<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2020.00611</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221114&amp;W10_KEY=13013476&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2020.00611</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 18.03.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ungewöhnlich tiefes Angebot; Nachreichen von Unterlagen. Ein Anbieter kann ausgeschlossen werden, wenn er ein ungewöhnlich niedriges Angebot einreicht, ohne nachzuweisen, dass die Teilnahmebedingungen eingehalten werden und die Auftragsbedingungen erfüllt werden können. Allerdings führt der Umstand allein, dass der offerierte Preis die Selbstkosten des Anbieters nicht deckt, in aller Regel nicht zum Ausschluss des Angebots (E. 3.2). Die Kalkulation der Mitbeteiligten erweist sich als nachvollziehbar, es ist nicht von einem Unterangebot auszugehen (E. 3.4). Grundsätzlich besteht ein gewisser Ermessensspielraum der Vergabestelle, ob sie ein unvollständiges Angebot von der Vergabe von vornherein ausschliessen oder aber die fehlenden Angaben und Unterlagen nachträglich noch einholen will. Die Vergabebehörde muss jedoch vermeiden, dass mit der nachträglichen Behebung des Mangels eine Ungleichbehandlung oder Bevorzugung einzelner Anbietender entsteht. Die Tendenz in Lehre und Rechtsprechung geht denn auch dahin, in Beachtung des Gleichbehandlungsgebots in solchen Fällen eine strenge Haltung einzunehmen und auch in nur geringem Masse unvollständige Angebote konsequent von der Vergabe auszuschliessen (E. 4.3). Die Mitbeteiligte ist dem Eignungskriterium Betriebs- und Verkehrskonzept nicht vollumfänglich und fristgerecht nachgekommen. Dies führt zu ihrem Ausschluss (E. 4.7). Gutheissung und Rückweisung zur Zuschlagserteilung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS AUS DEM VERFAHREN">AUSSCHLUSS AUS DEM VERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNGSKRITERIEN">EIGNUNGSKRITERIEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERANGEBOT">UNTERANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLSTÃNDIGKEIT">VOLLSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 4a Abs. I lit. a IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="gerade">§ 4a Abs. I lit. d IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 Abs. I SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 32 SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=51970" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2020.00611</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">18. MÃ¤rz 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Lukas Widmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichter Peter Sprenger, Verwaltungsrichter AndrÃ© Moser, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Nicole BÃ¼rgin. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N"><span>A AG, vertreten durch RA B, </span></a></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Stadt F, </span></p> <p class="MsoNormal"><span>vertreten durch RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="Zwischentitel">und</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>D AG, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Mitbeteiligte,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Submission,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die Stadt F erÃ¶ffnete mit Publikation vom 9. Juni 2020 ein offenes Submissionsverfahren zum Betrieb einer betreuten Sammelstelle fÃ¼r SeparatabfÃ¤lle inkl. Transport und Verwertung/Entsorgung von verwertbaren AbfÃ¤llen von 2021 bis 2025. Mit VerfÃ¼gung vom 1. September 2020 erteilte die Stadt F den Zuschlag an die D AG. Dieses Ergebnis wurde der A AG gleichentags mitgeteilt. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die A AG gelangte daraufhin mit Beschwerde vom 10. September 2020 an das Verwaltungsgericht mit den AntrÃ¤gen, die ZuschlagsverfÃ¼gung vom 1. September 2020 sei aufzuheben und ihr der Zuschlag zu erteilen. Das Angebot der Mitbeteiligten sei aus dem Verfahren auszuschliessen. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und als vorsorgliche Massnahme festzustellen, dass die ErfÃ¼llung des Auftrags fÃ¼r die Dauer des Beschwerdeverfahrens und der Rechtsmittelfrist durch sie zu den bisherigen Konditionen erfolge; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen. Sodann beantragte sie Akteneinsicht.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 11. September und 7. Oktober 2020 wurde der Stadt F ein Vertragsschluss einstweilen, bis zum Entscheid Ã¼ber das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung, untersagt. </p> <p class="Urteilstext">Die Stadt F beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2. Oktober 2020, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung bereits nach Zustellung der Beschwerdeantwort nicht zu gewÃ¤hren. Die beantragten vorsorglichen Massnahmen seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei und die Akteneinsicht sei bezÃ¼glich der als vertraulich bezeichneten Akten nicht zu gewÃ¤hren. Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 7. Oktober 2020 wurde das Akteneinsichtsgesuch der A AG teilweise gutgeheissen.</p> <p class="Urteilstext">Mit Replik vom 29. Oktober 2020 prÃ¤zisierte die A AG ihren Antrag betreffend vorsorgliche Massnahmen insofern, als dass die ErfÃ¼llung des Auftrags bis mindestens drei Monate nach Eintritt der Rechtskraft des Vergabeentscheids durch sie zu den bisherigen Konditionen erfolgen solle. Sodann sei die Vergabestelle zu verpflichten, den bestehenden Vertrag mit ihr entsprechend zu verlÃ¤ngern. Zudem beantragte sie, es sei vom Gericht eine Expertise Ã¼ber die Korrektheit der Kalkulation der Mitbeteiligten einzuholen. </p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 5. November 2020 wurde die Stadt F einstweilen ermÃ¤chtigt, fÃ¼r den Betrieb der Sammelstelle vom 1. Januar 2021 bis 31. MÃ¤rz 2021 VertrÃ¤ge mit der BeschwerdefÃ¼hrerin, der Mitbeteiligten oder anderen Unternehmen abzuschliessen. Im Ãbrigen wurde der Beschwerde aufschiebende Wirkung erteilt und das Massnahmebegehren abgewiesen. Am 11. November 2021 wurde der Stadt F Akteneinsicht gewÃ¤hrt.</p> <p class="Urteilstext">Die Stadt F hielt mit Duplik vom 4. Dezember 2020 an ihren AntrÃ¤gen in der Beschwerdeantwort fest und beantragte zusÃ¤tzlich, dass die in der Replik gestellten AntrÃ¤ge abzuweisen seien, soweit darauf eingetreten werden kÃ¶nne. Am 10. Dezember 2020 wurde der A AG erneut teilweise Akteneinsicht gewÃ¤hrt.</p> <p class="Urteilstext">Die Triplik der A AG erfolgte am 21. Dezember 2020. Die Stadt F Ã¤usserte sich am 11. Januar 2021 erneut. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. Januar 2021 wurde der Stadt F in ErgÃ¤nzung der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 5. November 2020 die ErmÃ¤chtigung erteilt, fÃ¼r den Betrieb der Sammelstelle bis 31. Mai 2021 VertrÃ¤ge mit der BeschwerdefÃ¼hrerin, der Mitbeteiligten oder anderen Unternehmen abzuschliessen. Am 29. Januar 2021 reichte sie Ã¼berdies, die mit der A AG bis 31. Mai 2021 abgeschlossenen VertrÃ¤ge ein. Die A AG reichte am 26. Februar 2021 ein Novum ein, wozu sich die Vergabestelle am 10. MÃ¤rz 2021 vernehmen liess. Die Mitbeteiligte Ã¤usserte sich nicht. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggebender kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 (IVÃ¶B) sowie die §§ 2 ff. des Gesetzes Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. September 2003 (IVÃ¶B-BeitrittsG) zur Anwendung.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nicht berÃ¼cksichtigte Anbietende sind zur Beschwerde gegen einen Vergabeentscheid legitimiert, wenn sie bei deren Gutheissung eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens fÃ¼hrt, in welchem sie ein neues Angebot einreichen kÃ¶nnen; andernfalls fehlt ihnen das schutzwÃ¼rdige Interesse an der BeschwerdefÃ¼hrung (RB 1999 Nr. 18 = BEZ 1999 Nr. 11; § 21 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Ob eine solche reelle Chance besteht, ist aufgrund der gestellten AntrÃ¤ge und Parteivorbringen zu prÃ¼fen (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.9).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die zweitplatzierte BeschwerdefÃ¼hrerin beanstandet, dass das Angebot der Mitbeteiligten nicht vollstÃ¤ndig gewesen sei und nicht alle Eignungskriterien erfÃ¼llte, weshalb das Angebot der Mitbeteiligten auszuschliessen und ihr der Zuschlag zu erteilen sei. WÃ¼rde die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihren RÃ¼gen betreffend den Ausschluss der Mitbeteiligten durchdringen, hÃ¤tte sie eine realistische Chance auf Erhalt des Zuschlags. Ihre Legitimation ist daher zu bejahen. Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen sind ebenfalls erfÃ¼llt. </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, die Mitbeteiligte hÃ¤tte ein unlauteres und ungewÃ¶hnlich tiefes Angebot eingegeben, wodurch sie die Auftragsbedingungen nicht erfÃ¼llen kÃ¶nne. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Nach § 32 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 (SubmV) kann die Vergabestelle, wenn sie ein Angebot erhÃ¤lt, das ungewÃ¶hnlich niedriger ist als andere Angebote, beim Anbieter Erkundigungen einziehen, um sich zu vergewissern, dass dieser die Teilnahmebedingungen einhalten und die Auftragsbedingungen erfÃ¼llen kann. GemÃ¤ss § 4a Abs. 1 lit. d IVÃ¶B-BeitrittsG kann ein Anbieter ausgeschlossen werden, wenn er ein ungewÃ¶hnlich niedriges Angebot einreicht, ohne nachzuweisen, dass die Teilnahmebedingungen eingehalten werden und die Auftragsbedingungen erfÃ¼llt werden kÃ¶nnen. Allerdings fÃ¼hrt der Umstand allein, dass der offerierte Preis die Selbstkosten des Anbieters nicht deckt, nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts â im Einklang mit der in der Schweiz vorherrschenden Lehre und Rechtsprechung â in aller Regel nicht zum Ausschluss des Angebots. Angebote, welche unter Kalkulation eines Verlusts zustande kommen, stehen nicht notwendig im Widerspruch zur Zielsetzung einer wettbewerbsorientierten Auftragsvergabe. Ein derartiges Angebot kann aus der Sicht des Anbieters gerechtfertigt sein, um z.<span> </span>B. die BeschÃ¤ftigung seiner Arbeitnehmer in einer kritischen Phase zu gewÃ¤hrleisten oder in einem neuen GeschÃ¤ftsbereich Fuss zu fassen. Diese Art von Preisbildung ist im GeschÃ¤ftsverkehr unter Privaten weder ungewÃ¶hnlich noch gilt sie grundsÃ¤tzlich als unzulÃ¤ssig; ein Verbot dieses Vorgehens wÃ¼rde den Anbietern das Eindringen in neue MÃ¤rkte erschweren und bestehende Marktstrukturen zementieren, was nicht der Zielsetzung des Vergaberechts entspricht (VGr, 8. April 2009, VB.2008.00194 E. 7; vgl. zum Ganzen RB 2003 Nr. 50 = BEZ 2003 Nr. 48, E. 3bâd, mit Hinweisen; Robert Wolf, Preis und Wirtschaftlichkeit, Baurecht [BR], Sonderheft Vergaberecht 2004, S. 12 f., mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Vorliegend geht die Vergabestelle, der mit Bezug auf die Notwendigkeit und das Ausmass von Erkundigungen nach § 32 SubmV ein erhebliches Ermessen zusteht (RB 2003 Nr. 50 = BEZ 2003 Nr. 48), nicht vom Vorliegen eines Unterangebots aus. Die auf ihre Nachfrage hin eingereichte Kalkulation der Mitbeteiligten sei nachvollziehbar und es wÃ¼rde der Mitbeteiligten sogar ein kleiner Gewinn resultieren.</p> <p class="Erwgung2">Die BeschwerdefÃ¼hrerin errechnete aufgrund von BranchenlÃ¶hnen und aufgrund von ihren eigenen Erfahrungswerten, dass der Mitbeteiligten bei Einnahmen von Fr. 436'500.- Ausgaben von mind. Fr. 552'000.- entgegenstehen wÃ¼rden. Sie geht davon aus, dass die Lohnkosten mind. Fr. 152'000.-, die Logistikkosten mind. Fr. 270'000.-; die Mietkosten mind. Fr. 70'000.- betragen wÃ¼rden und dazu noch Kosten fÃ¼r Betrieb, Unterhalt, Amortisation, Verzinsung, Steuern, Treibstoffe Verwaltung etc. hinzukÃ¤men. Auf der Einnahmenseite geht sie von rund Fr. 375'000.- fÃ¼r den ErlÃ¶s der AbfÃ¤lle sowie der EntschÃ¤digung der Gemeinde von Fr. 61'500.- aus (exkl. MWST). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Die Kalkulation der Mitbeteiligten zeigt, dass sie im Endergebnis sogar von hÃ¶heren Ausgaben als die BeschwerdefÃ¼hrerin ausgeht, welche plausibel erscheinen. Sodann geht sie aber auch von hÃ¶heren ErlÃ¶sen fÃ¼r die AbfÃ¤lle aus. Diese hÃ¶her berechneten ErlÃ¶se resultieren unter anderem aus dem Umstand, dass sie die ErlÃ¶se auch mithilfe statistischer Werte des Bundesamts fÃ¼r Umwelt in Bezug fÃ¼r die Produktion von Abfall pro Einwohner errechnet hat. Sodann wird auch "auswÃ¤rtiger" Abfall eingerechnet. Es ist nicht ersichtlich und wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin auch nicht substanziiert dargelegt, weshalb nicht bis zu einem gewissen Mass die AbfÃ¤lle von Einwohnern aus anderen Gemeinden dazugerechnet werden dÃ¼rften. So kÃ¶nnen nicht in allen umliegenden Gemeinden sÃ¤mtliche vorliegend angebotenen SeparatabfÃ¤lle entsorgt werden, sodass eine Entsorgung in F naheliegend erscheint. Die Berechnungen der Mitbeteiligten erscheinen plausibel und nachvollziehbar. Sodann fÃ¼hrt die Mitbeteiligte weitere Einnahmen auf, welche sie durch den Betrieb der Anlage zu generieren gedenkt, welche ebenfalls plausibel erscheinen. Mithilfe dieser zusÃ¤tzlichen Einnahmen kann die Mitbeteiligte im Endergebnis einen kleinen Gewinn erzielen. Alles in allem erweist sich die Kalkulation der Mitbeteiligten fÃ¼r das Gericht als nachvollziehbar, weshalb in antizipierter BeweiswÃ¼rdigung auch auf ein gerichtliches Gutachten verzichtet werden kann (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 7 N. 18 ff.). DemgemÃ¤ss ist nicht von einem Unterangebot auszugehen.</p> <p class="Urteilstext">Ferner ist darauf hinzuweisen, dass selbst wenn die Kalkulation so nicht zutreffen sollte, die Anbietenden bei der Kalkulation ihrer Angebotspreise, insbesondere auch bei der Berechnung und Einrechnung des Personalaufwands grundsÃ¤tzlich frei sind, sofern nicht unzulÃ¤ssig tiefe LÃ¶hne gezahlt werden (vgl. VGr, 4. August 2016, VB.2016.00180, E. 4.3). Aufgrund der Akten ist jedoch nicht von unzulÃ¤ssig tiefen LÃ¶hnen auszugehen. Die Beschwerdegegnerin fÃ¼hrt zudem zutreffend darauf aus, dass es den Anbietenden offensteht, nicht kostendeckend zu offerieren, sofern das Angebot den gestellten Anforderungen genÃ¼gt. Die Anbietenden sind daher nicht verpflichtet, die tatsÃ¤chlich anfallenden Kosten vollstÃ¤ndig im Offertpreis einzurechnen (E. 3.2; VGr, 8. August 2012, VB.2012.00257, E. 3.5 mit Hinweisen). Da die Dienstleistungen vom Angebotspreis gedeckt sein mussten, hÃ¤tte die Mitbeteiligte die Folgen einer allfÃ¤lligen Fehlkalkulation des Aufwands selber zu tragen (VGr, 4. August 2016, VB.2016.00180. E. 4.3). Im Ãbrigen ist zu beachten, dass ein Angebot immerhin eine verbindliche Vertragsofferte darstellt, und sich der Anbieter damit â sofern der Vertrag zustande kommt â verpflichtet, die verlangte Leistung zu erbringen. Sollte sich erweisen, dass die Leistung nicht dem Angebotenen bzw. vertraglich Vereinbarten entspricht, stehen der Vergabestelle die kauf- oder werkvertraglichen Rechtsbehelfe sowie die vorgesehenen Sanktionen des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts zur VerfÃ¼gung. Die Vergabestelle darf sich deshalb bis zu einem gewissen Grad darauf verlassen, dass der Anbieter seinen Vertragspflichten nachkommt, solange keine konkreten Hinweise darauf bestehen, dass dies nicht der Fall ist (BGE 141 II 14 E. 10.3; BGr, 20. Januar 2014, 2C_346/2013, E. 1.3.3). Da aufgrund der Akten keine konkreten Hinweise bestehen, dass die Mitbeteiligte ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen kÃ¶nnte, wÃ¤re das Angebot, selbst wenn es ein Unterangebot darstellen wÃ¼rde, aus diesem Grund nicht auszuschliessen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, das Angebot der Mitbeteiligten erweise sich als unvollstÃ¤ndig und es seien nicht sÃ¤mtliche Eignungskriterien erfÃ¼llt.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Angebote sind schriftlich, vollstÃ¤ndig und fristgerecht bei der in der Ausschreibung genannten Stelle einzureichen (§ 24 Abs. 1 SubmV). Dabei mÃ¼ssen die in der Ausschreibung geforderten Eignungsnachweise in der Eingabe enthalten sein (Peter Galli/AndrÃ© Moser/Elisabeth Lang/Marc Steiner, Praxis des Ã¶ffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich etc. 2013, N. 572; Peter Galli/Daniel Lehmann/Peter Rechsteiner, Das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, ZÃ¼rich 1996, N. 337). GemÃ¤ss § 4a Abs. 1 IVÃ¶B-BeitrittsG werden Anbietende aus dem Vergabeverfahren ausgeschlossen, wenn sie die Voraussetzungen fÃ¼r die Teilnahme nicht oder nicht mehr erfÃ¼llen. Dies ist unter anderem der Fall bei fehlender ErfÃ¼llung der durch die Vergabestelle festgelegten Eignungskriterien (§ 4a Abs. 1 lit. a IVÃ¶B-BeitrittsG), bei UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots (lit. b) oder bei NichterfÃ¼llung der Anforderungen der Vergabestelle an die Angaben und Nachweise (lit. c). Bei der Beurteilung solcher MÃ¤ngel ist im Interesse der Vergleichbarkeit der Angebote und des Gleichbehandlungsgrundsatzes ein strenger Massstab anzulegen. Die Rechtsfolge des Ausschlusses ist allerdings nur dann adÃ¤quat, wenn es sich um einen wesentlichen Mangel handelt; einen Ã¼berspitzten Formalismus gilt es zu vermeiden (vgl. VGr, 28. September 2011, VB.2011.00316, E. 5.1.1, mit weiteren Hinweisen). Wie jedes staatliche Handeln hat die Anordnung eines Verfahrensausschlusses das verfassungsmÃ¤ssige Gebot der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit zu beachten: Wegen unbedeutender MÃ¤ngel der Offerte darf eine Anbieterin nicht ausgeschlossen werden (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999; BGr, 26. Januar 2016, 2C_665/2015, E. 1.3.3; VGr, 19. Dezember 2018, VB.2018.00617, E. 3.6; Galli et al., Rz. 444 f.).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>GrundsÃ¤tzlich besteht ein gewisser Ermessensspielraum der Vergabestelle, ob sie ein unvollstÃ¤ndiges Angebot von der Vergabe von vornherein ausschliessen oder aber die fehlenden Angaben und Unterlagen nachtrÃ¤glich noch einholen will. Die VergabebehÃ¶rde muss jedoch vermeiden, dass mit der nachtrÃ¤glichen Behebung des Mangels eine Ungleichbehandlung oder Bevorzugung einzelner Anbietender entsteht. Die Tendenz in Lehre und Rechtsprechung geht denn auch dahin, in Beachtung des Gleichbehandlungsgebots in solchen FÃ¤llen eine strenge Haltung einzunehmen und auch in nur geringem Masse unvollstÃ¤ndige Angebote konsequent von der Vergabe auszuschliessen. Von einem Ã¼berspitzten Formalismus ist eher dann auszugehen, wenn der Mangel auf eine Unklarheit der Ausschreibungsunterlagen oder ein offensichtliches Versehen des Anbieters zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist, als wenn er von diesem bewusst in Kauf genommen wurde (VGr, 27. Februar 2020, VB.2019.00485, E. 3.3).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Eignungskriterien umschreiben die Anforderungen, die an die Anbietenden gestellt werden, um zu gewÃ¤hrleisten, dass sie zur AusfÃ¼hrung des geplanten Auftrags in der Lage sind (VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00015, E. 6a = RB 2000 Nr. 70 = BEZ 2000 Nr. 25, auch zum Folgenden; Galli et al., Rz. 555). Sie betreffen gemÃ¤ss § 22 SubmV insbesondere die fachliche, finanzielle, wirtschaftliche, technische und organisatorische LeistungsfÃ¤higkeit der Anbietenden. Die im Rahmen der Ausschreibung formulierten Eignungskriterien sind so auszulegen und anzuwenden, wie sie von den Anbietenden in guten Treuen verstanden werden konnten und mussten. Auf den subjektiven Willen der Vergabestelle bzw. der dort tÃ¤tigen Personen kommt es nicht an. Doch verfÃ¼gt die Vergabestelle bei der Formulierung und Anwendung der Eignungskriterien Ã¼ber einen grossen Ermessens- oder Beurteilungsspielraum, den die Beschwerdeinstanzen â im Rahmen der Sachverhalts- und Rechtskontrolle â nicht unter dem Titel der Auslegung Ã¼berspielen dÃ¼rfen. Von mehreren mÃ¶glichen Auslegungen hat die gerichtliche Beschwerdeinstanz nicht die ihr zweckmÃ¤ssig scheinende auszuwÃ¤hlen, sondern die Grenzen des rechtlich ZulÃ¤ssigen abzustecken (BGE 141 II 14 E. 7.1 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Als Eignungskriterien legte die Beschwerdegegnerin folgende Anforderungen fest:</p> <p class="Urteilstext">- VollstÃ¤ndig ausgefÃ¼lltes, rechtsgÃ¼ltig unterzeichnetes Leistungsverzeichnis inklusive aller AnhÃ¤nge und erforderlichen Beilagen.</p> <p class="Urteilstext">- Der Anbieter muss eine ausreichende Versicherungsdeckung nachweisen kÃ¶nnen (Betriebshaftpflichtversicherung fÃ¼r Personen- und SachschÃ¤den im Umfang von min. Fr. 10 Mio.).</p> <p class="Urteilstext">- Nachweis der wirtschaftlichen finanziellen und fachlich-technischen LeistungsfÃ¤higkeit.</p> <p class="Urteilstext">- GÃ¼ltige Bewilligung des Amts fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft Kanton ZÃ¼rich.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.6.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¼gt, die Betriebsbewilligung des AWEL sowie diejenige fÃ¼r zur Entgegenahme von SonderabfÃ¤llen wÃ¼rden fehlen. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.6.2 </b>In den Ausschreibungsunterlagen hielt die Beschwerdegegnerin zum Eignungskriterium "GÃ¼ltige Bewilligung des Amts fÃ¼r Abfall, Wasser, Energie und Luft Kanton ZÃ¼rich" unter Ziffer 4.5 fest: </p> <p class="Urteilstext">- Hat ihre Firma eine gÃ¼ltige abfallrechtliche Bewilligung des AWEL fÃ¼r die Entsorgung von AbfÃ¤llen (bitte aktuelle Bewilligung beilegen)?</p> <p class="Urteilstext">- Hat ihre Firma eine Bewilligung zur Entgegennahme von SonderabfÃ¤llen und anderen kontrollpflichtigen AbfÃ¤llen im Sinne der Verordnung Ã¼ber den Verkehr mit AbfÃ¤llen VeVa (bitte aktuelle Bewilligung beilegen)?</p> <p class="Erwgung3"><b>4.6.3 </b>In ihrer Offerte beantwortete die Mitbeteiligte beide Fragen mit Ja und legte die Erneuerung der Bewilligung zur Entgegennahme von SonderabfÃ¤llen und anderen kontrollpflichtigen AbfÃ¤llen gemÃ¤ss der Verordnung Ã¼ber den Verkehr mit AbfÃ¤llen (VeVa) vom 29. Februar 2016 â gÃ¼ltig bis zum 31. Dezember 2020 â bei. Am 30. Juli 2020 verlangte die Beschwerdegegnerin den Nachweis Ã¼ber die abfallrechtliche Betriebsbewilligung sowie die Bewilligung zur Entgegenahme von SonderabfÃ¤llen ab dem 1. Januar 2021. Daraufhin reichte die Mitbeteiligte ein Schreiben des AWEL ein, dass nach seinem Kenntnisstand nichts gegen eine ordnungsgemÃ¤sse VerlÃ¤ngerung der Bewilligung zur Entgegennahme von SonderabfÃ¤llen und anderen kontrollpflichtigen AbfÃ¤llen fÃ¼r weitere fÃ¼nf Jahre bis 2025 spreche. Eine Betriebsbewilligung legte die Mitbeteiligte nicht vor. Allerdings benÃ¶tigt sie eine solche erst, ab einer behandelten jÃ¤hrlichen Abfallmenge von 10'000 Tonnen und liegt der ausgeschriebene Auftrag unter dieser Menge (§ 2 Abs. 1 lit. c der Abfallverordnung vom 24. November 1999 i.<span> </span>V.<span> </span>m. Ziffer 40.7 lit. a Anhang der Verordnung vom 19. Oktober 1988 Ã¼ber die UmweltvertrÃ¤glichkeitsprÃ¼fung).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.6.4 </b>Zwar geht die BeschwerdefÃ¼hrerin richtigerweise davon aus, dass die Beurteilung der wirtschaftlichen und finanziellen LeistungsfÃ¤higkeit naturgemÃ¤ss mit Blick auf die zu erbringende Beschaffung zukunftsgerichtet erfolgt, weshalb es sinnvoll erschiene, Bewilligungen fÃ¼r den Zeitpunkt ab Vertragsbeginn zu verlangen. Allerdings verlangten die Ausschreibungsunterlagen, die <i>aktuellen</i> Bewilligungen seien beizulegen. Dieses Kriterium kann und darf durchaus so verstanden werden, dass die im Zeitpunkt der Offertstellung gÃ¼ltige Bewilligung einzureichen sei, so wie dies auch von der Beschwerdegegnerin vorgebracht wird. DemgemÃ¤ss kann der Mitbeteiligten nicht vorgeworfen werden, ihre bis zum 31. Dezember 2020 gÃ¼ltige Bewilligung beigelegt zu haben, war diese Bewilligung doch zum gegebenen Zeitpunkt ihre aktuelle Bewilligung. Ein Ausschluss der Mitbeteiligten rechtfertigt sich aufgrund der Formulierung der Ausschreibungsunterlagen nicht. Sodann lag es im Ermessen der VergabebehÃ¶rde, die auf Nachfrage eingereichte BestÃ¤tigung des AWEL, dass einer erneuten Bewilligung nichts entgegenstehen wÃ¼rde, als genÃ¼genden Nachweis anzuerkennen, wÃ¤re ein Ausschluss der Mitbeteiligten trotz dieser Zusicherung des AWEL als Ã¼berspitzt formalistisch zu betrachten. Hinzu kommt, dass bei der Absteckung des rechtlich ZulÃ¤ssigen im Rahmen der Auslegung auch zu beachten ist, dass die Submissionsbestimmungen insbesondere den wirksamen Wettbewerb fÃ¶rdern sollen (Art. 1 Abs. 3 lit. a IVÃ¶B; vgl. auch Galli et al., Rz. 16 zur bundesrechtlichen Zweckbestimmung). Vorliegend sind in einem offenen Verfahren lediglich zwei Angebote eingegangen. Die Wirksamkeit des Wettbewerbs ist deswegen schon sehr stark eingeschrÃ¤nkt. WÃ¼rde eine der beiden Offerten ausgeschlossen, so bliebe gerade noch eine Anbieterin Ã¼brig. Dies spricht zusÃ¤tzlich gegen eine restriktive Auslegung und Handhabung der Eignungskriterien (vgl. zur Handhabung von Ausschlussbestimmungen: VGr, 2. MÃ¤rz 2016, VB.2015.00702, E. 7.2.3; 4. Dezember 2014, VB.2014.00587, E. 4.3.2). Unter diesen UmstÃ¤nden ist das Ã¶ffentliche Interesse an der FÃ¶rderung des wirksamen Wettbewerbs hÃ¶her zu gewichten als das Interesse an einer restriktiven Auslegung und Handhabung der Eignungskriterien (VGr, 23. Mai 2019, VB.2019.00109, E. 3.5).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.7 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.7.1 </b>Weiter macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, das Angebot der Mitbeteiligten erweise sich ausserdem als unvollstÃ¤ndig, da die Beschwerdegegnerin doch in neun Punkten RÃ¼ckfragen gestellt habe. Insbesondere das Eignungskriterium der sicheren VerkehrsfÃ¼hrung sei nicht erfÃ¼llt und eine nachtrÃ¤gliche Verbesserung nicht zulÃ¤ssig. Beim Provisorium sei eine sichere VerkehrsfÃ¼hrung nicht mÃ¶glich und der neue Hof mÃ¼sste erst erstellt werden, was problematisch sein kÃ¶nne, da dieser sich an einem belasteten Standort befinde.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.7.2 </b>In den Ausschreibungsunterlagen hielt die VergabebehÃ¶rde bei den Eignungskriterien unter den Titeln "Betriebskonzept" und "Verkehrskonzept" weiter fest:</p> <p class="Urteilstext">- Beschreibung des Betriebskonzepts und der AblÃ¤ufe der Sammelstelle in Bezug auf BesucherfÃ¼hrung, Kontrolle und Erfassung der Besucher, Beschriftung, Handling, Lagerung und Abtransport der SeparatabfÃ¤lle.</p> <p class="Urteilstext">- Beschreibung der sicheren VerkehrsfÃ¼hrung innerhalb der Sammelstelle wie auch von Zu- und Wegfahrt, LÃ¶sungen bei Grossandrang (Raum der RÃ¼ckstaulÃ¤nge), Nachweis von ParkplÃ¤tzen und WarterÃ¤umen, Aufzeigen von Sicherheitsmassnahmen zur Vermeidung von UnfÃ¤llen, Ã¶ffentliche Strassen dÃ¼rfen nicht als Stauraum dienen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.7.3 </b>Die Mitbeteiligte reichte sowohl ein Betriebskonzept als auch ein Verkehrskonzept ein. Dazu wurden von der Vergabestelle diverse RÃ¼ckfragen gestellt. So sollte die Mitbeteiligte weitere Angaben machen zur Anordnung sowie Anzahl der Parkierungen fÃ¼r anliefernde Kunden, wo genau die Ã¼brigen nicht in den Mulden abgegebenen Fraktionen entsorgt werden kÃ¶nnen und wo sie gelagert werden. Das Betriebskonzept sei mit einem detaillierten Beschrieb des geplanten Betriebsablaufs und der Organisation zu ergÃ¤nzen. Im Weiteren musste darÃ¼ber aufgeklÃ¤rt werden, ob das Provisorium allenfalls Ã¼ber die gesamte Vertragsdauer betrieben werden kÃ¶nnte und ob bei diesem alle Auftragsbedingungen eingehalten werden kÃ¶nnen. Es musste ein Betriebskonzept und die Organisation fÃ¼r das Provisorium nachgereicht werden. Sodann sollte der Umgang mit der Altlastenproblematik auf dem GrundstÃ¼ck Nr. 01 insbesondere im Hinblick auf den eingereichten Zeitplan erlÃ¤utert werden. Schliesslich verlangte die Vergabestelle den Nachweis Ã¼ber den Standplatz fÃ¼r das Sonderabfallmobil vom Kanton fÃ¼r den geplanten Standort wie auch beim Provisorium. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.7.4 </b>Die Vergabestelle kann von den Anbietenden verlangen, dass sie ihre Eignung und ihr Angebot nÃ¤her erlÃ¤utern (§ 30 Abs. 1 SubmV). Verhandlungen zwischen der Vergabestelle und den Anbietenden Ã¼ber Preise, PreisnachlÃ¤sse und Ãnderungen des Leistungsinhalts in diesem Zusammenhang sind unzulÃ¤ssig (§ 31 Abs. 1 SubmV). Die Vergabestelle macht geltend, bei ihren Nachfragen hÃ¤tte es sich lediglich um ErlÃ¤uterungen gehandelt, ohne dass der Leistungsinhalt verÃ¤ndert worden wÃ¤re. Die Mitbeteiligte hÃ¤tte die in den Eignungskriterien verlangten Konzepte eingereicht, wodurch sie die Eignungskriterien erfÃ¼llt habe. </p> <p class="Erwgung3"><b>4.7.5 </b>Die Mitbeteiligte reichte sowohl ein Betriebs- als auch ein Verkehrskonzept fÃ¼r die Deponie E ein. WÃ¤hrend die meisten von der Vergabestelle verlangten Unterlagen wohl durchaus als ErlÃ¤uterungen des bereits dargelegten verstanden werden kÃ¶nnen, ist dies sowohl beim Nachweis von ParkplÃ¤tzen als auch bezÃ¼glich der Situation beim Provisorium, welches doch fÃ¼r mindestens zwei Monate genutzt werden mÃ¼sste, nicht der Fall. Bei der Beschreibung der sicheren VerkehrsfÃ¼hrung war der Nachweis von ParkplÃ¤tzen und WarterÃ¤umen aufzuzeigen. Dies musste von der Mitbeteiligten nachgeholt werden. Damit ist sie dem Eignungskriterium Verkehrskonzept nicht vollumfÃ¤nglich und fristgerecht nachgekommen. Auch in Bezug auf das Provisorium, welches von mindestens zwei monatiger Dauer sein wÃ¼rde, lag weder ein Betriebs- noch ein Verkehrskonzept vor. Dies ist insbesondere von Bedeutung, da die altlastenrechtliche Situation zum Zeitpunkt der Vergabe nicht vollends geklÃ¤rt war und die Dauer der Benutzung des Provisoriums Ã¼ber die zwei Monate hinaus noch unklar war. Das Betriebs- sowie das Verkehrskonzept fÃ¼r das Provisorium waren dabei fÃ¼r die VertragserfÃ¼llung von nicht unerheblicher Bedeutung und auch dem Nachweis von ParkplÃ¤tzen kommt eine erhebliche Relevanz zu. In Anbetracht dessen war das Nachfordern bzw. die BerÃ¼cksichtigung der Konzepte bzw. des Nachweises von ParkplÃ¤tzen nicht mehr zulÃ¤ssig. Indem die Beschwerdegegnerin trotz des Fehlens dieser beiden wichtigen Punkte die Eignungskriterien als erfÃ¼llt erachtete, hat sie ihr Ermessen Ã¼berschritten. Die Mitbeteiligte hat nicht sÃ¤mtliche Eignungskriterien erfÃ¼llt. Dies fÃ¼hrt zu ihrem Ausschluss. </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die angefochtene VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 1. September 2020 dementsprechend aufzuheben. Die Vergabe hat an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu erfolgen. PraxisgemÃ¤ss erteilt das Verwaltungsgericht den Zuschlag jedoch nicht selber; die Sache ist vielmehr mit einer entsprechenden Anordnung an den Beschwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen (vgl. VGr, 13. Februar 2002, VB.2001.00035, E. 3c = BEZ 2002 Nr. 33).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz1 VRG tragen die Parteien die Verfahrenskosten nach Massgabe ihres Unterliegens. Aufgrund der Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der RÃ¼ckweisung an die Beschwerdegegnerin zur Vergabe an die BeschwerdefÃ¼hrerin gilt diese als obsiegend. Dementsprechend sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Mitbeteiligte hat sich am Verfahren nicht beteiligt und hat keine Kosten zu tragen. Schliesslich ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der anwaltlich vertretenen BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). Als angemessen erscheinen Fr. 4'000.-.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Auftragswert (vgl. Bruttoertrag gemÃ¤ss Kalkulation der Mitbeteiligten) Ã¼bersteigt den massgeblichen Schwellenwert fÃ¼r Dienstleistungen (Art. 52 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Anhang 4 Ziff. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (BÃ¶B) vom 21. Juni 2019). Gegen diesen Entscheid ist daher die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zulÃ¤ssig, sofern sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, andernfalls steht dagegen nur die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. f BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. In Gutheissung der Beschwerde wird die VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin vom 1. September 2020 aufgehoben. Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckgewiesen, um den Zuschlag der BeschwerdefÃ¼hrerin zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 6'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 405.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 6'405.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 4'000.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung stellt, Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Sofern diese nicht zulÃ¤ssig ist, kann subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerden sind innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>