Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 20. August 2020 (720 20 18 / 207) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts und des Haushaltsberichts; Bemessung ver- schiedener Rentenperioden nach gemischter Methode Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Gisela War- tenweiler Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Michelle Wahl, Advoka- tin, Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1987 geborene A.____ arbeitete als Dental- un d Prophylaxeassistentin bei Dr. med. dent. B.____ in X.____ ab 1. August 2004 in einem 80%- und ab 1. Januar 2015 in einem 95%- Teilzeitpensum. Am 31. Mai 2016 gebar sie ihren Sohn. Mit Aufhebungsvertrag vom 3. Septem- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht ber 2016 lösten der Arbeitgeber und A.____ das Arbeitsverhältnis nach Ablauf des Mutterschafts- urlaubes per 5. September 2016 auf. Am 3. November 20 16 meldete sie sich bei der Eidgenös- sischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an, ohne ihre gesundheitlichen Beein- trächtigungen zu spezifizieren. Nach Abklärung der gesu ndheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stel le Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode mit den Anteilen 45 % an Erwerbs- und 55 % an Haushaltstätigkeit für die Zeit vom 6. September 2017 bis 31. Dezember 2017 einen Inva- liditätsgrad von 20 % und für die Zeit vom 1. Januar 2018 bis 31. Mai 2018 einen solchen von 18 %. Ab 1. Juni 2018 berechnete sie bei einem Anteil von 80 % im Erwerb und einen solchen von 20 % im Haushalt einen Invaliditätsgrad von 20 %. Gestü tzt auf dieses Ergebnis lehnte die IV- Stelle – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – mit Verfügung vom 26. November 2019 einen Rentenanspruch von A.____ mangels rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab. B. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertret en durch Advokatin Michelle Wahl, mit Eingabe vom 13. Januar 2020 Beschwerde ans Kantonsg ericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die Verfügung der IV-Stelle vom 26. November 2019 sei aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. September 2017 eine ganze Invalidenrente, mindestens aber eine Dreiviertelsrente auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die une ntgeltliche Rechtspflege zu bewilligen sei. In der Begründung beanstandete sie im Wesentlich en die Beweistauglichkeit des bidiszipli- nären Gutachtens von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und FMH Innere Medizin, und von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. Mai 2019 sowie des Abklärungs- berichts Haushalt vom 9. August 2018. Aufgrund der somatischen und psychischen Beeinträch- tigungen sei sie im Erwerbsbereich nur noch zu maximal 50 % und im Haushalt zu 70 % arbeits- fähig. Zudem sei es zweifelhaft, ob ihre Restarbeitsfä higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbar sei. Des Weiteren würde sie bei guter Gesundheit zu 80 % erwerbstätig sein. Ausser- dem sei bei der Ermittlung des massgebenden Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 25 % zu gewähren. C. Mit Verfügung vom 16. Januar 2020 wurde der Versich erten die unentgeltliche Prozess- führung und unentgeltliche Verbeiständung bewilligt. D. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Februar 2020 schloss d ie IV-Stelle unter Verweis auf die Stellungnahme von Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärzt- licher Dienst (RAD), vom 22. Januar 2020 auf Abweisung der Beschwerde. E. Die Versicherte liess am 20. April 2020 durch ihre Re chtsvertreterin ein Schreiben ihres behandelnden Psychiaters, Dr. med. F.____, vom 23. März 2020 einreichen und darlegen, wes- halb der Auffassung von Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2020 nicht gefolgt werden könne. Die IV-Stelle hielt in ihrer Duplik vom 8. Mai 2020 an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt der vorliegenden Verfahren bilden die Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 10. Januar 2019, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejah en ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerden zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und form- gerecht erhobenen – Beschwerde der Versicherten vom 13. Januar 2020 ist demnach einzutre- ten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Er- werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die wäh- rend eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschn ittlich mindestens 40% arbeitsunfä- hig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) gewesen (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertels- rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % a uf eine halbe Rente, bei einem Invalidi- tätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis- herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im I V-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen k önnte, in Beziehung gesetzt zum Er- werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in valid geworden wäre. Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Me- thode (BGE 128 V 29). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werd en kann, wird für die Bemessung der In- validität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Dies ist die spezifische Methode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 20 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig si nd oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich t ätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Inva liditätsbemessung (BGE 141 V 20 f. E. 3.2 mit Hinweisen). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wären, so ist die Inva- liditätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Er werbstätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 4.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestände (BGE 141 V 20 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in w elchem Pensum sie hypothetisch er- werbstätig wäre (BGE 133 V 507 E. 3.3 mit Hinweisen). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berück- sichtigen (BGE 125 V 150 E. 2c). Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhält- nissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (hier: 26 . November 2019) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätig- keit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 20 E. 3.1 mit Hinweisen). 4.2 Die IV-Stelle ging in der angefochtenen Verfügun g vom 26. November 2019 davon aus, dass die Versicherte als gesunde Person nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubes am 6. September 2016 bis zum 2. Geburtstag ihres Sohnes, d .h. bis zum 31. Mai 2018, zu 45 % gearbeitet hätte. Ab 1. Juni 2018 berücksichtigte sie ei nen Erwerbsanteil von 80 %. Sie stützte sich dabei auf die Ergebnisse ihres Abklärungsdienstes. Die zuständige Abklärungsperson hielt im “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“ f est, die Versicherte habe anlässlich der Haushaltsabklärung vom 18. Juli 2018 erklärt, dass sie b ei guter Gesundheit nach dem Mutter- schaftsurlaub, d.h. ab September 2016, ihre Erwerbstätigkeit mit einem Pensum zwischen 40 % und 50 % aufgenommen und ab dem 2. Geburtstag ihres Sohnes, d.h. ab Juni 2018, auf 80 % erhöht hätte. Diese Aussagen korrigierte die Versicherte am 23. Juli 2018. Sie hielt fest, dass sie als gesunde Person nach dem Mutterschaftsurlaub ab Sept ember 2016 zu 80 % und ab dem Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Geburtstag ihres Sohnes, d.h. ab Juni 2017, zu 100 % erwerbstätig gewesen wäre. Diese Aus- führungen erachtete die Abklärungsperson als glaubhaft, da der Sohn der Versicherten seit Ge- burt von den Eltern betreut werde (vgl. Bemerkungen der Abklärungsperson zu Ziffer 3 "Heutige Erwerbstätigkeit ohne gesundheitlichen Einschränkungen" im Abklärungsbericht Haushalt vom 9. August 2018). Dem Schlussbericht des Spitals G.____ vom 31. Mai 2017 und dem Abschlussbe- richt der Eingliederungsmassnahmen vom 11. Juli 2017 zu folge gab die Versicherte an, als ge- sunde Person hätte sie – abhängig vom Alter ihres Sohne s – eine berufliche Tätigkeit zuerst im Umfang von 50 % bis 70 % und später von bis zu 80 % aufgenommen. In der Beschwerde ist nur von einem 80%-Pensum die Rede. Aufgrund dieser Angab en ist es fraglich, ob die Versicherte nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubes als gesunde Person ab September 2016 tatsächlich eine Arbeit mit einem Pensum von 80 % und ab Juni 20 17 sogar mit einem Pensum von 100 % aufgenommen hätte. Eine 100%ige Erwerbstätigkeit würde jedenfalls dazu führen, dass die Be- messung der Invalidität nicht nach der gemischten, sondern nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen hätte. Die Statusfrage kann letztlich aber offenbleiben, denn – wie weiter in den nachfolgenden Erwägungen zu zeigen sein wird – hat es keine Auswirkungen auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens, ob der In validitätsgrad in Anwendung der allge- meinen oder der gemischten Methode mit den Anteilen 8 0 % an Erwerbs- und 20 % an Haus- haltstätigkeit ermittelt wird. 5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s im Erwerbsbereich bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch- tigungen arbeitsunfähig ist. 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und de r Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Besch werdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch ander e Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ges undheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen d er versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle ande- ren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat- ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa- rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinisch e These abstellt. Hinsichtlich des Be- weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, o b dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3 b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeits- fähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf die Erge bnisse, zu denen die Dres. C.____ und D.____ in ihrem bidisziplinären Gutachten vom 28. Mai 2019 gelangten. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherten die Ausübung der angest ammten Tätigkeit als Dental- und Prophylaxeassistentin aufgrund der somatischen Beeinträch tigungen nicht mehr zumutbar sei. Dagegen sei es ihr möglich, eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % auszuführen. 6.2.1 Die beiden Gutachter hielten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine proximale radioulnare Synostose (knöchernes Zusammenwachsen zwei oder mehrerer Kno- chen) am Ellbogen links mit Status nach Osteotomie-Ver such 1999 und belastungsabhängigen Ellbogenschmerzen links fest. Die psychische Überlagerung de r körperlichen Einschränkungen aufgrund einer Geburtsbehinderung, der Status nach anamnestischer Neurolyse im linken Leis- tenbereich und der Status nach Appendektomie beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. 6.2.2 In seiner fachärztlichen Beurteilung hielt Dr. C. ____ fest, dass aufgrund der Pathologie des linken Ellbogens nicht mehr beide Arme frei einse tzbar seien, weshalb im Beruf als Dental- und Prophylaxeassistentin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Es sei ihr jedoch zumutbar, mit dem linken Arm bzw. mit der linken Hand Lasten bi s zu 5 kg zu heben, zu stossen oder zu ziehen, sofern dies nur zeitweilig und nicht repetitiv geschehe. Arbeiten, bei welchen sie mit dem linken Arm Unterarmrotationen ausführen müsse, seien dagegen nicht mehr möglich. Aus Sicher- heitsgründen sei das Besteigen von Leitern und Gerüsten zu vermeiden. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei die Versicherte in einer Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. 6.2.3 Dr. D.____ führte in seinem Teilgutachten aus, dass die Versicherte seit Geburt an einer eingeschränkten Beweglichkeit des linken Armes leide. Gemäss ihren Angaben sei sie deswegen im Kindergarten und in der Schule gehänselt worden. Aufgrund ihrer Behinderung habe sie auch Mühe gehabt, eine Lehrstelle zu finden. Es sei ihr aber gelungen, die Lehre als Dentalassistentin erfolgreich abzuschliessen. Sie habe während Jahren in diesem Beruf beim gleichen Arbeitgeber Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gearbeitet. Bei der Arbeit habe sie sich sehr viel gefa llen lassen, weil sie Angst vor einem Stel- lenverlust gehabt habe. Seit der Geburt ihres Sohnes und der Kündigung der Arbeitsstelle gehe sie keiner ausserhäuslichen Tätigkeit mehr nach. Mit ihrer Behinderung erachte sie sich in einer Verweistätigkeit nur noch als zu 50 % arbeitsfähig. In der psychiatrischen Befunderhebung hielt Dr. D.____ fest, dass die Versicherte bei der Untersuchung traurig geworden sei und kurz geweint habe, als sie über ihren linken Arm berichtet habe. Insg esamt sei ihre Stimmung aber ausgegli- chen und ihr Antrieb sei nicht herabgesetzt gewesen. Sie habe einen wachen Eindruck gemacht und sei bewusstseinsklar gewesen. Sie sei auch zeitlich, örtlich, situativ und zur eigenen Person gut orientiert gewesen und habe sich differenziert ausgedrückt. Während der Untersuchung habe sie keine Konzentrationsschwäche gezeigt; die Merkfähigkeit und die Gedächtnisleistungen seien intakt und das Denken sei nicht eingeengt gewesen. Sie habe weder Gedankenabreissen noch Neologismen oder eine Gedankenleere gezeigt. Sie habe nicht über Ängste berichtet und keine Phobien erwähnt. Aus ihren Schilderungen ergäben sich keine Hinweise auf Veränderungen ihrer Stimmung und des Antriebes im Laufe des Tages. In seiner Beurteilung hielt er fest, dass der von der Versicherten beschriebenen Traurigkeit im Zusammenhang mit ihren behinderungsbedingten Einschränkungen des linken Armes und der erfolglosen Stel lensuche kein pathologischer Cha- rakter zukomme. Sie sei mit ihrem jetzigen Leben im We sentlichen zufrieden, geniesse das Zu- sammensein mit ihrer Familie und habe eine sehr gute Beziehung zu ihrem Ehemann, ihren El- tern und pflege auch sonst zahlreiche soziale Kontakte. Ausser der Traurigkeit hätten keine wei- teren psychopathologischen Befunde erhoben werden können . Da aus somatischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Arbeit bestehe, gehe er vom Vorliegen ei- ner leichten psychischen Überlagerung im Umgang mit der Behinderung des linken Armes aus. Diagnostisch handle es sich um psychologische Faktoren bei angeborener Behinderung der Be- weglichkeit des linken Armes. Eine Angststörung sei nicht zu diagnostizieren, seien doch keine Anzeichen von Ängsten vorhanden. Die Versicherte habe die öffentlichen Schulen und die Aus- bildung zur Dentalassistentin ohne grössere Schwierigkeiten absolviert und habe während Jahren auf ihrem Beruf arbeiten können. In dieser Zeit habe sie nie unter Ängsten gelitten. Eine psychi- atrische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könne deshalb nicht gestellt werden. 6.3.1 Es ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der Beurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten auf das Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019 abgestellt hat. Das Gutachten ist umfassend und die darin dargelegten medizinischen Zusammenhänge sowie die jeweils vorgenomme nen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend. Die Gutachter haben d ie Versicherte persönlich untersucht, eine umfassende Anamnese erhoben und gehen einlässlich auf ihre Angaben und Beschwerden ein. Sie setzen sich zudem fundiert mit den bei den Akt en liegenden medizinischen Berichten auseinander und begründen abweichende Einschätzungen in überzeugender Weise. Es wird deutlich, dass der Versicherten trotz der seit der Geburt bestehenden Einschränkungen am linken Arm bzw. an der linken Hand und der belastungsabhängigen Schmerzen eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. 6.3.2 Aus psychiatrischer Sicht legte Dr. D.____ nachvoll ziehbar dar, dass keine psychiatri- sche Diagnose gestellt werden kann, welche die Arbeitsf ähigkeit der Versicherten beeinflusst. Entgegen der Ansicht der Versicherten setzte er sich auf Seite 16 seines Gutachtens mit der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht divergierenden Beurteilung des behandelnden Psychiaters, Dr. F.____, vom 17. November 2017 und 4. Dezember 2018 hinreichend auseinander. So könne er sich der von Dr. F.____ gestellten Diagnose einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) nicht anschliessen, weil die Versicherte während der Schulzeit und der beruflichen Ausbildung nicht unter Ängsten gelitten habe und sich ohne weiteres im öffentlichen Raum bewegen könne. Während der Untersuchung hätten auch keine Anzeichen von Ängsten bestanden. Desgleichen könne er auch die Diagnose einer Anpassungsstörung (ICD-10 F.43.2; vgl. so Dr. F. ____ im Arztbericht von 17. November 2017) bzw. einer mittelgradigen depressiven Störung (ICD-10 F32.1; vgl. so Dr. F.____ im Arzt- bericht vom 4. Dezember 2018) nicht bestätigen. Die Versicherte schlafe in der Regel gut, habe am Morgen keine Mühe aufzustehen und kümmere sich tagsüber gut um ihren Sohn. Dabei un- ternehme sie viel, fördere ihn und halte sich viel mit ihm draussen auf. Es beständen keine er- heblichen familiären Probleme. Bei der Untersuchung habe er auch keine depressiven Symptome beobachten können. Aufgrund dieser Feststellungen leuchtet seine Auffassung ein, wonach keine psychiatrischen Diagnosen mit Krankheitswert vorlägen und deshalb keine erhebliche Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit zu attestieren sei. Der von Dr. F.____ erhobene objektive Psychostatus (orientiert, formales Denken unauffällig, Sprache besc hleunigt, unsicher, weinerlich, Stimmung gedrückt, Suizidphantasien) genügt nicht, um die Diagno sen einer ängstlichen Persönlichkeits- störung und einer Anpassungsstörung bzw. einer depressiven Störung nachvollziehen zu kön- nen. 6.3.3 Daran ändert auch der Bericht von Dr. F.____ vo m 9. Januar 2020 nichts. Darin führte er aus, dass die Versicherte im Kindes- und Jugendalter w egen ihrer Behinderung ungeschickt gewesen sei, sich deswegen geschämt habe und ausgelacht w orden sei. Aus derartigen sich wiederholenden Erlebnissen habe sich eine Persönlichkei tsstörung entwickelt. Die Versicherte habe sich – trotz vorhandenen Potentials – immer wenige r zugetraut und im Beruf sei sie abhän- gig vom Arbeitgeber gewesen, weil sie froh gewesen sei , eine Stelle zu haben. Ihre Leistungen habe sie nie als gut bewertet. Insgesamt habe im Vord ergrund eine Verängstigung bestanden. Innerhalb der Familie sei es zu Konflikten gekommen, weil sie auf Hilfe angewiesen sei. Aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung ermüde sie schnell. Aus diesem Grund könne sie eine Arbeit nicht mehr zu 100 % ausführen. In einer angepassten Tätigkeit bestehe dagegen eine Arbeitsfähigkeit zwischen 50 % und 70 %. Gemäss den Akten steht fest, dass di e Versicherte aufgrund ihrer beeinträchtigten oberen linken Extremität bei der Ausführung von gewissen Tätigkeiten funktionell eingeschränkt und diese sichtbar ist. Es ist auch nachvollziehbar, dass sich deswegen im Laufe der Jahre Ängste und Unsicherheiten entwickelt sowie ihr Selbstvertrauen gelitten haben. Dr. E.____ wies in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2020 jedoch zu Recht darauf hin, dass eine Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F60 von dauerhaften schweren dysfunktionalen Verhal- tensweisen gekennzeichnet ist. Insbesondere bei der spezifi schen Diagnose einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 F60.6 ist erforderlich, dass die betroffene Person Zeichen der Überbetonung potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen bis zur Vermeidung bestimmter Aktivitäten aufzeigt. Solche Zeichen hat wed er Dr. D.____ während seiner Untersu- chung feststellen können noch Dr. F.____ in seinen Beurteilungen beschrieben. Auch berichtete keiner der behandelnden Ärzte über erhebliche dysfunkti onale Verhaltensweisen. Bei dieser Sachlage können die Kriterien für die Diagnose einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung nicht als erfüllt betrachtet werden. Desgleichen gibt es keine Hinweise dafür, dass die Versicherte an einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anpassungsstörung bzw. mittelschweren depressiven Störung l eidet. Selbst der behandelnde Psychiater Dr. F.____, führt in seinem Schreiben vom 9. Januar 2020 aus, dass die Depression nicht im Vordergrund stehe. Aus seinen weiteren Ausf ührungen ist sodann zu schliessen, dass eine allfällige bestehende depressive Erkrankung die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht we- sentlich einschränkt. Aus diesen Ausführungen ergibt sich, dass die Einschätzung der Arbeitsfä- higkeit von Dr. F.____ nicht beweiskräftig genug sind, um von der Einschätzung von Dr. D.____ abzuweichen. 6.4 In somatischer Hinsicht ist die Versicherte der Auffa ssung, dass die Zumutbarkeitsbeur- teilung von Dr. C.____ der im Rahmen der beruflichen Eingliederung vorgenommenen Beurtei- lung von Dr. med. H.____, FMH Rheumatologie und Physi kalische Medizin, Spital G.____, vom 31. Mai 2017 nicht standhalte. Dr. H.____ gelangte zur Auffassung, dass die Versicherte gestützt auf die Aktenlage, die klinischen Befunde und die Abklä rungsergebnisse als Einhänderin nur noch zwischen 70 % und 80 % arbeitsfähig sei. Eine konkrete Begründung für diese Einschätzung brachte er nicht vor. Seine Beurteilung vermag daher k eine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens von Dr. C.____ zu erwecken. Zudem fällt auf, dass seine Befunde nicht wesentlich von denjenigen von Dr. C.____ abweichen. Auch er stellt fest, dass die Versicherte aufgrund ihres Geburtsgebrechens an der linken oberen Extremität bei der Ausführung von gewissen Funktionen beeinträchtigt ist, sie aber ein grösseres Leitungspotential besitze als sie bei der beruflichen Ab- klärung gezeigt habe. Im Gegensatz zu Dr. H.____ bezeich nete Dr. C.____ die Versicherte je- doch nicht als Einhänderin. Zur Begründung führte er an, die Versicherte sei funktionell nicht derart eingeschränkt, dass der linke Arm bzw. die linke Hand nicht mehr eingesetzt werden könne. Sowohl Dr. C.____ auch Dr. H.____ sind der Ansic ht, dass die Versicherte ihren linken Arm bzw. ihre linke Hand übermässig schone. So ist auch de n Befunden von Dr. C.____ und auch von Dr. H.____ zu entnehmen, dass die Versicherte zw ar in der Feinmotorik und in der Pronation des Vorderarmes eingeschränkt ist und eine partielle hypotrophe Handmuskulatur auf- weist, jedoch die Greiffunktion noch völlig intakt ist und eine freie Schulterbeweglichkeit besteht. Aufgrund dieser Sachlage hat Dr. C.____ in nachvollzie hbarer Weise den von der Versicherten während der beruflichen Eingliederung gezeigten Leistungen wenig Bedeutung beigemessen und stattdessen aus den von ihr beschriebenen alltäglichen Verrichtungen Rückschlüsse auf die Ar- beitsfähigkeit gezogen. Danach sei sie beim An- und Ausziehen, beim Duschen und bei der Kör- perhygiene vollständig selbstständig. Im Haushalt könne sie selber aufräumen und leichte Reini- gungsarbeiten erledigen. Sie bereite auch die Mahlzeiten zu, wobei das Abendessen gemeinsam mit dem Ehemann gekocht werde. Einmal in der Woche komme ihre Mutter, welche die schweren Haushaltsarbeiten übernehme. Weiter könne sie leichte Einkäufe alleine vornehmen; lediglich die schweren Einkäufe tätige der Ehemann. Zudem fahre sie Auto mit Automatikgetriebe und betreue ihren kleinen Sohn. Aufgrund dieser Alltagsaktivitäten kam Dr. C.____ zum überzeugenden Schluss, dass diese einer beruflichen Arbeit auf körperl ich leichtem Niveau entsprächen, könne sie doch – bis auf schwere körperliche Arbeiten – prakti sch alle Arbeiten ausführen. Seine Ein- schätzung, wonach der Versicherten die Ausübung einer 100%igen Arbeitstätigkeit in einer leich- ten leidensangepassten Arbeit zumutbar sei, leuchtet da her ein. Die IV-Stelle hat deshalb zu Recht gestützt auf die Beurteilung von Dr. C.____ die A rbeitsfähigkeit in einer den schmerzbe- dingten und funktionellen Einschränkungen der linken ob eren Extremität angepassten Tätigkeit auf 100 % festgelegt. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die Versicherte macht weiter geltend, ihre Restar beitsfähigkeit lasse sich auf dem aus- geglichenen Arbeitsmarkt nicht verwerten. Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sin ne von Art. 16 ATSG dort nicht gespro- chen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein geschränkter Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Ent- gegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer ent- sprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschloss en erscheint (Urteil des Bundes- gerichts vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinwei sen). Ferner beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür ver- langten beruflichen und intellektuellen Voraussetzunge n wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 276 E. 4 mit Hinweisen). 7.2 Unbestritten ist, dass die Versicherte in ihrer bishe rigen Tätigkeit als Dental- und Pro- phylaxeassistentin nicht mehr arbeitsfähig ist. Nach dem hi er massgebenden Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019 sind der Ver sicherten aber körperlich leichte Tätig- keiten mit zeitweiligem Tragen, Heben und Stossen vo n Lasten bis zu 5 kg zu 100 % möglich, sofern die Arbeit keine Unterarmrotationen links und kei n Besteigen von Leitern und Gerüsten beinhaltet. Bei diesem Zumutbarkeitsprofil steht der Versicherten trotz ihrer gesundheitlichen Be- einträchtigungen nach wie vor ein breiter Fächer verschi edenster Tätigkeiten auf dem ausgegli- chenen Arbeitsmarkt offen, so dass nicht von realitätsfremden und in diesem Sinne unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist. 7.3 Daran vermögen auch der Bericht des Spitals G.____ vom 31. März 2017 und der Ab- schlussbericht der Eingliederungsmassnahmen vom 11. Juli 2017 nichts zu ändern. Die Einglie- derungsfachleute kamen zum Schluss, dass keine Verweistätigkeit für die Versicherte aufgezeigt werden könne. Zur Begründung führten sie an, dass eine Umschulung in einen kaufmännischen Beruf mangels genügender schulischer Fähigkeiten nicht möglich sei. Das Lernverhalten und die Problemlösungskompetenzen seien ungenügend gewesen. Zudem sei die psychische Belastbar- keit sehr gering und das Arbeitstempo sei unterdurchschnittlich gewesen. Sie gingen davon aus, dass die Versicherte aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen, der Schmerzproblematik, der eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten und der psychische n Überforderung auch in der Rolle als Mutter ihre Restarbeitsfähigkeit im jetzigen Zeitpunkt nicht verwerten könne. Auch wenn den Feststellungen der Eingliederungsfachleute bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine gewisse Aussagekraft zukommt (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2), sind die beiden Berichte nicht geeignet, ernsthafte Zweifel an der Zuverlässigkeit der gutachterlichen Einschätzungen der Dres. C.____ und D.____ aufkommen zu lassen. Denn diese geben lediglich die von der Versicherten effektiv realisierten Leistunge n wieder. Dazu kommt, dass selbst die Eingliederungsfachleute davon ausgehen, dass die Versicherte bei entsprechendem Training ei- ner leidensangepassten Verweistätigkeit im Umfang bis zu 80 % nachgehen könne. Damit er- weist sich die Rüge der Versicherten als unbegründet. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.4 Lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen na ch dem Gesagten eine zuverläs- sige Beurteilung des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu, so kann auf die von ihr beantragte Durchführung von weiteren medizinischen Abklärungen verzichtet werden (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl . BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). 8.1 Im Weiteren ist die Beweistauglichkeit des Haushalt sberichts strittig. Diesbezüglich stützte sich die IV-Stelle auf den Abklärungsbericht Haushalt vom 9. August 2018, wonach die Versi- cherte im Rahmen von 15,2 % in der Ausübung der Hausha ltstätigkeiten eingeschränkt sei. Die Versicherte erachtet diese Prozentzahl als zu tief und f ordert, dass die Einschränkungen ohne Mithilfe des Ehemannes zu beurteilen seien. Ausserde m könne auf den Haushaltsbericht man- gels genügender fachärztlicher Abklärung der psychischen Bee inträchtigungen nicht abgestellt werden. 8.2 Im Zusammenhang mit den Einschränkungen im Haushal t sind der versicherten Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzum uten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Leistungen zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hausw irtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltsarbeiten er- möglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt tä tigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt w erden können, durch Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, de nen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Bel astung entsteht. Die zu berück- sichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht dahe r bei gesundheitlicher Einschränkung weiter als ohne Gesundheitsschädigung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 E.4.2 mit Hinweisen). 8.3.1 Der Haushaltsbericht vom 9. August 2018 führt in jedem Aufgabenbereich detailliert auf, welche Verrichtungen der Versicherten noch zumutbar sind. Die einzelnen noch machbaren Ar- beiten stimmen nachvollziehbar überein mit dem Tätigkei tsprofil der medizinischen Zumutbar- keitsbeurteilung. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die Versicherte in allen Aufgaben- bereichen körperlich weniger anstrengende Verrichtungen noch selbst ausführen kann, während sie nicht in der Lage ist, die mit grösserer körperlicher Belastung verbundenen Arbeiten zu täti- gen. Der Einwand, der Ehemann könne aufgrund berufsbedingter Abwesenheiten bei den Haus- haltstätigkeiten nicht mithelfen, ist nicht stichhaltig . Aus dem Bericht geht hervor, dass sich der Ehemann schon damals an den Haushaltsarbeiten beteiligt hatte, als die Versicherte noch ar- beitstätig gewesen war. Da sich die beruflichen Umstände des Ehemannes inzwischen nicht we- sentlich geändert haben, ist nicht zu beanstanden, dass d ie Abklärungsperson unter dem Titel Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schadenminderungspflicht die Mithilfe des Ehemannes berücksichtigt hat. In Bezug auf die ein- zelnen Verrichtungen im Haushalt substantiiert die Versi cherte nicht näher, weshalb die Ein- schränkung von 15,2 % nicht plausibel sei. Namentlich wird nicht ausgeführt, welche Verrichtun- gen, die der Versicherten noch zugemutet werden, ihr nicht mehr möglich sein sollten. Es ist deshalb von einer Einschränkung im Haushalt von 15,2 % auszugehen. 8.3.2 Entgegen der Ansicht der Versicherten ist eine wei tere psychiatrische Beurteilung betref- fend die Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigungen a uf die Haushaltsführung nicht er- forderlich. Rechtsprechungsgemäss bildet die Abklärung vor Ort grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Die grundsätzliche Massgeblichkeit der Abklärung kann zwar unter Umständen bei einer Person mi t psychischen Beschwerden Ein- schränkungen erfahren (Urteile des Bundesgerichts vom 28. März 2018, 8C_806/2017, E. 3.2.2 und vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit weit eren Hinweisen). Im Falle eines Wider- spruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und d en fachmedizinischen Feststel- lungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist den ärzt- lichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen, als dem Bericht über die Haus- haltsabklärung. Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungs- person regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts vom 1. Dezember 2015, 9C_408/2015, E. 3.3, vom 17. Januar 2014, 8C_669/2013, E. 5.2, vom 5. September 2011, 9C_201/2011, E. 2 und vom 13. Juni 2008, 8C_671/2007, E. 3.2.1 mit weiteren Hinweisen). Wi- dersprüchliche Beurteilungen über die Auswirkungen allfälliger psychischen Beeinträchtigungen liegen hier nicht vor. Gemäss dem hier massgebenden psychiatrischen Gutachten von Dr. D.____ ist die Versicherte in der Haushaltsführung nicht wesen tlich eingeschränkt. Selbst der behan- delnde Psychiater, Dr. F.____, geht in seinem Bericht vom 4. Dezember 2018 davon aus, dass die Versicherte den Haushalt bewältigen könne; sie be nötige hierfür einfach mehr Zeit. Da sich auch aus den weiteren Akten keine Anhaltspunkte für ei ne Unrichtigkeit der durch den Abklä- rungsdienst ermittelten Einschränkung im Haushaltbereich ergeben, kann an dieser Stelle ohne weiteres vollumfänglich auf dessen Bericht verwiesen werden. 9.1 In der angefochtenen Verfügung vom 26. November 2 019 führte die IV-Stelle den Ein- kommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG in Anwendung der ge mischten Methode durch. Dabei nahm sie in zutreffender Weise die als Folge des Urte ils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz (7186/09) per 1. Januar 2018 in Kraft gesetzte Änderung des Art. 27 bis Abs. 2 IVV eine Berechnung für den Zeitraum vom 6. September 2017 (frühstmöglicher Rent enbeginn) bis 31. Dezember 2017 und eine zweite ab 1. Januar 2018 vor. Diese Änderung sieht bei der gemischten Methode ein neues Berechnungsmodell vor. Gemäss der neuen Verordnungsbest immung von Art. 27 bis Abs. 2 IVV werden bei Teilerwerbstätigen, die sich zusätzlich im Au fgabenbereich nach Art. 7 Abs. 2 IVG betätigen, für die Bestimmung des Invaliditätsgrades d er Invaliditätsgrad in Bezug auf die Er- werbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich summiert. Laut Abs. 3 der neuen Verordnungsbestimmung richtet sich die Berechnung des Invaliditätsgra- des in Bezug auf die Erwerbstätigkeit nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (lit. a) und die prozentuale Erwerbs- einbusse anhand des Beschäftigungsgrades, den die versiche rte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (lit. b). Vorli egend ist gemäss den Ausführungen in der Erwägung 4.2 – in Abweichung von den Berechnungen der IV-Stelle – zu prüfen, ob in Anwen- dung der gemischten Bemessungsmethode mit den Anteilen 80 % Erwerb und 20 % Haushalt vom 6. September 2017 bis zum Inkrafttreten des Art. 27 bis Abs. 2 IVV per 1. Januar 2018 und in Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommensvergle ichs ab 1. Juni 2018 ein Renten- anspruch der Versicherten besteht. 9.2.1 In der angefochtenen Verfügung ermittelte di e IV-Stelle im Erwerbsbereich das Validen- einkommen anhand der Angaben des ehemaligen Arbeitgebers der Versicherten. Demnach ging sie von einem Einkommen der Versicherten im Jahr 2017 be i einem 95%-Pensum von Fr. 65'825.50 (13 x Fr. 5'063.50) aus. Dem Invalideneinkommen legte sie einen Monatslohn von Fr. 4'363.-- gemäss Tabelle TA1_tirage_skill_level der Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 des Bundesamtes für Statistik (BFS), Total, Kompetenzniveau 1, Frauen, zugrunde. Diese Berechnungsgrundlagen werden von der Versicherten zu Recht nicht beanstandet. 9.2.2 Im Rahmen der Anwendung des bis 31. Dezember 20 17 gültig gewesenen Berechnungs- modells der gemischten Methode ist das Valideneinkommen für das Jahr 2017 in Berücksichti- gung einer zeitlichen Beanspruchung von 80 % im Erwe rbs- und von 20 % im Haushaltbereich auf ein Pensum von 80 % umzurechnen, was einen Betrag von Fr. 55'432.-- (Fr. 65'825.50 : 95 % x 80 %) ergibt. Für das Jahr 2018 ist das Valideneinkomm en an die Nominallohnentwicklung anzupassen und gemäss dem neuen Berechnungsmodell auf ei n Vollpensum hochzurechnen. Demgemäss ist im Jahr 2018 von einem massgebenden Validen einkommen von Fr. 69'497.85 (Fr. 65'825.50 x 0,3 % [BFS T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016-2018, Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen] x 95 % : 100 %) auszugehen. 9.2.3 Das Invalideneinkommen ist gestützt auf die Beurte ilung der Dres. C.____ und D.____ vom 28. Mai 2019, wonach in einer leidensangepassten Ver weistätigkeit eine 100%ige Arbeits- fähigkeit bestehe, zu ermitteln. Wird der hier massgebende Tabellenlohn der LSE 2016 von mo- natlich Fr. 4'363.-- bzw. von jährlich Fr. 52'356.-- ( 12 x Fr. 4'363.--) auf die betriebsübliche wö- chentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. BFS betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, 2017 und 2018, Total) umgerechnet und an die bis 2017 erfolgten Nomi- nallohnentwicklung von 0,4 % (BFS T1.2.15 Nominallohn index, Frauen 2016-2018, Total) bzw. bis 2018 erfolgten Nominallohnentwicklung von 0,5 % (B FS T1.2.15 Nominallohnindex, Frauen 2016-2018, Total) angepasst, ergibt sich für das Jahr 20 17 ein Betrag von Fr. 54'799.45 (Fr. 52'356.-- x 41,7 : 40 x 0,4 %) und für das Jahr 2018 ein solcher von Fr. 54'854.05 (Fr. 52'356.- - x 41,7 : 40 x 0,5 %) . 9.2.4 Im Zusammenhang mit den Berechnungen des Invalid eneinkommens ist die Versicherte der Auffassung, dass ein leidensbedingter Abzug von 25 % vom Tabellenlohn zu gewähren sei. In dieser Hinsicht ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht bei faktischer Einarmigkeit re- gelmässig einen leidensbedingten Abzug von 20 % bis 25 % als gerechtfertigt erachtet. Allerdings Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat es in solchen Fällen auch schon Abzüge von 10 % als a ngemessen bezeichnet (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 8C_800/2017, E. 6 mit weiteren Hinweisen). Vorliegend ist fraglich, ob bei der Versicherten vom Vorliegen einer faktischen Einarmigkeit im Sinne dieser Rechtsprechung gesprochen werden kann. Denn ihre linke obere Extremität ist nicht vollständig funktionsuntüchtig, kann sie doch mit ihrem linken Arm b zw. ihrer linke Hand noch einige Funk- tionen ausführen. Bei dieser Sachlage lässt sich die Ge währung des Maximalabzugs von 25 % jedenfalls nicht rechtfertigen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juni 2018, 8C_800/2017, E. 6). Auf eine abschliessende Festsetzung der Höhe des Abzugs kann jedoch verzichtet werden, da die nachfolgenden Erwägungen aufzeigen werden, dass selbst bei einem Abzug von 20 % kein Rentenanspruch besteht. 9.2.5 Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzu gs von 20 % beläuft sich das Invali- deneinkommen für das Jahr 2017 auf Fr. 43'839.55 (Fr. 54'799.45 x 80 %). Dieses hypothetische Einkommen ist in Anwendung des altrechtlichen Berechnun gsmodells wiederum entsprechend den Anteilen 80 % Erwerbs und 20 % Haushalt auf ein 80%-Pensum umzurechnen, was ein für das Jahr 2017 massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 35'071.65 (Fr. 43'839.55 x 100 %: 80 %) ergibt. Für das Jahr 2018 beläuft sich dieses nach Vornahme eines 20%igen leidensbedingten Abzug bei einem Vollzeitpensum auf Fr. 43'883.25 (Fr. 54'854.04 x 80 %). 9.3 Aus der Gegenüberstellung von den hier massgebenden Valideneinkommen (Fr. 55'432.- - [2017] und Fr. 69'497.85 [2018]) und Invalidenein kommen (Fr. 35'071.65 [2017] und Fr. 43'883.25 [2018]) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 20'360.35 (2017) bzw. Fr. 25'614.60 (2018) und damit ein Invaliditätsgrad im Erwerbsberei ch von 36,73 % (2017) bzw. von 36,86 % (2018). 9.4 Aufgrund der gemischten Bemessungsmethode sind die In validitätsgrade im Erwerbs- und im Haushaltbereich zu gewichten. Danach ergibt sich i m Erwerbsbereich für das Jahr 2017 ein Invaliditätsgrad von 29,38 % (0,8 x 36,73 %) und für das Jahr 2018 ein solcher von 29,49 % (0,8 x 37,09 %). Der gewichtete Invaliditätsgrad im Haushaltbereich beträgt in Berücksichtigung einer Einschränkung von 15,2 % für die Jahre 2017 und 2018 jeweils 3,04 % (0,2 x 15,2 %). Insgesamt beläuft sich der Invaliditätsgrad für das Jahr 2017 auf gerundet 32 % (29,38 % + 3,04 %) und für das Jahr 2018 auf gerundet 33 % (29,49 % + 3,04 %; vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) Damit liegen die in Anwendung der gemischten Bemessungsmethode berechneten Invaliditätsgrade unter dem für einen Rentenanspruch erforderlichen Mindestinvaliditätsgrad von 40 %. Ein Rentenanspruch ist in dieser Hinsicht zu verneinen. 9.5 Kein anderes Ergebnis ergibt sich bei der Berechn ung des Invaliditätsgrades in Anwen- dung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs a b 1. Juni 2018. In Anbetracht des für das Jahr 2018 ermittelten Invaliditätsgrades von 36 ,86 % im Erwerbsbereich (vgl. Erwägung 9.3) besteht kein Rentenanspruch. Damit hat die IV-St elle in der angefochtenen Verfügung zu Recht einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalide nrente abgelehnt, weshalb die Be- schwerde abzuweisen ist. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ein heitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Reg el der unterliegenden Partei in ange- messenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Versicherte unterliegende Partei, weshalb ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen seid. Ihr ist allerdings mit verfahrensleitender Verfügung vom 16. Januar 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden, weshalb die Verfahrenskos- ten zu Lasten der Gerichtskasse gehen. 10.2 Dem Prozessausgang entsprechend ist keine Parteientsc hädigungen zuzusprechen. Da der Versicherten mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2020 auch die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt wurde, hat die Entschädigung aus der Ge- richtskasse zu erfolgen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentge ltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Die Rechtsvertreterin hat in ihrer Honorarno te vom 20. April 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 11,91 Stunden und Auslagen von Fr. 192.70 geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sach verhalts- und Rechtsfragen als ange- messen erweist. Ihr ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'772.95 (11,91 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Spesen und Auslagen von Fr. 192.70 sowie 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 10.3 Die Versicherte wird jedoch ausdrücklich auf § 53a A bs. 1 des Gesetzes über die Organi- sation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der Beschwer- deführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver- fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘772.95 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) aus der Ge- richtskasse ausgerichtet.