<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Lawsearch Cache - AGVE 2011 2 S. 407</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">407</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>II. Besoldung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>94</b></span> <span class="ft2"><b>Kantonale Anstellung. Inkonvenienzentschädigung für Nacht-, Wochen-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>end- und Feiertagsarbeit.</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Subsidiarität von Feststellungsbegehren (Erw. I/5.1 und 5.2.3).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Auf ein Leistungsbegehren betreffend künftig fällig werdender perio-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>discher Ansprüche darf nur eingetreten werden, wenn die Fälligkeit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Teilansprüche nur noch vom Zeitablauf abhängt und ein beson-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>deres Rechtsschutzinteresse besteht (Erw. I/5.2.2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Es besteht kein kumulativer Anspruch auf Entschädigung von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Nachtarbeit und Wochenend- bzw. Feiertagsarbeit (Erw. II/2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die Vorschriften des Arbeitsgesetzes über die Ausgleichsruhezeit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>kommen in öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen nicht zur An-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>wendung (Erw. II/4).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Mitarbeitende, die eigens zum Zweck der Nacht-, Wochenend- oder</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Feiertagsarbeit angestellt worden sind und bei denen die Kompensa-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>tion im Lohn abgegolten wird, haben keinen Anspruch auf zusätz-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>liche Entschädigung (Erw. II/5.1).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Bei pauschaler Abgeltung der Nachtarbeit muss der Gesamtlohn zu-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>mindest annähernd die durchschnittliche Summe aus dem ordentli-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>chen Lohn und der Entschädigung gemäss Inkonvenienzverordnung</b></span><br/> <span class="ft2"><b>erreichen und muss der Zuschlag ein angemessenes Entgelt für die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>ausserordentlichen Belastungen darstellen (Erw. II/5.2).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Eine Abgeltung von Zeitzuschlägen verstösst - anders als im Privat-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>recht - nicht gegen zwingendes Recht (Erw. II/5.3).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Konkrete Prüfung, ob im Lohn eine pauschale Abgeltung für die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Nachtarbeit enthalten ist (Erw.II/5.4). Die pauschale Abgeltung von</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Nachtarbeit über die Einreihung von Mitarbeitenden in eine höhere</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Lohnstufe ist unzulässig (Erw. II/5.4.6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 16. August 2011 i. S.</span><br/> <span class="ft5">W.B. und A.B. gegen Kanton Aargau (2-BE.2010.7).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">408</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft7">I.</span><br/> <span class="ft7">5.</span><br/> <span class="ft7">5.1.</span><br/> <span class="ft7">Eine Klage auf Feststellung ist zulässig, wenn der Betroffene</span><br/> <span class="ft7">ein schützenswertes Interesse an der Feststellung des Bestehens oder</span><br/> <span class="ft7">Nichtbestehens eines konkreten öffentlich-rechtlichen Rechtsverhält-</span><br/> <span class="ft7">nisses nachweisen kann und keine öffentlichen oder privaten Interes-</span><br/> <span class="ft7">sen entgegenstehen (Michael Merker, Rechtsmittel, Klage- und Nor-</span><br/> <span class="ft7">menkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz über die Ver-</span><br/> <span class="ft7">waltungsrechtspflege, Zürich 1998, § 38 N 27). Negative Vorausset-</span><br/> <span class="ft7">zung des Feststellungsinteresses ist die fehlende Möglichkeit, alter-</span><br/> <span class="ft7">nativ eine Leistungs- oder Gestaltungsklage durchzusetzen, da die</span><br/> <span class="ft7">Feststellungsklage subsidiärer Natur ist (Merker, a.a.O., § 38 N 28</span><br/> <span class="ft7">und N 34; vgl. auch Oscar Vogel/Karl Spühler, Grundriss des Zivil-</span><br/> <span class="ft7">prozessrechts, 7. Auflage, Bern 2001, § 7 Rz. 23).</span><br/> <span class="ft7">Die Schreiben vom 11. Juni 2010, worin die Anstellungsbe-</span><br/> <span class="ft7">hörde den Verzicht auf die verlangten Zeitzuschläge und Entschädi-</span><br/> <span class="ft7">gungen bestätigte, stellen keine Verfügungen, sondern vertragliche</span><br/> <span class="ft7">Erklärungen dar. Dem Personalrekursgericht ist es verwehrt, solche</span><br/> <span class="ft7">vertraglichen Erklärungen - wie im ersten Rechtsbegehren der Kläger</span><br/> <span class="ft7">beantragt - aufzuheben. Es könnte im Fall der Gutheissung einzig</span><br/> <span class="ft7">feststellen, dass die in den Schreiben vom 11. Juni 2010 geäusserte</span><br/> <span class="ft7">Auffassung unzutreffend sei. Ein Rechtsschutzinteresse der Kläger</span><br/> <span class="ft7">an einer solchen Feststellung ist jedoch nicht ersichtlich, da sie im-</span><br/> <span class="ft7">plizit in einer gutheissenden Leistungsverpflichtung enthalten wäre</span><br/> <span class="ft7">und somit subsidiärer Natur ist. Entsprechend kann auf diesen Antrag</span><br/> <span class="ft7">nicht eingetreten werden.</span><br/> <span class="ft7">5.2.</span><br/> <span class="ft7">5.2.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger beantragen mit ihrem vierten Rechtsbegehren zum</span><br/> <span class="ft7">einen eine Feststellung (Rechtswidrigkeit der bisherigen Praxis) und</span><br/> <span class="ft7">zum anderen eine Leistung (Verpflichtung des Beklagten zur künfti-</span><br/> <span class="ft7">gen Gewährung der Ausgleichsruhezeit).</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">409</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.2.2.</span><br/> <span class="ft7">Vorab ist auf das Leistungsbegehren einzugehen. Ein solcher</span><br/> <span class="ft7">Anspruch muss grundsätzlich fällig sein, ansonsten das Gericht die</span><br/> <span class="ft7">Klage als unbegründet abweist. Ausnahmsweise kann jedoch ein erst</span><br/> <span class="ft7">künftig fällig werdender periodischer Anspruch eingeklagt werden.</span><br/> <span class="ft7">Vorausgesetzt wird zum einen, dass die Fälligkeit der einzelnen Teil-</span><br/> <span class="ft7">ansprüche nur noch vom Ablauf der dafür erforderlichen Zeit ab-</span><br/> <span class="ft7">hängt und zum anderen, dass ein besonderes Rechtsschutzinteresse</span><br/> <span class="ft7">vorliegt, welches insbesondere bejaht wird, wenn die Gefahr besteht,</span><br/> <span class="ft7">dass sich der Beklagte der rechtzeitigen Leistung entziehen wird</span><br/> <span class="ft7">(Lukas Bopp/Balthasar Bessenich in: Kommentar zur Schweizeri-</span><br/> <span class="ft7">schen Zivilprozessordnung, Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböh-</span><br/> <span class="ft7">ler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 84</span><br/> <span class="ft7">N 12). Vorliegend sind offensichtlich beide Voraussetzungen für eine</span><br/> <span class="ft7">Klage auf künftig fällige Leistungen nicht erfüllt. Die Fälligkeit der</span><br/> <span class="ft7">künftigen Leistungen hängt nicht allein von der Zeitdauer ab. Ent-</span><br/> <span class="ft7">scheidend ist vielmehr, wie oft die Kläger in Zukunft effektiv Nacht-</span><br/> <span class="ft7">arbeit leisten müssen. Zudem kann keine Rede davon sein, dass sich</span><br/> <span class="ft7">der Beklagte der Leistung entziehen könnte.</span><br/> <span class="ft7">5.2.3.</span><br/> <span class="ft7">Wie bereits erwähnt ist eine Feststellungsklage nicht ohne wei-</span><br/> <span class="ft7">teres zulässig (vgl. Erw. I/5.1). Das Feststellungsinteresse wird unter</span><br/> <span class="ft7">anderem ausnahmsweise bejaht, wo die Verletzung andauert, wo der</span><br/> <span class="ft7">Schaden noch wächst, der Geschädigte aber an sofortiger Feststel-</span><br/> <span class="ft7">lung der Verletzung interessiert ist und die Leistungsklage deshalb</span><br/> <span class="ft7">vorläufig auf einen Teil des Schadens beschränken muss (BGE 114 II</span><br/> <span class="ft7">255, Erw. 2/a; BGE 118 II 254, Erw. 1/c). Im Zusammenhang mit</span><br/> <span class="ft7">dem vorliegend gestellten Begehren um Feststellung der Rechtswid-</span><br/> <span class="ft7">rigkeit "der gehandhabten Praxis, den 10 % bzw. 15 % Nachtzu-</span><br/> <span class="ft7">schlag durch Lohn auszugleichen", ist jedoch kein derartiges beson-</span><br/> <span class="ft7">deres Interesse nachgewiesen oder sonstwie ersichtlich.</span><br/> <span class="ft7">5.2.4.</span><br/> <span class="ft7">Insgesamt ergibt sich, dass sowohl das Feststellungs- als auch</span><br/> <span class="ft7">das Leistungsbegehren des vierten Antrags der Kläger nicht zulässig</span><br/> <span class="ft7">sind und auf diesen Antrag folglich nicht eingetreten werden darf.</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">410</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">II.</span><br/> <span class="ft7">1.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger beantragen eine zusätzliche Entschädigung von</span><br/> <span class="ft7">Fr. 6.50 pro Stunde für die Arbeit an Wochenend- und Feiertagen</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Erw. II/2) sowie generell eine Zeitgutschrift für Nachtarbeit</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Erw. II/3 ff.).</span><br/> <span class="ft7">2.</span><br/> <span class="ft7">2.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger machen geltend, dass ihnen an den Wochenenden</span><br/> <span class="ft7">bzw. Feiertagen insgesamt eine Entschädigung von Fr. 13.-- pro</span><br/> <span class="ft7">Stunde zustehe. Begründend führen sie aus, dass ihnen aufgrund der</span><br/> <span class="ft7">Nachtarbeit Fr. 6.50 pro Stunde und aufgrund der Wochenend- bzw.</span><br/> <span class="ft7">Feiertagsarbeit zusätzlich nochmals Fr. 6.50 pro Stunde auszurichten</span><br/> <span class="ft7">seien. Demgegenüber macht der Beklagte geltend, es bestehe kein</span><br/> <span class="ft7">kumulativer Anspruch auf Entschädigung für Nacht- und Wochen-</span><br/> <span class="ft7">end- bzw. Feiertagsarbeit. Vielmehr sei entweder die Entschädigung</span><br/> <span class="ft7">für die Nachtarbeit oder diejenige für die Wochenend- bzw. Feier-</span><br/> <span class="ft7">tagsarbeit geschuldet.</span><br/> <span class="ft7">2.2.</span><br/> <span class="ft7">§ 2 Inkonvenienzverordnung definiert die Nacht-, Wochenend-</span><br/> <span class="ft7">und Feiertagsarbeit. Die Arbeit im Zeitraum von Freitag, 20.00 Uhr,</span><br/> <span class="ft7">bis zum darauf folgenden Montag, 6.00 Uhr, gilt als Wochenend-</span><br/> <span class="ft7">arbeit (§ 2 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung). Die Feiertagsarbeit be-</span><br/> <span class="ft7">ginnt am Vortag des Feiertags um 20.00 Uhr und dauert bis um 06.00</span><br/> <span class="ft7">Uhr des dem Feiertag folgenden Tages (§ 2 Abs. 3 Inkonvenienz-</span><br/> <span class="ft7">verordnung). Entsprechend ist Nachtarbeit von 20.00 Uhr bis 6.00</span><br/> <span class="ft7">Uhr (vgl. § 2 Abs. 1 Inkonvenienzverordnung) an einem Wochenen-</span><br/> <span class="ft7">de oder an einem Feiertag gleichzeitig auch Wochenend- bzw. Feier-</span><br/> <span class="ft7">tagsarbeit. Gemäss § 3 Abs. 1 Inkonvenienzverordnung erhalten Mit-</span><br/> <span class="ft7">arbeitende eine Entschädigung von Fr. 6.50 pro Stunde geleistete</span><br/> <span class="ft7">Nacht-, Wochenend- oder Feiertagsarbeit. Daraus ergibt sich, dass</span><br/> <span class="ft7">die Entschädigungen für Nachtarbeit einerseits sowie gleichzeitig er-</span><br/> <span class="ft7">brachte Wochenend- und Feiertagsarbeit andererseits nicht kumulativ</span><br/> <span class="ft7">geschuldet sind (vgl. auch § 4 der mit Inkrafttreten der Inkonve-</span><br/> <span class="ft7">nienzverordnung aufgehobenen Verordnung über die Abgeltung von</span><br/> <span class="ft7">Nacht-, Samstags- und Sonntagsdienst sowie von Pikett- und Bereit-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">411</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">schaftsdienst in staatlichen Anstalten vom 26. Oktober 1981 in: AGS,</span><br/> <span class="ft7">Band 10, S. 477 ff.).</span><br/> <span class="ft7">Vorliegend ist unbestritten, dass die Kläger bei Einsätzen an</span><br/> <span class="ft7">Wochenenden bzw. Feiertagen für die Zeit von 20.00 - 06.00 Uhr</span><br/> <span class="ft7">eine Entschädigung von Fr. 6.50 für Nachtarbeit erhalten haben, für</span><br/> <span class="ft7">die restliche Zeit (in der Regel von 6.00 Uhr bis zum Schichtende um</span><br/> <span class="ft7">06.15 Uhr) eine Wochenend- bzw. Feiertagsentschädigung von eben-</span><br/> <span class="ft7">falls Fr. 6.50. Für den geltenden gemachten "doppelten" Anspruch</span><br/> <span class="ft7">besteht kein Raum.</span><br/> <span class="ft7">2.3.</span><br/> <span class="ft7">Zusammenfassend ergibt sich, dass das Rechtsbegehren der</span><br/> <span class="ft7">Kläger betreffend Entschädigung der in der Nacht geleisteten Wo-</span><br/> <span class="ft7">chenend- und Feiertagsarbeit mit Fr. 13.-- (anstatt Fr. 6.50) pro Stun-</span><br/> <span class="ft7">de - unabhängig davon, ob den Klägern überhaupt eine Entschädi-</span><br/> <span class="ft7">gung von Fr. 6.50 pro Stunde für Nachtarbeit zusteht oder nicht - ab-</span><br/> <span class="ft7">zuweisen ist.</span><br/> <span class="ft7">3.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger machen im Weiteren geltend, es sei ihnen ein Zeit-</span><br/> <span class="ft7">zuschlag bzw. eine Ausgleichsruhezeit von 10 % bzw. 15 % (ab Alter</span><br/> <span class="ft7">50) zu gewähren. Ihren Anspruch stützen sie zum einen auf Art. 17b</span><br/> <span class="ft7">ArG, welcher aufgrund von Art. 3a ArG in concreto anwendbar sei.</span><br/> <span class="ft7">Im Übrigen sei der Arbeitgeber nach § 14 Abs. 2 PersG sowie ge-</span><br/> <span class="ft7">stützt auf Art. 6 ArG grundsätzlich verpflichtet, die Gesundheit der</span><br/> <span class="ft7">Angestellten zu schützen. Gerade der Zeitzuschlag für die Nachtar-</span><br/> <span class="ft7">beit diene dem Gesundheitsschutz des Arbeitnehmers. § 1 Abs. 2 In-</span><br/> <span class="ft7">konvenienzverordnung verstosse daher sowohl gegen Bundes- als</span><br/> <span class="ft7">auch gegen kantonales Recht. Zudem treffe die Argumentation des</span><br/> <span class="ft7">Beklagten, der Zeitzuschlag sei mit dem Lohn der Kläger abgegol-</span><br/> <span class="ft7">ten, nicht zu. Schliesslich sei es grundsätzlich rechtswidrig, sich vom</span><br/> <span class="ft7">Gebot, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, "auszukaufen".</span><br/> <span class="ft7">4.</span><br/> <span class="ft7">4.1.</span><br/> <span class="ft7">Vorab ist in Bezug auf die Ausgleichsruhezeit das in materieller</span><br/> <span class="ft7">Hinsicht anwendbare Recht zu bestimmen.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">412</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">4.2.</span><br/> <span class="ft7">Das Arbeitsgesetz ist vorliegend grundsätzlich nicht anwendbar.</span><br/> <span class="ft7">Art. 2 Abs. 1 lit. a ArG nimmt die öffentlichen Verwaltungen von</span><br/> <span class="ft7">Bund, Kantonen und Gemeinden generell vom Geltungsbereich aus.</span><br/> <span class="ft7">Zur Anwendung gelangen einzig die arbeitsgesetzlichen Bestimmun-</span><br/> <span class="ft7">gen über den Gesundheitsschutz (Art. 3a lit. a ArG). Etwas Gegen-</span><br/> <span class="ft7">teiliges lässt sich auch aus Art. 71 lit. b ArG nicht ableiten. Der dort</span><br/> <span class="ft7">enthaltene Vorbehalt bezüglich der Vorschriften über das öffentlich-</span><br/> <span class="ft7">rechtliche Dienstverhältnis ist nur für die dem Arbeitsgesetz unter-</span><br/> <span class="ft7">stellten Betriebe von Bedeutung (Pascal Mahon/Anne Benoît in: Ar-</span><br/> <span class="ft7">beitsgesetz, Thomas Geiser/Adrian von Kaenel/Rémy Wyler [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft7">Bern 2005, Art. 71 N 11). Das trifft in Bezug auf den Beklagten ge-</span><br/> <span class="ft7">rade nicht zu (vgl. Art. 2 Abs. 1 lit. a ArG).</span><br/> <span class="ft7">4.3.</span><br/> <span class="ft7">Die in Art. 3a ArG enthaltene Aufzählung der arbeitsgesetzli-</span><br/> <span class="ft7">chen Bestimmungen, denen das Personal des Beklagten unterliegt, ist</span><br/> <span class="ft7">abschliessender Natur. Sie erfasst abgesehen von den ausdrücklich</span><br/> <span class="ft7">erwähnten Art. 6, Art. 35 und Art. 36a ArG keine weiteren Schutzbe-</span><br/> <span class="ft7">stimmungen; auch nicht solche, deren Regelungsgegenstand eben-</span><br/> <span class="ft7">falls einen Einfluss auf die Gesundheit der Arbeitnehmer haben kann.</span><br/> <span class="ft7">Insbesondere die Vorschriften über die Arbeits- und Ruhezeiten</span><br/> <span class="ft7">(Art. 9 - Art. 28 ArG) sind von der Gegenausnahme zu Gunsten des</span><br/> <span class="ft7">Gesundheitsschutzes nicht betroffen (vgl. Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft7">2P.251/2001 vom 14. Juni 2002, Erw. 4.3.1 mit weiteren Hinweisen).</span><br/> <span class="ft7">Entgegen der Auffassung der Kläger verhilft daher der Verweis von</span><br/> <span class="ft7">Art. 3a lit. a ArG der Bestimmung von Art. 17b ArG nicht zur An-</span><br/> <span class="ft7">wendung. Entsprechend liegt es auf der Hand, dass sich die Kläger</span><br/> <span class="ft7">weder auf die Rechtsprechung zu Art. 9 ff. ArG noch die diesbezügli-</span><br/> <span class="ft7">chen Wegleitungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) beru-</span><br/> <span class="ft7">fen können.</span><br/> <span class="ft7">4.4.</span><br/> <span class="ft7">4.4.1.</span><br/> <span class="ft7">Art. 6 ArG ist das öffentlich-rechtliche Gegenstück zu Art. 328</span><br/> <span class="ft7">OR, wonach es Pflicht des Arbeitgebers ist, das Leben, die Gesund-</span><br/> <span class="ft7">heit und die persönliche Integrität des Arbeitnehmers zu schützen</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Hans-Ulrich Scheidegger/Christine Pitteloud in: Arbeitsgesetz,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">413</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">a.a.O., Art. 6 N 32; § 14 PersG enthält eine analoge Regelung). Diese</span><br/> <span class="ft7">Bestimmungen sollen die Arbeitnehmerschaft vor berufsbedingten</span><br/> <span class="ft7">Erkrankungen und Unfällen am Arbeitsplatz bewahren. Der Arbeit-</span><br/> <span class="ft7">nehmer darf weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht der-</span><br/> <span class="ft7">art belastet werden, dass auf die Dauer seine physische oder psychi-</span><br/> <span class="ft7">sche Gesundheit beeinträchtigt wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts</span><br/> <span class="ft7">2P.251/2001 vom 14. Juni 2002, Erw. 5.3). Gestützt auf Art. 6 ArG</span><br/> <span class="ft7">und § 14 PersG kann gegen missbräuchliche Ruhezeitvorschriften</span><br/> <span class="ft7">vorgegangen werden.</span><br/> <span class="ft7">Entgegen der Auffassung der Kläger steht den betroffenen Mit-</span><br/> <span class="ft7">arbeitern einer öffentlichen Verwaltung jedoch bei missbräuchlichen</span><br/> <span class="ft7">Ruhezeitvorschriften kein Anspruch auf einen Zeit- bzw. Lohnzu-</span><br/> <span class="ft7">schlag analog zu Art. 17b ArG zu. Es trifft zwar zu, dass der Arbeit-</span><br/> <span class="ft7">geber in diesen Fällen die Fürsorgepflicht verletzt. Aus einer positi-</span><br/> <span class="ft7">ven Vertragsverletzung (vgl. zum Begriff: Peter Gauch/Walter R.</span><br/> <span class="ft7">Schluep/Jörg Schmid/Heinz Rey, OR Allgemeiner Teil, Band II,</span><br/> <span class="ft7">9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 2614 ff.) lassen sich nur</span><br/> <span class="ft7">(aber immerhin) die diesbezüglich vorgesehenen Behelfe (z.B. Ver-</span><br/> <span class="ft7">weigerung der Arbeitsleistung, Ansprüche auf Schadenersatz sowie</span><br/> <span class="ft7">Genugtuung, Kündigung) ableiten, nicht jedoch zusätzliche, darüber</span><br/> <span class="ft7">hinausgehende Ansprüche (vgl. dazu auch Ullin Streiff/Adrian von</span><br/> <span class="ft7">Kaenel, Der Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR,</span><br/> <span class="ft7">6. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2006, Art. 328 N 19; Wolfgang Port-</span><br/> <span class="ft7">mann in: Basler Kommentar, Obligationenrecht I, Art. 1-529 OR,</span><br/> <span class="ft7">Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Wolfgang Wiegand [Hrsg.],</span><br/> <span class="ft7">4. Auflage, Basel 2007, Art. 328 N 52).</span><br/> <span class="ft7">4.4.2.</span><br/> <span class="ft7">Indem die Kläger ausführen, es sei grundsätzlich rechtswidrig,</span><br/> <span class="ft7">sich vom Gebot, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen, "auszu-</span><br/> <span class="ft7">kaufen", bringen sie implizit vor, das Vorgehen des Beklagten sei</span><br/> <span class="ft7">missbräuchlich. Wie bereits erwähnt, steht den Klägern gestützt auf</span><br/> <span class="ft7">diesen Einwand - selbst wenn er tatsächlich zutreffen würde - kein</span><br/> <span class="ft7">Anspruch auf eine Ausgleichsruhezeit analog zu Art. 17b ArG zu</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Erw. II/4.4.1).</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">414</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">4.4.3.</span><br/> <span class="ft7">Im Übrigen verkennen die Kläger, dass die Bestimmungen des</span><br/> <span class="ft7">Arbeitsgesetzes keine allgemein gültigen Minimalstandards festlegen</span><br/> <span class="ft7">(vgl. auch Regeste des Urteils des Verwaltungsgerichts des Kantons</span><br/> <span class="ft7">Zürich vom 20. Juni 2001, PB.2001.00010). Solches lässt sich weder</span><br/> <span class="ft7">dem Arbeitsgesetz selber noch dessen Materialien entnehmen. Nur</span><br/> <span class="ft7">weil das Vorgehen des Beklagten nicht mit demjenigen gemäss</span><br/> <span class="ft7">Art. 17b ArG übereinstimmt, liegt noch keine Missbräuchlichkeit</span><br/> <span class="ft7">vor. Schliesslich lassen sich auch den Feststellungen des Seco keine</span><br/> <span class="ft7">Anhaltspunkte für eine Missbräuchlichkeit entnehmen. Das Seco</span><br/> <span class="ft7">analysierte die Arbeitsplätze der Vollzugsangestellten Nacht betref-</span><br/> <span class="ft7">fend gesundheitlicher Belastung. Als Resultat dieser Analyse bemän-</span><br/> <span class="ft7">gelte das Seco einzig den Umstand, dass die Nachtschicht leistenden</span><br/> <span class="ft7">Mitarbeitenden nur fakultativ und nicht periodisch auf ihre medizi-</span><br/> <span class="ft7">nische Tauglichkeit für die betreffende Arbeit untersucht wurden. Im</span><br/> <span class="ft7">Übrigen hielt es fest, dass die Vorschriften betreffend Gesundheits-</span><br/> <span class="ft7">schutz eingehalten seien. Insgesamt ist eine Missbräuchlichkeit nicht</span><br/> <span class="ft7">erkennbar.</span><br/> <span class="ft7">4.5.</span><br/> <span class="ft7">Somit ergibt sich, dass die Bestimmung von Art. 17b ArG vor-</span><br/> <span class="ft7">liegend nicht zur Anwendung gelangt. Gestützt auf diese gesetzliche</span><br/> <span class="ft7">Grundlage hat der Beklagte daher weder Ausgleichsruhezeit zu ge-</span><br/> <span class="ft7">währen (Art. 17b Abs. 2 ArG) noch den Nachweis einer "Gleichwer-</span><br/> <span class="ft7">tigkeit der Ausgleichsregelung" zu erbringen (vgl. Art. 17b Abs. 3</span><br/> <span class="ft7">lit. c ArG und Art. 17b Abs. 4 ArG). Allerdings ist unbestritten, dass</span><br/> <span class="ft7">die Inkonvenienzverordnung anwendbar ist. Daher ist in einem</span><br/> <span class="ft7">nächsten Schritt zu prüfen, ob den Klägern gestützt auf die kantonale</span><br/> <span class="ft7">Regelung in der Inkonvenienzverordnung ein Anspruch auf einen</span><br/> <span class="ft7">realen Zeitzuschlag zusteht oder nicht.</span><br/> <span class="ft7">5.</span><br/> <span class="ft7">5.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Arbeit von 20.00 bis 6.00 Uhr gilt gemäss § 2 Abs. 1 Inkon-</span><br/> <span class="ft7">venienzverordnung als Nachtarbeit. § 3 Inkonvenienzverordnung re-</span><br/> <span class="ft7">gelt unter anderem die Ansprüche der Mitarbeitenden bei Nacht-</span><br/> <span class="ft7">arbeit. Falls die Nachtarbeit mehr als vier Stunden dauert, haben die</span><br/> <span class="ft7">betroffenen Angestellten - zusätzlich zum vorliegend unbestrittenen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">415</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Lohnzuschlag von Fr. 6.50 pro Stunde - in der Regel Anspruch auf</span><br/> <span class="ft7">einen Zeitzuschlag von 10 % bzw. 15 % ab dem vollendeten 50. Al-</span><br/> <span class="ft7">tersjahr (§ 3 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung). Allerdings haben die</span><br/> <span class="ft7">Mitarbeitenden, die eigens zum Zweck der Nacht-, Wochenend- oder</span><br/> <span class="ft7">Feiertagsarbeit angestellt sind und bei denen die Kompensation im</span><br/> <span class="ft7">Lohn abgegolten wird, grundsätzlich keinen Anspruch auf eine zu-</span><br/> <span class="ft7">sätzliche Entschädigung (§ 1 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung), d.h. -</span><br/> <span class="ft7">ausgehend von der Marginalie zu § 3 Inkonvenienzverordnung ("Ent-</span><br/> <span class="ft7">schädigung") - weder auf einen Lohn- noch auf einen Zeitzuschlag.</span><br/> <span class="ft7">5.2.</span><br/> <span class="ft7">5.2.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Regelung von § 1 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung bedeu-</span><br/> <span class="ft7">tet, dass bei den Mitarbeitenden, die eigens zum Zweck der Nachtar-</span><br/> <span class="ft7">beit angestellt wurden und bei denen die Kompensation im Lohn ab-</span><br/> <span class="ft7">gegolten wird, keine konkrete Berechnung der einzelnen Inkonve-</span><br/> <span class="ft7">nienzen vorgenommen wird, sondern die Entschädigungen pau-</span><br/> <span class="ft7">schalisiert im Rahmen des Lohnes ausgerichtet werden.</span><br/> <span class="ft7">5.2.2.</span><br/> <span class="ft7">Vorab ist festzuhalten, dass eine Pauschalisierung der Zulagen</span><br/> <span class="ft7">gemäss § 1 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung auch zulässig sein muss,</span><br/> <span class="ft7">wenn nicht alle Entschädigungen für die aussergewöhnlichen Belas-</span><br/> <span class="ft7">tungen im Zusammenhang mit der Nachtarbeit durch den Lohn ab-</span><br/> <span class="ft7">gegolten werden. So ist auch das vom Beklagten gewählte Vorgehen,</span><br/> <span class="ft7">nämlich das Ausrichten der Entschädigung von Fr. 6.50 gemäss § 3</span><br/> <span class="ft7">Abs. 1 Inkonvenienzverordnung und daneben die pauschale Abgel-</span><br/> <span class="ft7">tung des Zeitzuschlags, vom Wortlaut der Verordnungsbestimmung</span><br/> <span class="ft7">gedeckt. Andernfalls könnte der Beklagte die eventuell geleisteten zu</span><br/> <span class="ft7">hohen Lohnzahlungen vertragsrechtlich zurückfordern bzw. verrech-</span><br/> <span class="ft7">nen (vgl. dazu auch Erw. II/5.3).</span><br/> <span class="ft7">5.2.3.</span><br/> <span class="ft7">Da unbestritten ist, dass die Kläger als "Vollzugsangestellte</span><br/> <span class="ft7">Nacht" und damit zum Zweck der Nachtarbeit angestellt worden sind</span><br/> <span class="ft7">bzw. ihre Arbeit zur Hauptsache in der Nacht ausführen, wird im Fol-</span><br/> <span class="ft7">genden geprüft, ob die Kläger die Entschädigungen betreffend Zeit-</span><br/> <span class="ft7">gutschrift bisher pauschal mit dem Lohn abgegolten erhalten haben.</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">416</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.2.4.</span><br/> <span class="ft7">In Bezug auf die Pauschalisierung von Spesen gilt der Grund-</span><br/> <span class="ft7">satz, dass die Pauschale so bemessen sein muss, dass sie mindestens</span><br/> <span class="ft7">alle notwendigen Auslagen ersetzt. Die pauschalen Spesen müssen</span><br/> <span class="ft7">die durchschnittlichen, effektiv notwendigen Auslagen über eine län-</span><br/> <span class="ft7">gere Zeitperiode decken, doch dürfen Schwankungen in einzelnen</span><br/> <span class="ft7">Monaten nicht so gross sein, dass der Arbeitnehmer über längere Zeit</span><br/> <span class="ft7">grosse Beträge kreditieren muss (vgl. Streiff/von Kaenel, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft7">Art. 327a N 4). Gestützt auf diese Rechtsprechung ergibt sich, dass</span><br/> <span class="ft7">hinsichtlich der Spesen über einen längeren Zeitraum ein Ausgleich</span><br/> <span class="ft7">erreicht werden muss.</span><br/> <span class="ft7">Es liegt auf der Hand, dass diese Rechtsprechung nicht unbe-</span><br/> <span class="ft7">sehen auf den vorliegenden Fall übertragbar ist. In Bezug auf die</span><br/> <span class="ft7">Nachtarbeit geht es nicht darum, effektive Auslagen der Mitarbeiten-</span><br/> <span class="ft7">den zu ersetzen, sondern es geht darum, "aussergewöhnliche" Belas-</span><br/> <span class="ft7">tungen zu entschädigen (vgl. § 1 Abs. 1 Inkonvenienzverordnung).</span><br/> <span class="ft7">Dieser Entschädigungstatbestand lässt sich im Gegensatz zu den</span><br/> <span class="ft7">Spesen nicht genau beziffern, sodass hinsichtlich der gerichtlichen</span><br/> <span class="ft7">Überprüfung der konkreten Pauschalisierung grössere Zurückhaltung</span><br/> <span class="ft7">angebracht ist. Daher kann nicht verlangt werden, dass die im Rah-</span><br/> <span class="ft7">men des Lohnes ausgerichteten Entschädigungen genau gleich hoch</span><br/> <span class="ft7">ausfallen wie diejenigen gemäss §§ 3 ff. Inkonvenienzverordnung.</span><br/> <span class="ft7">Allerdings ist zu fordern, dass der Gesamtlohn gemäss § 1 Abs. 2</span><br/> <span class="ft7">Inkonvenienzverordnung zumindest annähernd die durchschnittliche</span><br/> <span class="ft7">Summe aus Lohn und Inkonvenienzen gemäss §§ 3 ff. Inkonvenienz-</span><br/> <span class="ft7">verordnung erreicht und die gesamten Leistungen des Arbeitgebers</span><br/> <span class="ft7">dem Mitarbeitenden ein angemessenes Entgelt auch für seine ausser-</span><br/> <span class="ft7">gewöhnlichen Belastungen bieten.</span><br/> <span class="ft7">5.3.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger bringen sinngemäss vor, es gelte in Bezug auf den</span><br/> <span class="ft7">Zeitzuschlag ein Abgeltungsverbot. Falls dagegen verstossen werde,</span><br/> <span class="ft7">stehe den Klägern trotz einer (allfälligen) Abgeltung ein Anspruch</span><br/> <span class="ft7">auf Realerfüllung durch Zeitgutschrift zu. Diesbezüglich stützen sie</span><br/> <span class="ft7">sich auf die Rechtsprechung zu Art. 22 ArG in Verbindung mit</span><br/> <span class="ft7">Art. 329d OR. Wie bereits festgehalten wurde (vgl. Erw. II/4), ist das</span><br/> <span class="ft7">Arbeitsgesetz vorliegend in diesem Teilbereich nicht anwendbar.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">417</span></div> <div class="page" id="S11"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">Demzufolge können sich die Kläger von vornherein nicht direkt auf</span><br/> <span class="ft7">Art. 22 ArG und die zivilrechtliche Praxis dazu berufen. Im Übrigen</span><br/> <span class="ft7">wird die von den Klägern vorgebrachte Rechtsprechung mit dem</span><br/> <span class="ft7">Umstand begründet, dass Art. 22 ArG zwingender Charakter zukom-</span><br/> <span class="ft7">mt und daher Art. 66 OR einer Rückforderung der bereits geleisteten</span><br/> <span class="ft7">Abgeltung entgegensteht (Wolfgang Portmann/Christine Petrovic in:</span><br/> <span class="ft7">Arbeitsgesetz, a.a.O., Art. 22 N 8 und FN 18). Die Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft7">stützt sich somit darauf, dass gemäss Obligationenrecht die Abgel-</span><br/> <span class="ft7">tung von Ruhezeiten bzw. Ferien nur bei Beendigung des Arbeitsver-</span><br/> <span class="ft7">hältnisses zulässig und in allen anderen Fällen rechtswidrig ist. Dem-</span><br/> <span class="ft7">zufolge lässt sich daraus nichts in Bezug auf die kantonale Bestim-</span><br/> <span class="ft7">mung über die Entschädigung von Zeitzuschlägen ableiten. Vielmehr</span><br/> <span class="ft7">hat der Verordnungsgeber den Anstellungsbehörden aus betrieblichen</span><br/> <span class="ft7">Gründen (vgl. § 3 Abs. 3 Inkonvenienzverordnung) sowie insbeson-</span><br/> <span class="ft7">dere in Bezug auf Mitarbeitende, die eigens zum Zweck der Nacht-</span><br/> <span class="ft7">arbeit angestellt wurden (vgl. § 1 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung),</span><br/> <span class="ft7">einen Ermessensspielraum hinsichtlich der Entschädigung der Zeit-</span><br/> <span class="ft7">zuschläge eingeräumt. Eine Abgeltung von Zeitzuschlägen verstösst</span><br/> <span class="ft7">somit vorliegend nicht (wie im Privatrecht) gegen zwingendes Recht.</span><br/> <span class="ft7">Dementsprechend können sich die Kläger auch aus diesem Grund</span><br/> <span class="ft7">nicht auf die erwähnte Rechtsprechung berufen.</span><br/> <span class="ft7">5.4.</span><br/> <span class="ft7">5.4.1.</span><br/> <span class="ft7">Es ist unbestritten, dass die Kläger als "Vollzugsangestellte</span><br/> <span class="ft7">Nacht" und damit zum Zweck der Nachtarbeit angestellt worden sind</span><br/> <span class="ft7">(vgl. Erw.II/5.2.3). Gestützt darauf wendet der Beklagte gegen die</span><br/> <span class="ft7">von den Klägern erhobenen Begehren sinngemäss ein, dass der Zeit-</span><br/> <span class="ft7">zuschlag bei den Klägern bereits im Lohn enthalten sei. Die Funktion</span><br/> <span class="ft7">der Kläger sei als "Strafvollzugsangestellter" bezeichnet worden, ob-</span><br/> <span class="ft7">wohl die Tätigkeit als "Vollzugsangestellter Nacht" eigentlich nicht</span><br/> <span class="ft7">von der Funktionsbezeichnung "Strafvollzugsangestellter" umfasst</span><br/> <span class="ft7">sei. Effektiv müsste diese Arbeit der Funktion "Sachbearbeiter(in) II</span><br/> <span class="ft7">Rechts-/Justizwesen" zugeordnet werden (vgl. auch § 1 lit. g Ziff. 25</span><br/> <span class="ft7">Einreihungsplan: ABAKABA-ID 513 und 527). Im Weiteren habe</span><br/> <span class="ft7">die Bewertung der Stelle "Vollzugsangestellter Nacht" nach</span><br/> <span class="ft7">ABAKABA ergeben, dass sie eigentlich in die Lohnstufe 7 einzurei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">418</span></div> <div class="page" id="S12"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">hen sei. Die Funktion der Kläger sei nur deswegen als "Strafvoll-</span><br/> <span class="ft7">zugsangestellte" bezeichnet worden, weil "damit die für die Abgel-</span><br/> <span class="ft7">tung der Inkonvenienzen mit dem Lohn benötigten mindestens zwei</span><br/> <span class="ft7">Lohnstufen erreicht" worden seien. Sinngemäss macht der Beklagte</span><br/> <span class="ft7">damit geltend, dass die Kläger nicht als "Strafvollzugsangestellte",</span><br/> <span class="ft7">sondern als "Sachbearbeiter II Rechts-/Justizwesen" hätten angestellt</span><br/> <span class="ft7">werden müssen. Die Bezeichnung als "Strafvollzugsangestellte" sei</span><br/> <span class="ft7">nur erfolgt, damit die Kläger der Lohnstufe 9 zugeteilt und damit die</span><br/> <span class="ft7">Inkonvenienzen zusammen mit dem Lohn abgegolten werden konn-</span><br/> <span class="ft7">ten. Gestützt auf dieses Vorgehen seien die Inkonvenienzen von rund</span><br/> <span class="ft7">18 % des Lohnes in der zweiten und dritten Vorsorgesäule versichert.</span><br/> <span class="ft7">Damit sei auch erstellt, dass das Vorgehen zugunsten der Kläger er-</span><br/> <span class="ft7">folgt sei.</span><br/> <span class="ft7">5.4.2.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger wurden als "Strafvollzugsangestellte" (Funktionsbe-</span><br/> <span class="ft7">zeichnung) angestellt. Demgegenüber ergibt sich aus den Bemerkun-</span><br/> <span class="ft7">gen der Bewertungskommission nach ABAKABA tatsächlich, dass</span><br/> <span class="ft7">die Stelle "Vollzugsangestellter Nacht" eigentlich der Funktion</span><br/> <span class="ft7">"Sachbearbeiter(in) II Rechts-/Justizwesen" zuzuordnen ist und da-</span><br/> <span class="ft7">mit nach ABAKABA grundsätzlich in die Lohnstufe 6 einzureihen</span><br/> <span class="ft7">gewesen wäre. Unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktsituation er-</span><br/> <span class="ft7">folgte gestützt auf § 5 Abs. 4 LD eine Korrektur bzw. eine Ein-</span><br/> <span class="ft7">reihung dieser Funktion in die Lohnstufe 7.</span><br/> <span class="ft7">5.4.3.</span><br/> <span class="ft7">5.4.3.1.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger bringen vor, die Arbeitsplatzbewertung ABAKABA</span><br/> <span class="ft7">sei hinsichtlich der "Vollzugsangestellten Nacht" im psychosozialen</span><br/> <span class="ft7">Bereich (im Folgenden: Merkmalsbereich PS) nicht korrekt erfolgt.</span><br/> <span class="ft7">Die Bewertung der restlichen drei Merkmalsbereiche wird von den</span><br/> <span class="ft7">Klägern nicht bestritten.</span><br/> <span class="ft7">5.4.3.2.</span><br/> <span class="ft7">Die Funktion "Sachbearbeiter(in) II Rechts-/Justizwesen" wur-</span><br/> <span class="ft7">de gegenüber der Funktion "Strafvollzugsangestellte(r)" hinsichtlich</span><br/> <span class="ft7">vier Merkmalen des Merkmalsbereichs PS tiefer bewertet (vgl. je</span><br/> <span class="ft7">PS 1, PS 2, PS 4.4, PS 4.10 der einschlägigen ABAKABA-Protokol-</span><br/> <span class="ft7">le). Anlässlich der Verhandlung vor dem Personalrekursgericht vom</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">419</span></div> <div class="page" id="S13"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">16. August 2011 bemängelten die Kläger jedoch konkret nur die un-</span><br/> <span class="ft7">terschiedliche Bewertung in Bezug auf das Merkmal PS 4.10. Die</span><br/> <span class="ft7">restlichen Unterscheidungen wurden explizit anerkannt.</span><br/> <span class="ft7">5.4.3.3.</span><br/> <span class="ft7">Gestützt auf die Argumentation der Kläger ergäben sich für ihre</span><br/> <span class="ft7">Stelle im Merkmalsbereich PS zehn zusätzliche "ungewichtete"</span><br/> <span class="ft7">Punkte (vgl. dazu ABAKABA-Formularteil, S. 10; der Begriff "un-</span><br/> <span class="ft7">gewichtet" bedeutet, dass jeder der vier ABAKABA-Merkmalsbe-</span><br/> <span class="ft7">reiche als gleichwertig angesehen wird und dafür je 25 % eingesetzt</span><br/> <span class="ft7">werden). Tatsächlich wurde jedoch gemäss dem Modell, das dem</span><br/> <span class="ft7">Lohnstufen- sowie dem Einreihungsplan zugrundeliegt, der Merk-</span><br/> <span class="ft7">malsbereich PS nur mit 10 % gewichtet (vgl. Merkblatt "Arbeits-</span><br/> <span class="ft7">platzbewertung nach der Methode ABAKABA" des Finanzdeparte-</span><br/> <span class="ft7">ments des Kantons Aargau, Abteilung Personal und Organisation,</span><br/> <span class="ft7">vom 26. März 2002, S. 3). Dies bedeutet, dass gemäss Darstellung</span><br/> <span class="ft7">der Kläger die Gesamtpunktzahl neu um lediglich vier Punkte von</span><br/> <span class="ft7">232 auf 236 Punkte steigen würde</span><br/> <span class="ft7">Die Lohnstufe richtet sich nach der Anzahl gewichteter</span><br/> <span class="ft7">ABAKABA-Punkte, die eine Stelle aufweist; eine Lohnstufe umfasst</span><br/> <span class="ft7">jeweils die Spannweite von 40 Punkten (vgl. Merkblatt "Arbeits-</span><br/> <span class="ft7">platzbewertung nach der Methode ABAKABA" des Finanzdeparte-</span><br/> <span class="ft7">ments des Kantons Aargau, Abteilung Personal und Organisation</span><br/> <span class="ft7">vom 26. März 2002, S. 3). Bei 200 - 239,99 Punkten resultiert die</span><br/> <span class="ft7">Lohnstufe 6. Daraus ergibt sich, dass es für die Einstufung der Stelle</span><br/> <span class="ft7">"Vollzugsangestellter Nacht" keine Rolle spielt, ob sie gesamthaft</span><br/> <span class="ft7">mit 232 oder - falls der Argumentation der Kläger gefolgt würde -</span><br/> <span class="ft7">mit 236 Punkte bewertet wird; selbst bei der höheren Punktzahl</span><br/> <span class="ft7">bleibt es bei der Lohnstufe 6.</span><br/> <span class="ft7">Somit ergibt sich gemäss ABAKABA für die Stelle "Vollzugs-</span><br/> <span class="ft7">angestellter Nacht" die Lohnstufe 6. Die Arbeitsmarktzulage in der</span><br/> <span class="ft7">Höhe einer zusätzlichen Lohnstufe ist unbestritten. Es kann vorlie-</span><br/> <span class="ft7">gend offen bleiben, ob eine derartige Zulage auch dann gerechtfertigt</span><br/> <span class="ft7">wäre, wenn gestützt auf ABAKABA eine Lohnstufe von 7 oder hö-</span><br/> <span class="ft7">her resultieren würde.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">420</span></div> <div class="page" id="S14"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.4.4.</span><br/> <span class="ft7">5.4.4.1.</span><br/> <span class="ft7">Der Positionslohn für die Lohnstufe 7 bzw. 9 kann dem An-</span><br/> <span class="ft7">hang I zum Lohndekret entnommen werden. Aus der Differenz zwi-</span><br/> <span class="ft7">schen den Positionslöhnen der beiden Lohnstufen für die Jahre 2005</span><br/> <span class="ft7">- 2011 ergibt sich, dass den Klägern im Vergleich zu einer korrekten</span><br/> <span class="ft7">Anstellung gemäss den Vorgaben des Lohndekrets pro Jahr durch-</span><br/> <span class="ft7">schnittlich rund Fr. 10'000.-- zuviel ausbezahlt wurden.</span><br/> <span class="ft7">5.4.4.2.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger haben anlässlich der Verhandlung vor dem Personal-</span><br/> <span class="ft7">rekursgericht am 16. August 2011 ihr zweites Rechtsbegehren betref-</span><br/> <span class="ft7">fend Zeitgutschrift beziffert. Zur Berechnung der geforderten Ent-</span><br/> <span class="ft7">schädigungen stellten die Kläger auf den Lohn (Positions- und Leis-</span><br/> <span class="ft7">tungsanteil) ab, welchen sie in den erwähnten Jahren erhalten hatten.</span><br/> <span class="ft7">Ausgehend davon, dass sie korrekterweise in die Lohnstufe 7 hätten</span><br/> <span class="ft7">eingeteilt werden müssen (vgl. Erw. II/5.4.3), hätte das Entgelt für</span><br/> <span class="ft7">den nicht kompensierten Zeitzuschlag auf dieser Basis berechnet</span><br/> <span class="ft7">werden müssen. Im Weiteren berücksichtigt die von den Klägern an-</span><br/> <span class="ft7">gestellte Berechnung nicht, dass bei einem Vorgehen nach § 3 Inkon-</span><br/> <span class="ft7">venienzverordnung nur Entschädigungen für die effektiv geleistete</span><br/> <span class="ft7">Nachtarbeit - ohne Tagesarbeit und Ferien - ausgerichtet werden. In</span><br/> <span class="ft7">diesem Zusammenhang ist relevant, dass die Kläger rund acht bis</span><br/> <span class="ft7">zehn Wochen pro Jahr am Tag arbeiteten. Daraus folgt, dass die Be-</span><br/> <span class="ft7">rechnungen der Kläger insgesamt deutlich nach unten zu korrigieren</span><br/> <span class="ft7">sind.</span><br/> <span class="ft7">5.4.4.3.</span><br/> <span class="ft7">Zusammenfassend ergibt sich einerseits, dass den Klägern jähr-</span><br/> <span class="ft7">lich durchschnittlich rund Fr. 10'000.-- zuviel ausbezahlt wurden,</span><br/> <span class="ft7">und andererseits, dass die jährlichen Forderungen der Kläger be-</span><br/> <span class="ft7">treffend Zeitgutschrift von maximal rund Fr. 12'000.-- deutlich nach</span><br/> <span class="ft7">unten zu korrigieren sind. Angesichts dessen überzeugt die Argumen-</span><br/> <span class="ft7">tation des Beklagten, dass die Kläger durch die Einreihung ihrer</span><br/> <span class="ft7">Funktion in die Lohnstufe 9 sowie die zusätzliche Entschädigung ge-</span><br/> <span class="ft7">mäss § 3 Abs. 1 Inkonvenienzverordnung angemessen (bis gross-</span><br/> <span class="ft7">zügig) für ihre Nachtarbeit entschädigt wurden.</span><br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Besoldung</span> <span class="page_no">421</span></div> <div class="page" id="S15"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.4.5.</span><br/> <span class="ft7">Die Kläger bringen vor, es sei angesichts der Tatsache, dass sich</span><br/> <span class="ft7">der Positionslohn des Klägers 1 ab dem 50. Altersjahr nicht verändert</span><br/> <span class="ft7">habe, widerlegt, dass die Entschädigung für den Nachtzuschlag im</span><br/> <span class="ft7">Positionslohn inbegriffen sei. Dabei verkennen sie jedoch, dass die</span><br/> <span class="ft7">Kompensationsabgeltung nicht gleich hoch ausfallen muss wie die</span><br/> <span class="ft7">Entschädigungen gemäss §§</span> <span class="ft7">3</span> <span class="ft7">ff. Inkonvenienzverordnung (vgl.</span><br/> <span class="ft7">Erw. II/5.2.4). Entsprechend muss nicht derselbe Lohnanstieg wie bei</span><br/> <span class="ft7">denjenigen Mitarbeitenden erfolgen, welche für die Nachtarbeit - ins-</span><br/> <span class="ft7">besondere gemäss § 3 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung - separat ent-</span><br/> <span class="ft7">schädigt werden.</span><br/> <span class="ft7">5.4.6.</span><br/> <span class="ft7">Der Beklagte ist sich offenbar bewusst, dass das von ihm ge-</span><br/> <span class="ft7">wählte Vorgehen nicht "ganz ABAKABA-konform" ist. Das trifft den</span><br/> <span class="ft7">Kern allerdings nicht. Das gewählte Vorgehen widerspricht nicht nur</span><br/> <span class="ft7">der Einstufung gemäss ABAKABA, sondern ist auch klar dekrets-</span><br/> <span class="ft7">widrig. Gemäss § 5 LD ermittelt der Regierungsrat unter Berücksich-</span><br/> <span class="ft7">tigung der Arbeitsmarktsituation den Positionsanteil für alle Funktio-</span><br/> <span class="ft7">nen auf Grund einer nach einheitlichen Kriterien vorgenommenen</span><br/> <span class="ft7">Bewertung der Arbeitsplätze (ABAKABA; § 5 Abs. 1 und Abs. 4</span><br/> <span class="ft7">LD). Es steht dem Beklagten daher nicht zu, unter Missachtung von</span><br/> <span class="ft7">ABAKABA und Arbeitsmarktvergleich eine Stelle einer höher do-</span><br/> <span class="ft7">tierten Funktion zuzuweisen, um so - aus welchen Gründen auch im-</span><br/> <span class="ft7">mer - einen höheren Positionslohn zu erreichen. Aus § 1 Abs. 2 In-</span><br/> <span class="ft7">konvenienzverordnung lässt sich ebenfalls nichts zugunsten der Ar-</span><br/> <span class="ft7">gumentation des Beklagten ableiten. Der Umstand, dass die Entschä-</span><br/> <span class="ft7">digungen für die Leistung von Nacht-, Wochenend- und Feiertags-</span><br/> <span class="ft7">dienst mit dem Lohn abgegolten werden können, gibt dem Beklagten</span><br/> <span class="ft7">nicht die Kompetenz, von der im Lohndekret vorgesehenen Systema-</span><br/> <span class="ft7">tik abzuweichen. Erfolgt eine Abgeltung gemäss § 1 Abs. 2 Inkonve-</span><br/> <span class="ft7">nienzverordnung, so ist es unumgänglich, dass dennoch eine korrekte</span><br/> <span class="ft7">Einstufung der Betroffenen nach Massgabe des Lohndekrets vorge-</span><br/> <span class="ft7">nommen wird und zusätzlich die Pauschale, um die der Lohn erhöht</span><br/> <span class="ft7">wird, separat als solche ausgewiesen wird.</span><br/> <br/> <br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2011</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">422</span></div> <div class="page" id="S16"> <div role="main"><br/> <span class="ft7">5.4.7.</span><br/> <span class="ft7">Insgesamt ergibt sich, dass das Vorgehen des Beklagten nicht</span><br/> <span class="ft7">zulässig ist. Aus dieser Schlussfolgerung lässt sich jedoch nicht ab-</span><br/> <span class="ft7">leiten, dass den Klägern nun ein realer Zeitzuschlag für die Nacht-</span><br/> <span class="ft7">arbeit zustehen würde. Vielmehr bestünde ein solcher Anspruch nur,</span><br/> <span class="ft7">wenn der Beklagte den grundsätzlichen Anspruch auf einen Zeitzu-</span><br/> <span class="ft7">schlag bei Nachtarbeit (vgl. § 3 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung)</span><br/> <span class="ft7">nicht mit dem Lohn (vgl. § 1 Abs. 2 Inkonvenienzverordnung) abge-</span><br/> <span class="ft7">golten hätte. Vorliegend haben die Kläger jedoch eine solche pau-</span><br/> <span class="ft7">schale und angemessene Entschädigung erhalten (Erw. II/5.4.4.3).</span><br/> <span class="ft7">Als Folge daraus entfallen Ansprüche gemäss §§ 3 ff. Inkonvenienz-</span><br/> <span class="ft7">verordnung. Gestützt darauf sind die Rechtsbegehren betreffend Zeit-</span><br/> <span class="ft7">zuschlag abzuweisen.</span><br/></div> </div> </body> </html>