Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht Vom 12. November 2015 (720 14 281) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Rentenrevision; Ermittlung des anwendbaren Anforderungsniveaus; Reformatio in melius. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Dr. Dieter Riggenbach , Advokat, Kleinriehenstrasse 27, 4058 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1960 geborene A.____ war vom 1. Juni 1997 bi s Ende 2012 bei der B.____ AG als operativer Leiter der Filiale C.____ angestellt. Bereits am 7. Mai 2010 hatte sich der Versicherte bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) unte r Hinweis auf eine Fibromyalgie zum Leis- tungsbezug angemeldet. Nach Abklärung der gesundhei tlichen und erwerblichen Verhältnisse Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht hatte ihm die IV-Stelle des Kantons Zürich mit Verfügu ng vom 4. August 2011 ab 1. November 2010 eine halbe IV-Rente zugesprochen. B. Am 15. Februar 2012 leitete die IV-Stelle eine R evision von Amtes wegen ein. Nach er- gänzender Abklärung der Verhältnisse erhöhte sie die ha lbe Rente des Versicherten mit Verfü- gung vom 21. Juli 2014 aufgrund eines operativen Eing riffs vom 1. Dezember 2012 bis Ende Februar 2013 auf eine ganze IV-Rente. Ab dem 1. März 2013 sprach sie ihm wiederum eine halbe IV-Rente zu. C. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Dieter Riggenbach, am 15. September 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht des K antons Basel-Landschaft, Abtei- lung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantr agte, es sei ihm in Aufhebung der Verfügung ab 1. April (recte: März) 2013 eine Dreivier telrente der IV auszurichten, eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Frage der Arbeitsfäh igkeit einzuholen, subeventualiter sei die Sache zur ergänzenden Abklärung an die Vorinstanz zu rückzuweisen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die Dres. D.____ und E.____ nicht schlüssig sei. Es sei von einer Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse auszugehen. Im Zusammenhan g mit dem von der IV-Stelle vor- genommenen Einkommensvergleich habe beim Invalideneinko mmen ausserdem eine Erhö- hung des leidensbedingten Abzugs auf 20% zu erfolgen. Mit ergänzender Eingabe vom 29. September 2014 liess d er Beschwerdeführer eine Stellung- nahme des Spitals F.____ einreichen, wonach von einer Arbeitsunfähigkeit von 80% auszuge- hen sei. D. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 24. Okto ber 2014 auf Abweisung der Beschwerde. E. Mit Beschluss vom 5. März 2015 stellte das Kantonsgerich t den Fall aus und unterbreite- te den Parteien mit Blick auf eine sich abzeichnende Re formatio in melius Frist zur Stellung- nahme. F. Mit Eingabe vom 11. Mai 2015 hielt die IV-Stelle zusammenfassend an der in der ange- fochtenen Verfügung vorgenommenen Bemessung der Vergleichseinkommen fest. Zur Begrün- dung machte sie geltend, dass ihr bei der Ausarbeitung der Vernehmlassung insoweit ein Ver- sehen unterlaufen sei, als beim Invalideneinkommen fälschlicherweise das Anforderungsniveau 4 statt wie in der angefochtenen Verfügung das Niveau 1 und 2 zugrunde gelegt worden sei. Der leidensbedingte Abzug im Umfang von 15% sei ausreiche nd bemessen, da der vermehrte Pausenbedarf bei einer Arbeitsunfähigkeit von 50% be reits angemessen berücksichtigt worden sei. G. Mit Stellungnahme vom 10. Juni 2015 rügte der Besc hwerdeführer erstmals auch die Berechnung des Valideneinkommens. Er liess vorbringen, dass er im Jahre 2009, auf welches die IV-Stelle bei der Bemessung des Valideneinkommens a bgestellt habe, bereits gesundheit- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich angeschlagen gewesen sei. Für die entsprechende Bem essung sei deshalb auf einen früheren Zeitpunkt abzustellen. Es sei der Durchschnitt des in den Jahren 2004 bis 2008, even- tualiter 2006 bis 2008, noch ohne gesundheitliche Beei nträchtigung erzielten Verdienstes her- anzuziehen. Somit resultiere ein teuerungsangepasstes Valideneinkommen von CHF 100‘866.—, eventualiter von CHF 100‘071.—. Gelten d gemacht wurde im Weiteren, dass das von der IV-Stelle für die Bemessung des Invalideneinkommens zu Grunde gelegte Anforde- rungsniveau 1 und 2 offensichtlich falsch sei. Es sei vielm ehr das Anforderungsniveau 4 heran- zuziehen. Dabei sei der Detailhandelswert zu Grunde zu legen, da der Beschwerdeführer nie im Grosshandel tätig gewesen sei. Schliesslich werde an eine m leidensbedingten Abzug in der Höhe von insgesamt 20% festgehalten, da nebst der teilz eitbedingten Einschränkung zusätzli- che Einschränkungen wegen des medizinisch ausgewiesenen Pau senbedarfs berücksichtigt werden müssten. Vor diesem Hintergrund resultiere ein IV-Grad von 75% bzw. eventualiter von 73% und damit ein Anspruch auf eine ganze IV-Rente. H. Die IV-Stelle hielt in ihrer Stellungnahme vom 27 . Juli 2015 für die Bemessung des Inva- lideneinkommens am Anforderungsniveau 1 und 2 fest. H insichtlich des konkreten Tabellen- werts anerkannte sie, dass nicht auf den Sektor Grosshandel abgestellt werden könne, sondern der Sektor Detailhandel respektive der Totalwert des pr ivaten Sektors heranzuziehen sei. Am leidensbedingten Abzug im Umfang von 15% sei hingegen festzuhalten, da gemäss dem mass- gebenden Gutachten der Dres. Jelk und Simon eine hälft ige Tätigkeit ohne zusätzliche Ein- schränkungen zumutbar sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV- Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 15. September 2014 ist dem- nach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 200 8 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.5 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten f ür die Zukunft zu erhöhen, herab- zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesen tliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad u nd damit den Rentenanspruch zu beein- flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine we sentliche Änderung des Gesundheitszu- standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebe nen Gesundheitszustandes erheb- lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ans pruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E . 3.2.3). Vorliegend sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 4. August 2011 vorw iegend gestützt auf das Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 14. Dezember 2010 ein e halbe IV-Rente mit Wirkung ab 1. November 2010 zu. Eine einlässliche materielle Prüfun g des Rentenanspruchs mit einer ver- tieften Abklärung des medizinischen Sachverhaltes samt gestü tzt darauf integraler Neuberech- nung des IV-Grads erfolgte erst neuerdings im Rahmen de s vorliegend strittigen, im Februar 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens, holte die IV-Stelle nebst weiteren ärztlichen Unterlagen bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten doch erstmals in diesem Zeitpunkt wieder ein um- fassendes, interdisziplinäres Gutachten bei den Dres. D.__ __ und E.____ ein und überprüfte daraufhin insbesondere auch erst in diesem Zeitpunkt d ie erwerblichen Verhältnisse des Versi- cherten. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung d er Frage, ob bis zum Erlass der vorlie- gend angefochtenen Verfügung vom 21. Juli 2014 allenfalls eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise An passung der bis anhin ausgerichteten IV-Rente rechtfertigt, bildet demnach die Situation, wie sie noch gemäss Verfügung vom 4. Au- gust 2011 bestanden hatte. 4.4 Durch den Bericht des Spitals F.____ vom 18. Oktob er 2012 ist erstellt, dass der Ver- sicherte infolge der am 23. Juli 2012 durchgeführten Di skektomie zunächst vollständig und in der Folge bis am 11. November 2012 im Umfang von 80% arbeitsunfähig war (vgl. IV-Dok 38, S. 2 f.). Eine anschliessende Verbesserung der Erwerbsfä higkeit wäre gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 erst ab jenem Zeit- punkt zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unte rbrechung drei Monate gedauert hat. Unter Berücksichtigung dieses Umstands besteht deshalb zu Recht Einigkeit zwischen den Parteien, dass die IV-Stelle dem Versicherten revisionswe ise bis und mit Februar 2013 eine ganze IV-Rente ausgerichtet hat. Streitig und zu prü fen ist hingegen, ob sie ihm ab 1. März 2013 auch zu Recht eine halbe IV-Rente zugesprochen hat. 4.4.1 Im Rahmen der erstmaligen Rentenzusprache für d ie Zeit ab November 2010 stützte sich die IV-Stelle des Kantons Zürich bei der Beurteilun g des medizinischen Sachverhaltes auf das zuvor noch von der hiesigen IV-Stelle eingeholte Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 14. Dezember 2010. In dieser Expertise hatten die Gutachter beim Versicherten mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende d epressive Störung mit leichten bis über- wiegend mittelgradigen Episoden, eine narzisstische Persö nlichkeitsstörung, eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung sowie eine Fibromyalgie bei einem bestehenden chronischen Lumbo- und Zervikovertebralsyndrom diagnostiziert. Der E xplorand sei sowohl in seiner bisher Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeübten Tätigkeit als auch in einer allfälligen Ve rweistätigkeit im Umfang von 50% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Aus rheumatologischer Sicht sei ihm die angestammte Tätigkeit vollschichtig zumutbar, weshalb die psychiatrische Beurteilu ng als Gesamtbeurteilung gelte. Zusammengefasst könne dem Exploranden keine aktive Willensle istung mehr zugemutet wer- den, um seine körperlichen Schmerzen zu überwinden. Die daraus resultierenden Funktions- einbussen seien bereits in jenen Beeinträchtigungen mi tenthalten, die sich aus den mittelgradi- gen depressiven Episoden und aus der narzisstischen Persönl ichkeitsstörung ergeben würden. Die qualitativen Funktionseinbussen würden insgesamt som it zu einer Einschränkung der Ar- beitsfähigkeit im Umfang von 50% führen. 4.4.2 Medizinische Grundlage der vorliegend angefochten en Verfügung vom 21. Juli 2014 bildet das von der IV-Stelle am 20. Juni 2013 in Auftr ag gegebene bidisziplinäre Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 4. bzw. 5. November 2013. Mit Gutachten vom 5. November 2013 diagnostizierte der rheumatologische Gutachter mit Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbo- und zervikovertebrales Syndrom. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine Fibromyalg ie zu erheben. Zusammengefasst bestün- den seit Jahren chronische zervikale und lumbale Beschwer den. Der rheumatologischen Ge- samtbeurteilung ist zu entnehmen, dass die zervikale und lumbale Problematik nicht mehr unter der Diagnose der Fibromyalgie aufgeführt werde, da d ie Beschwerden des Exploranden aktuell mehr im Sinne einer lokalen zervikalen und lumbalen Pr oblematik geschildert würden. Im zervi- kalen Bereich sei es eher zu einer Besserung gekommen. Lum bal habe die Beschwerdesymp- tomatik jedoch leicht zugenommen. Bildgebend seien mehr ere Diskopathien neu mit Dis- kushernien nachgewiesen, welche aber zu keiner Nervenkompre ssion führen würden. Gewisse Beschwerden seien jedoch mechanisch klar nachvollziehbar. Bildgebend habe der Befund so- mit zugenommen. Die Interaktion der zervikalen und lumba len Problematik führe im ange- stammten Beruf ab dem 12. November 2012 neu zu einer Einschränkung von 20%. Vor dem Hintergrund der gleichzeitig bestehenden Fibromyalgie bestünden zweifellos gewisse Diskre- panzen zwischen dem subjektiven Schmerzerleben und den ob jektiven Befunden. Im Bericht von Dr. G.____ vom 2. Mai 2013 würden jegliche Körperbefunde fehlen, welche die Beurteilung der von ihm attestierten 80%-igen Arbeitsunfähigkeit u ntermauern würden. Es sei nicht ausser Acht zu lassen, dass zusätzlich ein weichteilrheumatisches Besc hwerdebild bestehe, so dass die Schmerzen als sehr stark empfunden würden. Für die ge samtmedizinische Beurteilung sei nach eingehender Konsensdiskussion die psychiatrische Beurteilung massgebend. Dem psychiatrischen Gutachten vom 4. November 2013 zufolg e seien mit Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung mi t leichten bis überwiegend mittelgradi- gen Episoden, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sowi e eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren. Diagnosen ohne Einfl uss auf die Arbeitsfähigkeit bestün- den keine. Analog zur Beurteilung im Gutachten vom 14. Dezember 2010 könnten qualitative Funktionseinbussen im Umfang von 50% attestiert werden . Dabei seien die erhöhte Ermüdbar- keit, eine Antriebsarmut sowie eine reduzierte psychische Belastbarkeit mitberücksichtigt. Der Explorand sei im Alltag nicht völlig tatenlos, sondern könne einigen Aktivitäten nachgehen. Er müsse diese Aktivitäten jedoch gut einteilen und benötige immer wieder Pausen, um sich zu Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht erholen. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung gehe dabe i Hand in Hand mit der mittelgradi- gen depressiven Episode. Zusammengefasst könne dem Explor anden auch weiterhin keine aktive Willensleistung mehr zugemutet werden, um seine kör perlichen Schmerzen zu überwin- den. Die daraus resultierenden Funktionseinbussen seie n aber bereits in jenen Beeinträchti- gungen mitenthalten, die sich aus den mittelgradigen depressiven Episoden und aus der nar- zisstischen Persönlichkeitsstörung ergeben, so dass die qualitativen Funktionseinbussen insge- samt zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% führen würden. Seit der ersten Ex- ploration im Jahre 2010 sei in psychiatrischer Hinsicht keine wesentliche Veränderung eingetre- ten. Sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in einer allfälligen Verweistätigkeit bestün- de eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Die psychiatrische Beu rteilung gelte nach erfolgter Konsens- besprechung mit dem rheumatologischen Gutachter als Gesamtbeurteilung. 4.5 Vergleicht man diese im aktuellen Revisionsverfahren eingeholten ärztlichen Erkennt- nisse mit dem medizinischen Sachverhalt, wie er noch der ursprünglichen Verfügung vom 4. August 2011 zu Grunde gelegen hatte, so zeigt sich, dass nicht von einer zwischenzeitlich eingetretenen, tatsächlich nachweisbaren Verbesserung d es Gesundheitszustandes und – da- mit einhergehend – auch nicht von einer erheblichen Ve rbesserung der dem Versicherten noch verbleibenden Arbeitsfähigkeit gesprochen werden kann. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse im zervikalen Ber eich leicht verbessert haben, da die lumbale Beschwerdesymptomatik gleichzeitig leicht zugen ommen hat. Mit Ausnahme der bis 11. November 2012 unbestritten gebliebenen und ope rativ bedingten vollständigen Arbeits- unfähigkeit in rheumatologischer Hinsicht ist hingegen e benso wenig von einer Verschlechte- rung der gesundheitlichen Verhältnisse auszugehen. Dem Versicherten wurde in gesamtmedi- zinischer Hinsicht sowohl anlässlich der Exploration im Jahre 2010 als auch nunmehr im Rah- men des vorliegend strittigen Revisionsverfahrens – mit A usnahme der operativ bedingten und vollständigen Arbeitsunfähigkeit bis 11. November 2012 – eine verbleibende Restarbeitsfähig- keit von 50% sowohl in der angestammten Tätigkeit als au ch in einer leichten bis ausnahms- weise mittelschweren Verweistätigkeit attestiert. Es kann in dieser Hinsicht auf die umfangrei- che Beurteilung im bidisziplinären Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vom 4. und 5. No- vember 2013 verwiesen werden, wonach sich in psychiatrische r Hinsicht keine wesentliche Veränderung ergeben hat und – wie bereits schon anlässl ich der Exploration im Jahre 2010 – die psychiatrische Beurteilung weiterhin als massgebende Gesamtbeurteilung gilt. Das entspre- chende Gutachten erfüllt auch in der aktuell vorliegen den Form alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine taugliche, medizinische Beurteilun gsgrundlage. Es weist weder for- male noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies vo m Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die streitigen Belange u mfassend. Es weist keine inneren Widersprü- che auf und setzt sich mit den bei den Akten liegenden fa chärztlichen Einschätzungen ausei- nander. Auch beruht es auf allseitigen Untersuchungen , berücksichtigt die geklagten Be- schwerden, ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abg egeben worden und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge sowie der B eurteilung der medizinischen Situa- tion ein. 4.6 Der Beschwerdeführer lässt diverse Einwände gegen d as aktuelle Gutachten der Dres. D.____ und E.____ vorbringen. Er zweifelt insbesondere daran, dass die lokale lumbale und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zervikale Problematik sowie die Folgen der Diskushernien-O peration in der Arbeitsunfähigkeit von 50% mitenthalten seien. Entgegen der von ihm vert retenen Auffassung haben die beiden Gutachter im Rahmen einer ausführlichen Konsensbeurte ilung jedoch klar festgehalten, dass die psychiatrische Beurteilung als Gesamtbeurteilung massge bend ist. Damit bringen sie zum Ausdruck, dass die neuerdings in rheumatologischer Hinsicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 20% gerade nicht zur psychiatrisch bedingten Arbeitsfähigkeit hinzuzuaddieren ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass beim Zusammentreffen verschiedener Gesun dheitsbeeinträchtigungen sich deren erwerbliche Auswirkungen rechtsprechungsgemäss in der Regel überschneiden und eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstör ungen und Beschwerdebilder ge- schätzten Arbeitsunfähigkeitsgrade grundsätzlich unzulässig ist (Urteil des EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen, I 8 50/02 vom 3. März 2003 E. 6.4.1). Auch wenn dem Beschwerdeführer dabei zuzustimmen ist, dass sich die rheumatologischen Befunde neuerdings durch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 20% niederschlagen, ist mit Blick auf die massgebende Schlussfolgerung einer 5 0%-igen Restarbeitsfähigkeit in ge- samtmedizinischer Hinsicht deshalb keine zusätzliche Einschrä nkung auszumachen. Dies gilt umso mehr, weil die rheumatologischen Einschränkungen b ei der Formulierung des Verwei- sprofils angemessen berücksichtigt worden sind. So ist dem B eschwerdeführer künftig eine nur noch leichte bis ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeit zumutbar. Die entsprechende Schluss- folgerung der Dres. Jelk und Simon erweist sich deshalb als nachvollziehbar und schlüssig be- gründet. Daran vermag auch nichts zu ändern, dass Dr. G. ____ in seinen Beurteilungen vom 2. Mai 2013 und 11. September 2014 von einer Arbeits unfähigkeit im Umfang von 80% aus- geht. Wie die Dres. D.____ und E.____ in ihrem bidiszi plinären Gutachten zu Recht festgestellt haben, fehlen in der Beurteilung des behandelnden Ar ztes insbesondere vom 2. Mai 2013 jegli- che Befunde körperlicher Relevanz, welche dessen Einschätzu ng objektivieren würden. Da der Versicherte auch an weichteilrheumatischen Beschwerden lei det, welche sein subjektives Schmerzempfinden verstärken, kann der mithin auf subjektiven Schilderungen des Versicherten beruhenden Einschätzung seines behandelnden Arztes daher nicht gefolgt werden. 4.7 Vor diesem Hintergrund resultiert, dass das bidiszi plinäre Gutachten der Dres. D.____ und E.____ die aktuellen gesundheitlichen Verhältnisse des Versicherten zutreffend wiederge- geben hat und eine zuverlässige Beurteilung seiner no ch verbleibenden Arbeitsfähigkeit zu- lässt. Darauf ist abzustellen und es kann auf zusätzliche medizinische Abklärungen verzichtet werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar da s Recht, Beweisanträge zu stel- len, und - als Korrelat - die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene T atsachen abzunehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gel angt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Un terlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und dieser demnach h inreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden. Die dami t verbundene antizipierte Beweiswür- digung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechu ng zulässig (BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 4.8 Was schliesslich das Vorbringen des Beschwerdeführers be trifft, er sei derart einge- schränkt, dass sich keine geeignete Beschäftigung auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht mehr realisieren lasse, ist zusammen mit der IV-Stelle darauf hinzuweisen, dass er zwar keine körperlich schweren Arbeiten, hingegen immer noch eine seinen Leiden adaptierte leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit im Umfang von immerhin 50% zu absolvieren in der Lage ist. Aufgrund dessen kann nicht gesagt werden, dem Beschwerd eführer stünde kein breiter Fächer verschiedenster Arbeiten mehr offen. Zumal er bereits ge sundheitlich angeschlagen bis Anfang 2011 noch seiner angestammten Arbeit nachgegangen war (vgl. sogleich nachfolgende Erwä- gung 5.1), führen seine Einschränkungen jedenfalls nich t dazu, dass ihm lediglich noch Tätig- keiten zur Verfügung stünden, die nur in so eingeschränkte r Form möglich sind, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt nicht kennt oder nur unter einem unrealistischen Entgegenkommen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt möglich wären. 5.1 Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen de r gesundheitlichen Beeinträchti- gungen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), i st der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimm en. Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt der Rentenrevision nach dem Beweisgrad der überwiegen den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermitt lung hat dabei so konkret wie mög- lich zu erfolgen, weshalb in der Regel auf den letzten Lohn, den die versicherte Person vor Ein- tritt des Gesundheitsschadens erzielt hat, abzustellen ist ( vgl. Urteil I. des EVG vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1 mit zahlreiche n Hinweisen). Der Versicherte arbeitete vor dem Eintritt seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen seit Juni 1997 als Filialleiter bei der B.____ AG in C.____. Basierend auf den Angaben seiner ehemaligen Arbeitgeberin (vgl. Fra- gebogen vom 28. Mai 2010, IV-Dok 7) hat die IV-Stelle das Valideneinkommen daher grund- sätzlich zu Recht auf der Grundlage des bisher dort konkr et erzielten Valideneinkommens er- mittelt. Wie der Beschwerdeführer in seiner Stellungna hme vom 10. Juni 2015 hingegen zu Recht rügen lässt, hat sie dabei übersehen, dass der Versicherte bereits seit Ende August 2009 aus gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigke it eingeschränkt war. Insbesondere aus dem Schreiben des Kranken-Taggeldversicherers vom 29. April 2010 geht hervor, dass ihm seit 31. August 2009 Krankentaggelder ausgerichtet worden sin d (vgl. IV-Dok 4; vgl. ebenso Tag- geldabrechnung vom 10. Februar 2010, IV-Dok 7, S. 8). Auch aus dem Bericht des Spitals F.____ vom 17. Mai 2010 ergibt sich, dass der Versicherte wegen denselben gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie sie nunmehr erneut durch die Dres. D.____ und E.____ erhoben wor- den sind, seit dem 19. September 2009 im Umfang von 50% arbeitsunfähig gewesen ist (vgl. IV-Dok 13, S. 2 f.; vgl. ebenfalls bereits Anmeld ung zum Bezug von IV-Leistungen vom 7. Mai 2010, IV-Dok 1, ad Ziffer 6.4). Auch der regionalärztliche Dienst der IV (RAD) war bereits im Jahr 2010 davon ausgegangen, dass ein langjähriger K rankheitsverlauf besteht (vgl. RAD- Beurteilung vom 17. Juni 2010, IV-Dok 11, S. 2). Zu b erücksichtigen ist im Weiteren, dass dem Versicherten nach seiner IV-Anmeldung vom 7. Mai 2010 u rsprünglich bereits per November 2010 eine halbe IV-Rente zugesprochen worden war (vgl . Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 4. August 2011, IV-Dok 28). Dieser Rentenzusprache lag so mit eine verspätete Anmeldung zu Grunde. Bei fristgerechter Anmeldung hätte der Rentenanspruch mithin bereits per August 2010 bestanden. Unter Berücksichtigung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG ergibt sich somit auch unter diesem Blickwinkel, dass der Versicherte spä testens seit August 2009 ohne Zweifel massgeblich gesundheitlich eingeschränkt war. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Für die Festsetzung seines ohne gesundheitliche Eins chränkungen massgebenden Valideneinkommens darf daher offensichtlich nicht auf di e Umstände erst im Jahre 2009 abge- stellt werden, sondern es ist für eine korrekte Bemessung des Valideneinkommens dem zutref- fenden Standpunkt des Beschwerdeführers zu folgen und a uf den noch vor 2009 als gesunde Person erzielten Verdienst abzustellen. Gemäss den Angabe n im individuellen Konto des Ver- sicherten ist dabei auf den Durchschnitt des in den letzte n drei Jahren vor Eintritt des Gesund- heitsschadens erzielten Verdienstes abzustellen (vgl. IV-Do k 6). Auf der Basis des Durch- schnitts der Jahre 2006 bis 2008 resultiert ein Validene inkommen von CHF 94‘734.—, welches an die seit 2008 bis 2013 (Zeitpunkt der strittigen Ren tenreduktion per März 2013) im Sektor Dienstleistungen eingetretene Nominallohnentwicklung vo n 5,6% (2009: 2,0%; 2010: 0,9%; 2011: 1,0%; 2012 0,9%; 2013: 0,8%; vgl. Nominallohn index des Bundesamts für Statistik BFS nach Sektor, Basis 1993=100, TA 1.93) anzupassen ist. Die s führt zu einem massgebenden Valideneinkommen von CHF 100‘039.—. 6.1 Strittig ist ebenfalls die Bemessung des Invalidenei nkommens. Für dessen Bestim- mung ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt diese nach Eintritt der Invalid ität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkommen gl eichzusetzen, wenn - kumulativ - be- sonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, die verb liebene Arbeitsfähigkeit in zumutba- rer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung angemessen ist, folglich kein Soziallohn zur Auszahlung gelangt (BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). Nur falls kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkomm en gegeben ist, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen ha t, kann das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE ermittelt we rden (BGE 126 V 76 E. 3b/bb mit Hinwei- sen und 124 V 322 E. 3b/aa). Weil der Versicherte seit Anfang des Jahres 2011 arbeit slos ist, erwog die IV-Stelle – abweichend zur ursprünglichen R entenzusprache per 1. November 2010 – zu Recht, das Invalideneinkommen gestützt auf die stat istischen Durchschnittslöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE 2010 zu ermitteln. Während sie der angefochtenen Verfügung noch das Anforderungsprofil 1+2 des privaten S ektors Grosshandel, Spalte Männer, zu Grunde gelegt hat, anerkennt sie in ihrer Stellungn ahme vom 27. Juli 2015 in zutreffender Weise, dass auf den Sektor Detailhandel respektive de n Totalwert abzustellen sei, da der Ver- sicherte in der Tat bisher nie im Grosshandel tätig gewesen ist. Wie die IV-Stelle im Weiteren zu Recht vorbringt, verfügt der Versicherte als langjährig er operativer Leiter eines H.___- Unternehmens grundsätzlich nur über entsprechende Erfahr ungen im Detailhandel. Da das In- valideneinkommen möglichst realistisch zu bestimmen und dab ei primär von der beruflich- erwerblichen Situation auszugehen ist, in welcher die versicherte Person konkret steht, ist somit auf den Sektor 47 „Detailhandel“ der LSE 2010 abzustellen. 6.2 Strittig geblieben ist zwischen den Parteien im Wei teren, welches Anforderungsniveau der Bemessung des Invalideneinkommens zu Grunde zu legen ist. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass unabhängig von der massgeben den Sparte das Anforderungs- profil 4 anzuwenden sei. Die IV-Stelle vertritt demgeg enüber die Auffassung, dass dessen Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schul- und Berufsbildung nicht derjenigen entspreche, die beim Anforderungsniveau 3 oder gar 1+2 erwartet würde. Ungeachtet dessen verfüge der Versi cherte aber über Erfahrungen und Kenntnisse, welche es ihm erlauben würden, höhere Positi onen auszuüben, wie er dies in der Vergangenheit auch bewiesen habe. Bei dieser Argumentation übersieht die IV-Stelle jedo ch, dass auf die in der Vergangenheit lie- genden Umstände als valide Person gerade nicht abgestell t werden kann. Massgebend ist vielmehr, ob der Versicherte trotz seiner gesundheitlich en Beeinträchtigung höchst anspruchs- volle und schwierige bzw. selbständige und qualifizierte Arbeiten zu verrichten in der Lage ist. Dies aber ist zu verneinen. Die von der IV-Stelle in die sem Zusammenhang zitierte Rechtspre- chung des Bundesgerichts (Urteil 8C_167/2011 vom 21. Jun i 2011) ist nicht einschlägig: Die dort zu Grunde gelegene Konstellation betraf ausschliessl ich die Frage, ob entweder das An- forderungsniveau 3 oder 4 zur Anwendung gelangt. Auch wenn die Allgemein- und Berufserfah- rung mit den Jahren höher zu werten ist, als die initi al erlangte Schuldbildung, verfügte der Ver- sicherte in der im zitierten Urteil des Bundesgerichts be urteilten Konstellation ausserdem über einen überdurchschnittlich grossen Erfahrungsschatz als Tan zlehrer, Spielsalonbetreiber und Inhaber einer kleinen Pizzeria. Einen derart breiten F ächer an Erfahrungen vermag der Be- schwerdeführer, der seit 1997 stets in derselben Firma tätig gewesen war, vorliegend nicht nachzuweisen. Zu berücksichtigen ist vielmehr, dass auch ein e langjährige Berufserfahrung nicht ausreicht, um auf hypothetische Einkommen für Täti gkeiten zu schliessen, welche Berufs- und Fachkenntnisse voraussetzen (Urteil 8C_123/2012 vom 12. April 2012, E. 3). Diese Ansicht hat das Bundesgericht auch in einem neueren Urteil best ätigt. Demnach reicht eine langjährige Berufserfahrung nicht aus, um beim Invalideneinkommen da s Anforderungsniveau 3 heranzu- ziehen (Urteil 8C_513/2014 vom 27. Februar 2014, E. 6.5.2) Umso weniger ist dem strittigen Invalideneinkommen vorliegend das Anforderungsniveau 1+ 2 zu Grunde zu legen. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Versicherte gemäss den massgeb enden medizinischen Unter- lagen an einer erhöhten Ermüdbarkeit, einer Antrieb sarmut sowie an einer reduzierten psychi- schen Belastbarkeit leidet. Bei seinen ohnehin beschränkten Alltags-Aktivitäten benötigt er des- halb immer wieder Pausen, um sich zu erholen (vgl. obe n, Erwägung 4.4.2 hiervor). Seine Restarbeitsfähigkeit von lediglich noch 50% (vgl. oben, Erwägung 4.6 hiervor) reicht unter die- sen Umständen offensichtlich nicht aus, den Anforderungen an eine leitende oder gar führende Position gerecht zu werden, wie sie für das Anforderung sniveau 1+2 vorausgesetzt wären (vgl. im Ergebnis ebenso das von der IV-Stelle zitierte Urteil, a.a.O., E. 5.1 f.). Die Anwendung des Anforderungsniveaus 1+2 erweist sich unter diesen Umstä nden als offensichtlich unzutref- fend. 6.3 Bereits bei einem Verdienst auf der Basis des Anfor derungsniveaus 3, TA 1 Detailhan- del, der LSE 2010 im Umfang von monatlich CHF 5‘052. — (Spalte Männer) resultiert als Ba- siswert ein der Teuerung seit 2010 bis 2013 (Zeitpunkt der strittigen Rentendeduktion per März 2013) um insgesamt 3,9% (2011: 1,7%; 2012 1,1%; 201 3: 1,1%; vgl. Nominallohnindex BFS 2011-2014 nach Branche, Basis 2010=100, TA 1.10, Se ktor 47) angepasstes und auf die im Detailhandel wöchentliche Durchschnittsarbeitszeit vo n 41,8 Stunden (vgl. betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, BFS, T 03.02. 03.01.04.01, Sektor 47) umgerechnetes Invalideneinkommen von CHF 65’823.— (CHF 5‘052 x 12 x 1,028 : 40 x 41,8). Damit aber kann Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht offen bleiben, wie es sich mit der zwischen den Parteien ebenfalls umstrittenen Höhe des lei- densbedingten Abzugs verhält. Bei einem zumutbaren Pensu m von 50% ergibt sich selbst bei einem leidensbedingten Abzug von lediglich 15% ein m assgebendes Invalideneinkommen von CHF 27‘975.—. Setzt man dieses Invalideneinkommen dem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 100‘039.— gegenüber (vgl. oben, Erwägung 5.2 h iervor), so resultiert eine Erwerbsein- busse von Fr. 72‘064.— und damit ein Invaliditätsgrad von 72%. Dies führt zum Anspruch auf eine ganze IV-Rente ab März 2013. An diesem Ergebnis würde sich auch nichts ändern, wenn – wie die IV-Stelle in ihrer Stellung- nahme vom 27. Juli 2015 eventualiter geltend gemacht h at – für die Bemessung des Invaliden- einkommens der Totalwert der LSE 2010 herangezogen wür de. Da der Beschwerdeführer aus- ser im Bereich des Detailhandels über keinerlei Berufserf ahrung verfügt (vgl. oben, Erwägung 6.2), wäre diesfalls auf das Anforderungsniveau 4 abzustellen. Es ist in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass selbst eine langjährige Beruf serfahrung nicht ausreicht, um bei der Bemessung des Invalideneinkommens das Anforderungsnivea u 3 heranzuziehen (Urteil 8C_513/2014 vom 27. Februar 2014, E. 6.5.2; vgl. oben , Erwägung 6.2 hiervor). Dem Validen- einkommen von CHF 100‘039.— stünde diesfalls ein Invalid eneinkommen von CHF 26‘709.— (CHF 4‘901.— x 12 : 40 x 41,7 x 1,025 x Pensum 50% x 85% leidensbedingter Abzug) gegen- über. Dies führt bei einem IV-Grad von 73% ebenfall s zu einem Anspruch auf eine ganze IV- Rente. 7. Nachdem der Versicherte auf der Basis des bei seiner e hemaligen Arbeitgeberin da- zumal noch konkret erzielten, höheren Invalideneinkommens mit Verfügung der IV-Stelle Zürich vom 4. August 2011 ursprünglich eine halbe IV-Rente zuge sprochen erhalten hatte, besitzt er ab März 2013 bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 72% nunmehr weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente. Es ist ihm somit mehr zuzusprechen, als er in seiner Beschwerde vom 15. September 2014 verlangt hat. In Gutheissung der Be schwerde ist die vorliegend angefoch- tene Verfügung der IV-Stelle vom 21. Juli 2014 demnac h aufzuheben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2012 durchgehend Anspruch auf eine ganze Rente der IV besitzt. 8.1 Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Ar t. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be- schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicher ungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1’000.— festgelegt. Bei Fä llen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Ge richt die Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterlie genden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin un terlegene Partei, weshalb sie grund- sätzlich die Verfahrenskosten zu tragen hätte. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO der Vorinstanz bzw. den kantonalen Behörden ge- mäss Verwaltungsverfahrensgesetz vom 13. Juni 1988 keine V erfahrenskosten auferlegt wer- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Aufgrund dieser Bestimmung ist auf Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten, und der geleistete Kostenvorschuss ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. 8.2 Dem obsiegenden Beschwerdeführer steht sodann gem äss § 21 Abs. 1 VPO eine Par- teientschädigung zu. Der rektifizierten Honorarnote vom 4. September 2015 zufolge beläuft sich der geltend gemachte Aufwand für das vorliegende Beschwe rdeverfahren auf insgesamt 26,30 Stunden. Dieser Aufwand erscheint angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des mehrfachen Schriftenwechsels als angemessen. Hiervon werden 10,05 Stunden für anwaltliche Bemühungen zu einem Stundensa tz von CHF 200.— und 16,25 Stun- den zu einem Stundenansatz von CHF 180.— ausgewiesen. Für die Bemühungen von Volontä- rinnen und Volontären gemäss § 3 Abs. 3 der Tarifordnu ng für Anwältinnen und Anwälten vom 17. November 2003 können jedoch nur CHF 140.— pro Stu nde ausgerichtet werden. Nicht zu beanstanden sind die geltend gemachten Auslagen im Umfa ng von insgesamt CHF 7.—. Es ergibt sich demnach eine Parteientschädigung zu Lasten d er Beschwerdegegnerin in der Höhe von insgesamt Fr. 4‘635.35 (10,05 Stunden à Fr. 200.— sowie 16,25 Stunden à Fr. 140.— und Auslagen in der Höhe von CHF 7.— zuzüglich 8 % Mehrwertst euer). Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 21. Juli 2014 aufgehob en und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1 . Oktober 2012 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversi cherung be- sitzt. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 4‘635.35 (inkl. Ausl agen und 8% MWST) zu bezahlen.