Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 9. August 2012 (725 11 187 / 224) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Einstellung der UVG-Leistungen auf Grund des Erreichens des Status quo ante Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Michael Guex, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien Helsana Versicherungen AG , Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich, Beschwerdeführerin gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Beigeladener A.____, vertreten durch Dr. Andreas Bern oulli, Advokat, Dornacherst- rasse 192, Postfach, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Der 1978 geborene A.____ war in seiner Kindheit a n Poliomyelitis erkrankt mit der Kon- sequenz, dass er am linken Bein an einer Muskelschwäche lei det, das linke Bein etwas kürzer ist und er links einen Hohlfuss aufweist. Seit dem 27. Fe bruar 2006 war A.____ mit einem Pen- sum von 76% als Lagermitarbeiter bei der B.____ AG tät ig und in dieser Eigenschaft bei der Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligat orisch gegen die Folgen von Unfäl- len und Berufskrankheiten versichert. Am 29. März 2008 erl itt A.____ einen Unfall, indem er nachts auf dem Heimweg von einem Fest im Dunkeln über eine Strassenschwelle stolperte und stürzte. Laut Bericht des erstbehandelnden Arztes der Chi rurgischen Notfallstation des Spitals C.____ vom 30. März 2008 zog er sich beim Anstossen am Hi ndernis am linken Fuss distale Metatarsale II-V-Frakturen zu. Nachdem die SUVA dem Ve rsicherten die gesetzlichen Leistun- gen (Heilkosten, Taggelder) für die Folgen dieses Unfa lls erbracht hatte, stellte sie mit Verfü- gung vom 24. Dezember 2008 die Taggeldleistungen per 6. Oktober 2008 mit der Begründung ein, dass die Unfallrestfolgen keine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten mehr bewirken würden. Die von A.____ gegen diese Verfügung erhobene Einspra che wies die SUVA mit Einsprache- entscheid vom 4. März 2009 mit der Begründung ab, dass die Frakturen nachweislich konsoli- diert seien und dass weder im Sehnen- noch im Knochen- n och im articulären Bereich erhebli- che Restfolgen vorliegen würden. Aus unfallkausaler Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%, wobei dem Versicherten alle durchschnittlichen bela stenden Männerarbeiten ganztags ohne besondere Ausnahmen zumutbar seien. Bei den vor handenen Beeinträchtigungen im Be- reich des linken Fusses stünden nunmehr krankhafte Veränd erungen aufgrund der erlittenen Poliomyelitis im Vordergrund. Eine von A.____, vertreten durch Advokat Dr. Andreas Be rnoulli, gegen diesen Einspracheent- scheid erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht, Abteil ung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), soweit es darauf eintreten konnte, m it Urteil vom 16. September 2009 in dem Sinne gut, als es den angefochtenen Einspracheentscheid aufhob, die Angelegenheit zur weite- ren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die SUVA zur ückwies und die SUVA verpflichtete, dem Beschwerdeführer über den 6. Oktober 2008 hinaus w eiterhin Taggeldleistungen auszu- richten. Das Kantonsgericht erwog im Wesentlichen, dass nicht ohne Weiteres auf die kreisärzt- liche Einschätzung und die darauf gestützte Schlussfolge rung der SUVA abgestellt werden könne, wonach die vorhandenen Beschwerden des Versicherten nicht mehr in einem Kausalzu- sammenhang zum Unfallereignis vom 29. März 2008 stünden, sondern ausschliesslich auf die erlittene Poliomyelitis zurückzuführen seien. Vielmehr müsse die Frage der Unfallkausalität der vorhandenen Beeinträchtigungen von einem unabhängigen Facharzt für Orthopädie gutachter- lich abgeklärt werden. In Nachachtung dieses Urteils holte die SUVA bei der Klinik D.____ ein orthopädisches Gutach- ten ein, welches am 6. September 2010 erstattet wurd e. Gestützt auf dessen Ergebnisse stellte die SUVA mit Verfügung vom 27. Januar 2011 ihre Versi cherungsleistungen per 31. Januar 2011 (erneut) ein. Gegen diese Verfügung erhoben sow ohl A.____ als auch sein Krankenversi- cherer, die Helsana Versicherungen AG, Einsprache. Mit Entscheid vom 14. April 2011 wies die SUVA die beiden Einsprachen ab, zudem lehnte sie auc h das Gesuch des Versicherten um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung im Ein spracheverfahren wegen Aussichtslosig- keit ab. Zur Begründung machte die SUVA im Wesentlichen geltend, das Gutachten der Klinik D.____ sei zum Schluss gekommen, dass die Zehenfrakturen de s Versicherten in guter Stel- lung vollkommen konsolidiert seien und dass keine unfallbe dingten Veränderungen feststellbar seien, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen w ürden. Die feststellbaren Veränderungen seien auf die vorbestehende Poliomyelitis zurückzuführen u nd somit krankheitsbedingt. Die na- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht türliche Kausalität zwischen dem Unfall und den vorhanden en Beschwerden sei daher nicht gegeben. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die die Hels ana Versicherungen AG am 17. Mai 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht mit den Be gehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten, die ges etzlichen UVG-Leistungen zu erbrin- gen. Eventualiter sei die Sache für weitere Abklärung en in Form von Ergänzungsfragen oder eines neuen Gutachtens an die SUVA zurückzuweisen. Zur B egründung wurde im Wesentli- chen angeführt, die SUVA habe zwar das gerichtlich verlan gte Gutachten eingeholt, dieses äussere sich jedoch nicht zu den vom Kantonsgericht aufg eworfenen Fragen. Das Gutachten stelle lediglich den Wegfall der natürlichen Kausalität fest, ohne aber eine Begründung dafür zu geben. Das Gutachten sei daher für die streitigen Belan ge nicht umfassend, so dass darauf nicht abgestellt werden könne. C. Mit Verfügung vom 7. Juni 2011 lud das Kantonsger icht den Versicherten A.____ zum vorliegenden Beschwerdeverfahren bei. D. In ihrer Vernehmlassung vom 5. August 2011 beantra gte die SUVA die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten der Klinik D.____ halte klar fest, dass die verschiedenen Verände- rungen am linken Fuss auf die Poliomyelitis und nicht auf Frakturen vom 30. März 2008 zurück- zuführen seien und dass sich der Vorzustand durch die Unfall verletzungen nicht verschlimmert habe. Die Unfallfrakturen seien deshalb für das aktuell e Schmerzsyndrom nicht verantwortlich. Auch das zwischenzeitlich auf Veranlassung der IV-Stelle Basel-Landschaft im Rahmen des IV- Verfahrens erstellte neurologische Gutachten der Klinik E.____ vom 16. Mai 2011 komme zum Schluss, dass die nach dem Unfall geklagten Hüftschmerzen d urch den Unfallmechanismus nicht zu erklären seien. Die Schmerzexazerbation seit de m Stolperunfall lasse sich einerseits dadurch erklären, dass der Versicherte den orthopädischen Spezialschuh nur unregelmässig trage, andererseits sei sie auf die schwierige psychosozi ale Situation des Versicherten zurück- zuführen. Aus orthopädischer und aus neurologischer Sicht habe der Versicherte, so das Fazit der SUVA, den status quo ante spätestens ab April 2009 wieder erreicht gehabt. E. In seiner Stellungnahme vom 23. November 2011 schloss si ch A.____, wiederum vertre- ten durch Advokat Dr. Andreas Bernoulli, den Rechtsbege hren der Beschwerde führenden Hel- sana Versicherungen AG an; zudem beantragte er, es sei ihm für das vorliegende Beschwerde- verfahren die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter zu bewilligen. In seiner Begründung verwies der Beigeladene darauf, dass das Gutachten der Klinik E.____ im Rahmen des IV-Verfahrens eingeholt worden sei, weshalb es für die Frage der Unfallkausalität nicht verwertbar sei. F. Mit Eingabe vom 5. Dezember 2011 nahm die SUVA z u den Ausführungen des Beigela- denen Stellung, wobei sie an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhielt. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten sow ohl die Beschwerdeführerin mit Replik vom 2. Februar 2012 als auch die SUVA mit Duplik vom 5. März 2012 an ihren bisheri- gen Anträgen und Ausführungen fest. H. Zur Vervollständigung der Akten zog das Gericht bei d er IV-Stelle Basel-Landschaft das IV-Dossier des Beschwerdeführers bei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich der Wohnsitz des beigeladenen Versi cherten in F.____, weshalb die örtli- che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu b ejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsg ericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Ver sicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu- ständig. 1.2 Zur Beschwerde berechtigt ist gemäss Art. 59 ATSG ne bst der versicherten Person auch, wer durch die angefochtene Verfügung oder den E inspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderun g hat. Die Helsana Versicherun- gen AG erfüllt diese Voraussetzungen, denn der angef ochtene Einspracheentscheid tangiert ihre Leistungspflicht als Krankenversicherer des Beigelade nen. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Helsana Versicheru ngen AG vom 17. Mai 2011 ist demnach einzutreten. 1.3 Der Versicherte selber hat gegen den Einspracheent scheid der SUVA vom 14. April 2011 keine Beschwerde erhoben. Da er jedoch vom Ausgang des Prozesses mitbetroffen ist, hat ihn das Kantonsgericht mit Verfügung vom 7. Juni 2 011 zum vorliegenden Beschwerdever- fahren beigeladen. 2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Versicherte über den 31. Januar 2011 hinaus Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversiche- rung hat. 2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung d er körperlichen, geistigen oder psychi- schen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Ans pruch auf eine angemessene Integri- tätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente f estgesetzt oder, falls kein Rentenan- spruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus , dass zwischen dem versicher- ten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit , Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integri- tätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteh t (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursa- chen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al le Umstände, ohne deren Vor- handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr eten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer den kann. Entsprechend dieser Umschrei- bung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenh angs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesund heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingung en die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetrete ne gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen eine m schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wor- über die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rah- men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu b efinden hat. Die blosse Möglichkeit ei- nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leist ungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 2.3 Um die Leistungspflicht des Unfallversicherers bejahe n zu können, muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nu r ein natürlicher, sondern auch ein adä- quater Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtspr echung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geei gnet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis) . Der Voraussetzung des adäquaten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftu ngsbegrenzung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausalzu- sammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eing etretenen gesundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechts erhebliche Kausalzusammenhang be- steht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Ge- richt zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenha ng ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürli- chen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V 103 E. 5b/bb). 2.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderli chen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des U nfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des fortbestehenden Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfa llfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszusta nd erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustande s auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bede utung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachge wiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Bewei slast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicher- ten Person, sondern beim Unfallversicherer. Dieser muss j edoch nicht den Beweis für unfall- fremde Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach w ie vor geklagtes Leiden hat, ist uner- heblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingt en Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefall en sind. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen , dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei v oller Gesundheit sei (Sozialversiche- rungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 11 S. 35 E. 3.3 mit Hinweisen). Beizufügen ist, dass die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer u nd nicht der Versicherte die Beweis- last für das Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalitä t trägt, erst Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatze s und der Beweiswürdigung ei- nen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwie gende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rech tsanwendende Behörde regelmäs- sig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat , ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 4.1 Das Kantonsgericht ist im ersten in dieser Angelegenh eit ergangenen Urteil vom 16. September 2009 zur Auffassung gelangt, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sach- verhaltes nicht ohne Weiteres auf die kreisärztliche Einsch ätzung und die darauf gestützte Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin abgestellt wer den könne, wonach die persistieren- den Beschwerden des Versicherten nicht mehr in einem Ka usalzusammenhang zum Unfaller- eignis vom 29. März 2008 stünden, sondern ausschliesslich auf die vorbestehende Poliomyelitis zurückzuführen seien. Es erachtete es vielmehr als erforder lich, die Frage der Unfallkausalität der vorhandenen Beeinträchtigungen im Rahmen eines orthopädischen Gutachtens abklären zu lassen, und es wies deshalb die Angelegenheit zu diesem Zwecke an die Beschwerdegegnerin zurück. 4.2 In Nachachtung dieses Urteils beauftragte die Beschwe rdegegnerin die Klinik D.____ mit einer entsprechenden fachärztlichen Begutachtung des Versicherten. In ihrem Gutachten, welches sie am 6. September 2010 erstatteten, hielten D r. med. G.____, Chefarzt Orthopädie, und Dr. med. H.____, Assistenzärztin Orthopädie, als unf allabhängige Diagnose einen Status nach traumatischen Frakturen der Ossa metatarsalia II bi s V links fest. Als unfallunabhängige Diagnose bestehe eine Poliomyelitis als Säugling mit Beinverkürzung linksseitig und muskulärer Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dysbalance/muskulärer Atrophie der linken Körperhälfte , vor allem der unteren Extremität. Zu- dem bestünden rezidivierende Cephalgien (DD: Migräne) und eine Konzentrationsschwäche unklarer Ätiologie. In ihrer Beurteilung wiesen die beiden Gutachter darauf hin, dass der linke Fuss des Exploranden klinisch im Bereich der Ossa metatarsali a II bis V keine Auffälligkeiten zeige. Es seien weder eine Schwellung, eine Dystrophie n och ein sonstiger Hinweis für eine Pathologie sichtbar. Verschiedene Veränderungen des linken Fusses - wie die Hohlfusskompo- nente - bestünden aufgrund der Poliomyelitis und stünde n mit überwiegender Wahrscheinlich- keit in keinem Zusammenhang mit den Frakturen vom 30. M ärz 2008. Die Gesundheit des Ver- sicherten sei schon vor dem Unfall aufgrund der linksseit igen Beinverkürzung, des Hohlfusses sowie der Atrophie und Schwäche der linksseitigen Körpe rhälfte objektivierbar körperlich beein- trächtigt gewesen. Eine Verschlimmerung im Sinne einer weiteren Schwächung des linken Bei- nes als Unfallfolge sei nicht eingetreten, die Fraktu rheilung selbst sei abgeschlossen, die Brü- che seien in guter Stellung vollständig konsolidiert. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege daher bloss eine vorübergehende Verschlechterung eines Vorzustandes vor. Aus orthopädi- scher Sicht wäre zur Herstellung des status quo ante bei einem jungen Mann ohne relevante Nebendiagnose mit einem maximalen Zeitraum von einem halben Jahr posttraumatisch zu rechnen. Auch eine bestehende Poliomyelitis habe keinen direkten Einfluss auf die Knochenhei- lung, genauere Angaben dazu seien aber aus orthopädische r Sicht nicht zu machen, ein Post- poliosyndrom könne aufgrund des Alters des Versicherten zum jetzigen Zeitpunkt sicher ausge- schlossen werden. In Anbetracht der vorbestehenden Poliomyelitis könne die Heilungsdauer bis zu zwölf Monate betragen. Aus rein orthopädischer Sicht lägen keine relevanten Unfallfolgen vor, weshalb sich zum aktuellen Zeitpunkt keine Arbeits unfähigkeit begründen lasse. In Bezug auf die zumutbare Arbeitstätigkeit bestünden aufgrund des Unfalls keine Einschränkungen, al- lerdings sei der Versichertet schon vor dem Unfall aufg rund der bestehenden Nebendiagnose nicht in der Lage gewesen, eine körperlich schwere Arbe it zu leisten. Bei der vorliegenden Fussverletzung könne auch kein Integritätsschaden bejaht werden. 4.3 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 14. April 2011 bei der Beurteilung des Gesundheitszusta ndes und der Unfallkausalität der vor- handenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vollumfä nglich auf die Ergebnisse, zu denen die beiden Fachärzte der Klinik D.____ in ihrem Gutacht en vom 6. September 2010 gelangt sind. Sie ging demzufolge davon aus, dass die linksseitigen Zehenfrakturen beim Versicherten seit geraumer Zeit in guter Stellung vollkommen konso lidiert seien und keine relevanten Unfall- folgen mehr vorliegen würden. Es liessen sich denn auch keine unfallbedingten Veränderungen oder Befunde mehr feststellen, sondern ausschliesslich kra nkhafte Veränderungen auf Grund der vorbestehenden Poliomyelitis. Diese vorinstanzliche Be weiswürdigung ist nicht zu bean- standen. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfah- rens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen un d -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertisen sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das ausführliche Gutachten der Kli- nik D.____ weist in Bezug auf die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Unfallkausali- tät der vorhandenen gesundheitlichen Beeinträchtigunge n weder formale noch inhaltliche Män- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht gel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wir d (vgl. E. 2.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf persönlichen Untersuchu ngen des Exploranden, es berück- sichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizi- nischen Situation ein und es ist in den Schlussfolgerung en überzeugend. Dazu kommt, dass sich die durch die Gutachter erfolgte Beurteilung der U nfallkausalität auch mit den Ergebnissen deckt, zu denen der Kreisarzt Dr. med. I.____, Orthopäd ische Chirurgie FMH, in seinen Berich- ten vom 26. September 2008, 12. Dezember 2008 und 26. Januar 2009 gelangt war. Somit kann festgehalten werden, dass bezüglich der strittigen F rage der Unfallkausalität der vorhan- denen Beschwerden des Versicherten keine voneinander ab weichenden fachärztlichen Ein- schätzungen vorliegen. 4.4 Was die Beschwerdeführerin und der Beigeladene vorb ringen, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens der Klinik D._ ___ in Frage zu stellen. Sie ma- chen im Wesentlichen geltend, das von der Beschwerdegeg nerin eingeholte Gutachten gehe nicht auf die vom Kantonsgericht in seinem Rückweisungsentscheid aufgeworfenen Fragen ein, es sei deshalb für die streitigen Belange nicht umfassend, so dass darauf nicht abgestellt wer- den könne. Dieser Betrachtungsweise der Beschwerdeführeri n und des Beigeladenen kann nicht beigepflichtet werden. Nach erfolgter Rückweisung der Angelegenheit bestand die we- sentliche Aufgabe der Gutachter darin, die Frage der Unfallkausalität der beim Versicherten vorhandenen Beeinträchtigungen aus orthopädischer Sicht abzuklären. Diesem Auftrag sind die Gutachter nachgekommen und sie haben die Frage, wie ob en ausgeführt, in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise dahingehend beantwortet, dass kei ne relevanten Unfallfolgen mehr vorliegen würden. Nichts zu ihren Gunsten ableiten könne n die Beschwerdeführerin und der Beigeladene sodann mit dem Einwand, die Beschwerdege gnerin habe den Beweis für den von ihr behaupteten Wegfall des natürlichen Kausalzusammen hangs nicht erbracht. Wie oben auf- gezeigt (vgl. E. 2.4 hiervor), muss weder der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzu- sammenhangs durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden noch geht es dar- um, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlang en, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist al- lein, ob mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üb lichen Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist, dass unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsscha- dens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin g efallen sind. Dieser Nachweis wird vorliegend durch das Gutachten der Klinik D.____ mit d em erforderlichen Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht. 4.5 Das zwischenzeitlich auf Veranlassung der IV-Stelle Ba sel-Landschaft im Rahmen des IV-Verfahrens erstellte neurologische Gutachten der Kli nik E.____ vom 16. Mai 2011, auf wel- ches sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung mehrfach beruft, ist für den Aus- gang des vorliegenden Verfahrens lediglich von beschrän ktem Beweiswert. Da es sich um ein IV-Gutachten handelt, mussten sich die Experten darin nicht zur vorliegend zentralen Frage der Unfallkausalität der vorhandenen Beschwerden äussern. Das Gutachten enthält denn auch kei- ne expliziten Aussagen zu dieser Thematik. Immerhin lassen sich dem Gutachten der Klinik E.____ aber auch - und darin ist der Beschwerdegegneri n beizupflichten - keine Anhaltspunkte Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht für fortbestehende unfallkausale Beeinträchtigungen entnehmen, welche allenfalls für die Vor- nahme weiterer medizinischer Abklärungen sprechen würden. 4.6 Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass di e Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen für den Beigeladenen per 31. Ja nuar 2011 eingestellt hat. Die gegen den betreffenden Einspracheentscheid vom 14. April 20 11 erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abgewiesen werden muss. 5.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. 5.2 Abschliessend bleibt über den Antrag des Beigeladen en zu befinden, es sei ihm die un- entgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertrete r zu bewilligen. Gemäss § 22 Abs. 1 und 2 VPO wird einer Partei der kostenlose Beizug eines Anwalts bewilligt, wenn ihr die nötigen Mittel fehlen, ihr Begehren nicht offensichtlich als au ssichtslos erscheint und die anwaltliche Vertretung zur Wahrung ihrer Rechte notwendig erschei nt. Diese Voraussetzungen sind vorlie- gend gegeben: Die Bedürftigkeit des Versicherten kann ge stützt auf die von ihm eingereichten Unterlagen bejaht werden, seine Vorbringen können ni cht als aussichtslos bezeichnet werden und die anwaltliche Vertretung ist geboten gewesen. D er Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 14. Mai 2012 für das vorliege nde Beschwerdeverfahren einen Zeit- aufwand von 8 Stunden und Auslagen von Fr. 108.-- aus gewiesen, was umfangmässig nicht zu beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltl icher Verbeiständung 180 Franken pro Stunde. Dem Rechtsvertreter des Beigeladenen ist desha lb für sein Bemühungen ein Honorar in der Höhe von Fr. 1'671.85 (8 Stunden à Fr. 180.-- + Auslagen von Fr. 108.-- zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beigeladenen ein Honorar in der Hö he von Fr. 1'671.85 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht