<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2004 98 S.349</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Erschliessungsabgaben</span> <span class="page_no">349</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>III. Erschliessungsabgaben</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>98</b></span> <span class="ft3"><b>Ursprünglicher Beitragsplan nach §§ 34/35 BauG</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Die Ersetzung von privat geschaffenen "Provisorien" durch eine im</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Rahmen der systematischen Erschliessung nach Erschliessungsplan</b></span><br/> <span class="ft3"><b>erstellte Wasserleitung begründet einen wirtschaftlichen Sonder-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>vorteil.</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus einem Entscheid der Schätzungskommission nach Baugesetz vom</span><br/> <span class="ft6">17. Februar 2004 in Sachen O. gegen Einwohnergemeinde B.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">7.2.</span> <span class="ft8">Wann ein massgeblicher Sondervorteil vorliegt und</span><br/> <span class="ft8">ein Grundstück in die Beitragsperimeter Wasser und restliche Bau-</span><br/> <span class="ft8">meisterarbeiten einzubeziehen ist, hat der Gemeinderat im Beitrags-</span><br/> <span class="ft8">plan nicht ausdrücklich festgehalten. Er hat jedoch alle an die Stras-</span><br/> <span class="ft8">sen Nr. 1 und Nr. 2 (...) anstossenden Grundstücke einbezogen (...).</span><br/> <span class="ft8">7.3.1.</span> <span class="ft8">Grundsätzlich ist unbestritten, dass Anstösser einen</span><br/> <span class="ft8">Sondervorteil aus der Erstellung einer Erschliessungsanlage haben.</span><br/> <span class="ft8">Stösst eine Parzelle an eine Strasse an und ist damit grundsätzlich in</span><br/> <span class="ft8">den Perimeter Strasse einzubeziehen - wie das vorliegend unbestrit-</span><br/> <span class="ft8">ten der Fall ist -, heisst das aber nicht zwingend, dass sie auch von</span><br/> <span class="ft8">der Erstellung einer anderen Erschliessungsanlage im Sinne eines</span><br/> <span class="ft8">Sondervorteils profitiert. Dies ist im Folgenden zu prüfen.</span><br/> <span class="ft8">7.3.2.</span> <span class="ft8">Die Parzelle (...) des Beschwerdeführers grenzt nicht</span><br/> <span class="ft8">nur an die Strasse, sondern auch direkt an die Wasserleitung (...). Sie</span><br/> <span class="ft8">profitiert damit von der Verlängerung der bereits im Rahmen der Er-</span><br/> <span class="ft8">schliessung R. in der M.strasse verlegten Leitung im Sinne eines</span><br/> <span class="ft8">Wertzuwachses (...).</span><br/> <span class="ft8">Daran ändern auch die beiden vorgetragenen Alternativen</span><br/> <span class="ft8">nichts. Sowohl im Verhältnis zur Weiterverteilung des im vorderen,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2004</span> <span class="title">Schätzungskommission nach Baugesetz</span> <span class="page_no">350</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">gegen die Kantonsstrasse gerichteten Teil vorhandenen Wasseran-</span><br/> <span class="ft8">schlusses als auch zur privatrechtlich vereinbarten und offenbar ent-</span><br/> <span class="ft8">geltlichen Servitut (Anschlussrecht an der Erschliessung R.) bleibt</span><br/> <span class="ft8">festzustellen, dass die erschliessungsplankonform verlegte Wasser-</span><br/> <span class="ft8">leitung in der M.strasse dem einbezogenen Parzellenteil eine zusätz-</span><br/> <span class="ft8">liche wassertechnische Erschliessungsoption verschafft (...). Das</span><br/> <span class="ft8">blosse Bestehen einer anderweitigen Erschliessungsmöglichkeit steht</span><br/> <span class="ft8">dem Eintreten eines Sondervorteils aus der tatsächlichen Erschlies-</span><br/> <span class="ft8">sung nicht entgegen (...). Hinzu kommt, dass selbst für den Fall, dass</span><br/> <span class="ft8">die einbezogene Parzellenfläche für sich alleine betrachtet mit den</span><br/> <span class="ft8">privat geschaffenen Wasseranschlussmöglichkeiten erschlossen wäre,</span><br/> <span class="ft8">dies keine Entlassung aus dem Perimeter zur Folge haben würde. Der</span><br/> <span class="ft8">Grund dafür liegt darin, dass das gesamte Gebiet M. angesichts des</span><br/> <span class="ft8">sehr geringen Überbauungsgrads insgesamt nicht als erschlossen be-</span><br/> <span class="ft8">zeichnet werden kann (...). Die Ersetzung von privat geschaffenen</span><br/> <span class="ft8">"Provisorien" durch eine im Rahmen der systematischen Erschlies-</span><br/> <span class="ft8">sung nach Erschliessungsplan erstellte Leitung muss deswegen vom</span><br/> <span class="ft8">belasteten Grundeigentümer hingenommen werden (so im Beispiel</span><br/> <span class="ft8">einer vorhandenen privaten Abwasserleitung, die durch eine neue,</span><br/> <span class="ft8">GEP- und erschliessungsplankonforme Leitung ersetzt wurde, in</span><br/> <span class="ft8">AGVE 2002 S. 493 ff, namentlich S. 497/8).</span><br/> <span class="ft8">Die Parzelle des Beschwerdeführers ist somit gemäss aufgeleg-</span><br/> <span class="ft8">tem Plan in den Beitragsperimeter Wasser einzubeziehen. Analoges</span><br/> <span class="ft8">gilt für den Posten "übrige Baumeisterarbeiten", der das Anlegen des</span><br/> <span class="ft8">Leitungsgrabens beinhaltet, und damit auch Baukosten des Erschlies-</span><br/> <span class="ft8">sungswerks Wasser enthält (...).</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>