B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6280/2014 U r t e i l v o m 2 6 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren (…), mit Ehefrau B._______, geboren (…), sowie ihren Kindern C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), und E._______, geboren (…), Äthiopien, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 25. September 2014 / N (…). D-6280/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer A._______, ein äthiopischer Staatsangehöriger, suchte mit Schreiben vom 27. Februar 2011 bei der Schweizerischen Botschaft in Khartum (nachstehend: Botschaft) für sich und seine Familie um Asyl nach, das er mit Eingabe vom 13. Juni 2012 ergänzte. B. Mit über die Botschaft versandter Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2012 – zugestellt am 8. Januar 2013 – teilte das Bundesamt de m Be- schwerdeführer unter Hinweis auf das Urteil BVGE 2007/30 mit, sie sei aufgrund der Zunahme der eingereichten Asylgesuche, des begrenzten Personalbestands sowie wegen fehlender Voraussetzungen im siche r- heitstechnischen und räumlichen Bereich nicht mehr in der Lage, eine persönliche Befragung durchzuführen . Das BFM ersuchte ihn unter Hin- weis auf seine Mitwirkungspflicht, zur Vervollständigung des rechtserheb- lichen Sachverhalts innert 30 Tagen ab Erhalt dieser Zwischenverfügung konkrete Fragen betreffend persönliche Angaben, Familie und Angehörige in einem Drittstaat, Asylgründe sowie Aufenthalt im Sudan zu beantwor- ten. Gleichzeitig forderte die Botschaft ihn auf, innert derselben Frist K o- pien von Identitätsausweisen und Beweismitteln einzureichen, welche seine Identität beziehungsweise Vorbringen belegen könnten. Bei unb e- nutztem Fristablauf werde aufgrund der Aktenlage entschieden und das Asylgesuch allenfalls als gegenstandslos geworden abgeschrieben. C. Das diesbezügliche Antwortschreiben des Beschwerdeführers vom 15. Januar 2013 traf am 16. Januar 2013 (Eingangsstempel) bei der Bot- schaft ein. D. Mit via die Botschaft am 8. Januar 2014 zugestellter Zwischenverfügung vom 25. Juli 2013 wies das BFM den Beschwerdeführer unter Berufung auf das Urteil des Bundesverwaltungsgeri chts E -3162/2011 vom 6. De- zember 2011 (BVGE 2011/39, Anmerkung des Gerichts) darauf hin, dass es sich beim Stellen eines Asylgesuchs um ein relativ höchstpersönliches Recht handle. Urteilsfähige Personen müssten höchst persönliche Rechte wie ein Asylgesuch daher selbständig ausüben. Eine Durchsicht der A k- ten habe ergeben, dass es vorliegend bis anhin in Bezug auf die Ehefrau des Beschwerdeführers und dessen beiden älteren Kindern an einer kl a- ren Willensäusserung fehle, mit der diese zu erkennen geben würden , in D-6280/2014 Seite 3 der Schweiz wegen einer asylrelevanten Verfolgung um Schutz zu ers u- chen. Somit liege gemäss dem vorerwähnten Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts bezüglich der Ehefrau des Beschwerdeführers sowie de ren beiden älteren Kindern kein zulässig gestelltes Asylgesuch vor. Gleichzei- tig gab das BFM der Ehefrau des Beschwerdeführers und ihren beiden äl- teren Kindern die Gelegenheit, innert 30 Tagen ein von ihnen persönlich verfasstes und unterzeichnetes Schreiben mit ihren Ersuchen oder z u- mindest eine von ihnen u nterzeichnete entsprechende Stellungnahme einzureichen, ansonsten auf ihre Asylgesuche nicht eingetreten werde. E. Mit Eingabe vom 10. Januar 2014 reichten die Ehefrau des Beschwerd e- führers und deren beide älteren Kinder eine persönlich unterzeichnete Stellungnahme zu den Akten. F. Den schriftlichen Eingaben vom 27. Februar 2011, 13. Juni 2012, 15. Ja- nuar 2013 und vom 10. Januar 2014 ist zu entnehmen, dass Mitglieder der TPLF ("Tigray People's Liberation Front") den Vater des Beschwerde- führers A._______ am 3. Februar 1986 erschossen hätten, während er sich um sein Vieh gekümmert habe. Daraufhin hätten Unbekannte den Besitz seines Vaters an sich genommen. Die TPLF habe den Distrikt u n- ter ihre Kontrolle gebracht und sämtliche jungen Männer zur Mitglie d- schaft in ihrer Organisation gezwungen. Da er sich geweigert habe, der TPLF beizutreten, sei er am 3. Oktober 1986 festgenommen und insg e- samt sechs Monate lang im Gefängnis F._______ inhaftiert worden, bis ihm am 6. März 1987 die Flucht gelungen und er schliesslich am 24. März 1987 in G._______ im Sudan angekommen sei. Im April 1987 sei er beim UNHCR in Khartum als Flüchtling registriert worden. In der Folge habe er im Sudan mehrere Jahre lang die H._______ sowie Schulungskurse der I._______ ([…]) besucht und später Arbeit als (…) gefunden. Am 7. Januar 1996 habe er seine jetzige Frau geheiratet, mit der er drei Kinder habe. Am 7. März 2012 habe ein mutmassliches Mitglied der (…) seine Ehefrau zu vergewaltigen versucht, wobei dieses sie geschlagen und ihr überdies gedroht habe. Nach dem Übergriff habe seine Frau sich an das UNHCR in Khartum gewandt, welches ihr geraten habe, den fehlbaren Mann a n- zuzeigen, was sie jedoch aus Furcht vor Vergeltungsmassnahmen unte r- lassen habe. Er selbst sei am selben T ag beim Versuch, seine Frau vor D-6280/2014 Seite 4 diesem sexuellen Übergriff zu schützen, in Khartum (…) inhaftiert und 18 Stunden später wieder freigelassen worden, nachdem man ihn sämtl i- cher Habe beraubt habe. Er habe diesen Vorfall am 30. Mai 2012 dem UNHCR in Khartum gemeldet. Im Weiteren sei ein Verbleib in Khartum für seine Familie auch deshalb nicht möglich, weil es an Nahrung, Weiterbildungsmöglichkeiten und m e- dizinischer Versorgung fehle. Im Weiteren würden er und seine Familie wegen ihres christlichen Glaubens diskriminiert. Der Beschwerdeführer reichte im Rahmen des erstinstanzlichen Verfa h- rens Kopien mehrerer Abschlusszeugnisse der H._______ beziehungs- weise der I._______ aus den Jahren 1998 bis 1992, und die Beschwerde- führerin die Kopie eines Abschlusszertifikats der J._______ vom 12. Oktober 2012 zu den Akten. Im Weiteren reichten sie Kopien ihrer Heiratsurkunde, Geburtsregisterauszüge bezüglich ihrer drei Kinder s o- wie einen Flüchtlingsausweis des Beschwerdeführers ein. G. Mit via die Botschaft versandter Verfügung vom 25. September 2014 – eröffnet am 9. Oktober 2014 – verweigerte das Bundesamt de n Be- schwerdeführenden die Einreise in die Schweiz und lehnte deren Asylge- suche ab. Das Bundesamt begründete die Verweigerung der Einreise in die Schweiz und die Ablehnung d er Asylgesuche der Beschwerdeführenden im Wesentlichen damit, dass aufgrund des vollständig erstellten Sachver- halts davon ausgegangen werden könne, es liege keine unmittelbare G e- fährdung vor, welche ihre Einreise in die Schw eiz notwendig erscheinen lasse. Gemäss konstanter schweizerischer Asylpraxis setze die Bewilligung der Einreise in die Schweiz zur Prüfung der Flüchtlingseigenschaft einen in zeitlicher und sachlicher Hinsicht genügend engen Kausalzusamme n- hang zwischen Verfolgung und der Einreichung eine s Asylgesuchs in der Schweiz voraus. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, er sei am 6. März 1987 aus Äthiopien in den Sudan geflohen, da er von Mitgliedern der TPLF sechs Monate lang inhaftiert worden sei, hätten diese Vo r- kommnisse im Zeitpunkt der A sylgesuchseinreichung in der Schweiz b e- reits über 23 Jahre zurückgelegen und könnten daher zur Zeit der G e-D-6280/2014 Seite 5 suchseinreichung beziehungsweise im heutigen Zeitpunkt keine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG (SR 142.31) mehr begründen. Es sei weiter z u prüfen, ob einer allfälligen Asylgewährung durch die Schweiz der Asylausschlussgrund von aArt. 52 Abs. AsylG entgegenste- he. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden, wenn es ihr zugemutet werden könne, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Dabei solle nicht in Abrede gestellt werden, dass der Beschwerdeführerin durch den Vergewaltigungsversuch am 7. März 2012 schlimme Nachteile widerfahren seien. Das schweizerische Asylrecht diene jedoch nicht dem Ausgleich erlittenen Unrechts. Vergangene Verfolgungshandlungen könn- ten dennoch asylbeachtlich sein, wenn diese mit überwiegender Wah r- scheinlichkeit auf eine künftige Verfolgung schliessen liessen. Die geltend gemachte versuchte Vergewaltigung vermöge die Furcht der Beschwe r- deführerin vo r zukünftiger Verfolgung bei einer objektivierten Betrac h- tungsweise jedoch nicht zu begründen, da es sich dabei um ein einmal i- ges, isoliertes Ereignis handle. Dies werde unter anderem dadurch b e- legt, dass die Beschwerdeführerin seit diesem Vorfall offenbar nicht weiter behelligt worden sei. Ausserdem wäre es dieser freigestanden und and e- rerseits auch zumutbar gewesen, in ein UNHCR -Flüchtlingslager zu g e- hen, sich dort registrieren zu lassen und den geltend gemachten Übergriff vor Ort zu melden. Bezüglich der seitens des Beschwerdeführers geltend gemachten 18stündigen Inhaftierung am 7. März 2012 sei festzuhalten, dass dieses Vorkommnis bereits mangels hinreichender Intensität nicht als ernsthafter Nachteil im Sinne von Art. 3 AsylG qualifiziert werden könne, zumal er keine direkt aus dieser Festnahme folgenden Konsequenzen geltend g e- macht und sich nach diesem Vorfall in die Obhut des UNHCR in Khartum begeben habe. Hinsichtlich des geltend gemachten fehlenden Zugangs zu medizinischer Versorgung sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden die Mö g- lichkeit hätten, beim UNHCR um Schutz und Unterstützung zu ersuchen, falls dies notwendig sein sollte. Das UNHCR stelle zusammen mit dem COR in den Flüchtlingslagern die medizinische Versorgung sicher und sämtliche Flüchtlinge hätten Zugang zu unentgeltlichen medizinischen Leistungen. Flüchtlinge, die über ein Einkommen verfügten, und sich nicht in einem Lager aufhalten würden, müssten medizinische Leistungen D-6280/2014 Seite 6 selber bezahlen. Erwerbslose Flüchtlinge, die sic h ausserhalb eines L a- gers aufhielten, würden vom UNHCR auf Anfrage hin einen Überwe i- sungsschein für eine unentgeltliche Behandlung erhalten. Solche Übe r- weisungsscheine würden auch für in den Lagern nicht behandelbare Krankheiten ausgestellt. Was die gelten d gemachten Benachteiligungen der Beschwerdeführe n- den aufgrund ihrer christlichen Glaubenszugehörigkeit anbelange, sei dem BFM bekannt, dass Christen im Sudan Opfer von Diskriminierungen sein könnten, da sich im Sudan eine Mehrheit der Bevölkerung zum Islam sunnitischer Richtung bekenne, während die Christen nach unterschiedl i- chen Schätzungen nur 5 bis 10% der Gesamtbevölkerung stellen würden. Die im Juli 2005 unterzeichnete Übergangsverfassung für den Sudan g a- rantiere allerdings die Religionsfreiheit. Die christlichen Gemeinschaften seien grundsätzlich anerkannt. Weihnachten und Ostern seien staatliche Feiertage. Christliche Kirchen dürften sich nach dem Gesetz bei Seelso r- ge, Ausbildung, Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen frei be- tätigen. Zudem befänden sich unter den Mitgliedern des nationalen Pa r- laments und in der Stadtregierung von Khartum mehrere Christen. Im Sudan herrsche somit keine allgemeine und staatliche Unterdrückung oder Verfolgung von Christen. Das Leben in Khartum sei für äthiopische Flüchtlinge gewiss nicht ei n- fach. Aus den Angaben de s Beschwerdeführers gehe indessen hervor, dass er sich bereits seit 1987 im Sudan aufhalte, Arbeit als (…) gefunden und eine Familie gegründet habe. Die Hürden für eine zumutbare Exi s- tenz in Khartum seien in seinem Fall demzufolge als nicht unüberwindbar zu erachten. Laut Berichten des UNHCR würden sich zahlreiche äthiopische Flüchtlin- ge und Asylbewerber im Sudan aufhalten. Vor diesem Hintergrund sei nicht zu verkennen, dass die Lage v or Ort für Menschen wie d ie Be- schwerdeführenden nicht einfach sei. Dennoch würden keine konkreten Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass ein weiterer Verbleib im Sudan für sie nicht zumutbar oder möglich wäre. Flüchtlinge im Sudan, die vom UNHCR regi striert worden seien, seien einem Flüchtlingslager zugeteilt worden, wo sie sich auf zuhalten hätten und die nötige Verso r- gung erhalten würden. Sie verfügten im Sudan nicht über ein freies Au f- enthaltsrecht für das ganze Land. Es sei de n Beschwerdeführenden zu- zumuten, beim UNHCR in einem Flüchtlingslager um Schutz zu ers u- chen, sollte ihre Situation tatsächlich kritisch sein. D-6280/2014 Seite 7 Bei der Anwendung von aArt. 52 Abs. 2 AsylG seien zudem in einer G e- samtschau die Beziehungsnähe zur Schweiz und die Beziehungsnähe zu anderen Staaten zu prüfen. Den Angaben der Beschwerdeführen den zu- folge lebten keine nahen Verwandten oder Bezugspersonen in der Schweiz, weshalb keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz ersicht- lich sei. Aus diesen Gründen sei ih nen die Einreise in die Schw eiz zu verweigern und ihre Asylgesuche seien abzulehnen. H. Mit der Botschaft am 16. Oktober 2014 zugegangener englischsprachiger Eingabe vom 15. Oktober 2014 beantragten die Beschwerdeführenden sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ih- nen die Einreise in die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren. Die von der Botschaft zuständigkeitshalber an das Bunde s- verwaltungsgericht weitergeleitete Eingabe traf am 2 9. Oktober 2014 ein (Datum Eingangsstempel). Die Beschwerdeführenden führten in ihrer Rechtsmittelschrift namentlich aus, sie seien angesichts des negativen erstinstanzlichen Entscheids traurig. Tatsache sei, dass sie in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen zu Opfern geworden seien. Deswegen ersuchten sie um G e- währung der Bewilligung zur Einreise in die Schweiz. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bu n- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was hier nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Partei Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Mit den dringlichen Änderungen des Asylgesetzes vom 28. Septem- ber 2012 (AS 2012 5359), welche am 29. September 2012 in Kraft getr e- ten sind, wurden unter anderem die Bestimmungen betreffend die Ste l-D-6280/2014 Seite 8 lung von Asylgesuchen aus dem Ausland aufgehoben. Die Übergangsbe- stimmung (Ziffer III) hält jedoch fest, dass für die im Ausland vor dem I n- krafttreten der Änderung vom 28. September 2012 gestellten Gesuche die massgeblichen Artikel (Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG) in der bisherigen Fassung anwendbar sind . Demnach sind auf den vorli e- genden Fall die bisherigen Bestimmungen betreffend das Auslandverfa h- ren anzuwenden. 1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann inde s- sen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind und ohne Weiteres darüber befunden werden kann. 1.4 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders b e- rührt, ha ben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung und sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die frist - und – vom sprachlichen Mangel abg esehen – formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreitung des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG), weshalb der Beschwerd e- entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge- stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif- tenwechsels verzichtet. 4. 4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss aArt. 19 AsylG im Ausland bei einer schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an das Bundesamt überweist ( aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ve r-D-6280/2014 Seite 9 fahrens bei der schweiz erischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10 Abs. 1 AsylV 1). Ist dies nicht m öglich, so wird die asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklärung kann sich erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des e ingereichten Asylgesuchs als en t- scheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu ei - nem abzusehenden negativen Entscheid zumindest schriftlich zu äussern (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.7). 4.2 Die Beschwerdeführenden wurden durch die Botschaft nicht zu ihrem Asylgesuch befragt. Das BFM begründete den Verzicht auf eine mündl i- che Befragung in der angefochtenen Verfügung mit dem begrenzten Pe r- sonalbestand der Botschaft und fehlenden Voraussetzungen im siche r- heitstechnischen und räumlichen Bereich. Die Beschwerdeführenden leg- ten ihre Vorbringen jedoch bereits im Asylgesuch vom 27. Februar 2011 sowie dessen Zusatz vom 13. Juni 2012 schriftlich dar (vgl. Sachverhalt Bst. A). Zu dem stellte ihnen das BFM mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2012 zusätzlich einen Katalog von für die vollständige Erstel- lung des rechtserheblichen Sachverhalts noch zu beantwortenden off e- nen Fragen zu, wozu sie am 15. Januar 2013 sowie am 10. Januar 2014 schriftlich Stellung nahmen (vgl. Sachverhalt Bst. B, C und E). Damit er- hielten sie rechtsgenüglich Gelegenheit, ihre Asylgründe darzulegen und bei der Erhebung und Ergänzung des massgeblichen Sachverhalts mi t- zuwirken. 5. 5.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asylsuchenden Person die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. G e- stützt auf aArt. 20 Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Po- lizeidepartement (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asyl- suchenden die Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine D-6280/2014 Seite 10 unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vorau s- setzungen. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutz gewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutba r- keit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingli e- derungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen . Au s- schlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, mithin die Prüfung der Fr a- gen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachve r- haltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126 und E. 5.1 S. 128, vgl. auch die Zusammenfassung der Rechtsprechung im Urteil D-2018/2011 vom 14. September 2011 E. 7.1). 5.3 Hält sich eine asylsuchende Person bere its in einem Drittstaat auf, ist zwar im Sinne einer Vermutung davon auszugehen, die betreffende Pe r- son habe in diesem Drittstaat bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort erlangen, weshalb auch anzunehmen ist, es sei ihr zuzumuten, dort z u verbleiben beziehungsweise sich dort um Aufnahme zu bemühen. Diese Vermutung kann sich jedoch sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung durch den Drittstaat (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 5.1 S. 176 f.) als auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme des Schut- zes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. Es ist deshalb zu prüfen, ob die asylsuchende Person im Drittstaat Schutz vor Verfolgung gefunden hat oder erlangen kann, was in der Regel zur Ablehnung des Asylgesuchs und zur Verweigerung der Einreisebewilligung führt. In jedem Fall sind die Kriterien zu prüfen, welche die Zufluchtnahme in diesem Drittstaat als zu - mutbar erscheinen lassen, und diese sind mit einer allfälligen Bezi e- hungsnähe zur Schweiz abz uwägen. Bei dieser Abwägung bildet die b e- sondere Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz ein zentrales, wenn auch nicht das einzige Kriterium (vgl. BVGE 2011/10 E. 5.1, mit weiteren Hinweisen). Zu berücksichtigen sind ausserdem die Beziehungsnähe zum Drittstaat (oder zu anderen Staaten) sowie die vo r- aussichtlichen Eingliederungs - und Assimilationsmöglichkeiten in der Schweiz beziehungsweise im Drittstaat (oder in anderen Staaten). Allein die Tatsache, dass die asylsuchende Person keine besondere Bezie- hungsnähe zur Schweiz hat, ist deshalb für die Ablehnung des Asylges u-D-6280/2014 Seite 11 ches nicht ausschlaggebend (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.f S. 131 f.). Hält sich die asylsuchende Person in einem Drittstaat auf, ist die Einreise in die Schweiz beispielsweise zu bewilligen, wenn der Drittstaat keine hin- reichende Gewähr für ein ordentliches Asylverfahren bietet und eine A b- schiebung in den Heimatstaat nicht ausgeschlossen erscheint, auch wenn eine Beziehungsnähe der asylsuchenden Person zur Schweiz fehlt (vgl. EMARK 2005 Nr. 19 E. 4.3 S. 174 f.). Umgekehrt führt der Umstand, dass eine Beziehungsnähe zur Schweiz namentlich aufgrund von hier an- sässigen nahen Familienangehörigen gegeben ist, nicht zur Erteilung e i- ner Einreisebewilligung, wenn aufgrund einer Abwägung mit anderen Kri- terien der Verbleib im Drittstaat objektiv als zumutbar zu erachten ist. 6. 6.1 Vorliegend gelangt das Bundesverwaltungsgericht nach einlässlicher Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die geltend gemachten Vorbring en des Beschwerdeführers nicht a priori unglaubhaft erscheinen und darauf schliessen lassen, dass er in seinem Heimatstaat Äthiopien ernstzunehmende beziehungsweise in asylrechtlicher Hinsicht relevante Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden gehabt hat. Befremdlich wirkt allerdings die Argumentation der Vorinstanz, die Asylvorbringen des Beschwerdeführers aus dem Jahre 1987 seien schon deshalb nicht als asylerheblich zu erachten, weil weder in zeitlicher noch in sachlicher Hinsicht ein genügend enger Kausalzu- sammenhang zwischen Verfolgung und der Asylantragstellung in der Schweiz im Jahr 2011 bestehe. Denn aufgrund der Aktenlage scheint j e- denfalls unbestritten zu sein, dass der Beschwerdeführer nach seiner Flucht aus halbjähriger Gefangenschaft im Mär z 1987 bereits wenig sp ä- ter bei den sudanesischen Behörden um Schutz vor der in seinem He i- matland erlittenen Verfolgung nachsuchte , dort vom UNHCR im April 1987 als Mandatsflüchtling anerkannt wurde und diesen Status mutmass- lich noch heute besitzt . Ob der Beschwerdeführer und seine übrigen F a- milienangehörigen (unter dem Aspekt des sogenannten Familienasyls) bei einer heutigen Rückkehr nach Äthiopien immer noch einer asylrecht- lich relevanten Verfolgung ausgesetzt sein könnte n, kann demgegenüber offengelassen werden, da sie den zusätzlichen Schutz der Schweiz g e- mäss aArt. 52 Abs. 2 AsylG nicht benötig en, weil es ih nen, wie nachst e- hend aufgezeigt, trotz der zugestandenermassen nicht einfachen Bedi n- gungen für äthiopische Flüchtlinge i m Sudan zuzumuten ist, dort zu verbleiben. D-6280/2014 Seite 12 6.2 Diesbezüglich ist vorab auf die Erwägungen des BFM in der ang e- fochtenen Verfügung zu verweisen. Insbesondere ist der Vorinstanz darin beizupflichten, dass angesichts der langjährigen Anwesenheit des B e- schwerdeführers in Äthiopien sowie seiner bald 20 Jahre währenden Ehe mit seiner Frau (sowie drei Kindern im Alter von 17, 15 und neun Jahren ) davon auszugehen ist, dass er sich im Sudan sowohl beruflich als auch sozial hinreichend integriert hat, um mit seiner Familie weiterhin dort zu leben. An dieser Einschätzung vermag auch der Umstand nichts zu ä n- dern, dass seine Frau im März 2012 Opfer eines Vergewaltigungsve r- suchs geworden ist, handelt es sich bei diesem Vorkommnis – so tragisch und belastend es aus Sicht der Beschwerdeführerin auch sein mag – doch allem Anschein nach um ein einmaliges Ereignis, das auch dazu ge- führt hat, dass sich das UNHCR um die Belange der Beschwerdeführe rin gekümmert, diese aus Angst vor Vergeltungsmassnahmen indessen auf eine gerichtliche Anzeige gegen ihren Peiniger verzichtet hat. Im Weiteren ist aufgrund der vom Beschwerdeführer sowie dessen Ehefrau zu den Ak- ten gereichten persönlichen Ausbildungszertifikaten (vgl. Sachverhalt Bst. F) davon auszugehen, dass auch ihre drei Kinder im Sudan die nötige schulische Ausbildung erhalten, um dereinst ein eigenständiges Leben führen zu können und bei Bedarf ihre beiden Eltern zu unterstützen. Vor dem Hintergrund des Gesagten sind die Sachvorbringen der Beschwe r- deführenden in ihrer Gesamtheit betrachtet nicht geeignet, einen gesetz- lichen Anspruch auf Erteilung einer Einreisebewilligung in die Schweiz im Rahmen eines Auslandverfahrens zu begründen. Aus dem Gesagten folgt, dass das BFM de n Beschwerdeführenden zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert und ihre Asylgesuche abgelehnt hat. 7. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären d essen Kosten grundsätzlich den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen ist vorliegend aus verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwe n- dung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 6 Abs. 1 Bst . b des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. D-6280/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, d ie Schweizer Vertre- tung in Khartum und das BFM. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Philipp Reimann Versand: