<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00375</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106591&amp;W10_KEY=4467146&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00375</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.04.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Die Änderung einer vorschriftswidrigen Baute ist nicht schon dann unzulässig, wenn, ohne dass zusätzlich gegen die verletze Norm verstossen wird, die durch diese Norm geschützten Rechtsgüter stärker beeinträchtigt werden (Beispiel: Aufstockung einer gegen Abstandsvorschriften verstossenden Baute). Entscheidend ist, ob der Änderung nicht überwiegende öffentliche oder nachbarliche Interessen entgegenstehen. Einer Ausnahmebewilligung bedarf es jedenfalls bei neuen oder weitergehenden Abweichungen.<br/><br/>Auslegung von § 357 PBG nach der Revision von 1991 (E. 2b+c). In casu stehen der Aufstockung des den Grenzabstand verletzenden Gebäudes überwiegende nachbarliche Interessen entgegen (E. 2d).<br/>Abweisung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABSTANDSVORSCHRIFT">ABSTANDSVORSCHRIFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABWEICHUNG">ABWEICHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSLEGUNG">AUSLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN">AUSNAHMEBEWILLIGUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BAURECHTSWIDRIGKEIT">BAURECHTSWIDRIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NACHBARLICHE INTERESSEN">NACHBARLICHE INTERESSEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)">WEITERE BAUVORSCHRIFTEN (NUTZUNGSDICHTE, ABSTÃNDE ETC.)</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEITERGEHENDE ABWEICHUNG">WEITERGEHENDE ABWEICHUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 357 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2002 Nr. 20</span><br/><span class="ungerade">RB 2002 Nr. 81</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Die Baukommission X erteilte am 6. Februar 2001 A 1 und A 2 die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r zahlreiche bauliche Ãnderungen der Einfamilienhaus­­liegenschaft Kat.Nr. 1, P-weg, so insbesondere fÃ¼r den Ersatz des bisherigen fla­chen Satteldachs durch ein wesentlich steileres, das traufseitig je eine Dachlukarne aufwei­sen und die FirsthÃ¶he um 2,5 m er­hÃ¶hen soll. Das neue Dachgeschoss soll Wohnzwecken dienen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den gegen diese Bewilligung vom Nachbar D, EigentÃ¼mer der nÃ¶rd­lich angrenzenden Wohnliegenschaft Kat.Nr. 2, erhobenen Rekurs hiess die Baurekurskommission II am 23. Oktober 2001 insoweit teilweise gut, als der Aufbau eines neuen Dachgeschosses be­willigt worden war. Laut den ErwÃ¤gungen der Rekurskommission fÃ¼hrt die Auf­stok­kung zu zusÃ¤tzlicher Baukubatur im Abstandsbereich gegenÃ¼ber der nordwestlich ver­lauf­enden Wegparzelle Kat.Nr. 3, welcher durch das aufzustockende GebÃ¤ude bereits heute Ã¼berstellt werde. Das stelle eine weitergehende Abweichung von den kommunalen Vor­schriften Ã¼ber die GrenzabstÃ¤nde dar und kÃ¶nne deshalb gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 des Pla­nungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975/1. September 1991 (PBG) Ã¼ber Ãnde­rungen an vorschriftswidrigen Bauten nur als Ausnahme bewilligt werden, wofÃ¼r aber die Voraussetzungen nicht erfÃ¼llt seien. Durch die Ã¼brigen bewilligten An- und Umbauten werde die Baumas­sen­ziffer nicht Ã¼berschritten und die diesbezÃ¼gliche nachbarliche RÃ¼ge sei unbegrÃ¼ndet. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Beschwerde vom 23. November 2001 liessen A 1 und A 2 dem Verwaltungs­gericht beantragen, den Rekursentscheid insoweit aufzuheben, als die Be­willigung fÃ¼r den Aufbau des neuen Dachgeschosses gutgeheissen worden war, und die Bau­bewilligung der Baukommission X wiederherzustellen, unter Kosten- und Ent­schÃ¤­digungsfolgen auch fÃ¼r das Rekursverfahren; eventuell seien die Akten zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Vorinstanz beantragte am 11. Dezember 2001 Abweisung der Beschwerde, eben­so der private Beschwerdegegner am 18. Dezember 2001, der Ã¼berdies die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung beantragte. Die Baukommission X verzichtete am 20. Dezember 2001 auf eine Stellungnahme.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 14. Dezember 2001 wurde die aufschiebende Wirkung der Beschwerde auf den Aufbau des Dachgeschosses beschrÃ¤nkt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Das Einfamilienhaus Kat.Nr. 1, P-weg, das durch ein steileres Satteldach ein zu Wohnzwecken nutzbares Dachgeschoss erhalten soll, hÃ¤lt mit seiner Nord­west­ecke gegenÃ¼ber der Achse der Wegparzelle Kat.Nr. 3 statt der gemÃ¤ss Art. 33 in Verbin­dung mit Art. 19 Abs. 1 der Bau- und Zonenordnung vom 5. Dezember 1994 (BZO) ge­botenen 7 m lediglich einen Abstand von ca. 2,85 m ein. Damit stellt das Bauvorhaben eine Ãnderung an einer vorschriftswidrigen Baute dar, die nur unter den Voraussetzungen von § 357 Abs. 1 PBG bewilligt werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Mit der Revision des Planungs- und Baugesetzes vom 1. September 1991 wurden die AbsÃ¤tze 1 und 2 des frÃ¼heren § 357 PBG zusammengefasst und damit </span>die Un­ter­schei­dung von Bauten, die den Bauvorschriften widersprechen, und solchen, die im Wi­der­spruch zu Nutzungsvorschriften stehen, aufgehoben. Umbauten, Erweiterungen und Nutzungs­Ã¤nderungen an bauvorschriftswidrigen Bauten und Anlagen sind zulÃ¤ssig, wenn keine Ã¼ber­wiegenden Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen entgegenstehen; fÃ¼r Nutzungs­Ã¤n­de­rungen gilt das zusÃ¤tzliche Erfordernis, dass sie nur dann einer (anderen) zonenwidrigen Nutzung zugefÃ¼hrt werden dÃ¼rfen, wenn sie sich fÃ¼r eine zonengemÃ¤sse Nutzung nicht eignen. Nicht mehr vorausgesetzt wird, dass durch bauliche Massnahmen oder Nutzungs­Ã¤nderungen "keine weitere Verschlechterung eintritt". Hingegen werden in der revidierten Fassung von § 357 Abs. 1 PBG fÃ¼r "neue oder weitergehende Abwei­chungen von Vor­schrif­­ten" die erforderlichen Ausnahmebewilligungen ausdrÃ¼cklich vorbehalten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">a) Von vornherein nicht unter die nach § 357 Abs. 1 PBG bewilligungsfÃ¤higen Ãnderungen fallen nach der Rechtsprechung die sogenannten neubauÃ¤hnlichen Umgestaltungen (RB 1992 Nr. 74 = BEZ 1992 Nr. 14 sowie prÃ¤zisierend VGr, 19. Dezember 1995, BEZ 1996 Nr. 3). <span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Eine verpÃ¶nte "Verschlechterung" im Sinn der ursprÃ¼nglichen Fassung von § 357 Abs. 1 PBG hat die Rechtsprechung nicht nur dann bejaht, wenn durch die Ãnderung zusÃ¤tzlich gegen eine bereits verletzte Bauvorschrift verstossen wurde, sondern schon dann, wenn die Ãnderung dazu fÃ¼hrte, dass die durch diese Norm geschÃ¼tzten RechtsgÃ¼ter zusÃ¤tzlich beeintrÃ¤chtigt wurden. Eine solche Verschlechterung wurde beispielsweise darin gesehen, dass durch die fÃ¼r sich genommen zulÃ¤ssige Aufstockung eines Abstandsvorschrif­ten verletzenden GebÃ¤udes die durch diese Vorschriften geschÃ¼tzten wohnhygienischen und feuerpolizeilichen Interessen zusÃ¤tzlich beeintrÃ¤chtigt wurden (VGr, 5. Dezember 1986, BEZ 1987 Nr. 5). Bereits die Rechtsprechung zu § 357 Abs. 1 PBG in der alten Fassung hat aber diese die Ãnderung vorschriftswidriger Bauten einschrÃ¤nkende Betrachtungsweise nicht konsequent durchgehalten (vgl. etwa VGr, 3. Juli 1986, VB 27/1986 [nicht publiziert], wo der Aufbau eines Satteldachs auf ein Ã¼bergeschossiges GebÃ¤ude als zulÃ¤ssig erachtet wurde).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss Antrag des Regierungsrats vom 11. Oktober 1989 betreffend die Ãnderung des Planungs- und Baugesetzes sollte der sachliche Umfang der zulÃ¤ssigen Massnahmen an bestehenden Bauten und Anlagen, die den Vorschriften widersprechen, ausgedehnt werden; damit sollten â sofern keine Ã¶ffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen â auch weitergehende Umbauten als bisher bewilligt werden kÃ¶nnen (ABl 1989 II S. 1765). Entsprechend wurde auf das Erfordernis, dass die bauliche Ãnderung keine weitere Verschlech­terung zur Folge haben darf, verzichtet. An der frÃ¼heren Praxis, wonach eine Ãnderung bereits dann als unzulÃ¤ssig galt, wenn zwar nicht weitergehend gegen die verletzte Bau­vorschrift verstossen wurde, jedoch die durch diese Norm geschÃ¼tzten RechtsgÃ¼ter zusÃ¤tzlich beeintrÃ¤chtigt wurden, kann deshalb nicht weiter festgehalten werden. Entscheidend ist vielmehr, ob der Ãnderung nicht Ã¼berwiegende Ã¶ffentliche oder nachbarliche Interessen entgegenstehen. Nur als Ausnahmen bewilligungsfÃ¤hig sind dagegen gemÃ¤ss § 357 Abs. 1 letzter Satz PBG neue oder weitergehende Abweichungen von Vorschriften, wie beispielsweise ein seitlicher Anbau im bereits verletzten Grenzabstandsbereich oder die ErhÃ¶hung der Baumasse eines die Baumassenziffer bereits Ã¼berschreitenden GebÃ¤udes (VGr, 15. MÃ¤rz 2002, VB.2001.00282, </span><span class="MsoHyperlink"><span>http://www.v<a id="_Hlt512937889">g</a>rzh.ch/rechtsprechung</span></span><span>). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Entsprechend dieser vom Gesetzgeber weiter gefassten MÃ¶glichkeit zur Ãnderung vorschriftswidriger Bauten hat das Verwaltungsgericht gestÃ¼tzt auf § 357 Abs. 1 PBG in der neuen Fassung die Aufstockung von abstandsverletzenden GebÃ¤uden verschiedentlich zuge­lassen (VGr, 3. Juli 1992, VB 92/0047; VGr, 29. September 2000, VB.2000.00100). In ei­nem Entscheid vom 4. MÃ¤rz 1998 (VB.1997.00457) hat es dagegen den Aufbau von SatteldÃ¤chern auf zwei die zulÃ¤ssige GebÃ¤udelÃ¤nge Ã¼berschreitenden Flachdachbauten mit der Be­grÃ¼ndung abgelehnt, der Umbau stelle eine neubauÃ¤hnliche Umgestaltung dar und sprenge deshalb den Rahmen von § 357 Abs. 1 PBG.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bezugnehmend auf diese Entscheide des Verwaltungsgerichts und unter Hinweis auf einen Entscheid Nr. 68/2000 der Baurekurskommission I, welche die Schaffung zusÃ¤tz­licher Kubatur im Abstandsbereich als unzulÃ¤ssig wÃ¼rdigt, bezeichnet die Baurekurs­kom­mis­sion II im angefochtenen Entscheid die Rechtsprechung zur Aufstockung von Bau­ten im Abstandsbereich als kontrovers. Sie will wie die Baurekurskommission I im erwÃ¤hn­ten Entscheid an der Betrachtungsweise festhalten, dass jede Aufstockung im Abstandsbereich eine unzulÃ¤ssige weitergehende Abweichung von den Abstandsvorschriften darstelle. Entsprechend hat sie die ZulÃ¤ssigkeit des vom privaten Beschwerdegegner beabsichtigten Um­bauvorhabens verneint, ohne zu prÃ¼fen ob sie mit Ã¶ffentlichen oder nachbarlichen Interessen in Konflikt gerate.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Diese Rechtsauffassung der Baurekurskommission missachtet die vom Gesetzgeber angestrebte Erweiterung der UmbaumÃ¶glichkeiten fÃ¼r baurechtswidrige GebÃ¤ude. Sie setzt die zur frÃ¼heren Fassung von § 357 PBG entwickelte Rechtsprechung fort, ohne dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die bisherige Voraussetzung aufgegeben wurde, wonach die bauliche Ãnderung keine weitere Verschlechterung zur Folge haben darf. Wenn der Ge­setz­geber auf diese Voraussetzung verzichtet und gleichzeitig Ausnahmebewilligungen fÃ¼r neue oder weitergehende Abweichungen vorbehalten hat, so ist dies vor dem Hintergrund der Ziel­setzung des Gesetzgebers so zu verstehen, dass ohne Ausnahmebewilligung ein bereits unterschrittener Abstand nicht zusÃ¤tzlich bzw. durch einen seitlichen Anbau nicht neu unterschritten werden darf; dagegen stellt eine Aufstockung eines abstandswidrigen GebÃ¤udes keine zusÃ¤tzliche Abstandsunterschreitung, sondern (im Licht der durch die Abstandsvorschrif­ten geschÃ¼tzten wohnhygienischen und feuerpolizeilichen Interessen) eine Verschlech­terung dar, die der um grÃ¶ssere FlexibilitÃ¤t bemÃ¼hte Gesetzgeber nicht lÃ¤nger generell hat aus­schliessen wollen, sondern nur auf Grund einer im Einzelfall gegen das Bauvorhaben sprechenden InteressenabwÃ¤gung. EinzurÃ¤umen ist, dass dieser Interessenab­wÃ¤­gung in den ErwÃ¤gungen der seit der GesetzesÃ¤nderung ergangenen Entscheide des Ver­waltungsgerichts nicht immer das gebotene Gewicht beigemessen wurde (vgl. insbesondere den von den Be­schwerdefÃ¼hrenden zitierten Entscheid VB.2000.00100 vom 29. September 2000). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Das Einfamilienhaus der BeschwerdefÃ¼hrenden reicht mit der nordwestlichen Ecke um 4,25 m in den Abstandsbereich zur Wegparzelle Kat.Nr. 3 hinein und Ã¼berstellt den Abstandsbereich mit einer FlÃ¤che von ca. 18,5 m<sup>2</sup>. Nach den Berechnungen der BeschwerdefÃ¼hrenden wird das geplante steilere Satteldach das Bauvolumen im Abstandsbereich um 14,3 m<sup>3</sup> vergrÃ¶ssern und wird dort die DachschrÃ¤ge um maximal rund 2 m hÃ¶her verlaufen als bisher; der First und die beiden Lukarnen, welche das bisherige GebÃ¤udeprofil noch deutlicher Ã¼berragen, liegen ausserhalb des Abstandsbereichs. Die relativ geringfÃ¼gige Zunahme des Bauvolumens im Abstandsbereich gibt jedoch die BeeintrÃ¤chtigung nachbarlicher Interessen, das heisst insbesondere diejenigen des privaten Beschwerdegegners als EigentÃ¼mer des nÃ¶rdlich angrenzenden GrundstÃ¼cks Kat.Nr. 2, nicht richtig wieder. Wegen der Abstandsunterschreitung durch die nordwestliche GebÃ¤udeecke ist die der Nachbarliegenschaft zugewandte Nordfassade um rund 5 m lÃ¤nger als dies aufgrund der Ab­standsvorschriften zulÃ¤ssig wÃ¤re. Statt der sich zusammen mit dem neu geplanten ostseitigen Anbau ergebenden 14,5 m dÃ¼rfte die Fassade nur eine LÃ¤nge von 9,5 m aufweisen. Damit muss der Nachbar auf der SÃ¼dseite seiner Liegenschaft schon heute eine erheblich grÃ¶sseres GebÃ¤udeprofil hinnehmen, als dies auf Grund der Abstandsvorschriften mÃ¶glich wÃ¤re, welche mittelbar auch Besonnung und Aussicht der Nachbarliegenschaften gewÃ¤hrleisten. Durch die geplante Ãnderung des Dachgeschosses, dessen neues Volumen weitgehend durch die aus der Sicht der GrenzabstÃ¤nde unzulÃ¤ssige GebÃ¤udelÃ¤nge bestimmt wird, wird dieses ohnehin zu grosse GebÃ¤udeprofil in einer Weise vergrÃ¶ssert, die den priva­ten Beschwerdegegner, zumal auf der SÃ¼dseite seiner Liegenschaft, stark benachteiligt. Eine solche Benachteiligung durch die Ãnderung eines vorschriftswidrigen Abstandes muss der Nachbar nicht hinnehmen. Das gilt umso mehr, als die BeschwerdefÃ¼hrenden, gel­tend machen, ihr Bauvorhaben kÃ¶nne mit wenig Aufwand und geringem Verlust an Nutz­flÃ¤che so geÃ¤ndert werden, dass es den Abstandsbereich nicht zusÃ¤tzlich beansprucht; der Bauherr hat keinen Anspruch darauf, mit einem GebÃ¤ude, das massiv gegen Abstandsvorschriften ver­stÃ¶sst, die maximal mÃ¶gliche GrundstÃ¼cksausnÃ¼tzung beanspruchen zu kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Dass das Bauvorhaben nicht gestÃ¼tzt auf § 220 PBG als Ausnahme bewilligt werden kann, ist offensichtlich. Besondere VerhÃ¤ltnisse als Voraussetzung fÃ¼r eine Ausnahme­bewilligung sind nicht dargetan; die BeschwerdefÃ¼hrenden machen im Gegenteil selber gel­­tend, dass eine vorschriftsmÃ¤ssige Gestaltung ihres Vorhabens mit nur wenig Aufwand und kaum Verlust an NutzflÃ¤che mÃ¶glich wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Damit ist die Beschwerde als im Ergebnis unbegrÃ¼ndet abzuweisen. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss <a id="Text4"></a></span><span>entscheidet</span><span> die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>