<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 149 S.655</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">655</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft3"><b>149</b></span> <span class="ft3"><b>Gewässerschützerische Sanierung eines landwirtschaftlichen Betriebes;</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Verhältnismässigkeit.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Eine Verschmutzung der Gewässer kann nicht länger akzeptiert</b></span><br/> <span class="ft3"><b>werden. Die letztlich wirtschaftlich begründeten Interessen der Be-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>schwerdeführerin an einem zumindest teilweisen Aufschub der Sa-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>nierung kommen gegen das öffentliche Interesse an der Durchset-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zung des Gewässerschutzes nicht an.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">656</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Entscheid des Regierungsrates vom 3. April 2002 in Sachen S.H.-S. gegen</span><br/> <span class="ft5">Baudepartement und Gemeinderat Z.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">4. b) cc) Es ergibt sich somit, dass die von der Koordinations-</span><br/> <span class="ft1">stelle Baugesuche des Baudepartementes und dem Gemeinderat Z.</span><br/> <span class="ft1">verfügten Auflagen eine sachgerechte Sanierung der Abwassersitua-</span><br/> <span class="ft1">tion auf dem Hof ermöglichen: Aufgrund der bereits festgestellten</span><br/> <span class="ft1">Gewässerverschmutzungen ist die Güllengrube einerseits abzudich-</span><br/> <span class="ft1">ten und anderseits durch die Einleitung der häuslichen Abwässer in</span><br/> <span class="ft1">die Kanalisation zu entlasten, letztere kann eine Sanierung der Gül-</span><br/> <span class="ft1">lengrube folglich nicht ersetzen. Auch der Pächter des Hofes führt in</span><br/> <span class="ft1">seiner Stellungnahme aus, mit Priorität sei das Güllengrubenproblem</span><br/> <span class="ft1">zu behandeln sowie dafür zu sorgen, dass keine häuslichen Abwässer</span><br/> <span class="ft1">mehr in den Bach fliessen würden. Nur am Rande sei darauf hinge-</span><br/> <span class="ft1">wiesen, dass aufgrund der gewässerschützerischen Situation auch die</span><br/> <span class="ft1">Direktzahlungen zuhanden des Pächters in Frage gestellt sind.</span><br/> <span class="ft1">c) aa) Wie bereits erwähnt, ist die Beschwerdeführerin bereit,</span><br/> <span class="ft1">entweder den Kanalisationsanschluss zu realisieren oder aber die</span><br/> <span class="ft1">Güllengrube zu sanieren; sie führt aber aus, mit Blick auf die unklare</span><br/> <span class="ft1">Zukunft des Hofes sei es völlig unverhältnismässig, sowohl die eine</span><br/> <span class="ft1">als auch die andere Massnahme zu verlangen. Die Beschwerdeführe-</span><br/> <span class="ft1">rin beantragt damit im Grunde genommen einen (weiteren) teilwei-</span><br/> <span class="ft1">sen Aufschub der definitiven Sanierung.</span><br/> <span class="ft1">bb) Gemäss den unbestrittenen Darlegungen der Abteilung</span><br/> <span class="ft1">Landwirtschaft des Finanzdepartementes führte die gewässerschütze-</span><br/> <span class="ft1">rische Situation auf dem Hof in der Vergangenheit immer wieder zu</span><br/> <span class="ft1">Beanstandungen; nachdem die Vielfalt der Argumentationen und</span><br/> <span class="ft1">Einwände im Laufe der Jahre eine schrittweise Sanierung jeweils</span><br/> <span class="ft1">bereits in der Anfangsphase verunmöglicht habe, hätte eine definitive</span><br/> <span class="ft1">Lösung der Sanierungsfragen schliesslich mit dem Beschluss des</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderates Z. vom 26. April 1999 eingeleitet werden sollen.</span><br/> <span class="ft1">Gestützt auf diesen in Rechtskraft erwachsenen Entscheid sei ein</span><br/> <span class="ft1">weiteres Hinausschieben der dringend notwendigen Sanierung nicht</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">657</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">mehr zu verantworten; es sei nicht zulässig, mit einem Teil des Ab-</span><br/> <span class="ft1">wassers den X-graben zu verschmutzen sowie die Gewässer durch</span><br/> <span class="ft1">undichte Gruben und Leitungen zu gefährden. In Übereinstimmung</span><br/> <span class="ft1">mit der kantonalen Fachinstanz führt auch der Gemeinderat Z. aus,</span><br/> <span class="ft1">die tägliche Gewässerverschmutzung könne nicht weiter geduldet</span><br/> <span class="ft1">werden. Schliesslich macht die Abteilung Landwirtschaft darauf</span><br/> <span class="ft1">aufmerksam, dass bei den geforderten Sanierungsmassnahmen so-</span><br/> <span class="ft1">weit verantwortbar auf die Beendigung des derzeitigen Pachtverhält-</span><br/> <span class="ft1">nisses und die damit verbundene mögliche Änderung der Bewirt-</span><br/> <span class="ft1">schaftung Rücksicht genommen worden sei. So sei für diese Zeit</span><br/> <span class="ft1">beispielsweise nicht zwingend das ganze Lagervolumen für die Gülle</span><br/> <span class="ft1">gefordert, sondern entweder die Sanierung der bestehenden Grube</span><br/> <span class="ft1">oder der Neubau einer Grube mit lediglich 290 m</span><span class="ft2"><sup>3</sup></span> <span class="ft1">Nutzinhalt verfügt</span><br/> <span class="ft1">worden; auch müsse die definitive Anpassung der Hofdünger- und</span><br/> <span class="ft1">Entwässerungsanlagen erst auf Beginn der neuen Betriebsführung</span><br/> <span class="ft1">realisiert sein.</span><br/> <span class="ft1">cc) Der Regierungsrat sieht keinen Anlass, von dieser Beurtei-</span><br/> <span class="ft1">lung abzuweichen; die Interessen des Gewässerschutzes erfordern,</span><br/> <span class="ft1">dass die mit Beschluss des Gemeinderates vom 26. April 1999 - mit-</span><br/> <span class="ft1">hin vor beinahe drei Jahren - rechtskräftig angeordnete Sanierung des</span><br/> <span class="ft1">Hofes im heutigen Zeitpunkt definitiv anhand genommen wird. Wie</span><br/> <span class="ft1">oben aufgezeigt, lässt sich die gewässerschützerische Situation in-</span><br/> <span class="ft1">dessen nur dann wirksam verbessern, wenn sowohl die Güllengrube</span><br/> <span class="ft1">saniert als auch der Anschluss an die Kanalisation realisiert wird: So</span><br/> <span class="ft1">wäre einerseits auch eine sanierte Güllengrube zu klein, um die</span><br/> <span class="ft1">häuslichen Abwässer aufzunehmen; andererseits würde der blosse</span><br/> <span class="ft1">Kanalisationsanschluss die Problematik der undichten Güllengrube</span><br/> <span class="ft1">nicht lösen. Zwar liessen sich in einer wesentlich grösseren Güllen-</span><br/> <span class="ft1">grube häusliche Abwässer aufnehmen; mit Blick darauf, dass auf</span><br/> <span class="ft1">dem Hof mit 13 Zimmern relativ viele Wohn- und Aufenthaltsräume</span><br/> <span class="ft1">vorhanden sind und die landwirtschaftliche Verwertung der häusli-</span><br/> <span class="ft1">chen Abwässer Rindvieh- und Schweinehaltung bedingt (vgl. Art. 12</span><br/> <span class="ft1">Abs. 4 GSchG), erscheint diese Lösung gerade auch aufgrund der</span><br/> <span class="ft1">nach wie vor ungewissen Zukunft des Hofes indessen nicht sachge-</span><br/> <span class="ft1">recht; deshalb sieht ja auch das Sanierungskonzept der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führerin den Anschluss an die Kanalisation vor. Nur die verfügte</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">658</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Sanierung, die sowohl den Kanalisationsanschluss als auch die Sa-</span><br/> <span class="ft1">nierung der Güllengrube verlangt, ist folglich geeignet, den Anliegen</span><br/> <span class="ft1">des Gewässerschutzes gerecht zu werden.</span><br/> <span class="ft1">Wohl ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin keine</span><br/> <span class="ft1">Massnahmen treffen will, die sich später als unnötig erweisen, ihr</span><br/> <span class="ft1">letztlich wirtschaftlich begründetes Begehren auf einen zumindest</span><br/> <span class="ft1">teilweisen Aufschub der Sanierung kommt jedoch gegen das öffent-</span><br/> <span class="ft1">liche Interesse an der Durchsetzung des Gewässerschutzes nicht an</span><br/> <span class="ft1">(vgl. auch RRB Nr. ...). Dies muss umso mehr gelten, als die Vorin-</span><br/> <span class="ft1">stanzen beim Erlass ihrer Verfügungen mögliche Varianten der zu-</span><br/> <span class="ft1">künftigen Betriebsführung berücksichtigten. So legt denn die Abtei-</span><br/> <span class="ft1">lung Landwirtschaft des Finanzdepartementes in ihrer Stellungnahme</span><br/> <span class="ft1">überzeugend dar, einerseits lasse sich das vom potentiellen Käufer</span><br/> <span class="ft1">des Hofes eingereichte Betriebskonzept mittels der verfügten Mass-</span><br/> <span class="ft1">nahmen problemlos realisieren, andererseits sei das umstrittene Sa-</span><br/> <span class="ft1">nierungskonzept auch im - in der Zwischenzeit eingetretenen - Fall</span><br/> <span class="ft1">einer Geltendmachung des Vorkaufsrechts durch den jetzigen Pächter</span><br/> <span class="ft1">zukunftsträchtig.</span><br/> <span class="ft1">Der Vollständigkeit halber sei schliesslich erwähnt, dass die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz bezüglich der Güllengrube eine provisorische Sanierung</span><br/> <span class="ft1">in Betracht zog, dass eine solche aufgrund des schlechten Zustandes</span><br/> <span class="ft1">der Grube (Statik, mangelhafter Beton, eindringendes Grundwasser)</span><br/> <span class="ft1">mit verhältnismässigem Aufwand indessen nicht zu realisieren ist</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Entscheid der Koordinationsstelle Baugesuche vom 6. Oktober</span><br/> <span class="ft1">2000).</span><br/> <span class="ft1">d) Somit ergibt sich, dass die von der Vorinstanz angeordnete</span><br/> <span class="ft1">gewässerschützerische Sanierung in allen Punkten verhältnismässig,</span><br/> <span class="ft1">den besonderen Umständen des vorliegenden Falles angepasst und</span><br/> <span class="ft1">daher zu bestätigen ist. Die Beschwerdeführerin hat also gemäss den</span><br/> <span class="ft1">Ziffern 2.1 und 2.2 der Verfügung der Koordinationsstelle Bauge-</span><br/> <span class="ft1">suche vom 6. Oktober 2000 die Güllengrube zu sanieren und gemäss</span><br/> <span class="ft1">Ziffer 2.4 den Anschluss an die Kanalisation zu realisieren.</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>