<h2>SubmittedText<h2><p>Es ist für unsere Gesellschaft charakteristisch, dass sie in zunehmendem Masse die Mittel der Informatik in Anspruch nimmt. Am 18. Februar 1998 hat der Bundesrat die Strategie "für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz" gutgeheissen. Diese sieht auch eine Offensive in der Aus- und Weiterbildung vor. Da wir aber alle lernen müssen, die von den neuen Instrumenten gebotenen Möglichkeiten automatisch anzuwenden, so, wie man schreiben und lesen lernt, bin ich der Ansicht, dass die Grundausbildung ab dem ersten Schuljahr für obligatorisch erklärt werden soll. So könnten sich unsere Kinder mit der Informatik vertraut machen und ihre Kenntnisse später während der Berufslehre oder des Studiums verbessern und weiterentwickeln.</p><p>Mit 15 Jahren sollten unsere Jugendlichen also in der Lage sein, mit den Mitteln der Informatik problemlos umzugehen. Bisher ist dies nicht der Fall, weil die ersten Jahre der Ausbildungszeit in der Verantwortung der Kantone liegen. Daher unterscheidet sich der Informatikunterricht von Kanton zu Kanton und manchmal sogar innerhalb der gleichen Schule sehr stark und hängt von den Kenntnissen und vom Interesse der betreffenden Lehrkraft ab. Wenn wir wirklich eine "Informationsgesellschaft in der Schweiz" wollen, muss aber rasch und ab dem ersten Schuljahr gehandelt werden. Ich richte daher folgende Interpellation an den Bundesrat:</p><p>1. Ist in seiner Strategie für eine "Informationsgesellschaft in der Schweiz" eine Bildungsmassnahme für jedes Kind ab dem ersten Schuljahr vorgesehen? Ist er ebenfalls der Meinung, dass alle jungen Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 14/15 Jahren die Informatik beherrschen müssen?</p><p>2. Zwischen dem 6./7. und dem 15./16. Altersjahr ist der Unterricht Sache der Kantone: Ist der Bundesrat bereit, bei den kantonalen Behörden Überzeugungsarbeit zu leisten und koordinierend zu wirken, damit Informatik während der obligatorischen Schulzeit überall und regelmässig unterrichtet wird?</p><p>3. Ist er bereit, die Kantone bei der Entwicklung eines gemeinsamen Ausbildungsprogrammes und, falls nötig, bei der Vorbereitung der Lehrkräfte der Volksschule auf diese Aufgabe zu unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht des Interpellanten, dass der Stellenwert der neuen Informations- und Kommunikationstechniken für unsere ganze Gesellschaft sehr hoch ist, und dass dieser Stellenwert deshalb konsequenterweise auch in der Aus- und Weiterbildung aller Stufen gebührend zum Ausdruck kommen muss. In seiner Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz vom 18. Februar 1998 hat er dies ausführlich dargelegt und in diesem Zusammenhang auch eine Bildungsoffensive angekündigt. Diese Offensive soll, wie auch die übrigen angekündigten Massnahmen, in enger Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Privatwirtschaft umgesetzt werden. Das Gesagte ist ganz besonders wichtig in jenen Gebieten, in denen - wie in dem vom Interpellanten besonders angesprochenen obligatorischen Schulbereich - den Kantonen die Grundzuständigkeit zukommt. Der Bundesrat hat die zuständigen Departemente beauftragt, ihm für die im erwähnten Strategiepapier aufgezählten Massnahmen noch in diesem Jahr ein Umsetzungskonzept und einen Aktionsplan vorzulegen.</p><p></p><p>Im Lichte dieser Ausführungen können die konkreten Fragen des Interpellanten wie folgt beantwortet werden:</p><p></p><p></p><p></p><p>1.Der Bundesrat teilt die Meinung, dass inskünftig die Schülerinnen und Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit die wichtigsten Elemente für den Umgang mit den Informationsmedien und insbesondere mit der Informatik kennen sollten. Er hat deshalb in der oben erwähnten Stategie ausdrücklich von allen Bildungsstufen gesprochen.</p><p></p><p>2.Im Moment ist offen, in welcher Art der Bund mit den Kantonen zusammenarbeiten wird. In Anbetracht der Grundzuständigkeit der Kantone für den obligatorischen Schulbereich ist aber davon auszugehen, dass der Bund hier wohl eher stimulierend als koordinierend wirken wird.</p><p></p><p>3.Genauso wie die Art der Zusammenarbeit mit den Kantonen noch offen ist, ist auch die Frage offen, ob und gegebenenfalls wie der Bund die Kantone bei der Erarbeitung von Lehrinhalten und der Vorbereitung von Lehrkräften unterstützen könnte. Dies wird sich aus dem oben erwähnten Umsetzungkonzept ergeben.</p>  Antwort des Bundesrates.