B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-1756/2011 U r t e i l v o m 29 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richter Ronald Flury (Vorsitz), Richterin Francesco Parrino, Richterin Vera Marantelli, Gerichtsschreiberin Andrea Giorgia Röllin. Parteien X._______, Zustelladresse: _______, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Rentenrevision (Verfügung vom 1. März 2011). B-1756/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am _______ 1964 geborene, verheiratete X._______ ist türkischer Staatsangehöriger und lebt in der Türkei. Er war seit dem 18. Juni 1990 in der Schweiz als ungelernter (Hilfs-)Fabrikationsmitarbeiter in einem Pen- sum von 100 % tätig und hat dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung entrichtet ( vgl. IV-act. 4 und 18). Seit dem 20. August 1993 wurde ihm eine 100%ige Arbeitsunfähi g- keit attestiert (IV-act. 7). Mit Gesuch vom 21. Oktober 1993 (IV-act. 1) hat der Versicherte wegen Rückenschmerzen, einem Kraftverlust sowie e i- nem zervi koradikulären Reiz - und Aus fallsyndrom betreffend Halswir- bel(C)6, bestehend seit Juli 1993, einen Antrag auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung (IV) gestellt. B. Mit Verfügung vom 2. Februar 1995 wies die IV-Stelle des Kantons Basel- Stadt den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab (IV -act. 12-13). Das Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers wurde von der A r- beitgeberin per 31. Mai 1995 aufgelöst (vgl. Arbeitgeberfragebogen vom 10. Juli 1997, IV-act. 18). C. Am 30. Juni 1997 meldete sich X._______ aufgrund der seit dem Jahr 1993 bestehenden körperlichen Beeinträchtigung erneut bei der schwe i- zerischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (IV -act. 17). Mit Verfügung vom 2. Februar 1998 verneinte die IV -Stelle Basel - Stadt abermals einen Rentenanspruch (IV-act. 53). D. Nachdem das Kantonsspital Basel den Versicherten wegen einer Ver - schlechterung seiner Krankheit im Juni 1998 neuerlich bei der schweiz e- rischen Invalidenver sicherung zum Leistungsbezug ange meldet hatte (Schreiben vom 8. Juni 1998 [IV -act. 49] und Schreiben vom 17. Juni 1998 [IV-act. 50]), sprach die IV -Stelle Basel -Stadt X._______ rückwir- kend ab dem 1. Juli 1997 eine ganze Invali denrente bei einem Invalid i- tätsgrad von 81 % zu (Verfügung vom 17. Dezember 1998, IV-act. 65; IV- act. 55). E. Die im Jahr 2000 durchgeführte erstmalige Rentenrevision (vgl. IV -act. 68-71) ergab einen unveränderten Invaliditätsgrad und damit gemäss Mit-B-1756/2011 Seite 3 teilung vom 17. Juli 2000 einen unveränderten Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente (IV -act. 71). Auch die in den Jahren 2002 (IV -act. 90-93) und 2005 (IV-act. 97-102) durchgeführten Rentenrevisionen ende- ten mit demselben Ergebnis (Mit teilung vom 9. Juli 2002, IV -act. 93; Mit- teilung vom 28. September 2005, IV -act. 102). Am 4. Oktober 2006 ve r- legte der Versicherte seinen Wohnsitz in die Türkei (IV-act. 106-107). F. Anlässlich der im Jahr 2009 eingeleiteten neuerlichen Rentenrevision hol- te die nunmehr zuständige IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorinstanz) Auskünfte beim Versicher ten (undatierter Revisionsfragebogen [eingegangen am 25. März 2010], IV -act. 120) so- wie ein rheu matologisches Gutachten (Gutachten von Dr. med. A._______, Spezialarzt FMH für Rheumatologie, vom 12. Mai 2010, IV - act. 127) und ein psychiatrisches Gutachten (Gutachten von Dr. med. B._______, Facharzt FMH für Psychiat rie und Psychothera pie, vom 25. Mai 2010, IV-act. 128) zusammen mit einer interdisziplinären Beurte i- lung (Beurteilung vom 29. Mai 2010, IV -act. 129) ein. Mit Vorbescheid vom 11. November 2010 stellte die IVSTA die Aufhebung der bisherigen ganzen Invali denrente in Aussicht (IV-act. 135). Mit Schreiben vom 24. Dezember 2010 (IV-act. 146, unter Beilage eines in der Türkei erstell- ten medizinischen Berichts [IV-act. 144]) erhob der Ver sicherte dagegen Einwand. Am 1. März 2011 verfügte die IVSTA wie angekündigt, wobei die Rentenaufhebung per 1. Mai 2011 erfolgte (IV-act. 151). G. Dagegen hat X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 21. März 2011 unter Beilage zweier weiterer türkischer Arztberichte Beschwerde beim Bundesverwaltungs gericht einger eicht. Er beantragt darin sinnge- mäss die weitere Ausrichtung seiner bisherigen Rente der schweizer i- schen Invalidenversicherung. H. In ihrer am 22. Juni 2011 erstatteten Vernehmlassung beantragt die Vor- instanz die Abweisung der Beschwerde. Diese Vernehmlassung ist dem Beschwerdeführer am 22. September 2011 zur Kenntnis gebracht wor- den. I. Mit prozessleitender Verfügung vom 30. April 2012 hat das Bundesver-B-1756/2011 Seite 4 waltungsgericht den Schriftenwechsel einstweilen mangels Eintreffen e i- ner Replik geschlossen. J. In seiner unaufgeforderten Eingabe vom 10 . Januar 2013 hat der B e- schwerdeführer abermals sinngemäss um Weiter ausrichtung seiner bi s- herigen Rente ersucht. K. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Ak- ten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 31 des Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsg e- richt vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invali- denversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20) beurteilt das Bu n- desverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Ar t. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Gemäss Art. 19 Abs. 3 VGG sind die Richter und Richterinnen des Bundesverwaltungsgerichts zur Aushilfe in anderen Abteilungen verpflich- tet. Die Abteilung II des Bundesverwaltungsgerichts hat das vorliegende Beschwerdeverfahren im Zuge einer Entlastungsmassnahme der Abte i- lung III übernommen. Die bisherige Verfahrensnummer C -1756/2011 lau- tet deshalb fortan B-1756/2011. 1.3 Gemäss Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) f indet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesg e- setz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche- rungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG fi n- den die Vorschriften des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a bis 26bis IVG und Art. 28 bis 70 IVG) Anwendung, soweit das IVG nicht au s- drücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. B-1756/2011 Seite 5 2. 2.1 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse a n deren Aufhebung oder Änd e- rung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG) beschwerdelegitimiert ist. 2.2 Auf die frist- und formgerechte (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) B e- schwerde ist daher einzutreten. 3. 3.1 Die Beschwerdeführenden kön nen im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bun desrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3.2 Die Vorinstanz begründet ihre rentenaufhebende Verfügung vom 1. März 2011 im Wesentlichen damit, dass der Versicherte wieder in der Lage sei, eine seinem Gesundheitszustand angepasste Tä tigkeit auszu- üben. Dabei könne er mehr als 50 % des Er werbseinkommens erzielen, das er heute er reichen würde, wenn er nicht invalid gewor den wäre. Der Bericht von Dr. C._______ vom 21. Dezember 2010 bestätige die b e- kannten Gesund heitsbeeinträchtigungen und enthalte keine neuen El e- mente. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Juni 2011 bringt die Vorinstanz vor, im von ihr veranlassten interdisziplinären Gutachten seien die beiden begutachtenden Ärzte zur Beurteilung gelangt, dass dem Beschwerd e- führer leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Übe rlastung der Halswi r- belsäule voll zumutbar seien, wobei die gebesserte psychische Komorb i- dität dieser Einschätzung nicht im Weg stehe. Der beurteilende IV -Arzt habe sich den arbeitsmedi zinischen Schlussfolgerungen der Gutachter vorbehaltlos angeschlossen. Auf das Gutachten sei unein geschränkt ab- zustellen. Die im Nachgang zusätzlich vom Beschwerdeführer eingereich- ten medizinischen Berichte vermöchten an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Der im Anschluss durchgeführte Lohnvergleich habe eine E r- werbseinbusse von 14 % seit dem 12. Mai 2010 ergeben. 3.3 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend , die Vor- instanz habe das Gutachten von Dr. C._______ vom 21. Dezember 2010 nicht beachtet. Bereits die der Beschwerde beigelegten türkischen Arz t- berichte würden seine derzeitige Arbeitsunfähigkeit beweisen. Er sei seit B-1756/2011 Seite 6 langer Zeit und auch aktuell krank, könne nicht mehr arbeiten und habe kein Einkommen ausser der Invalidenrente. 3.4 Vorliegend ist somit strittig und zu prüfen, ob der Beschwerdeführer über den 1. Mai 2011 hinaus weiterhin einen Anspruch auf die bisherige ganze Invalidenrente hat. 4. 4.1 Der Beschwerdeführer ist türkischer Staatsangehöriger und hat dort seit dem Jahr 2006 seinen Wohnsitz, weshalb das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der Schweiz und der Republik Türkei über soziale Siche r- heit (SR 0.831.109.763.1; im Folgenden: Sozialversicherungsabkommen) Anwendung findet. Nach Art. 2 Abs. 1 Sozialversicherungsabkommen sind die Staatsangehörigen der einen Vertragspartei in ihren Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung der anderen Vertragspartei – wozu auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die Invalidenversicherung gehört (vgl. Art. 1 Bst. B Abs. 1 Bst. b Sozialversicherungsabkommen) – einander gleichgestellt, soweit nichts anderes bestimmt ist. Insbesondere steht türkischen Staatsangehörigen bei anwendbarem Schweizer Recht ein Anspruch auf ordentliche Invalidenrenten unter den gleichen Vorau s- setzungen wie Schweizer Bürgern zu (Art. 10 Abs. 1 Sozialversich e- rungsabkommen). Vorbehalten bleibt die Regelung, dass ordentliche Renten für Versicherte, die weniger als zur Hälfte invalid sind, türkischen Staatsangehörigen, welche die Schweiz endgültig verlassen, nicht ausge- richtet werden können (Art. 10 Abs. 2 Satz 1 Sozialve rsicherungsabkom- men). Weitere, im vorliegenden Verfahren relevante Abweichungen vom Gleichbehandlungsgrundsatz finden sich weder im Abkommen selbst noch in der dazugehörigen Verwaltungsvereinbarung vom 14. Januar 1970 (SR 0.831.109.763.11). Demnach bestimmt sich vorliegend die Fra- ge, ob weiterhin Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalide n- versicherung besteht, allein aufgrund der schwei zerischen Rechtsvo r- schriften (vgl. Art. 1, 2 und 4 Sozialver sicherungsabkommen). Damit rich- tet sich die Üb erprüfung des fraglichen Anspruchs sowohl in materiell - rechtlicher als auch in verfahrensrechtlicher Hinsicht insbesondere nach dem IVG, der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenvers i- cherung (IVV, SR 831.201), dem ATSG sowie der entsprechenden Ver- ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). Ferner besteht für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz keine Bindung an die Feststellungen und Ent scheide ausländischer Versicherungsträger, B e- hörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und A nspruchsbeginn (vgl. B-1756/2011 Seite 7 BGE 130 V 253 E. 4 und AHI 1996, S. 17 9; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Bewei s- mittel der freien Beweiswürdigung durch das Gericht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). 4.2 In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrecht- licher Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Nach der Rechtsprechung stellt das Soz ialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 1. März 2011) einge- tretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 4.3 Damit ist i n materiell-rechtlicher Hinsicht auf jene Bestimmungen des IVG und der IVV respektive des ATSG und der ATSV abzustellen, die für die Beurteilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft standen. Da vorliegend die Rentenauszahlung seit dem 1. Mai 2011 strittig ist, ist auf die Fassungen gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Ände rungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Im Folgenden wird – ohne anderslautende Hinweise – jeweils auf diese Fassungen Bezug genommen. Noch keine Anwendung findet vorliegend das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene erste Massnah menpaket der 6. IV -Revision (IVG in der Fa s- sung vom 18. März 2011 [AS 2011 5659]). 5. 5.1 5.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da u- ernde, ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit oder Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 Abs. 1 und 3 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, gei s- tigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust B-1756/2011 Seite 8 der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglich e- nen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch Beei n- trächtigung der körperlichen, geistig en oder psychischen Gesundheit b e- dingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufg a- benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich b e- rücksichtigt ( Art. 6 ATSG). Der Begriff der Invalidität ist demnach nicht nach medizinischen Kriterien definiert, sondern nach der Unfähigkeit, E r- werbseinkommen zu erzielen oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. BGE 110 V 273 E. 4a und 102 V 165). Da bei sind die E r- werbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im angestammten Beruf bzw. der bisherigen Tätigkeit, sondern – wenn erforderlich – auch in zumutba- ren anderen, sogenannten Verweisungstätigkeiten zu prüfen. Der Invalidi- tätsgrad ist also grundsätzlich nach wirtschaftlichen und nicht nach med i- zinischen Grundsätzen zu ermitteln. Bei der Bemessung der Invalidität kommt es somit einzig auf die objektiven wirtschaftlichen Folgen einer funktionellen Behinderung an, und nicht allein auf den ärztlich festgel eg- ten Grad der funktionellen Einschränkung (vgl. BGE 110 V 273; ZAK 1985 S. 459). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 5.1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn e von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Eine fachärz t- lich festgestellte psychische Krankheit kann indessen nicht ohne Weiteres einer Invali dität gleichgesetzt werden. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab erfolgte Beurteilung, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Resta r- beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausg e- glichenen Arbeitsmarkt noch sozial -praktisch zumutbar und für die G e- sellschaft tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c). Nicht als Folgen eines ps y- chischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungs recht- lich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erw erbsfähigkeit, wel- che die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verblei- bende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte (BGE 131 V 49 E. 1.2, vgl. auch BGE 102 V 165; AHI -Praxis 2001 S. 228 E. 2b mit Hi n- weisen). 5.2 Bei erwerbstätig en Versicherten ist d er Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der B-1756/2011 Seite 9 Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all- fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invali- deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Vali- deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffer n- mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt we r- den, worauf sich aus der Ein kommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensver gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 und 128 V 29 E. 1). 5.3 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen neuen Rentenabstufu n- gen gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad von min- destens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invalid i- tätsgrad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente. Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 28 Abs. 1 ter IVG nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Sinne von Art. 13 ATSG in der Schweiz haben , soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Au s- nahme ist vorliegend nicht gegeben . Nach der Rechtsprechung des Ei d- genössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute : Bundesgericht) stellt Art. 28 Abs. 1 ter IVG eine besondere Anspruchsvoraus setzung dar (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). 5.4 5.4.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad des Rentenbe zügers er- heblich veränder t hat. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Inval i- ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits- zustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes e r- heblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche B eurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die B-1756/2011 Seite 10 Arbeitsfähigkeit für sich allein genom men keinen Revisionsgrund im Si n- ne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. 5.4.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung ein er anspruchserheb- lichen Änderung des Invaliditäts grades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts abklärung, Beweiswürdigung und Invalid i- tätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hi n- weisen). Eine Verfügung ist jedoch verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74 ter Bst. f IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74quater IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verf ü- gung gleichzustellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_46/2009 vom 14. Au- gust 2009 E. 3.1). 5.4.3 Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der E r- werbsfähigkeit (seit 1. Januar 2004: oder der Fähigkeit, sich im Aufg a- benbereich zu betätigen) die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu b e- rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass si e voraussicht- lich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hie rzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/aa mit Hinweisen). 5.4.4 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente erfolgt mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung (Art. 88 bis Abs. 2 Bst. a IVV). Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. aus der jüngeren Rechtsprechung Ur teile des Bundesgerichts I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2, I 444/04 vom 11. Januar 2005 E. 5.3.2 und I 486/04 vom 14. Dezember 2004 E. 3.1) ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a und Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. No- vember 2006 E. 3.3). B-1756/2011 Seite 11 5.5 5.5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Unters u- chungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richt i- ge und vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt. Er findet zum e i- nen sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 f. ATSG; BGE 125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Zum anderen umfasst die behördliche und richterliche Abklärungspflicht nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder erlangt wird. Vie l- mehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsve r- hältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtse r- heblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Bernhard Waldmann/Philippe Weis- senberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich/Basel/Genf 2009, N 28 ff. zu Art. 12 VwVG). 5.5.2 Um zuverlässig beurteilen zu können, ob der Invaliditätsgrad des Versicherten seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung eine a n- spruchsbegründende Änderung erfahren hat, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall d as Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in w el- chem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Ver- sicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistu n- gen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 und 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc). 5.6 5.6.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah- ren gilt der Grundsatz der frei en Beweiswürdigung. Danach haben Vers i- cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, un- abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent -B-1756/2011 Seite 12 scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurte i- lung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grü n- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin i- sche These abstellt. 5.6.2 Das Gericht darf eine Tatsache grundsätzlich dann als bewiesen annehmen, wenn es sich von deren Vorhandensein derart überzeugt hat, dass das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint (vgl. PATRICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, a.a.O., N 9 zu Art. 12 VwVG ). Im Sozialvers i- cherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Da s Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die sie von allen mögl i- chen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vg l. BGE 126 V 353 E. 5b und 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abkl ärungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein b e- stimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der Sozi alversicherung, Zürich 1999, S. 212, Rz. 450; vgl. auch BGE 136 I 229 E. 5.3, 122 II 464 E. 4a und 122 III 219 E. 3c, mit Hinweisen). 5.6.3 Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un- tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei- lung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E x- perten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert is t grun d- sätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeic h- nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be- richt oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts I 268/2005 vom 26. Januar 2006 E. 1.2 mit Hinw eis auf BGE 125 V 352 E. 3a). B-1756/2011 Seite 13 6. 6.1 6.1.1 Hinsichtlich der erheblichen zeitlichen Anknüpfungspunkte hat im vorliegenden Fall als letztmaliger, das Ergebnis einer rechtsgenüglichen materiellen Prüfung des Rentenanspruchs darstellender Rechts akt die Mitteilung der V orinstanz vom 28. September 2005 (IV -act. 102) zu ge l- ten, mit welcher – nach Vorliegen eines Arztberichts von Dr. med. D._______, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 23. September 2005 (IV-act. 100-101) – oppositionslos weiterhin die mit ursprünglicher Ve rfü- gung vom 17. De zember 1998 (IV -act. 65) zugesprochene ganze Inval i- denrente bestätigt worden war. Zu beurteilen ist daher, ob zwischen der Mitteilung vom 28. September 2005 – auf welche hin der Beschwerdefüh- rer keine Verfügung verlangt hatte – und der v orliegend angefochtenen Verfügung vom 1. März 2011 eine wesentliche Änderung in den tatsächl i- chen Verhältnissen eingetreten war, die geeignet war bzw. ist, den Inval i- ditätsgrad und damit den Rentenanspruch in rentenrelevanter Weise zu beeinflussen. 6.1.2 Der damals zuständigen IV-Stelle Basel-Stadt diente – im Rahmen der die bisherige ganze Rente bestäti genden Mitteilung vom 28. Septem- ber 2005 – der Bericht von Dr. D._______ vom 23. September 2005 als Entscheidgrundlage. Dr. D._______ schrieb darin, dass das ch ronische zervikobrachiale Schmerzsyndrom bei Zustand nach zwei maliger operati- ver Intervention, das chronische lumbovertebrale Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen sowie die psychosomatisch-psychiatrische Diagnose einen Einfluss auf die Arbei tsfähigkeit hätten, wie dies ausfüh r- lich im Erstbericht vom 22. Juli 1998 erläutert worden sei. Der Gesun d- heitszustand sei stationär. Der Verlauf sei chronifiziert mit in termittieren- den Re -Exazerbationen der zervikozephalen sowie zervikobrachialen Symptome. Die thera peutischen Massnahmen beschränkten sich weite r- hin auf eine supportive Begleitung mit regel mässigen Konsultationen in sechs- bis achtwöchigen Abständen, gelegentlichen, jeweils nicht wirklich hilfreichen Physiotherapie sitzungen, sowie d en Versuch, die medizin i- schen Interventionen auf das Nötigste zu reduzieren (IV -act. 100). G e- mäss dem angeführten Erstbericht Dr. D._______s vom 22. Juli 1998 (IV- act. 51) war die damals attestierte, seit ca. August 1993 bis auf Weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit unter Beteiligung einer chronif i- zierten Schmerzkrankheit psychosomatisch bedingt, wobei er als Diagn o- se im Wesentlichen eine somatoforme Schmerzstörung, chronisch in Ver-B-1756/2011 Seite 14 bindung mit sowohl psychischen Faktoren sowie einem medizinische n Krankheitsfaktor (ICD-10 F45.4), Opfer von Verbrechen oder Terrorismus einschliesslich Folterung (ICD -10 F65.4) sowie ein kulturelles Anpa s- sungsproblem (ICD-10 Z60.3) nannte. Das ganze Den ken und Handeln des Beschwerdeführers war damals laut Dr. D._______ von der einen Wahrnehmung Schmerz geprägt gewesen, dem dieser hilflos ausgeliefert zu sein meine. 6.2 In der angefochtenen Verfügung vom 1. März 2011 stützte sich die Vorinstanz in medizinischer Hinsicht insbesondere auf die rheumatolog i- sche Expertise des Dr. A._______ vom 12. Mai 2010 (IV -act. 127), das psychiatrische Gutachten des Dr. B._______ vom 25. Mai 2010 (IV -act. 128), ihre interdisziplinäre Beurteilung vom 29. Mai 2010 (IV-act. 129) und dem Schlussbericht des Arztes des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) Rhone, Dr. E._______, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 24. August 2010 (IV -act. 131 ). Diese medizinischen Dokumente sind nachfolgend – nebst weiteren – zusammengefasst wiederzugeben und zu würdigen. 6.2.1 6.2.1.1 Dr. A._______ hielt in sein em rheumatologischen Gutachten vom 12. Mai 2010 (IV -act. 127) zuhanden der Vorinstanz als Diagnose eine Panalgie ohne erkennbare, ausreichend erklärend somatische Befunde, ein chronisches Zervikalsyndrom, ein chronisches lumbales Schmerzsyn- drom sowie eine Aggravation fest (S. 16 f.). Sofern die (zuletzt ausgeü b- te) Tätigkeit in der Betonfabrik einer Belastung im Bauhauptgewerbe en t- sprochen habe, könne diese Tätigkeit dem Beschwerdeführer nach se i- nem Halswirbelsäulen-Eingriff nicht mehr zugemutet werden. Es bestehe keine Veränderung und es müsse nicht mit einer wesentlichen Ver - änderung gerechnet werden. Leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Zwangshaltung der Hals wirbelsäule seien dem Beschwerdeführer nach Überwindung der Dekonditionierung aus somatischer Sicht voll zumutbar. Es liessen sich keine somatischen Befunde erheben, welche die Arbeit s- fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit einschränken würden (S. 18). Einzige Befunde seien die Halswirbelsäulen -Fehlhaltung und mässiggr a- dige degenerative Veränderu ngen, wobei deren Zunahme in den letzten Jahren doch eher gering sei (S. 17). Es hätten sich keine relevanten B e- funde objektivieren lassen (S. 10). B-1756/2011 Seite 15 In ihrer interdisziplinären Beurteilung vom 29. Mai 2010 (IV -act. 129) z u- handen der Vorinstanz hielten Dr. A._______ und Dr. B._______ in soma- tisch-rheumatologischer Hinsicht zusammenfassend fest, die zervikale Symptomatologie habe sich beim Beschwerde führer nach dem neuroch i- rurgischen Eingriff von 1996 ausgeweitet zur aktuell bestehenden Pana l- gie. Die abnormen Befunde an der Halswirbelsäule seien kaum sehr ei n- drücklich und die geklagten Beschwerden der Lumbalgegend liessen sich somatisch überhaupt nicht erklären. Unzweifelhaft ag graviere der B e- schwerdeführer zumindest erheblich. Aus rheumatologischer Sicht se i er für eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne statische und dynamische Überlastung der Halswirbelsäule voll arbeitsfähig. 6.2.1.2 Diese Expertise entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens. Dr. A._______ führte allsei- tige Untersuchungen durch und klärte den Beschwerdeführer eingehend in rheumatologischer Hinsicht ab. Der Experte berücksichtigte die geklag- ten Beschwerden un d setzte sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. So fielen Dr. A._______ insbesondere ein extrem schmerzdemonstratives Verhalten , nicht nachvollziehbare Schmerzprojektionen, eine zum Teil massive Diskrepanz zwischen den normalen Spontanbewegungen und der extrem eingeschränkten Bewe g- lichkeit bei der gezielten Untersuchung (S. 16 f.), eine sofortige massive Gegenspannung bei allen Bewegungsprüfungen (S. 7) bzw. deren aktive Verhinderung (S. 17) sowie widersprüchliche Angaben zu Folterungen (S. 5) und fehlende verwertbare Angaben zum Verlauf seit dem Jahr 1996 (S. 6) auf. Dabei waren für den Experten das demonstrierte Schmerz - ausmass in Bezug auf die Halswirbelsäule und die geäusserten Kreu z- schmerzen somatisch nicht erklärbar (S. 17). Der Experte nahm detailliert Kenntnis von den Klagen des Beschwerde führers und würdigte diese entsprechend. Der Gutachter kannte ferner die Vorakten, auf welche er sich in der Diagnosestellung abstützte, wobei zu berücksichtigen ist, dass sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss Beweisschwierigkeiten e r- geben, weshalb im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Lei s- tungsprüfung verlangt wird, dass die Schmerzangaben durch damit korre- lierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklä r- bar sind. Die Schmerzangaben müssen also einer zuverlässigen mediz i- nischen Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 130 V 396 E. 5.3.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_285/2009 vom 7. August 2009 E. 3.2). Chronische Schmerzen heben das funktionelle Leistungsverm ö- gen grundsätzlich nicht auf (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 29. August 2007 E. 3.3). Das Gutachten Dr. A._______s leuchtet ange-B-1756/2011 Seite 16 sichts dessen in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu sam- menhänge ein, und die Schlussfolgerungen de s rheumatologischen Ex- perten sind nachvollziehbar begründet. Dies gilt insbesondere für die von Dr. A._______ zusammen mit Dr. B._______ formulierte, mit dem rhe u- matologischen Fachgutachten übereinstimmende interdisziplinäre Beu r- teilung des somatischen Zustands. 6.2.2 6.2.2.1 In Bezug auf diagnostizierte anhaltende somato forme Schmerz - störungen besteht eine Vermutung, dass die Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung über windbar sind. B e- stimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und ko n- stant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess indes- sen unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen ve r- fügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung ei- ner psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Kran k- heitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne lä n- ger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer inne r- seelischer Verlauf einer an sich missglückten, psych isch aber entlaste n- den Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krank- heit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die en t- sprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen; SVR 2008 IV Nr. 23 S. 72 E. 2.1). Diese Rechtsprechung, wonach von der Vermutung auszugehen ist, dass mit zumutbarer Willensanstrengung trotz der Schmerzen eine leidensa n- gepasste Tätigkeit ausgeübt werden kann, kommt insbesondere dann zur Anwendung, wenn zwar gewisse somatische Befunde erhoben wurden, diese die geklagten Schmerzen jedoch nur zu einem kleineren Teil erkl ä- ren können (vgl. beispielsweise Urteil des Bundesgerichts 8C_591/2009 vom 27. November 2009 E . 4.2). Gemäss dieser im Zusammenhang mit der Problematik von somatoformen Schmerzstörungen entwickelten B-1756/2011 Seite 17 Rechtsprechung setzt die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Un- zumutbarkeit einer willentlichen Schmerzüberwindung das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung un d Dauer oder aber das Vorhande n- sein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus (BGE 130 V 352; vgl. auch beispielsweise U rteil des Bundesgerichts 8C_362/2009 vom 14. Dezember 2009 E. 5 f.). Eine sol- che psychische Komorbidität stellt zum Beispiel eine depressive Störung grösseren Ausmasses dar (BGE 132 V 65 E. 4.2.2). 6.2.2.2 Dr. B._______ diagnostizierte in seinem psychiatrischen Gu tach- ten vom 25. Mai 2010 (IV -act. 128) zuhanden der Vorinstanz eine anha l- tende somatoforme Schmerzstörung (ICD -10 F45.4) und eine rezidivi e- rende depressive Störung, remittiert (ICD -10 F33.4) (S. 6). Die Diagnose 'Opfer von Verbrechen oder Terrorismus' könne nicht bestätigt werden. Es sei auch nicht zu einer posttraumatisc hen Belastungsstörung gekommen (S. 7). Was die Anpassungsstörung bzw. phasenweise depressive En t- wicklung – Dr. D._______ hatte 1998 ein kulturelles Anpassungsproblem gemäss ICD-10 Z60.3 di agnostiziert, das er im Jahr 2005 ebenfalls ind i- rekt weiterhin als vorhanden betrachtete (E. 6.1.2 hiervor) – anbelangt, hat sie sich laut Dr. B._______ zurückgebildet, seitdem der Beschwerde- führer in die Türkei zu seiner Familie zurückgekehrt sei (S. 8). Dass der Beschwerdeführer nicht arbeite, liege teilweise an ungünstigen kran k- heitsfremden Faktoren. Es könne vor allem an den sekundären Kran k- heitsgewinn gedacht werden. Es müsse auch auf die langjährige Arbei t- suntätigkeit hingewiesen werden (S. 8). Die von Dr. D._______ 2005 als chronisch weiterbestehend beschriebene somatoforme Schmerzstörung (vgl. E. 6.2.2.1 hiervor) sah Dr. B._______ zwar ebenfalls als anhaltend an, es treffe nunmehr aber nur eine der Foerster -Kriterien – progrediente und chronifizierte Schmerzproblematik – zu und ohne derartiges Au s- mass, dass die Willensanstrengung zur Schmerzbewältigung nicht mehr zumutbar wäre. Die Willensanstrengung zur Schmerzbewältigung sei dem Beschwerdeführer zumutbar. Es führe insbesondere die fehlende psychische Komorbidität zur Schlussfolgerung, dass der Beschwerdefü h- rer aus psychiatrischer bzw. psychosomatischer Sicht in seiner Arbeitsf ä- higkeit nicht eingeschränkt sei (S. 9). Es sei nach der Rückkehr in die Türkei zu einer Verbesserung gekommen. Dies gelte insbesondere für die psychische Komorbidität. Eine derartige sei nicht nachweisbar. Die ps y- chosomatische Problematik sei stabil geblieben, und es sei mit einer Sta- bilisierung zu rechnen. Der Beschwerdeführer sei in allen Bereichen a r-B-1756/2011 Seite 18 beitsfähig (S. 10). Aus ps ychiatrischer Sicht sei die früher aus geübte Tä- tigkeit noch zumutbar (S. 11). Die Prognose sei günstig (S. 9). In ihrer interdisziplinären Beurteilung vom 29. Mai 2010 (IV -act. 129) z u- handen der Vorinstanz wiesen Dr. A._______ und Dr. B._______ zusam- menfassend daraufhin, dass in psychiatrischer Hinsicht angesichts der gebesserten psychischen Komorbidität auf eine weitgehend erhaltene A r- beitsfähigkeit hingewiesen werden könne. 6.2.2.3 Das Gutachten von Dr. B._______ beruht auf den erforderlichen allseitigen Unter suchungen. Der Beschwerdeführer wurde i n psychiatr i- scher Hinsicht klinisch untersucht. Auch be rücksichtigt es die vom Be- schwerdeführer geklagten Beschwerden, und setzt es sich mit diesen sowie dem Verhalten de s Beschwerdeführers umfassend auseinander. So f ielen dem Experten insbesondere die kaum vorhandene Motivation zur Arbeitsaufnahme , hypochondrische Befürch tungen, aggravierende Verhaltensweisen (S. 6) und eine Steigerung der Schmerzen bei Leben s- problemen (S. 7) auf. Das Gutachten wurde sodann in Kenntni s der Vor- akten abgegeben, wobei es sich auch mit den darin enthaltenen Auss a- gen auseinandersetzt. Die von Dr. D._______ im Jahr 2005 mittelbar b e- scheinigte Diagnose 'Opfer von Verbrechen oder Terrorismus einschliess- lich Folterung (ICD-10 F65.4)' (E. 6.1.2 hiervor) wurde von Dr. B._______ dabei als unrichtig er kannt, gab ihm gegenüber der Beschwerdeführer doch selbst an, während seiner Inhaftierung nur wenig geschlagen und nicht gefoltert worden zu sein, seine Gefängniserlebnisse hätten sich ihm weder szenenartig aufgedrängt noch habe er je Albträume gehabt, und das brutale Zusammenschlagen eines Mitinsassen habe er verdrängen können (S. 5). Die Aussage Dr. B._______s betreffend die Rückbildung der Anpassungsstörung bzw. phasenweise depressiven Entwic klung hin- wiederum deckt sich mit der Äusserung des Beschwerdeführers ihm g e- genüber, es gelinge ihm seit langer Zeit, ein zufriedenstellendes Leben zu führen, dass er e inen Psychiater nur zweimal pro Jahr besuche, welcher ihm mitgeteilt habe, dass die Einna hme von Antidepressiva nicht mehr notwendig sei (S. 5), und keine solchen mehr ein zunehmen (S. 8). Eine Komorbidität der somatoformen Schmerzstörung war für Dr. B._______ entsprechend zu Recht nicht mehr ersichtlich. Auch lag kein anderes selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden im Sinne einer psychischen Komorbidität vor, welches eine Schmerzüber- windung seitens des Beschwerdeführers verunmöglichen würde. Das Gutachten von Dr. B._______ leuchtet in der Darlegung der medizin i- schen Situation ein. Zudem sind die Schlussfolgerungen de s Experten – B-1756/2011 Seite 19 insbesondere, dass der Beschwerdeführer zum Gutachtenszeitpunkt aus psychiatrischer bzw. psychosomatischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch leidensangepassten Tätigkeiten nicht eingeschränkt sei (vgl. E. 6.2.2.1 hiervor ) – in nachvollziehbarer Weise begründet. Das ärztliche Gutachten erfüllt daher die praxisgemässen A n- forderungen an eine beweiskräftige medizinische Stellungnahme (E. 5.6.3 hiervor) vollumfänglich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann. Dies gilt insb esondere für die abschliessende , auf das E r- gebnis der psychiatrisch -psychosomatischen Fachbegutachtung verwe i- sende interdisziplinäre Beurteilung Dr. B._______s, die er zusammen mit Dr. A._______ erstellte. Somit ist davon auszugehen, dass beim B e- schwerdeführer eine wesentliche Verbes serung seines psychiatrisch- psychosomatischen Gesundheitszustands eingetreten ist und diesbezüg- lich keine Arbeitsunfähigkeit mehr besteht. Laut dem Beschwerdeführer hat er in der Türkei Arbeit gesucht, was aber schwierig sei (S. 5). Für dieses Erschwernis wie auch die von Dr. B._______ erwähnten ungünstigen krankheitsfremden Faktoren – se- kundärer Krankheitsgewinn und langjährige Arbeitsuntätigkeit – hat die schweizerische Invalidenversicherung nicht einzustehen. Psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren haben bei der Beurteilung der A r- beitsfähigkeit unberücksichtigt zu bleiben (BGE 127 V 294 E. 5a). 6.2.3 Gemäss ihrer abschliessenden interdisziplinären Beurtei lung vom 29. Mai 2010 (IV-act. 129) zuhanden der Vorinstanz hielten Dr. A._______ und Dr. B._______ in gesamthafter Betrachtung fest, eine leichte bis mi t- telschwere Arbeit ohne Überlastung der Halswirbelsäule sei voll zumu t- bar. Diese zusammenfassende Einschätzung der verbleibenden Arbeit s- fähigkeit entspricht ihren fachärztlichen Einzelgutachten, in denen soma- tischerseits leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Zwangshaltung der Halswirbelsäule als voll zumutbar erachtet werden (E. 6.2.1.1) und in psy- chiatrisch-psychosomatischer Hinsicht keine Arbeitsunfähigkeit beschei- nigt wird (E. 6.2.2.2). Mangels konkreter Indizien, die gegen die Zuverläs- sigkeit der Expertise sprechen, is t den Gutachtenaussagen von Dr. A._______ und Dr. B._______ somit volle Beweiskraft zuzuerkennen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit Hinweisen). 6.2.4 In seinem Schlussbericht vom 24. August 2010 (IV -act. 131) gab RAD-Arzt Dr. E._______ als Haupt diagnose eine Panalgie bei chron i- schem Zervikal- und Lumbalsyndrom mit leichten degenerativen Verände- rungen (ICD -10 M54.9), eine anhaltende somatoforme Schmerzs törung B-1756/2011 Seite 20 (ICD-10 F45.4) sowie eine Aggravation an. Als Nebendiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr. E._______ eine remittierte rezidivierende depressive Störung (ICD -10 F33.4). In der bisherigen T ä- tigkeit sei seit Juli 1996 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorhanden. In einer angepassten Tätigkeit habe vom Juli 1996 bis am 12. Mai 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 12. Mai 2010 sei keine Arbeitsunfähigkeit mehr gegeben. Eine angepasste Tätigkeit sei ganztags in wechselnder Arbeitsposition zumutbar, wobei das Heben von Gewic h- ten höchstens 15 kg umfassen könne. Schwere Arbeiten seien ausg e- schlossen. Zumindest ab dem Zeitpunkt der gutachterlichen Unters u- chung, dem 12. Mai 2010, sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit unter Einhalten der obgenannten Einschränkungen gegeben. Aufgrund der degenerativen Veränderungen insbesondere in der Halswirbelsäule seien Tätigkeiten, die eine starke Neigung der Halswirbel säule verlangten, zu verm eiden. Somit sei nach wie vor die bisherige Tätigkeit als Maurer nicht mehr zumutbar. Aber jede andere mittelschwere Tätigkeit könne gefordert werden. Der Beschwerde- führer zeige deutliche Aggravationszeichen. Insbesondere das psychiatr i- sche Gutachten zeige klar auf, dass die Förster'schen Kriterien nicht e r- füllt seien, um der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine inva- lidisierende Wirkung zu geben. Dieser Bericht stimmt mit den Feststellungen und Schlussfolgerungen der beiden Experten Dr. A._______ und Dr. B._______ überein. Wider- sprüche sind keine ersichtlich und es bestehen auch keine Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit der Aussagen von RAD-Arzt Dr. E._______ sprechen. Seinem Bericht vom 24. August 2010 kommt damit ebenfalls uneingeschränkter Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/ee mit Hi n- weisen). 6.2.5 An der vollen Beweis kraft der Gutachten von Dr. A._______ und Dr. B._______ sowie dem Schlussbericht vom 24. August 2010 von RAD- Arzt Dr. E._______ ändern der medizinische Bericht von C._______, tätig an der neurochirurgischen Poliklinik des staatlichen Krankenhauses F._______ in der Türkei, 21. Dezember 2010 (IV-act. 144-145) sowie die weiteren, beschwerdeweise eingereichten medizinischen Dokumente von Dr. G._______, der an einem türkischen sta atlichen Krankenhaus im Kreis H._______ als Radiologe praktiziert, vom 17. März 2011 sowie von Dr. I._______, Oberarzt, und Dr. J._______, Chirurge, beide ebenfalls an einem türkischen staatlichen Krankenhaus im Kreis H._______ tätig, vom 18. März 2011 nichts. B-1756/2011 Seite 21 Denn w eder C._______ noch Dr. G._______ noch Dr. I._______ und Dr. J._______ äusserten sich zur verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Ihre medizinischen Unterlagen enthalten insbesondere keine Angaben zu den Auswirkungen der diagnostizierten bzw. festgehaltenen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer leidensangepassten Tä- tigkeit. Eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich die vorgebrac h- ten Erkrankungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers au s- wirkt, f ehlt gänzlich. Es kann gestützt auf diese Berichte nicht beurteilt werden, ob und für welche Tätigkeiten beim Beschwerdeführer eine A r- beitsunfähigkeit vorliegt. Hinzu kommt, dass die se türkischen Arztberich- te, zumindest bei isolierter Betrachtung, kaum den vorstehend in E. 5.6.3 beschriebenen Anforderungen an einen umfassenden ärztlichen Bericht genügen und daher von vornherein nur beschränkt beweisaussagekräftig sind. Die von Dr. G._______ bzw. Dr. I._______ und Dr. J._______ erstat- teten Berichte wurden zudem erst nach Erlass der ange fochtenen Verfü- gung (1. März 2011) erstellt. Allfällige seitherige Sachverhaltsänderungen könnten daher im Beschwerdeverfahren ohne hin grundsätzlich nicht b e- rücksichtigt werden (vgl. BGE 130 V 329 sowie 129 V 1 E. 1.2, je mit Hinweisen). RAD-Arzt Dr. E._______ hielt damit in seinen Stellungnahmen (Schluss- berichten) vom 25. Januar 2011 (IV-act. 148) und vom 16. Juni 2011 (IV - act. 154) in Bezug auf diese zu den Akten gereichten türkischen medizini- schen Unterlagen zu Recht an sei nem eigenen Schlussbericht vom 24. August 2010 fest. 6.3 Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz gestützt auf die Gutachten von Dr. A._______ und Dr. B._______ sowie dem Schlussbericht vom 24. August 2010 von RAD -Arzt Dr. E._______ von einer we sentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes zwischen 2005 und 2011 ausgegangen ist. Der Beschwerdeführer zeigte bei der Begutachtung eine Rückbildung der Anpassungsstörung bzw. phase n- weise depressiven Entwicklung, das heisst eine remittierte rezidivier ende depressive Störung , und ent sprechend keine Komorbidität der somat o- formen Schmerzstörung mehr. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die Invaliditätsbemessung ei n- zugehen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3). 6.4 Demgemäss konnte die vorherige ordentliche ganze Rente der Invali- denversicherung unter Berücksichtigung der Frist von Art. 88 bis Abs. 2 B-1756/2011 Seite 22 Bst. a IVV (E. 5.4.4 hiervor) per 1. Mai 2011 revisionsweise aufgehoben werden. Die angefochtene V erfügung vom 1. März 2011 (IV -act. 151) ist somit zu schützen und die Beschwerde abzuweisen. 7. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ve r- weigerung von IV-Leistungen vor dem Bundesverwaltungsgericht koste n- pflichtig. Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Vorliegend werden die Verfah- renskosten, die sich aus der Gerichtsgebühr und den Auslagen zusa m- mensetzen, unter Berücksichtigung des Umfanges und der Schwierigkeit der Streitsache auf Fr. 400.– festgesetzt (vgl. Art. 63 Abs. 4 bis VwVG so- wie Art. 1, Art. 2 und Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 7.2 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende Vor- instanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 6 4 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 und 3 VGKE). B-1756/2011 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400.– werden dem Beschwerdeführer au f- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ve r- rechnet. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Ronald Flury Andrea Giorgia Röllin Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 4. November 2013