B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-6188/2012 U r t e i l v o m 3 . S e p t e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richterin Salome Zimmermann, Richter Pascal Mollard, Gerichtsschreiber Beat König. Parteien A._______ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Barmettler, Beschwerdeführerin, gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Vorinstanz. Gegenstand MWST; Ermessenseinschätzung (2010). A-6188/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die A._______ GmbH (nachfolgend auch Steuerpflichtige) ist seit dem 1. Januar 2010 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Gemäss Eintrag im Handelsregister bezweckt sie im Wesentlichen "den Betrieb von Freizeit - und Unterhaltungsbetrieben ". Sei t dem 1. Januar 2010 betreibt die A._______ GmbH in B._______ im Kanton C._______ unter der Geschäftsbezeichnung " D._______" einen Sauna - und Erotik- club. B. Am 1. Dezember 2011 führte die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) bei der A._______ GmbH eine Mehrwertsteuerkontrolle durch. Überprüft wurde die Steuerperiode 2010 (Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 31. Dezember 2010 ). Dabei stellte die ESTV fest, dass die Umsätze aus erotischen Dienstleistungen der im Club " D._______" tätigen Sexa r- beiterinnen der Steuerpflichtigen zuzurechnen seien. Mit "Einschätzungsmitteilung Nr. […] / Verfügung" vom 15. Dezember 2011 erhob die ESTV für die genannte Steuerperiode eine Mehrwertsteu- ernachforderung in der Höhe von Fr. 148'295.- zuzüglich Verzugszins, und zwar hauptsächlich als Nachbelastung der betreffenden, nicht dekl a- rierten Umsätze aus erotischen Dienstleistungen. C. Die Steuerpflichtige liess am 1. Februar 2012 gegen die Einschätzung s- mitteilung Nr. […] "Einsprache" erheben und sinngemäss beantragen, un- ter teil weiser Aufhebung der Einschätzungsmitteilung/Verfügung sei die Nachbelastung in der Höhe von Fr. 143'029.75 (nebst Verzugszins) g e- mäss Position 1 ("Kalkulatorische Steuerermittlung") der Einschätzung s- mitteilung aufzuheben. Eventualiter stellte die Steuerpflichtige den Antrag, die entsprechende Steuernachforderung sei nach Vornahme ergänzender Abklärungen neu festzusetzen. Zur Begründung führte sie im Wesentl i- chen aus, die in ihrem Saunaclub tätigen Sexarbeiterinnen seien meh r- wertsteuerrechtlich als Selbständigerwerbende zu qualifizieren. Die in Frage stehenden Umsätze seien deshalb von den Prostituierten und nicht von der Steuerpflichtigen zu versteuern. Mit als " Einspracheentscheid" bezeichneter Verfügung vom 30. Oktober 2012 wies die ESTV (Vorinst anz) die Einsprache ab (Dispositiv -Ziff. 1). Sie bestätigte sodann, dass die Steuerpflichtige der ESTV "für die Ste u-A-6188/2012 Seite 3 erperiode 2010 […] gemäss der Einschätzung smitteilung Nr. […] vom 15. Dezember 2011 noch eine Steuer von CHF 148'295.00 zuzüglich Ver- zugszins seit dem 15. Oktober 2010" schulde und zu bezahlen habe (Dispositiv-Ziff. 2). Im Wesentlichen führte die Vorinstanz aus, zur A n- nahme einer mehrwertsteuerlichen Selbständigkeit der Prostituierten fe h- le es am rechtsgenügenden Auftritt der einzelnen Damen g egen aussen. Die Umsätze aus den erotischen Dienstleistungen seien daher der Ste u- erpflichtigen zuzurechnen. D. Dagegen liess die Steuerpflichtige (nachfolgend auch Beschwerdeführ e- rin) am 30. November 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben. Si e beantragt, Dispositiv -Ziff. 1 und 2 des "Einspracheent- scheids" und die Steuernachforderung in der Höhe von Fr. 148'295.- für die Steuerperiode 2010 seien aufzuheben (Beschwerde, S. 2). Eventual i- ter verlangt sie, die Sache sei zur ergänzenden Abklärung so wie Neube- urteilung an die ESTV zurückzuweisen. Sodann fordert die Beschwerd e- führerin eine Parteientschädigung. Zur Begründung bringt sie im Wesen t- lichen vor, die Sexarbeiterinnen würden ihr Gewerbe weder im Namen noch für Rechnung der Clubbetreiberin ausüben. Es läge kein Stellvertre- tungsverhältnis vor. Zudem würden die Prostituierten in allen Rechtsg e- bieten als Selbständigerwerbende behandelt. Die Voraussetzungen für eine Ermessenseinschätzung seien vorliegend auch deshalb nicht erfüllt, weil es der Beschw erdeführerin nicht gestattet sei, über die erotischen Dienstleistungen der Prostituierten Buch zu führen. Die Vorinstanz sei im Übrigen von unzutreffenden Schätzungsgrundlagen ausgegangen und habe den Sachverhalt nicht hinreichend festgestellt. Im Sinne vo n B e- weisofferten nennt die Beschwerdeführerin dabei verschiedene Zeugen bzw. Auskunftspersonen. E. Ein Begehren der Beschwerdeführerin vom 4. Januar 2013 um Ausstand der Richterin Salome Zimmermann und des Richters Daniel Riedo wurde mit Zwischenentscheid d es Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Januar 2013 abgewiesen. Das Bundesgericht wies eine dagegen erhobene B e- schwerde am 27. Mai 2013 ab (Urteil 2C_221/2013). F. Mit Vernehmlassung vom 5. Februar 2013 beantragt die Vorinstanz, die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Be-A-6188/2012 Seite 4 schwerdeführerin vollumfänglich abzuweisen und der "Einspracheent- scheid" vom 30. Oktober 2012 sei zu bestätigen. G. Mit unaufgefordert eingereichter Stellungnahme vom 7. März 2013 hält die Beschwerdeführerin an ihren Beschwerdevorbringen fest. H. Auf weitere Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungs gericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bun - desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen Ve r- fügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche liegt hier nicht vor, und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinn von Art. 33 VGG. Das Bundesverwal- tungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Besch wer- de sachlich zuständig. 1.2 Auf die funktionelle Zuständigkeit ist im Folgenden einzugehen, wobei zunächst festzustellen ist, welches Recht anwendbar ist. 1.2.1 Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Der zu beur- teilende Sachverhalt hat sich im Jahre 2010 ereignet und somit au s- schliesslich nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes, womit ei nzig dieses zur Anwendung kommt. Soweit im Folgenden auf die Rechtsprechung zum früheren Mehrwertsteuergesetz vom 2. September 1999 (aMWSTG, AS 2000 1300) verwiesen wird, liegt der Grund darin, dass diese – wie nachfolgend teilweise ausdrücklich ausgeführt – im vorliegenden Fall auch für das MWSTG übernommen werden kann. 1.2.2 1.2.2.1 Die Einsprache ist das vom Gesetz besonders vorgesehene förm- liche Rechtsmittel, mit dem eine Verfügung bei der verfügenden Verwa l- tungsbehörde zwecks Neuüberprüfung angefochten wird. Die Einsprache A-6188/2012 Seite 5 ist kein devolutives Rechtsmittel, welches die Entscheidungszuständigkeit an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (vgl. BGE 132 V 368 E. 6.1 und BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N. 1815). Das Einspracheverfahren ermöglicht eine Abklärung komplexer tatsächlicher oder rechtlicher Verhältnisse und eine umfassende Abw ä- gung der verschiedenen v on einer Verfügung berührten Interessen ( HÄ- FELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 1816). 1.2.2.2 Im Bereich der Mehrwertsteuer ist das Einspracheverfahren in Art. 83 MWSTG gesetzlich vorgesehen. Eine Ausnahme hierzu bildet die sog. "Sprungbeschwerde": Richtet si ch die Einsprache gegen eine ei n- lässlich begründete Verfügung der ESTV, so ist sie auf Antrag oder mit Zustimmung des Einsprechers oder der Einsprecherin als Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten (Art. 83 Abs. 4 MWSTG; vgl. zur Sprungbe schwerde Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1184/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2 ff.). 1.2.3 Der Erlass eines Einspracheentscheids setzt ausführungsgemäss voraus, dass vorgängig eine Verfügung ergangen ist, welche überhaupt Gegenstand eines Einspracheverfah rens bilden kann. Die Vorinstanz sieht diese Verfügung in der als "Verfügung" bezeichneten Einschä t- zungsmitteilung ( EM) Nr. […] vom 15. Dezember 2011. Freilich ist es nach neuerer Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts grun d- sätzlich nicht zulässig, e ine Einschätzungsmitteilung direkt als Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG auszugestalten (vgl. Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts A-707/2013 vom 25. Juli 2013 E. 4.2 f., mit Hinweisen). Vorliegend stellt aber jedenfalls der als "Einspracheentscheid" bezeichne- te Entscheid der ESTV vom 30. Oktober 2012 eine Verfügung gemäss Art. 5 VwVG dar. Indem die Beschwerdeführerin dagegen beim Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerde erhob, hat sie einen allfälligen Verlust des Einspracheverfahrens (E. 1.2.2.1) zumindest in Kauf genommen. Ihre vorbehaltlose Beschwerdeführung direkt beim Bundesverwaltungsgericht ist unter diesen Umständen – in analoger Anwendung von Art. 83 Abs. 4 MWSTG – als "Zustimmung" zur Durchführung des Verfahrens der Sprungbeschwerde (E. 1.2.2.2) zu werten, zumal der "Einspracheen t- scheid" vom 30. Oktober 2012 einlässlich begründet ist (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -707/2013 vom 25. Juli 2013 E. 1.2.3 und E. 4.2.5.3). A-6188/2012 Seite 6 1.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde auch funktional zuständig. 1.3 Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Steuernachfo r- derung in der Höhe von Fr. 148'295.-. Diese Steuernachforderung beruht im Umfang von Fr. 5'266.20.- auf einer Nachbelastung unter der Bezeich- nung "Diverse Vorsteuerkorrekturen" gemäss Position 2 der EM Nr. […] (vgl. E. 2 des "Einspracheentscheids"). Da sich die Beschwerdeführerin weder in der Begründung ihres vorli e- genden Rechtsmittels noch in ihrer unaufgefordert eingerei chten Ste l- lungnahme vom 7. März 2013 mit der erwähnten Nachbelastung in der Höhe von Fr. 5'266.20.- (zuzüglich Verzugszins) auseinandersetzt, ist trotz ihres genannten Antrages davon auszugehen, dass der "Einspra- cheentscheid" insoweit nicht angefochten ist. 1.4 Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 1.5 Im Verwaltungsverfahren und der Verwaltungsrechtspflege gilt der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen hat (Art. 12 VwVG). Dieser Grundsatz gilt auch im Mehrwertsteuerrecht, da nach Art. 81 Abs. 1 MWSTG der Vorbehalt für Steuerverfahren gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG auf das Mehrwertsteuerrecht keine Anwendung findet. Gelangt der Ric h- ter aufgrund der Beweiswürdigung nicht zur Überzeugung, eine rechtse r- hebliche Tatsache habe sich verwirklicht, so stellt sich die Frage, ob zum Nachteil der Steuerbehörde oder des Steuerpflichtigen zu entscheiden ist, wer also die Folgen der Be weislosigkeit zu tragen hat (sog. materielle Beweislast). Im Steuerrecht gilt grundsätzlich, dass die Steuerbehörde für die steuerbegründenden und steuererhöhenden Tatsachen beweisbelas- tet ist, während der steuerpflichtigen Person der Nachweis der Tatsachen obliegt, welche die Steuerschuld mindern oder aufheben (statt vieler: Ur- teil des Bundesgerichts 2C_232/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4206/2012 vom 13. März 2013 E. 2.2.1). 1.6 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechun g kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht oder umgekehrt die betreffende Tatsache aus den Akten bereits genügend ersichtlich ist A-6188/2012 Seite 7 (sog. "antizipierte Beweiswürdigung"; BGE 131 I 153 E. 3 mit Hinweisen; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -829/2011 vom 30. Deze m- ber 2011 E. 1.4 und A -4785/2007 vom 23. Februar 2010 E. 5.5; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.144, mit Hinweisen). 2. 2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen die im Inland von steuerpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen (Inlandsteuer; Art. 18 Abs. 1 MWSTG). Als Leistung gilt die Einräumung eines verbrauchsfähi - gen wirtschaftlichen Wertes an eine Dri ttperson in E rwartung eines En t- gelts (Art. 3 Bst. c MWSTG). Als Dienstleistung gilt jede Leistung, die kei- ne Lieferung ist (Art. 3 Bst. e MWSTG). 2.2 Mehrwertsteuerpflichtig ist, wer unabhängig von Rechtsform, Zweck und Gewinnabsicht ein Unternehmen betreibt und nicht von der Steue r- pflicht befreit ist. Ein Unternehmen betreibt, wer eine auf die nach haltige Erzielung von Einnahmen aus Leistungen ausgerichtete berufliche oder gewerbliche Tätigkeit selbständig ausübt und unter eigenem Namen nach aussen auftritt (Art. 10 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG). Befreit ist ein Ste u- erpflichtiger u.a., wenn er im Inland innerha lb eines Jahres weniger als Fr. 100'000.- Umsatz aus steuerbaren Leistung en erzielt, sofern er nicht auf die Befreiung von der Steuerpflicht verzichtet (Art. 10 Abs. 2 Bst. a MWSTG). 2.2.1 Die gefestigte Rechtsprechung zum Begriff der mehrwertsteuerl i- chen Selbständigkeit gemäss Art. 21 Abs. 1 aMWSTG kann auch für das neue Recht übernommen werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-849/2012 vom 27. September 2 012 E. 3.1 ; vgl. ferner REGINE SCHLUCKEBIER, in: Felix Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Zürich 2012 [nachfolgend: MWSTG Kommentar], N. 40 ff. zu Art. 10 MWSTG). Danach handelt es sich beim Begriff der mehrwertste u- erlichen Selbständigkeit um einen unbe stimmten Rechtsbegriff. Wichtige Indizien für die selbständige Aus übung der Tätigkeit sind nach dieser Rechtsprechung insbesondere das Handeln und Auftreten in eigenem Namen gegenüber Dritten, das Tragen des unternehmer ischen Risikos (Gewinn und Verlust), die Wahlfreiheit, eine Aufgabe an zunehmen oder nicht und diese selbständig organisieren zu können. Daneben können die Beschäftigung von Personal, die Vornahme er heblicher Investitionen, e i- gene Geschäftsräumlichkeiten, verschiedene und wechselnde Auftragge- ber sowie die betriebs wirtschaftliche und arbeits organisatorische Una b-A-6188/2012 Seite 8 hängigkeit eine Rolle spielen. Ob eine Tätigkeit im mehrwertsteuer lichen Sinn als selbständig oder unselb ständig anzusehen ist, bestimmt sich stets aufgrund einer umfassen den Würdigung sämtlicher einschlä giger Faktoren (Urteile des Bundes gerichts 2C_554/2010 vom 21. September 2011 E. 2.2, 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 2.2, 2C_430/2008 vom 18. Februar 2009 E. 2.2, 2C_518/2007 und 2C_519/2007 vom 11. März 2008, veröffentlicht in Archiv für Schweizer i- sches Abgaberecht [ASA] 77 S. 569 E. 2.2; Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A-3695/2012 vom 30. Juli 2013 E. 3.2, A-1989/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.2.1, A-4011/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.2.1 und A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.2). 2.2.2 Weitere – aber nicht allein ausschlaggebende – Indizien für die mehrwertsteuerliche Behand lung bilden gemäss der genannten Rech t- sprechung ferner die Art der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge sowie die Qualifikation einer Person als selbständig oder unselb ständig im Zusammenhang mit den direk ten Steuern (Urteile des Bundesgerichts 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3.2, 2A.304/2003 vom 14. November 2003, veröffentlicht in ASA 76 S. 627 E. 3.3.2; Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts A-156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.2 und A -3822/2007 vom 3. Juni 2008 E. 2.1.4). Aufgrund der verschiedenen Zielsetzungen der einzelnen Rechtsgebiete können sich jedoch zwischen der Beurte i- lung nach mehrwertsteuerlichen Überlegungen und jener betreffend direk- te Steuern bzw. Sozialversicherungsrecht Abweichungen ergeben. Es ist somit durchaus möglich, dass ein und dieselbe Person in den verschi e- denen Be reichen unterschiedlich eingestuft wird (Urteil des Bunde sge- richts vom 15. Oktober 1993, veröffentlicht in ASA 64 S. 732 E. 3d; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3695/2012 vom 30. Juli 2013 E. 3.2.2 und E. 7.2.2, A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 2.2.2, A -1989/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.2.2, A-4011/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.2.2, A-5460/2008 vom 21. Mai 2010 E. 3.5.1, A -156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.2 und A-1572/2006 vom 21. August 2008 E. 3.4.1). 2.2.3 Angesichts des Wesens der Mehrwertsteuer als allge meine Ver - brauchsteuer ist der Begriff der Selbständigkeit eher weit auszulegen (Ur- teile des Bundesverwaltungs gerichts A -5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.2, A -156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.4 und A -1572/2006 vom 21. August 2008 E. 2.2; vgl. DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwert - steuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wir- kungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 115, 174 f.). A-6188/2012 Seite 9 2.2.4 Die Frage, ob ein Unternehmer im eigenen Namen nach aussen auftritt oder nicht, ist nicht nur für den Tatbestand der Selbständig keit massgeblich und nach dem neuen Recht ausdrücklich Erfordernis für die subjektive Steuerpflicht (vgl. Art. 10 Abs. 1 Bst. b MWSTG). Das Auftreten in eigenem Namen im Aussenverhältnis ist auch für die Zurechnung der einzelnen Umsätze bzw. die Bestimmung des mehrwertsteuerlichen Leis- tungserbringers entscheidend (vgl. Art. 20 Abs. 1 MWSTG sowie SCHLU- CKEBIER, in: MWSTG Kommentar, N. 17 ff. zu Art. 10 MWSTG). Das Han- deln wird grundsätzlich demjenigen mehrwertsteuerlich zugerechnet, der nach aussen, gegenüber Dritten im eigenen Namen auftritt (vgl. zum frü- heren Recht : Urteile des Bundes verwaltungsgerichts A -1989/2011 vom 4. Januar 2012 E. 2.2.4, A -5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.2, A - 5876/2008 vom 24. März 2010 E. 2.2, A-1572/2006 vom 21. August 2008 E. 2.2, A-1382/2006 und A-1383/2006 vom 19. Juli 2007 E. 2.2, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts 2C_518/2007 und 2C_519/2007 vom 11. März 2008). In wessen Namen aufgetreten wird, ist ferner von zentraler Bedeutung beim mehrwertsteuerlichen Stellvertretungs tatbestand gemäss Art. 20 Abs. 2 und 3 MWSTG. Denn wenn eine Person im Namen und für Rec h- nung einer anderen Person handelt (und somit nach aussen hin nicht als Leistungserbringerin auftritt), gilt die Leistung unter gesetzlich näher u m- schriebenen, hier nic ht näher interessierenden Voraussetzungen als durch die vertretene Person getä tigt (direkte Stellvertretung; Art. 20 Abs. 2 MWSTG. Keine Rolle spielt vorliegend, dass die Voraussetzungen für die direkte Stellvertretung gegenüber dem früheren Recht gelocker t wurden [vgl. dazu FELIX GEIGER, in: MWST G Kommentar, N. 1 ff. zu Art. 20 MWSTG]). Handelt bei einer Leistung der Vertreter zwar für fre m- de Rechnung, ohne dass er ausdrücklich im Namen des Vertretenen auf- tritt und ohne dass sich das Bestehen des Vertretun gsverhältnisses aus den Umständen ergibt , liegen gleich zu qualifizierende Leistungsverhäl t- nisse zwischen dem Vertretenen und dem (indirekten) Vertreter zum e i- nen und dem (indirekten) Vertreter sowie dem Dritten zum anderen vor (vgl. Art. 20 Abs. 3 MWSTG). 2.3 Die Mehrwertsteuer wird vom tatsächlich empfangenen Entgelt b e- rechnet (Art. 24 Abs. 1 Satz 1 MWSTG). 2.4 Die mehrwertsteuerliche Qualifikation von Vorgängen hat nicht in er s- ter Linie aus einer zivil -, sprich vertragsrechtlichen Sicht, sondern nach wirtschaftlichen, tatsächlichen Kriterien zu erfolgen (vgl. zum früheren A-6188/2012 Seite 10 Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.304/2003 vom 14. November 2003 E. 3.6.1, mit Hinweisen; BVGE 2007/23 E. 2.3.2; Urteile des Bundesve r- waltungsgerichts A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.4, A-156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.3 und A-1595/2006 vom 2. April 2009 E. 2.8, best ä- tigt mit Urteil des Bundesgerichts 2C_309/2009 und 2C_310/2009 vom 1. Februar 2010; ausführlich: RIEDO, a.a.O., S. 112). Der wirtschaftlichen Betrachtungsweise kommt im Bereich der Mehrwertsteuer nicht nur bei der rechtlichen Qualifikation von Sach verhalten, sondern auch bei der Auslegung von zivilrechtlichen und von steuerrechtlichen Begriffen B e- deutung zu (vgl. zum früheren Recht : Urteil des Bundes gerichts 2A.43/2002 vom 8. Januar 2003, veröffentlicht in ASA 73 S. 565 ff. E. 3.2; BVGE 2007/23 E. 2.3.2; Urteile des Bundesver waltungsgerichts A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.4 u nd A -156/2007 vom 20. April 2009 E. 2.2.3). Nicht entscheidend ist deshalb grundsätzlich, wie die Pa r- teien ihr Vertragsverhältnis ausgestalten (vgl. zum früheren Recht : Urteil des Bundesgerichts 2A.47/2006 vom 6. Juli 2006 E. 3.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-4011/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.4). 2.5 Gemäss Art. 19 Abs. 1 MWSTG werden voneinander unabhängige Leistungen selbständig behandelt. Leistungen, welche wirtschaftlich eng zusammengehören und so ineinander greifen, dass sie als unteilbares Ganzes zu betrachten sind, gelten mehrwertsteuerlich als einheitlicher wirtschaftlicher Vorgang und sind demzufolge nach dem Charakter der Gesamtleistung zu behandeln (Art. 19 Abs. 3 MWSTG). Liegt eine G e- samtleistung vor, erfolgt die mehrwertsteuerliche Behandlung nach der für diese wesentlichen Eigenschaft, das heisst nach der Leistung, welche wirtschaftlich betrachtet im Vordergrund steht (vgl. GEIGER, in: MWSTG Kommentar, N. 23 zu Art. 19 MWSTG; zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_807/2008 vom 19. Juni 2009 E. 2.2, mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4206/2012 vom 13. März 2013 E. 2.5, mit Hinweis). 2.6 Die Mehrwertsteuersystematik ist grundsätzlich auf die Überwälzba r- keit der Steuer ausgerichtet (v gl. Art. 1 Abs. 3 Bst. c MWSTG). Dies hat jedoch nicht zur Folge, dass sich der Steuerpflichtige im Steuerjustizve r- fahren mit Erfolg mit dem Einwand gegen eine Steuernachforderung weh- ren kann, er könne die nacherhobene Steuer nicht mehr auf den Lei s- tungsbezüger überwälzen. Denn aus dem Überwälzbarkeitsprinzip en t- steht gegenüber dem Staat kein Anspruch des Steuerpflichtigen auf Überwälzung der Mehrwertsteuer, genauso wenig wie er kraft öffentlichen A-6188/2012 Seite 11 Rechts verpflichtet werden könnte, die Steuer zu überwälzen. Die Bezah- lung rechtmässig erhobener Steuernachforderungen lässt sich somit nicht unter Hinweis auf die Unmöglichkeit der Überwälzung verweigern (vgl. GEIGER, in: MWSTG Kommentar, N. 28 zu Art. 1 MWSTG, mit Hi n- weisen; zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_518/2007 und 2C_519/2007 vom 11. März 2008 E. 3.4, mit Hinweis auf RIEDO, a.a.O., S. 21; XAVIER OBERSON, in: Kompetenzzentrum MWST der Treuhand - Kammer [Hrsg.], mwst.com, Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Art. 1 N. 28; s. zum Ganzen ferner auch U r- teil des Bundesgerichts 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 4.5; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -3198/2009 vom 2. September 2010 E. 2.4.2, mit Hinweisen). Ob und inwieweit die en t- sprechenden Mehrwertsteuern auf Dritte überwälzt werden können, ric h- tet sich nach privatrechtlichen Vereinbarungen und ist gegebenenfalls vom Zivilrichter zu entscheiden (vgl. Art. 6 MWSTG). 2.7 2.7.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Inlandsteuer erfolgt nach dem Selbstveranlagungsprinzip. Der Steuerpflichtige stellt dabei eigenständig fest, ob er die Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht (Art. 10 und 66 MWSTG) erfüllt, ermittelt die Steuerforderung selber (Art. 71 MWSTG) und begleicht diese innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der Ab- rechnungsperiode (Art. 86 Abs. 1 MWSTG). Das Selbstveranlagungsprin- zip bedeutet somit, dass der Leistungserbringer selbst für die Feststellung der Mehrwertsteuerpflicht bzw. -forderung verantwortlich ist. Daran ändert sich gegenüb er dem früheren Recht nichts (vgl. Urteile des Bundesg e- richts 2C_356/2008 vom 21. November 2008 E. 3.2 und 2A.109/2005 vom 10. März 2006 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 849/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.1, mit Hinweisen). 2.7.2 Zu den P flichten der mehrwertsteuerpflichtigen Person gehört in s- besondere auch die Buchführung. Der Mehrwertsteuerpflichtige hat seine Geschäftsbücher und Aufzeichnungen nach den handelsrechtlichen Grundsätzen zu führen. Die ESTV kann ausnahmsweise darüber hinaus - gehende Aufzeichnungspflichten erlassen, wenn dies für die ordnungs - gemässe Erhebung der Mehrwertsteuer unerlässlich ist (Art. 70 Abs. 1 MWSTG). Die Buchführung ist das lückenlose und planmässige Auf - zeichnen sämtlicher Geschäftsvorfälle einer Unternehmung auf der Grundlage von Belegen. Sie schlägt sich in den Geschäftsbüchern und den zugehörigen Aufzeichnungen nieder (vgl. Urteil des Bundesverwa l-A-6188/2012 Seite 12 tungsgerichts A-849/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.2; BEATRICE BLUM, in: MWSTG Kommentar, N. 3 ff. zu Art. 70 MWSTG). 2.8 2.8.1 Liegen keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen vor (Verstoss gegen die formellen Buchführungsvorschriften) oder stimmen die ausg e- wiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überein (Verstoss gegen die m ateriellen Buchführungsregeln), so schätzt die ESTV die Steuerforderung nach pflichtgemässem Ermessen ein (Art. 79 MWSTG). 2.8.2 Art. 79 MWSTG unterscheidet nach dem Ausgeführten zwei vonein- ander unabhängige Konstellationen, welche zu einer Ermessensveran la- gung führen. Die erste ist diejenige der ungenügenden Aufzeichnung (Konstellation 1). In diesem Fall hat eine Schätzung insbesondere auch dann zu erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltung s- vorschriften als derart gravierend zu qualifizieren sind, dass sie die mat e- rielle Richtigkeit der Buchhaltungsergebnisse in Frage stellen (zum früh e- ren Recht statt vieler: BGE 105 Ib 181 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 3 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1). Zweitens kann selbst eine formell einwandfreie Buchführung die Durchführung einer Schätzung erfordern, wenn die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht überei n- stimmen (Konstellation 2). Dies ist nach der Rechtsprechung zum frühe- ren Recht der Fall, wenn die in den Büchern enthaltenen Geschäftse r- gebnisse von den von der Steuerverwaltung erhobenen branchenspezif i- schen Erfahrungszahlen wesentlich abweichen, vorausgesetzt die ko n- trollierte Person ist nicht in der Lage, allfällig e besondere Umstände, auf Grund welcher diese Abweichung erklärt werden kann, nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen (statt vieler: Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts A-4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.5.2 mit Hinweisen). Diese Rechtsprechung beansprucht auch unter dem MWSTG Geltung. 2.9 2.9.1 Sind die Voraussetzungen für eine Ermessenstaxation erfüllt, so ist die ESTV nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, eine solche nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen. Die Fälle, in denen die Ste u- erpflichtigen ihre Mitwirkungspflichten nicht wahrnehmen bzw. keine, u n- vollständige oder ungenügende Aufzeichnungen über ihre Umsätze (bzw. hinsichtlich der Feststellung oder Überprüfung der Steuerpflicht) führen, dürfen keine Steuerausfälle zur Folge haben (Urteil des Bundesverwa l-A-6188/2012 Seite 13 tungsgerichts A-849/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.5; zum frühe- ren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.1). 2.9.2 Hat die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen, hat sie dabei diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der steuerpflichtigen Person soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Annahmen beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst nahe kommt (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -849/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.3; BLUM, in: MWSTG Kommentar, N. 15 zu Art. 79 MWSTG; zum früheren Recht statt vieler: Urteil des Bun desgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.1). In Betracht kommen Schätzungsmethoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung h i- nauslaufen, aber auch Umsatzschätzungen aufgrund unbestrittener Teil - Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen. Die brauc h- baren Teile der Buchhaltung und allenfalls vorhandene Belege sind soweit als möglich bei der Schätzung zu berücksichtigen. Sie können durchaus als Basiswerte der Ermessenstaxation fungieren (zum früheren Recht statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.6.2 mit weiteren Hinweisen; PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par estimation, veröffentlicht in: ASA 69 S. 530 ff.). 2.9.3 Im Rahmen einer Ermessenstaxation ist es nach der Re chtspre- chung des Bundesgerichts auch zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum umlegt bzw. hochrechnet (sog. Umlageverfahren ), vorausgesetzt die massg e- benden Verhältnisse im eingehend kontrollierten Zeitabschnitt seien äh n- lich wie in der gesamten Kontrollperiode (zum früheren Recht: Urteile des Bundesgerichts 2C_309/2009 vom 1. Februar 2010 E. 2.2 und 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2; Urteile des Bundes verwaltungs- gerichts A-852/2012 vom 27. September 2012 E. 2.3.4, A-689/2012 vom 31. Mai 2012 E. 2.6.3). 2.10 Die Vorinstanz zieht bei ihrer Arbeit Erfahrungszahlen heran, sei es im Rahmen der Prüfung der Voraussetzungen der Erm essensveranla- gung oder sei es für die Vornahme der Schätzung. Nach der Rechtspr e- chung ist das Abstellen auf Erfahrungszahlen grundsätzlich nicht zu b e- anstanden (zum früheren Recht statt vieler: BVGE 2009/60 E. 2.8). A-6188/2012 Seite 14 2.10.1 Erfahrungszahlen sind Ergebnisse, die aus zuverlässigen Buchhal- tungen gewonnen und nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sta- tistisch verarbeitet werden. Sie sind keine Rechtssätze und auch keine Beweismittel (solange sie nicht z.B. durch ein Sachverständigengutac h- ten erwiesen sind), die den Geschäftsbüchern gleichgestellt wären ( MAR- TIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswi n- kel des Drittvergleichs [ «dealing at arm's length »], veröffentlicht in: ASA 77 S. 658 ff., 665, 679, mit Hinweisen). 2.10.2 Erfahrungszahlen drücken Gesetzmässigkeiten in den Verdiens t- verhältnissen einzelner Branchen aus. Diese Funktion kommt ihnen aber nur dann zu, wenn sie auf einer sicheren Grundlage beruhen (vgl. ZWEI- FEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 679). Sollen Erfahrungswerte Aufschluss über durchschnittliche Umsatzziffern geben, müssen sie breit abgestützt sein und sollten nebst der Betriebsstruktur und den regionalen Gegebenheiten auch die Betriebsgrösse berücksichtigen (vgl. MOLLARD, a.a.O., S. 553). Mit anderen Worten müssen sie aufgrund umfassender, repräsentativer, homogener und aktueller Stichproben gewonnen werden. Das verlangt, dass sie aufgrund einer genügenden Anzahl von Fällen ermittelt werden. Der Stichprobenumfang lässt sich nicht in einer absoluten Zahl besti m- men, welche für alle Branchen gültig wäre. Die Wahl der Stichproben darf nicht einseitig nur günstige oder ungünstige Verhältnisse betreffen. Sie muss alle Verhältnisse in angemessener Anzahl umfassen, um repräsen- tative Ergebnisse ermitteln zu k önnen (zum früheren Recht: BVGE 2009/60 E. 2.8.1; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A -1933/2012 vom 20. November 2012 E. 2.7.2 mit weiteren Hi n- weisen). 2.10.3 Die Steuerbehörde hat die Pflicht, der steuerpflichtigen Person die Grundlagen der Erfahrungszahlen kundzugeben (vgl. ZWEIFEL/HUNZIKER, a.a.O., S. 682 f., mit zahlreichen Hinwei sen). Dies folgt aus der Begrü n- dungspflicht. Die Behörde hat der steuerpflichtigen Person die Art und Weise, wie die Ermessensveranlagung zustande gekommen ist – beinhal- tend auch die Zahlen und Erfahrungswerte –, bekannt zu geben. Sie hat zu erläutern, dass die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der gleichen Branche entstammen wie das eingeschätzte (gegebene n- falls) steuerpflichtige Unternehmen, s ondern auch in anderer Hinsicht vergleichbar sind, wie zum Beispiel betreffend Standort, Betriebsgrösse, Kundenkreis usw. Nur so ist es der steuerpflichtigen Person möglich, die A-6188/2012 Seite 15 Veranlagung sachgerecht anzufechten (zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2A.284/2000 vom 5. Dezember 2000 E. 3 mit Hinweisen). 2.10.4 Da es sich bei Erfahrungszahlen prinzipiell um Durchschnittswerte handelt, dürfen sie im Einzelfall nicht lediglich in schematischer Weise angewendet werden. In Ausübung des pflichtgemässen Ermessens muss bei der Anwendung von Erfahrungszahlen deshalb deren Streubreite (zwischen Maximal- und Minimalwert) beachtet werden, wenn eine den individuellen Verhältnissen gerecht werdende Schätzung erfolgen soll (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 1983, veröffentlicht in: ASA 52 S. 234 E. 4). Inwiefern die Verwaltung ihr Ermessen ausgeübt hat, ist in der Entscheidbegründung darzulegen (zum früheren Recht: BVGE 2009/60 E. 2.8.4; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A- 4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.7.4 mit weiteren Hinweisen). 2.11 2.11.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen En t- scheid grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdefü h- rer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bs t. a VwVG) und der unrichtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserhebl i- chen Sachverhaltes (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unang e- messenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG). 2.11.2 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft das Vorliegen der Vor- aussetzungen für die Vornahme einer Ermessenstaxation – als Rechts- frage – uneingeschränkt. Als ausserhalb der Verwaltungsorganisation und Behördenhierarchie stehendes, von der richterlichen Unabhängigkeit b e- stimmtes Verwaltungsgericht auferlegt es sich tr otz des möglichen Rüg e- grundes der Unangemessenheit bei der Überprüfung von zulässigerweise erfolgten Ermessensveranlagungen jedoch eine gewisse Zurückhaltung und reduziert dergestalt seine Prüfungsdichte. Grundsätzlich setzt das Bundesverwaltungsgericht nur dann sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn dieser bei der Schätzung erhebliche Ermessensfehler unterlaufen sind (zum früheren Recht statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -4922/2012 vom 14. Juni 2013 E. 2.9.2). Diese Praxis wurde vom Bundesgericht bestätigt (vgl. zum fr ü- heren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3; s. ferner auch Urteil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3). A-6188/2012 Seite 16 2.11.3 Für das Vorliegen der Voraus setzungen zur Vornahme einer E r- messenseinschätzung ist nach der allgemeinen Beweislastregel die ESTV beweisbelastet (E. 1.5). Sind die Voraussetzungen erfüllt (erste Stufe) und erscheint die vorinstanzliche Schätzung nicht bereits im Ra h- men der durch das B undesverwaltungsgericht mit der gebotenen Zurück- haltung (E. 2.11.2) vorzunehmenden Prüfung als pflichtwidrig (zweite Stu- fe), obliegt es – in Umkehr der allgemeinen Beweislast – der steuerpflich- tigen Person, den Nachweis für die Unrichtigkeit der Schätzung (dritte Stufe) zu erbringen (vgl. zum früheren Recht statt vieler: Urteil des Bu n- desgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.2; Urteile des Bunde s- verwaltungsgerichts A -4750/2012 vom 22. Juli 2013 E. 2.4.3 und A-6001/2011 vom 21. Mai 2013 E. 2.4.2). Weil das Ergebnis der Erme s- sensveranlagung selbst auf einer Schätzung beruht, kann sich die ste u- erpflichtige Person gegen eine zulässigerweise durchgeführte Erme s- senseinschätzung nicht mit allgemeiner Kritik zur Wehr setzen. Vielmehr hat sie darzulegen, dass die von der ESTV vorgenommene Schätzung of- fensichtlich fehlerhaft ist, und sie hat auch den Beweis für ihre vorg e- brachten Behauptungen zu erbringen (zum früheren Recht statt vieler: Ur- teil des Bundesgerichts 2C_970/2012 vom 1. April 2013 E. 4.3). 3. 3.1 Im vo rliegenden Fall betrieb die Beschwerdeführerin in der hier massgebenden Zeit den Sauna -Club "D._______" mit einem Restaurant und einer Bar. Nach den insoweit unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz bezahlten die männliche n Kunden einen Eintrit t von Fr. 90.- für den zeitlich unbegrenzten Zutritt zur Infrastruktur (Dampfbad, Whirlpool und Sauna), die Benutzung diverser Gegenstände (wie z.B. Bademäntel und Handtücher), den Zugang zum Salatbuffet, eine warme Verpflegung am Abend und für Softdrinks. Für die Benutzung einer L u- xussuite hatten die Kunden der Beschwerdeführerin zusätzlich Fr. 100. - zu bezahlen. Paare erhielten gegen ein Eintrittsgeld von Fr. 150. - zusätzlich zu den hinsichtlich des Eintrittsgeldes der Herren aufgezählten Leistungen zwei Willkommensgeschenke (bzw. "Welcome -Cüpli") sowie das Recht, von den allgemein zugänglichen Räumen getrennte Standard -Zimmer zu b e- nutzen. Ferner stellte die Beschwerdeführerin den in ihrem Club tätigen Sexarbei- terinnen gegen ein Eintrittsgeld dieselben L eistungen wie den Herren, das Recht zur Benutzung der Standard -Zimmer sowie diverses A-6188/2012 Seite 17 Verbrauchsmaterial (wie z.B. Kondome und Gleitcrème) zur Verfügung. Die Vorinstanz ging im angefochtenen "Einspracheentscheid" im Übe r- einstimmung mit den entsprechenden Angaben in den von der B e- schwerdeführerin erstellten Kassa -Berichten davon aus, dass das Ei n- trittsgeld für die Prostituierten Fr. 50. - betrug (vgl. E. 4.7.2 des "Einspra- cheentscheids" und Akten Vorinstanz, act. 1 4). Anders als im "Einspra- cheverfahren" behauptet die Beschwerdeführerin zu Recht nicht mehr, das entsprechende Eintrittsgeld habe Fr. 100. - betragen (vgl. "Einspr a- che", S. 4; s. dazu auch Beschwerde, S. 5). 3.2 3.2.1 Die Vorinstanz ging im "Einspracheentscheid" ferner gestützt auf Aussagen von E._______ (Inhaber des Einzelunternehmens F._______) anlässlich ihrer Kontrolle davon aus, dass die Beschwerdeführerin jedes Jahr vier Parties veranstaltete, bei welchen die Herren einen Betrag von Fr. 300.- für die Teilnahme sowie die Inanspruchnahme erotischer Dienst- leistungen von den anwesenden Sexarbeiterinnen bezahlt hätten. Von diesem Betrag seien jeweils Fr. 70. - als "Eintritte Herren" verbucht und Fr. 230.- als Entgelt für die zu erbringenden erotischen Dienstleistungen unter den an der Party teilnehm enden Sexarbeiterinnen aufgeteilt wo r- den, wobei die Fr. 230. - von der Beschwerdeführerin weder verbucht noch deklariert worden seien. Die Sexarbeiterinnen hätten an den Part y- tagen kein Eintrittsgeld entrichten müssen (vgl. E. 3.2 und E. 4.7.2 Abs. 2 des "Einspracheentscheids"). 3.2.2 Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin, dass in ihrem Saunaclub "D._______" Parties stattgefunden hätten. Sie macht geltend, die genannte Aussage von E._______ sei falsch protokolliert worden. Die betreffende Aussage habe sich auf einen anderen Saunaclub (namens "I._______") bezogen, für welchen E._______ ebenfalls die Buchhaltung führe. Falls er tatsächlich erklärt haben sollte, im Saunaclub D._______ würden wi e im Saunaclub I._______ jährlich vier Parties durchgeführt, könne nicht darauf abgestellt werden. Denn die Organisation und die A b- läufe im Saunaclub D._______ seien E._______ nicht bekannt. Im Sinne von Beweisofferten nennt die Beschwerdeführerin in diese m Zusammen- hang drei "Zeugen", nämlich die Geschäftsführerin der Beschwerdeführe- rin (G ._______), einen weiteren Geschäftsführer ( H._______, vgl. da zu Akten Vorinstanz, act. 6 S. 1) und E._______ (Beschwerde, S. 4 f. und S. 18). A-6188/2012 Seite 18 3.2.3 Es ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht e r- sichtlich, dass die Vorinstanz den Sachverhalt mit Bezug auf die Parties unzutreffend festgestellt hat. Zwar hat die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 7. März 2013 erklärt, sämtliche Vorbringen der Vorin- stanz würden, soweit nicht in Einklang mit der Darstellung der Beschwe r- deführerin stehend, bestritten (Stellungnahme vom 7. März 2013, S. 2). Freilich setzte sie der Vernehmlassung, wonach E._______ im vorliegend massgebenden Zeitraum für die Erstellung der Buchhaltung, Geschäft s- abschlüsse und Mehrwertsteuerabrechnungen der Beschwerdeführerin verantwortlich gewesen sei (vgl. Vernehmlassung, S. 2), nichts Konkretes entgegen (vgl. dazu auch Akten Vorinstanz, act. 9 S. 1). Auch stellt die Beschwerdeführerin zu Recht nicht ausdrücklich in Abrede, dass E._______ anlässlich der Kontrolle durch die ESTV als auskunftserteilen- de Person aufgetreten ist (vgl. dazu Vernehmlassung, S. 2; s. dazu ferner Akten Vorinstanz, act. 6 S. 1). Für die Annahme, dass E._______ mit den Verhältnissen beim Saunaclub der Beschwerdeführerin vertraut war, spricht auch der Umstand, dass sie in einem Fragebogen zur Abklärung ihrer Mehrwertsteuerpflicht seine Adresse als Zustelladresse nannte (vgl. Akten Vorinstanz, act. 4 S. 1). Vor diesem Hintergrund erscheint die Behauptung, E._______ habe die Organisation und die Abläufe im Sau- naclub D._______ nicht gekannt, nicht als genügend substantiiert. Sodann fehlt es auch an genügenden Anhaltspunkten für die Annahme, dass die in Frage stehende Aussage von E._______ (vgl. dazu Akten Vor- instanz, act. 6 Beiblätter Nr. 11+13) falsch protokolliert wurde, indem etwa verkannt wurde, dass sie sich auf einen anderen Saunaclub bezog. Ebenso wenig ist hinreichend substantiiert, dass E._______ den Sauna- club D._______ bei dieser Aussage mit einem anderen Saunaclub ve r- wechselte. Die mit Bezug auf die Parties entscheidrelevanten Fakten sind nach dem Gesagten bereits aus den Akten genügend ersichtlich. Es ist nicht e r- kennbar, inwiefern eine Be fragung der von der Beschwerdeführerin g e- nannten Personen eine von den Akten abweichende Entscheidung s- grundlage ergeben würde. Der Antrag auf Befragung von G ._______, H._______ und E._______ ist deshalb – in antizipierter Beweiswürdigung (vorn E. 1.6) – bereits aus diesem Grund abzuweisen. Im Üb rigen hatten die Geschäftsführenden der Beschwerdeführerin im "Einspracheverfah- ren" und im gegenwärtigen Beschwerdeverfahren ohnehin hinreichend Gelegenheit, sich zu den Sachverhaltsfeststel lungen der Vorinstanz zu äussern bzw. Unterlagen zum Beweis einzureichen. Personen, welche A-6188/2012 Seite 19 Angestellte der Beschwerdeführerin sind, fehlt zudem die notwendige Unabhängigkeit, so dass de ren Aussagen – wenn diese Personen denn während der hier fraglichen Zeit überhaupt im Sauna -Club tätig gewesen sind – durch das Bundesverwaltungsgericht ohnehin mit Zurückhaltung zu würdigen wären (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.5.4, mit Hinweis auf MAX GULDENER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Zürich 1979, S. 321, 346). Offen gelassen werden kann hier im Übrigen, ob die von der Beschwe r- deführerin genannten Personen tatsächlich als Zeugen und nicht vielmehr als Auskunftspersonen zu befr agen wären (vgl. dazu PHILIPPE WEISSEN- BERGER/BERNHARD WALDMANN, in: Wald mann/Weissenberger [Hrsg.], VwVG – Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsve r- fahren, Zürich/Basel/Genf 2009, N. 5 zu Art. 14 VwVG). 3.3 3.3.1 Für die Beurteilung der Selb ständigkeit und die Bestimmung des mehrwertsteuerrechtlichen Leistungserbringers ist das Handeln im eig e- nen Namen und der Auftritt gegen aussen entscheidend (E. 2.2.1 und E. 2.2.4). Dabei ist die Frage massgebend, wie das Erotikangebot für die Allgemeinheit, für einen neutralen Dritten objektiv erkennbar in Ersche i- nung tritt (vgl. zum früheren Recht : Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 3.1.1 und A -1989/2011 vom 4. Januar 2012 E. 4.1.1). 3.3.2 Wie das in Frage stehende Er otikangebot für einen Aussenstehe n- den objektiv erkennbar in Erscheinung tritt, kann vorliegend in erster Linie gestützt auf die Homepage der Beschwerdeführerin beurteilt werden, auf welcher die Erotik dienstleistungen angeboten worden sind ( [...]). Akten- kundig sind Ausdrucke des Internetauftritts vom 7. Juli 2011 (Akten Vorin- stanz, act. 7). Auf diesen Ausdrucken findet sich insbesondere ein Foto mit der Aufschrift " D._______", das mehrere leicht bekleidete, sich auf Liegestühlen sonnende Damen zeigt. Daru nter wird mit folgenden Au s- führungen Werbung gemacht: "Ihre erotischen Fantasien können Sie in den 10 individuell eingerichteten Zimmern […] ausleben. […] Ein schöner und erlebnisreicher Aufenthalt uns e- rer Gäste steht für unser Team an oberster Stelle." Ferner finden sich Fotos von mehreren Frauen mit den Vermerken "J._______ 22 Jahre", "K._______ 26 Jahre", " L._______ 34 Jahre" und "M._______ 20 Jahre". Neben diesen Fotos sind jeweils die Adresse und die Telefonnummer des Saunaclubs angegeben. Oberhalb des Vermerks A-6188/2012 Seite 20 "M._______ 20 Jahre" sind zudem die Logos verschiedener Kreditkarte n- firmen sowie das Euro - und das Dollarzeichen abgebildet. Zudem wird der Nutzer der Homepage ausdrücklich dazu aufgefordert, bei Fragen die Telefonnummer des Clubs zu wählen. Nach den genannten Internetauftritten hat der Sauna -Club " D._______" die Erotik dienstleistungen im eigenen Namen angepriesen. Für die Al l- gemeinheit, das heisst für einen neutralen Dritten, trat damit der Club "D._______" als Leistungserbringer der Erotik dienstleistungen auf. Dies gilt umso mehr, als auf den Ausdrucken der Homepage nur die Adresse und die Telefonnummer des Sauna -Clubs angegeben sind. Zwar enthält die Homepage nach den genannten Ausdrucken auch eine Unterrubrik "Girls", deren Inhalt nicht akt enkundig ist. Selbst wenn diese Unterrubrik Angaben enthalten sollte, welche dem Kunden eine direkte Kontaktau f- nahme mit den Sexarbeiterinnen ohne Vermittlung durch die Beschwe r- deführerin ermöglichen, tritt jedoch nach aussen in erster Linie der Club als A nbieter der Sexdienstleistungen in Erscheinung. So wird auf der Homepage die Möglichkeit, erotische Fantasien auszuleben, bezeichne n- derweise in unmittelbaren Kontext zum Hinweis erwähnt, dem Team des Clubs ("unser Team") sei ein "schöner und erlebnisreicher Aufenthalt" der Gäste wichtig. Nichts daran ändern kann der Umstand, dass auf den Ausdrucken der Homepage Fotos von Sexarbeiterinnen abgebildet und deren Vornamen bzw. Pseudonyme festgehalten sind (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_23 9/2008 vom 26. August 2008 E. 2.4 f.). Letzteres gilt umso mehr, als bei diesen Pseudonymen jeweils der Name, die Adresse und die Telefonnummern des Clubs stehen. Der Ei n- druck, dass der Club im eigenen Namen gegen aussen auftritt, wird noch dadurch verstärkt, dass bei einem dieser Pseudonyme zusätzlich zu N a- me und Adresse des Clubs mit Logos von Kreditkartenfirmen und dem Euro- sowie dem Dollarzeichen auf die Zahlungsmodalitäten hingewiesen wird. Der Internetauftritt spricht damit gegen die mehrwertsteuerre chtliche Selbständigkeit der einzelnen Sexarbeiterinnen. Im Weiteren liegen keine Anhaltspunkte dafür vor und wird auch nicht seitens der Beschwerdefü h- rerin geltend gemacht, dass sich der relevante Inhal t der Homepage in der Zeit vom 1. Januar 2010 bis 1. Juli 2011 wesentlich verändert hat. 3.3.3 Ferner kann nicht gesagt werden, die Sexarbeiterinnen handelten in völliger betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Unabhä n- gigkeit: Die Beschwerdeführerin bietet an vier Tagen im Jahr neben dem A-6188/2012 Seite 21 Sauna- bzw. Poolbetrieb Parties an, wobei sie auch die jeweiligen Tarife festlegt. In den Pauschalbeträgen sind sämtliche sexuellen Dienstleistu n- gen während der Party inbegriffen. Der nach Abzug der Eintrittsgelder von je Fr. 70.- verbleibende Umsatz wird ansc hliessend auf die anwesenden Damen verteilt. Diese können demnach die genauen Preise für die j e- weils konkret erbrachten Leistungen nicht massgeblich mitbestimmen. Es ist durchaus möglich, dass die Preise gegenüber denjenigen im Einze l- service stark verbilligt sind. Jedenfalls beeinträchtigt die Preisvorgabe der Beschwerdeführerin die betriebswirtschaftliche Unabhängigkeit der Fra u- en (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.3, mit Hinweisen; vgl. dazu ferner Urteil des Bundesgerichts 2C_4 26/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 4.2 ff.). Nicht nur das spricht gegen eine mehrwertsteuerliche Selbständigkeit der Damen, sondern auch der Umstand, dass sie in einer weitgehenden a r- beitsorganisatorischen Abhängigkeit zur Beschwerdeführerin stehen. Denn es sind jeweils mehrere Frauen, welche die Infrastruktur und die weiteren Betriebsmittel gleichzeitig oder nacheinander für ihre Sexang e- bote nutzen. Zudem legt die Beschwerdeführerin d ie Öffnungszeiten des Sauna-Clubs bzw. die Dauer der Parties fest. Umfang und Zeitpunkt der Leistungserbringung der einzelnen Damen sind folglich direkt von der Be- legungsdichte der beschwerdeführerischen Betriebsmittel abhängig. Leis- tungsumfang und -zeit k önnen die Sexarbeiterinnen dementsprechend nur bedingt frei wählen. Sie bestimmen sich vielmehr nach Massgabe der betrieblichen Möglichkeiten und weitgehend auch der Bedürfnisse bzw. des Willens der Beschwerdeführerin ( vgl. zum früheren Recht : Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, veröf fentlicht in: ASA 77 S. 570 f. E. 3.2; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2950/2011 vom 8. Fe b- ruar 2012 E. 3.2.2 und A -5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 3.3). Es steht im ureigensten Interesse der Beschwerdeführerin, dass die Zimmer bestmöglich ausgelastet sind und dass Friktionen weitestgehend vermi e- den werden, weshalb sich die Damen zwangsläufig einer entsprechenden betrieblichen Ordnung der Beschwerdeführerin unterziehen müssen ( vgl. zum früheren Recht : Urteil des B undesverwaltungsgerichts A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 3.2.2, mit Hinweis). So werden die Anwesenhe i- ten der Sexarbeiterinnen wohl derartig zusammengestellt, dass sie die Bedürfnisse der Kunden bestmöglich abdecken und so eine möglichst hohe Auslastung des Etablissements der Beschwerdeführerin erreicht werden kann (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesverwaltungsge-A-6188/2012 Seite 22 richts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.3, bestätigt durch das Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009). 3.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Sexarbeiterinnen würden auch bei den direkten Steuern und den Sozialversicherungen bzw. "in sämtlichen Rechtsgebieten" als selbständig erwerbstätig qualifiziert (vgl. Beschwerde, S. 8 ff.). Die Art der Abrechnung der Sozialversicherungsbeiträge und die Qualif i- kation einer Person als selbständig oder unselbständig im Zusamme n- hang mit den direkten Steuern bilden zwar – wie ausgeführt – nicht unbe- deutende, aber dennoch nicht allein ausschlaggebende Indizien für die mehrwertsteuerliche Behandlung (E. 2.2.2). Es können sich somit Abwe i- chungen zwischen der Beurteilung nach mehrwertsteuerlichen Überl e- gungen und jener betreffend Sozialversicherungsrecht bzw. direkten Steuern ergeben. Insbesondere aufgrund der verschiedenen Zie lsetzun- gen dieser Rechtsgebiete ist es durchaus möglich, dass ein und dieselbe Person in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich eingestuft wird (s. zum Ganzen E. 2.2.2). Nichts Gegenteiliges ergibt sich im Übrigen aus der von der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang erwähnten Li- teratur (vgl. Beschwerde, S. 9). An der entsprechenden Stelle wird zwar ausgeführt, der Begriff der Selbständigkeit oder Unselbständigkeit von na- türlichen Personen im Umsatzsteuerrecht entspreche "im Wesentlichen demjenigen des Einkommenssteuerrechts" ( HEINZ KELLER, Abgrenzung der selbständigen von der unselbständigen Erwerbstätigkeit sowie Begriff der Nachhaltigkeit als zwei Kriterien für die Abklärung der subjektiven Steuerpflicht, veröffentlicht in: ASA 74, S. 439 ff., S. 441; vgl. dazu B e- schwerde, S. 9). Daraus ergibt sich jedoch nicht, dass sich die Begriffe der Selbständigkeit bei der Mehrwertsteuer und den direkten Steuern vollständig decken. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist auch nicht erken n- bar, dass der Begriff der mehrwertsteuerlichen Selbständigkeit mit dem entsprechenden Begriff in weiteren Rechtsgebieten (wie etwa dem Au f- enthaltsrecht) identisch ist. Am Ausgang des vorliegenden Verfahrens vermag jedenfalls eine allfällige sozialversicherungsr echtliche, direktsteu- erliche, aufenthaltsrechtliche oder eine in weiteren, nicht mehrwertsteue r- rechtlichen Rechtsgebieten anzunehmende Selbständigkeit der Damen nichts zu ändern. Denn vorliegend deutet zu viel auf die mehrwertsteue r- liche Zurechnung der fra glichen Dienstleistungen an die Beschwerdefü h- rerin hin (vgl. vorn E. 3.3 ; s. auch – zum früheren Recht – Urteile des A-6188/2012 Seite 23 Bundesverwaltungsgerichts A-3695/2012 vom 30. Juli 2013 E. 3.2 und A- 6241/2011 vom 12. Juni 2012 E. 3.4). 3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die durch die Sexarbeiteri n- nen erbrachten Dienstleistungen aufgrund des nach aussen sichtbaren Erscheinungsbildes einen in die Gesamtorganisation des Betriebs inte g- rierten Zweig des Sauna-Clubs der Beschwerdeführerin bildeten. Sie bzw. der Club und die Sexarbeiterinnen erschienen als unternehmerische Ei n- heit, wobei massgebend ist, dass die Beschwerdeführerin mit dem Club nach aussen im eigenen Namen auftrat. Die Umsätze der Sexarbeiteri n- nen sind ihr mehrwertsteuerrechtlich zuzurechnen (vgl. zum f rüheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 E. 2.2.3). 4. Es bleibt auf die übrigen Argumente der Beschwerdeführerin einzugehen, soweit diese nicht bereits durch die voranstehenden Erwägungen au s- drücklich oder implizit widerlegt sind. 4.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es bestehe kein ursächlicher, inne- rer Zusammenhang zwischen der von ihr erbrachten Leistung und dem von den Sexarbeiterinnen vereinnahmten Entgelt bzw. dem von den Fre i- ern bezahlten Dirnenlohn (Beschwerde, S. 10 f .; Stellungnahme der B e- schwerdeführerin vom 7. März 2013, S. 6). Wie ausgeführt ist entscheidend, wie das Sexangebot für einen neutralen Dritten objektiv erkennbar in Erscheinung tritt (E. 2.2.1 und E. 2.2.4). Un- ter diesem Blickwinkel erscheint – wie gezeigt (E. 3. 3) – jeweils die B e- schwerdeführerin als Anbieterin der sexuellen Dienstleistungen am Markt. Selbstverständlich vereinbart der Kunde letztlich mit der einzelnen Dame die Einzelheiten der zu erbringenden Leistung. Auch ist davon auszug e- hen, dass das jeweilige Entgelt im Fall der Barzahlung direkt durch die Prostituierten gefordert und bezogen wurde, es sei denn, der Kunde nahm an einer der Parties teil und hatte den dafür zu entrichtenden (G e- samt-)Preis beim Eintritt bezahlt. Diese Umstände ändern je doch das nach aussen vermittelte Gesamtbild, wonach die Beschwerdeführerin un- ter Zuhilfenahme der im Club anwesenden Damen als Leistungserbring e- rin auftrat, nicht wesentlich. Denn die Sexarbeiterinnen unterlagen im B e- trieb der Beschwerdeführerin der beschr iebenen betriebswirtschaftlichen und arbeitsorganisatorischen Abhä ngigkeit (vgl. E. 3.3 .3). Vor diesem Hintergrund sind die Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach sie A-6188/2012 Seite 24 nicht Beteiligte des die Mehrwertsteuer auslösenden Leistungsau s- tauschverhältnisses sei (vgl. Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 7. März 2013, S. 6) , nicht stichhaltig (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.5.3). Auch kann sie unter den gegebenen Umständen nicht mit E r- folg geltend machen, sie würde gesetzwidrig für eine nicht von ihr e r- brachte Leistung besteuert (vgl. zum früheren Recht : Urteil des Bunde s- gerichts 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 4.5). 4.2 Die Beschwerdeführerin erklärt, die Sexdienstleistungen der Prostitu- ierten in ihrem Sauna-Club liessen sich nicht zusammen mit den Leistu n- gen der Beschwerdeführerin als Gesamtleistung qualifizieren. Vorliegend fehle es nämlich insbesondere an einem Gesamtentgelt. Zudem würden nicht alle Saun abesucher und -besucherinnen Erotikdienstleistungen b e- anspruchen oder anbieten (Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 7. März 2013, S. 3 ff.). Vorliegend erfolgt die Zurechnung der Umsätze aus Erotikdienstleistu n- gen zur Beschwerdeführerin nicht aufgrun d einer Qualifikation ihrer eroti- schen und nicht erotischen Leistungen als Gesamtleistung im Sinne von Art. 19 Abs. 3 MWSTG (E. 2.5), sondern im Rahmen einer selbständigen Behandlung der Erotikdienstleistungen als gemäss Art. 19 Abs. 1 MWSTG von den übrige n Leistungen unabhängige Leistungen . Das er- wähnte Vorbringen der Beschwerdeführerin vermag dieser Zurechnung somit nicht den Boden zu entziehen. 4.3 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, es sei nicht gewäh r- leistet, dass sie die nacherhobenen Steuer n auf die Verbraucher übe r- wälzen könne. Die Vorinstanz habe deshalb mit dem angefochtenen "Ein- spracheentscheid" Art. 1 Abs. 3 Bst. c MWSTG verletzt. Es komme hinzu, dass die steuerpflichtige Person nach Art. 65 Abs. 5 MWSTG durch die Steuererhebung nur ins oweit belastet werden dürfe, als dies für die Durchführung des Gesetzes zwingend erforderlich sei (vgl. Beschwerde, S. 16 f.). Wie ausgeführt erschienen der Club und die Sexarbeiterinnen als unte r- nehmerische Einheit und sind deshalb die Umsätze der Prosti tuierten mehrwertsteuerrechtlich der Beschwerdeführerin zuzurech nen (vorn E. 3). Nach dem hiervor in E. 2.6 Erwogenen kann sich die Beschwerd e- führerin unter diesen Umständen nicht mit Erfolg darauf berufen, ihr sei die nachträgliche Überwälzung auf die Verbraucher unmöglich geworden A-6188/2012 Seite 25 (vgl. zum früheren Recht: Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 E. 2.2.3). Nach Art. 65 Abs. 5 M WSTG darf die steuerpflichtige Person durch die Steuererhebung nur soweit belastet werden, als dies für die Durchse t- zung dieses Gesetzes zwingend erforderlich ist. Gemäss diesem Gebot der schonenden Behandlung der steuerpflichtigen Person sollen die f i- nanziellen und administrativen Belastungen der steuerpflichtigen Person minimiert werden. Art. 65 Abs. 5 MWSTG soll der Verwaltung eine Rich t- schnur für den Vollzug im Einzelfall und für allgemeine Praxisfestlegu n- gen geben (vgl. zum Ganzen Botschaft zur Vereinf achung der Meh r- wertsteuer vom 25. Juni 2008, BBl 2008 6885, 6994). Die von der Vorinstanz vorgenommene mehrwertsteuerliche Zurechnung der Umsätze aus erotischen Dienstleistungen zur Beschwerdeführerin verstösst nicht gegen Art. 65 Abs. 5 MWSTG. Denn ein e ntsprechender Verstoss ist nicht allein aufgrund des Umstandes zu bejahen, dass die Mehrwertsteuer (allenfalls) nicht auf den Verbraucher überwälzt werden kann. 4.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es liege weder ein direktes, noch ein indirektes St ellvertretungsverhältnis vor. Insbesondere fehle es an Dokumenten, aus welchen klar hervorgehe, dass die Sexarbeiterinnen ihre Dienstleistungen ausdrücklich im Namen sowie für Rechnung der Beschwerdeführerin erbracht hätten. Auch würden keine schriftlichen Ab- rechnungen über den Erlös und über bezahlte Provisionen vorliegen. Die Annahme eines indirekten Stellvertretungsverhältnisses sei ausgeschlo s- sen, weil die Sexarbeiterinnen das vereinnahmte Entgelt für sich behalten und es nicht der Beschwerdeführerin ab geliefert hätten (Beschwerde, S. 7 f.). Es ist diesbezüglich darauf hinzuweisen, dass sich vorliegend von vor n- herein nicht die Frage nach einer allfälligen mehrwertsteuerlichen Stell- vertretung durch die Beschwerdeführerin, ob nun in direkter (als blosse Vermittlerin) oder indirekter Form (vgl. vorn E. 2.2.4 Abs. 2), stellen kann, weil es den Sexarbeiterinnen hinsichtlich der im Club der Beschwerdefüh- rerin erbrachten sexuellen Dienstleistungen an der mehrwertsteuerlichen Selbständigkeit mangelt und die entsp rechenden Umsätze der B e- schwerdeführerin zuzurechnen sind (vgl. zum früheren Recht : Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 2.3.6). A-6188/2012 Seite 26 4.5 4.5.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die ESTV unterstelle ihr mit der Umsatzaufrechnung die Ausübung einer kriminellen Tätigkeit in Form der illegalen Förderung der Prostitution (vgl. Beschwerde, S. 11 f.). 4.5.2 Laut Art. 195 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) wird jemand, der die Handlung s- freiheit einer Person, die Prostitution betreibt, dadurch beeinträchtigt, dass er sie bei dieser Tätigkeit überwacht, oder Ort, Zeit, Ausmass oder andere Umstände der Pr ostitution bestimmt, mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft. Gemäss Rechtsprechung setzt die Strafbarkeit voraus, dass auf die Prostituierte ein gewisser Druck ausg e- übt wird, dem sie sich nicht ohne Weiteres entziehen kann, so dass sie in ihrer Entscheidung, ob und wie sie dem Gewerbe nachgehen will, nicht mehr vollständig frei ist, und dass die Überwachung oder die bestimme n- de Einflussnahme ihrem Willen oder ihren Bedürfnissen zuwiderläuft (BGE 129 IV 81 E. 1.2, BGE 126 IV 76 E. 2 und BGE 125 IV 269 E. 1). 4.5.3 Inwieweit das Verhalten der Beschwerdeführerin gegenüber den Sexarbeiterinnen in irgendeiner Weise im Sinne von Art. 195 Abs. 3 StGB strafrechtlich relevant gewesen sein könnte, ist nicht vom Bundesverwa l- tungsgericht zu beur teilen und ohnehin nicht massgebend für das vorli e- gende Verfahren. Die mehrwertsteuerliche Selbständigkeit wird den D a- men nicht abgesprochen, weil auf sie ein unzulässiger Druck ausgeübt wurde, sondern weil sie sich in die Organisation der Beschwerdeführer in einfügten und gegen aussen Letztere für die durch die Dienstleistungen der Frauen erzielten Umsätze als mehrwertsteuerliche Leistungserbringe- rin in Erscheinung trat. Wie die Gegebenheiten im Innenverhältnis zw i- schen der Beschwerdeführerin und den Frauen allenfalls in strafrechtl i- cher Hinsicht zu qualifizieren wären, ist dabei ebenso wenig entscheidend wie die Natur des Vertragsverhältnisses (vgl. zum früheren Recht: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 3.6.3.3 und A-1562/2006 vom 26. September 2008 E. 3.2.5.2). 4.6 Die Beschwerdeführerin bringt sodann vor, durch die von der Vori n- stanz vorgenommene Aufrechnung eines Fremdumsatzes werde sie dazu angestiftet, die Sexarbeiterinnen zur Verletzung von Geschäftsgehei m- nissen zu nötigen. Dadurch werde der Tatbestand von Art. 6 des Bundes- gesetzes vom 19. Dezember 1986 gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG, SR 241) erfüllt und setze sich die Vorinstanz dem Vorwurf strafba- ren Verhaltens aus (vgl. Beschwerde, S. 12 f.). A-6188/2012 Seite 27 Gemäss Art. 6 UWG handelt insbesondere unlauter, wer Fabrikations - oder Geschäftsgeheimnisse, welche er ausgekundschaftet oder sonst wie unrechtmässig erfahren hat, verwertet oder andern mitteilt. Als Geheimnis im Sinne dieser Vorschrift gelten "Tatsachen, die weder offenkundig noch allgemein zugänglich sind, an deren Geheimhaltung der Arbeit- resp. Auf- traggeber ein berechtigtes Interesse hat und die dieser tatsächlich g e- heim halten will; dabei ist erforderlich, dass der äusserlich durch entspr e- chende Vorkehren erkennba re Geheimhaltungswille darauf abzielt, die Tatsachen nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen" (vgl. RETO A. HEIZMANN, in: Oesch/Weber /Zäch [Hrsg.], Wettbewerb s- recht II, Kommentar, N. 2 zu Art. 7 UWG, mit Hinweis). Art. 6 UWG kann gestützt auf Art. 23 Abs. 1 UWG auch strafrechtlich durchgesetzt werden, wobei in diesem Fall zwischen dem Straftatbestand von Art. 23 UWG (Unlauterer Wettbewerb) und dem Straftatbestand von Art. 162 StGB (Verletzung des Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisses) Idealkonkur- renz bestehen kann (HEIZMANN, a.a.O., N. 1 zu Art. 7 UWG, mit Hinweis). Die vorliegend fraglichen Umsätze aus Sexdienstleistungen waren der Beschwerdeführerin, soweit sie anlässlich ihrer Parties erzielt wurden, ohne Weiteres bekannt ( Fr. 230.- pro Herr). Insofern stehen somit keine Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnisse der Sexarbeiterinnen auf dem Spiel, welche die Beschwerdeführerin (namentlich gegenüber den Ste u- erbehörden) zu wahren hätte. Von solchen Geheimnissen kann indes auch nicht mit Bezug auf die übrigen, im Rahmen des "normalen" Sauna- betriebes aufgrund von Sexdienstleistungen erzielten Umsätze ausg e- gangen werden. Denn es wurde weder substantiiert noch ist aus den A k- ten ersichtlich, dass ein äusserlich aufgrund entsprechender Vorkehren erkennbarer Geheimhaltungswille der betroffenen Sexarbeiterinnen vo r- handen war. Vor diesem Hintergrund ist das Vorbringen der Beschwerdeführerin, es lägen Verstösse gegen das Lauterkeits - und/oder Strafrecht vor, von vornherein unbegründet. Dies gilt umso mehr, als in der Rechtsprechung in vergleichbaren Fällen mehrwertsteuerliche Zurechnungen von Umsä t- zen aus Sexdienstleistungen zu den Betreibern von Erotikclubs mehrfach bestätigt worden sind (vgl. anstelle vieler [je zum früheren Recht]: Urteil des Bunde sgerichts 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 E. 4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A -6241/2011 vom 12. Juni 2012 E. 3 f. und A-2950/2011 vom 8. Februar 2012 E. 3). A-6188/2012 Seite 28 4.7 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe mit dem angefoch- tenen "Einspracheentscheid" die Wirtschaftsfreiheit der Sexarbeiterinnen verletzt (vgl. Beschwerde, S. 13). Weshalb vorliegend die Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) der im Club der Beschwerdeführerin tätigen Sexarbeiterinnen verletzt sein soll, ist angesichts des Umstandes, dass die streitigen U m- sätze der Beschwerdeführerin und nicht den Sexarbeiterinnen mehrwer t- steuerlich zuzurechnen sind, nicht erkennbar. Das genannte V orbringen der Beschwerdeführerin ist somit nicht stichhaltig. 4.8 Sodann macht die Beschwerdeführerin geltend, das hiervor erwähnte Urteil des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 habe vorliegend keine präjudizielle Wirkung. Dies gelte umso mehr, als das Bundesgericht in dieser Entscheidung unzutreffenderweise angenommen habe, dass der im entsprechenden Verfahren zu beurteilende Sachverhalt mit dem im bundesgerichtlichen Urteil 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Fe b- ruar 2009 beurteilten Sachverhalt praktisch identisch sei. Das Bundesg e- richt habe dabei übergangen, dass die Prostituierten im letztgenannten Fall (indirekte) Stellvertreterinnen der Bordellbetriebe gewesen seien (Beschwerde, S. 13 f.; vgl. dazu auch die Stellungnahme der Beschwe r- deführerin vom 7. März 2013, S. 2). Der Beschwerdeführerin ist in diesem Zusammenhang entgegenzuhalten, dass vorliegend nicht zu klären ist, ob das Bundesgericht in seinem Urteil 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 zu Recht von einem Sachverhalt ausg e- gangen ist, der mit dem im Verfahren 2C_426/2008 bzw. 2C_432/2008 beurteilten weitgehend identisch ist. Einer Berücksichtigung des Urteiles des Bundesgerichts 2C_806/2008 vom 1. Juli 2009 (und auch der damit bestätigten, hiervor ebenfalls erwähnte n Entscheidung des Bundesve r- waltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 ) steht im vorl ie- genden Fall nichts entgegen. Anzumerken ist s odann, dass vorliegend auch nichts gegen die Heran- ziehung des zum früheren Recht ergangenen höchstrichterlichen Urteils 2C_426/2008 und 2C_432/2008 vom 18. Februar 2009 spricht. Auch in diesem Urteil wurden Umsätze aus erotischen Dienstleistungen – entge- gen der Darstellung der Beschwerdeführerin – ohne Abstützung auf die Stellvertretungsregelung (damals Art. 10 der Verordnung vom 22. Juni A-6188/2012 Seite 29 1994 über die Mehrwertsteuer [ aMWSTV, AS 1994 1464]) mehrwertsteu- erlich dem Betreiber der Erotiketablissements zugerechnet. 5. Da feststeht, dass die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die Dienstlei s- tungen der Sexarbeiterinnen i n ihrem Saunaclub in mehrwertsteuerrecht- licher Hinsicht als Leistungserbringerin zu betrachten ist, ist als Nächstes die Rechtmässigkeit der von der ESTV vorgenommenen Ermessensei n- schätzung dieses Umsatzes zu beurteilen. 5.1 Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen die von den Se x- arbeiterinnen erzielten Umsätze nirgends in ihrer Buchhaltung erfasst. Die Buchhaltungsunterlagen entsprechen demzufolge nicht den gesetzl i- chen Anforderungen, da sie nicht vollständig sind (E. 2.7.2). Unter diesen Umständen war die ESTV dazu berechtigt und verpflichtet, den fraglichen Umsatz durch eine pflichtgemässe Schätzung zu ermitteln (erste Stufe; vgl. vorn E. 2.9.1 und E. 2.11.3) . Der Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe die entsprechenden Umsätze bei den Sexarbeiterinnen nicht in Erfahrung bringen dürfen, weshalb eine Verbuchung weder zulässig noch geboten gewesen sei (vgl. insbesondere Beschwerde, S. 15), ist nicht stichhaltig. Wie vorne aufgezeigt, sind der Beschwerdeführerin die betre f- fenden Umsätze mehrwertsteuerrechtlich zuzurechnen (E . 3.3), so dass sie diese als Ertrag zu verbuchen und darüber mit der ESTV abzurec h- nen hatte. 5.2 5.2.1 Die ESTV hat eine pflichtgemässe Ermessenseinschätzung vor - nehmen. Dies bedeutet, dass au sreichend abgestützte und plau sible Schätzungshilfen heranzuziehen sind, eine vernünftige sowie zweckmäs- sige Schätzungsmethode angewendet werden muss und auf die Beso n- derheiten des Einzelfalles Rücksicht zu nehmen ist (E. 2.9.2). Implizit zählt dazu auch, dass die vorgenom mene Ermessenseinschätzung g e- nügend begründet wird, da nur auf diese Weise nachvollzogen und g e- prüft werden kann, ob die Schätzung pflichtgemäss erfolgte (vgl. zum frü- heren Recht: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -852/2012 vom 27. September 2012 E. 3.4.1). Mit anderen Worten gilt es nun auf einer zweiten Stufe (vgl. vorn E. 2.11.3) – mit der gebotenen Zurückhaltung – zu prüfen, ob eine Ermessensüberschreitung durch die Vorinstanz bei der fraglichen Schätzung erkennbar ist. A-6188/2012 Seite 30 5.2.2 Die ESTV stützte sich bei der Berechnung des Umsatzes aus erot i- schen Dienstleistungen an den Party -Tagen auf die Annahme, dass die Anzahl der teilnehmenden Herren der durchschnittlichen Zahl von Mä n- nerbesuchen pro Tag bei der Beschwerdeführerin entspricht. Zur Ermit t- lung der letzteren Zahl zog die Vorinstanz die Zahl der Eintritte Herren pro Jahr gemäss den Tagesabrechnungen bzw. den Kassa-Berichten der Be- schwerdeführerin heran und dividierte diese durch die Anzahl Tage eines Jahres bzw. durch 365 (vgl. E. 3.4 Abs. 1 des "Einspracheentscheids" und Akten Vorinstanz, act. 15 Beilage 1). Den Umsatz aus erotischen Dienstleistungen an Party -Tagen errechnete die Vorinstanz sodann, indem sie die Zahl der an einer Party teilnehme n- den Herren mit der Anzahl Parties pro Jahr und dem Eintrittspre is für die Herren (Fr. 300. -) multiplizierte und vom Ergebnis pro Partyteilnehmer des entsprechenden Jahres den bereits verbuchten und besteuerten B e- trag von Fr. 70.- pro Eintritt abzog (vgl. E. 3.4 Abs. 1 des "Einspracheent- scheids"). Mit Bezug auf die Nic ht-Party-Tage (361 Tage) ging die Vorinstanz von der gemäss dem vorne genannten Vorgehen errechneten Zahl von Mä n- nerbesuchen pro Jahr aus, zog davon die kalkulierte Anzahl der Eintritte der Herren an Party-Tagen ab und dividierte das Ergebnis durch die Zah l an Nicht-Party-Tagen (361; vgl. E. 3.4 Abs. 2 des "Einspracheentscheids" und Akten Vorinstanz, act. 1 5 Beilage 1). Die so ermittelte durchschnittl i- che Anzahl der Männerbesuche pro Nicht -Party-Tag multiplizierte die ESTV mit dem von ihr aufgrund von Erfah rungswerten geschätzten Preis für erotische Dienstleistungen von Fr. 150.- und mit der Anzahl der Nicht - Party-Tage pro Jahr. Schliesslich zog die Vorinstanz vom Ergebnis die Summe der von den Damen im entsprechenden Jahr bezahlten Eintritt s- entgelte ab, wei l dieser Betrag bereits in die Steuerbemessungsgrundla- ge geflossen sei. Dies ergibt nach Auffassung der ESTV den nachz u- besteuernden Umsatz aus erotischen Dienstleistungen der Prostituierten an Nicht-Party-Tagen. 5.2.3 5.2.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt insbesondere, es sei willkürlich a n- zunehmen, dass die (nicht anlässlich von Parties erbrachten) erotischen Dienstleistungen mit einem Entgelt von Fr. 150. - abgegolten wurden. Sie beruft sich dabei auf das Urteil des Bundesverwaltun gsgerichts A - 1562/2006 vom 26. September 2008 und macht geltend, in dieser En t-A-6188/2012 Seite 31 scheidung sei man von einem durchschnittlichen Preis der erotischen Dienstleistungen von Fr. 115.- ausgegangen (Beschwerde, S. 19). Die ESTV führte in der Einschätzungsmitteilung aus, der Betrag von Fr. 150.- ergebe sich aus Vergleichszahlen aus anderen Clubs, wo für 30 Min. Fr. 150 .-, für 60 Min. Fr. 300. - sowie für einen "Quicky" Fr. 50. - bezahlt werde (Akten Vorinstanz, act. 15 Beilage 1 Fn. 7). Es seien damit auch allfällige g egenüber Paaren erbrachte erotische Dienstleistungen abgegolten. Zudem werde mit diesem tiefen Ansatz auch dem Umstand Rechnung getragen, dass nicht alle Besucher erotische Dienstleistungen in Anspruch nehmen würden (vgl. auch E. 4.7.2 des "Einspracheent- scheids"). Im "Einspracheentscheid" verwies die ESTV in diesem Z u- sammenhang auch auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 1562/2006 vom 26. September 2008. 5.2.3.2 Die ESTV hat sich bei ihrer Schätzung auf Daten einer nicht offen gelegten Zahl andere r Betriebe gestützt. Sie hat dabei auch nicht erlä u- tert, dass die zum Vergleich herangezogenen Betriebe nicht nur der gle i- chen Branche zuzurechnen, sondern auch in anderer Hinsicht mit dem Club D._______ vergleichbar sind, wie zum Beispiel betreffend Stand ort, Betriebsgrösse, Kundenkreis usw. Die Angaben, wonach in anderen Clubs für 30 Min. Fr. 150.-, für 60 Min. Fr. 300.- sowie für einen "Quicky" Fr. 50.- zu bezahlen sind, genügen deshalb für sich allein nicht als B e- gründung (vgl. vorn E. 2.10.3). Freilich hat die ESTV im "Einspracheentscheid" im Zusammenhang mit dem Ansatz von Fr. 150.- pro Dienstleistung auch auf das Urteil des Bu n- desverwaltungsgerichts A-1562/2006 vom 26. September 2008 verwi e- sen. In diesem Urteil hatte das Gericht insbesondere a usgeführt, ein An- satz von Fr. 115.- netto als Durchschnittswert pro Kunde liege "im unteren Rahmen" der Preise für erotische Dienstleistungen, welche in ähnlich g e- lagerten, vom Gericht früher beurteilten Fällen vorgelegen hätten (E. 4.2.2.2 des Urteils). I ndem die ESTV im "Einspracheentscheid" auf das genannte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verweist, erklärt sie sinngemäss, dass sich der vorliegend angewendete Ansatz von Fr. 150.- nach ihrer Ansicht ebenfalls an den Rahmen der Preise hält, welche das Gericht in der entsprechenden Erwägung als Vergleichszahlen für die Beurteilung des damaligen Ansatzes von Fr. 115.- nannte. Gleichwohl hält ihre Begründung einer Überprüfung nicht stand. Denn es ist nicht nac h- vollziehbar, weshalb die Vorinstanz vorliegend den Ansatz um Fr. 35. - A-6188/2012 Seite 32 bzw. um rund 30 % höher als bei dem das Verfahren A-1562/2006 betref- fenden Sachverhalt legen musste: Zwar hat die Vorinstanz erklärt, mit dem Ansatz von Fr. 150. - seien auch allfällige gegenüber Paaren erbrachte erotische Dienstleis tungen abg e- golten. Selbst unter der Annahme, dass ein Paar an den Nicht-Partytagen in gleichem Umfang wie ein Mann ohne Partnerin erotische Dienstlei s- tungen in Anspruch genommen hat, hätten die Paare aber nur eine g e- ringfügige Erhöhung des Ansatzes von Fr. 115.- gerechtfertigt: Ausgehend von den aus den Kassa -Berichten der Beschwerdeführerin entnommenen Einnahmen aufgrund von Eintritten der Paare (Fr. 24'700.-) und dem Eintrittspreis für Paare (Fr. 150.-) lässt sich darauf schliessen, dass im Jahr 2010 1 64.66 Paare (an Nicht -Party-Tagen) den Club b e- suchten. Hätte jedes dieser Paare im Sinne der genannten Annahme je eine erotische Dienstleistung gegen ein Entgelt von Fr. 115. - in Anspruch genommen, wäre mittels erotischer Dienstleistungen für Paare ein G e- samtbetrag von Fr. 18'936.70 (164.66 x Fr. 115.-) erzielt worden. Verteilt man diesen Gesamtbetrag auf die Männerbesuche an Nicht -Party-Tagen im Jahr 2010 (nach den vorinstanzlichen Angaben: 1 4'902 Besuche), er- gibt sich ein Betrag von ca. Fr. 1.30 pro Männer besuch. Wenn man die entsprechende Rechnung gestützt auf die in den Kassazettel n 2010 ver- merkte Zahl an Paarbesuchen in diesem Jahr (31 5 Personen / 2 = 157.5 Paare) durchführt (vgl. Akten Vorinstanz, act. 14), resultiert ein B e- trag von Fr. 1 .20 pro Männerbesuch. Dementsprechend hätte sich (unter der gegebenen Annahme) nur im Umfang von Fr. 1.30 bzw. Fr. 1.20 eine Erhöhung des Ansatzes von Fr. 115. - pro Mann aufgrund der erotischen Dienstleistungen für Paare gerechtfertigt. Wie vor diesem Hintergrund die Erhöhung um Fr. 35.- pro Mann zustande kam, ist umso weniger ersichtlich, als die Vorinstanz behauptet, einen tie- fen Ansatz gewählt zu haben, um Besuche von Männern ohne Ina n- spruchnahme erotischer Dienstleistungen zu berücksichtigen. 5.2.3.3 Zwar wurden in E. 4.2.2.2 des Urteil s des Bundesverwaltungsge- richts A-1562/2006 vom 26. September 2008 im Zusammenhang mit der Überprüfung des Ansatzes von Fr. 115. - mehrere Entscheidungen er- wähnt. Diese Entscheidungen vermögen aber für sich allein den vorlie- gend angewendeten Ansatz von Fr. 150.- nicht zu erklären: A-6188/2012 Seite 33 Im Fall, welcher dem Urteil des Bundesverwaltungsgericht s A-1400/2006 vom 6. Februar 2008 zugrunde lag, hatte die ESTV auf Einzelpreise von Fr. 160.- für eine ¼ -Stunde, Fr. 280.- für eine halbe Stu nde, Fr. 380.- für eine ¾-Stunde sowie Fr. 480.- für eine volle Stunde abgestellt und daraus einen durchschnittlichen Stundenansatz von Fr. 545. - errechnet. Dies wurde vom Gericht nicht beanstandet. Freilich handelte es sich dabei um Stundenansätze und nicht um einen Durchschnittsansatz pro Eintritt, wie er vorliegend in Frage steht. Ebenso ging es bei den weiteren, hier interessierenden Urteilen des Bu n- desverwaltungsgerichts (A -1382/2006 und A -1383/2006 vom 19. Juli 2007), wo je nach Art der einzelnen Die nstleistungen zwischen Fr. 50. - und Fr. 200.- sowie Fr. 300.- für den "1/2 -Std.-Service" bzw. Fr. 500.- für den "Std.-Service" zur Diskussion standen, im Unterschied zum vorli e- genden Fall nicht um die durchschnittlich pro Eintritt in Anspruch geno m- menen Dienstleistungen (vgl. je E. 3.5 der Urteile). Vor diesem Hintergrund hätte die Vorinstanz zumindest näher dartun müssen, weshalb der Ansatz von Fr. 150. - noch in dem im Urteil A - 1562/2006 vom 26. September 2008 erwähnten Rahmen der Preise liegt, die bei ähnlichen, vom Bundesverwaltungsgericht beurteilten Fällen b e- zahlt wurden. Nichts daran zu ändern vermag der Umstand, dass das Bundesverwaltungsgericht in diesem Urteil einen Ansatz von Fr. 115.- als "im unteren Rahmen" der üblichen Preise für erotische Die nstleistungen liegend bezeichnete (E. 4.2.2.2 des Urteils) und damit Raum für allfällige höhere Ansätze liess. Denn Letzteres kann nicht von der behördlichen Pflicht entbinden, den angenommenen Preis namentlich dann, wenn er – wie in casu – wesentlich vom Ansatz von Fr. 115.- abweicht, zu begrü n- den (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -852/2012 vom 27. September 2012 E. 3.5, wo ein durchschnittlicher Ansatz von Fr. 180.- nicht als hinreichend begründet qualifiziert wurde). 5.3 Die Vorinstanz hat nach dem Gesagten vorliegend mit dem nicht hin- reichend begründeten Ansatz von Fr. 150.- pro Dienstleistung ihr Erme s- sen überschritten. Sie hat deshalb eine neue Schätzung nach pflichtg e- mässem Ermessen vorzunehmen und dabei insbesondere den angewen- deten Ansatz pro Dienstleistung zu begründen. Bei diesem Ergebnis e r- übrigt es sich, auf die weiteren Argumente der Beschwerdeführerin ei n- zugehen (vgl. zur dritten Stufe unter Umkehr der Beweislast vorn E. 2.11.3). A-6188/2012 Seite 34 6. Die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen gutzuheissen, der "Einspra- cheentscheid" vom 30. Oktober 2012 aufzuheben und die Sache an die ESTV zur Durchführung einer neuen Schätzung der Einnahmen aus den erotischen Dienstleistungen nach pflichtgemässem Ermess en zurückzu- weisen. 7. 7.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks ergänzender Abklärungen als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei (BGE 132 V 215 E. 6.1). Da - her sind der Beschwerdeführer in ausgangsgemäss keine Gerichtskosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), und zwar auch nicht für den Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Januar 2013 über ihr Ausstandsbegehren. Der bereits geleistete Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 5'000.- ist zurückzuerstatten. Der ESTV können keine Kos- ten auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 7.2 Die Beschwerdeinstanz spricht der obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene not - wendige und verhältnismässig hohe Kosten zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertr e- tung sowi e allfällige weitere notwendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Unter Berücksichtigung der Komplexität des Falles, der eing e- reichten Rechtsschriften, des notwendigen Aufwandes sowie eines durch- schnittlichen Stundenansatzes ist die Entschädigung ermessensweise auf Fr. 3'000.- festzusetzen. Die Vorinstanz hat die Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2. Die als "Einspracheentscheid" bezeichnete Verfügung der ESTV vom 30. Oktober 2012 wird aufgehoben und die Sache zur Fällung eines ne u- en Entscheids im Sinne der Erwägungen an die ESTV zurückgewiesen. A-6188/2012 Seite 35 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der von der Beschwerdefüh- rerin einbezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.- wird dieser nach Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 4. Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteien t- schädigung in der Höhe von Fr. 3'000.- zu bezahlen. 5. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Riedo Beat König Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: