<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, ein wirksames und glaubwürdiges Suchverfahren nach Vermögenswerten, welche auf dem Finanzplatz Schweiz deponiert sind, zu entwickeln bzw. entwickeln zu lassen und den eidgenössischen Räten innert nützlicher Frist eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat betrachtet mit Sorge, dass das Ansehen des Finanzplatzes in letzter Zeit in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die Diskussionen um nachrichtenlose Vermögen, das Verhalten der Schweizerischen Nationalbank im Zweiten Weltkrieg sowie Fälle wie Marcos und Mobutu haben zahlreiche kritische Fragen aufgeworfen.</p><p>Gerade diese Vorkommnisse haben aber auch aufgezeigt, dass die Schweiz über ein breites rechtliches Instrumentarium verfügt, das in solchen Situationen eingesetzt werden kann. Mit der Revision des Rechtshilfegesetzes kommt ein gestrafftes, griffigeres Rechtshilfeverfahren zur Anwendung. Daneben steht die zivilrechtliche Verfolgung von Vermögens- und Entschädigungsansprüchen zur Verfügung (z. B. SchKG-Arrest mit Prosequierung im In- und Ausland). Im Rahmen der Bankenaufsicht kann die Eidgenössische Bankenkommission zudem die ihr erforderlich erscheinenden Anweisungen erteilen. Ausnahmsweise kann der Bundesrat auch Verfügungen oder Verordnungen, gestützt auf Artikel 102 Ziffer 8 der Bundesverfassung, erlassen, soweit sie zur Wahrung der aussenpolitischen Interessen erforderlich sind. Solche verfassungsunmittelbare Massnahmen hat der Bundesrat gegenüber Vermögenswerten bisher allerdings nur zur vorsorglichen Sicherstellung in Erwartung eines angekündigten Rechtshilfegesuches ergriffen.</p><p>Der Bundesrat ist der Auffassung, dass sich das zur Verfügung stehende rechtliche Instrumentarium auch in Krisenfällen wie Marcos oder Mobutu als zweckmässig erwiesen hat. Der Bundesrat ist jedoch bereit, die verschiedenen Instrumente und deren Einsatz in der Vergangenheit zu analysieren und gegebenenfalls Vorschläge für eine noch optimalere Handhabung und Koordination zu unterbreiten.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.