<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, vorübergehend folgende konjunkturelle Massnahme zu ergreifen: Jedes Unternehmen, das seit mindestens zwei Jahren Lernende ausbildet und das im laufenden Jahr eine arbeitslose Lernende oder einen arbeitslosen Lernenden mehr anstellt als im Vorjahr, wird mit einer Jahresprämie von 5000 Franken pro Ausbildungsplatz belohnt. Diese Massnahme ist zeitlich befristet.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Eine wesentliche Stärke der schweizerischen Berufsbildung liegt im Praxis- und Arbeitsmarktbezug. Die Betriebe beteiligen sich direkt an der Berufsbildung und sichern sich so ihren eigenen Nachwuchs an gut ausgebildeten Berufsleuten. </p><p>Entscheidend für die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist das betriebliche Kosten-Nutzen-Verhältnis. Eine Studie der Universität Bern aus dem Jahr 2007 zeigt auf, dass für zwei Drittel der Betriebe die Ausbildungstätigkeit während der beruflichen Grundbildung einen Nettonutzen erbringt. Bei den restlichen Lehrverhältnissen rechnet sich in den meisten Fällen die Investition, wenn der Betrieb Lernende nach der Ausbildung weiterbeschäftigt. Dadurch kann er Rekrutierungs- und Einarbeitungskosten sparen. </p><p>Bei der Erarbeitung der beruflichen Grundbildungen achten Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt darauf, dass die Betriebe weiterhin in einem für sie günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis ausbilden können. Eine jährliche Direktsubventionierung der Lehrbetriebe im Sinne von Kopfprämien würde hingegen zu Mitnahmeeffekten und Ungerechtigkeiten führen: Betriebe, die seit je ausbilden und zwischenzeitlich aus strukturellen oder konjunkturellen Gründen keine zusätzlichen Lehrstellen anbieten können, würden benachteiligt. Auch wecken Kopfprämien falsche Erwartungen: Lehrstellen können nur dort bewilligt werden, wo die betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sind und die Ausbildungsqualität sichergestellt ist. In der Schweiz bilden rund 30 Prozent der infragekommenden Unternehmungen Lernende aus. Diejenigen, welche keine Lehrstellen anbieten, sind häufig zu klein oder können die für die Berufsausbildung erforderlichen Strukturen nicht zur Verfügung stellen. Das Kopfprämiensystem würde schliesslich zu einem administrativen Aufwand führen, der in keinem Verhältnis zu der zu erwartenden Schaffung von Lehrstellen stehen würde.</p><p>Bundesmittel können effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden, wenn sie in umfassende kantonale Lehrstellenförderungsmassnahmen oder Begleitangebote für Jugendliche investiert werden. Für die Stabilisierung des Lehrstellenmarktes leistet der Bund finanzielle Hilfe. 2009 unterstützte er die kantonalen Massnahmen im Bereich der Integration von Jugendlichen und des Lehrstellenangebots mit rund 17 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch rund 3 Millionen Franken, die zur Intensivierung der bestehenden Massnahmen verwendet wurden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.