<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Bau-,Raumentwicklungs-u.Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">445</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>90 Verfahren;</b></span> <span class="ft2"><b>Ortsbildschutz.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Das Nichterstellen eines Einspracheverhandlungsprotokolls stellt ei-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>nen Verfahrensmangel dar; das Vorhandensein von stichwortartigen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>handschriftlichen Aufzeichnungen, die einzig für die verfassende</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Person lesbar und verständlich sind, reicht nicht (Erw. 2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Wenn der Gemeinderat sich bei der Prüfung der Ortsbildverträg-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>lichkeit von sachfremden Überlegungen hat leiten lassen und damit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sein ihm aufgrund der Gemeindeautonomie zustehendes Ermessen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deutlich überschreitet, ist die sonst übliche Zurückhaltung bei der</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Überprüfung von kommunalen Ortsbildentscheiden aufzugeben und</b></span><br/> <span class="ft2"><b>die ästhetische Beurteilung durch die Rechtsmittelinstanz selber vor-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zunehmen (Erw. 3.4).</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">446</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 26. Mai 2010 i.S. I. und R.G.</span><br/> <span class="ft5">gegen den Entscheid des Gemeinderats B. (RRB Nr. 2010-000732)</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">Die Beschwerdeführenden machen vorab eine erneute Verlet-</span><br/> <span class="ft1">zung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör geltend, weil unbe-</span><br/> <span class="ft1">strittenermassen kein Verhandlungsprotokoll der Einsprachever-</span><br/> <span class="ft1">handlung erstellt wurde und dementsprechend - trotz gestelltem Be-</span><br/> <span class="ft1">gehren - keine Protokolleinsicht möglich war.</span><br/> <span class="ft1">In der Tat ist in der Nichterstellung eines Verhandlungsproto-</span><br/> <span class="ft1">kolls ein Verfahrensmangel zu erblicken. Nach der publizierten ver-</span><br/> <span class="ft1">waltungsgerichtlichen Rechtssprechung (vgl. AGVE 2000 S. 341 ff.)</span><br/> <span class="ft1">ist es im Hinblick auf die spätere Gewährung des Akteneinsichts-</span><br/> <span class="ft1">rechts der Verfahrensbeteiligten sowie zwecks Schaffung einwand-</span><br/> <span class="ft1">freier Entscheidgrundlagen unumgänglich, dass die anlässlich einer</span><br/> <span class="ft1">Verhandlung gemachten Feststellungen in einem Protokoll schriftlich</span><br/> <span class="ft1">festgehalten werden. Ein Protokoll ist insbesondere dann zu erstellen,</span><br/> <span class="ft1">wenn - wie vorliegend - die Verhandlung nicht in Anwesenheit</span><br/> <span class="ft1">sämtlicher am Entscheid beteiligten Behördenmitglieder stattfindet;</span><br/> <span class="ft1">stichwortartige handschriftliche Aufzeichnungen, die einzig für die</span><br/> <span class="ft1">verfassende Person lesbar und verständlich sind, reichen nicht. Daher</span><br/> <span class="ft1">geht das Argument des Gemeinderats, ein Verhandlungsprotokoll</span><br/> <span class="ft1">lasse sich jederzeit anhand der Handnotizen rekonstruieren, fehl.</span><br/> <span class="ft1">Nachdem die Beschwerdeführenden explizit auf einen Rück-</span><br/> <span class="ft1">weisungsantrag verzichten, braucht auf diese Thematik indessen</span><br/> <span class="ft1">nicht mehr weiter eingegangen zu werden. Immerhin wird dem Ver-</span><br/> <span class="ft1">fahrensmangel bei der Kostenverteilung Rechnung zu tragen sein.</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">Nach der BNO vom 6. Juni 2001 (vom Grossen Rat genehmigt</span><br/> <span class="ft1">am 24. September 2002) bzw. dem dazugehörigen Bauzonenplan</span><br/> <span class="ft1">liegt die Parzelle in der Zone Dorfzone D3. Diese Zone bezweckt die</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Bau-,Raumentwicklungs-u.Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">447</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Erhaltung der Struktur des gewachsenen Ortskerns und dessen sinn-</span><br/> <span class="ft1">volle Erneuerung (Art. 9 Abs. 1 BNO) und ist bestimmt für Wohnen,</span><br/> <span class="ft1">mässig störendes Gewerbe sowie Landwirtschaft (Art. 9 Abs. 2</span><br/> <span class="ft1">BNO); an die Eingliederung in das Ortsbild werden erhöhte Anfor-</span><br/> <span class="ft1">derungen gestellt (Art. 9 Abs. 3 BNO).</span><br/> <span class="ft1">(...)</span><br/> <span class="ft1">3.4</span><br/> <span class="ft1">3.4.1</span><br/> <span class="ft1">Was die Kritik der Beschwerdeführenden am gemeinderätlichen</span><br/> <span class="ft1">Entscheid bezüglich der Eingliederung des Bauvorhabens und der</span><br/> <span class="ft1">Ortsbildverträglichkeit anbelangt, ist vorab darauf hinzuweisen, dass</span><br/> <span class="ft1">dem Gemeinderat bei der Handhabung von Ästhetikvorschriften ein</span><br/> <span class="ft1">erheblicher Ermessenspielraum zusteht; die Gemeinde darf in diesem</span><br/> <span class="ft1">Bereich den verfassungsrechtlichen Schutz, der ihr gestützt auf die</span><br/> <span class="ft1">Gemeindeautonomie zusteht, beanspruchen (§ 106 Abs. 1 KV). Mit</span><br/> <span class="ft1">Rücksicht auf diese Autonomie der Gemeinden übt der Regierungs-</span><br/> <span class="ft1">rat, gleich wie die richterlichen Rechtsmittelinstanzen, bei der Prü-</span><br/> <span class="ft1">fung von kommunalen Entscheiden bezüglich der guten Eingliede-</span><br/> <span class="ft1">rung bzw. der Ortsbildverträglichkeit grundsätzlich Zurückhaltung.</span><br/> <span class="ft1">Eine Rechtsmittelinstanz soll und darf dann nicht korrigierend ein-</span><br/> <span class="ft1">schreiten, wenn sich die ästhetische Wertung der Vorinstanzen auf</span><br/> <span class="ft1">vernünftige Gründe stützen lässt, selbst wenn andere, ebenfalls ver-</span><br/> <span class="ft1">tretbare Lösungen denkbar wären. Die Zurückhaltung findet jedoch</span><br/> <span class="ft1">dort ihre Grenze, wo die Auslegung des Gemeinderats sich nicht mit</span><br/> <span class="ft1">den einschlägigen Rechtsgrundlagen vereinbaren lässt, überwiegende</span><br/> <span class="ft1">öffentliche und private Interessen entgegenstehen oder höherrangiges</span><br/> <span class="ft1">Recht tangiert wird (AGVE 2006 S. 187 f., Erw. 2.2.).</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Fall fällt nun insbesondere ins Gewicht, dass</span><br/> <span class="ft1">sich der Gemeinderat B. bei der Beurteilung der Ortsbildverträglich-</span><br/> <span class="ft1">keit des Vorhabens offensichtlich von sachfremden Überlegungen hat</span><br/> <span class="ft1">leiten lassen und sich über die Vorschriften der kommunalen Bau-</span><br/> <span class="ft1">und Nutzungsordnung hinweggesetzt hat. Jedenfalls kann dem Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderat nicht beigepflichtet werden, der aus dem Umstand, dass</span><br/> <span class="ft1">die Parzelle 517 im Gebiet "Hinterdorf" liegt, ableiten will, dass</span><br/> <span class="ft1">diese nicht mehr zum "gewachsenen Ortskern" gehört, dessen</span><br/> <span class="ft1">Struktur gemäss Art. 9 Abs. 1 BNO zu erhalten ist. Für die Anwend-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">448</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">barkeit der kommunalen Norm kann es keine Rolle spielen, dass der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat heute die Zonierung der Parzelle in der Dorfzone D3</span><br/> <span class="ft1">als nicht mehr sachgerecht erachtet; vielmehr ist Art. 9 BNO anzu-</span><br/> <span class="ft1">wenden, solange das zuständige kommunale Planungsorgan keine</span><br/> <span class="ft1">Umzonierung vorgenommen hat.</span><br/> <span class="ft1">Zur "Erhaltung der Struktur des gewachsenen Ortskerns" gehört</span><br/> <span class="ft1">zudem nicht - wie der Gemeinderat annimmt - die Erhaltung von</span><br/> <span class="ft1">bestimmten Nutzungen von Bauten (z.B. als Autogarage), sondern</span><br/> <span class="ft1">vielmehr die Bewahrung des Erscheinungsbilds solcher Bauten, die</span><br/> <span class="ft1">Erhaltung ihres Bautyps, ihres Standorts bzw. ihrer Stellung und ihrer</span><br/> <span class="ft1">Wirkung untereinander. In diesem Sinne schreibt denn auch Art. 42</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 BNO vor, nach welchen Kriterien der Gemeinderat die Ein-</span><br/> <span class="ft1">ordnung von Bauten und Anlagen in das Ortsbild zu beurteilen hat:</span><br/> <span class="ft1">Massgebend sind u.a. Stellung (Firstrichtung), Grösse und Volumen</span><br/> <span class="ft1">von Baukuben, die Wirkung im Strassenraum, die Form und Gliede-</span><br/> <span class="ft1">rung der Baumasse, die Dachformen und -neigungen, die Fassa-</span><br/> <span class="ft1">dengliederung, die Farb- und Materialwahl sowie die Terrain- und</span><br/> <span class="ft1">Umgebungsgestaltung.</span><br/> <span class="ft1">Keine Rolle für die Beurteilung der Ortsbildverträglichkeit kann</span><br/> <span class="ft1">sodann auch die Überlegung des Gemeinderats B. spielen, dass we-</span><br/> <span class="ft1">gen des hohen Gewerbeanteils sowie wegen des Strassenverkehrs-</span><br/> <span class="ft1">und Eisenbahnlärms heute die Wohnqualität im fraglichen Gebiet als</span><br/> <span class="ft1">wenig attraktiv empfunden wird und nur noch Jugendliche und Aus-</span><br/> <span class="ft1">länder dort wohnen. Ebenso ist für die ästhetische Beurteilung uner-</span><br/> <span class="ft1">heblich, dass sich heute nach der Seetalbahnsanierung gegenüber</span><br/> <span class="ft1">dem Baugrundstück ein gesicherter Bahnübergang befindet, die</span><br/> <span class="ft1">Schülerströme markant zugenommen haben und die Bauherrschaft</span><br/> <span class="ft1">bereit ist, das Trottoir in Richtung See weiterzuführen.</span><br/> <span class="ft1">3.4.2</span><br/> <span class="ft1">Aus den eben dargelegten sachfremden Überlegungen des Ge-</span><br/> <span class="ft1">meinderats im angefochtenen Entscheid lässt sich nun allerdings</span><br/> <span class="ft1">nicht direkt ableiten, dass sich das umstrittene Vorhaben nicht gut in</span><br/> <span class="ft1">das Ortsbild eingliedern würde; vielmehr bedeutet dies nur, dass der</span><br/> <span class="ft1">Gemeinderat die ihm obliegende Prüfungspflicht ungenügend wahr-</span><br/> <span class="ft1">genommen hat bzw. dass sich seine ästhetische Wertung des Bauvor-</span><br/> <span class="ft1">habens nicht auf rechtlich erhebliche Gründe stützt. Angesichts des-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Bau-,Raumentwicklungs-u.Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">449</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">sen hat der Regierungsrat aber die sonst übliche Zurückhaltung bei</span><br/> <span class="ft1">der Überprüfung solcher Entscheide aufzugeben und die ästhetische</span><br/> <span class="ft1">Beurteilung selbst vorzunehmen.</span><br/> <span class="ft1">Nach den Ausführungen des kantonalen Ortsbildexperten sowie</span><br/> <span class="ft1">aufgrund der Feststellungen am Augenschein zählen zu den wesent-</span><br/> <span class="ft1">lichen Elementen der gemäss Art. 9 Abs. 1 BNO zu erhaltenden</span><br/> <span class="ft1">"Struktur des gewachsenen Ortskerns" im fraglichen Bereich die in</span><br/> <span class="ft1">regelmässigen Abständen erfolgte, zum Ortszentrum hin immer</span><br/> <span class="ft1">dichter werdende Bebauung mit Einzelbauten auf der Ostseite der</span><br/> <span class="ft1">Kantonsstrasse; typisch sind zudem die gleiche Firstrichtung bei den</span><br/> <span class="ft1">meisten dieser Bauten, ihr enger, sich aufgrund ihres geringen Ab-</span><br/> <span class="ft1">stands ergebender Bezug zur Kantonsstrasse sowie die Durchgrü-</span><br/> <span class="ft1">nung (vgl. hiezu Stellungnahme der Sektion Regional- und Ortspla-</span><br/> <span class="ft1">nung BVU; Augenscheinsprotokoll sowie die anlässlich dieser Ver-</span><br/> <span class="ft1">handlung erstellten Fotografien). Von vornherein nicht zu berück-</span><br/> <span class="ft1">sichtigen ist die Bebauungssituation auf der Westseite der Kantons-</span><br/> <span class="ft1">strasse, zumal diese nicht der Dorfzone D, sondern verschiedenen</span><br/> <span class="ft1">andern Zonen zugewiesen ist.</span><br/> <span class="ft1">Inwieweit nun das Bauvorhaben dieser vorgegebenen Struktur</span><br/> <span class="ft1">bzw. Art. 9 Abs. 3 BNO Rechnung trägt, ist nicht ersichtlich; hervor-</span><br/> <span class="ft1">zuheben ist in diesem Zusammenhang, dass Art. 9 Abs. 3 BNO er-</span><br/> <span class="ft1">höhte Anforderungen an die Eingliederung ins Ortsbild stellt. An die</span><br/> <span class="ft1">Stelle eines Gebäudes soll ein reiner Lagerplatz für verkaufsbereite</span><br/> <span class="ft1">Boote treten; der geplante Verkaufspavillon kann dabei die Funktion</span><br/> <span class="ft1">des bisherigen Gebäudes offensichtlich nicht übernehmen. Das bis-</span><br/> <span class="ft1">her bestehende Erscheinungsbild des fraglichen Bereichs wird auf</span><br/> <span class="ft1">jeden Fall erheblich verändert und in diesem Sinne auch beeinträch-</span><br/> <span class="ft1">tigt. Zwar weist die Bauherrschaft zu Recht darauf hin, dass das be-</span><br/> <span class="ft1">stehende Bauernhaus - im Unterschied zu andern Gebäuden in</span><br/> <span class="ft1">Richtung Zentrum - weder unter Substanzschutz noch unter Volu-</span><br/> <span class="ft1">menschutz steht und daher ein Abbruch dieses Gebäudes nicht ver-</span><br/> <span class="ft1">hindert werden kann. Dies bedeutet indessen nicht, dass bezüglich</span><br/> <span class="ft1">der Eingliederung für neue Bauvorhaben mindere Anforderungen</span><br/> <span class="ft1">gelten würden. Fehl geht sodann auch das Argument der Bauherr-</span><br/> <span class="ft1">schaft, dass in einer Seegemeinde Boote zum normalen Erschei-</span><br/> <span class="ft1">nungsbild gehören würden und damit die Eingliederung ins Ortsbild</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">450</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">ohne Weiteres gewährleistet sei. Dass Boote in einer an einem See</span><br/> <span class="ft1">gelegenen Gemeinde ortstypisch sind, lässt sich zwar nicht in Abrede</span><br/> <span class="ft1">stellen; allerdings hat dies nicht zur Konsequenz, dass Bootsausstel-</span><br/> <span class="ft1">lungen der hier geplanten Art ungeachtet des konkreten Umfelds an</span><br/> <span class="ft1">jeder Stelle der betreffenden Seegemeinde ortsbildverträglich wären.</span><br/> <span class="ft1">Vorliegend würde der geplante Bootsausstellungsplatz bzw. die</span><br/> <span class="ft1">darauf abgestellten Boote als völlig neue, bisher nicht vorhandene</span><br/> <span class="ft1">Elemente den fraglichen Bereich optisch dominieren und sich vom</span><br/> <span class="ft1">Vorbestehenden abheben, statt sich - wie von Art. 9 BNO gefordert -</span><br/> <span class="ft1">unter Einhaltung von erhöhten Anforderungen darin einzufügen.</span><br/> <span class="ft1">3.4.3</span><br/> <span class="ft1">Zusammenfassend kommt der Regierungsrat mit dem Vertreter</span><br/> <span class="ft1">der kantonalen Ortsbildpflege sowie mit den Beschwerdeführenden</span><br/> <span class="ft1">zum Schluss, dass das Projekt der von Art. 9 Abs. 1 und 3 BNO ge-</span><br/> <span class="ft1">forderten Eingliederung in die Struktur des gewachsenen Ortskerns</span><br/> <span class="ft1">bzw. den erhöhten Anforderungen an die Eingliederung ins Ortsbild</span><br/> <span class="ft1">nicht zu genügen vermag. Der Gemeinderat B. hat durch die Ertei-</span><br/> <span class="ft1">lung der Baubewilligung das ihm aufgrund der Gemeindeautonomie</span><br/> <span class="ft1">zustehende Ermessen nach dem Gesagten deutlich überschritten und</span><br/> <span class="ft1">die kommunalen Rechtsgrundlagen, auf deren Einhaltung nicht nur</span><br/> <span class="ft1">die Bauherrschaft, sondern auch die Beschwerdeführenden einen An-</span><br/> <span class="ft1">spruch haben, missachtet; er vermochte denn auch nur für eine äs-</span><br/> <span class="ft1">thetische Beurteilung sachfremde Gründe anzubringen, weshalb vor-</span><br/> <span class="ft1">liegend entgegen der Empfehlung des beigezogenen Fachexperten</span><br/> <span class="ft1">der kantonalen Ortsbildpflege eine Baubewilligung erteilt werden</span><br/> <span class="ft1">soll.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>