<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass das von der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz seit Jahren diskutierte und im Entwurf zum neuen Sprachengesetz des Bundes vorgesehene Institut zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Kanton Graubünden domiziliert wird; er soll insbesondere dahin wirken, dass bereits laufende Vorarbeiten keine diesen Standort präjudizierende Wirkungen zeitigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Projekt einer Institution zur Förderung der Mehrsprachigkeit (IFM) geht auf eine Initiative der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) aus dem Jahre 1990 zurück. Die Schaffung und Führung dieser Institution wurde von Anfang an als gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen konzipiert und mit der Umsetzung der damals noch laufenden Arbeiten zur Revision des Sprachenartikels in der Bundesverfassung verknüpft. </p><p>Im Rahmen des Vorentwurfs für ein Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (Sprachengesetz, SpG), das von der "Paritätischen Arbeitsgruppe Sprachengesetz" (PAS) mit Vertretungen von Bund und Kantonen erarbeitet wurde, ist nun die Realisierung der IFM vorgesehen. Diese entspricht einem grossen Bedarf bei den Kantonen im Bereich der Bildungsforschung, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Reformen im Sprachunterricht. </p><p>Die PAS hat in den Erläuterungen zum SpG einige Umrisse für die zu schaffende IFM vorgezeichnet, wobei keine neue Institution vorgesehen ist. Ein Zentrum mit Spezialaufgabe soll einem im Wettbewerb zu bestimmenden universitären Institut angegliedert werden, welches mit bestehenden Institutionen (Universitäten, Fachhochschulen, kantonalen Instituten) in den verschiedenen Sprachregionen vernetzt wird. Dadurch soll die IFM den verschiedenen Bedürfnissen in allen Sprachregionen des Landes, namentlich auch jenen der zweisprachigen Kantone und des dreisprachigen Kantons Graubünden, Rechnung tragen können. </p><p>Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, gestützt auf die Ergebnisse der Vernehmlassung zum Vorentwurf SpG, in der ersten Jahreshälfte 2002 eine Botschaft auszuarbeiten. Im Hinblick darauf werden die Vertretungen von Bund und Kantonen das Konzept für die Schaffung der IFM konkretisieren. Das Ergebnis der Vernehmlassung zum SpG wird möglicherweise neue Anhaltspunkte liefern. Dieses Vorgehen lässt auch weitere Optionen offen, sowohl was das Konzept wie auch den möglichen Standort der zu schaffenden Institution betrifft. Der Bundesrat wird im Rahmen der Behandlung der Botschaft zum SpG und in Kenntnis der Fakten und unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel zur IFM Stellung nehmen können.</p><p>Aufgrund dieser Aussagen kann festgehalten werden, dass bei der Realisierung der IFM in erster Linie die landesweiten Bedürfnisse im Vordergrund stehen und dass die Vorarbeiten eine mögliche Standortwahl für die Institution nicht präjudizieren.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.