Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 9. Januar 2019 (810 18 186) ____________________________________________________________________ Personalrecht Überprüfung der Lohneinreihung Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsricht er Hans Furer, Markus Clau- sen, Claude Jeanneret, Niklaus Ruckstuhl , Gerichtsschreiberin Julia Kempfert Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner Betreff Überprüfung der Lohneinreihung (RRB Nr. 102 5 vom 26. Juni 2018) A. Seit dem 4. April 2002 ist A.____ beim Kanton Ba sel-Landschaft als Heilpädagogin angestellt. Bis ins Jahr 2015 arbeitete sie auf der Stufe der Primarschule, zuletzt in der Lohn- klasse 11 und Erfahrungsstufe 14. Im August 2015 we chselte A.____ von der Primarschule in den Kindergarten. Am 4. Juli 2016 unterzeichnete si e einen neuen Arbeitsvertrag ab dem 1. August 2016 und wurde in die Lohnklasse 12 und die Erfahrungsstufe 16 eingereiht. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht B. Mit Schreiben vom 4. Juli 2016 reichte A.____ eine n Antrag zur Überprüfung ihrer Lohneinreihung bei der Bildungs-, Kultur- und Sport direktion Basel-Landschaft (BKSD) ein. Im Wesentlichen verlangte A.____ die Einreihung in die Lohnklasse 11, da im selben Jahr auch die übrigen Lehrpersonen des Kindergartens eine Lohnanpassung erhalten hätten. Seit der Einfüh- rung von HarmoS (Harmonisierung der obligatorischen Sch ule) werde nicht mehr zwischen Kindergarten und Primarschule unterschieden. Es gebe nur noch einen Zyklus 1 (erstes bis viertes Schuljahr) und einen Zyklus 2 (fünftes bis achtes S chuljahr). Aus diesem Grund würden die Lehrkräfte von Kindergarten und Primarschule neu grundsätzlich gleichgestellt. Im Lohnsys- tem bzw. in den Modellumschreibungen des Kantons Basel-Landschaft sei diese Gleichstellung jedoch nicht vollzogen worden. Dies führe dazu, dass die heilpädagogischen Lehrpersonen, welche auf der Kindergartenstufe unterrichten, falsch eingereiht würden. Ferner moniert A.____, dass die Einreihung der Vorschulheilpädagoginnen und - pädagogen aufgrund der Ausbildungs- anforderungen, der wahrgenommenen Tätigkeiten und de r Verantwortung im Vergleich zu den heilpädagogischen Lehrkräften der Unter- und Mittelstufe veraltet sei. C. Mit Schreiben vom 2. Oktober 2016 teilte das kantonal e Personalamt Basel-Landschaft (Personalamt) A.____ mit, dass ihr Überprüfungsantrag vom 4. Juli 2016 als Beschwerde ent- gegengenommen werde, da es sich um eine Beschwerde (Zuweisung der Lohnklasse) im Sinne von § 6a der Verordnung zum Personalgesetz handle. In d er Folge reichte A.____ mit Eingabe vom 9. Oktober 2016 eine ergänzende Beschwerdebegründung ein. D. Mit Entscheid vom 26. Juni 2018 wies der Regierungsra t die Beschwerde von A.____ ab. Zur Begründung wurde im Rahmen einer konkreten No rmenkontrolle ausgeführt, dass die Länge der Ausbildung das Merkmal sei, welches bei der v orliegenden Bewertung der Funktio- nen "Vorschulheilpädagogischer Dienst" und "Heilpädagogi k Unterstufe/Mittelstufe" den Unter- schied ausmache. Das Abstellen auf die Länge der Ausbildu ng sei ein zulässiges Unterschei- dungskriterium und die Bewertung der beanstandeten Mod ellumschreibung unter diesem Ge- sichtspunkt sei somit korrekt erfolgt. Aus diesem Grund lie ge weder eine willkürliche Bestim- mung noch ein Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot vo r. Zudem unterscheide das Lohnsystem des Kantons Basel-Landschaft zwischen Lehrpers onen des Regelunterrichts und heilpädagogischen Lehrpersonen. Dies zeige sich in den verschiedenen Modellumschreibun- gen. Der Unterschied liege neben den unterschiedlichen Ausbildungsanforderungen auch im unterschiedlichen Aufgabenbereich. E. A.____ erhob mit Eingabe vom 6. Juli 2018 Beschwer de beim Kantonsgericht Basel- Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragt, es sei Ziffer 1 des Regierungsratsentscheids aufzuheben und d ie Beschwerdeführerin sei rückwir- kend per 1. August 2015 bei unveränderter Erfahrungsst ufe in die Lohnklasse 11 einzureihen. Der Beschwerdeführerin sei die durch die Einreihung i n die Lohnklasse 12 statt 11 seit dem 1. August 2018 entstandene Lohndifferenz nachträglich auszuzahlen. Unter o/e-Kostenfolge. F. Mit Eingabe vom 7. September 2018 liess sich der Reg ierungsrat vernehmen und schliesst auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist die verwaltung sgerichtliche Beschwerde beim Kan- tonsgericht zulässig gegen Verfügungen und Entscheide des Regierungsrates. Der angefochte- ne Entscheid des Regierungsrates vom 26. Juni 2018 stellt somit ein taugliches Anfechtungsob- jekt dar. Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt, wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da die Beschwerdef ührerin Adressatin des angefochte- nen Entscheids ist, ein schutzwürdiges Interesse an dessen A ufhebung hat und die übrigen formellen Voraussetzungen gemäss den §§ 43 ff. VPO erf üllt sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Gemäss § 45 Abs. 1 VPO können mit der verwaltungsg erichtlichen Beschwerde Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a) und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sac hverhalts (lit. b) gerügt werden. Demge- genüber ist die Angemessenheitsüberprüfung gemäss § 45 A bs. 1 lit. c VPO – von hier nicht weiter interessierenden Ausnahmen abgesehen – ausgesch lossen. 2.1 Strittig und vorliegend zu prüfen ist, ob die BKS D die Beschwerdeführerin mit Vertrag vom 4. Juli 2016 zu Recht gestützt auf die Modellumschreibu ng 401 B.12 (Vorschulheilpädago- gischer Dienst) in die Lohnklasse 12 eingereiht hat. 2.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass es will kürlich sei, wenn eine Änderung bei den Ausbildungsgängen bei einem Teil der Angestell ten (Regellehrpersonen in einem Kin- dergarten) zu einer Erhöhung der Lohnklasse führe, bei einem anderen Teil (heilpädagogische Lehrpersonen in einem Kindergarten) jedoch nicht. Be ide Berufsgruppen würden heute ihre Ausbildung mit demselben Bachelor beginnen (Kinderga rten/Unterstufe) und auch die weitere Ausbildung sei identisch. Eine Modellumschreibung, welch e sich auf eine Ausbildung berufe, die es in dieser Form heute nicht mehr gebe, könne ke ine Basis sein für eine valide Lohneinrei- hung. Dies sei auch dem Regierungsrat bewusst gewesen, w eshalb den Kindergartenlehrper- sonen schon im Jahr 2016 eine Angleichung ihres Lohnes an denjenigen der Primarlehrkräfte gewährt worden sei, obschon die neuen Modellumschreibun gen für die Regellehrkräfte der Pri- marstufe effektiv noch gar nicht in Kraft gesetzt worden seien und sich derzeit noch in der Ver- nehmlassung befänden. Es sei somit rechtswidrig, wenn d ie Berufsgruppe der heilpädagogi- schen Kindergartenlehrpersonen nicht auch wie die Reg ellehrpersonen im Kindergarten eine Lohnanpassung erhalte. 2.3 Die BKSD und der Regierungsrat führen unter ande rem aus, dass die Einreihung der Beschwerdeführerin korrekt erfolgt sei. Die betreffenden Modellumschreibungen seien nach wie vor gültig, da sie nicht angepasst worden seien. Bei den heilpädagogischen Lehrpersonen wer- de im Unterschied zu den übrigen Lehrpersonen bei der Modellumschreibung und damit bei der Lohneinreihung unverändert zwischen Kindergarten und P rimarschule unterschieden. Die Ein- stufung der Heilpädagoginnen und -pädagogen sei derzeit in Überarbeitung. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.1 Die Beschwerdeführerin macht vorab geltend, dass die Modellumschreibungen "Vor- schulheilpädagogischer Dienst" 401 B.12 und "Heilpädago gik Unterstufe/Mittelstufe" 405 A.11 veraltet seien, da sie auf eine Ausbildung abstellen w ürden, welche in dieser Form abgeschafft worden sei. Die aktuellen Ausbildungsgänge würden hin gegen nicht berücksichtigt. Gemäss § 46 Abs. 2 VPO überprüft das Kantonsgericht im Anwend ungsfall sämtliche kantonalen Erlas- se auf ihre Rechtmässigkeit. In einem ersten Schritt ist somit vorfrageweise zu überprüfen, ob die betreffenden Modellumschreibungen innerhalb des Lo hnklassensystems mit den bundes- rechtlichen Vorgaben betreffend den Gleichbehandlungs grundsatz und das Willkürverbot im Einklang stehen. 3.2 Der Regierungsrat hat die Modellumschreibungen ge mäss § 10 Abs. 1 des Dekrets zum Personalgesetz (Personaldekret, PersD) vom 8. Juni 20 00 im Anhang I der Verordnung zum Personalgesetz (PersVo) vom 19. Dezember 2000 erlassen . Das Kantonsgericht geht in seiner Rechtsprechung davon aus, dass die Modellumschreibu ngen, die einen generell- abstrakten Anforderungskatalog darstellen, Verordnungscha rakter haben und folglich einer ge- richtlichen Überprüfung unterliegen (Urteil des Kanton sgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 21. August 2013 [810 12 330] E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). Das Bundesgericht räumt dem kantonalen Gesetz- und Ver ordnungsgeber in Bezug auf die Organisation und die Besoldung im öffentlichen Dienst jedoch einen besonders grossen Spiel- raum ein. Innerhalb der Grenzen des Willkürverbots un d des Rechtsgleichheitsgebots sind die Behörden befugt, aus der Vielzahl denkbarer Anknüpfun gspunkte die Tatbestandsmerkmale auszuwählen, die für die Besoldung von Angestellten im öffentlichen Dienst massgebend sein sollen (BGE 141 II 411 E. 6.1.1; 139 I 161 E. 5.3.1; 125 I 71 E. 2c/aa; 124 II 409 E. 9b). Das Bundesgericht übt damit eine gewisse Zurückhaltung und greift von Verfassungs wegen nur ein, wenn der Kanton Unterscheidungen macht, die sich nicht ver nünftig begründen lassen, die un- haltbar und damit in den meisten Fällen auch geradezu willkürlich sind (KGE VV vom 13. August 2003, in: BLKGE 2002/2003 S. 71 E. 8b mit weiteren Hinweisen). Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn der angefochtene Entsc heid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwi- derläuft; dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretb ar oder gar zutreffender erscheint, ge- nügt nicht. Zudem ist erforderlich, dass der Entscheid ni cht nur in der Begründung, sondern auch im Ergebnis willkürlich ist (Urteil des Bundesgericht s 6B_487/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 1.2; BGE 144 IV 136 E. 5.8 mit Hinweisen). 3.3 Die Gestaltung und Handhabung des Lohnsystems im Kant on Basel-Landschaft wird gemäss § 30 des Gesetzes über die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons (Personalgesetz, PersG) vom 25. September 199 7 durch den Landrat per Dekret geregelt. Für die Einreihung der Mitarbeiterinnen u nd Mitarbeiter stehen nach § 11 PersD 28 Lohnklassen zur Verfügung (Abs. 1). Jede Lohnklasse gliedert sich in drei Anlaufstufen und 27 Erfahrungsstufen (Abs. 2). Die Lehrpersonen des Kantons Basel-Landschaft werden mittels Einreihung durch die BKSD (§ 12 Abs. 2 PersD) in die Lohnklassen eingeteilt. Diese Einreihung basiert gemäss § 13 Abs. 1 PersD auf dem Einreihungsplan, der Modellumschreibung und dem Stelleninhalt. Die Modellumschreibungen umfassen eine zusammenfassende und abstrahierte Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Umschreibung von in Strukturen und Arbeitswert ähnlichen Funktionen. Sie beinhalten keine Umschreibung einer bestimmten, konkreten Tätigkeit, sondern sind bewusst abstrakt formuliert, um eine Vielzahl von in Strukturen und Arbeitswert ähn lichen Funktionen erfassen zu können. Den Modellumschreibungen kommt bei der Anwendung des Lo hnsystems, also der Einreihung einer konkreten Funktion in eine Lohnklasse, eine zentral e Bedeutung zu. Diese erfolgt dadurch, dass der jeweilige Stelleninhalt einer Modellumschreibung zuzuordnen ist, woraus sich die Lohnklasse ergibt (§ 22 PersVo und § 10 PersD; N ICOLE SCHULER LEBER , Das Personal- recht des Kantons Basel-Landschaft, in: Biaggini/Achermann /Mathis/Ott [Hrsg.], Staats- und Verwaltungsrecht des Kantons Basel-Landschaft, 3. Band, 2007, S. 151). Der Regierungsrat passt Modellumschreibungen veränderten Verhältnissen an, insbesondere bei der Änderung von Berufsbildern und der Einführung neuer Funktionen (§ 10 Abs. 2 PersD). 3.4 Mit der Volksabstimmung vom 21. Mai 2006 wurde im K anton Basel-Landschaft das HarmoS-Konkordat und das Konkordat Sonderpädagogik an genommen. In der Folge wurde im Kanton die Umsetzung der Bildungsharmonisierung an die Hand genommen und die bisherigen Schulstrukturen den neuen Vorgaben angepasst. Kindergart en und Primarschule werden neu als Primarstufe bezeichnet, welche die ersten acht Schu ljahre beinhaltet (vgl. Art. 6 Abs.1 der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule vom 14. Juni 2007; § 3 Abs. 3 lit. a Bildungsgesetz vom 6. Ju ni 2002). Der Kindergarten umfasst in der Regel die ersten zwei Jahre der Primarstufe und die Primarschule die weiteren sechs Jahre (§ 22 Abs. 4 und § 25 Abs. 4 Bildungsgesetz). Die Ausbi ldungsgänge für die Lehrpersonen wurden ebenfalls angepasst und das bisherige Kindergarte n- bzw. Lehrerseminar abgeschafft. Die Kindergarten- und Primarschullehrpersonen (Lehrper son Vorschul-/Primarunterstufe und Lehrperson Primarstufe) absolvieren neu ein Fachhochsch ulstudium und schliessen mit einem Bologna-Bachelor ab. Die Lehrpersonen Vorschul-/Primar unterstufe können im Kindergarten und in den ersten drei Jahren der Primarschule unterri chten (1. bis 5. Schuljahr, vgl. zum Gan- zen https://www.fhnw.ch/de/studium/paedagogik, besucht am 9. Januar 2019). Vom 3. bis 8. Schuljahr können die Lehrpersonen der Primarstufe u nterrichten. Die Änderungen in den Schulstrukturen führen dazu, dass die Lehrpersonen andere Alterskategorien und unterschiedli- che Niveaus unterrichten und unterschiedlichen Lernbedür fnissen begegnen (integrative Schu- lung, vgl. § 5a Bildungsgesetz). 3.5 Mit Beschluss vom 12. Mai 2015 hat der Regierungsra t neue Modellumschreibungen für Lehrpersonen im Regelunterricht auf allen Schulstu fen verabschiedet. Diese überarbeiteten Modellumschreibungen sollten die im Jahr 2002 in Kraf t gesetzten Modellumschreibungen per 1. August 2016 ablösen. Ziel dieser Überarbeitung wa r, die vorgenannten neuen Ausbildungen der Lehrpersonen zu berücksichtigen und insbesondere bei den Kindergartenlehrpersonen eine korrekte Lohnklassenzuweisung zu erwirken. Im Rahmen der Umsetzungsarbeiten sei jedoch festgestellt worden, dass infolge von Änderungen bei e inem Bewertungskriterium eine nicht- budgetierte finanzielle Mehrbelastung entstehen würde . Aus diesem Grund habe der Regie- rungsrat mit Zustimmung der Gemeinden sowie der Lehre rinnen- und Lehrerverbände das In- krafttreten der neuen Modellumschreibungen mit Beschlu ss Nr. 0921 vom 21. Juni 2016 sistiert und die neuen Modellumschreibungen zur Überarbeitung an die Projektleitung zurückgewiesen. Den Lehrpersonen Kindergarten und Gymnasium Fach Sport und Fach Bildnerisches Gestalten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien die Lohnklassenanstiege jedoch bereits kommuniziert wo rden, weshalb diesen bis zum Inkrafttreten der überarbeiteten Modellumschreibungen die neue Lohnklasse ohne Änderung der Erfahrungsstufe zugewiesen worden sei. 4.1 Die Beschwerdeführerin wurde gestützt auf die Mode llumschreibung 401B.12 in die Lohnklasse 12 und die Erfahrungsstufe 16 eingereiht. Fü r heilpädagogische Lehrpersonen auf Vorschulstufe definiert die Modellumschreibung 401B.12, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit jemand gestützt darauf eingereiht werden kann (Schuler Leber, a.a.O., S. 151). Unter Ausbildung und Erfahrung werden dort ein DMS I II-Abschluss, zwei Jahre Kindergarten- seminar, zwei Jahre heilpädagogisches Diplom (oder vier Jahre berufsbegleitend) und vier Jah- re Berufserfahrung verlangt. Wie bereits dargelegt, sin d die erwähnten Voraussetzungen über- holt. Das Kindergartenseminar wurde durch den Bachelo rstudiengang Kindergarten-/Unterstufe ersetzt und das heilpädagogische Diplom kann in dieser Fo rm ebenfalls nicht mehr erworben werden. Der Master Sonderpädagogik (Master of Arts FHNW in Special Needs Education, Heil- pädagogische Früherziehung oder Schulische Heilpädagogik) wurde ebenfalls in das Bologna- System eingegliedert. Beide genannten Abschlüsse in der Modellumschreibung wurden somit durch neue ersetzt, welche sich weder in inhaltlicher Hi nsicht noch in Bezug auf die Ausbil- dungsdauer mit den alten Ausbildungen decken. Diese Ne uerungen haben automatisch Ein- fluss auf die weiteren Beurteilungskriterien in den Mod ellumschreibungen, wie beispielsweise die Länge und die Art der verlangten Berufserfahrung , welche sich den neuen Ausbildungsfor- men anzupassen hat. Daher kann es nicht genügen, in den Modellumschreibungen lediglich die alten Abschluss-Titel durch die neuen zu ersetzen. Vielmehr muss eine neue Bewertung sämtli- cher Beurteilungskriterien der Modellumschreibungen aufg rund der neuen Ausbildungen und der neuen Schulformen vorgenommen werden. 4.2 Die geltenden lohnbezogenen personalrechtlichen G rundlagen beziehen sich auf über- holte und veraltete Schulstrukturen und Ausbildungs gänge, die es in dieser Form nicht mehr gibt. Diese Änderungen sind auch nicht erst seit kurzem beka nnt, was eine gewisse Anpas- sungs- oder Übergangsfrist rechtfertigen könnte. Seit 12 Jahren ist offenkundig, dass sich die hiesigen Kindergarten- und Primarschulstrukturen grundlegend ändern werden. Vor drei Jahren war sodann die Einführung der angepassten Modellumschrei bungen geplant und wurde so- gleich wieder sistiert. Die Grundlagen für eine Anpassu ng der Modellumschreibungen "Vor- schulheilpädagogischer Dienst" und "Heilpädagogik Unter stufe/Mittelstufe" lagen ebenfalls be- reits im Jahr 2016 vor und eine Zusammenführung beider Modellumschreibungen zu "Heilpä- dagogik Primarstufe" hätte sich zu diesem Zeitpunkt aufge drängt (vgl. Schreiben der Abteilung Sonderpädagogik, Amt für Volksschulen vom 6. Juli 2018). 4.3 Es ist erstellt, dass die Modellumschreibungen der Bi ldungsfunktionen (Funktionsbe- reich 4) bis zum heutigen Zeitpunkt weder den neuen A usbildungsgängen im Bildungsbereich noch den neuen pädagogischen und parapädagogischen Fun ktionen angepasst wurden. Die Kriterien und damit die Beurteilungsgrundlage sind ü berholt und entsprechen nicht den aktuel- len und gelebten Gegebenheiten im Bildungsbereich, we shalb sie als sachfremd anzusehen sind. Durch die fehlende Aktualität der Modellumschreib ungen bzw. der Bewertungskriterien lässt sich nicht beurteilen, ob sich die vom Regierungsrat angeführte Ungleichbehandlung zwi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht schen den heilpädagogischen Lehrpersonen auf Stufe Kindergarten und denjenigen auf Primar- schulstufe rechtfertigt. Um einen Lohnunterschied zwischen den beiden erwähnten Schulstufen nachvollziehbar zu begründen, muss auf überprüfbare Kr iterien abgestellt werden. Der Regie- rungsrat stützt sich in seiner Begründung hauptsächlich auf die Ausbildungsdauer als Kriterium, welches bei der Bewertung vom "Vorschulheilpädagogische n Dienst" und der "Heilpädagogik Unterstufe/Mittelstufe" den Unterscheid ausmache und ein e Ungleichbehandlung rechtfertige. Aufgrund der überholten Kriterien und der neuen Aus bildungsgänge, insbesondere der verän- derten Ausbildungsdauer, kann nicht beurteilt werde n, ob die vom Regierungsrat angeführte Unterscheidung in der Lohneinreihung gerechtfertigt i st. Bei der Lohneinreihung von Angestell- ten im Bildungssektor darf somit nicht auf diese inhal tlich überholten Merkmale abgestellt wer- den. Die Einreihung der Beschwerdeführerin erfolgte j edoch gestützt auf diese veralteten Mo- dellumschreibungen, weshalb sie als willkürlich anzusehen ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung noch unter den vormaligen Ausbildungs- gängen bzw. den alten Schulstrukturen absolviert hat. Z um einen entspricht ihre Ausbildung den neuen Abschlüssen und wird als gleichwertig anerkannt, was von den Parteien nicht bestrit- ten wird. Das Diplom der Beschwerdeführerin berechtig t sie, sowohl in Sonderklassen als auch in Regelklassen als Heilpädagogin zu unterrichten (vgl. S chreiben der Abteilung Sonderpäda- gogik, Amt für Volksschulen vom 6. Juli 2018). Zum andere n würden eine Ungleichbehandlung und insbesondere ungleiche Lohnansprüche der Lehrpers onen entstehen, wenn diejenigen mit den alten Ausbildungsabschlüssen noch unter die alten Mo dellumschreibungen fielen und die- jenigen mit den neuen Bologna-Abschlüssen aufgrund ne uer Modellumschreibungen eingereiht würden. Zusammenfassend basiert die Einreihung der Besch werdeführerin auf sachfremden Kriterien und ist nicht haltbar. Die Beschwerde ist de mzufolge in diesem Punkt begründet und gutzuheissen. 5.1 Die Beschwerdeführerin beantragt ihre Einreihung in die Lohnklasse 11 rückwirkend per 1. August 2015. Im August 2015 wechselte die Beschwerdeführerin von der Primarschule in den Kindergarten. Am 4. Juli 2016 unterzeichnete sie d en neuen Arbeitsvertrag per 1. August 2016 mit der Einreihung in die Lohnklasse 12 und die Erfahrungsstufe 16. Ihren Überprüfungsantrag stellte die Beschwerdeführerin am 4. Juli 2016. Obschon die Beschwerde- führerin bereits ab August 2015 im Kindergarten gearb eitet hat, hat sie die Überprüfung ihrer Lohneinreihung erst ein Jahr später zum ersten Mal ge ltend gemacht. Dadurch, dass sie ihren Lohn während ihres ersten Anstellungsjahres widerspruchslo s akzeptiert hat, rechtfertigt sich vorliegend eine Neueinreihung rückwirkend erst per 1. Au gust 2016 (vgl. Urteil des Bundesge- richts 8C_298/2014 vom 4. Mai 2015 E. 4.3). Die Beschwer de ist somit in diesem Punkt abzu- weisen. 5.2 Wie im Beschluss vom 21. Juni 2016 angekündigt, hat de r Regierungsrat die veralteten Modellumschreibungen der Bildungsfunktionen (Funktionsbereich 4) an die neuen Schulstruktu- ren anzupassen. Dabei dürfen die Bereiche der Sonderp ädagogik, insbesondere der Heilpäda- gogik, nicht unberücksichtigt bleiben und müssen in die Ne uerungen einbezogen werden. Nach Inkrafttreten der neuen Einreihungsgrundlagen ist die Beschwerdeführerin gestützt darauf rückwirkend per 1. August 2016 neu einzureihen. Ihre Ei nreihung ist von der BKSD in ihrer Funktion als Einreihungsbehörde für Lehrkräfte vorzunehmen (§ 12 Abs. 2 PersD i.V.m. § 2 der Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verordnung über die Lehrerinnen- und Lehrerfunktione n vom 21. Juni 2005), weshalb die vor- liegende Angelegenheit an diese zurückzuweisen ist. 6. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die vorli egende Beschwerde teilweise gut- zuheissen und die Angelegenheit an die Bildungs-, Kult ur- und Sportdirektion des Kantons Ba- sel-Landschaft zurückzuweisen zur Neueinreihung der Beschw erdeführerin rückwirkend per 1. August 2016. 7.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Mit der Revision der VPO wurde die Ausnahme zugunsten der Vorinstanzen (§ 20 Abs. 3 aVPO) aufgehoben, wesh alb diesen ab 1. Januar 2019 im ver- waltungsgerichtlichen Verfahren Verfahrenskosten auferl egt werden können. Die Beschwerde- führerin obsiegt grossmehrheitlich, weshalb es sich rechtfe rtigt, dem Regierungsrat die voll- ständigen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- aufzuerlegen. Der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. 7.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene P arteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Die Beschwerdeführerin ist nicht anwaltlich vertreten, wes- halb die Parteikosten wettzuschlagen sind. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Angelegenheit an die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons B asel-Landschaft zurückgewiesen zur Neueinreihung der Beschwerdeführerin rückwirkend per 1. August 2016. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden dem Be- schwerdegegner auferlegt. Der Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- wird der Beschwerdeführerin zurückerstattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Vizepräsident Gerichtsschreiberin