Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 3. März 2022 (720 21 235 / 51) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Revision einer IV-Rente: Ein Wechsel der Art der Invaliditätsbemessung stellt einen ei- genständigen Revisionsgrund dar. Dies gilt gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 147 V 124) auch, wenn einzig die Geburt eines Kindes für den Sta- tuswechsel von der Voll- zur Teilerwerbstätigkeit verantwortlich ist Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advo- kat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1964 geborene A.____ übte in den Jahren 1982 bis 1997 verschiedene Erwerbstä- tigkeiten aus. Von 1998 bis 2000 bezog sie Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Seither ging sie keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Im April 2 001 meldete sich A.____ bei der Eidge- nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistunge n an. Nach Abklärung der ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sundheitlichen, der erwerblichen und der hauswirtschaftl ichen Verhältnisse ermittelte die IV- Stelle Basel-Landschaft bei der Versicherten in Anwendu ng der allgemeinen Methode des Ein- kommensvergleichs einen Invaliditätsgrad von 10 %. Gestützt auf dieses Ergebnis verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Januar 2002 einen Re ntenanspruch von A.____. Die von der Versicherten hiergegen erhobene Beschwerde wies das Kanto nsgericht, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 4. Dezember 2002 ab (Verfahren-Nr. 2002/74). Am 18. Januar 2008 meldete sich A.____ wiederum bei de r IV zum Leistungsbezug an. Nach erneuter Abklärung der gesundheitlichen, der erwerbli chen und der hauswirtschaftlichen Ver- hältnisse ermittelte die IV-Stelle in Anwendung der a llgemeinen Methode des Einkommensver- gleichs nunmehr einen Invaliditätsgrad von 46 %, wora uf sie A.____ mit Verfügung vom 16. Januar 2007 rückwirkend ab 1. Januar 2005 eine Viert elsrente zusprach. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Im März 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ei n Rentenrevisionsverfahren ein. In des- sen Rahmen erfolgte eine einlässliche materielle Prüfu ng des Rentenanspruchs mit einer ver- tieften Abklärung des medizinischen Sachverhalts, holte die IV-Stelle doch ein bidisziplinäres (rheumatologisches/psychiatrisches) Gutachten ein. Gestützt a uf dessen Ergebnisse eröffnete die IV-Stelle A.____ in der Mitteilung vom 18. Juli 2013, dass man keine Änderung festgestellt habe, die sich auf die Rente auswirke, weshalb weiterhi n Anspruch auf die bisherige Viertels- rente bestehe. Im Rahmen eines weiteren, im August 2018 eingeleitete n Rentenrevisionsverfahrens erfuhr die IV-Stelle, dass die Versicherte im November 2016 Mutter von Zwillingen geworden war. Die IV- Stelle gab deshalb eine Statusabklärung, eine Abklärung der Einschränkungen im Haushalt und eine erneute gutachterliche Beurteilung des Gesundhei tszustands der Versicherten in Auftrag. Nachdem die betreffenden Berichte und medizinischen Guta chten vorlagen, ermittelte die IV- Stelle bei A.____ nunmehr in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung mit Anteilen von 20 % an Erwerbs- und von 80 % an Hau shalttätigkeit neu noch einen Invalidi- tätsgrad von 6 %. In Anbetracht dieses Ergebnisses hob si e die laufende Viertelsrente der Ver- sicherten - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mi t Verfügung vom 15. Juni 2021 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten dur ch Advokat Nikolaus Tamm, am 17. August 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte sie, es sei die angefoch- tene Verfügung aufzuheben und es sei ihr die bisher gewährte IV-Rente weiterhin auszurichten. Eventualiter sei die Angelegenheit im Sinne der Erwä gungen an die Vorinstanz zurückzuwei- sen; o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2021 be antragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als e inzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stel le. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 17. August 2021 ist demnach einzutreten. 1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19 . Juni 2020 beschlossene Ände- rung des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kra ft. Die vorliegend angefochtene Verfü- gung erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgeme inen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmu ngen des IVG und diejenigen der Ver- ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (AT SG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendb ar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie- dergegeben, zitiert und angewendet. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die vo raussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der g esundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.2 Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufg abenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werde n kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abge stellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Ab s. 2 IVG). Dies ist die spezifische Me- thode der Invaliditätsbemessung (Betätigungsvergleich; BGE 141 V 15 E. 3.2). 3.3 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird f ür diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbe reich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatte n oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Inval iditätsgrad in beiden Bereichen zu be- messen (Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Met hode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen). 4. Streitig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2021 die laufende Viertelsrente der Versicherten zu Rech t auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufgehoben hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderu ng des Gesundheitszustands revi- dierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebene m Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung; dazu gehört die Ver- besserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewö hnung oder Anpassung an die Behinde- rung (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Ein Revisionsg rund ist ferner unter Umständen auch Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinwei- sen). 4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2 .3). Vorliegend sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 16. Januar 2007 in Anwen dung der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs rückwirkend ab 1. Januar 2005 eine Viertelrente (Invaliditätsgrad: 46 %) zu. Im März 2012 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein, in dessen Rahmen eine einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medizi- nischen Sachverhalts erfolgte, holte die IV-Stelle doch damals ein bidisziplinäres (rheumatolo- gisches/psychiatrisches) Gutachten ein. Gestützt auf dessen Er gebnisse eröffnete die IV-Stelle der Versicherten in der Mitteilung vom 18. Juli 2013, dass sie keine Änderung festgestellt habe, die sich auf die Rente auswirke, weshalb weiterhin Anspr uch auf die bisherige Viertelsrente bestehe. Nachdem sie im August 2018 von Amtes wegen ei ne weitere Überprüfung des Ren- tenanspruchs der Versicherten eingeleitet und die erf orderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, hob die IV-Stelle die laufende Viertelsrente der Versicherten mit Verfügung vom 15. Juni 2021 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung fo lgenden Monats auf. Zeitliche Ver- gleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 2021 allenfalls eine Änderung i n den tatsächlichen Verhältnissen ein- getreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis a nhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, bildet demnach die Situation, wie sie im Zeitpunkt der Mitteilung vom 18. Juli 2013 bestand; denn laut Art. 74 ter lit. f IVV bedarf es keiner Verfügung, wenn die Inva lidenrente nach einer von Amtes wegen durchgeführten Revision weiter ausgerichtet w ird, sofern keine leistungsbeein- flussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wird, was hier der Fall war. Eine solche Mittei- lung ist, wenn keine Verfügung verlangt worden ist (Ar t. 74 quater IVV), in Bezug auf den Ver- gleichszeitpunkt einer rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010, 8C_1005/2009, E. 3.2 mit Hinweis). 5.1 Im Rahmen des im August 2018 eingeleiteten Revision sverfahrens holte die IV-Stelle unter anderem das bidisziplinäre (rheumatologische/psychi atrische) Gutachten der Dres. med. B.____, Rheumatologie FMH/Innere Medizin FMH, und C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 31. Dezember 2020 ein. In ihrer Beschwerde ma cht die Versicherte vorab geltend, dieses Gutachten würde die für eine revisionsweise Renten aufhebung vorausgesetzte Verbes- serung des Gesundheitszustands seit der Mitteilung vom 18. Juli 2013 nicht rechtsgenüglich darlegen, respektive es würde diesen Aspekt überhaupt n icht thematisieren. Auf das Gutachten könne deshalb nicht abgestellt werden. Diesem Einwand k ann so nicht beigepflichtet werden, denn das Gutachten äussert sich durchaus zum Verlauf des Ge sundheitszustands seit der Mit- teilung vom 18. Juli 2013. Es gelangt diesbezüglich aber zum Ergebnis, dass bei der Versicher- ten seit dem genannten Zeitpunkt keine wesentliche Ve rbesserung des Gesundheitszustands Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingetreten sei. Diese Feststellung wird von der IV-Stelle nicht in Frage gestellt, sondern in ihrer Vernehmlassung vom 14. September 2021 vielmehr explizit bestätigt. Unter diesen Umständen kann aber von weiteren Ausführungen zum genannten Einw and der Beschwerdeführerin und ihren hierzu vorgebrachten Argumenten abgesehen werden. 5.2 Aus dem Gesagten folgt als Zwischenergebnis, dass vo rliegend eine revisionsweise Aufhebung der laufenden Viertelsrente wegen einer er heblichen Verbesserung des Gesund- heitszustands bzw. der Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht in Betracht fällt und entsprechend auch nicht weiter zur Diskussion steht. 5.3 Im Zusammenhang mit dem medizinischen Sachverhalt bl eibt Folgendes zu ergänzen: Die Versicherte bringt in ihrer Beschwerde zusätzlich vor, dass aus dem Bericht des behan- delnden Psychiaters Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psycho therapie FMH, vom 20. April 2021 klar eine weitere Verschlechterung ihres Gesundheit szustands hervorgehe. Dieser Be- trachtungsweise kann jedoch, wie auch die IV-Stelle zu treffend geltend macht, nicht gefolgt werden. Der Behandler stützt sich in seinem Bericht ausschl iesslich auf die subjektiven Anga- ben des Ehemannes der Versicherten und es finden sich ke ine Aspekte, die im Rahmen der im November 2020 erfolgten psychiatrischen Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Sodann ist der Auffassung der IV-Stelle beizupf lichten, wonach keine ausreichenden objektiven Befunde für den von Dr. D.____ beschriebene n stark depressiven Zustand der Ver- sicherten oder für die von ihm erhobene Angststörung mi t multiplen Situationsphobien vorlie- gen. Zudem dürfte vom behandelnden Arzt, wie die IV-Stelle ebenso zutreffend ausführt, erwar- tet werden, dass er bei der von der Versicherten geltend gemachten weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustands zumindest eine Anpassung der Medi kation, wenn nicht gar das Er- fordernis einer stationären Behandlung in Betracht g ezogen und diskutiert hätte. Entsprechen- des lässt sich dem genannten Bericht aber nicht entnehmen. 6.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.1 hiervor), ist di e laufende Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands revi dierbar. Ebenso stellt auch ein Wechsel der Methode der Invaliditätsbemessung einen - e igenständigen - Revisionsgrund dar. Nachdem die IV-Stelle den Invaliditätsgrad der Versicher ten ursprünglich nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs ermittelt hatte, gelan gte sie in der vorliegend angefochte- nen Revisionsverfügung vom 15. Juni 2021 zum Schluss, dass der Invaliditätsgrad neu nach der gemischten Methode zu bemessen sei. Die Voraussetzun gen für eine Rentenrevision seien deshalb gegeben. Demgegenüber verneint die Beschwerde führerin das Vorliegen dieses Revi- sionsgrunds, vertritt sie doch den Standpunkt, dass ihre Invalidität weiterhin nach der allgemei- nen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln sei. 6.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträcht igung bestünde (BGE 141 V 15 E. 3.1). Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sond ern in welchem Pensum sie hypo- thetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit H inweisen). Bei im Haushalt tätigen Ver- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiäre n, sozialen und erwerblichen Verhält- nisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Bega- bungen zu berücksichtigen (BGE 125 V 146 E. 2c). Die Sta tusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der V erfügung (hier: 15. Juni 2021) entwi- ckelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 141 V 15 E. 3.1 mit Hinweisen). 6.3 Im Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenre chte (EGMR) in Sachen Di Trizio gegen Schweiz (7186/09) vom 2. Februar 2016 (nachfolgend: Urteil D i Trizio) erachtete der EGMR die damalige gemischte Methode als konventio nswidrig im Sinne von Art. 14 in Ver- bindung mit Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Mensch enrechte und Grundfreiheiten ( EMRK, in Kraft getreten für die Schweiz am 28. Novem ber 1974). Gleich- zeitig verwies der Gerichtshof jedoch explizit auf die M öglichkeit anderer (Berechnungs-) Me- thoden, welche die Wahl der Frauen, nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit erwerbstätig zu sein, besser achteten. Im Rahmen dieser Interessenabwäg ung bestand demnach zum Vornhe- rein Raum für eine Neuregelung der Invaliditätsbeme ssung in Di Trizio-ähnlichen Fällen. Als Folge des Urteils Di Trizio beschloss der Bundesrat in Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV, in Kraft seit 1. Januar 2018, ein neues Berechnungsmodell der gemisch ten Methode. Dieses verfolgt das Ziel einer nichtdiskriminierenden Ausgestaltung der gemischten Methode und damit der EMRK- konformen Behandlung teilerwerbstätiger Versicherter. Damit soll insbesondere der im Urteil Di Trizio geäusserten Kritik am bisherigen Berechnungsmodell der gemischten Methode Rech- nung getragen werden. Nach dem Inkrafttreten dieser n euen Verordnungsbestimmungen ge- langte das Bundesgericht im Grundsatzentscheid 147 V 124 zur Auffassung, dass mit der neu- en Berechnungsweise der gemischten Methode gemäss Art. 27 bis Abs. 2 bis 4 IVV den Anforde- rungen des Urteils Di Trizio Genüge getan wird. Gleic hzeitig hielt es ausdrücklich fest, dass damit kein Anlass mehr besteht, einen Statuswechsel von der Voll- zur Teilerwerbstätigkeit nicht als Revisionsgrund anzuerkennen, wenn einzig die G eburt eines Kindes dafür verantwort- lich ist (BGE 147 V 124, Regeste und E. 7). 6.4.1 Im Rahmen des im August 2018 von Amtes wegen ei ngeleiteten Rentenrevisionsver- fahrens erstellte die Abklärungsperson der IV-Stelle zusa mmen mit der Versicherten und deren Ehemann am 30. April 2019 den “Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit“. Darin erklär- te die Versicherte auf die Frage, wie viele Stunden sie heute ohne gesundheitliche Einschrän- kungen beruflich tätig wäre, dass sie während 8,4 Stunde n pro Woche, d.h. in einem Pensum von 20 %, einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehe n würde. Zur Begründung gab sie an, eine kostenlose Kinderbetreuung könne nicht organi siert werden und eine entgeltliche Kin- derbetreuung sei für das Haushaltsbudget nicht lohnen swert. Diese Aussagen wurden sowohl von der Versicherten als auch von ihrem bei der Abklärun g anwesenden Ehemann am 14. Mai 2019 unterschriftlich bestätigt. 6.4.2 Im “Abklärungsbericht Haushalt“ vom 3. Juni 2019 hielt die Abklärungsperson im Ab- schnitt “Heutige Erwerbstätigkeit ohne gesundheitliche E inschränkungen“ fest, dass die Versi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherte bei voller Gesundheit nicht in einem 100 %-Pen sum erwerbstätig wäre. Die Kinderbe- treuung der Zwillinge erfordere naturgemäss viel Aufwa nd und Energie. Eine kostenfreie Be- treuung im privaten Umfeld der Versicherten könne nicht organisiert werden. Eine entgeltliche Kinderbetreuung wäre finanziell für das Haushaltsbudge t nicht lohnenswert, da die Versicherte im angestammten Beruf als Hilfsarbeiterin das erwirtscha ftete Einkommen für die KITA ausge- ben müsste. 6.4.3 In der angefochtenen Verfügung stützte sich die IV-Stelle bei der Beurteilung der stritti- gen Statusfrage der Versicherten auf die dargelegte E inschätzung ihrer Abklärungsperson. Sie ging demzufolge davon aus, dass die Invalidität der Ve rsicherten neu nach der gemischten Me- thode zu bemessen sei. Zur Begründung verwies sie im Wes entlichen auf die - vorstehend wie- dergegebene - Argumentation ihrer Abklärungsperson. 6.4.4 In der vorliegenden Beschwerde wendet der Recht svertreter der Versicherten nun al- lerdings ein, dass die im “Fragebogen zur Ermittlung d er Erwerbstätigkeit“ wiedergegebenen Aussagen missverständlich seien. Sie stünden in klarem Wide rspruch zur tatsächlichen Situati- on der Familie. Der Ehemann sei selber IV-Rentner, weshalb nicht nachzuvollziehen sei, warum er bei der Kinderbetreuung lediglich zur Abdeckung ei ner arbeitsbedingten Absenz der Versi- cherten von 20 % einspringen würde. Die finanzielle Si tuation der Familie sei derart prekär, dass die Versicherte bei voller Gesundheit de facto gezwung en wäre, einem Vollzeitpensum nachzugehen. Familien wie diejenige der Versicherten s eien schlicht darauf angewiesen, dass beide Eltern voll arbeiten würden, selbst wenn noch K leinkinder zu betreuen seien. Entspre- chend müsse die Invalidität der Versicherten nach der all gemeinen Methode des Einkommens- vergleichs und nicht nach der gemischten Methode bemessen werden. 6.4.5 Diese in der Beschwerde vorgebrachte Argumentation vermag nicht zu überzeugen. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der aktuellen Statu sfrage gilt es insbesondere zu berück- sichtigen, dass die Versicherte seit 1998 nicht mehr erwerbstätig war, obwohl ihr erst ab Januar 2005 und auch dann lediglich eine Viertelsrente zugespro chen worden war. Sie versuchte mit anderen Worten schon lange Jahre vor der Geburt ihrer Zwillinge (im November 2016) trotz der angeblich prekären finanziellen Situation ihrer Famil ie nie, die ihr verbliebene Restarbeitsfähig- keit von "60 - 70 %" (vgl. die Rentenverfügung vom 16 . Januar 2007) wirtschaftlich zu verwer- ten, um die finanzielle Situation der Familie zu verb essern. Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass sie ausgerechnet jetzt, d.h. relativ kurze Zeit nach der Geburt ihrer Zwil- linge, eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Im Weiteren wirft die IV-Stelle die wohl berechtigte Frage auf, ob der Ehemann der Versich erten aufgrund seiner beträchtlichen gesundheitlichen Einschränkungen, die zur Zusprache einer IV-Dreiviertelsrente geführt haben, tatsächlich in der Lage wäre, bei einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit der Versicherten im vollen Umfang die Betreuung der beiden Kleinkinder und die Führung des Haushalts zu übernehmen. Wie es sich damit verhält, kann jedoch aufgrund des vorst ehend Gesagten offen bleiben. Der Vollständigkeit halber sei schliesslich noch festgehalten, dass die IV-Stelle in ihrer Vernehmlas- sung zu Recht auch auf den Umstand verweist, dass die im Ra hmen des Haushaltsabklärungs- berichts gemachten Aussagen praxisgemäss stärker zu gewichten sind als spätere, anderslau- tende Erklärungen, welche von Überlegungen sozialversiche rungsrechtlicher Natur beeinflusst Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht sein können (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Mai 2010, 8C_42/2010, E. 3. 2 mit Hinweisen). Die Versicherte brachte, wie oben festgehalten (vgl. E. 6.4.1 hiervor), im Rahmen der Statusab- klärung klar und begründet zum Ausdruck, dass und weshalb si e nach der Geburt der Zwillinge bei voller Gesundheit lediglich noch in einem Pensum von 20% einer ausserhäuslichen Er- werbstätigkeit nachgegangen wäre. Diese Aussage bestätigt e sie in der Folge mit ihrer Unter- schrift. Im weiteren Verlauf bis zum Erlass der rentenauf hebenden Verfügung kam die Versi- cherte nicht auf diese Erklärung zurück. Erst im Rahmen de s vorliegenden Beschwerdeverfah- rens machte sie, nunmehr anwaltlich vertreten, geltend , dass sie als Gesunde eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit ausüben würde. Hält man sich diesen Ab lauf vor Augen, so ist der Auffassung der IV-Stelle beizupflichten, dass diese neue, erstmals i n der Beschwerde vorgebrachte Aussa- ge wenig überzeugend erscheint. 6.5 Im Rahmen der Anwendung der gemischten Methode gi ng die IV-Stelle - wiederum gestützt auf die ursprünglichen Aussagen der Versicherten anlässlich der Abklärung der Status- frage - davon aus, dass diese ohne gesundheitliche Bee inträchtigungen in einem Pensum von 20 % eines Vollpensums einer Erwerbstätigkeit nachgehen und im Umfang von 80 % die Kinder betreuen und den Haushalt besorgen würde. Diese Aufte ilung der jeweiligen Anteile der Er- werbs- und der Haushalttätigkeit ist angesichts des jungen Alters der Zwillinge und des daraus re- sultierenden erheblichen Betreuungsaufwands nicht zu beanstanden. S ie wurde denn auch von der Versicherten in ihrer Beschwerde nicht weiter in Frage gestellt. 6.6 Aufgrund des Gesagten ist mit dem erforderlichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Versicherte aufgrund der Geburt ihrer Zwillinge im Novem- ber 2016 im Gesundheitsfall nicht mehr in einem Voll pensum, sondern lediglich noch in einem Pensum von 20 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Somit ist die In- validität der Versicherten nicht mehr - wie bis anhin - nach der allgemeinen Methode des Ein- kommensvergleichs, sondern neu nach der gemischten Method e mit Anteilen von 20 % an Er- werbs- und von 80 % an Haushalttätigkeit zu bemessen. Ein solcher Wechsel der Art der Invali- ditätsbemessung stellt, wie oben ausgeführt (vgl. E. 4 .1 hiervor), einen eigenständigen Revisi- onsgrund dar. Dies gilt gemäss der jüngsten bundesge richtlichen Rechtsprechung (BGE 147 V 124) auch, wenn einzig die Geburt eines Kindes fü r den Statuswechsel von der Voll- zur Teilerwerbstätigkeit verantwortlich ist. Damit ist im Fall der Beschwerdeführerin - der Auffassung der IV-Stelle entsprechend - das Vorliegen der Revision svoraussetzungen des Art. 17 Abs. 1 ATSG zu bejahen. 7. Liegt nach dem Gesagten ein Revisionsgrund vor, ist d er Rentenanspruch in rechtli- cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühe- re Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). 7.1 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbereich bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswertes des Abklärungsbe- richts sind - analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von A rztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Ein H aushaltsabklärungsbericht ist beweis- kräftig, wenn er von einer qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen u nd Behinderungen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind die A ngaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Bet eiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und a ngemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erho- benen Angaben stehen (vgl. AHI-Praxis 2003 S. 218 E. 2 .3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.1). Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne da rstellt, in das Ermessen der Abklä- rungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsc hätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate vorliegen. Das gebi etet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkret en Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgeri chts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweis; BGE 128 V 93 E. 4). 7.2 In der angefochtenen Verfügung hielt die IV-Stel le fest, dass die Versicherte beim Ver- richten der häuslichen Tätigkeiten nicht eingeschränkt sei . Dabei stützte sie sich auf die Ergeb- nisse des "Abklärungsberichts Haushalt" vom 3. Juni 2019. Diese Einschätzung wird von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet. Da sich aus den Akt en ebenfalls keine Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate ergeben, k ann an dieser Stelle von weiteren Aus- führungen zur Einschränkung der Versicherten im Haushaltbereich abgesehen werden. 7.3 Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads im Erwerbsbereich ist als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer ges undheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. Steht dies fest, so ist - wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.1 hiervor) - in einem nächsten Schritt der Invaliditätsgrad der Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). In der angefochtenen Verfügung ermittelte die Beschwerdegegnerin bei der Versicherten auf diese Weise einen Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 29,41 %. An dieser Stelle kann nun aber davon abgesehen werden, die Würdigung des medizinischen Sachverhalts durch die Vorinstanz, die als Ergebnis eine 7 0 %-ige Arbeitsfähigkeit der Versi- cherten in einer leidensadaptierten Tätigkeit ergab, und den gestützt darauf erfolgten Einkom- mensvergleich einer näheren Prüfung zu unterziehen. Se lbst wenn man nämlich von einer - vorliegend aber klarerweise nicht gegebenen - vollständigen Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in sämtlichen Tätigkeiten und somit von einem Invalidit ätsgrad von 100 % im Erwerbsbereich ausginge, würde man im Rahmen der Invaliditätsbemessu ng nach der gemischten Methode in Berücksichtigung der zeitlichen Beanspruchung von 20 % i m Erwerbs- und von 80 % im Haus- haltbereich bei einer Einschränkung im Haushaltbereich von 0 % (0,8 x 0 %) und einer solchen im Erwerbsbereich von 20 % (0,2 x 100 %) zu einem In validitätsgrad in der Höhe von 20 % ge- langen. 7.4 Sowohl der in der angefochtenen Verfügung ermitt elte Invaliditätsgrad von - gerundet - 6 % [(0,2 x 29,41 %) + (0,8 x 0 %)] als auch der vorstehend errechnete, maximal mögliche Inva- liditätsgrad von 20 % liegen unter dem für einen Rentenanspruch erforderlichen Wert von 40 %. Als weiteres Zwischenergebnis ist demnach festzuhalten, dass die IV-Stelle in der angefochte- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht nen Verfügung zutreffend festgestellt hat, dass die Besc hwerdeführerin keinen Anspruch mehr auf die bisher ausgerichtete Viertelsrente hat. 8.1 Die Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang nun allerdings geltend, dass ihr die IV-Stelle vorgängig der verfügten Rentenaufh ebung berufliche (Wieder-) Eingliede- rungsmassnahmen hätte gewähren müssen. Solche seien in i hrem Fall ohne zureichende Be- gründung unterblieben. Die angefochtene Verfügung sei deshalb auch aus diesem Grund auf- zuheben. 8.2 Der Beschwerdeführerin ist dahingehend beizupflicht en, dass bei Personen, deren Rente revisionsweise aufgehoben werden soll, nach mindest ens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, pr axisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung durchzuführen sind, bis sie i n der Lage sind, das medizinisch- theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial m ittels Eigenanstrengung auszuschöp- fen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der die sfalls grundsätzlich ("vermutungswei- se") anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteinglied erung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invalid itätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewand t und im gesellschaftlichen Leben inte- griert ist oder wenn sie über besonders breite Ausbild ungen und Berufserfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Sch luss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit ent- sprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen w ieder in das Erwerbsleben integ- rieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) a usgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (B GE 145 V 209 E. 5.1 mit zahlreichen Hinweisen). 8.3 Im Zeitpunkt der am 15. Juni 2021 verfügten Rente naufhebung war die Beschwerde- führerin 57 Jahre alt und sie bezog seit über fünfzehn J ahren eine Viertelsrente. Damit ist die dargelegte Rechtsprechung auf sie anwendbar. Es gilt j edoch zu beachten, dass die Versicher- te seit 1998 nicht mehr berufstätig war. Ihre Restar beitsfähigkeit von immerhin 60 - 70 % (vgl. die Rentenverfügung vom 16. Januar 2007) wurde demnach über lange Jahre hinweg aus inva- liditätsfremden Gründen nicht verwertet. Vor diesem Hintergrund ist aber nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle vor der Rentenaufhebung mit der V ersicherten keine beruflichen Eingliede- rungsmassnahmen durchgeführt hat. 9. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, da ss sich die von der IV- Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 15. Juni 202 1 angeordnete Rentenaufhebung im Ergebnis als rechtens erweist, wobei die Aufhebung gestüt zt auf Art. 88 bis Abs. 2 lit. a IVV kor- rekterweise vom ersten Tag des zweiten der Zustellung de r Verfügung folgenden Monats an erfolgte. Die vorliegende Beschwerde erweist sich somit als unbegründet, weshalb sie abge- wiesen werden muss. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um d ie Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festg elegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist di e Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 10.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat die Beschwerde führerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- wer den der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kos tenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://www.bl.ch/kantonsgericht