Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 29. November 2017 (810 16 388) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Einbezug von Wald in die Nutzungplanung / Nachteilige Nutzung des Waldes / Koordina- tionspflicht Besetzung Vorsitzender Christian Haidlauf, Kantonsr ichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Kantonsrichterin Helena Hess, Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte Kantonale Natur - und Landschaftsschutzkommission , Beschwerd e- führerin, vertreten durch René Brigger, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde Augst , Poststrasse 1, 4302 Augst BL, Beschwerdegegnerin Betreff Gemeinde Augst, Siedlungs- und Landschaftsp lanung Augst-West (RRB Nr. 1777 vom 13. Dezember 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Einwohnergemeindeversammlung Augst beschloss am 2 9. Oktober 2015 die Sied- lungs- und Landschaftsplanung für das Teilgebiet Augst W est, bestehend aus dem Zonenplan, dem Zonenreglement sowie dem Strassennetzplan Augst-W est, Siedlung und Landschaft. Die Planung basiert auf dem kantonalen Spezialrichtplan Sa lina-Raurica vom 15. Januar 2009, der das in den Gemeinden Pratteln und Augst gelegene Gebi et Salina Raurica zum Industrie- und Gewerbestandort von kantonaler Bedeutung bestimmt. Er setzt arbeitsplatzextensive Gewerbe- gebiete, Gewerbe-Dienstleistungsgebiete sowie Wohn- un d Geschäftsgebiete fest. Letztere sollen durch den Nutzungsmix im neu entstehenden Quarti er eine belebte, städtische Atmo- sphäre schaffen, wobei zur Aufwertung der Aufenthalts qualität unter anderem auch die Anlage von zwei Pärken vorgesehen ist. B. Die öffentliche Planauflage fand vom 7. Januar 20 16 bis 5. Februar 2016 statt. Während der Auflagefrist erhob die Kantonale Natur- und Land schaftsschutzkommission Einsprache. Zwei Verständigungsverhandlungen führten zu keiner Ein igung. Mit Schreiben vom 14. Juli 2016 unterbreitete der Gemeinderat Augst die obengenannten Planungsbeschlüsse Augst-West dem Regierungsrat zur Genehmigung und ersuchte um Abweisung der Einsprache. C. Mit Beschluss Nr. 1777 vom 13. Dezember 2016 wies der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) die Einsprache der K antonalen Natur- und Landschafts- schutzkommission ab, soweit er darauf eintrat. Die von der Einwohnergemeindeversammlung Augst am 2. (recte: 29.) Oktober 2015 beschlossene Siedlun gs- und Landschaftsplanung Augst-West wurde im Sinne der Erwägungen genehmigt und damit allgemeinverbindlich erklärt. D. Die Natur- und Landschaftsschutzkommission des Kantons Ba sel-Landschaft (NLK) er- hob mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantra gt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und (sinngemäss) die Siedlungs- und Landschaft splanung Augst-West sei nicht zu genehmigen. Eventualiter sei der angefochtene Entschei d aufzuheben und die Siedlungs- und Landschaftsplanung Augst-West zur Neubeurteilung an di e Vorinstanz zurückzuweisen. Dies habe unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu geschehe n. In ihrer Beschwerdebegründung vom 24. Februar 2017 rügt die Beschwerdeführerin, nun mehr vertreten durch René Brigger, Advokat, im Gebiet des Rheinbords seien eine Zone mit Quartierplanpflicht Rheinzugang/ Erholung und eine Aussichtsschutzzone vorgesehen, die beide im Wald zu liegen kämen und dazu von Naturschutzzonen überlagert würden. Der Regier ungsrat habe bezüglich dieser Ge- biete den Sachverhalt falsch festgestellt und bei der In teressenabwägung, soweit er überhaupt eine vorgenommen habe, die naturschützerischen Interessen entweder komplett missachtet oder dann zu wenig gewichtet. Es seien massive Eingriffe in den Wald und die Ufervegetati- on - wie etwa ein Restaurationsbetrieb und eine Boots anlagestelle - geplant, ohne dass die Standortgebundenheit des Vorhabens abgeklärt worden sei oder Rodungsbewilligungen vorlä- gen. Die angefochtene Planung erweise sich im Sinne d er Koordinations- und Planungspflicht als mangelhaft, wenn bezüglich der Rodungsbewilligunge n auf das Quartierplan- oder Baube- willigungsverfahren verwiesen werde. In der nur rudim entär definierten Aussichtsschutzzone solle ein Waldstück von 700 Metern Länge und bis zu 30 Me tern Breite niedrig gehalten wer- den, nur um die Aussicht von der Oberkante des Rheinbord s auf den Fluss und das Ufer zu Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ermöglichen. Dieser Eingriff in den Wald habe Rodungscharakter, wobei auch die obligatorische Anhörung des Bundesamtes für Umwelt unterblieben sei. Die Vorinstanz ignoriere überdies, dass sich in diesen Bereichen eine ausgeprägte bundesrech tlich geschützte Ufervegetation befinde, die nicht durch Bauten beeinträchtigt werde n dürfe. Auch der Aspekt der ökologischen Vernetzung sei zu wenig beachtet worden. E. Auf Antrag der Beschwerdeführerin wurde der Beschwe rde mit Verfügung vom 17. März 2017 die aufschiebende Wirkung im räumlichen Umfang des streitbetroffenen Gebiets erteilt. F. Die Einwohnergemeinde Augst verweist in ihrer Vern ehmlassung vom 25. April 2017 darauf, dass im nachgeschalteten Sondernutzungsplanungsverfahren eine Auseinandersetzung mit den von der Beschwerdeführerin bemängelten Punkten stattfinden werde. Es komme be- züglich der Aussichtsschutzzone auch keineswegs zu einer Rodung , vielmehr werde mit der beabsichtigten Niederwaldbewirtschaftung der geltende Waldentwicklungsplan umgesetzt. G. Der Regierungsrat schliesst in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2017 auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Er führt zusammengefasst aus, mit der Festsetzung der Zone Rheinzugang/Erholung, die den Wald überlagere, doku mentiere die Gemeinde, dass an dieser Stelle im Wald der Erholungs- und Freizeitnutzung eine erhöhte Bedeutung zugemessen werde. Da die genaue Nutzung und die Verbindung zum Längip ark noch nicht definiert seien, sei eine Zone mit Quartierplanpflicht ausgeschieden worden. Auf die Einholung einer Rodungsbewilli- gung sei verzichtet worden, da nicht für die gesamte Wa ldfläche eine Rodung quasi auf Vorrat angestrebt werde. H. Auf Aufforderung des Kantonsgerichts hin teilt der B eschwerdegegner am 22. Juni 2017 mit, dass dem Gericht die vollständigen Akten eingereicht worden seien und der Beschwerde- führerin zuvor auch vollumfängliche Akteneinsicht gewährt worden sei. I. Die Beschwerdeführerin repliziert mit Eingabe vom 4. August 2017. Sie bekräftigt insbe- sondere, dass es sich beim Gebiet Rheinzugang um Wald mit Vorranggebiet Natur und nicht um multifunktionalen Wald handle. Auf dem stark vergrösserten Plan lasse sich jedenfalls nichts anderes erkennen. J. In seiner Duplik vom 22. August 2017 betont der Bes chwerdegegner, dass sich die Waldfunktion in der vergrösserten digitalen Version des Plans eindeutig zeige und es sich beim fraglichen Bereich um eine Teilfläche handle, die als multifunktionaler Wald ausgeschieden sei. K. Das Kantonsgericht hat heute im Bereich der geplante n Zone Rheinzugang/Erholung einen Augenschein durchgeführt. An der anschliessenden P arteiverhandlung halten die Partei- en an ihren schriftlich gestellten Anträgen fest. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- u nd Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügunge n und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantonsg ericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzl icher Ausschlusstatbestand vor- liegt, ist die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben. Zur Beschwerde befugt ist gemäss § 47 Abs. 1 lit. b VPO jede Person, Organisation oder Behörde, die durch besondere Vorschrift zur Beschwerde ermächtigt ist. Die Natur- un d Landschaftsschutzkommission des Kantons Basel-Landschaft ist gemäss § 20 Abs. 2 des Gesetzes über den Natur- und Land- schaftsschutz (NLG BL) vom 20. November 1991 in allen Bela ngen des Natur- und Land- schaftsschutzes einsprache- und beschwerdeberechtigt. Die Beschwerdeführerin macht im vor- liegenden Fall Anliegen des Natur- und Landschaftsschutze s geltend und ist demnach zur Be- schwerde legitimiert. Die weiteren formellen Voraussetzungen sind ebenfalls erfüllt (§ 48 VPO), sodass auf die Beschwerde eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Festste llung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen vorliegend untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Si edlungs- und Landschaftsplanung Augst- West den raumplanungs- und umweltrechtlichen Vorgaben entspricht. Im Einzelnen geht es vor allem darum, ob die Zone mit Quartierplanpflicht Rhe inzugang/Erholung und die neuen Aus- sichtsschutzzonen genehmigungsfähig sind. 4. Die Beschwerdeführerin erhebt zunächst Einwände ge gen die Zone mit Quartierplan- pflicht Rheinzugang/Erholung. 4.1 Die Zone mit Quartierplanpflicht Rheinzugang/Er holung befindet sich am Rheinufer schräg gegenüber der Kraftwerkinsel und grenzt flussabw ärts an den obersten Fischergalgen (auf dem Plan eingezeichnet als geschütztes Kulturobjekt K 1). Der Perimeter bildet ein Recht- eck, das mit einer Kantenlänge von ca. 40 Metern dem R heinufer entlangläuft und in der Tiefe das Rheinbord hinauf bis zur Kraftwerkstrasse reicht. Die Fläche ist wie das gesamte Rheinufer in diesem Bereich grösstenteils bewaldet, wobei der Wal d entgegen der Auffassung der Be- schwerdeführerin im Waldentwicklungsplan - anders als der gesamte die Zone umgebende Wald - nicht mit Vorrang Natur, sondern als multifunk tionaler Wald dargestellt ist. Die Zone ist auf dem Zonenplan als den Wald überlagernd eingezeich net. Erlaubte Nutzungsarten sind ge- mäss § 25 c des Zonenreglements Siedlung und Landschaft (ZR) vom 29. Oktober 2015 öffent- liche Nutzungen mit Zugang zum Wasser, Naherholung Rhe inbord mit plattformartigen Bauten für Naturbeobachtung, Bootsanlegestelle, Relaxen und V erweilen, pavillonartige Bauten für Umweltbildung, Ausstellungsraum, Rastraum, Restauration und ähnliches. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die Beschwerdeführerin moniert, die Zone komme i n das Waldareal entlang des Rheinufers zu liegen und tangiere den geschützten Gewässer raum, was zu ungerechtfertigten massiven Eingriffen in die Natur führe. Die nötigen Ro dungs- und Ausnahmebewilligungen sei- en nicht eingeholt worden, weshalb eine Verletzung d er planungsrechtlichen Koordinations- pflicht vorliege. Die Zone sei nicht bewilligungsfähig. 4.3 Der Beschwerdegegner erwidert, im Normalfall müsse bei einer Zonenplanung im Wald in der Tat eine Rodungsbewilligung eingeholt werden. Im Fall der Zone Rheinzugang/Erholung sei darauf in Absprache mit dem zuständigen Amt für W ald verzichtet worden, da nicht für die gesamte Waldfläche eine Rodung quasi auf Vorrat ange strebt werde. Vielmehr solle erst für Vorhaben, die im Rahmen des noch zu erlassenden Quarti erplans konkret festgesetzt würden, die Rodung beantragt werden. Die übrige Fläche, die nicht von entsprechenden Einrichtungen beansprucht werde, würde Wald bleiben. Mit diesem V orgehen sei eine intelligente Lösung ge- funden worden, da die Rodung bei der Quartierplanun g stufengerecht und projektspezifisch geprüft werde. 4.4 Die Beschwerdegegnerin verweist in der Vernehmlassu ng auf das Grün- und Freiraum- konzept, das eine nachhaltige und ökologische Gestaltung i m Rahmen der Quartierplanungen sicherstelle. Der konzentrierte Eingriff in das Rheinbor d liege im öffentlichen Interesse und sei insgesamt auch als Gewinn für die Natur zu betrachten. Erst im der vorliegenden Zonenplanung nachgeschalteten Sondernutzungsplanungsverfahren werde eine Auseinandersetzung mit der Natur, der Waldnutzung, der ökologischen Vernetzung sowie der öffentlichen Interessen betref- fend Naturerhaltung und Erholungsnutzung stattzufinden haben, wobei die Beschwerdeführerin sich dannzumal erneut werde einbringen können. 5.1 Das Waldareal ist durch die Forstgesetzgebung umschrie ben und geschützt (Art. 18 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung [RPG] vom 22. Juni 1979). Das Bundesge- setz über den Wald (Waldgesetz, WaG) vom 4. Oktober 1991 bezweckt, den Wald in seiner Fläche und in seiner räumlichen Verteilung zu erhalten, den Wald als naturnahe Lebensge- meinschaft zu schützen und dafür zu sorgen, dass der Wald se ine Funktionen, namentlich sei- ne Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion (Waldfunktione n) erfüllen kann, wobei die Waldwirt- schaft zu fördern und zu erhalten ist (Art. 1 Abs. 1 W aG). Die Waldfläche soll unvermindert er- halten bleiben (Art. 3 WaG). Als Konsequenz sind gemäss Art. 5 Abs. 1 WaG Rodungen grund- sätzlich verboten. Das Waldgesetz regelt dabei die Defini tion und Voraussetzungen einer Ro- dung umfassend und abschliessend (L UKAS BÜHLMANN /SAMUEL KISSLING /WILLI ZIMMERMANN / GIUSEP NAY , Waldrodung für Siedlungszwecke?, in: VLP-ASPAN, Raum & Umwelt 2/2013, S. 4). Unter Rodung wird die dauernde oder vorüberge hende Zweckentfremdung von Waldbo- den verstanden (Art. 4 WaG). Speziell als Rodungstatbestand wird im Gesetz der Einbezug von Wald in Nutzungspläne erwähnt. Gemäss Art. 12 WaG bedarf die Zuweisung von Wald zu einer Nutzungszone einer Rodungsbewilligung. Davon ausgenom men ist die Zuordnung von Wald in eine (überlagernde) Schutzzone nach Art. 17 RPG, sofern das Schutzziel mit der Walderhaltung in Einklang steht (vgl. Art. 4 lit. b der Verordnung ü ber den Wald [WaV] vom 30. November 1992). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Sind Bewilligungen mehrerer Behörden erforderli ch, so ist das Planungsverfahren zu koordinieren. Art. 25a RPG verlangt, dass die für die Errichtung einer Baute erforderlichen Ver- fügungen materiell und soweit möglich formell koordin iert ergehen (Art. 25a Abs. 1-3 RPG). Entsprechendes gilt für Nutzungsplanverfahren (Art. 25 a Abs. 4 RPG). Da die Zuweisung von Waldareal zu einer Nutzungszone einer Rodungsbewilligun g bedarf, müssen das raumpla- nungsrechtliche und das forstpolizeiliche Verfahren von Bundesrechts wegen koordiniert wer- den (vgl. R UDOLF MUGGLI , in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommen tar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 18 Rz. 45; B ERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 25a Rz. 21; BGE 120 Ib 400 E. 2c). Das Gebot der Ko- ordination von raumplanerischen und umweltrechtlichen Verfahren entspringt der Erkenntnis, dass das materielle Umweltrecht in zahlreichen Speziale rlassen geregelt ist, die sich in ihrem Gehalt und in verfahrensmässiger Hinsicht unterscheiden. Regelmässig sind mehrere Amtsstel- len für ein und dasselbe Projekt zuständig und jede von ihnen hat das Projekt unter einem an- deren Gesichtspunkt zu beurteilen, was nicht zuletzt die Gefahr widersprüchlicher Entscheide in sich birgt. Der Koordinationsgrundsatz verlangt in mat erieller Hinsicht, dass die Rechtsanwen- dung inhaltlich abgestimmt wird, wenn für die Verwirklichung eines Projekts verschiedene mate- riellrechtliche Vorschriften anzuwenden sind und zwischen d iesen Vorschriften ein derart enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht getrennt und unabhängig voneinander angewendet werden dürfen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht müssen d ie Behörden grundsätzlich bereits im erstinstanzlichen Verfahren die Rechtsanwendung in einer Weise abstimmen, dass qualitativ ein gleichwertiges Koordinationsergebnis erzielt wird; die verschiedenen getrennt erlassenen Entscheide müssen sodann in einem einheitlichen Rechtsmi ttelverfahren angefochten werden können (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verf assungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 3. September 2014 [810 14 59/810 14 65] E. 3; BGE 120 Ib 400 E. 5; BGE 116 Ib 50 E. 4b; Urteil des BGer 1C_120/2013 vom 4. Februar 201 3 E. 3.2; W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., Art. 25a Rz. 69). Die verfahrensmässige und inhaltliche Abstimmung ist beim Nutzungsplanver- fahren grundsätzlich auf dem gleichen Wege vorzunehmen wie bei blossen Einzelakten (also durch gemeinsame Publikation des Vorhabens, Einholen vo n Koordinationsstellungnahmen der beteiligten Behörden, inhaltliche Abstimmung und geme insame oder mindestens gleichzeitige Eröffnung). Dabei drängt es sich auf, dass die kommunale Planungsbehörde als verantwortliche Koordinationsbehörde fungiert (A RNOLD MARTI , in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich 2009, Art. 25a Rz. 45). 5.3 Art. 12 WaG würde dem Wortlaut nach voraussetzen, d ass die Rodungsbewilligung vor dem Entscheid über die Nutzungsplanung eingeholt wird . Nach Lehre und Rechtsprechung ist es hingegen ausreichend, wenn der für die Planung veran twortlichen Behörde vor ihrem Ent- scheid eine verbindliche positive Stellungnahme der Rodu ngsbewilligungsbehörde vorliegt. Die für die Planung zuständige Behörde ist deshalb verpfli chtet, vor ihrem Entscheid eine verbindli- che Stellungnahme der Rodungsbewilligungsbehörde einzu holen, die auf einer vollständigen Sachverhaltsermittlung und einer umfassenden Interessen abwägung beruht. Wird in der Stel- lungnahme der Fachbehörde die Erteilung einer Rodun gsbewilligung in Aussicht gestellt, so steht - immer unter der Voraussetzung, dass die rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse nicht noch ändern - dem Planungsentscheid aus forstrecht licher Sicht nichts entgegen. Kommt dagegen ein positiver Bewilligungsentscheid nicht in Bet racht, kann die Einzonung des Walda- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht reals nicht erfolgen (S TEFAN M. JAISSLE , Der dynamische Waldbegriff und die Raumplanung, Zürich 1994, S. 292; W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., Art. 18 Rz. 56; BGE 122 II 81 E. 6d; Urtei l des BGer 1A.166/2006 vom 24. Januar 2007 E. 2.2.2). Grund sätzlich kann die zuständige Behörde eine verbindliche positive Stellungnahme erst abgeben, wenn ein formgültiges Rodungsgesuch vorliegt, dieses öffentlich aufgelegt worden ist und de n Betroffenen Gelegenheit zur Einsprache gegeben wurde. Dies gebietet schon der Anspruch auf rec htliches Gehör; zudem liegt keine vollständige Interessenabwägung vor, wenn nur die öffen tlichen und nicht auch die privaten Interessen allfälliger Einsprecher berücksichtigt worden sind (Urteil des BGer 1A.166/2006 vom 24. Januar 2007 E. 2.2.2; Urteil des BGer 1A.102/2001 vom 9. November 2001 E. 4). 5.4 Im vorliegenden Fall lag weder zum Zeitpunkt des En tscheids der Gemeinde über die Zonenplanung noch beim Genehmigungsentscheid des Regie rungsrats eine Rodungsbewilli- gung vor. Ein konkretes Rodungsgesuch existiert nicht. In d en Akten findet sich auch keine Be- willigungszusage der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdire ktion, die für die Erteilung einer Rodungsbewilligung zuständig wäre (vgl. § 5 Abs. 1 der Kantonalen Waldverordnung [kWaV] vom 22. Dezember 1998). Somit liegt keine verbindliche p ositive Stellungnahme der forstrecht- lichen Bewilligungsbehörde vor. Der Einbezug des Waldar eals in den Spezialrichtplan Salina- Raurica hat den Rodungsentscheid des Weiteren nicht - au ch nicht im Grundsatz - vorwegge- nommen (vgl. Botschaft zum Waldgesetz vom 29. Juni 1988, BBl 1988 III 173, S. 196; J AISSLE , a.a.O., S. 294 f.). Gestützt auf die vorliegenden Akte n lässt sich zudem nicht ableiten, dass die fehlende Bewilligung offensichtlich erteilt werden mü sste. Eher drängt sich der gegenteilige Schluss auf: Die Beschwerdeführerin zitiert in ihrer Be schwerdebegründung vom 24. Februar 2017 (S. 9, Rz. 11) jedenfalls unwidersprochen aus eine m - in den Akten nicht auffindba- ren - kantonalen Vorprüfungsbericht vom 9. Januar 2015 , wonach eine Rodungsbewilligung gerade nicht in Aussicht gestellt werden könne. 5.5 Daran ändert auch die sich bei den Akten befindlich e Verlautbarung des Amtes für Wald beider Basel nichts. Die erst im regierungsrätlichen Genehmigungsverfahren zur Stellungnahme eingeladene kantonale forstliche Fachbehörde führt in ihrem Schreiben vom 9. September 2016 aus, das Amt erachte die Möglichkeit eines Rheinzugangs a m vorgesehenen Standort für grundsätzlich bewilligungsfähig. In Anbetracht dessen, dass Rodungen für Siedlungszwecke die ganz grosse Ausnahme bleiben müssen (vgl. B ÜHLMANN /KISSLING /ZIMMERMANN /NAY , a.a.O., S. 27 f.), vermag die genannte Stellungnahme den inh altlichen Anforderungen an eine vorgän- gige positive Stellungnahme im vorliegenden Fall nicht einmal ansatzweise zu genügen. Die nur kurz gehaltene Begründung verdeutlicht, dass die Beurtei lung nicht auf einer vollständigen Sachverhaltsermittlung und einer umfassenden, sämtliche umweltrechtlichen Aspekte einbezie- henden Interessenabwägung beruht. So wird denn auch fe stgehalten, der Status des Projekts sei zu wenig konkret, um das wirkliche Ausmass der Rodung zu kennen. Die Behörde über- nimmt ausserdem unhinterfragt und unkommentiert die Auffassung des Amtes für Raumpla- nung, wonach ein Rheinzugang zwingend erforderlich sei, um die Gesamtziele der Planung zu erreichen. Es wäre indes gerade kritisch zu überprüfen gew esen, ob und wie sich die ange- sprochenen Gesamtziele mit dem Umweltrecht des Bundes in Einklang bringen lassen. Die Einschätzung des Amtes steht zudem unter der - wie sich sogl eich zeigen wird - falschen Prä- misse, dass die Konkretisierung der Planung im Quartierplanverfahren erfolgen könne. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.6 Die Beschwerdegegner argumentieren, die bisher u nterbliebene Koordination werde im nachgelagerten Quartierplanverfahren erfolgen, womi t dem Koordinationsgrundsatz Genüge getan werde. Dieser Rechtsauffassung kann aus verschiedenen Gründen nicht gefolgt werden. 5.6.1 Zunächst steht einem solchen Vorgehen der klare G esetzeswortlaut entgegen. Art. 12 WaG verlangt für die Zuweisung von Wald zu einer Nut zungszone eine Rodungsbewilligung. Gemeint ist die Schaffung von Bauzonen, Landwirtschaftszonen sowie weiteren Nutzungszonen nach kantonalem Recht (JAISSLE , a.a.O., S. 122). Bei der vom kantonalen Recht vorgese henen Zone mit Quartierplanpflicht handelt es sich um eine Ba uzone (§ 20 Abs. 1 lit. h des Raumpla- nungs- und Baugesetzes [RBG] vom 8. Januar 1998), wesha lb die streitbetroffene Zone mit Quartierplanpflicht Rheinzugang/Erholung zwanglos unt er die Nutzungszonen im Sinne von Art. 12 WaG zu subsumieren ist. Dem steht der Umstand ni cht entgegen, dass die Zone als überlagernd bezeichnet wird. Sogenannte überlagernde Zonen sind ohne Rodungsbewilligung nur zulässig, wenn sie im Zusammenhang mit einer waldverträglichen Nutzung stehen (JAISSLE , a.a.O., S. 230 f.), was bei einer Bauzone augenscheinlich nicht der Fall ist. 5.6.2 Eine Verschiebung der Auseinandersetzung mit de n umweltrechtlichen Aspekten ins nachgelagerte Quartierplanverfahren würde die Inter essenabwägung zumindest teilweise zu Ungunsten der naturschützerischen Interessen vorwegnehmen und die Planung dadurch unzu- lässig präjudizieren. Sinn und Zweck von Art. 12 WaG ist es, sicherzustellen, dass beim Einbe- zug von Wald in eine Nutzungszone die notwendige Koordi nation von Raumplanung und Ro- dungsverfahren nicht zulasten des Waldschutzes geht. Der wesentliche Gehalt der Bestimmung ist darin zu erblicken, dass der einzig nach sachlichen Kr iterien zu fällende Rodungsentscheid ein Gegengewicht zum weitgehend auch politischen Entsche id über die Nutzungsplanung bil- den soll. Die Rodungsbewilligung kann nur gestützt auf eine umfassende Interessenabwägung erteilt werden, die nicht durch ein vorangegangenes R aumplanungsverfahren präjudiziert wer- den darf (C HRISTOPH JÄGER /ANDREAS BÜHLER , Schweizerisches Umweltrecht, Bern 2016, Rz. 904; JAISSLE , a.a.O., S. 293; BGE 122 II 81 E. 6d/ee). 5.6.3 Die Vorinstanz verweist darauf, dass die genaue Nu tzung, bauliche Ausgestaltung und die Verbindung zum Längipark planerisch noch nicht gena u definiert seien, weshalb es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Sinn ergäbe, eine for strechtliche Bewilligung einzuholen. Dem ist entgegenzuhalten, dass auf der Stufe Nutzungsplanung wesensgemäss noch nicht sämtliche Details eines Vorhabens feststehen. Die Ausscheidung einer Bauzone im Waldareal kommt aber von Vornherein nur in Frage, wenn über den Zweck, das Ausmass und die Auswirkungen des Vorhabens ausreichend Klarheit herrscht (J AISSLE , a.a.O., S. 293). Insofern wirft die Argu- mentation der Vorinstanz hier nicht weiter zu vertiefen de Fragen zur Genehmigungsreife des Gesamtkonzepts eines Parks mit Rheinzugang auf. Eine Einzo nung quasi auf Vorrat wäre aber in jedem Fall ausgeschlossen. Es trifft zwar zu, dass die Staffelung von Bewilligungsverfahren ausnahmsweise zulässig ist. Dies betrifft aber nur Verfah ren mit einem wesentlich höheren Komplexitätsgrad als dem vorliegenden - wie etwa Grossanl agen zur Energiegewinnung - und ist nur zulässig, wenn eine Etappierung der Projektieru ng unumgänglich ist und sofern dadurch die erforderliche materielle Koordination der Entschei de insgesamt nicht vereitelt wird (R ENÉ WIEDERKEHR , Ausgewählte Fragen der Koordinationspflicht nach Ar t. 25a RPG aus Sicht der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Praxis, AJP 2015, S. 604; W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., Art. 25a Rz. 30; M ARTI , a.a.O., Art. 25a Rz. 18). Auch in diesen Fällen muss im ersten Planungsschr itt sichergestellt werden, dass die wesentlichen Aspekte der Planung behandelt werden und e in Grundsatzentscheid über die Zu- lässigkeit des Vorhabens getroffen wird. Zu diesen wesentlichen Aspekten gehört insbesondere die Feststellung, dass dem fraglichen Projekt aus umweltr echtlicher Sicht grundsätzlich nichts entgegensteht (BGE 140 II 262 E. 4.3; BGE 121 II 378 E. 6c; Urteil des BGer 1C_67/2011 vom 19. April 2012 E. 9.1.1). Im vorliegenden Fall steht nicht fest und wäre bereits im erstinstanzli- chen Verfahren abzuklären gewesen, ob die geplante Zon e unter umweltrechtlichen Gesichts- punkten im Grundsatz genehmigungsfähig ist. Nur Detail fragen, die das generelle Projekt nicht mehr in Frage zu stellen vermögen, können nachfolgend en Genehmigungsverfahren vorbehal- ten werden (BGE 120 Ib 400 E. 3c). 5.6.4 Wenn die Vorinstanz sodann ausführt, auf die Ei nholung einer Rodungsbewilligung sei verzichtet worden, da nicht für die gesamte Waldfläche eine Rodung angestrebt werde, so un- terläuft ihr eine Fehlüberlegung. Das Gesetz definiert den Begriff der Rodung wie bereits er- wähnt als dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdu ng von Waldboden (Art. 4 WaG). Die Zuweisung von Wald zu einer Nutzungszone gilt von G esetzes wegen als Rodungstatbe- stand (Art. 12 WaG). Nicht massgebend für den Rodungsbeg riff ist, ob damit die tatsächliche Beanspruchung des Waldareals zu waldfremden Zwecken oder die Entfernung einer Besto- ckung verbunden ist (PETER M. KELLER , Rechtliche Aspekte der neuen Waldgesetzgebung, AJP 1993, S. 147). Wird Wald einer Nutzungszone zugewiesen, muss das entsprechende Waldareal gleichzeitig mit dieser Zuweisung aus dem bundesrechtlich umschriebenen Waldareal entlas- sen werden (MUGGLI , a.a.O., Art. 18 Rz. 45 m.w.H.). Die vorliegend zu rodende Fläche ist damit genau bekannt: Sie entspricht der gesamten Waldfläche im Perimeter der Zone Rheinzu- gang/Erholung. In der Planung wäre in dieser Beziehun g darüber hinaus zu berücksichtigen gewesen, dass grundsätzlich für jede Rodung Realersatz i n derselben Gegend mit standortge- rechten Arten zu leisten ist (Art. 7 Abs. 1 WaG), da di e Waldfläche nicht vermindert werden soll (Art. 3 WaG). Realersatz wird geleistet, indem für die gerodete Fläche eine gleich grosse Flä- che Wald an einem Standort begründet wird, der quali tativ ähnliche Bedingungen bietet wie die gerodete Fläche (Art. 8 Abs. 1 WaV). In der vorliege nd angefochtenen Planung wird keine der- artige Ersatzfläche ausgeschieden. 5.7 Wie die Beschwerdeführerin darüber hinaus zu Recht geltend macht, kommt die Zone Rheinzugang/Erholung in bundesrechtlich geschütztem Ufer- und Gewässerraum zu liegen, wo Eingriffe nur ausnahmsweise zulässig sind (vgl. Art. 21 d es Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG] vom 1. Juli 1966; Art. 41c Abs. 1 der Gewässerschutzverordnung [GSchV] vom 28. Oktober 1998). Bestockungen, die gleichzeitig Wald im Sinne des Waldgeset- zes und Ufervegetation im Sinne von Art. 21 NHG darstell en, werden durch die Natur-und Hei- matschutzgesetzgebung strenger geschützt als durch die W aldgesetzgebung, da gemäss Art. 22 Abs. 2 NHG Ausnahmebewilligungen nur für Eing riffe zulässig sind, die nach Wasser- bau- und Gewässerschutzgesetz zugelassen bzw. vorgesehen sind (H ANS -PETER JENNI , in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Z ürich 1997, Art. 22 Rz. 13; BGE 130 II 313 E. 3.4). Auch in dieser Hinsicht bestand eine Koordinationspflicht (vgl. WIEDERKEHR , a.a.O., S. 600). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8 Nach dem Gesagten wurde die Zone mit Quartierpla npflicht Rheinzugang/Erholung un- ter Verletzung des bundesrechtlichen Koordinationsgrund satzes gemäss Art. 25a RPG be- schlossen. Die Vorinstanz hat sie demnach zu Unrecht genehmigt. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht begründet. 6. Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter die Aussc heidung von Aussichtsschutzzo- nen im Waldareal. 6.1 Die Aussichtsschutzzonen bezwecken die Freihaltung und Wahrung von landschaftlich besonders reizvollen Aussichtsmöglichkeiten von bestimmten im Zonenplan bezeichneten Standorten und Lagen aus (§ 40 Abs. 1 ZR). Die Aussich tslagen befinden sich am Hochbord- weg/Im Baumgarten sowie je auf dem Hochbord Gallisacher und Rheinlehne West. Die Aus- sichtslagen Hochbord Gallisacher und Hochbord Rheinlehne West werden mit der vorliegenden Planung neu ausgeschieden und sollen den Blick in Richtu ng Rheinlandschaft und Rheinufer bewahren resp. wiederherstellen. Im Bereich der Aussicht sschutzzone sind Bauten, Anlagen und Einrichtungen sowie Neupflanzungen höhenmässig zu be grenzen. Es ist ein übermässiger Bewuchs zu vermeiden (§ 40 Abs. 2 ZR). Von diesen Vorschr iften betroffen ist beim Hochbord Gallisacher ein zusammenhängendes Waldstück entlang des Rheinufers von ca. 700 Metern Länge und bis zu 30 Metern Breite in der Naturschutzzo ne Rheinbord Ost (N 2w). Die im Plan markierten Aussichtslagen befinden sich am Rand der Zonen mit Quartierplanpflicht Gallisacher West und Gallisacher Ost, welche eine Bebauung des Ge biets mit einem Richtwert von maxi- mal 5 resp. 6 Vollgeschossen zur Wohn- und Dienstleistungsnutzung vorsehen. Beim Hochbord Rheinlehne West werden trichterförmig ca. 250 Meter d es bewaldeten Rheinufers in der Natur- schutzzone Rheinbord West (N 1w) erfasst. Der Aussichtsstandor t befindet sich im mit der Pla- nung neu geschaffenen Rheinpark auf der Höhe des Fischer galgens K 10 auf der heutigen Trasse der Rheinstrasse. Das Gelände auf dem Gebiet der b eiden neu ausgeschiedenen Aus- sichtsschutzzonen ist heute grossmehrheitlich so dicht bewalde t, dass von den im Plan einge- zeichneten Aussichtslagen keine Sicht auf das Rheinufer beste ht. Im Anhang 1 des Zonenreg- lements werden Schutz- und Pflegemassnahmen unter andere m für die Naturschutzzonen be- schrieben. Für die Naturschutzzone Rheinbord Ost wird fest gehalten, dass als Schutzziel eine parkartige Ausprägung des Rheinbords zu fördern sei, weshalb eine Niederwaldbewirtschaftung angestrebt werde (Büsche, Sträucher, niedere Bäume). Ei nzelne Wertbäume würden als Über- hälter stehen gelassen. Regelmässig seien mosaikartig ein zelne Flächen auf den Stock zu set- zen, um Durchblicke von den Quartierplan-Überbauungen h er und vom öffentlichen Weg ent- lang der Böschungskante am Rhein zu gewährleisten und zu bewahren. 6.2 Die Beschwerdeführerin rügt bezüglich der Aussichtssch utzzonen Hochbord Gallisacher und Hochbord Rheinlehne West wiederum eine Verletzung der raumplanungsrechtlichen Koor- dinationspflicht sowie von Umweltrecht, insbesondere de r bundesrechtlichen Waldgesetzge- bung. Die Zonenvorschriften schrieben eine grossräumige Niederhaltung des Waldes vor, nur um die Aussicht von der Oberkante des Rheinbords auf den Fluss und das Ufer zu ermögli- chen. Dabei handle es sich zumindest um eine bewilligungs pflichtige nachteilige Nutzung des Waldes. Da aber eine Waldfläche von ca. 15-20'000 m 2 betroffen sei und das Gehölz zur Ge- währleistung der Aussicht sehr niedrig gehalten werden müsse, wodurch auch die Vernetzung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Naturräume massiv beeinträchtigt werde, liege ein derart intensiver Eingriff in die Waldfunk- tionen vor, dass diesem Rodungscharakter beigemessen werden müsse. Der Zonenzweck er- fordere zusätzlich Interventionen im Bereich der geschützt en Ufervegetation. Ein weiteres Mal lägen keine Bewilligungszusagen der Umweltbehörden vor und sei auch die vorliegend obliga- torische Anhörung des Bundesamtes für Umwelt unterblieben. 6.3 Dem hält der Beschwerdegegner entgegen, im Berei ch der streitbetroffenen Aussichts- schutzzonen sei eine Niederwaldbewirtschaftung geplant, w as sich aus den im Anhang zum Zonenreglement Siedlung und Landschaft beschriebenen Schutz- und Pflegemassnahmen für die Naturschutzzone Rheinbord Ost ergebe. Bei der vorge sehenen Niederwaldbewirtschaftung handle es sich um eine anerkannte Waldbewirtschaftungsf orm zur Verbesserung oder Erhal- tung der biologischen Vielfalt und gerade nicht um ei ne Niederhaltung. Von einer nachteiligen Nutzung oder Rodung im Sinne des Waldgesetzes könne nicht die Rede sein. 6.4 Die Beschwerdegegnerin unterstreicht in ihrer Ver nehmlassung, dass mit den in den Zonenvorschriften verankerten Schutz- und Pflegemassnahme n die längst notwendige Pflege und Durchforstung des Rheinbords fachlich korrekt umgese tzt werde. Dadurch könnten auch die ökologischen Vernetzungsüberlegungen optimiert wer den. Die Gemeinde erstrebe die Er- haltung eines durchgehenden Waldareals mit niederen Bä umen, wertvollen Einzelbäumen und strukturreichen Rändern. 7.1 Wie oben (E. 5.1) bereits aufgezeigt wurde, ist das Waldareal grundsätzlich der Raum- planung entzogen und existiert damit weitgehend ausserh alb der bundesrechtlichen Ordnung der Nutzungsplanung nach Art. 14 ff. RPG. Die Waldg esetzgebung schliesst jedoch die Aus- scheidung von Nutzungszonen im Waldgebiet nicht aus, sola nge sie mit dem Walderhaltungs- gebot und der forstrechtlichen Nutzungsordnung vereinba r sind. Zu den waldverträglichen Nut- zungsarten werden der Natur- und Landschaftsschutz, der Gefahrenschutz, der Denkmalschutz und die Erholung gezählt. Entscheidend ist, dass die e ntsprechende (Schutz-)Zone dem durch die Forstgesetzgebung angestrebten Schutz des Waldes en tspricht und keine Zweckentfrem- dung des Waldareals darstellt (W ALDMANN /HÄNNI , a.a.O., Art. 18 Rz. 56; J AISSLE , a.a.O., S. 231). Demgegenüber sind Nutzungen, welche zwar keine Rodung im Sinne von Art. 4 WaG darstellen, jedoch die Funktionen oder die Bewirtschaft ung des Waldes gefährden oder beein- trächtigen, gemäss Art. 16 Abs. 1 WaG grundsätzlich unzulässi g. Ausnahmen erfordern eine Bewilligung, die nur aus wichtigen Gründen sowie unte r Auflagen und Bedingungen erteilt wer- den darf (Art. 16 Abs. 2 WaG). 7.2.1 Aussicht bezeichnet den "Blick ins Freie, in die Ferne" (DUDEN , Band 10: Das Bedeu- tungswörterbuch, 4. Aufl., Mannheim 2010). Der freie Blick auf und in die (ferne) Landschaft und deren Wahrnehmung befriedigen ausschliesslich ein m enschliches Bedürfnis. Die Gewähr- leistung von Aussicht ist denn auch offensichtlich weder e ine Waldfunktion nach Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG noch ein Anliegen des Natur- oder Heimatschutzes. Der Natur- und Heimatschutz hat grundsätzlich allein die Pflege und Erhaltung bestehen der, natürlicher und erbauter Werte und die Abwehr von Angriffen auf diese Werte und Werke im Auge (J ÄGER /BÜHLER , a.a.O., Rz. 808). Wird aus Gründen der Fernsicht die Entstehung von hochstämmigem Wald verhindert Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht oder die Baumhöhe niedrig gehalten, so liegt vielmeh r eine typische nachteilige Nutzung des Waldes vor (KGE VV vom 3. Februar 2016 [810 14 387] E. 2.1; JAISSLE , a.a.O., S. 121 f.; je- weils mit Verweis auf die Botschaft WaG, a.a.O., S. 197 f.). Die in der vorliegend angefochtenen Zonenplanung angestrebte Niederhaltung des Waldes erfü llt somit zumindest den Tatbestand einer bewilligungspflichtigen nachteiligen Nutzung. Die vom Amt für Wald in der Stellungnahme vom 9. September 2016 vertretene gegenteilige Auffass ung übergeht, dass den Vorgaben in den Zonenvorschriften, im Wald "Durchblicke für die Aussicht" (Schutzziel) zu schaffen und das "Wohnen am Wasser" sicherzustellen (Kommentar zu den Sch utz- und Pflegemassnahmen), augenscheinlich kein waldpflegerisches oder naturschützerisch es Motiv zu Grunde liegt. Die Ausführungen, wonach die Eingriffe in den Wald den Naturschutzzielsetzungen nicht zuwiderlie- fen und mit einem Naturschutzeingriff vergleichbar seien, gehen deshalb an der Sache vorbei. 7.2.2 Nur eine teilweise nichtforstliche Nutzung des Wa ldes in einem untergeordneten Rah- men ist als nachteilige Nutzung zu qualifizieren. Sind w esentliche Waldfunktionen nicht mehr gewährleistet, liegt ein Rodungstatbestand vor (Botscha ft WaG, a.a.O., S. 198). Wie die Be- schwerdeführerin zu Recht vorbringt, stellt sich aufgrund der grossflächigen Ausgestaltung der Aussichtsschutzzonen und der Intensität des Eingriffs in de n gewachsenen Wald die Frage, ob nicht von einer Rodung ausgegangen werden muss. 7.2.3 Die Beschwerdegegnerin hat es auch bezüglich der neuen Aussichtsschutzzonen ver- säumt, das Verfahren zu koordinieren und die umweltrechtlichen Fachbehörden frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen. Es fehlt eine vorgängige St ellungnahme der Bewilligungsbehörde, die sich mit den aufgeworfenen forstrechtlichen Fragen auseinandersetzt und die erforderliche Bewilligung erteilt resp. in Aussicht stellt. Analoges gi lt im Übrigen bezüglich der gewässer- schutzrechtlichen Beurteilung der mit der Niederhaltung einher gehenden Eingriffe in die Ufervegetation. Die erst im Genehmigungsverfahren eing eholte Stellungnahme des Amtes für Wald beider Basel überzeugt wie oben aufgezeigt nicht. Da die von den Aussichtsschutzzonen betroffene Gesamtfläche grösser als 5'000 m 2 ist und sich die Frage einer Rodungsbewilligung stellt, wäre ohnehin vorgängig das Bundesamt für Umwe lt anzuhören gewesen (Art. 6 Abs. 2 lit. a WaG). 7.3 Die mit der Koordinationspflicht einher gehende n umfassenden Abklärungs-, Abwä- gungs- und Bewilligungserfordernisse lassen sich nicht dadu rch aus den Angeln heben, indem die Niederhaltung des Waldes kurzerhand in den Zonenvor schriften zur Bewirtschaftungsform des betroffenen Waldgebiets erklärt wird. 7.3.1 Vorneweg ist hierzu festzuhalten, dass die Niederw aldbewirtschaftung vorliegend nur in den Vorschriften zur Naturschutzzone Rheinbord Ost vorges ehen (resp. "angestrebt", vgl. dazu sogleich) wird, weshalb es - selbst wenn der Argumentat ion der Beschwerdegegner gefolgt würde - zumindest bezüglich der Aussichtsschutzzone Hochbord Rhe inlehne West an einer Festlegung der Waldbewirtschaftungsform mangelt. Der V erzicht auf die Einholung einer Aus- nahmebewilligung für diese Aussichtsschutzzone lässt sich damit von Vornherein nicht mit der Waldbewirtschaftungsform begründen. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3.2 Die Waldbewirtschaftung im Kanton Basel-Landschaf t stützt sich auf einen Betriebsplan. Die Betriebsplanung orientiert sich an den mittelfrist igen Bedürfnissen des forstlichen Betriebes und erfolgt auf der Grundlage und nach Massgabe des W aldentwicklungsplanes (vgl. § 18 Abs. 2 des Kantonalen Waldgesetzes [kWaG] vom 11. Juni 1998). Verantwortlich für die Be- triebsplanung sind die Waldeigentümerinnen und Waldei gentümer, die im Revierverband betei- ligt sind oder die innerhalb eines Forstreviers mehr als 25 ha Waldfläche besitzen (§ 18 Abs. 1 kWaG). Der Plan bedarf der Genehmigung des Kantons (§ 18 Abs. 3 kWaG). Die Beschwerde- gegner machen zu Recht nicht geltend, dass die geltende Betriebsplanung für das Gebiet in der Naturschutzzone Rheinbord Ost eine Niederwaldbewirtscha ftung vorsieht. Diese Planung kann nicht im Verfahren der kommunalen Nutzungsplanung abge ändert und in Zonenvorschriften verankert werden. Dazu kommt, dass die Einwohnergemeind eversammlung Augst nach den genannten gesetzlichen Bestimmungen auch nicht dafür zust ändig wäre, Entscheide zur forstli- chen Betriebsplanung zu treffen, zumal das betreffende Waldgrundstück nicht einmal im Eigen- tum der Gemeinde steht. Diesem Umstand trägt das Zonen reglement insofern Rechnung, als dass in den Vorschriften für die Naturschutzzone Rheinbord Ost lediglich festgeschrieben wird, dass die Niederwaldbewirtschaftung anzustreben sei. Ist aber rechtlich nicht sichergestellt, dass es tatsächlich zu einer Niederwaldbewirtschaftung kommen wird, so ist dem angeführten Grund für den Verzicht auf die Einholung einer Ausnahmebewilligung der Boden entzogen. 7.3.3 Die für die Naturschutzzone Rheinbord Ost angestre bte Niederwaldbewirtschaftung ist im Weiteren schwerlich mit der übergeordneten forstliche n Planung des Kantons vereinbar, denn der Waldentwicklungsplan (WEP) Liestal und Umgebun g 2014 – 2029 vom 23. Februar 2016 weist dem betreffenden Gebiet die Waldfunktion V orrang Naturschutz zu. In diesen Wäl- dern sind Waldstrukturen zu fördern und zu erhalten. Di e Waldpflege richtet sich nach den vor- handenen Nutz- und Schutzkonzepten und ist auf die vorh andenen Naturwerte ausgerichtet (WEP, S. 30). Das in den Zonenvorschriften vorgegebene Schutzziel, eine "parkartige Ausprä- gung" des Rheinbords zu fördern, entspringt offensichtlich nicht dem Naturschutzgedanken. Bei der Niederwaldbewirtschaftung handelt es sich um eine i n der Schweiz seltene - grundsätzlich nicht unzulässige (vgl. Art. 19 Abs. 2 lit. b WaV) - for stwirtschaftliche Betriebsart, die vorwie- gend der Brennholzgewinnung dient. Sie begünstigt Ba umarten mit der Fähigkeit zum Stock- ausschlag und führt zu einer Bestockung mit Büschen, Sträu chern und niederen Bäumen. Nie- derwald wird in kurzen Zeitabständen kahlgeschlagen (vg l. das Glossar im WEP, S. 79, sowie den Eintrag in HERDER , Lexikon der Biologie, Heidelberg 1999). Eine derar tige Bewirtschaftung führt somit zu einem starken Eingriff in den gewachsenen Wald und in das Landschaftsbild, der sich wohl nur schwer mit dem Schutzziel des Waldentwicklungs plans, die bestehenden Wald- strukturen zu erhalten, in Einklang bringen lässt. Die Beschwerdegegner blieben im Verfahren jedenfalls den Beweis schuldig, dass die Einführung dieser neuen Bewirtschaftungsform im vor- liegenden Fall auf der Grundlage der übergeordneten forstlichen Planung und von fachmän- nisch erstellten Nutz- und Schutzkonzepten vollzogen wird. Die Beschwerdegegner behaupten ohne konkrete Belege, dass mit der Niederwaldbewirtschaf tung die ökologische Vernetzung verbessert werde. Die Beschwerdeführerin - immerhin fü r derartige Fragen das beratende Fachorgan des Kantons und der Einwohnergemeinden (§ 20 Abs. 1 NLG BL) - bestreitet dies vehement, so dass der behauptete ökologische Nutzen zuminde st zweifelhaft erscheint. Wenn in der Stellungnahme des Amtes für Wald beider Basel vom 9. September 2016 davon die Re- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht de ist, die Niederwaldbewirtschaftung sei eine waldba ulich "begründbare" Bewirtschaftungs- form, zeigt dies gerade auf, dass die angestrebte Bewir tschaftung faktisch nicht waldbaulich motiviert ist. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht, dass - so die Stellungnahme weiter - offenbar vergessen ging, die dafür nötigen Waldbewirtschaftungswege einzuplanen. Es springt aufgrund der Akten und Ausführungen der Parteien jedenfalls in die Augen, dass die vorgesehene Ände- rung hin zur neuen Bewirtschaftungsform der Niederwald bewirtschaftung nicht aus forstwirt- schaftlichen (oder naturschützerischen) Gründen geplant wu rde, sondern im Dienst der Sied- lungsentwicklung steht. Diese hat sich allerdings dem Wald anzupassen und nicht umgekehrt. 7.4 Die Ausscheidung der Aussichtsschutzzonen Hochbord Gallis acher und Hochbord Rheinlehne West erfolgte nach dem soeben Dargelegten in Verletzung des Waldgesetzes und der raumplanungsrechtlichen Koordinationspflicht. Der Regierungsrat hat sie demnach zu Un- recht genehmigt. Die Beschwerde erweist sich auch diesbezüglich als begründet. 8. Zusammenfassend erweisen sich sowohl die Zone mit Quart ierplanpflicht Rheinzugang/ Erholung als auch die beiden Aussichtsschutzzonen Hochbord Gallisacher und Hochbord Rheinlehne West als nicht genehmigungsfähig. Davon indi rekt betroffen sind auch die Zonen mit Quartierplanpflicht Gallisacher West und Gallisacher Ost, die gemäss dem Zonenreglement in Abstimmung mit der Zone Rheinzugang/Erholung zu en twickeln sind (vgl. § 25 a und b ZR). Damit wirken sich die Planungsmängel in sachlicher wie auc h in räumlicher Hinsicht auf we- sentliche Elemente der Gesamtplanung aus, weshalb eine einzig auf die nicht bewilligbaren Zonen beschränkte Nichtgenehmigung ausser Betracht fäll t, auch wenn der Rest der Planung von der Beschwerdeführerin nicht gerügt wird und soweit ersichtlich auch nicht zu beanstanden ist. Der angefochtene Entscheid ist in Gutheissung der Be schwerde aufzuheben und der Sied- lungs- und Landschaftsplanung Augst-West ist gesamthaft die Genehmigung zu verweigern. 9.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt. Den Vorinstanzen wer- den mit hier nicht einschlägigen Ausnahmen keine Verfa hrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Demgemäss sind vorliegend keine Verfahrenskosten zu erheben. Der geleistete Kosten- vorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 9.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gest ützt auf § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug einer Anwältin oder eines Anwalts eine angemesse ne Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemeinden und a ndere Träger öffentlicher Aufgaben haben Anspruch auf eine Parteientschädigung, sofern d er Beizug einer Anwältin bzw. eines Anwalts gerechtfertigt war (§ 21 Abs. 2 VPO). Die NLK ist eine Trägerin öffentlicher Aufgaben im Sinne dieser Bestimmung (KGE VV vom 4. April 2007 [810 06 297] E. 8). Das Kantonsge- richt legt § 21 Abs. 2 VPO in ständiger Praxis restriktiv a us und spricht nur in Ausnahmefällen eine Parteientschädigung zu, denn Träger öffentlicher A ufgaben haben grundsätzlich dafür zu sorgen, dass das für die Rechtsanwendung in ihrem Zustän digkeitsbereich erforderliche rechtli- che Wissen intern vorhanden ist. Das Gericht räumt nur ei nen Anspruch auf Parteientschädi- gung ein, wenn der Beizug eines externen Rechtsvertrete rs aus einzelfallspezifischen Gründen Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht angezeigt war. Dies trifft vor allem dann zu, wenn f ür eine angemessene Prozessvertretung juristisches Spezialwissen gefordert ist, das über die für die ordentliche Rechtsanwendungstä- tigkeit zu erwartenden Kenntnisse hinausgeht (KGE VV vom 27. September 2017 [810 16 349] E. 8.2; KGE VV vom 3. Februar 2016 [810 14 387] E. 5.2; BLKGE 2007 Nr. 41 E. 8). Räumt das Gesetz einer Spezialbehörde ein gesetzliches Beschwerderecht ein, so gehört dessen Wahr- nehmung zum originären Aufgabenbereich und hat die B ehörde über das dafür benötigte Fachwissen zu verfügen (vgl. KGE VV vom 25. Oktober 2017 [ 810 15 83] E. 10.2). Der vorlie- gende Fall bot keine juristischen Fragestellungen, welc he den von einem Fachorgan zu erwar- tenden rechtlichen Wissensstand übersteigen. Zudem zeigt die ohne anwaltlichen Beistand ver- fasste Einsprache der Beschwerdeführerin, dass sie durcha us in der Lage war, den Planungs- entscheid der Beschwerdegegnerin sachgerecht anzufechten und die massgebenden Ge- sichtspunkte treffend vorzubringen. Gestützt auf die erwä hnte restriktive Praxis des Kantonsge- richts kann der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zugesprochen werden. Die Par- teikosten werden demzufolge wettgeschlagen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierun gsratsbeschluss Nr. 1777 vom 13. Dezember 2016 aufgehoben und der vo n der Einwoh- nergemeindeversammlung Augst am 29. Oktober 2015 beschlo ssenen Siedlungs- und Landschaftsplanung Augst-West die Genehmi gung ver- weigert. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der gele istete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- wird der Beschwerdef ührerin zurück- erstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Kantonsrichter Gerichtsschreiber