<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00557</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206138&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00557</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Tramdepot Hard in Zürich: Erweiterung sowie Erstellung eines Wohnhochhauses mit Verwaltungstrakt als Zusatznutzung.<br/><br/>E. 1: Zuständigkeit, anwendbares Recht, Anfechtungsobjekt, Legitimation, Fristwahrung.<br/>E. 2: Vorgeschichte des Projekts: Sachverhalt vor und nach Inkrafttreten der IVöB und der SubmV.<br/>E. 3: Hauptstreitpunkt und Streitgegenstand: Sind die nach dem Inkrafttreten von IVöB und SubmV erfolgten Projektierungsschritte als Teile des 1988/89 beschlossenen Projektauftrags oder als neue Aufträge zu qualifizieren? Die beiden Projektteile (Ausbau des Tramdepots und Realisierung einer Zusatznutzung) wurden jeweils gemeinsam vergeben und bilden in dieser Kombination den massgeblichen Streitgegenstand.<br/>E. 4: Zusatznutzung als neuer Auftrag? Bezüglich der Zusatznutzung wurde das vor dem Inkrafttreten des neuen Submissionsrechts verfolgte Projekt aufgegeben und ein gänzlich neuer Ansatz gewählt, weshalb es sich beim Projektierungsauftrag aus dem Jahr 2003 um einen neuen Auftrag handelt.<br/>E. 5: Zulässigkeit einer freihändigen Vergabe des Projektierungsauftrags vom Januar 2003: Urheberrechtliche Gründe können bezüglich der Zusatznutzung ausgeschlossen und bezüglich der Tramdepoterweiterung offen gelassen werden. Dem Projektteil "Zusatznutzung" kommt im Verhältnis zum Projektteil "Tramdepoterweiterung" angesichts der baulichen Dimension und der Baukosten keineswegs bloss die Bedeutung einer "Ergänzung oder Erweiterung" zu. Die Voraussetzungen für eine freihändige Vergabe des Projektierungsauftrags betreffend die Zusatznutzung im Januar 2003 sind nicht erfüllt. Ob dies auch für den Projektteil "Tramdepoterweiterung" gilt, kann offen bleiben. Wegen der kombinierten Vergabe beider Projektteile erweist sich der Vergabeentscheid insgesamt als rechtswidrig.<br/>E. 6: Eine freihändige Vergabe des Projektierungsauftrags vom November 2005 käme nur Frage, wenn er im Sinn von § 10 Abs. 1 lit. c oder f SubmV als Folgeauftrag des Auftrags vom Januar 2003 betrachtet werden könnte.Angesichts der rechtswidrigen Vergabe der ursprünglichen Leistung sowie des Grössenverhältnisses zwischen Haupt- und Folgeauftrag ist dies vorliegend nicht der Fall. E. 7: Ergebnis: Gutheissung der Beschwerde und Aufhebung des Vergabeentscheids. E. 8: Kosten- und Entschädigungsfolgen.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ARCHITEKTURLEISTUNG">ARCHITEKTURLEISTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBAU">AUSBAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FOLGEAUFTRAG">FOLGEAUFTRAG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIHÃNDIGE VERGABE">FREIHÃNDIGE VERGABE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HOCHHAUS">HOCHHAUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NUTZUNG">NUTZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROJEKTIERUNG">PROJEKTIERUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRAMDEPOT">TRAMDEPOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGABEVERFAHREN">VERGABEVERFAHREN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 10 Abs. I lit. c SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 10 Abs. I lit. f SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">BEZ 2006 Nr. 61 S. 34</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Am 8. Januar 2003 beschloss der Stadtrat ZÃ¼rich, ein Vorprojekt fÃ¼r die zweite Ausbauetappe des Tramdepots Hard betreffend dessen Erweiterung und die Realisierung einer Zusatznutzung in Auftrag zu geben. Der Auftrag ging an das ArchitekturbÃ¼ro Theo Hotz AG. Ein formelles Vergabeverfahren wurde nicht durchgefÃ¼hrt. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Mit Beschluss vom 16. November 2005 ermÃ¤chtigte der Stadtrat ZÃ¼rich die Vorsteherin des Hochbaudepartements, ein Bauprojekt mit detailliertem Kostenvoranschlag fÃ¼r die zweite Ausbauetappe des Tramdepots Hard mit Zusatznutzung ausarbeiten zu lassen und die entsprechenden ProjektierungsauftrÃ¤ge zu erteilen. Auch dieser Beschluss erging nicht im Rahmen eines formellen Vergabeverfahrens und wurde daher auch nicht den einschlÃ¤gigen Vorschriften entsprechend publiziert. Er wurde indessen am 17. November 2005 in der Tagespresse kommentiert. Laut den betreffenden Medienberichten sollte wiederum das ArchitekturbÃ¼ro Theo Hotz AG beauftragt werden, welches zuvor bereits das Vorprojekt ausgearbeitet hatte.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 28. November 2005 beantragte die A AG dem Verwaltungsgericht, die Stadt ZÃ¼rich sei zur DurchfÃ¼hrung eines den Submissionsvorschriften genÃ¼genden Vergabeverfahrens aufzufordern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Sodann sei der Beschwerdegegnerin vorsorglich der Abschluss des angestrebten Projektierungsvertrags zu untersagen bzw. es sei ein sofortiger Planungsstopp zu verfÃ¼gen; eventuell sei festzustellen, dass ein bereits abgeschlossener Vertrag nichtig sei.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 29. November 2005 wurde der Beschwerdegegnerin superprovisorisch untersagt, prÃ¤judizierende Handlungen, insbesondere weitere VertragsabschlÃ¼sse mit der Mitbeteiligten, vorzunehmen.</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt ZÃ¼rich liess am 22. Dezember 2005 beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Sodann sei der verfÃ¼gte Handlungsstopp mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben; eventualiter sei die BeschwerdefÃ¼hrerin zu einer angemessenen Sicherheitsleistung zu verpflichten.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 10. Januar 2006 wurde die Geltung der vorsorglichen Massnahmen ausdrÃ¼cklich aufrechterhalten. Der Antrag auf Sicherheitsleistung wurde abgewiesen. Ferner wurde der Beschwerdegegnerin eine Frist zur ergÃ¤nzenden Stellungnahme angesetzt. Die entsprechende Stellungnahme datiert vom 2. Februar 2006. Am 15. Februar 2006 wurde ein Akteneinsichtsbegehren der BeschwerdefÃ¼hrerin teilweise gutgeheissen.</p> <p class="Urteilstext">In den Rechtsschriften des zweiten Schriftenwechsels (Replik vom 27. MÃ¤rz 2006 sowie Duplik vom 9. Mai 2006) hielten die Parteien an ihren bisherigen Standpunkten fest. Die mitbeteiligte Theo Hotz AG liess sich zu keinem Zeitpunkt vernehmen.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen werden â soweit erheblich â im Rahmen der nachfolgenden ErwÃ¤gungen wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weiter gezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie § 2 des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 zur Anwendung.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Mit dem Stadtratsbeschluss Nr. 1583 vom 16. November 2005 wird die Vorsteherin des Hochbaudepartements zur Auftragserteilung ermÃ¤chtigt (Dispositivziffer V), wobei sich aus den ErwÃ¤gungen ergibt, dass die Mitbeteiligte mit der Bearbeitung des Projekts beauftragt werden soll. Der Beschluss enthÃ¤lt somit einen Entscheid zur freihÃ¤ndigen Vergabe des streitigen Auftrags an die Mitbeteiligte. Als solcher ist er ein taugliches Anfechtungsobjekt der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Mit ihrem Einwand, die Auftragsvergabe hÃ¤tte nach den Regeln eines offenen oder selektiven Verfahrens erfolgen mÃ¼ssen, ist die BeschwerdefÃ¼hrerin, die unbestrittenermassen als potenzielle Teilnehmerin eines solchen Verfahrens in Frage kommt, nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts zur Beschwerde legitimiert (RB 2001 Nr. 20 = BEZ 2001 Nr. 55 = ZBl 104/2003, S. 57, vgl. auch VGr BE, 14. Juli 1997, BVR 1998, S. 72 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Weder der bereits Anfang 2003 erteilte Auftrag zur Ausarbeitung eines Vorprojekts noch der neuerliche Projektierungsauftrag gemÃ¤ss Stadtratsbeschluss vom 16. November 2005 wurden entsprechend den Submissionsvorschriften erÃ¶ffnet bzw. publiziert (vgl. §§ 35 und 38 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 [SubmV]). Die Beschwerdegegnerin erachtet eine solche Publikation als rechtlich nicht erforderlich, merkt aber an, mit dem gewÃ¤hlten Vorgehen sei dennoch eine hohe Transparenz erreicht worden. Die Projektierung der Mitbeteiligten an diesem GebÃ¤udekomplex sei seit 2003 in interessierten Kreisen und in der Fachwelt bekannt gewesen. Das Vorhaben sei sowohl in Tageszeitungen wie auch in einer Fachzeitschrift publiziert gewesen, und das Projekt sei auch im Zusammenhang mit dem Mitwirkungsverfahren im Gestaltungsplan Ã¶ffentlich vorgestellt worden.</p> <p class="Urteilstext">Aus diesem Umstand leitet die Beschwerdegegnerin indes zu Recht nicht ab, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre AnfechtungsmÃ¶glichkeit infolge Fristablaufs verwirkt habe. Dass auch die BeschwerdefÃ¼hrerin gestÃ¼tzt auf diese Publikationen seit lÃ¤ngerem Ã¼ber das Projekt und seinen Verfahrensstand informiert gewesen wÃ¤re, ist damit jedenfalls nicht dargetan. Es besteht folglich auch kein begrÃ¼ndeter Anlass, an der Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu zweifeln, wonach sie erst durch die Medienberichterstattung vom 17. November 2005 Kenntnis von der Vergabe des Projektierungsauftrags und der Existenz des Vorprojekts erhalten habe. Da ihr aus einer mangelhaften ErÃ¶ffnung der betreffenden Vergabeentscheide kein Nachteil erwachsen darf (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 62), war sie denn auch berechtigt, die streitigen Vergaben innert einer Frist von zehn Tagen nach der Kenntnisnahme mit Beschwerde anzufechten (vgl. Art. 15 IVÃ¶B). Diese Frist hat sie â unter BerÃ¼cksichtigung des Fristenlaufs an Samstagen und Ã¶ffentlichen Ruhetagen (§ 11 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]) â mit der Eingabe vom 28. November 2005 gewahrt. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Vorgeschichte der streitigen zweiten Ausbauetappe des Tramdepots Hard mit Zusatznutzung reicht bis in die 1980er-Jahre zurÃ¼ck. Die chronologische Kurzfassung des Sachverhalts lÃ¤sst sich zweiteilen: in die Zeit vor dem Inkrafttreten der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen und der kantonalen Submissionsverordnung und in die Zeit seit deren Inkrafttreten am 1. November 1997.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Sachverhalt vor dem Inkrafttreten der IVÃ¶B und der Submissionsverordnung:</p> <p class="Urteilstext">Am 3. Februar 1988 sprach der Stadtrat einen Projektierungskredit von Fr. 300'000.- fÃ¼r "die Erweiterung und Neuorganisation des Depots Hard sowie Studien zur stÃ¤dtebaulichen Situation und einem Nutzungskonzept fÃ¼r das gesamte Areal". Damit sollten unter anderem stÃ¤dtebauliche LÃ¶sungsvorschlÃ¤ge und Nutzungskonzepte inklusive Zusatznutzungen fÃ¼r das gesamte Areal aufgezeigt werden, einerseits ohne die bestehenden Altbauten und andererseits bei Erhaltung der Altbauten. Der entsprechende Projektierungsauftrag ging an die Mitbeteiligte. â Mit dem daraufhin ergangenen Grundsatzentscheid fÃ¼r die Erhaltung der als schutzwÃ¼rdig erkannten Altbauten wurde gleichzeitig auch die Aufteilung in eine erste und eine zweite Ausbauetappe des Tramdepots Hard vollzogen. Die erste Ausbauetappe umfasste die Sanierung des geschÃ¼tzten Ã¶stlichen Depothallenteils sowie der fÃ¼nf angebauten WohnhÃ¤user und wurde Ende 1999 abgeschlossen. Diese erste Ausbauetappe ist nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.</p> <p class="Urteilstext"><span>BezÃ¼glich der zweiten Ausbauetappe beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat am 16. August 1989 die Bewilligung eines Projektierungskredits von 4 Mio. Franken fÃ¼r den weiteren Ausbau des Tramdepots Hard und die Realisierung einer Zusatznutzung. Der Stadtrat bezog sich dabei auf eine Projektstudie vom Februar 1989, wonach "die Depoterweiterung mit der notwendigen GleislÃ¤nge direkt an den Altbau von 1911 angeschlossen [wird], wobei der Neubauteil die Typologie des Bestehenden Ã¼bernimmt. Ãber einer transparenten Tramhalle erhÃ¤lt das Projekt als Zusatznutzung an beiden LÃ¤ngsseiten und in kammartigen Verbindungsbauten BÃ¼ros und eventuell GewerberÃ¤ume. [â¦] Die frontale Symmetrie der HeimatstilgebÃ¤ude und der notwendige Respekt vor dem Baudenkmal verbieten architektonisch sowohl gegen den Escher-Wyss-Platz als auch im Neubauteil hÃ¶here Ãberbauungsteile". Der Gemeinderat erteilte den Projektierungskredit am 31. Januar 1990.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GestÃ¼tzt auf den ErmÃ¤chtigungsbeschluss des Stadtrats vom 16. August 1989 wurde die Mitbeteiligte durch die damalige Vorsteherin des Bauamts II mit den Architekturarbeiten fÃ¼r die Vorprojektphase der zweiten Ausbauetappe beauftragt. Sie arbeitete in der Folge zwei Studien fÃ¼r unterschiedliche Zusatznutzungen aus und legte schliesslich im August 1991 ein Vorprojekt fÃ¼r den Ausbau des Tramdepots Hard mit der Zusatznutzung "Schule fÃ¼r Gestaltung ZÃ¼rich" vor. â Bereits im September 1991 zeichnete sich dann aber ab, dass dieses angestrebte Depotprojekt angesichts der herrschenden Finanzlage nicht realisiert werden konnte, und im Juli 1992 wurde der Mitbeteiligten sowie weiteren Auftragnehmern mitgeteilt, dass "die Weiterprojektierung am Depot Hard fÃ¼r rund zwei Jahre" unterbrochen werde. Die Verkehrsbetriebe der Stadt ZÃ¼rich (VBZ) nahmen daraufhin Ende 1993 ein Provisorium in Betrieb, welches im Wesentlichen eine VerlÃ¤ngerung der Depotgleise im Bereich der frei gewordenen Bahnbau-Werkstatt und einen Ausbau der Abstellgleise im offenen, westlichen Arealbereich umfasst.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Sachverhalt nach dem Inkrafttreten der IVÃ¶B und der Submissionsverordnung:</p> <p class="Urteilstext">Mit einer von der Mitbeteiligten verfassten Projektstudie vom 24. Januar 2000 und gestÃ¼tzt auf diese wurde die Projektierung der zweiten Ausbauetappe des Tramdepots Hard mit Zusatznutzung wieder aufgenommen. Mit Stadtratsbeschluss vom 8. Januar 2003 wurde sodann ein Kredit von insgesamt 2,9 Mio. Franken fÃ¼r die Ausarbeitung eines neuerlichen Vorprojekts bewilligt. GemÃ¤ss den stadtrÃ¤tlichen ErwÃ¤gungen handelte es sich bei diesem Vorhaben um eine Wiederaufnahme des 1992 sistierten Projekts der Mitbeteiligten mit neuen Ãberlegungen zur Zusatznutzung. Letztere gingen dahin, Ã¼ber den geplanten neuen Depothallen und den Abstellgleisen eine WohnÃ¼berbauung in Form eines Hochhauses und â als Immissionsschutz fÃ¼r die Wohnungen â BÃ¼ros, Dienstleistungen, Quartierinfrastruktur oder evtl. Gewerbenutzungen zu realisieren. Der entsprechende Projektierungsauftrag ging bezÃ¼glich der Architekturarbeiten wiederum an die Mitbeteiligte.</p> <p class="Urteilstext"><span>Im Beschluss vom 16. November 2005 hielt der Stadtrat schliesslich fest, das inzwischen ausgearbeitete Vorprojekt zeige auf, dass auf dem fraglichen Areal ein stÃ¤dtebaulich markanter Wohnturm mit 203 attraktiven Wohnungen sowie 4'400 m<sup>2</sup> DienstleistungsflÃ¤chen realisierbar sei. Zur Ausarbeitung eines entsprechenden Bauprojekts mit detailliertem Kostenvoranschlag, einschliesslich Vorbereitung der AusfÃ¼hrungsphase, fÃ¼r die Erweiterung des Tramdepots und die Zusatznutzung Ã¼ber dem Gleisareal wurde dem Gemeinderat beantragt, den bisherigen Projektierungskredit von 2,9 Mio. Franken um 9,9 Mio. Franken auf 12,8 Mio. Franken zu erhÃ¶hen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Den Hauptstreitpunkt bildet die Frage, ob die nach dem Inkrafttreten von IVÃ¶B und Submissionsverordnung erfolgten Projektierungsschritte als Teile des 1988/89 beschlossenen Projektauftrags oder aber als neue AuftrÃ¤ge zu qualifizieren seien. Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dafÃ¼r, es handle sich nach wie vor um den Vollzug des ursprÃ¼nglichen Projektierungsauftrags bzw. um die zeitlich gestaffelte Freigabe darauf basierender TeilauftrÃ¤ge. Massgeblich seien dementsprechend nach wie vor die damaligen submissionsrechtlichen Grundlagen und nicht das 1997 in Kraft getretene heutige Submissionsrecht. DemgegenÃ¼ber vertritt die BeschwerdefÃ¼hrerin den Standpunkt, die im Zuge der Wiederaufnahme der Projektierung erfolgte Vergabe unterstehe als selbstÃ¤ndiger Folgeauftrag dem neuen Submissionsrecht. Dieses erlaube eine freihÃ¤ndige Vergabe nur unter den engen Voraussetzungen von § 10 SubmV bzw. § 11 der Submissionsverordnung in der Fassung vom 18. Juni 1997 (aSubmV). Letztere seien vorliegend nicht erfÃ¼llt und die Ã¶ffentliche Ausschreibung sei demnach zu Unrecht unterblieben. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Entsprechend der Projektumschreibung lassen sich beim streitigen Auftrag zwei Bereiche unterscheiden: der Ausbau des Tramdepots einerseits und die Realisierung einer Zusatznutzung andererseits. Die beiden Projektteile wurden jeweils gemeinsam vergeben und definieren daher in dieser Kombination auch den massgeblichen Streitgegenstand.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>In den nachfolgenden ErwÃ¤gungen wird zunÃ¤chst auf den Aspekt der Zusatznutzung eingegangen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Wie ausgefÃ¼hrt (vorn, E. 2.1), lag im August 1991 ein Vorprojekt betreffend den Ausbau des Tramdepots Hard mit der Zusatznutzung "Schule fÃ¼r Gestaltung ZÃ¼rich" vor. Diese Zusatznutzung "Schule fÃ¼r Gestaltung ZÃ¼rich" stand dann aber im Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Projektierung nicht mehr zur Diskussion, und es mussten neue Ãberlegungen zur Zusatznutzung angestellt werden. Im Stadtratsbeschluss vom 8. Januar 2003 heisst es dazu:</p> <p class="EinzugZitat">"Das Areal weist [â¦] ein grosses WertschÃ¶pfungspotenzial auf. Bereits das 1990 ausgearbeitete Projekt von Architekt Theo Hotz hat gezeigt, dass Zusatznutzungen Ã¼beraus attraktiv sein kÃ¶nnen. Mit der seither eingetretenen Gebietsentwicklung hat sich dieses Potenzial noch verstÃ¤rkt. Die Zusatznutzungen sind daher auf die heutige Nachfragesituation abzustimmen.</p> <p class="EinzugZitat">Zur KlÃ¤rung der aktuellen stÃ¤dtebaulichen Rahmenbedingungen und des Nutzungspotenzials hat das Amt fÃ¼r Hochbauten erneut eine Projektstudie durch den Architekten Theo Hotz, ZÃ¼rich, sowie eine Standort- und Marktanalyse als Grundlage fÃ¼r ein Nutzungskonzept durch [die C AG] ausarbeiten lassen.</p> <p class="EinzugZitat">Bei der Studie Hotz wurden folgende Fragen ausgelotet:</p> <p class="EinzugZitat">- Was ist aus stÃ¤dtebaulicher Sicht mÃ¶glich bzw. erwÃ¼nscht, um diesen Ort prÃ¤gnant zu besetzen?</p> <p class="EinzugZitat">- KÃ¶nnen die Betriebsanforderungen der VBZ, die Erschliessung der Bauten und die Ã¶ffentliche Anbindung des Quartiers ans Limmatufer fÃ¼r alle Teile befriedigend gelÃ¶st werden?"</p> <p class="Urteilstext"><span>Bei der ebenfalls angesprochenen Standort- und Marktanalyse der C AG ging es um die Eignung des Standorts fÃ¼r Wohnnutzung und fÃ¼r BÃ¼ro-/Dienstleistungs­nutzung. GestÃ¼tzt auf diese Analyse und die Projektstudie der Mitbeteiligten kam der Stadtrat am 8. Januar 2003 zum Schluss, als Zusatznutzung Ã¼ber dem erweiterten Tramdepot solle eine WohnÃ¼berbauung in Form eines Hochhauses und â als Immissionsschutz fÃ¼r die Wohnungen â BÃ¼ros, Dienstleistungen, Quartierinfrastruktur oder evtl. Gewerbenutzungen realisiert werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die nunmehr vorgeschlagene Nutzung hat mit der ursprÃ¼nglichen Schulnutzung nicht mehr viel gemeinsam, und es wurde damit auch in statisch-konstruktiver sowie gestalterischer Hinsicht ein neues Konzept verfolgt. GemÃ¤ss Stadtratsbeschluss vom 16. August 1989 sollte der Neubauteil noch die Typologie des Bestehenden Ã¼bernehmen und waren hÃ¶here Ãberbauungsteile sowohl gegen den Escher-Wyss-Platz als auch im Neubauteil ausgeschlossen (vgl. vorn, E. 2.1). Dementsprechend prÃ¤sentierte sich das Vorprojekt "Zusatznutzung Schule fÃ¼r Gestaltung" vom August 1991 als mehrgeschossiger, flÃ¤chendeckend und niveaugleich auf dem Depotneubau aufgesetzter GebÃ¤udekomplex. ZwÃ¶lf Jahre spÃ¤ter, im Januar 2003, wÃ¼nschte der Stadtrat dann aber, den Ort aus stÃ¤dtebaulicher Sicht "prÃ¤gnant zu besetzen" und zwar â entsprechend den Rahmenbedingungen â mit einem Hochhaus. Das aktuelle Vorprojekt vom MÃ¤rz 2004 zeigt denn auch ein kleeblattfÃ¶rmiges Hochhaus, welches im Innern der grossen Tram-Wendeschlaufe am westlichen Depot-Ende positioniert wird und dort rund 90 m aus dem flÃ¤chendeckenden GebÃ¤udesockel herausragt. Der GebÃ¤udesockel wird gebildet aus der Gleishalle und dem darÃ¼ber liegenden, entlang der Strassenseite zweigeschossig angelegten Verwaltungsaufbau mit quartierbezogenen Nutzungen wie BÃ¼rorÃ¤ume, Kinderkrippe und Hort. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Mit Bezug auf die Zusatznutzung ist der BeschwerdefÃ¼hrerin demnach beizupflichten, dass das vor dem Inkrafttreten des neuen Submissionsrechts verfolgte Projekt aufgegeben und ein gÃ¤nzlich neuer Ansatz gewÃ¤hlt wurde. Dies wird von der Beschwerdegegnerin nicht grundsÃ¤tzlich bestritten. Sie macht jedoch geltend, man habe sich damit immer noch im Rahmen des einheitlichen Auftrags von 1988/89 bewegt. Die Erteilung von PlanungsauftrÃ¤gen werde in den GrundzÃ¼gen (Schwierigkeitsgrad, Korrekturfaktoren, Rahmenbedingungen etc.) auf der Grundlage der SIA-Ordnung in der Stadt ZÃ¼rich seit langem Ã¼ber das gesamte Projekt angelegt. Als "definierte Aufgabe" sei somit das Projekt zu verstehen. Der Planungsauftrag werde jedoch in einzelnen Phasen freigegeben. Diese Auftragserteilung entspreche der gÃ¤ngigen Praxis im Planungswesen und der heutigen Praxis im Rahmen der IVÃ¶B. WÃ¼rde jede in Auftrag gegebene Phase als abgeschlossener Auftrag betrachtet, wÃ¤re ein Ã¶ffentlicher BautrÃ¤ger nach jeder Phase eines Bauvorhabens verpflichtet, die nachfolgenden Leistungen wieder neu auszuschreiben. Dabei wÃ¤re der Erbringer der ersten Leistung mit grosser Wahrscheinlichkeit wegen Vorbefassung von der Teilnahme am folgenden Verfahren auszuschliessen. Eine getrennte Behandlung einzelner Auftragsschritte wÃ¼rde im Ãbrigen auch gegen Zivilrecht, wie insbesondere die Urheberrechte der Projektverfassenden und die VertragsgrundsÃ¤tze der SIA-Ordnung, verstossen. Diesem Verfahren entsprechend seien die ProjektierungsauftrÃ¤ge zwischen 1988 bis 1992 in mehreren Schritten frei gegeben worden. Im Zeitpunkt der Sistierung sei das Projekt keinesfalls abgeschlossen, sondern lediglich aufgeschoben worden. FÃ¼r diesen Aufschub sei mit den provisorischen Investitionen in die offene Abstellanlage ein klarer Zeithorizont festgelegt worden. Bereits nach sechs Jahren sei die Projektierung wieder aufgenommen worden, was fÃ¼r Bauvorhaben keinen aussergewÃ¶hnlich langen Unterbruch darstelle. Zu den Zusatznutzungen seien zwar neue Ãberlegungen gemacht worden; am grundsÃ¤tzlichen Ziel, eine Zusatznutzung bzw. mehrere solcher Nutzungen im Einklang mit dem Tramdepot zu verwirklichen, sei jedoch nichts geÃ¤ndert worden. Nach der Sistierung sei der Planungsprozess lediglich fortgesetzt worden. Zu Beginn dieses Prozesses sei das Projekt â auch bezÃ¼glich der Zusatznutzungen â noch wesentlich nÃ¤her beim Projekt von 1992 gewesen, wie die Projektstudie vom 24. Januar 2000 belege. Das vorliegende Resultat sei also nicht aufgrund einer neuen Ausgangslage, sondern aufgrund eines iterativen Prozesses und einer vertieften Bearbeitung der frÃ¼heren Ergebnisse entstanden.</p> <p class="Urteilstext"><span>Dem ist entgegenzuhalten, dass Planungs- und ProjektierungsauftrÃ¤ge regelmÃ¤ssig fÃ¼r eine im Voraus definierte Arbeit vergeben werden und mit der Lieferung der bestellten Ergebnisse abgeschlossen sind. Ein darÃ¼ber hinaus auf unbestimmte Zeit fortdauerndes VertragsverhÃ¤ltnis fÃ¼r Planungs- oder ProjektierungsauftrÃ¤ge im Zusammenhang mit einem konkreten Einzelobjekt ist mit den Zielen des Vergaberechts nicht vereinbar (</span>vgl. Art. 1 Abs. 3 IVÃ¶B bzw. Art. 1 Abs. 2 der alten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 [aIVÃ¶B])<span>.</span> Es kann nicht im Belieben der Vergabeinstanz liegen, das VertragsverhÃ¤ltnis mit einzelnen Anbieterinnen auf unbestimmte Zeit anzulegen bzw. fortzusetzen und damit jede weitere Vergabe auszuschliessen (vgl. VGr, 2. November 2000, VB.2000.00136, E. 3c, www.vgrzh.ch; 19. Mai 1999, VB.98.00362/363).</p> <p class="Urteilstext"><span>Vorliegend ist unbestritten, dass 1991 ein konkretes Vorprojekt vorlag, welches den definierten Auftragsvorgaben entsprach, auf allseitige Zustimmung stiess und letztlich "nur" wegen der momentanen Finanzlage nicht zur AusfÃ¼hrung gelangte. Aus vertraglicher Sicht hatte die Mitbeteiligte ihren Auftrag damit grundsÃ¤tzlich erfÃ¼llt. Von einer Fortsetzung des nÃ¤mlichen Auftrags kÃ¶nnte aus heutiger Sicht hÃ¶chstens dann noch gesprochen werden, wenn es dabei im Wesentlichen nach wie vor um das 1992 sistierte Vorhaben ginge. Dies ist aber nach dem Gesagten zumindest hinsichtlich der Zusatznutzung nicht der Fall. Die Beschwerdegegnerin macht zwar geltend, anfangs sei man bei der wieder aufgenommenen Planung auch bezÃ¼glich der Zusatznutzung noch wesentlich nÃ¤her beim Projekt von 1992 gewesen, wie die Projektstudie vom 24. Januar 2000 belege. Dieser Einwand findet indessen keine StÃ¼tze in den Akten. Wie aus dem Protokoll der Besprechung vom 7. September 1999 zwischen Vertretern des Hochbauamts und der Mitbeteiligten hervorgeht, war vielmehr von Anfang an klar, dass sich bezÃ¼glich der Zusatznutzung die Rahmenbedingungen fÃ¼r eine Ãberbauung des Areals geÃ¤ndert hatten. Dies namentlich, weil sich ZÃ¼rich-West zu einem urbanen Stadtteil mit hoher Dichte entwickle, die Hypothekarzinsen gefallen seien und die Baukosten wesentlich niedriger seien als vor zehn Jahren. Aufgrund dieser neuen Rahmenbedingungen solle auf dem Areal eine Ãberbauung realisiert werden, die zum einen der heutigen Entwicklung in ZÃ¼rich-West in stÃ¤dtebaulicher/architektonischer Hinsicht Rechnung trage und zum anderen aufgrund der mÃ¶glichen Ãberbauungsausnutzung das Projekt auf eine wirtschaftlich tragbare Basis stelle. DemgemÃ¤ss werde die Mitbeteiligte beauftragt, aufgrund der neuen Ausgangslage ein neues Projekt zu erarbeiten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Angesichts dieser Feststellungen Ã¼berzeugt es nicht, wenn die Beschwerdegegnerin ausfÃ¼hrt, das aktuelle Vorprojekt sei nicht aufgrund einer neuen Ausgangslage, sondern aufgrund eines iterativen Prozesses und einer vertieften Bearbeitung der frÃ¼heren Ergebnisse entstanden. Sowohl das Besprechungsprotokoll als auch die zitierten ErwÃ¤gungen im Stadtratsbeschluss vom 8. Januar 2003 belegen, dass die Nachfragesituation hinsichtlich der Zusatznutzung eine andere war und diesbezÃ¼glich somit ein Bruch bzw. eine Neuausrichtung der Projektierung erfolgte. </span>Mithin handelt es sich bei dem die Zusatznutzung betreffenden Projektierungsauftrag aus dem Jahr 2003 um einen neuen Auftrag.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die Beschwerdegegnerin wendet weiter ein, selbst wenn es sich dabei um einen "unabhÃ¤ngigen" ErgÃ¤nzungs- oder Folgeauftrag gehandelt hÃ¤tte, so hÃ¤tte die zu Beginn der 1990er-Jahre geltende stÃ¤dtische Submissionsverordnung ermÃ¶glicht, ErgÃ¤nzungen zu bereits erteilten AuftrÃ¤gen aus eindeutigen RationalisierungsgrÃ¼nden direkt zu vergeben. Dieser Einwand geht fehl. Der fragliche Folgeauftrag datiert, wie gesagt, aus dem Jahr 2003. Seine Vergabe findet ihre rechtliche Grundlage folglich nicht mehr in der stÃ¤dtischen Submissionsverordnung vom 20. Dezember 1989, sondern hatte sich nach den damals geltenden Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (aIVÃ¶B) und der kantonalen Submissionsverordnung (aSubmV) zu richten. Im Ãbrigen ist fraglich, ob der Auftrag als "ErgÃ¤nzung zu bereits erteilten AuftrÃ¤gen" im Sinn von Art. 3 lit. c der Submissionsverordnung der Stadt ZÃ¼rich vom 20. Dezember 1989 hÃ¤tte gelten kÃ¶nnen. Auch nach damaligem SprachverstÃ¤ndnis hÃ¤tte eine "ErgÃ¤nzung" wohl einen untergeordneten Teil des Gesamtprojekts betreffen mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nachdem festgestellt wurde, dass der die Zusatznutzung betreffende Projektierungsauftrag aus dem Jahr 2003 den damaligen Vergabevorschriften unterstand, bleibt zu prÃ¼fen, ob die entsprechenden Voraussetzungen fÃ¼r seine freihÃ¤ndige Vergabe nach § 11 aSubmV erfÃ¼llt waren. Die Beschwerdegegnerin schliesst zwar die Annahme eines Folgeauftrags und damit die Anwendbarkeit von § 11 Abs. 1 aSubmV grundsÃ¤tzlich aus, macht aber gleichzeitig geltend, dass die streitigen AuftrÃ¤ge an die Mitbeteiligte vergeben werden mussten bzw. dass deren bisherige Leistungen bei einer Auftragserteilung an einen anderen Architekten nutzlos geworden wÃ¤ren. Damit beruft sie sich materiellrechtlich dennoch auf die Ausnahmeregelungen von § 11 Abs. 1 lit. c und f aSubmV.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Nach § 11 Abs. 1 lit. c aSubmV war eine freihÃ¤ndige Vergabe zulÃ¤ssig, wenn aufgrund der technischen oder kÃ¼nstlerischen Besonderheiten des Auftrags oder aus GrÃ¼nden des Schutzes geistigen Eigentums nur ein Anbieter oder eine Anbieterin in Frage kam und es keine angemessene Alternative gab. â Mit Bezug auf den zunÃ¤chst interessierenden Aspekt der Zusatznutzung wurde das bisherige Projektierungsergebnis wie gesagt aufgegeben und ein neuer Ansatz verfolgt. Urheberrechtliche GrÃ¼nde fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe kÃ¶nnen insofern ausgeschlossen werden.</p> <p class="Erwgung2">Auf die Frage, ob allenfalls urheberrechtliche GrÃ¼nde im Zusammenhang mit der Projektierung der Tramdepoterweiterung den Ausnahmetatbestand von § 11 Abs. 1 lit. c aSubmV zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen, ist noch zurÃ¼ckzukommen (hinten, E. 5.2.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Nach § 11 Abs. 1 lit. f aSubmV konnte ein Auftrag freihÃ¤ndig vergeben werden, wenn er "zur Ersetzung, ErgÃ¤nzung oder Erweiterung bereits erbrachter Leistungen" an den ursprÃ¼nglichen Anbieter vergeben werden musste, "weil einzig dadurch die Austauschbarkeit mit schon vorhandenem Material oder Dienstleistungen gewÃ¤hrleistet ist". â Als derartige Vorleistung kommt vorliegend einzig der Projektbereich "Tramdepoterweiterung" bzw. dessen Projektierungsstand im Januar 2003 in Betracht.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b> Die Beschwerdegegnerin macht zumindest sinngemÃ¤ss geltend, dass insofern eine "bereits erbrachte Leistung" im Sinn von § 11 Abs. 1 lit. f aSubmV vorliege. Sie fÃ¼hrt aus, bei der Ausarbeitung des Vorprojekts von 1993 sei es darum gegangen, auf dem langen und schmalen GrundstÃ¼ck, unter Einbezug des bestehenden denkmalgeschÃ¼tzten Depots, ein Konzept zu entwickeln, welches bezÃ¼glich der AbstelllÃ¤ngen eine maximale Nutzung gestatte, einen rationellen und geordneten Betriebsablauf ermÃ¶gliche und gleichzeitig die heute erforderlichen ManÃ¶verfahrten Ã¼ber den verkehrsbelasteten Escher-Wyss-Platz eliminiere. Dem dabei entwickelten Depotbetrieb liege ein neues Konzept zugrunde, welches einen rationellen Einrichtungsbetrieb aufweise. Dies erfordere Gleis- und Strassenanpassungen in der Hardturmstrasse, Gleisanpassungen auf dem DepotgelÃ¤nde, eine neue Ausfahrtsbeziehung aus dem Depot in Richtung HÃ¶ngg und eine Dienstgleisverbindung am Escher-Wyss-Platz fÃ¼r Trameinfahrten aus Richtung HÃ¶ngg. Diese betrieblichen Anforderungen umzusetzen, sei Ã¤usserst komplex, da bezÃ¼glich der Geometrien einer Gleisanlage sowohl aufgrund der minimal erforderlichen Radien als auch des maximal zulÃ¤ssigen GefÃ¤lles enge Grenzen bestÃ¼nden. Dazu kÃ¤men eisenbahntechnische Sicherheitsanforderungen und arbeitsrechtliche Vorgaben fÃ¼r die Depotmitarbeitenden, welche grosse Auswirkungen auf die Depotkonzeption hÃ¤tten. Nebst dem eigentlichen Depotbetrieb sei sodann auch die Einbindung in das umgebende StadtgefÃ¼ge eine komplexe Aufgabe gewesen, welche auf langwierig ausgehandelten Vereinbarungen mit den verschiedenen hoheitlichen Stellen von Stadt und Kanton beruht hÃ¤tten. Im Wesentlichen sei dabei Folgendes zu berÃ¼cksichtigen gewesen: Die Verkehrsanbindung des Areals an eine Nationalstrasse 3. Klasse, fÃ¼r welche Kanton und Bund zustÃ¤ndig seien, kÃ¶nne nur Ã¼ber Ausnahmen geregelt werden. FÃ¼r das nÃ¶rdlich angrenzende Limmatufer seien Konzessions- und wasserrechtliche Bestimmungen zu erfÃ¼llen. Die Ufermauer sei baufÃ¤llig und mÃ¼sse im Zug des Bauvorhabens erneuert werden. Zudem sei die Aussenabstellanlage als RuderalflÃ¤che im Inventar der Naturobjekte von kommunaler Bedeutung verzeichnet, und im regionalen Richtplan sei die Flussuferverbindung als regionaler Fuss- und Veloweg ausgewiesen. Mit dem Projektstand von 1992 seien all diese konflikttrÃ¤chtigen Punkte mit den entsprechenden Stellen geklÃ¤rt und vereinbart gewesen, sodass der BewilligungsfÃ¤higkeit des Projekts auf dieser Ebene nichts entgegengestanden habe. Das bis 1992 ausgearbeitete Projekt sei denn auch seither die Grundlage fÃ¼r sÃ¤mtliche in diesem Gebiet erfolgten weiteren Projekt- und Planungsentscheide gewesen. So seien unter BerÃ¼cksichtigung des vorliegenden Depotprojekts folgende Bauprojekte und Planungen umgesetzt worden:</p> <p class="EinzugZitat">"- Sanierung VBZ-Depot, Ã¶stlicher Teil und WohnhÃ¤user Hardturmstrasse;</p> <p class="EinzugZitat">- Festlegen der GewÃ¤sserabstandslinie entlang der Limmat;</p> <p class="EinzugZitat">- Projektierung des regionalen Fuss- und Velowegs als Steg entlang dem Depot;</p> <p class="EinzugZitat">- FussgÃ¤ngerbrÃ¼cke Ã¼ber die Limmat;</p> <p class="EinzugZitat">- FussgÃ¤ngerdurchgang HardturmstrasseâLimmat als Anbindung des Gebiets Puls 5;</p> <p class="EinzugZitat">- Gleisprojekt Escher-Wyss-Platz mit Einfahrtsschleife HÃ¶ngg; </p> <p class="EinzugZitat">- Gebietsentwicklung ZÃ¼rich-West, Gesamtkonzept."</p> <p class="Urteilstext"><span>Die bei der Wiederaufnahme der Projektierung in Auftrag gegebene Projektstudie vom Januar 2000 habe sodann bestÃ¤tigt, dass das Betriebskonzept von 1993 nach wie vor gÃ¼ltig sei und lediglich den neuesten technischen Erkenntnissen angepasst werden mÃ¼sse. Dabei handle es sich im Ãbrigen nicht um grundsÃ¤tzlich neue technische oder betriebliche Erkenntnisse, insbesondere seien die Anforderungen an die neuen Fahrzeuggenerationen bereits 1992 bekannt gewesen. Daneben hÃ¤tten auch die mit den Ãmtern vereinbarten Rahmenbedingungen (betreffend Erschliessung, Nutzungsverflechtung, Einbindung ins Leitbild ZÃ¼rich-West etc.) weiterhin uneingeschrÃ¤nkt GÃ¼ltigkeit.</span></p> <p class="Urteilstext">Wie sich nachfolgend (E. 5.2.3) zeigt, braucht hierzu nicht abschliessend Stellung genommen zu werden. Es sei aber immerhin angemerkt, dass die AusfÃ¼hrungen zum geltend gemachten Umfang der relevanten Vorleistung nicht restlos Ã¼berzeugen. So wird im Stadtratsbeschluss vom 16. November 2005 ausgefÃ¼hrt, die beim sistierten Vorprojekt bereits "[â¦] ausgeklÃ¼gelte VerknÃ¼pfung von Erschliessung der Zusatznutzungen und Abgrenzung zum VBZ-Betrieb [ist] nach wie vor gÃ¼ltig". Dies erstaunt einigermassen, kann doch eine vor rund 12 Jahren und im Hinblick auf eine ganz andere Zusatznutzung "ausgeklÃ¼gelte" VerknÃ¼pfungslÃ¶sung heute kaum noch von Bedeutung sein. Andererseits dÃ¼rfte die neu zu lÃ¶sende VerknÃ¼pfung mit der Zusatznutzung einen wesentlichen Aspekt bei der Projektierung des Depotgeschosses darstellen. Dies kann jedenfalls aus den weiteren ErwÃ¤gungen im zitierten Stadtratsbeschluss geschlossen werden, wonach die sehr enge Verbindung mit der aktuellen Zusatznutzung im Erdgeschoss der VBZ bauliche Massnahmen in der HÃ¶he von 21,4 Mio. Franken erfordere, um Ã¼berhaupt die Voraussetzungen fÃ¼r die Realisierung der Zusatznutzung zu schaffen. Sodann lÃ¤sst auch die HÃ¶he des am 8. Januar 2003 beschlossenen Projektierungskredits daran zweifeln, dass es beim Tramdepot selbst nur noch um eine Anpassung des Betriebskonzepts von 1993 an die neuesten technischen Erkenntnisse ging. Damals wurde ein Kredit von insgesamt 2,9 Mio. Franken gesprochen, wovon immerhin 1 Mio. Franken auf den Ausbau des Tramdepots entfielen und 1,9 Mio. Franken auf die Zusatznutzung. Sowohl in ihrer absoluten HÃ¶he als auch gemessen an den damals auf 29 Mio. Franken geschÃ¤tzten Kosten fÃ¼r den Ausbau des Tramdepots (12,5 Mio. Franken VBZ-Depotneubau und 16,5 Mio. Franken VBZ-Betriebseinrichtungen) sprechen diese Projektierungskosten fÃ¼r eine umfangreichere Leistungsbeschaffung, als aufgrund der Darstellung der Beschwerdegegnerin anzunehmen wÃ¤re.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>Weiter fÃ¼hrt die Beschwerdegegnerin aus, gelte es auch zu beachten, dass die Mitbeteiligte im Rahmen des umstrittenen Auftrags ein urheberrechtlich geschÃ¼tztes Werk geschaffen habe. Aufgrund der genannten konkreten UmstÃ¤nde und Vorgaben stelle die Depoterweiterung ein komplexes Vorhaben dar. Die dafÃ¼r notwendigen Verhandlungen zwischen allen behÃ¶rdlichen Stellen von Bund, Kanton und Stadt sowie die Konsensfindung mit dem Quartier hÃ¤tten einen enormen Einsatz von allen Beteiligten erfordert und sich in Nuancen von Geometrien und in KÃ¤mpfen um weniger als einen Meter bewegt, um alles in ein akzeptiertes Gleichgewicht zu bringen. Auch wenn die PlÃ¤ne fÃ¼r Aussenstehende schematisch erscheinen mÃ¶chten, sei darin doch ein wesentlicher planerischer Gehalt ausgedrÃ¼ckt. </p> <p class="Urteilstext"><span>Dem lÃ¤sst sich entgegenhalten, dass alle diese Ã¶rtlichen, betrieblichen, technischen und rechtlichen Vorgaben den planerischen Spielraum bzw. die LÃ¶sungsmÃ¶glichkeiten erheblich einschrÃ¤nken und man sich daher ernstlich fragen kann, wieweit Ã¼berhaupt Raum fÃ¼r ein urheberrechtlich geschÃ¼tztes Werk bleibt. Zum Ausmass bzw. der Dichte der konkreten Vorgaben kann ergÃ¤nzend auch auf den vorliegenden "Auszug Dokumentation Vorprojekt vom MÃ¤rz 2004" verweisen werden, wo ausgefÃ¼hrt wird (Hervorhebung hinzugefÃ¼gt): "Ausgangslage zur geplanten Depothalle mit Zusatznutzung als Erweiterung zum renovierten denkmalgeschÃ¼tzten Tramdepot von 1911 bildet das <i>von der VBZ vorgegebene Gleislayout</i>, welches die gesamte bebaubare GrundstÃ¼ckflÃ¤che mehrheitlich belegt." Weiter stellt sich auch in diesem Zusammenhang die Frage, inwieweit die bisherige Depotplanung auf eine konkrete Zusatznutzung abgestimmt war und damit entweder inzwischen Ã¼berholt oder â mit Bezug auf die aktuell verfolgte Zusatznutzung â aus urheberrechtlicher Sicht fÃ¼r den Vergabeentscheid im Januar 2003 nicht mehr rechtserheblich sein konnte (vgl. vorn, E. 5.1).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Fragen nach dem Umfang der konkreten Vorleistung und ihrer allfÃ¤lligen Werkeigenschaft sind indessen vorliegend nicht von entscheidender Bedeutung. Selbst wenn im behaupteten Umfang von einer bereits erbrachten und allenfalls sogar urheberrechtlich geschÃ¼tzten Leistung ausgegangen wÃ¼rde, wÃ¤ren damit die Voraussetzungen fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe noch nicht erfÃ¼llt. Denn es mÃ¼sste der bereits erbrachten Vorleistung im VerhÃ¤ltnis zur freihÃ¤ndig beschafften Leistung auch das nÃ¶tige Gewicht zukommen. Wie nachfolgend ausgefÃ¼hrt, ist dies hier nicht der Fall.</span></p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>§ 11 Abs. 1 aSubmV sah diverse AusnahmetatbestÃ¤nde vor, die als solche grundsÃ¤tzlich einschrÃ¤nkend auszulegen sind. Wo die Ausnahmeregelung am Vorhandensein einer bereits erbrachten Leistung anknÃ¼pft, sei diese nun urheberrechtlich geschÃ¼tzt (lit. c) oder nicht (lit. f), muss deren Bedeutung in einem vernÃ¼nftigen VerhÃ¤ltnis zu derjenigen der Folgeleistung stehen. Mit Bezug auf § 11 Abs. 1 lit. f aSubmV ergibt sich dies aus der BeschrÃ¤nkung auf Leistungen zur "Ersetzung, ErgÃ¤nzung oder Erweiterung bereits erbrachter Leistungen". Abgesehen vom hier nicht interessierenden Ersatz einer Leistung geht es demnach um eine Zusatzleistung zu einer in ihrer Bedeutung Ã¼berwiegenden Hauptleistung. Im Wortlaut von § 11 Abs. 1 lit. c aSubmV wird ein entsprechender Grundsatz zwar nicht ausdrÃ¼cklich erwÃ¤hnt. Er entspricht jedoch dem Zweck der Ausnahmeregelung und ergibt sich sinngemÃ¤ss auch aus der abschliessenden EinschrÃ¤nkung in § 11 Abs. 1 lit. c aSubmV, wonach eine freihÃ¤ndige Vergabe trotz bestehender Urheberrechte nur dann in Frage kommt, wenn es "keine angemessene Alternative" gibt. Eine solche rÃ¼ckt umso mehr in den Vordergrund, je deutlicher die Bedeutung der neuen Leistung gegenÃ¼ber derjenigen der vorhandenen Leistung Ã¼berwiegt. </p> <p class="Urteilstext">Vorliegend kommt dem Projektteil "Zusatznutzung" im VerhÃ¤ltnis zum Projektteil "Tramdepoterweiterung" keineswegs bloss die Bedeutung einer "ErgÃ¤nzung oder Erweiterung" zu. Dagegen sprechen schon die Dimensionen der fraglichen BaukÃ¶rper, welche ein deutliches Ãbergewicht der Zusatznutzung belegen. Ferner bestÃ¤tigt dies auch ein Blick auf die mutmasslichen Baukosten. Im Stadtratsbeschluss vom 8. Januar 2003 betreffend den Projektkredit fÃ¼r die Ausarbeitung des Vorprojekts wurde von geschÃ¤tzten Baukosten von total 110 bis 130 Mio. Franken ausgegangen, wovon etwa 80 bis 100 Mio. Franken auf die Zusatznutzung und 29 Mio. Franken auf den Ausbau des Tramdepots entfallen sollen. Dieses geschÃ¤tzte KostenverhÃ¤ltnis von 3 : 1 wurde gestÃ¼tzt auf das ausgearbeitete Vorprojekt nicht mehr entscheidend korrigiert. GemÃ¤ss Stadtratsbeschluss vom 16. November 2005 betreffend die ErhÃ¶hung des Projektierungskredits werden die Anlagekosten nun auf insgesamt 184,7 Mio. Franken geschÃ¤tzt, wovon 48,1 Mio. Franken zulasten der Verkehrsbetriebe und 136,6 Mio. Franken zulasten der Zusatznutzung bzw. deren TrÃ¤gerschaft gehen. <span>Mit Blick auf die Ausnahmevoraussetzungen von § 11 Abs. 1 aSubmV ist angesichts dieses Ungleichgewichts ein offenkundiges MissverhÃ¤ltnis zwischen der allenfalls urheberrechtlich geschÃ¼tzten Vorleistung im Projektteil "Tramdepoterweiterung" und den hinsichtlich der angestrebten Zusatznutzung noch ausstehenden Folgeleistungen festzustellen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mithin waren vorliegend die Voraussetzungen fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe des Projektierungsauftrags betreffend die Zusatznutzung im Januar 2003 nicht erfÃ¼llt. Ob dies auch fÃ¼r den Projektteil "Tramdepoterweiterung" gilt oder ob diesbezÃ¼glich allenfalls von einem einheitlichen Auftrag aus dem Jahr 1988 ausgegangen werden dÃ¼rfte, kann offen bleiben. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet, wie erwÃ¤hnt (vorn, E. 3), die kombinierte Vergabe der beiden Projektteile, wie sie den angefochtenen StadtratsbeschlÃ¼ssen vom 8. Januar 2003 und vom 16. November 2005 zugrunde liegt. Sind die Voraussetzungen fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe fÃ¼r einen Projektteil nicht erfÃ¼llt, so erweist sich der Vergabeentscheid insgesamt als rechtswidrig. Ausserhalb des Streitgegenstands liegend und daher hier ebenfalls nicht zu entscheiden ist letztlich auch die hypothetische Frage, wie die Rechtslage bei einer allfÃ¤lligen Abspaltung der Zusatznutzung oder einem generellen Verzicht auf eine solche mit Bezug auf den Projektteil "Tramdepoterweiterung" zu beurteilen wÃ¤re.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">FÃ¼r den vom Stadtrat am 16. November 2005 beschlossenen neuerlichen Projektierungsauftrag, welcher Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist, kommt eine freihÃ¤ndige Vergabe nur in Frage, wenn er gestÃ¼tzt auf § 10 Abs. 1 lit. c oder f SubmV als zulÃ¤ssiger Folgeauftrag des frÃ¼heren Auftrags vom 8. Januar 2003 betrachtet werden kann. Das trifft aus zwei GrÃ¼nden nicht zu.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Zum einen ist die Berufung auf die Ausnahmeregeln von § 10 Abs. 1 lit. c und f SubmV nur statthaft, wenn die Vergabe der frÃ¼her erbrachten Leistung, welche urheberrechtlich geschÃ¼tzt ist oder zu welcher die Austauschbarkeit gewÃ¤hrleistet werden soll, in einem rechtskonformen Verfahren erfolgt ist (vgl. VGr, 9. November 2001, VB.2001.00116, E. 4d, www.vgrzh.ch). Das ist hier, wie vorstehend dargelegt (E. 5.2.3), nicht der Fall.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Zum andern wÃ¤re eine freihÃ¤ndige Vergabe des Projektierungsauftrags gemÃ¤ss Stadtratsbeschluss vom 16. November 2005 selbst dann nicht zulÃ¤ssig, wenn der Auftrag vom 8. Januar 2003 rechtmÃ¤ssig erteilt worden wÃ¤re. Denn auch hier muss wieder gelten, dass der gemÃ¤ss § 10 Abs. 1 lit. c und f SubmV freihÃ¤ndig zu vergebende Folgeauftrag im Vergleich zum Hauptauftrag, auf den er sich bezieht, von untergeordneter Bedeutung ist (vgl. vorn, E. 5.2.3). Eine BehÃ¶rde kÃ¶nnte sonst durch die Vergabe eines kleinen Auftrags fÃ¼r eine Studie oder ein Vorprojekt, die allenfalls noch freihÃ¤ndig erfolgen darf, jederzeit erreichen, dass sie anschliessend auch einen grÃ¶sseren Auftrag, welcher der WeiterfÃ¼hrung der begonnenen Projektierung dient, ohne die Einhaltung des erforderlichen Vergabeverfahrens vergeben darf. Das kann nicht der Sinn der Ausnahmebestimmungen von § 10 Abs. 1 lit. c und f SubmV sein.</p> <p class="Urteilstext">Diese Regeln sind auch dann einzuhalten, wenn eine Projektstudie oder ein Vorprojekt ein urheberrechtlich geschÃ¼tztes Werk darstellen und daher nicht ohne Zustimmung des Urhebers als Grundlage fÃ¼r die weitere Projektierung (durch einen andern Bearbeiter) verwendet werden dÃ¼rfen. Die VergabebehÃ¶rde ist gehalten, sich die nÃ¶tigen urheberrechtlichen Befugnisse aus dem ersten Auftrag vertraglich zu sichern (vgl. Peter Rechsteiner, FreihÃ¤ndige Vergabe und Urheberrecht, Baurecht 2002, S. 159), und wenn sie dies versÃ¤umt, ist dies kein Grund, sie mit Bezug auf die Vergabe weiterer Leistungen zu privilegieren. Sie riskiert dann vielmehr, dass sie die Vorarbeiten nochmals durchfÃ¼hren lassen muss. </p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall kann angesichts des GrÃ¶ssenverhÃ¤ltnisses von 2,9 Mio. Franken fÃ¼r den Projektierungsauftrag von 2003 und 9,9 Mio. Franken fÃ¼r den 2005 beantragten Zusatzkredit nicht davon die Rede sein, dass der zweite ein Folgeauftrag untergeordneter Bedeutung sei. Die Voraussetzungen einer freihÃ¤ndigen Vergabe sind daher auch aus diesem Grund nicht erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zusammengefasst ergibt sich, dass die gestÃ¼tzt auf den Stadtratsbeschluss Nr. 22 vom 8. Januar 2003 erfolgte Auftragsvergabe rechtswidrig war. Sodann waren auch die Voraussetzungen fÃ¼r eine freihÃ¤ndige Vergabe des vom Stadtrat am 16. November 2005 beschlossenen neuerlichen Projektierungsauftrags nicht erfÃ¼llt. Dieser Vergabeentscheid ist daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Beschwerdegegnerin wird einen allfÃ¤lligen neuen Auftrag aufgrund seines Auftragswerts im offenen oder selektiven Verfahren zu vergeben haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss wird die Beschwerdegegnerin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG), und es steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu. Dagegen ist sie zur Leistung einer ParteientschÃ¤digung an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 VRG); angemessen sind Fr. 4'000.- (§ 12 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 26. Juni 1997, LS 175.252).</span></p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, und Dispositivziffer V des Stadtratsbeschlusses Nr. 1583 vom 16. November 2005 (ErmÃ¤chtigung zur Vergabe des Projektierungsauftrags fÃ¼r die zweite Ausbauetappe des Tramdepots Hard mit Zusatznutzung) wird aufgehoben.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 12'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 270.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 12'270.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 4'000.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>