%FILENAMEK% 1. Abteilung A1 2017 65 Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer , Abteilungspräsidentin Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó Kantonsrichter Dr. A. Staub Gerichtsschreiberin MLaw T. Lehmann Entscheid vom 31. März 2021 in Sachen A.________, Kläger, gegen B.________ , vertreten durch RA lic.iur. C.________, Beklagte, betreffend Ehescheidung Seite 2/57 Rechtsbegehren Kläger (sinngemäss) 1. Es sei die Ehe gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Es seien die gemeinsamen Töchter D.________, geb. tt.mm.2002, und E.________, geb. tt.mm.2004, unter die Obhut der Beklagten zu stellen. 3. Auf die Regelung eines Besuch - und Ferienrechts sei zu verzichten. 4. Die an die Beklagte und die gemeinsamen Töchter zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge seien durch das Gericht festzulegen. 5. Die an F.________ und seine Mutter zu bezahlenden Unterhaltsbeiträge seien durch das Ge- richt festzulegen. 6. Es sei die güterrechtliche Au seinandersetzung vorzunehmen. 7. Die Wohnung in G.________ sei dem Kläger zuzuweisen. 8. Die Familienliegenschaft H.________ sei zu verkaufen und der daraus allfällig erzielte Ge- winn aufzuteilen. 9. Die AHV-Leistungen und Erziehungsgutschriften für die Dauer der E he seien hälftig aufzutei- len. 10. Bei der Pensionskassen -Aufteilung sei der Einkauf durch den Kläger aus seinem Eigengut vom 18. Dezember 2002 in der Höhe von CHF 28'000.00 zu berücksichtigen. Ansonsten seien die Leistungen während der Ehe hälftig zu teilen. 11. Alles unter Kosten - und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten. Beklagte 1. Die von den Parteien am tt.mm.2002 in I.________ geschlossene Ehe sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden. 2. Die gemeinsamen Töchter der Parteien, D.________, geb. tt.mm.2002, und E.________, geb. tt.mm.2004, seien unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen. 3. Die gemeinsamen Töchter der Parteien, D.________, geb. tt.mm.2002, und E.________, geb. tt.mm.2004, seien unter die Obhut der Mutter zu stellen. 4. Auf die Regelung eines Besuch - und Ferienrechts sei angesichts des Alters der Töchter zu verzichten. 5.1 Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für D.________ die folgenden monatlich per Ersten eines Monats fälligen und mit 5 % ab Verfall verzinsliche n Leistungen zu erbringen, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen: Barunterhalt: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2020 CHF 4'288.00 vom 1. September 2020 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung: CHF 2'528.00 5.2 Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten für E.________ die folgenden monatlich per Ersten eines Monats fälligen und mit 5 % ab Verfall verzinslichen Leistungen zu erbringen, zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Familienzulagen, erstmals auf den der Rechtskraft folgenden Monat : Barunterhalt: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2020 CHF 2'600.00 vom 1. September 2020 bis zum 31. August 2023: CHF 2'900.00 vom 1. September 2023 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung: CHF 3'092.00 Seite 3/57 Betreuungsunterhalt: ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2020 CHF 5'334.00 5.3 Der Kläger sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge für die Kinder über deren Mündigkeit hinaus weiterhin der Beklagten zuhanden der Kinder zu überweisen, solange sich diese in einer angemessenen Erstausbildung befinden, bei der Beklagten wohnhaft sind und nicht selber Ansprüche aus Art. 277 Abs. 2 ZGB stellen oder eine andere Zahlstelle bezeichnen. 5.4 Die Unterhaltsbeiträge für die Kinder seien praxisgemäss zu indexieren. 5.5 Der Kläger sei zu verpflichten, sich zur Hälfte an allfälligen ausserordent lichen Kosten betref- fend die Kinder (wie z.B. Zahnkorrekturen, Sehhilfen, schulische Förderungsmassnahmen, Lager etc.) zu beteiligen, soweit diese nicht durch Zahlungen Dritter gedeckt sind. 5.6 Die AHV-Betreuungsgutschriften seien der Beklagten anzurechn en. 6.1 Der Kläger sei zu verpflichten, der Beklagten bis zu seinem Eintritt ins ordentliche AHV -Alter gestützt auf Art. 125 ZGB monatliche Beiträge zu bezahlen, und zwar ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. August 2020 CHF 3'000.00 vom 1. September 2020 bis zum 31. August 2023: CHF 8'894.00 vom 1. September 2023 bis Abschluss E.________: CHF 10'168.00 ab Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung E.________: CHF 11'468.00 zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats, e rstmals auf den der Rechtskraft des Scheidungsurteils folgenden Monat, ab Verfall mit 5 % verzinslich und inde- xiert wie die Kinderunterhaltsbeiträge. 6.2 Eventualiter, für den Fall, dass die Einnahmen des Klägers nicht ausreichen, um den An- spruch auf Betr euungsunterhalt und/oder den nachehelichen Unterhaltsanspruch zu decken, sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten jährlich spätestens am 31. Januar unter Aus- händigung sämtlicher relevanter Belege vollständig Auskunft zu geben über seine im Vorjahr erzielten Einkünfte. Für den Fall, dass diese den Betrag von CHF 14'400.00 netto pro Monat übersteigen, sei er zu verpflichten, den übersteigenden Nettobetrag der Beklagten zusätzlich zu ihren Unterhaltsleistungen zu bezahlen. 7.1 Der Kläger sei zu verpflicht en, der Beklagten in Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche den Betrag von CHF 363'700.00 zu bezahlen, zahlbar innert 20 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils. Eventualiter sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten in Abgeltung ihrer güterre chtlichen Ansprüche den Betrag von CHF 334'655.00 zu bezahlen, zahlbar innert 20 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsurteils. 7.2 Das Miteigentum betreffend die Liegenschaft H.________ sei aufzuheben, die Liegenschaft sei zu veräussern und, falls ein CHF 1'722'000.00 übersteigender Erlös erzielt wird, sei die Hälfte des den Betrag von CHF 1'722'000.00 übersteigenden Erlöses der Beklagten auszu- richten. 7.3 Die Beklagte sei zur Vornahme sämtlicher mit dem Verkauf der Liegenschaft H.________ er- forderlichen Handlungen zu bevollmächtigen, wobei ihr das Recht einzuräumen sei, Unter- vollmachten zu erteilen. 8. Die Teilung der Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge sei nach Gesetz vorzune hmen und die Vorsorgeeinrichtung des Klägers sei anzuweisen, den Betrag von CHF 409'752.80 auf ein auf den Namen der Beklagten lautendes Freizügigkeitskonto zu überweisen. 9. Alle anderslautenden Anträge des Klägers seien abzuweisen. 10. Unter Kosten - und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu Lasten des Klägers. Seite 4/57 Sachverhalt 1. B.________ (nachfolgend: Beklagte) und A.________ (nachfolgend: Kläger) heirateten am tt.mm.2002 in I.________ in Spanien. Sie haben zwei gemeinsame T öchter, D.________, geb. tt.mm.2002, und E.________, geb. tt.mm.2004. Der Kläger hat ausserdem einen aus- serehelichen Sohn, F.________, geb. tt.mm.2015 . 2.1 Am 11. Februar 2015 beantragte die Beklagte beim Bezirksgericht J.________ die Anord- nung von Eheschutzm assnahmen. Mit Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts J.________ vom 31. Januar 2019 (Verfahren ZES 2018 173; act. 46/1) wurde festgestellt, dass die Par- teien berechtigt sind, den gemeinsamen Haushalt aufzuheben und seit dem 11. Februar 2015 getrennt leben, wobei die eheliche Wohnung für die Dauer des Getrenntlebens der Be- klagten und den gemeinsamen Töchtern D.________ und E.________ zur Benützung zuge- wiesen wurde. D.________ und E.________ wurden unter die Obhut der Beklagten gestellt und der Kläger verpflichtet, die nachfolgenden monatlichen Unterhaltsbeiträge zu bezahlen: - an den Unterhalt von D.________: von März 2015 bis und mit Dezember 2016 CHF 2'500.00 von Januar bis und mit Dezember 2017 CHF 3'207.00 (davon CHF 800.00 Betreuungsunterhalt) von Januar bis und mit Dezember 2018 CHF 2'579.00 (davon CHF 800.00 Betreuungsunterhalt) ab Januar 2019 CHF 1'779.00 - an den Unterhalt von E.________: von März 2015 bis und mit Dezember 2016 CHF 2'500.00 von Januar bis und mit Dezember 2017 CHF 3'207.00 (davon CHF 800.00 Betreuungsunterhalt) von Januar bis und mit Dezember 2018 CHF 2'579.00 (davon CHF 800.00 Betreuungsunterhalt) ab Januar 2019 CHF 3'379.00 (davon CHF 1'600.00 Betreuungsunterhalt) - an den Unterhalt der Be klagten: von März 2015 bis und mit Dezember 2016 CHF 8'750.00 von Januar bis und mit Dezember 2017 CHF 7'335.00 ab Januar 2018 CHF 2'714.00 Zwischen den Parteien wurde sodann per 7. April 2015 die Gütertrennung angeordnet. 2.2 Der Kläger legte am 18. Februar 2019 gegen den Entscheid des Bezirksgerichts J.________ vom 31. Januar 2019 Berufung beim Kantonsgericht Schwyz ein. Nicht angefochten wurde jedoch die mit Wirkung per 7. April 2015 angeordnete Gütertrennung. Der Eheschutzen t- scheid ist diesbezüglich somit in Rechtskraft erwachsen (act. 46; act. 47; act. 47/H). 3. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2017 machte der Kläger das Scheidungsverfahren vor dem Kan- tonsgericht Zug anhängig und beantragte abweichend vom eingangs erwähnten Rechtsb e- gehren, dass ihm ein Besuchs - und Betreuungs - sowie ein Ferienrecht einzuräumen sei und er der Beklagten an den Unterhalt der beiden Töchter einen Unterhaltsbeitrag von je CHF 1'500.00 sowie an den persönlichen Unterhalt der Beklagten bis Ende August 2020 ei- nen Beitrag von CHF 2'000.00 zu bezahlen habe (act. 1). Seite 5/57 4. Mit Schreiben vom 18. Oktober 2017 wurden die Parteien aufgefordert , im Hinblick auf die Einigungsverhandlung verschiedene Belege einzureichen (act. 8; act. 9). 5. Am 6. März 2018 fand eine Einigun gsverhandlung statt. Dabei wurde festgestellt, dass der Scheidungsgrund gegeben ist. Eine Einigung über die Nebenfolgen der Ehescheidung konnte jedoch nicht herbeigeführt werden. Das Verfahren wurde in gegenseitiger Absprache bis spätestens am 6. April 2018 informell sistiert (act. 19). Da auch eine aussergerichtliche Vereinbarung nicht zustande kam, wurde dem Kläger Frist zur Begründung der Scheidungs- klage angesetzt (act. 22). 6. Mit Eingabe vom 7. Mai 2018 reichte der Kläger die schriftliche Begründung der Scheidungs- klage ein und änderte sein Rechtsbegehren dahingehend, dass sich die Unterhaltsbeiträge für die Kinder und der Unterhalt der Ehefrau am Einkommen und Bedarf des Klägers und an demjenigen der Beklagten unter Abzug eines zumutbaren, möglichen eige nen Einkommens orientieren sollen. Ferner sollten alle seine drei Kinder, D.________ und E.________, sowie sein ausserehelicher Sohn , F.________, gleichbehandelt werden . Er wolle zudem auf eine formelle Besuchsrechtsregelung verzichten (act. 27). 7. Der von der Beklagten am 3. September 2018 gestellte prozessuale Antrag, das vorliegende Verfahren zu sistieren (act. 32), wurde mit Entscheid vom 18. September 2018 abgewiesen (act. 36). 8. Am 9. Oktober 2018 reichte die Beklagte die Klageantwort ein und beantrag te abweichend vom eingangs erwähnten Rechtsbegehren, der Kläger sei zu verpflichten, an den Unterhalt von D.________ und E.________ sowie an ihren angemessene, nach Durchführung des Be- weisverfahrens zu beziffernde, indexierte Unterhaltsbeiträge zu bezahlen und die güterrecht- liche Auseinandersetzung sei nach Gesetz vorzunehmen (act. 37). 9. Mit Beweisverfügung vom 7. Januar 2019 wurden die Parteien zur Edition diverser Doku- mente aufgefordert und ein e gerichtliche Verkehrswertschätzung der Liegenschaft H.________ angeordnet (act. 39). 10. K.________ erstattete am 27. März 2019 sein Gutachten (act. 49). 11. Am 28. November 2019 wurden die Parteien vom Referenten persönlich befragt (act. 54). Im Anschluss an die Befragung äusserten sich die Parteien im Rahmen d er Instruktionsverhand- lung in je zwei mündlichen Vorträgen, wobei die Beklagte ihr Rechtsbegehren änderte und die folgenden neuen Anträge stellte (act. 54; act. 54A): - Der Kläger sei zu verpflichten, die Unterhaltsbeiträge für die Kinder über deren Mündig- keit hinaus weiterhin der Beklagten zuhanden der Kinder zu überweisen, solange sich diese in einer angemessenen Erstausbildung befinden, bei der Beklagten wohnhaft sind, nicht selber Ansprüche aus Art. 277 Abs. 2 ZGB stellen, oder eine andere Zahlstelle be- zeichnen. - Der Kläger sei zu verpflichten, für die Zeit bis zum 31. August 2023 der Beklagten jährlich spätestens am 31. Januar des Vorjahres unter Aushändigung sämtlicher relevanter Be- lege vollständig Auskunft zu geben über seine im Vorjahr erzielten Einkün fte. Für den Seite 6/57 Fall, dass diese den Betrag CHF 14'500.00 netto pro Monat übersteigen, sei er zu ver- pflichten, den übersteigenden Nettobetrag der Beklagten zusätzlich zu ihren Unterhalts- leistungen zu bezahlen. - Mit Bezug auf die Liegenschaft sei eine Lösung zu finden. Das Miteigentum betreffend die Liegenschaft H.________ sei aufzuheben. Die Liegenschaft sei zu veräussern und der Nettoerlös abzüglich Gebühren, allfälliger Grundstückgewinnsteuern und allfälliger Maklerkosten sei hälftig unter den Parteien zu tei len. Die Beklagte sei zur Vornahme sämtlicher mit dem Verkauf der Liegenschaft erforderlichen Handlungen zu bevollmächti- gen, wobei ihr das Recht einzuräumen sei, Untervollmachten an Dritte zu erteilen. Even- tualiter sei das Miteigentum der Beklagten dem Klä ger zuzuweisen und der Kläger sei zu verpflichten, a) der Beklagten dafür eine Abgeltung über den Betrag von CHF 208'500.00 zu leisten, wobei er ein Zahlungsversprechen einer Grossbank über diesen Betrag beizu- bringen hat und b) sei er zu verpflichten, für die Entlastung der Beklagten aus der Soli- darhaftung besorgt zu sein. 12. Mit Entscheid vom 24. Februar 2020 wurde der Kläger aufgefordert, weitere Urkunden einzu- reichen (act. 64). Dieser Aufforderung kam er mit Eingabe vom 6. März 2020 nach (act. 65). 13. Am 26. März 2020 reichte die Beklagte beim Kantonsgericht Zug ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen für die Dauer des hängigen Scheidungsverfahrens gemäss Art. 276 ZPO ein (act. 1 im Verfahren ES 2020 173). Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zu g vom 12. Mai 2020 wurde auf Ziffer 1 und 2 des Rechtsbegehrens der Gesuchstellerin nicht eingetreten und das Gesuch im Übrigen abgewiesen. 14. Mit Eingabe vom 27. April 2020 reichte der Kläger weitere Urkunden ins Recht (act. 68). 15. An der Hauptverhandlung vom 27. Mai 2020 änderten die Parteien ihre Anträge betreffend die Kindesunterhaltsbeiträge , den nachehelichen Unterhalt sowie die güterrechtliche Ausei- nandersetzung im eingangs genannten Sinne (act. 69–72). 16. Mit Entscheid vom 1. Oktober 2020 wurde der Kläger aufgefordert, Urkunden bezüglich des Bedarfs des ausserehelichen Sohnes F.________ und der Kindsmutter, L.________, einzu- reichen (act. 75). 17. Am 26. November 2020 reichte der Kläger ein Schreiben seiner Arbeitgeberin vom 20. No- vember 2020 ins Recht, wonach ihm am 17. November 2020 gekündigt worden sei (act. 76). Die Beklagte verlangte mit Eingabe vom 1. Dezember 2020, die Eingabe des Klägers sei aus dem Recht zu weisen (act. 77). Mit Entscheid vom 2. Dezember 2020 wurde der Kläge r auf- gefordert, Urkunden im Zusammenhang mit der Kündigung einzureichen (act. 78). 18. Am 26. Dezember 2020 wurde D.________ volljährig. Mit Schreiben vom 13. Januar 2021 hat sie dem Antrag der Beklagten betreffend ihren Unterhalt seit Erreichen der Volljährigkeit zugestimmt ( act. 80). Seite 7/57 Erwägungen 1.1 Der Kläger hat seinen Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherecht- liche Klagen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwingend zuständig. Das Kantonsgericht ist daher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachli- cher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Scheidungsklage zuständig. 1.2 Die Parteien haben ihre Rechtsbegehren während der Dauer des Verfahrens mehrmals und zuletzt an der Hauptverhandlung geändert (act. 69; act. 70). In formeller Hinsicht ist daher vorab zu prüfen, ob die Klageänderung en der Parteien an der Hauptverhandlung zulässig waren. 1.2.1 Vorliegend konnten sich die Parteien in einem Schriftenwechsel sowie im Anschluss an die Parteibefragung im Rahmen der Instruktionsverhandlung mündlich äussern. Damit ist grund- sätzlich der Aktenschluss eingetreten (vgl. dazu auch BGE 140 III 312 E. 6.3.2 ff.). Streitig- keiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts und der güterrechtlichen Auseinanderset- zung werden sodann von der Verhandlungsmaxime beherrscht (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Gilt die Ve rhandlungsma- xime, ist eine Klageänderung nach Art. 230 ZPO nur noch zulässig, wenn die Voraussetzun- gen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind (lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Be- weismitteln beruht (lit. b). 1.2.2 Im Rahmen der Instruktionsverhandlung bea ntragte die Beklagte , der Kläger sei zu verpflich- ten, ihr in Abgeltung ihrer güterrechtlichen Ansprüche den Betrag von CHF 167'570.00 zu be- zahlen und das Miteigentum betreffend die Liegenschaft H.________ sei aufzuheben, die Liegenschaft zu veräussern und der Nettoerlös hälftig unter den Parteien zu teilen , eventuali- ter sei der Miteigentumsanteil der Beklagten dem Kläger zuzuweisen und der Kläger zu ver- pflichten, ihr dafür eine Abgeltung im Betrag von CHF 208'500.00 zu bezahlen (vgl. act. 54A). An der Hauptverhandlung beantragte sie davon abweichend , der Kläger sei zu verpflichten, ihr den Betrag von CHF 363'700.00 zu bezahlen und falls bei der Veräusserung der Liegen- schaft ein CHF 1'722'000.00 übersteigend er Erlös erzielt werde, sei ihr die Hälfte des den Betrag übersteigenden Erlöses auszurichten (act. 70 S. 3). Ferner beantragte die Beklagte bezüglich des nachehelichen Unterhalts an der Instruktionsverhandlung zunächst, der Kläger sei zu verpflichten, ihr bis zu seinem Eintritt ins ordentliche AHV -Alter monatliche Unterhalts- beiträge in der Höhe von CHF 5'848.00 vom 1. September 2020 bis zum 31. August 2023 und ab dem 1. September 2023 solche im Umfang von CHF 7'490.00 zu bezahlen. An der Hauptverhandlung e rhöhte die Beklagte die von ihr bezifferten Unterhaltsbeiträge und bean- tragte die Bezahlung von CHF 8'894.00 ab 1. September 2020 bis zum 31. August 2023, CHF 10'168.00 vom 1. September 2023 bis zu E.________ Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung und danach CHF 11'468.00 (vgl. act. 54A; act. 70). Durch diese im ersten Parteivortrag an der Hauptverhandlung gestellten neuen Rechtsbe- gehren hat die Beklagte ihre ursprüngliche Klage geändert , wobei es sich bei der Änderung der nachehelichen Unterhaltsfor derung um eine Klageänderung in Form einer Klageerweite- rung handelt, welche erst nach der Instruktionsverhandlung und somit nach Aktenschluss er- folgt ist. Da sich jedoch aus den nach der Parteibefragung und Instruktionsverhandlung ver- langten Editionen, mit hin aus den vom Kläger eingereichten Lohnabrechnungen Seite 8/57 (act. 65/108), neue Tatsachen zur Unterhaltsberechnung ergaben, ist eine Änderung der nachehelichen Unterhaltsforderung am ersten Parteivortrag der Hauptverhandlung zulässig. Was die an der Hauptverhan dlung angepasste güterrechtliche Ausgleichsforderung betrifft, so liegt keine eigentliche Klageänderung im Sinne von Art. 227 ZPO vor, da die Umformulie- rung des Rechtsbegehrens bzw. die Änderung der Anspruchsberechnung nicht zu einer in- haltlichen Änderung oder Erweiterung des Streitgegenstandes führt, sondern lediglich das äussere Gewand der Klage anpasst (Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, Art. 227 ZPO N 22 f.). Sowohl beim Rechtsbegehren an der Instruktionsverhandlung wie auch beim angepassten Rechtsbegehren an der Hauptverhandlung ging die Beklagte vom gleichen Wert der Liegenschaft in der Höhe von CHF 1'722'000.00 und einer hypothekarischen Belas- tung von CHF 1'305'000.00 aus. An der Instruktionsverhandlung beantragte die Beklagte , die Liegenschaft sei zu veräussern und der Nettoerlös hälftig unter den Parteien zu teilen, even- tualiter sei ihr Miteigentumsanteil dem Kläger zuzuweisen und dieser zu verpflichten, ihr da- für einen Abgeltungsbetrag von CHF 208'500.00 (= [CHF 1'722'000.00 ./. CHF 1'305'000.00 ] / 2) zu bezahlen. Ferner verlangte sie eine güterrechtliche Ausgleichsforderung im Betrag von CHF 167'570.00 (vgl. act. 54A). Im Rahmen des ersten Parteivortrags an der Hauptver- handlung formulierte die Beklagte ihr Rechtsbegehren dann lediglich dahingehend um, als dass der Abgeltungsbetrag für ihren Miteigentumsanteil von CHF 208'500.00 direkt zur güter- rechtlichen Ausgleichsforderung hinzugerechnet wurde und für den Verkauf der Liegenschaft nur noch ein über den Betrag von CHF 1'722'000.00 hinausgehender Verkaufserlös zwischen den Parteien hälftig zu teilen wäre (act. 70). Der Wert der von der Beklagten geltend ge- machten güterrechtlichen Ausgleichsforderung wurde mithin nicht erweitert, weshalb diese Umformulierung des Rechtsbegehren bz w. die Änderung der Anspruchsberechnung eben- falls zulässig ist. 1.2.3 Zulässig ist auch das vom Kläger an der Hauptverhandlung gestellte neue Rechtsbegehren, wonach ihm die Wohnung in G.________ zu Eigengut zuzuweisen sei, da von der Beklagten nie bestritten wurde, dass die Liegenschaft in G.________ Eigengut des Klägers darstellt (act. 70 S. 13). 1.2.4 Anders verhält es sich mit dem vom Kläger erstmals an der Hauptverhandlung geltend ge- machten Antrag, wonach die zu Gunsten der Beklagten und seiner Töchter geleiste ten Zah- lungen von 2015 bis 2019 im Umfang von CHF 676'899.00 zu berücksichtigen und anzurech- nen seien (act. 69 S. 7). Bei diesem im ersten Vortrag an der Hauptverhandlung gestellten neuen Rechtsbegehren handelt es sich abermals um eine Klageänderung bzw. -ergänzung, welche erst nach dem Aktenschluss erfolgte. Da diese Klageänderung jedoch nicht auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht, ist sie gemäss Art. 230 ZPO nicht zu- lässig. Dieser Antrag und die diesbezüglich gemachten Ausführungen hätten bereits im Rah- men der Instruktionsverhandlung gestellt werden können . Es ist deshalb nicht darauf einzu- treten. Im Übrigen wären diese Zahlungen ohnehin nicht genügend substantiiert und unbe- legt. Bei der vom Kläger eingereichten tabellarischen Übersicht handelt es sich um eine reine und unbewiesene Parteibehauptung (act. 68/102). Belege zu diesen angeblich geleisteten Zahlungen wurden vom Kläger nicht eingereicht. 1.2.5 Die von den Parteien vorgenommenen Änderungen im Bereich der Kindesunterhaltsbeiträge sind hingegen nicht zu beanstanden, denn nach Art. 296 ZPO gelten bezüglich der Kinderbe- lange in familienrechtlichen Angelegenheiten der Untersuchungs - und Offizialgrundsatz. Dies Seite 9/57 gilt auch für Unterhaltsbeiträge für ein volljähriges Kind, die im Scheidungsverfahren nach Art. 133 Abs. 1 ZGB festgesetzt werden. Da dem Kind im Scheidungsverfahren der Eltern bezüglich seines Unterhaltsanspruchs nach Eintritt der Volljährigkeit keine Parteistellung zu- kommt, müssen seine Interessen vom Gericht gewahrt werden (Aeschlimann/Schwe ig-hau- ser, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, Band I: ZGB, 3. A. 2017, Allgemeine Bemerkungen zu Art. 276–293 ZGB N 52 f. mit Hinweisen). Das Gericht hat den Sachverhalt mithin von Amtes wegen abzuklären und berücksichtigt neue Tatsa chen und Be- weismittel gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO bis zur Urteilsberatung , weshalb die Erschwernis der Novenschranke nach Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO bei der Frage der Zulässigkeit der Klageän- derung keine Bedeutung hat (Willisegger, a.a.O., Art. 230 ZPO N 19). 2. Beide Parteien beantragen die Scheidung ihrer am tt.mm.2002 in I.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden. 3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über die elterliche Sorge, die Obhut sowie das Besuchs - und Ferienrecht betreffend die beiden Kinder D.________ und E.________ zu befinden. 3.1 Die gemeinsame Tochter D.________, geb. tt.mm.2002, ist im Verlauf des Scheidungsver- fahrens am tt.mm.2020 volljährig geworden. Grundsätzlich obliegt es dem mündigen Kind, Mündigenunterhalt geltend zu machen. Eine Ausnahme gilt jedoch im Scheidungsverfahren gestützt auf Art. 133 Abs. 1 ZGB, wonach der Unterhaltsb eitrag über den Eintritt der Volljäh- rigkeit hinaus festgelegt werden kann. Demnach kann in diesem Fall, das heisst im Schei- dungsverfahren, der Inhaber der elterlichen Sorge in eigenem Namen Mündigenunterhalt gel- tend machen, sofern das Kind während des Sche idungsverfahrens mündig wird und es die- sem Vorgehen zustimmt. Stimmt das mündig gewordene Kind im erwähnten Sinne zu, führt der vormalige Inhaber der elterlichen Sorge das Verfahren fort. Das Dispositiv des Schei- dungsurteils muss jedoch darlegen, dass der Mündigenunterhalt dem Kind zu bezahlen ist (Urteil des Bundesgerichts 5A_661/2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Als das Scheidungsverfahren zwischen den Parteien am 3. Oktober 2017 beim Kantonsge- richt Zug anhängig gemacht wurde, war D.________ noch unmündig. Nachdem sie volljährig wurde, hat sie mit Schreiben vom 13. Januar 2021 dem Antrag der Beklagten betreffend Ih- ren Unterhalt seit Erreichen der Volljährigkeit und mithin dessen Geltendmachung im vorlie- genden Scheidungsverfahren zugestimmt (act. 80). Damit sind die Kriterien zur Berücksichti- gung des Mündigenunterhalts im Scheidungsprozess zwischen den Parteien erfüllt und es ist in Bezug auf D.________ nur noch über ihren Mündigenunterhalt zu befinden. 3.2 Die Parteien beantragen übereinstimmend , E.________ sei unter der gemeinsamen elterli- chen Sorge von Vater und Mutter zu belassen (act. 69; act. 70), was im Einklang mit der per 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Sorgerechtsnovelle steht. Art. 298 ZGB gestaltet die gemein- same elterliche Sorge für d as Scheidungsverfahren (Art. 133 Abs. 1 ZGB) als rechtlichen Re- gelfall, während die Zuteilung der elterlichen Sorge an einen Elternteil die eng begrenzte Ausnahme darstellt ( Art. 296 Abs. 2 und Art. 298 Abs. 1 ZGB). Da vorliegend keine Anhaltspunkte bestehen, welche gegen die gemeinsame elterliche Sorge sprechen, ist E.________ somit im Sinne von Art. 298 Abs. 1 ZGB unter der Seite 10/57 gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien zu belassen und die Parteien zu verpflichten, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, E rziehung und Ausbildung miteinander abzuspre- chen. 3.3 Gemäss Art. 133 Abs. 1 Ziff. 2 ZGB regelt das Scheidungsgericht auch die Obhut über die Kinder, wobei es bei seinem Entscheid über die Obhut das Recht des Kindes berücksichtigt, regelmässige persönliche Be ziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen (vgl. Art. 298 Abs. 2bis ZGB). Im Sinne einer "faktischen Obhut" bedeutet Obhut, die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGE 142 III 612 E. 4.1 mit Hinweisen). Die Parteien sind sich darin einig, dass die Obhut über E.________ der Mutter zugeteilt wer- den soll (act. 69; act. 70). Die Betreuung der Kinder durch die Mutter entspricht denn auch der bisherigen Rollenverteilung und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Erz iehungs- fähigkeit der Beklagten nicht gegeben wäre. Die Obhut über E.________ ist daher antrags- gemäss der Beklagten zuzuteilen. 3.4 Die Parteien beantragen ferner, es sei angesichts des Alters von E.________ auf die Rege- lung eines Besuch - und Ferienrechts zu verzichten (act. 69; act. 70). E.________ ist seit dem letzten Sommer 16-jährig. Es wird daher mit Rücksicht auf ihr Alter antragsgemäss keine ausdrückliche Regelung der Betreuung vorgenommen. 3.5 Die Beklagte beantragt schliesslich, dass ihr die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV -IV-Renten allein angerechnet werden. Regelt das Scheidungsgericht die ge- meinsame elterliche Sorge, die Obhut oder die Betreuungsanteile, so hat es gleichzeitig die zukünftige Anrechnung der Erziehungsgutschriften zu regeln (Art. 52fbis Abs. 1 AHVV). Ge- mäss Art. 29sexies Abs. 1 AHVG wird Versicherten allerdings nur für diejenigen Jahre eine Er- ziehungsgutschrift angerechnet, in welchen ihnen die elterliche Sorge fü r eines oder mehrere Kinder zusteht, die das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben. Da E.________ bereits 16-jährig ist, ist dieser Antrag mithin abzuweisen. 4. In einem nächsten Schritt ist über die finanziellen Nebenfolgen der Scheidung zu entschei- den. Zuerst ist über die an die gemeinsamen Töchter D.________ und E.________ zu leis- tenden Kindesunterhaltsbeiträge bzw. den Mündigenunterhalt und danach über den nach- ehelichen Unterhalt an die Beklagte zu befinden. Dabei ist der Bedarf des ausserehelichen Sohnes des Klägers, F.________, zu berücksichtigen. 4.1 Die Beklagte beantragt für die Tochter D.________ bis zu deren Abschluss einer angemesse- nen Ausbildung einen Barunterhalt von CHF 2'528.00 pro Monat zuzüglich Familienz ulage. Für E.________ beziffert die Beklagte einen Barunterhalt bis zum 31. August 2023 von CHF 2'900.00 und ab dem 1. September 2023 bis zum Abschluss einer angemessenen Aus- bildung einen Barunterhalt von CHF 3'092.00, jeweils zuzüglich Familienzulage (act. 70). Betreffend den nachehelichen Unterhalt beantragt die Beklagte, der Kläger sei zu verpflich- ten, ihr bis zum 31. August 2023 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 8'894.00, vom 1. September 2023 bis zu E.________ Abschluss einer ordentlichen Er stausbildung Seite 11/57 einen in der Höhe von CHF 10'168.00 und ab E.________ Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung einen solchen im Betrag von CHF 11'468.00 zu bezahlen (act. 70). 4.2 Demgegenüber beantragt der Kläger, das Gericht habe die zukünftigen Unterhaltsbe iträge für D.________ und E.________ aufgrund der aktuellen Unterlagen zu berechnen und solle gleichzeitig den Unterhalt für seinen ausserehelichen Sohn F.________ und dessen Mutter festlegen (act. 69 S. 5 f.). In Bezug auf den nachehelichen Unterhalt verlangt er, dass der Beklagten ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei (act. 69 S. 4). 4.3 Der Kinderunterhalt wird g emäss Art. 276 ZGB durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge- leistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Die Eltern sind von der Un- terhaltspflicht in dem Mass befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder andern Mitteln zu bestreiten (Abs. 3). Die Unterhaltspflicht der El- tern dauert bis zur Mündigkeit des Kindes (Art. 277 Abs. 1 ZGB). Hat das Kind nach Eintritt der Mündigkeit noch keine angemessene Au sbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 285 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind das Ver- mögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Abs. 1). Der Unterhaltsbeitrag dient auch der Gewährleistun g der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte (Abs. 2). Ge- mäss den revidierten Art. 276 Abs. 2 und Art. 285 Abs. 2 ZGB sind also auch die Kosten der Betreuung des Kindes durch die Eltern Teil des von diesen zu tragenden Kindesunterhalts (dies nebst dem bereits bekannten Barunterhalt des Kindes). Der zur Deckung dieser Kosten dienende Teil des Unterhaltsbeitrags wird als Betreuungsunterhalt bezeichnet (vgl. Botschaft zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Kindesunterhalt] vom 29. No- vember 2013, BBl 2014 S. 529 ff., 551 f.). Ein Betreuungsunterhalt ist nur insoweit geschul- det, als der betreuende Elternteil seine Lebenshaltungskosten aufgrund der Kinderbetreuung nicht decken kann (sog. Lebenshaltungskostenansatz; vgl. Urteil des Bund esgerichts 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018). Das Gericht trifft dabei im Rahmen der Untersuchungsma- xime die Pflicht, immer wenn der Unterhalt eines Kindes zu berechnen ist, die Lebenshal- tungskosten der persönlich betreuenden Person zu erforschen, sei diese nun Prozesspartei oder eine am Prozess unbeteiligte Drittperson (Maier/Niederberger/Hampel, Die Berechnung von Unterhaltsbeiträgen bei Patchworkfamilien, in: AJP 2019 S. 879 ff, 898) . Im Hinblick auf den Kindesunterhalt gilt sodann das Gleichbehandlungsgebot . Danach haben Kinder eines Elternteils – aus derselben oder aus verschiedenen Beziehungen – Anspruch auf Gleichach- tung ihrer individuellen, an den jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu bemes- senden Verhältnissen, woraus die Notwendigkeit folgt, bei Kindesunterhaltsberechnungen und Kindern in verschiedenen Familien die finanziellen Verhältnisse sämtlicher Kinder, sämt- licher Elternteile sowie sämtlicher persönlich betreuender Personen festzustellen (Maier/Ni e- derberger/Hampel, a.a.O., S. 899). Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Berechnung des Barunter- halts von Kindern einheitlich die zweistufige Methode anzuwenden. Hierbei werden die finan- ziellen Ressourcen den Bedürfnissen der Beteiligten gegenübergestellt und sodann e ntspre- chend einer bestimmten Reihenfolge verteilt. Besondere Situationen sind im Rahmen einer Seite 12/57 allfälligen Überschussverteilung zu berücksichtigen. Dies schliesst gemäss dem Bundesge- richt jedoch nicht aus, dass in besonderen Situationen, namentlich bei auss ergewöhnlich gu- ten Verhältnissen, anders vorgegangen oder auch ganz von einer konkreten Rechnung abge- sehen wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 6.5). 4.4 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt, i nklusive eines an- gemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Ehegatte ge- mäss Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit er hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grunds ätze. Einerseits denjeni- gen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten, wonach jeder Ehegatte im Rahmen des Möglichen nach der Scheidung für seine eigenen Lebenshaltungskosten aufzukommen hat (sog. "clean break"). Andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität , wonach die Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der während der Ehe gelebten Aufgaben- teilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, welche bei einem der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm gebührenden Unterhalt selbst aufzukommen. 4.4.1 Zur Bestimmung des nachehelichen Unterhalts nach Art. 125 ZGB ist in einem ersten Schritt der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der Parteien festzustellen sind. Auf welche Lebensverhältnisse abzustellen ist, bestimmt sich da- ran, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Von einer Lebensprägung ist insbesondere dann auszugehen, wenn die Ehe lange, d.h. in der Regel mehr als zehn Jahre (der Zeitraum berechnet s ich bis zum Trennungszeitpunkt, vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_478/2010 vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) gedauert hat oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen sind. Bei fehlender Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, währe nd sich der gebührende Unterhalt bei lebensprägender Ehe grundsätzlich an dem in der Ehe zu- letzt gelebten Standard bemisst (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten), auf dessen Fortführung bei genügenden Mitteln beide Parteien Anspruch haben, der aber gle ichzeitig auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet (BGE 135 III 59 E. 4 und 4.1; 132 III 593 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_43/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 3.1). 4.4.2 Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist auch im Bereich des nacheheli- chen Unterhaltes zukünftig schweizweit verbindlich nach der zweistufig konkreten Methode vorzugehen, soweit nicht ausnahmsweise eine Situation vorliegt, bei welcher diese schlicht keinen Sinn macht, wie dies insbesondere bei ausser gewöhnlich günstigen finanziellen Ver- hältnissen der Fall sein kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 E. 4.5). 4.4.3 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden von der Verhandlungsma- xime beherrscht. Das Gericht darf s ein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im Prozess vorgebrachten Tatsachen stützen. Der Unterhaltsberechtigte trägt die Beweislast dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe gelebten Standards be- nötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedarfs substantiieren, belegen und bezif- fern. Gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbetrag, sind jedoch unausweich- lich (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, a.a.O., Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Der Richter ist in Bezug auf den nachehelichen Unterhaltsbeitrag nur an die formellen Parteianträge, d.h. an den insgesamt eingeklagten Seite 13/57 oder anerkannten Betrag (mithin an den im Rechtsbegehren eingeklagten Betrag), nicht aber an die einzelnen Einnahme - und Aufwandpositionen gebunden. Es kann somit für eine Posi- tion mehr oder für eine andere weniger zugesprochen werden, als in der Begründung ver- langt oder anerkannt wird (Urteile des Bundesgerichts 5A_310/2010 vom 19. November 201 0 E. 6.4.2; 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4). 4.5 Die am tt.mm.2002 geschlossene Ehe der Parteien , welche bis zur tatsächlichen Trennung am tt.mm.2015 (vgl. Verfügung des Einzelrichters des Bezirksgerichts J.________ vom 31. Januar 2019 im Verfahren ZES 2018 173) fast 13 Jahre gedauert hat und welcher z wei Kinder, D.________ und E.________, entsprossen sind, ist unbestrittenermassen lebensprä- gend. Die Parteien haben somit grundsätzlich Anspruch auf Fortführung des zuletzt gemein- sam gelebten Standards. Diesen Lebensstandard hat die Beklagte nach der zweistufigen Methode berechnet, was vom Kläger nicht bestritten wird (act. 70 S. 5). Eine Sparquote wird denn auch weder substantiiert behauptet, noch geht eine solche aus den Akten hervor. Da keine aussergew öhnlich günsti- gen finanziellen Verhältnisse vorliegen, sind die Unterhaltsbeiträge gestützt auf die jüngste bundesgerichtliche Rechtsprechung nach der zweistufigen Methode der Existenzminimums- berechnung mit Überschussverteilung festzulegen. 4.5.1 Nach der zweistufigen Methode der Existenzminimumsberechnung mit Überschussverteilung ist in einem ersten Schritt der Bedarf der Parteien zu ermitteln . Ausgangspunkt der Bedarfs- ermittlung bilden die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs - und Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums, wobei in Abwei- chung davon für jedes Kind ein Wohnkostenanteil einzusetzen ist und im Übrigen auch die Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen sind. Diese beiden Positionen sowie die i n den Richtlinien genannten Zuschläge (Krankenkassenprämien, Schulkosten, besondere Gesund- heitskosten) sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Bei knappen Verhältnissen muss es für den Barunterhalt dabei sein Bewenden haben und auch ein allfälliger Betreuungs unterhalt ist auf der Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu bestimmen. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist jedoch der gebührende Unterhalt zwingend auf das sogenannte familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern, auf welches diesfalls Anspruch besteht. Bei den Elternteilen gehören hierzu typischerweise die Steuern, ferner eine Kommunikations - und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbildungs- kosten, den finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen Exis- tenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts und allen- falls angemessene Schuldentil gung; bei gehobenen Verhältnissen können namentlich auch über die obligatorische Grundversicherung hinausgeh ende Krankenkassenprämien und al- lenfalls private Vorsorgeaufwendungen von Selbständigerwerbenden im Bedarf berücksich- tigt werden. Beim Barbedarf des Kindes gehören zum familienrechtlichen Existenzminimum namentlich die Ausscheidung eines Steueranteils, ein den konkreten finanziellen Verhältnis- sen entsprechender Wohnkostenanteil und gegebenenfalls über die obligatorische Grundver- sicherung hinausgehende Krankenkassenprämien (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.2). Würden darüber h inaus Positionen im tatsächlichen Umfang beim familienrechtlichen Existenzminimum eingerechnet, fände eine Vorabzuweisung von finanziellen Mitteln an eine Partei statt bzw. würden Ausgabenpositionen dem zu teilenden Überschuss entzogen. Dies würde im Ergeb nis dazu führen, dass eine Partei mehr erhalten Seite 14/57 würde, als ihr zustünde. Um eine Gleichbehandlung der Ehegatten zu erreichen, sind daher alle übrigen Auslagen aus dem Überschuss zu finanzieren (BGE 140 III 337 E. 4.2.3; Urteil des Bundesgerichts 5A_267/201 4 vom 15. September 2014 E. 5.2; Arndt, Die Sparquote, in: Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas Geiser, 2017, S. 43 ff. , S. 45 und S. 47; Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 14. A. 2015, § 24 N 61). 4.5.2 Der monatliche Bedarf der Parteien und der gemeinsamen Töchter sowie des aussereheli- chen Sohnes F.________ beziffert sich wie folgt (in CHF): Beklagte D.________ E.________ Kläger F.________ L.________ Grundbetrag CHF 1'350.00 CHF 600.00 CHF 600.00 CHF 850.00 CHF 400.00 CHF 850.00 Wohnkosten CHF 1'700.00 CHF 850.00 CHF 850.00 CHF 965.00 CHF 463.00 CHF 463.00 KK-Prämien (KVG) CHF 366.15 CHF 86.75 CHF 86.75 CHF 190.15 CHF 90.30 CHF 300.00 ./. Prämienverbilligung -CHF 90.30 -CHF 300.00 AHV-Beiträge CHF 41.80 Schulkosten CHF 500.00 Auswärtige Verpflegung CHF 220.00 CHF 220.00 öV/Mobilität CHF 200.00 CHF 134.00 CHF 90.00 CHF 321.00 Altersvorsorge CHF 965.00 Existenzminimum CHF 4'581.15 CHF 1'890.75 CHF 2'126.75 CHF 2'546.15 CHF 863.00 CHF 1'354.80 KK-Prämien (VVG) CHF 53.40 CHF 53.40 CHF 36.20 CHF 40.50 Gesundheitskosten CHF 100.00 CHF 10.00 CHF 136.00 Ausübung Besuchsrecht CHF 112.00 Kommunikationspau- schale CHF 100.00 CHF 100.00 CHF 100.00 Versicherungspauschale CHF 50.00 CHF 50.00 CHF 50.00 Steuern CHF 570.00 CHF 150.00 CHF 225.00 CHF 290.00 CHF 10.00 CHF 100.00 Erw. Existenzminimum CHF 5'401.15 CHF 2'104.15 CHF 2'541.15 CHF 3'098.15 CHF 909.20 CHF 1'645.30 4.5.3 Zu den einzelnen Positionen ist Folgendes anzumerken: - Grundbetrag: Nach den Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betrei- bungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten CHF 1'200.00 pro Monat. In diesem Betrag sind die Auslagen für Nahrung, Kleidung und Wäsche (einschliesslich de- ren Instandhaltung), Körper - und Gesundheitspflege, Unterhalt der Wohnungseinrich- tung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Beleuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. enthalten. Für eine Person mit Betreuungspflichten wird hingegen mit einem Grundbetrag von monatlich CHF 1'350.00 gerechnet. Dieser steht der Beklagten unbestrittenermassen zu. Bei den Kindern sind für über 10 -jährige Grundbeträge von CHF 600.00 pro Monat und für F.________ von CHF 400.00 pro Monat zu berücksichti- gen. Bei D.________ und E.________ ist es zudem angebracht, auch nach dem 18. Ge- burtstag diesen Grundbetrag zu verwenden, da die Beklagte ebenfalls mit diesen Grund- beträgen rechnet und von ihr weder behauptet wurde, noch ersichtlich ist, dass sich aus- ser dem Alter noch weitere Faktoren ändern würden (act. 70 S. 5; act. 70/1). Seite 15/57 Der Kläger führte an der Parteibefragung zunächst selbst aus, mit seiner neuen Partnerin zusammen zu wohnen (act. 54 Ziff. 16), weshalb ihm gemäss bundesgerichtlicher Recht- sprechung grundsätzlich die Hälfte des Grundbetrages für ein Ehepaar von monatlich CHF 1'700.00 anzurechnen ist, was CHF 850.00 entspricht ( BGE 138 III 97 E. 2.3.2; 137 III 59 E. 4.2.2; vgl. auch Richtlinien des Obergerichts). In seiner Eingabe vom 14. April 2020 im Verfahren ES 2020 173 machte der Kläger jedoch geltend, seine Le- benspartneri n sei seit Dezember 2019 in M.________. Als Beweis dafür reichte er eine Schulbestätigung der Töchter seine r Lebenspartnerin ein , woraus sich ergeben soll , dass diese in M.________ zur Schule gehen würden (act. 5/3 im Verfahren ES 2020 173). An der Hauptverhandlung führte er weiter aus, es stimme nicht, dass seine Lebe nspartnerin bei ihm lebe. Ihr Lebensmittelpunkt sei in M.________. Sie komme lediglich monateweise in die Schweiz um zu putzen und in Restaurants usw. zu arbeiten. Dann sei sie jedoch wieder drüben in M.________ (act. 72 S. 15). Die Beklagte bestreitet die neuerlichen Be- hauptungen des Klägers. Die zum Beweis eingereichte Beilage sei zum einen nicht in ei- ner Gerichtssprache verfasst und zum andern sei völlig unklar, um wen es sich bei den darin genannten Personen handle . Überdies habe sich diese Eingabe ausdrücklich auf das Verfahren ES 2020 173 bezogen und sei unabhängig davon auch z u spät erfolgt (act. 70 S. 6). Vorliegend trat der Aktenschluss zwar nach der Instruktionsverhandlung ein. Neue Tatsachen und Beweismittel können danach nur noch nach den Voraussetzun- gen von Art. 229 Abs. 1 ZPO in den Prozess eingebracht werden, ansonsten bleiben sie bei der Entscheidfindung unberücksichtigt (Willisegger, a.a.O., Art. 229 ZPO N 1; BGE 140 III 312 E. 6.3.2; Urteil des Bundesgerichts 4A_557/2017 vom 21. Februar 2018 E. 2.2). Hinsichtlich der Erforschung des für die Festlegung der Unterhaltsbe iträge mass- gebenden Sachverhalts gilt zum Schutz des Kindes allerdings der (uneingeschränkte) Untersuchungsgrundsatz (Wullschleger, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKom- mentar Scheidung, a.a.O., Allgemeine Bemerkungen zu Art. 276–293 ZGB N 20). Ge- mäss Art. 296 Abs. 1 ZPO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen und hat neue Tatsachen und Beweismittel gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO bis zur Urteilsbera- tung zu berücksichtigen. Ein Beweis gilt dabei grundsätzlich als erbracht, wenn der Rich- ter von der Richtigkeit der Sachbehauptung überzeugt ist (Art. 8 ZGB; vgl. BGE 138 III 97 E. 3.4.2; 118 II 235 E. 3c). In casu überzeugen die neuen Behauptungen des Klägers je- doch nicht. Am 28. November 2019 , mithin nur wenige Tage vor der angeblichen Aus- reise seiner Lebenspartnerin im Dezember 2019, führte der Kläger an der Parteibefra- gung noch aus, mit dieser zusammen zu wohnen. Sie seien zu zweit im Haushalt, wobei seine Partnerin selber für ihren Lebensunterhalt aufkommen würde . Sie habe zwei Töch- ter, welche abe r nicht bei ihnen wohnen würden (act. 54 Ziff. 16). Erst als es um das Tra- gen der Mietkosten ging, meinte der Kläger beiläufig, die Situation mi t seiner Partnerin sei nur temporär, sie werde wieder ausziehen (act. 54 Ziff. 46). Er erwähnte aber weder, wann sie angeblich auszieht , noch dass sie geplant habe, im Dezember 2019 wieder nach M.________ zu gehen und jeweils nur monateweise in der Schweiz leb t, um zu ar- beiten. Es ist auch nicht glaubwürdig , dass der Kläger Ende November 2019 noch keine Kenntnis von all diesen angeblichen Tatsachen hatte. Im Übrigen vermag die von ihm eingereichte Schulbestätigung seine neue Behauptung auch nicht zu belegen. Erstens bezieht sich die Schulbestätigung auf das Schuljahr 2019 –2020 und zweitens kann aus diesem fremdsprachigen Dokument kein Rückschluss auf den tatsächlichen Aufenthalts- ort der Partnerin des Klägers gezogen werden , dies umso mehr, als bereits an der Par- teibefragung feststand, dass die beiden Töchter nicht beim Kläger und seiner Seite 16/57 Lebenspartnerin in der Schweiz wohnen. Es ist daher davon auszugehen, dass der Klä- ger – wie er anfänglich selbst ausführte – mit seiner Lebenspartnerin zusammenwohnt, weshalb ihm die Hälfte des Grundbetrages für ein Ehepaar, mi thin CHF 850.00 anzu- rechnen ist. Schliesslich sind zur Berechnung von F.________ Betreuungsunterhalt in der Bedarfs- rechnung die Lebenshaltungskosten der ihn persönlich betreuenden Person zu erfor- schen. Vorliegend ist das unbestrittenermassen F.________ Mutter, L.________. Da sie gemäss Mietvertrag nicht alleine wohnt , ist von einer gemeinschaftlichen Kostentragung auszugehen und ihr sind i n ihrem Bedarf deshalb ebenfalls nur CHF 850.00 als Grundbe- trag anzurechnen (act. 76/183). - Wohnkosten: Der Kläger bea ntragt die Anrechnung von Wohnkosten in der Höhe von CHF 1'790.00 (inkl. Nebenkosten) pro Monat (act. 69 S. 10). Weil jedoch davon auszuge- hen ist, dass der Kläger mit seiner Partnerin zusammenwohnt, können ihm wiederum nur die Hälfte der Mietkosten angerechnet werden. Gemäss Mietvertrag betragen die Miete des Klägers CHF 1'790.00 und die Kosten für den Parkplatz CHF 140.00 pro Monat (act. 17/9–10). Die Beklagte anerkennt neben den hälftigen Wohnkosten auch die hälfti- gen monatlichen Kosten für den Parkplatz (act. 70 S. 6). Folglich sind beim Kläger mo- natliche Wohnkosten in der Höhe von insgesamt CHF 965.00 (= CHF 895.00 + CHF 70.00) zu berücksichtigen. Die Wohnkosten der Beklagten belaufen sich auf rund CHF 3'370.00 pro Monat (act. 37 S. 8; act. 54A S. 5). Die Parteien sind sich jedoch einig, dass die heute von der Beklag- ten und den Töchtern bewohnte Liegenschaft in H.________ zu verkaufen ist (act. 69; act. 70). Die Beklagte führt diesbezüglich aus, sie und ihre beiden Töchter hätten An- spruch auf eine 5 -Zimmerwohnung, deren Mietzins sich ebenfalls in der Grössenordnung von CHF 3'400.00 pro Monat bewege . Davon seien je CHF 850.00 bei den Mädchen und CHF 1'700.00 bei der Beklagten zu berücksichtigen , was vom Kläger nicht rechtzeitig be- stritten worden sei (act. 70 S. 6). Der Kläger stimmt diesen Ausführungen insofern zu, als er der Beklagten an der Hauptverhandlung unter der Position "Bedienung Hypothek, Ver- sicherung" monatlich ebenfalls CHF 1'700.00 anrechnet (act. 69 S. 10). Mithin sind diese Wohnkosten im Bed arf der Klägerin zu berücksichtigen und den beiden Töchtern monatli- che Wohnkosten von je CHF 850.00 anzurechnen. F.________ lebt bei seiner Mutter im Tessin (act. 54 Ziff. 8). Der Mietzins für das 3,5 - Zimmer Apartment beläuft sich auf CHF 1'390.00 pro Mon at (act. 76/183). Praxisgemäss ist ein Drittel der anfallenden Wohnkosten im Betrag von rund CHF 463.00 im Bedarf von F.________ anzurechnen ( Fountoulakis, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 285 ZGB N 9; Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreuungsunterhalt, FamPra.ch 1/2017 S. 164, 172 f.). Wie bereits ausgeführt wurde, wohnt L.________ gemäss Mietvertrag nicht allein in diesem 3,5 -Zimmer Apartment, weshalb in ihrem Bedarf ebenfalls nur die Hälfte der restlichen Wohnkosten von CHF 927.00 (= CHF 1'390.00 ./. CHF 463.00), mithin eben- falls rund CHF 463.00 zu berücksichtigen sind. - KK-Prämien (KVG + VVG): Die Krankenversicherungsprämien sind ausgewiesen und be- tragen für die Beklagte CHF 366.15 (KVG) und die beiden Töchter je CHF 140.15 Seite 17/57 (CHF 86.75 KVG + CHF 53.40 VVG) pro Monat (act. 54A/43–46; act. 70 S. 6). Diejenigen des Klägers belaufen sich auf CHF 190.15 (KVG) pro Monat und werden von der Beklag- ten anerkannt (act. 68/123; act. 70 S. 6). Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzmi- nimums sind die Prämien nach VVG ebenfalls im Bedarf der Parteien zu berücksichtigen. Die Krankenkassenprämien der obligatorischen Krankenversicherung belaufen sich bei F.________ auf CHF 90.30, diejenigen für die Zusatzversicherungen nach VVG auf CHF 36.20 pro Monat (act. 76/187). L.________ Krankenkassenprämien betragen CHF 300.00 nach KVG und CHF 40.50 nach VVG (act. 76/186). Gemäss Richtlinien ist der Prämienaufwand für die Krankenversicherung unter Einschluss einer allfälligen Prä- mienverbilligung zum Grundbetrag hinzuzuzählen (vgl. Beschluss und Urteil des Oberge- richts Zürich vom 22. April 2015, LC140029 E. 3.2.3). Angesichts der Tatsache, dass L.________ Sozialleistungen bezieht, ist a nzunehmen, dass sie und F.________ in den Genuss von Prämienverbilligungen im Umfang der von ihnen einzubezahlenden Prämien für die Grundversicherung kommen werden (act. 76/182; act. 76/188; vgl. Online-Rech- ner auf <https://www4.ti.ch/dss/ias/prestazioni -e-contributi/scheda/ p/s/dettaglio/riduzione -dei-premi-dellassicurazione -malattia-ripam/simulatore -di-calcolo- diritto-alla-ripam/>). Ein allfälliger Überschuss wird nicht an die Prämien der Zusat zversi- cherung angerechnet. - AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige: Im Bedarf von L.________ sind monatliche Kosten für AHV-Beiträge inkl. Verwaltungskosten in der Höhe von 41.80 pro Monat (= CHF 167.20 x 3 / 12) zu berücksichtigen (act. 76/185; vgl. Richtlinien Rz II.3). - Schulkosten: Gemäss Ausführungen der Parteien besucht E.________ das Gymnasium in N.________, wobei bezüglich der jährlichen Schulkosten von CHF 4'500.00, mithin CHF 375.00 pro Monat, Einigkeit besteht (act. 54 S. 20; act. 70 S. 7). Die Beklagte macht zusätzliche Kosten für Schulmaterial in der Höhe von monatlich CHF 125.00 geltend (act. 54A S. 6; act. 70 S. 7), welche vom Kläger nicht bestritten w erden. Dem Elternbrief zum Schuljahr 2019/20 der N.________ kann denn auch entnomme n werden, dass die benötigten Bücher von den einzelnen Lehrpersonen abgegeben und auf die Schulrech- nung genommen werden (act. 68/104). All diese Schulkosten sind Bestandteil von E.________ Bedarf und ihr mithin anzurechnen. - Auswärtige Verpflegung: Die Beklagte anerkennt, dass dem Kläger aufgrund seiner 100%-igen Arbeitstätigkeit Kosten für die auswärtige Verpflegung im Bedarf anzurechnen sind (act. 70/1). Gemäss den Richtlinien sind ihm dafür monatliche Kosten von CHF 220.00 anzurechnen ( vgl. Richtlinien, Ziff. 4.2). D.________ hat im August 2020 ihre Lehre begonnen und muss sich gemäss Ausführungen der Beklagten auch auswärts verpflegen, was vom Kläger nicht bestritten wird (act. 70 S. 7). Ihr sind daher ebenfalls monatliche Kosten von CHF 220.00 im Bedarf anzurechnen. Die Kosten für das Znüni und Mittagessen von E.________ sind allerdings im Schulgeld inbegriffen (vgl. act. 68/104). Ab dem Zeitpunkt, ab welchem der Beklagten ein hypothetisches Einkom- men angerechnet wird, werden auch in ihrem Bedarf Kosten für die auswärtige Verpfle- gung berücksichtigt (vgl. E. 10.3). Seite 18/57 - ÖV/Mobilität: Die monatlichen Kosten für die ÖV-Abonnemente von D.________ und E.________ in der Höhe von CHF 134.00 bzw. von CHF 90.00 sowie die Mobilitätskos- ten der Beklagten im Betrag von CHF 200.00 sind vom Kläger nicht bestritten (act. 70 S. 7). Sie sind daher im Bedarf zu berücksichtigen. Ebenfalls zu berücksichtigen sind die dem Kläger von der Beklagten anerkannten Kosten des Generalabonnements von mo- natlich CHF 321.00 (act. 68/124; act. 70 S. 7). Nicht zu berücksichtigen sind allerdings die vom Kläger zusätzlich geltend gemachten und von der Beklagten bestritten en Mobili- tätskosten für den BMW X5 (act. 69 S. 10). Im Rahmen der zweistufigen Berechnungs- methode sind die Kosten für die Benützung eines Privatfahrzeuges nur dann zu berück- sichtigen, wenn dem Privatfahrzeug Kompetenzcharakter zukommt. Das ist nur dann der Fall, wenn das Auto selbst unpfändbar ist (Art. 92 SchKG). Ist es einem Ehegatten hinge- gen möglich und zumutbar, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen, ist ein Auto we- der unentbehrlich noch notwendig und somit im Bedarf nicht zu berücksichtigen (Six, Eheschutz, 2. A. 2014, Rz 2.115). Die Beklagte hat den Kompetenzcharakter des Privat- fahrzeugs des Klägers bestritten, weshalb dieser vom Kläger substantiiert zu behaupten und zu beweisen gewesen wäre (Art. 8 ZGB sowie Art. 150 ZPO). Es fehlt jedoch an den nötigen Behauptungen und Beweismitteln für die Anerkennung des Kompetenzcharak- ters des Fahrzeugs d es Klägers, weshalb die mit dem Fahrzeug zusammenhängenden Kosten in seinem Bedarf nicht zu berücksichtigen sind. - Altersvorsorge: Die Beklagte macht einen monatlichen Vorsorgeunterhalt im Betrag von CHF 2'283.00 pro Monat geltend, da sie keine Chance hab e, nach der Scheidung noch eine Vorsorge auf - bzw. auszubauen (act. 54A S. 8). Der gebührende Unterhalt im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB schliesst eine angemes- sene Altersvorsorge ein. Zu beachten ist, dass der Vorsorgeunterhalt nicht in erster Linie der Ausgleichung bestehender Einbussen dient, sondern mögliche zukünftige Lücken (nach der Scheidung) in der Altersvorsorge schliessen soll, welche dadurch hervorgeru- fen werden, dass der Berechtigte aufgrund seiner als Folge der Ehe eingeschränkten Er- werbstätigkeit oder aufgrund der Gesundheit oder des Alters in den Jahren nach der Scheidung keiner oder nur einer reduzierten Erwerbstätigkeit nachgehen wird und des- halb auch keine oder nur noch geringe Beiträge an die eigene Altersvorsorge wird leisten können (Urteile des Bundesgerichts 5C.140/2004 E. 2.5, 5C.138/2006 E. 6 und 5C.53/2007 E. 5). Die Festsetzung eines Betrages für den nachehelichen Vorsorgeauf- bau entzieht sich einer exakten mathematischen Betrachtung, da es um die Beurteilung einer künftigen, nur bes chränkt vorhersehbaren Entwicklung geht. Das Bundesgericht hat aber festgehalten, dass der Bemessung der Altersvorsorge die für die Ehegatten mass- gebliche Lebenshaltung zugrunde zu legen ist, welche dem gebührenden Unterhalt ohne Vorsorgeunterhalt entspric ht und sich grundsätzlich aufgrund des zuletzt gemeinsam ge- lebten Standards berechnet, auch wenn dieser infolge der trennungsbedingten Mehrkos- ten nicht mehr erreicht wird. Dieser Betrag ist in ein fiktives Bruttoeinkommen umzurech- nen und darauf sind wieder um Arbeitgeber - und Arbeitnehmerbeiträge der 1. und 2. Säule zu berechnen, die zusammen – erweitert um eine allfällige Steuerbelastung – den Vorsorgeunterhalt ergeben. Soweit die unterhaltsberechtigte Person diese Beiträge nicht bereits von ihrem eigenen – allenfalls hypothetischen – Einkommen entrichtet, hat sie Anspruch auf einen Beitrag des Unterhaltsschuldners, um diese Lücke in der Alters- vorsorge zu schliessen (Gloor/Spycher, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 125 ZGB N 4; Seite 19/57 BGE 135 III 158 ff.). Für den im Rahmen des Scheidungsverfahrens festzusetzenden nachehelichen Unterhalt gilt dabei zwar grundsätzlich die Dispositions - und Verhand- lungsmaxime. Soweit aber Tatsachen zu beurteilen sind, die wie vorliegend gleichzeitig den Kindes- und Ehegattenunterhalt bet reffen, gilt für diesen Bereich stets die uneinge- schränkte Untersuchungsmaxime (Urteil des Bundesgerichts vom 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 2.2). Der Bemessung der Altersvorsorge ist die für die Ehegatten massgebliche Lebenshal- tung zugrunde zu legen , welche sich grundsätzlich aufgrund des zuletzt gemeinsam ge- lebten Standards bemisst. Der auf die Beklagte bezogene Verbrauchsunterhalt, der sich aus dem Bedarf ohne Vorsorgeunterhalt zusammensetzt , beträgt gemäss Eheschutzent- scheid monatlich rund CHF 5'000.00 (vgl. Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts J.________ vom 31. Januar 2019 S. 26 [act. 46/1]; Aeschlimann/Bähler, in: Schwen- zer/Fankhauser [Hrsg.], a.a.O., Anh. UB N 26 f.) und ist in ein fiktives Bruttoeinkommen umzurechnen. Die BVG-Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer belaufen sich für die bald 56-jährige Beklagte auf 18 % des Bruttolohnes (Art. 16 BVG), die AHV/IV/EO -Bei- träge auf rund 10 %. Um vom Netto - zum Bruttoeinkommen zu gelangen, ist in einem ersten Schritt das Nettoeinkomm en mit 87 % einzusetzen. Daraus resultiert ein fiktives monatliches Bruttoeinkommen von CHF 5'747.13. Darauf sind die Arbeitgeber - und Ar- beitnehmerbeiträge von rund 10 % AHV/IV/EO und 18 % BVG zu berechnen. Unter Be- rücksichtigung des BVG -Koordinationsabzug es von CHF 25'095.00 pro Jahr bzw. CHF 2'091.25 pro Monat (Art. 8 Abs. 1 BVG in der ab 1. Januar 2021 gültigen Fassung) resul- tiert ein Vorsorgebedarf von monatlich CHF 1'232.77 (= CHF 574.71 AHV/IV/EO-Beitrag + CHF 658.06 BVG-Beitrag). Zu berücksichtigen i st jedoch, dass der Beklagten bereits im Eheschutzentscheid ein hypothetisches Einkommen in einem 50 %-Pensum von rund CHF 2'000.00 netto pro Monat angerechnet wurde. Der anzurechnende massgebende Bruttolohn beträgt demnach rund CHF 2'300.00 (= CHF 2'000.00 / 87 % x 100) pro Mo- nat. Unter Berücksichtigung des BVG -Koordinationsabzuges resultiert ein BVG -Beitrag von CHF 37.58 sowie AHV/IV/EO -Beiträge von CHF 230.00 pro Monat. Mit den von ihr hypothetisch zu leistenden Sozialabgaben von monatlich CHF 267.58 vermag die Be- klagte in den ihr bevorstehenden Jahren bis zum Eintritt in das ordentliche Pensionsalter CHF 965.20 ihres errechneten Vorsorgebeitrages von CHF 1'232.77 pro Monat nicht selbst anzusparen. Der Betrag von gerundet CHF 965.00 ist der Beklagten daher als Vor- sorgeunterhalt anzurechnen. - Ungedeckte Gesundheitskosten: Fallen bei einem Ehegatten oder den Kindern regelmäs- sig Franchise und Selbstbehalt an, sind diese im familienrechtlichen Existenzminimum zusätzlich zur Krankenkassenprämie zu berücksichtigen. Der maximale Anrechnungsbe- trag beläuft sich bei Erwachsenen auf die Franchise zzgl. dem maximalen Selbstbehalt von CHF 700.00 jährlich bzw. bei Kindern auf den maximalen Selbstbehalt von CHF 350.00 pro Jahr. Gesundheitskosten, die von der obligatorischen Krankenversiche- rung nicht erfasst werden, sind dem Existenzminimu m hingegen nicht hinzuzurechnen. Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums fallen bloss wünschbare, aber ob- jektiv nicht notwendige Kosten für Ärzte, Therapeuten und Arzneien ausser Betracht ( Six, a.a.O., N 2.109 f.; vgl. auch BGE 129 III 242 E. 4. 3). Solche zusätzlichen Behandlungen sind aus dem Überschuss zu decken. Seite 20/57 Die Beklagte macht für sich ungedeckte Gesundheitskosten von CHF 100.00 pro Monat geltend. Diejenigen von E.________ würden sich auf monatlich CHF 136.00 und die von D.________ auf CHF 10.00 pro Monat belaufen. Sie führt diesbezüglich aus, ihre Ge- sundheit sei sehr angeschlagen und sie müsse sich immer wieder in ärztliche Behand- lung begeben, Operationen über sich ergehen lassen und diverse Medikamente einneh- men. E.________ trage nach wi e vor eine Zahnspange, wovon die Krankenkasse jedoch nur einen Teil der Kosten übernehme (act. 54A S. 6; act. 70 S. 6). All diese ungedeckten Gesundheitskosten wurden vom Kläger nicht substantiiert bestritten und sind ausgewie- sen, weshalb sie im Bedarf der Beklagten und der beiden Töchter zu berücksichtigen sind (act. 54A/47–49). Der Kläger behauptet , es stehe im Jahr 2020 eine grössere Zahnbehandlung an, welche Kosten von ca. CHF 3'000.00 zur Folge haben dürfte (act. 68/135). Diese Kosten können allerdings nicht berücksichtigt werden, da sie zu wenig substantiiert und unbelegt sind. - Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts : Der Kläger beantragt ferner, dass die Kosten für die Betreuung von F.________ (Besuchswochenenden /Ferien) in seinem Bed arf zu berücksichtigen sind (act. 69 S. 6). Gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtspre- chung sind die Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts im familienrechtlichen Existenz- minimum zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). An der Parteibefragung führte der Kläger diesbezüglich aus, F.________ jedes zweite Wochenende mit dem Zug im Tessin abzuholen und wieder zurückzubrin- gen (act. 54 Ziff. 17). Diese Kosten sind in seinem Bedarf zu berücksichtigen. Der Kläger verfügt über ein Generalabonnement (vgl. ÖV/Mobilität ), muss aber für F.________ ab seinem 6. Geburtstag CHF 56.00 für die Hin - und Rückfahrt bezahlen (vgl. www.sbb.ch) . Ausgehend von zwei Besuchswochenenden pro Monat sind mithin CHF 112.00 als Kos- ten zur Ausübung des Besuchsrechts im Bedarf des Klägers zu berücksichtigen. Weitere Positionen wurden nicht substantiiert behauptet oder belegt. - Kommunikationspauschale: Gemäss der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung gehören bei den Elternteil en je eine Kommunikationspauschale zum familienrechtlichen Existenzminimum (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). Diese beläuft sich nach der Praxis des Kantonsgerichts Zug auf CHF 100.00 pro Monat. - Versicherungspauschale: Ebenfalls bei den Elternteilen zu berücksichtigen ist eine Versi- cherungspauschale, welche sich praxisgemäss auf CHF 50.00 pro Monat beläuft (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). - Steuern: Die Beklagte macht ferner eine monatl iche Steuerbelastung von CHF 1'200.00 geltend (act. 54A S. 9; act. 70 S. 9). Der Kläger bestreitet nicht, dass die Beklagte Steu- ern zu bezahlen hat . Er bestreitet aber die Behauptung, wonach auf die Beklagte hohe Steuernachforderungen zukommen würden, da d ie Gemeinde H.________ bislang keine definitiven Veranlagungen vorgenommen habe (act. 54 S. 21 f.). Die Bedarfsberechnung habe auf dem effektiven Lebensstandard zu basieren (act. 69 S. 6). Zum familienrechtli- chen Existenzminimum gehören auch die Steuern. A ls Grundlage für die Berechnung der Steuerbelastung dienen das Vermögen und das Einkommen der Parteien, wobei Seite 21/57 anerkannt ist, dass grundsätzlich die effektiven Steuerlasten auf beiden Seiten zu be- rücksichtigen sind (vgl. BGE 128 III 257; Arndt/Bader, Steuer - und Familienrecht – wenn verflossene Liebe Steuern kostet, FamPra.ch 2020, S. 644 ff.). Anzurechnen sind somit sowohl die Einkommens - wie auch die Vermögenssteuern. Bei der Beklagten ist von einem jährlichen Renteneinkommen von rund CHF 96'636.00 (= [CHF 5'484.00 nachehelicher Unterhalt + CHF 2'319.00 Unterhalt E.________ + CHF 250.00 Ausbildungszulagen ] x 12 Monate) und einem Vermögen von rund CHF 282'324.00 (= CHF 208'500.00 potentieller Verkaufserlös Liegenschaft + CHF 73'824.00 güterrechtliche Ausg leichszahlung) auszugehen. Daraus ergibt sich eine monatliche Steuerbelastung für Staats - und Gemeindesteuern i n H.________ von rund CHF 796.00 pro Monat (https://www.sz.ch/steuern/steuern -natuerliche-personen/steuer- berechnung/steuer -rechner/steuerkalkulat or-natuerliche-personen.html/72 -512-445-3489- 3487-3483-3481). Die Steuern entsprechen mithin 9.8 % des monatlichen Nettoeinkom- mens der Beklagten (Arndt/Bader, Steuern im Familienrecht: praktische Hinweise zur Scheidung, Anwaltsrevue 2020, S. 314 ff., 315). Von dieser Steuerbelastung ist nun der im Barbedarf von E.________ zu berücksichtigende Steueranteil im Betrag von rund CHF 225.00 (vgl. nachfolgend) in Abzug zu bringen. Der im Bedarf der Klägerin noch zu berücksichtigende Steueranteil beläuft sich somit auf rund CHF 570.00 pro Monat. Das Bundesgericht hat nun in seiner jüngsten Rechtsprechung die Ausscheidung eines Steueranteils beim Barbedarf des Kindes im familienrechtlichen Existenzminimum bejaht (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2020 vom 11. November 2020 E. 7.2). Der vom Klä- ger an E.________ zu bezahlende Barunterhalt beläuft sich auf rund CHF 2'319.00. Aus- gehend von einem Steuerbetrag von rund 9.8 % beläuft sich der in ihrem Barbedarf zu berücksichtigende Steueranteil auf rund CHF 225.00 pro Monat (Arndt/Bader, a.a.O., S. 315). Da F.________ Mutter L.________ unbestrittenermassen Sozialleistungen be- zieht und selbst kein Erwerbseinkommen erzielt (act. 76/182), ist der in F.________ Bar- bedarf zu berücksichtigende Steueranteil ermessensweise mit lediglich rund CHF 10.00 pro Monat zu veranschlagen. D.________ erzielt im 1. Lehrjahr ein Lehrlingseinkommen von rund CHF 810.00 netto pro Monat zuzüglich Ausbildungszulagen in der Höhe von CHF 250.00. Unter Berücksichtigung des vom Kläger an sie zu l eistenden Unterhalts im Betrag von CHF 1'402.00 erzielt sie ein jährliches Nettoeinkommen von rund CHF 29'544.00. Daraus ergibt sich eine monatliche Steuerbelastung für Staats - und Ge- meindesteuern in H.________ von rund CHF 150.00 pro Monat (https://www.sz .ch/ steuern/steuern -natuerliche-personen/steuerberechnung/steuer -rechner/steuerkalkulator - natuerliche-personen.html/72 -512-445-3489-3487-3483-3481). Dem Kläger rechnet die Beklagte eine monatliche Steuerlast von rund CHF 160.00 an mit der Begründung, er könne alle von ihm zu erbringenden Unterhaltsleistungen in Abzug bringen (act. 54A S. 9). Gemäss § 30 Abs. 1 lit. c Steuergesetz des Kantons Zug können die Unterhaltsbeiträge an den geschiedenen Ehegatten sowie Kinderunterhaltsbeiträge vom Zahlenden für di e Zwecke der direkten Bundessteuer und der zugerischen Kantons - und Gemeindesteuern als Abzug vom Einkommen deklariert werden. Aus der gesetzli- chen Präzisierung "Kinder unter elterlicher Sorge " geht jedoch hervor, dass der Unter- haltspflichtige die Alimente für das volljährige Kind nicht mehr in Abzug bringen kann . Da D.________ bereits volljährig ist , kann der Kläger bloss noch die an die Beklagte sowie an E.________ und F.________ zu leistenden Unterhaltsbeiträge vom zu versteuernden Seite 22/57 Einkommen abziehen . Basierend auf dem nach Abzug dieser Unterhaltsbeiträge noch zu versteuernden jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 54'996.00 und einem Vermö- gen von rund CHF 317'487.00 ist bei ihm von einer Steuerlast von rund CHF 290.00 pro Monat auszugehen (vgl. https://steuerrechner.zg.ch/cgi/kantordout.cgi ). Für die Festsetzung der für den Betreuungsunterhalt relevanten Lebenshaltungskosten wird bei L.________ für die Steuern ein Pauschalbetrag von CH F 100.00 eingesetzt (Maier, Die konkrete Berechnung von Kinderunterhaltsbeiträgen, FamPra.ch 2020 S. 314, 363). 4.5.4 Folgende von den Parteien geltend gemachte n Kosten können im Bedarf nicht berücksichtigt werden: - Fitnessabonnement: Die von der Beklagten für sich und die beiden Töchter geltend ge- machten monatlichen Kosten für das Fitnesscenter im Betrag von je CHF 100.00 (act. 54 S. 20 f.; act. 69; act. 70 S. 7; act. 72) sind im familienrechtlichen Existenzminimum nicht zu berücksich tigen, sondern aus dem zu teilenden Überschuss zu finanzieren. Gleiches gilt für die vom Kläger geltend gemachten Fitnesscenterkosten von CHF 110.00 pro Mo- nat (act. 70 S. 7). - Rechtsschutzversicherung: Die vom Kläger an der Hauptverhandlung bezifferten Ver si- cherungskosten von CHF 124.00 pro Monat (act. 69 S. 10) sind aus der Versicherungs- pauschale oder dem zu teilenden Überschuss zu finanzieren und werden darüber hinaus nicht separat im familienrechtlichen Existenzminimum berücksichtigt . 5. In einem zweiten Schritt ist das Einkommen der Parteien , der Kinder und dasjenige von L.________ zu ermitteln. 6. Die Beklagte erzielt derzeit kein Erwerbseinkommen, was unbestritten ist ( act. 69 S. 4; act. 70 S. 9). Zu prüfen bleibt, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der Beklagten zu- künftig – wie vom Kläger beantragt – ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist und inwiefern die Beklagte ihren monatlichen Bedarf selber finanzieren kann. Der Vorrang der Ei- genversorgungskapazität ergibt sich direkt aus dem Wortlaut vo n Art. 125 Abs. 1 ZGB, wes- halb Unterhalt nur verlangt werden kann, wenn und soweit es der unterhaltsbeanspruchen- den Partei nicht zumutbar ist, selbst für den gebührenden Unterhalt aufzukommen . 6.1 Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, dass ihr kein hy pothetisches Einkommen ange- rechnet werden könne. Zur Begründung führt sie aus, sie sei gebürtige Spanierin und habe, als sie den Kläger in Spanien kennengelernt habe, bei der O.________AG in P.________ im Bereich Marketing gearbeitet. Nach der Geburt von D.________ im mm.2002 und dem Um- zug der Parteien in die Schweiz habe sie sich vollumfänglich der Kinderbetreuung und der Haushaltsführung gewidmet. Sie sei keiner Beschäftigung mehr nachgegangen. Einzig in den Jahren 2011/2012 habe sie an einem Tag pro Woch e während rund sechs Stunden Archivie- rungsarbeiten in einem Unternehmen in Q.________ erledigt. In den folgenden Jahren und insbesondere im Zeitpunkt der Trennung der Parteien im Jahr 2015 habe die Beklagte keine Anstellung gehabt und sei nicht ins Erwerbs leben integriert gewesen. Im Zeitpunkt der Tren- nung sei sie kurz vor ihrem 50. Geburtstag gestanden, weshalb ihr bereits angesichts ihres Alters eine Eigenversorgungskapazität abzusprechen sei. Hinzu käme, dass sie seit mehr als Seite 23/57 15 Jahren nicht mehr im Erw erbsleben integriert sei. Ihre Bemühungen eines Wiederein- stiegs müssten als gescheitert betrachtet werden. Sie habe zwar eine Ausbildung und berufli- che Erfahrung im Bereich Marketing, da dieses Arbeitssegment aber in den vergangenen Jahren eine massgeblich e Änderung erfahren habe, könne ihr Knowhow nicht mehr als aktu- ell bezeichnet werden. Hinzu kämen ihre nur mangelhaften Kenntnisse der deutschen Spra- che und ihre angeschlagene Gesundheit. Sie leide zum einen an einer degenerativen Verän- derung der Halswirbelsäule, was mit entsprechenden Schmerzen einhergehe, und zum ande- ren habe sie ein Herzleiden. Im Sommer 2018 sei eine schwerwiegende Verengung von Blut- gefässen festgestellt worden, so dass sie sich notfallmässig einem Eingriff am Herzen habe unterziehen mü ssen. Die Voraussetzungen für die Anrechnung eines hypothetischen Ein- kommens seien somit nicht gegeben (act. 37 S. 12 f.; act. 54A S. 9 f.; act. 70 S. 9). Demgegenüber rechnet der Kläger der Beklagten ein hypothetisches Einkommen an und führte an der Parteibefragung aus, er verstehe zwar, dass seine Frau heute aufgrund der ge- sundheitlichen Situation nicht arbeitsfähig sei. Er wisse jedoch nicht, was weiter unternom- men worden sei und ob diese Situation nun permanent sei oder nicht. Die von der Beklagten gemachten Ausführungen bezüglich Arbeitstätigkeit seien jedenfalls nicht korrekt. Die Be- klagte habe während der Ehezeit mehrfach Arbeitstätigkeiten wahrgenommen, was beispiels- weise durch das auf ihren Namen lautende 3A -Konto belegt sei. Sie sei auch nicht immer li- mitiert gewesen. In einem bestimmten Jahr habe er sich zum Beispiel fast ein halbes Jahr zu Hause um die Kinder gekümmert, während seine Frau gearbeitet habe (act. 54 S. 21; act. 69 S. 4). 6.2 Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit bzw. Eigenver sorgungskapazität der Ehegatten ist grundsätzlich vom tatsächlich erzielten Einkommen auszugehen. Soweit dieses Einkommen nicht ausreicht, um den ausgewiesenen Bedarf zu decken, kann ein hypothetisches Einkom- men angerechnet werden, sofern dieses zu erreich en zumutbar (Rechtsfrage) und möglich (Tatfrage) ist. Gemäss langjähriger bundesgerichtlicher Rechtsprechung galt bei lebensprägenden Ehen die Vermutung, dass einem vollständig ausserhalb des Erwerbslebens stehenden Ehegatten nach Erreichen des 45. Altersjahres eine (Wieder -) Eingliederung ins Berufsleben nic ht mehr zumutbar sei und er sich diesfalls seinen gebührenden Unterhalt auch nachehelich durch den anderen Ehegatten finanzieren lassen könne. Diese "45er-Regel" wurde vom Bundesgericht nun aufgegeben (Urteil des Bundesgericht 5A_104/2018 vom 2. Februar 2021 E. 5.5). Massgeblich ist gemäss jüngster bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine konkrete Prüfung anhand der Kriterien Alter, Gesundheit, sprachliche Kenntnisse, bisherige und künftige Aus - und Weiterbildungen, bisherige Tätigkeiten, persönliche und geo graphische Flexibilität, Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie ähnliches mehr. Dass das Lebensalter oft ein entscheidender Faktor bei der Beurteilung der tatsächlichen Möglichkeit ist, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, entspricht zwar einer Tatsache. Indes kommt dem Alter zufolge Aufgabe der "45er-Regel" nicht (mehr) eine von allen übrigen Faktoren losgelöste abstrakte Bedeutung im Sinn einer Vermutung für oder gegen die Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit zu. Weiterhin zu prüfen bleibt die Rechtsfrage, ob insgesamt und in welchem Umfang die Aufnahme einer Erwerbsarbeit zumutbar ist . Dabei besteht der Grundsatz, dass soweit die Aufnahme einer Erwerbsarbeit in tatsächlicher Hinsicht möglich ist, diese auch zumutbar und unter dem Titel der Eigenversorgung ein entspreche ndes hypothetisches Einkommen an den gebührenden Seite 24/57 Unterhalt anzurechnen ist. Von diesem Grundsatz kann aber in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise abgewichen werden, beispielsweise bei einem nahe am Pensionsalter ste- henden Ehegatten. Eine Unzumutbarkeit – insbesondere zur Aufnahme nicht "standesge- mässer" Erwerbsarbeiten – lässt sich auch dort begründen, wo die Ehe aufgrund verschiede- ner Faktoren das Leben eines Ehegatten in entscheidender Weise geprägt hat, indem er auf die (Weiter -) Verfolgung einer eige nen Karriere verzichtet, sich stattdessen aufgrund eines gemeinsamen Entschlusses dem Haushalt und der Erziehung der Kinder gewidmet und dem anderen Ehegatten während Jahrzehnten den Rücken freigehalten hat, so dass dieser sich ungeteilt dem beruflichen Fo rtkommen und der damit verbundenen Steigerung seines Ein- kommens widmen konnte und sich mit diesem ohne Weiteres auch zwei Haushalte finanzie- ren lassen; eine "Lebensprägung" im Sinn der bisherigen Rechtsprechung reicht für ein Ab- weichen vom Grundsatz allerd ings nicht (Urteil des Bundesgericht 5A_104/2018 vom 2. Februar 2021 E. 5.6). Die unterhaltsansprechende Partei hat n ach der allgemeinen Beweislastregel von Art. 8 ZGB alle Tatsachen zu beweisen, die einer Ausdehnung oder Wiederaufnahme einer Erwerbs - tätigkeit entgegenstehen und damit die finanzielle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen (Urteile des Bundesgerichts 5A_749/2016 vom 11. Mai 2017 E. 5; 5A_319/2016 vom 27. Januar 2017 E. 3.2). Will die Beklagte also geltend machen, die Wiederaufnahme einer Erwerb s- tätigkeit bzw. die Erzielung eines eigenen Einkommens sei ihr nicht möglich und nicht zumutbar, trägt sie dafür die Beweislast. 6.3 Unter anderem ist zu prüfen, ob der Beklagten die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit zuzumuten ist. 6.3.1 Die Zumutbarkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit hängt in erster Linie unter an- derem davon ab, wie die Rollenverteilung in der Ehe ausgestaltet war und ob die Beklagte allenfalls auf die Fortführung der Versorgungsgemeinschaft bzw. dem Beistand des Klägers vertrauen durfte (Urteil des Bundesgerichts 5A_800/2016 vom 18. August 2017 E. 7.3). Die Beklagte absolvierte in Spanien eine Marketingausbildung und arbeitete danach bis zur Geburt der ersten Tochter im mm.2002 und dem Umzug der Parteien in die Schweiz im Mar- ketingbereich in Spanien. Ihre Ausführungen, wonach sie nach dem Umzug in die Schweiz abgesehen von rund sechs Stunden Archivierungsarbeiten im Jahr 2011/2012 keiner ausser- häuslichen Beschäftigung mehr nachgegangen sei und sie sich ausschliesslich der Kinderbe- treuung und Haushaltsführung gewidmet habe (act. 37 S. 12 f.; act. 54 Ziff. 20 f.; act. 54A S. 9 f.), sind jedoch unzutreffend . Bereits dem von der Beklagten selbst eingereichten Le- benslauf kann entnommen werden, dass die Beklagte ab 2007 bis 2012 mehrere Anstellun- gen in R.________ und zuletzt eine Anstellung als Assistentin de r Geschäftsleistung in S.________ hatte (vgl. act. 16/2). Die Beklagte bestätigte sodann an der Parteibefragung selbst, eine Arbeit als Sekretärin bei der T.________ in R.________ gehabt zu haben (act. 54 Ziff. 23). Ferner ergibt sich auch aus dem Auszug d es individuellen Kontos der Be- klagten bei der Ausgleichskasse Q.________, dass die Beklagte letztmals im Februar 2013 für die U.________AG gearbeitet hat ( act. 16/28). Der Lebenslauf der Beklagten wie auch ihre Ausführungen an der Parteibefragung zeigen demnach, dass die Beklagte seit Eheschluss bis im Jahre 201 3 sehr wohl immer wieder Seite 25/57 Teilzeiterwerbstätigkeit en nachging. Die Beklagte hat somit auch in der Schweiz – trotz of- fenbar ungenügenden Deutschkenntnissen und trotz Kinderbetreuungspflichten – bis und mit 2013 immer wieder Teilzeit gearbeitet . Mithin ist davon auszugehen, dass die Beklagte auch in der von den Parteien gewählten Aufgabenteilung während der Ehe mehrmals jeweils einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgegangen ist. 6.3.2 Das von der Beklagten vorgebrachte Alter als solches spricht ebenfalls nicht gegen die Mög- lichkeit der Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit. Dem Alter kommt zufolge Aufgabe der "45er-Regel" nicht (mehr) eine von allen übrigen Faktoren losgelöste abstrakte Bedeutung im Sinn einer Vermutung für oder gegen die Zumutbarkeit einer Erwerbsarbeit zu ( Urteil des Bundesgericht 5A_104/2018 vom 2. Februar 2021 E. 5.6). 6.3.3 Die Beklagte macht allerdings gesundheitliche Beschwerden geltend. Zum einen leide sie an einer degenerativen Veränderung der Halswirbelsäule, zum anderen habe sie ein Herzleiden und habe sich bereits zweimal einem Eingriff am Herzen unterziehen müssen. Ferner führte sie an der Parteibefragung aus, an einer grossen Depres sion zu leiden und deswegen in psy- chologischer Behandlung zu sein (act. 54 Ziff. 29). Der Kläger anerkenne denn auch, dass sie nicht arbeitsfähig sei (act. 54 S. 22). Gemäss ärztlichem Zeugnis von V.________ vom 14. Oktober 2019 war die Beklagte aus medizinischen Gründen tatsächlich nicht arbeitsfähig (act. 54/A). Der Kläger anerkannte je- doch nicht, dass die Beklagte vollständig und dauerhaft arbeitsunfähig ist (act. 54 S. 22). Er führte an der Instruktionsverhandlung zwar aus, dass er verstehe, dass seine Frau heute auf- grund der gesundheitlichen Situation nicht arbeitsfähig sei (act. 54 S. 21). Diese Anerken- nung der Arbeitsunfähigkeit bezog sich jedoch aufgrund des vom Kläger gewählten Wortlaut s "heute" auf den damaligen und vom ärzt lichen Zeugnis erfassten Zeitraum der Arbeitsunfä- higkeit und nicht – wie von der Beklagten behauptet – auf eine vollständige und dauerhafte Arbeitsunfähigkeit . Bezüglich des Zeitraums der Arbeitsunfähigkeit hielt das Arztzeugnis denn auch lediglich fest, d ass die Beklagte aus medizinischen Gründen aktuell (also im Okto- ber 2019) nicht arbeitsfähig war. Es ist daher mit dem Kläger auszuführen, dass nicht erstellt ist, ob diese Arbeitsunfähigkeit dauerhaft ist oder sich nur auf den Zeitraum im Oktober 2019 bezog. Obwohl der Kläger mithin entgegen der beklagtischen Behauptung die Dauerhaf- tigkeit der Arbeitsunfähigkeit der Beklagten anzweifelte (act. 72 S. 10), reichte diese keinerlei neuen Belege ein, wonach sie immer noch bzw. dauerhaft arbeitsunfähig ist. Der Kläger führte an der Hauptverhandlung daher zu Recht aus, dass die Beklagte überdies keine Nach- weise für eine Beantragung von IV - oder Sozialleistungen erbrachte (act. 69 S. 5). Es ist des- halb mangels erstellter vollständiger und dauerhafter Arbeitsunfähig keit davon auszugehen, dass die Beklagte aktuell arbeitsfähig ist. Daran vermag auch die von der Beklagten eingereichte Bestätigung des Termin s im W.________ sowie der eingereichte Arztbericht von V.________ vom 18. Juni 2018 nichts zu ändern (act. 54A/50–52). Denn es ergibt sich weder aus der Terminbestätigung noch aus dem Arztbericht des Jahres 2018, dass die der Beklagten mit ärztlichem Zeugnis im Oktober 2019 attestierte Arbeitsunfähigkeit nach wie vor besteht bzw. von Dauer ist. 6.3.4 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass der Beklagten die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit zumutbar ist. Ob sie auch tatsächlich möglich ist, ist nachfolgend zu prüfen. Seite 26/57 6.4 Die Arbeitsfähigkeit als solche stellt nur einen Aspekt dar. Zu beurteilen ist insbesondere auch die Frage, ob es der Beklagten unter Einschluss weiterer Kriterien, namentlich der Dauer des Erwerbsunterbruchs, der Ausbildung oder aufgrund objektiver Umstände wie der Arbeitsmarktlage überhaupt möglich ist, ein Einkommen zu erzielen. Es ist notorisch, dass ältere Arbeitnehmer je nach Branche sowie persönlichen und fachlichen Qualifikationen Schwierigkeiten haben können, binnen nützlicher Frist eine neue Stelle zu finden. Die be- troffene Person trägt dabei die Behauptungs - und Begründungslast, weshal b wegen ihres fortgeschrittenen Erwerbsalters erhebliche Zweifel an der beruflichen Integrationsfähigkeit bestehen. Erfüllt sie diese Substantiierungsanforderungen, muss das Gericht die tatsächliche Erzielbarkeit eines hypothetischen Einkommens feststellen . Je fortgeschrittener das Lebens- alter, desto genauer muss das Gericht begründen, wie es sich mit dem tatsächlichen Zugang zu Erwerbsgelegenheiten verhält (Urteil des Bundesgerichts 5A_129/2015 vom 22. Juni 2016 E. 5.4.2). 6.4.1 Als Beleg dafür, dass es der Be klagten nicht möglich sei, trotz ihrer Anstrengungen eine An- stellung zu finden und ein Einkommen zu erzielen, reicht die Beklagte eine Übersicht über ihre Bemühungen zur Arbeitssuche (act.16/3; act. 54A/62) sowie zahlreiche Absageschrei- ben (act. 54A/63) ein. Die Übersicht über die Bewerbungen und die Absagen würde bewei- sen, dass die Beklagte sehr stark darum bemüht gewesen sei, eine Anstellung und einen Wiedereinstieg im Erwerbsleben zu finden, leider jedoch ohne Erfolg (act. 70 S. 9). Der Kläger führt dagegen aus, die Arbeitssuchbemühungen seien vom Eheschutzgericht als ungenügend bezeichnet worden (act. 69 S. 5). Die Beklagte wisse als ausgebildete HR - Fachfrau, dass in einem Bewerbungsprozess gewisse Standards verlangt würden. Die Be- klagte habe sehr viel Lebenserfahrung und sie bringe Sprachkenntnisse mit. Mit diesem As- set-Set habe sie absolut die Möglichkeiten, im richtigen Job einer Teilzeitbeschäftigung nach- zugehen. Dies müsse aber auch richtig gemacht werden, vielleicht mit professioneller Unter- stützung. Das sei jedoch nicht passiert (act. 72 S. 15 f.). 6.4.1.1 Bewerbungen vermitteln dem potentiellen Arbeitgeber einen ersten Eindruck der Kandidaten. Es ist im Rahmen der Suchbemühungen mithin von entscheidender Bedeutung, dass genü - gend Bewerbungen auf passend e Stellen versandt werden (quantitativer Aspekt) und die Bewerbungen in qualitativer Hinsicht sorgfältig verfasst werden. Eine qualitativ hochwertige Bewerbung hat ein auf die ausgeschriebe ne Stelle zugeschnittenes Motivationsschreiben zu enthalten. Mehrfa ch verwendete Formulierungen, welche sich nicht auf die ausgeschriebene Stelle beziehen, sind Anzeichen mangelnder Sorgfalt (Urteil des Bundesgerichts 5A_76/2009 vom 4. Mai 2009 E. 6.2.1; Urteile des Obergerichts Zug Z2 2016 29 und Z2 2016 31 vom 2. November 2016 E. 4.5). 6.4.1.2 Bei der von der Beklagten eingereichten Zusammenstellung ihrer Suchbemühungen handelt es sich um eine reine Parteibehauptung (act. 16/3; act. 54A/62). Der Tabelle lässt sich nicht entnehmen, wann und ob sich die Beklagte tatsächlich bei wem beworben hat. Es fehlt so- dann jeglicher Hinweis darauf, mit welchem Dossier (Bewerbungs -/Motivationsschreiben, Le- benslauf, Zeugnisse, Referenzen) sich die Beklagte tatsächlich für die einzelnen Stellen be- worben haben soll. Abgesehen vom Lebenslauf hat die Beklagte keine einzige vollständige Bewerbung eingereicht. In Bezug auf das Bewerbungsfoto auf dem Lebenslauf ist ausserdem Seite 27/57 festzuhalten, dass ein gutes Foto von n icht zu unterschätzender Bedeutung ist, um dem po- tentiellen neuen Arbeitgeber einen guten ersten Eindruck zu vermitteln. Das von der Beklag- ten gewählte Foto entspricht jedoch nicht den Anforderungen an ein gutes Bewerbungsfoto. Es ist von schlechter Bildqu alität und weist auch eine schlechte Lichtqualität auf. Wie soeben ausgeführt wurde, hängt es nicht zuletzt von der Qualität der Bewerbung ab, ob jemand eine Stelle findet oder nicht. Die Beklagte behauptet denn auch nicht, im Zusammenhang mit der Stellensuche je professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Es fällt überdies auf, dass die Beklagte – trotz behaupteter und angesichts der eingereichten Absagen auch teil- weise ausgewiesener Erfolglosigkeit bei der Stellensuche im angestammten Beruf – nicht nach Jobalternativen in einem anderen Berufsfeld suchte. Dies obwohl die Beklagte gemäss ihrem Lebenslauf bereits ausserhalb ihres angestammten Berufsfelds tätig war. 6.4.1.3 In der Gesamtbetrachtung zeigen der mangelhafte Lebenslauf und die fehlenden restliche n Bewerbungsunterlagen sowie die ausgebliebene Stellensuche in einem erweiterten Berufs- feld, dass die Beklagte die geforderte Ernsthaftigkeit und Sorgfalt im Bewerbungsverfahren nicht aufwendete. Ihr gelang es mithin nicht, substantiiert darzulegen, dass i hr ein Wiederein- stieg ins Berufsleben und damit das Erzielen eines eigenen Einkommens nicht möglich sein soll. Solange sie ihr Bewerbungspotential nicht richtig ausschöpft, kann sie sich auch nicht darauf berufen, dass eine Erwerbstätigkeit unmöglich sei (Urteil des Bundesgerichts 5A_112/2013 vom 25. März 2013 E. 4.1.1 f.). 6.4.2 Was sodann die Anstellungsmöglichkeiten der Beklagten betrifft, so ist festzuhalten, dass im von der Beklagten zu letzt ausgeübten Tätigkeitsbereich der Sachbearbeitung/Administration und auch im Bereich Mitarbeiter/in Empfang sowie im ihr durchaus zumutbaren Verkaufsbe- reich stets zahlreiche (Teilzeit -)Stellen ausgeschrieben sind . Der Beklagten sind deshalb mit ihren sehr guten Sprachkenntnissen in Spanisch, Englisch und Französisch sowie ihrer Ar- beitserfahrung trotz siebenjähriger Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und trotz mangelhafter Deutschkenntnisse gute Erfolgschancen beschieden. Dies insbesondere auch vor dem Hin- tergrund, dass die von ihr vorgebrachten mangelhaften Deutschkenntnisse ihrer Erwerbstä- tigkeit in der Schweiz offensichtlich auch in der Vergangenheit nicht entgegenstanden. Trotz abnehmender Betreuungspflichten infolge zunehmenden Alters der beiden Töchter ging die Beklagte jedoch auch während der Ehe jeweils einer Teilzeiterwerbstätigkeit und keinem Vollzeitpensum nach. Angesichts dieser bisherigen Rollenverteilung, ihres Alters und ihrer gesundheitlichen Beschwerden in der Vergangenheit ist der Beklagten auch zukünftig – nach Einräumung einer angemessenen Übergangsfrist – lediglich eine Teilzeiterwerbstätigkeit in einem 50 %-Pensum zuzumuten. 6.5 Gemäss dem individuellen Lohnrechner 2018 (Salarium), welcher sich auf die Lohnstruk- turerhebungen 2018 des Bundesamtes für Statistik stützt, ist in der Branche "wirtschaftliche Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen " in der Zentralschweiz sowie in Zürich in der Berufsgruppe " Allgemeine Büro - und Sekretariatskraft (wie z.B. Büroangestellte, Sek- retärin, Administrationsassistentin usw.)" ohne Kaderfunktion, jedoch mit abgeschlo ssener Berufsausbildung, in einem Unternehmen von 20 -49 Beschäftigten von einem monatlichen Bruttolohn in einem 50 %-Pensum von rund CHF 3'100.00 bzw. einem Nettolohn von rund CHF 2'600.00 (Sozialversicherungsabzüge von 15 %) auszugehen, ohne Auszahlung ei nes 13. Monatslohnes (https://www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/start). In der Branche "Detailhandel" ist in der Zentralschweiz sowie in Zürich in der Berufsgruppe Seite 28/57 "Verkaufskräfte " ohne Kaderfunktion, jedoch mit abgeschlossener Berufsausbil dung, in ei- nem Unternehmen von 20 -49 Beschäftigten von einem monatlichen Bruttolohn von rund CHF 2'600.00 bzw. einem Nettolohn von rund CHF 2'210.00 (Sozialversicherungsabzüge von 15 %) auszugehen, ebenfalls ohne Auszahlung eines 13. Monatslohnes (https:// www.gate. bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/start). Vorliegend ist unter Berücksichtigung, dass die Beklagte sieben Jahre lang nicht erwerbstätig war und unter Berücksichtigung der man- gelhaften Deutschkenntnisse von einem monatlichen Nettolohn von CHF 2'000.00 in einem 50 %-Pensum auszugehen. 6.6 Bejaht das Gericht die Pflicht zur Aufnahme oder Ausweitung der Erwerbstätigkeit und wird von der betreffenden Partei durch die Anrechnung eines hypothet ischen Einkommens eine Umstellung der Lebensverhältnisse verlangt, ist der verpflichteten Partei hinreichend Zeit zu lassen, die rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen und ihr eine angemessene Über- gangsfrist einzuräumen. Die Dauer der Übergangsfrist be stimmt sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalles. Von Bedeutung ist etwa, ob die geforderte Umstellung für die betroffene Person voraussehbar war (Urteile des Bundesgerichts 5A_59/2016 vom 1. Juni 2016 E. 3.2 und 5A_636/2013 vom 21. Februar 2014 E . 5.1 f. und 5.5). Es ist dabei jedoch notorisch, dass Fristen von einigen wenigen Monaten nicht reichen für eine seriöse Stellen- suche. Eine Übergangsfrist von gu t sechs Monaten ist vorliegend angemessen, da die gefor- derte Umstellung für die Beklagte berei ts seit dem Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts J.________ vom 31. Januar 2019 (Verfahren ZES 2018 173) voraussehbar war. Somit wird der Beklagten ab 1. Oktober 2021 ein hypothetisches Einkommen in einem 50 %-Pensum von rund CHF 2'000.00 netto pro Monat angerechnet. 7. Der Kläger arbeitet seit dem 1 6. Oktober 2017 Vollzeit als Leiter Risk Office bei der X.________ und erzielt ein monatliches Bruttoeinkommen in der Höhe von CHF 16'250.00 (x 12) zuzüglich Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von CHF 700.00 pro Monat (act. 17/1; act. 54 Ziff. 35 ff.; act. 65/108). Unter Berücksichtigung der ausgewiesenen Ab- züge und ohne Kinderzulagen , welche gestützt auf Art. 285 Abs. 2 ZGB bei der Bemessung der Leistungsfähigkeit ausser Acht gelassen werden und bei den Kindern anzurechnen sind, ergibt dies ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 13'146.25 (vgl. act. 65/108). 7.1 Die Beklagte bringt diesbezüglich vor, im monatlichen Nettoeinkommen des Klägers seien die ihm ausgerichteten Spesen zu berücksichtigen , da diese offenbar einen Lohnbestandteil darstellen und nicht zur Deckung effektiver Auslagen dienen würden. Der Kläger vermöge denn auch ke ine Belege für die von ihm behaupteten Auslagen für Weiterbildung, Trans- porte, Literatur etc. beizubringen. Derartige Kosten würden bestritten. Im Gegenzug seien ihm die Auslagen für die ausw ärtige Verpflegung und die Kosten für den Arbeitsweg bei der Berechnung seines Bedarfs anzurechnen. Es sei heute ferner klar, dass dem Kläger auch in den vergangenen Jahren beachtliche Boni ausgerichtet worden seien. Im Jahr 2018 hätten sich diese auf CHF 76'000.00 brutto, entsprechend rund CHF 70'890.00 netto und im Ja hr 2019 auf CHF 65'000.00 brutto, entsprechend rund CHF 60'630.00 netto belaufen. Durch- schnittlich erziele der Kläger somit Boni im Betrag von rund CHF 5'400.00 netto pro Monat. Die monatlichen Einnahmen des Klägers würden sich insgesamt auf netto CHF 19'800.00 belaufen. Es werde bestritten, dass der Kläger künftig nicht mehr in der Lage sein sollte, Ein- nahmen in dieser Höhe zu generieren. Die Corona -Krise sei am Abflachen und der Kläger vermöge keinen Beweis dafür zu erbringen, dass seine Arbeitgeberin kün ftig auf die Seite 29/57 Ausrichtung von Boni verzichten werde . Ferner generiere der Kläger monatliche Mieteinnah- men von EUR 1'200.00. Davon seien die Steuern von EUR 288.00 und die Hypothekarzinsen von EUR 698.00 in Abzug zu bringen. Die Mieteinnahmen würden sich so auf netto EUR 214.00 pro Monat belaufen. Nachfolgend werde von solchen in der Höhe von CHF 200.00 pro Monat ausgegangen, so dass auch Auslagen für allfällige Instandhaltungsar- beiten beachtet seien (act. 54A S. 9; act. 70 S. 10; act. 72 S. 7). Dagegen wend et der Kläger zusammengefasst ein, sein aktueller Arbeitgeber befände sich in akuten wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Existenz der Bank sei bedroht und am 15. Mai 2020 seien die Mitarbeiter über einen Abbau von bis zu zwanzig Stellen informiert worden . Es sei klar und absehbar, dass die Bank in naher Zukunft massiv Kosten sparen müsse, was sicherlich seinen Arbeitsbereich in Form einer Einkommensreduktion oder einer Kündigung ebenfalls treffen werde. Das ganze Bankenumfeld sei immer noch tief im Strukt urwandel und Bereinigungsprozess. Die aktuelle Corona -Krise setze zusätzlich nochmals Druck auf. Die variablen Komponenten beim aktuellen Arbeitgeber und insbesondere auch bei der Bank Y.________AG und der Z.________ Bank Zürich hätten mehrheitlich nichts mit ordentlichen Bonuszahlungen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Resultaten zu tun gehabt. Die bei- den substantiellen Bonuszahlungen bei seinem jetzigen Arbeitgeber im Jahr 2019 und 2020 hätten zu einem grossen Teil mit Sondereinsätzen und Belastungen i m Zusammenhang mit der regulatorischen Situation der Bank zu tun gehabt (nicht entschädigte Überstunden, "Re- tention"-Charakter). Mit diesen Sonderzahlungen habe bis zum effektiven Auszahlungsmo- ment nicht gerechnet und budgetiert werden können (act. 69 S. 3 f.). Er wisse nicht, ob etwas kommen werde oder was kommen werde. Er habe diesbezüglich totale Unsicherheit. Bis an- hin sei man in den Entscheiden und Berechnungen immer davon ausgegangen, dass diese variablen Zahlungsströme regelmässig anfallen. Er habe i n diesem Zusammenhang aber weitere Beilagen eingereicht. Diese Beilagen seien neu und bisher nicht verfügbar gewesen. Es handle sich um das Konsultationsverfahren der Bank, Presseartikel sowie das neue Ver- gütungsreglement der Bank, welches nochmals bestätige, dass die variable Komponente nicht einforderbar und nicht geschuldet sei, auch wenn sie in der Vergangenheit bezahlt wor- den sei (act. 72 S. 3). 7.2 Für die Berechnung der Leistungsfähigkeit ist das tatsächlich erzielte oder erzielbare Netto- erwerbseinkommen massgebend. Zum Nettoeinkommen gehören jedoch nicht nur der feste Lohnbestandteil, sondern auch effektiv bezahlte Provisionen, Gratifikationen beziehungs- weise Boni, Verwaltungsrats - oder Delegiertenhonorare, Trinkgelder sowie Spesenentschädi- gungen, sofern dadurch nicht konkrete Auslagen ersetzt werden . Werden Einkommensbe- standteile unregelmässig bzw. in unregelmässiger Höhe ausbezahlt, weil sie beispielsweise von der persönlichen Zielerreichung sowie vom Geschäftsergebnis abhängig sind, so ist von einem schwankenden Einkommen auszugehen, dem rechtsprechungsgemäss dadurch Rechnung zu tragen ist, dass auf einen Durchschnittswert einer als massgebend erachteten Zeitspanne abgestellt wird oder die entsprechenden Werte vom Einkommen ausgeklammert werden (Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 27; Six, a.a.O., N 2.130). 7.3 Gemäss Arbeitsvertrag beträgt die jährliche Gesamtvergütung des Klägers brutto CHF 195'000.00 zuzüglich Pauschalspesen von netto CHF 9'600.00 (act. 17/1). Des Weite- ren erhielt der Kläg er seit 2017 jeweils einen Bonus. Diesbezüglich macht er jedoch an der Parteibefragung wie auch an der Hauptverhandlung geltend, es gebe zwar ein Seite 30/57 Bonusprogramm, woraus auch zwei Auszahlungen geflossen seien , mit solchen Sonderzah- lungen könne aber bis zum e ffektiven Auszahlungsmoment nicht gerechnet werden (act. 54 Ziff. 39; act. 69 S. 3 f. und act. 72 S. 3). Aus den vom Kläger gestützt auf den Editionsantrag der Beklagten nach der Instruktionsverhandlung eingereichten Salär und Bonusbestätigun- gen der X.________AG ist denn auch ersichtlich, dass der Bonus in den drei Anstellungsjah- ren von 2017 bis 2020 variierte und aufgrund der individuellen Leistung sowie dem Jahreser- gebnis der Bank durch die Geschäftsleitung festgelegt wird (act. 65/109). Obwohl der Kläger auch im Geschäftsjahr 2019 – welches gemäss Bonusbestätigung 2019 bis anhin das turbu- lenteste und anspruchsvollste Jahr in der Geschichte der X.________AG war – einen Bonus in der Höhe von CHF 65'000.00 erhielt (act. 65/109) und mithin anzunehmen ist, das s er in den nächsten Jahren wiederum einen Bonus erhalten wird, ist erstellt, dass der Kläger grund- sätzlich keinen vertraglichen Anspruch auf diesen Bonus hat und jener in der Höhe erhebli- chen Schwankungen unterliegen kann. Aufgrund dessen wäre es nicht ge rechtfertigt, bereits einen Teil des variierenden Bonus dem monatlichen Einkommen hinzuzurechnen. Da jedoch unbestritten ist, dass Boni – wenn sie denn ausbezahlt werden – zum anrechenbaren Ein- kommen gehören und grundsätzlich auch zu teilen sind , ist der klägerische Bonus vorliegend jeweils erst nach seiner effektiven Auszahlung zu berücksichtigen . Bei der Unterhaltsberech- nung wird allerdings zu berücksichtigen sein, dass der Unterhaltsbeitrag nicht der Vermö- gensbildung dient und der unterhaltsberecht igte Ehegatte nicht mehr erhalten soll, als für die Weiterführung der bisherigen Lebenshaltung erforderlich ist ( Urteil des Bundesgericht 5A_409/2015 vom 13. August 2015 E. 3.3) . Die dem Kläger ausbezahlte Spesenpauschale von monatlich CHF 800.00 ist im Umfang von CHF 700.00 ebenfalls als anrechenbares Einkommen zu berücksichtigen . Der Kläger hat we- der genügend substantiiert , noch belegt, dass und welche konkreten Auslagen er mit diesen Spesen im Betrag von CHF 800.00 ersetzt hat. Es ist jedenfalls nicht ersichtlich, inwiefern der Kläger, mit den von ihm behaupteten Kleinauslagen von unter CHF 50.00 (act. 54 Ziff. 43) im Monat auf Spesenauslagen von insgesamt CHF 800.00 gelangt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass diese Spesenpauschale nur im Umfang von ermessensweise CHF 100.00 tatsächlichen, bei der Berufsausübung entstanden Auslagen entspricht. Mithin ist beim Kläger von einem monatlichen Nettoeinkommen von CHF 13'846.25 auszugehen (= Nettolohn CHF CHF 13'146.25 + Repräsentationsspesen CHF 700.00; vgl. act. 65/108). 7.4 Der Kläger bezieht für die Kinder insgesamt monatlich CHF 700.00 Familienzulagen. Diese sind für die Kinder bestimmt und erhöhen deren Eigenversorgungskapazität. 7.5 Das Arbeitsverhältnis des Klägers wurde jedoch gemäss Schreiben der X.________AG vom 17. November 2020 per 28. Februar 2021 gekündigt und wird nach einer befristeten Ver- tragsverlängerung von drei Monaten schliesslich am 31. Mai 2021 effektiv enden (act. 79/192). Gemäss Aufhebungsvereinbarung wird der vertraglich vereinbarte Bruttolohn sowie der Pauschalspesenbetrag bis zum Tag der Beendigung des Arbeitsverhältnisses wei- terhin auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen (act. 79/193). Da bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit in erster Linie vom tatsächlich erzielten oder erzielbaren Nettoer- werbseinkommen auszugehen ist, ist diese unbestrittenermassen erfolgte Kündigung und die damit verbundene zukünftige Einkommensveränderung ab dem 1. Juni 2021 bei der nachfol- genden Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen und dem Kläger ab dem 1. Juni 2021 vor- erst eine Arbeitslosenentschädigung anzurechnen. Seite 31/57 Das zu berücksichtigende Taggeld orientiert sich grundsätzlich am AHV -pflichtigen Lohn, den der Arbeitnehmer im Durchschnitt in den letzten sechs oder zwölf Monaten vor seiner Ar- beitslosigkeit erz ielt hat (versicherter Verdienst, Art. 23 AVIG). Bei Ehegatten mit Unterhalts- pflichten gegenüber Kindern beläuft sich die Arbeitslosenentschädigung auf 80 % des versi- cherten Verdienstes (Art. 22 AVIG). Der vom Kläger in den letzten zwölf Monaten erzielte Bruttolohn betrug CHF 16'250.00 zuzüglich monatlicher Repräsentationsspesen von CHF 800.00 und liegt damit über dem Maximalansatz des versicherten Verdiensts für Ar- beitslosengeld von brutto CHF 12'350.00. Von diesem Maximalansatz ist für die Berechnung der Arbeitslosenentschädigung auszugehen , wobei 80 % dieses versicherten Verdienstes ei- nem monatlichen Arbeitslosengeld von brutto CHF 9'880.00 entsprechen. Davon werden die Beiträge für die AHV/IV/EO, die Nichtbetriebsunfallversicherung NBU sowie für die beru fliche Vorsorge nach BVG abgezogen, mithin insgesamt rund CHF 867.00 (vgl. Art. 22a AVIG). Die monatliche Nettoarbeitslosenentschädigung beträgt somit rund CHF 9'012.00 (vgl. auch https://www.arbeitslosenrechner.ch/ergebnis/ ). Diese ist dem Kläger ab dem 1 . Juni 2021 als Einkommen anzurechnen. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass der Kläger auf längere Sicht arbeitslos bleiben wird. Entsprechendes wurde von ihm weder ausgeführt (vgl. act. 76; act. 79), noch bestehen angesichts seines Alters und sein er langjährigen beruflichen Erfahrung in der Finanzbranche Zweifel daran, dass er wieder eine geeignete Stelle finden wird. Für die Beurteilung der Leis- tungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen gelten denn auch dieselben Prinzipien wie für die Er- mittlung der Leistungsfähigkeit der unterhaltsberechtigten Person. Dabei ist bei der Beurtei- lung der Leistungsfähigkeit in erster Linie zwar vom tatsächlich erzielten oder zu erzielenden Einkommen auszugehen. Reicht dieses Einkommen aber nicht aus, um den ausgewiesen en Bedarf der Familie zu decken, kann vom tatsächlich erzielten Einkommen abgewichen und auf ein höheres hypothetisches Einkommen abgestellt werden, sofern dieses zu erreichen zumutbar und möglich ist (Schwenzer/Büchler, a.a.O., Art. 125 ZGB N 34). Aufgrund der langjährigen Berufserfahrung des Klägers , seines Alters und seiner bisherigen Position als Leiter Risk Manager bei X.________AG kann davon ausgegangen werden, dass er in abseh- barer Zeit wieder eine neue Anstellung finden wird . Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass es ihm im Jahr 2017 schon einmal gelungen ist, nach einer Kündigung wieder im Bank- sektor Fuss zu fassen. Der Kläger ist zwar unbestrittenermassen gesundheitlich angeschla- gen, die klinische Untersuchung war jedoch ohne Au ffälligkeiten und seine Beschwerden wurden gemäss ambulante m Bericht des Q.________ Kantonsspitals vom 8. Dezember 2020 im Zusammenhang mit seiner aktuellen psychosozialen Belastungssituation gewertet (act. 79 S. 1; act. 79/194). Es ist daher anzunehmen , dass sich speziell die Stressbelastung im Pri- vatleben mit dem Abschluss des Scheidungsverfahrens vermutlich reduziert und der Kläger wieder eine entsprechende Stelle finden wird. Welches Einkommen er in einer neuen Tätig- keit tatsächlich verdienen wird, ist zwar unklar, es darf jedoch angenommen werden, dass dieses mit seinem bisherigen Einkommen vergleichbar sein wird. Gemäss dem individuellen Lohnrechner 2018 (Salarium), ist in der Branche "Finanzdienstleistungen" in der Zentral- schweiz sowie in Zürich in de r Berufsgruppe "Führungskräfte unteres Kade r", mit abge- schlossener Berufsausbildung, in einem Unternehmen von 20 -49 Beschäftigten von einem monatlichen Bruttolohn von rund CHF 14'000.00 bzw. einem Nettolohn von rund CHF 11'900.00 (Sozialversicherungsabzüge von 15 %) auszugehen, ohne Auszahlung eines 13. Monatslohnes (https://www.gate.bfs.admin.ch/salarium/public/index.html#/start). Vorlie- gend ist mithin von einem monatlichen Nettoeinkommen von rund CHF 11'900.00 Seite 32/57 auszugehen, zuzüglich allfälligem Bonus, der nach effektiver Auszahlung anhand des bei der nachfolgenden Überschussverteilung gewählten Verteilschlüssels zu teilen wäre. Dem Kläger ist ebenfalls hinreichend Zeit zu lassen, diese rechtlichen Vorgaben in die Tat umzusetzen, wobei eine Übergangsfrist v on gut sechs Monaten vorliegend angemessen ist , da diese Umstellung auch für ihn bereits seit der Kündigung im November 2020 vorausseh- bar war. Dem Kläger wird folglich ab dem 1. Oktober 2021 ein hypothetisches Einkommen in einem 100 %-Pensum von CHF 11'900.00 netto pro Monat angerechnet. 7.6 Im Weiteren sind tatsächlich erzielte Vermögenserträge aus Immobilien als anrechenbares Einkommen zu berücksichtigen. Der Kläger ist unbestrittenermassen Eigentümer einer Woh- nung in G.________, welche er für monatlich EUR 1'200.00 vermietet (act. 65/114). Nach Abzug der Steuern von EUR 384.00 pro Monat (= EUR 1'152.00 pro Quartal x 4 / 12 Monate) sowie der Hypothekarzinsen von monatlich EUR 698.00 (vgl. act. 65/114), belaufen sich die Mieteinnahmen auf netto EUR 118.00 pro Monat, was rund CHF 126.00 entspricht ( Kurs ge- mäss www.fxtop.com: EUR 1 = CHF 1. 07). Die Beklagte berücksichtigt sodann allfällige In- standhaltungsarbeiten von monatlich rund CHF 28.00, was vom Kläger nicht bestritten wird (act. 70 S. 10; act. 72 S. 7 und S. 13 ff.). Vorliegend sind dem Kläger somit Mietzinseinnah- men in der Höhe von rund CHF 100.00 pro Monat an sein monatliches Einkommen anzu- rechnen. 7.7 Zusammengefasst beträgt das derzeitige massgebende monatliche Nettoeinkommen des Klägers bis zum 31. Mai 2021 CHF 13'946.25 (= Nettolohn CHF CHF 13'146.25 + Repräsen- tationsspesen CHF 700.00 + Mietzinseinnahmen CHF 100.00) zuzüglich allfälligem Bonus, der nach effektiver Auszahlung anhand des bei der nachfolgenden Überschussverteilung ge- wählten Verteilschlüssels zu teilen ist . Ab dem 1. Juni 2021 ist dem Kläger aufgrund des ge- kündigten Arbeitsverhältnisses noch ein monatliches Einkommen von CHF 9'112.00 netto (= Nettoarbeitslosenentschädigung CHF 9'012.00 + Mietzinseinnahmen CHF 100.00) und ab dem 1. Oktober 2021 ein hypothetisches Einkommen in einem 100 %-Pensum in der Höhe von CHF 12'000.00 netto (= hypothetisches Einkommen CHF 11'900.00 + Mietzinseinnah- men CHF 100.00) anzurechnen . 8. Die Barunterhaltspflicht der Eltern wird schliesslich durch di e eigene Leistungsfähigkeit des Kindes begrenzt. Die Eltern werden nach Art. 276 Abs. 3 ZGB in dem Masse von ihrer Ba- runterhaltspflicht befreit, als dem Kind zugemutet werden kann, den Barunterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder andern Mitteln zu bestreiten . Bei der Bemessung des Barunterhalts sind Vermögen und Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). Die Zumut- barkeit bestimmt sich vor allem aus dem Vergleich der Leistungsfähigkeit von Eltern und Kind einerseits sowie der Höhe ihrer Lei stungen und dem Bedarf des Kindes andererseits. In der Regel sollte vom minderjährigen Kind als angemessener Beitrag an sei nen Unterhalt (Art. 323 Abs. 2 ZGB) nicht mehr als 60 % seines Erwerbseinkommen verlangt werden. Beim volljährigen Kind muss insbeson dere nach Vollendung des 20. Altersjahres sein Verdienst voll in seine Bedarfsrechnung aufgenommen werden (Schweighauser, in: Schwenzer/Fank- hauser [Hrsg.], FamKomm entar Scheidung, a.a.O., Art. 285 ZGB N 31 ff.). D.________ absolviert derzeit das erste Lehrjahr als Kauffrau EFZ bei der O.________AG und wurde am tt.mm.2020 volljährig (act. 68/103). Gemäss Lehrvertrag beträgt der Seite 33/57 monatliche Bruttolohn im ersten Lehrjahr CHF 850.00, im zweiten Lehrjahr CHF 1'050.00 und im dritten Lehrjahr CHF 1'450.00 (act. 68/103). Ermessensweise ist von einem Nettolohn von rund CHF 810.00 im ersten, CHF 1'000.00 im zweiten und CHF 1'380.00 im dritten Lehrjahr auszugehen. Da D.________ erst in der Hälfte ihres dritten Lehrjahres ihr 20. Lebensjahr vollenden wird, ist ihr während ihrer gesamten Ausbildung jeweils ein Anteil von lediglich rund 60 % des Lehrlingslohnes anzurechnen. Im ersten Lehrjahr, welches vom 1. August 2020 bis 31. Juli 2021 dauert, hat sie sich mithin im Umfang von rund C HF 480.00, im zwei- ten Lehrjahr ab 1. August 2021 bis 31. Juli 2022 im Betrag von rund CHF 600.00 und im drit- ten Lehrjahr vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2023 in der Höhe von rund CHF 800.00 an ih- rem Barunterhalt zu beteiligen. 9. Aus den vom Kläger eingerei chten Belegen ist sodann ersichtlich, dass F.________ Mutter L.________ Sozialleistungen bezieht und keiner Erwerbstätigkeit nachgeht (act. 76/182). Sie kann folglich nicht selbst für ihre Lebenshaltungskosten aufkommen. Mit dem Betreuungsun- terhalt sollen allerdings nur diejenigen Lebenshaltungskosten der betreuenden Person finan- ziert werden, für die sie aufgrund der Betreuungspflichten nicht selber aufkommen kann. Nachfolgend ist mithin zu prüfen, welche ungedeckten Lebenshaltungskosten auf den Be- treuungsbedarf von F.________ entfallen und folglich als Betreuungsunterhalt geschuldet sind. 9.1 Nach dem sogenannten Schulstufenmodell soll der hauptbetreuende Elternteil ab der obliga- torischen Einschulung des jüngsten Kindes grundsätzlich zu 50 % einer Erwerbsarbe it nach- gehen, ab seinem Eintritt in die Sekundarstufe zu 80 % und ab vollendetem 16. Lebensjahr zu 100 %. Für die Anwendung des Schulstufenmodells spricht, dass der obhutsberechtigte Elternteil mit der Einschulung des Kindes während der betreffenden Zeit v on der Betreuung entlastet wird. Die schulische Betreuung dehnt sich sodann im Verlauf der Jahre aus. Dies, sowie die allgemeine Entwicklung des Kindes , lassen eine Erweiterung der zumutbaren Er- werbsquote nach Schulstufen des Kindes als angezeigt erscheine n. Dem Charakter einer Richtlinie entsprechend, kann im Einzelfall aber aus zureichenden Gründen vom Schulstu- fenmodell abgewichen werden (Urteil des Bundesgerichts 5A_384/2018 vom 21. September 2018). 9.2 F.________ ist mittlerweile fünf Jahre alt (geb. tt.mm.2015). Aufgrund seines Alters gilt er im Kanton Tessin als schulpflichtig (https://www.desk.usi.ch/it/sistema -scolastico-ticino). Ge- mäss Schulstufen -Modell wäre L.________ somit grundsätzlich eine Erwerbstätigkeit in ei- nem 50 %-Pensum zumutbar (BGE 144 III 481). Gestützt darauf ist bei F.________ von ei- nem Betreuungsbedarf von 50 % auszugehen. Dementsprechend sind die ungedeckten Le- benshaltungskosten von L.________ zu 50 % F.________ anzurechnen. Der Kläger als F.________ Vater hat mit seinem Einkommen folglich 50 % der ungedeckten Lebenshal- tungskosten von L.________ zu tragen. Dieser Anteil reduziert sich dann mit F.________ Eintritt in die Oberstufe auf 20 % und fällt ab seinem vollendeten 16. Lebensjahr ganz weg. 10. Nach dem Gesagten sind im Folgenden der Kindesunterhalt , der Mündigenunterhalt und der nacheheliche Unterhalt in den verschiedenen zeitlichen Phasen festzulegen. 10.1 Die erste Phase dauert vom Z eitpunkt der Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis zum 31. Mai 2021. In dieser Phase verbleibt ein zu teilender Überschuss, weshalb angesichts der Seite 34/57 finanziellen Verhältnisse auf das familienrechtliche Existenzminimum abzustellen ist. Nach dem Gesagten ergibt sich für die erste Phase ab dem Zeitpunkt des Scheidungsentschei ds bis zum 31. Mai 2021 folgende Bedarfsaufstellung mit Überschuss: Beklagte D.________ E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 0.00 CHF 730.00 CHF 250.00 CHF 200.00 CHF 13'946.25 Existenzminimum -CHF 5'401.15 -CHF 2'104.15 -CHF 2'541.15 -CHF 909.20 -CHF 3'098.15 Betreuungsunterhalt -CHF 822.65 Differenz -CHF 5'401.15 -CHF 1'374.15 -CHF 2'291.15 -CHF 1'531.85 CHF 10'848.10 Überschuss CHF 249.80 In dieser Phase ist der Beklagten noch kein hypothetisches Einkommen anzurechnen. D.________ sind hingegen im ersten Lehrjahr CHF 480.00 von ihrem Lehrlingslohn als Ein- kommen anzurechnen zzgl. der Ausbildungszulagen in der Höhe von CHF 250.00. Die für F.________ Betreuungsunterhalt massgebenden Lebenshaltungskosten von L.________ be- laufen sich au f CHF 1'645.30 (vgl. E. 4.5.2). Ausgehend von einem Betreuungsbedarf von 50 % ist mithin die Hälfte dieser ungedeckten Lebenshaltungskosten im Betrag von CHF 822.65 durch die Betreuung von F.________ verursacht und somit als Betreuungsunter- halt geschuldet. Aus der Differenz zwischen dem Einkommen und dem Bedarf der Personen ergibt sich ein Überschuss in der Höhe von CHF 249.80. Dieser Überschuss ist auf die Par- teien und die Kinder zu verteilen, wobei grundsätzlich die Eltern zu zwei Teilen und die Kin- der zu einem Teil am Überschuss partizipieren (vorliegend je rund 1/3 für die Eltern; je rund 1/9 für die Kinder). Dies ergibt folgende Unterhaltsverpflichtung bzw. -berechtigung: Beklagte D.________ E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 0.00 CHF 730.00 CHF 250.00 CHF 200.00 CHF 13'946.25 Bedarf -CHF 5'401.15 -CHF 2'104.15 -CHF 2'541.15 -CHF 1'731.85 -CHF 3'098.15 Differenz -CHF 5'401.15 -CHF 1'374.15 -CHF 2'291.15 -CHF 1'531.85 CHF 10'848.10 Überschuss (gerundet) CHF 83.25 CHF 27.75 CHF 27.75 CHF 27.75 CHF 83.25 Total (gerundet) CHF 5'484.00 CHF 1'402.00 CHF 2'319.00 CHF 1'560.00 CHF 3'181.00 Der Kläger hat somit CHF 10'765.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 5'484.00 auf die Beklagte, CHF 1'402.00 auf D.________, CHF 2'319.00 auf E.________ und CHF 1'560.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungs- zulagen im Betrag von insgesamt CHF 700.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis zum 31. Mai 2021. 10.2 In der zweiten Phase vom 1. Juni bis 30. September 2021 reduziert sich das monatliche Ein- kommen des Klägers auf CHF 9'112.00 netto (= Nettoarbeitslosenentschädigung CHF 9'012.00 + Mietzinseinnahmen CHF 100.00). Der Gesamtbedarf der Parteien ist nun grösser als das verbleibende Gesamteinkommen, womit ein Mankofall vorliegt. Aufgrund des in dieser Phase verbleibenden Mankos ist auf das betreibungsrechtliche Existenzminimum der Parteien abzustellen . Die Positionen wie die Prämien der überobligatorischen Kra nken- versicherung, die Kommunikations - und Versicherungspauschale sowie die Steuern sind da- her in dieser Phase nicht im Bedarf der Parteien zu berücksichtigen, sondern aus dem zu tei- lenden Überschuss zu finanzieren. Der geschuldete Ehegatten - und Kinderunte rhaltsbeitrag ergibt sich in diesem Fall aus der Differenz zwischen dem Einkommen und dem Seite 35/57 Existenzminimum des unterhaltspflichtigen Ehegatten , wobei der zahlungspflichtigen Partei bei der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge in jedem Fall das Existenzminimum zu belassen ist (BGE 133 III 57 E. 3 m.H.). Dem Kläger verbleibt also nach Deckung seines Existenzmini- mums ein Freibetrag von CHF 6'565.85. Damit hat er zunächst den ungedeckten Barbedarf von F.________ (CHF 663.00), E.________ (CHF 1'876.75) und D.________ (CHF 1'160.75) zu decken. Es verbleiben CHF 2'865.35. Davon ist der Betreuungsunterhalt für F.________ im Betrag von CHF 677.40 abzuziehen (= CHF 1'354.80 Lebenshaltungskosten L.________ / 2). Der verbleibende Betrag im Umfang von CHF 2'187.95 ist der Beklagten als Unterhalts- beitrag zuzusprechen (Maier/Niderberger/Hampel, a.a.O., S. 893 f.). Ihr verbleibt in dieser Phase ein Manko von CHF 2'393.20. Der Kläger hat somit CHF 6'565.85 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 2'187.95 auf die Beklagte, CHF 1'160.75 auf D.________, CHF 1'876.75 auf E.________ und CHF 1'340.40 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 700.00 zu bezah- len. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. Juni bis zum 30. September 2021. 10.3 Ab der dritten Phase vom 1. Oktober 2021 bis 31. Juli 2022 wird der Beklagten ein hypotheti- sches Einkommen in einem 50 %-Pensum von rund CHF 2'000.00 netto pro Monat und dem Kläger ein solches in einem 100 %-Pensum im Betrag von rund CHF 12'000.00 netto pro Mo- nat angerechnet. Der Beklagten sind aufgrund des angerechneten 50 %-Pensums neu auch Kosten für die auswärtige Verpflegung im Umfang von CHF 110.00 anzurechnen. Zudem er- höht sich das bei D.________ zu berücksichtigende Lehrlingse inkommen von CHF 480.00 auf CHF 600.00 zzgl. der Ausbildungszulagen in der Höhe von CHF 250.00. Weil in dieser Phase wiederum ein zu teilender Überschuss verbleibt, ist auf das familienrechtliche Exis- tenzminimum abzustellen. Angesichts dieser veränderten V erhältnisse, sind auch die im Be- darf der Parteien zu berücksichtigenden Steuern leicht anzupassen. Ausgehend von einem jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 98'484.00 (= [CHF 2'000.00 hypothetisches Ein- kommen + CHF 3'627.00 nachehelicher Unterhalt + CHF 2'330.00 Unterhalt E.________ + CHF 250.00 Ausbildungszulagen ] x 12 Monate) und einem Vermögen von rund CHF 282'324.00 (= CHF 208'500.00 potentieller Verkaufserlös Liegenschaft + CHF 73'824.00 güterrechtliche Ausgleichszahlung) ergibt sich bei der Beklagten eine Steuerbelastung von monatlich rund CHF 817.00. Diese Steuerbelastung entspricht 9.9 % des monatlichen Netto- einkommens der Beklagten (Arndt/Bader, Steuern im Familienrecht: praktische Hinweise zur Scheidung, Anwaltsrevue 2020, S. 314 ff., 315). Davon ist wiederum der im Barbedarf von E.________ zu berücksichtigende Steueranteil im Betrag von rund CHF 230.00 (= CHF 2'330.00 Unterhaltsbetrag / 100 x 9.9 %) in Abzug zu bringen. Der im Bedarf der Be- klagten noch zu berücksichtigende Steuera nteil beläuft sich somit auf rund CHF 585.00 pro Monat. Der bei F.________ zu berücksichtigende Steueranteil verbleibt hingegen unverän- dert, da sich sein Unterhaltsbeitrag im Vergleich zu der ersten Phase nur leicht verändert hat. Gleiches gilt für die bei D.________ zu berücksichtigende Steuerlast. Ihr Unterhaltsbeitrag hat sich zwar im Vergleich zur ersten Phase reduziert, das bei ihr zu berücksichtigende ei- gene Einkommen hat sich aber erhöht. Beim Kläger ist b asierend auf dem nach Abzug dieser Unterhaltsbeiträge noch zu versteuernden jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 53'724.00 und einem Vermögen von rund CHF 317'487.00 von einer Steuerlast von rund CHF 280.00 pro Monat auszugehen (vgl. https://steuerrechner.zg.ch/cgi/ kantordout.cgi ). Daraus ergibt s ich für die dritte Phase folgende Bedarfsaufstellung mit Über- schuss: Seite 36/57 Beklagte D.________ E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 850.00 CHF 250.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Existenzminimum -CHF 5'526.15 -CHF 2'104.15 -CHF 2'546.15 -CHF 909.20 -CHF 3'088.15 Betreuungsunterhalt -CHF 822.65 Differenz -CHF 3'526.15 -CHF 1'254.15 -CHF 2'296.15 -CHF 1'531.85 CHF 8'911.85 Überschuss CHF 303.55 Dadurch verändern sich die Unterhaltsbeiträge wie folgt: Beklagte D.________ E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 850.00 CHF 250.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 5'526.15 -CHF 2'104.15 -CHF 2'546.15 -CHF 1'731.85 -CHF 3'088.15 Differenz -CHF 3'526.15 -CHF 1'254.15 -CHF 2'296.15 -CHF 1'531.85 CHF 8'911.85 Überschuss (gerundet) CHF 101.20 CHF 33.70 CHF 33.70 CHF 33.70 CHF 101.20 Total (gerundet) CHF 3'627.00 CHF 1'288.00 CHF 2'330.00 CHF 1'566.00 CHF 3'189.00 Der Kläger hat somit CHF 8'811.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 3'627.00 auf die Beklagte, CHF 1'288.00 auf D.________, CHF 2'330.00 auf E.________ und CHF 1'566.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungs- zulagen im Betrag von insgesamt CHF 700.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. Oktober 2021 bis 31. Juli 2022. 10.4 In der vierten Phase vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2023 erhöht sich das bei D.________ wiederum zu berücksichtigende Lehrlingseinkommen auf CHF 800.00 zzgl. der Ausbildungs- zulagen in der Höhe von CHF 250.00. Weil E.________ in dieser Phase volljährig wird, kann der Kläger die Unterhaltsbeiträge für die nun volljährige E.________ auch nicht mehr in Ab- zug bringen. Basierend auf dem nach Abzug der Unterhaltsbeiträge für die Beklagte und F.________ noch zu versteuernde m jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 82'584.00 und einem Vermögen von rund CHF 317'487.00 ist von einer Steuerlast von rund CHF 635.00 pro Monat auszugehen (vgl. https://steuerrechner.zg.ch/cgi/kantordout.cgi ). Die Volljährigkeit von E.________ führt auch dazu, dass die Beklagte nur noch ihr e eigenen Un- terhaltsbeiträge zu versteuern hat. Ausgehend von einem jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 66'624.00 (= [CHF 2'000.00 hypothetisches Einkommen + CHF 3'552.00 nachehe- licher Unterhalt ] x 12 Monate) und einem Vermögen von rund CHF 282'324.00 (= CHF 208'500.00 potentieller Verkaufserlös Liegenschaft + CHF 73'824.00 güterrechtliche Ausgleichszahlung) ergibt sich bei der Beklagten eine Steuerbelastung von monatlich rund CHF 510.00. Bei E.________ ist angesichts der von ihr zu versteuernden Unterh altsbeiträge eine monatliche Steuerbelastung in der Höhe von rund CHF 150.00 zu berücksichtigen. Die übrigen Einkommens - und Bedarfspositionen bleiben unverändert. Daraus ergibt sich für die vierte Phase folgende Bedarfsaufstellung mit einem Überschuss in der Höhe von CHF 303.55 (= CHF 8'556.85 ./. CHF 1'054.15 ./. CHF 1'531.85 ./. CHF 2'216.15 ./. CHF 3'451.15) sowie die folgenden veränderten Unterhaltsbeiträge: Beklagte D.________ E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 1'050.00 CHF 250.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 5'451.15 -CHF 2'104.15 -CHF 2'466.15 -CHF 1'731.85 -CHF 3'443.15 Differenz -CHF 3'451.15 -CHF 1'054.15 -CHF 2'216.15 -CHF 1'531.85 CHF 8'556.85 Seite 37/57 Überschuss (gerundet) CHF 101.20 CHF 33.70 CHF 33.70 CHF 33.70 CHF 101.20 Total (gerundet) CHF 3'552.00 CHF 1'088.00 CHF 2'250.00 CHF 1'566.00 CHF 3'544.00 Der Kläger hat somit CHF 8'456.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 3'552.00 auf die Beklagte, CHF 1'088.00 auf D.________, CHF 2'250.00 auf E.________ und CHF 1'566.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungs- zulagen im Betrag von insgesamt CHF 700.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. August 2022 bis 31. Juli 2023. 10.5 Ab der fünften Phase vom 1. August 2023 bis zum 31. August 2025 ist D.________ in der Unterhaltsberechnung nicht mehr zu berücksichtigen , da sie bis dahin ihre dreijährige Lehr- ausbildung abgeschlossen haben sollte und die Unterhaltspflicht des Klägers mit dem Ab- schluss einer angemessenen Erstausbildung des Kindes endet (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Ge- mäss Ausführungen der Parteien sollte auch E.________ bis dahin das Gymnasium abge- schlossen haben und entweder eine Lehrstelle antreten oder mit dem Studium beginnen (act. 54 Ziff. 6 f.). Die in ihrem Bedarf enthalten en Kosten für die N.________ sind ab diesem Zeitpunkt mithin nicht mehr zu berücksichtigen. Zu berücksichtigen sind dagegen Kosten für die auswärtige Verpflegung im Umfang von CHF 220.00. Da E.________ in diesem Zeitpunkt bereits volljährig sein wird, ist ausserdem auf ihre Verdienstmöglichkeit im Rahmen oder ge- gebenenfalls auch neben ihrer Ausbildung abzustellen. Dabei ist jedoch im Falle eines Studi- ums den eingeschränkten Nebenverdienstmöglichkeiten aufgrund der durch die Bologna-Re- form revidierten Hochschulstudiengänge Rechnung zu tragen. Vor dieser Reform lag das durchschnittliche monatliche Nebenerwerbseinkommen im Jahr 2005 bei CHF 680.00 netto (Schweighauser, a.a.O. , Art. 285 ZGB N 3 2). Gestützt darauf ist E.________ ab dieser Phase ermessensweise ein eigenes Einkommen bzw. ein Nebenerwerbseinkommen in der Höhe von CHF 500.00 anzurechnen zzgl. der Ausbildungszulagen in der Höhe von CHF 250.00. Angesichts dieser veränderten Verhältnisse sind auch die Steuerbelastungen der Parteien nochmals anzupassen. Ausgehend von einem jährlichen Nettoeinkommen von rund CHF 75'564.00 (= [CHF 2'000.00 hypothetisches Einkommen + CHF 4'297.00 nachehe- licher Unterhalt ] x 12 Monate) und einem Vermögen von rund CHF 282'324.00 (= CHF 208'500.00 potentieller Verkaufserlös Liegenschaft + CHF 73'824.00 güterrechtliche Ausgleichszahlung) ergibt sich bei der Beklagten eine Steuerbelastung von monatlich rund CHF 610.00. Der bei F.________ zu berücksichtigende Steueranteil verbleibt hingegen un- verändert, da sich sein Unterhaltsbeitr ag im Vergleich zu den vorherigen Phase n nur leicht verändert hat und bei ihm in den bisherigen Phasen von einem angesichts des zu versteu- ernden Unterhaltsbeitrags eher grosszügigen Steueranteil ausgegangen wurde . Gleiches gilt für die bei E.________ zu berücksichtigende Steuerlast. Ihre Unterhaltsbeiträge haben sich zwar im Vergleich zur vorherigen Phase reduziert, das bei ihr zu berücksichtigende eigene Einkommen hat sich aber erhöht. Beim Kläger ist b asierend auf dem nach Ab zug der Unter- haltsbeiträge an die Beklagte und F.________ noch zu versteuernde m jährlichen Nettoein- kommen von rund CHF 69'576.00 und einem Vermögen von rund CHF 317'487.00 von einer Steuerlast von rund CHF 435.00 pro Monat auszugehen (vgl. https://steuerrech- ner.zg.ch/cgi/kantordout.cgi ). Darüber hinausgehende Anpassungen im Bedarf der Beklag- ten, insbesondere eine beantragte Erhöhung der Wohnkosten (act. 70 S. 10), sind hingegen nicht angezeigt. Zum jetzigen Zeitpunkt steht nicht fest und wurde auch nicht substantiiert behauptet, wann die beiden Töchter vorhaben, bei der Beklagten auszuziehen. Dieser Zeit- punkt wird sowohl von E.________ weiterer Ausbildung wie auch von den zukünftigen Seite 38/57 Verdienstmög lichkeiten der beiden Töchter abhängen, weshalb er ungewiss ist. Nach dem Gesagten ergibt sich daher für die fünfte Phase folgende Bedarfsaufstellung mit einem Über- schuss in der Höhe von CHF 2'237.70 (= CHF 8'756.85 ./. CHF 1'531.85 ./. CHF 1'436.15 ./. CHF 3'551.15) sowie die folgenden veränderten Unterhaltsbeiträge: Beklagte E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 750.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 5'551.15 -CHF 2'186.15 -CHF 1'731.85 -CHF 3'243.15 Differenz -CHF 3'551.15 -CHF 1'436.15 -CHF 1'531.85 CHF 8'756.85 Überschuss CHF 745.90 CHF 372.95 CHF 372.95 CHF 745.90 Total (gerundet) CHF 4'297.00 CHF 1'809.00 CHF 1'905.00 CHF 3'989.00 Der Kläger hat somit CHF 8'011.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 4'297.00 auf die Beklagte, CHF 1'809.00 auf E.________ und CHF 1'905.00 auf F.________ entfallen. Zu- dem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 550.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. August 2023 bis 31. August 2025. 10.6 In der sechsten Phase vom 1. September 2025 (10. Geburtstag von F.________) bis zum 31. Juli 2027 (voraussichtlicher Eintritt von F.________ in die Oberstufe) erhöht sich lediglich F.________ Grundbetrag aufgrund seines Alters um CHF 200.00 auf monatlich CHF 600.00, was einen neuen Bedarf von CHF 1'109.20 (zzgl. Betreuungsunterhalt von CHF 822.65) pro Monat ergibt. Die übrigen Einkommens - und Bedarfspositionen bleiben unverändert . Dabei ist festzuhalten, dass der Bedarf und das Einkommen der Parteien mit zunehmendem zeitli- chem Abstand des Scheidungsentscheids zum konkreten Zeitpunkt der Unterhaltsberech- nung nicht mehr auf den Rappen genau nachgewiesen werden kann, sondern gerichtlich zu schätzen ist . Nach dem Gesagten resultiert somit für die sechste Phase folgende Bedarfsauf- stellung mit einem Überschuss in der Höhe von CHF 2'037.70 (= CHF 8'756.85 ./. CHF 1'731.85 ./. CHF 1'436.15 ./. CHF 3'551.15) sowie die folgenden veränderten Unter- haltsbeiträge: Beklagte E.________ F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 750.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 5'551.15 -CHF 2'186.15 -CHF 1'931.85 -CHF 3'243.15 Differenz -CHF 3'551.15 -CHF 1'436.15 -CHF 1'731.85 CHF 8'756.85 Überschuss CHF 679.25 CHF 339.60 CHF 339.60 CHF 679.25 Total (gerundet) CHF 4'230.00 CHF 1'776.00 CHF 2'071.00 CHF 3'922.00 Der Kläger hat somit CHF 8'077.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 4'230.00 auf die Beklagte, CHF 1'776.00 auf E.________ und CHF 2'071.00 auf F.________ entfallen. Zu- dem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 550.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. September 2025 bis zum 31. Juli 2027. 10.7 Die siebte Phase dauert vom 1. August 2027 (voraussichtl icher Eintritt von F.________ in die Oberstufe) bis zum 31. Mai 2029. In dieser Phase ist auch E.________ nicht mehr in der Un- terhaltsberechnung zu berücksichtigen, da sie bis dahin voraussichtlich entweder eine drei - Seite 39/57 bis vierjährige Lehrausbildung oder ab er ein Bachelorstudium abgeschlossen haben wird und die Unterhaltspflicht des Klägers mit dem Abschluss einer angemessenen Erstausbildung des Kindes endet (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Ferner reduziert sich für diese Zeitspanne auch der vom Kläger für F.________ zu bezahlende Betreuungsunterhalt, da L.________ ab dem Ein- tritt von F.________ in die Oberstufe eine Erwerbstätigkeit in einem 80 %-Pensum zuzumu- ten ist. Ausgehend von einem verbleibenden Betreuungsbedarf von 20 % sind folglich nur noch 20 % der ungedeckt en Lebenshaltungskosten von L.________ im Betrag von CHF 1'645.30, mithin rund CHF 329.00 als Betreuungsunterhalt geschuldet. Die übrigen Ein- kommens- und Bedarfspositionen bleiben unverändert , womit ein Überschuss von CHF 3'967.50 resultiert . Bei der nachfolgenden Überschussverteilung sind jedoch die konkre- ten Verhältnisse zu berücksichtigen. Danach rechtfertigt sich eine Überschussverteilung nach Köpfen nicht, wenn wie vorliegend aufgrund günstiger Einkommensverhältnisse der unter- haltsberechtigte Ehegatte und das Kind mehr erhalten als für die Weiterführung der bisheri- gen Lebenshaltung erforderlich ist. Aus dem Umstand, dass d er Unterhaltspflichtige über ein besonders hohes Einkommen verfügt, kann nicht einfach ein Anspruch auf eine besonders hohe Lebensstellung und damit auf einen besonders hohen Unterhaltsbeitrag abgeleitet wer- den. Auszugehen ist nicht von der maximal möglichen, sondern grundsätzlich nur von der tat- sächlich gelebten Lebensstellung . Ansonsten würde der Unterhaltsbeitrag eine eigentliche Vermögensbildung erlauben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 E. 7.3 und 5A_409/2015 vom 13. August 2015 E. 3.3). Bei der in den vorherigen Pha- sen getätigten Überschussv erteilung nach grossen und kleinen Köpfen kann davon ausge- gangen werden, dass diese Überschussbeteiligung die den ehelichen Lebensstandard aus- machenden und nicht bereits in den Bedarf einbezogenen Ausgaben sicherlich nicht über- steigt. Gleichzeitig ist dadu rch bereits eine angemessene Teilhabe der Kinder an den finanzi- ellen Verhältnissen des Unterhaltspflichtigen gewährleistet. Eine in den folgenden Phasen weiterhin vollständige Beteiligung am Freibetrag würde allerdings zu einer Überschreitung des gebührend en Unterhalts der Beklagten und F.________ und damit zu einer Vermögens- bildung führen. Folglich ist die Überschussbeteiligung für die nachfolgenden Phasen zu limi- tieren und auf den gerundeten Gesamtbetrag von CHF 3'000.00 (je CHF 1'000.00; vgl. Maier, a.a.O., S. 314, 372f.) zu beschränken. Daraus resultiert für die siebte Phase folgende Be- darfsaufstellung mit Überschussverteilung sowie die folgenden veränderten Unterhaltsbei- träge: Beklagte F.________ Kläger Einkommen CHF 2'000.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 5'551.15 -CHF 1'438.20 -CHF 3'243.15 Differenz -CHF 3'551.15 -CHF 1'238.20 CHF 8'756.85 Überschuss CHF 1'000.00 CHF 1'000.00 Total (gerundet) CHF 4'551.00 CHF 2'238.00 Der Kläger hat somit CHF 6'789.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 4'551.00 auf die Beklagte und CHF 2'238.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 200.00 zu bezahlen. Diese Unter- haltsbeiträge sind zahlbar vo m 1. August 2027 bis zum 31. Mai 2029. 10.8 Die achte Phase dauer t vom 1. Juni 2029 bis zum 31. August 2031 (Erreich en des ordentli- chen Rentenalters der Beklagten). Bis anhin vermochte die Beklagte mit den von ihr Seite 40/57 hypothetisch zu leistenden Sozialabgaben von monatlich CHF 267.58 (50 %-Pensum) CHF 965.20 ihres errechneten Vorsorgebeitrages von CHF 1'232.77 pro Monat nicht selbst anzusparen. Ab dieser Phase fällt nun der bis anhin vom Kläger zu leistende Vorsorgeunter- halt im Bedarf der Beklagten aber weg, da mit Erreichen des ordentlichen Rentenalters die Beitragspflicht gemäss Art. 3 Abs. 1 AHVG endet und auch kein neues Vorsorgeguthaben mehr geäufnet werden kann. Der Bedarf der Beklagten reduziert sich von diesem Zeitpunkt an somit um CHF 965.00 pro Monat. Mit Erreichen des AHV -Alters entfällt auch das der Be- klagten angerechnete hypothetische Einkommen von CHF 2'000.00 netto sowie die Kosten für die ausw ärtige Verpflegung von CHF 110.00 pro Monat. An dessen Stelle treten ab die- sem Zeitpunkt allerdings die Rentenleistungen der AHV und Pensionskasse, welche sich die Beklagte als Einkommen anrechnen lassen muss. Unter Berücksichtigung ihrer bloss verein- zelten AHV-Versicherungszeiten in der Vergangenheit (act. 16/28), ihres Vorso rgeunterhalts sowie ihres hypothetischen Einkommens ergibt sich gemäss online Rentenschätzung der schweizerischen Ausgleichskasse eine monatliche AHV Rente von rund CHF 109.00 (vgl. https://www.acor -avs.ch/expertise). Nach der hälftigen Teilung der Pensionskasse hat die Beklagte zudem ein Vorsorgeguthaben von CHF 386'998.91 (vgl. E. 17). Hinzuzurechnen sind die in ihrem Vorsorgeunterhalt enthaltenen BVG Beiträge, die sich bis zum Erreichen des Rentenalters auf insgesamt rund CHF 67'122.00 (= CHF 7'896.72 x 8,5 Jahre) belaufen wer- den. Bei einem voraussichtlichen Altersguthaben von rund CHF 454'120.90 und einem zukünf- tigen jährlichen Umwandlungssatz von ermessensweise 6 % ist mit einer monatlichen BVG Rente von rund CHF 2'270.00 zu rechnen. Insgesamt ist der Beklagten ab dieser Phase mithin ein Renteneinkommen von insgesamt CHF 2'379.00 anzurechnen. Die übrigen Einkommens - und Bedarfspositionen bleiben unverändert. Daraus resultiert für die achte Phase folgende Bedarfsaufstellung mit dem zu teilenden und limitierten Überschuss von CHF 3'000.00 sowie die folgenden veränderten Unterhaltsbeiträge: Beklagte F.________ Kläger Einkommen CHF 2'379.00 CHF 200.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 4'476.15 -CHF 1'438.20 -CHF 3'243.15 Differenz -CHF 2'097.15 -CHF 1'238.20 Überschuss CHF 1'000.00 CHF 1'000.00 Total (gerundet) CHF 3'097.00 CHF 2'238.00 Der Kläger hat somit CHF 5'335.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 3'097.00 auf die Beklagte und CHF 2'238.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Kinder - und Ausbildungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 200.00 zu bezahlen. Diese Unter- haltsbeiträge sind zahlbar vom 1. Juni 2029 bis zum 31. August 2031. 10.9 Ab der neunten und letzten Phase vom 1. September 2031 (16. Geburtstag von F.________) fällt der vom Kläger für F.________ zu bezahlende Betreuungsunterhalt gänzlich weg, da L.________ ab Vollendung des 16. Lebensjahr eine Erwerbstätigkeit in einem 100 %-Pen- sum zuzumuten ist. Diese Phase dauert bis zu F.________ Abschluss einer angemessenen Erstausbildung bzw. bis zum Eintritt des Klägers ins ordentliche AHV -Alter. Da davon auszu- gehen ist, dass F.________ in dieser Phase mit einer Lehrausbildung oder einer weiter füh- renden Schule beginnen wird, sind seine Verdienstmöglichkeiten im Rahmen oder gegebe- nenfalls auch neben seiner Ausbildung zu berücksichtigen. Wie bei E.________ ist F.________ ab dieser Phase ermessensweise ein eigenes Einkommen bzw. ein Seite 41/57 Nebenerwerbsein kommen in der Höhe von CHF 500.00 anzurechnen zzgl. der Ausbildungs- zulagen in der Höhe von CHF 250.00. In seinem Bedarf sind dafür zusätzliche Kosten für die auswärtige Verpflegung im Umfang von CHF 220.00 sowie angemessene Mobilitätskosten im Betrag von rund CHF 90.00 pro Monat zu berücksichtigen. Die übrigen Einkommens - und Bedarfspositionen bleiben unverändert. Daraus resultiert für die achte Phase folgende Be- darfsaufstellung mit dem zu teilenden Überschuss von CHF 3'000.00 sowie die folgenden veränderten Unterhaltsbeiträge: Beklagte F.________ Kläger Einkommen CHF 2'379.00 CHF 750.00 CHF 12'000.00 Bedarf -CHF 4'476.15 -CHF 1'419.20 -CHF 3'243.15 Differenz -CHF 2'097.15 -CHF 669.20 Überschuss CHF 1'000.00 CHF 1'000.00 Total (gerundet) CHF 3'097.00 CHF 1'669.00 Der Kläger hat somit CHF 4'766.00 Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wobei CHF 3'097.00 auf die Beklagte und CHF 1'669.00 auf F.________ entfallen. Zudem hat der Kläger die Ausbil- dungszulagen im Betrag von insgesamt CHF 250.00 zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar vom 1. September 2031 bis zu F.________ Abschluss einer angemessenen Erstausbildung bzw. bis zum Eintritt des Kläg ers ins ordentliche AHV -Alter. 10.10 Zusammenfassend hat der Kläger die folgenden Unterhaltsbeiträge zu bezahlen , wobei für einzelne Phasen (Phase 3 + 4; Phase 5 + 6; Phase 7 + 8) der Unterhaltsbeitrag in der Höhe eines mehrjährigen Durchschnittswerts festgeset zt wurde. Dabei wird in keiner Phase in das Existenzminimum des Klägers eingegriffen und die Bildung einer Vielzahl rechnerisch nahe beieinander liegender Phasen vermieden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_926/2019 vom 30. Juni 2020 E. 5.4, in: ius.focus 10/2020 S. 5): - ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids: für die Beklagte CHF 5'484.00 für D.________ CHF 1'402.00 für E.________ CHF 2'319.00 - ab dem 1. Juni 2021: für die Beklagte CHF 2'187.95 für D.________ CHF 1'160.75 für E.________ CHF 1'876.75 - ab dem 1. Oktober 2021: für die Beklagte CHF 3'586.00 für D.________ CHF 1'178.00 für E.________ CHF 2'286.00 - ab dem 1. August 2023: für die Beklagte CHF 4'264.00 für E.________ CHF 1'793.00 - ab dem 1. August 2027: für die Beklagte CHF 3'749.00 - ab dem 1. September 2031 bis zum Eintritt des Klägers ins ordentliche AHV -Alter: für die Beklagte CHF 3'097.00 Seite 42/57 Hinzu kommen allfällige vom Kläger bezogene Ausbildungs - und Kinderzulagen. 10.11 Wie unter Erwägung 7. ff. ausgeführt wurde, gehört auch ein allfälliger Bonus zum Einkom- men des Klägers. Da die Beklagte mit den in E. 10.10 festgelegten Unterhaltsbeiträgen aber in der Lage ist, ihren gebührenden Bedarf – der gleichzeitig die Obergrenze der geschulde- ten Unterhaltsbeiträge darstellt – zu decken, besteht kein Anspruch auf eine Beteiligung an allfälligen Boni. Eine weitergehende Beteiligung am Bonus würde zu einer Überschreitung des gebührenden Unterhalts der Beklagten und damit zu einer Vermögensbildung führen. 10.12 Der Anspruch auf Kindesunterhaltsb eiträge steht sodann den Kindern zu und wird nur so- lange, als das Kind minderjährig ist, durch Leistung an dessen gesetzlichen Vertreter oder den Inhaber der Obhut erfüllt (Art. 289 Abs. 1 ZGB). Mit Erreichen der Volljährigkeit sind die Unterhaltsbeiträge folglich direkt an das mündige Kind zu bezahlen. Für den Antrag der Be- klagten, wonach die Unterhaltsbeiträge für die Kinder über deren Mündigkeit hinaus weiterhin an diese zu bezahlen seien, bräuchte es mithin die Zustimmung des bis dahin volljährig ge- wordenen Kindes. Denn mit dem Erreichen der Volljährigkeit des Kindes endet die Befugnis der Eltern als Prozesstandschafter für das Kind zu handeln und über deren Ansprüche zu be- finden. Die Kinder müssen ab diesem Zeitpunkt über die entsprechenden Anträge der Eltern informiert und dazu befragt werden (Aeschlimann/Schweighauser, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm entar Scheidung, a.a.O. , Allgemeine Bemerkungen zu Art. 276–293 ZGB N 45 ff.). Der Antrag der Beklagten ist aus diesem Grund abzuweisen. 10.13 Ferner beantragt die Beklagte , die Unterhaltsbeiträge seien ab Verfall als zu 5 % verzinslich festzulegen. Der Kläger äussert sich nicht zu diesem Antrag, sondern beantragt seinerseits die Festlegung der Unterhaltsbeiträge durch das Gericht ohne expliziten Antrag auf Regelung der Verzinslichkeit ab Verfall. Damit bestreitet er den Antrag der Beklagten nicht und sub- stantiiert insbesondere keinen gegenteiligen Antrag. Bei der hierzu vorgesehen gesetzlichen Regelung von Art. 105 Abs. 1 OR, wonach Verzugszinsen im Fal le von Rentenzahlungen wie den familienrechtlichen Unterhaltsrenten eine Betreibung voraussetzen, handelt es sich zwar grundsätzlich um dispositives Recht (Widmer Lüchinger/Wiegand, Basler Kommentar, 7. A. 2020, Art. 105 OR N 6). Das Bundesgericht hielt jedoch fest, dass Verzugszinsen Aus- gleich dafür seien, dass der Geldgläubiger aus der geschuldeten Summe keinen Nutzen zie- hen könne. Diese Schadensfiktion sei für Renten und namentlich familienrechtliche Unter- haltsbeiträge nicht gerechtfertigt, weshalb der Gläubiger, wenn er trotzdem Verzugszinsen beanspruchen wolle, den erhöhten Anforderungen von Art. 105 Abs. 1 OR genügen müsse (BGE 145 III 345 E. 4.4.4). Verzugszinsen für Unterhaltsbeiträge setzen mithin eine Betrei- bung oder Klage voraus. Der Antrag der Beklagten ist daher abzuweisen (Fountoulakis, a.a.O., Art. 285 ZGB N 59). 10.14 Die Beklagte beantragt schliesslich die Beteiligung des Klägers an ausserordentlichen Kin- derkosten. Gemäss Art. 286 Abs. 3 ZGB kann das Gericht die Eltern bei nicht vorhergesehe- nen ausserordentlichen Bedürfnissen des Kindes zur Leistung eines besonderen Beitrags verpflichten. Mit dieser Bestimmung ist dem Umstand Rechnung getragen worden, dass eine Veränderung der Verhältnisse auch durch das Auftreten nicht vorhergesehener Bedürfniss e des Kindes eintreten kann, welche nicht auf Dauer eine Erhöhung des Bedarfes bewirken. Danach kann das Gericht die Eltern zur Leistung eines besonderen Beitrags verpflichten, Seite 43/57 wenn sich der Bedarf des Kindes aufgrund eines einmaligen oder zeitlich begrenz ten Ereig- nisses erhöht (Aeschlimann, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm entar Scheidung, a.a.O., Art. 286 ZGB N 20). Ein ausserordentlicher Beitrag nach Art. 286 Abs. 3 ZGB kann jedoch nur dann zugesprochen werden, wenn dies die Leistungsfähigkeit de s belangten El- ternteils unter Berücksichtigung sämtlicher bestehender Beitragspflichten ohne Eingriff in sein Existenzminimum erlaubt (Aeschlimann, a.a.O., Art. 286 ZGB N 24). Mithin ist im Einzel- fall zu prüfen, ob die Kosten von den Eltern zu übernehmen s ind und in welchem Ausmass. Eine allgemeine Verpflichtung eines Elternteils, sich inskünftig an ausserordentlichen Kosten zu beteiligen, ist daher in der Regel nicht möglich. Prozessual folgt die Geltendmachung aus- serordentlicher Unterhaltsbeiträge der Abä nderung im Sinne von Art. 286 Abs. 3 ZGB, d.h. die Kosten sind, sobald sie konkret anfallen, in einem gesonderten Verfahren geltend zu ma- chen, sollten sich die Parteien über ihre Beteiligung nicht einigen können (Fountoulakis/Breit- schmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 286 ZGB N 7 ff.). Der Antrag der Beklagten ist folg- lich abzuweisen. 10.15 Die Unterhaltsbeiträge sind abschliessend antragsgemäss und gerichtsüblich zu indexieren (act. 70) und jeweils zum Voraus auf den Ersten eines Monats zu bezahlen. 11. In einem nächsten Schritt ist die güterrechtliche Auseinandersetzung durchzuführen. 12. Der Kläger beantragte in seinen Rechtsschriften im Rechtsbegehren zwar die güterrechtliche Auseinandersetzung, beziffert seinen Antrag jedoch nicht. Er verlangt einzig die Zuweisun g der Wohnung in G.________ zu Eigengut sowie den Verkauf der Familienliegenschaft H.________ und die hälftige Teilung eines daraus erzielten Gewinns (act. 1; act. 27; act. 42 S. 3; act. 69 S. 8). Die Beklagte verlangt eine güterrechtliche Ausgleichsforderung in der Höhe von CHF 363'700.00, eventualiter von CHF 334'655.00, und ebenfalls, dass das Mitei- gentum an der Liegenschaft H.________ aufgehoben, die Liegenschaft verkauft und ein den Betrag von CHF 1'722'00.00 übersteigender Erlös hälfti g geteilt wird (act. 54A; act. 70). 12.1 Hinsichtlich der güterrechtlichen Auseinandersetzung gelten die Verhandlungs - und die Dis- positionsmaxime (Art. 277 Abs. 1 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Das Gericht darf einer Pa rtei aufgrund der Dispositionsmaxime nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Nach der Verhandlungsmaxime haben die Parteien dem Gericht die Tatsachen, auf die si e ihre Begehren stützen, darzulegen und die Beweismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Bleiben prozessrelevante Tatsachen unbewiesen, ist nach den allgemeinen Regeln der Beweislast zu entscheiden, d.h. es unterliegt diejenige Partei, welche die Beweislas t trägt (vgl. Art. 8 ZGB). 12.2 Grundlegend für die güterrechtliche Auseinandersetzung ist der zwischen den Parteien wäh- rend der Ehe bestehende Güterstand. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung sind zwei nach Rechtsträgern getrennte Vermögen der Ehegatten zu unterscheiden, nämlich das Frauen- und das Mannesgut. Innerhalb des Vermögens des gleichen Rechtsträgers, d.h. inner- halb des Frauen- und des Mannesguts, bestehen je zwei Gütermassen, die Errungenschaft und das Eigengut. Jeder Ehegatte hat Anspruch auf sein Eigengut sowie (in der Regel) die Hälfte des Vorschlags der Errungenschaft des anderen (Art. 215 Abs. 1 ZGB). Die güterrechtli- che Auseinandersetzung wird bei der Errungenschaftsbeteiligung in vier Schritten Seite 44/57 durchgeführt, indem (erstens) das Vermö gen von Mann und Frau getrennt sowie der Errungenschaft oder dem Eigengut zugewiesen, (zweitens) der Vorschlag unter Berücksichtigung allfälliger Mehrwertanteile berechnet, (drittens) die Beteiligung am Vorschlag bestimmt und (viertens) die Erfüll ung der Ansprüche geregelt wird. 12.3 Massgebender Zeitpunkt für den Bestand der Vermögen ist das Datum der Auflösung des Güterstandes (Art. 207 Abs. 1 ZGB). Vorliegend wurde mit Entscheid vom 31. Januar 2019 die Gütertrennung per 7. April 2015 angeordnet (Verfahren ZES 2018 173). Der Kläger geht jedoch in seinen Ausführungen vereinzelt von seinen Werten per 3. Oktober 2017 aus und reicht auch Belege für diesen Zeitpunkt ins Recht (act. 69). Die Beklagte stellt sich nun auf den Standpunkt, der Kläger anerkenne damit für die güterrechtliche Auseinandersetzung den Zeitpunkt vom 3. Oktober 2017 als massgeblich (act. 70 S. 13; act. 72 S. 19). Es unterstehen zwar sowohl die güterrechtliche Auseinandersetzung als solche wie auch d ie Vereinbarung des Güterstands der Dispositi ons- und Verhandlungsmaxime, weshalb es den Parteien auch unbenommen bleibt, nach einer in Gestalt einer Eheschutzmassnahme angeordneten Güter- trennung mittels Abschluss eines Ehevertrags den früheren oder einen anderen Güterstand zu vereinbaren (Isenring/K essler, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 179 ZPO N 13). Der nicht anwaltlich vertretene Kläger führte allerdings bereits an der Instruktionsverhandlung aus, ihm sei nicht klar, von welchen Stichtagen bei der Gütertrennung gesprochen werde. E r verstehe nicht, was unter dem Begriff "fraglicher Zeitpunkt" gemeint sei und er könne nicht immer nachvollziehen, von welchem Zeitpunkt gesprochen werde (act. 54 S. 21). Es kann deshalb nicht von einem Zugeständnis bezüglich des für die güterrechtliche Auseinandersetzung rele- vanten Stichtags ausgegangen werden. Folglich ist als massgebender Zeitpunkt für die gü- terrechtliche Auseinandersetzung auf das Datum der Auflösung des Güterstandes, mithin auf die per 7. April 2015 angeordnete Gütertrennung abzustellen. Nach der Auflösung des Güter- standes beeinflussen Veränderungen im Bestand des Vermögens eines Ehegatten die güter- rechtliche Auseinandersetzung grundsätzlich nicht mehr. Es kann insbesondere sowohl hin- sichtlich Aktiven als auch Passiven keine Errungenschaft mehr entstehen. Auch Ersatzan- schaffungen sind nicht mehr möglich. 12.4 Für den Wert der bei der Auflösung des Güterstandes vorhandenen Errungenschaft ist hinge- gen der Zeitpunkt der Auseinandersetzung massgebend (Art. 214 Abs. 1 ZGB), d.h. bei der Scheidungsk lage der Tag der Entscheidfällung. Folglich sind Wertveränderungen, die zwi- schen der Auflösung des Güterstandes und der güterrechtlichen Auseinandersetzung eingetre- ten sind, zu berücksichtigen (Steck/Fankhauser in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKom- mentar Scheidung, a.a.O., Art. 204 ZGB N 10). 12.5 Die Vermögenswerte sind zu ihrem Verkehrswert einzusetzen (Art. 211 ZGB). Verkehrswert im Sinne des Gesetzes ist der Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar wäre. Nach dem Zeitpunkt der Gütert rennung veräusserte Vermögenswerte bleiben – und zwar zum Wert im Zeitpunkt der Veräusserung – weiterhin für die güterrechtliche Auseinan- dersetzung massgebend (BGE 135 III 241 E. 4.1; 136 III 209 E. 5.2, 6.2.1 und 6.3.2). 12.6 Vorerst ist die Trennung von Frauen- und Mannesgut vorzunehmen. Gemäss Art. 205 ZGB nimmt bei der Auflösung des Güterstandes jeder Ehegatte seine Vermögenswerte zurück, die sich im Besitz des andern Ehegatten befinden (Abs. 1). Steht ein Vermögenswert im Miteigen- tum und weist ein Ehegatte ein überwiegendes Interesse nach, so kann er neben den übrigen Seite 45/57 gesetzlichen Massnahmen verlangen, dass ihm dieser Vermögenswert gegen Entschädigung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen wird (Abs. 2). Die Ehegatten regeln ihre gegensei- tigen Schulden (Abs. 3). Mithin sind zunächst die Aktiven und Passiven der Ehegatten – unter Berücksichtigung der gegenseitigen Schulden – zusammenzustellen und in Mannes - und Frauenvermögen aufzuteilen (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, Das Familienrecht des Schwei - zerischen Zivilgesetzbuches, 5. A. 2014, N 12.153 ff.). Jeder Vermögensgegenstand ist ent- weder der Errungenschaft oder dem Eigengut zuzuweisen. Entscheidend ist dabei der engste sachliche Zusammenhang und damit insbesondere das quantitative Übergewicht der einen o- der anderen Gütermasse im Zeitpunkt des Erwerbs des Vermögensgegenstandes. Bei einer nachträglichen Investition verbleibt der mitfinanzierte Vermögensgegenstand der bisherigen Vermögensmasse selbst dann, wenn der Beitrag wertmässig die Leistung der anderen M asse übersteigt (Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 12.57 ff.). Auch die Schulden jedes Ehe- gatten sind entweder seinem Eigengut oder seiner Errungenschaft zuzuordnen. Eine Schuld belastet diejenige Vermögensmasse, mit welcher sie sachlich zusammenhängt , im Zweifel aber die Errungenschaft (Art. 209 Abs. 2 ZGB). Art. 200 Abs. 3 ZGB stellt die gesetzliche Vermutung auf, dass alles Vermögen eines Ehegat- ten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt. Die Beweislastregel kommt dann zur Anwendung, wenn zwar die Berechtigung des Ehegatten an einem Vermögensgegenstand feststeht, jedoch streitig und unbewiesen ist, welcher der beiden Gütermassen der fragliche Vermögenswert zugeordnet werden muss. Mit Bezug auf die Investition in einen Vermögensge- genstand im Sinne von Art. 209 ZGB gilt dagegen die allgemeine Beweisregel von Art. 8 ZGB. Dieser Vorschrift zufolge hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu be- weisen, der aus ihr Rechte ableitet. Wer also eine mehrwertberechtigte Investition behauptet, trägt dafür die Beweislast. Zu beachten ist allerdings, dass Ehegatten die finanziellen Belange ihrer Gemeinschaft erfahrungsgemäss nicht im Hinblick auf eine künftige güterrechtliche Ausei- nandersetzung organisieren. Entsprechend schwierig kann sich bei solchen Verhältnissen der Nachweis einer Ersatzforderung der einen Gütermasse gegenüber der anderen gestalten. Denn oftmals steht nicht von vornherein fest, ob der betreffende Ehegatte für den Erwerb eines bestimmten Vermögensgegenstandes oder für die Tilgung einer bestimmten Schuld Mittel aus seiner Errungenschaft oder aus seinem Eigengut verwendet hat. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Aufwand für den Unterhalt der Familie, einschliesslich der Altersvor- sorge, sowie die Auslagen zur Erzielung des Erwerbseinkommens und die darauf lastenden Steuern von der Errungenschaft zu tragen. Daraus folgt die natürliche Vermutung, dass die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürfnisse der ehelichen Gemeinschaft nicht die Sub- stanz ihres Eigenguts angreifen, das ihnen im Zeitpunkt der Eheschliessung schon gehörte o- der später durch Erbschaft oder sonst wie unentgeltlich zugefallen ist. Solche Eigengutsmittel bleiben nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung grund- sätzlich unangetastet bzw. werden in erster Linie für ausserordentliche In vestitionen eingesetzt (Urteil des Bundesgerichts 5A_37/2011 vom 1. September 2011 E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 131 III 559 E. 4.3). 13. Vorab ist in Bezug auf die unbestrittenermassen im hälftigen Miteigentum der Parteien ste- hende eheliche Liegenschaft in H.________ festzuhalten, dass sich die Parteien einig sind, die eheliche Liegenschaft zu verkaufen und den Erlös hälftig aufzuteilen (act. 27; act. 37 S. 18; act. 69; act. 70). Seite 46/57 Die Beklagte verlangt jedoch darüber hinaus , dass der Kläger ihr bereits vor dem Verkauf der Liegenschaft CHF 208'500.00 als güterrechtliche Ausgleichszahlung für ihren hälftigen Mitei- gentumsanteil auszubezahlen habe und dann ein über den Betrag von CHF 1'722'000.00 hin- ausgehender Erlös zusätzlich hälftig zu teilen sei (act. 70 S. 13 f.). Da die Beklagte allerdings nicht verlangt, dass die Liegenschaft gegen Entschädigung ungeteilt dem Kläger zugewiesen wird, sondern ü bereinstimmend mit dem Kläger beantragt, dass das hälftige Miteigentum auf- zulösen und die eheliche Liegenschaft zu verkaufen sei, ist für die güterrechtliche Auseinan- dersetzung der im Zeitpunkt der Veräusserung erzielte Verkaufserlös massgebend. Da der Verkauf aber noch nicht erfolgt ist, kann auch nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die Lie- genschaft tatsächlich zum geschätzten Verkehrswert in der Höhe von CHF 1'722'000.00 ver- kauft werden kann und der Beklagten mithin effektiv ein Betrag in der Höhe von CHF 208'500.00 zusteht. Einen Mehr- oder Minderwert der im hälftigen Miteigentum der Par- teien stehenden Liegenschaft haben beide Miteigentumsanteile entsprechend ihrer Finanzie- rung mitzutragen. Die güterrechtliche Auseinandersetzung kann in Bezug auf die zu verkau- fende und im hälftigen Miteigentum stehende Liegenschaft mithin erst vollzogen werden, wenn die Liegenschaft effektiv verkauft worden ist und der durch die Veräusserung erzielte Erlös feststeht. Nachfolgend ist somit die Verteilung des Erlöses so weit festzulegen, dass die güterrechtliche Auseinandersetzung in diesem Punkt nach einem erfolgten Verkauf nur noch zu vollziehen ist. 13.1 Dafür sind die beiden Miteigentumsanteile den Gütermassen der Ehegatten zuzuordnen. Die Miteigentumsanteile sind unabhängig von der Frage einer allfälligen Mitfinanzierung durch den anderen Ehegatten als selbständige Vermögenswerte zu behandeln und dem Ehemann und der Ehefrau zuzuweisen (Steck/Fankhauser, a.a.O., Art. 196 ZGB N 21; Hausheer/Geiser/ Aebi-Müller, a.a.O., N 14.60). 13.1.1 Wurde der Kauf durch beide Gütermassen des e rwerbenden Ehegatten finanziert , wird der Teil des Miteigentums der Gütermasse zugeordnet, in die der grössere Teil integriert werden kann. Die gemeinsam unterzeichnete Hypothekarschuld ist gemäss dem Grundsatz des sachlichen Zusammenhangs gemäss Art. 209 Abs. 2 ZGB der Masse zuzuordnen, in die der Teil des Miteigentums integriert wird (BGE 132 III 145 E. 2.2.2 und E. 3.3.2 = Pra 2006 Nr. 142; 123 III 152 E. 6b/bb) . Wurde der Grundstückkauf durch einen Vorbezug von Pensi- onskassenguthaben finanziert, gilt bis zum Eintritt des Vorsorgefalls der Vorbezug als Darlehen der Vorsorgeeinrichtung und ist für die güterrechtliche Auseinandersetzung gleich zu behan- deln wie eine grundpfandgesicherte Schuld. Er übt demnach keinen Einfluss auf die Zuordnung der Liegenschaft zu den Aktiven einer der Massen des Erwerbers aus; diese Zuordnung erfolgt nach den gewöhnlichen Regeln (Art. 197 ff. ZGB). Der Vorbezug belastet diejenige Masse als Schuld, der die Liegenschaft zugordnet ist (Art. 209 Abs. 2 ZGB; BGE 132 III 145 E. 2.3.2 = Pra 2006 Nr. 145; BGE 141 III 145 E. 4.3.1). 13.1.2 Gemäss Kaufvertrag (act. 47/B) wurde die eheliche Liegenschaft am 31. Januar 2013 zu einem Kaufpreis von CHF 1'680'000.00 erworben. Die auf der Liegenschaft lastende Hypothek wird von den Parteien übereinstimmend mit CHF 1'305'000.00 beziffert (act. 54A S. 15; act. 54 Ziff. 54). Darauf ist abzustellen. Geht man davon aus, dass betreffend die Hypothek keine Rückzahlungen erfolgt sind, musste die Differenz zwischen Kaufpreis und Hypothek (d.h. CHF 375'000.00) zwangsläufig anderweitig finanziert worden sein. Mangels Hinweisen auf Seite 47/57 einen WEF-Vorbezug von Mitteln der beruflichen Vorsorge oder auf den Einsatz weiterer Kre- ditmittel ist davon auszugehen, dass die Parteien den Differenzbetrag durch Eigenmittel finan- ziert haben. Da gemäss Art. 200 Abs. 3 ZGB alles Vermögen eines Ehegatten bis zum Beweis des Gegenteils als Errungenschaft gilt, wäre es den Parteien oblegen, den angeblichen Einsatz von Eigengutsmitteln substantiiert zu behaupten und Beweismittel zu bezeichnen. Mit der blos- sen Behauptung des Klägers, die Liegenschaft sei aus Eigengutsmitteln finanziert worden, ver- mag er die Vermutung nach Art. 200 Abs. 3 ZGB nicht umzustossen. Die von den Parteien in- vestierten Eigenmittel sind daher vermutungsweise als Errungenschaft zu qualifizieren und sind je zur Hälfte auf die Parteien aufzuteilen. Das Grundstück wurde mithin ausschliesslich mit Er- rungenschaftsmitteln und unter Zuhilfenahme von Hypothekardarlehen erworben, weshalb auf- grund der Regeln über die Vorschlagsbeteiligung (Art. 215 ZGB) über die Liegenschaft verein- fachend durch je hälftige Zuweisung des Veräusserungserlöses abgerechnet werden kann und folglich auch ein Mehr- oder Minderwert hälftig von den Parteien zu tragen ist. Ein durch den zukünftigen Verkauf der Liegenschaft erzielter Erlös ist somit hälftig zwischen den Parteien auf- zuteilen. 13.1.3 Die Beklagte beantragt bezüglich des Verkaufs der Liegenschaft ferner, dass sie zur Vor- nahme sämtlicher mit dem Verkauf der Liegenschaft in H.________ erforderlichen Handlun- gen zu bevollmächtigen sei, wobei ihr das Recht einzuräumen sei, Untervollmachten zu ertei- len (act. 70). Der Kläger behauptet hingegen, die Beklagte würde Verkaufsinteressenten an einer Besichtigung der Liegenschaft hindern und ihnen den Zutritt zur Liegenschaft verwei- gern (act. 69 S. 8). Er verlangt, dass bei fehlender Kooperation seitens der Beklagten ein Makler mit den entsprechenden Kostenfolgen beauftragt werden soll (vgl. act. 69 S. 9). Das Gesetz geht grundsätzlich davon aus, dass sich die Miteigentümer in erster Linie selbstän- dig über die Art der Auflösung ihrer Gemeinschaft verständigen. Vorliegend sind sich die Par- teien einig, dass die Aufhebung des Miteigentums durch einen freihändigen Verkauf der Lie- genschaft erfolgen soll. Wenn sich die Parteien im Grundsatz auf eine Art der Aufhebung geei- nigt haben und nur noch die Modalitäten innerhalb dieser Aufhebungsart streitig sind, so ist das Gericht an die Anträge der Parteien gebunden. Nur dann, wenn die Wahl der Teilungsart unter den Miteigentümern offenbleibt und sie vom Gericht – mit beschränkter Auswahl – festzulegen ist, wird die Dispositionsmaxime insofern durchbrochen (Brunner/Wichtermann, Basler Kom- mentar, 6. A. 2019, Art. 651 ZGB N 12). Vorliegend bestehen jedoch keine substantiierten Hinweise dafür, dass eine Partei den geplan- ten Verkauf der Liegenschaft zu vereiteln versucht. Es ist deshalb auch nicht angezeigt, nur eine Partei mit den für den Verkauf der Liegenschaft erforderlichen Handlungen zu bevollmäch- tigen oder die Parteien zur Beauftragung eines Maklers zu verpflichten. Da keine weiteren An- träge bezüglich der Modalitäten des Verkaufs gestellt wurden, sind die Parteien bloss gegen- seitig zu verpflichten, auf erste Aufforderung hin alle notwendigen Handlungen und Erklärun- gen für den Verkauf der Liegenschaft vorzunehmen bzw. abzugeben. 13.1.4 Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass die Parteien die im hälftigen Miteigentum ste- hende Liegenschaft in H.________ freihändig verkaufen und gegenseitig dazu verpflichtet wer- den, auf erste Aufforderung hin alle notwendigen Handlungen und Erklärungen für den Verkauf der Liegenschaft vorzunehmen bzw. abzugeben. Vom erzielten Verkaufspreis sind die Seite 48/57 Hypothekarschuld sowie die Steuern und Gebühren abzuziehen. Der restliche Erlös ist unter den Parteien je hälftig aufzuteilen. 14. In einem nächsten Schritt ist das restliche Mannesgut per 7. April 2015 auszuscheiden und gleichzeitig güterrechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 14.1 Der Kläger verfügt unbestrittenermassen über mehrere Bank- und Anlagekonten. Die Beklagte anerkennt, dass der Kläger im Zeitpunkt der Heirat im September 2002 über diverse Konti in der Höhe von total CHF 199'724.58 verfügte (act. 70 S. 13; vgl. act. 17/5). Der Wert dieser im Zeitpunkt der Gütertrennung noch vorhandenen vorehelichen Konti rechnet sie dem Kläger als Eigengut an, wobei sie auf das Wertschriften- und Guthabenverzeichnis der Steuererklärung 2016 abstellt, da die genauen Saldi per 7. April 2015 nicht bekannt sind. Insgesamt rechnet sie dem Kläger mithin CHF 56'101.00 (= CHF 19'414.00 Steuerdepotauszug O.________AG + CHF 1'695.00 Kontokorrent O.________AG + CHF 11'998.00 Sparkonto O.________AG + CHF 1'566.00 Anlagesparkonto O.________AG + 546.00 EUR Anlagesparkonto O.________AG + CHF 5'382.00 Kontokorrent AA.________SA + CHF 834.00 Kontokorrent AA.________SA + CHF 14'666.00 Kontokorrent AB.________SA) als Eigengut an, was von diesem nicht bestritten wird (act. 69; act. 70 S. 15; act. 17/5; act. 17/7 Positionen 1, 11–14, 25, 26 und 28 des Wertschriften- und Guthabenverzeichnis). Der Antrag der Beklagten, dem Klä- ger seien nach Abzug des Vermögens der beiden Mädchen in der Höhe von CHF 15'727.00 (= CHF 4'759.00 Kontokorrent Y.________AG + CHF 3'223.00 Kontokorrent Y.________AG + CHF 5'097.00 Kontokorrent Y.________AG + CHF 2'648.00 Kontokorrent Y.________AG) die restlichen Positionen im Wert von CHF 120'710.00 (= CHF 192'538.00 Total Steuerwert ./. CHF 56'101.00 Eigengut Kläger ./. CHF 15'727.00 Vermögen D.________ und E.________) als Errungenschaft anzurechnen, blieb ebenfalls unbestritten, weshalb darauf abzustellen ist. 14.2 Ferner ist der Kläger Alleineigentümer einer Liegenschaft in G.________. Die Parteien sind sich einig, dass die Liegenschaft dem Eigengut des Klägers zuzuordnen ist und ursprünglich mit EUR 131'033.96 hypothekarisch belastet war (act. 17/5; act. 37 S. 20; act. 70 S. 13). Einig- keit besteht auch darüber, dass die ursprünglich auf dieser Liegenschaft lastende Hypothek über die Jahre amortisiert wurde (act. 37 S. 20; act. 54 Ziff. 62 ff.; act. 70 S. 13). Strittig ist, aus welcher Gütermasse der Kläger die Hypothek amortisierte. Da es sich bei Amortisationszahlun- gen der Hypothek um nachträgliche Investitionen im Sinne von Art. 206 Abs. 1 und Art. 209 Abs. 3 ZGB handelt, stellt sich die Frage, ob der Errungenschaft des Klägers allenfalls – wie von der Beklagten behauptet – eine Ersatzforderung nach Art. 209 ZGB zusteht. 14.2.1 Mit Bezug auf die Investition in einen Vermögensgegenstand gilt die allgemeine Beweislastre- gel von Art. 8 ZGB. Art. 200 Abs. 3 ZGB ist nicht anwendbar, denn die in dieser Bestimmung festgelegte Vermutung beschränkt sich auf die Massenzugehörigkeit eines Vermögenswert es, enthält aber keine Aussage darüber, wer die Beweislast dafür trägt, dass die eine güterrechtli- che Masse in einen Vermögenswert der anderen investiert hat. Im Falle von Investitionen ge- hören zum Beweisthema die Tatsache der Leistung an sich und der Leistung aus einer be- stimmten Gütermasse sowie der tatsächliche Umfang dieser Leistung. Beweisthema im Falle von Investitionen durch Geldzahlungen ist nicht bloss der Vergleich der jeweiligen Vermögen, sondern der Zahlungsfluss von der einen in die andere Gütermasse im Einzelfall (Bähler, Zur Führung von Prozessen über das Güterrecht, in: dubio 2006, Heft 5, S. 236 ff. und 242; Ur- teile des Bundesgerichts 5A_822/2008 vom 2. März 2009 E. 3.3). Die Beklagte hat Seite 49/57 vorliegend mithin zu beweisen, dass Mittel von der Errungenschaft des Beklagten in sein Ei- gengut geflossen sind, indem er Amortisationszahlungen für die auf seiner Eigengutsliegen- schaft lastende Hypothek aus Errungenschaftsmitteln finanziert hat, wobei der genaue Zah- lungsfluss von der einen in die andere Gütermasse zu beweisen ist (Urteil des Bundesge- richts 5A_61/2013 vom 4. Juli 2013 E. 3.3). 14.2.2 Gemäss Steuererklärung belief sich die hypothekarische Belastung von ursprünglich EUR 131'033.96 im Jahr 2016 noch auf CHF 38'616.00 (act. 17/7). Der Kläger führte an der Parteibefragung aus, die Hypothek sei aus seinem Eigengut amortisiert worden . Er habe vor der Ehe deutliches Eigenvermögen gehabt, woraus die Hypothek finanziert worden sei (act. 54 Ziff. 62 ff.). Die Beklagte bestreitet nicht, dass sich die Eigengutsmittel des Klägers im Verlauf der Ehedauer reduzierten. Sie führte sodann selbst aus, dass diverse Depots bzw. Aktien aus der klägerischen Vermögensübersicht des Jahres 2002 in der Steuererklärung 2016 nicht mehr aufgeführt seien und kein Nachweis vorliege, dass die ursprünglich vorhandenen Werte in n och bestehende (Depot)-Werte investiert worden seien (act. 37 S. 19 f.). Für ihre pauschale Tatsa- chenbehauptung, wonach die Amortisationszahlungen aus Errungenschaftsmitteln des Klägers getätigt worden seien (act. 37 S. 20), offeriert die Beklagte jedoch keine Beweismittel. Mit der blossen Behauptung, es sei davon auszugehen, die Reduktion der Hypothek sei aus der Errun- genschaft des Klägers zuzuordnenden Mitteln beglichen worden, vermag die Beklagte den Zahlungsfluss von der einen in die andere Gütermasse nicht nachzuweisen. Es ist mithin nicht bewiesen, dass die Amortisationszahlungen für die auf der Eigengutsliegenschaft des Klägers lastende Hypothek aus Errungenschaftsmitteln getätigt wurden. Die beweisbelastete Beklagte hat den exakten, zeitlich in sich stimmigen Geldfluss weder substantiiert dargelegt noch bewie- sen. Es wäre an ihr gelegen, die Entwicklung der klägerischen Errungenschaftsmittel im Ver- lauf der Ehedauer aufzuzeigen und genau zu substantiieren, welche einzelnen Amortisations- zahlungen daraus zu welchem Zeitpunkt in das Eigengut des Klägers getätigt wurden. Insge- samt ist somit nicht erstellt, dass der Kläger die bis zum güterrechtlichen Stichtag geleisteten Amortisationszahlungen aus seiner Errungenschaft bezahlt hat, weshalb eine Ersatzforderung seiner Errungenschaft gegenüber seinem Eigengut zu verneinen ist. Der Kläger hat der Be- klagten im Zusammenhang mit der Liegenschaft in G.________ mithin keine Ausgleichszah- lung zu leisten. 14.3 Im Zeitpunkt der Gütertrennung besass der Kläger unbestrittenermassen einen BMW X5. Die Beklagte geht von einem Verkehrswert von CHF 16'000.00 aus, welcher der Errungenschaft des Klägers zuzurechnen sei (act. 54A S. 15; act. 70 S. 14). Der Kläger bestreitet weder, dass es sich beim BMW X5 um Errungenschaft handelt, noch den von der Beklagten eingesetzten Verkehrswert. Es ist folglich darauf abzustellen und der Betrag von CHF 16'000.00 ist der Er- rungenschaft des Klägers zuzuordnen. 14.4 Der Kläger behauptet zudem, am 3. Oktober 2017 nachfolgende Schulden von insgesamt CHF 100'237.00 gehabt zu haben (act. 17/3): - Offene Zahnarzt- und Kreditkartenrechnungen CHF 13'094.00 - Pendentes Schulgeld für die N.________ CHF 21'000.00 - Steuern 2016 CHF 20'000.00 - Steuern 2017 CHF 45'000.00 - Steuern Spanien 2016 & 2017 CHF 1'143.00 Seite 50/57 14.4.1 Die Beklagte bestreitet die vom Kläger geltend gemachten Schulden mit dem Hinweis, es wür- den keine Belege dafür vorliegen (act. 37 S. 19; act. 70 S. 14). 14.4.2 Der Bestand der Schulden richtet sich bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung – gleich wie bei den Aktiven – nach dem Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes, mithin dem 7. April 2015. Folglich sind nur Verbindlichkeiten zu berücksichtigen, die in diesem Zeitpunkt bestan- den haben (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., Art. 207 ZGB N 21). Der klägerischen Steuererklärung des Jahres 2016 kann zwar unter der Position "private Schulden / offene Kreditoren" ein Schuldbetrag in der Höhe von CHF 47'534.00 entnommen werden, die separate Aufstellung, auf welche diesbezüglich in der Steuererklärung verwiesen wird, liegt jedoch nicht bei den Akten (act. 17/7). Es ist folglich mit der Beklagten auszuführen, dass der Kläger keine Belege für die von ihm behaupteten Schulden einreichte. Der vom Klä- ger behauptete Schuldbetrag ist denn auch völlig unsubstantiiert. Mit dem pauschalen V erweis auf die von ihm eingereichte Vermögensübersicht oder die Steuererklärung, kommt der Kläger seiner Substantiierungslast nicht nach. Es ist nicht Aufgabe des Gerichts und der Gegenpartei, aus den Beilagen die Sachdarstellung zusammenzusuchen und die Beilagen danach zu durch- forsten, ob sich daraus etwas zu Gunsten der behauptungsbelasteten Partei ableiten lässt (Ur- teil des Bundesgerichts 4A_443/2017 vom 30. April 2018 E. 2.2.1.). Es wäre am Kläger ge- wesen, die von ihm behaupteten Schulden im Zeitpunkt d er Auflösung des Güterstandes konkret zu bezeichnen und zu beweisen. Der Referent hat den Kläger an der Parteibefra- gung auch explizit danach gefragt (act. 54 Ziff. 59). 14.4.3 Die vom Kläger behaupteten Schulden sind folglich nicht ausgewiesen und sind daher be i der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu berücksichtigen. 14.5 Abgesehen von der ehelichen Liegenschaft bestanden am 7. April 2015 auf Seiten des Klägers zusammengefasst folgende Vermögenswerte: Eigengut: Aktiven: Steuerdepotauszug O.________AG CHF 19'414.00 Kontokorrent O.________AG CHF 1'695.00 Sparkonto O.________AG CHF 11'998.00 Anlagesparkonto O.________AG CHF 1'566.00 Anlagesparkonto (EUR) O.________AG CHF 546.00 Kontokorrent AA.________SA CHF 5'382.00 Kontokorrent AA.________SA CHF 834.00 Kontokorrent AB.________SA CHF 14'666.00 Errungenschaft: Aktiven: Bankguthaben CHF 120'710.00 BMW X5 CHF 16'000.00 Seite 51/57 15. Als nächstes ist das restliche Frauengut per 7. April 2015 auszuscheiden und gleichzeitig gü- terrechtlich dem Eigengut oder der Errungenschaft zuzuordnen. 15.1 Die Beklagte behauptet – abgesehen von der Liegenschaft in H.________ – weder über Eigen- gut noch über zu beachtende Errungenschaft zu verfügen, da ihre Schulden in der Höhe von CHF 23'564.00 ihre Aktiven im Betrag von CHF 12'626.00 übersteigen würden und ein Rück- schlag gemäss Art. 210 Abs. 2 ZGB bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht zu be- achten sei (act. 37 S. 18 f.; act. 54A S. 14; act. 70 S. 12 f.). 15.2 Der Kläger bestreitet die beklagtische Darstellung ihrer Vermögenssituation nicht, weshalb das Gericht nach der Verhandlungsmaxime die unbestrittene Sachbehauptung als erwiesen anzunehmen hat. Daraus folgt, dass der Prozessgegner der behauptungsbelasteten Partei deren Sachvorbringen zu bestreiten hat, ansonsten das Gericht diese Tatsachenbehauptun- gen ungeprüft seinem Urteil zugrunde legt. Die nicht behauptungsbelastete Partei trägt somit die Bestreitungslast (Glasl, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro- zessordnung, 2. A. 2016, Art. 55 ZPO N 17 ff.; Brönnimann, Die Behauptungs - und Substan- tiierungslast im schweizerischen Zivilprozessrecht, Diss. Bern 1989, S. 179 f.; GVP 2005, S. 214; ZR 89 Nr. 50). Mit Bezug auf das Ausmass der im Einzelfall erf orderlichen Substanti- ierung ist insbesondere die Einlässlichkeit der Sachdarstellung der behauptungsbelasteten Partei massgebend. Je detaillierter die behauptungsbelastete Partei die Tatsachen darstellt, desto höher sind die Anforderungen an das Bestreiten . Die Bestreitung ist stets so konkret zu halten, dass sich daraus bestimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Prozessgeg- ners bestritten werden. Die Nichtbeachtung der Bestreitungslast kann prozessuale Nachteile zur Folge haben. Namentlich darf das Gericht bei ungenügender Bestreitung eines schlüssig behaupteten Sachverhalts eine unbestrittene Tatsache annehmen, was zur Folge hat, dass diese Tatsache der Beurteilung als wahr zugrunde zu legen und darüber nicht Beweis zu er- heben ist (Art. 150 Abs. 1 ZPO; Glasl, a.a.O., Art. 55 ZPO N 17 ff.; Brönnimann, a.a.O., S. 174; GVP 2005, S. 214; ZR 89 Nr. 50) . 15.3 Vorliegend hat die Beklagte konkrete Behauptungen aufgestellt, wie sich ihre Vermögenswerte zusammensetzen. Der Kläger lässt diese Ausführungen unkomment iert und ist seiner Bestrei- tungslast somit nicht nachgekommen. Die von der Beklagten behaupteten Tatsachen sind des- halb der Beurteilung ungeprüft als wahr zugrunde zu legen und es ist zusammenfassend fest- zuhalten, dass auf Seiten der Beklagten – abgesehen von der ehelichen Liegenschaft in H.________ – keine nennenswerten Vermögenswerte bestehen. 16. Letztlich ist im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Vorschlag zu berech- nen und die Beteiligung am Vorschlag zu bestimmen. Was vom Gesamtwert der Errungen- schaft verbleibt, bildet den Vorschlag (Art. 210 Abs. 1 ZGB). Jedem Ehegatten steht die Hälfte des Vorschlags des anderen zu, da durch Ehevertrag keine andere Beteiligung verein- bart wurde (Art. 215 Abs. 1 und Art. 216 Abs. 1 ZGB). Gestützt auf di e vorstehenden Zahlen ergibt sich bei m Kläger ein Vorschlag von CHF 136'710.00 (= CHF 120'710.00 + CHF 16'000.00 [vgl. oben E. 14.5]). Da die Beklagte aus dem zukünftigen Verkauf der ehelichen Liegenschaft in H.________ einen hälftigen Net- toerlös erzielen wird, der ihre Schulden im Betrag von CHF 23'564.00 bei weitem übersteigen wird, weist sie zusammen mit ihren Aktiven im Betrag von CHF 12'626.00 keinen Rückschlag Seite 52/57 auf und ihre Errungenschaft ist mithin nicht mit CHF 0.00 einzusetzen. Es ist dabei unbeacht- lich, dass die Beklagte selbst behauptete, es resultiere ein Rückschlag und sie mithin eine Be- hauptung zu ihren Ungunsten machte. Die Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO) bezieht sich nur auf den insgesamt eingeklagten Gesamtbetrag aus Güterrecht und ni cht auf einzelne Teilbeträge. In casu hat die Beklagte vom Kläger insgesamt eine güterrechtliche Ausgleichs- zahlung von CHF 334'655.00 eingeklagt. Vorschlagsberechnung Kläger Beklagte Vermögen CHF 136'710.00 CHF 12'626.00 Schulden CHF 0.00 CHF -23'564.00 Liegenschaftserlös X CHF ½ X CHF ½ X Total CHF 136'710.00 + ½ X CHF -10'938.00 + ½ X Total auszugleichendes Vermögen CHF 125'772.00 + X Hälftiger Anspruch CHF 62'886.00 + ½ X CHF 62'886.00 + ½ X Ausgleich Kläger an Beklagte CHF 73'824.00 Total nach Ausgleich CHF 62'886.00 + ½ X CHF 62'886.00 + ½ X Der Kläger hat der Beklagten mithin eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 73'824.00 (= CHF 136'710.00 ./. CHF 62'886.00) zu leisten (Art. 215 Abs. 1 ZGB), dies antragsgemäss innert 20 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungsentscheids. 17. Schliesslich ist über die Teilung der beruflichen Vorsorge zu befinden. 17.1 Die Parteien beantragen übereinstimmend die hälftige Teilung der Guthaben der beruflichen Vorsorge, wobei die Beklagte anerkennt, dass der Kläger CHF 28'000.00 aus seinem Eigen- gut in die Pensionskasse eingebracht hat ( act. 54A S. 16; act. 69; act. 70 S. 14 f.). 17.2 Bezüglich der Teilung des Guthabens aus beruflicher Vorsorge gilt die Offizialmaxime. Die Parteien können Anträge zur Teilung stellen. Das Gericht ist an diese allerdings nicht gebun- den, da der Vorsorgeausgleich der Disposition der Parteien weitgehend entzogen ist und das Gericht die Bestimmungen über den Vorsorgeausgleich von Amtes wegen anwendet. Zudem gilt im Rahmen des Vorsorgeausgleichs der Untersuchungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass das Scheidungsgericht die erforderlichen Angaben betreffend Höhe der Altersguthaben grundsätzlich von Amtes wegen einzuholen hat, wobei sich auch aus den Art. 122 ff. ZGB keine uneingeschränkte Untersuchungsmaxime ergibt. Den Parteien obliegt es daher im Rahmen ihrer Mitwirkungspflicht, dem Gericht die notwendigen Tatsachen und Beweismittel zu unterbreiten. Mit anderen Worten trifft die Parteien eine aktive Mitwirku ngspflicht, weshalb die Parteien angehalten werden dürfen, dem Gericht die Höhe der Austrittsleistungen mitzu- teilen (Urteil des Bundesgerichts 5A_111/2014 vom 16. Juli 2014 E. 4.2; Oehler, Sachver- haltsermittlung und Beweis im Scheidungsrecht, in: Dolge [Hr sg.], Substantiieren und Bewei- sen, 2013, S. 111; Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Schei- dung, Band II: Anhänge, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 281 N 12; Hausheer/Geiser/Aebi -Müller, a.a.O., N 10.168 f.; Meyer Honegger, in: Schwenzer/ Fankhauser [Hrsg.], FamKomm entar, 3. A. 2017, Anh. ZPO Art. 277 N 15 f.). 17.3 Gehört ein Ehegatte oder gehören beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vor- sorge an und ist bei keinem Ehegatte ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte Seite 53/57 nach Art. 123 ZGB Anspruch auf die Hälfte der nach dem Freizügigkeitsgesetz vom 17. De- zember 1993 für die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung samt Freizügigkeitsguthaben des anderen Ehegatten. Massgeblich für die Berechnung der Austrittsleistung ist der Z eit- punkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens, vorliegend der 3. Oktober 2017 (act. 2). 17.4 Der Kläger verfügt e gemäss Schreiben der AC.________Personalvorsorgestiftung am 3. Ok- tober 2017 über Freizügigkeitsleistungen in der Höhe von CHF 945'329.70 (act. 27/2). Per Heiratsdatum am tt.mm.2002 beliefen sich die Freizügigkeitsleistungen auf CHF 97'824.10 (act. 27/2) ergibt aufgezinst auf den Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens CHF 133'436.77. Somit hat der Kläger nach Abzug der von der Beklagten anerkannten Ein- kaufssumme vom 2. Dezember 2002 im Betrag von CHF 28'000.00, ebenfalls aufgezinst CHF 37'895.11, während der Dauer der Ehe ein Vorsorgeguthaben von CHF 773'997.82 (= CHF 945'329.70 ./. CHF 133'436.77 ./. CHF 37'895.11) angespart (vgl. https://www.ge- richte-zh.ch/fileadmin/ user_upload/dokumente/themen/ehe_und_familie/ Programme/Vorsorgeausgleich_berechnen/P_Vorsorgeausgleich_N.htm ). Die Beklagte verfügt unbestrittenermassen über keine teilbaren Vorsorgeansprüche in der Schweiz. Dass seitens der Beklagten ausländische Vorsorgeguthaben bestünden, wurde nicht geltend gemacht und ist angesichts der bis zum Umzug in die Schweiz sehr kurzen Arbeitstä- tigkeit der Beklagten in Spanien auch nicht anzunehmen. Nach dem Grundsatz der hälftigen Teilung resultiert ein Anspruch der Beklagten von CHF 386'998.91 (= CHF 773'997.82 / 2). Die Pensionskasse des Klägers ist anzuweisen, den entsprechenden Betrag zuzüglich Zins ab 3. Oktober 2017 auf ein auf den Namen der Beklag- ten lautendes Freizügigkeitskonto zu überweisen (Jungo/Grütter, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, a.a.O., Art. 123 ZGB N 24). 18. Die Prozesskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden die Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZGB). In familienrechtlichen Verfahren kann das Gericht von den Ver- teilungsgrundsätzen abweichen und die Prozesskosten nach Er messen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). 18.1 Keine der Parteien obsiegt bzw. unterliegt im vorliegenden Prozess vollumfänglich. Beide Parteien beantragen die gemeinsame elterliche Sorge und dass E.________ unter die Obhut der Mutter zu stellen ist. Im Bereich des Güterrechts war nicht strittig, dass die Liegenschaft in H.________ zu verkaufen und der Erlös hälftig zu teilen ist. Während die Beklagte vom Kläger eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 334'655.00 (inkl. CHF 208'500.00 als Abgeltung für den hälftigen Miteigentumsanteil) verlangt, beziffert der Kläger keine sol- che. Im Urteilsspruch wird der Kläger verpflichtet, der Beklagten aus Güterrecht CHF 73'824.00 zu bezahlen sowie die Hälfte des beim zukünftigen Verkauf der Liegenschaft erzielten Erlöses. Der Beklagten wird mithin – unter Ausklammerung des noch nicht festste- henden zukünftigen Verkaufserlöses – rund 54 % der geltend gemachten Ausgleichszahlung zugesprochen . Betreffend ihre weiteren Anträge in Bezug auf die hälftige Beteil igung des Klägers an allfälligen ausserordentlichen Kosten sowie bezüglich der Verzinsung der von ihm zu leistenden Unterhaltsbeiträge unterliegt die Beklagte jedoch vollständig. Beim nacheheli- chen Unterhalt dringt sie dagegen aufgrund der im Urteilsspruch zugesprochenen Seite 54/57 Unterhaltsleistungen zu rund 40 % und beim Kinder - bzw. Mündigenunterhalt zu rund 6 8 % bzw. rund 48 % durch. Entsprechend diesem Prozessausgang in den wesentlichen Streit- punkten ist es gerechtfertigt, die Gerichtskosten den Parteien je hälf tig aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen. 18.2 Bei der Festsetzung der Gerichtskosten ist zu beachten, dass im vorliegenden Scheidungspro- zess güterrechtliche Ansprüche von mehr als CHF 100'000.00 geltend gemacht werden, wes- halb sich die Gerichtsgebühr nach dem Streitwert bemisst (§ 13 Abs. 3 KoV OG). Der Streit- wert richtet sich nach den Verhältnissen im Zeitpunkt der Klageeinreichung beim Gericht. Der Streitwert wird jedoch für nachträgliche Klagebegehren nicht fixiert. Erfolgt – wie vorliegend – nachträglich eine Klageänderung, so hat dies eine Erhöhung des Streitwerts zur Folge (van de Graaf, in: Oberhammer et al. [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. A. 2014, Art. 91 ZPO N 10; Ster- chi, Berner Kommentar, Vorbemerkungen zu Art. 91–94 ZPO N 3 f.). Bei der actio duplex rich- tet sich der Streitwert nach dem wertmässig höheren Begehren (Rickli, Der Streitwert im schweizerischen Zivilprozess, 2014, Rz 317). Im Rahmen des ersten Parteivortrages an der Hauptverhandlung beantragte die Beklagte eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von CHF 334'655.00. Hinzu kommt der Wert der von der Beklagten geltend gemachten Unterhalts- leistungen. Gemäss Art. 92 Abs. 1 ZPO gilt als Wert wiederkehrender Nutzungen oder Leistun- gen – wozu auch Unterhaltsbeiträge gehören (vgl. § 11 Abs. 3 KoV OG) – der Kapitalwert. Bei einem eingeklagten nachehelichen Unterhaltsbeitrag von CHF 8'894.00 ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis zum 31. August 2023 und CHF 10'168.00 ab 1. September 2023 bis zu E.________ angenommenem Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung (erwartungsge- mäss ab 31. Juli 2027) sowie CHF 11'468.00 ab 1. August 2027 bis 30. Juni 2036 beträgt der Kapitalwert rund CHF 1'962'898.00 (= 29 Mte. x CHF 8'894.00 + 47 Mte. x CHF 10'168.00 + 107 Mte. x CHF 11'468.00). Zum Streitwert hinzuzurechnen ist schliesslich der geltend ge- machte Kinderunterhalt. Für D.________ beantragt die Beklagte ab Rechtskraft des Schei- dungsentscheids bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung (erwar- tungsgemäss ab 31. Juli 2023) CHF 2'528.00. Für E.________ beantragt sie ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids bis zum 31. August 2023 CHF 2'900.00 sowie vom 1. September 2023 bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung (erwartungsgemäss ab 31. Juli 2027) CHF 3'092.00. Mithin beträgt der Streitwert rund CHF 300’208.00 (= 28 Mte. x CHF 2'528.00 + 29 Mte. x CHF 2'900.00 + 47 Mte. x CHF 3'092.00). Dies ergibt einen Streit- wert von total CHF 2'597'761.00 (= CHF 334'655.00 + CHF 1'962'898.00 + CHF 300'208.00). Bei diesem Streitwert belaufen sich die Gerichtskosten gemäss § 11 Abs. 1 KoV OG auf insge- samt CHF 60'000.00. 18.3 Zu den Gerichtskosten gehören auch die Kosten für die Expertise von insgesamt CHF 2'315.55 (Aufwand K.________ gemäss Rechnung vom 27. März 2019; act. 50) sowie die Kosten für die Übersetzung von CHF 731.25 (= CHF 200.00 + 256.25 + CHF 275.00; vgl. act. 20, act. 56 und act. 71). 18.4 Die Gerichtskosten belaufen sich somit auf insgesamt CHF 63'046.80 und sind den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Seite 55/57 Entscheid 1. Die von den Parteien am tt.mm.2002 in I.________ geschlossene Ehe wird geschieden. 2.1 Die aus der Ehe hervorgegangene Tochter E.________, geb. tt.mm.2004, wird unter der ge- meinsamen elterlichen Sorge belassen. Die Obhut wird der Mutter zugeteilt. 2.2 Auf die ausdrückliche Regelung der Betreuung wird mit Rücksicht auf das Alter von E.________ verzichtet. 2.3 Der Kläger wird verpflichtet, an den Unterhalt seiner Tochter D.________ ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids einen monatlich en Barunterhaltsbeitrag zuzüglich allfälliger Familien- zulagen wie folgt zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats: - bis zum 31. Mai 2021: CHF 1'402.00 - ab dem 1. Juni bis zum 3 0. September 2021: CHF 1'160.75 - ab dem 1. Oktober 2021 bis zum 31. Juli 2023: CHF 1'178.00 Dieser Unterhaltsbeitrag basiert auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundes- amtes für Statistik, Stand Februar 2021 = 100.2 Punkte (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Er ist jährlich auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Indexstand November des Vorjahres proportional anzupassen und auf ganze Franken aufzurunden. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: Neuer Unterhaltsbeitrag = ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index 100.2 Der Unterhaltspflichtige kann diese Anpassung insoweit verweigern, als sein Einkommen nicht durch Reallohnerhöhung, Teuerungszulagen oder sonst wie der Teuerung entspre- chend erhöht wird. Er verwirkt für das fragliche Jahr den Verweigerungsanspruch, sofern er diesen der Unterhaltsberechtigten nicht bis zum 31. Januar urkundlich nachweist. 2.4 Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids an den Unterhalt der gemeinsamen Tochter E.________ einen monatlichen Barunterhaltsbeitr ag zu- züglich allfälliger Familienzulagen wie folgt zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ers- ten des Monats: - bis zum 31. Mai 2021: CHF 2'319.00 - ab dem 1. Juni 2021 bis z um 3 0. September 2021: CHF 1'876.75 - ab dem 1. Oktober 2021 bis zum 31. Juli 2023: CHF 2'286.00 - ab dem 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2027: CHF 1'793.00 Dieser Unterhaltsbeitrag ist wie der Unterhaltsbeitrag für D.________ indexiert (Ziff. 2.3). Seite 56/57 3. Der Kläger wird gestützt auf Art. 125 ZGB verpflichtet, der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsentscheids folgenden monatlichen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, zahlbar je zum Voraus auf den Ersten des Monats: - bis zum 31. Mai 2021: CHF 5'484.00 - ab dem 1. Juni 2021 bis zum 3 0. September 2021: CHF 2'187.95 - ab dem 1. Oktober 2021 bis zum 31. Juli 2023: CHF 3'586.00 - ab dem 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2027: CHF 4'264.00 - ab dem 1. August 2027 bis zum 31. August 2031: CHF 3'749.00 - ab dem 1. September 2031 bis zum Eintritt des Klägers ins ordentliche AHV -Alter: CHF 3'097.00 Dieser Unterhaltsbeitrag ist wie die Kinderunterhaltsbeiträge indexiert (Ziff. 2.3). 4.1 Die Parteien werden verpflichtet, die eheliche Liegenschaft in H.________ freihändig zu ver- kaufen und gegenseitig auf erste Aufforderung hin alle notwendigen Handlungen und Erklärun- gen für den Verkauf der Liegenschaft vorzunehmen bzw. abzugeben und den Nettoerlös hälftig zu teilen. Der Nettoerlös setzt sich wie folgt zusammen : Verkaufserlös ./. Hypothekarschuld ./. Grundstückgewinnsteuer n ./. allfällige weitere mit dem Verkauf des Grundstücks zusammenhängende Kosten, insbe- sondere eine allfällige Entschädigungszahlung an die Hypothekarbank infolge vorzeitiger Ab- lösung der Hypothek ("Pönale") . 4.2 Der Kläger wir d weiter verpflichtet, der Beklagten zur Abgeltung ihrer güterrechtlichen An- sprüche CHF 73'824.00 zu bezahlen, zahlbar innert 20 Tagen ab Rechtskraft des Schei- dungsentscheids. 5. Die AC.________Personalvorsorgestiftung wird gestützt auf Art. 122 ZGB/Art. 280 Abs. 2 ZPO angewiesen, vom Vorsorgekonto, lautend auf A.________, den Betrag von CHF 386'998.91 zuzüglich Zins ab dem 3. Oktober 2017 auf das Freizügigkeitskonto (Konto- Nr. AD.________; FZ-Kundennummer AE.________) bei der Freizügigkeitsstiftung der O.________AG zu Gunsten von B.________ zu überweisen. 6. Im Übrigen werden die Anträge der Parteien abgewiesen. Seite 57/57 7. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt: CHF 60'000.00 Entscheidgebühr CHF 2'315.55 Kosten der Beweisführung CHF 731.25 Kosten für die Übersetzung CHF 63'046.80 Total Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt und mit den vom Kläger ge- leisteten Kostenvorsch üssen von total CHF 4'250.00 (= CHF 3'000.00+ CHF 1'250.00) und dem von der Beklagten geleisteten Kostenvorschuss von CHF 1'250.00 verrechnet. Der Fehl- betrag von CHF 57'546.80 wird im Umfang von CHF 27'273.40 vom Kläger und im Umfang von CHF 30'273.40 von der Beklagten nachgefordert . 8. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 9. Gegen diesen Entscheid kann binnen 30 Tagen seit der Zustellung schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen unter Beilage des angefochtenen Entscheides Berufung beim Obergericht des Kantons Zug eingereicht werden. Gerügt werden kann die unrichtige Rechts- anwendung und/oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (Art. 310 ZPO). Die Beru- fungsschrift kann in Papierform (je ein Exemplar für das Gericht und jede Gegenpartei) oder elektronisch, versehen mit einer qualifizierten elektronischen Signatur, eingereicht werden (Art. 130 Abs. 1 und 2 ZPO). 10. Mitteilung an : - Parteien - Gerichtskasse und auszugsweise an: - D.________, in H.________ - E.________, in H.________ - Pensionskasse AC.________, vorab zur Kenntnisnahme und nach Eintritt der Rechts- kraft zum Vollzug von Ziffer 5 des Dispositivs sowie nach Eintritt der Rechtskraft auszugsweise an: - Direktion des Innern, Sonderzivilstandsamt Zug, Postfach 146, 6301 Zug - Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Ausserschwyz, Eichenstrasse 2, 8808 Pfäf- fikon Kantonsgericht des Kantons Zug 1. Abteilung lic.iur. D. Panico Peyer MLaw T. Lehmann Kantonsrichterin Gerichtsschreiberi n versandt am: let