<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00289</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204908&amp;W10_KEY=13013566&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00289</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.03.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausnahmebewilligung (Überschreitung der maximalen Gebäudehöhe) Keine Verletzung der Untersuchungspflicht (E. 4.2) Keine Berücksichtigung der neuen tatsächlichen Behauptungen (E. 5.2) Besondere Verhältnisse, die eine Ausnahmesituation bilden, müssen grundsätzlich objektiver Art sein und dürfen nicht in den persönlichen Verhältnissen von Bauwilligen begründet sein. Die angeführte behindertengerechte Erschliessung der Mansardenwohnung vermag keine Ausnahmebewilligung betreffend die deutliche Überschreitung der maximalen Gebäudehöhe zu rechtfertigen (E. 6.2). Abweisung der Beschwerde</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEGRUND">AUSNAHMEGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHINDERTENGERECHT">BEHINDERTENGERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEHÃHE">GEBÃUDEHÃHE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LIFTANBAU">LIFTANBAU</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVEN">NOVEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NOVENVERBOT">NOVENVERBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNGENÃGENDE/-R/-S">UNGENÃGENDE/-R/-S</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSUCHUNGSPFLICHT">UNTERSUCHUNGSPFLICHT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">§ 220 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 338a Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 52 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 13 Abs. I BZO ZÃ¼rich</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich erteilte E mit Beschluss vom 17. Dezember 2003 die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r einen Liftanbau, der an der SÃ¼dwestfassade seiner Liegenschaft (Kat.-Nr. 01) an der L-Strasse in ZÃ¼rich-Wipkingen angebracht werden soll. Eine Ausnahmebewilligung, die eine Lifterschliessung bis ins Dachgeschoss ermÃ¶glichen wÃ¼rde, verweigerte sie jedoch.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen die Verweigerung der Ausnahmebewilligung liess E (vorsorglich) Rekurs erheben. Auf sein gleichzeitig gestelltes WiedererwÃ¤gungsgesuch trat die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich am 3. Februar 2004 nicht ein. Die Baurekurskommission I hat den Rekurs mit Entscheid vom 4. Juni 2004 abgewiesen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 8. Juli 2004 liess E dem Verwaltungsgericht beantragen, der Entscheid der Baurekurskommission I sei aufzuheben und es sei das Vorliegen der notwendigen AusnahmegrÃ¼nde fÃ¼r den Liftanbau bis ins Dachgeschoss festzustellen. Die BaubehÃ¶rde sei einzuladen, diejenigen Ziffern der Baubewilligung aufzuheben bzw. anzupassen, welche der Ausnahmebewilligung entgegenstÃ¼nden. Sodann sei ihm eine angemessene ProzessentschÃ¤digung zu entrichten.</p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerdeantwort vom 31. August 2004 beantragte die Bausektion der Stadt ZÃ¼rich die Abweisung der Beschwerde. Ebenso schloss die Vorinstanz am 20. Juli 2004 auf Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Urteilstext">Mit Schreiben vom 7. Dezember 2004 teilte die Rechtsvertreterin von E dem Verwaltungsgericht dessen Tod mit und erklÃ¤rte den Eintritt von A, B und C als Erbinnen von E in das Verfahren. Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. Dezember 2004 nahm das Verwaltungsgericht vom Eintritt der Erbinnen Vormerk.</p> <p class="Urteilstext">Die Parteivorbringen sowie die ErwÃ¤gungen der Vorinstanz werden â soweit entscheidrelevant â in den nachfolgenden EntscheidgrÃ¼nden wieder gegeben.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) ist zu Rekurs und Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene Anordnung berÃ¼hrt ist und ein schutzwÃ¼rdiges Interesse an ihrer Aufhebung oder Ãnderung hat. Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind GesamteigentÃ¼merinnen der Liegenschaft Kat.-Nr. 01 und deshalb ohne <span>weiteres zur Beschwerde </span>legitimiert. Auf die formrichtig und fristgerecht erhobene Beschwerde ist deshalb einzutreten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden beabsichtigen unter anderem, das 1910 erstellte, in der Wohnzone W3 liegende Mehrfamilienhaus (Kat.-Nr. 01) an der L-Strasse in ZÃ¼rich-Wipkingen Ã¼ber einen sÃ¼dwestseitigen, aussenliegenden Lift zu erschliessen. Der projektierte Liftanbau soll in einer Glas-Leichtmetall-Konstruktion ausgefÃ¼hrt werden und bis ins Dachgeschoss reichen.</p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss Art. 13 Abs. 1 der geltenden Bau- und Zonenordnung der Stadt ZÃ¼rich (BZO) betrÃ¤gt die maximal zulÃ¤ssige GebÃ¤udehÃ¶he in der Wohnzone W3 11,5 m. Der geplante Liftanbau hat eine HÃ¶he von 14,25 m und Ã¼berschreitet demnach die zulÃ¤ssige GebÃ¤udehÃ¶he um 2,75 m. FÃ¼r diese Ãberschreitung sowie die Verletzung der ohnehin schon Ã¼berschrittenen AusnÃ¼tzung durch den Liftanbau ersuchte die Bauherrschaft um eine Ausnahmebewilligung. WÃ¤hrend die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde diese fÃ¼r die zusÃ¤tzliche Ãberschreitung der zulÃ¤ssigen AusnÃ¼tzung erteilte, verweigerte sie die Ausnahmebewilligung in Bezug auf die Ãberschreitung der maximalen GebÃ¤udehÃ¶he. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte sie an, aus den PlÃ¤nen gehe hervor, dass ein Lift nicht ohne weiteres in die gebÃ¤udeinterne Struktur eingepasst werden kÃ¶nne. Die projektierte behinderten- bzw. betagtengerechte Erschliessung erfolge direkt auf Geschossniveau, was die Nutzung durch behinderte und betagte Menschen erleichtere oder erst ermÃ¶gliche. Da § 220 Abs. 2 und 3 PBG Rechnung getragen werde, kÃ¶nne der Dispens von den Vorschriften Ã¼ber die AusnÃ¼tzung erteilt werden. Hingegen erachtete die kommunale BaubehÃ¶rde die Voraussetzungen fÃ¼r eine Ausnahmebewilligung in Bezug auf die maximal zulÃ¤ssige GebÃ¤udehÃ¶he als nicht erfÃ¼llt, weil zur Erschliessung des Dachgeschosses eine "geschosshohe GebÃ¤udemehrhÃ¶he" erforderlich wÃ¤re und einem "gebÃ¤udeinternen Wohnungsabtausch" nichts entgegenstehe.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren richtet sich ausschliesslich gegen diese verweigerte Ausnahmebewilligung.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden bringen vor, die Vorinstanz habe sich nur mit den persÃ¶nlichen GrÃ¼nden fÃ¼r die Ausnahmebewilligung auseinander gesetzt. Damit habe sie einen Teil des dargelegten Sachverhalts "unterschlagen oder falsch gewÃ¼rdigt". Es sei nÃ¤mlich die bauliche Eigenart des GebÃ¤udes selbst, welche unter anderem besondere GrÃ¼nde im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG bilde. Das GebÃ¤ude habe ein fÃ¼r seine Zeit typisches Mansardendach, welches Platz fÃ¼r eine vollstÃ¤ndige Wohnung biete und heute aufgrund von § 275 Abs. 2 PBG nicht mehr erstellt werden kÃ¶nnte. Die bestehenden Dachgeschosse mit den entsprechend hÃ¶heren KniestÃ¶cken seien gemÃ¤ss derselben Bestimmung ebenfalls rechtskonform. Diese spezielle bauliche Situation fÃ¼hre dazu, dass eine Erschliessung bis ins Dachgeschoss erforderlich sei. Zudem habe die BaubehÃ¶rde selbst eingerÃ¤umt, dass ein Lift nicht ohne weiteres in die gebÃ¤udeinterne Struktur eingepasst werden kÃ¶nne. Aus diesem Grund habe sie auch die Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Ãberschreitung der AusnÃ¼tzungsziffer erteilt, was das Vorliegen von baulich bedingten AusnahmegrÃ¼nden bestÃ¤tige. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb dieselben besonderen VerhÃ¤ltnisse einmal als genÃ¼gend angesehen wÃ¼rden und einmal nicht.</p> <p class="Urteilstext">NatÃ¼rlich seien vorliegend auch persÃ¶nliche GrÃ¼nde fÃ¼r den Liftanbau vorhanden. Es sei tatsÃ¤chlich so, dass der (mittlerweile verstorbene) HauseigentÃ¼mer und Bewohner der Dachwohnung ohne diese Lifterschliessung in nÃ¤chster Zeit gezwungen wÃ¼rde, die Lebenswohnung aufzugeben. Letztlich sei es aber die bauliche Besonderheit, welche einen Lift bis ins Dachgeschoss und damit eine Ausnahmebewilligung notwendig mache. Schliesslich rÃ¼gen die BeschwerdefÃ¼hrenden auch eine mangelhafte SachverhaltsabklÃ¤rung von Seiten der Vorinstanz. Durch den Verzicht auf den beantragten Augenschein habe die Vorinstanz die besonderen baulichen VerhÃ¤ltnisse â das Aussehen und Vorhandensein des Mansardendachs wie auch die NichtbeeintrÃ¤chtigung der Ã¶ffentlichen Interessen â nicht erkannt. Insgesamt habe sie damit den Sachverhalt ungenÃ¼gend abgeklÃ¤rt und gegen die Untersuchungspflicht verstossen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen implizit geltend, dass die Vorinstanz ihnen das rechtliche GehÃ¶r verweigert habe, indem sie dem Antrag auf DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins nicht entsprochen habe. Eine allfÃ¤llige Verletzung der verwaltungsbehÃ¶rdlichen Untersuchungspflicht ist nicht nur auf RÃ¼ge hin, sondern von Amtes wegen zu prÃ¼fen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A. 1999, § 60 N. 2).</p> <p class="Urteilstext">Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches GehÃ¶r gemÃ¤ss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 rÃ¤umt den Verfahrensbeteiligten das Recht ein, Beweismassnahmen zu beantragen, und verpflichtet die BehÃ¶rden, rechtzeitig und formgerecht angebotene Beweismittel zu behaupteten Tatsachen, die rechtserheblich sind, wirklich abzunehmen. Auf ein beantragtes Beweismittel kann nur dann verzichtet werden, wenn es eine nicht erhebliche Tatsache betrifft oder offensichtlich untauglich ist, wenn die BehÃ¶rden den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde oder nach den Akten hinreichend wÃ¼rdigen oder wenn sie in vorweggenommener BeweiswÃ¼rdigung annehmen kÃ¶nnen, dass ihre Ãberzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geÃ¤ndert wÃ¼rde (BGr, 5. April 2002, 1P.736/2001, E. 4.1, www.bger.ch; BGE 124 I 208, E. 4a, 124 I 241, E. 2). Wird ein Augenschein beantragt, so steht der Entscheid, ob ein solcher angeordnet werden soll, im pflichtgemÃ¤ssen Ermessen der mit der Sache befassten BehÃ¶rde. Eine dahingehende Pflicht besteht nur, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse auf andere Weise nicht ermittelt werden kÃ¶nnen. Ein Beweisantrag entbindet zudem die beantragende Partei nicht von der Obliegenheit einer genÃ¼genden Sachverhaltsdarstellung (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 7 N. 42 und § 60 N. 3; RB 1998 Nr. 16).</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Vorinstanz hat den nicht nÃ¤her substanziierten Antrag der BeschwerdefÃ¼hrenden auf DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins abgelehnt. Sie fÃ¼hrte an, gemÃ¤ss stÃ¤ndiger Praxis wÃ¼rde eine fÃ¶rmliche Augenscheinverhandlung nur stattfinden, wenn die tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnisse unklar seien und anzunehmen sei, die Parteien vermÃ¶chten durch ihre Darlegungen vor Ort Wesentliches zur Erhellung der sachlichen Grundlagen des Rechtsstreits beitragen. Vorliegend seien diese, soweit nicht offenkundig und ihr bekannt, aus den eingereichten Akten hinreichend ersichtlich.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben in ihrer Rekursschrift nicht einmal andeutungsweise aufgezeigt, inwiefern besondere bauliche VerhÃ¤ltnisse, die eine Ausnahmebewilligung rechtfertigen wÃ¼rden, vorliegen. Im Beschwerdeverfahren haben sie trotz der gerÃ¼gten mangelhaften SachverhaltsabklÃ¤rung durch die Vorinstanz von einem Antrag auf Augenschein gar ganz abgesehen. Die Akten und BauplÃ¤ne, welche der Vorinstanz vorlagen, liefern keinerlei Anhaltspunkte fÃ¼r die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsermittlungen; der massgebliche Sachverhalt ergab bzw. ergibt sich also mit hinreichender Deutlichkeit aus den Akten und BauplÃ¤nen. Somit hat die Vorinstanz zu Recht auf eine Augenscheinverhandlung verzichtet; eine Verletzung der Untersuchungspflicht liegt nicht vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die Vorinstanz habe einen Teil des von ihnen dargelegten Sachverhalts falsch gewÃ¼rdigt und nur auf die vorgebrachten persÃ¶nlichen GrÃ¼nde fÃ¼r eine Ausnahmebewilligung abgestÃ¼tzt. Die Beschwerdegegnerin hÃ¤lt dem entgegen, im Rekursverfahren seien ausschliesslich gesundheitliche GrÃ¼nde vorgebracht worden. Die Behauptung, die Ausnahmesituation lÃ¤ge in der baulichen Besonderheit des Hauses begrÃ¼ndet, sei neu und nicht zu hÃ¶ren, da sie durch den angefochtenen Entscheid nicht notwendig geworden sei.</p> <p class="Urteilstext">Die Rekursschrift stÃ¼tzt sich im Wesentlichen auf eine gesundheitliche BegrÃ¼ndung fÃ¼r die Erteilung der Ausnahmebewilligung. In baulicher Hinsicht wurde lediglich vorgebracht, das Vorhaben sei auch architektonisch sehr gut vertretbar und ergÃ¤nze das Bild der aneinander gebauten HÃ¤user durch ein modernes Pendant zum bestehenden nachbarlichen Treppenhausturm. Zudem wÃ¼rde das Mansardengeschoss behindertengerecht erschlossen. Dass die Ausnahmesituation im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG aus der besonderen baulichen Eigenart des GebÃ¤udes ergehen soll, haben die BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. ihr RechtsvorgÃ¤nger in keiner Weise dargetan. Ebenso wenig haben sie besondere bauliche VerhÃ¤ltnisse im Zusammenhang mit dem Antrag auf DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins vorgebracht; insofern ist auch die RÃ¼ge der ungenÃ¼genden Sachverhaltsermittlung nicht nachvollziehbar. Zu Recht hat sich die Vorinstanz daher allein mit den detailliert geschilderten gesundheitlichen GrÃ¼nden, welche fÃ¼r die GewÃ¤hrung der Ausnahmebewilligung sprechen sollen, auseinander gesetzt.</p> <p class="Urteilstext">Im vorliegenden Verfahren fÃ¼hren die BeschwerdefÃ¼hrenden nun zur Hauptsache ins Feld, es sei die bauliche Eigenart des GebÃ¤udes selbst, welche besondere GrÃ¼nde im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG begrÃ¼nde. Damit bringen sie neue tatsÃ¤chliche Behauptungen vor, die sie im Rekursverfahren noch nicht geltend gemacht hatten.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Wenn das Verwaltungsgericht â wie hier â als zwei­te richterliche Instanz entscheidet, kÃ¶nnen neue tatsÃ¤chliche Behauptungen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist (§ 52 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Vorinstanz einen Neuentscheid getroffen oder die angefochtene VerfÃ¼gung zwar bestÃ¤tigt, jedoch neu begrÃ¼ndet hat. Ferner muss das Verwaltungsgericht neue tatsÃ¤chliche Behauptungen prÃ¼fen, wenn der BeschwerdefÃ¼hrer sie nachtrÃ¤glich entdeckt hat und bei "Anwendung der erforderlichen Umsicht" nicht rechtzeitig hÃ¤tte vorbringen kÃ¶nnen (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 13).</p> <p class="Erwgung2">Vorliegend hat die Vorinstanz weder einen neuen Entscheid gefÃ¤llt noch eine neue BegrÃ¼ndung angefÃ¼hrt. Ãberdies lagen die geltend gemachten besonderen baulichen VerhÃ¤ltnisse, welche eine Ausnahmebewilligung begrÃ¼nden sollen, schon seit jeher â also auch im erstinstanzlichen Verfahren â vor. Damit hÃ¤tten sie eindeutig im vorinstanzlichen Verfahren vorgebracht werden mÃ¼ssen. Im Beschwerdeverfahren dÃ¼rfen diese neuen tatsÃ¤chlichen Behauptungen aufgrund des Novenverbots also nicht berÃ¼cksichtigt werden.</p> <p class="Erwgung2">Insofern ist auch das Argument, die besonderen baulichen VerhÃ¤ltnisse mÃ¼ssten wie bei der erteilten Ausnahmebewilligung fÃ¼r die Ãberschreitung der AusnÃ¼tzung berÃ¼cksichtigt werden, hinfÃ¤llig. Entgegen dem DafÃ¼rhalten der BeschwerdefÃ¼hrenden "bestÃ¤tigt" die fÃ¼r diese erteilte Ausnahmebewilligung relevante gebÃ¤udeinterne Struktur ohnehin nicht das Vorliegen von besonderen baulichen VerhÃ¤ltnissen, welche auch fÃ¼r einen Dispens von der maximalen GebÃ¤udehÃ¶he entscheidend wÃ¤ren.</p> <p class="Erwgung2">Demzufolge muss einzig geprÃ¼ft werden, ob die angefÃ¼hrten persÃ¶nlichen GrÃ¼nde besondere VerhÃ¤ltnisse im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG begrÃ¼nden bzw. ob die Vorinstanzen zu Recht die Ausnahmebewilligung betreffend die Ãberschreitung der maximalen GebÃ¤udehÃ¶he verweigert haben.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Eine Ausnahmebewilligung kann gemÃ¤ss § 220 PBG erteilt werden, wenn besondere VerhÃ¤ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheint (Abs. 1). Eine Ausnahmebewilligung darf Ã¼berdies nicht gegen den Sinn und Zweck der Vorschrift verstossen, von der sie befreit und auch sonst keine Ã¶ffentlichen Interessen verletzen (Abs. 2). Schliesslich darf ein Nachbar durch Ausnahmebewilligungen von Vorschriften, die auch ihn schÃ¼tzen, nicht unzumutbar benachteiligt werden (Abs. 3).</p> <p class="Urteilstext">Besondere, eine Ausnahmesituation begrÃ¼ndende VerhÃ¤ltnisse kÃ¶nnen in der Eigenart des Bauwerks, der Architektur oder in der Zweckbestimmung des GebÃ¤udes liegen â insbesondere jedoch in der Form, Lage oder Topographie des BaugrundstÃ¼cks (vgl. RB 1985 Nr. 103 = BEZ 1986 Nr. 4; RB 1981 Nr. 126; RB 1981 Nr. 125 = BEZ 1981 Nr. 34; Charlotte Good-Weinberger, Die Ausnahmebewilligung im Baurecht, insbesondere nach § 220 des zÃ¼rcherischen Planungs- und Baugesetzes, ZÃ¼rich 1990, S. 102 ff.; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 17-12 ff.; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs- und Baurecht, Bd. I, 3. A., ZÃ¼rich 1999, N. 690). Eine Ausnahmebewilligung bezweckt, im Einzelfall HÃ¤rten und Unbilligkeiten zu beseitigen, die mit dem Erlass der Regel nicht beabsichtigt waren. Es geht mithin um offensichtlich ungewollte Wirkungen einer Vorschrift. Die Ausnahmebewilligung darf daher nicht dazu <span class="UrteilstextChar">eingesetzt werden, generelle GrÃ¼nde zu berÃ¼cksichtigen, die sich praktisch immer anfÃ¼hren liessen; auf diesem Weg wÃ¼rde das Gesetz abgeÃ¤ndert (BGE 117 Ib 134). Der Dispens hat sich also darauf zu beschrÃ¤nken, HÃ¤rten, Unbilligkeiten und UnzulÃ¤nglichkeiten der Allgemeinordnung zu verhÃ¼ten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span class="UrteilstextChar">Ob eine Ausnahmesituation im erwÃ¤hnten Sinn vorliegt, ist vorwiegend eine Rechtsfrage, die das Verwaltungsgericht frei Ã¼berprÃ¼ft. Doch wird der BaubehÃ¶rde bei der EinrÃ¤umung der Ausnahmebewilligung ein erheblicher Beurteilungsspielraum eingerÃ¤umt. Durch welche Abweichungen von den Bauvorschriften und durch welche besonderen Anordnungen der Ausnahmesituation Rechnung zu tragen ist, ist daher Ã¼berwiegend Ermessensfrage. Das Verwaltungsgericht greift hierbei nur ein, </span>wenn dieses pflichtgemÃ¤sse Ermessen Ã¼berschritten oder missbraucht wird (vgl. RB 1964 Nr. 28 = ZBl 66/1965, S. 176 = ZR 64 Nr. 185; Haller/Karlen, N. 676 f.). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden bestreiten nicht, dass der geplante Liftanbau bis ins Dachgeschoss wegen der Ãberschreitung der GebÃ¤udehÃ¶he nur aufgrund einer Ausnahmebewilligung erstellt werden darf. Mit der Gehbehinderung, den Herzproblemen sowie dem hohen Alter des inzwischen verstorbenen BeschwerdefÃ¼hrers wurden gesundheitliche GrÃ¼nde fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung geltend gemacht. Im Schreiben vom 7. Dezember 2004 rÃ¤umten die BeschwerdefÃ¼hrenden allerdings ein, dass mit dem Hinschied ihres Ehemannes bzw. Vaters die persÃ¶nlichen UmstÃ¤nde fÃ¼r den Liftanbau bis ins oberste Geschoss (einstweilen) weggefallen seien. Das Interesse an der behindertengerechten Erschliessung bis ins oberste Geschoss bestehe jedoch weiterhin.</p> <p class="Urteilstext">ZunÃ¤chst ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die angefÃ¼hrten persÃ¶nlichen GrÃ¼nde verstÃ¤ndlich und nachvollziehbar waren. Trotzdem hat die Vorinstanz zu Recht erwogen, dass diese keine Ausnahmesituation im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG begrÃ¼nden. Besondere GrÃ¼nde, welche eine Ausnahmesi­tuation bilden, mÃ¼ssen grundsÃ¤tzlich objektiver Art sein und dÃ¼rfen nicht in den persÃ¶nlichen VerhÃ¤lt­nissen von Bauwilligen begrÃ¼ndet sein (vgl. auch Good-Weinberger, S. 29).</p> <p class="Urteilstext">Auch die angefÃ¼hrte behindertengerechte Erschliessung der Mansardenwohnung schafft keine besonderen VerhÃ¤ltnisse im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden hierzu ein, dass gemÃ¤ss Art. 3 lit. c des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 13. Dezember 2002 (BehiG) private HauseigentÃ¼mer schon ab acht Wohneinheiten pro Haus gezwungen werden kÃ¶nnten, eine behindertengerechte Erschliessung ihrer Liegenschaft sicherzustellen. Sie Ã¼bersehen dabei, dass die streitbetroffene Liegenschaft eindeutig weniger als acht Wohneinheiten aufweist und das zitierte Bundesgesetz, welches am 1. Januar 2004 in Kraft getreten ist, schon allein deshalb keine Anwendung findet. Auch die einschlÃ¤gigen kantonalen Bauvorschriften sind vorliegend nicht anwendbar. Zweifellos ist eine behindertengerechte Erschliessung von Liegenschaften grundsÃ¤tzlich ein wichtiges Anliegen. Im konkreten Fall vermag dies jedoch keine Ausnahmebewilligung betreffend die deutliche Ãberschreitung der maximalen GebÃ¤udehÃ¶he rechtfertigen, liesse sich doch eine behinderten- bzw. betagtengerechte Erschliessung grundsÃ¤tzlich bei allen Altbauten mit Mansardenwohnungen als Ausnahmegrund im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG anfÃ¼hren. Ausserdem wÃ¤re dies auch mit Sinn und Zweck der kommunalen Regelung betreffend die maximale GebÃ¤udehÃ¶he unvereinbar. Im Ãbrigen ist festzuhalten, dass aufgrund der erteilten Baubewilligung immerhin vier von fÃ¼nf Geschossen behindertengerecht erschlossen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext">Schliesslich ist auch der von den BeschwerdefÃ¼hrenden angefÃ¼hrte Vergleich mit dem Entscheid VB.2001.00277, wonach das Verwaltungsgericht Ausnahmebewilligungen geschÃ¼tzt habe, die aufgrund von rein persÃ¶nlichen oder individuellen GrÃ¼nden des Gesuchsstellers erteilt worden seien, unbehilflich. In jenem Fall waren vor allem die besondere Nutzweise der Liegenschaft (KultusstÃ¤tte einer weit verbreiteten Religionsgemeinschaft) und deren planerische Erfassung ausschlaggebend und nicht subjektive GrÃ¼nde der Bauherrschaft.</p> <p class="Urteilstext">Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass keine Ausnahmesituation im Sinn von § 220 Abs. 1 PBG vorliegt. Fehlt es an den besonderen VerhÃ¤ltnissen fÃ¼r die Erteilung einer Ausnahmebewilligung, braucht auch nicht geprÃ¼ft zu werden, ob ihr Ã¶ffentliche oder nachbarliche Interessen entgegenstehen. Damit erÃ¼brigt sich auch die PrÃ¼fung der weiteren RÃ¼gen und die Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihnen als unterliegende Partei von vornherein nicht zu.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden zu je einem Drittel auferlegt, unter solidarischer Haftbarkeit eines jeden fÃ¼r den Gesamtbetrag.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>