<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00144</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206153&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00144</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 14.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Ãbriges Verwaltungsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Bestattungswesen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bestattung des Vaters im bestehenden Familiengrab (Wunsch des Sohnes) oder im neuen Familiengrab (Wunsch der Tochter)?<br/><br/>Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts (E.1). Die Parteien sind sich einig, dass eine Erdbestattung durchgeführt werden soll. Sie sind sich nur in der Frage uneinig, in welchem Familiengrab der Verstorbene bestattet werden soll (E.2). Die §§ 21 und 23 der kantonalen Verordnung über die Bestattungen regeln nur die Frage, ob eine Erdbestattung oder eine Feuerbestattung durchzuführen ist. Hingegen fällt die Frage des Bestattungsorts in die Kompetenz der Gemeinde (E.3). Dadurch dass der Verstorbene im März 2003 beim Tod seiner Ehefrau ein Familiengrab mietete und seine Ehegattin in diesem Familiengrab bestatten liess, brachte er seinen Willen zum Ausdruck, dass auch er in diesem Familiengrab bestattet sein möchte. Der Umstand, dass durch die Bestattung im bestehenden Familiengrab die Bepflanzung und Grabgestaltung beeinträchtigt würde, reicht nicht aus, den bekundeten Willen des Verstorbenen zu missachten (E.4). Gutheissung der Beschwerde (E.6).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESTATTUNG">BESTATTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BESTATTUNGSORT">BESTATTUNGSORT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FRIEDHOF">FRIEDHOF</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT">ÃBRIGES BESONDERES VERWALTUNGSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WILLENSERKLÃRUNG">WILLENSERKLÃRUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 21 BestattV</span><br/><span class="ungerade">§ 23 BestattV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><span>D, wohnhaft gewesen in X, starb</span><span> </span><span>im Mai</span><span> 2005. Am 30. Mai 2005 vereinbarte dessen Tochter C mit dem Bestattungs- und Friedhofsamt der Gemeinde X die Erdbestattung auf den 7. Juni 2005. Dabei liess sie offen, ob die Bestattung im bestehenden Familiengrab Nr. 01 im Friedhof L, in welchem die 2003 verstorbene Ehefrau von D beigesetzt worden war, oder in einem neuen Familiengrab erfolgen solle. Am 2. Juni 2005 teilte sie dem Bestattungsamt mit, dass sie sich nach RÃ¼cksprache mit dem FriedhofsgÃ¤rtner fÃ¼r die ErÃ¶ffnung eines neuen Familiengrabes entschieden habe, in welchem der Verstorbene zu bestatten sei. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 3. Juni 2005 meldete sich der Sohn A auf dem Bestattungsamt. Er teilte mit, dass er auf Umwegen vom Tode seines Vaters erfahren habe, erkundigte sich nach den Einzelheiten der Bestattung und erklÃ¤rte, dass er mit der Bestattung seines Vaters in einem neuen Familiengrab nicht einverstanden sei. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mangels Einigung der Geschwister C und A ordnete das Be­stattungsamt die Beerdigung nach RÃ¼cksprache mit dem zustÃ¤ndigen Bezirksarzt auf den 10. Juni 2005 im neu zu errichtenden Familiengrab an, wie dies von C be­antragt worden war. Die VerfÃ¼gung und deren BeweggrÃ¼nde wurde den AngehÃ¶rigen am 7. Juni 2005 mÃ¼ndlich mitgeteilt, die schriftliche BegrÃ¼ndung wurde am 8. Juni an A versandt und C persÃ¶nlich Ã¼bergeben. </span><span>Am 10. J</span><span>uni 2005 wurde D im neu errichteten Familiengrab Nr. 02 im Friedhof L bestattet. </span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen die Anordnung des Bestattungs- und Friedhofamts X vom 7. Juni 2005 liess A Rekurs beim Bezirksrat erheben mit dem Antrag, den Verstorbenen auf dem Friedhof L im Familiengrab Nr. 01 zu bestatten. Mangels ZustÃ¤ndigkeit Ã¼berwies der Bezirksrat die Akten an den Gemeinderat X. Mit Beschluss vom 14. September 2005 wies der Gemeinderat X die Einsprache von A ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Der von A gegen den Entscheid des Gemeinderats X vom 14. September 2005 erhobene Rekurs wurde vom Bezirksrat Y am 8. Februar 2006 abgewie­sen. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>IV. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 22. MÃ¤rz 2006 liess A dem Verwaltungsgericht bean­tragen, den Beschluss des Bezirksrats Y vom 8. Februar 2006 aufzuheben und den Verstorbenen D in X auf dem Friedhof L im Familiengrab Nr. 01 zu bestatten. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Bezirksrat verzichtete am 4. April 2006 unter Hinweis auf die BegrÃ¼ndung seines Ent­scheids auf Vernehmlassung. Mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2006 beantragte der Gemeinderat X, die Beschwerde abzuweisen. Mit Beschwerdeantwort vom 28. April 2006 beantragte C unter Hinweis auf ihre Eingaben an den Bezirksrat vom 2. Juli und 2. Dezember 2005, die Beschwerde abzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Da auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der Gemeinderat X begrÃ¼ndete seinen Einspracheentscheid vom 14. September 2005 im Wesentlichen wie folgt: FÃ¼r die Art der Bestattung sei in erster Linie der Wunsch des Verstorbenen massgebend, mangels eines solchen gelte derjenige eines AngehÃ¶rigen. Liege keine WillenserklÃ¤rung vor, weder des Verstorbenen noch eines AngehÃ¶rigen, bestimme die Gemeinde die Bestat­tungsart (§§ 21 und 23 der Verordnung Ã¼ber die Bestattungen vom 7. MÃ¤rz 1963, BestattV, LS 818.61). Ein ausdrÃ¼cklicher Bestattungswunsch des Verstorbenen habe im vorliegenden Fall nicht vorgelegen. Ein sol­cher werde auch vom Sohn des Verstorbenen nicht geltend gemacht, der den Wunsch des Verstorbenen lediglich aus dem Umstand ableite, dass dieser vor zwei Jahren beim Tod seiner Ehefrau ein Familiengrab erÃ¶ffnet hatte. Die Unterschrift des Verstorbenen auf dem Mietvertrag kÃ¶nne nicht zwingend als Wille, ebenfalls in diesem Grabe bestattet zu wer­den, verstanden werden, sondern kÃ¶nne lediglich als zu jenem Zeitpunkt abgegebenes Ein­verstÃ¤ndnis aufgefasst werden, die Ehefrau in einem Familiengrab zu bestatten. Angesichts des Umstandes, dass dem Bestattungsamt ein klar geÃ¤usserter Wunsch einer AngehÃ¶rigen vorgelegen habe, habe das Bestattungsamt zu Recht den Wunsch der AngehÃ¶rigen respek­tiert und nicht auf einen mutmasslichen Willen des Verstorbenen abgestellt, der sich allein aus der Unterschrift auf dem Mietvertrag hÃ¤tte ableiten lassen. Das in Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV) gewÃ¤hrleistete Recht eines AngehÃ¶rigen, Ã¼ber den Leichnam eines Verstorbenen zu bestimmen, werde vom Bundesgericht mit der emotionalen Verbundenheit, der seelisch-geistigen Beziehung eines AngehÃ¶rigen zum Verstorbenen begrÃ¼ndet (BGE 129 I 173; 101 II 177). Angesichts der Tatsache, dass zwei gegensÃ¤tzliche, jedoch grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssige WÃ¼n­sche von AngehÃ¶rigen vorgelegen hÃ¤tten und eine Einigung nicht habe erreicht wer­den kÃ¶nnen, habe das Bestattungsamt zu Recht den Wunsch von C als der­jeni­gen AngehÃ¶rigen mit der engeren, in den ErwÃ¤gungen nÃ¤her dargelegten Beziehung zum Verstorbenen respektiert. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Bezirksrat Y schÃ¼tzte diesen Einspracheentscheid im Wesentlichen aus folgenden ErwÃ¤gungen: Nach Ziffer 7 des Mietvertrags der Gemeinde X Ã¼ber das Familiengrab stehe das BenÃ¼tzungsrecht dem Mieter, seinen AngehÃ¶rigen und Verwandten zu. Von den beiden bei den Akten befindlichen Vertragsexemplaren Ã¼ber das Grab Nr. 01 sei das eine undatiert und auf die <span>2003 verstorbene E </span>â also der Mutter von A und C â ausgestellt fÃ¼r die Mietdauer vom 19. MÃ¤rz 2003 bis 18. MÃ¤rz 2053. Das andere sei datiert vom 9. Mai 2003, fÃ¼r die gleiche Mietdauer ausgestellt und ebenfalls von D unterzeichnet, der tatsÃ¤chlich auch der Mieter gewesen sei, da der Vertrag nach dem Tod seiner Gattin unterzeichnet worden sei. Der Vertrag sei mit einer Korrektur des Friedhofvorstehers vom 14. Februar 2005 ergÃ¤nzt worden, wonach an die Stelle von E als Mieterin C getreten sei, weil die Rechnung fÃ¼r das Grab und die Grabbepflanzungen stets an die Tochter C zugestellt worden seien. ‑ Sei C nicht alleinige Mieterin des Familiengrabs Nr. 01 (was offen bleiben kÃ¶nne), so sei jedenfalls das Mietrecht durch den Tod des Vaters gemeinsam auf die beiden Nachkommen A und C Ã¼bergegangen (Art. 21 der Friedhof- und Bestattungsverordnung der Gemeinde X vom 10. April 1972, FriedhofV). Somit bedÃ¼rfe es fÃ¼r die AusÃ¼bung des BenÃ¼tzungsrechts des Familiengrabs durch die Erbengemeinschaft eines einstimmigen Beschlusses, analog zu den Bestimmungen Ã¼ber das Gesamteigentum bzw. der einfachen Gesellschaft (Art. 652 des Zivilgesetzbuches, ZGB). Da C und A sich Ã¼ber das BenÃ¼tzungsrecht am Familiengrab Nr. 01 nicht einig seien, komme eine Umbettung des Vaters in dieses Grab unter mietrechtlichen und gesellschaftsrechtlichen Aspekten nicht infrage. ‑ Angesichts der Uneinigkeit der massgebenden AngehÃ¶rigen habe sich das Bestattungs- und Friedhofsamt vom Grundsatz leiten lassen dÃ¼rfen, dass die Anordnung derjenigen Person mit der engeren geistig-seelischen Beziehung zum Verstorbenen massgebend sei. Aufgrund der dieser Verwaltungsstelle bekannten tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse habe diese ohne WillkÃ¼r auf eine engere Verbundenheit von C zu ihrem Vater schliessen dÃ¼rfen. Durch die Bestattung seines Vaters im neuen Familiengrab Nr. 02 werde die TotenfÃ¼rsorge von A, der zwar bei der Gestaltung dieses von der Schwester gemieteten Grabes nicht mitwirken kÃ¶nne, nicht wesentlich eingeschrÃ¤nkt.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Parteien sind sich einig darÃ¼ber, dass ihr im Mai 2005 verstorbener Vater D auf dem Friedhof L seine letzte Ruhe finden sollte, und zwar mit Erdbestattung. Vorliegend geht es einzig um die Frage, ob D im am 19. MÃ¤rz 2003 gemieteten Familiengrab Nr. 01 oder im von der privaten Beschwerdegegnerin gemieteten Familiengrab Nr. 02 bestattet sein soll. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Der Gemeinderat X geht zu Recht davon aus, dass in erster Linie auf den Willen des Verstorbenen abzustellen ist. Er leitet dies jedoch zu Unrecht, von den §§ 21 und 23 BestattV ab. Diese Bestimmungen betreffen nÃ¤mlich einzig die Frage, ob eine Erdbestattung oder eine Feuer­bestattung durchzufÃ¼hren ist. Welche Art von GrabstÃ¤tte der Verstorbene ge­wÃ¼nscht hat, ist jedoch nicht eine Frage von §§ 21 ff. BestattV, sondern betrifft die in die Kompe­tenz der Gemeinde fallenden, durch die kommunale FriedhofV geregelten, rÃ¤umlichen und gestalterischen Be­lange des Friedhofs. Wenn der Gemeinderat sich darauf beruft, dass nach Auskunft der um Rat gefragten Gesundheitsdirektion die Un­terzeichnung des Mietvertrags fÃ¼r ein Familiengrab nicht als ausdrÃ¼ckliche WillenserklÃ¤­rung zu Gunsten der einen oder andern Bestattungsart gelte, so betraf dies nicht die vorliegend zu beurteilende Frage der GrabstÃ¤tte. Ob ein â in die Auslegungskompetenz der BehÃ¶rde fallender â ausdrÃ¼cklicher Bestattungswunsch des Verstorbenen im Sinn von §§ 21 und 23 BestattV vorlag, stand im vorliegenden Fall, da Einigkeit Ã¼ber die Erdbestattung herrschte, gar nicht zur Diskussion.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die FriedhofV verlangt fÃ¼r die Wahl der GrabstÃ¤tte, sofern nicht ohnehin durch die Belegungsvorschriften vorgegeben, keine besondere ausdrÃ¼ckliche WillenserklÃ¤rung des Verstorbenen, die zusÃ¤tzlich bzw. unabhÃ¤n­gig vom Abschluss des in Art. 21 ff. der FriedhofV vorgesehenen Mietvertrags erforder­lich wÃ¤re. Das ist auch einleuchtend, wird doch mit der Miete eines Familiengrabs, dessen Sinn und Zweck die gemeinsame Bestattung der Familienmitglieder ist, der Wille kund­getan, dass man als Mitglied dieser Familie in diesem Grab begraben sein mÃ¶chte. </p> <p class="Urteilstext"><span>Weshalb die Tatsache, dass D am 19. MÃ¤rz 2003 beim Tod seiner Ehe­gattin ein Familiengrab mietete und seine Ehegattin in diesem Familiengrab bestatten liess, nicht als Ausdruck seines Willens, ebenfalls in diesem Familiengrab neben seiner Ehegat­tin seine letzte Ruhe zu finden, gelten soll, ist nicht nachvollziehbar. Vielmehr mietete D beim Tod seiner Ehefrau das Familiengrab gerade deshalb, weil es sein Wunsch war, dereinst im gleichen Grab neben seiner Ehegattin begraben zu sein. Dass in den zwei Jahren bis zu sei­nem Tod im Mai 2005 UmstÃ¤nde eingetreten wÃ¤ren, die auf einen Widerruf seines Bestat­tungswunsches hÃ¤tten schliessen lassen, wird von keiner Seite geltend gemacht. Die private Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndete die Bestattung ihres Vaters in dem von ihr neu gemieteten Familiengrab Nr. 02 einzig damit, dass mit der Bestattung im Fa­miliengrab Nr. 01 die bestehende Bepflanzung und Grabgestaltung beeintrÃ¤chtigt worden wÃ¤re. Der bei einem Familiengrab unvermeidliche Eingriff in die Grabgestaltung und -be­pflanzung bei der Bestattung eines weiteren Familienmitglieds durfte fÃ¼r das Bestat­tungsamt jedoch kein Anlass sein, den mit der Miete des Familiengrabs beim zwei Jahre zuvor erfolgten Tod seiner Ehefrau bekundeten Willen des Verstorbenen selber auch in diesem Grab zu ruhen, nicht zu beachten.</span></p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen, welche der Gemeinderat X und auch der Bezirksrat in diesem Zu­sammenhang unter Hinweis auf BGE 129 I 173 und BGE 101 II 177 angestellt haben, sind nicht zutreffend. In BGE 101 II 177 ging es um den postmortalen Schutz der PersÃ¶nlichkeit des Verstorbenen durch die AngehÃ¶rigen im Fall der Organentnahme. BGE 129 I 173 betraf eine Auseinandersetzung unter den AngehÃ¶rigen Ã¼ber den Bestattungsort Meilen oder Rom, mit der Folge einer empfindlichen BeschrÃ¤nkung der TotenfÃ¼rsorge fÃ¼r die eine oder andere Partei. Um einen derartigen Eingriff in die PersÃ¶nlichkeitsrechte der AngehÃ¶rigen geht es vorlie­gend nicht. Vorliegend ging es der privaten Beschwerdegegnerin bei der Miete eines neuen Familiengrabs fÃ¼r den Vater wie erwÃ¤hnt darum, dass die Gestaltung und Bepflanzung des Familiengrabs Nr. 01 durch die Bestattung des Vaters nicht beeintrÃ¤chtigt werde. Bei dieser Sachlage, ist dem Standpunkt des BeschwerdefÃ¼hrers zu folgen, der sich fÃ¼r die Durchsetzung des Bestattungswunsches seines Vaters einsetzte, wie Letzterer dies mit der Miete des Familiengrabs Nr. 01 am 19. MÃ¤rz 2003 zum Ausdruck gebracht hatte.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b>Wenn der Bezirksrat zur UnterstÃ¼tzung des Entscheids des Gemeinderats X noch die Bestimmungen Ã¼ber den Mietvertrag und das Gesamteigentum heranzieht, so ist das jedenfalls im vorliegenden Fall verfehlt. Da die Bestattung des Mieters eines Familiengrabs ja immer nach dessen Tod und damit nach dem Ãbergang des Mietvertrags auf seine An­gehÃ¶ri­gen erfolgt, kÃ¶nnte mit der BegrÃ¼ndung, dass die Mieter des Grabs Ã¼ber dessen BenÃ¼tzung â gemeinsam â entscheiden, der Wille des Verstorbenen, der das Familiengrab gemietet hatte, immer missachtet werden. Es entspricht nicht dem Sinn der dargelegten Regelung, dass eine Uneinigkeit unter den Nachkom­men zur Folge haben kann, dass der Verstorbene nicht nach seinem Wunsch neben seiner vorver­storbenen Gattin in dem von ihm zu diesem Zweck gemieteten Familiengrab bestat­tet wird. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. Die vorinstanzlichen Entscheide werden â auch soweit dem BeschwerdefÃ¼hrer die Kosten des Einsprache- und des Rekursverfahrens auferlegt wurden â aufgehoben. Demzufolge ist der Gemeinderat X anzu­halten, die Umbettung des im Mai 2005 verstorbenen D in das Fa­miliengrab Nr. 01 zu veranlassen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind sowohl die Kosten dieses Verfahrens als auch des Rekursverfahrens der unterliegenden Beschwerdegegnerschaft je zur HÃ¤lfte aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Da es in erster Linie die Beschwerdegegnerin 2 war, welche die Bestattung ihres Vaters im neuen Familiengrab Nr. 02 veranlasste, rechtfertigt es sich, diese allein zu einer ParteientschÃ¤digung an den obsiegenden BeschwerdefÃ¼hrer zu verpflichten. FÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren erweist sich ein Betrag von Fr. 1'500.- als angemessen. </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die BeschlÃ¼sse des Bezirksrats Y vom 8. Februar 2006 und des Gemeinderats X vom 14. September 2005 werden aufgehoben. Der Gemeinderat X wird angehalten, den im Mai 2005 verstorbenen D in das Familiengrab Nr. 01 umzubetten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Kosten des Rekursverfahrens werden der Beschwerdegegnerschaft je zur HÃ¤lfte auferlegt. </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf:<br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerschaft je zur HÃ¤lfte auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin 2 wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids. </span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>