Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 22. November 2018 (810 18 191) ____________________________________________________________________ Ausländerrecht Verweigerung einer Einreisebewilligung im Rahmen des Familiennachzugs / “Umgehungsadoption“ Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Markus Clausen, Hans Furer, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ und B.____ , Be schwerdeführende , vertreten durch Niggi Dres s- ler, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Verweigerung einer Einreisebewilligung im R ahmen des Familiennach- zugs (RRB Nr. 1045 vom 26. Juni 2018) A. Die in der Schweiz niedergelassenen kosovarische n Eheleute A.____, geboren 1960, und B.____, geboren 1965, adoptierten am 28. August 2015 im Kosovo einen Neffen von A.____, den damals 13-jährigen Kosovaren C.____, ge boren 2002. C.____, vertreten durch Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht seine leiblichen Eltern D.____ und E.____, stellte am 2. September 2016 bei der Schweizeri- schen Botschaft in Pristina ein Gesuch um Bewilligung der Einreise zum Verbleib bei seinen Adoptiveltern. B. Nachdem das Amt für Migration Basel-Landschaft (AfM ) A.____ und B.____, nachfol- gend vertreten durch Niggi Dressler, Advokat, das rechtl iche Gehör gewährt hatte, wies es das Gesuch vom 2. September 2016 mit Verfügung vom 19. Apr il 2018 ab. Zur Begründung führte das AfM im Wesentlichen aus, dass es sich vorliegend um eine “Umgehungsadoption“ handle. Dies widerspreche Sinn und Zweck des Familiennachzugs u nd führe zum Erlöschen des An- spruchs auf Familiennachzug. Im Übrigen hätten A.____ u nd B.____ es verpasst, das Nach- zugsgesuch für C.____ innerhalb der gesetzlichen Frist von 12 Monaten zu stellen. C. Mit Eingabe vom 30. April 2018 erhoben A.____ und B.____ beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat) Beschwerde. Si e beantragten, die Verfügung des AfM sei aufzuheben und der Familiennachzug bezüglich C. ____ zu bewilligen. C.____ sei eine Einreisebewilligung zuzustellen. Alles unter o/e-Kostenfolge. D. Der Regierungsrat wies die Beschwerde vom 30. April 2018 mit Entscheid vom 26. Juni 2018 ab. Zur Begründung führte er im Wesent lichen aus, dass die einjährige Nach- zugsfrist am 28. August 2016 abgelaufen sei, weshalb di e Gesuchseingabe vom 2. September 2016 verspätet erfolgt sei. Zudem sei die Adoption aus adoptionsfremden Moti- ven erfolgt; nämlich um die Bedürfnisse der Adoptivelt ern zu befriedigen und C.____ in der Schweiz bessere Ausbildungs- und Erwerbsmöglichkeiten zu verschaffen. Insofern handle es sich vorliegend um eine “Umgehungsadoption“, welche klar gegen den hiesigen Ordre public verstosse. E. Mit Eingabe vom 9. Juli 2018 erhoben A.____ und B .____ Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Ve rwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragen, der Beschluss des Regierungsrates sei aufzuheb en und C.____ sei umgehend eine Einreisebewilligung für die Schweiz auszustellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Durchführung einer mündlichen Verhandlung sowie di e Anhörung von C.____ verlangt. Al- les unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im We sentlichen vorgebracht, die einjährige Nachzugsfrist sei nicht abgelaufen, da C.____ bereits v or dem 2. September 2018 mehrmals mit Verwandten auf der Schweizerischen Botschaft gewesen se i, um eine Einreisebewilligung zu erlangen. Sie seien jedoch nicht angehört und wegg ewiesen worden. Weiter widerspreche die Adoption nicht dem hiesigen Ordre public. Vielmeh r seien alle Voraussetzungen erfüllt und die Beschwerdeführenden würden C.____ seit einem Jahr finanziell unterstützen. Die Be- schwerdeführenden hätten sich entschieden, ein Kind zu a doptieren, da sie keine eigenen Kin- der bekommen könnten. Zudem habe C.____ in der Schwe iz sehr viel bessere Zukunftschan- cen als im Kosovo. Der Familie sei gestützt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK das Familienleben in der Schweiz zu gewähren. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Der Regierungsrat liess sich mit Eingabe vom 29. Augus t 2018 vernehmen und schliesst auf Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenf olge. Zur Begründung wird haupt- sächlich auf den angefochtenen Entscheid verwiesen. G. Mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 ersuchten A.____ und B.____ um Durchführung einer mündlichen Verhandlung. H. Mit Schreiben vom 17. Oktober 2018 wurden A.____ un d B.____ darauf hingewiesen, dass der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen worden sei und diese über die Beweisan- träge entscheiden und allfällige notwendige Beweismassnahmen anordnen werde. I. Mit Eingabe vom 1. November 2018 reichten die Besch werdeführenden ein Schreiben von C.____ ein. Darin wird beschrieben, dass C.____ seine Adoptiveltern sehr schätze und er von diesen unterstützt werde. Weiter habe sich C.____ sei t dem Adoptionsentscheid, welcher ihm nicht leicht gefallen sei, von seinen biologischen Eltern und seinen Geschwistern distanziert und emotionale Beziehungen zu seiner Familie und seinen Freunden vermieden. Er wäre gerne mit seinem Adoptivvater zusammen und würde gerne seine b erufliche Karriere vorantreiben. C.____ bemühe sich sehr um eine Berufsausbildung und Integration in der Schweiz. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügunge n und Entscheide des Regierungs- rats die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kantons gericht zulässig. Die Beschwerde- führenden sind als Adressaten vom angefochtenen Beschluss be rührt. Beide haben ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung. Da auch die ü brigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind und sowohl die örtliche als auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufz uzeigen sein wird – als offensicht- lich unbegründet, weshalb das Kantonsgericht im Zirkulat ionsverfahren entscheidet (§ 1 Abs. 4 VPO). 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Untersch reitung oder Missbrauch so- wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des S achverhalts gerügt werden. Die Über- prüfung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht im vorliegenden Fall verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 3. Streitgegenstand bildet die Frage, ob das Amt für Migration Basel-Landschaft das Fami- liennachzugsgesuch von C.____ zu Recht abgewiesen hat. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Der ausländerrechtliche Familiennachzug ist in den Art. 42 ff. des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) vom 16. De zember 2005 geregelt. Gemäss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten und led ige Kinder unter 18 Jahren von Per- sonen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erte ilung und Verlängerung der Aufent- haltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Der Anspruch auf Familiennachzug nach Art. 43 Abs. 1 AuG erlischt, wenn dieser in rechtsmissbräuchlicher Weise geltend gemacht wird oder Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen ( Art. 51 Abs. 2 AuG; Botschaft vom 8. März 2002 zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, BBl 2002 3709 ff., insb. 3792 Ziff. 2.6; Urteil 2C_404/2014 vom 19. Juni 2014 E. 2.1). Zudem setzt der Rechtsan- spruch auf Familiennachzug die Wahrung der gesetzlichen F risten voraus (Art. 47 AuG). Dem Gesuch um Erteilung der Aufenthaltsbewilligung an die nachzuziehende Person, wie Art. 43 Abs. 1 AuG sie umschreibt, ist folglich nicht "automatisch" zu entsprechen (BGE 136 II 78 E. 4.7 und E. 4.8). 4.2 Gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG ist der (ordentliche) Ansp ruch auf Familiennachzug inner- halb von fünf Jahren geltend zu machen (Satz 1). Kind er über zwölf Jahre müssen innerhalb von zwölf Monaten nachgezogen werden (Satz 2). Massgeblicher Zeitpunkt für die Bestimmung des Nachzugsalters ist der Zeitpunkt der Gesuchseinreich ung (Urteil des Bundesgerichts 2C_1014/2014 vom 21. Januar 2016 E. 2; BGE 136 II 49 7 E. 3.4 und 3.5). Die Nachzugsfristen beginnen bei Familienangehörigen von ausländischen Perso nen zum Zeitpunkt der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder d er Entstehung des Familienverhältnis- ses (Art. 47 Abs. 3 lit. b AuG). Innert dieser Frist mu ss das Gesuch eingereicht werden (Art. 73 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und E rwerbstätigkeit [VZAE] vom 24. Okto- ber 2007). Die in Art. 47 AuG enthaltenen Altersbeschr änkungen und Fristen für den Familien- nachzug dienen der frühzeitigen Integration und sind a uch mit der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. Novembe r 1950 vereinbar (Urteil des Bundesgerichts 2C_303/2014 vom 20. Februar 2015 E. 4.2 mit Verweis auf BGE 137 I 284 E. 2.4-2.6). 4.3 Unstrittig ist, dass die Adoption von C.____ durch di e Beschwerdeführenden am 28. August 2015 erfolgte und das Gesuch um Einreise in die Schweiz zum Verbleib bei den Adoptiveltern am 2. September 2016 bei der Schweizerischen Botschaft in Pristina von C.____, vertreten durch seine leiblichen Eltern, gestellt wurde . Zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung war C.____ 14 Jahre alt, womit die einjährige Nachzug sfrist zur Anwendung kommt (Art. 47 Abs. 1 AuG). Diese Frist hat am 28. August 2015 zu lau fen begonnen und endete am 28. August 2016, das Gesuch vom 2. September 2016 wurd e somit verspätet eingereicht. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält, ist für den Zeitpun kt des Fristablaufs die Gesuchseinreichung massgeblich. Ob die Schweizerische Botschaft zuvor bereits kontaktiert oder aufgesucht wurde, ist dabei unerheblich. Die Behandlungszeit des Gesuchs be im AfM ist ebenfalls unbeachtlich und hat auf den Fristenlauf keinen Einfluss. Damit ist e rstellt, dass das Gesuch um Familien- nachzug verspätet eingereicht wurde und die Nachzugsfristen gemäss Art. 47 Abs. 1 AuG nicht eingehalten wurden. Ein nachträglicher Familiennachzu g gemäss Art. 47 Abs. 4 AuG kommt vorliegend nicht in Betracht (vgl. nachstehende Erwägungen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Unabhängig von den Nachzugsfristen in Art. 47 Au G, erlöschen die Ansprüche auf Fa- miliennachzug gem. Art. 43 AuG, wenn sie rechtsmissbräuc hlich geltend gemacht werden, na- mentlich um Vorschriften des AuG und seiner Ausführungsb estimmungen über die Zulassung und den Aufenthalt zu umgehen (Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG). Eine Adoption, mit welcher die aus- länderrechtlichen Zulassungs- und Aufenthaltsvorschriften umgangen werden sollen (sog. “Um- gehungsadoption“), widerspricht Sinn und Zweck des Fami liennachzugs und führt gemäss Art. 51 Abs. 2 lit. a AuG zum Erlöschen des Anspruchs na ch Art. 43 Abs. 1 AuG (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_404/2014 vom 19. Juni 2014 E. 2.2, 2C_1115/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.6). Ein missbräuchlicher Familiennachzug von K indern aus nichtfamiliären Gründen liegt dann vor, wenn man aufgrund der gesamten Umstän de davon ausgehen muss, dass Kin- der in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen (d.h. zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz) nachgezogen werden sollen und dabei nicht das Z usammenleben der Familienmit- glieder im Vordergrund steht (BBl 2002 3709 ff., insb. 3794 f.). 5.2 Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass C.____ zusammen mit seinen leiblichen Eltern und seinen Geschwistern im Kosovo aufgewachsen ist. Er stammt aus einer intakten Familie und guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Inzwische n ist er 16 Jahre alt, wird in abseh- barer Zeit seinen Schulabschluss machen und steht vor dem Eintritt ins Erwachsenenleben. C.____ hat sein ganzes bisheriges Leben im Kosovo verbracht und die Beschwerdeführenden lediglich während deren Ferienaufenthalten im Kosovo gesehen. Bei den Beschwerdeführenden in der Schweiz war C.____ offensichtlich noch nie, zumi ndest geht aus den Akten nichts Ge- genteiliges hervor. Bei seiner Befragung in der Schweize rischen Botschaft führte C.____ aus, dass er keine besondere Verbindung zu den Beschwerdeführ enden habe und nicht wisse, wa- rum gerade er ausgewählt worden sei, adoptiert zu werd en. Die leiblichen Eltern von C.____ hätten ebenfalls keinen Grund angeben können, weshalb si e ihren Sohn zur Adoption freigege- ben hätten (vgl. Bericht der Schweizerischen Botschaft im Kosovo vom 2. September 2016). Aus der Adoptionsverfügung vom 28. August 2015 geht her vor, dass die Adoption zu Gunsten der Erziehung und Bildung des Adoptivkindes sei und diese s nach der Adoption ein besseres Leben führen könne. 5.3 Obschon die Beschwerdeführenden C.____ finanziell unterstützten und ihn in den Feri- en besuchten, ist eine über den Verwandtschaftsgrad hina usgehende, enge affektive Bezie- hung weder glaubwürdig noch erstellt. Angesichts dieser Umstände ist es nicht glaubhaft, dass der von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Kinder wunsch für die Adoption aus- schlaggebend war. Die gewünschte Elternrolle spricht ehe r gegen die Adoption eines fast voll- jährigen Neffen, der sein Leben altersentsprechend selbständig führen kann und voraussichtlich nicht mehr längere Zeit bei den Beschwerdeführenden l eben würde. Aus Sicht der Herkunfts- familie von C.____ sind zudem keine Gründe für die Not wendigkeit einer Adoption erkennbar. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb sie sich nicht u m C.____ kümmern könnten. Dem eingereichten Bericht des Zentrums für Soziale Angelege nheiten in F.____ vom 2. Juli 2015 lässt sich vielmehr entnehmen, dass sich die biologischen Elt ern von C.____ sehr für dessen Erziehung und Ausbildung eingesetzt hätten. Selbst aus dem Schreiben von C.____ vom 1. November 2018 gehen keine Gründe hervor, weshalb er nicht bei seinen leiblichen Eltern und seinen Geschwistern bleiben kann oder möchte. Im Ge genteil entsteht auch aufgrund des Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Briefes von C.____ der Eindruck, als ob es ihm nicht leic ht fallen würde, seine Familie und sei- ne Freunde zu verlassen. Aufgrund der vorliegenden Akt en ist davon auszugehen, dass die Adoption aus adoptionsfremden Gründen erfolgte. Vor diesem Hintergrund kann mit der Vo- rinstanz festgehalten werden, dass nicht die Zusammenführ ung der Familie in der Schweiz im Vordergrund steht, sondern vielmehr davon auszugehen i st, dass C.____ eine bessere Aus- gangslage für seine Zukunft, namentlich bessere Ausbild ungs- und Erwerbsmöglichkeiten, ver- schafft werden soll. Es liegt somit eine “Umgehungsadopt ion“ vor, mit welcher die ausländer- rechtlichen Zulassungs- und Aufenthaltsvorschriften umgange n werden sollen. Sie widerspricht Sinn und Zweck des Familiennachzugs und führt gemäss Art. 5 1 Abs. 2 lit. a AuG zum Erlö- schen des Anspruchs nach Art. 43 Abs. 1 AuG (vgl. Urteile d es Bundesgerichts 2C_404/2014 vom 19. Juni 2014 E. 2.2; 2C_1115/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.6). Eine weitere Interes- senabwägung ist hier nicht vorzunehmen, zumal die Umgeh ungsadoption als solche verfas- sungs- und konventionsrechtlich keinen besonderen Schutz verdient und keine enge Beziehung zwischen den Beschwerdeführenden und ihrem Adoptivsohn be steht (Art. 8 EMRK; Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV] vom 18. April 1999; BGE 137 I 247 E. 5.1.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_404/2014 vom 19. Juni 2014 E. 2.2; 2C_1115/2013 vom 11. Februar 2014 E. 2.6). 6.1 Die Beschwerdeführenden verlangen eine mündliche Pa rteiverhandlung. Zum An- spruch auf rechtliches Gehör gehört das Recht des Betroffen en, sich vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äusse rn und an der Erhebung wesentli- cher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 54 E. 2b). Art. 29 Abs. 2 BV statuiert jedoch kein unbedingtes Recht auf mündli che Anhörung durch das urteilende Ge- richt und steht einer vorweggenommenen Beweiswürdigung nicht entgegen (BGE 134 I 140 E. 5.3; 131 I 153 E. 3). Im vorliegenden Verfahren a uf Verweigerung des Familiennachzugs sind zahlreiche Umstände objektiver Natur sowie das in der Vergangenheit liegende Verhältnis zwischen den Betroffenen zu berücksichtigen. Dem persönliche n Eindruck kann dabei keine überwiegende Bedeutung zukommen, weshalb es verfassungsr echtlich zulässig ist, aufgrund der Akten zu entscheiden. Im Übrigen sind Verfahren bet reffend die Gewährung von Asyl, die Zuerkennung oder Verweigerung des Aufenthaltsrechts in e inem Staatsgebiet nicht vom Begriff der "civil rights" erfasst und fallen damit nicht in den Anwendungsbereich von Art. 6 EMRK (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER /K ATHARINA PABEL , Europäische Menschenrechtskonvention, 6. Auflage, München 2016, S. 475 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführenden hatten sowohl in den vorinstanzlichen Verfahren als auch im verwaltungsger ichtlichen Beschwerdeverfahren Gelegenheit, ihre Situation umfassend darzulegen, wov on sie auch Gebrauch gemacht haben. Aufgrund der vorliegenden Aktenlage kann davon abgeseh en werden, die Beschwerdeführen- den persönlich anzuhören, zumal nicht ersichtlich ist, d ass weitere relevante Ausführungen in einer Anhörung hätten ermittelt werden können. Demna ch erübrigt sich die Durchführung einer mündlichen Parteiverhandlung. 6.2 Die Beschwerdeführenden verlangen zudem eine persö nliche Anhörung von C.____. Nach Art. 12 des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (Kin- derrechtskonvention, KRK) sichern die Vertragsstaaten de m Kind, das fähig ist, sich eine eige- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ne Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in a llen es berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und berücksichtigen die Meinung des Kind es angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife. Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit ge- geben, in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Ve rwaltungsverfahren entweder unmittel- bar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete S telle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden. Zudem verlangt Art. 12 KRK dort, wo das Verfahren hauptsächlich schriftlich ist, wie namentlich im ausländ errechtlichen Verfahren, nicht zwingend, dass das Kind persönlich angehört wird, sofern sein Gesich tspunkt angemessen, d.h. durch eine schriftliche Erklärung des Kindes selber oder seines Vertreters ausgedrückt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 2C_930/2012 vom 10. Januar 2 013 E. 4.4.1 mit Hinweisen). Vorlie- gend wurden die Interessen von C.____ einerseits durch s einen Brief vom 1. November 2018 und andererseits durch die Beschwerdeführenden eingehe nd vorgebracht. Die Aktenlage und diese schriftlichen Eingaben ermöglichten es, sich das erf orderliche Bild über die massgebli- chen Verhältnisse für die Überprüfung des Entscheids übe r den Familiennachzug zu machen. Daher erübrigt sich eine zusätzliche Anhörung von C.____. 7. Die Beschwerdeführenden führen weiter aus, dass die Bearbeitung ihres Gesuchs un- gebührlich lange gedauert habe. Dies grenze an Rechtsver weigerung. Soweit die Beschwerde- führenden überhaupt eine Rechtsverweigerung geltend machen, ist fraglich und wird von diesen nicht vorgebracht, worin ihr aktuelles praktisches Rechtsschutzi nteresse an der Beurteilung dieser Frage liegen soll (Urteil des Bundesgerichts 2C_1 46/2017 vom 25. Januar 2018 E. 4.2; BGE 137 I 296 E. 4.2). Im Übrigen ist durch die zitierte Rechtsprechung (vgl. E. 4.2) gewährleis- tet, dass der Anspruch auf Familiennachzug nicht während des Verfahrens untergehen kann. 8. Zusammengefasst erfolgte die Abweisung des Gesuchs um Familiennachzug zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 9. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrens kosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten. Sie werden in der Regel der unt erliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten von Fr. 1‘400.-- den unterliegenden Beschwerdeführenden aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. Die Beschwe rdeführenden haben keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (§ 21 Abs. 1 VPO). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- w erden den Be- schwerdeführenden auferlegt und mit dem geleisteten K ostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 4. Eine Kopie der Eingabe der Beschwerdeführenden vo m 1. November 2018 wird dem Beschwerdegegner zur Kenntnisnahme zugestellt. Vizepräsident Gerichtsschreiberin