<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <a name="idp308320"></a><div class="big bold">Urteilskopf</div> <br/>109 Ib 339<br/><br/><br/><div class="paraatf">52. Auszug aus dem Urteil der Anklagekammer vom 1. Dezember 1983 i.S. M. gegen Bundesamt für Polizeiwesen (Auslieferungshaftbefehl)</div> <div class="paraatf"></div> <a name="idp309728"></a><br/><div id="regeste" lang="de"> <div class="big bold">Regeste</div> <br/><div class="paraatf">1. <span class="artref">Art. 48 Abs. 2 IRSG</span>. Im Beschwerdeverfahren gegen einen Auslieferungshaftbefehl ist nicht über die Begründetheit des Auslieferungsbegehrens zu entscheiden. <div class="paratf">2. <span class="artref">Art. 47 Abs. 2 IRSG</span>. Die offensichtliche Unbegründetheit eines solchen Begehrens stellt keinen "anderen Grund" i.S. von <span class="artref">Art. 47 Abs. 2 IRSG</span> dar. </div> </div> </div> <a name="idp317008"></a> <a name="idp322448"></a> <br/><div> <a name="idp329216"></a><span class="big bold" id="sachverhalt">Sachverhalt</span> <span class="small">ab Seite 339</span> </div> <br/><div class="paraatf"> <a name="page339"></a><div class="center pagebreak">BGE 109 Ib 339 S. 339</div> </div> <div class="paraatf"> Der niederländische Staatsangehörige M. führt gegen den Auslieferungshaftbefehl des Bundesamtes für Polizeiwesen vom 20. Oktober 1983 Beschwerde. Er macht u.a. geltend, "andere Gründe" i.S. von <span class="artref">Art. 47 Abs. 2 IRSG</span> würden es rechtfertigen, anstelle der Haft eine andere Sicherungsmassnahme anzuordnen. Die Anklagekammer weist die Beschwerde ab.</div> <br/><div> <a name="idp333824"></a><span class="big bold" id="erwaegungen">Erwägungen</span> </div> <br/><div class="paraatf">Aus den Erwägungen:</div> <div class="paraatf">d) "Andere Gründe" schliesslich, die es rechtfertigen würden, anstelle der Haft andere Massnahmen zur Sicherung des Verfolgten anzuordnen, sind ebenfalls nicht ersichtlich. Auf alle Fälle könnte eine offensichtliche Unbegründetheit des Auslieferungsbegehrens nach der neuen Ordnung des <span class="artref">Art. 47 Abs. 2 IRSG</span> nicht als ein solcher Grund in Betracht kommen, denn wo sich ein solches Begehren a priori als haltlos erweist, könnten auch andere Sicherungsmassnahmen, die vom Gesetz ausdrücklich an jene <a name="page340"></a><div class="center pagebreak">BGE 109 Ib 339 S. 340</div>"anderen Gründe" angeschlossen werden, nicht verfügt werden. Im übrigen wäre es ohnehin nicht Sache der Anklagekammer, in diesem einzig die Auslieferungshaft betreffenden Verfahren über die Begründetheit des Auslieferungsbegehrens zu befinden. Das hat im Einspracheverfahren durch das zuständige Bundesamt (<span class="artref">Art. 24 IRSG</span>) und nur auf Verwaltungsgerichtsbeschwerde durch das Bundesgericht zu geschehen (<span class="artref">Art. 25 IRSG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=4&amp;from_date=&amp;to_date=&amp;from_year=1983&amp;to_year=1983&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;from_date_push=&amp;top_subcollection_clir=bge&amp;query_words=&amp;part=all&amp;de_fr=&amp;de_it=&amp;fr_de=&amp;fr_it=&amp;it_de=&amp;it_fr=&amp;orig=&amp;translation=&amp;rank=0&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F109-IB-64%3Ade&amp;number_of_ranks=0&amp;azaclir=clir#page65">BGE 109 Ib 65</a> E. 2a mit Zitaten). Soweit der Beschwerdeführer deshalb geltend macht, das gegen ihn in den Niederlanden geführte Verfahren weise Mängel im Sinne des <span class="artref">Art. 2 IRSG</span> auf, das Auslieferungsgesuch betreffe Taten, die auf eine Verkürzung von fiskalischen Abgaben gerichtet erschienen (<span class="artref">Art. 3 Abs. 3 IRSG</span>) usw., ist er nicht zu hören.</div> </div></body></html></html>