<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">71</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Strassenverkehrsrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>18</b></span> <span class="ft2"><b>Wiedererteilung des Führerausweises unter Auflagen nach vorsorglichem</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Führerausweisentzug.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Auflage einer mindestens einjährigen Drogenabstinenz ist nicht ge-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>rechtfertigt, wenn neben dem jahrelangen, regelmässigen Konsumverhal-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ten des Beschwerdeführers betreffend Cannabis in dessen Vergangenheit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>weitere Indizien für die Fahreignung beeinträchtigende Faktoren fehlen,</b></span><br/> <span class="ft2"><b>und insbesondere das Gutachten keine Hinweise darauf ergibt, dass beim</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Beschwerdeführer von einer geringen Bereitschaft und Fähigkeit auszu-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>gehen ist, zuverlässig zwischen dem Drogenkonsum und der Teilnahme</b></span><br/> <span class="ft2"><b>am Strassenverkehr zu trennen, bzw. beim Beschwerdeführer gar eine</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Neigung besteht, unter Substanzeinfluss zu fahren.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Entscheid des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 12. August 2010 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen Z.K. gegen den Entscheid des Departements Volkswirtschaft und In-</span><br/> <span class="ft3">neres (WBE.2010.192).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Sachverhalt</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">Z.K. konsumiert seit seinem 21. Lebensjahr Marihuana; zuletzt</span><br/> <span class="ft5">bis zu max. 10 Joints 0.6 bis 1 Gramm täglich. Bereits im Jahre</span><br/> <span class="ft5">2004 war eine Anzeige gegen Z.K. wegen Widerhandlung gegen das</span><br/> <span class="ft5">Betäubungsmittelgesetz erfolgt, wobei er damals einen monatlichen</span><br/> <span class="ft5">Konsum von 2 Gramm Marihuana seit 2002 zu Protokoll gab. Das</span><br/> <span class="ft5">Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau verfügte einen vorsorgli-</span><br/> <span class="ft5">chen Führerausweisentzug und ordnete eine eingehende fachärztliche</span><br/> <span class="ft5">Begutachtung an. Nach Vorliegen des Gutachtens (Erw. 5.2) verfügte</span><br/> <span class="ft5">das Strassenverkehrsamt die Wiedererteilung des Führerausweises</span><br/> <span class="ft5">unter der Auflage einer Drogenabstinenz unter ärztlicher Beratung</span><br/> <span class="ft5">und Kontrolle, wobei es festhielt, dass die Aufhebung frühestens</span><br/> <span class="ft5">nach einem Jahr auf ausdrücklichen ärztlichen Antrag erfolge.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">72</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">3.</span><br/> <span class="ft5">3.1.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss Art. 30 VZV kann der Führerausweis vorsorglich ent-</span><br/> <span class="ft5">zogen werden, wenn ernsthafte Bedenken an der Fahreignung beste-</span><br/> <span class="ft5">hen. Voraussetzung für einen vorsorglichen Führerausweisentzug ist</span><br/> <span class="ft5">gemäss der Rechtsprechung, dass der Fahrzeugführer andere Ver-</span><br/> <span class="ft5">kehrsteilnehmer im Vergleich zu den übrigen Fahrzeugführern in er-</span><br/> <span class="ft5">höhtem Masse gefährden könnte, würde er während der Verfahrens-</span><br/> <span class="ft5">dauer zum Verkehr zugelassen (BGE 106 Ib 115, Erw. 2b). Diese Re-</span><br/> <span class="ft5">gelung trägt der besonderen Interessenlage Rechnung, welche bei der</span><br/> <span class="ft5">Zulassung von Fahrzeugführern zum Strassenverkehr zu berücksich-</span><br/> <span class="ft5">tigen ist. Angesichts des grossen Gefährdungspotentials, welches</span><br/> <span class="ft5">dem Führen eines Motorfahrzeugs eigen ist, erlauben schon Anhalts-</span><br/> <span class="ft5">punkte, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen</span><br/> <span class="ft5">Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und ernsthafte Bedenken an</span><br/> <span class="ft5">seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug.</span><br/> <span class="ft5">Der strikte Beweis für die Fahreignung ausschliessende Um-</span><br/> <span class="ft5">stände ist nicht erforderlich; wäre dieser erbracht, müsste unmittelbar</span><br/> <span class="ft5">der Sicherungsentzug selber verfügt werden. Eine umfassende Aus-</span><br/> <span class="ft5">einandersetzung mit sämtlichen Gesichtspunkten, die für oder gegen</span><br/> <span class="ft5">einen Sicherungsentzug sprechen, brauchen erst im anschliessenden</span><br/> <span class="ft5">Hauptverfahren zu erfolgen (BGE 125 II 492, Erw. 2b; 122 II 359,</span><br/> <span class="ft5">Erw. 3a mit Hinweisen). Falls die erforderlichen Abklärungen also</span><br/> <span class="ft5">nicht der Dringlichkeit entsprechend rasch und abschliessend getrof-</span><br/> <span class="ft5">fen werden können, soll der Ausweis bis zum Sachentscheid vorläu-</span><br/> <span class="ft5">fig entzogen werden können (BGE 122 II 359, Erw. 3a; 125 II 492,</span><br/> <span class="ft5">Erw. 2b). Die Wiedererteilung des Führerausweises wird vom günsti-</span><br/> <span class="ft5">gen Ausgang einer fachärztlichen Untersuchung abhängig gemacht.</span><br/> <span class="ft5">3.2.</span><br/> <span class="ft5">Es ist im Rahmen der Verhältnismässigkeit nach den verwal-</span><br/> <span class="ft5">tungsrechtlichen Grundsätzen stets zulässig, aus besonderen Gründen</span><br/> <span class="ft5">den Führerausweis mit Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicher-</span><br/> <span class="ft5">stellung der Fahreignung und damit der Verkehrssicherheit dienen</span><br/> <span class="ft5">sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen. Zudem</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">73</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">ist erforderlich, dass sich die Fahreignung nur mit dieser Massnahme</span><br/> <span class="ft5">aufrecht erhalten lässt und die Auflage erfüll- und kontrollierbar sind</span><br/> <span class="ft5">(vgl. BGE 131 II 248, Erw. 6, mit Hinweisen).</span><br/> <span class="ft5">Bei der Wiedererteilung des Führerausweises ist die Auflage</span><br/> <span class="ft5">einer totalen Drogenabstinenz angebracht, wenn gewisse Unsicher-</span><br/> <span class="ft5">heiten bezüglich des Nachweises bestehen, ob der Eignungsmangel</span><br/> <span class="ft5">völlig behoben ist bzw. wenn eine als Suchtgefährdung zu be-</span><br/> <span class="ft5">zeichnende Rückfallgefahr besteht. Zur Sicherstellung des Erfolgs</span><br/> <span class="ft5">der Massnahme kann in solch fraglichen Fällen die Wiedererteilung</span><br/> <span class="ft5">mit Auflagen verbunden werden. Beim Entscheid über die Erforder-</span><br/> <span class="ft5">lichkeit von Auflagen sind die Sicherheitserfordernisse des Strassen-</span><br/> <span class="ft5">verkehrs zu berücksichtigen, ebenso die Fortschritte, die der Betrof-</span><br/> <span class="ft5">fene bisher, also in der Zeit des (vorsorglichen) Sicherungsentzugs,</span><br/> <span class="ft5">gemacht hat (René Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen</span><br/> <span class="ft5">Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen,</span><br/> <span class="ft5">Bern 1995, Rz. 2224).</span><br/> <span class="ft5">Da die grundsätzliche Zulässigkeit von Auflagen bei der Wie-</span><br/> <span class="ft5">dererteilung des Führerausweises nicht bestritten wird, erübrigen sich</span><br/> <span class="ft5">diesbezüglich weitere Ausführungen. Es stellt sich somit die Frage,</span><br/> <span class="ft5">ob beim Beschwerdeführer eine verkehrsrelevante Sucht bzw. Sucht-</span><br/> <span class="ft5">gefährdung vorliegt, welche die angeordnete Auflage rechtfertigt.</span><br/> <span class="ft5">4.</span><br/> <span class="ft5">4.1.</span><br/> <span class="ft5">Eine Trunksucht ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre-</span><br/> <span class="ft5">chung gegeben, wenn der Betreffende regelmässig so viel Alkohol</span><br/> <span class="ft5">konsumiert, dass seine Fahrfähigkeit vermindert wird und er diese</span><br/> <span class="ft5">Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Will-</span><br/> <span class="ft5">len nicht zu überwinden vermag. Für die Drogensucht gilt Vergleich-</span><br/> <span class="ft5">bares: Die Abhängigkeit von der Droge muss derart sein, dass der</span><br/> <span class="ft5">Betroffene mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist,</span><br/> <span class="ft5">sich ans Steuer eines Fahrzeuges in einem - dauernden oder zeitwei-</span><br/> <span class="ft5">ligen - Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewähr-</span><br/> <span class="ft5">leistet (BGE 129 II 82, Erw. 4.1; 127 II 122, Erw. 3c; 124 II 559,</span><br/> <span class="ft5">Erw. 2b, je mit Hinweisen).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">74</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">4.2.</span><br/> <span class="ft5">Die Rechtsprechung setzt den regelmässigen Konsum von Dro-</span><br/> <span class="ft5">gen der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser seiner Häufigkeit</span><br/> <span class="ft5">und Menge nach geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen.</span><br/> <span class="ft5">Nach der Rechtsprechung erlaubt ein regelmässiger, aber kontrol-</span><br/> <span class="ft5">lierter und mässiger Haschischkonsum für sich allein noch nicht den</span><br/> <span class="ft5">Schluss auf eine fehlende Fahreignung. Ob diese gegeben ist, kann</span><br/> <span class="ft5">ohne Angaben über die Konsumgewohnheiten des Betroffenen, na-</span><br/> <span class="ft5">mentlich über Häufigkeit, Menge und Umstände des Cannabiskon-</span><br/> <span class="ft5">sums und des allfälligen Konsums weiterer Betäubungsmittel und/</span><br/> <span class="ft5">oder Alkohol, sowie zu seiner Persönlichkeit, insbesondere hinsicht-</span><br/> <span class="ft5">lich Drogenmissbrauch und Strassenverkehr, nicht beurteilt werden</span><br/> <span class="ft5">(BGE 127 II 122, Erw. 4b). Selbst bei der Einnahme grösserer Can-</span><br/> <span class="ft5">nabismengen, die geeignet sind, die Fahrfähigkeit zu beeinträchtigen,</span><br/> <span class="ft5">kann nicht ohne weiteres auf eine fehlende Fahreignung geschlossen</span><br/> <span class="ft5">werden. Dies hängt vielmehr davon ab, ob der Betroffene in der Lage</span><br/> <span class="ft5">ist, Cannabiskonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen,</span><br/> <span class="ft5">oder ob die naheliegende Gefahr besteht, dass er im akuten Rausch-</span><br/> <span class="ft5">zustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Hierfür sind un-</span><br/> <span class="ft5">ter anderem die Konsumgewohnheiten (Ort und Zeit des Konsums;</span><br/> <span class="ft5">kombinierte Einnahme weiterer Drogen) und die Persönlichkeit, ins-</span><br/> <span class="ft5">besondere hinsichtlich Drogenmissbrauch und Strassenverkehr von</span><br/> <span class="ft5">Bedeutung (BGE 128 II 335, Erw. 4b; 127 II 122, Erw. 4b; 124 II</span><br/> <span class="ft5">559, Erw. 4e). Aus verkehrsmedizinischer Sicht gilt allgemein be-</span><br/> <span class="ft5">züglich Cannabis und Fahreignung, dass Personen, die weder in ab-</span><br/> <span class="ft5">hängiger noch in verkehrsrelevant missbräuchlicher Weise Cannabis</span><br/> <span class="ft5">konsumieren, für die 3. medizinische Führerausweisgruppe ohne</span><br/> <span class="ft5">Auflagen als fahrgeeignet beurteilt werden können, wenn davon aus-</span><br/> <span class="ft5">zugehen ist, dass der Konsum vom Fahren getrennt wird, keine zu-</span><br/> <span class="ft5">sätzlichen Drogen bzw. keine psychotropen Medikamente verwendet</span><br/> <span class="ft5">werden, keine Alkoholproblematik besteht, und keine psychische</span><br/> <span class="ft5">Störung vorliegt (Bruno Liniger, Drogen, Medikamente und Fahr-</span><br/> <span class="ft5">eignung, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung der</span><br/> <span class="ft5">Arbeitsgruppe Verkehrsmedizin der Schweizerischen Gesellschaft</span><br/> <span class="ft5">für Rechtsmedizin [Hrsg.], Bern 2005, S. 37).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">75</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">5.</span><br/> <span class="ft5">5.1.</span><br/> <span class="ft5">Der Beschwerdeführer macht geltend, dass schon unter dem</span><br/> <span class="ft5">medizinischen Gesichtspunkt alleine kein Grund zur Annahme einer</span><br/> <span class="ft5">nur bedingten Fahreignung und damit zur Anordnung von Auflagen</span><br/> <span class="ft5">bestehe. Es sei fraglos von einer uneingeschränkten Fahreignung</span><br/> <span class="ft5">auszugehen. Selbst wenn eine Suchtgefährdung vorliegen würde, wä-</span><br/> <span class="ft5">ren Auflagen nur bei einer strassenverkehrsrechtlichen Relevanz der-</span><br/> <span class="ft5">selben zulässig, was vorliegend zu verneinen sei. Auch sei der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer geistig und körperlich völlig gesund und die Labor-</span><br/> <span class="ft5">werte anlässlich der Untersuchung seien normwertig und in keiner</span><br/> <span class="ft5">Weise auffällig gewesen. Er habe seinen früheren Konsum ohne Pro-</span><br/> <span class="ft5">bleme oder Entzugserscheinungen einstellen können und diesen auch</span><br/> <span class="ft5">nie bagatellisiert oder gar geleugnet. Des Weiteren habe er betont,</span><br/> <span class="ft5">stets strikte darauf geachtet zu haben, nicht unter noch anhaltender</span><br/> <span class="ft5">Wirkung von Haschisch zu fahren; er habe also den Unterschied zwi-</span><br/> <span class="ft5">schen Suchtmittelgenuss und Teilnahme am motorisierten Strassen-</span><br/> <span class="ft5">verkehr zu machen gewusst und sich daran auch gehalten. Dies wer-</span><br/> <span class="ft5">de durch seine klaglose Fahrpraxis gestützt. Die beanstandeten Auf-</span><br/> <span class="ft5">lagen seien somit aufzuheben. Es bestehe kein Grund, den Beschwer-</span><br/> <span class="ft5">deführer mit diesbezüglichen Arzt- und Verfahrenskosten zu belas-</span><br/> <span class="ft5">ten.</span><br/> <span class="ft5">5.2.</span><br/> <span class="ft5">Im vorliegenden Fall wurde aufgrund des im Sachverhalt ge-</span><br/> <span class="ft5">schilderten Vorfalls und der Aussagen des Beschwerdeführers zu sei-</span><br/> <span class="ft5">nem Drogenkonsumverhalten eine eingehende fachärztliche Begut-</span><br/> <span class="ft5">achtung angeordnet. Anlässlich der Begutachtung gab der Beschwer-</span><br/> <span class="ft5">deführer an, vor 9 Jahren mit dem Konsum von Cannabis begonnen</span><br/> <span class="ft5">zu haben, jedoch habe er auch Pausen von mehreren Monaten bis</span><br/> <span class="ft5">Jahren eingelegt. Erst vor 1 Jahren habe er wieder angefangen,</span><br/> <span class="ft5">"richtig zu kiffen", und schliesslich mit der Einrichtung einer eigenen</span><br/> <span class="ft5">Hanfproduktionsanlage vor 6 Monaten fast täglich bis zu 10 Joints</span><br/> <span class="ft5">oder mehr geraucht. Seit der Hausdurchsuchung vom 28. September</span><br/> <span class="ft5">2009 und deren Folgen (U-Haft) habe er mit dem Konsum von</span><br/> <span class="ft5">Cannabis aufgehört und sei seither weniger müde und benebelt. An-</span><br/> <span class="ft5">sonsten habe er keinen grossen Unterschied festgestellt seit seiner</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">76</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Abstinenz. Wenn er mit Kollegen zusammen sei und diese mit Kiffen</span><br/> <span class="ft5">beginnen würden, gehe er an die frische Luft, da er - als konse-</span><br/> <span class="ft5">quenter Mensch - gut widerstehen könne. Er habe nie andere Drogen</span><br/> <span class="ft5">konsumiert und trinke auch keinen Alkohol, da ihm dieser gar nicht</span><br/> <span class="ft5">schmecke. Seit seinem 14. Lebensjahr rauche er Zigaretten, spüre</span><br/> <span class="ft5">jetzt aber negative Auswirkungen und wolle Ende Jahr damit</span><br/> <span class="ft5">aufhören.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss der Beurteilung des Gutachters handle es sich nach den</span><br/> <span class="ft5">Angaben des Beschwerdeführers um einen jahrelangen, zunächst un-</span><br/> <span class="ft5">regelmässigen, im letzten Halbjahr vor der Begutachtung aber stark</span><br/> <span class="ft5">gesteigerten und regelmässigen Cannabiskonsum, der mit der poli-</span><br/> <span class="ft5">zeilichen Hausdurchsuchung vom 28. September 2009 gänzlich und</span><br/> <span class="ft5">konsequent eingestellt worden sei. Bei der aktuellen Untersuchung</span><br/> <span class="ft5">habe der Beschwerdeführer auf Anhieb einen auf sämtlichen unter-</span><br/> <span class="ft5">suchten Substanzen negativen Urin abgegeben. Der Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rer lebe in geordneten Verhältnissen und gehe einer geregelten Tätig-</span><br/> <span class="ft5">keit nach. Anhaltspunkte für anderweitige psychische Störungen fän-</span><br/> <span class="ft5">den sich keine und er wirke in seiner Persönlichkeit stabil und ver-</span><br/> <span class="ft5">antwortungsbewusst.</span><br/> <span class="ft5">Dementsprechend kam der Gutachter zum Schluss, dass der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer aus eigener Kraft auf den Konsum von Drogen ver-</span><br/> <span class="ft5">zichten konnte. Eine eigentliche Sucht könne gegenwärtig nicht mehr</span><br/> <span class="ft5">nachgewiesen werden. Im Strassenverkehr sei er als Drogenkonsu-</span><br/> <span class="ft5">ment bisher noch nie aufgefallen, da er offenbar den Konsum von</span><br/> <span class="ft5">Drogen und die Teilnahme am Strassenverkehr konsequent trennen</span><br/> <span class="ft5">konnte. Aus psychiatrischer Sicht liege keine andere die Fahreignung</span><br/> <span class="ft5">ausschliessende Störung vor. Die Fahreignung sei seines Erachtens</span><br/> <span class="ft5">heute wieder gegeben. Da es sich jedoch beim Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft5">zeitweise um einen intensiven Konsum gehandelt habe und der Be-</span><br/> <span class="ft5">ginn der Abstinenz erst 2 Monate zurückliege, solle die Wiederertei-</span><br/> <span class="ft5">lung der Fahrerlaubnis mit einer auf 12 Monate befristeten Auflage</span><br/> <span class="ft5">verbunden werden, um Rückfälle frühzeitig erfassen zu können.</span><br/> <span class="ft5">5.3.</span><br/> <span class="ft5">(...) In seiner Stellungnahme vom 14. Januar 2010 zu Handen</span><br/> <span class="ft5">des DVI schilderte das Strassenverkehrsamt, dass sich die Auflage</span><br/> <span class="ft5">rechtfertige, weil der Beschwerdeführer intensiv Cannabis konsu-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">77</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">miert habe, und der letzte Konsum im Zeitpunkt der Begutachtung</span><br/> <span class="ft5">erst zwei Monate zurückliege. Zudem habe der Beschwerdeführer,</span><br/> <span class="ft5">nach eigenen Angaben, in den letzten neun Jahren auch immer wie-</span><br/> <span class="ft5">der Pausen von mehreren Monaten bis Jahren gemacht. Die Auflage</span><br/> <span class="ft5">diene dazu, einen erneuten Rückfall frühzeitig zu erfassen. In seiner</span><br/> <span class="ft5">Stellungnahme vom 5. Februar 2010 schilderte das Strassenverkehrs-</span><br/> <span class="ft5">amt u.a., die Tatsache, dass der Beschwerdeführer es seit der Haus-</span><br/> <span class="ft5">durchsuchung geschafft habe, den Konsum von Drogen zu beenden,</span><br/> <span class="ft5">spreche für ihn. Doch diese kurze Zeit - zwischen der Hausdurch-</span><br/> <span class="ft5">suchung und der Begutachtung lägen lediglich zwei Monate - ge-</span><br/> <span class="ft5">nüge nicht für eine Stabilisierung und eine tragfähige Distanzierung</span><br/> <span class="ft5">vom früheren Verhalten.</span><br/> <span class="ft5">Die Vorinstanz bestätigte die vom Strassenverkehrsamt verfügte</span><br/> <span class="ft5">Wiedererteilung des Führerausweises unter der erwähnten Auflage</span><br/> <span class="ft5">und schloss sich der Auffassung des Gutachters an. Die Begutach-</span><br/> <span class="ft5">tung des Beschwerdeführers habe gezeigt, dass dieser langjährig</span><br/> <span class="ft5">Cannabis bzw. Marihuana konsumiert habe. Zwar habe er vor der</span><br/> <span class="ft5">Untersuchung offenbar problemlos auf den Konsum verzichten kön-</span><br/> <span class="ft5">nen, dennoch sei es erforderlich, dass er während einer angemesse-</span><br/> <span class="ft5">nen Zeit nachweise, dass er fähig sei, auf den Drogenkonsum zu ver-</span><br/> <span class="ft5">zichten. Seine Fahreignung bedürfe einer besonderen Kontrolle.</span><br/> <span class="ft5">Daran ändere der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer grund-</span><br/> <span class="ft5">sätzlich über die Eignung verfüge, ein Fahrzeug zu lenken, weil</span><br/> <span class="ft5">keine Drogensucht im medizinischen Sinn bestehe. Angesichts der</span><br/> <span class="ft5">festgestellten Gefahr des Drogenmissbrauchs erscheine es verhält-</span><br/> <span class="ft5">nismässig, wenn die Fahrerlaubnis von der Einhaltung einer kontrol-</span><br/> <span class="ft5">lierten Abstinenz abhängig gemacht werde. Die dem Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft5">rer auferlegte, abstinente Lebensweise bezwecke eine nachhaltige Si-</span><br/> <span class="ft5">cherstellung der Fahreignung. Im Sinne der Verkehrssicherheit und</span><br/> <span class="ft5">in Anlehnung an die geltende Praxis sei es daher verhältnismässig,</span><br/> <span class="ft5">die Wiedererteilung des Führerausweises mit der Auflage der Dro-</span><br/> <span class="ft5">genabstinenz für mindestens ein Jahr zu verbinden.</span><br/> <span class="ft5">5.4.</span><br/> <span class="ft5">5.4.1.</span><br/> <span class="ft5">In seinem Urteil 6A.11/2006 vom 13. April 2006 erwog das</span><br/> <span class="ft5">Bundesgericht, es entspreche zwar gesicherter wissenschaftlicher Er-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">78</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">kenntnis, dass der Cannabisrausch die Fahrtüchtigkeit beeinträchtige.</span><br/> <span class="ft5">Der gelegentliche Cannabiskonsument, der nicht mit Alkohol oder</span><br/> <span class="ft5">anderen Drogen mische, sei jedoch in der Regel in der Lage, kon-</span><br/> <span class="ft5">sumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen und danach</span><br/> <span class="ft5">zu handeln. Demgegenüber sei bei andauerndem bzw. regelmässigem</span><br/> <span class="ft5">und gleichzeitig hohem Konsum von einer mindestens geringen Be-</span><br/> <span class="ft5">reitschaft und Fähigkeit auszugehen, zuverlässig zwischen dem Dro-</span><br/> <span class="ft5">genkonsum und der Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen</span><br/> <span class="ft5">(Bundesverfassungsgericht [BVerfG], 1 BvR 2062/96 vom 20. Juni</span><br/> <span class="ft5">2002, Absätze 33 ff.). Die Neigung, unter Substanzeinfluss zu fahren,</span><br/> <span class="ft5">verstärke sich mit zunehmendem Konsum. Deshalb könne regel-</span><br/> <span class="ft5">oder gar gewohnheitsmässiger Cannabiskonsum zumindest berech-</span><br/> <span class="ft5">tigte Zweifel an der Fahreignung begründen, die gegebenenfalls wie-</span><br/> <span class="ft5">tere Abklärungen im Rahmen einer Eignungsprüfung oder von Aufla-</span><br/> <span class="ft5">gen rechtfertigen. Bestehen nach den Umständen des konkreten Fal-</span><br/> <span class="ft5">les hinreichend aussagekräftige Anzeichen für den Verdacht, dass der</span><br/> <span class="ft5">Fahrausweisinhaber mindestens regelmässig Cannabis konsumiere,</span><br/> <span class="ft5">und könne die ärztliche Untersuchung diesen Verdacht nicht ausräu-</span><br/> <span class="ft5">men sowie die konkreten Konsumgewohnheiten abschliessend erhel-</span><br/> <span class="ft5">len, können die Behörden im Interesse der Verkehrssicherheit ver-</span><br/> <span class="ft5">hältnismässige Auflagen anordnen, welche der Klärung der Fahr-</span><br/> <span class="ft5">eignung dienen (a.a.O., Erw. 3.3).</span><br/> <span class="ft5">Im erwähnten Urteil schütze das Bundesgericht die Anordnung</span><br/> <span class="ft5">von Auflagen zur Kontrolle der Fahreignung. In jenem Fall konsu-</span><br/> <span class="ft5">mierte der Betroffene seit mehreren Jahren regelmässig Cannabis,</span><br/> <span class="ft5">wobei aufgrund einer Verurteilung im Jahre 2004 zudem ein Konsum</span><br/> <span class="ft5">von Kokain erstellt war, was der Betroffene jedoch bestritt. Ein ein-</span><br/> <span class="ft5">gefordertes Arztzeugnis, das sich zur Frage der möglichen Drogen-</span><br/> <span class="ft5">abhängigkeit äussern sollte, konnte diese Frage nicht abschliessend</span><br/> <span class="ft5">beantworten, weshalb eine Eignungsuntersuchung durch die Psychi-</span><br/> <span class="ft5">atrische Poliklinik der Universität Bern (PUPK) angeordnet wurde.</span><br/> <span class="ft5">Im Gutachten wurde festgehalten, eine Drogensucht könne nicht</span><br/> <span class="ft5">nachgewiesen, aber auch nicht ausgeschlossen werden.</span><br/> <span class="ft5">Das Bundesgericht erwog, dass das Aussageverhalten des Be-</span><br/> <span class="ft5">troffenen im Verfahren (widersprüchliche Angaben betreffend Kon-</span><br/> <span class="ft5">sum), der positive Befund auf Cannabinoide bei der ersten - längere</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">79</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Zeit vorher angekündigten - ärztlichen Untersuchung, seine hinaus-</span><br/> <span class="ft5">gezögerte zweite Urin- und Blutprobenanalyse, der Konsum mehre-</span><br/> <span class="ft5">rer berauschender oder betäubender Mittel sowie der langjährige re-</span><br/> <span class="ft5">gelmässige Cannabiskonsum hinreichend aussagekräftige Anzeichen</span><br/> <span class="ft5">für den Verdacht seien, dass er gewohnheitsmässig Cannabis konsu-</span><br/> <span class="ft5">miere und selbst vor einer ärztlichen Untersuchung darauf nicht ver-</span><br/> <span class="ft5">zichten könne. Das Bundesgericht kam zum Schluss, dass es bei ei-</span><br/> <span class="ft5">nem solchen Konsumverhalten überwiegend wahrscheinlich sei, dass</span><br/> <span class="ft5">der Betroffene ausser Stande ist, eine drogenkonsumbedingte zeit-</span><br/> <span class="ft5">weilige Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als solche zu erkennen oder</span><br/> <span class="ft5">trotz einer solchen Erkenntnis von der aktiven Teilnahme am Stras-</span><br/> <span class="ft5">senverkehr abzusehen. Unter diesen Umständen liege ein besonderer</span><br/> <span class="ft5">Grund vor, der die Anordnung von Auflagen zur Kontrolle der</span><br/> <span class="ft5">Fahreignung erlaube (a.a.O., Erw. 3.2).</span><br/> <span class="ft5">5.4.2.</span><br/> <span class="ft5">Im vorliegenden Fall beantwortete der Gutachter die Frage, ob</span><br/> <span class="ft5">beim Beschwerdeführer eine Drogensucht vorliege, so dass er nicht</span><br/> <span class="ft5">fähig ist, aus eigener Kraft auf den Drogenkonsum zu verzichten, da-</span><br/> <span class="ft5">hingehend, dass der Beschwerdeführer aus eigener Kraft auf den</span><br/> <span class="ft5">Konsum von Drogen verzichten könne. Eine eigentliche Sucht könne</span><br/> <span class="ft5">gegenwärtig nicht nachgewiesen werden; im Strassenverkehr sei der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführer bisher noch nie als Drogenkonsument aufgefallen,</span><br/> <span class="ft5">da er offenbar den Konsum von Drogen und die Teilnahme am Stras-</span><br/> <span class="ft5">senverkehr konsequent trennen konnte. Weiter hielt der Gutachter</span><br/> <span class="ft5">fest, aus psychiatrischer Sicht lägen keine anderen, die Fahreignung</span><br/> <span class="ft5">ausschliessenden Störungen vor. Die Fahreignung sei heute seines</span><br/> <span class="ft5">Erachtens wieder gegeben. Lediglich gestützt auf die ehrlichen und</span><br/> <span class="ft5">widerspruchsfreien Angaben des Beschwerdeführers zu seinem frü-</span><br/> <span class="ft5">heren Konsumverhalten kam der Gutachter zum Schluss, dass eine</span><br/> <span class="ft5">Auflage nötig sei, "um Rückfälle frühzeitig erfassen zu können".</span><br/> <span class="ft5">Der Beschwerdeführer ist nie mit Drogen im Strassenverkehr</span><br/> <span class="ft5">auffällig geworden. Wie er zu Recht ausführt, steht dem der am</span><br/> <span class="ft5">1. März 2007 angeordnete und in der Zeit vom 4. April 2007 bis zum</span><br/> <span class="ft5">3. Juli 2007 vollzogene Führerausweisentzug für die Dauer von drei</span><br/> <span class="ft5">Monaten nicht entgegen und in keinem Zusammenhang mit einer</span><br/> <span class="ft5">Suchtproblematik. Damals wurde dem Beschwerdeführer der Füh-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">80</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">rerausweis wegen In-Verkehr-Bringens eines Personenwagens in</span><br/> <span class="ft5">nicht vorschriftsgemässem Zustand (abgefahrene Reifen) entzogen.</span><br/> <span class="ft5">Gemäss Gutachten habe der Beschwerdeführer - gemäss seinen</span><br/> <span class="ft5">Angaben - stets darauf geachtet, nicht unter Drogeneinfluss Auto zu</span><br/> <span class="ft5">fahren und dabei einen Abstand von 24 Stunden zum letzten Konsum</span><br/> <span class="ft5">eingehalten. Auch sei er schon mehrmals von der Polizei als Auto-</span><br/> <span class="ft5">fahrer kontrolliert worden, habe jedoch nie Anlass zu einem Verdacht</span><br/> <span class="ft5">auf Drogenkonsum gegeben. Seit der Hausdurchsuchung vom</span><br/> <span class="ft5">28. September 2009 habe der Beschwerdeführer den Cannabiskon-</span><br/> <span class="ft5">sum gänzlich und konsequent eingestellt. Gemäss Gutachter wirkt</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführer, der offenbar in geordneten Verhältnissen lebt</span><br/> <span class="ft5">und einer geregelten Tätigkeit nachgeht, in seiner Persönlichkeit sta-</span><br/> <span class="ft5">bil und verantwortungsbewusst.</span><br/> <span class="ft5">Gesamthaft ergibt das Gutachten keine Hinweise darauf, dass</span><br/> <span class="ft5">beim Beschwerdeführer von einer geringen Bereitschaft und Fähig-</span><br/> <span class="ft5">keit auszugehen ist, zuverlässig zwischen dem Drogenkonsum und</span><br/> <span class="ft5">der Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen, bzw. beim Beschwer-</span><br/> <span class="ft5">deführer gar eine Neigung besteht, unter Substanzeinfluss zu fahren.</span><br/> <span class="ft5">Im Gegensatz zum Gutachten im erwähnten bundesgerichtlichen</span><br/> <span class="ft5">Entscheid, in welchem eine Drogensucht "nicht nachgewiesen aber</span><br/> <span class="ft5">auch nicht ausgeschlossen" werden konnte, nimmt der Gutachter im</span><br/> <span class="ft5">vorliegenden Fall klar dahingehend Stellung, dass der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft5">führer aus eigener Kraft auf den Konsum von Drogen verzichten</span><br/> <span class="ft5">kann, somit keine Sucht vorliegt.</span><br/> <span class="ft5">Bei dieser Ausgangslage ist davon auszugehen, dass der Be-</span><br/> <span class="ft5">schwerdeführer - sollte er überhaupt jemals wieder mit dem Canna-</span><br/> <span class="ft5">bis-Konsum beginnen - eine drogenkonsumbedingte zeitweilige</span><br/> <span class="ft5">Fahruntüchtigkeit rechtzeitig als solche erkennt und entsprechend</span><br/> <span class="ft5">dieser Erkenntnis von der aktiven Teilnahme am Strassenverkehr</span><br/> <span class="ft5">absieht, wie er es in der Vergangenheit mit Blick auf seinen diesbe-</span><br/> <span class="ft5">züglich ungetrübten automobilistischen Leumund offenbar gehand-</span><br/> <span class="ft5">habt hat. Unter diesen Umständen liegt kein besonderer Grund vor,</span><br/> <span class="ft5">der die Anordnung von Auflagen zur Kontrolle der Fahreignung er-</span><br/> <span class="ft5">laubt. Eine erhöhte Suchtgefährdung wird durch das Gutachten nicht</span><br/> <span class="ft5">dargelegt. Die in den Persönlichkeitsbereich des Beschwerdeführers</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Strassenverkehrsrecht</span> <span class="page_no">81</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">eingreifende Auflage betreffend mindestens einjährige Drogenabsti-</span><br/> <span class="ft5">nenz ist damit nicht zu rechtfertigen.</span><br/> <span class="ft5">Im Übrigen kann festgestellt werden, dass in Ziffer 3 der Verfü-</span><br/> <span class="ft5">gung des Strassenverkehrsamtes vom 9. Dezember 2009 Dr. med. X.</span><br/> <span class="ft5">aufgefordert wurde, "dem Strassenverkehrsamt das Missachten der</span><br/> <span class="ft5">Auflage oder ungünstige Urinprobenergebnisse oder eine allfällige</span><br/> <span class="ft5">mangelnde Fahreignung umgehend zu melden". Aufgrund der Tat-</span><br/> <span class="ft5">sache, dass bis zum heutigen Zeitpunkt keine entsprechende Mel-</span><br/> <span class="ft5">dung eingegangen ist, kann davon ausgegangen werden, dass die</span><br/> <span class="ft5">Auflage durch den Beschwerdeführer eingehalten wird, bis anhin</span><br/> <span class="ft5">keine ungünstigen Urinprobenergebnisse vorliegen und keine allfäl-</span><br/> <span class="ft5">lige mangelnde Fahreignung vorliegt. Die am 1. Dezember 2009 an-</span><br/> <span class="ft5">lässlich der Begutachtung durchgeführte Urinprobe war nota bene</span><br/> <span class="ft5">ebenfalls negativ bezüglich sämtlicher untersuchter Substanzen. Seit</span><br/> <span class="ft5">der Hausdurchsuchung im September 2009 bis zum heutigen Zeit-</span><br/> <span class="ft5">punkt - also während einer Dauer von rund elf Monaten - hat der</span><br/> <span class="ft5">Beschwerdeführer somit drogenabstinent gelebt. Offensichtlich hat</span><br/> <span class="ft5">der Beschwerdeführer tatsächlich die Kraft und den Willen, mit dem</span><br/> <span class="ft5">Cannabiskonsum aufzuhören.</span><br/> <span class="ft5">6.</span><br/> <span class="ft5">Nachdem neben dem jahrelangen, regelmässigen Konsumver-</span><br/> <span class="ft5">halten des Beschwerdeführers betreffend Cannabis in dessen Vergan-</span><br/> <span class="ft5">genheit weitere Indizien für die Fahreignung beeinträchtigende Fak-</span><br/> <span class="ft5">toren fehlen, ist die Auflage einer mindestens einjährigen Drogenab-</span><br/> <span class="ft5">stinenz nicht gerechtfertigt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>