Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 1. Februar 2021 BEK 2020 139 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Kantonsrichterinnen Clara Betschart und lic. iur. Ilaria Beringer, a.o. Gerichtsschreiberin MLaw Gloria Guggenberger. In Sachen A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer, gegen Staatsanwaltschaft, 1. Abteilung, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, Post- fach 75, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin B.________, betreffend DNA-Profilerstellung (Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Innerschwyz vom 21. August 2020, SUI 2020 748, neu SU 2020 217);- hat die Beschwerdekammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. C.________ (nachfolgend Geschädigte) meldete sich am 18. November 2019 bei der Kantonspolizei Schwyz und gab u.a. an, dass sie Probleme mit einem Kunden habe und dass ihr Fahrzeug beschädigt worden sei (U-act. 8.2.01, S. 2 f.). Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz (nachfolgend Strafverfolgungsbehörde) eröffnete daraufhin am 19. Februar 2020 eine Stra- funtersuchung gegen A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) wegen Sachbeschädigung, Drohung und Nötigung (U-act. 9.0.03) und beauftragte die Kantonspolizei Schwyz gleichentags mit der erkennungsdienstlichen Erfas- sung des Beschwerdeführers, der Abnahme eines Wangenschleimhautab- strichs (WSA) sowie der Spurensicherung am sichergestellten Scheibenwi- scher (U-act. 9.0.04; vgl. U-act. 5.2.02). Nachdem der Beschwerdeführer mehrfach vergebens zur Einvernahme als beschuldigte Person resp. zur er- kennungsdienstlichen Erfassung vorgeladen worden war (U-Nebenakten 2, 3, 4, 6, 7), akzeptierte er am 20. August 2020 die durch die Polizei angeordnete erkennungsdienstliche Erfassung sowie den Wangenschleimhautabstrich (WSA) und kooperierte freiwillig (U-act. 1.2.04 f.). Anschliessend ordnete die Strafverfolgungsbehörde am 21. August 2020 die Erstellung eines DNA-Profils an und beauftragte die Kantonspolizei Schwyz, den Wangenschleimhautab- strich (WSA) des Beschwerdeführers dem Institut für Rechtsmedizin der Uni- versität Zürich zuzustellen mit dem Auftrag, ein DNA-Profil zu erstellen und dieses in die DNA-Datenbank aufzunehmen (angefochtene Verfügung). Da- gegen erhob der Beschwerdeführer am 3. September 2020 rechtzeitig Be- schwerde beim Kantonsgericht Schwyz mit dem sinngemässen Antrag, die Verfügung vom 21. August 2020 bezüglich der Anordnung und Erstellung ei- nes DNA-Profils sei aufzuheben (KG-act. 1). Die Strafverfolgungsbehörde beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 25. September 2020 die kosten- pflichtige Abweisung der Beschwerde (KG-act. 4, S. 1).Kantonsgericht Schwyz 3 2. a) In der angefochtenen Verfügung fasste die Strafverfolgungsbehörde die Aussagen der Geschädigten folgendermassen zusammen: Die Geschä- digte habe sich dahingehend geäussert, dass sie in der D.________ in E.________ sexuelle Dienstleistungen angeboten und dort diverse Kontakte mit dem Beschwerdeführer gehabt habe. Am 24. Oktober 2019 sei es zu einer Meinungsverschiedenheit mit dem Beschwerdeführer gekommen, welche das bisher rein geschäftliche Verhältnis zwischen ihnen verschlechtert habe. Seit diesem Zeitpunkt habe der Beschwerdeführer sie jeweils vom Parkplatz vor der D.________ her beobachtet. Er sei ihr gefolgt und habe ihr diverse Kurz- nachrichten geschrieben, unter anderem, dass sie schon noch sehen werde, was er für ein „Arschloch“ sein könne. Am 30. Oktober 2019 habe die Ge- schädigte die Nummer des Beschwerdeführers blockiert. In der Nacht vom 17. auf den 18. November 2019 seien an dem von ihr gefahrenen Fahrzeug durch eine unbekannte Täterschaft die Scheibenwischer beschädigt sowie die Fahrzeugseiten und die Motorhaube zerkratzt worden. Sie habe ihr Fahrzeug am 17. November 2019 um ca. 12.00 Uhr verlassen. Ein Kunde habe ihr ge- sagt, er habe den Beschuldigten am 17. November 2019 um ca. 17.00 Uhr auf dem Parkplatz gesehen. Die Geschädigte habe Angst vor dem Beschuldigten und denke, er könnte Gewalt gegen sie anwenden (angefochtene Verfügung, E. 1). Die Strafverfolgungsbehörde kam zum Schluss, dass die Voraussetzun- gen für die Erstellung eines DNA-Profils nach Art. 255 StPO und der bundes- gerichtlichen Rechtsprechung erfüllt seien (angefochtene Verfügung, E. 2). b) Der Beschwerdeführer macht dagegen geltend, er sei zum Tatzeitpunkt nicht in E.________ gewesen. Er wisse nicht, welches Auto beschädigt wor- den sei. Die Geschädigte besitze mehrere Fahrzeuge. Weiter habe die Per- son, die ihn angeblich gesehen habe, nicht beobachtet, dass er das Auto be- schädigt haben solle. Daher komme er als Täter nicht infrage und es sei auch kein DNA-Profil zu erstellen (KG-act. 1).Kantonsgericht Schwyz 4 c) Die Strafverfolgungsbehörde wiederholt vernehmlassend die vorstehend in E. 2a zitierten Aussagen der Geschädigten und ergänzt resp. präzisiert, es sei der Autolack der linken Fahrzeugseite und der Motorhaube zerkratzt wor- den. Die Geschädigte habe angegeben, sie habe am 7. November 2019 gelbe Rosen unter dem Scheibenwischer des von ihr genutzten Fahrzeugs gefun- den. Sie vermute, die gelben Rosen stammten vom Beschuldigten, weil dieser bei ihren Treffen sich jeweils gewünscht habe, dass sie gelbe Unterwäsche trage. Der Beschuldigte habe anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2019 bestritten, der Geschädigten gelbe Rosen auf das Fahr- zeug gelegt zu haben. Weiter habe er ausgeführt, es könne sein, dass er den Scheibenwischer der Geschädigten einmal mit den Händen angefasst habe, als er ein bis zwei Mal mit ihr einkaufen gewesen sei. Er denke aber eher nicht, die Scheibenwischer der Geschädigten berührt zu haben (KG-act. 4, S. 2). Weil neben der Beschädigung des Scheibenwischers auch der Lack der Motorhaube und der linken Fahrzeugseite zerkratzt worden sei, liege kein ge- ringfügiges Vermögensdelikt gemäss Art. 172 ter StGB vor. Folglich handle es sich bei der Sachbeschädigung um ein Vergehen, womit eine Anlasstat i.S.v. Art. 255 StPO vorliege. Am sichergestellten Scheibenwischer sei am 25. Fe- bruar 2020 eine Spurensicherung vorgenommen worden. Der Beschwerdefüh- rer habe sich mit der Abnahme und Erstellung eines DNA-Profils einverstan- den erklärt und habe den Befehl zur erkennungsdienstlichen Erfassung durch die Polizei unterzeichnet mit dem Vermerk „Unterschrift verweigert“ (KG-act. 4, S. 2). Weiter führte die Strafverfolgungsbehörde aus, entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers könne dieser nicht von vornherein als Täter ausgeschlos- sen werden. Seine Behauptung, sich am 17. November 2019 nicht in E.________ aufgehalten zu haben, sei durch nichts belegt. Aufgrund der Vor- geschichte zwischen ihm und der Geschädigten sei er dringend tatverdächtig, die Beschädigungen an dem von der Geschädigten genutzten Fahrzeug ver- ursacht zu haben (KG-act. 4, S. 3). Mit der DNA-Profilerstellung könne der Kantonsgericht Schwyz 5 Beschwerdeführer eindeutig identifiziert oder entlastet werden. Weitere Ermitt- lungshandlungen seien angezeigt, weshalb zumindest zum jetzigen Verfah- rensstand ernsthafte und konkrete Anhaltspunkte dafür bestünden, dass der Beschwerdeführer auch in andere – vergangene oder allenfalls auch künftige – Delikte gewisser Schwere verwickelt sein könnte. Die Probenahme sei nicht routinemässig erfolgt und die Erstellung eines DNA-Profils sei verhältnismäs- sig (KG-act. 4, S. 3). 3. a) Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 Abs. 1 StPO). Wesentlicher Bestandteil dieses Anspruchs ist die Begründungspflicht, welche verhindern soll, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und die dem Betroffe- nen zudem ermöglichen soll, den Entscheid der Behörde sachgerecht anzu- fechten. Der Betroffene wie auch die Rechtsmittelinstanz müssen sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. Die Behörde muss wenigstens kurz die Überlegungen nennen, von denen sie sich leiten liess und auf die sie ihren Entscheid stützt. Sie kann sich auf die für den Entscheid we- sentlichen Gesichtspunkte beschränken (Urteil des Bundesgerichts 6B_948/2013 vom 22. Januar 2015, E. 2.2.3; BGE 139 IV 179, E. 2.2). Indem die Strafverfolgungsbehörde in der angefochtenen Verfügung lediglich die Aussagen der Geschädigten zusammenfasste und pauschal feststellte, die Voraussetzungen für die Erstellung eines DNA-Profils nach Art. 255 StPO seien erfüllt (angefochtene Verfügung, E. 1 f.), kam sie ihrer Begründungs- pflicht nicht nach und verletzte insofern den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör. Kantonsgericht Schwyz 6 b) Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn der Betroffene die Mög- lichkeit zur Äusserung vor einer Rechtsmittelinstanz erhält, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Vor- aussetzung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer Heilung des Mangels auszugehen, wenn die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (Urteile des Bundesgerichts 1B_334/2018 vom 30. Juli 2018, E. 2.5, m.w.H. und 1B_70/2018 vom 10. April 2018, E. 2.2). Das Kantonsgericht überprüft die angefochtene Verfügung als Beschwerde- instanz sowohl in rechtlicher als auch in tatsächlicher Hinsicht mit voller Kogni- tion und damit frei (Art. 393 Abs. 2 StPO; Urteile des Bundesgerichts 6B_448/2017 vom 22. Februar 2018, E. 2.2 und 6B_1048/2016 vom 24. März 2017, E. 1.3.1). Angesichts dessen, dass sich der angefochtenen Verfügung zumindest entnehmen liess, dass die Strafverfolgungsbehörde die Vorausset- zungen gemäss Art. 255 StPO als erfüllt erachtete, wiegt die Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers nicht besonders schwer. In der Beschwerdeantwort vom 25. September 2020 führte die Strafverfolgungs- behörde Gründe für das Bestehen eines Tatverdachts gegen den Beschwer- deführer an und legte ansatzweise dar, weshalb die Erstellung eines DNA- Profils verhältnismässig sei (vgl. KG-act. 4, S. 3). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer zur Kenntnisnahme zugestellt (KG-act. 5). Letz- terer äusserte sich in seiner darauffolgenden Eingabe vom 30. Oktober 2020 nicht zu den Ausführungen der Strafverfolgungsbehörde (vgl. KG-act. 6) und machte im Übrigen zu keinem Zeitpunkt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Aus diesen Gründen käme die Rückweisung der Streitsache an die Strafverfolgungsbehörde zur ausführlicheren Begründung einem forma- listischen Leerlauf gleich und würde zu unnötigen Verfahrensverzögerungen Kantonsgericht Schwyz 7 führen, die dem Interesse des Beschwerdeführers an einer beförderlichen Beurteilung der Sache entgegenstünden, zumal er keine Rückweisung an die Vorinstanz beantragte. 4. Gemäss Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO kann zur Aufklärung eines Verbre- chens oder Vergehens von der beschuldigten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt werden. Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung von Daten berühren das Recht auf persönliche Freiheit nach Art. 10 Abs. 2 BV sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gemäss Art. 13 Abs. 2 BV und stellen leichte Grundrechtseingriffe dar (BGE 145 IV 263, E. 3.4, m.w.H.; Urteil des Bundesgerichts 1B_336/2019 vom 3. Dezember 2019, E. 3.2). Einschränkungen von Grundrechten bedürfen ei- ner gesetzlichen Grundlage und müssen durch ein öffentliches Interesse ge- rechtfertigt sowie verhältnismässig sein (Art. 36 BV). Dass Art. 255 StPO nicht die routinemässige Entnahme von DNA-Proben und deren Analyse erlaubt, konkretisiert Art. 197 Abs. 1 StPO (BGE 145 IV 263, E. 3.4; Urteil des Bun- desgerichts 1B_336/2019 vom 3. Dezember 2019, E. 3.2). Demnach können Zwangsmassnahmen nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind (lit. a), ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b), die damit angestreb- ten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können (lit. c) und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt (lit. d). Zu prü- fen ist zunächst, ob genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen (Zimmerlin, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers, Kommentar zur StPO, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, N 6 zu Art. 197 StPO). Ein hinreichender Tatverdacht muss in Bezug auf diejenige Tat bestehen, die Anlass zur Profilerstellung gibt (BGE 145 IV 263, E. 3.4). Die Zwangsmassnahme darf sodann nicht weiter- gehen, als es das öffentliche Interesse erfordert (mildeste Massnahme). Er- forderlich ist eine Zwangsmassnahme, wenn sie in zeitlicher, räumlicher, sachlicher und personeller Hinsicht das Notwendige nicht überschreitet (We- ber, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger, BSK StPO, Bd. 2, 2. Aufl., Basel 2014, N 9 Kantonsgericht Schwyz 8 zu Art. 197 StPO). Schliesslich muss die Zwangsmassnahme verhältnismäs- sig, d.h. angemessen bzw. zumutbar sein. Die Zumutbarkeit erschliesst sich über eine Abwägung der öffentlichen (Strafverfolgungs-)Interessen gegen die Beeinträchtigung der individuellen Grundrechte des von der Zwangsmass- nahme Betroffenen (Weber, a.a.O., N 11 zu Art. 197 StPO). Eingriffszweck und Eingriffswirkung der Zwangsmassnahme müssen somit in einem vernünf- tigen Verhältnis stehen (Zimmerlin, a.a.O., N 20 zu Art. 197 StPO). a) Für die nicht invasive Probenahme zwecks DNA-Analyse sowie die Er- stellung eines DNA-Profils zulasten des Beschwerdeführers besteht mit Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO und Art. 259 StPO i.V.m. dem DNA-Profil-Gesetz eine gesetzliche Grundlage i.S.v. Art. 197 Abs. 1 lit. a StPO. b) Der Beschwerdeführer moniert in seiner Beschwerde sinngemäss, es fehle an einem hinreichenden Tatverdacht i.S.v. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO. Er sei am 17. November 2019 nicht in E.________ gewesen und habe sich zum Tatzeitpunkt nicht am Tatort aufgehalten. Die Person, die ihn angeblich gese- hen habe, habe nicht beobachtet, wie er das Auto der Geschädigten beschä- digt habe. Zudem wisse er gar nicht, welches Fahrzeug beschädigt worden sei (KG-act. 1). aa) Es muss ein hinreichender Tatverdacht i.S.v. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO zumindest für den Vorwurf der Sachbeschädigung i.S.v. Art. 144 Abs. 1 StGB als Anlasstat für die DNA-Profilerstellung vorliegen. Im Gegensatz zum Sach- richter ist keine vollständige Abwägung sämtlicher belastender und entlasten- der Umstände vorzunehmen (Zimmerlin, a.a.O., N 6 zu Art. 197 StPO). Es ist ausreichend, wenn in „Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen“, in denen sich als massgebliche Beweise bestreitende Aussagen des Beschuldigten und belastende Aussagen des mutmasslichen Opfers gegenüberstehen, sich auf- grund einer summarischen Beweiswürdigung ergibt, dass die Aussagen des mutmasslichen Opfers glaubhafter einzustufen sind als jene des Beschuldig-Kantonsgericht Schwyz 9 ten und gestützt darauf eine Verurteilung wahrscheinlich erscheint (Zimmerlin, a.a.O., N 6 zu Art. 197 StPO). Der erforderliche Verdachtsgrad misst sich an der Eingriffsschwere der betreffenden Zwangsmassnahme, die sich aus der Art des Eingriffs und der zeitlichen Dauer ergibt. Je geringfügiger die Eingriff- sintensität einer Massnahme ist, desto weniger ausgeprägt müssen die Ver- dachtsgründe also sein (Weber, a.a.O., N 8 f. zu Art. 197 StPO; Zimmerlin, a.a.O., N 12 zu Art. 197 StPO). Die Erstellung eines DNA-Profils stellt einen leichten Grundrechtseingriff dar (vgl. E. 3 vorstehend), weshalb für die An- nahme eines hinreichenden Tatverdachts keine derart ausgeprägten Ver- dachtsmomente vorliegen müssen. bb) Die Geschädigte führte in ihrer polizeilichen Einvernahme vom 18. No- vember 2019 unter anderem aus, es habe zwischen ihr und dem Beschwerde- führer am 24. Oktober 2019 eine Meinungsverschiedenheit gegeben. Sie sei an diesem Abend in der D.________ mit anderen Leuten am Tisch gesessen. Dies habe den Beschwerdeführer gestört und er habe sich bei ihrer Chefin darüber beschwert (U-act. 8.2.04, Frage 6). Diese Aussagen stimmen mit ihrer späteren polizeilichen Einvernahme vom 17. Dezember 2019 überein (U- act. 8.1.03, Frage 26). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 18. No- vember 2019 sagte die Geschädigte zudem aus, der Beschwerdeführer habe vor dem Verlassen der D.________ herumgeschrien und sie in derselben Nacht angerufen sowie eine erste Nachricht gesendet. Er habe ihr sodann bis zum 30. Oktober 2019 weitere Nachrichten geschrieben, bis sie den Kontakt blockiert habe (U-act. 8.2.04, Frage 6). Diese Schilderungen der Geschädig- ten stehen mit dem von ihr eingereichten WhatsApp-Chatverlauf grundsätzlich in Einklang. So schrieb ihr der Beschwerdeführer am 24. Oktober 2019 um 03.45 Uhr, er habe mit ihr am vorherigen Abend abgemacht und sie habe ihn schon zum zweiten Mal nicht begrüsst (U-act. 8.2.05, S. 2 f.). In den darauf- folgenden Nachrichten schrieb der Beschwerdeführer wiederholt davon, Kon- taktbars zu schliessen (U-act. 8.2.05, S. 2, 12, 15, 16). Er erwähnte auch, er habe Fotos von der Geschädigten mit einem verheirateten Mann im Zimmer Kantonsgericht Schwyz 10 (U-act. 8.2.05, S. 10 ff.) und er werde ihr zeigen, was für ein „Arschloch“ er sein könne (U-act. 8.2.05, S. 14). In seiner polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2019 erklärte der Beschwerdeführer, er habe der Geschädigten damit sagen wollen, dass er alles der Staatsanwaltschaft melden werde (U- act. 8.2.03, Frage 25). Im Übrigen bestritt er den Inhalt des beschriebenen Chatverlaufs nicht (vgl. U-act. 8.2.03, Frage 26 ff. und Frage 34). Die Geschä- digte führte weiter aus, der Beschwerdeführer habe seit dem 24. Oktober 2019 während des Tages jeweils hinter und von ca. 17.00 bis 02.00 Uhr vor der D.________ gewartet. Er habe Gäste angesprochen und versucht, diese davon abzuhalten, in die D.________ zu gehen (U-act. 8.2.04, Frage 11). Wenn sie dann von der D.________ weggefahren sei, sei der Beschwerdefüh- rer ihr jeweils gefolgt, und als sie anschliessend aus dem Fahrzeug wieder ausgestiegen sei, habe er es ihr gleichgetan. Er sei ihr mit einer Distanz von ca. 20 m zu Fuss gefolgt. Angesprochen habe er sie dabei nicht (U- act. 8.2.04, Frage 11–14). Der Beschwerdeführer gab in seiner polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2019 zu Protokoll, er bestreite diese Schilde- rungen der Geschädigten (U-act. 8.2.03, Frage 40). Er räumte aber ein, die Geschädigte im Oktober 2019 von einem öffentlichen Parkplatz aus in der Nähe der D.________ beobachtet zu haben, um zu sehen, ob sie von jeman- dem Drogen erhalte (U-act. 8.2.03, Frage 38 f.). Ausserdem hielt er in einem Schreiben an die Strafverfolgungsbehörde fest, die Geschädigte fahre jeden zweiten bzw. dritten Tag um ca. 09.00 Uhr nach Luzern (U-act. 3.1.01, S. 1). Es kann somit angenommen werden, dass der Beschwerdeführer die Ge- schädigte im Oktober 2019 in der Umgebung der D.________ in E.________ beobachtete. In Bezug auf die Beschädigung ihres Fahrzeugs berichtete die Geschädigte in ihrer polizeilichen Einvernahme vom 18. November 2019, sie habe ihr Fahr- zeug am Tag zuvor um ca. 12.00 Uhr verlassen. Am 18. November 2019 um ca. 01.00 Uhr habe ihr ein Kunde gesagt, dass die Scheibenwischer komisch seien. Ebenfalls habe ihr ein Kunde erzählt, dass er den Beschwerdeführer Kantonsgericht Schwyz 11 am 17. November 2019 um ca. 17.00 Uhr gesehen habe. Das Fahrzeug habe sich auf dem Parkplatz hinter der D.________ befunden. Sie selber habe die Beschädigung am 18. November 2019 um 08.30 Uhr festgestellt (U-act. 8.2.04, Frage 18). Diese Schilderungen der Geschädigten erfolgten frei und detailreich, wohingegen sich der Beschwerdeführer in der polizeilichen Einvernahme vom 28. November 2019 darauf beschränkte, zu verneinen, dass er etwas mit den Beschädigungen zu tun habe (U-act. 8.2.03, Fra- gen 45–49), nachdem er erst ausgesagt hatte, er nehme keine Stellung dazu (U-act. 8.2.03, Fragen 1). Er brachte vor, er sei am 17. November 2019 nicht in E.________ gewesen und er wisse nicht, welches Fahrzeug beschädigt worden sei (KG-act. 1). Letzterem Vorbringen steht entgegen, dass der Be- schuldigte anlässlich der polizeilichen Einvernahme ausgeführt hatte, es kön- ne sein, dass er den Scheibenwischer der Geschädigten einmal mit den Hän- den angefasst habe, als er ein bis zwei Mal mit ihr einkaufen gewesen sei (U-act. 8.2.03, Frage 46). Im Rahmen der hier vorzunehmenden summari- schen Beweiswürdigung erweisen sich die detaillierten Aussagen der Ge- schädigten insgesamt als glaubhafter als jene des Beschwerdeführers. Ange- sichts dessen, dass sich die von der Geschädigten geschilderte Vorgeschichte mit dem beschriebenen Chatverlauf teilweise bestätigen liess, dass der Be- schwerdeführer sie im Oktober 2019 jeweils von einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe der D.________ aus beobachtete (U-act. 8.2.03, Frage 38 f.) und dass er im fraglichen Tatzeitraum gesehen worden sei (U-act. 8.2.04, Fra- ge 18), bestehen genügend konkrete Anhaltspunkte für die dem Beschwerde- führer vorgeworfene Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB). Das Beste- hen eines hinreichenden Tatverdachts i.S.v. Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO für eine DNA-Profilerstellung ist damit zu bejahen. c) Vom abgebrochenen Scheibenwischer konnten DNA-Spuren gesichert werden (U-act. 8.2.09, S. 2). Eine DNA-Profilerstellung ist geeignet, festzustel- len, ob der Beschwerdeführer den Scheibenwischer anfasste bzw. beschädig- te. Die Erstellung eines DNA-Profils dient insofern der Aufklärung des laufen-Kantonsgericht Schwyz 12 den Strafverfahrens. Mildere Massnahmen, die gleichermassen zur Auf- klärung der mutmasslichen Sachbeschädigung des Beschwerdeführers bei- tragen könnten, liegen nicht vor. Eine Sachbeschädigung wird gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB auf Antrag mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheits- strafe von bis zu drei Jahren sanktioniert. Es handelt sich folglich immerhin um ein Vergehen (Art. 10 Abs. 3 StGB), welches die Erstellung eines DNA-Profils des Beschwerdeführers rechtfertigt, zumal die Erstellung eines solchen Profils lediglich einen leichten Grundrechtseingriff darstellt (vgl. BGE 145 IV 263, E. 3.4). Der Beschwerdeführer bringt ausserdem nicht vor, inwiefern die DNA- Profilerstellung ihn in seinen Interessen beeinträchtigt. Im Übrigen könnte die Erstellung eines DNA-Profils vorliegend auch dazu dienen, den Beschwerde- führer zu entlasten. Das öffentliche Interesse an der Aufklärung des Verge- hens überwiegt somit die Interessen des Beschwerdeführers. Die Erstellung des DNA-Profils ist im Sinne des Gesagten sowohl erforderlich als auch an- gemessen und zumutbar resp. verhältnismässig i.e.S. Die Voraussetzungen nach Art. 197 Abs. 1 lit. c und lit. d StPO sind damit erfüllt und die in der ange- fochtenen Verfügung angeordnete Erstellung eines DNA-Profil des Beschwer- deführers ist nicht zu beanstanden. 5. Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Erstellung eines DNA-Profils des Beschwerdeführers gegeben. Die Beschwerde ist somit ab- zuweisen. Der Beschwerdeführer ersucht mit Eingabe vom 30. Oktober 2020 sinngemäss um Anordnung einer amtlichen Verteidigung. Eine solche kommt vorliegend indes nicht infrage, weil der Fall weder besondere Schwierigkeiten bietet noch eine besondere Tragweite aufweist und für die dem Beschwerde- führer vorgeworfenen Delikte insbesondere angesichts der infrage stehenden Schadenssumme nicht eine Freiheitsstrafe von mehr als vier Monaten re- sp. eine Geldstrafe von mehr als 120 Tagessätzen zu erwarten ist (Art. 132 Abs. 3 StPO), es sich mithin um einen Fall i.S.v. Art. 132 Abs. 3 StPO handelt, der eine amtliche Verteidigung ausschliesst (Art. 132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO; vgl. Urteil des Bundestrafgerichts BB.2013.12 und BP.2013.68 vom Kantonsgericht Schwyz 13 3. Dezember 2013, E. 2.2; vgl. Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. A. 2020, N 18–21 zu Art. 132 StPO). Ausgangsgemäss sind die Kosten des Rechtsmit- telverfahrens von Fr. 1‘500.00 dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO);-Kantonsgericht Schwyz 14 beschlossen: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsa- chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Be- schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. 4. Zufertigung an A.________ (1/R), die Staatsanwaltschaft (1/A an die 1. Abteilung und 1/R an die Amtsleitung/Zentraler Dienst), sowie nach definitiver Erledigung an die Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten an die 1. Abteilung) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der Beschwerdekammer Der Kantonsgerichtsvizepräsident Die a.o. Gerichtsschreiberin Versand 3. Februar 2021 kau