Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Mai 2017 (810 17 46) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Verbeiständung im Verfahren der KESB Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, Beat Walther , Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Reto Krummenacher , Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz C.____ , Beschwerdegegner, vertreten durch Dr. Gesine Wirth- Schuhmacher, Rechtsanwältin Betreff Kindesschutzmassnahmen (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 12. Januar 2017) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. A.____ und C.____ sind die verheirateten Eltern von D.____ (geb. 2005) und E.____ (geb. 2007). Nach der Trennung der Eltern im Mai 20 13 wurden die Kinder mit Eheschutzurteil des Bezirksgerichts F.____ vom 20. Juni 2013 unter die Obh ut der Kindsmutter gestellt und dem Kindsvater ein Besuchsrecht von sechs Stunden jeden Samstag eingeräumt. B. Die anhaltend tiefe Zerrüttung zwischen den Eltern und deren Auswirkungen auf die Kinder führten in der Folge zu fortgesetzten Schwierig keiten bei der Ausübung des Besuchs- rechts, worauf die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (K ESB) B.____ mit Entscheid vom 11. September 2014 eine Erziehungsbeistandschaft für die Kinder errichtete und die Eltern an- wies, die Begleiteten Besuchstage in Anspruch zu nehmen. Am 9. Juli 2015 wies die KESB A.____ zusätzlich unter Strafandrohung an, eine sozialth erapeutische Familienbegleitung in Anspruch zu nehmen und für eine kontinuierliche psychotherapeutische Behandlung der beiden Kinder besorgt zu sein. Im Rahmen der zwischenzeitlich anhängig gemachten Scheidungsklage änderte das Präsidium des Familiengerichts G.____ sodann das ursprüngliche Eheschutzurteil mit Entscheid vom 25. Mai 2016 dahingehend ab, dass C.____ neu für berechtigt erklärt wurde, die beiden Kinder jedes zweite Wochenende im Rahmen de r Begleiteten Besuchstage Basel (recte: Baselland) für vier Stunden zu treffen. C. Am 4. Juli 2016 gelangte A.____, vertreten durch Dr. Reto Krummenacher, Advokat, an die KESB mit dem Antrag, die Weisung zur Inanspruchnahm e einer sozialtherapeutischen Fa- milienbegleitung sei per sofort aufzuheben. Der zur St ellungnahme eingeladene Beistand emp- fahl in der Folge mit Schreiben vom 26. August 2016 , dem Antrag A.____s stattzugeben und die sozialpädagogische Familienbegleitung aufzuheben. Di e Kontakte der beiden Knaben mit ihrem Vater sollten wie bis anhin zwei Mal pro Monat b egleitet durch das pädagogische Setting der Begleiteten Besuchstage Baselland stattfinden. Hier zu sei eine Fachperson zur längerfristi- gen Begleitung zu suchen. Zusätzlich seien unter Modera tion des Beistands monatliche Ge- spräche zwischen den Eltern durchzuführen. A.____ äussert e sich in der Folge an einer münd- lichen Anhörung am 28. Oktober 2016 und gleichentags sch riftlich zu den Empfehlungen des Beistands und hielt dabei an ihrem Antrag auf Aufhebu ng der Weisung zur Inanspruchnahme einer sozialtherapeutischen Familienbegleitung fest. Mi t der Weiterführung der begleiteten Be- suche erklärte sie sich einverstanden. Von der Zuweisung ei ner Begleitperson und monatlichen Gesprächen sei indes abzusehen. Weiter sei ihr aufgrund i hrer Bedürftigkeit und der Notwen- digkeit der juristischen Begleitung eine "Parteientschädi gung" von Fr. 1'000.-- zzgl. Mehrwert- steuer zuzusprechen. D. Mit Entscheid vom 12. Januar 2017 ordnete die KESB B.____ an, dass das Kindes- schutzverfahren nach Absprache mit dem Bezirksgericht G.____ w eiterhin bei ihr verbleibe (Ziff. 1). Die Weisung an die Kindsmutter, eine sozial pädagogische Familienbegleitung in An- spruch zu nehmen, wurde aufgehoben (Ziff. 2). Die Weisu ng an die Kindseltern, zur Ausübung des Besuchsrechts ein- bis zweimal monatlich die Begleitete n Besuchstage Baselland (BBT) in Anspruch zu nehmen, wurde verlängert (Ziff. 3). Zudem wurde den Eltern die Weisung erteilt, abwechselnd zum BBT ein begleitetes Besuchsrecht mit ein er Fachperson wahrzunehmen (Ziff. 4). Die Kindsmutter wurde verpflichtet resp. an gewiesen, die Besuchstermine freizuhalten (Ziff. 5). Mit der Organisation wurde der Beistand betraut (Ziff. 6) und eine Fachperson für die Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Begleitung eingesetzt (Ziff. 7). Die KESB verfügte z udem unter Strafandrohung, dass die Kindsmutter weiterhin für die kontinuierliche psychother apeutische Behandlung der beiden Kin- der besorgt zu sein habe und neu allfällige krankheitsbedingte Absagen der Besuche mit einem Arztzeugnis zu belegen habe (Ziff. 8). Des Weiteren er teilte die Behörde dem Kindsvater die Anweisung, weiterhin eine Erziehungsberatung oder ei n Erziehungscoaching in Anspruch zu nehmen (Ziff. 9). Der Beistand wurde in Erweiterung seiner Aufgaben aufgefordert, bei der Rea- lisation der Weisungen behilflich zu sein (Ziff. 10). Den Antrag des Kindsvaters, der Kindsmutter eine Busse aufzuerlegen, wies die KESB ab (Ziff. 11). Bezüglich der Ziffern 1-9 des Entscheids entzog sie einer allfälligen Beschwerde die aufschieben de Wirkung (Ziff. 12). Beiden Elterntei- len wurden die Verfahrenskosten zufolge Bedürftigkeit erlassen, eine Kostenbeteiligung für die jeweilige Verbeiständung lehnte die KESB demgegenüb er ab (Ziff. 13). Zur Begründung führte die KESB zusammengefasst aus, trotz des schwierigen Verhältnisses zwischen den Eltern solle der Kontakt zwischen dem Vater und den Kindern aufrech terhalten werden, um eine weitere Entfremdung bzw. allfällige mit einem Kontaktabbruch v erbundene Entwicklungsrisiken zu ver- meiden. Die Beibehaltung des begleiteten Besuchsrecht s solle als Übergangslösung mit weite- ren flankierenden Massnahmen einem Wiederaufbau der jeweiligen Vater-Sohn-Beziehung die- nen. Die Begleitung durch eine Fachperson eröffne daz u neue Perspektiven. Die Kindsmutter habe in der Vergangenheit immer wieder Termine für die Besuchstage und für die Begutach- tung sowie Psychotherapie ihrer beiden Kinder unter zu m Teil fadenscheinigen Begründungen abgesagt, weshalb die Weisungen an sie unter Strafan drohung ergingen. Bezüglich der bean- tragten unentgeltlichen Rechtspflege führte die KESB a us, die Eltern seien zwar bedürftig, die Prüfung der Erweiterung des begleiteten Besuchsrechts erfordere jedoch praxisgemäss keinen Beizug eines Anwalts, da keine rechtlich komplexe Situa tion vorliege. Dementsprechend werde die unentgeltliche Verfahrensführung bewilligt, nicht dagegen die unentgeltliche Verbeistän- dung. E. Dagegen hat A.____, weiterhin vertreten durch Dr. Reto Krummenacher, Advokat, mit Eingabe vom 16. Februar 2017 beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erho ben. Sie beantragt, es seien die Zif- fern 3 bis 7 sowie 10 des Entscheids der Vorinstanz vom 12. Januar 2017 aufzuheben und es sei das Besuchsrecht des Kindsvaters für die Dauer von dr ei Jahren aufzuheben. Nach Ablauf von drei Jahren sei die Situation durch die KESB neu zu beurteilen und im Falle des Einver- ständnisses der Kinder sei ein Besuchsrecht des Kindsvaters zu installieren. Weiter sei die Weisung gemäss Ziffer 8 insofern aufzuheben, als dass die Kindsmutter Terminabsagen mit einem Arztzeugnis zu belegen habe. Zudem sei die KESB zu verpflichten, sich an den Kosten für die Verbeiständung der Kindsmutter zu beteiligen. Dies habe unter o/e-Kostenfolge zu ge- schehen, wobei ihr die unentgeltliche Rechtspflege für die vorliegende Verfahren zu bewilligen sei. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird zusätzlich beantra gt, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wiederherzustellen. Die Beschwerdeführeri n begründet ihre Anträge im We- sentlichen damit, dass die Kinder das Besuchsrecht seit J ahren ablehnten, zuletzt auch anläss- lich der Kindesanhörung durch die KESB am 8. Dezember 2016. Es sei mit dem Kindeswohl nicht vereinbar, wenn diese zu Kontakten mit dem Vater gezwungen würden. Die KESB habe in Verletzung von Bundesrecht den klaren Willen der in di eser Frage urteilsfähigen Kinder igno- riert. Im Weiteren sei die Verweigerung einer Kosten beteiligung an der Verbeiständung unan- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemessen. Wenn man sich ernsthaft mit den Willensäusserungen der Kinder auseinandersetze, zeige sich eine komplexe und schwierige Situation, wobei filigrane Abgrenzungen zu beachten und heikle Abwägungen vorzunehmen gewesen seien. Der B eizug eines Rechtsbeistandes sei deshalb für die Beschwerdeführerin angezeigt gewesen. F. In ihrer Stellungnahme vom 2. März 2017 beantragt die KESB B.____ die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge. Der Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung sei ebenfalls abzuweisen. Die Vorinstanz widers pricht in ihren Ausführungen dem Vorwurf, den Kindeswillen nicht beachtet zu haben. Si e habe sich sehr wohl mit den Aussagen der Kinder auseinandergesetzt und diese gewürdigt. De r Fall zeige exemplarisch, wie intensiv solche hochkonfliktuösen Besuchsrechtsstreitigkeiten auf di e Psyche der Kinder wirkten. Die KESB habe die Risiken der staatlichen Interventionsmöglich keiten (Sistierung oder Begleitung des Besuchskontakts) abgewogen und sei zum Schluss gekommen , dass der Kindeswohlge- fährdung zur Zeit am besten mit der Fortsetzung der be gleiteten Besuchskontakte begegnet werden könne. G. Der Kindsvater C.____, vertreten durch Dr. Gesine W irth-Schuhmacher, Rechtsanwältin, schliesst auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unt er Kosten- und Entschädigungs- folgen zulasten der Beschwerdeführerin. Er bestreitet insbesondere, dass die Kinder die Kon- takte zu ihm ablehnen würden. Es sei vielmehr die Beschw erdeführerin, die ungünstig auf die Kinder einwirke und dadurch einen Kontaktabbruch zu provozieren versuche. H. Am 18. April 2017 reichte die Beschwerdeführerin u naufgefordert eine weitere Stellung- nahme ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuch es (ZGB) vom 10. Dezember 1907 i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann ge gen Entscheide einer Kindesschutzbe- hörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werd en. § 66 Abs. 1 des kantonalen Ge- setzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art . 450e ZGB. Im Übrigen sind die Be- stimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwend bar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Demnach ist die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht des Kan- tonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VP O] vom 16. Dezember 1993). Das Rechtsmittel erweist sich - wie nachfolgend aufzuzeigen s ein wird - als offensichtlich unbegrün- det. Es wird im Zirkulationsverfahren entschieden (§ 1 Abs. 4 VPO). 1.2 Die Beschwerdeführerin beantragt zunächst, es sei da s Besuchsrecht des Kindsvaters für die Dauer von drei Jahren aufzuheben. In der nac hträglichen Verwaltungsrechtspflege (wozu auch die vorliegende Beschwerde an das Kantonsge richt gehört) ist Streitgegenstand Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht das Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verf ügung bildet, soweit es im Streit liegt (vgl. R ENÉ RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR /DENISE BRÜHL - MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 9 87; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 28. Oktober 2015 [810 15 190] E. 2). Wie der Beschwerdegegner zutreffend bemerkt, ha t die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid keine Besuchsrechtsregelung getroffen, sondern d en Kindseltern lediglich Weisun- gen zur Besuchsrechtsausübung erteilt. Die gestützt au f Art. 273 Abs. 1 ZGB zwischen dem nicht obhutsberechtigten Elternteil und dem Kind getroffene Regelung zum angemessenen per- sönlichen Verkehr und die als flankierende Massnahme zur Ausübung dieses Besuchsrechts erteilten Weisungen an die Eltern (Art. 273 Abs. 2 ZGB, wie im Übrigen auch Weisungen im Rahmen von Kindesschutzmassnahmen nach Art. 307 Abs. 3 ZGB) sind strikte auseinanderzu- halten. Eine Aufhebung der Weisungen führt nicht zur E instellung des Besuchsrechts, genauso wie das Besuchsrecht nicht mittels Weisungen inhaltlich v erändert werden kann. Formell be- trachtet liegt das Begehren der Beschwerdeführerin um Aufhebung des Besuchsrechts somit ausserhalb des Streitgegenstands des vorliegenden Verfahrens, weshalb darauf nicht eingetre- ten werden kann. Aus den Erwägungen des angefochtenen Entscheids wird allerdings nicht restlos klar, ob die KESB tatsächlich den blossen Erlass v on flankierenden Weisungen oder nicht doch die Neuregelung des Besuchsrechts beabsichtigte . Die Frage kann offen gelassen werden, denn selbst wenn davon ausgegangen würde, dass di e Vorinstanz den Umfang des vorbestehenden Besuchsrechts in ihrem Entscheid zumindest im plizit bestätigte, so hätte dies keinen Einfluss auf das Ergebnis: Für die Beschwerdeverfa hren nach VPO bestimmt nämlich § 6 Abs. 1 VPO, dass die Parteien die Anträge, die sie im vorinstanzlichen Verfahren zur Sache gestellt haben, zwar einschränken, nicht aber ausdehnen oder inhaltlich verändern können. Auf dergestalt veränderte Rechtsbegehren kann nicht eingetr eten werden (KGE VV vom 17. Juli 2013 [810 13 134] E. 1.4). Die Beschwerdeführerin hat im vorinstanzlichen Verfahren beantragt, die begleiteten Besuche seien weiterzuführen (Eingab e an die KESB vom 28. Oktober 2016, S. 2). Wenn sie nunmehr das Rechtsbegehren stellt, das B esuchsrecht sei vollumfänglich auf- zuheben, so hat sie ihr Begehren im Vergleich zum vorinst anzlichen Verfahren inhaltlich unzu- lässig verändert. Auf die Beschwerde kann somit nicht ein getreten werden, soweit die Be- schwerdeführerin die Aufhebung des Besuchsrechts beantragt. 1.3 Die Beschwerde ist nach Art. 450 Abs. 3 ZGB beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen. Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung der Ziffern 3 bis 8 sowie 10 des angefochtenen Entscheids. Soweit sie deren Aufhebung als blosse Nebenfolge der beantragten Einstellung des Besuchsrechts betrachtet, ist darauf gleichs am wie auf den entsprechenden Hauptantrag nicht einzutreten. Eine darüber hinausgeh ende eigenständige Begründung für die genannten Rechtsbegehren lässt sich der Beschwerdeschrift nicht entnehmen, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann. 1.4 Die Beschwerdeführerin ficht weiter die verweiger te unentgeltliche Verbeiständung für das vorinstanzliche Verfahren an. In dieser Hinsicht ist si e nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde legitimiert. Da auch die weiteren formelle n Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die Beschwerde in diesem beschränkten Umfang eingetreten werden. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhal ts sowie die Unangemessenheit ge- rügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurte ilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 3. Zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren nach dem oben Ausgeführten einzig noch, ob die KESB der Beschwerdeführerin zu Recht die unentgel tliche Verbeiständung für das vor- instanzliche Verfahren verweigert hat. 4. Gemäss § 69 Abs. 4 EG ZGB i.V.m. § 23 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsverfahrensge- setzes des Kantons Basel-Landschaft (VwVG BL) vom 13. Juni 1988 ist einer Partei im Kindes- schutzverfahren der kostenlose Beizug eines Anwaltes zu gew ähren, wenn sie ihre Bedürftig- keit glaubhaft macht, ihr Begehren nicht offensichtlich als aussichtslos und der Beizug eines Anwalts zur Wahrung ihrer Rechte als notwendig erscheint. Das kantonale Verwaltungsverfah- rensrecht gewährt keinen weitergehenden Anspruch auf u nentgeltliche Verbeiständung als Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen E idgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999. Die Voraussetzungen, die gemäss bundesge richtlicher Rechtsprechung für die Bejahung eines verfassungsmässigen Anspruches auf unentge ltliche Verbeiständung erfüllt sein müssen, stimmen somit inhaltlich mit denjenigen überein, die der kantonale Gesetzgeber in § 23 Abs. 2 VwVG BL normiert hat (KGE VV vom 29. Jun i 2016 [810 15 122] E. 10.1; KGE VV vom 2. März 2016 [810 15 270] E. 1.4). 5. Die Vorinstanz sieht die Bedürftigkeit der Beschwer deführerin in ihrem Entscheid vom 12. Januar 2017 als gegeben an, sie verneint hingegen das Vorliegen einer sachlichen Not- wendigkeit zum Beizug eines Anwalts. 5.1 Die sachliche Notwendigkeit der unentgeltlichen Ver beiständung beurteilt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles. Die Rechtsnatur des V erfahrens ist dabei ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Verbeiständung f ür jedes staatliche Verfahren in Betracht, in das der Gesuchsteller einbezogen wird oder das zur Wah rung seiner Rechte notwendig ist. Dies ist der Fall, wenn der Betroffene seine Sache, a uf sich allein gestellt, nicht sachgerecht und hinreichend wirksam vertreten kann; andernfalls wird ihm zugemutet, das Verfahren selb- ständig zu führen (G EROLD STEINMANN , in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], St. Galler Komment ar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 29 Rz. 70; STEFAN MEICHSSNER , Das Grundrecht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], Basel 2008, S. 117 ff.). Insbesondere wird die sachliche Notwendigkeit nicht bereits dadurch ausgeschlossen, dass das in Frage stehende Verfahren vom Untersuchungsgrundsatz be herrscht wird, die Behörde also gehalten ist, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amte s wegen zu ermitteln (BGE 130 I 180 E. 3.2; BGE 125 V 32 E. 4b). Dies schliesst jedoch nicht aus, dass der aus der Verfassung ab- geleitete Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege j e nach den Besonderheiten eines Verfah- rens differenziert gehandhabt werden kann. Die bedürft ige Partei hat Anspruch auf unentgeltli- che Verbeiständung, wenn ihre Interessen in schwerwiegen der Weise betroffen sind und der Fall wegen der Komplexität der Rechtsfragen oder der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen. Droht das in Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Frage stehende Verfahren besonders stark in die Rechtspo sition der betroffenen Person einzu- greifen, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Recht svertreters grundsätzlich geboten, im Üb- rigen nur dann, wenn zur relativen Schwere des Falles besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Gesuchsteller a uf sich alleine gestellt nicht gewach- sen wäre (BGE 130 I 180 E. 2.2; BGE 128 I 225 E. 2.5 ; Urteil des BGer 2C_880/2016 vom 10. Oktober 2016 E. 2.2; Urteil des BGer 5A_49/2015 vo m 4. Mai 2015 E. 3.3). Nach der Rechtsprechung rechtfertigt es sich, im nach Art. 446 A bs. 1 ZGB vom Untersuchungsgrund- satz beherrschten Verfahren vor der KESB einen strengen Massstab für die sachliche Notwen- digkeit einer anwaltlichen Verbeiständung anzulegen (KG E VV vom 2. März 2016 [810 15 270] E. 4.2; KGE VV vom 13. August 2015 [810 15 140] E. 6.1; Urteil des BGer 8C_855/2016 vom 13. Februar 2017 E. 4.2; vgl. auch BGE 125 V 32 E. 4b ; M ARTIN KAYSER , in: Auer/Müller/ Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Ve rwaltungsverfahren, Zürich 2008, Art. 65 Rz. 33). 5.2 Die Beschwerdeführerin beantragte vor der Vorinstan z (sinngemäss) die unentgeltliche Verbeiständung für die Vorbereitung und Begleitung d er Beschwerdeführerin anlässlich der persönlichen mündlichen Anhörung und für die Ausarbeitu ng der Eingabe vom 28. Oktober 2016 (Eingabe an die KESB vom 28. Oktober 2016, S. 3) . Thema dieser Anhörung und der schriftlichen Eingabe war die Ermittlung der persönlich en Haltung der Beschwerdeführerin zu den Empfehlungen des Beistands vom 26. August 2016. Dabei drohte ihr kein starker Eingriff in grundlegende Rechtspositionen. Weder stellten sich speziel le Rechtsfragen noch waren zur Feststellung des massgeblichen Sachverhalts besondere Kennt nisse erforderlich, die der Be- schwerdeführerin abgingen. Von einer komplexen Frageste llung kann im vorliegenden Fall of- fensichtlich nicht die Rede sein. Dass es sich entgegen ihr em Vorbringen in der Beschwerde- schrift keineswegs um eine komplexe und schwierige Situatio n mit zu beachtenden filigranen Abgrenzungen und heiklen Abwägungen handelte, bewies die Beschwerdeführerin mit ihrer Eingabe vom 28. Oktober 2016 gleich selbst: Die Eingab e umfasst (ohne Anrede und Gruss- formel) sachbezogene Ausführungen auf gerade einmal zw eieinhalb Seiten, auf denen die Be- schwerdeführerin mit knappen Sätzen ihr Einverständnis oder ihre Ablehnung zu den einzelnen Empfehlungen des Beistands (mit entsprechenden formel len Anträgen) kundtut. Es finden sich keine rechtlichen Argumente und auch keine Hinweise auf vorzunehmende Abgrenzungen oder Abwägungen. Die einzige Auseinandersetzung mit dem Kin deswillen besteht aus dem Halb- satz, "dass die Kinder dies [die Zuweisung einer Begleitp erson] nicht wollen". Inwiefern die Be- schwerdeführerin als ausgebildete Projektleiterin ihre persönliche Sicht der Dinge nicht selb- ständig und ohne anwaltliche Hilfe hätte darlegen kön nen, erschliesst sich nicht. Fehlende Rechtskenntnisse - die wie aufgezeigt vorliegend gar nic ht gefragt waren - vermögen für sich allein die Notwendigkeit der anwaltlichen Verbeistän dung im Sinne der Rechtsprechung jeden- falls nicht zu begründen (Urteil des BGer 8C_676/2015 vom 7. Juli 2016 E. 7.2). 5.3 Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse keine sachliche Notwendigkeit zum Beizug eines Anwalts vorlag, weshalb die Vorinstanz den Antrag auf unentgeltliche Ve rbeiständung zu Recht abgewiesen hat. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6. Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache wir d das Gesuch der Beschwerde- führerin um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 7. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. 7.1 Die Beschwerdeführerin ersucht in ihrer Beschwerdeei ngabe um Bewilligung der unent- geltlichen Rechtspflege für das kantonsgerichtliche Verfa hren. Gemäss § 22 Abs. 1 VPO wird eine Partei auf ihr Begehren von der Bezahlung der V erfahrenskosten und der Kosten von Be- weismassnahmen befreit, wenn ihr die nötigen Mittel fe hlen und ihr Begehren nicht offensicht- lich aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzungen wird einer Partei der kostenlo- se Beizug eines Anwaltes bzw. einer Anwältin gewährt, sof ern dies zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erscheint (§ 22 Abs. 2 VPO). Die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss § 22 Abs. 1 VPO stimmen mit denjenigen der Mini malgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV überein (KGE VV vom 8. Juni 2016 [810 15 334] E. 5.2). Für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist nicht erforderlich, dass die Begehren a ls aussichtsreich erscheinen; sie ist in- des ausgeschlossen, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich g eringer sind als die Verlustge- fahren und sie deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet wer den können. Dagegen gilt ein Begeh- ren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Ve rlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als di ese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 139 III 475 E. 2.2; BGE 138 III 217 E. 2.2.4; BGE 133 III 614 E . 5; S TEINMANN , a.a.O., Art. 29 Rz. 69; MEICHSSNER , a.a.O., S. 106 f.). Die Mehrzahl der in der vorlie genden Beschwerde gestellten Rechtsbegehren erweist sich wie oben aufgezeigt entwede r als prozessual unzulässig oder es fehlt an einer Begründung. Kann auf ein Begehren schon aus formellen Gründen nicht eingetre- ten werden, so ist regelmässig Aussichtslosigkeit anzunehme n (MEICHSSNER , a.a.O., S. 101). Soweit bezüglich der verweigerten unentgeltlichen Ve rbeiständung auf die Beschwerde einge- treten werden konnte, so zeigen die obigen Erwägungen , dass die Gewinnaussichten nicht zu- letzt aufgrund der klaren (publizierten) kantonsgerichtlichen Rechtsprechung und der bundesge- richtlichen Vorgaben bei objektiver Betrachtung von Anfang an beträchtlich geringer als die Ver- lustgefahren einzuschätzen waren, weshalb die Beschwerde insgesamt als aussichtslos er- scheint. Da die Voraussetzungen nach § 22 Abs. 1 und 2 V PO kumulativ erfüllt sein müssen, erübrigt sich eine Prüfung der übrigen Anspruchsvorausset zungen. Das Gesuch der Beschwer- deführerin um unentgeltliche Rechtspflege ist zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abzu- weisen. 7.2 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). An- gesichts des Ausgangs des Verfahrens sind die Verfahrensko sten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.3 Gemäss § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist dem anwaltlich vertretenen Beschwerdegegner antragsgemäss eine Parteien tschädigung zu Lasten der Be- schwerdeführerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des B eschwerdegegners weist in ihrer Honorarnote vom 3. April 2017 einen Zeitaufwand von 8.75 Stunden à Fr. 300.-- sowie Ausla- gen in der Höhe von Fr. 2.-- aus. Der Stundenaufwand ist nicht zu beanstanden, der Stunden- ansatz erscheint jedoch dem eher überschaubaren Schwier igkeitsgrad der vorliegenden Streit- sache nicht angemessen. Der Honoraransatz ist dementsprech end ermessensweise auf Fr. 250.-- pro Stunde festzulegen. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin dem Beschwerde- gegner eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesa mt Fr. 2'364.65 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten. Im Übrigen sind die Parteikosten wettzuschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltlic he Rechtspflege wird abgewiesen . 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 4. Die Beschwerdeführerin hat dem Beschwerdegegner ei ne Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 2'364.65 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten. Präsidentin Gerichtsschreiber