Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 17. September 2015 (725 15 9 / 235) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Prüfung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und geltend gemachten Beschwerden / Würdigung der vorhandenen Arztberichte Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgn az Jermann, Kantonsrichte- rin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Michael Kull, Advokat, Marktplatz 18, 4001 Basel gegen Basler Versicherungen AG , Aeschengraben 21, Postfach , 4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal Betreff Leistungen A. Der 1962 geborene A.____ war seit 1. Januar 2003 bei der B.____ AG als Küchengehil- fe angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Bas ler Versicherung AG (Basler) gegen die Fol- gen von Unfällen versichert. Am 29. September 2011 stürzte A.____ an seinem Arbeitsplatz in der Küche des Spitals C.____, wobei er sich eine Beule am Kopf sowie eine kleine Hautablede- rung am rechten Oberarm zuzog. Die Triagestation de s Spitals C.____ bescheinigte ihm an- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht schliessend eine Arbeitsunfähigkeit für zwei Tage (29./3 0. September 2011). Damals erfolgte keine Schadenmeldung. Mit Schadenmeldung vom 28. September 2012 meldete die Arbeitgeberin, A.____ sei am 29. September 2011 beim Abwaschen schwindlig geworden u nd er sei mit dem Kopf und Arm auf dem Gitterrost aufgeschlagen. Dabei habe er sich Schü rfungen am Schädel und am Vor- derarm/Unterarm rechts zugezogen. Nach dem Unfallereignis klagte A.____ vermehrt über Ko pfschmerzen. Ab Juli 2012 verspürte A.____ Schmerzen in der rechten Schulter. In der Folg e wurden weitere medizinische Abklä- rungen vorgenommen und schliesslich am 18. Oktober 2013 eine Schulterarthroskopie vorge- nommen. Im Operationsbericht wurde unter anderem eine Rotatorenmanschettenruptur rechts vom 29. September 2011 diagnostiziert. Mit Verfügung vom 2. Juli 2014 lehnte die Basler die Ü bernahme der Heilungskosten ab. Die Krankenkasse, der die Verfügung ebenfalls eröffnet wo rden war, verzichtete auf eine Einspra- che. Die Basler hielt auf Einsprache des Versicherten h in mit Entscheid vom 11. November 2014 an der Leistungsablehnung fest. B. Am 1. Dezember 2014 reichte A.____ bei der Basler nochmals eine „Einsprache“ ein. Die „Einsprache“ wurde von der Basler nicht an das zustä ndige Gericht weitergeleitet. Mit Schreiben vom 5. Januar 2015 an das Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversi- cherungsrecht (Kantonsgericht), beantragte A.____, nunme hr vertreten durch Advokat Dr. Michael Kull, vorweg die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Des Weiteren wurde beantragt, dem Beschwerdeführer sei nach Beurteilung d es Gesuchs um Gewährung der un- entgeltlichen Rechtspflege entweder eine Frist zur ergänzenden Beschwerdebegründung einzu- räumen oder nach Einholung einer Beschwerdeantwort das Replikrecht zu gewähren. C. In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2015 beantragte die Basler, vertreten durch Ad- vokat Dr. Manfred Bayerdörfer, die Abweisung der Beschwerde. D. Der Beschwerdeführer, weiterhin vertreten durch Dr . Michael Kull, beantragte mit Replik vom 25. März 2015 der Einspracheentscheid vom 11. November 2014 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer weiterhin die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Am Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege wurde festgehalten. E. Mit Schreiben vom 23. Juli 2015 verzichtete der Be schwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter auf eine weitere Stellungnahme. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Nach Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innerhal b von 30 Tagen nach der Eröff- nung des Einspracheentscheides einzureichen. Gelangt die Partei rechtzeitig an einen unzu- ständigen Versicherungsträger, so gilt die Beschwerdefrist gemäss Art. 60 Abs. 2 ATSG in Ver- bindung mit Art. 39 Abs. 2 ATSG als gewahrt. Vorliegend hat der Versicherte seine als Einspra- che bezeichnete Beschwerde am 1. Dezember 2014 und somi t innert der dreissigtägigen Be- schwerdefrist erhoben, allerdings ist er mit seiner Einga be innert Frist nicht an das örtlich und sachlich zuständige Kantonsgericht, sondern an die Beschwer degegnerin gelangt. Da die Be- schwerdegegnerin ihrer Weiterleitungspflicht nicht nach gekommen ist (vgl. Art. 58 Abs. 3 ATSG), hat der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 5. Ja nuar 2015 die Beschwerde an das Kantonsgericht weitergeleitet. Nach dem Gesagten gilt die Beschwerde als rechtzeitig erhoben, weshalb darauf einzutreten ist. 2. Streitig und zu prüfen ist im Folgenden, ob die vo m Beschwerdeführer geltend gemach- ten Beschwerden in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 29. Sep- tember 2011 stehen und ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen aus der obligatori- schen Unfallversicherung hat. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unf allversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfo lgen (Heilbehandlung). Dabei hat der Unfallversicherer die Pflegeleistungen so lange zu erbringen, als davon eine namhafte Bes- serung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Ar t. 19 Abs.1 Satz 1 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilwei se arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses be trägt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Anspruch auf eine Invalidenren- te (Art. 18 Abs. 1 UVG) hat die versicherte Person, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 Abs. 1 UV G Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der kör- perlichen, geistigen oder psychischen Integrität bewirkt worden ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial- versicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen- de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. 2.3 Für alle diese Leistungen hat der Unfallversichere r nur unter der Voraussetzung aufzu- kommen, dass zwischen den geltend gemachten Beschwerden u nd der seinerzeit beim versi- cherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein nat ürlicher Kausalzusammenhang besteht (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umst ände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder ni cht als in der gleichen Weise beziehungs- weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusam men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit weiteren Hinweisen). 2.4 Nach Art. 11 der Verordnung über die Unfallversiche rung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbe stände dar. Bei einem Rückfall han- delt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Ve ränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen somit be- grifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entspre chend können sie eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erne ut geltend gemachten Beschwer- den und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte nen Gesundheitsschädigung ein natürli- cher und ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. In diesem Zusammenhang gilt es klarzustellen, dass der Unfallversicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natürlichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. 3.1 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer g esundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage , über welche die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Geri cht – im Rahmen der ihr obliegenden Be- weiswürdigung zu befinden hat. Dabei hat sie ihren Ent scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. dazu BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiter en Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanford erungen nicht. Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen mögli chen Geschehensabläufen als die wahr- scheinlichste gewürdigt wird (vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 121 V 47 E. 2a und 208 E. 6b). Bei Vorliegen eines Rückfalles oder von Spätfolgen ist d as Vorliegen eines natürlichen Kausal- zusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem U nfall ebenfalls mit dem Be- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuwei sen. Je grösser der zeitliche Ab- stand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der gesundhe itlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Wahrscheinlichkeitsb eweis des natürlichen Kausalzu- sammenhangs zu stellen. Bei Beweislosigkeit fällt der Ent scheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch einen Unfall Beschwerden verur sacht, übernimmt die Unfallversi- cherung den durch das Unfallereignis verursachten Schaden , spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben si nd (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3 mit Hinweis). 3.2 Der Sozialversicherungsprozess wird vom Untersuchungsgru ndsatz beherrscht (Art. 61 lit. c ATSG). Das Sozialversicherungsgericht hat danach von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt nicht uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien (BGE 122 V 158 E. 1a; 121 V 210 E. 6c je mit Hinweisen). Im Übr igen schliesst der Untersuchungsgrund- satz die Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begri ffsnotwendig aus. Im Sozialversiche- rungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zuungunsten der Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (U LRICH MEYER -BLASER , Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, in: Basler Juristische Mitteilungen [B JM] 1989, S. 32). Diese Beweisregel greift Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahme n des Untersuchungsgrundsatzes auf dem Weg der Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie- gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit z u entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b; ULRICH MEYER -BLASER , a.a.O., S. 32). 3.3 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen a ngewiesen, die ihr vorab von Ärztin- nen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (vgl. BGE 1 22 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen Hin- weisen). Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen na ch dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 f. E. 1c mit Hinwei- sen). Widersprechen sich medizinische Berichte, darf das G ericht den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grü nde anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abste llt (vgl. BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4 Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Berichts ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten od er in Auftrag gegebenen Stellung- nahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E . 3a, 122 V 157 E. 1c je mit Hinwei- sen). Auch einem reinen Aktengutachten kann voller Bewe iswert zukommen, sofern ein lücken- loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um di e ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht. Aktengutac hten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und oh ne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diag nose oder der Kausalzusammenhang und das Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werd en. In diesen Fällen kann sehr wohl in einem Aktengutachten das Für und Wider der ver schiedenen Meinungen erwogen und die überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 27. März 2008, 8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). 4. Zur Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerd eführers und der Frage der Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 29. Septembe r 2011 und den ab Juli 2012 einset- zenden Beschwerden liegen im Wesentlichen folgende medizinischen Unterlagen vor: 4.1 Dr. med. E.____, Oberarzt der medizinischen Klinik des Spitals C.____, führte mit Arzt- bericht vom 3. Oktober 2011 aus, der Beschwerdeführer habe am 29. September 2011 die Tri- age des Spitals aufgesucht. Er sei bei der Arbeit zusam mengebrochen, nachdem ihm kurz vor- her schwarz vor den Augen geworden sei. Er habe sich beim Sturz eine Beule am rech- ten/seitlichen Kopf zugezogen. Er sei zu keinem Zeitpunk t bewusstlos gewesen. Kopfschmer- zen habe er keine gehabt. Etwas Ähnliches sei ihm vorher noch nie passiert. Palpitationen habe er nicht verspürt. Weiter sei eine kleine Hautablederung am rechten Oberarm festgestellt wor- den. Für den 29. und 30. September 2011 sei eine 10 0%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt worden. 4.2 Nach einer Magnetresonanztomographie (MRT) berichte te Dr. med. F.____, FMH für Radiologie, G.____, am 15. November 2011 von einem un auffälligen MRT des Neurokraniums ohne Anhaltspunkt für eine intrazerebrale Pathologie und einer chronischen Panusinusitis. 4.3 Am 30. August 2012 erfolgte eine Überweisung zur Physiotherapie durch med. pract. H.____, Assistenzarzt Chirurgie des I.____, gestützt auf d en Verdacht auf ein subakromiales Impingement, DD: RM-Läsion. 4.4 Dr. med. K.____, Oberarzt am I.____, hielt mit B ericht vom 30. August 2012 fest, der Patient habe nach einem Sturz auf die rechte Schulte r vor ca. 5 Monaten seit zwei Wochen starke Schmerzen und könne nachts nicht schlafen. Als Befund wurde eine kleinere zystische Läsion im Unterrandbereich des Glenoids festgestellt. Da s Glenoid stelle sich relativ flach dar. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Es bestehe eine leichte Irregularität am Unterrand d es Glenoids, möglicherweise Status nach alter Bankart-Läsion. 4.5 Am 6. September 2012 folgte ein Bericht von Dr. med. L.____, Leitender Arzt am I.____, zu einer MR-Arthrographie vom gleichen Tag. Der Patien t habe vor 5 Monaten einen Sturz auf die Schulter erlitten und habe seit drei Wochen pro grediente Schmerzen. In seiner Beurteilung hielt Dr. L.____ einen Befund vereinbar mit einem t iefen, gelenkseitigen Riss der Supraspi- natussehne im Insertionsbereich mit feiner Restlamelle b ursaseitig wie bei einer „gedeckten“ Ruptur, ebenfalls Tendopathie, DD narbige Veränderun gen des superioren Anteils der Subsca- pularissehne , weiter fibrovasukuläre Veränderungen im Rotatorenintervall fest. Weiter führte er eine Bizepssehne ohne relevante Pathologie sowie eine AC-Arthrose mit Kapsulitis an. 4.6 Dr. med. M.____, Oberarzt des I.____, empfahl mit Schreiben vom 14. September 2012 eine Schulterarthroskopie mit Acromioplastik sowie die B eurteilung der Rotatorenmanschetten und gegebenenfalls Refixation. Der Patient wünsche zu nächst noch ein konservatives Vorge- hen. 4.7 Mit Schreiben vom 12. September 2013 führt Dr. me d. N.____, FMH Allgemeinmedizin, aus, da es sich hauptsächlich um eine Läsion der Subscapula ris handle, müsse von einem Un- fallgeschehen ausgegangen werden. Da die Beschwerden an amnestisch sofort nach dem Un- fallereignis vom 29. September 2011 aufgetreten seien, sei die Kausalität gegeben. 4.8 Mit Operationsbericht vom 18. Oktober 2013 hält Dr . med. O.____, FMH Orthopädische Chirurgie, P.____, als Indikation für die erfolgte Op eration das Unfallereignis vom 29. Septem- ber 2011 fest. Dr. O.____ berichtete am 25. März 2014, dass sich die Si tuation mit Bezug auf die Schmerzen durch den Arbeitsversuch zwischenzeitlich erheblich verschlechtert habe. 4.9 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr. me d. Q.____, FMH Innere Medizin, führte mit Stellungnahme vom 30. April 2014 aus, die Kausalität sei seines Erachtens bestritten. 4.10 Dr. med. R.____, Zertifizierte Medizinische Gutac hterin SIM, erstattete am 16. Juni 2014 eine ausführliche versicherungsmedizinische Stellungnahme zu Handen der Basler. In ihrer zusammenfassenden Beurteilung führte sie aus, unter Berü cksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde würden sich keine strukturellen Organkorrela te einer überwiegend wahrscheinlich unfallbedingten Läsion im Bereich des rechten Schulterge lenks objektivieren lassen. Hingegen bestehe ein krankhafter (degenerativer) Vorzustand. Der Unfallmechanismus sei ungeeignet und der Versicherte sei nach dem Unfallereignis nicht arbeitsunfähig gewesen (allenfalls zwi- schen dem 29. und 30. September 2011). Erst ab dem 09. 12.2012 seien dem Beschwerdefüh- rer bezüglich des rechten Schultergelenks Arbeitsunfähig keiten zwischen 30 und 100 % attes- tiert worden, dies bei erst ab Mai/Juni 2012 geklagten, langsam an Intensität zunehmenden Beschwerden im Bereich des rechten Schultergelenks. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.11 Mit Aktennotiz vom 8. Juli 2014 nahm Dr. O.____ zum Gutachten von Dr. R.____ Stel- lung. Dr. R.____ habe grossen Wert auf den Sturzmechan ismus oder das Ereignis gelegt, wel- ches zu der fraglichen Schulterverletzung geführt habe. Die Erfahrung zeige aber, dass Patien- ten häufig einen genauen Sturzablauf nicht mehr besch reiben könnten, da der Sturz unverhofft und sehr schnell abgelaufen sei. Bei einer Bewusstlosigkei t oder einem Schwindelzustand sei eine Beschreibung des Unfallmechanismus in der Regel gar nicht mehr möglich. Die Argumen- tation von Dr. R.____ könne in diesem Punkt nicht nachvo llzogen werden. Dr. R.____ habe festgehalten, eine Schulterverletzung sei nicht dokument iert. Dies obwohl eine Hautablederung am rechten Oberarm beschrieben sei. Die lang anhaltend en Beschwerden und die Beule am Kopf würden auf ein namhaftes Ereignis hinweisen, w elches schlussendlich auch zur MRI des Kopfes geführt habe. In Bezug auf den Sturzablauf sei unter diesen Umständen alles möglich, von Abstützbewegungen bis Haltebewegungen bis Distorsion der Schulter. Die Beurteilung von Dr. R.____, dass keine Schulterluxation stattgefunden habe, stehe auf ausgesprochen wackligen Füssen. Das Verletzungsbild entspreche am eheste n einem forcierten Abduk- tions-/Aussenrotationstrauma. Ein solches entstehe häufig bei Halte- oder Auffangbewegungen, wie es zur Verhinderung von Sturzereignissen oft beschrieb en werde. Insgesamt sei die versi- cherungsmedizinische Stellungnahme von Dr. R.____ sehr lückenhaft und bei genauer Betrach- tung widersprüchlich und in der Schlussfolgerung falsch. 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurte ilung des medizinischen Sachver- halts vollumfänglich auf das von ihr veranlasste Gutachte n von Dr. R.____ vom 16. Juni 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich keine überwiegen d wahrscheinlich unfallbedingte Läsion im Bereich des rechten Schultergelenks objektivieren lasse. Zudem fehle nach dem am 29. September 2011 stattgefundenen Ereignis ein charakt eristischer Verlauf der Beschwerde- symptomatik, welcher richtungsweisend für eine am 29. Sep tember 2012 eingetretene frische strukturelle Schädigung des rechten Schultergelenks wäre . Der Unfallmechanismus sei zudem ungeeignet und der Versicherte sei nach dem rubrizierte n Ereignis nicht arbeitsunfähig ge- schrieben gewesen (allenfalls am 29. und 30. September 2011). Diese vorinstanzliche Beweis- würdigung ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung kommt zwar dem Bericht eines versicherungsinternen Arztes nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. Ein solcher Bericht ist aber, wie oben ausgefü hrt (vgl. E. 3.2 hiervor), soweit zu berück- sichtigen, als keine – auch nur geringe – Zweifel an d er Richtigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (vgl. BGE 135 V 471 E. 4.7). Vorliegend best eht kein Anlass, an der Richtigkeit der Feststellungen von Dr. R.____ zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich deren Gut- achten hinreichend mit den bei den Akten liegenden m edizinischen Unterlagen auseinander- setzt und eine schlüssige Kausalitätsbeurteilung vornimmt. 5.2 Was der Versicherte in seiner Beschwerde vorbringt, führt zu keiner anderen Beurtei- lung der strittigen Kausalitätsfrage. Der Beschwerdef ührer beruft sich im Wesentlichen auf die Ausführungen von Dr. O.____ in seiner Aktennotiz vom 8. Juli 2014. Dr. O.____ nimmt im We- sentlichen zu den Ausführungen von Dr. R.____ zum Stur zablauf Stellung. Er gelangt dabei zum Schluss, dass diesbezüglich alles möglich sei, von Abstützbe wegungen bis Haltebewe- gungen bis Distorsion der Schulter. Ausserdem sei seiner Ansicht nach eine Schultersubluxati- on aufgrund des Sturzereignisses möglich. Die Verletzun g entspreche aus arthroskopischer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sicht am ehesten einem forcierten Abduktions-/Aussenrotationstraumat. Auffällig ist dabei, dass Dr. O.____ keine Bemerkungen zum zeitlichen Ablauf vorb ringt. Es kann daher davon ausge- gangen werden, dass Dr. O.____ keine Kenntnis davon ha tte, dass der Beschwerdeführer ge- mäss den Arztberichten des I.____ erstmals anlässlich einer Notfallkonsultation am 30. August 2012 angegeben hat, nach einem Sturz vor fünf Monate n (also ca. Ende März 2012) auf die Schulter, nun seit zwei Wochen unter starken Schmerzen zu leiden. Dies würde bedeuten, dass die Schmerzen erst 10 Monate nach dem Sturzereignis vom 29. September 2012 aufgetreten sind. Diesbezüglich ist ebenfalls darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer weder anläss- lich der Erstuntersuchung vom 29. September 2011 (vgl. Bericht vom 3. Oktober 2011 von Dr. E.____) noch anlässlich von Arztkonsultationen im November 2011 über Schulterschmerzen, sondern über Kopfschmerzen geklagt hat. Auf diese echtzeit lichen Angaben des Beschwerde- führers ist abzustellen. Des Weiteren bejaht auch Dr. N .____ mit Arztbericht vom 12. September 2013 die Kausalität zum Unfallereigni s vom 29. September 2011. Er geht dabei aber fälschlicherweise ebenfalls davon aus, dass die Besch werden unmittelbar nach dem Un- fallereignis aufgetreten sind. Dr. R.____ berücksichtigt zu Recht, dass der Beschwerdeführ er frühestens ab Mai/Juni 2012 und damit rund 7-8 Monate nach dem Unfallereignis, üb er Schulterbeschwerden geklagt hat und lässt dies in ihre Beurteilung miteinfliessen. Sie weist zudem daraufhin, dass in der Literatur mehrere Mechanismen beschrieben würden, die zu einer Sch ädigung der Subscapularissehne führen würden, welche atraumatische/degenerative Pfade beinhalten würden. Ausserdem könn- ten degenerative Teilläsionen trügerisch sein, da der S ehnenansatz sehr gross sei und der Muskel auch direkt unterhalb der Sehne noch Kontakt zum Oberarm habe, sodass ein Funkti- onsverlust degenerativer Art zunächst unbemerkt schleichend zunehmen könne. Die Argumen- tation von Dr. R.____ ist plausibel und überzeugend. D ie Vorbringen von Dr. O.____ und Dr. N.____ sind nicht geeignet, Zweifel an der Beurteilu ng von Dr. R.____ hervorzurufen, weshalb auf den Bericht von Dr. R.____ vom 16. Juni 2014 abgestellt werden kann. 5.3 Anzumerken bleibt, dass in mehreren Arztberichten ein Ereignis bzw. ein Stolpersturz ca. im April 2012 (vgl. Berichte vom 30. August 2012 von Dr. K.____, vom 6. September 2012 von Dr. L.____ sowie vom 6. November 2012 von Dr. med. S .____) erwähnt wird. Es erscheint deshalb nicht ausgeschlossen, dass die geklagten Schulterbeschwerden auf ein anderes Ereig- nis zurückzuführen sind, als das vorliegend geltend gemachte Unfallereignis vom 29. Septem- ber 2011. Allerdings liegen diesbezüglich zu wenige An haltspunkte vor, insbesondere wird ein solches Ereignis im April 2012 auch vom Beschwerdeführer nicht vorgebracht, als dass im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes diesbezüglich weit ere Abklärungen vorzunehmen wä- ren. 6. In Bezug auf die von den Parteien vorgebrachte Frag e der Beweislastverteilung ist Fol- gendes anzumerken: Vorliegend wurde das Unfallereigni s vom 29. September 2011 der Be- schwerdegegnerin erst mit Unfallmeldung vom 28. Septemb er 2012 gemeldet. Die Beschwer- degegnerin hat – ohne zur Frage der Unfallkausalität S tellung zu nehmen – Leistungen er- bracht. Dies bedeutet nicht, dass die Beschwerdegegnerin damit die Unfallkausalität bejaht hat. Die geklagten Schulterbeschwerden sind erst im Verlaufe des Sommers 2012 aufgetreten und die Unfallmeldung vom 28. September 2012 erfolgte er st ein Jahr nach dem Unfall vom Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 29. September 2011. Der Unfallversicherer hatte somit e rnsthafte Gründe die Kausalitätsfrage abzuklären. Dies bedeutet, dass vorliegend kein vom Unfall versicherer anerkannter Grundfall vorliegt. Rückfall oder Spätfolgen stehen damit nicht zur Diskussion. Da vorliegend die Frage zu beantworten ist, ob ein leistungsbegründender natürl icher Kausalzusammenhang gegeben ist, liegt die Beweislast beim Versicherten (vgl. dazu oben Ziff. 3.2). 7. Der Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwer den und dem Unfallereig- nis vom 29. September 2011 ist gestützt auf die obigen Erwägungen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu bejahen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Beschwerdeverfa hren vor dem kantonalen Ge- richt für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind we ttzuschlagen; die obsiegende Be- schwerdegegnerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 l it. g ATSG schränkt den Anspruch auf eine Parteientschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. 8.2 Es bleibt über den Antrag des Beschwerdeführers zu befinden, es sei ihm die unentgelt- liche Verbeiständung zu bewilligen. Nach Art. 61 lit. f ATSG in Verbindung mit § 22 Abs. 2 VPO wird der Beschwerde führenden Person ein unentgeltlich er Rechtsbeistand bewilligt, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen, ihr Begehren nicht offen sichtlich als aussichtslos und die anwaltliche Vertretung zur Wahrung ihrer Rechte notwendig oder d och geboten erscheint (vgl. Urteil des EVG vom 7. April 2004, U 333/03, E. 3.2 und 4). Die se Voraussetzungen sind vorliegend gege- ben, weshalb das betreffende Gesuch zu bewilligen ist. 8.3 Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwält innen und Anwälte vom 17. Novem- ber 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung ) beträgt das Honorar bei unentgeltli- cher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsve rtreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 30. Juni 2015 für das vorliegen de Verfahren einen Zeitaufwand von 10 Stunden und 20 Minuten geltend gemacht. Dieser Au fwand erweist sich angesichts der sich stellenden Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind auch die geltend gemach- ten Auslagen von Fr. 71.75. Dem Rechtsvertreter ist somi t ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘309.50 (10,33 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 71.75 + 8% Mehrwertsteu- er) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Orga- nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufme rksam gemacht, wonach eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zu r Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘309.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht