B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-3170/2011 U r t e i l v o m 2 2 . O k t o b e r 2 0 1 2 Besetzung Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger, Richter Frank Seethaler, Gerichtsschreiberin Karin Behnke. Parteien A._______, vertreten durch Rechtsanwalt Beat Messerli, Beschwerdeführer, Gegen Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT, Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Diplomanerkennung. B-3170/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ (Beschwerdeführer) hat seinen Titel "dipl. Psychologe FH" mit- tels Umwandlung eines Abschlusses einer höheren Fachschule (Institut für Angewandte Psychologie Zürich) in ein Fachhochschuldiplom erwo r- ben (Beschwerdebeilage [BB] 2). Am 24. September 2010 ersuchte er das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) um Erlass einer Feststellungsverfügung zur Berechtigung der Führung des Mastertitels. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT (Vorinstanz) stell- te mittels Fests tellungsverfügung vom 28. April 2011 fest, dass der Beschwerdefürer im Sinne der Erwägungen nicht berechtigt sei, den Titel "Master of Science (Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich) in Angewandter Psychologie mit Vertiefung in Diagnostik und Beratu ng" bzw. den abgekürzten Titel "MSc (Hochschule für Angewandte Psychol o- gie Zürich)" zu führen. B. Mit Beschwerde vom 1. Juni 2011 focht der Beschwerdeführer die Verfü- gung an und beantragte, es sei festzustellen, dass er berechtigt sei, z u- sätzlich zum Titel "dipl. Psychologe FH" den Titel "Master of Science (Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich) in Angewandter Ps y- chologie mit Vertiefung in Diagnostik und Beratung " bzw. den abgekür z- ten Titel "MSc (Hochschule für Angewandte Psychologie Zürich)" zu füh- ren, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führ- te er aus, mit Art. 2 Psychologieberufegesetz vom 18. März 2011 (PsyG, SR 935.81 ) lege der Bundesgesetzgeber fest, dass altrechtliche Hoc h- schulabschlüsse an Universitäten und Fachho chschulen gleich wie ne u- rechtliche Masterabschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen den Zugang zur Weiterbildung und zu einer späteren Berufsausübung in einem bundesrechtlich reglementierten Psychologieberuf eröffneten. Der Bundesgesetzgeber nehme mi t seiner Wertung einen bereits bestehe n- den Rechtszustand auf. Es rechtfertige sich, im vorliegenden Zusa m- menhang die Gleichwertigkeit der Hochschulabschlüsse im künftigen PsyG heranzuziehen, da diese Wertung lediglich bestätige, was bereits nach heutiger P raxis gelte. Insofern liege auch keine vorwirkende A n- wendung des Gesetzes vor. Der Bund verlange im PsyG als Vorausse t- zung für den Zugang zur psychotherapeutischen Weiterbildung und für den Titelschutz ein Hochschulstudium in Psychologie an einer Universit ät oder an einer Fachhochschule. Eine psychologische Ausbildung auf B a- chelorstufe sei abweichend von der Regel nicht berufsqualifizierend. B-3170/2011 Seite 3 Soweit ein Vergleich mit dem heutigen B achelor- und Masterstudium des Departements für Angewandte Psychologie der Zürcher Fachhochschule für Angewandte Wissenschaften ( ZHAW) angestellt werde, könne sich dieser nicht an quan titativen Kriterien orientieren. Massgebend sei vie l- mehr ein Vergleich der erworbenen Kompetenzen. Sofern Absolventen eines Diplomstudiengangs in An gewandter Psychologie in einem ve r- gleichbaren Zeitraum in der Vergangenheit mindestens gleich hohe Ko m- petenzen erworben hätten wie Inhaber eines Universitätslizentiats, sei aus Gründen der Rechtsgleichheit das Recht zur Führung des Mastert i- tels ebenfalls zu bejahen. C. Mit Vernehmlassung vom 31. August 2011 hielt die Vorinstanz fest, mit der Revision des Fachhochschulgesetzes vom 6. Oktober 1995 (FHSG, SR 414.71) sei im Bereich der Fachhochschulen das Bachelor -/Master- System eingeführt worden. Aufgrund d es Systemwechsels vom altrechtli- chen Fachhochschuldiplom zum neuen Bachelordiplom, führe die Fac h- hochschulverordnung vom 11. September 1996 (FHSV, SR 414.711) in der Übergangsbestimmung A die altrechtlichen Fachhochschultitel weiter. Die Übergangsbestimmung B der FHSV räume den Inhaberinnen und I n- habern altrechtlicher Fachhochschuldiplome auch das Recht ein, ab dem 1. Januar 2009 zusätzlich den entsprech enden Bachelortitel zu tragen. Eine im Januar 2009 eingesetzte Arbeitsgruppe habe zum Ziel gehabt, das Niveau bestimmter Fachhochstudiengänge mit dem der neuen Ma s- terstudiengänge zu vergleichen. Bei der Beurteilung des altrechtlichen Fachhochschuldiploms in Angewandter Psychologie mit einem Masterdip- lom einer Fachhochschule habe sich die Arbeitsgruppe im W esentlichen auf einen curricularen Vergleich gestützt. Es bestünden deutliche Unte r- schiede zwischen dem altrechtlichen Fachhoch schulstudiengang und dem neuen Masterstudiengang. Das altrechtliche Fachhochschuldiplom habe insbesondere in der Forschung, den p sychologischen Grundlagen- fächern sowie den ergänzenden psychologischen Fächern deutlich wen i- ger Kompetenzen vermittelt, als es der heutige Masterstudiengang tue (gemäss Curricula -Vergleich ca. 217 ECTS -Punkte statt den heute ve r- langten 300 ECTS-Punkten). Aus der Tatsache, dass die (Schweizerische Universitätskonferenz) SUK altrechtlichen Universitätslizentiaten generell das Recht zur Führung von Mastertiteln erlaube, liessen sich keine Rückschlüsse auf die Situation an Fachhochschulen ziehen. Der Beschwerdeführer übersehe, dass die be i- den Ausbildungen andersartig seien und auch auf unterschiedlichen G e-B-3170/2011 Seite 4 setzesgrundlagen beruhten. In jedem Fall müsse der Vergleich des al t- rechtlichen Fachhochschuldiploms nicht mit dem Lizentiatsstudiengang von Universitäten, so ndern mit dem neurechtlichen Masterstudiengang von Fachhochschulen erfolgen. Aus der Tatsache, dass gewisse Kantone die altrechtlichen Fachhoc h- schuldiplomabschlüsse in der Praxis für die Zulassung zur selbstständ i- gen Berufsausübung oder zu Weiterbildun gsstudiengängen ähnlich wie ein altrechtliches Universitätslizentiat behandelten, könnten eben so w e- nig Rückschlüsse auf die Frage der Äquivalenz zwischen dem altrechtl i- chen und dem neurechtlichen Fachhochschul -Masterdiplom abgeleitet werden. Das PsyG sei ein Berufegesetz, in welchem die berufliche Gleichstellung der alten FH -Ausbildungen mit den heutigen Mastern vorgesehen sei. Diese sei nicht zu verwechseln mit der bildungsrechtlichen resp. hoc h- schulrechtlichen Gleichstellung der Ausbildungen. D. Mit Replik vom 16. Januar 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen An- trägen und an der Begründung fest. E. Mit Duplik vom 19. März 2012 hielt die Vorinstanz an ihrer Vernehmla s- sung fest. F. Mit Triplik vom 2. April 2012 und Quadruplik vom 22. Mai 2012 hielten die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundes verwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und gegebenenfalls inwiefern auf eine Beschwerde einz u- treten ist (BVGE 2007/6 E. 1 S. 45) Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom B-3170/2011 Seite 5 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) , sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden, zu denen auch die Vorinstanz zählt (Art. 33 Bst. d VGG). Der Beschwerd eführer ist Adressat der angefo chtenen Verfügung und durch diese berührt. Er hat e in schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung und ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 Bst. a VwVG). Eingabefrist und –form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde fris tgemäss bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 46 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2. 2.1 Das Fachhochschulwesen ist grundsätzlich im FHSG geregelt. Mit der Revision des FHSG vom 17. Dezember 2004 wurden u.a. der Grundsatz der zweistufigen Ausbildung (First Cycle/Bachelor und Second Cy c- le/Master) verankert und das Prinzip der Studienleistungen. Der Bachel o- rabschluss soll als Erstdiplom frühestens nach Erbringen einer Studie n- leistung von drei Jahren ausgestellt werden. Die Abkehr von einer fixen zeitlichen Dauer hängt mit dem Wechsel zum Kreditpunktesystem und zur Anrechnung von Studienleistungen nach ECTS zusammen (European Credit Transfer and Accumulation System; europaweit anerkanntes Sys- tem zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienlei s- tungen [http://www.crus.ch/information-programme/bologna-lehre/was-ist- ects.html]). Der Bachelor ist in der Regel berufsqualifizierend und löst das bisherige Fachhochschuldiplom ab . Die Z ulassung zum Fachhochschu l- studium auf der Masterstufe setzt ein Bachelordiplom oder einen gleic h- wertigen Hochschulabschluss voraus. Masterstudiengänge vermitteln z u- sätzliches vertieftes und spezialisiertes Wissen, zeichnen sich durch hohe Interdisziplinarität aus, erfordern hoch qualifiziertes Lehr - und Fo r- schungspersonal und eine entsprechend ausgestattete Infrastruktur. Sie sollen nur an Fachhochschulen angeboten werden, die sich über herau s- ragende Kompetenzen in Lehre sowie anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung ausweisen und auch über eine entsprechende Infr a- struktur verfügen. Die stark interdisziplinäre Ausgestaltung der zweiten Ausbildungsstufe und die Vernetzung mit anderen Kompetenzträgern wird zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit der ET H und den Universitäten führen (Botschaft zur Änderung des Fachhochschulgesetzes vom 5. Dezember 2003, BBl 2003 145 f., 152). B-3170/2011 Seite 6 Die Übergangsbestimmung B Abs. 2 FHSG überträgt dem Bundesrat die Kompetenz, die Titelführung für Personen, die vor dem Inkraftt reten der Änderung vom 17. Dezember 2004 dieses Gesetzes ein Fachhochschu l- diplom erworben oder ein Studium an einer Fachhochschule aufgeno m- men haben, zu regeln. Am 14. September 2005 erliess der Bundesrat Änderungen zur FHSV. Auf den 5. Oktober 2005 setzt e er Übergangsbestimmungen zur Änd e- rung vom 14. September 2005 in Kraft. Die Übergangsbestimmung B lau- tet: "Zusätzliche Titel 1Wer vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 14. September 2005 der Fachhochschul- verordnung oder gemäss Übergangsbestimmung A der Ä nderung vom 17. Dezember 2004 des FHSG ein Fachhochschuldiplom nach altem Recht erworben hat, kann ab dem 1. Januar 2009 zusätzlich zu den Titeln nach der Übergangsbestimmung A der Änderung vom 14. September 2005 der Fachhochschulverordnung, folgende geschützte Titel fü h- ren: a. "Bachelor of Science [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Ve rtiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]" (Abkürzung: BSc [Name der FH]); oder b. "Bachelor of Arts [Name der FH] In [Bezeichnung des Studienga ngs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung] (Abkürzung : BA [Name der FH]). 2Die Fachhochschulen entscheiden über die Zuordnung der Titel nach Absatz 1 Buchst a- ben a und b zu den nach bisherigem Recht erworbenen Fachhochschuldiplomen." 2.2 Die Übergangsbestimmung B Ab s. 1 FHSV berechtigt nach ihrem Wortlaut Inhaber von altrechtlichen Fac hhochschuldiplomen lediglich zur Führung des Bachelortitels, nicht jedoch d es Mastertitels. Es stellt sich die Frage, ob bezüglich des Mastertitels eine Lücke oder ein qualifiziertes Schweigen in der Übergangsbestimmung B Abs. 1 FHSV vorliegt. Eine Lücke im Gesetz ist gegeben, wenn sich eine Regelung als unvol l- ständig erweist, weil sie jede Antwort auf eine sich stellende Recht sfrage schuldig bleibt, und dah er als sachlich unhaltbar angesehen werden muss (zum Begriff der Gesetzeslücke bzw. der planwidrigen Unvollstä n- digkeit des Gesetzes vgl. BGE 131 II 562 E. 3.5 567 f.; BGE 128 I 34 E.3b S. 42; BGE 122 I 253 E. 6a S. 255; BGE 121 III 219 E. 1d/aa S. 225; HÄFELIN/MÜLLER, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl., B-3170/2011 Seite 7 Zürich 1998, S. 47 Rz. 200). Hat der Gesetzgeber eine Rechtsfrage nicht übersehen, sondern stillschweigend – im negativen Sinn – mitentschie- den (qualifiziertes Schweigen), ist kein Platz f ür richterliche Lückenfü l- lung. Ob in einem Fall eine Gesetzeslücke oder aber ein qualifiziertes Schweigen des Gesetzes vorliegt, ist eine Auslegungsfrage ( ULRICH HÄ- FELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundess taats- recht, Zürich/Basel/Genf 2008, 7. Aufl., Rz. 143). Wie die Vorinstanz ausgeführt hat, ist die 2009 eingesetzte Arbeitsgruppe zum Schluss gekommen, dass zwischen den beiden Ausbildungen im curricularen Bereich erhebliche Differenzen bestünden ( Forschung, psy- chologische Grundlagenfächer sowie ergänzende psychologische F ä- cher). Ferner erwog sie , die altrechtliche Universitätsausbildung und die Fachhochschulausbildung seien unterschiedlicher Natur , weshalb ein Vergleich des altrechtlichen Fachhochschuldiploms nicht mit dem Lizent i- atsstudiengang von Universitäten, sondern mit dem neurechtlichen Ma s- terstudiengang von Fachhochschulen zu erfo lgen habe. Aus dem U m- stand, dass gewisse Kantone die altrechtlichen Fachhochschuldiploma b- schlüsse in der Praxis für die Zulassung zur selbstständigen Beruf saus- übung oder zu Weiterbildungsstudiengängen ähnlich wie ein altrechtl i- ches Universitätslizentiat behandelten, könnten eben so wenig Rüc k- schlüsse auf die Frage der Äquivalenz zwischen dem altrechtlichen und dem neurechtlichen Fachhochschul-Masterdiplom abgeleitet werden. Die Arbeitsgruppe sah daher keine Veranlassung, die Übergangsbestimmung B zu revidieren. Aus der Übergangsbestimmung B FHSV lässt sich demnach kein A n- spruch des Beschwerdeführers auf Führen des Mastertitels ableiten. Es liegt keine Gesetzeslücke vor, die eine richterliche Lückenfüllung erla u- ben würde. 2.3 Unselbstständige Verordnungen beruhen , wie vorliegend, auf einer Ermächtigung zu r Rechtsetzung in einem Gesetz ( ULRICH HÄFE- LIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, Z ü- rich/St. Gallen 2010, 6. Aufl., Rz. 150). Die Delegation von Rechtse t- zungskompetenzen an die Exekutive stellt eine Durchbrechung des Grundsatzes der Gewaltenteilung dar und eine Einschränkung der dem o- kratischen Rechte . Aus diesem Gru nd wurde früher von einem Teil der Lehre (…) die Gesetzesdelegation an die Exekutive als Änderung der verfassungsmässigen Kompetenzordnung aufgefasst und für unzulässig erklärt. Lehre und Praxis anerkennen heute die grundsätzliche Zulässi g-B-3170/2011 Seite 8 keit der Gesetzes delegation an die Exekutive, legen aber Wert darauf, Grenzen zu ziehen, welche eine Aushöhlung der gewaltenteiligen und demokratischen Verfassungsordnung verhindern sollen. Art. 164 Abs. 2 BV sieht ausdrücklich vor, dass Rechtsetzungsbefugnisse durch Bundes- gesetz übertragen werden können, soweit dies nicht durch die Bunde s- verfassung ausgeschlossen wird. Nach der Rechtsprechung (BGE 134 I 322, 329 f.; 128 I 113, 122; BVGer, Urteil A-1543/2006 vom 14. April 2009 E. 3.2) ist die Gesetzesdelegation nur zulässig , wenn folgende vier Vo r- aussetzungen erfüllt sind: Die Gesetzesdelegation darf nicht durch die Verfassung ausgeschlossen sein, die Delegationsnorm muss in einem Gesetz enthalten sein, die Delegation muss sich auf eine bestimmte, g e- nau umschriebene Materie beschränken und die Grundzüge der delegier- ten Materie, d.h. die wichtigen Regelungen, müssen in einem Gesetz um- schrieben sein ( ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, a.a.O., Rz. 406 ff.). Die Übergangsbestimmung B Abs. 2 des FHSG lautet: "2Der Bundesrat regelt die Titelführung für Personen, die vor dem Inkrafttreten der Änd e- rung vom 17. Dezember 2004 dieses Gesetzes ein Fachhochschuldiplom erworben oder ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen haben." Der Wortlaut der Übergangsbestimmung B FHSV wurde bereits in Ziff. 2.1 hiervor aufgeführt. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die vier kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen vorliegend nicht erfüllt sein sollten 2.4 Die Verweigerung des Rechts auf Führung des Mastertite ls wäre frei- lich ein Verstoss gegen das Gleichheitsgebot (Art. 8 Abs. 1 BV), wenn die Abschlüsse der Inhaber von altrechtlichen Fachhochschuldiplomen nicht dem Niveau eine s Bachelors, sondern effektiv dem Master (auf Hoc h- schulebene) entsprächen. Es ist demnach die Gleichwertigkeit der Masterausbildung auf Fachhoc h- schulebene zum einen und der altrechtlichen Fachhochschuldiplomau s- bildung zum andern zu überprüfen. Bei dieser Prüfung ist Zurückhaltung zu üben und der Behörde ein gewisser Beurteilungsspielraum zuzugeste- hen, da es um fachtechnische Fragen geht (vgl. Urteil des BVGer B - 6954/2011 E. 4.1). Bei der vorzunehmenden Gleichwertigkeitsprüfung sind die Inhalte des curriculums des altrechtlichen Diplomstudiums an der Fachhochschule zu vergleichen und eine e ntsprechende Gesamtwürd i- gung vorzunehmen (vgl. Urteil des BVGer B-6954/2011 E. 6). B-3170/2011 Seite 9 Vorliegend hat eine vom BBT eingesetzte Arbeitsgruppe (Vertretungen des BBT und der KFH [Konferenz der Fachhochschulen; www.hkb.bfh.ch/fileadmin/PDFs/Verwaltung/StudAdmin/BBT_MH_Diplom e_Gleichwertigkeit_Auszug_BFH.pdf]) die Ausbildungsgänge zum Master und zum altrechtlichen Fachhochschuldiplom in angewandter Psychol o- gie miteinander verglichen. Die Vorinstanz hat sich der Würdigung dieser Arbeitsgruppe angeschlossen. Danach bestanden deutliche Unterschiede zwischen dem altrechtlichen Fachhoch schulstudiengang und dem neuen Masterstudiengang. Das altrechtliche Fachhochschuldiplom hat insb e- sondere in der Forschung, den psychologischen Grundlagenfächern s o- wie den ergänzenden psychologischen Fächern deutlich weniger Kompe- tenzen vermittelt als der heutige Masterstudiengang (gemäss Curricula - Vergleich ca. 217 ECTS -Punkte statt den heute verlangten 300 ECTS - Punkten). Ferner wurde ergänzend die unterschiedliche Studiendauer be- rücksichtigt. Diese Gleichwertigkeitsprüfung resp. deren Resultate sind nachvollzieh- bar. D ass und inwieweit die Vorinstanz durch deren Würdigung den ihr zustehenden Beurteilungsspielraum überschritten hätte, ist nicht ersich t- lich. 2.5 Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung der Wirtschaft s- freiheit gemäss Art. 27 BV , da er Gefahr laufe , bei gewissen Stellen - ausschreibungen nicht berücksichtigt zu werden , weil auf dem Arbeit s- markt immer öfter eine Masterqualifikation verlangt werde. Die Wirtschaftsfreihei t bedeutet das Recht des Einzelnen, uneing e- schränkt von staatlichen Massnamen jede privatwirtschaftliche Erwerb s- tätigkeit auszuüben und einen privatwirtschaftlichen Beruf frei zu wählen (HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 628 ff.). Die Wirtschaftsfreiheit um- fasst die freie Wahl der Ausbildungsstätte nur mit Einschränkungen. So ist ein Zugang zu einer Universität nicht von der Wirtschaftsfreiheit erfasst (HÄFELIN/HALLER/KELLER, a.a.O., Rz. 651). Bei der Anerkennung von Dip- lomen gilt es, zwischen der beruflic hen Anerkennung und der akadem i- schen Anerkennung zu unterscheiden. Mit der beruflichen Anerkennung ist diejenige Anerkennung gemeint, die für die Berufsausübung oder B e- rufszulassung nötig ist. Im Gegensatz dazu ist die akademische Anerken- nung jene im Hinblick auf die Zulassung zu weiterführenden Ausbildungs- gängen und Nachdip lomstudien (http://berufsberatung.ch/dyn/6236.aspx, besucht am 11.09.2012). Während die berufliche Anerkennung unter dem Schutz der Wirtschaftsfreiheit steht, kann die akademische Anerkennung B-3170/2011 Seite 10 nicht davon erfasst werden, wenn dies schon beim Zugang zu einer Un i- versität nicht der Fall ist (vgl. B-4383/2011 vom 12. Januar 2012). 2.5.1 Soweit der Beschwerdeführer sich im Zusammenhang mit der aka- demischen Anerkennung auf Art. 27 BV beruft, kann ihm daher nicht g e- folgt werden. 2.5.2 In Bezug auf die berufliche Anerkennung des Fachhochschula b- schlusses des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass dieser Abschluss seinen Wert beibehält. Gemäss Art. 2 Ps yG gelten als anerkannte A b- schlüsse die Abschlüsse eines Hochschulstudiums im Hauptfach Psycho- logie: Darunter fallen sowohl die Masterabschlüsse der gemäss der B o- logna-Reform neu strukturierten Studiengänge als auch die der früheren Bildungssystematik entsprechenden Lizenziats- und Diplomabschlüsse in Psychologie. Damit ist sichergestellt, dass Lizentiate und Diplome ihren Wert beibehalten, insbesondere mit Blick auf den Zugang zur Weiterbi l- dung und einer ev entuellen späteren (selbstständigen) Berufsausübung im Bereich der Psychotherapie (Botschaft zum Psychologieberufegesetz vom 30. September 2009, BBl 2009, 6897, 6927). Es kommt hinzu, dass dem Beschwerdeführer aufgrund des PsyG gleich wie Absolventen ne u- rechtlicher Masterabschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen der Zugang zur Weiterbildung eröffnet ist, welcher normalerweise von der akademischen Anerkennung erfasst ist. Auch bezüglich der beruflichen Anerkennung kann sich der Beschwerd e- führer daher nicht auf Art. 27 BV berufen. 2.6 Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, sein Fachhoc h- schulabschluss werde im PsyG einem universitären Lizentiat oder Diplom oder einem Masterabschluss an einer Universität ausdrücklich gleichg e- stellt. Es rechtfe rtige sich im vorliegenden Zusammenhang , die Gleic h- wertigkeit der genannten Abschlüsse auch in der Fachhochschulgeset z- gebung heranzuziehen. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, kann der Beschwerdeführer aus Art. 2 PsyG nichts zu seinen Gunsten ableiten, da es sich bei diesem Gesetz um ein Berufegesetz handelt und beim FHSG um ein bildung s- rechtliches bzw. hochschulrechtliches Gesetz. Die Frage, ob der Beschwerdeführer aus Art. 2 PsyG ein Recht zur Mas- tertitelführung ableiten kann, braucht jedoch letztlich nicht abschliessend B-3170/2011 Seite 11 beantwortet zu werden, da Art. 2 PsyG noch nicht in Kraft steht; dessen Berücksichtigung käme daher der Annahme einer Vorwirkung gleich. Vorwirkung eines Erlasses bedeutet, dass ein Erlass Rechtswirkungen zeitigt, obwohl er noch nicht in Kraft getreten ist. Eine derartige positive Vorwirkung ist grundsätzlich unzulässig, und zwar auch dann, wenn dafür eine besondere gesetzliche Grundlage besteht. Gegen die Zulässigkeit der positiven Vorwirkung spricht neben dem Legalitätsprin zip vor allem die Tatsache, dass in der Regel nicht vorhergesehen werden kann, ob und wann eine neue Regelung in Kraft tritt (Grundsatz der Rechtssiche r- heit; vgl. BGE 125 II 278, 282; für den Fall einer geringfügigen Vorwirkung von Verfahrensvorschriften s iehe Entscheid des Bundesrates, VPB 69 [2005] Nr. 111; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 346 ff.). 3. 3.1 Die Beschwerde ist damit abzuweisen. 3.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer ko s- tenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtskosten sind nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und der fina n- ziellen Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Sie werden auf Fr. 1'000. - festgesetzt und mit dem vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3.3 Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.- werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Sie werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.- verrechnet. B-3170/2011 Seite 12 3. Es werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 2011-06-30/180;Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Vera Marantelli Karin Behnke Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rech tsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren B e- gründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthal ten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Bin Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 23. Oktober 2012