B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-2985/2019 U r t e i l v o m 2 6 . N o v e m b e r 2 0 2 0 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Beat Weber, Richterin Caroline Gehring, Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien A._______, (Deutschland), Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Vorinstanz. Gegenstand Invalidenversicherung, Rentenanspruch (Neuanmeldung), Verfügung vom 13. Mai 2019. C-2985/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der am (…) 1961 geborene, verheiratete, deutsche Staatsangehörige A._______ lebt in Deutschland. Er war von Mai 2000 bis Dezember 2016 in der Schweiz mit dem Status als Grenzgänger als Metzger erwerbstätig und leistete dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (IV-act. 2 und 9). Am 7. Juni 2017 (Eingang IV- Stelle am 20. Juni 2017; IV -act. 2) meldete er sich bei der IV -Stelle B._______ zum Bezug von Leistungen der schweizerischen Invalidenver- sicherung an. A.b Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2017 (IV-act. 25) stellte die IV-Stelle B._______ A._______ die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. A.c Mit Schreiben vom 2. November 2017 (IV -act. 29) erhob A._______ Einwand gegen den Vorbescheid. A.d Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 (IV-act. 43) wies die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) das Leis- tungsbegehren ab. Zur Begründung führte sie aus, es bestehe kein Ge- sundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszugehen. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. A.e Mit undatiertem Schreiben (Posteingang IV -Stelle B._______ am 5. November 2018; IV -act. 47) wandte sich A._______ an die IV -Stelle B._______ und teilte dieser Folgendes mit: Er beziehe sich auf das kürzlich geführte Telefonat mit Frau C._______ und halte fest, dass sein Kranken- geld am 3. Dezember auslaufe. Anlässlich des Telefongesprächs habe man ihm mitgeteilt, dass sein Fall betreffend IV-Rente abgeschlossen sei. Er habe aber davon nichts mitbekommen. Er bitte um Bescheid, wie es in dieser Angelegenheit weitergehen solle. A.f Mit Kurzbriefen vom 7. und 29. November 2018 (IV-act. 48 f.) antwor- tete die IV-Stelle B._______ A._______ Folgendes: «Anbei erhalten Sie die Verfügung vom 26.1.2018, Ihr Dossier wurde abgeschlossen». A.g Mit undatiertem Schreiben (Posteingang IV -Stelle B._______ am 20. Dezember 2018; IV-act. 52) antwortete A._______ auf die mit Kurzbrief C-2985/2019 Seite 3 zugestellte Verfügung und führte sinngemäss aus, man habe ihm am Tele- fon erklärt, er habe den ablehnenden Entscheid bereits vor einigen Mona- ten per Einschreiben erhalten, was aber nicht zutreffe. Er bitte um Zustel- lung einer Bestätigung der Post, dass ihm das Schreiben damals zugestellt worden sei. Sein Gesundheitszustand sei nach wie vor schlecht und er habe jetzt auch noch zusätzlich Angstzustände. Seine Existenz sei gefähr- det und er bitte um Mitteilung, wie es weitergehen soll. A.h Mit Schreiben vom 2. Januar 2019 (IV -act. 53) teilt e die IV -Stelle B._______ A._______ mit, sein Schreiben vom 20. Dezember 2018 (Post- eingang) werde als Wiederanmeldung gewertet und man werde die Unter- lagen prüfen. A.i Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2019 (IV -act. 60) teilte die IV -Stelle B._______ A._______ mit, es werde beabsichtigt, auf das neue Leistungs- begehren nicht ein zutreten, da keine wesentliche Veränderung der ge- sundheitlichen Situation habe festgestellt werden können. A.j Mit Schreiben vom 28. Februar 2019 (IV-act. 61) und vom 9. April 2019 (IV-act. 63) wies A._______ die IV -Stelle B._______ erneut darauf hin, dass er noch keinen ablehnenden Entscheid bekommen habe. Er sehe auch nicht ein, wieso er e ine neue Diagnose brauche, da die aktuelle Di- agnose schwerwiegend sei und ihn in der Arbeitsfähigkeit einschränke. A.k Mit Verfügung vom 13. Mai 2019 (IV-act. 65 f.) trat die IVSTA auf das Leistungsbegehren von A._______ nicht ein. B. B.a Gegen die Verfügung vom 13. Mai 2019 erhob A._______ (nachfol- gend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 10. Juni 2019 (Postaufgabe am 14. Juni 2019, BVGer -act. 1) Beschwerde beim Bundesverwaltungsge- richt. Er beantragte sinngemäss die Zusprache einer Rente, da er gesund- heitlich beeinträchtigt und nicht mehr in der Lage sei, seiner Arbeit nachzu- gehen. Er wies darauf hin, dass er den (ersten) ablehnenden Entscheid der Vorinstanz nie erhalten habe und lediglich auf Anraten der IV-Stelle einen Neuantrag gestellt habe. Eine neue Diagnose gebe es nicht, sondern es bestünden immer noch die gleichen gesundheitlichen Probleme. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. C-2985/2019 Seite 4 B.b Auf Aufforderung des Instruktionsrichters vom 21. Juni 2019 (BVGer- act. 2) reichte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» sowie einige Belege ein (BVGer-act. 4). Mit Zwischenverfügung vom 20. August 2019 (BVGer-act. 5) hiess der In- struktionsrichter das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung gut. B.c Mit Vernehmlassung vom 23. September 2019 (BVGer-act. 8) und un- ter Verweis auf die Stellungnahme der IV -Stelle B._______ vom 18. Sep- tember 2019 beantragte die IVSTA die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte die IV-Stelle B._______ aus, es sei davon auszugehen, dass die Verfügung vom 26. Januar 2018 – entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers – zugestellt worden sei. Da die IVSTA keine Meldung darüber erhalten habe, dass die Sendung nicht habe zugestellt werden können und die Sendung nicht als unzustellbar retourniert worden sei, sei gestützt auf Art. 38bis ATSG davon auszugehen, dass die per Einschreiben verschickte Verfügung spätestens am letzten Tag der siebentägigen Abhol- frist als zugestellt gelte ; ausserdem sei ihm die Verfügung am 7. und 29. November 2018 noch einmal zugestellt worden. Im Übrigen könne die Frage der Zustellung der Verfügung vom 26. Januar 2018 offenbleiben, da die IVSTA bereits damals von keinem Gesundheitsschaden mit Auswirkun- gen auf die Arbeitsfähigkeit ausging. Anlässlich der Neuanmeldung sei en die Akten des Taggeldversicherers konsultiert worden und man sei zum Schluss gekommen, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer we- sentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes bestünden. Aus die- sem Grund sei auf die Neuanmeldung nicht eingetreten worden. B.d Mit undatierter Replik (Postaufgabe 27. November 2019, BVGer - act. 14) wies der Beschwerdeführer erneut darauf hin, dass die IVSTA die Zustellung des Einschreibens vom 26. Januar 2018 nicht nachgewiesen habe. Er habe die Verfügung vom 26. Januar 2018 erst mit Begleitschrei- ben vom 29. November 2018 erhalten. B.e Mit Eingabe vom 13. Januar 2020 (BVGer-act. 16) und unter Verweis auf die Ausführungen der IV-Stelle B._______ vom 6. Januar 2020 hielt die Vorinstanz an ihrem Abweisungsantrag fest und verzic htete auf weitere Ausführungen. B.f Mit Verfügung vom 17. Januar 2020 (BVGer -act. 17) sandte der In- struktionsrichter die Eingabe der Vorinstanz dem Beschwerdeführer zur Kenntnis zu und schloss den Schriftenwechsel per 5. Februar 2020. C-2985/2019 Seite 5 B.g Mit Eingabe vom 29. Januar 2020 (BVGer -act. 18) führte der Be- schwerdeführer aus, er sei überfordert und möchte sich durch H._______, Fachanwältin für Versicherungsrecht, unentgeltlich verbeiständen lassen. B.h Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Be- weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach- folgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal- tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IV-Stelle für Versicherte im Aus land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ric htet sich nach dem VwVG (SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche- rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die- ses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva- lidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell- rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 1.3 Als direkter Adressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfügung berührt und er kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). C-2985/2019 Seite 6 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht (Art 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. 2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass- geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die späte stens beim Erlass der Verfügung vom 13. Mai 2019 in Kraft standen; weiter aber auch Vor- schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind. 2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde ver- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän- dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes- senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit- sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 13. Mai 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän- dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver- fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.4 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehörige r und wohnt in Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Ver ordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an- spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe- reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem C-2985/2019 Seite 7 Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts [ BGer] 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 3. Vorab ist zu prüfen, ob die IVSTA angesichts de s bei der IV -Stelle B._______ eingereichten Leistungsbegehrens und die durch jene durch- geführten Abklärungen die zuständige Verfügungsbehörde war. 3.1 Zuständig ist in der Regel die IV-Stelle, in deren Kantonsgebiet der Ver- sicherte im Zeitpunkt der Anmeldung seinen Wohnsitz hat. Der Bundesrat ordnet die Zuständigkeit in Sonderfällen (Art. 55 Abs. 1 IVG und Art. 40 Abs. 1 Bst. a IVV). Zuständig zur Entgegennahme und Prüfung der Anmel- dungen von Grenzgängern ist die IV -Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit ausübt. Dies gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. Die Verfügungen werden von der IV-Stelle für Versicherte im Ausland erlassen (Art. 40 Abs. 2 IVV). 3.2 Der Beschwerdegegner war Grenzgänger und hatte seine letzte Ar- beitsstelle im Kanton B._______; er wohnt zudem noch im benachbarten Grenzgebiet. Er hat sich somit zu Recht bei der IV -Stelle B._______ zum Leistungsbezug angemeldet. Der Erlass der Verfügung durch die IVSTA ist gemäss obenstehenden Ausführungen nicht zu beanstanden. 4. Strittig ist vorliegend, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom 13. Mai 2019 zu Recht nicht auf die Eingabe des Beschwerdeführers eingetreten ist. 4.1 Vorliegend ist die Vorinstanz auf die Eingabe vom 20. Dezember 2018 nicht eingetreten. Sie begründete ihren Entscheid im Wesentlichen damit, dass seit der Abweisung des Leistungsbegehrens mit Verfügung vom 26. Januar 2018 keine wesentliche Veränderung des Sachverhalts einge- treten sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, ihm sei die Verfügung vom 26. Ja- nuar 2018 gar nicht respektive erst mit Schreiben vom 29. November 2018 zugestellt worden. Sinngemäss führt er aus, er wolle eigentlich keine Neu- anmeldung machen, sondern sei mit dem Entscheid vom 26. Januar 2018 nicht einverstanden. Er habe lediglich auf Anraten der Vorinstanz die Neu- anmeldung eingereicht, da diese ihm auf telefonische Nachfrage mitgeteilt C-2985/2019 Seite 8 habe, dass das Leistungsbegehren bereits rechtskräftig abgewiesen wor- den sei. 4.2 4.2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ver- weigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Leistungsbegehren gleich wie im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwal- tung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfa ll nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 83 E. 1b mit Hin weisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine an spruchsbe- gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies sen. Im Be- schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht a uch dem Ge- richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 f.). 4.2.2 Eine Änderung des Invaliditätsgrades setzt stets auch eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus. Zu vergleichen ist dabei der Sach- verhalt im Zeitpunkt der letzten der versicherten Person eröffneten rechts- kräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenan- spruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustan- des) beruht; vorbehalten bleibt die Recht sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Ferner muss die Ver- änderung der Verhältnisse erheblich, das heisst hinsichtlich der Auswirkun- gen auf den In validitätsgrad rentenwirksam sein (vgl. Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unter revisionsrechtlichen Ge- sichtspunkten – welche gleichermassen für das Neuanmeldungsverfahren gelten (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.2; Urteil des BGer I 658/05 vom 27. März 2006 E. 4.4) – ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 E. 3a). C-2985/2019 Seite 9 4.3 Den Akten ist zu entnehmen, dass die Vorinstanz über das Leistungs- begehren des Beschwerdeführers tatsächlich mit Verfügung vom 26. Ja- nuar 2018 entschieden hat. Sie wies das Gesuch ab. Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den Entscheid korrekt eröffnet hat und dieser somit rechtskräftig geworden ist, damit er im vorliegenden Neu- anmeldungsverfahren als Referenzzeitpunkt gemäss E. 4.2.2. hiervor bei- gezogen werden kann. 4.3.1 Eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, gilt spätestens am sieben- ten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellversuch als erfolgt (Art. 20 Abs. 2bis VwVG). Nach den allgemeinen Grundsätzen gilt eine eingeschriebene Sendung, soweit der Adressat bei einer versuchten Zustellung nicht angetroffen und daher eine Abholungseinladung in seinen Briefkasten oder sein Postfach gelegt wird, in jenem Zeitpunkt als zugestellt, in welchem sie auf der Post abgeholt wird; geschieht dies nicht innert der Abholfrist, welche sieben Tage beträgt, so gilt die Sendung (fiktiv) als am letzten Tag dieser Frist zu- gestellt, sofern der Adressat mit der Zustellung hatte rechnen müssen (BGE 130 III 396 E. 1.2.3; 127 I 31 E. 2a/aa; vgl. auch BGE 134 V 49 E. 4). Bei uneingeschriebener Briefpost erfolgt die Zustellung einer Sendung dadurch, dass sie in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten ein- gelegt wird und damit in den Verfügungsbereich des Empfängers gelangt. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Zustellung einer Sen- dung nicht erforderlich, dass der Adressat sie tatsächl ich in Empfang nimmt; es genügt, wenn sie in seinen Machtbereich gelangt und er demzu- folge von ihr Kenntnis nehmen kann (vgl. BGE 122 I 139 E. 1; 115 Ia 12 E. 3b; 113 Ib 296 E. 2a). Wird für die Eröffnung einer Verfügung eine Zustell- form gewählt, bei welcher der Eingang beim Adressaten nicht genau nach- weisbar ist, obliegt es der Behörde, den Beweis dafür zu erbringen, dass und an welchem Tag ihr Entscheid zugestellt worden ist (vgl. BGE 122 I 97 E. 3 S. 98 ff.; 114 III 51 E. 3c und 4 S. 53 ff.). Da ein Fehler bei der Postzu- stellung nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt, genügt die Be- scheinigung des Versandes allein noch nicht, um das genaue Datum oder den genauen Zeitraum der Zustellung zu beweisen. Im Zweifel muss viel- mehr auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden. Der Nachweis der Zustellung kann aber auch aufgrund von Indizien oder gestützt auf die gesamten Umstände erbracht werden (vgl. betreffend e inen Nach - und Strafsteuerentscheid das Urteil des BGer 2A.293/2001 vom 21. Mai 2002, C-2985/2019 Seite 10 E. 2b; ferner: Urteil des BGer 2P .54/2000 vom 5. Juli 2000, in: StE 2001 B 93.6 Nr. 22, E. 2b und 2c; vgl. auch BGE 105 III 43 E. 3). 4.3.2 Gemäss Vermerk auf der Verfügung vom 26. Januar 2018 soll die Verfügung dem Beschwerdeführer mittels Einschreiben zugestellt worden sein. Der Beschwerdeführer bestreitet den Erhalt der Sendung und die Vor- instanz hat – trotz Aufforderung des Instruktionsrichters im Beschwerde- verfahren – keinen Zustellnachweis eingereicht. Da weder eine Sendungs- nummer, noch ein Track & Trace-Auszug der Post vorliegt, ist nicht ohne Weiteres davon auszugehen, die Sendung sei eingeschrieben versandt und zugestellt worden. Auch die von der Vorinstanz im Rahmen ihrer Argu- mentation vorgebrachte Zustellfiktion kommt hier nicht zum Tragen, da sich in den Akten kein Hinweis darauf befindet, dass dem Beschwerdeführer die Sendung zur Abholung gemeldet worden ist. Die Zustellfiktion greift ledig- lich in denjenigen Fällen, in welchen aufgrund der Sendungsnachverfol- gung eines Einschreibens nachvollzogen werden kann, dass die Post dem Empfänger tatsächlich eine Abholungseinladung in den Briefkasten gelegt und der Empfänger die Sendung nicht innert Frist abgeholt hat. In diesem Fall gilt d ie Sendung gemäss Art. 20 Abs. 2bis VwVG am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellversuch als zugestellt. Für den Fall dass die Verfügung entgegen dem Vermerk «Recommandé» doch nicht eingeschrieben, sondern per A - oder B -Post verschi ckt worden wäre, würde es gemäss den Ausführungen in E. 4.3.1 hiervor der Vorinstanz ob- liegen, die Zustellung nachzuweisen, was ihr jedoch nicht gelungen ist. Aufgrund des Umstands, dass sich der Beschwerdeführer einige Monate nach Verfügungserlass telefon isch bei der Vorinstanz nach dem Verfah- rensstand erkundigt hat, ist vielmehr davon auszugehen, dass der Be- schwerdeführer die Verfügung tatsächlich nicht erhalten hatte. Die Verfü- gung vom 26. Januar 2018 gilt somit dem Beschwerdeführer gegenüber als nicht eröffnet, weshalb sie keine Rechtswirkungen entfalten konnte. 4.4 Zu prüfen bleibt, welche Rechtsfolgen der zweite, mit Begleitschreiben vom 7. respektive 29. November 2018 erfolgte Versand der Verfügung vom 26. Januar 2018 hatte. 4.4.1 Gemäss Art. 38 VwVG darf den Parteien aus mangelhafter Eröffnung kein Nachteil erwachsen. Im Rahmen von Art. 38 VwVG kann auf die vom Bundesgericht entwickel- ten Voraussetzungen für die Geltendmachung von Ansprüchen aus Treu und Glauben abgestellt werden. Demnach können falsche Auskünft e von C-2985/2019 Seite 11 Verwaltungsbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine vom mate- riellen Recht abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten. Nach der höchstrichterlichen Praxis ist dies der Fall, wenn (1) die Behörde in einer konkreten Situation mit Bezug auf bestimmte Personen gehandelt hat, sie (2) für die Erteilung der betreffenden Auskunft zuständig war oder wenn die rechtsuchende Person die Behörde aus zureichenden Gründen als zuständig betrachten durfte, wenn (3) die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte und sie (4) im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können, und schliesslich (5) die ge- setzliche Ordnung seit der Auskunftserteilung keine Änderung erfahren hat (LORENZ KNEUBÜHLER/RAMONA PEDRETTI, in: Kommentar zum Bundesge- setz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2019, Rz. 2 zu Art. 38). Ist einer Partei keine grobe prozessuale Unsorgfalt vorzuwerfen, kann sie sich auf den Schutz ihre s Vertrauens berufen, das die Behörde durch die mangelhafte Eröffnung geschaffen hat, sofern sie aufgrund dieser Mängel Dispositionen getroffen hat, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können. Im Zusammenhang mit Art. 38 VwVG liegt die massgebli- che Disposition regelmässig darin, dass ein Rechtsmittel nicht oder in pro- zessrechtlich fehlerhafter Weise ergriffen wird. Erforderlich ist dabei stets ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem behördlichen Fehler und der Vertrauensbetätigung durch Einreichen eines mangelhaften Rechtsmit- tels (LORENZ KNEUBÜHLER/RAMONA PEDRETTI, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 38). Die Behörde, die sich als unzuständig erachtet, überweist die Beschwerde ohne Verzug dem zuständigen Versicherungsgericht (Art. 58 Abs. 3 ATSG). 4.4.2 Aus den Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer mit un- datiertem Schreiben (Posteingang IV -Stelle B._______ am 5. November 2018, IV-act. 47) an die IV-Stelle gewandt hat und auf ein kurz zuvor statt- gefundenes Telefongespräch hingewiesen hat. Da sich in den Akten keine Telefonnotiz befindet, ist nicht klar, was genau der Inhalt dieses Gesprächs war. Es ist gestützt auf das Schreiben des Beschwerdeführers vom 5. No- vember 2018 jedoch davon auszugehen, dass er offenbar über den Erlass der Verfügung vom 26. Januar 2018 informiert worden war und er die Vor- instanz in der Konsequenz darüber in Kenntnis gesetzt hat, dass er die Verfügung nicht erhalten hatte. C-2985/2019 Seite 12 Die Vorinstanz hat deshalb die Verfügung am 7. November 2018 erneut verschickt, an folgende Adresse: «Herr A._______, (…), Frankreich». Auf dem Kurzbrief war angekreuzt «zu Ihren Akten» und er enthielt folgende Bemerkung: «Anbei erhalten Sie die Verfügung vom 26.1.2018, Ihr Dossier wurde abgeschlossen» (vgl. IV -act. 48). Am 29. November 2018 erfo lgte ein weiterer Versand «gemäss Telefon vom 29.11.2018, zu Ihren Akten» an die Adresse «Herr A._______, (…), Deutschland» und wiederum mit der Bemerkung: «Anbei erhalten Sie die Verfügung vom 26.1.2018, Ihr Dossier wurde abgeschlossen» (vgl. IV-act. 49). In Bezug auf den erneuten Versand finden sich keine Notizen oder Zustell- nachweise in den Vorakten. Aufgrund der fehlerhaften Adresse (vgl. «Frankreich») auf dem Kurzbrief vom 7. November 2018 ist davon auszu- gehen, dass diese Sendung den Beschwerdeführer nicht erreicht hat. Der Beschwerdeführer äusserte sich nicht dazu . Den Empfang der Sendung vom 29. November 2018 bestätigte der Beschwerdeführer hingegen (vgl. Replik vom 2. Dezember 2019 [Posteingang BVGer, BVGer-act. 14), wes- halb für die Bestimmung des Z ustelldatums somit davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer frühestens einen Tag nach Versand des Schreibens vom 29. November 2018, also am 30. November 2018, Kennt- nis von der Verfügung vom 26. Januar 2018 erhalten hat. 4.4.3 Für den Beschwerdeführer begann somit gestützt auf Art. 20 Abs. 1 VwVG frühestens am 1. Dezember 2018 die 30-tägige Rechtsmittelfrist zu laufen, um gegen den Entscheid vom 26. Januar 2018 Beschwerde zu er- heben (vgl. auch Urteil des BGer 9C_639/2019 vom 12. Februar 2020 E. 4.3). Der Beschwerdeführer meldete sich schriftlich bei der IV -Stelle B._______ (Posteingang 20. Dezember 2018, IV-act. 52) und wies auf sei- nen schlechten Gesundheitszustand hin und erkundigte sich nach dem weiteren Vorgehen. Die IV -Stelle B._______ nahm sein Schreiben als «Wiederanmeldung» entgegen und teilte dies dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 2. Januar 2019 (IV -act. 53) mit. Da die Eingabe des Be- schwerdeführers während der laufenden Rechtsmittelfrist erfolgte und da- raus ersichtlich war, dass der Beschwerdeführer mit einer Abweisung des Leistungsbegehrens nicht einverstanden ist, hätte die Eingabe gestützt auf Art. 58 Abs. 3 ATSG zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsge- richt weitergeleitet werden müssen. Dass der Beschwerdeführer keine als Beschwerde bezeichnete Eingabe mit Anträgen und Begründung eingereicht hat, darf ihm gestützt auf Art. 38 VwVG nicht zum Nachteil gereichen, zumal er aufgrund der Information der C-2985/2019 Seite 13 IV-Stelle B._______ davon ausgehen musste, dass «sein Dossier abge- schlossen» war und er keine Beschwerde mehr erheben konnte. 4.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Verfügung vom 26. Ja- nuar 2018 über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers noch nicht rechtskräftig geworden ist, da der Beschwerdeführer innert der 30-tägigen Frist nach Eröffnung der Verfügung sinngemäss Beschwerde dagegen er- hoben hat. Der Umstand, dass die Beschwerde bei der unzuständigen Stelle eingereicht worden ist und nicht als Beschwerde bezeichnet war, än- dert nichts daran (vgl. E. 4.4.1). 4.6 Zu prüfen bleibt, wie sich die vorgenannte Situation auf die vorliegend angefochtene Verfügung vom 13. Mai 2019 auswirkt. 4.6.1 Gemäss Art. 54 VwVG geht die Behandlung der Sache, die Gegen- stand der mit Beschwerde angefochtenen Verfügung bildet, mit Einrei- chung der Beschwerde auf die Beschwerdeinstanz über. In zeitlicher Hinsicht setzen die Wirkungen des Devolutiveffekts mit der Ein- reichung der Beschwerde und folglich mit deren Rechtshängigkeit ein. Ab diesem Zeitpunkt kann die Beschwerdeinstanz im Rahmen ihrer Zustän- digkeit über den Streitgegenstand verfügen. In der Folge geht die Zustän- digkeit zum Entscheid über die formelle Zulässigkeit des Rechtsmittels und über die materielle Begründetheit der Sache auf die Rechtsmittelinstanz über. Damit ist gleichzeitig gesagt, dass sich g rundsätzlich keine andere Behörde mit der Angelegenheit befassen darf als die zuständige Rechts- mittelinstanz (vgl. REGINA KIENER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2019, Rz. 7 und 11 zu Art. 54). 4.6.2 Zuständig zur Behandlung einer Beschwerde gegen einen Entscheid der IVSTA ist – wie bereits ausgeführt (vgl. E. 1.1 hiervor) – das Bundes- verwaltungsgericht. Somit ist die sinngemässe Beschwerde des Beschwer- deführers gegen den Entscheid vom 26. Januar 2018 als solche entgegen- zunehmen und zu behandeln. Der Eintritt der Rechtshängigkeit der Be- schwerde gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018, mit welcher über das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers entschieden worden ist, hat gleichzeitig zur Folge, dass über das Leistungsbegehren des Beschwerde- führers durch die Vorinstanz nicht mehr entschieden werden kann, da der Devolutiveffekt der Beschwerde bewirkt, dass die Herrschaft über den Streitgegenstand auf die Beschwerdeinstanz übergeht (vgl. BGE C-2985/2019 Seite 14 127 V 228 E. 2b aa). Das heisst, eine Neuanmeldung oder ein Revisions- gesuch kann durch die IVSTA erst wieder geprüft werden, wenn der Ent- scheid über das Leistungsbegehren rechtskräftig ist. Die nach Einreichung der Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018 erlassene Ver- fügung vom 13. Mai 2019 verstösst gegen die dargelegten Grundsätze und ist daher nichtig (vgl. BGE 130 V 138 E. 4.2 mit Hinweisen). 4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Eingabe des Beschwer- deführers vom 20. Dezember 2018 als Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Januar 2018 zu behandeln ist. Die nach Einreichung der Be- schwerde erlassene Verfügung vom 13. Mai 2019 ist nichtig. 5. 5.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In- validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank- heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be- einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen- den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be- einträchtigung der kör perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga- benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Art. 6 ATSG). 5.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf- gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenver sicherungsverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztli chen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten kon kret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 5.3 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs - und Beschwerdeverfahren C-2985/2019 Seite 15 gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha ben Versiche- rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür- digen. Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt- nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün- det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit we- der die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereich- ten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutach- ten (vgl. dazu das Urteil des BGer I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be- zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut achten aufzu- stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver- waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be- weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver- lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind auf grund deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt für den all gemein prakti- zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). In diesem Zusammenhang gilt es allerdings zu beachten, dass auch die Einschätzungen von behan- delnden Hausärzten und Spezialisten nicht von vornherein unbeachtlich sind; vielmehr sind diese im Rahmen der fr eien Beweiswürdigung zu be- rücksichtigen, zumal die Behörde und das Gericht auch auf die speziellen, etwa dank der langjährigen medizinischen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen Erkenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten C-2985/2019 Seite 16 abstellen können (vgl. dazu die Urteile des BGer 4A_526/2014 vom 17. De- zember 2014 E. 2.4 und 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E. 3.3). Die Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, welche nicht auf eigenen Untersuchun- gen beruhen, können wie Aktengutachten beweiskräftig sein, sofern ein lü- ckenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befa ssung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hinweisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – ge- wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu ent- scheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie haben die vorhandenen Befunde aus medizini- scher Sicht zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchli- chen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätz- liche Untersuchung vorzunehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Bestehen auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, kann darauf nicht abgestellt werden (Urteil des BGer 9C_743/2015 vom 19. Sep- tember 2016 E. 4.1 in fine). 5.4 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer- den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzu wendende Me- thode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Ein- kommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betäti- gungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG). 5.5 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min- destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf ei ne halbe Rente, bei mindestens 60 Prozent auf eine Dreiviertels rente und bei mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). C-2985/2019 Seite 17 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 26. Januar 2018 zu Recht abge- wiesen hat. 6.1 Die IVSTA stützte sich beim Erlass der Verfügung vom 26. Januar 2018 im Wesentlichen auf folgende Unterlagen: das Gutachten von Prof. Dr. D._______, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Gesichts- und Halschirurgie, Plastische Operationen und Schilddrüsenchirurgie, vom 30. Juni 2017 (IV -act. 11) und die Ergänzung vom 29. Januar 2018 (IV - act. 54 S. 95), den Bericht der Klinik E._______ vom 19. Januar 2017 (IV- act. 34 S. 2), die Stellungnahmen von Dr. med. F._______, Facharzt für Ar- beitsmedizin und Umweltmedizin beim RAD, vom 27. November 2017 (IV- act. 36) und vom 19. Dezember 2017 (IV-act. 40) und den Kurzbericht von Dr. med. G._______, Facharzt für Hals -Nasen-Ohrenheilkunde, vom 14. November 2017 (IV-act. 38). 6.1.1 Prof. Dr. D._______ hielt in seinem Gutachten vom 30. Juni 2017 (IV- act. 11) und der Ergänzung vom 29. Januar 2018 (IV -act. 54 S. 95) fest, der Beschwerdeführer habe sehr enge Gehörgänge und seit Jahren häuf- ten sich deswegen die Entzündungen. Als Folge ein er antibiotikaresisten- ten Infektion des Felsenbeins wurde am 18. Januar 2017 eine Masto- idektomie des Felsenbeins ([teilweise] Entfernung des Warzenfortsatzs) durchgeführt. Seit dieser Operation leide der Patient unter einem Dauer- schwindel unterschiedlicher Intensität, der durch kleine Kopfdrehungen, ra- sche Bewegung und Positionswechsel (namentlich sich Aufsetzen) ausge- löst werden. Der Schwindel habe keinen drehschwindelartigen Charakter und führe im Nachhinein zu Übelkeit und gelegentlich auch Erbrechen . In der Gleichgewichtsuntersuchung habe kein objektiver Nystagmus mehr nachgewiesen werden können. Bei chronischen Schwindelbeschwerden sei dies aber ganz häufig der Fall. Die Beschwerden liessen sich mit einfa- chen klinischen Methoden nicht objektivieren. Auf ein Cone Beam CT habe er verzichtet, da eine weitere genaue Diagnostik nicht im Auftrag enthalten gewesen sei. Die Prognose sei sehr unbestimmt, von plötzlich auftretender Beschwerdefreiheit bis zu jahrelangen , chronischen Schwindelbeschwer- den mit Arbeitsunfähigkeit sei alles möglich. In Bezug auf die Arbeitsfähig- keit führte der Gutachter aus, der Beschwerdeführer sei in seinem bisheri- gen Beruf als Metzger wahrscheinlich noch lange nicht arbeitsfähig, sodass eine Umschulung oder die Beschäftigung an einem Schonarbeitsplatz drin- gend zu empfehlen sei. Ein möglicher Schonarbeitsplatz sei unter Mitwir- kung des Beschwerdeführers zu evaluieren, da es ohne volle Kooperation C-2985/2019 Seite 18 des Beschwerdeführers nicht gelingen werde, ihn arbeitsmässig zu reha- bilitieren. 6.1.2 Dem MRI-Bericht der Klinik E._______, Klinik für Neuroradiologie, vom 19. Januar 2017 (IV-act. 34 S. 2) ist zu entnehmen, dass die Befunde zu einer floriden Otitis media sowie Mastoiditis links passen würden. Bei dezenter Kontrastmittelanreicherung des linken Felsen beindaches be- stehe derzeit kein Hinweis auf eine intracranielle Beteiligung. Allerdings rei- chere die Dura kräftig an: Zustand nach Lumbalpunktion oder «ddrae Be- teiligung»? Es bestehe eine akute Sinusitis maxillaris links und eine Schleimhautschwellung der übrigen Nasennebenhöhlen. 6.1.3 Dr. med. G._______, Facharzt für Hals -Nasen-Ohrenheilkunde, führte in seinem Bericht vom 14. November 2017 (IV-act. 38) aus, dass der Beschwerdeführer im Januar 2017 wegen einer chronischen Mastoiditis am linken Ohr operiert worden sei. Postoperativ sei ein therapieresistenter Schwindel aufgetreten, der als Folge der ausgedehnten Knochenentzün- dung (Mastoiditis) und der damit erforderlichen Behandlung zu sehen sei. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. med. G._______ aus, durch den Schwindel bestehe augenblicklich und auf unabsehbare Zeit eine Ein- schränkung, den zur Zeit ausgeübten Beruf im Schlachthof auszuüben. Ferner empfahl er eine stationäre Rehamassnahme, um alle Therapie - massnahmen auszuschöpfen. 6.1.4 Dr. med. F._______, Facharzt für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin beim RAD, nahm am 27. November 2017 (IV-act. 36) und am 19. Dezem- ber 2017 (IV-act. 40) zu den medizinischen Unterlagen Stellung und führte Folgendes aus: Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb im Mai 2017 immer noch Schwindel bestanden haben soll, nachdem der Beschwerdeführer im Januar 2017 operiert worden sei. Prof. Dr. D._______ habe denn auch kei- nen Schwindel objektivieren können, damit fehle der Beweis, dass tatsäch- lich noch ein relevanter Schwindel vorliege. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens seit 30. Juni 2017 in einer ange- passten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Weiter sei es nicht auszuschliessen, dass er bereits auch wieder als Akkord Kopfschlachter eingesetzt werden könne. Einer E-Mail vom 25. August 2017 des Taggeldversicherers sei fol- gende Aussage zu entnehmen: «Der Schonarbeitsplatz solle wenn möglich gefahrenfrei sein, falls Schwindelbeschwerden erneut auftreten sollten». Dies könnte – so Dr. med. F._______ – als Hinweis dafür gewertet werden, dass zu diesem Zeitpunkt gar keine Schwindelbeschwerden mehr bestan- den. C-2985/2019 Seite 19 6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unbestritten ist, dass der Be- schwerdeführer an einer chronischen Otitis media links, einer Mastoiditis links, einer akuten Sinusitis maxillaris links sowie an einer Schleim- hautschwellung der übrigen Nasennebenhöhlen leidet. Die Schwindelbe- schwerden wurden ausschliesslich anamnestisch erhoben und konnten nicht plausibilisiert werden, da es offenbar an einem entsprechenden Auf- trag für eine solche Untersuchung gefehlt hat (vgl. die Bemerkung von Prof. Dr. D._______: «Objektivieren lassen sich die Beschwerden mit ein- fachen klinischen Methoden nicht. Auf die Durchführung eines Cone Beam CT’s in meiner Praxis hab e ich verzichtet, da eine weitere genaue Diag- nostik nicht in Ihrem Auftrag gelegen ist, sondern eigentlich zu Lasten der Krankenversicherung durchgeführt werden sollte.» ). Prof. Dr. D._______ und Dr. med. G._______ halten die Schwindelbeschwerden grundsätzlich für glaubhaft und gehen davon aus, dass diese einen Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit haben. Dr. med. F._______, der den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat, findet es dagegen unerklärbar, dass nach der Operation im Januar im Mai immer noch Schwindel bestehe. Deshalb geht er davon aus, dass, wenn kein Beweis für den Schwindel vorliege, dieser auch nicht bestehe. In Bezug auf die Schwindelbeschwerden gibt es tatsächlich Unsicherhei- ten. Einerseits scheint es plausibel, dass Schwindel durch d ie beim Be- schwerdeführer gestellten Diagnosen hervorgerufen wird, andererseits war der Schwindel bis jetzt mangels entsprechender Untersuchungen nicht zu objektivieren und es bleibt unklar, ob der Beschwerdeführer durch den Schwindel in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dem Gutachten von Prof. Dr. D._______ ist zu entnehmen, dass eine weitere Diagnostik grund- sätzlich möglich wäre (vgl. dazu auch Pschyrembel , Klinisches Wörter- buch, 2013, 264. Auflage, S. 1906, woraus ebenfalls ersichtlich ist, dass die Diagnostik mittels Anamnese, [mehrteiliger] Gleichgewichtsprüfung [vgl. S. 776] und gegebenenfalls mittels CT oder MRT erfolgen kann), diese jedoch nicht durchgeführt wurde, da sie vom Auftraggeber des Gutachtens nicht in Auftrag gegeben worden war. Die gutachterliche Aussage, dass die Beschwerden sich mit einfachen klinischen Methoden nicht objektivieren liessen, kann nicht nachvollzogen werden. Über bereits erfolgte Therapien ist nichts bekannt. Weiter ist festzuhalten, dass im Gutachten von Prof. Dr. D._______ sowohl die Anamnese als auch die Befunderhebung sehr kurz ausfallen und nicht erwähnt wird, welche Vorakten berücksichtigt wur- den. Ferner wurde nur ansatzweise dargelegt, welche Testungen und klini- schen Untersuchungen durchgeführt wurden (vgl. d en Hinweis auf die C-2985/2019 Seite 20 durchgeführte Vestibularisuntersuchung; IV-act. 33 S. 2 Punkt 4). Eine ein- gehende Auseinandersetzung mit den aus den Testungen erhaltenen Re- sultaten fehlt gänzlich; es wird lediglich darauf hingewiesen, dass kein ob- jektiver Nystagmus mehr nachgewiesen werden könne. 6.3 Der Verfügung ist nicht zu entnehmen, auf welche ärztliche Einschät- zung abgestellt wurde, da in der Begründung nicht darauf Bezug genom- men wird. Es wurde lediglich festgestellt, dass kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, und dass von einer voll- umfänglichen Zumutbarkeit in einer Verweistätigkeit ausgegangen werde und deshalb kein Rentenanspruch bestehe . Ein Einkommensvergleich wurde nicht durchgeführt. Mit Blick auf den nicht rechtsgenüglich erhobenen Sachverhalt und mit Blick auf die noch nicht ausgeschöpften Therapiemassnahmen, die viel- leicht eine Besserung bewirken könnten, ist es nicht möglich, gestützt auf die vorhandenen Akten einen Entscheid zu fällen. Demzufolge ist es auch nicht möglich, auf die RAD-Beurteilung von Dr. med. F._______ abzustel- len, zumal dieser sich lediglich auf die unvollständige Aktenlage stützt und den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. Nachvollziehbar ist zwar, dass der Beschwerdeführer, sofern die Schwindelbeschwerden an- halten, nicht weiter in seinem bisherigen Beruf als Metzger arbeiten kann, da die körperlich anstrengende Arbeit mitunter auch gefährliche Arbeiten mit scharfen Messern etc. beinhaltet, was mit Schwindelbeschwerden nicht vereinbar ist. Es bleibt jedoch aufgrund der minimalen Begründung der Ver- fügung unklar, weshalb die Vorinstanz von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ausgeht und ob mit einer Restarbeitsfähigkeit in ei- ner Verweistätigkeit nicht allenfalls Anspruch auf eine Teilrente bestünde . Ohne fundierte Abklärung des Gesundheitszustands und ohne Durchfüh- rung eines Einkommensvergleichs kann diese Frage nicht beantwortet werden. Nach dem Dargelegten ist festzustellen, dass der rechtserhebliche Sach- verhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt worden ist. Die vor- liegenden medizinischen Berichte und Stellungnahmen vermögen mit Blick auf die gesamtmedizinische Situation mangels voller Beweiskraft keine ab- schliessende Beurteilungsgrundlage zu bilden, sondern geben Anlass zu weitergehenden Abklärungen (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3; zum gegenteiligen Fall resp. zur antizipierten Beweis- würdigung vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d; SVR C-2985/2019 Seite 21 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen auch Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). 6.4 6.4.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialver- sicherungsgerichte nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zu wei- teren medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurückweisen. So hat es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich auf, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein- holt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist . Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhe- bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.). 6.4.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IVSTA im Lichte der dargelegten Rechtsprechung aus nachfolgenden Gründen ausnahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführun- gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210, wonach eine weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und wäre von einem Sub- stanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von vornherein dar auf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfügungs- weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im Rahmen der de lege lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr auf, das droh ende Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen, wo die Gerichte bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext der gesamten Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien notwendig (BGE 137 V 210 E. 4.2). 6.4.3 Hier liegen zwar mehrere vom Bundesverwaltungsgericht zu würdi- gende Berichte im Recht, die jedoch eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht zulassen. Eine Beurteilung ohne eingehende Diskus- sion der die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Faktoren ist im vorliegenden C-2985/2019 Seite 22 Fall nicht zulässig. Die IV -Stelle B._______ begnügte sich in ihrer Ver- nehmlassung mit dem Hinweis, der Beschwerdeführer habe eine vom Tag- geldversicherer geplante neurologische Untersuchung aus gesundheitli- chen Gründen nicht angetreten (vgl. das Aufgebot, IV-act. 54 S. 97) und ausserdem sei ihm Gelegenheit geboten worden, Belege über seinen ge- klagten Schwindel einzureichen. Mit diesem Vorgehen genügt die Vor - instanz ihrer Abklärungspflicht nicht. Die vorliegende Konstellation hätte zwangsläufig zu weiteren Abklärungen führen müssen. Würde eine derart mangelhafte Sachverhaltsabklärung respektive -würdigung durch Einho- lung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korrigiert, be- stünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den Durchführungs- organen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den rechtserheblichen Sachver- halt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) abzuklären (sodass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende Leistung ergehen kann), auf das Gericht. Daher und aufgrund dessen, dass vorlie- gend aufgrund der Aktenlage der Gesundheitszustand und demnach auch die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht abschliessend beurteilt werden kann, und die Vorinstanz trotz interdisziplinär abzuklärendem me- dizinischem Sachverhalt kein Administrativgutachten eingeholt hat, ist die Beschwerde gutzuheissen. 6.4.4 Die Vorinstanz ist in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 VwVG anzuwei- sen, unter Berücksichtigung sämtlicher aktenkundiger Arztberichte sowie nach Aktualisierung des medizinischen Dossiers eine umfassende interdis- ziplinäre medizinische Begutachtung des Beschwerdeführers zu veranlas- sen. Das polydisziplinäre Gutachten hat die Anforderungen an ein Gutach- ten zu erfüllen und insbesondere die Fragen zu klären, welche gesundheit- lichen Beeinträchtigungen mit welchen Auswirkungen auf die funktionelle Leistungs- und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers seit dem 12. Dezember 2016 (vgl. Anmeldung zum Leistungsbezug , IV-act. 2 S. 4) in der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit be stehen. Aufgrund der medizinischen Aktenlage geboten erscheint ein polydisziplinäres Gut- achten in den Fachdisziplinen Allgemeinmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheil- kunde, (sofern konkrete Anhaltspunkte für die vom Beschwerdeführer gel- tend gemachten entsprechenden Beschwerden bestehen [vgl. Be- schwerde vom 10. Juni 2019: «Durch das alles habe ich eine Überweisung zum Psychiater bekommen, da ich jetzt dazu noch unter Depressionen und Angstzuständen leide. Bekomme aber leider erst im Juli einen Termin.»] ) Psychiatrie (letztere unter Berücksichtigung der Standardindikatoren ge- mäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung, BGE 143 V 418; 143 V C-2985/2019 Seite 23 409; 141 V 281) und eventuell Neurologie. Ob neben den genannten Fach- disziplinen allenfalls weitere Spezialisten beizuziehen sind, ist dem pflicht- gemässen Ermessen der Gutachter zu überlassen, zumal es primär ihre Aufgabe ist, aufgrund der konkreten Fragestellung über die erforderlichen Untersuchungen zu befinden (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 3.3; Urteil des BGer 8C_124/2008 vom 17. Ok tober 2008 E.6.3.1), und sie letztverant- wortlich sind einerseits für die fachliche Güte und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrundlage, anderseits aber auch für eine wirtschaftliche Abklärung (BGE 139 V 349 E. 3.3). Die polydiszip- linäre Begutachtung hat vorliegend in der Schweiz zu erfolgen, da die Ab- klärungsstelle mit den Grundsätzen der schweizerischen Versicherungs- medizin vertraut sein muss (vgl. dazu Urteil des BGer 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2; statt vieler Urteil des BVGer C-3864/2017 vom 11. März 2019 E. 7.5 m.w.H.) und vorliegend keine Gründe ersichtlich sind, die eine Begutachtung in der Schweiz als unverhältnismässig erscheinen liessen, zumal der Beschwerdeführer seinen Wohnsitz im benachbarten Grenzgebiet hat. Im Weiteren ist die Gutachterstelle nach dem Zufallsprin- zip gemäss Zuweisungssystem «SuisseMED@P» zu ermitteln (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5.2.1 und Art. 72 bis Abs. 2 IVV) und de m Beschwerde- führer sind die ihm zustehenden Mitwirkungsrechte einzuräumen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9). 6.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzu- heissen und die Verfügung vom 26. Januar 2018 aufzuheben. Es ist fest- zustellen, dass die Verfügung vom 13. Mai 2019 nichtig ist. 7. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 7.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un- abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 -1'000 Franken festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten werden in der Regel der un- terliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt im Sozialversicherungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Be- schwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6). Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer keine Kosten aufzuerlegen. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63 Abs. 2 VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen. C-2985/2019 Seite 24 7.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er- wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um- fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not wendige Ausla- gen der Partei (Art. 8 VGKE). Der Beschwerdeführer war im vorliegenden Verfahren nicht vertreten, weshalb davon auszugehen ist, dass ihm keine notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind. Ihm ist deshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen. Mit Blick auf den Verfahrensausgang ist das im Übrigen erst nach durch- geführtem zweifachen Schriftenwechsel eingereichte Gesuch des Be- schwerdeführers um Einsetzung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands für das bundesverwaltungsgerichtliche Verfahren als gegenstandslos gewor- den abzuschreiben. C-2985/2019 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinn gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 26. Januar 2018 aufgehoben und die Sache an die Vor - instanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinn der Erwägungen den Sachverhalt ergänzt und über den Anspruch des Beschwerdeführers er- neut verfügt. 2. Es wird festgestellt, dass die Verfügung vom 13. Mai 2019 nichtig ist. 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben, und es wird keine Partei - entschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis C-2985/2019 Seite 26 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes- gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be- gehren, deren Begründung mit Angabe der Bewei smittel und die Unter- schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: