<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">306</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>63</b></span> <span class="ft2"><b>Gewinnungskosten des selbständig Erwerbenden; Prämie der Kranken-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>taggeldversicherung für die mitarbeitende Ehefrau (§ 36 Abs. 1 StG)</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Die Prämie der Krankentaggeldversicherung für die in erheblichem</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Umfang im Betrieb des Ehemannes mitarbeitende Ehefrau stellt Ge-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>schäftsaufwand der Einzelfirma des Ehemannes dar.</b></span><br/> <br/> <span class="ft5">26. März 2009 in Sachen S.G. + Erben des U.G., 3-RV.2007.264.</span><br/> <br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2.5.</span><br/> <span class="ft1">2.5.1</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Fall arbeitete S.G. unbestrittenermassen in er-</span><br/> <span class="ft1">heblichem Umfang im Restaurant mit. Es ist ebenfalls unbestritten,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">KantonaleSteuern</span> <span class="page_no">307</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">dass ihr Anteil an der Prämie der Krankentaggeldversicherung dann</span><br/> <span class="ft1">geschäftsmässig begründeter Aufwand der Einzelfirma [des Ehe-</span><br/> <span class="ft1">mannes] wäre, wenn ihr ein Lohn ausgerichtet würde. Dagegen kann</span><br/> <span class="ft1">nach Ansicht des Kantonalen Steueramtes die Meinung vertreten</span><br/> <span class="ft1">werden, die Prämie stelle Privataufwand dar, wenn (wie im vorlie-</span><br/> <span class="ft1">genden Fall) für die mitarbeitende Ehefrau AHV-mässig kein Lohn</span><br/> <span class="ft1">abgerechnet werde und sie somit weder Betriebsinhaberin noch An-</span><br/> <span class="ft1">gestellte sei.</span><br/> <span class="ft1">2.5.2.</span><br/> <span class="ft1">In einem Entscheid vom 3. September 1990 (= StE 1991 B</span><br/> <span class="ft1">63.13 Nr. 31) hat das BGr (in Bezug auf eine Zwischenveranlagung)</span><br/> <span class="ft1">zur regelmässigen und beträchtlichen Mitarbeit einer Ehefrau im</span><br/> <span class="ft1">landwirtschaftlichen Betrieb des Ehegatten folgendes festgehalten:</span><br/> <span class="ft5">"In einem landwirtschaftlichen Betrieb kann im allgemeinen nicht die</span><br/> <span class="ft5">Rede davon sein, die Ehefrau sei nicht erwerbstätig. Auch wenn sie nor-</span><br/> <span class="ft5">malerweise keinen Lohn bezieht, trägt sie mit ihrer Mitarbeit in der Regel</span><br/> <span class="ft5">zum (landwirtschaftlichen) Erwerbseinkommen ihres Ehegatten und damit</span><br/> <span class="ft5">der Familie nicht Unwesentliches bei; insofern ist auch sie erwerbstätig</span><br/> <span class="ft5">bzw. miterwerbstätig. Im Übrigen ist es durchaus üblich, dass einem im Be-</span><br/> <span class="ft5">ruf oder Gewerbe (landwirtschaftliches Gewerbe, handwerkliche Betriebe,</span><br/> <span class="ft5">Ladengeschäft, Arztpraxis, u.a.m.) des Ehegatten mitarbeitenden Ehepartner</span><br/> <span class="ft5">normalerweise nicht laufend ein Lohn ausgerichtet wird; dennoch kann ein</span><br/> <span class="ft5">Entgelt geschuldet sein (BGE 113 II 414; Art. 165 ZGB). Auch wenn es den</span><br/> <span class="ft5">Ehegatten schliesslich freisteht, eine allfällige Mitarbeit vertraglich zu</span><br/> <span class="ft5">regeln, käme es wegen der familienrechtlichen Überlagerung, jedenfalls ei-</span><br/> <span class="ft5">nem überspitzten Formalismus gleich, wollte man im System der Familien-</span><br/> <span class="ft5">besteuerung (Ehegattenbesteuerung) das Vorliegen einer hauptberuflichen</span><br/> <span class="ft5">(Erwerbs-)Tätigkeit des mitarbeitenden Ehepartners nur dann bejahen, wenn</span><br/> <span class="ft5">eine besondere Vereinbarung zwischen den Ehegatten geschlossen wurde."</span><br/> <span class="ft1">Das Gleiche gilt im vorliegenden Fall. S.G. war, wenn auch</span><br/> <span class="ft1">ohne Lohn, erwerbstätig. Es kann für die Abzugsfähigkeit der Prämie</span><br/> <span class="ft1">der Taggeldversicherung keine Rolle spielen, ob ihr gestützt auf ei-</span><br/> <span class="ft1">nen Arbeitsvertrag ein Lohn ausgerichtet wird, oder ob der von ihr</span><br/> <span class="ft1">erwirtschaftete Anteil am Gewinn der Einzelfirma steuerlich als</span><br/> <span class="ft1">Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit des Mannes erfasst</span><br/> <span class="ft1">wird. In beiden Fällen bestand, wie das Kantonale Steueramt richtig</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2009</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">308</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">festhält, für die Einzelfirma ein geschäftlich begründetes Interesse,</span><br/> <span class="ft1">einen allfälligen krankheitsbedingten Ausfall von S.G. zu versichern.</span><br/> <span class="ft1">2.5.3.</span><br/> <span class="ft1">Die Steuerkommission V. ist der Ansicht, dass die Prämie nicht</span><br/> <span class="ft1">geschäftsmässig begründeter Aufwand der Einzelfirma sei, da der</span><br/> <span class="ft1">Anspruch aus der Taggeldleistung S.G. persönlich zugestanden sei,</span><br/> <span class="ft1">und nicht der Einzelfirma.</span><br/> <span class="ft1">Dieser Ansicht ist nicht zuzustimmen. Versicherungsnehmer der</span><br/> <span class="ft1">Krankentaggeldversicherung war "U.G., Restaurant F.", was auch das</span><br/> <span class="ft1">Kantonale Steueramt bestätigt.</span><br/> <span class="ft1">2.5.4.</span><br/> <span class="ft1">Der auf S.G. entfallende Anteil an der Prämie der Krankentag-</span><br/> <span class="ft1">geldversicherung ist daher zum Abzug zuzulassen.</span><br/></div> </div> </body> </html>