Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 18. November 2015 (810 15 18) ____________________________________________________________________ Personalrecht Kündigung des Arbeitsverhältnisses Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Beat Walther, Markus Clausen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschrei- berin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Doris Vollenweider , Advokatin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Schulrat der Musikschule B.____ , Beschwerdegegner Betreff Kündigung des Arbeitsverhältnisses (RRB Nr. 0048 vom 13. Januar 2015) A. A.____ war seit dem 10. September 2007 bei der M usikschule B.____ (Musikschu- le) als Lehrperson für Blockflöte angestellt und ar beitete ab dem 1. August 2013 in einem Teil- zeitpensum von 33.33%. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Am 6. November 2012 fand ein Mitarbeitergespräch zwischen A.____ und C.____, Schulleiter der Musikschule, statt. Auf den Vorwurf der f ehlenden Teilnahme an den Konventen hin, teilte A.____ dem Schulleiter mit, dass sie von ei nem Lehrerkollegen und Konventsleiter, D.____, drei Mal verbal sexuell belästigt worden sei. Aufgrund dessen komme für sie eine Zu- sammenarbeit mit ihm nicht in Frage. Die Vorfälle hät ten sich am 27. August 2011, am 27. April 2012 und am 25. Mai 2012 ereignet. C. Der Musikschulrat B.____ (Musikschulrat) beauftragte E._ ___, Vertrauensperson des Kantons Basel-Landschaft bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, die von A.____ ge- schilderten Vorfälle zu beurteilen. In ihrem Bericht vo m 12. Februar 2013 hielt E.____ zusam- menfassend fest, dass es sich bei den genannten Vorfällen um verbale sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz gehandelt habe und zeigte das weitere Vorgehen auf. D. Mit Schreiben vom 26. April 2013 teilte der Musikschul rat A.____ mit, dass die Un- tersuchung und Behandlung des Vorfalls der verbalen sexuellen Belästigung gegen ihre Person abgeschlossen sei. E. Am 3. Mai 2013 fand erneut ein Mitarbeitergespräch zwischen dem Schulleiter der Musikschule und A.____ statt. Im Rahmen dieses Gesprächs bean standete der Schulleiter die mangelnde Teamarbeit, Finanzplanung und Organisation von A.____ und teilte ihr mit, dass er beabsichtige, dem Musikschulrat das Aussprechen einer Verw arnung zu beantragen. Mit Schreiben vom 7. Juni 2013 gewährte der Musikschulrat A._ ___ das rechtliche Gehör zum An- trag des Schulleiters, was sie mit Schreiben vom 19. Jun i 2013 wahrnahm. Am 7. Juli 2013 verwarnte der Musikschulrat A.____ und setzte ihr eine Fri st vom 10. Juli 2013 bis 31. Januar 2014 an, innert welcher sie ihre Leistung un d ihr Verhalten verbessern müsse. Der Musikschulrat begründete die Verwarnung mit der mangeln den Teamarbeit, der ungenügenden Planung von Musizierstunden und Projekten sowie mit der unangemessenen, teils unhöflichen Kommunikation mit dem Schulleiter, dem Musikschulrat und teilweise auch mit den Eltern. F. Dr. med. F.____, Allgemeinarzt, attestierte A.____ mit ärztlicher Bescheinigung vom 10. Juni 2013 eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Juni 2013 und mit einer weiteren Bescheini- gung vom 26. Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit auf absehbare Zeit, mindestens bis zum 31. August 2013. Anschliessend wurde A.____ mit diversen Folgebescheinigungen weiterhin die Arbeitsunfähigkeit attestiert. G. Mit Schreiben vom 4. Dezember 2013 gewährte der Mu sikschulrat A.____ das rechtliche Gehör zur Auflösung des Arbeitsvertrages per 3 1. Juli 2014. Zur Begründung wurde insbesondere ausgeführt, A.____ sei ihrer Arbeit an der Musikschule seit dem 26. November 2012 häufig ferngeblieben und seit Juli 2013 durchgeh end abwesend. Dazu nahm A.____, ver- treten durch Doris Vollenweider, Advokatin, mit Schreib en vom 23. Januar 2014 Stellung und beantragte, auf die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei zu verzichten. Mit Verfügung vom 31. Januar 2014 kündigte der Musikschulrat gestützt auf § 19 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarb eiter des Kantons vom 25. September 1997 (Personalgesetz) das Arbeitsverhältnis mit A.____ auf den 31. Juli 2014. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Gegen die Kündigungsverfügung vom 31. Januar 2014 e rhob A.____, vertreten durch Doris Vollenweider, mit Eingabe vom 13. Februar 2014 Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Es wurde be antragt, die Verfügung vom 31. Januar 2014 sei aufzuheben und das Arbeitsverhältni s weiterzuführen. Eventualiter sei die Unrechtmässigkeit der Kündigung vom 31. Januar 2014 fest zustellen und der Beschwerdefüh- rerin eine gleichwertige Arbeitsstelle anzubieten. Su beventualiter sei der Beschwerdeführerin eine Entschädigung in der Höhe von drei Monatslöhnen au szurichten; unter o/e-Kostenfolge. Mit Eingabe vom 16. April 2014 reichte A.____, vertreten durch Doris Vollenweider, eine ergän- zende Beschwerdebegründung ein. I. Mit Schreiben vom 21. Februar 2014 stellte der Musi kschulrat A.____ ab sofort bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses frei. J. Der Musikschulrat liess sich mit Eingabe vom 20. Mai 2014 vernehmen. Im Rahmen ihrer Replik vom 3. Juli 2014 stellte A.____, vertreten durch Doris Vollenweider, den Verfahren- santrag, die Verfahrensleitung sei im vorliegenden Besch werdeverfahren an den Rechtsdienst des Regierungsrates zu übertragen. Mit Entscheid vom 13. Januar 2015 wies der Regierungsrat die Beschwerde sowie den Verfahrensantrag ab. In der Sache wurde festgehalten, dass auf- grund der längerfristigen und dauernden Abwesenheit von A.____ sowie der Unsicherheit, ob und wann diese ihre Arbeit als Blockflötenlehrerin wi eder aufnehmen könne, zum Zeitpunkt der Kündigung ein wesentlicher Grund für die Kündigung vorgelegen habe. Die Kündigung erweise sich zudem als verhältnismässig und der Musikschulrat habe sei ne Fürsorgepflicht im Zusam- menhang mit dem Vorfall der verbalen sexuellen Beläst igung nicht verletzt. Demzufolge sei die Kündigung auch nicht missbräuchlich erfolgt. Schliesslich sei die Kündigung auch nicht auf die Abklärungen betreffend sexuelle Belästigung zurückzuführen. K. Gegen den Entscheid des Regierungsrates erhob A.____, vertreten durch Doris Vollenweider, mit Eingabe vom 26. Januar 2015 Beschwe rde beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht ( Kantonsgericht). Es wurde bean- tragt, es seien der Entscheid des Regierungsrates vom 13. J anuar 2015 sowie die Verfügung der Musikschule vom 31. Januar 2014 vollumfänglich aufzuheb en und das Arbeitsverhältnis sei weiterzuführen. Eventualiter sei die Unrechtmässigkeit der Kündigung vom 31. Januar 2014 festzustellen und der Beschwerdeführerin eine gleichwertige Arbeitsstelle anzubieten. Subeven- tualiter sei der Beschwerdeführerin eine Entschädigung in der Höhe von drei Monatslöhnen auszurichten. Eventualiter sei in Aufhebung von Ziffer 1 des Entscheids vom 13. Januar 2015 die Angelegenheit zur Neubeurteilung der Beschwerde an den Rechtsdienst des Regierungsra- tes oder an eine andere verfahrensleitende Instanz zurückzuweisen. Es sei der Beschwerdefüh- rerin eine angemessene Parteientschädigung gemäss noch ei nzureichender Honorarnote für das Beschwerdeverfahren beim Regierungsrat zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Mit Ein- gabe vom 30. März 2015 reichte die Beschwerdeführerin, vertreten durch Doris Vollenweider, ihre Beschwerdebegründung ein. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht L. Mit Eingaben vom 26. Mai 2015 liessen sich der Regier ungsrat und der Musikschul- rat vernehmen und schlossen auf Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. M. Mit Verfügung vom 29. Mai 2015 wurde der Fall de r Kammer zur Beurteilung überwie- sen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist die verwaltung sgerichtliche Beschwerde beim Kan- tonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungsrates. Der angefochte- ne Entscheid des Regierungsrates vom 13. Januar 2015 st ellt somit ein taugliches Anfech- tungsobjekt dar. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur B eschwerde befugt, wer durch die ange- fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte- resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da die Be schwerdeführerin Adressatin des angefochtenen Entscheids ist, ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat und die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. V PO erfüllt sind, kann auf die vorlie- gende Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Gemäss § 45 Abs. 1 lit. a-c VPO können mit der verwa ltungsrechtlichen Beschwerde Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sac hverhalts (lit. b) gerügt werden. Demge- genüber ist die Angemessenheitsüberprüfung gemäss § 45 Abs. 1 lit. c VPO von hier nicht wei- ter interessierenden Ausnahmen abgesehen ausgeschlossen. 2.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zunächst, die Mitarbeitenden des instruierenden Rechtsdienstes der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) seien in der vorliegenden Sache vorbefasst gewesen, da im Vorfeld d er Kündigungsverfügung zahlreiche Kontakte zwischen dem Musikschulrat und der BKSD stattgefu nden hätten, welche das übliche tolerierbare Mass bei Weitem übersteigen würden. Die B KSD könne nicht mehr als unabhängi- ge verfahrensleitende Instanz gelten. Die Befangenheit der BKSD zeige sich auch in der ten- denziösen Darstellung des Sachverhalts im angefochtenen Entscheid. Der Regierungsrat führt dagegen aus, dass die Mitarbeitenden des Stabs Personal d er BKSD, welche zuhanden des Musikschulrates unverbindliche Auskünfte erteilt hätten, sowohl organisatorisch als auch perso- nell unabhängig seien von den Mitarbeitenden des Stab s Recht der BKSD, welchem die Ent- scheid- und Beschwerdeinstruktion obliege. Eine Befangenh eit der Mitarbeitenden des Stabs Recht der BKSD liege demzufolge nicht vor. 2.2 § 8 Abs. 1 lit. d des Verwaltungsverfahrensgesetzes des Kantons Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 verlangt, dass derjenige, d er eine Verfügung zu treffen oder die- se vorzubereiten hat, unter anderem dann in den Ausstan d zu treten hat, wenn er aus anderen – nicht nur persönlichen – Gründen befangen sein könnte. Bezüglich des Handelns von Verwal- tungsbehörden leitet die bundesgerichtliche Rechtsprechun g aus dem Gebot der gleichen und Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht gerechten Behandlung nach Art. 29 Abs. 1 BV einen An spruch auf Unabhängigkeit und Unbe- fangenheit ab, der inhaltlich weitgehend mit demjeni gen nach Art. 30 Abs. 1 BV übereinstimmt (BGE 141 IV 178 E. 3.2.2 mit Verweis auf BGE 127 I 1 98 E. 2b). Es sind somit keine Gründe erkennbar, dass eine Vorbefassung von Richtern anders zu be urteilen ist als diejenige von Verwaltungsbehörden oder Experten (B ENJAMIN SCHINDLER , Die Befangenheit der Verwaltung, Zürich 2002, S. 145). Befangenheit kann einerseits vorl iegen, wenn Gründe in der Person des Mitarbeitenden einer Verwaltungsbehörde bestehen. And ererseits kann sich Befangenheit dar- aus ergeben, wenn ein solcher Mitarbeiter bereits in einem früheren Zeitpunkt mit der konkreten Streitsache zu tun hatte (sog. Vorbefassung). In diesen F ällen ergibt sich die Befangenheit aus organisatorisch-institutionellen Gründen (vgl. Urteil d es Kantonsgerichts, Abteilung Verfas- sungs- und Veraltungsrecht [KGE VV], vom 3. Dezember 2008 [810 07 468] E. 4.4; BGE 114 Ia 59 E. 3d). 2.3 Gemäss § 20 Abs. 1 der Verordnung zum Verwaltungsver fahrensgesetz Basel- Landschaft (Vo VwVG BL) vom 30. November 2004 obliegt der Bildungs-, Kultur- und Sportdi- rektion die Verfahrensleitung bei Beschwerden gegen Verfügungen der Gemeindebehörden, die den sachlichen Zuständigkeitsbereich der Bildungs-, Kult ur- und Sportdirektion betreffen (lit. a) sowie bei Beschwerden gegen Verfügungen der Schulräte, der Prüfungskonferenzen und der Prüfungskommissionen für die Lehrabschlussprüfungen, die ge stützt auf die Berufsbildungsge- setzgebung oder die Personalgesetzgebung ergehen (lit. b). Das Generalsekretariat der BKSD untersteht der Generalsekretärin oder dem Generalsekretä r und umfasst die Stäbe Controlling und Ressourcenplanung, Zentrales Rechnungswesen, Informatik, Personal, Recht, Bildung und Hochschulen (§ 2 Abs. 1 der Dienstordnung des Generalse kretariates der Bildungs-, Kultur und Sportdirektion BL [Dienstordnung] vom 15. Januar 2013) . Der Stab Personal hat insbesondere die Aufgabe, Dienststellen, Schulleitungen und Schulrät e in Fragen der Personalrekrutierung, - führung, -entwicklung, -erhaltung und der Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie bei orga- nisatorischen Entwicklungen und strategischen Fragestellungen zu beraten und zu unterstützen (§ 9 Dienstordnung). Dem Stab Recht obliegt hingegen insbesondere die Entscheid- und Be- schwerdeinstruktion der Direktion und des Regierungsrates im Zuständigkeitsbereich der Direk- tionsvorsteherin oder des Direktionsvorstehers (§ 10 Dienstordnung). 2.4 Aus den vorstehenden Ausführungen erhellt, dass de r Stab Recht und der Stab Perso- nal zwei unterschiedliche Organisationseinheiten mit unt erschiedlichen Aufgabenbereichen und unterschiedlichen Mitarbeitern darstellen. Demzufolge i st dem Regierungsrat zuzustimmen, dass die Beratung der Musikschule durch die Mitarbeitenden des Personaldienstes der BKSD (Stab Personal) nicht dazu führt, dass die Mitarbeiten den des Rechtsdienstes der BKSD (Stab Recht) in der Instruktion der Sache befangen sind. Die Gefahr der Voreingenommenheit besteht nur dann, wenn sich die betroffene Person mit derselbe n Angelegenheit nochmals zu befassen hat oder wenn zwischen den zu beurteilenden Gegenstän den ein hinreichend enger Sachzu- sammenhang besteht (vgl. auch S CHINDLER , a.a.O., S. 149). Eine Vorbefassung kann in der vorliegenden Konstellation demnach nicht erkannt werde n. Die Beschwerdeführerin führt auch nicht aus, inwiefern sich eine solche Befangenheit im Entscheid bzw. in der vorgängigen In- struktion ausgewirkt hätte. Sie mutmasst lediglich, dass sich die Mitarbeitenden des Personal- dienstes vom Rechtsdienst in der vorliegenden Angelege nheit rechtlich hätten beraten lassen, Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht ohne jedoch dafür irgendwelche Indizien anzuführen. Vo rliegend werden über den Vorwurf der Vorbefassung hinaus auch keine zusätzlichen Gründe geltend gemacht – und sind aufgrund des Sachverhalts auch nicht ersichtlich –, die auf eine Befangenheit schliessen liessen. 2.5 Soweit die Beschwerdeführerin weiter geltend macht , die “tendenziösen“ Sachverhalts- feststellungen im angefochtenen Entscheid, insbesondere di e Feststellung, dass D.____ die verbalen sexuellen Belästigungen gesagt haben solle oder dass E.____ Anregungen zur Klä- rung der Vorfälle gegeben habe oder dass sich D.____ entschuldigt habe, würden auf eine Vor- befassung der Mitarbeitenden des instruierenden Rechtsdienstes der BKSD hinweisen, kann ihr nicht gefolgt werden. Zum einen stellt im angefochten en Entscheid der Regierungsrat den Sachverhalt fest und zum anderen bildet Streitgegenstan d nicht die verbale sexuelle Belästi- gung, sondern die Kündigung des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin. Der Regie- rungsrat ist nur gehalten, den Sachverhalt festzustelle n, welcher für seinen Entscheid wesent- lich ist. Es ist dennoch anzumerken, dass der Regierungsrat in seinen Erwägungen die erwähn- ten Vorfälle als verbale sexuelle Belästigung anerkannt und diese somit nicht in Zweifel gezo- gen hat (vgl. E. 5e des angefochtenen Entscheids). Sowei t der Regierungsrat das Schreiben von D.____ vom 12. März 2013 als Entschuldigung gewerte t hat, ist dies weder “tendenziös“ noch stellt es eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung d ar, sondern eine rechtliche Würdigung im Rahmen seines Entscheids. Schliesslich ist nicht zu bean standen, dass der Regierungsrat die Empfehlungen von E.____ als Anregungen bezeichnet hat, zumal beide Wörter im vorlie- genden Kontext dieselbe Bedeutung haben. 2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder eine Vor befassung der Mitarbeitenden des Rechtsdienstes der BKSD vorlag, noch, dass dem angefoch tenen Entscheid des Regie- rungsrates eine “tendenziöse“ bzw. unrichtige Sachverhalt sfeststellung zugrunde liegt. Die diesbezüglichen Rügen der Beschwerdeführerin sind unbegründet. 3.1 In materieller Hinsicht ist sodann strittig, ob der Regierungsrat die vom Musikschulrat am 31. Januar 2014 verfügte Kündigung des Arbeitsverhält nisses mit der Beschwerdeführerin zu Recht als rechtmässig beurteilt hat. 3.2 Gemäss dem insoweit unbestrittenen Entscheid des Reg ierungsrates gelangen auf das zugrundeliegende Arbeitsverhältnis und insbesondere i n Bezug auf die Streitfrage betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses zwischen der Beschwerdeführerin und der Musikschule das Gesetz über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinne n und Mitarbeiter des Kantons (Perso- nalgesetz) vom 25. September 1997 (§ 1 Abs. 1 lit. c Per sonalgesetz) und die Bestimmungen über die Kündigung des Arbeitsverhältnisses zur Unzeit im Sinne von Art. 336c f. des Bundes- gesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilg esetzbuches (Fünfter Teil: Obli- gationenrecht) vom 30. März 1911 zur Anwendung. 3.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Künd igung nichtig bzw. aufzuheben sei, da die Einleitung des Kündigungsverfahrens noch b ei laufender Sperrfrist erfolgt sei. Sie führt diesbezüglich aus, sie sei ab dem 24. Juli 2013 krankheitsbedingt arbeitsunfähig gewesen. Die Sperrfrist habe folglich zu diesem Zeitpunkt angefa ngen zu laufen und endete am Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 20. Januar 2014. Die schriftliche Einladung zum rechtlic hen Gehör betreffend Auflösung des Arbeitsverhältnisses vom 4. Dezember 2013 sowie die persö nliche Anhörung am 19. Dezember 2013 seien demzufolge während laufender Sperrfrist erfolgt. 3.4 Zunächst ist daher zu prüfen, ob sich die Beschwerdef ührerin überhaupt auf den Tat- bestand der Kündigung zur Unzeit berufen kann. Ist dies zu verneinen und die Kündigung damit gültig, stellt sich die Frage, ob die Kündigung auch gerechtfertigt war. 3.5 Nach § 17 des Personalgesetzes kann das Arbeitsverhältni s nach Ablauf der Probezeit von beiden Parteien im ersten Anstellungsjahr unter Einhaltung einer einmonatigen Frist und ab dem zweiten Anstellungsjahr unter Einhaltung einer dre imonatigen Frist auf Ende eines Monats gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit kann die Anstellungsbehörde das Arbeitsverhält- nis kündigen, wenn wesentliche Gründe diese Massnahme rechtfertigen (§ 19 Abs. 2 Personal- gesetz). Ein wesentlicher Grund liegt insbesondere vor , wenn die Mitarbeiterin oder der Mitar- beiter längerfristig oder dauernd an der Aufgabenerf üllung verhindert ist (§ 19 Abs. 3 lit. a Per- sonalgesetz). § 26 Personalgesetz sieht jedoch vor, dass im F alle unverschuldeter Krankheit oder unverschuldeten Unfalls die Sperrfrist, in welcher durch den Arbeitgeber nicht gekündigt werden darf, im ersten Anstellungsjahr 90 Tage und dan ach 180 Tage beträgt. Im Übrigen sind die Bestimmungen des Obligationenrechts über die Kündig ung zur Unzeit nach Ablauf der Pro- bezeit sinngemäss anzuwenden. Nach Art. 336c Abs. 2 OR i st die Kündigung, die während der festgesetzten Sperrfristen erklärt wird, nichtig. 3.6 Die Arbeitnehmenden sollen während der Sperrfrist von Art. 336c Abs. 2 OR, in der sie in aller Regel keine Chance bei der Stellensuche hab en und von einem Arbeitgeber in Kenntnis der Arbeitsverhinderung nicht angestellt würden, vor dem Verlust ihrer Arbeit geschützt werden; dass sie auch selbst bei der Stellensuche behindert sind, spielt dagegen keine Rolle (vgl. ULLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319- 362 OR, 7. Auflage, Zürich 2012, N. 2 zu Art. 336c OR mit weiteren Hinweisen). Die Sperrfrist bei Krankheit und Unfall wird folglich damit begründet, dass die Arbeitsverhinderung des Arbeit- nehmers bei vernünftiger Betrachtungsweise seine Neuanste llung wegen der Ungewissheit über deren Dauer und Mass als unwahrscheinlich erscheinen lasse. Hat hingegen eine ge- sundheitliche Störung diesen Effekt klarerweise nicht, soll auch die Sperrfrist nicht spielen (ULLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , a.a.O., N. 8 zu Art. 336c OR). Diese den Sperrfristenschutz ausschliessende Konstellation trifft ins besondere auf die typischen Fälle ar- beitsplatzbezogener Arbeitsunfähigkeit zu, bei welchen der Arbeitnehmer wohl an der konkreten Arbeitsverrichtung verhindert ist, im Übrigen aber gan z normal einsatzfähig ist, in seiner priva- ten Lebensgestaltung nicht oder nur unbedeutend eingesc hränkt ist und ein neuer Arbeitgeber aufgrund der die neue Stelle nicht tangierenden Arb eitsverhinderung keinen Anlass hätte, den betroffenen Arbeitnehmer deswegen nicht anzustellen (z.B. Konflikte am Arbeitsplatz). In diesen Fällen muss der Kündigungsschutz von Art. 336c OR entfall en (U LLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , a.a.O., N. 8 zu Art. 336c OR mit weiteren Hinweisen). 3.7 Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin eine arbeits- platzbezogene Arbeitsunfähigkeit aufgewiesen hat, we lche nicht geeignet war, den Sperrfris- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht tenschutz auszulösen (vgl. E. 3.6). Dies ergibt sich insb esondere aus der unbestrittenen Tatsa- che, dass die Beschwerdeführerin während ihrer Absenz an der Musikschule B.____ im zweiten Halbjahr 2013 an anderen Musikschulen Blockflötenunterri cht gegeben hat (vgl. Vernehmlas- sung der Musikschule B.____ vom 20. Mai 2014). Die Beschwer deführerin hält in ihrer Stel- lungnahme zum rechtlichen Gehör vom 23. Januar 2014 zu dem selbst fest, dass sie bei einer adäquaten Klärung des Verfahrens wegen verbaler sexuell er Belästigung ihre vollständige Ar- beitsfähigkeit wieder erlangen könne und dass sich bei E rgreifen der notwendigen und empfoh- lenen Massnahmen durch den Arbeitgeber ihr gesundheitli cher Zustand voraussichtlich wieder bessern würde. Die ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hat sich dem- zufolge nicht auf ihre Tätigkeit als Blockflötenlehreri n bezogen, vielmehr muss sich die aus ge- sundheitlichen Gründen vorliegende Arbeitsunfähigkeit auf den konkreten Arbeitsplatz bzw. die Arbeitssituation an der Musikschule B.____ bezogen haben. Auch den von der Beschwerdefüh- rerin bei der Musikschule eingereichten Arztzeugnissen läs st sich kein Grund für die Krank- schreibung entnehmen, welcher dieser Annahme widerspre chen würde (vgl. Arztzeugnisse von Dr. med F.____ vom 3. September 2013, vom 30. September 2013 und vom 4. November 2013 sowie von Dr. med. G.____ vom 27. November 2013 und vo m 10. Januar 2014). Vorliegend ist somit von einer arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen, weshalb die Sperrfrist gemäss Art. 336c Abs. 1 OR nicht zur Anwendung gelangt und sich die Kündigung der Musikschule vom 31. Januar 2014 als gültig erweist. 4. Selbst wenn die Sperrfrist vorliegend zur Anwendu ng käme, stellen die von der Musik- schule verschickte Einladung zum rechtlichen Gehör vom 4. Deze mber 2013 sowie die von ihr vorgesehene persönliche Anhörung vom 19. Dezember 2013 grundsätzlich keine Handlungen dar, welche dem Schutzzweck der Sperrfrist entgegenstehen und die Kündigung vom 31. Januar 2014 damit als ungültig bzw. nichtig erscheinen lassen würden. 5.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass der zeitliche Kündigun gsschutz von § 26 Perso- nalgesetz i.V.m. Art. 336c Abs. 1 lit. b OR nach dessen Si nn und Zweck vorliegend nicht greift. Zu prüfen ist somit im Folgenden, ob die von der Musikschule gegenüber der Beschwerdeführe- rin verfügte Kündigung vom 31. Januar 2014 sachlich begründet war. 5.2 Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich insbeson dere vor, dass zum Zeitpunkt der Kündigung klare Hinweise vorgelegen hätten, dass sie ihre Arbeitsfähigkeit wiedererlangen würde. So habe sie in ihrer Stellungnahme zum rechtli chen Gehör vom 23. Januar 2014 vorge- bracht, dass zu erwarten sei, dass sie bei einer adäquaten Klärung des Verfahrens wegen ver- baler sexueller Belästigung ihre vollständige Arbeitsfähigkeit wiedererlangen könne und sich ihr gesundheitlicher Zustand bei Ergreifen der notwendige n und empfohlenen Massnahmen durch die Arbeitgeberin voraussichtlich wieder verbessern könne. In ihrer Stellungnahme vom 23. Januar 2014 habe sie zudem beantragt, dass die von d er Vertrauensperson empfohlenen Massnahmen umzusetzen seien, um ihre Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Dem Musikschul- rat sei demzufolge spätestens zu diesem Zeitpunkt klar ge wesen, dass mit einer Wiedererlan- gung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Zudem hätte der Musikschulrat eine vertrauensärztli- che Untersuchung anordnen müssen, wenn er der Meinung g ewesen wäre, dass mit einer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht mehr gerechnet werden könne. Der Kündigungsgrund sei somit nicht erfüllt. 5.3 Vorliegend hat der Musikschulrat die Kündigung ausg esprochen, weil er davon ausge- gangen ist, dass die Beschwerdeführerin ihre vollständig e Arbeitsfähigkeit an der Musikschule B.____ nicht mehr erreichen werde. Weiter wurde in der Kündigung ausgeführt, die Behauptung der Beschwerdeführerin, es wäre zu erwarten, dass sie bei einer aus ihrer Sicht adäquaten Klä- rung des Verfahrens wegen sexueller Belästigung ihre vol lständige Arbeitsfähigkeit wieder er- langen könne, entbehre jeder Grundlage. Ansonsten h ätte die Beschwerdeführerin die notwen- digen Schritte zur Klärung des Verfahrens bereits seit l angem einleiten können, treffe sie doch als Arbeitnehmerin auch eine Schadensminderungspflicht. Der Musikschulrat hingegen habe alle von der Vertrauensperson vorgeschlagenen Massnahmen umgesetzt. 5.4 Die Gründe, welche zu einer ordentlichen Kündigun g durch den Arbeitgeber nach Ab- lauf der Probezeit berechtigen, werden in § 19 Perso nalgesetz abschliessend aufgezählt (NICOLE SCHULER LEBER , Das Personalrecht des Kantons Basel-Landschaft, in: Gio vanni Biag- gini u.a. [Hrsg.], Staats- und Verwaltungsrecht des Kant ons Basel-Landschaft III, Liestal 2007, S. 158). § 19 Abs. 3 lit. a Personalgesetz sieht vor, d ass die Anstellungsbehörde das Arbeits- verhältnis nach Ablauf der Probezeit kündigen kann, wenn die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter längerfristig oder dauernd an der Aufgabenerfüllung verhindert ist. Demzufolge ist die Kündi- gung nur dann zulässig, wenn im Zeitpunkt der Kündigu ng davon ausgegangen werden kann, dass die angestellte Person auch in absehbarer Zeit ihre Arbeit nicht wieder wird aufnehmen können. Wann davon ausgegangen werden kann, lässt sich nic ht abschliessend beantworten. § 26 Personalgesetz sieht lediglich eine Mindestfrist vo r, welche abgewartet werden muss, be- vor eine Kündigung ausgesprochen werden kann. Erst nach Ablauf dieser Frist kann geprüft werden, ob die Arbeit nicht in absehbarer Zeit wieder aufgenommen werden kann. Dies erfor- dert eine Prognose, welche im Einzelfall zu prüfen ist (NICOLE SCHULER LEBER , a.a.O., S. 162). 5.5 Dr. med. F.____ attestierte der Beschwerdeführeri n mit ärztlicher Erstbescheinigung vom 10. Juni 2013 eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 28. Ju ni 2013 und mit einer weiteren Be- scheinigung vom 26. Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit auf absehbare Zeit, mindestens bis zum 31. August 2013. Anschliessend wurde der Beschwerdeführ erin mit diversen Folgebescheini- gungen weiterhin die Arbeitsunfähigkeit attestiert. Mi t zwei ärztlichen Folgeattesten vom 27. November 2013 bzw. vom 10. Januar 2014 wurde die A rbeitsunfähigkeit der Beschwerde- führerin sodann von Dr. med. G.____ bis zum 31. Dezember 2013 bzw. bis voraussichtlich zum 21. März 2014 bescheinigt. Zum Zeitpunkt der Kündigung am 31. Januar 2014 bestand die ge- sundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführer in somit schon seit einem halben Jahr. Dem Regierungsrat ist zuzustimmen, dass bei einem A rbeitsverhältnis, welches seit Sep- tember 2007 bestand, eine Dauer von einem halben Jahr als längerfristig anzusehen ist. Die Musikschule musste während dieser Zeit organisatorisch um disponieren und befristete Anstel- lungen vornehmen, um den Blockflötenunterricht sicherste llen zu können. Gleichzeitig mussten die Stellvertretungslösungen kurzfristig organisiert werden, da die ärztlichen Krankschreibungen jeweils für die Dauer eines Monats erfolgten und der G rund für die krankheitsbedingte Arbeits- unfähigkeit der Musikschule nicht bekannt war (vgl. E. 6.4 nachfolgend). Es musste somit jeder- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zeit mit einer Rückkehr der Beschwerdeführerin gerechnet werden. Ein solcher Zustand war für die Musikschule für die Zeit von mehr als einem halben Jahr nicht zumutbar. 5.6.1 Nachdem die krankheitsbedingte Absenz der Beschwerd eführerin länger als ein halbes Jahr gedauert hatte, konnte die Musikschule zudem nicht davon ausgehen, dass die Beschwer- deführerin in absehbarer Zeit ihre Arbeit wieder we rde aufnehmen können. Zum einen reichte die Beschwerdeführerin der Musikschule ein Arztzeugnis ein, wonach sie vom 10. Januar 2014 bis voraussichtlich am 21. März 2014 krankgeschrieben sei. De r Musikschulrat musste befürch- ten, dass sich die Krankschreibungen weiterziehen würden. Zum anderen stellte die Beschwer- deführerin die Erlangung ihrer Arbeitsfähigkeit zwar in Aussicht, machte dies jedoch von einer adäquaten Klärung des Verfahrens wegen sexueller Beläs tigung abhängig (vgl. Schreiben zum rechtlichen Gehör vom 23. Januar 2014). Dabei verlangt e die Beschwerdeführerin, dass die Empfehlungen, welche E.____ in ihrem Bericht abgege ben hatte, vom Musikschulrat umzuset- zen seien. Konkret verlangte die Beschwerdeführerin ein e Entschuldigung von D.____, ein be- gleitetes Gespräch mit D.____ sowie die Erkundigung der Musikschule nach ihrem Befinden. 5.6.2 Zu diesen Forderungen der Beschwerdeführerin ist Folgendes auszuführen: Gemäss der Empfehlung von E.____ solle sich D.____ für die Vo rkommnisse zwischen ihm und der Be- schwerdeführerin entschuldigen, den Tatbestand der verbal en sexuellen Belästigung müsse er hingegen nicht anerkennen. D.____ hält in seinem Schrei ben an die Beschwerdeführerin vom 12. März 2013 fest, dass er den Vorwurf der sexuellen Belästigung entschieden zurückweise. Es sei nie seine Absicht gewesen, die Beschwerdeführerin durch seine Äusserungen zu verlet- zen oder zu beleidigen. Sollte das dennoch passiert sein, entschuldige er sich in aller ange- brachten Form. D.____ hat sich demzufolge für seine Äu sserungen gegenüber der Beschwer- deführerin entschuldigt und dargestellt, dass er sie weder verletzen noch beleidigen wollte. Ent- gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ist dem Mu sikschulrat zuzustimmen, dass die- ses Schreiben von D.____ als Entschuldigung für die Vorkommnisse zu werten ist, obschon der Vorwurf der sexuellen Belästigung zurückgewiesen wurde. Die Empfehlungen von E.____ wur- den diesbezüglich umgesetzt. 5.6.3 Weiter wurde dem Musikschulrat von E.____ empfohle n, der Beschwerdeführerin ein Gespräch anzubieten. Der Musikschulrat wurde hingegen nic ht dazu aufgefordert, ein begleite- tes Gespräch mit D.____ und der Beschwerdeführerin du rchzuführen. Aus den vorliegenden Akten ist ersichtlich, dass der Musikschulrat dieser Empfehlu ng mehrfach gefolgt ist. Die Be- schwerdeführerin nahm das Gesprächsangebot der Musikschule anfangs an (vgl. E-Mail der Beschwerdeführerin an die Präsidentin des Musikschulrates vom 12. März 2013), stellte jedoch weitere Bedingungen bezüglich Ort und Zeit. Zusätzlich verlangte sie eine finanzielle Entschä- digung für den Zeitaufwand während des Gesprächs (vgl. E -Mails vom 15. März 2013 und vom 21. März 2013 zwischen der Beschwerdeführerin und der Pr äsidentin des Musikschulrates). Nachdem der Musikschulrat auf die Bedingungen der Beschwe rdeführerin eingegangen war und ihr Terminvorschläge unterbreitet hatte, hat die Beschwerdeführerin durch eine Lehrerkol- legin ausrichten lassen, dass sie nicht zu einem Gespräch er scheinen werde. In einem darauf- folgenden E-Mail bat die Beschwerdeführerin aufgrund hoher Arbeitsbelastung um eine Ver- schiebung des Gesprächs bis Mai 2013 und äusserte insbesonde re Wünsche bezüglich ihrer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entschädigung für erlittene Unbill, Schadenersatz und Massnahmen gegen den Täter. Zudem beantragte sie, dass einerseits eine juristische Fachperson zum Gespräch hinzugezogen werde und andererseits die vollständige Rehabilitation ihrer Person (vgl. E-Mail der Beschwerdeführe- rin an die Präsidentin des Musikschulrates vom 25. März 201 3). Anschliessend war die Be- schwerdeführerin während zwei Wochen krankgeschrieben (vgl. Arbeitsunfähigkeitsbescheini- gungen von Dr. med. F.____ vom 8. April 2013, vom 10. April 2013, vom 12. April 2013 sowie vom 15. April 2013). Am 19. April 2013 schloss der Musikschu lrat im Rahmen seiner Sitzung die Bearbeitung des Vorfalles der verbalen sexuellen Be lästigung ab und teilte dies der Be- schwerdeführerin am 24. April 2013 vorab telefonisch m it (vgl. Beschwerdebegründung vom 30. März 2015 S. 14). Darauf verlangte die Beschwerdefü hrerin bei der ehemaligen Präsidentin des Musikschulrates telefonisch ein mediiertes Gespräch mit D.____. Aus den Akten geht her- vor, dass es zu keinem solchen Gespräch gekommen ist und die Beschwerdeführerin in der Folge auch kein weiteres Gespräch mit dem Musikschulrat ver langt hat. Es ergibt sich folglich, dass der Musikschulrat den Empfehlungen von E.____ nachgek ommen ist und der Beschwer- deführerin mehrere Terminvorschläge für ein Gespräch an geboten hat. Dass die Beschwerde- führerin ein solches Gespräch nicht wahrgenommen hat, o bschon sich der Musikschulrat mehr- fach darum bemüht hatte, kann diesem nicht angelastet w erden. Der Musikschulrat war eben- falls nicht verpflichtet, auf das Nachsuchen der Beschwerdeführerin nach einem mediierten Ge- spräch einzugehen, da sie sich diesbezüglich erst gemeldet hatte, nachdem der Musikschulrat mehrmals versucht hatte, ein Gespräch mit ihr zu vereinba ren und schliesslich die Bearbeitung der Angelegenheit abgeschlossen hatte. Zudem ist die Besc hwerdeführerin ihrer Verpflichtung, den Musikschulrat darüber zu informieren, ob sie die Entsch uldigung von D.____ annehme, bis am 24. April 2013 nicht nachgekommen (vgl. Bericht vo n E.____ vom 12. Februar 2013 Ziffer 4.3 und E-Mails zwischen der Beschwerdeführerin und der P räsidentin des Musikschulrats vom 18. März 2013 bzw. vom 25. März 2013). 5.6.4 Weiter solle sich der Musikschulrat gemäss den Empfe hlungen von E.____ bei der Beschwerdeführerin nach Ablauf einer gewissen Frist (Bsp. 3 oder 6 Monate) nach ihrem Befin- den und der aktuellen Situation erkundigen. Aus dem Z usammenhang der Empfehlungen von E.____ ergibt sich, dass eine solche Erkundigung durch de n Arbeitgeber dazu dienen sollte, herauszufinden, ob eine Bereinigung der Angelegenheit stattgefunden hatte, und die Zusam- menarbeit unter diesen Umständen für die Beteiligten , insbesondere für die Beschwerdeführe- rin, funktionierte. Es erhellt jedoch ohne Weiteres, dass sich eine Erkundigung nach dem Befin- den und der aktuellen Situation erübrigt, wenn die S ituation wie im vorliegenden Fall – und für den Musikschulrat offensichtlich erkennbar – nicht bereinig t worden ist. 5.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, d ass der Musikschulrat seiner- seits die Empfehlungen von E.____ umgesetzt hat und n icht verpflichtet war, auf die darüber hinaus gehenden Bedingungen der Beschwerdeführerin einzugehen. Aus den Akten ergibt sich zudem, dass der Musikschulrat auch weiterhin nicht bereit ist , diese Bedingungen der Be- schwerdeführerin zu erfüllen. Eine adäquate Klärung d es Verfahrens wegen sexueller Belästi- gung nach den Vorstellungen und Bedingungen der Beschw erdeführerin wird somit nicht mög- lich sein. Demzufolge durfte der Musikschulrat zum Zeitpunkt der Kündigung davon ausgehen, dass auch ein weiterer Versuch, die Angelegenheit zu be reinigen, wenig erfolgsversprechend Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht wäre und die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit in Bezug auf die Musikschule B.____ in absehbarer Zeit nicht wieder erlangen würde. An diese r Einschätzung konnte auch das von der Beschwerdeführerin der Musikschule eingereichte ärztliche A ttest vom 19. Februar 2014 nichts ändern, welches ihr eine Wiedereingliederung in die U nterrichtstätigkeit ab 1. März 2014 mit einem Pensum von 50% bescheinigte, zumal das Attest d rei Wochen nach der erfolgten Kündi- gung eingereicht wurde. 5.8 Anzufügen bleibt, dass der Musikschulrat im Vorfeld d er Kündigung nicht verpflichtet gewesen war, von der Beschwerdeführerin eine vertrauens ärztliche Untersuchung zu verlan- gen. Steht bei einem privatrechtlichen Arbeitsverhältni s die Lohnfortzahlungspflicht bei Krank- heit in Frage, so kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehme r eine vertrauensärztliche Untersu- chung verlangen, wenn er begründeterweise an der Rich tigkeit eines Zeugnisses zweifelt (WOLFGANG PORTMANN /R OGER RUDOLPH , Basler Kommentar, 6. Auflage, Basel 2015, N. 25 zu Art. 324a). Kündigt dagegen ein Arbeitgeber das öffe ntlich-rechtliche Dienstverhältnis während dem der Arbeitnehmer krank gemeldet ist, so trägt der A rbeitgeber das Risiko, dass seine Kün- digung nichtig sein könnte. Vom Arbeitgeber zu verlange n, dass er auch in diesem Fall bei Zweifeln an der Richtigkeit des ärztlichen Zeugnisses e ine vertrauensärztliche Untersuchung verlangen muss, würde zu weit gehen (U LLIN STREIFF /A DRIAN VON KAENEL /R OGER RUDOLPH , a.a.O., N. 12 zu Art. 324a OR mit Verweis auf das Urte il des Verwaltungsgerichts Zürich PB.2005.00034 vom 21. Dezember 2005 E. 4.2). Umso me hr muss dies gelten, wenn der Ar- beitgeber auf die vom Arbeitnehmer eingereichten är ztlichen Zeugnisse vertraut und keine Zweifel an deren Richtigkeit hat. Im vorliegenden Fal l reichte die Beschwerdeführerin während ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit von der Musikschule d iverse ärztliche Arbeitsunfähig- keitszeugnisse ein, an deren Richtigkeit die Musikschule offen sichtlich nicht gezweifelt hat. Auch der Aussage des nach der Einladung zum rechtlichen Ge hör eingereichten Arztzeugnis- ses, wonach die Beschwerdeführerin vom 10. Januar 2014 b is voraussichtlich am 21. März 2014 krankgeschrieben sei, misstraute die Musikschu le zu Recht nicht. Die Musik- schule durfte somit ohne Verletzung ihrer Fürsorgepflicht allein aufgrund der eingereichten ärzt- lichen Zeugnisse von einer längerfristigen krankheitsbed ingten Arbeitsunfähigkeit bei der Be- schwerdeführerin ausgehen. Hinweise für eine Änderung dieser Umstände waren zum Zeit- punkt der Kündigung zudem nicht ersichtlich (vgl. E. 5.7). 5.9 Zusammengefasst erweist sich demnach die Kündigung de r Musikschule vom 31. Januar 2014 zu dem gewählten Zeitpunkt als sachlich gerechtfertigt. 6.1 Im Weiteren moniert die Beschwerdeführerin, die Kündigung sei unverhältnismässig, da die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses während der nötigen Abklärungen betreffend ihre Arbeitsunfähigkeit im Hinblick auf die bereits eingele itete Stellvertretungslösung ohne weiteres zumutbar gewesen wäre. 6.2 Ob eine Kündigung materiell gerechtfertigt ist, i st insbesondere auch anhand der all- gemeinen Grundsätze zu beurteilen, wie sie die Lehre und Rechtsprechung für die ordentliche Auflösung öffentlichrechtlicher Arbeitsverhältnisse entw ickelt hat (vgl. H ARRY NÖTZLI , in: Wolf- gang Portmann/Felix Uhlmann [Hrsg.], Bundespersonalges etz [BPG], Bern 2013, N. 6 zu Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 12 BPG; NICOLE SCHULER LEBER , a.a.O., S. 157). Als Eingriff in die Rechte der Bet roffenen muss eine Kündigung eines öffentlich-rechtlichen Arbeit sverhältnis insbesondere den Grund- satz der Verhältnismässigkeit beachten (BGE 101 Ia 172 E. 3). Die Kündigung setzt demnach eine Interessenabwägung voraus und erweist sich dann als ve rhältnismässig, wenn sie zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig ist (vgl. ULRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, N. 581 ff.). Dam it ist eine Kündigung grundsätzlich sachlich begründet, wenn die Weiterbeschäftigung des betreffe nden Angestellten dem öffentlichen Inte- resse, insbesondere demjenigen einer gut funktionieren den Verwaltung widerspricht (P ETER HÄNNI , Das öffentliche Dienstrecht der Schweiz, 2. Auflage, Zürich 2008, S. 549 und S. 558). 6.3 Es ist nachvollziehbar, dass der Erhalt der Kündigung nach Eintritt der Arbeitsunfähig- keit für die Beschwerdeführerin belastend war. Indessen wird die Härte, welche eine Kündigung namentlich für den in seiner Gesundheit beeinträchtigte n Arbeitnehmer regelmässig darstellt, durch die analoge Anwendung der obligationenrechtlichen Sperrfristen erheblich gemildert. Die- se Frist betrug vorliegend ein halbes Jahr. Ein öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber ist grundsätzlich auch nicht verpflichtet, seine Arbeitnehmer über die Da uer dieser Sperrfrist hinaus zu behalten und für einen nicht absehbaren Zeitraum auf ihre Arb eitskraft zu verzichten (vgl. Urteil des Ver- waltungsgerichts Zürich PB.2002.00001 vom 17. April 2002 E. 3 f/cc). 6.4 Bereits am 22. August 2013 wurde die Beschwerdeführ erin schriftlich vom Schulleiter der Musikschule angefragt, ab wann sie wieder arbeitsfähig sei bzw. wieder an der Musikschule unterrichten werde, um die Unterrichtsstunden planen z u können. Aus den vorliegenden Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in der Folge jeweils für die Dauer von einem Monat krankgeschrieben wurde (vgl. Arztzeugnisse von Dr. med F._ ___ vom 3. September 2013, vom 30. September 2013 und vom 4. November 2013 sowie von Dr. med. G.____ vom 27. November 2013 und vom 10. Januar 2014). Aus dies en eingereichten ärztlichen Bescheini- gungen ging nicht hervor, wie lange die Arbeitsunfähi gkeit dauern werde bzw. wann mit einer Besserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin gerechnet werden könne. Auf- grund dieser ungewissen Situation musste die Musikschule e ine Stellvertretungslösung finden. Auch zum Zeitpunkt der Kündigung im Januar 2014, nac hdem die Beschwerdeführerin erneut ein ärztliches Zeugnis eingereicht hatte, musste der Musiksch ulrat damit rechnen, dass die Be- schwerdeführerin ihre Unterrichtsstunden an der Musikschule B.____ in absehbarer Zeit nicht wieder aufnehmen würde. Die Musikschule hatte somit die Wahl, die Stelle der Beschwerdefüh- rerin neu ordentlich zu besetzen oder weiterhin für e ine nicht absehbare Zeit mit Stellvertre- tungslösungen zu arbeiten. Das Interesse der Musikschule, die Stelle nach mehr als einem hal- ben Jahr wieder ordentlich zu besetzen, ist offensichtlich. Durch eine ordentliche Neuanstellung war es der Musikschule wieder möglich, längerfristig die Unterrichtsstunden zu planen und zu organisieren sowie den Schülerinnen und Schülern eine gewisse Konstanz im Blockflötenunter- richt und einheitliche Zielsetzungen zu ermöglichen. Schl iesslich ist es auch im Interesse der Musikschule, dass sich die einzelnen Lehrerinnen und Lehrer in das Kollegium und den inter- nen Schulalltag längerfristig integrieren können, wa s bei Stellvertretungslösungen schwierig ist. Das persönliche Interesse der Beschwerdeführerin am Erhalt ihrer Arbeitsstelle ist hingegen mit Ausnahme des Lohnausfalls kaum erkennbar. Hierzu ist je doch auszuführen, dass die Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin lediglich mit einem Pensum von 33.33% a n der Musikschule B.____ ange- stellt war, nachweislich an anderen Schulen unterrichte t und durch ihre arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich nicht an der Stellensuche gehindert wurde. Weitere persönliche Interessen der Beschwerdeführerin werden von dieser nich t geltend gemacht und sind aus den Akten auch nicht ersichtlich. Unter diesen Umständen ist d as öffentliche Interesse an einem geordneten und verlässlichen Schulbetrieb höher zu gewi chten als das persönliche Interesse der Beschwerdeführerin am Erhalt der Arbeitsstelle. Au ch eine mildere Massnahme, wie bei- spielsweise eine Teilzeitanstellung der Beschwerdeführeri n hätte zu einer Weiterführung der Stellvertreterlösung geführt, was der Musikschule aufgrun d der vorstehenden Ausführungen gerade nicht mehr zumutbar gewesen war. 6.5 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Musikschu le im Zeitpunkt der Kün- digung von einem überwiegenden öffentlichen Interesse an der Auflösung des Arbeitsverhält- nisses mit der Beschwerdeführerin ausgehen durfte. Die K ündigung erweist sich somit als ver- hältnismässig. 7.1 Schliesslich führt die Beschwerdeführerin aus, die K ündigung sei missbräuchlich er- folgt, da der Musikschulrat seine Fürsorgepflichten im Zu sammenhang mit dem Vorfall der ver- balen sexuellen Belästigung verletzt habe, indem er da s Verfahren abrupt und unbegründet abgebrochen habe. Der Arbeitgeber habe damit eine we sentliche Mitursache für die Arbeitsun- fähigkeit der Beschwerdeführerin gesetzt, weshalb eine missbräuchliche Kündigung vorliege. 7.2 Eine Kündigung ist unter anderem missbräuchlich, w enn der Arbeitgeber wegen einer Krankheit kündigt, die er selber verschuldet hat. Missbräuchlich ist demzufolge eine Kündigung, wenn das Gemeinwesen seiner Fürsorgepflicht nicht nach kommt, dies zur Krankheit bei einem Arbeitnehmer oder einer Arbeitnehmerin führt und da s Gemeinwesen dann wegen dieser von ihr selbst zumindest mitverursachten Krankheit kündigt (E ntscheid des Bundesgerichts 8C_707/2009 vom 22. Juni 2010 E. 4.2). 7.3 Gemäss § 5 Abs. 3 der Verordnung über den Schutz der sexuellen Integrität am Ar- beitsplatz vom 3. November 1998 haben die Vorgesetzte n die Pflicht, eine Person, die sich be- schwert, zu unterstützen und in Zusammenarbeit mit ihr, der Vertrauensperson und gegebenen- falls den zuständigen Personalverantwortlichen die zweckmässigen vorsorglichen Massnahmen zu treffen. Aus den vorliegenden Akten geht hervor, dass der Leiter der Musikschule – unmittel- bar nachdem die Beschwerdeführerin ihn über die verb ale sexuelle Belästigung informiert hatte – Massnahmen zur Klärung der Vorfälle ergriff. Der be treffende Lehrerkollege wurde umgehend mit den Anschuldigungen der Beschwerdeführerin konfront iert und der Schulleiter versuchte, zusammen mit der damaligen Musikschulratspräsidentin, alle an den Vorfällen Beteiligten zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Dies ist jedoch nicht gelungen; stattdessen wurden ver- schiedene Einzelgespräche mit den Beteiligten geführt. Mit Schreiben vom 27. November 2012 wendete sich die Beschwerdeführerin schliesslich an den Musi kschulrat und verlangte von die- sem eine Untersuchung der Vorfälle. In der Folge beschl oss der Musikschulrat, die Untersu- chung der Vorfälle an die kantonale Fachstelle für Gle ichstellung für Frauen und Männer wei- terzuleiten (vgl. Vernehmlassung des Musikschulrates vom 20. Mai 2014). Am 12. Februar 2013 Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht reichte die beauftragte Vertrauensperson ihren Bericht betreffend die Vorfälle der verbalen se- xuellen Belästigung dem Musikschulrat ein. Die darin auf gezeigten Empfehlungen an den Mu- sikschulrat wurden von diesem in der Folge umgesetzt und d as Verfahren betreffend sexuelle Belästigung der Beschwerdeführerin am 26. April 2013 zu Recht abgeschlossen (vgl. E 5.6.1 ff. hiervor). Der Schulleiter hat nach Kenntnisnahme der verbalen sexuellen Belästigung umge- hend reagiert, den Musikschulrat involviert und schliesslich d ie kantonale Fachstelle mit der Klärung der Verhältnisse beauftragt. Damit sind der S chulleiter sowie der Musikschulrat ihrer Fürsorgepflicht in genügendem Mass nachgekommen. Die Kü ndigung erweist sich demzufolge nicht als missbräuchlich. 8.1 Ferner macht die Beschwerdeführerin geltend, die Kündigung verstosse gegen den Kündigungsschutz nach Art. 10 des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz, GlG) vom 24. März 1995, da da von auszugehen sei, dass der Musikschulrat die Kündigung ausgesprochen habe, um die Auseinandersetzung mit der Be- schwerdeführerin nicht weiterführen und keine weiteren Bemühungen unternehmen zu müssen. 8.2 Die “Rachekündigung“ nach Art. 10 GlG wird als Fo lge davon ausgesprochen, wenn sich eine Person gegen geschlechtsspezifische Diskriminierun gen zur Wehr setzt (vgl. GABRIELA RIEMER -KAFKA /J AKOB UEBERSCHLAG , in: Kaufmann/Steiger-Sackmann [Hrsg.], Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, 2. Auflage, Basel 2009, N. 1 zu Art. 10 GlG). Eine Kün- digung nach Art. 10 GlG kann auch in öffentlich-rechtl ichen Arbeitsverhältnissen angefochten und gegebenenfalls aufgehoben werden (vgl. G ABRIELA RIEMER -KAFKA /J AKOB UEBERSCHLAG , a.a.O., N. 6 zu Art. 10 GlG mit weiteren Hinweisen). Die Anwendbarkeit von Art. 10 GlG setzt einen Kausalzusammenhang zwischen der beanstandeten Diskri minierung und der Kündigung voraus, welcher im Unterscheid zu Art. 336 Abs. 1 lit. d OR vermutet wird, sofern die Kündigung auf eine innerbetriebliche Beschwerde, die Anrufung d er Schlichtungsstelle oder des Gerichts folgt sowie sechs Monate über den Abschluss dieses Verfahrens hinaus (vgl. GABRIELA RIEMER - KAFKA /J AKOB UEBERSCHLAG , a.a.O., N. 13 zu Art. 10 GlG). Soweit hingegen ei n begründeter Anlass für eine Kündigung besteht, gelangt der in Art. 10 GlG geregelte Kündigungsschutz nicht zur Anwendung (G ABRIELA RIEMER -KAFKA /J AKOB UEBERSCHLAG , a.a.O., N. 14 zu Art. 10 GlG). Die Beweislast für den begründeten Anlass zu einer Künd igung trifft die Arbeitgeberschaft. Die- se hat dabei nicht nur zu beweisen, dass sie begründeten Anlass zur Kündigung hatte, sondern auch, dass sie tatsächlich aus diesem Anlass kündigte (G ABRIELA RIEMER -KAFKA /J AKOB UEBERSCHLAG , a.a.O., N. 17 zu Art. 10 GlG). 8.3 Wie der Regierungsrat in seiner Stellungnahme vom 26. Mai 2015 zutreffend ausführt, hat der Musikschulrat bereits am 26. April 2013 den Absch luss des Verfahrens betreffend ver- bale sexuelle Belästigung schriftlich festgestellt, d.h. über neun Monate vor der Kündigung. Die Sperrfrist von 6 Monaten gemäss Art. 10 Abs. 2 GlG wäre zum Kündigungszeitpunkt somit ab- gelaufen gewesen. Zudem hat die Beschwerdeführerin z u keinem Zeitpunkt ein formelles Ver- fahren, wie in Art. 10 Abs. 1 GlG verlangt, eingelei tet. Überdies bestand nach dem bereits Ge- sagten ein sachlicher Grund bzw. begründeter Anlass für die Kündigung der Musikschule (vgl. E. 5.4 ff.). Von einer "Rachekündigung" im Sinne von Art. 10 GlG kann somit nicht die Rede sein. Die diesbezügliche Rüge der Beschwerdeführerin ist unbegründet. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Gesamthaft ist festzuhalten, dass sich die Kündigung d er Musikschule vom 31. Januar 2014 nach den vorstehenden Erwägungen als re chtmässig sowie verhältnismässig erweist. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen. 10. Es bleibt über die Kosten zu entscheiden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfah- ren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrensko sten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten. Sie werden in der Regel und in angemessenem Ausmass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei, nicht jedoch d er Vorinstanz, auferlegt. Gemäss dem Aus- gang des vorliegenden Verfahrens sind die Verfahrenskoste n in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'800.-- zu verrechnen. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist der Beschwer- deführerin zurückzuerstatten. Nachdem die Beschwerde abz uweisen ist, sind die Parteikosten gemäss § 21 Abs. 1 und 2 VPO wettzuschlagen. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. Der zuviel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400. -- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin