260 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2017 schwerde erfolgte damit ver spätet, weshalb darau f nicht einzutreten ist. 46 Einteilung der Jagdreviere; Begründungspflicht - Die Einteilung der Jagdreviere erfolgt unter Berücksichtigung jagd - licher und wildbiologischer Kriterien (§ 3 Abs. 1 AJSG). - Eine von der Empfehlung der Fachstelle abweichende Jagdrevierein- teilung bedarf einer eingehenden Begründung. Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 4. Oktober 2017, i.S. Jagdgesellschaft A. gegen Regierungsrat (WBE.2017.254) Aus den Erwägungen 1. 1.1. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs, mit unter der Begründungspflicht. Die V orinstanz weiche in nicht nachvollziehbarer und widersprüchlicher Weise vom V orschlag der Fachstelle ab. 1.2. Die V orinstanz begründete ihren Entscheid wie folgt: Der von der Fach stelle vorgeschlagene Zusammenschluss der Jagdreviere Nr. 153 (Magden-West), Nr. 158 (Olsberg-Nord) und Nr. 162 (Rhein- felden-West) mache jagdlich und wildbiologisch Sinn. E r entspreche den in § 3 Abs. 1 AJSG vorgegebenen Kriterien . Aufgrund des Widerstands der Jagdgesellschaft B. und der Gemeinde C. und des alternativen V orschlags der Jagdgesellschaft B. werde (indessen) das Jagdrevier Nr. 153 (Magden-West) mit dem von der Jagdgesellschaft B. vorgeschlagenen Jagdrevier Nr. 161 (Rheinfelden -Süd) zusam- mengeschlossen. 1.3. 2017 Verwaltungsrechtspflege 261 Gemäss § 26 Abs. 2 VRPG sind Entscheide grundsätzlich schriftlich zu begründen. Die Begründungspflicht folgt aus dem An - spruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV. Die Begrün- dung eines Entscheids entspricht den diesbezüglichen Anforde - rungen, wenn die Betroffenen dadurch in die Lage versetzt werden, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände an eine h öhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber nicht ver pflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Viel mehr kann sie sich auf die für den Ent - scheid wesentlichen Gesichts punkte beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, v on welchen Über legungen sich die Behörde leiten liess ( ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, All ge- meines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1071; KASPAR PLÜSS, in: ALAIN GRIFFEL [Hrsg.], Kom mentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, § 10 N 25). An die Begründungspflicht werden höhere Anforderungen ge - stellt, je weiter der den Behörden durch die anwendbaren Normen er- öffnete Ent scheidungsspielraum und je komplexer die Sach - und Rechtslage ist (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1072; GEROLD STEINMANN, in: BERNHARD EHRENZELLER/BENJAMIN SCHINDLER/RAINER J. SCHWEIZER/KLAUS A. VALLENDER [Hrsg.], Die schweizerische Bundes verfassung, St. Galler Kom mentar, 3. Auflage, 2014, Art. 29 N 49). Mit der Pflicht zur Offenlegung der Entscheidungsgründe kann insbeson dere verhindert werden, dass sich die Behörde von un sachgemässen Motiven leiten lässt (vgl. ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungs- verfahren und Verwaltungsrechts pflege des Bundes, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 629; FELIX UHLMANN, Das Willkürverbot [Art. 9 BV], Bern 2005, Rz. 366 ff.). 1.4. Die Abteilung Wald teilte im Gespräch vom 24 . August 2016 der Jagdgesellschaft B. sowie dem Gemeinderat C. mit, aufgrund der jagdlichen und wildbiologischen Situation bzw. der zusammen - hängenden Lebensräume sehe sie die Zusammenlegung der Jagdre - viere Nrn. 153 (Magden-West), 158 (Olsberg-Nord) und 162 (Rhein-262 Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht 2017 felden-West) vor. An dieser Absicht wurde im Schreiben vom 10. Januar 2017 an die Jagdgesellschaft B. festgehalten. Die V orin- stanz erwog ebenfalls, dass dieser V orschlag jagdlich und wildbiolo- gisch sinnvoll sei. Dennoch wich sie davon ab und ordnete den Zu - sammenschluss der Reviere Nrn. 153 (Magden -West) und 161 (Rheinfelden-Süd) an. Die diesbezügliche Begründung, welche sich darauf beschränkt, pauschal auf "Widerstand" einer betroffenen Jagdgesellschaft und einer Gemeinde zu verweisen, ist offensichtlich nicht aus reichend. Dies gilt umso mehr, als es einer (triftigen) Begründung bedarf, wenn von Auskünften und Empfehlungen einer Fachstelle abgewichen wird (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 485). Demgegenüber geht aus dem angefochtenen Entscheid nicht hervor, aus welc hen sachlichen Überlegungen vom V orschlag der Fachstelle Abstand genommen wurde. Insbesondere wird nicht aufgezeigt, ob der verfügte Zusammenschluss der Reviere Nrn. 153 und 161 jagdlichen und wildbiologischen Kriterien (vgl. § 3 Abs. 1 AJSG) entspricht bzw. welche Variante diesbezüglich die bessere ist. Die Gründe, weshalb sich eine Jagdgesellschaft und eine Gemeinde gegen die ursprünglich vorgesehene Lösung wehrten, werden im angefochtenen Entscheid mit keinem Wort erwähnt. Schliesslich wird auf den "alternativen V orschlag" der Jagdgesellschaft B. hinge- wiesen, ohne dass auf dessen Inhalt eingegangen wird. Insgesamt vermag der Entscheid der V orinstanz den Anforderungen an die Be- gründungpflicht klarerweise nicht zu genügen. 1.5. Eine Heilung des Gehörsmangels, wie sie die Rechtsprechung zulässt, wenn die unterlassene Begründung in einem Rechts - mittelverfahren nach geholt wird, das eine Prüfung im gleichen Umfang wie durch die V orinstanz erlaubt, ist vorliegend ausgeschlos- sen (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1174 ff.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 548). Einerseits handelt es sich um eine schwerwiegende Verletzung des Ge hörsanspruchs und anderseits kann das Verwaltungs gericht, welches le diglich eine Rechts- und Sachverhaltskontroll e vor nimmt (vgl. § 55 Abs. 1 VRPG), nicht gewissermassen anstelle der verfü genden Behörde de- ren Entscheid begründen. 2017 Verwaltungsrechtspflege 263 Damit ist der angefochtene Beschluss aus formellen Gründen aufzuheben. Ein Entscheid in der Sache durch das Verwaltungsge - richt ist ausgeschlossen, weshalb die Angelegenheit zum Erlass eines hinreichend begründeten Entscheids an die V orinstanz zurückzuwei- sen ist (vgl. § 49 VRPG). Beweismittel sind bei diesem Ergebnis nicht zu erheben. 2. Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als begründet. Der an gefochtene Beschluss ist aufzuheben und die Angelegenheit zum Erlass eines genügend motivierten Entscheids an den Regierungsrat zurückzuweisen. Beim Erlass ihres Entscheids wird die V orinstanz ihre Ent - scheidgrundlagen offenzulegen haben. Will sie an ihrem Ent scheid festhalten, wird sie zur Begründung des Revierzusammen schlusses wesentlich auf jagdliche und wildbiologische Kriterien ( § 3 Abs. 1 AJSG) abzustellen haben. Diese können insbesondere anhand der topographischen Verhältnisse, Landschaftskammern und Waldgebiete aufgezeigt werden (vgl. dazu das Schreiben der Abteil ung Wald, wo Mindestgrösse, Reviergrenzen, Bejagbarkeit, Lebensraum nutzung und Schutzgebiete als Kriterien genannt werden). Wie ausgeführt, ist eine von der Em pfehlung der Fachstelle abweichende Entscheidung eingehender zu begründen. Der erwähnte "Widerstand" einer be - troffenen Ge meinde und Jagdgesellschaft ist konkretisierungs be- dürftig und kann mit Blick auf das Anhörungs recht bei der Revier - einteilung ( § 3 Abs. 2 AJSG) bzw. im Hinblick auf die Mit bestim- mung bei der künftigen Pachtvergabe (§ 4 Abs. 2 AJSG) Berücksich- tigung finden. 47 Beschwerdebefugnis/Legitimation Beschwerdebefugnis der (Einwohner -)Gemeinde in Bausachen; Präzisie - rung der Rechtsprechung bezüglich Beschwerdeführung "pro Bauherr - schaft"