<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2021-09-03-2C_645-2021.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_645/2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 3. September 2021</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Seiler, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, </div> <div class="para">Bundesrichter Beusch, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Brunner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Amt für Bevölkerung und Migration </div> <div class="para">des Kantons Freiburg, </div> <div class="para">Route d'Englisberg 11, 1763 Granges-Paccot. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Aufenthaltsbewilligung zur Aus- und Weiterbildung; unentgeltliche Rechtspflege, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof, vom 27. Mai 2021 (601 2021 66, 601 2021 69). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">A.________ (geb. 1988) ist ukrainischer Staatsangehöriger. Am 8. Dezember 2013 reiste er in die Schweiz ein, um an der Universität Freiburg ein Doktorat in Theologie zu absolvieren. Am 15. April 2014 wurde ihm zu diesem Zweck vom Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, die zuletzt bis am 31. Dezember 2020 verlängert wurde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Ein Gesuch A.________ um neuerliche Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung vom 14. Oktober 2020 wurde vom Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg mit Verfügung vom 25. Februar 2021 abgewiesen. </div> <div class="para">Diese Verfügung wurde vom Kantonsgericht Freiburg mit Urteil vom 27. Mai 2021 bestätigt; ein Gesuch A.________ um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde in dem Urteil abgewiesen und es wurden ihm Verfahrenskosten von Fr. 800.-- auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Am 17. August 2021 reichte A.________ beim Kantonsgericht Freiburg eine Einsprache ein, mit welcher er im Hauptpunkt erneut beantragte, ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu erteilen. Eventualiter seien die Gerichtskosten auf Fr. 50.--, subeventualiter auf Fr. 100.-- festzusetzen. </div> <div class="para">Mit Schreiben vom 26. August 2021 überwies das Kantonsgericht Freiburg die Eingabe A.________ vom 17. August 2021 bezüglich der unentgeltlichen Rechtspflege zuständigkeitshalber an das Bundesgericht; das Einspracheverfahren bezüglich der Reduktion der Verfahrenskosten (Art. 148 des Gesetzes des Kantons Freiburg vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG/FR; SGF 150.1]) sistierte es gleichzeitig. </div> <div class="para">Das Bundesgericht hat auf Instruktionsmassnahmen verzichtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Urteil des Kantonsgerichts Freiburg vom 27. Mai 2021 dreht sich in der Sache um ausländerrechtliche Bewilligungen, auf die kein Anspruch besteht (<span class="artref">Art. 27 AIG</span>, <span class="artref">Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG</span>). Entsprechend steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten dagegen nicht zur Verfügung (<span class="artref">Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG</span>). Die "Einsprache" vom 17. August 2021 kann jedoch als subsidiäre Verfassungsbeschwerde entgegen genommen werden (<span class="artref">Art. 113 ff. BGG</span>; vgl. Urteil 2C_138/2019 vom 17. Mai 2019 E. 1.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Verfahren vor dem Kantonsgericht Freiburg richtet sich nach Art. 142 Abs. 1 und 2 VRG/FR. Die Bestimmung deckt sich inhaltlich im Wesentlichen mit der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie von <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span>. Neben der fehlenden Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren ist demnach vorausgesetzt, dass die gesuchstellende Partei nicht über genügend Mittel verfügt, um die Prozesskosten ohne Beschränkung des notwendigen Lebensunterhalts für sich oder die Familie zu bestreiten (vgl. die Formulierung in Art. 142 Abs. 1 VRG; vgl. zum Begriff der Mittellosigkeit nach <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> Urteil 2C_367/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Die Vorinstanz erwog, aus einem aktenkundigen aktuellen Kontoauszug des Beschwerdeführers gehe hervor, dass er ein Vermögen von rund Fr. 23'000.-- aufweise. Der Beschwerdeführer verfüge somit über genügend liquide Mittel, um selbst für die Kosten des Verfahrens vor dem Kantonsgericht aufzukommen. Damit fehle es an einer kumulativen Voraussetzung zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Was der Beschwerdeführer hiergegen einwendet, überzeugt nicht: Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die vorinstanzlich auferlegten Verfahrenskosten von Fr. 800.-- es dem Beschwerdeführer verunmöglichen würden, seinen Grundbedarf zu bestreiten. Dass der Beschwerdeführer die ihm zur Verfügung stehenden Mittel von Fr. 23'000.-- lieber für sein Studium verwenden würde, ist nachvollziehbar. Allerdings hat er sich aus eigener Initiative dazu entschlossen, das Rechtsmittel an die Vorinstanz zu ergreifen. Die dadurch entstandenen Kosten hat er angesichts seines Unterliegens grundsätzlich selber zu tragen. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, dass er die angesprochenen Geldmittel benötige, um ein Gesuch um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung stellen zu können, ist darauf hinzuweisen, dass dem Beschwerdeführer eine solche Aufenthaltsbewilligung mit dem angefochtenen Urteil gerade verweigert wurde. Es ist nicht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage er ein weiteres Gesuch um Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung stellen könnte, das die betreffenden Mittel voraussetzen würde. Eine Verletzung von <span class="artref">Art. 29 Abs. 3 BV</span> ist nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Die subsidiäre Verfassungsbeschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang (vgl. E. 2.4 hiervor) würde der Beschwerdeführer an sich kostenpflichtig; auf die Erhebung von Verfahrenskosten kann jedoch angesichts der Umstände verzichtet werden (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Parteientschädigungen sind nicht geschuldet (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Kantonsgericht Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof, und dem Staatssekretariat für Migration schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 3. September 2021 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Seiler </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Brunner </div> </div></body></html>