<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp331584"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>141 III 265<br/><br/><br/><div class="paraatf">38. Auszug aus dem Urteil der I. zivilrechtlichen Abteilung i.S. A.A. und B.A. gegen Staatliche Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten (Beschwerde in Zivilsachen)</div> <div class="paraatf">4A_510/2014 vom 23. Juni 2015</div> <a name="idp333088"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf"><span class="artref"><artref id="CH/272/128" type="start"></artref>Art. 128 und 206 ZPO</span><artref id="CH/272/206" type="end"></artref>; Ordnungsbusse im Schlichtungsverfahren. <div class="paratf">Darf die Schlichtungsbehörde eine Partei für ihr Nichterscheinen zur Schlichtungsverhandlung gestützt auf <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> mit Ordnungsbusse bestrafen? Vorliegend ist die Verhängung von Ordnungsbussen jedenfalls mangels vorgängiger Androhung unzulässig (E. 3-5). </div> </div> </div> <a name="idp339664"></a> <a name="idp346528"></a> <br/><div> <a name="idp353328"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 265</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page265"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 265</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp354992"></a><span class="bold">A. </span>A.A. und B.A. (Beschwerdeführer) sind Vermieter einer Liegenschaft in Basel. Sie sind bzw. waren als Beklagte an mehreren - von verschiedenen Mietern dieser Liegenschaft eingeleiteten - Gerichtsverfahren beteiligt. In fünf Verfahren vor der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten blieben sie den auf den Vormittag <a name="page266"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 266</div>des 26. März 2014 angesetzten Schlichtungsverhandlungen fern. Mit separaten "Kosten-Verfügungen" vom gleichen Tag auferlegte die Schlichtungsstelle A.A. und B.A. "in Anwendung von Art. 128 der Schweizerischen Zivilprozessordnung" fünf Ordnungsbussen von je Fr. 200.- wegen Nichterscheinens zur Schlichtungsverhandlung.</div> <div class="paraatf">Diese fünf Verfügungen fochten A.A. und B.A. jeweils beim Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt an, das die Beschwerden am 15. Juli 2014 in einem einzigen Entscheid abwies.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp358880"></a><span class="bold">B. </span>A.A. und B.A. erhoben dagegen Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht. Am 23. Juni 2015 führte das Bundesgericht eine öffentliche Urteilsberatung durch. Es heisst die Beschwerde gut und hebt den angefochtenen Entscheid auf.</div> <div class="paraatf"> <i>(Zusammenfassung)</i> </div> <br/><div> <a name="idp361072"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp362032"></a><span class="bold" id="consideration_3.">3. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp363120"></a><span class="bold" id="consideration_3.1">3.1 </span>Gemäss <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> wird, wer im Verfahren vor Gericht den Anstand verletzt oder den Geschäftsgang stört, mit einem Verweis oder einer Ordnungsbusse bis zu 1000 Franken bestraft. Das Gericht kann zudem den Ausschluss von der Verhandlung anordnen (Abs. 1). Das Gericht kann zur Durchsetzung seiner Anordnungen die Polizei beiziehen (Abs. 2). Bei bös- oder mutwilliger Prozessführung können die Parteien und ihre Vertretungen mit einer Ordnungsbusse bis zu 2000 Franken und bei Wiederholung bis zu 5000 Franken bestraft werden (Abs. 3).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp366544"></a><span class="bold" id="consideration_3.2">3.2 </span>Dass die in <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> vorgesehenen Disziplinarmassnahmen grundsätzlich auch von der Schlichtungsbehörde ergriffen werden dürfen, stellen die Beschwerdeführer zu Recht nicht in Frage. Die Anwendbarkeit der Bestimmung im Schlichtungsverfahren folgt bereits aus ihrer Stellung im 1. Kapitel (Prozessleitung) des 9. Titels (Prozessleitung, prozessuales Handeln und Fristen) des 1. Teils (Allgemeine Bestimmungen) der Zivilprozessordnung (vgl. zur Gesetzessystematik allgemein Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [nachfolgend:Botschaft ZPO], BBl2006 7240 Ziff. 3.1). Die entsprechende Disziplinarbefugnis der Schlichtungsbehörde wird denn auch von der Lehre befürwortet (so ausdrücklich DOLGE, in: Schlichtungsverfahren nach Schweizerischer Zivilprozessordnung, 2012, S. 51; vgl. ferner TAPPY/NOVIER, La procédure de conciliation et la médiation dans le Code de procédure civile suisse [...], in: Il <a name="page267"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 267</div>Codice di diritto processuale civile svizzero, Bernasconi und andere[Hrsg.], 2011, S. 107; für eine <i>analoge</i> Anwendung der Bestimmung HONEGGER, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung[ZPO], Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 2. Aufl. 2013,N. 3 zu <span class="artref">Art. 206 ZPO</span>). Sie ist insbesondere auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil <span class="artref">Art. 128 Abs. 1 ZPO</span> bloss das <i>Verfahren vor Gericht</i> erwähnt, zumal der Wortlaut der Bestimmung soweit erkennbar nicht mit Blick auf ihren Geltungsbereich gewählt wurde, sondern zwecks Harmonisierung mit <span class="artref">Art. 33 BGG</span>, in dem vom "Verfahren vor dem Bundesgericht" die Rede ist (siehe Botschaft ZPO, a.a.O., 7246 [Ziff. 3.3] und 7306 zu Art. 126; vgl. auch <span class="artref">Art. 60 VwVG</span> [SR172.021]). Schliesslichentspricht es zweifellos einem praktischen Bedürfnis, dass der Schlichtungsbehörde nötigenfalls die erforderlichen disziplinarischen Mittel zur Verfügung stehen, um das Ziel einer einvernehmlichen Streitbeilegung in einem <i>geordneten</i> Verfahren verfolgen zu können, und zwar unabhängig davon, ob ihr gemäss <span class="artref">Art. 212 ZPO</span> Entscheidkompetenz zukommt.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp387152"></a><span class="bold" id="consideration_4.">4. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp388240"></a><span class="bold" id="consideration_4.1">4.1 </span>Die Beschwerdeführer rügen, im Gesetz sei nicht vorgesehen, dass das Nichterscheinen der beklagten Partei zur Schlichtungsverhandlung Sanktionen nach sich ziehen könne, namentlich weder in <span class="artref">Art. 204 ZPO</span> betreffend das persönliche Erscheinen der Parteien noch in <span class="artref">Art. 206 Abs. 2 ZPO</span>, der die Folgen des Ausbleibens der beklagten Partei regle. Der Gesetzgeber - so die Beschwerdeführer - habe mithin darauf verzichtet, das Nichterscheinen der beklagten Partei zu sanktionieren, und die Verhängung einer Ordnungsbusse sei aus diesem Grund unzulässig.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp393584"></a><span class="bold" id="consideration_4.2">4.2 </span>Dem Entscheidverfahren geht ein Schlichtungsversuch vor einer Schlichtungsbehörde voraus (<span class="artref">Art. 197 ZPO</span>). Die Parteien müssen persönlich zur Schlichtungsverhandlung erscheinen (<span class="artref">Art. 204 Abs. 1 ZPO</span>). Sie können sich von einer Rechtsbeiständin, einem Rechtsbeistand oder einer Vertrauensperson begleiten lassen (<span class="artref">Art. 204 Abs. 2 ZPO</span>). Nicht persönlich erscheinen muss und sich vertreten lassen kann, wer sich auf einen gesetzlich vorgesehenen Dispensationsgrund berufen kann, so namentlich, wer ausserkantonalen oder ausländischen Wohnsitz hat oder wegen Krankheit, Alter oder anderen wichtigen Gründen verhindert ist (<span class="artref"><artref id="CH/272/204/b" type="start"></artref><artref id="CH/272/204/3/b" type="start"></artref><artref id="CH/272/204/3/a" type="start"></artref>Art. 204 Abs. 3 lit. a und b ZPO</span><artref id="CH/272/204/3/b" type="end"></artref><artref id="CH/272/204/b" type="end"></artref><artref id="CH/272/b" type="end"></artref>).</div> <div class="paraatf">Bei Säumnis der klagenden Partei gilt das Schlichtungsgesuch als zurückgezogen; das Verfahren wird als gegenstandslos abgeschrieben (<span class="artref">Art. 206 Abs. 1 ZPO</span>). Bei Säumnis der beklagten Partei verfährt <a name="page268"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 268</div>die Schlichtungsbehörde, wie wenn keine Einigung zu Stande gekommen wäre, das heisst gemäss den Artikeln 209-212 der Zivilprozessordnung (<span class="artref">Art. 206 Abs. 2 ZPO</span>). Sie hat somit die Klagebewilligung zu erteilen (<span class="artref">Art. 209 Abs. 1 ZPO</span>). In gewissen Fällen kann sie stattdessen den Parteien einen Urteilsvorschlag unterbreiten (<span class="artref">Art. 210 Abs. 1 ZPO</span>) oder auf Antrag der klagenden Partei die Streitigkeit entscheiden (<span class="artref">Art. 212 Abs. 1 ZPO</span>).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp416400"></a><span class="bold" id="consideration_4.3">4.3 </span>In der Literatur wird von einzelnen Autoren vertreten, das Nichterscheinen einer Partei im Schlichtungsverfahren könne nicht mit Ordnungsbusse gemäss <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> geahndet werden, weil <span class="artref">Art. 206 ZPO</span> die Säumnisfolgen abschliessend regle (so STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND, Zivilprozessrecht, 2. Aufl. 2013, S. 368 § 20 Rz. 24; WYSS, in: Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Baker &amp; McKenzie [Hrsg.], 2010, N. 1 zu <span class="artref">Art. 206 ZPO</span>).</div> <div class="paraatf">Dieser Auffassung ist nicht zu folgen: Wohl hält <span class="artref">Art. 206 ZPO</span> verbindlich fest, wie die Schlichtungsbehörde bei Säumnis einer Partei in prozessualer Hinsicht zu verfahren hat. Die Bestimmung regelt mithin ausdrücklich die Säumnisfolgen für dieses Verfahrensstadium, wie von <span class="artref">Art. 147 Abs. 2 ZPO</span> vorbehalten. Im Urteil 4C_1/2013 vom 23. Juni 2013 stellte das Bundesgericht in anderem Zusammenhang fest, die Zivilprozessordnung regle (in ihren Artikeln 204 und 206) die Pflicht zum Erscheinen zur Schlichtungsverhandlung und die Folgen der Nichtbeachtung - im Verhältnis zum kantonalen Recht - abschliessend (E. 4).</div> <div class="paraatf">Demgegenüber sind allfällige <i>disziplinarische</i> Folgen des Verhaltens der Parteien im Verfahren von vornherein nicht Gegenstand von <span class="artref">Art. 206 ZPO</span>. Disziplinarmassnahmen bleiben somit möglich, sofern eine gesetzliche Grundlage dafür besteht (in diesem Sinne - beide unter Hinweis auf <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> - INFANGER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 16 zu <span class="artref">Art. 206 ZPO</span>; MAAG, MietRecht aktuell 2014 S. 136 f.). Demnach ist jedenfalls aufgrund des Regelungsgehalts von <span class="artref">Art. 206 ZPO</span> nicht ausgeschlossen, dass die Schlichtungsbehörde das (unentschuldigte) Fernbleiben einer Partei von der Schlichtungsverhandlung disziplinarisch ahndet.</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp436016"></a><span class="bold" id="consideration_5.">5. </span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp437056"></a><span class="bold" id="consideration_5.1">5.1 </span>Angesichts der Bedeutung der persönlichen Anwesenheit der Parteien für die Durchführung einer wirksamen Schlichtung (siehe dazu <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=15&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=2015&amp;to_year=2015&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-70%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page70">BGE 140 III 70</a> E. 4.3 S. 71 f. mit Hinweisen) scheint es denn auch nicht von vornherein ausgeschlossen, dass die Schlichtungsbehörde <a name="page269"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 269</div> eine Partei, die der Schlichtungsverhandlung ohne Grund fernbleibt und damit nicht nur prozessual säumig ist, sondern gleichzeitig ihre Pflicht zum persönlichen Erscheinen nach <span class="artref">Art. 204 Abs. 1 ZPO</span> verletzt, gemäss <span class="artref"><artref id="CH/272/128/3" type="start"></artref><artref id="CH/272/128/1" type="start"></artref>Art. 128 Abs. 1 oder 3 ZPO</span><artref id="CH/272/128/3" type="end"></artref><artref id="CH/272/3" type="end"></artref> bestraft. Dies gilt namentlich für die beklagte Partei, die ansonsten durch ihr Nichterscheinen den gesetzgeberischen Willen, dass ein Einigungsversuch stattfinden soll, sanktionslos vereiteln könnte (siehe INFANGER, in: Schlichtungsverfahren nach Schweizerischer Zivilprozessordnung, 2012, S. 107, mit dem Hinweis, die Säumnisfolgen des Schlichtungsverfahrens seien für die säumige beklagte Partei nicht griffig, "weshalb zur Disziplinierung unbedingt die Disziplinarbefugnisse nach <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> ausgeschöpft werden müssen").</div> <div class="paraatf">Eine disziplinarische Ahndung mit Ordnungsbusse setzt aber immerhin voraus, dass das Nichterscheinen zur Schlichtungsverfahren eine Störung des Geschäftsgangs gemäss <span class="artref">Art. 128 Abs. 1 ZPO</span> respektive eine bös- oder mutwillige Prozessführung nach <span class="artref">Art. 128 Abs. 3 ZPO</span> darstellt. Welche qualifizierenden Umstände hierfür erforderlich sind und unter welchen Voraussetzungen die Ausfällung einer Ordnungsbusse konkret gerechtfertigt ist, braucht an dieser Stelle indessen nicht weiter beurteilt zu werden (siehe aber DOLGE, a.a.O., S. 127, die annimmt, eine Ordnungsbusse wegen Störung des Geschäftsgangs gemäss <span class="artref">Art. 128 Abs. 1 ZPO</span> rechtfertige sich "nur ausnahmsweise", etwa wenn die Partei den Termin verschieben lasse, um dann gleichwohl unentschuldigt nicht zu erscheinen).</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp456704"></a><span class="bold" id="consideration_5.2">5.2 </span>Denn nach den auch im Zivilverfahren geltenden Grundsätzen der Verhältnismässigkeit (<span class="artref">Art. 5 Abs. 2 BV</span>) und des Handelns nach Treu und Glauben (<span class="artref">Art. 5 Abs. 3 BV</span>; <span class="artref">Art. 52 ZPO</span>) sowie mit Blick auf das rechtliche Gehör der Parteien (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) sind nicht nur prozessuale Säumnisfolgen (vgl. hierzu <span class="artref">Art. 147 Abs. 3 ZPO</span>), sondern auch disziplinarische Massnahmen vor ihrer Anordnung - jedenfalls soweit möglich und zweckmässig - <i>anzudrohen</i> (vgl. etwa <span class="artref">Art. 191 Abs. 2 ZPO</span>; hinsichtlich der Praxis des Bundesgerichts zu <span class="artref">Art. 33 BGG</span>: Urteile 5A_447/2012 vom 27. August 2012 E. 5; 5F_5/2010 vom 7. Juli 2010 E. 8). Dies gilt auch mit Bezug auf <span class="artref">Art. 128 ZPO</span> (so GASSER/RICKLI, Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO],Kurzkommentar, 2. Aufl. 2014, N. 2 zu <span class="artref">Art. 128 ZPO</span>; WEBER, in: ZPO, Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], 2. Aufl. 2014, N. 8 zuArt. 128 ZPO; differenzierend: AFFENTRANGER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Baker &amp;McKenzie [Hrsg.], 2010, N. 11 zuArt. 128 ZPO).</div> <div class="paraatf"> <a name="page270"></a><div class="center pagebreak">BGE 141 III 265 S. 270</div> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp475152"></a><span class="bold" id="consideration_5.3">5.3 </span>Dass die Beschwerdeführer von der Schlichtungsstelle auf die disziplinarischen Konsequenzen ihres Nichterscheinens zu den Schlichtungsverhandlungen vom 26. März 2014 aufmerksam gemacht worden wären, geht aus den massgeblichen Sachverhaltsfeststellungen des angefochtenen Entscheids (vgl. <span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>) nicht hervor. Im Gegenteil räumte die Schlichtungsstelle in ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2014 selber ein, die Vorladung an die Parteien habe in der bis zum 21. Juli 2014 gebräuchlichen Fassung unter der Rubrik "Wichtige Hinweise" im hier interessierenden Punkt wie folgt gelautet: "Bei Nichterscheinen der beklagten Partei verfährt die Schlichtungsstelle, wie wenn keine Einigung zu Stande gekommen wäre."</div> <br/><div class="paraatf"> <a name="idp479056"></a><span class="bold" id="consideration_5.4">5.4 </span>Aufgrund dieser Formulierung mussten die Beschwerdeführer nicht damit rechnen, dass die Schlichtungsstelle sie für ihre Abwesenheit an den Schlichtungsverhandlungen jeweils mit einer Ordnungsbusse belegen würde, zumal sich diese Konsequenz auch aus dem Gesetz nicht ausdrücklich ergibt (siehe dazu E. 3 und 4). Die Verhängung von Ordnungsbussen war somit im vorliegenden Fall jedenfalls mangels vorgängiger Androhung unzulässig. Demnach kann offenbleiben, ob qualifizierende Umstände für eine ausnahmsweise Auferlegung von Ordnungsbussen vorlagen. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begründet, unabhängig davon, dass die entsprechende Kritik im bundesgerichtlichen Verfahren erstmals erhoben wurde (vgl. <span class="artref">Art. 57 ZPO</span>; <span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>).</div> </div></body></html>