<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00567</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222459&amp;W10_KEY=13013464&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00567</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 15.06.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Umstritten ist, ob das Gesuch um Familiennachzug zu Recht wegen konkreter Gefahr der Sozialhilfeabhängigkeit abgewiesen wurde und ob das Zusatzeinkommen des Beschwerdeführers als UBER-Fahrer und das potenziell zu erwirtschaftende Einkommen der nachzuziehenden Ehefrau zu berücksichtigen sind.] Es kann von einem faktischen Aufenthaltsrecht ausgegangen werden, weshalb der Familiennachzug nicht nur in pflichtgemässem Ermessen, sondern nur aus guten Gründen abgewiesen werden kann (E. 2). Es ist aufgrund des Zusatzverdiensts des Ehemanns und/oder des von der Ehefrau realistisch zu erzielenden Einkommens nicht von einer konkreten Gefahr einer Sozialhilfeabhängigkeit auszugehen. Die im vorliegenden Verfahren einzig umstrittene Voraussetzung der Sozialhilfeunabhängigkeit ist damit erfüllt, weshalb der Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist (E. 4). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FAMILIENNACHZUG">FAMILIENNACHZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT">SOZIALHILFEABHÃNGIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58466" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00567</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">15. Juni 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch lic.</span><span> </span><span>iur. B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrer,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Familiennachzug,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Erwgung2">A, geboren am 1. Januar 1980, StaatsangehÃ¶riger von Somalia, hielt sich zwischen November 2004 und Januar 2005 unter den Aliasnamen XC resp. YC, geboren 1982, StaatsangehÃ¶riger von Somalia, in Deutschland als Asylbewerber auf. Nachdem ein negativer Asylentscheid ergangen war, wurde er nach Griechenland ausgewiesen. Am 30. August 2007 gelangte A illegal in die Schweiz und ersuchte am 3. September 2007 um Asyl. Sein Asylgesuch wurde mangels Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen am 5. Dezember 2007 abgewiesen; er wurde jedoch in der Schweiz vorlÃ¤ufig aufgenommen. Seit dem 30. November 2012 ist er im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung, letztmals verlÃ¤ngert am 29. Oktober 2020 mit GÃ¼ltigkeit bis 22. November 2021. </p> <p class="Urteilstext">Am 10. Februar 2018 heiratete er die Landsfrau D, geboren 1998, in Mogadischu, Somalia. Seine Ehefrau reiste im Juni 2019 nach Kenia aus. Am 16. Januar 2020 ersuchte D bei der Schweizer Vertretung in Nairobi um Ausstellung eines Visums fÃ¼r einen lÃ¤ngerfristigen Aufenthalt zwecks Familiennachzug in die Schweiz. A ersuchte am 14. Juli 2020 beim Migrationsamt um Bewilligung der Einreise seiner Ehefrau. Mit VerfÃ¼gung vom 17. MÃ¤rz 2021 wies das Migrationsamt das Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Den gegen die VerfÃ¼gung des Migrationsamts vom 17. MÃ¤rz 2021 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 23. Juli 2021 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 24. August 2021 beantragte A dem Verwaltungsgericht die Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 23. Juli 2021. Das Migrationsamt sei anzuweisen, seiner Ehefrau D die Einreise zwecks Verbleib beim Ehemann zu gestatten und ihr eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. In prozessrechtlicher Hinsicht beantragte er, ihm sei die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 25. August 2021 verfÃ¼gte der AbteilungsprÃ¤sident, dass der BeschwerdefÃ¼hrer innert Frist Belege (Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen, Abrechnungen Ã¼ber sonstige EinkÃ¼nfte, vertragliche Vereinbarungen mit UBER) und eine Stellungnahme bezÃ¼glich seiner Erwerbsunkosten einzureichen habe, ansonsten aufgrund der Akten entschieden werden kÃ¶nnte bzw. der Verzicht auf Stellungnahme angenommen wÃ¼rde und eine mangelhafte Mitwirkung zu seinen Ungunsten gewÃ¼rdigt werden wÃ¼rde. Am 23. September 2021 reichte A eine Stellungnahme sowie Belege zu den Akten.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion verzichtete auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen einschliesslich Ermessensmissbrauch, ErmessensÃ¼berschreitung und Ermessensunterschreitung und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer kam ursprÃ¼nglich als Asylbewerber in die Schweiz und lebt hier seit 15 Jahren. Bevor ihm am 30. November 2012 eine Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde, auf deren VerlÃ¤ngerung nach Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder und Ã¼ber die Integration vom 16. Dezember 2005 (AIG) grundsÃ¤tzlich kein Rechtsanspruch besteht, durchlief er erfolglos ein Asylverfahren und wurde schliesslich vorlÃ¤ufig aufgenommen. Da der BeschwerdefÃ¼hrer lediglich Ã¼ber eine Aufenthaltsbewilligung verfÃ¼gt, kann er sich fÃ¼r den Nachzug seiner Ehefrau nur auf Art. 44 AIG stÃ¼tzen, welcher ihm anders als Art. 42 und 43 AIG keinen Nachzugsanspruch einrÃ¤umt (BGE 137 I 284 E. 1.2). Die BehÃ¶rden entscheiden nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>2.2.1 </b>Allerdings vermag der BeschwerdefÃ¼hrer unter bestimmten Voraussetzungen aus dem in Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) sowie Art. 14 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) garantierten Schutz des Familienlebens einen Anspruch auf Nachzug der Ehegattin abzuleiten, soweit die familiÃ¤re Beziehung intakt ist und tatsÃ¤chlich gelebt wird (BGE 139 I 330 E. 1.2, 137 I 284 E. 1.3, 135 I 143 E. 1.3, 130 II 281 E. 3.1; BGr, 5. April 2016, 2C_281/2016, E. 2.2). Kommt den Betroffenen gestÃ¼tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV grundsÃ¤tzlich ein Anspruch auf Familiennachzug zu, haben die zustÃ¤ndigen BehÃ¶rden deshalb nicht nur in pflichtgemÃ¤ssem Ermessen nach Art. 44 AIG Ã¼ber ihr Nachzugsbegehren zu entscheiden, sondern dÃ¼rfen sie dieses nur aus guten GrÃ¼nden abweisen (vgl. zum Ganzen VGr, 12. MÃ¤rz 2020, VB.2020.00040, E. 4.1). </p> <p class="Erwgung3"><b><span>2.2.2 </span></b>GemÃ¤ss stÃ¤ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die Berufung auf den Schutz des Familienlebens nach Art. 8 Abs. 1 EMRK bzw. Art. 13 Abs. 1 BV insbesondere voraus, dass es sich beim in der Schweiz lebenden Familienmitglied um eine hier gefestigt anwesenheitsberechtigte Person handelt (vgl. BGE 139 I 330 E. 2.1). Von einem gefestigten Anwesenheitsrecht ist dabei grundsÃ¤tzlich nur bei schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit auszugehen, ebenso bei einer Niederlassungs- oder aber einer Aufenthaltsbewilligung, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht auf deren VerlÃ¤ngerung ein Anspruch besteht (BGE 135 I 143 E. 1.3.1; BGr, 6. Juni 2018, 2C_251/2017, E. 2.2). </p> <p class="Urteilstext"><span>Ein gefestigtes Anwesenheitsrecht kann sich aus dem Schutz des Privatlebens, d. h. aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV ergeben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts, <span>kann bei einem rechtmÃ¤ssigen Aufenthalt von rund zehn Jahren regelmÃ¤ssig davon ausgegangen werden, </span></span><span>dass die sozialen Beziehungen in diesem Land so eng geworden sind, </span>dass es besondere GrÃ¼nde bedarf, um den Aufenthalt einer auslÃ¤ndischen Person zu beenden; die Steuerung der Einwanderung genÃ¼gt als einziges Ã¶ffentliches Interesse hierfÃ¼r nicht mehr (BGE 144 I 266 ff, E. 3.8 und 3.9). Beruht die Anwesenheit in diesem Sinn auf einem gefestigten Rechtsanspruch, kann aus Art. 8 EMRK ein Anspruch auf Familiennachzug abgeleitet werden, soweit die Bedingungen von Art. 44 AIG erfÃ¼llt und die Nachzugsfristen eingehalten sind (vgl. BGr, <span>21. April 2020, 2C_1011/2019, E. 1.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Im Licht der mehrjÃ¤hrigen Dauer der vorlÃ¤ufigen Aufnahme des BeschwerdefÃ¼hrers (vom Dezember 2007 bis November 2012) und der daran anschliessenden Erteilung sowie VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung bis am 22. November 2021, kann vorliegend â im Sinn des soeben ErwÃ¤hnten â ein faktisches Aufenthaltsrecht angenommen werden (vgl. BGr, 24. Juli 2020, 2C_64/2020, E. 3.1). Die Vorinstanz ist denn auch zu Recht von einem solchen ausgegangen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Nach Art. 44 Abs. 1 AIG kann auslÃ¤ndischen Ehegatten von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen (lit. a), eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist (lit. b), sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind (lit. c), sie sich in der am Wohnort gesprochenen Landessprache verstÃ¤ndigen kÃ¶nnen (lit. d) und die nachziehende Person keine jÃ¤hrlichen ErgÃ¤nzungsleistungen nach dem ELG bezieht oder wegen des Familiennachzugs beziehen kÃ¶nnte (lit. e). Zudem muss der <span>Ehegattenn</span>achzug <span>innert fÃ¼nf Jahren (nach dem Eheschluss oder der Erteilung der Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung an den originÃ¤r anwesenheitsberechtigten Ehegatten) </span>geltend gemacht werden<span> (vgl. Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG</span> in Verbindung mit Art. 73 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit [VZAE]). DarÃ¼ber hinaus darf der Nachzug nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheinen und kein Widerrufsgrund nach Art. 62 AIG vorliegen (BGE 137 I 284 E. 2.7).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Das Zulassungskriterium des Vorhandenseins hinreichender finanzieller Mittel und damit der Entlastung der Sozialhilfe und der Ã¶ffentlichen Finanzen als Voraussetzung des Familiennachzugs ist nach bundesgerichtlicher Auffassung konventions- und verfassungsrechtlich anerkannt (vgl. BGE 139 I 330 E. 3.2, mit Relativierung in Bezug auf die besondere statusbedingte Situation anerkannter FlÃ¼chtlinge). Die Nachzugsvoraussetzungen von Art. 44 AIG werden praxisgemÃ¤ss als wichtige GrÃ¼nde fÃ¼r einen Eingriff in das Recht auf Familienleben akzeptiert, weshalb der Familiennachzug selbst bei einem gefestigten Aufenthaltsrecht und im Licht der konventionsrechtlichen Vorgaben unter dem Vorbehalt der ErfÃ¼llung der Nachzugsvoraussetzungen des innerstaatlichen Rechts steht (BGE 146 I 185 E. 6.2 und 7.2; BGE 137 I 284 E. 2.6). Die Verweigerung des Familien- bzw. Ehegattennachzugs aufgrund der AbhÃ¤ngigkeit von Sozialhilfe oder ErgÃ¤nzungsleistungen ist damit grundsÃ¤tzlich zulÃ¤ssig und stellt ein legitimes Ã¶ffentliches Interesse dar, selbst wenn hierdurch in das Recht auf Familienleben eingegriffen und ein eheliches Zusammenleben dauerhaft vereitelt wird (vgl. auch Zusatzbotschaft AIG, BBl 2016 2821 ff., 2852).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>M<span>it der Voraussetzung der SozialhilfeunabhÃ¤ngigkeit im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. c AIG soll verhindert werden, dass die nachgezogenen FamilienangehÃ¶rigen von der Ã¶ffentlichen FÃ¼rsorge abhÃ¤ngig werden. Insoweit soll nicht nur das betreibungsrechtliche Existenzminimum, sondern vielmehr das soziale Existenzminimum sichergestellt werden. Die Eigenmittel mÃ¼ssen das Niveau erreichen, ab dem gemÃ¤ss den Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien) kein Sozialhilfeanspruch resultiert. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Das Kriterium der <span>SozialhilfeunabhÃ¤ngigkeit </span>gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 lit. c AIG ist erfÃ¼llt, wenn keine konkrete Gefahr der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit besteht (vgl. statt vieler BGr, 5. Oktober 2021, 2C_309/2021, E. 6.1). Blosse finanzielle Bedenken genÃ¼gen nicht, und ebenso wenig kann diesbezÃ¼glich auf Hypothesen und pauschalierte GrÃ¼nde abgestellt werden (vgl. BGr, 5. Oktober 2021, 2C_309/2021, E. 6.1). FÃ¼r die Beurteilung der Gefahr der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit ist von den bisherigen und aktuellen VerhÃ¤ltnissen auszugehen und die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf lÃ¤ngere Sicht abzuwÃ¤gen. In die Beurteilung ist nicht nur das Einkommen des hier anwesenheitsberechtigten FamilienangehÃ¶rigen, sondern es sind auch die finanziellen MÃ¶glichkeiten aller Familienmitglieder miteinzubeziehen (vgl. BGE 139 I 330 E. 4.1; 122 II 1 E. 3c; BGr, 17. MÃ¤rz 2022, 2C_795/2021, E. 4.2.3). Das Einkommen der AngehÃ¶rigen, die an die Lebenshaltungskosten der Familie beitragen sollen und kÃ¶nnen, ist daran zu messen, ob und in welchem Umfang sich dieses grundsÃ¤tzlich als tatsÃ¤chlich realisierbar erweist. In diesem Sinn mÃ¼ssen die ErwerbsmÃ¶glichkeiten und das damit verbundene Einkommen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf mehr als nur kurze Frist hin gesichert erscheinen (BGE 139 I 330 E. 4.1; 122 II 1 E. 3c; BGr, 17. MÃ¤rz 2022, 2C_795/2021, E. 4.2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Tangiert eine auslÃ¤nderrechtliche Entfernungs- oder Fernhaltemassnahme den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK, ist diese Massnahme nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK rechtfertigungsbedÃ¼rftig. Dazu ist eine umfassende InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen und das Interesse der betroffenen Person, im Land zu verbleiben, den entgegenstehenden Interessen gegenÃ¼berzustellen (vgl. BGE 144 I 266 E. 3.7; Urteil 2C_666/2019 vom 8. Juni 2020 E. 4.1). Die InteressenabwÃ¤gung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK deckt sich mit jener nach Art. 96 AIG bzw. nach Art. 13 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 und 3 BV (vgl. BGr, 27. September 2019, 2C_458/2019, E. 4.2; BGr, 5. April 2019, 2C_813/2018, E. 4.2).</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer hat unbestrittenermassen innerhalb der FÃ¼nfjahresfrist von Art. 73 VZAE bzw. Art. 47 AIG um den Nachzug seiner Ehefrau ersucht. Gleichwohl wurde ein Nachzug gestÃ¼tzt auf Art. 44 lit. c AIG aufgrund der finanziellen VerhÃ¤ltnisse und der daraus resultierenden Gefahr der SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit durch die Vorinstanz verweigert. Streitig ist im vorliegenden Fall, ob die Vorinstanz den Familiennachzug zu Recht wegen der konkreten Gefahr einer erheblichen und fortgesetzten SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit verweigert hat. Das Vorliegen der anderen fÃ¼r den Familiennachzug erforderlichen Voraussetzungen ist nicht strittig und gestÃ¼tzt auf die Akten ausgewiesen. </span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b><span>Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte die Vorinstanz aus, der Grundbedarf fÃ¼r einen Zweipersonenhaushalt fÃ¼r das Jahr 2021 betrage Fr. 1'525.-. Hinzu wÃ¼rden die Wohnkosten von Fr. 1'706.60, die Integrationspauschale von Fr. 100.-, die Kosten fÃ¼r die medizinische Grundversorgung von Fr. 876.05 (Grundversicherung BeschwerdefÃ¼hrer: Fr. 272.12, Grundversicherung der Ehefrau: Fr. 189.25 und ein ZwÃ¶lftel der Jahresfranchise Fr. 416.65), die Erwerbsunkosten Fr. 215.- und die PrÃ¤mien fÃ¼r die Hausrats- und Haftpflichtversicherung von Fr. 21.- kommen. Damit wÃ¼rde sich der monatliche Lebenskostenbedarf auf Fr. 4'443.65 belaufen. DemgegenÃ¼ber stÃ¼nde das monatliche Nettoeinkommen des BeschwerdefÃ¼hrers in HÃ¶he von Fr. 2'749.05 bis Fr. 3'433.45. Sodann sei sein Nebenverdienst als Taxifahrer fÃ¼r UBER mit den arbeitsgesetzlichen Schutzvorschriften nicht vereinbar. GemÃ¤ss Art. 9 Abs. 1 Arbeitsgesetz vom 13. MÃ¤rz 1964 (ArG) betrage die wÃ¶chentliche HÃ¶chstarbeitszeit 45 bzw. 50 Stunden. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer bereits 35 bis 45 Stunden pro Woche tÃ¤tig sei, kÃ¶nne er im Nebenerwerb pro Woche 5 bis 15 Stunden arbeiten. Ein darÃ¼ber hinausgehendes Pensum sei zudem mit den Vorgaben der Verordnung Ã¼ber die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmÃ¤ssigen MotorfahrzeugfÃ¼hrer und -fÃ¼hrerinnen (Chauffeurverordnung vom 19. Juni 1995 [ARV 1]) nicht kompatibel, deren Vorschriften er als Chauffeur zu beachten habe. Nach Art. 11 Abs. 1 ARV 1 mÃ¼sse ein FahrzeugfÃ¼hrer innerhalb von zwei Wochen zwei wÃ¶chentliche Ruhezeiten von je mindestens 45 Stunden einhalten. GemÃ¤ss Steuerzusammenfassung von UBER fÃ¼r Februar 2021 sei der BeschwerdefÃ¼hrer mit Fr. 1'431.85 brutto vergÃ¼tet worden, vor Abzug weiterer Sozialabgaben und der Quellensteuer von 0,28 %. Bei den erlaubten 5 bis 15 Stunden Wochenarbeitszeit mÃ¼sste der BeschwerdefÃ¼hrer der eingereichten Abrechnung folgend als UBER-Fahrer einen Stundenlohn von Fr. 96.45 (bei 15 Stunden Arbeitszeit pro Monat) bis Fr. 286.35 (bei 5 Stunden Arbeitszeit pro Monat) verdienen, um den durchschnittlichen Monatsverdienst von Fr. 1'431.85 zu erreichen, was nicht realistisch sei. Es sei deshalb davon auszugehen, dass der BeschwerdefÃ¼hrer weit mehr als die zulÃ¤ssigen maximalen 15 Stunden als UBER-Fahrer arbeite. Soweit er die 15 Stunden Ã¼berschreite, verstosse er gegen geltendes Arbeitsrecht. Es obliege dem BeschwerdefÃ¼hrer, seine FahrertÃ¤tigkeit auf ein gesetzliches Mass zu reduzieren, womit jedoch nicht weiter von einem Zusatzverdienst in HÃ¶he von Fr. 1'431.85 auszugehen sei. Es kÃ¶nne ihm deshalb nur der Hauptverdienst angerechnet werden. Es sei nicht davon auszugehen, dass er den Fehlbetrag von Fr. 1'010.20 bis 1'694.60 (Fr. 443.65 â Nettoverdienst von Fr. 2'749.05 bis 3'433.45) mit den ihm erlaubten 5 bis 15 Stunden als UBER-Fahrer zu decken vermÃ¶ge. Das Einkommen des BeschwerdefÃ¼hrers reiche somit nicht aus, um die Lebenshaltungskosten fÃ¼r sich und seine nachzuziehende Ehefrau, fÃ¼r deren Unterhalt er im Rahmen der familiÃ¤ren UnterstÃ¼tzungspflichten ebenfalls aufzukommen habe, nachhaltig zu decken. In sein Einkommen sei zwar das potenzielle Einkommen der Ehefrau, welches der BeschwerdefÃ¼hrer mit Fr. 300.- pro Monat in Aussicht gestellt habe, einzubeziehen, indes vermÃ¶ge die Ehefrau keine konkrete Arbeitszusage bzw. einen Arbeitsvertrag vorzuweisen. Die Ehefrau sei darÃ¼ber hinaus noch nie in der Schweiz gewesen und sei mit der hiesigen Sprache, Kultur und Arbeitswelt nicht vertraut. Es sei daher nicht davon auszugehen, dass sie demnÃ¤chst eine dauerhafte, sichere und reale Arbeitsstelle antreten werde, um an die Lebenshaltungskosten beizutragen. Damit sei die konkrete Gefahr kÃ¼nftiger SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit des Ehepaars nicht von der Hand zu weisen. Dieses Ergebnis halte auch einer InteressensabwÃ¤gung nach Art. 8 Abs., 2 EMRK bzw. Art. 96 Abs. 1 AIG Stand. Das Ã¶ffentliche Interesse, die Ã¶ffentliche FÃ¼rsorge vor dem Risiko zusÃ¤tzlicher Belastung zu bewahren Ã¼berwiege die privaten Interessen der Eheleute. Dies gelte umso mehr, als die Ehefrau soweit ersichtlich ihr gesamtes bisheriges Leben, mindestens bis zur Ausreise nach Kenia im Juni 2019, im Heimatland verbracht habe, wohin sie â mangels gegenteiliger Hinweise â jederzeit zurÃ¼ckkehren kÃ¶nne.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet dagegen ein, er befinde sich seit dem 1. August 2021 in einem unbefristeten AnstellungsverhÃ¤ltnis mit der E AG. Er arbeite dort als Steward. Er sei bei seinem aktuellen Arbeitgeber bereits von September 2010 bis Dezember 2011 angestellt gewesen und sei damals als zuverlÃ¤ssiger Mitarbeiter beschrieben worden. Er erhalte dort (unter BerÃ¼cksichtigung des 13. Monatslohns) ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 4'117.- brutto bzw. Fr. 3'578.10 netto. Unter BerÃ¼cksichtigung der hiervon abzuziehenden Quellensteuer (Tarif B: Fr. 4'117.- x 2,35 %) betrage das aktuelle Nettoeinkommen Fr. 3'481.25. Die Vorinstanz lasse bei ihrer Berechnung zu Unrecht den Nebenerwerb als UBER-Fahrer ausser Acht. Sodann seien die Bestimmungen des ArG zu den HÃ¶chstarbeitszeiten fÃ¼r Taxi-Fahrer nicht anwendbar. Taxi-Fahrer unterstÃ¼nden der Verordnung vom 6. Mai 1981 Ã¼ber die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmÃ¤ssigen FÃ¼hrer von leichten Personentransportfahrzeugen (ARV 2) und nicht wie von der Vorinstanz angenommen der ARV 1. Die ARV 2 unterscheide zwischen Taxifahrern, die als Arbeitnehmer tÃ¤tig seien und solchen, die als selbstÃ¤ndig erwerbend gelten wÃ¼rden. Diese Unterscheidung sei wichtig, weil bestimmte Vorschriften der ARV 2 nur fÃ¼r Arbeitnehmer gelten wÃ¼rden. Bei der Erbringung von UBER-Taxifahrten sei von einer selbstÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit auszugehen, denn die UBER-Fahrer wÃ¼rden Ã¼ber Dispositionsfreiheit verfÃ¼gen. Als selbstÃ¤ndig erwerbender Fahrer mÃ¼sse der BeschwerdefÃ¼hrer die wÃ¶chentliche HÃ¶chstarbeitszeit von Art. 5 ARV 2 folglich nicht beachten. Als selbstÃ¤ndig Erwerbender habe der BeschwerdefÃ¼hrer innert zwei Wochen zwei Ruhetage von mindestens je 24 zusammenhÃ¤ngenden Stunden einzuhalten. Es sei nicht erkennbar, dass er diese Ruhezeiten nicht einhalte. Das durch diese selbstÃ¤ndige TÃ¤tigkeit erwirtschaftete Einkommen sei entgegen der ErwÃ¤gungen der Vorinstanz bei der Berechnung seiner EinkÃ¼nfte zu berÃ¼cksichtigen. Er habe gemÃ¤ss der verurkundeten Steuerzusammenfassung fÃ¼r das Jahr 2020 insgesamt Fr. 22'766.65 als UBER-Fahrer verdient. Das entspreche einem monatlichen Zusatzeinkommen von rund Fr. 1'900.- bzw. von Fr. 1'808.- (unter BerÃ¼cksichtigung der Erwerbsunkosten). Sein monatliches Einkommen betrage damit Fr. 6'017.- (Fr. 4'117.- + Fr. 1'900.-). Damit sei er nachhaltig in der Lage, die Lebenshaltungskosten von Fr. 4'443.65 bzw. 4'422.65 zu decken. Des Weiteren mÃ¼sse auch auf die finanziellen MÃ¶glichkeiten der nachzuziehenden Ehefrau abgestellt werden. Die Ehefrau sei 23 Jahre alt, gesund, vermittlungsfÃ¤hig und gewillt, sich hier zu integrieren. Die Ehe sei kinderlos. Nach ihrer Einreise werde sie vorerst einen Intensiv-Deutschkurs bei ECAP besuchen. Das Verwaltungsgericht habe in einem Entscheid festgehalten, dass eine 44 Jahre alte AuslÃ¤nderin selbst beim Fehlen einer Ausbildung durch eine Anstellung im Niedriglohnbereich monatlich Fr. 300.- verdienen kÃ¶nne (VGr, 16. September 2020, VB.2020.00519, E. 3.5.2). Ein Einkommen in besagter HÃ¶he sei unter Einhaltung des Mindestlohns gemÃ¤ss GAV von Fr. 19.20 brutto pro Stunde mit einer TÃ¤tigkeit von rund 17 Stunden pro Monat erzielbar. Dieser Aufwand wÃ¤re ihr bereits neben dem Besuch des Deutschintensivkurses mÃ¶glich und auf lÃ¤ngere Sicht, nach Abschluss des Kurses, ohne Frage erzielbar. Was die Berechnung des monatlichen Lebensbedarfs betreffe, rechtfertige es sich nicht, einen ZwÃ¶lftel der Jahresfranchise zu veranschlagen, da beim BeschwerdefÃ¼hrer keine Krankheitskosten angefallen seien. Zudem dÃ¼rften er und seine Ehefrau zukÃ¼nftig Anspruch auf PrÃ¤mienverbilligung haben. Sodann habe die Vorinstanz Erwerbsunkosten von Fr. 215.- angerechnet. Dies rechtfertige sich jedoch nicht. Diese Kosten seien bereits im Grundbedarf berÃ¼cksichtigt (Verkehrsauslagen, inkl. Halbtax). Erwerbsunkosten seien nur hinzuzurechnen, wenn sie tatsÃ¤chlich zu den bereits im Grundbedarf berÃ¼cksichtigten Kosten anfallen wÃ¼rden. Er arbeite innerhalb der Stadtgrenze, weshalb die Kosten fÃ¼r den Nahverkehr durch den Grundbedarf gedeckt seien. Bei den Erwerbsunkosten seien folglich maximal die Verpflegungskosten zu berÃ¼cksichtigen. Schliesslich seien auch die ''Situationsbedingten Leistungen'' in der von der Vorinstanz festgesetzten HÃ¶he von Fr. 21.- nicht zu berÃ¼cksichtigen, da sie in der RealitÃ¤t schlicht nicht anfallen wÃ¼rden. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.4.1 </b>Der monatliche Bedarf ist anhand der SKOS-RichtsÃ¤tze sowie den aktuellen Richtlinien (abrufbar auf www.skos.ch) zu errechnen. Der Grundbedarf fÃ¼r zwei Personen betrÃ¤gt im Jahr 2022 Fr. 1'539.-. Der Mietzins belÃ¤uft sich auf Fr. 1'706.- pro Monat. Die monatliche KrankenkassenprÃ¤mie des BeschwerdefÃ¼hrers betrÃ¤gt Fr. 269.85.- und die der Ehefrau Fr. 164.45 (vgl. www.assura.ch: PHARMED mit Franchise Fr. 2'500.- besucht am 25. Mai 2022). Gegebenenfalls wÃ¤re noch die individuelle PrÃ¤mienverbilligung in Abzug zu bringen, welche gemÃ¤ss SKOS-Richtlinien ebenfalls zu berÃ¼cksichtigen ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat lediglich einen Abzug geltend gemacht, diesen jedoch nicht weiter substanziiert. Die PrÃ¤mienverbilligung kann deshalb zum heutigen Zeitpunkt (noch) nicht berÃ¼cksichtigt werden. Sodann sind entgegen dem Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r die Prognostizierung des Sozialhilferisikos grundsÃ¤tzlich auch (hypothetische) Krankheitskosten in der HÃ¶he der Franchise und eines darÃ¼ber hinausgehenden Selbstbehalts von 10 % bzw. maximal Fr. 700.- pro Jahr, miteinzubeziehen (vgl. Art. 103 Abs. 2 der Verordnung Ã¼ber die Krankenversicherung vom 27. Juni 1995 [KVV]). Die vorinstanzliche Berechnung von Fr. 416.- pro Monat (Franchise von je Fr. 2'500.- / 12 Monate) erscheint damit korrekt, zumal in Bezug auf die hypothetischen Krankheitskosten allenfalls auch noch ein jÃ¤hrlicher Selbstbehalt von jeweils maximal Fr. 700.- bei beiden Eheleuten zu berÃ¼cksichtigen wÃ¤re (vgl. VGr, 25. August 2021, VB.2021.00159, E. 3.2.3). Angesichts dass seitens des BeschwerdefÃ¼hrers von einer ErwerbstÃ¤tigkeit von 100 % auszugehen ist und er neu in der Stadt ZÃ¼rich arbeitet, sind nur noch die Erwerbsunkosten fÃ¼r auswÃ¤rtige Verpflegung in HÃ¶he von Fr. 200.- pro Monat zu berÃ¼cksichtigen. Weiter sind fÃ¼r die Haftpflicht- und Hausratversicherung Fr. 21.- zu berÃ¼cksichtigen. <span>Die pauschale BerÃ¼cksichtigung der Kosten einer angemessenen Haftpflicht- und Haushaltsversicherung entspricht den aktuellen SKOS-Richtlinien (Ziff. C.6.8) und der verwaltungsgerichtlichen Praxis (vgl. VGr, 11. Juli 2018, VB.2018.00254, E. 3.2, mit Hinweisen). Da im Zusammenhang mit Art. 43 Abs. 1 lit. c AIG auch wahrscheinliche zukÃ¼nftige SozialhilfeansprÃ¼che zu prÃ¼fen sind, muss dies grundsÃ¤tzlich unabhÃ¤ngig davon gelten, ob sich die Betroffenen tatsÃ¤chlich entsprechend versichert haben. Dadurch wird mitunter sichergestellt, dass auch sozialhilfeabhÃ¤ngige Personen Ã¼ber eine angemessene Versicherungsdeckung verfÃ¼gen. </span>Schliesslich ist eine Integrationszulage von monatlich Fr. 100.- fÃ¼r die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers hinzuzuzÃ¤hlen (<span>SKOS-Richtlinien Ziff. C.6.7)</span>.</p> <p class="Erwgung3"><b><span>4.4.2 </span></b><span>Diesem monatlichen Lebensbedarf von Fr. 4'416.- steht das Erwerbseinkommen der Ehegatten gegenÃ¼ber. </span>Der BeschwerdefÃ¼hrer ist seit dem 1. August 2021 bei der E AG zu 100 % als Steward angestellt und erzielt dabei ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'578.10. Die Ehegatten mÃ¼ssen folglich zusÃ¤tzlich Fr. 838.- erwirtschaften, um den Fehlbetrag zu decken. WÃ¼rde der Nebenerwerb des BeschwerdefÃ¼hrers von durchschnittlich Fr. 1'808.- pro Monat (unter BerÃ¼cksichtigung der Erwerbsunkosten) berÃ¼cksichtigt werden, wÃ¼rde ein Ãberschuss resultieren. Ob dieses Nebeneinkommen wie von der Vorinstanz angenommen aufgrund der Ãberschreitung der HÃ¶chstarbeitszeit tatsÃ¤chlich nicht zu berÃ¼cksichtigen ist, ist fraglich, zumal der BeschwerdefÃ¼hrer dieses Einkommen nachweislich erwirtschaftet hat und die TÃ¤tigkeit als UBER-Fahrer (noch) als selbststÃ¤ndige ErwerbstÃ¤tigkeit gilt, kann aber letztlich offengelassen werden. <span>Selbst wenn das Zusatzeinkommen des Ehemanns oder ein Teil davon wegfallen wÃ¼rde, kÃ¶nnte der Fehlbetrag auch durch das Einkommen der Ehefrau gedeckt werden. </span>GemÃ¤ss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen, dass es einer <span>gesunden und arbeitswilligen Person mÃ¶glich sein sollte, in einem Teilzeitpensum zu arbeiten und sind tiefere Anforderungen an den Nachweis eines behaupteten zukÃ¼nftigen Einkommens zu stellen, wenn der Fehlbetrag gering ist (vgl. BGr, </span>17. MÃ¤rz 2022, 2C_795/2021, E. 4.2.4; <span>BGr, 5. Oktober 2021, C_309/2021, E. 6.4.1</span>). Es besteht vorliegend kein Grund zur Annahme, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers nach ihrer Einreise nicht in der Lage sein wird, ein Erwerbseinkommen zu erwirtschaften, welches den Fehlbetrag abdeckt. </p> <p class="Erwgung3"><span>Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund des Zusatzverdiensts des Ehemanns und/oder des von der Ehefrau realistisch zu erzielenden Einkommens keine konkrete Gefahr einer SozialhilfeabhÃ¤ngigkeit besteht. Die im vorliegenden Verfahren einzig umstrittene Voraussetzung der SozialhilfeunabhÃ¤ngigkeit gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 lit. c AIG ist damit erfÃ¼llt, weshalb der Ehefrau eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen ist. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist darauf hinzuweisen, dass sich diese Beurteilung auf die aktuelle Situation bezieht. Sollte sich die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers wider Erwarten nicht auf dem hiesigen Arbeitsmarkt etablieren kÃ¶nnen bzw. sollten die Ehegatten Sozialhilfe beanspruchen, ist ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf Art. 62 AIG zu prÃ¼fen und gegebenenfalls umgehend umzusetzen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies fÃ¼hrt zur Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG). Dieser ist zudem zu verpflichten, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu bezahlen<span>. Die ParteientschÃ¤digung wird nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Falls, dem Zeitaufwand und den Auslagen bemessen </span>(§ 17 Abs. 2 lit. a VRG i.V.m.<span> §8 Abs. 1 der GebÃ¼hrenverordnung des Verwaltungsgerichts vom 3. Juli 2018 [GebV VGr]). </span></span></p> <p class="Erwgung2"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt eine ParteientschÃ¤digung gemÃ¤ss der durch lic.</span><span> </span><span>iur. B einzureichenden Honorarnote. Die vorgÃ¤ngige Einholung einer Kostennote ist gemÃ¤ss § 9 Abs. 2 GebV VGr nur fÃ¼r die Bemessung der EntschÃ¤digung des unentgeltlichen Rechtsbeistands vorgesehen, wÃ¤hrend bei der Festsetzung der ParteientschÃ¤digung nach stÃ¤ndiger Praxis des Verwaltungsgerichts in aller Regel auf die Einholung einer Kostennote verzichtet werden kann.</span> Lic.<span> </span>iur. B hat keine Kostennotennote eingereicht. <span>Da das vorliegende Verfahren mit zahlreichen anderen auslÃ¤nderrechtlichen Verfahren vergleichbar ist, erscheint die Einholung einer Kostennote fÃ¼r das Beschwerdeverfahren auch nicht erforderlich (vgl. VGr, 10. November 2021, VB.2021.00405, E. 6). Der </span><span>Beschwerdegegner ist zu verpflichten, <span>dem BeschwerdefÃ¼hrer </span>fÃ¼r das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von je Fr. 1'500.-, insgesamt Fr. 3'000.- (Mehrwertsteuer inklusive) zu bezahlen (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 17 N. 29).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b><span>Da bei diesem Verfahrensausgang die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen sind, ist das Gesuch um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung1"><span>Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung fÃ¼r das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, der nachzuziehenden D eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. <span>Die Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Rekursverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. <span>Die Gerichtskosten werden dem </span>Beschwerdegegner <span>auferlegt.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, dem BeschwerdefÃ¼hrer fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) <span>zu bezahlen. </span></span></p> <p class="Einzug2"><span>8. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>9. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion</span></p> <p class="Einzug2"><span> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>