<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00443</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204054&amp;W10_KEY=13013569&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00443</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verhältnismässigkeit der Dauer der Beseitigungsfrist und der Anordnung eines Umgebungsplans Gemäss § 341 PBG hat die zuständige Behörde die Pflicht zur Herstellung des rechtmässigen Zustands. Beim Vollzug hat sie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten. Verhältnismässigkeit eines Abbruchbefehls (E. 2.1). Vorliegend ist zu prüfen, in welcher Weise und innert welcher Frist bei einer nicht bewilligungsfähigen Baumschule der rechtmässige Zustand herzustellen ist. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz einen Teil der Bepflanzung als Umgebungsgestaltung für bewilligungsfähig hält und dem Beschwerdeführer deshalb die Möglichkeit einräumt, einen Umgebungsplan einzureichen. Da das Legalitätsprinzip eine möglichst rasche Herbeiführung des rechtmässigen Zustands verlangt, lässt sich die von der Vorinstanz angesetzte Beseitigungsfrist von drei Jahren nicht rechtfertigen. Bereits eine Beseitigungsfrist von einem Jahr trägt dem Vegetationszyklus aller Pflanzenarten genügend Rechnung (E. 2.2). Gutheissung der Beschwerde.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFEHL">BEFEHL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTMÃSSIGER ZUSTAND">RECHTMÃSSIGER ZUSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG">VERWALTUNGSZWANG, VOLLSTRECKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ZWANGSMASSNAHMEN">ZWANGSMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>A. </span></b><span>Am 13. August 2001 erteilte der Gemeinderat von X H die nachtrÃ¤gliche Bewilligung fÃ¼r eine gewerbliche Baumschule auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X. Auf den Rekurs verschiedener Nachbarn trat die Baurekurskommission I am 22. Februar 2002 teilweise ein und hob die Bewilligung auf. Die in der Folge erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht am 20. August 2002 lediglich bezÃ¼glich der Regelung der ParteientschÃ¤digungen gut.</span></p> <p class="Sachverhalt2"><b><span>B. </span></b><span>Am 23. Dezember 2002 forderte der Gemeinderat X H auf, die Baumschule bis zum 30. Juni 2003 zu beseitigen, unter Androhung der Ersatzvornahme im Unterlassungsfall. Am 17. MÃ¤rz 2003 wies der Gemeinderat auch ein von H eingereichtes WiedererwÃ¤gungsgesuch ab.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Sowohl gegen die BeseitigungsverfÃ¼gung vom 23. Dezember 2002 als auch gegen die Abweisung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs vom 17. MÃ¤rz 2003 gelangte H an die Baurekurskommission I. Diese vereinigte die Verfahren und hiess die Rekurse am 24. Oktober 2003 teilweise gut. Sie hob Dispositivziffer 1 der BeseitigungsverfÃ¼gung vom 23. Dezember 2002 auf und ersetzte sie durch folgende "Nebenbestimmung":</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. H â¦ wird eine Frist von drei Jahren ab Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils angesetzt, die Baumschule auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X sukzessiv zu beseitigen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Auf der Parzelle Kat.-Nr. 01 dÃ¼rfen im Zusammenhang mit der Baumschule keine neuen Pflanzen, BÃ¤ume oder StrÃ¤ucher angebaut werden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Der Vorinstanz ist ein Umgebungsplan einzureichen und bewilligen zu lassen, aus welchem klar hervorgeht, welche der Pflanzen, BÃ¤ume oder StrÃ¤ucher der Baumschule zur Gestaltung des nordwestlichen Bereichs des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 01 verwendet werden sollen."</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Ãbrigen wies die Kommission die Rekurse ab, soweit sie darauf eintrat.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Gegen den Rekursentscheid liessen die Nachbarn, welche die Aufhebung der Baubewilligung vom 13. August 2001 erstritten hatten, am 28. November 2003 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, den angefochtenen Entscheid unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners aufzuheben und diesem eine neue kurze Frist zur Beseitigung der Baumschule anzusetzen; den BeschwerdefÃ¼hrern sei fÃ¼r das Rekursverfahren eine angemessene UmtriebsentschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baukommission X verzichtete am 10. Dezember 2003 auf Vernehmlassung. Der Beschwerdegegner liess am 11. Februar 2004 beantragen, die Beschwerde unter Kos­ten- und EntschÃ¤digungsfolgen abzuweisen.</span></p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der Beschwerde zustÃ¤ndig. Die BeschwerdefÃ¼hrer, die sich am Rekursverfahren beteiligt haben, sind zur Anfechtung des Rekursentscheids, der Erleichterungen beim Vollzug der von ihnen erstrittenen Bewilligungsverweigerung gewÃ¤hrt, gemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) befugt.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. § 341 PBG verlangt seinem Wortlaut entsprechend ohne Vorbehalt, also in allen FÃ¤llen, die Anordnung der Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands. Ein Ermessen, ob die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde tÃ¤tig werden oder ob sie die Sache auf sich beruhen lassen soll, besteht damit grundsÃ¤tzlich nicht (VGr, 13. April 2000, VB.2000.00033, www.vgrzh.ch/rechtsprechung; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 665; FranÃ§ois Ruckstuhl, Ãffentlichrechtliche BaumÃ¤ngel, in: Peter MÃ¼nch/Peter Karlen/Thomas Geiser [Hrsg.], Beraten und Prozessieren in Bausachen, Basel 1998, S. 586, N. 14.63 ff., je auch zum Folgenden).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Allerdings hat die BehÃ¶rde beim Vollzug den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten, und zwar auch dann, wenn der Bauherr die widerrechtliche Baute oder Anlage bÃ¶sglÃ¤ubig erstellt hat.<a id="ERW4"> Dieser muss aber in Kauf nehmen, dass die BehÃ¶rden aus grundsÃ¤tzlichen ErwÃ¤gungen, nÃ¤mlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurechtlichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmÃ¤ssigen Zustandes erhÃ¶htes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Mass berÃ¼cksichtigen (</a>BGE 111 Ib 213 E. 6b S. 224).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Ein Abbruchbefehl ist nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetzmÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Inte­ressen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtferti­gen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6b; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262; Walter Hal­ler/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 865 ff.). Besteht die MÃ¶glichkeit, den rechtmÃ¤ssigen Zustand auf andere Weise als durch die vollstÃ¤ndige Beseitigung der widerrechtlichen Baute oder Bauteile herbeizufÃ¼hren, so muss der Bauherr vor dem Abbruch Gelegenheit haben, durch Einreichung eines Pro­jekts ein neues Baubewilligungsverfahren einzuleiten (BGE 108 Ia 216).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Frage nach der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Abbruchs ist eine Rechtsfrage, zu deren ÃberprÃ¼fung das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 VRG befugt ist (RB 1984 Nr. 18). Allerdings ist mit der Gewichtung der in Frage stehenden Ã¶ffentlichen und privaten Interessen die Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe verbunden, bei der den verfÃ¼gen­den VerwaltungsbehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum zusteht, den die Rechts­mit­telinstanzen nur mit ZurÃ¼ckhaltung Ã¼berprÃ¼fen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 50 N. 73). Steht die Angemessenheit der zur Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands eingerÃ¤umten Frist in Frage, greift das Verwaltungsgericht von vorn herein nur ein, wenn die Fristansetzung als Ermessensmissbrauch oder -Ã¼berschreitung im Sinn von § 50 Abs. 2 lit. c VRG zu wÃ¼rdigen ist.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Wie mit den Entscheiden der Baurekurskommission I vom 22. Februar 2002 und des Verwaltungsgerichts vom 20. August 2002 rechtskrÃ¤ftig entschieden wurde, ist die Baumschule auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse nicht bewilligungsfÃ¤hig. Im vorliegenden Verfahren ist deshalb lediglich zu prÃ¼fen, auf <i>welche Weise</i> und <i>innert welcher Frist</i> der rechtmÃ¤ssige Zustand herbeizufÃ¼hren ist.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.1 </span></b><span>Die Liegenschaft und insbesondere ihr Umschwung sind so zu gestalten, dass sie nicht mehr zu Baumschulzwecken genutzt werden kÃ¶nnen. Dabei kommt es auf die objektive Eignung und nicht darauf an, dass der Beschwerdegegner die bestehende Bepflanzung anders als im vorangehenden Bewilligungsverfahren nicht mehr als Baumschule sondern neu als Teil seiner privaten Gartenanlage verstanden haben will.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entscheidend fÃ¼r die Frage, ob die Liegenschaft des Beschwerdegegners als Baumschule genutzt werden kann, sind neben der Art der Bepflanzung auch die BewirtschaftungsmÃ¶glichkeiten. Auf die Nutzung als Baumschule weisen nicht nur die grossflÃ¤chigen BestÃ¤nde von Rhododendren, Azaleen und NadelbÃ¤umen hin, sondern auch die den Umschlag der Pflanzen ermÃ¶glichende Erschliessung dieser BestÃ¤nde durch einen Fahrweg. Die Vorinstan­zen sind deshalb zu Recht davon ausgegangen, dass die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands die Entfernung dieses zu Baumschulzwecken geeigneten Pflanzenbestands verlangt. Allerdings hat die Baurekurskommission zutreffend erkannt, dass ein Teil der Pflanzen als Teil einer privaten Gartenanlage bestehen bleiben kÃ¶nnte, sodass die von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde angeordnete vollstÃ¤ndige Beseitigung als zu weit gehend erscheint. Gegen die dem Beschwerdegegner von der Rekurskommission eingerÃ¤umte MÃ¶glichkeit, durch Einreichung eines Umgebungsplans einen Teil der bestehenden Bepflanzung als Bestandteil einer kÃ¼nftigen privaten Gartenanlage bewilligen zu lassen, ist deshalb grundsÃ¤tzlich nichts einzuwenden, sondern sie entspricht dem Gebot der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit.</span></p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b><span>Auch eine Frist zur Beseitigung der Baumschule, welche auf den Vegetationszyklus der Pflanzen abgestimmt ist, entspricht dem Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit. Dabei darf jedoch nicht Ã¼bersehen werden, dass das LegalitÃ¤tsprinzip eine mÃ¶glichst rasche HerbeifÃ¼hrung des rechtmÃ¤ssigen Zustands verlangt; ein Aufschub aus GrÃ¼nden der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit ist nur insoweit gerechtfertigt, als hiefÃ¼r sachliche GrÃ¼nde geltend gemacht werden kÃ¶nnen. Sodann ist aufgrund des Rekursentscheids unklar, ob sich die dreijÃ¤hrige Beseitigungsfrist verlÃ¤ngert, falls bei Fristablauf ein Gesuch mit Umgebungsplan fÃ¼r die neue Gartengestaltung zwar eingereicht, aber noch nicht rechtskrÃ¤ftig bewilligt wurde.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Rekurskommission hat zwar zu Recht erkannt, dass die sofortige Beseitigung aller BÃ¤ume und Pflanzen der im nordwestlichen GrundstÃ¼cksteil bestehenden Baumschule den natÃ¼rlichen Vegetationszyklus missachtet und deshalb das Absterben der Pflanzen zur Folge haben kÃ¶nnte. Mit der RÃ¼cksicht auf den Vegetationszyklus lÃ¤sst sich aber nur eine Beseitigungsfrist von einem Jahr, nicht jedoch eine solche von drei Jahren rechtfertigen, denn entscheidend ist, dass je nach Pflanzenart eine Herbst- oder FrÃ¼hjahrs(ver)pflanzung vorgenommen werden kann. Dem Umstand, dass sich der grosse Bestand von Rhododendren und Azaleen mÃ¶glicherweise nicht ohne weiteres innerhalb eines Jahres verkaufen lÃ¤sst, kann der Beschwerdegegner durch Umpflanzung an einen anderen Standort Rechnung tragen. Eine Ã¼berjÃ¤hrige Beseitigungsfrist lÃ¤sst sich damit nicht rechtfertigen. Die von der Baurekurskommission eingerÃ¤umte dreijÃ¤hrige Beseitigungsfrist kann sich somit auf keine sachlichen GrÃ¼nde stÃ¼tzen und erweist sich damit als ermessensmissbrÃ¤uchlich. Die Frist zur Beseitigung des Pflanzenbestandes ist deshalb neu auf 30. April 2005 anzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte es dem Beschwerdegegner auch mÃ¶glich sein, eine rechtskrÃ¤ftige Bewilligung fÃ¼r eine Gartenanlage zu erwirken, die nicht zu Baumschulzwecken genutzt werden kann. Soweit die bestehenden Pflanzen Teil einer solchen bewilligten Gartenanlage bilden, mÃ¼ssen sie nicht entfernt werden. Die Gefahr, dass das entsprechende Bewilligungsverfahren durch Rekurse verzÃ¶gert wird, hat der Beschwerdegegner zu tragen, der seit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 20. August 2002 hinreichend Zeit gehabt hat, sich um die Beseitigung der unzulÃ¤ssigen Baumschule und um die Bewilligung fÃ¼r eine entsprechende Neugestaltung seiner Liegenschaft zu bemÃ¼hen. In diesem Sinne sind in teilweiser Gutheissung der Beschwerde Dispositivziffer II des Rekursentscheids bzw. Ziffer 1 der VerfÃ¼gung des Gemeinderates von X vom 23. Dezember 2002 anzupassen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens von insgesamt Fr. 3'156.- mehrheitlich, nÃ¤mlich in der HÃ¶he von Fr. 2'000.-, dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Die Gemeinde X, die den Entscheid nicht angefochten hat, hat gemÃ¤ss Rekursentscheid ein Viertel zu tragen, das heisst Fr. 789.-. Der Restbetrag von Fr. 367.- ist den sechs BeschwerdefÃ¼hrern zu gleichen Teilen, das heisst (gerundet) zu je Fr. 61.20 aufzuerlegen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind zu je 1/18 und unter solidarischer Haftung den BeschwerdefÃ¼hrern und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den vor beiden Instanzen mehrheitlich obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrern ist zulasten des Beschwerdegegners eine UmtriebsentschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss werden Dispositivziffer II des Rekursentscheids bzw. Ziffer 1 der VerfÃ¼gung des Gemeinderats X vom 23. Dezember 2002 neu wie folgt gefasst:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. H, L-Strasse in X, wird eine Frist bis 30. April 2005 angesetzt, um die Baumschule auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X sukzessiv zu beseitigen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Auf der Parzelle Kat.-Nr. 01 dÃ¼rfen im Zusammenhang mit der Baumschule keine neuen Pflanzen, BÃ¤ume oder StrÃ¤ucher angebaut werden.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>Ausgenommen von der Pflicht zur Beseitigung und vom Verbot der Neupflanzung sind Pflanzen, die Bestandteil einer Gartenanlage bilden, soweit fÃ¼r eine solche bis zum Fristablauf ein rechtskrÃ¤ftig bewilligter Umgebungsplan vorliegt."</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zu je 1/18 und unter solidarischer Haftung den BeschwerdefÃ¼hrern und zu zwei Dritteln dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 3'156.- werden in der HÃ¶he von Fr. 2'000.- dem Beschwerdegegner, in der HÃ¶he von Fr. 789.- der Gemeinde X und mit Anteilen von je Fr. 61.20 den sechs BeschwerdefÃ¼hrern unter solidarischer Haftung auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Der Beschwerdegegner wird fÃ¼r beide Rechtsmittelverfahren zu einer ParteientschÃ¤digung von insgesamt Fr. 2'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die BeschwerdefÃ¼hrer verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen von der Rechtskraft des Entscheids an gerechnet.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>