Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. August 2017 (720 17 152 / 207) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Voraussetzungen einer wiederwägungsweisen Rentenherabsetzung Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Markus Mattle, Kan- tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1963 geborene, zuletzt von September 1994 bi s Februar 2008 als Betriebsmitar- beiter bei der B.____ AG tätig gewesene A.____ hatt e sich im Dezember 2007 unter Hinweis auf Ganzkörperschmerzen und psychische Belastungen bei der Eidgenössischen Invalidenver- sicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Nachdem sie die erwerblichen und die gesundheitlichen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermi ttelte die IV-Stelle Basel-Landschaft einen Invaliditätsgrad des Versicherten von 64 %. Gestützt auf dieses Ergebnis sprach sie A.____ mit Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfügung vom 13. Februar 2012 rückwirkend ab 1. Novembe r 2007 eine Dreiviertelsrente zu. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Nachdem in einem ersten Rentenrevisionsverfahren unveränd erte Verhältnisse festgestellt worden waren (Mitteilung vom 8. August 2013), leitete die IV-Stelle im Juli 2016 von Amtes we- gen eine weitere Überprüfung des laufenden Rentenans pruchs des Versicherten ein. Aufgrund ihrer Abklärungen gelangte die IV-Stelle nunmehr zur Auffassung, dass damals aus einer ge- setzeskonformen Invaliditätsbemessung lediglich ein Invalid itätsgrad von 59 % resultiert hätte. Die ursprüngliche Verfügung vom 13. Februar 2012, mi t welcher dem Versicherten eine Drei- viertelsrente zugesprochen worden sei, erweise sich deshal b als zweifellos unrichtig im wieder- erwägungsrechtlichen Sinne. Die IV-Stelle nahm sodann eine Beurteilung des heutigen Ren- tenanspruchs des Versicherten vor, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 56 % ermittelte. Die IV- Stelle zog deshalb - nach durchgeführtem Vorbescheidverfa hren - mit Verfügung vom 11. April 2017 die ursprüngliche Verfügung vom 13. Februar 201 2 in Wiedererwägung und setzte die dem Versicherten bisher ausgerichtete Dreiviertelsrente au f das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf eine halbe Rente herab. B. Gegen diese Verfügung vom 11. April 2017 erhob A .____, vertreten durch Advokat Nikolaus Tamm, am 23. Mai 2017 Beschwerde beim Kanton sgericht, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei die angefochtene Verfügung aufzuhe- ben und es sei ihm weiterhin die bisher gewährte IV-Rente auszurichten; unter o/e-Kostenfolge. C. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2017 beantrag te die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 23. Mai 2017 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunf ähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Gesundheit verur- sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederun g verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom menden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti- ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom- mensvergleichs (BGE 141 V 20 E. 3.2) mit den Untervar ianten des Schätzungs- oder Prozent- vergleichs (BGE 114 V 313 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 3.1 Wie eingangs ausgeführt, hatte die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 13. Februar 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 64 % rückwirkend ab 1. November 2007 eine Dreiviertelsrente zugesprochen. Die IV-Stell e hatte sich in dieser Verfügung bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts hauptsächlich a uf die Ergebnisse der beiden bei Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie, eingeho lten psychiatrischen Gutachten vom 24. November 2008 und 14. April 2011 gestützt und wa r davon ausgegangen, dass der Versi- cherte seit Ablauf des Wartejahres im November 2007 i n einer leidensadaptierten Verweistätig- keit noch zu 50 % arbeitsfähig sei. Diese Verfügung vom 13. Februar 2012 war in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwachsen. 3.2 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11 . April 2017 setzte die IV-Stelle diese dem Versicherten bis anhin ausgerichtete Dreivierte lsrente mit Wirkung ab 1. Juni 2017 Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestützt auf einen neu ermittelten Invaliditätsgrad vo n 56 % auf eine halbe Rente herab. Eine solche Herabsetzung einer rechtskräftig zugesprochenen Ren te ist grundsätzlich unter den Ti- teln der Revision im Sinne der Anpassung an geänderte Verhältnisse (Art. 17 Abs. 1 ATSG), der prozessualen Revision wegen neu entdeckter und vorbestandener Tatsachen und B eweis- mittel (Art. 53 Abs. 1 ATSG) und der Wiedererwägung wegen zweifelloser Unrichtigkeit und erheblicher Bedeutung ihrer Berichtigung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) möglich. 3.3 Wie den Akten entnommen werden kann, ist vorliegen d der medizinische Sachverhalt seit der ursprünglichen Rentenzusprache unverändert geb lieben (vgl. die Beurteilung von Dr. med. D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regi onaler Ärztlicher Dienst beider Basel, vom 5. September 2016). Die Parteien sind sich d aher zu Recht einig, dass eine Anpas- sung der laufenden Dreiviertelsrente unter dem Titel d er Revision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht in Betracht fällt. Ebenso sind die Voraussetzungen einer prozessualen Revision wegen neu entdeckter und vorbestandener Tatsachen und Beweismit tel im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG unbestrittenermassen nicht gegeben. Hingegen ist die IV-Stelle der Auffassung, dass die ursprüngliche Rentenzusprache zweifellos unrichtig gewesen und ihre Berichtigung von erhebli- cher Bedeutung sei. Somit seien die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der Rentenver- fügung vom 13. Februar 2012 erfüllt. Dies wiederum wi rd vom Versicherten in der vorliegenden Beschwerde bestritten. 4.1 Nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 2 ATSG und Art. 1 Abs. 1 IVG kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verf ügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Die Frage nach der zweifellosen Unrichtigkeit als Voraussetzung für die Wiedererwägung ist dabei ge- mäss ständiger Praxis nach der bei Erlass der Verfügung b estandenen Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen Rechtspraxis, zu beurteilen ( BGE 138 V 149 E. 2.1, 138 V 328 E. 3.3, jeweils mit Hinweisen). 4.2 Die wiedererwägungsweise Aufhebung einer Verfügu ng setzt - nebst der erheblichen Bedeutung der Berichtigung - voraus, dass kein vernünfti ger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung besteht, also nur dieser einzige Schluss den kbar ist (BGE 140 V 79 E. 3.1). Das Er- fordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Rege l erfüllt, wenn eine Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn m assgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (BGE 140 V 79 E. 3.1 mit Hinweis). Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Ansp ruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbe- messung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, Zu mutbarkeitsfragen) liegt. Hier ist mit der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit grundsätzliche Zurückhaltung geboten, soll die Wie- dererwägung nicht zum Instrument einer de lege lata ni cht vorgesehenen voraussetzungslosen Neuprüfung der Rentenberechtigung werden (Urteil R. des Bundesgerichts vom 12. April 2011, 9C_994/2010, E.3.2.1). Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen vor dem Hintergrund der Sach- u nd Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet deshalb die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil A. de s Bundesgerichts vom 7. August 2017, 8C_381/2017, E. 2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 Um wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu können, ge- nügt es sodann nicht, wenn ein einzelnes Anspruchseleme nt rechtswidrig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache auch im Ergebni s als offensichtlich unrichtig zu er- weisen. So muss etwa, damit eine zugesprochene Rente we gen einer unkorrekten Invaliditäts- bemessung wiedererwägungsweise aufgehoben oder herabgesetzt werden kann, - nach dama- liger Sach- und Rechtslage - erstellt sein, dass eine k orrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt h ätte (BGE 140 V 79 f. E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). 5. Die Wiedererwägungsvoraussetzung der erheblichen Bede utung ist vorliegend ohne Weiteres erfüllt, da eine periodische Dauerleistung Pr ozessgegenstand bildet (vgl. BGE 119 V 440 E. 1c mit Hinweisen; Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2001 IV Nr. 1 S. 3 E. 5c). Zu prüfen bleibt dagegen, ob auch das Erfordernis der zweifellosen Unrichtig- keit der ursprünglichen Rentenverfügung vom 13. Februar 2012 gegeben ist. 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 13. Februar 20 12 hat die IV-Stelle den Invalidi- tätsgrad der Versicherten - zu Recht - nach der allgeme inen Methode des Einkommensver- gleichs ermittelt. Dabei hat sie anhand der Gegenüber stellung eines Valideneinkommens von Fr. 65'004.-- und eines als zumutbar erachteten Invali deneinkommens von Fr. 23'508.-- einen Invaliditätsgrad von 64 % ermittelt. Wie den damalige n Ausführungen der IV-Stelle entnommen werden kann, hat sie das Invalideneinkommen unter Beizu g der Tabellenlöhne der Schweizeri- schen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik bemessen und dem Versicher- ten vom ermittelten Tabellenlohn „einen Abzug von 19 % für Teilzeitarbeit und von 6 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung“ gewährt. In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11. April 2017 vertritt die IV-Stelle nunmehr die Auffassung, dass die damalige Vornahme eines Tabellenlohnabzugs von 19 % für Teilzeitarbeit offensic htlich falsch gewesen sei. Bei den im Anforderungsniveau 4 tätigen Versicherten, die wie de r Beschwerdeführer ein Pensum von 50 % verrichten könnten, habe man damals gestützt auf eine entsprechende Tabelle der LSE 2006 den Teilzeitabzug vom Tabellenlohn praxisgemäss auf 10 % festgesetzt. Es habe nicht im Ermessen der Sachbearbeitung gelegen, einen höheren A bzug zu gewähren. Wenn nun aber der Invaliditätsgrad gesetzeskonform, d.h. unter Vorna hme eines Teilzeitabzugs von 10 % statt von 19 % ermittelt worden wäre, hätte der Invalidität sgrad des Versicherten damals 59 % und nicht 64 % betragen. Somit hätte der Versicherte aber lediglich Anspruch auf eine halbe Rente gehabt. Die ursprüngliche Verfügung vom 13. Februar 2 012, mit welcher ihm eine Dreiviertels- rente zugesprochen worden sei, erweise sich demnach als zweifellos unrichtig. 6.2.1 Nach der sowohl im Zeitpunkt des Erlasses der ursprü nglichen Rentenverfügung im Jahr 2012 als auch heute massgebenden Rechtsprechung ist f ür die Festsetzung des Invalidenein- kommens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicher- te Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invali dität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben si nd und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grund- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht sätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesund- heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut bare neue Erwerbstätigkeit aufge- nommen hat, so sind für die Bemessung des Invalideneink ommens die LSE-Tabellenlöhne her- anzuziehen (zur Publikation vorgesehenes Urteil A. des Bu ndesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_228/2017, E. 2.2). 6.2.2 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswer- ten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert all enfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versic herte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsscha- dens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt ein satzfähig sind, in der Regel das ent- sprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbei ter nicht erreichen. Der ursprüng- lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwicke lte sich in der Folge zu einem allge- meinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechts prechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Auf enthaltskategorie sowie Beschäftigungs- grad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automa- tisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Mer kmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsma rkt nur mit unterdurchschnittlichem Ein- kommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen u nter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchst ens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BHE 134 V 327 f. E. 5.2 mit Hinweis). 6.2.3 Die Frage, ob ein (behinderungsbedingt oder an derweitig begründeter) Leidensabzug vom Tabellenlohn vorzunehmen sei, ist eine Rechtsfrage (BGE 137 V 72 f. E. 5.1 mit Hinweis). Demgegenüber stellt die Frage nach der Höhe des Abzug s vom Tabellenlohn eine typische Ermessensfrage dar (BGE 132 V 399 E. 3.3). Geht es - w ie hier - um die Beurteilung der Frage der zweifellosen Unrichtigkeit einer früheren Rentenv erfügung, so folgt aus dieser Unterschei- dung, dass die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit ausscheidet, soweit der Abzug vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage einschliesslich der Rechtspraxis im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung in vertretbarer Weise beurteilt worden ist (Urteil A. des Bundesgerichts vom 7. August 2017, 8C_381/2017, E. 4.1. 1). Die IV-Stelle kann mit anderen Worten lediglich dann wiedererwägungsweise auf einen in der ursprünglichen Verfügung ge- währten Abzug vom Tabellenlohn zurückkommen kann, wenn ein solcher zweifellos zu Unrecht vorgenommen oder aber das Ermessen bei der Festsetzung de r Höhe des Abzugs willkürlich und damit missbräuchlich ausgeübt worden ist. Eine sol che willkürliche, missbräuchliche Er- messensausübung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn ei n Entscheid eine Norm oder ei- nen klaren und unumstrittenen Rechtsgrundsatz offensic htlich schwer verletzt, sich mit sachli- chen Gründen schlechthin nicht vertreten lässt oder in sto ssender Weise dem Gerechtigkeits- gedanken zuwiderläuft; willkürliche Rechtsanwendung lie gt nicht schon vor, wenn eine andere Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lösung in Betracht fällt oder sogar vorzuziehen wäre (U rteil G. des Bundesgerichts vom 4. Ok- tober 2007, I 793/06, E. 2.3 mit Hinweisen). 6.3 Die IV-Stelle hatte in der ursprünglichen Renten verfügung vom 13. Februar 2012 dem Versicherten vom ermittelten Tabellenlohn „einen Abzug von 19 % für Teilzeitarbeit und von 6 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung“ gewährt. In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 11. April 2017 vertritt die IV-Stelle nunmehr die Auffassung, dass die damalige Vornahme eines Tabellenlohnabzugs von 19 % für Teilzei tarbeit offensichtlich falsch gewesen sei. Man habe sich damals bei der Festsetzung des Tabell enlohnabzugs für teilzeitarbeitende Männer jeweils auf die Tabelle 6* (“Standardisierter monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] in CHF nach Beschäftigungsgrad und Anfiorderungsniveau des Arb eitsplatzes und Geschlecht“) des Bundesamtes für Statistik zur LSE 2006 (nachfolgend Tabe lle 6* genannt) gestützt. Laut dieser von der IV-Stelle zusammen mit ihrer Vernehmlassung ein gereichten Tabelle 6* habe bei den im Anforderungsniveau 4 tätigen Männern, die wie der Beschwerdeführer noch ein Pensum von 50 % verrichten konnten, der Minderverdienst 10 % betrag en. Deshalb habe man in solchen Fällen in konstanter Praxis einen Teilzeitabzug von 10 % vom Tabellenlohn vorgenommen und es habe insbesondere nicht im Ermessen der Sachbearbeitun g gelegen, einen höheren Abzug zu gewähren. Im Lichte dieser Ausführungen der IV-Ste lle lässt sich heute nicht mehr nachvoll- ziehen, weshalb dem Versicherten damals ein Tabellenlohn abzug für Teilzeitarbeit in der Höhe von 19 % statt den üblichen 10 % gewährt worden ist. Die Vornah me eines Abzugs in dieser Höhe muss dabei nicht nur aus heutiger Sicht, sondern kla rerweise auch vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der da maligen Leistungszusprechung dar- bot, als zweifellos unrichtig qualifiziert werden. Da si ch die IV-Stelle bei der Festsetzung des Abzugs für Teilzeitarbeit in konstanter Praxis auf die erwähnte Tabelle 6* gestützt hat, handelte es sich - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers - beim Umstand, dass diesem ein Abzug in der Höhe von 19 % statt von 10 % gewährt worden ist, auch nicht um einen (vertretba- ren) Ermessensentscheid, sondern um eine fehlerhafte Rechtsanwendung seitens der IV-Stelle. 6.4 In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2017 macht die IV-Stelle nun noch zusätzlich geltend, dass auch der damals gewährte Abzug von 6 % „f ür eine invaliditätsbedingte Beein- trächtigung“ nicht nachvollzogen werden könne. Die dama lige Rentenverfügung erweise sich auch aus diesem Grund als zweifellos unrichtig. Dieser Bet rachtungsweise kann nun allerdings nicht beigepflichtet werden. Die IV-Stelle weist zwar zu Recht darauf hin, dass den gesundheit- lichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bei der Rentenzusprechung durch die An- nahme eines reduzierten Pensums von 50 % bereits weitgeh end Rechnung getragen worden ist. Richtig ist auch, dass aus heutiger Sicht einer versicherten Person in einer solchen Konstel- lation darüber hinaus kaum noch ein leidensbedingter Abzug von 6 % gewährt würde. Diese Praxis hat sich aber erst in jüngerer Zeit etabliert. Vo r dem Hintergrund der Sach- und Rechts- lage, wie sie sich im Zeitpunkt der damaligen Leistungsz usprechung darbot, erweist sich die Gewährung dieses Abzugs von 6 % dagegen noch als vertretba r. Berücksichtigt man, dass mit der Annahme zweifelloser Unrichtigkeit grundsätzliche Zur ückhaltung geboten ist, wenn der Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, so kann jeden- falls nicht nicht gesagt werden, dass der betreffende Ab zug damals zweifellos zu Unrecht vor- genommen oder aber das Ermessen bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs willkürlich und Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht damit missbräuchlich ausgeübt worden wäre. Somit kann di e IV-Stelle aber, wie oben ausge- führt (vgl. E. 6.2.3 hiervor), heute nicht mehr wiedererwägungsweise auf diesen in der ursprüng- lichen Verfügung gewährten Abzug „von 6 % vom Tabellen lohn für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung“ zurückkommen. 6.5 Aus dem Gesagten folgt als Zwischenergebnis, dass die IV-Stelle dem Versicherten in der ursprünglichen Rentenverfügung vom 13. Februar 2012 zweifellos zu Unrecht einen Tabel- lenlohnabzug für Teilzeitarbeit in der Höhe von 19 % gewährt hat. Gestützt auf die die Tabel- le 6* der LSE hätte lediglich ein Abzug für Teilzeit arbeit in der Höhe von 10 % vorgenommen werden dürfen. Demgegenüber sind die Voraussetzungen nicht gegeben, die es der IV-Stelle erlauben würden, zusätzlich auch auf den in der ursprün glichen Verfügung gewährten Abzug „von 6 % vom Tabellenlohn für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung“ zurückzukommen. 7.1 Nach dem Gesagten ist in der Rentenverfügung vom 13. Februar 2012 das Invaliden- einkommen des Versicherten - und somit ein wesentlich es Element der Ermittlung des Renten- anspruchs - durch die Gewährung eines um 9 % zu hohen Abzugs vom Tabellenlohn offensicht- lich rechtswidrig festgelegt worden. Dies heisst nun ab er noch nicht, dass auch die damalige Leistungszusprache im Ergebnis zweifellos unrichtig gewesen ist. Damit die ursprünglich zuge- sprochene Dreiviertelsrente wegen einer unkorrekten Inval iditätsbemessung wiedererwä- gungsweise aufgehoben oder herabgesetzt werden kann, muss - wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor) - nach damaliger Sach- und Rechtslage erstellt sein, dass eine korrekte Invalidi- tätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte. Ob dies vorliegend zutrifft, ist im Folgenden zu prüfen. 7.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind fü r den Einkommensvergleich grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des (potentiel len) Beginns des Rentenanspruchs massgebend (BGE 129 V 223 f. E. 4.1 und 4.2). Vorliegend hat der Versicherte, was im Übrigen zu Recht von keiner Partei in Frage gestellt wird, ab 1. November 2007 Anspruch eine IV- Rente. Somit sind für den Einkommensvergleich die Ver hältnisse in diesem Zeitpunkt massge- bend. Die IV-Stelle hat dies in der Rentenverfügung vo m 13. Februar 2012 übersehen und im Hinblick auf ihren Einkommensvergleich stattdessen ermittel t, welche (hypothetischen) Ein- kommen der Versicherte im Jahr 2009 erzielt hätte. Wie d ie IV-Stelle in ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2017 nunmehr selber festhält, erweist sich ih r damaliges Vorgehen diesbezüglich als unzutreffend. 7.3 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdi enen würde. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung un d der realen Einkommensentwicklung an- gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E. 4.1). Vorliegend ist davon auszuge- hen, dass der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsbeeinträ chtigungen weiterhin seiner jahre- lang ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiter bei der B.____ AG nachgehen würde. Ge- stützt auf die bei den Akten liegenden Lohnangaben de r genannten Arbeitgeberin vom 14. De- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zember 2007 hätte der Versicherte im hier interessieren den Jahr 2007 ein Jahresgehalt in der Höhe von Fr. 62‘504.65 erzielt. Dieser Betrag ist desh alb dem Einkommensvergleich als mass- gebendes Valideneinkommen zu Grunde zu legen. 7.4.1 Da der Versicherte nach Eintritt des Gesundheit sschadens keine oder jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenomm en hat, ist sein Invalideneinkommen, wie oben festgehalten (vgl. E. 6.2.1 hiervor), gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne zu bemessen. Wird auf Tabellenlöhne abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu verwenden (zur Publikation vorgesehenes Urteil A. des Bundesgerichts vom 14. Juni 2017, 8C_228/2017, E. 2.3 mit Hinweisen). Da vorliegend eine Rentenzusprache an den Versicherten ab November 2007 zur Diskussion steht (vgl. E. 7.2 hiervo r), ist von den Tabellenlöhnen der LSE 2006 auszugehen, wobei diese in Bezug auf das Jahr 2007 nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen sind. 7.4.2 Laut Tabelle TA1 (Monatlicher Bruttolohn [Zent ralwert] nach Wirtschaftsabteilungen, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes und Geschlecht - Pri vater Sektor) der LSE 2006 belief sich der Zentralwert für die mit einfachen und repetit iven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) be- schäftigten Männer im privaten Sektor im Jahre 2006 auf Fr. 4'732.-- (LSE 2006, Privater Sek- tor, Tabelle TA1, Männer, Zeile "Total"). Dabei ist zu beachten, dass dieser Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden be ruht und auf die durchschnittliche Wo- chenarbeitszeit des Jahres 2007 von 41,7 Stunden (vgl. Die Volkswirtschaft 03/2014 S. 88 Ta- belle B 9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein Mo natslohn von Fr. 4'933.10. Dieser Betrag ist der bis ins Jahr 2007 erfolgten Nominallohnentwicklu ng von + 1,6 % (Bundesamt für Statis- tik, Die Lohnentwicklung 2008, S. 20, Tabelle T1.1.05, Nominallohnindex, Männer, Total) anzu- passen, was ein Invalideneinkommen von Fr. 5'012.05 pro Monat bzw. ein Jahresgehalt von Fr. 60'144.60 ergibt. Berücksichtigt man, dass der Versi cherte laut den massgebenden medizi- nischen Unterlagen (vgl. E. 3.1 hiervor) in einer solche n Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsfähig ist, so beläuft sich sein Invalideneinkommen grundsätzlich auf Fr. 30‘072.30 (Fr. 60‘144.60 x 50 %). 7.4.3 In einem letzten Schritt ist dem Versicherten von diesem anhand der Tabellenlöhne der LSE ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 30‘072.30 n och ein leidensbedingter Abzug zu gewähren. Nach dem oben Gesagten (vgl. E. 6.5 hiervor) setzt sich dieser aus einem Abzug von 10 % - und nicht, wie von der IV-Stelle ursprüngli ch entschieden, von 19 % - für Teilzeitar- beit und von 6 % „für eine invaliditätsbedingte Beein trächtigung“ zusammen, wodurch er sich insgesamt auf 16 % beläuft. Kürz man das Invalideneinkommen um diese 16 %, so führt dies im Ergebnis zu einem massgebenden Invalideneinkommen des Ver sicherten in der Höhe von Fr. 25’260.75 (Fr. 30‘072.30 x 84 %). 7.5 Stellt man im Einkommensvergleich dieses Invalidene inkommen von Fr. 25'260.75 dem Valideneinkommen von Fr. Fr. 62‘504.65 (vgl. E. 7.3 hiervor) gegenüber, so resultiert dar- aus eine Erwerbseinbusse von Fr. 37'243.90, was einen Inva liditätsgrad des Versicherten von 59,59 % bzw. gerundet (vgl. zur Rundungspraxis: BGE 130 V 121 ff.) von 60% ergibt. Bei einem Invaliditätsgrad von 60 % hat der Versicherte Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.6 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass ein e korrekte Invaliditätsbemes- sung vorliegend zwar zu einem tieferen Invaliditätsgrad v on 60 % (statt den ursprünglich ermit- telten 64 %) geführt hätte, dies ändert aber nichts daran, dass der Versicherte damals auch bei korrekter Invaliditätsbemessung Anspruch auf eine Dreivi ertelsrente gehabt hätte. Die Renten- verfügung vom 13. Februar 2012 erweist sich deshalb im Ergebnis - und nur auf dieses kommt es im vorliegenden Kontext an - eben nicht als zweifellos unrichtig. Somit sind aber die Voraus- setzungen nicht erfüllt, die es der IV-Stelle erlauben würden, ihre damalige Verfügung wegen einer unkorrekten Invaliditätsbemessung in Wiedererwägu ng zu ziehen. In Gutheissung der Beschwerde ist deshalb die angefochtene Verfügung vom 1 1. April 2017, mit welcher die IV- Stelle die laufende Dreiviertelsrente des Versicherten ab 1. Juni 2017 auf eine halbe Rente her- abgesetzt hat, aufzuheben und es ist festzustellen, dass de r Beschwerdeführer weiterhin An- spruch auf eine Dreiviertelsrente hat. 8. Abschliessend bleibt über die Kosten des Beschwerdever fahrens zu befinden. 8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ist der Beschwerdeführer obsiegende und die IV-Stelle unterliegende Partei. 8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei- gerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verf ahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Ve rfahrenskosten erhoben werden. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschw erde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da der Beschwerdeführer obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteient- schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rech tsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 6. Juli 2017 für das vorl iegende Verfahren einen Zeitaufwand von 9 Stunden und 10 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in So- zialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fä lle zur Anwendung gelan- genden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. N icht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 29.60. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘506.95 (9 Stunden und 10 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 29.60 zuzüglich 8 % Me hrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefoc htene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 11. April 2017 aufgehoben und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine IV-Dreiviertelsrente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 2‘506.95 (inkl. Ausla gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht