BRKE I Nr. 59/2002 vom 22. März 2002 in BEZ 2002 Nr. 39 Zunächst wurde festgehalten, dass Gründe des Vertrau ensschutzes der Anor d- nung, das Dach mit Ziegeln vorschriftskonform umzudecken, nicht entgegenstehen. Nicht relevant war auch der Umstand, dass die Nachbarn dem Projekt zugestimmt ha t- ten, weil eine Eindeckung des Daches mit Eternit statt mit Ziegeln eine ge ringere Dach- neigung erlaubt und damit eine kleinere Gesamthöhe der Baute erreicht wird. 6. Der Verstoss gegen Art. 10 BZO, wonach für Dächer Ziegel in herkömmlicher Form und Farbe zu verwenden sind, stellt keine untergeordnete Regelabweichung dar. Unbesehen der Frage der Einsehbarkeit steht die strittige Bedachung in einem deutl i- chen Gegensatz zum Normziel einer ästhetisch gut und in herkömmlicher W eise gestal- teten Dachlandschaft, an der ein erhebliches öffentliches Interesse besteht. Entscheidend sind im vorliegend zu beurteilenden Fall insbesondere auch die pr ä- judiziellen Aspekte. W ürde hier auf die Einhaltung der fraglichen Norm verzichtet, so müsste die Vorinstanz – wie sie zutreffend ausführt – aus Gründen rechtsgleicher B e- handlung in vergleichbaren Fä llen in derselben W eise verfahren und damit das mit Art. 10 BZO verfolgte gestalterische Ziel unterlaufen. Unter analogen Fällen sind nicht – wie die Rekurrentin vermeint – nur reine Stallbauten zu verstehen, sondern (neben Haup t- gebäuden) allgemein Besonde re Gebäude (Garagen oder ähnliche Unterstände), bei denen eine Bedachung mit Eternit anstelle von Ziegeln ebenso gut in Betracht fallen könnte. Im übrigen liess sich denn auch anlässlich des Lokaltermins nicht feststellen, dass die Baubehörde in der Kernzo ne vergleichbare Eternitbedachungen zugelassen hätte. Es ist zwar nicht zu verkennen, dass die Sanierung mit gewissen Umtrieben ve r- bunden ist. Dass der finanzielle Aufwand für den Ersatz der bestehenden Eternitbed a- chung durch eine Ziegeldachkonstruktion in keinem Verhältnis zum anvisierten Zweck stehe, ist jedoch nicht festzustellen. Die Kosten für eine Sanierung des Daches werden auf rund Fr. 20'000.– geschätzt und halten sich damit durchaus im Rahmen. In Fällen, da ein Bauherr Bauvorschriften missachtet u nd durch rechtswidriges Ve r- halten Tatsachen schafft, verbietet es sich, die W iederherstellung nachträglich von einer Abwägung der Interessen der Bauherrschaft an ihren getroffenen Investitionen eine r- seits sowie der öffentlichen und nachbarlichen Interessen andererseits abhängig zu m a- chen. Sonst ergäbe sich die unhaltbare Folge, dass der Grundsatz der Verhältnismä s- sigkeit umso eher verletzt und die W iederherstellung des rechtmässigen Zustandes u m- so erschwerter wäre, je umfangreichere Investitionen in Abweich ung von der erteilten Baubewilligung und im Widerspruch zum materiellen Baurecht getätigt worden sind.