B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-7913/2016 pjn U r t e i l v o m 9 . J u n i 2 0 1 7 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), alle Syrien, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 23. November 2016 / N (…). D-7913/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden, syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie aus E._______ (F._______) in der Provinz G._______, verliessen ihr Hei- matland gemäss eigenen Aussagen am 20. Januar 2013 beziehungsweise am 21. Januar 2013 in Richtung H._______ und weiter über I._______ nach J._______ in K._______, wo sie sich während etwa zwei Monaten aufgehalten hätten und wo ihr erstes Kind geboren worden sei. Anschlies- send seien sie auf dem Landweg nach L._______ in M._______ gereist, wo sie während etwa einem Jahr geblieben seien. Von N._______ (in M._______) aus seien sie über den Seeweg nach O._______ gelangt, wo sie von der (…) kontrolliert, auf ein anderes Schiff und später im Bus an einen ihnen unbekannten Ort gebracht worden seien. Über P ._______ be- ziehungsweise Q._______ seien sie in einem Auto zum Flughafen R._______ gereist, wo sie am 15. Mai 2014 ihre Asylgesuche einreichten. Mit Zuweisungsverfügung vom 15. Mai 2014 wurde den Beschwerdefüh- renden die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert, und ihnen wurde für die Dauer von maximal 60 Tagen der Transitbereich des Flughafens R._______ zugewiesen. Am 18. Mai 2014 wurden sie am Flughafen be- fragt. Mit Telefaxschreiben vom 21. Mai 2014 wurde ihnen die Einreise in die Schweiz bewilligt und mit Verfügung vom gleichen Tag wurden sie dem zuständigen Kanton zugewiesen. Am (…) wurde das zweite Kind der Be- schwerdeführenden geboren. Am 27. Juli 2016 wurde der Beschwerdefüh- rer vom SEM angehört. Am 5. September 2016 führte das SEM auch mit der Beschwerdeführerin eine Anhörung und mit dem Beschwerdeführer eine ergänzende Anhörung durch. Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei bis zu s einer Einbürgerung Ajnabi gewesen. Seine Familie besitze ein grosses Haus in der Nähe des (…). Nach Abschluss der Primarschule habe er als (…) gearbeitet und sei 2003 der „Parti Demokrati “ (Anmerkung Gericht: Demokratische Partei Kurdistan-Syrien, nachfolgend: PDKS) beigetreten. Nachdem er 2007 Ab- dullah Öcalan, den Führer der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) kritisiert und beschimpft habe, sei er zwei oder drei Monate später von dessen An- hängern, den Apocis, festgehalten, geschlagen und misshandelt worden, indem man ihm einen Teil seines Ohres abgeschnitten habe. Zudem sei anlässlich der Versammlung der Vertreter der verschiedenen Parteien be- schlossen worden, dass er die Gegend verlassen müsse, weshalb er fortan bis 2012 in S._______ bei T._______ gelebt und gearbeitet habe. Im März D-7913/2016 Seite 3 2012 sei er auf dem Heimweg im Minibus an einer Strassensperre des Re- gimes in der Nähe des (…) angehalten und in ein Gefecht mit den Soldaten verwickelt worden. Die Soldaten hätten ihn und die anderen Mitreisenden unter Einsatz ihrer Bajonette geschlagen und getreten, weshalb er sich Verletzungen zugezogen habe. Dann habe man ihn ohnmächtig liegen ge- lassen. Zwei Wochen später sei er vom Vater in seine Heimatregion zu- rückgebracht worden, wobei er sich vorwiegend bei seiner Tante und seiner Grossmutter aufgehalten habe. Am 8. Mai 2012 habe er in E._______ ge- heiratet. Weil der Vorfall aus dem Jahr 2007 noch nicht vergessen gewesen sei, habe man ihn festnehmen und umbri ngen wollen. Zudem habe er re- gelmässig an Demonstrationen teilgenommen und bei der Organisation von Versammlungen geholfen, indem er anderen Parteimitgliedern mitge- teilt habe, wann und wo diese stattfinden würden. Schliesslich hätte er auch in den Militärdienst eingezogen werden sollen. In U._______ habe er selber ein Militärbüchlein ausstellen lassen, um einen Pass zu bekommen. Etwa fünf Monate später sei ein Einberufungsbefehl für ihn abgegeben worden, welchem er keine Folge geleistet habe. Schliesslich h abe es in seiner Abwesenheit zwei Mal eine Hausdurchsuchung gegeben. Der Beschwerdeführer habe nach seiner Ausreise in seinem Facebook - Profil Beiträge und Kritik über die Apocis und die Behörden veröffentlicht und sei deshalb bedroht worden. In M._______ sei er Mitglied der Koalition „(…)“ gewesen. Auch in der Schweiz sei er exilpolitisch tätig , indem er an Versammlungen und Kundgebungen der Demokratischen Partei Kurdistan (DPK) teilnehme. Die Beschwerdeführerin legte dar, dass sie bei ihrer Geburt staatenlos ge- wesen sei und die syrische Staatsangehörigkeit mit der Einbürgerung im Jahr 2011 erhalten habe. Nach der Primarschule habe sie die Sekundar- schule absolviert und einen Abschluss erlangt. Bis zur Heirat im Jahr 2012 habe sie bei ihren Eltern und ansch liessend als Hausfrau im Haus des Schwiegervaters gelebt. Sie selber habe keine Probleme gehabt, sondern sei wegen der Probleme ihres Ehemannes ausgereist. Nach der zweiten Hausdurchsuchung sei sie mit dem Bruder und Onkel ihres Ehemannes und dessen Familie über den H._______ nach K._______ gereist, wo das erste Kind geboren worden sei. Die Beschwerdeführenden gaben folgende Identitätsdokumente und Be- weismittel zu den Akten: Zwei syrische Identitätskarten, ein Familienbüch- lein, einen Ajnabi-Ausweis, einen Führerschein, einen Ausweis der (…), ein Militärbüchlein, einen Einberufungsbefehl, ein Schreiben der DPK D-7913/2016 Seite 4 Schweiz, Fotos von Demonstrationen in der Schweiz und Fotos derjenigen Personen, welche den Beschwerdeführer in Syrien bedroht hätten. B. Mit Verfügung vom 23. November 2016 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das SEM fest, dass die Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigen- schaft nicht erfüllten, und lehnte ihre Asylgesuche ab. Sie wurden aus der Schweiz weggewiesen, der Vollzug der Wegweisung indessen zugunsten einer vorläufigen Aufnahme infolge fehlender Zumutbarkeit aufgeschoben. Der zuständige Kanton wurde mit der Umsetzung der vorläufigen Auf- nahme beauftragt. Auf die Begründung wird in den nachfolgenden Erwä- gungen näher eingegangen. C. Mit Eingabe vom 21. Dezember 2016 reichten die Beschwerdeführenden eine Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte n die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gewährung von Asyl und eventualiter die Gewährung der vorläufigen Aufnahme als Flüchtlinge . In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Durchführung einer ergänzenden Anhörung, um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Erlass eines Kostenvorschusses e rsucht. Hinsichtlich der Begründung wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. Der – nicht unterschriebenen – Beschwerde lagen Kopien der angefochtenen Verfügung und eine Für- sorgebestätigung vom 7. Dezember 2016, den Beschwerdeführer betref- fend, bei. D. Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. Dezem- ber 2016 wurde den Beschwerdeführenden mitgeteilt, dass sie den Aus- gang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Sie wurden aufgefordert, innert der ihnen angesetzten Frist eine Beschwerde- verbesserung nachzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlas- sungsfall werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Ausserdem wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, innert Frist eine Fürsorgebestätigung nachzureichen, verbunden mit der Androhung, im Unterlassungsfall werde davon auszugehen sein, dass sie nicht bedürftig im Sinne des Gesetzes sei. Einstweilen wurde auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzich- tet. D-7913/2016 Seite 5 E. Am 4. Januar 2017 wurde eine von beiden Beschwerdeführenden unt er- zeichnete Beschwerdekopie zu den Akten gegeben. Die verlangte Fürsor- gebestätigung wurde nicht nachgereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. In der Regel entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in der Besetzung mit drei Richtern oder drei Richterinnen. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG kann auch in diesen Fällen auf die Durchführun g eines Schriften- wechsels verzichtet werden. D-7913/2016 Seite 6 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt z u werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 In seiner Verfügung vom 23. November 2016 legte das SEM dar, dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden d en Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft beziehungsweise denjenigen an die Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermöchten. 5.1.1 Die aus dem Jahr 2007 geltend gemachte Verfolgung des Beschwer- deführers sei nicht kausal für seine Ausreise gewesen, da zwischen Ereig- nis und Ausreise mehrere Jahre zurückliegen würden. Das vom Beschwer- deführer geltend gemachte Fortdauern dieser Gefährdung wirke konstru- iert und nicht nachvollziehbar. So soll ihn sein Vater 2012 aus T._______ in seine Herkunftsgegend gebracht haben, weil es dort für ihn sicherer ge- wesen sei als in T._______, was gegen eine andauernde Gefahr in der Heimatregion aufgrund der früheren Ereignisse spreche. Der Einwand des Beschwerdeführers, er habe sich bei der Grossmutter und anderen Ver- wandten versteckt, um nicht in die Hände seiner Feinde zu geraten, ver- möge nicht zu überzeugen, zumal die im Jahr 2007 geltend gemachte Ver- folgung ihren Anfang bei der Grossmutter genommen habe und sich somit sein Versteck bei ihr als untauglich erwiesen hätte. Auch der Ein wand, seine Cousins seien in einem Auto mit Kennzeichen aus T._______ verhaf- tet worden, weil der Cousin väterlicherseits mit dem Beschwerdeführer D-7913/2016 Seite 7 verwechselt worden sei, überzeuge nicht, da im damaligen Zeitpunkt jedes Fahrzeug mit Kennzeichen aus T._______ das Interesse bei einer Stras- sensperre geweckt habe und somit nicht davon auszugehen sei, dass diese Verhaftung in einem Zusammenhang mit der Rückkehr des Be- schwerdeführers nach E._______ gestanden habe. Zudem sei der Be- schwerdeführer nicht in der Lage gewesen nachvollziehbar zu erklären, wie seine Furcht vor einer Entdeckung mit seiner Teilnahme an zahlreichen Demonstrationen im öffentlichen Raum zu vereinbaren gewesen sei. 5.1.2 Der vom Beschwerdeführer vorgebrachte Vorfall aus dem Jahr 2012, wonach er in der Nähe des (…) bei einer Strassensperre vom Regime kon- trolliert und nach einem Gefecht verletzt worden sei, vermöge den Anfor- derungen an die Asylrelevanz nicht zu genügen, auch wenn dieser Vorfall bedauernswert sei. Gemäss seinen Aussagen habe man nach Pe rsonen aus V._______ gefahndet, nebst anderen Personen auch den Beschwer- deführer kontrolliert und seine Personalien überprüft. Nach dem Gefecht, das dabei entstanden sei und zu Verletzungen des Beschwerdeführers ge- führt habe, seien andere Personen getrennt in ein Auto gesteckt worden, während man ihn habe gehen lassen. Unter diesen Umständen sei trotz der erlittenen Verletzungen des Beschwerdeführers nicht ersichtlich, wes- halb er wegen dieser allgemeinen Kontrolle zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Probleme mit den Behörden hätte bekommen sollen. 5.1.3 Die Furcht des Beschwerdeführers, in den Militärdienst eingezogen zu werden, sei nicht begründet und deshalb nicht asylrelevant. Zunächst sei diesbezüglich festzuhalten, dass militärische Einberufungsbefehle ein- fach gefälscht werden könnten und leicht käuflich erwerbbar seien, wes- halb ihr Beweiswert gering sei. Sodann falle auf, dass der Beschwerdefüh- rer zum Inhalt des Einberufungsbefehls keine konkreten Angaben machen könne und ihm nicht einmal das Datum, an w elchem er sich bei den Be- hörden hätte melden müssen, bekannt sei. Sein Einwand, er könne nicht gut lesen, überzeuge angesichts seiner Aussage, wonach er Beiträge auf Facebook veröffentlicht habe, nicht, zumal Letzteres ohne eine grundle- gende Lese- und Schreibfähigkeit nicht möglich sei. Zudem seien vor 1993 geborene Ajnabi grundsätzlich vom Militärdienst der syrischen Armee be- freit. Schliesslich sei die Stadt W._______ beziehungsweise U._______, wo der Beschwerdeführer sein Militärbüchlein erhalten habe, seit Novem- ber 2012 unter der Kontrolle der Partei der Demokratischen Union (PYD), weshalb die syrischen Behörden zu diesem Gebiet im äussersten Nordos- ten Syriens keinen Zugang mehr hätten . Unter diesen Umständen sei es nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer eine Woche vor seiner D-7913/2016 Seite 8 Ausreise im Januar 2013 noch von der Militärpolizei an seinem Wohnort gesucht worden sei. 5.1.4 In Bezug auf die geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten brachte das SEM vor, dass sich weder aus den Aussagen des Beschwer- deführers noch aus den Akten eine exponierte Stellung des Beschwerde- führers bei seiner Partei in der Schweiz ergebe. Die blosse Teilnahme bei den Treffen und die Anwesenheit an öffentlichen Demonstrationen seien nicht als qualifizierte Aktivitäten zu betrachten, die geeignet seien, ihn als Bedrohung für das syrische Regime hervorstechen zu lassen. Angesichts der gegenwärtigen Situation in Syrien und des Bürgerkrieges sei ausser- dem davon auszugehen, dass das Schwergewicht der Aktivitäten der syri- schen Sicherheitskräfte in Syrien selbst liege und keine intensive Überwa- chung der im Ausland lebenden Opposition erlaube. Der vom Beschwer- deführ erwähnte Facebook-Account, auf welchem er Kritik an den Apocis veröffentlicht habe, sei nicht aufzufinden. Zudem seien diesbezüglich auch keine Beweismittel zu den Akten gegeben worden. Aus den Angaben des Beschwerdeführers lasse sich nicht der Schluss ziehen, dass er sich durch eine pointierte inhaltliche Auseinandersetzung in besonderer Weise expo- niert hätte. Vielmehr erwecke er den Eindruck, allgemeine Kritik weiter zu verbreiten. Ferner sei auch bei der PYD davon auszugehen, dass sich auf- grund der allgemeinen Lage in Syrien und der beschränkten Ressourcen allfällige Anstrengungen gegen Oppositionelle auf das Gebiet Rojava be- schränken würden. Vor diesem Hintergrund erscheine es realitätsfremd, dass der Vater des Beschwerdeführers aufgrund der fraglichen Facebook- Posts seines Sohnes unter Druck gesetzt und der noch minderjährige Bru- der mitgenommen worden seien. Die geltend gemachte exilpolitische Akti- vität sei somit nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung zu begründen. 5.1.5 Die ferner dargelegten Befürchtungen des Beschwerdeführers vor der Al-Nusra-Front und der islamistischen Organisation Daash (Islamischer Staat im Irak und in Syrien [ISIS] beziehungsweise Islamischer Staat [IS]), welche auch Kurden verfolgen würden, stellten eine allgemeine Gefahren- lage dar, welche auf die zurzeit herrschende Situation und die allgemein e gegenwärtige Gewalt in Syrien zurückzuführen seien. 5.1.6 Schliesslich sei das vom Beschwerdeführer geltend gemachte politi- sche Engagement in seinem Heimatland auch zu bezweifeln. So habe er dargelegt, an unzähligen Demonstrationen teilgenommen und jeweils an-D-7913/2016 Seite 9 deren Mitgliedern der Parti Demokrati mitgeteilt zu haben, wo die Ver- sammlungen stattfinden würden. Weil bei den Demonstrationen Spitzel an- wesend gewesen seien, hätten die Behörden seine Identität gekannt. Von Spitzeln der Apocis sei er verfolgt und einmal gewarnt worden. Diese Vor- bringen würden sich indessen nicht vereinbaren lassen mit seinen Anga- ben, wonach er während dieser Zeit mehrfach freiwillig den Behördenkon- takt gesucht habe, indem er sich ein Militärdienstbüchlein, einen Reisepass und – im Zusammenhang mit der Heirat – ein Familienbüchlein habe aus- stellen lassen und alle Dokumente problemlos bekommen habe. Darüber hinaus seien seine Angaben über die Suchen nach seiner Person ungenau und inkonsistent ausgefallen. So habe die Polizei gemäss der einen Ver- sion am gleichen Tag, an welchem er an einer Demonstration teilgenom- men habe, nach ihm gesucht, wobei er nicht wisse, ob er damals wegen der Demonstrationsteilnahme oder wegen des Militärdienstes gesucht wor- den sei. Auch die Militärpolizei sei dabei gewesen. Anlässlich der Anhörung habe er – in Abweichung zu diesen Aussagen – dargelegt, er sei zwei Mal an seinem Wohnort gesucht worden, nachdem er den Einberufungsbefehl ignoriert habe. Er und seine Brüder seien wegen des Militärdienstes ge- sucht worden. Der Vater habe ihm mitgetei lt, dass die Militärpolizei nach ihm gesucht habe, während die Ehefrau nach der ersten Hausdurchsu- chung von den Apoci -Leuten und nach der zweiten Hausdurchsuchung ebenfalls von der Polizei gesprochen habe. Aufgrund dieser inkonsistenten Schilderungen sei d ie geltend gemachte Gefährdung aufgrund von De- monstrationsteilnahmen nicht glaubhaft. Insgesamt wirke der geltend ge- machte Sachverhalt konstruiert, weshalb dem Beschwerdeführer nicht ge- glaubt werden könne, dass er im Heimatland als Regimekritiker identifiziert worden sei und infolgedessen mit Verfolgungsmassnahmen in asylrelevan- tem Ausmass zu rechnen habe. 5.1.7 Schliesslich vermöchten auch die in der Schweiz lebenden Verwand- ten keine Anhaltspunkte für die Annahme zu liefern, dass der Beschwerde- führer im Heimatland eine flüchtlingsrechtlich relevante Gefährdung zu be- fürchten habe. 5.1.8 Den Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie im Heimatland keine persönlichen Probleme gehabt habe, fehle offensichtlich die Asylre- levanz. 5.2 In ihrer Beschwerde machten die Beschwerd eführenden Folgendes geltend: D-7913/2016 Seite 10 5.2.1 Vorab rügten sie, dass die Entscheidung des SEM auf Mutmassun- gen und Spekulationen und nicht auf konkreten Tatsachen beruhe. Wer in Syrien ins Visier der PYD und der PKK gerate, werde registriert und habe Vieles zu befürchten. Alte Probleme würden nie vergessen. Man werde als Feind und Gegner betrachtet. Niemand könne wissen, wann man zur Re- chenschaft gezogen werde. Die Situation nach der Machtübergabe durch das syrische Regime an die PYD sei schlimmer geworden. Zahlreiche kur- dische Aktivisten seien vor der willkürlichen Politik der PYD geflohen. Die PYD habe keinen guten Ruf, sei nicht demokratisch und wolle die Macht nicht mit anderen kurdischen Parteien teilen. Zudem wolle sie junge Frauen und Männer zwangsrekrutieren. Der Beschwerdeführer habe unter der Po- litik und der Willkür der PYD gelitten, sei Opfer einer Gewalttat der PYD geworden, habe dauern d Angst gehabt und eine erneute Gewalttat be- fürchtet. Weil er bei der PYD registriert gewesen sei, habe er Verhaftung, Misshandlung und Folter befürchtet. Gegner der PYD würden auch verhaf- tet, gefoltert, entführt und verbannt. Durch den der Anhörung beiwohnen- den Dolmetscher, w elcher Sympathisant der PYD sei, der vieles falsch übersetzt habe und auf seine kritischen Äusserungen frustriert und wütend reagiert habe, sei die PYD in der Schweiz in Kenntnis darüber gesetzt wor- den, dass er, der Beschwerdeführer, sich anlässlich der Anhörung kritisch geäussert habe, was die PYD als beleidigend empfinde. Er befürchte des- halb, dass ihm in der Schweiz oder seinen Angehörigen in Syrien etwas passieren könne. Er sei bei einer Versammlung in der Schweiz von PYD - Leuten darauf angesprochen worden. Somit könne eine zukünftige Gefahr und Verfolgung nicht ausgeschlossen werden. 5.2.2 Wer, wie der Beschwerdeführer, an Demonstrationen gegen das Re- gime teilnehme, riskiere seine Verhaftung, Entführung oder seinen Tod, auch wenn dies dem Beschwerdeführer selber nicht passiert sei. Zudem seien alle Familienmitglieder davon betroffen, weshalb alle in ständiger Angst vor einem möglichen Zugriff der Behörden gewesen seien. Die Be- hörden hätten die Angehörigen der Teilnehmer unter Druck gesetzt, sie schikaniert und ihnen gedroht. Viele Demonstrationsteilnehmer seien ge- foltert worden und hätten unter Folter die Namen von anderen Teilnehmern preisgegeben. Somit könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Be- schwerdeführer von den Behörden identifiziert worden sei. Gemäss Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D -7294/2014 vom 16. November 2015 müssten als Gegner identifizierte Personen mit einer flüchtlingsrechtlich re- levanten Verfolgung rechnen. Der Beschwerdeführer sei nicht nur in sei- nem Heimatland politisch aktiv gewesen, sondern trete auch in der D-7913/2016 Seite 11 Schweiz mutig auf und rechne damit, dass er von den Spitzeln des syri- schen Regimes anlässlich der vielen Auftritte und seiner Statements ins Mikrofon erkannt worden sei. Diese Aktivitäten würden für ihn eine Gefahr darstellen, weil er deswegen verfolgt werden könne. Sie seien deshalb als asylbeachtlich zu qualifizieren. Da er der Sp rache nicht mächtig sei, helfe die Beschwerdeführerin bei den anprangernden Veröffentlichungen auf seiner Facebook-Seite. Es seien anonyme Drohungen an seine Person ge- richtet worden. Zudem seien seine Ausführungen realistisch, plausibel, glaubwürdig und asylrelevant. 5.2.3 Nach der Einbürgerung der Ajnabi hätten sich alle betroffenen Perso- nen im dienstfähigen Alter bei den Militärbehörden melden müssen, worauf ihnen ein militärisches Dienstbüchlein ausgestellt und ein Marschbefehl oder Dienstaufgebot zugestellt worden sei. Unter Hinweis auf internatio- nale Berichte und solche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) legte der Beschwerdeführer dar, dass es keine klaren Anweisungen, Beschlüsse oder Dekrete, wonach die Ajnabi vom Militärdienst freigestellt seien, gebe. Zudem seien die syrischen Behörden aufgrund der massiven Verluste auf Nachschub angewiesen und deshalb an der Rekrutierung jedes Mannes interessiert. Es gebe zwar tatsächlich Personen, welche vom Militärdienst freigestellt worden seien; indessen seien auch Personen bekannt, welche nach der Einbürgerung Militärdienst hätten leisten müssen. Als Ajnabi habe der Beschwerdeführer in ständiger Angst vor einer Rekrutierung gelebt. Auch heute noch würden viele Männer bei Strassen kontrollen und an Checkpoints festgenommen und rekrutiert, darunter auch eingebürgerte Ajnabi. Obwohl in den von der PYD verwalteten Gebieten die Möglichkei- ten der syrischen Regierung eingeschränkt seien, müssten Rekrutierungen in diesen Gebieten nicht aus geschlossen sein, weil sich die PYD und die syrische Regierung in vielen Punkten einig seien und eng zusammenarbei- ten würden. Auch in den von der PYD kontrollierten Gebieten würden die Rekrutierungsämter von der syrischen Regierung verwaltet, weshalb wei- terhin Militärbüchlein und Marschbefehle ausgestellt würden. Die Rekrutie- rungen würden mit Hilfe der PYD stattfinden, weshalb es auch zu Zwangs- rekrutierungen komme. Als Militärdienstpflichtiger habe der Beschwerde- führer nur einen für zwei Jahre gültigen Reis epass erhalten, wobei die Nummer des Reisepasses im Militärdienstbüchlein eingetragen worden sei. Insgesamt sei nicht ausgeschlossen, dass er auch nach der Einbürge- rung hätte in den Militärdienst einrücken müssen. Damit sei seine Angst vor einer Einberufung und Rekrutierung begründet und sein Vorbringen als asylrelevant zu betrachten. Es könne nicht behauptet werden, dass seitens des Regimes und der PYD kein Interesse an seiner Person bestehe. D-7913/2016 Seite 12 6. 6.1 Entsprechend der Lehre und Rechtsprechung ist für die Anerkenn ung der Flücht lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungs - weise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nach- teile müssen der asylsuchenden Person gezielt und auf grund bestimmter Verfolgungsmotive drohen oder zugefügt worden sein. Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG liegt vor, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat oder in begründeter Weise in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund von bestimmter, in Art. 3 Abs.1 AsylG aufgezählten Verfolgungsmotiven zugefügt worden sind oder zugefügt zu werden drohen, ohne dass im Heimatland effektiver Schutz erlangt werden könnte. Verfolgung im flüchtlingsrechtlichen Sinn ist keine Frage des Urhebers, sondern des Vorhandenseins adäquaten Schut- zes im Herkunftsstaat. 6.2 Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus heutiger Sicht – mit ebendieser Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit verwirklichen. Ob in einem bestimmten Fall eine solche Wahrscheinlichkeit besteht, ist aufgrund einer objektivierten Betrachtungsweise zu beurteilen. Diese objektivierte Betrachtungsweise ist mit dem der Furcht innewohnen- den subjektiven Element zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungs- massnahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine subjektive Furcht. 6.3 Die erlittene Verfolgung beziehungsweise die begründete Furcht vor künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Aus- reise aus dem Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asy- lentscheids noch aktuell sein. Massgeblich für die Beurteilung der Flücht- lingseigenschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Entscheides, wobei erlit- tene Verfolgung oder im Zeitpunkt der Ausreise bestehende begründete Furcht vor Verfolgung – im Sinne einer Regelvermutung – auf eine andau- ernde Gefährdung hinweis t. Veränderungen der Situation zwischen Aus- reise und Asylentscheid sind zu Gunsten und zu Lasten der asylsuchenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2, BVGE 2010/9 E. 5.2, BVGE 2007/31 E. 5.3 f.). D-7913/2016 Seite 13 6.4 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen Punkten widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darüber hinaus muss die asyl- suchende Person persönlich g laubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abstützt (vgl. Art. 7 Abs. 3 AsylG), aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit- wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner im Gegensatz zum strikten Beweis ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen de r gesuchstellenden Person. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft gemacht, wenn das Ge- richt von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftma- chung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar- stellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne einer Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustel- len (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.3). 7. 7.1 Hinsichtlich der geltend gemachten Probleme mit der dolmetschenden Person ist vorab festzuhalten, dass sich aus der Beschwerde nicht ergibt, welche dolmetschende Person – diejenige der Befragung oder diejenige der ersten oder zweiten Anhörung – gemeint ist. Aus dem Gesamtzusam- menhang ist indessen naheliegend, dass sich die erhobenen Rügen wohl auf die dolmetschende Person der ersten Anhörung beziehen. Unter die- sen Umständen hätte der Beschwerdeführer anlässlich der zweiten Anhö- rung die Probleme mit der dolmetschenden Person ansprechen können, was er indessen nicht tat und was infolgedessen gegen tatsächlich bestan- dene Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Übersetzung spricht. Zu- dem ist festzuhalten, dass die von de n Beschwerdeführenden in der Be- schwerde angesprochenen pauschalen Probleme mit der dolmetschenden Person nachgeschoben und somit nicht glaubhaft sind. Aus den Protokol- len selber ergeben sich – abgesehen von zwei Fragen, welche von der D-7913/2016 Seite 14 dolmetschenden Person nicht auf Anhieb verstanden wurden, weil der Be- schwerdeführer zu schnell sprach (vgl. Akte A64/12 S. 4 und 7) – keine Probleme, welche auf die Übersetzung zurückzuführen wären, und auch die an den Anhörungen anwesende Hilfswerksvertretung hat auf ihren Bei- blättern keine solchen festgestellt. An dieser Einschätzung vermag die Aus- sage des Beschwerdeführers anlässlich des ersten Teils der Anhörung, wo- nach „wir uns wegen der Sprache nicht verstän digen konnten“ (vgl. Akte A58/29 S. 25) nichts zu ändern, zumal aus dieser Aussage nicht ersichtlich ist, wer sich mit wem in Bezug auf was nicht habe verständigen können. Weitere Anmerkungen oder gar Einwände gegen die Übersetzung können zudem dem Protokoll nicht entnommen werden. Ausserdem haben die Be- schwerdeführenden alle Protokolle vorbehaltlos unterschrieben und mit ih- rer Unterschrift zum Ausdruck gebracht, dass ihnen die Anhörungen bezie- hungsweise Befragungen rückübersetzt wurden und deren Inhalt ihren An- gaben entspricht. Unter diesen Umständen haben sie sich den Inhalt der Protokolle vollumfänglich anrechnen zu lassen. Die in der Beschwerde nachträglich dargelegten Vorwürfe an die übersetzenden Personen, sie hätten falsch beziehungsweise unkorrekt od er unvollständig übersetzt, stellen damit untaugliche Erklärungsversuche dar und können nicht gehört werden. 7.2 Sodann ist dem SEM beizupflichten, dass der Kausalzusammenhang zwischen den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignissen aus dem Jahr 2007 und seiner Ausreise im Jahr 2013 in zeitlicher und sachli- cher Hinsicht nicht als genügend eng zu betrachten ist, um von einer asyl- relevanten Verfolgung ausgehen zu können, auch wenn der Beschwerde- führer geltend machte, es hätten konkrete Anzeichen für eine fortbeste- hende Gefahr von Übergriffen seitens der früheren Feinde bestanden. Diese vom Beschwerdeführer dargelegten Anzeichen sind nämlich – in Übereinstimmung mit der Argumentation des SEM – nicht glaubhaft aus- gefallen. 7.2.1 So machte er geltend, eines dieser Anzeichen habe darin bestanden, dass zwei seiner Cousins in seinem Auto beziehungsweise im Auto seiner Familie (konkrete Aussage des Beschwerdeführers: unserem Auto) mit ei- nem Nummernschild aus T._______ verhaftet worden seien, weil man den einen Cousin mit ihm verwechselt habe. Aus diesem Verhalten habe er ge- sehen, dass er immer noch gesucht werde. Diesbezüglich stellte das SEM zutreffend fest, dass in der damaligen Zeit – als die Kontrolle im Gebiet Rojava von den syrischen Behörden an d ie kurdische PYD überging – je- des Fahrzeug mit Kennzeichen aus T._______ bei einer Strassensperre D-7913/2016 Seite 15 das Interesse geweckt haben muss. Unter diesen Umständen ist es nach- vollziehbar, dass die Cousins angehalten und kontrolliert wurden. Die An- gabe des Beschwerdeführers, die Cou sins seien während zweier Tage festgehalten und erst freigelassen worden, nachdem seine Familie den Po- lizeiposten angegriffen, mit den Behörden gesprochen und die Freilassung erwirkt habe, vermag nicht zu überzeugen. Einerseits sind diese Aussagen des Beschwerdeführers oberflächlich, teilweise mutmassend und plakativ sowie kaum substanziell und damit nicht glaubhaft ausgefallen. Anderer- seits kann nicht nachvollzogen werden, dass ein Angriff der Familie auf den Polizeiposten oder eine Rücksprache seiner Familie mit der Regierung zur gewünschten Freilassung geführt hätte, zumal seine Familie gemäss sei- nen Aussagen zu den Regierungsvertretern seiner Region ein äusserst schlechtes Verhältnis gehabt habe ( vgl. zum Ganzen: Akte A58/29 S. 13 f.). 7.2.2 Auch wenn der Beschwerdeführer in T._______ bei einer Strassen- sperre in ein Gefecht verwickelt worden wäre, dabei seine Personalien auf- genommen worden wären und man ihn verletzt zurückgelassen hätte, kann nicht nachvollzogen werden, dass er auf Geheiss sei nes Vaters in seine Heimatregion zurückgekehrt wäre, wenn ihm dort ein asylerhebliches Ver- folgungsrisiko gedroht hätte. Vielmehr wäre davon auszugehen, dass in einem solchen Fall eine andere Lösung gefunden worden wäre, zumal es nicht nachvollziehbar erscheint, dass ein Vater seinen Sohn einerseits aus einer Gefahrenlage befreit und andererseits an einen Ort bringt, wo ihm eine asylerhebliche Verfolgung und damit eine erneute Gefahr droht. Unter diesen Umständen spricht die Rückkehr des Beschwerdeführers in seine Heimatregion im Jahr 2012 grundsätzlich gegen die geltend gemachte im- mer noch andauernde Verfolgungsgefahr seitens der Apoci-Leute. 7.2.3 Ausserdem legte der Beschwerdeführer dar, er sei nach seiner Rück- kehr in die Heimatregion im Jahr 2012 vor den Apoci-Leuten, welche ihn 2007 drangsaliert hätten, auf der Flucht gewesen, habe sich in verschiede- nen Dörfern bewegt und bei seinen Tanten und der Grossmutter aufgehal- ten, um nicht in die Hände dieser Leute zu geraten. Dies sei der Grund gewesen, weshalb er nic ht an seinem Wohnort habe bleiben können. In- dessen lassen sich diese Aussagen nicht vereinbaren mit seinem Verhal- ten. So will er sich nach der Rückkehr aus T._______ im Jahr 2012 unter anderem auch bei seiner Grossmutter versteckt haben , obwohl ihn die Apoci-Leute im Jahr 2007 im Dorf seiner Grossmutter, wo er zu Besuch gewesen sei, festgenommen hätten (vgl. Akte A58/29 S. 11 f.) und somit auch dort wieder suchen würden, sollten sie von seiner Rückkehr erfahren D-7913/2016 Seite 16 und immer noch ein Interesse an seiner Verfolgung haben. Mithin kann der Aufenthalt bei seiner Grossmutter nicht als sicherer Fluchtort bezeichnet werden. Eine tatsächlich gesuchte Person würde sich indessen nicht frei- willig dort aufhalten, wo sie damit rechnen müsste, erneut aufgefunden und verfolgt zu werden. Folglich kann dem Beschwerdeführer auch aus diesem Grund nicht geglaubt werden, dass er nach seiner Rückkehr in die Heimat- region im Jahr 2012 weiterhin von Apoci-Leuten gesucht worden sei. 7.2.4 Nach seiner Rückkehr aus T._______ will der Beschwerdeführer fer- ner einerseits offiziell geheiratet und andererseits an unzähligen Demonst- rationen in seiner Heimatregion teilgenommen haben. Auch dieses Verhal- ten spricht deutlich dagegen, dass er dort eine Fortsetzung der früheren Verfolgung durch die Apoci zu b efürchten hatte, zumal er sowohl wegen der Heirat, von welcher auszugehen ist, dass sie allgemein bekannt wurde, und welche gestützt auf die ausgestellten Dokumente auch den Behörden bekannt war, als auch aufgrund seiner zahlreichen Demonstrationsteilnah- men im öffentlichen Raum damit rechnen musste, dass seine Rückkehr in die Heimatregion auch den Apoci-Leuten bekannt geworden ist. Sein Ein- wand, er habe sich bei den Demonstrationen vermummt, vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern, zumal er mit den D emonstrationsteilnah- men – und insbesondere mit seinen Parolen durch das Mikrophon – ein erhöhtes Risiko, festgenommen und verfolgt zu werden, eingegangen wäre, was sich mit seiner Aussage, er sei vor seinen Verfolgern auf der Flucht gewesen und habe sich verstecken müssen, nicht vereinbaren lässt. 7.2.5 Zwar macht der Beschwerdeführer geltend, er sei von Spitzeln der Behörden infolge seines politischen Engagements bei der Parti Demokrati und aufgrund seiner zahlreichen Demonstrationsteilnahmen seit seiner Rückkehr in die Heimatregion identifiziert worden. Indessen sind die dies- bezüglichen Aussagen zu bezweifeln. Seine Aussagen, er sei von Spitzeln der Apoci erkannt und einmal verfolgt und von einem Apoci gewarnt wor- den, sind – wie vom SEM zutreffend festgestellt – kaum konkret, diffus, inhaltslos und entbehren jeder Substanz, weshalb sie nicht als glaubhaft betrachtet werden können. 7.2.6 Auch die zahlreichen, seit der Rückkehr in die Heimatregi on erlang- ten Identitätsdokumente (Identitätskarte, Militärbüchlein, Reisepass, Fami- lienbüchlein) sprechen dagegen, dass er noch immer einer behördlichen Verfolgung ausgesetzt war, zumal er gestützt auf seine Aussagen in die- sem Zusammenhang mehrmals behördlichen Kontakt hatte und die Doku- mente problemlos erhalten habe. Im Fall einer immer noch bestehenden D-7913/2016 Seite 17 behördlichen Suche nach seiner Person wäre auch in diesem Zusammen- hang mit Schwierigkeiten zu rechnen gewesen, was der Beschwerdeführer jedoch nicht geltend macht. 7.2.7 Des Weiteren können die vom Beschwerdeführer dargelegten politi- schen Aktivitäten wie die Demonstrationsteilnahmen und die Orientierung der Parteimitglieder über Versammlungen nicht geglaubt werden, zumal auch sie angesichts seiner Furcht vor einer Entdeckung nicht plausibel sind. Der Beschwerdeführer macht zwar geltend, er sei einmal nach einer Demonstration behördlich gesucht worden, vermag indessen nicht anzu- geben, ob diese Suche wegen des Militärdienstes oder wegen der Teil- nahme an der Demonstra tion erfolgt sei. Ebensowenig ist er in der Lage übereinstimmend darzulegen, welche Behörde nach ihm gesucht haben soll. Während dies gemäss der einen Version die Polizei gewesen sein soll, habe ihn gemäss der anderen Version die Militärpolizei gesucht. Aufgrund dieser ungereimten Angaben kann ihm nicht geglaubt werden, dass er überhaupt gesucht worden sei. 7.2.8 Insgesamt hat der Beschwerdeführer somit keine glaubhaften Anzei- chen vorgebracht, gestützt auf welche davon auszugehen wäre, dass kon- krete Anzeichen für eine fortbestehende Gefahr von Übergriffen seitens der früheren Feinde aus dem Jahr 2007 beziehungsweise der Apoci -Leute oder der syrischen Behörden bestanden hat. Es kann ihm folglich nicht ge- glaubt werden, dass er im Jahr 2012 immer noch wegen seiner im Jahr 2007 ausgeübten Kritik an Abdullah Öcalan oder wegen des seit 2012 aus- geübten politischen Engagements, insbesondere der Teilnahmen an De- monstrationen, verfolgt wurde. An dieser Einschätzung vermag sein Ein- wand, man könne in seinem Facebook -Account X._______ (vgl. Akte A58/29 S. 24) nachverfolgen, wie er noch immer verfolgt und bedroht werde und seine Veröffentlichungen weitergeleitet würden, nichts zu än- dern, zumal dieser Account weder vom SEM (vgl. Akte A66/3) noch vom Bundesverwaltungsgericht (vgl. act. 5) und auch nicht unter der Schreib- weise Y ._______, Z._______, Aa._______ gefunden werden konnte. Be- zeichnenderweise reichte der Beschwerdeführer denn auch keine entspre- chenden Beweismittel zu den Akten. Ebensowenig vermögen die zu den Akten gegebenen Fotos, auf welchen die Personen abgebildet seien, wel- che ihn verfolgen würden, zu einem anderen Schluss führen, zumal allein aufgrund der Abbildungen nicht auf eine konkrete Person, deren Aufent- halt, deren Stellung innerhalb einer Organisation und deren Absichten ge- schlossen werden kann. D-7913/2016 Seite 18 7.3 Im Übrigen vermag allein die Teilnahme an Demonstrationen gestützt auf die geltende Praxis (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsge- richts D -5779/2013 vom 25. Februar 2015) nicht zur Anerkennung als Flüchtling zu führen. Vielmehr ist eine Identifizierung der betroffenen Per- son als Teilnehmer durch die syrischen Behörden erforderlich, was indes- sen vorliegend – gestützt auf die vorangehenden Erwägungen – nicht der Fall ist. 7.4 Des Weiteren ist dem SEM auch beizupflichten, dass der Vorfall in T._______ im Jahr 2012, als der Beschwerdeführer in der Nähe des (…) bei einer Strassensperre kontrolliert und nach einem Gefecht verletzt wor- den sei, nicht als asylrelevant betrachtet werden kann. Aus den Aussagen des Beschwerdeführers ergibt sich, dass der Angriff nicht ihm persönlich gegolten hat, es sich mithin nicht um eine gezielt gegen ihn gerichtete Ver- folgungshandlung gehandelt hat. Vielmehr befand er sich zufällig in einem Minibus, der bei dieser Strassensperre in ein Gefecht verwickelt wurde, weil die Sicherheitskräfte nach Leuten aus V._______ gesucht und solche sich im Minibus befunden hätten. Bei der anschliessenden Personenkon- trolle wurde der Beschwerdeführer gemäss seinen Aussagen zwar ge- schlagen und verletzt am Boden liegen gelassen; indessen wurde er – im Gegensatz zu anderen Mitreisenden – nicht festgenommen, weshalb da- von auszugehen ist, dass die Sicherheitskräfte kein Interesse an seiner Person hatten. Aufgrund der Schilderung des Beschwerdeführers in die- sem Zusammenhang ist auch nicht davon auszugehen, dass er aufgrund dieses Ereignisses in Zukunft eine asylerhebliche Verfolgung zu befürchten hätte, auch wenn man ihm anlässlich d er Personenkontrolle gedroht und ihm zu verstehen gegeben hat, dass man ihn hier nicht mehr sehen wolle. Angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien dürfte viel- mehr die Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Kurdengebiet und die fehlende Registrierung in T._______ für die Drohung ausschlaggebend ge- wesen sein als ein behördliches Interesse an seiner Person. Somit können diese Vorbringen nicht als asylerheblich qualifiziert werden. 7.5 Auch in Bezug auf die geltend gemachte Befürchtung, in den Militär- dienst eingezogen zu werden, können die vorinstanzlichen Erwäg ungen bestätigt werden. 7.5.1 Gestützt auf die Angaben im eingereichten Militärbüchlein wurde die- ses dem Beschwerdeführer am 4. Juni 2012 ausgehändigt. Er war nicht in der Lage anzugeben, wann, zu welcher Uhrzeit und wo er sich gemäss dem ebenfalls zu den Akten gegebenen Einberufungsbefehl hätte melden D-7913/2016 Seite 19 müssen (vgl. Akte A64/12 S. 5 ff.), obwohl er als Direktbetroffener der be- hördlichen Anweisung über diese Einzelheiten hätte Bescheid wissen müs- sen. Sein Einwand, er könne nicht so gut lesen, ist angesichts dessen, dass er gemäss seinen Angaben einen Facebook-Account führt, was ohne Lese- und Schreibkenntnisse nicht möglich ist, als untauglicher Erklärungs- versuch zu werten. Zudem wäre es auch nicht nachvollziehbar, dass eine von einem Einberufungsbefehl betroffene Person sich nicht erklären liesse, wo und wann sie sich melden müsste, sollte der Beschwerdeführer in der Tat mit dem Lesen Schwierigkeiten haben. Seine diesbezüglich auswei- chenden, substanzlosen und oberflächlichen Angaben sowie sein man- gelndes Interesse an Anweisungen, die ihn persönlich treffen, sprechen dagegen, dass er tatsächlich militärisch einberufen worden ist. 7.5.2 An dieser Einschätzung vermag der eingereichte Einberufungsbefehl nichts zu ändern. Wie das SEM zutreffend festgestellt hat, ist der Beweis- wert von Einberufungsbefehlen aufgrund der einfachen Fälschbarkeit und Käuflichkeit gering. Damit ist das Beweismittel nicht geeignet, einen Sach- verhalt in einem glaubhaften Licht erscheinen zu lassen, der sich – wie vorliegend – aus anderen Gründen als unglaubhaft herausgestellt hat. 7.5.3 Wie das SEM im Übrigen zutreffend festhielt, sind vor 1993 geborene Ajnabi, welche eingebürgert worden sind, vom Militärdienst in der syrischen Armee befreit, weshalb grundsätzlich nicht davon auszugehen ist, dass der früher geborene Beschwerdeführer in den syrischen Militärdienst einberu- fen worden ist. Diesbezüglich ist auf die vorinstanzlichen Erwägungen und das in der angefochtenen Verfügung enthaltene Zitat zu verweisen. 7.5.4 Schliesslich ist – ebenfalls in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – der Einberufungsbefehl zu einem Zeitpunkt in U._______ ausgestellt wor- den, als dort gar keine syrischen Behörden mehr vor Ort tätig waren, was ebenfalls gegen die Authentizität des Beweismittels spricht. Auch diesbe- züglich ist auf zutreffenden Erwägungen und das Zitat in der angefochte- nen Verfügung zu verweisen. Unter diesen Umständen kann die einge- reichte militärische Vorladung gar nicht echt sein, weshalb die Authentizität dieses Beweismittels auch ohne eine eigentliche Prüfung der Echtheit zu bezweifeln ist. 7.5.5 Insgesamt kann dem Beschwerdeführer somit nicht geglaubt werden, dass er vom syrischen Militär vorgeladen und zum Dienst aufgeboten wor- den ist. Angesichts dessen sind seine Vorbringen, wonach er wegen des D-7913/2016 Seite 20 nicht befolgten militärischen Aufgebots an seinem W ohnort gesucht wor- den sei, ebenfalls unglaubhaft. Ebensowenig können die in diesem Zusam- menhang vorgebrachten Hausdurchsuchungen geglaubt werden. Seine Befürchtung, im Fall einer Rückkehr nach Syrien aufgrund des nicht be- folgten militärischen Aufgebots verfolgt zu werden, ist somit unbegründet. An dieser Einschätzung vermögen die Einwände in der Beschwerde nichts zu ändern, zumal sie nicht geeignet sind, die Ungereimtheiten im Zusam- menhang mit der Ausstellung der eingereichten Vorladung aus dem Weg zu räumen. Allein die Angst, allenfalls noch einberufen zu werden, genügt für die Anerkennung als Flüchtling nicht, zumal dafür im heutigen Zeitpunkt keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich sind. 7.6 Auch die ansatzweise geltend gemachte Angst des Beschwerdefüh- rers, von kurdischen Gruppierungen zum Militärdienst gezwungen zu wer- den, führt nicht zur Anerkennung als Flüchtling. Aufgrund der Quellenlage geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, dass syrische Kurden, die sich der von der YPG beschlossenen Dienstpflicht entziehen, grundsätzlich keine begründete Furcht vor einer asylrechtlich relevanten Verfolgung ha- ben, zumal sich daraus nicht das Bild eines systematischen Vorgehens ge- gen Dienstverweigerer ergibt, das die Schwelle ernsthafter Nachteile er- reicht. Die Be richte sprechen mehrheitlich von keinen oder nicht weiter spezifizierten Sanktionen. Vorliegend macht der Beschwerdeführer nicht geltend, konkret und persönlich aufgefordert worden zu sein, sich den mi- litärischen Einheiten der YPG anzuschliessen. Vielmehr lassen sich seinen Aussagen nur entsprechende Befürchtungen entnehmen, welche indessen weder konkret noch hinlänglich absehbar sind. Zudem würde eine allfällige Aufforderung zum militärischen Dienst bei den YPG nicht aus einem der in Art. 3 AsylG genannten Motiven, sondern gestützt auf den Wohnort, das Alter und das Geschlecht erfolgen, weshalb eine Bestrafung wegen Nicht- befolgens dieser Aufforderung nicht als asylerheblich zu qualifizieren wäre. In Ermangelung eines asylrelevanten Verfolgungsmotivs wäre ei ne dro- hende Bestrafung somit lediglich unter dem Aspekt der Unzulässigkeit res- pektive Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs relevant, welcher auf- grund der in der angefochtenen Verfügung angeordneten vorläufigen Auf- nahme hier nicht Prozessgegenstand ist (v gl. Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts D-317/2015 vom 1. März 2016 und dort zitierte weitere Ur- teile). Insgesamt ist somit dieses Vorbringen nicht asylrelevant. 7.6.1 Die im Übrigen von den Beschwerdeführenden geltend gemachten allgemeinen Befürchtungen seitens der Al -Nusra Front, des IS oder der D-7913/2016 Seite 21 PYD sind auf die heutige allgemeine kri egerische Situation in Syrien zu- rückzuführen und stellen somit keine Verfolgung im Sinne des Asylgeset- zes dar, weil sie die ganze Bevölkerung treffen und nicht als gezielte Ver- folgung zu betrachten sind . Eine konkrete und gezielte Verfolgung durch diese Organisationen wurde nicht geltend gemacht. Aus dem gleichen Grund vermag die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Syrien ste- hende allgemein schwierige Situation, welche von beiden Beschwerdefüh- renden angesprochen wurde, die Flüchtlingseigenschaft nicht zu begrün- den. 7.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass keine asylrechtlich relevanten Ver- folgungsgründe ersichtlich sind, weshalb das SEM die Flüchtlingseigen- schaft de r Beschwerdeführenden unter dem Blick winkel der Vorflucht- gründe zu Recht verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt hat. An dieser Einschätzung vermögen die in der Schweiz lebenden Verwandten der Be- schwerdeführenden nichts zu ändern, zumal keine Anhaltspunkte erkenn- bar sind, welche auf eine asylrelevante Gefährdung der Beschwerdefüh- renden schliessen lassen könnten. 8. 8.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politische Exil- aktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gel- tend. Begründeter Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung besteht dann, wenn der Heimat- oder Herkunftsstaat mit erheblicher Wahr scheinlichkeit von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde (vgl. BVGE 2009/29 E. 5.1, 2009/28 E. 7.1, UNHCR, Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Festste llung der Flüchtlingseigenschaft, Neuaufl . Genf 2011, Ziff. 94 ff., C ARONI/GRASDORF-MEYER/OTT/SCHEIBER, Migrations- recht, 3. Aufl. 2014, S. 239 ff., MINH SON NGUYEN, Droit public des étrangers, 2003, S. 448 ff.; ACHERMANN/HAUSAMMANN, Handbuch des Asyl- rechts, 1991, S. 111 f.; dieselben, Les notions d'asile et de réfugié en droit suisse, Fribourg 1991, S. 45; SAMUEL WERENFELS, Der Begriff des Flücht- lings im schweizerischen Asylrecht, 1987, S. 352 ff.; KOCH/TELLENBACH, Die subjektiven Nachfluchtgründe, in: ASYL 1986/2 S. 2). Dabei muss hin- reichend Anlass zur Annahme bestehen, die Verfolgung werde sich mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft verwirklichen – eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht. Es müs- sen mithin konkrete Indizien vorliegen, welche den Eintritt der erwarteten – D-7913/2016 Seite 22 und aus einem der vom Gesetz aufgezählten Motive erfolgenden – Be- nachteiligung als wahrscheinlich und dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2, 2010/57 E. 2.5, 2010/44 E. 3.4). Subjektive Nachfluchtgründe be- gründen zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig da- von, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Statt- dessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachwei- sen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom- men (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 8.2 Gemäss dem am 1. Februar 2014 in Kraft ge tretenen Art. 3 Abs. 4 AsylG sind keine Flüchtlinge Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise entstanden sind und die weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat - oder Herkunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind. Vorbehalten bleibt das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention). 8.3 Die Geheimdienste des syrischen Regimes von Bashar al -Assad sind in verschiedenen europäischen Staaten nachrichtendienstlich tätig. Sie ha- ben ein Agentennetz aufgebaut, mit dem Ziel, regimekritische Personen zu identifizieren und oppositionelle Gruppierungen zu unterwandern und zu bespitzeln (vgl. u.a. Amnesty International, Menschenrechtskrise in Syrien erfordert Abs chiebungsstopp und Aussetzung des deutsch -syrischen Rückübernahmeabkommens, Berlin, 14. März 2012, S. 5). Die durch sys- tematische Bespitzelung gewonnenen Informationen bilden Grundlage für die Sicherstellung der Überwachung missliebiger Personen bei der Wi e- dereinreise ins Heimatland. Syrische Staatsangehörige und staatenlose Kurden syrischer Herkunft werden zudem nach einem längeren Ausland- aufenthalt bei der Wiedereinreise regelmässig einem eingehenden Verhör durch syrische Sicherheitskräfte unterzogen. Wenn sich im Verlauf der Be- fragungen bei der Einreise Verdachtsmomente hinsichtlich oppositioneller Exilaktivitäten erhärteten, wurden die betroffenen Personen in der Regel an einen der Geheimdienste überstellt. 8.4 Das Bundesverwaltungsgericht geht vor diesem H intergrund davon aus, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass syrische Geheim- dienste von der Einreichung eines Asylgesuchs in der Schweiz durch syri- sche Staatsangehörige oder staatenlose Kurden syrischer Herkunft erfah- ren, insbesondere wenn sich die b etreffende Person im Exilland politisch D-7913/2016 Seite 23 betätigt hat oder mit – aus der Sicht des syrischen Regimes – politisch missliebigen, oppositionellen Organisationen, Gruppierungen oder Tätig- keiten in Verbindung gebracht wird. Allein der Umstand, dass syrische Ge- heimdienste im Ausland aktiv sind und gezielt Informationen über regime- kritische Personen und oppositionelle Organisationen sammeln, vermag jedoch die Annahme, aufgrund geheimdienstlicher Informationen über exil- politische Tätigkeiten im Falle der Rückkehr na ch Syrien in asylrechtlich relevantem Ausmass zur Rechenschaft gezogen zu werden, nicht zu recht- fertigen. Damit die Furcht vor Verfolgung als begründet erscheint, müssen vielmehr über die theoretische Möglichkeit hinausgehende konkrete An- haltspunkte vorliegen, die den Schluss zulassen, dass die asylsuchende Person tatsächlich das Interesse der syrischen Behörden auf sich gezogen und als regimefeindliches Element namentlich identifiziert und registriert wurde. Diesbezüglich geht die Rechtsprechung davon aus, dass sich die syrischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die über niedrigprofilierte Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hin- aus Funktionen wahrgenommen und/oder Aktivitäten entwickelt haben, welche die betreffende Person als Individuum aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften und potenziell gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Für die Annahme begrün- deter Furcht ist insofern nicht primär das Hervortreten im Sinne einer opti- schen Erkennbarkeit und Individualisierbarkeit massgebend; ausschlagge- bend ist vielmehr eine öffentliche Exponierung, die aufgrund der Persön- lichkeit des Asylsuchenden, der Form des Auftritts und aufgrund des Inhalts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende aus Sicht des syrischen Regimes als potenzielle Bedrohung wahrgenommen wird (vgl. statt vieler das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 und dort zitierte weitere Urteile). 8.5 Im Verlaufe des Bürgerkriegs ist das Regime von Präsident Bashar al- Assad durch die Kämpfe mit verschiedenen regimefeindlichen Organisati- onen und infolge internationaler Sanktionen militärisch und wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten. Es ha tte inzwischen die Kontrolle über weite Landesteile verloren. Einige Gebiete konnte das Regime mittlerweile wieder zurückerobern. Gleichzeitig ging und geht das Regime in dem ihm verbliebenen Einflussgebiet gegen tatsächliche oder vermeintliche Re- gimegegner mit grösster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vor (vgl. Refe- renzurteil D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.1 und E. 5.7.2; BVGE 2015/3 E. 6.2.1). So sind insbesondere Personen, die sich in Syrien an re-D-7913/2016 Seite 24 gimefeindlichen Demonstrationen beteiligt haben, in grosser Zahl von Ver- haftungen, Folter und willkürlicher Tötung betroffen. Personen, die auf- grund ihres politischen Engagements in Syrien durch die Sicherheitskräfte als tatsächliche oder vermeintliche Gegner des Regimes identifiziert wer- den, haben deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Behandlung zu er- warten, die einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleichkommt (vgl. Referenzurteil des Bundesverwaltungsge- richt D-3839/2013 vom 28. Oktober 2015 und dort zitierte weitere Praxis). 8.6 Seit Ausbruch des Bürgerkriegs hat es zwar kaum mehr Fälle von zwangsweisen Rückführungen syrischer Staatsangehöriger oder staaten- loser Kurden syrischer Herkunft gegeben, da ein praktisch ausnahmsloser Ausschaffungsstopp für abgelehnte Asylsuchende aus Syrien gilt. Dement- sprechend liegen auch keine aktuellen Informationen bezüglich des Um- gangs des Regimes mit Rückkehrern respektive Exilakt ivisten vor. Ange- sichts des rigorosen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Gegner des Regimes im Inland ist jedoch naheliegend, dass auch aus dem Ausland zurückkehrende Personen verstärkt unter dem Gesichtspunkt möglicher exilpolitischer Tätigkeiten oder Kenntnisse von Aktivitäten der Exilopposi- tion verhört würden und von Verhaftungen, Folter und willkürlicher Tötung betroffen wären, falls sie für tatsächliche oder mutmassliche Regimegeg- ner gehalten werden. Unklar ist jedoch, ob und in welchem Umfang die syrischen Geheimdienste ihre Tätigkeiten im europäischen Ausland hin- sichtlich der Überwachung und Erfassung oppositioneller Exilaktivitäten nach Ausbruch des Bürgerkriegs weiter betreiben beziehungsweise inwie- weit sie dazu aktuell noch in der Lage sind. 8.7 Bei der diesbezüglichen Einschätzung ist in Rechnung zu stellen, dass die Aktivitäten der syrischen Geheimdienste in Europa in den letzten Jah- ren in den Fokus der Nachrichtendienste der betroffenen Länder gerückt sind und diese ihre Tätigkeiten aufgrund der ergriffenen Massnahmen nicht mehr ungehindert ausüben können. So wird etwa berichtet, dass deren Ak- tivitäten in Deutschland durch nachrichtendienstliche und polizeiliche Massnahmen erheblich beeinträchtigt seien und das Agentennetz teilweise zerschlagen sei (vgl. Bundesministerium des Innern, Verfassungsschutz- bericht 2013 vom 18. Juni 2014, S. 331 f.). Seit Ausbruch des Bürgerkriegs sind zudem mehr als vier Millionen Menschen aus Syrien geflüchtet. Der Grossteil davon fand in den Nachbarländern Syriens Zufl ucht, aber auch die Zahl der Menschen, die in europäische Länder geflüchtet sind, wächst stetig. Es ist angesichts dieser Dimension wenig wahrscheinlich, dass die D-7913/2016 Seite 25 syrischen Geheimdienste über die logistischen Ressourcen und Möglich- keiten verfügen, um sämtliche regimekritischen exilpolitischen Tätigkeiten syrischer Staatsangehöriger oder staatenloser Kurden syrischer Herkunft im Ausland systematisch zu überwachen. Zudem kann davon ausgegan- gen werden, dass durch den Überlebenskampf des Regimes die syrischen Geheimdienste ohnehin primär auf die Situation im Heimatland konzen - triert sind. 8.8 Das Bundesverwaltungsgericht geht deshalb weiterhin davon aus, dass der Schwerpunkt der Aktivitäten der syrischen Geheimdienste im Aus- land nicht bei einer grossflächigen, sonde rn bei einer selektiven und ge- zielten Überwachung der im Ausland lebenden Opposition liegt (vgl. das Referenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3839/2013 vom 28. Ok- tober 2015 und dort zitierte weitere Urteile ). Die Annahme, die betroffene Person habe d ie Aufmerksamkeit der syrischen Geheimdienste in einer Weise auf sich gezogen, welche auf eine begründete Furcht vor Verfolgung wegen exilpolitischer Tätigkeiten schliessen lässt, rechtfertigt sich deshalb nur, wenn diese sich in besonderem Mass exponiert, das heisst, wenn sie aufgrund ihrer Persönlichkeit, der Form des Auftritts und aufgrund des In- halts der in der Öffentlichkeit abgegebenen Erklärungen den Eindruck er- weckt, sie werde aus Sicht des syrischen Regimes als potenzielle Bedro- hung wahrgenommen. 8.9 Der Beschwerdeführer macht in Bezug auf seine exilpolitischen Aktivi- täten in der Schweiz geltend, er habe an Kundgebungen teilgenommen und auf Facebook regimekritische Beiträge gepostet. Als Beilage gab er zwei Fotos und ein Schreiben der DPK – Organisation Schweiz zu den Akten. 8.9.1 Wie vorstehend ausgeführt, konnte der Beschwerdeführer keine Vor- verfolgung glaubhaft machen (vgl. E. 7.). Es kann daher ausgeschlossen werden, dass dieser vor dem Verlassen Syriens als regimefeindliche Per- son ins Blickfeld der Behörden geraten ist. Aufgrund der Akten drängt sich alsdann der Schluss auf, der Beschwerdeführer sei nicht der Kategorie von Personen zuzurechnen, die wegen ihrer Tätigkeit oder Funktionen im Exil als ernsthafte und potenziell gefährliche Regimegegner die Au fmerksam- keit der syrischen Geheimdienste auf sich gezogen haben könnten. Auf- grund der eingereichten Beweismittel und der Angaben des Beschwerde- führers ist nicht davon auszugehen, dass er innerhalb von exilpolitisch tä- tigen Organisationen und Parteien eine exponierte Kaderstelle innehat. Er hat vielmehr wie Tausende syrischer Staatsangehöriger oder staatenloser D-7913/2016 Seite 26 Kurden syrischer Herkunft in der Schweiz und anderen europäischen Staa- ten an Kundgebungen gegen das syrische Regime teilgenommen , wurde dabei fotografiert und ist Mitglied der DPK. Ausserdem will er auf Facebook regimekritisch tätig sein, was indessen nicht als glaubhaft gilt (vgl. voran- gehende Erwägung 7.2.8). Es ist deshalb nicht wahrscheinlich, dass sei- tens des syrischen Regimes ein besonderes Inter esse an seiner Person bestehen könnte, da es sich bei ihm nicht um eine für die exilpolitische Szene bedeutsame Persönlichkeit handelt, die mit Blick auf Art und Um- fang ihrer exilpolitischen Tätigkeiten als ausserordentlich engagierter und exponierter Regimegegner aufgefallen sein könnte. Aufgrund des Gesag- ten übersteigt das exilpolitische Engagement des Beschwerdeführers die Schwelle der massentypischen Erscheinungsformen exilpolitischer Pro- teste syrischer Staatsangehöriger nicht. 8.9.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei von der dolmet- schenden Person in der Schweiz als Regimekritiker verraten worden, han- delt es sich um unbelegte und im Übrigen angesichts der strengen Prüfung von dolmetschenden Personen durch das SEM nicht nachvollziehbare Be- hauptungen, welche nicht geglaubt werden können. Im Übrigen kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass Anhänger der Apoci in der Schweiz geheimdienstliche Tätigkeiten ausüben und somit für Rückkeh- rende eine Gefahr darstellen könnten. 8.9.3 Festzuhalten ist schliesslich, dass die blosse Tatsache der Asylge- suchstellung in der Schweiz nicht zur Annahme führt, dass die Beschwer- deführenden bei der (hypothetischen) Rückkehr in ihr Heimatland mit be- achtlicher Wahrscheinlichkeit eine menschenrechtswidrige Behandlung zu befürchten hätten. Zwar ist aufgrund ihrer längeren Landesabwesenheit davon auszugehen, dass sie bei einer Wiedereinreise nach Syrien einer Befragung durch die heimatlichen Behörden unterzogen würde n. Da die Beschwerdeführenden eine Vorverfolgung nicht glaubhaft machen konnten und somit ausgeschlossen werden kann, dass sie vor dem Verlassen Syri- ens als regimefeindliche Person en ins Blickfeld der syrischen Behörden geraten sind, ist nicht davon auszugehen, dass sie als staatsgefährdend eingestuft würden, weshalb nicht damit zu rechnen wäre, sie hätten bei einer Rückkehr asylrelevante Massnahmen zu befürchten. 8.10 Somit ergibt sich, dass auch unter dem Blickwinkel von subjektiven Nachfluchtgründen keine asylrechtlich relevanten Verfolgungsgrü nde er- sichtlich sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden verneint und ihre Asylgesuche abgelehnt hat. D-7913/2016 Seite 27 Es erübrigt sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzu- gehen, da sie an der vorliegenden W ürdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 9. 9.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli- che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 10. 10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmung en über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 11. Die Vorinstanz nahm die Beschwerdeführenden mit Verfügung vom 23. November 2016 infolge fehlender Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll- zuges vorläufig auf. Unter diesen Umständen ist auf eine Er örterung der beiden ander en Kr iterien – insbesondere der Zulässig keit des Wegwei- sungsvollzuges – zu verzichten. Über diese müsste erst dann befunden werden, wenn die vorläufige Aufnahme aufgehoben würde. Zur Durchführ- barkeit des Wegweisungsvollzugs erübrigen sich im heutigen Zeitpunkt weitere Erwägungen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 12. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-7913/2016 Seite 28 13. 13.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge- samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [ VGKE, SR 173.320.2]). Da sich die Beschwerde nicht als aus- sichtslos herausstellte, der Beschwerdeführer nachgewiesenermassen als fürsorgeabhängig gilt und von der Beschwerdeführerin anzunehmen ist, dass auch sie bedürftig im Sinne des Gesetzes ist, kann in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG auf die Erhebung von Verfahrenskosten verzichtet werden. 13.2 Angesichts des vorliegenden Urteils ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. (Dispositiv nächste Seite) D-7913/2016 Seite 29 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut- geheissen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: