Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 27. September 2017 (810 17 72) ____________________________________________________________________ Datenschutz / Öffentlichkeitsprinzip Videoüberwachung eines öffentlichen Fusswegs als gesteigerter Gemeingebrauch Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Claude Jeanneret, Yves Thommen, Gerichtsschreiber i.V. Florian Jenal Beteiligte A.____ und B.____ , Beschwerdeführer gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , Beschwerdegegner Einwohnergemeinde C.____ , Beschwerdegegnerin Betreff Demontage Überwachungskamera und Mikrophone , Reben und Klet- tergerüst (RRB Nr. 0342 vom 14. März 2017) A. Am 6. August 2013 erwarb A.____ zusammen mit sei ner Lebensgefährtin B.____ die Liegenschaft Parzelle Nr. 2371 an der X.____strasse 95 in der Gemeinde C.____ (Gemeinde). Im Grundbuch ist auf dieser Parzelle ein öffentlich es Fusswegrecht angemerkt. Die Parzelle Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nr. 2371 geht ursprünglich auf die Parzelle Nr. 154 zurück. Diese wurde im Jahr 1965 in die Parzellen Nrn. 154 und 1376 aufgeteilt. Dabei wurde das auf der Parzelle Nr. 154 angemerkte öffentliche Fusswegrecht auf die Parzelle Nr. 1376 üb ertragen. Im Jahr 1992 wurde sodann die Parzelle Nr. 1376 in die Parzellen Nrn. 1376 und 237 1 aufgeteilt. Das öffentliche Fusswegrecht wurde bei der Aufteilung auf der Parzelle Nr. 1376 angemerkt gelassen und zusätzlich auf der Parzelle Nr. 2371 angemerkt. B. Nach dem Erwerb der Parzelle Nr. 2371 monierte A. ____ bei der Gemeinde verschie- dene Störungen im Zusammenhang mit dem Verbindungsweg zwischen der X.____strasse und der Y.____strasse, welcher auf seiner Parzelle neben sei nem Haus verläuft. Schliesslich instal- lierte er auf seiner Liegenschaft eine Video- und Ton überwachungsanlage, welche den Weg neben seinem Haus bis an das angrenzende Grundstück erfasst. Weiter pflanzte er im Bereich des fraglichen Fusswegs zwei Reben, für welche er ausserdem an einer durch ihn erstellten Einfriedung zwei Kletterhilfen installierte. Ausserdem erstellte er an der Grenze zu Parzelle Nr. 155 eine Einfriedung. C. Mit Verfügung vom 28. Juni 2016 ordnete der Gemei nderat C.____ (Gemeinderat) die Entfernung der Video- und Tonüberwachungsanlage sowie der Reben und der dazugehörigen Kletterhilfen an. Weiter ordnete er die Anpassung de r Einfriedung an der Grenze zur Parzelle Nr. 155 an. D. Hiergegen erhob A.____ mit Eingabe vom 1. Juli 2 016 Beschwerde beim Regierungs- rat des Kantons Basel-Landschaft (Regierungsrat). Dieser wies die Beschwerde mit Regie- rungsratsbeschluss Nr. 0342 vom 14. März 2017 ab, soweit die Entfernung der Video- und Tonüberwachungsanlage und die Entfernung der Reben be troffen war. Soweit die Anpassung der Einfriedung an der Grenze zu Parzelle Nr. 155 bet roffen war, leitete der Regierungsrat die Beschwerde an die zuständige Baurekurskommission des Kanto ns Basel-Landschaft (Baure- kurskommission) weiter. E. Gegen den Entscheid des Regierungsrats erhoben A.___ _ und B.____ mit Eingabe vom 19. März 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-La ndschaft, Abteilung Verfas- sungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragen, der Entscheid des Regierungs- rats sei vollumfänglich aufzuheben. Eventualiter sei der Kostenentscheid des Regierungsrats aufzuheben. F. Mit Schreiben vom 31. März 2017 reichte der Regierun gsrat seine Vernehmlassung ein. Darin beantragt er die Abweisung der Beschwerde unter o/e-Kostenfolge und hält an sei- nen Ausführungen im Entscheid vom 14. März 2017 fest. Mit Schreiben vom 10. April 2017 liess sich der Gemeinderat ebenfalls vernehmen. Er schliesst sich den Anträgen und der Begrün- dung des Regierungsrats an. G. Am 27. April 2017 reichte der Beschwerdeführer ein e Kostennote als Beleg notwendi- ger rechtlicher Beratung im Zusammenhang mit dem vorlie genden Verfahren ein und beantrag- te ausserdem die Durchführung eines Augenscheins. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht H. Mit Präsidialverfügung vom 12. Mai 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen. Der Verfahrensantrag auf Durchführung eines Augenscheins wurde abgewiesen. I. Mit Eingabe vom 13. Mai 2017 reichte der Beschwerde führer diverse Grundbuchaus- züge beim Kantonsgericht ein und wies darauf hin, dass m ittlerweile ein Verfahren vor der Bau- rekurskommission hängig sei. J. Mit Eingabe vom 13. Mai 2017 (Posteingang: 13. Juni 2017) zeigte der Beschwerde- führer dem Kantonsgericht an, dass das Verfahren vor der Baurekurskommission zwischenzeit- lich zufolge Vergleichs abgeschrieben worden sei. K. Am 31. August 2017 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie eines Zeitungsartikels über den vorliegenden Fall ein. L. Mit Eingabe vom 9. Juni 2017 (Posteingang: 7. Sept ember 2017) reichte der Be- schwerdeführer eine Chronologie mit Straftaten ein, welche gegen ihn verübt worden seien. M. Mit Eingabe vom 9. Juni 2017 (Posteingang: 22. Se ptember 2017) reichte der Be- schwerdeführer schliesslich eine Zusammenfassung des vorlieg enden Falls aus seiner Sicht ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss § 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- un d Verwaltungsprozess- ordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist gegen Verfügu ngen und Entscheide des Regie- rungsrates die verwaltungsgerichtliche Beschwerde beim K antonsgericht zulässig. Da weder ein Ausschlusstatbestand nach § 44 VPO noch ein spezialgese tzlicher Ausschlusstatbestand vorliegen, ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Angele- genheit gegeben. Der Beschwerdeführer wird durch den a ngefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung (§ 47 Abs. 1 lit. a VPO). Auch die weite- ren formellen Voraussetzungen sind erfüllt, sodass auf d ie Beschwerde einzutreten ist. Die Be- schwerdeführerin ist demgegenüber nicht Adressatin des an gefochtenen Entscheids und sie war auch nicht Partei im vorinstanzlichen Beschwerdeverf ahren. Da die Beschwerde des Be- schwerdeführers identisch ist mit der Beschwerde der Besch werdeführerin, kann indessen vor- liegend offenbleiben, ob auf die Beschwerde der Beschw erdeführerin ebenfalls eingetreten werden kann. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Die Überprüfung der Angemessenheit ist dem Kanto nsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Beschwerde- führer zu Recht angewiesen wurde, die an seinem Hauseing ang angebrachte Video- und Ton- überwachungsanlage zu entfernen. Ausserdem strittig ist die Frage, ob der Beschwerdeführer zu Recht angewiesen wurde, die auf seinem Grundstück an gebrachten Kletterhilfen und die daran befestigten Reben zu entfernen. 4.1 Zunächst ist zu prüfen, ob tatsächlich ein öffentl iches Fusswegrecht über die im Eigen- tum des Beschwerdeführers stehende Parzelle Nr. 2371 füh rt und, falls ja, wo das Fussweg- recht entlangführt. Die Beschwerdegegner stellen sich di esbezüglich auf den Standpunkt, dass es sich beim streitigen Fusswegrecht um eine privatrechtlich e Dienstbarkeit handle, weshalb das Zivilgericht zuständig sei, über deren Rechtmässigkeit u nd Bestand zu entscheiden. Auf- grund des materiellen Publizitätsprinzips des Grundbuchs hätten die Beschwerdegegner man- gels offensichtlicher Nichtigkeit des Grundbucheintrags grun dsätzlich davon auszugehen, dass das öffentliche Fusswegrecht auf der fraglichen Parzelle rechtmässig bestehe. 4.2 Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, dass der vor seinem Hausein- gang verlaufende Weg nicht mit einem öffentlichen Fussw egrecht belastet sei. Zur Begründung führt er zunächst aus, dass weder ein Dienstbarkeitsvertra g noch ein Plan vorlägen, aus wel- chem Bestand und Inhalt des fraglichen Fusswegrechts hervor gingen. Der Plan Nr. 2, auf wel- chen der Grundbucheintrag verweise, habe zunächst von de n Behörden nicht erhältlich ge- macht werden können. Aus dem Plan, welcher dem Beschwerd eführer von den Behörden schliesslich zugestellt worden sei, könne mangels einer Legen de nichts über den strittigen öf- fentlichen Fussweg entnommen werden. Sollte das öffentl iche Fusswegrecht rechtmässig er- richtet worden sein, so sei es aber jedenfalls zu Unrecht auf seine Parzelle Nr. 2371 übertragen worden, als im Jahr 1992 die damalige Parzelle Nr. 137 6 in die heutige Parzelle Nr. 1376 und die heute im Eigentum des Beschwerdeführers stehende Pa rzelle Nr. 2371 aufgeteilt worden sei. Sofern das öffentliche Fusswegrecht rechtmässig auf s eine Parzelle Nr. 2371 übertragen worden sein sollte, verlaufe es mindestens an einem ande ren Ort als von den Beschwerdegeg- nern geltend gemacht. Zur Begründung verweist der Besch werdeführer auf den Strassennetz- plan Siedlung & Landschaft, Ganzes Gemeindegebiet, Revisi on 2004, der Gemeinde C.____ vom 13. September 2004 (Strassennetzplan), auf welchem ein öffentlicher Fussweg auf der Grenze zwischen den Parzellen Nrn. 1376 und 150 verläu ft und welcher auf der Parzelle des Beschwerdeführers keinen öffentlichen Fussweg vorsieht. 5.1 Das Kantonsgericht überprüft gemäss § 46 Abs. 1 VPO sämtliche mit dem Entscheid zusammenhängenden Vorfragen, auch wenn diese nicht dem öffentlichen Recht angehören. Im vorliegenden Fall ist dabei zunächst zu klären, ob die Vo rfrage der Rechtmässigkeit und des Bestands des streitigen öffentlichen Fusswegrechts dem öff entlichen Recht oder dem Privat- recht zuzuordnen ist, da hiervon die Frage abhängt, ob die Beschwerdegegner zu Recht von einer eingeschränkten Prüfungsbefugnis ausgegangen sind. 5.1.1 Der Umstand, dass ein Fusswegrecht als "öffentlich" bezeichnet wird, sagt noch nichts darüber aus, ob dieses Fusswegrecht öffentlich-rechtliche r oder privatrechtlicher Natur ist. Vielmehr kann ein Fusswegrecht zugunsten des Gemeinwesens sowohl als öffentlich-rechtliche Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Eigentumsbeschränkung (vgl. Art. 962 des Schweizerischen Z ivilgesetzbuches [ZGB] vom 10. Dezember 1907) als auch als privatrechtliche Dienstb arkeit im Sinne der Art. 730 ff. ZGB begründet werden (BGE 74 I 41 E. 2; vgl. U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , All- gemeines Verwaltungsrecht, Zürich/St. Gallen 2016, 7. Auflage, Rz. 2230). Soll ein öffentliches Fusswegrecht zugunsten der Allgemeinheit als privatrechtlich e Dienstbarkeit errichtet werden, untersteht die Errichtung den Formvorschriften von Art. 732 ZGB. Ein Wegrecht als privatrecht- liche Dienstbarkeit kann entweder als Grunddienstbarkeit (Art. 730 ff. ZGB) oder als Personal- dienstbarkeit (Art. 781 ZGB) errichtet werden. Berecht igter einer Dienstbarkeit ist immer eine Person, wobei bei Grunddienstbarkeiten die berechtigte Person durch ihr Eigentum an einem Grundstück definiert wird (E TIENNE PETITPIERRE , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom- mentar, ZGB II, 5. Aufl., Basel 2015, N 4 zu Art. 730 ZGB). Sofern es etwa aus praktischen Gründen unvorteilhaft ist, eine Berechtigung mit einem anderen Grundstück zu verknüpfen, kann es sinnvoll sein, die Berechtigung stattdessen direkt mit einer Person zu verknüpfen. Dies- falls handelt es sich nicht um eine Grunddienstbarkeit, sondern um eine Personaldienstbarkeit (vgl. E TIENNE PETITPIERRE , a.a.O., N 4 zu Art. 781 ZGB). Sofern die Öffentlic hkeit von einer Dienstbarkeit begünstigt werden soll, sind denkbare bere chtigte Personen Körperschaften des öffentlichen Rechts wie etwa Gemeinden oder Kantone ( vgl. C LAIRE HUGUENIN /C HRISTOPHE PETER REITZE , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB I, 5. Aufl., Basel 2014, N 1 ff. zu Art. 59). Neben der Form der privatrechtlichen Dienstbarkeit ist es aber auch denkbar, ein öffentliches Wegrecht als öffentlich-rechtliche Eig entumsbeschränkung zu begründen. Letz- tere werden im Grundbuch in Form einer Anmerkung ledi glich kenntlich gemacht, wobei ihre Gültigkeit nicht vom Grundbucheintrag abhängig ist (J ÜRG SCHMID , in: Honsell/ Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, ZGB II, 5. Aufl., Basel 20 15, N 12 zu Art. 962 ZGB). Diese öffent- lich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen unterstehen demen tsprechend nicht den Vorschrif- ten privatrechtlicher Dienstbarkeiten, sondern werden du rch das öffentliche Recht geregelt (vgl. JÜRG SCHMID , a.a.O., N 4 ff. zu Art. 962 ZGB). 5.1.2 In den Akten findet sich ein Grundbuchanlegungsb eleg Nr. 128 vom 28. Juni 1940, auf welchen das im Streit liegende öffentliche Fusswegrech t zurückgeht. Der Titel dieses Belegs spricht von der "Anmeldung einer Dienstbarkeit, einer G rundlast oder eines selbständigen und dauernden Rechtes an Grundstücken". Als belastete Parzell en sind die damaligen Parzellen Nrn. 154 und 155 aufgeführt. Auf die damalige Parzel le Nr. 154 geht auch die heute im Eigen- tum des Beschwerdeführers stehende Parzelle Nr. 2371 zurück. Unter Ziff. 5 des Grundbuchan- legungsbelegs findet sich bezüglich des Rechtstitels, auf welchen sich die Eintragung stützt, der Vermerk "Vide umstehende Erklärung". Auf der Rückseite de s Belegs findet sich folgende Er- klärung: "Die unterzeichneten Dienstbarkeitsbelasteten e rklären sich mit vorstehender Eintra- gung ins Grundbuch einverstanden". Auf der Vorderseite f indet sich zuunterst über der Unter- schrift des damaligen Bezirksschreibers folgender Vermerk: "Wird als Anmerkung eingetragen". Wie aus den in den Akten befindlichen Grundbuchauszügen ersichtlich ist, wird das öffentliche Fusswegrecht im Grundbuch nicht als Dienstbarkeit, sondern als Anmerkung aufgeführt. Es stellt sich entsprechend die Frage, ob das streitige öff entliche Fusswegrecht in der Form einer privatrechtlichen Dienstbarkeit oder aber in der Form einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbe- schränkung errichtet worden war. Für eine Dienstbarkeit sp richt vorliegend vor allem der Wort- laut der Erklärung der damaligen Eigentümer, welche v on "Dienstbarkeitsbelasteten" spricht. In Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Fassung des ZGB, welche zum Zeitpunkt gültig war, a ls das streitige öffentliche Wegrecht errichtet wurde, war für die Errichtung einer Dienstb arkeit lediglich die einfache Schriftform not- wendig und nicht, wie unter heute geltendem Recht, die öffentliche Beurkundung. Das Former- fordernis der öffentlichen Beurkundung wurde erst mit der Revision des ZGB vom 11. Dezem- ber 2009 (Register-Schuldbrief und weitere Änderungen im Sachenrecht) eingeführt, welche am 1. Januar 2012 in Kraft getreten ist. Dasselbe gilt au ch für das in Art. 732 Abs. 2 ZGB enthalte- ne Erfordernis, dass dem Errichtungsakt ein Plan beizulege n ist, sofern die Dienstbarkeit nur einen Teil des Grundstücks belastet (vgl. Art. 732 ZGB in der Fassung vor der Revision vom 11. Dezember 2009; vgl. zum Kriterium der Schriftform INGEBORG SCHWENZER , in: Honsell/Vogt/ Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, OR I, 6. Aufl., Ba sel 2015, N 1 ff. zu Art. 13 OR). Damit erfüllt der erwähnte Grundbuchanlegungsbeleg Nr. 12 8 grundsätzlich die Formerfordernisse, welche zur Zeit der Anmeldung des streitigen öffentlichen Fusswegrechts für die Errichtung von Dienstbarkeiten galten. Gegen eine Dienstbarkeit spricht indessen, dass der Grundbuchanle- gungsbeleg explizit sagt, dass das öffentliche Fusswegrech t "als Anmerkung" einzutragen ist, wie dies heute auch aus den vorliegenden Grundbuchblät tern ersichtlich ist. Würde es sich um eine privatrechtliche Dienstbarkeit handeln, so wäre die se damit falsch eingetragen worden. Weiter spricht gegen eine Dienstbarkeit, dass eine solche eine bestimmte Person berechtigt. Diese wird entweder identifiziert, indem die Person d urch das Eigentum an einem bestimmten Grundstück definiert wird (Grunddienstbarkeit) oder ind em die Person selbst im Grundbuch be- zeichnet wird (Personaldienstbarkeit). Vorliegend find et sich unter Ziff. 2 des Grundbuchanle- gungsbelegs, welche Auskunft über die berechtigte Person im Falle einer Personaldienstbarkeit geben soll, lediglich der Vermerk "öffentlich". Unter Ziff. 3 ist ausserdem kein Grundstück einge- tragen, welches einen berechtigten Eigentümer bezeichnen würde, sofern es um die Errichtung einer Grunddienstbarkeit ginge. Wer verpflichtet und we r berechtigt wird, gehört aber zum we- sentlichen Bestandteil eines Dienstbarkeitsvertrages, wel cher mindestens bestimmbar sein muss (ETIENNE PETITPIERRE , a.a.O., N 10 f. zu Art. 732). Hätte tatsächlich eine privatrechtliche Dienstbarkeit errichtet werden sollen, würde der Begri ff "öffentlich" nicht hinreichend bestim- men, welche Person oder Personengruppe berechtigt we rden soll (beispielsweise die Einwoh- nergemeinde, der Kanton oder eine andere Körperschaft des öffentlichen Rechts). Sofern also ein Dienstbarkeitsvertrag hätte geschlossen werden sollen, fehlte dem vorliegenden Vertrag ein wesentlicher Vertragsbestandteil. Da in der Grundbuch anmeldung aber explizit gesagt wird, dass das öffentliche Fusswegrecht "als Anmerkung" einzutra gen ist, kann nicht davon ausge- gangen werden, dass ein Dienstbarkeitsvertrag mit mangel haft bestimmtem Inhalt vorliegt. Vielmehr muss daraus geschlossen werden, dass die Beteili gten eben keinen privatrechtlichen Dienstbarkeitsvertrag hatten schliessen wollen, sondern ta tsächlich im technischen Sinn die Anmerkung einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschrä nkung eintragen wollten. Es liegt da- mit keine privatrechtliche Dienstbarkeit, sondern eine öff entlich-rechtliche Eigentumsbeschrän- kung vor. 5.2 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass es sich beim str eitigen öffentlichen Fuss- wegrecht – entgegen dem angefochtenen Entscheid – um eine öffentlich-rechtliche Eigentums- beschränkung handelt, deren Rechtmässigkeit und deren Bes tand durch das öffentliche Recht geregelt wird (vgl. J ÜRG SCHMID , a.a.O., N 4 ff. zu Art. 962 ZGB). Die beiden Beschw erdegeg- ner hätten daher die Rügen des Beschwerdeführers bezügl ich der Rechtmässigkeit und des Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bestands des öffentlichen Fusswegrechts inhaltlich beurteil en müssen. Es liegt insofern eine Verletzung des rechtlichen Gehörs des Beschwerdeführers vor , welche grundsätzlich wegen des formellen Gehalts des rechtlichen Gehörs zur Aufhebun g des Entscheids führen müsste (BGE 135 I 279 = Pra 99 [2010] Nr. 46 E. 2.6.1; BGE 132 V 387 E. 5.1; BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Auch eine schwerwiegende Verletzung des rech tlichen Gehörs kann jedoch aus- nahmsweise von der Rechtsmittelinstanz geheilt werden, w enn und soweit erstens die Rück- weisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu u nnötigen Verzögerungen führte, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1; BGE 116 V 187 E. 3d), zweitens der Rechtsmitte- linstanz volle Kognition bezüglich aller streitigen Tat- und Rechtsfragen zukommt (BGE 132 V 387 E. 5.1; BGE 115 V 305 E. 2h) und drittens der betroffenen Person dadurc h keine Nachteile entstehen (BGE 135 I 279 = Pra 99 [2010] Nr. 46 E. 2.6.1). Diese Voraussetzungen sind vorlie- gend erfüllt. Aus den Akten ergibt sich, dass in den vori nstanzlichen Verfahren alle Unterlagen im Zusammenhang mit dem streitigen öffentlichen Fusswegr echt, welche heute noch erhältlich gemacht werden können, ins Recht gelegt worden sind. Ei n zusätzlicher Erkenntnisgewinn be- züglich des Sachverhalts bei einer Rückweisung an die Vorin stanzen kann damit ausgeschlos- sen werden. Auch hat der Beschwerdeführer im vorliegen den Verfahren wiederum Gelegenheit gehabt, seine Rügen hinsichtlich der Rechtmässigkeit und d es Verlaufs des streitigen öffentli- chen Fusswegrechts vorzubringen, wovon er ausgiebig Gebrau ch gemacht hat. Aufgrund der vollen Kognition des Kantonsgerichts können diese Rügen i m vorliegenden Verfahren allesamt behandelt werden. Aus den Eingaben des Beschwerdeführers geht darüber hinaus hervor, dass er eine Beurteilung dieser Fragen durch das Kantonsger icht wünscht. Da das Interesse aller Parteien an einer Entscheidung gross ist und dem Beschwer deführer hieraus keine Nachteile erwachsen, rechtfertigt es sich vorliegend, dass das Kantonsgericht die Gehörsverletzung heilt. 5.2.1 Damit ist in einem ersten Schritt zu beurteilen, ob das fragliche öffentliche Fussweg- recht rechtmässig besteht. Die Eigentumsbeschränkung gegen über einem Grundeigentümer liegt bei einem öffentlichen Fusswegrecht darin, dass der Grundeigentümer dulden muss, dass der Fussweg der Öffentlichkeit zum allgemeinen Verkehr zu Fuss dient (BGE 104 IV 105 E. 3). Diese Duldungspflicht wird dem Grundeigentümer durch e inen Verwaltungsakt auferlegt, wel- cher gemeinhin als Widmung bezeichnet wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_348/2012 vom 15. August 2012 E. 4.3.1; BGE 74 I 41 E. 2; H ÄFELIN /MÜLLER /U HLMANN , a.a.O, Rz. 2229 ff.). Damit das Gemeinwesen einen Weg der Öffentlichkeit zum Gemeingebrauch widmen kann, muss es die Verfügungsmacht über das fragliche Grundstück inn ehaben. Diese Verfügungs- macht kann das Gemeinwesen unter anderem durch Einverstän dniserklärung der Eigentümer des zu belastenden Grundstücks erlangen (Urteil des Bunde sgerichts 5A_348/2012 vom 15. August 2012 E. 4.3.2; BGE 74 I 41 E. 2; H ÄFELIN /MÜLLER / UHLMANN , a.a.O., Rz. 2230). Die Widmung selbst kann sodann auch formlos erfolgen, sofer n das kantonale Recht keine Form- vorschriften vorsieht (Urteil des Bundesgerichts 5A_348/201 2 vom 15. August 2012 E. 4.3.1; ULRICH KEUSEN , in: Biaggini/Häner/Saxer/ Schott [Hrsg.], Fachhandbu ch Verwaltungsrecht, Zü- rich 2015, Rz. 10.10). Nachdem eine Sache zum Gemeingebrauch gewidmet worden ist, gehört sie zu den öffentlichen Sachen, unabhängig davon, ob si e sachenrechtlich im Eigentum einer Privatperson steht (vgl. HÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2229). Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2.2 Im vorliegenden Fall ist festzuhalten, dass aus dem Grundbuchanlegungsbeleg Nr. 128 aus dem Jahre 1940 geschlossen werden kann, dass die dam aligen Eigentümer der Parzellen Nrn. 154 und 155 ihr Einverständnis dafür gaben, dass au f diesen Parzellen ein öffentliches Wegrecht der Allgemeinheit gewidmet wird. Weiter ist festzuhalten, dass dem kantonalen öf- fentlichen Recht des Kantons Basel-Landschaft keine Formvo rschriften zu entnehmen sind, welche es verbieten würden, einen Fussweg formlos der Al lgemeinheit zu widmen und solche Formvorschriften auch zur Zeit der Errichtung des öffent lichen Fusswegrechts nicht bestanden. Damit kann die Frage offenbleiben, ob die Widmung se inerzeit mittels eines förmlichen Verwal- tungsakts erfolgt ist, der nicht mehr erhältlich gemacht werden kann, oder ob die Widmung formlos erfolgte. In jedem Fall ist erstellt, dass ein ö ffentliches Wegrecht im Einverständnis mit den damaligen Eigentümern gewidmet wurde, womit auc h das öffentliche Fusswegrecht im Sinne einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkun g zu Recht im Grundbuch angemerkt wurde. 5.2.3 Es stellt sich in einem weiteren Schritt die Frage , ob die Anmerkung des fraglichen öffentlichen Fusswegrechts bei der in mehreren Schritte n vollzogenen Aufteilung der Parzelle Nr. 154 schliesslich zu Recht auf die heutige Parzelle Nr . 2371 übertragen wurde, mit anderen Worten, ob die Parzelle Nr. 2371 tatsächlich mit dem ö ffentlichen Fusswegrecht belastet ist. Damit ist auch die Frage verknüpft, wo das fragliche F usswegrecht entlangführt. Um diese Fra- gen zu beantworten, ist es notwendig, nachzuvollziehen, wie die heutige Parzelle Nr. 2371 ent- standen ist. Die Parzelle Nr. 2371 geht auf die früher e Parzelle Nr. 1376 zurück, welche ihrer- seits auf die ursprüngliche Parzelle Nr. 154 zurückgeht. Die Parzelle Nr. 154 umfasste bis zu ihrer Aufteilung im Jahr 1965 die gesamte Fläche der heutigen Parzellen Nrn. 154, 1376 und 2371. Mit Mutationsplan Nr. 605 wurde die Parzelle Nr. 154 per 21. April 1965 in die Parzellen Nrn. 154 und 1376 aufgeteilt. Per 1. Oktober 1992 wu rde sodann mit Mutationsplan Nr. 1791 die Parzelle Nr. 1376 in die Parzellen Nrn. 1376 und 2371 aufgeteilt. Zunächst kann festgehal- ten werden, dass die Anmerkung des öffentlichen Fusswegr echts im Jahre 1965 zu Recht auf die damals neue Parzelle Nr. 1376 übertragen wurde. W ie dem Grundbuchanlegungsbeleg Nr. 128 aus dem Jahr 1940 zu entnehmen ist, sollte mi t dem öffentlichen Fusswegrecht eine Verbindung zwischen der X.____strasse und der Y.____strasse hergestellt werden. Als die Parzelle Nr. 1376 im Jahr 1965 geschaffen wurde, grenzte sie südlich an die Parzellen Nrn. 156 und 157 und nördlich an die Parzelle Nr. 150 und löst e damit die Parzelle Nr. 154 als an die X.____strasse grenzende Parzelle ab. Entsprechend musste ein Verbindungsweg zwischen der X.____strasse und der Y.____strasse, welcher an der Pa rzelle Nr. 154 entlangführt, auch über die Parzelle Nr. 1376 führen, da ansonsten der Verbind ungsweg durch sie unterbrochen wor- den wäre. Fraglich ist sodann, ob die Anmerkung des öff entlichen Fusswegrechts zu Recht auf die im Jahr 1992 neu geschaffene Parzelle Nr. 2371 über tragen wurde. Der vom Beschwerde- führer mit Eingabe vom 22. September 2017 auszugsweise eingereichten öffentlichen Urkunde über die Überführung von Miteigentum in Alleineigent um vom 8. September 1992 ist hierzu zu entnehmen, dass aufgrund der Bestellungsakten nicht habe festgestellt werden können, ob die neu zu schaffende Parzelle Nr. 2371 vom öffentlichen Fu sswegrecht berührt werde. Deswegen sei die Anmerkung des öffentlichen Fusswegrechts sowohl auf die neue Parzelle Nr. 2371 über- tragen und gleichzeitig auf der Parzelle Nr. 1376 bel assen worden. Der Beschwerdeführer ver- tritt nun die Ansicht, dass das öffentliche Fusswegrecht zw ischen den Parzellen Nrn. 1376 und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 150 verlaufe und die Anmerkung daher fälschlicherweise auf die Parzelle Nr. 2371 übertragen worden sei, was auch aus dem Strassennetzplan hervorgehe. Dieser Behauptung kann jedoch nicht gefolgt werden. Aus dem Umstand, dass das Fusswegrech t im Jahr 1940 sowohl auf der Parzelle Nr. 154 als auch auf der Parzelle Nr. 155 angemerkt wurde, ergibt sich zwingend, dass der Fussweg über die Parzelle Nr. 155 und somit über den südlichen Rand der Parzelle Nr. 154 führen muss. Würde der Fussweg am nördlichen Par zellenrand der Parzelle Nr. 154 an der Grenze zur Parzelle Nr. 150 verlaufen, hätte es ei nes Fusswegrechts auf der Parzelle Nr. 155 gar nicht bedurft. Entsprechend ist festzuhalten, dass der öffentliche Fussweg am südli- chen Rand der Parzelle Nr. 154 entlang- und somit zwin gend auch über die Parzelle Nr. 2371 führt, da diese ansonsten den Verbindungsweg zwischen X .____strasse und Y.____strasse unterbrechen würde. Ausserdem kann der öffentliche Fu ssweg auch aus praktischen Gründen nicht am nördlichen Rand der Parzelle Nr. 1376 entlan gführen, da das Haus auf der heutigen Parzelle Nr. 1376 teilweise auf die nördliche Grenze ge baut ist und somit dort gar kein Platz für einen Weg besteht. Wie dem Originalgrundriss der Erste rhebung aus dem Jahr 1937 entnom- men werden kann, war das fragliche Haus bereits erricht et, als der öffentliche Fussweg im Jahr 1940 geschaffen wurde. Damit ist festzuhalten, dass das öffentliche Fusswegrecht zu Recht auf der Parzelle Nr. 2371 und zu Unrecht auf der Parzelle Nr. 1376 angemerkt ist. Entsprechend kann offenbleiben, was es mit der vom Beschwerdeführer a ngeführten Z.____gasse zwischen den Parzellen Nrn. 1376 und 150 auf sich hat, welche im Jahr 1998 geplant, aber nie realisiert worden war. Da kommunale Strassennetzpläne nicht parzel lenscharf sind (vgl. § 34 Abs. 1 des Raumplanungs- und Baugesetz vom 8. Januar 1998, RBG), w ird der Bestand des streitgegen- ständlichen Fusswegrechts nicht durch den Strassennetzplan de r Gemeinde beeinflusst. Ent- sprechend ist festzustellen, dass ein öffentlicher Fussweg üb er das Grundstück des Beschwer- deführers führt, und zwar so, wie von den Beschwerdegegnern geltend gemacht. 6.1 Nachdem feststeht, dass ein öffentliches Fusswegrecht am südlichen Parzellenrand der Parzelle Nr. 2371 entlangführt, ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegner zu Recht den Be- schwerdeführer angewiesen haben, seine Video- und Tonüb erwachungsanlage zu entfernen. Der Beschwerdegegner führt diesbezüglich aus, dass das St rassenreglement der Gemeinde C.____ (Strassenreglement, StraR) vom 13. September 2 004 die Benützung öffentlicher Ver- kehrsanlagen regle, worunter auch öffentliche Fusswege fielen. Gemäss Ziff. 7.3 Abs. 1 StraR sei derjenige Gebrauch von Verkehrsanlagen bewilligungs pflichtig, welcher über den gemein- verträglichen Gebrauch hinausgehe. Es stelle dabei eine n bewilligungspflichtigen gesteigerten Gemeingebrauch dar, wenn Privatpersonen öffentliche Ver kehrsanlagen mit Video- und Ton- überwachungsanlagen überwachten. Da die öffentlichen Interessen am uneingeschränkten Gemeingebrauch des Fusswegs die privaten Interessen des Besc hwerdeführers an der Über- wachung des Fusswegs überwiegen würden, könne die Bewil ligung jedoch nicht erteilt werden, weswegen die Video- und Tonüberwachungsanlage zu entfernen sei. 6.2 Der Beschwerdeführer hält den Ausführungen des Be schwerdegegners entgegen, dass es zu zahlreichen Sachbeschädigungen an seiner Liegenschaft gekommen sei, welche ein gewichtiges privates Interesse daran begründeten, den str eitigen Fussweg zu überwachen. Diesbezüglich verweist er auf das im Internet abrufbare Merkblatt "Videoüberwachung des öf- fentlichen Raums durch Privatpersonen" des eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlich- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht keitsbeauftragten (EDÖB), gemäss welchem die geringfügig e Überwachung des öffentlichen Raums zulässig sei, wenn sie sich zur hauptsächlichen Überwachung des privaten Raums nicht vermeiden lasse (vgl. den Ausdruck des fraglichen Merkblatt es, welchen der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 19. März 2017 eingereicht hat) . Da der Eingangsbereich des Hau- ses des Beschwerdeführers in jedem Fall privater Grund se i, rechtfertige sich die unvermeidba- re Mitüberwachung des öffentlichen Fusswegs. Die Videoa ufzeichnungen würden darüber hin- aus nach 24 Stunden wieder gelöscht, womit sich die Übe rwachung als verhältnismässig er- weise. Soweit die Tonüberwachung im Streit liegt, ma cht der Beschwerdeführer geltend, dass die von den Beschwerdegegnern monierte Tonüberwachun gsanlage lediglich als Gegen- sprechanlage diene und gar kein Tonmaterial aufgezeichn et werde. Die Beschwerdegegner hätten dies aber nicht überprüft, obwohl er angeboten habe, vor Ort einen Augenschein durch- zuführen. 6.3 Wie bereits festgehalten, wurde der streitige öff entliche Fussweg der Allgemeinheit zum Gemeingebrauch gewidmet (E. 5.2.1 ff. hiervor). Ö ffentliche Sachen im Gemeingebrauch definieren sich dadurch, dass ihr Gebrauchswert unmittelbar der Erfüllung öffentlicher Aufgaben dient und zur Benutzung durch die Allgemeinheit besti mmt ist (BGE 138 I 274 E. 2.3.2; HÄFELIN /M ÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2226). Ein der Allgemeinheit gewidmeter Fussweg dient dazu, einem unbestimmten Personenkreis zu ermöglichen, diesen Weg für den Verkehr zu Fuss zwischen zwei Orten zu nutzen (vgl. P IERRE TSCHANNEN /U LRICH ZIMMERLI /MARKUS MÜLLER , Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Bern 2014, § 28 Rz. 21 und 31; U LRICH KEUSEN , a.a.O., Rz. 10.4). Bei der Benutzung öffentlicher Sachen im Gemeingebrauch wird zwischen schlichtem und gesteigertem Gemeingebrauch sowie (hier nicht vorliegender) Son- dernutzung unterschieden. Eine Nutzung wird als schlichte r Gemeingebrauch betrachtet, wenn sie bestimmungsgemäss ist und von allen interessierten Bür gern gleichermassen ausgeübt werden kann, ohne dass andere an der entsprechenden Nutzung übermässig behindert werden (BGE 135 I 302 E. 3.2). Wesentlich ist, dass im fraglich en Bereich gesamthaft eine gleichartige Benutzung durch alle Interessierten praktisch möglich ist (BGE 135 I 302 E. 3.2; BGE 122 I 279 E. 2e/cc; je mit Hinweisen). Die Grenze des einfachen Gemei ngebrauchs wird überschritten, wenn eine Nutzung ihrer Natur oder Intensität nach de n Rahmen des Üblichen übersteigt, nicht mehr der bestimmungsgemässen Verwendung entspricht oder den rechtmässigen Gebrauch durch andere Benützer beeinträchtigt. Für die Abgren zung im Einzelnen ist auf die konkreten örtlichen und zeitlichen Gegebenheiten sowie die Art und das Ausmass der üblichen Benützung abzustellen (BGE 135 I 302 E. 3.2; BGE 126 I 133 E. 4c; BGE 105 Ia 91 E. 2; je mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen H ÄFELIN /MÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2252 ff.). Gesteigerter Gemeinge- brauch unterliegt im Allgemeinen einer Bewilligungs pflicht, welche nicht so sehr dem Schutz von Polizeigütern als vielmehr der Koordination und Prioritätensetzung zwischen verschiedenen Nutzungen des öffentlichen Raums dient (BGE 135 I 302 E. 3.2; BGE 127 I 164 E. 3b; BGE 126 I 133 E. 4d; je mit Hinweisen). 6.3.1 Vorliegend stellt sich zunächst die Frage, ob die Videoüberwachung eines öffentlichen Fusswegs als gesteigerter Gemeingebrauch zu qualifizieren ist. In der Lehre wird dies bejaht, soweit zu der Frage explizit Stellung genommen wird (L UCIEN MÜLLER , Videoüberwachung in öffentlich zugänglichen Räumen – insbesondere zur Verhü tung und Ahndung von Straftaten, Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diss., St. Gallen 2011, S. 348 f.; LIZ FISCHLI -GIESSER : Private Videoüberwachungen im kommu- nalen öffentlichen Raum, in: Bulletin der Kantonalen Planungsgruppe Bern [KPG-Bulletin] 3/2016, S. 90 f.; B EATRICE GLASER , Private Überwachung im öffentlichen Raum, in: digma – Zeitschrift für Datenrecht und Informationssicherheit 20 09, S. 153 f.). Die Frage, die sich damit zuerst stellt, ist, wie der Gebrauch einer öffentlichen S ache von deren Nichtgebrauch zu unter- scheiden ist. Dabei ist vorab festzuhalten, dass die Begriffe des schlichten und des gesteigerten Gemeingebrauchs kantonalrechtlich bestimmt sind (BGE 135 I 302 E. 3.1). Gegen die Qualifi- zierung der Videoaufzeichnung des öffentlichen Raums als gesteigerter Gemeingebrauch liesse sich einwenden, dass eine Person, welche eine öffentliche Sache auf Video aufzeichnet, diese Sache jedenfalls nicht physisch gebraucht. Typische Beispi ele gesteigerten Gemeingebrauchs von Verkehrsflächen beinhalten aber gerade den physische n Gebrauch, wie etwa das Aufstel- len und Betreiben eines Marktstandes (vgl. BGE 132 I 97 E. 2.2). Ausserdem schliesst die Vi- deoüberwachung durch eine Person die gleichartige Be nutzung durch andere potenzielle Nut- zer nicht aus; Dritte könnten theoretisch ebenfalls den öffentlichen Fussweg mit Bildaufnahme- geräten aufzeichnen. Dem ist jedoch zu entgegnen, dass es nicht dem bestimmungsgemässen Gebrauch eines öffentlichen Fusswegs entspricht, diesen a ufzuzeichnen. Bestimmungsgemäss ist es vielmehr, den öffentlichen Fussweg für den Verkehr zu Fuss zu benutzen (siehe oben E. 5.2.1). Damit liesse sich ausgehend vom Zweck der Unt erscheidung von schlichtem und ge- steigertem Gemeingebrauch argumentieren, dass die Frag e, ob gesteigerter Gemeingebrauch vorliegt, primär davon abhängig gemacht werden sollte, ob das zu beurteilende Verhalten den schlichten Gemeingebrauch im Rahmen des gewidmeten Zwecks der öffentlichen Sache beein- trächtigt. Dieser Ansatz wird in der Rechtsprechung anderer Kantone vertreten. So wurde es als gesteigerter Gemeingebrauch qualifiziert, dass die Betre iber einer Gaststätte auf ihrem Privat- grund ein sogenanntes Mosquito-Gerät betrieben, das sich auf den öffentlichen Raum auswirk- te. Das fragliche Gerät sandte einen Ton im hohen Ultr aschallbereich aus, welcher grundsätz- lich nur für Personen bis zum 25. Altersjahr hörbar un d für diese äusserst unangenehm war. Zweck des Geräts war es entsprechend, Jugendliche vom Grund vor der Gaststätte fernzuhal- ten. Da das Geräusch aber auch im Bereich des angrenzen den öffentlichen Raums zu hören war und entsprechend den schlichten Gemeingebrauch di eses öffentlichen Raums durch Ju- gendliche einschränkte, qualifizierte das Gericht den Betr ieb des Mosquito-Geräts als unzuläs- sigen gesteigerten Gemeingebrauch (Urteil des Verwalt ungsgerichts Graubünden [U 07 83] vom 8. Januar 2008 E. 3c). Diese Auslegung des Begriffs des gesteigerten Gemeingebrauchs überzeugt auch für das öffentliche Recht des Kantons Basel-Landschaft, da die Unterscheidung zwischen schlichtem und gesteigertem Gemeingebrauch es dem G emeinwesen ermöglichen soll, gewisse Nutzungsarten bewilligungspflichtig zu erklären und damit die Nutzung öffentlicher Sachen durch verschiedene potenzielle Nutzer zu koordinie ren und gewisse Nutzungsarten zu priorisieren (BGE 135 I 302 E. 3.2; BGE 127 I 164 E. 3b; BGE 126 I 133 E. 4d; je mit Hinwei- sen). Sinn und Zweck der Bewilligungspflicht ist es damit , schwerwiegende Konflikte zwischen den Nutzern einer öffentlichen Sache zu verhindern (H ÄFELIN /M ÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2285). Vor diesem Hintergrund ist es angezeigt, auch ein Verhalten, welches sich nicht phy- sisch greifbar im Bereich einer öffentlichen Sache auswir kt, als gesteigerten Gemeingebrauch zu qualifizieren, sofern das fragliche Verhalten andere Benutzer in ihrem schlichten Gemeinge- brauch einschränkt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3.2 Vorliegend ist festzuhalten, dass die Videoüberwach ung des streitgegenständlichen Fusswegs durch den Beschwerdeführer gesteigerten Gemeingebrauch darstellt, obwohl sie sich nicht unmittelbar physisch auf den Fussweg auswirkt. Denn im Sinne der oben ausgeführten Grundsätze (E. 6.3.1) entspricht die Videoüberwachung ei nerseits nicht der bestimmungsge- mässen Verwendung des Fusswegs und andererseits ist aktenkund ig, dass sich Nachbarn des Beschwerdeführers in ihrem schlichten Gemeingebrauch des öffentlichen Fusswegs gestört fühlen (Aktennotiz der Beschwerdegegnerin betreffend T elefonat mit D.____ vom 16. Februar 2016; Aktennotiz der Beschwerdegegnerin betreffend Tele fonat mit E.____ vom 16. Februar 2016; Schreiben von E.____ vom 12. Mai 2016 an den B eschwerdeführer). Der zitierten Lehre ist entsprechend beizupflichten, dass derjenige, der gezie lt den öffentlichen Raum überwacht, um eigene Sicherheitsbedürfnisse zu befriedigen, sich im Bereich des gesteigerten Gemeinge- brauchs befindet (MÜLLER , a.a.O., S. 348 f.). 6.3.3 Als nächster Schritt ist zu prüfen, ob die Beschwer degegner zu Recht davon ausgin- gen, dass die fragliche Videoüberwachung durch den Besc hwerdeführer bewilligungspflichtig sei, eine Bewilligung jedoch nicht erteilt werden könn e und deswegen die Videokamera zu de- montieren sei. Die Beschwerdegegner führen dazu aus, da ss vorliegend das Strassenregle- ment anwendbar sei, welches in Ziff. 7.3 vorsehe, dass der gesteigerte Gemeingebrauch öffent- licher Verkehrsanlagen bewilligungspflichtig sei. Im vorliegenden Fall könne jedoch keine Bewil- ligung erteilt werden, da die entgegenstehenden öffentlichen Interessen an der uneingeschränk- ten Benutzung des öffentlichen Fusswegs überwiegen würde n. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber geltend, dass in der Vergangenheit zahlre iche Straftaten gegen ihn verübt wor- den seien, welche nun aufgrund der Videoüberwachung aufgehört hätten. Entsprechend sei die Videoüberwachung aufgrund gewichtiger privater Interesse n zulässig, weswegen die Bewilli- gung zu erteilen sei. 6.3.4 Nach den allgemeinen Grundsätzen rechtsstaatlichen Handelns, welche in Art. 5 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verbrieft sind, muss eine Verwaltungsmassnahme auf einer rechtlichen Grundlage beruhen, die Verwirk- lichung eines öffentlichen Interesses zum Ziel haben un d zur Erreichung dieses Ziels geeignet und erforderlich sein. Ausserdem dürfen die der Verwal tungsmassnahme entgegenstehenden privaten Interessen die öffentlichen Interessen nicht üb erwiegen, was als sogenannte "Verhält- nismässigkeit im engeren Sinn" oder "Zumutbarkeit" bezei chnet wird (vgl. H ÄFELIN /M ÜLLER / UHLMANN , a.a.O., Rz 514 f.; Art. 5 und 36 BV). Im Zusammenha ng mit der Zumutbarkeit wird in der für den vorliegenden Fall einschlägigen Lehre ausg eführt, dass die privaten Interessen un- ter Umständen überwiegen können, wenn die Videoüberw achung nur Ausschnitte des öffentli- chen Raums erfasst und die Überwachung zum Schutz der Pri vatsphäre, des Privateigentums oder von Leib und Leben der überwachenden Person notwendig ist (MÜLLER , a.a.O., S. 350). 6.3.4.1 Hinsichtlich des Erfordernisses der gesetzlichen Gr undlage kann zunächst festgehalten werden, dass das Bundesgericht in seiner älteren Rechtspr echung die Auffassung vertrat, dass das Gemeinwesen aufgrund seiner Sachherrschaft über die ö ffentlichen Sachen den gesteiger- ten Gemeingebrauch auch ohne explizite gesetzliche Grundl age bewilligungspflichtig erklären dürfe (BGE 109 Ia 208 E. 4b; BGE 105 Ia 91 E. 2.; B GE 100 Ia 392 E. 3.). In seiner jüngeren Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsprechung hat es diese Auffassung zwar relativiert, die Frage schliesslich jedoch explizit offengelassen (BGE 135 I 302 E. 3.2). Die herrschende Lehre fordert demgegenüber gestützt auf das Legalitätsprinzip, dass immer eine gesetzliche Grun dlage vorliegen müsse, sofern das Gemeinwesen den gesteigerten Gemeingebrauch einer S ache bewilligungspflichtig erklären wolle (HÄFELIN /M ÜLLER /UHLMANN , a.a.O., Rz. 2286 mit Hinweisen). Wie es sich damit im Ein- zelnen verhält, kann vorliegend indessen offenbleiben, da mit Ziff. 7.3 StraR eine genügend bestimmte gesetzliche Grundlage für die Bewilligungspfl icht besteht. Die Anwendbarkeit des Strassenreglements ergibt sich dabei aus Ziff. 1.2 Abs. 2 StraR, wonach als Verkehrsanlagen alle Anlagen innerhalb des Gemeindegebiets gelten, welche dem rollenden und ruhenden Fahr- zeug- und Zweiradverkehr sowie dem Fussgängerverkehr die nen. Dazu gehören laut dieser Bestimmung insbesondere Fuss- und Wanderwege. Gemäss Ziff . 1.2 Abs. 1 StraR gilt dies für alle Verkehrsanlagen, welche im Eigentum der Einwohn ergemeinde stehen oder über Dienst- barkeitsregelungen von der Öffentlichkeit benützt werden . Das Wort Dienstbarkeitsregelung ist dabei in teleologischer Auslegung des Strassenreglement s in einem weiten Sinn zu verstehen. Gemeint sind alle Verkehrsanlagen auf dem Gemeindegebi et, welche durch das Gemeinwesen der Öffentlichkeit gewidmet sind, mit anderen Worten eine öffentliche Sache darstellen. Dies ergibt sich aus dem Sinn und Zweck des Strassenreglements, welcher darin besteht, "den Un- terhalt, […] die Verwaltung und [die] Benützung der Verkehrsanlagen" zu regeln (Ziff. 1.1 StraR), weil sie öffentliche Sachen sind und damit der Verfügungsgewalt der Privateigentümer entzogen sind. Es ist nicht ersichtlich, dass der Gesetzgeber Verkehrsanlagen, welche aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkung dem G emeingebrauch gewidmet wurden, von den Regelungen des Strassenreglements ausnehmen wollt e, obschon sie der Verfügungs- gewalt Privater gleich entzogen sind wie gestützt auf Die nstbarkeitsregelungen gewidmete Ver- kehrsanlagen. Entsprechend ist Ziff. 7.3 StraR, auf welche sich die Bewilligungspflicht stützt, im vorliegenden Fall anwendbar. 6.3.4.2 Eignung und Erforderlichkeit der angeordnete n Demontage der Videokamera beurtei- len sich sodann nach der verfolgten, im öffentlichen Interesse liegenden Zielsetzung. Vorlie- gend wollten die Beschwerdegegner sicherstellen, dass die potenziellen Nutzer des öffentlichen Fusswegs durch die Videoüberwachung in ihrer bestimmungsg emässen Nutzung nicht einge- schränkt werden, indem sie aufgrund des Eingriffs in ihre informationelle Selbstbestimmung den öffentlichen Fussweg zu meiden beginnen (vgl. zum Begr iff der informationellen Selbstbestim- mung: S TEPHAN BREITENMOSER , in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender [Hrsg. ], Die schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, Zürich 2014, 3 . Aufl., Art. 13 N 72 ff.). Es ist in diesem Zusammenhang dem Beschwerdeführer zwar zuzustimmen, dass der Gesetzgeber zum Schutz der informationellen Selbstbestimmung von Privatpersonen das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) vom 19. Juni 1992 erlassen hat, welches vorsieht, dass betroffene Privat- personen sich auf dem Zivilweg gegen datenschutzrechtliche Persönlichkeitsverletzungen zur Wehr setzen können. Im vorliegenden Fall geht es indessen nicht darum, Privatpersonen vor der Verletzung ihrer informationellen Selbstbestimmun g zu schützen, sondern die Nutzung ei- ner öffentlichen Sache im Gemeingebrauch zu gewährlei sten. Der Schutz der informationellen Selbstbestimmung ist dabei lediglich Nebenfolge davon, dass der Gebrauch der öffentlichen Sache geregelt wird. Entsprechend verfolgen die Beschw erdegegner mit der angeordneten Massnahme ein zulässiges öffentliches Interesse, nämlich den schlichten Gemeingebrauch des Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht öffentlichen Fusswegs zu gewährleisten. Die von den Beschwe rdegegnern angeordnete Mass- nahme ist geeignet, dieses Ziel zu erreichen, besteht doch ohne die Videoüberwachung kein Eingriff mehr in die informationelle Selbstbestimmun g potenzieller Nutzer, welche diese davon abschrecken könnte, den öffentlichen Fussweg zu benutzen. Schliesslich ist die angeordnete Massnahme auch erforderlich, den angestrebten Zweck zu er reichen. Der Beschwerdeführer hat zwar geltend gemacht, dass er nur seinen Hauseingang aufzeichne (vgl. zuletzt die Eingabe des Beschwerdeführers, welche am 22. September 2017 bei m Kantonsgericht eingegangen ist). Aus der Eingabe des Beschwerdeführers an den EDÖB vom 30. Juni 2016 ergibt sich aber, dass die Videokamera den ganzen Weg vor dem Haus des Be schwerdeführers erfasst. Zwar belegte der Beschwerdeführer auch, dass die Kamera theoretisch so ausgerichtet werden könn- te, dass sie direkt gegen das Haus gerichtet ist und nur noch den Bereich um die Haustüre filmt. Indessen ist den Ausführungen des Beschwerdeführers auch zu entnehmen, dass er meint, den gesamten Aufnahmebereich der Überwachungskamera nutze n zu dürfen, da dieser nur seinen Privatgrund erfasse (Seite 3 der Eingabe des Beschwerdefü hrers, beim Kantonsgericht einge- gangen am 22. September 2017). Wie jedoch bereits fest gestellt wurde, ändern die sachen- rechtlichen Eigentumsverhältnisse nichts daran, dass es sich beim fraglichen öffentlichen Fussweg im Gemeingebrauch um eine öffentliche Sache han delt (E. 5.2.1 ff. hiervor). Würde die Kamera nicht mehr auf den öffentlichen Fussweg und nur noch auf das Haus des Be- schwerdeführers ausgerichtet, würde sie im Übrigen sein erklärtes Ziel, Straftaten zu verhindern oder zumindest aufzuklären, gar nicht erfüllen können. A uch die vom Beschwerdeführer ange- brachten Schilder, welche vor der Videoüberwachung war nen, wären nicht nötig, würde die Überwachungskamera nicht den öffentlichen Fussweg im ge samten Einzugsgebiet der Kamera überwachen. Dies geht auch aus einem Schreiben des Beschw erdeführers vom 20. Dezember 2016 an die Kantonspolizei des Kantons Basel-Landschaft hervor, in welchem er Folgendes ausführt: "Durch das Entfernen der Überwachungskamera könnten wir unser Grundstück in dem Bereich, wo es ständig Sachbeschädigungen gibt, ni cht mehr überwachen". Es kann vor diesem Hintergrund nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer sich an eine Verpflichtung halten würde, die Kamera nur gegen se in Haus auszurichten. Aber selbst wenn davon ausgegangen werden könnte, würde eine allfällig e Verpflichtung das von den Beschwer- degegnern angestrebte Ziel nicht erreichen. Denn wie a us den Fotos in den Akten ersichtlich wird, ist es für Benutzer des Fusswegs aus der Distanz nicht erkennbar, wie die Kamera ausge- richtet ist. Entsprechend liesse sich durch eine Ausrichtu ng der Kamera gegen das Haus die abschreckende Wirkung nicht beseitigen. Unerheblich ist schliesslich auch die Behauptung des Beschwerdeführers, er würde die Videoaufzeichnungen nach 24 Stunden wieder löschen. Nach dem Gesagten ist kein milderes Mittel als die Demonta ge der Kamera ersichtlich, mit welcher die Einschränkung des schlichten Gemeingebrauchs des öffen tlichen Fusswegs beseitigt wer- den könnte. Die Massnahme erweist sich damit auch als erforderlich. 6.3.4.3 Schliesslich stellt sich die Frage, ob es dem Bes chwerdeführer auch zumutbar ist, die installierte Überwachungskamera wieder zu demontieren. I n diesem Zusammenhang weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass eine Interessenabwägu ng stattfinden müsse zwischen dem Schutz seiner Rechtsgüter, welchen er sich durch die Videok amera erhofft, und dem Interesse der Allgemeinheit, ohne Einschränkungen den öffentlic hen Fussweg zu passieren. Dem ist zu- zustimmen, wobei damit noch nichts darüber gesagt ist, wie diese Interessenabwägung ausfällt. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Beschwerdeführer rechtfertigt die durch ihn verursa chte Nutzungseinschränkung des öf- fentlichen Fusswegs damit, dass in der Vergangenheit versc hiedentlich Straftaten gegen ihn verübt worden seien. Seit der Installation der Überwa chungskamera habe es demgegenüber keine weiteren Vorfälle mehr gegeben, was die Wirksamke it der Überwachung und damit sein überwiegendes Interesse beweise. Der am 7. September 2 017 beim Kantonsgericht eingegan- genen Eingabe des Beschwerdeführers sind die verschiedenen Straftaten zu entnehmen, wel- che aus seiner Sicht die Videoüberwachung rechtfertigen . In dieser Auflistung findet sich aber anstelle der behaupteten zahlreichen Sachbeschädigunge n nur eine Tat, welche mutmasslich als Vergehen im Sinne von Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Art. 10 Abs. 3 des Schweizerischen Strafge- setzbuchs (StGB) vom 21. Dezember 1937 zu qualifizieren i st. Es handelt sich dabei um einen Vorfall vom November 2015, bei welchem Unbekannte ein Joghurt gegen das Haus des Be- schwerdeführers geworfen haben sollen, was eine Beschädigung der Fassade zur Folge gehabt habe. Soweit der Beschwerdeführer eine Sachbeschädigung im Zusammenhang mit den vor seinem Haus bereitgestellten Visitenkarten geltend mach t, ist festzuhalten, dass sich diese Ta- ten noch im Bereich der geringfügigen Vermögensdelikte im Sinne von Art. 172 ter StGB bewe- gen dürften. Damit handelt es sich bei diesen Taten le diglich um Übertretungen im Sinne von Art. 103 StGB, womit sie nicht besonders schwer wiegen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Kletterhilfen für seine Reben seien beschädig t worden, führt er in seiner Eingabe selbst aus, dass der mutmassliche Täter angegeben habe, da ss es sich um einen Unfall ge- handelt habe. Entsprechend ist bis zum Beweis des Gegentei ls nicht von einer Straftat auszu- gehen. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, es sei en absichtlich Waren auf seinen Namen bestellt worden, um ihn zu schädigen, und seine Kreditkartendaten seien betrügerisch verwendet worden, ist nicht ersichtlich, wie derartige V orkommnisse in Zukunft durch eine Überwachungskamera verhindert werden könnten. Soweit d er Beschwerdeführer geltend macht, es würden regelmässig Velofahrer das auf dem Fussw eg geltende Fahrverbot missach- ten, ist er darauf hinzuweisen, dass die Straftatbestände des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) vom 19. Dezember 1958 – jedenfalls im vorliegend intere ssierenden Zusammenhang – keine Individualrechtsgüter schützen (vgl. P HILIPPE WEISSENBERGER , Kommentar zum Strassenver- kehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich 20 15, N 3 zu Art. 90 SVG). Es obliegt der Polizei, und nicht Privatpersonen, die Bestimmunge n des SVG durchzusetzen. Entspre- chend können allfällige SVG-Verstösse die Videoüberwac hung durch den Beschwerdeführer von vornherein nicht rechtfertigen. Damit ist festzustellen, dass seit dem Jahr 2013, in welchem der Beschwerdeführer die Parzelle Nr. 2371 erworben h at, erst eine mutmassliche Straftat be- gangen wurde, welche den Betrieb der Überwachungskamera im Bereich des öffentlichen Fusswegs rechtfertigen könnte. Diesen nach dem Gesagten eher geringfügigen privaten I nteressen steht das öffentliche Inte- resse an der uneingeschränkten Nutzbarkeit des öffentlichen Fusswegs durch die Allgemeinheit gegenüber, mit anderen Worten die Gewährleistung ein er angemessenen Infrastruktur durch das Gemeinwesen. Diesem öffentlichen Interesse kommt ein besonderes Gewicht zu, was auch aus dem vom Beschwerdeführer selbst zitierten Merkblatt de s EDÖB hervorgeht (vgl. E. 6.2 hiervor). Gemäss diesem Merkblatt berechtigen Sachbeschäd igungen an einem Haus den Ei- gentümer des Hauses explizit nicht dazu, die Strasse vor dem Haus systematisch zu überwa- chen. Weiter ist gemäss dem zitierten Merkblatt auch eine mit schwerer wiegenden privaten Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Interessen begründete Überwachung des öffentlichen Raums nur in sehr eingeschränktem Um- fang zulässig. Auch die einschlägige Lehre vertritt die Auffassung, dass nur äusserst gewichtige private Interessen eine Überwachung des öffentlichen Raums durch Privatpersonen zu rechtfer- tigen vermögen (vgl. dazu MÜLLER , a.a.O., S. 346 ff.; FISCHLI -GIESSER , a.a.O., S. 90 f.; GLASER , a.a.O., S. 153 f.) Vorliegend kann aber nach dem Gesa gten erstens nicht von einer geringfügi- gen Überwachung des öffentlichen Raumes gesprochen wer den, zweitens können als private Interessen lediglich die Verhinderung von mehrheitlich geringfügigen Sachbeschädigungen vor- gebracht werden, und Drittens muss aufgrund des festgeste llten Sachverhalts festgehalten werden, dass die Furcht des Beschwerdeführers vor potenziel len Sachbeschädigungen an sei- nem Haus mit den bisherigen Ereignissen nicht zu begründen ist. Keine Rolle spielt im Übrigen, dass gewisse Benutzer selbst den schlichten Gemeingebrauch des öffentlichen Fusswegs überschreiten, indem sie etwa gegen das darauf geltende Fahrverbot verstossen. Massgeblich ist einzig, dass die Videoüberwachung gerade auch den zu lässigen bestimmungsgemässen Gebrauch des Fusswegs einschränkt. Die öffentlichen Intere ssen an der Gewährleistung der uneingeschränkten Nutzbarkeit des öffentlichen Fusswegs ü berwiegen damit die vom Be- schwerdeführer geltend gemachten privaten Interessen. Die Beschwerdegegner haben daher zu Recht die Demontage der Überwachungskamera angeordnet. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Besch werdegegner zu Recht auch an- geordnet haben, dass der Beschwerdeführer seine Tonübe rwachungsanlage zu entfernen ha- be. Der Beschwerdeführer macht geltend, die streitgege nständliche Tonüberwachungsanlage sei normalerweise nicht in Betrieb und werde nur als Ge gensprechanlage verwendet. Der Be- schwerdegegner hat sich zur Tonüberwachungsanlage nicht e xplizit geäussert, sondern direkt von der Unzulässigkeit der Videoüberwachungsanlage auf d ie Unzulässigkeit der Tonüberwa- chungsanlage geschlossen. Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Vernehmlassung im vo- rinstanzlichen Verfahren ausgeführt, es möge sein, dass di e Tonüberwachungsanlage als Ge- gensprechanlage benutzt werden könne. Gemäss Angaben von Passanten sei die Tonüberwa- chungsanlage aber ständig im Betrieb. Der Beschwerdeführer entgegnete darauf in seiner Rep- lik im vorinstanzlichen Verfahren, dass Passanten gar nicht sehen könnten, ob die Tonüberwa- chungsanlage eingeschaltet sei. Im Übrigen beharrte e r auf dem Standpunkt, dass es sich le- diglich um eine Gegensprechanlage handle. 7.2 Wie aus den Akten hervorgeht, wurden die vom Besch werdeführer vorgebrachten Rü- gen, wonach es sich bei der Tonüberwachungsanlage ledi glich um eine Gegensprechanlage handle, nicht geprüft. Es wurden keinerlei Informatio nen zur Funktionsweise der Tonüberwa- chungsanlage eingeholt und kein Augenschein durchgeführ t. Fraglich ist etwa, ob die Tonüber- wachungsanlage überhaupt unabhängig von der Überwachu ngskamera betrieben werden kann oder in welchem Radius verwertbare Tonaufnahmen überh aupt möglich sind. Entsprechend ist die Sache in diesem Punkt an die Beschwerdegegnerin zu rückzuweisen. Diese wird die Vor- bringen des Beschwerdeführers zu überprüfen und festzustellen haben, ob von der Tonüberwa- chungsanlage allenfalls auch ein gesteigerter Gemeingebrauch ausgeht. Falls dem so sein soll- te, wird sie weiter zu prüfen haben, ob ein solcher ge steigerter Gemeingebrauch allenfalls be- willigungsfähig wäre. Allenfalls hätte sie sodann gestützt auf den festgestellten Sachverhalt eine Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht neue Verfügung zu erlassen, mit welcher der Beschwerdefüh rer zur Demontage der Tonüber- wachungsanlage verpflichtet würde. 8.1 Schliesslich ist als Letztes zu prüfen, ob die Beschwerde gegner zu Recht den Be- schwerdeführer angewiesen haben, die von ihm im Bereich des öffentlichen Fusswegs instal- lierten Kletterhilfen und die daran befestigten Rebe n zu demontieren. Der Beschwerdegegner führt hierzu aus, dass Ziff. 8.2 Abs. 1 StraR festlege, dass das Lichtraumprofil von Verkehrsan- lagen nicht durch Bepflanzungen und Gartenanlagen beeinträchtigt werden dürfe. Die Höhe des Lichtraumprofils betrage bei Fusswegen gemäss der erwähn ten Bestimmung 2.5 m. Da jede Verletzung des Lichtraumprofils unzulässig sei, komme es ni cht darauf an, wie weit Objekte im Einzelfall in das Lichtraumprofil hineinragten. Bereits leichte Beeinträchtigungen seien zu besei- tigen, womit es rechtmässig sei, den Beschwerdeführer anz uweisen, die Kletterhilfen und die daran befestigten Reben zu entfernen. Der Beschwerdef ührer hält dem entgegen, dass die Breite des öffentlichen Fusswegs nicht erstellt sei, womit auch nicht gesagt werden könne, ob die streitgegenständlichen Kletterhilfen und die daran befestigten Reben das Lichtraumprofil überhaupt verletzten. Ausserdem seien die Kletterhilfen mit den Reben mit dem Strassenregle- ment vereinbar. 8.2 Die im Strassenreglement festgelegten Lichtraumprof ile bezwecken in erster Linie, auf öffentlichen Verkehrsanlagen auf dem Gemeindegebiet e inen Raum zu definieren, in welchem Schattenwurf durch in das Lichtraumprofil hineinragende Objekte unzulässig ist. Das Lichtraumprofil dient damit in erster Linie dazu, Licht verhältnisse zu schaffen, welche eine si- chere Nutzung der Verkehrsanlagen erlauben. Vorliegen d legt Ziff. 8.2 Abs. 1 StraR fest, dass auf Fusswegen auf dem Gemeindegebiet ein Lichtraumprof il bis zur Höhe von 2.5 m einzuhal- ten ist. Es ist dabei dem Beschwerdeführer zuzustimmen, d ass zunächst die Breite des Fuss- wegs festgestellt werden muss, um die Frage beantworten zu können, ob die vom Beschwerde- führer installierten Kletterhilfen und die daran bef estigten Reben das Lichtraumprofil verletzen. Ein Plan oder andere Aufzeichnungen, welche Auskunft ü ber die Wegbreite geben könnten, sind nicht erhältlich zu machen (vgl. oben E. 5.2.1 ff.). In einem solchen Fall ist es gemäss bun- desgerichtlicher Rechtsprechung zulässig, öffentlich-rechtli che Normen sowie die Empfehlun- gen der Vereinigung der Schweizerischen Strassenfachleute (VSS-Normalien) an die Erstellung und Gestaltung von Privatstrassen heranzuziehen, um zu beurteilen, welche Anforderungen ein Wegrecht erfüllen muss, damit es die Bedürfnisse der Be rechtigten befriedigt (BGE 139 III 404 E. 7.4.2). Da es vorliegend um eine Privatstrasse geht, welche dem Gemeingebrauch gewidmet ist und damit eine öffentliche Sache darstellt, drängt es sich umso mehr auf, die erwähnten Empfehlungen heranzuziehen. Gemäss Ziff. 7.1.2 des Hand buchs Fusswegnetzplanung aus dem Jahr 2015 des Bundesamts für Strassen (ASTRA), welche s sich auf die VSS-Norm "Fuss- gängerverkehr Grundnorm" SN 640 070 stützt, sollte die B reite eines Fusswegs bei Engstellen über kurze Strecken mindestens 1.50 m betragen. Weniger breite Fusswege sind im erwähnten Handbuch und der VSS-Norm grundsätzlich nicht vorgesehe n. Je nach Nutzungsart der an- grenzenden Flächen sind zusätzlich noch Umfeldzuschläge zur Fusswegbreite hinzuzuschla- gen. Bei Mauern, Hausmauern, Geländern und ähnlichem beträgt der Zuschlag 0.2 m. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Im vorliegenden Fall geht es um einen Fussweg, welch er auf beiden Seiten von einem Zaun flankiert wird. Daraus ergibt sich eine grundsätzlic he Mindestbreite von 1.5 m sowie ein Umfeldzuschlag von insgesamt 0.4 m aufgrund der beidseit igen Einfriedungen. Damit müsste der Fussweg im vorliegenden Fall mindestens 1.9 m breit sein, um die Bedürfnisse der den Fussweg benutzenden Fussgänger nach den oben erläuterten Massstäben zu befriedigen. Aus dem Geoinformationssystem des Kantons Basel-Landschaft sow ie den in den Akten befindli- chen Fotos ergibt sich indessen, dass im Bereich der ange brachten Kletterhilfen und der dazu- gehörigen Reben der Fussweg ungefähr 1 m breit ist. Daraus erschliesst sich, dass das öffentli- che Fusswegrecht den Weg in seiner vollen Breite belaste n muss, da jede Unterschreitung der geringen Breite des Fusswegs seine ohnehin eingeschränkt e Nutzbarkeit noch zusätzlich ein- schränken würde. Wenn dem so ist, dann verletzt auch jedes Objekt, dass an den fraglichen ca. 1.8 m hohen Zaun des Beschwerdeführers (vgl. Eingab e des Beschwerdeführers vom 4. April 2017 an die Baurekurskommission des Kantons Basel- Landschaft, Seite 5) montiert wird, das Lichtraumprofil gemäss Ziff. 8.2 Abs. 1 StraR. Dass dies der Fall ist, wird – entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers – ausserdem auch er sichtlich aus den Fotos Nrn. 1 und 2, welche in seiner am 13. Juni 2017 beim Kantonsg ericht eingegangenen Eingabe enthal- ten sind. Entsprechend bejahten die Beschwerdegegner zu Recht eine Verletzung des Lichtraumprofils. 8.4 Wie bereits in E. 6.3.4 hiervor erläutert, muss sta atliches Handeln immer ein öffentli- ches Interesse verfolgen, auf einer gesetzlichen Grundla ge beruhen sowie geeignet, erforder- lich und zumutbar sein, um das angestrebte Ziel zu err eichen. Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass diese Voraussetzungen nicht erfüllt wären. Das bei der Durchsetzung des Lichtraumprofils verfolgte öffentliche Interesse stellt die sichere und be dürfnisgerechte Nutzung des öffentlichen Fusswegs dar. Mit Ziff. 8.2 Abs. 1 StraR besteht auch ein e gesetzliche Grundlage für die streiti- ge staatliche Massnahme. Diese ist sodann geeignet und er forderlich, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Schliesslich ist auch nicht ersichtlich und wi rd vom Beschwerdeführer auch nicht dargetan, warum er ein überwiegendes privates Interesse daran haben sollte, gerade in diesem Bereich seine Kletterhilfen mit den Reben zu montiere n. Es wäre ihm insbesondere unbenom- men, diese auf der gegen seinen Garten gerichteten Sei te des Zauns anzubringen. Entspre- chend erweist sich auch die angeordnete Demontage der K letterhilfen und der daran befestig- ten Reben als rechtmässig. 9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterlieg enden Partei in angemessenem Aus- mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Verfah- renskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- zwischen den Verfa hrensparteien aufzuteilen. Den Be- hörden können nach § 20 Abs. 3 und 4 VPO nur Verfahre nskosten auferlegt werden, wenn sie das Kantonsgericht in Anspruch nehmen. Demzufolge wird d er auf die Vorinstanz hypothetisch entfallende Verfahrenskostenanteil nicht erhoben und d em Beschwerdeführer wird ein Verfah- renskostenanteil in der Höhe von Fr. 1‘000.-- auferlegt . Der Verfahrenskostenanteil des Be- schwerdeführers ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in de r Höhe von Fr. 1'400.-- zu ver- Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht rechnen und der zu viel bezahlte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist dem Be- schwerdeführer zurückzuerstatten. 9.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann ge mäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Dem Kanton wird nac h § 21 Abs. 2 VPO keine Parteient- schädigung zugesprochen. Die mit Eingabe vom 25. April 2017 eingereichte Honorarnote des früheren Rechtsvertreters des Beschwerdeführers datiert vom 27. Oktober 2016 und betrifft den Zeitraum vom 1. September 2016 bis zum 14. Oktober 201 6. Damit betrifft diese Honorarnote Kosten, welche im regierungsrätlichen Verfahren angefa llen sind und entsprechend auch in diesem Verfahren hätten geltend gemacht werden müssen. Dies ist jedoch soweit ersichtlich nicht geschehen und wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Die Parteikosten sind daher wettzuschlagen. Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d er Entscheid des Re- gierungsrats vom 14. März 2017 aufgehoben, soweit damit die Demon- tage der Tonüberwachungsanlage angeordnet wird und d ie Angele- genheit wird diesbezüglich zur neuen Beurteilung im Si nne der Erwä- gungen an die Einwohnergemeinde C.____ zurückgewiesen. Im Übri- gen wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eing etreten wird. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, innert 30 Tagen nach Rechts- kraft dieses Entscheids die Videoüberwachungsanlage zu d emontieren und die Reben und Kletterhilfen zu entfernen. 2. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Koste n des vorinstanzli- chen Verfahrens an den Regierungsrat des Kantons Basel-La ndschaft zurückgewiesen. 3. Dem Beschwerdeführer wird ein Verfahrenskostenante il in der Höhe von Fr. 1'000.-- auferlegt und mit dem geleisteten Ko stenvorschuss in der Höhe von Fr. 1'400.-- verrechnet. Der zu viel bezah lte Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird dem Beschwerdefü hrer zurück- erstattet. 4. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiber i.V. Gegen diesen Entscheid wurde am 8. Januar 2018 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 1C_7/2018) erhoben.