wieder Patienten und Patientinnen, welche sich eine Überkronung nicht leisten könnten und m it einem plastischen Aufbau versorgt werden müssten. EL-Bezüger oder -Bezügerinnen besser zu stellen als Personen, die selbst für die Zahnbehandlung aufkommen müssen, sei nicht einsehba r. Bereits gestützt auf diese höchstrichterliche Rechtsprechung war die Vorinstanz nicht verpflichtet, die Kosten für die VMK- Kronen zu vergüten. Schliesslich ist auf die zitierten V KZS-Empfehlungen hinzuweisen. Ge- mäss Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. Urteil vom 1 5. April 2014, 9C_576/2013, E. 3.3.3; vgl. auch Urteil des Kantonsgerichts vom 1. April 2015, 745 14 196, E. 3.5) steht es im Einklang mit dem Bundesrecht, wenn sich die EL-Durchfüh rungsstellen an diese Behandlungs- empfehlungen als Richtlinien halten. Der VKZS-Empfehl ung G folgend ist festzustellen, dass Kronen, Brücken und die Implantatprothetik sehr komfor tabel sind, aber auch sehr teuer und dementsprechend (meist) nicht den Kriterien der Einfachheit und Wirtschaftlichkeit entsprechen. Die Kriterien sind ausnahmsweise erfüllt beim Aufbau ei nes stark zerstörten Einzelzahns, wel- cher nicht mittels Füllung restaurierbar ist oder beim Aufbau von stark zerstörten Ankerzähnen für langfristigen abnehmbaren Zahnersatz sowie bei der Versorgung einer Einzelzahnlücke im gepflegten und kariesarmen Gebiss, welche sich nur überm ässig invasiv und/oder funktionell unbefriedigend mittels abnehmbaren Zahnersatzes versorge n lässt. Dabei muss aber als funk- tionelle Indikation insbesondere eine Kauunfähigkeit nach Zahnverlust ohne funktionelle Adap- tation und mit weniger als 10 funktionierenden Antago nistenpaaren gesichert sein. Vorliegend bestätigt Dr. C.____ die fehlende Okklusion der Zähne 47/48 mit den Antagonisten (vgl. Beilage der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren 745 14 151 ). Aufgrund der übrigen Unterla- gen steht aber fest und wird nicht bestritten, dass bei der Beschwerdeführerin gesamthaft zehn Antagonistenpaare vorhanden sind. Damit wäre aber ihr e Kaufähigkeit auch im Falle einer Ex- traktion des Zahns 46 gewährleistet gewesen. Unter di esen Umständen kann die Behandlung der Zähne 36 und 46 mit VMK-Kronen nicht als einfach u nd wirtschaftlich bezeichnet werden. Dass die Vorinstanz die dadurch entstandenen Kosten nicht vergütete, ist daher nicht zu bean- standen. 3.2.3 Ebenso wenig kann die Wurzelbehandlung des Zahns 36 als einfach und wirtschaftlich bezeichnet werden. Mit Blick auf die Gewichtungskriterien der VKZS Empfehlung M „Endoton- tie“ für die Kostenübernahme steht fest, dass für eine Wurzelkanalbehandlung in erster Linie Front- und Eckzähne inkl. 1. und 2. Prämolar zur Vermei dung von Lücken übernommen wer- den. Da es sich beim Zahn 36 jedoch um einen Molar hand elt, erfüllt die Beschwerdeführerin diese Voraussetzung nicht. Die Kostenübernahme kann ber eits unter diesem Aspekt abgelehnt werden. Zu beachten ist aber auch, dass eine Wurzelbe handlung eine mit grossem Aufwand und hohen Kosten verbundene Behandlung darstellt, wie auch der Abrechnung von Dr. B.____ vom 6. Juli 2013 zu entnehmen ist. Damit entspricht die B ehandlung aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht den Vorgaben an eine einfache Behandlung (geringer finanziellen Aufwand, Erhaltung und Herstellung der Funktionsfähig keit; vgl. U WE KOCH , Nicht gedeckte Zahnarztkosten - wer bezahlt? Ergänzungs- und Sozialhilfe leistungen, in: Der Zahnarztpatient - sozialversicherungsrechtliche und sozialhilferechtliche Frag en, LBR - Luzerner Beiträge zur Rechtswissenschaft Band/Nr. 27, 2008, S. 131). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die zahnärztl iche Behandlung von Dr. B.____ nicht einfach und wirtschaftlich war, weshalb die von d er Vorinstanz vorgenommene Kürzung der Rechnung vom 6. Juli 2013 nicht zu beanstanden ist. 3.3.1 Die Beschwerdeführerin befand sich zwischen dem 5. S eptember 2013 und dem 3. Oktober 2013 bei Dr. C.____ in zahnärztlicher Beh andlung. Dieser berechnete für seine Be- handlung (Kompositfüllungen der Zähne 28, 38 und 48 [Weisheitszähne]) in seiner Abrechnung vom 24. Oktober 2013 einen Betrag von Fr. 1‘112.40. We iter findet sich in den Akten die Ab- rechnung von Dr. C.____ vom 19. März 2014 für eine Pro phylaxebehandlung vom 13. Februar 2014 in Höhe von Fr. 238.70. 3.3.2 Zunächst ist in Bezug auf die zuletzt genannte Rech nung von Dr. C.____ vom 19. März 2014 festzuhalten, dass die Vorinstanz diese mit Ausnahm e der Position 4011 übernommen hat. Bei dieser Position handelt es sich um eine präoper ative Aufklärung, welche im Rahmen einer Prophylaxebehandlung nicht zu erstatten ist (SSO -Tarif Position 4011). Insofern ist das Vorgehen der Vorinstanz nicht zu beanstanden. Ebenso plausibel ist, dass sie die Position 4112 (Behandlung durch Prophylaxeassistentin) kürzte, nachdem Dr. C.____ statt der gemäss SSO- Tarif erlaubten 2,5 Taxpunkte deren 3 verrechnete. D ie Vorbringen gegen die Verfügung vom 5. Mai 2014 erweisen sich daher als unbegründet. 3.3.3 Betreffend die Rechnung von Dr. C.____ vom 24. Oktober 2013 fordert die Beschwer- deführerin im Wesentlichen, dass die Vorinstanz auch di e Aufwendungen für die Beratung und die Röntgenaufnahmen zu vergüten habe. Diesbezüglich ist zunächst festzustellen, dass Dr. C.____ für seine Arbeit einen Taxpunktwert von Fr. 3.60 verrechnete, welcher von der Vo- rinstanz zu Recht auf Fr. 3.10 gekürzt wurde. Weiter str ich die Vorinstanz die Positionen Aus- kunft und Besprechung mit dem Patienten und Röntgen (Tarif 4012 und 4058). Sie wies dies- bezüglich auf die Ausführungen des Vertrauensarztes Dr. D.____ vom 7. September 2014 hin, der gestützt auf den SSO-Tarif geltend machte, dass die Position 4012, präoperative Auskunft bezog, gegenüber den Versicherungen und damit auch g egenüber der Vorinstanz nicht ver- rechnet werden könne. Es leuchtet unter diesen Umständ en auch ein, dass die in diesem Zu- sammenhang erstellten Röntgenbilder nicht vergütet wur den. Schliesslich ersetzte die Be- schwerdegegnerin die drei Mal geltend gemachte Positio n 4553 (Kompositfüllung 2-flächig Molar der Zähne 28, 38 und 48) einmal urch die Posit ion 4544 mit der Begründung, dass wenn zwei Füllungen im gleichen Quadranten angefertigt wü rden, die zweite zu einem reduzierten Taxpunktewert zu verrechnen sei. Diese Aussage, welche von der Beschwerdeführerin nicht bestritten wird, entspricht den Vorgaben des SSO-Vertrages und es besteht kein Anlass, vorlie- gend davon abzuweichen. 4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die in Rechnung g estellten zahnärztlichen Behandlungen von Dr. B.____ (Wurzelbehandlung Zahn 36 und VKM-Kronen Zähne 36 und 47) nicht einfach und wirtschaftlich sind, weshalb die Beschwe rdegegnerin die Kostenübernahme dafür zu Recht abgelehnt hat. Die von der Vorinstanz in den Rechnungen von Dr. C.____ vom 24. Oktober 2013 und vom 19. März 2014 vorgenommenen Anpassungen sind ebenfalls nicht Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu beanstanden. Die Einspracheentscheide der Ausgleichskasse vom 5. Mai 2014 und 12. Juni 2014 sind zu bestätigen und die dagegen erhobenen Beschwerden sind abzuweisen. 5. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden gegen die Einspracheentscheide der Ausgleichkas- se vom 5. Mai 2014 (Verfahrens Nr. 745 14 151) und vom 12. Juni 2014 (Verfahrens Nr. 745 14 175) werden abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht