A bteilung IV D -3417/2007 sch/bah {T 0/2} U rteil vom 25. Juni 2007 M itw irkung:R ichter H ans Schürch, R ichterin M arianne Teuscher, R ichterin N ina Spälti G iannakitsas G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Afghanistan, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 23. A pril 2007 i.S. Vollzug der W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer Tadschicke m it letztem W ohnsitz in A._______/Provinz Parw an, verliess seinen H eim atstaat M itte Septem ber 2006 und gelangte von Frankreich her kom m end am 21. M ärz 2007 in die Schw eiz, w o er gleichentags um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangszentrenbefragung, w elche am 26. M ärz 2007 in B._______ durchgeführt w urde, sagte er aus, er habe von M ärz 1997 bis Anfang Septem ber 2006 im Iran gelebt. N achdem er an seinen H erkunftsort in Afghanistan zurückgekehrt sei, sei er in Streit m it seinem O nkel ge- raten, der ihnen Land w eggenom m en und Sachen aus dem H aus entw endet habe. Als er drei Tage nach seiner R ückkehr aus dem Iran beim O nkel seine Sachen habe abholen w ollen, sei es zu einer Auseinandersetzung gekom m en, in deren Verlauf er m it einem M esser auf seinen O nkel eingestochen habe. N ach diesem Vorfall habe er Afghanistan zusam m en m it zw ei Brüdern w ieder verlassen und sei in den Iran zurückgekehrt. D ort habe er nicht bleiben können, da ein Sohn seines O nkels in Shiraz lebe. D as BFM führte am 7. April 2007 eine direkte Bundesanhörung m it dem Beschw er- deführer durch. Er m achte im W esentlichen geltend, sie hätten vier Tage nach ih- rer R ückkehr aus dem Iran bei seinem O nkel den H ausrat abholen w ollen. D a ge- w isse Sachen gefehlt hätten, sei es zu einem Streit gekom m en, in dessen Verlauf er den O nkel geschlagen habe. Er habe den O nkel m it einem M esser gestochen und sei nach Kabul geflohen. Von dort aus sei er in den Iran w eiter gereist. Für den Inhalt der w eiteren Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. B. M it Verfügung vom 23. April 2007 lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschw er- deführers ab, und verfügte dessen W egw eisung aus der Schw eiz, deren Vollzug es als durchführbar erachtete. Es begründete seinen Entscheid dam it, dass der Beschw erdeführer bei der Bundesanhörung aufgefordert w orden sei, die Ausein- andersetzung m it seinem O nkel zu schildern; bezeichnenderw eise sei er den dies- bezüglich gem achten Aufforderungen w iederholt ausgew ichen. Er habe ausgesagt, er könne sich nicht erinnern, m it w elchen M itgliedern seiner Fam ilie er den O nkel aufgesucht habe. H ätte er das von ihm G eschilderte tatsächlich erlebt, w äre er in der Lage gew esen, konkrete Angaben über die ihn begleitenden Fam ilienm itglie- der zu m achen. Er sei nicht in der Lage gew esen, konkrete Angaben über die G e- genstände des H ausrats zu m achen, die bei seinem O nkel hätten abgeholt w erden sollen. Auf eine diesbezügliche Frage hin habe er geantw ortet, der ganze H ausrat hätte m itgenom m en w erden sollen. Ü berdies habe er sinngem äss vorgebracht, sein jüngster Bruder sei im H eim atdorf verblieben; diesem drohe seitens der Fam i- lie des O nkels keine R ache, da er noch klein sei. D iese Erklärung überzeuge nicht, da dieser Bruder gem äss seinen Angaben bereits 20 Jahre alt sei. Es sei offen- sichtlich, dass es sich bei seinen Verfolgungsvorbringen um ein Konstrukt handle. D er Beschw erdeführer habe eine vom 1. O ktober 2006 datierende U rkunde abge- geben, m ittels derer die afghanische Botschaft in Teheran bestätige, dass er af- ghanischer Staatsangehöriger sei. D a solche D okum ente ohne w eiteres unrecht- m ässig erw orben w erden könnten, sei deren Bew eisw ert gering. D ie Angaben des 3 Beschw erdeführers zu seinem sozialen Beziehungsnetz sow ie über seine Aufenthalte im Iran seien als unglaubhaft zu qualifizieren. In Anbetracht der Erw ägungen zum Asylpunkt stehe nicht fest, w o seine Brüder tatsächlich lebten. Er habe einerseits angeführt, den Iran im Septem ber/O ktober 2006 nach einem viertägigen Aufenthalt verlassen zu haben; das Asylgesuch in der Schw eiz habe er am 21. M ärz 2007 gestellt. Andererseits habe er gesagt, er sei vom Iran bis in die Schw eiz lediglich 40 Tage unterw egs gew esen. Er habe nicht glaubhaft dargetan, dass er seinen perm anenten W ohnsitz tatsächlich noch in A._______ gehabt und nicht bereits frühzeitig eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative realisiert habe. C . M it Eingabe an das Bundesverw altungsgericht vom 16. M ai 2007 beantragte der Beschw erdeführer, der Entscheid des BFM sei in den D ispositivpunkten 3 bis 5 aufzuheben. Es sei die U nzulässigkeit, allenfalls die U nzum utbarkeit des W egw ei- sungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzuordnen. Es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. D er Eingabe lag eine Bestätigung der Fürsorgeabhän- gigkeit des Beschw erdeführers vom 25. April 2007 bei. D . M it Zw ischenverfügung vom 22. M ai 2007 hiess der Instruktionsrichter des Bun- desverw altungsgerichts das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echts- pflege gem äss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG ; SR 172.021) gut. Auf die Erhebung eines Kos- tenvorschusses w urde verzichtet. D em BFM w urde die G elegenheit zur Einrei- chung einer Vernehm lassung gegeben. E. D as BFM beantragte in seiner Vernehm lassung vom 30. M ai 2007, die dem Be- schw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 6. Juni 2007 ohne Einräum ung eines R eplikrechts zur Kenntnis gegeben w urde, die Abw eisung der Beschw erde. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).4 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). 2.2 D er Beschw erdeführer beantragt in der Ziffer 2 seiner Eingabe die Feststellung der U nzulässigkeit oder der U nzum utbarkeit des Vollzugs der W egw eisung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahm e. In Ziffer 1 der Eingabe w ird indessen die Aufhebung der Ziffern 3 bis 5 des D ispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. April 2007 beantragt. D a die Anordnung der W egw eisung (Ziffer 3 des D isposi- tivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 23. April 2007) die R egelfolge der Abw ei- sung des Asylgesuchs bildet, die Abw eisung des Asylgesuchs nicht angefochten w ird und der Beschw erdeführer in der Schw eiz zurzeit - ausser der Aufenthaltsbe- rechtigung als Asylbew erber - über keinen Aufenthaltstitel verfügt, w urde ihm be- reits in der Zw ischenverfügung vom 22. M ai 2007 angezeigt, dass davon ausge- gangen w erde, die Ziffer 3 des D ispositivs sei versehentlich angefochten w orden und die Beschw erdeeingabe richte sich "nur" gegen den Vollzug der von der Vorinstanz verfügten W egw eisung. Som it erw uchs die Verfügung des BFM vom 23. April 2007, sow eit sie die Frage des Asyls, der Flüchtlingseigenschaft und der W egw eisung betrifft, in R echtskraft. G egenstand des Beschw erdeverfahrens bildet lediglich die Frage, ob die W egw eisung zu vollziehen oder ob an Stelle des Voll- zugs eine vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist. 2.3 Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG ; SR 142.20]). 3.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 3.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 3.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri-5 gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K; SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 4. In der Beschw erdeeingabe w ird geltend gem acht, die Situation in Afghanistan sei nicht genügend stabil. Aufgrund der zahlreichen Berichte über gew alttätige Vorfälle in Afghanistan sei die Sicherheitslage als besorgniserregend zu bezeichnen. Eine erzw ungene R ückkehr von Flüchtlingen sei verfrüht. Er könne nicht in sein H eim at- land zurückkehren, da die Fam ilie seines O nkels ihn töten oder vertreiben w ürde. D ie Blutrache sei ein Faktor, der nicht zu unterschätzen sei, w obei oft ganze Fam i- lien ins G eschehen verw ickelt seien. D er Entscheid des BFM w erde der prekären Situation in Afghanistan und seiner persönlichen Lage nicht gerecht. D ie Einschät- zungen des BFM seien viel zu optim istisch. 5. D ie Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung die w esentlichen W idersprü- che und U ngereim theiten in den Vorbringen des Beschw erdeführers erw ähnt. Ins- besondere ist aufgrund der U nsubstanziiertheit seiner Vorbringen und des U nver- m ögens, konkrete Angaben zu einfach zu beantw ortenden Fragen zu geben, nicht davon auszugehen, dass sich die von ihm geschilderten Ereignisse tatsächlich zu- getragen haben. D a der Beschw erdeführer den vorinstanzlichen Erw ägungen nichts Konkretes und Substanziiertes entgegenhält, ist an Stelle von W iederholun- gen auf die zutreffenden Erw ägungen in der angefochtenen Verfügung zu verw ei- sen. D er Beschw erdeführer m achte bei der Em pfangsstellenbefragung geltend, er habe Afghanistan M itte Septem ber 2006 w ieder verlassen, nachdem er dort nur ei- nige Tage verbracht habe. Bei der Bundesanhörung reichte er eine vom 1. O ktober 2006 datierende Bestätigung seiner Staatsangehörigkeit, w elche von der afghani- schen Botschaft in Teheran ausgestellt w orden sei, ein; er habe dieses D okum ent benötigt, um vom Iran aus nach Afghanistan zurückzukehren. D a das D okum ent nach der angeblichen R ückkehr nach Afghanistan datiert, w erden die Zw eifel an seinen Vorbringen bestätigt. D es W eiteren erscheinen die Aussagen des Be- schw erdeführers, w onach er auf seiner R eise von Afghanistan in die Schw eiz, die er ohne im Besitz von R eisepapieren gew esen zu sein, unternom m en habe, nie kontrolliert w orden sei, unglaubhaft, da er zahlreiche Staaten durchquerte, deren G renzen er eigenen Angaben gem äss teilw eise in einem R eisebus passierte. D ie Vorinstanz schloss dem nach zu R echt auf die U nglaubhaftigkeit seiner Verfol- gungsvorbringen, w eshalb nicht davon auszugehen ist, er riskiere bei einer R ück- kehr in sein H eim atland, der Blutrache zum O pfer zu fallen. 6. 6.1 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei- genschaft erfüllen (vgl. M . G attiker, D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es dem Beschw erdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 6 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorlie- genden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr des Beschw erdefüh- rers in seinen H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht- m ässig. 6.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach Af- ghanistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Fol- terausschusses m üsste er eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschli- che Behandlung drohen w ürde (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 16 S. 122, m it w eiteren H in- w eisen). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Afghanistan lässt den W eg- w eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 6.3 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise einer nicht durchführbaren, aber notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 6.4 W ie vorstehend erw ähnt, ist der Beschw erdeführer Angehöriger der Ethnie der Tadschicken und stam m t aus A._______, das in der Provinz Parw an liegt, w o er bis im Jahre 1997 und einige Tage im Septem ber 2006 gelebt haben w ill. G em äss der auf einer eingehenden Lageanalyse fussenden Praxis der AR K galt eine R ück- kehr in die Provinz Parw an als unter bestim m ten U m ständen zum utbar (vgl. EM AR K 2006 N r. 9); diese Lageanalyse kann heute nach w ie vor als gültig ange- sehen w erden, obschon es auch in der G rossregion um Kabul zu Anschlägen kom m t. D ie Bejahung der Zum utbarkeit eines aus der Provinz Parw an stam m en- den Asylsuchenden - w o die allgem eine Situation als relativ stabil zu bezeichnen ist (vgl. EM AR K 2006 a.a.O .) -, setzt insbesondere die Existenz eines tragfähigen fam iliären oder anderw eitigen Beziehungsnetzes sow ie eine gesicherte W ohnsituation voraus; m ithin ist bei der Beurteilung der individuellen Zum utbar- keitskriterien eine differenzierte Beurteilung angezeigt (vgl. EM AR K 2003 N r. 30 Erw . 7b S. 193 f.). G em äss den anlässlich der Befragungen gem achten Angaben hat der Beschw er- deführer in Teheran als Strassenarbeiter gearbeitet. Er sei im Septem ber 2006 zu- sam m en m it seinen Eltern und drei Brüdern nach Afghanistan zurückgekehrt, w o seine Fam ilie im H erkunftsdorf über G rundbesitz und ein H aus verfüge. Seine El- tern und sein jüngster Bruder lebten w eiterhin im H eim atdorf in der Provinz Par- w an, w ohin sie nach langjährigem Aufenthalt im Iran zurückgekehrt seien, da sich 7 die Lage in Afghanistan beruhigt habe. D er Beschw erdeführer hat som it in Afgha- nistan ein soziales Beziehungsnetz und auch seine W ohnsituation darf als geregelt bezeichnet w erden. Angesichts der prekären w irtschaftlichen Lage dürfte er bei der R eintegration in den Arbeitsm arkt zw ar m it Schw ierigkeiten zu käm pfen haben, die er aber überw inden dürfte. Seine Fam ilie kehrte im Septem ber 2006 freiw illig nach Afghanistan zurück, w eshalb davon ausgegangen w erden kann, sie habe für sich im H eim atland eine (w irtschaftliche) Zukunftsperspektive gesehen. D a sich die Lage seither nicht fundam ental geändert hat, erscheint der Vollzug der W egw eisung als zum utbar. 6.5 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu be- schaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 6.6 D ie Vorinstanz hat den W egw eisungsvollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 7. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D a ihm m it Zw ischenverfügung vom 22. M ai 2007 die unentgeltliche R echtspflege gem äss Art. 65 Abs. 1 Vw VG gew ährt w urde und sich an den diesbezüglichen Voraussetzungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. (D ispositiv nächste Seite)8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - (kantonale Behörde) (Beilage: Bestätigung der Staatsangehörigkeit) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans Schürch C hristoph Basler Versand am :