<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00022</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106746&amp;W10_KEY=13013575&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00022</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 03.07.2002</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Betrieb einer Berufsschulmensa durch ein Privatunternehmen. Nichteintreten auf die Submissionsbeschwerde, da bisher bloss eine Empfehlung der Jury, nicht aber ein Vergabeentscheid der zuständigen Behörde vorliegt (E. 1a). Rügen betreffend die Verletzung des Vertrags mit der bisherigen Mensabetreiberin sind nicht mittels Submissionsbeschwerde geltend zu machen (E. 1c). Die Führung des fraglichen Verpflegungsbetriebs fällt nicht in den Anwendungsbereich des GATT/WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen; offen gelassen, ob überhaupt eine öffentliche Beschaffung vorliegt (E. 2)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSSCHULE">BERUFSSCHULE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: JURY">JURY</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANTINE">KANTINE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MENSA">MENSA</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE BESCHAFFUNG">ÃFFENTLICHE BESCHAFFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SCHULE">SCHULE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBMISSION">SUBMISSION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERGABEENTSCHEID">VERGABEENTSCHEID</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 5 BGBM</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 BGBM</span><br/><span class="gerade">Art. 15 IVÃ¶B</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Im Oktober 2001 schrieb das Rektorat der Schule X per August 2002 die Betreibung ihrer Kantine an der Z-strasse mit ca. 100 Innen- und 50 AussensitzplÃ¤tzen Ã¶ffentlich aus und lud gleichzeitig drei Unternehmen direkt zur Offertstellung ein. GemÃ¤ss den Ausschreibungsunterlagen war eine qualitativ hochstehende, gesunde (ohne Alkohol und Tabakprodukte) und preiswerte Verpflegung fÃ¼r die SchÃ¼ler/innen und die Kursteilnehmer sicherzustellen. DafÃ¼r sollten dem Betreiber die vorhandenen und geplanten RÃ¤umlichkeiten inklusive der fest eingebauten Infrastruktur zur VerfÃ¼gung gestellt werden, wÃ¤hrend die anschliessbaren GerÃ¤te selber gestellt und unterhalten werden sollten. Gleichzeitig waren neue Ideen zur Verpflegung in der bestehenden Kantine und zu deren baulicher Erweiterung gegen Ende 2004 gefragt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 20. Dezember 2001 jurierte die Schule X die vier eingegangenen Bewerbungen. Dabei erreichte die Firma D mit 87 Punkten den ersten Rang vor der Firma A, welche bis dahin wÃ¤hrend Jahren die Berufsschulmensen in der Stadt ZÃ¼rich betrieben hatte, mit 83 Punkten, und zwei weiteren Anbietern mit 61 und 42 Punkten. GestÃ¼tzt auf dieses Ergebnis lud die Jury das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt ein, mit der Firma D Vertragsverhandlungen aufzunehmen. Falls die detaillierten Vertragsbedingungen nicht befriedigend gelÃ¶st werden kÃ¶nnten, sollten gegebenenfalls mit der Firma A Verhandlungen aufgenommen werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen dieses den Anbietern am 11. Januar 2002 mit Rechtsmittelbelehrung erÃ¶ffnete Jury-Ergebnis erhob die Firma A am 21. Januar 2002 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, die FÃ¼hrung der Verpflegungsbetriebe Z-strasse solle weiterhin bei ihnen bleiben und nicht der Firma D Ã¼bertragen werden. Eventuell sei die BegrÃ¼ndung fÃ¼r den Zuschlag an die Firma D explizit darzulegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2002 beantragte die Firma D die vollumfÃ¤ngliche Abweisung der Beschwerde. Am 13. MÃ¤rz 2002 beantragte auch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt die Abweisung der Beschwerde, sofern darauf einzutreten sei. In Replik und Duplik hielten die Beteiligten an ihren AntrÃ¤gen fest.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Anfechtungsobjekt der Beschwerde im Submissionsverfahren der Kantone und Gemeinden ist die VerfÃ¼gung der Auftraggeberin oder des Auftraggebers (Art. 15 der Inter­kantonalen Vereinbung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 22. September 1996 [IVÃ¶B] bzw. Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes Ã¼ber den Binnenmarkt vom 6. Oktober 1995 [BGBM]). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall soll Vertragspartner des ausgeschriebenen Vertrags der Kanton ZÃ¼rich, vertreten durch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt, sein. Von dieser BehÃ¶rde wurde bisher kein Vergabeentscheid getroffen. Vielmehr liegt erst eine Einladung der Jury der Schule X zu Handen dieses Amtes vor. Diese Empfehlung ist unabhÃ¤ngig von der erteilten Rechtsmittelbelehrung keine verbindliche und erzwingbare hoheitliche Anordnung Ã¼ber verwaltungsrechtliche RechtsverhÃ¤ltnisse. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Beschwerde ist daher nicht einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Da das Jury-Ergebnis den Betroffenen fÃ¤lschlicherweise mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen erÃ¶ffnet worden ist, sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. ParteientschÃ¤digungen wurden keine verlangt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) AnzufÃ¼gen ist, dass auf die Beschwerde - selbst wenn im Ãbrigen die Voraussetzungen erfÃ¼llt wÃ¤ren - ohnehin nicht eingetreten werden kÃ¶nnte, soweit sie mit einer angeblich unzulÃ¤ssigen KÃ¼ndigung des bisherigen Vertrags zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und dem Kanton ZÃ¼rich betreffend die FÃ¼hrung von Berufsschulmensen begrÃ¼ndet wird. Derartige RÃ¼gen kÃ¶nnen nicht Gegenstand der Submissionsbeschwerde sein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen bleiben, ob die empfohlene Vergabe Ã¼berhaupt eine solche im Sinn von Art. 5 BGBM ist. Klar scheint immerhin, dass der vorliegend zur Hauptsache in Frage stehende Betrieb einer Kantine keine Dienstleistung darstellt, die unter die abschliessende AufzÃ¤hlung des GATT/WTO-Ãber­ein­kom­mens vom 15. April 1994 Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen (Govern­ment Pro­­cure­ment Agree­ment [GPA]) fÃ¤llt. Aus dem Ãber­ein­kom­men ergibt sich keine Verpflichtung der Schweiz bzw. ihrer Kantone, VertrÃ¤ge dieser Art den sub­mis­sionsrechtlichen Regeln zu unterstellen. Demzufolge gelangt auch die IVÃ¶B nicht direkt zur Anwendung (vgl. Art. 6 lit. c IVÃ¶B).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Weniger klar ist hingegen, ob die FÃ¼hrung des fraglichen Verpflegungsbetriebs Ã¼berhaupt eine "Ã¶ffentlichen Beschaffung" im Sinn von Art. 5 BGBM darstellt. Das Binnenmarktgesetz spricht generell von "Ã¶ffentlichen Beschaffungen" (Art. 5 Abs. 1 BGBM) und "Ã¶ffentlichem Be­schaffungswesen" (Art. 9 Abs. 1 BGBM) bzw. von "Vorhaben fÃ¼r ... Ã¶ffentliche EinkÃ¤ufe, Dienst­leis­tun­gen und Bauten" (Art. 5 Abs. 2 BGBM), ohne diese Begriffe nÃ¤her zu definieren. Als Kriterien, die fÃ¼r oder gegen die Qualifikation als Ã¶ffentliche Beschaffung sprechen, kÃ¶nnen etwa die Art der Leistung des privaten Unternehmens und der Gegenleistung des Gemeinwesens, ferner die Verteilung von Nutzen und Gefahr und die Interessenlage herangezogen werden. Stellt das Gemeinwesen lediglich Ã¶ffentliche Sachen (hier: VerwaltungsvermÃ¶gen) einem Unternehmer zur AusÃ¼bung einer privatwirtschaftlichen TÃ¤tigkeit zur VerfÃ¼gung, so liegt wohl keine Ã¶ffentliche Beschaffung vor, sofern das Betriebsrisiko beim Unternehmer liegt (vgl. BGE 125 I 209 E. 6b = Pra 89/2000 Nr. 149 betreffend Plakataushang auf Ã¶ffentlichem Grund). Der Staat ist dann nicht Nachfrager, sondern Anbieter. Dies ist etwa der Fall, wenn das Gemeinwesen eine in seinem Eigentum stehende Liegenschaft als Wirtshaus einem PÃ¤chter zur VerfÃ¼gung stellt. Eine Submission (unter Anwendung der entsprechenden Verfahrensnormen) wÃ¤re dagegen wohl dann vorzunehmen, wenn ein interner Verpflegungsbetrieb einer Anstalt vorab im Ã¶ffentlichen Interesse und in ErfÃ¼llung einer Ã¶ffentlichen Aufgabe erfolgt, wie dies etwa bei einer von privaten Unternehmungen bereitgestellten Verpflegung von Patienten in Ã¶ffentlichen SpitÃ¤lern der Fall wÃ¤re. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Sodann wÃ¤re zu beachten, dass es sich bei den direkten LeistungsempfÃ¤ngern um die SchÃ¼lerinnen und SchÃ¼ler sowie um die LehrkrÃ¤fte handelt, die sich in der Kantine verpflegen und hierfÃ¼r ein Entgelt entrichten; nur mittelbar wird durch den Verpflegungsbetrieb auch gegenÃ¼ber dem Gemeinwesen eine Leistung erfÃ¼llt. Ferner ist der Umstand, dass die Abgeltung durch den Staat nicht durch eine Geldleistung, sondern durch ein kostenloses Anstaltsnutzungsrecht erfolgt, fÃ¼r eine Submission atypisch; dasselbe gilt insofern, als der vom Gemeinwesen zu leistende "Preis" (d.h. das kostenlose Bereitstellen von RÃ¤umlichkeiten) fest fixiert und demzufolge nicht je nach Angebot der Unternehmer mehr oder weniger zu bezahlen ist. Alle diese UmstÃ¤nde lassen es zumindest als fraglich erscheinen, ob die Bestimmung eines Vertragspartners zur FÃ¼hrung eines Verpflegungsbetriebs in der vorliegenden Art und Weise eine Ã¶ffentliche Beschaffung darstellt. FÃ¼r eine abschliessende Beurteilung fehlt es indessen an weiteren Informationen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>