B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-999/2017 U r t e i l v o m 2 5 . S e p t e m b e r 2 0 1 8 Besetzung Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), Richterin Barbara Balmelli, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Irina Wyss. Parteien A._______, geboren am (…), dessen Ehefrau B._______, geboren am (…), und deren Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), Syrien, alle vertreten durch MLaw Michèle Künzi, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des SEM vom 13. Januar 2017 / N (…). D-999/2017 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführenden, eine kurdischstämmige Familie, verliessen ih- ren Heimatstaat ihren Angaben zufolge im November 2012 (Vater, nachfol- gend: Beschwerdeführer) beziehungsweise am 2. September 2015 (Mut- ter, nachfolgend: Beschwerdeführerin) und gelangten am 16. September 2015 in die Schweiz. Am 21. September 2015 suchten sie im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ um Asyl nach und wurden am 29. September 2015 zu ihrer Person befragt (verkürzte Befragung zur Per- son; BzP). Am 30. September 2016 hörte das SEM sie vertieft zu ihren Asylgründen an (Anhörung). In der Anhörung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, er sei in al-Qahtaniyya (kurdisch: Tirbespî), Provinz al-Hasaka, beziehungsweise Damaskus geboren und in Damaskus aufgewachsen. Bis zwei oder drei Monate vor seiner Ausreise im Jahr 2012 habe er einen Supermarkt ge- führt. Danach habe er in grossen Gruppen an Demonstrationen gegen die syrische Regierung teilgenommen, welche jeweils nach Anschlägen statt- gefunden hätten. Dabei hätten sie Wege versperrt und Reifen angezündet. Ausserdem hätten sie Leuten geholfen, welche verletzt zu einer Moschee gekommen seien, indem sie diese mit Medikamenten und ähnlichen Din- gen versorgt hätten. Einer der Demonstrationsteilnehmer habe jeweils mit einer Waffe dafür gesorgt, dass die anderen vor den herannahenden syri- schen Sicherheitskräften hätten fliehen können. An einer Demonstration hätten sie die Statue von Hafez Al Assad, dem ehemaligen Präsidenten und Vater des heutigen Präsidenten Baschar Al Assad, zerstört. Aufgrund seiner Demonstrationsteilnahmen sei der Beschwerdeführer von den syri- schen Behörden, der „Palästina-Abteilung“, zweimal befragt worden. Beim ersten Mal habe er eine Vorladung für eine Befragung erhalten, welche un- gefähr vier Stunden gedauert habe. Er habe jeweils abgestritten, an den Demonstrationen teilgenommen zu haben, al s er danach gefragt worden sei. Zudem sei er nach weiteren Demonstrationsteilnehmern gefragt wor- den. Beim zweiten Mal hätten sie bei ihm zuhause an die Türe geklopft beziehungsweise sei die Vorladung telefonisch erfolgt. Beide Male habe sein Vater mit einem befreundeten staatlichen kurdischen Offizier gespro- chen, und der Beschwerdeführer sei daraufhin wieder freigelassen worden. Nach diesen zwei Befragungen hätten die syrischen Behörden seinen Va- ter telefonisch kontaktiert, worauf der mit seinem Vater befreundete Offizier seinem Vater geraten habe, dass er, der Beschwerdeführer, Syrien umge- hend verlassen müsse. E in Nachbar, welcher bei den Demonstrationen D-999/2017 Seite 3 und der Zerstörung der Statue ebenfalls dabei gewesen sei, sei vo n syri- schen Regierungsangestellten ebenfalls befragt worden und habe den Be- hörden unter Druck und Folter ziemlich sicher seinen (des Beschwerdefüh- rers) Namen verraten. Später sei dieser Nachbar tot aufgefunden worden. Nach seiner Ausreise hätten die Behörden erneut dreimal bei seiner Frau zuhause nach ihm gesucht. Die Beschwerdeführerin machte in den Befragungen geltend, ihren Hei- matstaat aufgrund der Probleme ihres Ehemannes verlassen zu haben. Als Beweismittel reichten die Beschwerdeführenden nebst Identitäts-, Auf- enthalts- und Arbeitsdokumenten und einer Registrierungsbestätigung des UNHCR die Kopie einer Bestätigung, dass der Beschwerdeführer von der syrischen Regierung gesucht werde (gemäss der Übersetzung durch das SEM datierend vom 17. Oktober 2012 und ausgestellt am 23. März 2015), zu den Akten. B. Mit am 16. Januar 2017 eröffneter Verfügung vom 13. Januar 2017 stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte ihre Asylgesuche ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und schob den Wegweisungsvollzug wegen Unzumutbarkeit zu- gunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. C. Mit Eingabe vom 1 5. Februar 2017 erhoben die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertretung gegen diese Verfügung Beschwerde und be- antragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen und es sei ihnen Asyl zu gewähren. In verfah- rensrechtlicher Hinsicht beantragten sie unter Beilage einer Fürsorgebe- stätigung die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorsc husses und die Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als amtlicher Rechtsbeistand. D. Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2017 hiess der Instruktionsrichter die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und amtliche Rechtsverbei- ständung gut, ordnete den Beschwerdeführenden ihre Rechtsvertreterin als amtlichen Rechtsbeistand bei und forderte die V or-instanz auf, innert Frist eine Vernehmlassung einzureichen. D-999/2017 Seite 4 E. Mit Vernehmlassung vom 9. März 2017 hielt das SEM im Wesentlichen vollumfänglich an seinen Ausführungen in der Verfügung fest. F. Mit Instruktionsverfügung vom 13. März 2017 erhielt en die Besc hwerde- führenden Gelegenheit, eine Replik einzureichen. G. Am 27. März 2017 replizierte n die Beschwerdeführenden und hielten im Wesentlichen an ihren Ausführungen in der Beschwerde fest. Zudem reich- ten sie einen Strafregisterauszug im Original vom 25. Juli 2016 mit Über- setzung zu den Akten. H. Mit Instruktionsverfügung vom 14. Mai 2018 bot das Bundesverwaltungs- gericht der Vorinstanz Gelegenheit, eine Duplik einzureichen. I. Am 24. Mai 2018 reichte das SEM eine Duplik zu den Akten. J. Mit Instruktio nsverfügung vom 27. Juni 2018 bot das Gericht den Be- schwerdeführenden Gelegenheit, eine Triplik einzureichen. K. Mit Eingabe vom 12. Juli 2018 reichten die Beschwerdeführenden eine Triplik zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Ger icht – in der Regel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). D-999/2017 Seite 5 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwer- deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Die Beschwerdeführenden rügen in ihrer Beschwerde eine Verletzung des rechtlichen Gehörs und machen geltend, die Vorinstanz habe sich nicht mit den eingereichten Beweismittel n auseinandergesetzt, womit die Be- gründungspflicht verletzt worden sei . Diese formelle Rüge ist vorweg zu behandeln, da deren Gutheissung geeignet wäre, eine Kassation der vor - instanzlichen Verfügung zu bewirken. 3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander- seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstel lung des Einzelnen ein - greift. Die Begründungspflicht, welche sich ebenfalls aus de m Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt, verlangt, dass die Behörde ihren Entscheid so begründet, dass der Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann und sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmitte- linstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können (vgl. LORENZ KNEUBÜHLER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal- tungsverfahren [VwVG], 2008, Art. 35 N. 6ff.; BVGE 2007/30 E. 5.6). Dabei kann sich die verfü gende Behörde auf die wesent lichen Gesichtspunkte beschränken, hat jedoch wenigstens die Überle gungen kurz anzuführen, von denen sie sich leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid stützt (BVGE 2008/47 E. 3.2; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri- schen Asylrekurskommission (EMARK) 2006 Nr. 24 E. 5.1). D-999/2017 Seite 6 3.3 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Asylentscheid unter an- derem mit der Unglaubhaftigkeit des Vorbringens des Beschwerdeführers, dass er von den syrischen Behörden aufgrund seiner Demonstrationsteil- nahmen und der dabei erfolgten Zerstörung der Statue des ehemaligen syrischen Präsidenten gesucht werde. Dabei setzte sie sich mit den ent- sprechenden Ausführungen in den Befragungen auseinander, nicht hinge- gen mit der anlässlich der Anhörung zu den Akten gereichten Kopie einer Bestätigung, wonach der Beschwerdeführer von der syrischen Regierung gesucht werde . Die Erwähnung derselben erfolgte denn auch nicht im Sachverhaltsteil, in welchem die Vorinstanz ausschliesslich das Einreichen von Identitätsdokumenten aufführte. Im Rahmen des vom Bundesverwaltungsgericht angeordneten Schriften- wechsels führte die Vorinstanz aus, dass das Vorliegen einer Kopie einer solchen Bestätigung, welche einfach selbst herstellbar sei und aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit einen geringen Beweiswert aufweise, weder die Glaubhaftigkeit noch eine asylrelevante Verfolgung zu beweisen ver- möge. 3.4 Vorliegend ist in Übereinstimmung mit den diesbezüglichen Ausführun- gen in der Beschwerde festzustellen, dass es sich bei den Vorbringen des Beschwerdeführers, er werde aufgrund von Demonstrationsteilnahmen und der Zerstörung einer Präsidentenstatue von der syrischen Regierung gesucht, um den zentralen für den Entscheid rechtswesentlichen Sachum- stand handelt. Die Vorinstanz hat das dieses Sachverhaltselement betref- fende eingereichte Beweismittel (Kopie einer Bestätigung, dass der Be- schwerdeführer von der syrischen Regierung gesucht werde), welches bei deren Echtheit direkt geei gnet wäre, eine Verfolgung durch die syrische Regierung zu belegen, in der angefochten en Verfügung überhaupt nicht erwähnt und es somit weder einer inhaltlichen Prüfung unterzogen noch sich in sonstiger Art und Weise damit auseinandergesetzt. Das SEM wäre jedoch angesichts der möglichen Tragweite dieses Dokuments verpflichtet gewesen, dieses Beweismittel im Rahmen der Begründungspflicht in sei- ner Verfügung angemessen zu berücksichtigen und hat durch dieses Un- terlassen den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 3.5 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grundsätz- lich zur Kassation und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Die Hei- lung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen Gründen ist auf Beschwerdeebene möglich, sofern das Versäum te nachgeholt wird, der D-999/2017 Seite 7 Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwer- deinstanz für die konkrete Streitfrage die freie Überprüfungsbefugnis in Be- zug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt (vgl. BVGE 2014/22 E. 5.3). Ausserdem darf die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender Natur sein und die fehlende Entscheidreife ist durch die Beschwer- deinstanz mit vertretbarem Aufwand her zustellen (vgl. BVGE 2015/10 E. 7.1). Zwar liegt durch die Nichterwähnung des genannten Beweismittels ein Ver- fahrensfehler vor, jedoch hat sich die Vorinstanz auf Aufforderung des Bun- desverwaltungsgerichts im Rahmen der Vernehmlassung zwar kurz, aber immerhin dazu geäussert. Sie führte aus, dass es sich bei den eingereich- ten Dokumenten – abgesehen von der Suchbestätigung der syrischen Si- cherheitskräfte – um solche handle, die sich nicht auf die Asylvorbrin gen beziehen würden. Die Suchbestätigung hingegen sei lediglich in Kopie ein- gereicht worden, welche einfach selbst herstellbar sei und aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit einen geringen Beweiswert habe. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels machte das SEM denn eingehende Ausführun- gen zu diesem Beweismittel , zu welchen sich die Beschwerdeführenden im Rahmen einer Triplik haben äussern können. Des Weiteren hat die Vor- instanz die Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich der Befragun- gen durch die syrische Regierung, wie in den nachfolgenden Erwägungen aufgezeigt wird (E. 5), zu Recht als unglaubhaft erachtet, was auch durch die angemessene Berücksichtigung des Beweismittels nicht anders zu ent- scheiden gewesen wäre . Eine Prüfung des Beweismittels durch die Vo- rinstanz in der angefochtenen Verfügung hätte somit nicht zu einem ande- ren Ergebnis der Glaubhaftigkeitsprüfung geführt. Demzufolge erweist sich der Verfahrensfehler insofern nicht als schwerwiegend. Schliesslich verfügt das Bundesverwaltungsgericht in der Frage des Asyls über volle Kognition, weshalb sich vorliegend eine Kassation insbesondere aus prozessökono- mischen Gründen nicht rechtfertigt und de r Verfahrensfehler als im Rah- men des Instruktionsverfahrens als geheilt erachtet werden kann. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werde n (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung D-999/2017 Seite 8 des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be- hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege- ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Eine wesentliche Vora us- setzung für die Glaubhaftmachung einer Verfolgung im Sinne des Asylge- setzes ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im We- sentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlit- tenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei- chende Präzision und innere Übereinstimmung. 4.3 Die Vorinstanz erachtete in ihrer Verfügung die Asylvorbringen der Be- schwerdeführenden als unglaubhaft beziehungsweise als nicht asylrecht- lich relevant. Die Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei drei Mal durch die syrischen Behörden kontaktiert worden und nach seiner Ausreise sei dreimal nach ihm gesucht worden, sei en als unglaubhaft zu erachten . Seine Ausführungen in Bezug auf die Befragungen durch die syrischen Be- hörden seien unsubstantiiert, stereotyp und teilweise widersprüchlich aus- gefallen. Als er bei der Anhörung aufgefordert worden sei, ausführlich dar- über auszusagen, seien seine Antworten knapp geblieben. Weiter habe er behauptet, dass die erste Befragung in der Palästina -Abteilung etwa vier Stunden gedauert habe. Es erstaune jedoch, dass er in Anbetracht der Be- fragungsdauer nicht präziser über dieses Ereignis habe berichten können. Beim ersten Mal, zu Beginn der Demonstrationen, habe er seinen Aussa- gen zufolge eine schriftliche Vorladung erhalten, beim zweiten Mal sei an seine Türe geklopft worden, und beim dritten Mal habe man ihn telefonisch erreichen wollen. Sein Vater habe das Telefonat an seiner Stelle entgegen- genommen. Etwas später habe er hingegen ausgeführt, dass bereits der zweite Kontaktversuch der Behörden telefonisch erfolgt sei. Auch falle auf, dass die Beschwerdeführerin diese Befragungen und Kontaktversuche mit ihrem Ehemann mit keinem Wort erwähnt habe. Obwohl sie ihren Angaben zufolge nicht in die Angelegenheiten ihres Ehemannes involviert gewesen sei, sei davon auszugehen, dass sie als Ehefrau von diesen Vorladungen und Befragung gewusst hätte. D-999/2017 Seite 9 Die blosse Teilnahme des Beschwerdeführers an den Demonstrationen ge- gen die Regierung bilde keinen Grund zur Annahme, dass er vom syri- schen Regime als Gefahr eingestuft worden und in deren Visier geraten sei. Er sei einer von zahlreichen Demonstranten gewesen, habe keine spe- zifische Rolle oder Funktion innegehabt und verfüge auch anderweitig nicht über ein politisches Profil, welches annehmen lasse, dass er von den Be- hörden identifiziert worden sei. Seinen Aussagen könne nicht entnommen werden, dass er aufgrund seiner Demonstrationsteilnahmen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten sei. Dass sein Nachbar festgenommen sowie ge- foltert worden sei und der Name des Beschwerdeführers den Behörden deswegen bekannt sein könnte, bleibe eine reine Vermutung. Der Be- schwerdeführer stütze seine Furcht zu dem auf Informationen seines Va- ters, welcher aufgrund vermutlicher Aussagen eines Offiziers den Verdacht auf eine mögliche bevorstehende Festnahme gehegt haben soll e. Diese Vermutung reiche jedoch alleine nicht aus, um eine begründete Furcht vor staatlichen Massnahmen geltend zu machen. 4.4 Dem setzten die Beschwerdeführenden in ihrer Beschwerde entgegen, die Vorinstanz habe die während der Anhörung eingereichten Beweismittel bei der Begründung der Unglaubhaftigkeit nicht beachtet. Insbesondere das Bestätigungsschreiben vom 17. Oktober 2012, welchem zu entneh- men sei, dass der Beschwerdeführer von den staatlichen syrischen Sicher- heitskräften gesucht werde, stütze seine Vorbringen. Es sei nicht nachvoll- ziehbar, dass die Vorinstanz ihm vorwerfe, es sei unglaubhaft, dass er seine Ehefrau nicht über alle Geschehnisse wie die Befragungen und De- monstrationen informiert habe. Bei dieser Beurteilung müssten die kultu- rellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen der Schweiz und Sy- rien beachtet werden. Es sei nicht ungewöhnlich, dass in Syrien die Ehe- frau nicht in alle Belange miteinbezogen werde. Zwar habe der Beschwer- deführer bei der Anhörung ausgeführt, während der Demonstrationen nicht direkten Kontakt zu den syrischen Sicherheitskräften gehabt zu haben. Er habe jedoch auch angegeben, wie andere Personen über diese Demonst- rationen geschrieben hätten. Es sei ausserdem sehr wahrscheinlich, dass sein Nachbar den Behörden unter Folter seinen Namen mitgeteilt habe. 4.5 In seiner Vernehmlassung h ielt das SEM an seinen Ausführungen in der Verfügung fest. Bei der eingereichten Suchbestätigung der syrischen Sicherheitskräfte handle es sich lediglich um eine Kopie, welche einfach selbst herstellbar sei und aufgrund ihrer leichten Fälschbarkeit einen gerin- gen Beweiswert habe. D-999/2017 Seite 10 4.6 In ihrer Replik wiederholten die Beschwerdeführenden, dass der Be- schwerdeführer durch die staatlichen syrischen Sicherheitskräfte als Re- gimegegner identifiziert worden sei. Er habe sich zwischenzeitlich einen Strafregisterauszug schicken lassen können . Die Frau seines verst orbe- nen Onkels väterlicherseits habe, da sie zur Familie des Beschwerdefüh- rers gehöre, dieses Dokument erneut bestellen und in die Schweiz schi- cken können. Mit der Replik reichten die Beschwerdeführenden einen Strafregisterauszug im Original mitsamt Übersetzung zu den Akten. 4.7 In der Duplik führte das SEM aus, dass der im Original eingereichte Strafregisterauszug mehrere Fragen aufkommen lasse: Das Dokument da- tiere vom 25. Juli 2016 und sei am 10. Dezember 2016 gestempelt und unterzeichnet worden. Dies impliziere, dass die Ehefrau des verstorbenen Onkels dieses Dokument bereits im Jahr 2016 bestellt habe. Es sei frag- würdig, warum sie dies nicht bereits viel früher dem Beschwerdeführer ge- sendet habe. Der Strafregisterauszug habe diesem Datum zufolge bereits zum Zeitpunkt der Beschwerdeeinreichung im Januar 2017 existiert, sei jedoch von den Beschwerdeführenden in der Beschwerdeschrift mit kei- nem Wort erwähnt worden, obwohl dessen Bestellung durch die Frau des Onkels den Beschwerdeführenden hätte bekannt sein müssen. Merkwür- dig sei ebenfalls, dass in der Replik betont werde, dass die Ehefrau des verstorbenen Onkels das Dokument habe anfordern können, da sie zum Familienkreis des Beschwerdeführers gehöre. Die im Rahmen der Anhö- rung zu den Akten gereichte Suchbestätigung sei den Aussagen des Be- schwerdeführers zufolge von seinem Schwager (Bruder der Beschwerde- führerin) bestellt, fotografiert und per „Whats-App“ an den Beschwerdefüh- rer verschickt worden. Auf die Frage, wie der Schwager das Dokument er- halten habe, habe der Beschwerdeführer geantwortet, dass dies allen offen stehe und jeder bei den Behörden ein Original eines Strafregisterauszuges einer anderen Perso n verlangen und mitnehmen könne . Warum gemäss den Ausführungen in der Replik der familiäre Verwandtschaftsgrad zum Er- halt eines solchen Dokuments relevant gewesen sei, sei fragwürdig und wiederspreche den Aussagen der Bundesanhörung. Weitere Zweifel wür- den aufgrund der Personenangaben auf dem Strafregisterauszug entste- hen. Als aktuelle Adresse des Verurteilten sei „Al Derbasia“ notiert. Ge- mäss Angaben des Beschwerdeführers sei er jedoch in Damaskus aufge- wachsen, was auch sein letzter Wohnort gewesen sei. Im vorangehenden Strafurteil sei wiederum Damaskus als aktuelle Adresse notiert gewesen. Abgesehen von diesen „fragwürdigen Feststellungen “, welche den An- schein eines in Auftrag gegebenen Dokuments machen würden, seien aus D-999/2017 Seite 11 Syrien stammende Beweismittel ohnehin mit höchster Vorsicht zu betrach- ten. Es sei unumstritten, dass solche Dokumente leicht käuflich erwerbbar seien, weswegen deren Beweiskraft entsprechend gering sei. 4.8 In der Triplik argumentierten die Beschwerdeführenden, dass der Be- schwerdeführer die Frau seines Onkels bereits im Mai 2016 gebeten habe, einen Strafregisterauszug bei den syrischen Behörden zu bestellen. Diese habe ihm geantwortet, dass sie dies versuchen werde, allerdings würde dies einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Situation in Syrien bekanntlich schwierig sei. Der Strafregisterauszug sei am 25. Juli 2016 vom Innenmi- nisterium ausgestellt worden, habe jedoch, damit er Gültigkeit erlange, zu- erst dem Direktor der konsularischen Verwaltung geschickt werden müs- sen. Dieser habe den Auszug dann am 10. Dezember 2016 gestempe lt. Jener sei ab diesem Datum drei Monate gültig gewesen. Die Frau des On- kels habe das Dokument darauf dem Beschwerdeführer in die Schweiz ge- schickt und dieser habe ihn zuerst noch ins Deutsche übersetzen lassen. Die Übersetzung datiere vom 4. März 2017. Aus seiner Aussage, dass je- der zu den Behörden gehen könne und einen solchen Auszug verlangen könne, könne nicht geschlossen werden, dass sich das „jeder“ auf Jeder- mann und nicht jedes Familienmitglied bezogen habe. Diese Aussage sei deshalb nicht als widersprüchlich zu werten. Der Beschwerdeführer sei in Al Derbasia registriert worden. Aus diesem Grund seien alle offiziellen Do- kumente über diese Adresse zu beziehen und stehe dieser Ort als Adresse des Beschwerdeführers im Dokument . Des Weiteren verweise der Be- schwerdeführer auf die Aussagen seines Vaters, welcher in dessen eige- nen Bundesanhörung ebenfalls über die Probleme des Beschwerdeführers gesprochen habe und welche dessen Aussagen untermauern würden. 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass es den Beschwerdeführenden – wie die Vorinstanz einge- hend begründete – entgegen ihren Vorbringen in der Beschwerde nicht ge- lungen ist, eine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von Art. 3 und Art. 7 AsylG glaubhaft zu machen. Insbesondere ergibt eine Konsultation der Be- fragungsprotokolle und der vorinstanzlichen Verfügung, dass das SEM die Akten im Ergebnis sorgfältig geprüft (zu der Begründungspflichtverletzung siehe oben E. 3), die in den Ausführungen des Beschwerdeführers vorlie- genden Widersprüche in seiner Verfügung ausführlich und nachvollziehbar aufgezeigt und schliesslich zu Recht festgestellt hat, die Vorbringen des Beschwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit nicht standzuhalten. Diesbezüglich kann auf die vorstehend aufgeführten D-999/2017 Seite 12 Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen werden, welchen zugestimmt werden kann (vgl. E. 4.3). Plausible Gründe, weshalb der Be- schwerdeführer während derselben Befragung einerseits von einem per- sönlichen Vorbeikommen von Behördenvertretern und andererseits von ei- ner telefonischen Kontaktaufnahme spricht, sind vorliegend nicht erkenn- bar beziehungsweise macht er nicht geltend (vgl. SEM-Akte A23 F107, F113). Schliesslich muss die Aussage der Vorinstanz gestützt werde n, dass sich in den Befragungsprotokollen des Beschwerdeführers hinsicht- lich des Kontaktes zu den syrischen Behörden keinerlei detaillierten Aus- führungen darüber finden lassen, unter welchen Umständen sich die Kon- taktaufnahmen sowie die Befragungen abgespi elt haben sollen. Zwar ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer von der befragenden Per- son an der Stelle, als er gebeten wurde, den Tag zu schildern, als er das erste Mal in die Palästina-Abteilung gegangen sei, auch nicht näher befragt wurde (A23 F119 f.). Wünschenswert in diesem Zusammenhang wäre ge- wesen, den Beschwerdeführer mindestens einmal konkret dazu aufzufor- dern, den genauen Ablauf der vierstündigen Vernehmung durch die „Pa- lästina-Abteilung“ darzulegen. Eine entsprechende Aufforderung der befra- genden Person unterblieb jedoch, was offenkundig den Ausführungen der Vorinstanz in der Verfügung widerspricht (vgl. oben E. 4.3), da der Be- schwerdeführer nicht aufgefordert wurde, „näher“ auszusagen, sondern le- diglich, einen Tag zu beschreiben. Allerdings muss sich der Beschwerde- führer dennoch vorhalten lassen, dass er weder zu den Kontaktaufnahmen durch die Behörden noch zu dem angeblich vier Stunden dauernden Ver- hör und dessen Verlauf (abgesehen von der Beschreibung der dabei an- wesenden Personen und deren Funktionen) detaillierte Angaben machte. Vielmehr gab er pauschal an, nach den Demonstrationsteilnahmen gefragt worden zu sein und dass er anschliessend wieder habe gehen können (A23 F125 f.). Eine substantiierte, konkrete und präzise Schilderung dieser für die Glaubhaftmachung seiner Asylgründe essentiellen Situation liegt nicht vor. 5.2 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in der Triplik ver- mag auch der Beizug der vorinstanzlichen Verfahrensakten des Vaters des Beschwerdeführers (H._______, N […]) die Vorbringen des Beschwerde- führers nicht zu stützen, sondern ergeben sich weitere Unklarheiten . So führt der Vater in seiner Befragung zwar ebenfalls aus, dass nach seinem Sohn (dem Beschwerdeführer) gesucht worden sei (A16 F64). Auch ist die- sem Befragungsprotokoll zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer an Demonstrationen teilgenommen hat (A16 F69). Allerdings ist der Be- schwerdeführer den Ausführungen seines Vaters zufolge lediglich einmal D-999/2017 Seite 13 bei den Militärbehörden erschienen und hat we itere angesetzte Befra- gungstermine aufgrund des Anratens eines Freundes des Vaters nicht wahrgenommen (A16 F69), was im Widerspruch zu den Aussagen des Be- schwerdeführers steht. 5.3 Auch die ins Recht gelegten Beweismittel vermögen nicht darzulegen, dass der B eschwerdeführer von den syrischen Behörden gesucht wird oder auf sonstige Weise in deren Fokus steht. Betreffend den im Original eingereichte Strafregisterauszug ist festzuhalten, dass dieser, wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat, der Datierung nac h bereits im Jahr 2016 bestellt und gestempelt wurde. Der Beschwerdeführer hätte demnach zu diesem Zeitpunkt bereits Kenntnis dieses für die Glaubhaftmachung sei- ner Verfolgung möglicherweise ausschlaggebende Dokument haben müs- sen, hat dieses in der Beschwe rdeschrift jedoch nicht ansatzweise er- wähnt. Sein Einwand, der Bestellvorgang und die Validierung des Strafre- gisterauszugs hätten einige Monate in Anspruch genommen, vermag nicht zu erklären, weshalb dieses Dokument bei der Beschwerdeeinreichung komplett unerwähnt blieb. Da syrische Dokumente zudem bekanntlich re- lativ leicht käuflich erwerbbar sind und deren Beweiswert deswegen als eingeschränkt zu erachten ist, vermögen die eingereichten Dokumente un- ter Berücksichtigung der obenstehenden Ausführungen die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht zu bestätigen. Offen gelassen kann demnach, welche Personen überhaupt berechtigt gewesen sind, sich einen Strafre- gisterauszug für den Beschwerdeführer ausstellen und aushändigen zu lassen. 5.4 Die in Syrien herrschende politische und menschenrechtliche Lage wurde durch das Bundesverwaltungsgericht im Rahmen zweier asylrecht- licher Koordinationsentscheide ausführlich gewürdigt (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.2 sowie Urteil D -5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 5.3 und 5.7.2 [als Refe renzurteil publiziert], jeweils mit weiteren Nachweisen). Durch eine Vielzahl von Berichten ist belegt, dass die staatlichen syrischen Si- cherheitskräfte seit dem Ausbruch des Konflikts im März 2011 gegen tat- sächliche oder vermeintliche Regimegegner mit grö sster Brutalität und Rücksichtslosigkeit vorgehen. Personen, die sich an regimekritischen De- monstrationen beteiligt haben, sind in grosser Zahl von Verhaftung, Folter und willkürlicher Tötung betroffen. Mit anderen Worten haben Personen, die durch die staa tlichen syrischen Sicherheitskräfte als Gegner des Re- gimes identifiziert werden, eine Behandlung zu erwarten, die einer flücht- lingsrechtlich relevanten Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG gleich- kommt. D-999/2017 Seite 14 Vorliegend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwar an De- monstrationen gegen die syrische Regierung teilgenommen hat , wobei ebenfalls nicht auszuschliessen ist, dass er in diesem Rahmen eine Statue des ehemaligen Präsidenten zerstört hat. Allerdings hat er gemäss seinen eigenen Aussagen bei diesen Demonstrationsteilnahmen nie eine beson- dere Funktion wahrgenommen, sondern ist als einer von zahlreichen De- monstranten gegen die syrische Regierung aufgetreten und stets anonym geblieben. Wie der Beschwerdeführer selbst ausführt, wurde er bei der Zer- störung der Präsidentenstatue nicht gesehen (A23 F 87). Bei der Aussage des Beschwerdeführers, dass sein Name durch seinen Freund unter Folter an die Behörden bekannt gegeben wurde, handelt es sich um eine reine Vermutung. Weshalb der Beschwerdeführer von dieser Annahme ausgeht, führt er denn auch nicht näher aus. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der gel- tend gemachten Befragungen und der Suche durch die syrischen Behör- den muss vorliegen d nicht angenommen werden, dass der Beschwerde- führer aufgrund seiner Demonstrationsteilnahmen und der Zerstörung der Statue in den Fokus der syrischen Regierung geraten ist und deshalb einer konkreten Gefährdung unterliegt. 5.5 Die Beschwerdeführerin machte keine eigenen Asylgründe geltend. 6. Im Ergebnis sind keine flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgründe ersichtlich, weshalb das SEM die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerde- führenden zu Recht verneint und deren Asylgesuche abgelehnt hat. 7. 7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen in der Schweiz weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange- ordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. D-999/2017 Seite 15 9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Bundesverwal- tungsgericht jedoch mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2017 ihr Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen hat, sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 9.2 Angesichts der berechtigten formellen Rüge (E. 3) ist den Beschwer- deführenden trotz des Umstandes, dass sie mit ihren Rechtsbegehren letztlich nicht durchgedrungen sind, eine angemessene (reduzierte) Partei- entschädigung für die ihnen aus der Beschwerdeführung erwachsenen Kosten zuzusprechen. Unter Berücksichtigung der in Betracht zu ziehen- den Bemessungsfaktoren (Art. 8–13 VGKE) ist der entschädigungspflich- tige Aufwand für die berechtigte Geltendmachung der formellen Rüge auf insgesamt Fr. 200.– festzusetzen. 9.3 Mit Zwischenverfügung vom 28. Februar 2017 hiess der Instruktions- richter das Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gut und ordnete den Beschwerdeführenden ihre Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbei- ständin bei. Demnach ist dieser ein amtliches Honorar für ihre notwendigen Aufwendungen im Beschwerdeverfahren auszurichten. In der eingereich- ten Kostennote vom 12. Juli 2018 wird ein zeitlicher Gesamtaufwand von 17 Stunden aufgeführt, welcher vom Gericht als zu hoch erachtet wird. Der Rechtsvertreterin ist unter Berücksicht igung der massgebenden Bemes- sungsfaktoren (Art. 9 – 13 VGKE), der Entschädigungspraxis in vergleich- baren Fällen sowie der Parteientschädigung zulasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von pauschal Fr. 1‘000.– (inkl. Auslagen) zuzuspre- chen. (Dispositiv nächste Seite) D-999/2017 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Den Beschwerdeführenden wird zulasten der Vorinstanz eine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 200.– zugesprochen. 4. Der Rechtsvertreterin wird zu Lasten der Gerichtskasse ein amtliches Ho- norar von Fr. 1‘000.– zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Irina Wyss Versand: