Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 23. Juni 2014 (810 14 202) ____________________________________________________________________ Zivilgesetzbuch Aufhebung der elterlichen Obhut und ausserfamiliäre Platzierung Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Markus Clau- sen, Christian Haidlauf, Niklaus Ruckstuhl, Beat Walther , Gerichts- schreiberin Julia Kempfert Parteien A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Dr. Sabine Aeschlimann , Advokatin, LL.M. gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Beschwerdege g- nerin Beigeladener C.____ , vertreten durch Claudia Sigel , Advokatin Betreff Aufhebung der elterlichen Obhut und ausserf amiliäre Platzierung (Ent- scheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 30. Juni 2014) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörd e B.____ (KESB) vom 30. Juni 2014 wurde die elterliche Obhut der sorgebere chtigten A.____ über ihren Sohn C.____, geboren am 15. März 2001, gestützt auf Art. 3 10 Abs. 1 und 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) vom 10. Dezember 1907 und Art. 31 4b ZGB aufgehoben. C.____ wur- de vorerst auf sechs Monate befristet mit Eintrittsdatum vom 7. Juli 2014 zur Beobachtung und Abklärung, mit Empfehlung einer Anschlusslösung im Durch gangs- und Beobachtungsheim D.____ (Durchgangsheim) untergebracht. Die Psychiatrie Baselland, Kinder- und Jugendpsy- chiatrie (KJP), wurde beauftragt, C.____ während des Aufenthalts im Durchgangsheim abzuklä- ren. Zudem wurde E.____, Berufsbeistandschaft B.____, a ls Beiständin ernannt und die Kind- seltern angewiesen, mittels Psychotherapie die Ursachen der häuslichen Gewalt aufzuarbeiten. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass aufgrund der gehäuft auftretenden lautstarken und gewaltvollen Streitereien der Kindselte rn eine erhebliche Gefährdung des Kin- deswohls von C.____ vorliege. Es sei offensichtlich, dass d ie bisherigen Hilfsangebote die zu- nehmende Gefährdung des Kindeswohls von C.____ und sein er Schwester nicht hätten ab- wenden können. Die Möglichkeiten der Selbsthilfe seie n vorliegend ausgeschöpft, weshalb die ausserhäusliche Unterbringung von C.____ als angemessen e rscheine. Diese Massnahme sei geeignet, um C.____ im Alltag Schutz vor Gewalt, eine n ruhigen klaren Tagesablauf, eine sozi- alpädagogische und psychiatrische Abklärung sowie eine gesun de persönliche Entwicklung zu ermöglichen. B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten du rch Dr. Sabine Aeschlimann, Ad- vokatin, mit Eingabe vom 16. Juli 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsger icht). Es wurde beantragt, die Verfü- gung vom 30. Juni 2014 sei aufzuheben und es sei der Obhutsentzug betreffend C.____ sowie die Platzierung im Durchgangsheim aufzuheben. Die aufsch iebende Wirkung der Beschwerde sei vorsorglich wiederherzustellen. Alles unter o/e-Kost enfolge, wobei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege mit der Unterzeichnend en zu bewilligen sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass der Anspru ch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei, da weder sie noch C.____ zu den konkreten M assnahmen der KESB angehört worden seien. Schliesslich sei der Obhutsentzug unverhält nismässig, da mildere Massnahmen nicht geprüft worden seien, obschon sich die Kindseltern aktiv bemühen würden, ihre Schwie- rigkeiten zu bewältigen. C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 17. Juli 2014 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und der Antrag auf vorsorgliche Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen. Das Gesuch der Beschwerdeführerin u m unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung wurde bewilligt und Claudia Sigel , Advokatin, für das vorliegende Verfah- ren als Kindesvertreterin für C.____ eingesetzt. Mit E ingabe vom 17. Juli 2014 reichte die Be- schwerdeführerin dem Gericht eine Arztbescheinigung betr effend ihren Ehemann, F.____, so- wie einen Verlängerungsantrag für die Psychomotorik-Therapie von C.____ ein. D. Am 21. Juli 2014 fand die Anhörung von C.____ durch die Präsidentin des Kantonsge- richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, im Durchgangsheim statt. Die Kindesver- treterin reichte gleichentags ihre Vernehmlassung ein und beantragte, dass am Entscheid der Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht KESB vom 30. Juni 2014 festzuhalten sei. Die KESB reich te am 22. Juli 2014 ihre Vernehmlas- sung sowie ein Protokoll der Anhörung von C.____ vom 21 . Juli 2014 ein. Die KESB beantrag- te, es sei die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen und der angeordnete Obhutsentzug sowie die Platzierung im Durchgangs- und Beobachtungsheim D.____ vollumfänglich zu bestätigen. E. An der heutigen Parteiverhandlung nehmen die Besch werdeführerin mit ihrer Vertrete- rin sowie die Kindesvertreterin von C.____ teil. Die K ESB wird von G.____ vertreten. Das Kan- tonsgericht befragt die Parteien sowie die als Auskunft sperson vorgeladene Beiständin. Die Beschwerdeführerin beantragt zusätzlich zu ihren schriftli ch gestellten Anträgen, es sei ihr ein grosszügiges Besuchsrecht einzuräumen und die Beiständin a nzuweisen, dieses zu koordinie- ren. Im Übrigen halten die Parteien vollumfänglich a n ihren bereits schriftlich gestellten Begeh- ren fest. Im Anschluss führt das Kantonsgericht eine geheime Urteilsberatung durch. F. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschrift en und in der heutigen Verhand- lung wird, soweit erforderlich, in den Urteilserwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1.1 Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 Z GB kann gegen Entscheide einer Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Geri cht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 erklärt für die Beurteilung von Besc hwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrec ht, für zuständig. Das Verfahren richtet sich nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. I m Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Nach dem Gesagten ist die Fünferkammer der Abteilung Verfassungs- und Ver waltungsrecht des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig (§ 1 Abs. 2 des Gesetzes über die Ver- fassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO] vom 16. Dezem ber 1993). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am V erfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahe stehen (Ziff. 2) oder di e ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids h aben (Ziff. 3). Die Beschwerdefüh- rerin ist als direkt Verfahrensbeteiligte zur Beschwerdeerhebung legitimiert. Da auch die übrigen formellen Voraussetzungen gegeben sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden. 1.2 Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschw erde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. 2. Wird ein Kind von einer Kindesschutzbehörde in eine r geschlossenen Einrichtung oder in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, so sind gemä ss Art. 314b Abs. 1 ZGB die Best- immungen des Erwachsenenschutzes über die fürsorgerische Unterbringung sinngemäss an- wendbar (FU; Art. 426 ff. ZGB). Mit einem Einweisungs- bzw. Unterbringungsentscheid gemäss Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 426 ff. ZGB kann gleichzeitig ein Gutachtenauftr ag erteilt werden (D ANIEL ROSCH , in: Rosch/Büchler/Jakob [Hrsg.], Das neue Erwachsenenschutzrech t, Basel 2011, Art. 449 ZGB N 1). Im vorliegend angefochtenen Beschluss vom 30. Juni 2014 wurde neben dem Obhutsent- zug über C.____ auch dessen Platzierung zur Beobachtung und Abklärung im Durchgangsheim angeordnet. Dabei handelt es sich um eine Einrichtungs unterbringung im Sinne von Art. 314b Abs. 1, da die Bewegungsfreiheit von C.____ aufgrund der Betreuung sowie der Überwachung und überdies der Begutachtung spürbar eingeschränkt wi rd (BGE 121 III 306 E. 2b; C HRISTOF BERNHART , Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 201 1, S. 101 f.; M ARKUS LUSTENBERGER , Die fürsorgerische Freiheitsentziehung bei Unmündigen unter elterlicher Ge- walt, Diss. Freiburg 1987, S. 80 ff.). Abgesehen davo n ist C.____ von der KESB explizit im Rahmen einer fürsorgerischen Unterbringung im Durchgang sheim untergebracht worden. Dies hat zur Folge, dass die das Verfahren der FU betreffend en bundesrechtlichen bzw. kantonal- rechtlichen Bestimmungen sinngemäss zur Anwendung gelange n (BGE 121 III 306 E. 2b; ALBERT GULER , in: Kren Kostkiewicz/Nobel/Schwander/Wolf [Hrsg.], Komm entar Schweizeri- sches Zivilgesetzbuch, 2. Auflage, Zürich 2011, Rz. 1 zu Art . 314b; Botschaft zur Änderung des ZGB [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht], [Botschaft Erwachsenenschutz] vom 28. Juni 2006, BBl 2006, S. 7102; MARKUS LUSTENBERGER , a.a.O., S. 109 ff.). 3.1 Die Beschwerdeführerin rügt vorerst in formeller Hi nsicht die Verletzung des rechtli- chen Gehörs. Sie bringt vor, sie sei zu den konkreten Massn ahmen der KESB namentlich zum Obhutsentzug sowie zur Platzierung von C.____ nicht ang ehört worden. Ihr sei zu keinem Zeit- punkt mitgeteilt worden, dass Kindesschutzmassnahmen unmitt elbar bevorstehen würden. Nebst dem rechtlichen Gehör der Kindsmutter, sei auch d asjenige von C.____ verletzt worden. C.____ sei im Zusammenhang mit dem vorliegenden Verfa hren überhaupt nie angehört wor- den. Schliesslich hätte die Beschwerdeführerin jeweils durch das Kollegium der KESB angehört werden müssen. 3.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich zunäch st aus Art. 29 Abs. 2 der Bun- desverfassung (BV) vom 18. April 1999. Er umfasst die Rechte der Parteien auf Teilnahme am Verfahren und auf Einflussnahme auf den Prozess der En tscheidfindung. In diesem Sinne dient das rechtliche Gehör einerseits der Sachaufklärung, ander erseits stellt es ein persönlichkeits- bezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar , welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört das Recht des Betrof fenen, sich vor Erlass eines Ent- scheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubrin gen, Einsicht in die Akten zu neh- men, mit erheblichen Beweisen entweder mitzuwirken ode r sich zumindest zum Beweisergeb- nis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 370, 127 I 56, 122 II 469, je mit Hinweisen). Art. 29 Abs. 2 BV räumt keinen Anspruch auf persönliche An- hörung der betroffenen Person ein (BGE 134 I 140 E. 5.3). Der verfassungsrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör wurde jedoch in Art. 447 ZGB au sgedehnt, indem darin die persönliche Anhörung der betroffenen Person vorgeschrieben wird, soweit dies nicht als unverhältnismässig erscheint (CHRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, Art. 447 Rz. 6). Art. 44 7 ZGB verpflichtet somit die KESB die betroffene Person persönlich anzuhören. Der betroffenen Person steht es indessen frei, auf die persönliche Anhörung zu verzichten, soweit sich die Anhörung im Mitwirkungsrecht erschöpft Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht (CHRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , a.a.O., Art. 447 Rz. 9 und 36; Praxisanleitung Erwachsenen- schutzrecht, KOKES [Hrsg.], Zürich/St.Gallen 2012, N 10. 18). Der Anspruch auf persönliche Anhörung steht nur der betroffenen Person zu, wobei zu den betroffenen Personen gemäss Art. 447 Abs. 1 ZGB auch die Eltern zu zählen sind, sowe it Anordnungen über Kinder zu treffen sind (C HRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , a.a.O., Art. 447 Rz. 13). Art. 447 Abs. 2 ZGB legt für den Fall einer fürsorgerischen Unterbringung fest, dass d ie betroffene Person in der Regel vom Kollegium anzuhören ist. Handelt es sich dabei um eine m inderjährige betroffene Person, so sind die Inhaber der elterlichen Sorge ebenfalls anzuhö ren, wobei jedoch eine Anhörung durch das Kollegium in der Regel nicht vonnöten ist, weil vorliegend die Entziehung der Obhut und nicht die fürsorgerische Unterbringung im Vordergrund st eht (URSULA BIRCHLER , Die fürsorgeri- sche Unterbringung Minderjähriger, in: Zeitschrift für Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE] 2013, S. 141, 149). 3.3 Die Verletzung des verfassungsrechtlichen Anspruchs au f rechtliches Gehör führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Dies unabhängig davon, ob die fraglichen verfah- rensrechtlichen Mängel einen Einfluss auf das Ergebnis ha ben (BGE 122 II 469 E. 4a; JÖRG PAUL MÜLLER /MARKUS SCHEFER , Grundrechte in der Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, S. 853). Nach der Praxis des Bundesgerichts kann aber ein e im erstinstanzlichen Verfahren erfolgte Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren geh eilt werden. Dies ist dann zulässig, wenn das rechtliche Gehör nachträglich gewährt wurde, die Rechtsmittelinstanz über freie Kog- nition in Rechts- und Sachverhaltsfragen verfügt, mithin eine Ermessensüberprüfung möglich ist und dem Betroffenen die gleichen Mitwirkungsrechte wie vor erster Instanz zustehen (BGE 122 II 286 E. 6b; JÖRG PAUL MÜLLER /M ARKUS SCHEFER , a.a.O., S. 855 mit weiteren Hin- weisen). Die Heilung eines allfälligen Mangels soll abe r die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 437 E. 3d/aa, 126 V 132 E. 2b, je mit Hinweisen). 3.4 Die Beschwerdegegnerin führt in ihrer Vernehmlassun g sowie anlässlich der heutigen Parteiverhandlung aus, dass die Beschwerdeführerin am 15. Mai 2014 durch die Vizepräsiden- tin der KESB, lic.iur. H.____, und die Erziehungsbeist ändin E.____, Sozialarbeiterin FH, ange- hört worden sei und ihr dabei die anstehende Fremdpl atzierung der Kinder eröffnet worden sei. Der Beschwerdeführerin sei zwar in Aussicht gestellt wor den, dass vorgängig Berichte bei den Therapeuten, Psychiatern und Lehrern eingeholt würden. Nach der Anhörung am 15. Mai 2014 sei die Situation bei der Beschwerdeführerin und ihre m Ehemann jedoch eskaliert, weshalb die Beschwerdegegnerin mit ihrem Entscheid nicht länger hab e warten können bzw. ohne die in Aussicht gestellten Berichte habe entscheiden müssen. 3.5 Der Zusammenfassung des Anhörungsprotokolls der Bes chwerdegegnerin vom 15. Mai 2014 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführerin erklärt worden sei, die emotionale und soziale eigenständige Entwicklung der Kinder sei unt er den gegebenen Umständen nicht gewährleistet und insbesondere häusliche Gewalt zwischen den Ehegatten stelle eine Form von Kindesmisshandlung dar. Aus diesem Grund werde eine Fre mdplatzierung der Kinder geprüft, nachdem die Beiständin die aktuellen Situationsbericht e der Therapeuten, Psychiater und Leh- rer der Familienmitglieder eingeholt habe. Aufgrund einer Polizeimeldung vom 4. Juni 2014 wurde die Beschwerdeführerin am 5. Juni 2014 erneut vo n der Beschwerdegegnerin für ein Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gespräch vorgeladen und zur Prüfung von Kindesschutzmassna hmen von der Vizepräsidentin der KESB und einem weiteren Mitglied des Spruchkörpers, I.____, Sozialarbeiter FH, angehört. Die Beschwerdeführerin sei sodann darauf hingewiesen w orden, dass ihr bereits anlässlich der letzten Anhörung eröffnet worden sei, dass die KESB er nsthaft eine Platzierung der Kinder prü- fe und darum jetzt unmittelbar konkrete Änderungsbemüh ungen von der Beschwerdeführerin vorzuweisen seien. Die Beschwerdeführerin habe darauf er widert, dass sie ihre Kinder nicht verlieren und darum ein Eheschutzverfahren einleiten wo lle. Sie wolle eine Veränderung und dass die Kinder bei ihr bleiben können. Anschliessend h abe die KESB die Beschwerdeführerin darauf hingewiesen, dass sie innerhalb von 10 Tagen ein Eheschutzverfahren einzuleiten habe, ansonsten die Platzierung der Kinder unumgänglich sei ( vgl. zum Ganzen Protokoll der Anhö- rung vom 5. Juni 2014). 3.6 Wie den vorstehenden Ausführungen zu entnehmen i st, wurde die Beschwerdeführerin am 15. Mai 2014 sowie am 5. Juni 2014 im Zusammenhan g mit der Prüfung von Kindes- schutzmassnahmen angehört und anlässlich beider Gespräche a uf die Möglichkeit einer Fremdplatzierung von C.____ hingewiesen. Die Beschwer deführerin durfte sich zudem nach der zweiten Anhörung vom 5. Juni 2014, insbesondere a ufgrund des Polizeieinsatzes am 4. Juni 2014, nicht mehr darauf verlassen, dass die Besch werdegegnerin unter allen Umstän- den auf die verschiedenen Situationsberichte warten wür de. Obschon die Anhörungen der Be- schwerdeführerin nicht vom Kollegium der KESB hätten du rchgeführt werden müssen (vgl. E. 3.2 hiervor), wurden sie jeweils von der Vizepräsident in der KESB – einer Juristin – im Bei- sein eines Sozialarbeiters bzw. einer Sozialarbeiterin du rchgeführt, womit das Prinzip der Un- mittelbarkeit sowie der Grundsatz der Interdisziplinarität der Anhörung gewahrt wurden. Demzu- folge liegt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliche s Gehör vor. Diese Rüge ist damit un- begründet. 4.1 Gemäss Art. 314a Abs. 1 ZGB ist das Kind im Rahmen von Kindesschutzmassnahmen durch die Kindesschutzbehörde oder durch eine beauftrag te Drittperson in geeigneter Weise persönlich anzuhören, soweit nicht sein Alter oder and ere wichtige Gründe dagegen sprechen. Als Richtlinie ist eine Kindesanhörung grundsätzlich ab dem vollendeten sechsten Altersjahr möglich (BGE 131 III 553 E. 1.2.3). Es handelt sich hi erbei um die innerstaatliche Kodifizierung des in Art. 12 Abs. 2 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (UKRK) vom 20. November 1989 verankerten Grundsatzes, wonach Kinder anzuhören sind, wenn ein Ge- richts- oder Verwaltungsverfahren ihre Angelegenheiten betrifft (CHRISTOPH HÄFELI , Die Aufhe- bung der elterlichen Obhut nach Art. 310 ZGB, in: Ze itschrift für Vormundschaftswesen [ZVW], 56 1-2/200 S. 111 ff., S. 122). Gemäss bundesgerichtl icher Praxis ist Art. 12 Abs. 2 UKRK di- rekt anwendbar (BGE 124 III 93 E. 3a). Die Anhörung dient einerseits der Wahrung der Persön- lichkeitsrechte des Kindes und andererseits der Sachverhalt sermittlung (P ETER TUOR /B ERNAHRD SCHNYDER /J ÖRG SCHMID /A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Das Schweizerische Zivil- gesetzbuch, 12. Auflage, Zürich 2002, S. 260). Die re chtsanwendenden Behörden sind grund- sätzlich nur dann verpflichtet, dem Kind Gelegenheit zu r Meinungsäusserung zu geben – und anschliessend diese Meinung auch angemessen zu berücksichtige n – wenn das Kind fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden (vgl. Art. 12 Abs. 2 Abs. 1 UKRK). Im Falle einer fürsorgeri- schen Unterbringung hat die Anhörung des betroffenen K indes – in Abweichung von Art. 447 Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Abs. 2 ZGB – in aller Regel nicht durch das Kollegium zu erfolgen, sondern durch ein Mitglied der Spruchbehörde. Diese Meinung lässt sich auch damit vertreten, dass gemäss Art. 314a ZGB eine kindesgerechte Anhörung zu erfolgen hat, die je nach Alter des Kindes eher in der Anhörung durch eine Delegation erfolgen sollte. Auf d ie Anhörung des Kindes darf nur aus- nahmsweise verzichtet werden (URSULA BIRCHLER , a.a.O., S. 149). 4.2 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass C.____ vo r der Anordnung und Durchfüh- rung der Kindesschutzmassnahmen nicht angehört wurde. Di e Beschwerdegegnerin bestätigt dies anlässlich der heutigen Parteiverhandlung ausdrücklich und begründet es damit, dass sie Kinder in der Regel erst anhören, wenn diese im Heim angekommen seien und sich ein Bild über das Heim und die neue Situation haben machen könn en. Aus diesem Grund sei bewusst auf die Anhörung verzichtet worden. Wie oben erwähnt, kann auf die Anhörung des Kindes auf- grund seines Alters oder anderer wichtiger Gründe verzicht et werden, ein Verzicht sollte jedoch die Ausnahme sein. Zum Zeitpunkt des Obhutsentzugs und der Fremdplatzierung war C.____ 13 Jahre alt, so dass er sich aufgrund seines Alters grund sätzlich eine eigene Meinung bilden könnte. Inwiefern eine Anhörung vor dem Vollzug der F remdplatzierung das Wohl von C.____ beeinträchtigt hätte, wird von der Beschwerdegegnerin nicht dargelegt, zumal sie eine Kindes- anhörung von C.____ grundsätzlich vorgesehen hatte, je doch erst nach Erlass der Verfügung. Eine vorgängige Anhörung wäre jedoch mit Blick auf die Nachvollziehbarkeit und Akzeptanz der bevorstehenden Massnahmen für C.____ wichtig gewesen, zum al er während des ganzen vor- liegenden Verfahrens nie persönlich angehört wurde. C .____s Standpunkt bezüglich der ange- ordneten Massnahmen konnte damit nicht Eingang in das Ve rfahren finden, insbesondere, da auch die Kindesvertreterin erst nach Vollzug der Massnahme eingesetzt wurde. Die Beschwer- degegnerin hätte C.____ vor Erlass des Entscheids vom 30 . Juni 2014 persönlich anhören müssen, weshalb C.____s Anspruch auf rechtliches Gehör ver letzt wurde. Es bleibt allerdings zu prüfen, ob die nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Voraussetzungen für die Heilung einer Gehörsverletzung erfüllt sind. C.____ wurde am 21. Juli 2014 im Durch- gangsheim von der Präsidentin des Kantonsgerichts angehör t und hatte dabei Gelegenheit, sich zum verfügten Obhutsentzug und der Fremdplatzierung zu äussern. Das rechtliche Gehör wurde ihm somit nachträglich gewährt. Gemäss Art. 450 a ZGB verfügt das Kantonsgericht im vorliegenden Verfahren über eine umfassende Kognition in Rechts- sowie Sachverhaltsfragen und kann die Angemessenheit der Verfügung vom 30. Juni 2014 überprüfen, so dass der Be- troffenen die gleichen Mitwirkungsrechte wie vor erster I nstanz zustehen. Die nach der Praxis des Bundesgerichts aufgestellten Bedingungen für eine He ilung der im erstinstanzlichen Ver- fahren erfolgten Gehörsverletzung sind demnach erfüll t. Es kann somit festgehalten werden, dass im Zusammenhang mit dem Entzug der elterlichen Obhut und der Fremdplatzierung durch die Beschwerdegegnerin der Anspruch von C.____ auf r echtliches Gehör verletzt wurde, die Verletzung jedoch im vorliegenden Verfahren geheilt werden konnte. Die vorliegende Be- schwerde ist somit materiell zu beurteilen. 5.1 Die Beschwerdeführerin wehrt sich in materieller Hinsicht gegen den Obhutsentzug mit Fremdplatzierung ihres Sohnes C.____. Sie wirft der Vorinstanz vor, diese habe den Grundsatz der Verhältnismässigkeit verletzt und keine milderen Massna hmen, um einer allfälligen Gefähr- dung begegnen zu können, geprüft. Es sei nicht abgekl ärt worden, inwiefern die Beschwerde- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin zur Kooperation und Behandlung der eigenen Schwierigkeiten bereit sei. Die Be- schwerdeführerin und ihr Ehemann hätten ihre Ehethera pie wieder aufgenommen und würden sich aktiv bemühen, ihre Schwierigkeiten zu bewältigen. E s hätte nochmals versucht werden müssen, eine sozialpädagogische Familienbegleitung zu installieren. Es sei davon auszugehen, dass die Massnahme zusammen mit der eigenen Initiative der Beschwerdeführerin (Psychothe- rapie und Ehetherapie) und in Kombination mit der B eibehaltung der Beistandschaft, gegen welche sich die Kindsmutter grundsätzlich nicht wehren wür de, den gewünschten Erfolg bringe. Zudem sei das Vorliegen einer allfälligen Kindeswohlge fährdung ungenügend abgeklärt wor- den. 5.2 Die Beschwerdegegnerin begründet ihren Entscheid i m Wesentlichen damit, dass auf- grund der gehäuft auftretenden lautstarken und gewalt vollen Streitereien der Beschwerdeführe- rin und ihrem Ehemann eine erhebliche Gefährdung des Kindeswohls von C.____ vorliege. Es sei offensichtlich, dass die bisherigen Hilfsangebote die zunehmende Gefährdung des Kindes- wohls nicht haben abwenden können. Die Möglichkeiten de r Selbsthilfe seien vorliegend aus- geschöpft, weshalb die ausserhäusliche Unterbringung von C.____ als angemessen erscheine, da sie geeignet sei, ihm im Alltag Schutz vor Gewalt, einen ruhigen klaren Tagesablauf, eine sozialpädagogische und psychiatrische Abklärung sowie eine gesunde persönliche Entwicklung zu ermöglichen. 5.3 Es ist demzufolge festzuhalten, dass weder die Erricht ung der Beistandschaft noch die Ernennung der Beiständin noch deren Auftrag angefocht en sind. Auch gegen die Weisung an die Beschwerdeführerin, mittels Psychotherapie die Ursachen der häuslichen Gewalt aufzuar- beiten, wehrt sich die Beschwerdeführerin nicht (vgl. E. 5.1 hiervor). Vorliegend ist somit zu prü- fen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Obhutsen tzug mit Fremdplatzierung von C.____ angeordnet hat. In diesem Zusammenhang ist zu beurteilen, ob die Voraussetzungen für diese Kindesschutzmassnahmen, namentlich die hier umstr ittene Verhältnismässigkeit, ge- geben sind. Dabei sind die verschiedenen auf dem Spiel stehenden Interessen abzuwägen. 6.1 Ist das Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Elt ern nicht von sich aus für Abhilfe oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde gemäss Art. 307 Abs. 1 ZGB die geeigneten Massnahmen zum Schutz des Kindes. Art. 307 Abs. 1 ZGB enthält die Aufforde- rung, die im Einzelfall geeigneten, vom Gesetz vorgese henen Massnahmen (Art. 307 Abs. 3 ZGB bis Art. 312 ZGB) zu treffen. Die materiellen V oraussetzungen für den Entzug der elterli- chen Obhut und die Unterbringung Minderjähriger richt en sich nach Art. 310 Abs. 1 ZGB (Bot- schaft Erwachsenenschutz S. 7102; Urteil des Bundesgerich ts 5A_561/2013 vom 10. Januar 2014 E. 7.1). Nach Art. 310 Abs. 1 ZGB hat die KESB das Kind den Eltern oder, wenn es sich bei Dritten befindet, diesen wegzunehmen un d in angemessener Weise unterzu- bringen, wenn der Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden kann. Die KESB hat zu bestimmen, wo das Kind untergebracht wird. In Betra cht kommen Familienpflege, eine be- treute Wohngruppe, Heimpflege oder eine selbständige Unterkunft (P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil gesetzbuch, 4. Auflage, Basel 2010, Rz. 8 zu Art. 310 ZGB). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 Kindesschutzmassnahmen bezwecken im Allgemeinen die Abw endung einer Gefähr- dung des Kindeswohls (C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Aufl., Bern 1999, Rz. 27.09). Von einer Gefährdung des Kindeswohls wird n ach herrschender Auffassung dann ausgegangen, wenn nach den konkreten Umständen die ernstliche Möglichkeit einer gegenwär- tigen oder zumindest unmittelbar bevorstehenden Gefahr für die Kindesentwicklung abzusehen ist, die bei ihrer Fortdauer eine erhebliche Beeintr ächtigung des physischen oder psychischen Wohls des Kindes voraussehen lässt (P ETER BREITSCHMID , a.a.O., Rz. 18 zu Art. 307; A LBERT GULER , a.a.O., Rz. 5 zu Art. 307; P ATRICK FASSBIND , Systematik der elterlichen Personensorge in der Schweiz, Basel 2006, S. 357). Unerheblich ist, auf welche Ursachen die Gefährdung zu- rückzuführen ist: Sie können in den Anlagen oder in einem Fehlverhalten des Kindes, der Eltern oder der weiteren Umgebung liegen. Desgleichen spielt es keine Rolle, ob die Eltern ein Ver- schulden an der Gefährdung trifft. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Entzie- hung. Alle Kindesschutzmassnahmen müssen erforderlich sein (Subsidiarität), und es ist immer die mildeste Erfolg versprechende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese sollen elter- liche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Komp lementarität vgl. Art. 389 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB, s. zum Ganzen H EGNAUER , a.a.O., Rz. 27.10 ff.; Urteil des Bundes- gerichts 5A_701/2011 vom 12. März 2012 E. 4.2.1, in: Fa mPra.ch 2012, S. 821 mit weiteren Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung). 6.3 Aus den vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass die B eschwerdegegnerin in der vor- liegenden Angelegenheit verschiedene Abklärungen vorgen ommen und verschiedene Mass- nahmen ausprobiert hat. Aufgrund von Gefährdungsmeld ungen der Gemeinde J.____ (damali- ger alter Wohnort der Familie) wurde mit Verfügung der Vormundschaftsbehörde K.____ (da- maliger neuer Wohnort der Familie) vom 20. Januar 20 10 für die Familie eine sozialpädagogi- sche Familienbegleitung für sechs Monate eingerichtet. Diese Massnahme wurde sodann bis im Juni 2012 jeweils um sechs Monate verlängert und mit Entsc heid der Vormundschaftsbehörde L.____ (jetziger Wohnort der Familie) vom 1. Juni 2012 aufgehoben und eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB errichtet. Als Beistand wurd e I.____, Sozialarbeiter, ernannt. Zur Begründung wurde angeführt, dass die Massnahme in einigen Ansätzen zwar erfolgreich gewe- sen sei, die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätte n aber in dieser Zeit zu wenig Eigenini- tiative ergriffen, um nachhaltige Veränderungen herbeizuführen. Mit der Beendigung der Famili- enbegleitung müssten die Eltern mehr Verantwortung ü bernehmen. Dieser Schritt sei gegen- über den Kindern verantwortbar, da ein stabiles Helfe rnetz habe aufgebaut werden können (Kindergärtnerin, Lehrerin, Heilpädagogin, Jugendpsych iaterin). In seinem Schlussbericht vom 2. Februar 2013 hält I.____ sodann fest, dass der teils unkontrollierte Alkoholkonsum des Ehe- mannes der Beschwerdeführerin ein grosses Problem darstel le. Gegen die Familienmitglieder sei er jedoch nie gewalttätig geworden, allerdings kön ne er seine Aggressionen im angetrunke- nen Zustand kaum bändigen und schlage unkontrolliert mi t dem Fuss in die Wand, wobei er sich Verletzungen zuziehe, welche er dann mit einem gewi ssen Stolz präsentiere. Auch steige in diesen Situationen der Lärmpegel in der Wohnung, weshalb der Beschwerdeführerin schon mehrmals die Wohnungskündigung angedroht worden sei. Zu dem äussere der Ehemann unter Alkoholeinfluss Gewaltphantasien in Gegenwart der Kinde r. Im angetrunkenen Zustand über- schreite er die Grenzen des Zumutbaren für die Kinder. Es sei jedoch positiv zu werten, dass er, um eine Alkoholentwöhnung zu forcieren, seit Oktob er 2012 in psychotherapeutischer Be- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht handlung sei. Die Beschwerdeführerin leide unter dem Alkoholmissbrauch ihres Mannes, aller- dings sei sie co-abhängig und verteidige gegen aussen se in Trinkverhalten. Sie setze ihm im- mer wieder Ultimaten und drohe mit der Trennung wen n er nicht aufhöre zu trinken, dies habe sie jedoch nie durchgezogen. Zu C.____ führt der Erzie hungsbeistand aus, er leide an einem diagnostizierten ADHS und nehme Concerta sowie Mediki net. In seinem Bericht verweist der Erziehungsbeistand zudem auf Aussagen der Klassenlehrerin von C.____, welche C.____ ei- nen Entwicklungsrückstand von rund zwei Jahren attestieren würde. In den letzten 1 ½ Jahren habe er jedoch grosse Fortschritte gemacht. Dennoch zeig e er häufig kleinkindliches Verhalten und leide an einer straken Bindungsstörung. C.____ sei i n Psychomotorik- sowie Psychothera- pie. Die Rückmeldungen aus der Schule sowie die persönli chen Eindrücke während der Besu- che in der Familie hätten gezeigt, dass die Familie im aktuellen Zustand nur bedingt ein kindge- rechtes Umfeld bieten könne. Er habe der Beschwerdeführe rin darum deutlich gemacht, dass, wenn sich nicht bald im Familiensystem etwas Grundlegendes ändern würde, eine Fremdplat- zierung in Betracht gezogen würde. Im Juni 2013 hat die Beschwerdeführerin ein Eheschutzver fahren eingeleitet und kurz darauf wieder zurückgezogen. In dieser Zeit musste der Eheman n mittels fürsorgerischer Unterbrin- gung in die Psychiatrie Baselland, Klinik für Psychiatrie und Psychothe rapie in Liestal, einge- wiesen werden, nachdem er Suizidgedanken geäussert hatte. In der Folge fand am 3. September 2013 ein Gespräch zwischen der neuen Beistä ndin sowie der Beschwerdeführe- rin und ihrem Ehemann statt. Dabei führte die Beschwe rdeführerin aus, sie würden es mit Hilfe der Therapeuten und einer allfälligen Ehetherapie mit den Kindern alleine schaffen, weshalb die Beistandschaft aufgehoben werden könne. Sie würde alles daran setzen, dass es nicht zu ei- nem Obhutsentzug mit Fremdplatzierung der Kinder komme. Am 15. Januar 2014 erstattete die Polizei eine Gefährdungsmeldung an die KESB, nachdem der Ehemann von der Beschwerde- führerin in der Familienwohnung tätlich angegriffen worden sei. Der Ehemann habe einen Ate- malkoholwert von 0.96 Promille aufgewiesen. Aufgrund handgreiflicher Auseinandersetzungen unter den Ehegatten kam es am 4. März, am 3. April sowie am 27. April 2014 erneut zu Gefähr- dungsmeldungen durch die Polizei. Der Ehemann habe bei den Polizeieinsätzen nach Alkohol gerochen bzw. einen Atemalkoholwert von 2.08 bzw. von 2.28 Promille aufgewiesen. Am 7. Mai und am 8. Mai 2014 reichten Nachbarn der Familie und am 9. Mai 2014 die Polizei Gefähr- dungsmeldungen bei der KESB ein. Am 21. Mai 2014 rei chten M.____ und N.____ eine Ge- fährdungsmeldung bei der KESB ein, da sie sich um das Wo hlergehen der Kinder sorgen wür- den. Am 4. Juni 2014 kam es erneut zu einem Polizeiein satz wegen handgreiflichen Auseinan- dersetzungen zwischen den Ehegatten wobei der Ehemann e inen Atemalkoholwert von 2.16 Promille aufgewiesen habe. Beide Kinder seien während des Streits anwesend gewesen. 6.4 Anlässlich der heutigen Verhandlung führt die Besch werdeführerin aus, dass es ihr und ihrem Ehemann nicht gut gehe ohne die Kinder. Ihr M ann leide seit der Fremdplatzierung der Kinder an Bulimie. Es habe einmal im Beisein der Kind er Streit gegeben, da sei der Ehemann aber von den Schwiegereltern provoziert worden. Seit die Kinder weg sind, habe er nichts mehr getrunken, gehe regelmässig in Therapie und sie hätten zusammen wieder eine Ehetherapie angefangen. Die letzte Therapie hätten sie abgebroche n, weil ihnen der Therapeut nicht ge- passt hätte. Tabletten zum Alkoholentzug nehme der Ehemann nicht, da er diese nicht brauche. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auch die Beschwerdeführerin sei in Therapie. Jetzt sei i hnen zudem die Wohnung per Septem- ber gekündigt worden. 6.5 Die Beiständin macht anlässlich der heutigen Partei verhandlung geltend, dass sie den Fall seit Januar 2013 kenne und im Frühling 2014 die Mandatsführung übernommen habe. Sie habe versucht, Termine mit den Eltern zu vereinbaren, um mit den Kindern zu sprechen, diese Termine seien aber immer abgesagt oder verschoben word en, weshalb sie nicht an die Kinder herangekommen sei. Nach den jeweiligen Gefährdungsmeld ungen habe sie immer das Ge- spräch mit den Eltern gesucht und habe von der Beschwerdeführerin die Erlaubnis erhalten, mit den Therapeuten und Lehrern der Kinder zu sprechen. Si e habe den Eindruck, die familiäre Situation sei für die Kinder in letzter Zeit schlechter geworden. Die Auseinandersetzungen zwi- schen den Eltern hätten zugenommen und seien zudem han dgreiflich geworden. Überdies hät- ten die Ehegatten sowohl die Ehetherapie wie auch das Antiaggressions-Training der Be- schwerdeführerin abgebrochen, weil es in ihren Augen n ichts gebracht hätte. Der Alkoholkon- sum des Ehemannes werde von beiden immer heruntergespie lt. C.____ habe bei seinem Therapeuten erwähnt, dass es zu Hause Streit gebe, meh r habe er aber nicht dazu sagen wol- len. Es sei sehr wichtig, dass die Kinder jetzt aus der S chusslinie genommen und abgeklärt werden. Die Beiständin erhoffe sich durch die Abklärung Hinweise darüber zu erhalten, was die Familie bezüglich der Wohnform, des Umgangs untereinan der und der weiteren therapeuti- schen Unterstützung brauche. Die Beiständin führte im We iteren aus, dass es gemäss Aussa- gen des Psychotherapeuten von C.____ nicht möglich sei, mit den Kindseltern verbindliche und regelmässige Termine für C.____ zu vereinbaren und er habe C.____ seit Beginn des Jahres erst zwei Mal gesehen. 6.6 Die Kindesvertreterin bemerkt, dass es zurzeit wichti g sei, die Kinder in einer stabilen Umgebung zu lassen und ihnen damit den Druck zu nehmen. Dass die Kinder gegen aussen allenfalls z.B. gegenüber Lehrern den Eindruck vermitte ln würden, es sei alles in Ordnung, be- deute nicht, dass es auch tatsächlich so sei. Es sei zudem alarmierend, dass die Eltern die Kin- der brauchen würden, damit es ihnen besser gehe. Es geh e aber um das Wohl der Kinder und nicht um dasjenige der Eltern. 7.1 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen wird deut lich, dass sich die familiäre Situation seit dem Schlussbericht des ehemaligen Beistands vom Februa r 2013 nicht wesentlich geän- dert und sich in den letzten Monaten sogar verschlechtert hat. Der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann ist es – trotz den bisher getroffenen Massn ahmen – nicht gelungen, die not- wendigen elterlichen Kompetenzen zu entwickeln, um den Bedürfnissen nach Stabilität und Sicherheit wie auch altersentsprechender Förderung von C.____ gerecht zu werden (vgl. Ge- fährdungsmeldungen von Januar – Juni 2014). Die Über forderungssituation der Beschwerde- führerin, insbesondere das Alkoholproblem des Ehemanne s sowie die lautstarken und teils handgreiflichen Auseinandersetzungen unter den Eltern, haben sich den vorliegenden Akten zufolge nicht verändert. Obschon diese Problembereiche bereits während der sozialpädagogi- schen Familienbegleitung sowie der darauffolgenden Erziehungsbeistandschaft immer wieder in Gesprächen thematisiert, den Eltern diesbezüglich Hilfsangebote zur Verfügung gestellt und sie auf die damit zusammenhängende Gefährdung ihrer Kind er hingewiesen wurden, konnten sie Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht diese Schwierigkeiten nicht nachhaltig verbessern (vgl. Bericht der sozialpädagogischen Fami- lienbegleitung vom 8. Oktober 2010; Bericht von I.___ _ vom 2. Februar 2013, Protokoll der An- hörung vom 2. September 2013, Bericht von E.____ vom 19 . Mai 2014). Eigene Anteile an der vorliegenden Situation werden zwar teilweise erkannt, jedoch heruntergespielt und die Schuld für die Probleme bei Dritten gesucht, wie sich anlässlich der heutigen Parteibefragung gezeigt hat (vgl. auch Bericht der Beiständin vom 19. Mai 201 4). Es ist der Beschwerdeführerin jedoch zu Gute zuhalten, dass sie zumindest versucht hat, ihre Prob leme durch verschiedene thera- peutische Unterstützungen anzugehen. Wie die Beschwerdef ührerin und ihr Ehemann anläss- lich der heutigen Parteiverhandlung ausführen, haben sie erneut eine Ehetherapie angefangen und wollen diese auch durchführen. Allerdings haben si e Therapien in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen immer wieder abgebrochen, weshalb abzuwarten ist, wie sich die mo- mentane Therapiebereitschaft entwickeln wird. Entscheidend ist jedoch, dass die kindgerechte Entwicklung und Entfaltung von C.____ unter den bisheri gen familiären Umständen als gefähr- det erscheint. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann sind aufgrund ihrer eigenen Probleme (finanzielle Sorgen, Beziehungskonflikte, Neigung zu Alko holkonsum) momentan nicht in der Lage, sich angemessen um C.____ zu kümmern. Um definiere n zu können, welche weiteren Unterstützungsmassnahmen bzw. welches ambulante Setting die Familie und insbesondere die Kinder brauchen, ist eine eingehende Begutachtung der Kinder angezeigt. Wie sich gezeigt hat, war die Kooperationsbereitschaft der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes hinsichtlich der gesundheitlichen und sozialpädagogischen Abklärung der Ki nder bis anhin nicht gewährleistet, weshalb auch aus diesem Grund eine stationäre Abklärung d er Kinder angezeigt ist. Schliess- lich soll – sofern geeignete Bedingungen vorliegen – e ine Rückplatzierung der Kinder in das häusliche Umfeld Ziel der durchzuführenden Abklärungen sein. 7.2 Auf der Grundlage der vorstehenden Feststellungen g elangt das Kantonsgericht mit der Vorinstanz zum Schluss, dass im vorliegenden Fall der Obhutsentzug sowie die Platzierung von C.____ im Durchgangsheim zu Recht erfolgten. Anda uernde Auseinandersetzungen unter den Eltern sowie eine damit einhergehende Überforder ung der Beschwerdeführerin, wie sie vorliegend von den Verfahrensbeteiligten übereinstimm end geschildert werden, können eine erhebliche Gefährdung des seelischen Wohles des Kindes mit sich bringen. Die Beschwerde- führerin bestreitet auch nicht, dass bisher sämtliche an geordneten ambulanten Massnahmen (sozialpädagogische Familienbegleitung, Erziehungsbeistan dschaft, Therapiestunden) keine bleibende Verbesserung der Familiensituation herbeifü hren konnten. Es ist auch nicht ersicht- lich, mit welchen milderen Massnahmen der Gefahr für C. ____ hätte entgegengetreten werden können. Die von der Beschwerdeführerin genannte Massnahm e, dass erneut eine sozialpäda- gogische Familienbegleitung einzurichten sei, würde wa hrscheinlich wieder eine kurzfristige Entlastung der Eltern herbeiführen, jedoch keine nachh altige Änderung der Problematik auf der Elternebene, welche letztlich für die Gefährdung der Kinder ausschlaggebend ist, bringen. Der vorinstanzliche Entscheid, dass der Beschwerdeführerin die O bhut über C.____ entzogen und er für die Zeit der Abklärungen in einem Heim platzie rt werde, ist demnach folgerichtig. Die an- geordnete Fremdplatzierung und der damit verbundene Obhutsentzug erweisen sich vor die- sem Hintergrund als unumgänglich, da mildere Massnahmen ohne nachhaltigen Erfolg geblie- ben sind. Ferner ist zu bemerken, dass die Platzierung von C.____ im Durchgangsheim auf Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht sechs Monate befristet ist und die KESB nach den erfol gten Abklärungen über allfällige weitere Massnahmen neu zu entscheiden hat. 7.3 Die Geeignetheit des gewählten Durchgangsheims und der Auftrag zur Begutachtung werden von der Beschwerdeführerin nicht in Frage geste llt und es bestehen zudem auch keine Anzeichen dafür, dass das Durchgangs- und Beobachtungshei m D.____ vorliegend nicht ge- eignet ist, zumal auch C.____ anlässlich seiner Anhörung ausführt, dass es ihm im Heim gut gehe (vgl. Protokoll der Kindesanhörung vom 21. Juli 2014). 7.4 Zusammenfassend sind die angefochtenen Massnahmen ohne Weiteres gerechtfertigt, weshalb sich die Beschwerde als unbegründet erweist. Die Interessen am Schutz von C.____ sind deutlich höher zu gewichten als die Interessen der Beschwerdeführerin, die den Kontakt mit C.____ im Rahmen ihres Besuchsrechts aufrechterhalt en und dabei ihre Kooperationsbe- reitschaft sowie die Bereitschaft, den bestehenden Zustan d zu verändern, unter Beweis stellen kann. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. Für die Ausgest altung des Besuchsrechts der Be- schwerdeführerin ist nach heutiger Aussage der Beschwerde gegnerin das Heim zuständig, weshalb sich die Beschwerdeführerin diesbezüglich direkt a n das Durchgangs- und Beobach- tungsheim D.____ zu wenden hat. 8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Be weiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausma ss auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Ebenfalls als Verfahrenskosten zu berücksichtigen sind die K osten der Kindesvertretung (Urteil des Bundesgerichts 5A_840/2011 vom 13. Januar 2012, E. 6; vgl. C HRISTOPH AUER /M ICHÈLE MARTI , a.a.O., Art. 449a N 25). Für die gerichtlich eingesetzte anwaltliche Kindesvertretung wird praxisgemäss ein Stundenansatz von Fr. 200.-- zu Grunde gelegt, welcher dem Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung und amtlicher Verteidigung nach § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 entspricht und eine sorgfältige Ver- tretung des Kindes zu gewährleisten vermag. Das Honorar der Kindesvertreterin ist demnach, ausgehend von einem – zudem auch beantragten – Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde, auf Fr. 1'620.-- (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen. Die eingesetzte Kindesvertreterin hat für die Verfahren 810 14 201 und 810 14 202 eine gemein same Honorarnote eingereicht, weshalb es sich rechtfertigt, die Verfahrenskosten (Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1‘800.-- und Kos- ten der Kindesvertretung in der Höhe von Fr. 1‘620.- -) je hälftig in beiden Verfahren zu verle- gen. Die vorliegenden Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘710.-- werden der Beschwerde- führerin auferlegt und gehen zufolge Bewilligung de r unentgeltlichen Prozessführung zulasten der Gerichtskasse. Der Kindesvertreterin ist für das vorli egende Verfahren ein Honorar in der Höhe von Fr. 810.-- (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gem äss § 21 Abs. 1 VPO für den Bei- zug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Trotz Unterliegens re chtfertigt es sich, infolge der festge- stellten Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerd eführerin ein Drittel der Parteient- schädigung zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Be- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht schwerdeführerin hat für die Verfahren 810 14 201 und 810 14 202 eine gemeinsame Honorar- note eingereicht, weshalb die Parteientschädigung häl ftig auf beide Verfahren zu verteilen ist. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdefüh rerin ein Drittel der Parteientschä- digung in der Höhe von Fr. 1‘400.60, d.h. Fr. 466.85 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschl agen. Zufolge Bewilligung der unent- geltlichen Verbeiständung ist der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren die restliche Entschädigung in der Höhe von F r. 933.80 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zulasten der Gerichtskasse auszurichten. 8.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich darauf hing ewiesen, dass sie zur Nachzah- lung der in diesem Verfahren infolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege der Gerichts- kasse belasteten Kosten verpflichtet ist, sobald sie dazu in d er Lage ist (§ 53a Abs. 1 des Ge- setzes über die Organisation der Gerichte [Gerichtsorganisationsgesetz, GOG] vom 22. Februar 2001). Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘710.-- (inkl. Kosten der Kin- desvertreterin) werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführu ng gehen die der Beschwerdeführerin auferlegten Verfahrenskosten zulasten der Ge- richtskasse. 3. Der Kindesvertreterin wird ein Honorar in der Hö he von Fr. 810.-- (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 4. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ ha t der Rechtsver- treterin der Beschwerdeführerin ein Drittel der Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘400.60, d.h. Fr. 466.85 (inkl. Auslagen und 8 % Mehr- wertsteuer) zu bezahlen. Die übrigen Parteikosten werde n wettgeschl a- gen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbei ständung wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin für das vorlie gende Verfahren die restliche Entschädigung in der Höhe von Fr. 933.80 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) zulasten der Gerichtskasse ausgerichtet. Präsidentin Gerichtsschreiberin