<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2003.00018</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=203809&amp;W10_KEY=13013571&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2003.00018</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.09.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Einschätzung für die Steuerperiode 1.1. - 31.12.2000</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Steuerrückstellungen Ist die Bildung einer Rückstellung offenkundig handelsrechtswidrig unterlassen worden, so gebietet der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit im Sinn des Totalgewinnprinzips deren steuerwirksame Nachholung in einer späteren Steuerperiode, sofern der Rückstellungsgrund noch besteht, die Unterlassung nicht missbräuchlich erfolgt und die Verlustverrechnungsperiode nicht überschritten ist. Unter demselben Vorbehalt sind Kosten, für die in einem früheren Geschäftsjahr eine Rückstellung hätte gebildet werden müssen, im Jahr, in dem sie tatsächlich angefallen sind, als Aufwand zuzulassen. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: Steuern von Einkommen und VermÃ¶gen, Kapital, Ertra ST: BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN">BESTEUERUNG DER JURISTISCHEN PERSONEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP">LEISTUNGSFÃHIGKEITSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERIODIZITÃTSPRINZIP">PERIODIZITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKSTELLUNG">RÃCKSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STEUERRÃCKSTELLUNG">STEUERRÃCKSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TOTALGEWINNPRINZIP">TOTALGEWINNPRINZIP</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNGSFÃHIGKEIT">WIRTSCHAFTLICHE LEISTUNGSFÃHIGKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 46 lit. a aStG</span><br/><span class="ungerade">§ 65 Abs. I lit. a StG</span><br/><span class="gerade">Art. 25 Abs. I lit. a StHG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 89 S. 196</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die A AG mit Sitz in X deklarierte in ihrer SteuererklÃ¤rung 2000 einen Ver­lust von Fr. 3'100.- bei einem steuerbaren Kapital von Fr. 292'000.-. Hiervon abweichend schÃ¤tz­te das kantonale Steueramt am 25. April 2002 die Pflichtige mit einem steuerbaren Rein­gewinn von Fr. 27'100.- (Steuersatz 6,937 %) und einem steuerbaren Kapital von Fr. 319'000.- (Steuersatz 1,5 â°) ein. Eine hiergegen von der Pflichtigen erhobene Ein­sprache hiess das kantonale Steueramt am 23. September 2002 (sinngemÃ¤ss) teilweise gut und schÃ¤tzte die Pflichtige neu mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 27'000.- (Steu­ersatz 7,234 %) und einem steuerbaren Kapital von Fr. 305'000.- (Steuersatz 1,5 â°) ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Rekurs vom 23. Oktober 2002 beantragte die Pflichtige die Veranlagung mit einem steu­erbaren Reingewinn von Fr. 9'984.- (Steuersatz 4 %) und einem steuerbaren Kapital von Fr. 305'000.- (Steuersatz 1,5 â°). Die Steuerrekurskommission I hiess mit Entscheid vom 14. Februar 2003 dieses Rechtsmittel teilweise gut und schÃ¤tzte die Pflichtige nun mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 27'000.- (Steuersatz 7,062 %) und einem steuer­ba­ren Kapital von Fr. 313'000.- (Steuersatz 1,5 â°) ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 21. MÃ¤rz 2003 erhob die Pflichtige beim Verwaltungsgericht Beschwerde und bean­trag­te, sie sei mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 20'085.80 (Steuersatz 5,840 %) und einem steuerbaren Kapital von Fr. 316'061.- (Steuersatz 1,5 â°) einzuschÃ¤tzen. Even­tua­liter beantragte sie die RÃ¼ckweisung des Verfahrens an die Vorinstanz zur Wahrung des rechtlichen GehÃ¶rs und verlangte ausserdem die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission I und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde. </p> <p class="Urteilstext">Der Einzelrichter Ã¼berwies am 10. Juni 2003 die Akten der 2. Kammer zur Entscheidung.</p> <p class="Einzug1"><a id="Text24"></a>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steu­ergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden. </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu be­schrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sach­verhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das von der Re­kurskommission in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen der Rekurskommission zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechts­verletzende Ermessensfehler, d.h. auf ErmessenÃ¼berschreitung und auf Ermessens­missbrauch (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r die Rekurskommission. Tatsachen oder Beweis­mittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nr. 149 und 150; Felix Richner/Walter Frei/Stefan Kaufmann, Kommentar zum harmonisierten ZÃ¼rcher Steuergesetz, ZÃ¼rich 1999, § 153 N. 43).</span></p> <p class="Urteilstext">DemgemÃ¤ss sind die erstmals im Beschwerdeverfahren vorgebrachten "effektiven" BetrÃ¤ge der direkten Bundessteuer 1999 und 2000 sowie der Staatssteuer 2000 nicht zu berÃ¼ck­sich­ti­gen, welche Ã¼brigens auch nicht belegt sind. Das Verwaltungsgericht fÃ¤llt seinen Ent­scheid auf der Grundlage der im Rekursverfahren zur HÃ¶he der Steuerbetreffnisse 1999 und 2000 gemachten Behauptungen und vorgelegten Urkunden.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der steuerbare Reingewinn einer Aktiengesellschaft berechnet sich nach § 64 Abs. 1 StG aufgrund des Saldos der Erfolgsrechnung, unter BerÃ¼cksichtigung des Saldovortrags des Vor­jahrs (Ziff. 2). Steuern gehÃ¶ren laut § 65 Abs. 1 lit. a StG zum geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼n­deten Aufwand und sind damit zur Berechnung des steuerbaren Reingewinns ertrags­min­dernd zu berÃ¼cksichtigen. Abzugberechtigt sind gemÃ¤ss der bisherigen Rechtsprechung zu § 46 lit. a des Steuergesetzes vom 8. Juli 1951 aStG tatsÃ¤chlich entrichtete Steuern sowie zu diesem Zweck geschaffene RÃ¼ckstellungen; letztere gemÃ¤ss stÃ¤ndiger Rechtsprechung aller­dings nur dann, wenn sie verbucht und offen ausgewiesen werden (RB 1999 Nr. 141, 1986 Nr. 40; Weisung zum neuen Steuergesetz vom 8. Juni 1997, ABl 1994, 1482).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Nach dem steuerrechtlichen Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz bildet die kaufmÃ¤nnische Bilanz und Erfolgsrechnung Ausgangspunkt und Grundlage der steuerrechtlichen Gewinnermittlung. Massgeblich sind die nach den zwingenden Vorschriften des Handelsrechts ordnungsmÃ¤ssig gefÃ¼hrten BÃ¼cher (Francis Cagianut/Ernst HÃ¶hn, Unter­nehmungssteuerrecht, 3. A., Bern etc. 1993, § 4 Ziff. 3, 26 ff. und 55). Steuerrechtlich wird der wirtschaftliche Sachverhalt demnach so beurteilt, wie er nach den Vorschriften des Handelsrechts in den GeschÃ¤ftsbÃ¼chern dargestellt werden muss, und nicht so, wie er in ei­ner konkreten Bilanz pflichtwidrig dargestellt worden ist (Markus Reich, Die Realisation stil­ler Reserven im Bilanzsteuerrecht, ZÃ¼rich 1983, S. 41 ff.).</span></p> <p class="Urteilstext">Bei der ÃberprÃ¼fung der HandelsrechtskonformitÃ¤t einer im Verfahren eingereichten Bi­lanz und Erfolgsrechnung haben Steuerverwaltung und Steuerjustiz allerdings grosse ZurÃ¼ck­haltung zu Ã¼ben. Es kann nicht Aufgabe der steuerrechtlichen Gewinnermittlung sein, umstrittene Fragen der Bilanzierung und Bewertung vorfrageweise einer LÃ¶sung zu­zu­fÃ¼hren oder gar die kaufmÃ¤nnische Rechnungslegung weiterzuentwickeln. Steuer­recht­lich darf und muss deshalb lediglich bei offenkundigen, ins Auge springenden VerstÃ¶ssen ge­gen zwingendes Handelsrecht von einer von der Generalversammlung genehmigten Handels­bilanz â genauer: von der Bilanz und Erfolgsrechnung umfassenden Jahres­rech­nung â abgewichen werden (RB 1997 Nr. 38; Peter BrÃ¼lisauer/Stephan Kuhn in: Kom­mentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, Basel etc. 2000, Art. 58 DBG N. 36; kri­tisch hierzu: Markus Berger, Probleme der Bilanzberichtigung, ASA 70 [2001/02], S. 550 ff.). Vorbehalten bleiben freilich die verschiedenen Korrekturen, die sich aufgrund der steuerrechtlichen Gewinnermittlungsvorschriften ergeben (vgl. BrÃ¼lisauer/Kuhn, Art. 58 DBG N. 32 ff.; Cagianut/HÃ¶hn, § 4 Ziff. 55 ff.). Rechtsgrund solcher Abwei­chun­gen bilden indessen nicht handelsrechtliche, sondern steuerrechtliche Regeln und Prinzi­pien.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Hat eine Handelsbilanz Grundlage einer rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung gebildet und wird erst nachtrÃ¤glich entdeckt, dass sie im erwÃ¤hnten Sinn offenkundig handelsrechtswid­rig ist oder aufgrund steuerrechtlicher Vorschriften einer Korrektur bedurft hÃ¤tte, so kann der Mangel nur beseitigt werden, wenn die Rechtskraft der EinschÃ¤tzung aufgehoben wird, d.h. bloss unter den gesetzlichen Voraussetzungen einer Revision (§ 155 StG) bzw. einer Nachsteuer (§ 160 StG; Francis Cagianut, Bedeutung der kaufmÃ¤nnischen Buchhaltung und Bilanz im Steuerrecht, ASA 37 [1968/69], S. 144; Danielle Yersin, Les corrections et modifications apportÃ©es par une entreprise Ã sa comptabilitÃ© et leurs consÃ©quences fiscales, RDAF 1977, S. 377). Dasselbe muss fÃ¼r fehlerhafte handels- und steuerrechtliche Korrekturen der Handelsbilanz gelten, die ihren Niederschlag in der Steuerbilanz gefunden haben und Grundlage einer rechtskrÃ¤ftigen EinschÃ¤tzung geworden sind (RB 2002 Nr. 109 E. 2b).</span></p> <p class="Urteilstext">Oberstes Ziel der EinschÃ¤tzung ist nach Gesetz und Verfassung die "vollstÃ¤ndige und ge­rechte Besteuerung" (§ 132 Abs. 1 StG) im Sinn des Grundsatzes der Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit (Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV]). Weil die EinschÃ¤tzung die Feststellung der Steuerfaktoren fÃ¼r eine bestimmte Steu­erperiode zum Gegenstand hat, fordert das Gesetz die steuerperiodenbezogene, mate­riell richtige und gerechte Besteuerung der Steuerpflichtigen (vgl. BrÃ¼lisauer/Kuhn, Art. 58 DBG N. 41 zum PeriodizitÃ¤tsprinzip). Lediglich bei rechtskrÃ¤ftig gewordenen EinschÃ¤t­zun­gen misst es der Rechtssicherheit â in den Schranken von Revision und Nachsteuer â eine hÃ¶here Bedeutung zu. </p> <p class="Erwgung2"><span>Mit diesen Wertungen des Gesetzgebers vertrÃ¤gt es sich nicht, dem Grundsatz der Bilanz­kontinuitÃ¤t einen hÃ¶heren Stellenwert einzurÃ¤umen und auf eine Handels- bzw. Steuerbilanz abzustellen, die ihrerseits infolge fehlerhafter frÃ¼herer Festsetzung der Buch- bzw. Er­trags­steuerwerte handels- bzw. steuerrechtswidrig ist. Demzufolge ist fÃ¼r jede Steuerperi­ode der handels- und steuerrechtskonforme Unternehmensgewinn festzusetzen und sind dem­entsprechend frÃ¼here offenkundige ("verschleppte") Bilanzierungsfehler in den Folgejahren richtig zu stellen (RB 2002 Nr. 109 E. 2c). Mit der nachtrÃ¤glichen Korrektur wird auch dem Totalgewinnprinzip Rechnung getragen, welches besagt, dass die Summe aller Periodenergebnisse eines Unternehmens dessen Totalgewinn â damit auch dessen gesamter wirtschaftlicher LeistungsfÃ¤higkeit â entsprechen soll (vgl. BrÃ¼lisauer/Kuhn, Art. 58 DBG N. 40 und 42, mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.3 </span></b><span>Die bei der Ermittlung des steuerbaren Reingewinns zu berÃ¼cksichtigenden RÃ¼ckstellungen (und vorÃ¼bergehenden Wertberichtigungen) dienen dazu, einen im GeschÃ¤ftsjahr tatsÃ¤chlich oder zumindest wahrscheinlich verursachten, in seiner HÃ¶he aber noch nicht ge­nau bekannten Aufwand oder Verlust gewinnmindernd anzurechnen, der erst in einem folgenden GeschÃ¤ftsjahr geldmÃ¤ssig verwirklicht wird (RB 1986 Nr. 40, mit zahlreichen Hin­weisen). Die RÃ¼ckstellung soll demjenigen Betrag entsprechen, mit dessen Beanspruchung nach allen UmstÃ¤nden und pflichtgemÃ¤sser SchÃ¤tzung gerechnet werden muss und der be­reits im fraglichen GeschÃ¤ftsjahr eine Belastung des GeschÃ¤ftsergebnisses bewirkt. Massgeblicher Beurteilungszeitpunkt ist dabei grundsÃ¤tzlich der Bilanzstichtag, wobei aber alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerrichtung erhaltenen Informationen in den Jahresrechnungen verwertet werden dÃ¼rfen (RB 1986 Nr. 41). </span></p> <p class="Urteilstext">Ist die Bildung einer RÃ¼ckstellung offenkundig handelsrechtswidrig unterlassen worden, so gebietet der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen LeistungsfÃ¤higkeit im Sinn des Totalgewinnprinzips deren steuerwirksame Nachholung in einer spÃ¤teren Steuer­pe­ri­ode, sofern der RÃ¼ckstellungsgrund noch besteht und die Unterlassung nicht miss­brÃ¤uch­lich erfolgt ist (Markus Reich/Marina ZÃ¼ger in: Kommentar zum Schweizerischen Steu­errecht I/2a, Art. 29 DBG N. 13; JÃ¼rg Stoll, Die RÃ¼ckstellung im Handels- und Steu­errecht, ZÃ¼rich 1988, S. 247; a.A. Berger, S. 559). Ausserdem begrenzt das Rechts­gleich­heits­gebot von Art. 8 Abs. 1 BV das Nachholen von RÃ¼ckstellungen zeitlich auf die Ver­lust­verrechnungsperiode von § 70 Abs. 1 StG bzw. § 46 lit. g aStG (vgl. Madeleine Simo­nek, AusgewÃ¤hlte Probleme der steuerrechtlichen Behandlung von Verlusten, ASA 67 [1998/1999], S. 522). </p> <p class="Urteilstext">Unter demselben Vorbehalt sind Kosten, fÃ¼r die in einem frÃ¼heren GeschÃ¤ftsjahr eine RÃ¼ck­stellung hÃ¤tte gebildet werden mÃ¼ssen, im Jahr, in dem sie tatsÃ¤chlich angefallen sind, als Aufwand zuzulassen.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>Das kantonale Steueramt hat in seinem Einspracheentscheid vom 23. September 2002 die EinschÃ¤tzung hinsichtlich des hier noch einzig interessierenden Reingewinns von<br/> Fr. -3'050.- auf Fr. 27'049.- erhÃ¶ht. Anstelle des deklarierten Steueraufwands von Fr. 37'361.- hat die EinsprachebehÃ¶rde lediglich Fr. 7'262.- als periodengerechte Steuern fÃ¼r das GeschÃ¤ftsjahr 2000 gewinnmindernd zu gelassen. Im Mehrbetrag hat sie die frÃ¼here GeschÃ¤ftsjahre betreffenden Aufwendungen zufolge fehlender SteuerrÃ¼ckstellungen aufgerechnet. Die Vorinstanz hat die Beschwerde wohl formell teilweise gutgeheissen, jedoch im Resultat die Aufrechnung des als periodenfremd bezeichneten Aufwands fÃ¼r die direkten Bundessteuern der Jahre 1997 - 1999 im Betrag von Fr. 17'065.50 geschÃ¼tzt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Aufgrund der dargelegten GrundsÃ¤tze sind diese Aufrechnungen hinsichtlich der im Beschwerdeverfahren gerÃ¼gten BetrÃ¤ge von Fr. 110.50 (direkte Bundessteuer 1999) sowie Fr. 9'748.90 (direkte Bundessteuer 1997) zu Unrecht erfolgt. Da sodann keine Anhalts­punkte fÃ¼r ein missbrÃ¤uchliches Verhalten der Pflichtigen vorliegen und zudem die Verlust­verrechnungsperiode von § 70 Abs. 1 StG bzw. § 46 Abs. 2 lit. g aStG nicht Ã¼berschritten ist, ist der ausgewiesene Steueraufwand in der streitbetroffenen Periode ertrags­min­dernd zuzulassen. Ebenso zu Unrecht ist die RÃ¼ckzahlung von Fr. 724.40 (direkte Bundes­steuer 1998) nicht erfolgswirksam berÃ¼cksichtigt worden. Insgesamt ist daher der Reingewinn um Fr. 9'135.00 zu korrigieren und die Pflichtige mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 17'914.00, bzw. gerundet Fr. 17'900.00 einzuschÃ¤tzen. </span></p> <p class="Urteilstext">Lediglich der VollstÃ¤ndigkeit halber sei angemerkt, dass diese EinschÃ¤tzung den seitens der Vorinstanzen berÃ¼cksichtigten Betrag von Fr. 7'262.- â als RÃ¼ckstellung fÃ¼r die direkte Bun­dessteuer 2000 sowie die Staats- und Gemeindesteuern 2000 â enthÃ¤lt. Die betrags­mÃ¤s­sige Abweichung vom Beschwerdeantrag rÃ¼hrt daher, dass das Verwaltungsgericht die erst­mals im Beschwerdeverfahren vorgebrachten "effektiven Steuerbetreffnisse" des Jahrs 2000 nicht berÃ¼cksichtigen kann (vgl. E. 1.2).</p> <p class="Urteilstext">Mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Korrektur des Kapitals auf Fr. 313'000.- ist die Pflichtige ausdrÃ¼cklich einverstanden. Dieses ist auch im Licht der vorstehenden ErwÃ¤­gun­gen nicht zu korrigieren.</p> <p class="Einzug1">Damit ist die Beschwerde der Pflichtigen gutzuheissen, womit auf die ausdrÃ¼cklich als Even­tualantrÃ¤ge gestellten verfahrensrechtlichen EinwÃ¤nde nicht weiter einzugehen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Einzug1">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten dem unterliegenden Beschwerdegegner auf­zuerlegen (§ 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und hat dieser die Be­schwer­defÃ¼hrerin fÃ¼r ihre Umtriebe zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungs­rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</p> <p class="Einzug1">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Pflichtige wird fÃ¼r die Steuerperiode<br/> 1.1. - 31.12.2000 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 17'900.- (Steuersatz 5,503 %) und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 313'000.- (Steuersatz 1,5 â°) ein­geschÃ¤tzt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'060.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Kosten des Rekurs- und des Beschwerdeverfahrens werden dem Be­schwer­de­gegner auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Rekurs­ver­fah­ren und das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤­di­gung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext">5. â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>