Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. Juli 2015 (725 15 48 / 183) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Voraussetzungen für eine revisionsweise Erhöhung der bisher ausgerichteten Invaliden- rente sind nicht gegeben Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer-Münch, Advokat, Güter- strasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1959 geborene A.____ war seit Mitte August 2 004 als Bodenleger bei der B.____ GmbH angestellt und in dieser Tätigkeit bei der Sch weizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 24. September 2009 erlitt A.____ beim Abräumen eine r Baustelle einen Unfall, bei welchem er sich laut der Diagnose des erstbehandelnden Arztes Dr. med. C.____, Allgemeine Medizin FMH, einen „komplexen Meniskusschaden medial links“ (vgl. das “Arztzeugnis UVG“ des ge- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nannten Arztes vom 17. Oktober 2009) zuzog. Nachdem die SUVA nach Eingang der Unfall- meldung für die Heilungskosten aufgekommen war und Ta ggeldzahlungen entsprechend der ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit geleistet hatte, spra ch sie A.____ mit Verfügung vom 10. Januar 2013 für die verbleibenden Unfallfolgen m it Wirkung ab 1. Januar 2013 eine Invali- denrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % sowie eine auf einer Integritätsein- busse von 10 % basierende Integritätsentschädigung zu. D aran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2 013 fest. Gegen diesen Ein- spracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat N ikolaus Tamm, Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kanto nsgericht), welche jedoch mit Urteil vom 23. Januar 2014 (Verfahren-Nr. 725 13 236 / 25) abgewiesen wurde. Noch während der Rechtshängigkeit des vorerwähnten kant onsgerichtlichen Beschwerdever- fahrens musste sich A.____ erneut am linken Knie operier en lassen. Er meldete der SUVA deswegen am 2. Oktober 2013 einen Rückfall zum Unfalle reignis vom 24. September 2009, worauf diese hierfür wiederum ihre gesetzlichen Leistung en (Heilbehandlung, Taggelder) er- brachte. Mit Verfügung vom 19. September 2014 stellte die SUVA diese vorübergehenden Leis- tungen unter Hinweis, dass der medizinische Endzustand wie der eingetreten sei, per 30. September 2014 ein. Gleichzeitig lehnte sie eine Erhöhung der bisher ausgerichteten Invali- denrente des Versicherten mit der Begründung ab, dass dieser von Seiten der Unfallfolgen im selben Umfang wie vor dem Rückfall arbeitsfähig sei. D aran hielt die SUVA auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2014 fest. B. Hiergegen erhob A.____, wiederum vertreten durch A dvokat Nikolaus Tamm, am 3. Februar 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, es sei der angefochte- ne Einspracheentscheid aufzuheben und die laufende Rente sowie die Integritätsentschädigung seien, gegebenenfalls gestützt auf ein gerichtlich anzuord nendes Gutachten, angemessen zu erhöhen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter o/e Kostenfolge. C. Mit Verfügung vom 9. März 2015 bewilligte das Kant onsgericht dem Beschwerdeführer gestützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorl iegende Beschwerdeverfahren die unent- geltliche Verbeiständung mit Advokat Nikolaus Tamm als Rechtsvertreter. D. In ihrer Vernehmlassung vom 27. März 2015 beantragte die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in D.____, weshalb die ör tliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein- spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 A TSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Im versicherungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind g rundsätzlich nur Rechtsver- hältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen der zuständige Sozialversicherer vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung geno mmen hat. Insoweit bestimmt die Verfü- gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgeg enstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurt eilsvoraussetzung, wenn und inso- weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E . 2.1, 125 V 414 E. 1a und b, je mit Hin- weisen). Vorliegend stellte die SUVA im angefochtenen Einspracheentscheid die vorüberge- henden Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) unter Hinweis, dass der medizinische Endzu- stand wieder eingetreten sei, per 30. September 2014 ein. Gleichzeitig lehnte sie eine Erhö- hung der bisher ausgerichteten Invalidenrente des Versich erten ab. In seiner Beschwerde be- antragte der Versicherte, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es sei- en die laufende Rente sowie die Integritätsentschädigu ng angemessen zu erhöhen. Die Frage einer revisionsweisen Erhöhung der Integritätsentschädigu ng bildete nun allerdings nicht Ge- genstand des angefochtenen Einspracheentscheides, weshalb es diesbezüglich an einem An- fechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvorauss etzung fehlt. Auf den Antrag des Beschwerdeführers, wonach (auch) die Integritätsentschäd igung angemessen zu erhöhen sei, kann deshalb im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahr ens nicht eingetreten werden. Dazu kommt, dass der Versicherte in seiner Beschwerdebegrün dung mit keinem Wort auf die- sen Antrag eingegangen ist, sodass darauf im Übrigen auch wegen Fehlens einer rechtsgenüg- lichen Begründung nicht eingetreten werden könnte. 1.3 Soweit mit der vorliegenden Beschwerde die Aufhebu ng des angefochtenen Ein- spracheentscheides und eine angemessene Erhöhung der lau fenden Invalidenrente beantragt werden, kann auf das frist- und formgerecht erhobene Rechtsmittel eingetreten werden. 2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Die Leistungspflicht des Un- fallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Erei gnis und dem eingetretenen Schaden (Invalidität, Integritätseinbusse) ein natürliche r (vgl. dazu BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen) und ein adäquater (vgl. dazu BGE 129 V 18 1 E. 3.2 mit Hinweis) Kausalzusam- menhang gegeben ist. 2.2 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu minde stens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit da uernde ganze oder teilweise Erwerbs- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht unfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeintr ächtigung der körperlichen oder geis- tigen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Beha ndlung und Eingliederung verblei- benden ganzen oder teilweisen Verlust der Erwerbsmögli chkeiten auf dem in Betracht kom- menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 2.3 Wie eingangs geschildert, sprach die SUVA dem Versiche rten mit Verfügung vom 10. Januar 2013, welche sie mit Einspracheentscheid vo m 26. Juni 2013 bestätigt hat, für die verbleibenden Folgen des Unfallereignisses vom 24. September 2009 mit Wirkung ab 1. Januar 2013 eine Invalidenrente basierend auf einer Erwerbsunfähigkeit von 15 % zu. 3.1 Laut Art. 11 der Verordnung über die Unfallversi cherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfäll e und Spätfolgen gewährt. Bei ei- nem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern eine r vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar g eheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krank- heitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schli essen somit begrifflich an ein bestehen- des Unfallereignis an (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprechung und Verwaltungspra- xis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 327 E. 2; BGE 118 V 296 E. 2c mit Hinweisen). 3.2 Im vorliegenden Verfahren steht ausser Frage, dass e s beim Beschwerdeführer im Herbst 2013 zu einem Rückfall kam, der in einem natürli chen und einem adäquaten Kausalzu- sammenhang zum Unfallereignis vom 24. September 2009 st and. Dementsprechend hat die SUVA denn auch nach Eingang der Rückfallmeldung dem Versicherten hierfür ihre gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) erbracht. Vom Beschwerdeführer ebenfalls nicht in Frage gestellt wird, dass der medizinische Endzustand im S eptember 2014 (wieder) erreicht und die SUVA demzufolge berechtigt war, den (Rück-) Fall unter Einstellung der vorübergehen- den Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) per Ende des genannten Monats abzuschliessen. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist einzig, ob sich die verbleibenden Unfallfolgen im linken Knie aufgrund des Rückfalls erheblich verschlimmert haben und der Beschwerdeführer deshalb Anspruch auf Erhöhung seiner bisherigen, auf einer Erw erbsunfähigkeit von 15 % basierenden Invalidenrente hat. 4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Invalidenren ten der Unfallversicherung für die Zukunft zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände- rung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet i st, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Ände- rung des Gesundheitszustandes der versicherten Person. Dar über hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge- sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 34 9 E. 3.5 mit Hinweisen). Zu be- achten ist im Bereich des obligatorischen Unfallversicherung srechts, dass das Bundesgericht die Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung bejaht, wenn sich der Invaliditätsgrad um 5 Pro- zentpunkte ändert (BGE 140 V 87 E. 4.3,133 V 547 E. 6.2). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätz ung von im Wesentlichen un- veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu e iner materiellen Revision. Bloss auf ei- ner anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhe bliche Differenzen sind daher von revisionsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugr enzen. Eine ärztliche Schlussfol- gerung, die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht verändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Ur teil J. des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer ansp ruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk- ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkunge n des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die SUVA dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 10. Januar 2013, welche sie mit Einspracheentscheid vom 26. Juni 2013 bestätigt hat, unter anderem eine I nvalidenrente basierend auf einer Er- werbsunfähigkeit von 15 % zugesprochen. Nachdem sie den v om Versicherten anfangs Okto- ber 2013 gemeldeten Rückfall unter Einstellung der vor übergehenden Leistungen per Ende September 2014 abgeschlossen hatte, nahm die SUVA eine Überprüfung des Rentenan- spruchs des Beschwerdeführers vor. Dabei gelangte sie zur Auffassung, dass dieser von Seiten der Unfallfolgen wieder im selben Umfang wie vor dem Rückfall arbeitsfähig sei. Sie lehnte deshalb eine Erhöhung der bisher ausgerichteten Inval idenrente mit Verfügung vom 19. September 2014 bzw. mit Einspracheentscheid vom 29. Dezember 2014 ab. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen V erhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Erhöhung der bis anhin ausgerichteten Rent e rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt des rentenzusprechenden Entscheids vom 26. Juni 2013 be- standen hat, mit demjenigen im Zeitpunkt des vorliegen d angefochtenen Einspracheentscheids vom 29. Dezember 2014. 5. Im Folgenden ist somit zu prüfen, ob sich die unfallb edingten Gesundheitsbeeinträchti- gungen im linken Knie und - damit einhergehend - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicher- ten seit der Rentenzusprache in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert haben. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Ve rsicherungsgerichts (EVG; seit Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilu ngen) bleibt folglich weitestgehend an- wendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 1 32 V 99 E. 4 mit weiteren Hinwei- sen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherung sträger alleine nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber zu berücksichtigen, solange keine - auch nur ge ringe - Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 6.1 Im Rahmen der ursprünglichen Rentenzusprache stützte sich die SUVA bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf den B ericht des Kreisarztes Dr. med. E.____, Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegung sapparates FMH, vom 22. August 2012. Darin hatte dieser festgehalten, in Berücksichtig ung der verbleibenden Unfallfolgen im linken Knie bestehe im angestammten Beruf als Bodenlege r eine vollständige Arbeitsunfähig- keit. Dagegen seien dem Versicherten vor allem sitzende Tätigkeiten mit kurzen stehenden und gehenden Intervallen ebenerdig ganztags zumutbar. Von Treppensteigen, Knien, Kauern, von mittelschweren und schweren beinbetonten Arbeiten sowie von Tätigkeiten in unebenem Ge- lände müsse allerdings abgesehen werden. Dieser Einschä tzung hatte sich der damals behan- delnde Arzt Dr. med. F.____, Oberarzt der Klinik für O rthopädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, Spital G.____, vollumfänglich angeschlossen. Auch in Bezug auf die schon damals bestehende Muskelatrophie waren sich der Kreisarzt und der behandelnde Arzt dahingehend einig, dass es sich aufgrund der nicht weiterführenden neurologischen Abklä- rungen um eine Inaktivitätsatrophie handle und dass kein e Besserung mehr zu erwarten und der Endzustand eingetreten sei. Gestützt auf diese über einstimmenden fachärztlichen Beurtei- lungen ermittelte die SUVA in der damaligen Rentenve rfügung vom 10. Januar 2013 einen In- validitätsgrad von 15 %. Das Kantonsgericht schützte in der Folge diese Verfügung - bzw. den sie bestätigenden Einspracheentscheid vom 26. Juni 2013 - mit Urteil vom 23. Januar 2014 im Wesentlichen mit der Begründung, dass keine Anhaltspunkt e ersichtlich seien, die geeignet wären, auch nur geringe Zweifel an der Richtigkeit der kreisärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung, welcher sich auch der behandelnde Arzt Dr. F.____ ausdr ücklich und vollumfänglich ange- schlossen habe, zu erwecken. 6.2 Am 2. Oktober 2013 und somit noch während der Rech tshängigkeit des vorerwähnten kantonsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens meldete der Versi cherte der SUVA unter Hinweis, dass er sich am 9. September 2013 einer erneuten Operat ion am linken Knie habe unterziehen müssen, einen Rückfall zum Unfallereignis vom 24. Septemb er 2009 an. Wie dem Bericht des behandelnden Chirurgen PD Dr. med. H.____, Teamleit er Kniechirurgie, Spital G.____, vom 16. September 2013 entnommen werden kann, hatte die ser eine Insuffizienz der Vorderhorn- Aufhängung am lateralen Meniskus des linken Knies mit ausg eprägter Quadrizepsatrophie und schmerzhafter Bewegungseinschränkung diagnostiziert und deswegen am 9. September 2013 eine diagnostische Arthroskopie, Synovektomie und offene Refixation des Vorderhorns am late- ralen Meniskus des linken Knies durchgeführt. Anlässlich de r klinischen Nachkontrollen stellte PD Dr. H.____ einerseits eine Teilbesserung der Beschw erden, anderseits aber auch die Per- sistenz von brennenden Schmerzen im linken Knie fest. Mit Bericht vom 29. November 2013 bestätigte er jedoch die regelgerechte Ausheilung nach dem operativen Eingriff sowie die inzwi- schen mögliche Vollbelastung des linken Knies. Der SUVA- Kreisarzt Dr. med. I.____, Chirurgie FMH, gelangte deshalb in seiner gestützt auf die Akten erfolgten Beurteilung vom 13. Dezember 2013 zur Auffassung, dass der status quo a nte eingetreten und der Versicherte ab 1. Januar 2014 wieder im Rahmen der zugesprochenen Rente arbeitsfähig sei. Gestützt auf diese Einschätzung stellte die SUVA die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Tag- gelder) zunächst auf diesen Termin ein, auf Interventio n des behandelnden Arztes PD Dr. H.____ hin, wurde die Weiterausrichtung dieser Leistung en aber im Januar 2014 wieder zuge- sichert. In der Folge veranlasste PD Dr. H.____ eine fac härztliche Untersuchung bei Prof. Dr. med. J.____, Neurologie FMH, um die Ursache der Qu adrizepsatrophie abzuklären. Ge- mäss dessen Bericht vom 30. April 2014 habe die vom Versic herten angegebene Sensibilitäts- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht störung neurographisch nicht objektiviert werden können. Myographisch hätten sich zudem kei- ne Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die schon seit längerer Zeit bekannte Muskelatrophie am linken Oberschenkel eine neurologische Ursache oder Teilu rsache haben könnte. Somit dürfe davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Inaktivität satrophie wegen schmerzbeding- ter Innervationshemmung handle. Gestützt auf die ihm vorgelegten Akten bestätigte der Kreis- arzt Dr. med. K.____, Facharzt für Chirurgie, denn a uch am 24. Juni 2014 erneut den Eintritt des status quo ante. 6.3 Auf erneute Intervention des behandelnden Arztes PD Dr. H.____ hin veranlasste die SUVA eine persönliche Untersuchung des Versicherten, wel che am 7. August 2014 durch den Kreisarzt Dr. K.____ durchgeführt wurde. Im entsprechen den Bericht hielt dieser fest, dass ak- tuell erhebliche Beschwerden und ein weitgehend funktio nsloses linkes Bein vorliegen würden. Nach dem ursprünglichen Meniskusriss an der Innenseite des linken Kniegelenks im Jahr 2009 sei der Versicherte fünf Jahre und fünf Operationen spä ter praktisch invalid. Der Versicherte könne nur noch mit Krücken laufen und selbst mit den Krü cken sehe der Gang äusserst müh- sam aus. Die Ursache der Symptomatik sei unklar. Weder ne urologisch noch orthopädisch sei- en Angriffspunkte zur Verbesserung der Situation gefu nden worden. Die objektiv vorliegenden Pathologien seien nicht mit den demonstrierten Beschwer den in Einklang zu bringen. Das ob- jektiv nachgewiesene Muskeldefizit lege die Vermutung nah e, dass das linke Bein schmerzbe- dingt kaum verwendet werde. Bei der desolaten muskulär en Situation würde auch eine Total- endoprothese kaum die nötige Stabilität finden. Gegenwärtig sei eine verwertbare Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht gegeben. Als le tzte Therapiemöglichkeit sehe er noch einen Aufenthalt in der Klinik L.____, damit im Rahm en einer längeren Beobachtung mögliche unfallfremde Ursachen eingeschätzt werden könnten und sich allenfalls hinsichtlich der ortho- pädischen Situation durch Muskelaufbau ein Verbesserung der Situation erreichen lasse. In der Folge wurde der Versicherte vom 21. August bis 12. Sept ember 2014 in der Klinik L.____ stati- onär behandelt. Dort wurde gemäss Austrittsbericht vom 12. September 2014 nebst den bereits bekannten Diagnosen neu eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren diagnostiziert. Der Versicherte demonstriere aktu ell ein sehr ausgeprägtes Beschwer- debild mit Gang an zwei Unterarmgehstöcken, das aufgrun d der radiologischen und klinischen Befunde in seinem Ausmass nicht erklärbar sei. Die Besc hwerdeproblematik sei chronifiziert und werde auf der Verhaltensebene durch eine erhebli che Symptomausweitung überlagert und akzentuiert. Der Versicherte zeige sich an Informationen über besseren Umgang mit Schmer- zen kaum interessiert, es habe auch keine Verhaltensänder ung beobachtet werden können. Weder in Bezug auf die Schmerzproblematik noch in Bezu g auf die Beweglichkeit des Knies habe eine Verbesserung erreicht werden können. Was die A rbeitsfähigkeit betreffe, so könne der Versicherte die angestammte Tätigkeit als Bodenleg er nicht mehr ausüben. Zumutbar sei ihm aber ganztags noch eine leichte bis mittelschwere T ätigkeit, welche für das linke Knie wechselbelastend sei und keine Zwangshaltungen wie Knie n, Kauern und Hocken erfordere. Der Anteil der sitzend auszuführenden Arbeit sollte dabei höher als 50 % sein. 6.4 Gestützt auf diesen ausführlichen Bericht der Klini k L.____ stellte der Kreisarzt Dr. med. M.____, Facharzt für Orthopädie und Unfallc hirurgie, am 18. September 2014 erneut den Status quo ante fest, worauf die SUVA dem Versicher ten mit Schreiben vom Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 19. September 2014 die Einstellung der Taggeldleistun gen in Aussicht stellte. Als Reaktion auf diese Ankündigung wies der behandelnde Arzt PD Dr. H._ ___ die SUVA mit Schreiben vom 6. Oktober 2014 darauf hin, dass er zwar die kreisärztlich en Untersuchungsbefunde und die Bemerkungen über den Krankheitsverlauf in grossen Teil en unterstützen könne, bezüglich der Arbeitsfähigkeit gelange er aber zu einer anderen Be urteilung. Aufgrund der ausgeprägten und zunehmenden Quadrizepsatrophie sei das linke Knie nicht mehr einsatzfähig. Dem Versicher- ten sei daher nur noch eine leichte bis vorwiegend sitz ende Tätigkeit halbtags zumutbar. Der Endzustand sei sicherlich erreicht, eine Knietotalendoprothese würde die Situation aufgrund der Atrophie nicht bessern, sondern möglicherweise sogar verschl echtern. Am 14. Oktober 2014 nahm der Kreisarzt Dr. K.____ zu dieser Einschätzung de s behandelnden Arztes Stellung. Er wies darauf hin, dass er bereits in früheren Beurteilungen festgestellt habe, dass die vom Versi- cherten geklagten Beschwerden nicht mit den objektiven Be funden in Übereinstimmung zu bringen seien. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes in der Klinik L.____ sei nun eine erheb- liche Symptomausweitung festgestellt worden. In Würdigu ng aller Berichte komme er zum Schluss, dass aus rein unfallchirurgisch-orthopädischer S icht bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit des Versicherten auf die im Austrittsbericht de r Klinik L.____ umschriebene Zumutbar- keitsbeurteilung abzustellen sei. Darüber hinausgehende E inschränkungen stünden aus unfall- chirurgisch-orthopädischer Sicht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem Kausal- zusammenhang zum Unfallereignis vom 24. September 2009. 7.1 Eine Würdigung der geschilderten medizinischen Unte rlagen ergibt, dass in Bezug auf die objektivierbaren Befunde aktuell keine erheblichen D ifferenzen zur Situation im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache feststellbar sind. Der Versicherte benutzte bereits damals zwei Gehstöcke und er litt deswegen schon dannzumal unter einer Inaktivitätsatrophie der Mus- keln am linken Bein. Unstreitig ist, dass sich die Situati on am linken Knie im Sommer 2013 auf- grund der Insuffizienz der Vorderhorn-Aufhängung am la teralen Meniskus verschlechtert hatte, weshalb die durchgeführte Refixation der Vorderhorn-Au fhängung fraglos indiziert war. Die Operation war in der Folge aber nachweislich erfolgre ich. So bestätigte auch der behandelnde Arzt PD Dr. H.____ knapp drei Monate nach dem Eingriff , dass reizlose Narbenverhältnisse vorlägen und eine Vollbelastung wieder möglich sei. I n der Folge wurde die von der SUVA be- absichtigte Leistungseinstellung zwar auf Interventionen von PD Dr. H.____ hin, der jeweils auf persistierende Schmerzen des Versicherten verwies, mehrfa ch aufgeschoben, objektive Befun- de für die geklagten Schmerzen liessen sich aber keine mehr finden. Zudem ergab die nochma- lige Abklärung der Muskelatrophie durch Prof. Dr. J.____ , einen bis anhin nicht involvierten Neurologen, dass es sich um eine Inaktivitätsatrophie weg en schmerzbedingter Innervations- hemmung handle. Schliesslich bestätigte auch die Klinik L.____, dass die geklagten Schmerzen in diesem Ausmass aufgrund der radiologischen und klinische n Befunde nicht erklärbar seien und dass eine erhebliche Symptomausweitung vorliege. Entsprechend diagnostizierten die Ärz- te der Klinik L.____ erstmals eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi- schen Faktoren. Soweit diese Schmerzstörung in einem nat ürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stehen sollte, ist ihr im Hinblick auf den Ba gatellcharakter des Unfalls aber in jedem Fall die für eine allfällige Leistungspflicht des Unf allversicherers zusätzlich erforderliche Adä- quanz abzusprechen. Die in der Klinik L.____ diagnostizie rte chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren muss deshalb unberücksichtigt bleiben, wenn - wie hier Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht - die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n aus ausschliesslich unfallversicherungs- rechtlicher Sicht zur Diskussion steht. 7.2 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeign et, die vorinstanzliche Würdigung des medizinischen Sachverhaltes in Frage zu stellen. Er m acht insbesondere geltend, die kreisärztliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wecke ins ofern Zweifel an ihrer Schlüssigkeit, als der Kreisarzt Dr. K.____ in seiner Beurteilung vom 7. August 2014 noch von einer fehlenden Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit auf dem allge meinen Arbeitsmarkt ausgegangen sei, ehe er bloss etwas mehr als zwei Monate später „eine 180 -Grad-Wende“ vollzogen und nun- mehr das Erreichen des Status quo ante bejaht habe. Die sem Einwand ist entgegen zu halten, dass der Kreisarzt seine Beurteilung im August unter dem Vorbehalt der Ergebnisse der Abklä- rungen in der Klinik L.____ geäussert und darauf hinge wiesen hatte, dass unter einer längeren Beobachtung gegebenenfalls auch unfallfremde Ursachen e ingeschätzt werden könnten. Ge- nau solche unfallfremden Ursachen sind denn auch in der Folge in der Klinik L.____ in Form einer erheblichen Symptomausweitung festgestellt worden . Insofern erweist sich die durch den Kreisarzt Dr. K.____ im Oktober 2014 erfolgte Anpassung seiner früheren Zumutbarkeitsbeur- teilung als plausibel und nachvollziehbar. Nichts zu seine n Gunsten ableiten kann der Be- schwerdeführer schliesslich aus dem Einwand des behandelnden Arztes PD Dr. H.____, der auch in seiner letzten Stellungnahme im Vergleich zur Einschätzung der SUVA-Ärzte von einer erheblich stärker beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit des Versicherten ausgeht. Auf diese Zumut- barkeitsbeurteilung des behandelnden Arztes kann jedoch n icht abgestellt werden, da sie nicht nur die reinen Unfallfolgen im linken Knie, sondern offenbar auch die Auswirkungen der - zu- mindest nicht adäquat unfallkausalen - chronischen Sch merzstörung mit somatischen und psy- chischen Faktoren auf die Arbeitsfähigkeit mitberücksichtigt. 7.3 Vergleicht man den Sachverhalt, wie er im Zeitpun kt des rentenzusprechenden Ent- scheids bestanden hat, mit der aktuellen Situation, so z eigt sich, dass sich die unfallbedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen und - damit einhergehen d - der Grad der Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht in einer anspruchserheblichen Weise verschlechtert haben. Somit besteht aber, wie die SUVA zutreffend entschieden hat, kein An lass für eine revisionsweise Erhöhung der dem Versicherten bis anhin ausgerichteten Invalidenrente. 8. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass der angefochtene Einsprache- entscheid der SUVA vom 29. Dezember 2014 nicht zu beanst anden ist. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie - soweit darauf eingetreten werden kann (vgl. E. 1.2 hiervor) - abgewiesen werden muss. 9.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind demnach für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu erheben. 9.2 Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen; di e obsiegende Beschwerdegeg- nerin ist zwar anwaltlich vertreten, Art. 61 lit. g AT SG schränkt den Anspruch auf eine Partei- entschädigung jedoch ausdrücklich auf die Beschwerde führende Person ein. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 9. März 2015 für das vorliegende Ver- fahren die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Re chtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus der Gerichtskasse zu entschä digen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17 . November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung). beträgt das Honorar bei unen tgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ha t in seiner Honorarnote vom 22. April 2015 für das vorliegende Verfahren einen Z eitaufwand von 11,75 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stelle nden Sachverhalts- und Rechts- fragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind so dann die ausgewiesenen Ausla- gen von Fr. 49.40. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘591.35 (11,75 Stunden à Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 49.40 + 8 % Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 9.4 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 2‘591.35 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht