00/01 23 Bundesverfassung. Art. 5 Abs. 3, Art. 9 BV. Grundsatz von Treu und Glau- ben. Verfassungsrechtlicher Vertrauenssc hutz. Ein Anspruch auf Schutz des Ver- trauens besteht nur dann, wenn der Bürger die ihm nach den Umständen zumutbare Sorgfalt und Aufmerksamkeit hat walten lassen. Wer trotz vorhandener Zweifel ohne entsprechende Rückfrage die Verfügung im günstigen Sinne auslegt und entspre- chende Dispositionen trifft, kann sich nicht auf den Schutz des guten Glaubens be- rufen. Der Grundsatz von Treu und Glauben verlangt vom Verfügungsadressaten sich bei Unklarheiten bei der verfügende n Behörde zu erkundigen. Wer bauen will, muss sich im Rahmen des Zumutbaren um die Rechtmässigkeit seines Tuns küm- mern. Aus dem Nichtergehen der Abbruchverfügung während nicht ganz drei Jah- ren kann vorliegend kein Vertrauenstatbest and hergeleitet werden. Der Grundsatz von Treu und Glauben verbietet Behörden und Privaten gleichermassen rechts- missbräuchliches und widersprüchliches Ve rhalten. Wer eine gegebene Zusage oder Einwilligung, die zur Erlangung eine r begünstigenden Verfügung geführt hat, später ausdrücklich oder stilllschweigend in Abrede stellt, handelt widersprüchlich. Widersprüchliches Verhalten der Privaten findet keinen Rechtsschutz. Obergericht, 30. Mai 2000, OG V 99 48 (siehe 00/01 18)