A bteilung II B -2112/2006 {T 0 /2 } U rteil vom 22. M ai 2007 M itw irkung: R ichter Frank Seethaler (vorsitzender R ichter), R ichter Philippe W eissenberger, R ichter R onald Flury; G erichtsschreiber Stefan W yler. Eidgenössisches Volksw irtschaftsdepartem ent (EVD ), Beschw erdeführer, gegen W ._______, Beschw erdegegner, Zulassungskom m ission für den Zivildienst, Vorinstanz, betreffend Zulassung zum Zivildienst B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. M it Schreiben vom 27. Februar 2006 stellte W ._______ ein G esuch um Zulassung zum Zivildienst. D arin führte er aus, er habe bisher keine grö- sseren Problem e m it dem M ilitär gehabt, da dieses im m er parallel zu sei- nem Alltag verlaufen sei und er w eder beruflichen noch privaten Ein- schränkungen ausgesetzt gew esen sei. Bei seinem aktuellen Konflikt habe sich jedoch herausgestellt, dass seine bisherige W ahrnehm ung des M ili- tärs nicht der R ealität entspreche und er unm öglich w eiter D ienst leisten könne. D ieser Konflikt liege im U m stand begründet, dass ihm eine D ienst- verschiebung nicht gew ährt w orden sei, um w elche er im R ahm en seiner Ausbildung zum Pflegefachm ann nachgesucht habe. D araus ergebe sich, dass sein gesam tes Privatleben lediglich eine "Beurlaubung vom M ilitär" sei, w as er nicht akzeptieren könne. D es W eiteren äusserte er sich zu sei- nem bisherigen W erdegang und seinen W erten. D anach hätten vor allem seine Eltern sein heutiges W eltbild entscheidend geprägt. Er habe gelernt, dass m an im Leben nicht alle Entscheidungen selber treffen könne. D as Internatsleben habe ihm zudem beigebracht, auch m it M enschen auszu- kom m en, deren Ü berzeugungen nicht seinen Vorstellungen entsprächen. Toleranz und gegenseitiges Vertrauen seien seine G rundprinzipien gew or- den. Aus seiner G rundhaltung der Toleranz heraus habe er sich denn auch später m it der D ienstpflicht abgefunden. D ie R ekrutenschule habe er in- dessen nur m it Zynism us und Ironie überstanden, und er habe jew eils ver- sucht, die Autorität seiner Vorgesetzten zu untergraben. N achdem W ._______ (im Folgenden: Beschw erdegegner) am 9. M ärz 2006 von der Zulassungskom m ission für den Zivildienst (im Fol- genden: Vorinstanz) angehört w orden w ar, hiess diese noch gleichentags sein G esuch gut und legte die zu leistenden Zivildiensttage fest. Sie hielt im W esentlichen fest, der Beschw erdegegner sei der G ew altlosigkeit und der Freiheit verpflichtet. Inhalt, Tragw eite sow ie der verpflichtende C harak- ter dieser m oralischen Forderungen seien für sie nachvollziehbar gew or- den. D er Beschw erdegegner habe insgesam t seinen G ew issenskonflikt glaubhaft dargelegt. B. H iergegen erhob das Eidgenössische Volksw irtschaftsdepartem ent (D e- partem ent/Beschw erdeführer) am 27. April 2006 Beschw erde bei der R e- kurskom m ission EVD und beantragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheids sow ie die R ückw eisung der Sache an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung. Zur Begründung m achte der Beschw erdeführer geltend, Sach- verhaltsabklärung und Begründung des angefochtenen Entscheids seien ungenügend und die W ürdigung sei nicht nachvollziehbar. D ie W ertvorstel- lungen des Beschw erdegegners, m it denen dieser seinen G ew issenskon- flikt begründe, stünden als blosse Schlagw orte da und die H intergründe seiner D arlegungen blieben unklar. Seine Ausführungen im G esuch und an der Anhörung legten vielm ehr den Schluss nahe, dass er vor allem die Ein- schränkung seiner Freiheit ablehne beziehungsw eise dass für ihn die Aus- bildung zum Pflegefachm ann dem M ilitär vorgehe und er sein G esuch aus diesem G rund eingereicht habe. In der U rteilsbegründung w erde auch 3 nicht in der gebotenen Tiefe auf prägende Erlebnisse und Einflüsse abge- stellt, die zum geltend gem achten G ew issenskonflikt geführt hätten oder m it diesem in Zusam m enhang stünden, sondern es w ürden lediglich einige zw ischen der R ekrutenschule und der G esuchseinreichung liegende Ereig- nisse aufgeführt. D abei reiche beispielsw eise alleine der H inw eis auf den U m stand, dass der Beschw erdegegner jew eils drei Tage vor dem Einrü- cken in den M ilitärdienst an Ü belkeit leide, nicht aus, um eine erhebliche Beeinträchtigung seiner Befindlichkeit und Lebensführung infolge des gel- tend gem achten G ew issenskonflikts als erw iesen zu erachten. Ebenso w e- nig begründe die Vorinstanz in nachvollziehbarer W eise, inw iefern der Be- schw erdegegner seinen G ew issenskonflikts frei von bedeutenden W ider- sprüchen, plausibel und insgesam t schlüssig dargelegt habe. C . M it Vernehm lassung vom 29. M ai 2006 beantragte die Vorinstanz die Ab- w eisung der Beschw erde. Im W esentlichen m achte sie geltend, ihre Sach- verhaltsabklärungen seien genügend. D ie M otive des Beschw erdegegners ergäben sich ohne w eiteres aus seinen einzelnen Vorbringen. An diesen habe sich die Kom m ission orientiert und hernach ihren Entscheid gefällt. Sie sei dam it auch insgesam t ihrer Begründungspflicht nachgekom m en. Argum ente, w elche ihr für den Zulassungsentscheid als irrelevant erschie- nen seien, habe sie nicht tiefer ergründet. D er Beschw erdegegner liess sich nicht vernehm en. D . Im D ezem ber 2006 teilte die R ekurskom m ission EVD den Parteien m it, dass das bei ihr hängige Verfahren vom Bundesverw altungsgericht über- nom m en w ürde. M it Schreiben vom 16. Januar 2007 bestätigte das Bun- desverw altungsgericht die Verfahrensübernahm e. Auf die Vorbringen der Parteien w ird – sow eit sie für den Entscheid als er- heblich erscheinen – in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D er Entscheid der Vorinstanz vom 9. M ärz 2006 ist eine Verfügung im Sin- ne des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021; Art. 5 Abs. 1 Bst. a). D iese Verfügung kann nach Art. 63 des Bundesgesetzes vom 6. O ktober 1995 über den zivilen Ersatzdienst (Zivildienstgesetz, ZD G , SR 824.0) im R ahm en der allgem ei- nen Bestim m ungen über die Bundesverw altungsrechtspflege (Art. 44 ff. i.V.m . Art. 31 ff. und 37 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Verw altungsgericht, Verw altungsgerichtsgesetz, VG G , SR 173.32) m it Beschw erde beim Bundesverw altungsgericht angefochten w erden. D as Bundesverw altungsgericht hat am 1. Januar 2007 seine Tätigkeit auf- genom m en und übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des Verw altungsgerichtgesetzes bei Eidgenössischen R ekurskom m issionen hängigen R echtsm ittel. D ie Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VG G ).4 D em Eidgenössischen Volksw irtschaftsdepartem ent steht ein Beschw erde- recht gegen Zulassungsentscheide nach Art. 18c ZD G zu (Art. 48 Abs. 2 Vw VG , Art. 64 Abs. 1bis ZD G ). H iezu braucht das D epartem ent w eder eine Beschw er noch ein schutzw ürdiges Interesse nachzuw eisen. D a Eingabefrist sow ie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschw erde- schrift gew ahrt sind (Art. 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ) und die übrigen Sachur- teilsvoraussetzungen vorliegen (Art. 46 ff. Vw VG ), ist auf die Behördenbe- schw erde einzutreten. 2. Eingeleitet w ird das Zulassungsverfahren durch das G esuch des Stel- lungs- beziehungsw eise M ilitärdienstpflichtigen an die Vollzugsstelle. D arin erläutert er seinen G ew issenskonflikt (Art. 16a Abs. 1 und 2 Bst. a i.V.m . Art. 1 Abs. 2 und 3 ZD G ). M ilitärdienstpflichtige, die glaubhaft darlegen, dass sie den M ilitärdienst m it ihrem G ew issen nicht vereinbaren können, leisten einen zivilen Ersatzdienst (Zivildienst) nach dem Zivildienstgesetz (Art. 1 Abs. 1 ZD G ). D er G ew issenskonflikt nach Absatz 1 zeichnet sich dadurch aus, dass sich die betroffene Person auf eine m oralische Forde- rung beruft, durch die ihr G ew issen aus ihrer Sicht m it der M ilitärdienst- pflicht in einen unauflöslichen Konflikt gerät (Art. 1 Abs. 2 ZD G ). D iese m o- ralische Forderung steht im Einklang m it dem persönlichen M oralverständ- nis der betreffenden Person (Art. 1 Abs. 3 ZD G ). N achdem die Zulassungskom m ission den G esuchsteller angehört hat, be- urteilt sie die D arlegung des G ew issenskonflikts in Bezug auf ihre G laub- haftigkeit gem äss Art. 18b ZD G . D iese Bestim m ung nennt keine w eiteren Zulassungsvoraussetzungen, sondern um schreibt die Sachverhalts- und Fragenbereiche, auf w elche die Zulassungskom m ission im Zusam m en- hang m it ihren Abklärungen das Augenm erk richten soll und w elche in die W ertung der G laubhaftigkeit einzubeziehen sind. Bezüglich der Anerkennung der M otive, w elche der innerlich verpflichten- den Forderung zu G runde liegen, anerkannte die R ekurskom m ission EVD bis anhin, dass im w eitesten Sinne "ethische", "m oralische", "sittliche" oder "religiöse" W erte in Betracht fallen. W esentlich sei dabei, dass grundlegen- de, gew ichtige persönliche Ü berzeugungen vorlägen, die das eigene m enschliche H andeln verantw ortungsvoll und in m assgeblicher W eise steuerten. Persönliche G ründe w ie beispielsw eise persönliche N eigungen, Bequem lichkeiten, Aus- und W eiterbildung oder w irtschaftliche Erw ägun- gen sow ie rein politisch-taktische Erw ägungen fielen dam it ausser Be- tracht, um vom M ilitärdienst befreit zu w erden (Verw altungspraxis des Bundes [VPB] 64.131, E. 5.2 f. und 6.1) 3. D as Bundesverw altungsgericht entscheidet grundsätzlich m it voller Ü ber- prüfungsbefugnis. D eshalb können nicht nur R echtsverletzungen oder feh- lerhafte Sachverhaltsfeststellungen gerügt w erden, sondern auch die U n- angem essenheit (Art. 49 Vw VG ).5 3.1 D ie Frage, ob die M otive, die der G esuchsteller seinem G ew issensent- scheid zu G runde legt, als anerkennungsw ürdig im Sinne des ZD G einge- stuft w erden können (vgl. E. 2), prüft das Bundesverw altungsgericht ohne Einschränkung, da es bei dieser Frage um die Auslegung und Anw endung von R echtsvorschriften, nam entlich von Art. 1 ZD G , geht. D esgleichen prüft es ohne Einschränkung allfällige Verfahrensfehler. 3.2 Bei der Ü berprüfung des Entscheids der Zulassungskom m ission in Bezug auf die G laubhaftigkeit des G ew issenskonflikts (Art. 18b ZD G ) auferlegt sich das Bundesverw altungsgericht im Einklang m it der bisherigen Praxis der R ekurskom m ission EVD aus nachstehenden G ründen Zurückhaltung (VPB 64.130, E. 6.1). "G ew issen", "G ew issenskonflikt" und "glaubhaft darlegen" sind unbestim m - te R echtsbegriffe, die eine auf den Einzelfall bezogene Auslegung gebie- ten. G em äss bundesgerichtlicher R echtsprechung bildet deren Auslegung und Anw endung eine R echtsfrage, die grundsätzlich ohne Beschränkung der richterlichen Kognition zu überprüfen ist (vgl. BG E 119 Ib 33 E. 3b). N ach konstanter Praxis und Lehrm einung ist bei der Ü berprüfung der Aus- legung und Anw endung von unbestim m ten R echtsbegriffen jedoch Zurück- haltung zu üben und der Behörde ist dann ein gew isser Beurteilungsspiel- raum zuzugestehen, w enn diese den örtlichen, technischen oder persönli- chen Verhältnissen näher steht. D er R ichter hat so lange nicht einzugrei- fen, als die Auslegung der Verw altungsbehörde als vertretbar erscheint (vgl. statt vieler: BG E 119 Ib 254 E. 2b m it w eiteren H inw eisen; U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLE R /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungsrecht, 5. Auf- lage, Zürich 2006, R z. 445 ff.). D ie Zulassungskom m ission fällt ihre Entscheide insbesondere auf G rund der W ahrnehm ungen und Eindrücke aus der persönlichen Anhörung des G esuchstellers. D iesen Anhörungen kom m t nach dem W illen des G esetz- gebers eine zentrale Bedeutung zu. D abei bildet der persönliche Eindruck ein w esentliches Sachverhaltselem ent, auf w elches bei der Beurteilung der G laubhaftigkeit eines G ew issenskonflikts nicht verzichtet w erden kann. Auch insofern kom m t der Zulassungskom m ission bei der W ürdigung ihrer aus der persönlichen Anhörung gew onnenen Erkenntnisse ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu. 3.3 Auf G rund dieser G egebenheiten ist das Bundesverw altungsgericht an den Entscheid der Zulassungskom m ission, ob ein G ew issenskonflikt glaubhaft dargelegt sei oder nicht, gebunden, sofern der Entscheid nicht offensicht- lich unhaltbar ist. U nhaltbar ist ein Entscheid beziehungsw eise ein Befund der Zulassungskom m ission nam entlich dann, w enn erhebliche Sachum - stände nicht in Betracht gezogen w urden oder w enn bei der Bew eisw ürdi- gung die G laubhaftigkeit des behaupteten G ew issenskonflikts m it akten- w idrigen Argum enten, zu strengen Anforderungen oder unsachlicher Argu- m entation verneint w urde. Sow eit der Entscheid der Zulassungskom m issi- on dagegen als haltbar erscheint, greift das Bundesverw altungsgericht nicht in ihren Erm essens- und Beurteilungsspielraum ein. W enn die Zulas- sungskom m ission nach Prüfung des G esuches und anlässlich der persön- lichen Anhörung zum Schluss kom m t, auf G rund von gew issen Sachver-6 haltselem enten dem Zivildienstgesuch entsprechen zu können, erübrigt sich eine W ürdigung w eiterer oder anderer Aspekte, die den Sachverhalt zw ar eventuell zu verdeutlichen verm öchten, jedoch für den Entscheid über die Zulassung keine entscheidende R olle m ehr spielen w ürden. D ie Zulassungskom m ission m uss nicht jedes einzelne Sachverhaltselem ent heranziehen oder jede erdenkliche Frage stellen, w enn sie auf G rund der bisher in Erw ägung gezogenen Elem ente eindeutig zum Schluss kom m t, der geltend gem achte G ew issenskonflikt sei glaubhaft und der G esuchstel- ler sei zum Zivildienst zuzulassen (zum G anzen auch: VPB 64.131, E. 6.1). 4. D ie Vorinstanz erw og im W esentlichen, für den Beschw erdeführer stehe die G ew altlosigkeit über der (persönlichen) Freiheit. D ie Verbindlichkeit der G ew altlosigkeit habe bei ihm einen - vorerst bloss latent vorhandenen - G ew issenskonflikt beim Leisten von M ilitärdienst bew irkt. D ieser G ew is- senskonflikt sei bei einer m ilitärgerichtlichen Vernehm ung w egen N ichtbe- folgung eines M arschbefehls schlagartig m anifest gew orden. D ie auch äu- sserlich gelebte Friedfertigkeit des Beschw erdeführers, der U m stand, dass er vor dem Einrücken jew eils gesundheitliche Beschw erden gehabt habe (Ü belkeit, Schlaflosigkeit, seelischer Schm erz) sow ie seine w ider- spruchsfreie Argum entation in diesem Verfahren w ürden diesen Befund stützen. D as D epartem ent bem ängelt, die Vorinstanz habe den vom Beschw erde- gegner geltend gem achten G ew issenskonflikt bejaht, ohne sich auf hinrei- chende, aus den Akten ersichtliche G ründe zu stützen beziehungsw eise ohne ihren Befund in nachvollziehbarer W eise zu begründen. Ihr Ent- scheid sei daher offensichtlich unhaltbar. Es ist im Folgenden zu prüfen, w ie es sich dam it verhält. 4.1 In seiner G esuchseingabe vom 27. Februar 2006 führte der Beschw erde- gegner im W esentlichen aus, er habe bisher keine grösseren Problem e m it dem M ilitär gehabt, da dieses bisher im m er parallel zu seinem Alltag ver- laufen sei und er w eder beruflichen noch privaten Einschränkungen ausge- setzt gew esen sei. Bei seinem aktuellen Konflikt habe sich jedoch gezeigt, dass seine bisherige W ahrnehm ung des M ilitärs nicht der R ealität ent- spreche und er unm öglich w eiter D ienst leisten könne. D ieser Konflikt liege im U m stand begründet, dass ihm eine D ienstverschiebung nicht gew ährt w orden sei, um w elche er im R ahm en seiner Ausbildung zum Pflegefach- m ann nachgesucht habe. D araus ergebe sich, dass sein gesam tes Privat- leben lediglich eine "Beurlaubung vom M ilitär" sei, w as er nicht akzeptieren könne. D es w eiteren äusserte er sich zu seinem bisherigen W erdegang und seinen W erten. D anach hätten seine Eltern sein heutiges W eltbild ent- scheidend geprägt. Er habe gelernt, dass m an im Leben nicht alle Ent- scheidungen selber treffen könne. D as Internatsleben habe ihm zudem beigebracht, auch m it M enschen auszukom m en, deren Ü berzeugungen nicht seinen Vorstellungen entsprächen. Toleranz und gegenseitiges Ver- trauen seien seine G rundprinzipien. Aus seiner G rundhaltung der Toleranz heraus habe er sich zw ar m it der D ienstpflicht abgefunden, sei ihr aber nur w iderw illig nachgekom m en.7 Aus diesen Ausführungen ist zw ar ersichtlich, dass sich der Beschw erde- gegner m it seinen G rundprinzipien der Toleranz und des gegenseitigen Vertrauens auf W erte beruft, die in einer gew issen N ähe zum G ew altverbot stehen und daher unter U m ständen geeignet sind, einen G ew issenskonflikt glaubhaft zu m achen. Andererseits w ird, jedenfalls aus seiner schriftlichen Eingabe, auch deutlich, dass zum indest der Auslöser seines Konflikts m it dem M ilitär die Ablehnung eines D ienstverschiebungsgesuchs w ar, w el- ches er m it Blick auf seine Ausbildung zum Pflegefachm ann gestellt hatte. H ierin ist indessen nach dem in Erw ägung 2 am Ende G esagten – w orauf der Beschw erdeführer zu R echt hinw eist – ein M otiv zu erblicken, w elches ausser Betracht fällt, um vom M ilitärdienst befreit zu w erden. 4.2 Anlässlich der Anhörung w urde der Beschw erdegegner gleich zu Beginn gefragt, w arum er, nachdem er die R ekrutenschule und drei W iederho- lungskurse absolviert habe, keinen M ilitärdienst m ehr leisten könne. Er antw ortete, dass er einen noch offenen Schulblock nicht habe verpassen w ollen und nicht bereit gew esen sei, den M arschbefehl über alles zu stel- len, w as ihn als M enschen ausm ache (vgl. Anhörungsnotiz, Z. 21 ff.). In diesem Zusam m enhang zur G ew issensnot befragt antw ortete er, es gebe auch H andlungen, die einem selber gegenüber nicht zu vereinbaren seien (vgl. Z. 38 ff.) und gleich darauf, sein G ew issen habe sich bei früheren M i- litärdienstleistungen nicht gem eldet (vgl. Z. 47 ff.). Auf die Frage, ob er M i- litärdienst leisten könne, w enn dieser die Ausbildung nicht störe, antw orte- te er: "D as ist richtig, desw egen hat es bis jetzt auch geklappt" (vgl. Z. 90 ff.). D iese Ausführungen des Beschw erdegegners anlässlich der Anhörung be- stätigen seine Aussagen im Zulassungsgesuch. Sie bilden ein Sachver- haltselem ent, w elches das Bestehen eines G ew issenskonflikts, w ie ihn das Zivildienstgesetz versteht, als in hohem M asse fraglich erscheinen lässt. D ies gilt um so m ehr, als sie an zentraler Stelle des G esuchs und der An- hörung vorgebracht w urden. 4.3 Eine Analyse des angefochtenen Entscheids ergibt, dass sich die Vorins- tanz m it keinem W ort zu diesen Vorbringen des Beschw erdegegners geäussert beziehungsw eise diese w eder bei der Erm ittlung des Sachver- halts dargestellt noch anschliessend einer rechtlichen W ürdigung unterzo- gen hat. D a es sich dabei nach dem G esagten um erhebliche Sachum stän- de handelt, die geeignet sind, den Verfahrensausgang w esentlich zu be- einflussen, ist in dieser U nterlassung ein schw er w iegender Fehler zu er- blicken. Eine m it Justizaufgaben betraute Behörde darf über Sachverhaltselem ente von derart zentraler Bedeutung nicht einfach hinw egsehen, sondern sie m uss sich in ihrem Entscheid zw ingend dam it auseinandersetzen. Stösst sie im Laufe des Verfahrens auf w eitere Sachum stände, die zu einem an- deren Ergebnis führen könnten, und erachtet sie diese als für den Verfah- rensausgang ausschlaggebend, darf sie sich bei der rechtlichen W ürdi- gung nicht ausschliesslich hierauf stützen. Vielm ehr ist sie verpflichtet, in ihren Erw ägungen alle erheblichen, für und gegen einen Verfahrensbetei- ligten sprechenden Elem ente aufzuführen, diese gegeneinander 8 abzuw ägen und schliesslich in nachvollziehbarer W eise darzulegen, aus w elchen G ründen sie die einen stärker gew ichtet als die anderen. W eil die Vorinstanz im vorliegenden Fall anders vorging, hat dies zur Fol- ge, dass der von ihr festgestellte Sachverhalt unvollständig geblieben ist und ihre Entscheidgründe nicht nachvollziehbar gew orden sind. D er ange- fochtene Entscheid erw eist sich dam it bereits im Ansatz als offensichtlich unhaltbar, und er ist in G utheissung der D epartem entsbeschw erde aufzu- heben. D am it erübrigen sich an dieser Stelle Ausführungen zu den w eite- ren Vorbringen des Beschw erdeführers. 4.4 D ie Beschw erdeinstanz entscheidet in der Sache selbst oder w eist diese ausnahm sw eise m it verbindlichen W eisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 37 VG G i.V.m . Art. 61 Abs. 1 Vw VG ). Vorliegend beantragt der Be- schw erdeführer die R ückw eisung an die Zulassungskom m ission zur N eu- beurteilung. Er folgt dam it der bisherigen Praxis der R ekurskom m ission EVD , w onach die Frage der G laubhaftm achung eines G ew issenskonflikts am besten durch die hierfür vom G esetzgeber vorgesehene Zulassungs- kom m ission beurteilt w erden kann, w elche nach besonderen Kriterien aus- gew ählt w urde und den G esuchsteller selber anhört oder angehört hat (vgl. statt vieler: nicht publizierter Beschw erdeentscheid der R EKO /EVD vom 29. Septem ber 2006 i.S. P. [5C /2006-10] E. 4 und E. 7 a.E.; VPB 64.130 E. 5 und E. 7; je m it w eiteren H inw eisen). D ies erfolgt jedenfalls dann, w enn ein G esuchsteller G ew issensgründe im Sinne von Art. 1 ZD G gel- tend m acht. Allenfalls liesse sich fragen, ob es sich auch vorliegend so verhält, berief sich der Beschw erdegegner nach dem G esagten doch über w eite Strecken des Verfahrens vorab auf persönliche G ründe beziehungs- w eise auf seine beabsichtigte Aus- und W eiterbildung. Indessen m achte er w ährend der Anhörung auch andere G ründe w ie Toleranz und gegenseiti- ges Vertrauen geltend. U nter diesen U m ständen kann nicht gesagt w er- den, der Beschw erdegegner habe sich ausschliesslich auf M otive berufen, w elche von vornherein ungeeignet sind, einen G ew issenskonflikt glaubhaft zu m achen. D em nach w eist das Bundesverw altungsgericht die Sache an die Vorinstanz zurück, dam it diese den Beschw erdegegner in neuer Zu- sam m ensetzung anhöre und gestützt hierauf neu entscheide. 5. N ach Art. 65 ZD G sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen und es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen. 6. D ieser Entscheid kann nicht an das Bundesgericht w eiter gezogen w erden (Art. 83 Bst. i des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesge- richt, Bundesgerichtsgesetz, BG G , SR 173.110). Er ist som it endgültig.9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Verw altungsbeschw erde w ird gutgeheissen und der angefochtene Ent- scheid w ird aufgehoben. D ie Sache geht zurück an die Vorinstanz verbun- den m it der W eisung, den Beschw erdegegner in neuer Zusam m ensetzung anzuhören und gestützt hierauf neu zu entscheiden. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (eingeschrieben, m it G erichtsurkunde) - dem Beschw erdegegner (eingeschrieben, m it m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz (R ef-N r. 8.413.31438.0) (eingeschrieben, m it G erichtsur- kunde) • und m itgeteilt: - der Vollzugsstelle für den Zivildienst D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Frank Seethaler Stefan W yler Versand am : 24. M ai 2007