Interpellation Landoli 1818 N 17 décembre 1982 nach Möglichkeit bis 1986 der Kostenausgleich erzielt, im Personenfernverkehr einschliesslich Gepäckverkehr auf die Dauer mindestens volle Kostendeckung sichergestellt wer- den. Der Bundesrat sieht keine Möglichkeit, die Tariferhöhungen zu verhindern, ohne dem Leistungsauftrag des Parlamentes zu widersprechen. Sicher gibt es keine Tariferhöhungen, die von den Bahnkunden mit Freude aufgenommen werden. Ausserdem ist der Zeitpunkt für Preiserhöhungen niemals günstig. Die sorgfältige Beurteilung der Marktlage und der Möglichkeiten, die Rechnung auch durch Massnahmen auf der Ertragsseite zu verbessern, muss indessen den Trans- portunternehmungen vorbehalten bleiben, wenn die im Lei- stungsauftrag geforderte grösstmögliche unternehmeri- sche Freiheit und Verantwortung gewährleistet werden soll. Präsident: Herr Bircher erklärt sich von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt. #ST# 82.498 Interpellation der Fraktion der PdA/PSA/POCH Beziehungen Schweiz-Israel Interpellation du groupe du PdT/PSA/POCH Relations avec Israël Wortlaut der Interpellation vom 21. September 1982 Ist der Bundesrat bereit, angesichts der Massaker in West- beirut sämtliche Beziehungen mit Israel abzubrechen? Texte de l'interpellation du 21 septembre 1982 Après le massacre qui a eu lieu dans les camps palestiniens de Beyrouth-Ouest, le Conseil fédéral est-il disposé à rom- pre toutes relations avec Israël? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Sur les plans politique et militaire, Israël porte l'entière res- ponsabilité de massacres commis dans les camps palesti- niens de Beyrouth-Ouest. En effet, les troupes du Major Haddad qui, depuis des années, entretient des liens politi- ques et militaires très étroits avec Israël, ou d'autres bandes d'assassins, n'ont pu pénétrer dans les camps palestiniens qu'avec «la bénédiction» du commandement israélien. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Le Conseil fédéral, dès que la nouvelle du massacre dans les camps de Sabra et Chatila a été connue, a condamné dans sa déclaration du 20 septembre 1982 cet acte de vio- lence, et cela quels qu'en aient été les auteurs. Au cours de l'heure des questions du 27 septembre, le Chef du Départe- ment fédéral des affaires étrangères a pris à nouveau posi- tion dans le même sens et a exprimé le souhait que les cir- constances de cet événement tragique soient entièrement élucidées. Comme on le sait, le gouvernement israélien a nommé le 1er octobre 1982 une commission de trois membres conduite par le Président de la Cour suprême israélienne chargée d'enquêter sur les origines du massacre. Le Conseil fédéral s'est expliqué de manière exhaustive, dans sa réponse à l'interpellation Herczog du 14 juin 1982, sur les raisons pour lesquelles une rupture des relations de la Suisse avec l'Etat d'Israël ne saurait entrer en ligne de compte. Cette attitude est fondée sur des considérations de principe dont il n'y a pas lieu de se départir. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion 25 Stimmen Dagegen 45 Stimmen Präsident: Die Interpellanten erklären sich von der Antwort des Bundesrates nicht befriedigt. #ST# 82.505 Interpellation Landoli Umweltbelastung durch Cadmium Nuisances dues au cadmium Wortlaut der Interpellation vom 22. September 1982 Da in der Schweiz jährlich um 170 Tonnen des ausseror- dentlich giftigen Schwermetalles Cadmium verarbeitet wer- den, bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgen- der Fragen: 1. Ist die Annahme richtig, dass alljährlich wegen der land- wirtschaftlichen Verwertung des Klärschlammes und der üblichen Kompostverwertung je 1 Tonne Cadmium auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen gelangen? 2. Stimmt es, dass aus den Kehrichtverbrennungsanlagen mit den Abgasen 2 bis 3 Tonnen Cadmium via Atmosphäre auf dem Boden abgelagert werden? 3. Sind Richtwerte vorhanden, mit welchen der zulässige Gehalt an Cadmium im Boden oder in den Pflanzen festge- halten werden? 4. Welche Massnahmen technischer, fiskalischer oder gesetzlicher Art stehen dem Bundesrat zur Verfügung, um die Verwendung von Cadmium einzudämmen? 5. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass die For- schungsarbeiten bezüglich der Aufnahme von Schwerme- tallen durch die Pflanze in Abhängigkeit von Pflanzenart und -sorte, von Bodenbeschaffenheit und mikrobiologischer Aktivität des Bodens vermehrt zu fördern seien? Texte de l'interpellation du 22 septembre 1982 Etant donné qu'en Suisse près de 170 tonnes de cadmium, métal lourd hautement toxique, sont traitées chaque année, j'invite le Conseil fédéral à répondre aux questions sui- vantes: 1. Est-il justifié d'admettre qu'une tonne de cadmium est épandue chaque année sur les surfaces agricoles exploi- tées, du fait du recyclage des boues d'épuration par l'agri- culture, ainsi que de l'emploi habituel du compost? 2. Est-il vrai que, par le détour de l'atmosphère, deux à trois tonnes de cadmium provenant des stations d'incinéra- tion des ordures et de leurs gaz d'échappement, se dépo- sent chaque année sur le sol? 3. Existe-t-il des valeurs limites indiquant quelle est la teneur admissible en cadmium dans le sol et les plantes? 4. De quels moyens d'ordre technique, fiscal ou législatif le Conseil fédéral dispose-t-il en vue d'enrayer l'emploi du cadmium? 5. Le Gouvernement n'est-il pas aussi de l'avis qu'il faudrait encourager davantage les travaux de recherche sur l'absorption de métaux lourds par les plantes, en rapport avec les genres et les sortes de plantes, avec la composi- tion du terrain et l'activité microbiologique de celui-ci? Mitunterzeichner - Cosignataires: Basler, Eisenring, Mari, Kopp, Kühne, Nussbaumer, Risi-Schwyz, Roth, Segmüller, Tochon, Ziegler-Solothurn (11)17. Dezember 1982 N 1819 Interpellation Crevoisier Schriftliche Begründung - Développement par écrit Beim Cadmium, das in Metallagerstätten mit Zink, Kupfer oder Bleierzen vorkommt, handelt es sich nicht um ein essentielles Element. Hingegen ist es schon in Spuren aus- serordentlich giftig. Die WHO gibt als Grenzwert für die wöchentliche Aufnahme 400 bis 500 (ig an. Durchschnittlich nimmt der Mensch 200 bis 400 |ig Cd/Woche ein. Die Grenzwerte betragen bei Trinkwasser 0,006 ppm, für Nah- rungsmittel 0,05 bis 0,1 ppm. Es ist bekannt, dass insbesondere Nierenschädigungen und Störungen des Proteinstoffwechsels und schliesslich, bei höheren Dosen, Mineralstpffwechselstörungen als Überdosierungsfolgen auftreten. Üblicherweise werden um 75 Prozent des anfallenden Klärschlammes in der Landwirt- schaft und den Gemüse- und Blumengärtnereien verwertet. So wird das Cadmium aus flüssigen Abfällen in Klär- schlamm auf den Boden gebracht. Auf ähnliche Weise gelangt das Schwermetall aus den etwa 5 Prozent der Abfälle, die kompostiert werden, wieder auf die wirtschaft- lich genützten Flächen. Der Cadmiumgehalt im Kompost und Klärschlamm stellt die an sich sinnvolle Abfallverwer- tung im Pflanzenbau in Frage. Der grösste Teil unserer Abfälle (etwa 75 Prozent) wird in Kehrichtverbrennungsanlagen gebracht. Wegen des tiefen Siedepunktes von Cadmium (765° C) gelangt das Schwer- metall mit den Abgasen in die Atmosphäre und mit dem Regen in den Boden. Da der Verbrauch von Cadmium welt- weit von Jahr zu Jahr zugenommen hat, muss theoretisch gefolgert werden, dass die Konzentration dieses giftigen Metalles in Nahrungsmitteln und Böden zugenommen hat. Nur die Einschränkung des Verbrauchs gewährleistet eine Gefahrenverminderung für den Menschen. Bekannt ist die Substitution durch harmlose Metalle in Pigmenten und als Stabilisator in Kunststoffen. Fraglich ist, ob eine Wirkung mit fiskalischen Massnahmen erreichbar ist. Denkbar sind gesetzliche Bestimmungen über die Verwendung von Cad- mium. Schliesslich kann über Vorschriften, Akkumulatoren dem Verkäufer zurückzugeben, einiges erreicht werden. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral Nach neuesten Erhebungen des Bundesamtes für Umwelt- schutz werden in die Schweiz pro Jahr etwa 100 Tonnen Cadmium für spezifische Anwendungen importiert. Weitere rund 30 Tonnen gelangen als unbeabsichtigter Begleitstoff in anderen Produkten und als atmosphärischer Import in unser Land. 1. Durch Klärschlamm und Kompost gelangen pro Jahr je rund 1 Tonne Cadmium auf landwirtschaftliche Böden. Gemäss Klärschlammverordnung vom 8. April 1981 kontrol- liert die Eidgenössische Forschungsanstalt für Agrikultur- chemie und Umwelthygiene Liebefeld/Bern (FAC) perio- disch die Klärschlämme, die zur Verwertung abgegeben werden, auf ihre Gehalte an Cd und anderen Schwermetal- len, um zu verhindern, dass landwirtschaftlich genutzte Böden unverantwortbar mit Schwermetallen belastet wer- den. Der Klärschlamm wird heute auf eine landwirtschaftli- che Nutzfläche von etwa 50 000 Hektaren ausgebracht. Der Kompost geht überwiegend in die Rebgebiete, und zwar auf eine Nutzfläche von einigen wenigen 1000 Hektaren. 2. Die Cadmiumemissionen der KVAs in der Schweiz wer- den heute auf 2 bis 3 Tonnen/Jahr geschätzt. Je nach Grosse und Verbrennungsgut der KVAs sowie je nach Art der Rauchgasreinigung weichen die Emissionen der ver- schiedenen KVAs relativ stark voneinander ab. 3. Heute wird für den maximalen Cadmium-Totalgehalt des Bodens international ein provisorischer Richtwert von 3 mg/kg trockenen Bodens angenommen. Dieser Wert ist abgestützt auf massig belastbare Böden. Für frisches Obst und Gemüse empfiehlt das Bundesamt für Gesundheitswesen den Kantonen eine zulässige Höchstkonzentration von 0,1 mg Cadmium/kg Frischge- wicht. 4. Aufgrund bestehender Gesetze (Giftgesetz, Lebensmit- telgesetz, Gewässerschutzgesetz, Kranken- und Unfallver- sicherungsgesetz usw.) wird versucht, durch technische und organisatorische Massnahmen das verwendete Cad- mium von Mensch und Umwelt fernzuhalten. Eine ganzheit- liche Regelung, die auch eine Ursachenbekämpfung im Sinne einer Einschränkung der Anwendungen von Cad- mium erlaubt, wird voraussichtlich mit dem zurzeit in den eidgenössischen Räten behandelten Umweltschutzgesetz möglich. Ungeachtet des teilweise fehlenden gesetzlichen Auftrages bemüht sich das Bundesamt für Umweltschutz seit einem Jahr gemeinsam mit Industrie und Handel, die Verwendung von Cadmium in kritischen Bereichen einzu- schränken. Diese Bemühungen waren in Einzelfällen bereits erfolgreich. 5. Der Schutz des Bodens, aus dem direkt oder indirekt ein Grossteil unserer Nahrung stammt, ist eine der vordringli- chen Aufgaben. Die vom Interpellanten genannten For- schungsarbeiten nehmen für die Grundlagenerarbeitung eine wichtige Stellung ein. Solche Arbeiten sind seit mehre- ren Jahren vor allem in landwirtschaftlichen Forschungsan- stalten des Bundes im Gange und haben zum Ziel, unseren schweizerischen Verhältnissen angepasste Bodenricht- werte festzulegen. Diese Werte sollen langfristig verhin- dern, dass die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt wird, dass Ertragseinbussen bei Pflanzen auftreten und dass mehr Schwermetalle aus dem Boden in die Nahrungskette gelan- gen, als dies für den Konsumenten verantwortbar ist. Aufgrund des heutigen Wissens können bereits vorläufige Richtwerte für den Höchstgehalt an Schwermetallen im Boden festgelegt werden. Zur Überprüfung der internatio- nal gebräuchlichen Richtwerte für Schwermetalle im Boden sowie zur Ermittlung der tatsächlichen Bodenbelastung an ausgewählten Messstellen sind trotzdem weitere Arbeiten notwendig. Der Bundesrat ist in Anbetracht der besonderen Bedeutung der Schwermetallbelastung des Bodens der Ansicht, dass auf die Forschung in den vom Interpellanten genannten Gebieten vermehrt Gewicht gelegt werden sollte. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion offensichtliche Mehrheit Dagegen 19 Stimmen Präsident: Der Interpellant erklärt sich teilweise befriedigt. #ST# 82.562 Interpellation Crevoisier Enteignung von Produktionsmitteln Expropriation de moyens de production Wortlaut der Interpellation vom 6. Oktober 1982 In der gegenwärtigen Wirtschaftskrise werden namentlich in ländlichen Gegenden zahlreiche Werkstätten geschlossen und damit Hunderte von Arbeitsplätzen aufgehoben. Die Werkstattgebäude und häufig auch die darin befindlichen Maschinen bleiben in den meisten Fällen unbenutzt, weil ihre Eigentümer sie nicht oder nur zu einem Preis verkaufen wollen, der in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Wert steht. Genau gleich verhält es sich mit einigen sehr grossen Grundstücken, die mehrere Firmen als übertriebene Reserve erworben haben. Wir fragen deshalb den Bundesrat: 1. Wie weit können die Kantone und Gemeinden für solche Produktionsmittel (Grundstücke, Gebäude, Maschinen), anSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Landolt Umweltbelastung durch Cadmium Interpellation Landolt Nuisances dues au cadmium In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.505 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.12.1982 - 08:00 Date Data Seite 1818-1819 Page Pagina Ref. No 20 011 077 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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