200 15 851 IV GRD/JAP/SEE Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung Urteil vom 23. Mai 2016 Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann Gerichtsschreiber Jakob A.________ vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ Beschwerdeführerin gegen IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin betreffend Verfügung vom 24. August 2015 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 2 Sachverhalt: A. Die 1983 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich am 13. Januar 2013 unter Hinweis auf Herz- und Augenbe- schwerden bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Diese wies das Leistungsbegehren hinsichtlich einer Invalidenrente mit Verfügung vom 26. August 2013 (AB 25) ab. Nachdem das Verwaltungsgericht diese Ver- fügung auf Beschwerde hin (AB 30) mit Urteil vom 22. April 2014, IV/2013/846 (AB 48), aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen hatte, holte diese ein bidiszi- plinäres Gutachten ein (AB 59.1, 67). In der Annahme, die Versicherte wä- re im Gesundheitsfall zu 13 % erwerbstätig bzw. zu 87 % im Haushalt be- schäftigt, ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 38 % und stellte der Ver- sicherten mit Vorbescheid vom 10. Juni 2015 (AB 65) die erneute Abwei- sung des Leistungsgesuchs in Aussicht. Nach erhobenem Einwand (AB 66) und Rücksprache mit ihrem Abklärungsdienst (AB 71) verneinte die IVB entsprechend dem Vorbescheid mit Verfügung vom 24. August 2015 (AB 72) einen Anspruch auf eine Invalidenrente. B. Mit Eingabe vom 22. September 2015 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihr sei eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 9. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde. In ihren Schlussbemerkungen vom 23. Oktober 2015 hielt die Beschwerde- führerin am gestellten Rechtsbegehren fest.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 3 Erwägungen: 1. 1.1Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche- rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats- anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun- gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege- ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs- rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer- de einzutreten. 1.2Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. August 2015 (AB 72). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 1.3Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 1.4Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 2. 2.1Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 4 werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand- lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar- beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar- beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe- reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er- werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge- glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig- keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 2.2Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali- ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. 2.3Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg- lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 3. 3.1In medizinischer Hinsicht basiert die angefochtene Verfügung vom 24. August 2015 (AB 72) auf dem bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 16. Dezember 2014 (AB 59.1; vollständige und mit 18. Juni 2015 da- tierte Fassung: AB 67). Darin stellten die Dres. med. C.________, Facharzt für Ophthalmologie, und D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Me-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 5 dizin sowie für Kardiologie, die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 59.1/12 Ziff. 5.1): 1. Marfan Syndrom (ICD-10: Q87.4) relevante Folgeerkrankungen aus kardiologischer und ophthal- mologischer Sicht 2. Status nach Aortenwurzelersatz am 12. Dezember 2011 bei Typ-A Dissektion bei Aneurysma der Aorta ascendens (68mm) mit schwerer Aortenklappeninsuffizienz chronisches sternales postoperatives Schmerzsyndrom familiäre Belastung für Aortenaneurysmata 3. Deutlich verminderte Sehfähigkeit rechts mehr als links Fundus myopicus mit zentraler Atrophie beidseits (ICD-10: H44.2) Aphakie (rechtes Auge) beidseits (ICD-10: H27.0) Hinterkammerlinsen-Pseudophakie (linkes Auge) beidseits (ICD- 10: Z96.1) Aussenschielen (rechtes Auge) beidseits (ICD-10: H50.1) Periphere Netzhautnarben bei Zustand nach Amotio (rechtes Auge) beidseits (ICD-10: H31.0) Glaukom beidseits (ICD-10: H40.1) Optikusatrophie (rechts mehr als links) beidseits (ICD-10: H47.2) Irisdefekt (rechtes Auge) beidseits (ICD-10: H21.9) Anisometropie beidseits (ICD-10: H52.3) Die Gutachter erklärten, kardiologisch seien körperlich schwere und anhal- tend mittelschwere Tätigkeiten ungeeignet. Für körperlich leichte bis gele- gentlich mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, ohne isometrische Belastungsspitzen, bestehe hingegen keine Einschränkung der Arbeits- fähigkeit. Aus ophthalmologischer Sicht seien keine Tätigkeiten möglich, welche ein Stereosehen erforderten, also potenziell gefährliche Arbeitsplät- ze an schnell drehenden Maschinen oder auf Gerüsten. Für Arbeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehfähigkeit, beispielsweise für eine Reinigungstätigkeit, bestehe – bezogen auf ein Vollpensum – eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die entsprechende Einschrän- kung resultiere aus dem zusätzlichen Pausen- und Erholungsbedarf, wel- cher zur Regeneration nötig sei, weil die verminderte Sehleistung durch eine erhöhte Sehanstrengung kompensiert werden müsse. Bidisziplinär attestierten sie eine 70%ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit für leidensad- aptierte Tätigkeiten. Bei freier Zeiteinteilung und in vertrauter Umgebung, wo sich die ophthalmologischen Einschränkungen weniger bemerkbar machten (im Haushalt), könne aus medizinisch-theoretischer Sicht eine höchstens 20%ige Einschränkung bestätigt werden. Das Pensum könnte Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 6 stundenweise über sechs Stunden umgesetzt werden, wenn zwischenzeit- lich Pausen möglich wären; es könnte auch vollschichtig mit vermehrten Pausen, verteilt auf diese Stunden, durchgeführt werden. Diese Einschät- zung gelte ab Dezember 2011, nachdem initial bis Februar 2012 pauschal von einer aufgehobenen Arbeitsfähigkeit aus kardiologischer Sicht auszu- gehen sei (AB 59.1/12 f. Ziff. 6). 3.2Die Dres. med. C.________ und D.________ stützen ihre nachvoll- ziehbaren und überzeugenden Schlussfolgerungen auf die vollständigen Vorakten sowie die Erkenntnisse aus den umfassenden klinischen Explora- tionen. Ihre bidisziplinäre Expertise vom 16. Dezember 2014 (AB 59.1) er- füllt die höchstrichterlichen Beweisanforderungen (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) und erbringt da- mit vollen Beweis, was unter den Parteien zu Recht unbestritten ist. Zu prüfen sind somit die erwerblichen Auswirkungen dieser medizinischen Ausgangslage bzw. die Einschränkungen im Haushalt. 4. 4.1Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede- rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein- kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). 4.2 4.2.1Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange- passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 7 gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei- chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts- bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel- fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab- gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2). 4.2.2Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits- schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs- tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh- ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). 4.3Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit- telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig- keit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. gemischte Me- thode; BGE 141 V 15 E. 3.2 S. 20, 125 V 146 E. 2a S. 150). 5. 5.1Sowohl die anwendbare Methode der Invaliditätsbemessung als auch der Status von 13 % Erwerb bzw. 87 % Haushalt wurden im VGE IV/2013/846 als zutreffend erachtet (AB 48/9 f. E. 3.3) und werden von der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin explizit anerkannt (Beschwerde Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 8 S. 4 Ziff. III Art. 4). Damit erübrigen sich Weiterungen zum mittlerweile er- gangenen (nicht endgültigen) Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) vom 2. Februar 2016 (Di Trizio gegen die Schweiz [7186/09], abrufbar unter <http://hudoc.echr.coe.int>). Nur am Rande sei darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin ihren Entscheid, bloss teilerwerbstätig zu sein, aus freien Stücken schon vor der Geburt der Kinder bzw. vor dem Auftreten gesundheitlicher Probleme selbst gefällt hat (AB 3/4 f., 7/4, 11/2, 12) und diese Lösung auch weiterhin beizubehalten gewillt ist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 18. April 2016, 8C_912/2015, E. 4.3.1). Zudem würde gestützt auf die all- gemeine Methode des Einkommensvergleichs, mithin unter der Prämisse einer 100%igen Erwerbstätigkeit im hypothetischen Validitätsfall, ebenfalls ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultieren (vgl. E. 5.5 hier- nach; Entscheid des BGer vom 25. April 2016, 8C_28/2016, E. 5.2). 5.2Auch die Ergebnisse des anlässlich der Abklärung an Ort und Stel- le (vgl. Art. 69 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali- denversicherung [IVV; SR 831.201]; Bundesamt für Sozialversicherungen [BSV], Kreisschrieben über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI], gültig ab 1. Januar 2010, Rz. 2114 ff.) vom 7. Mai 2013 durchge- führten Betätigungsvergleichs werden nicht bestritten (vgl. zum Beweiswert eines Abklärungsberichts: BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63); im entsprechenden Bericht vom 4. Juni 2016 (AB 63) ergab sich eine (ungewichtete) Einschränkung im Haushalt von 43.50 % (AB 63/8 Ziff. 6 f.). Ob diesbezüglich nicht eher auf die Beurteilung der MEDAS- Gutachter abzustellen wäre, die von einer höchstens 20%igen Einschrän- kung im Haushalt ausgingen (weil möglicherweise subjektive Limitierungen vor Ort vermehrt gewichtet worden seien [AB 59.1/13 Ziff. 6]), kann man- gels Auswirkung auf das Ergebnis offen bleiben (ein Vorrang fachmedizini- scher Feststellungen gegenüber widersprechenden Ergebnissen der Haus- haltsabklärung besteht regelmässig bei hier nicht vorliegenden psychischen Einschränkungen [vgl. SVR 2012 IV Nr. 19 S. 87 E. 2]). Hingegen beanstandet die Beschwerdeführerin den Einkommensvergleich für das im hypothetischen Gesundheitsfall ausgeübte Erwerbspensum von 13 %, aus welchem eine Einschränkung von 0 % resultierte (AB 63/4 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 9 Ziff. 3.8). Sie rügt einerseits, dass keine Parallelisierung wegen eines un- terdurchschnittlichen Valideneinkommens erfolgt sei und andererseits macht sie geltend, die medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit sei sozialpraktisch nicht verwertbar (Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 5 lit. a, S. 5 f. Ziff. III Art. 5 lit. d und e; Schlussbemerkungen S. 1 f. Ziff. 2 f.). 5.3 5.3.1Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech- nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnü- gen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invali- ditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra- xisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch eine ent- sprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalidenein- kommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer- tes erfolgen (BGE 141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59). Bei der Prü- fung der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens ist das statis- tisch branchenübliche Durchschnittseinkommen, welches zum Vergleich heranzuziehen ist, an die statistisch betriebsübliche Arbeitszeit anzupas- sen. Auch beim tatsächlich erzielten Valideneinkommen ist auf die vertrag- lich vereinbarte und damit betriebsübliche Arbeitszeit abzustellen; Lohn für Überstundenarbeit hat demnach bei der Prüfung der Unterdurchschnittlich- keit des Valideneinkommens unberücksichtigt zu bleiben (BGE 141 V 1 E. 5.6 und 5.7 S. 4). 5.3.2Die Beschwerdeführerin erzielte in ihrem letzten Arbeitsverhältnis mit der E.________ als ... (AB 7/3, 8/1 Ziff. 2 f., 9, 19/3 Ziff. 3.2, 32.2-32.5, 34/3 Ziff. 3.2, 59.1/4 Ziff. 1.3, 63/3 Ziff. 3.2) einen Stundenlohn von Fr. 20.04 brutto (AB 9/3 Ziff. 2.10). Mit diesem Einkommen wurde der Min- destlohn des per 1. März 2010 in Kraft getretenen Gesamtarbeitsvertrages Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 10 (GAV) für die ... (der ab 1. Februar 2014 gültige GAV ist unter <....ch> oder <....ch> abrufbar) gewahrt. Ob gesamtarbeitsvertragliche Mindestlöhne per se nicht unterdurchschnittlich sein können und eine Parallelisierung schon deshalb ausser Betracht fällt, hat das Bundesgericht offen gelassen (vgl. Entscheid des BGer vom 7. Dezember 2009, 9C_476/2009, E. 4.2 f.). Auch hier ist dieser Frage nicht nachzugehen, denn der branchenübliche Tabel- lenlohn liegt tiefer als das von der Beschwerdegegnerin herangezogene Valideneinkommen von Fr. 5‘598.--, womit gerade keine Unterdurchschnitt- lichkeit vorliegt. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit, welche die Beschwerde- führerin krankheitsbedingt aufgab und im Gesundheitsfall weiterhin ausü- ben würde (AB 19/3 Ziff. 3.3 f., 34/3 Ziff. 3.3 f., 59.1/4 Ziff. 1.3, 63/3 Ziff. 3.3 f.), ist der Branche der ... zuzuordnen und fällt damit unter den Wirtschaftszweig Ziff. 53 (Post-, Kurier- und Expressdienste) der NOGA 2008 (vgl. BFS, NOGA 2008, Allgemeine Systematik der Wirtschaftszwei- ge, Erläuterungen, S. 161). Für den frühestmöglichen Rentenbeginn im Juli 2013 (vgl. Art. 29 IVG; VGE IV/2013/846 [AB 48] E. 3.1) ergäbe sich an- hand der LSE 2012 – aufindexiert auf das Jahr 2013 sowie unter Berück- sichtigung des Beschäftigungsgrades von 13 % – ein Valideneinkommen von lediglich Fr. 5‘356.-- (Fr. 3‘046.-- [BFS, LSE 2012, Tabelle TA1, Frau- en, Wirtschaftszweig Ziff. 53, Kompetenzniveau 1] x 12 Monate / 40 Wo- chenarbeitsstunden x 42.1 [BFS, betriebsübliche Arbeitszeit {BUA}, Wirt- schaftszweig Ziff. 53, 2013] / 101.9 x 102.6 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nomi- nallohnentwicklung, Frauen, Wirtschaftszweige Ziff. 49-53, Index 2012 bzw. 2013] x 13 % [Beschäftigungsgrad]). 5.4 5.4.1Das Invalideneinkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln. Dieser theoretische und abstrakte Begriff dient dazu, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Ar- beitslosenversicherung abzugrenzen. Ein ausgeglichener Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch ein gewisses Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften und weist einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten aus-Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 11 zugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksich- tigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzel- falles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss keine übermäs- sigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459; SVR 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.1). Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbs- fähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). 5.4.2Gemäss dem beweiskräftigen MEDAS-Gutachten (AB 59.1) ist es der Beschwerdeführerin trotz den gesundheitlichen Beeinträchtigungen weiterhin möglich einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, wobei die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 70 % beträgt. Das Pensum könn- te über sechs Stunden (mit Pausen) umgesetzt werden (AB 59.1/13 Ziff. 6), was bedeutet, dass auch ein Arbeitseinsatz von jeweils rund einer Stunde täglich über eine Woche zumutbar wäre. Das kardiologische Zumutbar- keitsprofil beinhaltet kaum relevante Einschränkungen. Aufgrund der oph- thalmologischen Beschwerden bestehen zwar spezifischere Anforderun- gen, diese wirkten sich indes auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kaum derart negativ aus, dass nur noch ausgesprochene Nischentätigkeiten zur Verfügung stünden. Das medizinische Zumutbarkeitsprofil lässt einen brei- ten Fächer von möglichen Verweisungstätigkeiten zu; als leichte Hilfsarbei- ten fielen etwa das reine Überwachen von Maschinen und Schaltpulten oder die Stückkontrolle sowie Kleinmontage in Betracht. Auch die seitens der MEDAS exemplarisch genannte Reinigungstätigkeit (AB 59.1/13 Ziff. 6) ist – entgegen der Argumentation in der Beschwerde (S. 5 Ziff. III Art. 5 lit. d) – mit dem Zumutbarkeitsprofil vereinbar, denn für die normale Indus- triereinigung oder Raumpflege von Büros, Treppenhäusern, Waschküchen etc. sind weder eine überdurchschnittliche Sehfähigkeit noch ein Stereose- hen vorausgesetzt. Damit besteht auch ein Unterschied zu den subjektiven Anforderungen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Wohnungspflege, bei welcher sie sich einmal wöchentlich durch die Spitex unterstützen lässt (AB 63/7 Ziff. 6). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 12 Bedeutende Einschränkungen ergeben sich demnach nicht aus medizini- schen Gründen, sondern höchstens wegen der durch den Aufgabenbereich vorgegebenen zeitlichen Rahmenbedingungen. So wurde im VGE IV/2013/846 erwogen, dass die Beschwerdeführerin als Mutter von vier kleinen Kindern eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit nur zu Zeiten auszuüben in der Lage ist, während denen sich der Ehegatte zu Hause aufhalte, also wie bis anhin frühmorgens oder abends (VGE IV/2013/846 [AB 48] E. 3.3). Angesprochen ist damit nicht etwa eine medizinische Wechselwirkung im Sinne eines reduzierten Leistungsvermögens im Erwerbsbereich infolge der Beanspruchung im Haushalt (vgl. BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und E. 7.3.4 S. 13), sondern allein die zeitliche Flexibilität für das ausserhäusliche Ar- beitspensum von 13 %. Dabei ist notorisch, dass es gerade bei den als Verweisungstätigkeiten in Betracht fallenden Aufräum- oder Reinigungsar- beiten durchaus branchenüblich ist, dass die Einsätze auch am Abend oder in der Nacht erfolgen (vgl. auch Art. 51 der Verordnung 2 vom 10. Mai 2000 zum Arbeitsgesetz [ArGV 2; SR 822.112]). Dass die Beschwerdeführerin neben einer täglichen stundenweisen Erwerbstätigkeit zu Randstunden auch noch die Kinder betreuen kann, hat sie in ihrer früheren Beschäfti- gung als ... unter Beweis gestellt. Wohl mag es faktisch tatsächlich nachtei- lig sein, dass sie in einer «Schlafgemeinde» wohnt und für einen Arbeits- einsatz ausserhalb ihrer Wohngemeinde auf öffentliche Verkehrsmittel an- gewiesen wäre (Schlussbemerkungen S. 2 Ziff. 3). Auf dem ausgegliche- nen Arbeitsmarkt würden indes auch im näheren Einzugsgebiet mit dem medizinischen Zumutbarkeitsprofil vereinbare Arbeitsstellen angeboten und hätte die Beschwerdeführerin einen entsprechenden Zeitverlust durch ei- nen längeren Arbeitsweg in Kauf zu nehmen. Hinzu kommt, dass sie ihr Privat- und Familienleben auch so gestalten könnte, dass es ihr möglich wäre, das Pensum von 13 % nicht an Werktagen, sondern teilweise oder ganz als Sonn- und Feiertagsarbeit (beispielsweise als Küchenaushil- fe/Allrounderin im Gastgewerbe) abzuleisten. Dem Ehegatten wäre im Rahmen der familienrechtlichen Beistandspflicht zuzumuten, in diesen Zei- ten die Kinderbetreuung zu übernehmen und – allenfalls unter Inkaufnahme gewisser Qualitätseinbussen – gleichzeitig Haushaltsarbeiten zu verrichten, wie dies unzählige Eltern ebenfalls machen. Die Kritik der Beschwerdefüh- rerin, wonach sie ihre Restarbeitsfähigkeit in einem Pensum von 13 % nicht verwerten könnte, verfängt demnach nicht. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 13 Für das Invalideneinkommen (AB 63/4 Ziff. 3.8) zog die Beschwerdegegne- rin den Tabellenlohn des Wirtschaftszweigs Ziff. 96 (sonstige persönliche Dienstleistungen) von Fr. 3‘650.-- heran (BFS, LSE 2012, Tabelle TA1, Frauen, Wirtschaftszweig 96, Kompetenzniveau 1). Die Beschwerdegegne- rin hat zutreffend darauf hingewiesen, dass sich dieser Tabellenlohn sicher- lich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auswirkt (Beschwerdeant- wort S. 3 lit. C Ziff. 8), denn mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil würde sich auch ein Abstellen auf den höheren Totalwert rechtfertigen. Für das massgebende Jahr 2013 ergibt sich so ein über dem Valideneinkommen liegendes Invalideneinkommen von Fr. 5‘964.-- (Fr. 3‘650.-- x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.9 [BUA, Wirtschaftszweige Ziff. 94-96, 2013] / 101.9 x 101.9 [BFS, Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, Wirtschaftszweige Ziff. 90-96, Index 2012 bzw. 2013 {unverändert}] x 13 % [Beschäftigungsgrad]) und folglich eine (ungewichtete) Einschränkung von 0 %. Ein leidensbedingter Abzug (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2) ist nicht zuzulassen, zu- mal beide Vergleichseinkommen anhand statistischer Tabellenlöhne ermit- telt wurden, womit allfällige invaliditätsfremden Gesichtspunkte (Alter, Nati- onalität, Dienstjahre) prinzipiell ausser Betracht fallen (vgl. Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). 5.5Zusammenfassend ergibt sich im Erwerb keine Einschränkung und im Haushalt eine solche von gewichtet 37.85 % (43.50 % [vgl. E. 5.2 hier- vor] x 0.87 [Gewichtung]). Dies führt zu einem aufgerundeten (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und rentenausschliessenden (vgl. E. 2.2 hiervor) Invaliditätsgrad von 38 % (0 % + 37.50 %). Selbst wenn der Invaliditätsgrad anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemessen würde (vgl. E. 5.1 hiervor), änderte sich im Ergebnis nichts. Diesfalls wäre ein Valideneinkommen von Fr. 43‘062.-- (Fr. 5‘598.-- [vgl. E. 5.3.2 hiervor] / 13 % [hypothetisches Vollpensum]) einem Invalideneinkommen von Fr. 32‘114.-- (Fr. 5‘964.-- [vgl. E. 5.4.2 hiervor] / 13 % x 70 % [Restarbeits- fähigkeit]) gegenüberzustellen. Es resultierte ein tieferer Invaliditätsgrad von rund 25 % ([Fr. 43‘062.-- ./. Fr. 32‘114.--] / Fr. 43‘062.-- x 100). Die Ver- fügung vom 24. August 2015 (AB 72) ist demnach nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 14 6. 6.1Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre- chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah- lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 6.2Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher Höhe entnommen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Zu eröffnen (R): - Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin - IV-Stelle Bern - Bundesamt für Sozialversicherungen Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Mai 2016, IV/15/851, Seite 15 Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün- dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf- fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun- desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge- führt werden.