<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2023-05-31-2C_1057-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_1057/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 31. Mai 2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterinnen Hänni, Ryter, </div> <div class="para">Gerichtsschreiberin Wortha. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Steiner, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für Migration und Integration des </div> <div class="para">Kantons Aargau, Rechtsdienst, </div> <div class="para">Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung und </div> <div class="para">Wegweisung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts </div> <div class="para">des Kantons Aargau, 2. Kammer, vom </div> <div class="para">11. November 2022 (WBE.2022.286). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die kosovarische Staatsangehörige A.________ (geb. 1982) reiste am 13. August 2010 im Rahmen des Familiennachzuges in die Schweiz ein. Ihr wurde daraufhin im Kanton Aargau eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Verbleibs bei ihrem damals niederlassungsberechtigten Ehemann, ebenfalls Staatsangehöriger des Kosovo, erteilt. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn B.________, geb. 2011, erhielt eine vom Vater abgeleitete Niederlassungsbewilligung. Das Aufenthaltsrecht der Tochter C.________, geb. 2020, wurde nicht geregelt. Am 15. Oktober 2020 verlängerte das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A.________ ein letztes Mal bis 31. August 2021. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 wurde die Niederlassungsbewilligung des Ehemanns infolge starker Verschuldung und mehrfacher Straffälligkeit widerrufen. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel wurden abgewiesen und der Widerruf letztinstanzlich vom Bundesgericht mit Urteil vom 11. März 2021 bestätigt (Urteil 2C_710/2020). Der Ehemann hat die Schweiz im Juni 2021 verlassen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 9. Juni 2021 informierte das Migrationsamt A.________ darüber, dass es beabsichtige, ihre Aufenthaltsbewilligung zufolge Dahinfallens des Aufenthaltszweckes und mangels originären Aufenthaltstitels nicht mehr zu verlängern und sie aus der Schweiz wegzuweisen. Zu diesem Zeitpunkt war sie mit 57 Verlustscheinen im Umfang von CHF 69'927.35 im Register des Betreibungsamtes U.________ verzeichnet und hatte einen Steuerausstand von CHF 16'876.70. Ausserdem ist sie 11 Mal wegen Übertretungen im Strassenverkehr und Ungehorsams im Betreibungs- und Konkursverfahren gebüsst und einmal zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen à CHF 30 im Zusammenhang mit einem Strassenverkehrsdelikt verurteilt worden. Aufgrund der Verschuldung und der mehrfachen Straffälligkeit wurde sie zweimal ausländerrechtlich verwarnt. Am 7. September 2021 wurde das Migrationsamt durch die Gemeinde U.________ über die Trennung der Eheleute per 15. Juni 2021 informiert. </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 19. November 2021 verlängerte das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung von A.________ nicht mehr und wies sie unter Ansetzung einer 90-tägigen Ausreisefrist aus der Schweiz weg. Die beiden Kinder bezog es in die Wegweisungsverfügung mit ein. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos (Einspracheentscheid des Rechtsdiensts des Amtes für Migration und Integration des Kantons Aargau vom 9. Juni 2022; Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 11. November 2022). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, eventualiter subsidiärer Verfassungsbeschwerde, vom 23. Dezember 2022 gelangt A.________ (nachfolgend Beschwerdeführerin) an das Bundesgericht. Sie beantragt die Aufhebung des Urteils vom 11. November 2022. Ihr sei die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. In prozessualer Hinsicht verlangt sie die unentgeltliche Rechtspflege unter Verbeiständung durch Rechtsanwalt Peter Steiner. </div> <div class="para">Die Abteilungspräsidentin hat der Beschwerde mit Verfügung vom 27. Dezember 2022 antragsgemäss die aufschiebende Wirkung zuerkannt. </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 3. Januar 2023 ergänzt die Beschwerdeführerin die Beschwerde um drei weitere Beilagen. </div> <div class="para">Die Akten des vorinstanzlichen Verfahrens wurden beigezogen. Die Vorinstanz und das Migrationsamt beantragen, die Beschwerde abzuweisen und verzichten im Übrigen auf eine Vernehmlassung. Das Staatssekretariat für Migration lässt sich nicht vernehmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> <b>1.</b> </b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die frist- (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) und formgerecht (<span class="artref">Art. 42 BGG</span>) eingereichte Eingabe betrifft eine Angelegenheit des öffentlichen Rechts (<span class="artref">Art. 82 lit. a BGG</span>) und richtet sich gegen das kantonal letztinstanzliche (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>), verfahrensabschliessende (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) Urteil eines oberen Gerichts (<span class="artref">Art. 86 Abs. 2 BGG</span>). Die Beschwerdeführerin ist bereits im kantonalen Verfahren als Partei beteiligt gewesen und dort mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Ausserdem ist sie durch das angefochtene Urteil in ihren schutzwürdigen Interessen besonders berührt. Sie ist somit zur Erhebung eines Rechtsmittels legitimiert (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span> ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen Entscheide über eine ausländerrechtliche Bewilligung, auf die weder nach Bundesrecht noch nach internationalem Recht ein Anspruch besteht, unzulässig. Es genügt jedoch für das Eintreten, dass ein entsprechender Anspruch in vertretbarer Weise geltend gemacht werden kann (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-89%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">BGE 147 I 89</a> E. 1.1.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">139 I 330</a></span> E. 1.1). Im vorliegenden Fall kann sich die Beschwerdeführerin in vertretbarer Weise auf einen in <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 AIG</span> geregelten, nachehelichen Bewilligungsanspruch berufen. Das Rechtsmittel ist folglich als Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig. Ob die Voraussetzungen des Bewilligungsanspruchs vorliegen, ist indes nicht Gegenstand der Eintretensfrage, sondern der materiellen Beurteilung (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-330%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page330">BGE 139 I 330</a> E. 1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-177%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page177">136 II 177</a> E. 1.1). Auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Unzulässig ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, soweit die Beschwerdeführerin einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall gemäss <span class="artref">Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG</span> geltend macht. Diese Bestimmung vermittelt keinen Bewilligungsanspruch, sondern bildet Grundlage für kantonale Ermessensbewilligungen im Rahmen von <span class="artref">Art. 96 AIG</span> (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-345%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page345">BGE 137 II 345</a> E. 3.2.1; Urteil 2C_410/2021 vom 4. November 2021 E. 1.2). Ob die kantonalen Behörden der Beschwerdeführerin wegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls eine Bewilligung hätten erteilen müssen, kann das Bundesgericht nicht prüfen, da seine Zuständigkeit auf Anspruchsbewilligungen beschränkt ist (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-305%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page305">BGE 137 II 305</a> E. 2; Urteil 2C_136/2017 vom 20. November 2017 E. 1.4.1). Diesbezüglich können (im Rahmen der subsidiären Verfassungsbeschwerde) ausschliesslich Rügen bezüglich verfahrensrechtlicher Punkte geltend gemacht werden, soweit das Gericht diese losgelöst von der Frage in der Sache selbst beurteilen kann ("Star"-Praxis; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-305%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page305">BGE 137 II 305</a> E. 2 und E. 4; Urteil 2C_821/2021 vom 1. November 2022 [zur Publ. vorgesehen] E. 3.1). </div> <div class="para">Solche Rügen bringt die Beschwerdeführerin nicht vor. Soweit sich ihre Einwände auf den Sachverhalt beziehen, den die Vorinstanz im Rahmen der Ermessensbewilligungen geprüft hat, ist die Beschwerde nicht zulässig. Die geäusserte Kritik, die Vorinstanz habe sich mit ihren Einwänden betreffend die Integrationskriterien nach <span class="artref">Art. 58a AIG</span> zu Unrecht nicht auseinandergesetzt und die Zumutbarkeit der Übersiedlung zu Unrecht bejaht, zielt auf eine materielle Überprüfung ab (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-305%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page305">BGE 137 II 305</a> E. 2; Urteil 2C_682/2022 vom 29. März 2023, E. 1.2). </div> <div class="para">Für die hilfsweise erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde bleibt bei dieser Ausgangslage kein Raum (<span class="artref">Art. 113 BGG</span>). Auf diese ist nicht einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> <b>2.</b> </b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden (<span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>). Es prüft jedoch unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>) nur die geltend gemachten Rechtsverletzungen, sofern rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-I-135%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page135">BGE 142 I 135</a> E. 1.5). Das Bundesgericht ist nicht gehalten, alle sich potenziell stellenden Fragen zu beantworten, wenn diese ihm nicht formell korrekt unterbreitet werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-283%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page283">BGE 143 II 283</a> E. 1.2.2). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte Rüge- und Substanziierungspflicht, d.h. es ist klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Urteils aufzuzeigen, inwiefern die entsprechenden Rechtsnormen verletzt worden sein sollen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Von den tatsächlichen Grundlagen ihres Urteils weicht das Bundesgericht nur ab, wenn diese offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruhen und die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.2 mit Hinweisen). Offensichtlich unrichtig heisst willkürlich (<span class="artref">Art. 9 BV</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-317%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page317">BGE 141 IV 317</a> E. 5.4 mit Hinweisen). Entsprechende Mängel sind in der Beschwerdeschrift klar und detailliert aufzuzeigen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-V-50%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page50">144 V 50</a> E. 4.2). Andernfalls ist es nicht möglich, einen anderen als den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt zu berücksichtigen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-188%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page188">BGE 145 V 188</a> E. 2). Auf rein appellatorische Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung geht das Bundesgericht nicht ein (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 140 III 264</a> E. 2.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-II-404%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page404">139 II 404</a> E. 10.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen im bundesgerichtlichen Verfahren nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (<span class="artref">Art. 99 Abs. 1 BGG</span>). Echte Noven sind dagegen in jedem Fall unzulässig. Folglich bleiben Tatsachen und Beweismittel unberücksichtigt, die erst nach dem angefochtenen Urteil entstanden sind und somit nicht durch diesen veranlasst worden sein können (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-19%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page19">BGE 143 V 19</a> E. 1.2.). </div> <div class="para">Die "aktuellen Unterlagen Betreibungsamt" vom 23. November 2022 (Beilage 3), das Lohnblatt November 2022 der D.________ GmbH vom 31. November 2022 (Teil der Beilage 5), die Krankenversicherungspolicen vom 23. November 2022 (Beilagen 6 und 7) sowie die nachgereichten Beilagen (Zwischenzeugnis E.________ vom 6. Dezember 2022; Arbeitsbestätigung D.________ GmbH vom 6. Dezember 2022; Betreibungsabrechnung vom 7. Dezember 2022), sind allesamt nach dem vorinstanzlichen Urteil vom 11. November 2022 entstanden. Als echte Noven sind diese Dokumente im bundesgerichtlichen Verfahren nicht zulässig und können daher nicht beachtet werden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin bzw. die Verweigerung der Erteilung einer nachehelichen Härtefallbewilligung gestützt auf <span class="artref">Art. 50 AIG</span>. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe einen Anspruch auf eine solche Bewilligung, da sie sich vom Ehemann getrennt habe, bevor seine Niederlassungsbewilligung widerrufen wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin rügt zunächst eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör nach <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> sowie eine willkürliche Sachverhaltsfeststellung und implizit eine willkürliche Beweiswürdigung (<span class="artref">Art. 9 BV</span>). Sie bringt in dieser Hinsicht vor, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht nicht mit dem von ihr geltend gemachten Trennungsdatum, dem 30. November 2020, auseinandergesetzt und ihre Argumente dazu nicht berücksichtigt, sondern willkürlich festgestellt, die Eheleute hätten sich erst im Juni 2021 getrennt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.1.</b> Die Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung erweist sich nur dann als willkürlich, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat. Dass die von den Gerichten gezogenen Schlüsse nicht mit der eigenen Darstellung der Beschwerdeführerin übereinstimmen, belegt keine Willkür (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 140 III 264</a> E. 2.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-226%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page226">137 III 226</a> E. 4.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-III-552%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page552">136 III 552</a> E. 4.2; Urteil 2C_246/2022 vom 31. Januar 2023 E. 4.1). </div> <div class="para">Artikel 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt insbesondere die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-IV-99%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page99">BGE 145 IV 99</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-65%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page65">143 III 65</a> E. 5.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.2.</b> Die Vorinstanz begründet knapp, aber hinreichend, warum sie das von der Beschwerdeführerin behauptete Trennungsdatum verwirft und wie sie zu ihrem Schluss gekommen ist, indem sie auf den kantonalen Entscheid Bezug nimmt. Es gab keine Belege oder substanziierten Behauptungen, die eine vertiefte Begründung erfordert hätten. Es ist nicht ersichtlich, dass sich die Vorinstanz entgegen den Vorgaben von <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> mit entscheidwesentlichen Punkten ungenügend auseinandergesetzt oder sie ihre Begründungspflicht verletzt hätte. Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist folglich unbegründet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.3.</b> Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe den Trennungszeitpunkt willkürlich falsch festgestellt. Sie habe sich am 30. November 2020 vom Ehemann getrennt, als sie aus der Wohnung des Schwagers in eine eigene Wohnung gezogen sei. Der Ehemann sei ohnehin praktisch nie und nur besuchsweise zu Hause gewesen und habe nicht genügend Mittel für die Familie nach Hause gebracht. Aus diesem Grund habe sie ab dem 30. November 2020 faktisch und wirtschaftlich getrennt gelebt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.4.</b> Die Vorinstanz stellte fest, dass die Eheleute frühstens seit dem 15. Juni 2021 getrennt lebten. Sie stützt sich dabei auf den Entscheid der kantonalen Vorinstanz. Mit Blick auf das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin, in dem diese angab, sie habe sich per 21. Juni 2021 von ihrem Ehemann getrennt, sowie auf die Meldung der Gemeinde, mit welcher das Migrationsamt über die Trennung der Eheleute per 15. Juni 2021 informiert wurde, sah sie dieses Datum als erwiesen an. Die Beschwerdeführerin könne dem bis auf die Behauptung eines anderen Datums nichts entgegensetzen (E. II.2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.5.</b> In der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung ist keine Willkür zu erblicken. Es ist weder gerügt noch ersichtlich, dass Beweismittel im Recht liegen würden, die einen anderen Schluss zulassen würden. Die Beschwerdeführerin legt zudem nicht dar, inwiefern die sachverhaltliche Schlussfolgerung als offensichtlich unhaltbar zu gelten hätte. Sie wiederholt vielmehr ihre Sicht der Dinge mit ihren bereits vor Vorinstanz unbelegt gebliebenen Behauptungen und stellt sie der Sachverhaltsdarstellung der Vorinstanz gegenüber. Sie bringt damit nichts vor, das die Feststellung der Vorinstanz erschüttern würde. Entgegen ihrer eigenen Behauptung führt sie an anderer Stelle vielmehr aus, sie lebe erst seit der Ausreise ihres Ehemanns alleine (S. 20 der Beschwerde) und der Auszug aus der Wohnung des Schwagers sei aus Platzgründen erfolgt (S. 26 der Beschwerde). Angesichts der Aussagen der Beschwerdeführerin sowie des aktenkundigen Mietvertrags für einen 4-Personen-Haushalt und der gemeinsamen Steuerveranlagung für das Jahr 2020 ist die Vorinstanz nicht in Willkür verfallen, wenn sie feststellte, die Trennung sei frühstens am 15. Juni 2021 erfolgt. Der Vorwurf der Willkür bei der Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung ist somit unbegründet. Demzufolge bleibt es beim von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt und ist frühstens der 15. Juni 2021 als Trennungsdatum für das Bundesgericht verbindlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">In der Sache wehrt sich die Beschwerdeführerin dagegen, dass ihr die Aufenthaltsbewilligung nicht gestützt auf <span class="artref">Art. 50 AIG</span> verlängert wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.1.</b> Gemäss <span class="artref">Art. 50 Abs. 1 AIG</span> besteht nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach <span class="artref"><artref id="CH/142.20/42" type="start"></artref>Art. 42 und 43 AIG</span><artref id="CH/142.20/43" type="end"></artref> unter bestimmten Voraussetzungen weiter. Der Aufenthaltsanspruch von <span class="artref">Art. 50 AIG</span> knüpft explizit an die Voraussetzungen von <span class="artref"><artref id="CH/142.20/42" type="start"></artref>Art. 42 und 43 AIG</span><artref id="CH/142.20/43" type="end"></artref> an. Er setzt damit voraus, dass der Ehegatte, von dem die Aufenthaltsbewilligung abgeleitet werden soll, über das Schweizer Bürgerrecht oder eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügt (Urteil 2C_202/2018 vom 19. Juli 2019 E. 3.1). Systematisch steht <span class="artref">Art. 50 AIG</span> im Zusammenhang mit <span class="artref"><artref id="CH/142.20/42" type="start"></artref>Art. 42 und 43 AIG</span><artref id="CH/142.20/43" type="end"></artref> (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-113%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page113">BGE 136 II 113</a> E. 3.3.2). Diese beiden Bestimmungen statuieren eine abgeleitete Anwesenheitsberechtigung, die das Ziel verfolgt, das familiäre Zusammenleben in der Schweiz zu ermöglichen. Ist dieser Zweck nicht mehr erreichbar, so fällt der abgeleitete Anwesenheitsanspruch grundsätzlich dahin (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 140 II 129</a> E. 3.4). Artikel 50 AIG statuiert eine Ausnahme von diesem Grundsatz: Der darin geregelte Anspruch schliesst an den abgeleiteten Anwesenheitsanspruch nach Art. 42 Abs. 1 bzw. <span class="artref">Art. 43 Abs. 1 AIG</span> an, besteht aber unter den genannten Voraussetzungen verselbständigt weiter. Nach Rechtsprechung und Lehre visiert <span class="artref">Art. 50 AIG</span> den Fall des (definitiven) Scheiterns der ehelichen Gemeinschaft an (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-16%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page19">BGE 140 II 19</a> E. 3.5 mit Hinweisen). </div> <div class="para">Reist der originär Aufenthaltsberechtigte aus der Schweiz aus, verliert der andere Ehegatte den abgeleiteten Rechtsanspruch auf Verlängerung seiner Bewilligung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-II-129%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page129">BGE 140 II 129</a> E. 3.4). Dasselbe gilt für den Fall des Verlusts der Niederlassungsbewilligung infolge Widerrufs gemäss <span class="artref">Art. 63 AIG</span> (vgl. auch MARC SPESCHA, in: Migrationsrecht, Kommentar, Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], 5. Aufl. 2019, N. 14 zu <span class="artref">Art. 50 AIG</span>). Entfällt die originäre Aufenthaltsbewilligung, entfällt auch der Anspruch, daraus eine Bewilligung abzuleiten. In diesem Fall sind <span class="artref"><artref id="CH/142.20/42" type="start"></artref>Art. 42 und 43 AIG</span><artref id="CH/142.20/43" type="end"></artref> nicht anwendbar und folglich auch <span class="artref">Art. 50 AIG</span> nicht. Der Anspruch aus <span class="artref">Art. 50 AIG</span> setzt somit voraus, dass zum Zeitpunkt, in dem die Ehe oder Familiengemeinschaft aufgelöst wird, eine originäre Anspruchsberechtigung besteht, die einen Anspruch vermittelt. Der den Anspruch vermittelnde Ehegatte muss folglich noch über einen eigenen Anspruch verfügen. Weder darf der Ehegatte aus der Schweiz ausgereist sein, noch darf der Anspruch widerrufen worden sein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.2.</b> Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung der Beschwerdeführerin gestützt auf <span class="artref">Art. 50 AIG</span> mit der Begründung, der rechtskräftige Widerruf der Niederlassungsbewilligung sei vor Auflösung der ehelichen Gemeinschaft erfolgt, weshalb die Anspruchsvoraussetzung von <span class="artref">Art. 50 AIG</span> nicht gegeben sei. Die Beschwerdeführerin ist stattdessen der Ansicht, erst sei die eheliche Gemeinschaft aufgelöst worden, dann sei der Widerruf der Niederlassungsbewilligung gültig geworden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.3.</b> Gemäss der nach <span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span> verbindlichen und unwidersprochen gebliebenen Feststellung der Vorinstanz ist der rechtskräftige Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns mit Entscheid des Bundesgerichts vom 11. März 2021 bestätigt worden. Die Auflösung der ehelichen Gemeinschaft hingegen erfolgte erst frühstens am 15. Juni 2021 (vgl. E. 4.4 hiervor) und damit drei Monate nach dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns. Zum Zeitpunkt der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft bestand keine originäre Bewilligung des niederlassungsberechtigten Ehemanns mehr, aus der sich der Anspruch der Beschwerdeführerin hätte ableiten können (vgl. E. 5.1 hiervor). Da die Trennung nach dem rechtskräftigen Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Ehemanns erfolgte, kann sich die Beschwerdeführerin nicht auf <span class="artref">Art. 50 AIG</span> berufen. Die Vorinstanz hat den Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen eines nachehelichen Härtefalls somit rechtmässig verneint. Ein Aufenthaltsanspruch der Beschwerdeführerin gestützt auf <span class="artref">Art. 50 AIG</span> fällt nach dem Gesagten ausser Betracht. </div> <div class="para">Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob die übrigen Voraussetzungen gemäss <span class="artref"><artref id="CH/142.20/50/b" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/50/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/142.20/50/1/a" type="start"></artref>Art. 50 Abs. 1 lit. a oder b AIG</span><artref id="CH/142.20/50/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/50/b" type="end"></artref><artref id="CH/142.20/b" type="end"></artref> gegeben wären. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Soweit die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres Rechts auf Privat- und Familienleben gemäss <span class="artref">Art. 8 Ziff. 1 EMRK</span> rügt, substanziiert sie diese Rüge nur unzureichend und genügt dem qualifizierten Begründungserfordernis gemäss <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> nicht (vgl. E. 2.1 hiervor; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=25&amp;from_date=21.05.2023&amp;to_date=09.06.2023&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">BGE 133 II 249</a> E. 1.4.3). Auf die diesbezügliche Rüge ist nicht näher einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> <b>7.</b> </b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Angesichts des der Beschwerdeführerin bekannten Trennungsdatums und der dadurch primär appellatorischen Kritik an der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung hatte die Beschwerde von vornherein als aussichtslos zu gelten. Deshalb ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/64/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/64/1" type="start"></artref>Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/64/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>). Die unterliegende Beschwerdeführerin trägt die umständehalber reduzierten Verfahrenskosten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG</span>). Es sind keine Parteientschädigungen geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, und dem Staatssekretariat für Migration mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 31. Mai 2023 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Gerichtsschreiberin: A. Wortha </div> </div></body></html>