B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4238/2013 U r t e i l v o m 1 3 . F e b r u a r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiber Daniel Brand. Parteien P._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken in Bezug auf R._______. C-4238/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 21. Mai 2013 liess der aus der Republik Kosovo stammende R._______ (geb. 1995, im Folgenden: Gesuchsteller/Eingeladener) durch seine Eltern bei der Schweizerischen Botschaft in Pristina ein Schenge n- visum für einen 30-tägigen Besuchsaufenthalt bei seinem im Kanton Freiburg wohnha ften Onkel P ._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) und dessen Familie beantragen . P ._______ hatte am 2. Mai 2013 ein entsprechendes Einladungsschreiben an die Schweizer Botschaft gerichtet. B. Mit Formularentscheid vom 23. Mai 2013 lehnte es die Schweizer Vertre- tung in Pristina ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für die fris t- gerechte Wiederausreise des Eingeladenen aus dem Schengen -Raum nach Ablauf des Visums. C. Gegen diesen Entscheid erhob der Gesuchsteller mit von seinen Eltern mitunterzeichneter Eingabe vom 17. Juni 2013 beim Bundesamt für Mi g- ration (BFM) Einsprache . Es sei nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen er die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt bei seinem Onkel nicht fristgerecht wieder verlassen sollte, lebe er doch im Kosovo mit se i- ner Familie zusammen und besuche die 12. Klasse. D. Nachdem die Gesuchsunterlagen in der Folge an die Vorinstanz übermi t- telt worden waren, wies das BFM die Einsprache am 2. Juli 2013 ab. Da- bei teilte sie die Einschätzung der Schweizer ischen Auslandvertretung, wonach die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt nicht als hinreichend gesichert betrachtet werden kö n- ne. Der Gesuchsteller l ebe in einer Region, aus welcher als Folge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwande- rungsdruck festzustellen sei . Im Weiteren seien aus den persönlichen, familiären und wirtschaftlichen Verhältnissen des Gesuchstellers kei ne Umstände ersichtlich, die besondere Gewähr für die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt bieten könnten. Der Eingeladene, welcher noch nie ins Ausland gereist sei, sei jung und unverheiratet; zudem befinde er sich noch in Ausbildung und sei vollum fänglich auf finanzielle Unterstü t- zung seiner Eltern angewiesen. C-4238/2013 Seite 3 E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 15. Juli 2013 (Postaufgabe: 24. Juli 2013) beantragt der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht sin n- gemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung un d die Erteilung des gewünschten Besuchervisums an seinen Enkel (recte: Neffen). Dabei bringt er im Wesentlichen vor, es sei vorgesehen gewesen, dass der Ei n- geladene in seinen Sommerferien zwei bis drei Wochen zu Besuch in die Schweiz komme. Gleichzeitig ve rsichert er, dass sein Neffe die Schweiz fristgerecht verlassen werde, um im Heimatland seine Ausbildung abz u- schliessen. F. Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2013 wurde der Beschwerdefü h- rer vom Bundesverwaltungsgericht darauf hingewiesen, dass allein schon aus verfahrensrechtlichen Gründen nicht mit einem Entscheid innert der gewünschten Frist gerechnet werden könne. G. Mit Eingabe vom 15. September 2013 teilt der Beschwerdeführer mit, er halte nach wie vor an seiner Beschwerde fest, könne ihn doch der Ge- suchsteller auch über Weihnachten/Neujahr oder in seinen nächsten Frühlings- bzw. Sommerferien besuchen kommen. Obwohl sein Neffe im Jahre 1999 als "Flüchtling" in der Schweiz gewesen sei, sei er in der Fo l- ge mit seinen Familienangehörigen wieder freiwillig i n sein Heimatland zurückgekehrt. Auch jetzt habe er nicht die Absicht, dauerhaft in der Schweiz zu bleiben, sondern möchte seine Schulausbildung nach seinem Besuchsaufenthalt beenden. H. In ihrer Vernehmlassung vom 30. September 2013 spricht sich die Vorin- stanz für die Abweisung der Beschwerde aus. I. Mit Schreiben vom 3. Oktober 2013 brachte das Bundesverwaltungsg e- richt dem Beschwerdeführer die Vernehmlassung der Vorinstanz zur Kenntnis. J. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erw ä- gungen eingegangen. C-4238/2013 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerde n gegen Ver- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. De- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG au f- geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfü gungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Sc hengenvisums zu Be - suchszwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bun - desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge - richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts and eres bestimmt, rich- tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Art. 48 Abs. 1 VwVG legt fest, dass zur Erhebung einer Beschwerde berechtigt ist, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (Bst. a), wer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist (Bst. b) und wer ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Bst. c). 1.4 Als erste Voraussetzung nennt Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG die sog. formelle Beschwer. Dies bedeutet, dass die beschwerdeführende Person am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben muss, soweit sie d a- zu in der Lage war, und sie mit ihren Anträgen ganz oder teilweise unte r- legen ist (vgl. VERA MARANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, in: Wal d- mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, Art. 48 N 22; ISABELLE HÄNER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommen- tar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 6 zu Art. 48). 1.5 Vorliegend ist diese Voraussetzung beim Beschwerdeführer als erfüllt zu erachten. Die fragliche Einsprache wurde zwar nicht von ihm, sondern vom Gesuchsteller und dessen Eltern erhoben. Indessen ist in casu d a- von auszugehen, dass der Beschwerdeführer als Gastgeber gar keine Kenntnis von der Einsprachemöglichkeit hatte. Zum einen wurde die Ver- fügung der Schweizerischen Botschaft in Pristina vom 23. Mai 2013 näm- lich nicht ihm, sondern nur dem Gesuchsteller im Ausland eröffnet; zum C-4238/2013 Seite 5 andern hatte das BFM auf eine Mitwirkung des (Wohn-)Kantons bei der Sachverhaltsfeststellung verzichtet und damit auf die Möglichkeit, beim Gastgeber ergänzende Auskünfte zum vorliegenden Visumsverfahren einzuholen, womit diese m die Teilnahme am Einspracheverfahren ver- wehrt blieb . Da die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. Art. 48 Abs. 1 Bst. b und c VwVG, Art. 50 und 52 VwVG), ist auf die B e- schwerde einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 201 2/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 und BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines kosovarischen Staatsangehörigen um E rteilung eines Visums für einen maximal 30 - tägigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht auf die EU/EFTA -Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beab sichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen A n- wendungsbereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemein - schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländerg esetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsve r- ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen - Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der genannten Rechtsgrundlagen wie folgt: C-4238/2013 Seite 6 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum B undes- gesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schengen -Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitli - che Voraussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitglie d- staaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. V i- sum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI/TOBIAS D. MEYER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkomme n- tar zum Bundesgesetz über die Auslän derinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen - Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit- raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedok u- mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengre n- zen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gül ti- gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfri s- tigen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 üb er die Einreise und die Visumerte i- lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung (EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Pe rsonen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des C-4238/2013 Seite 7 Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [ nach- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33). Weiterhin dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informat i- onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge schrieben sein und ke i- ne Gefahr für die öffentliche Ordnung, die in nere Sicherheit, die öffentl i- che Gesundheit oder die internationalen Bezie hungen eines Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI/MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer- ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Ge fahr einer rechtswid- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so i st er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschrän k- ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vorau s- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). C-4238/2013 Seite 8 5. 5.1 Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung des beantragten Schenge n- visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiede r- ausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert. 5.2 Wie oben erwähnt, unterliegt der Gesuchsteller als kosovarischer Staatsangehöriger der Vi sumspflicht (Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001). Bei der Prüfung der Einre i- sevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesiche r- ten Wiederausreise im Vor dergrund, welche die Vori nstanz aufgrund der allgemeinen Lage im Heimatland sowie der persönlichen Verhältnisse des Eingeladenen anzweifelt. Dazu lassen sich in der Regel keine gesiche r- ten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämt- liche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 5.3 Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der Bes u- cherin oder des Besuchers ergeben. Dass im Heimatland de s Gesuchstellers grosse Teile der Bevölkerung von wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen betroffen sind, kann nicht in Abrede gestellt werden. Das Durchschnittseinkommen lag 2011 bei etwa 300 Euro pro Monat. Damit gehört Kosovo weiterhin zu den ärmsten Län- dern Europas. Trotz grosser int ernationaler Unterstützung ist es bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik einzuleiten und die Transferleis- tungen aus der Diaspora bilden weiterhin einen bedeutenden wirtschaftl i- chen Faktor. Die Arbeitslosenrate stellt eine der grössten Herausford e- rungen für die sozio -ökonomische Entwicklung des Landes dar. Sie liegt Schätzungen zufolge bei rund 45%, wobei in der Gruppe der 15 - bis 25- Jährigen über 70% erwerbslos sind (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinforma- tionen > Kosovo > Wirtschaftspolitik, Stand: April 2013, besucht im Feb- ruar 2014). Vor diesem Hintergrund besteht vielfach der W unsch zur Auswanderung, welcher sich besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen manifestiert. Ein im Ausland bereits bestehendes, minimales soziales Be- ziehungsnetz aus Verwandten oder Freunden ist zudem ein wichtiges Element, das den Entscheid auszuwandern, erleichtern kann. Es gilt nach Möglichkeit zu verhindern, dass Gesuchsteller ihre Anwesenheit in der Schweiz – entgegen ihrer ursprünglichen Absichtserklärung – dazu nut-C-4238/2013 Seite 9 zen, ein Asylgesuch einzureichen oder die fristgerechte Wiederausreise auf andere Weise zu umgehen. Die anhaltend schwierige Lage des La n- des wird denn auch durch die schweizerische Asy lstatistik widerspiegelt. So stieg im Jahr 2013 die Anzahl der Asylgesuche von Staatsangehör i- gen aus dem Kosovo um rund 20% gegenüber dem Vorjahr , womit der Kosovo in der Statistik der Asylgesuche nach Nationen mit insgesamt 698 Gesuchen an achter Stelle s tand (Quelle: Bundesamt für Migration, http://www.bfm.admin.ch > Themen > Statistiken > Asylstatistik > Jahre s- statistiken > Kommentierte Asylstatistik 2013). Seit dem 1. April 2009 gilt die Republik Kosovo zwar als ver folgungssicherer Staat ("safe country"), dies gemäss Beschluss des Bundesrates vom 6. März 2009. Es wird sich aber zeigen müssen, ob und falls ja, welchen Einfluss dies auf künftige Asylbewerberzahlen haben wird. Hingegen wäre es zu schematisch und nicht h altbar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte, ausschliesslich aufgrund der allgemeinen L a- ge im Herkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung können jedoch aus der allgemeinen Lage i m Herkunftsland und der Zuwanderungssituation Anhaltspunkte zur Beurteilung der fristgerechten Wiederausreise gewo n- nen werden. So können insbesondere Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen darauf hindeuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht. 5.4 Bei der Risikoanalyse sind demnach nicht nur solc h allgemeine U m- stände und Erfahrungen, sondern auch, wie erwähnt, sämtliche Gesichts- punkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt ei ner g e- suchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine beson dere be- rufliche, gesellschaftliche ode r familiäre Verantwortung, kann die ser Um- stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederaus reise be- günstigen. Andererseits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine b e- sonderen Verpflichtungen haben, das Risiko für ein ausländerrecht lich nicht regelkonformes Verhalten (nach bewilligter Ein reise zu einem B e- suchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 6. 6.1 Der Beschwerdeführer ist bald 19 Jahre alt, ledig und lebt mit seinen Eltern sowie den beiden jüngeren Geschwistern im gleichen Haushalt (vgl. "de claration on joint household" vom 13. Mai 2013). Irgendwelche C-4238/2013 Seite 10 Indizien für das Bestehen eines besonderen Betreuungsbedarfs, der nur durch den Gesuchsteller selbst abgedeckt werden könnte, sind aus den Akten nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend g emacht. Es kann demnach nicht davon ausgegangen werden, im persönlichen oder famil i- ären Umfeld des Eingeladenen seien Verpflichtungen oder gar Abhängi g- keiten vorhanden, die besondere Gewähr für eine Rückkehr ins Heima t- land bieten könnten. Tritt hinzu, dass in Situationen angespannter wir t- schaftlicher und/oder politischer Verhältnisse selbst zurückbleibende n a- he Angehörige regelmässig nicht verlässlich davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration zu fällen; sei dies etwa in der Hoffnung, die Zurückgebliebenen aus dem Ausland wirtschaftlich effizienter unterstü t- zen zu können. 6.2 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den wirts chaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich der Gesuchsteller befindet. Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung ging der Einge ladene keiner Erwerbstätigkeit nach. In seinem Einreisegesuch gab er an, die Technische Mittelschule in Deçan zu besuchen (vgl. Ziff. 19 und 20 des persönlichen Einreiseges u- ches), was er mit entsprechenden Unterlagen belegen kann . Sein Onkel weist denn auch auf Beschwerdeebene darauf hin, sein Neffe möchte nach dem Besuchsaufenthalt in der Schweiz seine Ausbildung im Heimat- land abschliessen. Für die Annahme, der Gesuchsteller gehe in der Zw i- schenzeit im Heimatland einer geregelten E rwerbstätigkeit nach und sei nunmehr in der Arbeitswelt integriert, ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte. Von einer starken (beruflichen) Verwurzelung, welche den Eingeladenen verlässlich von einer Emigration abzuhalten vermöchte, kann demnach nicht ausgegangen werden. Vor diesem Hintergrund müs- sen die Beteuerungen auf Beschwerdeebene, wonach genügend Gara n- tien für eine fristgerechte Wiederausreise vorhanden seien, als nicht au s- schlaggebend bezeichnet werden. Dies umso weniger, als die von der Schweizervertretung sowie der Vorinstanz geäusserten Zweifel am Au f- enthaltszweck, die vom Beschwerdeführer im Verlaufe des Verfahrens nicht ausgeräumt werden konnten, als durchaus begründet erscheinen. 6.3 Vor dem allgemeinen und persönlichen Hintergrund konnte d ie Vorin- stanz demnach willkürfrei davon ausgehen, dass keine hinreichende G e- währ für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise des Ge- suchstellers nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An dieser Einschä t- zung vermögen auch die gegenteiligen Zusicher ungen des seit längerem in der Schweiz eingebürgerten Gastgebers nichts zu ändern. Als solche r kann er mit rechtlich verbindlicher Wirkung zwar für gewisse finanzielle C-4238/2013 Seite 11 Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun ode r Unterlassen seines Gastes einstehen (vgl. in di e- sem Zusammenhang BVGE 2009/27 E. 9). Von daher kann es auch ke i- ne Rolle spielen, dass der Eingeladene – damals vierjährig – nach Been- digung der kriegerischen Ereignisse im Kosovo und erfolglos durchlaufe- nem Asylverfahren zusammen mit den Eltern und dem jüngeren Bruder wieder in sein Heimatland zurückgekehrt ist. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. E. 4.5 hievor) wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. 7. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerd e- führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv nächste Seite C-4238/2013 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie werden mit dem am 4. September 2013 geleisteten Kostenvo r- schuss gleicher Höhe verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Daniel Brand Versand: