B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2678/2010 U r t e i l v o m 2 4 . J a n u a r 2 0 1 3 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, B._______, Kamerun, Beschwerdeführerinnen, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 17. März 2010 / N (…). E-2678/2010 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat am 25. November 2007 verliess und am (…) November 2007 auf dem Luftweg nach Zürich gelangte, wo sie gleichentags bei der Flughafenpoli- zei um Asyl nachsuchte, dass sie anlässlich der Befragung vom 27. November 2007 und der An- hörung vom 29. November 2007 je durch die Flughafenpolizei, der nach Bewilligung ihrer Einreise durchgeführten Kurzbefragung vom 12. D e- zember 2007 im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ sowie der Anhörung vom 11. März 2010 durch das BFM zu den Asylgrün- den im Wesentlichen Folgendes geltend machte, dass sie aus D._______ stamme, dort meist bei ihrer Familie gewohnt, das (…) Gymnasium besucht und zusätzlich eine Ausbildung als Sekretä- rin gemacht habe, dass sie mehrere Jahre als Verkäuferin in der Telekommunikationsbra n- che gearbeitet habe und ungefähr seit Anfang 2 007 bei der erfolgreichen Geschäftsfrau, Bürgermeisterin und Parlamentsabgeordneten der Regi e- rungspartei RDPC (Rassemblement Démocratique du Peuple) E._______ angestellt gewesen sei, dass sie dabei auch mit Arbeiten im Hinblick auf E._______'s beabsichtig- te Wiederwahl ins Parlament vom 22. Juli 2007 beauftragt worden sei, wobei sie insbesondere Wählerlisten zuhanden ihrer Chefin habe erste l- len müssen, damit den Eingetragenen Wahlausweise hätten abgegeben und nach dem Wahlgang ein Stimmgeld hätte ausgerichte t werden kö n- nen, dass diese Wählerlisten jedoch nicht termingerecht an E._______ hätten retourniert werden könne n, weil sie selber (Beschwerdeführerin) infolge Unwohlseins die Listen eine r Freundin zur Weiterleitung anvertraut habe und diese am Wahltag wegen eines Todesfalls in der Familie unvorherge- sehenerweise in ihr Herkunftsdorf gereist sei, dass E._______, welche ihre Wiederwahl zwar geschafft habe, aber in ein von der Oppositionspartei SDF (Social Democratic Front) eingeleite- tes Wahlbeschwerdeverfahren betreffend ihren Wahlbezirk involviert sei, über das Ausstehen der ausgefüllten Wählerlisten sehr erbost gewe sen E-2678/2010 Seite 3 sei, sie (Beschwerdeführerin) der Kollaboration mit der Oppositionspartei verdächtigt, tätlich angegriffen und fristlos entlassen habe, dass E._______ danach einmal beziehungsweise zweimal zwei Männer zu ihr geschickt habe, welche sie bedroht, beschimpft, misshandelt und einmal mitgenommen, in einem Verlies festgehalten und immer wieder nach dem Verbleib der Listen befragt hätten, dass sie dabei vom einen Mann in vorübergehender Abwesenheit des anderen zu sexuellen Handlungen aufgefordert worden sei und bei einer solchen ihren Peiniger in den Penis gebissen habe, d ie Schreie dieses Mannes die Aufmerksamkeit des anderen Mannes auf sich ge zogen hät- ten, welcher seinerseits den ersten zurecht gewiesen und beschimpft und ihr in der Folge aus Mitleid und zum Schutz vor Racheakten seines Kolle- gen die Flucht durch einen Kanalisationstunnel ermöglicht habe, dass ihr Bruder und ein Freund ihres Vaters schliesslich ihre Ausreise auf dem Luftweg vorbereitet hätten, und sie während dieser Zeit in einem Ho- tel beziehungsweise bei besagtem Freund des Vaters in F._______ ge- wohnt habe, wobei ihr Peiniger in der Zwischenzeit, aber auch noch zwei Jahre nach der Ausreise, zu Hause nach ihr gesucht, dabei ihre Eltern beschimpft und ihr Drohbriefe geschrieben habe, wie sie von den Eltern erfahren habe, dass die Eltern diese Drohbriefe der Polizei vorgelegt und Anzeige erstat- tet und in der Folge Wachpersonal erhalten hätten, dass sie (Beschwerdeführerin) vor der Ausreise keine Anzeige erstattet habe, weil sie befürchtet habe, von der Polizei als Wahlbetrugsgehilfin verdächtigt und festgenommen zu werden, dass sie im Übrigen anstell ungsbedingt Mitglied der RDPC gewesen sei, jedoch selber keine politischen Aktivitäten entwickelt habe, dass sie bei der kontrollierten Ausreise über den Flughafen F._______ keine Probleme gehabt habe, dass sie als Beweismittel ihren am (…) 2006 ausgestellten Reisepass, ih- re Ident itätskarte, ihren Geburtsschein, eine RDPC -Mitgliedskarte sowie diverse Wahlregistrationskarten , Wählerlisten, Zeitungsberichte (betref- fend die Parlamentswahlen und diesbezügliche Betrugsvorwürfe u.a. g e- gen E._______) und sie selber abbildende Fotos zu den Akten gab, E-2678/2010 Seite 4 dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. März 2010 – eröffnet am 20. März 2010 – ablehnte und ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass das Bundesamt seinen ablehnenden Asylentscheid damit begründe- te, die Schilderungen der Beschwerdeführerin würden mangels Glaubhaf- tigkeit und mangels Asylrelevanz den Anforderungen von Art. 7 und Art. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht genügen, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass in ihren Schilderungen verschiedene erhebliche Widersprüche auf- getreten seien, so betreffend die Dauer, den Ablauf und die Art der ihr an- geblich widerfahrenen Benachteiligungen beim ersten Besuch der beiden Männer, den Zeitpunkt ihrer fristlosen Entlassung (chronologisch bezogen auf die beiden Besuche), die Dauer und den Geschehensablauf zwischen dem sexuellen Übergriff und der Flucht durch den Tunnel sowie bezüglich ihrer Begegnung mit E._______ am Wahltag und der von dieser geset z- ten Frist zur Einreichung der Wählerlisten, dass sie ferner zum einen als angeblich aktiv Beteiligte am versuchten Wahlbetrug den Zweck der Wählerlisten und -karten und zum andern als angebliches Parteimitglied seit 2007 die Parteiausweisgültigkeit von 1995 bis 2000 nicht hinreichend substanziiert und nachvollziehbar zu erklären vermocht habe, was ebenso für ihr angeblich freiwilliges Mitgehen beim ersten Besuch der beiden Männer gelte, dass den eingereichten Zeitungsbericht en kein konkreter Hinweis auf e i- ne Involvierung der Beschwerdeführerin in den vermuteten Wahlbetrug zu entnehmen sei, dass die Verfolgungsvorbringen unbesehen der Frage nach ihrer Glau b- haftigkeit im Übrigen auch nicht asylrelevant seien, weil es sich um Über- griffe Dritter handle und die Beschwerdeführerin es unterlassen habe, sich zu ihrem Schutz an die Behörden zu wenden, obwohl diese schut z- fähig und -willig wären, wie die angeblich angeordneten Schutzmas s- nahmen zugunsten ihrer Eltern denn auch belegten, dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides darstelle und keine zureichenden Gründe ersichtlich seien, die auf Unzu - lässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit eines Wegweisungsvol l- zugs schliessen lassen würden, E-2678/2010 Seite 5 dass mangels Erf üllung der Flüchtlingseigenschaft der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde und keine Anhaltspunkte für eine der Beschwerdeführerin mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohende, durch Art. 3 der Konvention vom 4. Novem- ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Bestrafung oder Behandlung ersichtlich seien, dass weder die politische Situation im Heimatstaat noch andere Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprächen und in ind i- vidueller Hinsicht auf das dort bestehende, dichte verwandtschaftliche Beziehungsnetz sowie ihre gute Berufsausbildung und -erfahrung zu ver- weisen sei, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe an das Bundesverwaltungsg e- richt vom „20. Ap ril 2010“ (Poststempel vom 19. April 2010) Beschwerde gegen diese Verfügung erhob und darin deren Aufhebung, die Gewä h- rung von Asyl unter Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft sowie (even- tualiter) die Anordnung der vorläufigen Aufnahme unter Feststellung der Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisung s- vollzuges beantragt, dass sie ferner in verfahrensrechtlicher Hinsicht die Wiederherstellung der auf schiebenden Wirkung und die Gewährung der vollumfänglichen unentgeltlichen Rechtspflege beantragte, zwei Prozessbegehren betre f- fend Unterbindung beziehungsweise Offenlegung von beabsichtigten oder bereits erfolgten Datenweitergaben an den Heimatstaat stellte sowie um Einräumung einer angemessenen Frist „für medizinische Abkläru n- gen“ ersuchte, dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Ap- ril 2010 der legale Aufenthalt der Be schwerdeführerin während des B e- schwerdeverfahrens festgestellt, auf das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung nicht eingetreten, jenes um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungs- verfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen und ein bis zum 14. Mai 2010 zahlbarer Kostenvorschuss im Betrag von Fr. 600.- eingefordert wurde, dass ebenso d ie Prozessanträge betreffend Unterbindung beziehung s- weise Offenlegung von beabsichtigten oder bereits erfolgten Datenwe i-E-2678/2010 Seite 6 tergaben an den Heimatstaat sowie betreffend Einräumung einer Fri st für medizinische Abklärungen abgewiesen wurden, dass der eingeforderte Kostenvorschuss am 14. Mai 2010 vollumfänglich geleistet wurde, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. Mai 2010 eine B e- schwerdeergänzung einreichte, dass am (…) das rubrizierte Kind geboren und es am (…) 2011 in der Schweiz von einem in Frankreich wohnhaften französischen Staatsang e- hörigen als das seine anerkannt wurde, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei- det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes v om 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG ric h- tet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass die erstrubrizierte Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vori n- stanz teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein sc hutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezi e- hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde le- gitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass das am (…) geborene Kind durch die angefochtene Verfügung ebenfalls berührt ist und in das Beschwerdeverfahren einbezogen wird, E-2678/2010 Seite 7 dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Be schwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend und bereits mit Zwischenverfügung vom 29. April 2010 aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Be - schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111 a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften - wechsel verzichtet wurde, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift nach umfasse n- der sachverhaltlicher Darlegung zunächst auf ihre T raumatisierung durch das Erlebte und aufkommende Selbstmordgedanken aufmerksam macht und auf einen weiteren , von ihrem Vergewaltiger bei ihrem Vater hinte r- lassenen Drohbrief hinweist, der in der Folge dem "Officier de Police J u- diciaire" übergeben worden se i und des sen Eingangsbestätigung vom (…) 2009 enthalte, dass sie eine Kopie dieses Dokumentes, aus welchem ihre Lebensg e- fährdung für den Falle einer Rückkehr in ihre Heimat klar hervorgehe, hiermit vorzulegen imstande sei, dass der vom BFM festgestellte Sachverhalt und d ie Entscheiderwägun- gen wesentliche Fehler, Auslassungen, Fehlinterpretationen und Schwachstellen enth ielten, welche insbesondere im Zusatzblatt zum Kurzbericht der Hilfswerksvertretung zur Anhörung vom 11. März 2010 festgehalten seien, dass im Übrigen bei besagter Anhörung die Protokollführerin vor der Rückübersetzung weggegangen sei und so die Korrekturen nur noch handschriftlich hätten angebracht werden können, E-2678/2010 Seite 8 dass die Instruktionsrichterin in der Zwischenverfügung des Bundesve r- waltungsgerichts vom 29. April 2010 zur Begründung der Aussichtslosi g- keit der Beschwerde erwog (Zitat:), "dass das BFM in seinen Erwägungen mit umfassender, überzeugender und hinreichend auf die Akten abgestützter Begründung sowie in recht s- konformer Beweismittelwürdigung zur Erkenntnis gelangt ist, die Vorbri n- gen der Beschwerdeführerin würden den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts und j e- nen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht g e- nügen, weshalb sie die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass auf diese Erwägungen vollumfänglich verwiesen werden kann, darin nach Prüfung der Akten kein Beanstandungspotenzial zu erblicken ist und der Inhalt der Beschwerde die vorinstanzlichen Erkenntn isse offensicht- lich nicht umzustossen vermag, dass der Beschwerdeinhalt über weite Teile (7 Seiten) in einer wiederh o- lenden, zusammenfassenden, konkretisierenden oder abweichenden B e- kräftigung des erstinstanzlich geschilderten Sachverhalts und der geltend gemachten Gefährdungslage besteht, dass die Beschwerde sich zudem argumentativ (über zwei Seiten) mit den einzelnen Erwägungen gemäss angefochtener Verfügung nicht au s- einandersetzt, sich in blossen Gegenbehauptungen oder substanzlos bleibenden Rügen („wese ntliche Fehler, Auslassungen und Fehlinterpr e- tationen“ im Entscheid sowie „Schwachstellen bei der Befragung“) e r- schöpft sowie den Wunsch nach Erwerbstätigkeit in der Schweiz und die Behauptung einer körperlichen und geistigen Traumatisierung nennt, dass der Beschwerdeinhalt und die eingereichten Beweismittel (Kopie e i- nes Drohbriefes und Bericht Hilfswerksvertretung) die Erkenntnisse g e- mäss angefochtener Verfügung nicht aus einem andern Blickwinkel zu beleuchten vermögen, dass der Bericht der Hilfswerksvertr etung rein hilfswerksinternen Charak- ter hat und für das Gericht nicht massgeblich ist, zumal die Hilfswerksver- tretung bei der Anhörung einen reinen Beobachterstatus hat (vgl. Art. 30 Abs. 4 AsylG) und in keiner Weise in die Entscheidfindung involviert ist, dass das Anhörungsprotokoll vom 11. März 2010 im Übrigen keinen B e- anstandungsvermerk der Hilfswerksvertretung enthält, E-2678/2010 Seite 9 dass die Entscheidkomponente des BFM, wonach die Beschwerdeführ e- rin es unterlassen habe, den durchaus schutzfähigen und -willigen Hei- matstaat prioritär um Schutz nachzusuchen, gänzlich unbestritten bleibt und daher selbst im Falle der hypothetischen Annahme der Glaubhafti g- keit der Verfolgungsvorbringen deren flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit nicht gegeben wäre, dass das BFM ferner die W egweisungsanordnung und den Vollzug der Wegweisung ebenfalls gesetzes - und praxiskonform erwogen hat und darauf wiederum vollumfänglich verwiesen werden kann, dass kein Anlass zur Einräumung einer Frist „für medizinische Abkläru n- gen“ besteht, zumal solche Abklärungen in ihrer Art und Notwendigkeit nicht konkretisiert werden und die Beschwerdeführerin sich offenbar auch während ihres nunmehr bald zweieinhalbjährigen Aufenthaltes in der Schweiz selber nicht zur Vornahme medizinischer Abklärungen veranlasst gesehen hat, dass es der Beschwerdeführerin in ihrer Heimatstadt zudem ohne weit e- res möglich und zumutbar wäre, medizinische Abklärungen vornehmen zu lassen," dass die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeergänzung die v or- instanzliche Sachverhaltsfeststellung als "konfus, irreführend und/oder i n- korrekt" bezeichnet, die Mitberücksichtigung der langen zeitlichen Distanz zwischen der ersten Befragungen und der Anhörung vom 11. März 2010 fordert und im Weiteren insbesondere geltend macht, es habe tatsächlich drei Besuche der beiden Männer mit zwei Entführungen gegeben, welche Klarstellung verschiedene Widersprüche dahinfallen lasse, dass weitere Unstimmigkeiten auf konfuse Befragungen und zum Teil u n- strukturierte Protokolle zurückzuführen seien, dass die eingereichten Zeitungsberichte die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbri n- gen stützten, weil dort zwar nicht sie selber, aber E._______ namentlich erwähnt sei, dass das BFM schliesslich bei der Beurteilung der Schutzfähigkeit der kamerunischen Polizei- und Justizorgane von der irrigen Vorstellung aus- zugehen scheine, die Verhältnisse in der Schweiz und in ihrer Heimat seien vergleichbar, was indessen bei Betrachtung beispielsweise der Jah- resberichte von Amnesty International nicht zutreffe, E-2678/2010 Seite 10 dass deshalb eine Schutzsuche b ei den Behörden in ihrem Fall kaum Aussicht auf Erfolg gehabt hätte, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem He imatstaat oder im Land, in dem s ie zuletzt wohnten, wegen i hrer Rasse, Religion, Natio- nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden muss und sie glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält, wobei Vorbringen insbesondere dann unglau bhaft sind, wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG), dass die oben zitierten Erwäg ungen g emäss Zwischenverfügung vom 29. April 2010 nach wie vor Bestand haben und an ihnen vollumfänglich festzuhalten ist, zumal die Beschwerdeergänzung vom 19. Mai 2010 o f- fensichtlich keine veränderte Sichtweise zu vermitteln vermag, dass sich diese qua ntitativ zwar ergiebige Eingabe aber argumentativ in blossen Bekräftigungen und Gegenbehauptungen erschöpft und daneben abermals Sachverhaltsanpassungen und -erweiterungen enthält, die nicht nur als ohne zureichende Gründe nachgeschoben zu bezeichnen sind, sondern neue Unstimmigkeiten zu den bisherigen Sachverhaltsversionen generieren, die untereinander offensichtlich nicht kompatibel sind, dass die Asylvorbringen im Übrigen zahlreiche weitere Ungereimtheiten enthalten, auf deren Erörterung indessen verzichtet werden kann, dass es der Beschwerdeführerin gleichsam nicht gelingt, die aus der z u- treffend erkannten Schutzwilligkeit und -fähigkeit der kamerunischen B e- hörden sich ergebende flüchtlingsrechtliche Unbeachtlichkeit der Verfo l- gungsvorbringen anders zu beleuchten, zumal der eingereichte Drohbrief mit darauf vermerkter Eingangsbestätigung – unbesehen augenfälliger Echtheitszweifel und der blossen Kopiequalität – die Schutzbereitschaft der kamerunischen Behörden in ihrem Fall gerade untermauert, E-2678/2010 Seite 11 dass es der Beschwerdeführerin somit nicht gelingt, die Flüchtlingseige n- schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat und sich weitere E r- örterungen hierzu erübrigen, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegen d der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen b e- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. Entscheidungen und Mittei- lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb d ie verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzl i- chen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht ang e- ordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern reg elt, wenn der Vollzug der Wegw eisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass bezüglich der Geltendmac hung von Wegweisungshindernissen g e- mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche B e- weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu bew eisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls w e- nigstens gla ubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebe r- sax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtl i- che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterre ise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entg e- genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwu n- gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freihei t aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), E-2678/2010 Seite 12 dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mas s- geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es den Beschwerdeführerinnen nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebl i- che Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non - Refoulement im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und kei- ne Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgeno s- senschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinko m- mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, u n- menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind, die im Heimat - oder Her- kunftsstaat droht, dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend unbestrittenermassen auch vor dem Grundsatz der Einheit der Familie (vgl. Art. 8 EMRK und Art. 44 Abs. 1 in fine AsylG) standhält, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio- nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notl a- ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass weder die allgemeine Lage in Kamerun noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerinnen im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung unter Hinweis auf die zu bestätigenden diesbezüglichen v orinstanzlichen Erwä- gungen (insb. Berufsbildung bzw. -erfahrung und verwandtschaftliches Beziehungsnetz in Kamerun) , die oben zitierten Erwägungen gemä ss Zwischenverfügung vom 29. April 2010 und die am Herkunftsort vorha n- denen Unterkunftsmöglichkeiten (vgl. A18 S. 5) auch zumutbar ist, dass daran auch die inzwischen gut fünfjährige Landesabwesenheit nichts zu ändern vermag, zumal die Beschwerdeführerin schon mit Erge- hen der Zwischenverfügung vom 29. April 2010 über den in Aussicht st e- henden abschlägigen Beschwerdeentscheid in Kenntnis gesetzt wurde, dass es den Beschwerdeführerinnen im Übrigen unbenommen ist, sich um ein Aufenthaltsrecht in Frankreich zu bemühen oder den dort woh n- haften, ebenfalls in Kamerun geborenen Kindsvater um zusätzliche U n- terstützung anzufragen, E-2678/2010 Seite 13 dass der Vollzug der Wegw eisung der Beschwerdeführerinnen in den Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse best e- hen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es den Beschwerdeführerinnen obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführerinnen demnach nicht gelungen ist darz u- tun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststel lt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsg ericht [VGKE, SR 173.320.2]) den Beschwerdeführerinnen aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), mittels Kostenvorschusszahlung vom 14. Mai 2010 vollumfän g- lich gedeckt und mit letzterer zu verrechnen sind. (Dispositiv nächste Seite) E-2678/2010 Seite 14 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden den Beschwerdeführerinnen auferlegt. Sie sind durch den am 14. Mai 2010 geleisteten Kostenvo r- schuss in gleicher Höhe gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerinnen, das BFM und die z u- ständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: