A. Verwaltungsentscheide 1497 6 Gründen beruhenden) Gebäudeform ein äusserer, objektiver Sachzwang für eine einzelfallweise Festlegung des Niveaupunktes vorliegen sollte. Departement Bau und Umwelt, 31.05.2011 1497 Baubewilligungsverfahren. Ausnahmebewilligung. Für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung muss ei ne der Voraussetzungen von Art. 118 Abs. 1 lit. a–c BauG erfüllt sein. Im vorliegenden Fall besteht für ein zusätzliches G e- schoss und die Abweichung von der maximalen Gebäudehöhe kein Ausnah- megrund. Aus den Erwägungen: 6a) Der Rekurrent macht geltend, dass die Voraussetzungen für die Au s- nahmebewilligung gemäss Art. 118 Abs. 1 BauG nicht gegeben sind. Insb e- sondere werde in der Zone W 2 die zulässige G eschosszahl und damit auch die Gebäudehöhe überschritten, was als Konsequenz des überschrittenen N i- veaupunktes zu folgern sei. b) Es gilt voranzustellen, dass Ausnahmebewilligungen grundsät zlich der Vermeidung von Härten dienen und den Baubehörden ermöglichen sollen, den Besonderheiten des Einzelfalls Rechnung zu tragen (BGE 107 Ia 216). Ihr Zweck besteht darin, Härten und Unbilligkeiten zu vermeiden, die sich w e- gen der Besonderheit des Sachverhalts aus der strikten Anwendung der Ba u- ordnung ergeben würden. Dabei muss es sich um einen Ein zelfall handeln, bei welchem die Allgemeinordnung den besonderen Verhältnissen nicht g e- recht wird. Die Gewährung einer Ausnahmebewilligung setzt eine Ausnahm e- situation voraus und kann nicht zur Regel werden. Allein subjektive, in der Person des Baugesuchst ellers liegende Gründe genügen jedoch nicht (Balthasar Heer , St.Gallisches Bau - und Planungsrecht, Bern 2003, N 736/737). Damit eine Ausnahmebewilligung erteilt werden kann, muss ei ne der Voraussetzungen von Art. 118 Abs. 1 lit. a–c BauG er füllt sein. Art. 118 Abs. 1 lit. a BauG kann von vornherein ausgeschlossen werden, so dass vo r- liegend eine Ausnahmebewilligung nach Art. 118 Abs. 1 lit. b oder c BauG zu prüfen ist. c) Gemäss Art. 118 Abs. 1 lit. b BauG können Ausnahmebewilligungen er- teilt werden, wenn unter den gegebenen Verhältnissen die Einhaltung der b e- stehenden Vorschriften die Bauherrschaft in unzumutbarer Weise benachteil i- gen würde und öffentliche Interessen der Ausnahmebewilligung nicht entg e- genstehen. Die zu bebauende Parzelle Nr. X befindet sich an einem Hang, der insb e- sondere im oberen Teil, namentlich in der Zone W 2, Neigungen von maximal A. Verwaltungsentscheide 1497 7 50 % aufweist. Es ist nachvollziehbar, dass aufgrund dieser steileren Hangl a- ge sowie der uneinheitlichen Zoneneinteilung eine Überbauung der genan n- ten Parzelle möglicherweise erschwert ist. Es gilt aber zu beachten, dass für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung das Vorliegen besonderer Verhäl t- nisse primäre Vorau ssetzung ist. Diese besonderen Verhältnisse müssen die Abweichung von der Norm rechtfertigen. Die Ausnahmebewilligung darf daher nicht dazu eingesetzt werden, generelle Gründe zu berücksichtigen, die sich praktisch immer anführen liessen ( Fritzsche/Bösch/Wipf, Zürcher Planungs - und Baurecht, 4. A., Zürich 2006, Ziff. 17-17). Es kann davon ausgegangen werden, dass eine in der Bauzone an Han g- lage gelegene Parzelle grundsätzlich unter Einhaltung der Regelbauvorschri f- ten bebaut werden kann. Ein Bauherr ist deshalb nicht bereits in unzumutb a- rer Weise benachteiligt, bloss weil sein Bauland an einem abfallen den Hang liegt, ebenso wenig durch die Tatsache, dass auf einer Parzelle unterschiedl i- che Zoneneinteilungen bestehen. Solche allgemeinen Gründe für eine Au s- nahmebewilligung lassen sich praktisch immer anführen, genügen aber nicht für die Gewährung einer Au snahmebewilligung. Mit einem anderen Bauvo r- haben ist die Einhaltung der Regelbauvorschriften ohne weiteres möglich und zumutbar. Aufgrund der gemachten Ausführungen genügen darum s owohl die angeblich besondere Hangl age wie auch die unterschiedliche Zonieru ng auf derselben Parzelle nicht als Gründe, eine Ausnahmebewilligung nach Art. 118 Abs. 1 lit. b BauG zu rechtfertigen. d) Weiter kann nach Art. 118 Abs. 1 lit. c BauG eine von den Nutzung s- plänen abweichende Bewilligung erteilt werden, wenn eine den öffent lichen Interessen, namentlich den Anforderungen des Verkehrs, der Hygiene, der Feuersicherheit, der architektonischen und ortsplanerischen Gestaltung be- deutend besser entsprechende Überbauung erzielt werden kann. Es müssen dabei positive öffentliche Interessen erwiesen sein, die für ein Ausnahmerecht sprechen und eine unter dem Gesichtspunkt der öffentlichen Interessen w e- sentlich bessere Lösung bringen ( Balthasar Heer, a.a.O., N 736). Beim Ent- scheid über die Erteilung einer Ausnahm ebewilligung ist nicht der Ist-Zustand mit dem geplanten Projekt zu vergleichen, sondern es ist dem geplanten Pr o- jekt ein regelkonformes Projekt gegenüberzustellen ( Balthasar Heer, a.a.O., N 741). Die Vorinstanz begründet die Ausnahmebewilligung für das strittige Ba u- vorhaben indem sie lediglich ob engenannte Bestimmung zitiert und au s- schliesslich prüft, ob für die Nachbarschaft eine nach Art. 118 Abs. 2 BauG mögliche erhebliche Beeinträchtigung vorliegen könnte, wel che sie – auch hier – ohne weitere Begründung verneint. Die Vorinstanz verkennt dabei, dass für eine Ausnahmebewilligung e ine der Voraussetzungen in Art. 118 Abs. 1 BauG gegeben und begründet sein muss und erst dann die nachbarliche Inte- ressenabwägung erfolgen kann. Die Ausnahme darf also nicht mit dem au s- schliesslichen Argument begründet werden, es seien keine betroffenen Nac h-A. Verwaltungsentscheide 1498 8 barn ersichtlich oder diese hätten zugestimmt (Fritzsche/Bösch/Wipf, a.a.O ., Ziff. 17–19). Auch hinsichtlich einer Gegenüberstellung der geplanten Übe r- bauung zu einem regelkonformen Bauprojekt schweigt sich die Vorinstanz bei ihrer Begründung aus. Sie legt in keiner Weise dar, inwiefern das eingereichte Projekt eine bedeutend bessere Überbauung ermöglichen würde als eine Überbauung nach Regelbauweise. Mangels Vorlage eines den Regelbauvorschriften entsp rechenden Ba u- projekts sowie mangels unzumutbarer Härte für den Baugesuc hsteller ist für das Departement Bau und Umwelt nicht ersichtlich, inwiefern das geplante Bauvorhaben bedeutend besser sein soll als ein Regelbauwerk und inwiefern die Einhaltung der Re gelbauvorschriften im vorliegenden Fall eine besondere Härte für die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit loftartigen Wohnungen darstellt und damit eine Ausnahmebewilligung erteilt werden soll. Zusammen- fassend ist deshalb festzuhalten, dass im vorliegen den Fall entgegen der Meinung der Vorinstanz die Voraussetzung gemäss Art. 118 Abs. 1 lit c BauG für eine Ausnahmebewilligung nicht gegeben ist. Damit wurden zu Unrecht ein zusätzliches Geschoss und eine Abweichung von der maximalen Gebäud e- höhe bewilligt. Somit erübrigt sich denn auch eine Interessenabwägung g e- mäss Art. 118 Abs. 2 BauG, welche die Be jahung von Art. 118 Abs. 1 BauG voraussetzt. Departement Bau und Umwelt, 16.06.2011 1498 Baubewilligungsverfahren. Schutzwände aus Glas sind unter bestimmten Voraussetzungen in der Ortsbildschutzzone nationaler Bedeutung zulässig (Praxisänderung). Aus den Erwägungen: 5. Bisher hat das Planungsamt Segeltücher als Sonnen -, Wind- und/oder Sichtschutz in Ortsbildschutzzonen zugelassen und auch die Montage derse l- ben propagiert, da diese an die ursprüngliche Verwendung von Flachdacha n- bauten, namentlich zum Aufhängen von Wäsche, erinnern. Ein Wind - oder Sichtschutz wird damit nicht generell verweigert, sondern in der Variante e i- nes Segeltuchs, welches sich an der herkömmlichen Nutzung von aufgehäng- ter Wäsche orientiert, als bewilligungsfähig eingestuft. Dies entspricht der gängigen Praxis des Planungsamtes, wobei Glaswände grundsätzlich abg e- lehnt werden. Im vorliegenden Fall hat der Rekurrent in der nordwestlichen Ecke auf seiner bestehenden Terrasse über der Ga rage eine 1, 70 m hohe L -förmige Glaswand erstellt, welche als Wind - und Lärmschutz dienen soll. Sie ist am