Budget 1988. Supplément II 1774 N 12 décembre 1988 Ruffy, Schmid, Seiler Hanspeter, Spielmann, Stamm, Stap- pung, Stocker, Thür, Uchtenhagen, Ulrich, Weder-Basel, Wiederkehr, Zbinden Hans, Ziegler, Züger, Zwygart (64) Dagegen stimmen die folgenden Ratsmitglieder: Votent contre la transmission: Aliesch, Allenspach, Aregger, Aubry, Auer, Baggi, Basler, Berger, Biel, Blatter, Blocher, Bonny, Bonvin, Bremi, Bühler, Burckhardt, Bürgi, Cavadini, Cevey, Cincera, Columberg, Cotti, Couchepin, Coutau, Daepp, Darbellay, David, Déglise, Dietrich, Dreher, Ducret, Dünki, Eggly, Eisenring, Engler, EppenbergerSusi, Etique, Fäh, Feigenwinter, Fierz, Fischer- Hägglingen, Fischer-Sursee, Fischer-Seengen, Frey Claude, Frey Walter, Früh, Giger, Graf, Grassi, Gros, Guinand, Gysin, Hänggi, Hari, Hess Otto, Hess Peter, Hildbrand, Hösli, Hou- mard, Humbel, Jeanneret, Jung, Keller, Kohler, Kühne, Leuba, Loeb, Loretan, Massy, Mauch Rolf, Mühlemann, Mül- ler-Meilen, Müller-Wiliberg, Nabholz, Nebiker, Neuen- schwander, Nussbaumer, Oehler, Oester, Paccolat, Phili- pona, Portmann, Reich, Reichling, Reimann Maximilian, Rohrbasser, Ruckstuhl, Ruf, Rutishauser, Rüttimann, Rychen, Sager, Salvioni, Savary-Fribourg, Savary-Vaud, Scheidegger, Scherrer, Schmidhalter, Schnider, Schule, Schwab, Segond, Spalti, Spoerry, Steffen, Steinegger, Stucky, Theubet, Tschuppert, Wanner, Weber-Schwyz, Wel- lauer, Widmer, Widrig, Wyss Paul, Wyss William, Zbinden Paul.Zölch, Zwingli (119) Abwesend sind die folgenden Ratsmitglieder - Sont ab- sents: Büttiker, Caccia, Dubois, Eggenberg-Thun, Friderici, Hafner Rudolf, Luder, Maitre, Martin, Meier Fritz, Perey, Petitpierre, Pidoux, Rebeaud, Segmüller, Seiler Rolf (16) Präsident Iten stimmt nicht M. Iten, président, ne vote pas #ST# Ad 87.052 Voranschlag 1988. Nachtrag II Budget 1988. Supplément II Botschaft und Beschlussentwurf vom 2. November 1988 Message et projet d'arrêté du 2 novembre 1988 Bezug durch die Eidgenössische Druck- und Materialzentrale, Bern S'obtiennent auprès de l'Office central des imprimés et du matériel, Berne Beschluss des Ständerates vom 7. Dezember 1988 Décision du Conseil des Etats du 7 décembre 1988 Antrag Herczog 7 Volkswirtschaft 703 Bundesamt für Aussenwirtschaft 600.02 Vorschüsse an Exportrisikogarantie Streichen Bundesbeschluss Art. 1 .... Fr. 792 037 213 als Nachtragskredit Proposition Herczog 7 Economie publique 703 Office fédéral des affaires économiques extérieures 602.02 Garantie contre les risques à l'exportation, avances Biffer Arrêté fédéral Art. 1 .... 792 037 213 francs de crédits supplémentaires Fehr, Berichterstatter: Der Bundesrat unterbreitet uns mit dem zweiten Nachtrag zum Voranschlag 1988 Kreditnach- träge, d. h. Zahlungskredite von 1,08 Milliarden Franken und Verpflichtungskredite von 64,5 Millionen Frankem. Zusam- men mit den in Nachtrag l angeforderten Krediten erreichen die Nachträge für 1988- in absoluten Zahlen ausgedrückt- einen noch nie dagewesenen Umfang. Sie machen insge- samt 1,38 Milliarden Franken oder 5,3 Prozent der budge- tierten Ausgaben aus. In den letzten zehn Jahren betrugen die Nachtragskredite im Mittel rund 2,7 Prozent der budgetierten Ausgaben. Aller- dings ist darauf hinzuweisen -wie bereits beim Voranschlag 1989 -, dass Sonderfaktoren eine gewisse Rolle spielen. So entfallen bei den Nachträgen rund zwei Dritte>l auf zwei Positionen - nämlich auf einen Zahlungskredit für die Betei- ligung der Schweiz an der Erweiterten Strukturanpassungs- fazilität des Internationalen Währungsfonds, das macht 15 Millionen Franken, und auf einen zusätzlichen Vorschuss an die Exportrisikogarantie von 280 Millionen Franken. Diese beiden Positionen machen bereits 695.Millionen Fran- ken aus. Das IWF-Darlehen wurde von unserem Rat in der Herbstses- sion, vom Ständerat letzte Woche bewilligt. Die Mehrauf- wendungen für die ERG sind auf verminderte (Einnahmen und gleichzeitig höhere Ausgaben für politische Risiken und Transferschäden sowie Schuldenkonsolidierungen zurück- zuführen. Ich verzichte darauf, Ihnen die übrigen Kredltbetjehren dar- zustellen. Sie finden sie in der Botschaft samt den nötigen Erläuterungen. Die Kommission hat die Vorlage des BundesraUis in Anwe- senheit des Vorstehers des Finanzdepartementes an zwei Sitzungen geprüft. Sie erachtet die Notwendigkeit und Dringlichkeit der anbegehrten Kredite als ausgewiesen. Trotz des hohen Gesamtvolumens darf nicht von einer unsorgfältigen Budgetierung gesprochen werden. Auch ist nicht zu erwarten, dass sich die Staatsrechnung 1988 im gleichen Umfang gegenüber dem Voranschlag verschlech- tern wird. Einerseits liegen die zusätzlichen Kredite nach Abzug der Sonderfaktoren im Rahmen. Andererseits werden den Kreditnachträgen Ende Jahr erfahrungsgemäss zahlrei- che Kreditreste gegenüberstehen, was wiederum zu einer Reduktion der Ueberschreitungen führt. Aus der Detailberatung greife ich zwei Punkte auf: 1. Die ERG. Es liegt hierein Streichungsantrag vor, gestellt von Herrn Kollege Herczog. Ich sage Ihnen jetzt iichon, dass auch in der Kommission keine Begeisterung über den ange- forderten Nachtragskredit herrschte, dies auch daher, weil nun der Vorschuss des Bundes auf über 1,6 Milliarden Fran- ken anschwillt. Wir begrüssen deshalb die Anstrengungen des Bundesrates für eine Sanierung der ERG, wie dies bereits bei der Beratung des Voranschlags 1989 kundgetan worden ist. Eine entsprechende Botschaft des Bundesrates an die eidgenössischen Räte ist für das erste Sernester 1989 angekündigt. Im Zusammenhang mit dem uns vorliegenden Nachtrag geht es jedoch darum, eingegangene gesetzliche Verpflich- tungen zu honorieren. Eine Streichung ist nicht möglich. Die Kommission lehnt sie auch ab. Es ist verfehlt, über den Budgetnachtrag die ERG korrigieren zu wollen. Hierzu ist- ich habe das bereits beim Voranschlag 1989 ausgeführt- eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen nötig. 2. Bei den Verpflichtungskrediten werden uns .zum Abbau des Gesuchsüberhangs bei den Bundesbeiträgen an Zivil- schutzbauten 60 Millionen Franken beantragt. Die Kommission stellt dazu folgendes fest: Das geltende Zivilschutzleitbild sieht vor, bis zum Jahre 2000 jedem Ein- wohner und jeder Einwohnerin unseres Landes einen Schutzplatz zur Verfügung zu stellen. Diese Zielsetzung lässt sich unseres Erachtens nicht mit den finanziellen Mög- lichkeiten des Bundeshaushaltes in Einklang bringen. Der vorliegende Nachtragskredit bestätigt dies. Die Finanzkommission des Ständerates hat ihre GPK einge- laden, diesen Zielkonflikt näher auszuleuchten. Unsere Kommission begrüsst diese Abklärungen.12. Dezember 1988 N 1775 Voranschlag 1988. Nachtrag II Sie erinnern sich, dass wir beim Voranschlag 1989 die Bundesbeiträge an Zivilschutzbauten um fünf Millionen Franken herabgesetzt haben, und zwar die Zahlungs- und Verpflichtungskredite. Man könnte nun argumentieren, zwi- schen der Aufstockung im Nachtrag I11988 und der Budget- kürzung 1989 bestehe ein Widerspruch. Dies ist unseres Erachtens jedoch nicht der Fall. Einerseits beträgt die Zuwachsrate in diesem Bereich - trotz Kürzung - immer noch 23 Prozent. Andererseits bildet der vorliegende Nach- trag geradezu die Voraussetzung für die im Voranschlag 1989 vorgenommene Kürzung. Die Finanzkommission empfiehlt Ihnen mit 17 gegen 0 Stim- men, bei einer Enthaltung, dem Nachtrag II zum Voran- schlag der Eidgenossenschaft gemäss Botschaft des Bun- desrates zuzustimmen. M. Frey Claude, rapporteur: Le second supplément budgé- taire que nous soumet le Conseil fédéral porte sur une somme de 1,077 milliard de francs de crédits de paiements et sur un montant de 64,5 millions de crédits d'engage- ments. Avec le premier supplément qui comportait 301 mil- lions de crédits de paiements, il entraîne une augmentation du volume global des dépenses budgétisées pour 1988 de l'ordre de 5,3 pour cent, soit environ 1,37 milliard de francs. Il convient de rappeler, à' cet égard, que le budget pour 1988, tel qu'il a été voté par les Chambres, prévoyait un excédent de recettes de 1,041 million de francs. Les crédits budgé- taires qui ne seront pas entièrement utilisés en vertu du principe de la spécialité et les suppléments de recettes éventuels ne permettront de compenser que partiellement ces crédits supplémentaires de sorte que l'on doit s'attendre à ce que l'excédent de recettes du compte financier de 1988 n'atteigne plus guère qu'un demi-milliard de francs. Quant au compte général, après deux ans de résultats positifs, on peut craindre qu'il glisse à nouveau dans les chiffres rouges. Si l'on compare le supplément 1988 à ceux des années précédentes, on s'aperçoit qu'il atteint des chif- fres records. En effet, les crédits supplémentaires de la seconde série s'élevaient en 1987 à 246 millions, en 1986 à 323 millions, en 1985 à 776 millions et pour les années 1981 à 1984, ils variaient entre 370 et 425 millions. Le second supplément représente une somme de deux à quatre fois supérieure aux années précédentes. On doit ce résultat principalement à deux crédits supplémentaires, à savoir l'octroi d'un prêt de 415 millions de francs au Fonds monétaire international et des avances de la Confédération au titre de la garantie contre les risques à l'exportation pour 280 millions. Sans ces deux crédits, qui totalisent quelque 700 millions de francs soit les deux tiers de toutes les demandes, le second supplément budgétaire n'atteindrait que la somme de 377 millions et se situerait dans la bonne moyenne des seconds suppléments budgétaires des.années précédentes. Je renonce à vous donner le détail des postes budgétaires, je vous renvoie au message du Conseil fédéral. J'en reste simplement aux deux postes que j'ai mentionnés. S'agissant des 415 millions destinés au FMI, nous vous rappelons que, dans son message du 25 mai 1988, concer- nant la participation de la Suisse à la facilité d'ajustement structurel renforcé du Fonds monétaire international, le Conseil fédéral vous a proposé d'allouer un prêt de 200 mil- lions au FMI sous forme de droits de tirage spéciaux. Le taux de change présumé était de 2,08 francs. Le message a précisé qu'il vous appartiendrait de voter ce crédit dans le cadre du second supplément budgétaire. Il s'agit dès lors d'un prêt de 415 millions de francs sans intérêt et remboursable en dix ans et demi au plus tard. Vingt-quatre pays se sont engagés à accorder de tels prêts au Fonds monétaire international. Quant aux avances de 280 millions de francs au titre de la garantie contre les risques à l'exportation, elles viennent s'ajouter aux 160 millions figurant déjà dans le budget de 1988. Au bilan, les avances à la GRE atteindront dès lors 1,6 milliard de francs dont 866 millions concernent des pertes sur le risque de change, type de risques qui a été supprimé depuis trois ans. Comme ces pertes ne semblent plus recouvrables, le chef du Département fédéral de l'éco- nomie publique a assuré que le Conseil fédéral examinerait prochainement les moyens de régulariser cette situation alarmante. On ne peut pas éviter, et d'ores et déjà nous nous exprimons sur la proposition de M. Herczog, le montant qui vous est demandé. En effet, il doit servir à couvrir des engagements légaux de la garantie des risques à l'exporta- tion. Par ailleurs, ce crédit a été soumis en procédure urgente à la Délégation des finances qui a dû l'approuver en notre nom. On doit s'attendre dès lors à ce que le crédit en question soit déjà partiellement dépensé aujourd'hui. Le montant total des crédits d'engagements s'élève à 64,5 millions de francs dont deux crédits d'ouvrages pour 1,7 million et six crédits additionnels portant sur 62,8 mil- lions. Le plus important d'entre eux concerne les ouvrages de protection civile et atteint 60 millions de francs. Il convient de relever à cet égard que la plupart des ouvrages de protection civile sont intégrés à des édifices civils tels que des écoles, des bâtiments administratifs, etc. Le grand nombre des constructions actuellement en cours contraint l'Office de la protection civile à octroyer des subventions et il faut s'attendre en 1988 à un excédent de demandes de près de 80 millions. Voilà pourquoi le Conseil fédéral vous propose le crédit additionnel ci-dessus qui a été soumis préalablement à la Délégation des finances en procédure urgente. Toutefois, celle-ci ne s'est pas prononcée car elle n'a pas voulu préju- ger de la décision du Parlement étant donné qu'ici la demande pouvait attendre vôtre approbation. C'est dans cet esprit que la Commission des finances vous propose, à l'unanimité moins une abstention, d'approuver les demandes que comporte le supplément II au budget 1988. Herczog: Ich beantrage Ihnen, den Nachtragskredit für die Exportrisikogarantie in der Höhe von 280 Millionen Franken zu streichen und demgemäss einzusparen. Die ERG-Rechnung scheint vollends ausser Rand und Band geraten zu sein. Im Finanzplan vor vier Jahren wurde für 1988 eine ausgeglichene Rechnung prognostiziert. Aber die Bundesvorschüsse für die ERG nahmen dauernd zu: 1984 585 Millionen Franken, 1985 744 Millionen Franken; 1986 lagen sie bereits knapp an der Milliardengrenze, und jetzt ist diese deutlich überschritten. Auch die durchschnittliche Jahressteigerung-zwischen 150 und 200 Millionen Franken - wurde damit deutlich überschritten. Seit 1977 ist die ERG defizitär, und seit 1982 werden die Defizite durch Bundesvorschüsse finanziert. In welchem politischen Umfeld diese «Geschichte» entsteht und wo überhaupt neue politische Richtungen zu suchen wären, zeigt die Tatsache, dass angesichts der Unfähigkeit vieler Drittweltländer, ihre Schulden zurückzuzahlen, die Schweiz im Pariser Club-also im Club der westlichen Gläubigerstaa- ten - Umschuldungsabkommen mit mehreren Ländern abgeschlossen hat. Es sind Forderungen in der Grössenord- nung von 1,3 Milliarden Franken ausstehend. Hinzu kom- men noch 480 Millionen Franken für von der ERG nicht gedeckte Forderungen der Exportindustrie, die ebenfalls umgeschuldet werden. Die Verluste der ERG-Rechnung stammen zum grössten Teil aus der 1973 eingeführten und 1985 wieder abgeschafften Währungsgarantie; das sind etwa 840 Millionen Franken. Die können wir uns ans Bein streichen. Wir wissen, dass diese nicht wieder einbringbar sind. Mit anderen Worten: Die 840 Millionen Franken sind auf Kosten der Steuerzahle- rinnen und Steuerzahler zu finanzieren. Demgegenüber wis- sen wir, dass bestimmte Teile der Exportwirtschaft - ich betone: nicht die mittleren und kleinen Unternehmen - früher von Währungsschwankungen ganz massiv profitiert haben. Jetzt aber soll die öffentliche Hand die Währungsver- luste ausgleichen l In der Frühjahrssession 1987 wurde hier eine Motion Renschier behandelt, auf die der Bundesrat genau in diesemBudget 1988. Supplément II 1776 N 12 décembre 1988 Zusammenhang u. a. wie folgt schriftlich geantwortet hat: «Der Bundesrat ist sich der unbefriedigenden Finanzlage der Exportrisikogarantie bewusst.» Weiter: «Bis Mitte 1988 werden alle Währungsgarantien auslaufen. In jenem Zeit- punkt wird eine endgültige Uebersicht über diese Sparte der ERG-Tätigkeit möglich sein.» Noch weiter: «Mit der auf den 1. April 1985 in Kraft gesetzten Verordnungsrevision hat der Bundesrat Massnahmen in Richtung der Wiederherstellung der gesetzlich festgelegten Eigenwirtschaftlichkeit der ERG ergriffen.» Ein letzes Zitat aus der bundesrätlichen Antwort: «In diesem Sinne beabsichtigt der Bundesrat, im gegebenen Zeitpunkt- d. h. wenn die definitiven Verluste aus der nun- mehr suspendierten Währungsgarantie absehbar sind - dem Parlament über die Lage Bericht zu erstatten.» Wir warten alle auf die Lage-Berichterstattung! Ebenso hat sich damals der Fraktionssprecher der Freisin- nig-demokratischen Partei geäussert. Herr Spalti sagte: «Die Finanzlage der ERG hat sich tatsächlich seit 1978 entschei- dend verschlechtert. Die per 1. April 1985 erfolgte Gebühre- nerhöhung und die Suspendierung der Währungsgarantie zeigen, dass man an der festgelegten und grundsätzlich nicht bestrittenen Eigenwirtschaftlichkeit im Prinzip festhal- ten will.» Die Motion Renschier wurde teilweise als Postulat überwie- sen, ohne dass sich etwas sieht- und fühlbar geändert hätte, im Gegenteil. Zu Recht wurden bei der diesjährigen Budget- debatte die Subventionsforderungen der Landwirte kriti- siert. Ich bin aber der Meinung, dass das, was den Bauern gegenüber an Kritik recht ist, gegenüber Teilen der Export- wirtschaft billig sein soll! Es darf nicht so sein, dass man einen Teil unserer Wirtschaft herausnimmt und die «Sub- ventionitis» kritisiert, während man einen anderen Teil der Wirtschaft mit «laisser faire»-Politik weiterwirtschaften lässt. Hier wird gerade das Unternehmensrisiko, welches verschie- dene Ordnungspolitiker immer wieder betonen, vom Staat übernommen. Das wollen wir nicht. Je länger je mehr bin ich der Ansicht, dass die öffentlichen Subventionen für die Exportförderung nicht angebracht sind - insbesondere solange nicht, als erstens der Bundes- rat die Exportrisikogarantie keinesfalls als ein Koordina- tionsinstrument zwischen Entwicklungs- und Aussenwirt- schaftspolitik einsetzen will und zweitens wirtschaftlich und entwicklungspolitisch unsinnige Projekte immer noch gefördert werden (ich möchte Sie z. B. nochmals daran erinnern, dass wir erst nach «Tschernobyl» die nukleare Zusammenarbeit zwischen Aegypten und der Schweiz ein- gestellt haben, nachdem über die ERG bereits Unsummen für ein dortiges Atomkraftwerk ausgegeben worden waren; das sind Förderungsmassnahmen, Subventionen für einen kleinen Teil unserer Exportindustrie). Drittens bin ich auch gegen öffentliche Subventionen für die Exportförderung, solange die Zusammensetzung der ERG-Kommission - nur Bund und Wirtschaftsvertreter- uns keine politische Durch- sichtsmöglichkeit über die Geschäfte dieser Kommission erlaubt. Wir wissen überhaupt nicht, wie die fraglichen Län- der beurteilt werden, weil angeblich diplomatische Rück- sichten hier die Transparenz verbieten. Mit anderen Worten: Die jetzige Situation ist das Resultat einer unverändert falschen Politik im Bereich der Exportför- derung. Es wäre naiv zu glauben, die Subventionierung der Exportförderung sei nur in unserem Land üblich. Es ist aber umgekehrt selbstverständlich, dass es nicht so weitergehen kann. Wir können nicht jedes Jahr zusätzliche Subventionen für ausgewählte Exportbranchen und -firmen bezahlen und auch beschliessen, wenn Teile der Exportwirtschaft diese öffentlichen Gelder für ihre Risikoübernahme in Anspruch nehmen. Zumindest muss das Parlament verlangen, dass politisch mehr Einfluss auf die Verwendung dieser Gelder genommen wird. Wir stehen unheimlich schlecht da, und die Diskussion über die Exportrisikogarantie ist seit Anfang der achtziger Jahre nicht vom Fleck gekommen; das macht die Sache auch nicht besser. Ich bitte Sie - nicht als politische Demonstra- tion, sondern aus politischer Gradlinigkeit vis-à-vis der gan- zen Wirtschaft -, meinem Antrag zuzustimmen. Präsident: Die Fraktionen der FDP, der CVP, der SVP, der LdU/EVP lassen mitteilen, dass sie der Kommission zustim- men werden und den Antrag Herczog ablehnen. Züger: Nachtragskredite von 5,3 Prozent auf den Voran- schlag bezogen, das ist sehr viel, auch wenn die beiden grossen Brocken Erweiterte Strukturanpassungsfazilität und Exportrisikogarantie mit zwei Dritteln den Löwenanteil ausmachen. Auch das Jammern unserer Landwirtschafts- vertreter während der Budgetdebatte wird durch die heuti- gen Nachtragskredite in der Höhe von 76 Millionen wieder stark relativiert. Dies alles führt mir recht deutlich vor Augen, wie lächerlich eigentlich solche Kürzungsübungen sind, wie wir eine die vorletzte Woche so standhaft durchgezogen haben. Als Mitglied der Finanzkommission verbleibt per saldo eigentlich fast nur noch der Griff zur Narrenkappe! Noch ein Wort zur Exportrisikogarantie. Es ist wirklich höch- ste Zeit, dieses Werk gesund zu revidieren, denn die heutige Handhabung streift die Grenze des guten Geschmackes. Wenn nur noch Geschäfte mit Höchstrisiken und praktisch sicheren Verlusten versichert werden, die kleinsn Risiken jedoch grosszügig und vor allem prämienfrei seilbst getra- gen werden, muss dies notgedrungen zum Debakel führen. Für dieses Spielchen kennen wir eine Formel: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste. Auch warten wir mit Spannung auf die Vorschläge von Kollege Eisenring, wie er die aufgelaufenen Defizite von 840 Millionen Franken aus Währungsverlusten zu beseitigen gedenkt. Als geistiger Vater dieses kostspieligen Einfalles hat er sich sicher auch Gedanken zur Schadensbegrenzung gemacht. Wie Sie selbst feststellen, stimmt die SP-Fraktion, allerdings ohne jegliche Begeisterung, diesem zweiten Nachtrag zum Voranschlag 1988 zu. Thür: Ich äussere mich ebenfalls nur zu einem Punkt, näm- lich zur Exportrisikogarantie. Wir sprechen heute bei einem budgetierten Betrag von 160 Millionen Franken über einen Mehrbedarf von sage und schreibe 280 Millionen Franken. Es ist uns klar, dass im Rahmen dieser Debatte dieser Betrag nicht wirklich in Frage gestellt werden kann. Die gesetzli- chen Bestimmungen verlangen, dass wir ihn «schlucken». Das ist sehr unbefriedigend. Ich möchte aber bei dieser Gelegenheit den Unwillen der grünen Fraktion zum Aus- druck bringen. Die Gründe für die exorbitant gestiegenen Zuschüsse an die ERG liegen vorwiegend bei den ansteigenden Schäden aus den Schuldenkonsolidierungen von Entwicklungsländern. Ende 1987 beliefen sich die ERG-Verpflichtungen gegen- über den 62 ärmeren Entwicklungsländern gemäss OECD auf etwa 1,8 Milliarden Franken, was 19 Prozent des Gesamtvolumens der ERG ausmachte. Wenn man aber alle Entwicklungsländer berücksichtigt, so betrafen Ende 1987 rund zwei Drittel des Gesamtengagements die Dritte Welt, und bei den Neugarantien von 1987 waren es sogar 80 Pro- zent. Vor diesem Hintergrund wird die entwicklungspoliti- sche Bedeutung dieser Exportrisikogarantie immer offen- sichtlicher. Darüber kann auch der offizielle Hinweis, die ERG sei kein Instrument der Entwicklungspolitik, nicht hin- wegtäuschen. Zwar verlangt das Gesetz, dass bei Exporten nach ärmeren Entwicklungsländern die Grundsätze der schweizerischen Entwicklungspolitik mitzuberüoksichtigen seien. Doch muss heute ernsthaft die Frage gestellt werden, ob bei der Vergabe von ERG-Vorschüssen diese Grundsätze genügend geachtet werden bzw. ob die Exportrsikogaran- tie nicht zu unerwünschten Strukturerhaltungen in unserem Lande beiträgt und genau das bezweckt, was strikte abzu- lehnen ist und auch vom Gesetz her nicht sanktioniert wird: nämlich eine Subventionierung unserer Exportwirtschaft. Entwicklungspolitische Organisationen kritisieren seit lan- gem die einseitige Zusammensetzung der zuständigen ERG- Kommission, welche weitgehend die politische Verantwor- tung für die heutige Situation trägt. In dieser Kommission sind bis heute keine entwicklungspolitischen Stichverstän- digen vertreten. Sie bestimmt aber - wie bereits meine Vorredner ausgeführt haben - in selbstherrlicher Machtvoll-12. Dezember 1988 N 1777 Voranschlag der Eidgenossenschaft 1989 kommenheit über die Vergabe solcher Kredite. Im Rahmen der derzeit laufenden Gesetzesrevison verlangen wir unmissverständlich, dass diese Kommission nicht länger vorwiegend aus wirtschaftlichen Interessenvertretern zusammengesetzt ist, sondern dass ökologische, entwick- lungspolitische Sachverständige auch wirklich Einsitz neh- men können. Angesichts der ins Auge springenden Bedeu- tung der ERG für die Entwicklungsländer ist zu verlangen, dass diese Postulate raschmöglichst in die Tat umgesetzt werden, damit dieses Problem nicht weiter vertagt wird. Noch ein Wort zu den Bestrebungen von Wirtschaftsseite, die inzwischen auf rund 1,2 Milliarden angestiegenen ERG- Vorschüsse stillschweigend abzuschreiben: Wir halten klar fest, dass wir ein solches Unterfangen nicht akzeptieren würden und dass auf jeden Fall am Grundsatz der Eigenwirt- schaftlichkeit festzuhalten ist. Wir werden uns aus diesen Gründen bei der Abstimmung über diesen Nachtrag der Stimme enthalten. Fehr, Berichterstatter: Ich gedenke nicht, mich darüber zu äussern, wem welche Kopfbedeckung im Rahmen dieser Debatte angemessen ist, sondern erinnere einfach daran, dass die Kommission den Antrag ablehnt, weil er - im Gegensatz zu dem, was Herr Herczog ausgeführt hat- keine Einsparung bringt. Der Bund ist gehalten, seine Verpflich- tungen aus dem geltenden Recht zu honorieren. Es ist nicht möglich, via Nachtragsbudget die Rechtsgrundlagen anzu- passen. Dafür ist eine Gesetzesrevision notwendig. Daher lehnen wir den Antrag ab. M. Frey Claude, rapporteur: La proposition de M. Herczog mériterait d'être soutenue pour une raison: il se référait à une intervention radicale! Plus sérieusement, pour toutes les autres raisons elle doit être refusée. En effet, il s'agit de factures que l'on doit honorer en fonction de la législation en vigueur. Nous l'avons dit lors du débat de la semaine passée, la question de fond fera l'objet d'un message du Conseil fédéral qui parviendra au Parlement à la fin du premier semestre de l'année prochaine et, à ce moment-là, Monsieur Herczog, nous aurons l'occasion de traiter les questions essentielles suivantes: quel amortissement opérer pour assainir le passé? Quel développement futur pour la GRE et selon quelle conception? Cette discussion fondamentale ne peut avoir lieu au moment où l'on discute des crédits de budget supplémen- taire. Nous vous demandons donc de refuser la proposition de M. Herczog. Bundespräsident Stich: Ich bitte Sie, den Antrag abzulehnen und den Nachtragskrediten insgesamt zuzustimmen. Sie werden voraussichtlich nächstes Jahr Gelegenheit haben, zur Revision der ERG Stellung zu nehmen. Dort besteht dann Gelegenheit, die verschiedenen Probleme zu diskutieren, bessere Lösungen zu finden. Aber heute müs- sen wir die gesetzlichen Bestimmungen erfüllen, und des- halb brauchen wir diesen Nachtragskredit. Abstimmung - Vote Für den Antrag Herczog Minderheit Dagegen offensichtliche Mehrheit Bundesbeschluss - Arrêté fédéral Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1 bis 3 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates 29-N Titre et préambule, Art. 1 à 3 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfes 84 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Bundesrat - Au Conseil fédéral #ST# 88.052 Voranschlag der Eidgenossenschaft 1989 Budget de la Confédération 1989 Siehe Seite 1627 hiervor- Voir page 1627 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 7. Dezember 1988 Décision du Conseil des Etats du 7 décembre 1988 Differenzen - Divergences Art. 2 Abs. 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Art. 2 al. 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Fehr, Berichterstatter: Gemäss der Fahne von heute gibt es eine einzige Differenz von untergeordneten Natur. In Arti- kel 2 Absatz 2 haben wir die elf neuen Stellen beim Bundes- gericht auf drei Jahre befristet. Der Ständerat hat diese Befristung nicht beschlossen, sondern entsprechend dem Antrag seiner Kommission darauf verzichtet. Nachdem derartige Befristungen ohnehin nicht in jedem Fall sinnvoll sind, weil wir Jahr für Jahr die Stellenbestände neu festlegen, beantragt Ihnen die Finanzkommission, dass wir uns dem Ständerat anschliessen und ebenfalls auf diese Befristung verzichten. M. Frey Claude, rapporteur: Le budget de la Confédération pour 1989 a passé le cap des deux Chambres sans aucune surenchère. On peut donc saluer l'effort de rigueur supplé- mentaire du Parlement qui a ainsi montré l'exemple. Une seule divergence subsiste avec le Conseil des Etats: à l'article 2, alinéa 2, le Conseil des Etats propose de ne pas limiter dans le temps les onze postes supplémentaires qui sont accordés au Tribunal fédéral. Nous vous demandons de suivre le Conseil des Etats, et par conséquent le Conseil fédéral, car, dans une certaine mesure, cela ne change rien, le Parlement devant, de toute façon, se prononcer chaque année sur le nombre de postes de la Confédération. Votre commission unanime vous invite donc à adhérer au Conseil des Etats. Angenommen - Adopté An den Bundesrat - Au Conseil fédéralSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Voranschlag 1988. Nachtrag II Budget 1988. Supplément II In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1988 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 09 Séance Seduta Geschäftsnummer Ad 87.052 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 12.12.1988 - 14:30 Date Data Seite 1774-1777 Page Pagina Ref. No 20 016 925 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.