<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">395</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>91</b></span> <span class="ft2"><b>Verfahren; Aufenthalt während des Bewilligungsverfahrens</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Personen, die für einen bloss vorübergehenden Aufenthalt rechtmässig</b></span><br/> <span class="ft2"><b>eingereist sind und nachträglich eine Bewilligung für einen dauerhaften</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Aufenthalt beantragen, haben gemäss Art. 17 Abs. 1 AuG den Entscheid</b></span><br/> <span class="ft2"><b>grundsätzlich im Ausland abzuwarten. A fortiori gilt dies auch für illegal</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Anwesende (E. II./3.2.).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Der vom Migrationsamt ausdrücklich "tolerierte" Aufenthalt stellt i.c.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>keinen Verzicht auf Vollzugsmassnahmen, sondern die Erteilung einer</b></span><br/> <span class="ft2"><b>provisorischen Aufenthaltsbewilligung dar (E. II./4.2.).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Zulassungsvoraussetzungen gemäss Art. 17 Abs. 2 AuG gelten als of-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>fensichtlich erfüllt, wenn die Chancen der Bewilligungserteilung als be-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deutend höher einzustufen sind als diejenigen der Bewilligungsverweige-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rung. Dass für eine Erteilung der Bewilligung allenfalls weitere Abklä-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rungen erforderlich sind, lässt nicht darauf schliessen, es fehle bereits</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deswegen am offensichtlichen Erfüllen der Zulassungsvoraussetzungen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>(E. II./5.2.3.).</b></span><br/> <span class="ft2"><b>In Anwendung von Art. 17 Abs. 2 AuG ist zu prüfen, ob im konkreten Fall</b></span><br/> <span class="ft2"><b>angesichts der auf dem Spiel stehenden privaten und öffentlichen Interes-</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">396</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft2"><b>sen der weitere Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des Familien-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nachzugsverfahrens zu bewilligen ist (E. II./5.3.).</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Entscheid des Rekursgerichts im Ausländerrecht vom 30. Oktober</span><br/> <span class="ft3">2009 in Sachen I.Y. betreffend Aufenthalt während des Familiennachzugsver-</span><br/> <span class="ft3">fahrens (1-BE.2009.34).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer war vom 15. September 2000 bis am</span><br/> <span class="ft1">31. Juli 2007 mit einer Schweizer Bürgerin verheiratet und verfügte</span><br/> <span class="ft1">über eine Aufenthaltsbewilligung des Kantons Zürich. Mit Verfügung</span><br/> <span class="ft1">vom 24. Juli 2007 wies das Migrationsamt des Kantons Zürich sein</span><br/> <span class="ft1">Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. um Ertei-</span><br/> <span class="ft1">lung der Niederlassungsbewilligung mit der Begründung ab, er sei</span><br/> <span class="ft1">eine Scheinehe eingegangen.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem sich der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung er-</span><br/> <span class="ft1">folglos beim Regierungsrat und vor dem Verwaltungsgericht des</span><br/> <span class="ft1">Kantons Zürich gewehrt hatte, focht er das Urteil des Verwaltungsge-</span><br/> <span class="ft1">richts vor Bundesgericht an.</span><br/> <span class="ft1">Am 20. Februar 2009 heiratete der Beschwerdeführer erneut</span><br/> <span class="ft1">eine Schweizer Bürgerin. Daraufhin meldete er sich in der Gemeinde</span><br/> <span class="ft1">V. an und stellte am 23. Februar 2009 ein Gesuch um Kantonswech-</span><br/> <span class="ft1">sel. Mit Schreiben vom 6. März 2009 teilte das Migrationsamt des</span><br/> <span class="ft1">Kantons Aargau (Migrationsamt) dem Beschwerdeführer mit, dass</span><br/> <span class="ft1">sein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Kanton</span><br/> <span class="ft1">Aargau erst nach Abschluss des bundesgerichtlichen Verfahrens be-</span><br/> <span class="ft1">handelt werden könne und sein Aufenthalt im Kanton Aargau bis zu</span><br/> <span class="ft1">diesem Zeitpunkt "formlos toleriert" werde.</span><br/> <span class="ft1">Das Bundesgericht wies die Beschwerde in öffentlich-rechtli-</span><br/> <span class="ft1">chen Angelegenheiten mit Urteil vom 22. April 2009 ab, soweit es</span><br/> <span class="ft1">darauf eintrat. Mit Schreiben vom 22. Mai 2009 forderte das Migra-</span><br/> <span class="ft1">tionsamt des Kantons Zürich den Beschwerdeführer auf, das zürche-</span><br/> <span class="ft1">rische Kantonsgebiet bis zum 31. Juli 2009 zu verlassen und ersuchte</span><br/> <span class="ft1">das Bundesamt für Migration (BFM) um Ausdehnung der kantonalen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">397</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz. Die daraufhin erlas-</span><br/> <span class="ft1">sene Ausdehnungsverfügung erwuchs offenbar unangefochten in</span><br/> <span class="ft1">Rechtskraft.</span><br/> <span class="ft1">Am 16. Juli 2009 reichte die Ehefrau für den Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">bei der Einwohnerkontrolle V. ein Familiennachzugsgesuch ein. Mit</span><br/> <span class="ft1">Eingabe des damaligen Rechtsvertreters vom 29. Juli 2009 wurde</span><br/> <span class="ft1">darum ersucht, es sei dem Gesuchsteller unverzüglich der vorläufige</span><br/> <span class="ft1">Aufenthalt im Kanton Aargau sowie die einstweilige Fortführung der</span><br/> <span class="ft1">bisherigen Arbeitstätigkeit zu gestatten. Mit Schreiben vom</span><br/> <span class="ft1">6. August 2009 teilte das Migrationsamt mit, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer zur Zeit keine Aufenthaltsbewilligung mehr in der Schweiz</span><br/> <span class="ft1">besitze, weshalb er auch nicht zur Erwerbstätigkeit zugelassen sei.</span><br/> <span class="ft1">Mit Verfügung vom 10. September 2009 lehnte das Migrations-</span><br/> <span class="ft1">amt das Gesuch des Beschwerdeführers um Aufenthalt im Kanton</span><br/> <span class="ft1">Aargau für die Dauer des Familiennachzugsverfahrens ab.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">II. 3.1. Während eines hängigen Bewilligungsverfahrens gelten</span><br/> <span class="ft1">bezüglich der aufschiebenden Wirkung und der Anordnung vorsorg-</span><br/> <span class="ft1">licher Massnahmen die allgemeinen verfahrensrechtlichen Prinzi-</span><br/> <span class="ft1">pien. Aufgrund der konkreten Interessenlage im jeweiligen Einzelfall</span><br/> <span class="ft1">ist es nicht ausgeschlossen und mitunter gegenüber bereits anwesen-</span><br/> <span class="ft1">den Personen sogar geboten, vorsorglich den (weiteren) Aufenthalt</span><br/> <span class="ft1">zu bewilligen (Peter Uebersax, Einreise und Anwesenheit, in: Hand-</span><br/> <span class="ft1">bücher für die Anwaltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, Peter</span><br/> <span class="ft1">Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft1">2. Aufl., Basel 2009, Rz. 7.331).</span><br/> <span class="ft1">3.2. Ausländische Personen, die in der Schweiz bereits über</span><br/> <span class="ft1">eine Bewilligung verfügen, dürfen sich während eines laufenden Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahrens ohne gegenteilige behördliche Anordnung weiterhin hier</span><br/> <span class="ft1">aufhalten (vgl. Art. 66 AuG). Demgegenüber haben Personen, die für</span><br/> <span class="ft1">einen bloss vorübergehenden Aufenthalt rechtmässig eingereist sind</span><br/> <span class="ft1">und nachträglich eine Bewilligung für einen dauerhaften Aufenthalt</span><br/> <span class="ft1">beantragen, gemäss Art. 17 Abs. 1 AuG - anders als noch unter altem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">398</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Recht (vgl. Art. 1 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum Bundes-</span><br/> <span class="ft1">gesetz über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAV]</span><br/> <span class="ft1">vom 1. März 1949) - den Entscheid grundsätzlich im Ausland abzu-</span><br/> <span class="ft1">warten. A fortiori muss dies auch für illegal Anwesende gelten</span><br/> <span class="ft1">(Uebersax, a.a.O., Rz. 7.332).</span><br/> <span class="ft1">3.3. Auf der anderen Seite kann die zuständige kantonale Be-</span><br/> <span class="ft1">hörde den Aufenthalt während des Verfahrens namentlich gestatten,</span><br/> <span class="ft1">wenn die Zulassungsvoraussetzungen offensichtlich erfüllt werden</span><br/> <span class="ft1">(Art. 17 Abs. 2 AuG). Dies entspricht einer summarischen Würdi-</span><br/> <span class="ft1">gung der Erfolgsaussichten (sog. "Hauptsachenprognose"), wie sie</span><br/> <span class="ft1">bei der Anordnung vorsorglicher Massnahmen allgemein mitzube-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigen ist (vgl. BGE 130 II 149 E. 2.2). Gemäss Art. 6 Abs. 1</span><br/> <span class="ft1">VZAE sind die Zulassungsvoraussetzungen insbesondere dann offen-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich erfüllt, wenn die eingereichten Unterlagen einen gesetzli-</span><br/> <span class="ft1">chen oder völkerrechtlichen Anspruch auf die Erteilung einer Kurz-</span><br/> <span class="ft1">aufenthalts- oder Aufenthaltsbewilligung belegen, keine Widerrufs-</span><br/> <span class="ft1">gründe nach Art. 62 AuG vorliegen und die betroffene Person der</span><br/> <span class="ft1">Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG nachkommt. Der Grundsatz,</span><br/> <span class="ft1">wonach (erstmalige) Bewilligungsentscheide im Ausland abzuwarten</span><br/> <span class="ft1">sind, kommt also vor allem bei Ermessensbewilligungen und nur</span><br/> <span class="ft1">ausnahmsweise bei Anspruchsbewilligungen zum Tragen (Uebersax,</span><br/> <span class="ft1">a.a.O, Rz. 7.331 f.).</span><br/> <span class="ft1">4.1. Wie aus den Akten hervorgeht, war der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">seit dem Jahre 2000 im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung für den</span><br/> <span class="ft1">Kanton Zürich. Nach dem Abschluss des dortigen Aufenthaltsverfah-</span><br/> <span class="ft1">rens mit Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2009 und der an-</span><br/> <span class="ft1">schliessenden, unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Ausdeh-</span><br/> <span class="ft1">nung der kantonalen Wegweisung auf das ganze Gebiet der Schweiz</span><br/> <span class="ft1">(vgl. Art. 12 Abs. 3 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Nieder-</span><br/> <span class="ft1">lassung der Ausländer [ANAG] vom 26. März 1931) wurde dem Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer eine Ausreisefrist bis zum 31. Juli 2009 angesetzt.</span><br/> <span class="ft1">Bei der Einreichung des Familiennachzugsgesuchs vom 16. Juli 2009</span><br/> <span class="ft1">hielt sich der Beschwerdeführer demnach zwar noch legal in der</span><br/> <span class="ft1">Schweiz auf, verfügte jedoch nicht mehr über eine kantonale Aufent-</span><br/> <span class="ft1">haltsbewilligung. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer den</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">399</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Ausgang des Familiennachzugsverfahrens ohne gegenteilige behör-</span><br/> <span class="ft1">dliche Anordnung im Ausland abzuwarten.</span><br/> <span class="ft1">4.2. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle auf den Brief</span><br/> <span class="ft1">des Migrationsamtes vom 6. März 2009 einzugehen. In diesem</span><br/> <span class="ft1">Schreiben wurde dem Beschwerdeführer nach Eingang des Gesuchs</span><br/> <span class="ft1">um Bewilligung des Kantonswechsels vom 23. Februar 2009 mitge-</span><br/> <span class="ft1">teilt, dass sein Aufenthalt im Kanton Aargau bis zum rechtskräftigen</span><br/> <span class="ft1">Abschluss des vor dem Bundesgericht hängigen ausländerrechtlichen</span><br/> <span class="ft1">Verfahrens formlos "toleriert" werde. Die vom Migrationsamt ver-</span><br/> <span class="ft1">wendete, im Gesetz nicht vorgesehene Terminologie kann sowohl als</span><br/> <span class="ft1">Einräumung einer vorläufigen Aufenthaltsbewilligung als auch als</span><br/> <span class="ft1">blosser Verzicht auf Vollzugsmassnahmen verstanden werden. Letz-</span><br/> <span class="ft1">teres hätte eine zumindest formlose Wegweisung vorausgesetzt (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Art. 37 AuG in Verbindung mit Art. 64 AuG), was dem fraglichen</span><br/> <span class="ft1">Schreiben indessen nicht entnommen werden kann. Der tolerierte</span><br/> <span class="ft1">Aufenthalt stellt damit keinen Verzicht auf Vollzugsmassnahmen dar.</span><br/> <span class="ft1">Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Kan-</span><br/> <span class="ft1">ton Aargau ab dem 6. März 2009 über eine provisorische Aufent-</span><br/> <span class="ft1">haltsbewilligung verfügte. Nachdem das BFM aber zu einem späte-</span><br/> <span class="ft1">ren Zeitpunkt die Wegweisung aus dem Kanton Zürich auf das ganze</span><br/> <span class="ft1">Gebiet der Schweiz ausgedehnt hat und der Beschwerdeführer diese</span><br/> <span class="ft1">Verfügung in Rechtskraft erwachsen liess, beschlägt die Ausdeh-</span><br/> <span class="ft1">nungsverfügung des BFM auch die durch das aargauische Migrati-</span><br/> <span class="ft1">onsamt erteilte provisorische Aufenthaltsbewilligung. Unter diesen</span><br/> <span class="ft1">Umständen kann der Beschwerdeführer aus dem "tolerierten" Auf-</span><br/> <span class="ft1">enthalt nichts mehr zu seinen Gunsten ableiten.</span><br/> <span class="ft1">Aufgrund der im Anschluss an das Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft1">vom 22. April 2009 im Ausdehnungsverfahren erfolgten rechtskräfti-</span><br/> <span class="ft1">gen Wegweisung aus der Schweiz ist es für den aktuellen rechtlichen</span><br/> <span class="ft1">Status des Beschwerdeführers letztlich ebenfalls unerheblich, ob sich</span><br/> <span class="ft1">die Einwohnerkontrolle V. - wie dies vom Beschwerdeführer sub-</span><br/> <span class="ft1">stantiiert dargelegt wird - zu einem früheren Zeitpunkt geweigert</span><br/> <span class="ft1">hatte, ein erstes Familiennachzugsgesuch vom März 2009 an das Mi-</span><br/> <span class="ft1">grationsamt weiterzuleiten.</span><br/> <span class="ft1">5.1. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">der weitere Aufenthalt in der Schweiz für die Dauer des Familien-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">400</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">nachzugsverfahrens gestützt auf Art. 17 Abs. 2 AuG vorsorglich zu</span><br/> <span class="ft1">gestatten ist (vgl. § 46 Abs. 2 VRPG) bzw. ob die Vorinstanz zu</span><br/> <span class="ft1">Recht festgehalten hat, der Beschwerdeführer müsse den Ausgang</span><br/> <span class="ft1">des Verfahrens in seinem Heimatland abwarten.</span><br/> <span class="ft1">5.2.1. Ob dem Beschwerdeführer der weitere Aufenthalt vorläu-</span><br/> <span class="ft1">fig zu gestatten ist bzw. hätte gestattet werden müssen, hängt gemäss</span><br/> <span class="ft1">Art. 17 Abs. 2 AuG in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 VZAE nament-</span><br/> <span class="ft1">lich davon ab, ob er mit den eingereichten Unterlagen seinen gesetz-</span><br/> <span class="ft1">lichen Anspruch auf Familiennachzug nach Art. 42 Abs. 1 AuG zu</span><br/> <span class="ft1">belegen vermag, keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen</span><br/> <span class="ft1">und er seiner Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AuG nachkommt.</span><br/> <span class="ft1">5.2.2. Aus den vorliegenden Akten geht nicht hervor, dass der</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht im Verfahren verletzt</span><br/> <span class="ft1">hätte (vgl. Art. 90 AuG) oder Widerrufsgründe bestehen würden (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Art. 62 AuG). Die Vorinstanz führt diesbezüglich in ihrem ablehnen-</span><br/> <span class="ft1">den Entscheid denn auch lediglich aus, dass es nicht genüge, wenn</span><br/> <span class="ft1">sich der Beschwerdeführer wegen der Heirat mit einer Schweizer</span><br/> <span class="ft1">Bürgerin auf Art. 42 AuG berufen könne. Vielmehr dürfe sich aus</span><br/> <span class="ft1">den Akten auch nichts ergeben, was den Anspruch mit Blick auf</span><br/> <span class="ft1">Art. 51 Abs. 1 AuG fraglich erscheinen lasse und weitere Abklärun-</span><br/> <span class="ft1">gen durch die erstinstanzliche Behörde erfordere.</span><br/> <span class="ft1">5.2.3. Der Argumentation der Vorinstanz ist insofern beizu-</span><br/> <span class="ft1">pflichten, als das Belegen eines gesetzlichen Anspruches nach</span><br/> <span class="ft1">Art. 42 Abs. 1 AuG auch den Nachweis mitumfasst, dass kein Erlö-</span><br/> <span class="ft1">schensgrund nach Art. 51 Abs. 1 AuG besteht. Nach Auffassung des</span><br/> <span class="ft1">Rekursgerichts trifft es indessen nicht zu, dass es in jedem Fall be-</span><br/> <span class="ft1">reits dann am offensichtlichen Erfüllen der Zulassungsvoraussetzun-</span><br/> <span class="ft1">gen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AuG fehlt, wenn weitere Abklärun-</span><br/> <span class="ft1">gen erforderlich sind. Eine solch restriktive Auslegung hätte zur</span><br/> <span class="ft1">Folge, dass die fragliche Bestimmung ihres praktischen Anwen-</span><br/> <span class="ft1">dungsbereichs beraubt würde. Kommt die zuständige Migrationsbe-</span><br/> <span class="ft1">hörde zum Schluss, dass die Bewilligungsvoraussetzungen offen-</span><br/> <span class="ft1">sichtlich erfüllt sind und es keinerlei weiteren Abklärungen bedarf,</span><br/> <span class="ft1">ist der gesuchstellenden Person nicht der vorläufige Aufenthalt zu</span><br/> <span class="ft1">gestatten, sondern die beantragte Bewilligung auszustellen. Wenn</span><br/> <span class="ft1">Art. 17 Abs. 2 AuG verlangt, dass die Zulassungsvoraussetzungen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">401</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">offensichtlich erfüllt sind, kann der gesuchstellenden Person der</span><br/> <span class="ft1">(weitere) Aufenthalt in der Schweiz unter Umständen vielmehr be-</span><br/> <span class="ft1">reits dann gestattet werden, wenn die Chancen der Bewilligungsertei-</span><br/> <span class="ft1">lung als bedeutend höher einzustufen sind als diejenigen der Bewilli-</span><br/> <span class="ft1">gungsverweigerung. Entsprechend bedarf es insbesondere bei Bewil-</span><br/> <span class="ft1">ligungen, auf deren Erteilung ein gesetzlicher und mit Beweismitteln</span><br/> <span class="ft1">belegter Anspruch besteht, hinreichend konkreter Indizien für das</span><br/> <span class="ft1">Vorliegen eines Rechtsmissbrauchs, um das offensichtliche Erfüllen</span><br/> <span class="ft1">der Zulassungsvoraussetzungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AuG</span><br/> <span class="ft1">verneinen zu können.</span><br/> <span class="ft1">5.2.4. Die Vorinstanz führt zu Ungunsten des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft1">rers insbesondere an, dass er einer früheren Scheinehe überführt wor-</span><br/> <span class="ft1">den sei und die damalige Verbindung Ähnlichkeiten (bevorstehende</span><br/> <span class="ft1">Wegweisung, Altersunterschied, Möglichkeit einer im Heimatland</span><br/> <span class="ft1">geführten Parallelehe) zur heutigen Ehe aufweise. Dem ist grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich beizupflichten. Auf der anderen Seite ist jedoch auch festzustel-</span><br/> <span class="ft1">len, dass der Beschwerdeführer mit seiner Einsprache vom</span><br/> <span class="ft1">16. September 2009 eine Vielzahl substantiierter Referenzschreiben</span><br/> <span class="ft1">sowie eine umfangreiche Dokumentation über das durchgeführte</span><br/> <span class="ft1">Hochzeitsfest eingereicht hat. Diese, sowie die weiteren vorgelegten</span><br/> <span class="ft1">Beweismittel stützen die Darstellung des Beschwerdeführers, wo-</span><br/> <span class="ft1">nach der Eheschliessung eine längere Bekanntschaftszeit (seit Juni</span><br/> <span class="ft1">2006) vorausgegangen sei, es sich bei der Eheschliessung um eine</span><br/> <span class="ft1">Liebesheirat gehandelt habe, er mit seiner Ehefrau einen gemeinsa-</span><br/> <span class="ft1">men Haushalt führe, eine intime Beziehung mit ihr unterhalte und</span><br/> <span class="ft1">das Paar nach aussen hin zusammen auftrete. Bei dieser Sachlage be-</span><br/> <span class="ft1">stehen im heutigen Zeitpunkt erhebliche Zweifel, ob dem früheren</span><br/> <span class="ft1">Eingehen einer Scheinehe noch entscheidende Bedeutung beigemes-</span><br/> <span class="ft1">sen werden kann. Im Weiteren ist der angeführte Altersunterschied</span><br/> <span class="ft1">der Eheleute nicht besonders aussergewöhnlich (weniger als zehn</span><br/> <span class="ft1">Jahre) und im Übrigen geringer als bei der früheren ehelichen Bezie-</span><br/> <span class="ft1">hung des Beschwerdeführers mit einer Schweizer Bürgerin. Aus dem</span><br/> <span class="ft1">blossen Umstand, dass der Beschwerdeführer nach seiner Wegwei-</span><br/> <span class="ft1">sung aus dem Kanton Zürich in der Schweiz erneut geheiratet hat,</span><br/> <span class="ft1">kann schliesslich ebenfalls nichts zu seinen Ungunsten abgeleitet</span><br/> <span class="ft1">werden. Überdies hat der Beschwerdeführer zu einem Zeitpunkt ge-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">402</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">heiratet, als er noch nicht wusste, ob das Bundesgericht seine frühere</span><br/> <span class="ft1">Ehe effektiv als Scheinehe qualifizieren und die Wegweisung</span><br/> <span class="ft1">bestätigen würde. Insofern drohte im Zeitpunkt der Heirat auch nicht</span><br/> <span class="ft1">unmittelbar die Wegweisung. Aus der mit einer Eheschliessung ver-</span><br/> <span class="ft1">folgten Absicht, dem Ehepartner den (weiteren) Aufenthalt in der</span><br/> <span class="ft1">Schweiz zu ermöglichen, kann auch nicht bereits auf ein rechtsmiss-</span><br/> <span class="ft1">bräuchliches Verhalten geschlossen werden. Rechtsmissbrauch liegt</span><br/> <span class="ft1">nur dann vor, wenn die eheliche Gemeinschaft nicht wirklich gewollt</span><br/> <span class="ft1">war (vgl. Andreas Zünd/Ladina Arquint Hill, Beendigung der Anwe-</span><br/> <span class="ft1">senheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Handbücher für die An-</span><br/> <span class="ft1">waltspraxis, Band VIII, Ausländerrecht, Peter Uebersax/Beat Ru-</span><br/> <span class="ft1">din/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 2. Aufl., Basel 2009,</span><br/> <span class="ft1">Rz. 8.50).</span><br/> <span class="ft1">5.2.5. Das von der Vorinstanz in diesem Zusammenhang ange-</span><br/> <span class="ft1">führte Urteil des Bundesgerichts (BGE 2C_35/2009 vom 13. Februar</span><br/> <span class="ft1">2009, E. 6.5) lässt sich im Übrigen nur beschränkt mit dem vorlie-</span><br/> <span class="ft1">gend zu beurteilenden Fall vergleichen. Im erwähnten Entscheid be-</span><br/> <span class="ft1">treffend Ausschaffungshaft verfügte das Bundesgericht nur über eine</span><br/> <span class="ft1">stark eingeschränkte Kognition zur Überprüfung des Wegweisungs-</span><br/> <span class="ft1">entscheides (vgl. BGE 128 II 1933 E. 2.2.2). Dementsprechend hielt</span><br/> <span class="ft1">das Bundesgericht fest, dass der Entscheid der kantonalen Migrati-</span><br/> <span class="ft1">onsbehörde, dem Betroffenen den Aufenthalt während des Bewilli-</span><br/> <span class="ft1">gungsverfahrens nicht zu gestatten, beim Bestehen mehrerer Anzei-</span><br/> <span class="ft1">chen für eine Scheinehe sowie einer Verletzung der Mitwirkungs-</span><br/> <span class="ft1">pflicht bzw. Hinweisen auf eine nicht unerhebliche Straffälligkeit im</span><br/> <span class="ft1">Ausland nicht "augenfällig unzulässig" sei. Daraus kann nicht ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres gefolgert werden, dass die Erforderlichkeit weiterer Sach-</span><br/> <span class="ft1">verhaltsabklärungen einer Bewilligung des vorläufigen Aufenthalts</span><br/> <span class="ft1">in der Schweiz generell entgegenstehen würde. Zudem geht aus dem</span><br/> <span class="ft1">zitierten Urteil des Bundesgerichts nicht hervor, ob die entsprechen-</span><br/> <span class="ft1">den Akten neben den erwähnten Hinweisen, die das Bestehen eines</span><br/> <span class="ft1">gesetzlichen Bewilligungsanspruches fraglich erscheinen liessen,</span><br/> <span class="ft1">auch gewichtige Elemente enthielten, die - wie in casu - für das Be-</span><br/> <span class="ft1">stehen einer tatsächlichen ehelichen Gemeinschaft und somit gegen</span><br/> <span class="ft1">eine rechtsmissbräuchliche Geltendmachung des Anspruchs auf Fa-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">403</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">miliennachzug sprachen (vgl. Art. 42 AuG in Verbindung mit Art. 51</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 lit. a AuG).</span><br/> <span class="ft1">5.2.6. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen kommt das</span><br/> <span class="ft1">Rekursgericht zum Schluss, dass das Migrationsamt das Gesuch um</span><br/> <span class="ft1">vorläufigen Aufenthalt gestützt auf die damalige Aktenlage zwar</span><br/> <span class="ft1">noch zu Recht abgelehnt hat. Aufgrund der im Einspracheverfahren</span><br/> <span class="ft1">durch den Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel hätte die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz indessen nicht unbesehen an der Auffassung festhalten</span><br/> <span class="ft1">dürfen, die Voraussetzungen zur Bewilligungserteilung seien nicht</span><br/> <span class="ft1">offensichtlich erfüllt im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AuG. Eine solche</span><br/> <span class="ft1">Schlussfolgerung wäre angesichts der veränderten Aktenlage allen-</span><br/> <span class="ft1">falls dann zulässig gewesen, wenn weitere Sachverhaltsabklärungen</span><br/> <span class="ft1">- beispielsweise die Befragung der Eheleute - durchgeführt worden</span><br/> <span class="ft1">wären und diese die bestehenden Anhaltspunkte, wonach es sich bei</span><br/> <span class="ft1">der am 20. Februar 2009 mit einer Schweizer Bürgerin geschlosse-</span><br/> <span class="ft1">nen Ehe (erneut) um eine Scheinehe handeln könnte, massgeblich er-</span><br/> <span class="ft1">härtet hätten.</span><br/> <span class="ft1">5.3.1. Neben der summarischen materiellen Würdigung des Fa-</span><br/> <span class="ft1">miliennachzugsgesuchs im Lichte von Art. 17 Abs. 2 AuG ist - ent-</span><br/> <span class="ft1">sprechend den allgemeinen Voraussetzungen für die Anordnung vor-</span><br/> <span class="ft1">sorglicher Massnahmen (vgl. Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl.,</span><br/> <span class="ft1">Zürich 1998, Rz. 335) - zusätzlich zu prüfen, ob dem Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führer angesichts der auf dem Spiel stehenden privaten und öffentli-</span><br/> <span class="ft1">chen Interessen für die Dauer des Familiennachzugsverfahrens der</span><br/> <span class="ft1">weitere Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen ist bzw. von der</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz hätte bewilligt werden müssen.</span><br/> <span class="ft1">5.3.2. Der Beschwerdeführer lebt seit bald elf Jahren in der</span><br/> <span class="ft1">Schweiz. Diese lange Aufenthaltsdauer muss zwar insofern relativiert</span><br/> <span class="ft1">werden, als sie letztlich darauf zurückzuführen ist, dass der Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeführer während Jahren eine Scheinehe geführt hat. Zu sei-</span><br/> <span class="ft1">nen Gunsten ist jedoch zu berücksichtigen, dass aus den vorliegen-</span><br/> <span class="ft1">den Akten keine Hinweise ersichtlich sind, dass er in dieser Zeit je</span><br/> <span class="ft1">strafrechtlich in Erscheinung getreten wäre oder sonst wie zu Klagen</span><br/> <span class="ft1">Anlass gegeben hätte. Im Weiteren ist der Beschwerdeführer offen-</span><br/> <span class="ft1">bar wirtschaftlich selbstständig und arbeitet von März 2005 bis Au-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">RekursgerichtimAusländerrecht</span> <span class="page_no">404</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">gust 2009 beim gleichen Arbeitgeber als Fassadenisoleur. Bereits ab</span><br/> <span class="ft1">8. September 2009 hatte er eine neue Arbeitsstelle in Zürich gefun-</span><br/> <span class="ft1">den. Daran ändert auch nichts, dass ihm das Migrationsamt die Ar-</span><br/> <span class="ft1">beitsaufnahme untersagte. Auch wenn aus einem drohenden Stellen-</span><br/> <span class="ft1">verlust gemäss Art. 6 Abs. 2 VZAE für sich alleine keine Ansprüche</span><br/> <span class="ft1">im Bewilligungsverfahren abgeleitet werden können, ist ein solcher</span><br/> <span class="ft1">Umstand doch im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zu be-</span><br/> <span class="ft1">rücksichtigen (vgl. Marc Spescha, in: Kommentar Migrationsrecht,</span><br/> <span class="ft1">Marc Spescha/Hanspeter Thür/Andreas Zünd/Peter Bolzli [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft1">Zürich 2008, N 3 zu Art. 17 AuG). Aufgrund der bestehenden Ehe</span><br/> <span class="ft1">mit einer Schweizer Bürgerin kann sich der Beschwerdeführer zu-</span><br/> <span class="ft1">dem auf ein starkes privates Interesse berufen, das Aufenthaltsver-</span><br/> <span class="ft1">fahren in der Schweiz abwarten zu dürfen, zumal es der Ehefrau</span><br/> <span class="ft1">nicht zuzumuten sein dürfte, ihrem Mann für die Dauer des Aufent-</span><br/> <span class="ft1">haltsverfahrens in die Türkei zu folgen. Auch wenn darin noch keine</span><br/> <span class="ft1">Verletzung von Art. 8 EMRK erkannt werden kann, ist dieser Aspekt</span><br/> <span class="ft1">ebenfalls mitzuberücksichtigen. Auf der anderen Seite besteht auf-</span><br/> <span class="ft1">grund der früheren Scheinehe ein erhöhtes öffentliches Interesse an</span><br/> <span class="ft1">der Fernhaltung des Beschwerdeführers. Diesem öffentlichen Inte-</span><br/> <span class="ft1">resse stehen jedoch - wie gezeigt wurde - gewichtige private Interes-</span><br/> <span class="ft1">sen gegenüber, welche diese - zumindest solange nicht gewichtigere</span><br/> <span class="ft1">Indizien für das Bestehen einer (erneuten) Scheinehe vorliegen - auf-</span><br/> <span class="ft1">zuwiegen vermögen.</span><br/> <span class="ft1">5.4. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung der materiellen Er-</span><br/> <span class="ft1">folgsaussichten sowie der auf dem Spiel stehenden privaten und öf-</span><br/> <span class="ft1">fentlichen Interessen erweist sich die Weigerung der Vorinstanz, dem</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer den weiteren Aufenthalt für die Dauer des Famili-</span><br/> <span class="ft1">ennachzugsverfahrens in der Schweiz zu erlauben, angesichts der</span><br/> <span class="ft1">derzeitigen Aktenlage als unverhältnismässig.</span><br/> <span class="ft1">5.5. Aufgrund des bloss vorläufigen Charakters der Massnahme</span><br/> <span class="ft1">ist es der Vorinstanz bzw. dem Migrationsamt indes unbenommen,</span><br/> <span class="ft1">bei einer wesentlichen Veränderung der Aktenlage jederzeit auf den</span><br/> <span class="ft1">Entscheid betreffend die Aufenthaltsgewährung für die Dauer des</span><br/> <span class="ft1">Verfahrens zurückzukommen (vgl. Verwaltungspraxis der Bundesbe-</span><br/> <span class="ft1">hörden [VPB] 61.77, E. 2c). Ein solches Zurückkommen auf die</span><br/> <span class="ft1">vorläufige Aufenthaltsbewilligung könnte insbesondere angezeigt er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">BeschwerdengegenEinspracheentscheidedesM...</span> <span class="page_no">405</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">scheinen, wenn die weiteren Sachverhaltsabklärungen - beispiels-</span><br/> <span class="ft1">weise die bereits erwähnte Befragung der Eheleute - die bestehenden</span><br/> <span class="ft1">Anhaltspunkte, wonach es sich bei der am 20. Februar 2009 mit einer</span><br/> <span class="ft1">Schweizer Bürgerin geschlossenen Ehe (erneut) um eine Scheinehe</span><br/> <span class="ft1">handeln könnte, in einem Masse erhärten würden, dass nicht mehr</span><br/> <span class="ft1">davon gesprochen werden könnte, die Zulassungsvoraussetzungen</span><br/> <span class="ft1">seien offensichtlich erfüllt im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AuG.</span><br/></div> </div> </body> </html>