B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1098/2012 U r t e i l v o m 5 . M ä r z 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo; Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien, B._______, geboren am (…), C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), alle drei Eritrea, alle vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Solothurn, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- Verfahren); Verfügung des BFM vom 16. Februar 2012 / N (…). E-1098/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung od er Strafe (FoK, SR 0.105), der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrec h- te und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kri- terien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asy l- antrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 1 8. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglie d- staats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in e i- nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), der Verordnung (EG) Nr. 156 0/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin-II-VO (DVO Dublin), des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311), des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsve r- fahren (VwVG, SR 172.021), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs - gericht (VGG, SR 173.32), E-1098/2012 Seite 3 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110), des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschäd i- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), stellt fest, dass die Beschwer deführenden eigenen Angaben zufolge ihren Heima t- staat im Jahre 2005 verliessen und u.a. über Italien, wo sie im April 2011 zum ersten Mal Asylgesuche stellten, am 21. Dezember 2011 in die Schweiz einreisten, wo sie am gleichen Tag um Asyl nachsuchten, dass das BFM im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) E._______ am 5. Januar 2012 anlässlich der Kurzbefragung die Beschwerdeführerin summarisch zum Reiseweg befragte und ihr dabei zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungs- verfahrens gemäss der Dublin-II-VO, zu einem allfälligen Nichteintreten s- entscheid gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG sowie zur allfälligen We g- weisung nach Italien rechtliches Gehör gewährte, dass die Beschwerdeführerin hierzu geltend machte, für s ich selber habe sie keine Einwände, aber für ihre Kinder sei eine Wegweisung nach It a- lien auf Grund der dortigen Lebensbedingungen nicht zumutbar, dass ein Abgleich mit der europäischen Datenbank EURODAC ergab, dass die Beschwerdeführenden am 1. April 2011 und am 30. April 2011 in Italien daktyloskopisch erfasst worden waren, dass das BFM die italienischen Behörden am 30. Januar 2012 um Übe r- nahme der Beschwerdeführenden im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dub- lin-II-VO ersuchte, dass die italienischen Behörd en innerhalb der gesetzten Frist zum Übe r- nahmegesuch des BFM keine Stellung nahmen, dass das BFM auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden mit Verf ü- gung vom 16. Februar 2012 – eröffnet am 21. Februar 2012 – nicht ein- trat, die Wegweisung aus der Schweiz n ach Italien anordnete, den Ka n- ton F._______ zum Vollzug der Wegweisung verpflichtete und die B e-E-1098/2012 Seite 4 schwerdeführenden unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterla s- sungsfall für die Ausreise Frist bis am Tag nach dem Ablauf der B e- schwerdefrist ansetzte, wobei es einer allfälligen Beschwerde die au f- schiebende Wirkung entzog, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, dass die staatsvertragliche Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens aufgrund der Aussagen der Beschwerdefüh- renden und der EURODAC-Treffer feststehe, dass Italien seine Zuständigkeit, das Asyl - und Wegweisungsverfahren durchzuführen, gemäss Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin-II-VO am 14. Februar 2012 anerkannt habe, indem die italienischen Behörden innert Fr ist zum Übernahmegesuch des BFM keine Stellung genommen hätten, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 27. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen En t- scheid Beschwerde erheben und beantragen liessen, die angefo chtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihr Recht auf Selbsteintritt auszuüben und sich für vorliegende Asylgesuche für zustän- dig zu erachten, im Sinne vorsorglicher Massnahmen sei der vorliege n- den Beschwerde die aufschiebende Wirkun g zu erteilen und die Vol l- zugsbehörden anzuweisen, von einer Überstellung nach Italien abzus e- hen, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt der eingereichten Beschwerde entschieden habe, ferner sei auf die Erh e- bung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG zu gewähren, dass die Beschwerdeführenden zur Stützung ihrer Anträge der B e- schwerde eine Medienmitteilung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe bei- legten, dass die vor instanzlichen Akten am 29. Februar 2012 beim Bundesve r- waltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens desjenigen Sta a-E-1098/2012 Seite 5 tes, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG rich- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilg e- nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wi e nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerd e- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretense nt- scheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (Entscheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), E-1098/2012 Seite 6 dass die Beschwerdeführenden die Zuständigkeit Italiens für die Durc h- führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht in Frage stellen, dass diese daher nicht zu prüfen ist, im Übrigen aber auf Grund der ein- schlägigen Staatsverträge und Verordnungen der Europäischen Gemei n- schaft (insbesondere DAA, Dublin-II-VO und DVO Dublin) feststeht, dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltu ngsgericht diesbezüglich grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – na- mentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Vollzugshindernissen (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des Nichteintretensentscheides ste l- len, dass die Beschwerdeführenden nach Italien ausreisen können, welches für die Prüfung ihrer Asylanträge, allenfalls ihrer Beschwerde, zuständig ist, dass, wie auch von den Beschwerdeführenden beantragt wi rd, zu prüfen bleibt, ob Gründe vorliegen, die das BFM hätten veranlassen müssen, sein – ihm gemäss Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin -II-VO auch bei Zuständig- keit eines anderen Signatarstaates zustehendes – Selbsteintrittsrecht auszuüben, dass sie auf Beschwerde ebene geltend machen, in Italien hätten sie nur für wenige Monate in einem Asylzentrum Unterkunft erhalten, dass sie anschliessend eine Fahrkarte nach Rom erhalten hätten, ohne Anweisungen und Hilfestellung, dass sie in Rom obdachlos gewesen seien, dass d ie Beschwerdeführerin eine hochschwangere alleinerziehende Frau mit drei kleinen Kindern sei, dass die Beschwerdeführenden somit besonders verletzliche Personen darstellten, dass die Lebensbedingungen für Flüchtlinge in Italien bekanntermassen prekär seien , wobei sich die Beschwerdeführenden auf Berichte von Hilfswerken berufen, E-1098/2012 Seite 7 dass gemäss verschiedenen deutschen Verwaltungsgerichten die Mi n- destnormen für Flüchtlinge in Italien in grossen Teilen nicht erfüllt seien, dass sie in Italien auf der Strasse lebe n müssten, es ihnen dort nicht möglich sein würde, ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen und sie dort keine staatliche Unterstützung erhalten würden, dass sie dort keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hätten, dass ihre Lage selbst dann nicht be sser wäre, wenn sie ein "permesso" erhielten, dass in Italien die Aufnahmebedingungen im Sinne von Art. 3 EMRK menschenunwürdig seien, dass Italien unter anderem Signatarstaat der FK, der EMRK und der FoK ist, dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, Italien würde sich nicht an die massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK halten, dass auch kein Grund zur Annahme besteht, Personen, die sich im Ra h- men eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, würden aufgrund der dort i- gen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt, dass Italien ferner die Mindestnormen der EU für die Aufnahme von Asy l- suchenden anwendet, demzufolge Aufnahmestrukturen zur Verfügung stellt und die medizinische Grundversorgung dort grundsätzlich gewäh r- leistet ist, dass die Beschwerdeführenden gehalten sind, sich bei Schwierigkeiten an die in Italien zuständigen staatlichen Instanzen und namentlich auch an die dort vorhandenen privaten Hilfsorganisationen zu wenden, dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik steht, in den Aufenthalts- und Verfahrensbedingungen für Personen, wel- che sich im Rahmen eines Asylverfahrens in Italien aufhalten, aber insge- samt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist, dass nach Kenntnis des Bundesverwaltungsgerichts Dublin -Rückkehren- de bezüglich Unterbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch E-1098/2012 Seite 8 zahlreiche private H ilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass beispielsweise die Organisation "Arci con Fraternità" seit dem 1. J a- nuar 2009 die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organisiert und dort den Asylsuchend en kostenlose Rechtsberatung a n- bietet, womit der Beschwerdeführerin auch die Möglichkeit offen steht, a l- lenfalls rechtliche Beratung zur Weiterführung ihres Asylverfahrens in It a- lien zu erhalten, dass nach Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts die medizinische und psychotherapeutische Versorgung in Italien durchaus zureichend gewährleistet ist, dass für das Bundesverwaltungsgericht weder angesichts der Verhältni s- se in Italien noch zufolge der individuellen Situation der Beschwerdefü h- renden Anlass zu r Annahme einer existenziellen Notlage im Falle einer Rückführung dorthin besteht, dass die mit der Rechtsmittelschrift angerufenen Berichte von Hilfswerken oder Entscheide ausländischer Gerichte für das Bundesverwaltungsg e- richt nicht massgeblich sind und zu keiner anderen Betrachtungsweise führen, dass vor diesem Hintergrund die allgemeine Kritik am italienischen Asy l- verfahren sowie das pauschale Vorbringen, es fehle an staatlicher Unte r- stützung und ausreichender medizinischer Versorgung, nicht zu überze u- gen vermögen, dass nach dem Gesagten auch die bedauerlichen Vorkommnisse in Rom vor der Einreise in die Schweiz an der obigen Lagebeurteilung nichts ä n- dern, dass in casu zudem weder der Umstand, dass es sich bei den Beschwe r- deführenden um besonders verletzliche Personen handelt, noch das Ki n- deswohl für den Selbsteintritt der Schweiz sprechen, dass an dieser Einschätzung auch die geltend gemachte (…) Schwan- gerschaft der Beschwerdeführerin nichts ändert, dass die Beschwerdeführerin nämlich erst auf Beschwerd eebene und l e- diglich beiläufig vorbringt, (…)schwanger zu sein, E-1098/2012 Seite 9 dass für ihre geltend gemachte Schwangerschaft aus den Akten keine Hinweise ersichtlich sind und auch die Beschwerdeführerin kein ärztliches Attest beigebracht hat, dass aber, sollte sie tatsä chlich schwanger sein, von einer diesbezügl i- chen hinreichenden medizinischen Betreuung der Beschwerdeführerin in Italien für die Dauer des Asylverfahrens ausgegangen werden kann, dass auf Grund der Akten nicht an der Reisefähigkeit der Beschwerdefüh- rerin zu zweifeln ist, dass zudem Italien als Nachbarland der Schweiz in verhältnismässig ku r- zer Zeit und ohne grossen Aufwand erreicht werden kann, dass somit für das Bundesverwaltungsgericht keine Gründe ersichtlich sind, die das BFM zur Ausübung des Selbsteint rittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) hätten veranlassen sollen, dass aber, um der Situation der Beschwerdeführerin Rechnung zu tragen, das BFM gegebenenfalls anzuweisen ist, die zuständigen italienischen Behörden bei der Überstellung der Be schwerdeführerin über deren Schwangerschaft zu informieren, damit diese rechtzeitig die notwendigen Massnahmen ergreifen können, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs bereits Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist (zur Frage der Prüfung individueller Wegweisungsvoll- zugshindernisse vgl. BVGE 2010/45 E.10.2), dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in einem Dublin-Verfahren nicht unter dem Aspekt der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 1 und 4 AuG stellt, sondern eine entsprechende Prü- fung, soweit notwendig, vielmehr bereits im Rahmen der Entscheidfi n- dung hinsichtlich der Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.2), dass vorliegend – wie aufgezeigt – kein Anlass zur Ausübung des Selbst- eintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) besteht, weshalb der vom BFM verfügte Vollzug der Wegweisung nach Italien zu bestätigen ist, E-1098/2012 Seite 10 dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), dass die Beschwerde daher abzuweisen ist, dass die Rechtsbegehren sich gemäss obigen Erwägungen als aussichts- los erweisen, weshalb – unbesehen der allenfalls bestehenden Bedürftig- keit der Beschwerdeführenden – das Gesuch um Gewährung der unen t- geltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 VGKE) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 Satz 1VwVG), dass dementsprechend auch der Antrag auf Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist, dass mit vorliegendem Direktentscheid alle weiteren Prozessanträge (Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, Erteilung der au f- schiebenden Wirkung, Aussetzung des Vollzugs bis zum Entscheid über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung) gegenstandslos geworden sind. (Dispositiv nächste Seite) E-1098/2012 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführenden auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils mittels beigelegtem Einzahlungsschein zu Gunsten der Gerichtskasse zu übe r- weisen. 4. Das BFM wird angewiesen, im Sinne der obigen Erwägungen die zustä n- digen italienischen Behörden über die allfällige Schwangerschaft der B e- schwerdeführerin rechtzeitig vorgä ngig zu informieren und ihrer gesun d- heitlichen Situation bei ihrer Überstellung nach Italien Rechnung zu tr a- gen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer