<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2006.00061</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=206136&amp;W10_KEY=4467134&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2006.00061</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 13.09.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligungen</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Erstellung von fünf Mehrfamilienhäusern in einer Kernzone. <br/><br/>Kein zweiter Schriftenwechsel und kein Augenschein erforderlich (E. 1.2 + 1.3). Bei der Anwendung von § 238 Abs. 2 PBG und der Kernzonenvorschriften steht der örtlichen Baubehörde eine von den Rechtsmittelinstanzen zu beachtende besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu (E. 2.1). Die Beurteilung der kommunalen Baubehörde, die sich unter anderem auf eine Stellungnahme der Natur- und Heimatschutzkommission des Kantons Zürich stützt, beruht auf einer vollständigen Abklärung des entscheidwesentlichen Sachverhalts und auf zutreffender rechtlicher Grundlage. Dem Beschwerdeführer wäre es unbenommen gewesen, seine Einwände bezüglich der Einordnung bereits im Baubewilligungsverfahren vorzubringen (vgl. § 315 Abs. 2 PBG). Wenn er im Baubewilligungsverfahren von diesen Äusserungsmöglichkeiten keinen Gebrauch gemacht hat, stellt die eingeschränkte Ermessensüberprüfung durch die Vorinstanz jedenfalls keine Gehörsverweigerung dar. Aus Art. 6 Abs. 1 EMRK, welcher keine Ermessensüberprüfung verlangt, lassen sich von vornherein keine Ansprüche auf eine umfassendere Kognition der Vorinstanz ableiten (E. 2.2). Die kommunale Baubehörde durfte gestützt auf die Begutachtung ohne Rechtsverletzung von der Erfüllung der erhöhten Gestaltungsanforderungen der Kernzonenvorschriften und von § 238 Abs. 2 PBG ausgehen (E. 2.3). Abweisung und Kostenfolge (E. 5).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINORDNUNG">EINORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERMESSENSSPIELRAUM">ERMESSENSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEMEINDEAUTONOMIE">GEMEINDEAUTONOMIE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KERNZONE">KERNZONE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEHRFAMILIENHAUS">MEHRFAMILIENHAUS</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MODELL">MODELL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERBAUUNG">ÃBERBAUUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWEITER SCHRIFTENWECHSEL">ZWEITER SCHRIFTENWECHSEL</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="gerade">Art. 6 Abs. I EMRK</span><br/><span class="ungerade">§ 238 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 238 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 315 Abs. II PBG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 3 Abs. I BZO Uitikon</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 3 Abs. III BZO Uitikon</span><br/><span class="gerade">Art./§ 4 Abs. I BZO Uitikon</span><br/><span class="ungerade">§ 58 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschluss vom 19. April 2005 erteilte der Gemeinderat Uitikon der C AG die baurechtliche Bewilligung fÃ¼r den Neubau von fÃ¼nf MehrfamilienhÃ¤usern auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse/M-Strasse in Uitikon.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Die hiergegen von mehreren Nachbarn erhobenen Rekurse vereinigte die Baurekurskommission I und wies sie nach einem Augenschein am 16. Dezember 2005 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Gegen den Rekursentscheid gingen zwei Beschwerden ein, von denen eine infolge RÃ¼ckzugs am 9. Mai 2006 abgeschrieben wurde. Mit der anderen dem Verwaltungsgericht am 7. Februar 2006 eingereichten Beschwerde liess A beantragen:</p> <p class="EinzugZitat"><span>"1. Es sei der angefochtene Entscheid so weit aufzuheben, als damit die Erstellung von Haus Nr. 3 ("Eckhaus") bewilligt wird.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>2.<span> </span></span><span>Eventuell sei diese Bewilligungsverweigerung mit Auflagen und Bedingungen fÃ¼r eine allfÃ¤llige Ãberarbeitung des Eckhauses und Neubeurteilung desselben durch die BaubehÃ¶rde zu versehen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>3.<span> </span></span><span>Es sei von der Bauherrschaft zusammen mit der Beschwerdeantwort ein massstabgetreues Modell der Ãberbauung "N" einzureichen.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>4.<span> </span></span><span>Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>5.<span> </span></span><span>Es sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren.</span></p> <p class="EinzugZitat"><span>6.<span> </span></span><span>Alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der privaten Bauherrschaft."</span></p> <p class="Urteilstext">Die Vorinstanz am 17. und der Gemeinderat am 27. Februar 2006 beantragten Abweisung der Beschwerde, letzterer zudem die Zusprechung einer UmtriebsentschÃ¤digung. Die private Beschwerdegegnerin liess am 10. MÃ¤rz 2006 Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen beantragen. Diese Stellungnahmen wurden dem BeschwerdefÃ¼hrer am 15. MÃ¤rz 2006 zur Kenntnisnahme zugestellt.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem das Verwaltungsgericht bei der Bearbeitung der Streitsache festgestellt hatte, dass sich in den Akten zwar ein ErgÃ¤nzungsgutachten der Natur- und Heimatschutzkommission vom 14. April 2005 befand, nicht jedoch die diesem zugrunde liegende ursprÃ¼ngliche Begutachtung vom 7. Februar 2005, wurde diese beigezogen und den Parteien am 21. Juni 2006 Frist zur Stellungnahme angesetzt.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Das Verwaltungsgericht ist gemÃ¤ss § 41 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der gegen einen Entscheid der Baurekurskommission I erhobenen Beschwerde zustÃ¤ndig und der im Rekursverfahren unterlegene Nachbar gemÃ¤ss § 21 lit. a VRG zur Beschwerde legitimiert. Auf das form- und fristgerecht erhobene Rechtsmittel ist einzutreten.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer beantragt die DurchfÃ¼hrung eines zweiten Schriftenwechsels. GemÃ¤ss § 58 Satz 2 VRG ist dessen Anordnung fakultativ. Aufgrund des GehÃ¶rsanspruchs in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) muss er dagegen dann durchgefÃ¼hrt werden, wenn das Gericht auf neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und rechtliche Vorbringen abstellen will, die erst in der Beschwerdeantwort vorgebracht wurden (</span>Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999<span>, § 58 N. 10). Auch aus Art. 6 Abs. 1 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ergibt sich ein Anspruch, sich zu den Eingaben einer Gegenpartei zu Ã¤ussern, nur dann, wenn eine Eingabe neue und mÃ¶glicherweise umstrittene rechtserhebliche Vorbringen enthÃ¤lt (vgl. BGr, 19. August 2004, 1A.43/2004, E. 2.4, www.bger.ch). Der EuropÃ¤ische Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte hat entschieden, dass es grundsÃ¤tzlich Sache der Parteien sei, zu beurteilen, ob eine Vernehmlassung neue Argumente enthalte und eine Stellungnahme erfordere (EGMR, 18. Februar 1997, NiderÃ¶st-Huber, 18990/91, § 29, http://hudoc.echr.coe.int). Wird indessen â wie hier â eine ReplikmÃ¶glichkeit schon in der Beschwerdeschrift beantragt, kann der BeschwerdefÃ¼hrer noch gar nicht beurteilen, ob aus seiner Sicht eine Stellungnahme zu den Eingaben der Beschwerdegegnerschaft oder der Vorinstanz erforderlich sein wird. Ein derartiger Antrag ist verfrÃ¼ht, weshalb die Vernehmlassungen dem BeschwerdefÃ¼hrer nur zur Kenntnisnahme zuzustellen sind, sofern diese nicht neue rechtserhebliche Vorbringen enthalten. HÃ¤lt der BeschwerdefÃ¼hrer eine Stellungnahme von seiner Seite fÃ¼r erforderlich, muss er eine solche unverzÃ¼glich nach Erhalt der Vernehmlassungen beantragen bzw. einreichen (BGE 132 I 42 E. 3.3.4).</span></p> <p class="Urteilstext">Vorliegend wurden die Vernehmlassungen dem BeschwerdefÃ¼hrer zur Kenntnisnahme zugestellt. Auf diese Zustellung hin hat der BeschwerdefÃ¼hrer nicht reagiert. FÃ¼r die EinrÃ¤umung einer ReplikmÃ¶glichkeit besteht deshalb keine Veranlassung. Soweit die Akten ergÃ¤nzt worden sind, ist den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme eingerÃ¤umt worden.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Die auf einem Augenschein beruhenden und durch Fotografien dokumentierten Feststellungen der Baurekurskommission Ã¼ber die Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse kÃ¶nnen auch im Beschwerdeverfahren berÃ¼cksichtigt werden (RB 1981 Nr. 2). Da der massgebliche Sachverhalt durch den Augenschein der Vorinstanz ausreichend geklÃ¤rt und in den Akten hinreichend dokumentiert ist, erÃ¼brigt sich ein eigener Augenschein des Verwaltungsgerichts (RB 1995 Nr. 12 = BEZ 1995 Nr. 32, mit weiteren Hinweisen) und kann der beantragte Beizug eines massstabgetreuen Modells unterbleiben. Wie sich aus dem Protokoll (S. 5) der Baurekurskommission ergibt, hat die Bauherrschaft beim Augenschein vom 13. September 2005 ein Modell der Ãberbauung im Massstab 1 : 500 vorgestellt und erlÃ¤utert. Die fachkundige Vorinstanz war deshalb ohne weiteres in der Lage, sich vom geplanten Eckhaus und seiner rÃ¤umlichen Wirkung eine rechtlich genÃ¼gende Vorstellung zu machen. Das Verwaltungsgericht schliesslich kann im Rahmen seiner beschrÃ¤nkten PrÃ¼fungsbefugnis (§§ 50 f. VRG; vgl. nachfolgend E. 2.1) die Sache beurteilen, ohne dafÃ¼r das Modell erneut beiziehen zu mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das BaugrundstÃ¼ck liegt in der Kernzone II gemÃ¤ss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde Uitikon vom 23. Mai 1995 (BZO). GemÃ¤ss Art. 3 BZO bezwecken die Kernzonen die Erhaltung der Ortskerne von Uitikon und Ringlikon und ihrer natÃ¼rlich gewachsenen Umgebung sowie eine sinnvolle Erweiterung der bestehenden Ãberbauung (Abs. 1); die Bauten sind in Ausmassen und Proportionen den bestehenden Bauten im Ortskern anzupassen, wobei die typologische Ãbernahme der bestehenden Bauten im Vordergrund steht und nicht deren Kopie (Abs. 3). Laut Art. 4 Abs. 1 BZO sind Umschwung, Anlagen, Ausstattungen und AusrÃ¼stungen in den Kernzonen fÃ¼r sich und im Zusammenhang mit der baulichen Umgebung so zu gestalten, dass eine gute Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch fÃ¼r Materialien und Farben. Damit decken sich die Anforderungen von Art. 4 Abs. 1 BZO mit jenen der kantonalrechtlichen Vorschrift von § 238 Abs. 2 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG), welche eine besondere RÃ¼cksicht auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes verlangt. Nach der Rechtsprechung mÃ¼ssen sich deshalb Bauten in Kernzonen nicht nur befriedigend (vgl. § 238 Abs. 1 PBG), sondern gut einordnen, das heisst sie mÃ¼ssen erhÃ¶hten gestalterischen AnsprÃ¼chen genÃ¼gen (BGr, 19. Juli 2005, <span>1P.208/2005, www.bger.ch)</span>.</p> <p class="Urteilstext">Bei der Anwendung von § 238 Abs. 2 PBG steht der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde eine von den Rechtsmittelinstanzen zu beachtende besondere Entscheidungs- und Ermessensfreiheit zu. Sodann handelt es sich bei den Kernzonenvorschriften um kompetenzgemÃ¤ss erlassenes kommunales Recht, dessen Auslegung durch die kommunalen BehÃ¶rden nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung zu schÃ¼tzen ist, wenn sie vertretbar und nicht rechtsverletzend ist. Auch insofern haben sich die kantonalen Rechtsmittelinstanzen bei der ÃberprÃ¼fung zurÃ¼ckzuhalten (RB 1981 Nr. 20; VGr, 19. Mai 1988, BEZ 1988 Nr. 14 E. 1h). Mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen im Sinn von § 50 Abs. 2 VRG sowie gemÃ¤ss § 51 VRG eine fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Hat die Baurekurskommission einen Einordnungsentscheid der kommunalen BehÃ¶rde bestÃ¤tigt, so kann bezÃ¼glich der Ã¤sthetischen WÃ¼rdigung vor Verwaltungsgericht nur geltend gemacht werden, die Rekursinstanz sei zu Unrecht zum Ergebnis gelangt, der erstinstanzliche Entscheid bewege sich im Rahmen des der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde zustehenden Ermessensspielraums. Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft dann lediglich, ob die Rekursinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde als vertretbar hat beurteilen dÃ¼rfen; nimmt es statt dessen eine eigene umfassende Beurteilung der Gestaltung und der Einordnung des Bauvorhabens vor, so Ã¼berschreitet es in willkÃ¼rlicher Weise seine eigene Kognition und verletzt damit gleichzeitig die Gemeindeautonomie (BGr, 21. Juni 2005, 1P.678/2004, www.bger.ch, ZBl 107/2006, S. 430, E. 4).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Wie bereits dargelegt wurde, beruht der vorinstanzliche Entscheid auf einer ausreichenden Feststellung des massgeblichen Sachverhalts. Die Vorinstanz, die in vollstÃ¤ndiger Besetzung einen Augenschein beim BaugrundstÃ¼ck vorgenommen hat, konnte sich aufgrund der vollstÃ¤ndigen BaueingabeplÃ¤ne, der in den Akten vorhandenen perspektivischen Darstellungen sowie des Baugespanns und des Modells einen genÃ¼genden Eindruck von der rÃ¤umlichen Wirkung des Bauvorhabens machen. Sodann hat sich die Vorinstanz bei der ÃberprÃ¼fung der von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde vorgenommenen Ã¤sthetischen Beurteilung zulÃ¤ssigerweise zurÃ¼ckgehalten und nicht deren ErmessensbetÃ¤tigung durch ihre eigene ersetzt. Diese ZurÃ¼ckhaltung erweist sich insbesondere deshalb als gerechtfertigt, weil die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde die Einordnungsfrage in der angefochtenen Baubewilligung sorgfÃ¤ltig geprÃ¼ft hat. Ihre Beurteilung, die sich unter anderem auch auf eine Stellungnahme der Natur- und Heimatschutzkommission des Kantons ZÃ¼rich stÃ¼tzt, beruht auf einer vollstÃ¤ndigen AbklÃ¤rung des entscheidwesentlichen Sachverhalts und auf zutreffender rechtlicher Grundlage. Sodann wÃ¤re es dem BeschwerdefÃ¼hrer unbenommen gewesen, seine EinwÃ¤nde bezÃ¼glich der Einordnung bereits im Baubewilligungsverfahren vorzubringen (vgl. § 315 Abs. 2 PBG, wonach die BaubehÃ¶rde dem Bauherrn von den Begehren um Zustellung des baurechtlichen Entscheids "samt den darin vorgebrachten Einwendungen" Kenntnis gibt). Wenn er im Baubewilligungsverfahren von diesen ÃusserungsmÃ¶glichkeiten keinen Gebrauch gemacht hat, stellt die eingeschrÃ¤nkte ErmessensÃ¼berprÃ¼fung durch die Vorinstanz jedenfalls keine GehÃ¶rsverweigerung dar. Aus Art. 6 Abs. 1 EMRK, welcher keine ErmessensÃ¼berprÃ¼fung verlangt, lassen sich von vornherein keine AnsprÃ¼che auf eine umfassendere Kognition der Vorinstanz ableiten. Die vom BeschwerdefÃ¼hrer unter Hinweis auf einen neueren Aufsatz (Isabelle HÃ¤ner/Monika MÃ¶rikofer, Eine neue Einsprache im baurechtlichen Bewilligungsverfahren?, PBG-aktuell 4/2005, S. 9 f.) geforderte PraxisÃ¤nderung bei der ÃberprÃ¼fung von Einordnungsentscheiden ist deshalb nicht erforderlich.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Der BeschwerdefÃ¼hrer bescheinigt der geplanten Ãberbauung als Ganzes eine gute Einordnung; er stÃ¶sst sich lediglich am (allein noch umstrittenen) Eckhaus, bei dem er eine "verrenkte und fast anthroposophisch anmutende Volumetrie" rÃ¼gt. Dessen Lage stelle besondere Anforderungen an die Gestaltung, auf welche die Vorinstanzen nicht eingegangen seien. In Kernzonen gebe es traditionellerweise kein homogenes bauliches Umfeld, weshalb eine MehrfamilienhausÃ¼berbauung an sich schon problematisch sei, weil eine zu schematische Ãberbauung drohe. Dieser Schematismus dÃ¼rfe sich keinesfalls auf das Eckhaus Ã¼bertragen, wo sich die BaubehÃ¶rde nicht mit der von der Bauherrschaft prÃ¤sentierten LÃ¶sung begnÃ¼gen dÃ¼rfe, sondern Varianten zu fordern habe, wie insbesondere den Verzicht auf die volle AusnÃ¼tzung bzw. auf deren Umlagerung auf die andern vier HÃ¤user der Ãberbauung. Welches die Kriterien einer ortsbaulich guten LÃ¶sung seien, sei unbekannt; beim Gestaltungsplanversuch "O" hÃ¤tten gÃ¤nzlich andere Vorstellungen bestanden. Der BeschwerdefÃ¼hrer mÃ¼sse sich einen solchen Gesinnungswandel unmittelbar vor seinem Haus nicht gefallen lassen.</p> <p class="Urteilstext">Mit diesen pauschal gehaltenen EinwÃ¤nden lÃ¤sst sich nicht begrÃ¼nden, dass die Vorinstanz die Ã¤sthetische WÃ¼rdigung der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde nicht mehr als vertretbar wÃ¼rdigen durfte. Die Form des Eckhauses (Haus Nr. 3) und entsprechend auch die Dachgestaltung sind zwar eher ungewÃ¶hnlich. Aufgrund der Parzellenform ist diese architektonische LÃ¶sung jedoch nachvollziehbar und in einer Kernzone nicht von vornherein unzulÃ¤ssig; im Gegenteil ist es in gewachsenen Ortskernen keineswegs ungewÃ¶hnlich, dass die Bauformen durch die ParzellarverhÃ¤ltnisse, den Strassenverlauf oder dergleichen bestimmt werden. Auch die Natur- und Heimatschutzkommission hat in dem von der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde beigezogenen Gutachten auf die besonderen Ã¶rtlichen VerhÃ¤ltnisse, die Geometrie des GrundstÃ¼cks und die recht schwierigen topographischen VerhÃ¤ltnisse hingewiesen und ist zum Schluss gekommen, das Bauprojekt bewÃ¤ltige diese Schwierigkeiten und biete eine ortsbaulich vertrÃ¤gliche, gute LÃ¶sung zur Ãberbauung des GrundstÃ¼cks. Wie sich aus dem vom Verwaltungsgericht beigezogenen Gutachten der Natur- und Heimatschutzkommission vom 7. Februar 2005 ergibt, hat nach Auffassung der Kommission bereits das erste Projekt die besonderen Anforderungen, welche die ortsbauliche Situation stellt, in weiten Teilen erfÃ¼llt. Die beanstandeten Bereiche wurden in der Folge mit Ausnahme der Garagenzufahrt beim Kopfbau, wo die Bauherrschaft keine bessere LÃ¶sung gefunden zu haben scheint, beim zu beurteilenden Projekt Ã¼berarbeitet. Das betrifft die Giebelfassaden und die als Dachreiter ausgestalteten Belichtungskamine bei sÃ¤mtlichen GebÃ¤uden sowie den Kopfbau. Dessen im ersten Gutachten beanstandete volumetrische Gliederung blieb zwar unverÃ¤ndert, doch wurde, wie das ErgÃ¤nzungsgutachten festhÃ¤lt, "die expressive Kraft der sÃ¼dlichen Fassade durch eine bessere Gliederung reduziert". Auch wenn die Kommission in ihrer Schlussfolgerung durchblicken lÃ¤sst, dass unter Verzicht auf einen Teil der zulÃ¤ssigen NutzflÃ¤che eine noch bessere Gestaltung denkbar wÃ¤re, wÃ¼rdigt sie das Projekt abschliessend als gute LÃ¶sung; diese Beurteilung steht nicht im Widerspruch zur ersten Begutachtung, sondern berÃ¼cksichtigt die in der Folge erzielten Verbesserungen. Dass die im ersten Gutachten kritisierten MÃ¤ngel nicht vollstÃ¤ndig behoben werden konnten, stellt die SchlÃ¼ssigkeit der abschliessenden gutachterlichen WÃ¼rdigung nicht in Frage. Jedenfalls durfte die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde gestÃ¼tzt auf diese Begutachtung ohne Rechtsverletzung von der ErfÃ¼llung der erhÃ¶hten Gestaltungsanforderungen von Art. 4 Abs. 1 BZO und § 238 Abs. 2 PBG ausgehen.</p> <p class="Urteilstext">Sodann trifft der vom BeschwerdefÃ¼hrer erhobene Vorwurf des Schematismus gerade beim Eckhaus nicht zu, welches sich wegen seiner besonderen Lage in vielfÃ¤ltiger Weise von den Ã¼brigen HÃ¤usern der Ãberbauung unterscheidet. Der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt auch, dass es nicht Sache der BaubehÃ¶rden ist, eigene Projektvarianten zu entwerfen; sie haben in erster Linie zu prÃ¼fen, ob das Bauvorhaben die Bewilligungsvoraussetzungen erfÃ¼llt und gegebenenfalls die Bewilligung zu erteilen. Nur wo dies nicht zutrifft, sind sie befugt, der Bauherrschaft Ãnderungen vorzuschlagen, welche zu einem bewilligungsfÃ¤higen Projekt fÃ¼hren kÃ¶nnen.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Der BeschwerdefÃ¼hrer beanstandet Dispositiv Ziffern 1.1.3, 1.3.4 und 1.3.5 der Baubewilligung, wonach vor Baubeginn ein Umgebungsplan zur Genehmigung einzureichen, die detaillierten Fassadenmaterialien, die OberflÃ¤chenbehandlung sowie die Dacheindeckung von der BaubehÃ¶rde genehmigen zu lassen und wonach bezÃ¼glich der VeloabstellplÃ¤tze und ârÃ¤ume sowie der Breitenausdehnung der Belichtungskamine geÃ¤nderte PlÃ¤ne zur Bewilligung einzureichen sind. Die Vorinstanz hat diese EinwÃ¤nde unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts mit zutreffenden ErwÃ¤gungen verworfen. Darauf ist gestÃ¼tzt auf § 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 VRG zu verweisen. Die Regelung dieser Detailfragen stellt die BewilligungsfÃ¤higkeit der geplanten Baute nicht grundsÃ¤tzlich in Frage. Das gilt insbesondere auch fÃ¼r die Breite der Belichtungskamine, deren Reduktion gemÃ¤ss ErwÃ¤gungen der Baubewilligung nicht zwingend erforderlich, sondern im Rahmen der Detailprojektierung lediglich zu prÃ¼fen ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich rÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer, dass sich die Vorinstanz nicht mit dem Rekursvorbringen auseinandergesetzt habe, wonach durch die Erteilung der Baubewilligung die BaubehÃ¶rde mit ihren bisherigen Vorstellungen fÃ¼r die Ãberbauung des "O" gebrochen habe. Es trifft zwar zu, dass die Vorinstanz auf dieses Argument nicht eingegangen ist. Es ist aber auch nicht ersichtlich, inwiefern mit diesem Einwand ein Mangel der angefochtenen Bewilligung dargelegt werden sollte. Wenn im Jahre 2002 ein von der RegelÃ¼berbauung abweichender Gestaltungsplan fÃ¼r das Areal "O" in der Gemeindeversammlung gescheitert ist, so musste der Gemeinderat das streitbetroffene Projekt nach der geltenden Bau- und Zonenordnung beurteilen und konnte nicht Vorstellungen zum Massstab erheben, die in der geltenden Ortsplanung keinen Niederschlag gefunden haben. Den offenkundig unbehelflichen Einwand des BeschwerdefÃ¼hrers konnte die Rekursinstanz ohne Verletzung ihrer BegrÃ¼ndungspflicht stillschweigend Ã¼bergehen (BGE 112 Ia 110; RB 1968 Nr. 24; KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 10 N. 40).</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Damit erweist sich die Beschwerde als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen. AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), der Ã¼berdies zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2â000.- an die private Beschwerdegegnerin zu verpflichten ist (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG); der nicht anwaltlich vertretenen Gemeinde, der durch die Beschwerdebeantwortung kein wesentlicher eigener Aufwand entstanden ist, steht keine EntschÃ¤digung zu.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss <a id="Text25"></a>entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 5'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 150.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 5'150.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der BeschwerdefÃ¼hrer wird zu einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 2'000.- an die private Beschwerdegegnerin verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab ErÃ¶ffnung des Entscheids.</span></p> <p class="Urteilstext">5. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>