Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 8. Mai 2019 (810 18 153 / 810 18 155 / 810 18 163) ____________________________________________________________________ Raumplanung, Bauwesen Zonenvorschriften Landschaft / Umgang mit einer vorgesehenen Wohnnutzung in einer Spezialzone / Umsetzung von Schutzbestimmungen für Fruchtfolgeflächen und schüt- zenswerte Naturobjekte Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, Kantonsri chter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Daniel Ivanov, Stefan Schulthess , Gerichtsschreiber Lukas Meyer Beteiligte Einwohnergemeinde A.____ , vertreten durch Dr. Dieter Völlmin, Advokat B.____ , vertreten durch Roman Zeller, Advokat C.____-Gesellschaft , vertreten durch Caspar Baader, Advokat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Betreff Gemeinde A.____, Zonenvorschriften Landschaft (RRB Nr. 854 vom 5. Juni 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Einwohnergemeindeversammlung A.____ beschloss am 15. Dezember 2016 den Zonenplan und das Zonenreglement Landschaft. B. Während der Auflagefrist vom 26. Januar bis 24. Fe bruar 2017 erhoben – neben zwei weiteren Einsprechenden – Pro Natura Basel-Landschaft und die Natur- und Landschafts- schutzkommission Einsprache gegen den Zonenplan und das Zone nreglement Landschaft. An- lässlich der gesetzlich vorgesehenen Verständigungsverhandlungen vom 28. April 2017, 3. Mai 2017 und 24. Mai 2017 konnte jeweils keine Einigung e rzielt werden und die Einsprachen wur- den nicht zurückgezogen. C. Am 7. Juli 2017 unterbreitete der Gemeinderat A._ ___ die beschlossene Revision der Zonenvorschriften Landschaft dem Regierungsrat des Kanto ns Basel-Landschaft (Regierungs- rat) zur Genehmigung und ersuchte um Abweisung der unerledigten Einsprachen. D. Mit Schreiben vom 8. Februar 2018 zeigte das Amt fü r Raumplanung des Kantons Ba- sel-Landschaft (ARP) dem Gemeinderat A.____ an, dass es dem Regierungsrat beantragen werde, die Zonenvorschriften Landschaft nur mit Ausnah men zu bewilligen und räumte der Gemeinde A.____ die Möglichkeit zur Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ein. Mit Schreiben vom 25. April 2018 nahm die Gemeinde A.____ Stellung und reichte gleichzeitig die Stellung- nahmen der von den beantragten Ausnahmen betroffenen C.____-Gesellschaft und B.____ ein. E. Mit Beschluss des Regierungsrats (RRB) Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 wurden die Einsprachen von Pro Natura Basel-Landschaft und der Natu r- und Landschaftsschutzkommis- sion teilweise gutgeheissen (Dispositivziffer 1). Des Weit eren wurden die am 15. Dezember 2017 von der Einwohnergemeinde beschlossenen Zonenvorsc hriften Landschaft im Sinne der Erwägungen und mit nachstehenden Ausnahmen und Aufla gen genehmigt und damit allge- meinverbindlich erklärt (Dispositivziffer 2): "Ausnahmen: Von der Genehmigung ausgenommen werden (im Zonenpla n und im Zonenreglement Landschaft rot gestrichen): In der Spezialzone D.____ die Teilfläche mit einem Ab stand von 55 Metern zur nordwestlichen Zonen- grenze. In Artikel 7 Abs. 2 die Buchstaben "c) Wohnbauten für die Betreiberfamilie" und "d) Wohnräume für das betriebsnotwendige Personal". Auflagen: Der Gemeinderat wird aufgefordert, innert fünf Jahren a) In den Vorranggebieten Landschaft gemäss KRIP ent sprechende Schutzzonen und dazuge- hörende Bestimmungen beschliessen zu lassen. b) Naturschutzzonen mit verbindlichen Schutzbestimmungen festzulegen oder den Schutz im Rah- men von § 10 NLG sicherzustellen. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) die Zone für öffentliche Werke und Anlagen (ÖWA-Zon e) "Nr. 5, Sport, Leichtathletik" und die Spezialzone Gärtnerei im Gebiet "E.____" zu überprüfen . Sofern für diese kein Bedarf mehr be- steht, sind sie geeigneten Zonen zuzuweisen." F. Mit Eingaben vom 15. Juni 2018 bzw. 18. Juni 2018 erhoben die Einwohnergemeinde A.____ (Verfahren 810 18 153), vertreten durch Dr. Dieter Völlmin, Advokat, die Kantonale Na- tur- und Landschaftsschutzkommission (Verfahren 810 18 154 ), vertreten durch F.____, Präsi- dent a.i., B.____ (Verfahren 810 18 155), vertreten durch Roman Zeller, Advokat, und die C.____-Gesellschaft (Verfahren 810 18 163), vertreten durch Caspar Baader, Rechtsanwalt, gegen den RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 Beschwer de beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). G. Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 wurden die Beschwe rdeverfahren 810 18 153, 810 18 154, 810 18 155 und 810 18 163 vereinigt. Mit Schreib en vom 19. Juli 2018 zog die Kantonale Natur- und Landschaftsschutzkommission ihre Beschwerde vom 15 . Juni 2018 zurück. Demzu- folge wurde das Verfahren 810 18 154 mit Verfügung vo m 23. Juli 2018 durch das Präsidium des Kantonsgerichts abgeschrieben. H. Sämtliche (noch) beschwerdeführenden Parteien bean tragen übereinstimmend, die Aus- nahmen von der Genehmigung gemäss Dispositivziffer 2 des RRB vom 5. Juni 2018 betreffend die Spezialzone D.____ sowie die unter Dispositivziffer 2 Buchstabe a und b des RRB vom 5. Juni 2018 gemachten Auflagen betreffend Schutzzone n und Naturschutzzonen seien aufzu- heben. Alles unter o/e-Kostenfolge. Die Einwohnergemeinde A.____ und die C.____-Gesellsch aft stellen zusätzlich das Begehren, es sei die Auflage unter Dispositivziffer 2 Buchstabe c) des RRB vom 5. Juni 2018 aufzuheben. Ausserdem verlangt die C.____-Gesellschaft, es sei Disposi tivziffer 6 des RRB 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufzuheben, wonach die regierungsrätlichen Eintragungen bei der Veröffentlichung der Pläne und Reglemente zu übernehmen seien. B.____ beantragt zudem, es sei Dispositivziffer 1 des Beschl usses des Regierungsrats des Kantons Basel-Landschaft Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufzuheben und die Einsprachen seien abzuweisen, soweit sie die angefochtenen Ausnahmen und Auflagen zur Spezialzone D.____ betreffen. I. In der Beschwerdebegründung vom 20. August 2018 zog die Einwohnergemeinde A.____ die Beschwerde gegen die Auflage in Dispositivziff er 2 lit. c des angefochtenen Ent- scheids zurück. Darüber hinaus hält sie an den Beschwerdebeg ehren gemäss der Beschwerde vom 15. Juni 2018 fest. J. B.____ zog in seiner Beschwerdebegründung vom 27. August 2018 die Beschwerde gegen die Auflage in Dispositivziffer 2 lit. b des angefochtenen Entscheids zurück. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht K. In der Beschwerdebegründung vom 27. August 2018 hä lt die C.____-Gesellschaft an ihren in der Beschwerde vom 18. Juni 2018 gestellten Rechtsbegehren fest. In verfahrensrecht- licher Hinsicht wurde beantragt, es seien die gesamten Akten des vorinstanzlichen Verfahrens inkl. jene des Vorprüfungsverfahrens und insbesondere das Original des Kantonalen Richtplans Basel-Landschaft beizuziehen. L. Mit Vernehmlassung vom 29. Oktober 2018 beantragt de r Regierungsrat, vertreten durch die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), die Beschwerden seien, soweit darauf einzu- treten sei, vollumfänglich abzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. M. Mit Verfügung vom 27. November 2018 wurde der Fa ll der Kammer zur Beurteilung überwiesen. N. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung – mit vorg ängigem Augenschein vor Ort – halten die Parteien vollumfänglich an den gestellten Rechtsbegehren fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozessord- nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungs- rates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanto nsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgesetzli cher Ausschlusstatbestand vor- liegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beur teilung der vorliegenden Angelegen- heit gegeben. 1.2 Gemäss § 47 Abs. 1 VPO sind zur Beschwerde befugt, we r durch die angefochtene Ver- fügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist u nd ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat (lit. a), jede andere P erson, Organisation oder Behörde, die durch besondere Vorschrift zur Beschwerde ermächtigt ist ( lit. b) und die vollziehende Behörde der Gemeinde bei Verfügungen und Entscheiden letztinsta nzlicher Verwaltungsbehörden des Kantons (lit. c). Zur Anfechtung von regierungsrätlichen Entscheiden betreffend kommunale und kantonale Nutzungspläne ist nur berechtigt, wer sich ber eits am Einsprache- und Beschwerde- verfahren vor dem Regierungsrat beteiligt hat. Ausgenom men davon ist der Fall der Nichtge- nehmigung des Zonenplans oder eines Teils davon, ohn e dass Einsprachen vorliegen (§ 47 Abs. 2 VPO). 1.3 Die Nichtgenehmigung von Teilen der kommunalen Ort splanung bzw. deren Zonenreg- lemente gilt nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts al s aufsichtsrechtliche Massnahme, welche von den Gemeinden gestützt auf § 43 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 47 Abs. 1 lit. c VPO mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde beim Ka ntonsgericht, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht, angefochten werden kann. D ie verwaltungsgerichtliche Be- schwerde verdrängt in diesem Bereich die Beschwerde wege n Verletzung der Gemeindeauto- nomie nach § 41 VPO (Urteil des Kantonsgerichts, Abteil ung Verfassungs- und Verwaltungs- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht recht [KGE VV], vom 10. April 2013 [810 12 270] E. 1; KGE VV vom 23. Januar 2013 [810 11 146] E. 2.2). Die Einwohnergemeinde A.____ ist demna ch befugt, gegen die teilweise Nichtge- nehmigung des vorliegendenfalls strittigen Zonenplans und Reglements der Einwohnergemein- de A.____ verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim Kanto nsgericht zu erheben. Da auch die weiteren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist a uf die Beschwerde der Einwohnergemein- de A.____ einzutreten. 1.4.1 Der Perimeter der von den Ausnahmen betroffene n Spezialzone D.____ erstreckt sich über die Parzellen Nr. 1543 und Nr. 3905, Grundbuch (GB) A.____. B.____ ist als Eigentümer bzw. Baurechtsnehmer der Baurechtsparzelle Nr. D3909 , welche als Last auf der Parzelle Nr. 3905 eingetragen ist, im Sinne von § 47 Abs. 1 li t. a VPO direkt vom angefochtenen RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 betroffen. Die Revision der Zonenvorschriften ist in seinem Inte- resse erfolgt, weshalb er sich im Verfahren vor dem Re gierungsrat auch nicht mit einer Ein- sprache gemäss Art. 47 Abs. 2 VPO beteiligen musste. Erst durch die Nichtgenehmigung der geplanten Wohnnutzung ist B.____ ein Nachteil erwachs en. B.____ hat jedoch zuvor von der Möglichkeit des rechtlichen Gehörs Gebrauch gemacht und mi t seiner Stellungnahme zuhan- den des ARP am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, als das ARP mit Schreiben vom 8. Februar 2018 anzeigte, dass es dem Regierungsrat beantragen werde, die Zonenvorschriften Landschaft nur mit Ausnahmen zu bewilligen. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist diesbezüglich auf die Beschwerde einzutreten. 1.4.2 In Bezug auf die angefochtene Auflage in Dispo sitivziffer 2 Buchstabe a des RRB vom 5. Juni 2018 ist indes unklar, inwiefern B.____ im Sinne von § 47 Abs. 1 lit. a. VPO betroffen ist. Die Auflage, in den Vorranggebieten Landschaft entspre chende Schutzzonen und dazuge- hörende Bestimmungen zu beschliessen, richtet sich an die Einwohnergemeinde A.____. Sollte die Gemeinde solche Auflagen beschliessen, steht es B.__ __ bei einer allfälligen Betroffenheit in jenem Zeitpunkt offen, sich dagegen zur Wehr zu setzen . Zudem wird nicht dargelegt, inwie- fern B.____ im Zeitpunkt der Erhebung der vorliegenden Beschwerde von dieser Auflage betrof- fen ist. Demnach ist auf die Beschwerde insoweit nicht einzutreten. 1.5.1 Die C.____-Gesellschaft ist als Eigentümerin der ganz oder teilweise in der Spezialzone D.____ gelegenen Parzellen Nr. 1543 und Nr. 3905, b eide GB A.____, gemäss § 47 Abs. 1 lit. a. VPO ebenfalls direkt von den in Dispositivziffer 2 des angefochtenen RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufgeführten Nichtgenehmigungen betroffe n. Die Revision der Zonenvorschriften ist in ihrem Interesse erfolgt, weshalb sie sich im Verf ahren vor dem Regierungsrat auch nicht mit einer Einsprache gemäss Art. 47 Abs. 2 VPO beteil igen musste. Die C.____-Gesellschaft hat jedoch mit ihrer Stellungnahme vom 16. April 20 18 zuhanden des ARP am vorinstanzlichen Verfahren partizipiert und von der Möglichkeit des recht lichen Gehörs Gebrauch gemacht. Erst durch die vom Regierungsrat verfügten Ausnahmen ist ihr indes ein Nachteil erwachsen. Da auch die weiteren formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist diesbezüglich auf die Beschwerde einzutreten. 1.5.2 Betreffend die Auflagen in Dispositivziffer 2 Bu chstaben a, b und c des RRB vom 5. Juni 2018 ist hingegen unklar, inwiefern die C.____-Gesellsch aft betroffen ist. Die Auflagen, in den Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Vorranggebieten Landschaft entsprechende Schutzzonen und dazugehörende Bestimmungen zu beschliessen sowie Naturschutzzonen mit verbindlichen S chutzbestimmungen festzulegen, richten sich an die Gemeinde A.____. Sollte die Gemei nde solche Auflagen beschliessen, steht es der C.____-Gesellschaft dannzumal offen, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Insofern ist die C.____-Gesellschaft im Zeitpunkt der Erhebung der vorl iegenden Beschwerde von dieser Auf- lage lediglich potentiell berührt. Wie die C.____-Ge sellschaft durch die Auflage in Dispositivzif- fer 2 Buchstaben c des RRB vom 5. Juni 2018 berührt ist, wird nicht dargelegt. Folglich ist auf die Beschwerde der C.____-Gesellschaft in Bezug auf die verfügten Auflagen in Dispositivzif- fer 2 Buchstaben a, b und c des RRB vom 5. Juni 2018 nicht einzutreten. 2.1 Die Kognition des Kantonsgerichts ist gemäss § 45 Ab s. 1 lit. a und b VPO grundsätzlich auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder M issbrauch des Ermessens sowie unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverha lts beschränkt. Die Unangemessen- heit kann nach § 45 Abs. 1 lit. c VPO nur in den in dieser Bestimmung genannten Ausnahmefäl- len überprüft werden. Entscheide betreffend die Gene hmigung von Zonenvorschriften fallen nicht darunter. 2.2 Nach Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über di e Raumplanung (RPG) vom 22. Juni 1979 hat das kantonale Recht die volle Überp rüfung von Verfügungen und Nutzungs- plänen durch wenigstens eine Beschwerdebehörde zu gewähr leisten. Diesen Anforderungen genügt es nach ständiger Rechtsprechung, wenn der Regie rungsrat als Plangenehmigungsbe- hörde als einzige Instanz mit voller Kognition über Ei nsprachen und Beschwerden entscheidet (vgl. BGE 127 II 238 E. 3b/bb; 119 Ia 321 E. 5 c; 11 4 Ia 233 E. 2b; P ETER HÄNNI , Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, Bern 2008, S. 5 28; B ERNHARD WALDMANN /PETER HÄNNI , Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 33 N 74 f.). Volle Überprüfung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur die freie Prüfung des Sachverhal ts und der sich stellenden Rechts- fragen, sondern auch eine Ermessenskontrolle. Die Überp rüfung hat sich dabei dort sachlich zurückzuhalten, wo es um lokale Angelegenheiten geht, hi ngegen so weit auszugreifen, dass die übergeordneten, vom Kanton zu sichernden Interessen einen angemessenen Platz erhalten (vgl. HEINZ AEMISEGGER /S TEPHAN HAAG , Praxiskommentar zum Rechtsschutz in der Raumpla- nung mit umfassender Rechtsprechung zur revidierten Bunde srechtspflege, Zürich 2010, Art. 33 N 71; BGE 127 II 238 E. 3 b/aa). Bei der An gemessenheitsprüfung ist jeweils der den Planungsträgern durch Art. 2 Abs. 3 RPG zuerkannte Gest altungsbereich zu beachten. Nach Art. 2 Abs. 3 RPG achten die mit Planungsaufgaben betr auten Behörden darauf, den ihnen nachgeordneten Behörden den zur Erfüllung ihrer Auf gabe nötigen Ermessensspielraum zu lassen. Ein Planungsentscheid ist gestützt darauf zu schützen, wenn er sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob sich weitere, ebenso zwec kmässige Lösungen erkennen lassen (vgl. HÄNNI , a.a.O., S. 529). 2.3 Die Forderung nach einer vollen Überprüfung der Nutzungspläne kann sich als proble- matisch erweisen, wenn Rechtsmittel- und Genehmigungsve rfahren in einem Zug abgewickelt werden. Während im Genehmigungsverfahren gemäss Art. 26 Abs. 2 RPG und § 31 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 1998 eine Rechtmässigkeitsprüfung bzw. eine auf kantonale Anliegen beschränkte Prüfung de r Zweckmässigkeit genügt, verpflich- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tet Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG zu einer umfassenden Zwe ckmässigkeitsprüfung (vgl. WALDMANN / HÄNNI , a.a.O., Art. 33 N 67). Das kann dazu führen, dass Nut zungspläne in Bezug auf diejeni- gen Grundstücke, die von Rechtsmitteln betroffen sind, um fassend überprüft werden und in Bezug auf die restlichen Gebiete im Wesentlichen nur einer eingeschränkten Überprüfung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens unterzogen werden (v gl. A EMISEGGER /H AAG , a.a.O., Art. 33 N 82). Beurteilt der Regierungsrat die Nutzun gsplanung nicht im Rahmen des Rechts- mittel-, sondern des Genehmigungsverfahrens, so liegt dah er keine den Anforderungen von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG genügende volle Überprüfu ng vor. Das Kantonsgericht hat in diesen Fällen als einzige kantonale Rechtsmittelinstanz eine fre ie Ermessens- und Zweckmässigkeits- kontrolle vorzunehmen, auch wenn ihm eine solche im All gemeinen nicht zusteht (vgl. KGE VV vom 5. November 2008 [810 08 57], E. 3; KGE VV vom 1. November 2006 [810 06 98], E. 2.1; siehe auch BGE 114 Ib 81 E. 3). Die Gemeinde kann im regierungsrätlichen Genehmigungsver- fahren von kommunalen Zonenvorschriften nicht Einsprach e erheben. Auch B.____ sowie die C.____-Gesellschaft konnten vorliegend keine Einsprachen erheben, da die Zonenplanände- rung in ihrem Interesse erfolgt ist. Betreffend die An liegen der Gemeinde A.____, B.____ sowie der C.____-Gesellschaft ist der Regierungsrat "nur" Gen ehmigungs- und nicht auch Beschwer- deinstanz. Damit steht dem Kantonsgericht betreffend di e Ausnahmen und die Auflage Buch- stabe b in Dispositivziffer 2 und des RRB vom 5. Juni 201 8 die volle Überprüfungskompetenz im Sinne von Art. 33 Abs. 3 lit. b RPG zu. Die Umsetzun g der Vorranggebiete Landschaft ge- mäss KRIP (Buchstabe a der Auflagen in Dispositivziffer 2 und des RRB vom 5. Juni 2018) be- trifft kantonale Anliegen. Sie wurde bereits vom Regi erungsrat im Genehmigungsverfahren ge- mäss § 31 Abs. 5 RBG auf ihre Zweckmässigkeit überprüft, w eshalb dem Kantonsgericht in diesem Punkt lediglich der Umfang der Beurteilung, wi e er in § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO vor- gesehen ist, zukommt. 3. Strittig sind einerseits die Ausnahmen von der Gene hmigung gemäss Dispositivziffer 2 des RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 betreffend die Spezialzone D.____. In dem vom Re- gierungsrat genehmigten Umfang ist die Spezialzone D.__ __ hingegen bereits rechtskräftig geworden. 3.1 Der Regierungsrat führte im RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 im Rahmen der Rechtmässigkeitskontrolle im Wesentlichen aus, die neu au sgeschiedene Spezialzone D.____ liege gemäss dem kantonalen Richtplan (KRIP) vom 8. Sep tember 2010 im Vorranggebiet Landschaft. Dieses sei gemäss KRIP-Objektblatt L3.2 im Gr undsatz von neuen Bauten und Anlagen freizuhalten. Dementsprechend seien auch Zonen, in denen eine bauliche Nutzung zulässig sei, nur in speziellen Fällen und unter sehr r estriktiven Bedingungen zulässig. Im Wei- teren dürften nach Art. 30 Abs. 1 bis der Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni 2000 Fruchtfolgeflächen nur eingezont werden, wenn ein au ch aus der Sicht des Kantons wichtiges Ziel ohne die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen ni cht sinnvoll erreicht werden könne und sichergestellt werde, dass die beanspruchten Flächen nach dem Stand der Erkenntnisse opti- mal genutzt würden. Diese Vorgaben der RPV seien auch einzuhalten, wenn die Fruchtfolgeflä- chen kompensiert werden könnten. Dementsprechend müsse d ie bauliche Nutzung auf das Nötigste beschränkt werden. In der Spezialzone D.____ kö nnten – nebst den bestehenden Bauten und Anlagen – neue Flächen für Pferdestallung en und eine Remise zugestanden wer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Nicht zulässig seien hingegen Wohnräume für betrie bsnotwendiges Personal sowie eine Wohnbaute für die Betriebsleiterfamilie, da die Wohn nutzung grundsätzlich auf die Bauzonen gemäss §§ 21 und 22 Raumplanungs- und Baugesetz (RBG) vom 8. Januar 1998 beschränkt sei. Ausserdem sei gemäss Art. 34b Abs. 5 RPV im Zusammen hang mit der Haltung und Nut- zung von Pferden die Errichtung neuer Wohnbauten nicht zulässig. Im Übrigen könne Wohn- raum ausserhalb der Bauzone nur zugelassen werden, we nn die Bewirtschaftung aus objekti- ven Gründen nicht von der Bauzone aus möglich sei. Dabei müsse aufgezeigt werden, ob eine betriebliche Notwendigkeit bestehe, ausserhalb der Bauzo ne Wohnsitz zu nehmen. Vorliegend könne es dem Betriebsleiter zugemutet werden, in der a ngrenzenden Wohnzone zu wohnen, zumal er auch bereits dort wohne und auch im Grundbuch als Eigentümer der Parzelle Nr. 3905 eingetragen sei bzw. das Baurecht zu seinen Gunsten eing etragen sei. Deshalb könnten in Art. 7 Abs. 2 des Zonenreglements Landschaft die Buchstab en "c) Wohnbauten für die Be- triebsleiterfamilie" und "d) Wohnräume für das betrie bsnotwendige Personal" nicht genehmigt werden. Zudem liege der Baubereich "Hochbauten", der gemäss Betriebskonzept für Wohn- raum vorgesehen sei, im nordwestlichen Teil der Spezia lzone D.____, wo Flächen lägen, die auch ohne Spezialzone als Wiesen/Weiden oder Retention sflächen genutzt werde könnten. Deshalb und aufgrund der zuvor genannten Gründe könne die Teilfläche der Spezialzone D.____ mit einem Abstand von 55 m zur nordwestlichen Z onengrenze gestützt auf Art. 30 Abs. 1bis RPV nicht genehmigt werden. 3.2 Die Einwohnergemeinde A.____ macht im Wesentlichen geltend, die Nichtgenehmigung von Art. 7 Abs. 2 lit. c und d des Zonenreglements Land schaft sowie der Teilfläche der Spezial- zone D.____ verletze ihre Planungsautonomie, da die vorgesehene Regelung bzw. Planung mit dem übergeordneten kantonalen und Bundesrecht überein stimme. Der Regierungsrat verken- ne, dass es sich beim Hof D.____ hauptsächlich um einen l andwirtschaftlichen Betrieb handle, womit die Grundsätze des Raumplanungsrechts, welche die l andwirtschaftliche Nutzung regel- ten, zur Anwendung kämen. Diese liessen gemäss KRIP-Objektb latt L3.2 auch für das Vor- ranggebiet Landschaft Bauten und Anlagen für die lan dwirtschaftliche Bewirtschaftung explizit zu. Darin seien auch Wohnbauten, jedenfalls soweit der Bedarf für den Betrieb des landwirt- schaftlichen Betriebs unentbehrlich sei (Art. 34 Abs. 3 R PV), eingeschlossen. Gemäss der bun- desgerichtlichen Rechtsprechung werde bei Landwirtschaft sbetrieben mit Tierhaltung eine ständige Präsenz auf dem Hof vorausgesetzt, weshalb Wohnba uten zulässig seien (Urteil des BGer 1C_647/2012 vom 3. September 2014 E. 3 f.). Gerade beim Hof D.____ mit einer verhält- nismässig grossen Anzahl Pferde sei eine solche Präsenz des Betriebsleiters bzw. des Stellver- treters und des Hilfspersonals nötig. 3.3 B.____ macht neben den von der Gemeinde A.____ vorgebrachten Argumenten zusätz- lich geltend, der KRIP sei nicht parzellenscharf und es we rde bestritten, dass der Spezialzo- nenperimeter D.____ überhaupt im Vorranggebiet Land schaft liege. Es obliege deshalb der Gemeinde, die Situation konkret zu würdigen. Selbst wenn die Spezialzone D.____ im Vorrang- gebiet Landschaft liege, stehe der Gemeinde das Rechtsfolgeermessen zu, die Vorschriften der Spezialzone den Bedürfnissen des Betriebes im Zonenplan Landschaft anzupassen. Im Weite- ren stütze sich der Regierungsrat in seinem Entscheid auf Art. 30 Abs. 1 bis RPV, wonach Fruchtfolgeflächen nur eingezont werden dürften, wenn ein aus der Sicht des Kantons wichtiges Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ziel ohne die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen ni cht sinnvoll erreicht werden könne und sichergestellt werde, dass die beanspruchten Flächen nach dem Stand der Erkenntnis optimal genutzt würden. Die beanspruchten Fruchtfolgeflächen se ien kompensiert worden und die Vo- raussetzungen gemäss Art. 30 Abs. 1 bis RPV müssten nur eingehalten werden, wenn die Fruchtfolgeflächen nicht kompensiert würden. Zudem habe die Gemeinde A.____ im Planungs- bericht zur Revision der Zonenplanung die Begründung de s Bedarfs und die Standortgebun- denheit dargelegt sowie eine ausführliche Interessenabwägung vorgenommen. In Bezug auf die Anwendbarkeit von Art. 34b Abs. 5 RPV, wonach im Zusam menhang mit der Haltung von Pfer- den die Errichtung neuer Wohnbauten nicht zulässig sei , stellt sich B.____ auf den Standpunkt, die Bestimmung sei nicht anwendbar, da es sich um ein e Spezialzone und nicht um eine Land- wirtschaftszone handle. 3.4 In ihrer Beschwerdebegründung vom 27. August 2018 macht die C.____-Gesellschaft neben den von der Einwohnergemeinde A.____ und B.___ _ vorgebrachten Argumenten aus- serdem geltend, dass die Spezialzone D.____ nicht im Vor ranggebiet Landschaft liege. Dies habe sie bereits in ihrer Stellungnahme vom 16. April 2018 in Ziffer 1 der Begründung gerügt, hingegen sei der Regierungsrat in der Begründung sein es Entscheids mit keinem Wort darauf eingegangen, was eine Verletzung des rechtlichen Gehör s darstelle. Zudem handle es sich bei der Spezialzone D.____ um eine gleichwertige eigenstän dige Nutzungszonenkategorie, die neben den Landwirtschaftszonen und den Bauzonen auf gl eicher Ebene stehe. Es handle sich nicht bloss um eine Überlagerung der Landwirtschaftszone, weshalb für diese Spezialzone die bundesrechtlichen Bestimmungen über die Landwirtschaftszo ne keine analoge Anwendung fänden. Vielmehr liege es bei solchen Spezialzonen im Ermessen der Planungsbehörde, indivi- duelle Nutzungsvorschriften zu erlassen, was die Einwohn ergemeinde A.____ mit der Zulas- sung von Wohnbauten auch gemacht habe. Die Wohnnutzung sei deshalb vom Regierungsrat in widerrechtlicher Art und Weise nicht genehmigt wo rden. Im Weiteren sei das generelle Wohnbauverbot im Zusammenhang mit der Pferdezucht nach Art. 34b Abs. 5 RPV aufgrund der ungenügenden Delegationsnorm rechtswidrig. Art. 16a bis RPG bilde die gesetzliche Grundlage für Art. 34b RPV. Der Gesetzgeber habe damit die Grun dlage für zonenkonforme Bauten und Anlagen zur Haltung und Nutzung von Pferden in der Landwirtschaftszone geschaffen. Die De- legationsnorm von Art. 16a bis RPG sehe nirgends ein generelles Verbot für jeglichen Woh- nungsbau vor. Die Gefahr, dass Nicht-Landwirte in der Landwirtschaftszone zonenkonform neue Rechtgestüte errichten könnten, werde bereits mit der Voraussetzung gebannt, wonach Bauten und Anlagen nur auf einem bestehenden landwir tschaftlichen Gewerbe im Sinne von Art. 5 und 7 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) von 4. Oktober 1991 zonenkonform errichtet werden könnten. Zudem stehe das g enerelle Wohnbauverbot erst noch im Widerspruch zur neueren bundesgerichtlichen Rechtspr echung zum Wohnungsbau in der Landwirtschaftszone nach Art. 16a RPG. Daher könne diese Bestimmung nicht angewandt werden. 3.5 Der Regierungsrat führt in seiner Vernehmlassung i m Wesentlichen aus, dass es sich beim KRIP nicht um einen parzellengenauen Plan handl e. Ungeachtet dessen, ob die Spezial- zone D.____ gemäss KRIP im Vorranggebiet Landschaft lie ge oder nicht, sei die Nichtgeneh- migung der Wohnbauten für die Betriebsleiterfamilie und der Wohnräume für das Personal kor- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht rekt erfolgt. Bei der Spezialzone D.____ handle es sich n icht um eine Bauzone. Eine solche sei seitens der Einwohnergemeinde A.____ nie thematisiert worden und hätte auch nicht geneh- migt werden können. Beim Hof D.____ handle es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb in der ehemaligen Landwirtschaftszone, für welchen eine Spezialzone ausgeschieden worden sei. Gemäss der Gemeinde A.____ kämen die Grundsätze des Ra umplanungsrechts, welche die landwirtschaftliche Nutzung regelten, zur Anwendung. D em sei zuzustimmen. Insbesondere gehe es deshalb um die Frage, ob die nicht genehmigte n Wohnbauten in der Spezialzone D.____ unter Anwendung von Art. 34 Abs. 3 RPV zonen konform seien oder nicht. Auch wenn für den Betrieb des Hofs D.____ eine hohe Präsenz er forderlich wäre, sei aufgrund der ausser- gewöhnlichen Lage des Hofs D.____ unmittelbar neben d er Wohnzone – bzw. sogar auf der gleichen Parzelle – der Betrieb ohne Weiteres von der Bauzone aus möglich. Bezüglich Einzo- nung von Fruchtfolgeflächen müsste unter anderem ein auch aus Sicht des Kantons wichtiges Ziel ohne die Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen nicht erreicht werden können. Diese Vo- raussetzung gelte unabhängig davon, ob die Fruchtfolgeflächen kompensiert würden oder nicht. Vorliegend könne der Hof D.____ auch ohne die Geneh migung der Wohnbauten betrieben werden und so das gemäss den Beschwerdeführern im öffentl ichen Interesse liegende Ziel er- reicht werden. Es gehe darum Fruchtfolgeflächen zurüc khaltend zu beanspruchen, auch wenn eine Kompensation stattfinde. Schliesslich sei Art. 34b Abs. 5 RPV für die Spezialzone D.____ einschlägig, drehe sich die Hauptproblematik doch um Z onenkonformität von Wohnbauten ge- mäss Art. 34 RPV. Im Übrigen verstosse Art. 34b Abs. 5 RP V weder gegen Art. 16a bis RPG noch gegen sonstiges Bundesrecht und sei mithin auf die Spezialzone D.____ anwendbar und verbiete die Erstellung neuer Wohnbauten eindeutig. 3.6 Vorab ist auf die Rüge der C.____-Gesellschaft ein zugehen, wonach das rechtliche Ge- hör verletzt worden sei, da der Regierungsrat in der B egründung seines Entscheids mit keinem Wort auf ihr Argument, die Spezialzone D.____ befinde sich nicht im Vorranggebiet Landschaft, eingegangen sei. Der Regierungsrat hält im RRB vom 5. Juni 2018 explizit fest, dass im Rah- men des rechtlichen Gehörs unter anderem beanstandet wo rden sei, dass die Spezialzone "D.____" nicht im Vorranggebiet Landschaft liege. Gemäss GeoView BL, in welchem die digita- lisierte Form des KRIP betrachtet werden könne, liege d ie neu ausgeschiedene Spezialzone "D.____" jedoch eindeutig im Vorranggebiet Landschaft. Folglich ist der Regierungsrat auf die in der Stellungnahme der C.____-Gesellschaft vorgebrachte Rüge eingegangen und es kann kei- ne Verletzung des rechtlichen Gehörs angenommen werden. 3.7 Weiter monieren die beschwerdeführenden Parteien betreffend die Ausnahmen von der Genehmigung gemäss Dispositivziffer 2 des RRB vom 5. Juni 2018 eine Verletzung der Ge- meindeautonomie. Die Gemeindeautonomie ist durch übergeordnetes Recht, einschliesslich der Grundsätze und Ziele der Raumplanung, eingeschränkt (vg l. BGE 116 Ia 221 E. 2c mit Hinwei- sen). Die Gemeinde kann folglich keine Beschlüsse entgege n übergeordnetem Recht fassen und sich dann auf die eigene Planungsautonomie berufe n. Ob die Spezialzone D.____ tatsäch- lich im Vorranggebiet Landschaft liegt, kann im vorlie genden Fall offenbleiben, da diese Frage – wie nachfolgend aufgezeigt wird – für die Beurtei lung der Zulässigkeit der geplanten Wohn- nutzung in der Spezialzone D.____ nicht ausschlaggebend ist. Stattdessen ist hinsichtlich der Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemeindeautonomie zu prüfen, wie sich die in der Spezi alzone D.____ vorgesehene Wohnnut- zung mit den bundesrechtlichen Regeln des RPG verträgt. 3.8 Das Bundesrecht definiert drei allgemeine Zonenart en (vgl. Art. 15 – 17 RPG). Die Kan- tone können jedoch unter der Voraussetzung, dass sie den Grundsatz der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet wahren, weitere Zonenarten vorsehen (vgl. RUDOLF MUGGLI , in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 18 N 11). Das beson- dere an den weiteren Zonen des Art. 18 RPG ist, dass sie zumeist Ausprägungen, Zwischen- formen und Ergänzungen der Grundtypen Bauzone, Landw irtschaftszone und Schutzzone dar- stellen (Botschaft zu einem Bundesgesetz über die Raump lanung (RPG) vom 27. Februar 1978, 94.054, Bundesblatt [BBl] 1978, S. 1006 ff., S . 1026). Die Zuordnung der Nutzungen ist der hauptsächliche Schritt zur Umsetzung des Verfassung sauftrags der "zweckmässigen Nut- zung des Bodens und der geordneten Besiedlung des Lande s" gemäss Art. 75 Abs. 1 der Bun- desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999. Die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet ist dabei das zentrale Anl iegen. Der Grundsatz führt zur grundle- genden Unterscheidung zwischen Bauzonen nach Art. 15 RPG und übrigen, in der Regel nicht bebaubaren Zonen (E LOI JEANNERAT /PIERRE MOOR , in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskom- mentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 14 N 36). Spezialzonen sind mithin entweder dem Baugebiet oder dem Nichtbaugebiet zuzuordnen. Die Spezialzone D.____ grenzt im Sü- den an das vom Zonenplan Siedlung umfasste Gebiet, lieg t aber im Perimeter des Zonenplans Landschaft. Gemäss Art. 1 lit. a des Zonenreglements La ndschaft regeln die Zonenvorschriften Landschaft die Nutzung und den Schutz des Bodens ausserhal b des Baugebiets. Das Zonen- reglement Landschaft geht also grundsätzlich davon aus, dass es sich beim vom ihm umfassten Gebiet um Nichtbaugebiet handelt. 3.9 Die C.____-Gesellschaft macht geltend, bei der Spe zialzone D.____ könnten im Ermes- sen der Planungsbehörden individuelle Nutzungsvorschriften erlassen werden, weshalb die bundesrechtlichen Bestimmungen über die Landwirtschaftszo ne keine analoge Anwendung finden. Ausserhalb der Bauzonen legen die Kantone La ndwirtschafts- und Schutzzonen als Nichtbauzonen fest. Zur Verwirklichung des Trennungsgrun dsatzes gilt ausserhalb der Bauzo- nen ein prinzipielles bundesrechtliches Bauverbot. Muss dieses Bauverbot in bestimmten Fällen aus überwiegend raumplanerischen Gründen durchbrochen werden, ist es notwendig, die Kom- petenz der Kantone, ausserhalb der Bauzonen für konkrete Bauvorhaben gemäss Art. 18 Abs. 1 RPG "weitere Nutzungszonen" auszuscheiden, mit den bundesrechtlichen Regeln ge- mäss Art.16 – 16b RPG, Art. 24 – 24e, 37a RPG und Art . 18a RPG abzustimmen (R UDOLF MUGGLI , a.a.O, Art. 18 N. 21 f.). Die Spezialzone D.____, die sich im Perimeter des Zonenplans Landschaft befindet, gehört zum Nichtbaugebiet. Die Ge meinde A.____ geht denn auch selbst davon aus, dass für die Spezialzone D.____ die Grundsätze des Raumplanungsrechts über die landwirtschaftliche Nutzung zur Anwendung kommen. Die G emeinde wollte keine Bauzonener- weiterung und hat mit der Revision der Zonenvorschrifte n Landschaft auch keine solche vorge- nommen. Somit sind im vorliegenden Fall die bundesrech tlichen Vorschriften über das Bauen ausserhalb der Bauzonen zu berücksichtigen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.10.1 Ausserhalb des Baugebiets kann nur unter bestim mten Voraussetzungen gebaut wer- den. Insbesondere Wohnbauten sind nur eingeschränkt zulässig. Dabei hängt es davon ab, um welche Art Betrieb es sich handelt und wo dieser Betrieb liegt. Im Zusammenhang mit der Pfer- dehaltung sind Art. 16a bis RPG sowie die gestützt darauf erlassenen Bestimmungen in der RPV, namentlich Art. 34b RPV, zu beachten. Insbesondere Art. 34b Abs. 5 RPV gilt für die Errichtung neuer Wohnbauten im Zusammenhang mit der Nutzung und Haltung von Pferden. Gemäss Art. 34b Abs. 5 RPV ist im Zusammenhang mit der Haltun g und Nutzung von Pferden die Er- richtung neuer Wohnbauten nicht zulässig. 3.10.2 Die C.____-Gesellschaft bestreitet die Gesetzmässi gkeit des Art. 34b Abs. 5 RPV. Art. 34b Abs. 5 RPV konkretisiert wie die weiteren Absä tze von Art. 34b RPV den am 1. Mai 2014 in Kraft getretenen Art. 16a bis RPG (vgl. Art. 16a bis Abs. 4 RPG). Dieser sieht insbesondere vor, dass Bauten und Anlagen, die zur Haltung von Pferd en nötig sind, auf einem bestehenden landwirtschaftlichen Gewerbe im Sinne des BGBB als zone nkonform bewilligt werden, wenn dieses Gewerbe über eine überwiegend betriebseigene Fu ttergrundlage und Weiden für die Pferdehaltung verfügt (Abs. 1). Zudem erklärt er gewi sse Bauten und Anlagen für die Nutzung von Pferden für bewilligungsfähig (Abs. 2 und 3). Er geht zurück auf die Teilrevision des RPG vom 22. März 2013 (AS 2014 S. 905), mit der die frühe re Unterscheidung zwischen den grund- sätzlich zonenkonformen Pferdezucht- und den nicht oder nu r beschränkt zonenkonformen Pferdepensionsbetrieben aufgegeben wurde und die Halt ung von Sport- und Freizeitpferden in der Landwirtschaftszone sowie der Vollzug erleichtert w erden sollte (vgl. Bericht der Kommissi- on für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalr ats vom 24. April 2012 zur parlamenta- rischen Initiative "Pferdehaltung in der Landwirtschaft szone" [04.472], BBl 2012 S. 6593 ff., S. 6601). 3.10.3 Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Ene rgie des Nationalrats führt in ihrem Bericht zu dieser Teilrevision aus, die vorgesehene Öffnun g berge die Gefahr in sich, dass Nichtlandwirte "Landwirtschaftsbetriebe" gründeten, nu r um Wohnhäuser und Reitställe in der Landwirtschaftszone zu errichten. Dem werde dadurch begeg net, dass nur bestehende Betrie- be, die zudem die Anforderungen an ein landwirtschaft liches Gewerbe gemäss BGBB erfüllten, in den Genuss der neuen Möglichkeiten kommen sollten. E in Betrieb, der Pferde halten wolle, müsse also einerseits eine bestimmte Mindestgrösse aufweise n und andererseits über beste- hende Betriebsgebäude verfügen. Dazu gehöre namentlich eine bestehende Wohnbaute, damit die Überwachung der Pferde sichergestellt sei. Die Pfe rdehaltung solle nicht zur Errichtung von neuem Wohnraum in der Landwirtschaftszone führen (vgl. den vorstehend zitierten Bericht, BBl 2012 S. 6595). Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE n immt in seinem erläuternden Be- richt zum Vernehmlassungsentwurf für die Teilrevision der RPV vom 2. April 2014 (AS 2014 S. 909), mit der unter anderem Art. 34b in die Verordnung aufgenommen wurde, auf diese Aus- führungen im Kommissionsbericht Bezug. Es hält fest, Art . 34b Abs. 4 RPV des Entwurfs (der Art. 34b Abs. 5 RPV entspricht) stelle klar, dass die Pfer dehaltung nicht zur Schaffung von neu- em Wohnraum in der Landwirtschaftszone führen dürfe. E rfordere die vorgesehene Pferdehal- tung eine dauernde Überwachung der Tiere vor Ort, m üsse entsprechender Wohnraum bereits vorhanden sein. Die Bestimmung stelle eine Spezialnorm dar und gehe der allgemeinen Vor- schrift von Art. 34 Abs. 3 RPV vor (vgl. Bundesamt für R aumentwicklung ARE, Erläuternder Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bericht vom August 2013 zum Vernehmlassungsentwurf zu ei ner Teilrevision der Raumpla- nungsverordnung, S. 20). Der Behauptung, Art. 34b Ab s. 5 RPV sei nicht gesetzeskonform, kann deshalb nicht gefolgt werden. Eine Pferdehaltung, die nicht in einem bestehenden Betrieb realisiert werden kann, ist unzulässig. Dies muss mindesten s insoweit gelten, als dafür neue Wohnräume geschaffen werden müssen, was vorliegend der Fall wäre. 3.10.4 Sämtliche beschwerdeführenden Parteien argument ieren unter anderem, dass es sich beim Hof D.____ um einen Betrieb der Pferdehaltung handle, weshalb aufgrund der Tierhaltung eine dauernde Präsenz des Betriebsleiters sowie des Hi lfspersonals auf dem Betrieb nötig sei. Diese müssten bei Zwischenfällen mit den Pferden rasch re agieren können. Die beschwerde- führenden Parteien berufen sich dabei auf das Urteil d es Bundesgerichts 1C_647/2012 vom 3. September 2014. Demnach werde bei Landwirtschaftsbetrieben mit Tierhaltung eine ständige Präsenz auf dem Hof vorausgesetzt. Am Umstand, dass im Zu sammenhang mit der Haltung und Nutzung von Pferden die Errichtung neuer Wohnbaute n nicht zulässig ist, vermag diese Argumentation jedoch nicht viel ändern. Im erwähnten Entscheid ging das Bundesgericht einer- seits vom Vorliegen eines bestehenden landwirtschaftlichen Gewerbes aus und andererseits bezog sich die Beurteilung auf Art. 34 Abs. 3 RPV. Dar über hinaus erwog das Bundesgericht in einem weiteren Entscheid, dass insbesondere die Betreuu ng und Überwachung von Pferden eines Reitstalls, der, wie vorliegend der Hof D.____, unmittelbar neben der Wohnzone liege und innert weniger Minuten erreichbar sei, von der Wohnzo ne aus möglich sei (Urteil des BGer 1A.193/2001 vom 6. Mai 2002 E. 4.2). 3.10.5 In casu argumentiert einerseits keine der besch werdeführenden Parteien, dass es sich beim Hof D.____ um ein landwirtschaftliches Gewerbe handle, weshalb die Berufung auf diesen Entscheid bereits deshalb nicht tauglich erscheint. Ander erseits soll Art. 34b Abs. 5 RPV die Tragweite der allgemeinen Bestimmung von Art. 34 Ab s. 3 RPV im Zusammenhang mit der Pferdehaltung und -nutzung beschränken und geht dieser Bestimmung als zeitlich spätere Spe- zialnorm vor (Urteil des BGer 1C_319/2018 vom 7. Februa r 2019 E. 5.7). Art. 34b Abs. 5 RPV soll gemäss der Rechtsprechung insbesondere verhindern, dass ein allfälliger mit der erleichter- ten Pferdehaltung einhergehender betrieblicher Überw achungsbedarf herangezogen wird, um gestützt auf Art. 34 Abs. 3 RPV die Zonenkonformität von neuen Wohnbauten in der Landwirt- schaftszone zu begründen. Er gilt somit in erster Linie für Wohnbauten mit einem unmittelbaren Bezug zu einer nach der Lockerung der Regelung neu bet riebenen Pferdehaltung oder - nutzung. Er ist jedoch nicht darauf beschränkt. Die all gemeine Feststellung in den beiden Be- richten, die Pferdehaltung solle nicht zur Errichtung von neuem Wohnraum in der Landwirt- schaftszone führen, ist so zu verstehen, dass Art. 34b Abs. 5 RPV neue Wohnbauten in der Landwirtschaftszone, die nur wegen der Pferdehaltung od er -nutzung beansprucht werden könnten, generell ausschliesst. Dies gilt umso mehr, als die beiden Berichte der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats keine einschränkenden Bemerkungen bezüglich des Anwendungsbereichs der Bestimmung enthalt en. Gemäss der Rechtsprechung gilt Art. 34b Abs. 5 RPV vielmehr für all jene neuen Wohnbauten, welche die Anforderungen von Art. 34 Abs. 3 RPV an die Zonenkonformität nur de shalb erfüllen würden, weil auf dem be- treffenden landwirtschaftlichen Betrieb Pferde gehalt en oder genutzt werden (Urteil des BGer 1C_319/2018 vom 7. Februar 2019 E. 5.6). Dass eine st ändige Präsenz des Betriebsleiters so- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie des Hilfspersonals auf dem Hof D.____ nötig sei, u m insbesondere bei Zwischenfällen mit den Pferden rasch reagieren zu können, ist demnach nicht entscheidend und die Errichtung neuer Wohnbauten ist im Zusammenhang mit der Haltung und Nutzung von Pferden aufgrund Art. 34b Abs. 5 RPV nicht zulässig. 3.11.1 Da gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 34b Abs. 5 RPV die Errich- tung neuer Wohnbauten im Zusammenhang mit der Haltu ng und Nutzung von Pferden generell ausgeschlossen ist (vgl. Urteil des BGer 1C_319/2018 vom 7. Februar 2019 E. 5.8), hängt die Rechtmässigkeit des vorliegend vorgesehenen Wohnraums in der Spezialzone D.____ davon ab, ob die Anforderungen von Art. 34 Abs. 3 RPV bei Ausklammerung der Pferdehaltung erfüllt sind. 3.11.2 In Bezug auf Wohnbauten wird Art. 16a RPG in Art. 34 Abs. 3 RPV konkretisiert. Bauten für den Wohnbedarf sind danach zonenkonform, wenn sie fü r den Betrieb des entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich sind. Das set zt nach der Rechtsprechung voraus, dass aus betrieblichen Gründen die ständige Anwesenheit der bewirtschaftenden Personen erforderlich und die nächste Wohnzone weit entfernt und schwer erreichbar ist (BGE 125 III 175 E. 2b; 121 II 307 E. 3b; Urteil des BGer 1C_67/2007 vom 20. September 2007 E. 3.1; je mit Hinweisen). Wohnraum ausserhalb der Bauzone ist nur zulässig, wenn die Bewirtschaftung aus objektiven Gründen nicht von der Bauzone aus möglich ist . Diese Rechtsprechung kann auf Wohnräume in Sondernutzungszonen übertragen werden (U rteil des BGer 1A.193/2001 vom 6. Mai 2002 E. 4.1). Ob eine Bewirtschaftung von der Bauzone aus stattfinden kann, hängt ins- besondere von Art und Umfang der betriebsnotwendigen Überwachungsaufgaben, von der Dis- tanz zur nächsten Wohnzone sowie von der Frage ab, ob das Gewerbe hauptberuflich ausge- übt wird. Ist die Betriebsführung auch von einer Wohn zone aus möglich oder verlangen die be- trieblichen Verhältnisse keine dauernde Anwesenheit, fe hlt es am erforderlichen sachlichen Bezug des Bauvorhabens zur landwirtschaftlichen Produktio n (Urteil des BGer 1C_408/2012 vom 19. August 2013 E. 6.3 mit Hinweisen). In jedem e inzelnen Fall ist nach objektiven Krite- rien aufgrund einer gesamthaften, mehr an qualitativen denn an quantitativen Faktoren anknüp- fenden Betrachtungsweise zu beurteilen, ob eine betrieb liche Notwendigkeit besteht, aus- serhalb der Bauzonen Wohnsitz zu nehmen, und damit das Wohnen in der Landwirtschaftszone im Sinne von Art. 16a RPG als zonenkonform bezeichnet werden kann. Auf subjektive Vorstel- lungen und Wünsche des Einzelnen kann es ebenso wenig anko mmen wie auf die persönliche Zweckmässigkeit und Bequemlichkeit (BGE 121 II 67 E. 3a, 3 07 E. 3b; Urteil des BGer 1C_408/2012 vom 19. August 2013 E. 6.3; je mit Hinweisen). 3.11.3 Selbst wenn es sich beim Betrieb von B.____ um ein landwirtschaftliches Gewerbe im Sinne von Art. 34 Abs. 3 RPV handeln sollte, was keine d er beschwerdeführenden Parteien behauptet, sind Wohnbauten nur zulässig, soweit sie für den Betrieb unentbehrlich sind. Bei Landwirtschaftsbetrieben ohne Tierhaltung erscheint die Notwendigkeit einer dauernden Prä- senz weniger offenkundig (Urteil des BGer 1C_647/2012 vom 3. September 2014 E. 4). Bei einem hauptberuflich geführten Gartenbaubetrieb mit sechs Treibhäusern hielt das Bundesge- richt die ständige Anwesenheit des Betriebsleiters für er forderlich (BGE 112 Ib 270 E. 5). In ei- nem anderen Entscheid erklärte es, dass die Überwachung e ines Gartenbaubetriebs auch von Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer nur wenige Hundert Meter entfernten Bauzone b zw. von einem bereits dem Betriebsleiter gehörenden Wohnhaus in 200 Meter Entfernung wahrgen ommen werden könne; es verneinte deshalb die Standortgebundenheit einer Wohnbaute in der Landwirtschaftszone (BGE 113 Ib 138 E. 5a). Der Betrieb von B.____ teilt sich neben der Pensionspferdehaltung in den Ackerbau sowie den landwirtschaftlichen Lohnbetrieb auf. Am Auge nschein vom 8. Mai 2019 konnte fest- gestellt werden, dass keine heikle Produktion wie bspw. G artenbau mit Treibhäusern oder der Anbau besonders empfindlicher Pflanzen betrieben wird . Von den beschwerdeführenden Par- teien wird denn auch nichts Gegenteiliges behauptet. Insofern ist es nach der bundesgerichtli- chen Rechtsprechung zumutbar, den Betrieb von einer nah egelegenen Wohnzone heraus zu führen. B.____ betreibt seinen Hof bereits heute von der direkt an die Spezialzone D.____ an- grenzenden und auf der gleichen Parzelle liegenden W ohnzone aus und kann dies auch in Zu- kunft tun. Selbst wenn der Baurechtsvertrag von B.____ m it der C.____-Gesellschaft Ende des Jahres 2035 auslaufen würde, wie die beschwerdeführende n Parteien monieren, plant die C.____-Gesellschaft in der unmittelbar an den Betrieb angrenzenden Wohnzone, in der sich auch das aktuelle Wohnhaus von B.____ befindet, neuen Wohnraum zu schaffen. Der Wohn- raum kann dem Betriebsinhaber zur Verfügung gestellt w erden, weshalb es diesem auch in Zukunft möglich sein wird, seinen Betrieb aus unmitte lbarer Nähe zu führen. Aus diesen Grün- den sind im vorliegenden Fall Wohnbauten in der Spezi alzone D.____ nicht unentbehrlich und die Ausnahmen gemäss Dispositivziffer 2 des RRB vom 5. J uni 2018 betreffend die Spezialzo- ne D.____ sind zu Recht nicht genehmigt worden. 3.12 Demzufolge erweisen sich die vom Regierungsrat verfüg ten Ausnahmen gemäss Dispo- sitivziffer 2 des RRB vom 5. Juni 2018 als rechtmässig und die von der Gemeinde in der Spezi- alzone D.____ vorgesehene Wohnnutzung verstösst gegen das RPG. Da eine Gemeinde keine Beschlüsse entgegen übergeordnetem Recht fassen kann, lie gt durch die teilweise Nichtge- nehmigung der Spezialzone D.____ keine Verletzung der Gemeindeautonomie vor. Die Be- schwerden sind in diesem Punkt abzuweisen. 4. Im Weiteren ist die gegenüber der Einwohnergemein de A.____ verfügte Auflage in Dis- positivziffer 2 des RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 strittig, wonach in den Vorranggebieten Landschaft gemäss KRIP entsprechende Schutzzonen und da zugehörige Bestimmungen be- schliessen zu lassen seien. Der Regierungsrat führt darin zur Begründung aus, im Vorrangge- biet Landschaft seien eine Schutzzone und dazugehören de Bestimmungen beschliessen zu lassen. Unter Berufung auf das KRIP Objektblatt L3.2 wird geltend gemacht, die Gemeinde ha- be lediglich Vorschriften in die Landwirtschaftszone über nommen, welche den Anforderungen des KRIP nicht vollumfänglich genügten. 4.1 Die Einwohnergemeinde A.____ bringt dagegen im Wesentlichen vor, dass der Regie- rungsrat den Gemeinderat A.____ zwar mit Schreiben vom 8. Februar 2018 über die bevorste- hende Genehmigung mit Ausnahmen informiert und ihm G elegenheit zum rechtlichen Gehör gegeben habe. Der Gemeinderat sei hingegen nicht übe r die vorgesehenen Auflagen orientiert worden und habe deshalb nicht dazu Stellung nehmen k önnen. Daraus leitet die Einwohnerge- meinde A.____ jedoch nichts ab. Was die Auflage gemäss D ispositivziffer 2 lit. a des angefoch- tenen Entscheids betreffe, habe die Einwohnergemeind e A.____ das KRIP-Objektblatt L3.2 im Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Zonenplan Landschaft vollständig umgesetzt. Das Vorranggeb iet Landschaft sei in der Zonen- planung Landschaft gemäss Richtplankarte festgesetzt. Dieses liege in der Landwirtschaftszone und die Planungsgrundsätze gemäss KRIP-Objektblatt L3.2 seien insbesondere in Art. 4 Land- wirtschaftszone im Zonenreglement Landschaft vollständig umgesetzt. Damit habe die Einwoh- nergemeinde A.____ die Planungsanweisung a) des KRIP -Objektblatts L3.2 vollständig umge- setzt. Sodann werde im Planungsbericht aufgezeigt, wie die verschiedenen Interessen gegen- einander abgestimmt würden, womit Planungsanweisung b) ebenfalls erfüllt werde. Da die Ge- meinde A.____ mit den von ihr beschlossenen Zonenvorschrif ten keine bundes- oder kantonal- rechtlichen, ihre Planungsautonomie beschränkenden Vorg aben verletze, verletze die Auflage des Regierungsrats in Dispositivziffer 2 lit. a des angefoch tenen Entscheids die Autonomie der Einwohnergemeinde A.____ und sei deshalb zu streichen. 4.2 Dagegen bringt der Regierungsrat in seiner Verne hmlassung insbesondere vor, zwar sehe der KRIP nicht explizit vor, dass die Vorranggebiete Landschaft mit der Ausscheidung von Schutzzonen umzusetzen seien. Bei genauerer Betrachtung e rweise sich die Umsetzung von Schutzbestimmungen in einer Grundnutzungszone jedoch min destens als unzweckmässig. Mit der Ausscheidung einer Schutz- oder Freihaltezone sei f ür jedermann erkennbar, dass es sich um weitergehende Bestimmungen handle, als sie in eine r Landwirtschaftszone gälten. Die Ein- gliederung von Schutzbestimmungen in der Landwirtschaftszone sei einerseits nicht transparent und vermöge andererseits keinen genügenden Schutz der im KRIP definierten Ziele zu gewähr- leisten. Die von einer Planungsmassnahme betroffenen Gr undeigentümer müssten sich darauf verlassen können, dass allfällige Einschränkungen klar ersich tlich seien. Die Vorgehensweise der Gemeinde erweise sich nicht nur als unangemessen, sond ern es handle sich aufgrund der Ermessensunterschreitung um eine Rechtsverletzung. 4.3.1 Die Gemeinde ist zwar in der Festlegung und Eint eilung der Nutzungszonen grundsätz- lich autonom. Die Autonomie einer Gemeinde im Bereic h der Zonenplanung kann allerdings durch übergeordnetes Verfassungs- oder Gesetzesrecht einge schränkt werden, wobei zum übergeordneten Recht auch die Richtplanung des Kantons gehört (ebenso bereits KGE VV vom 17. Oktober 2012 [810 12 58] E. 3.1 f.). 4.3.2 Der KRIP sieht in Objektblatt L3.2 Vorranggebie t Landschaft unter "Beschlüsse" insbe- sondere vor, dass diese Gebiete im Grundsatz von neuen Bauten und Anlagen freizuhalten sind (…) (Planungsgrundsatz lit. a), dass zonenkonforme Baute n und Anlagen für die landwirtschaft- liche Bewirtschaftung zulässig sind, wobei diese in unmittelbarer Hofnähe anzusiedeln sind (…) (Planungsgrundsatz lit. b), dass Standorte für neue Aussi edlungen unerlässlicher standortge- bundener Bauten, Anlagen und Infrastrukturen im Rahmen des Nutzungsplanverfahrens festzu- legen sind (Planungsgrundsatz lit. c) und dass Für die Einpassung unerlässlicher standortge- bundener Bauten, Anlagen und Infrastrukturen in die L andschaft erhöhte Anforderungen gelten (Planungsgrundsatz lit. d). Es wird sodann festgehalten, dass die Gemeinden die Vorranggebie- te Landschaft in ihren Zonenvorschriften umzusetzen haben (Planungsanweisung lit. a). 4.4 Der Regierungsrat moniert bei der Umsetzung der Vo rranggebiete Landschaft in Art. 4 "Landwirtschaftszone" des Zonenreglements Landschaft eine Ermessensunterschreitung. Eine Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ermessensunterschreitung besteht darin, dass die entscheiden de Behörde sich als gebunden betrachtet, obschon sie nach Gesetz berechtigt wäre, nac h Ermessen zu handeln, oder dass sie auf Ermessensausübung ganz oder teilweise zum vorneherei n verzichtet (BGE 116 V 307 E. 2 mit Hinweisen). In der Planungsanweisung lit. a wird lediglich festgehalten, dass die Ge- meinden die Vorranggebiete Landschaft in ihren Zonenvo rschriften umzusetzen haben. Die Einwohnergemeinde A.____ führt aus, sie habe diese im Zonenreglement in Art. 4 entspre- chend umgesetzt und pocht damit gerade auf ihr Ermesse n und ihre Art der Ermessensaus- übung. Demzufolge lässt sich keine Ermessensunterschreitung erkennen. 4.5 Es ist zu prüfen, ob die Umsetzung durch die Einwohne rgemeinde A.____ zweckmässig erfolgte. Der Regierungsrat erachtet die Umsetzung der Planungsgrundsätze einzig durch Aus- scheidung von Schutzzonen für zweckmässig. Art. 26 RPG schreib t vor, dass die Nutzungsplä- ne und ihre Anpassungen durch eine kantonale Behörde genehmigt werden müssen. Im Kanton Basel-Landschaft ist dafür der Regierungsrat zuständig, der die Zonenvorschriften auf ihre Rechtmässigkeit und, sofern kantonale Anliegen betroffe n sind, auf ihre Zweckmässigkeit prüft (vgl. § 31 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes vom 8. Januar 1998 des Kantons Ba- sel-Landschaft [RBG; SGS 400]). Mit der Ermessens- bzw. Zweckmässigkeitskontrolle überprüft die Genehmigungsbehörde die Nutzungsplanung daraufhi n, ob sie mit übergeordneten öffentli- chen Interessen vereinbar ist bzw. die Erfüllung der öffe ntlichen Aufgaben nicht in unzumutba- rer Weise behindert; sie geht weiter als eine blosse R echtskontrolle (vgl. ALEXANDER RUCH , in: Aemisegger et al. [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Art. 26 N 42). Obwohl sich der Regierungsrat als Genehmigungsbehörde au ch bei der Ermessenskontrolle eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen hat (vgl. R UCH , a.a.O., Art. 26 N 42), steht ihm doch eine weitere Kognition zu als dem auf eine reine Recht skontrolle beschränkten Kantonsgericht. Allerdings sieht das kantonale Gesetz auch keine volle F reiheit des Regierungsrats bei der Ge- nehmigung von Plänen vor. Das bedeutet insbesondere, dass er nicht zum Eingreifen befugt ist, soweit die Gemeinde unter mehreren gleichwertigen rech tskonformen Varianten eine auszu- wählen hat (Urteil des BGer 1C_240/2017 vom 11. Dezember 2018 E. 3.4.1). 4.6 Die vom Regierungsrat geforderte Ausscheidung von Sch utzzonen ist ein mögliches Mittel. Der KRIP schreibt aber nicht vor, dass dies das einzige mögliche Mittel ist. Der Regie- rungsrat bezieht sich bei seiner Auffassung offensichtlich au f die Broschüre "Kantonale Rand- bedingungen Landschaft" des ARP in der Fassung vom Februar 2019. Darin wird zugestanden, dass in der kantonalen Raumplanungsgesetzgebung eine dem Vorranggebiet Landschaft ent- sprechende Zonenart fehlt. Das ARP empfiehlt lediglich , zur Umsetzung der Vorranggebiete Landschaft sogenannte Freihaltezonen zu definieren, w elche die Freihaltung sowie das Kon- zentrationsgebot und die Einpassungspflicht für zonenkon forme Bauten und Anlagen, also die Planungsgrundsätze von Objektblatt L3.2 des KRIP, enthalten (Amt für Raumplanung, Kantona- le Randbedingungen Landschaft, Februar 2019, S. 4). Wird verlangt, dass die Planungsanwei- sungen auf diese Weise umgesetzt werden, ist dies im KR IP so festzulegen. Da keine derartige Anweisung vorhanden ist, steht es den Gemeinden offen, wie die Vorranggebiete Landschaft in den Zonenvorschriften umzusetzen sind. Die Einwohnergem einde A.____ hält insbesondere in Art. 4 Abs. 2 und 3 des Zonenreglements Landschaft fest : "Die Landwirtschaftszone ist von Überbauungen frei zu halten. Zonenkonforme Bauten u nd Anlagen sind in unmittelbarer Hofnä- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht he anzusiedeln. Der im Zonenplan Landschaft festgelegt e Standort für landwirtschaftliche Aus- siedlungen bezeichnet den Ort für zonenkonforme Baute n und Anlagen eines neuen Landwirt- schaftsbetriebes. Die erforderliche Arealgrösse, die zul ässige Nutzung sowie die Baumasse werden im Rahmen des Baugesuchsverfahrens von der Baubew illigungsbehörde geprüft und bewilligt". Damit wird ersichtlich, dass die Gemeinde säm tliche Planungsanweisungen des Ob- jektblatts L3.2 des KRIP, ausser die Einpassungspflicht unerlässlicher standortgebundener Bauten, Anlagen und Infrastrukturen in die Landschaft (Planungsgrundsatz lit. d), in ihren Zo- nenvorschriften aufgenommen hat. Sie verletzt mithin keine kantonalen oder bundesrechtlichen Vorschriften. Die Varianten, wonach die Planungsgrundsä tze entweder in Freihaltezonen oder anderweitig in kommunalen Zonenvorschriften umgesetzt werden, sind als gleichwertig zu quali- fizieren, da der Inhalt und nicht die Zonenart das en tscheidende Kriterium bildet. Somit ist der Regierungsrat, was die Wahl der Zonenart bei der Umset zung der Planungsgrundsätze angeht, nicht zum Eingreifen befugt. 4.7 Aus den obigen Ausführungen folgt, dass Buchstabe a der Auflagen in Dispositivziffer 2 des RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufzuheben ist. Die Gemeinde A.____ ist indes aufzu- fordern, innert fünf Jahren die Einpassungspflicht un erlässlicher standortgebundener Bauten, Anlagen und Infrastrukturen in die Landschaft gemäss Planungsgrundsatz lit. d des Objektblatts L3.2 des KRIP in geeigneter Weise umzusetzen und dem Regierungsrat zur Genehmigung zu unterbreiten. Demzufolge ist die Beschwerde in diesem Punkt teilweise gutzuheissen. 5. Schliesslich richtet sich die Beschwerde der Einwohnerg emeinde A.____ gegen die ver- fügte Festlegung von Naturschutzzonen mit verbindlichen S chutzbestimmungen (Buchstabe b der Auflagen in Dispositivziffer 2 des RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018). Im Rahmen der Rechtmässigkeitskontrolle führt der Regierungsrat im Wesentlichen aus, die Einwohnergemein- de A.____ habe zwar ein Fachgutachten (Naturinventar) im Sinne von § 11 Abs. 1 des Geset- zes über den Natur- und Landschaftsschutz (NLG) vom 20. No vember 1991 erstellen lassen, habe es aber unterlassen, die meisten im Inventar als schü tzenswert bezeichnete Objekte raumplanerisch zu schützen. Zudem werde nicht aufgezeigt , wie der Schutz und Unterhalt von schützenswerten Landschaften und Naturobjekten, die nicht i m Zonenplan ausgeschieden sei- en, erreicht werden könne (§ 10 Ab. 1 NLG). Im Weit eren seien mehrere schutzwürdige Natu- robjekte mit einer Landschaftsschutzzone ohne objektspezifi sche Festlegung überlagert wor- den. Um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, m üssten Naturschutzzonen mit ver- bindlichen Schutzbestimmungen festgelegt werden. 5.1 Dagegen bringt die Einwohnergemeinde A.____ vor, die im Fachgutachten als wertvoll qualifizierten Naturobjekte würden durch überlagernde Landschaftsschutzzonen geschützt. Der Zweck der einzelnen Landschaftsschutzzonen werde in Art. 1 8 Abs. 3 Zonenreglement Land- schaft konkretisiert und nach diesem richte sich auch die Nut zung des entsprechenden Gebiets (Art. 18 Abs. 1 Zonenreglement Landschaft). Ein Grosste il der Objekte seien als geschützte Einzelobjekte im Zonenplan aufgenommen, wobei Art. 20 Zonenreglement Landschaft generell den Schutzbereich dieser Einzelobjekte regle, insbesond ere Düngeverbot (Art. 20 Abs. 3 lit. d Zonenreglement Landschaft), Unterhalts- und Pflegepfl icht (Art. 20 Abs. 4 Zonenreglement Landschaft) sowie grundsätzliches Fällverbot (Art. 20 Abs. 3 lit. a und Abs. 5 Zonenreglement Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Landschaft). Daneben sehe Art. 27 Zonenreglement Lan dschaft den Abschluss von Bewirt- schaftungsvereinbarungen als Instrument für Schutz und Unterhalt unter anderem von Naturob- jekten vor. Die Einwohnergemeinde A.____ habe somit d ie Vorgaben des § 10 NLG umgesetzt und die Auflage verletze die Gemeindeautonomie. 5.2 Der Regierungsrat führt in seiner Vernehmlassung au s, für die Objekte 1 bis 6 seien gemäss Art. 18 Abs. 3 des Zonenreglements Landschaft led iglich Landschaftsschutzzonen oh- ne konkrete Schutzbestimmungen festgelegt worden. Land schaftsschutzzonen genügten je- doch nicht für den Schutz seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten sowie zur Sicherung ihrer Lebensräume. Dazu seien Naturschutzzonen gemäss § 10 V erordnung zum Raumpla- nungs- und Baugesetz (RBV) vom 27. Oktober 1998 nötig , in denen detaillierte Bestimmungen konkret auf das im Einzelfall benannte Schutzobjekt bezoge n festgelegt würden. Dabei würden beispielsweise für eine magere, blumenreiche Wiese insb esondere der Schnittzeitpunkt und detaillierte Angaben oder ein Verbot von Düngungen definiert. Demgegenüber seien in Art. 18 des Zonenreglements Landschaft für die Objekte 1 bis 6 le diglich Ziele definiert. Schutzbestim- mungen mit detaillierten Unterhaltsangaben fehlten g änzlich. Dieser Mangel könne auch nicht durch das allgemeine Düngeverbot kompensiert werden. D as Düngeverbot gelte ausserdem lediglich für geschützte Einzelobjekte und nicht für die Objekte 1 bis 6. Für diese werde nicht einmal ein allgemeines Düngeverbot festgehalten. Im Weiteren hätte die Gemeinde, wenn sie sich für einen anderen Weg als die Gewährleistung des S chutzes mittels raumplanerischen Massnahmen entschieden hätte, zumindest aufzeigen müssen, wie der gleichwertige und wirk- same Schutz im Sinne von § 10 NLG korrekt erreicht werd en könne. Dies sei nicht erfolgt. Die Vorgehensweise der Gemeinde sei nicht nur unzweckmässig, s ondern widerspreche auch § 10 NLG. 5.3 Gemäss dem NLG können Schutz und Unterhalt von schüt zenswerten Landschaften und Naturobjekten unter anderem erreicht werden durch Ausscheidung und Bezeichnung in Zonenplänen und Aufnahme ins Inventar der geschützten Naturobjekte (§ 10 Abs. 1 lit. a und b NLG). Kanton und Einwohnergemeinden erheben die schützenswerten Landschaften und Natu- robjekte im Rahmen ihrer raum- und nutzungsplanerische n Aufgaben. Sie stützen sich dabei auf Fachgutachten (§ 11 Abs. 1 NLG). Kanton und Einwo hnergemeinden erlassen die erforder- lichen Schutz- und Schonzonen entsprechend den Bestimmun gen des Raumplanungs-, Bau- und Forstrechts (§ 11 Abs. 2 NLG). Die mittels naturschutzfachlicher Erhebung ("Naturinventar", Fachgutachten nach § 11 NLG) erhobenen schutzwürdigen N aturobjekte sind im Zonenplan verbindlich als Naturschutzzone oder Naturschutzobjekt festzule gen. Im Zonenreglement sind zu jedem schutzwürdigen Naturobjekt die verbindlichen Schu tzziele sowie Schutz- und Pflege- massnahmen festzusetzen (Amt für Raumplanung, Kantonal e Randbedingungen Landschaft, Februar 2019, S. 5). 5.4 Aus den obigen Ausführungen folgt, dass für geschüt zte Einzelobjekte Art. 20 Zonenreg- lement Landschaft neben dem Düngeverbot eine sehr al lgemein gehaltene Unterhalts- und Pflegepflicht statuiert. Der Anwendungsbereich dieser B estimmung bezieht sich einerseits nur auf geschützte Einzelobjekte und nicht auf schützenswert e Zonen, um die es sich bei den Ob- jekten 1 bis 6 in Art. 18 Zonenreglement Landschaft h andelt. Andererseits lässt die sehr offen Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht und allgemein formulierte Unterhalts- und Pflegepflicht sehr viel Interpretationsspielraum. Damit besteht die Gefahr, dass wegen ungenügender Pflege od er ungenügendem Unterhalt ein ent- sprechendes Objekt verloren gehen kann. Um die im Sinne von § 10 NLG geforderte Sicherstel- lung von Landschaften und Naturobjekten zu erreichen, müssen Naturschutzzonen mit verbind- lichen Schutzbestimmungen festgelegt werden. Im Weitere n ist der Verweis auf Art. 27 Abs. 1 Zonenreglement Landschaft, wonach die Gemeinde Mehrauf wendungen oder Mindererträge entschädigt, die durch den Vollzug von Schutzmassnahmen entstehen, in Verbindung mit Art. 20 Zonenreglement Landschaft ebenfalls sehr allg emeiner Natur. Zwar lässt sich die Si- cherstellung von Landschaften und Naturobjekten gemäss § 1 0 NLG auch auf anderem Weg als durch raumplanerische Massnahmen erreichen. So können beispielsweise Vereinbarungen mit den Grundeigentümern und Grundeigentümerinnen o der den Bewirtschaftern und Bewirt- schafterinnen abgeschlossen werden. Die Einwohnergemeinde A.____ hätte im Rahmen des Genehmigungsverfahrens indes zumindest aufzeigen müssen, w ie der gleichwertige und wirk- same Schutz im Sinne von § 10 NLG erreicht werden kann. Damit widerspricht die Vorgehens- weise der Einwohnergemeinde A.____ § 10 NLG. Die Besc hwerde ist demzufolge in diesem Punkt abzuweisen. 6. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Beschwe rden von B.____ und der C.____-Gesellschaft abgewiesen werden, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Be- schwerde der Gemeinde A.____ wird teilweise gutgeheisse n und Buchstabe a der Auflagen in Dispositivziffer 2 des RRB Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufgehoben, wobei die Gemeinde A.____ aufzufordern ist, innert fünf Jahren die Einp assungspflicht unerlässlicher standortge- bundener Bauten, Anlagen und Infrastrukturen in die Landschaft gemäss Planungsgrundsatz lit. d des Objektblatts L3.2 des KRIP in geeigneter Weise um zusetzen und dem Regierungsrat zur Genehmigung zu unterbreiten. 7. Es bleibt noch über die Kosten zu entscheiden. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Ver- fahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Da die Einwohnergemeinde A.____ nur in einem Beschwerdepunkt und auch in diesem nur teilwei- se obsiegt hat und sowohl B.____ als auch die C.____-Ges ellschaft mit ihren Beschwerden unterlegen sind, rechtfertigt es sich gestützt auf § 20 Abs. 1 VPO in Verbindung mit § 20 Abs. 3 VPO die Verfahrenskosten in der Höhe von je Fr. 2‘200 .-- den unterliegenden beschwerdefüh- renden Parteien aufzuerlegen. Die Parteikosten werden aus dem gleichen Grund nach § 21 VPO wettgeschlagen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerden von B.____ und der C.____-Gese llschaft werden ab- gewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die Beschwerde der Gemeinde A.____ wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen und Buchstabe a der Auflagen in Ziffer 2 des Regierungsratsbeschlusses Nr. 2018-854 vom 5. Juni 2018 aufgehoben. 3. Die Verfahrenskosten in der Höhe von insgesamt Fr. 6'600.-- werden den beschwerdeführenden Parteien je zu einem Drittel (Fr. 2'200.--) auferlegt und mit den geleisteten Kostenvorschüssen in der Höhe von je Fr. 2'200.-- verrechnet. 4. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber