Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Mai 2014 (720 13 246) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Anspruch auf eine Invalidenrente; Berechnung einer abgestuften, befristeten Invaliden- rente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Die ter Freiburghaus, Kantons- richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch André Baur, Advokat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1971 geborene A.____ arbeitet seit dem 15. Oktober 1992 als Mitarbeiter im Rei- nigungsdienst der B.____. Am 25. April 2004 rutscht e A.____ mit seiner linken Hand beim Auf- stehen von einem Hocker ab und verletzte sich dabei Daumen und Zeigefinger. Der Hausarzt Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, ver ordnete ihm eine Skidaumenschiene und Schonung der linken Hand. Gleichzeitig schrieb er ihn bis 3. Mai 2004 zu 100 % und danach bis Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 16. Mai 2004 zu 50 % arbeitsunfähig. Ab 17. Mai 2004 bestand gemäss den Angaben des D.____ wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Die E.____ (Unfallversicherung) erbrachte für die Folgen dieses Unfalles zunächst die gesetzlichen Leistunge n (Heilkosten, Taggelder). Da die Schmerzen persistierten und sich der Daumen dunkel verfä rbte, erfolgte am 14. Juli 2004 eine Untersuchung bei Dr. med. F.____, FMH Orthopädische C hirurgie und Traumatologie des Be- wegungsapparates sowie Handchirurgie, leitende Ärztin de r orthopädischen Klinik des D.____. Sie stellte eine bald drei Monate alte Ruptur des ra dialen Seitenbandes des Daumengrundge- lenks und eine Distorsion des Zeigefinger-Mittelgelenks o hne wesentliche Instabilität fest (vgl. Arztbericht vom 21. Juli 2004). Am 18. August 2004 erfo lgte eine Reinsertion des radialen Sei- tenbandes des MP-Gelenks. A.____ war deshalb vom 18. August 2004 bis 30. Oktober 2004 zu 100 % und danach zu 50 % arbeitsunfähig. Weil die Besc hwerden nicht abnahmen, erfolgten am 17. Mai 2005 eine Arthrodese des Daumengrundgelenks links sowie eine Ringbandspaltung und eine lokale Synovektomie am linken Zeigefinger (vgl. Operationsbericht vom 19. Mai 2005). In der Folge war er vom 17. Mai 2005 bis 18. Dezembe r 2005 vollständig und danach zwischen 50 % und 75 % arbeitsunfähig. Auf Veranlassung der Un fallversicherung erstattete Dr. med. G.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, H.____, am 21. August 2006 ein Gutachten. Sie kam zum Schluss, dass der Versicherte aufgrund der Gelenkspro blematik an der linken Hand lediglich 3 - 4 Stunden täglich arbeitsfähig sei. Dabe i seien schwere Arbeiten, bei welchen der Einsatz beider Hände notwendig sei, zu vermeiden. Sie e mpfahl zudem die Metallentfernung und eine Ringbandspaltung des linken Daumens, welche sie schliesslich am 24. April 2007 vor- nahm (vgl. Operationsbericht vom 24. April 2007). Darau f bestand bis 19. August 2007 (Unfall- schein vom 13. August 2007) eine volle Arbeitsunfähigkei t. Ab 20. August 2007 war A.____ zwischen 25 % bis 50 % arbeitsfähig. Dr. med. I.____, F MH Chirurgie, J.____, kam in seinem von der Unfallversicherung in Auftrag gegebenen Gutachte n vom 24. Juli 2008 zum Schluss, dass A.____ als Mitarbeiter im Reinigungsdienst oder in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit ganztags voll einsetzbar sei. Gestützt auf die ses Gutachten stellte die Unfallversiche- rung mit Verfügung vom 25. August 2008 die Taggeldle istungen per 31. August 2008 ein. Gleichzeitig sprach sie A.____ für die verbleibende Be einträchtigung am linken Daumen eine Integritätsentschädigung in der Höhe von 5 % des Höchstb etrages des versicherten Jahresver- dienstes zu. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicher ten hin mit Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2008 fest. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde hiess das Kantons- gericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgeri cht), mit Urteil vom 7. August 2009 in dem Sinne gut, als es in Aufhebung des angefochtenen E inspracheentscheides die Angelegen- heit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Unfallver- sicherung zurückwies. B. In der Folge beauftragte die Unfallversicherung Dr . med. K.____, FMH Handchirurgie, leitender Arzt der L.____, mit der Neubegutachtung. Sie übermittelte ihm dabei die Arbeits- platzbeschreibung vom 16. November 2009. Dr. K.____ a ttestierte dem Versicherten in seinem Gutachten vom 30. Juli 2010 eine Arbeitsfähigkeit von täglich 8 Stunden. Daraufhin verfügte die Unfallversicherung die Einstellung der Heilbehandlungskosten per sofort und die Einstellung der Taggeldleistungen per 31. August 2008. Diese Verfügu ng erwuchs unangefochten in Rechts- kraft. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht C. Bereits am 12. Mai 2005 hatte sich A.____ unter Hi nweis auf den Arbeitsunfall vom 25. April 2004 bei der Eidgenössischen Invalidenversicher ung (IV) zum Leistungsbezug ange- meldet. Die IV-Stelle beauftragte Dr. med. M.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit einer psychiatrischen Begutachtung des Versicherten. In se inem Gutachten vom 22. Dezember 2008 konnte Dr. M.____ keine Diagnose mit Auswirkunge n auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Er erachtete den Versicherten deshalb in einer leidensange passten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfä- hig. Am 20. März 2012 erstattete das N.____ ein polydisziplinäres Gutachten, gemäss welchem keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in der bishe r ausgeübten Tätigkeit beständen. Die IV-Stelle sprach dem Versicherten sodann mit Verfügun g vom 5. Juli 2013 eine vom 1. August 2005 bis 31. Dezember 2005 und vom 1. Juli 2007 bis 31. August 2007 befristete ganze Invali- denrente zu. D. Gegen diese Verfügung erhob Advokat André Baur na mens und im Auftrag von A.____ am 6. September 2013 Beschwerde ans Kantonsgericht. E r beantragte, es sei in Gutheissung der Beschwerde dem Versicherten rückwirkend vom 1. April 2 005 bis 31. Dezember 2005 eine halbe, vom 1. Januar 2006 bis 31. März 2007 eine angemessene, vom 1. April 2007 bis 30. Juni 2007 eine halbe, vom 1. Juli bis 30. November 2007 eine ganze, eventualiter vom 1. September 2007 bis 30. November 2007 eine halbe, und ab 1. Dez ember 2007 eine angemessene Rente auszurichten. Zudem sei die Sachlage seit 1. Januar 2006 aus somatischer und psychiatrischer Sicht mit einem gerichtlichen Gutachten erneut abzuklär en und danach über den Leistungsan- spruch vom 1. Januar 2006 bis 31. Dezember 2007 sowie ab 1. Dezember 2007 erneut zu ent- scheiden. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Abkläru ng ab 1. Januar 2006 an die Vo- rinstanz zurückzuweisen. Ausserdem seien die Leistungen ab 1. April 2007 mit 5 % p.a. zu ver- zinsen. Zudem sei die IV-Stelle zu verpflichten, dem Ve rsicherten die Kosten für die im Vorbe- scheidsverfahren eingereichten Berichte von Dr. med. O.___ _, FMH Psychiatrie und Psycho- therapie, vom 25. September 2012 und von Dr. med. P .____, FMH Rechtsmedizin, Q.____, vom 16. Oktober 2012 in Höhe von insgesamt Fr. 1'400.-- zu ersetzen. Schliesslich sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; alles unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung be- zweifelte er im Wesentlichen die beweisrechtliche Verwe rtbarkeit der Gutachten von Dr. K.____, Dr. I.____ und des N.____ vom 20. März 20 03. Zudem beanstandete er den Zeit- punkt des Beginns der befristeten Renten. E. Mit Verfügung vom 13. September 2013 bewilligte das Kantonsgericht dem Versicher- ten die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung. F. In ihrer Vernehmlassung vom 22. November 2013 bean tragte die IV-Stelle die Abwei- sung der Beschwerde. G. In der Replik vom 11. Februar 2014 hielt der Versi cherte im Wesentlichen an seinen bisherigen Rechtsbegehren fest. H. Die IV-Stelle schloss in ihrer Duplik vom 14. März 201 4 weiterhin auf Abweisung der Beschwerde. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Vorliegend ist der Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab 1. April 2005 zu prüfen. 1.1 Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den A llgemeinen Teil des Sozialversi- cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 und die Verord nung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. September 200 2 in Kraft getreten. Gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Invalidenversiche- rung (IVG) vom 19. Juni 1959 sind die Bestimmungen de s ATSG auf die Invalidenversicherung anwendbar. Auf den 1. Januar 2004 hat der Bundesrat die vom Gesetzgeber am 21. März 2003 beschlossenen Änderungen des IVG und die von ihm am 21 . Mai 2003 verordneten Anpassun- gen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 (4. IV-Revision) in Kraft gesetzt. Im Weiteren sind am 1. Januar 2008 die vom Gesetzgeber am 6. Oktober 2006 beschlossenen Änderungen des IVG und die vom Bundesrat am 28. September 2007 verordne- ten Anpassungen der IVV (5. IV-Revision) in Kraft getr eten. Was die Anwendbarkeit dieser neuen materiell-rechtlichen Bestimmungen betrifft, ist in zeitlicher Hinsicht – von hier nicht inte- ressierenden Ausnahmen abgesehen – der übergangsrechtlic he Grundsatz massgebend, wo- nach im Falle einer Änderung der gesetzlichen Grundla gen die Ordnung anwendbar ist, die zur Zeit galt, als sich der zu Rechtsfolgen führende Sachver halt verwirklicht hat (vgl. BGE 132 V 220 E. 3.1.1, 131 V 11 E. 1). Liegt eine Dauerleistung der IV – wie etwa der Anspruch auf eine Invalidenrente – im Streit, deren B eginn noch in den Geltungszeitraum des alten Rechts (vor Ende 2003 bzw. vor Ende 2007) fällt , und erging die Verfügung der IV-Stelle nach Inkrafttreten der 4. bzw. der 5. IV-Revision, sind demnach der Beurteilung des strittigen Leistungsbegehrens bis 31. Dezember 2003 bzw. 31. Dezemb er 2007 das alte Recht und ab 1. Januar 2004 bzw. 1. Januar 2008 die im Rahmen der 4. bzw. der 5. IV-Revision erfolgten Änderungen des IVG und der IVV zu Grunde zu legen (vgl . BGE 130 V 329 ff. und 446 f. E. 1.2.1 f.). 1.2 Vorliegend ist den IV-Akten zu entnehmen, dass sich der Versicherte am 12. Mai 2005 aufgrund seines Arbeitsunfalls vom 25. April 2004 erstma ls zum IV-Leistungsbezug anmeldete und eine Invalidenrente ab 1. April 2005 beansprucht. Damit sind der Beurteilung des Renten- anspruchs für den Zeitraum bis 31. Dezember 2007 die bis dahin geltenden Bestimmungen des IVG und der IVV zu Grunde zu legen. Für den Zeitraum ab 1. Januar 2008 ist der Leistungsan- spruch hingegen anhand der im Rahmen der 5. IV-Revision erfolgten Änderungen des IVG und der IVV zu beurteilen. 2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung) hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsren- te, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da uernde ganze oder teilweise Erwerbs- unfähigkeit. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2.2 Im Zusammenhang mit der Ermittlung der Einschrän kung im Erwerbsbereich ist als Erstes zu prüfen, in welchem Ausmass der Versicherte aufgrund seiner gesundheitlichen Beein- trächtigungen arbeitsunfähig ist. Gemäss Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Be- einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychisch en Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgab enbereich zumutbare Arbeit zu leisten (erster Satz). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (zweiter Satz). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und in sbesondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterl agen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Das Gericht hat die medizinischen Unterl agen nach dem für den Sozialversiche- rungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an fö rmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozi alversicherungsgericht alle Be- weismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be urteilung des streitigen Rechtsan- spruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wide rsprechenden medizinischen Berich- ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Bewe ismaterial zu würdigen und die Grün- de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach e ntscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anam nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in d er Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen d er Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.1 Vorliegend stützte sich die IV-Stelle in ihrer Ve rfügung vom 5. Juli 2013 auf das Gut- achten des N.____ vom 20. März 2012. Die Untersuchungen in allgemeinmedizini- scher/internistischer, orthopädisch-handchirurgischer, neur ologischer und psychiatrischer Hin- sicht fanden vom 2. bis 6. Januar 2012 im N.____ statt. Die begutachtenden Fachärzte hielten in ihrer Konsensbesprechung als Diagnosen mit Auswirkun gen auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie narzisstisch u nd paranoid akzentuierte Per- sönlichkeitszüge fest. Die chronischen Beschwerden im MP- Gelenk I und II links, die episodi- schen Spannungstypkopfschmerzen, die chronischen Schulterschm erzen, die chronischen lumbovertebralen Schmerzen bei leichten degenerativen V eränderungen der Lendenwirbelsäu- le (LWS) und minimer medianer Diskusprotrusion L3/4 bi s L5/S1, die residuellen Dys- und Hy- perästhesien im Kuppenbereich Dig. III rechts sowie die axiale Hiatushernie und der Helicobac- ter pylori-Infekt beeinflussten die Arbeitsfähigkeit d agegen nicht. Im handchirurgischen Bereich bestehe ein Zustand nach einem Luxationstrauma des MP-G elenks I links im Jahre 2004 mit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht konsekutiver Reinsertion des radialen Seitenbandes. Im Jah r 2005 seien eine Arthrodese im MP-Gelenk und eine Ringbandspaltung A1 Dig. II links du rchgeführt worden. Diese Eingriffe und die Neurolyse eines Digitalnervs hätten zu keiner Ver besserung geführt. Die heutigen Un- tersuchungen und die Röntgenbilder zeigten lediglich minimste tendinotische Veränderungen, welche die Beschwerden des Versicherten nicht erklären kön nten. Auch für die geklagten Schmerzen im LWS-Bereich und an den Schultern liessen sich keine objektiven Erklärungen finden. Letztlich sei eine psychosomatische Entwicklung mi t Schmerzverarbeitungs- und Aus- weitungssymptomatik im weitesten Sinne zu vermuten. In psychiatrischer Hinsicht wurde ausge- führt, dass es sich beim Versicherten um eine an sich intel ligente, narzisstisch aber sehr ver- letzliche und empfindsame Persönlichkeit handle, die neb st ihrer Transformation psychischer Probleme auf die somatische Ebene auch gewisse paranoi de Verarbeitungsmechanismen zei- ge, indem sie zufällige Ereignisse auf sich selbst bezieh e (vgl. z. B. Suizid seines Bruders vier Monate nach Abreise des Versicherten in die Schweiz). Diese paranoiden Züge hätten aber ihre Ursache nicht in einer Psychose, sondern beruhten auf ein er ängstlich-paranoiden Grundstim- mung. Die derzeitige Reduktion der Arbeitsfähigkeit a uf 50 % sei auf psychosomatische Kom- ponenten zurückzuführen, welche aufgrund der Dominanz der Beschwerden im Bewegungsap- parat eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung darstellten. Daneben bestehe eine sekun- däre depressive Komponente im Sinne einer vorwiegend a pathisch-gehemmten Depression gegenwärtig leichten Ausmasses, welche jedoch bei den vor liegenden sozialen Problemen und subjektiven Schmerzen als normal zu verstehen sei. Diese Ko mponente werde deshalb nicht als eigenständige Diagnose festgehalten, sondern unter die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung subsumiert. In Bezug auf die Foerster-Krit erien sei darauf hinzuweisen, dass keine schwere körperliche oder psychische Krankheit als Komor bidität bestehe. Ein sozialer Rückzug finde zwar partiell statt, er lebe allerdings immer noch bei seiner Familie, wobei er sich dort von seiner Frau und seiner Tochter schlecht behandelt und verachtet fühle. Über das Krite- rium eines verfestigten, therapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen Verlaufs einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewälti gung im Sinne eines primären Krankheitsgewinns könne nichts ausgesagt werden, da d er Versicherte seine Probleme in ers- ter Linie auf körperlicher Ebene erlebe und die Ursache n für seine Schmerzen somatisch inter- pretiere. Es lägen zwar unbefriedigende Behandlungserg ebnisse vor; diese seien aber bei feh- lender somatischer Grundlage des gesamten Leidens zu erwar ten. Ausserdem sei auf ein ge- wisses demonstratives und appellatives Verhalten und auf Inkonsistenzen bei den anamnesti- schen Angaben hinzuweisen. In somatischer Hinsicht beständ en keine objektiven Einschrän- kungen bezüglich der bisher ausgeübten Tätigkeit. 3.2 Gestützt auf dieses Gutachten ging die IV-Stelle davon aus, dass dem Versicherten ab November 2009 die Ausübung der bisherigen Tätigkeit i m Reinigungsdienst vollschichtig zu- mutbar sei. Nach Würdigung der vorhandenen medizinischen Aktenlage ist grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle auf die Ergebnisse ab stellte, zu denen die Experten des N.____ in ihrem Gutachten vom 20. März 2012 gelangten . Einzig in Bezug auf den Beginn der 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit kann den Schlussfolgerungen der IV-Stelle nicht gefolgt werden, worauf in der Erwägung 4.1 näher eingegangen wird. Was die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der zumutbaren Arbeitsfähi gkeit des Versicherten angeht, ist dem Gutachten des N.____ volle Beweiskraft zuzuerkennen. E s weist weder formale noch in- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht haltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgerich t verlangt wird (vgl. E. 2.3 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es beruht auf allseit igen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakt en abgegeben worden, es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der B eurteilung der medizinischen Situation ein und es enthält überzeugende Schlussfolge rungen. Zudem werden die Diskrepan- zen zu den ärztlichen Berichten des Hausarztes und des behandelnden Psychiaters Dr. O.____ diskutiert und es wird begründet, weshalb nicht auf der en Einschätzung, wonach der Versicher- te nur zu 50 % arbeitsfähig sei, abgestellt werden kann . Was die Berichte der Q.____ vom 2. Februar 2011, 22. März 2011 und vom 16. Oktober 20 12 anbelangt, so ist darauf hinzuwei- sen, dass die behandelnde Ärztin Dr. P.____ den Umfang der Arbeitsfähigkeit nicht beurteilte, sondern lediglich feststellte, dass der Versicherte derzeit zu 50 % arbeite. 3.3.1 Was der Versicherte vorbringt, ist nicht geeignet , die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens des N.____ in Frage zu stellen. Aufgrund d er Zumutbarkeitsbeurteilung der - Experten des N.____ ist davon auszugehen, dass der Versich erte bei der Ausübung einer voll- zeitlichen Tätigkeit beide Hände einsetzen kann und somit nicht von einer funktionellen Einhän- digkeit gesprochen werden kann, welche die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem Ar- beitsmarkt allenfalls erschweren könnte. Unter diesen Umstä nden war die IV-Stelle auch nicht dazu verpflichtet, diese Frage zu prüfen. 3.3.2 In Bezug auf die beanstandete Aktualität des p sychiatrischen Gutachtens des N.____ ist darauf hinzuweisen, dass auf medizinische Berichte sola nge abgestellt werden kann, als sie den medizinischen Sachverhalt zuverlässig wiedergeben ( BGE 125 V 352 E. 3b). Damit be- stimmt sich der Beweiswert eines Gutachtens nicht aufgrund seines Alters, sondern aufgrund seines Inhalts. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass sich der psychische Gesund- heitszustand des Versicherten seit der Begutachtung im N. ____ bis zum Verfügungszeitpunkt vor rund 1 ½ Jahren massgeblich verändert hat. So ist auc h dem Bericht von Dr. O.____ vom 25. September 2012 keine erhebliche Verschlechterung d es Gesundheitszustandes zu ent- nehmen. Es besteht daher kein Anlass, daran zu zweifeln, dass das am 20. März 2012 verfass- te Gutachten des N.____ noch aktuell ist. 3.3.3 Entgegen der Ansicht des Versicherten kann der sei tengleiche Körperbau insbesonde- re der oberen Extremitäten durchaus auf eine fehlende Schonung der linken Hand hindeuten, zumal angesichts der Dauer der geklagten Beschwerden auch b ei einem nur teilweisen Einsatz der linken Hand eine Muskelatrophie festgestellt werden müsste. Zudem beruht die orthopä- disch-handchirurgische Beurteilung nicht nur auf diesem A spekt. So wies der begutachtende Orthopäde darauf hin, dass die vom Versicherten angegebenen beträchtlichen Beschwerden an der linken Schulter, an der LWS und an der linken Ha nd weder anhand der Bildgebung noch der klinischen Befunde objektiviert werden könnten. 3.3.4 Desgleichen überzeugt die vom Versicherten ang ebrachte Kritik gegen das psychiatri- sche Fachgutachten des N.____ nicht. Der Gutachter Dr. med . R.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, begründete einlässlich, weshalb er nur von einer depressiven Störung leichten Ausmasses ausgehe und diese nicht als eigenständige Dia gnose ansehe, sondern unter die Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diagnose der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sub sumiere. Dr. R.____ erhob im Wesentlichen die gleichen psychopathologischen Befunde ( ängstlich-depressive Grundstim- mung, paranoide Gedanken, Schuldgefühle, erhebliche E inschlaf- und Durchschlafstörungen, dysphorische Verstimmungen) wie der behandelnde Psychiater Dr. O.____. Während Dr. O.____ von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit seit 2 009 ausging, stellte sich Dr. R.____ auf den Standpunkt, dass der Versicherte aus psychiatrischer Sic ht uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Dabei erklärte er einleuchtend, dass die deutlich pa ranoiden Gedanken nicht auf eine Psy- chose, sondern auf eine ängstlich-paranoide Grundstimmun g zurückzuführen seien. Die übri- gen Störungen deuteten auf eine leichte Depressivität hin, die sich jedoch in Anbetracht der sekundären sozialen und familiären Umstände in einem nor malen Rahmen bewege. Unter die- sen Umständen ist es nachvollziehbar, dass Dr. R.____ die depressiven Anteile nicht als eigen- ständige Diagnose aufführte. Daran ändern der Bericht von Dr. O.____ vom 2. Februar 2011 und dessen Kritik am psychiatrischen Fachgutachten vom 25. September 2012 nichts. Entge- gen dessen Ansicht trug Dr. R.____ den Auswirkungen des Suizids des Bruders und der kör- perlichen und geistigen Behinderung des Sohnes auf de n Versicherten gebührend Rechnung. So bezeichnete er den Suizid des Bruders als einschneidend es Ereignis und wies darauf hin, dass sich der Versicherte wegen seines Sohnes häufig bedrück t und traurig fühle. Da der Ver- sicherte seine psychischen Probleme vorwiegend auf körpe rlicher Ebene äussert, ist die Sub- sumption der psychischen Probleme unter die Diagnose ein er somatoformen Schmerzstörung einleuchtend. Im Gegensatz zu Dr. R.____ diagnostiziert e Dr. O.____ nebst der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine mittelgradige depressive Episode sowie eine ausgeprägte orthopädische Problematik. Die von Dr. O.____ gestellte Diagnose einer mittelgradigen depres- siven Episode überzeugt jedoch nicht. Es ist zu berücksichtig en, dass leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung grundsätzlich therapeutisch angehbar sind, weshalb von einer mittelgradigen depressi- ven Störung nicht ohne weiteres auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen wer- den kann (Urteil des Bundesgerichts, vom 7. Februar 2012 , 9C_736/2011, E. 4.2.2.1 mit Hin- weisen). Zudem ist anzunehmen, dass Dr. O.____ seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nur aus psychiatrischer Sicht, sondern auch unter Berücksichtigung der somatischen Problema- tik vornahm (vgl. Bericht vom 2. Februar 2011). Da sein Fachgebiet ausschliesslich in der Psy- chiatrie liegt, kann seiner Beurteilung diesbezüglich kei ne massgebende Beweiskraft beige- messen werden. Ausserdem ist der Tatsache Rechnung zu tr agen, dass Berichte der behan- delnden Ärzte aufgrund der Verschiedenheit von Expertise und Therapie (vgl. Urteil des Bun- desgerichts vom 18. August 2008, 9C_705/2007, E 4.1.1 mit zahlreichen Hinweisen) grundsätz- lich mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt namentlich auch für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis zum Patienten oder zur Patientin (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 20. März 2006, I 655/05. E. 5.4). 3.3.5 In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass eine psychiatrische Exploration der Natur der Sache nach nicht ermessensfrei erfolgen kann. Der begutachtenden Fachperson ist deshalb ein gewisser Spielraum zu gewähren, innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern dabei lege artis vorgegan- gen worden ist. Daher kann ein Gutachten nicht stets i n Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen werden, wenn die behandelnden Ä rzte zu unterschiedlichen Einschät- Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zungen gelangen oder an vorgängig geäusserten abweiche nden Auffassungen festhalten. An- ders verhält es sich, wenn diese objektiv feststellbare Ge sichtspunkte vorbringen, die im Rah- men der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abwei- chenden Beurteilung zu führen (Urteile des Bundesgerich ts vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1 und vom 19. September 2006, I 51/06, E. 3.1.2). Daran fehlt es vorliegend. 3.3.6 Auf den ersten Blick mag die Diagnose von narzi sstisch und paranoid akzentuierten Persönlichkeitszügen, welche in der Gesamtbeurteilung des Gutachtens des N.____ unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufg eführt ist, Fragen aufwerfen. Denn ge- mäss den Ausführungen von Dr. R.____ ist davon auszugeh en, dass diese Diagnose gerade keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Bei nähe rer Betrachtung des psychiatrischen Teil- gutachtens wird jedoch klar, dass es sich bei der Diagnoseste llung in der Gesamtbeurteilung um ein Versehen handeln muss. Dr. R.____ diagnostiziert e zwar nebst der anhaltenden soma- toformen Schmerzstörung narzisstisch und paranoid akzentuier te Persönlichkeitszüge, unter- schied jedoch nicht zwischen Diagnosen mit oder ohne Auswir kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dabei ist zu beachten, dass er die narzisstisch und paranoid akzentuierten Persönlichkeitszüge mit der ICD-10-Codierung Z.73.1 versah. Die sogenannt en Z-Kodierungen sind unter anderem zur Klassifizierung von Umständen vorgesehen, die den Gesu ndheitszustand einer Person be- einflussen, an sich aber keine Krankheit oder Schädigung sind; sie stehen für einen Zusatzfak- tor, der berücksichtigt werden muss, wenn die Person wege n eines pathologischen Zustandes behandelt wird (vgl. Weltgesundheitsorganisation, In ternationale Klassifikation neurologischer Erkrankungen, deutschsprachige Ausgabe 2001, S. 592; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.2.2). Diese Belastungsfaktoren fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens. Es ist deshalb anzunehmen, dass Dr. R.____ dieses Leiden nicht als eine invalidisierende Gesundheit sbeeinträchtigung betrachtete (vgl. da- zu auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.3 mit Hinweisen). 3.3.7 Was die von Dr. R.____ und Dr. O.____ gestell te Diagnose einer anhaltenden somato- formen Schmerzstörung anbelangt, so hat dieses Leiden nu r dann eine invalidisierende Wir- kung, wenn die Willensanstrengung zur Überwindung der Schmerzen unzumutbar erscheint. Die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutba rkeit einer willentlichen Schmerz- überwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitspr ozess setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensi- tät, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus (vgl . zum Ganzen und insbesondere zu den besonderen Kriterien: BGE 130 V 352 ff. mit zahlrei chen Hinweisen). Dem Versicherten ist in- soweit zuzustimmen, als die angefochtene Verfügung kein e Ausführungen zu den Foerster- Kriterien enthält. Den medizinischen Akten ist aber zu entnehmen, dass sich sowohl die Exper- ten des N.____ als auch der zuständige Arzt des RAD zu den verschiedenen Kriterien äusser- ten. So stellten die Gutachter in ihrer Konsensbeurte ilung und der RAD-Arzt in seiner Stellung- nahme vom 5. Juli 2012 übereinstimmend fest, dass keine erhebliche psychiatrische Komorbidi- tät besteht. Auch sind die weiteren Kriterien wie das Vorliegen chronischer körperlicher Be- gleiterkrankungen, eines mehrjährigen, chronifizierten Krankheitsverlaufs mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde R ückbildung, eines verfestigten, thera- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht peutisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlau fs einer an sich missglückten, psy- chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung, des Scheite rns einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung trotz kooperat iver Haltung nicht oder zumindest nicht in ausgeprägter Form erfüllt. Was den sozialen Rückzug an belangt, stellte der Versicherte rich- tig fest, dass ein solcher ins Verhältnis zu seiner ausgeü bten 50%igen Arbeitsfähigkeit zu set- zen ist; d.h. ein vollständiger sozialer Rückzug wird gem äss bundesgerichtlicher Rechtspre- chung nicht verlangt (vgl. das vom Versicherten zitierte Urteil des Bundesgerichts, vom 17. Sep- tember 2012, 9C_148/2012, E. 2.2.4). Aus den Akten ergeben sich Anzeichen für einen teilwei- sen sozialen Rückzug. Immerhin unternimmt der Versicherte aber Autofahrten mit seinem Sohn und unterhält Kontakt zu seiner Familie. Gesamthaft ka nn somit auf einen gewissen sozialen Rückzug geschlossen werden. Dieser ist aber nicht derart au sgeprägt, dass er als einziges Kri- terium genügen würde, um die Schmerzstörung ausnahmsweise als unüberwindbar zu betrach- ten. 3.3.8 Entgegen der Ansicht des Versicherten ergeben sich daher keine Zweifel an der Zuver- lässigkeit und Schlüssigkeit des noch vor dem Leiturteil BGE 137 V 210 eingeholten, polydiszip- linären Gutachtens des N.____. Es besteht deshalb kein Anlass, ein Gutachten nach den neuen bundesgerichtlichen Vorgaben anzuordnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Oktober 2012, 9C_495/2012). 3.3.9 Gestützt auf die medizinischen Akten ist ausserdem d avon auszugehen, dass die psy- chischen Beeinträchtigungen die Arbeitsfähigkeit des Ver sicherten auch vor der Begutachtung des N.____ nicht entscheidend beeinflusst haben. So kon nte Dr. M.____ in seinem Gutachten vom 22. Dezember 2008 keine psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä- higkeit stellen. Der Versicherte erlebe sich subjektiv in seiner Beschwerdesymptomatik als deut- lich beeinträchtigt. Objektiv zeige sich aber neben dem b etonten verbalen Schmerzgebaren kein ausgeprägtes non-verbales Schmerzverhalten. Die subjekti ven Klagen ständen in erhebli- cher Diskrepanz zu seiner Sitzhaltung und der euthymen St immungslage. Mangels ausgepräg- ter Befürchtungen und motorischen oder vegetativen Angstsym ptomen liege keine Angststö- rung vor. Gegen eine relevante depressive Störung sprächen die Stimmungslage, der ungestör- te Antrieb und die erhaltenen kognitiven Funktionen. Das Gutachten von Dr. M.____, welches in Kenntnis sämtlicher relevanter medizinischer Vorakten sowie aufgrund einer persönlichen Un- tersuchung vorgenommen wurde, ist einleuchtend und na chvollziehbar. Die Befunde und die Schlussfolgerungen von Dr. M.____ stimmen denn auch im Wesentlichen mit der Beurteilung von Dr. R.____ überein. Auch wenn der Versicherte sich im Juni 2009 erstmals in eine psychiat- rische Behandlung begab (vgl. Bestätigung von Dr. O._ ___ vom 26. Mai 2011), gibt es keine Hinweise, dass sich der psychische Gesundheitszustand seit der Begutachtung durch Dr. M.____ bis zur derjenigen durch das N.____ rentenre levant verschlechterte. Die von Dr. .____ und Dr. R.____ abweichende Beurteilung de r Arbeitsfähigkeit von Dr. O.____ ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass der behandelnde Psychiater bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auch die somatischen Beeinträchtigungen berücksichtigte. 4.1 Während die von den Experten des N.____ vorgenom mene Beurteilung des Gesund- heitszustandes und des Ausmasses der zumutbaren Arbeitsfähi gkeit schlüssig begründet ist, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht fehlen Ausführungen zum Zeitpunkt, ab wann dem Versi cherten wieder eine 100%ige Arbeit zumutbar ist. Die IV-Stelle ging in ihrer Verfügung d avon aus, dass dieser auf November 2009 festzulegen sei. Sie stützte sich dabei auf die Gutachten von Dr. I.____ vom 27. Juli 2008 und von Dr. K.____ vom 30. Juli 2010, welche im Auftrag des Unfallversicherers erstellt wurden. Beide Ärzte kamen zum Schluss, dass der Versicherte in sei ner bisherigen Tätigkeit als Ange- stellter im Reinigungsdienst zu 100 % arbeitsfähig sei. Der Auffassung der IV-Stelle kann nicht zugestimmt werden. Im UVG-Verfahren zwischen dem Versicherten und der Unfallversicherung stellte das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 7. Au gust 2009 in Erwägung 4.3 fest, dass die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. I.____ nicht zu überzeugen vermöge und deshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Es wies die Angel egenheit zur erneuten Abklärung der Arbeitsfähigkeit an die Unfallversicherung zurück. Das Gericht sieht im vorliegenden Fall keinen Anlass, von diesen Erkenntnissen abzuweichen. Die Beurteil ung von Dr. I.____, wonach der Versicherte in der angestammten Tätigkeit im Reinigungsdienst zu 100 % arbeitsfähig sei, kann deshalb auch im vorliegenden IV-Verfahren nicht berück sichtigt werden. In Bezug auf die Beur- teilung von Dr. K.____ vom 30. Juli 2010 ergibt sich kein anderes Ergebnis. Die Unfallversiche- rung holte zwar gemäss den Anweisungen des Kantonsgeric hts in seinem Urteil vom 7. August 2009 eine Arbeitsplatzbeschreibung ein, welche am 16./24. November 2009 erstellt wurde. Die- se Beschreibung stellte sie Dr. K.____ zu und beauftragt e ihn mit der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit. In seinem Gutachten vom 30. Juli 2010 war Dr. K.____ der Auffassung, dass es dem Versicherten zumutbar sei, die bisherige Tätigkeit als Reinigungsangestellter täglich zu 8 Stunden auszuführen. Zur Begründung verwies er auf seine Befunde, wonach er keine Auffäl- ligkeiten an der Muskulatur des linken Armes und der lin ken Hand festgestellt habe. Das Dau- mengrundgelenk sei stabil; die aktive Flexion des Zeigefi ngers sei bei der wiederholten Unter- suchung inkonstant. Nach passivem Durchbewegen und erneute r Aufforderung mit abgewand- tem Blick sei es dem Versicherten gelungen, den Zeigefin ger zu flektieren. Das Gutachten von Dr. K.____, das eher einen Kurzbericht darstellt, ge nügt den rechtsprechungsgemässen Anfor- derungen an ein Gutachten nicht (vgl. BGE 125 V 352) . Ihm kann nicht entnommen werden, gestützt auf welche konkreten medizinischen Vorakten sowie Untersuchungen es erstellt wurde. Auch beinhaltet es keine nachvollziehbare und einleuch tende medizinische Begründung, wes- halb der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Somit kommt den Gutachten von Dr. I.____ vom 27. Juli 2008 und vo n Dr. K.____ vom 30. Juli 2010 keine massgebende Beweiskraft zu. Entgegen der Annahme der IV- Stelle kann die Zumutbarkeitsbe- urteilung der Gutachter des N.____ somit erst ab Unte rsuchungszeitpunkt, d.h. Januar 2012, Geltung beanspruchen. 4.2 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass es dem Versicherten ge- stützt auf das Gutachten des N.____ vom 20. März 2012 zum utbar ist, ab Januar 2012 seine angestammte Tätigkeit vollzeitlich auszuführen. 5.1 Aufgrund dieses Ergebnisses stellt sich nunmehr die F rage des Verlaufs und des Gra- des der Arbeitsunfähigkeitsperioden vom Unfallzeitpunkt vom 25. Juli 2004 bis Ende Dezember 2011. Die in den IV-Akten befindlichen echtzeitlichen Unfallscheine oder Berichte bescheinigen folgende Arbeitsunfähigkeiten ab 25. Juli 2004: Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dauer der Arbeitsunfähig- keit Umfang der Arbeitsunfä- higkeit in % Belege 25.04.04 - 03.05.04 100 Bericht von Dr. C.____ vom 16.8.04 04.05.04 - 16.05.04 50 Bericht von Dr. C.____ vom 16.8.04 17.05.04 - 17.08.04 0 Unfallschein vom 30.08.04 18.08.04 - 30.10.04 100 Unfallschein vom 3.01.05 01.11.04 - 16.05.05 50 Unfallschein vom 25.10.04, Gutachten Dr. G.____ vom 21.8.06 17.05.05 - 18.12.05 100 Unfallschein vom 15.12.05 * 19.12.05 - 19.02.06 75 Unfallschein vom 3.4.06 20.02.06 - 23.04.07 50 Unfallschein vom 24.4.07, Gutachten Dr. G.____ vom 21.8.06 24.04.07 - 19.08.2007 100 Unfallscheine vom 13.8.07 und 12.11.07 20.08.07 - 11.09.07 50 Unfallscheine vom 13.8.07 u nd 12.11.07 12.09.07 - 23.09.07 25 Unfallschein vom 12.11.07 ab 24.09.07 - ? 50 Unfallscheine vom 12.11.07 und vom 10. 09.08 *Gemäss Unfallschein vom 15. Dezember 2005 arbeitete der Versicherte am 4. Oktober 2005 für einen Tag im Um- fang von 50 %. 5.2 Es steht somit fest, dass Dauer und Grad der Arbei tsunfähigkeiten des Versicherten vom Zeitpunkt des Unfallereignisses bis 23. September 200 7 aufgrund der hausärztlichen Be- richte und der Unfallscheine lückenlos dokumentiert sind. Weiter wird durch die Unfallscheine bestätigt, dass der Versicherte ab 24. September 2007 f ür eine unbestimmte Dauer zu 50 % arbeitsunfähig war. Da keine Zweifel an der Richtigk eit dieser Bescheinigungen bestehen, ist darauf abzustellen. Damit findet aber die in der Ver fügung getroffene Annahme der IV-Stelle, wonach der Versicherte vom 1. Oktober 2005 bis 23. Apr il 2007 zu 100 % arbeitsfähig sei, in den Akten keine Stütze (vgl. z. B. die Unfallscheine vom 1 5. November 2005, 3. April 2006 und 24. April 2007). In dieser Hinsicht fällt auf, dass p ract. med. S.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, am 5. Juli 2012 die einzelnen Arbeitsunfähigkeitsperioden vom Un- fallzeitpunkt bis 23. Juli 2008 auflistete. Dieser Aufstel lung folgte die IV-Stelle jedoch nicht; der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Grund dafür ist aufgrund der Akten nicht eruierbar. D er Vergleich der Arbeitsunfähigkeitsperio- den des RAD-Arztes mit denjenigen in der Tabelle zeigt, dass diese im Wesentlichen überein- stimmen. Der RAD-Arzt ging jedoch davon aus, dass gestützt auf das Gutachten von Dr. I.____ die ab 24. September 2007 andauernde 50%ige Arbeits fähigkeit nur bis 23. Juli 2008 gegeben sei. Ab 24. Juli 2008 bestehe eine 100%ige Arbeitsfähi gkeit, was im Übrigen vom nachfolgen- den Gutachter Dr. K.____ bestätigt werde. Wie in Erwägung 4.1 dargelegt, kann jedoch auf das Gutachten von Dr. I.____ und den Bericht von Dr. K.___ _ nicht abgestellt werden. Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass vom 25. April 200 4 (= Unfallzeitpunkt) bis 23. Juli 2008 feststeht, wie lange und in welchem Umfang der Versicher te arbeitsunfähig war. Offen bleiben jedoch Dauer und Grad der Arbeitsunfähigkeiten vom 24 . Juli 2008 bis 31. Dezember 2011. Dies ist zu prüfen. 5.3.1 Dr. G.____ bescheinigte dem Versicherten auf de m Unfallschein vom 10. September 2008 (Eingangsstempel), der in den UVG-Akten, nicht abe r in den IVG-Akten vorliegt, eine ab 27. August 2008 weiterhin bestehende 50%ige Arbeits unfähigkeit. Es ist deshalb davon auszu- gehen, dass der Versicherte mindestens bis Mitte Septembe r 2008 in seiner Arbeitsfähigkeit immer noch zu 50 % eingeschränkt war. Für die Zeit dana ch liegen keine Unfallscheine mehr vor, hingegen Berichte des D.____, der Q.____ sowie des Hausarztes. Der behandelnde Arzt des D.____ äusserte sich am 5. August 2009 nicht zum Umfa ng einer zumutbaren Tätigkeit, unterstützte aber die Weiterführung eines 50%-Arbeitsp ensums. Dr. C.____ schrieb den Versi- cherten vom 6. September 2010 bis 3. Mai 2011 zu 50 % arbeitsunfähig (vgl. Arbeitsunfähig- keitszeugnis Nordwestschweiz). Am 30. Mai 2011 stellte Dr. C.____ fest, dass der Versicherte zwar zu 50 % arbeite, dieses Arbeitspensum aber nur unt er Schmerzen zu bewältigen sei. Eine Steigerung der bisherigen 50%igen Arbeitsfähigkeit se i nicht zu erwarten und auch nicht zu- mutbar (vgl. auch Bericht vom 26. Mai 2011). Die Q.___ _ attestierte dem Versicherten mit Arzt- zeugnis vom 8. Juni 2011 schliesslich eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für die Zeit vom 8. Juni 2011 bis 8. Juli 2011. Aufgrund dieser Ausführungen ergibt sich, dass sich der Verlauf und der Grad der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund der vorliegenden Akt en nicht mehr lückenlos rekonstruieren lassen. Es fällt jedoch auf, dass während des hier zu prüf enden Zeitraumes vom 24. Juli 2008 bis 31. Dezember 2011 keiner der behandelnden Ärzte ei ne höhere Arbeitsfähigkeit als 50 % bescheinigte. Dem Bericht der Q.____ vom 22. März 2011 kann zwar entnommen werden, dass dem Versicherten leichte Tätigkeiten ohne repetitive Ab läufe und ohne langes Sitzen oder Ste- hen wahrscheinlich zumutbar seien. Dass es sich dabei nicht um eine abschliessende Ein- schätzung handelt, zeigt sich jedoch an der Aussage, won ach zur Objektivierung eine funktio- nelle Tätigkeitsabklärung empfohlen werde. Damit steht fest, dass die von der IV-Stelle vorge- nommene retrospektive Annahme, der Versicherte sei bere its ab 24. Juli 2008 zu 100 % ar- beitsfähig, nicht zu bestätigen ist. In einer Gesamtscha u ist aufgrund dieser echtzeitlichen ärzt- lichen Bescheinigungen mit überwiegender Wahrscheinlichkei t davon auszugehen, dass wäh- rend der hier massgebenden Zeitspanne die 50%ige Arb eitsunfähigkeit nicht rentenrelevant unterbrochen wurde. Es ist nicht anzunehmen, dass der Ve rsicherte gerade während der Zei- ten, in welchen keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wur de, zu mehr als 50 % arbeitsfähig war. Die Annahme, dass vom 24. Juli 2008 bis 31. Dezember 201 1 aus somatischer Sicht durchge- hend eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestand, ist daher sachlich gerechtfertigt. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.3.2 Aufgrund der medizinischen Unterlagen ergibt sich ein ausreichendes Bild über den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeit sfähigkeit des Versicherten. Von den vom Versicherten beantragten weiteren Beweismassnahme n sind keine neuen Erkenntnis- se zu erwarten, da nicht davon auszugehen ist, dass die Ar beitsfähigkeit des Versicherten ret- rospektiv über Jahre zuverlässig beurteilt werden kann. E s wird deshalb in antizipierter Be- weiswürdigung auf die Anordnung weiterer Abklärungen verzichtet vgl. dazu BGE 131 I 153 E. 3, 126 V 130 E. 2a, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 5.4 Demzufolge ist die Tabelle in Erwägung 5.1 wie f olgt zu vervollständigen: Dauer der Arbeitsunfähig- keit Umfang der Arbeitsunfähigkeit in % Belege 25.04.04 - 03.05.04 100 Bericht von Dr. C.____ vom 16.8.04 04.05.04 - 16.05.04 50 Bericht von Dr. C.____ vom 16.8.04 17.05.04 - 17.08.04 0 Unfallschein vom 30.08.04 18.08.04 - 30.10.04 100 Unfallschein vom 3.01.05 01.11.04 - 16.05.05 50 Unfallschein vom 25.10.04, Gutachten Dr. G.____ vom 21.8.06 17.05.05 - 18.12.05 100 Unfallschein vom 15.12.05 * 19.12.05 - 19.02.06 75 Unfallschein vom 3.4.06 20.02.06 - 23.04.07 50 Unfallschein vom 24.4.07, Gutachten Dr. G.____ vom 21.8.06 24.04.07 - 19.08.2007 100 Unfallscheine vom 13.8.07 und 12.11.07 20.08.07 - 11.09.07 50 Unfallscheine vom 13.8.07 u nd 12.11.07 12.09.07 - 23.09.07 25 Unfallschein vom 12.11.07 24.09.07 - 31.12.11 50 Unfallscheine vom 12.11.07 und vom 10. 09.08, Erwägun- gen 5.2 und 5.3 ab 01.01.12 0 Gutachten des N.____ vom 20.03.12 6.1 Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades sind die tabellarisch festgehaltenen Arbeitsun- fähigkeitsperioden massgebend. Zur Bestimmung des Invali ditätsgrades wird das Erwerbsein- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie- hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat i n der Regel in der Weise zu erfol- gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffe rnmässig möglichst genau ermit- telt und einander gegenübergestellt werden. Aus der E inkommensdifferenz lässt sich der Invali- ditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommen svergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 6.2.1 Der Versicherte macht in diesem Zusammenhang ge ltend, dass der Rentenbeginn nach Ablauf des Wartejahres auf den 1. April 2005 zu setzen sei. Der Rentenanspruch setzt unter anderem voraus, dass die versicherte Person während m indestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch mindestens 40 % arbeitsunfähig ge wesen ist (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung b zw. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Die Wartezeit wi rd unterbrochen, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29 ter IVV). Tritt nach einem wesentlichen Unterbruch wieder eine Arbeit sunfähigkeit von wenigstens 20 % ein, so beginnt die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IV G neu zu laufen. Dabei werden die bis zum wesentlichen Unterbruch bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeiten nicht ange- rechnet (vgl. U LRICH MEYER , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich/Base l/Genf 2010, S. 283 mit Hinweis). 6.2.2 Vorliegend war der Versicherte unbestrittenerm assen vom 25. April 2004 bis 16. Mai 2004 voll bzw. teilweise arbeitsunfähig. Vom 17. Mai 2004 bis 17. August 2004 bestand jedoch wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Während dieser Zei t arbeitete der Versicherte ganztags; Krankschreibungen erfolgten keine. Der Versicherte führt in dieser Hinsicht an, dass seine Leis- tungsfähigkeit damals lediglich 80 % betragen habe. Fü r eine solche Annahme bestehen auf- grund der Akten keine Anhaltspunkte. Aus dem Arztzeugnis seines Hausarztes Dr. C.____ vom 16. August 2004 geht unter Ziffer 9 hervor, dass er ab 19. August 2004 (recte wohl 19. Mai 2004, da der Versicherte am 18. August 2004 operiert w urde) seine Arbeit wieder voll aufge- nommen habe. Er habe jedoch nicht alle Arbeiten erle digen können und habe teilweise Schmerzen gehabt. Er attestierte dem Versicherten jedoch keine reduzierte Arbeitsfähigkeit, weshalb davon auszugehen ist, dass trotz der Schmerzen eine volle Arbeitsfähigkeit bestand. Damit steht fest, dass die Wartezeit mit der operativ bedingten Arbeitsunfähigkeit ab 18. August 2004 zu laufen begann und am 17. August 2005 endete. Der Rentenanspruch beginnt somit am 18. August 2005. 6.3.1 Gemäss den in der Tabelle aufgezeigten Arbeitsu nfähigkeitsperioden ist der Invalidi- tätsgrad abgestuft zu ermitteln. Bei einer rückwirkende n Rentenzusprechung mit Rentenabstu- fung oder Rentenbefristung ist nach ständiger Rechtsprechung Art. 88a IVV anwendbar. Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewese nen Fassung) bzw. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung) ist n ur für den Beginn der zeitlich ersten Rente massgebend (vgl. U RS MÜLLER , Die materiellen Voraussetzungen der Rentenrevision i n Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Invalidenversicherung, Freiburg 2003, S. 208 mit Hi nweisen; Urteil des EVG vom 11. Janu- ar 2005, I 444/04, E. 5.1). Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbs- fähigkeit die Anspruch beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in je dem Fall zu beachten, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. 6.3.2 Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist bei einer Verschlec hterung der Erwerbsfähigkeit die An- spruch beeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre- chung drei Monate gedauert hat. Art. 29 bis IVV ist sinngemäss anwendbar. 6.3.3 Gestützt auf Art. 88a IVV muss somit eine Verbesse rung bzw. Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit mindestens drei Monate gedauert haben, damit eine Rentener- höhung, Rentenherabsetzung bzw. -aufhebung erfolgen da rf. Von der erforderlichen Dauer der Änderung ist der Zeitpunkt der Rentenerhöhung bzw. der Rentenherabsetzung oder -aufhebung zu unterscheiden. Bei rückwirkend abgestuften und/oder be fristeten Rentenzusprechungen fin- det Art. 88 bis IVV keine Anwendung (BGE 109 V 125; M EYER , a.a.O., S. 363). Gemäss bundes- gerichtlicher Rechtsprechung ist Art. 88a IVV heranzuzieh en, um die Wirkung der rückwirken- den befristeten, abgestuften Rentenzusprechungen zu bestimmen (vgl. MÜLLER , a.a.O., S. 211). 6.4.1 Vorliegend bestand zum Rentenbeginn per 1. August 2005 eine 100%ige Arbeitsunfä- higkeit (vgl. zum Rentenbeginn auf Monatsanfang: Art. 29 Abs. 2 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung bzw. Art. 29 Abs. 3 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung). Die erste zu berücksichtigende Anspruch beeinfluss ende Änderung erfolgte am 20. Februar 2006, als der Versicherte zu 50 % arbeitsfä hig war. Diese Änderung gilt angesichts des labilen pathologischen Geschehens erst mit Ablauf de r Dreimonatsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV und somit per 1. Juni 2006 . Am 24. April 2007 war der Versicherte infolge der Ope- ration bis 19. August 2007 über mehr als drei Monate zu 100 % arbeitsunfähig. Der Zeitpunkt der Verschlechterung des Gesundheitszustandes ist gestützt a uf Art. 88a Abs. 2 IVV auf den 1. Juli 2007 festzusetzen. Art. 29 bis IVV ist nicht anwendbar (vgl. nachfolgende Erwägung) . Am 20. August 2007 konnte der Versicherte seine angestammte Tätigkeit wieder zu 50 % aufneh- men. Der Zeitpunkt dieser Anspruch beeinflussenden Verb esserung der Erwerbsfähigkeit ist nach Ablauf der dreimonatigen Karenzfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. Dezember 2007 zu berücksichtigen. Gemäss den in den Erwägungen 5.2 und 5.3 dargelegten Ausführungen ist davon auszugehen, dass die 50%ige Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen bis 31. Dezember 2011 galt. Seit 1. Januar 2012 ist es dem Versicherten zumutba r, seine angestammte Tätigkeit zu 100 % auszuführen. Der IV-Stelle ist zwar beizupflichten , dass eine revisionsrechtliche Anpas- sung nach Art. 88a Abs. 1 IVV nicht zwingend erst nach A blauf von drei Monaten vorzunehmen ist. Letzteres stellt jedoch den Normalfall dar, da auf grund des evolutiven Charakters des Ge- sundheitsschadens, insbesondere die Möglichkeit einer Ve rschlechterung, in der Regel erst nach mehreren Wochen oder Monaten eine voraussichtlich l änger dauernde Verbesserung der Erwerbsfähigkeit als erstellt erachtet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. März 2006, I 583/05, E. 2.3.2 mit weiteren Hinweisen; ZAK 1984 S. 134 Mitte). Mit sofortiger Wirkung Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht ist eine Rente nur dann aufzuheben, wenn die Änderung als dauerhaft und damit stabilisiert erscheint. Ein labil gewesenes Leiden gilt als stabilisi ert, wenn sich sein Charakter deutlich in der Weise geändert hat, dass vorausgesehen werden kann , in absehbarer Zeit werde keine praktisch erhebliche Wandlung mehr erfolgen (vgl. BGE 119 V 102 E. 4a mit Hinweisen). Eine solche Gewissheit bestand hinsichtlich des Gesundheitszustand es des Versicherten Ende De- zember 2011/Anfang Januar 2012 noch nicht, weshalb die R ente in Anwendung der Dreimo- natsfrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV erst auf den 1. April 2012 aufzuheben ist. 6.4.2 Ist eine Rente infolge Verschlechterung des G esundheitszustandes anzupassen, sieht Art. 88a Abs. 2 IVV im letzten Satz einen Spezialf all vor, indem sinngemäss Art. 29 bis IVV anwendbar ist. Diese Bestimmung hat folgenden Wortlau t: Wurde die Rente nach Verminde- rung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht diese r jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbei tsunfähigkeit erneut ein rentenbe- gründendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der War tezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) früher zurückgelegte Zeiten angerechnet. Was eine sinngemässe Anwendung von Art. 29 bis IVV be- deutet, ist dem Wortlaut von Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV nicht zu entnehmen. Das Bundesgericht setzte sich in seinem Urteil vom 22. August 2001 (I 11/00 ) mit dieser Bestimmung ausführlich auseinander (vgl. Erwägung 3 des zitierten Urteils). Da nach besteht Sinn und Zweck von Art. 88a Abs. 2 Satz 2 IVV darin, dass dem Erfordernis einer dauernden Verschlechterung der Er- werbsfähigkeit Genüge getan ist, wenn - alternativ zur ununterbrochenen dreimonatigen Ver- schlechterung gemäss Satz 1 - die für den höheren Renten anspruch erforderliche durchschnitt- liche Arbeitsunfähigkeit bereits bei der (erstmaligen) Rentenzusprechung nach Massgabe des Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt gewesen war, die Zu sprechung der entsprechenden höheren Rente aber daran scheiterte, dass bei Ablauf des Wartej ahres eine im Vergleich zum Durch- schnittswert während des Wartejahres verbesserte Arbeitsfähigkeit bestand (vgl. auch AHI 2001 S. 281 E. 3d mit Hinweis). Diese Konstellation ist vorl iegend nicht gegeben, weshalb Art. 29 bis IVV keine Anwendung findet. 7.1 Bei abgestuften Renten sind für den Einkommensverg leich die Verhältnisse im Zeit- punkt der Rentenerhöhung bzw. der Rentenherabsetzung m assgebend (vgl. M ÜLLER , a.a.O., S. 122). Auf die Durchführung der Einkommensvergleic he per 1. August 2005 und 1. Juli 2007 kann verzichtet werden, da der Versicherte aufgrund der damals bestandenen vollständigen Arbeitsunfähigkeiten jeweils Anspruch auf eine vom 1. August 2005 bis 31. Mai 2006 und eine vom 1. Juli 2007 bis 30. November 2007 befristete ganze Invalidenrente hat. 7.2 Vom 1. Juni 2006 bis 30. Juni 2007 und vom 1. D ezember 2007 bis 31. März 2012 ist der Invaliditätsgrad aufgrund einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit zu bestimmen. Es ist unbestrit- ten, dass der Invaliditätsgrad nach der allgemeinen Me thode des Einkommensvergleichs zu ermitteln ist. Das Invalideneinkommen ermittelte die IV-Stelle gestützt auf die Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerisc hen Lohnstrukturerhebung (LSE). Diesem Vorgehen kann nicht zugestimmt werden. Nach der Rechtsprechung ist das Invaliden- einkommen so konkret wie möglich zu ermitteln. Deswegen w ird primär von der konkreten be- ruflich-erwerblichen Situation der versicherten Person ausgegangen (BGE 135 V 297 E. 5.2 Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 301). Übt diese nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich er- zielte Verdienst dem Invalideneinkommen gleichzusetzen, wenn - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind, die verbliebene Arbei tsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung der Leistung ang emessen ist, folglich nicht ein Sozial- lohn zur Auszahlung gelangt (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1, 126 V 76 E. 3b/aa mit Hinweisen). 7.3 Im vorliegenden Fall bestehen stabile Arbeitsverhä ltnisse, da der Versicherte seit Jah- ren bei der gleichen Arbeitgeberin tätig ist. Aufgrun d der Akten ergeben sich keine Hinweise, welche auf einen Soziallohn hindeuten oder dass der Ve rsicherte seine Arbeitsfähigkeit im Rahmen des 50%igen Arbeitspensums nicht voll verwertet. Unter diesen Umständen ist es zu- lässig, anstelle lohnstatistischer Angaben bei der Bemessun g des Invalideneinkommens auf das tatsächlich erwirtschaftete Erwerbseinkommen abzustellen . Da der Versicherte während den hier massgebenden Zeiträumen nur zu 50 % arbeitsf ähig war, führt dies zu einer Halbie- rung seines potentiellen Einkommens, so dass der Invalidi tätsgrad 50 % beträgt. Demgemäss besteht für die Zeit vom 1. Juni 2006 bis 30. Juni 2007 und vom 1. Dezember 2007 bis 31. März 2012 ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. 7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Versicherte vom 1. August 2005 bis 31. Mai 2006 Anspruch auf eine ganze, vom 1. Juni 2006 bis 30. Juni 2007 auf eine halbe, vom 1. Juli 2007 bis 30. November 2007 auf eine ganze und vom 1. Dezember 2007 bis 31. März 2012 auf eine halbe Invalidenrente hat. Ab 1. April 2012 besteht kein Rentenanspruch mehr. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. 8. Gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG werden die Sozialversiche rungen, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht vollumfänglich nachgekommen ist, für ihre Leistungen nach Ab- lauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung verzugszinspflichtig. Laut Art. 7 A bs. 1 der Verordnung über den All- gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV) vom 11. S eptember 2002 beträgt der Satz für den Verzugszins 5 % im Jahr. Der Verzugszins wir d monatlich auf dem bis Ende des Vormonats aufgelaufenen Leistungsanspruch berechnet (A rt. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSV). Da der Versicherte vorliegend seiner Mitwirkungspflicht vollumf änglich nachgekommen ist, sind die Voraussetzungen für eine Verzugszinspflicht der IV-Stelle gegeben. Diese ist deshalb dem An- trag des Versicherten entsprechend zu verpflichten, die rückwirkend nachzuzahlenden Renten- leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des Anspruchs, d.h. demnach mit Wirkung ab 1. August 2007, zu 5 % pro Jahr zu verzinsen. 9.1 Nach Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskos- ten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Ge setzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Aus- mass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätt e deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanze n - vorbehältlich des hier nicht in- teressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten a uferlegt werden. Aufgrund dieser Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unter liegens nicht für die Verfahrenskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegend en Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. 9.2 Der Versicherungsträger hat die Kosten der Abkläru ng zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat (vgl. Art. 45 Abs. 1 ATSG). Erfolgte keine Anordnung von Mass- nahmen, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn d ie Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträg lich zugesprochener Leistungen bilden (vgl. U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2009, N 14 zu Art . 45). Im vor- liegenden Beschwerdeverfahren beantragte der Versicherte in seiner Beschwerde vom 6. Sep- tember 2013, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, di e Kosten für die Berichte von Dr. O.____ vom 25. September 2012 und von Dr. P.____ vom 16. Okt ober 2012 in Höhe von insgesamt Fr. 1‘400.-- zu ersetzen. Es zeigte sich aber, dass das Ka ntonsgericht mit oder ohne diese Be- richte zum gleichen Schluss gekommen wäre. Mit anderen W orten waren diese für die Ent- scheidfindung nicht unerlässlich, weshalb von einer Überb indung der Kosten auf die IV-Stelle abzusehen ist. 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG ist dem Versicherten ein e Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Versiche rten machte in seiner Honorarnote vom 13. März 2014 für das vorliegende Verfahren einen Z eitaufwand von insgesamt 7,167 Anwaltsstunden und 20,583 Stunden, welche eine Volontärin oder ein Volontär erbrachte, geltend. Der vorliegende Prozess war im Vergleich zu e inem durchschnittlichen IV-rechtlichen Beschwerdeverfahren, in welchem bei Obsiegen erfahrungsg emäss ein Zeitaufwand zwischen 10 und 14 Stunden entschädigt wird, deutlich aufwändi ger, galt es doch einen medizinischen Sachverhalt über rund 10 Jahren zu würdigen. Da der Ve rlauf und der Grad der Arbeitsunfähig- keit nicht klar war, mussten die einzelnen Arbeitsunfäh igkeitsperioden aufgrund der umfangrei- chen IV- und UVG-Akten ermittelt werden. Zu beachten g ilt sodann, dass im vorliegenden Be- schwerdeverfahren nicht nur der medizinische Sachverhalt, sondern auch die einzelnen Zeit- punkte des Beginns und der Dauer der abgestuften Rente strittig waren, was zu zusätzlichen tatsächlichen und rechtlichen Erörterungen Anlass gab. Es rechtfertigt sich deshalb, den ge- samten geltend gemachten Aufwand zu entschädigen. Praxis gemäss beträgt der Stundenan- satz in Sozialversicherungsprozessen für durchschnittliche F älle Fr. 250.-- bzw. Fr. 140.-- für Volontäre. Damit ist dem Versicherten für das vorliege nde Beschwerdeverfahren eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 5'510.80 (7,167 St unden à Fr. 250.-- und 20,583 Stunden à Fr. 140.-- zuzüglich Auslagen in der Höhe von Fr. 387.80 und 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in Aufhebung der Verfügu ng der IV-Stelle Basel- Landschaft vom 5. Juli 2013 in dem Sinne gutgeheissen, a ls festge- stellt wird, dass der Beschwerdeführer vom 1. August 2005 bis 31. Mai 2006 Anspruch auf eine ganze, vom 1. Juni 2006 bis 30 . Juni 2007 auf eine halbe, vom 1. Juli 2007 bis 30. November 2007 auf eine ganze und vom 1. Dezember 2007 bis 31. März 2012 auf eine hal be Invali- denrente hat. 2. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat die rückwirkend n achzuzahlenden Rentenleistungen mit Wirkung ab 1. August 2007 zu 5 % p ro Jahr zu verzinsen 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 5'510.80 (inkl. Ausl agen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 5. Der Antrag des Beschwerdeführers, die IV-Stelle se i zur Übernahme der Kosten für die Parteigutachten von Dr. O.____ vom 2 5. September 2012 und von Dr. P.____ vom 16. Oktober 2012 in Höhe von insge- samt Fr. 1'400.-- zu verpflichten, wird abgelehnt. Gegen diesen Entscheid wurde von der IV-Stelle Basel-Landschaft am 12. September 2014 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrens-Nr. 9C_658/2014 ) erhoben. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht