B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-6062/2012 U r t e i l v o m 7 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richter Maurizio Greppi, Gerichtsschreiber Roger Stalder. Parteien A._______, Österreich, vertreten durch Dr. Stefan Hämmerle, Hämmerle Häusle Rechtsanwälte, Riedgasse 20, AT-6850 Dornbirn, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Rentengesuch. C-6062/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1960 geborene, in ihrer Heimat Österreich wohnhafte A._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) meldete sich am 9. November 2010 beim österreichischen Sozialversicherungsträger zum Bezug einer Rente der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an (Akten [ im Folgenden: act.] der IV -Stelle für Versicherte im Ausland [ im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] 1). Nach Vorliegen eines Teils der für die Beurteil ung des Leistungsanspruchs massgeblichen Unterlagen (act. 11, 13 bis 19, 23, 24, 30 bis 32, 34) empfahl Dr. med. B._______, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst ( im Folgenden: RAD) am 26. Juli 2011 die Einholung eines psychiatr ischen Gutachtens (act. 38). Nach Vorliegen dreier Befundberichte (act. 47) so- wie des von Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und psychothe- rapeutische Medizin, am 13. November 2011 verfasste n Gutachtens (act. 48) nahm Dr. med. B._______ am 7. Febr uar 2012 erneut Stellung (act. 50). Nachdem am 19. Juni 2012 der Einkommensvergleich erstellt worden war (act. 57), stellte die IVSTA der Versicherten mit Vorbescheid vom 6. Juli 2012 bei einem Invaliditätsgrad ( im Folgenden auch: IV-Grad) von 3 % die Abwe isung des Rentenbegehrens in Aussicht (act. 59). Nachdem der Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. Häm- merle, unter Beilage weiterer Beweismittel am 3. August 2012 Einwe n- dungen vorgebracht hatte (act. 61 bis 64), äusserte sich Dr. med. B._______ am 13. September 2012 ein weiteres Mal (act. 67). In der Fol- ge erliess die IVSTA am 16. Oktober 2012 eine dem Vorbescheid im E r- gebnis entsprechende Verfügung (act. 68). B. Hiergegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter beim Bu n- desverwaltungsgericht mit Eingabe vom 20. November 2012 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ein Sachverständigengutachten (Fachbe- reich Psychiatrie und Neurologie) einzuholen (act. im Beschwerdeverfa h- ren [im Folgenden: B-act.] 1). Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, laut Befund des Bundessozialamtes vom 29. Juni 2011 sowie dem Gutachten von Dr. med. D._______ vom 13. Dezember 2011 bestehe ein derzeitiger IV - Grad von 40 %. Es entspreche nicht den Tatsachen, dass die Beschwe r- deführerin in de r Lage sein soll, leichtere, dem Gesundheitszustand a n- gepasste Arbeiten vielschichtig zu verrichten. C-6062/2012 Seite 3 C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. März 2013 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (B-act. 5). Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus , der Sachverhalt sei mehrfach dem RAD unterbreitet worden. Es sei ein psychiatrisches Gu t- achten einverlangt worden. Das von der Gegenpartei eingebrachte Zweitgutachten vom 13. Dezember 2011 sei ebenfalls aktenkundig. Der beurteilende RAD-Arzt habe sich gestützt auf die Aktenlage ein deutliches Bild von den vorliegenden psychischen Leiden der Beschwerdeführerin bilden können. Er sei in seiner Beurteilung zur Schlussfolgerung gelangt, dass inhaltlich zwischen den beiden Gutachten keine Diskrepanz best e- he. Le diglich betreffend die arbeitsmedizinische Würdigung der verbli e- benen Arbeitsfähigkeit lasse das Zweitgutachten keine Rückschlüsse zu. Die Ausführungen im Erstgutachten seien diesbezüglich schlüssig, nac h- vollziehbar und insofern beweiskräftig. Die Beschwerdeführerin sei dem- nach aufgrund ihres psychischen Zustands im erlernten Beruf als Bür o- kauffrau seit der Arbeitsaufgabe Ende 2003 maximal zu 50 % arbeitsfä- hig. Die Bemessung der Invalidität mittels der gemischten Methode erge- be einen IV-Grad von 3 %. D. Mit Zwischenverfügung vom 20. März 2013 wurde die Beschwerdeführ e- rin unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die B e- schwerde) aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 400.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 6 und 7); dieser Aufforderung wurde nachgekommen (B-act. 8 und 9). E. Nach Vorliegen der Replik vom 26. April 2013 (B -act. 8) und der Duplik vom 10. Juni 2013 (B -act. 11) schloss die Instruktionsrichter in mit pr o- zessleitender Verfügung vom 19. Juni 2 013 den Schriftenwechsel (B -act. 12). F. Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. C-6062/2012 Seite 4 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Ve rwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den a n- fechtbaren Verfügungen gehören jene der IVSTA, welche eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts darstellt (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die I n- validenversicherung [IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme, was das Sach- gebiet angeht, ist in casu nicht gegeben (Art. 32 VGG). 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. d bis VwVG bleiben in sozialversicherun gsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Besti m- mungen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzli ch geregelten Sozialver- sicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversich e- rungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1 a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsät z- lich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der B e- schwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Die Beschwerde wurde frist - und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG ; act. 71 ). Als Adressat in der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2012 (act. 68) ist die Beschwerdeführerin berührt und hat ein schutzwü r- diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht geleistet worden ist, e r- gibt sich zusammenfassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen er- füllt sind. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 1.4 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der Vorinstanz vom 16. Okto- ber 2012, mit welcher der Anspruch auf eine IV -Rente abgewiesen wo r- den ist. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit dieser Verfügun g C-6062/2012 Seite 5 und in diesem Zusammenhang, ob die Vorinstanz den Sachverhalt insbe- sondere in medizinischer Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewü r- digt hat. 1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts erheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 2. Im Folgenden sind vorab die im vorliegenden Verfahren im Wesentlichen anwendbaren Normen und Rechtsgrundsätze darzustellen. 2.1 Der Beschwerdeführer in besitzt die österreichische Staatsbürger- schaft und wohnt in Österreich, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft einerseits und der Euro päischen Gemeinschaft andererseits über die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, im Folgenden: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80 a IVG in der Fassung gemäss Ziff. I 4 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 2001 betreffend die B estimmungen über die Personenfreizügigkeit im Abko m- men zur Änderung des Übereinkommens zur Errichtung der EFTA, in Kraft seit 1. Juni 2002). Das Freizügigkeitsabkommen setzt die verschi e- denen bis dahin geltenden bilateralen Abkommen zwischen der Schwe i- zerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen Mitgliedstaaten der E u- ropäischen Union insoweit aus, als darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a FZA werden die Systeme der so- zialen Sicherheit koordiniert, um insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der bis zum 31. März 2012 in Kraft gewesenen Ve r- ordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831. 109.268.1) ha tten die Personen, die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnten, für die diese Verordnung galt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitglied staates wie die Staatsa n- gehörigen dieses Staates selbst, soweit besondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts an deres vorsehen. Dabei war im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als „Mit gliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). C-6062/2012 Seite 6 Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt ( 16. Oktober 2012) finden vorli e- gend auch die am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1) sowie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koord i- nierung der Systeme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.11) A n- wendung. Gemäss Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Per- sonen, für die diese Verordnung gilt , sofern (in dieser Verordnung) nichts anderes bestimmt ist, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Im Rahmen ihres Geltungsbereichs tritt diese Verordnung an die Stelle aller zwischen den Mitgliedstaaten geltenden Abkommen über s o- ziale Sicherheit. Einzelne Bestimmungen von Abkommen über soziale Si- cherheit, die von den Mitgliedstaaten vor dem Beginn der Anwendung dieser Verordnung geschlossen wurden, gelten jedoch fort, sofern sie für die Berechtigten günstiger sind oder sich aus besonderen historischen Umständen ergeben und ihre Geltung zeitlich begrenzt ist. Um weiterhin Anwendung zu finden, müssen diese Bestimmungen in Anhang II aufg e- führt sein. Ist es aus objektiven Gründen nicht möglich, einige dieser B e- stimmungen auf alle Personen auszudehnen, für die diese Verordnung gilt, so ist dies anzugeben (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004). Die Bestimmung des anwendbaren Rechts ergibt sich aus Art. 11 ff. der Verordnung (EG) Nr. 883/2004. Die Bestimmung der Invali- dität und die Berechnung der Rentenhöhe richten sich auch nach dem In- krafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4). 2.2 Am 1. Januar 2008 sind im R ahmen der 5. IV -Revision Änderungen des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit- licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrecht licher Rege - lungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeb lich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1), sind die vorliegend zu beurteilenden Leistungsansprüche nach den neuen Normen zu prüfen. Im vor liegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vor - schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfü gung vom 16. Oktober 2012 in Kraft standen; weiter aber auch sol che, die zu jenem C-6062/2012 Seite 7 Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstan dener Leistungsansprüche von Belang sind (das IVG ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 5129; 5. IV -Revision]; die IVV in der ent sprechenden Fassung der 5. IV-Revision [AS 2003 3859 und 2007 5155]). Mit Blick auf den Verfügungszeitpunkt (16. Oktober 2012) können auch die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) Anwendung finden. 2.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursach- te und nach zu mutbarer Behandlung oder Ein gliederung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der Er werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus geglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgaben bereich zu betätigen. Der Invali- ditätsbegriff enthält damit zwei Elemen te: ein medizinisches (Gesun d- heitsschaden mit Aus wirkungen auf die Ar beitsfähigkeit) und ein wir t- schaftliches im weiteren Sinn (dauer hafte oder länger dauernde Ei n- schränkung der Erwerbs fähigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu - mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare T ä- tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträ chtigung der körper - lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach z u- mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilwei- se Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.4 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtli ch nicht als relevant gelten Ei n- schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei C-6062/2012 Seite 8 weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeite n offen stehen- den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die G e- sellschaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine fac h- ärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung be gründet indes auch eine d i- agnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstre n- gung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewäl- tigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person al s- dann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schw e- re, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Fakto- ren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be- einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, ps y- chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsg e- winn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchg e- führten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedl i- chem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versiche r- ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher si nd – ausnahmswei- se – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1, 136 V 279 E. 3.2.1, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3). Diese für alle Versicherten in gleicher Weise gelte n- de Gerichtspraxis ist weder mens chenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Kriterienkataloges – auf medizinwissenschaftlich un-C-6062/2012 Seite 9 haltbaren Annahmen (Entscheid des BGer vom 20. Dezember 2011, 9C_776/2010, E. 2.3 bis 2.5). Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Si n- ne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbe - griff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invali- disierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten E r- werbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische St ö- rungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei Weg- fall dieser Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente b e- rechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbesti m- men, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Fol- gen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch manifes tie- renden Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten bio - psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindes- tens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min destens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht An- spruch auf eine ha lbe Rente und bei einem Invalidi tätsgrad von min - destens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 gelten den Fassung) wer den Renten, die ei nem Invalidi- tätsgrad von weniger als 50 % entsprec hen, jedoch nur an Ver sicherte ausgerichtet, die ihren Wohn sitz und gewöhnlichen Aufent halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, so weit nicht völker rechtliche Vereinba - rungen eine abweichende Rege lung vorsehen. Eine solche Ausnahme, wie sie seit dem 1. Juni 2002 für die St aatsangehörigen eines Mitglied -C-6062/2012 Seite 10 staates der EU und der Schweiz gilt, so fern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 3.1), ist vorliegend gege- ben. Nach der Rechtsprechung des EVG stellt diese Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere Anspruchsvoraus- setzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung haben jene Versi cherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfä - higkeit oder die Fäh igkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Ja h- res ohne wesentli chen Unterbruch durch schnittlich mindestens 40 % ar- beitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf die ses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unter lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher T ätigkeiten die versicherte Person ar beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un - tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksicht igt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be urteilung der me- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss folgerungen des E x- perten be gründet sind. Ausschlaggebend für den Be weiswert ist grun d- sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis mittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Berichten und Gutachten versicherungsint erner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässi g- keit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstel-C-6062/2012 Seite 11 lungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vie l- mehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilic h- keit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hinweisen). Auf Stellungnahmen der RAD resp. der medizinischen Dienste kann für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur ab - gestellt wer den, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen An - forderungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil des EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD -Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persön lichen und fachlichen Qualifika - tionen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation de s Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erheb liche Rolle. Bezü g- lich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gut achtens müssen sich Ver- waltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten verlassen können. Deshalb ist für die E ignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender spezialärztlicher Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des BGer 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3, I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publizierte Text - passage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). Nicht zwingend erfor derlich ist, dass die versicherte Person untersucht wird. Nach Art. 49 Abs. 2 IVV führt der RAD für die Beurteilung der med i- zinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs nur „bei Be darf“ sel- ber ärztliche Untersuchungen durch. In den übrigen Fällen stützt er seine Beurteilung auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen ab. Das Absehen von eigenen Un tersuchungen an sich ist somit kein Grund, um ei nen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es im Wesentlichen um die Beurteilung eines fest stehenden medizini schen Sachverhalts geht, und die direkte ärztliche Befassung mit der versiche r- ten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1 und I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 3. Im Rahmen des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 16. Oktober 2012 stützte sich die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht insbesondere C-6062/2012 Seite 12 auf die Beurteilungen des RAD -Arztes Dr. med. B._______ vom 7. Februar und 13. September 2012 (act. 50 und 67). Die entsprechenden Berichte sowie weitere medizinische Dokumente sind nachfolgend z u- sammengefasst wiederzugeben und einer Würdigung zu unterziehen. 3.1 3.1.1 Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie, verwendete in se i- nem Gutachten vom 13. November 2011 die Diagnosecodes ICD-10: F33.0 ( rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ) und ICD -10: F45.41 (Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren). Gleichzeitig erwähnte er eine soma toforme Schmerzstörung bei bekannten degenerativen Veränderungen der Wi r- belsäule und des Iliosakralgelenks (ISG). Weiter führte er aus, die c e- rebrale Belastbarkeit erscheine zu gering, um gegenwärtig am "1. A r- beitsmarkt" eine Arbeitsleistung von über 50 % zu erbringen, die ein gleichaltriger Gesunder in der Lage wäre zu erbringen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der "angestammten bzw. angepassten Form" wäre einem "Berufskundler" zu überlassen (act. 48). 3.1.2 Der RAD-Arzt Dr. med. B._______, Facharzt für Allgemeine Med i- zin, hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Februar 2012 dafür, die Vers i- cherte sei in der angestammten Tätigkeit seit dem 1. Januar 2004 zu 50 % arbeitsunfähig und in einer leidensadaptierten zu 100 % erwerbsfä- hig. Weiter führte er aus, das Gutachten habe etwas Licht in die Sache gebracht. Gemäss dem psychischen Zustand sei eine Aktivität in der a n- gestammten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt zu maximal 50 % möglich. Eine streng überwachte Arbeit un ter Einhaltung der erwähnten Ei n- schränkungen wäre vollschichtig möglich; dies würde aber quasi einem geschützten Arbeitsplatz entsprechen. Eine Einschränkung im Einpers o- nenhaushalt bestehe nicht. Die Prognose sei schlecht, der Zustand werde sich kaum verbessern (act. 50). 3.1.3 Dr. med. D._______, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, e r- wähnte in seiner Expertise vom 13. Dezember 2011 zuhanden des B e- zirksgerichts E._______ (Österreich), es bestehe eine anhaltende som a- toforme Schmerzstörung in Verbindung mit einer depressiven, gelegent- lich auch dysphorischen Stimmungslage. Die Versicherte sei derzeit und bis auf weiteres nicht in der Lage, komplexere Angelegenheiten selbs t- ständig zu regeln. Weiter finde sich eine rezidivierende depressive St ö- rung; im Untersuchungszeitpunkt habe eine mittelgradige depressive Epi-C-6062/2012 Seite 13 sode vorgelegen. Zugrunde liege auch eine ängstlich -selbstunsichere Persönlichkeitsstörung, was dazu führe, dass die Versicherte grundsät z- lich schon etwas komplexere Entscheidungen nicht alleine treffen kön ne. Sie wirke auch in der Untersuchungssituation aufgeregt und sei rasch irri- tierbar, affektlabil und im Gespräch schnell noch weiter zu verunsichern. Es liege somit aus forensisch -psychiatrischer Sicht ein affektiv begrün d- bares psychosewertiges Zustandsbild vor (act. 64). 3.1.4 Nach Würdigung des Gutachtens von Dr. med. D._______ war Dr. med. B._______ am 13. September 2012 der Ansicht, dass die B e- gutachtung durch Dr. med. D._______ zur Abklärung der Einsetzung e i- nes Sachwalters und nicht explizit zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit gemacht worden sei. Die Diagnosen und erhobenen Befunde seien di e- selben; über die Arbeitsfähigkeit lasse sich Dr. med. D._______ nicht aus. In diesem Sinne lägen keine neuen Aspekte vor , die zu einer Änderung der Stellungnahme des RAD vom 7. Februar 2012 führten (act. 67). 3.2 3.2.1 Mit Blick auf das bei der Beschwerdeführerin vorhandene Kran k- heitsbild beurteilt sich die Frage, inwieweit eine Arbeitsunfähigkeit aus medizinisch-psychiatrischer Sic ht als invalidisierend im Rechtssinne (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG) anzuerkennen ist, nach der vom Bundesgericht mit BGE 130 V 352 begründeten Rech t- sprechung zur somatoformen Schmerzstörung (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1, 136 V 279 E. 3.2.3 und SVR 2012 IV Nr. 1 S. 1, 9C_1040/2010 E. 3.4.1; vgl. E. 2.4 hiervor). 3.2.2 Bei den Stellungnahmen von Dr. med. B._______ handelt es sich um Berichte im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG (vgl. zum Sinn und Zweck dieser gesetzlichen Norm sowie zu Art. 49 IVV siehe Urteil des BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.2 mit zahlreichen weiteren Hinwe i- sen). Berichten nach Art. 59 Abs. 2 bis IVG kann nicht jegliche Aussen - oder Beweiswirkung abgesprochen we rden. Vielmehr sind sie entschei d- relevante Aktenstücke (Urteil I 143/07 des BGer vom 14. September 2007 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil I 694/05 des EVG vom 15. Deze m- ber 2006 E. 5). 3.2.3 Die Voraussetzungen, dass auf die Beurteilungen von Dr. med. B._______ trotz fehlender fachärztlicher Ausbildung insbesondere in den medizinischen Disziplinen Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie C-6062/2012 Seite 14 abgestellt werden könnte (vgl. hierzu bspw. Urteil des Bundesverwa l- tungsgerichts C-2862/2010 vom 7. Mai 2012 E. 3.2.2 mit Hinweis), sind vorliegend nicht erfüllt . Die Stellungnahmen von Dr. med. B._______ vermögen demnach die an den Beweiswert eines Arztberichts gestellten Anforderungen nicht zu erfüllen und es kann – auch mit Blick auf die übri- gen, vorstehend zusammengefasst wiedergegebenen ärztlichen Dok u- mente – auf den Beizug weiterer entsprechend ausgebildeter Fachärzte und/oder Fachärztinnen nicht verzichtet werden. Dies aus folgenden Gründen: 3.2.3.1 Die nach Würdigung des Gutachtens von Dr. med. C._______ abgegebene Beurteilung von Dr. med. B._______, wonach die Versicher- te in der angestammten Tätigkeit seit dem 1. Januar 2004 zu 50 % a r- beitsunfähig und in einer leidensadaptierten zu 100 % erwerbsfähig sei, lässt sich nicht rechtsgenüglich nachvollziehen. Einersei ts war Dr. med. C._______ der Auffassung, dass die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten bzw. in einer leidensangepassten Tätigkeit einem "Be- rufskundler" zu überlassen sei. Diese Auffassung liefert mit überwiege n- der Wahrscheinlichkeit die Er klärung dafür, dass er die im Rahmen des Leistungskalküls aufgelisteten Anforderungen durchgestrichen hatte (act. 48 S. 7) . Unter diesen Umständen kann folglich nicht mit überwie- gender Wahrscheinlichkeit (zum Regelbeweismass BGE 126 V 353 E. 5b) davon ausgegangen werden, dass mit de m Hinweis "vollschichtig" die Möglichkeit zur Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit mit einer 100%igen Erwerbs- resp. Leistungsfähigkeit gemeint war. 3.2.3.2 Mit Blick auf das Gutachten von Dr. med. C._______ vom 13. No- vember 2011 und die Stellungnahme von Dr. med. B._______ vom 7. Februar 2012 ergeben sich weitere ungeklärte Widersprüche. Dr. med. B._______ lässt eine nachvollziehbare und schlüssige Begründung dafür vermissen, weshalb die Versicherte in ihrem angestammten Beruf auf dem freien Arbeitsmarkt eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit aufweisen soll, wenn sie doch eine leidensadaptierte Tätigkeit nur an einem geschützten Arbeitsplatz – und somit nicht in der freien Wirtschaft – ausüben kann. Keinesfalls kann unter diesen Umständen der Schluss gezogen werden, die Versicherte weise auf dem freien Arbeitsmarkt in einer den Leiden an- gepassten Arbeit eine vollständige Erwerbs- resp. Leistungsfähigkeit auf. 3.2.3.3 Obwohl das Gutachten von Dr. med. D._______ vom 13. Dezem- ber 2011 – welches im Hinblick auf die Bestellung eines Sachwalters nach österreichischem Recht erstellt wurde – keine (explizite) Beurteilung C-6062/2012 Seite 15 der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten enthält, liefert dieses dennoch Hinweise darauf, dass die Arbeits - resp. Erwerbsfähigkeit der Versicherten sowohl in ihrer angestammten als auch in einer leiden s- adaptierten Tätigkeit in bedeutendem , rentenrelevantem Ausmass einge- schränkt sein könnte. So soll es der Versicherten bspw. nicht mehr mö g- lich sein, komplexere Ang elegenheiten alleine selbstständi g zu regeln. Unter diesem Aspekt resp. mit Blick auf das vorstehend Dargelegte (E. 3.2.3.1 und 3.2.3.2) kann auch dem Bericht von Dr. med. B._______ vom 13. September 2012 mangels Schlüssigkeit keine volle Beweiskraft zukommen. 3.3 3.3.1 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass sich der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf die A r- beits- und Leistungsfähigkeit im massgeblichen Verfügungszeitpunkt vom 16. Oktober 2012 nicht schlüssig und zuverlässig b eurteilen lässt (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb; vgl. zum Ganzen auch E. 2. 4 hiervor). Es kann deshalb nicht auf die Abnahme weiterer Beweise verzichtet werden (zum gegenteiligen Fall resp. zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; vgl. auc h BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1), da von einer zusätzlichen, medizinisch nachvollziehbar und schlüssig begründeten Beurteilung neue verwertbare und entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). 3.3.2 Mit Blick auf die Berichte der Dres. med. C._______, B._______ und D._______ wirken bei der Beschwerdeführerin somatische und ps y- chisch-psychiatrische gesundheitliche Beeinträcht igungen zusammen, weshalb sich eine isolierte Betrachtung der somatischen und psychischen Befunde nicht rechtfertigen lässt. Mit anderen Worten ist aufgrund dieser Sachlage ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten einzuholen (vgl. hierzu Urteil 8C_16 8/2008 des BGer vom 11. August 2008 E. 6.2.2. mit Hinweisen). Da Stellungnahmen von Fachärzten und/oder Fachärztinnen zum psychischen Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotenzial eine unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage bilden, ob und gegebenen- falls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist oder nicht (BGE 1 30 V 352 C-6062/2012 Seite 16 E. 2.2.5), hat sich die Fachärztin oder der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung einlässlich zu den "Förster -Kriterien" zu äussern. Dabei sind insbesondere auch die Fragen nach der psychischen Komo rbidität und – im Rahmen der Ei n- schätzung der psychischen Ressourcen – nach dem Umgang mit den Schmerzen durch d ie Beschwerdeführerin zu beantworten. Damit kann letztlich eine einheitliche und rechtsgleiche Einschätzung der Arbeitsf ä- higkeit gewährleistet werden (vgl. hierzu BGE 135 V 201 E. 7.1.3; 130 V 352 E. 2.2.4; vgl. auch ULRICH MEYER, Die Rechtsprechung zur Arbeit s- unfähigkeitsschätzung bei somatoformen Schmerzstörungen, in: Medizin und Sozialversicherung im Gespräch, 2006, S. 221). 3.4 Abschliessend ist f estzuhalten, dass sich die von der Vorinstanz vo r- genommene Bemessung der Invalidität nicht eindeutig und rechtsg e- nüglich nachvollziehen lässt. Mit Blick auf den Verfügungstext ergibt sich, dass die gemischte Methode zur Anwendung gelangt war. Unklarheiten ergeben sich jedoch hinsichtlich der prozentualen Aufteilung der Bereiche ausserhäusliche Erwerbstätigkeit und Haushalt u nd generell der Frage, ob die Invalidität der Versicherten überhaupt nach der sog. gemischten Methode zu bemessen war (zur Frage nach der anwendbaren Invalid i- tätsbemessungsmethode vgl. Art. 8 und Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG). Die Versicherte wurde gemäss vorliegender Aktenlage nie explizit angefragt, ob sie bei voller Gesundheit vollzeitlich oder teilzeit- lich erwerbstätig wäre resp. aus welchen Gründen sie allenfalls Teilzeitar- beit geleistet habe (vgl. hierzu BGE 133 V 504 E. 3.3, 131 V 51 E. 5.1.2 und E. 5.2 und 125 V 146 E. 2c). Immerhin hat sie die Erwerbstätigkeit of- fenbar aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben, und es besteht durc h- aus die Möglichkeit, dass sie sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes resp. nicht aus freien Stücken der Haushaltstätigkeit zugewandt hat (act. 58). 3.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz betreffend den Status der Beschwerdeführerin ebenfalls zusätzlich weitere Abkl ä- rungen durchzuführen hat. Weiter hat sie nach Vorliegen der Ergebnisse der erfo rderlichen Begutachtung – im Rahmen welcher gegebenenfalls auch die Einschränkungen im Haushalt sowie sämtliche bisher verfassten ärztlichen Berichte zu berücksichtigen sind – die Invalidität nach der a n- gezeigten Methode zu bemessen. Schliesslich hat sie e rgänzend Abklä- rungen hinsichtlich der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in die Wege zu leiten (vgl. Urteile I 462/02 des EVG vom 26. Mai 2003 und 9C_921/2009 des BGer vom 22. Juni 2010). C-6062/2012 Seite 17 4. Nach dem vorstehend Dargelegten wurde im vorliegend zu beurteilenden Rentenverfahren der rechtserhebliche Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Eine Rückweisung der Sache in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) an die Vorinstanz zur weit eren Abklärung ist unter diesen Umständen möglich, da sie in der notwendigen Beantwortung der bisher ungeklärten Fragen nach dem Status und dem Zusammenwirken der psychischen und somatischen Leiden de r Beschwerdeführerin und den Auswirkungen auf die Arbeit s- resp. Leistungsfähigkeit begründet liegt (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Die Beschwerde vom 20. November 2012 ist demnach insoweit gutzuheissen, als dass die angefochtene Ve r- fügung vom 16. Oktober 2012 aufzuheben ist und die Akten im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zum Erlass einer neuen Verfügung z u- rückzuweisen sind. 5. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh - renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall de r Beschwerdeführerin keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diese r ist der geleistete Verfahrenskostenvorschuss von Fr. 400. - nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Verfahrenskosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 5.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung. Da keine Kostennote eingerei cht wurde, ist die Entschäd i- gung aufgrund der Akten festzusetzen . Unter Berücksichtigung des Ve r- fahrensausgangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der B e- deutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vor liegend zu beurtei- lenden Verfahrens sowie in Anbetracht der in vergleichbaren Fällen g e- sprochenen Entschädigungen ist eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 2'000.- (inkl. Auslagen ) gerechtfertigt (Art. 65 Abs. 5 VwVG i.V.m. C-6062/2012 Seite 18 Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG und Art. 14 Abs. 2 VGKE). Darauf hinzuweise n ist, dass die Mehrwertsteuer nur auf den im Inland von steuerpflichtigen Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen und auf dem Bezug von Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland durch Empfänger und Empfängerinnen im Inland erhoben wird (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a und b des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [MWSTG; SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE [vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C -7741/2009 vom 9. August 2012]). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde vom 20. November 2012 wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung vom 16. Oktober 2012 aufgehoben wird und die Akten im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zum Erlass einer neuen Verfügung zurückgewiesen werden. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. De r Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400. - nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Der Beschwerdeführerin wird zu Last en der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. 2'000.- zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. C-6062/2012 Seite 19 Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Franziska Schneider Roger Stalder Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgeri chtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Bewei smittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: