<h2>SubmittedText<h2><p>1. Ist der Bundesrat bereit, bei neuen Bundesbauten Offerteingaben mit höchstmöglichem Holzanteil zu verlangen?</p><p>2. Ist er bereit, in einer Strategie, die über das Programm "Holz 2000" und das Nachfolgeprogramm hinausgeht, Produkteentwicklungen zugunsten von Holz anstelle von Beton und/oder von Kunstmaterialbaustoffen zu fördern und allenfalls auch zu unterstützen?</p><p>3. Ist er bereit, bei Neuanlagen oder Sanierungen von Heizungen in Bundesbesitz immer auch eine Offerte zu verlangen, die eine Holzschnitzelanlage berücksichtigt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bund kann bei seinen Beschaffungen nicht Offerteingaben mit höchstmöglichem Holzanteil verlangen. Eine derartige pauschale Forderung in den Beschaffungsverfahren würde den Anforderungen des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BoeB, SR 172.056.1) wie auch der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (VoeB, SR 172. 056.11) widersprechen.</p><p>Demgegenüber nimmt der Bund vor allem im Hinblick auf die Ökologie vermehrt Einfluss auf die Verwendung von Holz. Die Entscheidungsprozesse für Konstruktions- und Materialwahl müssen aber bereits im frühen Zeitpunkt der Projektierung bzw. der Wettbewerbserarbeitung erfolgen, unter Berücksichtigung der verschiedenen technischen Aspekte wie Standort, Nutzungszweck, Denkmalpflege usw.</p><p>Als aktuelle Beispiele für Holzanwendung lassen sich aufführen: Gemeinschaftszollanlage Kreuzlingen sowie Bauten für das Bundesamt für Sport in Ipsach und Biel Strandboden.</p><p>2. Im Rahmen von "Holz 2000" und dessen Folgeprogramm ist es möglich, zu einem gewissen Anteil Produkteentwicklungen zu fördern. Diese Förderprogramme haben zurzeit Priorität, und es ist nicht vorgesehen, die gezielte Unterstützung des Wirtschaftszweiges weiter auszubauen. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht wäre ein solcher Ausbau effektiv problematisch.</p><p>Im Rahmen der allgemeinen Förderung von Forschung und Entwicklung stehen auch bereits Instrumente zur Verfügung, welche es erlauben, die Entwicklung von Holzprodukten voranzutreiben. Die Kommission für Technologie und Innovation fördert die wirtschaftsnahe, anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung, welche auch der Holzwirtschaft offen steht. Daneben gibt es das Kompetenzzentrum Holz von EMPA, ETH Zürich und WSL, welches in der Holzforschung tätig ist. Auf der Stufe der Fachhochschulen ist ein nationales "Netzwerk Holz" im Entstehen, wo Kompetenzen der Fachhochschulen vernetzt und der Wissens- und Technologietransfer institutionalisiert werden. </p><p>Im Rahmen der Verpflichtung des Bundes zur Nachhaltigkeit unterstützt der Bundesrat den Einsatz von erneuerbaren Energien und Materialien. Im weiteren sieht er Handlungsspielraum in der Sensibilisierung von Planern und Anwendern mit Blick auf den ökologischen Gesichtspunkt des erneuerbaren Baustoffes Holz; die Koordination der Bau- und Liegenschaftsorgane des Bundes unterstützt diesen Prozess bereits heute in mannigfacher Weise. </p><p>3. Es ist nicht sinnvoll, immer eine Offerte für eine Holzschnitzelheizung einzuholen.</p><p>In einem frühen Stadium der Projektierung werden jedoch beim Auswahlverfahren der möglichen Wärmeerzeugungssysteme alle Varianten, inklusive Holzschnitzelheizung, in die Beurteilung mit einbezogen. Es sind dabei aber zahlreiche Randbedingungen zu berücksichtigen, wie z. B. genügend grosser Leistungsbereich der Anlage, Platzbedarf (Schnitzelsilo/Zufahrt), Brennstofflieferant bekannt, Zusicherung Liefergarantie, grösserer Personalaufwand für Wartung und Betrieb.</p><p>Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass bei Bauten des Bundes die Einsatzmöglichkeiten von Holzschnitzelheizungen beschränkt sind.</p>  Antwort des Bundesrates.