<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para">Eidgenössisches Versicherungsgericht </div> <div class="para">Tribunale federale delle assicurazioni </div> <div class="para">Tribunal federal d'assicuranzas </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sozialversicherungsabteilung </div> <div class="para">des Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Prozess </div> <div class="para">{T 7} </div> <div class="para">C 201/03 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Urteil vom 7. November 2003 </div> <div class="para">III. Kammer </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Präsident Borella, Bundesrichter Meyer und Lustenberger; Gerichtsschreiber Signorell </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Parteien </div> <div class="para">C.________, 1942, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Wüthrich, Bruchstrasse 69, 6003 Luzern, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">gegen </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Regionales Arbeitsvermittlungszentrum </div> <div class="para">Ob- und Nidwalden (RAV), Landweg 3, </div> <div class="para">6052 Hergiswil, Beschwerdegegner </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Vorinstanz </div> <div class="para">Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Stans </div> <div class="para"> </div> <div class="para">(Entscheid vom 30. April 2003) </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Sachverhalt: </div> <div class="para">Mit Verfügung vom 2. Dezember 2002 stellte das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Ob- und Nidwalden RAV (nachfolgend: RAV), Hergiswil, den 1942 geborenen C.________ wegen ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen während der Kündigungszeit für 9 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden wies eine dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 30. April 2003 ab. </div> <div class="para">Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde lässt C.________ Aufhebung von kantonalem Entscheid und Verfügung sowie Rückweisung an die Vorinstanz, eventuell Aufhebung der Einstellung in der Anspruchsberechtigung, beantragen. </div> <div class="para">RAV und Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) verzichten auf Stellungnahme. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen zutreffend dargestellt. Richtig ist im Weiteren, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses (hier: 2. Dezember 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhaltsänderungen nicht berücksichtigt werden (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2003&amp;to_date=21.11.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-V-466%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page467">BGE 127 V 467</a> Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b). Darauf wird verwiesen. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer meldete sich am 15. Oktober 2002 zum Leistungsbezug an. Mit Verfügung vom 2. Dezember 2002 stellte das RAV den Versicherten für 9 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass er während der Kündigungszeit vom 3. Juli bis zum 31. Oktober 2002 sich ungenügend um zumutbare Arbeit bemüht habe. Dieser Betrachtungsweise hat sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid angeschlossen. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht erstmals im jetzigen Verfahren geltend, dass er vor Erlass der angefochtenen Einstellungsverfügung bezüglich der Quantität der Arbeitsbemühungen nicht angehört worden sei. Damit sei der verfassungsrechtlich garantierte Anspruch auf rechtliches Gehör krass verletzt. Dieser formelle Einwand ist vorweg zu prüfen. </div> <div class="para">3.1 Nach der Rechtsprechung (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=22&amp;from_date=02.11.2003&amp;to_date=21.11.2003&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F126-V-130%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page130">BGE 126 V 130</a>) ist einer versicherten Person vor Erlass einer Einstellungsverfügung das rechtliche Gehör zu gewähren, wobei dies für alle Einstellungstatbestände Geltung hat (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. Soziale Sicherheit, Rz 719). </div> <div class="para">3.2 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer auf eine allfällige Einstellung aufmerksam gemacht worden wäre und sich vorgängig dazu hätte äussern können. Das RAV nahm in der Beschwerdeantwort zu den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen Vorwürfen keine Stellung. Damit ist davon auszugehen, dass das verfügende RAV dem Versicherten das rechtliche Gehör offensichtlich nicht gewährte. Dieser konnte sich weder mündlich noch schriftlich zu dem in Aussicht genommenen Vorgehen äussern und seine Betrachtungsweise vortragen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Sache geht daher an das RAV zurück, damit dieses dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewähre und hernach erneut über eine allfällige Einstellung in der Anspruchsberechtigung befinde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Bei diesem Verfahrensausgang erübrigt sich eine Prüfung der materiellen Beschwerdegründe. </div> <div class="para">Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: </div> <div class="para">1. </div> <div class="para">In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden vom 30. April 2003 und die Verfügung des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums Ob- und Nidwalden vom 2. Dezember 2002 aufgehoben und die Sache an die Verwaltung zurückgewiesen, damit sie im Sinne der Erwägungen verfahre. </div> <div class="para">2. </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para">3. </div> <div class="para">Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Ob- und Nidwalden hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </div> <div class="para">4. </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden und dem Staatssekretariat für Wirtschaft zugestellt. </div> <div class="para">Luzern, 7. November 2003 </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident der III. Kammer: Der Gerichtsschreiber: </div> <div class="para"> </div> </div></body></html>