Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. November 2016 (810 16 138 / 810 16 139 / 810 16 140) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Kostenauflage Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clausen, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführe r gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde C.____ , Vorinstanz Betreff Kostenauflage (Entscheide der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 22. April 2016) A. Am 8. Februar 2014 wandte sich A.____, die Tocht er von D.____ (geboren 1940) und E.____ (geboren 1943), nachdem sie von einem geplan ten Altersheimeintritt von E.____ erfah- ren hatte, mit einer Gefährdungsmeldung an die Kind es- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ (KESB) und beantragte die Prüfung einer Beis tandschaft für ihre Eltern. Zuvor wurden Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht D.____ und E.____ auf freiwilliger Basis in finanziellen und administrativen Belangen von ihrem Schwager, F.____, betreut. In der Gefährdungsmeldung führte A.____ unter anderem aus, ihre Beziehung zu den Eltern sei seit über 20 Jahren teilweise stark belastet. B. Mit Entscheid vom 26. März 2014 errichtete die KESB m it dem Einverständnis des Ehepaars eine Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensv erwaltung. Zum Beistand ernannt wurde G.____, den das Ehepaar aufgrund seiner früher en Tätigkeit für die Gemeinde H.____ bereits kannte. C. Am 14. Mai 2014 teilte G.____ der KESB mit, dass er die Beistandschaft des Ehepaars aufgrund grosser Differenzen mit A.____ einem Berufsb eistand übergeben wolle, insbesondere für die administrativen Belange der Familie aber weiterhin besorgt sei. Am 17. Mai 2014 gelang- te A.____ ihrerseits an die KESB und stellte in Aussicht, sie wolle zukünftig als vollumfassende Beiständin für ihren Vater tätig sein. Die KESB teilt e den Beteiligten am 22. Mai 2014 mit, dass der bisherige Beistand im Amt bleibe, bis die KESB e inen anderen geeigneten Beistand für das Ehepaar gefunden habe. D. Am 28. Juli 2014 errichtete D.____ mittels öffentli cher Beurkundung eine Vollmacht und einen Vorsorgeauftrag. Darin erteilte D.____ seiner Tochter A.____ (bzw. für den Fall, dass sie das Mandat nicht annehme, deren Ehemann B.____) ei ne unbeschränkte Vollmacht, ihn in seinen sämtlichen Angelegenheiten jeder Art rechtlich zu vertreten. Für den Fall, dass der Voll- machtgeber die für ihn vorgenommenen Handlungen in i hrer Tragweite nur noch eingeschränkt zu beurteilen vermöge, wurde die Bevollmächtigte verpf lichtet, der zweiten Tochter von D.____ sowie den Schwestern von D.____ jederzeit und je einzel n umfassende Einsicht in sämtliche Unterlagen zu gewähren. Gleichentags wurde die Urteilsf ähigkeit von D.____ in Bezug auf die- ses Geschäft von Prof. Dr. I.____, Leiter der Klinik J.____, bestätigt. E. Mit Eingabe vom 31. Juli 2014 beantragte D.____, vertreten durch Anna Rüegg, Advo- katin, bei der KESB unter anderem, es sei die Beistandsc haft von D.____ per sofort aufzuhe- ben. Am 15. Oktober 2014 beantragte D.____, es sei sei ne Tochter, A.____, vorsorglich per sofort als seine Beiständin im Sinne einer Vertretungsbe istandschaft mit Vermögensverwaltung und mit Vertretungsrecht bei medizinischen Massnahmen ad interim bis zum rechtskräftigen Entscheid der KESB einzusetzen. Überdies sei sein jetzige r Beistand vorsorglich per sofort von seinem Amt zu entbinden. F. Am 19. Dezember 2014 erhob D.____, weiterhin vert reten durch Anna Rüegg, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsre cht (Kantonsgericht), Beschwerde wegen Rechtsverweigerung resp. Rechtsverzögerung. Diese Beschwerde wies das Kantonsge- richt mit Urteil vom 4. März 2015 ab, soweit es darauf eintrat (Verfahren Nr. 810 14 392). G. Nachdem G.____ sein Mandat mit Schreiben vom 1. A pril 2015 per sofort niedergelegt hatte, entliess ihn die KESB mit superprovisorischem Ent scheid vom 10. April 2015 (rektifiziert am 12. April 2015) per 31. März 2015 aus dem Amt und setzte K.____, Advokat, rückwirkend per 1. April 2015 als Beistand von D.____ ein. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Am 24. April 2015 entschied die KESB, dass über D.__ __ bereits eine Beistandschaft nach Art. 394 und Art. 395 ZGB bestehe und diese Beistandschaft weitergeführt werde. Sodann beschloss die KESB, dass D.____ in Erweiterung der best ehenden Beistandschaft gestützt auf Art. 395 Abs. 3 ZGB der Zugriff auf die aufgeführte n Vermögens- und Einkommenswerte entzo- gen bleibe. Ergänzend stellte die KESB der Klarheit halber fest, dass D.____ bzgl. eines Privat- kontos vollumfänglich Zugriff habe und dass die Grundbu chsperren betreffend die Parzellen Nr. 680 (X.____gasse 15) und 2460 (Y.____weg 9/9a) in H.____ gestützt auf Art. 395 Abs. 4 ZGB aufrechterhalten würden. Des Weiteren entschied die KESB, rückwirkend per 1. April 2015 Rechtsanwalt K.____ in Erweiterung der bestehenden B eistandschaft als Beistand für D.____ zu bestätigen. Sie setzte seinen Stundenansatz auf Fr. 150.-- fest. I. Dagegen liess D.____, nach wie vor vertreten durch An na Rüegg, am 7. Mai 2015 beim Kantonsgericht Beschwerde erheben mit dem Hauptantrag, die Beistandschaft sei definitiv aufzuheben eventuell unter gleichzeitiger Genehmigun g des Vorsorgeauftrags vom 28. Juli 2014. Das Kantonsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 9. September 2015 gut und hob den angefochtenen Entscheid auf (Verfahren Nr. 810 1 5 129). Das Gericht erwog zusammen- fassend, dass die Beistandschaft mit G.____ als Beistand im Einverständnis mit dem Ehepaar D.____/E.____ zu Recht errichtet worden sei und der spä tere Beistandswechsel ebenfalls nicht zu beanstanden sei (E. 2.4). Erst im Laufe des Beschwerde verfahrens habe A.____ die vor- handenen offenen Fragen zu klären und ihre Geeignethe it für die Betreuung ihres Vaters nach- zuweisen vermocht. Die Unterstützung bzw. die Betreuung D.____s durch die Familie erscheine nunmehr als genügend und es rechtfertige sich unter dem Gesichtspunkt der Subsidiarität, die bestehende Beistandschaft per Urteilsdatum aufzuheben (E. 3.4). J. Die KESB schloss das Verfahren betreffend Erwachsenensch utzmassnahme für D.____ am 22. April 2016 mit vier separaten Entscheiden ab, wovon drei die Kostenregelung betrafen. Sie setzte in dieser Hinsicht zunächst die Verf ahrenskosten auf gesamthaft Fr. 2'200.-- fest und auferlegte sie D.____. In einem weiteren Entscheid genehmigte die KESB den Schlussbericht von K.____ und entliess diesen aus dem A mt. Seine Entschädigung wurde auf Fr. 22'436.05 festgelegt, wovon D.____ Fr. 15'14 6.30 auferlegt wurden. Der Prüfungsauf- wand der externen Treuhandfirma von Fr. 1'300.30 sowi e die Entscheidgebühr von Fr. 450.-- wurden ebenfalls auf ihn überwälzt. Im dri tten Entscheid genehmigte die KESB den Schlussbericht von G.____ und entliess ihn definitiv aus dem Amt. Seine Entschädigung wurde auf Fr. 4'448.90 festgesetzt und einschliesslich der Spesen von Fr. 146.50 D.____ auferlegt. Dazu kamen die Kosten für die externe Wirtschaftsprüfung von Fr. 230.85 sowie die Entscheid- gebühr von Fr. 200.--, die ebenfalls zu seinen Lasten gingen. K. Gegen die drei Kostenentscheide der KESB vom 22. Apr il 2016 haben A.____ und B.____ mit Eingabe vom 16. Mai 2016 beim Kantonsgeri cht Beschwerde erhoben. Sinngemäss beantragen sie, dass der Entscheid betreffend die Kosten auflage (Verfahren Nr. 810 16 138), die Genehmigung des Schlussberichts von K.____ (Verfahre n Nr. 810 16 139) und die Geneh- migung des Schlussberichts von G.____ (Verfahren Nr. 810 16 140) aufzuheben und D.____ keine der nach dem 31. Juli 2014 entstandenen Kosten au fzuerlegen seien. Zur Begründung Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht bringen sie zusammengefasst vor, die besagten Kosten seie n durch das Fehlverhalten der KESB entstanden und deshalb von dieser zu tragen. L. Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vo m 17. Juni 2016, auf die Be- schwerden sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge nicht einzutreten, eventualiter seien sie abzuweisen. Sie bringt im Wesentlichen vor, die Kosten tragungspflicht betreffe D.____ und nicht die Beschwerdeführer, die nicht als dessen Vertret er handelten. Die Beschwerdeführer seien zur Erhebung der Beschwerde in eigenem Namen ni cht legitimiert, weshalb auf ihre Be- schwerde nicht eingetreten werden könne. In der Sache sei die Beschwerde im Weiteren unbe- gründet, schliesslich habe das Kantonsgericht in zwei frühe ren Urteilen die Rechtmässigkeit ihres Handelns bestätigt. Die Kostenerhebung und -verl egung entspreche den gesetzlichen Vorgaben. M. Mit Eingabe vom 18. Juni 2016 reichen die Beschwerde führer eine auf sie lautende und am 16. Juni 2016 von D.____ unterzeichnete Vollmach t ein und erklären, dessen Interes- sen im vorliegenden Verfahren wahrzunehmen. N. Mit Präsidialverfügung vom 7. Juli 2016 wurden die Verfahren Nr. 810 16 138, 810 16 139 und 810 16 140 vereinigt und der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzb uches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 kann gegen Entscheide einer Erwachse nenschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 de s kantonalen Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgeri cht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). 2. Nach § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 wendet das Gericht d as Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretensvoraussetzungen erf üllt sind. Diese umschreiben die Er- fordernisse, die erfüllt sein müssen, damit ein Begehren im Verfahren vor dem Kantonsgericht materiell behandelt werden kann. Eine dieser Sachent scheidvoraussetzungen ist die Be- schwerdebefugnis. Sie umschreibt die Berechtigung eines R echtssubjekts, ein bestimmtes Rechtsmittel zu ergreifen (R ENE RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURN - HERR /DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 1092 ff.). 3. Nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB sind zunächst Person en zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind. Am Verfahren beteiligt sind in erster Linie die von der Anordnung einer Erwachsenenschutzbehörde direkt betroffenen Persone n, mithin die schutzbefohlenen, Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht hilfsbedürftigen Personen, die durch den Entscheid unmi ttelbar berührt sind und ein schutzwür- diges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung habe n (DANIEL STECK , in: Honsell/Vogt/ Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Schweizerischen Zivil gesetzbuch, 5. Aufl., Basel 2014, Art. 450 ZGB Rz. 29; Urteil des BGer 5A_979/2013 vom 2 8. März 2014 E. 6). Von den ange- fochtenen Entscheiden direkt betroffen ist vorliegend e inzig D.____. Die Beschwerdeführer ha- ben die Beschwerden in eigenem Namen und ohne Hinwei s auf ein Vertretungsverhältnis erho- ben. Sie sind von den angefochtenen Entscheiden nicht direkt betroffen. 4.1 Dritte sind üblicherweise nicht befugt, zugunsten ein es Verfügungsadressaten zu inter- venieren und Verfügungen anzufechten, welche diese Perso n belasten. In der Regel ist jedes Rechtssubjekt gehalten, seine eigenen Interessen selber wahrzunehmen. Im Privatrecht wie auch im öffentlichen Recht - zu welchem das Erwachsenensch utzrecht materiell gehört - wird von nicht direkt am Verfahren beteiligten Drittpersonen, die den Rechtsweg einschlagen wollen, regelmässig ein besonderes eigenes Berührtsein verlangt. A uch im Erwachsenenschutzrecht kann die urteilsfähige schutzbedürftige Person ihre Interessen mit einer Beschwerde grundsätz- lich selber wahren. Das Zivilgesetzbuch lässt in diesem Bereich jedoch als spezialgesetzliche Regelung die Beschwerde von Dritten ohne direkte Verfa hrensbeteiligung unter besonderen Voraussetzungen zu. 4.2 Zur Beschwerde zugelassen sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 2 ZGB die der betroffenen Person nahestehenden Personen, sofern diese Drittbeschw erdeführer die Wahrung von Inte- ressen des Schutzbedürftigen geltend machen (vgl. BGE 137 III 67 E. 3.4.1). Es handelt sich dabei nach Lehre und Rechtsprechung um Personen, welch e die betroffene Person zufolge Verwandtschaft oder Freundschaft oder wegen ihrer Fun ktion oder beruflichen Tätigkeit (Arzt, Sozialhelfer, Priester oder Pfarrer etc.) gut kennen un d kraft ihrer Eigenschaften sowie kraft ihrer Beziehungen zu dieser als geeignet erscheinen, der en Interessen zu wahren. Eine Rechtsbeziehung ist nicht erforderlich. Entscheidend ist vi elmehr die faktische Verbundenheit (STECK , a.a.O., Art. 450 ZGB Rz. 32 ff.; BGE 137 III 67 E. 3.4.1). Das Wort "Nahestehen" meint eine auf unmittelbarer Kenntnis der Persönlichkeit des Betroffenen, von diesem bejahte und von Verantwortung für dessen Ergehen geprägte Beziehung, die den Dritten geeignet erscheinen lässt, Interessen des Betroffenen wahrzunehmen. Diese Be ziehung bzw. die Anforderungen daran, die unmittelbare Kenntnis der Persönlichkeit des Betroffenen, die Bejahung durch den Betroffenen und die Verantwortung für das Ergehen de s Betroffenen, müssen in der Beschwer- debegründung glaubhaft gemacht werden (Urteil des BGe r 5A_663/2013 vom 5. November 2013 E. 3.2; P ATRICK FASSBIND , in: Jolanta Kren Kostkiewicz et al. [Hrsg.], Orell Füssli Kom- mentar zum Zivilgesetzbuch, 2. Aufl., Zürich 2011, Art. 450 Rz. 3, CYRIL HEGNAUER , Zum Begriff der nahestehenden Person im Sinne von Art. 397d ZGB, ZVW 1984, S. 27 f.). Die Beschwerde- führer behaupten in der Beschwerdebegründung nicht, im Sinne D.____ zu handeln und mit der Beschwerde dessen Interessen wahren zu wollen. Soweit sie dies mit ihrer Eingabe vom 18. Juni 2016 nachholen, so geschieht dies deutlich nach Ablauf der Beschwerdefrist und damit verspätet. Die Beschwerde ist beim Gericht schriftlich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB). Die Beschwerdefrist beträgt dreissig Tage se it Mitteilung des Entscheids. Diese Frist gilt auch für beschwerdeberechtigte Personen, de nen der Entscheid nicht mitgeteilt wurde Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Eine Ergänzung der Beschwerdeb egründung nach Ablauf der Be- schwerdefrist ist nicht zulässig. 4.3 Nehmen nahestehende Personen eigene Interessen wah r, werden sie wie gewöhnliche Drittpersonen behandelt (FASSBIND , a.a.O., Art. 450 Rz. 2). Drittpersonen sind zur Besch werde befugt, wenn sie ein rechtlich geschütztes Interesse an d er Aufhebung oder Änderung des an- gefochtenen Entscheids haben (Art. 450 Abs. 2 Ziff. 3 Z GB). Ein bloss tatsächliches Interesse genügt nicht. Die Geltendmachung dieses eigenen (wirt schaftlichen oder ideellen) rechtlich ge- schützten Interesses ist nur zulässig, wenn es mit der frag lichen Massnahme direkt zusammen- hängt bzw. mit der Massnahme geschützt werden soll und de shalb von der Erwachsenen- schutzbehörde hätte berücksichtigt werden müssen (Urteil des BGer 5A_979/2013 vom 28. März 2014 E. 4.2; S TECK , a.a.O., Art. 450 Rz. 38). Die Beschwerdeführer beans tanden zu- nächst allgemein die Verfahrensführung durch die Vori nstanz und die Handlungen der Beistän- de. Inwiefern die Beschwerdeführer - zumindest zum heut igen Verfahrenszeitpunkt - über ein rechtlich geschütztes Interesse an der Beurteilung von nic ht direkt mit den angefochtenen Ver- fügungen zusammenhängenden Verfahrenshandlungen der Vorinstanz verfügen sollten, er- schliesst sich nicht (vgl. auch unten E. 5.1). Soweit Handlu ngen oder Unterlassungen der Bei- stände betroffen sind, so wären diese ohnehin zuerst bei der Erwachsenenschutzbehörde zu beanstanden gewesen (Art. 419 ZGB). In erster Linie r ügen die Beschwerdeführer aber die Auferlegung von Kosten durch die Vorinstanz. Sie werd en durch die angefochtenen Verfügun- gen nicht selber zur Zahlung verpflichtet und sind somit in wirtschaftlichen Eigeninteressen nicht unmittelbar betroffen. Da D.____ in günstigen finanziellen Verhältnissen lebt, besteht keine Ge- fahr, dass die Beschwerdeführerin allenfalls im Rahmen der Verwandtenunterstützungspflicht (Art. 328 ZGB) für die Kosten wird aufkommen müssen. Kein rechtlich geschütztes Interesse vermitteln erbrechtliche Interessen, denn vor dem Erbfall handelt es sich bloss um Anwartschaf- ten ohne selbständige rechtliche Bedeutung (vgl. Bot schaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kind esrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7059). Da die Beschwerdeführer kein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Entscheide h aben, ist ihnen die Legitimation zur Erhebung der Beschwerden abzusprechen. Auf ihre Beschwer den kann folglich nicht eingetre- ten werden. 5. Selbst wenn auf die Beschwerden hätte eingetreten werden können, wäre ihnen kein Erfolg beschieden gewesen. 5.1 Die Beschwerdeführer rekapitulieren in der Beschwe rdebegründung hauptsächlich das Vorgefallene aus ihrer Sicht und kritisieren in teilwe ise unsachlich gehaltenen Darlegungen, dass die Vorinstanz die für D.____ errichtete Beistandsch aft nicht spätestens Ende Juli 2014 aufgehoben hat. Sinngemäss machen die Beschwerdeführe r geltend, die nach diesem Datum erlassenen Erwachsenenschutzmassnahmen und Handlungen der Beistände seien unrecht- mässig gewesen. Sämtliche Auslagen, die danach durch die Aktivitäten der KESB und der Bei- stände entstanden seien, erachteten sie als null und nicht ig. Zunächst ist den Beschwerdefüh- rern hierzu vorzuhalten, dass sie die heute bemängelten Erwachsenenschutzmassnahmen zu- vor nie mit einem Rechtsmittel angefochten resp. bei de r Vorinstanz keine formellen Anträge Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht auf Aufhebung dieser Massnahmen gestellt haben. Sodann haben sie soweit ersichtlich auch kein förmliches Einschreiten der Erwachsenenschutzbehörde gegen Handlungen oder Unter- lassungen der beiden Beistände nach Art. 419 ZGB verlan gt. Wer einen Entscheid der KESB nicht anficht, kann dies nicht nach Beendigung der Massnah me im Rahmen des verfahrensab- schliessenden Kostenentscheids nachholen. Wie die Beschwerd eführer selber zutreffend aus- führen, hat das Kantonsgericht in dieser Sache ohnehi n bereits ein rechtskräftiges Urteil gefällt. In seinem Urteil vom 9. September 2015 kam das Gericht zu einem anderen Schluss als die heutigen Beschwerdeführer und hielt fest, dass die Beistandschaft rechtmässig errichtet worden sei und bis zum Urteilsdatum zu Recht bestanden habe. D.__ __, der in dieser Hinsicht unbe- stritten urteilsfähig und rechtskundig vertreten war, ha t diesen Entscheid des Kantonsgerichts damals nicht angefochten und somit akzeptiert, wie er im Übrigen auch betreffend die vorlie- gend im Streit liegenden Verfügungen - bei anwaltli cher Vertretung vor der Vorinstanz - kein Rechtsmittel ergriffen hat. Es besteht kein Raum, um die Rechtmässigkeit der Erwachsenen- schutzmassnahme nachträglich noch einmal in Frage stellen zu können. 5.2 Weiter wehren sich die Beschwerdeführer dagegen, d ass D.____ Kosten für die Er- wachsenenschutzmassnahme auferlegt wurden. Auch mit die sem Anliegen dringen sie indes nicht durch. Für amtliche Verrichtungen und Verfügungen , wie sie im Zivilgesetzbuch vorgese- hen sind, werden gemäss § 158 Abs. 1 EG ZGB Aufwandgebü hren erhoben. Die Gebühr ist das Entgelt für einen Geschäftsakt und alle damit notwen dig zusammenhängenden Tätigkeiten wie Abklärungen, Beratungen, Verhandlungen, Ausferti gung des Aktes sowie die notwendigen Mitteilungen (§ 2 Abs. 1 EG ZGB). Sie geht in erwachsenenschutzrechtlichen Verfahren zu Las- ten derjenigen Person, welche die Amtshandlung veranl asste (vgl. § 6 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren zum Zivilrecht [GebV] vom 8. Januar 1991). Damit gemeint ist die schutzbe- dürftige Person, im vorliegenden Fall D.____. Die V orinstanz durfte diesem somit Gebühren für ihre Amtshandlungen auferlegen. Was die Höhe der verl angten Gebühren betrifft, so ist zu be- merken, dass die Vorinstanz im Laufe des Verfahrens (ohne die vier Entscheide vom 22. April 2016) insgesamt neun materielle Entscheide getroffen h at. Für acht dieser Entscheide hat sie - trotz teilweise beträchtlichem Aufwand - jeweils e ine Gebühr nach dem tiefsten vom Ge- bührentarif vorgesehenen Ansatz von Fr. 200.-- erhobe n (§ 17 lit. a Ziff. 1 GebV und § 17 lit. c Ziff. 2 GebV; der Gebührenrahmen liegt zwischen Fr. 2 00.-- und Fr. 1'850.-- resp. Fr. 2'450.--). Die Gebühr für den Entscheid über die Beistandseinsetzung wurde mit Fr. 600.-- nur wenig über dem Minimalansatz von Fr. 450.-- veranschlagt (bei eine m Maximum von Fr. 5'350.--, vgl. § 17 lit. a Ziff. 3 GebV). Gesamthaft sind die von der Vo rinstanz auferlegten Gebühren nach dem Gesagten nicht zu beanstanden. 5.3 Die Beschwerdeführer bestreiten des Weiteren die K ostentragungspflicht D.____s für die im Rahmen der Prüfung und Genehmigung der jewei ligen Schlussrechnungen der Beistän- de entstandenen Kosten sowie die zugesprochenen Mandatsträgerentschädigungen. Auch dies zu Unrecht. Gemäss Art. 404 Abs. 1 ZGB haben Beistände A nspruch auf eine angemessene Entschädigung und auf Ersatz der notwendigen Spesen aus dem Vermögen der betroffenen Person. Da die Massnahmen des Erwachsenenschutzes dem Schutz u nd dem Wohl der be- troffenen Person dienen, ist es nach dem Verursacherpr inzip gerechtfertigt, dass in erster Linie die verbeiständete Person aus ihrem Vermögen für die Entschädigung und die Spesen des Bei- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht standes aufkommen muss (R UTH E. REUSSER , in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Zi- vilgesetzbuch, a.a.O., Art. 404 ZGB Rz. 28; FASSBIND , a.a.O., Art. 404 ZGB Rz. 1). Die Erwach- senenschutzbehörde legt die Höhe der Entschädigung fest . Sie berücksichtigt dabei insbeson- dere den Umfang und die Komplexität der dem Beistand oder der Beiständin übertragenen Auf- gaben (Art. 404 Abs. 2 ZGB). Die kantonale Gebührenver ordnung sieht für die berufsmässige Mandatsführung eine Entschädigung nach Aufwand vor. Diese beträgt gemäss § 18 Abs. 2 lit. a GebV Fr. 95.-- pro Stunde, wobei die Erwachsenenschut zbehörde diesen Ansatz angemessen erhöhen oder reduzieren kann, wenn die Entschädigung fü r die Amtsführung, die notwendiger- weise zu leisten war, oder wegen der Komplexität der w ahrgenommenen Aufgaben als eindeu- tig zu niedrig oder zu hoch zu qualifizieren ist (§ 1 8 Abs. 4 GebV). Die Vorinstanz legte den Stundenansatz für die Mandatstätigkeit von G.____ au f Fr. 35.-- fest, für diejenige von K.____ stellte sie D.____ Fr. 95.-- in Rechnung, was im Einklan g mit der gesetzlichen Regelung ist. Aufgrund des ausgewiesenen Stundenaufwands wurden dem V ermögen D.____s Mandatsent- schädigungen und Spesenersatz in der Gesamthöhe von Fr. 4' 448.90 (G.____) und Fr. 15'146.30 (K.____) belastet. Insbesondere der letztgenannte Betrag erscheint für eine Man- datsträgerentschädigung als aussergewöhnlich hoch. Eine nähere Betrachtung zeigt allerdings, dass sie sich im vorliegenden Fall als sachlich begründet und angemessen erweist, zumal die Vorinstanz aus Billigkeitsgründen nur einen Teil der G esamtentschädigung von Fr. 22'436.05 auf D.____ überwälzte. Der Anspruch auf angemessene Ent schädigung nach Art. 404 Abs. 1 ZGB bedeutet, dass die Entschädigung die gesamten Umstände des Einzelfalles zu berücksich- tigen hat. Wesentliche Kriterien sind die Art und Ko mplexität der geleisteten Tätigkeit, die wirt- schaftliche Lage der verbeiständeten Person, der konkrete Aufwand im Einzelfall und die be- sonderen beruflichen Fähigkeiten, welche die Aufgabe erfordert (REUSSER , a.a.O., Art. 404 ZGB Rz. 18, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Den Akt en lässt sich entnehmen, dass die Bei- stände im vorliegenden Verfahren bei ihrem Amtsantritt auf eine unübersichtliche finanzielle Situation stiessen und bereits die Erstellung eines Antr ittsinventars erhebliche Mühe und Auf- wand verursachte, nicht zuletzt da ihnen die dafür benöt igten Informationen vorenthalten wur- den. Der vorliegend weit überdurchschnittliche Aufwand für die Mandatsführung hängt nicht unwesentlich damit zusammen, dass sich die Familie und speziell die Beschwerdeführerin einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Beiständen beharrli ch widersetzte. So leitete die Be- schwerdeführerin etwa unter Missachtung der Verfügungen der KESB und ohne Rücksprache mit dem Beistand eigenmächtig den Verkauf der Wohnli egenschaft und den Umzug D.____s in die Wege. Weiter wurden nicht alle für die Aufgabenerfüllung benötigten Postsendungen an den Beistand weitergeleitet, was ebenfalls zusätzlichen Aufwa nd verursachte. Die ständigen Inter- ventionen der Beschwerdeführerin erschwerten die Arbei t der Mandatsträger und führten letzt- lich zur sofortigen Demission des ersten Beistands, was einen mit weiteren Kosten verbunde- nen Beistandswechsel erforderlich machte. Dass neu ein re chtskundiger Fachmann mit einem entsprechend höheren Entschädigungsansatz eingesetzt w urde, ist nach dieser Vorgeschichte ohne Weiteres nachvollziehbar. Dessen Mandat gestaltete sich arbeitsintensiv und juristisch anspruchsvoll. So waren neben der aufwändigen Ordnung der Finanzen unter anderem ein Lie- genschaftsverkauf abzuwickeln, die Rückübertragung von unzu lässigerweise an die Ehefrau ausbezahlten Versicherungsleistungen zu veranlassen oder der an die Ehefrau auszubezah- lende monatliche Unterhaltsbeitrag neu zu berechnen. A ngesichts der Komplexität des jeweili- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gen Mandats erweisen sich die an die Mandatsträger aus bezahlten Spesen und Entschädigun- gen als gesetzeskonform. 6. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahr ens zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht koste npflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlie- genden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 A bs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- den Beschwer- deführern aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kosten vorschuss in derselben Höhe zu ver- rechnen. Die Parteikosten sind wettzuschlagen. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'800.-- werden den Be- schwerdeführern in solidarischer Verbindung auferlegt un d mit dem ge- leisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'800.-- verrechnet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber