Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 18. Dezember 2014 (710 13 205 / 314) ____________________________________________________________________ Alters- und Hinterlassenenversicherung Sozialversicherungsrechtliche Stellung; die vom Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit ist als unselbstständig zu qualifizieren. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Chr istof Enderle, Kantonsrich- ter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen Ausgleichskasse Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Beigeladene Kantonales Amt B.____ 4410 Liestal Betreff Sozialversicherungsrechtliche Stellung Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Der 1953 geborene A.____ war bis zu seiner vorzeitig en Pensionierung am 1. Juni 2013 bei der Polizei Basel-Landschaft tätig. Bereits a m 22. Mai 2013 meldete er sich bei der Ausgleichskasse Basel-Stadt als Selbstständigerwerbender an. Er hielt fest, dass er als Einzel- firma „C.____ Consulting“ verschiedene Aufträge auf Ma ndatsebene ausüben werde und legte einen zwischen ihm und dem kantonalen Amt B.____ am 22. Mai 2013 vereinbarten Auftrag bei. B. Mit Verfügung vom 29. Mai 2013 stellte die zuständig e Ausgleichskasse Basel- Landschaft (Ausgleichskasse) fest, dass bei der Arbeit, welc he A.____ ausübe, die Merkmale für eine unselbständige Tätigkeit überwiegen würden. Seine Arbeitgeber seien deshalb ver- pflichtet, auf dem an ihn entrichteten Lohn die parit ätischen AHV-, IV-, EO- und ALV-Beiträge bei der für ihn zuständigen Ausgleichskasse abzurechnen. Die Verfügung wurde auch dem kan- tonalen Amt B.____ eröffnet. Die hiergegen von A.___ _ erhobene Einsprache wies die Aus- gleichskasse mit Entscheid vom 19. Juni 2013 ab. Sie hielt fest, dass A.____ über keine eigene Betriebsorganisation verfüge. So würden ihm der Arbei tsplatz und die Arbeitsmittel (Handy, Fahrzeug) vom kantonalen Amt B.____ zur Verfügung gestellt. Ausserdem sei er an Weisungen gebunden, müsse eine Präsenzpflicht erfüllen und sei von einem einzigen Arbeitgeber abhän- gig. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 12 . Juli 2013 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er sinngemäss, es sei der angefochtene Einsprach eentscheid aufzuheben und fest- zustellen, dass er sozialversicherungsrechtlich als Selbststän digerwerbender zu qualifizieren sei. Zur Begründung führte er in Wesentlichen aus, das kantonale Amt B.____ übernehme kei- ne Spesen für Arbeitsmittel, die durch den Pool gestellt werden könnten. Weiter erfordere seine Arbeit den Zugang zum kantonalen Informatiksystem, wesh alb er auf einen Arbeitsplatz in den Räumen des Auftraggebers angewiesen sei. Die Präsenzzei t sei organisatorisch bedingt. Schliesslich sei er dabei, seine selbstständige Tätigkeit aufzubauen. Das kantonale Amt B.____ sei der erste und derzeit noch einzige Auftraggeber. D. Mit Vernehmlassung vom 29. August 2013 schloss die Au sgleichskasse auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 26. September 2013 lud die instr uierende Präsidentin des Kan- tonsgerichts das kantonale Amt B.____ zum Verfahren bei und räumte ihm Gelegenheit zur Stellungnahme ein. Am 29. November 2013 beantragte das kantonale Amt B.____ die Gutheis- sung der Beschwerde; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begrün- dung führte es im Wesentlichen aus, dass das Auftragsverhä ltnis aufgrund der vom Beschwer- deführer eingereichten Offerten eingegangen worden sei. Er verfüge als ehemaliger Mitarbeiter der Polizei Basel-Landschaft über das notwendige Wissen für das Geschäftsfeld der Blaulicht- und Krisenorganisation. Das kantonale Amt würde besond ere Aufgaben an Selbstständiger- werbende vergeben, wenn interne Spezialisten fehlen w ürden. Der vereinbarte Stundenansatz sei marktüblich und das Kostendach diene der Sicherheit. Abgerechnet würde in der Regel quartalsweise. Bezüglich sachlicher und zeitlicher Orga nisation sei der Beschwerdeführer Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht grundsätzlich frei. Er müsse aber auf die Verfügbarkeit von Mitarbeitenden der Dienststelle Rücksicht nehmen. Dies habe teilweise fixe Präsenzzeiten zur Folge. Es stehe ihm aber frei, für weitere Auftraggeber zu arbeiten. Weiter sei für die Betreuung des Softwaresystems SAP – aus Sicherheits- und Datenschutz- und Kostengründen – erford erlich, dass der Beschwerdeführer einen Arbeitsplatz in den Räumen des kantonalen Amtes ha be. Durch die Mitbenutzung der bestehenden Infrastruktur (Natel und Fahrzeug) könnten unnötige Kosten vermieden werden. F. Der Beschwerdeführer und die Ausgleichskasse verzichtete n in ihren Eingaben vom 3. und 4. Dezember 2013 auf eine Stellungnahme zur Ei ngabe des beigeladenen Amtes vom 29. November 2013. G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 6. Februar 2014 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Ang elegenheit gestützt auf die vorhan- denen Akten nicht möglich sei. In der Folge beschloss es, das Verfahren auszustellen und im Rahmen einer amtlichen Erkundigung vom Beschwerdeführe r und vom beigeladenen Amt wei- tere Informationen einzuholen. Am 14. März 2014 hiel t der Beschwerdeführer im Wesentlichen fest, dass er mit dem kantonalen Amt B.____ und der D_ ___SA in Vertragsverhandlungen ste- he. Eine Anstellung beim kantonalen Amt B.____ stünde nicht zur Diskussion, da er sich selbst- ständig machen wolle. Das kantonale Amt B.____ führte ebenfalls am 14. März 2014 aus, dass sich der Beschwerdeführer auf Anfrage des Amtes hin beworben habe. Er sei darüber informiert worden, dass für eine Zusammenarbeit nach seiner Pension ierung erforderlich sei, dass er ei- nen Status als Selbstständigerwerbender aufweise. Das Am t habe keine weiteren Offerten ein- geholt und die Vergabe des Auftrags sei im freihändi gen Verfahren erfolgt. Zu den Eingaben des Beschwerdeführers und des beigeladenen Amtes vom 14. März 2014 nahm die Aus- gleichskasse am 27. März 2014 Stellung, wobei sie an ihr em Antrag auf Abweisung der Be- schwerde festhielt. H. An der heutigen Parteiverhandlung nahmen der Besc hwerdeführer, eine Vertreterin des kantonalen Amtes B.____ und eine Vertreterin der Ausgleichskasse teil. Die Parteien hiel- ten an ihren Rechtsbegehren fest. Auf die während de r Verhandlung gemachten Vorbringen wird – soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwä gungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in V erbindung mit Art. 1 des Bundes- gesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (A HVG) vom 20. Dezember 1946 kann gegen Einspracheentscheide in jedem Kanton bei ei nem Versicherungsgericht als einzige Instanz Beschwerde erhoben werden. In Abweichung von Art . 58 Abs. 1 ATSG ist bei Be- schwerden gegen Verfügungen und Einspracheentscheide kantonaler Ausgleichskassen das Versicherungsgericht am Ort der Ausgleichskasse zuständig ( Art. 84 AHVG). Im Kanton Basel- Landschaft ist gemäss § 54 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über d ie Verfassungs- und Verwaltungs- prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 das Kantonsge richt, Abteilung Sozialversiche- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht rungsrecht, als einzige gerichtliche Instanz für Beschwerde n gegen Verfügungen einer Aus- gleichskasse gemäss den Artikeln 84 und 91 AHVG zuständig. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Kantonsgericht im Übrigen frist- und formge recht eingereichte Beschwerde vom 12. Juli 2013 ist einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob das vom Beschwerdeführ er beim kantonalen Amt B.____ erzielte Einkommen aus unselbstständiger oder aus selbststä ndiger Erwerbstätigkeit stammt. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefochtenen Ein- spracheentscheides vom 16. Juni 2013 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs- gemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Vom Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit resp. massgebenden Lohn werden paritätische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbei träge erhoben (Art. 5 Abs. 1 und Art. 13 AHVG). Als massgebender Lohn gilt jedes Entgel t für in unselbstständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit, mit Einschluss von Teuerungs- und anderen Lohnzulagen, Provisionen, Gratifikationen, Naturalleist ungen, Ferien- und Feiertagsentschädi- gungen und ähnlichen Bezügen, sowie Trinkgeldern, sowe it diese einen wesentlichen Bestand- teil des Arbeitsentgeltes darstellen (Art. 5 Abs. 2 AHV G). Vom Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit wird demgegenüber ein Beitrag des Se lbstständigerwerbenden erhoben (Art. 8 AHVG). Einkommen aus selbstständiger Erwerbstät igkeit ist jedes Erwerbseinkommen, das nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung gel eistete Arbeit darstellt (Art. 9 Abs. 1 AHVG). 3.2 Die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder uns elbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, beurteilt sich praxisgemäss nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien. Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftli chen Gegebenheiten. Die zivilrechtli- chen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse Anhal tspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch ausschlaggebend zu sein (BGE 122 V 171 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2007, H 102/06, E. 6.2). A ls unselbständig erwerbstätig ist im Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgebe r in betriebswirtschaftlicher beziehungs- weise arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist und ke in spezifisches Unternehmerrisiko trägt (BGE 122 V 283 E. 2a, 119 V 161 E. 2, 110 V 78 E. 4). 3.3 Merkmale für das Bestehen eines Unternehmerrisikos sind namentlich das Tätigen bedeutender Investitionen, das Einstehen müssen für Verluste, das Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung, das Beschaffen von Aufträgen, eigene Geschäftsräumlichkeiten und die Beschäftigung von Personal (Wegleitung über den m assgebenden Lohn, gültig ab 1. Januar 2008, Stand 1. Januar 2012, [WML], Rz 1014 ). Gemäss der Rechtsprechung besteht das spezifische Unternehmerrisiko im Weiteren darin, dass b ei einer selbständigen Erwerbstä- tigkeit unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, d ie der Versicherte selber zu tragen hat (PETER FORSTER , AHV Beitragsrecht: Materiell- und verfahrensrechtliche Grundlagen; Abgren- zung zwischen selbständig und unselbständig erwerbstätige n Personen, Zürich/Basel/Genf 2007, S. 85 Rz 65 mit Hinweisen). Das Unternehmerrisiko zeigt sich schliesslich auch darin, dass das Inkasso- und Delkredererisiko (beispielsweise das Einstehen müssen für Verluste aus Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Insolvenz von Kunden) sowie Verluste aus mangelhafte r Lieferung zu tragen sind und für die Mangelhaftigkeit eines Werks sowie ungetreue und u nsorgfältige Ausführung eines Ge- schäfts einzustehen ist (FORSTER , a.a.O., S. 84 Rz 62 mit Hinweisen). 3.4 Die arbeitsorganisatorische beziehungsweise wirtschaft liche Abhängigkeit äussert sich namentlich in der Weisungsgebundenheit des Erwerbstätig en, seiner Rechenschaftspflicht, sei- ner Eingliederung in eine fremde Arbeitsorganisatio n, der Pflicht zur persönlichen Aufgabener- füllung, einer Präsenzpflicht und in einem Konkurrenzve rbot (WML, Rz 1015; F ORSTER , a.a.O., S. 84 Rz 63 mit Hinweisen). Selbständige Erwerbstätigkeit liegt indessen im Regelfall dann vor, wenn die beitragspflichtige Person durch Einsatz von Ar beit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und nach aussen sichtbar am wirtschaf tlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen oder Produkte zu sch affen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte Leistungen abg egolten wird (BGE 115 V 170 E. 9a). Zudem umfasst die unabhängige Stellung, dass die Arbeit szeit und die Arbeitsorganisation frei gestaltet werden können. Auch Selbstständigerwerbende ha ben sich jedoch an sogenannte sachliche Weisungen zu halten. Hierbei handelt es sich um Weisungen des Bestellers oder Auf- traggebers, die sich auf den Arbeitserfolg beziehen (FORSTER , a.a.O., S. 84 f. Rz 63 mit Hinwei- sen). 3.5 Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen no ch keine einheitlichen, schema- tisch anwendbaren Lösungen ableiten. Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellu ng einer erwerbstätigen Person jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale im konkreten Fall überwiegen (WM L, Rz 1016; BGE 123 V 162 f. E. 1, 122 V 171 E. 3a, 119 V 162 E. 2 mit Hinweisen). Den Elementen Unternehmerrisiko und Ab- hängigkeitsverhältnis sowie ihren einzelnen Ausprägun gen kann je nach Art der zu beurteilen- den Umstände unterschiedliches Gewicht zukommen (WML, Rz 10 17). So hat das Eidgenössi- sche Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Bu ndesgericht, sozialrechtliche Abteilun- gen) festgestellt, dass gewisse Tätigkeiten ihrer Natur nach nicht notwendigerweise bedeutende Investitionen erfordern. Dies könne etwa im Bereich der Dienstleistungen gelten. Der arbeitsor- ganisatorischen Abhängigkeit sei in solchen Fällen gegenüber einem Investitionsrisiko erhöhtes Gewicht beizumessen (Urteil des EVG vom 14. August 2000, H 30/99, E. 6b mit Hinweisen). 4.1 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen und Angaben der Parteien stellt sich der rechts- erhebliche Sachverhalt wie folgt dar: 4.2 Dem Kantonsgericht liegt ein schriftlicher Auftrag zwischen dem kantonalen Amt B.____ und dem Beschwerdeführer vom 22. Mai 2013 vor. Demnach verpflichtete sich dieser in der Zeit vom 1. Juni 2013 bis 31. Dezember 2013 für da s kantonale Amt folgende Leistungen zu erbringen: Betreuung der Online Service-Plattform S AP (Koordination, Datenpflege, Unter- stützung zu Gunsten des kantonalen Amtes B.____, Abnahme bei Softwareänderungen, Supe- ruser), X.____, Dokumentations-Betreuung der Basisstatio n (Fotos, Zufahrtsbeschreibung an die Basisstationen, Beratung bei Fragen der Instandhal tung) und Umsetzung Pflichtenheft Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Y.____ (Beratung bei Fragen der Instandhaltung, Supp ort bei Projektsitzungen). Die Präsenz- pflicht wurde mit einem Tag pro Woche (circa 8 Stunden ) oder nach Absprache vereinbart. Der Stundenansatz – exkl. Spesen und Nebenkosten – wurde mit Fr. 140.-- und das maximale Kos- tendach mit Fr. 35‘000.-- (inkl. Mehrwertsteuer, Spes en und Nebenkosten) beziffert. Weiter wurde vereinbart, dass dem Beschwerdeführer in den Räuml ichkeiten des kantonalen Amtes in Z.____ ein Arbeitsplatz, ein Laptop mit Zugang zum SID /SAP-Netz und ein Handy zur Verfü- gung stehen. Zudem war der Beschwerdeführer verpflichte t, für dienstliche Fahrten ein Auto des kantonalen Amtes zu benützen und für private Autospesen eine Bewilligung einzuholen. 4.3 Aufgrund der vorliegenden Unterlagen ist erstellt , dass sich der Beschwerdeführer beim kantonalen Amt B.____ auf Anfrage hin bewarb u nd das Amt keine weiteren Offerten ein- holte. Ferner ist gestützt auf die Angaben des Amtes dav on auszugehen, dass im damaligen Zeitpunkt für die Betreuung der Projekte keine Stelle geschaffen werden konnte. Ausserdem steht fest, dass sich der Beschwerdeführer zwecks Ausübung seiner Tätigkeit weder als Einzel- firma ins Handelsregister eintragen liess noch für sich al s selbstständig Erwerbender resp. für seinen Betrieb eine Krankentaggeld-, Unfall-, oder Berufshaftpflichtversicherung abschloss. Der Beschwerdeführer und das kantonale Amt B.____ vereinba rten für die Zeit vom August 2013 bis Dezember 2014 eine weitere Zusammenarbeit. Abgeseh en davon, dass er seit einiger Zeit mit der Firma D____SA in Vertragsverhandlungen steht, akquirierte er bisher keine weiteren Aufträge. Er ist gemäss seinen Angaben anlässlich der Par teiverhandlung vom 18. Dezember 2014 auch nicht bereit, mehr als 20% zu arbeiten. 5. Die Ausgleichskasse schloss aus dem Umstand, dass der Besc hwerdeführer über kei- ne eigene Betriebsorganisation verfügt, der Arbeitspla tz und die Arbeitsmittel vom kantonalen Amt B.____ zur Verfügung gestellt werden, der Beschwer deführer eine Präsenzpflicht hat und zudem von einem einzigen Auftraggeber abhängig ist, auf eine unselbständige Tätigkeit. 6.1 Wie oben (vgl. E. 3.2 hiervor) ausgeführt, beurte ilt sich die Frage, ob im Einzelfall selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorlieg t, praxisgemäss nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien . Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Hierzu ist zunächst festzust ellen, dass der Beschwerdeführer im Hinblick auf die von ihm erbrachte Dienstleistung kei n nennenswertes Unternehmerrisiko trägt: Er hat keine erheblichen Investitionen getätig t und trägt kein Inkasso- und Delkredererisi- ko, welches nicht in ähnlicher Form auch für Arbeitnehme r in Bezug auf Lohnforderungen be- steht. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang aber, dass die Tätigkeit des Beschwerdefüh- rers seiner Natur nach keine bedeutenden Investitionen e rfordert, weshalb diesem Kriterium kein grosses Gewicht zukommt. Im Vordergrund steht vielmeh r das Kriterium der arbeitsorgani- satorischen Abhängigkeit (vgl. E. 3.5 hiervor). Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang zunächst der Inhalt der vertraglichen Vereinba- rung zwischen dem Beschwerdeführer und dem kantonalen Am t B.____ vom 22. Mai 2013. Demnach hat der Beschwerdeführer auf die Verfügbarkeit der Mitarbeitenden in der Dienststelle Rücksicht zu nehmen und sich zu verpflichten, einen Tag pr o Woche in den Räumen des kan- tonalen Amtes in Z.____ anwesend zu sein. Weiter war e r gehalten, für Dienstfahrten ein Fahr- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeug des Amtes zu benützen und für private Autospesen ein e Bewilligung einzuholen. Zudem war er verpflichtet, das ihm zur Verfügung gestellte Arb eitsgerät (Laptop und Handy) zu benüt- zen. Diese Umstände weisen auf eine untergeordnete Ste llung des Beschwerdeführers hin. Zwar liegt es in der Natur gewisser Auftragsverhältnisse , dass die Auftraggebenden den beauf- tragten Personen ausführliche Anordnungen erteilen. I n solchen Verhältnissen gewinnt das Element der Unterordnung seine Bedeutung erst dann, w enn es den Rahmen des in solchen Situationen üblichen Masses übersteigt (WML, Rz 1019). Von einer solchen Sachlage ist vorlie- gend auszugehen. Der Beschwerdeführer will seit seiner P ensionierung lediglich noch in einem Pensum von 20% arbeiten. Da sich dieses bereits in der Tätigkeit für das kantonale Amt B.____ erschöpft und er zudem auch auf die Verfügbarkeit der M itarbeitenden der Dienststelle Rück- sicht nehmen muss, bleibt ihm kaum Raum für eine freibest immte Arbeitszeit und eine nach eigenem Gutdünken gestaltete Arbeitsorganisation. Vie lmehr ist eine erhebliche Weisungsge- bundenheit resp. Rechenschaftspflicht des Beschwerdeführ ers in persönlicher, organisatori- scher und zeitlicher Hinsicht resp. eine Eingliederung d es Beschwerdeführers in die Arbeitsor- ganisation und Infrastruktur des kantonalen Amtes B.____ zu bejahen. Wenn er und das kanto- nale Amt geltend machen, dass für die Betreuung des S oftwaresystems SAP ein Arbeitsplatz in den Räumen des Amtes aus Sicherheits- Datenschutz- und Kost engründen und die Präsenz- pflicht aus Organisationsgründen erforderlich seien, ver deutlicht dies, dass die konkrete Tätig- keit eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation de s kantonalen Amtes erfordert. Auch die Verpflichtung, die bestehende Infrastruktur zu nutzen un d die Bewilligungspflicht für private Au- tospesen bekundet die Weisungsgebundenheit resp. Rechensch aftspflicht des Beschwerdefüh- rers. Zwar verwendet der Beschwerdeführer eigenes Geschäft spapier mit aufgedrucktem Fir- mennamen und er verfügt über einen entsprechenden Ein trag im Telefon- und Adressbuch. Demgegenüber sprechen aber die Tatsache, dass er seine Firma nicht im Handelsregierter ein- tragen liess und bis heute weder eine Berufshaftpflich t- noch eine Unfall- oder Krankentaggeld- versicherung abschloss, gegen seine selbstständige Tätigke it. Weiter arbeitete der Beschwer- deführer ausschliesslich für das kantonale Amt B.____ und akquirierte bis heute keine weiteren Aufträge. Auch wenn er eine hochspezialisierte Dienstle istung erbringt, stellt die Konzentration auf einen einzigen Vertragspartner ein zusätzliches Indiz für den unselbstständigen Charakter der Tätigkeit dar. Im Übrigen sprechen auch Art und Inhalt der vom Beschwer deführer ausgeübten Tätigkeit in diesem konkreten Bereich, bei der spezialisiertes Wissen un d Erfahrung sowie die Pflicht zur persönlichen Aufgabenerfüllung notwendig sind, für ein e Arbeit, die typischerweise durch Ar- beitnehmende ausgeführt wird. So wurde der Beschwerde führer mitunter auch deshalb berück- sichtigt, weil er sich durch seine frühere Arbeit als Verw altungsangestellter der Polizei Basel- Landschaft das erforderliche Wissen und die nötige Erfah rung für diese Aufgabe angeeignet hatte. Es ist anzunehmen, dass das kantonale Amt B.____ d en Beschwerdeführer arbeitsver- traglich verpflichtet hätte, hätte im damaligen Zeit punkt die Möglichkeit bestanden, eine ent- sprechende Stelle zu schaffen. 6.2 Unter Würdigung der gesamten Umstände überwiegen die für eine unselbständige Tätigkeit sprechenden Kriterien. Der Entscheid der Ausg leichskasse, die Tätigkeit des Be- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführers beim kantonalen Amt B.____ als unselbstän dig zu qualifizieren, erweist sich somit als zutreffend. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 7. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausseror dentlichen Kosten sind dem Verfah- rensausgang entsprechend wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht