<h2>SubmittedText<h2><p>Die Zahl psychisch Kranker in der Invalidenversicherung steigt stetig an. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie haben sich die Kosten für diejenigen Personen, welche eine IV aufgrund einer psychischen Krankheit erhalten, in den letzten zwanzig Jahren entwickelt (Angaben pro Jahr und Anzahl Kranker)?</p><p>2. Wie hoch sind die Beiträge, welche für medizinische Behandlung und Betreuung dieser Kategorie in der IV und in der OKP seit der KVG-Einführung aufgewendet wurden (Angaben pro Jahr und Anzahl Kranker)?</p><p>3. Wie hoch ist der Anteil integrierter psychisch kranker Personen, die aus der IV entlassen werden konnten (effektive Anzahl Personen, Anteil an der Gesamtzahl der noch in der IV verbleibenden psychisch Kranken)?</p><p>4. Wie gross ist die Zahl jährlich stationär behandelter Personen mit psychischen Krankheiten (aufgeteilt in Altersgruppen)? Wie hoch ist die Erfolgsquote (geheilt entlassen)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Anzahl Personen mit psychischen Erkrankungen, welche Leistungen der IV bezogen haben, ist von 1992 (für die Zeit vor 1992 liegen keine verlässlichen Zahlen vor) bis 2007 von insgesamt 59 000 auf 153 000 Personen angewachsen. Sie stellen damit heute die grösste Gruppe von Leistungsbezügern in der IV dar. Die Ausgaben der IV für Eingliederungsmassnahmen, Renten sowie Hilflosenentschädigungen für diese Personengruppe haben im selben Zeitraum von 0,7 auf 2,7 Milliarden Franken zugenommen (bei einer Teuerung von 17 Prozent).</p><p>Der Anteil an psychisch beeinträchtigten IV-Rentenbezügern hat sich in Relation zum Gesamtbestand von 23 Prozent (1992) auf 36 Prozent (2007) erhöht. Die relativen Rentenkosten sind von 24 Prozent (1992) auf 39 Prozent (2007) angestiegen. Das Ausgabenwachstum bei den Renten für psychisch Beeinträchtigte lag in den letzten drei Jahren unter 5 Prozent.</p><p>2. Die Kosten für medizinische Massnahmen der IV, welche der Eingliederung dienen, beliefen sich für Personen mit psychischer Beeinträchtigung im Jahr 2007 auf rund 14 Millionen Franken. Im Jahr 1992 betrugen sie etwa 7 Millionen Franken. Seit Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 übernimmt die IV die Kosten medizinischer Massnahmen nur noch für Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr.</p><p>Im Bereich der OKP beliefen sich die Kosten für die medizinische Behandlung von Personen mit psychischen Problemen im Jahr 2003 (für die Zeit vor 2003 liegen keine verlässlichen Zahlen vor) auf rund 0,9 Milliarden Franken. 2007 betrugen sie rund 1,2 Milliarden Franken. Diese Zahlen beinhalten im stationären Bereich die psychiatrischen Kliniken, im ambulanten Bereich die Leistungen der Psychiater und Psychotherapeuten inklusive vom Arzt direkt verabreichter Medikamente. Gemessen an den Gesamtkosten machen diese Kosten etwa 6 Prozent aus.</p><p>3. Die IV kann über die letzten Jahre einen stabilen Eingliederungserfolg vorweisen. Durchschnittlich waren Massnahmen beruflicher Art bei 72 Prozent jener Personen, die solche Leistungen zugesprochen erhalten hatten, erfolgreich. Bei den psychisch Erkrankten betrug die Wirksamkeit beruflicher Massnahmen 56 Prozent. Diese Quote soll mit den neuen Instrumenten, die mit der 5. IV-Revision speziell für die Gruppe der psychisch beeinträchtigten Personen eingeführt wurden, deutlich verbessert werden.</p><p>4. Aufgrund der medizinischen Statistik der Krankenhäuser des BFS für die Zeitperiode von 2002 bis 2006 (ab 2002 liegen für jedes Jahr die Daten von über 99 Prozent der Betriebe vor) betrug die Zahl jährlich stationär behandelter psychisch Erkrankter im Jahr 2002 74 286 Personen, wovon 10 Prozent als geheilt entlassen werden konnten. 2006 wurden 81 652 Personen stationär behandelt, wovon 9 Prozent geheilt werden konnten. Die Altersgruppen der 20- bis 50-Jährigen weisen dabei sowohl die höchste Erkrankungszahl als auch den niedrigsten Heilungserfolg auf.</p>  Antwort des Bundesrates.