<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00367</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204601&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00367</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 11.11.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 06.07.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Abfallentsorgung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Abfallentsorgung (Sachverhalt: Das Beschwerde führende Unternehmen wendet sich gegen das gegenüber diesem Unternehmen verfügte Verbot, Siedlungsabfälle sowie vergleichbare, n i c h t sortenreine Betriebsabfälle einzusammeln, nachdem die Entsorgung der genannten Abfälle dem Entsorgungsmonopol des Gemeinwesens untersteht und dieses ein Konkurrenzunternehmen mit der Entsorgung betraut hat.) Rechtsgrundlagen für die Abfallentsorgung; Begriffsdefinitionen (E. 3.1). Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Abgrenzung der Begriffs des Siedlungsabfalls vom Begriff des Betriebsabfalls (E. 3.2). Unerheblich ist, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich im Begriff war, unerlaubte Abfälle zu entsorgen (E. 4.1). Das Verbot entspricht den anwendbaren Rechtsvorschriften (E. 4.2). Weitere Rügen (E. 4.3-4). Abweisung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABFÃLLE">ABFÃLLE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ABFÃLLE">ABFÃLLE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BETRIEBSABFALL">BETRIEBSABFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSORGUNGSMONOPOL">ENTSORGUNGSMONOPOL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KEHRICHT">KEHRICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SIEDLUNGSABFALL">SIEDLUNGSABFALL</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: USTER">USTER</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 16 AbfallG</span><br/><span class="ungerade">§ 35 Abs. I AbfallG</span><br/><span class="gerade">Art./§ 3 Abs. I TVA</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 3I TVA</span><br/><span class="gerade">Art./§ 12 Abs. III TVA</span><br/><span class="ungerade">Art. 31c USG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Sachverhalt2"><span>Mit Beschluss vom 20. Januar 2004 verbot der Stadtrat S der A AG, in der Stadt S SiedlungsabfÃ¤lle einzusammeln. Er hielt fest, dass dazu neben den AbfÃ¤llen aus Haushalten auch solche aus Betrieben gehÃ¶ren, wenn sie mit Ersteren von der Zusammensetzung her vergleichbar sind und nicht sortenrein bereitgestellt werden. FÃ¼r den Widerhandlungsfall wurde der A AG Bestrafung nach Art. 292 des Strafgesetzbuches mit Haft oder Busse angedroht.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Den dagegen von der A AG am 23. Februar 2004 erhobenen Rekurs wies der Bezirksrat S am 12. Juli 2004 ab. Die Rekurskosten von Fr. 1'259.- auferlegte er der Rekurrentin.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 3. September 2004 beantragte die A AG dem Verwaltungsgericht, den Beschluss des Bezirksrats S vom 12. Juli 2004 sowie jenen des Stadtrats S vom 20. Januar 2004 aufzuheben, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Der Bezirksrat verzichtete auf Vernehmlassung. Der Stadtrat S beantragte am 21. Oktober 2004 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Stadt S hat den Auftrag fÃ¼r die Besorgung des Abfuhrwesens gestÃ¼tzt auf eine Ã¶ffentliche Submission ab 1. Januar 2004 an die D AG vergeben. Die A AG, die diesen Auftrag bisher innehatte, teilte in der Folge am 10. Oktober 2003 den zu ihrer Kundschaft gehÃ¶renden Gewerbebetrieben mit, sie kÃ¶nnten ihren Betriebsabfall nach wie vor durch sie entsorgen. Die Stadtverwaltung machte die A AG mit Schreiben vom 5. November 2003 darauf aufmerksam, dass der in den Submissionsunterlagen definierte Betriebsabfall zu den SiedlungsabfÃ¤llen gehÃ¶re und daher unter das Entsorgungsmonopol der Gemeinde falle; in Absprache mit der D AG sei die Stadtverwaltung bereit, der A AG hinsichtlich der Einstellung der diesbezÃ¼glichen Verrichtungen eine Ãbergangsfrist bis 30. Juni 2004 einzurÃ¤umen. Die A AG erwiderte mit Schreiben vom 13. November 2003, das Einsammeln von Betriebskehricht unterstehe nicht dem Entsorgungsmonopol des Gemeinwesens. Hierauf prÃ¤zisierte die Stadtverwaltung in einem Schreiben vom 26. November 2003 an alle betroffenen Gewerbebetriebe (welches sie mit einem Begleitbrief auch der A AG zukommen liess) die Rechtslage aus ihrer Sicht; als Fazit hielt sie unter Berufung auf die einschlÃ¤gige Gesetzgebung und bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 125 II 508) fest, dass AbfÃ¤lle aus Industrie und Gewerbe, die von ihrer Zusammensetzung her mit AbfÃ¤llen aus Haushalten vergleichbar seien, grundsÃ¤tzlich unabhÃ¤ngig von der Menge als SiedlungsabfÃ¤lle gÃ¤lten; sofern solche AbfÃ¤lle unsortiert und damit vermischt anfielen, seien sie von der Gemeinde zu entsorgen, die dafÃ¼r das Entsorgungsmonopol beanspruchen kÃ¶nne. Hierauf wandte sich die A AG mit Schreiben vom 2. Dezember 2003 erneut an ihre Kunden und hielt daran fest, dass hinsichtlich des Betriebs- und Gewerbekehrichts kein Entsorgungsmonopol der Stadt S bestehe. In der Folge erliess der Stadtrat S die streitbetroffene VerfÃ¼gung vom 20. Januar 2004.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.1 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 31b des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 1983 (Fassung vom 21. Dezember 1995, in Kraft seit 1. Juli 1997; SR 814.01) werden SiedlungsabfÃ¤lle (nebst hier nicht interessierenden weiteren AbfÃ¤llen) durch die Kantone entsorgt (Abs. 1 Satz 1). Die Kantone legen fÃ¼r diese AbfÃ¤lle Einzugsgebiete fest und sorgen fÃ¼r einen wirtschaftlichen Betrieb der Abfallanlagen (Abs. 2). Der Inhaber muss die AbfÃ¤lle den von den Kantonen vorgesehenen Sammlungen oder Sammelstellen Ã¼bergeben (Abs. 3). Art. 31c USG stellt den SiedlungsabfÃ¤llen (sowie den in Art. 31b Abs. 1 Satz 1 USG genannten weiteren AbfÃ¤llen) die "Ã¼brigen" AbfÃ¤lle gegenÃ¼ber, die vom Inhaber zu entsorgen sind. Mit dieser Regelung wird fÃ¼r die in Art. 31b Abs. 1 Satz 1 USG genannten AbfÃ¤lle ein kantonales Entsorgungsmonopol statuiert, was mit der Wirtschaftsfreiheit vereinbar ist (BGE 123 II 359 E. 5b S. 368; kritisch: Heribert Rausch/Arnold Marti/Alain Griffel, Umweltrecht, ZÃ¼rich 2004, Rz. 672). Die Kantone kÃ¶nnen diesen Entsorgungsauftrag an die Gemeinden delegieren, von welcher MÃ¶glichkeit der Kanton ZÃ¼rich Gebrauch gemacht hat. GemÃ¤ss § 35 Abs. 1 des Abfallgesetzes vom 25. September 1994 (AbfallG, LS 712.1) sorgen die Gemeinden fÃ¼r Erstellung und Betrieb von Anlagen fÃ¼r die Behandlung von SiedlungsabfÃ¤llen. Sie regeln das Sammelwesen, einschliesslich der getrennten Sammlung bestimmter AbfÃ¤lle, und die Behandlung der SiedlungsabfÃ¤lle in einer Verordnung, die der Genehmigung durch die Baudirektion bedarf. Auf diese Bestimmung stÃ¼tzt sich die Abfallverordnung der Stadt S (AbfallV; ohne Datum, vgl. act. 7/2/12).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss Art. 3 Abs. 1 der Technischen Verordnung Ã¼ber AbfÃ¤lle vom 10. Dezember 1990 (TVA, SR 814.600) sind SiedlungsabfÃ¤lle die aus Haushalten stammenden AbfÃ¤lle sowie andere AbfÃ¤lle vergleichbarer Zusammensetzung. Der Begriff SiedlungsabfÃ¤lle ist bundesrechtlicher Natur; er darf durch das kantonale (und kommunale) Recht nicht abgeÃ¤ndert werden. Er dient in erster Linie dazu, den Anwendungsbereich der Entsorgungspflicht des Gemeinwesens und damit auch von dessen Entsorgungsmonopol zu bestimmen (BGE 125 II 508 E. 6a = URP 1999, S. 786; BGr, 25. Juni 1998, ZBl 100/1999, S. 423 E. 5c = URP 1998, S. 520).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Aus Haushalten stammende AbfÃ¤lle sind AbfÃ¤lle, die von den Privatpersonen bei der Verwendung von GÃ¼tern des tÃ¤glichen Bedarfs und bei der Verrichtung von Arbeiten ohne Erwerbszweck erzeugt werden. Dazu gehÃ¶ren der Hauskehricht (d.h. die vermischten brennbaren AbfÃ¤lle aus dem Haushalt), Sperrgut (z.B. ausgediente MÃ¶bel, EinrichtungsgegenstÃ¤nde und HaushaltgerÃ¤te), Altmaterialien (z.B. Altpapier, Altmetall, Alttextilien) sowie kompostierbare AbfÃ¤lle aus KÃ¼che und Garten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>3.2 </span></b><span>Zur hier in erster Linie streitigen Frage, ob und inwieweit Abfall aus <i>Betrieben</i> den SiedlungsabfÃ¤llen zuzurechnen sei, besteht eine einlÃ¤ssliche Rechtsprechung des Bundesgerichts. Danach gilt als Abfall "vergleichbarer Zusammensetzung" (im Sinn von Art. 3 Abs. 1 TVA) der so genannte <i>unspezifische</i> Betriebsabfall, d.h. Abfall aus Stoffen, wie sie auch im Hauskehricht oder im Haussperrgut vorkommen. Mit dieser Formel, wurde die frÃ¼here Rechtsprechung, wonach der betreffende Betriebsabfall nicht nur bezÃ¼glich der Zusammensetzung, sondern auch bezÃ¼glich der Menge mit dem Hauskehricht vergleichbar sein musste, aufgegeben (BGE 125 II 508 E. 6d und e). Im zitierten Bundesgerichtsurteil ging es um Verpackungsmaterialien, Plastik, Teppichresten, Altpapier, Kunststofffolien, HolzabfÃ¤lle und Wischgut. DemgegenÃ¼ber fÃ¤llt der so genannte <i>spezifische</i> Betriebsabfall â Kehricht, der aufgrund seiner Zusammensetzung nicht mit HausabfÃ¤llen vergleichbar ist, wie z.B. ProduktionsrÃ¼ckstÃ¤nde aus der Kunststoff- oder Metallverarbeitung oder AltholzabfÃ¤lle des Baugewerbes â unter die "Ã¼brigen" AbfÃ¤lle im Sinn von Art. 31c USG, welche vom Inhaber zu entsorgen sind. Im Einzelnen kann die Abgrenzung schwierig sein (z.B. bei PapierabfÃ¤llen, vgl. Botschaft vom 7. Juni 1993 zur Revision des USG, BBl 1993 II 1496). Die Zuordnung des unspezifischen Betriebsabfalls zu den unter das Entsorgungsmonopol des Gemeinwesens fallenden SiedlungsabfÃ¤llen rechtfertigt sich vor allem, um einen effizienten und kostendeckenden Entsorgungsbetrieb im Anwendungsbereich des Entsorgungsmonopols sicherzustellen (Pierre Tschannen in: Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2000, Art. 31b N. 13 mit Hinweis auf BGr, 25. Juni 1998, ZBl 100/1999, S. 423 E. 5d/cc = URP 1998, S. 520).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nicht von vornherein in den Monopolbereich fallen unspezifische BetriebsabfÃ¤lle dann, wenn sie s<i>ortenrein</i> â z.B. als Glas, Karton, Altpapier â bereitgestellt werden. Dazu hat das Bundesgericht in BGE 125 II 508 (E. 6d) gestÃ¼tzt auf eine Stellungnahme des Bundesamtes fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) erwogen, eine Entsorgungspflicht bezÃ¼glich grosser Mengen sortenreiner AbfÃ¤lle kÃ¶nne die Gemeinwesen vor logistische und finanzielle Probleme stellen. DiesbezÃ¼glich bilde allerdings Art. 31b Abs. 1 Satz 2 USG in Verbindung mit Art. 31c USG (wonach die Entsorgungspflicht fÃ¼r AbfÃ¤lle, die nach besonderen Vorschriften des Bundes vom Inhaber verwertet oder von Dritten zurÃ¼ckgenommen werden mÃ¼ssen, nicht das Gemeinwesen, sondern den Inhaber trifft) eine Grundlage, um auch SiedlungsabfÃ¤lle vom Entsorgungsmonopol auszunehmen. Eine besondere Vorschrift in diesem Sinn bilde Art. 12 Abs. 3 TVA, wonach die BehÃ¶rde von Inhabern von AbfÃ¤llen verlangen kann, fÃ¼r die Verwertung bestimmter AbfÃ¤lle zu sorgen, wenn die Verwertung technisch mÃ¶glich und wirtschaftlich tragbar ist und die Umwelt dadurch weniger als durch die Beseitigung und Neuproduktion belastet wird. Soweit solche (unspezifischen) BetriebsabfÃ¤lle von den Betrieben sortenrein bereitgestellt werden kÃ¶nnten, ermÃ¶gliche es Art. 31b Abs. 1 Satz 2 USG den Kantonen, die Entsorgungspflicht auf die Abfallinhaber zu Ã¼bertragen, was umgekehrt diesen das Recht einrÃ¤ume, solche AbfÃ¤lle in<br/> Eigenverantwortung zu entsorgen (vgl. auch Tschannen, Art. 31b N. 16, Art. 31c N. 12 und 24).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung1"><span>Im Rahmen dieser Bestimmungen und dazu entwickelten GrundsÃ¤tze, von denen im Wesentlichen beide Vorinstanzen ausgegangen sind, erweist sich das streitbetroffene Verbot als rechtmÃ¤ssig. Was die BeschwerdefÃ¼hrerin dagegen in der Beschwerde vorbringt, rechtfertigt keinen anderen Schluss.</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, die Vorinstanzen seien ohne Vorliegen entsprechender Beweise davon ausgegangen, dass sie vermischten Betriebskehricht entsorge.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin verkennt damit den Zweck des Stadtratsbeschlusses vom 20. Januar 2004. Bis zum 31. Dezember 2003, also bis kurz vor Erlass dieser VerfÃ¼gung, durfte die BeschwerdefÃ¼hrerin SiedlungsabfÃ¤lle einschliesslich vermischten Betriebsabfall einsammeln, weil sie hierfÃ¼r von der Stadt S im Rahmen von deren Entsorgungsmonopol beauftragt war. Zum streitbetroffenen Beschluss sah sich der Beschwerdegegner deswegen veranlasst, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin nach der Neuvergebung dieses Auftrags an ein anderes Entsorgungsunternehmen ihren bisherigen Kunden mitgeteilt hatte, dass der Betriebskehricht weiterhin durch sie (die BeschwerdefÃ¼hrerin) entsorgt werden kÃ¶nne. Wegen dieser AbsichtserklÃ¤rung und der sich hieraus im Rahmen einer Korrespondenz zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und dem Beschwerdegegner zutage tretenden Meinungsverschiedenheit Ã¼ber die Tragweite des Entsorgungsmonopols des Gemeinwesens (vgl. vorn E. 2) erliess der Beschwerdegegner schliesslich den genannten Beschluss. Dieser kommt daher, obwohl er fÃ¶rmlich ein Verbot mit Sanktionsandrohung enthÃ¤lt, einer FeststellungsverfÃ¼gung nahe, die der KlÃ¤rung der Rechtslage in einer konkreten Situation dient. Dass zugleich ein Verbot ausgesprochen wurde, rechtfertigte sich deswegen, weil aufgrund der gefÃ¼hrten Korrespondenz anzunehmen war, die BeschwerdefÃ¼hrerin wolle an ihrer AbsichtserklÃ¤rung festhalten. Diese Absicht hat sie denn auch nach wie vor, will sie doch mit ihren sÃ¤mtlichen weiteren Vorbringen dartun, dass es nicht rechtsverletzend sei und namentlich nicht gegen das Entsorgungsmonopol der Gemeinde verstosse, wenn sie auch weiterhin unspezifischen Betriebsabfall einsammle. Nur wegen dieser AbsichtserklÃ¤rung bzw. der daraus resultierten Meinungsverschiedenheit erscheint es im Ãbrigen Ã¼berhaupt erforderlich, die vorstehend dargelegten Vorschriften betreffend den Umfang des Entsorgungsmonopols des Gemeinwesens (Art. 31b und 31c USG, Art. 3 Abs. 1 und Art. 12 Abs. 3 TVA) gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin durch VerfÃ¼gung zu konkretisieren, denn diese Vorschriften bzw. die darin geregelten Entsorgungspflichten richten sich primÃ¤r an das Gemeinwesen und den Abfallinhaber, denen gegenÃ¼ber die BeschwerdefÃ¼hrerin als Drittperson erscheint, und diese Entsorgungspflichten werden unmittelbar durch die fraglichen Bestimmungen begrÃ¼ndet, die nicht zwingend einer Konkretisierung durch VerfÃ¼gung bedÃ¼rfen (vgl. Ulrich HÃ¤felin/Walter Haller, Allgemeines Verwaltungsrecht. 4. A., ZÃ¼rich 2002, Rz. 749 ff.). Vor diesem Hintergrund ist es nicht erheblich, ob Beweise dafÃ¼r vorliegen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die vom Verbot betroffene TÃ¤tigkeit seit 1. Januar 2004 tatsÃ¤chlich ausgeÃ¼bt hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.2 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, das streitbetroffene Verbot stehe im Widerspruch zu den anwendbaren kommunalen Rechtsvorschriften.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>GemÃ¤ss § 16 AbfallG werden SiedlungsabfÃ¤lle, sofern sie nicht separat gesammelt werden, dem Ã¶ffentlichen Sammelwesen Ã¼bergeben und in Ã¶ffentlichen Anlagen behandelt. GestÃ¼tzt auf § 35 Abs. 1 AbfallG kÃ¶nnen die Gemeinden in ErgÃ¤nzung von Bund und Kanton bestimmen, welche AbfÃ¤lle separat zu sammeln sind (vgl. Antrag des Regierungsrats vom 27. Mai 1992 an den Kantonsrat zum Erlass des Abfallgesetzes, Abl 1992, 937). GemÃ¤ss § 3 der kantonalen Abfallverordnung vom 24. November 1999 (LS 712.11) sorgen die Gemeinden fÃ¼r die getrennte Sammlung der SiedlungsabfÃ¤lle Glas, Metall und Papier sowie von AltÃ¶l aus Haushalten (Abs. 1). Die Gemeinden kÃ¶nnen die getrennte Sammlung weiterer SiedlungsabfÃ¤lle vorschreiben (Abs. 2). Die getrennt zu sammelnden SiedlungsabfÃ¤lle sind von den Inhabern nach den Vorschriften der Gemeinde der entsprechenden Sammlung zuzufÃ¼hren (Abs. 3). Die kommunale Abfallverordnung enthÃ¤lt in Art. 2 Definitionen und regelt in Art. 7 die Sammlungen sowie in Art. 9 die Pflichten der Privaten. Soweit dort von BetriebsabfÃ¤llen die Rede ist (vgl. Art. 2 Abs. 2, Art. 7 Abs. 5 und Art. 9 Abs. 4), kann darunter in bundesrechtskonformer Auslegung neben dem spezifischen auch unspezifischer Betriebsabfall verstanden werden, sofern er von den Betrieben sortenrein zur Entsorgung bereitgestellt wird; andernfalls ist der unspezifische Betriebsabfall wie Hauskehricht (vgl. Art. 2 Abs. 1, Art. 7 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 AbfallV) zu entsorgen. GestÃ¼tzt auf diese Auslegung ist das angefochtene Verbot nicht zu beanstanden.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.3 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht erneut geltend, es sei ihren Angestellten nicht mÃ¶glich oder nicht zumutbar, auf der Kehrichttour jeden Container daraufhin zu untersuchen, ob er sortenreinen oder vermischten unspezifischen Betriebsabfall enthalte. Gerade darin liege anderseits der Grund, weshalb sie den eingesammelten Betriebsabfall "zusÃ¤tzlich extern" im Abfallsortierwerk E AG sortieren lasse. Bei der Abgrenzung des unspezifischen unsortierten Betriebsabfalls (welcher unter das Versorgungsmonopol der Gemeinde falle) vom unspezifisch sortierten Betriebsabfall (welcher nicht unter dieses Monopol falle) kÃ¶nne es jedoch nicht darauf ankommen, ob die Sortierung betriebsintern oder extern erfolge.</span></p> <p class="Erwgung2"><span>Wie das Bundesgericht im zitierten BGE 125 II 508 in E. 6e festgehalten hat, fÃ¼hrt die vorgenommene Abgrenzung zwischen sortiertem und unsortiertem Betriebsabfall (vgl. auch vorn E. 3.2) dazu, dass gleichartige AbfÃ¤lle in einem Betrieb als gemischter Abfall und damit als Siedlungsabfall entsorgt werden mÃ¼ssen, wÃ¤hrend sie in einem anderen Betrieb mit einer besseren internen Abfallsortierung unter eigener Verantwortung als sortenreiner Abfall entsorgt werden kÃ¶nnen, sofern dies fÃ¼r den Betrieb als vorteilhaft erscheint. Diese Folge sei hinzunehmen, umso mehr als sie dem Grundgedanken entspreche, die Abfalltrennung an der Quelle und die Verwertung von AbfÃ¤llen zu fÃ¶rdern. â Daraus ergibt sich nicht nur die Rechtfertigung fÃ¼r die getroffene Abgrenzung, sondern auch, dass eine betriebsexterne Sortierung des Abfalls, wie sie die BeschwerdefÃ¼hrerin als privates Entsorgungsunternehmen praktizieren will, der betriebsinternen Sortierung nicht gleichgestellt werden kann. Unter dem Gesichtswinkel einer mÃ¶glichst umweltgerechten Verwertung und Entsorgung (Art. 30 USG) ist die betriebsinterne Sortierung (an der Quelle) einer betriebsexternen vorzuziehen. Es ist daher auch nicht rechtsverletzend, wenn die genannten Vorschriften dahin ausgelegt werden, dass unspezifischer sortierbarer Betriebsabfall dem Entsorgungsmonopol nur entzogen ist, wenn die Sortierung im Betrieb und damit an der Quelle erfolgt.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>4.4 </span></b><span> Die BeschwerdefÃ¼hrerin machte in der Rekursschrift geltend, es sei jedem Gewerbetreibenden erlaubt, seine AbfÃ¤lle direkt in die Verbrennungsanlage F zu bringen und dort â sortiert oder unsortiert â entsorgen zu lassen. Der Bezirksrat erwog, dies treffe nicht zu (Rekursentscheid E. 3.3.3), was in der Beschwerdeschrift als aktenwidrig gerÃ¼gt wird. In der Tat ergibt sich aus den Akten, dass die F ihre Dienstleistungen auch im Rahmen solcher Direktanlieferungen anbietet (act. 7/2/11). Hieraus kann die BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch nichts zu ihren Gunsten ableiten, und zwar unabhÃ¤ngig davon, ob derartige Direktanlieferungen mit dem Entsorgungsmonopol vereinbar sind oder nicht. Gegen das Monopol verstÃ¶sst es jedenfalls, wenn Gewerbebetriebe fÃ¼r die Entsorgung des unspezifischen unsortierten Betriebsabfalls die Dienstleistung eines privaten Entsorgungsunternehmens wie der BeschwerdefÃ¼hrerin in Anspruch nehmen. Unbehelflich ist insbesondere ihr in diesem Zusammenhang erhobener Einwand, mit dem ihr gegenÃ¼ber ausgesprochenen Verbot, unsortierten Betriebsabfall einzusammeln, werde das Entsorgungsmonopol unzulÃ¤ssigerweise zu einem Transportmonopol ausgeweitet. Zum einen verkennt sie, dass das Entsorgungsmonopol auch den Abfuhrdienst umfasst (Art. 7 Abs. 6<sup>bis</sup> USG; Tschannen, Art. 31b N. 18). Zum andern fÃ¼hrt sie laut ihrer eigenen Darstellung bei der Entsorgung von Betriebsabfall nicht nur TransportauftrÃ¤ge der betreffenden Betriebe aus.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Die Gerichtskosten sind der unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG), welcher nach § 17 Abs. 2 VRG von vornherein keine ParteientschÃ¤digung zusteht. Eine solche EntschÃ¤digung ist aber auch dem obsiegenden Beschwerdegegner nicht zuzusprechen; diesbezÃ¼glich kann auf die zutreffende ErwÃ¤gung 4.2 im Rekursentscheid verwiesen werden (§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'560.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2">5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</p> <p class="Einzug2">6. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>