<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-06-11-5A_415-2025.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_415/2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 11. Juni 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Bovey, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Hartmann, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Guido Hensch, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Weidmann, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Ehescheidung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Beschluss und Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 4. April 2025 (LC250009-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Mit Urteil vom 19. Juli 2024 schied das Bezirksgericht Bülach die Ehe der Parteien. Dabei stellte es die beiden Kinder (geb. 2012 und 2015) unter die alleinige Obhut der Mutter, unter Regelung des Besuchs- und Ferienrechts des Vaters. Sodann verpflichtete es diesen zu Unterhaltsbeiträgen an die beiden Kinder während fünf Phasen und zu nachehelichem Unterhalt für zwei Phasen, unter Feststellung rückständiger Unterhaltsbeiträge von Fr. 18'849.--. Schliesslich regelte es den Vorsorgeausgleich, die Übertragung des Mietvertrages und das Güterrecht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Berufungsweise verlangte der Beschwerdeführer, dass er für die beiden Kinder nicht mehr als Fr. 2'400.-- pro Monat zahlen müsse und von nachehelichem Unterhalt sowie der Feststellung einer Unterhaltsrestanz abzusehen sei. Ferner verlangte er die Rückweisung des Verfahrens an das Bezirksgericht. </div> <div class="para">Mit Urteil vom 4. April 2025 wies das Obergericht des Kantons Zürich die Berufung ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 26. Mai 2025 verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils und die Rückweisung des Scheidungsverfahrens an das Bezirksgericht zur Durchführung eines Beweisverfahrens. Sodann verlangt er, von der Erhebung eines Kostenvorschusses sei abzusehen, eventualiter sei dieser den gegenwärtigen Einkommensverhältnissen anzupassen. In der Beschwerdebegründung stellt er überdies Gesuche um aufschiebende Wirkung und um unentgeltliche Rechtspflege. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Angefochten ist ein kantonal letztinstanzliches Scheidungsurteil. Die Beschwerde in Zivilsachen steht offen (<span class="artref">Art. 72 Abs. 1, <artref id="CH/173.110/75/1" type="start"></artref>Art. 75 Abs. 1 und <artref id="CH/173.110/90" type="start"></artref>Art. 90 BGG</span><artref id="CH/173.110/75/1" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/72/1" type="end"></artref>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Obergericht bezweifelte, ob das sich nicht auf das einzelne Kind beziehende pauschale Begehren um Festsetzung von Kindesunterhalt bis zu einem Maximalbetrag als genügend beziffertes Rechtsbegehren gelten könne, liess die Frage aber offen, weil die Berufung diesbezüglich ohnehin unbegründet sei. In der Folge äusserte es sich umfassend zu den Berufungsvorbringen betreffend Einkommen der Mutter und Bedarf des Beschwerdeführers und gelangte zum Schluss, dass es beim vorinstanzlich festgesetzten Kindesunterhalt zu bleiben habe. Zum nachehelichen Unterhalt erwog das Obergericht, dass die Verhandlungs- und Dispositionsmaxime gelte und der (anwaltlich vertretene) Beschwerdeführer erstinstanzlich keine Rechtsbegehren gestellt habe, entgegen seiner Behauptung auch nicht implizit, weshalb es bei den Anträgen der Beschwerdegegnerin sein Bewenden gehabt habe und die von ihr verlangten Unterhaltsbeiträge zu Recht zugesprochen worden seien. Zu den rückständigen Unterhaltsbeiträgen befand es, diese seien von der Beschwerdegegnerin belegt worden, ohne dass der Beschwerdeführer Gegenbeweismittel offeriert habe. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Rechtsmittel nach dem Bundesgerichtsgesetz sind reformatorisch (vgl. <span class="artref">Art. 107 Abs. 2 BGG</span>). Daher darf sich die beschwerdeführende Partei nicht darauf beschränken, die Aufhebung oder Kassation des angefochtenen Entscheides zu beantragen; vielmehr ist ein Antrag in der Sache zu stellen. Es ist demnach anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen beantragt werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-489%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page489">BGE 133 III 489</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-379%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page379">134 III 379</a> E. 1.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-313%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page313">137 II 313</a> E. 1.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-89%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page89">147 I 89</a></span> E. 1.2.5). Ein blosser Rückweisungsantrag ist nur dann ausnahmsweise genügend, wenn das Bundesgericht im Fall der Gutheissung in der Sache nicht selbst entscheiden könnte, weil die erforderlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz fehlen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-III-489%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page489">BGE 133 III 489</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-379%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page379">134 III 379</a> E. 1.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-V-131%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page131">136 V 131</a> E. 1.2) oder wenn die Vorinstanz zu Unrecht auf das bei ihr erhobene Rechtsmittel nicht eingetreten ist (Urteil 5A_100/2023 vom 9. Oktober 2023 E. 2, insb. E. 2.2.2 m.w.H.). </div> <div class="para">Weiter ist zu beachten, dass bei reformatorischen Rechtsmitteln die Anträge im Zusammenhang mit Geldforderungen zu beziffern sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-III-235%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page235">BGE 134 III 235</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-III-111%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page111">143 III 111</a> E. 1.2), jedenfalls soweit sich nicht aus der Begründung ohne weiteres ergibt, auf welchen Betrag der Rechtssuchende eine Geldleistung festgesetzt wissen will (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F125-III-412%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page412">BGE 125 III 412</a> E. 1b S. 414). Dies gilt auch im Zusammenhang mit Unterhaltsbegehren, selbst wenn im kantonalen Verfahren in Bezug auf den Kindesunterhalt die Offizialmaxime und der Untersuchungsgrundsatz zum Tragen kamen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=10&amp;from_date=04.06.2025&amp;to_date=23.06.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-617%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page617">BGE 137 III 617</a> E. 4.5 und E. 5). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer beschränkt sich auf ein kassatorisches Begehren und verlangt die Rückweisung direkt an das Bezirksgericht zur Durchführung eines Beweisverfahrens. Dies ist nach dem in E. 3 Gesagten unzureichend. Darüber hilft die Behauptung des Beschwerdeführers nicht hinweg, er habe schon obergerichtlich die Rückweisung zur Durchführung eines Beweisverfahrens verlangt und "das rechtliche Gehör sei ganz massgeblich zu seinen Lasten verletzt" worden: Bereits die Berufung ist ein reformatorisches Rechtsmittel und der Beschwerdeführer hat denn auch Anträge in der Sache gestellt (Kindesunterhalt von gesamthaft nicht mehr als Fr. 2'400.-- pro Monat; Absehen von nachehelichem Unterhalt; Absehen von der Feststellung einer Unterhaltsrestanz). Sodann hat sich das Obergericht zu all seinen Berufungsvorbringen ausführlich geäussert und in der Sache selbst entschieden. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern vor diesem Hintergrund die in E. 3 dargelegten Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Rückweisung - hier sogar an die erste Instanz - gegeben sein sollen. Gründe für eine Rückweisung wären im Übrigen auch nicht ersichtlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten mangelt es der Beschwerde an hinreichenden Rechtsbegehren, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann. </div> <div class="para">Mit dem sofortigen Endurteil wird das (nicht unter den Anträgen, aber im Rahmen der Beschwerdebegründung gestellte) Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>) und das - ebenfalls nicht unter den Anträgen, aber im Rahmen der Beschwerdebegründung gestellte - entsprechende Gesuch abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 11. Juni 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Bovey </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>