18. Dezember 1987 N 1887 Interpellation Zwingli dertales und als mögliche Ersatzlösung für die von den eidgenössischen Räten gestrichene N 6 durch den Rawil einen hochwertigen Autoverlad zwischen der N 8 im Räume Spiez und der N 9 im Wallis unter Einbezug der Strasse Gampel-Goppenstein zu prüfen. Für den Autotransport durch den Simplon wird ein Ausbauprojekt der Verladeanla- gen in Iselle bearbeitet. Das weitere Vorgehen wird dann in Kenntnis des Investitionsaufwandes und der mutmasslichen Verkehrsentwicklung festgelegt. 4. Im alpenquerenden Gütertransit weist der Huckepackver- kehr ein hohes Transportpotential auf. Erste Massnahmen zur Verbesserung des Leistungsangebotes wurden eingelei- tet. Seit Oktober 1987 bieten die SBB eine zusätzliche schnelle Tagesverbindung Basel-Lugano und umgekehrt an, wobei Lastwagen, welche die schweizerische Gewichtslimite von 281 nicht überschreiten, zu einem güns- tigeren Tarif transportiert werden. Mit dieser neuen Verbin- dung sowie durch Ausnützung von Reserven und den Ein- satz von neuem Rollmaterial sind die SBB in der Lage, bis Ende Mai 1988 35 000 zusätzliche Verladeplätze im beman- nten Huckepackverkehr («rollende Autobahn») anzubieten. Das Angebot erhöht sich damit um 88 Prozent auf 74 500 Verladeplätze im Jahr. Im unbemannten Huckepackverkehr können die SBB ihr Transporangebot innert Jahresfrist schrittweise um 20 Pro- zent ausweiten. Nach Ablieferung von neuem Rollmaterial und durch den Einsatz von Wagen anderer Huckepackgesel- lschaften wird es dann möglich sein, pro Jahr rund 70 000 Sattelauflieger oder Wechselbehälter zu transportieren; 1986 wurden 58400 Transporteinheiten befördert. Im Zei- traum von 2 bis 3 Jahren werden die SBB bei entsprechen- der Entwicklung der Nachfrage die Kapazität auf ein Trans- portvolumen von rund 100 000 Sattelaufliegern oder Wech- selbehältern pro Jahr ausbauen. Ab Beginn 1988 dürfte es möglich sein, Lastwagen mit 10 cm grösseren Eckhöhen durch den Gotthard zu transportie- ren. Die zulässigen Lastwagenmasse werden somit im bemannten Huckepackverkehr von heute 3,70 auf 3,80 m und im unbemannten Verkehr bei Verwendung von Tas- chenwagen von 3,80 auf 3,90 m erhöht. Die Zahl der im Huckepack transportierbaren Lastwagen wird sich damit mindestens verdoppeln. Für den Ausbau der Huckepackterminals im Norden (Riela- singen) und im Süden (Busto Arsizio) liegen konkrete Pläne vor. Für den Bau eines Huckepackterminals in Chiasso wird ein Projekt ausgearbeitet. Für den mittelfristigen Weiterausbau des Huckepackver- kehrs am Gotthard haben die SBB eine Streckenkapazität für insgesamt 40 Huckepackzüge pro Tag vorgesehen. Heute verkehren 23 Züge. Die SBB haben vom Bundesrat den Auftreag erhalten, über diese Aktionen hinaus die mittel-und langfristigen Massnah- men zur Leistungssteigerung im Huckepackverkehr weiter zu verfolgen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt. #ST# 87.569 Interpellation Zwingli Zugsverspätungen auf der Strecke St. Gallen-Sargans Liaison ferroviaire St-Gall-Sargans. Retard des trains Wortlaut der Interpellation vom 30. September 1987 Ist der Bundesrat bereit, den seit dem Fahrplanwechsel am 31. Mai 1987 häufigen Zugsverspätungen auf der Strecke St. Gallen- St. Margrethen-Buchs-Sargans durch bauliche Massnahmen unverzüglich und wirkungsvoll den Kampf an- zusagen? Texte de l'interpellation du 30 septembre 1987 Depuis le changement d'horaire du 31 mai 1987, les trains circulant sur la ligne St-Gall-St-Margrethen-Buchs-Sar- gans ont souvent du retard. Le Conseil fédéral est-il prêt à y remédier immédiatement et de façon efficace en ordonnant l'exécution des travaux nécessaires? Mitunterzeichner-Cosignataires: Aliesch, Ammann-St. Gal- len, Bürer-Walenstadt, Eppenberger-Nesslau, Giger, Kühne, Nef, Oehler, Ruckstuhl (9) Schriftliche Begründung - Développement par écrit Seit dem Fahrplanwechsel ist das Zugsangebot auf allen Abschnitten der Strecke St. Gallen-Sargans erfreulich erweitert worden. Die Bevölkerung musste dieses Mehran- gebot mit häufigen und lästigen Zugsverspätungen er- kaufen. Anfänglich wurde den Bahnkunden versichert, dass diese Verspätungen nach einer Einführungszeit wieder verschwin- den werden. Diese Hoffnung ging bisher nicht in Erfüllung. Bei der heutigen Zugsdichte führt die kleinste Störung zu einer ganzen Kette von Verspätungen. Daran vermag offen- bar auch der vorbildlichste Einsatz des zuständigen Bahn- personals nichts zu ändern. Ich bin darüber informiert, dass die konkreten Ursachen von Verspätungen laufend erfasst werden. Offenbar erfordert die Vermeidung dieser Verspät- ungen konkrete bauliche Massnahmen. In der heutigen Situation sind die SBB in dieser Region auf dem besten Weg, ihren guten Ruf für Pünktlichkeit zu verlieren. Auf der Strecke Mörschwil-Goldach sind die Kunstbauten für die zweite Spur seit Jahrzehnten vorhanden. Pikanter- weise hängt auch der Fahrdraht für die zweite Spur seit meiner Bubenzeit an den Masten. Umso unverständlicher ist mir, dass auf dieser schon seit langem vorbereiteten Doppel- spurstrecke noch immer die Schienen fehlen. Auch im Rheintal erfordert offenbar die wirksame Bekämpfung der häufigen Verspätungen die Erstellung weiterer Doppelspur- strecken und den Ausbau der Bahnhofanlagen St. Margret- hen und Heerbrugg. Es ist notwendig, diesen Ausbau unver- züglich an die Hand zu nehmen, um den guten Ruf unserer Bahnen und ihres Personals für Zuverlässigkeit und Pünkt- lichkeit wieder herzustellen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 30. November 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 30 novembre 1987 In der Vernehmlassung zum Fahrplan 1987/89 meldete der Kanton St. Gallen zahlreiche Begehren an, welche eine quantitative und qualitative Verbesserung des Zugsangebo- tes auf der Strecke St. Gallen-Rorschach-Buchs-Sargans zum Ziele hatten. So wurden sowohl stündliche Schnellzüge zwischen St. Gallen und Chur als auch die Beschleunigung und durchgehende Führung der Regionalzüge von St. Gal- len bis Sargans gefordert. Dem Wunsch nach stündlichen Schnellzügen konnte mit Rücksicht auf die ungenügende Streckenkapazität mit lan- gen Stationsabständen auf den einspurigen Strecken nur in beschränktem Ausmass entsprochen werden. Im Regionalzugsbereich galt es, dem Begehren des Kantons St. Gallen um die durchgehende Führung der Regionalzüge nachzukommen, gleichzeitig aber auch in Sargans und in St. Gallen gute Verbindungen zu den Schnellzügen in Rich- tung Zürich zu vermitteln. Die Erfüllung des Begehrens war daher nur mit einer Beschleunigung der Regionalzüge von bis zu 7 Minuten möglich. Die Erfahrungen mit dem neuen Konzept haben gezeigt, dass die verkürzten Fahr- und Aufenthaltszeiten nur unter günstigsten Voraussetzungen eingehalten werden können. Schon kleine Verzögerungen durch Ueberschreiten der Auf- enthaltszeiten führen zu Folgeverspätungen der Kreuzungs- und Anschlusszüge, die über die eigentliche Rheintalstrecke hinausreichen.Interpellation Rechsteiner 1888 N 18 décembre 1987 Die SBB haben diese Situation nicht tatenlos hingenom- men. Nachdem es sich gezeigt hatte, dass bestimmte Regio- nalzüge regelmässig wegen Nebenaufgaben, wie Cargo Rapid und Postbeförderung, die Fahrzeiten nicht einhalten konnten, wurden bereits im Laufe des Sommers zusätzliche Nebenaufgabenzüge eingelegt. Trotzdem bleibt die Betriebslage im Rheintal äusserst angespannt, und schon kleinste Störfaktoren führen zu unliebsamen Folgeverspät- ungen. Als zusätzliche Massnahme gelangen ab Mitte November daher Regionalzugskompositionen mit automatischer Tür- schliessung zum Einsatz, welche von ändern Strecken abge- zogen werden mussten. Sollten die getroffenen Massnahmen zu keiner Verbesse- rung führen, so muss ernsthaft erwogen werden, das am 31. Mai 1987 eingeführte Regionalzugskonzept wieder auf- zugeben und durch das frühere zu ersetzen, bis die nötigen Voraussetzungen durch Ausbauten der Infrastruktur geschaffen sind. Solche Ausbauten sind im Rahmen des Projekts «Bahn 2000» vorgesehen. Darin sind die Erstellung der Doppelspur zwischen St. Fiden und Goldach, die Erstel- lung von zwei Doppelspurinseln im Rheintal sowie der Ersatz mehrerer veralteter Sicherungsanlagen vorgesehen. Im weiteren hat der Regierungsrat des Kantons St. Gallen bereits vor einiger Zeit durch ein privates Studienbüro ein Projekt erarbeiten lassen, das die Verkehrsverbindungen zwischen Bodensee und Sargans untersucht und Verbesse- rungsvorschläge unterbreitet. Man wird versuchen, daraus einen Nutzen für die Verbesserung der Bahnverbindungen zu ziehen. Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt. #ST# 87.551 Interpellation Müller-Meilen Jubiläumsfeier 1991. Aktion «Lernt die Eidgenossen kennen» Festivités de 1991. Rencontre des diverses communautés linguistiques et culturelles Wortlaut der Interpellation vom 22. September 1987 Nach der Absage der fünf Innerschweizer Kantone an das umfangreiche CH 91-Programm und der Konzentration auf die Jubiläumsfeier und den «Weg der Schweiz» um den Urnersee wäre es sinnvoll, die Jahrhundertfeier durch eine «Aktion Begegnung» unter dem Motto «Lernt die Eidgenos- sen kennen» zu ergänzen und zu beleben. Sie könnte dazu beitragen, das Einvernehmen zwischen den verschiedenen Sprach- und Kulturgebieten zu fördern und die verschiede- nen Landesteile einander näher zu bringen. Sie gäbe der Initiative und der spontanen Aktivität von Gemeinden, Fami- lien, Vereinen, Gruppen und Firmen ein vielfältiges Feld für Austausch- und Begegnungsaktionen. Wie stellt sich der Bundesrat zu dieser Idee? Wo sieht er die Möglichkeit des Bundes, die Verwirklichung einer solchen Idee mitzutragen, insbesondere sich an einer Vermittlungsstelle als Basisorganisation zu beteiligen? Texte de l'interpellation du 22 septembre 1987 Après le refus par les cinq cantons de Suisse centrale du vaste programme de manifestations de CH 91 et le retour à un projet plus modeste centré sur la célébration du 700e anniversaire et la «Voie suisse» sur les bords du lac d'Uri, il serait judicieux de compléter les festivités par des rencon- tres entre communautés linguistiques et culturelles de Suisse sous le thème «Apprenez à connaître vos confé- dérés» ou «Faites la connaissance de vos confédérés». Un tel projet pourrait contribuer à renforcer la compréhen- sion mutuelle entre les diverses régions de notre pays et à les rapprocher. Il ferait appel à l'initiative et à l'activité spontanée des communes, associations, groupements, entreprises et familles, et permettrait de multiples échanges et rencontres. Que pense le Conseil fédéral de ce projet? Estime-t-il possi- ble la participation de l'autorité fédérale à sa réalisation, notamment par une organisation de base servant à faciliter les contacts? Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. November 1987 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 novembre 1987 Nach der Ablehnung der CH 91-Vorlagen durch die Stimm- bürger der Innerschweiz hat der Bundesrat beschlossen, seine Anstrengungen auf eine würdige und eindrückliche 700-Jahrfeier in Schwyz zu konzentrieren. Er hat eine Arbeitsgruppe, die «groupe de réflexion», beauftragt, bis Ende dieses Jahres ein neues Konzept zu erarbeiten. Die Gruppe hat ihre Arbeiten im September aufgenommen. Neben dieser zentralen Feier sind Veranstaltungen im gan- zen Land durchaus erwünscht. Der Bundesrat hat dies den Kantonsregierungen mit Schreiben vom 24. Juni 1987 mit- geteilt. Dabei hat er darauf hingewiesen, dass derartige Unternehmen Sache der jeweiligen Veranstalter seien. Die vom Interpellanten vorgeschlagene «Aktion Begegnung» passt durchaus ins Konzept landesweiter Veranstaltungen. Sie wird von uns ausdrücklich begrüsst, kann sie doch dazu beitragen, das gegenseitige Verständnis unter den Sprach- und Kulturgruppen zu fördern, ein Anliegen, das in einer Willensnation wie der unsrigen von grösster Bedeutung ist. Aktionen dieser Art müssen indessen spontan entstehen, und sie sind der Initiative einzelner Gruppen zu überlassen. Eine Vermittlungsstelle sollte sich deshalb erübrigen. Hinge- gen wird später zu prüfen sein, ob eine Auskunftsstelle angezeigt wäre, die über die Aktionen informieren könnte. Gegebenenfalls würde diese Aufgabe der Organisation, die die 700-Jahrfeiern betreut, übertragen. Abstimmung - Vote Für den Antrag auf Diskussion Dagegen offensichtliche Mehrheit Minderheit Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates befriedigt. #ST# 87.374 Interpellation Rechsteiner AKW. Risiken beim Betrieb Centrales nucléaires. Réexamen des risques Wortlaut der Interpellation vom 19. März 1987 Nach Tschernobyl und aufgrund der inzwischen gewonne- nen Erkenntnisse drängt es sich auch für die Bundesbehör- den auf, die Risiken beim Betrieb der schweizerischen Atomkraftwerke neu zu überdenken. Ich ersuche den Bun- desrat deshalb, folgende Fragen zu beantworten: 1. In der Wissenschaft wird postuliert, dass aufgrund der Umweltkatastrophen der letzten Zeit die Risikophilosophie, auf der die moderne Technologie aufgebaut ist, grundle- gend neu überprüft werden müsse (vgl. z. B. Prof. Binswan-Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Zwingli Zugsverspätungen auf der Strecke St. Gallen-Sargans Interpellation Zwingli Liaison ferroviaire St-Gall-Sargans. Retard des trains In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 13 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.569 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 18.12.1987 - 08:00 Date Data Seite 1887-1888 Page Pagina Ref. No 20 016 027 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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