<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-09-13-4A_341-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4A_341/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 13. September 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>I. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Hohl, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichterin Kiss, </div> <div class="para">Bundesrichter Rüedi, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Stähle. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________ AG, </div> <div class="para">vertreten durch Advokat Christian Haidlauf, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. B.________, </div> <div class="para">2. C.________, </div> <div class="para">3. D.D.________, </div> <div class="para">4. E.D.________, </div> <div class="para">5. E.E.________, </div> <div class="para">6. F.E.________, </div> <div class="para">alle vertreten durch Advokat Andreas Béguin, </div> <div class="para">Beschwerdegegner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Mietvertrag, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Entscheide des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, vom 5. April 2022 (400 21 251) und vom 9. April 2019 (400 18 384). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Am 14. Juni 2017 reichten B.________ und C.________ (zusammen: Kläger 1, Beschwerdegegner 1), D.D.________ und E.D.________ (zusammen: Kläger 2, Beschwerdegegner 2) sowie E.E.________ und F.E.________ (zusammen: Kläger 3, Beschwerdegegner 3) beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West eine Klage ein. Sie verlangten, die A.________ AG (Beklagte, Beschwerdeführerin) sei zu verurteilen, den Klägern 1 den Betrag von Fr. 6'906.75, den Klägern 2 den Betrag von Fr. 4'897.25 und den Klägern 3 den Betrag von Fr. 4'897.25, je nebst Zins, zu bezahlen. Sie forderten damit (angeblich) zu viel bezahlte Nebenkosten aus Mietvertrag zurück. </div> <div class="para">Das Zivilkreisgericht beschränkte das Verfahren zunächst auf die Frage, ob eine "Änderung in der Art der Bewirtschaftung und die damit verbundenen höheren Kosten der Formularpflicht nach <span class="artref">Art. 269d OR</span>" unterstehe. Mit Entscheid vom 8. November 2018 bejahte der Zivilkreisgerichtspräsident diese Frage. Die Beklagte focht diesen Entscheid mit Berufung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft an, welches die Berufung mit Entscheid vom 9. April 2019 abwies. Auf die gegen diesen Vor- und Zwischenentscheid erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mangels Darlegung eines nicht wieder gutzumachenden Nachteils mit Urteil 4A_276/2019 vom 3. Juli 2019 nicht ein. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> In der Replik vom 7. Dezember 2020 beschränkten die Kläger die Klage insoweit, als sie die Bezahlung von Fr. 6'471.90 an die Kläger 1 (statt bisher Fr. 6'906.75) nebst Zins verlangten. In Bezug auf die Kläger 2 und die Kläger 3 begehrten sie weiterhin die Bezahlung von je Fr. 4'897.25 nebst Zins (insgesamt somit Fr. 16'266.40). </div> <div class="para">Die Beklagte beantragte Abweisung der Klage. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 26. Oktober 2021 hiess die Zivilkreisgerichtspräsidentin die Klage teilweise gut und verurteilte die Beklagte, den Klägern 1 Fr. 4'393.55, den Klägern 2 Fr. 4'266.30 und den Klägern 3 Fr. 4'266.30, je nebst Zins, zu bezahlen (insgesamt somit Fr. 12'926.15). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> (Auch) diesen Entscheid focht die Beklagte mit Berufung beim Kantonsgericht an. Sie anerkannte den erstinstanzlichen Entscheid insoweit, als sie darin zur Bezahlung von Fr. 234.35 an die Kläger 1, Fr. 107.10 an die Kläger 2 sowie Fr. 107.10 an die Kläger 3, je nebst Zins, verurteilt wurde. Im Übrigen begehrte sie die Aufhebung des Entscheids der Zivilkreisgerichtspräsidentin. </div> <div class="para">Die Kläger beantragten die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids. </div> <div class="para">Mit Entscheid vom 5. April 2022 wies das Kantonsgericht die Berufung ab, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Die Beklagte verlangt mit Beschwerde in Zivilsachen, die Entscheide des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 5. April 2022 und vom 9. April 2019 seien aufzuheben. Sie (die Beklagte) sei zu verurteilen, Fr. 234.35 an die Kläger 1, Fr. 107.10 an die Kläger 2 und Fr. 107.10 an die Kläger 3, je nebst Zins, zu bezahlen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Der Entscheid des Kantonsgerichts vom 5. April 2022 ist ein Endentscheid (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) einer Vorinstanz im Sinne von <span class="artref">Art. 75 BGG</span>. Soweit sich die Beschwerdeführerin mit der vorliegenden Beschwerde auch gegen den Entscheid des Kantonsgerichts vom 9. April 2019 wendet, in dem dieses über eine materielle Vorfrage befand (Formularpflicht nach <span class="artref">Art. 269d OR</span>), ficht sie diesen Vor- und Zwischenentscheid zulässigerweise durch Beschwerde gegen den Endentscheid an (<span class="artref">Art. 93 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> In mietrechtlichen Fällen ist die Beschwerde in Zivilsachen grundsätzlich nur zulässig, wenn der Streitwert mindestens Fr. 15'000.-- beträgt (<span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Der Streitwert bestimmt sich nach den Begehren, die vor der Vorinstanz streitig geblieben waren (<span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG</span>). Als Nebenrechte geltend gemachte Zinsen fallen bei der Bestimmung des Streitwerts nicht in Betracht (<span class="artref">Art. 51 Abs. 3 BGG</span>). Mehrere von Streitgenossen erhobene Begehren werden zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig ausschliessen (<span class="artref">Art. 52 BGG</span>). </div> <div class="para">Die Zivilkreisgerichtspräsidentin verurteilte die Beklagte, den Klägern 1 Fr. 4'393.55, den Klägern 2 Fr. 4'266.30 und den Klägern 3 Fr. 4'266.30, je nebst Zins, zu bezahlen (insgesamt somit Fr. 12'926.15). </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin focht diesen Entscheid in Teilen an (Bezahlung im Umfang von Fr. 234.35 an die Kläger 1, Fr. 107.10 an die Kläger 2 sowie Fr. 107.10 an die Kläger 3, je nebst Zins, akzeptierte sie). Die Beschwerdegegner beantragten in der Berufungsantwort die Abweisung der Berufung und die Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids. </div> <div class="para">Die vor Vorinstanz streitig gebliebenen, nach <span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG</span> massgebenden Begehren beliefen sich damit zusammengerechnet auf Fr. 12'477.60 (erstinstanzliche Verurteilung zur Bezahlung von Fr. 4'393.55, Fr. 4'266.30 und Fr. 4'266.30 [zusammengerechnet Fr. 12'926.15], abzüglich die von der Beschwerdeführerin im Berufungsverfahren anerkannten Beträge von Fr. 234.35, Fr. 107.10 und Fr. 107.10 [zusammengerechnet Fr. 448.55]). </div> <div class="para">Wohl bezifferte das Kantonsgericht in der Rechtsmittelbelehrung den Streitwert auf Fr. 16'266.40 (worauf sich die Beschwerdeführerin in ihrer beim Bundesgericht eingereichten Beschwerde zu beziehen scheint). Die Vorinstanz erklärte in den Erwägungen, dass sich dieser Betrag zusammensetze aus den geltend gemachten Forderungen von Fr. 6'471.90 der Kläger 1, Fr. 4'897.25 der Kläger 2 und Fr. 4'897.25 der Kläger 3. Dabei handelt es sich um die vor Erstinstanz strittigen Begehren. Diese sind im Verfahren vor Bundesgericht für die Bestimmung des Streitwerts nicht massgebend (<span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG</span>). Die falsche Rechtsmittelbelehrung beziehungsweise die falsche Angabe des Streitwerts des Kantonsgerichts bindet das Bundesgericht nicht (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-571%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page571">BGE 140 III 571</a> E. 1.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=18&amp;from_date=03.09.2022&amp;to_date=22.09.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-III-470%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page470">135 III 470</a> E. 1.2), und der rechtsanwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin durfte die Unrichtigkeit dieser Angabe nicht entgehen. Ein Blick in das Gesetz (<span class="artref">Art. 51 Abs. 1 lit. a BGG</span>) erhellt, dass sich der Streitwert vor Bundesgericht nach den vor der Vorinstanz (und nicht vor der Erstinstanz) gestellten Begehren richtet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.3.</b> Der Streitwert erreicht die Grenze von Fr. 15'000.-- gemäss <span class="artref">Art. 74 Abs. 1 lit. a BGG</span> nach dem Gesagten nicht. Dass die Beschwerde in Zivilsachen in Anwendung von <span class="artref">Art. 74 Abs. 2 BGG</span> streitwertunabhängig gegeben wäre, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.4.</b> Die Beschwerde in Zivilsachen ist folglich unzulässig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerdeführerin erhebt keine subsidiäre Verfassungsbeschwerde (siehe <span class="artref">Art. 113 BGG</span>). Sie macht denn auch einzig eine Verletzung von <span class="artref">Art. 269d Abs. 3 OR</span> geltend, wobei sie auf Seite 12 ihrer Beschwerdeschrift ausführt, die gesetzeswidrige Auslegung dieser Bestimmung durch die Vorinstanz führe zu "willkürlichen Ergebnissen". Eine hinreichende Verfassungsrüge formuliert sie indes nicht (Art. 117 in Verbindung mit <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach <span class="artref">Art. 109 Abs. 1 BGG</span> nicht einzutreten. </div> <div class="para">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die - allerdings reduzierten - Gerichtskosten gemäss <span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span> der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 13. September 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: Hohl </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Stähle </div> </div></body></html>