<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Swissmedic den Auftrag zu erteilen, konkrete Massnahmen zu ergreifen, um den steigenden Missbrauch von Präparaten mit dem Wirkstoff Methylphenidat (wie Ritalin) einzudämmen. Diese werden vermehrt auch von Erwachsenen eingenommen. Da sie als Aufputschmittel wirken, können sie zu erhöhtem Unfallrisiko führen. Zusätzlich sind solche Erwachsene absolut kein förderndes Beispiel für unsere Jugend.</p><p>Deshalb wird der Bundesrat aufgefordert, mit einer Informationskampagne die Öffentlichkeit auf die schädlichen Wirkungen von Präparaten, welche Methylphenidat enthalten, aufmerksam zu machen, da Methylphenidat der gleiche Wirkstoff ist, welcher auch in Kokain enthalten ist, und z. B. Ritalin auch in der Drogenszene unter dem Namen Kiddykoks vermarktet wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Swissmedic hat Arzneimittel mit dem Wirkstoff Methylphenidat auf der Basis international geltender Standards bereits seit 1954 zugelassen. In der von Swissmedic genehmigten und regelmässig aktualisierten Fachinformation wird auf die Wirkung, die Nebenwirkungen und allfällig zu ergreifende Schutzmassnahmen ausführlich eingegangen. Die Fachinformation von Ritalin weist im Übrigen darauf hin, dass das Arzneimittel zusammen mit weiteren therapeutischen Massnahmen einzusetzen ist.</p><p>Der Bundesrat hat in der Vergangenheit bereits mehrmals zum Thema Verschreibung von Ritalin an Kinder und Jugendliche Stellung nehmen können. Er verweist insbesondere auf die Antworten zur Anfrage Guisan 02.1079, "Verschreibung von Ritalin", zur Interpellation Brunner Christiane 02.3243, "Verschreibung von Ritalin", zur Interpellation Bortoluzzi 02.3775, "Gesundheit für Kinder und Jugendliche", zur Anfrage Müller Walter 04.1179, "Ritalinmissbrauch", zur Interpellation von Siebenthal 09.3715, "Ritalin. Negative Folgen der Verabreichung an Kinder", zur Motion Geissbühler 10.3380, "Eindämmung der Verschreibung von Psychopharmaka an Kinder", und zur Interpellation Freysinger 10.3567, "Ritalin".</p><p>Zwei der drei von Swissmedic zugelassenen Medikamente mit dem Wirkstoff Methylphenidat (Concerta und Focalin) sind auch bei Erwachsenen für die Indikation Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung zugelassen, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Ritalin hingegen kann bei Erwachsenen nur für die Indikation Narkolepsie (Schlafstörung) eingesetzt werden. Die Verschreibung dieser Medikamente liegt in der alleinigen Verantwortung der behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzte. Diese sind verpflichtet, bei der Verschreibung und der Abgabe von Arzneimitteln die anerkannten Regeln der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften zu beachten (Art. 26 Abs. 1 des Heilmittelgesetzes; SR 812.21). Eine Einmischung in das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, beispielsweise mittels einer Kampagne, steht für den Bundesrat nicht zur Diskussion.</p><p>In diesem Zusammenhang weist der Bundesrat darauf hin, dass die europäische Heilmittelbehörde (European Medicines Agency, Emea) am 22. Januar 2009 eine Empfehlung (Emea/22315/2009) für eine sicherere Verschreibung von Ritalin und anderen Präparaten mit dem Wirkstoff Methylphenidat herausgegeben hat, welche von einer dringlichen Einschränkung des Gebrauchs von Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln absieht ( "there was no need for an urgent restriction to the use of methylphenidate-containing medicines").</p><p>In der Motion wird ausgeführt, dass der Wirkstoff von Ritalin der gleiche Wirkstoff sei, der auch in Kokain enthalten sei. Diese Aussage ist wissenschaftlich nicht haltbar. Obschon Methylphenidat unter der gleichen Wirkstoffgruppe wie Kokain subsumiert wird, nämlich unter der Gruppe der Psychostimulanzien, handelt es sich nicht um den gleichen Wirkstoff. Die beiden Substanzen haben völlig unterschiedliche chemische Strukturen mit ebenfalls unterschiedlicher pharmakologischer Wirkung.</p><p>Angesichts der Tatsache, dass Swissmedic in den Informationen für Fachpersonen wiederholt an die korrekte Verwendung der Präparate erinnert hat ("Fragen und Antworten zum richtigen Gebrauch von Methylphenidat", Quelle: www.swissmedic.ch/marktüberwachung), erachtet der Bundesrat die vorliegenden Informationen für Fachpersonen zur korrekten Anwendung von Methylphenidat-haltigen Arzneimitteln als ausreichend. Er sieht deshalb keinen Handlungsbedarf für eine weiter gehende Informationskampagne.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.