<h2>SubmittedText<h2><p>Ab 1. Januar 2009 ist nach dem neuen Tierschutzgesetz in der Schweiz die chirurgische Kastration ohne Schmerzausschaltung verboten. Die Suche nach Alternativen läuft auf Hochtouren. Wie nun bekannt wurde, hat die Zulassungsbehörde des Bundes, das Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI), im Januar 2007 einen Impfstoff gegen Ebergeruch der Firma Pfizer AG für den Einsatz in der Schweinehaltung zugelassen. Diese Impfung, die zweimal bis zur Schlachtung erfolgt, soll den Ebergeruch verhindern. Der Impfstoff stimuliert dabei die Bildung von Antikörpern, welche die Hodenfunktion vorübergehend unterdrücken und so den unerwünschten Ebergeruch verhindern.</p><p>Dazu stellt sich folgende Frage: Aus welchen Gründen hat das IVI den obgenannten Impfstoff gegen Ebergeruch bewilligt, obwohl er noch in keinem anderen Land in Europa zugelassen und in der Praxis angewendet wurde?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Institut für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI) des Bundesamtes für Veterinärwesen ist Zulassungsstelle für immunologische Arzneimittel für Tiere in der Schweiz. Zu den Hauptaufgaben des IVI gehört die Zulassung von Impfstoffen und Immunseren.</p><p>Die Firma Pfizer AG hat im Jahr 2006 beim IVI ein Gesuch für die Zulassung von Improvac eingereicht. Dabei handelt es sich um ein tierärztliches Präparat zur Vermeidung von Geschlechtsgeruch bei nichtkastrierten männlichen Schweinen.</p><p>In Australien und Neuseeland ist Improvac seit 1998 zugelassen. In diesen Ländern wurden bereits einige Millionen Dosen eingesetzt. Improvac ist seit 2006 auch in Brasilien, Mexiko, Südafrika und den Philippinen zugelassen.</p><p>Improvac wirkt wie ein konventioneller Impfstoff. Er enthält ein synthetisch hergestelltes, inaktives Antigen. Der Impfstoff ist gentechnikfrei und hat keine hormonelle Wirkung. Bei der Verwendung von Improvac sind keine Rückstände nachweisbar, weshalb keine Einschränkungen bezüglich Lebensmitteln erforderlich sind. Untersuchungen in der Schweiz, welche in den Jahren 1999-2003 von der Universität Zürich durchgeführt wurden, zeigten die gute Anwendbarkeit und Wirksamkeit unter schweizerischen Verhältnissen.</p><p>Das IVI hat die von der Gesuchstellerin eingereichten Unterlagen unter Beachtung der gesetzlichen Anforderungen auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Anfang 2007 hat das IVI über das Gesuch entschieden und den Impfstoff Improvac in der Schweiz zugelassen.</p><p>Die Schweiz hat damit als erstes europäisches Land eine Bewilligung für die Abgabe eines tierärztlichen Präparates zur Vermeidung von Geschlechtsgeruch bei nichtkastrierten männlichen Schweinen erteilt. Die Suche nach Alternativen zur Ferkelkastration ist aber auch in der EU ein wichtiges Thema. So sind in mehreren europäischen Ländern (u. a. Spanien, Deutschland) bereits umfangreiche Feldstudien mit Improvac durchgeführt worden. Die Firma Pfizer AG hat mittlerweile auch bei den EU-Behörden einen Antrag auf ein zentrales Zulassungsverfahren gestellt. Ein Entscheid wird im Jahr 2008 erwartet.</p>  Antwort des Bundesrates.