Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 1. Juli 2021 (720 19 150 / 183) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente; Würdigung der Arztberichte Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan- tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor- nach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be- schwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1964 geborene A.____ stellte am 6. Mai 2008 e in Gesuch um Leistungen der Eid- genössischen Invalidenversicherung (IV) mit Hinweis auf Ang stzustände und starke Migräneanfälle mit Aurabegleitung, Gleichgewichtsstörungen und Übelkeit. Am 27. April 2009 zog sie ihr Leistungsbegehren zurück. A.____ war zuletzt vom Juli 2008 bis Mai 2012 als Büroange- stellte bei der B.____ AG in einem 60 %-Pensum angestellt. Am 6. Juni 2012 meldete sich A.____ mit Hinweis auf Sakroiliitis bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung erneut zum Leistungs- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht bezug an. Nach Abklärung der erwerblichen und gesundheitlichen Verhältnisse und durchgeführ- tem Vorbescheidverfahren sprach die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) der Ver- sicherten mit Verfügung vom 26. März 2019 eine ganze Rente vom 1. Dezember 2012 bis 31. Juli 2013 und eine Dreiviertelsrente vom 1. August 2013 bis 30. April 2015 zu. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durc h Advokat Daniel Altermatt, am 13. Mai 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Lan dschaft, Abteilung Sozial-versiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und der Beschwerdeführerin über den 31. Juli 2013 hinaus eine unbefristete ganze Rente, eventualiter eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Des Weiteren wurde die unentgeltliche Rechtspflege beantragt. C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2019 beantragt e die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. D. Mit Schreiben vom 9. September 2019 zog die Beschwer deführerin ihr Gesuch um Ge- währung der unentgeltlichen Rechtspflege zurück. E. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 10. Fe bruar 2020 an ihren Rechtsbegehren und Ausführungen fest. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 16. April 2020 g elangte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und ein bidisziplinäres rheumatologisch-psychiatrisches Gerichtsgutachten mit versicherungsmedizinischer Fallführung bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) einz uholen. Gleichzeitig unterbreitete das Gericht den Parteien den vorgesehenen Fragenkatalog. Die Beschwerdegegnerin teilte dem Kan- tonsgericht mit Schreiben vom 29. April 2020 die vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) for- mulierten Ergänzungsfragen mit. Die Beschwerdeführer in hielt mit Eingabe vom 25. Mai 2020 fest, sie sei mit dem vorgesehenen Begutachtungsauftrag einverstanden und habe keine Ergän- zungsfragen anzubringen. Mit Schreiben vom 2. Juni 2020 wurde der Gutacherauftrag an das asim erteilt und mit separatem Schreiben der Beschwerdegegnerin mit- geteilt, dass ihre Zusatzfrage betreffend Begründung/ Darstellung des Verlaufs der Arbeitsunfä- higkeit ab 14. Dezember 2011 anhand der echtzeitlichen medizinischen Dokumente in den Fra- genkatalog aufgenommen worden sei, aber die weiteren Zusatzfragen nach Auffassung des Ge- richts im Fragenkatalog bzw. im Gutachtensauftrag bereits enthalten seien. G. Das von der asim erstellte Gerichtsgutachten datiert vom 8. Februar 2021. In der Folge wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, sich zum Gutachten sowie zu den Auswirkungen der medizinischen Beurteilung auf den Leistungsanspruch zu äussern. Die Beschwerdegegnerin führte mit Schreiben vom 12. März 2021 aus, gemäss dem R AD könne grundsätzlich auf das Gutachten abgestellt werden. Auffällig sei einzig, dass d as Gutachten hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit widersprüchlich bezüglich der Einzelgutachten im Vergleich zum Konsens Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht sei. Der RAD habe daher mit Aktennotiz vom 11. März 2021 nochmals explizit den gesamtmedi- zinischen Verlauf zusammengefasst. Die Beschwerdeführerin hielt mit Eingabe vom 19. April 2021 fest, das Gutachten sei grundsätzlich schlüssig, wesha lb sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 50%ige n Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Nicht gefolgt werden könne dem Gutachten hingegen bezüglich der Frage, ab welchem Zeitpunkt diese Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Gemäss den Gutachter n solle diese bereits ab 2011 der Fall gewesen sein. Dies sei allerdings nicht nachvollziehbar . Die Beschwerdegegnerin sei aufgrund früherer Abklärungen bzw. echtzeitlicher Arztberichte zum Schluss gelangt, dass der Beschwer- deführerin bis 1. Mai 2013 keine Arbeitstätigkeit zumutbar gewesen sei. Daraufhin sei weiter ab- zustellen. Ab diesem Zeitpunkt habe eine Arbeitsfähigkei t von 50 % bestanden. Darin würden sowohl das frühere Gutachten des Begutachtungszentrums BL ( BEGAZ) vom 29. September 2015 als nun auch das asim-Gutachten vom 8. Februar 2021 übereinstimmen. Davon sei folglich weiterhin auszugehen, ebenso vom von der Beschwerdegeg nerin von diesem Zeitpunkt an be- rechneten Invaliditätsgrad von 60 %. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs- gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anf echtungsobjekt des vorliegenden Verfah- rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan- tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen fo rm- und fristgerecht eingereichte Be- schwerde ist demnach einzutreten. 2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die I V-Stelle der Beschwerdeführerin zu Recht lediglich eine vom 1. Dezember 2012 bis 31. Juli 2013 befristete ganze IV-Rente sowie eine vom 1. August 2013 bis 30. April 2015 befristete Dreiviertelsrente zugesprochen hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei- nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge- wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig- keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutb are Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück- sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste- hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück- sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltend e somatoforme Schmerzstö- rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vg l. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (B GE 143 V 409, 143 V 418), sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti- gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät- zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se i hren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen s pezifischen Gegebenheiten und den er- hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abste llen auf die vorhandenen Beweis- grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Gr ad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes- tens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut- bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be- ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor- den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts- grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 4.3 Vorliegend hat die IV-Stelle den Invaliditätsgra d der Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs bemessen, was von der Beschwerdeführerin – zu Recht – nicht bestritten wird. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arzte s oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aus- künfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Per- son noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-ge- ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Expert en begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht b ei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des m edizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut- achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerung en gelangt. Eine abweichende Be- urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gege nsätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis de s Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezial- ärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei de r Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6. Das Administrativverfahren vor der IV-Stelle wie auc h der kantonale Sozialversiche- rungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben IV-Stelle und Sozialversicherungsgericht vo n Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungs- pflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteil ung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bun desgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Die IV-Stelle sprach der Beschwerdeführerin mit Ver fügung vom 26. März 2019 eine ganze Rente vom 1. Dezember 2012 bis 31. Juli 2013 und eine Dreiviertelsrente vom 1. August 2013 bis 30. April 2015 zu. Sie stützte sich bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen einerseits auf die Schlussfolgerungen in den Teilgutachten Endokrinologie, Psy- chiatrie und Pneumologie des BEGAZ-Gutachtens vom 29. S eptember 2015 und andererseits auf das rheumatologische Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie, vom 7. August 2017. Hingegen wurde das rheumatologische BEGAZ-Teilgutachten von Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin, als nicht beweiskräftig angesehen. 6.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelang en, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper- tise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenh eit erfolgten Urteilsberatung vom 16. April 2020 gelangte das Kantonsgericht zur Auffassung, dass den dazumal vorliegenden me- dizinischen Unterlagen keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. 6.3 Das Kantonsgericht führte mit Beschluss vom 16. Apr il 2020 zur Begründung Folgendes aus: "Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kommt diesen Gutachten jedoch keine ausschlaggebende Beweiskraft zu. Vorweg kann diesbezüglich festgehalten werden, dass a uf die unbestrittenen Schlussfolgerungen des BEGAZ- Gutachtens in den Disziplinen Endokrinologie und Pneumologie abgestellt werden kann. Hingegen bestehen an den psychiatrischen und rheumatologischen Teilgutachten des BEGAZ (erstattet von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, sowie von Dr. med. E.____, FMH Rheumatologie und Innere Medizin) sowie am rheumatologi- schen Gutachten von Dr. C.____ Zweifel, weshalb auf diese nicht abgestellt werden kann. In Bezug auf die Diagnosen führt Dr. C.____ im Gegensatz zum BEGAZ-Gutachten die Fibromyalgie nicht als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an, dies obwohl er immerhin 16 von 18 Druckpunkten als positiv bezeichnet und auch ausführt, di e peripheren, beinahe ubiquitär vorkommenden Schmerzen könnten nur auf weichteilrheumatischer Basis erklärt wer- den. Diese unterschiedliche Bewertung erstaunt und wird von Dr. C.____ auch nicht näher erklärt. Weiter führt Dr. C.____ in Bezug auf das Profil einer Verweistäti gkeit lediglich an, dass für eine körperlich leichte wech selbelas- tende Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 100 % bestehe. Er unterlässt es aber, die qualitativen Bedingungen in Bezug auf das Leistungsprofil einer Verweistätigkeit anzugeben bzw. zu begründen, weshalb solche in Abweichung vom BEGAZ-Gutachten nicht bestehen. Beim Versuch von Dr. C.____, die von Dr. E.____ festgehaltene Einschrän- kung des Rendements von 30 % für leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten zu erklären, irritiert seine Aus- sage, eine Einschränkung von 30 % in einer mittelschweren Tätigkeit sei klar nachvollziehbar und diese würde er heute auch aussprechen, da er gleichzeitig selber angibt, ein e mittelschwere Arbeit sei nicht mehr möglich. Er führt weiter aus, eine Einschränkung des Rendements von 30 % für eine leichte Tätigkeit hingegen sei nicht nachvollziehbar. Rein Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht didaktisch wäre es sinnvoller gewesen, hier zu schreiben, e ine schwere Arbeit sei nicht möglich, eine mittelschwere sei zu 70 % und leichte Arbeit sei zu 100 % möglich. Er sei der Meinung, dass die begutachtende Rheumatologin dies so vor Augen gehabt habe. Eine solche Annahme erscheint ohne Rückfrage bei Dr. E.____ nicht gerechtfertigt. Dass Dr. C.____ sowohl für eine schwere wie auch für eine mittelschwere Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, für eine leichte Tätigkeit jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit annimmt erstaunt und wird auch nicht weiter begründet. Dr. E.____ führt ihrerseits aus, die von ihr festgestellte Einschränkung des Rendements um 30 % bestehe – soweit allein an Hand der Akten beurteilbar – seit Juli/August 2014. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2012 während einiger Zeit in der Schmerzklinik X.____unter anderem mit mehreren Infiltrationen behandelt wurde. Vor diesem Hintergrund erstaunt die Einschätzung von Dr. C.____, wonach eine volle Arbeitsfähigkeit für Büroarbeiten und leichte Arbeiten bereits ab 20. Dezember 2011 bis heute und auch weiterhin bestehe. Dafür fehlt ebenfalls jeg liche Begründung. Weiter führt Dr. C.____ radiomorphologi sch degenerative Veränderungen zervikal als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an. Im BEGAZ-Gutachten sind diese degenerativen Veränderungen als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt. Au ch diese Differenz wird von Dr. C.____ nicht kommentie rt. In Bezug auf das rheumatologische Teilgutachten von Dr. E.____ sind die vom RAD-Arzt angeführten Zweifel, das Ab- stützen der Beurteilung sei ausschliesslich auf anamnestische und subjektive Angaben der Versicherten erfolgt, zu- mindest ansatzweise nachvollziehbar. Dr. D.____ hat in seinem psychiatrischen Teilgutachten nicht zu der im BEGAZ-Gutachten aufgeführten Diagnose einer Fibromyalgie Stellung genommen, obwohl diese mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde. Er begründet dies damit, dass ein ausreichendes somatisches Korrelat für die geklagten Rückenschmerzen vorhanden sei. Aus diesem Grund könne keine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert oder eine ähnliche Diagnose gestellt werden. In Anbetracht der Tatsache, dass nun auch Dr. C.____ eine Fibromyalgie diagnostiziert – wenn auch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – und er auch explizit die weichteilrheumatische Problematik für die Schmerzen verantwortlich macht, erscheint eine psychiatrische Beurteilung in dieser Hinsicht als notwendig." Weiter hielt das Kantonsgericht fest, dass auch die übri gen bei den Akten liegenden medizini- schen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bi lden würden, weshalb die Abklä- rungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht bewei skräftig seien. Daher hat das Kan- tonsgericht in der Folge ein bidisziplinäres psychiatri sch-rheumatologisches Gutachten bei der asim in Auftrag gegeben. 7. Am 8. Februar 2021 ergeht das Gutachten der asim. 7.1 Im rheumatologischen Teilgutachten gelangt Dr. med . F.____, FMH Innere Medizin und FMH Rheumatologie, zu folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Axiale Spondyloarthritis ohne differenziertere Zuor dnung 2. Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom und coccygeal e Schmerzen Der Gutachter hält fest, insgesamt würden sich aus der aktuellen gutachterlichen Untersuchung die Diagnosen weitgehend vergleichbar formulieren zu d em, wie es früher schon gutachterlich beurteilt worden sei. Dr. F.____ führt in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit aus, unter der Annahme von langanhaltendem Sitzen-Müssen sei wohl eine Arbeitsfähigkeit von 60 - 70 % anzunehmen, dies unter Berücksichtigung von Schmerzen im Sitzen coccygealer Na- tur, lumbal-degenerativer Natur und aufgrund einer verminderden Leistungsgeschwindigkeit mit erhöhtem Pausenbedarf bei Schlafstörungen zufolge nächtlicher (entzündlicher und degenerati- ver) Schmerzen. Die vorher ausgeübten Tätigkeiten als Mu seumsaufsicht und als Podologin seien nicht mehr möglich. Diese Einschätzung dürfte ab Beginn der Anstellung in der zuletzt aus- geübten Tätigkeit Gültigkeit haben. Die Arbeitsfähig keit in einer angepassten Tätigkeit betrage 70 %. Diese Einschätzung dürfte mindestens Gültigkeit haben seit dem Stellenantritt in der zuletzt Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht ausgeübten Tätigkeit, mit Ausnahme attestierter kürzerer Arbeitsunfähigkeitsphasen im Rahmen chirurgischer Eingriffe und endokrinologischer Stoffwechseleinstellungen. 7.2 Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt im psychiatrischen Teilgut- achten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: 1. Ausgepägte Zyklothymia (ICD-10 F 34.0) 2. Aktenanamnestisch rezidivierende depressive Störung (I CD-10 F 33.4) 3. Somatoforme autonome Funktionsstörung des oberen u nd des unteren Verdau- ungssystems (ICD-10 F 45.37) Dr. G.____ hält fest, gesamthaft sei die psychiatrische Störung der Explorandin als leicht- bis (bei für eine Zyklothymia definitionsgemäss symptomatisch instabilem Verlauf) fluktuierend ca. mittel- gradig einzuschätzen. In der psychiatrischen Exploration seien ihre durch die persönlichkeitsnah imponierende hyperthyme Ausprägung der Störung bedin gten Einschränkungen hinsichtlich in- teraktionsassoziierter Partizipationsfähigkeiten gemäss Mini-ICF-APP (Gruppen- und Kontaktfä- higkeit), sowie der Fähigkeit zur Einhaltung von Routi nen und zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, hier (im Querschnitt) etwa (leicht- bis) mittelgradig, deutlich geworden. Eine mehr als wenige bis einige Stunden andauernde, zielgerichtete und produktive motorisch ruhige Tätig- keit mit Rücksichtnahme etwa auf andere Teammitglieder, die zudem ein mehr als nur geringes Mass an Selbstorganisiertheit erfordere, sei in einer s olchen Episode schwer vorstellbar. Die Sorgfaltsleistung dürfte reduziert sein. Zudem sei ei ne nicht unerhebliche Inanspruchnahme durch die gastrointestinal empfundene Symptomatik und d amit assoziierte "Vorbeugungsmass- nahmen" plausibel. Insgesamt sei von einer verminderten Stresstoleranz auszugehen. In der letz- ten Tätigkeit sei die Explorandin aus isoliert psychiat rischer Sicht zu ca. 50 % arbeitsfähig; dies da davon auszugehen sei, dass gerade ein Arbeitsfeld mit der Kombination von (jeweils eher kurzen) sozialen Kontakten, motorischer Bewegung und admin istrativer Tätigkeit (quasi "in psycho-sozialer Hinsicht wechselbelastend") bei ihrer Grund störung weitgehend als angepasst gelten könne. Die affektive(n) Störung(en) wie auch die somatoforme Störung des Verdauungs- apparates würden eine flexible Pausen- und gesamthaft vermehrte Erholungszeit erforderlich ma- chen; diese solle auch der Stressreduzierung und der Rückfallvorbeugung bzgl. schwerer mani- fester Episoden dienen. Betreffend den zeitlichen Verl auf führt sie aus, aufgrund der Natur der affektiven Störungen und unter Berücksichtigung der vorhe rigen medizinischen Erwerbsbiogra- phie sei plausibel eine basale Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % durchgehend seit der Kündigung der letzten Anstellung 2012 anzunehmen. Manifest depressive (oder auch manische Phasen), wie sie definitionsgemäss bei Zyklothymien vorkommen würden (und sie die Exploran- din auch schon erlitten habe), könnten zwischenzeitlich/kurzfristiger auch eine höhere Einschrän- kung der Arbeitsfähigkeit bedingen. Die plastisch und detailliert geschilderte vielgestaltige soma- toforme gastrointestinale Symptomatik habe plausibel seit Anfang 2019 zu einer weitergehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um weitere 10 % ( auf aktuell 50 %) geführt. Eine Verbesse- rung sei bei konsequenter Behandlung möglich. 7.3 In der Konsensbeurteilung wird ausgeführt, die z uvor ausgeübte Tätigkeit als Aufsichts- person im Museum könne, unter Annahme eines überwiegen d stehenden und gehenden Tätig- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht keitsprofils, ohne Möglichkeiten, intermittierend kurz eine sitzende Position einzunehmen, als un- günstig bewertet werden. Bezüglich der initial erlernten Tätigkeit als Podologin liege keine genaue Tätigkeitsbeschreibung vor. Unter der Annahme, dass die Explorandin sich bei dieser Tätigkeit im Sitzen wiederholt nach vorne habe bücken müssen und te ils in gebückter und vornüber ge- beugter Position habe verharren müssen, könne auch diese Tätigkeit als ungünstig angenommen werden. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der psychiatrisch en Einschränkung sei für die zu- letzt ausgeübte Tätigkeit im administrativen Bereich, be i der ein überwiegend sitzendes Tätig- keitsprofil angenommen werde, eine gesamthaft 50%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Bezüg- lich des zeitlichen Verlaufs der attestierten Arbeitsfähi gkeit könne angenommen werden, dass seit dem Zeitpunkt der Diagnosestellung der axialen Spo ndyloarthritis resp. dem Auftreten der Beschwerden am unteren Achsenskelett Ende 2011 mit erstmaligem Nachweis einer Sakroiliitis im MRI der LWS vom Dezember 2011 die aktuelle Arbeit sfähigkeit von 50 % aus rheumatologi- scher Sicht angenommen werden könne. Auch aus psychiatrischer Sicht sei seit dem Zeitpunkt der letzten Tätigkeit resp. der Arbeitsaufgabe der l etzten Tätigkeit im November 2012 eine Ver- schlechterung der psychischen Situation anzunehmen und se it diesem Zeitpunkt zunächst eine um 40 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Von Schwankungen des Ausprägungs- grades der Störung und damit einhergehenden leichten Schwankungen der Arbeitsfähigkeit im Verlauf könne ausgegangen werden. Ab 2019 habe sich mit dem Hinzukommen der Diagnose einer somatoformen Funktionsstörung des Verdauungstraktes d er Gesundheitszustand psychi- atrisch weiter verschlechtert, so dass die Arbeitsfähigkeit seither um 50 % eingeschränkt gewe- sen sei. Im Vergleich zu den Vorgutachten werde die Einschätzung von Dr. E.____ gestützt, wo- nach mittelschwere körperliche Tätigkeiten der Explorand in nicht mehr möglich seien. Die Ein- schätzung von Dr. C.____ einer uneingeschränkten Arbeitsf ähigkeit für körperlich leichte Tätig- keiten könne aus den im rheumatologischen Gutachten hergeleiteten Gründen nicht geteilt wer- den, diesbezüglich würden sie mit dem Vorgutachten von D r. E.____ übereinstimmen, dass für leichte Tätigkeiten, rein rheumatologisch gesehen, eine 30 - 40%ige Einschränkung der Arbeits- fähigkeit angenommen werden könne. In Abweichung zur V orbeurteilung durch das BEGAZ werde aktuell zusätzlich eine psychiatrische Einschränkung d er Arbeitsfähigkeit aufgrund der in Abweichung zur Vorbegutachtung gestellten Diagnose einer ausgeprägten Zyklothymie und einer somatoformen Funktionsstörung des Verdauungstraktes gesehen. Weiter wird festgehalten, die konsensual interdisziplinär festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 50 % könne von der Explorandin in allen körperlich sehr leichten bis leichten angepassten Tätigkeiten umgesetzt werden. Aus psychiatrischer Sicht könne die von der Explorandin zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Administrationsbereich einer LKW-Firma als weitgehend angepasst beurteilt werden. Ungünstig zu bewerten wären Anforderungen an die Sozialkompetenz, Tätigkeiten mit höherem kognitivem Anspruch oder hoher Stressbelastung. Der zeitli che Verlauf hinsichtlich der Arbeits- fähigkeit entspreche im Wesentlichen dem Verlauf in Be zug auf die bisherige Tätigkeit, da die zuletzt von der Explorandin ausgeübte Tätigkeit am Empfang einer LKW-Firma sowohl aus rheu- matologischer Sicht als auch aus psychiatrischer Sicht, unter der Annahme, dass die Explorandin die sitzende Tätigkeit bei Bedarf habe unterbrechen können, als weitgehend angepasst bewertet werden könne. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8. Wie bereits ausgeführt, ist von einem Gerichtsgutach ten nur bei Vorliegen triftiger Gründe abzuweichen (vgl. E. 5.3 hievor). 8.1 Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwer degegnerin erachten das Ge- richtsgutachten grundsätzlich als schlüssig und nachvollziehba r. Dies gilt insbesondere für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 % ab Januar 2019. Beide Parteien erachten jedoch den rückwirkend festgeste llten Verlauf der Arbeitsfähigkeit als nicht zutreffend. Die Beschwerdeführerin führt in ihre r Stellungnahme vom 19. April 2021 aus, dass die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50 % gemäss den Gutachtern bereits ab 2011 gegeben sein soll. Dies sei nicht nachvollziehbar. Die IV-Stel le sei aufgrund früherer Abklärungen bzw. echtzeitlicher Arztberichte zum Schluss gelangt, dass der Be schwerdeführerin bis 1. Mai 2013 keine Arbeitstätigkeit zumutbar gewesen sei. Daraufhin sei weiterhin abzustellen. Ab 1. Mai 2013 habe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden; hierin würden sowohl das frühere Gutachten der BEGAZ als nun auch das asim-Gutachten übereinstimmen. So mit sei per 1. August 2013 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die IV-Ste lle sei diesbezüglich zu einem Invalidi- tätsgrad von 60 % bzw. zu einem Anspruch auf eine Dre iviertelsrente gelangt. Auch davon sei weiterhin auszugehen. Im Ergebnis sei der Beschwerdeführerin daher mit Wirkung ab 1. Februar 2012 eine ganze Rente sowie ab 1. August 2013 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Beschwerdegegnerin geht unter Verweis auf Stellungnahmen des RAD davon aus, dass das Gutachten hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit widersprüchlich bezüglich der Einzel- gutachten im Vergleich zum Konsens sei. Sie geht davon aus, dass bei der Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zwischen 14. Dezember 2011 und Oktober 2012 von einer Ar- beitsunfähigkeit von 35 %, von November 2012 bis Dezemb er 2018 von 40 % und ab Januar 2019 von 50 % auszugehen sei. In einer leidensangepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführe- rin nach Ablauf des Wartejahres zu 40 % arbeitsunfähig gewesen. Im Januar 2019 habe sich die Arbeitsfähigkeit auch in einer angepassten Tätigkeit auf 50 % reduziert. 8.2 Die Parteien gehen zu Recht davon aus, dass grund sätzlich auf das Gutachten abge- stellt werden kann. Das Gutachten ist, was die Herleitung der aktuellen Arbeitsunfähigkeit anbe- langt, zweifellos nicht zu beanstanden; es ist schlüssig und nachvollziehbar und die Gutachter haben sich mit den vorliegenden ärztlichen Berichten auseinandergesetzt und Abweichungen da- von begründet. Auf das Gutachten ist daher abzustellen und es ist von einer 50%igen Arbeitsun- fähigkeit auszugehen. Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit anbelangt, lie gt in der Tat eine Diskrepanz zwischen der konsensualen Beurteilung und den Feststellungen in den psychiatrischen und rheumatologischen Teilgutachten vor. In der Konsensbeurteilung wird zunächst ausgeführt, dass unter Berücksichti- gung der psychiatrischen Einschränkung für die zuletzt ausg eübte Tätigkeit im administrativen Bereich eine gesamthaft 50%ige Arbeitsfähigkeit zu a ttestieren sei. Danach wird festgehalten, bezüglich des zeitlichen Verlaufs der attestierten Arb eitsfähigkeit könne angenommen werden, dass seit dem Zeitpunkt der Diagnosestellung der axialen Spondylarthritis resp. dem Auftreten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Beschwerden am unteren Achsenskelett Ende 2011 mit erstmaligem Nachweis einer Sak- roiliitis im MRI der LWS vom Dezember 2011 die aktuelle Arbeitsfähigkeit (AF 50 %) aus rheu- matologischer Sicht angenommen werden könne. Auch aus psyc hiatrischer Sicht sei seit dem Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe im November 2011 eine Verschlechterung der psychischen Situa- tion anzunehmen und seit diesem Zeitpunkt zunächst eine um 40 % eingeschränkte Arbeitsfä- higkeit anzunehmen. Ab 2019 habe sich mit dem Hinzukomme n der Diagnose einer somatofor- men Funktionsstörung des Verdauungstraktes der Gesundheitszustand psychiatrisch weiter ver- schlechtert, so dass die Arbeitsfähigkeit seither um 50 % eingeschränkt gewesen sei. Diese Konsensbeurteilung widerspricht in zwei Punkten den Teilgutachten. Die konsensual fest- gehaltene 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologisch er Sicht ab Ende 2011 widerspricht dem rheumatologischen Teilgutachten insofern, als dieses seit Antritt der letzten Stelle nie eine Arbeitsunfähigkeit über 30 % - 40 % angibt. Es werden zudem auch keine Gründe angegeben – und es sind auch keine ersichtlich –, weshalb eine Addition der rheumatologischen und psychiat- rischen Arbeitsunfähigkeit vorgenommen werden müsste. Ausserdem widerspricht die in der Kon- sensbeurteilung angeführte Steigerung der Arbeitsunfä higkeit ab 2019 auf 50 % der zuvor ge- troffenen Feststellung einer bereits seit Ende 2011 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Es ist somit davon auszugehen, dass es sich bei der Feststellung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit seit 2011 aus rheumatologischer Sicht um einen Verschrieb handelt und es korrekterweise 35 % heissen sollte. Des Weiteren kann der Zeitpunkt der Annahme der Verschlechterung der psychi- schen Situation im November 2012 unter Hinweis auf die Arbeitsaufgabe nicht nachvollzogen werden, hatte doch die Beschwerdeführerin ihren letzten Arbeitstag am 13. Dezember 2011 und wurde ihre Anstellung im März 2012 vom Arbeitgeber gekündigt. Die psychiatrische Gutachterin geht von einer basalen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 40 % durchgehend seit der Kün- digung der letzten Anstellung 2012 aus. Nach dem Gesagten ergibt sich, dass alleine aufgrund der rheumatologisch bedingten Arbeits- unfähigkeit von durchschnittlich 35 % ab Beginn der letzten Anstellung im Jahre 2008 kein Ren- tenanspruch entstand, da keine durchschnittliche 40%ige Arbeitsunfähigkeit während eines Jah- res bestand (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Erst mit der psychiatrisch bedingten Arbeitsunfähigkeit von 40 %, welche ab "Kündigung der letzten Anstellung 2012" anzunehmen sei, wurde eine ren- tenrelevante Arbeitsunfähigkeit erreicht bzw. fing in jenem Zeitpunkt das Wartejahr an zu laufen, da diese Arbeitsunfähigkeit durchgehend bis Ende Dezember 2018 bestand und sich danach auf 50 % erhöhte. Es ist nun noch der genaue Zeitpunkt des Beginns der 40%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen zu eruieren. Wie bereits festge stellt, wird dieser Zeitpunkt im psy- chiatrischen Teilgutachten mit der "Kündigung der letzt en Anstellung 2012" angegeben, in der Konsensbeurteilung wird als Zeitpunkt die Arbeitsaufgabe der letzten Tätigkeit im November 2012 angegeben. Wie sich aus den Akten ergibt, hatte die Beschwerdeführerin ihren letzten Arbeitstag im Dezem- ber 2011. In den Akten befindet sich ein Arztbericht von Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. Dezember 2012 zu Handen der I.____ . Darin führt sie aus, die Patientin sei am 9. Februar 2012 erstmals zu ihr in Behandlung gekommen und habe über Energielosigkeit, Zukunftsängste, Gedankenkreisen, Schlafstörungen und ein allgemeines Erschöpfungsgefühl Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht geklagt. Seit Mitte Dezember sei sie wegen einer Sacroiliitis krankgeschrieben und könne kaum längere Zeit sitzen. Im März 2012 folgte die Kündigung durch die Arbeitgeberin. Aus diesem Ab- lauf lässt sich der Schluss ziehen, dass sich der Gesundheitszustand nach ihrem letzten Arbeits- tag am 13. Dezember 2011 weiter verschlechterte und sie deshalb – auch in Erwartung der Kün- digung – im Februar 2012 psychiatrische Unterstützung suc hte. Es rechtfertigt sich daher die im psychiatrischen Teilgutachten angegebene 40 %ige Arbeitsunfähigkeit ab "Kündigung der letzten Anstellung 2012" auf den Februar 2012 zu terminieren. Somit ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ab Febru ar 2012 bis Ende Dezember 2018 zu 40 % und ab Januar 2019 zu 50 % arbeitsunfähig war. 9. Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 4.2 hi ervor), ist gemäss Art. 16 ATSG der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgr und eines Einkommensvergleichs zu be- stimmen. Diesbezüglich ist zu Recht unbestritten geblieben, dass zur Bestimmung des Validen- einkommens auf die Tabelle TA17 der Schweizerischen Loh nstrukturerhebung (LSE) des Bun- desamtes für Statistik und zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Tabelle TA1 abzu- stellen ist. Das Valideneinkommen im Jahr 2013 (Ablauf des Wartejahres per Februar 2013) be- trägt unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (0,7 %) und der Anpassung an die be- triebliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden Fr. 69'941.-- (basierend auf der Tabelle TA17 der LSE 2012, Ziffer 42 (Bürokräfte mit Kundenk ontakt), Spalte Frauen 30-49 Jahre, Fr. 5'552.--). Das Invalideneinkommen beträgt nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung von 0,7 % und die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden unter Berücksich- tigung einer Arbeitsfähigkeit von 60 % Fr. 31'081.-- (basierend auf der LSE TA1, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, Fr. 4'112.--). Dam it resultiert ein Invaliditätsgrad von 56 %, womit die Beschwerdeführerin ab Februar 2013 Anspruch auf eine halbe Rente hat. Das Valideneinkommen beträgt im Jahr 2019 nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung (0,9 %) und die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden Fr. 75'470.-- (Tabelle TA17 der LSE 2018, Ziffer 42, Spalte Frauen 50+, Fr. 5'976.--). Das Invalideneinkommen beträgt nach Anpassung an die Nominallohnentwicklung (0,9 %) u nd die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % Fr. 27'586.--. Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von 63 % und folglich ab April 2019 eine Dreiviertelsrente. 10.1 Nicht verständlich und nachvollziehbar ist, wie die I V-Stelle bzw. der RAD mit Bericht vom 16. August 2017 davon ausgehen konnte, dass die Beschwerdeführerin vom 14. Dezember 2011 bis September 2012 zu 100 % arbeitsunfähig war. W enn der RAD entgegen sowohl dem rheumatologischen Gutachten von Dr. E.____ als auch de mjenigen von Dr. C.____ von einer 100 %igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht und die IV-Stelle gestützt darauf eine ganze IV-Rente vom 1. Dezember 2012 bis 1. Mai 2013 und danach bis 1. Febr uar 2015 eine Dreiviertelsrente zu- spricht, kann dies nicht nachvollzogen werden. Hingegen ergibt sich aus den obigen Erwägun- gen, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2013 An spruch auf eine halbe Rente und ab 1. April 2019 auf eine Dreiviertelsrente hat. Insofer n ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 26. März 2019 aufzuheben. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.2 Im Übrigen ist das Gericht der Auffassung, dass mit dem vorliegenden Urteil keine refor- matio in peius vorliegt, auch wenn die mit Verfügung vom 26. März 2019 zugesprochenen Ren- tenleistungen in Bezug auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2012 bis 1. Februar 2015 aufgehoben bzw. reduziert werden. Da die Beschwerdeführerin ab Februar 2013 eine halbe Rente über den 1. Februar 2015 hinaus und ab 1. April 2019 eine Dre iviertelsrente erhält, ist sie gesamthaft im Vergleich zur angefochtenen Verfügung wesentlich besser g estellt. Folglich ist das Verfahren nicht auszustellen, der Beschwerdeführerin keine reforma tio in peius anzudrohen und ihr keine Gelegenheit zum Beschwerderückzug zu geben. 11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be- willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens ein heitlich auf Fr. 800.-- fest. Ge- stützt auf § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten i n der Regel in angemessenem Aus- mass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hat deshalb die IV-Stelle als unterliegende Par- tei die Verfahrenskosten zu tragen. 11.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungst räger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rück- weisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 265 E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das Bun- desgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Unt ersuchungsmangel seitens der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie- denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me- dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper- tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz- lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er- folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arzt berichte oder eines Privatgutachtens; zum Ganzen: BGE 139 V 496 E. 4.4 mit Hinweisen). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 11.2.2 Vorliegend ist das Kantonsgericht anlässlich de r Urteilsberatung vom 16. April 2020 zum Ergebnis gelangt, dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Wie vorstehend in E. 6.3 ausgeführt, kam weder der psychiatrischen noch der rheu- matologischen Beurteilung im BEGAZ-Gutachten vom 29. September 2015 noch dem rheumato- logischen Gutachten von Dr. C.____ vom 7. August 2017 mit Blick auf die Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Berichte und Gutachten eine ausschl aggebende Beweiskraft zu. Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berich te keine verlässliche Entscheidungs- grundlage bildeten, waren die Abklärungsergebnisse aus d em Verwaltungsverfahren nicht aus- reichend beweiskräftig. Demnach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise notwendig machten. Die Kosten des Gerichtsgutachtens, welche sich ge- mäss der eingereichten Honorarnote vom 12. März 2021 au f Fr. 13'069.55 belaufen, sind unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 11.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die (ganz oder t eilweise) obsiegende beschwerdefüh- rende Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin (teilweise) obsie- gende Partei ist, ist ihr eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner H onorarnote vom 6. Mai 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 11,42 Stunden geltend, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu bean standen ist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stundenan- satz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Zu keinen Bemerkunge n Anlass geben sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 229.--. Der Beschwerdeführerin ist folglich zu Las- ten der IV-Stelle eine Parteientschädigung in der Hö he von Fr. 3'321.45 (11,42 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 229.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise g utgeheissen, als die an- gefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 26. März 2019 aufgehoben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Februar 2013 Anspruch auf eine halbe Rente und ab 1. April 2019 auf eine Dreiviertelsrente hat. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- we rden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschu ss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 13'069.55 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine Partei- entschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 3'321.45 (i nkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht