B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3613/2018 U r t e i l v o m 1 7 . J u l i 2 0 2 0 Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), Richter Markus König, Richterin Esther Marti, Gerichtsschreiberin Anna Wildt. Parteien A._______, geboren am (...), Sri Lanka, vertreten durch ass. iur. Christian Hoffs, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, (...), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 17. Mai 2018 / N (...). E-3613/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer - ein Staatsangehöriger Sri Lankas tamilischer Eth- nie - verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 28. November 2014 und sei zunächst auf dem Luftweg nach Dubai und in die Türkei ge- reist, wo er sich drei Monate lang versteckt aufgehalten habe. Danach sei er über ihm unbekannte Länder schlepperunterstützt am 24. April 2015 in die Schweiz eingereist, wo er gl eichentags ein Asylgesuch stellte. Am 6. Mai 2015 fand die Befragung zur Person (BzP) statt (A6/13). Am 7. Au- gust 2015 wurde die Anhörung durchgeführt (A17/21). Am 1. September 2017 fand eine ergänzende Anhörung statt (A28/26). Zu seinen Gesuchsgründen brachte er vor, er habe von 2004 bis 2008 als (...) B._______ gearbeitet. Die B._______ stelle eine Unterorganisation der C._______ dar und gehöre zu den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE). Im Jahr 2006 habe er im Auftrag der LTTE Briefe nach D._______/Jaffna gebracht, woraufhin e r von der Armee festgenommen, inhaftiert, verhört und gefoltert worden sei. Nach einem Monat habe der Onkel seiner Frau seine Freilassung erwirken können und es sei ihm eine tägliche Melde- pflicht auferlegt worden. Da er Angst davor gehabt habe, wie andere Kol- legen getötet zu werden, sei er noch am Tag der Freilassung ins Vanni- Gebiet geflüchtet und habe dort weiterhin für die B._______ gearbeitet. Bei Kriegsende habe er sich der Armee gestellt und sei in einem Camp inter- niert gewesen. Aufgrund von Informationen durch den Dorfvorsteher habe er nach einem Monat flüchten können, indem er über eine Mauer gestiegen sei. Er habe sich zunächst ein Jahr lang beim Onkel seiner Frau in E._______ versteckt. Danach sei er bis zu seiner Aus reise bei einem Freund in F._______ gewesen und habe in einer (...) gearbeitet. Seine Frau sei wiederholt von Beamten des Criminal Investigation Departments (CID) über seinen Verbleib befragt worden. Zur Stützung seiner Angaben legte er seine Identitätskar te, eine Rations- karte für Flüchtlinge vom 13. Januar 1996, ein Foto, beglaubigte Kopien seiner Heiratsurkunde und seiner Geburtsurkunde, ein Schulzeugnis, Ko- pien über Medikamente und einen Dosierungsplan sowie Arztberichte vom 18. September 2015, vom 23. Oktober 2015, vom 18. November 2016 und vom 1. Juni 2017 vor. B. Mit Verfügung vom 17. Mai 2018 – eröffnet am 22. Mai 2018 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, E-3613/2018 Seite 3 lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. C. Mit Eingabe vom 21. Juni 2018 liess der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragen, die Verfügung vom 17. Mai 2018 sei aufzuhebe n, die Flücht- lingseigenschaft sei anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren, eventu- aliter sei die Unzumutbarkeit und/oder Unzulässigkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und er sei vorläufig aufzunehmen, subeventua- liter sei die Sache zur Neubeurte ilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er unter Vorlage einer Sozialhilfebestäti- gung um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung seines Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. Als Beweismittel legte er eine Arbeitsbestätigung der B._______, eine Ko- pie einer ihn betreffenden Vermisstenmeldung, eine Bestätigungskarte der Human Rights Commission of Sri Lanka über die Vermisstenanzeige aus dem Jahr 2009 mitsamt einer Eintrittskarte, drei Zeitungsartikel, einen Arzt- bericht vom 28. Mai 2018 und eine Bestätigung einer (...) vor. D. Mit Zwischenverfügung vom 28. Juni 2018 verzichtete die Instruktionsrich- terin auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. E. Mit Eingabe vom 9. Juli 2018 gelangte ein weiterer Arztbericht vom 5. Juli 2018 zu den Akten. F. Mit Vernehmlassung vom 6. August 2018 äusserte sich das SEM zur Be- schwerdeschrift sowie zu den eingereichten Beweismitteln und hielt an sei- nen Erwägungen fest. G. Mit Replik vom 23. August 2018 hielt der Beschwerdeführer an seinen Be- schwerdebegehren fest. H. Mit Eingabe vom 27. August 2019 gelangte ein Austrittsbericht (...) vom 26. August 2019 zu den Akten. E-3613/2018 Seite 4 I. Mit Eingabe vom 8. April 2020 legte der Beschwerdeführer einen Austritts- bericht eines Spitals vom 22. Januar 2020 sowie eine Eintrittsbestätigung in (...) vom 3. März 2020 vor. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung d es AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist dahe r zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz s ucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be- schwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im E-3613/2018 Seite 5 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1 Das SEM begründete die Ablehnung des Asylgesuchs damit, dass die Angaben des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Glaubhaftma- chung nicht genügten. Er habe widersprüchliche Ausführungen zu seinem Arbeitgeber (C._______ respektive B._______ respektive LTTE) und zu seiner Tätigkeit als [...] gemacht ([…]). Im Weiteren habe er vorgebracht, im Jahr 2006 wegen einer Briefübergabe für die LTTE von der sri-lankischen Armee inhaftiert worden zu sein, wobei seine Angaben, weshalb er nach der Freilassung noch gefährdet gewesen sei, vage und teils widersprüchlich ausgefallen seien. In der BzP sowie in der Anhörung und in der ergänzenden Anhörung habe er anfangs lediglich eine potenzielle Gefährdung erwähnt, da zwei andere Freigelassene von der Armee erschossen worden se ien. Erst später habe er ergänzt , eine Person der Armee habe dem Verwandten seiner Frau von ein em Auftrag berichtet, ihn zu erschiessen, weshalb er ins Vanni-Gebiet geflohen sei. Da er den Auftrag, ihn zu erschiessen, in der BzP mit keinem Wort erwähnt und dies auch bei den beiden Anhörungen ohne ersichtlichen Grund nicht sofort vorgebracht habe, seien die diesbezüglichen Aussagen nicht glaub- haft. Im Weiteren habe er widersprüchliche Aussagen zum Ablauf der Fest- nahme vom Jahr 2006 gemacht. Zunächst habe ausgeführt, ihm seien die Augen bereits auf der Strasse verbunden worden. Dann wiederum habe er gesagt, dies sei erst im Fahrzeug passiert. Auch sei der genaue Ablauf sei- ner Entlassung trotz mehrfacher Nachfrage unklar geblieben. Er habe sich auf platte, schemaartige Wiederholungen beschränkt, wonach er vor der E-3613/2018 Seite 6 Entlassung mehrfach befragt un d dann mit Hilfe des Onkels seiner Frau entlassen worden sei, jedoch fortan einer Unterschriftspflicht unterstanden habe und aus Angst di rekt ins Vanni-Gebiet geflohen sei. Überdies habe eine Anfrage bei der Schweizerischen Botschaft in G._______ nicht zur Auflösung der Widersprüche beigetragen. Seine Ehefrau habe angegeben, er sei bei den LTTE in Gefangenschaft gewesen. Später habe sie angege- ben, die LTTE hätten ihn von 2008 bis 2011 im Vanni-Gebiet gefangen ge- halten und er sei im Jahr 2011 einen Monat lan g im Gefängnis gewesen. Seine schriftliche Stellungnahme zu diesen Unstimmigkeiten , wonach seine Frau nur wenig über das Vanni -Gebiet wisse und die dortige Lage falsch verstanden habe, überzeuge nicht. Da seinen Angaben zufolge seine Frau aktiv in die Bemühungen um seine Freilassung involviert gewe- sen sei, sei es nicht nachvollziehbar, dass sie nicht gewusst habe, welche Partei oder Behörde ihn damals inhaftiert habe. Auch erscheine der angeb- liche Irrtum seiner Frau über den Zeitpunkt seiner Haft nicht nachvollzieh- bar und spreche ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Er habe nämlich seine Haft in der Zeit während des Bürgerkrieges geschildert und sie habe diese Haft Jahre nach dem Bürgerkrieg eingeordnet. Da die geltend gemachte Verfolgung im Zusammenhang mit den LTTE nicht glaubhaft sei, sei auch davon auszugehen, dass die Armee zum Zeit- punkt seines Aufenthaltes im Flüchtlingscamp kein Verfolgungsinteresse gehabt habe. Zudem bestünden Zweifel an den Ausführungen zur Flucht aus dem Camp und den folgenden Jahren, in denen er sich angeblich ver- steckt aufgehalten habe, sowie zu den Besuchen des CID bei seiner Frau. Trotz mehrfachen Nachfragens habe er seine Flucht aus dem Camp nur knapp und rudimentär geschildert. Er habe stereotyp wiederholt, er sei über eine Mauer gestiegen. Ebenso oberflächlich seien seine Ausführungen über das Leben im Versteck sowie zu den Befragungen seiner Ehefrau ge- wesen. Überdies habe die Botschaftsanfrage ergeben, dass seine Aussa- gen zu dieser Zeitspanne im Widerspruch zu den Aussagen seiner Frau und deren Onkels, bei dem er sich auf gehalten habe, stünden. Zunächst habe sie ausgesagt, sie habe zwei bis drei Jahre nach der Flucht aus dem Flüchtlingscamp mit ihm zusammengelebt, bis er 2014 ausgereist sei. Spä- ter habe sie sich dahingehend korrigiert, dass sie nach seiner Flucht nur kurz mit ihm zusammengelebt, ihn jedoch mehrmals besucht habe. Die CID-Leute hätten sie mehrmals befragt, nach seiner Ausreise sei sie nicht mehr befragt worden. Auch die Aussagen des Onkels, bei dem er sich sei- nen Angaben zufolge nach 2009 versteckt aufgehalten habe, sowie die Aussagen von dessen Frau würden seinen Aussagen diametral widerspre- chen. Der Onkel und dessen Frau hätten angegeben, dass er erst ab 2011 E-3613/2018 Seite 7 für einige Monate beim Onkel gelebt und für ihn gearbeitet habe. Anschlies- send sei er nach G._______ gegangen, von wo aus er ausgereist sei. Seine Stellungnahme zur Botschaftsabklärung, wonach die Ausführungen des Ehepaares aufgrund der Verwirrtheit beziehungsweise Alkoholabhän- gigkeit des Onkels sowie ihrer zeitlich erst später erfolgten Heirat nicht ver- wertbar seien, überzeugten nicht. Es würden auch keine Risikofaktoren vorliegen, welche eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen vermöchten. Eine Gefährdung we- gen seiner angebliche n Tätigkeiten für die LTTE oder eine r LTTE-nahen Organisation sei unglaubhaft geblieben. Aus den Akten gehe auch hervor, dass er kein Mitglied der LTTE gewesen sei. Eine Befragung am Flughafen sowie die allfällige Einleitung eines Strafverfahrens wegen illegaler Aus- reise stellten keine asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen dar. Allein auf- grund seiner Zugehörigkeit zur (...) sei nicht mit einer zukünftigen asylrele- vanten Verfolgung zu rechnen, da in Sri Lanka die Religionsfreiheit gelte und er auch vor der Ausreise deshalb keine Probleme gehabt habe. 4.2 Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor , er habe keine wi- dersprüchlichen Angaben zu seinem Arbeitgeber und zu seiner Tätigkeit gemacht. Er habe hinreiche nd erklärt, dass die B._______ eine Zweigor- ganisation der C._______ sei. Wie auch der Botschaftsabklärung entnom- men werd en könne, sei die C._______ eine (...) der LTTE. Zur wider- sprüchlichen Protokollierung in der BzP , wonach er (...) habe, liege eine plausible Erklärung vor. Bereits in der ergänzenden Anh örung habe der Dolmetscher des SEM erklärt, dass für (...) das gleiche Wort verwendet werde wie für (...). Die Gründe für seine Rückkehr ins Vanni -Gebiet nach seiner Haftentlassung widersprächen sich nicht , sondern würden zusam- menhängen. Er sei geflohen, weil er erfahren habe, dass zwei Personen nach ihrer Freilassung erschossen worden seien und weil er gehört habe, dass er auf einer Liste als mutmassliches Mitglied oder Anhänger der LTTE stehe, weshalb ihm das gleiche Schicksal drohe. Seinen Aufenthalt in der Haft habe er äusserst präzise und ausführlich geschildert, etwa den Tages- ablauf, die Befragungen und wie seine Familie von seinem Haftort erfahren habe. Er habe auch ein einschneidendes Erlebnis der Haft detailliert ge- schildert. Schliesslich sei auch die Schilderung der Haftentlassung nicht als unsubstanziiert zu bezeichnen. Seine Frau sei mehrmals von Personen des CID aufgesucht worden. Dies erkläre ihr grosses Misstrauen gegenüber ihren Landsleuten – auch ge-E-3613/2018 Seite 8 genüber der Dolmetscherin, die bei der Bot schaftsabklärung dabei gewe- sen sei. Zur Frage, wie es zu dem Durcheinander in ihren Aussagen im Rahmen der Botschaftsabklärung gekommen sei, werde auf die Stellung- nahme vom 2. Mai 2018 verwiesen. Sie habe aufgrund ihres angespannten Zustands und ihrer enor men Nervosität einige Daten durcheinanderge- bracht. Dass die Vorkommnisse schon einige Jahre zurücklägen, habe zu- dem die korrekte zeitliche Einordnung erschwert. Auch habe er die Situation, in der er sich der sri-lankischen Armee ergeben und wie das Flücht lingscamp ausgesehen habe, genau geschildert. Es treffe ausserdem nicht zu, dass er bei der Schilderung seiner Flucht aus dem Flüchtlingscamp lediglich stereotyp wiederholt habe, er sei über eine Mauer gestiegen. Gleiches gelte für seine Ausführungen über sein späte- res Leben im Versteck. Auch in diesem Punkt werde bezüglich der Aussa- gen seiner Frau auf seine Stellungnahme zur Botschaftsabklärung verwie- sen. Bezüglich der Aussagen seines Onkels sei zu betonen, dass dessen jetzige Frau zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht mit jenem zusammen gewesen sei. Es erscheine sehr fragwürdig, dass die Frau im Rahmen der Botschaftsabklärung mehr gesprochen habe als der Onkel, obwohl sie bei den Vorfällen gar nicht d abei gewesen s ei. Auch sei dem Bericht zu ent- nehmen, dass seine Familie mit dem Onkel verstritten und der Kontakt ab- gebrochen sei. Vor diesem Hintergrund seien die Aussagen nicht gegen ihn zu verwenden. Er sei durch seine Erlebnisse im Krieg und während seiner Haft trauma tisiert und befinde sich in regelmässiger (...) Behand- lung. Er besuche auch eine (...). Zudem habe die Hilfswerkvertretung auf dem Unterschriftenblatt angemerkt, dass er unter den traumatischen Er- eignissen leide, gegen Ende der Anhörung über starke Kopfschmerzen ge- klagt habe und seine Konzentrationsfähigkeit durch diese Umstände ein- geschränkt gewesen sei. Er erfülle klar die Risikofaktoren, denn er sei bereits einmal aufgrund des Verdachts einer Verbindung zu den LTTE verhaftet worden. Nur durch die Hilfe des Onkels seiner Frau sei er unter Auflage einer Unterschriftspflicht entlassen worden, der er jedoch nicht nachgekommen sei. Er befinde sich auf einer Liste von mutmasslichen sowie tatsächlichen LTTE-Mitgliedern und Sympathisanten. Er sei aus dem Flüchtl ingslager geflohen und habe danach kein Rehabilitierungsprogramm durchlaufen. Na ch seiner Flucht sei seine Fra u immer wieder von Personen in Z ivil aufgesucht und nach ihm gefragt worden. Dies sei auch vor kurzem der Fall gewesen. Der Ein- fluss des Onkels, der eine persönliche Freundschaft zu einem Armeeange-E-3613/2018 Seite 9 hörigen pflege, sei begrenzt. Wie sich aus den beiliegenden Zeitungsarti- keln ergebe, seien ein Schwager dieses Onkels und ein weiterer Verwand- ter getötet worden. Weiter seien 21 Personen, die für die C._______ gear- beitet hätten, erschossen worden. Auch andere Personen, die aus dem Flüchtlingslager geflohen seien, seien getötet worden. 4.3 In seiner Vernehmlassung hielt das SEM an der angefochtenen Verfü- gung fest und äusserte sich zu den vorgelegten Beweismittel n. Der Be- weiswert der Dokumente sei als beschränkt zu erachten, da sie keine fäl- schungssicheren Merkmale aufwiesen und allgemein bekannt sei, dass solche Dokumente in Sri Lanka ohne Weiteres unrechtmässig erworben werden könnten. Es erstaune, dass die Arbe itsbestätigung erst zu so ei- nem späten Zeitpunkt vorgelegt worden sei , wobei der Aufbewahrungsort am ehemaligen Wohnort des Beschwerdeführers als risikoreich erscheine, da es sich angeblich um belastende Dokumente handle. Auch erstaune das Verhalten der Behörden, die die Ehefrau bei ihrer Rückkehr nach der Beschaffung der Dokumente befragt hätten, ohne die Dokumente sicher- gestellt zu haben. Dies würde gegen deren Bedeutsamkeit sprechen. Die Dokumente zum Nachweis der Vermisstenmeldung der Ehefrau vom März 2009 belegten nur, dass sich die Eheleute kurz vor Kriegsende aus den Augen verloren hätten. Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift zu den vorgelegten Zeitungsartikeln liessen den Bezug zu den Vorbringen des Be- schwerdeführers vermissen. Die eingereichten Arztberichte setzten sich nicht mit der Plausibilität der Ereignisse, die als Ursache für das diagnosti- zierte PTBS in Betracht fielen, auseinander. Selbst unter der Annahme, der Beschwerdeführer habe Mühe, eindeutige und ausführliche Aussagen zu machen, stünden seine Vorbringen im Widerspruch zu den Aussagen sei- ner Verwandten. Auch unter Berücksichtigung der herabgesetzten Aussa- gequalität wegen einer Traumatisierung blieben mehrere wesentliche Un- stimmigkeiten hinsichtlich seiner Vorbringen bestehen. 4.4 In der Replik machte der Beschwerdeführer geltend, er habe aus Sorge um die Sicherheit seiner Frau lange gezögert, sie um die Beschaffung der beschwerdeweise eingereichten Dokumente zu bitten. Der Koffer, in dem sich die Arbeitsbestätigung befunden habe, sei im Jahr 2009, als sie nach ihm gesucht habe, an ihrem damaligen Aufenthaltsort bei einer befreunde- ten Person verblieben. Dort habe sie damals auch die Vermisstenmeldung bei der Human Rights Commission of Sri Lanka eingereicht. Seine Frau sei nach ihrer Rückkehr am 11. Juni 2018 aus E._______, wo sie die Doku- mente beschafft habe, erneut von CID-Beamten aufgesucht und nach ihm gefragt worden. Er vermute, dass dies aufgrund ihrer Nachforschungen bei E-3613/2018 Seite 10 der Human R ights Commission of Sri Lanka der Fall gewesen sei. Auch habe sie noch ein Bestätigungsschreiben eines Priesters erhältlich machen können, welches jedoch aufgrund des mangelnden Beweiswertes nicht vorgelegt worden sei. Allenfalls hätten die Behörden auch so erfahren kön- nen, dass sie nach den Dokumenten gesucht habe . Sie habe die Doku- mente unmittelbar nach ihrer Rückkehr ihrem Schwager zwecks Versand übergeben, weshalb sie von den Behörden bei ihr nicht hätten sicherge- stellt werden können. 5. 5.1 Vorab ist auf die strittige Frage der Verwertbarkeit der Angaben der Verwandten, welche dem Beschwerdeführer im Rahmen der Gewährung des rechtlichen Gehörs vom 17. April 2018 zur Botschaftsabklärung entge- gengehalten wurden, einzugehen (vgl. A35/3). Das Bundesverwaltungsge- richt misst diesen Angaben nicht den gleichen Beweiswert zu wie die Vor- instanz. Aus dem Ergebnis der Abklärung geht hervor, dass die Angaben der Ehe- frau zu den Problemen des Beschwerdeführers und zu ihrem Aufenthalt in den Jahren 2008 bis 2011 in sich widersprüchlich sind, weshalb nicht da- rauf abgestellt werden kann. Im Weiteren ist davon auszugehen, dass der Onkel die Fragen im Rahmen der Botschaftsabklärung nicht beantwortet hat und – wie der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 2. Mai 2018 zutreffend ausgeführt hat (vgl. A38/4) – den Antworten der Ehefrau des Onkels kein Beweiswert zuzumessen ist. Die Angaben des Beschwer- deführers, wonach sie im fraglichen Zeitpunkt nicht dort gewohnt habe, sind nicht zu beanstanden. Er hat die Ehefrau des Onkels denn auch weder in der Anhörung noch in der ergänzenden Anhörung erwähnt. Da die An- gaben d er Angehörigen einer Glaub haftigkeitsprüfung nicht standhalten , kann vorliegend offenbleiben, aus welchem Grund ihre Aussagen von je- nen des Beschwerdeführers abweichen. 5.2 Im Ergebnis ist aber nach Prüfung der Akten in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die Asylvorbringen des Beschwerdefüh- rers in den wesentlichen Punkten den Anforderungen an die Glaubhaftma- chung gemäss Art. 7 AsylG nicht zu genügen vermögen. 5.2.1 Zwar sind – wie in der Beschwerdeschrift angeführt – seine Angaben zu seiner Tätigkeit für die C._______ aufgrund eines möglichen Überset- zungsfehlers in der BzP nicht als widersprüchlich zu bezeichnen . Ebenso sind seine Angaben zur C._______, die gemäss Botschaftsabklärung als E-3613/2018 Seite 11 (...) der LTTE anzusehen ist, nicht zu beanstanden. Auch wurde die Stich- haltigkeit einzelner Argumente des SEM, die zur Begründung der Verfü- gung herangezogen wurden, nicht zu Unrecht angezweifelt (wie etwa das Abstützen auf unglaubhafte Angaben von Verwandten im Rahmen der Bot- schaftsabklärung, vgl. E. 5.1 hiervor). Letztlich ins Gewicht fällt aber die von der Vorinstanz insgesamt zu Recht angeführte Unstimmigkeit der Vor- bringen des Beschwerdeführers. Dies gilt insbesondere für den angebli- chen Grund für die Ausreise vom 28. November 2014. 5.2.2 Zunächst ist festzustellen, dass seine Angaben zum Zeitpunkt der geltend gemachten Flucht aus dem Camp, welche ihm im Juni 2009 gelun- gen sei, unglaubhaft sind. Seinen Aussagen sind relevante Indizien zu ent- nehmen, wonach er das Camp erst im Jahr 2010 verlassen haben kann. Die chronologischen Angaben, wonach er sich nach seiner angeblichen Flucht aus dem Camp vom Juni 2009 ein Jahr lang bei den Verwandten seiner Frau in E._______ versteckt aufgehalten habe, passen nicht zu sei- nen Aussagen zum dortigen Besuch seiner Frau vom Oktober 2011. In der BzP brachte er vor, sich am 16. Mai 2009 der sri-lankischen Armee ergeben zu haben und nach einer Nacht in ein Flüchtlingslager in einem Schulhaus gebracht worden zu sein; von dort sei er nach einem Monat geflohen und habe sich ein Jahr lang in E._______ versteckt sowie sich danach bis zu seiner Ausreise vier Jahre lang in F._______ aufgehalten; seine Frau habe er zum letzten Mal im Oktober 2011 in E._______ gesehen; seine zweite Tochter sei am (...) geboren worden (vgl. A6/8 F7.01 und F3.01). In der Anhörung wiederholte er, sich nach der Flucht aus dem Camp vom Juni 2009 ein Jahr lang im Zimmer beim Onkel in H._______ versteckt zu haben (A17/12 F97 und F95). Sein Weggang nach F._______ sei im Jahr 2011 gewesen, der Besuch seiner Frau in E._______ im Oktober 2011, danach sei die zweite Tochter in Jaffna geboren worden (A17/14 F108, F111 und F115). An mehreren Stellen in der Anhörung und in der ergänzenden Anhörung führte er aus, er habe sich ein Jahr lang beim Onkel seiner Frau versteckt in einem Zimmer aufgehalten (vgl. A17/12 F89, F95; A28/3 F11). Auf Vor- halt, dass dieser Zeitraum seiner Chronologie zufolge aber viel länger als ein Jahr gedauert haben müsste (nämlich mindestens zwei Jahre und vier Monate), blieb er wiederholt dabei, sich nur ein Jahr lang beim Onkel seiner Frau in E._______ versteckt zu haben (A28/20 F129 ff.). Auf weiteren Vor- halt hin sagte er aus, sein versteckter Aufenthalt in E._______ sei im Jahr E-3613/2018 Seite 12 2010 gewesen sowie ein paar Monate davor und danach, es sei ihm da- mals psychisch schlecht gegangen (A28/20 F133). Dennoch ist nicht nach- vollziehbar, weshalb er die Zeit im Zimmer beim Onkel, die er eigenen An- gaben zufolge «wie ein Gefängnis» erlebt hat (vgl. A28/12 F73), kürzer dar- stellen soll, als sie gemäss seiner Fluchtgeschichte gewesen sein müsste. Selbst unter der Annahme, seine Erklärung treffe zu und er wäre ein Jahr sowie ein paar Monate davor und danach beim Onkel gewesen, bleibt im chronologischen Ablauf immer noch eine Diskrepanz von mindestens ei- nem halben Jahr, die nicht erklärt wird. Nach dem Gesagten bestehen er- hebliche Zweifel am Zeitpunkt seiner angeblichen Flucht aus dem Camp. Diese Zweifel an seiner Fluchtgeschichte, insbesondere am Zeitpunkt des Verlassens des Camps, erhärten sich bei der Durchsicht seiner Aussagen in der allgemeinen Befragung zum Wohnort und zum Verbleib seines Pas- ses. Im Rahmen der BzP erklärte er, sich zirka ein Jahr lang in E._______ bei Verwandten seiner Frau aufgehalten zu haben, und zwar von 2010 bis 2011 (A6/5 F2.02). Dieser Aussage zufolge hätte er das Camp erst im Jahr 2010 verlassen können und wäre nicht bereits im Juni 2009 geflohen . Im Weiteren berichtete er in der BzP, seinen Pass im Jahr 2010 einem Schlep- per gegeben zu haben (vgl. A6/6 F4.02). In der Anhörung erklärte er hierzu, «als ich aus dem Camp rausgekommen bin, wollte ich ins Ausland und dann habe ich ihn ihm gegeben» (A17/15 F126). D ass er im Rahmen der Befragung zum Verbleib seines Passes den Zeitpunkt der Kontaktauf- nahme zum Schlepper nach Verlassen des Camps auf das Jahr 2010 da- tiert, ist ebenfalls ein Indiz dafür, dass er das Camp später verlassen haben müsste, als er in seiner Fluchtgeschichte angegeben hat. 5.2.3 Im Weiteren hat die Vorinstanz zu Recht angeführt, dass der Be- schwerdeführer widersprüchliche Angaben zu den Umständen der angeb- lichen Flucht aus dem Camp gemacht hat. In der Anhörung gab er an, dass ihm ein Dorfvorsteher mit Informationen geholfen habe und er ohne Geld- zahlung habe fliehen können (A17/F92 ff.). In der ergänzenden Anhörung erklärte er hingegen, dass der Onkel dafür Geld bezahlt habe (A28/12 F74 ff.). Auf Vorhalt hin gab er an, er könne sich wegen seiner Zuckerkrank- heit nicht richtig konzentrieren (A28/20 F127 f.). Dies vermag jedoch nicht zu erklären, weshalb er in der Anhörung ausdrücklich geltend gemacht hat, ohne Bestechung freigekommen zu sein. Konkret sagte er, «damals, als die anderen geflüchtet sind, hatte ich kein Geld. Ich bin gesprungen und geflüchtet» und ergänzte, «dadurch, dass ich mit den Leuten, die durch Bezahlung freigekommen sind, zusammen flüchtete, haben sie mich gese- hen, aber dachten, ich sei einer von ihnen. Sie haben alle für die Flucht E-3613/2018 Seite 13 40'000, 50'000 bezahlt» (A17/12 F92 und F94). Demgegenüber brachte er in der ergänzenden Anhörung vor, «obwohl dieser Onkel Geld bezahlt hatte, hatte ich Angst, in dieser Nacht von dort zu fliehen. Das Risiko war gross. Weil ich keine Chance mehr dort hatte, bin ich von dort geflohen» (vgl. A28/12 F74). 5.2.4 Als Grund für die Flucht aus dem Camp gab er an, nachdem er im Jahr 2006 einen Monat lang im Gefängnis gewesen sei, habe er im Camp im Mai 2009 befürchtet, identifiziert zu werden und deshalb wiederum im Gefängnis zu landen (vgl. A28/12 F72). Nach seiner Haftentl assung im Jahr 2006 sei er aus Angst um sein Leben ins Vanni-Gebiet geflüchtet, da er auf einer Liste von Leuten, die umgebracht würden, gestanden sei (vgl. A28/19 F122 ff.). Da sich aber aus seinen Angaben zu seinen Wohnorten, zu seinem Pass und aus dem v on ihm dargestellten chronologischen Ab- lauf der Ereignisse bis zur Ausreise ergibt, dass er das Camp wahrschein- lich nicht i m Juni 2009 verlassen hat , sondern wesentlich später (vgl. E. 5.2.3), ist auch dem von ihm geltend gemachten Grund für seine Flucht aus dem Camp die Grundlage entzogen. Dies gilt insbesondere in Hinblick auf seine Angaben, er stehe seit der Entlassung aus der Haft im Jahr 2006 auf einer Liste von LTTE-Mitgliedern, die intensiv verfolgt würden. 5.2.5 Der Beschwerdeführer hat demnach nicht glaubhaft machen können, im Ausreisezeitpunkt ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG aus- gesetzt gewesen zu sein. Angesichts dieser Sachlage erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den weiteren Ausführungen in der Beschwerde zu den geltend gemachten Vorfluchtgründen aus dem Jahr 2006. An diesem Ergebnis vermögen auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern. Wie die Vorinstanz in der Vernehmlassung zutreffend ausge- führt hat, belegen die Dokumente über die Vermisstenanzeige der Ehefrau bei der Human Rights Commission of Sri Lanka vom März 2009 lediglich, dass sie zu Kriegsende den Kon takt zu ihrem Mann verloren hat . Es wird auch nicht ersichtlich, inwiefern der in einer Zeitung aufgeführte Tod von Verwandten der Ehefrau zu einer Verfolgung des Beschwerdeführers bei- tragen sollte. Er hat diese Personen in seiner Vor - und Fluchtgeschichte nicht erwähnt. Daran vermag auch die geltend gemachte Haft vom Jahr 2006, aus der er nach einem Monat freigekommen sei, nichts zu ändern , da nicht davon auszugehen ist, dass er deshalb noch nach einem längeren Aufenthalt im Flüchtlingscamp verfolgt worden sein sollte (vgl. E. 5.2.4 hier- vor). Es trifft zwar zu, dass sich die Auswirkungen des attestierten E-3613/2018 Seite 14 H._______ unter anderem in Konzentrat ionsstörungen und Gedächtnis- problemen sowie in Verdrängungs - oder Vermeidungsprozessen zeigen können. Diese möglichen Ursachen lassen als Erklärung gewisse Unstim- migkeiten in den Angaben zeitlich chronologischer Abläufe und Mängel lo- gischer Zusammenhänge nachvollziehbar erscheinen. Vorliegend geht es aber um gravierende Ungereimtheiten, die keine Kriegsgräuel betreffen. Insbesondere hat er sich in der Frage seines Aufenthaltes nach Kriegsende betreffend den Zeitraum von zweieinhalb Jahren in Widersprüche verwi- ckelt. Da er durchaus in der Lage war, Fragen zu den übrigen Zeitabläufen in seiner Biographie konsistent zu beantworten (etwa zu den häufigen Um- zügen von 1995 bis 2009), sind ihm seine unglaubhaften Angaben zu den Aufenthaltsorten in den Jahren von 2009 bis 2011 entgegenzuhalten. Da nicht glaubhaft ist, dass er nach Verlassen des Lagers noch einer asylrele- vanten Verfolgungsgefahr ausgesetzt gewesen ist, sind auch die geltend gemachten wiederholten Besuche des CID seinetwegen bei seine r Frau nicht glaubhaft. Die vom SEM diesbezüglich angeführten Inkonsistenzen sind nicht zu beanstanden, weshalb auf die angefochtene Verfügung ver- wiesen werden kann. 5.3 Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer bei einer Rück- kehr aufgrund der Erfüllung von bestimmten Faktoren eines entsprechen- den Risikoprofils Gefahr drohe. 5.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht orientiert sich bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden nach Sri Lanka, Opfer von ernsthaften Nach- teilen in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an bestimmten Fakto- ren, welche in einer Gesamtschau zu würdigen sind (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 [als Refe- renzurteil publiziert]). Als stark risikobegründend werden etwa eine Eintra- gung in der „Stop-List“ (vgl. ebd. E. 8.5.2), eine Verbindung zu den LTTE (vgl. ebd. E. 8.5.3) und regimekritische Aktivitäten im Ausland (vgl. ebd. E. 8.5.4) angesehen, während das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangsweise Rückführung oder Narben al s schwache Faktoren zu berücksichtigen sind (vgl. ebd. E. 8.5.5). 5.3.2 Der Beschwerdeführer war selbst kein Mitglied der LTTE (vgl. A17/5 F25), sondern unterstützte diese, indem er von 2004 bis 2008 (…) für die C._______ (…) (vgl. E. 5.2 hiervor). Daraus lässt sich kein Risikoprofil be- gründen. Seine Vorbringen, er sei seit 2006 auf einer Liste von LTTE -Mit- gliedern aufgeführt, weshalb er seit Kriegsende der Gefahr der Entdeckung und Verfolgung ausgesetzt gewesen sei, sind unglaubhaft geblieben . Im E-3613/2018 Seite 15 Weiteren ist seine Flucht aus dem Flüchtlingscamp unglaubhaft (vgl. E. 5.2.3 hiervor). Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass er auf einer Stop-List eingetragen ist. Die Herkunft aus dem Norden sowie der Umstand, dass der Beschwerde- führer mit temporären Reisedokumenten aus der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren würde, vermögen die Flüchtlingseigenschaft ebenfalls nicht zu begründen. 5.3.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass aufgrund der diversen auf- geführten Faktoren (Herkunft aus der Nordprovinz, pe rsönlich durchge- führte Tätigkeiten für die LTTE, fünfjährige Landesabwesenheit) im Sinne einer Gesamtbetrachtung nicht davon ausgegangen werden muss, dass die sri-lankischen Behörden den Beschwerdeführer aufgrund seines Profils als potenzielle Bedrohung wa hrnehmen würden (vgl. E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8.5). Daher kann in Kumulation sämtlicher genannter Ele- mente nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr Ziel behördlicher Verfolgungsmassnahmen in asylrelevantem Ausmass werden könnte. An dieser Einschätzung vermag vorliegend auch die im Zuge des Regierungs- wechsels veränderte politische Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. In Wür- digung der soeben angesprochenen Elemente ist seine geltend gemachte subjektive Furcht, im Heimatland asylrelevanten Nachteilen ausgesetzt zu sein, daher objektiv nicht begründet. 5.4 Das SEM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das SEM d as Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän- derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei- lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den E-3613/2018 Seite 16 gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen sc hützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann de r in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte da für, dass er für den Fall einer Aus- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses E-3613/2018 Seite 17 müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschlich e Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124– 127 m.w.H.), was ihm aufgrund der fehlenden Glaubhaftigkeit seines Aus- reisegrundes nicht gelungen ist. Festzuhalten ist, dass sich der EGMR mit der Gefährdungssituation im Hinblick auf eine EMRK -widrige Behandlung namentlich für Tamilen und Tamilinnen, die aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, befasst hat (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11). Dabei unter- streicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen und Tamilinnen drohe eine unmenschliche Behandlung. Weder die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka noch individu- elle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdeführers lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Im länderspezifischen Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht zur Frag e der Zumutbarkeit des Weg- weisungsvollzugs abgewiesener Asylsuchender aus Sri Lanka insbeson- dere tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vorgenommen (a.a.O., E. 13.2– 13.4). Hinsichtlich der Nordprovinz, in welcher die Kernfamilie des Be- schwerdeführers nach wie vor lebt, wurde dabei zusammenfassend fest- gestellt, dass der Wegweisungsvollzug dorthin (damals noch mit Aus- nahme des Vanni-Gebiets) zumutbar sei, sofern das Vorliegen der indivi- duellen Zumutbarkeitskriterien – insbesondere die Existenz eines tragfähi- gen familiären oder anderweitigen sozialen Beziehungsnetzes sowie Aus- sichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation – bejaht wer- den könne (a.a.O., E. 13.3). E-3613/2018 Seite 18 7.3.3 Der Beschwerdeführer wurde in Jaffna geboren (vgl. A14, Geburtsur- kunde). Eigenen Angaben zufolge lebte er seit seinem 15. Lebensjahr mit seiner Familie im Vanni-Gebiet (A17/5 F27 – F28). 2006 heiratete er seine Frau in Jaffna. Seit ihrer ersten Schwangerschaft lebt sie wieder dort mit den gemeinsamen Kindern im Haus (...) (A17/5 F31). Zwar hat er selber seit 2008 keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern (vgl. A17/5 F30 , A28/16 F100), seine Mutter schickt aber seinen Kindern gelegentlich Waren (A28/16 F104). Mit seiner Frau in Jaffna steht er zweimal monatlich in te- lefonischem Kontakt (A28/3 F5). Demnach ist davon auszugehen, dass er bei Rückkehr bei seiner Frau in Jaffna Aufnahme finden wird und darüber hinaus im Kontext des erweiterten Familienkreises über ein tragfähiges Be- ziehungsnetz in seiner Heimat verfügt, das ihn unterstützen kann, bis er sich eine eigene wirtschaftliche Zukunft aufgebaut hat. Aus den Akten geht hervor, dass er die Schule mit (...) abgeschlossen und danach Arbeitser- fahrungen (...) gesammelt hat. Vor seiner Ausreise hat er in einer (...) ge- arbeitet. Aus dem (...) Austrittsbericht des (...) vom 26. August 2019 geht im Weiteren hervor, dass er den Schwei zer (...) bestanden und bereits zweimal eine Arbeitsstelle gefunden , jedoch bisher von der Gemeinde keine Arbeitserlaubnis erhalten habe . Da ihm derzeit die Tagesstru ktur fehle, wäre eine Arbeit sicher sinnvoll und hilfreich. Es ist ihm daher zuzu- muten, bei Rückkehr wieder eine adäquate Tätigkeit als (...) oder (...) auf- zunehmen. 7.3.4 Die gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers vermögen ebenfalls nicht zur Annahme der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zugs zu führen. Laut Arztbericht vom 26. August 2019 leidet der Beschwer- deführer namentlich an (...). Er sei von Februar 2017 bis November 2017 tagesklinisch betreut und danach aufgrund (...) von 22. Januar 2018 bis zum 26. August 2019 ambulant behandelt worden. Er leide unter (...). Aus Kapazitätsgründen habe die ambulante (...) beendet werden müssen, eine weitere Behandlung der (...) sei hingegen dringend indiziert, wobei der Pa- tient jedoch auf einen Dolmetscher angewiesen sei. Eine medikamentöse Behandlung mit (...) sei empfehlenswert. Gemäss Eintrittsbericht des (...) wird er erneut seit 17. März 2020 (...) tagesklinisch betreut. Am 19. Januar 2020 erfolgte eine Hospitalisation wegen (...). Gemäss Austrittsbericht vom 22. Januar 2020 erfolgt die Behandlung der (...) medikamentös und er wurde für die (...) aufgeboten. Der Beschwerdeführer erhält in der Schweiz folgende Medikamente: (...). Eine Behandlung seiner (...) Beschwerden ist auch in seinem Heimatland möglich, zumal im Distrikt Jaffna in verschiedenen staatlichen Institutionen E-3613/2018 Seite 19 ambulante Therapien möglich wären und diese grundsätzlich auch vom Staat bezahlt würden. Auch würde die in Jaffna stationierte I._______ an- bieten. Die von ihm benötigte medikamentöse Behandlung mit (...) ist bei der J._______ grundsätzlich kostenlos erhältlich, wenngleich die Nach- frage nach kostenlos zur Verfügung gestellten Medikamenten zur Behand- lung psychischer Krankheiten das Angebot der J._______ bisweilen über- stiegen hat (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer E-7355/2016 vom 11. Feb- ruar 2019 E. 11.5.2, sowie auch Referenzurteil E -1866/2015 E. 14.2.2 m.w.H.). Aus einer von BioMed Central (BMC) Public Health veröffentlich- ten Studie vom 8. August 2014 über den Zugang zu Medikamenten in Sri Lanka geht hervor, dass in den Apotheken Medikamente gegen (...) bezo- gen werden können , darunter das vom Beschwerdeführer benötigte (...) (vgl. BMC Public Health, A national survey on availability, price and afford- ability of selected essential medicines for non communicable diseases in Sri Lanka, https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/arti- cles/10.1186/1471-2458-14-817, abgerufen am 17. Juni 2020). Schliess- lich sei auch auf die medizinische Rückkehrhilfe verwiesen (vgl. aArt. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG). Es ist daher nicht davon auszugehen, dass seine Rückkehr in den Heimat- staat zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung seines Gesundheitszustandes führen wird. 7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. E-3613/2018 Seite 20 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG ). Da er mit der Beschwerde ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung stellte, ist in Hinblick auf die vorgelegte Sozialhilfebestätigung vom 4. Juni 2018 von seiner Bedürftigkeit auszugehen, wobei auf Grund der Akten anzunehmen ist, dass diese auch noch zum heutigen Zeitpunkt gegeben ist. Da im Wei- teren seine Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen war, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Gleichzeitig war gestützt auf aArt. 110a Abs. 1 AsylG zum Zeitpunkt des Anfallens der Prozesshandlungen das Gesuch um Beiordnung eines amt- lichen Rechtsbeistands gutzuheissen, weshalb ass. iur. Christian Hoffs ein Honorar auszurichten ist (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Par- teientschädigung Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Wie in der aktualisierten Kostennote vom 23. August 2018 zutreffend festgehalten wurde, geht das Gericht bei der Festlegung des Honorars von einem Stundenansatz von Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Ver- treterinnen und Vertreter aus. Für Beschwerde und Replik wird ein Aufwand von 9.5 Stunden geltend gemacht, hinzu kommt noch der Aufwand für zwei Beweismitteleingaben vom 27. August 2019 und vom 8. April 2020, welcher sich auf zirka 0.5 Stunden beläuft . Entsprechend ist das Honorar auf ins- gesamt Fr. 1'625.- (inkl. Auslagen) festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) E-3613/2018 Seite 21 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um une ntgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Gesuch um Beigabe von ass. iur. Christian Hoffs als unentgeltlichen Rechtsbeistand wird gutgeheissen. Ihm wird ein Honorar zulasten der Ge- richtskasse in der Höhe von Fr. 1'625.– zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Anna Wildt Versand: