Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 6. Dezember 2019 (810 19 127) ____________________________________________________________________ Kindes- und Erwachsenenschutzrecht Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft zum Aufbau des persönlichen Verkehrs Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Marku s Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Daniel Häring, Gerichtsschreiberin i.V. Noëmie Schär Beteiligte B.____ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Georg Ranert, Advokat gegen Kindes - und Erwachsenenschutzbehörde A.____ , Vorinstanz C.____ , Beigeladener, vertreten durch Wicky Tzikas, Advokatin Betreff Errichtung Erziehungsbeistandschaft (Entscheid d er Kindes- und Er- wachsenenschutzbehörde A.____ vom 10. April 2019) A. D.____ (geb. 2015) ist das Kind von B.____ und C. ____, welche die gemeinsame el- terliche Sorge für ihr Kind haben. Die Kindseltern si nd nicht verheiratet und leben getrennt. Mit E-Mail vom 16. November 2018 meldete B.____ der jKin des- und Erwachsenenschutzbehörde A.____ (KESB), dass die Ausübung des Besuchsrechts aufgru nd eines Vorfalls in den gemein- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht samen Ferien nicht mehr funktioniere und sie seitdem alle Besuchskontakte zwischen D.____ und ihrem Vater begleite. B. Mit Entscheid der KESB vom 10. April 2019 wurde fü r D.____ eine Erziehungsbei- standschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet (Ziff. 1). Als Beiständin wurde E.____, Sozialdienst der Gemeinde F.____, ernannt und unter a nderem damit beauftragt, den Eltern vermittelnd beizustehen und gemeinsam mit den Eltern n ach einvernehmlichen Lösungen be- treffend das Besuchsrecht zu suchen (Ziff. 2). Einer all fälligen Beschwerde wurde die aufschie- bende Wirkung entzogen (Ziff. 3). Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'395.-- wurden den Eltern je zur Hälfte, d.h. im Umfang von je Fr. 1'197.50, auferlegt. C. Am 13. Mai 2019 erhob B.____, vertreten durch Geo rg Ranert, Advokat, gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft , Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Sie stellt das Begehren, es sei der angefochtene Entscheid aufzuheben (Ziff. 1). Eventualiter sei Ziffer 1 des an gefochtenen Entscheids abzuändern und die Beistandschaft nur gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten (Ziff. 2). Zudem sei Ziffer 2 des angefochtenen Entscheids aufzuheben bzw. abzuändern und eine andere Person als Beistand oder Beiständin einzusetzen mit dem Auftrag, für die Besuche begleitete Besuchstage einzu- richten (Ziff. 3). In verfahrensrechtlicher Hinsicht wu rde beantragt, der Beschwerde die auf- schiebende Wirkung zu erteilen (Ziff. 4). Im Weiteren stellte die Beschwerdeführerin das Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege (Ziff. 5). Unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 6). D. In ihren Vernehmlassungen vom 18. Juni 2019 beantrag en die Vorinstanz und der Bei- geladene, vertreten durch Wicky Tzikas, Advokatin, die Abweisung der Beschwerde. E. Mit Verfügung vom 25. Juli 2019 wurde das Gesuch d er Beschwerdeführerin um Bewil- ligung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeist ändung für das Verfahren vor Kantons- gericht abgewiesen. F. Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 31. Juli 2019 Einsprache beim Kantonsgericht, welche mit Beschluss vom 1 9. August 2019 abgewiesen wur- de. G. Mit Verfügung vom 14. Oktober 2019 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung überwiesen und verfügt, dass das Urteil schriftlich eröffnet werde. H. Mit Eingaben vom 17. Oktober 2019 und 26. Oktober 2 019 reichten die Rechtsvertrete- rin des Beigeladenen und der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ihre Honorarnoten ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit Art. 3 14 Abs. 1 ZGB kann gegen Ent- scheide der Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständige n Gericht erhoben werden. Zu- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht ständiges Gericht im Sinne dieser Bestimmung ist nach § 66 Abs. 1 des Gesetzes über die Ein- führung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 2006 das Kantonsgericht, Abtei- lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht. Das Verfahren r ichtet sich vorab nach Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen Verwaltungsprozessrechts anwendbar (§ 66 Abs. 2 EG ZGB). Gemäss Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änd erung des angefochtenen Ent- scheids haben (Ziff. 3). Die Beschwerdeführerin ist als Ve rfahrensbeteiligte ohne Weiteres zur Beschwerde legitimiert. Da auch die übrigen Prozessvora ussetzungen nach Art. 450 ff. ZGB in Verbindung mit § 66 Abs. 1 EG ZGB und § 43 ff. des Ge setzes über die Verfassungs- und Ver- waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 erfü llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerd e Rechtsverletzungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Un- angemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsg ericht kommt bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde somit volle Kognition zu. Vorlie gend handelt es sich um einen klaren Fall nach § 1 Abs. 4 VPO, weshalb ohne Weiterungen i m Zirkulationsverfahren entschieden wird. 3. Strittig ist, ob die Errichtung einer Erziehungsbei standschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für D.____ zu Recht erfolgte. 4.1 Die KESB erwog im angefochtenen Entscheid, dass di e Voraussetzungen für die Er- richtung einer Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für D.____ erfüllt seien. Die Kindseltern seien angehört worden und hätten sich mit der Ernennung einer Fachperson als Mandatsperson einverstanden erklärt, weshalb die KESB E.____ als Beiständin eingesetzt ha- be. Dem Antrag der Kindsmutter, die Mandatsperson damit zu beauftragen, für die Besuchskon- takte bereits jetzt Termine bei den Begleiteten Besuch stagen Baselland (BBT) zu vereinbaren, werde nicht entsprochen. Die Mandatsperson erhalte d en Auftrag, in Zusammenarbeit mit bei- den Eltern nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen und der KESB gegebenenfalls An- trag auf Anpassung der Massnahme zu stellen. 4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe ihr e Zustimmung zur Erziehungsbei- standschaft nur unter der Bedingung erklärt, dass der z u ernennende Beistand zur Einrichtung von begleiteten Besuchstagen verpflichtet werde. Sie ve rweist dabei auf ihre frühere Eingabe zuhanden der KESB vom 5. April 2019, wonach erforderl ich sei, dass der zu ernennende Be- suchsbeistand Besuche im Rahmen der BBT in die Wege lei te. So habe der Kindsvater im ge- meinsamen Familienurlaub die Tochter D.____ im Intim bereich unsittlich berührt, weshalb die Beschwerdeführerin ihm nicht mehr vertrauen könne. Wesha lb ihrem diesbezüglichen Gesuch nicht entsprochen worden sei, habe die KESB nicht beg ründet. Aufgrund dieser fehlenden Be- gründung sei der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehö r verweigert worden und der ange- fochtene Entscheid vom 10. April 2019 sei aufzuheben. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3 In ihrer Vernehmlassung führt die KESB aus, die Be schwerdeführerin sei darauf hin- gewiesen worden, dass die BBT keine langfristige Lösung darstellen würden. Vielmehr solle die Beistandsperson mit den Eltern nach Lösungen suchen und e ine einvernehmliche Besuchsre- gelung finden. Dass solche Besuche begleitet stattfinde n könnten, sei dabei aber nicht ausge- schlossen worden. So sei die Beiständin ausdrücklich angewi esen worden, einen Antrag auf Änderung der Massnahme zu stellen, sollten es die Verh ältnisse erfordern. All dies sei der Kindsmutter anlässlich der Anhörung und bei mehrmalige n Telefongesprächen erläutert wor- den, weshalb auf eine detaillierte Begründung im En tscheid verzichtet worden sei. Vor diesem Hintergrund sei das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin nicht verletzt. 5.1 Zu beurteilen ist vorab die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs. 5.2 Die Begründungspflicht der Behörden ist Bestandt eil des in Art. 29 Abs. 2 der Bundes- verfassung der schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verankerten An- spruchs auf rechtliches Gehör. Die Begründung einer Verf ügung entspricht den Anforderungen von Art. 29 Abs. 2 BV, wenn die Betroffenen dadurch i n die Lage versetzt werden, die Tragwei- te der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Ken ntnis der Umstände an eine höhere In- stanz weiterzuziehen (U LRICH HÄFELIN /G EORG MÜLLER /F ELIX UHLMANN , Allgemeines Verwal- tungsrecht, 7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 103 8). In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich di e Behörde hat leiten lassen und auf die sie sich in ihrem Entscheid stützt (BGE 134 I 83 E. 4.1). Es stellt keine Verletzung der Be- gründungspflicht dar, wenn sich die Entscheidbehörde a uf die für den Entscheid wesentlichen Argumente beschränkt (vgl. R ENÉ RHINOW /H EINRICH KOLLER /C HRISTINA KISS /D ANIELA THURN - HERR /D ENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, N 345 ; Urteil des Bundesgerichts 5A_401/2015 vom 7. September 2015 E. 3.1). 5.3 Aus den Erwägungen des angefochtenen Entscheids geh t hinreichend hervor, weshalb die KESB darauf verzichtete, die Beiständin im jetzigen Zeitpunkt damit zu beauftragen, Besu- che im Rahmen der BBT einzurichten. Die KESB führt diesbezüglich aus, dass die Mandatsper- son den Auftrag erhalte, in Zusammenarbeit mit beiden Eltern nach einvernehmlichen Lösun- gen zu suchen und der KESB gegebenenfalls Antrag auf A npassung der Massnahmen zu stel- len. Daraus erhellt, dass im Hinblick auf eine einverne hmliche Besuchsrechtsregelung davon abgesehen wurde, bereits im jetzigen Zeitpunkt eine autoritative Festlegung des Besuchsrechts vorzunehmen, was Voraussetzung für die Vereinbarung von Terminen bei den BBT wäre. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwieweit die Entscheidbegründung es der Beschwer- deführerin faktisch verunmöglicht hätte, den Rechtsweg a n das Kantonsgericht wirksam zu be- schreiten. Von einer Verletzung der Begründungspflicht ka nn in diesem Zusammenhang nicht gesprochen werden. 6.1 Zu prüfen ist weiter, ob die Errichtung der Erzieh ungsbeistandschaft in materieller Hin- sicht zu Recht erfolgte. 6.2 Nach Art. 307 Abs. 1 ZGB ist die KESB bei der Gefä hrdung des Kindeswohls verpflich- tet, die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Kindes zu ergreifen, wenn die Eltern nicht Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande si nd. Der Begriff des Kindeswohls ent- zieht sich einer genauen Definition, weshalb zu dessen Beurteilung sämtliche Umstände des Einzelfalls zu beachten sind. Unter Gefährdung wird im Allgemeinen die objektiv fassbare Ge- fahr einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohls verstanden. Diese muss – wenn auch regelmässig prognostische Elemente mitei nzubeziehen sind – einigermas- sen konkret sein (YVO BIDERBOST , in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schwei- zer Privatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Ki ndes- und Erwachsenenschutz, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 9 zu Art. 307 ZGB). Vorausgese tzt ist ferner eine Gefährdung des Kindeswohls von einer gewissen Erheblichkeit. 6.3 Im Allgemeinen bezwecken die Kindesschutzmassnahmen a lso die Abwendung einer Gefährdung des Kindeswohls (C YRIL HEGNAUER , Grundriss des Kindesrechts, 5. Auflage, Bern 1999, N 27.09). Sie müssen zur Erreichung dieses Ziels erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die mildeste erfolgsversprechende Massnahme anzu ordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Bemühungen nicht ersetzen, sondern ergän zen (Komplementarität; zum Ganzen, HEGNAUER , a.a.O., N 27.10 ff.; Urteil des Bundesgerichts 5A_76 5/2016 vom 18. Juni 2017 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_932/2012 vom 5. März 2013 E. 5.1). 6.4 Besteht ein generelles Bedürfnis nach begleitender Hilfe und berücksichtigt die Massnahme alle Aspekte der Verhältnismässigkeit (B IDERBOST , a.a.O., N 3 zu Art. 308), er- nennt die KESB dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 Z GB einen Beistand, der die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Die Beistandschaft zielt auf aktives, autori- tatives und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des Kindes ab (P ETER BREITSCHMID , in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Z ivilge- setzbuch I, Art. 1 - 456 ZGB, 6. Auflage, Basel 2018, N 2 zu Art. 308). Wird bei der Erfüllung einer Einzelaufgabe ein besonderer Schwächezustand festg estellt, überträgt die KESB dem Beistand im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zudem besond ere Befugnisse (BIDERBOST , a.a.O., N 5 zu Art. 308). 6.5.1 Die Erziehungsbeistandschaft soll durch den Kontakt mit Eltern und Kind erzieherische Missstände abbauen. Dem Beistand stehen dafür Instrumente wie Vermittlung, Anleitung oder Weisung gegenüber den Eltern, dem Kind und Dritten zur Verfügung, wobei alle Beteiligten zur Zusammenarbeit mit dem Beistand verpflichtet sind. Das el terliche oder familiäre Umfeld bleibt erhalten, soll aber durch stete persönliche Kontakte (insbesondere auch Hausbesuche) beo- bachtet werden. Der Beistand ist Vertrauens- und Anspre chperson aller Betroffenen und soll zum Kind eine tragfähige Beziehung aufbauen (BREITSCHMID , a.a.O., N 4 zu Art. 308). 6.5.2 Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Errichtung einer Erziehungsbeistand- schaft nicht vom Einverständnis der Eltern abhängt. Ges etzlich ist die Kooperationsbereitschaft der Beteiligten nicht vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bun desgerichts 5A_839/2008 vom 2. März 2009 E. 4). Faktisch ist diese Aufgabe ohne ein gewisses Mass an Akzeptanz wegen der Paral- lelzuständigkeit von Eltern und Beistand unter Umstände n kaum durchführbar. Dennoch bleibt die Massnahme ein behördlicher Zwangsakt und kein rei nes Angebot. Gegebenenfalls wäre Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht zufolge der wegen mangelnder Kooperation wegfallende n Eignung der Massnahme zu ein- schneidenderen Massnahmen zu greifen (BIDERBOST , a.a.O., N 6 zuArt. 308). 6.6.1 Vorliegend kann der fachärztlichen Stellungnahm e der Kinder- und Jugendpsychiatrie vom 8. Januar 2019 entnommen werden, dass die Situatio n zwischen den Kindseltern emotio- nal hoch aufgeladen sei und daher – zwecks Aufrechterhaltu ng der guten Beziehung von D.____ zu ihrem Vater und Ermöglichung eines regelmässi gen Umgangs – dringend eine Er- ziehungsbeistandschaft zu errichten sei. Gemäss der Vernehm lassung der KESB seien die Fronten zwischen den Kindseltern verhärtet und es sei Au fgabe der Beiständin, eine geeignete Besuchsrechtsregelung zu finden. Auch könne davon ausgegang en werden, dass die Kindsel- tern in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein würden , die Besuche selbständig und zum Wohle ihrer Tochter D.____ zu regeln. In einer E-Mail vom 19 . Juli 2019 äusserte sich die Beiständin dahingehend, dass die Sorge um das Wohl der Tochter ih res Erachtens vorgeschoben sei bzw. stellvertretend geltend gemacht werde und sich der Konf likt rein auf der Ebene der Paarbezie- hung zwischen den Kindseltern abspiele. 6.6.2 Die Beistandschaft verfolgt den Zweck, das Besuchsrech t zwischen D.____ und ihrem Vater aufzubauen, zu begleiten und zu garantieren. D er momentane Unterbruch des regelmäs- sigen Besuchsrechts des Vaters sollte – wenn immer mögli ch – aufgehoben und der Kontakt zwischen Vater und Tochter (weiter) aufgebaut werden, zumal die im Besuchs- wie auch im Sorgerecht sich ausdrückende Beziehung des Kindes zu bei den Elternteilen wichtig ist und bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spie len kann (BGE 130 III 585 E. 2.2.2; 131 III 209 E. 4). Beide Elternteile haben aus diesem Gr und mit Blick auf das Wohl des Kindes die Pflicht, eine gute Beziehung zum jeweils anderen zu fördern. Der hauptbetreuende Elternteil hat das Kind beispielsweise auf Besuche oder Kontakte beim od er mit dem anderen Elternteil vor- zubereiten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_505/2013 vom 20. August 2013 E. 6.3). 6.6.3 Gemäss den schlüssigen und von der Beschwerdeführeri n nicht substantiiert bestritte- nen Ausführungen der Vorinstanz sind die Kindseltern m omentan nicht in der Lage, sich bei Fragen des Besuchsrechts zum Wohl vom D.____ zu einigen. D ie Errichtung einer Erziehungs- beistandschaft mit dem Ziel, die aktuell verhärteten Fro nten zwischen den Kindseltern zu lösen und eine geeignete Besuchsrechtsregelung zu vereinbaren , erweist sich vor diesem Hinter- grund als geboten und angemessen. Ob die Beschwerdeführ erin ihr Einverständnis zur Errich- tung einer Erziehungsbeistandschaft nur unter bestimmte n Voraussetzungen erteilt hatte, ist nicht massgebend. Soweit die KESB davon abgesehen hat, der Beistandsperson im jetzigen Zeitpunkt einen Auftrag zur Einrichtung von Besuchen b ei den BBT zu erteilen, ist dies nicht zu beanstanden. Wie die KESB nachvollziehbar darlegt, sol l im vorliegenden Fall in einem ersten Schritt – vor einer allfälligen autoritativen Regelun g des Besuchsrechts – nach einer einver- nehmlichen Lösung zwischen den Kindseltern gesucht werden . Offenbar fanden unter Mitwir- kung der Beiständin denn auch bereits Besuche zwischen D._ ___ und dem Kindsvater – wenn auch teilweise in Anwesenheit der Beschwerdeführerin – statt. Sollte sich abzeichnen, dass das Besuchsrecht auch unter Vermittlung der Beiständin nicht einvernehmlich erfolgen kann, wäre dessen Festlegung durch die KESB in Betracht zu ziehen. Die Errichtung der strittigen Erzie- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hungsbeistandschaft erfolgte nach dem Gesagten zu Recht und das Begehren um Aufhebung der Erziehungsbeistandschaft ist abzuweisen. 6.7 Im Eventualbegehren beantragt die Beschwerdeführe rin, es sei lediglich eine Bei- standschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten. Wie die KESB in ihrer Vernehmlassung zu- treffend ausführt, stellt Art. 308 Abs. 1 ZGB gleic hsam das Grundgerüst der Beistandschaft dar und wird standardmässig errichtet. Der Systematik von Art. 308 ZGB und dem Wortlaut von Abs. 2 dieser Bestimmung kann entnommen werden, dass Art . 308 Abs. 2 ZGB dazu dient, dem ernannten Beistand besondere Befugnisse zu übertra gen, sprich den Tätigkeitsschwer- punkt zu umreissen (BREITSCHMID , a.a.O., N 7 zu Art. 308). Daraus folgt, dass ohne Er richtung einer Erziehungsbeistandschaft keine besonderen Befugnisse übertragen werden könnten, denn ein Beistand wäre gar nicht erst bestellt. Das Begehren der Beschwerdeführerin, eventua- liter lediglich eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB zu errichten, ist demnach abzuwei- sen. 6.8 Im Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin, ei ne andere Person als Beistand zu ernennen. Die KESB weist zu Recht darauf hin, dass die Beschwerdeführerin den fraglichen Antrag in ihrer Beschwerdebegründung nicht weiter be gründet hat. Sie führt in ihrer Vernehm- lassung aus, es bestünden keine Hinweise dafür, dass die ein gesetzte Beiständin E.____ nicht geeignet wäre, die Beistandschaft zu führen. Der Konta kt sei bereits hergestellt worden und erste Gespräche hätten stattgefunden. Den vorliegenden Akten kann denn auch nichts ent- nommen werden, was gegen die Geeignetheit der einges etzten Beiständin sprechen würde. Dem Begehren der Beschwerdeführerin um Wechsel der Beistandsperson ist demnach nicht zu entsprechen. 7. Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Beschwe rde als unbegründet und ist abzuweisen. Mit dem Entscheid in der Hauptsache wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das verwaltungs- gerichtliche Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenp flichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren sowie die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vorliegend sind die Verfahrens- kosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise o bsiegenden Partei für den Bei- zug einer Anwältin bzw. eines Anwalts eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Ausgangsgemäss ist dem Beigeladenen eine Parteient- schädigung zulasten der Beschwerdeführerin zuzusprechen, wobei sich der in der Honorarnote vom 17. Oktober 2019 geltend gemachte Aufwand von 7.7 5 Stunden ebenso wie die geltend gemachten Auslagen für das vorliegende Verfahren als angemessen erweisen. Die Beschwer- deführerin hat dem Beigeladenen demzufolge eine Part eientschädigung in der Höhe von Fr. 1'827.45 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Im Weiteren ist festzustellen, dass das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgelt- liche Rechtspflege für das vorliegende Verfahren einschl iesslich des Einspracheverfahrens rechtskräftig abgewiesen wurde. Damit besteht im vorlie genden Fall keine Grundlage für die Ausrichtung eines Honorars aus unentgeltlicher Rechtspflege. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'400.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt. 3. Die Beschwerdeführerin hat dem Beigeladenen eine Parteientschädi- gung in der Höhe von Fr. 1'827.45 (inkl. Auslagen und 7.7% MWST) auszurichten. Vizepräsident Gerichtsschreiberin i.V.