<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 1 S.23</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Zivilrecht</span> <span class="page_no">23</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Zivilrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft2"><b>A. Familienrecht</b></span><br/> <br/> <span class="ft3"><b>1</b></span> <span class="ft3"><b>Art. 163, 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Mit Zustellung des erstinstanzlichen Eheschutzurteils hat es der von einer</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Lohnpfändung betroffene Unterhaltsschuldner in der Hand, beim Betrei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>bungsamt die Anpassung der Lohnpfändung zu beantragen, welche</b></span><br/> <span class="ft3"><b>indessen nur für die Zukunft wirkt. Ab diesem Zeitpunkt kann der</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Unterhaltsschuldner die Lohnpfändung dem Unterhaltsgläubiger nicht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mehr einkommensmindernd entgegenhalten.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Obergerichts, Zivilgericht, 5. Kammer, vom</span><br/> <span class="ft4">30. Juni 2005 in Sachen L.A. gegen L.A.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">Gemäss Pfändungsurkunde des Betreibungsamtes Gontenschwil</span><br/> <span class="ft6">vom 11. August 2004 ist das Nettoerwerbseinkommen des Beklag-</span><br/> <span class="ft6">ten, soweit es den vom Betreibungsamt ermittelten Existenzbedarf</span><br/> <span class="ft6">der Familie des Beklagten von Fr. 3'442.20 übersteigt, für eine For-</span><br/> <span class="ft6">derung der City-Bank, Zürich, von Fr. 31'000.-- nebst Betreibungs-</span><br/> <span class="ft6">kosten, abzüglich von Teilzahlungen im Betrage von Fr. 6'953.20,</span><br/> <span class="ft6">gepfändet. Diese Lohnpfändung dauert bis zum 11. August 2005. Im</span><br/> <span class="ft6">Umfange der Pfändung wurde dem Beklagten die Verfügungsbefug-</span><br/> <span class="ft6">nis über dessen Erwerbseinkommen entzogen (Art. 96, 99 SchKG).</span><br/> <span class="ft6">Zwar ist eine Revision der Pfändung nach Art. 93 Abs. 3 SchKG -</span><br/> <span class="ft6">wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat - möglich, wenn sich die</span><br/> <span class="ft6">für die Bestimmung des pfändbaren Betrages massgebenden Verhält-</span><br/> <span class="ft6">nisse geändert haben, eine solche Revision kann aber nicht rückwir-</span><br/> <span class="ft6">kend vorgenommen werden, sondern wirkt nur für die Zukunft. Die</span><br/> <span class="ft6">auf einer rechtskräftigen Verfügung des Betreibungsamtes beruhen-</span><br/> <span class="ft6">den früheren Lohnpfändungen können somit nicht mehr rückgängig</span><br/> <span class="ft6">gemacht werden, weshalb sie bei der Beurteilung der Leistungsfä-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Obergericht</span> <span class="page_no">24</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">higkeit des Beklagten zu berücksichtigen sind, d.h. der gepfändete</span><br/> <span class="ft6">Lohnanteil nicht als (hypothetisches) Einkommen angerechnet wer-</span><br/> <span class="ft6">den kann, selbst wenn der Beklagte bereits im Zeitpunkt des Auszu-</span><br/> <span class="ft6">ges der Klägerin aus der ehelichen Wohnung eine Revision der</span><br/> <span class="ft6">Lohnpfändung hätte erwirken können. Ob damals einem Revisions-</span><br/> <span class="ft6">begehren Erfolg beschieden gewesen wäre, ist allerdings fraglich, da</span><br/> <span class="ft6">die Unterhaltsbeiträge an die Klägerin noch nicht gerichtlich festge-</span><br/> <span class="ft6">setzt waren und das Betreibungsamt wohl kaum von der Erfüllung</span><br/> <span class="ft6">der Unterhaltspflicht durch den Beklagten hätte ausgehen können</span><br/> <span class="ft6">(vgl. BGE 121 III 20 Erw. 3a, 112 III 19 Erw. 4), nachdem dieser</span><br/> <span class="ft6">eine Unterhaltspflicht noch im vorinstanzlichen Verfahren bestritten</span><br/> <span class="ft6">hatte. Mit dem vorinstanzlichen Urteil, das dem Beklagten bzw. des-</span><br/> <span class="ft6">sen Rechtsvertreter am 30. März 2005 zugestellt wurde und mangels</span><br/> <span class="ft6">aufschiebender Wirkung vorläufig in Rechtskraft erwachsen ist</span><br/> <span class="ft6">(§ 298 Abs. 4 ZPO), hatte es der Beklagte in der Hand, sich auf dem</span><br/> <span class="ft6">Wege der Anpassung der Lohnpfändung die Mittel für seine gegen-</span><br/> <span class="ft6">über Drittschuldnern vorrangige Unterhaltspflicht zu sichern. Eine</span><br/> <span class="ft6">solche Revision konnte frühestens Wirkung für den April-Lohn ent-</span><br/> <span class="ft6">falten, weshalb der Klägerin die Lohnpfändung ab Mai 2005 nicht</span><br/> <span class="ft6">mehr einkommensmindernd entgegengehalten werden kann.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>