Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. Februar 2012 (725 11 299) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Anspruch auf Versicherungsleistungen Besetzung Präsidentin Eva Meuli Ziegler, Kantonsrichter Michael Guex, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber i.V. Samuel Baader Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, Advokat, Aeschenvorstadt 77, Postfach 538, 4010 Basel gegen SUVA , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. A.____, geboren 1950, stand seit dem 1. Septembe r 1987 bei ihrem Arbeitgeber B.____AG in einem Arbeitsvertragsverhältnis und war als Arbeitnehmerin obligatorisch bei der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 26. September 1987 knickte A.____ beim Geh en das rechte Knie ein und erlitt dabei einen lateralen Meniskusriss. Beim Treppensteigen knickte ihr am 10. Juli 1996 dasselbe Knie erneut ein, wobei sie sich eine Teilruptur des dist alen Ansatzes des rechten Musculus castus lateralis zuzog. Einen weiteren Unfall zog sie sich am 23. August 1999 zu, bei welchem sie am Arbeitsplatz das linke Knie an der Wickelmaschine an schlug und dabei eine Meniskus- verletzung (Läsion) erlitt. Als sie anlässlich eines Betr iebsausflugs beim Besteigen eines Heu- wagens am 28. August 2002 abrutschte, zerrte sie sich die linken Schulter. Die SUVA erbrachte Seite 2 in der Folge für alle vier Unfälle die gesetzlichen Lei stungen (Taggelder und Heilkosten). Mit Verfügung vom 23. Januar 2009 sprach ihr die SUVA für die verbleibende Beeinträchtigung aus den vorgenannten vier Unfällen ab dem 1. Januar 2009 eine Invalidenrente (IV-Rente) basie- rend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 21% und eine In tegritätsentschädigung bei einer Integri- tätseinbusse von 35% zu. Die von der Versicherten erhobe ne Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 18. Januar 2010 ab. Hiergegen e rhob A.____ am 22. Februar 2010 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht), und beantragte die Verfügung vom 23. Ja nuar 2009 und der Einspracheentscheid vom 18. Januar 2010 seien aufzuheben. Ihr sei späteste ns ab dem 1. Januar 2009 gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 50% eine Rente und auf der Basis einer zusätzlichen Integritätseinbusse von mindestens 20% eine entsprechende Integritätsentschädigung auszu- richten; unter o/e Kostenfolge. Mit Urteil vom 27. August 2010 hiess das Kantonsgericht die Beschwerde vom 22. Februar 2010 in dem Sinne gut, dass der angefochtene Einspracheentscheid aufgehoben und die Ange- legenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfü- gung an die SUVA zurückgewiesen wurde. Begründet wurde das Urteil damit, dass aufgrund der dem Gericht damals vorliegenden Akten, insbesonde re betreffend die ärztliche Zumutbar- keitsbeurteilung, kein abschliessender Entscheid über die Höhe der IV-Rente und der Integri- tätsentschädigung gefällt werden könne. Mit Verfügung vom 1. Juni 2011 anerkannte die SUVA, u nter Berücksichtigung eines erneuten Unfalles von A.____ am 22. Februar 2010, gestützt auf eine Erwerbsunfähigkeit von 24%, ihren Anspruch auf eine IV-Rente in der Höhe von Fr. 776.35 pro Monat mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009 sowie gestützt auf eine Integritätseinb usse von 35% eine Integritätsentschädi- gung von Fr. 33'120.--. Die SUVA stellte, ebenfalls unter Berücksichtigung des Unfalles vom 22. Februar 2010, mit Ver- fügung vom 6. Juni 2011 ihre Versicherungsleistungen (Ta ggelder und Heilkosten), unter Hin- weis auf einen eingetretenen medizinischen Endzustand, per 30. Juni 2011 ein. Mit Eingabe vom 23. Juni 2011 erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Claude Schnüriger, form- und fristgerecht Einsprache gegen die beiden Ve rfügungen der SUVA vom 1. Juni 2011 und 6. Juni 2011. Diese Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 8. August 2011 ab. Sie begrün- dete ihren Entscheid damit, dass ein Vergleich des Invalid en- mit dem Valideneinkommen von A.____, unter Berücksichtigung des Berichts der kreisärztli chen Untersuchung vom 8. März 2011, einen Invaliditätsgrad von 24% ergebe. Betreffe nd die Integritätsentschädigung habe der Kreisarzt anlässlich der Untersuchung vom 22. Februar 2011 (recte 8. März 2011) den Integri- tätsschaden gleich hoch geschätzt wie dies in der Verfüg ung vom 23. Januar 2009 der Versi- cherten durch die SUVA mitgeteilt worden sei. Folglich sei die Verfügung vom 6. Juni 2011 nicht zu beanstanden. In Bezug auf die Verfügung vom 1. Juni 2011 verwies die SUVA ebenfalls auf den kreisärztlichen Bericht vom 22. Februar 2011 (recte 8. März 2011), wonach im vorliegenden Fall bei der Versicherten von einem medizinischen Endzust and auszugehen sei und keine er- heblichen Residuen festzustellen seien. Seite 3 B. Dagegen erhob A.____, erneut vertreten durch Dr. Claude Schnüriger, am 3. September 2011 fristgerecht Beschwerde beim Kantonsgericht. Sie be antragte, der Einspracheentscheid vom 8. August sowie die Verfügungen vom 1. Juni 2011 und 6. Juni 2011 seien aufzuheben. Es sei ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen, eventuali ter sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben. Sodann sei die Beschwerde- gegnerin zu verurteilen, ihr mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009 auf der Basis einer Erwerbsun- fähigkeit von mindestens 50% die entsprechende Rente un d auf der Basis einer Integritätsein- busse von mindestens 50% die entsprechende Integritätsen tschädigung zuzüglich Verzugszin- sen gemäss den gesetzlichen Vorschriften zu entrichten. Zud em sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihr auch nach dem 30. Juni 2011 auf de r Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 100% die Taggelder zu entrichten und die Heilkosten zu übernehmen; alles unter o/e Kosten- folge. C. Die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-M ünch, liess sich am 29. November 2011 vernehmen und beantragte, die Beschwerde vom 3. Se ptember 2011 sei vollumfänglich abzuweisen und der angefochtene Einspracheentscheid, wom it ihre Verfügungen vom 1. Juni 2011 und vom 6. Juni 2011 geschützt würden, sei zu bestätigen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Be stimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in C.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formge- recht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 3. Sep tember 2011 ist demnach einzutre- ten. 2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherun gsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versi- cherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie ge- mäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend Seite 4 gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes- tens 10 Prozent invalid ist. Der Rentenanspruch entst eht, wenn von der Fortsetzung der ärztli- chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundhe itszustandes der versicherten Per- son mehr erwartet werden kann und allfällige Einglie derungsmassnahmen der Invalidenversi- cherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn f allen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 3. In ihrem Einspracheentscheid vom 8. August 2011, mi t welchem die Verfügungen vom 1. Juni 2011 und 6. Juni 2011 bestätigt wurden, hat die Beschwerdegegnerin die Versiche- rungsleistungen (Heilbehandlung und Taggelder) per 30 . Juni 2011 eingestellt. Sodann sprach die Beschwerdegegnerin der Versicherten für die verble ibenden Beeinträchtigungen aus den Unfallereignissen vom 26. September 1987, vom 23. Au gust 1999, vom 28. August 2002 und vom 22. Februar 2010 mit Wirkung ab dem 1. Januar 2009 eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 24% basierende und gestützt auf einen versicherten Jah resverdienst von Fr. 47'970.-- fest- gesetzte Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädi gung in der Höhe von Fr. 33'120.-- zu. Dagegen liess die Versicherte die Ausrichtung von Invalid enleistungen auf der Basis einer Er- werbsfähigkeit von mindestens 50% beantragen. 4.1 In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwe rdegegnerin die Versicherungsleistung (Heilbehandlung und Taggelder) per 30. Juni 2011 zu Recht eingestellt hat. Gemäss Art. 19 Abs. 1 Satz. 2 UVG fallen mit dem Rentenbeginn die He ilbehandlung und die Taggeldleistun- gen dahin. Der Rentenbeginn setzt gemäss Art. 19 Abs. 1 Satz. 1 UVG voraus, dass durch die Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person erwartet werden kann. 4.2 Der angefochtene Einspracheentscheid, die Verfügu ngen der Beschwerdegegnerin vom 1. Juni 2011 und 6. Juni 2011 und auch die kreisärztliche Untersuchung vom 8. März 2011 beinhalten korrekterweise die Unfälle der Versicherten vom 26. September 1987, vom 23. August 1999, vom 28. August 2002 und vom 22. Febru ar 2010. Letzterer wurde von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 1. Juni 2011 bzw. 6. Juni 2011 – entgegen der Rü- ge der Beschwerdeführerin – in der Referenz (Referenz -Nr. 4.20497.10.5) genannt. 4.3 Dr. med. D.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, stellte im Untersuchungsbericht vom 8. März 2011 fest, es sei nicht davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Ver- sicherten in der Zukunft namhaft verbessern werde. In d er ärztlichen Beurteilung vom 21. April 2011 bestätigte Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, den eingetretenen medizinischen Endzustand bei der Beschwerdeführerin. 4.4 Wie bereits in E. 4.5 des Kantonsgerichtsurteils vom 27. August 2010 festgestellt wurde, kann auch zum heutigen Urteilszeitpunkt dem Vorbringen des Sohnes der Beschwerdeführerin, wonach eine psychische Untersuchung erforderlich sei, nicht gefolgt werden. Die Annahme ei- ner allenfalls invalidisierenden psychisch bedingten Arbei tsunfähigkeit setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssys- Seite 5 tem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5. 3 und E. 6). Die von Dr. med. F.____, Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, am 5. März 2009 und 30. Juni 2009 festgestell- ten depressiven Verstimmungen sind weiterhin kein Hinwe is für eine psychische Beeinträchti- gung mit Krankheitswert. Es besteht daher kein Anlass, diesbezüglich weitergehende fachärztli- che Abklärungen vorzunehmen. 4.5 Indem bei der Beschwerdeführerin vorliegend durch Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann, sind Heilbehand- lungskosten und Taggeldleistung durch die Beschwerdegegn erin zu Recht eingestellt worden. Fraglich erscheint allerdings, ab welchem Zeitpunkt die s der Fall ist. Die Beschwerdegegnerin legte den Rentenbeginn in ihrer Verfügung vom 1. Juni 2011 auf den 1. Januar 2009 fest. Dr. D.____ stellte jedoch erst im März 2011 den Endzust and fest. Die Beurteilung der Frage des Zeitpunkts des Eintritts des Endzustandes kann offen g elassen werden. Die Beschwerde- gegnerin stellte in ihrer Verfügung vom 6. Juni 2011 die vorübergehenden Leistungen (Heilbe- handlungskosten und Taggelder) aus Kulanz erst per 30. Juni 2011 ein, weshalb folglich erst ab diesem Zeitpunkt der medizinische Endzustand bei der Versicherten rechtswirksam wurde. 5. Zu beurteilen ist in Bezug auf den Rentenanspruch so dann das Ausmass der bei der Versi- cherten aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigun g und deren Auswirkungen auf die Ar- beitsfähigkeit. 5.1 Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arb eitsunfähigkeit die durch eine Beein- trächtigung der körperlich oder geistigen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar beit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem and eren Beruf oder Aufgabenbereich be- rücksichtigt. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwal- tung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen a ngewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Aufgabe der Ärztin bzw. des Arztes ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfäh ig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinwei- sen). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnah men eine wichtige Grundlage für die Be- urteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche an deren Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (U LRICH MEYER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invalidi- tätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversi- cherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro- zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. A rt. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob Seite 6 die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilu ng des streitigen Rechtsanspruchs ges- tatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen den medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 6.1 Die SUVA stütze sich in ihrer Rentenverfügung be i der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf den Bericht der kreisärztlichen Untersuchung von Dr. D.____ vom 8. März 2011. Darin diagnos- tizierte er infolge der Unfälle vom 26. September 198 7, vom 23. August 1999, vom 28. August 2002 und vom 22. Februar 2010 bei der Versicherten ein e tolerable intracarpale Restinstabilität rechts nach Handgelenksdistorision, eine auskurierte trau matische Tendovaginitis de Quervain rechts, eine Schultersteife links nach Schultertrauma, Reko nstruktion der Supraspinatussehne und Reruptur, eine mittelgradige lateralbetonte Gon arthrose rechts nach mehreren Traumen und Arthroskopien, eine beginnende mediale Gonarthro se links, chronifizierte laterale OSG- Beschwerden links nach Fussdistorsion, eine unfallfremde Genua valga und leichte Senkfüsse und leichte unfallfremde Arthrose des linken Zeigefin germittelgelenks. In der Zumutbarkeitsbe- urteilung hielt Dr. D.____ fest, dass die Versicherte au f einem sehr leichten bis leichten Posten mit insbesondere sehr leichten und rumpfnahen manuellen Aktivitäten (beispielsweise leichteste Montagearbeiten und Produkteprüfung) ganztags arbeits fähig sei. Die Schulter- und Kniebe- schwerden würden zusätzlich wechselbelastete Arbeitbeding ungen mit stets frei wählbarer Po- sition (sitzend, stehend, gehend), stehend und gehend mit einem Traglimit von weniger als 5 kg ohne Knien, Kauern, Treppensteigen erfordern. Manue lle Aktivitäten würden keine grossräumi- ge Repetitivität wie beispielsweise mit einem Schraube nzieher oder einer Schere erlauben. Diese Einschränkungen würden auch die noch medizinisch persistierenden Residuen im rech- ten Handgelenk und im linken Fuss abdecken. Eine medizini sche Begründung für den von der Beschwerdeführerin angestrebten Halbtagseinsatz sei nicht gegeben. 6.2 Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin der Be schwerdeführerin eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 24% basierende IV-Rente zu. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten hinsichtlich der verschiedenen unfallbedingten Folgen die Ausübung einer leichten bis sehr leichten Tätigkeit mit insbesondere sehr leichten und rumpfnahen manuellen Aktivitäten ganztags zumutbar sei. 6.3 Dagegen führte die Beschwerdeführerin ins Feld, de r kreisärztliche Bericht vom 8. März 2011 und der angefochtene Einspracheentscheid würden di e Kriterien, welche das Kantonsge- richt mit Urteil vom 27. August 2010 im vorliegenden F all an die ärztliche Beurteilung gestellt habe, nicht erfüllen. Es fehle eine unabhängige umfa ssende medizinische Beurteilung der Be- schwerdeführerin im Hinblick auf ihre Arbeitsfähigkeit. Das Kantonsgericht habe im vorgenann- ten Urteil der Beschwerdegegnerin auferlegt, ein medi zinisches polydisziplinäres Gutachten einzuholen. Seite 7 6.4 Mit Urteil des Kantonsgerichts vom 27. August 2010 wurde die Angelegenheit zur erneu- ten Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die SUVA zurückgewiesen. In welcher Form die SUVA die erneute Abklärung vorzunehmen habe, wurde von Seiten des Kantonsge- richts – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht festgehalten. Es liegt – wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung von 29. Nov ember 2011 zu Recht vorbrachte – weitgehend im Ermessen der Beschwerdegegnerin, ob sie d ie medizinische Beurteilung intern oder extern durchführen lassen möchte. Inhaltlich verw ies die Beschwerdegegnerin im ange- fochtenen Einspracheentscheid auf die kreisärztliche Zumut barkeitsbeurteilung vom 8. März 2011 (vgl. E. 6.1 hiervor). Darin hielt Dr. D.____ im Gegensatz zu seiner kreisärztlichen Zumut- barkeitsbeurteilung vom 18. November 2008 fest, dass keine grossräumig repetitive Arbeiten mit einem Schraubenzieher oder einer Schere möglich se ien. Bei den Sprunggelenken wie bei den Knien sei die Gelenkmechanik nicht voll zugänglich wi e es bei organischen Beschwerden eigentlich der Fall sei. Die Restinstabilität im rechte n Handgelenk sei durchaus tolerabel und durch keine bekannte Methode zu beseitigen. Die linke S chulter werde teilweise besser als frü- her aktiviert. Auch in Bezug auf die Kniegelenke habe sich die Situation dahingehend verbes- sert, dass diese bei radiologisch nicht progressiven post traumatischen arthrotischen Verände- rungen etwas freier seien. Therapeutisch würden praktisc h nur noch reine Erhaltungsmass- nahmen angewandt. 6.5 Der kreisärztliche Bericht vom 8. März 2011 beinhalte t im Gegensatz zum Bericht vom 18. November 2008 die vom Kantonsgericht genannten f ehlenden Präzisierungen, so dass die- ser umfassend ist, die geklagten Beschwerden der Beschwerd eführerin berücksichtigt und in Kenntnis der Anamnese verfasst wurde. Sodann ist er schlüssig und nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei. Da keine Indizien gegen di e Zuverlässigkeit des Berichts vorlie- gen, kann vorliegend darauf abgestellt werden. Ein pol ydisziplinäres Gutachten anstelle des kreisärztlichen Untersuchungsberichts ist jedenfalls nicht e rforderlich. Daran ändert auch die Aktennotiz von Dr. D.____ vom 16. Februar 2011 nichts, mit welcher er ein "externes Gutach- ten" vorgeschlagen hat. Da die vorhandenen medizinischen Unterlagen nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des relevanten medizinischen Sachverhaltes zulassen, kann auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Einholung eines umfassenden medizinischen Gut- achtens verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdi gung; vgl. dazu BGE 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 6.6 Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass es der Versic herten zuzumuten ist, eine ihrem Leiden adaptierte leichte bis sehr leichte Tätigkeit ganztags auszuüben. 7. Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin den Einko mmensvergleich. 7.1 Nach Art. 16 ATSG hat die Invaliditätsbemessung bei erwerbstätigen Versicherten auf- grund eines Einkommensvergleichs zu erfolgen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be- handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durc h eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalid eneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni cht invalid geworden wäre (Vali- deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig mög lichst genau ermittelt und einan- Seite 8 der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkom mensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 104 V 136). Nach Rechtsprechung des Bundesgerichts sind für den Ein- kommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpu nkt des Beginns des Rentenan- spruchs massgebend (hier: 1. Januar 2009; vgl. dazu BGE 129 V 222, 128 V 174). 7.2 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invalid itätsgrades massgebenden hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwie- genden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommens- ermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen, wesha lb in der Regel vom letzten Lohn, den die versicherte Person vor Eintritt des Gesundheitsschaden s erzielte, auszugehen ist (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 26. Nove mber 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Für die Festsetzung des Inva lideneinkommens ist nach der Recht- sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situatio n auszugehen, in welcher die versi- cherte Person konkret steht. Vorliegend ist die Versichert e im massgebenden Zeitpunkt keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. Im Einkommensvergleich ist deshalb von einem hypothe- tischen Invalideneinkommen auszugehen. Um dieses zu ermitteln, können nach der Rechtspre- chung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt fü r Statistik periodisch herausge- gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die Zahlen der sogenannten Dokumentationen der Arbeitsplätze (DAP) herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1999 Nr. U 343 S. 412). 7.3 Im Entscheid BGE 129 V 472 ff. befasste sich das Bund esgericht ausführlich mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschrei bungen aus der von der SUVA ge- schaffenen DAP und stellte fest, dass die für die Invalid itätsbemessung herangezogenen DAP- Profile im konkreten Einzelfall repräsentativ sein müssen. Es genügt daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefäl- le handeln kann. Vielmehr muss der Unfallversicherer m indestens fünf DAP-Blätter auflegen, damit die Repräsentativität der DAP-Profile als gegebe n betrachtet werden kann. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der auf Grun d der gegebenen Behinderung der versicherten Person in Frage kommenden dokumentierten Ar beitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs- profil entsprechenden Gruppe. Dadurch wird eine hinr eichende Überprüfung des dem Unfall- versicherer bei der Auswahl der DAP-Blätter zustehenden E rmessens ermöglicht. Sind die er- wähnten verfahrensmässigen Anforderungen nicht erfüllt, kann nicht auf den DAP- Lohnvergleich abgestellt werden (vgl. zitiertes Urteil , E. 4.2.2; vgl. auch die Urteile des EVG vom 14. Oktober 2003, U 347/00, E. 2.3.1 und vom 20. Oktober 2003, U 392/00, E. 5.2.2). 7.4 Vorliegend ermittelte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen, aufgrund einer nicht ausreichenden Anzahl von DAP-Blättern, mittels der LSE. Es wurde zunächst berücksich- tigt, dass die Versicherte ohne Unfall 2009 einen mutm asslichen Verdienst von Fr. 47'970.-- hätte erzielen können, womit das Valideneinkommen der Versicherten um 7,46% unterdurch- schnittlich war. Unter Berücksichtigung dieses Unterdurchschn itts und des maximalen leidens- bedingten Abzugs von 25% wurde der Versicherten mit de n unfallbedingten Behinderungen ein mutmassliches Jahreseinkommen von Fr. 36'488.-- zugemutet . Wird das Invalideneinkommen Seite 9 mit dem Valideneinkommen verglichen, so ergibt dies ei nen Invaliditätsgrad von gerundet 24%. Gemäss den hiervor ausgeführten Erwägungen ist dieses V orgehen nicht zu beanstanden. Da die Beschwerdeführerin ihre Rüge betreffend den Eink ommensvergleich ansonsten nicht weiter begründete und sich aus den Akten keine Hinweise für seine Unrichtigkeit ergeben, kann für die Berechnung der Invalidenrente auf den angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen werden. 8.1 Zu beurteilen bleibt die Höhe des Integritätsschade ns, welcher dem Anspruch auf Integ- ritätsentschädigung zu Grunde zu legen ist. Gemäss Art. 2 4 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person, welche durch einen Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geis- tigen und psychischen Integrität erleidet, Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädi- gung. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unf allversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als daue rnd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl- lig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). Fallen meh rere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusa mmen, so wird die Integritätsent- schädigung nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). 8.2 Falls ein Rentenanspruch – wie vorliegend bejaht (vgl. E. 7.4 hiervor) – besteht, so wird diese Entschädigung nach Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Inval idenrente festgesetzt. Die Integri- tätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG in For m einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Verdienstes nicht überschreiten und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschaden s abgestuft. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädigun g. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Art. 2 dieser Vor schrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig anerkannten nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 219 E. 2a; RKUV 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkomme nde und typische Schäden prozentual gewichtet. 8.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integritä tsschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höch stbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für speziel le oder nicht aufgeführte Integritätsschä- den wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert ab geleitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In die- sem Zusammenhang erarbeitete die SUVA in Weiterentwi cklung der bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form. Diese in den Mitteilungen der medi- zinischen Abteilung der SUVA Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewä hrleistet werden soll, mit dem An- hang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a mit Hinweis). 8.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundhei tlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztli- che Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht m öglich, die Beurteilung auf Grund der aktenkundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse voraussetzt und von einem Seite 10 medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht er wartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 8.5 Die SUVA stützte sich bei der Beurteilung des Integr itätsschadens auf die Einschätzung des Kreisarztes Dr. D.____ vom 8. März 2011. Danach besteh e bei der Versicherten Residuen im rechten Handgelenk und im linken oberen Sprunggelen k, welche zu Lasten des Schadens von 22. Februar 2010 gehen würden. Diese Residuen seie n weder einzeln noch insgesamt er- heblich. Die Aufteilung der alten Schäden könne dem Bericht der Untersuchung vom 18. November 2008 entnommen werden. Die Beschwerden i n der linken Schulter und in den Kniegelenken hätten sich auf einem knapp erträglichen N iveau stabilisiert. Die letzten Röntgen- bilder hätten die mittelgradige Gonarthrose rechts und die beginnende Gonarthrose links bestä- tigt. Der Integritätsschaden im Bereich der linken Schu lter und der Kniegelenke sei konstant geblieben. In der Beurteilung des Integritätsschadens vom 18. November 2008 hielt Dr. D.____ fest, betreffend die linke Schulter sei der Oberarm (durch die funktionelle Überlagerung deutlich schlechterer Messwerte) bis etwa zur Horizontalen zu 15% n ach "Integritätsschäden"-Tabelle 1 beweglich. In Bezug auf das linke Knie bestehe eine late ralbetonte Pangon-arthrose zu 20% nach Tabelle 5, um 5% gekürzt wegen des in diesem Zusam menhang erheblichen Vorzustan- des: Laterale Teilmeniscektomie bei Genu valgum - so ziem lich die ungünstigste Konstellation. Zudem bestehe eine beginnende mediale Gonarthrose zu 5 % nach Tabelle 5 ohne Interferenz mit dem Vorzustand in linken Knie. Folglich ergibt sich in Addition aller zu berücksichtigenden Komponenten eine Integritätseinbusse von 35%. 8.6 Gestützt auf die objektivierbaren klinischen Einschätz ungen ist die von Dr. D.____ ermit- telte Integritätsentschädigung nicht zu bemängeln, zuma l die Beschwerdeführerin dagegen kei- ne konkrete Gründe vorbringt. 9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdegegneri n der Versicherten zu Recht eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähi gkeit von 24% und eine Integritätsent- schädigung basierend auf einer Einbusse von 35% zusprach. Die Einstellung der Taggelder und Heilungskosten per 30. Juni 2011 durch die Beschwerde gegnerin erfolgte ebenfalls zu Recht, weshalb der Einspracheentscheid vom 3. Januar 2011 zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Art. 61 li t. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonale Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vor- liegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die aussero rdentlichen Kosten sind wettzuschla- gen; die obsiegende Beschwerdegegnerin ist zwar anwalt lich vertreten, Art. 61 lit. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Parteienschädigung jedoch a usdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Seite 11 Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht