<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00580</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205781&amp;W10_KEY=13013562&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00580</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht ist auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 05.10.2006 nicht eingetreten.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Denkmalschutz</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Entlassung aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung (ehem. Güterbahnhof Zürich, Bau des geplanten Polizei- und Justizzentrums) In Frage steht die Anwendung einer Bestimmung des Gesetzes für ein Polizei- und Justizzentrum (PJZG), welche den Entscheid der Inventarentlassung der Baudirektion überträgt. Auch wenn es sich dabei nicht um eine einschlägige Bestimmung des PBG handelt, so sind die Heimatschutz-Vereinigungen wegen der Sachproblematik gleichwohl zur Erhebung von Rechtsmitteln legitimiert. Daneben ergibt sich die Legitimation auch aus dem eidg. Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG) (E. 1.2). Die Inventarentlassung kann nicht als blosse Vollzugsanordnung gestützt auf das PJZG gewürdigt werden. Sie kann deshalb angefochten werden (E. 2.2). Aus den Gesetzesmaterialien ergibt sich, dass bereits mit dem Erlass des PJZG eine Interessenabwägung erfolgt ist, wonach der Bau des Zentrums dem Schutz des Güterbahnhofs vorgehe (E. 3). Frage offen gelassen, ob die Rügen gegen die Inventarentlassung schon früher bei einer Anfechtung des PJZG hätten vorgebracht werden können und müssen. Zugunsten der Beschwerdeführenden ist unter den vorliegenden Umständen von der Möglichkeit zur akzessorischen Anfechtung des PJZG auszugehen (E. 4). Der Betrieb des PJZ dient nicht der Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinn des NHG, weshalb auch nicht die darin verankerte "Schonungspflicht" zur Anwendung gelangt (E. 5.2). Das vorliegend gewählte etappierte Vorgehen, wonach zuerst die Inventarentlassung geprüft wird, welche Grundlage für weitere Entscheide bildet, widerspricht nicht dem raumplanungsrechtlichen Koordinationsgebot. Das Gesetzgebungsverfahren ist dem Koordinationsgebot nur beschränkt zugänglich (5.3). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Natur- und Heimatschutz ST: DENKMALPFLEGE">DENKMALPFLEGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DENKMALSCHUTZ">DENKMALSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Allgemeines Verwaltungsrecht ST: FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS">FORMEN DES VERWALTUNGSHANDELNS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIMATSCHUTZ">HEIMATSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENABWÃGUNG">INTERESSENABWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INVENTARENTLASSUNG">INVENTARENTLASSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOORDINATION">KOORDINATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEGITIMATION">LEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: POLIZEI- UND JUSTIZZENTRUM">POLIZEI- UND JUSTIZZENTRUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERBANDSLEGITIMATION">VERBANDSLEGITIMATION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERFÃGUNG">VERFÃGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VOLLZUGSANORDNUNG">VOLLZUGSANORDNUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 78 BV</span><br/><span class="gerade">Art. 3 NHG</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 NHG</span><br/><span class="gerade">§ 338a Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 2 PJZG</span><br/><span class="gerade">§ 3 PJZG</span><br/><span class="ungerade">Art. 25a RPG</span><br/><span class="gerade">Art. 33 Abs. II RPG</span><br/><span class="ungerade">§ 19 Abs. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2006 Nr. 28 S. 17</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Der GÃ¼terbahnhof in ZÃ¼rich-Aussersihl, bestehend aus dem GÃ¼terexpeditionsgebÃ¤ude, der GÃ¼terempfangshalle und der GÃ¼terversandhalle, ist als potenzielles Schutzobjekt im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung der Stadt ZÃ¼rich (Mitbeteiligte 2) aufgenommen. Am 30. November 2003 nahmen die Stimmberechtigten des Kantons ZÃ¼rich das Gesetz vom 7. Juli 2003 fÃ¼r ein Polizei- und Justizzentrum (PJZG) an. Damit wurde die Grundlage fÃ¼r den Bau eines Polizei- und Justizzentrums ZÃ¼rich (PJZ) in ZÃ¼rich-Aussersihl geschaffen, in dem zentrale Abteilungen der Kantonspolizei und der StrafverfolgungsbehÃ¶rden, Ausbildungseinrichtungen der Polizei sowie das PolizeigefÃ¤ngnis und ein weiteres BezirksgefÃ¤ngnis des Bezirks ZÃ¼rich zusammengefÃ¼hrt werden sollen (§ 1 PJZG). Zur Verwirklichung des PJZ erwirbt der Kanton das Areal GÃ¼terbahnhof in ZÃ¼rich-Aussersihl von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) (Mitbeteiligte 1) und erstellt auf diesem Areal eine NeuÃ¼berbauung (§ 2 PJZG). FÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die Entlassung der sich auf dem Areal befindenden schÃ¼tzenswerten Bauten aus dem kommunalen Denkmalschutzinventar ist die Baudirektion zustÃ¤ndig (§ 3 PJZG).</p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 4. Mai 2005 entschied die Baudirektion (Beschwerdegegnerin), dass der GÃ¼terbahnhof in ZÃ¼rich-Aussersihl, bestehend aus dem GÃ¼terexpeditionsgebÃ¤ude und den zwei GÃ¼terhallen, nicht unter Denkmalschutz gestellt werde und aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung der Stadt ZÃ¼rich entlassen werde, sobald gestÃ¼tzt auf eine rechtskrÃ¤ftige Baubewilligung die Baufreigabe fÃ¼r das PJZ auf dem Areal GÃ¼terbahnhof erteilt worden sei. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese VerfÃ¼gung erhob der Schweizer Heimatschutz (BeschwerdefÃ¼hrer 1) fÃ¼r sich und namens des ZÃ¼rcher Heimatschutzes (BeschwerdefÃ¼hrer 2) am 11. Juni 2005 Rekurs an den Regierungsrat mit dem Antrag, die angefochtene VerfÃ¼gung sei aufzuheben und die drei GebÃ¤ude seien unter Denkmalschutz zu stellen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangten die Rekurrenten, zur AbklÃ¤rung der Bedeutung des GÃ¼terbahnhofs sei ein Gutachten der EidgenÃ¶ssischen Kommission fÃ¼r Denkmalpflege (EDK) einzuholen. Im Sinne eines Eventualantrages beantragten sie weiter, die Baudirektion sei anzuweisen, auf Grund des Gutachtens der EKD sowie einer ernsthaften PrÃ¼fung von TeilerhaltungslÃ¶sungen eine neue InteressenabwÃ¤gung vorzunehmen.</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat erÃ¶ffnete das Rekursverfahren gegenÃ¼ber den SBB als GrundeigentÃ¼merinnen und der Baudirektion als Beschwerdegegnerin; ferner bezog er die Stadt ZÃ¼rich, die Direktion der Justiz und des Innern, die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit, die Finanzdirektion sowie das Bundesamt fÃ¼r Kultur als Mitbeteiligte in das Verfahren mit ein. Am 2. November 2005 trat der Regierungsrat auf den Rekurs nicht ein, da die angefochtene VerfÃ¼gung das formell erlassene PJZG vollziehe und daher nur deklaratorische Bedeutung habe. Selbst wenn das PJZG Raum fÃ¼r eine InteressenabwÃ¤gung liesse, wÃ¤re die VerfÃ¼gung materiell zu bestÃ¤tigen. Auf die AusfÃ¤llung von Rekurskosten verzichtete der Regierungsrat, da die angefochtene VerfÃ¼gung zu Unrecht eine Rechtsmittelbelehrung enthalten habe. Der Rekursentscheid selber enthielt keine Rechtsmittelbelehrung. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der Schweizer und der ZÃ¼rcher Heimatschutz erhoben gegen diesen Rekursentscheid am 8. Dezember 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht und erneuerten ihre bereits im Rekursverfahren erhobenen AntrÃ¤ge. Subeventuell verlangten sie zusÃ¤tzlich, die Inventarentlassung sei an das Vorliegen eines rechtskrÃ¤ftigen Gestaltungsplans bzw. einer rechtskrÃ¤ftigen Baubewilligung zu knÃ¼pfen, alles unter Kostenfolge. </p> <p class="Urteilstext">Gleichzeitig erhoben die beiden BeschwerdefÃ¼hrenden auch staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht. Am 16. Dezember 2005 setzte der PrÃ¤sident der I. Ã¶ffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts das Beschwerdeverfahren 1A.317/2005 aus und ersuchte das Verwaltungsgericht, ihm zu gegebener Zeit ein Exemplar seines Entscheids zukommen zu lassen. </p> <p class="Urteilstext">Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren beantragte die Staatskanzlei des Kantons ZÃ¼rich fÃ¼r den Regierungsrat am 17. Januar 2006, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. Die Baudirektion reichte ihre Beschwerdeantwort am 20. Januar 2006 ein mit dem Begehren, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. Die Beschwerdeantwort von Seiten der SBB erfolgte am 20. Januar 2006 und schloss auf Beschwerdeabweisung, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrenden. Am 9. Februar 2006 liess sich auch der Stadtrat von ZÃ¼rich vernehmen und beantragte die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Urteilstext">Auf entsprechende VerfÃ¼gung hin reichte der Schweizer Heimatschutz dem Verwaltungsgericht am 10. MÃ¤rz 2006 eine Vollmacht des ZÃ¼rcher Heimatschutzes nach.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Strittig ist eine staatliche Anordnung aus dem Bereich des Natur- und Heimatschutzes. Solche Anordnungen kÃ¶nnen beim Regierungsrat mit Rekurs angefochten und anschliessend mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (vgl. § 329 Abs. 2 lit. a Planungs- und Baugesetz vom 7. September 1975, PBG; § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die Berechtigung beider BeschwerdefÃ¼hrenden zur Rekurs- und Beschwerdeerhebung ergibt sich aus § 338a Abs. 2 PBG. Nach dieser Bestimmung sind kantonal tÃ¤tige Vereinigungen, die sich seit wenigstens zehn Jahren im Kanton statutengemÃ¤ss dem Natur- und Heimatschutz widmen, zur Anfechtung von Anordnungen und Erlassen unter anderem berechtigt, soweit sich diese auf den III. Titel des PBG (Natur und Heimatschutz gemÃ¤ss den §§ 203 bis 217 PBG) stÃ¼tzen. Im vorliegenden Fall steht zwar nicht die Anwendung des PBG selber in Frage, da die BeschwerdefÃ¼hrenden mit den Vorinstanzen offenbar darin Ã¼bereinstimmen, dass das PJZG den Bestimmungen des PBG Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz vorgeht. Indessen handelt es sich, soweit die Auslegung des PJZG strittig ist, jedenfalls auch um Fragen des kantonalen Natur- und Heimatschutzes. Der Sache nach mÃ¼ssen diese ebenfalls mittels kantonaler Verbandsbeschwerde thematisiert werden kÃ¶nnen, zumal das PJZG keine die Legitimation gemÃ¤ss § 338a Abs. 2 PBG einschrÃ¤nkende Spezialbestimmung kennt. </p> <p class="Urteilstext">ZusÃ¤tzlich kann sich der BeschwerdefÃ¼hrer 1 als beschwerdeberechtigte Organisation fÃ¼r seine Legitimation auch auf Art. 12 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 Ã¼ber den Natur- und Heimatschutz (NHG) stÃ¼tzen (vgl. Art. 1 samt Anhang 1 der Verordnung vom 27. Juni 1990 Ã¼ber die Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen, VBO). Dem steht nicht entgegen, dass vorliegend gerade strittig ist, ob die angefochtene VerfÃ¼gung der Baudirektion in ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe ergangen ist und das NHG demnach Ã¼berhaupt zur Anwendung kommt. Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht kann auch geltend gemacht werden, dass eine bundesrechtliche Bestimmung zu Unrecht nicht zur Anwendung gelangt ist (BGE 100 Ib 445 E. 2b mit Hinweisen), weshalb gegen die VerfÃ¼gung letztinstanzlich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen steht. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die Baudirektion beantragt Nichteintreten auf die Beschwerde der BeschwerdefÃ¼hrerin 2, da diese weder die Rekurs- noch die Beschwerdeschrift unterzeichnet und auch keine Vollmacht zugunsten des BeschwerdefÃ¼hrers 1 eingereicht habe. Wird ein Rechtsmittel in fremden Namen erhoben, so ist dieses nur gÃ¼ltig, wenn eine vom Vertretenen unterzeichnete schriftliche Vollmacht vorliegt. Bevor jedoch mangels Vollmacht auf ein Rechtsmittel nicht eingetreten werden darf, ist eine Nachfrist zur Verbesserung anzusetzen (vgl. § 23 Abs. 2 in Verbindung mit § 70, § 56 Abs. 1 VRG, RB 1983 Nr. 12). Die BeschwerdefÃ¼hrerin 2 hat im Beschwerdeverfahren innert der ihr angesetzten Nachfrist die Vollmacht eingereicht. Damit ist auch ihre Beschwerde gÃ¼ltig.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.4 </b>Der Regierungsrat ist auf den Rekurs nicht eingetreten, da die angefochtene VerfÃ¼gung der Baudirektion seiner Auffassung nach gar nicht anfechtbar war. UnabhÃ¤ngig davon, ob diese Beurteilung zutrifft oder nicht, sind die im Rekursverfahren formell unterlegenen BeschwerdefÃ¼hrenden durch diesen Entscheid berÃ¼hrt und haben ein Interesse an dessen Aufhebung oder Ãnderung (§ 21 lit. a in Verbindung mit § 70 VRG; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 98). Auf die Beschwerde ist daher entgegen der fehlenden Rechtsmittelbelehrung im Rekursentscheid auch unter diesem Gesichtspunkt einzutreten. Das Vorliegen eines Anfechtungsobjektes ist erst im Rahmen der materiellen Beurteilung zu thematisieren.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Anfechtungsobjekt eines Rekurses oder einer Beschwerde sind Anordnungen im Sinne von § 19 VRG. Darunter sind entsprechend dem bundesrechtlichen VerfÃ¼gungsbegriff die an den Einzelnen gerichteten Hoheitsakte zu verstehen, durch die eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird. Schutzmassnahmen des Natur- und Heimatschutzes kÃ¶nnen zudem unabhÃ¤ngig davon angefochten werden, ob sie in einer VerfÃ¼gung oder einer Verordnung ergangen sind (RB 1986 Nr. 14; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 98 und 111; § 41 N. 12).</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat leitet die fehlende Anfechtbarkeit der BaudirektionsverfÃ¼gung zu Recht nicht daraus ab, dass sie eine Inventarentlassung zum Inhalt habe. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts bildet nÃ¤mlich die Entlassung eines Schutzobjekts aus dem Inventar eine durch die Natur- und HeimatschutzverbÃ¤nde anfechtbare VerfÃ¼gung (RB 1990 Nr. 13). Jedoch argumentiert der Regierungsrat, der Verzicht auf die Unterschutzstellung und die Inventarentlassung sei eine sich zwangslÃ¤ufig aus dem PJZG ergebende Vollzugsanordnung und habe nur deklaratorische Bedeutung; da sie keine neuen Belastungen auferlege, sei sie nicht anfechtbar.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der Verwaltungsprozess unterscheidet zwischen dem Entscheidungsverfahren, welches mit der vollstreckbaren SachverfÃ¼gung endet, und dem Vollstreckungsverfahren, worin die zwangsweise Durchsetzung der SachverfÃ¼gung angeordnet wird. Infolge dieser Funktionsteilung kann die SachverfÃ¼gung im Vollstreckungsverfahren in der Regel nicht mehr auf ihre RechtsmÃ¤ssigkeit hin Ã¼berprÃ¼ft werden (vgl. KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 67). Die Vollzugsanordnung ist daher nur insoweit anfechtbar, als sie dem Betroffenen neue Pflichten Ã¼berbindet (RB 1985 Nr. 13). </p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Fall ging der Inventarentlassung durch die Baudirektion kein Verwaltungsverfahren, sondern ein Gesetzgebungsverfahren voraus. Entsprechend endete jenes Verfahren auch nicht etwa in einer den HeimatschutzverbÃ¤nden gegenÃ¼ber individuell erÃ¶ffneten SachverfÃ¼gung, welche Schutz- und Nutzungsinteressen gegeneinander abwog, sondern im PJZG als formellem Gesetz. UnabhÃ¤ngig davon, ob dieses Gesetz mit einem kantonalen Rechtsmittel hÃ¤tte angefochten werden kÃ¶nnen (vgl. dazu E. 4), geht es nicht an, den VerbÃ¤nden die Anfechtung der Inventarentlassung als Vollzugsanordnung ganz zu verwehren. Es ist als Frage der materiellen Anwendung des kantonalen Rechts zu prÃ¼fen, ob und inwieweit das PJZG die Inventarentlassung zulÃ¤sst bzw. verlangt. </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der Regierungsrat hÃ¤tte daher auf den Rekurs materiell eintreten mÃ¼ssen. Da er sich indessen mit der Auslegung und Anwendung des PJZG â wenn auch im Rahmen des Eintretens â auseinandergesetzt hat, steht einer diesbezÃ¼glichen ÃberprÃ¼fung des Rekursentscheides durch das Verwaltungsgericht nichts entgegen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen in erster Linie geltend, die Auffassung von Baudirektion und Regierungsrat, wonach der Gesetzgeber im PJZG die erforderliche InteressenabwÃ¤gung bezÃ¼glich einer denkmalpflegerisch motivierten Erhaltung der GÃ¼terbahnhofgebÃ¤ude abschliessend vorweggenommen habe, beruhe auf einer unrichtigen Auslegung dieses Gesetzes. Der Einwand ist unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Urteilstext">Der Regierungsrat anerkennt in seinem Entscheid wie bereits zuvor die Baudirektion durchaus die potenzielle DenkmalqualitÃ¤t des GÃ¼terbahnhofs. Er weist jedoch zu Recht auf die ErlÃ¤uterungen zur Gesetzesvorlage in der Abstimmungszeitung hin. Darin wurde ausgefÃ¼hrt, dass eingehende AbklÃ¤rungen ergeben hÃ¤tten, dass eine vollstÃ¤ndige oder auch nur teilweise Erhaltung der GebÃ¤ude des GÃ¼terbahnhofes die Verwirklichung des PJZ verunmÃ¶glichen wÃ¼rde. Die Denkmalpflege des Kantons und diejenige der Stadt ZÃ¼rich seien zum Schluss gekommen, dass die GebÃ¤ude des GÃ¼terbahnhofs aus dem Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung entlassen und somit abgebrochen werden kÃ¶nnten. Wie sich ausserdem aus der Abstimmungszeitung ergibt, war eine Minderheit des Kantonsrats schon damals der Meinung, die denkmalgeschÃ¼tzten GebÃ¤ude mÃ¼ssten erhalten und mit Neubauten angereichert werden und die Absicht der Regierung, alles Bestehende abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen, widerspreche den BedÃ¼rfnissen der WohnbevÃ¶lkerung (vgl. zur parlamentarischen Beratung Prot. KR [1999-2003], S. 16596 ff.). Das zeigt, dass der historische Gesetzgeber bei Erlass des PJZG bereits eine AbwÃ¤gung zwischen den Denkmalschutzinteressen und den gegenlÃ¤ufigen kantonalen Interessen am Bau eines PJZ vorgenommen und sich klar dafÃ¼r ausgesprochen hat, dass das Areal des GÃ¼terbahnhofs nicht nur ausserhalb der bestehenden inventarisierten Bauten, sondern auch an deren Stelle neu Ã¼berbaut werden soll (§ 2 PJZG).</p> <p class="Urteilstext">Dieser Auslegung steht auch § 3 PJZG nicht entgegen. Zwar legt diese Bestimmung nach dem Wortlaut lediglich die ZustÃ¤ndigkeit der Baudirektion fÃ¼r den Entscheid Ã¼ber die Entlassung der Bauten aus dem kommunalen Schutzinventar fest. Dies war nach der Auffassung des Regierungsrats notwendig, weil die ErfÃ¼llung einer kantonalen Aufgabe nicht unter dem Vorbehalt der Inventar-Entlassung durch die Stadt ZÃ¼rich stehen kÃ¶nne (Weisung des Regierungsrats, ABl 2002, 316, 337 f.). Indessen hat sich der Regierungsrat in der Weisung auch eingehend mit der Problematik des Denkmalschutzes auseinander gesetzt, dabei LÃ¶sungsvarianten gegeneinander abgewogen und schliesslich den Schluss gezogen, dass die bestehenden Bauten des GÃ¼terbahnhofs die â hÃ¶her gewichtete â Realisierung des PJZ verunmÃ¶glichten (ABl 2002, 322 ff.). Dieser Auffassung folgte wie erwÃ¤hnt auch die Mehrheit des Kantonsrats. Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden angefÃ¼hrten weiteren UmstÃ¤nde, so das Gutachten der kantonalen Denkmalpflegekommission (KDK) vom 11. Januar 2005 oder die im Planungsprozess offen gebliebene Option auf Erhalt des GÃ¼terbahnhofs, haben sich erst nach der Volksabstimmung ergeben und bilden damit keine massgebenden Anhaltspunkte fÃ¼r die Auslegung des Gesetzes.</p> <p class="Urteilstext">Demnach beinhaltet das PJZG tatsÃ¤chlich die spezialgesetzliche Regelung einer konkreten Frage des Natur- und Heimatschutzes. Dabei kommt es entgegen der Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r die RechtmÃ¤ssigkeit der angefochtenen Inventarentlassung nicht darauf an, ob das PJZG den Abbruch des GÃ¼terbahnhofs zwingend gebietet oder ob es ihn nur fÃ¼r zulÃ¤ssig erklÃ¤rt. In beiden FÃ¤llen ersetzt das PJZG die allgemeine InteressenabwÃ¤gung, die nach §§ 203 ff. PBG bei der PrÃ¼fung von Schutzmassnahmen verlangt ist. LÃ¤sst das PJZG demnach den Verzicht auf Schutzmassnahmen trotz der anerkannten SchutzwÃ¼rdigkeit des GÃ¼terbahnhofs auch nur zu, so erweist sich die strittige Inventarentlassung als mit dem kantonalen Recht vereinbar. </p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Es fragt sich, ob die heute gegen die Inventarentlassung erhobenen RÃ¼gen nicht schon damals mit einem kantonalen Rechtsmittel gegen das PJZG hÃ¤tten vorgebracht werden mÃ¼ssen. Nach kantonalem Recht war ein solches Rechtsmittel ausgeschlossen, angesichts des verfÃ¼gungsÃ¤hnlichen Inhalts des Erlasses weniger deshalb, weil dem Verwaltungsgericht keine abstrakte Normenkontrolle zusteht (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 8, § 50 N. 115), als vielmehr deswegen, weil BeschlÃ¼sse des kantonalen Parlamentes und des Volkes unabhÃ¤ngig davon, ob sie materiell VerfÃ¼gungscharakter haben, der Beschwerde an das Verwaltungsgericht nicht unterliegen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 41 N. 24). Vorbehalten bleibt allerdings die verwaltungsgerichtliche ZustÃ¤ndigkeit zur direkten ÃberprÃ¼fung auch solcher Erlasse kraft Ã¼bergeordneten Rechts. Hier fragt es sich ob, die Regelung des PJZG nicht insofern als VerfÃ¼gung im Sinn von Art. 33 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die Raumplanung vom 22. Juni 1979 (RPG) zu wÃ¼rdigen sei, als damit die Inventarentlassung abschliessend vorweggenommen worden ist. Geht man vom Vorliegen einer solchen bundesrechtlichen VerfÃ¼gung aus (vgl. aber BGE 125 II 10 E. 3b), so hÃ¤tten die BeschwerdefÃ¼hrenden damals gegen das PJZG mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht gelangen kÃ¶nnen, was sie nicht getan haben. Die Frage nach der direkten Anfechtbarkeit des PJZG kann jedoch offen bleiben.</p> <p class="Urteilstext">Selbst unter Annahme einer solchen direkten Anfechtbarkeit bleibt nicht ausgeschlossen, dass im jetzigen Rechtsmittelverfahren betreffend die Inventarentlassung (VerfÃ¼gung der Baudirektion vom 4. Mai 2005) das PJZG akzessorisch auf seine Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht Ã¼berprÃ¼ft werden kann (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 137 ff.). Allerdings ist dieser Schluss nicht zwingend; denn ausgehend davon, dass das PJZG wegen seines sich aus Art. 33 Abs. 2 RPG ergebenden VerfÃ¼gungscharakters direkt mit kantonaler Beschwerde hÃ¤tte angefochten werden kÃ¶nnen, rechtfertigt es sich, diesbezÃ¼glich die GrundsÃ¤tze anzuwenden, die in der Rechtsprechung zur akzessorischen ÃberprÃ¼fung von NutzungsplÃ¤nen bei der Anfechtung baurechtlicher Entscheide entwickelt worden sind: Danach ist eine akzessorische ÃberprÃ¼fung solcher Rechtsakte nur ausnahmsweise unter besonderen Voraussetzungen mÃ¶glich, im Wesentlichen nur dann, wenn der Betroffene zuvor keine MÃ¶glichkeit hatte, seine Interessen zu verteidigen (Walter Haller/Peter Karlen, Rechtsschutz im Raumplanungs- und Baurecht, ZÃ¼rich 1998, N. 1068; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 19 N. 27). Ob diese Voraussetzungen hier erfÃ¼llt sind, ist fraglich (vgl. insbesondere BGE 123 II 337 E. 3, wo eine akzessorische ÃberprÃ¼fung der Nutzungsplanung aufgrund von Beschwerden ideeller VerbÃ¤nde von vornherein abgelehnt wird). Im Folgenden wird zugunsten der BeschwerdefÃ¼hrenden davon ausgegangen, das PJZG sei â selbst unter der Annahme einer direkten Anfechtbarkeit â im jetzigen Rechtsmittelverfahren betreffend die Inventarentlassung einer akzessorischen ÃberprÃ¼fung auf seine Vereinbarkeit mit Bundesrecht zugÃ¤nglich. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die Inventarentlassung widerspreche dem Bundesrecht, nÃ¤mlich einerseits Art. 78 der Bundesverfassung vom 18. April 1998 (BV) und Art. 3 Abs. 1 NHG sowie anderseits dem Koordinationsgebot von Art. 25a RPG. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>GemÃ¤ss Art. 78 BV sind fÃ¼r den Natur- und Heimatschutz die Kantone zustÃ¤ndig (Abs. 1). Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes in dieser Materie beschrÃ¤nkt sich daher nur auf einzelne Aspekte wie RÃ¼cksichtnahme auf die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes bei ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe (Abs. 2), UnterstÃ¼tzung der Bestrebungen des Natur- und Heimatschutzes (Abs. 3), Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und ihrer LebensrÃ¤ume (Abs. 4) sowie Schutz der Moore und Moorlandschaften (Abs. 5). Dementsprechend hÃ¤ngt die unmittelbare Anwendbarkeit des NHG im Einzelfall davon ab, ob ein solcher Sachbezug vorliegt. Bei der ErfÃ¼llung von Bundesaufgaben sorgen der Bund, seine Anstalten und Betriebe sowie die Kantone gemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 NHG dafÃ¼r, dass das heimatliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche StÃ¤tten sowie Natur- und KulturdenkmÃ¤ler geschont werden, und wo das allgemeine Interesse an ihnen Ã¼berwiegt, ungeschmÃ¤lert erhalten bleiben. Wie die genannten KÃ¶rperschaften dieser Pflicht im Einzelnen nachkommen, legt Art. 3 Abs. 2 NHG fest, wobei unter anderem der Verzicht auf eigene Bauten und Anlagen oder die Bewilligungsverweigerung in Frage kommt. Die Pflicht zur RÃ¼cksichtnahme gilt sodann unabhÃ¤ngig davon, ob das Objekt von nationaler oder nur von regionaler und lokaler Bedeutung ist (Art. 3 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 4 NHG).</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden berufen sich auf das NHG mit der BegrÃ¼ndung, der GÃ¼terbahnhof stehe heute noch im Eigentum der SBB und diene der ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe d.h. dem Bahnbetrieb. â Dieser Argumentation kann nicht gefolgt werden. Die im Streit liegende VerfÃ¼gung vom 4. Mai 2005 steht in keinem Zusammenhang mit dem Bahnbetrieb. Sie ist vielmehr gemÃ¤ss Disp.-Ziff. 1 ausdrÃ¼cklich an die Baufreigabe fÃ¼r das PJZ gestÃ¼tzt auf eine rechtkrÃ¤ftige Baubewilligung gebunden. Der Bau und Betrieb eines solchen Zentrums dient der ErfÃ¼llung einer kantonalen und nicht einer Bundesaufgabe (vgl. Peter HÃ¤nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. A., Bern 2002, S. 389 f. mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 120 Ib 27 = Pra 1994 Nr. 223 S. 734). Daran Ã¤ndert nichts, dass die SBB derzeit noch EigentÃ¼merinnen des Areals sind, welches sie allerdings bereits am 25. Oktober 2002 an den Kanton ZÃ¼rich verkauft haben. Auch dass die Anlage bisher einer Bundesaufgabe diente, spielt keine Rolle, da der Abbruch des GÃ¼terbahnhofs zugunsten eines Neubaus fÃ¼r das PJZ gerade voraussetzt, dass die GebÃ¤ude nicht mehr fÃ¼r den Bahnbetrieb gebraucht werden. Ein anderer Bezug zu einer in Art. 78 BV genannten Materie ist nicht ersichtlich.</p> <p class="Erwgung2">Soweit die BeschwerdefÃ¼hrenden sich sinngemÃ¤ss gegen den Verkauf bzw. die Ãbereignung der Liegenschaft wehren, ist ihr Anliegen verfehlt. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet einzig der verfÃ¼gte Verzicht auf Schutzmassnahmen und die Inventarentlassung, nicht aber der Liegenschaftenverkauf. Der Abschluss eines privatrechtlichen Vertrages zwischen zwei Ã¶ffentlichrechtlichen KÃ¶rperschaften bildet ohnehin kein im Verwaltungsverfahren anfechtbarer Hoheitsakt. </p> <p class="Erwgung2">Erging die angefochtene VerfÃ¼gung demnach nicht in ErfÃ¼llung einer Bundesaufgabe, so spielt es keine Rolle, ob der GÃ¼terbahnhof selber in einem Inventar des Bundes von Objekten nationaler Bedeutung eingetragen ist oder nach Auffassung der BeschwerdefÃ¼hrenden in ein solches eingetragen werden sollte. Weitere AbklÃ¤rungen zur Bedeutung des GÃ¼terbahnhofs erÃ¼brigen sich daher.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Nach Art. 25a RPG ist eine BehÃ¶rde zu bezeichnen, die fÃ¼r ausreichende Koordination sorgt, wenn die Errichtung oder Ãnderung einer Baute oder Anlage VerfÃ¼gungen mehrerer BehÃ¶rden erfordert (Abs. 1). Diese BehÃ¶rde hat fÃ¼r eine gemeinsame Ã¶ffentliche Auflage aller Gesuchsunterlagen und fÃ¼r eine inhaltliche Abstimmung sowie mÃ¶glichst fÃ¼r eine gemeinsame oder gleichzeitige ErÃ¶ffnung der VerfÃ¼gungen zu sorgen (Abs. 2 lit. b und d). Die zu koordinierenden Entscheide dÃ¼rfen keine WidersprÃ¼che enthalten (Abs. 3). Diese GrundsÃ¤tze sind auf das Nutzungsplanverfahren sinngemÃ¤ss anwendbar (Abs. 4). Im Kanton ZÃ¼rich ist im Regelfall die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde die fÃ¼r die Koordination verantwortliche Stelle (§ 9 Abs. 1 lit. a der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997, BVV). Sie sorgt dafÃ¼r, dass die kommunalen und kantonalen Entscheide widerspruchsfrei getroffen und mit einheitlicher Rechtsmittelbelehrung versehen werden. Sind mehrere kantonale Entscheide zu treffen, werden diese vorab durch die kantonale Leitstelle koordiniert (§ 9 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 BVV).</p> <p class="Erwgung1">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen vor, im Planungsprozess seien die AbklÃ¤rungen betreffend SchutzwÃ¼rdigkeit des GÃ¼terbahnhofs vernachlÃ¤ssigt worden; der Standortentscheid sei verfrÃ¼ht getroffen worden, weshalb das Koordinationsgebot des RPG verletzt sei. â Auch dieser Argumentation kann nicht beigetreten werden. Der im Streit liegende Verzicht auf die Unterschutzstellung bzw. die Inventarentlassung schafft eine Grundlage fÃ¼r die Ausarbeitung des beabsichtigten Gestaltungsplanes und die spÃ¤tere Erteilung der Baubewilligung; er verhindert damit, dass allenfalls erst nach Durchlaufen des gesamten Bewilligungsverfahren<span>s festgestellt wird, dass einer Inventarentlassung zwingende GrÃ¼nde entgegenstehen. Dieses Vorgehen ist durchaus sinnvoll und widerspricht den bundesrechtlichen KoordinationsgrundsÃ¤tzen nicht. Lautet einer von mehreren erforderlichen Entscheiden negativ, so kann dieser nÃ¤mlich dem Gesuchsteller vorab mitgeteilt werden, ohne dass damit das Koordinationsgebot verletzt wÃ¤re (vgl. Arnold Marti, Kommentar RPG, ZÃ¼rich 1999, Art. 25a Rz. 38 und Rz. 41). Damit ein solcher "Vorabentscheid" getroffen werden kann, darf der Bewilligungsprozess daher in mehrere Phasen unterteilt werden. Auf diese Weise kÃ¶nnen etwa im Rahmen eines Vor- oder Teilentscheides Grundsatzfragen vor Detailfragen entschieden werden (Thomas Widmer Dreifuss, Planung und Realisierung von Sportanlagen, ZÃ¼rich etc. 2002, S. 281; Arnold Marti in: Koordinationspflicht bei Gewerbe- und Industriebauten â Der Ruf nach FlexibilitÃ¤t, URP 2001, S. 551, S. 565 ff.). Die BeschwerdefÃ¼hrenden anerkennen offenbar, dass eine solche Verfahrensetappierung sinnvoll ist, wenn sie geltend machen, Grundsatzfragen, welche das Ergebnis entscheidend beeinflussen kÃ¶nnen (âKillerkriterienâ), seien am Anfang zu entscheiden. Soweit sie in diesem Zusammenhang den im PJZG getroffenen Standortentscheid als verfrÃ¼ht rÃ¼gen, verkennen sie, dass ein Gesetzgebungsverfahren, in dem eine politische AbwÃ¤gung stattfindet, einer Koordination im raumplanungsrechtlichen Sinn nur beschrÃ¤nkt zugÃ¤nglich ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ob und inwieweit die BeschwerdefÃ¼hrenden die Verletzung kantonalen Rechts nicht nur bezÃ¼glich der Auslegung des PJZG (dazu vorn E. 3) rÃ¼gen, ist nicht klar. Auf jeden Fall scheinen sie zu anerkennen, dass das PJZG als spezielleres und jÃ¼ngeres Gesetz den allgemeineren Bestimmungen des PBG vorgeht. </p> <p class="Erwgung2">Unbehelflich sind in diesem Zusammenhang die Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrenden zur ungeklÃ¤rten Verkehrserschliessung. Diese wird erst im Rahmen des anstehenden Gestaltungsplanes bzw. spÃ¤testens bei Erteilung der Baubewilligung geklÃ¤rt werden mÃ¼ssen. Da die Inventarentlassung ausdrÃ¼cklich an die Baufreigabe fÃ¼r das rechtskrÃ¤ftig bewilligte PJZ knÃ¼pft, besteht keine Gefahr, dass die bau- und planungsrechtlichen Rahmenbedingungen nicht eingehalten werden. Der Subeventualantrag der BeschwerdefÃ¼hrenden geht daher ins Leere.</p> <p class="Urteilstext">Nicht nÃ¤her einzugehen ist schliesslich auf die grundsÃ¤tzlichen Standorteinwendungen der BeschwerdefÃ¼hrenden samt dem vorgeschlagenen Standortabtausch mit dem Areal der Toni-Molkerei, damit auf dem Areal des GÃ¼terbahnhofs die Hochschule der KÃ¼nste realisiert werden kÃ¶nne. Der Standortentscheid ist mit dem PJZG klar getroffen worden und kÃ¶nnte nur dann Ã¼berprÃ¼ft werden, wenn das PJZG selber Ã¼bergeordnetem Recht widersprÃ¤che, was wie gezeigt nicht der Fall ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang werden die BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte kostenpflichtig (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung haben sie fÃ¼r sich nicht verlangt. </p> <p class="Urteilstext">Eine ParteientschÃ¤digung zu Lasten der BeschwerdefÃ¼hrenden setzt nach § 17 Abs. 2 lit. a und b VRG voraus, dass die Beschwerdebeantwortung entweder einen besonderen Aufwand erforderte bzw. den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte oder dass das Rechtsbegehren der BeschwerdefÃ¼hrenden offensichtlich unbegrÃ¼ndet war. Letzteres ist hier nicht der Fall, da sich die BeschwerdefÃ¼hrenden immerhin zu Recht gegen die Art der Rekurserledigung zur Wehr setzten. Jedoch rechtfertigt sich auch keine ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 lit. a VRG. Der Beschwerdegegnerin steht als verfÃ¼gender kantonaler BehÃ¶rde praxisgemÃ¤ss keine ParteientschÃ¤digung zu, da die Verteidigung ihrer Anordnungen zu ihren angestammten amtlichen Aufgaben gehÃ¶rt und von ihr angesichts der bereits im Entscheidungsverfahren getÃ¤tigten BemÃ¼hungen keinen wesentlichen Mehraufwand erforderte (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 29). Die Mitbeteiligten 1 haben sich nicht extern vertreten lassen und sich in ihrer Beschwerdeantwort weitgehend den AusfÃ¼hrungen der Beschwerdegegnerin angeschlossen. Mangels eines besonderen Rechtsverfolgungsaufwandes steht daher auch ihr keine ParteientschÃ¤digung zu. Die Mitbeteiligte 2 hat keine EntschÃ¤digung fÃ¼r sich beansprucht.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 3'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 200.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 3'200.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung beider fÃ¼r den ganzen Betrag.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Es werden keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>