B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3186/2014/pjn U r t e i l v o m 2 5 . J u n i 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, mit Zustimmung von Richter William Waeber; Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren (…), und B._______, geboren (…), Äthiopien, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 / N (…). D-3186/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Mit Eingabe an die schweizerische Botschaft in Khartum vom 30. März 2011 (Eingangsdatum Botschaft) ersuchte A._______ (der Beschwerde- führer) um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und Gewährung von Asyl. Mit Schreiben des BFM vom 8 Juli 2013 (zugestell t über die Bo t- schaft am 10. November 2013) wurde ihm mitgeteilt, eine Anhörung zu den Gesuchsgründen durch die Botschaft sei aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Gleichzeitig wurde er aufgefordert, zur Vervol l- ständigung des rechtserheblichen Sachve rhalts auf schriftlichem Weg e i- ne Reihe von Fragen zu seiner Person und seinen familiären Verhältni s- sen, zu allfälligen Beziehungen zu Drittstaaten oder der Schweiz, zu se i- nen Asylgründen und namentlich zu den Umständen seines Aufenthalts im Sudan zu beant worten. Mit Eingabe an die Botschaft vom 8. Deze m- ber 2013 (Eingangsdatum Botschaft) nahm er zu den vom Bundesamt aufgeworfenen Fragen Stellung. Im Rahmen seiner Eingaben brachte der Beschwerdeführer zur Haupts a- che das Folgende vor: Er sei ein Staatsangehör iger von Äthiopien, ein ethnischer Oromo, und er stamme aus einer Ortschaft im Westen des Landes. Er sei als Sohn einer muslimischen Familie geboren, er sei j e- doch 1981 als Jugendlicher zum Christentum konvertiert. Etwas später, und damit noch zu Zeiten de s Mengistu-Regimes, sei er wegen angebl i- cher Unterstützung der Oromo Liberation Front (OLF) für sieben Monaten inhaftiert worden, wobei er schwere Misshandlungen erlitten habe. Vor diesem Hintergrund und aus Furcht vor einer erneuten Verhaftung sei er bereits 1984 in den Sudan geflohen. Dort habe er während mehrere n Jahren in einem UN-Flüchtlingslager gelebt, respektive in der Nähe eines solchen, bis ihm 1990 ein Umzug nach Khartum bewilligt worden sei. Dort habe er 1998 beim COR (beim sudanesischen Flüchtl ingskommissariat) Papiere beantragt, um nach Äthiopien zurückzukehren. Dies in der A n- nahme, die Verhältnisse in seiner Heimat hätten sich mittlerweile verä n- dert. Nachdem er im Juni 1998 in seinen Heimatort zurückgekehrt sei, sei er jedoch erneut wegen angeblicher Verbindungen zur OLF inhaftiert worden, wobei er abermals schwere Misshandlungen erlitten habe. Im November 1998 habe er aus der Haft fliehen können, worauf er in den Sudan zurückgekehrt sei. Seit dieser Zeit – seit Ende 1998 – lebe er wie- derum in Khartum, wo er sich wieder beim UNHCR als Flüchtling habe registrieren lassen. Obwohl er sich seither mehrfach an das COR und das UNHCR gewandt habe, habe sich bis heute keine Lösung für ihn gefu n-D-3186/2014 Seite 3 den. Aktuell sei er in Khartum als Gärtner tätig, weshalb er mit seinem kleinen Lohne seinen Unterhalt bestreiten könne. Ein weiterer Verbleib im Sudan sei für ihn jedoch unmöglich, da er dort nicht in Sicherheit sei. Zum einen habe er eine Verschleppung durch äthiopische Sicherheitskräfte oder eine Deportation nach Äthiopien durch die sudanesischen Behörden zu fürchten, da sich die Beziehungen zwischen den zwei Staaten mas s- geblich verbessert hätten. Zum andern habe er neuerdings Probleme aus religiösen Gründen, weil mittlerweile bekannt geworden sei, dass er in der Heimat vom Islam zum Christentum konvertiert sei. Aus diesem Grund sei er das Ziel von verbalen und körperlichen Attacken geworden, verbunden mit Drohungen, seine islamische Religion zu akzeptieren. (… [Im] Febru- ar 2012 seien zudem die Mitglieder seiner Kirche von einer Gruppe von Leuten behelligt worden, und (…[im]) April 2012 habe eine andere Grup- pe von Leuten ihre Kirche demoliert. Diesen Vorfall habe er zwar beim UNHCR gemeldet, da er jedoch auch schon mehrfach von den sudanes i- schen Sic herheitskräften beraubt worden sei, könne er nicht länger im Sudan bleiben. B. Mit Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 – zugestellt über die Bo t- schaft am 2 8. April 2014 – wurde dem Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz verweigert und das Asylgesuch (aus dem Ausland) abg e- lehnt. Dabei hielt das Bundesamt im Wesentlichen fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers liessen zwar darauf schliessen, dass er ernstz u- nehmende Schwierigkeiten mit den heimatlichen Behörden habe. Für ihn sei es jedoch möglich und zumutbar, im Sudan zu verbleiben, wo er au f- grund der Aktenlage faktisch Schutz geniesse und wo er sich bei Bedarf wieder unter den Schutz des UNHCR respektive eines UNHCR - Flüchtlingslagers begeben könne. Anlass zur Annahme, er sei im Sudan von einer Verschleppung durch heimatliche Sicherheitskräfte bedroht, be- stehe nicht. Auch dürfte er nicht vor einer Abschiebung durch die sudane- sischen Behörden bedroht sein, da er vom UNHCR als Flüchtling regis t- riert worden sei. Zwar seien die Bedingungen für äthiopische Flüchtlinge und Asylbewerber im Sudan schwierig. Aufgrund seiner Angaben sei j e- doch davon auszugehen, dass er in Khartum über eine zumutbare Exi s- tenzgrundlage verfüge, zumal er schon seit Jahren dort lebe und eigenen Angaben zufolge über eine Anstellung als Gärtner verfüge. Auch die ge l- tend gemachten Probleme aus religiösen Gründen würden nicht für eine ernsthafte Gefährdung sprechen. Der Beschwerdeführer, welcher keine besondere Beziehungsnähe zur Schweiz erkennen lasse, sei damit nicht auf eine subsidiäre Schutzgewährung durch die Schweiz angewiesen, D-3186/2014 Seite 4 weshalb das Asylgesuch aus dem Ausland und der Einreiseantrag abz u- lehnen seien. C. Mit Eingabe an die Botschaft vom 26. Mai 2014 (Eingang sdatum Bot- schaft) erhob der Beschwerdeführer gegen den vorgenannten Entsc heid Beschwerde. Seine Eingabe wurde von der Botschaft an das BFM we i- tergeleitet, welches die Beschwerde aus Gründen der Zuständigkeit am 10. Juni 2014 an das Bundesverwaltungsgericht überwies. In seiner Eingabe beantragte der Beschwerdeführer dem wesentlichen Sinngehalt nach die Aufhebung der Verfügung des BFM vom 3. Februar 2014 und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz zwecks Durchfü h- rung des Asylverfahrens. Dabei hielt er i m Rahmen seiner Beschwerde- begründung vorab fest, sein Asylgesuch b eziehe sich nicht nur auf ihn, sondern auch auf seine Ehefrau, welche er 2008 i n Khartum geheiratet habe und welche auch eigene Gesuchsgründe habe (vgl. für die diesb e- züglichen Vorbringen die Akten). Daran anschliessend machte er geltend, ein weiterer Verbleib im Sudan sei für sie nicht tragbar, da ihr Leben hier in politischer und sozialer Hinsicht in Gefahr sei. Er sei schon mehrfach das Opfer von Übergriffen der sudanesischen Sicherheitskräfte geworden und s eine Frau sei einmal vergewaltigt und schon meh rfach auf der Strasse beraubt worden. Zudem habe er persönliche Verbindungen zu zwei Pastoren, welche in Khartum verhaftet und von den sudanesischen Behörden in den Süd -Sudan abgeschoben worden seien. Im Weiteren bekräftigte er die geltend gemachten Übergr iffe auf seine Kirche vom Frühjahr 2012. Zwar hätten UN -Vertreter den Schaden begutachtet, eine Lösung sei jedoch nicht gefunden worden. Im Weiteren habe die sudane- sische Regierung in der Zwischenzeit mit dem Aufgreifen und Abschieben von äthiopischen Flüchtlingen begonnen. Zwar sei gesagt worden, dies betreffe nur Leute ohne Flüchtlingsausweis, in Wirklichkeit seien aber auch Leute mit Ausweis abgeschoben worden. Er und seine Frau würden daher in grosser Angst leben. Früher hätten sie beide in einem gemiet e- ten Haus in X._______ gewohnt (ein Quartier …[in] Khartum), nun lebe er aus Sicherheitsgründen an seinem Arbeitsort in Y ._______ (ein [anderes] Quartier), wogegen seine Frau bei Freunden untergekommen sei. Im Fal- le einer Abschiebung in die Hei mat wäre er an Leib und Leben bedroht, da er ein Mitglied der " C._______" sei. Schliesslich habe sich die allg e- meine wirtschaftliche Lage massiv verschlechtert, indem es sei t 2010 praktisch unmöglich geworden sei, eine feste Anstellung zu finden. Früher habe er für d ie (…) Botschaft [eines europäischen Staates] gearbeitet. D-3186/2014 Seite 5 Nachdem er diese Stelle aufgegeben habe, habe er trotz vieler Bewe r- bungen keine neue Stelle gefunden. Deshalb habe er eine schlecht b e- zahlte Stelle als Gärtner annehmen müssen, um überhaupt ein Auskom- men zu haben. Letzten Monat sei ihm jedoch mitgeteilt worden, er werde seine Stelle demnächst verlieren. Auf die vom Beschwerdeführer vorgelegten Beweismittel – Kopien von verschiedenen Ausweisen und namentlich von zwei Arbeitszeugnisse n der (…) Botschaft [eines europäischen Staates] in Khartum vom (… [Frühsommer und Herbst] 2011 – wird, soweit wesentlich, in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen Verfügungen des BFM; dabei en t- scheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorliegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die b eschwerdeführende Person Schutz sucht (vgl. Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31 und 33 Verwal- tungsgerichtsgesetz [VGG, SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 Bu n- desgerichtsgesetz [BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem Ve rwaltungsverfahrensgesetz (VwVG, SR 172.021), soweit das VGG oder das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 f. AsylG). 1.3 Die Beschwerdeführende n sind legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) . Zwar wurde die Beschwerdeführerin in der angefocht enen Verfügung nicht ausdrücklich erwähnt, der Beschwerdeführer hat jedoch im Rahmen seiner Sachverhaltsdarlegungen seine Ehefrau ausdrücklich erwähnt und aus dem Zusammenhang war abzuleiten, dass er das Einreisegesuch für sich und seine Ehefrau gemeinsam stellte. Die Beschwerde wurde fristge- recht bei der s chweizerischen Botschaft in Khartum eingereicht (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 21 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist nach dem Gesagten einzutreten. 1.4 Die Beschwerde erweist sich indes – wie nachfolgen d aufgezeigt – als offensichtlich unbegründet, weshalb darüber in einzelrichterlicher Z u-D-3186/2014 Seite 6 ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG). Gleichzeitig ist auf die Durchführung eines Schri f- tenwechsels zu verzichte n und der Beschwerdeentscheid nur summ a- risch zu begründen (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 2. Mit der Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 – von der Bundesversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft getreten – ist die Mögl ichkeit der Einreichung eines Asylgesuches aus dem Ausland weggefallen (vgl. BBL 2012 5359). Das vorliegende U r- teil, welches ein Asylgesuch aus dem Ausland nach altem Recht zum Gegenstand hat, ergeht demzufolge gestützt auf die Übergangsbesti m- mung zur Ände rung vom 28. September 2012, wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten dieser Änderung gestellt worden sind, die Artikel 12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 in der bisherigen Fa s- sung des Gesetzes gelten. 3. 3.1 Wird ein Asylgesuch im Ausland bei einer Schweizerischen Vertretung gestellt, so führt diese mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch und überweist das Gesuch anschliessend an das BFM (vgl. aArt. 19 und aArt. 20 Abs. 1 AsylG sowie aArt. 10 Abs. 1 der Asy l- verordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist die Durchführung einer Befragung nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre Asylgrü n- de schriftlich festzuhalten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). 3.2 Vorliegend wurde auf eine Befragung durch die Botschaft mangels entsprechender Kapazitäten der Schweizerischen Vertretung in Khartum verzichtet und dem Beschwerdeführer, zwecks Wahrung des rechtlichen Gehörs, ein schriftlicher Frage nkatalog zugestellt. Vor dem Hintergrund der massgeblichen Praxis zur Behandlung von Asylgesuchen aus dem Ausland und Einreisebewilligungen sowie unter Berücksichtigung der A k- tenlage ist festzustellen, dass im vorliegenden Verfahren auf eine Befr a- gung verzichtet werden durfte und mit der Einladung zur Stellungnahme den massgeblichen verfahrensrechtlichen Anforderungen Genüge getan wurde (vgl. Entscheide des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/30, insbesondere E. 5.6 f.). D-3186/2014 Seite 7 4. 4.1 Das BFM kann ein im Ausland gestelltes Asyl gesuch ablehnen, wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (Art. 3, Art. 7 und aArt. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss aArt. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuche nden die Einreise zur Abklärung des Sac h- verhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz - oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 4.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten nach ständiger Pra - xis restrik tive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Erme s- sensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Bezie- hungsnähe zu anderen Staaten, die praktische und objektive Zumutba r- keit zur anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingli e- derungsmöglichkeiten in der Schweiz in Betracht zu ziehen. Ausschla g- gebend für die Erteilung der Einreisebewillig ung ist dabei die Schutzb e- dürftigkeit der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der Frage, ob e i- ne Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wurde und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsabkl ä- rungen zugemutet wer den kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3.3, mit Hinwe i- sen auf die gesamte bisherige Praxis). 5. 5.1 Im angefochtenen Entscheid gelangt das BFM zum Schluss, aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen, der Beschwerdeführer verfüge an seinem bisherigen Aufenthaltsort Suda n über eine Schutzalternative im Sinne von aArt. 52 Abs. 2 AsylG, womit er nicht auf eine Schutzgewä h- rung durch die Schweiz angewiesen sei. In dieser Hinsicht ist anzume r- ken, dass bei einem Asylgesuch aus einem Drittstaat nach Lehre und Praxis die (widerle gbare) Regelvermutung besteht, die betreffende Pe r- son habe dort bereits anderweitig Schutz gefunden, was zur Ablehnung des Asylgesuchs aus dem Ausland und zur Verweigerung der Einreis e- bewilligung führt (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizer i- schen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 21 E. 4 m.w.H.). 5.2 Im Rahmen seiner Beschwerde hält der Beschwerdeführer im W e- sentlichen dafür, einen weiteren Verbleib im Sudan sei für ihn und seine Ehefrau nicht zumutbar , indem er sich auf das Vorliegen einer aktuellen Gefährdungslage beruft. Gleichzeitig verweist er auf wirtschaftliche Pro b-D-3186/2014 Seite 8 leme. Seine Beschwerdevorbringen sind indes – wie nachfolgend aufg e- zeigt – nicht geeignet, die Feststellungen und Schlüsse des Bundesamtes zu entkräften. 5.3 Aus den Angaben und A usführungen des Beschwerdeführers folgt, dass er schon seit 30 Jahren im Sudan und schon seit 24 Jahren in der Hauptstadt Khartum lebt, unterbrochen einzig von der Zeit des behaupte- ten Rückkehrversuches in die Heimat vom Sommer 1998. Vor diesem Hintergrund darf ohne weiteres angenommen werden, er sei mit den im Sudan und namentlich in Khartum herrschenden Verhältnissen bestens vertraut. Da er seinen Angaben zufolge 1990 mit einer entsprechenden Bewilligung nach Khartum übergesiedelt ist und er soweit ersichtlich über einen Flüchtlingsausweis verfügt, ist zu schliessen, sein Aufenthalt in Khartum habe eine legale Basis. Damit stellt sich seine Situation im Ver- gleich zu anderen Flüchtlingen respektive Asylsuchenden aus Äthiopien wesentlich besser dar. Anlass zur Annahme, er wäre im Sudan vor einer Abschiebung in die Heimat bedroht , besteht bei vorliegender Sachlage nicht. Zwar macht der Beschwerdeführer neu geltend, er gehöre einer Oromo-Vereinigung an. Alleine dieser Umstand lässt ihn jedoch nicht als politisch exponierte Person erscheinen, womit auch kein Anlass zur A n- nahme besteht, er wäre in Khartum ernsthaft vor einer Entführung durch heimatliche Sicherheitsdienste bedroht. Der Beschwerdeführer hat erst auf Beschwerdeebene offen gelegt , dass er während mehreren Jahren – von (…) 2004 bis (…[zum Herbst] 2011 – für die (…) Botschaft [eines europäischen Staates in Khartum] als Wäch- ter gearbeitet hat. Gerade dieser Umstand spricht für eine weit über- durchschnittliche Vertrautheit mit den lokalen Gegebenheiten. Aus den vorgelegten Zeugnissen folgt zugleich, dass er seine Stelle nicht freiwillig aufgegeben, sondern wegen einer Reorganisation verloren hat (Auslag e- rung des Sicherheitsbereiches an eine private Firma). Die erst jetzt erfolg- te Offenlegung seines früheren Engagements für eine andere Auslandver- tretung in Khartum und der enge zeitliche Zusammenhan g spricht sehr deutlich dafür, er habe sein Asylgesuch vom 30. März 2011 in erster Linie vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Stellenverlustes ge stellt, also vorab aus wirtschaftlichen Gründen . In jener Eingabe machte er denn auch noch keine Gefährdungslage in Khartum geltend. Die erstmals in der Eingabe vom 8. Dezember 2013 eingebrachten und im Rahmen der Beschwe rde noch erweiterten Vorbringen über eine a n- gebliche Gefährdungslage in Khartum – angeblich aus religiösen Grü n-D-3186/2014 Seite 9 den und aufgrund seiner äthiopischen Herkunft – überzeugen nicht. So- dann ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des vorinstanzlichen Ve r- fahrens n ie geltend gemacht wurde, die Beschwerdeführerin sei im S u- dan Übergriffen ausgesetzt gewesen, weshalb die Vorinstanz auch darauf verzichten konnte, auf die Situation der Beschwerdeführerin einzugehen. Erst auf Beschwerdeebene wird nun geltend gemacht, auch die B e- schwerdeführerin sei ernsthaften Übergriffen ausgesetzt gewesen, was indes als nachgeschoben und damit unglaubhaft erscheint. Der B e- schwerdeführer belässt es bezeichnenderweise im Wesentlichen bei der blossen Behauptung von angeblich sowohl von ihm als auch seiner Ehe- frau erlittenen Nachstellungen. Sodann ist bekannt, dass in Khartum von Zeit zu Zeit Asylsuchende oder Flüchtlinge von Polizeikräften behelligt werden, um dadurch an Schmiergeldzahlungen zu gelangen. Indes spricht weder dieser Umsta nd noch die allgemeine Lage für Christen in Khartum gegen einen weiteren Verbleib im Land. Der Beschwerdeführer führt schliesslich an, seit seinem Stellenverlust bei der (…) Botschaft [eines europäischen Staates in Khartum] habe er keine adäquate Stelle mehr finden können. Aufgrund der Aktenlage ist jedoch nicht von einer ernsthaft angespannten wirtschaftlichen Situation des seit Jahren in Khartum lebenden Beschwerdeführers auszugehen . Das Be- schwerdevorbringen, er werde demnä chst wohl auch noch seine aktuelle Stelle verlieren, ist als blosse Schutzbehauptung zu erkennen. 5.4 Nach dem Gesagten ist aufgrund der Akten mit dem BFM zu schlie s- sen, die Beschwerdeführenden, welche in keiner Form eine Beziehung s- nähe zur Schweiz erken nen la ssen, verfüg ten im Sudan über eine z u- mutbare Aufenthaltsalternative. Vor diesem Hintergrund fällt die Bewill i- gung einer Einreise im Sinne der oben zitierten Praxis ausser Betracht. 5.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM dem Beschwerdeführer und seiner Ehefrau zu Recht die Erteilung einer Einreisebewilligung ve r- weigert und das Asylgesuch aus dem Ausland abgelehnt hat. 6. Nach vorstehenden Erwägungen ist die angefochten e Verfügung zu be - stätigen und die Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären den Beschwerdeführenden an sich Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsöko-D-3186/2014 Seite 10 nomischen Gründen respektive zufolge voraussichtlicher Uneinbringlic h- keit der Kosten ist jedoch von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3186/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Den Beschwerdeführenden werden keine Kosten auferlegt. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und das BFM. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand: