<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00215</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106380&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00215</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 23.11.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Submission betreffend eine Heizungsanlage Schadenersatzbegehren sind nicht im Rahmen einer Beschwerde gegen den Vergabeentscheid, sondern in einem separaten Verfahren zu stellen (E. 2). Beim vergaberechtlich umstrittenen Zuschlagskriterium der Lehrlingsausbildung ist (wenn überhaupt) nicht auf die absolute Zahl der Lehrlinge, sondern auf das Verhältnis in Bezug auf die Gesamtzahl der Beschäftigten abzustellen (E. 6). Umstände, unter denen ein formell unvollständiges Angebot keinen Ausschluss vom Vergabeverfahren rechtfertigt (E. 7). Wird in der Offerte auf eine (verlangte) "beiliegende" Referenzliste verwiesen, eine solche aber nicht eingereicht, so hat die Vergabebehörde nach Treu und Glauben Gelegenheit zum Nachreichen der Liste zu geben (E. 8). </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSCHLUSS">AUSSCHLUSS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EIGNUNG">EIGNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FINANZIELLE LEISTUNGSFÃHIGKEIT">FINANZIELLE LEISTUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHBEHANDLUNG">GLEICHBEHANDLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HEIZUNGSANLAGE">HEIZUNGSANLAGE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEHRLINGSAUSBILDUNG">LEHRLINGSAUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: REFERENZ">REFERENZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHADENERSATZ">SCHADENERSATZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TRANSPARENZ">TRANSPARENZ</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT">UNVOLLSTÃNDIGES ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNVOLLSTÃNDIGKEIT">UNVOLLSTÃNDIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 1 lit. II IVÃ¶B</span><br/><span class="gerade">§ 6 IVÃ¶B-BeitrittsG</span><br/><span class="ungerade">§ 22 SubmV</span><br/><span class="gerade">§ 26 lit. I d SubmV</span><br/><span class="ungerade">§ 31 lit. I SubmV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Beschluss vom 11. Juni 2001 vergab der Gemeinderat X die Arbeiten fÃ¼r die Heizung im neuen WerkgebÃ¤ude an die C AG in Y, worÃ¼ber die Anbieter mit Anzeige vom 15. Juni 2001 orientiert wurden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen den Vergabeentscheid liess die A AG, in Z, am 29. Juni 2001 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen:</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 2. Es sei der Submissionsentscheid fÃ¼r die ausgeschriebenen Arbeiten (Heizungsarbeiten [BKP 24]) aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz/Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen mit der Anweisung, diese Arbeiten an die BeschwerdefÃ¼hrerin zu vergeben;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> 3. Eventualiter sei die Rechtswidrigkeit des angefochtenen Submissionsentscheids festzustellen und die Beschwerdegegnerin mit mindestens CHF 10'000.- durch die Beschwerdegegnerin zu entschÃ¤digen;</span></p> <p class="EinzugZitat"><span> </span></p> <p class="EinzugZitat"><span> alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin." </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Juli 2001 Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Entzug der aufschiebenden Wirkung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 3. August 2001 wurde das Gesuch um Entzug der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Replik vom 27. September 2001 wies die BeschwerdefÃ¼hrerin, welche die preislich gÃ¼nstigste Offerte eingereicht hatte, darauf hin, dass sie mit Ausnahme der Position "QualitÃ¤t Firma und Personal, Referenzobjekte" bei sÃ¤mtlichen Bewertungskriterien die hÃ¶chstmÃ¶gliche Punktzahl, insgesamt 92, erreicht habe. Die Mitbeteiligte, welche den Zuschlag erhalten habe, sei auf 93 Punkte gekommen. Dabei sei ihr im Kriterium "Anzahl Lehr­linge, Personal" wie der BeschwerdefÃ¼hrerin die hÃ¶chst mÃ¶gliche Punktzahl zugestanden worden, obwohl sie nur zwei und nicht wie die BeschwerdefÃ¼hrerin drei Lehrlinge be­schÃ¤ftige. Sodann seien der BeschwerdefÃ¼hrerin beim Kriterium "QualitÃ¤t Firma und Personal, Referenzobjekte" nur 2 Punkte angerechnet worden, was unter anderem mit dem Fehlen einer Referenzliste begrÃ¼ndet worden sei; eine solche habe aber auch die Mitbeteiligte nicht eingereicht, welche in diesem Kriterium aber gleichwohl mit 10 Punkten die Ma­ximalzahl erreicht habe. Unter diesem Kriterium sei der BeschwerdefÃ¼hrerin auch entgegengehalten worden, dass sie von D geleitet werde, dessen frÃ¼here E AG unter Konkursverwaltung stehe; das sei jedoch unbehelflich, da die seit 1987 im Handelsregister eingetragene BeschwerdefÃ¼hrerin weder rechtlich noch finanziell mit jener Firma verbunden sei. Ebenso unbegrÃ¼ndet seien die VorwÃ¼rfe fragwÃ¼rdiger Kalku­lation sowie der Nichteinhaltung des Gesamtarbeitsvertrags. Schliesslich beantragte die BeschwerdefÃ¼hrerin eine EntschÃ¤digung von mindestens Fr. 6'542.-, wozu sie eine detaillierte Schadensberechnung einreichte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. Oktober 2001 erneut Abweisung der Beschwerde, wobei sie darauf hinwies, dass der Vertragsschluss mit der Mitbeteiligten noch nicht erfolgt sei. BezÃ¼glich der Referenzliste rÃ¤umte sie ein, eine solche sei auch von der Mitbeteiligten nicht eingereicht worden, doch seien deren Referenzen aufgrund einer kurz zuvor durchgefÃ¼hrten Submission bekannt gewesen. Ob die nachtrÃ¤glich erfolgten Ab­klÃ¤rungen bezÃ¼glich der Einhaltung des Gesamtarbeitsvertrags zu berÃ¼cksichtigen seien, habe das Verwaltungsgericht zu beurteilen. Bei der Anzahl der Lehrlinge sei die gleiche Rangierung der beiden Anbieter gerechtfertigt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss telefonischer AbklÃ¤rung bei der Beschwerdegegnerin war bis zum 23. November 2001 der Vertrag mit der Mitbeteiligten nicht abgeschlossen worden. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggebender kÃ¶nnen un­mittel­bar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 E. 1 = ZBl 100/1999, S. 372 E. 1; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Mar­tin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwer­de­verfahren finden die Art. 15 ff. der Interkan­tonalen Ver­einbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 (IVÃ¶B) sowie die §§ 3 ff. des Gesetzes vom 22. September 1996 Ã¼ber den Beitritt des Kantons ZÃ¼rich zur Inter­kantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungs­wesen (IVÃ¶B-BeitrittsG) Anwendung.</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>2. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellt neben dem Antrag auf eine ParteientschÃ¤digung das Begehren, es sei ihr ein Schadenersatz von mindestens Fr. 6'542.- fÃ¼r ihre Aufwendungen im Zu­sam­menhang mit dem Vergabeverfahren zuzusprechen. Auf dieses Begehren ist nicht ein­zutre­ten. GemÃ¤ss Art. 18 Abs. 2 IVÃ¶B stellt die Beschwerdeinstanz, wenn sich die Be­schwerde gegen einen Vergabeentscheid als begrÃ¼ndet erweist und der Vertrag bereits ab­geschlossen ist, lediglich fest, dass der angefochtene Entscheid rechtswidrig ist. GestÃ¼tzt auf das Fest­stel­­lungsurteil kann ein obsiegender BeschwerdefÃ¼hrer anschliessend von der Vergabe­be­hÃ¶rde Schadenersatz nach Massgabe von § 6 IVÃ¶B-BeitrittsG, d.h. Aufwendun­gen im Zu­sammenhang mit dem Vergabe- und Rechtsmittelverfahren verlangen. Dieses Begehren ist nicht im Rahmen der Beschwerde gegen den Vergabeentscheid, sondern in einem separa­ten Verfahren zu stellen (VGr, 17. Februar 2000, BEZ 2000 Nr. 25 E. 3, mit Hinweisen). <br/> <br/> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. GemÃ¤ss § 31 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997 (SubmV) erfolgt der Zuschlag - sofern nicht ausnahmswei­se das alleinige Kriterium des niedrigsten Preises (§ 31 Abs. 2 SubmV) zur Anwendung kommt - auf das wirtschaftlich gÃ¼nstigste Angebot. Bei der Bewertung der Angebote ist das Preis-LeistungsverhÃ¤ltnis zu beachten, wobei neben dem Preis insbesondere die fol­genden Kriterien berÃ¼cksichtigt werden kÃ¶nnen: QualitÃ¤t, Termine, Wirtschaftlichkeit, Be­triebs­kosten, Kundendienst, Ãkologie, Zweck­mÃ¤ssigkeit, technischer Wert, Ãsthetik, Kre­a­tivitÃ¤t, Lehrlingsausbildung, Infrastruktur. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Strittig ist die Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien und damit die Frage, wel­­ches Angebot das wirtschaftlich gÃ¼nstigste sei. Der VergabebehÃ¶rde steht bei diesem Ur­­teil ein erheblicher Ermessensspielraum zu (VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6a = ZBl 101/2000, S. 271, mit Hinweisen). In dieses Ermessen greift das Verwaltungsgericht, dem keine ÃberprÃ¼fung der Angemessenheit des Entscheids zusteht, nicht ein (Art. 16 Abs. 2 IVÃ¶B; vgl. auch § 50 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 [VRG]). Zu prÃ¼fen ist dagegen eine allfÃ¤llige Ãber­schrei­tung oder ein Miss­brauch des Ermessens (Art. 16 Abs. 1 lit. a IVÃ¶B; vgl. § 50 Abs. 2 lit. c VRG). Insbesondere entbindet der</span> einer VergabebehÃ¶rde bei der Gewichtung der Zuschlagskriterien zuste­hende erhebliche Beurteilungsspielraum diese nicht davon, ihren Entscheid auf eine objektive und sachlich nachvollziehbare Grundlage zu stellen (vgl. VGr, 7. Juli 1999, BEZ 1999 Nr. 26 E. 6b = ZBl 101/2000, S. 271).</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Die Beschwerdegegnerin hat in den Aus­schreibungsunterlagen in dieser Reihenfolge die Kriterien Gesamtkosten, QualitÃ¤t/Referenzen, KapazitÃ¤t und Einhaltung der Termine sowie Anzahl der Lehrlinge festgelegt, ohne dass neben der Reihenfolge der Nennung eine Gewichtung bekanntgegeben wurde. Erst in ihrer Sitzung vom 5. Juni 2001 nahm die Baukommission eine solche Gewichtung vor, und zwar des Ge­samtpreises mit 70 und der Ã¼brigen drei Kriterien mit je 10 von insgesamt 100 Punk­ten. Die Kriterien als solche und das ihnen beigemessene Gewicht werden von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht in Frage gestellt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>5. Beim Preis hat die BeschwerdefÃ¼hrerin mit einer bereinigten Angebotssumme von Fr. 81'594.50 den 1. Rang erzielt vor der Mitbeteiligten mit Fr. 89'788.65. Aufgrund dieser Preisdifferenz von rund 10% erreichte die Mitbeteiligte in diesem Kriterium nur 63 Punkte, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund ihres preislich gÃ¼nstigsten Angebots die Maximalzahl von 70 Punkten erzielte, was nicht bemÃ¤ngelt wird. Beim Kriterium Kapa­zitÃ¤t und Einhaltung der Termine wurden beide Angebote unangefochten mit je 10 Punkten bewertet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>6. Ebenfalls je 10 Punkte wurden beim Kriterium Anzahl der Lehrlinge vergeben. Dies wird von der BeschwerdefÃ¼hrerin gerÃ¼gt, die bei annÃ¤hernd gleicher Anzahl von Arbeitnehmenden einen Lehrling mehr beschÃ¤ftigt als die Mitbeteiligte. Wie die Beschwerdegegnerin selber ausfÃ¼hrt, hat sie bei diesem Kriterium richtigerweise nicht bloss darauf abgestellt, ob ein Anbieter Ã¼berhaupt Lehrlinge ausbildet, sondern auf die Zahl der Lehrlinge in Ausbildung. Anzumerken ist, dass es dabei nicht auf die absolute Zahl der Lehrlinge ankommen kann, sondern auf das VerhÃ¤ltnis in Bezug auf die Gesamtzahl der BeschÃ¤ftigten, da andernfalls grosse gegenÃ¼ber kleineren Firmen bevorzugt wÃ¼rden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin beschÃ¤ftigt bei einer Gesamtzahl von 12 Arbeitnehmenden drei, die Mitbeteiligte mit insgesamt 14 BeschÃ¤ftigten zwei Lehrlinge. Damit weist die Be­schwerdefÃ¼hrerin verhÃ¤ltnismÃ¤ssig deutlich mehr Lehrlinge auf als die Mitbeteiligte. Wenn die BeschwerdefÃ¼hrerin damit bereits die Maximalzahl von 10 Punkten erreicht hat, muss dies zwangslÃ¤ufig zu einer tieferen Punktezahl bei der Mitbeteiligten fÃ¼hren, woraus insgesamt eine mindestens gleich hohe, eher aber hÃ¶here Punktezahl fÃ¼r die BeschwerdefÃ¼hrerin resultiert. Allerdings ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass zwar § 31 Abs. 1 SubmV die Lehrlingsausbildung als Zuschlagskrite­rium vorsieht, jedoch die ZulÃ¤ssigkeit dieses Krite­riums um­strit­ten ist (Beantwor­tung der Dringlichen Interpellation KR-Nr. 115/ 1996 sowie der Anfragen KR-Nrn. 189/1999 und 211/1999; letztere mit RRB Nr. 1595 vom 25. August 1999; vgl. VGr, 3. November 1999, BEZ 1999 Nr. 37 E. 5). Dem braucht hier jedoch nicht weiter nachgegangen zu werden, weil sich die Vergabe aus anderen GrÃ¼nden als fehlerhaft erweist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>7. GemÃ¤ss Ziffer 800.400 der Angebotsunterlagen wurde die Beilage einer Referenzliste "zwingend" vorgeschrieben. Die Mitbeteiligte hat dies unbestrittenermassen unterlassen, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend macht, sie sei sich sicher, eine solche eingereicht zu haben. Nachdem in der Offerte der BeschwerdefÃ¼hrerin auf eine solche Referenzliste als Beilage hingewiesen wurde, liegt mindestens ein deutliches Indiz dafÃ¼r vor, dass die Liste eingereicht worden ist. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss § 26 Abs. 1 lit. d SubmV kÃ¶nnen Anbietende von der Teilnahme ausgeschlossen werden wegen Verletzung wesentlicher Formvorschriften, insbesondere wegen UnvollstÃ¤ndigkeit des Angebots; allerdings dÃ¼rfen nur wesentliche MÃ¤ngel zu einem Ausschluss fÃ¼hren (RB 1999 Nr. 61). Solche liegen hier nicht vor. BezÃ¼glich der Mitbeteiligten ist unwidersprochen geltend gemacht worden, die Referenzen seien der Beschwerdegegnerin aus einem frÃ¼heren Vergabeverfahren bekannt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ihrerseits hat in ihrer Offerte auf eine "beiliegende" Referenzliste verwiesen, sodass deren allfÃ¤lliges Fehlen ohne weiteres als Versehen erkennbar war. In beiden FÃ¤llen stellte damit das Fehlen der in der Ausschreibung ausdrÃ¼cklich geforderten Referenzliste keine wesentliche Verletzung einer Formvorschrift dar, und die Beschwerdegegnerin hat richtigerweise auf einen Ausschluss der beiden Anbietenden verzichtet.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>8. Die Bestimmungen Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen wollen neben der FÃ¶rderung des wirksamen Wettbewerbs unter den Anbietenden und der wirtschaftlichen Verwendung der Ã¶ffentlichen Mittel insbesondere die Gleichbehandlung der Anbietenden und eine unparteiische Vergabe gewÃ¤hrleisten sowie die Transparenz des Vergabeverfahrens sicherstellen (Art. 1 Abs. 2 IVÃ¶B).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Die Pflicht zur Gleichbehandlung, an den die Beschwerdegegnerin schon von Verfassungs wegen gebunden ist, bedeutet im Beschaffungswesen, dass keinem der anbietenden Unternehmen Nachteile auferlegt werden dÃ¼rfen, die fÃ¼r andere nicht gelten, und dass keiner Anbieterin und keinem Anbieter Vorteile gewÃ¤hrt werden dÃ¼rfen, die anderen verwehrt sind (Peter Galli/Daniel Lehmann/Peter Rechsteiner, Das Ã¶ffentliche Beschaffungs­wesens in der Schweiz, ZÃ¼rich 1996, Rz. 194). Die Pflicht zur Gleichbehandlung von Anbieterinnen und Anbietern hat im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen eine zentrale Bedeutung. Sie soll die DurchfÃ¼hrung eines geordneten und fairen Vergabeverfahrens sicherstellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Um die notwendige Transparenz des Vergabe­verfahrens (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. c IVÃ¶B) zu gewÃ¤hrleisten, muss die Festlegung der Zu­schlagskriterien zu Beginn des Verfahrens erfolgen und sind diese den Interessenten in den Ausschreibungsunterlagen bekannt zu geben (§ 17 Abs. 1 lit. i SubmV). Aus der Be­kanntgabe muss ferner ersichtlich sein, welches Gewicht die VergabebehÃ¶rde den ein­zel­nen Kriterien beimisst; die VergabebehÃ¶rde hat daher die Zuschlagskriterien im Voraus in der Reihenfolge ihrer Bedeutung darzulegen oder die relative Bedeutung, die sie den ein­zel­nen Kriterien beimessen will, ersichtlich zu machen (BGE 125 II 86 E. 7c; RB 1999 Nr. 62 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372). Schliesslich dient der Transparenz des Verfahrens auch das klare Auseinanderhalten von Eignungs- und Zuschlagskriterien (vgl. VGr, 17. Februar 2000, VB.1999.00015, E. 6).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstÃ¶sst bereits der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin in einem Fall von sich aus (und ohne dass die Mitbeteiligte in ihrem Angebot darauf verwiesen hat) auf frÃ¼her namhaft gemachte Referenzen abstellte, wÃ¤hrend sie bei der anderen Anbieterin, die ausdrÃ¼cklich eine beiliegende Referenzenliste erwÃ¤hnte, das angebliche Fehlen dieser Liste negativ bewertete, ohne dieser Anbieterin Ge­legenheit zum Nachreichen der Liste zu geben. Dieser unzulÃ¤ssigen verfahrensmÃ¤ssigen Ungleichbehandlung lÃ¤sst sich nur dadurch begegnen, dass die Beschwerdegegnerin in Kenntnis der mittlerweile nachgereichten Referenzliste neu entscheidet. Der Vergabeentscheid ist deshalb bereits aus diesem formellen Grund aufzuheben und die Akten sind zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurÃ¼ckzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sodann ist in keiner Weise dokumentiert und nachvollziehbar, in welchem Verfahren und in welchem Zeitpunkt die Referenzen Ã¼ber die Mitbeteiligte erhoben wurden. Ferner fehlt jeder Hinweis darauf, woher die nicht nÃ¤her belegten Informationen Ã¼ber die finanzielle Lage von D, eines leitenden Mitarbeiters der BeschwerdefÃ¼hrerin, stammen und inwiefern der Konkurs der Firma E AG, deren Mitinhaber D frÃ¼her anscheinend war, RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die wirtschaftliche Lage der ihn heute beschÃ¤ftigenden BeschwerdefÃ¼hrerin erlaubt. Damit fehlt es an der fÃ¼r die Nachvollziehbarkeit des Vergabeentscheids erforderlichen Transparenz; mit dem Hinweis der Beschwerdegegnerin auf das ihr zustehende Ermessen ist gegen diesen Verfahrensmangel nicht aufzukommen. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist es auch nicht Sache des Verwaltungsgerichts, diesen Mangel im Beschwerdeverfahren zu beheben. Gerade wegen des grossen Ermessensspielraums der VergabebehÃ¶rde kommt den GrundsÃ¤tzen der Gleichbehandlung und der Transparenz im erstinstanzlichen Verfahren eine besondere Bedeutung zu. Die RechtmÃ¤ssigkeit des Vergabeentscheids ist grundsÃ¤tzlich aufgrund des im Zeitpunkt des Vergabeentscheids bekannten Sachverhalts zu prÃ¼fen; die nachtrÃ¤glich angestellten Erkundigungen der Beschwerdegegnerin betreffend angebliche Verletzun­gen des Gesamtarbeitsvertrags sind deshalb unbeachtlich und brauchen vom Verwaltungsgericht nicht nÃ¤her abgeklÃ¤rt zu werden (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 52 N. 16 f.).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Was schliesslich die der BeschwerdefÃ¼hrerin vorgeworfenen "fragwÃ¼rdigen Kalkulationen" betrifft, so ist ein Angebot, dessen Preis unter Kalkulation eines Verlustes zu­stande gekommen ist, nicht von vornherein unzulÃ¤ssig (RB 1999 Nr. 55 = ZBl 100/1999, S. 372 = BEZ 1999 Nr. 13). Davon scheint auch die Beschwerdegegnerin ausgegangen zu sein, die wegen ihrer diesbezÃ¼glichen Bedenken das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht als unzulÃ¤ssig gewÃ¼rdigt hat. Statt dessen hat sie eine tiefere Gewichtung beim Kriterium QualitÃ¤t/Referenzen vorgenommen, was im Zusammenhang mit ihren Vorbringen bezÃ¼glich der finanziellen Situation von D nur so verstanden werden kann, dass sie Zweifel an der finanziellen LeistungsfÃ¤higkeit der BeschwerdefÃ¼hrerin hat. Liessen sich derartige Zweifel erhÃ¤rten, wÃ¤re diesem Umstand gegebenenfalls mit einem Ausschluss man­gels Eignung Rechnung zu tragen (§ 22 SubmV; vgl. Herbert Lang, Offertenbehandlung und Zuschlag im Ã¶ffentlichen Beschaffungswesen, ZBl 101/2000, S. 234). Indessen lÃ¤sst der Umstand, dass D mit seiner eigenen Firma in Konkurs geraten ist, fÃ¼r sich allein keine RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die finanzielle Lage der BeschwerdefÃ¼hrerin zu, die er nach der Darstellung der Beschwerdegegnerin bloss leiten soll. Der Darstellung der Beschwer­defÃ¼hrerin in der Replik, dass sie und die E AG in Konkursverwaltung weder rechtlich noch finanziell in irgend einer Weise verbunden seien, hat die Beschwerde­gegnerin in ihrer Duplik nicht widersprochen. Wenn sie statt dessen geltend macht, sie hÃ¤tte entsprechende Erkundigungen aufgrund der fehlenden Referenzliste nicht einholen kÃ¶nnen, so verkennt sie, dass sie â wie dargelegt - unter den vorliegenden UmstÃ¤nden das Nachreichen dieser Liste hÃ¤tte verlangen mÃ¼ssen. Damit hÃ¤tte sich eine Gewichtung des Kriterium QualitÃ¤t/Referenzen vermeiden lassen, die bezÃ¼glich der BeschwerdefÃ¼hrerin auf blossen Mutmassungen beruht. Die Beschwerdegegnerin wird im zweiten Rechtsgang Gelegenheit haben, aufgrund der Referenzliste der BeschwerdefÃ¼hrerin und von allfÃ¤lligen eigenen, dokumentierten und damit nachvollziehbaren AbklÃ¤rungen das Angebot der BeschwerdefÃ¼hrerin sowohl nach Eignungs- als auch Zuschlagskriterien neu zu bewerten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">9. Somit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde der angefochtene Beschluss des Gemeinderats X vom 11. Juni 2001 aufzuheben. Die Akten sind zur weiteren Untersuchung und neuer Vergabe an den Gemeinderat X zurÃ¼ckzuweisen. Auf das Schadenersatzbegehren der BeschwerdefÃ¼hrerin ist wie erwÃ¤hnt nicht einzutreten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">...</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht: </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1.<span> </span>Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und der Beschluss des Gemeinderats X <span>vom 11. Juni 2001 aufgehoben; die Akten werden zu weiterer Untersuchung und neuer Vergabe der Arbeiten fÃ¼r die Heizung im neuen WerkgebÃ¤ude an den Gemeinderat zurÃ¼ckgewiesen.</span> Im Ãbrigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten. </p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>