<h2>SubmittedText<h2><p>Im Tagesanzeiger vom 2. Juni 2021 ist zu entnehmen, dass Alkoholfachstellen eine Studie verschwiegen haben, die aufzeigt, dass nur abstinenzorientierte Therapien bei Alkoholsüchtigen wirksam und wirtschaftlich sind.</p><p>Fragen:</p><p>1. Ist dem Bundesrat diese Studie bekannt?</p><p>2. Ist er bereit, die Erkenntnisse dieser Studie in seine Suchtstrategie beim Alkohol sowie auch bei anderen Drogen einzubeziehen, um den Betroffenen zu einem besseren Leben zu verhelfen und grundsätzlich wirtschaftlicher zu werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hatte bis zum Erscheinen des Medienberichts keine Kenntnis von der in der Frage erwähnten Studie. Er kann sich deshalb zu den Studienergebnissen und deren methodischen Qualität nicht äussern. Das Bundesamt für Gesundheit hat den Artikel jedoch zur Kenntnis genommen und die Beschaffung der Studie zum Zwecke einer eingehenderen Prüfung bereits in die Wege geleitet. Grundsätzlich basiert die Nationale Strategie Sucht auf einer wertfreien Haltung im Umgang mit Suchtformen. Vor diesem Hintergrund ist die Abstinenzorientierung nur ein möglicher Weg der Therapie. Die Behandlungsverläufe von Personen mit Suchtproblemen oder mit einem problematischen Alkoholkonsum sind vielfältig und individuell: nicht allen Betroffenen gelingt es, abstinent zu leben. Deshalb ist das diversifizierte Suchthilfeangebot der Schweiz nicht nur auf Abstinenz, sondern auch auf Menschen ausgerichtet, die ihre Abhängigkeit trotz allen Bemühungen nicht in den Griff bekommen. Dies entspricht auch dem Verständnis der Schadensminderung.</p>