<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.1999.00135</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105274&amp;W10_KEY=4467151&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.1999.00135</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.01.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 04.04.2001 teilweise gutgeheissen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Natur- und Landschaftsschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Abgrenzung der Moorlandschaft Pfäffikersee und des Flachmoors Robenhauserriet. Notwendigkeit der Ausscheidung einer Nährstoff-Pufferzone und des Einbezugs weiterer Grundstücke in den Schutzperimeter der Moorlandschaft.<br/><br/>Zuständigkeit des VGr und Legitimation (E. 1). Kognition des VGr (E. 2).<br/>Zwar hätte die beschwerdeführenden Naturschutzorganisationen vor Erlass der Schutzanordnungen angehört werden müssen, doch ist vorliegend von einer Rückweisung abzusehen (E. 3a). Ein Gutachten der ENHK war nicht einzuholen (E. 3b).<br/>Zum Schutz des Flachmoors Robenhauserriet/Wetzikon ist eine Pufferzone auszuscheiden (E. 4).<br/>Abgrenzung der Moorlandschaft Pfäffikersee im Bereich von Robenhausen im Einzelnen. Ausdehnung des räumlichen Schutzbereichs gegenüber den Anordnungen der Baudirektion in Anwendung von Art. 23b NHG (E. 5 und 6).<br/>Eine kommunale Nutzungsplanung ist erst anzufechten, wenn die übergeordnete Abgrenzung der Moore und Moorlandschaften erfolgt ist (E. 7).<br/><br/>--&gt; BGE 1A.95+96+97/2000 vom 4. April 2001 (teilweise Gutheissung)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGUTACHTUNGSPFLICHT">BEGUTACHTUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BGE">BGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MOORLANDSCHAFT">MOORLANDSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ">NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PUFFERZONE">PUFFERZONE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 78 lit. V BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 3 FMV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 MLV</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 NHG</span><br/><span class="gerade">Art. 23b NHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1">I. Die Baudirektion legte mit VerfÃ¼gung Nr. 1305 vom 7. November 1995 den Grenz­verlauf des national bedeutsamen Flachmoors "Robenhauserriet/PfÃ¤ffikersee" (Ob­jekt Nr. 2212) im Bereich des Quartierplangebiets Robenhausen entlang dem Aabachzulauf (Ã¶ffentliches GewÃ¤sser Nr. 5g) vor den GrundstÃ¼cken Kat.Nrn. 5613 und 5614 auf einer LÃ¤nge von 70 m fest. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit VerfÃ¼gung Nr. 1175 vom 27. August 1996 legte die Baudirektion sodann den Grenzverlauf der Moorlandschaft von nationaler Bedeutung PfÃ¤ffikersee (Objekt Nr. 5) im erwÃ¤hnten Abschnitt von 70 m LÃ¤nge sowie zusÃ¤tzlich entlang der an den Aabach angren­zenden Freihaltezone fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Schliesslich setzte die Baudirektion mit VerfÃ¼gung Nr. 963 vom 27. August 1997 die Grenze des erwÃ¤hnten Flachmoors Objekt Nr. 2212 zusÃ¤tzlich unter anderem entlang der GrundstÃ¼cke Kat.Nrn. 4474, 4475, 65 und 66 sowie die Grenze der erwÃ¤hnten Moor­landschaft Objekt Nr. 5 zwischen dem Gebiet Hell sowie der SeegrÃ¤bnerstrasse im Gebiet Zil fest.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Gegen die VerfÃ¼gung der Baudirektion (fortan: BDV) 1305/1995 erhoben der WWF Schweiz, der WWF ZÃ¼rich und X. Y.-Z. innert Frist gemeinsam Rekurs an den Re­gierungsrat. Gegen BDV 1175/1996 sowie BDV 963/1997 erhoben der WWF Schweiz, der WWF ZÃ¼rich, der Schweizer Vogelschutz und der ZÃ¼rcher Vogel­schutz ebenfalls jeweils innert Frist gemeinsame Rekurse an den Regierungsrat. Dieser vereinigte mit Beschluss Nr. 512 vom 17. MÃ¤rz 1999 die Rechtsmittel und wies sie alle ab. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Der WWF Schweiz, der WWF ZÃ¼rich, der Schweizer Vogelschutz und der ZÃ¼r­cher Vogelschutz haben gegen den Rekursentscheid am 26. April 1999 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erhoben. Sie beantragen die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, soweit damit ihre RekursantrÃ¤ge abgewiesen und ihnen Kosten auferlegt wurden, sowie die Aufhebung der drei VerfÃ¼gungen der Baudirektion. Weiter beantragen sie die RÃ¼ckwei­sung der Angelegenheit zur Einholung der erforderlichen Fachgutachten und zu neuer Ent­scheidung durch die Baudirektion, eventuell eine Neubeurteilung durch das Verwaltungs­gericht; alles unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Gemeinderat Wetzikon, der Regierungsrat und die Baugenossenschaft A. be­an­tragen mit Eingaben vom 19. Mai 1999, 22. Juni 1999 und 15. Juli 1999 die Abwei­sung der Beschwerde, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolge. Die Baudirektion verzich­tete auf separate Stellungnahme.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">IV. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 1. Juni 1999 wurden die Erbengemeinschaft F., K. und N. L.-M. sowie die Erbengemeinschaft O. entspre­chend ihrem Gesuch vom 28. Mai 1999 als Mitbeteiligte in das Verfahren beigeladen und wurde ihnen Frist zur Vernehm­las­sung angesetzt. Die Mitbeteiligten beantragten am 29. Ju­li 1999 die Abweisung der Be­schwer­de, soweit darauf einzutreten sei; unter EntschÃ¤di­gungsfolge.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit VerfÃ¼gung vom 7. Juli 1999 nahm der AbteilungsprÃ¤sident Kenntnis vom Aus­scheiden des Konkursamts Wetzikon aus dem Verfahren, lud an dessen Stelle die Bauge­nossenschaft W. als Mitbeteiligte in das Verfahren bei und setzte auch ihr Frist fÃ¼r eine allfÃ¤llige Vernehmlassung. Die Mitbeteiligte beantragte am 2. August 1999 ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten‑ und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">V. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 21. September 1999 wurde der Baudirektion aufge­geben, dem Gericht das Beschlussprotokoll zwischen dem Bund und dem Kanton ZÃ¼rich vom 18./28. Januar 1993 betreffend die sÃ¼dliche Begrenzung der Moorlandschaft PfÃ¤ffi­kersee einschliesslich allfÃ¤lliger Unterlagen, welche die Tragweite dieses Protokolls zu erhel­len vermÃ¶gen, einzureichen, ebenso die Umschreibung der Moorlandschaft Nr. 5 ge­mÃ¤ss der Verordnung vom 1. Mai 1996 Ã¼ber den Schutz von Moorlandschaften von be­sonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeutung (Moorlandschaftsverordnung, MLV; SR 451.35) und des Flachmoors Nr. 2212 gemÃ¤ss der Verordnung vom 7. September 1994 Ã¼ber den Schutz der Flachmoore von nationaler Bedeutung (Flachmoorverordnung, FMV; SR 451.33). Trotz schriftlich und zusÃ¤tzlich mÃ¼ndlich erstreckter Frist kam die Baudirek­tion dieser Aufforderung nur unvollstÃ¤ndig nach. Hingegen gelang es dem Vertreter der privaten Beschwerdegegnerin, die Korrespondenz, welche die Tragweite der Vereinbarung vom 18./28. Januar 1993 erhellt, zu den Akten zu geben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">VI. Das Verwaltungsgericht nahm am 12. Januar 2000 einen Augenschein im Ge­lÃ¤nde mit anschliessender Schlussverhandlung vor. Dabei erhielten die BeschwerdefÃ¼hrer auch Gelegenheit, sich zur Vereinbarung vom 18./28. Januar 1993 und den damit zusam­menhÃ¤ngenden Akten zu Ã¤ussern.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">1. a) Das Verwaltungsgericht ist aufgrund von § 41 des Verwaltungsrechtspflege­gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zur Beurteilung von Beschwerden gegen kantonale Schutzmassnahmen fÃ¼r Objekte des Natur‑ und Heimatschutzes zustÃ¤ndig, und zwar ungeachtet dessen, ob sie durch Verordnung erlassen oder durch VerfÃ¼gung getroffen worden sind (RB 1985 Nr. 15; RB 1985 Nr. 96 = ZBl 87/1986, S. 39 = BEZ 1985 Nr. 44; RB 1986 Nr. 14). An die­ser Praxis ist auch nach der VRG-Revision vom 8. Juni 1997 fest­zuhalten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Die Legitimation der BeschwerdefÃ¼hrer ergibt sich ohne weiteres aus Art. 12 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 Ã¼ber den Natur‑ und Heimatschutz (NHG; SR 451) sowie aus § 338a Abs. 2 des Planungs‑ und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). Die Ã¼brigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. Angefochten sind drei FeststellungsverfÃ¼gungen Ã¼ber die ZugehÃ¶rigkeit eines GrundstÃ¼cks zu einem Schutzobjekt gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 3 FMV bzw. MLV. Da die VerfÃ¼­gungen Objekte betreffen, denen Ã¼ber den Gemeindebann hinausgehende Bedeutung zu­kommt ‑ die Schutzobjekte sind von nationaler Bedeutung ‑, ist die Baudirektion fÃ¼r den Erlass zustÃ¤ndig (§ 211 PBG). Der Regierungsrat prÃ¼ft die VerfÃ¼gungen als Rekursinstanz gemÃ¤ss § 20 VRG auf RechtmÃ¤ssigkeit und Angemessen­heit. Dabei hat er die sich aus dem Bundesrecht ergebenden Ermessens‑ und BeurteilungsspielrÃ¤ume der Verwaltung zu be­rÃ¼ck­sichtigen. ‑ Die ÃberprÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts ist auf die Rechtskon­trolle be­schrÃ¤nkt. Es darf den angefochtenen Rekursentscheid des Regierungsrats nur um­stossen, wenn er mit einem Rechtsmangel behaftet ist (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG) oder auf einer ungenÃ¼genden Fest­stellung des rechtserheblichen Sachverhalts beruht (§ 51 VRG). Die Voraussetzungen von § 50 Abs. 3 VRG fÃ¼r eine Ermessenskontrolle sind vorliegend nicht gegeben. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Sache nach betreffen die VerfÃ¼gungen BDV 1305/1995 und (zum Teil) BDV 963/1997 die Abgrenzung des Flachmoors, BDV 1175/1996 und (zum Teil) BDV 963/1997 die Abgrenzung der Moorlandschaft. Die nachfolgende BegrÃ¼ndung wird, nach Behandlung der formellen RÃ¼gen, entsprechend diesen Sachfragen gegliedert. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. In formeller Hinsicht rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrer das mangelhafte AnhÃ¶rungs­verfahren. Zudem rÃ¼gen sie, dass kein Gutachten der EidgenÃ¶ssischen Natur‑ und Heimat­schutzkommission (ENHK) eingeholt worden sei.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Art. 23b NHG regelt Begriff und Abgrenzung der Moorlandschaften von beson­derer SchÃ¶nheit und nationaler Bedeutung. ZustÃ¤ndig fÃ¼r die Bezeichnung ist in erster Li­nie der Bundesrat (Abs. 3). GestÃ¼tzt auf Art. 23c Abs. 2 NHG sieht Art. 3 Abs. 1 MLV vor, dass die Kantone den genauen Grenzverlauf der Objekte festlegen. Dabei haben sie unter anderem die nach Art. 12 Abs. 2 NHG beschwerdeberechtigten Organisationen anzuhÃ¶ren (Art. 3 Abs. 1 lit. e MLV). Art. 3 Abs. 1 FMV wie auch Art. 3 Abs. 1 der Verordnung vom 21. Januar 1991 Ã¼ber den Schutz der Hoch‑ und Ãbergangsmoore von nationaler Bedeu­tung (Hochmoorverordnung, HMV; SR 451.32) enthalten demgegenÃ¼ber keine ausdrÃ¼ckli­che Verpflichtung zur AnhÃ¶rung der Organisationen. Dessen ungeachtet ist es sachgerecht, Art. 3 Abs. 1 MLV sinngemÃ¤ss auch auf die genaue Abgrenzung der Moorbiotope anzu­wenden (Bernhard Waldmann, Der Schutz von Mooren und Moorlandschaften, Freiburg 1997, S. 202).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Vor Erlass von BDV 963/1997 wurde ein entsprechendes Einwendungsverfahren durchgefÃ¼hrt, bei den frÃ¼heren VerfÃ¼gungen ist es unterblieben. Zu Recht wird von keiner Seite geltend gemacht, die Unterlassung der AnhÃ¶rung kÃ¶nne damit begrÃ¼ndet werden, dass es vorliegend nur um ein Ã¶rtlich beschrÃ¤nktes Feststellungsverfahren gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 3 MLV gehe. Angesichts der prÃ¤judiziellen Bedeutung dieses Feststellungsverfahrens fÃ¼r die endgÃ¼ltige Objektabgrenzung besteht kein Anlass, von der AnhÃ¶rungsanforderung gemÃ¤ss Abs. 1 abzurÃ¼cken. Im angefochtenen Entscheid wird hingegen ausgefÃ¼hrt, es habe im Ermessen der Baudirektion gestanden, ob und wie sie die AnhÃ¶rung gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 MLV durchfÃ¼hren wollte, weil die streitbetroffenen VerfÃ¼gungen mit Rekurs an­fechtbar gewesen seien. Diese Auffassung ist verfehlt. Der Regierungsrat beruft sich auf das Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021). Dieses Gesetz ist indessen vorliegend gar nicht anwendbar (vgl. Art. 1 VwVG). WÃ¤re es anwendbar, so wÃ¼rde sich aus Art. 30 VwVG nicht die vom Regierungs­rat gezogene Konsequenz ergeben, weil eine AnhÃ¶rung im Sinn von Art. 3 Abs. 1 lit. e MLV <i>vor</i> dem Entscheid der erstinstanzlich zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde zu erfolgen hat, mithin bevor Einsprache erhoben werden kÃ¶nnte. Entsprechend ist die vorgÃ¤ngige AnhÃ¶rung nicht mit der MÃ¶glichkeit zur Einsprache zu verwechseln und kann sie auch nicht der Anfech­tungsmÃ¶glichkeit durch Rekurs oder Beschwerde gleichgesetzt werden. Sinn von Art. 3 Abs. 1 MLV ist es vielmehr, den Betroffenen einschliesslich der Organisationen vor dem Entscheid das rechtliche GehÃ¶r zu gewÃ¤hren. Soweit die Organisationen nicht vorgÃ¤ngig angehÃ¶rt wurden, liegt daher ein Verfahrensmangel vor.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das kann im konkreten Fall allerdings aus verschiedenen GrÃ¼nden nicht zu einer Aufhebung des angefochtenen Entscheids und zu einer RÃ¼ckweisung fÃ¼hren: Die MLV ist erst am 1. Juli 1996 in Kraft getreten, also nach Erlass von BDV 1305/1995 und zu einem Zeitpunkt, an welchem BDV 1175/1996 das Vorbereitungsstadium klarerweise hinter sich gelassen hatte. Die Inventare der Moorlandschaften und Moorbiotope lassen sich als All­gemeinverfÃ¼gungen qualifizieren, die allerdings materiell SachplÃ¤ne im Sinn von Art. 13 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG; SR 700) darstellen (Waldmann, S. 149; Karl Ludwig FahrlÃ¤nder in: Kommentar NHG, ZÃ¼rich 1997, Art. 18a Rz. 11; Al­fred KÃ¶lz, Rechtsfragen des Moorschutzes ‑ am Beispiel des Stauseeprojektes "Grimsel West", URP 1996, S. 171 ff., S. 186 und 192 f.). Vor dem Erlass von AllgemeinverfÃ¼gun­gen besteht ‑ vorbehÃ¤ltlich einer ausdrÃ¼cklichen, hier erst mit der MLV geschaffenen Re­gelung ‑ kein <i>allgemeiner</i> GehÃ¶rsanspruch (vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 8 N. 4). ‑ Die interessierten Organisationen hatten sodann die MÃ¶glichkeit, ihre Anliegen im Rekursverfahren einzubringen, was bis zu einem gewissen Grad eine Heilung des Ver­fahrensmangels ermÃ¶glicht (zur Heilung von GehÃ¶rsverweigerungen, auch zur damit ver­bundenen Problematik, siehe ausfÃ¼hrlich KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 8 N. 48 ff.). ‑ Nicht Ã¼ber­sehen werden kann schliesslich die Vorgeschichte der angefochtenen VerfÃ¼gungen. Die hier fragliche Abgrenzung beruht auf Entscheiden, welche die BehÃ¶rden im Wesentlichen bereits anlÃ¤sslich des Verfahrens zur Abgrenzung der Moorlandschaft PfÃ¤ffikersee durch den Bundesrat getroffen haben. Anderseits war die Position der Organisationen aufgrund ihrer frÃ¼heren Interventionen ebenfalls bekannt. Eine RÃ¼ckweisung zur Nachholung des AnhÃ¶rungsverfahrens kÃ¤me unter diesen UmstÃ¤nden einem leeren Formalismus gleich, der sich angesichts des Interesses der betroffenen GrundeigentÃ¼mer, endlich Klarheit Ã¼ber den rechtlichen Status ihres Landes zu erhalten, nicht rechtfertigen lies­se.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) GemÃ¤ss Art. 7 NHG hat die zustÃ¤ndige Stelle rechtzeitig ein Gutachten der zu­stÃ¤ndigen Kommission gemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 NHG einzuholen, wenn bei ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe ein Objekt beeintrÃ¤chtigt werden kÃ¶nnte, das in einem Inventar des Bundes aufgefÃ¼hrt ist (sogenannt obligatorische Begutachtung). Vorliegend wÃ¤re die ENHK zu­stÃ¤n­dig (vgl. Art. 23 Abs. 2 und Art. 25 der Verordnung vom 16. Januar 1991 Ã¼ber den Natur‑ und Heimatschutz, NHV; SR 451.1). Die BeschwerdefÃ¼hrer halten dafÃ¼r, diese Begut­achtung sei zu Unrecht unterlassen worden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Die Begutachtungspflicht gemÃ¤ss Art. 7 NHG bezieht sich auf Objekte in In­ventaren im Sinn von Art. 5 NHG. Es ist unsicher, ob die in den entsprechenden Verord­nungen als Moor‑ bzw. Moorlandschaftsinventare bezeichneten Verzeichnisse dieser Schutzobjekte als Inventare im Sinn von Art. 5 NHG anzusehen sind. In der Literatur wird dies verneint (vgl. JÃ¶rg Leimbacher in: Kommentar NHG, Art. 7 Rz. 2; FahrlÃ¤nder, Art. 18a Rz. 6; vgl. auch die redaktionellen Bemerkungen von Peter Keller in URP 1997, S. 220, zu BGr, 26. Juni 1996, URP 1997, S. 217), wÃ¤hrenddem das Bundesgericht es als schwer nachvollziehbar bezeichnet hat, weshalb das Flachmoorinventar kein Inventar im Sinn von Art. 5 Abs. 1 NHG sein sollte (BGr, 26. Juni 1996, URP 1997, S. 217 E. 2e). Unter sachlichen Gesichtspunkten ist in der Tat kaum zu verstehen, weshalb die Inventare der Moorlandschaften und der Moore rechtlich anders zu qualifizieren sein sollten als die frÃ¼heren, gestÃ¼tzt auf Art. 5 NHG erstellten Inventare. Offenbar liegt der Diskussion in erster Linie die Frage zugrunde, wie sehr die notorisch Ã¼berlastete ENHK mit zusÃ¤tzlichen Aufgaben belastet werden kann. Wie es sich damit verhÃ¤lt, kann vorliegend offen bleiben. Soweit das Moorlandschafts‑ bzw. das Flachmoorinventar zur Diskussion steht, geht es nicht darum, dass bei der ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe ein inventarisiertes Objekt beein­trÃ¤chtigt werden kÃ¶nnte, sondern um die Abgrenzung des Inventarobjekts an sich. Dieser Vorgang kann nicht als AuslÃ¶ser einer obligatorischen Begutachtung angesehen werden, sondern geht dieser notwendigerweise voraus. Diese Betrachtungsweise rechtfertigt sich umso mehr, als einerseits die Kommission gemÃ¤ss Art. 25 Abs. 1 lit. c NHV bei der Vorbe­reitung und NachfÃ¼hrung der Inventare von Objekten von nationaler Bedeutung ohnehin mitzuwirken hat und anderseits die Erstellung der Inventare durch Expertenkommissionen vorbereitet wurde (vgl. E. 5d).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) Der PfÃ¤ffikersee und seine Umgebung sind indessen auch im Anhang der Ver­ordnung vom 10. August 1977 Ã¼ber das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenk­mÃ¤ler (VBLN) als Objekt Nr. 1409 aufgefÃ¼hrt. Der Perimeter dieses Objekts ist im Raum Heid­acher weiter gefasst als jener des Moorlandschaftsobjekts Nr. 5 gemÃ¤ss den ange­foch­tenen VerfÃ¼gungen der Baudirektion. Die Festlegung der Moorlandschaftsgebiete, auch wenn sie mit den Instrumenten der Raumplanung erfolgt, ist eine Bundesaufgabe (BGr, 19. Juli 1995, ZWR 1996, S. 88 E. 2; BGr, 29. November 1994, ZBl 97/1996, S. 122 E. 1, je mit Hinweisen; Jean-Baptiste Zufferey in: Kommentar NHG, Art. 2 Rz. 28). Die Be­gren­zung des Moorlandschaftsperimeters auf ein kleineres Gebiet als jenes des BLN-Objekts stellt daher eine obligatorisch durch die ENHK zu begutachtende Massnahme dar, wenn sie geeignet ist, das BLN-Objekt zu beeintrÃ¤chtigen. Eine mÃ¶gliche BeeintrÃ¤chtigung ist nicht bei jeder VerÃ¤nderung im Objekt anzunehmen, sondern dann, wenn die Schutz­ziele des Ob­jekts betroffen werden, wenn also das berÃ¼hrt wird, was das Schutzobjekt ein­zigartig oder typisch und damit schÃ¼tzenswert macht (Leimbacher, Art. 7 Rz. 4 f.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Schutzziele fÃ¼r das BLN-Objekt PfÃ¤ffikersee werden im dazugehÃ¶rigen Ob­jekt­beschrieb nur sehr allgemein umschrieben. Eine Aussage zur Freihaltung oder Ãber­bauung im hier interessierenden Bereich lÃ¤sst sich nicht gewinnen. Hingegen ist aktenkun­dig, dass die Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee vom 2. Dezember 1948 im Heidacher das Bauen (mit Bewilligung der Baudirektion) zuliess. Die Revision der Verordnung vom 22. Mai 1969 Ã¤n­derte daran nichts, und auch die neueste Fassung der Schutzverordnung vom 27. Mai 1999 behÃ¤lt diese Ordnung bei (vgl. act. 16/6/4.3, 16/6/4.4 und 32/2). Im Inventar der zu erhaltenden Landschaften und NaturdenkmÃ¤ler von nationaler Bedeutung (KLN) von 1963, dem VorgÃ¤nger des BLN, war die Landschaft um den PfÃ¤ffikersee bereits ver­zeichnet; als Schutzziel wurde festgehalten, die Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee sei strikte zu vollziehen (vgl. act. 16/6/3). Daraus lÃ¤sst sich ableiten, dass die Bauzone im Heidacher nicht als Wi­der­spruch zu den Zielen des KLN‑ bzw. BLN-Objekts angesehen wurde (vgl. im gleichen Sinn VGr, 19. Dezember 1995, URP 1996, S. 351, in RB 1995 Nr. 73 nicht publizierte E. 2e). Es besteht kein Anlass, heute eine andere Sichtweise einzunehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Dass die Abgrenzung der Moorlandschaft mittelbar im hier interessierenden Rand­bereich des BLN-Objekts das Bauen zulÃ¤sst, bedeutet nach dem Gesagten keinen Eingriff ins BLN-Objekt. Die Erteilung allfÃ¤lliger Baubewilligungen stellt keine ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe dar und lÃ¶st damit ebenfalls keine obligatorische Begutachtung aus. Der Vorwurf, die Baudirektion habe zu Unrecht kein Gutachten der ENHK eingeholt, erweist sich damit als unberechtigt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><b>Abgrenzung des Flachmoors Robenhauserried </b></p> <p class="Einzug1"><b> </b></p> <p class="Einzug1">4. Die Abgrenzung des eigentlichen Moorgebiets ist unbestritten. Umstritten ist hingegen die Pflicht bzw. Notwendigkeit, bei Robenhausen ausserhalb des Moors einen zusÃ¤tzlichen Streifen Land als Pufferzone auszuscheiden und dem Schutzgebiet zuzuwei­sen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) aa) GemÃ¤ss Art. 78 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) ‑ er ent­spricht Art. 24<sup>sexies</sup> der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874/27. Mai 1962 (aBV) ‑ ist der Natur‑ und Heimatschutz (grundsÃ¤tzlich) Sache der Kantone (Abs. 1). Nach Abs. 4 dieser Bestimmung hat jedoch der Bund die Gesetzgebungshoheit zum Schutz der Tier‑ und Pflan­zenwelt und zur Erhaltung ihrer LebensrÃ¤ume, d.h. betreffend Arten‑ und Bio­top­schutz (vgl. Thomas Fleiner-Gerster in: Kommentar BV, Basel/ZÃ¼rich/Bern 1989, Art. 24<sup>sexies</sup> Rz. 28 f.). GestÃ¼tzt hierauf bestimmt Art. 18a NHG, dass der Bundesrat nach AnhÃ¶ren der Kantone die Biotope von nationaler Be­deutung bezeichnet, deren Lage be­stimmt und die Schutzziele festlegt (Abs. 1). Die Kan­tone ordnen den Schutz und den Un­terhalt der Biotope von nationaler Bedeutung. Sie treffen rechtzeitig die zweckmÃ¤ssigen Massnahmen und sorgen fÃ¼r ihre DurchfÃ¼hrung (Abs. 2). Ãberdies sind Moore und Moor­landschaften von besonderer SchÃ¶nheit und von gesamtschweizerischer Bedeutung gemÃ¤ss Art. 78 Abs. 5 BV zwingend geschÃ¼tzt (Satz 1). Diese Bestimmung, die inhaltlich mit Art. 24<sup>sexies</sup> Abs. 5 aBV Ã¼bereinstimmt, stellt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine direkt anwendbare bundesrechtliche Bestim­mung dar (BGE 124 II 19 E. 3b S. 24, 118 Ib 11 E. 2e; BGr, 17. Dezember 1992, ZBl 94/1993, S. 522 E. 2a).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) GestÃ¼tzt auf Art. 18a NHG und Art. 24<sup>sexies</sup> Abs. 5 aBV hat der Bundesrat ver­schiedene Schutzverordnungen erlassen, darunter die Flachmoorverordnung. Diese sieht in Art. 1 und 2 vor, dass die Flachmoore von nationaler Bedeutung in einem Bundesinventar erfasst und in einer gesonderten Publikation nÃ¤her umschrieben werden. GemÃ¤ss Art. 3 FMV haben die Kantone den genauen Grenzverlauf festzulegen und Ã¶kologisch ausrei­chen­de Pufferzonen auszuscheiden. Kraft Art. 4 FMV sind die Schutzobjekte ungeschmÃ¤­lert zu erhalten; in gestÃ¶rten Moorbereichen soll die Regeneration, soweit es sinnvoll ist, gefÃ¶rdert werden. FÃ¼r Hochmoore gilt entsprechend der HMV eine gleichartige Regelung. Eine bundesrechtliche Pflicht zur Aus­scheidung Ã¶kologisch ausreichender Pufferzonen ge­genÃ¼ber Biotopen ‑ auch solchen von regionaler oder lokaler Bedeutung ‑ ergibt sich auch aus Art. 14 Abs. 2 lit. d NHV (Hans Maurer in: Kommentar NHG, Art. 18b Rz. 18).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Zwar steht den Kantonen bei der Abgrenzung vor allem der Pufferzonen ein gewis­ser Beurteilungsspielraum zur BerÃ¼cksichtigung der Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse zu. Anderseits sind sie bundesrechtlich verpflichtet, fÃ¼r einen ausreichenden Biotopschutz zu sorgen und dabei die Vorgaben der einschlÃ¤gigen Bundesverordnungen einzuhalten (BGE 124 II 19 E. 3 mit ausfÃ¼hrlicher BegrÃ¼ndung; vgl. auch FahrlÃ¤nder, Art. 18a Rz. 38 und 15). Das Bun­desamt fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat eine Wegleitung zur Ermitt­lung von Ã¶kologisch ausreichenden Pufferzonen fÃ¼r Moorbiotope mit dem Titel Pufferzo­nen-SchlÃ¼ssel herausgegeben (2. Auflage 1997; im Folgenden als SchlÃ¼ssel zitiert). Das BUWAL betrachtet den SchlÃ¼ssel als verbindliche Wegleitung fÃ¼r die Kantone bei der Aus­scheidung von Ã¶kologisch ausreichenden Pufferzonen (SchlÃ¼ssel, S. 7). FÃ¼r die Ge­richte ist der SchlÃ¼ssel an sich nicht verbindlich. Indessen ist er aufgrund des darin zum Ausdruck gelangenden Fachwissens geeignet, einen sachgemÃ¤ssen und rechtsgleichen Voll­zug sicherzustellen. Das Verwaltungsgericht wird daher in der Regel keinen Anlass haben, von den Vorgaben des SchlÃ¼ssels wesentlich abzuweichen (vgl. KÃ¶lz/Boss­hart/ RÃ¶hl, § 50 N. 65).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Pufferzonen sollen Moorbiotope (oder andere schÃ¼tzenswerte LebensrÃ¤ume) vor der GefÃ¤hrdung durch umgebende Nutzungen und die davon ausgehenden Belastungen be­wahren (FahrlÃ¤nder, Art. 18a Rz. 42). Namentlich sollen sie die BeeintrÃ¤chtigung oder Zer­stÃ¶rung der an nÃ¤hrstoffarme VerhÃ¤ltnisse angepassten Moorvegetation durch Ein­schwem­men von NÃ¤hrstoffen aus angrenzendem Kulturland verhindern (BGr, 12. April 1996, URP 1996, S. 650 E. 5). Eine auf diese Funktion beschrÃ¤nkte Pufferzone wird als NÃ¤hrstoff-Puf­fer­zone bezeichnet. Pufferzo­nen erfÃ¼llen weitere Funktionen, z.B. den Schutz vor hydro­lo­gi­schen BeeintrÃ¤chtigungen (vgl. SchlÃ¼ssel, S. 11 und 17). Eine Ã¶kologisch ausreichende Pufferzone hat allen GefÃ¤hrdungen, denen durch eine Pufferzone begegnet werden kann, Rechnung zu tragen (BGE 124 II 19 E. 3a; SchlÃ¼ssel, S. 19).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der SchlÃ¼ssel enthÃ¤lt eine einfach zu handhabende Anleitung fÃ¼r die Festlegung von NÃ¤hrstoff-Pufferzonen (S. 20 ff.). Danach ist als erstes zu untersuchen, ob eine NÃ¤hr­stoff-Pufferzone Ã¼berhaupt nÃ¶tig ist oder ob aus bestimmten GrÃ¼nden ohnehin schon ein wirkungsvoller Schutz gegen NÃ¤hrstoffeintrag gegeben ist. Trifft dies nicht zu, so ist die minimale Breite der NÃ¤hrstoff-Pufferzone anhand von sieben Kriterien, denen sieben Ar­beitsschritte entsprechen, festzulegen. Die Kriterien sind:</p> <p class="EinzugZitat"> - Empfindlichkeit der Moorvegetation gegen NÃ¤hrstoffzufuhr,</p> <p class="EinzugZitat"> - vorhandener Schutz des Moorbiotops, z.B. durch Hecken oder Strassen,</p> <p class="EinzugZitat"> - aktuelle Nutzung der an das Moorbiotop angrenzenden FlÃ¤chen,</p> <p class="EinzugZitat"> - Neigung der an das Moorbiotop angrenzenden FlÃ¤chen,</p> <p class="EinzugZitat"> - Boden-DurchlÃ¤ssigkeit in den an das Moorbiotop angrenzenden FlÃ¤chen,</p> <p class="EinzugZitat"> - Boden-Wasserhaushalt in den an das Moorbiotop angrenzenden FlÃ¤chen,</p> <p class="EinzugZitat"> - Neigung des Moorbiotops.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) GemÃ¤ss Art. 18b Abs. 2 NHG sorgen die Kantone in intensiv genutzten Gebie­ten inner‑ und ausserhalb von Siedlungen fÃ¼r Ã¶kologischen Ausgleich mit FeldgehÃ¶lzen, Hecken, Uferbestockungen oder mit anderer naturnaher und standortgemÃ¤sser Vegetation. Pufferzonen sind nicht dasselbe wie Ausgleichsmassnahmen; rechtlich gesehen unterschei­den sie sich davon sowohl hinsichtlich der Voraussetzungen wie der Folgen (vgl. FahrlÃ¤n­der, Art. 18a Rz. 48). Vorliegend ist zu beurteilen, ob die Vorinstanzen eine Pflicht zur Aus­scheidung von Pufferzonen verneinen durften. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Der Regierungsrat lehnt die Ausscheidung einer Pufferzone gemÃ¤ss dem ange­fochtenen Entscheid (E. 6 und 7) und der Beschwerdevernehmlassung im Wesentlichen deshalb ab, weil das betroffene Gebiet bereits weitgehend Ã¼berbaut sei und sich dem Schutz­ziel einer Pufferzone nicht unterordnen lasse. Soweit die GrundstÃ¼cke unÃ¼berbaut seien, wÃ¼rden die GrundeigentÃ¼mer in ihren Rechten stark beschnitten. Angesichts der realen NutzungsverhÃ¤ltnisse kÃ¶nnten die mit einer Pufferzone verbundenen Verbote nicht durchgesetzt werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Von vornherein unbehelflich ist die ErwÃ¤gung, Ausgleichsmassnahmen gemÃ¤ss Art. 18b Abs. 2 NHG dÃ¼rften keine zu einschrÃ¤nkenden Wirkungen fÃ¼r die GrundeigentÃ¼­mer haben, da es vorliegend nicht um die Anwendung dieser Bestimmung, sondern um die Festlegung einer ausreichenden Pufferzone geht. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) WÃ¤hrend des Rekursverfahrens gegen BDV 1305/1995 hat die Fachstelle Na­turschutz die erforderliche Pufferzonenbreite (teilweise) ermittelt (act. 16/2/11.6). GemÃ¤ss dem entsprechend dem SchlÃ¼ssel ausgefÃ¼llten Berechnungsblatt (vom 20. MÃ¤rz 1996) be­lÃ¤uft sich die minimale Breite des als <i>NÃ¤hrstoff-Pufferzone</i> benÃ¶tigten Kulturlandstreifens auf 25-40 m. Dabei wird erwÃ¤hnt, dass der Aabachzulauf, der das Moor begrenzt, keinen Schutz vor indirekter DÃ¼ngung bietet. In der Stellungnahme vom 22. MÃ¤rz 1996 zum Be­rechnungsblatt fÃ¼hrt die Fachstelle Naturschutz aus, dass im Ried zu eutrophe VerhÃ¤ltnisse vorliegen und eine Verbesserung dringend anzustreben ist. Die minimale Breite von 25 m ergebe sich "bei ausschliesslich positiven Voraussetzungen". Bei entsprechender Gestal­tung sei indes eine Reduktion der NÃ¤hrstoff-Pufferzone auf 15 m vertretbar. Weiter wird ausgefÃ¼hrt, die <i>hydrologische Pufferzone</i> mÃ¼sse mittels Bodensondierungen ermittelt wer­den. Damit die Pufferzone <i>faunistisch</i> wirksam werde, mÃ¼sse am SÃ¼drand der Pufferzone eine Hecke gepflanzt und der Bereich zwischen Hecke und Wassergraben von StÃ¶rungen freigehalten werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Weshalb eine Reduktion der Minimalbreite der Pufferzone auf 15 m vertretbar sein sollte, ist mangels hinreichender BegrÃ¼ndung nicht nachvollziehbar. Die Massnahmen, die in diesem Zusammenhang genannt werden (Abtrag von Oberboden, Magerwiese, Hecke am SÃ¼drand) dÃ¼rften ohnehin nÃ¶tig sein, um die dringenden Verbesserungen zu erreichen, die der Bericht erwÃ¤hnt. So setzt schon eine faunistische Pufferwirkung die Hecke und ei­nen ungestÃ¶rten Bereich zwischen dieser und dem Wassergraben voraus. Selbst wenn aber eine Pufferbreite von 15 m von der Dimensionierung her ausreichen sollte, so genÃ¼gt die von der Baudirektion mit BDV 1305/1995 verfÃ¼gte Massnahme (nÃ¤mlich ein Bauabstand von 15 m) nicht, da sie keine Auflagen Ã¼ber Gestaltung und Nutzung enthÃ¤lt. AnlÃ¤sslich des Augenscheins wurde erwÃ¤hnt, dass auf Parzelle Kat.Nr. 5614 frÃ¼her offenbar Schutt und dergleichen abgelagert wurde. Dies rechtfertigt den Verzicht auf eine Pufferzone nicht. Massgeblich ist allein, dass ausgehend von den heutigen Gegebenheiten die gesetzlich vor­geschriebenen Schutzmassnahmen getroffen werden mÃ¼ssen. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Weiter ist es unzulÃ¤ssig, die Ermittlung der hydrologischen Situation und der dar­aus zu ziehenden Konsequenzen in das kommunale Quartierplanverfahren zu verschieben. Zwar mag es unter UmstÃ¤nden angehen, auf die Abgrenzung einer definitiven hydrologi­schen Pufferzone zu verzichten und erst spÃ¤ter einzelfallweise bei Projekten, die den Land­schaftswasserhaushalt innerhalb des hydrologischen Einzugsgebiets tangieren kÃ¶nnen, ein hydrologisches Gutachten erstellen zu lassen (vgl. SchlÃ¼ssel, S. 17). Dieses Vorgehen dÃ¼rfte vor allem dort sinnvoll sein, wo bauliche Massnahmen im Sinn von Art. 23d Abs. 2 NHG in Frage stehen. Hingegen erweist es sich dort, wo ein Gebiet aus dem Schutzperi­meter herausgenommen und als Bauzone freigegeben werden soll, schon aus GrÃ¼nden der ZustÃ¤ndigkeit als ungeeignet. Die Frage, ob und in welchem Umfang unterirdische Bauten und Anlagen im mutmasslichen Pufferzonengebiet zulÃ¤ssig sind, muss im Rahmen der Aus­scheidung der Pufferzonen geklÃ¤rt werden. Es ist Sache der Baudirektion, dabei die erforderlichen Massnahmen hinreichend konkret anzuordnen; eine Delegation dieser Auf­gabe an die Gemeinden ist entgegen der am Augenschein geÃ¤usserten Auffassung der Bau­direktion unzulÃ¤ssig (§ 211 Abs. 1 PBG; vgl. BGE 124 II 19 E. 3a S. 23). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Das Argument, dass die Pufferzone Bauland betreffe und die bauliche Nutzung einschrÃ¤nke, rechtfertigt den Verzicht auf eine Pufferzone nicht. Die Kantone sind ver­pflich­tet, sÃ¤mtliche PlÃ¤ne, welche die zulÃ¤ssige Nutzung des Bodens im Sinn der Raum­planungsgesetzgebung regeln, mit der moorschutzrechtlichen Nutzungsordnung in Ãber­einstimmung zu bringen (Art. 5 Abs. 2 lit. a MLV und FMV, ebenso Art. 5 Abs. 1 lit. a HMV; vgl. Waldmann, S. 180 ff., mit Hinweisen, auch zum Folgenden). Die im angefoch­tenen Entscheid vertretene Auffassung, die Abgrenzung von Mooren und Moorlandschaf­ten habe die bestehende kommunale Nutzungsplanung zu beachten bzw. gehe dieser nach, sofern die Nutzungsplanung im Ãbrigen dem RPG genÃ¼ge, ist daher unhaltbar. Die raum­planungsrechtlichen GrundsÃ¤tze stehen einer moorschutzbedingten PlanÃ¤nderung nicht ent­gegen. Der Erlass der Moorschutzbestimmung von Art. 24<sup>sexies</sup> Abs. 5 aBV bzw. Art. 78 Abs. 5 BV bedeutet eine wesentliche VerÃ¤nderung der VerhÃ¤ltnisse im Sinn von Art. 21 Abs. 2 RPG Ã¼berall dort, wo bisher unzureichend geschÃ¼tzte Moore und Moorlandschaften vorkommen, die den Kriterien der Verfassung und des NHG entsprechen (Florian Wild, Gegenstand und Vollzug des Biotopschutzes nach NHG, URP 1999, S. 765 ff., 777 f.). Bund und Kantone haben mit Art. 24<sup>sexies</sup> Abs. 5 aBV (bzw. Art. 78 Abs. 5 BV) sowie Art. 18a und 18b NHG einen zwingenden Auftrag erhalten, Moorbiotope und Moorland­schaften zu schÃ¼tzen (BGE 120 Ib 27 E. 2c/aa S. 31), und zwar namentlich anlÃ¤sslich der Anpassung ihrer NutzungsplÃ¤ne (BGr, 19. Juli 1995, ZWR 1996, S. 88 E. 2b). Die Situa­tion bei Moorbiotopen (und Moorlandschaften) unterscheidet sich insofern von jener bei der Ausscheidung anderer Biotope, als deren Schutz selbst dort, wo es sich um Biotope von nationaler Bedeutung handelt, gemÃ¤ss Art. 18 ff. NHG zwar einen verbindlichen bundes­rechtlichen Auftrag an die Kantone darstellt, Art. 18 NHG aber keinen unmittelbaren Schutz bewirkt (BGE 118 Ib 485 E. 3a/b, auch zum Folgenden). Daher verfÃ¼gen die Kan­tone beim Biotopschutz, der nicht Moore betrifft, Ã¼ber ErmessensspielrÃ¤ume, die sie in Ab­wÃ¤gung aller massgeblichen Interessen wahrzunehmen haben. Die Feststellung des Bun­des­gerichts, dass auch die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 2 RPG erfÃ¼llt sein mÃ¼s­sen, soweit die Unterschutzstellung von Biotopen die Ãnderung geltender NutzungsplÃ¤ne er­for­dert (BGE 118 Ib 485 E. 3c S. 490), wurde in diesem Zusammenhang getroffen. Auf den Schutz von Mooren und Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und nationaler Be­deu­tung kann sie nicht Ã¼bertragen werden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es kann im Ãbrigen keine Rede davon sein, dass das mit der Zonenplanrevision vom 6. Februar 1986 festgesetzte Baugebiet als definitives Bauland anzusehen sei, welches unter keinen UmstÃ¤nden wieder ausgezont werden kann. Aus BGE 121 II 417 E. 3e ergibt sich nichts anderes; diese ErwÃ¤gung befasst sich nur mit dem Gegensatz zwischen vorlÃ¤u­figer Bauzone in Form von weitgehend Ã¼berbautem Gebiet im Sinn von Art. 36 Abs. 3 RPG und definitiver Bauzone, die erst durch eine RPG-konforme Nutzungsplanung ge­schaf­fen werden kann. Hingegen hat das Bundesgericht vielfach darauf hingewiesen, dass kein GrundeigentÃ¼mer Anspruch darauf hat, dass sein Land unter allen UmstÃ¤nden einge­zont bleibt (BGE 120 Ia 227 E. 2b, mit Hinweisen).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Nicht zu verkennen ist, dass die Festlegung und Durchsetzung einer Pufferzone im Ã¼berbauten Gebiet mit praktischen Schwierigkeiten verbunden sein kann. Das rechtfer­tigt aber keineswegs den vÃ¶lligen Verzicht auf eine Pufferzone, sowenig Ã¼brigens wie im Landwirtschaftsgebiet. Im Baugebiet wird ein gewisser Pragmatismus unerlÃ¤sslich sein; Vor­schriften Ã¼ber DÃ¼ngebeschrÃ¤nkungen oder ‑verbote, den Verzicht auf die Anlage von gedÃ¼ngten PflanzgÃ¤rten unmittelbar beim Moor, das Aufstellen von KompostbehÃ¤ltern etc. sind aber auch in den PrivatgÃ¤rten mÃ¶glich, wenn nicht, was vorzuziehen wÃ¤re, mit den GrundeigentÃ¼mern eine Vereinbarung Ã¼ber die Bewirtschaftung bzw. Pflege des Um­schwungs abgeschlossen werden kann (Art. 18c in Verbindung mit Art. 23a NHG). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Der Verzicht auf die Festlegung einer Pufferzone ist daher offensichtlich rechts­widrig. Die Festlegung kann mangels Grundlagen nicht vom Verwaltungsgericht vorge­nom­men werden. Die Angelegenheit ist in diesem Punkt zur Vornahme der erforderlichen AbklÃ¤rungen und zu neuer VerfÃ¼gung an die Baudirektion zurÃ¼ckzuweisen. Soweit das Moor Hochmoorcharakter aufweist, wird dessen SchutzbedÃ¼rfnis selbstverstÃ¤ndlich eben­falls Rechnung zu tragen sein. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><b>Abgrenzung der Moorlandschaft</b></p> <p class="Einzug1"><b> </b></p> <p class="Einzug1">5. a) Nach Art. 78 Abs. 5 BV sind Moore und Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeutung zwingend und direkt geschÃ¼tzt (vgl. E. 4a/aa). Art. 78 Abs. 5 BV stellt damit eine unmittelbar anwendbare verfassungsrechtliche Nut­zungsordnung auf (Waldmann, S. 93 f.). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wie erwÃ¤hnt (E. 4b/cc), verkennt der angefochtene Entscheid die Tragweite des Moorschutzartikels, wenn er sinngemÃ¤ss verschiedentlich argumentiert, die Abgrenzung der Moorlandschaft habe sich an den rechtskrÃ¤ftig ausgeschiedenen Bauzonen zu orientie­ren. FÃ¼r Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und nationaler Bedeutung hat der Verfassungsgeber die InteressenabwÃ¤gung abschliessend vorgenommen. Sie sind daher jeglicher weiteren raumplanerischen InteressenabwÃ¤gung entzogen (Waldmann, S. 94; Zuf­ferey, 2. Kap. Rz. 86 f., 96; KÃ¶lz, S. 189 f.). Der Grundsatz der Einheit der Verfassung steht dieser Auslegung nicht entgegen. Soweit Art. 78 Abs. 5 BV zu EigentumsbeschrÃ¤n­kungen fÃ¼hrt, ist dies hinzunehmen, denn Art. 78 Abs. 5 BV ist als Spezialregelung aufzu­fassen, welche das durch Art. 26 BV garantierte Eigentum nÃ¤her umschreibt. Damit geht er als lex specialis, und nicht etwa aufgrund der lex-posterior-Regel, der Eigentumsgarantie vor (Bundesamt fÃ¼r Justiz, Gutachten vom 30. Oktober 1996 zur Aufnahme der Moorland­schaft Grimsel in Inventar der Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und von natio­naler Bedeutung, URP 1997, S. 66 ff., insbesondere S. 67 f.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Das Vorgehen fÃ¼r die Abgrenzung der Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶n­heit und von gesamtschweizerischer Bedeutung wird zunÃ¤chst durch Art. 23b Abs. 3 NHG festgelegt. Danach bezeichnet der Bundesrat die schÃ¼tzenswerten Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeutung, und er bestimmt ihre Lage. Er arbei­tet dabei eng mit den Kantonen zusammen, welche ihrerseits die betroffenen Grundeigen­tÃ¼mer anhÃ¶ren. Von Bedeutung ist auch Art. 23c Abs. 2 NHG, wonach die Kantone fÃ¼r die Konkretisierung und Durchsetzung der Schutzziele sorgen. Auf dieser gesetzlichen Grund­la­ge schreibt Art. 3 Abs. 1 FMV, HMV und MLV vor, dass die Kantone den ge­nauen Grenz­verlauf der vom Bundesrat bezeichneten Schutzobjekte festlegen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Wie ausgefÃ¼hrt (E. 3a), stellt die Aufnahme der Schutzobjekte in ein Inventar eine AllgemeinverfÃ¼gung dar. Soweit die planliche Abgrenzung gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 3 FMV bzw. MLV vorgenommen wird, ohne dass gleichzeitig Schutzmassnahmen angeordnet wer­den, gilt dafÃ¼r dieselbe Qualifikation. Soweit eine eigentliche Nutzungsordnung aufge­stellt wird, liegt der Form nach ein Nutzungsplan im Sinn von Art. 14 ff. und 33 Abs. 2 RPG vor. So oder so kann die kantonale Anordnung, weil sie inhaltlich fast vollstÃ¤ndig vom Bundesnaturschutzrecht geregelt wird, trotz Art. 34 Abs. 3 RPG letztinstanzlich mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden (BGr, 29. No­vember 1994, ZBl 97/1996, S. 122 E. 1a). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Die Abgrenzung des Schutzobjekts in der jeweiligen <i>bundesrÃ¤tlichen</i> Verordnung (MLV, HMV, FMV), auf welcher die kantonale Anordnung beruht, unterliegt grundsÃ¤tz­lich der akzessorischen PrÃ¼fung durch die Gerichte. Weil die Bestimmung der Inventarob­jekte in Verordnungsform erfolgt, sind die Regeln fÃ¼r die vorfrageweise ÃberprÃ¼fung von bundesrÃ¤tlichen Verordnungen zu beachten. Bei unselbstÃ¤ndigen Verordnungen ‑ darum handelt es sich bei den auf das NHG gestÃ¼tzten Verordnungen ‑ kann geprÃ¼ft werden, ob sich der Bundesrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingerÃ¤umten Befugnisse gehalten hat. Soweit das Gesetz den Bundesrat nicht ermÃ¤chtigt, von der Verfassung abzuweichen, befindet das Gericht auch Ã¼ber die VerfassungsmÃ¤ssigkeit der unselbstÃ¤ndigen Verord­nung. RÃ¤umt die gesetzliche Delegation dem Bundesrat einen weiten Ermessensspielraum fÃ¼r die Regelung auf Verordnungsstufe ein, ist dieser jedoch fÃ¼r das Bundesgericht, und damit auch fÃ¼r die kantonalen Gerichte, nach Art. 191 BV (Art. 113 Abs. 3 und Art. 114<sup>bis</sup> Abs. 3 aBV) verbindlich. In diesem Fall darf das Gericht nicht sein eigenes Ermessen an die Stelle jenes des Bundesrats setzen, sondern kann lediglich prÃ¼fen, ob die Verordnung den Rahmen der dem Bundesrat delegierten Kompetenzen offensichtlich sprengt oder sich aus anderen GrÃ¼nden als gesetz‑ oder verfassungswidrig erweist (BGE 124 II 581 E. 2a mit Hinweisen, 120 Ib 97 E. 3a und 4a/b). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auch wenn die Bestimmung der Inventarobjekte durch den Bundesrat entsprechend ihrem Gehalt eher als AllgemeinverfÃ¼gung oder als Sachplan bzw. Konzept im Sinn von Art. 13 RPG angesehen wird, ist die akzessorische ÃberprÃ¼fbarkeit zu bejahen (KÃ¶lz, S. 193). Ausschlaggebend ist, dass die Bestimmung der Objekte durch den Bundesrat die genaue Grenzziehung durch die Kantone mindestens so stark, ja eher noch stÃ¤rker beein­flusst als ein Richtplan den Nutzungsplan, und dass keine MÃ¶glichkeit besteht, die Verord­nungen des Bundesrats direkt anzufechten (Art. 98 lit. a OG), obwohl sie mittelbar die Po­sition der Betroffenen, namentlich der GrundeigentÃ¼mer, massgeblich betreffen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ausserdem hat das Gericht zu Ã¼berprÃ¼fen, ob sich die <i>kantonalen</i> BehÃ¶rden bei der genauen Grenzziehung von den massgeblichen Kriterien gemÃ¤ss Art. 23b NHG haben lei­ten lassen und ob sie den Spielraum, den ihnen die Bezeichnung des Schutzobjekts durch den Bundesrat belÃ¤sst, nicht Ã¼berschritten haben.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die Kriterien fÃ¼r die Abgrenzung der Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶n­heit und von nationaler Bedeutung werden durch Art. 23b NHG festgelegt. GemÃ¤ss dessen Abs. 1 ist eine Moorlandschaft eine in besonderem Mass durch Moore geprÃ¤gte, naturnahe Landschaft. Ihr moorfreier Teil steht zu den Mooren in enger Ã¶kologischer, visueller, kultu­reller oder geschichtlicher Beziehung, wobei es genÃ¼gt, dass eines dieser Beziehungsele­men­te vorliegt (keine kumulative AufzÃ¤hlung, vgl. Peter Keller in: Kommentar NHG, Art. 23b Rz. 8). Abs. 2 benennt die Voraussetzungen, unter denen eine Moorlandschaft "von besonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeutung" ist. Abs. 3 fÃ¼hrt ergÃ¤nzend zu Abs. 1 das Kriterium der bestehenden Besiedlung und Nutzung ein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) FÃ¼r die Erstellung der Inventare der verfassungsrechtlich geschÃ¼tzten Moore und Moorlandschaften wurden vom Bundesrat Expertenkommissionen eingesetzt. Diese ent­wickelten gestÃ¼tzt auf Art. 23b NHG Auswahlkriterien, aufgrund derer die Objekte zu be­zeichnen waren. Dabei verfÃ¼gten die Kommissionen Ã¼ber einen gewissen Ermessensspiel­raum, weil die gesetzlichen Kriterien unbestimmte Rechtsbegriffe darstellen. AnlÃ¤sslich der Bestimmung der Objekte durch die verschiedenen Verordnungen hatte der Bundesrat Gelegenheit, seinerseits Ermessen auszuÃ¼ben und gleichzeitig darÃ¼ber zu befinden, ob die Kommissionen ihr Ermessen in seinem Sinn wahrgenommen hatten oder nicht (Bundesamt fÃ¼r Justiz, zitiertes Gutachten, URP 1997, S. 69; Keller, Art. 23b Rz. 16 f.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Entgegen der im angefochtenen Entscheid zum Ausdruck gelangenden Ansicht des Regierungsrats ist das dem Bundesrat und den Kantonen bei der Abgrenzung der Schutz­objekte zustehende Ermessen auf die Anwendung der in Art. 23b NHG genannten Kriterien beschrÃ¤nkt. Eine allgemeine InteressenabwÃ¤gung steht ihnen wie dargelegt nicht zu.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">6. a) Der Expertenbericht des EidgenÃ¶ssischen Departementes des Innern (EDI) und des BUWAL zum Inventarentwurf der Moorlandschaften von besonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeutung (act. 16/6/5.3) zÃ¤hlt die Landschaft im Bereich des PfÃ¤ffikersees aufgrund ihres Moorreichtums, ihrer Flachwasser‑ und Verlandungszonen sowie der vor­handenen glazialen Formen zu den wichtigsten Feuchtgebieten der Schweiz, der sogar in­ternationale Bedeutung zukomme. Zweifellos handle es sich um eine von Verfassungs we­gen zu schÃ¼tzende Moorlandschaft von besonderer SchÃ¶nheit und von nationaler Bedeu­tung. Die Landschaftskammer zwischen Hell und Zil in Robenhausen wird als Ã¶kologisch, hydrologisch und landschaftlich wichtige Pufferzone zwischen der bisherigen Siedlung und dem Moor charakterisiert. Der Bericht weist darauf hin, dass einzelne Neubauten die be­gin­nende AuflÃ¶sung des traditionell eng aneinandergebauten Siedlungskerns markieren und die Zersiedlung dieser bisher unversehrten Moorlandschaftskammer einleiten. Weiter wird ausgefÃ¼hrt: "Bei einer Ãberbauung [des Gebiets Heidacher] ist neben der starken land­schaftlichen BeeintrÃ¤chtigung mit einer hydrologischen VerÃ¤nderung der Grundwas­serverhÃ¤ltnisse zu rechnen, die mit dem Hochmoor in Verbindung stehen und fÃ¼r dessen Erhaltung wichtig sind. Die bisher weitgehend unversehrte Teillandschaft ist visuell von grosser Bedeutung fÃ¼r die Moorlandschaft: sie ermÃ¶glicht eine schÃ¶ne Aussicht nach See­grÃ¤ben und zu den Drumlins westlich Zil und bei Steinberg sowie zum Weiler Aretshalden hinÃ¼ber" (S. 7). </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">In seiner Vernehmlassung vom 30. September 1992 (RRB Nr. 2996; act. 39/2) kri­tisierte der Regierungsrat die Abgrenzung gemÃ¤ss Inventarentwurf wie folgt: Zum Teil sei dem Kriterium "optischer Bezug" zu grosse Bedeutung zugemessen worden. Vor allem sei den raumplanerischen Gegebenheiten nicht Rechnung getragen worden. Der Einbezug von grÃ¶sstenteils bereits Ã¼berbauten neurechtlichen Bauzonen sei rechtlich nicht vertretbar. Da­her verlangte der Regierungsrat (unter anderem), dass die sÃ¼dliche Begrenzung des Ob­jekts PfÃ¤ffikersee der rechtskrÃ¤ftigen Bauzonengrenze von Wetzikon zu folgen habe. Die­ser Ver­nehmlassung folgten Verhandlungen zwischen Vertretern des Kantons und des BUWAL (vgl. auch act. 38/b), die zu einem EinverstÃ¤ndnis der Beteiligten Ã¼ber die Ab­grenzung der Moorlandschaft PfÃ¤ffikersee fÃ¼hrten. Dies wird in einem Beschlussprotokoll vom 18./28. Ja­nuar 1993 zwischen der Baudirektion und dem BUWAL festgehalten. Die darin er­wÃ¤hn­ten Vorbehalte des ZÃ¼rcher Baudirektors (Schreiben vom 29. Januar 1993) betreffen das hier streitige Gebiet nicht (act. 39/1 und 38/a). Eine BegrÃ¼ndung ist im Be­schlussprotokoll nicht enthalten. Mit Schreiben vom 23. November 1995 bestÃ¤tigte die Vorsteherin des EDI einem Vertreter der Mitbeteiligten Nr. 4, dass die in den Beschluss­protokollen ausge­klam­mer­ten Bereiche den moorlandschaftsspezifischen Bestimmungen nicht mehr unterstÃ¼nden. Der Bundesrat sei allerdings frei, mit seinem noch ausstehenden Entscheid Ã¼ber die MLV einen anderen Perimeter zu beschliessen. Indessen trug der Bun­desrat bekanntlich bei der Festsetzung der MLV den EinwÃ¤nden der ZÃ¼rcher Regierung Rechnung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Bei der Abgrenzung der verschiedenen Inventarobjekte und Schutzzonen fÃ¤llt im Detail Folgendes auf: </p> <p class="EinzugZitat">- Die Grenze des BLN-Objektes Nr. 1409 (act. 16/6/3.1) verlÃ¤uft ab Punkt 539 auf der Dorfstrasse in Robenhausen Ã¼ber Punkt 543 an der Verzweigung des Heid-Wegs zur Abzweigung der Grund-Strasse von der SeegrÃ¤bnerstrasse und schliesst damit das ganze Gebiet Heid­acher/Zil in den Schutzperimeter ein.</p> <p class="EinzugZitat">- Der Perimeter der Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee verlief bisher in ei­nem Abstand von 100 m zur Schulhausstrasse und, weiter Ã¶stlich, zur Motorenstrasse. Innerhalb des Perimeters lag ein nochmals ungefÃ¤hr gleich breiter Streifen, innerhalb dessen Bauten mit Bewilligung der Baudirektion zulÃ¤ssig waren (act. 16/6/4.3 und 16/6/4.4). Mit der Re­vision der Schutzverordnung vom 27. Mai 1999 ist die SÃ¼dgrenze des Schutzgebiets um rund 50 m nach Norden verschoben worden; der Streifen, innerhalb dessen Bauten der Zustimmung der Baudirektion bedÃ¼rfen, wurde dadurch auf rund 50 m verschmÃ¤lert.</p> <p class="EinzugZitat">- Die Abgrenzung der Moorlandschaft PfÃ¤ffikersee gemÃ¤ss MLV ver­lÃ¤uft ab dem nordwestlichsten GebÃ¤ude in Robenhausen/Hell in sÃ¼d­westlicher Richtung Ã¼ber die Abzweigung, die vom Heidweg zum BauerngehÃ¶ft im Zil fÃ¼hrt, und weiter unmittelbar vor diesem GehÃ¶ft vorbei zur SeegrÃ¤bnerstrasse (act. 35/2). Die Abgrenzung der Moor­landschaft gemÃ¤ss den angefochtenen VerfÃ¼gungen und gemÃ¤ss der am 27. Mai 1999 revidierten Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee verlÃ¤uft leicht geschwungen zwischen 15 und 30 m nÃ¶rdlich der Abgrenzung gemÃ¤ss MLV (Plan in act. 16/4/12 und 32/2).</p> <p class="EinzugZitat"> </p> <p class="EinzugZitat"> Auch Ã¶stlich von Robenhausen wird die Moorlandschaft durch die VerfÃ¼gung der Baudirektion bzw. die Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee so abgegrenzt, dass das Baugebiet gegenÃ¼ber der Abgrenzung gemÃ¤ss MLV im nordÃ¶stlichen Bereich noch erweitert wird.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Die GrÃ¼nde, welche den Bundesrat dazu bewogen haben, von den VorschlÃ¤gen der vorbereitenden Kommission abzuweichen und die Abgrenzung der Moorlandschaft auf die beschlossene Linie zu verlegen, sind nicht aktenkundig. Es liegt aber nahe, dass es die vom Regierungsrat vorgebrachten EinwÃ¤nde waren. Hauptargument war demnach die Be­rÃ¼cksichtigung der bestehenden Bauzone. Wie zuvor dargelegt, liegt darin kein verfas­sungs­rechtlich zulÃ¤ssiges Argument fÃ¼r die Abgrenzung. Es ist daher im Licht der gemÃ¤ss Art. 23b NHG massgeblichen Kriterien zu Ã¼berprÃ¼fen, ob sich die vorgenommene Abgren­zung halten lÃ¤sst. Wie sich ergeben wird, ist die Beschwerde schon deshalb gutzuheissen, weil die erforderlichen hydrologischen Untersuchungen unterlassen worden sind. Aus pro­zessÃ¶konomischen Ãberlegungen rechtfertigt es sich aber, auch zu den Ã¼brigen in der Be­schwerde aufgegriffenen Punkten Stellung zu nehmen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es ist unbestritten und offenkundig, dass es sich bei der Moorlandschaft PfÃ¤ffiker­see um eine in besonderem Mass durch das Moor geprÃ¤gte, naturnahe Landschaft handelt. Fraglich ist fÃ¼r die Gebiete Heidacher und Hell, ob der moorfreie Teil zum Moor in enger Ã¶kologischer, visueller, kultureller oder geschichtlicher Beziehung steht, wie dies die Be­schwerdefÃ¼hrer behaupten und der Beschwerdegegner und die Mitbeteiligten bestreiten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">aa) Eine <i>Ã¶kologische</i> Beziehung zwischen den Mooren und dem moorfreien Teil der Moorlandschaft ergibt sich insbesondere aus den hydrologischen VerhÃ¤ltnissen (Keller, Art. 23b Rz. 7). Im Bericht zum Entwurf des Moorlandschaftsinventars wird ausgefÃ¼hrt, dass der Heidacher aufgrund der hydrologischen Gegebenheiten mit dem Moor in enger Beziehung stehe und dass eine Ãberbauung die GrundwasserverhÃ¤ltnisse verÃ¤ndern und das Moor schÃ¤digen kÃ¶nne. Diese Feststellung stammt von Fachleuten und ist bisher nie entkrÃ¤ftet worden. Am Augenschein bestÃ¤tigte der Vertreter der Baudirektion, es seien keine entsprechenden Untersuchungen vorgenommen worden, da dies den Rahmen ge­sprengt hÃ¤tte. Der Regierungsrat macht in der Beschwerdeantwort lediglich geltend, ange­sichts der rÃ¤umlichen Entfernung des umstrittenen Gebiets zu den nÃ¤chst gelegenen Hoch­moorflÃ¤chen sei ein Einfluss wenig plausibel. Das ist eine ungenÃ¼gend substanzierte Be­hauptung. Die hydrologisch erforderlichen Pufferzonen fÃ¼r Hoch‑ und Flachmoore betra­gen, je nach Bodentyp und GelÃ¤nde, zwischen 30 und 350 m (BUWAL [Hrsg.], Handbuch "Moorschutz in der Schweiz", Bern 1992 mit NachtrÃ¤gen, Stand 1998, Bd. I, Kap. 2.1.2, S. 4). Der Abstand der Bauzone zum Flachmoor betrÃ¤gt gemÃ¤ss angefochtenem Entscheid rund 50 und 180 m. Ein hydrologischer Einfluss kann daher nicht von vornherein ausge­schlossen werden. Es wÃ¤re Sache der kantonalen BehÃ¶rde gewesen, die erforderlichen Un­tersuchungen vorzunehmen (vgl. E. 4b/bb). Bis zum Beweis des Gegenteils ist jedenfalls zu vermuten, dass ein relevanter hydrologischer Zusammenhang besteht. Dies allein ist, nachdem die Kriterien von Art. 23b Abs. 1 Satz 2 NHG alternativ Geltung beanspruchen, Grund genug, den Moorlandschaftscharakter des Heidachers jedenfalls erst dann zu vernei­nen, wenn entsprechende hydrologische Untersuchungen Klarheit Ã¼ber den Einfluss von Bauten im Heidacher auf das Moor geschaffen haben. Dabei wird zu berÃ¼cksichtigen sein, dass aus landschaftsschÃ¼tzerischer Sicht LandaufschÃ¼ttungen fÃ¼r die HÃ¶herlegung von Unter­geschossen grundsÃ¤tzlich unerwÃ¼nscht sind (vgl. die Stellungnahme der kantonalen Natur‑ und Heimatschutzkommission [KNHK] vom 13. November 1996, act. 16/6/8 S. 5). Die fehlenden AbklÃ¤rungen fÃ¼hren zur RÃ¼ckweisung der Angelegenheit an die Baudirek­tion, welche die erforderlichen AbklÃ¤rungen vorzunehmen und die sich aufdrÃ¤ngenden SchlÃ¼sse zu ziehen hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Erst recht gelten diese ErwÃ¤gungen fÃ¼r das Ã¶stlich Robenhausen vorgesehene, un­mittelbar an das Moor angrenzende Baugebiet (Hell).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Ebenfalls das Kriterium der engen Ã¶kologischen Beziehung betrifft die Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrer, der Einbezug des umstrittenen Gebiets in die Moorlandschaft sei unter avifaunistischen Gesichtspunkten erforderlich. Diese Behauptung wird nur mit Hin­weisen auf die allgemeine (hervorragende) Bedeutung der Moorlandschaft PfÃ¤ffikersee fÃ¼r den Vogelschutz begrÃ¼ndet. Damit ist eine entsprechende Bedeutung fÃ¼r das streitbetrof­fene Gebiet nicht dargetan. Objektive Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass die Behauptung der Be­schwerdefÃ¼hrer zutrifft, liegen nicht vor. Der Heidacher ist heute eher intensiv genutztes Landwirtschaftsland ohne besonderes Habitatangebot fÃ¼r VÃ¶gel, wenn von den Hoch­stamm-ObstbÃ¤umen beim GehÃ¶ft im Zil abgesehen wird. Dieser Aspekt stellt einen eher gering zu gewichtenden Faktor bei der Beurteilung dar. Nichts anderes ergibt sich aus der Forderung der Fachstelle Naturschutz, dass die auszuscheidende Pufferzone fÃ¼r das Moor­gebiet mit einer He­cke bepflanzt werden sollte, um faunistisch wirksam zu werden. Diese Forderung bezieht sich auf die zu schaffende Moorpufferzone und besagt nichts Ã¼ber die <i>vorhandenen</i> QualitÃ¤ten des betreffenden Gebiets aus.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bb) aaa) Unter <i>visuellen</i> Gesichtspunkten kann im Gebiet westlich von Robenhau­sen zur WÃ¼rdigung des Ãbergangs von der heutigen Siedlung zum unÃ¼berbauten Gebiet im Wesentlichen auf die erwÃ¤hnte Stellungnahme der KNHK verwiesen werden, die sich am Augenschein bestÃ¤tigt hat. Die Kommission beschreibt den Siedlungsrand als bereichs­weise harten Ãbergang an der Grenze des Zumutbaren gegenÃ¼ber der Naturlandschaft des PfÃ¤f­fikersees. Das charakteristische Ortsbild ist nur noch in Resten entlang der Dorfstrasse zu erkennen. Die Bauten formen ein uneinheitliches, bisweilen sogar unverstÃ¤ndliches Bild eines Kernzonenbereichs. Das Mehrfamilienhaus auf Kat.Nr. 6820, welches gemÃ¤ss zu­treffender WÃ¼rdigung der Kommission "ein volumetrisch nicht ins Weichbild des Dorf­randes passendes Volumen protzig zur Schau stellt", hat inzwischen auf Kat.Nr. 6693 ein ebenso unangemessenes Pendant erhalten. FÃ¼r den vom Ried oder von Aretshalden her­kom­men­den Betrachter bilden die Tannen am nÃ¶rdlichsten Punkt von Robenhausen (auf Kat.Nr. 66), die erwÃ¤hnten MehrfamilienhÃ¤user und das traditionelle GehÃ¶ft im Zil mar­kante Punkte. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Offensichtlich unzutreffend ist die vom Beschwerdegegner verfochtene Auffassung, es handle sich bei der Landschaftskammer Heidacher um weitgehend Ã¼berbautes Gebiet. Davon kann, wie die PlÃ¤ne belegen und der Augenschein bestÃ¤tigt hat, schon aufgrund der zur Diskussion stehenden FlÃ¤che keine Rede sein.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auch der Behauptung im angefochtenen Entscheid, diese Landschaftskammer liege niveaumÃ¤ssig und durch einen Feldweg sowie das landwirtschaftlich genutzte Land rÃ¤um­lich deutlich vom Moorgebiet getrennt (E. 8c), kann nicht gefolgt werden, sofern damit ge­sagt werden soll, dieses Land bilde Ã¼berhaupt nicht Teil der Moorlandschaft. Vielmehr hat sich am Augenschein gezeigt, dass sich das Landwirtschaftsland vom Siedlungsrand zum Moor hin gleichmÃ¤ssig mit ganz geringem GefÃ¤lle absenkt. Die weiteren Argumente in die­ser ErwÃ¤gung gehen am Thema vorbei, da nicht zu entscheiden ist, ob das fragliche Ge­biet Moor oder sonst ein schÃ¼tzenswertes Biotop darstellt, sondern einzig, ob es sich um ei­ne verfassungsrechtlich geschÃ¼tzte Moorlandschaft handelt. Der Heidweg und der Fuss­weg Richtung SeegrÃ¤ben eignen sich nicht als Abgrenzungslinien, weil sie von Siedlungs­gebiet hinaus Richtung Landschaft fÃ¼hren und damit die gesuchte Abgrenzung durch­schneiden. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">bbb) Im Gebiet Hell ist das Verwaltungsgericht am Augenschein zum Ergebnis ge­langt, dass das Moor mit dem unÃ¼berbauten Teil nÃ¶rdlich des nach Osten fÃ¼hrenden Fuss­weges in enger visueller Beziehung steht. Die Zuweisung dieses Gebiets zur Bauzone ist somit nicht nur wegen der fehlenden Pufferzone, sondern auch aus diesem Grund rechts­verletzend.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">cc) Sodann ist nicht einsichtig, weshalb das GehÃ¶ft im Zil nicht in den Schutzperi­meter einbezogen worden ist, stellt es doch einen Zeugen der traditionellen, in das 19. Jahr­hundert zurÃ¼ckreichenden Bewirtschaftung der Moorlandschaft dar und belegt so einen engen <i>kulturellen bzw. geschichtlichen</i> Bezug des moorfreien Teils der Landschaft zum Moor. Der Einbezug des Hofes samt seiner von Hochstamm-ObstbÃ¤umen geprÃ¤gten Um­gebung in die Bauzone lÃ¤sst sich mit Art. 23b Abs. 1 NHG nicht vereinbaren.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">dd) Entgegenzutreten ist aber auch der Argumentation der BeschwerdefÃ¼hrer. Diese machen geltend, der Regierungsrat habe schon mit der Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee von 1948 anerkannt, dass das gesamte Land im damaligen Perimeter der Schutzverordnung schÃ¼tzenswerte Moorlandschaft darstelle. Diese Argumentation unterstellt, dass der Begriff "Moorlandschaft" und damit deren Ã¤ussere Grenzen gemÃ¤ss Schutzverordnung zwangslÃ¤u­fig derselbe sei wie gemÃ¤ss Art. 78 Abs. 5 BV. Indessen spricht die Tatsache, dass nach frÃ¼­herem VerstÃ¤ndnis die Moorlandschaft ohne weiteres auch fÃ¼r (nichtlandwirtschaftliche) Neubauten vorgesehenes Gebiet enthalten konnte, dafÃ¼r, dass der Begriff der Moorland­schaft, wie ihn der Regierungsrat im Zusammenhang mit der Schutzverordnung verwen­dete, weiter ist als jener, der sich aus der Verfassung bzw. aus Art. 23b NHG ergibt. Die Abgrenzung der Moorlandschaft ist daher heute allein anhand der nach Bundesrecht mass­geblichen Kriterien vorzunehmen, ohne dass aus einem Ã¤lteren, im Zusammenhang mit der kantonalen Schutzverordnung geprÃ¤gten BegriffsverstÃ¤ndnis Entscheidendes gewonnen werden kann. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) FÃ¼r das Gebiet <i>Heidacher/im Zil</i> ergibt sich in WÃ¼rdigung des visuellen, kultu­rel­len und geschichtlichen Gesichtspunktes folgende Beurteilung: Keinesfalls vertretbar ist es, die Grenze des Baugebiets noch Ã¼ber die vom Bundesrat in der MLV gezogene Grenze Richtung Moor zu verschieben. Sachlich haltbare Argumente fÃ¼r diese Erweiterung des Bau­gebiets sind nicht vorhanden. Ebenfalls in die Moorlandschaft einzubeziehen ist das GrundstÃ¼ck Kat.Nr. 5723.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Aufgrund des Verlaufs des heutigen Siedlungsrands entlang den erwÃ¤hnten, die Wahr­nehmung prÃ¤genden optischen Merkpunkten erscheint es unter dem visuellen Ge­sichts­punkt hingegen vertretbar, das offene Ackerland vor dem heutigen Siedlungsgebiet nicht vollstÃ¤ndig als Teil der verfassungsrechtlich geschÃ¼tzten Moorlandschaft zu betrach­ten. Eine sorgfÃ¤ltige, dem Ãbergang vom Baugebiet zur Moorlandschaft angemessene Be­bauung erscheint hinter einer Abgrenzungslinie mÃ¶glich, die entlang der SÃ¼dostgrenze von Parzelle Kat.Nr. 5723 (GehÃ¶ft Zil) und von dort quer durch Kat.Nrn. 5722, 5709 und D hin zum nordwestlichsten GebÃ¤ude von Robenhausen verlÃ¤uft. Vorbehalten bleibt, dass eine Ãberbauung aus hydrologischer Sicht keine negativen EinflÃ¼sse auf das Moor haben darf.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Einer solchen Abgrenzung kann auch zugute gehalten werden, dass sie sich ent­spre­chend Art. 23b Abs. 3 NHG an der bestehenden Siedlung und Nutzung orientiert, wel­ches Kriterium grundsÃ¤tzlich eng auszulegen ist (Keller, Art. 23b Rz. 16 f.) und nicht mit der be­stehenden raumplanerischen Nutzungsordnung gleichgesetzt werden darf. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Im Gebiet <i>Ã¶stlich von Robenhausen</i> (Quartierplanperimeter Robenhausen) hat der Augenschein gezeigt, dass die Parzelle Kat.Nr. 5614 visuell ohne weiteres als zur Moor­landschaft gehÃ¶rend wahrgenommen wird. Die Zuweisung zur Bauzone ist daher rechts­verletzend.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">7. Regierungsrat, Beschwerdegegner und die Mitbeteiligten weisen darauf hin, dass die BeschwerdefÃ¼hrer es unterlassen haben, jemals die mehrfach bekrÃ¤ftigte Festsetzung der Bauzone durch die kommunale Nutzungsplanung anzufechten. Es kann dahingestellt bleiben, welche Rechtsfolgen aus dieser Unterlassung allenfalls resultieren kÃ¶nnten. Fest­zuhalten ist, dass die BeschwerdefÃ¼hrer keinen Anlass hatten, den kommunalen Nutzungs­plan anzufechten, solange die Ausscheidung der Moore und der Moorlandschaft noch nicht feststand, da sich ‑ wie vorne dargelegt ‑ die kommunale Nutzungsplanung nach der bun­desrechtlich geregelten Nutzungsordnung fÃ¼r Moore und Moorlandschaft zu richten hat und nicht umgekehrt (vgl. RB 1995 Nr. 73).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">8. a) Zusammenfassend ergibt sich, dass der angefochtene Entscheid und die ihm zu­grunde liegenden VerfÃ¼gungen der Baudirektion aufzuheben sind und die Angelegenheit zu neuer Beurteilung an die Baudirektion zurÃ¼ckzuweisen ist. Die Direktion hat entlang dem Moor eine ausreichende Pufferzone auszuscheiden und angemessene konkrete Schutz­massnahmen anzuordnen. Die Abgrenzung der Moorlandschaft ist ebenfalls zu Ã¼berprÃ¼fen: Die Ausscheidung von Bauland nÃ¶rdlich der in E. 6d beschriebenen Linie so­wie die Zu­wei­sung der Parzelle Kat.Nr. 5614 zur Bauzone sind unhaltbar. Zu Ã¼berprÃ¼fen ist, ob nicht das ganze Gebiet Heidacher aus hydrologischen GrÃ¼nden der Moorlandschaft zuzuweisen und von einer Ãberbauung freizuhalten ist.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Es versteht sich, dass die Grenzziehungen der Schutzverordnung PfÃ¤ffikersee nach rechtskrÃ¤ftiger Erledigung der vorliegenden Angelegenheit ebenfalls anzupassen sein wer­den. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) ...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtenen VerfÃ¼gungen werden aufgeho­ben. Die Sache wird zur ergÃ¤nzenden Unter­suchung und neuem Entscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Baudirektion zurÃ¼ckgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>