BRKE II Nr. 0192/2006 vom 28. September 2006 in BEZ 2007 Nr. 13 5.1. Über den prozentualen Abzug hinausgehende Minderzuteilungen, die nicht durch Realersatz ausgeglichen werden können, sind in Geld auszugleichen (§ 145 Abs. 1 PBG). Landminderzuteilungen in Abwe ichung vom Realersatzprinzip werden grundsätzlich nicht als formelle Enteignung betrachtet, und die Höhe der Entschäd i- gung wird daher nicht einer Expropriationsentschädigung gleichgesetzt (P. Kleb, Kos ten und Entschädigungen im zürcherischen Quartierplanverfahren, 2004, S. 88). Bei der Bemess ung der Höhe der Entschädigung ist stets vom Verkehrswert auszugehen, welcher nach einer geeigneten Methode –- wenn möglich nach der sta- tistischen Methode – zu bestimmen ist. Preismindernd wirkt sich auf den de rgestalt ermittelten Verkehrswert aus, dass ke ine Steuern (Grundstückgewinnsteuer) erh o- ben werden. Mit einem zusätzlichen Abschlag wird dem Umstand Rechnung getr a- gen, dass Änderu ngen der Parzellenflächen bzw. -grössen zumeist nicht gewollt sind, d.h. im Interesse eines zweckmässigen Planungsresultats unfreiwillig erduldet werden müssen. All dies gilt jedoch nur dort, wo die Minderzuteilungen (bzw. Meh r- zuteilungen) gering ausfallen. Bei gewichtigen Landabtretungen oder Landantretu n- gen liegt eine ausverkaufsähnliche Situation vor, die sich prei serhöhend auswirkt (Zum Ganzen: Kleb, S. 88 - 90 und dortige Hinweise; ferner u nter anderen der von den Rekurrierenden zitierte V B.2001.00326, www.vgrzh.ch). Wenn nur ein einzelner oder einige wenige Grundeigentümer durch grössere Landabzüge belastet bzw. grössere M ehrzuteilungen begünstigt sind, kann nä mlich nicht mehr von üblichen Bereinigungsdifferenzen gesprochen werden, mit denen Grundeigentümer ohne we i- teres rechnen müssen und die daher zum Vornherein unfreiwilligerweise in Kauf g e- nommen werden müssen; je grösser eine Minderzuteilung (bzw. eine Mehrzuteilung) ausfällt, umso mehr nähert sie sich dem Tatbestand der Enteignung (bzw. im Fall einer Mehrzuteilung der Impropriat ion). Es wäre mit der Eigentumsgarantie (Art. 26 BV) unvereinbar, wenn der Geldausgleich in solchen Fällen nur nach dem schemat i- schen Quartierplanansatz bemessen würde. 5.2.1. Die Rekurrentin K hat eine Minderzuteilung von nur 6 m 2 in Kauf zu ne h- men, da mit der Neukonzeption des Strassenendes ein teilweiser Realersatz durch die Zuteilung von au fzuhebendem Strassenland vorgenommen wird. Dieser Reale r- satz liegt zwar im Baulinienbereich, ist aber voll ausnützbar (§ 259 PBG) und ins o- weit ein vollwertiger Baulandersatz. Die Minderzuteilung von 6 m 2 ist sowohl absolut gesehen als auch im Verhältnis zu r Baulandfläche der Neubestands parzelle von 785 m2 geringfügig (ca. 0,75 Prozent). Die im Quartierplan festgesetzte Ausgleichsen t-- 2 - schädigung von Fr. 500.-- pro m2 erscheint unter diesen Umständen noch als vertre t- bar. 5.2.3. (…) erheblich grösser fällt die Minderzuteilung für den Rekurrenten U aus. Mit 23 m 2 beläuft sie sich gemessen am Neuzuteilungsanspruch von 381 m 2 auf 6 Prozent (…). Bei einem derart flächenkleinen Grundstück wirkt sich ein Flächenve r- lust von 6 Prozent sowohl in Bezug auf die Arrondierung als auch hinsich tlich des Ausnützungsverlustes (ca. 45 m 3 Baumasse, Art. 13 Abs. 1 der Bau - und Zonenord- nung, BZO) gravierend aus; die Minderzuteilung hat enteignungsähnlichen Chara k- ter. Der Rekurrent hat daher Anspruch darauf, dass ihm die Minde rzuteilung nicht bloss zum Quartierplanansatz, sondern zum Verkehrswert (abzüglich Grundstückg e- winnsteuer) entschädigt wird.