Heure des questions 2330 N 13 décembre 1993 #ST# Fragestunde - Heure des questions 93.5244 Frage Baumann Solidaritätsbeiträge im Obstbau Question Baumann Culture fruitière. Contributions de solidarité Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die vom Parlament beschlossenen Solidaritätsbeiträge im Obstbau (Art. 24quinquies und 24sexies Alkoholgesetz) wur- den, obschon der gesetzliche Auftrag gilt, im Geschäftsjahr 1992/93 nicht erhoben. Stimmt es, dass die administrativen Schwierigkeiten ohne eine erneute Gesetzesänderung praktisch nicht lösbar sind? Wäre es nicht doch sinnvoller, die Kleinstproduzenten von den Zwangsabgaben zu befreien? Texte de la question du 13 décembre 1993 Les contributions de solidarité en arboriculture fruitière déci- dées par le Parlement (art 24quinquies et 24sexies de la loi sur l'alcool) n'ont pas été prélevées pour l'exercice 1992/93, période pourtant couverte par le mandat légal. Est-il vrai que les obstacles administratifs ne sont pratique- ment pas surmontables sans une nouvelle modification de loi? Ne serait-il pas plus judicieux d'exempter les petits produc- teurs des contributions obligatoires? Schriftliche Antwort des Bundesrates Der Hauptgrund für die Nichterhebung von Solidaritätsbeiträ- gen beim Obst liegt in der angestrebten Koordination der Aus- führungsbestimmungen mit den übrigen Agrarprodukten. Wenn das Referendum gegen die Solidaritätsbeiträge im Landwirtschaftsgesetz zustande kommt, wird eine Separatlö- sung für den Obstbau aufgrund des Alkoholgesetzes geprüft werden. Die Eidgenössische Alkoholverwaltung geht davon aus, dass die administrativen Schwierigkeiten ohne eine erneute Geset- zesänderung lösbar sind. Wenn die Branchenorganisationen nachgewiesen haben, dass die gesetzlichen Voraussetzun- gen erfüllt sind, wird sie der Bundesrat beauftragen, auf ihre Kosten im Obstbau die Solidaritätsbeiträge bei Aussenseitern einzuziehen. Aus administrativen Gründen ist vorgesehen, Kleinstprodu- zenten und Selbstversorger von der Beitragspflicht zu be- freien. 93.5262 Frage Goll Entwicklungspolitik in Palästina Question Goll Politique de développement en Palestine Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die Schweiz hat in den besetzten palästinensischen Gebieten bisher nur humanitäre Hilfe geleistet. Die bisherige humani- täre Hilfe soll durch eine echte Entwicklungszusammenarbeit ergänzt werden. Dies sei das Ziel der DEH, wie Hans Schellen- berg, Chef der Sektion humanitäre Zusammenarbeit, in einem Artikel im «Tages-Anzeiger» vom 17. September 1993 erklärte. Der Christliche Friedensdienst und andere Hilfswerke haben die DEH schon vor längerer Zeit und wiederholt auf entspre- chende Basisprojekte aufmerksam gemacht, jedoch negative und unkooperative Reaktionen erhalten. Ich frage den Bundesrat deshalb an, wie ernst die deklarierte Notwendigkeit einer echten Entwicklungszusammenarbeit gemeint ist oder ob die Schweiz auch in Zukunft nur Symptom- bekämpfung betreiben will. Texte de la question du 13 décembre 1993 Jusqu'à présent, la Suisse s'est contentée d'apporter une aide humanitaire dans les territoires occupés de la Palestine. Cette aide doit être complétée par une véritable coopération au dé- veloppement Comme le précisait M. Hans Schellenberg, chef de la Section coopération humanitaire, dans un article du «Ta- ges-Anzeiger» du 17 septembre 1993, c'est l'objectif de la DDA Cela fait longtemps que le Mouvement chrétien pour la paix et d'autres oeuvres d'entraide signalent régulièrement à la DDA des projets allant en ce sens, mais ils n'ont eu que des réactions négatives ou réticentes. Je demande au Conseil fédéral quelle est la valeur des décla- rations sur la nécessité d'une véritable coopération au déve- loppement et si la Suisse continuera de se limiter à combattre les symptômes. Schriftliche Antwort des Bundesrates Bis zum Abschluss des Washingtoner Abkommens im Herbst dieses Jahres waren die Bedingungen für eine Unterstützung von längerfristigen Aufbauvorhaben nicht gegeben. Heute ste- hen wir in der Phase des Uebergangs von der kurzfristigen Nothilfe zum langfristigen Aufbau. Der Bundesrat hat am 20. September 1993 beschlossen, sich am Wiederaufbau der besetzten Gebiete mit 60 Millionen Franken zu beteiligen. Am 15. und 16. Dezember wird in Paris eine Konferenz aller Geberländer, inklusive der Schweiz, statt- finden. Die Schweiz wird danach ihre Programme festlegen. Wir gedenken, die Mittel je zu einem Drittel bilateral, über das Uno-System und im Rahmen der Weltbankprogramme einzu- setzen. Bereits dieses Jahr finanziert die DEH über die UN- RWA (United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in thè Near East) die Instandstellung von 3 Materni- tés und 27 Schulhäusern.13. Dezember 1993 N 2331 Fragestunde 93.5264 Frage Loeb François Dialog Dalai Lama/chinesische Regierung Question Loeb François Dialogue entre le dalai-lama et le gouvernement chinois Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Ich frage den Bundesrat, ob er, wie andere Regierungen dies getan haben, bereit ist, mit diplomatischen Mitteln darauf hin- zuarbeiten, einen Dialog (ohne Vorbedingungen) zwischen dem Dalai Lama und der chinesischen Regierung über die Ti- betfrage in Gang zu bringen? Texte de la question du 13 décembre 1993 J'aimerais savoir si le Conseil fédéral est prêt à emboîter le pas à d'autres gouvernements en déployant des moyens diploma- tiques pour convaincre le dalaï-lama et le gouvernement chi- nois d'ouvrir, sans conditions préalables, le dialogue sur la question tibétaine. Schriftliche Antwort des Bundesrates Wir unterhalten den Dialog mit dem Dalai Lama Wie Sie wis- sen, wurde er am 19. August 1991 von meinem Vorgänger empfangen. Mitarbeiter der Sektion Menschenrechte meines Departementes haben ihn am 31. August 1993 ebenfalls ge- troffen, und zwar anlässlich des 25. Jahrestages des klösterli- chen Tibetinstitutes in Rikon. Dies teilte der Bundesrat dem Fragesteller auf dessen Einfache Anfrage vom 20. September 1993 mit. Anlässlich dieses letztgenannten Treffens ist der Da- lai Lama nicht mit dem Wunsch an die Schweiz gelangt, darauf hinzuwirken, den Dialog in der Tibetfrage mit der chinesischen Regierung zu erleichtern. Wir begrüssen die Haltung des Dalai Lama, namentlich seinen Willen, mit der chinesischen Regierung den Dialog zu führen. Wir sind überzeugt davon, dass die Tibetfrage mit friedlichen Mitteln gelöst werden muss. Deshalb sind wir bereit, den Vor- schlag des Fragestellers zu prüfen und Möglichkeiten für die Umsetzung dieses Vorhabens zu suchen. Im übrigen werden wir am eingeschlagenen Weg festhalten, indem wir den Dialog sowohl mit der chinesischen Regierung als auch mit dem Da- lai Lama aufrechterhalten und dabei im Bereiche der Men- schenrechte aktiv bleiben. Diese Politik ist selber dazu ange- tan, den Dialog zwischen der chinesischen Regierung und dem Dalai Lama zu erleichtern. 93.5266 Frage Columberg Diplomatennachwuchs Question Columberg Accès à la carrière diplomatique Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Laut verschiedenen Medienberichten beabsichtigt das Eidge- nössische Departement für auswärtige Angelegenheiten, nur noch vier Anwärter für die Diplomatenausbildung zuzulassen, und dies im Rahmen eines laufenden «Concours». - Trifft diese Aussage zu? - Wenn ja, aus welchen Gründen wurde dieser sonderbare Entscheid gefällt? Gefährdet diese wesentliche Kürzung beim Nachwuchs junger Diplomatinnen und Diplomaten nicht die künftige Arbeit im aussenpolitischen Bereich und in der Folge eine erfolgreiche Fortsetzung unserer Aussenpolitik? Texte de la question du 13 décembre 1993 Selon diverses informations parues dans les médias, le Dépar- tement fédéral des affaires étrangères aurait l'intention de n'admettre plus que quatre stagiaires diplomatiques, et ce, dans le cadre d'un concours périodique. - Ces informations sont-elles exactes? - Dans l'affirmative, pour quels motifs cette curieuse décision a-t-elle été prise? Cette diminution radicale de la relève en jeu- nes diplomates ne menace-t-elle pas l'activité future dans le domaine de la politique extérieure et, en conséquence, le suc- cès de celle-ci? 93.5269 Frage Rychen Diplomatennachwuchs Question Rychen Accès à la carrière diplomatique Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 In der Presse konnte man über Unstimmigkeiten im EDA be- züglich des «Concours diplomatique» lesen. Gemäss diesen Darstellungen will Bundesrat Cotti nur vier statt wie üblich zwölf bis fünfzehn Jungdiplomaten selektionieren lassen. 1. Stimmt diese Aussage? 2. Wenn ja, welches sind die Gründe für dieses Vorgehen? Texte de la question du 13 décembre 1993 Selon la presse, il y aurait eu divergence de vues au sein du DFAE en ce qui concerne le concours d'entrée à la carrière di- plomatique. Apparemment, M. Cotti, conseiller fédéral, vou- drait ramener à quatre le nombre de jeunes gens se préparant à entrer dans cette carrière, au lieu de douze à quinze comme c'était le cas jusqu'ici. 1. Ces informations sont-elles exactes? 2. Si oui, quels sont les motifs de cette décision? Schriftliche Antwort des Bundesrates auf die Fragen 93.5266 und 93.5269 Eine grundsätzliche Ueberprüfung der Personalpolitik des De- partementes ist im Gange. In diesem Zusammenhang stellen sich auch gewisse Probleme bei der Rekrutierung für den kon- sularischen und diplomatischen Dienst Diese haben wir er- kannt, und wir sind daran, dafür Lösungen zu entwickeln. Da jedoch noch verschiedene Abklärungen notwendig sind, soll der Rekrutierungsconcoursfür 1994 im gleichen Rahmen wie bisher erfolgen. Für 1995 wird jedoch eine genaue und umfassende Ueberprü- fung des Systems ins Auge gefasst. 93.5245 Frage Baumann Artikel 31 b Landwirtschaftsgesetz Question Baumann Loi sur l'agriculture. Article 31 b Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die Direktzahlungen gemäss Artikel 31 b Landwirtschaftsge- setz werden zurzeit ausbezahlt. - Wie viele Bauern (Prozentsatz) erfüllen die Bestimmungen der integrierten Produktion (IP), des biologischen Landbaus, der kontrollierten Freilandhaltung?Heure des questions 2332 N 13 décembre 1993 - Stimmt es, dass die Bestimmungen der integrierten Produk- tion schon wieder gelockert werden sollen? Texte de la question du 13 décembre 1993 La Confédération est en train de verser les contributions pré- vues par l'article 31 b de la loi sur l'agriculture. - Quelle proportion de paysans remplissent les conditions de la production intégrée (PI), de la culture biologique et de l'éle- vage contrôlé en liberté? - Est-il vrai que les conditions de la production intégrée doi- vent de nouveau être assouplies? Schriftliche Antwort des Bundesrates 1. Zurzeit liegen erst wenige definitive Abrechnungen der Kan- tone vor. Aufgrund einer Umfrage bei den Kantonen und erster provisorischer Abrechnungen können wir folgende Schät- zung bezüglich der Beteiligung machen: - 9000 Betriebe oder rund 12 Prozent bei der integrierten Pro- duktion; -1600 Betriebe oder rund 2 Prozent beim biologischen Landbau; - 5600 Betriebe oder rund 8 Prozent bei der kontrollierten Frei- landhaltung. 2. Der Bundesrat beabsichtigt nicht, die Bestimmungen be- treffend die integrierte Produktion in der Oeko-Beitragsverord- nung zu ändern. Gemäss Artikel 12 Absatz 1 der Oeko-Beitragsverordnung ist die Erarbeitung von Regeln der integrierten Produktion primär Sache der Fachorganisationen. Gemäss Absatz 2 desselben Artikels bedürfen die Regeln der Fachorganisationen der An- erkennung durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW). Das BLW musste ferner Weisungen über die Mindestanforde- rungen erlassen. Zusammen mit Fachleuten (Spezialisten der eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten und interessierten Kreisen) hat das BLWdie ersten Weisungen (vom 10. Mai 1993) im Lichte der gemachten Erfahrungen und unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten sorg- fältig überprüft und soweit nötig angepasst, ohne jedoch die Kernpunkte der IP in Frage zu stellen. 93.5247 Frage Kühne Gatt-Verhandlungen. Interessen der schweizerischen Landwirtschaft Question Kühne Négociations du Gatt. Intérêts de l'agriculture suisse Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die USA und Europa haben offenbar eine grundsätzliche Eini- gung im Agrarbereich auf der Basis Blair-House-Agreement getroffen. Eine solche Regelung hat für die schweizerische Landwirtschaft allgemein und insbesondere für die Bereiche Futtergetreidebau, Viehhaltung und Milchwirtschaft untrag- bare Folgen. - Teilt der Bundesrat diese Einschätzung? - Was unternimmt der Bundesrat, um in der gegenwärtigen «heissen» Verhandlungsphase das Gatt-Abkommen auch für die Landwirtschaft tragbar zu gestalten? Texte de la question du 13 décembre 1993 II semble que les Etats-Unis et l'UE soient parvenus à un ac- cord de principe en matière agricole sur la base de l'Accord de Blair House. Un tel accord aura des conséquences insuppor- tables pour l'agriculture suisse dans son ensemble et plus par- ticulièrement pour les secteurs de la production de céréales fourragères, de l'exploitation animale et de l'économie laitière. - Le Conseil fédéral partage-t-il ce point de vue? - Qu'entreprend le Conseil fédéral dans cette phase aiguë des négociations pour rendre l'Accord du Gatt acceptable également pour l'agriculture suisse? Schriftliche Antwort des Bundesrates Der Bundesrat ist der Ansicht, dass das Blair-House-Abkom- men eine grössere Flexibilität bringt, als dies im Entwurf der Schlussakte vom 20. Dezember 1991 vorgesehen war. Die in- terne Stützung soll um 20 Prozent reduziert werden, und zwar global und nicht produkteweise, was die interne Umsetzung der Resultate der Uruguay-Runde in der Schweiz erleichtern wird. Zudem enthält es die Verpflichtung, die subventionierten Exportmengen durchschnittlich um 21 Prozent anstelle von 24 Prozent zu reduzieren, was im Interesse der schweizeri- schen Milchwirtschaft ist Es ist klar, dass dadurch nicht alle Probleme der schweizerischen Landwirtschaft gelöst sind. Die Aenderungen, welche die Europäische Union in der letz- ten Verhandlungsphase erzielt hat, lassen eine zusätzliche Flexibilität in den Modalitäten der Anwendung des Landwirt- schaftsabkommens vermuten (Referenzjahre, Aggregation). Der Bundesrat beabsichtigt, in der Schlussphase der Ver- handlung alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu benut- zen, um diese Resultate im Interesse der schweizerischen Landwirtschaft noch zu verbessern. 93.5253 Frage Bischof Alptransit im Tessin. Schaffung neuer Arbeitsplätze Question Bischof NLFA au Tessin. Création d'emplois Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Laut «Tages-Anzeiger» sollen zwischen 2500 und 3700 neue Arbeitsplätze durch den Bau der Alpentransversale (Alptran- sit) entstehen. Verständlicherweise freut sich die Tessiner Bevölkerung auf diese Arbeitsbeschaffung. Nur glaube ich, dass sie sich nicht lange daran erfreuen werden, denn 4000 Grenzgänger haben in der letzten Zeit ihre Stelle im Tessiner Baugewerbe verloren. Dies veranlasst mich zu folgenden Fragen: - Ist die Gewährleistung gegeben, damit in erster Linie einhei- mische Bauleute dort Arbeit finden? -Wieweit wird sich der Bundesrat darum bemühen, damit auch wirklich zuerst einheimisches Personal rekrutiert wird? Texte de la question du 13 décembre 1993 Selon le «Tages-Anzeiger», la construction des transversales alpines (NLFA) devrait permettre de créer 2500 à 3700 em- plois. Il va de soi que la population tessinoise se réjouit de ces possi- bilités. Or, je crains qu'elle ne puisse s'en féliciter longtemps: en effet, 4000 frontaliers viennent de perdre ces derniers temps leur emploi dans la construction au Tessin. Cela m'incite à poser au Conseil fédéral les questions sui- vantes: - Est-on assuré que ce sera en premier lieu la population indi- gène qui trouvera du travail sur ces chantiers? - Dans quelle mesure le Conseil fédéral fera-t-il pression pour que la priorité soit réellement donnée à l'engagement de per- sonnel indigène? Schriftliche Antwort des Bundesrates Der Bau des Alptransits wird ohne Zweifel positive Beschäfti- gungseffekte in der Region und damit auch für das Tessin aus- lösen. Generell kann davon ausgegangen werden, dass für diesen Auftragsbereich die Konkurrenzfähigkeit schweizeri- scher Betriebe gegeben ist.13. Dezember 1993 2333 Fragestunde Der Bau der Alpentransversale bedeutet, dass nebst Tunnel- bauten auch zahlreiche andere Bauwerke auszuführen sind, für welche sich das ansässige Gewerbe in aller Regel am be- sten eignet. Dies wird daher Beschäftigungseffekte in Zuliefer- betrieben, z. B. der Schlosserei, Zimmerei, wie auch fürs Gast- gewerbe auslösen. Dank der Prioritätsklausel für inländische Arbeitskräfte (Art. 7 BVO) wird, nebst anderen zentralen Voraussetzungen (insbe- sondere gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen), gewährlei- stet werden, dass ausländische Arbeitskräfte nur zugelassen werden, wenn keine geeigneten einheimischen Arbeitnehmer verfügbar sind. Es gilt jedoch zu bedenken, dass der Tunnel- bau häufig Spezialkenntnisse voraussetzt und dass somit nicht alle arbeitslosen Personen aus dem Baugewerbe dafür in Frage kommen werden. Die zuständigen kantonalen Ar- beitsmarktbehörden werden jedoch in Zusammenarbeit mit dem Biga über die Einhaltung dieser Auflagen wachen. 93.5239 Frage Hollenstein Verbot des Brutalo-Videos «Child's Play» Question Hollenstein Scènes de brutalité. Interdiction d'un film vidéo Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Im Zusammenhang mit der Gerichtsverhandlung im Mordfall James Bulger in Liverpool kam die Diskussion auf ein Brutalo- Video mit dem Titel «Child's Play». Offenbar ist nicht auszu- schliessen, dass die jugendlichen Täter von diesem Video für ihre Tat inspiriert worden sind. Aufgrund von Reaktionen der britischen Oeffentlichkeit wurde in England das erwähnte Video aus dem Fernsehprogramm genommen. In der Schweiz hingegen ist eine Ausstrahlung des Films in der Sendung «Teleclub» geplant. Ist der Bundesrat bereit, in diesem konkreten Fall zu interve- nieren und zu veranlassen, dass die Sendung von «Child's Play» abgesetzt wird? Erwähnter Film wird im «Teleclub» unter einem anderen Na- men gezeigt werden: «Chucky» 1-3, dritte Folge: «Child's Play» Texte de la question du 13 décembre 1993 A l'occasion du procès des enfants qui ont tué le petit James Bulger à Liverpool, on a reparlé du film vidéo «Child's Play», qui montre des scènes de brutalité. Il se pourrait en effet que les enfants en question se soient inspirés de ce film pour com- mettre leur forfait. Suite aux réactions de l'opinion publique britannique, ce film a été retiré des programmes de télévision en Angleterre. En Suisse, par contre, sa diffusion est programmée dans le cadre de l'émission «Teleclub». Le Conseil fédéral est-il disposé à intervenir ici pour faire en sorte que ce film vidéo ne soit pas diffusé? Schriftliche Antwort des Bundesrates Der Bundesrat teilt die Besorgnis der Fragestellerin. Die öffent- liche Darstellung von Gewalt kann zu einer Brutalisierung der Gesellschaft führen. Der Bundesrat kann nicht intervenieren. Wohl verbietet Arti- kel 6 Absatz 1 des Radio- und Fernsehgesetzes die Verharm- losung und Verherrlichung von Gewalt. Aber der Bundesrat hat keinerlei medienrechtliche Mittel, die es ihm erlauben wür- den, die Ausstrahlung von Sendungen zu verhindern: Das Ra- dio- und Fernsehgesetz kennt keine derartige vorsorgliche Massnahme. 35-N Die Meinungsäusserungsfreiheit verbietet die vorgängige Kontrolle. Das wäre staatliche Zensur. Um so zuverlässiger müssen die nachträglichen Massnahmen greifen, damit die Veranstalter künftig von unwürdiger Gewaltdarstellung abge- halten werden. Beschwerden über Gewaltdarstellung in Radio- oder Fern- sehsendungen können - allerdings erst nach deren Ausstrah- lung - der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) unterbreitet werden. Stellt die UBI eine Verlet- zung des Radio- und Fernsehgesetzes fest, kann dies für den Veranstalter konzessionsrechtliche Folgen haben. Ueberdies ist Artikel 135 des Strafgesetzbuches zu beachten, der die menschenunwürdige Darstellung grausamer Gewalt- tätigkeit gegen Mensch oder Tier mit Strafe bedroht. Die Straf- bestimmung verbietet nicht allein die Aufführung von Brutalo- Videos, sondern bereits gewisse Vorbereitungshandlungen wie deren Herstellung, Einführung und Lagerung. Sobald der zuständige Untersuchungsrichter-z. B. durch eine Anzeige- Kenntnis von derartigen Aktivitäten erhält, untersucht er den Sachverhalt von Amtes wegen. Gestützt auf das jeweils an- wendbare kantonale Prozessrecht wird er über eine allfällige sofortige Beschlagnahmung des Filmmaterialsentscheiden. 93.5240 Frage Hollenstein Flugverkehr in Altenrhein Question Hollenstein Trafic aérien à Altenrhein Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 1. Wie kommt es, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) öffentlichen Flugverkehr für das private Flugfeld Altenrhein be- willigen kann, für das noch gar keine Konzession vorliegt? 2. Das Bazl prognostiziert für Altenrhein eine Zunahme der Passagierinnen und Passagiere von 52 800 im Jahr 1992 auf 69000 im Jahr 1995 und auf 105000 im Jahr 2010. Dazu kommt, dass das Bazl am 25. Oktober 1993 die Bewilligung für die uneingeschränkte Inbetriebnahme des Instrumentenlan- desystems (ILS) erteilt hat. Steht hinter diesem Vorgehen des Bazl die Absicht, den rechtlichen Status des Flugplatzes Alten- rhein zu ändern und ihn zu einem Regionalflugplatz oder so- gar zu einem konzessionierten Flughafen zu machen? 3. Bei der erwähnten Bewilligung wurden Forderungen des Bundesamtes für Raumplanung (betreffend Zonenplan) nicht erfüllt. Weiter sind noch Einsprachen von Anwohnern zum Zo- nenplan hängig. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass die erteilte Bewilligung des Bazl unzulässig und unakzeptabel ist? Texte de la question du 13 décembre 1993 1. Comment se fait-il que l'Office fédéral de l'aviation civile (Ofac) puisse autoriser le trafic aérien public sur le champ d'aviation privé d'Altenrhein, pour lequel il n'existe pas encore de concession? 2. L'Ofac prévoit que le trafic à Altenrhein passera de 52 800 passagers en 1992 à 69 000 en 1995 pour atteindre 105 000 en l'an 2010. En outre, il y a autorisé, le 25 octobre 1993, l'exploi- tation illimitée du système d'atterrissage aux instruments (ILS). Cela signifie-t-il que l'Ofac a l'intention de modifier le sta- tut juridique du champ d'aviation d'Altenrhein pour faire de ce- lui-ci un aérodrome régional, voire un aéroport au bénéfice d'une concession? 3. Lorsque l'autorisation précitée a été octroyée, on n'a pas tenu compte des exigences de l'Office fédéral de l'aménage- ment du territoire (concernant le plan d'affectation des zones). En outre, des recours déposés par des riverains sont encore en suspens. Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas que l'octroi, par l'Ofac, de l'autorisation précitée est inacceptable et inad- missible?Heure des questions 2334 N 13 décembre 1993 Schriftliche Antwort des Bundesrates 1. Die Tatsache, dass ein Flugplatz den Rechtsstatus eines Flugfeldes und nicht eines Flughafens hat, schliesst dessen Benützung durch Linienflüge in keiner Weise aus. Im vorlie- genden Fall besteht für diese Linienflüge sogar eine aus dem Staatsvertrag mit Oesterreich hervorgehende völkerrechtliche Zulassungsverpflichtung. 2. Der Flugplatz Altenrhein erfüllt seit jeher die Funktion eines Regionalflugplatzes. Ob in fernerer Zukunft der rechtliche Sta- tus des Flugplatzes geändert werden soll, wird vom Bundesrat zu entscheiden sein. Zurzeit wird unter Mitwirkung von Ge- meinden, Kantonen, interessierten Bundesstellen, Flugplatz- haltern und weiteren betroffenen Kreisen ein nationales Flug- platzkonzept erarbeitet Sollte Altenrhein je den Status eines konzessionierten Flug- platzes erhalten, müsste vorgängig zudem auch der mit Oesterreich abgeschlossene Staatsvertrag entsprechend an- gepasst werden. 3. Gegen die vom Bazl erstinstanzlich im Interesse der Flugsi- cherheit erteilte Freigabe des Instrumentenlandesystems (ILS) ist Beschwerde erhoben worden. Es wird nun Sache der Beschwerdeinstanzen sein, festzustellen, ob diese Freigabe zu Recht erfolgte oder nicht 93.5246 Frage Cavadini Adriano Fernsehen der italienischen Schweiz. Programmausstrahlung in Italien Question Cavadini Adriano Télévision de la Suisse italienne. Diffusion en Italie Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Seit 1988 bemüht sich das Fernsehen der italienischen Schweiz (TSI) erneut darum, dass seine Programme auch in Italien empfangen werden können. Dies allerdings ohne Er- folg, obwohl verschiedene internationale Verträge und Ueber- einkommen dem TSI Sendekanäle zugeteilt haben, die jedoch bereits von italienischen Stationen besetzt sind. Ich frage den Bundesrat deshalb: 1. Hat man bei den letzten Gesprächen, die in dieser Sache in Rom geführt wurden, die Zusicherung erhalten, dass die der Schweiz zugeteilten Frequenzen tatsächlich benutzt werden können? 2. Genügen die von den PTT vorgenommenen technischen Anpassungen am Sender Castel San Pietro, damit die Pro- gramme des TSI bald nach Italien ausgestrahlt werden kön- nen, ohne dass dadurch die italienischen Fernsehprogramme und der Radar des Mailänder Flughafens gestört werden? Texte de la question du 13 décembre 1993 La Télévision de la Suisse italienne (TSI) s'efforce depuis 1988 de faire parvenir ses programmes en Italie. En vain, même si divers traités et accords internationaux ont attribué à la TSI des canaux, qui sont toutefois occupés par des émetteurs italiens. C'est pourquoi je pose au Conseil fédéral les questions sui- vantes: 1. A-t-il été possible après les derniers entretiens qui ont eu lieu à Rome d'obtenir finalement l'assurance que les fréquen- ces assignées à la Suisse pourront réellement être utilisées? 2. Les mesures techniques adoptées par les PTT concernant le relais de Castel San Pietro, afin d'assurer la transmission en Italie sans perturber les émissions italiennes ni le radar de l'aé- roport de Milan, représentent-elles la solution permettant d'as- surer à court terme la diffusion des programmes de la TSI en Italie? Schriftliche Antwort des Bundesrates 1. Die Schweiz hat kein Anrecht auf Ausstrahlung eigener TV- Programme im Ausland. Diese Möglichkeit könnte jedoch durch bilaterale Verträge geschaffen werden. Nachdem italie- nische Sendungen in der Südschweiz gut empfangbar sind, macht die Schweiz in den laufenden Verhandlungen das ent- sprechende Gegenrecht geltend. Diesbezügliche Schritte ha- ben jüngst sowohl Bundespräsident Ogi in einem Schreiben an den italienischen Postminister Pagani als auch Bundesrat Cotti anlässlich seiner Gespräche mit seinem italienischen Amtskollegen Andreatta unternommen. Obwohl technische und politische Probleme eine Lösung erschweren, ist die Schweiz bezüglich eines baldigen Abschlusses der Verhand- lungen zuversichtlich. 2. Der Sender Castel San Pietro könnte die Versorgung des Tessins bis an die Landesgrenzen mit einer gegenüber der Koordination von 1987 reduzierten Sendeleistung sicherstel- len. Eine Versorgung des norditalienischen Gebietes mit dem TSI-Programm lässt sich aber nur mit der Einhaltung der ver- einbarten Koordination durch Italien bewerkstelligen. 93.5251 Frage Bischof Medikamentenwerbung im Fernsehen DRS Question Bischof Télévision DRS. Publicité pour des médicaments Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Im Anschluss an die von mir kürzlich eingereichte Interpella- tion «Medikamentenmissbrauch» veranlasste mich die Wer- bung für Medikamente im Fernsehen erneut zu einer Frage. Trotz gesetzlichem Verbot wird der Konsument von der Phar- mabranche via Fernsehen darauf aufmerksam gemacht, wel- ches Mittel für ihn am besten sei! Dass die Pharmafirmen nun diese Werbung noch in eigener Regie kontrollieren wollen, ist ein Affront! Da laut (neuestem) Bundesgesetz über Radio und Fernsehen (RTVG) die Werbung für Heilmittel aus gesundheitspolitischen Gründen ausdrücklich verboten ist, ebenso wie Werbung für Alkohol und Tabak, stelle ich dem Bundesrat folgende Frage: Was unternimmt der Bundesrat, damit auch Werbung für Me- dikamente von der Mattscheibe verbannt wird? Texte de la question du 13 décembre 1993 Eu égard à ma récente interpellation intitulée «Abus des médi- caments», la publicité télévisée en faveur des médicaments m'incite à poser une nouvelle question sur ce sujet Malgré l'interdiction prescrite par la loi, l'industrie pharmaceu- tique continue, par l'intermédiaire de la télévision, à attirer l'at- tention des consommateurs sur les médicaments qui sont censés être les meilleurs pour eux. Plus choquant encore est le fait que les sociétés pharmaceutiques entendent instituer leur propre contrôle de ce type de publicité. Etant donné que la loi fédérale sur la radio et la télévision (LRTV), récemment promulguée, interdit formellement, pour des motifs relevant de la politique en matière de santé publi- que, toute publicité en faveur des médicaments, comme cela est d'ailleurs aussi le cas pour l'alcool et le tabac, je pose la question suivante: Qu'entreprend le Conseil fédéral pour proscrire du petit écran toute publicité en faveur des médicaments? Schriftliche Antwort des Bundesrates Der Bundesrat hat das gesetzliche Werbeverbot für Heilmittel in seiner Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz konkreti- siert Durch den Verweis in Artikel 14 der Radio- und Fernseh- verordnung (RTW) auf die heilmittelrechtlichen Bestimmun- gen über die Publikumswerbung ist sichergestellt, dass der13. Dezember 1993 N 2335 Fragestunde Wille des Gesetzgebers respektiert wird. Diese Regelung schliesst Werbung für all jene Heilmittel aus, die bei unsachge- mässer Verwendung die Gesundheit gefährden oder süchtig machen können. Harmlose Produkte wie zum Beispiel Kräu- tertee und Babypuder, die zwar auch als Heilmittel registriert sind, können dagegen an Radio und Fernsehen und auch in den Printmedien beworben werden. Die Einhaltung der erwähnten heilmittelrechtlichen Vorschrif- ten wird bei den Zeitungen und Zeitschriften seit Jahrzehnten von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) kon- trolliert. Diese Praxis hat sich bewährt, so dass sich die für Ra- dio und Fernsehen zuständigen Bundesbehörden ohne wei- teres auf die Empfehlungen der IKS stützen können. Es kann keine Rede davon sein, dass die Pharmafirmen ihre Werbe- spots selbst kontrollieren. Auch anderthalb Jahre nach Inkrafttreten von RTVG und RTW hat der Bundesrat keinerlei Anlass, die bestehende Regelung zu ändern. 93.5258 Frage Aubry SBB. Zu hohe Wagen für die Westschweiz? Question Aubry CFF et wagons trop hauts pour la Suisse romande? Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die SBB haben eben einen grossen Auftrag für Doppelstockwa- gen vergeben, die auf den Intercity-Linien eingesetzt werden sollen. Dem Vernehmen nach können diese Wagen zwischen Bern und Genf nun aber gar nicht verkehren, weil die Eisen- bahntunnels auf dieser Strecke zuwenig hoch sind. Die SBB haben damit die Westschweiz bei einem weiteren ihrer Projekte einfach «vergessen». Es dürfte aus Kostengründen wohl kaum möglich sein, die Tunnels entsprechend zu vergrössern. Was hält der Bundesrat von einem solchen Entscheid, welcher die Bedürfnisseeines ganzen Landesteils nicht berücksichtigt? Texte de la question du 13 décembre 1993 Les CFF ont passé une importante commande de wagons à deux étages destinés aux lignes Intercity. Or, a-t-on appris, ces wagons ne pourront pas circuler de Berne à Genève, les tun- nels ferroviaires n'étant pas assez hauts pour leur passage. La Suisse romande est une fois de plus «oubliée» dans les projets des CFF, car il n'est guère possible de rehausser les tunnels sans de gros moyens financiers. Que pense le Conseil fédéral d'un tel choix qui ne tient pas compte d'une partie importante de la Suisse? Schriftliche Antwort des Bundesrates Es trifft zu, dass die SBB in einer ersten Tranche 58 Doppel- stockwagen - 8 Kompositionen - bestellt haben und dass der Verwaltungsrat die Generaldirektion der SBB zum Abschluss eines Rahmenvertrages über 250 IC-Doppelstockwagen er- mächtigt hat Der Gesamtbedarf beträgt nach heutiger Schät- zung etwa 400 Wagen. Im Rahmen des Erneuerungsprogramms haben die SBB den Tunnel bei Flamatt ausgebaut, und bei jenem von Schmitten sind die Umbauarbeiten in vollem Gange. Das Ausbauprogramm «Bahn und Bus 2000» sieht die Neu- konstruktion des Tunnels bei Vauderens vor. Dasselbe gilt für die Tunnels bei Puidoux-Chexbres und Grandvaux. Die Strecke Bern-Lausanne-Genf könnte somit für Doppel- stockwagen geöffnet werden, sofern die Nachfrage dies erfor- dert. Einsatzmöglichkeiten für Doppelstockwagen sind in der Westschweiz vorgesehen. Von einer Vernachlässigung der Romandie durch die SBB kann demzufolge keine Rede sein. 93.5260 Frage Binder Autoindex 111 Question Binder Renseignements sur les plaques minéralogiques au No 111 Wortlaut der Frage vom 13, Dezember 1993 Wie kürzlich aus der Presse zu erfahren war, beabsichtigen die PTT, ab 1994 eine neue Dienstleistung einzuführen. Ueber die Nummer 111 sollen künftig sämtliche Adressen aller Auto- kennzeichen abgerufen werden können. Dies kann zum Bei- spiel zu Belästigungen von alleinfahrenden Frauen führen, zum Warten am Wohnort usw. Der schlimmste Nachteil ist aber wahrscheinlich der, dass Einbrecherbanden an Strassen die vorbeifahrenden Autos beobachten und so ihr nächstes Ziel aussuchen können. Vollbepackte Autos mit mehreren In- sassen weisen darauf hin, dass an den betreffenden Adressen wohl ungestört «gearbeitet» werden kann. Wie stellt sich der Bundesrat zu diesem, der persönlichen Si- cherheit jedes Autofahrers abträglichen und kriminellen Taten Hilfestellung leistenden Vorhaben durch einen Bundes- betrieb? Texte de la question du 13 décembre 1993 Comme on a pu l'apprendre dernièrement par la presse, les PTT envisagent l'introduction d'une nouvelle prestation à par- tir de 1994. Le No 111 doit à l'avenir donner toutes les adres- ses correspondant aux plaques minéralogiques. Un tel ser- vice peut conduire, entre autres, à ce que des femmes qui conduisent seules se retrouvent importunées ou attendues devant leur domicile. Mais l'inconvénient le plus grave réside sans doute dans le fait que des bandes de cambrioleurs pour- ront observer les autos qui passent dans les rues et choisir ainsi leurs prochaines victimes. Les autos chargées de ba- gages, avec plusieurs occupants à leur bord, indiqueront qu'on peut «travailler» à l'adresse correspondante en toute tranquillité. Que pense le Conseil fédéral de ce projet, qui rendra un ser- vice offert par une régie de la Confédération préjudiciable à la sécurité personnelle des conducteurs, et fournira une aide à ceux qui commettent des actes criminels? Schrittliche Antwort des Bundesrates Mit der neuen Dienstleistung der PTT können dieselben Aus- künfte eingeholt werden, welche bisher schon in Buchform frei erhältlich waren. Weiterhin bleiben auch die Kantone für die Daten bzw. deren Schutz verantwortlich. So besteht nach wie vor die Möglichkeit, beim Strassenverkehrsamt die Nichtveröf- fentlichung zu verlangen. Ein zusätzliches Gefährdungspo- tential entsteht mit der neuen Dienstleistung der PTT somit nicht.Heure des questions 2336 N 13 décembre 1993 93.5265 Frage Bischof Kettenbriefe Question Bischof Lettres envoyées selon le système de la chaîne Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 In den letzten Wochen haben wieder vermehrt mehrere Perso- nen, in diversen Regionen der Schweiz, sogenannte Ketten- briefe erhalten. Ich selbst wurde auch davon betroffen. Die Leute, die man mit diesen Kettenbriefen anschreibt (immer anonym), werden aus meiner Sicht massiv bedroht und ver- ängstigt! Solche Briefe gehören ganz klar in den Papierkorb. Trotzdem bleibt aber das Problem, dass diese Kettenbriefe munter weiter zirkulieren und dadurch viele Leute in Angst und Schrecken versetzt werden. Der Post sind die Hände gebunden, denn erfüllt der Inhalt solch eines Kettenbriefes einen Straftatbestand, so stehen sich Postgeheimnis und Strafrecht gegenüber. Das Postge- heimnis steht aberfür die Post über dem Strafrecht. DieKetten- briefaktionen sind schon lange ein ernsthaftes Problem in der Schweiz. Was wird die Post unternehmen, damit diesen Kriminellen in Zukunft das Handwerk gelegt werden kann? Texte de la question du 13 décembre 1993 Au cours de ces dernières semaines, on a de nouveau cons- taté, dans plusieurs régions de Suisse, que de plus en plus de personnes avaient reçu des lettres envoyées selon le système de la chaîne. J'ai moi-même reçu dételles lettres. Les personnes à qui sont adressées ces lettres -toujours ano- nymes - sont à mon avis grandement menacées et désécuri- sées! Il est évident que la place de ces lettres est dans la cor- beille à papier. Cependant un problème subsiste: les lettres continuent de circuler sans encombre, plongeant du même coup de nombreuses personnes dans l'inquiétude, voire dans la frayeur. Les PTT ont les mains liées, car même si le contenu de ce genre de lettres est punissable en vertu de la loi, il y a conflit entre le secret postal et le droit pénal. Or, pour les PTT, le se- cret postal passe avant le droit pénal. L'envoi de lettres de ce type représente depuis longtemps un sérieux problème dans notre pays. A cet égard, je pose la question suivante au Conseil fédéral: que vont entreprendre les PTT pour que l'on puisse mettre fin aux agissements des criminels qui envoient ce type de lettres? Schriftliche Antwort des Bundesrates Kettenbriefe, die einen finanziellen Gewinn versprechen - durch Einsatz eines bestimmten Geldbetrages oder einer Ware -, unterliegen dem Bundesgesetz vom 8. Juni 1923 be- treffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten und der dazugehörenden Vollzugsverordnung. Wer Kettenbriefe verschickt, macht sich grundsätzlich strafbar. Der Empfänger einer solchen Sendung kann ohne weiteres Strafanzeige ge- gen den Urheber einreichen. Die PTT haben keine Möglichkeit, Massnahmen gegen den Versand von Kettenbriefen zu ergreifen. Das Postgeheimnis verbietet jegliche Inhaltskontrolle bei Postsendungen. Solche Sendungen sind rein äusserlich ja auch nicht als Kettenbriefe erkennbar. 93.5271 Frage Bäumlin Wiederaufbereitung von Uranbrennelementen Question Bäumlin Retraitement des combustibles d'uranium Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Im kommenden Januar stehen Vertragsverhandlungen mit den USA betreffend die Genehmigung der Wiederaufberei- tung abgebrannter Uranbrennelemente (amerikanischer Pro- venienz) in Sellafield/GBan. Ich frage den Bundesrat an, wann endlich er diese Wiederauf- bereitungspraxis beendet, die 1. die Atomwaffenproliferation befördert, 2. von der Rohstoffsituation her unnötig ist, 3. mit unabsehbaren ökologischen und gesundheitlichen Ri- siken belastet ist. Texte de la question du 13 décembre 1993 En janvier prochain se tiendront à Sellafield (GB) des négocia- tions avec les Etats-Unis portant sur l'autorisation de retrai- ter des combustibles d'uranium usés (de provenance amé- ricaine). Je pose au Conseil fédéral la question suivante: Quand mettra-t-il fin, une fois pour toutes, à ce retraite- ment qui: 1. favorise la prolifération d'armes nucléaires; 2. est inutile vu les réserves de matières premières; 3. comporte des risques incalculables tant pour l'environne- ment que pour la santé des personnes? Schriftliche Antwort des Bundesrates Die Wiederaufarbeitungsverträge sind privatrechtliche Ver- träge zwischen Kernkraftwerkbetreibern und Sellafield-Betrei- bern. Es gibt keine völkerrechtliche Grundlage für eine Inter- vention des Bundesrates. 1. Die Atomwaffenproliferation wird durch die Brennelement- Wiederaufarbeitung nicht gefördert. Damit es zu keiner miss- bräuchlichen Verwendung des Plutoniums kommt, ist eine ge- naue Mengenkontrolle erforderlich. Die Schweiz und Gross- britannien haben den Atomsperrvertrag unterzeichnet und werden von der Internationalen Atomenergie-Agentur kontrol- liert 2. Bei der Wiederaufarbeitung handelt es sich um eine sinn- volle Methode, um Brennstoff und Ressourcen zu sparen. Die Wirtschaftlichkeit dieser Methode ist vom stark schwankenden Uranpreis abhängig und ist momentan nicht gegeben. 3. Wiederaufarbeitungsanlagen sind seit mehr als zehn Jah- ren im Betrieb. Erfahrungen zeigen, dass sie keine besonde- ren ökologischen oder gesundheitlichen Risiken darstellen. Für eine detailliertere Antwort siehe unsere Stellungnahme zu den Interpellationen Bär 93.3112,93.3113 und 93.3114.13. Dezember 1993 N 2337 Fragestunde 93.5243 Frage Steinemann Schweizerischer Nationalfonds Question Steinemann Fonds national suisse de la recherche scientifique Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissen- schaftlichen Forschung döst ruhig vor sich hin und bedient die wenigen Interessenten. Ausgrabungen in fremden Ländern, wo noch Baureste unter Sand schlummern, laufen beispielsweise einfach weiter. Dass diese Aufgabe von sogenanntem schweizerischem In- teresse ist, wage ich zu bezweifeln. Die Steuern zahlende Wirt- schaft kann sich Wünschenswerteres nicht mehr leisten. - Geht es hier um attraktive Arbeitsbeschaffung, oder ist dies ein Ergebnis schulischer Fehlplanung auf höchster Ebene? - Sollten die grossen finanziellen Zuwendungen des Bundes an den Fonds nicht ebenfalls gekürzt werden, solange auf al- len Ebenen massiv gespart werden muss? Texte de la question du 13 décembre 1993 Le Fonds national suisse de la recherche scientifique somnole doucement, se contentant de servir quelques rares intéressés. Ainsi continue-t-on de procéder à des fouilles dans des pays étrangers, où des vestiges dorment sous le sable. J'ose émettre quelques doutes quant à l'intérêt que présen- tent ces travaux pour la Suisse. De son côté, l'économie suisse, grevée d'impôts, ne peut plus se permettre de financer ce genre de projets. - Doit-on voir là une intéressante création d'emplois, ou bien le résultat d'une erreur élémentaire de planification faite au plus haut niveau? - Les importantes subventions que verse la Confédération au Fonds national ne devraient-elles pas être réduites, en un temps où on fait des économies substantielles à tous les ni- veaux? Réponse écrite du Conseil fédéral Cette question donne au Conseil fédéral l'occasion de souli- gner l'importance du Fonds national qui, parallèlement aux hautes écoles fédérales, constitue l'instrument le plus impor- tant d'encouragement de la recherche fondamentale. En 1992, le montant de 286,7 millions de francs mis à disposition par la Confédération a permis d'attribuer plus de 1200 man- dats de recherche pour des projets d'une haute valeur scienti- fique. Plus de 80 pour cent des contributions ont été affectés aux domaines des sciences naturelles et de l'ingénierie, ainsi que de la biologie et de la médecine. L'archéologie a bénéficié de 0,7 pour cent (1,6 million de francs), dont la plus grande partie (67 pour cent) a été autorisée pour des fouilles en Suisse et environ 500 000 francs seulement pour la recherche archéologique à l'étranger. Les recherches scientifiques sur le patrimoine culturel de la Suisse, de même que celui des autres pays et peuples, ont une grande importance pour le développement de la société à l'avenir. Les connaissances et les expériences acquises à l'oc- casion de travaux sur des projets internationaux contribuent à la compréhension réciproque, élément fondamental de la col- laboration internationale. A la première question, le Conseil fédéral répond donc par la négative. Il s'agit en fait de permettre à des chercheurs, jeunes pour la plupart, de se perfectionner dans les méthodes moder- nes de fouilles en travaillant sur des projets scientifiques de haut niveau. La réponse à la deuxième question est que le budget du Fonds national a déjà été considérablement réduit 93.5249 Frage Keller Rudolf Vollzugsprobleme bei den Pensionskassen Question Keller Rudolf Caisses de pension. Exécution des dispositions légales Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Auf den 1. Januar 1995 soll die zweite Säule mit dem Freizü- gigkeitsgesetz und dem Wohneigentumsförderungsgesetz weiter ausgebaut werden. Für die Pensionskassen bringt dies sehr arbeitsintensive Umstellungen, die von langer Hand vor- bereitet werden müssen. Die schon bisher sehr komplizierte Regelungsdichte wird durch die beiden neuen Gesetze stark erweitert. Die Unsicherheit über die rechtliche Auslegung mancher Bestimmung ist gross. Viele Details müssen noch in Verordnungen geregelt werden. In manchen Punkten ist es für die Versicherer unklar, was neu vorzubereiten und vorzukeh- ren ist. Wenn entsprechende Verordnungen erst gegen Mitte 1994 oder später verabschiedet werden, ist bei den Versiche- rern eine «seriöse Inkraftsetzung» dieser Gesetze in Frage ge- stellt. Was gedenkt der Bundesrat zu unternehmen, um die zum Voll- zug der Gesetze dringend notwendigen Informationen so schnell wie möglich, das heisst vor Ablauf der Referendums- frist-noch im 1. Quartal 1994-, herauszugeben? Texte de la question du 13 décembre 1993 Le deuxième pilier doit être renforcé avec effet au 1 er janvier 1995, par l'entrée en vigueur de la loi sur le libre passage et par celle de la loi sur l'encouragement à la propriété du logement. Cela oblige les caisses de retraite à procéder à de très labo- rieux travaux de réaménagement, qui doivent être longuement préparés. La réglementation déjà très compliquée ne devien- dra que plus touffue après l'entrée en vigueur de ces deux lois. L'interprétation juridique de nombreuses dispositions est très incertaine. Plusieurs points devront encore faire l'objet d'or- donnances ou de règlements. Les assureurs ne savent sou- vent pas exactement quelles mesures ils devront nouvelle- ment prendre. Si la réglementation nécessaire est arrêtée vers l'été 1994 seulement, voire plus tard, les assureurs ne pour- ront pas garantir une application sérieuse des lois précitées. Que pense faire le Conseil fédéral pour que les informations nécessaires à l'application de ces lois soient publiées aussi vite que possible et en tout cas avant l'expiration du délai réfé- rendaire, c'est-à-dire durant le premier trimestre de 1994? Réponse écrite du Conseil fédéral 1. Le Conseil fédéral édictera à la fin du premier semestre de l'année 1994 les ordonnances sur le libre passage et sur l'en- couragement de la propriété du logement au moyen de la pré- voyance professionnelle. La difficulté de la matière réglée dans ces lois exige que l'on élabore avec soin, en tenant compte de leur mise en pratique, des dispositions d'exécution relativement simples et claires, ce qui prend un certain temps. 2. Afin de préparer le plus simplement et le plus rapidement possible les institutions de prévoyance à l'introduction et à l'application des deux lois, l'Office fédéral des assurances so- ciales se propose d'organiser une séance d'information avec les milieux compétents. On devrait ainsi avoir la certitude que les institutions de prévoyance disposeront en temps utile des connaissances nécessaires pour appliquer les lois en ques- tion et qu'elles seront à même de prendre les mesures appro- priées.Heure des questions 2338 N 13 décembre 1993 93.5255 Frage Reimann Maximilian Hausfrauenarbeit und Säule 3a Question Reimann Maximilian Travail domestique et pilier 3a Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Das Bundesgericht hat dieser Tage einer «Nur»-Hausfrau den Anspruch auf steuerprivilegierte Abzüge in Form von Vorsor- gebeiträgen der Säule 3a verweigert und festgehalten, dass die Gleichstellung von Haushaltarbeit und Erwerbstätigkeit bei der gebundenen Selbstvorsorge nur auf politischem Weg realisiert werden könne. Seit dem 17. März 1993 liegt dem Bundesrat meine Motion 93.3136 vor, wo eben diese Forderung enthalten ist Was hat den Bundesrat bis heute daran gehindert, zu dieser Motion Stellung zu nehmen? Steht er einer Aufwertung der Hausfrau- enarbeit im Rahmen der BW 3 und damit einer Gleichstellung mit ordentlich entschädigter Arbeit positiv gegenüber? Texte de la question du 13 décembre 1993 Ces jours derniers, le Tribunal fédéral a refusé à une femme qui n'accomplissait «que» du travail domestique le droit de ver- ser des montants bénéficiant de privilèges fiscaux sous forme de contributions au pilier 3a (prévoyance personnelle liée); il a en outre relevé que le travail domestique et l'activité lucrative ne pourraient être mis sur pied d'égalité s'agissant de la pré- voyance personnelle liée que sur intervention politique. Depuis le 17 mars 1993, le Conseil fédéral est en possession de ma motion 93.3136 qui formule précisément cette exi- gence. Pour quelle raison le Conseil fédéral n'a-t-il pas encore donné son avis sur cette motion? Est-il favorable à une rééva- luation du travail domestique des femmes dans le cadre de l'OPP 3, visant à mettre ce travail au même niveau qu'une acti- vité normalement rémunérée? Réponse écrite du Conseil fédéral Sous chiffre 3 de sa réponse du 1er juin 1993 à la motion Rei- mann Maximilian du 17 mars 1993, le Conseil fédéral souligne qu'il est prévu de développer l'ouverture du pilier 3a aux per- sonnes sans activité lucrative dans le cadre de la révision de la LPP et qu'il est prêt à accepter ce point de la motion sous la forme d'un postulat 93.5259 Frage Aubry Legalität der kontrollierten Drogenabgabe Question Aubry Légalité des projets de distribution de stupéfiants Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Nach Presseberichten können drei Projekte für die kontrol- lierte Abgabe von Heroin, Morphium und Methadon (Zürich, Bern und Thun) demnächst anlaufen. Ich frage den Bundes- rat, ob für diese Projekte eine Haftpflichtversicherung besteht oder abgeschlossen werden muss, wie dies die Ueberregio- nale Ethische Kommission (Urek) der Schweizerischen Aka- demie der medizinischen Wissenschaften verlangt Die Verordnung über die Verhütung von Unfällen und Berufs- krankheiten bestimmt in Artikel 11 Absatz 3: «Der Arbeitneh- mer darf sich nicht in einen Zustand versetzen, in dem er sich selbst oder andere Arbeitnehmer gefährdet Dies gilt insbe- sondere für den Genuss von Alkohol oder anderen berau- schenden Mitteln.» Verstossen diese Projekte nicht gegen die geltenden gesetzli- chen Bestimmungen? Texte cte la question du 13 décembre 1993 La presse a annoncé que trois projets de distribution contrôlée d'héroïne, morphine et méthadone (Zurich, Berne etThoune) pourraient débuter sous peu. Je demande au Conseil fédéral si ces projets sont au bénéfice ou soumis à une assurance res- ponsabilité civile comme le demande la Commission d'ethni- que supraregionale (CES) de l'Académie suisse des sciences médicales? Selon l'ordonnance sur la prévention des accidents et des ma- ladies professionnelles, l'article 11 alinéa 3 précise: «Le tra- vailleur ne doit pas se mettre dans un état tel qu'il expose sa personne ou celle d'autres travailleurs à un danger. Cela vaut en particulier pour la consommation d'alcool ou d'autres pro- duits enivrants.» Ces projets ne sont-ils pas en contradiction avec la législation en vigueur? Réponse écrite du Conseil fédéral 1. C'est seulement à Zurich que les premiers essais thérapeu- tiques avec prescription médicale de stupéfiants vont débuter sous peu. C'est une condition obligatoire de l'OFSP, que les responsables garantissent que leurs projets bénéficient d'une couverture en matière de responsabilité pour que ces projets soient autorisés. 2. Les patients participants aux essais se trouvent générale- ment dans un état grave de désintégration par rapport à leur réseau social et par rapport au travail, condition d'ailleurs exi- gée pour l'admission aux essais. La réinsertion dans le monde du travail constitue un processus de réhabilitation avec diffé- rentes étapes qui permettent une appréciation de la capacité de travail. Ce processus passe d'abord par le travail protégé. 3. Les essais susmentionnés sont soumis à la loi fédérale sur les stupéfiants et sont conformes aux conventions internatio- nales en matière de stupéfiants. Les responsables et les pa- tients intégrés à ces essais sont pour le reste tenus de respec- ter la législation suisse relative à la sécurité du travail, à la sécu- rité routière, etc. 93.5267 Frage Carobbio Abkommen über soziale Sicherheit mit Chile Question Carobbio Convention de sécurité sociale avec le Chili Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Nach gewissen Informationen hat das chilenische Ministerium für Arbeit und soziale Wohlfahrt Verhandlungen mit verschie- denen befreundeten Ländern, darunter die Schweiz, aufge- nommen, um mit ihnen Abkommen über die soziale Sicherheit abzuschliessen. Das Abkommen mit der Schweiz könnte un- ter anderem vorsehen, dass Sozialleistungen für Chilenen in der Schweiz direkt dem chilenischen Sozialversicherungssy- stem zugeleitet werden. Sind solche Verhandlungen mit der Schweiz bereits aufge- nommen worden? Wenn ja, ist man bereit, den Chilenen, die in der Schweiz Anspruch auf Sozialleistungen haben, den Ent- scheid zu überlassen, ob sie diese in unserem Land beibehal- ten oder direkt in ihrem Heimatland empfangen wollen? Texte de la question du 13 décembre 1993 Selon certaines informations, le Ministère du travail et de la prévoyance sociale du Chili aurait ouvert des négociations en vue de conclure des conventions de sécurité sociale avec di- vers pays amis, dont la Suisse. Ces conventions pourraient im- pliquer le transfert des prestations sociales de Chiliens rési- dant en Suisse au système des assurances sociales du Chili.13. Dezember 1993 N 2339 Fragestunde J'aimerais savoir si de telles négociations ont été engagées avec la Suisse et, dans l'affirmative, si on entend garantir aux ressortissants chiliens qui ont droit aux prestations sociales en Suisse la possibilité de choisir entre conserver leurs presta- tions en Suisse ou les recevoir directement dans leur pays. Réponse écrite du Conseil fédéral La Suisse et le Chili ont mené des négociations afin de conclure une convention de sécurité sociale, aux termes des- quelles on a pu se mettre d'accord sur pratiquement tous les points. Un projet de convention concernant avant tout l'AVS/AI des deux Etats a donc été élaboré. Les dispositions prévues sont analogues à celles des conventions de sécurité sociale que la Suisse a conclu avec d'autres Etats. A l'instar de ces conventions, il est également prévu dans le projet de conven- tion avec le Chili d'étendre le plus possible l'égalité de traite- ment entre ressortissants des Etats contractants ainsi que le paiement des rentes ordinaires à l'étranger, que ce soit pour l'un ou l'autre des deux Etats. Ainsi, comme dans les relations avec les autres pays contractants, il n'y aura plus de possibilité de se faire rembourser les cotisations AVS lorsqu'on quitte la Suisse. Selon le projet de convention, les ressortissants chiliens se- raient donc en principe traités de la même façon que les res- sortissants suisses concernant le droit aux rentes ordinaires suisses. Cela signifie, que les rentes seront directement ver- sées aux ayants droit, en dépit du fait qu'ils habitent en Suisse ou au Chili. Cependant, le projet de convention ne prévoit pas que les cotisations payées à l'AVS par les ressortissants chi- liens seront transférées de l'assurance suisse à l'assurance chilienne. 93.5241 Frage Steinemann Wann kommt die Casino-Vorlage? Question Steinemann A quand le projet de loi sur les casinos? Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Unsere Grenzlandkonkurrenz wartet mit neuen Spielangebo- ten auf, um die Kundschaft zu sichern. Sofliessen noch weiter- hin Millionen von Schweizerfranken anstatt in unsere leere Bundeskasse in die Staatsschatullen unserer Anrainerstaaten. - Kann sich unser Staat den Kurs der Schlamperei in der Ge- setzgebung (die Einsetzung der Expertenkommission dauerte über sechs Monate) leisten? - Wieso macht das EJPD mit der Casino-Vorlage nicht weiter? Texte de la question du 13 décembre 1993 Les casinos des pays limitrophes, concurrents de nos mai- sons de jeu, proposent de nouveaux jeux pour garder leur clientèle. Aussi des millions de francs suisses continuent-ils de tomber dans l'escarcelle des Etats voisins au lieu de ren- flouer nos caisses fédérales vides. - Notre Etat peut-il se permettre une telle lenteur dans les tra- vaux législatifs? (Il a fallu plus de six mois pour instituer la com- mission d'experts en charge du dossier.) - Pourquoi le DFJP ne poursuit-il pas ses travaux d'élabora- tion d'un projet de loi sur les casinos? Schriftliche Antwort des Bundesrates Nach der Volksabstimmung musste das Bundesamt für Poli- zeiwesen verschiedene Vorarbeiten leisten. Gestützt darauf setzte das Departement am 24. September 1993 die eidge- nössische Expertenkommission «Spielbankengesetz» ein. Diese Kommission hat den Auftrag, gestützt auf Artikel 35 der Bundesverfassung einen Vernehmlassungsentwurf samt er- läuterndem Bericht zu erarbeiten. Sie hat unter dem Präsidium von Herrn Dr. B. Schneider, St Gallen, bereits zwei mehrtägige Sitzungen durchgeführt. Im ersten Quartal 1994 ist dem Departementsvorsteher der Be- richt abzugeben, worin, ausgehend von einem eher europäi- schen und einem eher amerikanischen Modell, mögliche Ge- setzesmodelle summarisch aufzuzeigen sind. Gestützt auf die Vorentscheide des Vorstehers EJPD hat die eidgenössische Expertenkommission «Spielbankengesetz» sodann den Ge- setzestext samt erläuterndem Bericht zu erarbeiten und dem Departementsvorsteher vorzulegen. Die sachlichen und politischen Schwierigkeiten verlangen, dass diese Vorlage gründlich und sorgfältig vorbereitet wird. Wir erinnern in diesem Zusammenhang nur an die Probleme im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen und insbesondere mit der Geldwäscherei. Von Schlamperei kann demnach keine Rede sein. 93.5248 Frage Steifen Mehr Immobilien an Ausländer? Question Steffen Augmentation des ventes d'immeubles à des étrangers? Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die Nachfrage nach Schweizer Grund und Boden hat wieder zugenommen. Nun soll offenbar der Verkauf von Grund und Boden an Ausländer angekurbelt werden. Der Preis dieser Po- litik ist die weitere Verbetonierung schöner Täler und Berg- regionen. Mancher Ausländer hat in der Vergangenheit Flucht- und andere dubiose Gelder auf diese Weise erfolg- reich zu verstecken vermocht! In Zeiten zahlreicher Verkäufe an Ausländer war die soziale Folge für die Einheimischen oft die, dass die Preise so stark anstiegen, dass sie sich keine Grundstücke oder Immobilien mehr leisten konnten. Weshalb will ausgerechnet in dieser sich von neuem abzeichnenden Si- tuation der Bundesrat die Bestimmungen gegen den Ausver- kauf lockern, und warum ist die Vernehmlassung gar dringlich (nur bis zum 17. Januar 1994 Zeit!)? Texte de la question du 13 décembre 1993 La demande d'immeubles suisses est de nouveau à la hausse. De toute évidence, on a l'intention de relancer la vente d'immeubles à des étrangers. La poursuite du bétonnage de jolies vallées et de belles régions de montagne sera le prix à payer. Dans le passé, plus d'un étranger a réussi à cacher des capitaux en fuite, voire d'origine douteuse, en achetant un im- meuble! A l'époque où les ventes à des étranges se multi- pliaient, il n'était pas rare d'assister à une telle flambée des prix que la population indigène n'avait plus les moyens d'acheter des immeubles. Pourquoi le Conseil fédéral veut-il assouplir les dispositions contre le bradage d'immeubles au moment même où ce phénomène est en train de se reproduire? Pour- quoi la procédure de consultation est-elle si urgente (elle n'est ouverte que jusqu'au 17 janvier 1994)?Heure des questions 2340 N 13 décembre 1993 93.5250 Frage Keller Rudolf Volksinitiative gegen den Ausverkauf der Heimat Question Keller Rudolf Initiative populaire »Contre le bradage du sol national» Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Am 20. Mai 1984 haben 48,9 Prozent der Stimmenden - und 8,5 Stände - der NA-Volksinitiative gegen den Ausverkauf der Heimat zugestimmt. Das war ein grosser Erfolg für die Initia- tive. Bereits vorher wurde als Folge der Einreichung der Initia- tive das Gesetz verschärft, und die wirtschaftliche Situation trug das Ihrige zur Beruhigung der Lage bei. Nun scheint die ausländische Nachfrage nach Schweizer Boden wieder zuzu- nehmen, und der Bundesrat zeigt mit seinem Gesetzesliberali- sierungs-Vorschlag keinerlei Respekt gegenüber dem beacht- lichen Resultat, das diese Initiative auf sich vereinigte. Von vie- len Leuten, die dieser Initiative zugestimmt haben, wird der bundesrätliche Ausverkaufsliberalismus nicht verstanden. Ist der Bundesrat bereit, wie bei anderen Fragen, wenn eine so starke Minderheit vorhanden ist, auf diese Bedenken Rück- sicht zu nehmen? Texfe de la question du 13 décembre 1993 Le 20 mai 1984, 48,9 pour cent des votants et huit cantons et demi avaient dit oui à l'initiative populaire «Contre le bradage du sol national», déposée à l'époque par l'Action nationale, ce qui avait été un grand succès. Quelque temps avant la date de ce scrutin, la loi avait à dessein été renforcée et la situation économique de l'époque avait contribué à sa façon à détendre le marché. Or, il semble qu'à présent la demande étrangère re- prenne alors que le Conseil fédéral, en proposant une libérali- sation de la loi, paraît ne pas vouloir respecter le résultat consi- dérable du vote de naguère. Bien des Suisses qui ont dit oui à l'initiative ne comprennent pas le libéralisme du Conseil fédé- ral qui équivaut à brader le sol national. Le Conseil fédéral est-il disposé, ici comme pour d'autres questions, à tenir compte de l'opposition d'une si forte minorité? 93.5257 Frage Stalder Referendum gegen die Lex Friedrich? Question Stalder Référendum contre la lex Friedrich? Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Der Bundesrat will scheinbar im Eiltempo die Lex Friedrich re- vidieren. Ist er sich bewusst, dass er damit viele Leute vor den Kopf stösst und ein Referendum provozieren könnte? Texte de la question du 13 décembre 1993 Le Conseil fédéral semble avoir l'intention de réviser à toute vi- tesse la lex Friedrich. Est-il conscient du fait qu'en agissant de la sorte il va à rencontre de la volonté de nombreuses person- nes, risquant ainsi de provoquer un référendum? Schriftliche Antwort des Bundesrates auf die Fragen 93.5248,93.5250 und 93.5257 Zahlreiche parlamentarische Vorstösse verlangen eine Locke- rung der Lex Friedrich, die Motionen Maspoli und Reymond sowie eine Standesinitiative Genf sogar deren sofortige Ab- schaffung. Der Bundesrat möchte im Rahmen der Bestrebun- gen zur marktwirtschaftlichen Erneuerung und in Berücksich- tigung dieser Vorstösse mit der vorgeschlagenen Teilrevision eine kontrollierte Oeffnung des Bodenmarktes einleiten. Der Bundesrat ist überzeugt, dass eine Lockerung auch zur Besei- tigung des Widerspruchs zwischen Lex Friedrich und Nieder- lassungsverträgen notwendig und dringlich ist. Eine Motion der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates, welcher dieser in der vergangenen Herbstsession zugestimmt hat, ver- langt zudem, dass der Bundesrat den eidgenössischen Räten bis spätestens im Mai 1994 eine Vorlage für eine rasche Teilre- vision unterbreitet. Aus diesen Gründen konnte für das letzte Woche eröffnete Vernehmlassungsverfahren nur eine kurze Frist angesetzt werden. Die Vorlage entspricht indessen weit- gehend der entsprechenden Eurolex-Vorlage und ist daher für die Vernehmlassungsadressaten nicht neu. Eine Zunahme der ausländischen Nachfrage im letzten und in diesem Jahr ist nur im Bereich der Ferienwohnungen festzu- stellen, insbesondere in den Kantonen Wallis und Graubün- den. Der harte Kern des Gesetzes, wozu neben den reinen Ka- pitalanlagen und dem gewerbsmässigen Immobilienhandel vor allem auch der Bereich Ferienwohnungen gehört, soll nicht angetastet werden. Der Erwerb von solchen Wohnungen soll weiterhin dem Bewilligungs- und Kontingentierungssy- stem unterstellt bleiben. Von einem bundesrätlichen «Ausver- kaufsliberalismus» kann daher keine Rede sein. Im übrigen wird der Bundesrat selbstverständlich die Resul- tate der Vernehmlassungen in seinem Entwurf, den er dem Parlament unterbreiten wird, gebührend berücksichtigen. 93.5254 Frage Dettling Revision der Bestimmungen über die GmbH. Bericht Question Dettling Révision des dispositions légales sur les s. à. r. I. Rapport Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Auf die Motionen Früh (92.3505) und des Unterzeichneten (92.3591) betreffend Gesellschaftsform für Klein- und Mittelbe- triebe bzw. Revision der Bestimmungen über die GmbH hat der Bundesrat in Aussicht gestellt, diesbezüglich eine Groupe de réflexion einzusetzen, die bis Ende Juni 1993 eine Lagebe- urteilung vornehmen und Vorschläge unterbreiten soll. Nachdem die diesbezügliche Entwicklung für die Unterneh- merschaft von grosser Bedeutung ist, frage ich das zuständige Departement an, ob der angekündigte Bericht bereits vorliegt, wenn nicht, wann damit zu rechnen ist und worin gegebenen- falls die grobe Marschrichtung besteht. Texfe de la question du 13 décembre 1993 A la suite des deux motions déposées par M. Früh (92.3505 «Nouvelle forme de société pour petites et moyennes entrepri- ses») et moi-même (92.3591 «Code des obligations. Révision des dispositions concernant les s.àr.l.»), le Conseil fédéral avait déclaré qu'il envisageait de créer un groupe de réflexion qui aurait dû faire le point de la situation et soumettre des pro- positions jusqu'à la fin juin 1993. Tout développement dans ce domaine ayant une grande im- portance pour les entreprises, je demande au département compétent si le rapport annoncé est déjà prêt ou quand il sera vraisemblablement disponible, et quel est, le cas échéant, son orientation générale. Schriftliche Antwort des Bundesrates Die vom EJPD eingesetzte Groupe de réflexion, die sich mit der Zukunft des schweizerischen Gesellschaftsrechts im allge- meinen und mit den Bestimmungen über die Gesellschaft mit13. Dezember 1993 N 2341 Fragestunde beschränkter Haftung im besonderen befasst, hat ihren Be- richt im September dieses Jahres abgeliefert. Der Bericht ist derzeit im Druck und wird der Oeffentlichkeit Anfang 1994 vor- gestellt werden. 93.5256 Frage Bischof RAF und die «WoZ» Question Bischof Fraction Armée Rouge et «WochenZeitung» Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 In einer mir zugestellten Zeitung mit dem Titel «Zeitfragen», die offensichtlich mehrere Parlamentarier und Parlamentarierin- nen bekommen, wird in einem Artikel beschrieben, dass die «WoZ» («WochenZeitung») verdeckte Dienste für die RAF lei- ste! Trotz der Pressefreiheit in unserem Lande würde es mich interessieren, ob die «WoZ» solche Terroristen unterstützt! Ich frage daher den Bundesrat: - Stimmen diese Informationen? -Wenn ja, was meint er dazu, dass eine Schweizer Wochen- zeitung zu solchen Tendenzen neigt? Texte de la question du 13 décembre 1993 Dans un journal intitulé «Zeitfragen» (questions d'actualité) qui m'a été envoyé et que, manifestement, plusieurs parlementai- res reçoivent, il est dit dans un article que la «WochenZeitung» («WoZ») rend clandestinement des services à la Fraction Ar- mée Rouge! Malgré la liberté de la presse dans notre pays, je serais intéressé de savoir si la «WoZ» soutient effectivement de tels terroristes! C'est pourquoi je demande au Conseil fédéral: - Ces informations sont-elles exactes? - Dans l'affirmative, que pense-t-il du fait qu'un hebdomadaire suisse affiche des tendances pareilles? Schriftliche Antwort des Bundesrates Es trifft zu, dass die Zeitschrift «Zeitfragen» unter dem Titel «WochenZeitung leistet verdeckte Dienste für die RAF» einen Artikel publiziert hat, wonach sich die «WochenZeitung» als Deckadresse für jene zur Verfügung stelle, welche die RAF- Publikation «Widerstandsinfo» diskret abonnieren möchten. Die gewünschte Abklärung dieses Sachverhaltes sprengt we- gen fehlender Hinweise auf widerrechtliches Vorgehen den Rahmen des Staatsschutzes, wie er in den vom Bundesrat gut- geheissenen Weisungen des EJPD vom 9. September 1992 festgelegt wurde. Der Bundesrat kann deshalb diese Informa- tion weder bestätigen noch dementieren. Die Prüfung, ob sich die «WochenZeitung» durch ihr Vorgehen allenfalls strafbar macht, fällt in die kantonale Zuständigkeit. 93.5261 Frage Zwygart Gesetzeswidrige Abtreibungen am Frauenspital Bern Question Zwygart Interruptions de grossesse illégales à la maternité cantonale de Berne Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 In einer Reportage im «Berner Bär» über das Frauenspital Bern wurde festgehalten, wie eine Frau abtreiben will: «.... 'aus so- zialen Gründen', wie der Arzt sagt....» Wie beurteilt der Bundesrat dieses gesetzeswidrige Verhalten, und wie will er dagegen vorgehen? Texte de la question du 13 décembre 1993 Un reportage du «Berner Bär» sur la maternité cantonale de Berne a décrit comment une femme veut avorter:«.... pour'rai- son sociale', comme dit le médecin ....» Comment le Conseil fédéral juge-t-il ce comportement illicite et quelles mesures entend-il prendre à son encontre? Schriftliche Antwort des Bundesrates Zulässig ist der Abbruch einer Schwangerschaft nach gelten- dem Recht nur im Falle der sogenannten medizinischen Indi- kation. Für die Schwangere muss infolge der Schwanger- schaft «Lebensgefahr oder grosse Gefahr dauernden schwe- ren Schadens an der Gesundheit» bestehen (Art. 120 Ziff. 1,2 StGB). Andere Indikationen scheiden damit aus. Aufgrund ei- ner geltungszeitlichen Auslegung des Begriffes Gesundheit ist heute anerkannt, dass sowohl psychiatrische wie auch psy- cho-soziale Störungen mit Krankheitswert bei der Auslegung des Gesetzeswortlautes mit berücksichtigt werden müssen. Die Anwendung des Gesetzes fällt im übrigen in die aus- schliessliche Kompetenz der Kantone. 93.5263 Frage Sieber Roma in Osteuropa Question Sieber Tsiganes d'Europe de l'Est Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Die Roma leiden heute in Osteuropa besonders unter Kriegs- wirren, schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen und zuneh- mendem Nationalismus. Sie müssen vielfach als Sünden- böcke herhalten. Immer mehr werden die Roma zu «Fahren- den» bzw. «Flüchtenden», die ziel- und perspektivenlos in Ost- europa herumirren. Speziell in Ex-Jugoslawien geraten die Roma zwischen die Kriegsfronten und in die ethnischen Säu- berungen. Trotz der grossen Gefährdung hat das Bundesamt für Flücht- linge Ausweisungen aus der Schweiz ausgesprochen. 1. Wie wird die Situation der Roma in Osteuropa eingeschätzt? 2. Wie insbesondere in Ex-Jugoslawien, namentlich in Kosovo? 3. Warum empfängt der Direktor des Bundesamtes für Flücht- linge interessierte Kreise nicht zu einem Gespräch? 4. Ist der Bundesrat der Meinung, der Bürger stehe für die Ver- waltung zur Verfügung oder die Verwaltung dem Bürger?Heure des questions 2342 N 13 décembre 1993 Texte de la question du 13 décembre 1993 Les Tsiganes d'Europe de l'Est sont aujourd'hui victimes des conflits, du marasme économique et de l'essor du nationa- lisme. Ils jouent souvent le rôle de boucs émissaires. De plus en plus souvent, ils doivent prendre la route, voire fuir à travers l'Europe de l'Est, sans but et sans perspective. Tout particuliè- rement dans l'ex-Yougoslavie, les Tsiganes sont pris entre les camps des combattants et victimes de la purification ethnique. Malgré les menaces qui pèsent sur eux, l'Office fédéral des réfugiés a expulsé hors de Suisse un certain nombre de Tsiganes. 1. Comment le Conseil fédéral estime-t-il la situation des Tsi- ganes d'Europe de l'Est? 2. Comment juge-t-il leur situation, plus précisément, dans l'ex-Yougoslavie et notamment au Kosovo? 3. Pourquoi le directeur de l'Office fédéral des réfugiés ne reçoit-il pas les milieux intéressés pour un entretien? 4. Le Conseil fédéral pense-t-il que le citoyen est au service de l'administration ou l'administration au service du citoyen? Schriftliche Antwort des Bundesrates 1. Die Roma zählen in Osteuropa zu den unterprivilegierten Bevölkerungsschichten. Sie leben am Rande der Gesell- schaft, häufig unter prekären wirtschaftlichen Verhältnissen. Zudem sind sie Opfer alltäglicher kleiner Diskriminierungen sowohl von privater wie von staatlicher Seite. Vereinzelt kommt es auch zu Uebergriffen seitens der Bevölkerung. Falls Asylge- suchen osteuropäischer Roma eine asylrelevante Verfolgung zugrunde liegt, wird diesen Personen in der Schweiz Asyl ge- währt 2. Die Situation der Roma in Restjugoslawien, namentlich auch im Kosovo, entspricht der oben dargestellten allgemei- nen Situation der Roma in Osteuropa Als Randgruppe sind sie allerdings von der schlechten Wirtschaftssituation Restju- goslawiens besonders betroffen. 3. Das Bundesamt für Flüchtlinge ist an einer umfassenden In- formation stets interessiert und auch gesprächsbereit Wegen der vielen Gesprächsanfragen lädt das BFF interessierte Kreise ein, ihre Anliegen und Erkenntnisse vorerst in schriftli- cher Form einzureichen. 4. Selbstverständlich stehtdie Verwaltung dem BürgerzurVer- fügung und nicht umgekehrt. Die Eidgenossenschaft hat mit der Dachorganisation der Fahrenden in der Schweiz einen Vertrag abgeschlossen. Gegenstand dieses Vertrages ist ins- besondere die Schaffung einer Auskunfts- und Beratungs- stelle für Fragen im Zusammenhang mit Asylgesuchen von Ausländern, die ethnisch zu den Fahrenden gehören. 93.5268 Frage Bühlmann Status der abgewiesenen Asylsuchenden aus Kosovo Question Bühlmann Requérants d'asile du Kosovo Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Seit dem 20. Oktober 1993 kann die Schweiz abgewiesene Asylsuchende aus Kosovo nicht mehr zurückschaffen, weil Mazedonien die Transitvereinbarung mit der Schweiz sistiert hat und noch kein anderer Weg für die Rückschaffung gefun- den werden konnte. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass das BFF laut Artikel 18 Absatz 3 Asylgesetz verpflichtet ist, bei technischer Unmöglichkeit der zwangsweisen Ausschaffung als Ersatz- massnahme vorläufige Aufnahmen zu erteilen? Texte de la question du 13 décembre 1993 Depuis le 20 octobre 1993, la Suisse ne peut plus renvoyer les requérants d'asile du Kosovo, car la Macédoine a suspendu l'accord de transit qu'elle avait conclu avec la Suisse et qu'au- cune autre voie de retour n'a encore pu être trouvée. Le Conseil fédéral n'estime-t-il pas lui aussi qu'en vertu de l'article 18 alinéas de la loi sur l'asile, l'ODR est tenu, du fait qu'il est techniquement impossible d'user de moyens de con- trainte pour exécuter le renvoi, d'ordonner l'admission provi- soire? Schriftliche Antwort des Bundesrates Am 20. Oktober 1993 hat das Innenministerium der Republik Mazedonien den zuständigen Bundesbehörden mitgeteilt, dass über Mazedonien keine zwangsweisen Rückführungen von abgewiesenen Asylbewerbern aus dem Kosovo mehr durchgeführt werden können. Eine gleichlautende Mitteilung erhielten auch andere Staaten, wie z. B. die Bundesrepublik Deutschland, Schweden und Norwegen. Mit einem negativen Asylentscheid ergeht grundsätzlich eine Wegweisungsverfügung, welche unter anderem auch die Ver- pflichtung enthält, die Schweiz zu verlassen. Dabei geht das Asylgesetz davon aus, dass die Ausländer die Ausreisefrist dazu benützen, die Schweiz freiwillig zu verlassen. Zunächst ist festzuhalten, dass Kosovo-Albaner, welche die- ser Verpflichtung nachkommen, über verschiedene Drittstaa- ten und insbesondere weiterhin auch über Mazedonien in den Kosovo zurückreisen können. Woche für Woche machen Hun- derte von Kosovo-Albanern von dieser Möglichkeit Gebrauch. Zu einer zwangsweisen Rückführung in den Heimatstaat kommt es nur bei Ausländern, welche der Ausreiseverpflich- tung nicht freiwillig nachkommen. Dafür hat der für den Voll- zug zuständige Kanton die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Nur wenn sich der Vollzug der zwangsweisen Rückführung auf unabsehbare Zeit als unmöglich erweist - z. B. wegen ver- schlossener Reisewege oder fehlender Reisepapiere -, kann er dem Bundesamt für Flüchtlinge nach Artikel 18 Absatz 3 Asylgesetz als Ersatzmassnahme die vorläufige Aufnahme des Ausländers beantragen. Anders verhält es sich, wenn die Rückführung nur vorübergehend unmöglich ist. In diesen Fäl- len hat der Vollzugskanton die Kompetenz, die Wegweisungs- frist in eigener Kompetenz um höchstens 30 Tage zu verlän- gern und danach, falls nötig, beim Bundesamt für Flüchtlinge eine weitere Fristverlängerung zu beantragen. Nachdem sich in bezug auf die Rückreiseroute in den Kosovo Ausweichrou- ten über andere Staaten abzeichnen und auch die Dauer der mazedonischen Sistierung nicht definitiv feststeht, ist eine vor- läufige Aufnahme weder sinnvoll noch rechtlich angezeigt. 93.5242 Frage Steinemann Schweizer Blauhelmtruppen Question Steinemann Troupes de casques bleus suisses Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Obwohl das von der Lega, der Auto-Partei und den Schweizer Demokraten lancierte «Blauhelmreferendum» mit weit über 90 000 Unterschriften zustande gekommen ist, gibt Bundesrat Villiger in einem Interview bekannt, dass Schweizer Blauhelm- truppen auch in Ex-Jugoslawien denkbar sind. - Ist Bundesrat Villiger nicht bereit, den Volksentscheid in die- ser Sache abzuwarten? -Wie hoch werden die Kosten (zu Lasten der Steuerzahler) geschätzt, welche durch die Vorbereitungen für die keinesfalls sicher entstehende Truppe und den nicht akzeptablen Einsatz für die Stimmbürgerbeeinflussung entstehen?13. Dezember 1993 N 2343 Fragestunde - Rechnet Bundesrat Villiger mit einem Krieg in Ex-Jugosla- wien weit über das Jahr 1997, da er für unsere Blauhelme - bei einem noch längst nicht gesicherten Volksentscheid - nach ei- ner «Lernphase frühestens 1996 in einfachen Missionen» an- schliessend auch einen Einsatz in Ex-Jugoslawien in Betracht zieht? Texte de la question du 13 décembre 1993 Le «référendum sur les casques bleus» lancé par la Lega, le Parti des automobilistes et les Démocrates suisses, qui a ré- colté plus de 90 000 signatures, n'a pas empêché M. Villiger, conseiller fédéral, d'affirmer lors d'une interview que l'envoi de casques bleus suisses également dans l'ex-Yougoslavie n'était pas à exclure. - M. Villiger, conseiller fédéral, ne compte-t-il pas attendre le verdict populaire en la matière? - A combien estime-t-on le coût (à la charge du contribuable) des préparatifs nécessaires à la levée et à l'envoi inacceptable de cette troupe dont on n'est pas sûr du tout qu'elle verra le jour- ces préparatifs étant d'ailleurs de nature à influencer les citoyens? - M. Villiger, conseiller fédéral, pronostiquerait-il une pour- suite de la guerre dans l'ex-Yougoslavie pour l'après-1997 vu qu'il envisage - alors qu'une acceptation en votation popu- laire n'est pas encore acquise tant s'en faut - l'envoi de cas- ques bleus dans l'ex-Yougoslavie après une période de for- mation dans des missions sans grands dangers, mais pas avant 1996? Schriftliche Antwort des Bundesrates 1. Ob die von den eidgenössischen Räten beschlossenen Schweizer Blauhelmtruppen geschaffen werden, wird das Volk entscheiden. Im Blick auf die Volksabstimmung hat der Bundesrat die Pflicht, die Oeffentlichkeit darüber zu informie- ren, welche Aufgaben schweizerischen Blauhelmen übertra- gen würden. Das Interview des EM D-Vorstehers ist Teil dieser Informationsarbeit. 2. Die materiellen Vorbereitungen für die Bereitstellung einer schweizerischen Blauhelmformation - nicht zu verwechseln mit den seit Jahren im Einsatz stehenden Blaumützen - sind bis nach der Volksabstimmung sistiert. Es entstehen somit keine unzulässigen Kosten zu Lasten des Steuerzahlers. Ueber den Kostenaufwand für den allfälligen Aufbau und Ein- satz schweizerischer Blauhelmformationen gibt die Botschaft zum Blauhelmgesetz detailliert Auskunft. Der Bundesrat führt keine Beeinflussungskampagne. 3. Die Schweiz wird durch die Ereignisse in Ex-Jugoslawien unmittelbar betroffen, indem Hunderttausende von Flüchtlin- gen aus den Kriegsgebieten nach Westeuropa, unter ande- rem in unser Land, geflohen sind oder noch fliehen könnten. Hilfe und Friedenssicherung vor Ort haben deshalb auch in unserem eigenen Interesse höchste Priorität. Dabei geht es neben der humanitären Unterstützung vor allem darum, die Eskalation der bewaffneten Auseinandersetzun- gen auf weitere Gebiete zu unterbinden, um neue Not und Flüchtlingsströme zu verhindern. Blauhelme spielen bei solchen Aktionen der Friedenssiche- rung eine entscheidende Rolle. Sie überwachen Waffenstill- stände und Pufferzonen. Die Schweiz hat bereits heute unbewaffnete Militärbeobachter in Kroatien und Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Eine Beteili- gung von Schweizer Truppen an Kampfhandlungen ist von Gesetzes wegen ausgeschlossen. Hingegen wäre es auf- grund des unmittelbaren Sicherheitsinteresses für unser Land denkbar, dass sich in einer ferneren Zukunft Schweizer Blau- helme an Operationen der Friedenssicherung auf dem Balkan beteiligen, sofern diese im Einverständnis mit allen beteiligten Parteien erfolgen und den Wiederausbruch von bewaffneten Konflikten verhindern. Der Bundesrat wird im übrigen alles in seiner Macht Stehende unternehmen, um mitzuhelfen, dem mörderischen Gesche- hen in Bosnien-Herzegowina ein möglichst baldiges Ende zu setzen. 93.5252 Frage Dünki Russische Truppen im Baltikum und Sicherheit in Europa Question Dünki Déploiement de troupes russes à la frontière des Etats baltes Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 Der Vorsteher des Eidgenössischen Militärdepartementes (EMD) und der Verteidigungsminister Russlands haben am 22. November 1993 in Bern eine gemeinsame Medienkonfe- renz durchgeführt. Sollten sich Estland, Lettland oder Litauen für eine Mitgliedschaft in der Nato entscheiden, hat der russi- sche Minister «ernsthafte Massnahmen an der gemeinsamen Grenze» in Aussicht gestellt. Hat der Vorsteher des EMD dieser den Frieden in ganz Europa gefährdenden Drohung und der Doktrin vom «näheren Aus- land» Russlands widersprochen? Sind in nächster Zukunft Be- gegnungen des Vorstehers des EMD mit den Verteidigungs- ministern Estlands, Lettlands und Litauens vorgesehen? Texte de la question du 13 décembre 1993 Le chef du Département militaire fédéral (DMF) et le ministre russe de la défense ont donné ensemble une conférence de presse le 22 novembre 1993 à Berne. Le ministre russe a af- firmé à cette occasion que si l'Estonie, la Lettonie ou la Lituanie décidaient d'adhérer à l'Otan, la Russie devrait prendre des mesures sérieuses à la frontière commune. Le chef du DMF a-t-il répliqué à ces paroles qui constituent une menace pour la paix dans toute l'Europe et mis en cause la doctrine russe autorisant une intervention dans les pays voi- sins? Des rencontres entre le chef du DMF et les ministres de la défense estonien, letton et lituanien sont-elles prévues? Schriftliche Antwort des Bundesrates Anlässlich des Besuches des russischen Verteidigungsmini- sters in Bern erläuterte der Vorsteher des EMD seinem Kolle- gen in einem ausführlichen Gespräch, in dem auch die neue russische Verteidigungsdoktrin erörtert wurde, die Haltung der Schweiz zur Lage in Europa und zu den Perspektiven einer europäischen Sicherheitsarchitektur. Nach Schweizer Auffassung haben alle europäischen Staaten das Recht, die für die Wahrung ihrer Sicherheitsinteressen not- wendigen Massnahmen zu treffen, sofern diese defensiver Na- tur sind und die Rechte anderer nicht verletzen. Dazu gehört gegebenenfalls auch die Freiheit, sich einer defensiven Militär- allianz anzuschliessen. Der Vorsteher des EMD legte seinem russischen Kollegen dar, dass aus schweizerischer Sicht eine Entsendung von Truppen in andere Länder nur aufgrund eines klaren Mandates der Uno oder der KSZE erfolgen darf. Der Vorsteher des EMD wird Mitte Januar mit dem lettischen Verteidigungsminister Pavlovskis zusammentreffen. Sicher- heitspolitische Kontakte mit den Verteidigungsministerien von Litauen und Estland sind vorgesehen. Ihr genauer Rahmen ist noch nicht festgelegt.Heure des questions 2344 N 13 décembre 1993 93.5270 Frage Borer Roland Armeebauten für Drogensüchtige Question Borer Roland Hébergement de toxicomanes dans des constructions militaires Wortlaut der Frage vom 13. Dezember 1993 In diversen Staaten leben Ex-Drogensüchtige in der Phase des körperlichen Entzugs und der sozialen Rehabilitation in dorfähnlichen Gemeinschaften zusammen. Sie werden dort mit grossem Erfolg auf die Wiedereingliederung in die Gesell- schaft vorbereitet. Ich frage in diesem Zusammenhang den Bundesrat an, ob es im Inventar des EMD nicht Grundstücke oder Bauten gibt, die infolge der Armeereform 95 nicht mehr benötigt und für derar- tige Projekte zu Verfügung gestellt werden könnten. Texte de la question du 13 décembre 1993 Dans plusieurs Etats, d'anciens drogués en phase de désin- toxication et de réhabilitation sociale vivent dans des commu- nautés de type rural. Ils s'y préparent, avec de bonnes chan- ces de réussite, à se réintégrer dans la société. Je demande à ce sujet au Conseil fédéral si, dans le cadre de la réforme de l'Armée 95, il n'existe pas dans l'inventaire du DMF des terrains ou des bâtiments dont l'armée n'aurait plus besoin et qui pourraient être mis à la disposition des responsa- bles pour de tels projets. Schriftliche Antwort des Bundesrates Die Armeereform 95 bringt u. a eine bestandesmässige Ver- kleinerung der Armee um rund einen Drittel. Diese wird durch die Herabsetzung des Wehrpflichtalters erreicht; bezüglich Stellungspflicht und Rekrutenausbildung wird nach wie vor das gesamte Potential ausgeschöpft. Der Bedarf an Ausbil- dungsinfrastruktur - insbesondere an Waffenplätzen - wird deshalb in der «Armee 95» nicht kleiner, im Gegenteil: Die bundeseigenen Waffen-, Schiess- und Uebungsplätze sollen inskünftig vermehrt auch für Truppenkurse zur Verfügung ge- stelltwerden, um eine effiziente Ausbildung in modernen Anla- gen sicherzustellen. Von diesem Gesichtspunkt her kann das EMD keine geeigneten Grundstücke oder Gebäude zur län- gerfristigen Unterbringung und Therapierung von Drogenab- hängigen anbieten. Ob auf den zur Schliessung vorgesehenen Flugplätzen geeig- nete Räumlichkeiten für die Unterbringung von Drogenabhän- gigen frei würden, wäre noch abzuklären, erscheint aber eher fraglich. So oder so wäre eine solche Unterbringung nur sinnvoll, wenn gleichzeitig die fachgerechte Betreuung der Drogenpatienten sichergestellt werden könnte, was weder das EMD noch die Armee zu übernehmen in der Lage wären. Schluss der Sitzung um 19.55 Uhr La séance est levée à 19 h 55Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Fragestunde Heure des questions In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1993 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 09 Séance Seduta Geschäftsnummer --- Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 13.12.1993 - 14:30 Date Data Seite 2330-2344 Page Pagina Ref. No 20 023 476 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. 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