B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5940/2012/wif U r t e i l v o m 1 4 . D e z e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Regula Schenker Senn, Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Christoph Basler. Parteien A._______, geboren (…), Syrien, vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer, Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (zba), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Flughafenverfahren); Verfügung des BFM vom 9. November 2012 / N (…). D-5940/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin Syrien den Eintragungen in ihrem Reis e- pass und ih ren eigenen Angaben gemäss am 25. September 2012 auf dem Landweg verliess und in den Libanon einreiste, am 6. Oktober 2012 – versehen mit einem Visum vom 26. September 2012 – auf dem Luftweg nach Tansania gelangte, Tansania am 22. Oktober 2012 ebenfalls au f dem Luftweg verliess und am 23. Oktober 2012 im Flughafen Zürich um Asyl nachsuchte, dass das BFM der Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 23. Oktober 2012 die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigerte und ihr für die Dauer von längstens 60 Tagen den Transitbereich des Flugh a- fens Zürich als Aufenthaltsort zuwies, dass die Beschwerdeführerin durch den Dienst Flughafenverfahren des BFM am 28. Oktober 2012 summarisch befragt un d am 5. November 2012 zu den Asylgründen angehört wurde, dass sie im Wesentlichen geltend machte, sie sei kurdischer Ethnie und habe zusammen mit ihren Eltern in B._______ gelebt, wo sie seit dem Jahr 2011 als (…) bei einem (…) gearbeitet habe, dass sie in sehr jungem Alter geheiratet und zwei Kinder im Alter von 15 und 17 Jahren habe, die ihr nach ihrer Scheidung im Jahr 2000 zugespro- chen worden seien, dass ihr Ex-Mann alkoholabhängig und kriminell sei und sie vor mehr als zehn Jahren misshandelt habe, dass ihre Kinder bei einer Tante und einem Onkel lebten, sie diese aber regelmässig habe besuchen können, dass dieser Umstand sie belaste und sie vor allem deshalb um Asyl nach- suche, damit sie zusammen mit ihren Kindern leben könne, dass sie darüber hinaus mehrmals an Demonstrationen gegen das syr i- sche Regime teilgenommen habe, dass ihr Arbeitgeber die Freie Armee unterstützt habe, indem er auch Ver- letzte aus deren Reihen behandelt habe, D-5940/2012 Seite 3 dass er eines Morgens nicht (…) erschienen sei, weshalb sie sich zu e i- ner Cousine begeben habe, wo sie ein Anruf ihres Vaters erreicht habe, der ihr mitgeteilt habe, die Polizei habe nach ihr gesucht und das Haus durchsucht, dass sie ihr Heimatland aus Furcht vor einer Verhaftung und aufgrund der schlechten Lage verlassen habe, dass das BFM mit Verfügung vom 9. November 2012 – eröffnet am fo l- genden Tag – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach Tansania sowie den Vollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Beschwe r- deführerin habe sich vor ihrer Ankunft am Flughafen Zürich in Tansania aufgehalten, und besitze ein am 26. September 2012 ausgestelltes Visum für diesen Staat, dass sie in Tansania um Asyl nachsuchen könne, habe dieses Land doch das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und das betreffende Zusatzprotokoll vom 31. Januar 1967 unterzeichnet und verfüge es über ein geset zlich geregeltes Verfah- ren zur Anerkennung von Flüchtlingen (Refugees Act 1988, Act. No. 9 of 1998), dass sich Tansania gemäss Erkenntnissen des BFM grundsätzlich an das Gebot des Non-Refoulement von Art. 33 FK halte, dass Flüchtlinge, die ohne geregelten Aufenthalts-Status ausserhalb e i- nes Flüchtlingslagers lebten, aufgrund des "Immigration Act" von 1995 in- haftiert würden, dass die Beschwerdeführerin angebe, in der Schweiz eine Freundin zu haben, indessen keine Personen, zu denen sie eine enge Beziehung h a- be und auch keine nahen Angehörigen in der Schweiz lebten, dass ihre Flüchtlingseigenschaft zudem nicht offensichtlich zutage trete, da die genannten Gründe privater und wirtschaftlicher Natur seien, sie die Möglichkeit habe, in Tansania um Asyl nachzusuchen und ein geregeltes Asylverfahren zu durchlaufen, und kei ne Hinweise darauf bestünden, D-5940/2012 Seite 4 dass in Tansania kein effektiver Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG bestehe, dass das Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunfts- staates nicht zu prüfen sei, da die Beschwerdeführerin in e inen Drittstaat reisen könne, in dem sie Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, dass weder die in Tansania herrschende Situation noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung dorthin sprechen würden und die Anmerkung de r Beschwerdeführerin, Tansania sei ein ihr fremdes Land, die Zumutbarkeit einer Wegweisung nicht in Frage zu stellen ve r- möge, dass ausserdem der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar sei, dass aufgrund des Übereinkommens über die internationale Zivilluftfahrt (Chicago, 7. Dezember 1944), Annex 9, eine Fluggesellschaft grundsät z- lich dazu verpflichtet sei, einen Passagier, der nicht in den Staat einreisen könne, in welchen sie ihn transportiert habe, an den Abflugort – im vorlie- genden Fall Kilimandscharo – zurückzubringen, und die Beschwerdefü h- rerin auch dorthin zurückgeführt werden könne, zumal sie einen Reis e- pass mit einem tansanischen Visum besitze, dass die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 16. November 2012 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwa l- tungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liess, der angefocht e- ne Entscheid sei aufzuheben, die Sache sei zwecks neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen und diese sei anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten, dass in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wird, es sei auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Pr o- zessführung zu gewähren, dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und – soweit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist, dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 20. November 2012 fes t- hielt, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom D-5940/2012 Seite 5 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) werde im Endentscheid befu n- den, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde verzichtet und die Vorinstanz werde zur Einreichung einer Stellungnahme eingeladen, dass die Vorinstanz in der Vernehmlassung vom 27. November 2012 die Abweisung der Beschwerde beantragte, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 5. Dezember 2012 an ihren Anträgen festhalten liess, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM a blehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu D-5940/2012 Seite 6 Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVG E 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwe i- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prü ft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat zurückkehren können, in welchem sie sich vo r- her aufgehalten haben und im Einzelf all effektiver Schutz vor Rückschi e- bung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 2 Bst. b AsylG), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat weiterreisen können, für welchen sie ein Visum besitzen und in welchem sie um Schutz nachsuchen können (Art. 34 Abs. 2 Bst. c AsylG), dass diese Bestimmungen keine Anwendung finden, wenn Personen, zu denen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe Ange- hörige in der Schweiz leben, oder die asylsuch ende Person offensichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt, oder Hinweise darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a-c AsylG), dass in der Beschw erde eingewendet wird, Art. 34 Abs. 2 Bst. c AsylG könne nicht angewendet werden, da sich die Beschwerdeführerin zuvor in Tansania aufgehalten habe und ein Wegweisungsvollzug in dieses Land eine Rück- und nicht eine Weiterreise in einen Drittstaat wäre, dass aus den Akten nicht hervorgehe, ob das am 26. September 2012 für Tansania ausgestellte Visum für eine zweite Einreise gültig sei, weshalb davon auszugehen sei, die Beschwerdeführerin besitze kein Visum für die Einreise nach Tansania, D-5940/2012 Seite 7 dass das BFM in der Vernehmlassung ausführt, Art. 34 Abs. 2 Bst. c AsylG sei angewandt worden, weil die Beschwerdeführerin sich noch im Transitbereich des Flughafens befinde, nicht in die Schweiz eingereist sei und es sich beim Verlassen des Transitbereichs somit um eine Wei terrei- se handle, dass sich indessen effektiv die Frage stelle, ob der Gesetzgeber diese Konstellation bedacht habe, weshalb berichtigend festzuhalten sei, dass Art. 34 Abs. 2 Bst. b AsylG zur Anwendung komme, dass diese Feststellung keine praktischen Auswirkungen habe, sich w e- der am Dispositiv noch an den Erwägungen etwas ändere und damit ke i- ne Rechtsfolgen verbunden seien, weshalb der Entscheid vom 9. Novem- ber 2012 nicht aufgehoben werde, dass in der Stellungnahme bemerkt wird, es sei unüblich, dass gestützt auf die Beschwerdeschrift die rechtliche Grundlage einer Verfügung au s- getauscht werde, und es sei sehr erstaunlich, dass die Vorinstanz der An- sicht sei, es käme nicht darauf an, ob die eine oder andere Bestimmung zur Anwendung gelange, da aufgrund der Formulierung der Bestimmu n- gen die Hürde für die Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. b AsylG höher angesetzt sei als bei Art. 34 Abs. 2 Bst. c AsylG, dass die Verfügung somit nur unzureichend begründet sei, dass in der Beschwerde weiter geltend gemacht w ird, die Vorinstanz h a- be entgegen der Sachverhaltsfeststellung in ihrer Verfügung zu Unrecht erwogen, die Beschwerdeführerin habe nur private und wirtschaftliche Gründe für ihre Ausreise aus Syrien geltend gemacht, dass die Beschwerdeführerin eine polizeiliche Suche aufgrund ihrer Tätig- keit für (…), der (…) habe, und aufgrund der Teilnahme an Demonstratio- nen geltend gemacht habe, dass eine Verfolgung der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung der aktuellen Situation in Syrien nicht unbegründet in Abred e gestellt werden könne, dass die Behauptung, sie habe nur private und wirtschaftliche Gründe für ihre Ausreise geltend gemacht somit aktenwidrig sei und sich die Verf ü- gung als nicht genügend begründet erweise, womit der Anspruch der B e- schwerdeführerin auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, D-5940/2012 Seite 8 dass es das BFM auch in der Vernehmlassung unterlasse, die Unglau b- würdigkeit der Beschwerdeführerin zu begründen und damit seine Ve r- pflichtung verletze, den Entscheid so zu begründen, dass er nachvollz o- gen werden könne, dass zudem auch Ausführungen zur individuellen Zumutbarkeit des Weg - weisungsvollzugs fehlten, welche zu erwarten gewesen wären, wenn die Wegweisung für eine alleinstehende syrische Frau in ein afrikanisches Land verfügt werde, das nicht als "safe" gelte, dass in Art. 35 Abs. 1 VwVG für das Verwaltungs- bzw. Asylverfahren (vgl. Art. 6 AsylG) festgehalten wird, schriftliche Verfügungen seien zu begrün- den, dass diese Bestimmung den Inhalt der Begründungspflicht nicht näher umschreibt, die Begründung eine s Entscheides jedoch so abgefasst sein muss, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Ko m- mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Z ü- rich 2008, Rz. 6 ff. zu Art. 35 VwVG; BVGE 2007/30 E. 5.6), dass die Behörde wenigstens die Überlegungen kurz anzuführen hat, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt, wobei sie sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken kann (vgl. Ent- scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommiss i- on [EMARK] 2006 Nr. 24 E. 5.1 S. 256; BGE 112 Ia 110 E. 2b), dass auch im Falle eines Nichteintretensentscheides darzulegen ist, wo - rin Anhaltspunkte für die Annahme unglaubhafter Vorbr ingen gesehen wurden, ansonsten de r Beschwerdeführerin eine sachgerechte Anfec h- tung des Entscheides verunmöglicht wird, dass überdies auch keine Überprüfung durch die Rechtsmittelinstanz möglich ist, wenn sich aus dem angefochtenen Entscheid nicht ergibt, weshalb die Vorinstanz von unglaubhaften Angaben ausging, dass das BFM in der Verfügung fälschlicherweise erwogen hat, die B e- schwerdeführerin habe für ihre Ausreise aus Syrien nur private und wir t- schaftliche Gründe geltend gemacht, dass das BFM in der Ver nehmlassung ausführt, die Vorbringen der B e- schwerdeführerin seien unglaubhaft, da sie Syrien legal verlassen habe D-5940/2012 Seite 9 und ihre Angaben zur Verfolgung unsubstanziiert und teilweise wide r- sprüchlich seien, dass diese Begründung – mit Ausnahme des Hinweises auf di e legal e r- folgte Ausreise der Beschwerdeführerin – vage bleibt, dass das BFM hinsichtlich der Zumutbarkeit der Rückkehr der Beschwe r- deführerin nach Tansania lediglich ausführt, weder die in Tansania her r- schende Situation noch andere Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung, dass aufgrund der Abklärungen des Länderreferenten des BFM davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin würde, sofern ihr die Einreise nach Tansania gestattet würde, einem Flüchtlingslager zugewiesen, in dem sich fast ausschliesslich Staatsangehörige aus der Demokratischen Republik Kongo, Burundi und Somalia aufhalten, dass Staatsangehörige, die nicht aus einem dieser drei Länder stammen, nicht einmal ein Promille der in Tansania anwesenden Flüchtlinge ausma- chen, dass Flüchtlinge, die ohne Bewilligung – solche Bewilligungen würden kaum erteilt – ausserhalb eines Flüchtlingslagers lebten, festgenommen und mi t Kriminellen inhaftiert würden und nicht immer auf die Hilfe des UNHCR bauen könnten, dass aufgrund der Leben sumstände, auf die die Beschwerdeführerin stossen würde, eine eingehende Prüfung der Zumutbarkeit des Wegwe i- sungsvollzugs nach Tansania, die sich in der Begründung hätte niede r- schlagen müssen, zu erwarten gewesen wäre, dass die Vorinstanz somit ihrer Begrü ndungspflicht im angefochtenen Entscheid nicht nachgekommen ist, dass in der Stellungnahme zudem berechtigterweise gerügt wird, das Austauschen der rechtlichen Grundlage eines Nichteintretensentscheids im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens sei unüblich, dass schliesslich auch fraglich erscheint, ob die Beschwerdeführerin nach Tansania zurückkehren könnte, da aufgrund des Eintrags in ihrem Reis e- pass nicht ohne weiteres davon auszugehen ist, es sei ihr die mehrfache Einreise nach Tansania gestattet worden, D-5940/2012 Seite 10 dass sich die angefochtene Verfügung aufgrund des vorstehend Gesa g- ten in mehrfacher Hinsicht als rechtsfehlerhaft erweist, dass eine Heilung der erkannten Mängel auf Beschwerdeebene nicht a n- gezeigt erscheint, weshalb die Beschwerde gutzuheissen, die angef och- tene Verfügung vom 9. November 2012 aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückz u- weisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten aufz u- erlegen sind (Art. 63 Abs. 1-3 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gegenstandslos wird, dass der vertretenen Beschwerdeführerin angesichts des Obsiegens eine Parteientschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen und verhältnis- mässig hohen Kosten zuzusprechen ist (vgl. Art. 64 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), dass in der der Stellungnahme beiliegende n Kostennote vom 5. Deze m- ber 2012 ein Aufwand von 9 Stunden (à Fr. 150. –) und Spesen von Fr. 40.– geltend gemacht werden, dass insbesondere der Aufwand von drei Stunden für das Studium der Vernehmlassung und das Verfassen der Stellungnahme als übermässig erscheint und das Bundesverwaltungsgericht von einem vertretbaren G e- samtaufwand von 7 Stunden ausgeht, dass das BFM der Beschwerdeführerin somit eine Parteientschädigung von Fr. 1'090.– auszurichten hat (7 Stunden à Fr. 150.– und Fr. 40.– Spe- sen), dass in d er Stellungnahme darum ersucht wird, die Vorinstanz sei anz u- weisen, die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz zu veranla s- sen, dass der Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 23. Oktober 2012 für die Dauer von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flugha- fens Zürich-Kloten als Aufenthaltsort zugewiesen wurde, D-5940/2012 Seite 11 dass gemäss einer telefonischen Mitteilung des BFM vom 12. Dezember 2012 der Beschwerdeführerin aufgrund der bevorstehenden Festtage spätestens am 21. Dezember 2012 die Einreise in die S chweiz zu gestat- ten wäre, dass aufgrund der vorliegenden Rückweisung der Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz dem Antrag auf Bewilligung der Einreise durch die Vorinstanz in die Schweiz stattzugeben ist. (Dispositiv nächste Seite) D-5940/2012 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 9. November 2012 wird aufgehoben. 2. Die Sache wird im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das BFM hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'090.– auszu- richten. 5. Das BFM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz zu gestatten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM, die Flughafenpo- lizei und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Hans Schürch Christoph Basler Versand: