B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-552/2013 U r t e i l v o m 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Markus Metz, Gerichtsschreiberin Madeleine Keel. Parteien A._______, Kroatien, vertreten durch Dr. iur. Krešo Glavaš, Rechtsanwalt, Beschwerdeführer, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV-Rente, Verfügung der IVSTA vom 19. Dezember 2012. C-552/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der 1953 geborene, seit (…) wieder in seiner Heimat Kroatien wohnhafte A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) war von (…) – (…) in der Schweiz als Chauffeur, Maschinist und Kellner erwerbs- tätig und leistete Beiträge an die obligatorische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (Akten der Vorinstanz [im Folgenden: IVSTA - act.] 9, S. 1; IVSTA-act. 17, S. 1 und 3; IVSTA-act. 20, S. 5). Zuletzt arbei- tete er von (…) bis (…) in Kroatien in einem Restaurant zunächst als Kellner und danach bis (…) als Hilfskraft. B. B.a Nachdem der Versicherte am 25. Mai 2011 einen Antrag zum Bezug einer IV-Rente gestellt hatte (IVSTA-act. 7; Eingang bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland [ im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz ] am 20. Dezember 2011, vgl. IVSTA-act. 5, 7 und 9) , holte die Vorinstanz Do- kumente zur Erwerbssituation und ärztliche Berichte ein (IVSTA-act. 10- 49). B.b Mit Vorbescheid vom 30. Juli 2 012 (IVSTA-act. 54) , nach Einholen von Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes ( im Folgenden: RAD, IVSTA-act. 52) und der IV -Grad-Berechnung (IVSTA-act. 53), teilte die IVSTA dem Versicherten mit, es bestehe zwar eine Arbeitsunfähigkeit von 100% in der zuletzt ausge übten Tätigkeit als Kellner, hingegen liege in leichteren, angepassten Tätigkeiten noch immer eine Ar beitsfähigkeit von 100% bei einer Erwerbseinbusse von 20% vor, weshalb ein Anspruch auf eine Rente zu verneinen sei. B.c Dagegen erhob der Versicherte am 7. September 2012 (IVSTA - act. 56, S. 4) Einwände und reichte diverse ärztliche Dokumente (IVSTA - act. 55, 57-66) ein. B.d Nachdem die Vorinstanz die Dokumente dem RAD zur Stellungna h- me unterbreitet hatte (IVSTA-act. 67 -68), erliess sie am 19. Dez ember 2012 eine dem Vorbescheid im Ergebnis entsprechende Verfügung und wies das Leistungsbegehren ab (IVSTA-act. 69). C. Gegen diese Verfügung vom 19. Dezember 2012 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter Dr. iur. Krešo Glava š, Rechtsanwalt, mit C-552/2013 Seite 3 Eingabe vom 1. Februar 2013 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge- richt führen (Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: BVGer -act.] 1) und unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragen, die Verfügung vom 19. Dezember 2012 sei aufzuheben und dem Beschwe rdeführer sei eine ganze IV-Rente zu gewähren, eventualiter sei die angefochtene Ver- fügung aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine po- lydisziplinäre Begutachtung durchzuführen. Prozessual wurde die voll- ständige unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt Glavaš als Rechtsbeistand beantragt. Zur Begründung wurde insbeso n- dere geltend gemacht, der Versicherte habe vom kroatischen Sozialversi- cherungsträger eine ganze Rente zugesprochen erhalten. Es könne nicht sein, dass die schweizerischen Mediziner die Befunde und Berichte der kroatischen Ärzte aus den Angeln heben könnten, ohne den Versicherten zu untersuchen. Weiter ersuchte der Rechtsvertreter das Gericht um eine angemessene Frist zur Beschwerdeergänzung nach erfolgter Aktenein- sicht. D. Nach gewährter Akteneinsicht (BVGer-act. 5) reichte der Beschwerdefüh- rer am 7. Mai 2013 die ergänzte Beschwer de ein (BVGer -act. 8). Darin machte er zusätzlich geltend, dass bereits im Jahr 1986 in der Rehabilita- tionsklinik B._______ ein c hronisches lumbovertebrales Syndrom mit nachgewiesener Diskushernie L4 und L5 mit Nervenwurzelkompression bestanden habe. Erfahrungsgemäss degeneriere die Wirbelsäule laufend, weshalb nicht verwunderlich sei, wenn sich die Rückensituation in der Zwischenzeit weiter verschlimmert habe (Diskushernie L5/S1, weitere Diskushernien und Protrusionen im Bereich der Halswirbelsäule). Dazu seien nun auch psychische Beschwerden hinzugetreten, weshalb die kroatische Sozialversicherung am (…) 2013 eine definitive und bleibende Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit festgestellt habe. Sollte das Gericht an der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit des über sechzigjährigen Versiche r- ten zweifeln, so werde eine polydisziplinäre Expertise durch die MEDAS in C._______ beantragt, welche von Amtes wegen durch das Gericht in Auftrag zu geben sei. E. Mit Eingabe vom 20. August 2013 (BVGer-act. 13) reichte der Beschwer- deführer neben verschiedenen Unterlagen zur unentgeltlichen Recht s- pflege auch diverse kroatische Arztberichte ein (Beilagen zu BVGer- act. 13). C-552/2013 Seite 4 F. Mit Zwischenverfügung vom 5. Februar 2014 (BVGer-act. 20) wurde das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gutge heissen und Rechtsanwalt Dr. iur. Krešo Glava š als unentgeltlicher Rechtsbe i- stand des Beschwerdeführers ernannt. G. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Januar 2014 (BVGer-act. 19) beantrag- te die Vorinstanz am 22. Januar 2014 beim Bundesverwaltungsgericht die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der angefochtenen Ve r- fügung. Zur Begründung führte sie aus, RAD -Arzt Dr. D._______ habe sich zusammen mit einem Facharzt für Psychiatrie (Name nicht genannt) ein zweifelsfreies und nachvollziehbares Bild der vorliegenden Leiden bi l- den können. Die neu vorgelegten medizinischen Berichte brächten keine neuen, arbeitsmedizinisc h relevanten Sachver haltselemente. Vielmehr handle es sich um altersbedingte Leiden, welche keine zusätzlichen Ei n- schränkungen zu verursachen vermöchten. H. In der Replik vom 17. Februar 2014 (BVGer -act. 21) hielt der Beschwer- deführer an seinen Rech tsbegehren fest und beantragte erneut eine po- lydisziplinäre Abklärung. Gleichzeitig rügte er mit Blick auf die vorinstan z- lichen Abklärungen eine Verletzung des Gleichheitsgebots, des Fairness- gebots sowie des Willkürverbots. I. Demgegenüber machte die Vorins tanz in der Duplik vom 13. März 2014 (BVGer-act. 23) geltend, die Leiden des Versicherten seien von drei ver- schiedenen Medizinern des RAD beurteilt wor den. Dabei hätten sich s o- wohl aus neurologischer, als auch aus psychiatrischer und allgemeinme- dizinischer Sicht keine medizinisch begründeten Anhaltspunkte ergeben, welche einer leichteren Verweistätigkeit entgegenstehen würden. Im Si n- ne der antizipierten Beweiswürdigung (BGE 119 V 344 E. 3c, BGE 122 V 162 E. 1d, BGE 124 V 94 E. 4b) sei auf die Abnahme weiter er Beweise zu verzichten. J. Auf den weiteren Inhalt der Akten und der Rechtsschriften der Parteien ist – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen ei n- zugehen. C-552/2013 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwa ltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalide n- versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. d bis VwVG keine Anwen- dung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. 1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgeno m- men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Er ist da- her zur Beschwerde legitimiert. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist - und formgerecht eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten (Art. 21 ff. VwVG i.V.m. Art. 60 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 2. 2.1 Aufgrund der kroatischen Nationalität des Beschwerdeführers ist vor- liegend das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft und der Repulik Kroatien über Soziale Sicherheit vom 9. April 1996 (nachfolgend: S ozialversicherungsabkommen; SR 0.831.109.291.1) a n- wendbar (zur Anwendbarkeit vgl. Art. 3 desselben). Nach Art. 4 Abs. 1 dieses Abkommens sind die Staatsangehörigen des einen Vertragssta a- tes in ihren Rechten und Pflichten aus den Rechtsvorschriften des and e- ren Vertragsstaates, zu denen gemäss Art. 1 Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit Art. 2 A Bst. ii die Bundesgesetzgebung über die schweizerische Inva- lidenversicherung gehört, den Staatsangehörigen dieses Vertragsstaates gleichgestellt; abweichende Bestimmungen in diesem Abkommen bleiben vorbehalten. C-552/2013 Seite 6 Demnach bestimmt sich vorliegend der Rentenanspruch des Beschwer- deführers ausschliesslich nach dem internen schweizerischen Recht. Ferner sind die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht an Feststellungen und Entscheide ausländischer Versicherungsträger, Kra n- kenkassen, Behörden und Ärzte bezüglich Invaliditätsgrad und An - spruchsbeginn gebunden (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI -Praxis 1996, S.179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E. 2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdigun g des Gerichts (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, seit dem 1. Januar 2007 : Bundesgericht] vom 11. Dezember 1981 i.S. D; zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung: BGE 125 V 351 E. 3a). 2.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Recht s- sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben, wobei nach ständiger Praxis auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefo chtenen Verwaltungsaktes (hier: 19. Dezember 2012) eingetretenen Sachverhalt abgestellt wird (BGE 130 V 329, BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen). Ein allfälliger Leistungsa n- spruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den in Kraft stehenden Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Tatsachen, die jenen Sachve r- halt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer ne u- en Verwaltungsverfügung bilden (BGE 121 V 362 E. 1b). 3. Bei d en materiellen Bestimmungen des IVG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änd e- rungen (5. IV-Revision; AS 2007 5129 und AS 2007 5155) abzu stellen. Soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2012 zu prüfen ist, sind weiter die mit dem ersten Massnahmenpaket der 6. IV -Revision (IV- Revision 6a) zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen Gesetzesänderu n- gen zu beachten (IVG in der Fassung vom 18. Mä rz 2011 [AS 2011 5659]). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab 2008 gültig gewesenen Fa s- sung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. B ei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invalidität s-C-552/2013 Seite 7 grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Hieran hat die 6. IV-Revision nichts geändert (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab dem 1. Januar 2012 geltenden Fassung). Laut Art. 29 Abs. 4 IVG bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab dem 1. Januar 2012 geltenden Fassung) werden jedoch Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50% entspr e- chen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren W ohnsitz und gewöhnli- chen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rech t- sprechung eine besondere Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40% eine Rente ausg erichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben. Eine sol- che Ausnahme sieht das Sozialversicherungsabkommen nicht vor. 3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei- ne Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufg a- benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmas s- nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und die z usätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gew e- sen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 3.3 Anspruch auf eine Invalidenrente der IV hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Mindestbeitragsdauer von 3 Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an die schweizerische Alters -, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat. Diese Bedingungen müssen kumulativ gege ben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. 4. 4.1 Der Versicherungsträger hat die Begehren der versicherten Personen zu prüfen, die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen (Art. 43 Abs. 1 und Art. 49 ATSG), wobei im Gebiet der Invalidenversicherung diese Pflicht der z u- ständigen Invalidenversicherungsstelle obliegt, so z.B. insbesondere das Einholen der erforderlichen Unterlagen über den Gesundheitszustand (vgl. Art. 57 Abs. 1 lit. c-g IVG und Art. 69 IVV). C-552/2013 Seite 8 4.2 Die Verwaltung und die Gerichte sind auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche – oder andere – Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf- gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beu r- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Au skünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zug e- mutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI - Praxis 2002 S. 62 E. 4 b/cc). 4.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arzt berichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unte r- suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinisc hen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet erscheinen (BGE 125 V 351 E. 3a). 4.4 Auf Stellungnahmen des RAD resp. der medizinischen Dienste kann für den Fall, dass ihnen materiell Gutachtensqualität zukommen soll, nur abgestellt werden, wenn sie den allgemeinen beweisrechtlichen Anford e- rungen an einen ärztlichen Bericht genügen (Urteil EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 2). Die RAD -Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Experten ve r- lassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als Gutachter in einer bestimmten medizinischen Disziplin ein entsprechender spezialärzt- licher Titel des berichtenden oder zumindest des den Bericht visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des EVG I 178/00 vom 3. August 2000 E. 4a; Urteile des Bundesgerichts 9C_410/2008 vom 8. September 2008 E. 3.3; I 142/07 vom 20. November 2007 E. 3.2.3 und I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2 [nicht publ i- zierte Textpassage der E. 3.3.2 des Entscheides BGE 135 V 254]). 4.5 Weiter ist festzuhalten, dass es beim Zusammenwir ken von phys i- schen und psychischen Beeinträchtigungen grundsätzlich nicht gerech t- fertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert abzuklären. Vielmehr ist eine interdisziplinäre Untersuchung durchzuführen (vgl. Urtei- le des Bundesgerichts 8C_168/2008 vom 11. August 2008 E. 6.2.2 und 8C_189/2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). C-552/2013 Seite 9 5. Vorliegend hat der Beschwerdeführer während mehr als drei Jahren Bei- träge an die AHV/IV geleistet (vgl. vorne, E. 2.5 und IVSTA-act. 3 und 4), weshalb zu prüfen bleibt, ob er invalid im Sinne des Gesetzes ist. 6. 6.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 6.2 Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vom 1. Februar 2013 (BVGer-act. 1) vor, er erhalte in Kroatien eine ganze Rente. Es kön- ne nicht sein, dass die Schweiz die Ergebnisse der kroatischen Ärzte nicht anerkenne, zumal der Versicherte nie von den beurteilenden Schweizer Ärzten untersucht worden sei. In der Beschwerdeergänzung vom 7. Mai 2013 (BVGer-act. 8) führte er sodann aus, es sei bereits 1986 in der Rehabilitationsklinik B._______ ein chronisches lumbovertebrales Syndrom mit nachgewiesener Diskushernie L4/L5 mit Nervenwurzelko m- pression diagnostiziert worden, weshalb es nicht verwunderlich sei, dass sich sein Zustand verschlechtert habe. Nun seien auch psychische B e- schwerden hinzugekommen, weshalb eine definitive Arbeits - und E r- werbsunfähigkeit vorliege. Sollte das Gericht daran zweifeln, werde eine polydisziplinäre Expertise durch die MEDAS C._______ beantragt, wobei das Geric ht eine solche von Amtes wegen in Auftrag zu geben habe. Ebenso rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des Gleichheitsge- bots, des Fairnessgebots sowie des Willkürverbots. 6.3 Die Vorinstanz machte in der Vernehmlassung vom 17. Januar 2014 (BVGer-act. 19) g eltend, der beurteilende RAD -Arzt habe sich unter Zweitkonsultation eines Facharztes für Psychiatrie ein zweifelsfreies Bild der vorliegenden Leiden des Versicherten bilden und Aussagen bezüglich der verbleibenden Arbeitsfähigkeit treffen können. Die besch werdeweise neu vorgelegten medizinischen Berichte vermöchten daran nichts zu ä n- dern, weshalb auf den Arztbericht vom 7. Januar 2014 (Beilage zu BVGer-act. 19) verwiesen werde. I n ihrer Duplik vom 13. März 2014 (BVGer-act. 23) machte sie überdies geltend, es bestünden keine med i- zinisch begründeten Anhaltspunkte, die einer leichteren Verweistätigkeit C-552/2013 Seite 10 entgegenstünden, weshalb im Rah men einer an tizipierten Beweiswürdi- gung auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten sei. 7. Das Bundesverwaltungsgericht hat bei der Beurteilung einer Streitsache grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verf ü- gung (vorliegend 19. Dezember 2012) eingetretenen Sachverhalt abz u- stellen (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 m.H. und Urteile des Bundesverwa l- tungsgerichts C-2687/2006 vom 27. August 2008 E. 4 und C -7299/2007 vom 8. Juli 2009 E. 3). Die vom Beschwerdeführer im Laufe des B e- schwerdeverfahrens eingereichten und nach dem Datum der Verfügung vom 19. Dezember 2012 datierten Arztberichte (Beilagen zu BVGer - act. 13) können jedoch ebenfalls in die vor liegende Beurteilung mit ein- fliessen, da sie auf den gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers bis zum Verfügungszeitpunkt Bezug nehmen, demnach mit dem Streitg e- genstand in einem engen Zusammenhang stehen und überdies g eeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Verfügungserlasses zu beeinflu s- sen (vgl. dazu die Urteile des Bundesgerichts 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.5; 9C_116/2010 vom 20. April 2010 E. 3.2.2; BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 116 V 80 E. 6b). Die relevante medizinische Aktenlage präsentiert sich wie folgt: 7.1 In seinem medizinischen Bericht vom 11. März 2010 (IVSTA -act. 40, S. 1 f.) diagnostizierte Dr. E._______, Psychiater, eine Psychoneurose (F 41.2) sowie eine somatoforme Störung (F 45.0) und besch rieb den Versicherten als psychomotorisch ruhig, intrapsychisch ange spannt, mit etwas reduzierter Grundstimmung, durch Affekt etwa s schwächer modu- liert, das Denken formal regelrecht, jedoch okkupiert von den Beschwe r- den. Er verschrieb ihm Luxeta à 50 mg (1,1,0), Misar à 0.5 mg (½, ½, 1), Sanvala à 10 mg abends und empfahl eine Wiedervorstellung nach 3 -4 Monaten. 7.2 In den weiteren Kontrollberichten vom 31. März 2011 (IVSTA -act. 39) und vom 15. Juli 2011 (IVSTA -act. 38) wiederholte Dr. E._______ seine Einschätzung vom 11. März 2010 aufgrund vergleichbarer psychischer Befunde. Im Bericht vom 10. November 2011 (IVSTA -act. 37) gab er zu- sätzlich zur Psychoneurose (F41.2) und zur somatoformen Störung (F45.0) eine Anpassungsstörung (langfristige Beschwerden, F43.2) an. C-552/2013 Seite 11 7.3 Dr. F._______, Anästhesiologin, diagnostizierte in ihrem Untersu- chungsbericht vom 21. November 2011 zuhanden der kroatischen Re n- tenversicherungsanstalt (IVSTA-act. 20) ein "Syndroma cervicale, protr u- sio disci iv [intervertebrales] C5/6 et C6/7 (M50.1) , Syndroma lumbale, protrusio disci iv L4/5 (M50.1), psychoneurosis anxiodepressiva (F41.2)" sowie eine somatoforme Störung (F45 ). Sie hielt insbesondere fest, der Versicherte habe seit 20 Jahren Probleme im Bereich Nacken und Le n- denwirbelsäule. Bei Objektivierung des Zustandes durch den klinischen Status und die radiologischen Befunde handle es sich um eine schwere Läsion im Bereich C5/C6 und C6/7 links sowie L5/S1 beidseitig mit vol l- ständigem Funktionsausfall des lumbalen Teils der Wirbelsäule (im St a- tus: Beweglichkeit um 1/3 begrenzt, schmerzhaft). Der Versicherte habe auch psychische Probleme in Form einer Psychoneurose, einer somat o- formen Störung und lang währender Niedergeschlagenheit. Sie ging von einer Erwerbsunfähigkeit von mehr als 70% aus (IVSTA-act. 20, S. 5). 7.4 Dr. G._______ hat in ihren Berichten vom 26. April 2011 (IVSTA-act. 23), vom 30. September 2011 (IVSTA-act. 22) und vom 14. Oktober 2011 (IVSTA-act. 21) allgemeine Rückenschmerzen, eine eingeschränkte B e- weglichkeit der Halswirbelsäule, eine Beweglichkeit der Lendenwirbelsäu- le unter Schmerzen sowie ein Syndrom CB (Cervicobrachialsyndrom) festgehalten. 7.5 Diese ärztlichen Berichte wurden seitens der Vorinstanz dem RAD unterbreitet. 7.5.1 Dr. D._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab in sei- ner ersten RAD-Stellungnahme vom 25. Juni 2012 (IVSTA -act. 52, S. 1 ff.) an, die Diagnosen von Dr. F._______ (vgl. soeben, E. 7.3 ) zu über- nehmen und diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit "Cer- vicalgies sur protrusions discales C5 -C6 et C 6-C7 (M50.8), lombalgies sur protrusions discales L4 -L5 et L5 -S1 (M54.5)" sowie "trouble anxieux et dépressif mixte (F41.2)" , ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit "Trouble somatoforme (F45.9)". Weiter führte er aus , die medizinischen Grundlagen seien a us somatischer Sicht genügend und es bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit . Für die psychischen Beschwerden sei aber eine Stellungnahme des RAD -Psychiaters einzu- holen. 7.5.2 Dr. H._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie des RAD, äusserte sich am 27. Juni 2012 (IVSTA-act. 52, S. 4 ff.). Der Bericht C-552/2013 Seite 12 von Dr. E._______ vom 11. März 2010 (vgl. o ben, E. 7.1) sei von guter Qualität, wenn auch keine vollständige Expertise, die Psychoneurose sei korrekt kodifiziert und umschrieben mit zwei Syndromen (F 41.2 und F45.9). Es gäbe keine Symptome, welche für eine dauerhafte Arbeitsun- fähigkeit sprächen. Bezüglich der Expertise von Dr. F._______ vom 29. November 2011 hielt er fest, auch hier fänden sich keine Symptome, we l- che eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit mit sich bringen würden. Zusa m- menfassend übernahm er die Diagnose einer Psychoneurose mit den Syndromen F41.2 (Angst und depressive Störung, gemischt) bzw. F45.9 (somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet) und ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 7.5.3 Dr. D._______ hielt in der Folge in seinem "rapport final" vom 3. Juli 2012 (IVSTA-act. 52, S. 7 ff.) als Diagnosen mit Auswirkung auf die A r- beitsfähigkeit "Cervicalgies sur protrusions discales C5 -C6 et C6 -C7 (M50.8)" sowie " lombalgies sur protrusions discales L4 -L5 et L5 -S1 (M54.5)" fest. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab er "Trouble somatoforme ( F45.9)" und "Trouble anxieux et dépressif mixte (F41.2)" an. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit ging er bestehend seit 29. Juni 2010 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, hingegen von einer durchgehenden 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer leichteren Verweistätigkeit aus (mit wechselnder Arbeitshaltung , ohne Heben von schweren Gewich ten, keine Schichtarbeit, keine Arbeit mit Zwangshaltungen und nicht schlechtem Wetter, Feuchte oder Kälte au s- gesetzt). Weiter hielt er fest, die Situation sei stabil, die Prognose günstig. 7.6 Nach Erlass des Vorbescheides reichte der Beschwerdeführer diverse neue ärztliche Unterlagen ein (vgl. IVSTA-act. 55-66): 7.6.1 Dr. E._______ ging in der Untersuchung vom 24. August 2012 (IVSTA-act. 65) von einer Psychoneurose (F 41.2), einer somatoformen Störung (F45.0) sowie einem beginnenden Syndroma psychoorganicum (F07.9) aus. 7.6.2 Dr. G._______ diagnostizierte am 2. März 2012 (IVSTA -act. 60) aufgrund der durchgeführten Magnetresonanz -Untersuchung der Hal s- wirbelsäule insbesondere diverse (kleinere) Bandscheibenprotrusionen sowie auf Höhe C6-Th1 eine diskrete Verbreiterung des Zentra lkanals und eine erhöhte Signalintensität in der T2 -Sequenz im Sinne einer S y- rinx und stellte fest, der Befund sei ohne wesentliche Veränderung im Vergleich zu den Aufnahmen von 2009. Die arthrotische Veränderung der C-552/2013 Seite 13 Wirbelgelenke sei altersgerecht und e s seien keine Anzeichen für ein akutes Trauma zu finden. 7.6.3 Dr. I._______, Fachärztin für Neurologie des Spezialkrankenhauses für medizinische Rehabilitation in J._______ hielt in ihrem Untersu- chungsbericht vom 7. September 2012 (IVSTA-act. 58) zur Elektromy- ographie fest, der Befund an den Armen entspreche einer schweren chronischen radikulären Schädigung C6, C7 links und einer mässigeren Schädigung C6, C7 rechts bei gleichzeitigen milden Leitungsstörungen des n. medianus im Karpaltunnel rechts. Der Befund an den Beinen ent- spreche einer schweren chronischen Radikulopathie S1 beidseitig. 7.7 Dr. D._______ holte in der Folge Stellungnahmen des RAD- Psychiaters sowie des RAD-Neurologen zu diesen Berichten ein (IVSTA- act. 68, S. 1 f.). 7.7.1 RAD-Psychiater Dr. H._______ hielt in seiner Stellungnahme vom 23. November 2012 (IVSTA -act. 68, S. 3 f.) zum Bericht von Dr. E._______ vom 24. August 2012 (IVSTA -act. 65 , vgl. soeben E. 7.6 .1) fest, die Diagnose eines beginnenden Syndroma psychoorganicum (F07.9) sei durch keinerlei objektive Symptome erwiesen und scheine sich nur auf subjektive Aussagen des Versich erten zu stützen, wobei Be- schwerden geltend gemacht würden (Verminderung des Gedächtnisses), wie man sie bei vielen Patienten mit anxio -depressiver Störung finde. Es bleibe dabei, dass aus psychiatrischer Sicht keine Anhaltspunkte für eine schwere Krankheit vorlägen, welche eine Arbeitsunfähigkeit im Sinne der IV begründeten. 7.7.2 RAD-Arzt Dr. K._______, Facharzt für Neurologie , hielt in seinem Bericht vom 29. November 2012 (vgl. IVSTA-act. 68, S. 5 f.) bezüglich des ärztlichen Berichts von Dr. I._______ vom 7. September 2012 (vgl. oben E. 7.6 .3) fest, die klinischen Elemente seien zu summarisch, um entscheiden zu können ; nur ein detailliertes n eurologisches Examen e r- laube es, sich zu äussern. 7.7.3 Aufgrund dieser Einschätzungen hielt Dr. D._______ am 14. Dezember 2012 (IVSTA-act. 68, S. 7 f. ) an seiner Einschätzung vom 25. Juni 2012 fest. Als Diagnosen gab er an: "Cervicalgies sur protrusions discales C5-C6 et C6-C7 (M50.8), lombalgies sur protrusions discales L4- L5 et L5-S1 (M54.5)". Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gab er "Trouble anxieux et dépressif mixte" an. Im Weiteren ging er von einer Ar-C-552/2013 Seite 14 beitsunfähigkeit von 100% in der angestammten Tätigkeit seit dem 29. Juni 2010, jedoch von einer durchgehend unverminderten Arbeitsfä- higkeit in leichteren Tätigkeiten aus. 8. Demnach lassen sich hinsichtlich der gestellten Diagnosen sowie der Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit grosse Unterschiede zwischen den Berichten der kroatischen Ärzte und jenen der RAD-Ärzte feststellen. Wie sogleich zu zeigen sein wird, überzeugen di e Berichte des RAD, insb e- sondere jener von Dr. D._______ vom 14. Dezember 2012 , und damit auch die darauf gestützte und hier angefochtene Verfügung der Vori n- stanz vom 19. Dezember 2012, nicht. 8.1 Dr. D._______ verwies in seiner Stellungnahme auf die Diagnosen von Dr. F._______ vom 21. November 2011 (IVSTA-act. 20 und oben, E. 7.3). Jedoch hat er nicht deutlich gemacht, dass er von massgeblich g e- ringfügigeren Wirbelsä ulenbeschwerden als Dr. F._______ ausgeht: So hat Dr. F._______ in somatischer Hinsich t gemäss ICD -10-Klassifikation die Diagnosen M50.1 und M 50.1 (recte: M 51.1) (zervikaler und lumbaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie) gestellt, während Dr. D._______ von der Klassierung M50.8 (sonstige zervikale Bandschei- benschäden) bzw. M54.5 (Kreuzschmerz) ausgegangen ist. Er hat seine Abweichung aber nicht begründet, weshalb nicht ersichtlich ist, warum er von der Einschätzung von Dr. F._______ abgewichen ist. 8.2 Sodann hat Dr. D._______ in seinem Schlussbericht auch mit keinem Wort erwähnt, dass RAD-Arzt Dr. K._______ in seinem Bericht vom 29. November 2012 (IVSTA-act. 68, S. 5 f. und oben E. 7.7.2 ) und nach Lektüre des Berichts von Dr. I._______ vom 7. September 2012 (IVSTA- act. 58 und oben E. 7. 6.3), ausdrücklich eine einlässliche neurologische Untersuchung angeregt und ausgeführt hatte, "les éléments cliniques sont trop sommaires pour conclure". 8.3 Es ergibt sich, dass bezüglich d er somatischen Beschwerden (seit Jahren geklagte Nacken- und Kopfschmerzen mit Ausstrahlung in die Ex- tremitäten, manchmal fallen ihm Gegenstände aus der Hand, vgl. IVSTA - act. 58, S. 1) unklar scheint, woran der Beschwerdeführer genau leidet, d.h. ob insbesondere Bandscheibenschäden mit Radikulopathien vorlie- gen oder ob es sich um sonstige einfache Bandscheibenschäden handelt, welche eine Verweistätigkeit uneingeschränkt zulassen, wie dies Dr. D._______ und die Vorinstanz annehmen . Aufgrund der heutigen Akten-C-552/2013 Seite 15 lage kann nicht mit der im Sozialversicherungsrecht notwendigen übe r- wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass der in den kroatischen Berichten beschriebene Zustand der Wirbelsäule , d.h. die Beeinträchtigung, respektive die Schädigung von zervikalen und lumb a- len Spinalnervenwurzeln, zutreffend sein könnte, zumal sämtliche kroat i- schen Arztberichte, so auch die Magnetresonanzuntersuchung von Dr. G._______ vom 2. März 2012 , sowie die im Beschwerdeverfahren neu eingereichten ärztlichen Berichte (Beilagen zu BVGe r-act. 13) in die- se Richtung weisen . Da auch Dr. K._______ als Spezialist des RAD in Neurologie von einem unklaren Beschwerdebild ausgegangen ist und ei- ne eingehende neurologische Untersuchung angeregt hatte , hätte die Vorinstanz eine solche zwingend anordnen müssen, um Klarheit über den physischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zu erhalten. Aus diesen Gründen ist festzustellen, dass der physische Gesundheit s- zustand des Beschwerdeführers ungenügend abgeklärt wurde. 8.4 Sodann stimmt auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. D._______ nicht mit jener von Dr. F._______ überein; während letzte- re eine Erwerbsunfähigkeit von über 70% annimmt, geht der RAD -Arzt von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in leichteren Verweistäti g- keiten bei einer Erwerbseinbusse von 20% aus. Weshalb er leichtere Tä- tigkeiten für vollumfänglich zumutbar hält bzw. warum er die Einschä t- zung von Dr. F._______ nicht teilt, führt er nicht aus. 8.5 Da auch aus den Akten keine objektiven Befunde ersichtlich wären, die die Beurteilung des RAD -Arztes bezüglich der physischen Diagnosen und der Arbeitsfähigkeit bestätigen könnten, handelt es sich da bei um nicht näher begründete Annahmen. Auch hat der RAD sich nicht dazu geäussert, ob und inwiefern die diagnostizierte Osteoporose/Osteopenie (vgl. IVSTA-act. 64, S. 1 Bericht und act. 52) sich auf die geklagten R ü- ckenbeschwerden auswirkt (vgl. zum Stichwort Osteoporose und ihren Auswirkungen auch DE GRUYTER, Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Berlin/Boston 2012, S. 1533 f.). 8.6 Auch in psychischer Hinsicht ist zumindest fraglich, ob der Gesun d- heitszustand des Beschwerdefü hrers genügend abgeklärt wurde : So er- wähnt Dr. E._______ bereits im Bericht vom 11. März 2 010 (IVSTA-act. 40) neben der Psychoneurose eine somatoforme Störung (F45.0). Diese wurde von Dr. H._______ und in der Folge auch von Dr. D._______ nicht C-552/2013 Seite 16 thematisiert und auch nicht übernommen. Eine Begründung, weshalb e i- ne somatoforme Störung nicht gegeben sein könnte, fehlt. Des Weiteren hat Dr. H._______ die im Bericht vom 24. August 2012 von Dr. E._______ (IVSTA-act. 65) neu diagnostizierte Diagnose eines begin- nenden "Syndroma psychoorganicum (F07.9)" nicht übernommen. Insgesamt kann unter den gegebenen Umständen in psychischer Hinsicht weder den RAD -Berichten noch dem Bericht von Dr. E._______ vom 24. August 2012 ein erhöhter Beweiswert zugemessen werden, zumal es gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung beim Zusammenwirken von physischen u nd psychischen Beeinträchtigungen – wovon alle beur- teilenden Ärzte ausgingen – nicht gerechtfertigt ist, die somatischen und psychischen Befunde isoliert abzuklären. Vielmehr ist eine interdisziplinä- re Untersuchung durchzuführen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_168/2008 vom 11. August 2008 E. 6.2.2; 8C_189/ 2008 vom 4. Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen und 8C_321/2007 vom 6. Mai 2008 E. 6.3). 9. 9.1 Aus den genannten Gründen ist festzustellen, dass der Gesundheit s- zustand des Beschwerdeführers sowohl physisch als auch psychisch un- genügend abgeklärt wurde und eine zuverlässige Beurteilung nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweismass der überwi e- genden Wahrscheinlichkeit möglich ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend weder den vom Beschwerdeführer vorgelegten medizinischen Berichten, noch den medizinischen Stellungnahmen der Vorinstanz ein erhöhter Beweiswert zukommt. Weitere Abklärungen in rheumatologischer, neurologischer und psychiat- rischer Hinsicht erweisen sich somit als unumgänglich. Da aufgrund der erstmals vorzunehmenden polydisziplinären Begutachtung in rheumato- logischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht auch zusätzliche, bisher vollständig ungeklärte Fra gen betroffen sind, steht einer Rückwe i- sung an die Vorinstanz zu ergänzender Abklärung nichts entgegen (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff. ; vgl. auch das Rechtsbegehren 2 der B e- schwerde, bestätigt in der Replik, BVGer -act. 1, S. 2 und 21, S. 4 ). Es kann auch nicht im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung gesagt werden, dass von einer zusätzlichen, nachvollziehbar und schlüssig b e- gründeten interdisziplinären medizinischen Beurteilung keine verwertb a-C-552/2013 Seite 17 ren entscheidrelevanten Erkenntnisse zum Gesundheitszustand sowi e der Arbeits(un)-fähigkeit zu erwarten wären. 9.2 Einen Anspruch auf die Wahl einer spezi fischen Gutachterstelle be- steht bei einer Rückweisung an die Vorinstanz nicht; diese wird nach dem Zufallsprinzip bestimmt. Im Rahmen der vorzunehmenden Begutachtung sind dem Beschwerdeführer allerdings die ihm zustehenden Mitwirkungs- rechte einzuräumen. 9.3 Weitere Ausführungen zu den vorgebrachten Rügen bezüglich der verletzten Verfahrensgarantien und Grundrechte (Gleichheitsgebot, Fai r- nessgebot und Willkürverbot , vgl. vorn e, Bst. H .) erübrigen sich, da die Sache wegen unzureichend abgeklärtem Gesundheitszustand an die Vor- instanz zurückzuweisen ist. 9.4 Nach dem Gesagten ist d ie Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 19. Dezember 2012 aufzuheben und die Sache zwecks Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (rheu- matologisch, neurologisch und psychiatrisch, allenfalls unter Beizug eines auf Osteoporose spezialisierten Facharztes ) und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Im Rahmen der neuen Abklärungen wird die Vorinstanz auch die vom Be- schwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereic hten neuen ärztlichen Berichte (Beilagen zu BVGer-act. 13) in ihre Beurteilung mit einzubeziehen haben. 10. Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par- teientschädigung. 10.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unte rliegenden Partei. Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde führe n- den Partei gilt (BGE 137 V 57 E. 2.1 m.H.), sind im vorliegenden Fall dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der Vorinstanz werden ebenfalls keine Kosten auferlegt (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 10.2 Der obsiegende , anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat g e- mäss Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Regle- ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor C-552/2013 Seite 18 dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Verwaltung. 10.2.1 Der amtlich bestellte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat am 24. März 2014 (BVGer -act. 25) seine Honorarnote in Höhe von Fr. 3'153.60 (Honorar von Fr. 2'910.- und 3% Barauslagen Fr. 87.30) ein- gereicht. 10.2.2 Die Parteientschädigung umfasst die Kosten der Vertretung (Art. 9, 10 und 11 VGKE) sowie allfällige weitere Auslagen der Partei (Art. 13 VGKE), unter Berücksichtigung des Verfahrensausgangs, der Kostennote (Art. 14 Abs. 1 VGKE), des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des vorliegend zu beu r- teilenden Verfahrens. Die Parteientschädigung stellt also "Ersatz der Par- teikosten" dar, welche massgeblich vom tatsächlichen und notwendigen Vertretungsaufwand bestimmt wird. Die Kosten der Vertretung umfassen insbesondere das Anwaltshonorar und die Auslagen (namentlich die Kos- ten für das Kopieren von Schriftstücken, Porto und Telefonspesen). Unnö- tiger Aufwand wird nicht entschädigt (Art. 8 Abs. 2 VGKE). 10.2.3 Bei der Frage nach dem notwendigen Vertretungsaufwand d arf das Gericht auch in Betracht ziehen, dass der Sozialversicherungspr o- zess von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, wodu rch in vielen Fällen die Arbeit der Rechtsvertretenden erleichtert wird. Diese Arbeit soll nur insoweit berücksichtigt werden, als sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner Aufgabe in einem vernünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonstwie überflüssiger Schritte. Zu entschädigen ist nicht der geltend gemachte, sondern nur der notwendige Aufwand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_723/2009 vom 14. Januar 2010 E. 3.2 und 4.3 mit Hinweisen; zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C- 7077/2010 vom 11. Januar 2013 E. 8.3.1). 10.2.4 Ausgehend vom geringen bis mittleren Umfang der Akten und des vom Vertreter des Beschwerdeführers spezifisch für das Beschwerdeve r- fahren betriebenen aktenkundigen Aufwandes (insbesondere der dreisei- tigen Beschwerde, der verschiedenen kleineren Eingaben, der dreiseit i- gen Beschwerdeergänzung und der vierseitigen Replik) erachtet das Bundesverwaltungsgericht einen Anwaltsaufwand von rund 10 Stunden als angemessen und notwendig. Bezüglich der geltend gemachten B a- rauslagen von Fr. 87.30 (3%) ist zu sagen, dass nur Fr. 10.- (Telefonge-C-552/2013 Seite 19 bühren) detailliert ausgewiesen wurden, weshalb grundsätzlich nur diese berücksichtigt werden können. 10.2.5 Der Anwaltsaufwand ist vorliegend – angesichts der nicht beso n- ders komplexen Sach - und Rechtslage – zu einem Stundenansatz von Fr. (…) zu entschädigen (vgl. für viele Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts C-3302/2010 vom 21. Januar 2013 E. 7.2. m.w.H.). Für im Ausland wohnende Personen, welche die Dienste eines in der Schweiz ansäss i- gen Rechtsvertreters in Anspruch nehmen, ist keine Mehrwertsteuer g e- schuldet (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. a des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20] i.V.m. Art. 8 Abs. 1 MWSTG und Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE [vgl. Urteil d es Bundesverwal- tungsgerichts C-7742/2009 vom 9. August 2012]). 10.2.6 Die zu entschädigenden Parteikosten sind daher auf Fr. (…) fest- zusetzen (rund 10 Stunden à Fr. (…) plus Auslagen). Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite. C-552/2013 Seite 20 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung vom 19. Dezember 2012 aufgehoben und die Sache an die IVSTA zurückgewiesen wird, damit diese nach erfolgter ergänzender Ab- klärung der rechtserheblichen Tatsachen im Sinne der Erwägungen neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteien t- schädigung von Fr. (…) zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr….; Einschreiben; Beilage: Kopien der Arztbe- richte der Beilage zu BVGer-act. 13) – das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Rohrer Madeleine Keel C-552/2013 Seite 21 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, B eschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die U n- terschrift zu enthalten. Der ange fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: