Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung IV D-6825/2011 U r t e i l v o m 1 7 . A p r i l 2 0 1 2 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Barbara Frei-Koller, Freiplatzaktion Basel, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 15. November 2011 / N (…). D-6825/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a. Die Beschwerdeführerin, eine srilankische Staatsangehörige tamil i- scher Ethnie mit letztem Wohnsitz in B._______(Distrikt Kilinochchi), ver- liess ihren Heimatstaat eigenen Angaben zufolge zusammen mit ihren El- tern und Geschwistern (vgl. N (…); D-6824/2011) am 2. September 2009 auf dem Luftweg und gelangte zunächst via Dubai (VAE) nach Italien. Am 25. September 2009 reiste sie von dort herkommend illegal in die Schweiz ein, ersuchte gleichentags zusammen mit ihren Familienangehö- rigen im Empfangs- und V erfahrenszentrum C._______ um Asyl nach und wurde dort am 2. Oktober 2009 summarisch befragt. Das BFM hörte die Beschwerdeführerin am 23. Oktober 2009 gestützt auf Art. 29 Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausführlich zu ihren Asylgründen an und wies sie in der Folge für die Dauer des V erfahrens dem Kanton D._______ zu. A.b. Zur Begründung ihres Asylgesuchs brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, ihr V ater habe früher die LTTE unterstützt. Ausser- dem seien die jüngere Schwester des V aters sowie die T ochter seiner äl- teren Schwester (d.h. ihre Cousine) bei der LTTE gewesen. Ungefähr im August 2008 seien sie u nd ihr Bruder von den LTTE zwangsrekrutiert worden. Sie seie n ungefähr 6 T age lang in einem Camp festgehalten worden, danach habe A., der Mann ihrer Cousine, welcher ebenfalls LTTE-Mitglied sei, sie abgeholt und nach Hause gebracht. In der Folge sei sie zusammen mit der ganzen Familie im September 2008 nach Va- vuniya gegangen. Dort sei ihr V ater mehrmals von Angehörigen einer ar- meefreundlichen Organisation mitgenommen und befragt worden, weil sie aus dem V anni-Gebiet nach V avuniya gekommen seien . Aus diesen Gründen seien sie Anfang September 2009 aus dem Heimatland ausge- reist. Sie habe Angst, nach Sri Lanka zurückzukehren. Nach Jaffna, dem ursprünglichen Herkunftsort ihrer Familie, könne sie nicht zurückkehren, da dort der jüngere Bruder der Mutter sowie deren C ousin erschossen worden seien. A.c. Zum Beleg ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin ihre G e- burtsurkunde (inkl. Übersetzung) zu den Akten. B. Mit V erfügung vom 3. Oktober 2011 konfrontierte das BFM die Beschwer- deführerin (sowie ihre Familienangehörigen ) mit mehreren sich wide r- sprechenden Aussagen und gab ihr Gelegenheit, sich innert Frist dazu zu D-6825/2011 Seite 3 äussern. Die Beschwerdeführerin liess sich dazu mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 17. Oktober 2011 vernehmen. C. Das BFM stellte mit V erfügung vom 15. November 2011 – eröffnet am 17. November 2011 – fest, die Asylv orbringen der Beschwerdeführerin seien unglaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den V ollzug an. D. Mit Beschwerde vom 19. Dezember 2011 (Poststempel) an das Bundes- verwaltungsgericht liess die Beschwerdeführerin beantragen, die ang e- fochtene V erfügung sei aufzuheben und es sei ihr Asyl zu gewähren, eventuell sei sie infolge Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des We g- weisungsvollzugs vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das V erwal- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um V erzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Ausserdem wurde beantragt, es sei festzustellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme, und infolgedessen seien die zuständigen Vollzugsbehörden mittels vo r- sorglicher Massnahme anzuweisen, von allfälligen V ollzugshandlungen abzusehen. Zudem sei der Beschwerdeführerin zu allfälligen Stellun g- nahmen der Vorinstanz ein Replikrecht zu gewähren. Der Beschwerde lagen eine V ollmacht vom 7. Dezember 2011, eine Bes- tätigung der Caritas D._______ vom 2. Dezember 2011 betreffend Teilun- terstützung sowie eine Honorarnote vom 19. Dezember 2011 bei. E. Der Instruktionsrichter stellte mit V erfügung vom 27. Dezember 2011 zu- nächst fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des V erfahrens in der Schweiz abwarten (Art. 42 AsylG). Ferner verzich tete er antrags- gemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte gleichzeitig mit, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werde im Endentscheid befunden. F. Das BFM hielt in seiner V ernehmlassung vom 10. Januar 2012 vollu m- fänglich an seiner V erfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-D-6825/2011 Seite 4 schwerde. Die vorinstanzliche V ernehmlassung wurde der Beschwerde- führerin am 12. Januar 2012 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1. Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 des V er- waltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) B e- schwerden gegen V erfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer V orinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt. Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide des BFM, welche in Anwendung des AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig, aus- ser bei V orliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor we l- chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die B e- schwerdeführerin hat am V erfahren vor der V orinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 so wie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die V erletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerü gt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im D-6825/2011 Seite 5 Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder ihrer polit i- schen Anschauungen wegen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere V orbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den T atsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 4. 4.1. Die V orinstanz führte zur Begründung ihres ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin bringe dieselben Asylgrün- de vor wie ihre Familienmitglieder (vgl. N …). Wie auch ihre Familienan- gehörigen, habe die Beschwerdeführerin ihre Asylgründe unsubstanziiert und uneinheitlich dargelegt. Ausserdem entstehe aufgrund von Wiederho- lungen der Eindruck, als sei die Geschichte konstruiert und auswendig gelernt worden. Zu ihrer angeblichen Mitnahme durch die LTTE habe die Beschwerdeführerin äusserst spärliche und unbestimmte Ausführungen gemacht. Ihre Antworten auf die Fragen, wie sich die Mitnahme abg e- spielt und was sie bei den LTTE gemacht habe, seien oberflächl ich und schemenhaft ausgefallen. Sie habe auch nicht angeben können, wohin sie von den LTTE gebracht worden sei. Ihre Aussage, wonach man sie an einen Ort in der Nähe ihres Hauses gebracht habe, sie jedoch nicht g e- nau wisse, wo dieser Ort sei, sei nicht nachvollziehbar, ebenso wenig das V orbringen, wonach sie nicht wisse, wo sich ihr Bruder aufgehalten habe. Zu weiteren Themen (Befragung des V aters in Vavuniya, Verbleib der Identitätsdokumente, Aufenthalt in Italien sowie ihr letzter Schultag) habe die Beschwerdeführerin ebenfalls nur unsubstanziierte, unklare und st e- reotype Angaben gemacht. Insgesamt seien ihre V orbringen als unglaub- haft zu erachten. Daher erfülle die Beschwerdeführerin die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht, und ihr Asylgesu ch sei abzulehnen. Der Wegweisungsvollzug nach Sri Lanka sei durchführbar. Zwar sei eine Rückkehr ins V anni-Gebiet, dem Herkunftsort der Beschwerdeführerin, nicht zumutbar, jedoch habe sie eine zumutbare innerstaatliche Woh n-D-6825/2011 Seite 6 sitzalternative ausserhalb des V anni-Gebiets, beispielsweise im Jaffna - Distrikt, in Colombo oder in V avuniya, wo sie überall über Bezugsperso- nen verfüge. 4.2. In der Beschwerde wird zunächst der Sachverhalt wiederholt und auf mehrere Internetseiten mit Informationen zur aktuellen Sicherheits - und Menschenrechtslage in Sri Lanka verwiesen. Anschliessend wird zu den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die Asylvorbringen unglaubhaft seien, Stellung genommen. Dabei wird vorgebracht, die Beschwerdefüh- rerin habe an den Befragungen wahrheitsgetreu A uskunft gegeben und jene Antworten gegeben, welche für sie im V ordergrund gestanden hät- ten. So habe sie beispielsweise erwähnt, dass sie im LTTE-Camp geweint habe. Die Frage, wo sich das Camp befunden habe, habe sie nicht genau beantworten können. Sie habe nur ungefähr gewusst, wo sich das Camp befand, habe allerdings die korrekte Adresse nicht gekannt, da ihr immer wieder gesagt worden sei, sie solle sich vom Camp fernhalten. An die Da- ten, an welchen ihr V ater befragt worden sei, habe sie sich nicht erinnern können, da sie aufgrund der ganzen V orkommnisse (Zwangsaufenthalt bei den LTTE, Flucht) verwirrt und zudem durch die Situation bei der Bundesanhörung eingeschüchtert gewesen sei. Der V orwurf, welcher das BFM der Beschwerdeführerin in Bezug auf ihre Identitätspapiere gemacht habe, treffe nicht zu. Sie habe ausgesagt, sie habe nie einen Reisepass beantragt, und die Identitätskarte habe sie dem V ater gegeben. Der Rei- sepass, mit welchem sie ausgereist sei, habe der Schlepper auf sich ge- tragen. In Bezug auf d as Aussageverhalten der Beschwerdeführerin sei zu beachten, dass die junge Frau aus einem bildungsfernen Umfeld stamme. Sie sei es gewohnt, auf Fragen lediglich zu a ntworten, anstatt aus Eigeninitiative längere Reden zu halten. Zudem sei sie vor der Befra- gung zur Person standardmässig aufgefordert worden, sich kurz zu fa s- sen. V or der einlässlichen Anhörung sei sie darauf hingewiesen worden, sie könne unterbrochen werden, wenn ihre Erklärungen unnötig seien. Zusammenfassend sei festzustellen, dass die V orbringen der Beschwer- deführerin widerspruchslos seien und der allgemeinen Lebenserfahrung entsprächen. Damit seien die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit e r- füllt. In der Beschwerde wird anschliessend Stellung genommen zur Fra- ge der Flüchtlingseigenschaft. Dabei wird vorgebracht, es handle sich bei der Beschwerdeführerin um eine T amilin mit Familienangehörigen, welche die LTTE unterstützt hätten. Ausserdem sei ihr V ater von regierungsnah- men Kreisen mitgenommen und verhört worden. Die Beschwerdeführerin und ihre Familie müssten auch in Zukunft damit rechnen, von staatlicher Seite als LTTE -Unterstützer verfolgt zu werden. Das Gerücht einer Z u-D-6825/2011 Seite 7 sammenarbeit mit den LTTE reiche, um bei der Beschwerdeführerin eine begründete V erfolgungsfurcht hervorzurufen. T amilen seien in Sri Lanka zudem generell einem erhöhten Risiko willkürlicher Polizeimassnahmen ausgesetzt. Noch immer werde jede Person mit vermuteter V erbindung zu den LTTE gesucht und unter Druck gesetzt. Personen, welche aus ei- ner Region stammten, welche jahrelang von den LTTE kontrolliert worden sei, würden generell als potenzielle LTTE -Mitglieder oder -Unterstützer angesehen und seien prinzipiell verdächtig. Gleiches gelte für Rückkehrer aus dem In- oder Ausland. Das Bundesverwaltungsgericht habe im Urteil (vom 27. Oktober 2011) in Sachen E -6220/2006 bestätigt, dass Pers o- nen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt würden, mit den LTTE in V erbindung zu stehen respektive gestanden zu haben, einer erhöhten V erfolgungsgefahr unterlägen. Der V ater der Beschwerdeführe- rin erfülle mehrere risikobegründende Faktoren: so sei er dreimal von der EPDP bezüglich seiner Beziehung zu den LTTE befragt worden, seine Schwester sei ein aktives LTTE-Mitglied gewesen und er habe mit seiner Familie in der Schweiz um Asyl nachgesucht. Nach dem Gesagten erfülle die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft, weshalb ihr Asyl zu gewähren sei. Für weitere Ausführungen namentlich zum V ater der Be- schwerdeführerin werde auf die entsprechende Beschwerdeeingabe (vgl. D-6824/2011) verwiesen. Schliesslich sei festzustellen, dass das BFM zu Unrecht von einer innerstaatlichen Wohnsitzalternative der Beschwerde- führerin ausgegangen sei, da sie nämlich weder in Colombo noch im Jaffna-Distrikt oder in V avuniya über ein tragfähiges Beziehungsnetz ver- füge. 5. Unter Buchstabe A, Ziffer 3 der Beschwerdebegründung (vgl. S. 3 der Beschwerde) wird unter anderem die Rüge der unrichtigen respektive un- vollständigen Sachverhaltsfeststellung unter Hinweis auf den vorinstanzli- chen Entscheid vom 15. November 2011 erhoben. Diese Rüge wird aller- dings in der Folge mit keinem Wort näher begründet, ebenso wenig wird ein Kassationsantrag gestellt. Aus diesem Grund wird darauf verzichtet , darauf näher einzugehen, zumal aufgrund der Aktenlage die geltend ge- machte unrichtige respektive unvollständige Sachverhaltsfeststellung durch das BFM nicht offensichtlich erscheint. 6. Nachfolgend ist zu prüfen, ob das BFM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 3 AsylG zu Recht verneint hat. D-6825/2011 Seite 8 6.1. Seitens der Beschwerdeführerin wird zunächst geltend gemacht, sie und ihr jüngerer Bruder seien von den LTTE zwangsrekrutiert worden. Ih- re Angaben zu diesem V orfall sind indessen äusserst unsubstanziiert, un- präzise und stereotyp ausgefallen. So konnte sie die angebliche Mitnah- me durch die LTTE nur ungefähr ("etwa im 8. Monat"; vgl. A9 S. 8) datie- ren. Die Dauer des Aufenthalts im LTTE -Camp konnte sie ebenfalls nur ungefähr bezeichnen ("ca. sechs T age" respektive "fünf/sechs T age"; vgl. A1 S. 5; A9 S. 9). Angesichts dessen, dass die Beschwerdeführerin diese angebliche Zwangsrekrutierung als einschneidendes Erlebnis dar- stellte, erstaunen diese Ungenauigkeiten umso mehr. Die Beschwerd e- führerin war zudem nicht in der Lage anzugeben, wohin genau sie g e- bracht worden war; gleichzeitig erklärte sie jedoch, das LTTE-Camp habe sich in der Nähe ihres Hauses befunden (vgl. A9 S. 9). In der Beschwerde wird diesbezüglich ausgeführt, man habe ihr früher immer gesagt, sie dür- fe nicht in die Nähe des Camps gehen, daher wisse sie nicht genau, wo sich dieses befinde. Diese Erklärung überzeugt indessen nicht, da man grundsätzlich die genaue Position einer Sache kennen muss, will man sich von ihr effektiv fernhalten. Die Beschwerdeführerin gab im Weiteren zu Protokoll, sie habe während ihres Aufenthaltes im Camp nur geweint und sonst gar nichts gemacht (vgl. A1 S. 5, A9 S. 9), was realitätsfremd erscheint. Die V orbringen der Beschwerdeführerin zu ihrer angeblichen Mitnahme durch die LTTE widersprechen zudem teilweise den (unterein- ander ebenfalls nicht einheitlichen) diesbezüglichen Aussagen ihrer Fami- lienangehörigen. Diese nannten für die Zwangsrekrutierung nämlich min- destens drei unterschiedliche Daten (Mai 2007, Juli 2008, Juni 2008), und ihre Aussagen betreffend die Dauer des A ufenthalts der Kinder bei den LTTE variieren zwischen drei und sechs T agen (vgl. dazu das datum s- gleich ergehende Urteil in Sachen D -6824/2011, E. 6.1). Diese Ung e- reimtheiten sind durch die in der schriftlichen Stellungnahme vom 17. Oktober 2011 vorgebrachte Erklärung, wonach die Beschwerdeführe- rin und ihre Familienangehörigen aus einem bildungsfernen Umfeld stammten, gegenüber von Behörden skeptisch eingestellt und anlässlich der Anhörungen verunsichert gewe sen seien, nicht zu erklären , zumal davon auszugehen ist, dass sie auch unter Stress in der Lage sein sol l- ten, sich an die grundlegenden Fakten des geltend gemachten, ei n- schneidenden Erlebnisses zu erinnern und diese korrekt wiederzugeben. Nach dem Gesagten ist die geltend gemachte Zwangsrekrutierung der Beschwerdeführerin und ihres Bruders in Übereinstimmung mit der im Ur- teil betreffend die Familienangehörigen der Beschwerdeführerin (vgl. D - 6824/2011) getroffenen Schlussfolgerung insgesamt als unglaubhaft zu bezeichnen. D-6825/2011 Seite 9 6.2. Die LTTE gelten im Übrigen gemäss weitgehend übereinstimmenden Quellen im gesamten Staatsgebiet von Sri Lanka als zerschlagen (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in Sachen E-6220/2006, E. 7.1), weshalb die Furcht der Beschwer- deführerin vor zukünftiger Zwangsrekrutierung durch die LTTE im heut i- gen Zeitpunkt ohnehin als unbegründet zu erachten ist. 6.3. Im Weiteren wird vorgebracht, der V ater der Beschwerdeführerin sei nach dem Umzug der Familie nach V avuniya von der Regierung naheste- henden Personen mehr mals vorübergehend mitgenommen und befragt worden. Die Beschwerdeführerin konnte zu diesem Ereignis nur sehr va- ge Angaben machen (vgl. A1 S. 5, A9 S. 11). Im Beschwerdeverfahren betreffend die Familienangehörigen der Beschwerdeführerin wurde di e- ses V orbringen aufgrund von widersprüchlichen und unsubstanziierten Aussagen als unglaubhaft erachtet (vgl. dazu das datumsgleich ergehen- de Urteil in Sachen D-6824/2011, E. 6.3). Die oberflächlichen diesbezüg- lichen Ausführungen der Beschwerdeführerin vermögen diesen Eindruck der Unglaubhaftigkeit nicht zu entkräften. Demnach ist festzustellen, dass die geltend gemachten Behelligungen des V aters der Beschwerdeführerin durch der Regierung nahestehende Personen als unglaubhaft zu qualifi- zieren ist. Die Beschwe rdeführerin machte im Übrigen keine eigenen asylrelevanten Probleme in V avuniya geltend. 6.4. In der Beschwerde wird schliesslich ausgeführt, die Beschwerdefüh- rerin habe bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auch deshalb eine asylrele- vante Verfolgung zu befürchten , weil sie und ihre Angehörigen T amilen seien, aus dem Ausland zurückkehren würden und weil V erwandte von ihnen LTTE-Mitglieder gewesen seien. Diesbezüglich ist Folgendes fest- zustellen: Zwar trifft es zu, dass Personen, die auch nach Beendigung des Bürgerkriegs verdächtigt werden, mit den LTTE in V erbindung zu ste- hen oder gestanden zu sein, einer erhöhten V erfolgungsgefahr unterlie- gen (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in Sachen E -6220/2006, E. 8.1). Im vorliegen den Fall erscheint es jedoch aufgrund der Aktenlage nicht als wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka infolge vermu- teter LTTE-V erbindung in asylrelevanter Weise verfolgt würde. Sie selber war eigenen Angaben zufolge nie Mitglied der LTTE und macht auch nicht geltend, in der Schweiz Kontakt zu den LTTE unterhalten zu haben. Das V orbringen, wonach der V ater der Beschwerdeführerin wegen vermuteter V erbindung zur LTTE in V avuniya von regierungsnahen Personen mehr- fach befragt und geschlagen worden sei, erwies sich als unglaubhaft (vgl. D-6825/2011 Seite 10 vorstehend E. 6.3). Weitere Verfolgungshandlungen seitens der Behörden wurden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass sie bereits vor ihrer A usreise aus dem Heimatland im Visier der Behörden gestanden hat. Die Beschwerdeführe- rin macht im Weiteren zwar geltend, sie habe V erwandte, welche Mitglie- der der LTTE gewesen seien. Dieses V orbringen ist indessen mit Blick auf die vorstehend festgestellte Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen eben- falls zu bezweifeln und ausserdem durch nichts belegt; insbesondere vermögen die im Asylverfahren der Familienangehörigen (vgl. N …; D - 6824/2011) eingereichten Fotos von Verwandten sowie die Unterlagen zum T od des Onkels der Beschwerdeführerin nicht zu beweisen, dass die fraglichen Personen Angehörige der LTTE waren respektive infolge ve r- muteter LTTE-Unterstützung umgebracht wurden. Insgesamt kann die Beschwerdeführerin daher nicht als Angehörige einer Risikogruppe b e- zeichnet werden, die im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka einer erhöh- ten V erfolgungsgefahr unterliegt. Die geltend gemachte Furcht vor z u- künftiger asylrelevanter V erfolgung ist daher als unbegründet zu qualif i- zieren. 6.5. Gestützt auf die vorstehenden Erwägu ngen ist die behauptete V er- folgung im Heimatland insgesamt als unglaubhaft respektive die geltend gemachte V erfolgungsfurcht als unbegründet zu erachten. Somit hat die V orinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 7. 7.1. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord- net den V ollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch hat sie Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde d emnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733). 8. Ist der V ollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom D-6825/2011 Seite 11 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). In Bezug auf die Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge- mäss ständiger Pr axis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenig s- tens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Y ar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.1. Der V ollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche V erpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweiz erischen Eid- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV , SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vo m 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.1.1. Die V orinstanz wies in der angefochtenen V erfügung zutreffend darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwer- deführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG veran- kerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden V erfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Sri Lan- ka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.1.2. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei- ner Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit D-6825/2011 Seite 12 einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt wär e. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real risk") nac h- weisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Fol- ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124 – 127, mit weiteren Hinweisen). Betreffend die Fra- ge, ob srilankische T amilen, welche aus einem europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, eine EMRK-widrige Behandlung zu be- fürchten haben, hat der EGMR Folgendes erwogen: Es sei nicht in gene- reller Weise davon auszugehen, dass zurückkehrenden T amilen eine un- menschliche Behandlung drohe; eine entsprechende Risikoeinschätzung müsse vielmehr verschiedene Faktoren in Betracht ziehen, aus denen sich insgesamt im Einzelfall schliessen lasse, dass der Betreffende ernst- hafte Gründe für die Befürchtung habe, die Behörden hätten an seiner Festnahme und Befragung ein Interesse (vgl. dazu das zur Publikation vorgesehene Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 in Sachen E - 6220/2006, E. 10.4.2). Mit Blick auf die Akten sowie die vorstehenden Erwägungen ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr in ihr Heimatland eine derartige Gefahr droht. Die all- gemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisung s- vollzug im heutigen Zeitpunkt ebenfalls nicht als unzulässig erscheinen. 8.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der V ollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter V orbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.2.1. In Bezug auf die allgemeine Lage in Sri Lanka kann auf die vom Bundesverwaltungsgericht vorgenommene Einschätzung der Situation im bereits erwähnten Grundsatzurteil vom 27. Oktober 2011 verwiesen wer- den, welche im Wesentlichen mit der Praxis der V orinstanz überei n- stimmt. Demnach ist seit dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 von einer erheblich verbesserten Menschenrechts- und Sicherheitslage auszugehen, wobei sich die Situation nicht in allen Landesteilen gleich präsentiert. Da sich die Lage in der Ostprovinz weitgehend stabilisiert und normalisiert hat, wird der Wegweisungsvollzug in das gesamte Gebiet der Provinz grund-D-6825/2011 Seite 13 sätzlich als zumutbar erachtet (vgl. a.a.O. E. 13.1). Die Lage in der Nord- provinz ist hingegen differenziert einzuschätzen, da sich die Situation dort gebietsweise sehr unterschiedlich gestaltet. In den Gebieten, die bereits seit längerer Zeit unter Regierungskontrolle stehen – namentlich die Dist- rikte Jaffna und die südlichen T eile der Distrikte V avuniya und Mannar – herrscht heute weder eine Situation allgemeiner Gewalt noch ist die poli- tische Lage dermassen angespannt, dass eine Rückkehr dorthin als g e- nerell unzumutbar eingestuft werden müsste (vgl. a.a.O. E. 13.2). Ange- sichts der nach wie vor fragilen Lage drängt sich aber eine sorgfältige, zu- rückhaltende Beurteilung der individuellen Zumutbarkeitskriterien auf, wobei nebst der allgemeinen Zumutbarkeit auch dem zeitlichen Element gebührend Rechnung zu tragen ist. Ein Wegweisungsvollzug ist demnach für Personen, welche die betreffenden Gebiete erst nach Beendigung des Bürgerkrieges im Mai 2009 verlassen haben, grundsätzlich zumutbar, so- fern sie dort auf eine zumindest gleichwertige Wohnsituation wie vor der Ausreise zurückgreifen können (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.1). Liegt der Aufent- halt indessen längere Zeit zurück oder geht aus den V erfahrensakten hervor, dass sich die Lebensumstände massgeblich verändert haben könnten, sind die aktuell vorliegenden Lebens - und Wohnverhältnisse sorgfältig abzuklären und auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs hin zu prüfen (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). In das sogenannten "V anni-Gebiet" hingegen, welches die Distrikte Kilinochch i und Mullaitivu (samt diesen beiden Städten), die nördlichen T eile der Distrikte Mannar und V avuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der Ostküste des Jaffna -Distrikts umfasst, ist eine Rückkehr aufgrund der aktuellen Lage – namentlich auf- grund der weitgehend zerstörten Infrastruktur und der Verminung – wei- terhin als unzumutbar einzustufen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2). In das übrige Staatsgebiet Sri Lankas ist der Wegweisungsvollzug grundsätzlich z u- mutbar (vgl. a.a.O. E. 13.3). 8.2.2. Die Beschwerdeführerin und ih re Familie stammen ursprünglich von der im Westen der Jaffna -Halbinsel gelegenen Insel Kayts (Distrikt Jaffna), lebten jedoch den Akten zufolge seit dem Jahr 1991 im Distrikt Ki- linochchi und ab August 2008 in Vavuniya. Anfang September 2009 reis- ten sie aus Sri Lanka aus. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Distrikt Kilinochchi, welcher zum beschriebenen "V anni"-Gebiet gehört, als unzumutbar zu erachten. Damit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin allenfalls eine Rück- kehr in die Stadt V avuniya oder auf die Jaffna-Halbinsel zuzumuten ist, da diese beiden Gebiete ausserhalb des besagten "V anni"-Gebietes liegen (vgl. a.a.O. E. 13.2.2.1). Die Bejahung der Zumutbarkeit einer Rückkehr D-6825/2011 Seite 14 dorthin setzt insbeson dere die Existenz eines tragfähigen Beziehung s- netzes, die konkrete Möglichkeit der Sicherung des Existenzminimums sowie eine gesicherte Wohnsituation voraus (vgl. a.a.O. E. 13.2.1.2). Bei der Beschwerdeführerin handelt es sich um eine junge Frau im Alter von knapp 21 Jahren. Gesundheitliche Probleme sind nicht aktenkundig. Bis ins Jahr 2007 besuchte die Beschwerdeführerin die Schule (O-Level, d.h. elftes Schuljahr). V or der Ausreise aus dem Heimatland lebte die B e- schwerdeführerin zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern ungefähr ein Jahr lang bei einer Bekannten in V avuniya. Aufgrund der Akten lässt nichts darauf schliessen, dass diese Bekannte nicht mehr dort lebt oder nicht bereit wäre, die Beschwerdeführerin (und ihre Familie) erneut bei sich aufzunehmen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Beschwe r- deführerin in V avuniya zumindest für die erste Zeit ein tragfähiges Bezie- hungsnetz sowie eine gesicherte Wohnsituation vorfinden würde. Im Üb- rigen kann die Beschwerdeführerin zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern, deren Beschwerde mit datumsgleich ergangenem Urteil unter Bejahung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (ebenfalls) abgewiesen wurde (vgl. D-6824/2011), nach Sri Lanka zurückkehren und dort weiter mit ihnen zusammenleben. Damit wäre sie bei einer Rückkehr ohnehin nicht auf sich alleine gestellt. Wie im Urteil betreffend die Famili- enangehörigen der Beschwerdeführerin ausgeführt wurde (vgl. D - 6824/2011), könnten die Beschwerdeführerin und ihre Angehörigen bei Bedarf erneut ihren Grossvater väterlicherseits um finanzielle Unterstüt- zung ersuchen; dieser hat die Familie der Beschwerdeführerin den Akten zufolge bereits in der V ergangenheit unterstützt und auch ihre Reise in die Schweiz finanziert. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Grossva- ter nicht mehr lebt, sind nicht aktenkundig. Neben einer Rückkehr nach V avuniya steht es der Beschwerdeführerin und ihren Angehörigen auch frei, sich an ihrem ursprünglichen Herkunftsort in Kayts niederzulassen, wo die Grossmutter mütterlicherseits der Beschwerdeführerin lebt, welche ihr sowie ihrer Familie bei der Reintegration behilflich sein könnte. Nach dem Gesagten ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten würde. 8.2.3. Insgesamt erweist sich der Wegweisungsvollzug der Beschwerde- führerin damit als zumutbar. 8.3. Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zustä n- digen V ertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 D-6825/2011 Seite 15 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die V orinstanz den We g- weisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene V erfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vol l- ständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des V erfahrens wären dessen Kosten der B e- schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem aber aufgrund der Aktenlage nach wie vor von ihrer prozessualen Bedürftigkeit auszugehen ist und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet werden konnte, ist in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der u n- entgeltlichen Rechtspflege von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-6825/2011 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 3. Es werden keine V erfahrenskosten auferlegt. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die zustä n- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut V ersand: