<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2014.00390</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=214460&amp;W10_KEY=13013522&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2014.00390</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.09.2014</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Überprüfung eines migrationsamtlichen Nichteintretensentscheids nach behaupteter Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft [Die Aufenthaltsbewilligung der brasilianischen Beschwerdeführerin wurde rechtskräftig widerrufen, nachdem diese per Oktober 2010 die Trennung von ihrem italienischen Ehegatten und die Aufgabe der ehelichen Wohngemeinschaft bekanntgegeben hatte sowie Scheidungsabsichten bekundete. Nachdem sich ihr Ehegatte Ende Juni 2011 wieder in der ehelichen Wohnung angemeldet hatte und die Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft behauptet wurde, stellte die Beschwerdeführerin ein Wiedererwägungsgesuch, auf welches das Migrationsamt mangels wesentlicher Verhältnisänderungen und neuer wesentlicher Tatsachen jedoch nicht eintrat, nachdem sich die Ehegatten (erneut) und dauerhaft getrennt hatten.] Das Verwaltungsgericht hat vorliegend allein zu prüfen, ob das Wiedererwägungsgesuch hätte materiell geprüft werden müssen, da (nacheheliche) Aufenthaltsansprüche ausreichend glaubhaft dargelegt worden sind, so dass ein anderes Ergebnis ernsthaft in Betracht gefallen wäre (E. 1). Eine Anpassung fällt ausser Betracht, soweit das Wiedererwägungsgesuch sich auf Tatsachen stützt, welche bereits im Widerrufsverfahren berücksichtigt wurden oder dort hätten vorgebracht werden können (E. 2.1). Zur Vermeidung widersprüchlicher Entscheide ist nicht ohne Not von den tatsächlichen Feststellungen im rechtskräftigen Widerrufsentscheid abzuweichen, zumal auch die Beschwerdeführerin im Frühjahr 2011 noch angab, nur noch zur Erlangung der italienischen Staatsbürgerschaft an der Ehe festzuhalten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der gemeinsame Ehewille spätestens im Oktober 2010 und zumindest noch zum Zeitpunkt des Widerrufsentscheids aufgelöst war (E. 2.2). Da sich die Ehegatten zum Zeitpunkt des migrationsamtlichen Nichteintretensentscheids bereits dauerhaft getrennt hatten, erscheint die Berufung auf die inhaltsleer gewordene Ehe rechtsmissbräuchlich und es ist allein zu prüfen, ob nacheheliche Aufenthaltsansprüche glaubhaft dargelegt worden sind (E. 3). Erhöhte Anforderungen an die Beweis- und Mitwirkungspflicht bei behaupteter Wiederaufnahme der Ehegemeinschaft und Anpassung eines bereits in Rechtskraft erwachsenen Widerrufsentscheids (E. 4). Vorliegend bestehen zwar Indizien dafür, dass die Ehegatten für kurze Zeit wieder eine Wohngemeinschaft eingegangen sind. Jedoch erscheinen die von der Beschwerdeführerin aufgeführten Trennungs- und Versöhnungsgründe unglaubwürdig und die Chronologie der Ereignisse sowie das weitgehend desinteressierte Verhalten des Ehegatten deuten klar darauf hin, dass die vorübergehende Wiederaufnahme des Zusammenlebens lediglich zur weiteren Aufenthaltssicherung erfolgte und eine über zeitweiliges Zusammenwohnen hinausgehende eheliche Gemeinschaft lediglich vorgetäuscht worden ist. Somit ist ein (nachehelicher) Aufenthaltsanspruch nicht glaubhaft gemacht worden und mangels massgeblicher Verhältnisänderung zu Recht nicht auf das Wiedererwägungsgesuch eingetreten worden (E. 5). Keine Gehörsverletzung oder willkürliche Beweiswürdigung durch die Vorinstanz (E. 6.) Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie Rechtsmittelbelehrung (E. 7 f.) Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um UP/URB. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANPASSUNG">ANPASSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEWEISLASTUMKEHR">BEWEISLASTUMKEHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DROGENSUCHT">DROGENSUCHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EHELICHE GEMEINSCHAFT">EHELICHE GEMEINSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FREIE BEWEISWÃRDIGUNG">FREIE BEWEISWÃRDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLAUBHAFTMACHUNG">GLAUBHAFTMACHUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MASSGEBLICHE VERÃNDERUNG DER VERHÃLTNISSE">MASSGEBLICHE VERÃNDERUNG DER VERHÃLTNISSE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHEINEHE">SCHEINEHE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSTANTIIERUNGSPFLICHT">SUBSTANTIIERUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORLADUNG">VORLADUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNG">WIEDERERWÃGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERERWÃGUNGSGESUCH">WIEDERERWÃGUNGSGESUCH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENLEBEN">ZUSAMMENLEBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZUSAMMENWOHNEN">ZUSAMMENWOHNEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 2 Abs. II AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 50 Abs. I lit. a AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 62 lit. d AuG</span><br/><span class="ungerade">Art. 90 AuG</span><br/><span class="gerade">Art. 29 BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 2 FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 7 lit. d FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 7 lit. e FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 23 VEP</span><br/><span class="gerade">§ 7 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 16 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=23476" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">VB.2014.00390</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">3. September 2014</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiber Felix Blocher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>gegen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Aufenthaltsbewilligung,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die 1981 geborene brasilianische StaatsangehÃ¶rige A reiste am 15. Oktober 2007 in die Schweiz ein und heiratete am 17. Dezember 2007 in E den 1972 geborenen Italiener C, der damals eine Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA innehatte. In der Folge wurde ihr zunÃ¤chst eine Kurzaufenthaltsbewilligung EG/EFTA und am 10. September 2008 eine bis zum 27. August 2013 gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA zum Verbleib beim Ehegatten erteilt. </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Schreiben vom 16. MÃ¤rz 2011 (Eingangsdatum) gab A dem Migrationsamt bekannt, dass sie die eheliche Wohngemeinschaft aufgegeben und seit Oktober 2010 getrennt von ihrem Ehemann lebe sowie die Scheidung beabsichtige, da dieser "krank" sei. Hierauf widerrief das Migrationsamt ihre Aufenthaltsbewilligung mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener VerfÃ¼gung vom 28. April 2011 und setzte ihr eine Ausreisefrist bis 29. Juli 2011 an.</p> <p class="Urteilstext">Nachdem A mit Einzugsanzeige vom 27. Juni 2011 dem Personenmeldeamt der Stadt E mitgeteilt hatte, das ihr Ehemann in die eheliche Wohnung an der D-Strasse 01 in E zurÃ¼ckgekehrt sei und wieder dort wohne, ersuchte sie am 11. Juli 2011 um wiedererwÃ¤gungsweise Erteilung der Aufenthaltsbewilligung aufgrund des erneuten ehelichen Zusammenlebens. Das Migrationsamt trat hierauf mit VerfÃ¼gung vom 3. Mai 2013 mangels wesentlicher VerhÃ¤ltnisÃ¤nderungen und mangels neuer wesentlicher Tatsachen nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich am 26. Mai 2014 ab, soweit es diesen nicht als gegenstandslos betrachtete. A wurde zum Verlassen der Schweiz eine Frist bis zum 31. Juli 2014 angesetzt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 25. Juni 2014 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons ZÃ¼rich vom 26. Mai 2014 aufzuheben und es sei die Sache an das Migrationsamt zurÃ¼ckzuweisen mit der Anordnung, auf das Gesuch einzutreten und eine neue VerfÃ¼gung zu erlassen. Als vorsorgliche Massnahme wurde beantragt, es sei A der Aufenthalt fÃ¼r die Dauer des Verfahrens zu bewilligen und das Migrationsamt anzuweisen, von allen Vorkehrungen zum Wegweisungsvollzug abzusehen. Im Sinn einer superprovisorischen Anordnung sei das Migrationsamt Ã¼berdies anzuweisen, bis zum Entscheid Ã¼ber den Antrag betreffend Erlass einer vorsorglichen Massnahme sÃ¤mtliche Vollziehungsvorkehrungen zu unterlassen. Weiter wurde um die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung ihres Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand sowie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung ersucht.</p> <p class="Urteilstext">Mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 26. Juni 2014 wurde das Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen abgewiesen. Der diesbezÃ¼gliche Zwischenentscheid ist in Rechtskraft erwachsen, nachdem das Bundesgericht auf eine hiergegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 28. Juli 2014 nicht eingetreten ist. </p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend sich das Migrationsamt nicht vernehmen liess, beantragte die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion mit Eingabe vom 11. Juli 2014 (Eingangsdatum) die Beschwerdeabweisung. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Der Entscheid des Migrationsamtes vom 28.</span> <span>April 2011 â mit welcher die Aufenthaltsbewilligung der BeschwerdefÃ¼hrerin widerrufen und ihr der weitere Aufenthalt verweigert wurde â ist unangefochten geblieben und damit in formelle Rechtskraft erwachsen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin stellte jedoch mit Schreiben vom 11.</span> <span>Juli 2011 ein Gesuch um wiedererwÃ¤gungsweise Erteilung der Aufenthaltsbewilligung aufgrund des erneuten ehelichen Zusammenlebens mit ihrem hier aufenthaltsberechtigten Ehegatten. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b>Z<span>ielt ein Begehren auf die Ãnderung einer formell rechtskrÃ¤ftigen DauerverfÃ¼gung oder einer anderen in die Zukunft wirkenden VerfÃ¼gung infolge nachtrÃ¤glicher Ãnderung der massgebenden SachumstÃ¤nde oder Rechtsgrundlagen ab, kommen die Regeln Ã¼ber die Anpassung zur Anwendung. Diese kommen auch bei negativen</span>,<span> in die Zukunft wirkenden VerfÃ¼gungen wie der Verweigerung respektive </span>dem <span>Widerruf einer Aufenthalts</span>­<span>bewilligung zum Zug (sog. Quasi-Anpassung, vgl. VGr, 21. MÃ¤rz 2007, VB.2007.00057, E. 3</span>; <span>Martin Bertschi in Alain Griffel [Hrsg.</span>], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [<span>Kommentar VRG</span>]<span>, Vorbem. zu §§ 86aâ86d, N. 18 und 20). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.3 </span></b><span>Ob ein WiedererwÃ¤gungsgesuch materiell zu behandeln ist, hÃ¤ngt davon ab, ob sich die Ver</span>­<span>hÃ¤ltnisse derart </span>wesentlich <span>geÃ¤ndert haben, dass ein anderes Ergebnis ernsthaft in Be</span>­<span>tracht fÃ¤llt (BGE 136 II 177 E. 2.2.1; BGr, 12.</span> <span>Februar 2010, 2C_335/2009, E. 2.1.1). Ist dies der Fall, besteht </span>nach <span>Art. 29 der Bundesverfassung (BV) ein</span><span> </span><span>verfassungsrechtlicher An</span>­<span>spruch auf Behandlung des Gesuchs (<span>BGE 136 II 177 E. 2.1</span>). Ob eine massgebliche Ãnderung der VerhÃ¤ltnisse vorliegt, ist </span>damit<span> vor erster Instanz Eintretensfrage (VGr, 22. Juni 2005, VB.2005.00070, E. 2; BGr, 9. Mai 2006, 2A.476/2005, E. 2; BGE 136 II 177 E. 2.1). </span></p> <p class="Urteilstext">Entscheidend ist hierbei eine Gesamtbetrachtung. Die VerÃ¤nderung eines einzelnen Elements, das bei der AbwÃ¤gung im frÃ¼heren Entscheid mitberÃ¼cksichtigt wurde, fÃ¼hrt noch nicht zwingend zu einer materiellen PrÃ¼fung des Gesuchs um eine (Quasi-)Anpassung; die Gewichte mÃ¼ssen sich dadurch vielmehr derart verschieben, dass ein anderes Ergebnis realistischerweise in Betracht kommt. Massgebend fÃ¼r das Eintreten auf ein solches Gesuch ist indes nicht, ob der Entscheid durch die neue Sachlage im Ergebnis tatsÃ¤chlich anders ausfallen mÃ¼sste als der frÃ¼here. WÃ¼rde hierauf abgestellt, kÃ¶nnten Gesuche um eine (Quasi-)Anpassung gar nie abgewiesen werden, sondern mÃ¼ssten stets durch Nichteintreten erledigt (wenn der Entscheid nicht abgeÃ¤ndert werden mÃ¼sste) oder dann gutgeheissen werden (wenn der Entscheid abgeÃ¤ndert werden mÃ¼sste). Ob der neue Entscheid dann tatsÃ¤chlich zu einem anderen Resultat fÃ¼hrt, ist eine Frage der nach erfolgtem Eintreten vorzunehmenden materiellen WÃ¼rdigung und muss hier nicht beurteilt werden (VGr, 22. Juni 2005, VB.2005.00070, E. 2.1).</p> <p class="Erwgung2"><span>Zu prÃ¼fen ist demnach, ob </span>das Migrationsamt zu Unrecht nicht auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch eingetreten ist, da <span>im Vergleich zu den VerhÃ¤ltnissen bei der Erstbeurteilung wesentlich verÃ¤nderte tatsÃ¤chliche oder rechtliche UmstÃ¤nde </span>glaubhaft gemacht wurden und<span> ein anderes Ergebnis realistischerweise in Betracht </span>gekommen wÃ¤re<span>. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Nach vorstehenden ErwÃ¤gungen fÃ¤llt eine Anpassung ausser Betracht, soweit Ã¼berhaupt keine relevante VerhÃ¤ltnisverÃ¤nderung glaubhaft dargelegt wird. Eine Anpassung ist damit ausgeschlossen, s<span>oweit </span>sich die BeschwerdefÃ¼hrerin <span>auf Tatsachen stÃ¼tzt, welche </span>bereits im Widerrufsverfahren berÃ¼cksichtigt wurden oder dort hÃ¤tten vorgebracht werden kÃ¶nnen: So ist eine VerfÃ¼gungsanpassung respektive HÃ¤rtefallbewilligung aufgrund der allenfalls erlittenen ehelichen Gewalt, der allfÃ¤lligen Drogenprobleme des Ehemannes oder der Unzumutbarkeit einer Wiedereingliederung in Brasilien ausgeschlossen, <span>darf ein </span>Wiederer­wÃ¤gungsg<span>esuch </span>doch <span>nicht dazu dienen, rechtskrÃ¤ftige Verwaltungsentscheide </span>ohne wesentliche VerhÃ¤ltnisÃ¤nderung <span>immer wieder in</span>f<span>rage zu stellen oder die Fristen fÃ¼r die Ergreifung von Rechtsmitteln zu umgehen (BGE 136 II 177 E. 2.1, 120 Ib 42 E. 2b)</span>. DiesbezÃ¼glich kann auch auf die zutreffenden vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).<span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.2 </span></b><span>Auch wenn grundsÃ¤tzlich nur das Dispositiv eines Entscheides in Rechtskraft erwÃ¤chst und die migrationsamtlichen ErwÃ¤gungen im Widerrufsverfahren damit keine unmittelbare Bindungswirkung zu entfalten vermÃ¶gen (vgl. BGr, 24. Januar 2008, 1C_176/2007, E.</span> <span>3.2), ha</span>ben<span> das Verwaltungsgericht </span>und die Vorinstanzen <span>nicht ohne Not von den tatsÃ¤chlichen Feststellungen der rechtskrÃ¤ftigen migrationsamtlichen VerfÃ¼gung vom 28.</span> <span>April 2011 abzuweichen</span>, da ansonsten die Gefahr <span>widersprÃ¼chlicher Entscheide</span> bestÃ¼nde (vgl. auch â jedoch in Bezug auf die Sachverhaltsermittlungen von StrafbehÃ¶rden â Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 7 N. 23 f.)<span>. Entsprechend ist </span>grundsÃ¤tzlich <span>davon auszugehen, dass die eheliche Gemeinschaft und der gemeinsame Ehewille spÃ¤testens im Oktober 2010 </span>â <span>und zumindest noch zum Zeitpunkt des VerfÃ¼gungserlasses am 28.</span> <span>April 2011 </span>â <span>definitiv erloschen war</span>en<span>. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dies ergibt sich zudem auch aus den eigenen Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin im Widerrufsverfahren, gab sie doch mit Schreiben vom 16.</span> <span>MÃ¤rz 2011 den MigrationsbehÃ¶rden gegenÃ¼ber bekannt, die eheliche Gemeinschaft im Oktober 2010 aufgegeben zu haben, nicht mit deren baldigen Wiederaufnahme zu rechnen und die Scheidung zu beabsichtigen. In einem auf den 30.</span> <span>MÃ¤rz 2011 datierten Schreiben gab sie Ã¼berdies sinngemÃ¤ss bekannt, nur noch zur Erlangung der italienischen StaatsbÃ¼rgerschaft an der Ehe festzuhalten (vgl. auch E.</span> 5.3.2<span> nachstehend). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Auch </span>ihr<span> Ehegatte beantwortete mit </span>S<span>chreiben vom 15.</span> <span>MÃ¤rz 2011 die ihm vom Migrationsamt gestellten Fragen zusammenfassend </span>dahingehend<span>, dass er sich scheiden lassen wolle, die eheliche Gemeinschaft am 17.</span> <span>September 2009 aufgegeben worden sei und er mit deren Wi</span>e<span>deraufnahme nicht rechne. Obwohl er im Widerspruch zu seinen sonstigen AusfÃ¼hrungen sodann behauptete, dass die eheliche Beziehung trotz getrennter Wohnsitze fortbestÃ¼nde, ist aufgrund der klaren Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin und in Ãbereinstimmung mit den migrationsamtlichen ErwÃ¤gungen anzunehmen, dass </span>zumindest <span>von Oktober 2010 bis zur behaupteten WiederannÃ¤herung im Sommer 2011 kein wechselseitiger Ehewille und damit auch keinerlei eheliche Gemeinschaft zwischen den Ehegatten fortbestand, setzt der Fortbestand der Familien- respektive Ehegemeinschaft doch zwingend eine gelebte eheliche Beziehung und einen gegenseitigen Ehewillen wÃ¤hrend der gesamten Trennungsphase voraus (Esther Amstutz in</span>:<span> Martina Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art.</span> <span>49 AuG N.</span> <span>29). </span></p> <p class="Erwgung2">In tatsÃ¤chlicher Hinsicht zu prÃ¼fen bleibt, ob eine WiederannÃ¤herung der Ehegatten im Sommer 2011 und die Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens so ausreichend glaubhaft dargelegt worden sind, dass das gestellte WiedererwÃ¤gungsgesuch hÃ¤tte materiell geprÃ¼ft werden mÃ¼ssen. In rechtlicher Hinsicht ist zu prÃ¼fen, inwiefern die behauptete Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens der BeschwerdefÃ¼hrerin einen Aufenthaltsanspruch zu verschaffen vermag.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder vom 16. Dezember 2005 (</span><span>AuG) </span><span>gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaates der EuropÃ¤ischen </span><span>Gemeinschaft</span><span> (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999 (FreizÃ¼gigkeitsabkommen [FZA]) keine </span><span>abweichenden</span><span> Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AuslÃ¤ndergesetz gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht.</span></p> <p class="Urteilstext">GestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d und e FZA in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA haben Ehegatten von EU-StaatsangehÃ¶rigen mit Aufenthaltsrecht in der Schweiz ungeachtet der eigenen StaatsangehÃ¶rigkeit das Recht, bei diesen Wohnung zu nehmen und eine ErwerbstÃ¤tigkeit auszuÃ¼ben. Selbiges gilt nach genannten Bestimmungen auch fÃ¼r die Kinder eines oder beider Ehegatten, die noch nicht 21 Jahre alt sind oder denen Unterhalt gewÃ¤hrt wird. Dieses abgeleitete Aufenthaltsrecht knÃ¼pft an den formellen Bestand der Ehe an und darf grundsÃ¤tzlich nicht vom Erfordernis des Zusammenlebens abhÃ¤ngig gemacht werden (vgl. BGE 130 II 113 E. 8; 139 II 393 E. 2.1; EuGH, 13. Februar 1985, Rs. 267/83, Diatta, Slg. 1985, 567 ff., N. 18 ff.).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Der Aufenthaltsanspruch des auslÃ¤ndischen Ehegatten nach Art. 3 Abs. 1 und 2 Anhang</span> <span>I FZA steht jedoch unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs: Demnach erscheint es rechtsmissbrÃ¤uchlich, sich auf eine lediglich formell fortbestehende Ehe zu berufen, wenn dies ausschliesslich (noch) dazu dient, auslÃ¤nderrechtliche Zulassungsvorschriften zu umgehen. Dies ist bei einer getrennten, definitiv gescheiterten und inhaltsleeren Ehe zu vermuten. Da bei rechtsmissbrÃ¤uchlicher Berufung auf die inhaltsleer gewordene Ehe die Bewilligungsvoraussetzungen entfallen (Nichteinhalten einer mit der VerfÃ¼gung verbundenen Bedingung), kann sodann gestÃ¼tzt auf Art. 23 der Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs vom 22. Mai 2002 (VEP) und Art. 62 lit. d AuG die Aufenthaltsbewilligung widerrufen oder nicht (mehr) verlÃ¤ngert werden, da das FreizÃ¼gigkeitsabkommen diesbezÃ¼glich keine eigenen abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt (vgl. zum Ganzen BGE 130 II 113 E. 9; 139 II 393 E. 2.1).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist Ehegattin eines hier aufenthaltsberechtigten EU-BÃ¼rgers aus Italien und kann sich damit wÃ¤hrend der formellen Fortdauer ihrer Ehe grundsÃ¤tzlich auf einen abgeleiteten Aufenthaltsanspruch nach den genannten Bestimmungen des FZA berufen. Dies setzt aber voraus, dass die Ehe nicht zufolge andauernder Trennung derart inhaltsleer geworden ist, dass die weitere Berufung auf dieselbe zur Aufenthaltssicherung rechtsmissbrÃ¤uchlich erscheint. Da sich die Ehegatten </span>zum Zeitpunkt des migrationsamtlichen Nichteintretensentscheids bereits <span>dauerhaft getrennt haben und eine Wiederaufnahme der ehelichen Beziehung nicht absehbar ist, erscheint die Berufung auf die inhaltsleer gewordene Ehe rechtsmissbrÃ¤uchlich. Zu prÃ¼fen bleib</span>t, ob<span> im FZA nicht geregelte nacheheliche AufenthaltsansprÃ¼che</span> fÃ¼r die materielle PrÃ¼fung eines WiedererwÃ¤gungsgesuchs ausreichend glaubhaft gemacht wurden<span>.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>In Nachachtung des Diskriminierungsverbots von Art. 2 FZA und des GÃ¼nstigkeits</span>­<span>prinzips von Art. 2 Abs. 2 AuG ist zu prÃ¼fen, ob der Aufenthaltsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin auch entfallen wÃ¤re, wenn sie Ehegattin eines Schweizers oder eines hier niedergelassenen AuslÃ¤nders aus einem Drittstaat ausserhalb der EU oder EFTA gewesen wÃ¤re </span><span>(vgl. BGr, 8. Januar 2013, 2C_13/2012, E. 3.1; VGr, 13. November 2013, VB.2013.00358, E. 4)</span><span>. Da die AufenthaltsansprÃ¼che von FamilienangehÃ¶rigen von hier Niedergelassenen im hier interessierenden Bereich nicht weitergehen als die AufenthaltsansprÃ¼che von AngehÃ¶rigen von Schweizern (vgl. die analoge Formulierung von Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 AuG), reicht hierbei die PrÃ¼fung, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin nach inlÃ¤ndischem Recht ein Aufenthaltsanspruch als Ehegattin respektive FamilienangehÃ¶rige eines hier niedergelassenen DrittstaatenangehÃ¶rigen zugestanden wÃ¤re.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Der analog anwendbare Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG rÃ¤umt nach AuflÃ¶sung der Ehe- oder Familiengemeinschaft einen Bewilligungsanspruch ein, wenn die Gemeinschaft mindestens drei Jahre gedauert und sich </span>die<span> betroffene </span>auslÃ¤ndische Person<span> zudem hier erfolgreich integriert hat. </span></p> <p class="Erwgung2"><span>FÃ¼r die Berechnung der absolut geltenden Dreijahresfrist ist ausschliesslich die in der Schweiz in ehelicher Gemeinschaft verbrachte Zeit massgebend (BGr, 11. Oktober 2011, 2C_430/2011, E. 4.1.1; BGr, 16. Februar 2011, 2C_781/2010, E. 2.1.3). Die AuflÃ¶sung der auslÃ¤nderrechtlich relevanten Ehegemeinschaft ist hierbei schon anzunehmen, wenn die Ehegatten sich dauerhaft getrennt oder auch nur den gemeinsamen Haushalt ohne wichtigen Grund aufgehoben haben (vgl. Art. 49 AuG in Verbindung mit Art. 76 der Verordnung Ã¼ber Zulassung, Aufenthalt und ErwerbstÃ¤tigkeit vom 16.</span> <span>Dezember 2005 [VZAE]; BGr, 9. Dezember 2009, 2C_388/2009, E. 4). </span></p> <p class="Erwgung2"><span>Dass die </span>(Wieder)<span>BegrÃ¼ndung einer wirklichen </span>ehelichen <span>Lebensgemeinschaft gewollt war, kann wiederum nicht schon daraus abgeleitet werden, dass die Ehegatten wÃ¤hrend einer gewissen Zeit zusammenlebten und intime Beziehungen unterhielten; ein derartiges Verhalten kann auch nur vorgespielt sein, um die BehÃ¶rden zu tÃ¤uschen (BGr, 1. Oktober 2012, 2C_58/2012, E. 3.2; BGE 122 II 289 E. 2b mit Hinweisen).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Wird nach einer vorangegangenen AuflÃ¶sung der Ehegemeinschaft deren Wiederaufnahme behauptet, trifft die Eheleute eine besondere Beweis- und Mitwirkungspflicht (vgl. BGr, 16.</span> <span>Dezember 2013, 2C_1128/2013, E.</span> <span>3.1</span> <span>f.; Thomas Hugi Yar, Von Trennungen, HÃ¤rtefÃ¤llen und Delikten, in: </span>Alberto <span>Achermann</span> et al.<span> [Hrsg.], Jahrbuch fÃ¼r Migrationsrecht 2012/2013, </span>Bern 2013, <span>S.</span> <span>51</span> <span>ff. mit Hinweisen).</span> Dies gilt erst Recht, wenn die Anpassung eines bereits in Rechtskraft erwachsenen (negativen) Bewilligungsentscheids verlangt wird: Diesfalls ist eine massgebliche VerhÃ¤ltnisÃ¤nderung nicht bloss zu behaupten. Vielmehr ist mit geeigneten Beweismitteln glaubhaft und substanziiert darzulegen, worin diese besteht und weshalb ihretwegen die angefochtene VerfÃ¼gung zu Ã¤ndern ist (Bertschi, Kommentar VRG, Vorbem. zu §§ 86aâ86d, N. 17). </p> <p class="Erwgung2">Auch wenn als Eintretensvoraussetzung auf ein WiedererwÃ¤gungsgesuch lediglich zu prÃ¼fen ist, ob nach den Darlegungen des betroffenen AuslÃ¤nders ein anderes Ergebnis realistischerweise in Betracht gekommen wÃ¤re, entbindet dies nicht vÃ¶llig von den erhÃ¶hten Substanziierungspflichten bei der behaupteten Wiederaufnahme einer bereits aufgelÃ¶sten Ehegemeinschaft. So ist eine massgebliche VerhÃ¤ltnisÃ¤nderung mit Beweisofferten zumindest derart glaubhaft zu machen, dass ein anderes Ergebnis ernsthaft in Betracht zu ziehen ist. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin behauptet, die eheliche Wohngemeinschaft zwischen dem 27. Juni 2011 und dem 19.</span> <span>Februar 2012 an der D-Strasse</span> 01<span> wieder aufgenommen zu haben, nachdem diese am 14.</span> <span>September 2010 </span>vorÃ¼bergehend <span>aufgelÃ¶st worden sei. Die Ehe sei weit Ã¼ber drei Jahre gelebt worden und das eheliche Zusammenleben wÃ¤hrend dieser Zeit nur manchmal wegen Eheproblemen, in erster Linie aufgrund von Drogenproblemen des Ehemannes, </span>zeitweise<span> unterbrochen gewesen. Insgesamt hÃ¤tten die Eheleute wÃ¤hrend drei Jahren und einem Monat zusammen gewohnt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Mehrere UmstÃ¤nde legen nahe, dass die Ehegatten Ende Juni 2011 das Zusammenleben wieder aufgenommen haben kÃ¶nnten: </span></p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.1 </b>So waren sie vom 27. Juni 2011 bis zum 19. Februar 2012 wieder unter einer gemeinsamen Adresse an der D-Strasse 01 angemeldet. Die Meldeadresse einer Person erbringt zwar grundsÃ¤tzlich nur den Nachweis, dass sich diese Person unter dieser Adresse angemeldet hat. Gleichwohl ist im Sinn eines widerlegbaren Indizes davon auszugehen, dass Personen an ihrer Meldeadresse auch tatsÃ¤chlich wohnhaft sind (VGr, 23. Oktober 2013, VB.2013.00378, E. 2.3.2; BGr, 1. Juni 2010, 2C_575/2009, E. 3.6). </p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.2 </b>Auch der Umstand, dass der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin unmittelbar vor der Ãnderung seiner Meldeadresse sein Zimmer an der H-Strasse 04 in E per 30. Juli 2011 kÃ¼ndigte und die Eheleute bei einer unangekÃ¼ndigten polizeilichen Kontrolle am 1. August 2011 gemeinsam in der Wohnung angetroffen wurden, deuten darauf hin, dass sie zeitweise wieder zusammenwohnten.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.3 </b>Ferner bestÃ¤tigte der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin mit Schreiben vom 10. Juli 2011 auch seinen Willen, die eheliche Wohngemeinschaft mit der BeschwerdefÃ¼hrerin wieder aufzunehmen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.2.4 </b>Zur Glaubhaftmachung eines (ehelichen) Zusammenlebens im Jahr 2011 ungeeignet erscheint hingegen der von beiden Ehegatten unterzeichnete Mietvertrag. Zwar kann die gemeinsame Miete einer Wohnung aufgrund der damit einhergehenden finanziellen Verpflichtungen durchaus Indiz dafÃ¼r bilden, dass die gemeinsam gemietete Wohnung auch tatsÃ¤chlich gemeinsam bewohnt wird. Die Ehegatten wohnten aber zum Zeitpunkt der (nachtrÃ¤glichen) Vertragsunterzeichnung durch die BeschwerdefÃ¼hrerin noch unbestrittenermassen zusammen und die Entlassung einer Mietpartei aus dem MietverhÃ¤ltnis setzt grundsÃ¤tzlich die Zustimmung der Vermieterschaft voraus. Entsprechend indiziert der gemeinsam unterschriebene Mietvertrag lediglich ein Zusammenwohnen zurzeit der Vertragsunterzeichnung durch die BeschwerdefÃ¼hrerin im Jahr 2008, nicht aber fÃ¼r die Zeit nach der behaupteten WiederannÃ¤herung im Sommer 2011 (vgl. auch BGr, 9. Dezember 2009, 2C_388/2009, E. 5.4).</p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.3 </span></b><span>Die genannten Indizien sprechen dafÃ¼r, dass die Ehegatten ab Ende Juni 2011 wieder eine vorÃ¼bergehende Wohngemeinschaft gebildet haben</span> kÃ¶nnten<span>, wenngleich eine dauerhafte Wohn- und Lebensgemeinschaft im Sinn eines ehelichen Zusammenlebens damit noch nicht </span>glaubhaft erscheint: Auch wenn<span> nicht auszuschliessen ist, dass die Ehegatten fÃ¼r kurze Zeit wieder eine Wohngemeinschaft </span>eingegangen sind<span>, deuten nÃ¤mlich auch zahlreiche UmstÃ¤nde darauf hin, dass die Ehegatten die eheliche Gemeinschaft als solches nach ihrer Trennung im Oktober 2010 nicht wieder aufgenommen und lediglich durch vorÃ¼bergehendes Zusammenwohnen vorgetÃ¤uscht haben:</span></p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.1 </b>Gegen ein gelebtes eheliches Zusammenleben sprechen zunÃ¤chst die Feststellungen der Polizeibeamten anlÃ¤sslich einer unangekÃ¼ndigten Kontrolle am mutmasslichen gemeinsamen Wohnsitz der Ehegatten vom 1. August 2011. Diese stellten fest, dass die Wohnung nur spÃ¤rlich eingerichtet war, keinerlei sichtbare KÃ¼chenutensilien enthielt, BettanzÃ¼ge fehlten und keine Zeitungen, Post oder andere Dokumente zu sehen waren oder vorgewiesen werden konnten. Sodann waren die Kleider der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht in einem Schrank untergebracht, sondern in einem Koffer verstaut. Der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin soll wÃ¤hrend der Kontrolle zudem desinteressiert im Ehebett gelegen sein. </p> <p class="Urteilstext">Entgegen den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen lÃ¤sst sich hieraus zwar nicht bereits folgern, dass die Wohnung von den Ehegatten nicht benutzt worden sei: So erscheint es unwahrscheinlich, dass die Wohnung weitgehend unbewohnt gewesen und von keinem der Ehegatten regelmÃ¤ssig benutzt worden sein soll, wie dies die polizeilichen Feststellungen vom 1. August 2011 eigentlich nahelegen mÃ¼ssten. Gleichwohl deuten die im Koffer verstauten Kleider der BeschwerdefÃ¼hrerin und die Ã¼brigen polizeilichen Feststellungen auf ein bestenfalls provisorisches Zusammenleben der Ehegatten hin. Den Verdacht eines bloss vorÃ¼bergehend wieder aufgenommenen Zusammenlebens zur Aufenthaltserschleichung hat die BeschwerdefÃ¼hrerin damit weder entkrÃ¤ftet noch glaubhaft in Zweifel gezogen. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.2 </b>Auch die von der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgefÃ¼hrten Trennungs- und VersÃ¶hnungsgrÃ¼nde erscheinen wenig glaubhaft und damit ungeeignet, eine gelebte eheliche Gemeinschaft glaubhaft darzulegen.</p> <p class="Urteilstext">So begrÃ¼ndete die BeschwerdefÃ¼hrerin die im Oktober 2010 erfolgte Trennung anlÃ¤sslich ihrer polizeilichen Befragung vom 9. August 2011 einerseits mit dem Drogenkonsum bzw. der Suchterkrankung ihres Ehegatten und andererseits mit der von ihr gehegten BefÃ¼rchtung, dass ihr Ehegatte eine Prostituierte geschwÃ¤ngert haben kÃ¶nnte. Nachdem sich der Verdacht auf eine entsprechende Vaterschaft ihres Ehegatten nicht erhÃ¤rtet und dieser ihr mitgeteilt habe, seine Drogenfreunde satt zu haben, habe sie ihm wieder eine Chance geben wollen. Zumindest retrospektiv wird die im Oktober 2010 erfolgte Trennung deshalb auch als lediglich vorÃ¼bergehend bezeichnet. </p> <p class="Urteilstext">Eine mÃ¶gliche Vaterschaft des BeschwerdefÃ¼hrers aus einer Beziehung zu einer Prostituierten wurde jedoch im vorinstanzlichen Verfahren betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung nie erwÃ¤hnt und erscheint als Trennungsmotiv lediglich vorgeschoben zu sein: So gab die BeschwerdefÃ¼hrerin im Widerrufsverfahren noch an, dass sie sich von ihren Ehemann getrennt habe, weil dieser "krank" sei bzw. alleine sein wolle und sie sich erst nach Erhalt eines italienischen Passes von ihrem Ehegatten trennen oder scheiden lassen wolle. </p> <p class="Erwgung4">Weiter ist die von der BeschwerdefÃ¼hrerin behauptete Drogensucht ihres Ehegatten zumindest polizeilicherseits nicht bestÃ¤tigt, wenngleich diese von der BeschwerdefÃ¼hrerin bereits anlÃ¤sslich einer frÃ¼heren Aufhebung des ehelichen Haushaltes im Jahr 2009 als Trennungsgrund angegeben wurde. Zudem will die BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss eigenen Angaben bereits vor der Hochzeit vom (allfÃ¤lligen) Kokainkonsum ihres Ehemannes gewusst und aufgrund dessen Drogensucht auf den Nachzug ihrer in Brasilien verbliebenen Tochter aus einer frÃ¼heren Beziehung verzichtet haben. Die angebliche Wiederaufnahme des ehelichen Zusammenlebens Ende Juni 2011 soll sodann erfolgt sein, obwohl ihr Ehegatte seinen Drogenkonsum auch danach noch fortgesetzt haben soll, "jetzt [vermutlich] stÃ¤rkere Sachen" nehme und sich nicht in Ã¤rztlicher Behandlung befinde. Diese UmstÃ¤nde vermÃ¶gen weder die Trennung noch die zeitweilige WiederversÃ¶hnung der Ehegatten im Sommer 2011 schlÃ¼ssig zu erklÃ¤ren, haben sich doch die behaupteten und angeblich trennungskausalen Drogenprobleme des Ehegatten offenkundig nicht verbessert. Damit ist nicht zureichend glaubhaft gemacht worden, dass ein anderes Ergebnis ernsthaft in Betracht gefallen wÃ¤re und das WiedererwÃ¤gungsgesuch der BeschwerdefÃ¼hrerin deshalb materiell hÃ¤tte geprÃ¼ft werden mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.3 </b>Zudem leistete der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin den polizeilichen Vorladungen vom 9. August 2011, 8. September 2011 und 21. September 2011 unentschuldigt keine Folge. Weder dieses Verhalten noch dessen Teilnahmslosigkeit anlÃ¤sslich der polizeilichen Kontrolle vom 1. August 2011 legen ein besonderes Interesse an einer Fortsetzung der ehelichen Beziehung nahe, musste dem Ehemann doch klar sein, dass sich sein Verhalten negativ auf den Bewilligungsprozess auswirken kÃ¶nnte. Indem er sÃ¤mtlichen Vorladungsterminen unentschuldigt fernblieb, verunmÃ¶glichte er weitgehend die genauere ÃberprÃ¼fung der ehelichen VerhÃ¤ltnisse und die Aufdeckung allfÃ¤lliger WidersprÃ¼che. Der Ehegatte der BeschwerdefÃ¼hrerin ist zwar nicht Partei im migrationsrechtlichen Bewilligungsverfahren, aber gleichwohl als verfahrensbeteiligter Dritter nach Art. 90 AuG und § 7 Abs. 2 VRG mitwirkungspflichtig. Selbst wenn das Verhalten ihres Ehemannes der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht direkt angelastet werden kann, ist es dennoch geeignet, eine im Jahr 2011 noch gelebte eheliche Beziehung infrage zu stellen. Entgegen der Behauptung der BeschwerdefÃ¼hrerin geht aus der Formulierung des polizeilichen Ermittlungsberichts zum Wohnungsbesuch vom 1. August 2011 auch klar hervor, dass der Ehegatte wÃ¤hrend der Kontrolle wach gewesen ist, da man Schlafenden in aller Regel kein Desinteresse unterstellt und von integeren Polizeibeamten einem Schlafenden auch kaum unterstellt worden wÃ¤re. So wird auch in der Beschwerdeschrift letztlich eingerÃ¤umt, dass der Ehemann von den kontrollierenden Polizeibeamten geweckt worden sei. </p> <p class="Erwgung3">Auch die allfÃ¤llige Drogensucht des Ehegatten liefert keine zureichende ErklÃ¤rung fÃ¼r dessen mangelnde Kooperation im Bewilligungsverfahren und die versÃ¤umten Vorladungstermine. So hinderte ihn seine allfÃ¤llige Suchterkrankung beispielsweise nicht, im August 2011 einer ErwerbstÃ¤tigkeit nachzugehen. Ãblicherweise orientieren sich Ehegatten bei einer intakten Ehebeziehung Ã¼ber wichtige Vorladungstermine im Bewilligungsverfahren und nehmen diese im Interesse des betroffenen Partners ohne Weiteres auch war. Das gegenteilige Verhalten des Ehepartners der BeschwerdefÃ¼hrerin spricht ebenfalls nicht fÃ¼r eine gelebte Ehegemeinschaft und legt keine wesentliche VerhÃ¤ltnisÃ¤nderung nahe, welche eine materielle Beurteilung des WiedererwÃ¤gungsgesuchs erheischt hÃ¤tte.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.4 </b>Auch die Chronologie der Ereignisse deutet klar auf eine lediglich aus auslÃ¤nderrechtlichen GrÃ¼nden eingegangene Wohngemeinschaft hin, welche keine tatsÃ¤chliche eheliche Lebensgemeinschaft bezweckt hat: So sind die Ehegatten erst nach dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und unmittelbar vor Ablauf der Ausreisefrist wieder zusammengezogen. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.5 </b>Sodann ist ohnehin unklar, wann sich die Ehegatten nach ihrer behaupteten AussÃ¶hnung im Sommer 2011 wieder getrennt haben sollen: So meldete sich der Ehemann bereits per 20. Februar 2012 an einer neuen Adresse an der F-Strasse 02 in E an, wÃ¤hrend die BeschwerdefÃ¼hrerin noch bis zum 3. April 2012 in der ehelichen Wohnung an der D-Strasse 01 verblieb und sich dann an der G-Strasse 03 in E anmeldete. Die MigrationsbehÃ¶rde wurde Ã¼ber diese erneute Trennung zunÃ¤chst nicht informiert. Erst als die BeschwerdefÃ¼hrerin am 1. November 2012 zur Beantwortung verschiedener Fragen und Einreichung verschiedener Unterlagen, unter anderem eines aktuellen Arbeitsvertrages ihres Ehemannes, aufgefordert wurde, liess die BeschwerdefÃ¼hrerin am 15. Januar 2013 mitteilen, "zur Zeit" getrennt zu leben und deshalb keine Unterlagen ihres Ehemannes einreichen zu kÃ¶nnen. Da die BeschwerdefÃ¼hrerin Ã¼ber die bisherigen ArbeitsverhÃ¤ltnisse ihres Ehemannes nur unvollstÃ¤ndige und ungenaue Angaben machen und diesen bereits im August 2011 nicht zur Einhaltung seiner Vorladungstermine anhalten konnte, ist anzunehmen, dass die Ehegatten bereits seit geraumer Zeit keine gelebte eheliche Beziehung mehr zueinander unterhielten. Weil eine Wohnungssuche in der Regel eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, erscheint es zudem naheliegend, dass die Ehegemeinschaft bereits vor der Abmeldung des Ehemannes aufgelÃ¶st worden ist, sollte sie Ã¼berhaupt je wieder aufgenommen worden sein. </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.6 </b>Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgefÃ¼hrten Trennungs- und VersÃ¶hnungsgrÃ¼nde erscheinen damit unglaubwÃ¼rdig. Vielmehr deutet die vorliegende Aktenlage â insbesondere die Chronologie der Ereignisse und das weitgehend desinteressierte Verhalten des Ehegatten â klar darauf hin, dass die Wiederaufnahme des Zusammenlebens Ende Juni 2011 lediglich zur weiteren Aufenthaltssicherung erfolgte und eine Ã¼ber zeitweiliges Zusammenwohnen hinausgehende eheliche Gemeinschaft lediglich vorgetÃ¤uscht worden ist. Wie die BeschwerdefÃ¼hrerin bereits im Widerrufsverfahren selbst angedeutet hatte, diente das Zuwarten mit einer definitiven Trennung und Scheidung offenkundig allein der Verschaffung eines Aufenthaltsstatuses bzw. der hierzu nÃ¶tigen (italienischen) Ausweispapiere. Unter diesen UmstÃ¤nden wÃ¤re es an der BeschwerdefÃ¼hrerin gelegen, eine Ã¼ber ein zeitweiliges blosses Zusammenwohnen hinaus gelebte eheliche Gemeinschaft mindestens glaubhaft zu machen. Diesen Nachweis hat sie nicht erbracht, womit anzunehmen ist, dass die eheliche Gemeinschaft spÃ¤testens im Oktober 2010 und damit vor Ablauf der Dreijahresfrist von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG endete.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Da eine erfolgreiche Integration gemÃ¤ss Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG kumulative Voraussetzung zu einer mindestens dreijÃ¤hrigen Ehegemeinschaft bildet, erscheinen die sprachlichen Fortschritte der BeschwerdefÃ¼hrerin ebenso unerheblich wie die GrÃ¼nde, welche ihre hiesige berufliche Integration bislang gehindert haben sollen. </p> <p class="Urteilstext">Damit sind (nacheheliche) AufenthaltsansprÃ¼che nicht glaubhaft gemacht (geschweige denn nachgewiesen) worden, so dass das Migrationsamt mangels massgeblicher VerhÃ¤ltnisÃ¤nderungen auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch zu Recht nicht eingetreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>Soweit die BeschwerdefÃ¼hrerin eine GehÃ¶rsverletzung im Sinn von Art. 29 Abs. 2 BV rÃ¼gt, ist auf die zutreffenden vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen zu verweisen, wonach im vorliegenden Anpassungsverfahren â mangels Eingriff in ein bereits bestehendes Aufenthaltsrecht â geringere Anforderungen an die AnhÃ¶rungs- und Ãusserungsrechte zu stellen sind und allfÃ¤llige GehÃ¶rsverletzungen im Rechtsmittelverfahren geheilt worden wÃ¤ren. Auch hinsichtlich der BegrÃ¼ndungsdichte des vorinstanzlichen Entscheids ist keine GehÃ¶rsverletzung ersichtlich, hat sich dieser doch zu den entscheidwesentlichen Punkten geÃ¤ussert und war die Vorinstanz darÃ¼ber hinaus nicht verpflichtet, sich mit jedem einzelnen Argument der BeschwerdefÃ¼hrerin ausfÃ¼hrlich auseinanderzusetzen (vgl. auch § 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG; Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 10 N. 25)</p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Ebenso wenig liegt eine willkÃ¼rliche, treuwidrige oder unvollstÃ¤ndige BeweiswÃ¼rdigung durch die Vorinstanzen vor: So steht es der Vorinstanz im Rahmen der freien richterlichen BeweiswÃ¼rdigung im Sinn von § 7 Abs. 4 VRG ohne weiteres zu, gewissen UmstÃ¤nden eine hÃ¶here und anderen â wie z.<span> </span>B. den vorliegenden MeldeverhÃ¤ltnissen oder dem gemeinsam unterschriebenen Mietvertrag â eine geringere Beweiskraft zuzugestehen. Wie bereits dargelegt wurde, konnten und mussten die Vorinstanzen aufgrund der Aktenlage und den ErwÃ¤gungen des in Rechtskraft erwachsenen Widerrufsentscheids auch davon ausgehen, dass die eheliche Gemeinschaft spÃ¤testens im Oktober 2010 aufgegeben und seither nicht wieder aufgenommen worden ist. </p> <p class="Urteilstext">Damit ist die Beschwerde abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Urteilstext">Bei diesem Verfahrensausgang sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG). </p> <p class="Urteilstext">Die Aussichtslosigkeit ihres WiedererwÃ¤gungsgesuchs hat sich bereits vor Rekurserhebung abgezeichnet, zumal es grundsÃ¤tzlich an der BeschwerdefÃ¼hrerin gelegen wÃ¤re, den Fortbestand einer ehelichen Gemeinschaft glaubhaft und substanziiert darzulegen (vgl. E. 4.3 vorstehend). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und -vertretung ist damit wegen der offensichtlichen Aussichtslosigkeit ihrer Begehren abzuweisen und diese auch nicht fÃ¼r das vorinstanzliche Verfahren zu gewÃ¤hren (§ 16 Abs. 1 und 2 VRG; vgl. auch PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 16 N. 54).</p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Erwgung2">Der vorliegende Entscheid kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. <span>Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde an das Bundesgericht im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>7. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>