Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 8. März 2012 (725 11 423) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Adäquate Kausalität Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin i.V. Christine Dedato Parteien A.____ , Beschwerdeführer gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1979 geborene A.____ ist über seinen Arbeitgeb er obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen d ie Folgen von Unfällen und Be- rufskrankheiten versichert. Am 2. Februar 2010 erlitt A._ ___ bei einem Auffahrunfall, als das ihm folgende Fahrzeug ins Heck seines stehenden Wagens s tiess, ein kraniozervikales Be- schleunigungstrauma. In der Folge erbrachte die SUVA Versicherungsleistungen. Mit Verfügung vom 6. Juni 2011 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen per 30. Juni 2011 ein und begründete dies damit, dass es zwischen dem Unfal lereignis und den noch geklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden an der gemäss BGE 115 V 133 zu prüfenden Adäquanz fehle. Hiergegen erhob A.____ fri stgerecht Einsprache und beantragte, dass die Verfügung in Wiedererwägung zu ziehen und demgemäss aufzuheben sei, sowie dass Seite 2 die Leistungen von der SUVA weiterhin auszurichten seien. Mit Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2011 wies die SUVA die Einsprache mit der Begründung ab, dass die heutigen Beschwerden nicht mehr adäquat kausal auf den Unfall vom 2. Februar 2010 zurückzuführen seien. B. Mit Eingabe vom 25. November 2011 reichte A.____ , Beschwerde beim Kantons- gericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsre cht (Kantonsgericht), ein. Er bean- tragt, dass der Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2011 und die Verfügung vom 6. Juni 2011 aufzuheben seien und die SUVA rückwirkend zur Wiederauf nahme der Versicherungsleistun- gen zu verpflichten sei. In der Begründung hält er im Wesentlichen an der adäquaten Kausalität zwischen dem Unfall vom 2. Februar 2010 und seinen heuti gen Beschwerden fest und verweist auf die Begründung seiner Einsprache vom 4. Juli 2011. C. Die SUVA, vertreten durch Andreas Hardegger, Recht sanwalt, beantragt mit Ver- nehmlassung vom 27. Dezember 2011 die Abweisung der Besch werde und hält am Einspra- cheentscheid vom 19. Oktober 2011 fest. Sie vertritt weit er die Auffassung, dass die adäquate Kausalität zwischen dem Unfall vom 2. Februar 2011 und den heutigen Beschwerden von A.____ fehle und die Einsprache zu Recht abgewiesen worden sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) v om 20. März 1981 kann gegen Ein- spracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen ka ntonalen Versicherungsgericht innert 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 ATSG das Versi- cherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versichert e Person zur Zeit der Beschwerde- erhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt in B.____. Gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspra cheentscheide der Versiche- rungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit sachlich und örtlich für die Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die frist- und formg erecht erhobene Beschwerde ist ein- zutreten. 2. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegel eistungen so lange zu erbringen, als da- von eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Seite 3 Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist. 3.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt - unter anderem - vor- aus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetre tenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigun g) ein natürlicher Kausalzusammenhang be- steht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des na türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetre tene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zei t eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen- hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitli- cher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereigni s zusammen mit anderen Bedin- gungen die körperliche oder geistige Integrität der ve rsicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3 .1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störun g ein natürlicher Kausalzusammen- hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanw endende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr oblieg enden Beweiswürdigung nach dem im Sozi- alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegende n Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs- anspruches nicht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; 115 V 134 E. 3). 3.2 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer beim Unf all vom 2. Februar 2010 ein kra- niozervikales Beschleunigungstrauma erlitt. Kurz nach dem Unfall vom 2. Februar 2010 klagte er über Nackenschmerzen. Dr. med. C.____, Assistenzärztin Chirurgie, diagnostizierte glei- chentags einen Status nach Autounfall mit kraniozervikalem Beschleunigungstrauma. Dieses ist damit in den Akten klar dokumentiert und der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen. 3.3 Strittig im vorliegenden Fall ist einzig, ob die a däquate Kausalität zwischen dem Unfall- ereignis vom 2. Februar 2010 und den heutigen Beschwerden gegeben ist. 4.1 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahr ung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eint ritt dieses Erfolges also durch das Ereig- nis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 129 V 1 81 E. 3.2). Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (vgl. BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b). Ob bei V orliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhangs zwischen dem versicherten Ereignis und der ein getretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (vgl. BGE 112 V 33 E. 1b). Seite 4 4.2 Ob die geklagten Beschwerden noch adäquat kausale U nfallfolgen sind, hat der Unfall- versicherer beim Fallabschluss zu prüfen. Das Bundesgericht hat sich in BGE 134 V 109 zum Zeitpunkt des Fallabschlusses geäussert (E. 3 und 4). De mnach sind Heilbehandlung und Tag- geld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werd en kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integri tätsentschädigung abzuschliessen. Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkei t, soweit diese unfallbedingt beeinträch- tigt ist. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriff es "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse rung ins Gewicht fallen muss. Un- bedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 115 E. 4.3). Wenn eine entsprechende Verbesserung nicht erwartet werden kann, ist der Fall abzuschliessen. 4.3 Solange von einer Fortsetzung der ärztlichen Behan dlung noch eine namhafte Besse- rung erwartet werden kann, ist dem Unfallversicherer ve rwehrt, die Adäquanzprüfung vorzu- nehmen und dadurch den Behandlungsabschluss herbeizufüh ren (vgl. Urteil des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts vom 10. Januar 2005, U 269/04 E. 1.3). Umgekehrt ist es nicht Sache der versicherten Person, den Erfolg von Heilbehan dlungsmassnahmen zu beurteilen. Wenn mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesundheitszu- standes mehr erwartet werden kann, ändert deshalb au ch die Geltendmachung andauernder Schmerzen nichts an der Tatsache, dass ein Anspruch auf ein e weiterführende Behandlung nicht mehr besteht und der Unfallversicherer den Fallabsc hluss vorzunehmen hat (vgl. ALEXANDRA RUMO -JUNG , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsre cht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 2003, Art. 19). 5.1 Für die Beurteilung des vorliegenden Falles sind f olgende medizinische Unterlagen zu berücksichtigen: 5.1.1 Dr. C.____ diagnostizierte am 2. Februar 2010 ein kraniozervikales Beschleunigungs- trauma und hielt fest, dass der Beschwerdeführer über leichtgradige Nackenbeschwerden klag- te und anfänglich Kribbelparästhesien in der rechten Hand verspürt habe. 5.1.2 Dr. med. D.____, FMH Innere Medizin und Angiol ogie, hielt in seinen Zwischenberich- ten vom 22. Oktober 2010 und 2. Februar 2011 ein kran iozervikales Beschleunigungstrauma fest. Im Zwischenbericht vom 22. Oktober 2010 stellte er fest, dass sich die chronifizierten Schmer- zen im Nacken- und Kopfbereich mit Wasser- und Physiother apie verbessert hätten. Weiter weist er daraufhin, dass der Beschwerdeführer zu 100 % a rbeitsfähig sei und bisher keine Ar- beitsunfähigkeit attestiert werden musste, einzig ob ein bleibender Nachteil zu erwarten sei, liess Dr. D.____ offen. Im Zwischenbericht vom 2. Februar 2011 erklärte er, dass die Beschwerden mit der Physio- und Wassertherapie regredient wären, jedoch immer noch V erspannungen im Nacken mit zum Teil Seite 5 elektrischem Gefühl vorhanden seien. Dr. D.____ teilte mit, dass die Physiotherapie jetzt been- det werde. Der Beschwerdeführer sei nach wie vor zu 100 % arbeitsfähig und nie arbeitsunfähig gewesen. Es sei nach wie vor unklar, wie lange die Verspannungen andauern würden. 5.1.3 Dr. med. E.____, FMH für Neurologie, diagnosti zierte in ihrem Bericht vom 18. März 2011 ein leichtes tendomyotisches Zervikalsyndrom ohne (sich ere) radikuläre Reizerscheinun- gen bei Zustand nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma im Rahmen einer Heckkollision am 2. Februar 2010. Sie hatte den Eindruck, dass der Beschwerdeführer durch das Unfallereig- nis verunsichert worden sei und bereits auf leichtere Erschütterungen mit Muskelhartspann rea- giere. Therapeutisch erachtete sie die Fortsetzung de r Physiotherapie im Rehacenter Rheinfel- den für lohnenswert, als Alternative schlug sie die Ale xander-Therapie sowie zusätzliches Fit- ness-Training vor. In Reserve erschien ihr Irfen 600mg o der abends Sirdalud 2mg geeignet. Ihrer Meinung nach wäre eine erneute Standortbestimm ung, voraussichtlich inklusive MRT der HWS, empfehlenswert, wenn sich in den nächsten 2-6 Monat en keine weitere Besserung ab- zeichnen sollte. 5.1.4 Bei der ärztlichen Beurteilung vom 28. März 2011 hielt Dr. med. F.____, FMH Allge- meinmedizin, Kreisarzt der SUVA, keine weitere Behandl ung für nötig. Eine allfällige Traumati- sierung der Halswirbelsäule des Beschwerdeführers sei län gstens auskuriert. Die von Dr. E.____ empfohlene Therapie entspreche einem lande süblichen Fitnesstraining und sei we- der suva- noch kassenpflichtig. Er vertrat den Standpunkt, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine strukturell objektivierbaren Unfa llfolgen mehr gäbe. Der Befund sei seit Beginn derart geringfügig, dass man bisher auf ei ne Magnetresonanztomographie der Halswirbelsäule verzichtet habe. Seiner Ansicht nach würde eine solche auch zum jetzigen Zeitpunkt keine neuen Erkenntnisse liefern. 5.1.5 Dr. med. G.____, FMH Radiologie, machte am 19 . Juli 2011 ein MRT der HWS vom Beschwerdeführer. In seinem Befund vom 19. Juli 2011 h ielt er fest, dass keine Voruntersu- chungen vorliegen würden, intakte ossäre Strukturen in allen Abschnitten vorhanden wären, das Myelon ohne pathologische Veränderungen sei und sich ein kleiner Schleimhautpolyp im Sinus maxillaris links befinde. Es würden regelrechte Verh ältnisse im kraniozervikalen Über- gang vorliegen. Bei C2/C3 gäbe es einen normalen Bef und, bei C3/C4 normale Weite des Spi- nalkanals und der Neuroforamina bei normaler Konfigur ation des Discus, bei C4/C5 ebenso normale Weite der Neuroforamina, auch Spinalkanal und Myelon seien normal. Bei C5/C6 gäbe es einen normalen Befund, bei C6/C7 normale Verhältn isse im Spinalkanal, das Myelon sei regelrecht und die Neuroforamina normal weit, bei C7/TH1 gäbe es minime mediane Protrusion des normal hohen Discus, seitengleiche Konfiguration der Neuroforamina, regelrechter Befund im Myelon. In der oberen BWS bestünden ganz diskrete cho ndrotische Veränderungen auf Hö- he TH2/TH3 und TH3/TH4 mit ganz minimer Aufweitung d es Anulus fibrosus. Dr. G.____ attes- tierte dem Beschwerdeführer in seiner Beurteilung int akte ossäre Strukturen und fand keinen Nachweis einer Diskushernie oder Myelopathie. Jedoch gäbe es minime chondropathische Veränderungen C7/TH1 sowie TH2-TH4 mit ganz diskreten Discusprotrusionen, diese seien aber wohl ohne klinische Relevanz. 5.1.6 Am 17. August 2011 fand bei Dr. F.____ eine kr eisärztliche Untersuchung statt. In sei- ner Beurteilung diagnostizierte er, dass ein funktione lles linksbetontes Cervikalsyndrom nach Seite 6 HWS-Distorsion (2. Februar 2010) vorliege. Die Beschwer den seien konsistent, allerdings rein funktioneller Natur. Es ergäben sich keine Anhaltspunkte für strukturelle Residuen jener Distor- sion. Der Leidensdruck zeige anamnetisch langsam abnehmend e Tendenz. Der Beschwerde- führer habe die Wirbelsäulehygiene inzwischen implementiert. Die Chronifizierung habe er noch nicht überwunden, weshalb er weiterhin auf Physiother apie angewiesen sei. Vom Befund her könne er keine entsprechende Indikation finden. Versiche rungsmedizinisch sei jene Nacken- distorsion längst auskuriert. Der Beschwerdeführer leide j etzt unter etwas chronifizierten funkti- onellen Beschwerden ohne irgend eine organische Grundl age. Der Beschwerdeführer habe bisher normal weiterarbeiten können und auch der Befun d vom 17. August 2011 ergäbe dies- bezüglich keine Vorbehalte. 5.2 Weiter sind die Angaben des Beschwerdeführers zu ber ücksichtigen. 5.2.1 Der Beschwerdeführer füllte am 22. Oktober 2010 einen Fragebogen der SUVA aus und gab an, dass es ihm bis jetzt immer möglich gewesen se i zu arbeiten. Seine Ausfälle seien durch die Reha (Physiotherapie) bedingt. 5.2.2 Im Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fäll en der SUVA vom 15. November 2010 berichtete der Beschwerdeführer unter "Art der B eschwerden", er habe sofort Nacken- schmerzen ausstrahlend in Hinterkopf mit Kribbelgefühlen sowie Kribbelgefühle in der rechten Hand und verschwommenes Sehen verspürt. Vor seinem Unfall hätten ein Mal jährlich Rücken- schmerzen lumbal bestanden. Der Beschwerdeführer hielt un ter "Persönliche Erwartungen und Prognosen bezüglich Heilung und Arbeitsfähigkeit" fest, dass er eine sehr langsame - aber gute - Besserung erwarte. 6. Das Unfallereignis lag zum Zeitpunkt der Leistungsei nstellung über 16 Monate zurück. Der Beschwerdeführer bestätigte im Fragebogen der SUVA am 22. Oktober 2010 insbesondere selbst, es sei ihm immer möglich gewesen zu arbeiten. Ein zig aufgrund der Physiotherapie sei es zu Arbeitsausfällen gekommen. Dies ergibt sich auch aus den Zwischenberichten von Dr. D.____ vom 22. Oktober 2010 und 2. Februar 2011, welche bestätigen, dass eine Arbeits- unfähigkeit des Beschwerdeführers nie bestanden habe. Des Weiteren sind die heutigen Beschwerden organisch nic ht nachweisbar, wie man den vor- handenen Arztberichten (ausführlich siehe E. 5.1) entne hmen kann. Bereits dem Zwischenbe- richt vom 2. Februar 2011 von Dr. D.____ lässt sich entneh men, dass die Beschwerden regre- dient waren und die Physiotherapie beendet wird. Im A rztbericht vom 18. März 2011 von Dr. E.____ wurde zwar ein leichtes tendomyotisches Zervikal syndrom diagnostiziert, jedoch schränkte sie diese Diagnose weiter ein, indem sie festhi elt, dass dies ohne sichere radikuläre Reizerscheinungen vorliege. Im Übrigen empfahl sie ein Fitnessprogramm. Dr. F.____ hielt am 28. März 2011 keine weitere Behandlung für nötig, da eine allfällige Traumatisierung der Hals- wirbelsäule des Beschwerdeführers längst auskuriert sei. D r. G.____ attestierte dem Be- schwerdeführer mittels MRT vom 19. Juli 2011 intakte ossär e Strukturen und fand keinen Nachweis einer Diskushernie oder Myelopathie. Es gäbe zwar minime chondropathische Ver- änderung C7/TH1 sowie TH2-TH4 mit ganz diskreten Discuspr otrusionen, diese wären aber ohne klinische Relevanz. Bei der kreisärztlichen Untersuchun g vom 17. August 2011 kam Dr. F.____ zur Diagnose, dass ein funktionelles linksbet ontes Cervikalsyndrom nach HWS- Seite 7 Distorsion vorläge, jedoch seien die Beschwerden konsistent rein funktioneller Natur. Aus versi- cherungsmedizinischer Sicht sei die Nackendistorsion längst auskuriert, der Beschwerdeführer leide nun unter etwas chronifizierten funktionellen B eschwerden ohne irgend eine organische Grundlage. Von medizinischen Massnahmen, wie Physiotherap ie, ist somit mit der erforderli- chen Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Gesun dheitszustandes zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin hat daher am 6. Juni 2011 den F all zu Recht per 30. Juni 2011 abge- schlossen. 7.1 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparati- ven/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (für viel e: Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmetho- den müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 7.2 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbare Un fallfolgeschäden vor wie vorlie- gend, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen . Dabei ist rechtsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, e inen äquivalenten Verletzungsmecha- nismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mi t jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten un d liegt in der Folge das für diese Verlet- zung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerz en, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affekt- labilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten un d mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgende E. 6.2) Grundsätze zu prüfen. Li egt kein Unfall mit einem Schleuder- trauma oder einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verle tzung vor oder fehlt es nach einer sol- chen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurtei- lung psychischer Folgeschäden des Unfalls nach den in BGE 1 15 V 133 ff. entwickelten Krite- rien zu erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass be i Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E . 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddem bei den übrigen Unfällen für die Beurtei lung der Adäquanz psychischer Fehlent- wicklungen lediglich das Unfallereignis als solches und di e dabei erlittenen körperlichen Ge- sundheitsschäden sowie deren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). 7.3 Dr. C.____ diagnostizierte nach dem Unfallereigni s vom 2. Februar 2010 gleichentags ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma und hielt fest, dass der Beschwerdeführer über Nackenbeschwerden klage. Dr. D.____ bestätigte dies in se inen Zwischenberichten vom Seite 8 22. Oktober 2010 und 2. Februar 2011. Ein Schleudertr auma ist in den Akten klar dokumentiert und von der Beschwerdegegnerin unbestritten. 8. Im bereits mehrfach erwähnten BGE 134 V 109 ff. ha t sich das Bundesgericht ausführ- lich mit der bisherigen Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalen- ter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne o rganisch objektiv ausgewiesene Be- schwerden (so genannte Schleudertrauma-Praxis nach BGE 1 17 V 359 ff.) befasst. Dabei hat es entschieden, dass am Erfordernis einer besonderen Adä quanzprüfung bei Unfällen mit sol- chen Verletzungen festzuhalten sei (E. 7-9). Auch beste he keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vorzunehmende Ei nteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwere gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilung zu ändern (E. 10.1). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall nach wie vor zu verlangen, dass dem Un- fall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung de r Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zu- kommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwer e aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung diese r Frage ist an das Unfallereignis anzuknüp- fen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und sc hliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adä quate Kausalzusammenhang in der Re- gel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mi ttleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind we itere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang ste hen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzu beziehen. Je nachdem, wo im mittle- ren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig d avon, ob einzelne dieser Kriterien in be- sonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Beja hung des adäquaten Kausalzusam- menhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (E. 10.1 mit Hinweisen). 9.1 Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensab- lauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. Kran ken- und Unfallversicherung - Recht- sprechung [RKUV] 1999 Nr. U 335 S. 207 E. bb), nicht j edoch Folgen des Unfalles oder Be- gleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden F aktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, a ber auch für - unter dem Gesichts- punkt der besonders dramatischen Begleitumstände oder be sonderen Eindrücklichkeit des Un- falls zu prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Ver- letzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für an dere Personen nach sich zieht. Dieser Grundsatz gilt sowohl in Bezug auf die Adäquanzbeurteil ung bei psychischen Fehlentwicklun- gen nach Unfall (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1) als auch bei Anwendung der Schleudertrauma -Praxis (Urteil I. des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_536/2007, E. 6.1). 9.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. Oktobe r 2011 ging die Beschwerde- gegnerin gestützt auf die biomechanische Kurzbeurteilun g vom 7. Dezember 2010 davon aus, dass es sich beim Auffahrunfall, den der Beschwerdeführer am 2. Februar 2010 erlitt, um ein Seite 9 mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu einem leichten Ereignis handle. Der biomechani- schen Kurzbeurteilung lässt sich entnehmen, dass die kollisio nsbedingte Geschwindigkeitsän- derung, delta-v, für das Fahrzeug des Beschwerdeführers knapp unterhalb oder innerhalb eines Bereiches von 10 bis 15 km/h gelegen hat. Durch die dab ei wirksamen Beschleunigungskräfte hätte sich der Beschwerdeführer relativ zum Fahrzeug in Richtung der Fahrzeuglängsachse nach hinten bewegt. 9.3 Diese Beurteilung der Beschwerdegegnerin ist mit Bl ick auf die Massstäbe, wie sie durch die Rechtsprechung zur Unfallschwere bei Schleuder traumen oder adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzungsmechanismen entwickelt worden sind, nicht zu beanstanden. Einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug werden in der Regel als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfällen betrachtet (vlg. Urteil des Eidgenössischen Versiche- rungsgerichts vom 8. November 2004 U 314/03, Erw. 3. 1 und vom 15. März 2005 U 380/04, Erw. 5.1.2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 mit zahlreichen Hinweisen). 10.1 Geht man von einem mittelschweren Unfall im enger en Sinne aus, müssen für die Beja- hung des adäquaten Kausalzusammenhanges entweder eines der relevanten Adäquanzkrite- rien in besonders ausgeprägter oder aber mehrere diese r Kriterien in gehäufter oder auffallen- der Weise erfüllt sein (Urteile T. des Bundesgerichts vom 31. März 2009, 8C_987/2008, E. 5.2, und J. vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4.3.2.1). Das Bundesgericht hat die bisherige Schleudertrauma-Pr axis im genannten Urteil BGE 134 V 109 ff. in mehrfacher Hinsicht präzisiert. So hat es die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwend ung der Schleudertrauma-Praxis recht- fertigt, erhöht (E. 9) und die adäquanzrelevanten Kri terien teilweise modifiziert (E. 10.2 und 10.3). Dies betrifft zunächst das Kriterium der "ungew öhnlich langen Dauer der ärztlichen Be- handlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Unfall fortgesetzt spezifische und die versi- cherte Person belastende ärztliche Behandlung im Zeitrau m bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war (E. 10.2.3). Weiter wird für die Erfüllu ng des Kriteriums "Dauerbeschwerden" vor- ausgesetzt, dass diese erheblich sind, was auf Grund glaub haft geltend gemachter Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu beur- teilen ist (E. 10.2.4). Hinsichtlich des Kriteriums "Gra d und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" schliesslich ist nicht die Dauer an sich, sondern eine erhebl iche Arbeitsunfähigkeit als solche massgeblich, die zu überwinden die versicherte Person ernst hafte Anstrengungen unternimmt (E. 10.2.7). Zusammenfassend hat das Bundesgericht den K atalog der bisherigen adäquanzre- levanten Kriterien (BGE 117 V 367 E. 6a, 383 E. 4b) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst (E. 10.3): - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Seite 10 10.2 Der Beschwerdeführer war stets arbeitsfähig, ein zig die Physiotherapie verursachte Arbeitsausfälle. Die Erfüllung weiterer Kriterien f ällt klarerweise nicht in Betracht. Die Ausfüh- rungen der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vo m 19. Oktober 2011 sind somit nicht zu beanstanden. 11. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegn erin ihre Versicherungsleistun- gen für die Folgen der HWS-Verletzung, welche der B eschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 2. Februar 2010 erlitten hat, zu Recht per 30. Jun i 2011 eingestellt und den adäquaten Kausalzusammenhang verneint hat. Die gegen den betreffe nden Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2009 erhobene Beschwerde muss deshalb abgewiesen werden. 12. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos ist. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwer de führende Person einen bundes- rechtlichen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Aus der B egrenzung des Anspruchs auf die Beschwerde führende Person folgt, dass die Beschwerdeg egnerin, das heisst die Sozialversi- cherung bei Obsiegen grundsätzlich keinen Parteikostenersa tz verlangen kann (vgl. T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, S. 497) . Die ausserordentlichen Kosten sind daher wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht