Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 28. Juni 2016 (400 16 125) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht / Familienrecht Neue Tatsachen im Berufungsverfahren bei geltender Offizial- und Untersuchungsmaxi- me; Verzicht auf den Instanzenzug; hypothetisches Einkommen bei der Unterhaltsbe- rechnung; Bevorschussung von Gerichts- und Anwaltskosten Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Rechtsanwalt René Borer, Delsbergerstrasse 14, 4242 Laufen, Klägerin gegen B.____ , vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Urs Helfenfinger, Grabenacker 197 , 4234 Zullwil, Beklagter und Berufungskläger Gegenstand Eheschutz A. A. ____, geboren am ____, und B. ____, geboren am ____, heirateten am ____ 2007. Sie haben zwei Töchter, C., geboren am ____ 2006, u nd D., geboren am ____ 2007. Am 14. Dezember 2015 ersuchte die Ehefrau, vertreten d urch Rechtsanwalt René Borer, beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West um Eheschut z zur Regelung des Getrenntlebens. Am 22. Januar 2016 hörte der Präsident des Zivilkreisg erichts Basel-Landschaft West die beiden Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Töchter an. Am 23. Februar 2016 fand vor dem Präsidium des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West eine Parteiverhandlung statt, an welch er die Ehegatten persönlich befragt wurden. Mit Urteil vom 9. März 2016 bewilligte der Zi vilkreisgerichtspräsident den Parteien als- dann das Getrenntleben und stellte fest, dass sie dieses durch Auszug des Ehemannes aus der ehelichen Wohnung seit 16. September 2015 bereits aufg enommen haben (Ziff. 1). Die beiden Töchter wurden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Ehefrau und Mutter ge- stellt (Ziff. 2). Dem Ehemann und Vater wurde dagege n das Recht eingeräumt, die Kinder alle zwei Wochen von Freitag- bis Sonntagabend zu besuchen od er zu Besuch zu sich zu nehmen und mit ihnen nach vorheriger Absprache mit der Ehef rau zwei Wochen Ferien im Jahr zu ver- bringen, wobei auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kind er gebührend Rücksicht zu nehmen sei (Ziff. 3). Der Ehemann wurde im Weiteren verpfli chtet, der Ehefrau an den Unterhalt der Kinder mit Wirkung ab 1. Oktober 2015 für die Dauer des Getrenntlebens monatliche und vo- rauszahlbare Beiträge von je CHF 650.00 zuzüglich allfä llig ausbezahlte Kinderzulagen zu be- zahlen (Ziff. 4). Der vom Ehemann an die Ehefrau zu leistende persönliche Unterhaltsbeitrag wurde auf CHF 510.00 festgesetzt. Zudem berechtigte d as Zivilkreisgericht den Ehemann, all- fällige bereits geleistete Unterhaltszahlungen oder nach Aufnahme des Getrenntlebens getätig- te Bezüge der Ehefrau vom vormals gemeinsamen Bankkonto mit dem Unterhalt der Ehefrau zu verrechnen (Ziff. 5). Der Antrag der Ehefrau um Sch uldneranweisung wurde abgewiesen (Ziff. 6). Auf deren Antrag auf Verpflichtung des Ehe mannes zur Räumung seiner Werkstatt trat die Vorinstanz nicht ein (Ziff. 7) und schloss das Verfahr en mit einem Kostenentscheid ab (Ziff. 8). Das Urteil wurde den Parteien zunächst im Di spositiv eröffnet. Auf Antrag des Ehe- mannes hin lieferte das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eine schriftliche Begründung des Entscheids nach. B. Mit Eingabe vom 2. Mai 2016 liess der Ehemann, vertre ten durch Rechtsanwalt Lorenz Altenbach, gegen den Entscheid des Zivilkreisgericht spräsidenten Basel-Landschaft West (Kammer II) vom 9. März 2016 Berufung beim Kanto nsgericht Basel-Landschaft, Abtei- lung Zivilrecht, einreichen. Er beantragte, es sei in An passung von Ziff. 3 des angefochtenen Urteils der Ehemann zu berechtigen und zu verpflichten, d ie Kinder alle 2 Wochen von Freitagabend bis Sonntagabend zu Besuch zu sich zu nehme n und zusätzlich nach Absprache mindestens einen weiteren Wochentag mit Übernachtung. In Anpassung von Ziff. 4 des besag- ten Entscheids sei der Ehemann zu verpflichten, an den Un terhalt der Töchter mit Wirkung ab 1. Januar 2016 einen monatlichen und monatlich vorauszah lbaren Betrag von je CHF 565.00, zuzüglich allfällig ihm ausbezahlte Kinderzulagen zu bezah len. Ziff. 5 Abs. 1 sei sodann aufzu- heben und festzustellen, dass der Ehemann der Ehefrau keinen Unterhaltsbeitrag schulde. Der Ehefrau seien die ordentlichen und ausserordentlichen K osten des Berufungsverfahrens aufzu- erlegen und diese dementsprechend zu verpflichten, die Parteikosten des Ehemannes zu tra- gen. Eventuell sei dem Ehemann die integrale unentge ltliche Rechtspflege mit dem Unterzeich- neten als Rechtsbeistand zu bewilligen. In der Begründun g monierte der Ehemann zusammen- gefasst, die Vorinstanz habe ein Regelbesuchsrecht festgelegt (an jedem zweiten Wochenende von Freitag- bis Sonntagabend), obwohl er bereits im erstinstanzlichen Verfahren auf die Unter- stützungsbedürftigkeit der Ehefrau bei der Kindesbetreu ung hingewiesen habe. Der Ehemann habe aus diesem Grund ein eigenes Logis in der Nähe der ehelichen Wohnung bezogen. In der Unterhaltsberechnung habe das Zivilkreisgericht seine Wohn kosten von CHF 1‘750.00 jedoch Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht als zu hoch beanstandet und dabei den erwähnten Hintergrund für diese Wohnungswahl ausser Acht gelassen. Eine Kürzung dieser Bedarfsposition, wie sie die Vorinstanz vorgenommen ha- be, sei deshalb nicht gerechtfertigt, weshalb ihm die effektiven Mietkosten zuzugestehen seien oder aber es sei ihm eine angemessene Übergangsfrist fü r die Wohnungssuche bis beispiels- weise 1. Februar 2017 zu gewähren. Des Weiteren habe die Vorinstanz ihm fälschlicherweise nicht die vollen Berufsauslagen bei seinem Bedarf berücksi chtigt. Er sei aber aufgrund seiner unregelmässigen Arbeitszeiten auf ein Fahrzeug angewie sen. Der beanspruchte Betrag ent- spreche seiner Steuerdeklaration, wie sie von den Steue rbehörden auch akzeptiert worden sei. Auch sei ihm ein Zuschlag für auswärtige Verpflegung e inzusetzen, da er in einem Vollpensum angestellt sei. Die Berücksichtigung der beanstandeten B edarfspositionen führe bei dem vom Zivilkreisgericht berechneten monatlichen Netto-Einkommen des Ehemannes von CHF 5‘170.00 (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) zu den in der Berufung beantragten Unterhaltsbeiträgen zugunsten der Kinder und zur Feststellung, dass der Ehefrau kein persönli- cher Unterhalt mehr geschuldet sei. C. In ihrer Berufungsantwort vom 20. Mai 2016 beantrag te die Ehefrau, vertreten durch Rechtsanwalt René Borer, die Abweisung der Berufung, unter o/e-Kostenfolge, im Wesentli- chen mit folgender Begründung: Die Ausführungen des E hemannes betreffend behaupteter Defizite der Ehefrau bei der Kinderbetreuung würden unverändert bestritten. Davon, dass die Kinder bei der Mutter optimal betreut würden, habe sich der Gerichtspräsident persönlich (bei der Kinderbefragung) und auch der Verhandlung überzeu gen können. Eine über das übliche Besuchsrecht hinausgehende Ausdehnung des persönlichen Ko ntakts des Ehemannes zu den Kindern sei nicht nötig. Weitergehende Lösungen setzten voraus, dass die Eltern untereinander angemessen kommunizieren könnten, was vorliegend überhaup t nicht der Fall sei. Unter den Ehegatten sei nie vereinbart gewesen, dass der Ehemann in der Nähe eine Wohnung suchen sollte und schon gar nicht eine solche, deren Mietzins C HF 1‘750.00 betrage. Die dem Ehe- mann durch die Vorinstanz eingesetzten Wohnkosten von CH F 1‘300.00 seien grosszügig be- messen, aber von der Ehefrau ausdrücklich zugestanden word en. Übergangsfristen von einem Jahr seien der Gerichtspraxis fremd. Hinzu komme, dass die Vorinstanz eine solche bereits berücksichtigt habe, indem der Unterhaltsbeitrag zugunst en der Ehefrau erst mit Wirkung ab 1. Januar 2016 zugesprochen worden sei. Zu den Fahrta uslagen merkte die Ehefrau an, dass die Praxis der Steuerbehörden irrelevant sei. Der Ehemann habe im erstinstanzlichen Verfahren die (bestrittene) Behauptung aufgestellt, er sei beru flich auf ein Auto angewiesen respektive er habe unregelmässige Arbeitszeiten. Die Ehefrau habe ih m trotzdem CHF 400.00 unter diesem Titel zugestanden. Darüber hinausgehende Berufsauslagen (für Fahrtkosten und auswärtige Verpflegung) seien nicht nachgewiesen. Schliesslich bemän gelte sie den zivilkreisgerichtlichen Entscheid insofern, als die Kostenverteilung nicht gesetzeskonform vorgenommen worden sei. D. Mit Verfügung vom 23. Mai 2016 wurde der Schriftenwe chsel geschlossen. Die Parteien wurden auf den 28. Juni 2016 zur Hauptverhandlung vo r das Kantonsgerichtspräsidium vorge- laden. Sowohl der Ehemann, neu vertreten durch Recht sanwalt Daniel Urs Helfenfinger, als auch die Ehefrau liessen an dieser Verhandlung Noven vortragen, auf welche in den nachste- henden Erwägungen einzugehen sein wird. Die Kantonsgerichtspräsidentin hörte die Ehegatten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht an, nahm den Fall im Anschluss an die Plädoyers in Bedacht und stellte den Parteien ihren Ent- scheid schriftlich begründet in Aussicht. Erwägungen 1. Gegen einen Endentscheid in einem Eheschutzverfahren ist die Berufung gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a der Schweizerischen Zivilprozessor dnung (ZPO) zulässig. In vermögens- rechtlichen Angelegenheiten, wie Familienunterhalt, w ird zudem vorausgesetzt, dass der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehr en mindestens CHF 10‘000.00 beträgt (Art, 308 Abs. 2 ZPO). Bei wiederkehrenden Leistungen wie Unterhaltsbeiträgen gilt der Kapi- talwert als Streitwert. Sind Leistungen mit ungewisser oder unbeschränkter Dauer streitig, wird auf den zwanzigfachen Betrag der einjährigen Leistung abgestellt (Art. 92 ZPO). Hinsichtlich der angefochtenen erstinstanzlichen Regelung des persön lichen Kontakts zwischen dem Ehe- mann und Berufungskläger und den beiden Töchtern ist d ie Berufung demnach ohne weiteres zulässig. Die Ehefrau und Berufungsbeklagte beanspruchte bei der Vorinstanz monatliche Un- terhaltsbeiträge für sich und die Kinder in der Höhe v on monatlich CHF 1‘850.00 (zuzüglich Kinderzulagen), während der Ehemann sich bei seiner Be reitschaft behaften lassen wollte, der Gegenseite einen Beitrag an den Familienunterhalt v on insgesamt CHF 1‘040.00 (zuzüglich Kinderzulagen) zu bezahlen. Die Differenz der beantragten Unterhaltsbeiträge betrug monatlich CHF 810.00. Der erforderliche Streitwert gemäss Art. 308 Abs. 2 ZPO ist somit zweifellos er- reicht. Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft u nterliegen dem summarischen Verfahren (Art. 271 lit. a ZPO). Die Berufung ist da her schriftlich und begründet innert zehn Ta- gen seit Zustellung des begründeten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V. mit Art. 311 Abs. 1 ZPO). Fristen, die durch eine Mitteilung oder d en Eintritt eines Ereignisses ausgelöst werden, beginnen am folgenden Tag zu laufen. Fällt der letzte Tag der Frist auf einen Samstag, einen Sonntag oder einen am Gerichtsort vom Bundesrec ht oder vom kantonalen Recht aner- kannten Feiertag, so endet sie am nächsten Werktag (Art. 142 Abs. 1 und 3 ZPO). Vorliegend wurde dem Ehemann die nachträgliche Begründung des Ent scheides am 20. April 2016 zuge- stellt. Die Frist endete demnach am Samstag, 30. April 2016, verlängerte sich jedoch bis Montag, 2. Mai 2016. Die Rechtsmittelfrist ist durch die gleichentags erfolgte Postaufgabe der Berufung somit eingehalten (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Gem äss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Präsidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen ge- gen Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, sachlich zuständig. 2. Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Verfahren d er Untersuchungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen feststellt und nicht an die Parteivorbringen gebunden ist. Betreffend die Bindun g an die Parteianträge gilt für die Belange der Ehegatten untereinander die Dispositionsmaxime. In Kinderbelangen gelten demgegenüber die Offizial- und die Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 ZPO). Vorliegend handelt es sich um ein Verfahren summarischer Natur, in dem die tatsä chlichen Verhältnisse grundsätzlich nicht bis in alle Einzelheiten zu klären sind. Dies bedeutet, dass das Gericht nicht von der Rich- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht tigkeit der aufgestellten Behauptungen überzeugt zu sei n braucht. Vielmehr genügt es, dass aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die fraglichen Tatsachen besteht. Es liegt mithin in der Natur der Sache, dass d as Gericht - gerade im summarischen Verfahren mit herabgesetztem Beweismass - mit Bezug auf e in bestimmtes Sachverhaltsele- ment auf die Aussagen der Parteien abstellt, wenn weder Urkunden noch andere sofort greifba- re Beweismittel dargetan sind. Weiter ist zu beachten, dass im summarischen Verfahren zwangsläufig mit Schätzungen und Pauschalen gearbeitet werden muss. Dies bewirkt eine ge- wisse Unschärfe; Berechnungen können nicht auf den Rappen genau durchgeführt werden, die tatsächlichen Kosten werden regelmässig von den Entschei dgrundlagen abweichen. Im Ehe- schutzverfahren muss grundsätzlich rasch eine Regelung des Get renntlebens, welche die Be- friedigung der elementaren Bedürfnisse der Parteien si cherstellt, vorgenommen werden. Die wichtigsten Punkte sind in praktikabler Weise zu regeln; d efinitive und differenzierte Lösungen sind in einem allfälligen Scheidungsverfahren zu finde n (BLKGE 400 14 1 vom 8. April 2014, E 2.2). 3. Gemäss Art. 310 ZPO kann mit der Berufung unrichtige Rechtsanwendung durch die Vorinstanz geltend gemacht werden sowie die unrichtige Feststellung des für den angefochte- nen Entscheid massgeblichen Sachverhalts. Neue Tatsache n und Beweismittel können nur noch in den Schranken von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksicht igt werden, nämlich wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbar er Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Das Bundesgericht hat die analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 ZPO im Berufungsverfahren abgelehnt u nd festgehalten, dass einzig Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (vgl. BGE 138 III 625, E 2.2 ). Auch in den Verfahren, die der Un- tersuchungsmaxime unterstehen, ist deshalb Art. 317 Abs. 1 ZPO zu beachten. Gleich verhält es sich, wenn der Prozess der uneingeschränkten Untersuchun gsmaxime unterworfen ist, d.h. insbesondere dort, wo Kinderbelange zu beurteilen sind (Art. 296 Abs. 1 ZPO; BLKGE 400 14 213 vom 27. Januar 2015, E 2). Die Berufung dient ni cht dazu, die prozessualen Säumnisse einer Partei zu korrigieren oder das vorinstanzliche Verfahren zu wiederholen. Jede Partei, wel- che neue Tatsachen oder Beweismittel einreicht, hat zu behaupten und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Sie muss zusätzlich darlegen und bew eisen, dass sie umsichtig und sorgfältig gehandelt hat, sie aber dennoch keine frühe re Kenntnis von den neu vorgebrachten Tatsachen und Behauptungen hatte (BLKGE 400 2014 81 vom 19. August 2014, E 3, mit Ver- weis auf ZHOG LB140003 vom 5. Februar 2014, E 4.1). N eue Tatsachen, welche einen fortlau- fenden Sachverhalt beschreiben und somit ihrer Natur n ach echte Noven darstellen, gelten als rechtzeitig eingebracht, wenn sie spätestens zu Beginn der Hauptverhandlung vorgetragen werden. Denn generell gelten Noven als ohne Verzug i.S.v. Art. 317 ZPO und damit fristgerecht in den Prozess eingebracht, wenn sie nach Kenntnisnahme zum nächstmöglichen Zeitpunkt der Rechtsmittelinstanz mitgeteilt werden. Bei einer angesetzten Parteiverhandlung fällt dieser Zeit- punkt auf den ersten Parteivortrag. Werden die Parteie n durch die Vorsitzende ausdrücklich nach Noven angefragt, sind diese umgehend bekannt zu ge ben. Neue Tatsachen, die erst im Rahmen der Plädoyers vorgetragen werden, gelten dann a ls verspätet und können nicht mehr berücksichtigt werden (zum Ganzen, statt vieler: R EETZ / HILBER in: Sutter-Somm/Hasen- böhler/Leuenberger, ZPO Komm., 3. Aufl., Zürich Basel Genf 2016, Art. 317 ZPO N 44 ff.). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Die Vorsitzende eröffnete die kantonsgerichtliche Haup tverhandlung, verwies auf eine nachträglich zur Berufung eingereichte schriftliche Eing abe des Ehemannes vom 9. Juni 2016 zur Umsetzung des Besuchsrechts und fragte die Parteien na ch weiteren Noven an. Der Ehe- mann liess zu Protokoll geben, dass ihm seine aktuelle Arb eitsstelle als Chauffeur bei der E. ____ AG mit Schreiben vom 27. April 2016 mit Wirku ng per 30. Juni 2016 aus wirtschaftli- chen Gründen gekündigt worden sei. Er sei dadurch gezwu ngen worden, sich beruflich neu zu orientieren, wozu er eine GmbH gegründet habe. Diese r Schritt habe zur Folge, dass er für die nächsten 2 Jahre mit einem Einkommen von maximal CHF 3 ‘000.00 auskommen müsse, was bei der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen sei. Di e Ehefrau verneinte die präsidiale An- frage nach Noven ausdrücklich. Erst im Rahmen der Plädoyers vertrat der Ehemann die An- sicht, dass die Ehefrau ihre Eigenversorgungskapazität nicht hinreichend ausschöpfe. 3.2 Die schriftliche Eingabe vom 9. Juni 2016, mit welcher der Ehemann zusammengefasst über den Verlauf des Besuchsrechts seit April 2016 aus sei ner Sicht berichtet, enthält demnach echte Noven. Diese wurden im Sinne der vorstehenden Er wägungen zweifelsohne rechtzeitig vorgetragen und sind demnach beim Entscheid zu berücksichtigen. 3.3 Anders liegt es beim Novum des Stellenverlusts. Die vom E hemann an der Hauptver- handlung ins Recht gelegte Kündigung datiert vom 27. April 2016, weshalb davon auszugehen ist, dass sie diesem bereits vor der Einreichung der Be rufung am 2. Mai 2016 vorgelegen hat. Selbst wenn er die betreffende Urkunde erst danach ent gegengenommen haben sollte, erfolgte die Mitteilung über die neue Stellensituation samt Edition des Kündigungsschreibens erst an der Hauptverhandlung vom 28. Juni 2016, also rund zwei Mona te später, und somit in jedem Fall verspätet. Die Ehefrau hat sich an der Verhandlung jedo ch ausdrücklich damit einverstanden erklärt, dass diese Noven im kantonsgerichtlichen Berufun gsverfahren zu berücksichtigen sei- en, ohne dadurch allerdings die vom Ehemann daraus abgeleiteten Folgen für die Unterhaltsbe- rechnung zu anerkennen. Sie begründete ihre Haltung da mit, dass sie faktisch für die Verfah- renskosten aufkommen müsse. Sie habe deshalb ein Interesse daran, auch in diesem Punkt im Berufungsverfahren einen Richterspruch zu erhalten und dadurch zu verhindern, mit diesem Novum ein neues Eheschutzverfahren durchlaufen zu müssen. Das Kantonsgerichtspräsidium Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vertritt zwar d ie Ansicht, dass den Prozessparteien der Instanzenzug grundsätzlich uneingeschränkt offenzuhalten ist. Verzichtet eine Partei jedoch für eine Teilfrage ausdrücklich auf ihren Anspruch auf „dou ble instance“, ist diese Haltung zu res- pektieren. Die Ausführungen zur neuen Arbeitssituation des Ehemannes und die entsprechende Stellungnahme der Ehefrau sind deshalb im vorliegenden Berufungsentscheid zu berücksichti- gen. 3.4 Der Ehemann liess erstmals im Plädoyer an der Berufung sverhandlung ausführen, dass die Ehefrau mit ihrem Arbeitspensum von 30% ihre Erwe rbskapazitäten nicht vollständig aus- schöpfe. Ihr sei vielmehr nach erfolgter Trennung eine Erhöhung auf 50% zumutbar, was sich umso mehr rechtfertige, weil sie bei der Betreuung der Kinder durch ihre Mutter tatkräftig unter- stützt werde. Dies führe dazu, dass ihr in der Unterhaltsberechnung ein um CHF 1‘210.— höhe- res Einkommen einzusetzen sei. Unter Verweis auf die obenstehenden Erwägungen unter Ziff. 3 ist diese neue Argumentation allerdings offensichtlich verspätet. Es braucht deshalb nicht näher darauf eingegangen zu werden. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4. Gemäss Dispositivziffer 3 des angefochtenen Entscheids wurde dem Ehemann und Va- ter das Recht eingeräumt, die Töchter C.____ und D.__ __ alle zwei Wochen von Freitag- bis Sonntagabend zu besuchen oder zu Besuch zu sich zu nehme n und mit ihnen nach vorheriger Absprache mit der Ehefrau zwei Wochen Ferien im Jahr zu verbringen, wobei auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder gebührend Rücksicht zu nehmen sei. In seiner Eingabe vom 9. Juni 2016 sowie an der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erklärte der Ehemann, dass seine Töchter seit April des laufenden Jahres regelmässig auch den Mittwochabend bei ihm verbracht hätten. D. ____ habe zudem den Wunsch geäussert, am Mittwoch auch bei ihm übernachten zu dürfen. Entsprechend ersuchte er um Ausdehnung seines Besuchsrechts und entsprechende Anpassung des erstinstanzlichen Entscheids. Die Ehefrau b estätigte im Rahmen der Anhörung im Sinne von Art. 297 Abs. 1 ZPO die regelmässigen Mi ttwochsbesuche abends, meinte aller- dings, dass beide Kinder zusätzliche Übernachtungen beim Vater bisher abgelehnt hätten. Im Plädoyer bestätigte ihr Rechtsvertreter sodann, dass sich die Ehefrau dereinst zusätzlichen Übernachtungen beim Vater nicht entgegenstellen würd e, sofern eine solche Ausdehnung des Besuchsrechts dem Wunsch der Kinder entspreche. Gemäss Ar t. 275 Abs. 2 ZGB ist der per- sönliche Verkehr zwischen dem nicht obhutsberechtigten Elt ernteil und der Kinder durch das Eheschutzgericht zu regeln, sofern auch über die Obhut od er die Unterhaltsbeiträge zu befin- den ist. Beides war vor erster Instanz Prozessthema, so dass auch über das Besuchs- und Fe- rienrecht zu entscheiden ist. Art. 273 ZGB statuiert de n gegenseitigen Anspruch des Nichtob- hutsberechtigten und der Kinder auf persönlichen Verkehr. Als oberste Richtschnur für die Aus- gestaltung des Besuchsrechts gilt das Kindeswohl, wobei s ich die Festlegung des Besuchs- rechts am Einzelfall orientieren muss. Zudem ist auf d en Willen der Kinder Rücksicht zu neh- men (BÜCHLER /WIRZ , in: FamKomm Scheidung, Bern 2011, 2. Aufl., N 21 u nd 28 zu Art. 273 ZGB, mit zahlreichen Hinweisen auf die bundesgericht liche Rechtsprechung). Nachdem sich die Ehefrau mit einer Ausdehnung des Besuchsrechts des Ehemannes einverstanden erklärt hat und keine Umstände bestehen, welche unter dem Aspekt des Kindeswohls dagegen spre- chen, ist die Regelung der Vorinstanz über den persönlic hen Verkehr zwischen dem Ehemann und den beiden Töchtern anzupassen. Allerdings ist die zeitliche Ausdehnung auf Besuche je- weils am Mittwochabend ohne Übernachtung zu beschränken. Das Kantonsgericht verzichtet darauf, eine weitere Übernachtung in dieser Regelun g vorzusehen, zumal zweifelhaft ist, ob eine solche dem Willen der Kinder entspricht. Selbstre dend sind jedoch zusätzliche Übernach- tungen immer möglich, wenn sich die Eltern hierüber e inig sein sollten, wobei immer den Wün- schen der Kinder angemessen Rechnung zu tragen ist. 5. Das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West verpflichtete den Ehemann, der Ehefrau an den Unterhalt der Familie einen monatlichen und mona tlich vorauszahlbaren Beitrag von CHF 1‘810.00 (je CHF 650.00 für die Kinder und CHF 510.00 zugunsten der Ehefrau) zuzüglich Kinderzulagen zu leisten. Der Ehemann bemängelt mit seiner Berufung diesen Entscheid, da ihm nicht der effektive Mietzins von CHF 1‘750.00 sondern nur ein reduzierter Wohnkostenbe- trag im Bedarf eingesetzt worden sei. Des Weiteren ha be die Vorinstanz bei ihm fälschlicher- weise nicht die vollen berufsbedingten Auslagen (Fahrtk ostenweg und Zuschlag für auswärtige Verpflegung) eingesetzt. Schliesslich sei bei ihm für di e Zukunft ab Juli a.c. nur noch ein Ein- kommen von CHF 3‘000.00 zu berücksichtigen, nachdem ihm seine bisherige Stelle auf Ende Juni gekündigt worden sei und er mit seiner selbständige n Erwerbstätigkeit bzw. in seiner neu- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht en Anstellung bei der von ihm gegründeten GmbH in den nächsten zwei Jahren eine wirtschaft- liche Anlaufphase zu überstehen habe. 5.1 Wird der gemeinsame eheliche Haushalt aufgehoben, so hat der Richter auf Begehren eines Ehegatten sowohl den Ehegattenunterhalt als auch den Kinderunterhalt zu regeln. Das Gesetz schreibt dem Sachrichter keine bestimmte Methode zur Unterhaltsbemessung vor (BGE 128 III 411 E. 3.2.2). Dieser geniesst im Rahmen des gr ossen Ermessens bei der Unterhalts- festsetzung denn auch relativ weitreichende Freiheiten in der Gewichtung der relevanten Krite- rien. Immerhin sollte er sich gegebenenfalls zur angewa ndten Methode äussern und diese be- gründen (BGer 5A_589/2009 vom 24. November 2009 E. 2 .3; S CHWENZER , in: FamKomm Scheidung, Bern 2011, 2. Aufl., N 69 zu Art. 125 ZGB) . Der Zivilkreisgerichtspräsident wendete im vorliegenden Fall die Methode des betreibungsrechtli chen Existenzminimums gemäss den Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursb eamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 - erweitert um den familienrechtlichen Grundbedarf - an. Diese Methode ist in Lehre und Recht- sprechung anerkannt und im Interesse einer einheitlichen Rechtsanwendung zur Ermittlung des Unterhaltsbeitrages im Allgemeinen heranzuziehen (vgl. H AUSHEER /S PYCHER , Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl., Bern 2010, S. 55 ff. Rz 0 2.27 ff.; BLKGE 400 14 1 vom 8. April 2014 E 3). 5.2 Die Vorinstanz hat die effektiven Wohnkosten des Ehemann es als zu hoch eingestuft und dies zu Recht. Der Ehemann behauptete in seiner Be rufungsbegründung zwar, er habe in der Nähe der ehelichen Wohnung im Einverständnis und in Absprache mit der Ehefrau ein neu- es Logis bezogen, für welches er einen monatlichen Mietzi ns von CHF 1‘750.00 zu bezahlen habe. Denn unter den Ehegatten habe Einigkeit darüber bestanden, dass sie das Besuchsrecht flexibel handhaben wollten und die Kinder, wenn imme r sie wollten, zum Vater zu Besuch ge- hen könnten. Die Ehefrau bestätigte einzig, dass sie zunä chst eine flexible Besuchsregelung angestrebt hätten, bestritt jedoch die weiteren Ausfü hrungen zum Wohnungsbezug. Entspre- chend führte sie an der Verhandlung vor Kantonsgericht aus, dass sie mit dieser Wohnungs- wahl nicht einverstanden gewesen sei und den Ehemann auch ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht habe, dass seine Wohnkosten zu hoch seien. Der Ehemann wiederum hat die Darstel- lung der Ehefrau im Rahmen der Anhörung durch die Ka ntonsgerichtspräsidentin bestätigt und damit seiner Berufung in diesem Punkt die Grundlage e ntzogen. Weitere Argumente, weshalb die von der Vorinstanz eingesetzten, reduzierten Wohnko sten von CHF 1‘300.00 nicht ange- messen sein sollten, trug er in seiner Berufungsbegründun g vom 20. Mai 2016 keine vor. Ins- besondere behauptete er beispielsweise nicht, dass der Wo hnungsmarkt für die ihm unter die- sem Titel zugestandenen CHF 1‘300.00 keine adäquaten Mietobjekte am Wohnort der Kinder in X.____ und Umgebung bieten würde. Vielmehr bestätigt e er sogar das Gegenteil, gab aller- dings vor, dass günstigere Wohnungen weniger komfortab el seien. Zudem wies der Ehemann darauf hin, dass er beiden Töchtern je ein eigenes Zimm er zur Verfügung stellen könne. Es versteht sich allerdings von selbst, dass die Frage des W ohnkomforts in knappen finanziellen Verhältnissen in den Hintergrund zu treten hat. Ebenso wenig lässt sich die Wohnungsgrösse mit dem Alter der Kinder (10 und knapp 9 Jahre) recht fertigen, da ihnen für die Besuche mit Übernachtung an jedem zweiten Wochenende die Benutzung eines gemeinsamen Zimmers zumutbar ist. Generell gilt es schliesslich festzuhalten, d ass Wohnkosten von CHF 1‘750.00 für Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine alleinstehende Person nicht mehr unter den betreibungsrechtlichen Notbedarf fallen und in der von der Ehefrau zugestandenen und von der Vorinsta nz eingesetzten Höhe von CHF 1‘300.00 immer noch als angemessen bezeichnet werde n müssen. Da ihm diese hohen Kosten aber zum Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils noch effektiv angefallen sind und er für die Optimierung seiner Wohnausgaben eine dreimonati ge Kündigungsfrist einzuhalten hat, wä- re ihm eine Übergangsfrist zuzugestehen gewesen, in w elcher die vollen Wohnkosten in der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen gewesen wären. Ein e solche Korrektur durch die Rechtsmittelinstanz ist zulässig, zumal in Kinderbelangen der Sachverhalt von Amtes wegen zu erforschen ist (Art. 296 Abs. 1 ZPO) und das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge ent- scheiden kann (Art. 296 Abs. 2 ZPO). Bei dieser Anpassun g der erstinstanzlichen Unterhaltsre- gelung mit vorliegendem Berufungsentscheid ist einzubezie hen, dass dem Ehemann nach der Entgegennahme der schriftlichen Begründung des Entscheids des erstinstanzlichen Eheschutz- richters am 20. April 2016 hätte bewusst werden müssen, d ass seine Wohnkosten nicht ange- messen sind. Daran ändert auch nichts, dass gegen dieses Ur teil ein Rechtsmittel eingelegt werden konnte und auch tatsächlich wurde. Denn der Be rufung gegen einen Eheschutzent- scheid kommt keine aufschiebende Wirkung zu (Art. 315 Ab s. 4 lit. b ZPO; H OFFMANN , in: Kunz/Hoffmann-Novotny/Stauber, ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308 – 327a ZPO, N 46 Ziff. 3 zu Art. 315 ZP O mit Hinweisen). Dass für ihn dringender Handlungsbedarf zur Minimierung seiner laufenden Ausga ben bestand, müsste für ihn sodann spätestens zum Zeitpunkt der Kündigung seiner Arbeitsste lle am 27. April 2016 klar gewesen sein. Bei umgehender Kündigung und unter Berücksichtigun g der dreimonatigen Kündigungs- frist wäre demnach ein Wohnungswechsel per 1. August 20 16 realistisch und zumutbar gewe- sen. Daraus folgt, dass im Bedarf des Ehemannes für die Zeit ab Aufnahme des Getrenntle- bens bzw. ab Oktober 2015 bis Juli 2016 die höheren Wohn kosten zu belassen, diese jedoch mit Wirkung ab August 2016 auf die vorinstanzlich bestimm te Höhe von CHF 1'300.00 zu redu- zieren sind. 5.3 Bei den Berufsauslagen beschränkt sich der Ehemann darau f, seinen Standpunkt aus dem erstinstanzlichen Verfahren zu wiederholen, indem e r behauptet, aufgrund der unregel- mässigen Arbeitszeiten auf ein eigenes Fahrzeug angewiese n zu sein, wie dies im Übrigen auch von den Steuerbehörden akzeptiert werde. Ohne seine Fahrtauslagen zu beziffern führt er zudem aus, dass der geltend gemachte Betrag den für seine n Arbeitsweg zurückgelegten Kilo- metern entspreche, wobei weder der Arbeitsort noch di e Distanz zwischen Wohn- und Arbeits- ort genannt werden. Ein Verpflegungszuschlag sei des Wei teren gerechtfertigt, weil er in einem Vollpensum und damit ganztags arbeite. Ob der Eheman n mit diesen Argumenten zu beiden Bedarfspositionen überhaupt seiner Rügepflicht als Ber ufungskläger i.S.v. Art. 310 ZPO hinrei- chend nachkommt, erscheint fraglich, kann aber letztlich offen gelassen werden, weil der erstin- stanzliche Entscheid hier in der Sache ohnehin Zustimmun g verdient. Denn auch hier wurden die Behauptungen aus der Berufungsbegründung durch die eigenen Angaben des Ehemannes bei der Anhörung entkräftet. So gab er zu Protokoll, dass sein Arbeitsbeginn bereits um 06:30 Uhr sei, gestand aber gleichzeitig ein, dass sein Arbeitso rt auch mit den öffentlichen Verkehrs- mitteln rechtzeitig erreichbar sei. Beide Ehegatten be stätigten zudem, dass der Ehemann mit wenigen Ausnahmen seit jeher sein Essen von zuhause zur A rbeit mitgenommen hat, was von ihm aufgrund der bestehenden knappen finanziellen Verh ältnisse auch künftig erwartet werden Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht darf. Demnach wäre beim Bedarf des Ehemannes auch kein Zuschlag für auswärtige Verpfle- gung einzusetzen. Die Ehefrau hat dem Ehemann als ber ufsbedingte Auslagen trotzdem CHF 400.00 pro Monat zugestanden, was die Vorinstanz richtigerweise berücksichtigt hat. 5.4 Zum Zeitpunkt der Aufnahme des Getrenntlebens Mitte S eptember des vergangenen Jahres war der Ehemann Angestellter bei der E. ____ AG. Mit seiner Tätigkeit als Chauffeur erzielte er gemäss Feststellung der Vorinstanz ein monatl iches Nettoeinkommen von CHF 5‘170.00 (inklusive anteilsmässigem 13. Monatslohn). A m 27. April 2016 erhielt er die Kündigung. Laut eigenen Angaben habe er deshalb per 1. Juli 2016 eine Lohneinbusse in Kauf zu nehmen. Aufgrund dieser Kündigung, so der Ehemann w eiter, habe er sich entschieden, eine GmbH zu gründen. In einer ersten Phase könne ihm deshalb für die Unterhaltsberechnung nur noch ein Einkommen von CHF 3‘000.00 angerechnet werden. Der Ehemann behauptete an der kantonsgerichtlichen Verhandlung, die Beendigung seines Arbeitsverhältnisses sei aus wirt- schaftlichen Gründen erfolgt, was von der Ehefrau angezweifelt wurde. Bei der Festsetzung des Familienunterhalts ist grundsätzli ch vom tatsächlich erzielten Einkom- men des Unterhaltspflichtigen auszugehen. Soweit dieses Einkommen allerdings nicht aus- reicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein h ypothetisches Einkommen ange- rechnet werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (BGE 137 III 118 E 2.3 S. 121 m.H.a. BGE 128 III 4 E 4a S. 5; BGE 127 III 136 E 2a S. 139). Die Anrechnung eines hypo- thetischen, höheren Einkommens hat sodann keinen pönal en Charakter. Es geht vielmehr da- rum, dass der Unterhaltspflichtige das Einkommen zu erzie len hat, das ihm zur Erfüllung seiner Pflichten tatsächlich möglich und zumutbar ist (BGE 128 III 4 E 4). Zudem sind im Verhältnis zum unmündigen Kind besonders hohe Anforderungen an d ie Ausnützung der Erwerbskraft zu stellen (BGE 137 III 118 E 3.1 S. 121 m.H.a. Hegnaue r, Berner Kommentar, 1997, N. 58 i.V.m. N. 56 zu Art. 285 ZGB). Über die Umstände der Kündigung konnte das Kantonsgeri cht an der Anhörung der Parteien nichts Näheres in Erfahrung bringen. In der schriftliche n Kündigung werden wirtschaftliche Gründe genannt. Der Ehemann führte sodann aus, dass er auf eigene Rechnung weiterhin Transportaufträge für seine bisherige Arbeitgeberin au sführen könne, wobei er das wirtschaftli- che Risiko von Schwankungen in der Auftragslage im Gegensa tz zu früher selbst zu tragen ha- be. Sodann stelle er sich vor, sich als Allrounder auf de m Markt anzubieten, z.B. für Baumpfle- ge, Hauswartungen oder Brennholzlieferung. Er verfüge über mehrere Ausbildungen, unter an- derem auch als Pneukranführer. Er habe jedoch davon ab gesehen, nach entsprechenden Aus- schreibungen zu suchen, da diese Arbeit üblicherweise m it Wochenendeinsätzen verbunden sei. Dies komme für ihn aber momentan nicht in Frage, weil ihm dadurch verunmöglicht würde, den Kontakt zu seinen Kindern aufrecht zu erhalten. Au ch eine Anmeldung bei der Arbeitslo- senversicherung habe er nicht in Betracht gezogen. Er sei bereits früher einmal arbeitslos ge- wesen, die Betreuung durch die Regionale Arbeitsvermitt lung (RAV) sei damals in seinem Fall aber erfolglos gewesen. Die Ehefrau stellte die Vermutung auf, dass die Kündig ung vorgeschoben sei, um ihr finanziell zu schaden. Es gehe auch nicht an, in einer solchen Situ ation eine selbständige Erwerbstätig- keit aufzunehmen. Der Ehemann hätte sich in der Kündigu ngsfrist um eine neue Stelle als Chauffeur bemühen müssen und zweifellos auch eine solche finden können. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrech t, ist im Einklang mit Lehre und bun- desgerichtlicher Rechtsprechung dezidiert der Ansicht, dass an einen Unterhaltspflichtigen hin- sichtlich seiner Erwerbskapazität hohe Anforderungen gest ellt werden müssen. Entsprechend ist der Ehemann im vorliegenden Verfahren gehalten, a lles ihm Zumutbare und Mögliche zu unternehmen, um seine Familie angemessen alimentieren zu können. Der geforderte Einsatz muss zudem in einem sinnvollen Verhältnis zum wirtschaftlic hen Erfolg stehen. Wirft eine selb- ständige Tätigkeit weniger Gewinn ab als mit einer Erw erbstätigkeit in einem Anstellungsver- hältnis verdient werden könnte, ist der Unterhaltspflich tige aufgrund seiner familienrechtlichen Verantwortung gehalten, eine Stelle zu suchen. Dass es dem Ehemann im vorliegenden Fall künftig mit dem von ihm bezifferten bescheidenen Einkomm en von monatlich CHF 3‘000.00 nicht möglich ist, einen angemessenen Unterhaltsbeitrag an seine Familie zu leisten, liegt auf der Hand. Dass er in gekündigtem Arbeitsverhältnis eine GmbH gegründet hat anstatt sich um eine neue Stelle zu bemühen und sich gegebenenfalls bei der Arbeitslosenversicherung anzu- melden, ist vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehba r. Wird auch der Umstand berücksich- tigt, dass eine Mangellage besteht, muss er sich erst recht den richterlichen Vorwurf gefallen lassen, nicht die geeigneten Vorkehrungen zur Haltung seines Einkommensniveaus getroffen zu haben. Auch scheint das Argument, wegen eventuellen Wochenendeinsätzen auf eine Be- werbung zu verzichten, um nicht den Kontakt zu den Kind ern zu verlieren, als vorgeschoben. Es versteht sich von selbst, dass für eine Besuchsregelung auf den Arbeitsplan der Eltern Rücksicht zu nehmen ist. Wenn der Ehemann, wie er selbst angegeben hat, über mehrere Aus- bildungen verfügt, darf auch davon ausgegangen werden , dass es ihm grundsätzlich möglich gewesen wäre, eine Stelle zu finden, mit welcher er e in Einkommen im bisherigen Rahmen er- zielt hätte. Dass der Markt für seine beruflichen Qualifikationen keine Stellenangebote hergeben würde, hat er nicht behauptet. Solange er sich nicht tatsächlich bewirbt, bliebe dieses Argument zudem ohnehin nicht hinreichend glaubhaft gemacht. Insgesamt dürfen die beruflichen Disposi- tionen des Ehemannes deshalb nicht zum Nachteil der unt erhaltsberechtigten Ehefrau und der Kinder gehen. Dem Ehemann wäre es möglich, sei es als Ch auffeur, Pneukranführer oder All- rounder - allenfalls auch im Zwischenverdienst und durch U nterstützung der Arbeitslosenversi- cherung - ein Einkommen in bisheriger Höhe zu erzielen . Es wäre ihm auch ohne weiteres zu- mutbar gewesen, sich um eine entsprechende Anstellung zu bemühen, weshalb ihm unabhän- gig vom effektiven Geschäftserfolg seiner neu gegründete n GmbH für die Unterhaltsberech- nung ein hypothetisches Einkommen von CHF 5‘170.00 pro Monat einzusetzen ist. Auf der Be- darfsseite sind dem Ehemann konsequenterweise die beruf sbedingten (hypothetischen) Ausla- gen von CHF 400.00 zu belassen. 6. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Eheman n auch mit seiner – verspätetet vorgetragenen (vgl. Ziff. 3.4 der vorstehenden Erwägung en) – Einschätzung falsch gelegen wäre, von der Ehefrau könne ein höherer Arbeitseinsat z erwartet werden. Diese geht bereits heute einer Erwerbstätigkeit in einem Pensum von 30% nach, was gemessen am Alter der von ihr betreuten Töchter (C. ____ ist 10 Jahre alt und D. ____ knapp 9) bereits mehr ist, als von ihr nach der konstanten bundesgerichtlichen Rechtsprechung z urzeit als zumutbar erachtet wird. Danach wird vom betreuenden Elternteil überhaupt die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Um- fang von 50 Prozent erst erwartet, wenn das jüngste Kind 10-jährig ist (Urteil des BGer 5A_95/2012 vom 28. März 2012 E 4.2 mit Hinweisen). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7. Zusammenfassend ist die erstinstanzliche Unterhaltsberechnu ng nach der kantonsge- richtlichen Überprüfung hinsichtlich der gerügten Punkte zum Bedarf des Unterhaltspflichtigen (Wohnkosten und Berufsauslagen) grundsätzlich zu bestätigen. Die effektiven Wohnkosten des Ehemannes haben sich als unangemessen erwiesen und die h ypothetisch veranschlagten CHF 1‘300.00 unter diesem Titel erscheinen adäquat. E inzig betreffend den Zeitpunkt, ab wel- chem dem Ehemann reduzierte Wohnkosten einzusetzen sind, ist eine Anpassung des vo- rinstanzlichen Entscheids angezeigt. Höhere Berufsauslagen - als von der Ehefrau bereits im zivilkreisgerichtlichen Verfahren zugestanden - wurden ke ine glaubhaft gemacht. Da es dem Ehemann möglich und zumutbar gewesen wäre, sich um eine neue Stelle mit einem Einkom- men in der bisherigen Grössenordnung zu bemühen, hat se in Entscheid, eine selbständige Er- werbstätigkeit (mit deutlich geringerem Einkommen) au fzunehmen, unterhaltsrechtlich unbe- rücksichtigt zu bleiben. Unter Verweis auf die dieser Begr ündung als integrierter Bestandteil angehängten Berechnungstabellen ergibt sich somit für d ie Zeit von Oktober 2015 bis Juli 2016 eine um die höheren effektiven Wohnkosten angepasste Unte rhaltsberechnung, woraus Unter- haltsbeiträge zugunsten der Kinder von unverändert C HF 650.00 und einen persönlichen Bei- trag zugunsten Ehefrau von CHF 60.00 resultieren. M it Wirkung ab August 2016 hat der Ehe- mann der Ehefrau sodann einen Familienunterhaltsbeitrag in derselben Höhe zu leisten, wie es bereits die Vorinstanz bestimmt hat (je CHF 650.00 für die Kinder und CHF 510.00 für die Ehe- frau). Da die Vorinstanz der Unterhaltsberechnung das E inkommen exklusive Kinderzulagen zugrunde gelegt hat, sind diese grundsätzlich zusätzlich geschuldet. Gemäss Angaben der Par- teien an der kantonsgerichtlichen Verhandlung hat der Ehemann die Kinderzulagen allerdings lediglich bis und mit März 2016 bezogen und demgemäss auc h nur für die Zeit von Oktober 2015 bis März 2016 der Ehefrau weiterzugeben. Die ersti nstanzliche Feststellung, wonach der Ehemann berechtigt ist, allfällige bereits geleistete Unterhaltszahlungen oder nach Aufnahme des Getrenntlebens getätigte Bezüge der Ehefrau vom vorm als gemeinsamen Bankkonto mit dem Unterhalt der Ehefrau zu verrechnen, ist zu bestät igen. In Bezug auf die beantragte Aus- dehnung der Besuchsregelung hat die Ehefrau schliesslich ihre Unterstützung zugesichert. 8. Es bleibt über die Verteilung der Prozesskosten des Ber ufungsverfahrens, bestehend aus den Gerichtskosten sowie der Parteientschädigung (Ar t. 95 Abs. 1 ZPO), zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kostenfolgen sind die B estimmungen der Art. 104 ff. ZPO, die auch im Berufungsverfahren gelten, da im Gesetz fü r das Rechtsmittelverfahren keine speziellen Kostenvorschriften enthalten sind (vgl. S EILER , Die Berufung nach ZPO, Rz 1560). Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der un terliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Ver- fahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO kann das Gericht zu- dem in familienrechtlichen Verfahren von diesen Grundsä tzen abweichen und die Kosten nach Ermessen verteilen. Keine der Parteien obsiegt im vorli egenden Fall mit ihren Anträgen über- wiegend, was in familienrechtlichen Verfahren nicht un typisch ist. Praxisgemäss werden die Verfahrenskosten deshalb unter den Parteien je hälftig aufgeteilt und jede Partei hat für ihre Parteikosten grundsätzlich selbst aufzukommen. Faktisch hat jedoch die Ehefrau, welche über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt, die gesam ten Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen, zumal sie dem mittellosen Ehemann aus der ehe lichen Beistandspflicht i.S.v. Art. 159 Abs. 3 ZGB dessen Kostenanteil und die eigenen Anwalt skosten vorzuschiessen hat Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (HAUSHEER /B RUNNER , Handbuch des Unterhaltsrechts, Hrsg. Hausheer/Spycher, Ber n 2010, S. 110 ff. Rz 03.76 ff.). Allerdings hat der Ehemann der Ehefrau die vorgeschossenen Ver- fahrenskosten zurückzubezahlen, sobald er dazu in der Lage ist. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in An wendung von § 9 Abs. 1 i.V. mit § 8 Abs. 1 lit. h des Gebührentarifs (SGS 170.31) auf pauschal CHF 1‘400.00 festzusetzen. Bezüglich der Parteikosten des Ehemannes beanstandete de r Rechtsvertreter der Ehefrau die vom Gegenanwalt an der kantonsgerichtlichen Verhandlu ng vorgelegte Honorarnote über CHF 3‘941.30. Er selber habe rund 8 Stunden im Rechtsm ittelverfahren aufgewendet, so dass die vom Rechtsanwalt Helfenfinger in Rechnung gestellt en 13 Stunden, ohne dass dieser eine schriftliche Eingabe habe verfassen müssen, unverhältnismä ssig erschienen. Das Kantonsge- richt Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, ist der An sicht, dass ein Ehegatte, welcher dem anderen aus ehelicher Beistandspflicht Prozesskosten vorzusch iessen hat, nicht schlechter gestellt werden darf, als wenn der Staat diese Kosten z ufolge unentgeltlicher Rechtspflege übernehmen müsste. Eine Anwaltsrechnung, welche vom and eren Ehegatten zu bevorschus- sen ist, muss deshalb auch einer richterlichen Überprüfun g unterzogen werden können. Analog zu den im Zusammenhang mit der Ausrichtung von Entschädi gungen für unentgeltliche Verbei- ständung entwickelten Kriterien ist ein unverhältnismässig es Honorar zu kürzen und durch un- begründeten Anwaltswechsel entstandener Mehraufwand vom Auftraggeber als Verursacher, also durch den anderen Ehegatten, zu tragen. Der Rechtsve rtreter des Ehemannes hat an der kantonsgerichtlichen Verhandlung nebst seiner eigenen R echnung auch eine solche seines Vorgängers, Rechtsanwalt Altenbach, zu den Akten gegeben. In dieser sind die Leistungen vom 30. Oktober 2016 (recte: 2015) bis 17. Mai 2016 abgere chnet, so dass darin auch die Bemü- hungen für die Erstellung der Berufungsbegründung ent halten sein müssten. Allerdings werden auf der detaillierten Aufstellung nur anwaltliche Bemühungen bis zum 26. April 2016 rapportiert. Die Berufungsbegründung datiert jedoch vom 2. Mai 20 16. Dieser wiederum wurde eine Kos- tennote beigelegt (Beilage 6) für Leistungen vom 11. März 2016 bis 2. Mai 2016. Weiter ergibt sich aus der erstgenannten Honorarnote, dass der Ehemann seinem ehemaligen Rechtsvertre- ter offenbar eine Akonto-Zahlung von CHF 1‘200.00 geleistet hat. Die Vorinstanz setzte die Par- teientschädigung, welche die Ehefrau dem Ehemann zu za hlen hat, auf CHF 2‘035.80 (inkl. Auslagen und MwSt) fest. Die Ehefrau ist gemäss Berufun gsantwort zwar mit dem Kostenent- scheid der Vorinstanz nicht einverstanden. Wie sie selber an der Verhandlung vor Kantonsge- richt ausgeführt hat, hat sie allerdings auf eine selb ständige Anfechtung desselben verzichtet. Da die Aufteilung der Prozesskosten nicht Gegenstand der Berufung bildet, ist der erstinstanzli- che Kostenentscheid nicht zu überprüfen. Da die Rechnungen des ehemaligen Rechtsvertreters des Ehemannes keine exakte Abgrenzung der Leistungen des erstinstanzlichen und zweitin- stanzlichen Verfahrens zulassen, die erstinstanzlichen Partei kosten durch die Festlegung der Parteientschädigung als abgerechnet betrachtet werden kön nen, beschränkt sich das Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, darauf, über die Höhe der Parteientschädigung des Berufungsverfahrens insgesamt zu entscheiden. Die Aufteilung derselben unter den beiden Rechtsvertretern des Ehemannes ist diesen zu überlassen. D ie vom Rechtsvertreter der Ehe- frau veranschlagten 8 Stunden für das Rechtsmittelverfahr en erscheinen angesichts der Kom- plexität der Streitsache in tatsächlicher und rechtliche r Hinsicht angemessen. Wird berücksich- tigt, dass die Instruktion eines Rechtsmittelklägers erfa hrungsgemäss aufwändiger sein kann, Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist für die anwaltliche Vertretung des Ehemannes im B erufungsverfahren ein Zeitaufwand von 10 Stunden realistisch. Bei einem angemessenen Stundena nsatz von CHF 250.00 und unter Berücksichtigung von pauschalen Auslagen von CHF 150.00 ( inkl. Reisespesen) zuzüglich MwSt ergibt dies eine von der Ehefrau zu bevorschussende P arteientschädigung von CHF 2‘862.00. Demnach wird erkannt: ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Berufung werden die Zif fern 3 und 5 des Entscheids des Zivilkreisgerichts Basel- Landschaft West vom 9. März 2016 wie folgt abgeändert: „ 3. Der Ehemann wird berechtigt und verpflichtet, di e Kinder alle zwei Wochen von Freitagabend bis Sonntagabend sowie jeden Mitt- woch von 17:30 Uhr bis 20:30 Uhr zu Besuch zu sich zu nehmen und mit den Kindern nach vorheriger Absprache mit der Ehefrau zwei Wochen Ferien im Jahr zu verbringen. Über eine weitergehende Regelung des persönlichen Verkehrs einigen sich die Ehegatten in gegenseitiger Absprache direkt, wo- bei auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder gebührend Rück- sicht zu nehmen ist. 5. Der Ehemann hat der Ehefrau an ihren eigenen Unterh alt für die Dauer des Getrenntlebens folgende monatliche und mona tlich vo- rauszahlbaren Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: a) ab Oktober 2015 bis Juli 2016: CHF 60.00; b) ab August 2016 CHF 510.00. Der Ehemann ist berechtigt, allfällige bereits geleist ete Unterhalts- zahlungen oder nach Aufnahme des Getrenntlebens getäti gte Be- züge der Ehefrau vom vormals gemeinsamen Bankkonto mit dem Unterhalt der Ehefrau zu verrechnen.“ Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren von CHF 1‘4 00.00 wird den Parteien je zur Hälfte auferlegt, wobei der Kost enanteil des Ehe- mannes in Anwendung von Art. 159 Abs. 3 ZGB vorläufig ebenfalls durch die Ehefrau zu übernehmen ist. Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten selbst. Di e Ehefrau wird je- doch in Anwendung von Art. 159 Abs. 3 ZGB verpflichtet, dem Ehemann für seine Anwaltskosten im Berufungsverfahren vorläufig CHF 2‘862.00 (inkl. Auslagen und MwSt) zu bezahlen. Der Ehemann hat der Ehefrau seinen Gerichtskostenantei l von CHF 700.00 und die Parteientschädigung von CHF 2‘862. 00 zurückzu- bezahlen, sobald er dazu in der Lage ist. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher