<h2>SubmittedText<h2><p>Forscherinnen und Forscher der Universität, des Universitäts- und des Kinderspitals Zürich haben kürzlich eine Studie zu sexuellem Missbrauch an Kindern in der Schweiz veröffentlicht ("Child Sexual Abuse Revisited: A Population-Based Cross-Sectional Study Among Swiss Adolescents", 2013).</p><p>Im Fazit schreiben sie: "Given these low rates of disclosure to parents, officials, and other professionals, solely trusting police or proxy reports or professional informants could gravely underestimate the magnitude of (child sexual abuse) as a public health problem. It is also important for professionals, especially within school systems, to provide information on sexual abuse during sex education, and to provide support systems easily accessed by victimized children" (S. 7). Es wird ausserdem erwähnt, dass im Vergleich zur letzten Studie, die vor 15 Jahren in Genf durchgeführt wurde, die Täter signifikant jünger sind.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Präventionssysteme werden derzeit eingesetzt, um die Jugendlichen für die Problematik des sexuellen Missbrauchs zu sensibilisieren? Beurteilt der Bundesrat diese Systeme als wirksam?</p><p>2. Wird der Bund mit Blick auf die Ergebnisse der Studie die aktuellen Präventionsmassnahmen anpassen? Welches sind die geplanten Massnahmen?</p><p>3. Gibt es Präventionsmassnahmen, die auf die Problematik des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen durch andere Jugendliche abzielen? Wenn ja, welche? Wenn nein, plant der Bundesrat, solche Massnahmen zu ergreifen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Zuständigkeit für die Prävention sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen liegt im Wesentlichen bei den Kantonen (vgl. die Antwort zur Interpellation Maury Pasquier 13.3448, "Den Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern verstärken"). Zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen werden im Rahmen des sexualkundlichen Unterrichts der Volksschule Fragen des sexuellen Missbrauchs thematisiert. Im Kontext der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 wird aktuell diskutiert, wie diesem Anliegen analog zum Rahmenlehrplan der Romandie künftig vermehrt Rechnung getragen werden könnte. Zahlreiche Kantone haben zudem das von der Stiftung Kinderschutz Schweiz entwickelte Angebot "Mein Körper gehört mir!" übernommen, welches sich an Kinder im Primarschulalter richtet. Im Projekt wird mit Lehrpersonen, Eltern und Fachstellen vor Ort zusammengearbeitet. Für den Gesundheits-, Erziehungs-, Sport-, Kultur- und Freizeitbereich stellen Kantone, Städte, Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen weitere Sensibilisierungsangebote bereit. Ergänzend dazu führt der Bund selber Präventionsprogramme durch. So sensibilisiert er mit dem nationalen Programm "Jugend und Medien" zu Fragen des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit dem nationalen Programm "Jugend und Gewalt" unterstützt er die Präventionsbemühungen der Kantone, Städte und Gemeinden im Bereich jugendlichen Gewaltverhaltens.</p><p>Der Bundesrat erachtet das in der Schweiz bestehende Präventionssystem als adäquat und wirksam. Er sieht deshalb keine Notwendigkeit, seine aktuellen Präventionsbestrebungen neu auszurichten.</p><p>3. Das Thema der sexuellen Übergriffe unter Jugendlichen ist Teil des sexualkundlichen Unterrichts in den Schulen. Darüber hinaus existieren in der Schweiz verschiedene spezifische Präventionsprojekte. Zu nennen sind beispielsweise das Projekt "Sortir ensemble et se respecter" im Kanton Waadt und das Projekt "Beziehungen ohne Gewalt" im Kanton und in der Stadt Zürich. Beide Pilotprojekte werden durch das nationale Programm "Jugend und Gewalt" finanziell unterstützt.</p>  Antwort des Bundesrates.