<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2003 113 S.441s</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">441</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Besoldung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>113 Magistratspersonen.</b></span> <span class="ft3"><b>Berufliche</b></span> <span class="ft3"><b>Vorsorge.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Mangels abweichender spezialgesetzlicher Regelung ist in Bezug auf</b></span><br/> <span class="ft3"><b>die Besoldung von Magistratspersonen von einem öffentlichrechtli-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>chen Arbeitsverhältnis im Sinne von § 48 Abs. 1 PersG auszugehen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. I/2/a).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Abgrenzung der Zuständigkeiten von Personalrekursgericht und</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Versicherungsgericht betreffend berufliche Vorsorge (Erw. I/2/b).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Ausnahmsweise Prüfung materieller Fragen im Rahmen eines Nicht-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>eintretensentscheids (Erw. I/3).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>In concreto sind Besoldungen der Magistratspersonen in Bezug auf</b></span><br/> <span class="ft3"><b>die berufliche Vorsorge gleich zu behandeln wie die Besoldungen der</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Mitglieder der Gemeindeverwaltung (Erw. II/2).</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Anspruch auf rückwirkende Versicherung bejaht (Erw. II/3/a).</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 19. Mai 2003 in Sachen</span><br/> <span class="ft6">Y. gegen Einwohnergemeinde Z. (BE.2003.50003).</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">I. 2. a) Der Beschwerdeführer ist Gemeindeammann der Ge-</span><br/> <span class="ft8">meinde Z. Der Gemeindeammann wird in der Gemeindeversamm-</span><br/> <span class="ft8">lung oder an der Urne gewählt (§ 21 lit. a GG). Ihm kommt damit der</span><br/> <span class="ft8">Status einer Magistratsperson zu (Andreas Baumann, Die Kompe-</span><br/> <span class="ft8">tenzordnung im aargauischen Gemeinderecht, 2. Auflage, Aarau</span><br/> <span class="ft8">2001, S. 299 ff.).</span><br/> <span class="ft8">aa) Magistratspersonen stehen in einem öffentlichrechtlichen</span><br/> <span class="ft8">Dienstverhältnis eigener Art. Trotz ihrer besonderen Stellung unter-</span><br/> <span class="ft8">scheiden sich indessen ihre Rechte und Pflichten nicht fundamental</span><br/> <span class="ft8">von denjenigen der öffentlich-rechtlichen Angestellten. Ein wesentli-</span><br/> <span class="ft8">cher Unterschied liegt etwa in der Begründung und teilweise auch in</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">442</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">der Beendigung des Dienstverhältnisses, die im Gegensatz zu öffent-</span><br/> <span class="ft8">lichrechtlichen Angestellten bei Magistratspersonen durch Wahl resp.</span><br/> <span class="ft8">Abwahl seitens des Volks oder des Parlaments erfolgen und sich</span><br/> <span class="ft8">einer rechtlichen Beurteilung weitgehend entziehen (Tobias Jaag,</span><br/> <span class="ft8">Das öffentlichrechtliche Dienstverhältnis im Bund und im Kanton</span><br/> <span class="ft8">Zürich - ausgewählte Fragen, in: ZBl 95/1994, S. 441). Ansonsten</span><br/> <span class="ft8">ergeben sich in Bezug auf Rechte und Pflichten zahlreiche Gemein-</span><br/> <span class="ft8">samkeiten. Magistratspersonen können allgemein denn auch als "Be-</span><br/> <span class="ft8">amte im weitesten Sinne" bezeichnet werden (Peter Köfer, Das Recht</span><br/> <span class="ft8">des Staatspersonals im Kanton Aargau, Zürcher Diss. Aarau 1980,</span><br/> <span class="ft8">S. 15).</span><br/> <span class="ft8">bb) Inwieweit das Personalgesetz und seine Rechtsschutzbe-</span><br/> <span class="ft8">stimmungen auch auf <i>kantonale</i> Magistratspersonen anwendbar sind,</span><br/> <span class="ft8">braucht im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht</span><br/> <span class="ft8">geklärt zu werden. Die Botschaft des Regierungsrats vom 19. Mai</span><br/> <span class="ft8">1999 zur 1. Beratung des Personalgesetzes geht jedenfalls davon aus,</span><br/> <span class="ft8">dass sich die Mitglieder der obersten Behörden des Kantons in einer</span><br/> <span class="ft8">besonderen Stellung befänden und weder Beamte noch Angestellte</span><br/> <span class="ft8">des Kantons seien. Die Regelung von § 1 Abs. 2 PersG, wonach die-</span><br/> <span class="ft8">ses Gesetz für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons gilt,</span><br/> <span class="ft8">soweit für sie nicht in einem anderen Gesetz besondere Bestimmun-</span><br/> <span class="ft8">gen vorgesehen sind, liesse sich nicht auf Mitglieder der obersten</span><br/> <span class="ft8">kantonalen Behörden anwenden. Ihre Stellung leite sich aus der Ver-</span><br/> <span class="ft8">fassung ab. Sie seien in diesem Sinne nicht Personal des Kantons.</span><br/> <span class="ft8">Sodann gingen die einschlägigen spezialgesetzlichen Bestimmungen</span><br/> <span class="ft8">des kantonalen Rechts der Regelung von § 1 Abs. 2 PersG vor. Das</span><br/> <span class="ft8">Personalgesetz solle immerhin "auch in den ausgenommenen Berei-</span><br/> <span class="ft8">chen subsidiär, somit gewissermassen lückenfüllend und als Weg-</span><br/> <span class="ft8">weiser bei der Auslegung dienen" (S. 12 f.).</span><br/> <span class="ft8">cc) Anders als das kantonale Recht enthält das kommunale</span><br/> <span class="ft8">Recht der Gemeinde Z. keine einschlägigen Regelungen über das</span><br/> <span class="ft8">Dienstverhältnis der Magistratspersonen. Insbesondere lassen sich</span><br/> <span class="ft8">dem Personalreglement der Gemeinde Z. vom 22. November 2001</span><br/> <span class="ft8">(Personalreglement, PersR) keine speziellen Normen über das</span><br/> <span class="ft8">Dienstverhältnis der Mitglieder des Gemeinderats entnehmen. Dem-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">443</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">zufolge gelten insofern subsidiär die Bestimmungen des kantonalen</span><br/> <span class="ft8">Personalgesetzes (§ 2 Abs. 2 PersR).</span><br/> <span class="ft8">Somit ist davon auszugehen, dass bei dem Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft8">als Magistratsperson der Gemeinde Z. mangels abweichender</span><br/> <span class="ft8">spezialgesetzlicher Regelungen ein öffentlichrechtliches Arbeitsver-</span><br/> <span class="ft8">hältnis im Sinne von § 48 Abs. 1 PersG vorliegt. Es sind zudem</span><br/> <span class="ft8">keine Gründe ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer gestützt</span><br/> <span class="ft8">auf die geltenden Bestimmungen in Bezug auf Besoldungsfragen</span><br/> <span class="ft8">nicht derselbe Rechtsschutz zu gewähren wäre wie den öffent-</span><br/> <span class="ft8">lichrechtlichen Angestellten des Kantons oder einer Gemeinde. Auch</span><br/> <span class="ft8">kommunale Magistratspersonen können unter den genannten Voraus-</span><br/> <span class="ft8">setzungen das Personalrekursgericht daher grundsätzlich anrufen.</span><br/> <span class="ft8">b) Es liesse sich freilich fragen, ob zur Beurteilung der vorge-</span><br/> <span class="ft8">brachten Beschwerdebegehren nicht das Versicherungsgericht zu-</span><br/> <span class="ft8">ständig ist, besteht im vorliegenden Verfahren doch Uneinigkeit dar-</span><br/> <span class="ft8">über, ob der Beschwerdeführer die Entschädigung für seine Tätigkeit</span><br/> <span class="ft8">als Gemeindeammann, so wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter</span><br/> <span class="ft8">der Gemeindeverwaltung ihr Gehalt auch, bei der Pensionskasse der</span><br/> <span class="ft8">Gemeinde Z. versichern lassen kann.</span><br/> <span class="ft8">Gemäss Art. 73 Abs. 1 BVG bezeichnet jeder Kanton ein Ge-</span><br/> <span class="ft8">richt, das als letzte Instanz über Streitigkeiten zwischen Vorsorgeein-</span><br/> <span class="ft8">richtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten entscheidet.</span><br/> <span class="ft8">Das Versicherungsgericht ist damit nur zuständig, wenn die Streitig-</span><br/> <span class="ft8">keit spezifisch den Rechtsbereich der beruflichen Vorsorge betrifft</span><br/> <span class="ft8">und wenn sie das Versicherungsverhältnis zwischen der Vorsorgeein-</span><br/> <span class="ft8">richtung und einem Anspruchsberechtigten zum Gegenstand hat</span><br/> <span class="ft8">(Alfred Maurer, Bundessozialversicherungsrecht, 2. Aufl.,</span><br/> <span class="ft8">Basel/Frankfurt a.M. 1994, S. 240 f.; vgl. auch Thomas Locher,</span><br/> <span class="ft8">Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 2. Aufl., Bern 1997, S. 370</span><br/> <span class="ft8">ff.). Im vorliegenden Fall liegt eine derartige Situation nicht vor. Die</span><br/> <span class="ft8">Pensionskasse der Gemeinde Z. hat dem Beschwerdeführer bereits</span><br/> <span class="ft8">einen Versicherungsausweis zukommen lassen, was zeigt, dass die</span><br/> <span class="ft8">Pensionskasse durchaus bereit ist, den Beschwerdeführer aufzuneh-</span><br/> <span class="ft8">men.</span><br/> <span class="ft8">3. Hat die Vorinstanz einen Nichteintretensentscheid gefällt,</span><br/> <span class="ft8">prüft das zuständige Gericht lediglich, ob ein solcher zu Recht er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">444</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">folgte. Die richterliche Prüfung umfasst dabei alle Erwägungen der</span><br/> <span class="ft8">Vorinstanz, die für den Nichteintretensentscheid massgeblich waren.</span><br/> <span class="ft8">Auf ein materielles Begehren des Beschwerdeführers, das nicht Ge-</span><br/> <span class="ft8">genstand des vorinstanzlichen Entscheids war, tritt das Gericht nicht</span><br/> <span class="ft8">ein. Andernfalls ginge dem Beschwerdeführer eine Rechtsmittelin-</span><br/> <span class="ft8">stanz verloren. Wenn sich die Vorinstanz indessen auch materiell zur</span><br/> <span class="ft8">Angelegenheit geäussert hat, kann es aus Gründen der Verfahrens-</span><br/> <span class="ft8">ökonomie als sachgerecht erscheinen, die entsprechenden Erwägun-</span><br/> <span class="ft8">gen der Vorinstanz zu überprüfen (BGE 119 Ib 60 f.; AGVE 1988,</span><br/> <span class="ft8">S. 231 f.; Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kom-</span><br/> <span class="ft8">mentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton</span><br/> <span class="ft8">Bern, Bern 1997, Art. 84 N 4).</span><br/> <span class="ft8">Soweit der Beschwerdeführer Anträge stellt, die über die Auf-</span><br/> <span class="ft8">hebung des vorinstanzlichen Entscheids hinausgehen, darf auf sie</span><br/> <span class="ft8">deshalb grundsätzlich nicht eingetreten werden.</span><br/> <span class="ft8">II. 1. Der Gemeinderat Z. stellt sich auf den Standpunkt, der</span><br/> <span class="ft8">Einkauf des Gemeindeammanns in die Pensionskasse erfordere einen</span><br/> <span class="ft8">Beschluss der Gemeindeversammlung, da die Entrichtung der Ar-</span><br/> <span class="ft8">beitgeberbeiträge Lohnbestandteil darstelle. In diesem Sinne trat der</span><br/> <span class="ft8">Gemeinderat auf das Begehren des Beschwerdeführers mit be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdefähiger Verfügung nicht ein, sondern beschloss, das Ge-</span><br/> <span class="ft8">schäft der Gemeindeversammlung vorzulegen und ihr in zustimmen-</span><br/> <span class="ft8">dem Sinne Antrag zu stellen. Sinngemäss verneinte der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft8">Z. damit einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherung</span><br/> <span class="ft8">seiner Entschädigung gestützt auf das einschlägige kommunale</span><br/> <span class="ft8">Recht.</span><br/> <span class="ft8">2. a) Gemäss § 9 Abs. 1 PersR ist das Personal verpflichtet,</span><br/> <span class="ft8">derjenigen Pensionsversicherung als Mitglied beizutreten, welcher</span><br/> <span class="ft8">die Gemeinde Z. angehört. Als Arbeitgeberin muss die Einwohner-</span><br/> <span class="ft8">gemeinde Z. die Arbeitgeberbeiträge an der Quelle, d.h. direkt vom</span><br/> <span class="ft8">Lohn abziehen und zusammen mit ihrem eigenen Anteil dem Sozial-</span><br/> <span class="ft8">versicherungsträger zukommen lassen (Locher, a.a.O., S. 114). Nach-</span><br/> <span class="ft8">folgend ist zu klären, ob § 9 Abs. 1 PersR auch für den Gemeinde-</span><br/> <span class="ft8">ammann Geltung beansprucht.</span><br/> <span class="ft8">b) aa) Die Rechte und Pflichten von Magistratspersonen einer-</span><br/> <span class="ft8">seits und diejenigen von öffentlich-rechtlichen Angestellten ander-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">445</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">seits unterscheiden sich, wie bereits dargelegt, nicht wesentlich.</span><br/> <span class="ft8">Auch Magistratspersonen stehen letztlich in einem Dienstverhältnis</span><br/> <span class="ft8">zum Gemeinwesen (vgl. vorne Erw. I/2). Es erscheint daher grund-</span><br/> <span class="ft8">sätzlich angezeigt, die Gehälter der Gemeinderäte in Bezug auf die</span><br/> <span class="ft8">berufliche Vorsorge gleich zu behandeln wie die Gehälter der Mit-</span><br/> <span class="ft8">glieder der Gemeindeverwaltung.</span><br/> <span class="ft8">bb) Etwas anderes ergibt sich weder aus dem kantonalen Recht</span><br/> <span class="ft8">noch aus dem kommunalen Personalrecht der Gemeinde Z. Insbe-</span><br/> <span class="ft8">sondere schliesst das Personalreglement eine</span> <span class="ft8">-</span> <span class="ft8">mindestens</span><br/> <span class="ft8">teilweise</span> <span class="ft8">-</span> <span class="ft8">Anwendung seiner Bestimmungen auch auf die</span><br/> <span class="ft8">Mitglieder des Gemeinderats nirgends aus. Nicht diesem Reglement,</span><br/> <span class="ft8">sondern dem Privatrecht unterliegt ausdrücklich das</span><br/> <span class="ft8">Arbeitsverhältnis von Aushilfen und befristet Beschäftigten,</span><br/> <span class="ft8">Praktikantinnen und Praktikanten und von im Stundenlohn</span><br/> <span class="ft8">Beschäftigten. Das Arbeitsverhältnis wird durch einen</span><br/> <span class="ft8">Anstellungsvertrag begründet (§ 1 Abs. 4 PersR). Ebenfalls nicht</span><br/> <span class="ft8">diesem Reglement unterliegt das Anstellungsverhältnis von</span><br/> <span class="ft8">nebenamtlichen Funktionärinnen und Funktionären. Deren Auf-</span><br/> <span class="ft8">gabenbereich und Arbeitsverhältnis werden durch einen Gemeinde-</span><br/> <span class="ft8">ratsbeschluss begründet. Die Ansätze für die Entschädigung werden</span><br/> <span class="ft8">in einer Verordnung geregelt (§ 1 Abs. 5 PersR).</span><br/> <span class="ft8">Dass die Mitglieder des Gemeinderats nicht in einem privat-</span><br/> <span class="ft8">rechtlichen Dienstverhältnis im Sinne von § 1 Abs. 4 PersR stehen,</span><br/> <span class="ft8">bedarf keiner weiteren Ausführungen. Gemeinderäte sind sodann</span><br/> <span class="ft8">auch keine nebenamtlichen Funktionäre im Sinne von § 1 Abs. 5</span><br/> <span class="ft8">PersR, deren Arbeitsverhältnis durch einen Gemeinderatsbeschluss</span><br/> <span class="ft8">begründet und deren Entschädigung in einer Verordnung festgelegt</span><br/> <span class="ft8">wird. Zum einen entsteht das Dienstverhältnis der Gemeinderäte</span><br/> <span class="ft8">durch Volkswahl, und zum andern obliegt gemäss § 20 Abs. 2</span><br/> <span class="ft8">lit. e GG die Festlegung der Entschädigung der Mitglieder des</span><br/> <span class="ft8">Gemeinderats der Gemeindeversammlung. Somit stehen die</span><br/> <span class="ft8">Mitglieder des Gemeinderats nicht in einem Arbeitsverhältnis, das</span><br/> <span class="ft8">ausdrücklich nicht der Geltung des Personalreglements unterliegt.</span><br/> <span class="ft8">cc) Die Vorsorge-Kommission der Gemeinde Z. stellt sich of-</span><br/> <span class="ft8">fenbar auf den Standpunkt, dass ein Beitritt des Gemeindeammanns</span><br/> <span class="ft8">aufgrund des geltenden Reglements nicht möglich sei. Dieser Auf-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">446</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">fassung kann nicht beigepflichtet werden: Gemäss Art. 1.1. des Per-</span><br/> <span class="ft8">sonalvorsorge-Reglements der Gemeinde Z. (Personalvorsorge-Re-</span><br/> <span class="ft8">glement; von der Vorsorge-Kommission der Gemeinde Z. im April</span><br/> <span class="ft8">1993 beschlossen und rückwirkend auf den 1. Januar 1993 in Kraft</span><br/> <span class="ft8">gesetzt) werden in die Personalvorsorge alle der Eidgenössischen</span><br/> <span class="ft8">Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) unterstehenden Ar-</span><br/> <span class="ft8">beitnehmer aufgenommen, deren AHV-Jahresgehalt über dem vom</span><br/> <span class="ft8">Bundesrat festgelegten Betrag liegt (ab 1.1.1993 Fr. 22'560.--). Kon-</span><br/> <span class="ft8">sequenterweise wird dem Beschwerdeführer denn auch sein AHV-</span><br/> <span class="ft8">Beitrag vom Lohn abgezogen. Unter diesem Blickwinkel ist eben-</span><br/> <span class="ft8">falls nicht ersichtlich, weshalb der Gemeindeammann nicht in die</span><br/> <span class="ft8">Personalvorsorge aufgenommen werden könnte. Vielmehr lassen sich</span><br/> <span class="ft8">keine sachlichen Gründe für eine Ungleichbehandlung der Versiche-</span><br/> <span class="ft8">rung der Entlöhnung des Gemeindeammanns und derjenigen der</span><br/> <span class="ft8">Verwaltungsangestellten ausmachen.</span><br/> <span class="ft8">dd) Die Finanzkommission der Gemeinde Z. vertritt die Mei-</span><br/> <span class="ft8">nung, dass es sich im Falle des Beschwerdeführers um eine Versiche-</span><br/> <span class="ft8">rung im überobligatorischen Bereich handle. Im Einzelnen führte die</span><br/> <span class="ft8">Finanzkommission aus, sobald der Arbeitnehmer aus seiner Er-</span><br/> <span class="ft8">werbstätigkeit im Dienste mehrerer Arbeitgeber mehr als einen ge-</span><br/> <span class="ft8">samten Jahreslohn von Fr. 74'160.-- beziehe, unterstehe er nicht mehr</span><br/> <span class="ft8">der obligatorischen Versicherung. Somit handle es sich um eine</span><br/> <span class="ft8">überobligatorische Versicherung, und der Arbeitgeber sei nicht ver-</span><br/> <span class="ft8">pflichtet, den Arbeitnehmer in die Pensionskasse aufzunehmen und</span><br/> <span class="ft8">Beiträge zu entrichten. Dieser Meinung ist insofern nicht zu folgen,</span><br/> <span class="ft8">als das Personalvorsorge-Reglement der Gemeinde Z. die Versiche-</span><br/> <span class="ft8">rung zwar des vorobligatorischen, nicht aber des überobligatorischen</span><br/> <span class="ft8">Bereichs ausschliesst (Art. 1.1.). Nicht einzusehen ist daher, weshalb</span><br/> <span class="ft8">gestützt auf das geltende kommunale Recht das Gehalt des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers aus seiner Tätigkeit als Gemeindeammann nicht bei</span><br/> <span class="ft8">der Pensionskasse versichert werden könnte.</span><br/> <span class="ft8">ee) Schliesslich ergeben sich auch aus den aktenkundigen Pro-</span><br/> <span class="ft8">tokollen über die massgeblichen Beschlüsse der Gemeindever-</span><br/> <span class="ft8">sammlung weder ausdrücklich noch sinngemäss irgendwelche Hin-</span><br/> <span class="ft8">weise darauf, dass nach dem Willen der Gemeindeversammlung der</span><br/> <span class="ft8">Gemeindeammann (oder die übrigen Mitglieder des Gemeinderats)</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">447</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">in Abweichung von den grundsätzlichen Bestimmungen des Perso-</span><br/> <span class="ft8">nalreglements hinsichtlich der Versicherung seiner Entschädigung</span><br/> <span class="ft8">bei der Pensionskasse anders behandelt werden sollte als das übrige</span><br/> <span class="ft8">Personal.</span><br/> <span class="ft8">c) aa) Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene</span><br/> <span class="ft8">Nichteintretensentscheid zu Unrecht erfolgt ist. Was die Gemeinde Z.</span><br/> <span class="ft8">anbetrifft, so ist zur Entrichtung der Arbeitgeberbeiträge an die</span><br/> <span class="ft8">Pensionskasse auch im Falle des Gemeindeammanns kein separater</span><br/> <span class="ft8">Beschluss der Gemeindeversammlung erforderlich. Stattdessen ist in</span><br/> <span class="ft8">diesem Zusammenhang der Beschwerdeführer als Gemeindeammann</span><br/> <span class="ft8">wie die Angestellten der Gemeindeverwaltung zu behandeln. Er hat</span><br/> <span class="ft8">demzufolge Anspruch, in die kommunale Vorsorgeeinrichtung der</span><br/> <span class="ft8">Gemeinde Z. aufgenommen zu werden. Der Beschwerdeführer hat zu</span><br/> <span class="ft8">seinen Lasten den Arbeitnehmeranteil zu tragen.</span><br/> <span class="ft8">bb) In diesem Sinne ist der vorinstanzliche Entscheid aufzuhe-</span><br/> <span class="ft8">ben, und die Angelegenheit ist an den Gemeinderat zurückzuweisen,</span><br/> <span class="ft8">um die Entschädigung des Beschwerdeführers für seine Tätigkeit als</span><br/> <span class="ft8">Gemeindeammann bei der Pensionskasse der Gemeinde Z. versi-</span><br/> <span class="ft8">chern zu lassen.</span><br/> <span class="ft8">3. a) aa) Der Beschwerdeführer beantragt des Weiteren, dass die</span><br/> <span class="ft8">Aufnahme in die Pensionskasse rückwirkend auf den 1. Januar 1998</span><br/> <span class="ft8">erfolgt. Damit stellt er ein Rechtsbegehren, das über die Aufhebung</span><br/> <span class="ft8">des vorinstanzlichen Entscheids hinausgeht. Es darf deshalb nicht</span><br/> <span class="ft8">darauf eingetreten werden. Da der Gemeinderat und die Finanzkom-</span><br/> <span class="ft8">mission in Bezug auf die Rückwirkung inhaltlich (kontrovers) Stel-</span><br/> <span class="ft8">lung genommen haben, erweist es sich aus Gründen der Verfahrens-</span><br/> <span class="ft8">ökonomie jedoch als sachgerecht, wenn sich das Gericht zu den ent-</span><br/> <span class="ft8">sprechenden Fragen äussert (vgl. vorne Erw. I/3).</span><br/> <span class="ft8">bb) Der Gemeinderat Z. vertritt die Auffassung, dass im vorlie-</span><br/> <span class="ft8">genden Fall eine rückwirkende Versicherung zulässig ist. Demge-</span><br/> <span class="ft8">genüber stellt die Finanzkommission der Gemeinde Z. in diesem</span><br/> <span class="ft8">Zusammenhang fest, der Einkauf von Beitragsjahren sei ausschliess-</span><br/> <span class="ft8">lich Sache des Arbeitnehmers. Die Finanzkommission verkennt da-</span><br/> <span class="ft8">bei, dass es im Falle des Beschwerdeführers nicht um den freiwilli-</span><br/> <span class="ft8">gen Einkauf von fehlenden Beitragsjahren geht, sondern um den</span><br/> <span class="ft8">Anspruch des Beschwerdeführers, seine Entlöhnung als Gemeinde-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2003</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">448</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">ammann seit Amtsantritt bei der Pensionskasse versichern zu lassen.</span><br/> <span class="ft8">Demzufolge kann nicht von einem freiwilligen Einkauf von fehlen-</span><br/> <span class="ft8">den Beitragsjahren gesprochen werden, der gestützt auf das Perso-</span><br/> <span class="ft8">nalvorsorge-Reglement der Gemeinde Z. allenfalls ausschliesslich</span><br/> <span class="ft8">vom Arbeitnehmer zu finanzieren wäre. Gründe, weshalb gestützt auf</span><br/> <span class="ft8">das Personalvorsorge-Reglement eine rückwirkende Versicherung,</span><br/> <span class="ft8">die sowohl vom Arbeitnehmer als auch vom Arbeitgeber zu</span><br/> <span class="ft8">finanzieren ist, nicht möglich sein sollte, sind nicht ersichtlich. Dem</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführer ist demnach ein Anspruch zuzubilligen, seinen</span><br/> <span class="ft8">Lohn rückwirkend auf den 1. Januar 1998 versichern zu lassen.</span><br/></div> </div> </body> </html>