<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bildungszentrum WWF hat kürzlich eine Befragung bei Unternehmen, die in der einheimischen Solarbranche tätig sind, durchgeführt - dies mit dem Ziel, ihren Bedarf an Personal und ihre Zufriedenheit mit der Qualifizierung des Personals auf dem Arbeitsmarkt zu beurteilen sowie ihre Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten und Forschungsanstalten zu beleuchten. Die Resultate dieser Untersuchung sind im Hinblick auf die Entwicklung dieser vielversprechenden Branche beunruhigend. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen beabsichtigt, in den nächsten zwei bis drei Jahren den Personalbestand aufzustocken - ein Beweis dafür, dass diese Branche einen wahrhaften Boom erlebt. Viele Unternehmen erwarten jedoch einen Mangel an Arbeitskräften in den Bereichen "Installation und Montage", "Planung, Projektierung und Finanzierung" und in geringerem Mass in den Bereichen "Service, Wartung und Instandsetzung" und "Zulieferung und Produktion". Die Befragung brachte zudem schwerwiegende Probleme bei den Qualifizierungen ans Licht. Die Mehrheit der an der Befragung teilnehmenden Unternehmen bewertet die Qualifizierung des Personals in der Solarbranche als schlecht. Im Gegensatz zu den Nachbarländern gibt es in der Schweiz vor allem keine offiziell anerkannten Solarberufe. Die Hälfte der Unternehmen kennt die Tätigkeiten der Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) nicht, und nicht einmal ein Drittel der Befragten macht vom Fachwissen der Fachhochschulen Gebrauch. Diese Situation wirkt sich ungünstig auf den Technologietransfer aus.</p><p>Deshalb stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie beabsichtigt er, auf die Unzufriedenheit der Unternehmen mit der Qualifizierung des Personals zu reagieren? Könnte er sich vorstellen, ein Ausbildungsmodul zum Solarbereich für die Sanitär-, Heizungs- und Elektroberufe (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis und Weiterbildung) einzuführen oder eine Fachausbildung zum Ingenieur im Bereich der Solarenergie zu schaffen?</p><p>2. Wie gedenkt er auf den möglichen Arbeitskräftemangel zu reagieren, der die Entwicklung der Solarbranche in den kommenden Jahren behindern könnte? Wäre eine Kampagne zur Förderung neuer Solarberufe denkbar?</p><p>3. Wie wird er die angewandte Forschung im Solarbereich an den Universitäten und Hochschulen fördern? Wie wird er sich ausserdem für einen verbesserten Technologietransfer einsetzen, der den Erwartungen der Unternehmen besser gerecht wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Haustechnikberufe sind mit der stärker werdenden Nachfrage nach effizienter Energienutzung und vermehrter Nutzung erneuerbarer Energien stark gefordert. Aufgrund der steigenden Nachfrage sind auch die Technologien in einem raschen Wandel - dies stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Die berufliche Grundausbildung kann nicht alle Fachgebiete bis ins letzte Detail abdecken, sondern muss sich auf die Vermittlung der Grundkenntnisse und Zusammenhänge beschränken. Darauf aufbauend muss eine dauernde Weiterbildung entsprechend den neuesten Entwicklungen stattfinden.</p><p>Die Solarbranche hat nach einer langen Stagnationsphase in den letzten drei Jahren einen wahren Boom erlebt (+30 Prozent/Jahr), dadurch ist der Personalbedarf schlagartig gestiegen. Der Fachverband Swissolar hat sein Kursangebot mit Unterstützung des BFE modernisiert und in den letzten Monaten stark ausgeweitet, um der Nachfrage gerecht zu werden. Ebenso existiert auf Stufe Fachhochschule - an der FHNW - seit 2008 ein spezifisches Weiterbildungsangebot für Planer im Bereich erneuerbare Energien. Ein weiterer Ausbau des Angebots im Solarbereich ist 2009 geplant. So initiiert Swissolar zusammen mit den Fachverbänden in der Deutschschweiz und der Romandie die Realisierung von Zertifikatskursen in den Bereichen Solarwärme (6 Kurstage) und Fotovoltaik (3 Kurstage).</p><p>Solarenergie ist ein integraler Bestandteil der Haustechnik, wie Wärmepumpen, Holzheizungen, Öl- und Gasheizungen. Das Schaffen spezieller Solarenergieberufe mit entsprechend eng spezialisierter Grundausbildung würde wohl das Problem der fehlenden Solarspezialisten lösen, jedoch wieder neue Schnittstellen zu den anderen Haustechnikberufen schaffen. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass die berufliche Weiterbildung die angebrachtere, flexiblere Lösung bleibt. Den Fokus auf die berufliche Weiterbildung setzen richtigerweise auch die Fachverbände, welche eine eigenständige Berufsgrundausbildung momentan als nicht tragfähig erachten.</p><p>Die in der Interpellation zitierte WWF-Studie scheint ein Problem im Technologietransfer aufzuzeigen. Da die Mehrheit der befragten Unternehmen (einfache Installateurunternehmen) keine eigene Forschung und Entwicklung betreibt, haben sie auch keine Kontakte mit Forschungsstellen und dem Technologietransfer. Die Studie ist deshalb mit Vorsicht zu geniessen.</p><p>Die meisten in Forschung und Entwicklung involvierten Schweizer Unternehmungen (Hersteller) haben durchaus einen guten Kontakt zu den Hochschulen, ebenso zur KTI. Die Umsetzung neuer Erkenntnisse in die Praxis erfolgt in der Regel auch über die an den KTI-Projekten beteiligten Fachhochschulen. Die Solarenergie kann sogar als wirklich vorbildlicher Bereich gelten. Besonders hier besteht kein zusätzlicher Handlungsbedarf.</p><p>Sicher aber ist seitens des Bundes eine erhöhte Koordination der Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich notwendig. Deshalb hat der Bundesrat in seinen Aktionsplänen auch für eine Bildungsoffensive plädiert. Beim BFE ist man daran, eine solche Bildungsoffensive in Zusammenarbeit mit den Hochschulen und Berufsverbänden vorzubereiten.</p>  Antwort des Bundesrates.