<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, ein eidgenössisches Anwaltsregister zu schaffen und deshalb folgende Gesetzes- oder Verordnungsbestimmungen zu erlassen:</p><p>- Der Bund führt ein Register, in welchem sämtliche Personen aufgeführt sind, welche in einem der Kantone ein Rechtsanwaltspatent (Fürsprecher, Advokat u. ä.) erworben haben.</p><p>- Das Register ist öffentlich und steht den Behörden aller drei Staatsebenen zur Einsicht offen. Wer darin aufgeführt ist, hat das Recht, in jedem Kanton ohne Formalitäten und Kosten zum Rechtsanwaltsberuf zugelassen zu werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der durch den Motionär aufgeworfenen Probleme bewusst. Die Analyse der Situation und die in der Motion Stamm Luzi enthaltenen Vorschläge stimmen zu einem grossen Teil mit dem Inhalt eines Schreibens überein, welches der Schweizerische Anwaltsverband (SAV) am 16. Juli 1993 an die interessierten eidgenössischen und kantonalen Departemente gerichtet hat. Der SAV spricht sich für einen Entwurf für ein eidgenössisches Rahmengesetz aus, das namentlich die Mobilität der Anwälte in der Schweiz erleichtern soll. Während der Motionär verlangt, dass der Bund das zentrale Anwaltsregister führt, schlägt der SAV vor, selber damit betraut zu werden.</p><p>Anlässlich ihrer Versammlung vom 15. April 1994 hat die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD), gestützt auf die Vorschläge des SAV vom 16. Juli 1993, beschlossen, den Bund einzuladen, den Entwurf eines eidgenössischen Rahmengesetzes auszuarbeiten, welches die Freizügigkeit der Anwälte in der Schweiz regelt. Die Idee einer Konkordatslösung wurde dabei fallengelassen. Gleichzeitig hat sie den Wunsch ausgesprochen, dass der Bund über die Freizügigkeit der Anwälte zwischen der Schweiz und anderen europäischen Staaten im Rahmen der zukünftigen bilateralen sektoriellen Verhandlungen mit den Europäischen Gemeinschaften verhandle. Diese Entscheide sind dem Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes am 17. Juni 1994 zur Kenntnis gebracht worden. Anlässlich ihrer Sitzungen vom 24. Juni 1994 haben sich das Kontaktgremium der Kantone wie auch die Konferenz der Kantonsregierungen dieser Stellungnahme der KKJPD angeschlossen.</p><p>Es besteht folglich heute bei der Anwaltschaft und bei den Kantonen ein breiter Konsens über die Notwendigkeit, die Barrieren aufzuheben, welche in diesem Sektor zwischen den Kantonen bestehen, und zwar auf dem Weg eines Bundesrahmengesetzes. Ein solches Gesetz könnte sich auf Artikel 31bis Absatz 2 und Artikel 33 Absatz 2 der Bundesverfassung stützen. Der Bundesrat ist deshalb bereit, den Vorschlag des Motionärs zu prüfen. Es wäre aber verfrüht, sich heute schon hinsichtlich der praktischen Modalitäten dieser Liberalisierung festzulegen. Die Schaffung eines zentralen Anwaltsregisters und insbesondere die Bestimmung des für die Registerführung zuständigen Organs verlangen noch vertiefte Abklärungen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.