<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2024.00170</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=224433&amp;W10_KEY=13045533&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2024.00170</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 24.10.2024</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Familiennachzug (Einreise zum Verbleib bei der Mutter)</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Verspäteter Familiennachzug: Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihre Mutter habe nach ihrer Einreise in die Schweiz nicht genügend finanzielle Mittel gehabt, um sie nachzuziehen. Sodann sei die Fortführung der Betreuung durch die Grosseltern aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich.] Es ist unbestritten, dass das Gesuch um Familiennachzug verspätet erfolgt ist (E. 2). Ein Nachzugsbegehren muss auch dann rechtzeitig gestellt werden, wenn es zu diesem Zeitpunkt nur beschränkte Aussichten auf Erfolg hat. Die Beschwerdeführerin ist 15 Jahre alt. Es sind daher hohe Anforderungen an den Nachweis fehlender Betreuungsmöglichkeiten zu stellen. Diese Anforderungen vermögen die Beschwerdeführerin bzw. die von ihnen beigebrachten Belege nicht zu erfüllen. Die genannten Erkrankungen bestehen seit Jahren und führen nicht zu einer substanziellen Einschränkung der Betreuungsfähigkeit der Grosseltern. Bei einem Familiennachzug ist zudem mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten in der Schweiz zu rechnen. Es liegen damit keine wichtigen Gründe vor, die hinsichtlich der Beschwerdeführerin einen verspäteten Familiennachzug rechtfertigen würden (E. 3). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> - keine -<br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=68323" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2024.00170</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">24. Oktober 2024</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, gesetzlich vertreten durch ihre Mutter, B, </span></p> <p class="MsoBodyText">diese vertreten durch RA C, </p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Familiennachzug<br/> (Einreise zum Verbleib bei der Mutter),</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">B, geboren 1990, StaatsangehÃ¶rige von Serbien, lebte von 2006 bis MÃ¤rz 2014 in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft mit D, aus welcher 2008 A hervorging. Mit Urteil des Grundgerichts in E (Serbien) vom 16. August 2015 wurde das alleinige Sorgerecht Ã¼ber A der Kindsmutter zugesprochen. Am 30. Juli 2016 heiratete B in Ljubljana den slowenischen StaatsangehÃ¶rigen F. Zusammen reisten sie am 13. Oktober 2016 in die Schweiz ein und stellten am 24. Oktober 2016 ein Gesuch um Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen. GestÃ¼tzt auf seinen vorgelegten Arbeitsvertrag erhielt F eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA und B am 9. November 2016 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA im Familiennachzug, letztmals befristet bis 12. Oktober 2026. Mit Gesuch vom 9. Mai 2023 ersuchte B um Erteilung einer Einreisebewilligung fÃ¼r A zum Verbleib bei ihr. WÃ¤hrend der GesuchsprÃ¼fung stellte das Migrationsamt fest, dass B und F nicht mehr zusammenleben und dass die Ehe mit Urteil des Amtsgerichts in E (Serbien) vom 30. MÃ¤rz 2022 geschieden worden ist. Infolgedessen erteilte das Migrationsamt B am 4. Dezember 2023 eine Aufenthaltsbewilligung gestÃ¼tzt auf das AIG, letztmals befristet bis 12. Oktober 2024. Mit VerfÃ¼gung vom 19. Januar 2024 wies das Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Den dagegen am 21. Februar 2024 erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 4. MÃ¤rz 2024 ab. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Sachverhalt1">Mit Beschwerde vom 4. April 2024 beantragte A dem Verwaltungsgericht, es sei in Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 4. MÃ¤rz 2024 der Familiennachzug zu bewilligen und ihr eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Mutter zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen.</p> <p class="Sachverhalt1">Die Vorinstanz verzichtete am 10. April 2024 auf Vernehmlassung; das Migrationsamt reichte keine Beschwerdeantwort ein.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 8. April 2024 wurde A aufgrund ihres Auslandwohnsitzes eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses gesetzt. A leistete die Kaution fristgerecht.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Einzug1"><span>Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 44 Abs. 1 lit. aâc des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG) kann auslÃ¤ndischen Ehegatten und Kindern unter 18 Jahren von Personen mit Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen zusammenwohnen bzw. zusammenwohnen wollen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind. Zudem dÃ¼rfen keine ErgÃ¤nzungsleistungen bezogen werden (Art. 44 Abs. 1 lit. d AIG) und kann die Aufenthaltsbewilligung <br/> gemÃ¤ss Art. 44 Abs. 4 AIG neu vom Abschluss einer Integrationsvereinbarung abhÃ¤ngig gemacht werden. Weiter darf der Nachzug nicht rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheinen und es dÃ¼rfen keine WiderrufsgrÃ¼nde nach Art. 62 AIG vorliegen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.7 mit Verweis auf die Regelung fÃ¼r Niedergelassene in Art. 51 Abs. 2 AIG). Anders als die Nachzugsbestimmungen betreffend Ehegatten und Kinder von Schweizerinnen und Schweizern und Personen mit Niederlassungsbewilligung (Art. 42 bzw. 43 AIG) rÃ¤umt die vorgenannte Bestimmung keinen Nachzugsanspruch ein; die BehÃ¶rden entscheiden vielmehr nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen (BGE 137 I 284 E. 1.2 und E. 2.3.2).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Sofern keine wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug vorliegen, hat der Familiennachzug innert den Nachzugsfristen von Art. 47 AIG bzw. Art. 73 VZAE und unter allfÃ¤lliger BerÃ¼cksichtigung der Ã¼bergangsrechtlichen Bestimmungen von Art. 126 Abs. 3 AIG zu erfolgen. Bei Kindern ist bis zum vollendeten zwÃ¶lften Altersjahr innert fÃ¼nf Jahren nach Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses um Nachzug zu ersuchen, danach gilt eine einjÃ¤hrige Nachzugsfrist (Art. 73 Abs. 1 und 2 VZAE bzw. Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG). Die Fristen beginnen mit der Erteilung der Aufenthaltsbewilligung oder der Entstehung des FamilienverhÃ¤ltnisses zu laufen (Art. 47 Abs. 3 lit. b AIG). Sinn und Zweck der Fristenregelung ist, die Integration der Kinder zu erleichtern. Durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug sollen diese unter anderem eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen kÃ¶nnen (Botschaft vom 8. MÃ¤rz 2002 zum AuG, BBl 2002 3754 Ziff. 1.3.7.7; BGE 133 II 6 E. 5.4; BGr, 22. MÃ¤rz 2016, 2C_147/2015, E. 2.4.1). Die Regelung des Familiennachzugs ist, wie aus der parlamentarischen Debatte hervorgeht, zudem ein Kompromiss zwischen den kontrÃ¤ren Anliegen, das Familienleben zu ermÃ¶glichen und die Einwanderung zu begrenzen (AB 2004 N 739 ff., 2005 S 305 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Dass das Gesetz Nachzugsfristen statuiert, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsÃ¤tzlich mit der Garantie des Familienlebens gemÃ¤ss Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vereinbar. So wird mit Art. 47 AIG einem unter dem Aspekt dieses Grundrechts legitimen Ã¶ffentlichen Interesse Ausdruck verliehen, und dient die Norm als gesetzliche Grundlage fÃ¼r einen Eingriff nach Art. 8 Abs. 2 EMRK in dieses. Was die umfassende InteressenabwÃ¤gung nach Art. 8 Abs. 2 EMRK betrifft, erfolgt diese weitgehend im Rahmen der PrÃ¼fung der geltend gemachten wichtigen familiÃ¤ren GrÃ¼nde im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG, wobei die letztgenannte Bestimmung so zu handhaben ist, dass der Anspruch auf Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK nicht verletzt wird (zum Ganzen BGr, 7. Mai 2020, 2C_979/2019, E. 4.2 mit Hinweisen; VGr, 16. Dezember 2021, VB.2021.00433, E. 3.3 mit Hinweisen; ferner BGr, 22. Februar 2021, 2C_493/2020, E. 2.5.6). Mit dem Familiennachzug soll demnach grundsÃ¤tzlich ein gemeinsames Familienleben in der Schweiz ermÃ¶glicht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Vorliegend ist unbestritten, dass die massgebende Nachzugsfrist gemÃ¤ss Art. 47 Abs. 1 und 3 AIG in Verbindung mit Art. 73 Abs. 1 und 2 VZAE verstrichen und das Gesuch um Familiennachzug damit verspÃ¤tet erfolgt ist. Folglich bleibt lediglich noch zu prÃ¼fen, ob wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug zu rechtfertigen vermÃ¶gen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>GemÃ¤ss Art. 47 Abs. 4 AIG wird ein nachtrÃ¤glicher Familiennachzug nur bewilligt, wenn wichtige familiÃ¤re GrÃ¼nde vorliegen (vgl. auch Art. 73 und 75 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 24. Oktober 2007 [VZAE; Fassung vom 24. Oktober 2007]). FÃ¼r den Nachzug von Kindern liegt gemÃ¤ss Wortlaut von Art. 75 VZAE ein wichtiger familiÃ¤rer Grund vor, wenn das Kindeswohl einzig durch einen solchen Nachzug gewÃ¤hrleistet werden kann. Entgegen dem Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung ist dabei nach der Rechtsprechung jedoch nicht ausschliesslich auf das Kindeswohl abzustellen; es bedarf vielmehr einer Gesamtschau unter BerÃ¼cksichtigung aller relevanten Elemente im Einzelfall (BGr, 12. November 2019, 2C_555/2019, E. 6.1; 21. September 2018, 2C_323/2018, E. 8.2.1; 20. Februar 2015, 2C_303/2014, E. 6.3.2; 20. Juni 2012 2C_888/2011, E. 3.1). Dabei ist dem Sinn und Zweck der Fristenregelung Rechnung zu tragen, welche die Integration der Kinder erleichtern will, indem diese durch einen frÃ¼hzeitigen Nachzug unter anderem auch eine mÃ¶glichst umfassende Schulbildung in der Schweiz geniessen sollen (BGr, 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.2, mit Hinweis auf die Materialien). Ein wichtiger Grund liegt etwa vor, wenn die weiterhin notwendige Betreuung des Kindes im Herkunftsland beispielsweise wegen des Todes oder der Krankheit der betreuenden Person nicht mehr gewÃ¤hrleistet ist. PraxisgemÃ¤ss liegen keine solchen GrÃ¼nde vor, wenn im Heimatland alternative PflegemÃ¶glichkeiten bestehen, die dem Kindeswohl besser entsprechen, weil dadurch vermieden werden kann, dass die Kinder aus ihrer bisherigen Umgebung und dem ihnen vertrauten Beziehungsnetz gerissen werden. An den Nachweis der fehlenden BetreuungsmÃ¶glichkeit im Heimatland stellt die Rechtsprechung umso hÃ¶here Anforderungen, je Ã¤lter das nachzuziehende Kind ist und je grÃ¶sser die Integrationsschwierigkeiten erscheinen, die ihm hier drohen (BGE 137 I 284 E. 2.2 und E. 2.3.1; BGr, 12. November 2019, 2C_555/2019, E. 5.3, mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Die Bewilligung des Nachzugs nach Ablauf der Fristen bildet nach dem Willen des Gesetzgebers sodann die Ausnahme und nicht die Regel (BGr, 27. April 2020, 2C_948/2019, E. 3.2; 27. August 2015, 2C_176/2015, E. 3.3; 3. Oktober 2011, 2C_205/2011, E. 4.4).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht im Wesentlichen geltend, dass ihre Mutter <a id="_Hlk180654408">nach ihrer Einreise in die Schweiz nicht genÃ¼gend finanzielle Mittel gehabt habe, um sie nachzuziehen. </a>Es treffe zwar zu, dass dieses Argument gemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung isoliert betrachtet keinen wichtigen Grund fÃ¼r einen nachtrÃ¤glichen Familiennachzug darstelle, jedoch mÃ¼sse dieses Argument im Rahmen der vorzunehmenden Gesamtbetrachtung dennoch mitberÃ¼cksichtigt werden. Ein Nachzug sei zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt nicht mÃ¶glich gewesen, da ein entsprechendes Gesuch aufgrund der damals fehlenden Ressourcen abgewiesen worden wÃ¤re. Sodann treffe es entgegen der Feststellung der Vorinstanz nicht zu, dass die Grosseltern noch in der Lage seien, die Verantwortung fÃ¼r die Erziehung und Betreuung der BeschwerdefÃ¼hrerin zu tragen. Ihre Mutter habe weitere Berichte und EinschÃ¤tzungen von Fachpersonen in Serbien eingeholt. Aus diesen ergebe sich unmissverstÃ¤ndlich, dass die direkte Betreuung durch die Kindsmutter in der Schweiz angezeigt sei und <a id="_Hlk180654485">die FortfÃ¼hrung der Betreuung durch die Grosseltern nicht mÃ¶glich sei.</a> Es sei von einer GefÃ¤hrdung des Kindeswohls durch die fortgesetzte Betreuung auszugehen. Sie sei auch mit 15 Jahren noch auf Betreuung und Ãberwachung angewiesen. Sodann kÃ¶nne ein telefonisch beratender Kontakt durch die Kindsmutter keine direkte Betreuung ersetzen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin befinde sich in einer Lebensphase, in welcher sie eine fÃ¼hrende Hand benÃ¶tige, welche ihrem Freiheitsdrang Grenzen setze und die fÃ¼r ihre soziale Entwicklung notwendigen Werte vermittle. Dies sei durch die Grosseltern nicht mehr mÃ¶glich. Soweit die Vorinstanz als Argument gegen den Familiennachzug schliesslich die Integrationsprobleme auffÃ¼hre, wÃ¼rde dies auf jeden Familiennachzug zutreffen. Sie kÃ¶nne auf die UnterstÃ¼tzung ihrer Mutter bauen, welche unbestrittenermassen bestens in der Schweiz integriert sei. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, stellt der Umstand, dass es einer nachzugswilligen Person nicht gelungen ist, rechtzeitig die Voraussetzungen fÃ¼r einen Familiennachzug zu schaffen, keinen wichtigen Grund im Sinn von Art. 47 Abs. 4 AIG dar. Ein Nachzugsbegehren muss auch dann rechtzeitig gestellt werden, wenn es zu diesem Zeitpunkt nur beschrÃ¤nkte Aussichten auf Erfolg hat (BGr, 27. April 2020, 2C_948/2019, E. 2.3.4 und E. 3.4.1; VGr, 26. August 2020, VB.2020.00396, E. 5.3). Was das Vorbringen der BeschwerdefÃ¼hrerin anbelangt, ihre Betreuung sei in Serbien nicht mehr gewÃ¤hrleistet, macht sie geltend, der gesundheitliche Zustand der Grosseltern habe sich in letzter Zeit verschlechtert. Sie reicht als Belege Befunde und die Meinung eines die Grosseltern behandelnden Psychologen sowie einen Bericht des Sozialamts E (Serbien) zu den Akten. Aus den Berichten des Psychologen vom 7. MÃ¤rz 2024 geht hervor, dass der Grossvater nervÃ¶s und angespannt sei, leicht und schnell gereizt werde und nur schwer zu beruhigen sei. Er kÃ¶nne gegenÃ¼ber seiner Umgebung unangenehm sein und habe OhnmachtsanfÃ¤lle, Benommenheit und Schwindel. Er sei streitsÃ¼chtig und emotional aufgewÃ¼hlt. Seine sozialen Kontakte seien begrenzt und er halte diese nicht aufrecht. Er sei stÃ¤ndig missgestimmt und nicht in der Lage, sich zu motivieren, etwas zu tun. Er sei Ã¤ngstlich und stÃ¤ndig besorgt, ob er zu Hause und in seiner Umgebung das Richtige tue. Es liege bei ihm eine intellektuelle FunktionsstÃ¶rung im Rahmen einer unterdurchschnittlichen Intelligenz vor. Das GedÃ¤chtnis sei beeintrÃ¤chtigt, ebenso die Konzentration und die Aufmerksamkeit. Der Psychologe gelangte zum Schluss, dass er nicht mehr in der Lage sei, sich um die minderjÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin zu kÃ¼mmern. BezÃ¼glich der Grossmutter hielt der Psychologe fest, dass auch sie Probleme mit NervositÃ¤t, OhnmachtsanfÃ¤llen, Schwindel, Benommenheit und schlechter Laune habe. Sie sei stÃ¤ndig aufgeregt und schwer zu beruhigen. Durch ihre Probleme sei das tÃ¤gliche Leben und die Verpflichtungen, die sie in der Familie habe, stark beeintrÃ¤chtigt. Wenn es ihr schlecht gehe, falle es ihr schwer, sich zu bewegen und aus dem Bett aufzustehen. Sie habe keine Motivation fÃ¼r irgendetwas. Sie sei nicht in der Lage, grundlegende Haushaltsaufgaben zu erledigen. Sie sehe verschwommen und hÃ¶re schlechter. Sie habe hÃ¤ufig Kopfschmerzen und kÃ¶nne sich schlecht konzentrieren. Der Psychologe gelangte bei der Grossmutter zum Schluss, dass der Mini-Mental-Status-Test auf eine mentale Demenz hinweise. Es liege ein ernsthaftes depressives Zustandsbild vor, begleitet von hÃ¤ufigen Angst- und Panikattacken, die den Alltag und ihr Leben beeintrÃ¤chtigen wÃ¼rden. Auch die Grossmutter sei nicht mehr in der Lage, sich um die minderjÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrerin zu kÃ¼mmern. Das Sozialamt E (Serbien) hielt in seinem Bericht vom 13. MÃ¤rz 2024 fest, dass die Kindsmutter die Verantwortung habe, sich um die BeschwerdefÃ¼hrerin zu kÃ¼mmern und die Grosseltern nicht mehr in der Lage seien, auf ihre EntwicklungsbedÃ¼rfnisse einzugehen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin habe den Wunsch geÃ¤ussert, bei ihrer Mutter zu leben. Es liege im besten Interesse der BeschwerdefÃ¼hrerin, dass sie direkt durch ihre Mutter betreut werde. </p> <p class="Erwgung2">Vorab ist festzuhalten, dass Parteigutachten bzw. Gutachten, die von Parteien eingereicht werden, lediglich der Beweiswert von Parteivorbringen zukommt. Expertisen, die von einer Partei eingeholt und in das Verfahren als Beweismittel eingebracht werden, darf der Beweiswert indessen nicht schon deshalb abgesprochen werden, weil sie von einer Partei stammen (Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 7 N. 148). Dementsprechend sind die eingereichten Beweismittel im Rahmen des Gesamtkontextes zu wÃ¼rdigen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist heute 15 Jahre alt und bestreitet ihren Alltag folglich bereits weitestgehend selbstÃ¤ndig; es sind somit hohe Anforderungen an den Nachweis fehlender BetreuungsmÃ¶glichkeiten zu stellen. Diese Anforderungen vermÃ¶gen die BeschwerdefÃ¼hrerin bzw. die von ihr beigebrachten Belege nicht zu erfÃ¼llen. Auch aus den neu ins Recht gelegten Beweismittel geht keine massgebliche VerÃ¤nderung der Betreuungssituation hervor. <a id="_Hlk180654139">Die genannten Erkrankungen bestehen seit Jahren und fÃ¼hren nicht zu einer substanziellen EinschrÃ¤nkung der BetreuungsfÃ¤higkeit der Grosseltern der BeschwerdefÃ¼hrerin, zumal es ausreicht, wenn diese ihrer Enkelin beratend zur Seite stehen.</a> Der BeschwerdefÃ¼hrerin ist der im Rahmen der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG zu erbringende Nachweis, dass gesundheitliche Probleme der Grosseltern die bisher geleistete und weiter erforderliche Betreuung verunmÃ¶glichten, nicht gelungen. Schliesslich hat die Vorinstanz bei der PrÃ¼fung eines wichtigen familiÃ¤ren Grundes, entgegen dem Einwand der BeschwerdefÃ¼hrerin, zu Recht das Alter und die entsprechende IntegrationsfÃ¤higkeit in der Schweiz der BeschwerdefÃ¼hrerin berÃ¼cksichtigt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist heute 15 Jahre alt und hat ihr ganzes bisheriges Leben in Serbien gelebt. GemÃ¤ss Feststellung der Vorinstanz hat sie die Schweiz einmal besucht und spricht kein Deutsch. Dass sie bei einer Ãbersiedlung in die Schweiz mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten zu rechnen hÃ¤tte, wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin denn auch nicht bestritten, zumindest nicht substanziiert. Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass <a id="_Hlk180654311">bei einem Familiennachzug mit erheblichen Integrationsschwierigkeiten in der Schweiz zu rechnen ist</a>. Nach dem Gesagten <a id="_Hlk180654212">liegen keine wichtigen GrÃ¼nde vor, die hinsichtlich der BeschwerdefÃ¼hrerin einen verspÃ¤teten Familiennachzug rechtfertigen wÃ¼rden. </a>Die Vorinstanz hat das Gesuch um Erteilung einer Einreisebewilligung an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu Recht abgewiesen. Bei dieser Rechts- und Sachlage besteht auch kein Grund, die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen und es ist ihr keine ParteientschÃ¤digung zuzusprechen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 VRG sowie § 17 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Zur Rechtsmittelbelehrung des nachstehenden Dispositivs ist Folgendes zu erlÃ¤utern: Soweit ein Anwesenheitsanspruch geltend gemacht wird, ist die Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) zulÃ¤ssig. Ansonsten steht die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde gemÃ¤ss Art. 113 ff. BGG offen (Art. 83 lit. c Ziff. 2 e contrario und Ziff. 4 BGG). Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration.</span></p> <p class="Urteilstext"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>