Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 13. April 2016 (810 15 360) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Umwandlung altrechtliche in neurechtliche Massnahme Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen, Claude Jeanneret , Beat Walther, Gerichtsschreiberin Stephanie Schlecht Beteiligte A.____ , Beschwerdeführerin , vertreten durch Samuel Baader , Recht s- anwalt gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde B.____ , Vorinstanz Betreff Umwandlung altrechtliche in neurechtliche M assnahme (Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ vom 6. November 2015) A. Mit Beschluss des Regierungsrats des Kantons Bas el-Landschaft (RRB) Nr. 1049 vom 25. Juni 2002 wurde für A.____, geboren am 2. März 1934, ein Beirat eingesetzt. Zur Begrün- dung wurde angeführt, A.____ habe innerhalb eines k urzen Zeitraums weit mehr als Fr. 700‘000.-- verloren. Sie habe beträchtliche Tei le ihres Vermögens einem Betrüger (bzw. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Personen aus dessen Umfeld) anvertraut, und zwar auch nachdem sie von dessen Verurteilung wegen gewerbsmässigen Betrugs Kenntnis hatte. B. Am 24. September 2015 wurde A.____ zusammen mit i hren beiden Söhnen von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde B.____ (KESB) zur a llfälligen Umwandlung der alt- rechtlichen in neurechtliche Massnahmen angehört. Dabei teilte sie der KESB mit, dass ihr älte- rer Sohn C.____ bereits viele Aufgaben für sie erledig en würde und er bereit sei, die Beistand- schaft zu übernehmen. Anlässlich einer zweiten Anhörung am 15. Oktober 2015 informierte die KESB A.____ darüber, es werde eine Umwandlung in ein e Mitwirkungsbeistandschaft kombi- niert mit einer Vertretungsbeistandschaft erwogen und ferner sei zu prüfen, ob ein Beistands- wechsel möglich sei oder ob ein Interessenkonflikt bestehe. C. Die KESB erwog gestützt auf die vorgenannten Anhöru ngen, dass A.____ hinsichtlich der Erledigung ihrer finanziellen und administrativen Angelegenheiten weiterhin auf Hilfe ange- wiesen sei. Mit Entscheid der KESB vom 6. November 201 5 wurde die für A.____ bestehende altrechtliche Beiratschaft daher rückwirkend per 31. Oktob er 2015 aufgehoben (1). Gleichzeitig wurde für A.____ rückwirkend per 1. November 2015 eine kombinierte Beistandschaft, beste- hend aus einer Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensve rwaltung und einer Mitwirkungsbei- standschaft, errichtet (2). D.____, Berufsbeistandschaft B.____, wurde im Amt bestätigt (3). Der Beiständin wurden folgende Aufgaben übertragen (4): A.____ beim Erledigen der administrati- ven Angelegenheiten soweit nötig zu vertreten, insbesond ere auch im Verkehr mit Behörden, Ämtern, Banken, Post, (Sozial-)Versicherungen, sonstigen Institutionen und Privatpersonen (a), A.____ beim Erledigen der finanziellen Angelegenheit en zu vertreten, insbesondere ihr Ein- kommen und Vermögen sorgfältig zu verwalten (b), für die geeignete Wohnsituation bzw. Un- terkunft für A.____ zu sorgen und sie bei allen in dies em Zusammenhang notwendigen Hand- lungen, soweit nötig, zu vertreten (c) und A.____ angem essene Beiträge zur freien Verfügung zu überreichen (d). Ferner wurde A.____ der Zugriff a uf die Konti bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank (…) entzogen (5). Im Rahmen der Mitwirkun gsbeistandschaft wurde angeordnet, dass jegliche Dauerverträge sowie Verträge, die den Wer t von Fr . 200.-- übersteigen, der Zu- stimmung der Beiständin bedürfen. Die Handlungsfähigk eit von A.____ ist bezüglich der Ab- schlüsse der genannten Verträge von Gesetzes wegen eingeschränkt (6). Die Beiständin wurde berechtigt, ihre Aufwendungen mit Fr. 95.-- pro Stu nde zu verrechnen sowie ihre Spesen gel- tend zu machen (7). D. Am 1. Dezember 2015 errichtete A.____ einen Vorsor geauftrag. E. Am 7. Dezember 2015 erhob A.____, vertreten durch S amuel Baader, Rechtsanwalt in Gelterkinden, beim Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs - und Verwaltungsrecht (Kantonsge- richt), Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: (1) Es se ien der angefochtene Entscheid der KESB vom 6. November 2015 und die altrechtliche Be iratschaft ersatzlos aufzuheben und es sei auf die Anordnung einer neuen kombinierten Be istandschaft zu verzichten, (2) eventuali- ter sei anstelle der altrechtlichen Beiratschaft eine rei ne Mitwirkungsbeistandschaft anzuordnen und zwar entsprechend dem Vorsorgeauftrag der Beschwerdef ührerin vom 1. Dezember 2015 mit ihrem Sohn als Mitwirkungsbeistand, wobei im Rahmen der Mitwirkungsbeistandschaft an- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht zuordnen sei, dass jegliche Dauerverträge, sowie Verträge, die den Wert von Fr. 200.-- über- steigen, der Zustimmung des Beistands bedürfen. Zudem se i festzustellen, dass bezüglich des Abschlusses der genannten Verträge die Handlungsfähigke it der Beschwerdeführerin von Ge- setzes wegen einzuschränken sei, (3) subeventualiter sei en unter Belassung der kombinierten Beistandschaft die Ziffern 3 und 7 des Dispositivs des ang efochtenen Entscheids aufzuheben und es sei stattdessen entsprechend dem Vorsorgeauftrag der Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2015 neu der ältere Sohn der Beschwerdefü hrerin als Beistand zu ernennen (…), (4) subsubeventualiter sei mit der kombinierten Beistan dschaft für die Beschwerdeführerin ge- mäss Begehren 3 hiervor anstelle des älteren Sohnes desse n Bruder zu betrauen und für Rechtsgeschäfte, bei welchen Interessenkonflikte zwischen de r Mutter und den Söhnen entste- hen könnten, Caspar Baader, Rechtsanwalt in Gelterkind en, und bei dessen Verhinderung Sa- muel Baader, Rechtsanwalt in Gelterkinden, als Vertr eter der Beschwerdeführerin zu bevoll- mächtigen, (5) subsubsubeventualiter sei das Verfahren g estützt auf den Vorsorgeauftrag der Beschwerdeführerin vom 1. Dezember 2015 zur Neubeurtei lung an die Vorinstanz zurückzu- weisen, (6) alles unter o/e-Kostenfolge. F. Die Vorinstanz liess sich innert erstreckter Frist vernehm en und schloss auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne. G. Mit Präsidialverfügung vom 23. Februar 2016 wurde d er Fall der Kammer zur Beurtei- lung im Rahmen einer Urteilsberatung überwiesen. Gle ichzeitig wurden die Beweisanträge auf Befragung von A.____, E.____, C.____ und F.____ abgewiesen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g: 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuch es (ZGB) vom 10. De- zember 1907 kann gegen Entscheide der Erwachsenenschutzbe hörde Beschwerde beim zu- ständigen Gericht erhoben werden. Gestützt auf Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordn ung (VPO) vom 16. Dezember 1993 und § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 ist das Kantonsgericht, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit zustä ndig. Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB zur Beschwerde befugt. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzun- gen nach Art. 450 ff. ZGB i.V.m. § 66 Abs. 2 EG ZGB und §§ 43 ff. VPO erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachve rhalts (Ziff. 2) sowie die Unange- messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der vorlie- genden Beschwerde somit volle Kognition zu. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Streitgegenstand bildet zunächst die Frage, ob die in Umwandlung der altrechtlichen Beiratschaft errichtete kombinierte Vertretungsbeistandsc haft mit Vermögensverwaltung und Mitwirkungsbeistandschaft zu Recht erfolgt ist. 4.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, es liege be i ihr keine geistige Behinderung, psy- chische Störung oder dergleichen vor. Vielmehr bestätige das beigebrachte Zeugnis ihres Hausarztes, dass sie im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte s ei. Sie lebe aktuell im Altersheim und somit in einem geschützten Umfeld, in welchem keine Über vorteilungsgefahr mehr bestehe. Darüber hinaus habe sie seit 14 Jahren nichts mehr von jenem Betrüger gehört. Der angefoch- tene Entscheid basiere demnach auf einem unvollständig en Sachverhalt und stelle eine Verlet- zung von Art. 390 ZGB dar. 4.2 Demgegenüber macht die Vorinstanz geltend, dass sich die Beschwerdeführerin vor einer Übervorteilung (durch einen Betrüger) nicht zu schü tzen vermöge. Entgegen ihren Aus- führungen sei die Beschwerdeführerin mit dem Betrüger G.____ auch nach dem Ereignis vor 14 Jahren wiederholt in Kontakt gestanden und habe ihn so gar nach seiner Verurteilung weiterhin unterstützt. Die beantragte Einsetzung ihres Sohnes C.____ als Beistand sei abzuweisen, da er mehrere Darlehen von der Mutter erhalten und die Zi nsen lediglich sporadisch (nach entspre- chender Aufforderung durch die Beirätin) beglichen habe, bis sie ihm von der Beschwerdeführe- rin schliesslich erlassen worden seien. Damit liege eine Interessenkollision vor, welche eben- falls beim jüngeren Sohn gegeben sei, da auch er ein Schuldner der Mutter sei. Es sei deshalb eine in finanzieller Hinsicht von der Beschwerdeführerin unabhängige Beistandsperson einzu- setzen. 4.3 Der Zweck von behördlichen Massnahmen des Erwachsenensch utzrechts ist es, das Wohl und den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicherzustel len (Art. 388 Abs. 1 ZGB). Gleich- zeitig sollen die Massnahmen die Selbstbestimmung der betroffenen Person soweit wie möglich erhalten und fördern (Art. 388 Abs. 2 ZGB). Art. 389 Abs. 1 verlangt ferner, dass eine behördli- che Massnahme nur dann angeordnet wird, wenn die Unterstützung der hilfsbedürftigen Person durch die Familie, andere nahestehende Personen oder private oder öffentliche Dienste nicht ausreicht oder von vornherein als ungenügend erscheint ( Ziff. 1); oder wenn bei Urteilsunfähig- keit der hilfsbedürftigen Person keine oder keine ausrei chende eigene Vorsorge getroffen wor- den ist und die Massnahmen von Gesetzes wegen nicht genüg en. Gemäss Abs. 2 muss schliesslich jede Massnahme erforderlich und geeignet sein. Damit werden der Subsidiaritäts- grundsatz und das Verhältnismässigkeitsprinzip verankert, welche bei allen behördlichen Mass- nahmen zu beachten sind. Die nach bisherigem Recht ange ordneten Massnahmen, welche nicht eine umfassende Beistandschaft betreffen, fallen spätestens drei Jahre nach dem Inkraft- treten der Änderung vom 19. Dezember 2008 dahin, sofern die Erwachsenenschutzbehörde sie nicht in eine Massnahme des neuen Rechts überführt hat (Art. 14 Abs. 3 Schlusstitel [SchlT] ZGB). Die Änderung des ZGB betreffend Erwachsenenschutz, Personen- und Kindesrecht vom 19. Dezember 2008 trat am 1. Januar 2013 in Kraft. 4.4 Die Erwachsenenschutzbehörde errichtet eine Beistan dschaft, wenn eine volljährige Person wegen einer geistigen Behinderung, einer psychisch en Störung oder eines ähnlichen in Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Person liegenden Schwächezustands ihre Angelegenhei ten nur teilweise oder gar nicht besorgen kann (Art. 390 Ziff. 1 ZGB) oder wegen vorü bergehender Urteilsunfähigkeit oder Ab- wesenheit in Angelegenheiten, die erledigt werden mü ssen, weder selber handeln kann noch eine zur Stellvertretung berechtigte Person bezeichnet h at (Art. 390 Ziff. 2 ZGB). Die subjekti- ven Voraussetzungen für die Anordnung einer Beistandsch aft umfassen somit einerseits das Vorliegen eines Schwächezustands sowie andererseits das Unve rmögen, die eigene Angele- genheit zu besorgen und die erforderlichen Vollmachten zu erteilen. 5.1 Die KESB hat im vorliegenden Fall anstelle der bi sherigen Beiratschaft eine Beistand- schaft, bestehend aus einer Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 Abs. 1 ZGB) mit Vermögens- verwaltung (Art. 395 Abs. 1 und 3 ZGB) und einer Mitw irkungsbeistandschaft (Art. 396 ZGB) angeordnet. 5.2 Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimm- te Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 ZGB). Die Erwachsenenschutzbehörde kann die Handlungsf ähigkeit der betroffenen Person entsprechend einschränken (Art. 394 Abs. 2 ZGB). Auch wenn die Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, muss die betroffene Person sich die Handlungen des Beistands oder der Bei- ständin anrechnen oder gefallen lassen (Art. 394 Abs. 3 ZGB). Für die Errichtung einer Vertre- tungsbeistandschaft braucht die betroffene Person nicht u rteilsunfähig zu sein, sondern bloss hilfs- und/oder schutzbedürftig (vgl. C HRISTIANA FOUNTOULAKIS , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und F amilienrecht, Partnerschaftsge- setz, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, N 2 zu Art. 394, m.w.H.). Die Angelegenheiten, in denen der Beistand die betroffene Person zu vertreten hat, ergeben sich aus den ihm übertra- genen Aufgabenbereichen (Art. 391 ZGB). Erstreckt sich d ie Vertretungsbeistandschaft auch auf die Vermögensverwaltung, findet Art. 395 ZGB zusätzlich Anwendung (vgl. HELMUT HENKEL , in: Honsell/Vogt/Geiser, Basler Kommentar zum Zivilgese tzbuch I, Art. 1 - 456, 5. Auflage, Ba- sel 2014, N 1 und 2 zu Art. 394). Die Handlungsfähigke it wird durch die Vertretungsbeistand- schaft nicht grundsätzlich eingeschränkt (vgl. Urteil des Bun desgerichts 5A_773/2013 vom 5. März 2014 E. 4.3). Wie bei jeder Beistandschaft müssen zunächst die generellen Vorausset- zungen gemäss Art. 390 ZGB erfüllt sein und entsprechend dem Subsidiaritätsprinzip darf an- derweitige Abhilfe nicht möglich sein (Art. 389 Abs. 1 ZGB, HENKEL , a.a.O., N 6 zu Art. 394). 5.3 Errichtet die KESB eine Vertretungsbeistandschaft für die Vermögensverwaltung, so bestimmt sie die Vermögenswerte, die vom Beistand oder von der Beiständin verwaltet werden sollen. Sie kann Teile des Einkommens oder das gesamte Ei nkommen, Teile des Vermögens oder das gesamte Vermögen oder das gesamte Einkommen und Vermögen unter die Verwal- tung stellen (Art. 395 Abs. 1 ZGB). Gemäss Art. 395 Abs . 3 ZGB kann die KESB der betroffe- nen Person den Zugriff auf einzelne Vermögenswerte en tziehen, ohne deren Handlungsfähig- keit einzuschränken. 5.4 Gemäss Art. 397 ZGB kann die Vertretungsbeistandsc haft mit der Mitwirkungsbeistand- schaft (Art. 396 ZGB) kombiniert werden. Eine Mitwirkun gsbeistandschaft wird errichtet, wenn bestimmte Handlungen der hilfsbedürftigen Person zu deren Schutz der Zustimmung des Bei- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht stands oder der Beiständin bedürfen (Art. 396 Abs. 1 ZG B). Die Handlungsfähigkeit der be- troffenen Person wird von Gesetzes wegen eingeschränkt ( Art. 396 Abs. 2 ZGB). Die Mitwir- kungsbeistandschaft bezweckt den Schutz der verbeiständeten Pe rson vor sich selber oder vor Dritten, indem bestimmte Handlungen nur mit Zustimmun g des Beistands gültig sind. Sie ist somit für Personen bestimmt, bei welchen die Gefahr best eht, dass sie Rechtshandlungen zu ihrem eigenen Schaden vornehmen oder sich von Dritten zu solchen verleiten lassen, die also etwa vor ruinösen Abzahlungsgeschäften oder vor leichtfert iger Gewährung von Darlehen oder Schenkungen an dubiose Bekannte oder Beteiligung an ri skanten Spekulationen geschützt werden müssen (vgl. H ENKEL , a.a.O., N 1 zu Art. 396). Im Rahmen der Mitwirkung sbeistand- schaft handelt die verbeiständete Person selbst. Sie muss so mit hinsichtlich der fraglichen An- gelegenheiten urteilsfähig sein. Die Mitwirkungsbeista ndschaft räumt dem Beistand keinerlei Vertretungsbefugnisse ein, sondern lediglich die Kompet enz, den Handlungen der verbeistän- deten Person zuzustimmen oder die Zustimmung zu verwei gern (vgl. H ENKEL , a.a.O., N 2 zu Art. 396). 5.5.1 Die Beschwerdeführerin leidet unbestrittenermasse n nicht an einer geistigen Behinde- rung oder an einer psychischen Störung. Vorliegend umst ritten ist jedoch, ob von einem ähnli- chen in der Person liegenden Schwächezustand auszugehen i st. Der Ausdruck des “ähnlichen in der Person liegenden Schwächezustands“ dient als Au ffangnorm, mit der insbesondere bei betagten Personen auftretende Defizite erfasst werden sollen, wenn sie von der Art und Schwe- re her mit den Symptomen einer geistigen Behinderung oder einer psychischen Störung ver- gleichbar sind, wobei unter anderem extreme Fälle von U nerfahrenheit oder Misswirtschaft mit- umfasst sind (vgl. F OUNTOULAKIS , a.a.O., N 2 zu Art. 390; Botschaft zur Änderung des Schwei- zerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, Bundesblatt [BBl] 2006 7043 f.). Dies schliesst es aus, eine Person allein des- halb zu verbeiständen, weil sie in einer Art und Weise mit ihrem Geld umgeht, die nach landläu- figer Auffassung unvernünftig ist. Das Erwachsenenschutzrec ht dient dem Schutz der hilfsbe- dürftigen Person, nicht jenem ihrer Erben oder des Ge meinwesens (vgl. Urteil des Bundesge- richts 5A_773/2013 vom 5. März 2014 E. 4.1). 5.5.2 Anlass zur Erneuerung der erwachsenenschutzrechtlich en Massnahmen bestand ge- mäss der Vorinstanz insoweit, als die Urteilsfähigkeit der Beschwerdeführerin in Bezug auf die Übervorteilungsgefahr in Frage steht. 5.5.3 Die Urteilsfähigkeit besteht aus einem intellek tuellen und willensmässigen Element. Die intellektuelle Komponente betrifft die Fähigkeit, de n Sinn, die Zweckmässigkeit und die Wirkun- gen einer bestimmten Handlung zu erkennen; das Willens- bzw. Charakterelement im Vermö- gen, gemäss der vernünftigen Erkenntnis nach freiem Wil len zu handeln und allfälliger fremder Willensbeeinflussung in normaler Weise Widerstand zu le isten (vgl. Art. 16 ZGB, Urteil des Bundesgerichts 5A_733/2013 vom 5. März 2014 E. 4.1). I m vorliegenden Fall bescheinigt der Hausarzt, dass die Beschwerdeführerin im Vollbesitz ihre r geistigen Kräfte sei und nachvoll- ziehbar und sinnvoll bezüglich Gesundheit und Betreuun g entscheiden könne. Sie sei auch in der Lage, frei eine Beistandschaft oder Betreuung in d ie Wege zu leiten und über die betreuen- den Personen zu entscheiden (vgl. Arztzeugnis E.____ vom 2. Dezember 2015). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.5.4 Aus den Verfahrensakten geht hervor, dass die Besch werdeführerin G.____ mehrmals Summen in beträchtlicher Höhe bezahlt hat. Selbst nac hdem dieser unter anderem wegen ge- werbsmässigen Betrugs sowie mehrfacher Veruntreuung veru rteilt wurde, hat die Beschwerde- führerin ihn weiterhin finanziell unterstützt, obwohl sie an der Gerichtsverhandlung teilgenom- men und somit Kenntnis sämtlicher Vorhaltungen bzw. de r darauf erfolgten Verurteilung hatte. Dem Urteil des Bezirksgerichts H.____ vom 3. September 20 03 (Verfahrensnummer DG030324/U) lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführ erin G.____ im Mai 2001 Fr. 70‘000.-- für den Aufbau einer neu gegründeten Firma übergeben hat. Das erhaltene Geld verprasste G.____ grösstenteils für seinen aufwändigen Le bensstil resp. für sein persönliches Vergnügen (vgl. Anklageschrift der Bezirksanwaltschaft H.____, Hauptabteilung 1, vom 19. Juni 2003, S. 22). Der Beiratschaftsbericht des vormaligen Beirats vom 31. Dezember 2008 hält fest, dass G.____ nach seiner Haftentlassung zusammen mit seiner neuen Freundin ohne Gegen- leistung bei der Beschwerdeführerin gewohnt habe und i hre Lebenshaltungskosten von der Be- schwerdeführerin finanziert worden seien. Eine weitergehende finanzielle Ausbeute habe durch die Intervention des Beirats verhindert werden können . Wie der Amtsvormund weiter ausführte, sei G.____ Ende Oktober 2007 aus der Schweiz ausgereist, da er hier offenbar erneut eine Scheinfirma aufgezogen habe und sich weiterer (strafrecht licher) Konsequenzen habe entzie- hen wollen. Danach sei die Familie I.____ (Frau I.___ _ ist die Ex-Frau von G.____ und J.____ deren gemeinsamer Sohn) wieder vermehrt bei der Besch werdeführerin aufgetaucht. Die Fami- lie I.____ sei Ende 2007 nach K.____ ausgewandert und hätte die Beschwerdeführerin bereits im April 2008 angebettelt, ihnen die Rückflugtickets zu bezahlen und sie bei sich im Haus woh- nen zu lassen. Dies habe wiederum verhindert werden kö nnen. Überdies seien weitere Schul- den und Verpflichtungen der Beschwerdeführerin an den Tag getreten, so habe sie sowohl für G.____ als auch für die Familie I.____ Dauerverträge f ür Mobiltelefone unterzeichnet; die Rechnungen seien nie beglichen worden. Gemäss Ausführungen des Amtsvormundes habe die Beschwerdeführerin G.____ im Jahr 2009 eine Bürgschaft in der Höhe von Fr. 10‘000.-- ge- währt und ihm weitere namhafte Beträge überwiesen. I n den Jahren 2009 und 2010 habe er mehrere Versuche unternommen, an weiteres Geld der Be schwerdeführerin zu gelangen. Da- bei sei er nicht davor zurückgescheut, sogar die Söhne un d insbesondere die geistig beein- trächtigte Tochter der Beschwerdeführerin zu bedrängen (vgl. Beiratschaftsbericht Amtsvor- mund vom 31. Dezember 2010). Entgegen den Ausführun gen der Beschwerdeführerin wurde sie somit nicht einmalig vor 14 Jahren übervorteilt. V ielmehr halten die Akten fest, dass die Be- schwerdeführerin wiederholt finanziell ausgenutzt wurde. Auch in der darauffolgenden Berichts- periode habe G.____ wieder bei der Beschwerdeführeri n logiert und versucht, an ihr Geld zu gelangen, bis der ältere Sohn der Beschwerdeführerin C.____ dies bemerkt und die Polizei ver- ständigt habe. Offenbar sei G.____ jedoch kurz nach sei ner Festnahme wieder bei der Be- schwerdeführerin eingezogen. Aus den Berichten der Beiständin sowie den Beiratschaftsberich- ten geht somit klar hervor, dass G.____ nach Erhalt des Geldes im Mai 2001 weiterhin versucht hat, an die finanziellen Mittel der Beschwerdeführerin zu gelangen, was ihm teilweise auch ge- lungen ist. 5.5.5 Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, liess sich die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit über viele Jahre hinweg und in beträcht licher Weise finanziell ausnutzen bzw. übervorteilen. Dabei gelang es immer wieder demselben Personenkreis, von der Beschwerde- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht führerin – teilweise unter (massiver) psychischer Bedrängu ng – einen finanziellen Vorteil zu erwirken. Sie ist somit offenbar nicht in der Lage, fre mder Beeinflussung Widerstand zu leisten, weshalb mit der Vorinstanz festzuhalten ist, dass dies ei n Schwächezustand im Sinne von Art. 390 ZGB darstellt. Zu prüfen ist, ob das von der Beschwerdeführerin zwischenzeitlich bei- gebrachte Arztzeugnis, welches ihre Urteilsfähigkeit bes cheinigt, daran etwas ändert. Es gilt zunächst festzuhalten, dass dieses Zeugnis im Zusammenhang m it der Errichtung eines Vor- sorgeauftrags ergangen ist. Das Arztzeugnis wurde nicht etw a im Rahmen einer ärztlichen Ab- klärung zur vorstehend bezeichneten Willensschwäche eingeho lt und es enthält entsprechend keine diesbezügliche Aussage, sondern bezieht sich einzig au f medizinische Belange. Das Arztzeugnis vermag insofern nichts an den vorstehenden Erwä gungen zu ändern. Wie bereits ausgeführt, zeichnen die Verfahrensakten das Bild eine r Frau, welche die Gefahr von finanziel- ler Ausbeutung nicht abzuwehren vermag. Es ist daher un ter Berücksichtigung der gesamten Umstände haltbar, vom Vorliegen eines Schwächezustand es im Sinne von Art. 390 ZGB aus- zugehen. Darüber hinaus ergibt sich aus den Verfahrensakt en kein Hinweis darauf, dass sich dieser im Verlauf der Zeit verbessert hätte. 6.1 Der Schwächezustand alleine genügt nicht, um eine Beistandschaft errichten zu können. Vorausgesetzt ist weiter, dass der Schwächezustand kausal da für ist, dass die betroffene Per- son ihre Angelegenheiten nur noch teilweise oder gar nicht besorgen kann. Mit anderen Worten muss ein Schwächezustand dazu führen, dass der Betroffene der persönlichen Fürsorge bedarf und/oder seine vermögensrechtlichen Angelegenheiten nicht interessengerecht selbst erledigen kann (vgl. F OUNTOULAKIS , a.a.O., N 4 zu Art. 390). Dieses Unvermögen bzw. die d araus resul- tierende konkrete Hilfs- und Schutzbedürftigkeit, auch mit “Betreuungs- resp. Eigenbesorgungs- lücke“ umschrieben, ist primär ausschlaggebend für eine Erwachsenenschutzmassnahme, nicht der Schwächezustand als solcher (vgl. H ENKEL , a.a.O., N 17 zu Art. 390). Diese Unfähigkeit zum Handeln kann auch darin bestehen, dass der Betroffen e nicht zweckmässig in seinem wohlverstandenen Interesse tätig zu werden vermag und so i n eine Notlage gerät (H ENKEL , a.a.O., N 18 zur Art. 390). Auch wenn die hilfsbedürf tige Person ihre Angelegenheiten nicht selbst hinreichend besorgen kann, sind die Voraussetzungen für eine Beistandschaft nur dann erfüllt, wenn sie auch nicht in der Lage ist, einer ge eigneten Person oder Stelle eine entspre- chende Vollmacht zu erteilen (HENKEL , a.a.O., N 21 zu Art. 390). 6.2 Den Verfahrensakten kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin den überwiegenden Teil ihres (nicht unerheblichen) Vermög ens bereits verloren oder verschenkt hat. Wie die Beiständin darlegte, führte dies sogar so weit, dass die liquiden Mittel der Be- schwerdeführerin in Kürze nicht mehr ausreichen werden, um die Kosten des Altersheims zu decken. Zudem ist sie nicht in der Lage, die ihr zustehe nden Forderungen – wie etwa die Zivil- forderungen gegen G.____ oder die Darlehenszinsen gege nüber C.____ – geltend zu machen. Damit steht fest, dass die Beschwerdeführerin ihre finanzi ellen Angelegenheiten insoweit nicht mehr zu besorgen vermag, als sie einer Ausbeutungsgefahr ausgesetzt ist und davor nicht ge- schützt wird. Die Voraussetzungen gemäss Art. 390 ZGB liegen somit vor. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Weiter ist zu prüfen, ob entsprechend dem Vorsorgeau ftrag der Beschwerdeführerin ihr älterer Sohn C.____ resp. im Falle von dessen Verhinde rung der jüngere Sohn F.____ als Bei- stand eingesetzt werden kann. 7.2 Wie bereits in E. 4.3 erwähnt, muss das Eingreifen von Massnahmen des Erwachse- nenschutzes zur Behebung der Gefahr unter den Aspekten S elbstbestimmung (Art. 388 Abs. 2 ZGB), Subsidiarität und Verhältnismässigkeit (Art. 389 ZGB) erfolgen. In Art. 389 ZGB unter- stellt der Gesetzgeber alle behördlichen Massnahmen des E rwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und der Verhältnismässigkeit. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördliche Massnahmen nur dann anzuordnen sin d, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person auf andere Weise nicht angemes sen sichergestellt ist (vgl. BBl 2006 7042). Ist die gebotene Unterstützung der hilfsbedürf tigen Person auf andere Art – durch die Familie, andere nahestehende Personen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 5A_663/2013 vom 5. November 2013 E. 3) oder private oder öffentli che Dienste – schon gewährleistet, so ordnet die Erwachsenenschutzbehörde keine Massnahme an (A rt. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Ist dies nicht der Fall und kommt die Erwachsenenschutzbehörd e zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person sei nicht au sreichend oder von vornherein ungenü- gend, so hat sie eine Beistandschaft zu errichten und ei ne Person, die die erforderlichen Voraussetzungen mitbringt, einzusetzen. Diese behördliche Massnahme muss verhältnismäs- sig, das heisst erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Die KESB hat dabei nicht gesetzlich fest umschriebene, starre Massnahmen, sondern “ Massnahmen nach Mass“ zu tref- fen, d.h. solche, die den Bedürfnissen der betroffenen Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB). Es gilt der Grundsatz “so viel staatliche Fürsorge w ie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich“ (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_638/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 6.1). 7.3 Verschiedene Bestimmungen (Art. 374 ff., Art. 377 ff., Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) wol- len die Familiensolidarität stärken und gleichzeitig d en Staat entlasten. Veränderte gesell- schaftliche Verhältnisse, die Lockerung familiärer Beziehun gen, namentlich auch zwischen den Generationen, die Anforderungen im Berufsleben, die höchst anspruchsvolle Verbindung von Familie und Beruf, setzen dieser Solidarität auch o bjektive Grenzen. Verwandte mit der Füh- rung eines Erwachsenenschutzmandats zu beauftragen oder d er Betreuung einer hilfs- bedürftigen Person zu beauftragen, kann jedoch in gew issen Fällen auch als problematisch er- scheinen. Die wichtigsten Gründe, die dagegen sprechen, sind die mit verwandtschaftlichen Beziehungen verbundenen emotionalen – positiven und kon flikthaften – Bindungen, welche eine ungenügende Distanz zum Geschehen bewirken und Ver wandte daran hindern können, sachgerechte und im Interesse der verbeiständeten Person liegende Entscheidungen zu treffen. Der "gekränkte Familienstolz" könnte Verwandte dazu verl eiten, die tatsächlichen Schwie- rigkeiten der betreuten Person zu bagatellisieren und i hr nicht die nötige Betreuung zukommen zu lassen. Die gleiche Ausgangslage könnte andererseits a uch dazu führen, dass die betreute Person besonders hart angefasst wird und von ihr Leistungen verlangt werden, die sie aufgrund ihrer Schwäche nicht erbringen kann. Auch handfeste Int eressenkonflikte zwischen verwandten Betreuungspersonen und der betreuten Person können de ren Wohl beeinträchtigen. Diese Ge- fahr besteht insbesondere, wenn erwachsene Nachkommen be hördliche Massnahmen für ihre betagten Eltern übernehmen und es an der nötigen per sönlichen Fürsorge fehlen lassen, weil Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sie offen oder im Geheimen die Schmälerung des zu erwa rtenden Nachlasses befürchten (vgl. dazu CHRISTOPH HÄFELI , Private Mandatsträger [Prima] und Angehörige als Be istand, in: Zeit- schrift für Kindes- und Erwachsenenschutz [ZKE], 3/2015, S. 206; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 9. September 2015 E. 2.3). 7.4.1 Vorliegend kann nicht übersehen werden, dass die wirtschaftlichen Interessen der Be- schwerdeführerin und ihrer Söhne nicht gleichlaufend sind. Gemäss den Ausführungen der Bei- rätin habe C.____ versucht, eine Schenkung von der Mutt er zu erwirken, um auf ihrem Grund- stück bauen zu können. Über Eigenkapital für den Bau ein es Hauses habe er nicht verfügt. Die Beschwerdeführerin habe ein entsprechendes Baugesuch un terzeichnet, wogegen die Ge- meinde aufgrund der fehlenden Zustimmung der Beiräti n bzw. der Vormundschaftsbehörde Einsprache erhoben habe. Gemäss ihren Ausführungen habe sie als Beirätin einen Antrag auf Ablehnung des Bauprojekts gestellt, und zwar insbesonde re deshalb, weil der Sohn bereits ein Darlehen in der Höhe von Fr. 175‘000.-- bezogen, die Zinsen dafür jedoch nur schleppend be- zahlt habe. Genehmigt worden sei in der Folge ein Bau rechtsvertrag, mit welchem der Sohn das Land überbauen konnte, dafür aber Baurechts- und D arlehenszinsen (für das von der Mut- ter bezogene Kapital von Fr. 400‘000.--) zu zahlen hatt e (vgl. Beiratschaftsbericht vom 31. Dezember 2012) und auch noch zu zahlen hat. Darüber hinaus geht aus den Verfahrensak- ten hervor, dass die Beschwerdeführerin ihrem älteren Sohn die aus früheren Darlehen resultie- renden Zinsen erlassen hat. Ferner ist aktenkundig, dass zwischen der Beiständin und dem Sohn Differenzen betreffend die Höhe der noch ausstehe nden Baurechtszinsen besteht. Es kann somit nicht von der Hand gewiesen werden, dass ein I nteressenkonflikt zwischen der Be- schwerdeführerin und C.____ herrscht. Dieser vorherrschend e Interessenkonflikt wird zudem dauerhaft sein, da die Rückzahlung der Darlehenszinsen noch mehrere Jahre dauern wird. Wei- ter lässt sich anhand der Verfahrensakten feststellen, da ss die familiäre Situation in der Ver- gangenheit sehr konfliktbeladen war, und zwar gerade w eil die Beschwerdeführerin mehrfach übervorteilt worden ist (vgl. Beiratschaftsbericht vom 3 1. Dezember 2006). Auch wenn sich die Beziehung zwischen den Söhnen und der Beschwerdeführerin seit einigen Jahren verbessert hat (vgl. Beiratschaftsbericht vom 31. Dezember 2008), ist dieser Umstand im Rahmen einer Gesamtwürdigung zu beachten. Aus den vorgenannten Gründ en erscheint eine Unterstützung der Beschwerdeführerin durch C.____ von vornherein al s ungenügend im Sinne von Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB. Da auch der jüngere Bruder Darle hen von der Beschwerdeführerin erhalten hat, treffen die vorstehenden Ausführungen auch auf ihn zu, weshalb auch er sich nicht als Bei- stand eignet. Demzufolge ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass eine Ernennung der Söhne als Beistands- personen ausser Betracht fällt. Im Übrigen ist nicht ersichtlich und wird von der Beschwerdefüh- rerin auch nicht geltend gemacht, aus welchen Gründen die eingesetzte Beiständin persönlich und/oder fachlich ungeeignet wäre. Sie ist seit mehrer en Jahren eingesetzt und es wurde nie ein Wechsel der Mandatsperson beantragt. Vor diesem Hin tergrund kann auf weitere diesbe- zügliche Ausführungen verzichtet werden. 7.4.2 Mit der vorliegenden Beschwerde bzw. mit dem Vorso rgeauftrag bevollmächtigte die Beschwerdeführerin für den Fall eines Interessenkonflikt s zwischen ihr und ihren Söhnen die Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtsanwälte Baader. Damit hat sie Letztere als Ersatz beistände (vgl. Art. 403 ZGB) be- stimmt. Eine Beurteilung dieses Antrags bzw. dieser Anor dnung im Vorsorgeauftrag erübrigt sich, da die Söhne nicht als Beistände einzusetzen sind und weder aus den Verfahrensakten noch aus der entsprechenden Annahmeerklärung vom 8. De zember 2015 der Rechtsanwälte Baader hervorgeht, dass damit gegebenenfalls auch eine ordentliche Beistandschaft beabsich- tigt worden wäre. 8. Zusammenfassend erhellt aus den vorstehenden Erwägung en, dass für den vorliegend beschriebenen Schwächezustand der Beschwerdeführerin di e von der Vorinstanz angeordnete Beistandschaft mit den verfügten Aufgabenbereichen unu mgänglich ist. Damit wird der Schwä- chezustand der Beschwerdeführerin in geeigneter Weise a ufgefangen. Davon, dass auch mil- dere Massnahmen zielführend sein könnten und diese Massn ahme unverhältnismässig wäre, kann gestützt auf die vorstehenden Ausführungen keine Re de sein. Der angefochtene Ent- scheid der Vorinstanz ist demnach nicht zu beanstanden, was zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerde führt. 9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 A bs. 1 VPO ist das Verfahren vor Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umf assen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel in angemessenem Au smass der ganz oder teilweise unterliegenden Partei auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). G emäss dem Ausgang des Verfahrens ge- hen die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1 ‘ 400.-- zulasten der unterlegenen Beschwerde- führerin und sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- zu verrech- nen. Der zu viel geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- ist der Beschwerdefüh- rerin zurückzuerstatten. Die Parteikosten sind gemäss § 21 Abs. 1 VPO wettzuschlagen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1‘400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 1‘800.-- verrechnet. Der zu viel gelei stete Kostenvor- schuss in der Höhe von Fr. 400.-- wird der Beschwerdeführerin zurücker- stattet. 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin