Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. November 2013 (810 13 196) ____________________________________________________________________ Erziehung und Kultur Spezielle Förderung an einer Privatschule Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Beat Walther, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschrei- ber Marius Wehren Parteien A.____ , Beschwerdefü hrer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Be- schwerdegegner Betreff Spezielle Förderung an einer Privatschule (RRB Nr. 858 vom 21. Mai 2013) A. Der am 17. Januar 2002 geborene B.____ besuchte i m Schuljahr 2012/13 die 5. Klas- se der Primarschule in F.____, wo er aufgrund einer Leistungsbeeinträchtigung mit individuellen Lernzielen unterrichtet wurde. B. Mit Schreiben vom 6. Januar 2013 wandten sich die E ltern von B.____, A.____ und C.____, an das Amt für Volksschulen des Kantons Basel-Lan dschaft. Sie führten aus, dass bei B.____ gemäss einer Abklärung durch den Schulpsychologischen Dienst eine durch die einge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schränkte Visuomotorik bedingte deutlich verminderte Vera rbeitungsgeschwindigkeit vorliege, welche mit einer Hochbegabung im sprachlichen Bereich g epaart sei. Es sei sowohl B.____ als auch ihnen klar, dass für B.____ trotz guter Intelligenz die Ziele der Sekundarschule nur schwer erreichbar seien und seine inzwischen bestehenden Lücken d ort kaum mehr gefüllt werden könnten. Insbesondere werde es voraussichtlich schwierig für ihn sein, sich zu organisieren, stets das notwendige Material bereit zu haben und mit d em Fachlehrersystem klarzukommen. Schulfrust und Lernunlust seien vorauszusehen. Man bit te deshalb das Amt für Volksschulen, den Eltern dabei zu helfen, eine Schulmöglichkeit fü r B.____ zu finden, in welcher er wieder aufblühen und seine Stärken entfalten könne und in we lcher ihm bei seinen Schwächen indivi- duelle Unterstützung gewährt werden könne. C. Das Amt für Volksschulen nahm das Schreiben vom 6. Janua r 2013 als Antrag auf Spezielle Förderung von B.____ an einer Privatschule en tgegen und wies diesen mit Entscheid vom 5. März 2013 ab. Zur Begründung wurde im Wesentli chen ausgeführt, dass eine Spezielle Förderung im Einzelfall an einer Privatschule im Sin ne von § 46 des Bildungsgesetzes (BiG) vom 6. Juni 2002 nur verfügt werden könne, wenn vorgän gig alle Massnahmen der Speziellen Förderung nach § 44 BiG ausgeschöpft worden seien. B._ ___ könne jedoch im Anforderungs- niveau A der Sekundarschule ausreichend gefördert und un terstützt werden. Die Vorausset- zungen für eine Kostengutsprache für eine Privatbeschulung seien demzufolge nicht erfüllt. D. Die von C.____ und A.____ gegen den Entscheid des A mts für Volksschulen vom 5. März 2013 erhobene Beschwerde wurde mit Entscheid d es Regierungsrats vom 21. Mai 2013 abgewiesen. E. Am 29. Mai 2013 erhob A.____ gegen den Entscheid d es Regierungsrats Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwalt ungsrecht. Der Beschwerdeführer erneuert seinen im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Antrag, es sei der angefochtene Ent- scheid durch eine Schulmöglichkeit zu ersetzen, in welcher B.____ wieder aufblühen und seine Stärken entfalten könne und in welcher ihm bei seinen Schwächen individuelle Unterstützung gewährt werden könne. Dabei sei zu berücksichtigen, dass e in Übertritt in das Niveau E der öffentlichen Sekundarschule gemäss Angaben des Amts für Volksschulen nicht möglich sei und ein Übertritt in das Niveau A dem Potential und dem schulischen und ausserschulischen Leis- tungsausweis des Kindes nicht gerecht werde. Weiter wird beantragt, es sei dem Einschu- lungsentscheid das Resultat der Abklärung des Schulpsycholo gischen Dienstes zugrunde zu legen oder eine neue Abklärung in Auftrag zu geben. F. Mit Eingabe vom 9. Juni 2013 teilte der Beschwerde führer dem Gericht mit, dass B.____ nunmehr über die Zulassung für die Privatschule D.____ verfüge. G. In seiner Vernehmlassung vom 5. August 2013 beantr agt der Regierungsrat die Ab- weisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge. H. Am 20. August 2013 reichte der Beschwerdeführer dem Gericht eine Replik ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht I. Mit Präsidialverfügung vom 30. August 2013 wurde fe stgehalten, dass mittlerweile eine Beschulung von B.____ an der Privatschule D.____ sta ttfinde. Dem Beschwerdeführer wurde Frist gesetzt zur Stellungnahme bzw. Mitteilung eines allfälligen Beschwerderückzugs. J. Am 4. September 2013 teilte der Beschwerdeführer m it, dass an sämtlichen Anträgen, mit Ausnahme der von ihm zurückgezogenen, vollumfänglich festgehalten werde. K. Mit Präsidialverfügung vom 12. September 2013 wurd e der Fall der Kammer zur Beur- teilung überwiesen. L. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung halten d ie Parteien an den gestellten Be- gehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Sämtliche weiteren formellen Vorauss etzungen sind ebenfalls erfüllt, sodass auf die Beschwerde grundsätzlich einzutreten ist. 2. Der Beschwerdeführer hält an seinem im vorinstanzlich en Verfahren gestellten Begeh- ren um Zulassung des Übertritts von B.____ in das Niveau E der öffentlichen Sekundarschule nicht mehr fest. Auf die in diesem Zusammenhang erhobe nen Rügen ist demnach nicht einzu- gehen. Strittig ist damit einzig noch, ob die sinngemä ss beantragte Spezielle Förderung an ei- ner Privatschule gemäss § 46 BiG von den Vorinstanzen zu Recht verweigert wurde. Der Be- schwerdeführer ist in Bezug auf dieses Begehren - ungeac htet der Tatsache, dass B.____ von seinen Eltern in eigener Kompetenz an der Privatschule D .____ angemeldet wurde und mittler- weile diese Schule besucht - mit Blick auf die Frage de r Kostentragung in schutzwürdigen Inte- ressen betroffen, weshalb insofern auf die Beschwerde e inzutreten ist. Auf die Beschwerde ist demgegenüber nicht einzutreten, soweit damit verschie dene inhaltliche Rügen gegen die vo- rinstanzlichen Entscheide als formelle Anträge gestellt we rden. Es handelt sich namentlich um Vorbringen betreffend Korrektur und Ergänzung von Text stellen der vorinstanzlichen Entschei- de sowie Feststellung mangelhafter Begründung und Sachv erhaltsabklärung durch die Vo- rinstanzen, auf welche - soweit erforderlich - im Zusamm enhang mit dem Begehren um Privat- schulung einzugehen ist. 3. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gem äss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen - abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen - untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO). 4.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, dass der Schulpsychologische Dienst von einer Beschulung im Niveau A der öffentlichen Sekundarschule abgeraten habe und B.____ in diesem Niveau als unterfordert ansehe. Dem Re gierungsrat stehe es nicht zu, das Resultat der Abklärungen des Schulpsychologischen Dienstes nach unten zu korrigieren. Im Weiteren sei anhand der Noten des letzten verfügbaren Zeugnisses (4. Klasse) und der Bewer- tung durch den Klassenlehrer nachgewiesen, dass B.____ ü ber das intellektuelle Potential für das Niveau E verfüge. Ein Übertritt von B.____ in das Niveau E der öffentlichen Sekundarschu- le sei jedoch gemäss Angaben des Amts für Volksschulen nicht möglich. In dieser Situation sei der Staat zur Übernahme der Kosten der Privatschule verp flichtet, zumal die Angebote der Speziellen Förderung an der Volksschule vollständig ausgeschöpft worden seien. 4.2 Der Regierungsrat führt im Wesentlichen aus, dass e in Förderangebot an einer Privat- schule erst nach dem vollständigen Ausschöpfen aller an der öffentlichen Schule vorhandenen Angebote erfolgen könne. Im vorliegenden Fall könne für B.____ im Niveau A der öffentlichen Sekundarschule im Rahmen der integrativen Schulungsf orm eine Anpassung der Lern- und Leistungsanforderungen erfolgen und hinsichtlich seiner sp rachlichen Begabung könne ein Be- gabungsförderungsangebot organisiert werden. Diese in dividuellen schulischen Unterstüt- zungsmassnahmen könnten allenfalls durch eine Beratung de s Therapie- und Schulzentrums Münchenstein ergänzt werden. Damit sei an der öffentl ichen Sekundarschule eine Schulungs- möglichkeit für B.____ gegeben und ein Wechsel an ein e Privatschule unter dem Titel der Spe- ziellen Förderung sei nicht erforderlich. Was die Nivea uzuteilung in der öffentlichen Sekundar- schule anbelange, so sei festzustellen, dass alleine die T eilhochbegabung von B.____ im sprachlichen Bereich eine Zuteilung in das Niveau E nicht rechtfertigen könne. Es lägen zu viele mässige und ungenügende Leistungen vor und eine Lernzie lbefreiung und -anpassung könne im Niveau E nicht bzw. nicht im notwendigen Umfang erfolgen. 5.1 Gemäss Art. 19 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 ist der Anspruch auf ausreichenden und unentgeltlichen Grundschulunter- richt gewährleistet. Nach Art. 62 Abs. 1 und 2 BV sorge n die für das Schulwesen zuständigen Kantone für einen ausreichenden, allen Kindern offenst ehenden und an öffentlichen Schulen unentgeltlichen obligatorischen Grundschulunterricht. Die Anforderungen, die Art. 19 BV an den obligatorischen Grundschulunterricht stellt ("ausreichend "), belassen den Kantonen einen er- heblichen Gestaltungsspielraum. Die Ausbildung muss aber auf jeden Fall für den Einzelnen angemessen und geeignet sein und genügen, um die Sch üler angemessen auf ein selbstver- antwortliches Leben im modernen Alltag vorzubereiten. Damit ergibt sich aus Art. 19 BV ein Anspruch auf eine den individuellen Fähigkeiten des Ki ndes und seiner Persönlichkeitsentwick- lung entsprechende unentgeltliche Grundschulausbildung an einer öffentlichen Schule. Der An- spruch wird verletzt, wenn die Ausbildung des Kindes in einem Masse eingeschränkt wird, dass die Chancengleichheit nicht mehr gewahrt ist bzw. wenn es Lehrinhalte nicht vermittelt erhält, die in der hiesigen Wertordnung als unverzichtbar gelte n (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.216/2002 vom 5. Februar 2003 E. 4.2 mit Hinweisen ; BGE 129 I 35 E. 7.3). Der sich aus Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 19 BV ergebende Anspruch umfasst lediglich ein a ngemessenes, erfahrungsgemäss aus- reichendes Bildungsangebot an öffentlichen Schulen. Ein Mehr an individueller Betreuung, das theoretisch möglich wäre, kann mit Rücksicht auf das staat liche Leistungsvermögen nicht ge- fordert werden. Der verfassungsmässige Anspruch auf unen tgeltlichen Grundschulunterricht ist somit nicht gleichbedeutend mit dem Anspruch auf die op timale bzw. geeignetste Schulung ei- nes Kindes (vgl. BGE 138 I 162 E. 3.2; BGE 129 I 12 E. 6.4 jeweils mit Hinweisen). 5.2 In Konkretisierung des Anspruchs gemäss Art. 19 BV reg elt § 4 Abs. 1 BiG, dass jedes Kind bis zum Abschluss der Sekundarstufe II Anspruch auf ei ne seinen Fähigkeiten entspre- chende Bildung hat. Das Bildungsgesetz sieht unter andere m ein Angebot der "Speziellen För- derung" vor, welches Schülerinnen und Schülern mit einer speziellen Begabung, einer Lernbe- einträchtigung oder einem Lernrückstand hilft, ihre Fähigkeiten soweit als möglich innerhalb der öffentlichen Schulen zu entwickeln (§ 43 BiG). Gemäss § 44 Abs. 1 BiG umfasst die Spezielle Förderung an der Volksschule die Einführungsklasse (lit. a), die Kleinklasse oder an ihrer Stelle die integrative Schulungsform für Schülerinnen und S chüler mit speziellen schulischen und so- zialen Lernbedürfnissen (lit. b), den Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler mit besonde- ren Bedürfnissen im schriftsprachlichen und mathematische n Bereich sowie in der Sprachent- wicklung und Kommunikation (lit. c), die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit einer besonderen kognitiven, musischen oder sportlichen Leist ungsfähigkeit (lit. d) sowie den Unter- richt in Deutsch als Zweitsprache (lit. e). Im Weiteren kann die Bildungs-, Kultur- und Sportdirek- tion gemäss § 46 Abs. 1 BiG ein Angebot der Speziellen Förderung einer Privatschule übertra- gen, wobei Massnahmen der Speziellen Förderung innerhalb der öffentlichen Schulen des Kan- tons und der Einwohnergemeinden Vorrang haben. 5.3 In Bezug auf das Verfahren regelt § 45 Abs. 1 und 2 BiG, dass die Aufnahme einer Speziellen Förderung im Sinne von § 44 Abs. 1 lit. a bis d BiG eine vorherige Abklärung durch eine vom Kanton bestimmte Fachstelle voraussetzt, welche im Einverständnis mit den Erzie- hungsberechtigten bzw. den volljährigen Schülerinnen un d Schülern zu erfolgen hat. Über die Aufnahme einer Speziellen Förderung an der Volksschule e ntscheidet die Schulleitung im Ein- verständnis mit den Erziehungsberechtigten (§ 45 Abs. 3 B iG). Die Bewilligung zur Aufnahme einer Speziellen Förderung an einer Privatschule wird durch die Bildungs-, Kultur- und Sportdi- rektion auf Antrag einer vom Kanton bestimmten Fachstel le erteilt (§ 46 Abs. 2 BiG). Als Fach- stellen für die Durchführung von Abklärungen im Rahmen der Speziellen Förderung bezeichnet § 14 Abs. 1 der Verordnung für die Sekundarschule (Vo S ek) vom 13. Mai 2003 den Schulpsy- chologischen Dienst (lit. a), den Kinder- und Jugendpsych iatrischen Dienst (lit. b) sowie die Lo- gopädischen Dienste im Kanton (lit. c). 5.4 Gemäss der vorstehend dargelegten Ordnung kann die unentgeltliche Inanspruchnah- me eines Förderangebotes einer Privatschule lediglich subsi diär, d.h. erst nach dem vollständi- gen Ausschöpfen aller an der öffentlichen Schule vorhan denen Angebote erfolgen. Ein An- spruch auf Privatschulung besteht somit nur, wenn in de r öffentlichen Schule keine den indivi- duellen Fähigkeiten des Kindes und seiner Persönlichkeitse ntwicklung entsprechenden Förder- angebote bestehen (vgl. Urteil des Kantonsgerichts, Abtei lung Verfassungs- und Verwaltungs- recht [KGEVV], vom 23. März 2005 [810 04 98] E. 2c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.1 Im Bericht des Schulpsychologischen Dienstes vom 18. D ezember 2012 wird festge- halten, dass sich bei B.____ das Leistungsprofil eines Jun gen mit einer Teilhochbegabung im sprachlichen Bereich und einem Defizit im Bereich Verarbeitungsgeschwindigkeit / Visuomotorik gezeigt habe. Beim Übertritt in die Sekundarschule b enötige B.____ wohlwollende Begleitung und Unterstützung im Umgang mit seinen Stärken und Sc hwächen durch Klassen- und Fach- lehrpersonen, Anpassungen von Zeitlimiten in Prüfungen , Unterstützung in der Selbstorganisa- tion, Lernzielbefreiungen und -anpassungen in mehreren Bereichen, die teilweise Bereitstellung von speziellen Arbeitsblättern und -materialien sowie B egabungsförderung im sprachlichen Be- reich. Ob die öffentliche Sekundarschule B.____ ein Ang ebot machen könne, das seinen Be- dürfnissen entspreche, werde im Rahmen eines Fachkonvents erörtert werden. Sollte dies nicht der Fall sein, so empfehle man die Beschulung in der Pr ivatschule E.____, was aus schulpsy- chologischer Sicht priorisiert werde. 6.2 Zur Frage des Übertritts von B.____ in die Sekunda rschule wurde am 31. Januar 2013 ein Fachkonvent durchgeführt, an welchem Vertreterinnen und Vertreter der Schulleitungen der Primar- und Sekundarschule, des Amts für Volksschulen und d es Schulpsychologischen Diens- tes sowie der Klassenlehrer von B.____ teilnahmen. Im e ntsprechenden Protokoll vom 2. Feb- ruar 2013 wird stichwortartig festgehalten, dass die Elt ern, der Schulpsychologische Dienst und der Klassenlehrer B.____ in der Privatschule E.____ im Niveau E sehen. Es wird diesbezüglich auf die Hochbegabung von B.____ in sprachlicher Hinsicht und die mässigen Leistungen in Ma- thematik sowie die Tatsache, dass einige Fächer in der Primarschule lernzielbefreit waren, ver- wiesen. Die Schulleitung der Primarschule erachtet gem äss Protokoll einen Wechsel in eine Privatschule für fragwürdig, da die Eltern bis anhin keine Angebote der Speziellen Förderung an der Volksschule genutzt hätten. Nach Ansicht der Schulleit ung der Sekundarschule kann B.____ in der Sekundarschule kein Angebot im Niveau E gemacht werden. Da zu viele mässige und ungenügende Leistungen vorliegen würden, sei das Niveau A angezeigt. 6.3 In den Akten befindet sich im Weiteren eine Stellu ngnahme der Schulleitung der Se- kundarschule F.____ vom 31. Januar 2013 zur Frage der S peziellen Förderung von B.____ an einer Privatschule. Darin wird festgehalten, dass man de n vielfältigen Ansprüchen von B.____ im Niveau E der Regelschule nicht gerecht werden könne. Im Gespräch mit der Schulpsycholo- gin und dem Klassenlehrer habe man den Eindruck gewonn en, dass es sich bei B.____ um einen speziellen Jungen mit speziellen Bedürfnissen hand le. Wer ihn persönlich kenne, lehne eine Einteilung in das Niveau A ab, weil es einfach nich t passe. Auch wenn aufgrund der Vor- geschichte die Indikation für eine Privatbeschulung nicht gegeben sei, sollte dieser Einschät- zung Beachtung geschenkt werden. Aktenkundig ist sodann ei n Schreiben der zuständigen Psychologin des Schulpsychologischen Dienstes vom 5. April 2013 , in welchem diese festhält, dass sie am Fachkonvent vom 31. Januar 2013 von einer schul ischen Lösung im Niveau A ab- geraten habe. Sie habe deutlich formuliert, dass sie e ine Beschulung von B.____ in der öffentli- chen Sekundarschule im Niveau E im Rahmen der integrat iven Schulungsform, mit den in der Empfehlung genannten Massnahmen, als indiziert erachte. Auch der Klassenlehrer habe einen Übertritt in das Niveau E der Sekundarschule empfohlen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Vorab ist festzustellen, dass der Schulpsychologische Di enst in seinem Bericht vom 18. Dezember 2012 zwar den bei B.____ vorhandenen Beda rf an Fördermassnahmen aufzeigt, sich jedoch nicht zur Frage äussert, ob diesem Bedarf im Rahmen der Volksschule Rechnung getragen werden kann. Gemäss Protokoll des Fachkonvents hat sich der Schulpsychologische Dienst für eine Beschulung von B.____ im Niveau E der Privatschule E.____ ausgesprochen. Demgegenüber äussert sich die zuständige Schulpsychologin mit Schreiben vom 5. April 2013 dahingehend, dass sie am Fachkonvent eine Beschulung von B. ____ in der öffentlichen Se- kundarschule im Niveau E mit integrativer Schulungsform empfohlen habe. Ob damit im vorlie- genden Fall ein hinreichender Antrag der zuständigen Fachstelle auf Spezielle Förderung von B.____ im Rahmen einer Privatschulung vorliegt, erschei nt unklar. Die Frage kann letztlich of- fen gelassen werden, zumal die Vorinstanzen eine Speziell e Förderung im Sinne von § 46 BiG im vorliegenden Fall zu Recht ablehnten. 7.2 Unbestritten ist, dass der Sohn des Beschwerdeführers aufgrund seiner Defizite im Bereich Verarbeitungsgeschwindigkeit / Visuomotorik in schulischer Hinsicht der besonderen Unterstützung bedarf. Die Vorinstanzen stellen sich auf d en Standpunkt, dass diesen Defiziten in der öffentlichen Sekundarschule im Niveau A angemessen begegnet werden kann. Sie ver- weisen dabei in erster Linie auf das Angebot der integ rativen Schulungsform. Diesbezüglich regelt § 17 Vo Sek, dass Schülerinnen und Schüler im R ahmen der integrativen Schulungsform heilpädagogisch gefördert werden, wobei dafür bei 1 oder 2 geförderten Schülerinnen und Schülern in einer Klasse 4 Lektionen zur Verfügung steh en (lit. a) und für jedes weitere geför- derte Schulkind in einer Klasse 2 Lektionen (lit. b). Der Wegleitung des Amts für Volksschulen "Integrative Förderung (IF) durch Heilpädagogik, Sozi alpädagogik oder Assistenz" (Stand: Ja- nuar 2013) kann entnommen werden, dass in der Regelschu le ein heilpädagogisches Angebot besteht, welches den Förderbedarf sowie die Stärken der Kinder erfasst und welches darauf abgestützt Förderpläne entwickelt sowie umsetzt. Im Wei teren ist festzustellen, dass die im Rahmen der integrativen Schulungsform angebotenen Un terstützungsmassnahmen gegebe- nenfalls durch eine Beratung des Therapie- und Schulzen trums Münchenstein in Bezug auf Lern-, Unterrichts- und Hilfsmaterialien im Bereich der visuomotorischen Wahrnehmungsstö- rungen ergänzt werden können. Wenn die Vorinstanzen im Hinblick auf dieses heilpädagogi- sche Angebot davon ausgegangen sind, dass den Schwächen von B.____ im Rahmen der in- tegrativen Schulungsform angemessen Rechnung getragen we rden kann, so ist dies nicht zu beanstanden. Der Beschwerdeführer legt jedenfalls nicht substantiiert dar, inwiefern das ent- sprechende Angebot der öffentlichen Sekundarschule von v ornherein ungeeignet sein soll. Die an der Volksschule zur Verfügung stehenden Massnahmen der Speziellen Förderung sind je- doch vorgängig auszuschöpfen, bevor eine Spezielle För derung im Rahmen einer Privatschu- lung in Betracht gezogen werden kann. 7.3 Was die mit dem angefochtenen Entscheid verbunden e Zuweisung von B.____ in das Niveau A der öffentlichen Sekundarschule anbelangt, so hält der Regierungsrat zutreffend fest, dass die bei B.____ indizierten Lernzielbefreiungen un d -anpassungen im Hinblick auf die Re- gelung von § 55 Abs. 3 der Verordnung über die Beurte ilung, Beförderung, Zeugnis und Über- tritt (Vo BBZ) vom 9. November 2004 einzig im Anforde rungsniveau A der öffentlichen Sekun- darschule vorgesehen sind. Mit den Vorinstanzen ist sodann festzuhalten, dass die vom Schul- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht psychologischen Dienst im Rahmen des HAWIK-IV-Tests festgestel lte Teilhochbegabung im sprachlichen Bereich nicht korrespondiert mit entsprechen den Leistungen von B.____, welche über das Zeugnis für die Fächer Deutsch und Französisch a usgewiesen sind. Auch die Eltern von B.____ führen aus, dass die sprachliche Hochbegabung vo n B.____ zwar im Test festge- stellt werden konnte, sich jedoch nicht in den schulischen Le istungen von B.____ niederschla- ge. Der Schluss der Vorinstanzen, wonach die Leistungsstä rke von B.____ im Sprachbereich zu wenig ausgeprägt sei, um damit das fehlende Leistun gsniveau kompensatorisch auszuglei- chen und die Lernanforderungen im Niveau E zu erfülle n, erscheint vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Dem Schulpsychologischen Dienst ist sodann zwar insofern beizupflichten, als die Zuweisung in das Niveau A angesichts der Teilhochbeg abung von B.____ im sprachlichen Bereich zu einer gewissen Unterforderung führen könnte. Dass damit eine angemessene Be- schulung von B.____ in der Volksschule nicht mehr gewährl eistet wäre, lässt sich jedoch nicht sagen. Den Stärken von B.____ kann einerseits mit der in § 21 Vo Sek vorgesehenen Förde- rung besonderer kognitiver Leistungsfähigkeit - welche auch die vom Schulpsychologischen Dienst empfohlene Begabungsförderung im sprachlichen Bereich umfasst - Rechnung getragen werden. Anderseits weisen die Vorinstanzen ausdrücklich d arauf hin, dass die Zuweisung von B.____ in das Niveau A unter dem Vorbehalt eines gemä ss § 38 Vo BBZ jeweils zu Beginn des Semesters möglichen Wechsels des Anforderungsniveaus im Fal l eines Lernerfolgs bzw. einer Leistungssteigerung von B.____ steht. Sinn und Zweck des angebotenen Unterstützungs- und Fördersettings ist es denn auch, das bei B.____ vorhande ne Potential in eine möglichst gute schulische Leistung umzusetzen. 7.4 Nach dem Gesagten kann im vorliegenden Fall in der öffentlichen Sekundarschule eine den persönlichen Bedürfnissen von B.____ möglichst angepass te Beschulung im Rahmen der staatlichen Möglichkeiten erfolgen. Es bestand demnach keine Notwendigkeit, noch vor Aus- schöpfung des Angebots der Volksschule eine Privatschulung in Anspruch zu nehmen. Dass die aktuelle Beschulung in der Privatschule D.____ alle nfalls eine bessere Lösung für B.____ darstellt, ändert daran nichts. Der Bildungsanspruch an der Volksschule erstreckt sich nicht auf die bestmögliche, sondern auf eine adäquate Beschulung des Kindes. Die Vorinstanzen beweg- ten sich gestützt darauf im Rahmen des ihnen zustehenden Ermessens, wenn sie im vorliegen- den Fall von einer Speziellen Förderung an einer Pri vatschule gemäss § 46 BiG abgesehen haben. Die Voraussetzungen für eine Übernahme der Pr ivatschulkosten sind damit nicht gege- ben, was zur Abweisung der Beschwerde führt, soweit darauf einzutreten ist. 8. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kant onsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Da- von kann in begründeten Fällen gestützt auf das Verursa cherprinzip abgewichen werden (vgl. KGEVV vom 22. Oktober 2008 [810 07 422] E. 7.2.2). Vorliegend ist angesichts der verfahrens- rechtlichen Unklarheiten in Bezug auf den Übertritt in die Sekundarschule und die Niveauzutei- lung von B.____ - ungeachtet der Tatsache, dass darauf im vorliegenden Verfahren nicht mehr einzugehen brauchte - von der Erhebung von Verfahrensko sten abzusehen. Die Parteikosten sind gestützt auf § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.- - wird dem Beschwerdeführer zurückgezahlt. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber Gegen diesen Entscheid wurde am 11. März 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_249/2014) erhoben.