Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht vom 28. Juni 2017 (810 17 15) ____________________________________________________________________ Submission Transparenzprinzip / Grundsatz des wirtschaftlichen Einsatzes öffentlicher Mittel Besetzung Präsidentin Franziska Preiswerk-Vögtli, K antonsrichter Niklaus Ruckstuhl, Markus Clausen , Yves Thommen, Peter Tobler, Gerichts- schreiber Stefan Suter Beteiligte A.____ AG , Beschwerdeführerin , vertreten durch Philipp Rupp , Adv o- kat gegen Regierungsrat des Kantons Basel -Landschaft , 4410 Liestal , Beschwerdegegner, vertreten durch Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 29, Postfach, 4410 Liestal B.____ AG , Beigeladene, vertreten durch Dr. Stefan Wirz , Advokat Betreff Submission Aesch - Zubringer Pfeffingerring (RRB Nr. 1805 vom 13. Dezember 2016) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Base l-Landschaft schrieb im kanto- nalen Amtsblatt vom 1. September 2016 und gleichentag s auf der Internetplattform simap.ch (Meldungs-Nr. 929411) den Bauauftrag "Aesch - Zubring er Pfeffingerring, Neubau zu Hochleis- tungsstrasse A18 / Erneuerung Hauptstrasse" im offenen V erfahren aus. Das Projekt umfasst den Neubau einer Verbindungsstrasse zwischen der Kantonsst rasse Pfeffingerring und dem Anschluss Aesch der kantonalen Hochleistungsstrasse A18, wob ei die Kreuzung der Haupt- strasse und der Tramgeleise auf der Achse von Aesch nach R einach mittels eines Unterfüh- rungsbauwerks realisiert wird. Für den Anschluss von der Hauptstrasse an die A18 werden Rampenbauwerke erstellt. In den Ausschreibungsunterlagen wurde zur Offertbewertung festge- halten, dass in einem ersten Schritt gestützt auf die publizierten Zuschlagskriterien der Nutzwert der Angebote ermittelt werde. Die entsprechenden Zuschlagskriterien seien die Auftragsanalyse und Baustellenorganisation (Gewichtung 55 %), Termine und Bauprogramm (Gewichtung 25 %) sowie die Qualifikation des Schlüsselpersonals (Gewichtung 2 0 %). In einem zweiten Schritt werde der Angebotspreis durch den Nutzwert geteilt. Den Zuschlag werde das Angebot mit den tiefsten Kosten pro Nutzwertpunkt erhalten. Innert der Eingabefrist gingen sieben Angebote ein, welche allesamt zur Bewertung zugelassen wurden. B. Mit Regierungsratsbeschluss Nr. 1805 erteilte der Regi erungsrat des Kantons Basel- Landschaft (Regierungsrat) am 13. Dezember 2016 der B .____ AG den Zuschlag zum Preis von Fr. 11'849'452.10 (inkl. MWST). In der Folge gela ngte die drittplatzierte A.____ AG am 14. Dezember 2016, ergänzt mit Schreiben vom 20. Deze mber 2016, an die Bau- und Umwelt- schutzdirektion und verlangte, dass ihr die wesentlichen Gründe für den Zuschlag und die Nichtberücksichtigung ihres Angebots in einem erweiterten Entscheid erläutert werden. Mit er- weitertem Entscheid vom 4. Januar 2017 begründete die Bau- und Umweltschutzdirektion ge- genüber der A.____ AG den Zuschlagsentscheid. Darin fü hrte sie im Wesentlichen aus, die Zuschlagsempfängerin habe bei der Nutzwertanalyse 429.8 von 500 möglichen Punkten erhal- ten, die A.____ AG hingegen bloss deren 314.3. Die A .____ AG habe zwar den tiefsten Preis offeriert, das um 13.4 % teurere Angebot der Zuschlag sempfängerin habe aber aufgrund des deutlich besseren Nutzwerts die tiefsten Kosten pro Nutzwer tpunkt aufgewiesen und stelle da- mit das wirtschaftlich günstigste Angebot dar. C. Mit Eingabe vom 16. Januar 2017 hat die A.____ AG , vertreten durch Philipp Rupp, Advokat, gegen den Zuschlagsentscheid beim Kantonsgericht , Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde erhoben. Sie stellt die Begehren, der Zu- schlagsentscheid vom 13. Dezember 2016 sowie der erweite rte Entscheid vom 4. Januar 2017 seien vollumfänglich aufzuheben und die ausgeschriebene Leistung sei direkt ihr zuzuschlagen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vergabebehörde zurückzuweisen. Sub- eventualiter sei festzustellen, dass der Zuschlag rechtswi drig erfolgt sei. Dies habe unter o/e- Kostenfolge zu geschehen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin die Erteilung der aufschiebenden Wirkung, die Aktenein sicht im gesetzlich vorgesehenen Um- fang sowie die Durchführung einer mündlichen Parteiver handlung. Zur Begründung bringt sie zusammengefasst vor, das Transparenzgebot sei verletzt, da die Vergabestelle bei der Bewer- tung mehrfach Kriterien angewendet habe, die zuvor nicht bekannt gegeben worden seien. Wei- ter sei in den Ausschreibungsunterlagen nirgends die Rede davon, dass bei Erfüllung eines Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kriteriums Punkteabzüge vorgenommen würden. Sie sei für geeignet befunden worden und habe ein vollständiges und mängelfreies Angebot einger eicht, weshalb ihrem Angebot die ma- ximale Punktezahl zu gewähren sei. Die Vergabestelle habe zudem in missbräuchlicher Aus- übung ihres Ermessens das Angebot der Beschwerdeführeri n in verschiedener Hinsicht falsch und abweichend von den Ausschreibungsunterlagen bewerte t, insbesondere sei der Preis zu tief gewichtet worden. Die Nichtberücksichtigung ihres p reislich am besten bewerteten Ange- bots bedeute gleichzeitig eine Verletzung des Grundsat zes des wirtschaftlichen Einsatzes öf- fentlicher Mittel. D. Nachdem sich im diesbezüglich durchgeführten Schriften wechsel keine der Parteien widersetzt hatte, hiess das Kantonsgericht mit Präsidialver fügung vom 15. Februar 2017 das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschie benden Wirkung gut und beliess so- mit der Beschwerde die zuvor mit Verfügung vom 19. Janu ar 2017 superprovisorisch erteilte aufschiebende Wirkung. E. In seiner Vernehmlassung in der Hauptsache vom 27. F ebruar 2017 beantragt der Re- gierungsrat, vertreten durch die Rechtsabteilung der Bau- und Umweltschutzdirektion, es sei die Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, vollumfäng lich abzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Er begründet den Antrag im Wesentlichen damit, dass das für die Ausschreibung gewählte Ver- fahren und die Bewertungsmethode in den Ausschreibungsu nterlagen bekanntgegeben und von der Beschwerdeführerin akzeptiert worden seien, wo mit sie ihre Kritik - etwa an der Preis- gewichtung - verspätet vorbringe. Wenn in den Ausschreib ungsunterlagen weiter davon die Rede sei, dass unvollständige Unterlagen zu einem Abzug bei der Bewertung führten, bedeute dies keineswegs im Umkehrschluss, dass einem vollständigen, von M ängeln freien Angebot stets das Punktemaximum zuzusprechen sei. Das schlechte Abschnei den der beschwerdefüh- rerischen Offerte beim Nutzwert, insbesondere im Bereich des stark gewichteten Kriteriums der Auftragsanalyse und Baustellenorganisation, sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Beschwerdeführerin die Tragweite, die Spezialität und den Schwierigkeitsgrad des Auftrages augenscheinlich verkannt habe, was sich nicht zuletzt in ih rem Technischen Bericht zeige. Schliesslich sei die Behauptung der Beschwerdeführerin, w onach unterschiedliche und wider- sprüchliche Bewertungsskalen zur Anwendung gelangt seien, in keiner Weise zutreffend. F. Die beigeladene B.____ AG, vertreten durch Dr. S tefan Wirz, Advokat, schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 24. Februar 2017 ebenfalls auf o/e- kostenpflichtige Abweisung der Be- schwerde, soweit darauf einzutreten sei. Sie vertritt die Auffassung, der Beschwerdeführerin fehle ein schutzwürdiges Interesse an der Beschwerdeführung. Ihre Rügen seien, was die Aus- schreibung und Ausschreibungsunterlagen betrifft, verspä tet und sie vermöge mit ihrer aus- sichtslosen Argumentation auch nicht glaubhaft aufzuzeige n, dass sie als Drittplatzierte den Zuschlag hätte erhalten müssen. Die Vergabestelle habe sich des Weiteren in einem transpa- renten Verfahren innerhalb ihres Ermessensspielraums be wegt und die Angebote korrekt be- wertet. Die Spielregeln der Bewertung der Angebote anhand der publizierten Zuschlagskriterien und des Preises sowie die Tragweite dieser Kriterien fü r den Zuschlagsentscheid seien sämtli- chen Anbietern hinlänglich klar gewesen. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Nach Eingang der Vorakten und der Stellungnahmen d er Parteien zu diesem Gegen- stand hiess das Kantonsgericht das Akteneinsichtsgesuch der Be schwerdeführerin mit Verfü- gung vom 24. März 2017 gut, wobei die Offertunterlag en von Konkurrenten von der Einsicht ausgenommen wurden. Ausserdem wurde das beschleunigte Verfahren angeordnet und der Beschwerdeführerin antragsgemäss Frist für eine ergänzende Stellungnahme gesetzt. H. In der ergänzenden Stellungnahme vom 2. Mai 2017 bekräftigt die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt, wonach ihre Offerte bei einer aussch reibungskonformen Bewertung das Punktemaximum und damit auch den Zuschlag hätte erhalten müssen. Ihr Technischer Bericht erfülle im Übrigen die in den Ausschreibungsunterlage n definierten Kriterien bei Weitem, wes- halb die Vorwürfe des Beschwerdegegners jeglicher Grund lage entbehrten. Sie verfüge über umfangreiches Know-how im Spezialtiefbau, das sie mit ihren Referenzobjekten bereits unter Beweis gestellt habe. Bei den im vorliegenden Auftra g vergebenen Erd-, Tief- und Strassen- bauarbeiten sowie bei der Baustelleneinrichtung handl e es sich um weitgehend standardisierte Leistungen. Sie habe darauf vertrauen dürfen, dass kurze Ausführungen genügten. Schliesslich sei in den Ausschreibungsunterlagen auch weder ein Logistik- und Erschliessungskonzept noch eine Gliederung nach Bauphasen verlangt worden. I. Der Beschwerdegegner dupliziert mit Eingabe vom 7. Juni 2017. Er hält der Beschwer- deführerin insbesondere vor, sie verwechsle Eignungs- und Zuschlagskriterien. Sie habe wie alle anderen Anbieter die Eignungskriterien unbestritt enermassen erfüllt. Bei den Zuschlagskri- terien gehe es im Gegensatz zu den Eignungskriterien jed och nicht darum, ob ein Anbieter die Vorgaben erfülle, sondern wie gut - anhand einer Skala - dessen Angebot ein bestimmtes Krite- rium erfülle, was einen entsprechenden Bewertungsspielra um voraussetze. Die Bewertung der offerierten Leistungen sei vorliegend korrekt nach pflichtgemäss ausgeübtem Ermessen erfolgt. J. Die Beigeladene unterstreicht in ihrer Duplik vom 7. Juni 2017, dass gerade der Tech- nische Bericht als Teil der Auftragsanalyse die Qualität des Angebots offenbare und damit den Innovationswettbewerb sicherstelle. Die Beschwerdeführer in strebe mit ihrer Argumentation danach, diesen Anbieterwettbewerb in unzulässiger Weise auf den Preis zu beschränken. K. An der heutigen Parteiverhandlung halten die Par teien vollumfänglich an ihren schrift- lich gestellten Anträgen fest. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss § 30 Abs. 1 des Gesetzes über öffentliche Bescha ffungen (BeG) vom 3. Juni 1999 in Verbindung mit § 31 lit. f BeG sowie § 43 Ab s. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 199 3 kann gegen eine Zuschlags- verfügung innerhalb von 10 Tagen nach Eröffnung der schriftlichen Begründung Beschwerde beim Kantonsgericht erhoben werden. Soweit das Beschaffungsgesetz nichts anderes vorsieht, richtet sich das Verfahren nach der Verwaltungsprozessord nung (§ 30 Abs. 5 BeG). Das Ge- richt wendet dabei das Recht von Amtes wegen an. Es prüft insbesondere, ob die Eintretens- voraussetzungen erfüllt sind (§ 16 Abs. 2 VPO). 1.2 Nach § 47 Abs. 1 lit. a VPO ist zur Beschwerde befugt , wer durch die angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung hat. Diese Voraussetzunge n müssen kumulativ erfüllt sein. Er- forderlich ist somit neben der formellen Beschwer (Teiln ahme am Verfahren vor der Vorinstanz bzw. keine Möglichkeit zur Teilnahme) zusätzlich eine mat erielle Beschwer in der Form eines besonderen Berührtseins sowie eines aktuellen Interesses an der Beschwerdeführung. Letzte- res besteht im praktischen Nutzen, der sich ergibt, wenn ein Beschwerdeführer mit seinem An- liegen obsiegt und dadurch seine tatsächliche oder rechtl iche Situation unmittelbar beeinflusst werden kann (Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verf assungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 7. September 2016 [810 16 32] E. 1.2; vgl. auch BGE 140 II 214 E. 2.1; ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER /MARTIN BERTSCHI , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege de s Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 940 ff.). Die mate rielle Beschwer der beim Vergabeverfahren nicht berücksichtigten oder vom Verfahren ausgeschlossenen Anb ietenden ist praxisgemäss dann gegeben, wenn diese bei Gutheissung ihrer Beschwe rde eine realistische Chance haben, mit dem eigenen Angebot zum Zug zu kommen, oder wenn die Gutheissung der Beschwerde zu einer Wiederholung des Submissionsverfahrens führt, in dem sie ein neues Angebot einrei- chen können; andernfalls fehlt ihnen das schutzwürdige I nteresse an der Beschwerdeführung (KGE VV vom 22. Juni 2016 [810 16 34] E. 2.2; KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 2.3; KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 314] E. 2 ; BGE 141 II 14 E. 4). Die Beigeladene bestreitet die materielle Beschwer der Beschwerdeführe rin, denn diese vermöge mit ihrer aus- sichtslosen Argumentation nicht glaubhaft aufzuzeigen, dass sie als Drittplatzierte den Zuschlag hätte erhalten können. Damit vermischt die Beigeladene die vorliegend einzig zu beantwortende Eintretensfrage des schutzwürdigen Interesses an der Besc hwerdeführung mit der Prüfung der materiellen Begründetheit der Beschwerde. Im Rahmen des Eintretens wird unterstellt, dass die in der Beschwerde vorgebrachten Rügen begründet sind. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bildet Gegenstand der materiellen Beurteilung. Die Beschwer delegitimation fehlt nur demjenigen, der zwar als Anbieter am Verfahren teilgenommen hat, aber aufgrund seiner Rechtsmittelanträge und Sachvorbringen auch bei Durchdringen seiner Auffas sung keine reelle Chance auf den Zu- schlag oder eine Wiederholung des Submissionsverfahrens ha t. Sollte die Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall mit ihrer Argumentation Erfolg haben, so wiese ihr Angebot die tiefsten Kosten pro Nutzwertpunkt auf, was zur Zuschlagserteilung a n sie führen müsste. Ihre Legitima- tion ist demzufolge gegeben. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.3 Eine weitere Sachentscheidvoraussetzung ist das Vorbr ingen prozessual zulässiger Beschwerdegründe (R ENE RHINOW /HEINRICH KOLLER /CHRISTINA KISS /DANIELA THURNHERR / DENISE BRÜHL -MOSER , Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl., Basel 2014, Rz. 111 2). Im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen den Zuschlag können Rügen , welche die Ausschreibung betreffen, grundsätzlich nicht mehr gehört werden, da Einwände gegen die in der Ausschrei- bung oder in den Ausschreibungsunterlagen enthaltenen A nordnungen ohne Verzug mittels Beschwerde gegen die Ausschreibung zu erheben sind (vgl. Art. 15 Abs. 1bis lit. a der Interkan- tonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffung swesen [IVöB] vom 15. März 2001). Die Ausschreibung war vorliegend mit einer entsprechenden Rechtsmittelbelehrung versehen. Wer einen Mangel in der Ausschreibung erkennt und gleichwohl nicht dagegen Beschwerde erhebt, kann sich später nicht mehr darauf berufen und verwirkt diesbezüglich sein Beschwerderecht (BGE 129 I 313 E. 6.2; BGE 125 I 203 E. 3; Urteil d es BGer 2C_225/2009 vom 16. Oktober 2009 E. 4.2; KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 311] E. 2; P ETER GALLI /ANDRÉ MOSER / ELISABETH LANG /MARC STEINER , Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl., Zür ich 2013, Rz. 1258). Soweit die Beschwerdeführerin vorliege nd zumindest sinngemäss geltend macht, das vom Beschwerdegegner verwendete Bewertungssystem der Nutzwertanalyse (Qua- lität geteilt durch Preis) sei rechtswidrig, ist diese R üge verspätet. Die Bewertungsmethode wurde in den Ausschreibungsunterlagen bekanntgegeben ( Besondere Bestimmungen des Tief- bauamts vom 17. Dezember 2015, S. 3) und den Anbietern im Rahmen der Fragerunde anhand von Beispielen zusätzlich erläutert, ohne dass die Beschwerdeführerin dagegen opponiert hätte. Auch indem die Beschwerdeführerin pauschal ausführt, die Vergabebehörde sei ihrer Pflicht, die Anforderungen an die einzureichenden Angebote in ihrer Ausschreibung klar und schlüssig zu definieren, in keiner Weise gerecht geworden (Ergänzende Stellungnahme vom 2. Mai 2017, Rz. 63), rügt sie offenkundige Mängel der Ausschreibung. Die genannten Bedenken hätte sie umgehend vorbringen müssen. Wenn die Beschwerdeführerin der Auffassung war, die Aus- schreibung stehe einer regelkonformen Vergabe von Vorn herein im Weg, so wäre sie nach Treu und Glauben verpflichtet gewesen, die entsprechend en Einwände frühzeitig mit Be- schwerde gegen die Ausschreibung zu erheben, um ein unn ötiges Verfahren zu vermeiden. Soweit sich die Beschwerde gegen die Ausschreibung richt et, sind die diesbezüglichen Rügen verspätet und damit unzulässig. Darauf kann nicht eingetreten werden. 1.4 Die Beschwerdefrist von 10 Tagen seit Eröffnung des erweiterten Entscheids ist vorlie- gend unter Berücksichtigung des durch das Wochenende heraus geschobenen Fristablaufs (§ 46 Abs. 2 des Gesetzes über die Organisation der Ge richte [GOG] vom 22. Februar 2001) gewahrt. Auf die im Weiteren formgerecht (§ 30 Abs. 1 BeG; § 5 VPO) erhobene Beschwerde kann - mit den vorgängig erwähnten Ausnahmen - eingetreten werden. 2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können ge mäss § 45 Abs. 1 lit. a und b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststel lung des Sachverhalts gerügt wer- den. Eine Ermessenskontrolle ist dem Kantonsgericht vorliegend verwehrt (Art. 16 Abs. 2 IVöB; § 45 Abs. 1 lit. c VPO). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner den Zuschlag zu Recht der Beige- ladenen erteilt hat. Die Beschwerdeführerin beanspruch t den Zuschlag für sich und rügt in die- sem Zusammenhang zahlreiche Rechtsverletzungen des Besch werdegegners bei der Beurtei- lung ihres Angebots. 4. Die Beschwerdeführerin moniert zunächst verschiedene Verstösse gegen das beschaf- fungsrechtliche Transparenzgebot. 4.1 Nach Art. 1 Abs. 3 lit. c IVöB und § 9 lit. a BeG muss das Verfahren transparent gestal- tet sein, damit unter den Anbieterinnen und Anbieter n ein wirksamer Wettbewerb stattfinden kann. Die Transparenz des Vergabeverfahrens impliziert in sbesondere die Öffentlichkeit des Verfahrens, die Voraussehbarkeit und die Nachvollziehbarke it sämtlicher Verfahrensschritte sowie die Objektivität und die Nachvollziehbarkeit aller wesentlichen Motive, welche den Ent- scheidungen der öffentlichen Auftraggeberin im Vergabe verfahren zugrunde liegen (M ARTIN BEYELER , Öffentliche Beschaffung, Vergaberecht und Schadenersatz, Zürich 2004, Rz. 241 [zit. Öffentliche Beschaffung]). In Nachachtung des Prinzips ver langt § 21 Abs. 2 BeG, dass die publizierte Ausschreibung unter anderem mindestens Gegen stand und Umfang des Auftrags inklusive der Angaben, die von den Anbietenden verlangt werden, anzugeben hat. In § 22 Abs. 1 BeG wird statuiert, dass die Ausschreibungsunterlag en alle wesentlichen Angaben ent- halten und die für den Zuschlag massgebenden Kriterie n in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und entsprechend ihrer Gewichtung aufgeführt sein mü ssen. Es gilt somit der Grundsatz, dass alles Zuschlagsrelevante zum Voraus mit der Ausschreibung fe stgelegt und den Offerenten zur Kenntnis gebracht werden soll. Die Zuschlagskriterien sind unter Einschluss ihrer Gewichtung und allfälliger Subkriterien demzufolge bereits im abst rakten Stadium des Verfahrens in den Ausschreibungsunterlagen präzise zu definieren, wenn die einzelnen Offerten noch nicht be- kannt sind. Der Detaillierungsgrad dieser Kriterien e rgibt sich aus den Erfordernissen, die das betreffende Projekt an den Unternehmer stellt (KGE VV vom 27. April 2016 [810 15 252] E. 4.1; KGE VV vom 12. September 2012 [810 12 190] E. 5.5.2; BGE 141 II 353 E. 6.4). Die einmal erfolgte Festsetzung der massgeblichen Kriterien ist fü r die Vergabestelle verbindlich. Eine nachträgliche Änderung dieser Kriterien ist grundsätzlic h unzulässig (BGE 143 I 177 [nicht publ.] E. 1.2.4; BGE 130 I 241 E. 5.1). Eine Vergab ebehörde handelt mithin rechtswidrig, wenn sie den Zuschlagsentscheid nicht (ausschliesslich) aufgrund der bekannt gegebenen Zu- schlags- bzw. Subkriterien und des ebenso vorgängig bekann t gegebenen (relativen) Gewichts eines jeden Kriteriums fällt (G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 859; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5d). 4.2.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschwerdegegn er vor, er habe die Angebote kom- plett anders bewertet, als er dies in der Ausschreibung d efiniert habe. In den Ausschreibungs- unterlagen werde festgehalten, dass kriterienbezogene A bzüge bei der Bewertung erfolgten, wenn Anbieter die verlangten Unterlagen für einzelne Zuschlagskriterien unvollständig oder mangelhaft einreichten. Dies bedeute im Umkehrschluss, da ss Anbieter das Punktemaximum erhielten, wenn sie die Unterlagen vollständig und män gelfrei einreichten. Ihre Offerte habe die erforderlichen Angaben und die nötigen Dokumente ent halten. Indem ihr die Vergabestelle dennoch nicht durchgehend die Maximalpunktzahl für die Zuschlagskriterien zugestanden habe, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht setze sie sich in Widerspruch zur in der Ausschreibung bekan ntgegebenen Bewertungsmetho- de und verletze damit den Transparenzgrundsatz. 4.2.2 Die Rüge ist offensichtlich unbegründet. Anders als bei Eignungskriterien oder Pro- duktanforderungen, welche entweder erfüllt oder nicht erfüllt werden und damit absoluten Cha- rakter aufweisen, handelt es sich bei den Zuschlagskriterie n um Merkmale, die ein Angebot in mehr oder minder hohem Mass besitzt und die ein Abwägen des wirtschaftlichen Werts ermög- lichen. Sie konkretisieren den Begriff des wirtschaftlich g ünstigsten Angebots und werden we- sensgemäss innerhalb einer Skala zwischen einem minimalen Wert (entsprechend einer tiefen Punktzahl) und einem maximalen Wert (entsprechend einer hohen Punktzahl) veranschlagt. Man spricht diesbezüglich auch von der relativen Natur der Zuschlagskriterien (vgl. E LISABETH LANG , Der Grundsatz der Transparenz im öffentlichen Beschaf fungsrecht, in: Aargauischer An- waltsverband [Hrsg.], Festschrift 100 Jahre Aargauischer An waltsverband, Zürich 2005, S. 124; DENIS ESSEIVA , Les problèmes liés au prix, BR 2004, Sonderheft Ver gaberecht, S. 31; MATTHIAS HAUSER , Zuschlagskriterien im Submissionsrecht, AJP 2001, S. 1406 ; Urteil des BVGer B-5681/2015 vom 18. Mai 2016 E. 4.1). Zuschlagskri terien, bei denen die Erfüllung der Mindestanforderungen automatisch zum Punktemaximum führt, ergeben keinen Sinn (vgl. Urteil des BGer 2D_19/2015 vom 31. Juli 2015 E. 4.4). Eine d erartige Bewertung - wie sie der Be- schwerdeführerin offenbar vorschwebt -, die relevante Qu alitätsunterschiede übergeht und un- terschiedliche Qualitätsniveaus allesamt auf die gleiche Benotungsstufe stellt, würde den Gleichbehandlungs- und den Wirtschaftlichkeitsgrundsatz v erletzen und wäre damit unzulässig (vgl. auch nachfolgend E. 5.5.4). Im vorliegenden Fall hat die Vergabestelle die Eignungs- und die Zuschlagskriterien in der Ausschreibung klar getrenn t. Wird ein Angebotsmerkmal als Zu- schlagskriterium bezeichnet, so kündigt die Vergabestelle damit implizit an, dass sie Qualitäts- unterschiede berücksichtigen und je nach Erfüllungsgrad eine unterschiedliche Anzahl Punkte vergeben wird. Der von der Beschwerdeführerin herangez ogene Hinweis in den Ausschrei- bungsunterlagen auf Punktabzüge bei unvollständigen od er mangelhaften Unterlagen bezieht sich bei einer Auslegung nach dem Vertrauensprinzip auge nscheinlich einzig auf einen Abzug von der für das konkrete Kriterium erteilten Punktzahl. 4.3.1 Unter dem Stichwort der Verletzung des Transparen zgebots beanstandet die Be- schwerdeführerin sodann, dass die Vergabestelle bei der Bewertung des Zuschlagskriteriums Auftragsanalyse und Baustellenorganisation Unterkriterie n berücksichtigt habe, die zuvor nicht bekanntgegeben worden seien. Bezüglich des Teilzuschlagskrit eriums "TK 1.1: Auftragsanaly- se" (interne Gewichtung 35 %) sei ein Technischer Bericht mit Angaben des Anbieters zur Aus- führung der ausgeschriebenen Arbeiten verlangt worden , wobei sich dieser insbesondere zu den Themen Baustellenerschliessung, Installationen, Tief - und Strassenarbeiten, Erdbauarbei- ten, Grundwasserschutz sowie Reserven/Beschleunigungsmassna hmen zu äussern hatte und dem ein einfaches Balkendiagramm der Hauptarbeiten j e Bauphase beizulegen war. In der Ausschreibung sei lediglich ein entsprechender Text gefo rdert worden. Wie detailliert der Text zu sein habe und welche Informationen gewünscht würden, sei in den Ausschreibungsunterla- gen nirgends definiert worden. Wenn die Vergabestelle bei der Bewertung ihres Technischen Berichts über das absolut erforderliche Minimum hinausge hende inhaltliche Aspekte berück- sichtige, stütze sie sich auf nicht publizierte Zuschlagskriterien. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.3.2 Die öffentlichen Auftraggeber sind bei der inha ltlichen Ausgestaltung der Ausschrei- bung und beim Präzisierungs- und Detaillierungsgrad de s Ausschreibungstextes weitgehend frei (GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 401 ff.). Eine Ausschreibung beschreibt d abei das Geschäft nie in allen Punkten abschliessend. Vielmehr lä sst die Vergabestelle trotz aller Vorga- ben mit Bezug auf die Leistung immer bestimmte Punkte mit Absicht offen. In diesem Bereich sollen die Anbieter die Freiheit haben, wie sie Leistu ng und Erfüllung genau definieren wollen. Enthält eine Ausschreibung - wie beim hier eingeforde rten Technischen Bericht - offen um- schriebene Elemente der Konzeption, so öffnet die Verg abestelle den Bietern bewusst Spiel- räume für die Konkretisierung der anzubietenden Leistun gen; sie gibt den Weg zum Ziel nicht vor. Die Anbieter müssen in diesen Fällen nicht nur ei n Angebot auf konkrete Vorgaben hin durchkalkulieren. Ihr Angebot hat auch Angaben zu umfasse n, wie die gestellte Aufgabe an- hand der publizierten Eckwerte am Besten gelöst werden kann, was eine planerische Eigenleis- tung bedingt. Die Anbieter waren vorliegend geforder t, die Qualität ihres Angebots und ihr Know-how mittels einer - selbst zu entwickelnden - Bau planung zu demonstrieren. Dem Wesen des Vergabeverfahrens entsprechend sollen in diesem Rah men gerade die Fähigkeiten, die Erfahrung, das Innovationspotential und die Wettbewer bsfreudigkeit der Unternehmen zum Zu- ge kommen. Der Technische Bericht erlaubt der Vergabeste lle eine Einschätzung dazu, ob die Anbieter den Komplexitätsgrad des Bauvorhabens in einer Weise beurteilen, die den Anforde- rungen des Projekts gerecht wird. Er ermöglicht eine g enerelle Plausibilitätskontrolle und gibt Aufschluss über die Qualität des Angebots. Dadurch könne n etwa die damit verbundenen fi- nanziellen, technischen und terminlichen Risiken besser abgeschätzt werden. Die Beschwerde- führerin sieht eine Verletzung des Transparenzprinzips d arin, dass sie im Unwissen darüber gelassen wurde, was ihr Bericht genau zu enthalten hat te und wie dieser im Detail bewertet werden würde. Damit beklagt sie sich im Grunde genommen darüber, dass ihr die Vergabestel- le diese planerische Leistung nicht abgenommen hat. Di e Beschwerdeführerin verlangt im End- effekt, dass die methodischen Werkzeuge zur späteren Bewertung der eingereichten Angebote, darunter sämtliche Unterkriterien und der Benotungsschl üssel, schon in der Ausschreibung of- fengelegt werden. Diese Hilfsmittel der Vergabestell e stellen jedoch nach der Rechtsprechung des Kantonsgerichts keine vorgängig zu publizierenden Unterkriterien dar. Wie die Beigeladene zu Recht einwendet, wäre es vielmehr eine Überdehnung des Transparenzgebots zu verlangen, dass der Auftraggeber bei derartigen offen umschrieben en Beschaffungsbestandteilen sämtli- che Aspekte der Bewertung im Voraus festlegen und damit de facto eine Musterlösung der ver- langten konzeptuellen Leistung anfertigen muss, zumal ihm dies aus Ungewissheit über die zu erwartenden Lösungsvorschläge der Anbieter kaum vernünfti g möglich sein dürfte und er des- wegen auch schwerlich vorgängig eine nützliche detaillie rte Gewichtung sämtlicher möglicher Unterkriterien definieren kann (vgl. M ARCO FETZ , Die funktionale Ausschreibung, in: Zufferey/ Stöckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2010, Zürich 2010 , S. 119; LANG , a.a.O., S. 113 f.). Die Bekanntgabe einer Musterlösung und der Unterkriterien , deren Unter-Unterkriterien und der noch weiteren Differenzierungen, welche bloss die Haup tkriterien konkretisieren, würde auch den Zweck der offenen Umschreibung in der Ausschreibung g eradezu vereiteln. Der intendierte Wettbewerb spielt nur, wenn den Anbietern nicht vorgän gig bekannt ist, nach welchem Beno- tungsschlüssel die Vergabestelle das Teilzuschlagskriterium bewertet. Die Situation wäre an- sonsten vergleichbar mit einem Examen, bei welchem die Kandidaten bereits im Voraus wüss- ten, welche Antwort sie zu geben haben. Nur wenn die A nbieter in Unkenntnis des Benotungs- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlüssels ihre Offerten abgeben, wird ersichtlich, ob sie den Komplexitätsgrad des Bauvorha- bens erkannt haben und in welchem Ausmass ihr Angebot di e gestellte Aufgabe in einem für den Auftraggeber vorteilhaften Sinn löst (BLKGE 2006 Nr. 45 E. 5d; BLVGE 2002/2003 Nr. 22.1.1 E. 5d; vgl. auch BGE 130 I 241 E. 5.1; D ENIS ESSEIVA , Bemerkungen zum Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Waadt vom 26. Januar 2000, BR 2001, S. 67; O LIVIER RODONDI , Les critères d’aptitude et les critères d’adjudication d ans les procédures de marchés publics, RDAF I 2001, S. 406). Im vorliegenden Fall ha t die Ausschreibung die Gewichtung der Auftragsanalyse und die von den Anbietern abzuhandelnd en Themen genannt. Die massgebli- chen Eckwerte waren damit definiert. Die Benotung des Teilzuschlagskriteriums orientierte sich an diesen publizierten Aspekten. Das Transparenzprinzip ist eingehalten. 4.4.1 Innerhalb des Zuschlagskriteriums Auftragsanalyse u nd Baustellenorganisation erblickt die Beschwerdeführerin auch bezüglich des Teilzuschlagskriter iums "TK 1.2: Baustellen- organisation" (interne Gewichtung 35 %) einen Verstoss g egen die Transparenzregeln. In den Ausschreibungsunterlagen sei verlangt worden, dass sie ein Projekt- sowie ein Baustellenorga- nigramm mit den Verantwortlichen und der Darstellung der Stellvertreterregelung des Schlüs- selpersonals abgebe. Wer zum Schlüsselpersonal gehöre, sei den Vorgaben nicht zu entneh- men gewesen. Sie habe davon ausgehen dürfen, dass nur d er Bauführer und der Polier als Schlüsselpersonen zu gelten hatten, weil nur deren Qual ifikation im Rahmen des Zuschlagskri- teriums 3 (Qualifikation des Schlüsselpersonals) relevant gewesen sei. Wenn die Vergabestelle ihr bei der Bewertung dieses Teilzuschlagskriteriums Punkt e abgezogen habe, weil sie keinen Stellvertreter für den Gesamtprojektleiter bezeichnet habe, so verlange sie von ihr unzulässi- gerweise mehr, als sie in der Ausschreibung vorgegeben habe. 4.4.2 Der Gesamtprojektleiter nimmt in einem Bauproje kt offensichtlich und unbestreitbar eine führende Stellung ein und gehört damit zum Schl üsselpersonal. Auch ohne spezifische Nennung in der Ausschreibung durfte eine Stellvertrete rregelung für diese Position erwartet werden. So ging denn auch die Beschwerdeführerin davon aus, dass es sich beim Projektleiter um eine zentrale Führungsperson handelt, figuriert di eser doch auf dem von ihr eingereichten Projektorganigramm folgerichtig an oberster Stelle. Au genscheinlich bezieht sich die von der Beschwerdeführerin zur Untermauerung ihrer Argumentat ion herangezogene Umschreibung des Schlüsselpersonals im Zuschlagskriterium 3 auf die Verantwortlichen für die Bauausführung und damit im vorliegenden Zusammenhang auf das Baustell enorganigramm. Die Projektorgani- sation mit den Verantwortlichkeiten innerhalb des Proj ekts und die Besetzung der Positionen mit Führungspersonal inklusive Stellvertreterregelung ha tten die Offerenten im Projektorgani- gramm ohne Vorgabe durch die Vergabestelle in Eigenregie zu bestimmen. 4.5.1 Auch bezüglich des Zuschlagskriteriums Qualifikation Schlüsselpersonal moniert die Beschwerdeführerin ein intransparentes Vorgehen der Vergabestelle. Diese habe die Qualifika- tion der von ihr angegebenen Personen unter anderem anhand der Kriterien "Kunstbauten", "Gleisnahes Bauen" und "Hauptverkehrsachse" bewertet, d ie in der Ausschreibung nicht ge- nannt worden seien. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5.2 Wie bereits ausgeführt gilt der Grundsatz, dass a lles Zuschlagsrelevante zum Voraus mit der Ausschreibung festgelegt und den Offerenten zur Kenntnis gebracht werden soll. Nicht vorgängig bekannt gemacht werden müssen jedoch nach de r Rechtsprechung des Kantonsge- richts Unterkriterien, welche lediglich die publizierten Zuschlagskriterien konkretisieren, diesen also bereits inhärent sind. Ob die Unterkriterien den p ublizierten Zuschlagskriterien inhärent sind, ergibt sich aus den Gesamtumständen des entsprechenden Auftrages, namentlich aus der Gesamtheit der Ausschreibungsunterlagen (BLKGE 2009 Nr. 56 E. 3.1.2; BLKGE 2005 Nr. 34 E. 5c; vgl. auch BGE 139 II 489 [nicht publ.] E. 4.1; BGE 130 I 241 E. 5.1). Die Ausschreibung enthielt vorliegend innerhalb des Zuschlagskriteriums 3 d ie Teilzuschlagskriterien "TK 3.1: Vor- schlag von zwei Bauführern" (interne Gewichtung 40 %) un d "TK 3.2: Vorschlag von drei Polie- ren" (interne Gewichtung 60 %). Gefordert war gemäss den Ausschreibungsunterlagen pro vor- geschlagener Person die Angabe von zwei ausgeführten und abgeschlossenen, in Umfang (Auftragswert), Aufgabenstellung und Anforderungen ve rgleichbaren Referenzobjekten in ver- gleichbarer Funktion. Das vorliegende Bauprojekt umfass t Kunstbauten, die an einer Hauptver- kehrsachse mit Tramgeleisen erstellt werden. Die Unterkri terien "Kunstbauten", "Gleisnahes Bauen" und "Hauptverkehrsachse" ergeben sich damit für d ie Anbieter erkennbar aus den in den Ausschreibungsunterlagen umschriebenen Anforderung en. Es versteht sich von selbst, dass die Qualifikation des Schlüsselpersonals höher bewert et wird, wenn dieses über einschlä- gige Erfahrung auf diesen Gebieten verfügt. Damit mu sste die Beschwerdeführerin auch ohne spezielle Erwähnung in den Ausschreibungsunterlagen rechnen. 4.6 Schliesslich ist in der von der Beschwerdeführerin krit isierten Verwendung einer vom Evaluationsbericht abweichenden Bewertungsskala ebenfal ls keine Verletzung des Transpa- renzgrundsatzes zu erblicken (hierzu nachfolgend E. 5.5.1). 4.7 Zusammenfassend hat die Vergabestelle die zuschlagsre levanten Informationen in den Ausschreibungsunterlagen bekanntgegeben. Die Anbieter konnten erkennen, welche Angaben und Eigenleistungen von ihnen gefordert wurden und wa s unter den einzelnen Kriterien zu ver- stehen war. Deren Gewichtung war in Prozenten aufgef ührt. Die Bewertung der Angebote er- folgte anhand der als massgeblich bezeichneten Kriterien und ist nachvollziehbar dokumentiert. Eine Verletzung des beschaffungsrechtlichen Transparenzpr inzips liegt nicht vor. Die Be- schwerde erweist sich diesbezüglich als unbegründet. 5. Die Beschwerdeführerin rügt weiter eine falsche Fest stellung des Sachverhalts und Rechtsverletzungen bei der Bewertung der Zuschlagskriterien. 5.1 Inwiefern die Bewertung ihres Angebots eine falsch e Feststellung des relevanten Sachverhalts darstellen soll, begründet die Beschwerdefü hrerin nicht in nachvollziehbarer Wei- se, weshalb auf die Sachverhaltsrüge nicht näher einzuge hen ist. Vertiefter zu prüfen ist nach- folgend der Vorwurf einer rechtsfehlerhaften Ermessensausübung. 5.2 Die Vergabebehörden verfügen im Beschaffungsrecht üb er grosse Handlungsspiel- räume. Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts steht ihnen insbesondere auch in der Phase der Würdigung und des Vergleichs der Angebote im Rahme n der Offertbewertung ein grosser Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ermessensspielraum zu, in den das Gericht aufgrund seiner auf Sachverhalts- und Rechtsfra- gen beschränkten Kognition nicht eingreifen darf. Es k ann nicht Sache des Kantonsgerichts als Beschwerdeinstanz sein, anstelle der Vergabestelle ein e eigene Bewertung vorzunehmen (vgl. KGE VV vom 21. Januar 2015 [810 14 319] E. 4; KGE VV vom 24. April 2013 [810 12 289] E. 4.1; KGE VV vom 14. November 2012 [810 12 170] E. 5.2; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 5e). Die Bewertung muss indes in sachlich haltbarer, nachvollziehb arer und rechtsgleicher Weise erfol- gen, ansonsten der Vergabebehörde eine Rechtsverletzung anzulasten ist, welche der gerichtli- chen Kontrolle zugänglich ist (vgl. zum Ganzen KGE VV vom 15. November 2006 [810 06 200] E. 6.2). Eine Korrektur der Punktgebung kommt folglich nur in Betracht, soweit sich diese nicht nur als unangemessen, sondern vielmehr als rechtsfehlerhaft erweist. 5.3 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin hat der Beschwer degegner sein Ermessen missbraucht und eine willkürliche Offertbewertung vorgen ommen, indem er im angefochtenen Entscheid bei der Bewertung ohne Begründung vom Evalua tionsbericht und dem darin enthal- tenen Masssystem abgewichen sei und eine davon abweichende Skala verwendet habe. Zwar würden die Punktzahlen zwischen der Bewertungsmatrix und dem begründeten Vergabeent- scheid übereinstimmen, doch entsprächen dieselben Punkte nicht denselben Prädikaten. So seien beispielsweise im Evaluationsbericht als "genügend " taxierte Unterkriterien im angefoch- tenen erweiterten Entscheid grundlos in ein "ungenügend" umgewandelt worden und aus einem "gut" sei ein blosses "genügend" geworden. Richtigerwe ise sei ihr Angebot so zu bewerten, dass die Prädikate übereinstimmten. 5.4 Der Beschwerdegegner führt hierzu aus, das vom Kan ton vorliegend angewendete Punktesystem mit den Punktzahlen 1 bis 5 und die korrespo ndierenden Prädikatsbezeichnun- gen ergäben sich aus dem von der zentralen Beschaffungsst elle auf dem Internet publizierten und der Beschwerdeführerin aus anderen Vergabeverfahre n bekannten Merkblatt "Die Bewer- tungsmatrix als Grundlage für die Ermittlung des günstigsten Angebots" vom Oktober 2015. Das mit der ersten Offertsichtung beauftragte Ingenieurbü ro habe die Punktzahlen 1 bis 5 in Über- einstimmung mit dem Merkblatt angewendet, weshalb die Punkte seiner Bewertungsmatrix ab- solut deckungsgleich mit jenen des erweiterten Vergabee ntscheids seien. Das auswertende Ingenieurbüro verwende im internen Gebrauch offenba r andere Prädikatsbezeichnungen, was allerdings im Ergebnis keine Rolle spiele, denn allein entscheidend sei, dass dieselbe Noten- skala angewendet werde. 5.5.1 Zunächst ist hierzu klarzustellen, dass die vom auswe rtenden Ingenieurbüro verwende- te Bewertungsmatrix im vorliegenden Verfahren ein int ernes Arbeitsinstrument und Hilfsmittel für die Offertevaluation darstellt. Sie war nicht Tei l der Ausschreibungsunterlagen. Die von der Vergabestelle im begründeten Zuschlagsentscheid verwendete Skala entspricht derjenigen, die im von der zentralen Beschaffungsstelle des Kantons publi zierten Merkblatt "Die Bewertungs- matrix als Grundlage für die Ermittlung des günstigste n Angebots" für Vergaben in ihrem Zu- ständigkeitsbereich vorgesehen ist (vgl. S. 3), und der Beschwerdeführerin im Übrigen aus früheren Vergabeverfahren aus eigener Erfahrung beka nnt ist. Die Vergabestelle hat sich (auch) diesbezüglich an die von ihr publizierten Spielre geln der Bewertung gehalten. Die Nach- vollziehbarkeit bzw. Überprüfbarkeit ihrer Bewertung im Nachhinein ist ebenso wenig beein- Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht trächtigt, weswegen im vorliegenden Zusammenhang eine V erletzung des Transparenzgebots von Vornherein ausser Betracht fällt. Zu fragen ist ind essen, ob sich die Verwendung der Be- wertungsmatrix in einem rechtsfehlerhaften Bewertungsergebnis niederschlägt. 5.5.2 Die Operationalisierung der qualitativen Krite rien erfolgte vorliegend anhand einer Be- notungsskala von der Note 1 bis zur Note 5, wobei keine Punkte vergeben wurden, wenn zu einem Kriterium keine prüfbaren Angebotsunterlagen e ingereicht worden waren. Der Gesamt- punktwert errechnete sich als Produkt aus Gewichtung und B enotung, wobei maximal 500 Punkte möglich waren. Die konkrete Punktezuteilung der V ergabestelle entsprach dabei exakt derjenigen in der Bewertungsmatrix. Insofern bestehen - auch nach Auffassung der Beschwer- deführerin - keine Differenzen zwischen der Bewertungsmatrix und den Ausführungen im ange- fochtenen Entscheid. Dagegen trifft die Darstellung der Beschwerdeführerin zu, wonach die Vergabestelle die Punktevergabe anders verbalisierte als das Ingenieurbüro. Letzteres definiert die Note 1 in der Bewertungsmatrix mit "genügend", di e Vergabestelle im erweiterten Entscheid mit "ungenügend". Die Note 3 bedeutet nach der Matr ix "gut", nach dem erweiterten Entscheid "genügend". Die Note 5 schliesslich meint der Matrix zufo lge "sehr gut", gemäss dem erweiter- ten Entscheid "gut". Bei den Noten 2 und 4 handelt es sich jeweils um nicht näher bezeichnete Zwischenwerte. 5.5.3 Der Beschwerdegegner hat die vom Ingenieurbüro vorgenommene erste Auswertung der Offerten überprüft und war mit der Punktevergabe - auf die es für die Ermittlung des wirt- schaftlich günstigsten Angebots einzig ankommt - einverstan den. Er hat die vom Ingenieurbüro vorgeschlagene Punktevergabe in seinen Entscheid übernomme n und damit zur eigenen ge- macht. Solange dies wie vorliegend geschehen für sämtlich e Angebote und Kriterien gleichför- mig gehandhabt wird, liegt darin kein willkürliches ode r widersprüchliches Verhalten. Die den Punkten zugeordneten Prädikatsbezeichnungen haben, wo rauf der Beschwerdegegner in der Duplik zutreffend hinweist, eine orientierende Funktio n für die Anbieter, ihnen kommt bei der Bewertung aber keine eigenständige Bedeutung zu. Den n ob die maximale Erfüllung eines Kri- teriums als "gut" oder als "sehr gut" bezeichnet wird, sp ielt inhaltlich keine Rolle. Beide Male ist dasselbe gemeint. Unabhängig von der sprachlichen Umschreibung steht die Note 1 sodann für die geringfügigste Qualität. Bei den dazwischen liegen den Noten handelt es sich um graduelle Abstufungen. Solange die tatsächlichen Qualitätsuntersch iede in dieser Weise in den Punkte- werten zum Ausdruck kommen, besteht zwischen den beiden Sk alen eine semantische Diver- genz, aber keine Wertungsdifferenz. Die Bewertung der Angebote geht - trotz unterschiedlicher Prädikate - einheitlich nach den gleichen Massstäben vonstatten, sie trägt qualitativen Nuancen Rechnung und erfolgt nachvollziehbar. 5.5.4 Im Gegensatz dazu steht die von der Beschwerdefüh rerin geforderte Bewertung. Die Beschwerdeführerin reklamiert für sich, dass ihre verbale Benotung gemäss Ingenieurbüro in die Punktewertung gemäss Vergabestelle übertragen werd en muss. Damit erreicht sie, dass das, was vom Ingenieurbüro mit 1 Punkt bewertet wurde und sprachlich dort "genügend" bedeu- tet, beim Kanton einen Wert von 3 Punkten zugewiesen e rhält, oder dass ein Kriterium, das vom Ingenieurbüro mit 3 Punkten bedacht und sprachlich als "gut" bezeichnet wurde, beim Kan- ton 5 Punkte erreicht. Ein derartiges Vorgehen hätte zu r Folge, dass nie eine schlechtere Note Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht als 3 Punkte zugeteilt würde und selbst die denkbar sch lechteste Erfüllung eines Kriteriums noch im Mittelfeld der Skala rangierte. Es würden n ur noch zwischen 3 und 5 Punkte vergeben und die Bewertungsskala damit nicht ausgeschöpft. Die Be urteilung der Qualität der Offerten würde durch die Art der Bewertung in dem Sinne nivell iert, dass relevante Qualitätsunterschie- de nicht zu einer proportionalen Besser- oder Schlechterbewertung gegenüber den Konkurrenz- offerten führten. Qualitätsunterschiede, die sich im Hi nblick auf die konkrete Beschaffung als (un-)vorteilhaft erweisen, müssen aber zwingend ins Gewi cht fallen. Ansonsten würde es die Offertrealität verzerren, wenn eine Vergabestelle re levante Qualitätsunterschiede in der Bewer- tung schlicht überginge und diverse Qualitätsniveaus all esamt auf die gleiche Benotungsstufe stellte. Solches verletzte den Gleichbehandlungs- und d en Wirtschaftlichkeitsgrundsatz (HAUSER , a.a.O., S. 1420; MARTIN BEYELER , Vergaberechtliche Entscheide 2014/2015, Beiträge aus dem Institut für Schweizerisches und Internationales B aurecht, Universität Freiburg, Band 33, Zürich 2016, Rz. 149 [Urteilsanmerkung]). Die Beschw erdeführerin übergeht mit ihrer Ar- gumentation ohnehin, dass die übrigen Offerten ebenso wie die ihrige in der von ihr geforderten Weise bewertet werden müssten, wobei die qualitative D ifferenz der Offerten weiterhin in der Punkteverteilung zum Ausdruck kommen müsste. Die Beschwerd eführerin hätte lediglich die Bewertungsskala verschoben, was sich aber in gleichem Mass au ch auf die Offerte der Beige- ladenen auswirken würde, womit sie letztlich nichts gewonnen hätte. 5.6.1 Wenn die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschr ift weiter über Seiten hinweg ausführt, welche Anzahl Punkte ihr bei den einzelnen Zuschlagskriterien ihrer Ansicht nach kor- rekterweise zu erteilen gewesen wäre, so beachtet sie di e eingeschränkte Kognition des Kan- tonsgerichts nur ungenügend. Mit ihrer weitgehend appellatorischen Kritik an der Benotung legt sie nicht im Einzelnen konkret und nachvollziehbar dar, inwiefern im Ergebnis eine rechtsfehler- hafte Ermessensausübung der Vorinstanz resultiert. Da ss ein die Minimalanforderungen erfül- lendes, vollständiges und fehlerfreies Angebot nicht au tomatisch zur Bewertung mit dem Punk- temaximum führen kann, wurde bereits erörtert (vgl. vorn e E. 4.2). Unzulässig ist auch der von der Beschwerdeführerin vorgenommene Schluss von der Qual ität als Anbieterin (Eignung) auf die Qualität ihres Angebots. 5.6.2 Der Beschwerdegegner zeigt in seiner Vernehmlassung vom 27. Februar 2017 (Rz. 35 ff.) vielmehr ausführlich und anschaulich auf, d ass die Offerte der Beschwerdeführerin in erster Linie beim Zuschlagskriterium der Auftragsanal yse und Baustellenorganisation aus fachlicher Sicht eklatante Qualitätsmängel erkennen lässt und im Vergleich zu fünf der sechs übrigen eingegangenen Angebote, insbesondere demjenigen der Beigeladenen, deutlich abfällt. Dabei sticht ins Auge, dass der Technische Bericht der Bei geladenen schon rein volumenmäs- sig den dreifachen Umfang des Berichts der Beschwerdeführerin aufweist. Inhaltlich stehen den knappen und allgemein gehaltenen Ausführungen der Be schwerdeführerin, welche in dieser Form in einem beliebigen Vergabeverfahren Platz gre ifen könnten und auf die zentralen Spezi- fikationen der vorliegenden Bauleistungen keinerlei R ücksicht nehmen, sehr detaillierte und präzise Ausführungen der Beigeladenen gegenüber, die sich mit dem konkreten Projekt grund- legend auseinandergesetzt und Lösungen für die sich ste llenden Aufgaben und Anforderungen aufgezeigt hat. Beispielhaft sei hier bezüglich der Auftragsanalyse das Unterkriterium "Tief- und Strassenbauarbeiten" herausgegriffen, wofür das Ange bot der Beschwerdeführerin mit einem Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Punkt und dasjenige der Beigeladenen mit fünf Punkten bewertet wurden. Die Beschwerdefüh- rerin führt in ihrem Technischen Bericht lediglich aus, d ass für die Werkleitungs- und Trassear- beiten die geeigneten Maschinen zum Einsatz gebracht wür den und der lagengenaue Einbau durch moderne Vermessungsgeräte sichergestellt werde. De mgegenüber teilt der Technische Bericht der Beigeladenen die Arbeiten in sechs einzelne Bauphasen auf. Dabei werden für jede Phase die konkret durchzuführenden Tiefbau- bzw. Strasse nbauarbeiten im gesamten Projekt- perimeter geschildert. Ausserdem wird begründet, weshalb welche Arbeiten parallel bzw. nach- einander erfolgen. 5.6.3 Die Auftragsanalyse umfasst für das Gelingen des Pr ojekts zentrale Planungsleistun- gen. Die Befürchtung des Beschwerdegegners, dass die Lück en in der Auftragsanalyse der Beschwerdeführerin im Verlauf des komplexen, mehrjährigen Projekts zu kostspieligen Schwie- rigkeiten führen könnten und sich allenfalls auch Ausei nandersetzungen über Nachträge und Zusatzleistungen ergeben, erscheint gestützt auf die Ausfü hrungen in der Vernehmlassung nicht gänzlich aus der Luft gegriffen. Den einleuchten den Erläuterungen des Beschwerdegeg- ners zur Punktezuteilung vermag die Beschwerdeführerin jedenfalls nichts Substantielles ent- gegenzuhalten. Ein Ermessensmissbrauch bei der Bewertung ist nicht ersichtlich. 5.7 Nach dem Gesagten erweist sich die Qualitätsbewertun g der Vergabestelle aufgrund der dokumentierten und nachvollziehbaren Evaluation de r Offerten im Ergebnis als sachlich haltbar und rechtsgleich. Für ein Eingreifen des Kantonsgerichts besteht kein Grund. 6.1 Schliesslich erachtet die Beschwerdeführerin den Gru ndsatz des wirtschaftlichen Ein- satzes öffentlicher Mittel als verletzt. Die eingesetzten öffentlichen Gelder sollten gemäss die- sem Grundsatz so eingesetzt werden, dass das wirtschaftlich g ünstigste Angebot den Zuschlag erhalte. Als wirtschaftlich günstigstes Angebot gelte das Angebot, welches den tiefsten Preis für die definierten Ausschreibungskriterien aufweise, weshal b ihr der Zuschlag zustehe. Der zu vergebende Bauauftrag umfasse darüber hinaus grösstente ils standardisierte Leistungen. Bei der vom Beschwerdegegner vorgenommenen Bewertung werde der Preis effektiv mit gerade noch 20 % gewichtet, was ein unannehmbares Ergebnis zu r Folge habe und dem Grundsatz des wirtschaftlichen Mitteleinsatzes widerspreche. 6.2 Gemäss Art. 1 Abs. 3 lit. d IVöB sowie § 1 lit. c BeG bezweckt die Gesetzgebung im öffentlichen Vergabewesen insbesondere die wirtschaftli che Verwendung öffentlicher Mittel. Diese Zielsetzung ist auf die Verwirklichung eines Teilg ehalts der Wirtschaftsfreiheit gerichtet, die im Übrigen keinen Anspruch auf den Erhalt staatli cher Aufträge verleiht, und ruft im spezi- fisch beschaffungsrechtlichen Kontext nach einem wettbewe rbsneutralen Verhalten der Verga- bestelle (Urteil des BGer 2C_582/2016 vom 22. Mai 2017 [zur Publikation vorgesehen] E. 4.4.2; Urteil des BGer 2C_665/2015 vom 26. Januar 2016 E. 2.3; GALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 883). Als wichtigste Ausformung dieses Prinzips stellt die Vorgabe, wonach das wirtschaft- lich günstigste Angebot den Zuschlag erhält (Günstigkeits prinzip; Art. 13 lit. f IVöB; § 26 Abs. 1 BeG), neben einem haushälterischen Umgang mit öffentl ichen Mitteln sicher, dass die Vergabe nicht nach wettbewerbsverzerrenden Kriterien erfolgt (B EYELER , Öffentliche Beschaffung, a.a.O., Rz. 216 ff.). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Beim "wirtschaftlich günstigsten Angebot" handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, welcher in jedem Einzelfall und auf de r Grundlage der für die Vergabe geltenden Leistungsumschreibung wieder neu und anders zu konkretisie ren ist. Die Auftraggeberin ist frei in der Bestimmung von Zeitpunkt, Gegenstand, Art, Umfang, innerer Ausgestaltung und Qualität der Beschaffung. Handelt sie bei diesen Entscheidungen unwirtschaftlich, so entgeht dies der vergaberechtlichen Rechtskontrolle (M ARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Vergabe- rechts, Zürich 2008, Rz. 140 [zit. Ziele]). Zur Ermittl ung des wirtschaftlich günstigsten Angebots müssen (resp. können) neben dem Preis weitere leistungsbe zogene Zuschlagskriterien berück- sichtigt werden, insbesondere die Qualität der angebo tenen Leistung (vgl. BGE 141 II 353 E. 7.1; BGE 140 I 285 E. 5.2). Massgebend ist das Preis -Leistungs-Verhältnis - der grösstmög- liche wirtschaftliche Nutzen bei geringstmöglichem Aufwa nd - wie es ausschliesslich anhand der in der Ausschreibung definierten Zuschlagskriterien zu ermitteln ist. Das Günstigkeitsprin- zip, auf das die Anbieter sich berufen können, verlangt mithin allein, dass unter den tatsächlich vorliegenden Angeboten jenes berücksichtigt wird, das die Leistung in der Art und Form, wie sie von der Vergabestelle in voller Freiheit umschrieben wu rde, anhand der von dieser definierten Beurteilungskriterien am optimalsten zu erbringen offe riert (BEYELER , Ziele, a.a.O. Rz. 140 f.). Das "wirtschaftlich günstigste Angebot" wird damit - entg egen der Auffassung der Beschwerde- führerin - gerade nicht ausschliesslich über den tiefsten Preis definiert (vgl. BGE 138 I 143 E. 4.2). Vielmehr kann das Zuschlagskriterium Preis nur b ei der Beschaffung von standardisier- ten Gütern das allein massgebliche Kriterium bilden. Be i anderen Beschaffungsgeschäften bil- det es nur eines unter mehreren Kriterien, dem auch nicht ein grundsätzlich höheres Gewicht zukommt (G ALLI /MOSER /LANG /STEINER , a.a.O., Rz. 879; R ODONDI , a.a.O., S. 402 f.; vgl. auch § 20 Abs. 3 der Verordnung zum Beschaffungsgesetz [BeV] vom 25. Januar 2000). Bei der Be- schaffung komplexer Werke oder Dienstleistungen kommt dem Preis zur Bestimmung des wirt- schaftlich günstigsten Angebots regelmässig weniger Gewicht zu; hier rücken andere Kriterien wie Qualität oder Termine in den Vordergrund. Aller dings muss der Preis einer nachgesuchten Leistung auch bei komplexen Beschaffungen im Umfang von m indestens 20 % Berücksichti- gung finden (vgl. BGE 130 I 241 E. 6.3; BGE 129 I 31 3 E. 9.2; Urteil des BGer 2P.230/2006 vom 5. März 2007 E. 4.1). Zudem darf eine relativ geri nge Gewichtung des Kriteriums Preis durch die verwendete Bewertungsmethode nicht weiter ab geschwächt werden (BGE 130 I 241 E. 6.1; BGE 129 I 313 E. 9.2; BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7). 6.4 Die Beschwerdeführerin argumentiert, durch die kon kret vorgenommene Bewertung werde die Gewichtung des Preises auf ein unzulässig tie fes Niveau abgeschwächt, da der zu vergebende Bauauftrag grösstenteils standardisierte Leistungen umfasse. 6.4.1 Die Bewertungsmethode wurde in den Ausschreibungs unterlagen publiziert und ge- währte der Vergabestelle - anders als bei herkömmlichen Bewertungsmethoden - keinen Er- messensspielraum bei der konkreten Preisbewertung. Deshalb sind die Einwände des Be- schwerdegegners und der Beigeladenen, wonach dieser M angel verspätet vorgebracht werde, nicht unberechtigt und es erscheint in der Tat zweifelh aft, ob die Beschwerdeführerin mit der Rüge überhaupt zu hören ist (vgl. vorne E. 1.3). Die Fr age kann letztlich offenbleiben, denn die Kritik ist ohnehin nicht stichhaltig. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin handelt es sich beim vorliegenden Beschaffungsgegenstand - wie die V ergabestelle als Fachbehörde Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht überzeugend darlegt - keineswegs um eine standardisierte Leistung. Einzelne Elemente des Auftrags mögen isoliert betrachtet Merkmale einer stan dardisierten Leistung aufweisen. Ent- scheidend ist aber eine gesamthafte Betrachtung des Auft rags. Dabei zeigt sich, dass es sich um komplexe und zeitkritische Planungs- und Bauleistungen handelt, die namentlich eine akri- bische Vorbereitung und eine gründliche Projektorganisa tion voraussetzen, was die Beschwer- deführerin zu verkennen scheint. Die Kompliziertheit wid erspiegelt sich schon alleine darin, dass die Ausschreibung drei Leistungsverzeichnisse umfasst, in welchen die zu erbringenden Leistungen auf 388 Seiten unter Zuhilfenahme des Norm enpositionskatalogs beschrieben wer- den. Der Schwierigkeitsgrad geht auch aus dem Umstand h ervor, dass gewisse Unternehmen als Arbeitsgemeinschaft angeboten haben, was bei einf achen und standardisierten Leistungen höchst untypisch wäre. Die zentralen Arbeiten des Projek ts Zubringer Pfeffingerring bestehen entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin gerade nicht nur im üblichen Strassenbau an sich, sondern überdies in einem technisch heiklen Durchstich unter der Kantonsstrasse, dem Fahrradweg und den zwei Tramspuren, was die Errichtung eines 43 m langen und 11 m breiten Unterführungsbauwerks in Deckelbauweise sowie die Erstell ung eines Kleintierdurchlasses be- dingt. Auch muss mit den zahlreich vorhandenen Werkleitung en (Fahrleitungen, Wasserablei- tungen, Steuerkabel der Baselland Transport AG, Glasfa serleitungen der Swisscom etc.) kor- rekt umgegangen werden. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die Bauarbeiten zu einem Grossteil in der Grundwasserschutzzone S3, nahe der Grundw asserschutzzone S2, durchge- führt werden, was spezielle Baumassnahmen und Bauauflag en bedingt, welche eingehalten werden müssen. Zur Komplexität trägt das Umfeld bei, i n welchem die Bauarbeiten ausgeführt werden. So erfolgen die Tiefbauarbeiten am Pfeffing erring unter ununterbrochenem Strassen- betrieb und bei eingeschränkten Platzverhältnissen für di e Zu- und Wegfahrt zur Baustelle. Nach den Vorgaben der Vergabestelle darf die Hauptstra sse aufgrund ihrer grossen verkehrs- technischen und wirtschaftlichen Bedeutung nicht unterbr ochen werden, was aufwändige Um- leitungsmassnahmen bedingt. Die Arbeiten müssen weiter beinahe ausschliesslich unter lau- fendem Trambetrieb ausgeführt werden, da eine Unterbrechung der Linie für mehr als acht Wo- chen (bezogen auf eine Bauzeit von ca. drei Jahren) nic ht möglich ist. Fehler und Unterlassun- gen in der für das Gelingen des Projektes zentralen Ba uplanung, der Logistik oder bei der Aus- führung zögen unter Umständen beträchtliche Kostenfolge n für den Kanton nach sich. Es er- staunt demnach nicht, dass der Kanton als Auftraggeber m it Blick auf den Schwierigkeitsgrad der durchzuführenden Arbeiten und die damit einherge henden nicht unerheblichen Projektrisi- ken den qualitativen Aspekten der Offerten einen hohen Stellenwert einräumte, wozu er ohne Weiteres berechtigt war. 6.4.2 Da es vorliegend wie soeben aufgezeigt um die B eschaffung eines komplexen Werks und nicht von standardisierten Leistungen geht, wäre d ie von der Beschwerdeführerin behaup- tete effektive Gewichtung des Preises von 20 % zwar an de r untersten Grenze des Zulässigen, aber immer noch vertretbar. 6.4.3 Die Beschwerdeführerin führt weiter aus, sie ha be davon ausgehen dürfen, dass der Angebotspreis eine tatsächliche Gewichtung von 40 % er fahre. Auch dieses Argument hilft ihr nicht weiter. Werden die Angebote nach der herkömmlich en Methode mit dem Zuschlagskriteri- Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht um Preis ausgewertet und dabei die gängige, vom Kantonsgericht für komplexe Bauprojekte als geeignet eingestufte Preisbewertungsformel tiefstes Angebot + Preisspanne - beurteiltes Angebot × Maximalpunktzahl Preisspanne zur Anwendung gebracht, wobei die Preisspanne aus der D ifferenz zwischen dem tiefsten und dem höchsten (seriösen) Preis gebildet wird, so dass das tie fste Angebot die volle Punktzahl von hier fünf Punkten und das teuerste Angebot null Pu nkte erhält (vgl. BLKGE 2006 Nr. 45 E. 7b, bestätigt in KGE VV vom 24. April 2013 [810 12 289] E. 4.2; B EAT DENZLER , Bewertung der Angebotspreise, BR 2004, Sonderheft Vergaberecht , S. 20 ff.), dann erzielt immer noch die Beigeladene die höchste Gesamtpunktzahl und erhält die Beschwerdeführerin den Auftrag so- mit auch dann nicht, wenn der Preis mit 40 % und die Qualitätskriterien mit 60 % gewichtet werden (vgl. hierzu auch das Rechenbeispiel in der Duplik des Beschwerdegegners vom 7. Juni 2017, Rz. 75, das mit einer flacheren Preiskurve arbeitet). 6.5 Der Zuschlag wurde vorliegend dem anhand der Defin ition in der Ausschreibung ermit- telten wirtschaftlich günstigsten Angebot erteilt, wobe i die Vergabestelle dem Preis gegenüber der Qualität zulässigerweise eine untergeordnete Bedeu tung beimass. Der Grundsatz des wirt- schaftlichen Einsatzes öffentlicher Mittel ist, soweit ihm ü berhaupt eine vergaberechtliche indi- vidualschützende Bedeutung zukommt, im vorliegenden Zusammenhang nicht verletzt. 7. Zusammenfassend hat der Beschwerdegegner den vorlieg enden Bauauftrag in einem transparenten und fairen Verfahren an die Beigelade ne vergeben. Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar, welche auf eine rechtsfehlerhafte Wahrnehm ung des Ermessens hindeuten. Die Schlussfolgerung, dass die Beigeladene das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht hat, erweist sich als sachlich haltbar und ist nicht zu beanstand en. Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 8. Es bleibt über die Kosten des vorliegenden Verfahre ns zu befinden. 8.1 Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kan tonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). So- mit sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'500 .-- vorliegend der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in derselben Höhe zu verrechnen. 8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann für den Beizug eines Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden (§ 21 Abs. 1 VPO). Gemäss dem Ausgang des Verfahrens ist der anwaltlich vertretenen Beigeladenen antragsgemäss eine Parteientschädigung zu L asten der Beschwerdeführerin zu- zusprechen. Der Rechtsvertreter der Beigeladenen macht in seiner Honorarnote vom 7. Juni 2017 einen Aufwand von 60.33 Stunden (exklusive Parteiverhandlung) à Fr. 300.-- geltend. Der Stundenaufwand erscheint vor dem Hintergrund der umfangreichen und komplizierten Eingaben Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Gegenseite und dem doppelten Schriftenwechsel als gerechtfertigt. Hinzuzurechnen ist noch der Zeitaufwand für die heutige Parteiverhandlu ng und deren Vorbereitung, so dass ins- gesamt 64 Stunden zu entschädigen sind. Der Stundenan satz von Fr. 300.-- erscheint demge- genüber als überhöht. Das Kantonsgericht erachtet vorlie gend einen Honoraransatz von Fr. 250.-- pro Stunde als der Schwierigkeit und Bedeu tung der Sache angemessen. Die Ausla- gen in der Gesamthöhe von Fr. 682.90 sind weiter nicht zu beanstanden. Demzufolge hat die Beschwerdeführerin der Beigeladenen eine Parteientsch ädigung in der Höhe von total Fr. 18'017.55 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten . Im Übrigen werden die Parteikos- ten wettgeschlagen. Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'500.-- werden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kost envorschuss in der Höhe von Fr. 4'500.-- verrechnet. 3. Die Beschwerdeführerin hat der Beigeladenen eine reduzierte Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. 18'017.55 (inkl. Auslagen und 8 % MWST) auszurichten. Im Übrigen werden die Parteikosten w ettgeschla- gen. Präsidentin Gerichtsschreiber