A. Verwaltungsentscheide 1463 20 Unterhalt damit im zumutbaren Bereich bewegen muss. Im Übrigen ist im vorliegenden Fall auch zu berücksichtigen, dass die Zufahrts - strasse G. -S. im Bereich des geplanten Betonbelags von den Rekurrenten H.L. und E.B. zur Bewirtschaftung der P arzellen Nr. Y und Z benutzt wird. d) Aus dem Gesagten geht hervor, dass das Bauvorhaben im Sinne der beschriebenen kantonalen Praxis als bewil ligungsfähig einzustufen ist. Daran vermag auch der Umstand nich ts zu ändern, dass der betroffene Wanderweg in einer Landschaftss chutzzone liegt und dass das Gebiet G. in Bezug auf die landschaftl iche und kulturhistorische Bedeutung eine besondere Stellung aufweist. Im unmittelbaren Bereich der Abschnitte, bei welchen d ie Sanierung geplant ist, befinden sich weder Kulturobjekte noch wird eine geschützte Hecke durch die Sanierung unmittelbar be einträchtigt oder bedroht. In Anbetracht der Tatsache, dass die lands chaftliche und kulturelle Umgebung ungeschmälert erhalten bleibt, ist nicht davon auszugehen, dass der Wanderweg an Qualität und Anzi ehungskraft einbüssen wird, zumal sich die Sanierung der Zufahr t auf die steilsten Abschnitte beschränkt. Departement Bau und Umwelt, 21.02.2008 1463 Baubewilligungsverfahren . Verletzung des rechtlichen Gehörs des Nachbarn mangels Einbeziehung als Partei im Baubewi lligungs- verfahren. Rückweisung an die Vorinstanz. Aus den Erwägungen: 4. a) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist das Recht de s Privaten, in einem Verwaltungsverfahren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und zu den für die Entsche idung wesentlichen Punkten Stellung zu nehmen. Dieser Anspruch fliesst direkt aus Art. 29 Abs. 2 BV. Der Umfang des Anspruchs auf rechtliches Gehö r hängt von der Intensität der Betroffenheit ab. Je g rösser die Gefahr einer Beeinträchtigung von schutzwürdigen Interesse n und je bedeutsamer diese sind, desto umfassender ist das r echtliche Gehör zu gewähren. Als wesentlicher Inhalt des Anspruchs auf rechtliches 20A. Verwaltungsentscheide 1463 21 Gehör gilt das Recht auf vorgängige Anhörung. Der B erechtigte ist mindestens davon in Kenntnis zu setzen, dass überha upt ein Verfahren hängig ist, dessen Ergebnis seine Rechtss phäre berührt (Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann , Allgemeines Verwaltungs - recht, 5. A., Zürich 2006, N 1674 ff.). Die Behörde muss die Äusserungen des Betroffenen tatsächlich zur Kenntni s nehmen und sich damit in der Entscheidfindung und Begründung s achgerecht auseinandersetzen (BGE 123 I 31, 34). Im Weiteren stehen den Betroffenen u.a. Mitwirkungsrechte bei der Beweiser hebung sowie ein grundsätzlicher Anspruch auf Akteneinsicht zu. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur, d.h., dass e ine Rechtsmittel - instanz, welche eine Verletzung des Anspruchs fests tellt, die angefochtene Verfügung aufheben muss ohne Rücksicht darauf, ob die Anhörung für den Ausgang des Verfahrens relevan t ist (BGE 127 V 431, 437; 126 V 130, 132). Der Mangel der Gehörsverweigerung kann geheilt werd en, wenn die unterlassene Anhörung, Akteneinsicht oder Begrü ndung in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, das eine Prü fung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt (BGE 129 I 129, 135; 127 V 431, 437 f.). Wird das rechtliche Gehör jedoch bei einer Verfügung verweigert, die Ermessensfragen enthält, bei welche n sich das Departement Bau und Umwelt praxisgemäss eine gewiss e Zurück - haltung auferlegt, empfiehlt sich eine Rückweisung an die Vorinstanz (Hans-Jürg Schär , Gesetz über das Verwaltungsverfahren des Kantons Appenzell A.Rh., Teufen 1985, S. 36). Für d as Rekurs - verfahren bestimmt Art. 41 Abs. 2 VRPG, dass die Rekursbehörde die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurüc kweisen und dieser konkrete Weisungen erteilen kann, wenn die a ngefochtene Verfügung unter Verletzung wesentlicher Verfahrensv orschriften erlassen worden ist. b) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Nac hbarn und insbesondere die Bewohner des Gebäudes Assek. Nr. X auf der Parzelle Nr. Y ein schutzwürdiges Interesse daran h aben zu erfahren, dass auf der Nachbarparzelle ein Gesuch für eine be reits erstellte Holzfeuerungsanlage eingereicht wurde. Als unmittel bare Anstösser begründet sich ihr Anspruch auf rechtliches Gehör d irekt aus Art. 104 Abs. 2 BauG. Aufgrund der Unklarheit, ob die verfügte Ka minhöhe von 2.5 m nicht zu übermässigen Schadstoff - und Geruchsimmis - sionen führt, ist die Gefahr einer Beeinträchtigung dieses schutz - 21A. Verwaltungsentscheide 1463 22 würdigen Interesses im vorliegenden Fall besonders hoch. Damit steht fest, dass die Nachbarn als Partei ins Baubew illigungsverfahren hätten einbezogen werden müssen. Deren rechtliches Gehör wurde demgemäss klarerweise verletzt, womit der angefocht ene Entscheid unter Verletzung wesentlicher Verfahrensvorschrifte n zustande ge - kommen ist. c) Das Departement Bau und Umwelt verfügt zwar im Reku rs- verfahren über vollständige Kognition, womit die Ge hörsverweigerung grundsätzlich geheilt werden könnte. Ein nachträgli cher Einbezug der Nachbarn im Rechtsmittelverfahren ist jedoch unterb lieben, da deren Parteistellung von den Rekurrenten vehement bestrit ten wird. Die unterlassene Anhörung, Akteneinsicht oder Mitwirkun g bei der Beweiserhebung wurde somit im Rechtsmittelverfahren nicht nach - geholt, was einer nachträglichen Heilung der Gehörs verweigerung insofern entgegensteht. Im Weiteren gilt es festzuh alten, dass die Baubewilligungskommission T. aufgrund des Orts - und Landschafts - schutzes beim Amt für Umwelt eine tiefere Kaminhöhe beantragt hat (Schreiben der Baubewilligungskommission T. vom 5. Dezember 2007). Damit sind im vorliegenden Fall Ermessensfra gen tangiert, bei welchen sich das Departement Bau und Umwelt praxisg emäss eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. In Anbetracht dies er Umstände kann die Gehörsverletzung der Nachbarn nicht nachtr äglich geheilt werden, womit der Entscheid des Amts für Umwelt vom 17. Dezember 2007 aufzuheben und die Sache gemäss Art. 41 Abs. 2 VRPG zur korrekten Durchführung des Verfahrens an die Vorins tanzen zurückzuweisen ist. Da die Gemeinde offenbar die Me inung vertritt, dass ein hoher Kamin aufgrund der sehr exponierten und gut einsehbaren Lage dem Schutz des Orts - und Landschaftsbildes widerspricht, könnten durch die Anlage wesentliche öffentliche Interessen tangiert sein, womit sogar die Abwicklun g im normalen Verfahren (Art. 102 ff. BauG) erforderlich wäre (Publikationspflich t). Departement Bau und Umwelt, 29.05.2008 22