B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i ch t T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T ri b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T ri b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-2473/2022 U r t e i l v o m 5 . A p r i l 2 0 2 3 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richter Martin Kayser, Richter David Aschmann, Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. Parteien anwerina AG, Haldenstrasse 1, 8274 Tägerwilen, vertreten durch die Rechtsanwälte lic. iur. Marc Hottinger und Dr. iur. Stephan Beutler, BKS Rechtsanwälte AG, Thunstrasse 63, 3000 Bern 6, Beschwerdeführerin, gegen Shenzhen ShuangPingTai Medical Technology Co., Ltd., Room 701, 7th Floor, Boxun Building, Keyuan Road, Xili Street, CN-518000 Shenzhen, vertreten durch Anthea Lee, BCB Business Center Bach, Bachstrasse 1, 9606 Bütschwil, Beschwerdegegnerin, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 102337 – CH-Nr. 635'595 acara / CH-Nr. 768'040 AICARE (fig.). B-2473/2022 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die anwerina AG ist Inhaberin der am 19. Juli 2012 für Waren der Klas- sen 5 und 10 hinterlegten schweizerischen Wortmarke Nr. 635'595 "acara". Bezüglich Klasse 5 lautet das Warenverzeichnis: Klasse 5: Pharmazeutische und veterinärmedizinische Erzeugnisse; Hygie- nepräparate für medizinische Zwecke; Chemische Erzeugnisse für medizini- sche Zwecke; Biologische Erzeugnisse für medizinische Zwecke; Medizini- sche Haut- und Mundpflegemittel; Arzneimittel für humanmedizinische und tierärztliche Zwecke; Medikamentensets (gef üllt), Arzneimittelsets (gefüllt); Salben für pharmazeutische Zwecke; Tinkturen für medizinische Zwecke; Diätetische Erzeugnisse für humanmedizinische und veterinärmedizinische Zwecke; Babykost; Heilnahrung für medizinische Zwecke; medizinische Tees; mediz inische Getränke; Nahrungsergänzungsmittel und Kaugummis für medizinische Zwecke; Vitamin - und Multivitaminpräparate; Mineralstoffe und Mineralstoffpräparate für medizinische Zwecke; Bonbons für medizini- sche Zwecke, insbesondere Brust - und Hustenkaramellen ; Medizinische Raucherentwöhnungsmittel; Diagnostische Mittel für medizinische Zwecke; Teststreifen für Diabetes - und Schwangerschaftstests, Teststreifen für Cho- lesterintests; Pflaster- und Verbandmaterial; Watte für medizinische Zwecke; Frauenhygienische Artikel, nämlich Damenbinden, Slipeinlagen, Tampons, Monatshöschen; Windeln für Inkontinente; Desinfektionsmittel für hygieni- sche Zwecke; Detergenzien für medizinische Zwecke; Biologische und che- mische Mittel für medizinische und veterinärmedizinische Zwecke für Labora- torien, Apotheken und Arztpraxen; Chemische Prüfmittel für medizinische Zwecke, insbesondere Reagenzien, Masslösungen, Indikatoren und Nährme- dien; Mittel zur Desodorierung der Luft; Hefe und Hefepräparate für pharma- zeutische Zwecke; Traubenzuc ker für medizinische Zwecke; Pastillen für pharmazeutische Zwecke; Klebebänder für medizinische Zwecke; sämtliche zuvor genannten Waren nicht bestimmt für den Bereich Zahnmedizin und -technik sowie sämtliche zuvor genannten Waren ausgenommen Gele, Präparate, Substanzen und Reagenzien zur Behandlung von Lippenherpes. A.b Gestützt darauf erhob die anwerina AG (nachfolgend: Widerspre- chende) beim Eidg. Institut für Geistiges Eigentum (nachfolgend: Ins titut) am 19. November 2021 teilweise Widerspruch gegen die am 20. August 2021 ins Markenregister eingetragene schweizerische Wort -/Bildmarke Nr. 768'040 "AICARE (fig.)" der Shenzhen ShuangPingTai Medical Tech- nology Co., Ltd. (nachfolgend: Widerspruchsgegnerin). Der Widerspruch richtet sich einzig gegen die in Klasse 5 beanspruchten Waren, nämlich: Klasse 5: Arzneimittel für humanmedizinische Zwecke; Präparate zum Steri- lisieren; Alkohol für medizinische Zwecke; Antiseptika; Jodtinkturen; Desin- fektionsmittel; Kräuterextrakte für medizinische Zwecke; Diätgetränke für me- dizinische Zwecke; Augenklappen für medizinische Zwecke; Reiseapotheken (Arzneimittel-Sets). B-2473/2022 Seite 3 A.c Nachdem die Widerspruchsgegnerin die ihr mit Verfügung vom 22. No- vember 2021 angesetzte Frist zur Einreichung ihrer Widerspruchsantwort unbenutzt hatte verstreichen lassen, schloss die Vorinstanz die Verfah- rensinstruktion im Widerspruchsverfahren mit Verfügung vom 5. Januar 2022 ab. B. B.a Mit Entscheid vom 4. Mai 2022 wies das Institut den Widerspruch man- gels Vorliegens einer Verwechslungsgefahr vollständig ab, behielt die Wi- derspruchsgebühr von Fr. 800.– ein und sprach der Widerspruchsgegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.– zu. B.b Im Nachgang daran stellte die Vorinstanz die fehlerhafte Regelung der Kostenfolge in ihrer Verfügung vom 4. Mai 2022 fest, denn sie hatte der Beschwerdegegnerin, welche sich im Widerspruchsverfahren nicht verneh- men liess, versehentlich eine Parteientschädigung zugesprochen. B.c Mit Entscheid vom 10. Mai 2022 hob das Institut ihre Verfügung vom 4. Mai 2022 wiedererwägungsweise auf , wies den Widerspruch mit der gleichen Begründung wie in der Verfügung vom 4. Mai 2022 vollständig ab, behielt die Widerspruchsgebühr ein und verzichtete auf das Zusprechen von Parteientschädigungen. Zur Begründung führt das Institut aus, dass die Vergleichszeichen für glei- che respektive ausgeprägt gleichartige Waren beansprucht werden, wes- halb grundsätzlich bei der Beurteilung der Zeichenverschiedenheit auf- grund des Wechselspiels zwischen Markenähnlichkeit und Warengleichar- tigkeit ein besonders strenger Massstab anzulegen sei. Indes würden die beanspruchten Waren mit einer erhöhten Aufmerksamkeit erworben, wes- halb die deutlichen phonetischen und schriftbildlichen Unterschiede beider Vergleichszeichen ins Gewicht fallen würden. Damit sei ein e Verwechs- lungsgefahr auch bei normaler Kennzeichnungskraft der Widerspruchs- marke auszuschliessen. C. Gegen diese Verfügung en erhob die Widersprechende (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 1. Juni 2022 Beschwerde ans Bundesverwal- tungsgericht mit dem Rechtsbe gehren, der Entscheid des Instituts vom 10. Mai 2022 im Widerspruchsverfahren Nr. 102337 sei – unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin – aufzuhe- ben, der Widerspruch sei vollumfänglich gutzuheissen und das Institut B-2473/2022 Seite 4 anzuweisen, die angefochtene Marke für sämtliche beanspruchten Waren der Klasse 5 aus dem schweizerischen Markenregister zu löschen. Ebenso sei der Entscheid des Instituts vom 4. Mai 2022 im Widerspruchsverfahren Nr. 102337 insoweit aufzuheben als er nicht bereits durch den Entscheid vom 10. Mai 2022 gegenstandslos geworden sei. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, das Institut (nachfolgend: Vorinstanz) sei in seinem Widerspruchsentscheid zum Schluss gekom- men, dass zwischen den Vergleichszeichen eine klare klangliche und schriftbildliche Zeichenähnlichkeit bestehe. Ebenso habe die Vorinstanz die Warenidentität bejaht und der Widerspruchsmarke eine durchschnittli- che Kennzeichnungskraft zugesprochen . Dass sie hingegen eine Verwechslungsgefahr verneine, weil die Abnehmer aufgrund ihrer erhöhten Aufmerksamkeit die bestehenden klanglichen Unterschiede zwischen den Vergleichszeichen erkennen und Letztere in der Folge rechtsgenüglich auseinanderhalten können, sei rechtswidrig. Vielmehr sei zu beachten, dass sich die Anforderungen an den Zeichenabstand aufgrund der hoch- gradigen Zeichenähnlichkeit und der Warenidentität erhöhten. Auch gehe die Vorinstanz fehl, wenn sie den Abnehmern in casu eine erhöhte Auf- merksamkeit zuspreche, würden vorliegend doch pharmazeutische Waren wie Desinfektionsmittel und Nahrungsergänzungsmittel beansprucht, wel- che mittlerweile selbst in Lebensmittelgeschäften für jedermann zugänglich seien. Von einer erhöhten Aufmerksamkeit könne nicht die Rede sein. Die klanglichen Unterschiede seien derart klein, dass sie die Gefahr einer Ver- wechslung nicht zu bannen vermöchten. D. In ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2022 beantragt die Vorinstanz unter Hinweis auf die Begründung im angefochtenen Entscheid vom 10. Mai 2022 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde zulasten der Beschwer- deführerin. Ebenso reichte sie die gesamten Vorakten ein. E. Nachdem die Beschwerdegegnerin stillschweigend auf die Einreichung ei- ner Beschwerdeantwort verzichtet hatte, teilte das Bundesverwaltungsge- richt den Parteien mit Verfügung vom 22. August 2022 mit, dass kein wei- terer Schriftenwechsel vorgesehen sei. F. Soweit erforderlich wird im Rahmen der Erwägungen auf weitere Vorbrin- gen der Parteien eingegangen. B-2473/2022 Seite 5 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde, welche sich gegen einen Entscheid des Eidg. Instituts für Geistiges Eigentum in Widerspruchssachen richtet, zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] sowie Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Die Be- schwerde wurde innerhalb der gesetzlichen Frist von Art. 50 VwVG am 1. Juni 2022 frist- und formgerecht eingereicht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) und der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Als Widersprechende ist die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und beschwert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch haben sich die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich ausgewiesen (Art. 11 Abs. 2 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. 2.1 Der Inhaber einer älteren Marke kann Widerspruch gegen eine jüngere Markeneintragung erheben, wenn diese seiner Marke ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen registriert ist, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c i.V. mit Art. 31 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]). Die Verwechslungsgefahr als Rechtsbegriff bedeu- tet, dass ein Kennzeichen im Schutzbereich des Markenrechts durch ein gleiches oder ähnliches Zeichen in seiner Funktion der Individualisierung bestimmter Waren und/oder Dienstleistungen mit Bezug auf ihre betriebli- che Herkunft gefährdet wird. Eine unmittelbare Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn ein Zeichen für das andere gehalten wird. Bei der mittelbaren Verwechslungsgefahr können die massgeblichen Verkehrskreise die Zei- chen zwar auseinanderhalten, vermuten aber fälschlicherweise wirtschaft- liche Zusammenhänge (Urteile des BVGer B -5692/2012 vom 17. März 2014 E. 3.4 "Yello/Yellow Lounge"; B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.5 "Gallo/Gallay [fig.]"; MATTHIAS STÄDELI/SIMONE BRAUCHBAR BIRKHÄU- SER, in: David/Frick [Hrsg.], Markenschutzgesetz, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2017, Art. 3 N. 26 f.). 2.2 Die Verwechslungsgefahr beurteilt sich nach der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen, für die die Marken hinterlegt sind, der B-2473/2022 Seite 6 Zeichenähnlichkeit d er Marken , der Kennzeichnungskraft der älteren Marke (BGE 128 III 441 E. 3.2 "Appenzeller Natu ral [fig.]"; 126 III 315 E. 6.b-c "Rivella/Apiella [fig.]") sowie den Wechselwirkungen zwischen die- sen drei Elementen (Urteil des BVGer B -1009/2010 vom 1 4. März 2011 E. 2 "Credit Suisse/UniCredit Suisse"). Als eine Wechselwirkung zwischen der Gleichartigkeit der Waren und Dienstleistungen und der Zeichenähn- lichkeit sind an die Verschiedenheit der Zeichen umso höhere Anforderun- gen zu stellen, je ähnlicher s ich die Produkte sind, und umgekehrt (BGE 128 III 441 E. 3.1 "Appenzeller Natural [fig.]", 128 III 96 E. 2a "Orfina"; Urteil des BVGer B -1342/2018 vom 30. September 2020 E. 5.1 "[Apfel] [fig.], APPLE/APPLE BOUTIQUE"). Dabei sind die Aufmerksamkeit der massge- benden Verkehrskreise und die Kennzeichnungskraft der Widerspruchs- marke zu berücksichtigen (BGE 121 III 377 E. 2a "Boss/Boks"; Urteil des BVGer B-684/2017 vom 13. März 2018 E. 2.1 "Quantex/Quantum Capital- Partners"). Eine Verwechslungsgefahr wird weder dadurch ausgeschlos- sen, dass alle Bestandteile der zu vergleichenden Marken verschieden sind, noch ist sie ohne Weiteres gegeben, wenn einzelne von ihnen über- einstimmen (BGE 78 II 379 E. 1 "Alucol/Aludrox"). 2.3 Die Gleichartigkeit von Waren und Dienstleistu ngen beurteilt sich, soweit keine Einrede des Nichtgebrauchs entgegensteht, aufgrund der Registereinträge (Urteil des BVGer B-1342/2018 E. 5.3 m.H. "[Apfel] [fig.], APPLE/APPLE BOUTIQUE"). Der tatsächliche oder beabsichtigte Ge- brauch der Marke auf dem Ma rkt ist irrelevant (Urteil des BVGer B-6921/2018 vom 27. Mai 2020 E. 3.2 und 7.5.3 "Facebook [fig.]/Facegirl [fig.]"). Entsprechend sind marketingmässige Segmentierungen bezüglich Preis und Qualität der Waren unbeachtlich ( EUGEN MARBACH, in: von Büren/David [Hrsg.], SIWR, Bd. III/1, Markenrecht, 2. Aufl. 2009 [hiernach: Marbach, SIWR III/1], N. 822; RALPH SCHLOSSER/CLAUDIA MARADAN, in: de Werra/Gilliéron [Hrsg.], Propriété intellectuelle, Commentaire romand, 2013, art. 3 LPM n. 142; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 3 N. 128). Gleichartigkeit liegt vor, wenn die massgeblichen Abnehmerkreise annehmen können, die unter Verwendung ähnlicher Marken angebotenen Waren oder Dienstleistungen würden angesichts ihrer üblichen Herstel- lungs- und Vertriebsstätten aus demselben Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter der Kontrolle eines gemeinsamen Markeninhabers hergestellt (Urteile des BVGer B-5868/2019 vom 8. Juli 2020 E. 2.2 "Nivea [fig.]/Neauvia", B-6761/2017 vom 5. Juni 2019 E. 2.2 "Qnective/Q qnnect [fig.]"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 3 N. 117). B-2473/2022 Seite 7 2.4 Die Zeichenähnlichkeit bestimmt sich nach dem Gesamteindruck, den die Marken in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hinter- lassen (BGE 128 III 446 E. 3.1 "Appenzeller"; 121 III 377 E. 2.a "Boss/ Boks"; 119 II 473 E. 2.d "Radion/Radomat"; STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄU- SER, a.a.O., Art. 3 N. 41). Hierfür ist der Registereintrag massgeblich (Ur- teile des BVGer 5325/2007 vom 12. November 2007 E. 3 "Adwista/advista [fig.]"; B-7475/2006 vom 20. Juni 2007 E. 5 "Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.]"). Für die Ähnlichkeit von Wortmarken sind der Wortklang, das Schriftbild und gegebenenfalls der Sinngehalt massgebend, wobei die Übereinstimmung auf einer Ebene zur Annahme einer Zeichenähnlichkeit genügt (BGE 127 III 160 E. 2.b.cc "Securitas"; Urteil des BVGer B-6732/2014 vom 20. Mai 2015 E. 2.4 "Calida/Calyana"). Der Wortklang wird im Wesentlichen durch die Silbenzahl, die Aussprachekadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale bestimmt; das Schriftbild durch die Anordnung und optische Wirkung der Buchstaben sowie die Wortlänge (BGE 122 III 382 E. 5.a "Kamillosan"; 119 II 473 E. 2.c "Radion/ Radomat"). Überein- stimmungen im Wortanfang haben im Erinnerungsbild ein besonderes Ge- wicht (vgl. BGE 122 III 382 E. 5.b "Kamillosan"; Entscheid der RKGE , in: sic! 2002, S. 756 E. 7 "Bally/Ball [fig.]"; Urteil des BVGer B-531/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 6.5 "Gallo/Gallay [fig.]"). Aber auch die Endung findet, insbesondere wenn sie be i der Aussprache betont wird, grössere Beach- tung als unbetonte Mittelsilben (B GE 126 III 315 E. 6.c "Rivella/ Apiella [fig.]"; 122 III 382 E. 5.a "Kamillosan"). Der Verkehr fokussiert sich bei der Wahrnehmung von Wörtern nicht alleine auf deren Anfang, sondern merkt sich den Anfang und das Ende und erkennt diese wieder, während die Mitte eines Wortes ausgetauscht werden könnte, wodurch zwar die Lesege- schwindigkeit, nicht aber der Wiedererkennungswert leidet (vgl. GRAHAM RAWLINSON, Summary of "The Significance of Le tter Position in Word Recognition", abrufbar unter : < https://www.mrc-cbu.cam.ac.uk/people/ matt.davis/Cmabridge/rawlinson/ > [zuletzt am 6. März 2023 aufgerufen]; "MRC Cognition and Brain Sciences Unit" , abrufbar unter : < https://www.mrc-cbu.cam.ac.uk/people/matt.davis/cmabridge/ > [zuletzt am 6. März 2023 aufgerufen]; vgl. auch STÄDELI/BRAUCHBAR BIRKHÄUSER, a.a.O., Art. 3 N. 67). 2.5 Reine Wortmarken geniessen Schutz für jede verkehrsübliche bildliche Wiedergabeform, was gängi ge Schrifttypen und -grössen, Fett- und Kur- sivschrift, Gross- und Kleinbuchstaben, gesperrte und schmale Laufweiten einschliesst (vgl. CAROLA ONKEN, in: Kur/ v. Bomhard/Albrecht [Hrsg.], Kommentar zum Markengesetz [MarkenG] und der Verordnung über die Unionsmarke [UMV], 3. Aufl. 2020, § 14 MarkenG N. 361), so dass in B-2473/2022 Seite 8 Bezug auf die Zeichenähnlichkeit reiner Wortmarken nicht auf die Gross - und Kleinschreibung zu achten ist. Doch kann die im Register eingetragene Gross- und/oder Kleinschreibung helfen, einen von mehreren Sinngehalten anzuzeigen (Urteil des BVGer B -2849/2020 vom 13. Januar 2022 E. 3.4 "PIC SOLUTION/SYRIPIC"). 2.6 Weiter sind bei der Beurteilung der Verwechslungsgefahr im Einzelfall der Aufmerksamkeitsgrad, mit dem die Abnehmer bestimmte Waren oder Dienstleistungen nachfragen, sowie die Kennzeichnungskraft der Zeichen, da diese massgeblich den Schutzumfang einer Marke bestimmt, zu berück- sichtigen ( GALLUS JOLLER, in: Michael G. Noth/Gregor Bühler/Florent Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz [MSchG], Bern 2017, Art. 3 N. 45). Eine Marke gilt als stark, wenn sie aufgrund ihres prägenden Ausdrucks oder fantasiehaften Gehalts auffällt oder dank intensiven Gebrauchs eine überdurchschnittliche Bekanntheit geniesst (statt vieler: BGE 12 2 III 382 E. 2.a "Kamillosan"). Für schwächere Marken ist der geschützte Ähnlich- keitsbereich kleiner als für starke und es genügen daher schon bescheide- nere Abweichungen, um eine hinreichende Unterscheidbarkeit zu schaffen (BGE 122 III 382 E. 2a "Kamillosan"; Urteil des BVGer B-6173/2018 E. 3.6 m.H. "WORLD ECONOMIC FORUM [fig.]/ZURICH ECONOMIC FORUM [fig.]"). Die Verwechselbarkeit zweier Zeichen ist daher nicht aufgrund eines abstrakten Zeichenvergleichs, sondern stets vor dem Hintergrund der gesamten Umst ände zu beurteilen (Urteile des BVGer B -6046/2008 E. 3.2 "R Rothmans [fig.]/Roseman Crown Agencies KING SIZE [fig.]", B-4511/2012 vom 8. August 2014 E. 3.3 "DROSSARA/DROSIOLA"). 3. 3.1 3.1.1 Zunächst sind ausgehend vom Warenverzeichnis der älteren Marke die massgeblichen Verkehrskreise zu bestimmen (RAPHAEL NUSSER, Die massgeblichen Verkehrskreise im schweizerischen Markenrecht, Diss. 2015, Rz. 13.06; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 51; EUGEN MARBACH, Die Ver- kehrskreise im Markenrecht, in: sic! 1/2007, S. 1, 6 f. und 11). Die Wider- spruchsmarke beansprucht in der massgebenden Klasse 5 folgende Wa- ren: "Pharmazeutische und veterinärmedizinische Erzeugnisse; Hygieneprä- parate für medizinische Zwecke; Chemische Erzeugnisse für medizinische Zwecke; Biologische Erzeugnisse für medizinische Zwecke; Medizinische Haut- und Mundpflegemittel; Arzneimittel für humanmedizinische und tier- ärztliche Zwecke; Medikamentensets (gefüllt), Arzneimittelsets (gefüllt); Salben für pharmazeutische Zwecke; Tinkturen für medizinische Zweck e; B-2473/2022 Seite 9 Diätetische Erzeugnisse für humanmedizinische und veterinärmedizini- sche Zwecke; Babykost; Heilnahrung für medizinische Zwecke; medizini- sche Tees; medizinische Getränke; Nahrungsergänzungsmittel und Kau- gummis für medizinische Zwecke; Vitamin- und Multivitaminpräparate; Mi- neralstoffe und Mineralstoffpräparate für medizinische Zwecke; Bonbons für medizinische Zwecke, insbesondere Brust - und Hustenkaramellen; Medizinische Raucherentwöhnungsmittel; Diagnostische Mittel für medizi- nische Zwecke; Teststreifen fü r Diabetes - und Schwangerschaftstests, Teststreifen für Cholesterintests; Pflaster- und Verbandmaterial; Watte für medizinische Zwecke; Frauenhygienische Artikel, nämlich Damenbinden, Slipeinlagen, Tampons, Monatshöschen; Windeln für Inkontinente; Desin- fektionsmittel für hygienische Zwecke; Detergenzien für medizinische Zwecke; Biologische und chemische Mittel für medizinische und veterinär- medizinische Zwecke für Laboratorien, Apotheken und Arztpraxen; Che- mische Prüfmittel für medizinische Zwecke, insbesond ere Reagenzien, Masslösungen, Indikatoren und Nährmedien; Mittel zur Desodorierung der Luft; Hefe und Hefepräparate für pharmazeutische Zwecke; Traubenzu- cker für medizinische Zwecke; Pastillen für pharmazeutische Zwecke; Kle- bebänder für medizinische Zwecke ; sämtliche zuvor genannten Waren nicht bestimmt für den Bereich Zahnmedizin und -technik sowie sämtliche zuvor genannten Waren ausgenommen Gele, Präparate, Substanzen und Reagenzien zur Behandlung von Lippenherpes." 3.1.2 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass sich die vorliegend bean- spruchten Waren der Klasse 5 vorwiegend an Fach- bzw. Berufsleute, aber auch an den Durchschnittskonsumenten richten (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/ D, Ziff. 5). Die Beschwerdeführerin bestreitet diese Beurteilung nicht, fügt indes hinzu, dass sich Waren der Klasse 5, nur weil sie medizinischen Zwecken dienen können, nicht per se an Fachpersonal allein richten (Beschwerde, Rz. 17). Vielmehr würden sich die beanspruch- ten Waren sowohl an medizinische Fachpersonen, wi e auch an Durch- schnittsabnehmerinnen und -abnehmer richten (Beschwerde, Rz. 18). Ge- rade bezüglich der vorliegend relevanten diversen Desinfektions- und Nah- rungsergänzungsmitteln sei mittlerweile davon auszugehen, dass diese ohne Weiteres zu Artikeln des täglichen Gebrauchs zu zählen seien, wel- che unter anderem auch bei sämtlichen gängigen Schweizer Lebensmittel- detailhändlern – und damit rezeptfrei – erwerbbar seien und von den mass- geblichen Abnehmerkreisen regelmässig gekauft w ürden (Beschwerde, Rz. 18 mit Hinweis auf Beschwerdebeilagen 4 bis 8). Die Beschwerdefüh- rerin ist demnach der Ansicht, dass sich die beanspruchten Waren mehr- heitlich an Endkonsumenten und nicht in erster Linie an Fachkreise richten. 3.1.3 Unter die von der Widerspruchsmarke in Klasse 5 bean spruchten pharmazeutischen, medizinischen und hygienischen Produkte fallen so- wohl rezeptpflichtige Waren, welche Patienten erst auf Anraten einer B-2473/2022 Seite 10 medizinischen Fachperson abgegeben werden, als auch frei erhältliche Waren wie zum Beispiel die von der Beschwerdeführerin hervorgehobenen Nahrungsergänzungs- und Desinfektionsmittel. Dies hat zur Folge, dass die Verkehrskreise sowohl medizinisch fachkundige Personen als auch das breite Publikum umfassen (vgl. Urteil e des BVGer B -5404/2021 vom 16. August 2022 E. 4 "VIFOR/VITOP", B-1605/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 5 mit Hinweisen "CREMOLAN/XEROLAN", B-4511/2012 vom 8. August 2014 E. 4.1 f. mit Hinweisen "DROSSARA/DROSIOLA"). 3.2 3.2.1 Die Bestimmung der massgeblichen Verkehrskreise ist im Rahmen der Prüfung einer allfä lligen Verwechslungsgefahr zweier Marken, vor al- lem in Bezug auf die Frage zu ihrer Aufmerksamkeit, von Bedeutung. Je höher die Aufmerksamkeit bei der Inanspruchnahme der fraglichen Waren und Dienstleistungen ist, desto höher ist das Unterscheidungsvermög en der angesprochenen Abnehmerkreise (Urteil des BVGer B -6173/2018 E. 4.2 "WORLD ECONOMIC FORUM [fig.]/ZURICH ECONOMIC FORUM [fig.]"; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 50). 3.2.2 Die Beschwerdeführerin beurteilt die Aufmerksamkeit der massge- benden Abnehmer vorliegend so, dass Desinfektionsmittel heutzutage selbst an Kiosken oder in Selbstbedienungsautomaten erwerbbar seien, weshalb es sich dabei um Massenartikel des täglichen Gebrauchs handle, die mit geringer Aufmerksamkeit erworben würden (Beschwerde, Rz. 18 mit Hinweis auf Beschwerdebeilage 4). Gleiches gelte auch für die bean- spruchten Nahrungsergänzungsmittel. Diese seien rezeptfrei bei sämtli- chen gängigen Schweizer Lebensmitteldetailhändlern erhältlich, und wür- den als Massenartikel des täglichen Gebrauchs regelmässig und mit gerin- ger Aufmerksamkeit gekauft (Beschwerde, Rz. 18 mit Hinweis auf Be- schwerdebeilagen 5 bis 7). Schliesslich seien auch "Reiseapotheken" (res- pektive gefüllte "Arzneimittel-Sets") im allgemeinen Handel erwerbbar (Be- schwerde, Rz. 18 mit Hinweis auf Beschwerdebeilage 8). Dieser sich in wohl jedem Schweizer Haushalt und an Bord der allermeisten Kraftfahr- zeuge auffindbare sowie oftmals zu Wanderungen mitgenommene Artikel, werde mit geringer Aufmerks amkeit erworben. Angesichts der Allgegen- wärtigkeit dieser Produkte könne nicht mehr davon ausgegangen werden, dass diese – selbst im Falle einer angeblichen Erfüllung von medizinischen Anforderungen – von den Abnehmern mit einer erhöhten Aufmerksamkeit gekauft würden (Beschwerde, Rz. 18). Viel eher handle es sich bei diesen Waren um Artikel des täglichen Gebrauchs, bei welchen mit einer geringen B-2473/2022 Seite 11 oder zumindest eher geringen Aufmerksamkeit und einem geringeren Un- terscheidungsvermögen der Konsumentinnen und Konsumenten zu rech- nen sei, als bei Spezialprodukten, deren Absatzmarkt auf einen mehr oder weniger geschlossenen Kreis von Berufsleuten beschränkt bleib e (Be- schwerde, Rz. 18). 3.2.3 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass obwohl es sich bei den be- anspruchten Waren teilweise auch um Verbrauchsmaterial handle, wel- ches mit einer normalen Aufmerksamkeit erworben werde, vorliegend die Abnehmer diese Waren mit Sorgfalt auswählen würden , da die Waren medizinische Anforderungen erfüllen müssten. Entgegen der Beschwerde- führerin geht die Vorinstanz von einer erhöhten Aufmerksamkeit der Ab- nehmer aus (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/D, Ziff. 5). 3.2.4 Es ist der Beschwerdeführerin insoweit zuzustimmen, dass gewisse Vitaminpräparate, Nahrungsergänzungsmittel und medizinische Tees mitt- lerweile für die Abnehmer rezeptfrei in Supermärkten erwerbbar sind. Inso- fern können sie vom Abnehmer tatsächlich ohne Aufwand im Laufe des täglichen Einkaufs erworben werden. Indes ist im Einklang mit der Vor - instanz festzustellen, dass aus der freien Zugänglichkeit einer Ware nicht per se auf eine geringe Aufmerksamkeit bei deren Erwerb geschlossen werden kann. Wie die Vor instanz mit Recht ausführt, haben die bean- spruchten Waren einen medizinischen und/oder hygienischen Zw eck zu erfüllen. Insofern ist davon auszugehen, dass die Abnehmer die bean- spruchten hygienischen, medizinischen und pharmazeutischen Waren – unabhängig von einer allfälligen Rezeptpflicht – sorgfältig und mit einer er- höhten Aufmerksamkeit erwerben (vgl. Ur teile des BVGer B -5404/2021 vom 16. August 2022 E. 4 mit Hinweisen "VIFOR/VITOP", B -1605/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 5 mit Hinweisen "CREMOLAN/XEROLAN", B-3650/2009 vom 12. April 2010 E. 4 "5 am Tag/5 par jour/5 al giorno/5 a day"). 4. 4.1 Die Verwechslungsgefahr im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG setzt voraus, dass die Marken für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistungen bestimmt sind (1. Satz, 2. Teil). Entsprechend ist nun zu prüfen, inwiefern die von der angefochtenen Ma rke in Klasse 5 bean- spruchten "Arzneimittel für humanmedizinische Zwecke; Präparate zum Sterilisieren; Alkohol für medizinische Zwecke; Antiseptika; Jodtinkturen; Desinfektionsmittel; Kräuterextrakte für medizinische Zwecke; Diätge- tränke für medizinische Zwecke; Augenklappen für medizinische Zwecke; B-2473/2022 Seite 12 Reiseapotheken (Arzneimittel -Sets)" aus Sicht der Verkehrskreise iden- tisch oder zumindest gleichartig zu den von der Widerspruchsmarke in Klasse 5 beanspruchten Waren (vgl. Sachverhaltsziffer A.a hiervor) sind. 4.2 Im Einklang mit der Vorinstanz und der Beschwerdeführerin ist festzu- stellen, dass beide Vergleichszeichen jeweils Markenschutz für "Arzneimit- tel für humanmedizinis che Zwecke; Desinfektionsmittel; Reiseapotheken (Arzneimittel-Sets)" und damit diesbezüglich die identischen Waren bean- spruchen (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/ B, Ziff. 4; Be- schwerde, Rz. 20). Ebenso besteht zwischen den von der angefochtenen Marke beanspruchten " Präparate zum Sterilisieren; Alkohol für medizini- sche Zwecke; Antiseptika; Jodtinkturen" unbestrittenermassen Wareniden- tität zu den von der Widerspruchsmarke beanspruchten "Desinfektionsmit- tel", da es sich hierbei allesamt um (Wund-)Desinfektionsmittel handelt (an- gefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/ B, Ziff. 4; Beschwerde, Rz. 20). Schliesslich ist auch der Subsumtion der angefochtenen "Kräuter- extrakte für medizinische Zwecke" unter die von der Widerspruchsmarke beanspruchten Waren "Biologische Erzeugnisse für medizinische Zwe- cke", und der daraus gefolgerten Warenidentität zuzustimmen ( angefoch- tene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/B, Ziff. 4; Beschwerde, Rz. 21). 4.3 Im Einklang mit der Beschwerdeführerin subsumiert die Vorinstanz die von der angefochtenen Marke beanspruchten " Diätgetränke für medizini- sche Zwecke" unter die von der Widerspruchsmarke beanspruchten "Nah- rungsergänzungsmittel", da es sich – so beide – definitionsbedingt um Nahrungsergänzungsmittel handeln würde (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/ B, Ziff. 4; Beschwerde, Rz. 21). Dieser Beurteilung kann sich das Gericht insoweit nicht anschliessen, als es sich bei Nahrungser- gänzungsmitteln – wie ihr Name es vorgibt – um Lebensmittel handelt, die dazu bestimmt sind, die normale Ernährung zu ergänzen (Art. 1 Verord- nung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel vom 16. Dezember 2016 [VNem; SR 817.022.14]; Urteil des BGer 4A:444/2013 vom 5. Februar 2014 E. 5.3 "G5"; vgl. auch Angaben zu "Nahrungsergänzung smittel" un- ter: https://www.blv.admin.ch > Lebensmittel und Ernährung > Lebensmit- telsicherheit > Lebensmittel im Fokus > Nahrungsergänzungsmittel ). Sie bestehen aus Einfach - oder Mehrfachkonzentraten von Vitaminen, Mine- ralstoffen oder sonstigen Stoffen mit er nährungsspezifischer oder physio- logischer Wirkung und werden in dosierter Form in Verkehr gebracht, zum Beispiel als Tabletten, Kapseln, Pulverbeutel, Flüssigampullen oder Fla- schen mit Tropfeinsätzen (Art. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 2 VNem). Sie sind weder für die Vorbeugung, noch für die Behandlung einer menschlichen Krankheit B-2473/2022 Seite 13 bestimmt und dürfen auch nicht dafür angepriesen werden (vgl. Angaben zu "Nahrungsergänzungsmittel" unter: https://www.blv.admin.ch > Lebens- mittel und Ernährung > Lebensmittelsicherheit > Lebensmittel im Fokus > Nahrungsergänzungsmittel). Demgegenüber dienen "Diätgetränke für me- dizinische Zwecke" in erster Linie einem medizinischen Zweck, nämlich zum Beispiel als Nahrungsersatz für von Krankheiten betroffenen Perso- nen (vgl. hierzu bspw. Art. 24 der Verordnung des EDI über Lebensmittel für Personen mit besonderem Ernährungsbedarf vom 16. Dezember 2016 [VLBE; SR 817.022.104]). Weiter kommen Diätgetränke auch im Rahmen einer medizinischen Diät zum Einsatz, doch handelt es sich dabei nicht um eine Nahrungsergänzung, sondern um einen Mahlzeitenersatz. Insofern kommt das Gericht zum Schluss, dass es sich bei den von der angefoch- tenen Marke beanspruchten "Diätgetränke für medizinische Zwecke" viel- mehr um von der Widerspruchsmarke beanspruchten "Diätetische Erzeug- nisse für humanmedizinische Zwecke" handelt, und dahingehend von Wa- renidentität zu sprechen ist. Darüber hinaus sind "Diätgetränke für medizi- nische Zwecke" auch unter die ebenfalls von der Widerspruchsmarke be- anspruchte "Heilnahrung für medizinische Zwecke" bzw. "medizinische Ge- tränke" zu subsumieren. 4.4 Schliesslich kommen die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz zum Schluss, dass die von der angefochtenen Marke beanspruchten "Augen- klappen für medizinische Zwecke" hochgradig gleichartig zum bzw. zu den von der Widerspruchsmarke benannten "Pflaster- und Verbandmaterial; Klebebänder für medizinische Zwecke" sind (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/B, Ziff. 4; Beschwerde, Rz. 21). Wenngleich festzustellen ist, dass medizinische Augenklappen zum einen der Wundversorgung und zum anderen dem Schutz der Augen dienen, und somit "Pflaster- und Ver- bandmaterial" für Augen darstellen, kann angesichts des Verfahrensaus- ganges offengelassen werden, inwiefern nicht eher von Warenidentität als von Gleichartigkeit zu sprechen ist. Der von der Beschwerdeführerin nicht bestrittenen Beurteilung, zwischen diesen Waren liege eine hochgradige Gleichartigkeit vor, kann in diesem Sinne gefolgt werden. 5. Angesichts der festgestellten Warenidentität bzw. hochgradigen Gleichar- tigkeit gilt es nun zu prüfen, ob zwischen den beiden Marken "acara" und "AICARE (fig.)" eine Zeichenähnlichkeit unter den Aspekten Schriftbild, Klang und Sinngehalt besteht. B-2473/2022 Seite 14 5.1 Obschon die angefochtene Marke "AICARE (fig.)" als Wort-/Bildmarke eingetragen ist, enthält sie keine grafischen Elemente, sondern stellt ledig- lich das in einer unauffälligen Computerschrift dargestellte Wort "AICARE" dar. Insofern ist die grafische Gestaltung, genauso wie die Tatsache, dass die angefochtene Marke in Majuskeln und die Widerspruchsmarke in Klein- buchstaben gehalten, für die Prüfung der Verwechslungsgefahr unwesent- lich ( Urteile des BVGer B-3239/2021 vom 16. März 2022 E. 2.3.3 "STOPLANNER/STOA", B -4849/2020 vom 13. Januar 2022 E. 3.4 "PIC SOLUTION/SYRIPIC", B-970/2019 vom 11. Februar 2020 E. 6.1 "clever fit [fig.]/CLEVERFIT [fig.]"; angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 2 und 4; Beschwerde, Rz. 26). Demnach ist vorliegend festzustellen, dass sich im Grunde zwei Wortmarken gegenüberstehen. Die Wider- spruchsmarke "acara" besteht aus fünf und die angefochtene Marke "AICARE" aus sechs Buchstaben, wovon 4 übereinstimmen (A-C-A-R). Im Einklang mit den Verfahrensbeteiligten ist festzuste llen, dass die Silben- zahl (jeweils drei [A -CA-RA vs. AI -CA-RE]) sowie die Konsonantenfolge (C-R) identisch sind (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 6; Beschwerde, Rz. 28 f.). Indes sind in der Vokalfolge, bedingt durch die in der Widerspruchsmarke nicht enthaltenen Buchstaben I und E, Un- terschiede auszumachen ("A-A-A" vs. "A-I-A-E"). Trotz dieser zwei unter- schiedlichen Buchstaben in der angefochtenen Marke, liegt im Zeichenver- gleich unbestritten eine schriftbildliche Ähnlichkeit vor (angefochtene Ver- fügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 6 und 10; Beschwerde, Rz. 28). 5.2 Die Vorinstanz schliesst in Bezug auf die Widerspruchsmarke, dass es sich beim Begriff "acara" zwar um den Namen einer amerikanischen Fischsorte handelt, doch geht sie mit der Beschwerdeführerin einig, dass diese Bedeutung dem massgebenden Abnehmer kaum bekannt ist, wes- halb die Abnehmer von einem Fantasiezeichen ausgehen werden (ange- fochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 9; Beschwerde, Rz. 27). Aber auch die übereinstimmende Beurteilung der Parteien, wonach die an- gefochtene Marke "AICARE" ebenso als Fantasiezeichen wahrgenommen wird (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 9; Be- schwerde, Rz. 27), ist nicht zu beanstanden. Es kann zwar sein, dass die Bestandteile getrennt und im Bestandteil "CARE" mittels einer englischen Aussprache das Verb "(to) care" entdeckt wird und damit auch nach einem Sinngehalt für den zweiten Bestandteil "AI" gesucht wird. Indessen bedarf es selbst für den Fall, dass diesem zweiten Bestandteil mittels einer engli- schen Interpretation die Bedeutung "artificial intelligence" zug esprochen werden sollte, mehrerer Gedankenschritte, um den Sinngehalt von "AI [Ar- tificial Intelligence] CARE" zu entdecken (angefochtene Verfügung vom B-2473/2022 Seite 15 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 9; Beschwerde, Rz. 27). Im Übrigen würde selbst die Annahme, dass der Bestandteil "AI" phonetisch als "I [ay]" gelesen wer- den könnte, womit wiederum sinngehaltlich "I care" interpretiert werden könnte, sich nicht zu Gunsten der Beschwerdeführerin auswirken und da- mit aufgrund der nachfolgenden Erwägungen am Verfahrensausgang nichts ändern. 5.3 5.3.1 Zur klanglichen Ähnlichkeit hält die Vorinstanz fest, dass die Wider- spruchsmarke aufgrund ihrer Endung auf a römisch und somit "a-ca-ra" ausgesprochen werde und d emgegenüber die angefochtene Marke eng- lisch ausgesprochen werde, da sich die Adressaten bemühen würden, eine Marke zu entschlüsseln und auf diese Weise die beiden Bestandteile "Al" bzw. "CARE" erkennen und die angefochtene Marke somit als "ay-cèr" ge- lesen werde (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 7). Auf Französisch werde die angefochtene Marke gar "è -car" ausgesprochen (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 7). Jedenfalls werde die Widerspruchsmarke als "a-ca-ra" und die angefochtene Marke entwe- der als "ay cèr" (englisch) oder "è car" (französisch), nicht aber als "ai -ca- re" ausgesprochen (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 7). Damit würden sich die Vergleichszeichen phonetisch deutlich von- einander unterscheiden (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 7). 5.3.2 Dem widerspricht die Beschwerdeführerin und führt aus, dass es sich bei den Vergleichszeichen in sämtlichen Landessprachen um unbekannte Fantasiezeichen handle, sodass sie in den Landessprachen (insbesondere auf Deutsch und Italienisch) als "A -CA-RA" bzw. "AI-CA-RE" ausgespro- chen würden (Beschwerde, Rz. 29). Damit ergebe sich eine identische Sil- benzahl und dieselbe Aussprachekadenz (Beschwerde, Rz. 29). Selbst wenn ein französischsprachiger Abnehmer das angefochtene Zeichen "ècar" ausspreche, seien die phonetischen Unterschiede in allen Landes- sprachen derart marginal, dass auf eine starke klangliche Ähnlichkeit zu schliessen sei (Beschwerde, Rz. 29). 5.3.3 Im Einklang mit der Beschwerdeführerin ist festzuhalten, dass die vorinstanzliche Lesart der angefochtenen Marke im Rahmen des phoneti- schen Vergleichs im Widerspruch zu ihrer eigenen Zeichenlesart im Rah- men des schriftbildlichen und sinngehaltlichen Vergleichs steht (Be- schwerde, Rz. 29). Während die Vorinstanz mit Recht im schriftbildlichen B-2473/2022 Seite 16 Zeichenvergleich davon ausging , die angefochtene Marke werde als dreisilbig, nämlich "AI-CA-RE" gelesen und verstanden, nimmt sie im pho- netischen Zeichenvergleich plötzlich an, dass Zeichen werde klar englisch gelesen, nämlich als (zweisilbiger Begriff) "ay-cèr" (phonetisch [aɪ.keəʳ]), wobei französischsprachige Abnehmer das Zeichen möglicherweise als "è- car" lesen würden (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 7). Damit ist insoweit anzunehmen, dass die Abnehmer beide Zeichen im Rhythmus ihrer Silben lesen (Beschwerde, Rz. 29). Folglich liegen zwar Unterschiede in der erste n und letzten Silbe vor, doch in Anbetracht des- sen, dass beide Zeichen dieselbe Kadenz aufweisen und der Unterschied in der ersten Silbe und letzten Silbe nur in einem Vokal besteht, sind diese Unterschiede – wie die Beschwerdeführerin mit Recht ausführt – marginal (Beschwerde, Rz. 29 mit Hinweis auf Urteil des BVGer B -6732/2014 vom 20. Mai 2015 E. 4.2.1 "CALIDA/CALYANA"). Im Übrigen würde selbst eine englische Interpretation und Lesart der angefochtenen Marke im Sinne von "[aɪ.keəʳ]" (also "AI care" bzw. "I care") nicht dazu führen, dass eine Zei- chenähnlichkeit zu verneinen wäre. 5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vergleichszeichen so- wohl im Schriftbild als auch im Klang ähnlich sind. Inwieweit – wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht (Beschwerde, Rz. 30) – von einer hoch- gradigen Ähnlichkeit zu sprechen ist, kann dabei offengelassen werden. Unbestritten führen die Unterschiede in Klang und Schrift nicht dazu, dass eine Zeichenähnlichkeit zu verneinen wäre. Wenngleich beiden Zeichen grundsätzlich ein Sinngehalt zugesprochen werden könnte, ist im Einklang mit allen Verfahrensbeteiligten festzuhalten, dass beide Marken als Fanta- siezeichen wahrgenommen werden und sich die Sinngehalte daher nicht derart unterscheiden, dass dies zu einer Relativierung der Zeichenähnlich- keit führen würde (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, III/C, Ziff. 9; Beschwerde, Rz. 29 f.). 6. Abschliessend ist die Verwechslungsgefahr in einer wertenden Gesamt- betrachtung unter Berücksichtigung des Aufmerksamkeitsgrades der massgeblichen Verkehrskreise und der Kennzeichnungskraft der Wider- spruchsmarke zu beurteilen. 6.1 6.1.1 Die Vorinstanz verneint eine Verwechslungsgefahr zwischen beiden Marken mit der Begründung, dass wenngleich infolge Warenidentität bzw. B-2473/2022 Seite 17 ausgeprägter Warengleichartigkeit ein besonders strenger Massstab anzu- legen sei (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, Teil III/C, Ziff. 6), die beanspruchten Waren mit einer erhöhten Aufmerksamkeit in Anspruch ge- nommen werden (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022 , Teil III/C, Ziff. 4 f.), weshalb die deutlichen phonetischen und schriftbildlichen Unter- schiede beider Vergleichszeichen ins Gewicht fallen würden (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, Teil III/C, Ziff. 7) und eine Verwechslungsge- fahr somit auch bei normaler Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke auszuschliessen sei (angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, Teil III/C, Ziff. 8). 6.1.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet dies und führt aus, dass in Anbe- tracht dessen, dass zwischen beiden Marken eine hochgradige phoneti- sche und visuelle Zeichenähnlichkeit gegeben sei, beide Marken für iden- tische und hochgradig ähnliche Waren Schutz beanspruchen und diese Produkte insbesondere von Endabnehmern mit geringer Aufmerksamkeit in Anspruch genommen würden, eine Verwechslungsgefahr klar gegeben sei (Beschwerde, Rz. 33 und 35). 6.2 Der Widerspruchsmarke sprechen die Parteien übereinstimmend eine normale Kennzeichnungskraft zu (vgl. angefochtene Verfügung vom 10. Mai 2022, Teil III/C, Ziff. 8; Beschwerde, Rz. 32). In Anbetracht des Um- standes, dass der Widerspruchsmarke im Zusammenhang mit den von ihr beanspruchten Waren kein beschreibender Sinngehalt zukommt, ist dieser Beurteilung nicht zu widersprechen. 6.3 Im Sinne einer gesamthaften Würdigung ist festzustellen, dass s ich infolge zumindest hochgradiger Gleichartigkeit der beanspruchten Waren in der Klasse 5 (vgl. E. 4 hiervor) und Zeichenähnlichkeit (vgl. E. 5.4 hier- vor) die Anforderungen an den Zeichenabstand im Zeichenvergleich erhö- hen: Es ist ein strenger Massstab anzulegen und die angefochtene Marke muss sich umso stärker vom Widerspruchszeichen abheben (BGE 122 III 382 E. 3a "Kamillosan"). Weiter ist zu beachten, dass der Widerspruchs- marke ein normaler Schutzumfang zuzusprechen ist (vgl. E. 6.2 hiervor). Es reichen demnach nicht bereits kleine Abweichungen aus, um eine hin- reichende Unterscheidbarkeit zu schaffe n (vgl. E. 2.5 hiervor). Indes rei- chen die festgestellten klanglichen und schriftbildlichen Unterschiede im prägenden Zeichenanfang und -ende (Urteile des BVGer B -1605/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 6.2 "CREMOLAN/Xerolan" , B -5119/2014 vom 17. März 2016 E. 7.4 "VISUDYNE/VIVADINE") angesichts dessen, dass die massgeblichen Abnehmer bei der Betrachtung der Marken im B-2473/2022 Seite 18 Zusammenhang mit den beanspruchten pharmazeutischen und sanitär- hygienischen Artikeln einer erhöhten Aufmerksamkeit walten lassen (vgl. E. 3.2.4 hiervor) aus, um selbst eine mittelbare Verwechslungsgefahr aus- zuschliessen (Urteil des BVGer B-1605/2019 vom 31. Oktober 2019 E. 6.2 "CREMOLAN/Xerolan"). Dies gilt umso mehr unter der Voraussetzung, dass die angefochtene Marke "AICARE" Englisch gelesen und ausgespro- chen wird (vgl. E. 5.3.3 in fine hiervor). 7. Im Ergebnis ist die Beschwerde aus den dargelegten Gründen unbegrün- det und daher abzuweisen. 8. 8.1 Bei diese m Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 64 Abs. 1 VwVG). 8.2 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4 bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Streitigkeiten mit Vermögensinteres- sen bemisst sich die Gebühr nach dem Streitwert (Art. 4 VGKE). Der Streit- wert eines Widerspruchsbeschwerdeverfahrens richtet sich nach dem In- teresse an der Löschung beziehungsweise am Bestand der angefochtenen Marke, wobei bei eher unbedeutenden Zeichen von einem Streitwert zwi- schen Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– ausgegangen werden darf (BGE 133 III 492 E. 3.3 m.w.H. "Turbinenfuss"). Von diesem Erfahrungswert ist grund- sätzlich auch im vorliegenden Verfahren auszugehen. Demnach sind die Verfahrenskosten auf Fr. 4'500.– festzusetzen. Sie sind der Beschwerde- führerin aufzuerlegen und dem von ihr in dieser Höhe einbezahlten Kos- tenvorschuss zu entnehmen. 8.3 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kos ten zulasten der unterliegenden Partei zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Ver- bindung mit Art. 7 Abs. 1 VKGE). Der Beschwerdegegnerin sind mangels Beteiligung am vorliegenden Beschwerdeverfahren keine Kosten entstan- den. Der Vorinstanz ist als Bundesbehörde keine Parteientschädigung aus- zurichten (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Es werden daher keine Parteientschädi- gungen gesprochen. B-2473/2022 Seite 19 9. Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht zur Ver- fügung (Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Es erwächst demnach bei Zustellung in Rechtskraft. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.– werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt. Der von ihr in dieser Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Be- zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 3. Es werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Sabine Büttler Versand: 12. April 2023 B-2473/2022 Seite 20 Zustellung erfolgt an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Einschreiben; Beilagen: Beschwerdebeilagen zurück) – die Beschwerdegegnerin (Rechtsvertreterin; Einschreiben) – die Vorinstanz (Ref-Nr. 102337; Einschreiben; Beilagen: Vorakten zurück)