<h2>SubmittedText<h2><p>Laut einem Bericht im "Beobachter" sollen in den letzten zwei Jahren rund 40 Tonnen Antibiotika an gesunde Tiere verfüttert worden sein.</p><p>Nach einer Studie des Schweizerischen Tierschutzes kann ein Zusammenhang zwischen Antibiotikaeinsatz in der Tierfütterung und der starken Zunahme von Infektionskrankheiten beim Menschen nicht mehr ausgeschlossen werden.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Sind solche Zusammenhänge bekannt, bzw. werden sie untersucht?</p><p>2. Liegen allenfalls Resultate vor? Wenn ja, welche?</p><p>3. Wer verschreibt die Antibiotika, und auf welchem Weg sind sie erhältlich?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Beantwortung der aufgeworfenen Fragen wird davon ausgegangen, dass der zitierte Artikel im "Beobachter" auf einer Studie des Schweizerischen Tierschutzes (Leistungsförderer in der Nutztierhaltung. Problematik und Alternativen) vom Oktober 1996 basiert.</p><p>1. Zusammenhänge zwischen dem Einsatz von Antibiotika in der Tierernährung und der Zunahme von Infektionskrankheiten beim Menschen sind wissenschaftlich nicht belegt. Sie werden auch in der genannten Studie nicht untersucht.</p><p>2. Das Hauptproblem, auf das die Studie eingeht, sind Resistenzentwicklungen beim Menschen. Dies bedeutet, dass Bakterien die im Tier gewonnene Resistenz gegen Antibiotika auf Bakterien des Menschen übertragen können. Diese würde dann dazu führen, dass die Antibiotikatherapie bei diesen Leuten erfolglos wäre, da die Keime resistent wären. Solche Zusammenhänge, jedoch nicht die Zunahme von Infektionskrankheiten, sind bekannt und werden untersucht. Dazu ist aber auszuführen, dass die Antibiotikatherapie beim Menschen zweifellos immer noch die Hauptursache für die Zunahme der resistenten Problemkeime in der Humanmedizin darstellt.</p><p>3. Die Verwendung von Antibiotika beim landwirtschaftlichen Nutztier ist auf zwei Wegen geregelt. Einerseits über die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) und die kantonalen Veterinärbehörden (Therapie), anderseits über die Eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere in Posieux (antimikrobielle Leistungsförderer). Dabei benötigen die Substanzen nur auf dem erstgenannten Weg ein Tierarztrezept für die Anwendung. Antimikrobielle Leistungsförderer sind hingegen generell geregelt und dürfen von autorisierten Mischfuttermittelherstellern im Rahmen der vorgegebenen Dosierungen und Tierarztvorschriften eingesetzt werden. Diese Betriebe kaufen die antimikrobiellen Leistungsförderer als Vormischungen oder, falls sie selbst die Bewilligung haben, solche Vormischungen herzustellen, als reine Substanzen.</p>