Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 12. Dezember 2017 (460 16 158) ____________________________________________________________________ Strafrecht Gewerbsmässiger Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, sexuelle Nötigung etc. Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.), Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz, Anklagebehörde A.____ , Privatklägerin B.____ , vertreten durch Advokat Alain Joset, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin gegen C.____ , vertreten durch Advokat Mustafa Ates, Advokatur ATES & SIGIRCI, Steinentorstrasse 39, 4051 Basel, Beschuldigter und Berufungskläger B.____ , vertreten durch Advokat Alain Joset, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Beschuldigte und Berufungsklägerin Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gegenstand Gewerbsmässiger Betrug etc. (Berufungen der beiden Beschuldigten und Anschlussb erufung der Privatklägerin gegen das Urteil des Strafgerichts B asel-Landschaft vom 5. Februar 2016 sowie Berufung der Beschuldigte n gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 9. Mai 2016 in Ergän- zung des Urteils vom 5. Februar 2016) A.a Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 5 . Februar 2016 wurde C.____ der se- xuellen Nötigung (begangen am 15./16. Juli 2008), d es gewerbsmässigen Betruges und der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und – bei einer Probezeit von zwei Jahren – zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt; dies in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 A bs. 1 und Abs. 3 StGB, Art. 189 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB, Ar t. 47 StGB (in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK) so wie Art. 49 Abs. 1 StGB. Von der Anklage der mehrfachen sexuellen Nötigung und mehrfachen Ve rgewaltigung, begangen im Zeitraum von April 2004 bis 14. Juli 2008 (Ziff. 4 Anklage), der Urkundenfälschung (Ziff. 2 Anklage), der Veruntreuung (Ziff. 3 ergänzende Anklage), des mehr fachen Diebstahls (Ziff. 6 und 9 Anklage), des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Dat enverarbeitungsanlage (Ziff. 6 Anklage) sowie der mehrfachen versuchten Erpressung (Ziff. 8 , 11, 14 Anklage) wurde C.____ freige- sprochen. Die Verfahren betreffend mehrfacher Sache ntziehung (Ziff. 6, 9 Anklage), mehrfa- cher, teilweise versuchter Nötigung (Ziff. 5, 11, 12, 14 Anklage), mehrfacher Drohung (Ziff. 5, 6, 8, 10 Anklage), mehrfacher versuchter, eventualiter mehrfacher Drohung (Ziff. 13 Anklage), einfacher Körperverletzung (Ziff. 5 Anklage), Unterlassung der Nothilfe (Ziff. 5 Anklage), Entzie- hens von Unmündigen (Ziff. 7 Anklage), grober Verle tzung der Verkehrsregeln (Ziff. 15 Ankla- ge) sowie Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfä higem Zustand (Ziff. 15 Anklage) wurden aufgrund des Eintritts der Verjährung eingestellt. Sodann wurde der Antrag von C.____ auf Aus- richtung einer Genugtuung abgewiesen. Auf die Begrü ndung dieses Urteils sowie der nachfol- genden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderl ich, im Rahmen der Erwägungen einge- gangen. A.b Mit gleichem Urteil wurde B.____ des gewerbsmässig en Betruges schuldig erklärt und – bei einer Probezeit von zwei Jahren – zu einer bedi ngt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Ta- gessätzen zu je CHF 30.-- verurteilt; dies in Anwen dung von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 S tGB, Art. 47 StGB und Art. 48 lit. e StGB. Des Weiteren wurde C.____ dazu verurteilt, B.____ e ine Genugtuung in der Höhe von Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht CHF 500.-- zu bezahlen, wobei die Mehrforderung auf den Zivilweg verwiesen wurde. Auf die Schadenersatzforderung von B.____ in der Höhe von C HF 11‘000.-- wurde zufolge Vorliegens einer res iudicata nicht eingetreten. A.c Ebenfalls mit Urteil vom 5. Februar 2016 wurde die Gerichtsgebühr auf CHF 16'000.-- festgesetzt und im Umfang von 3/5 bzw. von CHF 9'60 0.-- zu Lasten des Staates genommen. C.____ hatte in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 2/5 der ihn betreffenden Verfahrenskos- ten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 33'549.50, aus den Expertisekos- ten des gerichtlichen Verfahrens von CHF 1'275.-- u nd aus 3/4 seines Anteils an der Gerichts- gebühr (CHF 4'800.--), zu tragen. B.____ hatte in A nwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO die sie betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus den Ko sten des Vorverfahrens von CHF 9'084.50 und aus 1/4 ihres Anteils an der Geric htsgebühr (CHF 1'600.--), zu übernehmen. Das Honorar des amtlichen Verteidigers des Beschuld igten C.____, Advokat Mustafa Ates, wurde in noch festzulegender Höhe und unter Vorbeha lt der Rückzahlungsverpflichtung von C.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtska sse entrichtet. C.____ wurde die Pflicht auferlegt, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, dem Staat 2/5 der Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtli chen Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). Die Bemühungen der vormaligen Wahlver teidigerin bzw. Rechtsvertreterin der Be- schuldigten B.____, Advokatin Dr. Helena Hess, ab dem 4. September 2013 bis zum 24. Januar 2016 zuzüglich des Anteils für die Teilnahme an der Hauptverhandlung wurden der Beschuldig- ten auferlegt. Darüber hinaus wurde C.____ dazu ver urteilt, B.____ für die Vertretung durch Dr. Helena Hess als Rechtsbeiständin gemäss Art. 43 3 Abs. 1 StPO eine pauschale Parteient- schädigung für die Bemühungen im Vorverfahren und d ie Teilnahme an der Hauptverhandlung von CHF 4'000.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt.) zu bezahlen. Auf 3/5 der übrigen Honorarfor- derung von Dr. Helena Hess als Rechtsbeiständin der Privatklägerin B.____ wurde mangels gesetzlicher Grundlage nicht eingetreten und die Me hrforderung wurde abgewiesen. Schliess- lich wurde erkannt, dass die vorstehenden Beträge i n einem separaten Entscheid festgelegt werden. A.d In diesem separaten, vom 9. Mai 2016 datierenden u nd in Ergänzung des Urteils des Strafgerichts vom 5. Februar 2016 ergangenen, weite ren Urteil des Strafgerichts wurden die von B.____ gemäss Ziff. III.3. lit. a des Urteilsdi spositivs vom 5. Februar 2016 zu tragenden Verteidigungskosten (inkl. Aufwand Hauptverhandlung und Auslagen) auf den Betrag von CHF 8'541.30 (inkl. 8 % Mehrwertsteuer) festgesetzt . Ausserdem wurde die Höhe des nicht einzutretenden Anteils von 3/5 an der Honorarforder ung als Rechtsbeiständin von B.____ ge- mäss Ziff. III.3. lit. c des Urteilsdispositivs vom 5. Februar 2016 auf CHF 11'429.20 festgelegt. Darüber hinaus wurde die Mehrforderung von CHF 7'619.50 abgewiesen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 5. Februar 2016 meldete der Beschuldigte C.____, vertreten durch Advokat Mustafa Ates, mit S chreiben vom 15. Februar 2016 die Beru- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht fung an. In seiner Berufungserklärung vom 19. Juli 2016 stellte der Beschuldigte sodann fol- gende Rechtsbegehren: Es sei C.____ von den Vorwürf en der sexuellen Nötigung, des ge- werbsmässigen Betrugs und der ungetreuen Geschäftsb esorgung vollumfänglich freizuspre- chen (Ziff. 1). Auf die Zivilforderungen der Privat klägerschaft sei nicht einzutreten, eventualiter seien diese abzuweisen, subeventualiter auf den Ziv ilweg zu verweisen (Ziff. 2). Es sei C.____ für die erlittene Unbill eine Genugtuung von CHF 10 '000.-- zuzusprechen (Ziff. 3). Die Verfah- renskosten seien vollumfänglich der Staatskasse auf zuerlegen, und C.____ sei für seine An- waltskosten gemäss eingereichter detaillierter Hono rarnote vollumfänglich zu entschädigen (Ziff. 4). In seiner Berufungsbegründung vom 24. Oktober 2016 hielt der Beschuldigte an seinen bereits in der Berufungserklärung gestellten Rechtsbegehren fest. C. Die Beschuldigte B.____ meldete mit Datum vom 17. Februar 2016, vertreten durch Ad- vokatin Dr. Helena Hess, ebenfalls die Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts vom 5. Feb- ruar 2016 an. Des Weiteren reichte die Beschuldigte , nunmehr vertreten durch Advokat Alain Joset, mit Eingabe vom 31. Mai 2016 ihre Berufungse rklärung in Bezug auf das schriftlich be- gründete Urteil des Strafgerichts vom 9. Mai 2016 i n Ergänzung des Urteils vom 5. Februar 2016 ein und legte darin dar, dass das Urteil vom 9 . Mai 2016 vollumfänglich angefochten wer- de. In ihrer weiteren Berufungserklärung vom 25. Ju li 2016 betreffend das Urteil des Strafge- richts vom 5. Februar 2016 führte die Beschuldigte aus, dass das erstinstanzliche Urteil vollum- fänglich angefochten werde und sie vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges freizuspre- chen sei. Durch die seitens der Beschuldigten beant ragten Abänderungen ergebe sich auch eine Neubeurteilung der Kosten- und Entschädigungsf olgen. Ausserdem wurde beantragt, es sei der Beschuldigten auch im zweitinstanzlichen Ve rfahren die amtliche Verteidigung zu bewil- ligen. In ihrer Berufungs- bzw. Anschlussberufungsb egründung vom 6. Dezember 2017 stellte B.____ sodann folgende Begehren: Es sei Ziffer II.1 des angefochtenen Urteils vom 5. Februar 2016 insofern aufzuheben und dahingehend abzuändern , als sie von der Anklage des ge- werbsmässigen Betruges in Mittäterschaft vollumfäng lich und ohne Kostenfolge freizusprechen sei (Ziff. 1). Der Schuldspruch gegenüber C.____ ge mäss Ziffer I.1 des angefochtenen Urteils vom 5. Februar 2016 sei zu bestätigen und insofern abzuändern, als dieser zu einer schuldan- gemessenen Freiheitsstrafe zu verurteilen sei (Ziff . 2). Des Weiteren sei Ziffer II.2 des ange- fochtenen Urteils vom 5. Februar 2016 insofern abzuändern, als C.____ dazu zu verurteilen sei, ihr eine Genugtuung in der Höhe von CHF 5'000.-- zu bezahlen, unter ausdrücklichem Vorbe- halt einer Mehrforderung (Ziff. 3); dies alles unte r o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates bzw. des Beschuldigten C.____ (Ziff. 4). D. Mit Eingabe vom 17. August 2016 erklärte B.____ in ihrer Stellung als Privatklägerin die Anschlussberufung bezüglich der Berufung des Beschu ldigten C.____ und beantragte dabei, dass das erstinstanzliche Urteil insofern aufzuhebe n bzw. abzuändern sei, als dieser in den Anklagepunkten 3 bis 11 und 13 bis 14 gemäss der An klageschrift vom 4. Mai 2015 sowie ge- mäss der in Ziff. 3 ergänzten Anklageschrift vom 13 . Juli 2015 schuldig zu sprechen sei. Durch die seitens der Privatklägerin beantragten Abänderungen ergebe sich auch eine Neubeurteilung Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Zivilansprüche, der Kosten-, Entschädigungs- un d Genugtuungsfolgen. Mit Schreiben vom 28. November 2016 zog die Privatklägerin ihre Ansch lussberufung, ausgenommen hinsichtlich des Anklagepunktes 14, wieder zurück. Sodann reicht e B.____ mit Datum vom 6. Dezember 2017 ihre Berufungs- bzw. Anschlussberufungsbegründ ung ein (vgl. zu den Begehren vorgän- gig E. C). E. Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Schreiben vom 17. August 2016 ihren Verzicht auf die Erklärung einer Anschlussberufung bzw. eines Antrag es auf Nichteintreten bezüglich der Beru- fungen der beiden Beschuldigten. Im Rahmen ihres Pl ädoyers begehrte die Staatsanwaltschaft sodann, es seien die Berufungen der beiden Beschuld igten C.____ und B.____ abzuweisen, demgegenüber sei die Anschlussberufung der Privatkl ägerin B.____ in dem Sinne gutzuheis- sen, als der Beschuldigte C.____ zusätzlich zu den erstinstanzlichen Verurteilungen der ver- suchten Erpressung schuldig zu sprechen und das Strafmass entsprechend anzupassen sei. F. Mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 18. August 2016 wurde Advokat Alain Joset als amtlicher Verteidiger von B.____ eingesetzt und in diesem Zusammenhang festgehalten, dass die Kosten für die Entschädigung der amtlichen Vert eidigung vorläufig vom Staat bevorschusst werden. Zugleich wurde B.____ unter Verweis auf Art . 422 Abs. 2 StPO sowie Art. 135 Abs. 4 StPO aufgefordert, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen, was diese in der Folge trotz mit Verfügung vom 20. September 2016 ge währter Fristerstreckung nicht tat. Mit nämlicher Verfügung vom 20. September 2016 wurde Advokat Mustafa Ates für das Berufungs- verfahren als amtlicher Verteidiger von C.____ eing esetzt, nachdem dieser mit Eingabe vom 19. September 2016 mit entsprechenden Unterlagen se ine Einkommens- und Vermögensver- hältnisse nachvollziehbar dargelegt hatte. Mit Verf ügung vom 27. Oktober 2016 wurde das Ge- such von B.____ vom 6. Oktober 2016 um Sistierung d es Berufungsverfahrens unter Vorbehalt eines anderslautenden Entscheids des Berufungsgerichts anlässlich der Berufungsverhandlung abgewiesen. Mit Verfügung vom 23. Mai 2017 wurde di e auf den 29. und 30. Mai 2017 anbe- raumte kantonsgerichtliche Berufungsverhandlung abg eboten und Dr. med. D.____ ersucht, sein psychiatrisches Glaubhaftigkeitsgutachten bezüglich B.____ vom 24. März 2014 zu ergän- zen. Mit Verfügung vom 5. Juli 2017 wurde die neu auf den 22. und 23. August 2017 anberaum- te kantonsgerichtliche Berufungsverhandlung erneut abgeboten und Prof. em. Dr. med. E.____ ersucht, unter Berücksichtigung und Einbezug der St ellungnahme von Dr. med. D.____ vom 20. Juni 2017 einen forensisch-psychiatrischen Kurzbericht zu B.____ zu erstellen. Schliesslich wurden mit Verfügung vom 31. Oktober 2017 die beide n Beschuldigten verpflichtet, anlässlich der Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht persön lich zu erscheinen, und es wurde über- dies Prof. em. Dr. med. E.____ als Sachverständige geladen. G. Im Verlaufe des Verfahrens wurden folgende medizin ische Gutachten und Berichte ins Recht gelegt: Ein psychiatrisches Glaubhaftigkeitsg utachten bezüglich B.____ von Dr. med. D.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH in X.____, vom 24. März 2014, des- sen Stellungnahme vom 20. Juni 2017, ein B.____ bet reffendes forensisch-psychiatrisches Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gutachten von Prof. em. Dr. med. E.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH in Y.____, vom 25. März 2017 sowie deren ergänzende s forensisch-psychiatrisches Kurzgut- achten vom 25. Oktober 2017. H. Anlässlich der Parteiverhandlung vor dem Kantonsge richt sind der Beschuldigte C.____ mit seinem Rechtsvertreter Advokat Mustafa Ates, di e Beschuldigte und Privatklägerin B.____ mit ihrer Rechtsvertreterin Fanni Widmer, Jörg Rudo lf als Vertreter der Staatsanwaltschaft so- wie Prof. em. Dr. med. E.____ als medizinische Sach verständige anwesend. Auf die von den Anwesenden getätigten Ausführungen wird wiederum, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Erwägungen 1. Formalien, Verfahrensgegenstand und Verfahrensan träge 1.1 Formalien Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgeric hts Basel-Landschaft, Abteilung Straf- recht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vor liegenden Berufungen und der Anschlussbe- rufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO s owie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gege n Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de- nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsv erletzungen, einschliesslich Überschrei- tung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigeru ng und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sac hverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend über- prüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 A bs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Be- rufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Ta gen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsge richt innert 20 Tagen seit der Zustel- lung des begründeten Urteils eine schriftliche Beru fungserklärung einzureichen. Die Anschluss- berufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend in nerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Beru- fungserklärung schriftlich zu erklären. Die Legitim ation der beiden Beschuldigten bzw. der Pri- vatklägerin zur Ergreifung des Rechtsmittels wird i n Art. 382 Abs. 1 (und im Falle der Privatklä- gerin zusätzlich in Abs. 2) StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taugli- ches Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl die beiden Beschuldigten C.____ und B.____ als auch Letztere in ihrer Stellung als Privatklägerin beruf ungs- bzw. anschlussberufungslegitimiert sind, grundsätzlich zulässige Rügen erheben und die Recht smittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist – unter Vo rbehalt der nachfolgenden Darlegungen in E. 1.2 – auf alle Rechtsmittel einzutreten. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.2 Verfahrensgegenstand Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 5. Februar 2 016 sowie dasjenige des Strafgerichts vom 9. Mai 2016 in Ergänzung des Urteils vom 5. Februar 2016 haben die beiden Beschuldigten C.____ und B.____, Letztere auch in ihrer Stellung als Privatklägerin, ein Rechtsmittel ergriffen. Während C.____ und B.____ als Beschuldigte jeweils vollumfängliche Freisprüche vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges (C.____ und B.____), d er sexuellen Nötigung und der unge- treuen Geschäftsbesorgung (C.____) unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Staates (C.____ und B.____) sowie Zusprechung einer Genugtuung und Abwe isung der Genugtuungsforderung der Gegenpartei beantragen (C.____), begehrt B.____ darüber hinaus als Privatklägerin eine Verur- teilung von C.____ wegen versuchter Erpressung. Ges tützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgän gig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung. Auf den erst im Rahmen d er Eingabe vom 6. Dezember 2017 betref- fend Berufungs- bzw. Anschlussberufungsbegründung s owie Berufungsantwort vorgebrachten Antrag von B.____, wonach Ziff. II.2 des angefochte nen Urteils insofern abzuändern sei, als C.____ dazu zu verurteilen sei, ihr unter Vorbehalt einer Mehrforderung eine Genugtuung in der Höhe von CHF 5'000.-- zu bezahlen, ist sowohl mange ls entsprechenden Rechtsbegehrens in der Anschlussberufungserklärung vom 17. August 2016 als auch angesichts des grundsätzli- chen Rückzugs der Anschlussberufung (mit Ausnahme b ezüglich Anklagepunkt 14 der Ankla- geschrift vom 4. Mai 2015) nicht einzutreten. Gleic hermassen ist in Anwendung von Art. 382 Abs. 2 StPO auf die Ausführungen der Privatklägerin zur Strafzumessung des Beschuldigten C.____ nicht einzutreten. Sodann kann das beim Strafgericht eingereichte und von diesem nicht materiell behandelte Gesuch der ehemaligen Rechtsve rtreterin von B.____, Advokatin Dr. He- lena Hess, vom 13. Juni 2016 betreffend nachträgliche Einsetzung als amtliche Verteidigerin ab dem 22. September 2009 bzw. ab dem 4. September 201 3 nicht Gegenstand des vorliegenden Rechtsmittelverfahrens vor dem Berufungsgericht sein. 1.3 Verfahrensanträge Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung stellt di e Beschuldigte und Privatklägerin B.____ ein Gesuch um Dispensation von der weiteren Verhandlung . Nach Art. 336 Abs. 3 StPO kann die Verfahrensleitung die beschuldigte Person auf ihr G esuch hin vom persönlichen Erscheinen dispensieren, wenn diese wichtige Gründe geltend ma cht und wenn ihre Anwesenheit nicht er- forderlich ist. Gemäss Art. 338 Abs. 1 StPO kann zu dem die Verfahrensleitung auch die Privat- klägerschaft auf ihr Gesuch hin vom persönlichen Er scheinen dispensieren, wenn ihre Anwe- senheit nicht erforderlich ist. In casu hat die in der heutigen Hauptverhandlung anwesende me- dizinische Sachverständige die Beschuldigte und Pri vatklägerin B.____ untersucht und als Er- gebnis zusammenfassend Folgendes festgehalten: Bezüglich der Aussagefähigkeit von B.____ als Privatklägerin sei davon auszugehen, dass sich diese nicht oder zumindest nicht vollum- fänglich in der Lage befinde, sich an die Nacht der angeklagten sexuellen Nötigung vom Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 15./16. Juli 2008 zu erinnern. Abgesehen davon könn e B.____ nichts Neues angeben und sei darüber hinaus grundsätzlich nicht fähig, vor Publikum hierzu Stellung zu nehmen. Als Beschul- digte sei B.____ zwar in der Lage, die erhobenen Vo rwürfe zu verstehen und vernunftgemäss Stellung zu nehmen, aber auch diesbezüglich seien k eine weiteren Angaben zu erwarten als diejenigen, welche sie bereits im Rahmen der Einver nahmen im Vorverfahren und vor Strafge- richt getätigt habe. Gestützt auf diese Erkenntnisse sowie die Tatsache, dass B.____ bereits im Vorverfahren als auch vor dem Strafgericht einlässl ich befragt worden ist und überdies eine Konfrontationseinvernahme zwischen ihr und dem Besc huldigten C.____ zwecks Wahrung dessen Verteidigungsrechte stattgefunden hat, wesha lb eine weitere Befragung zur Zeit nicht als erforderlich erscheint – zumal sie sich in ihre r Stellung als Beschuldigte sowieso auf ein Aussageverweigerungsrecht berufen kann, was sie denn auch bereits zu tun angekündigt hat – wird B.____ sowohl in ihrer Stellung als Beschuldigte als auch in derjenigen als Privatklägerin in Gutheissung ihres diesbezüglichen Gesuchs von der weiteren Teilnahme an der Parteiverhand- lung dispensiert. 2. Ausführungen der Parteien 2.1 C.____ a) (…) b) (…) c) (…) d) (…) e) (…) 2.2 B.____ a) (…) b) (…) c) (…) 2.3 Staatsanwaltschaft (…) Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Tatbestand des gewerbsmässigen Betruges 3.1.1 Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art . 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seine r persönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl de r Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismittels (R OBERT HAUSER / ERHARD SCHWERI / KARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Ba sel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Nach der bundesg erichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliesse nden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime „in dubio pro reo“ bis zum gesetzlichen Nach weis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschu ldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Be- weiswürdigungsregel besagt die Maxime ausserdem, da ss sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sa chverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdigungsregel ist verletz t, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und abso lute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unter drückende Zweifel handeln, d.h. um sol- che, die sich nach der objektiven Sachlage aufdräng en (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswürdigung praxisge- mäss ein erheblicher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). 3.1.2 Unter dem rubrizierten Tatbestand wird den beiden Beschuldigten sachverhaltsmässig Folgendes angelastet: Der Beschuldigte C.____ habe, obwohl er ab Juni 2003 Arbeitslosenent- schädigung bezogen habe, Anfang Februar 2004 an der Z.____strasse 7.____ in Y.____ eine eigene Firma, die W.____ GmbH gegründet, mit dem Zw eck des Betriebs eines Computer- dienstleistungs- und Distributionsgeschäftes, der F ührung eines Internetcafés und Onlinereise- büros sowie Druck und Werbung. Damit C.____ weiterh in Arbeitslosenunterstützung erhalten habe, habe er am 10. Februar 2004 im Handelsregiste r seine damalige Ehefrau, B.____, wel- che bis dahin als Hausfrau tätig gewesen sei und üb er eine Ausbildung als Verkäuferin verfügt habe, als Geschäftsführerin der W.____ GmbH und der en Bruder F.____ als Gesellschafter eintragen lassen. B.____ sei jedoch nie in der Lage gewesen, die W.____ GmbH zu leiten, was C.____ gewusst habe. C.____ habe denn von Anfang an beabsichtigt, die W.____ GmbH selbst zu führen. Er habe sich bei der Eröffnung des Firme nkontos bei der Basler Kantonalbank am 24. Februar 2004 von B.____ eine Generalvollmacht e rteilen lassen und die faktische Füh- rungsposition der W.____ GmbH ausgeübt, indem er al le wichtigen Entscheidungen getroffen habe. B.____ habe bis Juni 2004 im Betrieb mitgearb eitet, danach sei sie zu 100 % krankge- schrieben worden. Von diesem Zeitpunkt an habe C.__ __ alle Aufgaben im Geschäft, sodann Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht domiziliert am V.____graben 3.____ in Y.____, allei ne wahrgenommen, nachdem die W.____ GmbH über keine weiteren Mitarbeiter verfügt habe. Dennoch habe C.____ von Februar bis Dezember 2004 gegenüber der Öffentlichen Arbeitslos enkasse KIGA Baselland jeden Monat unterschriftlich bestätigt, weder bei einem Arbeitg eber gearbeitet noch eine selbständige Er- werbstätigkeit ausgeübt zu haben. Die Arbeitslosenkasse habe dem Beschuldigten in der Folge in den Monaten März bis Dezember 2004 Arbeitslosene ntschädigung in der Höhe von gesamt- haft CHF 59'789.-- ausbezahlt. Indem B.____ um dies e Umstände gewusst habe und sich als Geschäftsführerin habe einsetzen lassen, im Bewusst sein, dass sie mangels fehlender Fach- kenntnisse gar nicht in der Lage gewesen sei, das G eschäft zu führen, habe sie einen wesentli- chen Beitrag zur Täuschung der Arbeitslosenkasse geleistet. a) Nachdem dieser Anklagevorwurf von beiden Beschuldi gten zumindest teilweise bestritten wird, ist nachfolgend der rechtserhebliche Sachverh alt zu ermitteln. Dabei sind namentlich fol- gende Beweise und Indizien zu würdigen: Die Aussage n des Beschuldigten C.____ anlässlich seiner Einvernahme durch die Polizei Basel-Landscha ft, Zentrale Ermittlung, vom 30. Januar 2009 (act. 1079 ff.), vom 16. Juni 2009 (act. 1363 ff.) und vom 25. August 2009 (act. 1457 ff.), anlässlich seiner Einvernahme durch die Staatsanwal tschaft vom 10. September 2013 (act. 1544.69 ff.), anlässlich der erstinstanzliche n Hauptverhandlung vom 25. Januar 2016 bis zum 5. Februar 2016 (act. 4555 ff.) sowie vor dem K antonsgericht (Protokoll KG), diejenigen der Beschuldigten B.____ anlässlich ihrer Einvernah me durch die Polizei Basel-Landschaft, Zentrale Ermittlung, vom 27. Mai 2009 (act. 1339 ff .) und vom 22. September 2009 (act. 1493 ff.), anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 4. September 2013 (act. 1544.1 ff.) sowie anlässlich der erstins tanzlichen Hauptverhandlung vom 25. Januar 2016 bis zum 5. Februar 2016 (act. 4555 ff.), die A ussagen des Zeugen F.____ anlässlich sei- ner Einvernahme durch das Statthalteramt Liestal vo m 27. Januar 2009 (act. 1047 ff.), diejeni- gen der Auskunftsperson G.____ anlässlich seiner Ei nvernahme durch die Polizei Basel- Landschaft, Zentrale Ermittlung, vom 23. September 2009 (act. 1519 ff.), die Handelsregister- auszüge der W.____ GmbH (act. 3255 ff.), die Bankun terlagen der Basler Kantonalbank betref- fend das Geschäftskonto der W.____ GmbH (act. 3237 ff.), die Aktenauszüge der Öffentlichen Arbeitslosenkasse (act. 3284.1 ff.), die Erfolgsrec hnung der W.____ GmbH des Jahres 2004 (act. 3171 ff.), das IV-Dossier der Beschuldigten (IV-Akten) sowie das psychiatrisch-forensische Kurzgutachten von Prof. em. Dr. med. E.____ vom 25. Oktober 2017. b ) In einem ersten Schritt ist zu konstatieren, dass s ich die Vorinstanz erschöpfend mit den vorgenannten Beweisen und Indizien und insbesondere mit den teilweise sowohl in sich selbst als im Verhältnis zueinander widersprüchlichen Auss agen der beiden Beschuldigten auseinan- dergesetzt und diese zutreffend gewürdigt hat (vgl. E. II.2.2 S. 21 ff.), weshalb in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO in grundsätzlicher Weise da rauf verwiesen werden kann und an vorlie- gender Stelle verzichtet wird, diese im Detail zu w iederholen. Infolgedessen werden nachfol- gend in erster Linie nur die relevantesten Entschei dgrundlagen wiedergegeben bzw. die von den Beschuldigten ausdrücklich bestrittenen Sachver haltselemente einer vertieften Prüfung Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht unterzogen. Vorweg zu nehmen ist diesbezüglich, das s das Kantonsgericht wie bereits die Vor- instanz zum Schluss kommt, dass der inkriminierte S achverhalt gestützt auf die vorhandene Beweislage gemäss der Anklageschrift im Wesentlichen als erstellt zu erachten ist, was sich wie folgt begründet: Zunächst sind die bereits vom Stra fgericht objektivierten und unbestrittenen Sachverhaltselemente zusammenzufassen. So ist von d en beiden Beschuldigten eingestanden (act. 22.11 f., act. 4555 ff.) und durch die Akten des KIGA (act. 3284.1 ff.) belegt, dass der zu- vor als EDV-Ingenieur tätige Beschuldigte ab Juni 2 003 bis Dezember 2004 ein Arbeitslosen- taggeld in der Höhe von knapp CHF 60'000.-- bezogen hat, wobei er gegenüber der Arbeitslo- senkasse jeweils monatlich und unterschriftlich bes tätigt hat, im betreffenden Monat weder bei einem Arbeitgeber noch als selbständig Erwerbender eine Erwerbstätigkeit ausgeübt zu haben (act. 3284.37-81). Gemäss dem Handelsregistereintra g ist die W.____ GmbH Anfang Februar 2004 gegründet worden. Als Firmenzweck der Gesellsc haft ist der „Betrieb eines Computer- dienstleistungs- und -distributionsgeschäftes, Führ ung eines Internetcafés und Online- Reisebüros, Druck und Werbung“ eingetragen worden ( act. 3255, 3259). Ferner ergibt sich, dass der Firmenzweck per 28. Juni 2004 um den „Hand el mit Textilien und Import und Export von Waren aller Art“ erweitert worden ist (act. 325 9). Anfänglich sind die Beschuldigte B.____ und ihr Bruder F.____ als Gesellschafter und die Beschuldigte zudem als Geschäftsführerin der Firma mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsre gister eingetragen gewesen. Per 2. Ok- tober 2006 sind die vorgenannten Personen ausgeschi eden, und der Beschuldigte ist als einzi- ger Gesellschafter und Geschäftsführer mit Einzelun terschrift eingetragen worden (act. 3259). Aus dem Dienstleistungsvertrag mit der Basler Kanto nalbank vom 24. Februar 2004 (act. 3241) und der dazugehörigen Unterschriftenregelung ergibt sich, dass die beiden Beschuldigten be- züglich des Kontos der W.____ GmbH über eine Generalvollmacht mit Einzelunterschrift verfügt haben (act. 3245). Gestützt auf die Angaben der Beschuldigten B.____ und die sie betreffenden Unterlagen der Invalidenversicherung ist auch erwie sen, dass diese ab Juni 2004 zu 100 % arbeitsunfähig und nicht mehr für die W.____ GmbH tätig gewesen ist (act. 3379 ff., IV-Akten). c) Den Behauptungen des Beschuldigten C.____, wonach es sich bei der W.____ GmbH ausschliesslich um ein Geschäft seiner damaligen Eh efrau gehandelt habe, er ihr damit ledig- lich habe helfen und selber kein Interesse daran ge habt habe und sich nur dann und insoweit eingebracht habe, als dies nötig gewesen sei, gilt es Folgendes zu entgegnen: Bereits der Na- me der Firma weist auf einen starken Bezug zum Beschuldigten hin, nachdem W.____ offenbar die Abkürzung für "U.____" darstellt (act. 3449) un d C.____ das türkische Wort für "U.____" bzw. eben "U.____" ist. Zudem steht der Firmenteil "IT" für "information technology" bzw. "In- formationstechnologie", wobei der Beschuldigte als zertifizierter Computerfachmann zweifellos über Kenntnisse in der Informatik verfügt; dies im Übrigen ganz im Gegenteil zur Beschuldigten B.____. Des Weiteren belegen die Akten, dass sich d er Beschuldigte viel stärker in das Unter- nehmen eingebracht hat, als er nun glaubhaft machen will. So hat er eingestanden, der Be- schuldigten beratend zur Seite gestanden zu haben, ihr bei der Ausführung von Aufträgen ge- holfen, Maschinen organisiert, Programme installiert, den Buchhalter gefunden, Kurse gegeben und ihr bezüglich Informatik, Bedienung der Maschin en sowie Fehlerbehebung alles gezeigt zu Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht haben (act. 1459, 1463, 1467, act. 1544.105 Zeile 7 91 - 796, 811-814, act. 1544.107 Zeile 830 f., act. 1544.109 Zeile 879 f., act. 1544.111 Z eile 931 - 933). Darüber hinaus hat der Be- schuldigte unbestrittenermassen mehrere Geschäftsdo kumente (Steuererklärungen 2004 und 2005 [act. 1477 - 1491]; Fragebogen Arbeitgeber [IV -Akten Dokument 12]) unterzeichnet, obschon die Geschäftsführung gemäss dem Handelsregi sterauszug bis zum 2. Oktober 2006 einzig der Beschuldigten oblegen hat. Diesbezüglich hat der Beschuldigte mehrfach ausgeführt, über eine Vollmacht der Beschuldigten verfügt zu ha ben (act. 1463, 1467, act. 1544.127 Zeile 1245, 1247, act. 4555 ff.). Im Weiteren ist gestütz t auf die Depositionen des Beschuldigten (act. 1465 f., act. 1544.107 f. Zeile 830, 845 - 84 9, 866 - 871, 897 - 899, act. 1544.127 Zeile 1245 f., act. 4555 ff.) sowie der Beschuldigten (ac t. 1507; act. 1544.61 Zeile 116 - 122 act. 4555 ff.) und denjenigen von G.____ (act. 1523 , 1533; act. 4555 ff.) davon auszugehen, dass der Beschuldigte C.____ die primäre Ansprechperson für den Buchhalter der Firma gewe- sen ist und diesen vorwiegend mit den notwendigen U nterlagen versorgt hat, wobei die beiden Beschuldigten beim ersten Beratungsgespräch mit die sem gemeinsam teilgenommen haben. Ebenso erhellen die Akten, dass der Beschuldigte vo n einem geplanten Familienunternehmen (act. 1379) und beide Beschuldigten unabhängig vone inander regelmässig im Zusammenhang mit der Firma im Plural gesprochen haben (act. 1544 .23 Zeile 544 f. "Wir haben ein Geschäft gegründet"; act. 4607 "Es gab nur die W.____, wir h aben keine andere Firma gegründet"; "Im 2004 haben wir, wollte er Boutique eröffnen, damit ich im eigenen Geschäft arbeite"; act. 1501 "Danach haben wir die W.____ gegründet am V.____gra ben"), was darauf hindeutet, dass die beiden Beschuldigten von Anfang an geplant haben, e in gemeinsames Geschäft zu führen. Schliesslich ist erstellt, dass der Beschuldigte na ch dem krankheitsbedingten Ausscheiden der Beschuldigten im Juni 2004 die Geschäfte ansatzlos alleine weitergeführt hat, wobei bereits im ersten und sogar noch auf neun Monate verkürzten Be triebsjahr 2004 gemäss der entspre- chenden Erfolgsrechnung (act. 3447) ein stattlicher Ertrag von rund CHF 121'198.-- generiert worden ist. Als Fazit ist damit festzuhalten, dass der Beschuldigte C.____ bei der Gründung der W.____ GmbH, deren Firmennamen auf seinen Familienn amen und seine bisherige berufliche Tätigkeit hindeuten, beteiligt gewesen ist, über eine Generalvollmacht sowohl von seiner dama- ligen Ehefrau in deren Funktion als Geschäftsführerin als auch in Bezug auf das Geschäftskon- to bei der Basler Kantonalbank (act. 3245) verfügt hat, alle wichtigen Geschäftsdokumente un- terzeichnet hat, Ansprechperson für Externe wie den Buchhalter und die T.____ Versiche- rungsgesellschaft gewesen ist sowie sich insgesamt mit einem hohen zeitlichen Aufwand in das operative Geschäft eingebracht und dieses schliessl ich ab Juni 2004 vollumfänglich übernom- men hat, womit abgesehen von seinen widersprüchlich en Behauptungen nichts darauf hindeu- tet, dass die Gesellschaft ausschliesslich von der Beschuldigten B.____ und ihrem Bruder F.____ geführt worden wäre. d) Der hauptsächlichen Einwendung der Beschuldigten B.____ in sachverhaltsmässiger Hin- sicht, wonach sie nicht gewusst habe, dass ihr dama liger Ehemann Leistungen der Arbeitslo- senkasse bezogen habe, ist zunächst zu entgegnen, d ass diese zweifellos und unbestrittener- massen von dessen Arbeitslosigkeit gewusst hat, ansonsten er ihr ja auch nicht bei der W.____ Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht GmbH so umfassend hätte zur Seite stehen können (ex emplarisch act. 1499 "Mein Mann war fast immer im Geschäft. Er blieb dann bis zum Gesch äftsschluss um 19:00 Uhr"). Nachdem sie selber in den Jahren 2001 und 2002 Arbeitslosentagg elder bezogen und damit das Sozialversi- cherungssystem in der Schweiz aus eigener Erfahrung gekannt hat (IV-Akten Dokument 15 "Abklärungsbericht" S. 1), erscheint es als unwahrs cheinlich, einerseits zu wissen, dass ihr Ehemann arbeitslos gewesen ist, aber andererseits k eine Ahnung gehabt zu haben, dass die- ser in der Folge ein Ersatzeinkommen in Form von Ta ggeldern erzielt und damit den familiären Unterhalt bestritten hat. Dies gilt umso mehr, als das Arbeitslosentaggeld auf das auf beide Be- schuldigten lautende Konto-Nr. 16 1.____ bei der Ba sler Kantonalbank überwiesen worden ist (act. 2437, 3284.35, 3284.39, 3284.43, 3284.47, 3284.51, 3284.55, 3284.59, 3284.63, 3284.67, 3284.73, 3284.77, 3284.81), und die Beschuldigte zu Beginn der Untersuchung ausgeführt hat, zu Hause sei sie für die Erledigung der administrat iven und finanziellen Belange verantwortlich gewesen, sie habe die Zahlungen für die Miete sowie die Stromrechnungen etc. gemacht (act. 1349), was auf dieses Konto gegangen sei, sei einfach für die Familie gewesen (act. 1505). Sodann ist es gerichtsnotorisch bei kn appen finanziellen Verhältnissen nicht mehr als natürlich, sich bei einer Arbeitslosigkeit des Ehemannes und Familienvaters Gedanken über allfällige Einkommensquellen zu machen und sich die sbezüglich auszutauschen. Hinzu kommt, dass bereits in der Steuererklärung für das Jahr 20 03, welche von der Beschuldigten mitunter- schrieben worden ist (act. 1541, 3543 ff.), das Arbeitslosentaggeld ihres Ehemannes ausgewie- sen worden ist, weshalb kein Grund bestanden hat, d avon auszugehen, dass dieses trotz an- dauernder Arbeitslosigkeit im Jahre 2004 plötzlich weggefallen sein soll. Im Sinne eines Fazits ist damit zu konstatieren, dass die Behauptung der Beschuldigten, wonach sie nicht gewusst habe, dass ihr damaliger Ehemann Leistungen der Arb eitslosenkasse bezogen habe, sich als lebensfremd und unglaubhaft präsentiert. Darüber hinaus ist in Bezug auf den massgeblichen S achverhalt gemäss Anklageschrift Fol- gendes festzuhalten: Auf die explizite Frage, was s ie darunter verstehe, wenn sie sage, es sei von Anfang an die Meinung gewesen, dass ihr Mann au ch im Geschäft mithelfe, hat die Be- schuldigte geantwortet: "Dass er einfach alles mach t, was mit Computern zu tun hat. Mein Fachwissen im Computerbereich hat da sicher nicht a usgereicht" (act. 1499). Auf die Frage, welche Aufgaben bzw. Rechte und Pflichten sie gemäs s OR als Geschäftsführerin einer GmbH gehabt habe, hat B.____ dargelegt: "Keine Ahnung. Letztendlich hatte Herr C.____ die Fäden in den Händen. Ich bin leider kein Hochschulabsolvent. Dieses Wissen fehlt mir einfach" (act. 1501). Ferner hat die Beschuldigte ausgeführt : "Herr C.____ hat ihn [F.____] einfach ge- fragt, weil es für die Gründung der GmbH zwei Personen braucht. Mein Mann sagt, dass er sich nicht selber eintragen kann, weil er ja vermutlich eine andere Stelle suchen muss, damit wir finanziell über die Runden kommen" (act. 1501). Auf die Frage, wieso sie ein Computerdienst- leistungsunternehmen gegründet habe, ohne über ents prechende Fachkenntnisse zu verfügen, hat die Beschuldigte deponiert: "Wieso nicht. Es wa r von Anfang an die Meinung, dass mein Mann auch in diesem Geschäft mithilft. Wir haben da s Geschäft auf meinen Namen und den Namen meines Bruders gegründet. Ich nehme an, dass mein Mann dachte, dass er wieder eine Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht neue Stelle findet" (act. 1353). Schliesslich hat d ie Beschuldigte auf den Vorhalt, sie habe die Gesellschaft auf ihren Namen sowie denjenigen ihres Bruders im Handelsregister eintragen lassen, obwohl sie gewusst habe, dass es sich in Ta t und Wahrheit um die Firma ihres Ehe- mannes gehandelt habe, geantwortet: "Ich wusste von Anfang an, dass mein Mann mich unter- stützen wird, da mir das Fachwissen im Computerbereich fehlt. Ohne seine Unterstützung hätte ich die Firma gar nicht führen können" (act. 1513). 3.2.1 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betruge s unter anderem schuldig, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiege- lung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt und so den Irrenden zu einem Verhal- ten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermögen schädigt. Auf der objektiven Seite kann das tatbestandmässige Gescheh en in vier Stadien aufgelöst werden: a) das motivierende Verhalten, das im Normalfalle e ine Täuschung ist, aber nicht zu sein braucht; b) als Erfolg dieses Verhaltens die Setzun g eines Motivs beim anderen, das auf einem Irrtum beruhen muss; c) eine dadurch motivierte Ver mögensverfügung des anderen; d) einen durch die Verfügung herbeigeführten Vermögensschade n (G ÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER , Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, § 15 N 4, mit Hinweisen). Der Tatbestand des Betruges nach Art. 146 StGB setzt eine arglistige Täuschung voraus. Betrügerisches Verhalten ist stra frechtlich erst relevant, wenn der Täter mit einer gewissen Raffinesse oder Durchtriebenheit han delt. Wesentlich ist, ob die Täuschung in einer hypothetischen Prüfung unter Einbezug der dem Opfer nach Wissen des Täters zur Ver- fügung stehenden Selbstschutzmöglichkeiten als nich t oder nur erschwert durchschaubar er- scheint. Erforderlich ist eine qualifizierte Täusch ungshandlung. Einfache Lügen, plumpe Tricks oder leicht überprüfbare falsche Angaben genügen ni cht. Für die Frage der Arglist ist nicht ent- scheidend, ob die Täuschung gelingt. Neben dem Erfo rdernis einer qualifizierten Lüge ist die Eigenverantwortlichkeit des Opfers zu berücksichtig en. Die vom Opfer erwartete Aufmerksam- keit richtet sich nach einem individuellen Massstab. So sind allfällige besondere Fachkenntnisse und Geschäftserfahrung des Opfers in Rechnung zu stellen. Auch unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Eigenverantwortung des Betroffenen erfordert die Erfüllung des Tatbestands indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmög liche Sorgfalt walten lässt und alle er- denklichen ihm zur Verfügung stehenden Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrecht- liche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Opf ers, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann daher nur in Ausnahmefällen bejaht werden. Diese Rechtsprechung gilt auch im Be reich der Sozialhilfe. Die Behörde handelt leichtfertig, wenn sie die eingereichten Belege nic ht prüft oder es unterlässt, die um Sozialhilfe ersuchende Person aufzufordern, die für die Abkläru ng der Einkommens- und Vermögensver- hältnisse relevanten Unterlagen einzureichen. Hinge gen kann ihr eine solche Unterlassung an- gesichts der grossen Zahl von Sozialhilfeersuchen n icht zum Vorwurf gemacht werden, wenn diese Unterlagen (voraussichtlich) keine Hinweise a uf Einkommens- und Vermögenswerte ent- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht halten (BGer 6B_1076/2010 vom 21. Juni 2011 E. 9.2. 2, mit Hinweisen). Auf der subjektiven Seite erfordert der Betrug zweierlei: den Vorsatz u nd die Bereicherungsabsicht. Der Vorsatz muss sich auf die Verwirklichung sämtlicher objekti ver Tatbestandsmerkmale richten, also so- wohl das motivierende Verhalten und das Setzen eine s Motivs beim Betroffenen, wie dessen Verfügung und die Vermögensschädigung – einschliess lich des Motivationszusammenhangs zwischen ihnen – umfassen. Dass Eventualdolus genüg t, ist unbestritten (S TRATENWERTH / JENNY / BOMMER , a.a.O., § 15 N 58 ff.). Für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit geht die neuere bundesgerichtliche Rechtspre- chung vom Begriff des berufsmässigen Handelns aus. Der Täter handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die d eliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufig- keit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeit raums sowie aus den angestrebten und er- zielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt. Vor- ausgesetzt ist, dass der Täter die Tat bereits mehr fach begangen hat, dass er in der Absicht gehandelt hat, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, un d dass aufgrund seiner Taten geschlos- sen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden Taten bereit gewesen (BGE 119 IV 129; BGer 6B_861/2009 vom 18. Februar 2010 E. 2.1). 3.2.2 Nachdem der Beschuldigte C.____ in seiner Berufung nebst dem Anklagesachverhalt, welcher bereits vorgängig (oben E. 3.1.2 lit. b und lit. c) beurteilt worden ist, eine Verletzung des Akkusationsprinzips bemängelt, ist bei der vorliege nden rechtlichen Subsumption in einem ers- ten Schritt dessen Rüge im Hinblick auf den geltend gemachten Verstoss gegen das Anklage- prinzip zu prüfen. a) Der Anklagegrundsatz nach Art. 9 Abs. 1 StPO bedeu tet, dass eine Straftat nur dann ge- richtlich beurteilt werden kann, wenn die Staatsanw altschaft gegen eine bestimmte Person we- gen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zus tändigen Gericht Anklage erhoben hat. Dem Anklageprinzip kommen folgende Funktionen zu: Rollentrennung - die Person, welche den Vorwurf erhebt, soll nicht dieselbe sei, die ihn be urteilt; Umgrenzung - das Thema des Strafpro- zesses soll klar umschrieben sein; Immutabilität - der erhobene Vorwurf soll sich im Verlauf des Prozesses nicht beliebig ändern können; Information - der Beschuldigte soll wissen, was ihm vorgeworfen wird, damit er sich verteidigen kann. U mgrenzungs- und Informationsfunktion ste- hen gleichwertig nebeneinander. Gegenstand des geri chtlichen Verfahrens können nur Sach- verhalte sein, die dem Beschuldigten in der Anklage schrift vorgeworfen werden (S TEFAN HEIMGARTNER / MARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro- zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 16 ff. zu Ar t. 9 StPO, mit Hinweisen). Welchen Inhalt die Anklageschrift aufweisen muss, ergibt sich aus Art. 325 StPO. Gestützt auf Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO bezeichnet die Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Per- son vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, D atum, Zeit, Art und Folgen der Tataus- führung. Diese Bestimmung ist so zu lesen, dass der Anklagevorwurf sich grundsätzlich auf eine präzise, konzise Bezeichnung der Sachverhaltse lemente zu beschränken hat, die für eine Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Subsumption der anwendbaren Straftatbestände erford erlich sind. Wie detailliert der Sachver- halt umschrieben sein muss, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, insbesondere der Schwere der Vorhalte, der Komplexität der Subsumpti on und der Beweislage. Das Akkusati- onsprinzip ist verletzt, wenn die Anklage nicht die jenigen Umstände anführt, welche auf das Vorliegen der Kernelemente eines Tatbestandes schli essen lassen (H EIMGARTNER / NIGGLI , a.a.O., N 19, 25 und 37 zu Art. 325 StPO, mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall vermag das Kantonsgericht kein e Verletzung des Anklageprinzips zu er- kennen. Praxisgemäss muss die beschuldigte Person u nter dem Gesichtspunkt der Informa- tionsfunktion aus der Anklage ersehen können, wesse n sie angeklagt ist. Das bedingt eine zu- reichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, d ass der Betroffene genau weiss, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Ve rhalten rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vorbereiten kann (BGE 143 IV 63 E. 2.2). C.____ wird in con- creto im Wesentlichen zur Last gelegt, er habe Anfa ng Februar 2004 die W.____ GmbH ge- gründet, mit dem Zweck des Betriebs eines Computerdienstleistungs- und Distributionsgeschäf- tes, der Führung eines Internetcafés und Onlinereisebüros sowie Druck und Werbung. Damit er weiterhin Arbeitslosenunterstützung habe beziehen k önnen, habe er am 10. Februar 2004 im Handelsregister seine damalige Ehefrau, B.____, als Geschäftsführerin der W.____ GmbH und deren Bruder F.____ als Gesellschafter eintragen la ssen. B.____ sei jedoch nie in der Lage gewesen, die W.____ GmbH zu leiten, was C.____ gewu sst habe. C.____ habe denn von An- fang an beabsichtigt, die W.____ GmbH selbst zu füh ren. Zu diesem Zweck habe er sich bei der Eröffnung des Firmenkontos bei der Basler Kanto nalbank am 24. Februar 2004 von B.____ eine Generalvollmacht erteilen lassen und die fakti sche Führungsposition der W.____ GmbH ausgeübt, indem er alle wichtigen Entscheidungen ge troffen habe. Vom Zeitpunkt an, als B.____ im Juni 2004 zu 100 % krankgeschrieben worde n sei, habe C.____ alle Aufgaben im Geschäft alleine wahrgenommen. Ungeachtet dieser ta tsächlichen Beschäftigung habe der Be- schuldigte in der Folge in den Monaten März bis Dez ember 2004 von der Arbeitslosenkasse Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von gesamthaf t CHF 59'789.-- bezogen. Mit der Um- schreibung dieses realen Lebenssachverhalts genügt in casu die Anklage fraglos den gesetzli- chen Anforderungen an die Informations- und Umgrenz ungsfunktion. Für das Kantonsgericht besteht kein Zweifel, dass der Beschuldigte gewusst hat, wogegen er sich hat verteidigen müs- sen, zumal er im Vorverfahren eingehend mit dem Anklagevorwurf konfrontiert worden ist. b) Gestützt auf den vorgängig definierten massgeblich en Sachverhalt steht unter Verweis auf die zutreffenden Darlegungen des Strafgerichts (E. II.2.3 S. 29 f.) fest, dass C.____ zu- nächst zusammen mit B.____ und nach deren krankheit sbedingtem Ausscheiden im Juni 2004 die im Februar 2004 gegründete W.____ GmbH mit eine m beträchtlichen zeitlichen Aufwand alleine geführt, dabei alle für die Geschicke der G esellschaft wesentlichen Entscheidungen ge- troffen und insgesamt einen beachtlichen Umsatz von über CHF 120'000.-- generiert hat. Un- geachtet dieser Tätigkeit für die W.____ GmbH hat e r während zehn Monaten gegenüber der Arbeitslosenkasse wahrheitswidrig in schriftlicher Form angegeben, in diesem Zeitraum keiner Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwerbstätigkeit nachgegangen und in der Folge voll umfänglich vermittlungsfähig gewesen zu sein. Durch diese Täuschung und den dadurch entstandenen Irrtum hinsichtlich der Anspruchs- berechtigung des Beschuldigten hat die Arbeitslosen kasse diesem zu Unrecht eine Arbeitslo- senentschädigung in der Höhe von gesamthaft CHF 59' 789.-- ausgerichtet, wodurch bei ihr ein Schaden in der genannten Höhe entstanden ist. Aufgr und der Tatsache, wonach zu diesem Zeitpunkt lediglich die Beschuldigte B.____ und deren Bruder F.____ als Gesellschafter und die Beschuldigte zudem als Geschäftsführerin der Firma mit Einzelzeichnungsberechtigung im Handelsregister eingetragen gewesen sind, ist es de r Arbeitslosenkasse nicht bzw. nicht mit zumutbarem Aufwand möglich gewesen, die Angaben des Beschuldigten bezüglich seiner Vermittlungsfähigkeit als unwahr zu erkennen, zumal dieser monatlich und unterschriftlich be- stätigt hat, weder einer selbstständigen noch einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachge- gangen zu sein, womit das Vorliegen des Tatbestands merkmals der Arglist klarerweise zu be- jahen ist. Im Hinblick auf den subjektiven Tatbesta nd liegen keine ernstlichen Zweifel vor, dass der Beschuldigte vorsätzlich und mit Bereicherungsa bsicht gehandelt hat. In diesem Zusam- menhang hat ihm bereits das Strafgericht zugute geh alten, dass er die Gesellschaft nicht ei- gens zum Zwecke der unrechtmässigen Beziehung von A rbeitslosentaggeldern gegründet, sondern vielmehr mit dieser ein familiäres Einkomme n angestrebt und dabei die Begehung des Betruges gegenüber der Arbeitslosenkasse in Kauf ge nommen hat. In Bezug auf das Qualifika- tionsmerkmal der Gewerbsmässigkeit, welches im Übrigen nicht bestritten wird, ist festzustellen, dass der Beschuldigte während eines Zeitraums von z ehn Monaten durch jeden Monat erneut vorgebrachte falsche Angaben einen beträchtlichen D eliktsbetrag von rund CHF 60'000.-- von der Arbeitslosenkasse bezogen hat, was zweifellos e inen namhaften Beitrag an die Lebenshal- tungskosten der beiden Beschuldigten dargestellt ha t. Demgemäss ist deren gemeinschaftliche Handlungsweise ohne Weiteres als gewerbsmässig zu qualifizieren. Nach diesen Erwägungen ist in Abweisung der diesbez üglichen Berufung des Beschuldigten und in Bestätigung des angefochtenen Urteils C.____ des gewerbsmässigen Betruges gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig zu erklären. 3.2.3 Die Beschuldigte B.____ rügt in ihrer Berufung zus ammengefasst die Sachverhaltswürdi- gung, worauf ebenfalls auf die bereits vorgängig er folgten Ausführungen (oben E. 3.1.2 lit. b - lit. d) zu verweisen ist, eine Verletzung des Akkusationsprinzips und die Schlussfolgerung, dass ihr ein tatbestandsmässiges Verhalten anzulasten sei. a) Wiederum ist in einem ersten Schritt zu prüfen, o b eine Verletzung des Akkusationsprin- zips vorliegt. Hinsichtlich der grundsätzlichen Erw ägungen zum Anklageprinzip kann an dieser Stelle auf die entsprechenden Ausführungen zum Beschuldigten C.____ (s. oben E. 3.2.2. lit. a) verwiesen werden. Konkret wird B.____ vorgeworfen, sie habe die in erster Linie ihrem damali- gen Ehemann zur Last gelegten Umstände gekannt und sich als Geschäftsführerin der W.____ GmbH einsetzen lassen, im Bewusstsein, dass sie mangels fehlender Fachkenntnisse gar nicht in der Lage gewesen sei, das Geschäft zu führen, wo durch sie einen wesentlichen Beitrag zur Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Täuschung der Arbeitslosenkasse geleistet habe. Bet rachtet man diesen Vorwurf isoliert, er- scheint die Anklageschrift in Bezug auf die Beschul digte tatsächlich als eher knapp. Entschei- dend ist aber, dass ihr durch das Wissen der gesamt en Umstände im Hinblick auf den eigenen Tatbeitrag und den gemeinsamen Tatentschluss auch d as Verhalten von C.____ angekreidet wird, indem es diesem ohne ihr Zutun gar nicht oder zumindest nicht in dieser Form möglich gewesen wäre, gleichzeitig ein Unternehmen zu führen und Arbeitslosentaggelder zu beziehen. Daraus folgt, dass für die Beurteilung des Verhalte ns der Beschuldigten B.____ bis zu deren krankheitsbedingtem Ausscheiden aus der Gesellschaf t im Juni 2004 grundsätzlich der gleiche Sachverhalt massgeblich ist wie für den Beschuldigten C.____. Infolgedessen vermag das Kan- tonsgericht auch in diesem Fall keine Verletzung des Anklage- und namentlich des im Besonde- ren gerügten Immutabilitätsprinzips zu erkennen. Di ese Erwägungen gelten umso mehr, als praxisgemäss die Anklageschrift keinem Selbstzweck dient, und nach der Rechtsprechung auch eine fehlerhafte und unpräzise Anklage einem S chuldspruch nicht entgegensteht, solange für die beschuldigte Person klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, zumal die nähere Begründung der Anklage vor den Schranken erfolgt un d es Sache des Gerichts ist, den Sach- verhalt verbindlich festzustellen (BGer 6B_894/2016 vom 14. März 2017 E. 1.1.1). Hervorzuhe- ben ist diesbezüglich, dass die Rüge der Beschuldig ten, wonach das Strafgericht sich über den in der Anklageschrift fixierten Sachverhalt hinwegs etze, indem es davon ausgehe, dass es sich um eine gemeinsame Firma der ehemaligen Ehegatten g ehandelt habe, insofern von vornhe- rein nicht zu hören ist, als die Vorinstanz die bem ängelte Sachverhaltsvariante ihrer rechtlichen Subsumption (vgl. E. II.2.3.1 S. 29 f.) gar nicht zugrunde legt. b) Die Beschuldigte beanstandet, dass ihr zu Unrecht eine Mittäterschaft zum strafbaren Verhalten ihres Exmannes angelastet werde. Nach der Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen BGer 6B_17/2016 vom 18. Juli 2017 E. 2.4.1) ist Mit täter, wer bei der Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in m assgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht. Dabei kommt es darauf an, ob der Tat- beitrag nach den Umständen des konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der sub- jektive Wille allein genügt zur Begründung von Mitt äterschaft jedoch nicht. Der Mittäter muss vielmehr bei der Entschliessung, Planung oder Ausfü hrung der Tat auch tatsächlich mitwirken. Daraus folgt aber nicht, dass Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu beeinflussen vermag. Dass der Mittäter bei der Fassung des gemeinsamen Tatent- schlusses mitwirkt, ist nicht erforderlich; es genü gt, dass er sich später den Vorsatz seiner Mit- täter zu eigen macht (BGE 135 IV 152 E. 2.3.1, 130 IV 58 E. 9.2.1). c) Bereits das Strafgericht hat zu Recht ausgeführt, dass sich die Mittäterschaft der Be- schuldigten daraus ergibt, dass sie sich als Gesell schafterin und Geschäftsführerin der W.____ GmbH im Handelsregister hat eintragen lassen, und e s damit dem Beschuldigten ermöglicht hat, sich trotz umfassender wenn nicht gar vollzeitlicher Aktivität für die Firma als Anspruchsbe- rechtigter gegenüber der Arbeitslosenkasse auszugeben. Zu ergänzen ist hierbei, dass sich die Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte in entsprechender Funktion für die Ges ellschaft hat eintragen lassen, obwohl sie gewusst hat, dass sie hierfür nicht die berufliche Qualifikation gehabt hat (vgl. oben die Erwä- gungen zum massgeblichen Sachverhalt E. 3.1.2 lit. d in fine). Dies impliziert und wird von der Beschuldigten auch ausdrücklich bestätigt, dass von Anfang an geplant gewesen ist, dass sich der Beschuldigte in die Geschicke der W.____ GmbH e inbringt. Aufgrund dessen tatsächlichen Engagements für die Gesellschaft hat die Beschuldig te sodann konsequenterweise gewusst, dass dieser gleichzeitig Leistungen der Arbeitslosenkasse bezogen und faktisch für die W.____ GmbH tätig gewesen ist. Deren Behauptung, sie habe keine Ahnung von seinen Taggeldbezü- gen gehabt, ist gestützt auf die vorgängigen Darleg ungen zum Sachverhalt (oben E. 3.1.2 lit. d) offensichtlich unzutreffend. Daraus folgt, dass sie es zumindest in Kauf genommen hat und so- mit eventualvorsätzlich damit einverstanden gewesen ist, ihm zu ermöglichen, die W.____ GmbH parallel zu seiner von der Arbeitslosenkasse m ittels Taggeldern finanzierten Arbeitslo- sigkeit zu führen – wovon sie im Übrigen gleicherma ssen profitiert hat, nachdem die Arbeitslo- senentschädigung jeweils auf ein gemeinsames Famili enkonto überwiesen worden ist – und diese im Umfang von gesamthaft CHF 59'789.-- zu schädigen bzw. sich in der genannten Höhe zu bereichern. Wenngleich der tatsächliche Tatbeitr ag der Beschuldigten im Vergleich zu dem- jenigen des Beschuldigten zweifellos kleiner gewese n ist, indem dieser zunächst hauptsächlich und nach ihrem krankheitsbedingten Ausscheiden im J uni 2004 alleine die Gesellschaft geführt und gleichzeitig Arbeitslosentaggelder bezogen hat, ist nicht zu verkennen, dass ohne ihr Zutun das Delikt nicht oder zumindest nicht in dieser For m möglich gewesen wäre. Infolgedessen ist ihr Tatbeitrag unzweifelhaft als von einer die Mitt äterschaft begründenden Qualität zu bezeich- nen, zumal im Hinblick auf den gemeinsamen Tatentsc hluss nicht fraglich erscheint, dass sie sich den Vorsatz spätestens ab demjenigen Zeitpunkt , als erkennbar gewesen ist, dass er sich gleichzeitig in die W.____ GmbH eingebracht und wei terhin Taggelder bezogen hat, zu eigen gemacht hat. Wie bereits C.____ ist auch B.____ zug ute zu halten, dass die Gesellschaft nicht bloss zum Zwecke der unrechtmässigen Beziehung von Arbeitslosentaggeldern gegründet, sondern vielmehr mit dieser ein familiäres Einkomme n angestrebt und dabei die Begehung des Betruges gegenüber der Arbeitslosenkasse in Kauf ge nommen worden ist. Andererseits ist auch der Beschuldigten aus den nämlichen Gründen wie bei C.____ das Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit anzulasten. d) Im Hinblick auf die Einwände der Beschuldigten hin sichtlich ihres Krankheitsbildes sowie der Abhängigkeit von ihrem Ehemann, wonach ihre Wid erstandskraft diesem gegenüber im Deliktszeitpunkt als deutlich geschwächt betrachtet werden müsse, ist Folgendes zu bemerken: Die rechtspsychiatrische Sachverständige, Prof. em. Dr. med. E.____, Fachärztin für Psychiat- rie und Psychotherapie FMH in Y.____, hat in ihrem forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 25. März 2017 bei der Beschuldigten eine schizoaffe ktive Störung (ICD-10 F 25.1) diagnosti- ziert, welche in gemischter Form sowohl Symptome ei ner mindestens mittelgradigen depressi- ven als auch einer schizophrenen Störung aufzeige. Erste Symptome seien bereits im Sommer 2004 von Dr. med. H.____ beschrieben worden; es sei daher davon auszugehen, dass diese Störung seit spätestens 2004 bestehe. Neben der sch izoaffektiven Störung leide die Betroffene Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht weiterhin unter rezidivierenden Angstzuständen und Zwangshandlungen als Folgen ihres sexu- ellen Missbrauchs und den Gewalterfahrungen in der Kindheit und der Jugend (ICD-10 Z 61.4) sowie im Erwachsenenalter (ICD-10 Z 63.0). Weiter h at die Sachverständige in ihrem foren- sisch-psychiatrischen Kurzgutachten vom 25. Oktober 2017 festgehalten, soweit die Tatvorwür- fe zutreffend seien, sei für beide Tatzeiträume kei ne Minderung oder gar Aufhebung der Ein- sichtsfähigkeit anzunehmen. In beiden Tatzeiträumen, insbesondere im Tatzeitraum 1 (Zeit von der Gründung der W.____ GmbH im Februar 2004 bis Juni 2004), sei das psychotische Erleben nicht so erheblich ausgeprägt gewesen, dass B.____ aufgrund psychotischer Realitätsverken- nung das Unrecht ihres Tuns nicht hätte erkennen können. Anders sehe es mit der Steuerungs- fähigkeit aus. Anfang Juni 2004, also im Tatzeitrau m 2 (Zeit ab Juni 2004 bis Ende Jahr 2004), sei B.____ krankgeschrieben worden. Das Störungsbil d, gekennzeichnet durch Depressivität, Stimmenhören, Ängste, Bedrohungserleben und Schlafs törungen, dürfte die Steuerungsfähig- keit gemindert haben, im Vergleich mit anderen Rech ts- und Tatgenossen in etwa mittlerem Masse. Für den Tatzeitraum 1 sei eine Minderung die ser Schwere nicht anzunehmen, wenn- gleich auch in diesem Zeitraum, welcher mit einer l ängeren Prodromalphase verglichen werden könne, die Steuerungsfähigkeit als beeinträchtigt v ermutet werden könne, zumindest in leichter Ausprägung. Die Autonomie von B.____, verstärkt dur ch den Beginn der psychischen Erkran- kung, sei in den Tatzeiträumen als sehr gering zu e rachten, die Abhängigkeit von ihrem Ehe- mann hingegen als erheblich. Dies dürfte, sofern di e Tatvorwürfe zutreffend seien, ihre Wider- standskraft, sich gesetzeskonform zu verhalten, deu tlich geschwächt haben. Gestützt auf die vorgängig zitierten Erkenntnisse der Sachverständig en muss tatsächlich davon ausgegangen werden, dass B.____ zum fraglichen Zeitpunkt von C. ____ abhängig gewesen ist, und diese Abhängigkeit ihre Widerstandskraft ihm gegenüber deutlich geschwächt hat. Diese Feststellung ist indes im Hinblick auf die Strafbarkeit ihres Ha ndelns nicht massgeblich. Entscheidend ist diesbezüglich vielmehr, dass gemäss der Gutachterin keine Minderung oder gar Aufhebung der Einsichtsfähigkeit und bis zum krankheitsbedingten Ausscheiden aus der Gesellschaft im Juni 2004 lediglich eine leichte Beeinträchtigung der St euerungsfähigkeit vorgelegen hat, was zwar im Rahmen der Strafzumessung entlastend zu berücksi chtigen ist, im Ergebnis aber nichts an ihrer Mittäterschaft beim gewerbsmässigen Betrug än dert. Schliesslich ist auch der Ansicht, wonach die Hypothese der Mittäterin einzig auf der Tatsache fusse, dass sie als Geschäftsfüh- rerin der W.____ GmbH eingetragen gewesen sei, zu w idersprechen. Vielmehr ergibt sich ihre Stellung als Mittäterin daraus, dass sie sich als G eschäftsführerin hat einsetzen lassen, im Wis- sen, dass sie hierfür ausbildungsmässig gar nicht f ähig gewesen ist, womit sie es C.____ er- möglicht hat, gleichzeitig faktisch die Gesellschaft zu führen und trotzdem Arbeitslosengelder zu beziehen, wovon sie im Übrigen zufolge des gemeinsa men Bankkontos gleichermassen profi- tiert hat. Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass der Vorwurf ihr ge- genüber gerade darin besteht, dass sie sich ohne en tsprechendes Fachwissen als Geschäfts- führerin hat einsetzen lassen, um damit den unrecht mässigen Weiterbezug der Leistungen durch C.____ zu ermöglichen. Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach diesen Erwägungen ist in Abweisung der diesbez üglichen Berufung der Beschuldigten und in Bestätigung des angefochtenen Urteils B.____ des gewerbsmässigen Betruges gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB schuldig zu erklären. 4. Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung 4.1.1 Nachdem der unter rubriziertem Tatbestand zur Anklage gebrachte Sachverhalt unter den Parteien grundsätzlich unbestritten ist, ist diesbe züglich unter Verweis auf Ziffer 3 der ergän- zenden Anklageschrift vom 13. Juli 2015 davon auszu gehen, dass das Ehepaar C.____ und B.____ am 27. Juli 2005 anlässlich einer Gant für g esamthaft CHF 295‘000.-- zwei Wohnungen an der P.____strasse 8.____ in Y.____ gekauft hat, welche im Grundbuch auf den Namen von B.____ eingetragen worden sind. Diese ist in der Fo lge durch ausdrücklichen oder konkluden- ten Auftrag damit einverstanden gewesen, dass der Beschuldigte für die Verwaltung der beiden Liegenschaften besorgt gewesen ist. Am 22. August 2 005 hat das Ehepaar C.____ und B.____ bei der Credit Suisse in Y.____ einen Rahmenkredit in der Höhe von CHF 344‘000.-- vereinbart, wovon CHF 225‘000.-- von der Bank sofort für den Wo hnungskauf bezahlt und weitere CHF 119‘000.-- für künftige Renovationsarbeiten in Aussicht gestellt worden sind und jeweils nach Eingang der Rechnungen von der Bank hätten gel eistet werden sollen. Im September 2006 hat sodann der Beschuldigte der Credit Suisse in Y.____ nebst weiteren Handwerker- rechnungen von ihm unterschriebene Abrechnungen der Q.____ GmbH für die Ausführung von Maler- und Bodenbelagsarbeiten sowie weiteren Handw erksarbeiten im Umfang von insgesamt CHF 37‘958.-- eingereicht, obwohl die Q.____ GmbH i n den beiden Wohnungen an der P.____strasse 8.____ in Y.____ keinerlei Bodenbeläg e ersetzt und nur einen kleinen Teil der auf den Rechnungen angegebenen Arbeiten ausgeführt hat. Mit seiner Unterschrift hat der Be- schuldigte die Richtigkeit der um rund CHF 23‘000.- - überhöhten Rechnung der Q.____ GmbH bestätigt und diese bei der Credit Suisse eingereicht, um einen um den genannten Betrag höhe- ren Kredit zu erhalten, als für die Renovationsarbeiten tatsächlich benötigt worden ist. Eine spä- tere Rückzahlung des Geldes hat der Beschuldigte für sich behalten und das Geld verbraucht. 4.1.2 Vom Beschuldigten in Abrede gestellt wird hingegen , dass dieser unbestrittene Sachver- halt unter den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung zu subsumieren ist. Diesbezüg- lich macht er zusammenfassend geltend, das Geld sei lediglich deshalb vor Beendigung der Arbeiten an den Handwerker überwiesen worden, damit dieser Material habe bestellen können, wobei abgemacht gewesen sei, dass die Wohnungen fertig renoviert würden, sobald diese nicht mehr bewohnt seien. Da die zu renovierenden Wohnung en aber nicht frei geworden seien, hät- ten die Arbeiten durch R.____ nicht fertig ausgefüh rt werden können, weshalb dieser das Geld wieder zurück an den Beschuldigten bezahlt habe. Di eser habe das Geld der Bank nicht mehr rücküberweisen können, weil die Wohnungen ohnehin m it der Hypothek im Umfang des Darle- hens belastet gewesen seien. In der Folge habe C.__ __ mit dem Geld seine damals angehäuf- ten Schulden abbezahlt. In diesem Handeln sei weder eine bewusste Pflichtverletzung noch Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Schädigungsabsicht auszumachen, zumal der Besc huldigte ohnehin Solidarschuldner des Baukredites gewesen sei und folglich gemeinsam mit B.____ gehaftet habe. Im Übrigen sei diese spätestens im Rahmen der güterrechtlichen Aus einandersetzung abgegolten worden, weshalb auch kein Vermögensschaden auszumachen sei. Die Staatsanwaltschaft verweist zur Begründung ihres Begehrens um Bestätigung des diesb ezüglichen Schuldspruchs vollumfäng- lich auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil. Di e Privatklägerin hat sich in diesem Zusam- menhang nicht vernehmen lassen. 4.2.1 Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung wi rd in Art. 158 StGB normiert. Da- nach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren od er Geldstrafe bestraft, wer aufgrund des Ge- setzes, eines behördlichen Auftrages oder eines Rec htsgeschäftes damit betraut ist, Vermögen eines anderen zu verwalten oder eine solche Vermöge nsverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Verletzung seiner Pflichten bewirkt ode r zulässt, dass der andere am Vermögen geschädigt wird (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Han delt der Täter in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, so kann auf Fre iheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren erkannt werden (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB ). Die ungetreue Geschäftsbesorgung zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen wird nur auf Antrag verfolgt (Art. 158 Ziff. 3 StGB). Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen BGE 142 IV 346 E. 3.2) ist Ge- schäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB, wer in ta tsächlich oder formell selbstständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse eines anderen für einen nicht unerheblichen Vermögens- komplex zu sorgen hat. Die Stellung als Geschäftsfü hrer fordert ein hinreichendes Mass an Selbstständigkeit, mit welcher dieser über das frem de Vermögen verfügen kann. Geschäftsfüh- rer ist auch, wem die Stellung nur faktisch zukommt und ihm nicht formell eingeräumt worden ist (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3b; 120 IV 190 E. 2b; 105 IV 106 E. 2; 100 IV 113 f.). Der Tatbestand setzt einen Vermögensschaden voraus. Ein solcher kann in einer tatsächlichen Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehru ng der Passiven, Nicht-Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven lieg en. Ein Schaden liegt bereits vor, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen Wert vermin- dert ist. (BGE 129 IV 124 E. 3.1; 123 IV 17 E. 3d; 122 IV 279 E. 2a; 121 IV 104 E. 2c mit Hin- weisen). Zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden muss ein Kau- salzusammenhang bestehen. Die im Gesetz nicht näher umschriebene Tathandlung der unge- treuen Geschäftsbesorgung besteht in der Verletzung jener spezifischen Pflichten, die den Tä- ter in seiner Stellung als Geschäftsführer generell , aber auch bezüglich spezieller Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers bzw. des Geschäftsherr n treffen (BGE 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b). Die entsprechenden Pflichten ergeben si ch aus dem jeweiligen Grundverhältnis. Subjektiv ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualv orsatz genügt. Dieser muss sich auf die Pflichtwidrigkeit des Handelns oder Unterlassens, d ie Vermögensschädigung und den Kausal- zusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten und dem Schaden beziehen. Liegt neben Vorsatz auch die Absicht unrechtmässiger Bere icherung vor, wird die Tathandlung nach Ziff. 1 Abs. 3 von Art. 158 StGB qualifiziert. Ersa tzbereitschaft kann die Absicht unrechtmässi- Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht ger Bereicherung ausschliessen (vgl. M ARCEL ALEXANDER NIGGLI , in: Basler Kommentar, Straf- recht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 138 ff. zu Art. 158 StGB, mit Hinweisen). 4.2.2 In casu steht fest, dass die Liegenschaften an der P.____strasse 8.____ in Y.____ im Grundbuch auf den Namen von B.____ eingetragen word en sind und diese in der Folge durch konkludenten Auftrag damit einverstanden gewesen, d ass der Beschuldigte für die Verwaltung der beiden Liegenschaften besorgt gewesen ist, womi t ihm in diesem Umfang ohne Weiteres eine Stellung als Geschäftsführer bzw. Liegenschaft sverwalter zugekommen ist. Ferner ist zu- gestanden, dass der Beschuldigte für Handwerksarbei ten an diesen Liegenschaften, welche in Tat und Wahrheit aber nie erbracht worden sind, in der Höhe von rund CHF 23'000.-- zunächst Gelder von der Kredit gewährenden Bank bezogen und diese sodann nach der Rückerstattung durch den nicht tätig gewordenen Handwerker R.____ im eigenen Interesse verbraucht hat. Diesbezüglich hat der Beschuldigte anlässlich seine r Einvernahme vom 10. September 2013 auf entsprechende Fragen hin ausdrücklich ausgeführt, dass er mit dem zurückerhaltenen Geld seine privaten Schulden bezahlt sowie dass seine da malige Ehefrau davon nichts erhalten hat (act. 1544.117). Bereits die Vorinstanz hat zutreff end festgestellt (vgl. E. II.5.1.2 S. 46 f.), dass das Einreichen einer Rechnung über nicht erbrachte Handwerkerleistungen an eine Bank zwecks Generierung des von dieser gewährten Kredite s mit anschliessendem Vereinnahmen und Verbrauchen dieses Betrages für private Zwecke zweifellos eine Pflichtverletzung des Vermögens- bzw. Liegenschaftsverwalters darstellt. Der vom Tatbestand der ungetreuen Ge- schäftsbesorgung vorausgesetzte Vermögensschaden de r Privatklägerin ist darin zu sehen, dass diese als solidarisch haftende Kreditschuldnerin für den genannten Betrag im Umfang von CHF 23'000.-- gegenüber der Bank einzustehen hat, o hne aber über den entsprechenden Mehrwert im Sinne von getätigten Sanierungsarbeiten in ihren Liegenschaften zu verfügen. Dass ferner zwischen der Verletzung der Treuepflicht und dem Vermögensschaden ein Kausal- zusammenhang vorliegt, steht ausser Frage. Ebenso f raglos ist, dass der Beschuldigte im Hin- blick auf die Pflichtwidrigkeit seines Handelns, di e Vermögensschädigung und den Kausalzu- sammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten u nd dem Schaden vorsätzlich gehandelt hat. Sodann ist hinsichtlich des qualifizierten Tat bestandes zu konstatieren, dass sich der Be- schuldigte im nämlichen Umfang von CHF 23'000.-- zu folge der Begleichung von privaten Schulden anstelle der vorgesehenen Verwendung für d ie Sanierung der von ihm verwalteten Liegenschaften bereichert hat, worauf sich offensic htlich auch sein Vorsatz gerichtet hat. Eine Ersatzbereitschaft wird weder von ihm geltend gemac ht noch ist eine solche ersichtlich. In Be- zug auf dessen Einwand, wonach keine Schädigungsabs icht seinerseits auszumachen sei, nachdem er Solidarschuldner des Baukredites gewesen sei und folglich gemeinsam mit B.____ gehaftet habe, ist festzustellen, dass diese Ansich t aus zwei Gründen offensichtlich ins Leere zielt. Erstens hat der Beschuldigte im Gegensatz zu r Privatklägerin von der zweckentfremdeten Verwendung des Baukredites vollumfänglich profitier t, indem er damit im entsprechenden Um- fang seine eigenen privaten Schulden getilgt hat. U nd zweitens führt der Umstand, wonach der Beschuldigte C.____ Solidarschuldner für den Baukre dit gewesen ist, selbstredend nicht dazu, dass B.____ in der Höhe der vom Beschuldigten zweck entfremdeten Gelder aus ihrer Haftung Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht entlassen worden wäre. Da diese in ihrer Stellung a ls Solidarschuldnerin gegenüber der Kredit- geberin für den gesamten Betrag einzustehen hat, is t sie auf jeden Fall im Umfang der ohne Gegenwert verbrauchten Gelder als Geschädigte zu qu alifizieren. Nachdem nach herrschender Lehre und Praxis für die Erfüllung des Tatbestandes eine vorübergehende Schädigung genügt (vgl. NIGGLI , a.a.O., N 130 zu Art. 158 StGB, mit Hinweisen), k ann schliesslich eine nach dem inkriminierten Verhalten erfolgte allfällige güterr echtliche Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin keinen Einflus s auf die Strafbarkeit dessen Handelns ha- ben. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte C.___ _ in Abweisung seiner diesbezüglichen Berufung und dementsprechend in Bestätigung des ang efochtenen Urteils der ungetreuen Ge- schäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB schuldig zu erklären. 5. Tatbestand der sexuellen Nötigung 5.1.1 Im vorliegenden Fall wird dem Beschuldigten C.____ gestützt auf die Depositionen der Privatklägerin und unter Verweis auf den Anklagevorwurf gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft sowie die Darlegungen der Vorins tanz im angefochtenen Urteil (E. II. 3.1. lit. f S. 41 ff. bzw. E. 3.2 S. 43) zur Last gelegt , er habe die Privatklägerin in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2008 in der gemeinsamen Wohnun g in S.____ mittels körperlicher Gewalt zum Analverkehr gezwungen. Diese habe sich verbal g egen den Analverkehr ausgesprochen und darüber hinaus mehrfach erfolglos versucht, sich umzudrehen, um sich der analen Penetra- tion durch den Beschuldigten zu entziehen, womit si e ihren entgegenstehenden Willen ausrei- chend klar manifestiert und ausreichend Widerstand geleistet habe. Dieser Vorwurf wird vom Beschuldigten sowohl sachverhalts- als auch tatbestandsmässig bestritten. Bei der Prüfung des rechtserheblichen Sachverhaltes sind in erster Linie die nachfolgenden Beweise und Indizien zu würdigen: Die Strafanzeige der Privatklägerin vom 8. Oktober 2008 (act. 217 ff.), deren Depositionen anlässlich ihrer Einvernahme durch das Bezirksstatthalteramt Liestal vom 28. Oktober 2008 (act. 815 ff.) und anl ässlich der Videoeinvernahme vom 4. November 2008 (act. 829 ff.), anlässlich der Ein vernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 4. September 2013 (act. 1544.1 ff.) sowie anlässlic h der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 25. Januar 2016 bis zum 5. Februar 2016 (act. 4 555 ff.), die Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Einvernahme durch die Polizei Basel- Landschaft, Zentrale Ermittlung, vom 30. Januar 2009 (act. 1079 ff.), anlässlich der Ein vernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 10. September 2013 (act. 1544.69 ff.), anlässlich d er erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 25. Januar 2016 bis zum 5. Februar 2016 (act. 4555 ff.) sowie vor dem Kantonsgericht (Proto- koll KG), das psychiatrische Glaubhaftigkeitsgutach ten von Dr. med. D.____, Facharzt für Psy- chiatrie und Psychotherapie FMH in X.____, vom 24. März 2014 (act. 2110.137 ff.), dessen schriftliche Ergänzungen vom 28. September 2014 (ac t. 2110.289 ff.) und vom 20. November Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2015 (act. 2110.311 ff.) sowie seine Stellungnahme vom 20. Juni 2017 (act. KG), das foren- sisch-psychiatrische Gutachten von Prof. em. Dr. me d. E.____, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH in Y.____, vom 25. März 2017 (ac t. KG), ein Arztbericht der Psychiatrie Baselland vom 9. September 2013 (act. 2110.95 ff.) sowie der medizinische Bericht der inter- disziplinären Notfallstation des Kantonsspitals Lie stal vom 11. September 2013 (act. 2110.85 f.). 5.1.2 Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganze n BGer 6B_298/2010 vom 30. November 2010 E. 2.2 f.) ist die Prüfung der Gl aubhaftigkeit von Aussagen primär Sache des Gerichts. Eine Glaubwürdigkeitsbegutachtung dur ch eine sachverständige Person drängt sich nur bei Vorliegen besonderer Umstände auf. Bei der Abklärung des Wahrheitsgehalts von Zeugenaussagen hat sich die sogenannte Aussageanaly se weitgehend durchgesetzt. Nach dem empirischen Ausgangspunkt der Aussageanalyse erfordern wahre und falsche Schilderun- gen unterschiedliche geistige Leistungen. Überprüft wird dabei in erster Linie die Hypothese, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Um stände, der intellektuellen Leistungsfä- higkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vo rgenommen, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussageimmanente Qualitätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entst ehungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analys iert werden. Bei der Glaubhaftigkeits- begutachtung ist immer davon auszugehen, dass die A ussage auch nicht realitätsbegründet sein kann. Ergibt die Prüfung, dass diese Unwahrhypothese (Nullhypothese) mit den erhobenen Fakten nicht mehr in Übereinstimmung stehen kann, s o wird sie verworfen. Es gilt dann die Al- ternativhypothese, dass die Aussage wahr sei (BGE 1 33 I 33 E. 4.3, 129 I 49 E. 5, je mit Hin- weisen). Erforderlich ist dafür besonders auch die Analyse der Entstehungs- und Entwicklungs- geschichte der Aussage (Aussagegenese). Streng abge grenzt werden die allgemeine Glaub- würdigkeit, die sich auf die Person bezieht, und di e Glaubhaftigkeit, die nur gerade die spezifi- sche Aussage betrifft und eigentlicher Gegenstand d er aussagepsychologischen Begutachtung ist. Mit Hilfe der Realkennzeichen, die inhaltliche Qualitäten einer Aussage beschreiben, wird versucht, zwischen realitäts- oder erlebnisbegründe ten und phantasierten Aussagen zu diffe- renzieren (BGE 128 I 81 E. 2, mit Hinweisen). a) Die Vorinstanz hat zusammenfassend erwogen, dass d ie Aussagen von B.____ zu den sexuellen Übergriffen im Zeitraum von April 2004 bi s zum 14. Juli 2008 nicht glaubhafter seien als diejenigen des Beschuldigten, womit der diesbezügliche Anklagevorwurf nicht bewiesen sei. Demgegenüber wiesen ihre Angaben bezüglich der Bege benheit in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2008 sowohl in der Einvernahme vom 28. Okt ober 2008 als auch in der Videoeinver- nahme vom 4. November 2008 besondere Realkennzeiche n auf, die sie als glaubhaft erschei- nen liessen, weshalb die Anklage betreffend des in der fraglichen Nacht erzwungenen Analver- Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht kehrs grundsätzlich erstellt sei. Dieser Ansicht vermag das Kantonsgericht aus folgenden Über- legungen nicht zu folgen: b) In einem ersten Schritt ist festzustellen, dass zu r Untermauerung der Anklagevorwürfe keine objektiven Beweise vorliegen, namentlich hat keine gynäkologische oder rektale Untersu- chung der Privatklägerin stattgefunden, obwohl sich diese am 17. Juli 2008 und damit am Fol- getag des inkriminierten Vorfalls im Kantonsspital Liestal aufgehalten hat. Im entsprechenden medizinischen Bericht vom 11. September 2013 wird d iesbezüglich lediglich festgehalten, es seien soweit beurteilbar keine äusseren Verletzunge n bei der Einlieferung von B.____ festge- stellt worden, allerdings habe mangels Mitarbeit de r Patientin keine vollständige Untersuchung erfolgen können. Hingegen sei gemäss Beurteilung de r zugezogenen Psychiaterin die Diagno- se einer akuten Dekompensation bei aktenanamnestisc h bekannter chronisch-paranoider Schi- zophrenie festgestellt worden. Aufgrund der psychischen Dekompensation hat sich in der Folge die Privatklägerin vom 17. Juli bis zum 23. Juli 20 08 in der Psychiatrie Baselland aufgehalten. Diese hat in ihrem Bericht vom 9. September 2013 da rgelegt, es seien keine Verletzungen fest- gestellt worden; aus psychiatrischer Sicht sei von einer Dekompensation der schizophrenen Grunderkrankung nach Absetzen der neuroleptischen M edikation auszugehen, insbesondere mit vermehrten akustischen Halluzinationen als Haup tsymptom. Es sei denkbar, dass die psy- chische Dekompensation einer Interaktion mit dem Ehemann (unberechtigte Vorwürfe des Ehe- bruchs, Mitteilung der Trennung, diverse Drohungen, unter anderem mit Kindesentzug, sowie Tätlichkeiten) entstanden sei. Auf der anderen Seit e habe die Betroffene bei Eintritt offenbar psychotische Symptome gehabt, welche wohl dem Abset zen der neuroleptischen Medikation geschuldet seien. Insgesamt sei es gut denkbar, das s die Betroffene in den Wochen zuvor zu- folge des Absetzens der Medikation zunehmend psychotisch beeinträchtigt gewesen sei und im Zuge dessen einer ehelichen Auseinandersetzung weni ger gewachsen gewesen sei. Nachdem also die den inkriminierten Zeitraum betreffenden m edizinischen Berichte keinen relevanten Beitrag zur Klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes beizutragen vermögen und keine wei- teren objektiven Beweise vorliegen, stehen nachfolg end die Aussagen und das Aussageverhal- ten der Privatklägerin und des Beschuldigten sowie deren Verhalten im Allgemeinen im Zu- sammenhang mit der zur Anklage gebrachten sexuellen Nötigung im Zentrum der Würdigung. c) Hierbei ist in einem zweiten Schritt darauf hinzuw eisen, dass aufgrund der im Rahmen der Abklärungen der Invalidenversicherung bei der Priva tklägerin diagnostizierten Schizophrenie von der Staatsanwaltschaft eine Glaubhaftigkeitsbeg utachtung in Auftrag gegeben worden ist. In diesem Zusammenhang hat Dr. med. D.____ in seine m die Privatklägerin bzw. deren Aussa- gen betreffenden Gutachten vom 24. März 2014 zusammenfassend ausgeführt, nach den Krite- rien der Untersuchung der Glaubhaftigkeit anhand der Merkmale entsprechender Konsistenzkri- terien würden sich in der Analyse keine relevanten Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Aussagen zur mehrfachen Vergewaltigung, mehrfachen sexuellen Nötigung und mehrfachen Drohung ergeben. Unter dem Gesichtspunkt der Kriterien der Glaubhaftigkeitsbeurteilung hätten sich in der gutachterlichen Beurteilung der Aktenlage keine Hinweise ergeben, wonach Aussagen der Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Privatklägerin in dem Sinne unglaubhaft gewesen wär en, als diese von ihr intentional wider besseres Wissen konstruiert worden seien. Des Weite ren hätten sich in der gutachterlichen Analyse keine Hinweise ergeben, dass die Betroffene überhaupt an einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung im Tatzeitraum zwischen 2001 und 2008 oder zu einem späteren Zeit- punkt gelitten habe. Insbesondere widerspreche die Evidenz des über Jahre von der Betroffe- nen gezeigten Verhaltens ihren ausschliesslich bei ärztlichen Untersuchungen gemachten An- gaben über angeblich schwere Symptome aus dem Berei ch psychotischer Erkrankungen. Inso- fern habe aus gutachterlicher Sicht zu keinem Zeitp unkt des angegebenen Tatzeitraums und ebenfalls nicht zu den Zeitpunkten der Einvernahmen bis einschliesslich September 2013 eine schwere psychische Erkrankung vorgelegen, insbesond ere nicht in Form einer schizophrenen oder schizoaffektiven Erkrankung. Im Gegensatz zu D r. med. D.____ hat Prof. em. Dr. med. E.____ in ihrem forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 25. März 2017 bei der Privatklägerin eine schizoaffektive Störung (ICD-10 F 25.1) diagno stiziert, welche in gemischter Form sowohl Symptome einer mindestens mittelgradigen depressive n als auch einer schizophrenen Störung aufzeige. Der Verlauf sei gesamthaft als chronisch zu bezeichnen, wenngleich es offenbar im- mer wieder Zeiten gegeben habe, in denen die Sympto me weniger ausgeprägt vorhanden und die Betroffene zumindest nach aussen hin ein kaum a uffälliges Krankheitsbild geboten habe. In diesem Sinne sei auch die Videoeinvernahme zu werte n, die allerdings auch nicht ganz unauf- fällig erscheine, sondern einen kaum zu bremsenden Redefluss erkennen lasse, welcher für eine leichte Antriebssteigerung spreche und eine hy pomanische Gestimmtheit nicht ausschlies- se. Es erscheine wenig wahrscheinlich, dass die Bet roffene die psychische Störung vorgespielt habe. Erste Symptome seien bereits im Sommer 2004 v on Dr. med. G.____ beschrieben wor- den; es sei daher davon auszugehen, dass diese Störung seit spätestens 2004 bestehe. Neben der schizoaffektiven Störung leide die Betroffene w eiterhin unter rezidivierenden Angstzustän- den und Zwangshandlungen als Folgen ihres sexuellen Missbrauchs und den Gewalterfahrun- gen in der Kindheit und der Jugend (ICD-10 Z 61.4) sowie im Erwachsenenalter (ICD-10 Z 63.0). Die Auswertung des Aktenmaterials und der erhobenen eigenen Befunde würden die weitgehenden Schlussfolgerungen des Gutachtens von Dr. med. D.____ nicht stützen, sondern eher dafür sprechen, dass die Betroffene an einer p sychischen Störung erheblicher Schwere leide. In Ergänzung zu seinem Glaubhaftigkeitsgutac hten und unter Berücksichtigung der von Prof. em. Dr. med. E.____ zwischenzeitlich erhobene n Befunde legt Dr. med. D.____ in seiner Stellungnahme vom 20. Juni 2017 dar, aus seiner Sic ht bestehe nicht die Schwierigkeit, das Vorliegen einer aktuellen beeinträchtigenden psychotischen Erkrankung, in casu einer schizoaf- fektiven Störung, zu diagnostizieren, sondern die F rage zu beantworten, in welchem Grade die Beurteilte im Zeitraum der von ihr behaupteten Miss brauchshandlungen psychisch beeinträch- tigt gewesen sei. Seiner Ansicht nach bestünden erh ebliche Zweifel daran, dass die Betroffene im Zeitraum zwischen 2004 und 2007 tatsächlich an e inem Verfolgungs- oder Beeinträchti- gungswahn gegenüber ihrem Ehemann gelitten habe. Di es bedeute, dass selbst wenn man letztlich für den damaligen Zeitraum bereits das Be stehen einer schizoaffektiven Erkrankung bejahen sollte, diese sich nicht in einer Einschrän kung auf die Aussagetüchtigkeit und die Glaubwürdigkeit der Betroffenen ausgewirkt habe. Un geachtet der Tatsache, dass sich die me- Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht dizinischen Experten augenscheinlich bezüglich der Frage, ob die Privatklägerin zum Zeitpunkt sowohl des inkriminierten Tatzeitraums als auch zu den Zeitpunkten der Einvernahmen bis ein- schliesslich September 2013 an einer schweren psych ischen Beeinträchtigung, namentlich ei- ner schizophrenen oder schizoaffektiven Erkrankung, gelitten hat, nicht einig sind, besteht of- fenbar immerhin soweit Konsens, dass selbst bei Ann ahme einer solchen Diagnose die Glaub- haftigkeit der Aussagen der Betroffenen im Hinblick auf den Tatvorwurf grundsätzlich nicht in Zweifel gezogen wird. Damit ist die Rüge des Beschu ldigten, wonach nicht auf die Aussagen von B.____ abgestellt werden dürfe, da diese spätestens seit 2004 unter wahnhaften Störungen leide und es damit an ihrer Aussagetüchtigkeit mangle, unbegründet. d) Im Hinblick auf die konkrete Würdigung der Aussage n der Privatklägerin ist festzustellen, dass diese zwar viel erzählt hat was sich vor und n ach dem angeblichen sexuellen Missbrauch ereignet haben soll, in Bezug auf das eigentliche K erngeschehen sind ihre Aussagen aber in ihrer Gesamtheit inhaltlich inkohärent und detailar m bzw. sehr allgemein gehalten. So hat sie diesbezüglich anlässlich ihrer Einvernahme vom 28. Oktober 2008 lediglich zu Protokoll gege- ben, nachdem er in dieser Nacht vaginal in sie eing edrungen sei, habe er gesagt, dass er so gar nichts spüre und sie es ja auf die harte Tour l iebe. Danach sei er anal in sie eingedrungen. Sie habe ein paar Mal zu ihm gesagt, dass sie das n icht wolle, und wenn sie sich zu ihm habe umdrehen wollen, um mit ihm zu reden, habe er sie e infach wieder zurück in die Kissen ge- drückt. Von dem Zeitpunkt an, als sie gemerkt habe, dass er sie zum Analverkehr habe überre- den wollen, habe sie nicht mehr gewollt. Sie habe i hm das mehrmals gesagt und ihn auch weg- zudrücken versucht. Aber er habe sie dazu gezwungen und sei einfach anal in sie eingedrun- gen (act. 823). Nicht dargelegt wird jedoch beispielsweise, wie der Beschuldigte die Privatkläge- rin zum Analverkehr gezwungen haben soll, und wie e r nach dem vaginalen Geschlechtsver- kehr es gegen ihren Willen geschafft haben soll, an al in sie einzudringen. Hierbei ist darauf hin- zuweisen, dass die Privatklägerin zwar in allgemein er Form deponiert hat, die Sexualität zwi- schen ihnen sei immer so gewesen, wenn er gewollt habe und sie nicht, habe es einfach Schlä- ge gehagelt (act. 825). In Bezug auf den inkriminie rten Vorfall wird der Vorwurf, er habe sie mit Schlägen gefügig gemacht, aber gerade nicht erhoben . Desgleichen ergeben sich auch aus ihren weiteren Aussagen keine Hinweise darauf, inwi efern sich der Beschuldigte eines Nöti- gungsmittels bedient haben soll. Anlässlich ihrer Videoeinvernahme vom 4. November 2008 hat die Privatklägerin nach sehr ausführlichen Darlegun gen zur Vorgeschichte zum inkriminierten Vorfall bloss ausgeführt, dann sei er eben zuerst v aginal in sie eingedrungen und habe dann gesagt, irgendwie gefalle ihm das nicht, weil er da s Gefühl habe, sie rieche anders und er müs- se jetzt etwas anderes haben. Und dann sei er halt anal in sie eingedrungen. Sie habe sich dann halt gewehrt, weil sie das nicht gewollt habe. Sie müsse ihn vermutlich auch gekratzt ha- ben, weil er sie quasi seitlich geschubst, hinten g epackt und sie immer wieder in die Kissen ge- drückt habe (act. 965). Wie der Beschuldigte anal in sie eingedrungen sein soll und wie sie sich gewehrt haben will, wird aus diesen Ausführungen wi ederum nicht erhellt. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht hat die Priva tklägerin schliesslich gar keine Aussagen mehr zum inkriminierten Tatbestand getätigt. Angesi chts der im Kerngeschehen dürftigen Aus- Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht sagen existieren nach Ansicht des Kantonsgerichts e ntgegen den Erkenntnissen des Strafge- richts gerade keine zahlreichen Realkriterien, welc he die Angaben der Privatklägerin glaubhaft erscheinen liessen. Als solche zu erkennen sind zwa r das von der Privatklägerin beschriebene ungewöhnlich aggressive Verhalten des Beschuldigten , welches sich ohne Weiteres auf den von ihm entdeckten Verkehr via SMS zwischen ihr und L.___ zurückführen lässt, sowie den von ihr zur Entlastung des Beschuldigten geschilderten einvernehmlichen vaginalen Beischlaf, wel- cher unmittelbar vor dem angeblich erzwungenen anal en Geschlechtsverkehr stattgefunden haben soll. Auf der anderen Seite stechen aber namh afte Widersprüche in ihren Aussagen her- vor. Widersprüchlich sind zunächst ihre Schilderung en in Bezug auf die Beendigung des inkri- minierten Missbrauchs. Einerseits hat sie ausgesagt , der Beschuldigte habe sein Tun selbstän- dig abgebrochen (act. 823 f.), andererseits hat sie deponiert, sie habe sich von ihm lösen kön- nen, als er noch „richtig im Akt“ gewesen sei (act. 965 Zeile 3573 f.). Die Vorinstanz sieht so- dann im Umstand, wonach die Privatklägerin nach dem behaupteten Übergriff den Beschuldig- ten auf dem Balkon mit dem Vorwurf konfrontiert hab en will, sie nun vergewaltigt zu haben – was allerdings nicht in das Bild einer missbrauchte n Frau passe und erstaune angesichts ihrer Behauptung, von diesem seit Jahren regelmässig verg ewaltigt und dabei auch zu schmerzhaf- tem Analverkehr gezwungen worden zu sein – einersei ts einen Widerspruch bezüglich der be- haupteten langjährigen sexuellen Übergriffe und and ererseits ein Realkennzeichen hinsichtlich des angeklagten Vorfalls vom 15. auf den 16. Juli 2 008. Für das Kantonsgericht hingegen stellt die Behauptung, den Beschuldigten ausgerechnet in d er Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2008 mit seinem Verhalten konfrontiert und diesem eine V ergewaltigung vorgeworfen zu haben, ob- wohl dessen Verhalten gemäss ihren eigenen Aussagen lediglich Teil ihres Alltags gewesen sein soll, bloss ein weiterer Widerspruch dar. Glei chermassen widersprüchlich ist ihre Aussage, sie habe den Beschuldigten im Anschluss an den wege n Potenzproblemen abgebrochenen Analverkehr beruhigen wollen, indem sie gesagt habe , dass es vielleicht wegen des langen Fluges sei (act. 823), da sich eine solche verbale Aufmunterung schlechterdings nicht mit dem Vorwurf in Einklang bringen lässt, dass er sie unmi ttelbar davor gegen ihren Willen anal pene- triert haben soll. Dies gilt umso mehr, als weder Hinweise darauf bestehen noch behauptet wird, sich mit diesem tröstenden Verhalten vor weiteren Ü bergriffen geschützt zu haben. Die Tatsa- che, dass die Depositionen der Privatklägerin das K antonsgericht in ihrer Gesamtheit nicht zu überzeugen vermögen, lässt sich im Übrigen unter Ve rweis auf die vorinstanzlichen Erwägun- gen zu den Voraussetzungen, um von der gutachterlic hen Einschätzung abweichen zu können (E. II.3.1 lit. d S. 37 f.), auch mit der Schlussfo lgerung des Gutachters, welcher die Aussagen der Privatklägerin zum sexuellen Missbrauch als gla ubhaft eingestuft hat, in Einklang bringen, zumal diese im Verlaufe ihres Lebens von ihrem Onkel sexuell missbraucht worden sein soll. e) Im Hinblick auf die Aussagen des Beschuldigten ist zu konstatieren, dass dieser in seinen Depositionen aus seiner Sichtweise zwar die Vorgesc hichte vor dem inkriminierten Ereignis relativ gleich geschildert hat wie die Privatkläger in, in der Folge aber konstant bestritten hat, dass es in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2008 überhaupt in irgendeiner Form zum Ge- schlechtsverkehr gekommen ist (Einvernahme vom 30. Januar 2009 [act. 1095]: "Wahrschein- Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht lich wollte sie Sex mit mir haben. Ich sagte zu ihr , dass ich müde bin"; [act. 1101]: "Nein, ich habe auch in dieser Zeit nie versucht, mit ihr zu s chlafen"; Einvernahme vom 10. September 2013 [act. 1544.75]: "Ich habe weder Sex mit ihr ge habt noch sonst etwas"; Aussagen vor dem Strafgericht [act. 4661]: "Ich hatte an dem Abend k einen Sex mit ihr, das ist absurd"; "Ich hatte in dieser Nacht keine sexuelle Beziehung mit ihr"; [act. 4663]: "Wir hatten seit langem keinen Sex miteinander. Ich kam nicht auf den Gedanken, Se x zu haben"; Aussagen vor dem Kan- tonsgericht [Protokoll KG S. 9]: "In der Nacht vom 15./16. Juli 2008 hatten wir überhaupt keinen sexuellen Kontakt miteinander"). Wenngleich die Aus sagen des Beschuldigten in ihrer Gesamt- heit zweifellos ebenfalls nicht frei von Widersprüc hen sind, sind sie in Bezug auf das Kernge- schehen doch insoweit konsistent, als ein sexueller Kontakt zum fraglichen Zeitpunkt gleichblei- bend in Abrede gestellt wird. Zufolge dieses Bestreitens lassen sich die Aussagen naturgemäss auch nicht auf das Vorhandensein von Realkennzeichen überprüfen. Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang immerhin, dass keine Anhaltspunkte vor liegen, wonach das Bestreiten eines sexuellen Kontakts zum fraglichen Zeitpunkt von vor nherein als unglaubhaft zurückzuweisen wäre. Im Resultat erscheinen daher dem Kantonsgeric ht die Aussagen der Privatklägerin nicht nur zu den sexuellen Übergriffen im Zeitraum von Ap ril 2004 bis zum 14. Juli 2008, sondern auch in Bezug auf die Begebenheiten in der Nacht vo m 15. auf den 16. Juli 2008 nicht als glaubhafter als die diejenigen des Beschuldigten. f) In einem letzten Schritt ist sodann das allgemeine Verhalten der beiden Involvierten und insbesondere dasjenige des angeblichen Opfers zu wü rdigen. Hierbei ist den Einwänden des Beschuldigten insofern Recht zu geben, als gewisse Verhaltensweisen der Privatklägerin rund um den inkriminierten Sachverhalt bei objektiver Be urteilung nicht ohne Weiteres nachvollzieh- bar bzw. zumindest auffällig sind. So steht beispielsweise hinsichtlich der Entstehungsgeschich- te der diesbezüglichen Aussagen von B.____ fest, da ss die Privatklägerin im Zusammenhang mit einem erbittert geführten Eheschutz- und Sorger echtsstreit zahlreiche Anzeigen gegen den Beschuldigten erstattet hat, wobei der entsprechende Vorwurf des sexuellen Missbrauchs aller- dings erst in der fünften Anzeige erhoben worden is t, ohne dass es hierfür eine Begründung geben würde (vgl. Anzeige vom 23. Juli 2008 wegen T ätlichkeiten und Drohung [act. 1545 ff.]; Anzeige vom 7. August 2008 betreffend Drohung, einf ache Körperverletzung, mehrfacher Dieb- stahl, mehrfache Sachentziehung, mehrfacher betrüge rischer Missbrauch einer Datenverarbei- tungsanlage, Vergehen gegen das Waffengesetz [act. 123 ff.]; Anzeige vom 12. August 2008 in Ergänzung zur Anzeige vom 7. August 2008 [act. 1601 ff.]; Anzeige vom 18. September 2008 wegen Drohung, Nötigung und Beschimpfung [act. 2783 ff.] und schliesslich Anzeige vom 8. Oktober 2008 betreffend Ehrverletzung, Drohung, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Tät- lichkeiten, Körperverletzung, Gefährdung des Lebens , Diebstahl, Entziehung von Unmündigen etc. [act. 217 ff.]). Ohne dies für vorliegenden Fa ll zu implizieren entspricht es doch allgemein formuliert einer gerichtsnotorischen Tatsache, dass es in umkämpften Eheschutz- und insbe- sondere Sorgerechtsstreitigkeiten als probates Mittel gesehen wird, den Partner wegen Gewalt- und Missbrauchsdelikten zu beanzeigen, weshalb diese Vorwürfe besonders kritisch zu beurtei- len sind. Diesbezüglich hat bereits das Strafgericht korrekterweise festgestellt (vgl. E. II.3.1 lit. e Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht S. 38), dass auf Seiten der Privatklägerin eine Ten denz zu einem interessengesteuerten Aus- sageverhalten ausgemacht werden könne und ihr teilw eise taktisches Aussageverhalten impo- niere, wobei generell festgestellt werden könne, da ss die von B.____ erhobenen Vorwürfe im Eheschutzverfahren grundsätzlich geeignet gewesen wären, ihre Position in Bezug auf die Fra- ge der Obhut zu stärken. Ebenfalls unbestritten ist ferner, dass die Privatklägerin mit ihren Kin- dern am Tag nach den angeblichen Vorkommnissen das Schwimmbad besucht hat. Wenn- gleich es naheliegt, dass sie dies in erster Linie zur Unterhaltung ihrer Kinder getan hat, er- scheint das Verhalten nach einem behaupteten sexuel len Missbrauch mit Verletzungsfolge am Anus doch eher als ungewöhnlich, zumal sie nach dem dort erhaltenen Anruf des Beschuldig- ten offenbar sogar gehofft hat, von ihm mit einem N achtessen überrascht zu werden (act. 831 f.). Nicht zu verkennen ist indes, dass s ich der fragliche Vorfall zugetragen hat, nach- dem der Beschuldigte Kenntnis erlangt hat vom Umsta nd, dass sich seine Ehefrau mit seinem Nachbarn L.____ via SMS ausgetauscht hat, womit es nicht als völlig abwegig von der Hand zu weisen ist, dass er diese mit einem Akt sexueller Dominanz hat konfrontieren wollen. g) Zusammenfassend ist – nebst der Tatsache, dass gew isse Ungereimtheiten im Verhalten der Privatklägerin durch das Kantonsgericht nicht r estlos geklärt werden können – vor allem zu konstatieren, dass die Aussagen von B.____ angesich ts ihrer Inkohärenz und Detailarmut so- wohl in sich selbst nicht als überzeugend als auch im Verhältnis zu denjenigen des Beschuldig- ten nicht als glaubhafter einzustufen sind. Infolgedessen ist festzuhalten, dass die zu würdigen- den Beweismittel und Indizien in Nachachtung der Maxime "in dubio pro reo" dazu führen, dass Zweifel am inkriminierten Sachverhalt nicht beseiti gt werden können. Insbesondere lässt sich die bei der Aussageanalyse zu Beginn gestellte Null hypothese – d.h. die Annahme, dass die Opferaussagen nicht realitätsbegründet sind – trotz allfälliger Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten angesichts der mangelhaften Quali tät der Depositionen der Privatklägerin nicht umstossen. Dies hat zur Konsequenz, dass im H inblick auf die nachfolgende rechtliche Würdigung der inkriminierte Sachverhalt als nicht e rstellt gilt. Zu Gunsten des Beschuldigten ist daher davon auszugehen, dass in der Nacht vom 15. a uf den 16. Juli 2008 wie von ihm be- hauptet entweder gar kein Geschlechtsverkehr stattg efunden hat, oder – soweit ein sexueller Kontakt stattgefunden haben soll und in diesem Zusa mmenhang auch Analverkehr geplant ge- wesen ist, wobei sich der Beschuldigte aufgrund der Eifersuchtsgeschichte mit L.____ womög- lich gröber verhalten hat als bei früheren Handlung en der nämlichen Art – dass dieser die Pri- vatklägerin zumindest nicht mit Hilfe eines Nötigun gsmittels gegen deren erkennbaren Willen anal penetriert hat. h) Davon ausgehend, dass im vorliegenden Fall zum fra glichen Zeitpunkt überhaupt kein sexueller Kontakt zwischen dem Beschuldigten und de r Privatklägerin bestanden hat, kann selbstredend auch keine sexuelle Nötigung erfolgt s ein. Soweit ein sexueller Kontakt stattge- funden haben soll und in diesem Zusammenhang auch A nalverkehr geplant gewesen oder al- lenfalls sogar versucht worden ist, wobei sich der Beschuldigte aufgrund der Eifersuchtsge- schichte mit L.____ womöglich gröber verhalten hat als bei früheren Handlungen der nämlichen Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art, ist festzustellen, dass nach Ansicht des Kanto nsgerichts weder substantiierte Hinweise auf die Anwendung von körperlicher Gewalt im Sinne eine s Nötigungsmittels vorliegen noch kon- krete Umstände darauf hindeuten, dass in dieser Nacht der Analverkehr im Gegensatz zu frühe- rem zugestandenen Analverkehr, welchen B.____ gemäs s eigenem Bekunden nicht gewollt aber dennoch toleriert hat, vorsätzlich gegen deren erkennbaren Willen im Sinne eines Miss- brauchs erfolgt ist. i) Gestützt auf diese Erwägungen ist der Beschuldigte in diesbezüglicher Gutheissung sei- ner Berufung und in dementsprechender Abänderung de s vorinstanzlichen Urteils vom Vorwurf der sexuellen Nötigung – angeblich begangen in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2008 an seiner damaligen Ehefrau B.____ – freizusprechen. 6. Tatbestand der versuchten Erpressung 6.1.1 Dem Beschuldigten C.____ wird in diesem Zusammenha ng in der Anklageschrift zur Last gelegt, er habe zwischen Juli 2008 und Ende Novembe r 2008 mehrfach in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht von seiner damaligen Ehefrau B.____ verlangt, dass diese seinen Forde- rungen, die beiden gemeinsamen Eigentumswohnungen a n der P.____strasse 8.____ in Y.____ auf ihn zu überschreiben, die Eigentumswohnu ng in der Türkei auf seinen Vater zu überschreiben und auf Unterhaltszahlungen sowie auf das Sorgerecht zu verzichten, entspre- chen solle, ansonsten er von deren Vater N.____ mit Hilfe des simulierten Darlehensvertrages, welchen das Ehepaar C.____ und B.____ am 30. März 2 004 mit dem Vater von B.____ abge- schlossen habe, CHF 182’000.-- einfordern werde, ob wohl der Beschuldigte um das Nichtbe- stehen der Forderung gewusst habe. Der simulierte D arlehensvertrag mit dem Inhalt, dass N.____ die am 30. März 2004 erhaltenen CHF 182’000. -- bis Ende Februar 2005 an das Ehe- paar C.____ und B.____ zurückzuzahlen habe, habe ur sprünglich dem Zweck gedient, die Be- steuerung der rund CHF 180’000.--, welche N.____ ei n Jahr zuvor, am 31. März 2003, aus sei- ner Pensionskasse ausbezahlt worden seien und bis F ebruar 2005 auf einem Freizügigkeits- konto deponiert gewesen seien, zu umgehen. In der F olge hätten sich aber weder B.____ noch N.____ dazu bringen lassen, den Forderungen des Beschuldigten Folge zu leisten. 6.1.2 Der in der Anklageschrift zusammengefasste Sachver halt wird vom Beschuldigten bestrit- ten. Nach dem erstinstanzlichen Freispruch vom Vorw urf der versuchten Erpressung hat B.____ in ihrer Stellung als Privatklägerin diesbez üglich Anschlussberufung erklärt und im We- sentlichen dargelegt, es sei angesichts der Tatsach e, wonach N.____ der deutschen Sprache nicht mächtig sei und Darlehensverträge in türkisch en Kulturkreisen traditionell mündlich abge- schlossen würden, nicht nachvollziehbar, weshalb de r angebliche Darlehensvertrag vom 30. März 2004 schriftlich und in deutscher Sprache ausgefertigt worden sei. Für einen simulier- ten Darlehensvertrag spreche sodann, dass dessen Be endigung per Ende Februar 2005 ver- einbart worden sei, der Beschuldigte jedoch erst ru nd drei Jahre später die Rückzahlung des Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht Darlehens eingefordert habe. Im Übrigen seien die i n diesem Zusammenhang getätigten Aus- sagen von C.____ unglaubhaft und in hohem Masse wid ersprüchlich. Im Resultat sei davon auszugehen, dass C.____ seiner damaligen Ehefrau mi t der Vollstreckung einer fingierten For- derung gedroht habe, wodurch der Tatbestand der ver suchten Erpressung erfüllt sei. Demge- genüber ist der Beschuldigte der Ansicht, die Angab en der Privatklägerin seien sicherlich nicht glaubhafter als seine, und die Depositionen seines ehemaligen Schwiegervaters dürften von Anfang an nicht verwertet werden, nachdem dieser tr otz entsprechenden Antrags nie mit ihm konfrontiert worden sei. Im Übrigen liege die Tatsa che, wonach der Vertrag in deutscher Spra- che verfasst worden sei, darin begründet, dass B.____ fliessend deutsch spreche und ihn ihrem Vater übersetzt habe. 6.2.1 Die Argumentation der Privatklägerin vermag das Kan tonsgericht nicht dahingehend zu überzeugen, dass dieses zu einer von der Vorinstanz abweichenden Würdigung gelangen wür- de. Zutreffend ist zwar, dass nicht einsichtig ersc heint, weshalb der betreffende Darlehensver- trag zwischen den damaligen Ehegatten C.____ und B. ____ einerseits und dem Vater der Pri- vatklägerin vom 30. März 2004 (act. 2837 f.) in deu tscher statt in türkischer Sprache abgefasst worden ist. Gleichermassen ist es als nicht konsistent zu bezeichnen, dass in § 5 des Vertrages die Laufzeit des Darlehens befristet und die Auszah lung (richtigerweise Rückzahlung) per Ende Februar 2005 vereinbart worden, die tatsächliche Rü ckzahlung unbestrittenermassen aber erst drei Jahre später eingefordert worden ist. Ebenso s ind die im Verlaufe des Verfahrens abgege- benen Erklärungen des Beschuldigten für das Bestehe n dieses Vertrages, wonach er N.____ etappenweise insgesamt CHF 180'000.-- in bar zwecks Baus eines Hauses in der Türkei aus- gehändigt habe (act. 1365), dass es sich um eine fa miliäre Angelegenheit gehandelt habe (act. 1544.101), dass er vergessen habe, wofür der Vertrag verwendet worden sei bzw. dass es dabei um eine inzwischen geklärte Schuldenaufstellu ng gegangen sei (act. 4687 ff.) nicht wi- derspruchsfrei. Auf der anderen Seite hat aber scho n die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass auch die Sachverhaltsversion von B.____, wonach ihr Vater am 31. März 2003 von seiner Pen- sionskasse den Betrag von CHF 176'236.-- auf sein K onto bei der Credit Suisse in S.____ überwiesen erhalten habe, gestützt auf den objektiv ierten zeitlichen Ablauf in den Akten nicht zutreffend sein kann. So ist diesem vielmehr sein P ensionskassenguthaben im Umfang von CHF 182'706.-- am 3. April 2003 der Freizügigkeitss tiftung 2. Säule des Kantons Zürich bei der Credit Suisse gutgeschrieben und erst anschliessend am 1. Februar 2005 von der Freizügig- keitsstiftung ein Betrag von CHF 169'255.-- auf sei n Konto bei der Credit Suisse in S.____ überwiesen worden (act. 1005 f., 1544.19, 1544.39, 1544.43, 2843). Insofern ist nicht ersicht- lich, weshalb der Beschuldigte bereits am 30. März 2004 seine damalige Ehefrau und ihren Va- ter mit einem simulierten Vertrag überredet haben s ollte, die Behörden über den Verbleib des Pensionskassenguthabens des Schwiegervaters zu täus chen, nachdem dieser überhaupt erst Anfang Februar 2005 Zugriff darauf gehabt hat. Da N .____ die Schweiz im April 2003 zu einem Zeitpunkt verlassen hat, als er noch keinen Zugang zu seinem Pensionskassenguthaben ge- habt hat, auf der anderen Seite aber der Beschuldig te zufolge des Verkaufs der Wohnung an der R.____strasse sowie der Auflösung seiner eigene n Pensionskasse über ausreichend finan- Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht zielle Mittel verfügt hat, erscheint es nicht als a usgeschlossen, dass C.____ tatsächlich seinen damaligen Schwiegervater unterstützt und den Vertra g zur Sicherung seiner Forderung im Hin- blick auf die zu erwartende Auszahlung des Pensions kassenguthabens per Anfang Februar 2005 entworfen hat. Gestützt auf diese Erwägungen k ann unter Berücksichtigung der Maxime "in dubio pro reo" bei der Feststellung des massgeb lichen Sachverhalts nicht ohne vernünftige Zweifel davon ausgegangen werden, dass es sich beim Darlehensvertrag vom 30. März 2004 um einen simulierten Vertrag gehandelt hat. Selbst wenn aber von einem simulierten Vertrag auszugehen wäre, mit dem Zweck, zu Gunsten von N.____ die Herkunft der CHF 182'000.-- als Pensionskassenguthaben zu verschleiern bzw. die dar auf anfallenden Steuern zu umgehen, wäre damit noch nicht dargelegt geschweige denn ang esichts der sich diametral widerspre- chenden Aussagen der Involvierten objektiv bewiesen , dass der Beschuldigte diesen Vertrag auch tatsächlich verwendet hat, um seinen in der An klageschrift geschilderten Forderungen Nachdruck zu verleihen. Im Ergebnis muss somit der inkriminierte Sachverhalt als nicht erstellt erachtet werden. 6.2.2 Nach Art. 156 Ziff. 1 StGB wird wegen Erpressung m it Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu berei- chern, jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstli cher Nachteile zu einem Verhalten be- stimmt, wodurch dieser sich selber oder einen anderen am Vermögen schädigt. Führt der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens ode r Vergehens begonnen hat, die strafba- re Tätigkeit nicht zu Ende oder tritt der zur Volle ndung der Tat gehörende Erfolg nicht ein oder kann dieser nicht eintreten, so kann das Gericht di e Strafe mildern (Art. 22 Abs. 1 StGB). Wie vorgängig dargelegt, ist nach Auffassung des Kanton sgerichts nicht zweifelsfrei erstellt, dass der Beschuldigte mittels eines simulierten Vertrages gegenüber seinem ehemaligen Schwieger- vater versucht hat, seine damalige Ehefrau zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Da die Anklage zudem dem Beschuldigten nicht vorhält, vers ucht zu haben, die Privatklägerin gestützt auf einen echten Darlehensvertrag zu einem bestimmt en Verhalten zu motivieren, fällt diese Tatbestandsvariante ebenfalls von vornherein ausser Betracht, wobei in diesem Fall wie von der Vorinstanz zu Recht bemerkt das Tatbestandsmerk mal des ernstlichen Nachteils zweifellos nicht vorliegen würde. Demzufolge ist der Tatbestand der versuchten Erpressung nach Art. 156 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB gestützt auf den massgeblichen Sachverhalt nicht erfüllt, womit der Beschuldigte C.____ vom di esbezüglichen Vorwurf in Abweisung der Anschlussberufung der Privatklägerin B.____ und in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils freizusprechen ist. 7. Strafzumessung 7.1.1 (…) 7.1.2 (…) Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.2.1 (…) 7.2.2 (…) 7.2.3 (…) 7.2.4 (…) 7.3 (…) 8. Genugtuung 8.1 Nach Art. 429 Abs. 1 StPO hat die beschuldigte Per son, wenn sie ganz oder teilweise freigesprochen wird oder wenn das Verfahren gegen s ie eingestellt wird, Anspruch auf: Ent- schädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene A usübung ihrer Verfahrensrechte (lit. a); Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die i hr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (lit. b); Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freihei tsentzug (lit. c). Gemäss Abs. 2 von Art. 429 StPO prüft die Strafbehörde den Anspruch v on Amtes wegen; sie kann die beschuldig- te Person auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen. Voraussetzung ist, dass eine besonders schwere Verletzung der persönlichen Verhä ltnisse gemäss Art. 28 ZGB und Art. 49 OR vorliegt (BGer 6B_53/2013 vom 8. Juli 2013 = Pra 2013 Nr. 108 E. 3.2). Als Beispiele kön- nen neben der ungerechtfertigten Haft die publik ge wordene Hausdurchsuchung, eine sehr lan- ge Verfahrensdauer oder eine breite Darlegung in de n Medien genannt werden, wie auch allfäl- lige Probleme im Familien- und Beziehungsleben durc h die Strafuntersuchung oder persönlich- keitsverletzende Äusserungen von Strafbehörden. Für eine Genugtuung nicht genügen sollen die mit jedem Strafverfahren einhergehenden psychis chen Belastungen sowie die geringfügige Blossstellung und Demütigung nach aussen. In andere n Fällen als dem des ungerechtfertigten Freiheitsentzugs hat die betroffene Person die Schw ere der Verletzung glaubhaft zu machen (S TEFAN WEHRENBERG / FRIEDRICH FRANK , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafpro- zessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 27 ff. zu Art. 429 StPO, mit Hinweisen; NIKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH , Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zü- rich/St. Gallen 2017, N 1816, mit Hinweisen). Materiellrechtlich beurteilt sich der Anspruch nach Art. 28a Abs. 3 ZGB und Art. 49 OR. Erforderlich is t, dass die erlittene Persönlichkeitsverlet- zung mit dem Strafverfahren in einem Kausalzusammen hang im Sinne des Haftpflichtrechts steht. Der Ansprecher muss die behauptete Persönlic hkeitsverletzung darlegen und beweisen (BGer 6B_192/2015 vom 9. September 2015 E. 1.2, mit Hinweisen). Die Genugtuung gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO ist nach richterlichem Ermessen festzulegen. Das Bundesrecht setzt keinen bestimmten Mindestbetrag fest. Bei der Ausüb ung des Ermessens kommt den Beson- Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht derheiten des Einzelfalles entscheidendes Gewicht z u (BGer 6B_534/2014 vom 25. September 2014 E. 1.3). 8.2.1 Die Privatklägerin B.____ hat zwar im Rahmen ihrer Eingabe vom 6. Dezember 2017 den Antrag vorgebracht, wonach Ziff. II.2 des angefocht enen Urteils insofern abzuändern sei, als C.____ dazu zu verurteilen sei, ihr unter Vorbehalt einer Mehrforderung eine Genugtuung in der Höhe von CHF 5'000.-- zu bezahlen. Wie hierzu aber bereits ausgeführt (oben E. 1.2), kann sowohl mangels entsprechenden Rechtsbegehrens in de r Anschlussberufungserklärung vom 17. August 2016 als auch angesichts des generellen Rückzugs der Anschlussberufung (mit Ausnahme bezüglich Anklagepunkt 14 der Anklageschri ft vom 4. Mai 2015) auf dieses Begeh- ren nicht eingetreten werden. Abgesehen davon wäre bei einer allfälligen materiellen Beurtei- lung das Begehren zufolge des Freispruchs des Beschuldigten C.____ vom Vorwurf der sexuel- len Nötigung abzuweisen gewesen. Zufolge dieses Fre ispruchs ist im Übrigen auch die erstin- stanzlich zugesprochene Genugtuung im Umfang von CH F 500.-- gemäss Ziffer II.2. lit. a des angefochtenen Urteilsdispositivs aufzuheben bzw. di e Genugtuungsforderung von B.____ ist insgesamt abzuweisen. 8.2.2 Der Beschuldigte C.____ macht eine Genugtuung in der Höhe von CHF 10'000.-- geltend und begründet dies im Wesentlichen damit, dass das Strafverfahren ihn finanziell stark belastet, in seinem Ansehen geschädigt und ihn entsprechend s ozial isoliert habe. Ausserdem sei es unter dem starken Druck des Strafverfahrens zu eine r psychischen Erkrankung seinerseits ge- kommen. Dem Gesuch des Beschuldigten kann nicht ent sprochen werden, was sich folgen- dermassen begründet: In einem ersten Schritt ist festzuhalten, dass der Beschuldigte mit vorlie- gendem Urteil der Erfüllung der Straftatbestände de s gewerbsmässigen Betruges sowie der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt wird, womit bereits feststeht, dass in d iesem Umfang die Grundlagen für eine Genug- tuung von vornherein nicht gegeben sind. Auf der an deren Seite ist in einem zweiten Schritt zu konstatieren, dass der Beschuldigte mit Urteil des Kantonsgerichts vom Vorwurf der sexuellen Nötigung an B.____ freigesprochen wird, und er über dies bereits mit erstinstanzlichem Urteil von der Anklage der mehrfachen sexuellen Nötigung u nd mehrfachen Vergewaltigung, began- gen im Zeitraum von April 2004 bis 14. Juli 2008, d er Urkundenfälschung, der Veruntreuung, des mehrfachen Diebstahls, des mehrfachen betrügeri schen Missbrauchs einer Datenverarbei- tungsanlage sowie der mehrfachen versuchten Erpress ung freigesprochen worden ist. Darüber hinaus sind die Verfahren betreffend mehrfacher Sac hentziehung, mehrfacher, teilweise ver- suchter Nötigung, mehrfacher Drohung, mehrfacher ve rsuchter, eventualiter mehrfacher Dro- hung, einfacher Körperverletzung, Unterlassung der Nothilfe, Entziehens von Unmündigen, grober Verletzung der Verkehrsregeln sowie Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand aufgrund des Eintritts der Verjährung einge stellt worden. Diese Freisprüche bzw. Ver- fahrenseinstellungen indizieren zumindest eine Prüf ung des geltend gemachten Anspruchs durch die Strafbehörden. Die Vorinstanz hat in dies em Zusammenhang den Antrag von C.____ auf Ausrichtung einer Genugtuung zwar abgewiesen, d ies im Urteil aber mit keinem Wort be- Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht gründet. Für das Kantonsgericht ist hierbei entsche idend, dass gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO ein Genugtuungsanspruch der beschuldigten Pers on grundsätzlich nur bei besonders schweren Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnis se, insbesondere bei Freiheitsentzug, be- steht, wobei der Ansprecher die behauptete Persönli chkeitsverletzung darlegen und beweisen muss. Nachdem in casu gegenüber dem Beschuldigten keine Haft angeordnet worden ist, kann nur fraglich sein, ob die übrigen Umstände des konk reten Falles geeignet sind, einen Genugtu- ungsanspruch von C.____ zu begründen, was zu vernei nen ist. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, wonach gegenüber dem Beschuldigten übermässige bzw. besonders persön- lichkeitsverletzende Zwangsmassnahmen angeordnet wo rden wären. Ebenso ist nicht erstellt, dass die Strafangelegenheit eine breite Darlegung i n den Medien gefunden hätte oder dass persönlichkeitsverletzende Äusserungen von Strafbeh örden vorliegen würden. Die ohne Frage bestehenden Probleme im Familien- und Beziehungsleben des Beschuldigten sind wie das Vor- liegen einer allfälligen sozialen Isolation zweifel los nicht durch die Strafuntersuchung entstan- den, sondern vielmehr in der Auseinandersetzung mit seiner ehemaligen Ehefrau. Anzuerken- nen ist, dass das Strafverfahren gegen C.____ sehr lange gedauert hat; dieser Tatsache wird aber bereits durch eine massive Strafreduktion im U mfang von einem Drittel Rechnung getra- gen. Die vom Beschuldigten geltend gemachte Schädig ung seines Ansehens ist nach Ansicht des Kantonsgerichts inhärenter Teil eines jeden Str afverfahrens und damit nicht genugtuungs- begründend. In Bezug auf die behauptete psychische Erkrankung ist schliesslich zu bemerken, dass dem Kantonsgericht kein ärztliches Attest vorliegt, welches einen tatsächlich bestehenden Zusammenhang zwischen dem fraglichen Strafverfahren und allfälligen psychischen Problemen schlüssig nachweisen würde. Gestützt auf diese Ausführungen ist im Ergebnis keine besonders schwere Verletzung in den persönlichen Verhältnisse n des Beschwerdeführers dargelegt oder gar bewiesen, womit auch kein Anspruch auf eine Genugtuung besteht. 9. Kostenfolge 9.1 Strafgericht a) (…) b) (…) 9.2 Kantonsgericht (…) a) (…) b) (…) Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landscha ft vom 5. Februar 2016, lautend: "I. 1. C.____ wird der sexuellen Nötigung (begangen am 15./16. Juli 2008), des gewerbsmässigen Betrugs und der ungetreu en Ge- schäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 20 Monaten, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und 3 StGB, Art. 189 Abs. 1 StGB, Art. 40 St GB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 StGB (i.V.m. Art . 5 Abs. 1 StPO, 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) und Art. 4 9 Abs. 1 StGB. 2. C.____ wird von der Anklage der mehrfachen sexue llen Nöti- gung und mehrfachen Vergewaltigung, begangen im Zei traum von April 2004 bis 14. Juli 2008 (Ziff. 4 Anklage), der Urkunden- fälschung (Ziff. 2 Anklage), der Veruntreuung (Ziff . 3 ergänzen- de Anklage), des mehrfachen Diebstahls (Ziff. 6 und 9 Anklage), des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Dat enverar- beitungsanlage (Ziff. 6 Anklage) sowie der mehrfachen versuch- ten Erpressung (Ziff. 8, 11, 14 Anklage) freigesprochen. 3. Die Verfahren betreffend mehrfache Sachentziehun g (Ziff. 6, 9 Anklage), mehrfache teilweise versuchte Nötigung (Z iff. 5, 11, 12, 14 Anklage), mehrfache Drohung (Ziff. 5, 6, 8, 10, Anklage), mehrfache versuchte eventualiter mehrfache Drohung (Ziff. 13 Anklage), einfache Körperverletzung (Ziff. 5 Anklag e), Unterlas- sung der Nothilfe (Ziff. 5 Anklage), Entziehen von Unmündigen (Ziff. 7 Anklage), grobe Verletzung der Verkehrsreg eln (Ziff. 15 Anklage) sowie Führen eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand (Ziff. 15 Anklage) werden aufgrund des Eint ritts der Verjährung eingestellt. 4. Der Antrag von C.____ auf Ausrichtung einer Genu gtuung wird abgewiesen. Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht II. 1. B.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs schuldi g erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB, Art. 47 S tGB und Art. 48 lit. e StGB. 2.a) C.____ wird dazu verurteilt, B.____, eine Genu gtuung in Höhe von Fr. 500.-- zu bezahlen. Die Mehrforderung wird auf den Zivilweg verwiesen. b) Auf die Schadenersatzforderung von B.____ in Höh e von Fr. 11‘000.-- wird zufolge Vorliegens einer res iud icata nicht eingetreten. III. 1.a) Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 16'000.-- fest gesetzt und geht im Umfang von 3/5 bzw. von Fr. 9'600.-- zu Lasten des Staates. b) C.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 St PO 2/5 der ihn betreffenden Verfahrenskosten bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von Fr. 33'549.50, aus den Expert isekosten des gerichtlichen Verfahrens von Fr. 1'275.-- und aus 3/4 des zu tragenden Anteils an der Gerichtsgebühr (Fr. 4'800.--). c) B.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 St PO die sie betreffenden Verfahrenskosten bestehend aus den Kos ten des Vorverfahrens von Fr. 9'084.50 und aus 1/4 des zu t ragenden Anteils an der Gerichtsgebühr (Fr. 1'600.--). d) Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begrün detes Urteil verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die strafgeric htliche Gebühr auf Fr. 8'000.-- ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT). 2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers lic. iur. M. Ates, Advo- Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht kat, wird in noch festzulegender Höhe und unter Vor behalt der Rückzahlungsverpflichtung von C.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet. C.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhä ltnisse erlau- ben, verpflichtet, dem Staat 2/5 der Kosten der amt lichen Ver- teidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidi gung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 3.a) Die Bemühungen von Dr. iur. H. Hess, Advokatin, für die Vertei- digung von B.____ (vgl. Ziff. 1 Anklage) ab 4. Sept ember 2013 bis 24. Januar 2016 zuzüglich dem Anteil für die Te ilnahme an der Hauptverhandlung sind von der Beurteilten zu tragen. b) C.____ wird dazu verurteilt, B.____ für die Vert retung durch Dr. iur. H. Hess als Rechtsbeiständin gemäss Art. 433 A bs. 1 StPO eine pauschale Parteientschädigung für die Bemühung en im Vorverfahren und die Teilnahme an der Hauptverhandl ung von Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen und 8 % MWSt.) zu bezahlen. c) Auf 3/5 der übrigen Honorarforderung von Dr. iur . H. Hess, Advokatin, als Rechtsbeiständin der Privatklägerin wird mangels gesetzlicher Grundlage nicht eingetreten. Die Mehrforderung wird abgewiesen. d) Die Beträge gemäss den vorstehenden lit. a) und c) werden in einem separaten Entscheid festgelegt." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigt en C.____ und in Abweisung der Berufung der Beschuldig ten B.____ sowie in Abweisung der Anschlussberufung der Privat klägerin B.____, soweit hierauf einzutreten ist, in den Ziff ern I.1, I.2, II.2.a, III.1.a, III.1.b, III.2. und III.3.b wie folgt geändert : I. 1. C.____ wird des gewerbsmässigen Betrugs und der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig erklärt und verurteilt zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 10 Monaten , Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht bei einer Probezeit von 2 Jahren, in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB, Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 3 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 StGB (i.V.m. Art. 5 Abs . 1 StPO, Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) und Art. 49 Abs. 1 StGB. 2. C.____ wird von der Anklage der mehrfachen sexue llen Nöti- gung und mehrfachen Vergewaltigung (Ziff. 4 Anklage ), der Ur- kundenfälschung (Ziff. 2 Anklage), der Veruntreuung (Ziff. 3 er- gänzende Anklage), des mehrfachen Diebstahls (Ziff. 6 und 9 Anklage), des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (Ziff. 6 Anklage) sowie de r mehrfa- chen versuchten Erpressung (Ziff. 8, 11, 14 Anklage ) freige- sprochen. II. 2.a) Die Genugtuungsforderung von B.____ wird abgewiesen . III. 1.a) Die Gerichtsgebühr wird auf CHF 16'000.-- festgesetzt und geht im Umfang von 3/4 bzw. von CHF 12'000.-- zu Lasten des Staa- tes. b) C.____ trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 St PO 1/5 der ihn betreffenden Verfahrenskosten, bestehend aus de n Kosten des Vorverfahrens von CHF 33'549.50 (= CHF 6'709.90 ), sowie 60 % des von ihm zu übernehmenden Anteils an der Ge richts- gebühr (= CHF 2'400.--), insgesamt also CHF 9'109.90. 2. C.____ ist, sobald es seine wirtschaftlichen Ver hältnisse erlau- ben, verpflichtet, dem Staat 1/5 der Kosten der amtlichen Ver- teidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidi gung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vol- len Honorar zu erstatten (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 3.b) aufgehoben . Im Übrigen wird das angefochtene Urteil vom 5. Febr uar 2016 be- stätigt . Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht Des Weiteren wird das Urteil des Strafgerichts Base l-Landschaft vom 9. Mai 2016 in Ergänzung des Urteils vom 5. Feb ruar 2016, lautend: "1. Die von B.____ gemäss Ziff. III.3.lit. a des U rteilsdispositivs vom 5. Februar zu tragenden Verteidigungskosten (inkl. Aufwand Hauptverhandlung und Auslagen) werden auf Fr. 8'541 .30 (inkl. 8 % MWSt.) festgesetzt. 2. Die Höhe des nicht einzutretenden Anteils von 3 /5 an der Hono- rarforderung als Rechtsbeiständin von B.____ gemäss Ziff. III.3.lit. c des Urteilsdispositivs wird auf Fr. 11'429.20 fest- gesetzt. Die Mehrforderung von Fr. 7'619.50 wird abgewiesen . 3. Es werden keine separaten Kosten erhoben." in Abweisung der Berufung der Beschuldigten B.____ vollumfänglich bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahren s in der Höhe von total CHF 17'384.-- (beinhaltend eine Gebühr von CH F 12'750.-- [8,5 h zu jeweils CHF 1'500.--/h], Gutachterkosten von insgesamt CHF 4'434.-- [Gutachten Dr. med. D.____ CHF 968.--, Gutachten Prof. em. Dr. med. E.____ CHF 2'766.-- und Expertis ekosten Dr. E.____ CHF 700.--] sowie Auslagen von CHF 200.--) g ehen im Umfang von CHF 2'701.-- (Kosten Gutachten Dr. D.____ CHF 968.-- hälftige Kosten Gutachten Dr. E.____ CHF 1'383.-- u nd hälftige Expertisekosten Dr. E.____ CHF 350.--) zu Lasten de s Staates und im Übrigen (= CHF 14'683.--) im jeweils hälftigen U mfang (= CHF 7'341.50) zu Lasten des Beschuldigten C.____ sowie zu Lasten der Beschuldigten bzw. der Privatklägerin B.____. Zufolge des teilweise Obsiegens geht die Hälfte des den Beschul- digten C.____ betreffenden Anteils wiederum zu Last en des Staa- tes, womit der Beschuldigte C.____ im Resultat CHF 3'670.75 und der Staat CHF 6'371.75 Verfahrenskosten zu tragen haben. Zufolge des Unterliegens geht der Anteil der Beschu ldigten bzw. Privatklägerin B.____ vollumfänglich zu deren Laste n, wobei die Beschuldigte B.____ zusätzlich die Kosten der notwe ndigen amtli- Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Verteidigung im Umfang des diesbezüglichen Hon oraran- spruchs ihres Rechtsvertreters (= CHF 3'205.95) zu tragen hat, womit sich ihr Anteil an den Verfahrenskosten im Re sultat auf CHF 10'547.45 beläuft. III. Zufolge Bewilligung der notwendigen amtlichen Verteidigung wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten C.____, Advok at Mustafa Ates, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 6'7 33.80 (inklusi- ve Auslagen und CHF 498.80 Mehrwertsteuer) zu Laste n des Staa- tes ausgerichtet. Der Beschuldigte C.____ ist zur Rückzahlung der Ent schädigung der amtlichen Verteidigung im Umfang von einem Vier tel (= CHF 1'683.45) an den Kanton verpflichtet, sobald es seine wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Zufolge Bewilligung der notwendigen amtlichen Verte idigung wird dem Rechtsvertreter der Beschuldigten B.____, Advokat Alain Joset, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 3'205.95 (inklusive Auslagen und CHF 237.50 Mehrwertsteuer) zu Lasten d es Staates ausgerichtet. Die Privatklägerin B.____ hat das restliche Honorar ihres Rechtsver- treters in der Höhe von insgesamt CHF 3'205.95 (inklusive Auslagen und CHF 237.45 Mehrwertsteuer) selbst zu tragen. Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Pascal Neumann