Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 28. Februar 2019 (720 18 290 / 56) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Festlegung des Rentenanspruchs in zeitlicher Hinsicht. Unterbrechung des Wartejahres zu Recht bejaht. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Jgnaz Jermann, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien Helvetia Schweizerische Lebensversicherungsgesellschaft AG , St. Alban-Anlage 26, 4002 Basel, Beschwerdeführerin gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Beigeladene A.____ , vertreten durch Daniel Altermatt , Rechtsanwalt , Neuarle s- heimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach Betreff IV-Rente betr. A.____ A. Die 1981 geborene A.____ ist gelernte Kauffrau. Zuletzt war sie seit dem 1. März 2015 bei der B.____ AG in X.____ angestellt und dadurch bei der Helvetia Schweizerische Lebens- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherungsgesellschaft AG (Helvetia) für die berufliche Vorsorge versichert. Nachdem sie sich Ende März 2010 unter Hinweis auf Depressionen ein er stes Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet ha tte, sprach ihr die IV-Stelle Ba- sel-Landschaft (IV-Stelle) mit Mitteilung vom 25. Juni 2010 berufliche Massnahmen in Form der Beratung und der Unterstützung bei der Stellensuche zu . Nachdem die Versicherte am 18. Ok- tober 2010 eine neue Stelle bei der Firma C.____ AG gefunden hatte, wurde das IV-Dossier infolge erfolgreich abgeschlossener Arbeitsvermittlung zunächst wieder geschlossen. B. Vom 7. bis zum 29. August 2014 hielt sich die Versicher te stationär in der psychiatri- schen Klinik D.____ auf. Noch während ihres Aufenthalts meldete sie sich am 23. August 2014 unter Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung, Depression en und eine Erschöpfung bei der IV erneut zum Leistungsbezug an. Anfangs März 2015 trat sie im Umfang von 100% eine neue Arbeitsstelle bei der Firma B.____ AG als Mitarbeiter in im Back-Office an. Als unterstützende Massnahme wurde wieder ein begleitendes Coaching durch die IV etabliert. Im Juni 2015 er- folgte die Kündigung dieser Arbeitsstelle durch die Arbeitgeberin der Versicherten per Ende Juli 2015. In der Folge wurde durch die IV-Stelle ein Arb eitstraining veranlasst. Zwecks Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse holte die IV-Stelle ausserdem ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein. Dieses erging am 27. Dezem- ber 2017. C. Mit Vorbescheid vom 19. März 2018 sprach die IV-Ste lle der Versicherten gestützt auf das Gutachten von Dr. E.____ und basierend auf einem IV -Grad von 54% eine halbe IV-Rente mit Wirkung ab 1. August 2016 zu. Hiergegen erhob die Helvetia am 22. März bzw. am 23. April 2018 Einwand. Sie beantragte, den Beginn der Wartefrist sei auf August 2014 festzusetzen. Mit Verfügung vom 11. Juli 2018 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und sprach der Versi- cherten ab 1. August 2016 eine halbe IV-Rente zu. D. Gegen diese Verfügung erhob die Helvetia am 12. Se ptember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, und es sei der Begi nn der einjährigen Wartefrist und da- mit auch der Rente neu festzulegen. Zur Begründung bra chte sie im Wesentlichen vor, dass seit dem Klinikaustritt der Versicherten am 29. August 20 14 nie mehr eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestanden habe, welche zu einem Unterbruch des Wartejahres geführt hätte. E. Mit Vernehmlassung vom 17. Oktober 2018 schloss die IV- Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Zusammenfassend machte sie geltend, dass das ges etzlich vorgeschriebene Wartejahr erst im August 2015 zu laufen begonnen habe und demnach erst im August 2016 abgelaufen sei. Es sei unbestritten, dass die Versicherte bereits ab August 2014 eine vorüber- gehende Arbeitsunfähigkeit erlitten habe, weil sie vom 7. bis 29. August 2014 stationär betreut worden sei. Entscheidend sei aber, dass nach dem psychischen Zusammenbruch im August 2014 anschliessend für mindestens 30 aufeinanderfolgen de Tage wieder eine vollständige Ar- beitsfähigkeit eingetreten und somit von einem Unterbruch des Wartejahres auszugehen sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht F. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2018 wurde die Versi cherte, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, zum vorliegenden Beschwerdeverfahren beigeladen. Mit Eingabe vom 27. Dezember 2018 liess sie die Abweisung der Beschwer de beantragen. Sie machte im We- sentlichen geltend, dass sie während ihrer Anstellung b ei der B._____ AG zwischen dem 1. März 2015 und dem 14. Juli 2015 nie arbeitsunfähig gewesen sei. Auf die übrigen Vorbringen der Parteien und der Bei geladenen ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Aufgrun d der Bindung der Beschwerdefüh- rerin an den Invaliditätsgrad und den Beginn der Inva lidität, wie sie durch die Beschwerdegeg- nerin festgelegt wurden (vgl. dazu U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich 2015, Art. 49 N 76), besteht schliesslich auch ein rechtlich ge schütztes Interesse, welches sie zur Be- schwerde legitimiert. Auf die im Übrigen form- und fr istgerecht eingereichte Beschwerde der Helvetia vom 12. September 2018 ist somit einzutreten. 2.1 Unbestritten geblieben und vorliegend keinen Anlass für eine gerichtliche Überprüfung bilden die Invaliditätsbemessung und in diesem Zusammenhang die Höhe der von der IV-Stelle der Versicherten zugesprochenen halben IV-Rente. Streitig und zu prüfen ist jedoch der Beginn des Rentenanspruchs der Beigeladenen und in diesem Zusammenhang insbesondere ein allfäl- liger Unterbruch des Wartejahres. 2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG setzt der Rentenanspruch un ter anderem voraus, dass die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min- destens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist (lit. b). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfä- higkeit im Sinne dieser Bestimmung liegt gemäss Art. 29 ter der Verordnung über die Invaliden- versicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 vor, wenn die versi cherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war. E in allfälliger Unterbruch bewirkt, dass die einjährige Wartezeit bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wieder von vorne zu laufen beginnt (Kreis- schreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] ü ber Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2016, Rz. 2014). Eine Arbeitsaufnahme, welche nur vermeintlich das Wartejahr in Gang setzt, i st dann unbeachtlich, sofern sie im Sinne einer Arbeitstherapie bloss eine Heilung bezweckt, und keine wirtschaftlich verwertbare Arbeits- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fähigkeit besteht, oder soweit sie gemäss ärztlichen Festste llungen die Kräfte der versicherten Person offensichtlich überfordert (KSIH, a.a.O., Rz. 20 15). Die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffne t, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich gi lt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (Urteil des Bundesgerichts vom 24. November 2010, 9C_757/ 2010, E. 4.1). Unerheblich ist, auf welche gesundheitlich bedingten Ursachen die Arbeitsunf ähigkeit zurückzuführen ist (KSIH, a.a.O., Rz. 2009). Eine während einer allfälligen be ruflichen Eingliederungsmassnahme beste- hende Arbeitsunfähigkeit wird jeweils an die einjähri ge Wartezeit angerechnet (KSHI, a.a.O., Rz. 9005 mit Beispiel). 2.3 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.1 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse ist d ie rechtsanwendende Behörde auf Unterlagen angewiesen, die ihr von Ärztinnen und Ärzte n zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz d er freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdige n. Dies bedeutet, dass das Sozial- versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbare n Unterlagen eine zuverlässige Beur- teilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbes ondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht e rledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 3.2 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent scheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverh altes genügt den Beweisanforderun- gen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsd arstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würd igt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). 4. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Versicherte anfan gs August 2014 wegen einer depressiven Verstimmung nach Verlust ihrer Arbeitsstelle un d einem Beziehungsabbruch psy- chisch dekompensiert ist und sich anschliessend für die Dauer von rund drei Wochen in statio- näre Behandlung begeben hat. Dass sie bis mindestens Ende August 2014 vollständig arbeits- unfähig war, ist deshalb zu Recht unbestritten gebliebe n (IV-Dok 34, S. 2 und 5 f.; IV-Dok 39). Weiter ergibt sich aus den Akten, dass ihr spätestens ab Ende Juli 2015 ebenfalls wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden ist (IV-Dok 123, S. 1; IV-Dok 138, S. 5). Wie es Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sich für die Zeit dazwischen verhält, ist jedoch strittig. D ie IV-Stelle ging bei der Festlegung des Beginns des Wartejahres nun davon aus, dass für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt der Versicherten in der Klinik D.____ zwischen dem 7. und 29. August 2014 keine Bescheinigung einer ärztlich attestierten Arbeitsunfähigkeit mehr vo rliegt. Ausserdem vertritt sie die Ansicht, dass die Wartefrist anschliessend unterbrochen worden sei , weil die Versicherte insbesondere durch ihre Stellenausübung bei der B._____ AG im Frühling 2015 für die Dauer von mindestens 30 Tagen voll arbeitsfähig gewesen sei. Wie es sich dam it verhält, ist nachfolgend näher zu prüfen. 4.1 Bereits dem Austrittsbericht der Klinik D.____ vom 15. Oktober 2014 lässt sich ent- nehmen, dass die Versicherte in einem guten allgemeinen und psychisch stabilen Zustand aus der Klinik entlassen werden konnte (IV-Dok 131, S. 3 a. E.). Bereits vor ihrer Anstellung bei der B._____ AG hat die Versicherte sodann offenbar aus eig ener Kraft eine Vollzeitstelle bei einem Kreditinstitut gefunden, wo sie zunächst im November 201 4 zu einem Netto-Lohn von Fr. 4‘000.-- und im Dezember 2014 noch einige wenig e weitere Tage als Sachbearbeiterin auf Probe und im Zwischenverdienst tätig gewesen war. Nachdem die Berufsberatung der IV-Stelle die erneute Anmeldung der Versicherten zum Leistungsbez ug vom 23. August 2014 geprüft hatte, wurde die Versicherte am 12. Dezember 2014 erneut zu einem Erstgespräch aufgeboten. Allfällige Hinweise, dass die Versicherte vor diesem Zeit punkt eine Unterstützung durch die IV- Stelle erfahren hätte, liegen keine vor. Auch sind den massgebenden Protokolleinträgen betref- fend das Erstgespräch zwischen der beruflichen Einglieder ung der IV-Stelle und der Versicher- ten vom 22. Dezember 2014 (Akten zur Vernehmlassung de r IV-Stelle, eingelesen per 22. Ok- tober 2018) keine Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach di ese Anstellung der Versicherten auf Probe mit Hilfe der IV-Stelle zustande gekommen oder durch diese gar vermittelt worden wäre. Alleine dieser Umstand spricht bereits für eine massgebend e Unterbrechung des Wartejahres. Hinzu tritt, dass ein Unterbruch des Wartejahres in die sem Zeitraum auch aufgrund der medizi- nischen Dokumentation erstellt ist: Aus dem Bericht des F .____ vom Januar 2015 (Eingang bei der IV-Stelle am 22. Januar 2015, IV-Dok 44) geht wie derholt hervor, dass die Versicherte in dieser Periode grundsätzlich vollständig arbeitsfähig war. Daran vermag nichts zu ändern, dass ihre Leistungsfähigkeit wegen Konzentrations- und Auf fassungsproblemen zugleich als einge- schränkt beurteilt worden war (a.a.O., Ziffer 1.7). Hi ntergrund bildet der Umstand, dass im glei- chen Bericht eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkei t von mindestens 20% explizit ver- neint worden ist (a.a.O., Ziffer 1.6). An weiterer S telle wird von den die Versicherte in diesem Zeitpunkt bereits seit längerem behandelnden Ärzten au sserdem festgehalten, dass eine Wie- deraufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 100% möglich sei (a.a.O., Ziffer 1.9). Nichts anderes ist dem im Juni 2015 ergangenen Bericht d er behandelnden Ärzte zu entneh- men (IV-Dok 54). Bei dieser Aktenlage kann seit Ende Aug ust 2014 allenfalls qualitativ, nicht aber quantitativ von einer Einschränkung in der Arbeit sfähigkeit gesprochen werden. Zudem liegen keine Hinweise in den Akten, dass der Versicherten die anfangs Dezember 2014 in Aus- sicht stehende Festanstellung aus gesundheitlichen Gründe n verwehrt worden wäre (Proto- kolleinträge, a.a.O., vom 22. Dezember 2014 und 5. Januar 2015). Es ist deshalb davon auszu- gehen, dass nach dem Klinikaustritt Ende August 2014 erst rund elf Monate später wieder eine Arbeitsunfähigkeit bei der Versicherten eingetreten i st. Generell kann in dieser Hinsicht auf die medizinische Dokumentation verwiesen werden, wonach der Versicherten gemäss dem Bericht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht des F.____ vom 16. Januar 2017 rückwirkend erst ab 31. Ju li 2015 eine vollständige Arbeitsun- fähigkeit attestiert worden ist (IV-Dok 123, S. 1). D iese Auffassung deckt sich auch mit der Ein- schätzung des regional-ärztlichen Dienstes (IV-Dok 138, S. 5 ). Allfällige, gegenteilige Beschei- nigungen, welche bis Ende Juli 2015 eine teilweise ode r gar gänzliche Arbeitsunfähigkeit bele- gen würden, liegen indessen keine vor. Die Auffassung d er Beschwerdeführerin, wonach im Zeitraum zwischen dem Klinikaustritt Ende August 2014 un d dem erneuten psychischen Zu- sammenbruch der Versicherten Ende Juli 2015 eine anda uernde Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hätte, lässt sich bei dieser Aktenlage daher nicht erstell en. Wie es sich damit verhält, kann aus nachfolgenden Überlegungen letztlich jedoch offen bleiben. 4.2 Für eine Unterbrechung des Wartejahres zwischen Ende August 2014 und Ende Juli 2015 spricht nämlich auch, dass die Versicherte im Frühja hr 2015 eine weitere Anstellung bei der B._____ AG gefunden hat, welche bis Ende Juli 201 5 gedauert hat (IV-Dok 59, S. 2). Die Beschwerdeführerin wendet in diesem Zusammenhang ein, dass diese Anstellung lediglich dank eines unterstützenden Begleitcoachings durch die IV e rfolgt sei. Auch dieser Einwand lässt sich allerdings nicht nachvollziehen. Den vorliegend en Akten kann entnommen werden, dass die Versicherte die Stelle bei der B._____ AG aus eigenem Antrieb gefunden (IV-Dok 59, S. 2, ad Verlauf) und am 17. Januar 2015 einen entsp rechenden Arbeitsvertrag unterzeichnet hat (IV-Dok 55, S. 9). Es mag zutreffen, dass dieser Arbe itsvertrag von der Versicherten im Hinblick auf eine drohende Aussteuerung bei der Arbeit slosenkasse allenfalls unter einem ge- wissen finanziellen Druck abgeschlossen worden ist (IV-Dok 3 2; ebenso Verlaufsprotokoll der IV-Stelle, Akten zur Vernehmlassung der IV-Stelle, eing elesen per 22. Oktober 2018, Proto- kolleinträge vom 5. Januar und vom 12. Januar 2015). Ei ne derartige Drucksituation aber ist nicht ausschlaggebend für die Beantwortung der Frage, ob die fragliche Anstellung aus eigenen Stücken erfolgt ist oder nicht. Nichts desto trotz ist de r Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass ein von der IV-Stelle veranlasstes Begleitcoaching der Versicherten im Zeitpunkt ihrer Vertrags- unterzeichnung Mitte Januar 2015 (IV-Dok 55, S. 9) bereits wieder eingeleitet worden war. Eine konkrete Unterstützung erfolgte formell indes mit Wirkung ab 26. Mai 2015 (Mitteilung der IV- Stelle vom 9. Juni 2015, Beilage 17 zur Beschwerdebegr ündung) und wurde erst anfangs Juni 2015 in die Tat umgesetzt (Verlaufsprotokoll der IV-S telle, Akten zur Vernehmlassung der IV- Stelle, Protokolleinträge vom 3. Juni 2015). Entgeg en der von ihr vertretenen Auffassung geht aus den entsprechenden Einträgen im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung ausserdem hervor, dass die Versicherte darauf beharrt hat, dass sich ihr Begleitcoach bis zum Ablauf der Probezeit nicht an die Arbeitgeberin wenden dürfe (a.a.O., Pro tokolleintrag vom 29. Januar 2015). Dieser Bitte kam die Berufsberatung nach. Aus der von der Beru fsberatung der IV-Stelle detailliert er- hobenen Chronologie ergibt sich ausserdem, dass der Be gleitcoach der Versicherten erstmals Ende April 2015 überhaupt Kontakt zur B._____ AG hat te (a.a.O., Protokolleinträge vom 31. März und vom 29. April 2015). Nachdem der erste A rbeitstag auf den 27. Februar 2015 ge- fallen war (a.a.O., Protokolleintrag vom 27. Februar 2015), arbeitete die Versicherte in diesem Zeitpunkt aber bereits seit rund zwei Monaten bei der B._____ AG, ohne dass sie dabei eine Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen gehabt hätte. Dass die Anstellung bei der B._____ AG letzt- lich ausschliesslich wegen allfälliger Arbeitgeberzuschüsse zusta nde gekommen ist, wie die Beschwerdeführerin weiter vorbringt, lässt sich mit diesem Sachverhalt, wonach die Versicherte den Arbeitsvertrag zuvor offensichtlich ohne Kenntnis de r IV-Stelle unterschrieben hat, eben- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht falls nicht in Übereinstimmung bringen. Ohnehin lässt sich den Akten nicht entnehmen, dass solche Zuschüsse an die B._____ AG überhaupt je eine Ro lle gespielt haben; aktenkundig ist lediglich, dass zwischen den Beteiligten erst Ende Juni 20 15 eine allfällige Entschädigungszah- lung angesprochen worden war, nachdem arbeitgeberseitig kein Ersatz für die Versicherte hatte gefunden werden können (a.a.O., Protokolleintrag vom 29. Juni 2015; ebenso Beilage 15 zur Beschwerdebegründung, S. 5, dort Protokolleintrag be treffend Telefonat vom 21. Juli 2015). Aus dieser Tatsache alleine lässt sich demnach schon rein zeit lich nichts zu Gunsten der Be- schwerdeführerin ableiten. Im Gegenteil: Festzustellen ist, dass die Arbeitgeberin mehrfach und dezidiert angegeben hat, nichts von einer allfälligen Beteiligung der IV gewusst zu haben (Bei- lage 15 zur Beschwerdebegründung, S. 3 f.). Damit kann aber auch nicht davon gesprochen werden, die Anstellung bei der B._____ AG sei durch e in unterstützendes Begleitcoaching der IV zu Stande gekommen. Gegenteilige Auffassungen, wie sie insbesondere aus dem Gutachten von Dr. E.____ vom 27. Dezember 2017 hervorgehen, sind somit unzutreffend (IV-Dok 135, S. 26, a.E.). 4.3 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich mehr implizi t als explizit geltend, die Versi- cherte sei bei der B._____ AG an einem quasi geschützten Arbeitsplatz tätig gewesen, weshalb keine Unterbrechung des Wartejahres vorliegen könne. Au ch dieser Einwand geht fehl und fin- det keine Stütze in den Akten. Es kann in diesem Zusammen hang auf die Aussagen der Arbeit- geberin verwiesen werden, wonach die Versicherte ursprü nglich für ein Salär von 13 x Fr. 5‘300.-- pro Jahr angestellt worden war. Be reits quantitativ spricht ein solches Salär gegen einen geschützten Arbeitsplatz. Ausserdem hat diese r Lohn dem Salär ursprünglich für die Arbeit einer Fachperson entsprochen, welche selbst ändig Planung, Bestellwesen und die Fakturierung hätte erledigen müssen (Verlaufsprotokoll der IV-Stelle, Akten zur Vernehmlas- sung der IV-Stelle, Protokolleintrag vom 29. April 201 5). Mithin kann auch in qualitativer Hin- sicht nicht angenommen werden, dass der Versicherten ein geschützter Arbeitsplatz angeboten worden wäre. Es trifft zwar zu, dass die Versicherte in d er Folge umplatziert worden ist. Daraus kann aber ebenso wenig geschlossen werden, dass sie anschlie ssend unter geschützten Ar- beitsbedingungen weiter gearbeitet hätte. Hintergru nd bildet der Umstand, dass die Umplatzie- rung vielmehr auf interne Gründe seitens der Arbeitge berin zurückzuführen war (Verlaufsproto- koll, a.a.O., Protokolleinträge vom 22. und vom 29. Apr il 2015). Zumal die Versicherte letztlich bewiesen hat, dass sie 100% arbeiten kann (a.a.O., Prot okolleintrag vom 30. Juni 2015), ver- bietet sich daher die Annahme, die Arbeitsaufnahme b ei der B._____ AG habe eine nur redu- zierte oder gar keinerlei wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit generiert. 4.4 Zusammenfassend hat die Versicherte nach ihrem Klini kaustritt Ende August 2014 selbständig zwei Arbeitsstellen gefunden und insbesonder e bei der B._____ AG über einen Zeitraum von mehr als 30 Tagen eine volle Arbeitsleistun g erbracht. Eine Arbeitsunfähigkeit ist anschliessend erst wieder ab Anfang August 2015 ausgewi esen. Damit resultiert, dass das Wartejahr mit der Wiedererlangung einer uneingeschrä nkten Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 29 ter IVV seit Ende August 2014 unterbrochen worden ist und demnach erst wieder anfangs August 2015 neu zu laufen begonnen hat. Die Festsetzun g des Rentenanspruchs ab 1. August 2016 ist unter diesen Umständen nicht zu beanstanden, und die Beschwerde ist abzuweisen. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei. Die Verfahrenskosten, welche praxisgemäss auf Fr. 800.-- festzusetzen sind, sind somit ihr aufzuer- legen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist der Beigeladenen gemäss § 21 VPO in Verbindung mit § 3 Abs. 1 lit. c VPO sodann eine Parteientschädigung zuzusprechen. Diese ist der Beschwer- deführerin aufzuerlegen, welche die materiell unterl egene Gegenpartei ist (BGE 127 V 107 E. 6b und Urteil des Bundesgerichts vom 20. Oktober 20 08, 9C_806/2007, E. 5). Der Rechts- vertreter der Beigeladenen hat in seiner Honorarnote vom 15. Januar 2019 für das vorliegende Beschwerdeverfahren einen angesichts der sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstandenden Zeitaufwand von insgesamt 3 ½ S tunden praxisgemäss à Fr. 250.-- geltend gemacht. Die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen im Umfang von Fr. 25.-- sind ebenfalls angemessen. Damit ist der Beigeladenen ei ne Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 969.30 (inkl. Auslagen und 7,7 % Meh rwertsteuer) zu Lasten der Beschwer- deführerin zuzusprechen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 800.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem von ihr in glei cher Höhe ge- leisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat der Beigeladenen eine Parteientschädi- gung in der Höhe von CHF 969.30 (inkl. 7,7% Mehrsteue r) zu bezah- len.