B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5425/2014 U r t e i l v o m 2 9 . S e p t e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Irak, vertreten durch Rolf G. Rätz, Fürsprecher, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 4. September 2014 / N _______. D-5425/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer – ein irakischer Staatsangehöriger – seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 28. Februar 2014 verliess und via B._______ , Slowenien und Italien am 26. Juli 2014 illegal in die Schweiz einreiste, wo er am 28. Juli 2014 im Empfangs - und Verfahrens- zentrum C._______ um Asyl nachsuchte, dass das BFM ihm anlässlich de r Befragung zur Person am 5. August 2014 das rechtliche Gehör zum möglichen Nichteintretensentscheid g e- mäss Art. 31 a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31), zur mutmasslichen Zu- ständigkeit Sloweniens bezi ehungsweise Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise zu einer allfäll i- gen Überstellung dorthin gewährte und ihm Gelegenheit gab, sich dazu zu äussern, dass er in diesem Zusammenhang erklärte , bei einer Rückkehr nach Slowenien würde er dort sofort sterben, dass er dort während 20 Tagen im Gefängnis nicht normal gegessen h a- be, dass man in Slowenien von ihm verlangt habe, ein Asylgesuch zu stellen, dass sie auch seine Fingerabdrücke hätten nehmen wollen und, als er dies anfangs abgelehnt habe, ihm mit der Ausschaffung in ein anderes Land gedroht hätten, dass er dann ins Gefängnis gebracht worden sei, wo er mehr als vier Mo- nate verbracht habe, dass er als Gründe, welche gegen die Zuständigkeit Italiens und eine Wegweisung dorthin sprechen, angab, er könne in keinem anderen eur o- päischen Land als in der Schweiz leben, dass ausserdem seine Tante und seine Verlobte (Cousine) in der Schweiz leben würden, weshalb er gerne hier bleiben möchte, dass ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Zent- raleinheit Eurodac) ergab, dass der Beschwerdeführer am 20. März 2014 in D._______ (Slowenien) ein Asylgesuch eingereicht hatte, D-5425/2014 Seite 3 dass das BFM gestützt auf diesen Eurodac -Treffer am 18. August 2014 die slowenischen Behörden um Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festl e- gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenl o- sen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ersuchte, dass die slowenischen Behörden das Übernahmeersuchen am 1. Se p- tember 2014 guthiessen, dass das BFM mit Verfügung vom 4. September 2014 – eröffnet am 16. September 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2014 nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schwei z nach Slowenien verfügte, den B e- schwerdeführer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungs- fall – aufforderte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kanton E._______ mit dem Vollzug der Wegweisung b e- auftragte, dem Be schwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung, dass das BFM zur Begründung sei nes Nichteintretensentscheides aus- führte, der Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Zentraleinheit Eurodac weise nach, dass er am 20. März 2014 in Slow e- nien um Asyl ersucht habe, dass die slowenischen Behör den dem Übernahmeersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin -III-VO zugestimmt hätten, weshalb gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Krit e- rien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Pr ü- fung eines in einem Mitg liedstaat oder in der Schweiz gestellten As ylan- trags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68 ]) die Z u- ständigkeit bei Slowenien liege, das Asyl - und Wegweisungsverfahren des Beschwerdeführers durchzuführen, dass sein anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 5. August 2014 geäu s- serter Wunsch nach einem Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl - und Wegweisungsverfahren habe, da es D-5425/2014 Seite 4 grundsätzlich nicht Sache der asylsuchenden Person sei, den für ihr Asylverfahren zuständigen Staat selber zu wählen, sondern die Besti m- mung des für sie zuständigen Staates alleine den beteiligten Dublin - Vertragsstaaten obliege, dass Slowenien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, S R 0.142.30) als auch der EMRK sei, dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen würden, dass sich dieses Land nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde, dass der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass er über Famili- enangehörige in der Schweiz verfüge, nichts zu seinen Gunsten ableiten könne, da Tanten und Cousinen nicht als Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gelten würden, dass gemäss dieser Bestimmung nur Ehegatten, nicht verheiratete Par t- ner, welche eine dauerhafte Beziehung führten, und minderjährige Kinder als Familienangehörige gelten würden, dass zudem auch keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsve r- hältnis zwischen dem Bes chwerdeführer und seinen in der Schweiz l e- benden Familienangehörigen bestünden, weshalb sich aus der Anwesen- heit seiner Tante und seiner Cousine kein Zuständigkeitskriterium ableiten lasse, dass hinsichtlich seines Vorbringens, er sei mit seiner Cousine ve rlobt, Art. 8 EMRK zu beachten sei, dass zur Bestimmung einer tatsächlich gelebten Beziehung im Sinne von Art. 8 EMRK gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen seien, so beispielsweise das gemeinsame Wohnen, die finanzielle Verflochtenheit, die Bindung der Partner aneinander und die Stabilität und Dauer der Beziehung (vgl. etwa Urteil D-4076/2011 vom 25. Juli 2011), dass aus den Akten nicht hervorgehe, dass der Beschwerdeführer mit seiner Cousine bezieh ungsweise Verlobten eine dauerhafte gelebte B e- ziehung im Sinne von Art. 8 EMRK führe, weshalb er daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten könne, D-5425/2014 Seite 5 dass seine Ausführungen die Zuständigkeit Sloweniens für die Durchfü h- rung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens n icht zu widerlegen ve r- möchten, dass seine Überstellung nach Slowenien – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin - III-VO) – bis spätestens am 1. März 2015 zu erfolgen habe, dass auf sein Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde, dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. September 2014 gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhe ben und beantragen liess, der Nichteintretensentscheid des BFM vom 4. Se p- tember 2014 sei vollumfänglich aufzuheben und es sei auf das Asylg e- such einzutreten, dass für die Dauer des Asylverfahrens von einer Wegweisung abzusehen sei, dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und die zuständige Behörde anzuweisen sei, für die Dauer des Beschwerdeve r- fahrens von Vollzugsmassnahmen abzusehen, dass für das Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des unterzeichneten Anwalts zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, dass als Beilagen die Vollmacht vom 23. September 2014, die angefoc h- tene Verfügung vom 4. September 2014 und eine und atierte Erklärung des Beschwerdeführers und seiner Verlobten zu den Akten gereicht wur- den, dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, dass die vorinstanzlichen Akten am 25. September 2014 beim Bundes- verwaltungsgericht eintrafen, D-5425/2014 Seite 6 und zieht in Erwägung, dass das Bun desverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V. m. Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art . 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufge zeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründethe it hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt i st, ob die Vorin- stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H.), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausreisen kön nen, der für die Durchführung D-5425/2014 Seite 7 des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass auf das vorliegend zu beurteilende Gesuch das Dublin -Asso- ziierungsabkommen Anwendung findet, dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festl e- gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), zu e r- folgen hat, dass die Dublin-II-VO durch die Dublin-III-VO abgelöst worden ist, welche ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union a n- wendbar ist, dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der Europäischen Union betreffend die Übernahm e der Dublin -III-VO (Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac -Besitzstands) der Bundesrat der Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umse t- zen werde, dass mit Bundesratsb eschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 1. Januar 2014 vorläufig angewendet, dass gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung der Dublin -III-VO diese auf alle Anträge auf internationalen Schutz und damit auf Asylgesu- che anwendbar ist, die ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden (vgl. Art. 49 Dublin-III-VO zweiter Satz), dass die Bestimmungen der Dublin -III-VO (vollständig) anwendbar sind, wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schut z als auch das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden, D-5425/2014 Seite 8 dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 28. Juli 2014 datiert und das Übernahmeersuche n des BFM an Slowenien am 18. August 2014 erfolgte, weshalb vorliegend die Dublin-III-VO zur Anwendung g e- langt, dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen g e- stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung z u- ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), dass der Beschwerdeführer am 20. März 2014 in Slowenien ein Asylg e- such einreichte, dass die slowenischen Behörden das Übernahmeersuchen des BFM vom 18. August 2014 am 1. September 2014 guthiessen, dass das BFM bei dieser Sachlage z u Recht von der Zuständigkeit Sl o- weniens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens ausging, dass in der Beschwerde im Wesentlichen geltend gemacht wird, es sei klar, dass der Beschwerdeführer und seine zukünftige Ehefrau F._______ (gemäss Eintrag im ZEMIS: G._______, N _______) nicht als Ehegatten betrachtet werden könnten, es handle sich jedoch vorliegend – entgegen der Auffassung des BFM – um nicht verheiratete Partner, welche eine dauerhafte Beziehung führten und somit unter dieselbe Schutzbesti m- mung fielen, dass das BFM diese Tatsache nicht geprüft habe, dass auch nicht behauptet werden könne, zwischen dem Beschwerdefüh- rer und seiner zukünftigen Ehefrau, welche mit ihrer Mutter und ihren minderjährigen Geschwistern in der Schweiz lebe, bestehe kein besonde- res Abhängigkeitsverhältnis, dass sich der Beschwerdeführer bereits in der Heimat um seine Familie gekümmert habe, was nun in der Fremde erst recht gelte, dass das BFM auch diesen Aspekt ungeprüft gelassen habe, dass vorliegend Art. 8 EMRK zu berücksichtigen sei, D-5425/2014 Seite 9 dass der Besc hwerdeführer zwar im H._______ in I._______ unterge- bracht sei, doch faktisch in J._______ bei seiner zukünftigen Ehefrau und deren Familie lebe, dass der Aspekt der finanziellen Verflochtenheit derzeit nicht im Vorde r- grund stehe, da ein Erwerbseinkommen fehle, dass jedoch jeder n ach seinen Möglichkeiten zur Finanzierung der tägl i- chen Bedürfnisse beitrage, dass aus der eingereichten Erklärung des Beschwerdeführers und seiner Verlobten hervorgehe, dass sie sich seit bereits rund sechs Jahren lieben würden, dass deshalb ihre Bindung und Beziehung als stabil zu bezeichnen sei, dass das BFM keine weiteren Abklärungen – insbesondere zur Bezi e- hung zu F._______ – getroffen habe, weil klar geworden sei, dass der Beschwerdeführer über Slowenien in die Schweiz eingereist und dem- nach dorthin zurückgeführt werden könne, dass das BFM aufzufordern sei, auf den Nichteintretensentscheid zurück- zukommen und diese offensichtlich relevanten Abklärungen beim B e- schwerdeführer, bei seiner zukünftigen Ehefrau , deren Mutter und G e- schwistern nachzuholen, dass weder die bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs geäusserte n Einwände noch die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen an der Zuständigkeit Sloweniens für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens etwas ändern können und auch keinen Anlass zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) begründen, dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz ersichtlich sind, zumal Slowenien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folte r und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) ist, und sich aus den Akten keine konkreten Hinweise ergeben, wonac h Slowenien sich nicht an die daraus resultierenden massgebenden völkerrechtlichen Besti m- mungen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot, halten würde, D-5425/2014 Seite 10 dass der Beschwerdeführer den slowenischen Behörden übergeben wird, damit sie die Möglichkeit haben, sich um ihn gebührend zu kümmern und sein Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen, dass Slowenien an die Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parl a- ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Auf- nahmerichtlinie), gebunden ist und demnach dafür besorgt sein muss, den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, dass Dublin -Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unte r- bringung von den slowenis chen Behörden bevorzugt behandelt werden und sich neben den staatli chen Strukturen auch private Hilfsor - ganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anne h- men, dass bei dieser Sachlage der vom Beschwerdeführer geäusserte Ei n- wand, in Sloweni en würde er nach einer Rückkehr sofort sterben, unb e- gründet ist, dass er sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür zuständigen B e- hörden beziehungsweise karitativen Organisationen wenden kann, dass davon auszugehen ist, Slowenien komme seinen Verpflichtungen im Rahmen der Dublin-III-Verordnung auch in medizinischer Hinsicht nach, dass gemäss allgem ein zugänglichen Quellen in Slowenien die Gesun d- heitsversorgung gut ausgebaut ist, es in praktisch allen slowenischen Städten Gesundheitszentren und in kleineren Orten einzelne Ambulanzen gibt, dass ausserdem die Verfügbarkeit von Medikamenten gewährleistet ist, dass somit die anlässlich der Befragung zur Person geltend gemachten Magenprobleme (vgl. Befragungsprotokoll vom 5. August 2014, A6 S. 7) einer Rückführung des Beschwerdeführers nach Slowenien nicht entg e- genstehen, dass nach dem Gesagten keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwerdeführer würde im F alle einer Rückkehr nach Slow e- nien wegen der dortigen Aufenthaltsbedingungen in e ine existenzielle Notlage geraten, D-5425/2014 Seite 11 dass es in Anbetracht der Umstände insgesamt keinen Grund für eine Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, dass an dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin -III-VO den Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der B e- schwerdeführer auch aus seinem Vo rbringen, er könne in keinem ande- ren europäischen Land leben als in der Schweiz , nichts zu seinen Gun s- ten abzuleiten vermag, dass gestützt auf die Ausführungen in der Beschwerde nachfolgend zu prüfen ist, ob die Anwesenheit der in der Schwei z lebenden angeblichen Verwandten des Beschwerdeführers (Verlobte/Cousine G._______ [N _______], Tante K._______, seine Cousinen L._______, M._______ [N _______] und sein Cousin N._______ [N _______]) einer Überstellung im Rahmen des vorlie genden Dublin -Verfahrens entgegensteht bezi e- hungsweise ob eine Rückführung des Beschwerdeführers nach Slowen i- en gegen Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat - und Familienle- bens) verstossen würde, dass Onkel/Tanten und Cousins/Cousinen gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III- Verordnung nicht als Familienangehörige gelten, dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst die Mi tglieder der Kernfamilie berufen können, mithin die Ehegatten und ihre minderjährigen Kinder, dass gemäss Rechtsprechung der vormals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK), welche vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird, sodann Konk ubinatspartner den Ehegatten gleichg e- stellt sind, dass ferner nach der Rechtsprechung der Strassburger Organe grun d- sätzlich auch über diesen engen Kern hinausgehende verwandtschaftl i- che Bande – namentlich auch diejenigen zwischen Onkel/Tante und Ne f- fe/Nichte – unter den Schutz der Einheit der Familie fallen, sofern eine nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung zwischen den Angehör i- gen besteht, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine über die eigentl i- che Kernfamilie hinaus gehende schützenswerte verwandtschaftliche B e-D-5425/2014 Seite 12 ziehung voraussetzt, dass zwischen diesen Personen ein eigentliches Abhängigkeitsverhältnis besteht, dass sich die Asylbehörden dieser bundesgerichtlichen Umschreibung des Familienbegriffs angeschlossen haben (vgl. zum Ganzen BVGE 2008/47 E. 4.1.1 S. 677 f., m.w.H.), dass es für die Inanspruchnahme der Garantie von Art. 8 EMRK gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshof s für Menschenrechte (EGMR) auf ein tatsächlich bestehendes Familienleben ankommt (vgl. hierzu etwa EGMR, K. un d T. gegen Finnland [Grosse Kammer], Urteil vom 12. Juli 2001, Beschwerde Nr. 25702/94, § 150), dass dabei als wesentliche Faktoren für eine tatsächlich gelebte Bezi e- hung das gemeinsame Wohnen respektive der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochtenheit, die Länge und Stabilität der Beziehung so - wie das Interesse und die Bindung der Partner aneinander zu berücksich- tigen sind (vgl. CHRISTOPH GRABENWARTER/KATHARINA PABEL, Europäi- sche Menschenrechtskonvention, 5. Aufl., München/Basel/Wien 201 2, S. 235 ff.; MARK E. VILLIGER, Handbuch der Europäischen Mensche n- rechtskonvention, 2. Aufl., Zürich 1999, S. 365; LUZIUS WILDHABER in: In- ternationaler Kommentar zur Europäischen Menschenrechtskonvention, Hrsg.: Wolfr am Karl, 12. Lfg., Köln/Berlin/ München 2009, Art. 8 EMRK, S. 137), dass vorliegend der Beschwerdeführer im H._______ in I._______ (Kan- ton E._______) untergebracht ist, während seine angeblichen Verwan d- ten in J._______ (Kanton O._______) leben (vgl. entsprechende Einträge im ZEMIS, Ausführungen in der Beschwerde), dass die Verwandtschaft im Weiteren gemäss einem Eintrag im ZEMIS bereits am 29. November 2013 i n die Schweiz einreiste , sich der B e- schwerdeführer jedoch erst seit dem 26. Juli 2014 hierzulande aufhält, dass gemäss der bestehenden Aktenlage davon auszugehen ist, dass es an einer tatsächlich gelebten Beziehung zwischen dem Beschwerdefü h- rer und seiner in der Schweiz lebenden angeblichen Verwandtschaft als notwendige Voraussetzung für die Anwendbarkeit von Art. 8 EMRK fehlt, dass das Bestehen einer gemeinsamen Wohnung – der Beschwerdefüh- rer lebe faktisch in J._______ bei seiner zukünftigen Ehefrau und deren Familie – lediglich geltend gemacht, nicht jedoch belegt wurde, D-5425/2014 Seite 13 dass die Erklärung des Beschwerdeführers und von G._______ , wonach sie sich seit sechs Jahren lieben würden, sowie die angebliche Verlobung (vgl. A6 S. 3 Ziff. 1.14) keinen effektiven Rückschluss auf die Stabili tät ih- rer Beziehung geben, sind doch den Akten diesbezüglich keine weiterfüh- renden Angaben zu entnehmen, dass es dar über hinaus auch an einem eigentlichen Abhängigkeitsve r- hältnis fehlt, dass zwar auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird, der Beschwerde- führer sehe seine Aufgabe darin, nun auch in der Schweiz für seine Fami- lie beziehungsweise zukünftige Ehefrau zu sorgen, daraus indessen nicht ersichtlich wird, inwiefern seine Verwandten in besonderem Ausmass von ihm abhängig sein sollten, umso weniger als seine Tante und sein Cousin anlässlich einer Zollkontrolle vom (…) im Zug von P ._______ nach (…), welcher der Beschwer deführer unterzogen wurde, angaben, sie würden diesen nicht kennen und hätten ihn per Zufall im Zug in Q._______ getrof- fen (vgl. Bericht des Grenzwachtpostens […] vom […], A5 S. 3), dass in Anbetracht aller Umstände keine Anhaltspunkte gegeben sind , welche gestützt auf Art. 8 EMRK zu einem Bleiberecht des Beschwerd e- führers in der Schweiz führen könnten, dass somit keine Veranlassung zu einem Selbsteintritt im Sin ne von Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO i.V.m. Art. 8 EMRK besteht, dass es sich vor diesem H intergrund erübrigt, beim Beschwerdeführer und seinen Verwandten Abklärungen zu treffen, weshalb der entspr e- chende Antrag abgewiesen wird, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts - oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Slowenien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs- vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentsche i- des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), D-5425/2014 Seite 14 dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägu n- gen Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, dass mit dem Urteil in der Hauptsache die Gesuche um Verzicht auf eine Wegweisung für die Dauer des Asylverfahrens, um Erteilung der au f- schiebenden Wirkung der Beschw erde, um Anweisung der zuständigen Behörde, für die Dauer des Beschwerdeverfahrens von Vollzugsmas s- nahmen abzusehen und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses gegenstandslos werden, dass sich die Beschwerde aufgrund vorstehender Erwägungen als au s- sichtslos erweist, weshalb da s Gesuch um Gewährung der unentgeltl i- chen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der gelt end gemachten Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, dass mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG das Gesuch um Beiordnun g des unterzeichneten Anwalts im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG ebenfalls abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-5425/2014 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG und das G esuch um Beiordnung des unte r- zeichneten Anwalts gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 110a Abs. 2 AsylG werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: