Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 23. Juli 2015 (725 15 39) ____________________________________________________________________ Krankenversicherung Anspruch auf Physiotherapie bei chronischer Erkrankung Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Dan iel Noll, Kantonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts- anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel gegen Easy Sana Krankenversicherung AG , Rue des Cèdres 5 , 1920 Martigny, Beschwerdegegnerin Betreff Leistungen A. A.____ ist seit dem 1. Januar 2008 bei der Easy Sana Krankenversicherung AG (Easy Sana) im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeve rsicherung (Prime Care) für Krankheit und Unfall versichert. Am 28. März 2011 erlitt er e inen Auffahrunfall als Lenker seines Perso- nenfahrzeuges. In der Folge klagte er über Nackenbe schwerden und begab sich in medizini- sche Behandlung. Er bedurfte seither Physiotherapie, für deren Kosten die Easy Sana zunächst aufkam. Am 25. September 2014 verfügte sie jedoch d ie Ablehnung der Kostengutsprache für weitere Physiotherapiebehandlungen ab dem 1. Januar 2014. Gegen diese Verfügung erhob Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Schmid, am 27. Oktober 2014 Einsprache. Mit Entscheid vom 16. Dezember 2014 verneinte die Easy Sana ihre Leistungspflicht und hielt an ihrer Verfügung vom 25. September 2014 fest. B. Mit Schreiben vom 29. Januar 2015 erhob A.____ dur ch seinen Rechtsanwalt Be- schwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherun gsrecht (Kantonsgericht), und be- antragte, der Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2014 sei aufzuheben und die Easy Sana sei zu verpflichten, über den 1. Januar 2014 hinaus die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten einzuholen; unter o/e-Kostenfolge zulasten der Be- schwerdegegnerin. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass gestützt auf die Ausführungen der behandelnden Ärzte die Wirksamkeit, d ie Zweckmässigkeit und die Wirt- schaftlichkeit der Physiotherapie zu bejahen seien, weshal b die Beschwerdegegnerin zu ver- pflichten sei, die Behandlung auch über den 1. Januar 2014 hinaus zu bezahlen. C. Die Easy Sana schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 13 . März 2015 auf Abweisung der Beschwerde. D. In der Replik vom 15. April 2015 und in der Duplik vom 13. Mai 2015 hielten die Parteien sowohl an ihren Anträgen als auch an ihren Argumentationen fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 60 Ab s. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Ver- fügungen und Einspracheentscheide eines Sozialversicherungsträgers beim zuständigen Versi- cherungsgericht innerhalb von 30 Tagen Verwaltungsgeri chtsbeschwerde erhoben werden. Zuständig ist gemäss Art. 58 Abs. 1 ATSG das Versicherungsg ericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zum Zeitpunkt der Beschwerdeerh ebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer hat seinen Wohnsitz in B.____. Die ört liche und gemäss § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessor dnung (VPO) vom 16. Dezem- ber 1993 auch die sachliche Zuständigkeit des Kantonsgeri chts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, ist vorliegend somit gegeben. Als Adressat ist der Beschwerdeführer vom Einspracheentscheid berührt und hat ein schutzwürdig es Interesse an dessen Aufhebung. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht e Beschwerde kann deshalb eingetreten werden. 2. Im vorliegenden Fall ist die Übernahme der Kosten für die Physiotherapie ab 1. Januar 2014 durch die Krankenversicherung strittig. 3.1 Nach Art. 24 des Bundesgesetzes über die Krankenversich erung (KVG) vom 18. März 1994 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicher ung die Kosten für die Leistungen gemäss den Art. 25 – 31 KVG nach Massgabe der in den A rt. 32 – 34 KVG festgelegten Voraussetzungen. Als allgemeine Leistungen bei Krankheit übernimmt die obligatorische Kran- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht kenpflegeversicherung gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG die Kosten für die Leistungen, die der Diag- nose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folg en dienen. Bei Unfällen werden die glei- chen Leistungen wie bei Krankheit übernommen, sofern keine Unfallversicherung dafür auf- kommt (Art. 28 KVG in Verbindung mit Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG). Die Leistungen gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG umfassen u.a. die Untersuchungen, Behandlung en und Pflegemassnahmen, die ambulant durchgeführt werden von Personen, die auf An ordnung oder im Auftrag eines Arztes oder eine Ärztin Leistungen erbringen (Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziffer 3 KVG). Dazu gehört die Physi- otherapie (Art. 5 Abs. 1 über die Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung [KLV] vom 29. September 1995). 3.2 Nach Art. 32 Abs. 1 KVG müssen die Leistungen nach den Art. 25 – 31 KVG wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Diese Voraussetzungen m üssen kumulativ erfüllt sein (vgl. BBl 1992, Band I, S. 159; GEBHARD EUGSTER , Krankenversicherung, in: Soziale Sicherheit, SBVR Bd. XIV, 2. Aufl. 2007, Basel/Genf/München [nac hfolgend: EUGSTER , Krankenversiche- rung], S. 493; vgl. auch BGE 125 V 95 E. 2a). Zweckmässi gkeit und Wirksamkeit setzen vo- raus, dass die Massnahme geeignet ist, das angestrebte Ziel zu erreichen. Die Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit müssen nach dem Wissen im Zeitpunkt der Therapie beurteilt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. September 2008, 9C_567/2007, E. 1.2). Den Ärzten steht dabei ein gewisser Ermessensspielraum zu (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 11. September 2009, 9C_224/2009, E. 1.1). 3.3.1 Wirksam ist eine Leistung im Sinne von Art. 32 A bs. 1 KVG, wenn sie objektiv den Erfolg der Behandlung der Krankheit erwarten lässt (vgl. G EBHARDT EUGSTER , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, Zürich/Basel/Genf 2010, S. 199 ff. ). Die Wirksamkeit (wie auch die Zweckmässigkeit) einer Behandlung beurteilt sich im Hinbl ick auf den durch sie angestrebten Nutzen im Einzelfall (BGE 130 V 299 E. 6.1). Der Begr iff der Wirksamkeit definiert sich in erster Linie vom Ziel her, auf welches die in Frage stehende M assnahme gerichtet ist. Dagegen diffe- renziert er nicht danach, ob es um die Bekämpfung der U rsachen der gesundheitlichen Beein- trächtigung geht oder um die Behandlung der Symptome der Krankheit. Diese Unterscheidung ebenso wie die Dauer des Erfolges der Massnahme sind erst , aber immerhin bei der Beurtei- lung der Zweckmässigkeit von Bedeutung. Unter dem Gesichtsp unkt der Wirksamkeit der Leis- tung als Voraussetzung für deren Übernahme durch die obl igatorische Krankenpflegeversiche- rung ist somit nicht in erster Linie die möglichst voll ständige Beseitigung der körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung entscheidend. Vielmehr ist dan ach zu fragen, ob das Ziel der Behandlung (Beschwerdefreiheit und/oder Wiederherstel lung der körperlichen, geistigen und psychischen Funktionalität namentlich im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit) objektiv erreichbar ist (BGE 130 V 299 E. 6.1 und E. 6.2.1.1 mit Hinweisen; EUGSTER , Krankenversicherung, S. 494). Daraus, dass durch die Massnahme grundsätzlich eine mögl ichst vollständige Beseitigung der gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielt werden soll ( BGE 127 V 148 E. 5), lässt sich indes nicht schliessen, dass nur kurative, nicht aber adjuvante od er palliative Therapien wirksam wä- ren (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 201 0, 9C_334/2010, E. 5.2). So kann einer bestimmten Behandlung daher die Wirksamkeit nicht allein mit der Begründung abgespro- chen werden, sie ändere nichts an der Progredienz des Leidens (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, E. 4.2). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.3.2 Ob eine Leistung zweckmässig ist, beurteilt sich nach dem diagnostischen oder thera- peutischen Nutzen der Anwendung im Einzelfall, unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am angestrebten Heilerfolg der möglich st vollständigen Beseitigung der körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung. Die Zweckmä ssigkeit fragt unter anderem nach der medizinischen Indikation der Leistung. Nach denselben Kriterien beurteilt sich, welche von zwei unter dem Gesichtspunkt der Wirksamkeit alternati v in Betracht fallenden medizini- schen Massnahmen die zweckmässigere und im Hinblick auf den Um fang der Kostendeckung durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung grunds ätzlich zu wählen ist (BGE 130 V 304 E. 6.1 mit Hinweisen). 3.3.3 Das Gebot der Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit u nd Zweckmässigkeit voraus und besagt, dass die Krankenversicherer die Leistungen auf da s Mass zu beschränken haben, das im Interesse der Versicherten liegt und das für den Beha ndlungszweck erforderlich ist (vgl. EUGSTER, Rechtsprechung, S. 201 f.). Sind gleichzeitig mehr ere Leistungen als zweckmässig zu qualifizieren, beurteilt sich die Leistungspflicht des Krankenversicherers unter dem Gesichts- punkt der Wirtschaftlichkeit (vgl. Art. 56 KVG). Nach die ser Vorschrift haben die Krankenversi- cherer die Leistungen auf jenes Mass zu beschränken, das im Interesse der Versicherten liegt und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Abs. 1). Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung verweigert werden (A bs. 2). Indem das Gesetz auf das Inte- resse der Versicherten Bezug nimmt, wird zum Ausdruck gebr acht, dass der Begriff der Wirt- schaftlichkeit der Behandlung nicht eng auszulegen ist. Dennoch haben die Krankenversicherer dort, wo gleichzeitig mehrere Massnahmen als wirksam und zweckmässig zu qualifizieren sind, nur für die kostengünstigere dieser Massnahmen aufzukommen (vgl. RKUV 1999 KV Nr. 64 S. 67 f. E. 3a+b mit Hinweisen mit Hinweis). Zweck von Art . 32 KVG ist die Sicherstellung einer effizienten, qualitativ hochstehenden und zweckmässigen Gesundheitsversorgung zu möglichst günstigen Kosten (vgl. EUGSTER , Krankenversicherung, a.a.O., S. 495 ff., BGE 127 V 80 E. 3c). 4.1 Gemäss Art. 5 Abs. 1 KLV (in der seit 1. Januar 201 0 in Kraft stehenden Fassung) wer- den die Kosten für die in lit. a bis c genannten Massnah men (physiotherapeutische Untersu- chung und Abklärung; Behandlung, Beratung und Instrukt ion; physikalische Therapie) über- nommen, wenn sie auf ärztliche Anordnung hin von Physiot herapeuten und Physiotherapeutin- nen im Sinne der Art. 46 und 47 KVV oder von Organi sationen im Sinne von Art. 52a KVV und im Rahmen der Behandlung von Krankheiten des muskuloskelettalen oder neurologischen Sys- tems oder der Systeme der inneren Organe und Gefässe, sow eit diese der Physiotherapie zu- gänglich sind, erbracht werden. 4.2 Gemäss Art. 5 Abs. 2 KLV (in der seit 1. Juli 2009 in Kraft stehenden Fassung) über- nimmt die Versicherung je ärztliche Anordnung die Koste n von höchstens 9 Sitzungen. Soll die Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht (Langzeitbehandlung), zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin zu berichten und einen begründeten Vor- schlag über die Fortsetzung der Therapie zu unterbreit en. Der Vertrauensarzt oder die Vertrau- ensärztin prüft den Vorschlag und beantragt, ob und in welchem Umfang die Physiotherapie zu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Lasten der Krankenversicherung fortgesetzt werden kann (Art. 5 Abs. 4 KLV, Fassung gültig bis 30. Juni 2014). 4.3 Die gesetzliche Vermutung, wonach die Krankheitsbe handlung den gesetzlichen Prinzi- pien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkei t entspricht, gilt für Ärzte und Chi- ropraktoren grundsätzlich (Art. 33 Abs. 1 KVG), für Ph ysiotherapeuten hingegen nur, soweit deren (ärztlich angeordnete) Leistungen von der Positivliste nach Art. 5 Abs. 1 KLV erfasst sind (Art. 33 Abs. 2 KVG; BGE 129 V 167 E. 3.2 und E. 4) . Überdies ist diese Vermutung aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV festgehaltenen formellen Anf orderung einer vertrauensärztlichen Über- prüfung auf den Umfang von 36 physiotherapeutischen Sitz ungen beschränkt (Urteil des Bun- desgerichts vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, E. 3. 2). Darüber hinausgehend soll der Miteinbezug des Vertrauensarztes sicherstellen, dass nicht ü ber das erforderliche Mass thera- piert wird (EUGSTER , Krankenversicherung, S. 519). 5.1 Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Unter suchungsgrundsatz (vgl. Art. 43 ATSG) hat die verfügende Behörde bzw. d as Gericht die Abklärung des Sachver- halts von Amtes wegen vorzunehmen. Danach haben sowohl der Sozialversicherungsträger als auch das Sozialversicherungsgericht von sich aus, ohne Bindung an die Parteibegehren, für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen. Der Untersuchungsgrund- satz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführung spflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in d er Regel eine Beweislast nur inso- fern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu U ngunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will. Nach der Praxis des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Schweize risches Bundesgericht, sozial- rechtliche Abteilungen) liegt die Beweislast bei anspru chsbegründenden Tatfragen demzufolge bei der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des A nspruches beruft (vgl. RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Diese Beweisregeln kommen all erdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersu chungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr- scheinlichkeit für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vg l. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinwei- sen). 5.2 Für die Feststellung des rechtserheblichen Sachverha ltes ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Sol che ärztlichen Stellungnahmen sind, wie alle Beweise im Sozialversicherungsprozess, von der rechtsanw endenden Behörde frei sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (F RITZ GYGI , Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, S. 278). Dabei ist für den Beweiswert gru ndsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels, noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt ausschlaggebend. Gerade die Krankenversi- cherungen oder ihre Verbände sind gemäss Art. 57 Abs. 1 KVG sogar verpflichtet, nach Rück- sprache mit den kantonalen Ärztegesellschaften Vertraue nsärzte bzw. Vertrauensärztinnen zu bestellen. Diese wiederum haben die Krankenversicherun gen gemäss Art. 57 Abs. 4 und 5 Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht KVG in medizinischen Fachfragen zu beraten und insbesondere die Voraussetzungen der Leis- tungspflichten zu überprüfen. Sie sind in ihrem Urtei l unabhängig und weder die Krankenversi- cherung noch die Leistungserbringer können ihnen Weisun gen erteilen. Die Berichte und Gut- achten ständiger Vertrauensärzte haben in beweisrechtlich er Hinsicht denn auch grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG- Versicherer (vgl. EUGSTER , Krankenversicherung, N 209 ff.). Hinsichtlich des Bewei swertes eines Arztberichtes ist letztendlich aber entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfas- send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch d ie geklagten Beschwerden berücksich- tigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, i n der Darlegung der medizinischen Zu- sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a und 122 V 160 E. 1c mit weiteren Hinweisen; A LFRED BÜHLER , Versicherungsinterne Gutachten und Privatgutachten in: Rechtsfragen der medizinischen Begutachtung in der Sozialversicherung, St. Gallen 1997, S. 179 ff.). 6.1 Im vorliegenden Fall ist eingangs festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin zwi- schen dem 22. Juni 2011 und dem 27. Februar 2014 die Kosten für 100 Physiotherapiebehand- lungen des Beschwerdeführers übernommen hat. Zwar wäre die behandelnde Ärzteschaft im Sinne von Art. 5 Abs. 4 KLV gehalten gewesen, dem Ve rtrauensarzt oder der Vertrauensärztin der Beschwerdegegnerin nach 36 Sitzungen einen begründeten Vorschlag über die Fortsetzung der Therapie zu unterbreiten. Dies erfolgte unbestr ittenermassen nicht. Auch die Beschwerde- gegnerin selbst veranlasste jedoch keine vertrauensärztliche Überprüfung des Anspruchs und bezahlte bis Ende Dezember 2013 insgesamt 100 Sitzung en. Erst im Frühling 2014 holte sie bei den behandelnden Ärzten aktuelle Angaben zur physiotherapeutischen Behandlungsbedürf- tigkeit des Beschwerdeführers ein. Diese Berichte, wie auc h jene, die ursprünglich als An- spruchsgrundlage dienten, werden nachfolgend aufgeführt. 6.2 Gemäss Sprechstundenbericht vom 19. September 2012 des Spitals C.____, verfasst von Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgi e und Traumatologie des Bewegungs- apparates/Sportmedizin SGSM, litt der Beschwerdeführer an schwerwiegenden peripheren Ra- dikulopathien C5-C7 rechtsbetont mit ausstrahlenden Schu lterschmerzen bis in den Kleinfinger rechts bei Status nach Auffahrunfall mit Heckkollision im Mai (recte März) 2011, fortgeschritte- ner degenerativer Veränderung der Halswirbelsäule (HW S) und mässiggradigem subacromia- lem Impingement der rechten Schulter. Der Auffahrunfa ll mit Heckkollision habe doch zu lang- wierigen Problemen geführt. Obwohl beim Beschwerdefüh rer vorbestehende degenerative HWS-Veränderungen vorgelegen hätten, sei er bis zu di esem Ereignis völlig beschwerdefrei gewesen. Erst der Unfall habe zu einer ausserordentliche n Exazerbation geführt. Von den ver- schiedenen durchgeführten Therapien hätten die Extensio nsbehandlungen die beste Wirkung gezeigt. Diese sollte denn auch weiterhin ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden. 6.3 Gemäss Angaben im Bericht vom 20. Dezember 2013 von Dr. med. E.____, FMH Neu- rochirurgie, Spital C.____, litt der Beschwerdeführer an einem radikulären Reizsyndrom am ehesten dem Dermatom C7 rechts entsprechend. In der B eurteilung wurde festgehalten, dass die klinische Symptomatik durch die grosse Diskushernie auf Höhe HWK6/7 rechtsseitig verur- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht sacht werde. Aufgrund der ausgeprägten Kophyse im zerviko- thorakalen Bereich, welche dazu führe, dass das Segment C6/7 von ventral her chirurgisch kaum angegangen werden könne, ohne das Sternum zu öffnen, würde sich ein allfälliger operativer Eingriff als sehr komplex er- weisen. Dr. E.____, erachtete eine Weiterführung der konservativen Behandlung mit Ausbau der Schmerzmitteltherapie als angebracht. 6.4 In den Akten finden sich auch verschiedene ärztliche Ü berweisungen zur Physiothera- pie. Am 11. Januar 2013 wurde durch das Spital F.____ als Behandlungsziel die Kräftigung der Muskulatur, die Stabilisierung und die Schmerzlinderung genannt. Der Verordnung vom 25. Februar 2013 von PD Dr. med. G.____, FMH Chirur gie, ist als Diagnose ein Status nach Dezelerationstrauma und starke degenerative Veränderung en der HWS zu entnehmen. Als physiotherapeutische Massnahme wurde die Extensionsbehandlung der HWS empfohlen. 6.5 Am 5. Mai 2014 diagnostizierte Dr. E.____ ein rad ikuläres Schmerzsyndrom, am ehes- ten dem Dermatom C8 rechts, eventuell C7 entsprechend. In seiner Beurteilung hielt er fest, dass von einem operativen Eingriff abzusehen sei. Hingegen habe er den Beschwerdeführer für eine periradikuläre Infiltration angemeldet. 6.6 Im Rahmen der Anspruchsprüfung ersuchte die Beschw erdegegnerin ihren Vertrau- ensarzt um eine Einschätzung. Dr. med. H.____, FMH Chi rurgie, führte am 5. Mai 2014 aus, dass die Physiotherapie bis Februar 2013 angemessen sei. Da nach sei keine Indikation mehr gegeben. 6.7 Prof. D.____ hielt auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin am 7. Mai 2014 fest, dass der Grund für die beim Beschwerdeführer durc hgeführte Langzeittherapie in Form einer dauernden Erhaltungstherapie (1 bis 2 Mal wöchen tlich) die chronischen, durch Unfall temporär verschlimmerten Rückenbeschwerden seien. 6.8 Die Beschwerdegegnerin unterbreitete die Angaben von Prof. D.____ erneut ihrem Vertrauensarzt, worauf dieser am 19. Mai 2014 und 30. Juni 2014 unter Hinweis auf die unklare Indikation der Physiotherapie die Ablehnung des Gesuchs beantragte. Ebenso sei unklar, ob die Physiotherapie die Kriterien der Wirksamkeit, der Z weckmässigkeit und der Wirtschaftlich- keit erfülle. 6.9 In der Folge bestätigte der behandelnde Arzt Dr. med. I.____, FMH Innere Medizin, am 2. September 2014, dass einzig mit der medizinischen Massag e und der Physiotherapie eine Besserung der Beschwerden erreicht werden könne. 6.10 Im Rahmen des Einspracheverfahrens hielt Dr. H._ ___ am 1. Dezember 2014 fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Angaben der beha ndelnden Ärzte an einem radikulä- ren Reizsyndrom am ehesten dem Dermatom C8 entsprechend, eventuell auch C7 leide. Damit bleibe die Aetiologie der Beschwerden unklar und die Zweckmässigkeit und Wirksamkeit der Fortsetzung von Manipulationen an der HWS könne kaum b elegt werden. Ebenso würden An- sätze für eine bessere Schmerzbehandlung erwähnt, ohne dass auf die Ursache der Schmer- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht zen eingegangen würde. Nach über 100 Sitzungen Physioth erapie sei denn auch keine Besse- rung eingetreten. Unter diesen Umständen müsse bei ein er weiteren Untersuchung nach der Schmerzursache gesucht werden. Begreiflicherweise werde bei diesen schwierigen lokalen Verhältnissen von einem operativen Eingriff so lange wie möglich abgesehen. Dies sollte aber nicht als Argument für die Fortsetzung der Physiotherapie gebraucht werden. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspra cheentscheid vom 16. Dezember 2014, mit welchem sie die Verfügung vom 25. September 2014 bestätigte, bei der Beurteilung des Anspruchs auf Physiotherapie des Versicherten vollumfän glich auf die Ergebnisse im Be- richt ihres Vertrauensarztes Dr. H.____ vom 1. Dezember 2 014. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf Physiothe rapie mehr habe, da deren Wirksamkeit und Zweckmässigkeit nicht ausgewiesen seien. Die ser Auffassung kann jedoch aus nachfolgenden Gründen nicht gefolgt werden. Wie oben in Erwägung 5.2 ausgeführt, haben die Berichte der Vertrauensärzte in beweisrechtlicher H insicht grundsätzlich den gleichen Stel- lenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer. Dabei ist aber zu beachten, dass für den Beweiswert eines Arztberi chtes letztlich entscheidend ist, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitig en Untersuchungen beruht, auch die ge- klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakte n abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der F achperson begründet sind. Die Berichte von Dr. H.____ genügen diesen Anforderungen nicht. Se ine im Verwaltungsverfahren einge- reichten Stellungnahmen beruhen auf Kurzbeurteilungen, welche grundsätzlich keine genügen- de Entscheidungsgrundlage bilden. Ebenso wenig kann au fgrund seiner Einschätzung vom 1. Dezember 2014 geschlossen werden, dass die Wirksamkeit und Zweckmässigkeit der Phy- siotherapie zu verneinen seien. Dr. H.____ bemängelt i n Bezug auf die Berichte der behan- delnden Ärzte insbesondere, dass die Aetiologie der Besch werden unklar sei, weshalb weitere Manipulationen der HWS weder zweckmässig noch wirksam seien . Aufgrund der Angaben der behandelnden Ärzte steht jedoch fest, dass die Schmerze n ihre Ursache in einem radikulären Reizsyndrom auf Höhe C5 - C7 der HWS haben. Zudem weist der Beschwerdeführer degenera- tive Veränderungen an der HWS auf. Zwar hält auch Dr . E.____ fest, dass die geklagten Be- schwerden in den Dermatomen C7 und C8 angegeben würde n, die bildgebenden Korrelate aber eher auf Höhe HWK5/6 vorhanden seien. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu beach- ten, dass beim Beschwerdeführer ein chronisches Leiden und ein chronifizierter Zustand an der HWS vorliegen, deren Ursachen meist ohnehin nicht restlo s geklärt werden können. Zudem ist auch angesichts des vorgerückten Alters des Beschwerdeführers keine Heilung zu erwarten. Dies umso mehr, als ein operativer Eingriff nicht empfohlen wird und auch der medikamentösen Schmerzbehandlung enge Grenzen gesetzt sind. In dieser Situation ist jedoch angesichts der komplexen Problematik bereits eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes als Behand- lungserfolg zu werten (vgl. E UGSTER , Krankenversicherung, a.a.O., N 322). Unter diesen U m- ständen kann aber die Zweckmässigkeit und Wirksamkeit nicht ohne weiteres verneint und eine adäquate Behandlung verweigert werden. 7.2 Zu berücksichtigen ist weiter, dass auch die übrigen ärztlichen Berichte keine genü- genden Entscheidungsgrundlage darstellen. Zwar bezeichne n sowohl Prof. D.____ am 7. Mai Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2014 als auch Dr. I.____ am 2. September 2014 überei nstimmend die Weiterführung der physi- otherapeutischen Behandlung als indiziert . Über die Auswirkungen und die Abläufe der beim Beschwerdeführer durchgeführten Therapie enthalten de ren Ausführungen jedoch keine Anga- ben und es finden sich diesbezüglich keine weiteren Unterlagen in den Akten. So fehlt es ins- besondere an einem durch den behandelnden Physiotherap euten bzw. der behandelnden Phy- siotherapeutin verfassten Bericht, der Auskunft über di e konkreten Behandlung und die Ergeb- nisse derselben auf die Beschwerden gibt. Zwar hat die Beschwerdegegnerin selbst im Verwal- tungsverfahren versucht, einen entsprechenden Bericht ein zuholen. Dieser wurde ihr mit der Begründung, dass keine Entschädigung dafür bezahlt werde, nicht zugestellt. Unter diesen Um- ständen hätte sie jedoch entweder unter Hinweis auf Art. 5 Abs. 4 KVV vom behandelnden Arzt einen entsprechenden Bericht des Physiotherapeuten oder der Physiotherapeutin einholen müssen oder nochmals - allenfalls unter Hinweis auf eine entsprechende Vergütung - selbst bei der zuständigen Person aktiv werden müssen. Indem sie di es offensichtlich unterliess, hat sie den rechtserheblichen Sachverhalt nicht genügend abgeklärt. 7.3 Zusammenfassend steht fest, dass die vorhandenen medi zinischen Unterlagen keine ausreichende Grundlage für eine abschliessende Beurtei lung des fraglichen Anspruchs bilden. Die Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuw eisen, damit sie entweder direkt beim behandelnden Physiotherapeuten oder der behandel nden Physiotherapeutin oder über den Hausarzt Dr. I.____ einen Verlaufsbericht über d ie physiotherapeutische Behandlung ein- holt. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegnerin über den Anspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die Besch werde ist in dem Sinne gutzu- heissen. 8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. 8.2 Der Beschwerdeführer hat als obsiegende Partei Ans pruch auf Ersatz der Parteikosten (vgl. Art 61 lit. g). Als Obsiegen im Sinne der genannten Bestimmung gilt auch die Rückweisung der Angelegenheit an den Versicherungsträger zur weite ren Abklärung (vgl. BGE 132 V 235 E. 6.2). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist de m Beschwerdeführer deshalb eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zu zusprechen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 15. J uni 2015 für das vorliegende Ver- fahren einen Zeitaufwand von 5.5 Stunden geltend gem acht, was sich umfangmässig in Anbe- tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewie senen Auslagen von Fr. 157.00. Somit ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigun g in der Höhe von Fr. 1‘643.75 (5.5 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 147.00 z uzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Easy Sana zuzusprechen. 9. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgeri cht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiell- rechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefoch tene Einsprache- entscheid vom 16. Dezember 2014 aufgehoben und die An gelegenheit zur erneuten Prüfung des Sachverhalts im Sinne der Erwä gungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 1‘643.75 (inkl. Auslagen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. http://www.bl.ch/kantonsgericht