<h2>SubmittedText<h2><p>Der Mangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie an Fachleuten mit einem naturwissenschaftlichen Studienabschluss, aber auch der Mangel an Studentinnen und Studenten in den entsprechenden Fächern ist eine anerkannte Tatsache. Unsere Wirtschaft ist auf in- oder ausländische Spezialistinnen und Spezialisten in diesen Disziplinen angewiesen. Aber die Rekrutierung von Fachleuten aus dem Ausland gestaltet sich zunehmend schwierig, da diese in ihrem Land Stellen finden. Zudem ist das Ausländergesetz so ausgestaltet, dass Inhaberinnen und Inhaber ausländischer Diplome von unseren Hochschulen ausgeschlossen werden.</p><p>Es ist zu befürchten, dass sich dieser Zustand noch verschlimmern wird. Angesichts dieser Umstände wird der Bundesrat beauftragt, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist er der Ansicht, dass unsere Wirtschaft unter diesem Mangel an Fachkräften leidet?</p><p>2. Sind die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft bezifferbar?</p><p>3. Welches sind die Folgen für Schwierigkeiten im Bereich der Migration?</p><p>4. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um in dieser Lage Abhilfe zu schaffen? Hat er kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen vorgesehen? Hat er insbesondere Massnahmen vorgesehen, um den Unterricht in Naturwissenschaften und technischen Wissenschaften in Primar- und Sekundarschulen zu verbessern? Was ist zu tun, um Ausländerinnen und Ausländer, die an einer unserer Hochschulen diplomiert worden sind, im Land zu behalten? Wie kann das Ansehen von Technologie und Wissenschaft in der Öffentlichkeit verbessert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Interpellation greift für die Entwicklung unserer Volkswirtschaft zentrale Fragen auf. Denn qualifizierte Arbeitskräfte sind der Motor für die Innovations-, Wettbewerbs- und Wachstumsfähigkeit unserer Volkswirtschaft. Mit ihrer Kreativität bei der Suche nach immer neuen oder verbesserten technischen Lösungen tragen Ingenieure massgeblich zur Innovationskraft des Werkplatzes Schweiz bei. Sie verleihen unserer Forschung eine grosse Leistungskraft, dank der unser Land im internationalen Wettbewerb bisher sehr gut bestehen konnte. Doch die Zahl der Abschlüsse in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik (NMT) auf den Stufen Diplom und Lizenziat/Master stagniert seit Jahren.</p><p>Verschiedene parlamentarische Vorstösse sind eingereicht worden, die sich mit dem Fachkräftemangel und der Nachwuchsförderung, namentlich in den NMT, befassen (Postulat Hochreutener 07.3538; Postulat Recordon 07.3747; Postulat Widmer 07.3810; Postulat Fetz 05.3508). Der Bundesrat ist zurzeit in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitswelt, der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren und den Hochschulen an der Erarbeitung eines Berichtes zur Klärung der Gründe des Fachkräftemangels in den technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen und möglicher Massnahmen zur Nachwuchsförderung sowie zur Steigerung der Attraktivität dieser Berufsfelder.</p><p>Der Bericht des Bundesrates wird zu den Fragen ausführlich Stellung beziehen und entsprechende Lösungsvorschläge unterbreiten. Ziel ist es, den Bericht Mitte 2009 zu verabschieden und entsprechende Massnahmen einzuleiten.</p><p>Vorgängig haben Bund, Kantone und weitere Organisationen bereits Vorkehrungen zur Förderung des Nachwuchses in Gang gesetzt. Als Beispiel kann auf die am 6. November 2008 vom Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement lancierte nationale Innovationskonferenz mit dem Schwerpunktthema "Nachwuchsförderung NMT" verwiesen werden, an der ein Massnahmenplan verabschiedet wurde, der bestehende Kräfte bündelt, Transparenz und Synergien schafft, nachhaltige Impulse für die Nachwuchsförderung NMT gibt und eine neuartige Partnerschaft zwischen Wirtschaft, Bund, Kantonen und Schulen begründet. Schliesslich wird auch die diesjährige nationale Lehrstellenkonferenz vom 28. November 2008 dem Fachkräftemangel eine zentrale Rolle einräumen.</p>  Antwort des Bundesrates.