Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer II II 2021 24 Entscheid vom 19. April 2021 Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident Dr.oec. Andreas Risi, Richter Dr.iur. Frank Lampert, Richter MLaw Tanja Marty, a.o. Gerichtsschreiberin Parteien A.________, Beschwerdeführerin, gegen Amt für Arbeit, Lückenstrasse 8, Postfach 1181, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Arbeitslosenversicherung (Einstellung; ungenügende Arbeits- bemühungen)2 Sachverhalt: A.A.________ (Jg. 19__) war zuletzt bei der Stiftung B.________ in Vollzeit angestellt. Dieses Arbeitsverhältnis kündigte die Stiftung am 30. September 2019 per 31. Dezember 2019. Der letzte Arbeitstag war am 30. September 2019. Vom 1. Januar 2020 bis 9. Februar 2020 war A.________ stellenlos. Per 10. Februar 2020 wurde sie zur Arbeitsvermittlung angemeldet. Am 18. Februar 2020 fand das erste RAV-Beratungs-gespräch statt. Am 19. August 2020 stellte A.________ Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 10. Februar 2020. Im An- trag auf Arbeitslosenentschädigung gab A.________ an, Teilzeit (höchstens 50%) arbeiten zu können und dass eine IV-Anmeldung pendent sei (vgl. Vi-act. 1; 2; 10 Eintrag vom 18.2.2020). B.Am 30. September 2020 informierte das Amt für Arbeit A.________, gemäss Mitteilung des RAV C.________ habe sie für die Zeitspanne vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 bzw. 31. August 2020 keine persönlichen Arbeits- bemühungen nachgewiesen, wobei bekannt sei, dass sie vom 26. Mai 2020 bis 30. August 2020 zu 100% arbeitsunfähig gewesen sei. Das Amt für Arbeit beab- sichtige, sie deswegen in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wozu ihr das rechtliche Gehör gewährt werde (vgl. Vi-act. 3). Hierzu nahm A.________ am 6. Oktober 2020 Stellung (vgl. Vi-act. 4). Mit Verfügung vom 7. Oktober 2020 stellte das Amt für Arbeit A.________ ab dem 1. September 2020 für die Dauer von 14 Tagen wegen zweitmals fehlenden persönlichen Arbeitsbemühungen in der An- spruchsberechtigung ein (vgl. Vi-act. 6). C.Eine am 30. Oktober 2020 hiergegen erhobene Einsprache (vgl. Vi-act. 7) wies das Amt für Arbeit mit dem Einspracheentscheid Nr. 290/20 vom 1. Februar 2021 ab (vgl. Vi-act. 9). D.A.________ erhebt gegen den Einspracheentscheid Nr. 290/20 vom 1. Fe- bruar 2021 am 3. März 2021 (Postaufgabe 2.3.2021) fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit dem sinngemässen Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und von einer Einstellung in der An- spruchsberechtigung sei abzusehen. Mit einer weiteren Eingabe vom 22. März 2021 bekräftigt sie ihre Beschwerde. Mit Vernehmlassung vom 23. März 2021 beantragt das Amt für Arbeit, die Be- schwerde vollumfänglich abzuweisen.3 Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.Vorliegend sind die Arbeitslosigkeit sowie der Anspruch der Beschwerde- führerin auf Arbeitslosenentschädigung unbestritten. Strittig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz die Beschwerdeführerin zu Recht für 14 Tage in der Anspruchsbe- rechtigung eingestellt hat mit der Begründung, sie sei ihrer Pflicht nach persönli- chen Arbeitsbemühungen in der Zeitspanne vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 bzw. 31. August 2020 nicht nachgekommen. 2.1Die versicherte Person ist in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht (vgl. Art. 30 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche- rung und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsgesetz, AVIG; SR 837.0] vom 25.6.1982). Diese Regelung steht im Zusammenhang mit der in Art. 17 Abs. 1 AVIG statuierten Schadenminderungspflicht, wonach die versicher- te Person alles Zumutbare unternehmen muss, um eine Arbeitslosigkeit zu ver- meiden oder zu verkürzen (vgl. AVIG-Praxis ALE, Januar 2021, B307 ff.; Scha- denminderungspflicht; vgl. BGE 114 V 285 Erw. 3; BGE 111 V 239 Erw. 2a; Urteil BGer 8C_12/2010 vom 4.5.2010 Erw. 2.2). 2.2Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine Person genügend um zumutba- re Arbeit bemüht hat, ist nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität ihrer Bewerbungen von Bedeutung (vgl. AVIG-Praxis ALE B315). Das Quantitativ der Bewerbungen beurteilt sich nach konkreten Umständen, wobei in der Praxis durchschnittlich zehn bis zwölf Stellenbewerbungen pro Monat in der Regel als genügend erachtet werden (vgl. Urteil BGer 8C_209/2018 vom 14.11.2018 mit Verweis auf BGE 139 V 524 Erw. 2.1.4). Allerdings ist eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche Mindestanzahl an Bewerbungen nicht möglich, das Quantitativ beurteilt sich vielmehr nach den konkreten Umständen (vgl. BGE 139 V 524 Erw. 2.1.4). Bei der Beurteilung der Frage, ob die Arbeitsbemühungen qualitativ und quantitativ genügend sind, steht der zuständigen Amtsstelle ein gewisser Ermessensspielraum zu. Die erforderliche Anzahl von Bemühungen hängt u.a. ab vom Arbeitsmarkt und von den persönlichen Verhältnissen der ver- sicherten Person wie Alter, Bildung, geographische Mobilität und sprachliche Hindernisse usw. (vgl. AVIG-Praxis ALE B316). Arbeitsbemühungen müssen umso intensiver sein, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden (vgl. Kupfer Bucher, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeitslo- senversicherung und die Insolvenzentschädigung, 4. Aufl., Zürich 2013, S. 104.) 4 2.3Art. 26 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV; SR 837.02) vom 31. August 1983 normiert die Anforderungen an die persönli- chen Arbeitsbemühungen der Versicherten. Die versicherte Person muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Nachgewiesene Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksich- tigt, wenn die versicherte Person die Frist verstreichen lässt und hierzu keinen entschuldbaren Grund geltend macht (vgl. Art. 26 Abs. 2 AVIV). Die zuständige Amtsstelle hat die Arbeitsbemühungen der Versicherten monatlich zu überprüfen (vgl. Art. 26 Abs. 3 AVIV). Daraus folgt, dass vorbehältlich eines entschuldbaren Grundes die Arbeitsbemühungen unberücksichtigt bleiben und eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung ausgesprochen werden kann, wenn die Nachweise der Arbeitsbemühungen nicht innert der gesetzlichen Frist eingereicht werden, ohne dass eine zusätzliche Frist gewährt werden müsste. Die versicherte Person muss ihre Bemühungen nachweisen können (vgl. AVIG-Praxis ALE B321 ff.). Ob die persönlichen Arbeitsbemühungen als genügend zu betrachten sind, ist mithin im Einzelfall unter Würdigung der gesamten Umstände zu beurteilen (vgl. VGE 319/04 vom 16.6.2004 Erw. 1, Prot. S. 654). Die Arbeitslosenkasse soll ihre Leis- tungen nur dann (voll) erbringen, wenn sich die versicherte Person so verhält, wie wenn es keine Arbeitslosenversicherung gäbe (vgl. AVIG-Praxis ALE B311). Bleibt anzufügen, dass covid-19-bedingt in Abweichung von Art. 26 Abs. 2 AVIV die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen spätestens einen Monat nach Aufhebung der Covid-19-Verordnung 2 vom 13. März 2020 (SR 818.101.24) einreichen musste (vgl. Art. 8d Covid-19-Verordnung Arbeitslosen- versicherung vom 20.3.2020; Stand bis 31.8.2020; SR 837.033; die Covid-19- Verordnung 2 wurde mit der Covid-19-Verordnung 3 vom 19.6.2020 aufgeho- ben). Mithin waren die persönlichen Arbeitsbemühungen der Monate März bis August 2020 bis spätestens am 5. September 2020 nachzuweisen (vgl. www.arbeit.swiss; Aktuelles zu Covid-19 / Pandemie). 3.1Mit Schreiben vom 30. September 2020 konfrontierte die Vorinstanz die Beschwerdeführerin mit dem Vorwurf, sie habe in der Zeit vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 bzw. 31. August 2020 (welche covid-19-bedingt als eine einzige Kontrollperiode gilt; vgl. Art. 8d Covid-19-Verordnung Arbeitslosenversicherung vom 23.3.2020; Stand bis 31.8.2020; SR 837.033) keine persönlichen Arbeits- bemühungen nachgewiesen (vgl. Vi-act. 3). Die Beschwerdeführerin war zudem vom 26. Mai 2020 bis 30. August 2020 zu 100% arbeitsunfähig (vgl. Vi-act. 11; 12; 13). 5 3.2Mit Schreiben vom 3. Oktober 2020 nimmt die Beschwerdeführerin zum Vorwurf Stellung. Sie bestreitet ausdrücklich nicht, in der Zeit vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 bzw. 31. August 2020 keine Bewerbungen getätigt zu haben. Vielmehr gibt die Beschwerdeführerin an, zuvor ein Schreiben erhalten zu haben, mit welchem sie informiert worden sei, dass es zu keiner Einstellung in der An- spruchsberechtigung komme. Sie gedenke, den Sachverhalt bereits in einem früheren Schreiben (vom 7.9.2020; vgl. Vi-act. 5) genügend erklärt zu haben. In- zwischen habe sie Bewerbungen getätigt, diese würden ihre Bemühungen auf- zeigen. Sie hoffe nun auf Entschädigung, da ihre Situation nicht befriedigend sei. Zudem bedaure sie, dass sie immer noch nicht an einem Kurs im D.________ in C.________ habe teilnehmen dürfen. Ihrem Schreiben legt die Beschwerdeführe- rin u.a. ein Schreiben vom 22. September 2020 von ihrem Hausarzt bei, welches bestätigt, dass die Beschwerdeführerin aus medizinischen Gründen keine schwe- ren Arbeiten verrichten sollte; sie könne ihrem Leiden angepasste, leichte Tätig- keiten mit wechselnder Position in reduziertem Umfang ausführen (vgl. Vi-act. 4). 3.3In der Einstellungsverfügung vom 7. Oktober 2020 bestätigt die Vorinstanz den zweitmaligen Vorwurf der fehlenden Arbeitsbemühungen in der Zeitspanne vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020, was zur angefochtenen Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 14 Tagen führte (vgl. Vi-act. 6). 3.4In der Einsprache vom 30. Oktober 2020 begründet die Beschwerdeführe- rin die fehlenden persönlichen Arbeitsbemühungen u.a. damit, dass ihre Arbeits- suche in der Corona-Zeit begonnen habe, was das Finden einer neuen Stelle sehr erschwert habe. Zudem würde sie aufgrund ihres Asthmas der Risikogruppe angehören. Da sie gesundheitlich angeschlagen sei (u.a. Gelenkprobleme und schubartige Arthritis), könne sie in gewissen Sparten nicht arbeiten und geeigne- te Kenntnisse würden ihr fehlen. Eine IV-Abklärung sei pendent. Sie suche auch im Bereich der Aktivierung eine Arbeitsstelle, jedoch sei dies ohne Ausbildung schwierig. Die erneute Einstellung sei nicht korrekt, zumal sie im Monat Septem- ber 2020 genügend Bewerbungen eingereicht habe (vgl. Vi-act. 7). 3.5Im Einspracheentscheid vom 1. Februar 2021 betont die Vorinstanz, den Argumenten in der Einsprache könne nicht gefolgt werden. Die Beschwerdefüh- rerin bringe keinen entschuldbaren Grund vor, warum sie überhaupt keine Such- bemühungen für die Zeit vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 nachweisen könne. Eine pauschale Aussage, dass es aufgrund der Covid-19-Pandemie generell schwierig sei, eine Stelle zu finden, entschuldige die Tatsache der fehlenden Ar- beitsbemühungen in keiner Weise. Soweit sich die Beschwerdeführerin auf schwierige persönliche Umstände (Krankheit, belastete Vorgeschichte) berufe, 6 würden diese nicht genügen, zumal dieses Vorbringen eher das Finden einer neuen Stelle, nicht aber das Bemühen um Abwendung der Arbeitslosigkeit er- schweren würde. Eine allfällige Unmöglichkeit eine neue Arbeitsstelle zu finden, wäre im Zusammenhang mit der Vermittlungsfähigkeit zu prüfen. Vorliegend werde jedoch höchstens eine Erschwernis, nicht aber eine Unmöglichkeit, gel- tend gemacht. Die Arbeitsmarktbehörde könne nur diejenigen Arbeitsbemühun- gen berücksichtigen und bewerten, die ihr gegenüber fristgerecht nachgewiesen worden seien. Von der Beschwerdeführerin würden für die Zeit vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 überhaupt keine Arbeitsbemühungen vorliegen, was den ge- setzlichen Vorgaben nicht zu genügen vermöge. Aufgrund zweitmals fehlenden Arbeitsbemühungen sei die Verfügung von 14 Einstelltagen nicht zu beanstan- den (vgl. Vi-act. 9). 3.6Vor dem Verwaltungsgericht erklärt die Beschwerdeführerin neuerlich, dass sie zu jenem Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit gesundheitlich stark angeschlagen gewesen sei - physisch und psychisch. Die Vorinstanz sei über ihre Erkrankun- gen sowie über ihre ärztliche Behandlung in Kenntnis gewesen. Zudem sei zu je- nem Zeitpunkt klar gewesen, dass eine IV-Abklärung folgen würde. Der Arbeits- markt sei durch die Corona-Situation schwieriger geworden und eine Erholung dessen sei nicht abzusehen gewesen. Zudem habe es kaum eine Unterstützung durch das RAV und die Vorinstanz gegeben. Kurse seien abgesagt worden und die Beschwerdeführerin sei sich selbst überlassen worden. Trotz mehreren Hin- weisen sei ihr die Möglichkeit, beim E.________ in F.________ zu arbeiten, nicht gegeben worden. Das Arbeitslosengeld sei erst ab September 2020 ausgerichtet worden. Aufgrund von Einstelltagen sei ihr nichts Anderes als der Gang zur So- zialhilfe übriggeblieben. 3.7Die Vorinstanz beantragt vernehmlassend die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde; inhaltlich verweist sie auf die Erwägungen im Einspracheent- scheid Nr. 290/20 vom 1. Februar 2021 (vgl. vorstehend Erw. 3.5). 4.1Aktenmässig erstellt ist die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 (ab 26. Mai 2020 war sie bis 31. August 2020 zu 100% arbeitsunfähig) keine persönlichen Arbeitsbemühungen nachgewiesen hat und somit die qualitative und quantitative Anforderung an die persönlichen Ar- beitsbemühungen nicht erfüllt (vgl. vorstehend Erw. 2.2; 2.3). Dieser Sachverhalt wird auch seitens der Beschwerdeführerin nicht bestritten und er ergibt sich so ebenfalls aus den Protokollen der RAV-Beratungsgespräche (vgl. Vi-act. 10). Die entsprechende vorinstanzliche Feststellung ungenügender resp. gänzlich fehlen- der persönlicher Arbeitsbemühungen ist nicht zu beanstanden. 7 4.2Entschuldbare Gründe für die ungenügenden persönlichen Arbeits- bemühungen liegen keine vor; die wenig substantiierten Vorbringen der Be- schwerdeführerin ändern hieran nichts, wie nachfolgend aufgezeigt wird. 4.2.1 In ihrer Beschwerdeschrift legt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen dar, sie sei zu jenem Zeitpunkt der Arbeitslosigkeit physisch und psychisch an- geschlagen gewesen (vgl. Beschwerde Ziff. 1; Eingabe vom 22.3.2021). Die Be- schwerdeführerin belegt ihre Ausführungen jedoch nicht. Für den Zeitraum vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020 sind keine ärztlichen Zeugnisse vorhanden. Fol- gende ärztliche Zeugnisse liegen vor (vgl. Vi-act. 11; 12; 13): - 26. Mai 2020 bis 30. Juni 2020 (100% arbeitsunfähig und Hospitalisation in der G.________) - 1. Juli 2020 bis 31. August 2020 (100% arbeitsunfähig) - 1. September 2020 bis 30. September 2020 (80% arbeitsunfähig) Diese ärztlichen Zeugnisse betreffen nicht die vorliegend tangierte Zeit vom 1. März 2020 bis 25. Mai 2020. Die Vorinstanz hat die ärztlich attestierte Arbeits- unfähigkeit berücksichtigt, indem sie auf den Nachweis von Arbeitsbemühungen vom 26. Mai 2020 bis 30. August 2020 bzw. 31. August 2020 verzichtet hat (vgl. AVIG Praxis B320). Auch den Protokollen der RAV-Beratungsgespräche vom 18. Februar 2020, 23. März 2020 oder 7. Mai 2020 kann nicht entnommen wer- den, dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen an Arbeits- bemühungen gehindert gewesen wäre. Wohl wird im Februar vermerkt, die Be- schwerdeführerin stelle einen IV-Antrag und sie sei in psychiatrischer Behand- lung. Auch ist vermerkt, dass sie nur teilarbeitsfähig sei (vgl. Vi-act. 10). Jedoch kann den Protokollen nicht entnommen werden, die Beschwerdeführerin habe sich irgendwie dahingehend geäussert, dass sie zur Arbeitssuche unfähig gewe- sen sei. Im Gegenteil bestätigte sie, einige Bewerbungen getätigt zu haben (was sie jedoch später nie nachweist). 4.2.2 Auch die erfolgte IV-Anmeldung entband die Beschwerdeführerin nicht von der Stellensuche. Zu keinem Zeitpunkt machte sie geltend, sie sei vollständig ar- beitsunfähig. Im Gegenteil deklarierte sie stets eine Teilarbeitsfähigkeit und er- hob in demselben Ausmass Anspruch auf Arbeitslosengelder. Im Rahmen dieser Arbeitsfähigkeit war sie daher auch gehalten, Arbeit zu suchen. 4.2.3 Tatsache und auch von der Beschwerdeführerin bestätigt ist, dass das Finden einer Arbeitsstelle aufgrund der Corona-Pandemie nicht einfach war/ist (vgl. Beschwerde Ziff. 2; Eingabe vom 22.3.2021). Dieser Situation wird durchaus Rechnung getragen (vgl. vorstehend Erw. 2.3 und 3.1). Gemäss dem Bundes- gericht gilt der Grundsatz, dass die Arbeitsbemühungen umso intensiver sein 8 müssen, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden. Dabei stehen sowohl Tatsache als auch Intensität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vordergrund (vgl. Urteil BGer 8C_21/2008 vom 3.6.2008). Im Pflegebereich, in dem die Beschwerdeführerin zuvor arbeitete, mangelt es oft an Fachkräften - auch während der Corona-Pandemie. Zudem weist die Beschwer- deführerin verschiedene Sprachkenntnisse auf und scheint mobil zu sein (vgl. Vi- act. 2). Das erschwerte Finden einer Stelle rechtfertig insgesamt nicht die fehlen- de Suche nach einer Arbeitsstelle. Arbeitsbemühungen sind unabhängig von den Erfolgsaussichten vorzunehmen (vgl. vorstehend Erw. 2.2). Keinesfalls rechtferti- gen die Covid-19-Pandemie und der Lockdown im Frühjahr 2020, während rund drei Monaten überhaupt keine Arbeitsbemühungen zu tätigen resp. nachzuwei- sen. 4.2.4 Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachte mangelnde Unterstützung durch das RAV und die Vorinstanz vermögen die fehlende Suche nach einer Ar- beitsstelle ebenfalls nicht zu rechtfertigen (vgl. Beschwerde Ziff. 3; 4; Eingabe vom 22.3.2021), zumal die Beschwerdeführerin am 18. Februar 2020, am 23. März 2020, am 7. Mai 2020, am 14. Juli 2020, am 9. September 2020, am 4. November 2020, am 14. Dezember 2020 und am 22. Januar 2021 Beratungs- gespräche mit dem RAV C.________ hatte (vgl. Vi-act. 10). Zudem wird die Be- schwerdeführerin durch einen Jobcoach unterstützt (vgl. Eingabe 22.3.2021). Zur Erfüllung ihrer Schadenminderungspflichten hat die versicherte Person Anspruch auf Unterstützung der zuständigen Amtsstellen, kann daraus allerdings keinen Rechtsanspruch auf Arbeitsvermittlung ableiten (vgl. AVIG Praxis B312). Das RAV C.________ kann entgegen dem Vorwurf der Beschwerdeführerin nicht für deren fehlenden Arbeitsbemühungen verantwortlich gemacht werden (vgl. Vi-act. 10 Eintrag 7.5.2020; Eingabe 22.3.2021). Bereits im Gespräch vom 18. Februar 2020 wurde die Beschwerdeführerin durch das RAV C.________ ausdrücklich (mündlich und durch Abgabe schriftlicher Informationen) darauf hingewiesen, dass sie inskünftig monatlich mind. 10 schriftliche Arbeitsbemühungen fristge- recht einzureichen habe (vgl. Vi-act. 10 Eintrag 18.2.2020). Im telefonischen Ge- spräch vom 23. März 2020 teilte die Beschwerdeführerin dem RAV C.________ mit, bereits im Februar 2020 Arbeitsbemühungen getätigt, diese jedoch (noch) nicht eingereicht zu haben. Zudem würden die Arbeitsbemühungen vom März 2020 Ende Monat eingereicht werden (vgl. Vi-act. 10 Eintrag 23.3.2020). Im Ge- spräch mit dem RAV C.________ vom 9. September 2020 gibt die Beschwerde- führerin dann zu, vom März 2020 bis Mai 2020 keine persönlichen Arbeits- bemühungen gemacht zu haben (vgl. Vi-act. 10 Eintrag 9.9.2020). Die Be- schwerdeführerin erwähnte mit keinem Wort, dass sie nicht in der Lage gewesen sei, Arbeitsbemühungen vorzunehmen. Ihre Ausführungen zeitigen vielmehr ihr 9 widersprüchliches Verhalten, zumal die Beschwerdeführerin für den Monat März 2020 gar keine Arbeitsbemühungen getätigt hatte, deren Einreichen aber ge- genüber dem RAV C.________ telefonisch bestätigte. Im Übrigen ist ihre Be- gründung gegenüber dem RAV-Berater vom 7. Mai 2020 (vgl. Vi-act. 10), wo- nach die fehlenden RAV-Kurse schuld an den fehlenden persönlichen Arbeits- bemühungen seien, nicht nachvollziehbar. Diese Kurse - wobei sie nicht spezifi- ziert werden - können allenfalls die Qualität von Bewerbungen positiv beeinflus- sen; das Ausbleiben von Kursen entbindet indes nicht von der Stellenbewerbung. 5.1Steht fest, dass das Fehlen persönlicher Arbeitsbemühungen nicht ent- schuldbar ist, so ist dies zu sanktionieren (vgl. vorstehend Erw. 2.1). Die Vor- instanz sprach eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 14 Tagen aus. 5.2.1 Gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV dauert die Einstellung 1 bis 15 Tage bei leich- tem (lit. a), 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (lit. c). Eine ausdrückliche Zuordnung zum Grad des Ver- schuldens (als schwer) findet sich, in Art. 45 Abs. 4 AVIV, lediglich für die Aufga- be einer zumutbaren Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen sowie für die Ablehnung einer zumutbaren Arbeit ohne entschuldbaren Grund. Im Übrigen hat das SECO diesbezüglich weitergehende Vorgaben für die Verwaltung publiziert. Diese gelten als Verwaltungsweisungen, die für das Gericht grundsätzlich nicht verbindlich sind. Es soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der an- wendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeu- gende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Ge- setzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (vgl. BGE 141 V 362 Erw. 2.4). 5.2.2 Bei der Bemessung der Einstelldauer sind im Übrigen rechtsprechungs- gemäss alle Umstände des konkreten Einzelfalls wie Beweggründe, persönliche Verhältnisse (z.B. Alter, Zivilstand, Gesundheit, soziales Umfeld, Bildungsgrad) und Begleitumstände zu berücksichtigen (vgl. VGE I 2008 85 vom 25.6.2008 Erw. 4.1 mit Verweisen auf VGE 324/02 vom 17.7.2002 Erw. 5b; AVIG-Praxis ALE D64). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. der ob- jektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (vgl. BGE 130 V 125 Erw. 3.5). Es ist dabei vom Mittelwert des jeweils definierten Rahmens für leich-10 tes, mittleres und schweres Verschulden auszugehen, welcher bei qualifiziertem Verhalten entsprechend verschärft und bei privilegiertem Verhalten gemindert werden kann (vgl. BGE 123 V 153 Erw. 3b). 5.2.3 Schliesslich stellt die Feststellung der Einstellungsdauer eine typische Er- messensfrage dar; mithin steht der Vorinstanz ein Ermessen zu, das sie pflicht- gemäss auszuüben hat. Das Gericht greift nur mit Zurückhaltung in dieses ein. Es setzt nicht sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz, solange diese davon pflichtgemäss Gebrauch gemacht hat, also allen einschlägigen Gesichts- punkten gebührend Rechnung trägt (vgl. VGE II 2016 6 vom 22.3.2016 Erw. 4.1; VGE II 2015 20 vom 22.7.2015 Erw. 4.1). 5.3.1 Der Einstellraster des SECO (AVIG-Praxis ALE D79 Ziff. 1.D 2) beurteilt das zweitmalige Fehlen von Arbeitsbemühungen während einer Kontrollperiode als leichtes bis mittleres Verschulden und gibt 10 bis 19 Einstelltage vor. Die Vor- instanz verfügte in casu 14 Einstelltage. 5.3.2 Die Beschwerdeführerin hat per 10. Februar 2020 Arbeitslosenentschädi- gung beantragt und wurde gleichentags zur Arbeitsvermittlung angemeldet. Für die Zeit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit hatte die Beschwerdeführerin keine per- sönlichen Arbeitsbemühungen nachgewiesen (vgl. Vi-act. 10). Sie ist schon vor der vorliegenden Kontrollperiode ihrer Pflicht zur persönlichen Arbeitsbemühung nicht nachgekommen und wurde in ihrer Anspruchsberechtigung eingestellt (vgl. Vi-act. 6 Ziff. 3 "erneut"; Vi-act. 9 Ziff. 3 "zweitmals"). Mithin handelt es sich vor- liegend um eine wiederholte Pflichtverletzung. Kommt hinzu, dass sie anlässlich des Beratungsgespräches vom 18. Februar 2020 - und damit frühzeitig - aus- drücklich auf ihre Pflicht aufmerksam gemacht wurde. Die Beschwerdeführerin wusste von ihren Pflichten, sicherte gegenüber dem RAV C.________ sogar das Einreichen ihrer Arbeitsbemühungen zu. Es handelt sich vorliegend um knapp drei Monate, für welche grundsätzlich der Nachweis von durchschnittlich 30 per- sönlichen Arbeitsbemühungen zu erbringen gewesen wäre. Die Beschwerdefüh- rerin kann keine einzige persönliche Arbeitsbemühung nachweisen und bestreitet dies auch nicht. Es besteht keine Veranlassung, die von der Vorinstanz verfügte Einstelldauer von 14 Tagen zu korrigieren. 6.Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Es werden keine Kosten erhoben (vgl. Art. 61 lit. fbis ATSG).11 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Kosten erhoben. 3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer- de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei- zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes- gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 4. Zustellung an: -die Beschwerdeführerin (R) -die Vorinstanz (EB) - und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, 3003 Bern (A). Schwyz, 19. April 2021 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Die a.o. Gerichtsschreiberin: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 30. April 2021