Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. Oktober 2017 (810 17 190) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Besuchsregelung, Erteilung von Weisungen Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Ka ntonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Sandro Horlacher , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Peter Bürkli, Advokat Betreff Besuchsregelung, Erteilung von Weisungen (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 10. Mai 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. D.____, geboren 2014, ist die gemeinsame Tochter vo n A.____ und C.____. Mit Ent- scheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (K ESB) vom 14. September 2016 wurde für D.____ eine Erziehungsbeistandschaft gemäss Art . 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Der Beistand erhielt insbesondere die Aufgabe, die Modalit äten des persönlichen Verkehrs zu re- geln. Zusätzlich wurde C.____ unter anderem das Recht eingeräumt, zusammen mit seinen Eltern und seiner Tochter E.____, D.____ im Rahmen de r Besuchstage im Tagesheim F.____ zu besuchen. B. In seinem Bericht an die KESB vom 29. Januar 2017 hielt der Beistand zusammenfas- send fest, dass sich unterschiedliche Schwierigkeiten im U mgang und in der Zusammenarbeit mit den Kindseltern zeigen würden, weshalb sich die Üb erführung des begleiteten Besuchs- rechts in ein unbegleitetes als schwierig erweise. Beid e Elternteile würden wiederholt versu- chen, Abmachungen zu unterlaufen und seien stark mit i hren eigenen Bedürfnissen und Schwierigkeiten gegenüber dem ehemaligen Partner besc häftigt. Im Umgang mit D.____ zeige die Kindsmutter ein stark überbehütendes und beschützende s Verhalten, welches eine norma- le, eigenständige Entwicklung von D.____ einschränke u nd sich negativ auf die aktuelle Be- suchssituation auswirke. Der Kindsvater versuche mit wenig Ver ständnis für D.____s Situation eine Veränderung der Besuchssituation zu forcieren und neige zu starken Impulsausbrüchen und unkontrolliertem, extrem aggressivem Verhalten gege nüber Dritten und der Kindsmutter, um so sein Besuchsrecht erzwingen zu können. Während der Besuche zeige sich der Kindsva- ter sehr liebe- und verständnisvoll im Umgang mit D.___ _. Rund um die Besuchssituation vom 21./22. Januar 2017 sei die Situation jedoch eskalier t und es sei in der Folge zu wiederholten Morddrohungen durch den Kindsvater gegen die Kindsmutt er gekommen. Aus diesem Grund habe sich eine Strafanzeige gegen den Kindsvater aufgedr ängt und das Treffen zwischen dem Kindsvater und D.____ habe sistiert werden müssen, da si ch C.____ nicht von seinen Äusse- rungen habe distanzieren können. In seinem Bericht empf ahl der Beistand für die Kindsmutter eine sozialpädagogische Familienbegleitung und für den Kindsvater eine psychiatrische Be- handlung oder eine psychiatrische Begutachtung. Zudem s ollten die Besuche mit D.____ wei- terhin im Rahmen der Besuchstage im Tagesheim F.____ d urchgeführt werden, mit dem Ziel, diese in absehbarer Zeit in unbegleitete Besuche umzuwa ndeln. Dem Kindsvater sei die Mög- lichkeit zu geben, in Begleitung seiner Mutter die Räum lichkeiten des Tagesheims nach Ab- sprache mit den anwesenden Fachpersonen auch zu verlassen. C. Mit Entscheid des Gerichtspräsidenten des Zivilkreisgerich ts G.____ vom 3. Februar 2017 wurde dem Kindsvater vorsorglich verbote n, sich der Kindsmutter und D.____ sowie deren Wohnort zu nähern und sie in irgendeiner Form zu kontaktieren. D. Am 15. Februar 2017 wurde die Kindsmutter und am 30. März 2017 der Kindsvater von der KESB zum Bericht des Beistands und dessen Empfehlungen angehört. E. Am 29. März 2017 wurde vom Gerichtspräsidenten des Z ivilkreisgerichts G.____ der Entscheid vom 3. Februar 2017 teilweise bestätigt und d em Kindsvater verboten, sich der Kindsmutter sowie deren Wohnort zu nähern und sie in irgendeiner Form zu kontaktieren. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Gestützt auf den Bericht des Beistands und die Anhör ungen der Kindseltern verfügte die KESB mit Entscheid vom 10. Mai 2017 Folgendes: 1. C.____ habe das Recht, zusammen mit seinen Eltern un d seiner Tochter E.____ D.____ weiterhin im Rahmen der Besuchstage im Tagesheim F.____ am Standort “H.____“ zu besuchen. Die Termine seien vorerst bis zur Realisierung der Anschlusslösung der Besuche ausserhalb des Tagesheims F.____ auf die Sonntage 25. Juni, 9. Juli, 6. August, 20. August, 3. September, 17. September, etc. festzulegen. Während den Besuchen im Tagesheim F.____ dürfe C.____ in Begle itung und in Anwesenheit seiner Mutter oder in Anwesenheit beider Elternteile mit D.____ das Areal des Tagesheims verlassen. 2. Der Beistand werde gebeten, die Besuche weiterhin zu koordinieren, die Zeitdauer der Besuche im Voraus festzulegen und eine geeignete neutrale Person für die begleiteten Übergaben ausserhalb des Ta- gesheims zu suchen, welche auch an Samstagen einsatzbereit wäre, sowie einen dafür geeigneten Über- gabeort. 3. Die Kindseltern hätten unter Androhung der Ungeh orsamsstrafe gemäss Art. 292 des Schweizerischen Strafgesetzbuches bei der Ausübung des Besuchsrechts mitzuwirken und die vorgesehenen Termine wahr- zunehmen. 4. Der Beistand werde gebeten, der KESB unverzüglich Rückmeldung betreffend Widerhandlungen der Kindseltern zu geben. 5. Der Kindsvater habe gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZG B eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen oder ein fundiertes psychiatrisches Gutachten vorzulegen, aus welchem hervorgehe, dass von ihm gegen- über der Kindsmutter, gegenüber seiner Tochter, gegenüber Behörden, Ämtern und anderen Drittpersonen keine Gefahr ausgehe. 6. Die Kindsmutter habe gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB einmal wöchentlich für drei Stunden die sozial- pädagogische Familienbegleitung aufzusuchen. Die Familienbegleitung habe die Aufgabe, die Kindsmutter allgemein in Erziehungsaufgaben und Erziehungsstil zu unterstützen; die gesunde Entwicklung von D.____ zu fördern und bei der Besuchsregelung unterstützend einzuwirken. 7. Die sozialpädagogische Familienbegleitung werde vor erst für drei Monate angeordnet. Der Beistand werde gebeten, der KESB nach zwei Monaten einen Verlaufsbericht zu erstatten. 8. Der Kostenvoranschlag für die sozialpädagogische Fam ilienbegleitung werde bewilligt. 9. Der Antrag der Kindsmutter auf Beistandswechsel wer de abgelehnt. 10. Es würden keine Verfahrenskosten erhoben und die Au slagen zu Lasten der KESB gehen. G. Am 9. Juni 2017 erhob die Präsidentin des Spruchkörp ers II der KESB Strafanzeige gegen C.____ wegen Drohung gegen Behörden und Beamt e. Sie habe sich davor gefürchtet, dass C.____ bei der KESB hätte auftauchen und sowohl sie als auch Mitarbeitende hätte be- drohen können, nachdem er dies gegenüber seinem Rechtsvertreter angedeutet habe. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Gegen den Entscheid der KESB vom 10. Mai 2017 erho b A.____, nachfolgend vertre- ten durch Sandro Horlacher, Advokat, mit Eingabe vom 21. Juli 2017 Beschwerde beim Kan- tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- un d Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt, es sei die Verfügung der KESB vom 10. Mai 2017 aufzuheben (Ziffer 1). Es sei dem Kindsvater das Recht einzuräumen, seine Tochter D._ ___ im Tagesheim F.____ am Standort “H.____“ zu besuchen, ohne das Areal des Tagesh eims verlassen zu dürfen (Ziffer 2). Eventualiter sei das Besuchsrecht des Kindsvaters bis auf weiteres zu sistieren (Ziffer 3). Es sei die Weisung an die Kindsmutter, einmal wöchentlich für drei Stunden die sozialpädagogische Familienbegleitung in Anspruch nehmen zu müssen, aufzuheben (Ziffer 4). Eventualiter sei eine zeitlich angemessene Familienbegleitung anzuordnen (Ziff er 5). Es sei der Kindsvater gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB anzuweisen, eine Psychotherapi e in Anspruch zu nehmen und nach sechs Monaten einen Bericht über den Verlauf und die Empfehlungen seines Therapeuten oder seiner Therapeutin einzureichen; im Falle der Weigeru ng seien die Besuche zu sistieren (Ziffer 6). Alles unter o/e-Kostenfolge. I. Mit Eingabe vom 11. August 2017 stellte die Beschwe rdeführerin in verfahrensrechtli- cher Hinsicht die Anträge, es sei der KESB und den von ihr ernannten Beiständen zu verbieten, die angefochtenen Weisungen derzeit umzusetzen. Eventua liter sei der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu erteilen. Mit Präsidialverfügung vom 14. August 2017 wurde festgestellt, dass der vorliegenden Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. J. Am 23. August 2017 reichte der Erziehungsbeistand von D.____ dem Kantonsgericht einen Bericht über die aktuellen Entwicklungen ein. K. Der Beschwerdegegner, nachfolgend vertreten durch Pe ter Bürkli, Advokat, reichte mit Eingabe vom 28. August 2017 seine Stellungnahme ein . Er beantragte, es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung in der Hauptsache führt der Beschwerdegegner im Wesentlichen aus, dass die begleit eten Besuche im Tagesheim F.____ gut laufen würden und er einen liebevollen, warmherzi gen und verständnisvollen Umgang mit seiner Tochter pflege. Das laufende Strafverfahren betreffe das Verhalten des Beschwerdegeg- ners gegenüber der Beschwerdeführerin und nicht gegenüber seiner Tochter. Seine Impulsivität und Aggressivität hätten sich nie gegen D.____ gerichtet . Zudem habe der Beschwerdegegner bereits eine Psychiaterin aufgesucht und werde eine Ther apie in Anspruch nehmen. Auch die Beschwerdeführerin müsse ihren Anteil zur Konfliktbewäl tigung beitragen und lernen, D.____ loszulassen. In diesem Sinne sei eine sozialpädagogische Familienbegleitung angezeigt. L. Die KESB liess sich mit Eingabe vom 28. August 2017 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. M. Mit seinem Schreiben vom 31. August 2017 reichte der Beschwerdegegner eine Kopie der Schlussmitteilung der Staatsanwaltschaft Basel-Landscha ft vom 10. August 2017 ein, wo- nach das Verfahren gegen ihn betreffend Gewalt und D rohung gegen Behörden und Beamte voraussichtlich eingestellt werde. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht N. Mit Verfügung vom 12. September 2017 wurde der F all der Kammer zur Beurteilung überwiesen und festgestellt, dass die Urteilsberatung n icht öffentlich sei und unter Ausschluss der Parteien stattfinde. Weiter wurden die Beweisantr äge der Beschwerdeführerin, wonach I.____, Sozialberatung J.____, als Zeugin zu befragen sei bzw. bei ihr und bei K.____, Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____, amtliche Erkundigun gen einzuholen seien, abgewie- sen. Die Beweisanträge des Beschwerdegegners, wonach be im Beistand von D.____, sowie bei L.____, Tagesheim F.____, amtliche Erkundigungen einzuholen seien, wurden ebenfalls abgewiesen. O. Mit Schreiben vom 26. September 2017 reichte der R echtsvertreter der Beschwerde- führerin seine Honorarnote ein und nahm Stellung zum Bericht des Beistands vom 23. August 2017. Am 26. September 2017 reichte der Re chtsvertreter des Beschwerdegegners ebenfalls seine Honorarnote ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbu ches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Kindesschutz- behörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. Zuständiges Gericht im Sinne dieser Regelung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über di e Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abt eilung Verfassungs- und Verwal- tungsrecht. Das Verfahren richtet sich vorab nach den Ar t. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwe ndbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befu gt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehe n (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefoch tenen Entscheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als direkte Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetre- ten werden. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3.1 Vorab macht die Beschwerdeführerin geltend, dass de r verfahrensrelevante Sachver- halt von der KESB nicht richtig festgestellt worden sei. Bis zum Versand des angefochtenen Entscheids hätten sich Vorfälle ereignet (Drohungen des Kindsvaters gegen die Präsidentin des Spruchkörpers II [Präsidentin] der KESB), welche nicht im Entscheid erwähnt würden und auf- grund welcher die Präsidentin der KESB sowie weitere Mitglieder des Spruchkörpers hätten in den Ausstand treten müssen. Weiter stütze sich die KESB auf einen Bericht des Beistands vom Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 29. Januar 2017, welcher kurz nach den Drohungen gegen die Kindsmutter am 21./22. Januar 2017 verfasst worden und stark durch das aktuelle Geschehen beeinflusst worden sei. 3.2 Bei der Beurteilung, ob die gesetzlichen Vorausset zungen erfüllt sind, muss die zu- ständige Behörde den Sachverhalt gemäss dem in § 9 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge- setzes Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 vera nkerten Untersuchungsgrundsatz abklären. Der Untersuchungsgrundsatz bedeutet, dass der re chtserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig ermittelt werden muss. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Ver- fügung falsche, aktenwidrige Tatsachen zugrunde gelegt werden oder über rechtserhebliche Umstände kein Beweis geführt wird sowie wenn Beweise un zutreffend gewürdigt werden. Un- vollständig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn nicht alle entscheidrelevanten Tatsachen eru- iert und berücksichtigt werden (vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA TURNHERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 1594). 3.3.1 Wie die Beschwerdeführerin zu Recht bemerkt, hat sich der angebliche Vorfall gegen die Präsidentin der KESB zwar vor dem Versand des Entsch eids, aber erst nach dem Ent- scheidzeitpunkt ereignet. Das mutmasslich bedrohliche Verhal ten des Beschwerdegegners ge- gen die Präsidentin der KESB am 9. Juni 2017 konnte so mit die Entscheidfällung des Spruch- körpers der KESB am 10. Mai 2017 nicht beeinflussen. Da ss der Entscheid der KESB vom 10. Mai 2017 erst am 20. Juni 2017 versendet wurde, än dert daran nichts und stellt keinen un- üblichen Verfahrensablauf dar. Aus demselben Grund geht auch das Argument, die Präsidentin der KESB sowie weitere beteiligte Amtspersonen (Beistan d und Mitglieder des Spruchkörpers) hätten in den Ausstand treten müssen, ins Leere. Weder d ie Präsidentin noch die übrigen Mit- glieder des Spruchkörpers waren zum Entscheidzeitpunkt am 10. Mai 2017 durch den Vorfall vom 9. Juni 2017 voreingenommen. Soweit aus den Akten ersichtlich, war die Präsidentin der KESB überdies nach dem 9. Juni 2017 nicht mehr im vorli egenden Verfahren involviert. Es be- stand demzufolge weder für die Präsidentin der KESB no ch für die anderen Mitglieder des Spruchkörpers ein Grund, in den Ausstand zu treten. Bei dieser Sachlage ist die Einholung ei- ner amtlichen Erkundigung bei der Präsidentin der KESB entbehrlich. 3.3.2 Die Beschwerdeführerin deutet überdies an, dass d ie Berichterstattung des Beistandes unseriös gewesen sei und durch das bedrohliche Verhalten bzw. die Reaktion der Beschwerde- führerin darauf beeinflusst worden sei. Inwiefern der Erziehungsbeistand durch das Verhalten des Beschwerdegegners beeinflusst worden sei, geht aus den vorliegenden Akten nicht hervor und wird von der Beschwerdeführerin auch nicht substanti iert geltend gemacht. Zudem liegt es in der Natur der Sache, dass der Beistand die aktuelle n Geschehnisse in einem Fall auch in seine Berichterstattung einbezieht, ohne dass dadurch der Anschein der Befangenheit oder Einseitigkeit erweckt wird. Der professionelle Beistand wa r seit September 2016 im Amt und hatte Zeit, sich von den Parteien ein Bild zu machen u nd die Besuchsrechtssituation einzu- schätzen. Es war ihm somit durchaus möglich, einzelne Gesch ehnisse im Gesamtkontext ent- sprechend einzuordnen. Gegenteiliges ist zumindest aus den Akten und der Beschwerdebe- gründung nicht zu entnehmen. Dass die Vorinstanz auf die Berichte des Beistands abgestellt hat, ist demzufolge nicht zu beanstanden. Eine amtlich e Erkundigung beim Beistand ist bei die- ser Ausgangslage nicht erforderlich. Zusammenfassend ist f estzuhalten, dass die Vorinstanz Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht den entscheidrelevanten Sachverhalt weder falsch noch u nvollständig festgestellt hat. Gründe für eine Wiedererwägung des Falls sind ebenfalls nicht vorgelegen, zumal die Verhaltensweisen des Beschwerdegegners bereits zum Entscheidzeitpunkt bekannt und dokumentiert waren (vgl. Bericht von M.____, Familien- und Jugendberatung N.____ vom 23. Juni 2016 und Schrei- ben von I.____, Leiterin Sozialberatung der Gemeinde J.____ vom 13. April 2016) und sich der Vorfall vom 9. Juni 2017 insbesondere gegen die Präside ntin der KESB und nicht gegen die Beschwerdeführerin oder D.____ gerichtet hat. Somit h at sich weder die dem Entscheid vom 10. Mai 2017 zugrundeliegende Sachlage nachträglich wes entlich zugunsten einer Partei ver- ändert, noch lag ein Revisionsgrund vor (vgl. § 39 f. V erwaltungsverfahrensgesetz Basel- Landschaft vom 13. Juni 1988). 4.1 Der Beschwerdegegner beantragt in verfahrensrechtli cher Hinsicht, es seien die Akten betreffend die Strafanzeige und den Strafantrag vom 9 . und 10. Juni 2017 gegen den Be- schwerdegegner sowie die darauf folgende Korrespondenz m it der Staatsanwaltschaft, dem Rechtsvertreter des Beschwerdegegners sowie dem Bedrohungsmanager des Kantons aus den Akten zu weisen. Die KESB hätte diese Akten überdies nicht an die Beschwerdeführerin weiter- geben dürfen. 4.2 Die Verfahren in Angelegenheiten des Kindes- und Erwachsenenschutzes werden von der Untersuchungs- und Offizialmaxime beherrscht (vgl. Ar t. 446 ZGB). Vor der KESB und der gerichtlichen Beschwerdeinstanz haben diese Verfahren ni cht bloss die Beilegung von Interes- senkonflikten zwischen Privaten zum Gegenstand. Vielmehr di enen sie – wie vorliegend – dem Wohle von Kindern oder dem von schutzbedürftigen Erwa chsenen. Es geht daher um die Ver- wirklichung von öffentlichen Interessen. Der zugrundelieg ende und rechtserhebliche Sachver- halt muss deshalb zwingend und von Amtes wegen, d.h. un geachtet der Anschauung und Inte- ressen der beteiligten Parteien, richtig und umfassend e rmittelt werden (vgl. C HRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Z ivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Basel 2014, N 2 ff. zu Art. 446 und N 8 zu Art. 448). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung betreffend das Besuchsrecht von D.____ und ihrem Vater war die KESB gehalten, auch die Strafakten und die damit verbunde ne Korrespondenz miteinzubeziehen, um ein umfassendes Bild der aktuellen Situation und einer möglichen Gefährdung von D.____ durch den Beschwerdegegner zu erhalten. Anzumerken ist, dass sich die strittigen Akten auf den Zeitpunkt nach der Entscheidfällung beziehen, wodurch diese Unterlagen für die KESB erst im Rahmen der Vernehmlassung eine Rolle gespielt hab en dürften. Das Kantonsgericht ermit- telt bzw. ergänzt den Sachverhalt ebenfalls von Amtes weg en und ist für die Beurteilung der vorliegenden Besuchsrechtssituation und einer allfällige n Kindeswohlgefährdung auf eine aktu- elle sowie vollständige Dokumentation – was insbesondere auch strafrechtliche Gesichtspunkte beinhaltet – angewiesen. Der Antrag des Beschwerdegeg ners ist somit abzuweisen. Soweit der Beschwerdegegner geltend macht, die KESB hätte die e rwähnten Akten zu Unrecht an die Be- schwerdeführerin zur Einsicht zugestellt, ist dies nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens und hätte allenfalls im Rahmen einer aufsichtsrechtliche n Anzeige geltend gemacht werden müssen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt pauschal die Aufh ebung der Verfügung der KESB vom 10. Mai 2017. Aus der vorliegenden Beschwerdebegrün dung ist jedoch in keiner Weise ersichtlich, aus welchem Grund sie die Dispositiv-Ziffern 2 , 3, 4, 8, 9 und 10 beanstandet. Es wird in den Ausführungen der Beschwerde weder sinngem äss noch explizit zu den vorgenann- ten Dispositiv-Ziffern Bezug genommen. Aus diesem Grund erübrigt sich eine eingehende Beur- teilung dieser Entscheidpunkte. Insbesondere die Thematik eines allfälligen Beistandswechsels ist Gegenstand eines hängigen Verfahrens vor der KESB ( vgl. Antrag der Beschwerdeführerin an die KESB vom 10. August 2017 und Schreiben der KES B an die Beschwerdeführerin vom 16. August 2017). 5.2 Soweit aus der Beschwerdebegründung ersichtlich, ist zur Hauptsache zum einen strit- tig, ob die KESB dem Beschwerdegegner zu Recht die Mög lichkeit eingeräumt hat, das Areal des Tagesheims F.____ während der Besuchszeiten in Begl eitung zu verlassen. Zum anderen ist zu beurteilen, ob die KESB in ihrer Weisung an den Beschwerdegegner diesem zu Recht die Wahl gelassen hat zwischen der Inanspruchnahme einer Psychot herapie und einer fundierten psychiatrischen Begutachtung. Schliesslich ist die Verhältnismässigkeit der an die Beschwerde- führerin erteilten Weisung, eine sozialpädagogische Fam ilienberatung in Anspruch zu nehmen, zu prüfen. 6.1 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben der nicht obhutsbe rechtigte Elternteil und das un- mündige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen per sönlichen Verkehr. Praktische Be- deutung gewinnt das Recht auf persönlichen Verkehr vor a llem in der Trennungs- und Schei- dungssituation bei Verheirateten, aber auch bei der Au flösung des Konkubinats. Das Recht auf persönlichen Verkehr steht Eltern und Kindern um ihre r Persönlichkeit willen zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_409/2008 vom 26. November 2008 E. 3. 2). Es ist ein reziprokes Recht und somit ein Recht des nicht obhutsberechtigten Elternteils sowie ein Recht des Kindes (vgl. INGEBORG SCHWENZER /M ICHELLE COTTIER , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom- mentar, Zivilgesetzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Basel 2014, N 4 zu Art. 273). Dabei ist der sorge- bzw. obhutsberechtigte Elternteil verpflichtet, den persönlichen Verkehr zwischen Eltern und Kind zu dulden, ja vielmehr sogar zu ermöglichen. D as Bundesgericht hat ausdrücklich festgehalten, dass es unhaltbar wäre, wenn der obhutsberechtigte Elternteil es in der Hand hät- te, gewissermassen durch Zwistigkeiten mit dem anderen Teil den Umfang des Besuchsrechts zu steuern (BGE 130 III 585 E. 2.2.1). Bei der Festsetz ung des persönlichen Verkehrs geht es nicht darum, einen gerechten Interessenausgleich zwischen d en Eltern zu finden, sondern den elterlichen Kontakt mit dem Kind in dessen Interesse zu regeln; allfällige Interessen der Eltern haben zurückzustehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_79/2 014 vom 5. März 2015 E. 4.1). Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des Besuchsrechts ist immer das Kindswohl, das anhand der Umstände des konkreten Einzelfalls zu beurteilen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_367/2015 vom 12. August 2015 E. 5.1.1). 6.2 Grundsätzlich haben Eltern und Kind Anspruch auf per sönliche, direkte und private Kontakte. Wird das Wohl des Kindes durch den persönlich en Verkehr gefährdet, kann ihnen das Recht auf persönlichen Verkehr verweigert oder ent zogen werden (Art. 274 Abs. 2 ZGB). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit wie auch der Sin n und Zweck des persönlichen Ver- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht kehrs verbieten indes dessen gänzliche Unterbindung, wenn die befürchteten nachteiligen Auswirkungen des persönlichen Verkehrs für das Kind durch d ie Anwesenheit einer Drittperson (sog. begleitetes Besuchsrecht) in Grenzen gehalten werde n können (Urteile des Bundesge- richts 5A_401/2014 vom 18. August 2014 E. 3.2.2; 5A_38 1/2011 vom 10. November 2011 E. 4.2.1; 5A_699/2007 vom 26. Februar 2008 E. 2.1, in: FamPra.ch 2008 S. 696 f.). Das beglei- tete Besuchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirks am zu begegnen, Krisensituatio- nen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfestell ungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermittel n (SCHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 26 zu Art. 273 ZGB). Grundsätzlich stellt das begleitete Be suchsrecht eine Übergangslösung dar und ist daher nur für eine begrenzte Dauer anzuordnen; es scheidet aber aus, wenn von vorn- herein klar ist, dass die Besuche nicht innert absehbarer Zeit ohne Begleitung werden ausgeübt werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_728/2015 vom 25. August 2016 E. 2.2). 6.3 In Art. 273 Abs. 2 ZGB wird der Kindes- und Erwach senenschutzbehörde ein aus- drückliches Ermahnungs- und Weisungsrecht zugestanden, wenn sich die Ausübung oder Nichtausübung des persönlichen Verkehrs nachteilig für das Kind auswirkt. Als mögliche Wei- sung kommt unter anderem die Verpflichtung zur Führun g von Gesprächen mit Beratungsstel- len in Betracht (S CHWENZER /C OTTIER , a.a.O., N 22 zu Art. 273 ZGB). Voraussetzung ist jedoch immer, dass die an die Eltern gerichtete Weisung im Si nne einer Kindesschutzmassnahme und damit im Interesse des Kindeswohls erlassen wird (vgl. Ur teil des Bundesgerichts 5A_852/2011 vom 20. Februar 2012 E. 6). 7.1 Die Beschwerdeführerin beantragt, dass es dem Beschw erdegegner nicht erlaubt wer- den dürfe, während der Besuche das Areal des Tagesheim s F.____ zu verlassen. Soweit aus der Beschwerdebegründung ersichtlich, werden die beglei teten Besuche im Tagesheim F.____ als solche von der Beschwerdeführerin hingegen nicht bestritten. 7.2 Dem vorliegenden Entscheid der KESB ist zu entnehmen , dass die Überführung des begleiteten Besuchsrechtes in ein unbegleitetes geplan t gewesen sei. Aufgrund der Morddro- hungen des Kindsvaters gegenüber der Kindsmutter sowie der starken Konflikte der Kindseltern würden die Besuche jedoch weiterhin im Tagesheim F.__ __ durchgeführt werden. Weiter geht aus dem Entscheid hervor, dass der Beschwerdegegner das Are al des Tagesheims nicht ohne Aufsicht verlassen dürfe, sondern nur in Begleitung seiner Mutter bzw. seiner Eltern (Grossmut- ter bzw. Grosseltern von D.____). Die begleiteten Besuch stage zwischen dem Beschwerde- gegner und seiner Tochter im Tagesheim F.____ sind dem zufolge während der ganzen Be- suchszeit durch Dritte überwacht. Eine Gefährdung von D. ____ beim Verlassen des Areals un- ter Aufsicht ihrer Grossmutter bzw. ihrer Grosseltern, lässt sich nicht erkennen und wird von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Hinweise, welche die Geeignetheit der Grossmutter bzw. des Grossvaters als Begleitpersonen in Frage stellen kö nnten, werden ebenfalls weder von der Beschwerdeführerin noch von den beteiligten Fachpersonen aufgezeigt. Aus den Akten geht hervor, dass die Grosseltern schon mehrmals bei den Besuchskontakten zwischen D.____ und ihrem Vater dabei gewesen sind und es dabei weder zu Zwischenfällen gekommen ist noch hat es Beanstandungen bezüglich der Grosseltern gegebe n. Es besteht mithin kein Grund, von einem begleiteten Verlassen des Areals abzusehen, zumal keine Kindeswohlgefährdung von Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ auszumachen ist und in keiner Weise geltend gema cht wird. Die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin erweist sich somit als unbegründet . Damit erübrigt sich auch die Beur- teilung des Eventualantrags auf Sistierung des Besuchsrechts. 8.1. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, der Beschwerdegegner sei anzuweisen, eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen und nach sech s Monaten einen Bericht über den Verlauf der Therapie einzureichen. Im Falle einer W eigerung seien die Besuche zu sistieren. Die Beschwerdeführerin bringt zur Begründung ihres Ant rags vor, dass der Beschwerdegegner gewisse psychische Defizite aufweise. 8.2.1 Aus den vorliegenden Akten geht deutlich hervor, dass der Beschwerdegegner eine geringe Impulskontrolle und eine sehr niedrige Frustrat ionstoleranz aufweist, was in verschie- denen Situationen deutlich zum Vorschein kam. So habe e r der Beschwerdeführerin einige Ma- le mit Mord und der Entführung von D.____ gedroht un d sie damit in grosse Angst versetzt. Auch gegen die Sozialberatung habe der Beschwerdegegne r massive Drohungen ausgespro- chen (vgl. Berichte von M.____ vom 3. Juni 2016 und vom 2 3. Juni 2016, Berichte des Bei- stands vom 23. August 2017 und vom 22. Februar 2017). U m solche Handlungsweisen des Beschwerdegegners zu ändern – und dabei ist der Beschwe rdeführerin zuzustimmen – ist eine Therapie und damit eine Behandlung des Beschwerdegeg ners grundsätzlich zweckmässiger als die Durchführung einer Begutachtung. Im Rahmen ei ner therapeutischen Behandlung be- steht für den Beschwerdegegner die Möglichkeit, sein Verh alten in gewissen Bereichen zu ver- ändern. Die Durchführung eines Gutachtens dient jedoch hauptsächlich der Feststellung oder Beschreibung des bestehenden Gesundheitszustandes bzw. der bisherigen Verhaltensweisen des Beschwerdegegners. Die KESB führt in ihrer Verneh mlassung hingegen aus, dass der Be- schwerdegegner zurzeit nicht therapierbar sei, da er nic ht einsichtig und nicht bereit sei, mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin zusammen zu arbeiten. Aus diesem Grund sei ihm alternativ die Möglichkeit einer Begutachtung einzuräu men. Dadurch verspreche sich die KESB zudem Hinweise auf mögliche Massnahmen, um den Beschwerdegegner dabei zu unterstützen, seine Impulsivität und Aggressivität besser zu kontrollieren , was sich letztlich positiv auf die Besuchsrechtssituation auswirke. 8.2.2 Der Beschwerdegegner bestreitet seine beschriebene n Defizite insbesondere im Um- gang mit der Beschwerdeführerin und Fachpersonen nic ht. Er bestreitet jedoch explizit, dass D.____ durch sein Verhalten gefährdet sei. Aus der S tellungnahme des Beschwerdegegners geht zudem hervor, dass dieser mittlerweile – entgegen d er Annahme der KESB – eine Thera- peutin aufgesucht und eine Therapie in Anspruch geno mmen habe. Aus dem Bericht seiner Therapeutin kann überdies entnommen werden, dass der Beschwerdegegner trotz Zweifel der KESB eine Verhaltensänderung anstrebe (vgl. Bericht von Dr. O.____, Psychiaterin und Psy- chotherapeutin FMH, vom 12. Mai 2017). Dadurch hat de r Beschwerdegegner sein Wahlrecht ausgeübt und ist bei dieser Wahl, eine Therapie in An spruch zu nehmen, zu behaften. Der An- trag der Beschwerdeführerin, wonach das Besuchsrecht zu si stieren sei, wenn sich der Be- schwerdegegner weigere, an einer Therapie teilzunehme n, sowie der Antrag auf eine amtliche Erkundigung bei I.____, erübrigen sich demzufolge. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 In diesem Zusammenhang beantragt die Beschwerdeführ erin weiter, dass das Be- suchsrecht des Beschwerdegegners zwingend bis zum erfolgreichen Abschluss seiner Therapie bzw. zum Vorliegen eines Gutachtens eingeschränkt bleiben müsse. 8.4 Aus dem angefochtenen Entscheid geht nicht hervor, dass die Einschränkung des Be- suchsrechts bzw. das begleitete Besuchsrecht aufgehoben wir d. Obschon ein begleitetes Be- suchsrecht so bald als möglich in ein unbegleitetes umgewan delt werden soll (vgl. E. 6.2), ist vorliegend lediglich die Änderung des Besuchsortes und de s Besuchstages vorgesehen, wobei die Begleitung der Besuche bestehen bleibt. Da der Kin dsvater sonntags auch seine ältere Tochter E.____ zu Besuch habe, wurde der Beistand gebet en, begleitete Besuche auch an Samstagen zu organisieren und eine geeignete Person zu finden, welche diese Besuche be- gleite. Eine Aufhebung der Einschränkung bzw. der Beg leitung der Besuchskontakte ist nach den vorstehenden Ausführungen nicht Gegenstand der ange fochtenen Verfügung und die da- hingehenden Vorbringen der Beschwerdeführerin somit un beachtlich. Nichtsdestotrotz ist da- rauf hinzuweisen, dass den Berichten der involvierten Fa chpersonen übereinstimmend zu ent- nehmen ist, dass sich der Beschwerdegegner in Bezug auf se ine Tochter stets unauffällig ver- halten habe und sich als liebe- und verständnisvoller Vat er gezeigt habe (vgl. Bericht des Bei- stands vom 22. Februar 2017, Mail des Tagesheims F.____ an I.____ vom 9. Februar 2016, Bericht von M.____ vom 23. Juni 2016). Gegenteiliges wi rd auch von der Beschwerdeführerin nicht vorgebracht. Diese führt vielmehr aus, dass sich D._ ___ gut auf die Nachmittage im Ta- gesheim F.____ eingestellt habe. Die Beschwerdeführer in bezieht sich in ihrer Begründung zu- dem ausschliesslich auf Situationen, welche sich zwischen ihr und dem Beschwerdegegner zugetragen haben. Direkt gefährdendes Verhalten des Besch werdegegners gegenüber seiner Tochter wird weder von der Beschwerdeführerin aufgezei gt, noch ergeben sich dafür Hinweise aus den Akten. Die KESB begründet die Aufrechterhaltung des begleiteten Besuchsrechts auch insbesondere mit dem Verhalten des Beschwerdegegners geg enüber der Beschwerdeführerin (Morddrohungen) und den starken Konflikten zwischen den Kindseltern und nicht mit einem direkten Fehlverhalten des Beschwerdegegners gegenüber seiner Tochter. Aufgrund dieser Sachlage erübrigt sich auch eine amtliche Erkundigung beim Tagesheim F.____. 9.1 Die Beschwerdeführerin moniert weiter, dass sie die von der KESB angeordnete sozialpädagogische Familienbegleitung aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit in zeitlicher Hinsicht sehr belasten würde. Zudem lägen keine konkreten Anhaltspunk te vor, welche auf eine Gefährdung von D.____ hindeuten und eine solche Familienbegleitung rechtfertigen würden. 9.2 Die KESB begründet die Anordnung der sozialpädago gischen Familienbegleitung da- hingehend, dass dem bereits langjährigen Konflikt der K indseltern unter anderem die Ängste der Kindsmutter, ihre Tochter loszulassen und dem Kind svater zu vertrauen, zugrunde liegen würden. Im Rahmen der Familienbegleitung könne die B eschwerdeführerin ihre Angst, D.____ loszulassen, abbauen und lernen, dem Beschwerdegegner z u vertrauen. Die Familienbeglei- tung werde vorerst für drei Monate angeordnet und der Beistand erhalte die Aufgabe, nach zwei Monaten einen Bericht zu erstatten, um über eine allf ällige Weiterführung zu entscheiden. Mit dieser Familienbegleitung durch kompetente Fachperson en, bei welcher auf die Beschwerde- führerin und ihre Bedürfnisse eingegangen wird, soll ihr punktuell Unterstützung im Rahmen der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Besuchsrechtssituation gegeben werden. Insbesondere sol len der Beschwerdeführerin Verhal- tensweisen im Umgang mit dem Beschwerdegegner aufgezei gt werden, damit sie ihre Ängste ihm gegenüber abbauen und D.____ unbeschwerter an den Besuchstagen übergeben kann. Da unbestrittenermassen die schwierige Situation zwischen de n Kindseltern, das bedrohliche Auf- treten des Beschwerdegegners gegenüber der Beschwerdefüh rerin sowie das mangelnde Ver- trauen der Beschwerdeführerin zu den vorliegenden Prob lemen bei der Besuchsrechtsaus- übung geführt haben (vgl. Bericht des Beistands vom 22. Februar 2017), ist es naheliegend, dass insbesondere diese Vertrauensproblematik zu einem zentralen Thema der Familienbeglei- tung werden wird. Es ist davon auszugehen, dass dieses Pr oblem mit Hilfe der Familienbeglei- tung angesprochen, aufgearbeitet und eine Verbesserung der Besuchsrechtssituation herbeige- führt werden kann. Gelingt es der Beschwerdeführerin, ihr Vertrauen in den Beschwerdegegner wieder aufzubauen und ihre Ängste abzubauen, wird sie D.____ unbesorgt auf die Besuche mit dem Beschwerdegegner vorbereiten bzw. sie zu diesen bringen können. Dies wird auch D.____ direkt beeinflussen und sie in ihrem eigenen Vertrauen in ihren Vater bestärken und im Aufbau einer unbeschwerten Vater-Tochter Beziehung unterstützen . Ohne eine fachmännische Beglei- tung der Beschwerdeführerin besteht die Gefahr, dass sie D.____ durch ihr verängstigtes Ver- halten beeinflusst und ihr den unbelasteten Zugang zum Vater erschwert, was sie in ihrem Wohl deutlich beeinträchtigen würde (vgl. Bericht des Beista nds vom 22. Februar 2017). Selbstre- dend liegt das Gelingen eines konfliktfreien Besuchsrecht s nicht allein in der Hand der Be- schwerdeführerin. Der Beschwerdegegner hat ebenso seine n Teil zur Verbesserung der Situa- tion beizutragen, was er mit seiner Therapieteilnahme bereits in Angriff genommen hat. Der zeitliche Umfang der angeordneten Familienbegleitung von wöchentlich drei Stunden ist sicher nicht gering und bedingt bei der berufstätigen Beschw erdeführerin eine gewisse Flexibilität. An- gesichts der zu erwartenden Beruhigung der Besuchssituatio n zugunsten von D.____s Wohl und der vorläufigen Befristung auf drei Monate ersche int er jedoch angemessen. Die von der KESB angeordnete sozialpädagogische Familienbegleitung ist demzufolge verhältnismässig und nicht zu beanstanden. 10. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erweist sich d ie Beschwerde der Beschwer- deführerin als unbegründet und ist demzufolge abzuweisen. 11. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- zu verrechnen. Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegende n Partei für den Beizug eines An- walts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschä digung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 2 VPO). Der Rechtsvertreter des Beschwerdegegners macht in seiner Honorarnote vom 26. November 2017 einen als angemessen zu beurteilend en Aufwand von 11.55 Stunden à Fr. 200.-- geltend, zuzüglich Auslagen von Fr. 46.70 un d 8 % MWSt, d.h. Fr. 2‘624.45. Entspre- chend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin d em Beschwerdegegner eine Par- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht teientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘624.45 (inkl. A uslagen und 8 % MWST) auszurichten. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘800.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2‘624.45 (inkl. Auslage n und 8 % MWST) auszurichten. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin