<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2021.00056</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222390&amp;W10_KEY=13013464&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2021.00056</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.05.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen diesen Entscheid am 17.07.2024 teilweise gutgeheissen und die Sache zur Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht zurÃ¼ckgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Staats- und Gemeindesteuern 01.01. - 31.12.2014 und 01.01. - 31.12.2015</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verdeckte Gewinnausschüttung: ESTV-Rundschreiben "Steuerlich anerkannte Zinssätze für Vorschüsse oder Darlehen" als "safe harbour rules". [Die Muttergesellschaft gewährte der Tochtergesellschaft ein ungesichertes Darlehen in Form eines festen Vorschusses zu einem Zinssatz von 2,5% p.a.; ferner wurde ein Kontokorrentkredit zu einem Zinssatz von 3,0% p.a. gewährt. Die Vorinstanzen erachteten lediglich einen Zinssatz von 1,08% p.a. als marktkonform; der darüber hinaus vereinbarte Zins sei als verdeckte Gewinnausschüttung zu qualifizieren.] Definition verdeckte Gewinnausschüttung: Unter den Begriff der geldwerten Leistungen fallen auch übersetzte Passivzinsen, deren Zinssatz einem Drittvergleich nicht standhält (E. 2.3). Die ESTV-Rundschreiben sehen als Maximalzinssätze für Liegenschaftskredite einen Rahmen von 1,5% bis 2,75% für das Jahr 2014 und einen Rahmen von 1,0% bis 2,25% für das Jahr 2015 vor. Die vereinbarte Verzinsung überstieg somit in beiden Steuerperioden die Maximalzinssätze gemäss ESTV-Rundschreiben (E. 3.1). Die Pflichtige versuchte die Marktkonformität dadurch nachzuweisen, dass sie bezüglich festem Vorschuss den vereinbarten Zinssatz in die Komponenten Referenzzinssatz (0,75%), Abgeltung der transaktionalen und abwicklungstechnischen Aufgaben (Zuschlag von 0,25%) und individuelle Marktrisikoprämie (Zuschlag von 150 Basispunkten) aufgliederte (E. 3.3). Insbesondere die Marktkonformität der Risikoprämie wurde unzureichend substanziiert: Die von der Pflichtigen zum Vergleich herangezogenen, börsenkotierten Immobiliengesellschaften wiesen ein Rating von BBB oder BBB+ auf. Demgegenüber verfügte die darlehensgewährende Muttergesellschaft in den massgebenden Jahren über ein Rating AA+ und zudem über eine Staatsgarantie. Letztere wäre auch bei finanziellen Schwierigkeiten der Pflichtigen (subsidiär) zum Zug gekommen (E. 3.5). Entgegen der Ansicht der Pflichtigen war ihre Kreditwürdigkeit daher nicht "stand alone" zu ermitteln bzw. unabhängig von der Muttergesellschaft (E. 3.6). Fehlende Auseinandersetzung der Pflichtigen mit der vorinstanzlichen Begründung, aus welchen Gründen die Erhebung einer Kommission kaum gerechtfertigt und in der Praxis unüblich sei. Damit fehlt der rechtsgenügende Nachweis für zwei Elemente des Zinssatzes, weshalb der Nachweis der Pflichtigen bezüglich der Drittvergleichskonformität der Zinsen gescheitert ist (E. 3.7). Bejahung einer verdeckten Gewinnausschüttung/Abweisung des Hauptantrags der Pflichtigen (E. 3.8). Sinn und Zweck der ESTV-Rundschreiben als "safe harbour rules" (E. 4.2). Das kantonale Steueramt behauptet, der aus steuerrechtlicher Sicht marktkonforme Zinssatz betrage exakt 1,08%. Das Steuerrekursgericht hat dieses Resultat und die ihm zugrunde liegende Berechnungsmethode geschützt. Der dergestalt errechnete Zinssatz liegt wesentlich tiefer als die gemäss ESTV-Rundschreiben zulässigen Maximalzinssätze von 2% bzw. 1,5% für Liegenschaftskredite für Industrie- und Gewerbeimmobilien. Bei der Bestimmung von Verrechnungspreisen resultiert aus Drittvergleichen jedoch nicht ein einziger "richtiger Preis", sondern es ergibt sich stets eine bestimmte Bandbreite, innerhalb welcher die Marktpreise üblicherweise festgesetzt werden. Alle unter Nahestehenden innerhalb dieser Bandbreite festgelegten Verrechnungspreise gelten nach Praxis und Rechtsprechung als steuerrechtlich angemessen. Weil die ESTV für Darlehen von Beteiligten oder nahestehenden Dritten lediglich Maximalzinssätze festgelegt hat, bleibt es den Steuerpflichtigen überlassen, innerhalb der Bandbreite bis zum anwendbaren Maximalzinssatz eine Verzinsung festzulegen, die von den Steuerbehörden als angemessen zu akzeptieren ist (E. 4.5). Nachdem die Pflichtige mit dem Nachweis des Drittvergleichspreises gescheitert ist, sind die Zinszahlungen zwar als verdeckte Gewinnausschüttungen zu qualifizieren, in betraglicher Hinsicht aber bloss insoweit, als sie die steuerlich zulässigen Maximalzinssätze übersteigen (E. 4.6). Teilweise Gutheissung und Rückweisung an die Vorinstanz zur Ermittlung der Höhe der steuerbaren verdeckten Gewinnausschüttung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DARLEHEN">DARLEHEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DARLEHENSVERZINSUNG">DARLEHENSVERZINSUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEALING AT ARM'S LENGTH">DEALING AT ARM'S LENGTH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DEALING AT ARMS LENGTH">DEALING AT ARMS LENGTH</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DRITTVERGLEICH">DRITTVERGLEICH</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ESTV-RUNDSCHREIBEN">ESTV-RUNDSCHREIBEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GELDWERTE LEISTUNG">GELDWERTE LEISTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONTOKORRENTKREDIT">KONTOKORRENTKREDIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KONZERN">KONZERN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MARKTKONFORMITÃT">MARKTKONFORMITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MUTTERGESELLSCHAFT">MUTTERGESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKWEISUNG">RÃCKWEISUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RUNDSCHREIBEN">RUNDSCHREIBEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: TOCHTERGESELLSCHAFT">TOCHTERGESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERDECKTE GEWINNAUSSCHÃTTUNG">VERDECKTE GEWINNAUSSCHÃTTUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERWALTUNGSVERORDNUNG">VERWALTUNGSVERORDNUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERZINSUNG">VERZINSUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZINS">ZINS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZINSSATZ">ZINSSATZ</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 64 Abs. I lit. e Ziff. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="591"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=63914" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">SB.2021.00056</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">25. Mai 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Viviane Sobotich, Ersatzrichter Marco Greter, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Jsabelle Mayer. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>DA AG, vertreten durch RA B und/oder RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Kanton ZÃ¼rich, vertreten durch das kantonale Steueramt, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Staats- und Gemeindesteuern 1.1.â31.12.2014 und 1.1.â31.12.2015,</span></b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Die am 12. Juli 2012 gegrÃ¼ndete DA AG (nachfolgend: die Pflichtige) ist eine Tochtergesellschaft der spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft "D AG" (nachfolgend: D AG) und im Kanton ZÃ¼rich aufgrund ihrer BetriebsstÃ¤tten beschrÃ¤nkt steuerpflichtig. Die D AG hatte am 26. Juni 2013 ihren ImmobiliengeschÃ¤ftsbereich im Rahmen einer Ausgliederung als Sacheinlage gegen Ausgabe von 99'900 neuen Aktien Ã Fr. â¦ Nennwert in die Pflichtige eingebracht. Das Agio von Fr. â¦ wurde den Kapitalreserven gutgeschrieben. Gleichentags gliederte die D AG weitere GeschÃ¤ftsbereiche in die DE AG und in die DF AG aus. Danach brachte sie 80 % der Aktien der Pflichtigen in die DF AG und 20 % in die DE AG ein. Im Herbst 2013 kaufte die D AG die von der DE AG gehaltene 20 %-Beteiligung zurÃ¼ck. Am 29. November 2013 hatte die ausserordentliche Generalversammlung der Pflichtigen eine SubstanzausschÃ¼ttung aus Kapitalreserven von Fr. â¦ beschlossen. Zwecks entsprechender Fremdfinanzierung des AnlagevermÃ¶gens schloss die Pflichtige mit der D AG einen Rahmenkreditvertrag vom 30. Oktober 2013 ab, mit welchem ihr die D AG eine Kreditlimite von maximal Fr. â¦ abzÃ¼glich aller Darlehen gemÃ¤ss Anhang II zum Rahmenkreditvertrag einrÃ¤umte. Der Sollzinssatz wurde auf 3 % p.a. festgelegt, mit einseitiger AnpassungsmÃ¶glichkeit durch die GlÃ¤ubigerin. GemÃ¤ss Anhang II zum Rahmenkreditvertrag wurde der Pflichtigen ein Blankokredit in Form eines festen Vorschusses von Fr. â¦ fÃ¼r die Zeit vom 1. Dezember 2013 bis 31. Dezember 2018 zu einem fixen Zinssatz von 2,5 % p.a. gewÃ¤hrt.</p> <p class="Sachverhalt2">Das kantonale Steueramt ZÃ¼rich untersuchte im Veranlagungsverfahren fÃ¼r die streitbetroffenen Steuerperioden die HÃ¶he der Kreditverzinsung. Nach Auflage vom 9. Juli 2018, Mahnung vom 23. Oktober 2018 und diversen Verhandlungen setzte das kantonale Steueramt den Zins fÃ¼r den festen Vorschuss und den Kontokorrentkredit nach pflichtgemÃ¤ssem Ermessen auf 1 % p.a. fest und schÃ¤tzte die Pflichtige mit EinschÃ¤tzungsentscheiden vom 29. Mai 2019 mit entsprechenden Gewinnaufrechnungen ein. Die dagegen gerichtete Einsprache wurde mit Entscheid vom 22. November 2019 teilweise gutgeheissen und der zulÃ¤ssige (marktkonforme) Zins auf 1,08 % festgesetzt. FÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2014 wurde der im Kanton ZÃ¼rich steuerbare Reingewinn auf Fr. â¦ (Gesamtreingewinn Fr. â¦) und fÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2015 auf Fr. â¦ (Gesamtreingewinn Fr. â¦) festgesetzt. Das im Kanton ZÃ¼rich steuerbare Kapital wurde mit Fr. â¦ (2014) bzw. Fr. â¦ (2015) eingeschÃ¤tzt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der am 23. Dezember 2019 gegen den Einspracheentscheid erhobene Rekurs mit dem Antrag auf vollumfÃ¤ngliche steuerrechtliche Anerkennung der verbuchten Zinsen wurde vom Steuerrekursgericht am 10. MÃ¤rz 2021 abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht vom 16. April 2021 liess die Pflichtige die Aufhebung des Entscheids des Steuerrekursgerichts unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge und die vollstÃ¤ndige Anerkennung des Zinsaufwands als steuerlich abzugsfÃ¤higen Aufwand beantragen. Dementsprechend beantragte sie die Festsetzung des steuerbaren Reingewinns fÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2014 auf Fr. â¦ und fÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2015 auf Fr. â¦ WÃ¤hrend zum Gesamtreingewinn kein zahlenmÃ¤ssiger Antrag gestellt wurde, beantragte die Pflichtige die Festsetzung des im Kanton ZÃ¼rich steuerbaren Eigenkapitals mit Fr. â¦ (Steuerperiode 2014) bzw. Fr. â¦ (Steuerperiode 2015). Eventualiter beantragte die Pflichtige die BerÃ¼cksichtigung der ZinssÃ¤tze gemÃ¤ss Rundschreiben der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung (ESTV) fÃ¼r VorschÃ¼sse und Darlehen in Schweizer Franken und die Festsetzung des steuerbaren Reingewinns fÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2014 auf Fr. â¦ (steuerbares Kapital Fr. â¦) und fÃ¼r die Steuerperiode vom 1.1.â31.12.2015 auf Fr. â¦ (steuerbares Kapital Fr. â¦).</p> <p class="Urteilstext">WÃ¤hrend das Steuerrekursgericht auf Vernehmlassung verzichtete, beantragte das kantonale Steueramt im Wesentlichen die Abweisung des Haupt- und Eventualbegehrens der Pflichtigen, aber teilweise Gutheissung unter BerÃ¼cksichtigung einer zusÃ¤tzlichen SteuerrÃ¼ckstellung in der HÃ¶he von Fr. â¦ (2014) bzw. Fr. â¦ (2015).</p> <p class="Urteilstext">Die Vertreter der Pflichtigen reichten am 28. Mai 2021 ein als Spontanreplik bezeichnetes Schreiben ein, das vom Verwaltungsgericht am 31. Mai 2021 dem Beschwerdegegner zur Kenntnisnahme zugestellt wurde. Die Pflichtige hielt darin an ihren AntrÃ¤gen fest, beanstandete allerdings die Berechnung des Beschwerdegegners betreffend die zusÃ¤tzlichen SteuerrÃ¼ckstellungen. Mit Duplik vom 8. Juni 2021 beantragte der Beschwerdegegner eine teilweise Gutheissung der Beschwerde, soweit diese die Berechnung der SteuerrÃ¼ckstellungen betraf, und reichte eine geÃ¤nderte Berechnung der SteuerrÃ¼ckstellungen ein. Im Ãbrigen hielt er jedoch an seinen AntrÃ¤gen fest.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b><span>Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Ãberschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollstÃ¤ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Das Verwaltungsgericht hat sich infolgedessen auf die reine Rechtskontrolle zu beschrÃ¤nken; dazu gehÃ¶rt auch die PrÃ¼fung, ob die Vorinstanzen den rechtserheblichen Sachverhalt gesetzmÃ¤ssig festgestellt haben. Dem Gericht ist es daher verwehrt, das vom Steuerrekursgericht in Ãbereinstimmung mit dem Gesetz ausgeÃ¼bte Ermessen auf Angemessenheit hin zu Ã¼berprÃ¼fen und so sein Ermessen anstelle desjenigen des Steuerrekursgerichts zu setzen. Die PrÃ¼fungsbefugnis des Verwaltungsgerichts erstreckt sich lediglich auf rechtsverletzende Ermessensfehler, d.</span><span> </span><span>h. auf ErmessenÃ¼berschreitung und auf Ermessensmissbrauch (RB 1999 Nr. 147).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.2 </span></b><span>Im Beschwerdeverfahren gilt das Novenverbot. FÃ¼r das Verwaltungsgericht ist somit die gleiche Aktenlage massgebend wie fÃ¼r das Steuerrekursgericht. Tatsachen oder Beweismittel, die nicht spÃ¤testens im Rekursverfahren behauptet bzw. vorgelegt oder angerufen worden sind, dÃ¼rfen infolgedessen im Beschwerdeverfahren grundsÃ¤tzlich nicht nachgebracht werden (RB 1999 Nrn. 149 und 150; bestÃ¤tigt in BGE 131 II 548). Vom Novenverbot ausgenommen sind dagegen echte Noven, namentlich neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel, die auf einem Revisions- oder Nachsteu­ergrund (§ 155 beziehungsweise § 160 StG) beruhen oder der StÃ¼tzung von geltend gemachten Rechtsverletzungen dienen, die ihrer Natur nach neuer tatsÃ¤chlicher Vorbringen oder Beweismittel bedÃ¼rfen. Neue, erstmals vor Verwaltungsgericht gestellte Rechtsbegehren sind schliesslich allgemein zulÃ¤ssig, sofern sie sich nicht auf Tatsachen und Beweismittel stÃ¼tzen, welche unter das Novenverbot fallen (RB 1999 Nr. 149).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Der Streit dreht sich um die Frage, ob die Pflichtige von der D AG Darlehen zu Konditionen erhalten hat, die den steuerrechtlichen GrundsÃ¤tzen Ã¼ber die Angemessenheit von Leistung und Gegenleistung unter verbundenen Personen nicht standhalten und ob sie aus diesem Grund der Gewinnsteuer unterliegende geldwerte Leistungen bzw. verdeckte GewinnausschÃ¼ttungen erbracht hat.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>2.1 </span></b><span>Was die Beweislastverteilung betrifft, so gilt die Grundregel, dass die SteuerbehÃ¶rde die Beweislast fÃ¼r steuerbegrÃ¼ndende und -erhÃ¶hende Tatsachen und die steuerpflichtige Person fÃ¼r steueraufhebende oder -mindernde Tatsachen trÃ¤gt (BGE 140 II 248 E. 3.5; BGE 121 II 257 E. 4c/aa). Bei geldwerten Leistungen ist es grundsÃ¤tzlich an der SteuerbehÃ¶rde, den Nachweis zu erbringen, dass einer Leistung der Gesellschaft keine oder keine angemessene Gegenleistung gegen­Ã¼bersteht. Gelingt ihr dies nicht, so trÃ¤gt sie die Folgen der Beweislosigkeit (vgl. [anstelle vieler] BGr, 1. September 2009, 2C_265/2009, E. 2.4; BGr, 23. Juli 2009, 2C_76/2009, E. 2.2 mit Hinweis). Dabei ist im Zusammenhang mit sogenannten verdeckten GewinnausschÃ¼ttungen freilich immerhin zu beachten, dass bei genÃ¼gend durch die SteuerbehÃ¶rde vorgebrachten Indizien, welche auf eine Unangemessenheit bei der Gegenleistung schliessen lassen, es dem Steuerpflichtigen obliegt, den Nachweis fÃ¼r seine gegenteilige Behauptung zu erbringen (BGr, 27. September 2019, 2C_343/2019, E. 5.2; BGr, 23. April 2019, 2C_49/2018, E. 4.2.4). Bei einem von der steuerpflichtigen Gesellschaft erfolgswirksam verbuchten Aufwandposten liegt es demgegenÃ¼ber grundsÃ¤tzlich an dieser, den Nachweis zu erbringen, dass diese Erfolgsminderung geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet ist (BGr, 16. Juli 2013, 2C_273/2013 und 2C_274/2013, E. 3.3; vgl. etwa auch BGr, 4. Juli 2019, 2C_497/2018, E. 3.3).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Der steuerbare Reingewinn der juristischen Personen setzt sich gemÃ¤ss § 64 Abs. 1 StG unter anderem aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter BerÃ¼cksichtigung des Saldovortrags des Vorjahrs (Ziff. 1) sowie "allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des GeschÃ¤ftsergebnisses [zusammen], die nicht zur Deckung von geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndetem Aufwand verwendet werden, wie insbesondere ... [lit. aâd] offene und verdeckte GewinnausschÃ¼ttungen und geschÃ¤ftsmÃ¤ssig nicht begrÃ¼ndete Zuwendungen an Dritte" (Ziff. 2 lit. e).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Auf eine verdeckte GewinnausschÃ¼ttung ist zu schliessen, wenn eine juristische Person, sich entreichernd, ihren Gesellschaftern oder ihr sonst nahestehenden Personen bewusst Vorteile zuwendet, die sie unbeteiligten Dritten nicht einrÃ¤umen wÃ¼rde (RB 1985 Nr. 42 = StE 1985 B 72.13.22 Nr. 4, mit Hinweisen). Wie das Steuerrekursgericht zutreffend erwogen hat, fallen darunter auch geldwerte Leistungen in Form von Ã¼bersetzten Passivzinsen, deren Zinssatz dem Drittvergleich nicht standhÃ¤lt. Leistung und Gegenleistung mÃ¼ssen nach der Rechtsprechung einem sog. Drittvergleich standhalten. Die Gesellschaft, welche mit einem AktionÃ¤r oder einer diesem nahe stehenden Person ein RechtsgeschÃ¤ft abschliesst, muss dies somit zu den Bedingungen tun, zu welchen sie es auch mit einem unabhÃ¤ngigen Dritten tun wÃ¼rde (Martin Zweifel/Silvia Hunziker, Steuerverfahrensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm's length", Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG â Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der PrÃ¼fung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswinkel des Drittvergleichs, ASA 77 [2009] 657 ff., 673 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Es ist unbestritten, dass es sich bei der D AG und der Pflichtigen um verbundene Gesellschaften im steuerrechtlichen Sinn handelt. Im vorliegenden Fall wurde die steuerrechtliche Anerkennung der konzerninternen KreditgewÃ¤hrung vom Steuerrekursgericht zunÃ¤chst generell infrage gestellt. Nach ergÃ¤nzender Untersuchung stellte die Vorinstanz jedoch fest, es liege kein rechtsmissbrÃ¤uchliches Verhalten vor und das KreditverhÃ¤ltnis sei grundsÃ¤tzlich steuerrechtlich anzuerkennen, was vom Beschwerdegegner nicht bestritten wird. Zu klÃ¤ren ist indessen, ob die ZinssÃ¤tze von 2,5 % auf dem festen Vorschuss bzw. 3 % auf dem Kontokorrentkredit dem Drittvergleich standhalten.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.5 </b>GemÃ¤ss Einspracheentscheid wurde lediglich eine Verzinsung mit 1,08 % als geschÃ¤ftsmÃ¤ssig begrÃ¼ndet zugelassen. Dies wurde mit der Refinanzierung der D AG mittels Anleihensobligationen mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,83 % begrÃ¼ndet. Unter BerÃ¼cksichtigung einer Marge von 0,25 % zugunsten der GlÃ¤ubigerin errechnete das kantonale Steueramt einen steuerlich zulÃ¤ssigen Zins von 1,08 %, was vom Steuerrekursgericht bestÃ¤tigt wurde. Das Steuerrekursgericht erwog, die von der ESTV jÃ¤hrlich verÃ¶ffentlichten Rundschreiben betreffend steuerlich anerkannte ZinssÃ¤tze fÃ¼r VorschÃ¼sse oder Darlehen in Schweizer Franken (ESTV-Rundschreiben) hÃ¤tten keinen Gesetzescharakter, sondern stellten administrative Weisungen an die VeranlagungsbehÃ¶rden dar, die fÃ¼r das Gericht nicht bindend seien. Diese Feststellung trifft grundsÃ¤tzlich zu (vgl. auch hinten E. 4.1 ff.). Als interne Richtlinien bzw. Weisungen stellen die ESTV-Rundschreiben kein Bundesrecht dar; sie binden grundsÃ¤tzlich weder den Steuerpflichtigen noch die SteuerbehÃ¶rden oder die Gerichte (BGE 140 II 88 E. 5.1.2 = Pra 103 [2014] Nr. 77). Die von der ESTV festgesetzten ZinssÃ¤tze werden vom Bundesgericht als sog. <i>safe harbour rules</i> bezeichnet. Da sie auf eine einheitliche und gleiche Rechtsanwendung ausgerichtet sind, soll von ihnen nur abgewichen werden, wenn sie die anwendbaren Gesetzesbestimmungen nicht Ã¼berzeugend konkretisieren (BGE 140 II 88 E. 5.1.2 = Pra 103 [2014] Nr. 77; BGr, 31. MÃ¤rz 2020, 2C_578/2019, E. 4.3). Die Nichtbeachtung der ZinssÃ¤tze gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben durch die steuerpflichtige Gesellschaft fÃ¼hrt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur widerlegbaren Vermutung, dass eine geldwerte Leistung vorliegt (BGE 140 II 88 E. 7 = Pra 103 [2014] Nr. 77). Der Beweis, dass die vom ESTV-Rundschreiben abweichende Verzinsung dem Grundsatz der MarktÃ¼blichkeit entspricht, obliegt in diesem Fall der steuerpflichtigen Gesellschaft.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Vorliegend geht es um die HÃ¶he der Verzinsung von Krediten, welche der Pflichtigen von der D AG gewÃ¤hrt wurden. Ein Darlehen wurde in Form eines festen Vorschusses zu einem Zinssatz von 2,5 % p.a. gewÃ¤hrt, wÃ¤hrend der Zinssatz fÃ¼r den Kontokorrentkredit im Zeitpunkt der KreditgewÃ¤hrung auf 3,0 % p.a. festgelegt wurde. Nach den unbestrittenen Feststellungen des Steuerrekursgerichts lagen die MaximalzinssÃ¤tze fÃ¼r Liegenschaftskredite gemÃ¤ss den massgebenden ESTV-Rundschreiben im Rahmen von 1,5 % bis 2,75 % fÃ¼r das Jahr 2014 und von 1,0 % bis 2,15 % (<i>recte:</i> 2,25 %) fÃ¼r das Jahr 2015. Der jeweils anwendbare Zinssatz ist abhÃ¤ngig von der Art der finanzierten Liegenschaften und der HÃ¶he des Darlehens. Die Verzinsung des Kontokorrentkredits lag in beiden Jahren unbestrittenermassen Ã¼ber dem Maximalzinssatz, wÃ¤hrend die Verzinsung des festen Vorschusses nur fÃ¼r das Jahr 2015 offensichtlich darÃ¼ber lag. Wie die Pflichtige indessen geltend macht, wurden das Darlehen und ein wesentlicher Teil des Kontokorrentkredits zur Finanzierung des Immobilienportfolios der Pflichtigen verwendet, das zur grossen Mehrheit gewerblichen Zwecken dient. Weil die Fremdfinanzierung zwei Drittel des Immobilienwerts nicht Ã¼bersteigt, wÃ¤re nach den Angaben der Pflichtigen auf die ZinssÃ¤tze fÃ¼r Industrie- und Gewerbeimmobilien in HÃ¶he von 2 % im Jahr 2014 und 1,5 % im Jahr 2015 abzustellen. Die Vorinstanz hat dazu keine weitere Untersuchung durchgefÃ¼hrt, weil diese Frage aufgrund des vorinstanzlichen Rechtsstandpunkts nicht entscheidwesentlich war. Aufgrund der unbestrittenen Sachlage betreffend vorgÃ¤ngiger Ausgliederung sowie den aktenkundigen Angaben Ã¼ber den Eigenfinanzierungsgrad und die KreditgewÃ¤hrung erscheint diese Feststellung jedenfalls als plausibel. Wenn sie zutrifft, folgt daraus, dass der Zinssatz von 2,5 % fÃ¼r den festen Vorschuss auch im Jahr 2014 den Maximalzinssatz von 2 % fÃ¼r Liegenschaftenkredite Ã¼berstiegen hatte. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Verzinsung in beiden Steuerperioden die MaximalzinssÃ¤tze gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben Ã¼berstiegen hatte, ist somit begrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>GemÃ¤ss den unbestrittenen Angaben der Pflichtigen wurde auf die grundpfandrechtliche Sicherstellung der von der D AG gewÃ¤hrten Kredite verzichtet. Wie sie dazu selbst feststellt, wÃ¼rden die Immobilien im Rahmen einer PrÃ¼fung der KreditwÃ¼rdigkeit auch ohne grundpfandrechtliche Besicherung als Haftungssubstrat berÃ¼cksichtigt. Aus steuerrechtlicher Sicht ist die fehlende VerpfÃ¤ndung ohnehin unerheblich. Der Grund dafÃ¼r, dass die ESTV-Rundschreiben tiefere HÃ¶chstzinssÃ¤tze fÃ¼r Immobilienkredite als fÃ¼r Betriebskredite vorsehen, liegt in der notorischen Tatsache, dass der Zinssatz fÃ¼r eine pfandgesicherte Schuld in der Regel niedriger ist als fÃ¼r ein ungesichertes Darlehen. Verzichtet eine Schuldnerin auf eine VerpfÃ¤ndung ihrer Immobilien und damit grundsÃ¤tzlich auf die MÃ¶glichkeit, ein Darlehen zu tieferem Zins zu erhalten, erscheint dies als ungewÃ¶hnliches Vorgehen, das sich in der Regel nur mit der Verbundenheit zwischen GlÃ¤ubiger und Schuldner erklÃ¤ren lÃ¤sst (BGr, 10. August 2020, 2C_181/2020, E. 5.6.3). Nachdem sich die Pflichtige nicht auf die Geltung der ZinssÃ¤tze fÃ¼r Betriebskredite beruft und sich selber auf die fÃ¼r Immobilienkredite massgebenden ZinssÃ¤tze abstÃ¼tzt, ergibt sich, dass hier letztere gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben in HÃ¶he von 2 % fÃ¼r 2014 und 1,5 % fÃ¼r 2015 massgebend sind. Nachdem diese MaximalzinssÃ¤tze Ã¼berschritten wurden, obliegt es somit der Pflichtigen, den Drittvergleich zu leisten und den Beweis fÃ¼r die MarktkonformitÃ¤t der vereinbarten hÃ¶heren Zinsen zu leisten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Nach den Feststellungen des Steuerrekursgerichts versuchte die Pflichtige die MarktkonformitÃ¤t dadurch nachzuweisen, dass sie bezÃ¼glich festem Vorschuss den vereinbarten Zinssatz in die Komponenten Referenzzinssatz von 0,75 %, Abgeltung der transaktionalen und abwicklungstechnischen Aufgaben (Zuschlag von 0,25 %) und individuelle MarktrisikoprÃ¤mie (Zuschlag von 150 Basispunkten) aufgliederte. Der Zinssatz fÃ¼r den Kontokorrentkredit soll hingegen in Anlehnung an einen mit der J-Bank abgeschlossenen Rahmenkreditvertrag ermittelt worden sein. Die im Vergleich zum festen Vorschuss um 50 Basispunkte hÃ¶here Verzinsung rechtfertige sich gemÃ¤ss der Pflichtigen insbesondere durch die FlexibilitÃ¤t in Bezug auf die Auslastung des Kontokorrentvertrags.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Nach den vorinstanzlichen ErwÃ¤gungen hat die Pflichtige nicht in hinreichend substanziierter Weise dargelegt, weshalb als Referenzwert fÃ¼r eine risikofreie Rendite allein auf den Swapsatz und nicht auch auf den Zinssatz der Bundesanleihen der Schweizerischen Eidgenossenschaft abzustellen ist. BezÃ¼glich der zusÃ¤tzlichen DarlehensgebÃ¼hr stellte das Steuerrekursgericht weiter fest, gemÃ¤ss dem ins Recht gelegten Rahmenkreditvertrag wÃ¼rden keine Kommissionen auf dem festen Vorschuss erhoben, sondern lediglich auf dem Kontokorrentkredit. GemÃ¤ss der BegrÃ¼ndung des Steuerrekursgerichts, auf welche verwiesen werden kann, ist die Erhebung einer Kommission bei der GewÃ¤hrung eines festen Vorschusses kaum gerechtfertigt und stellt auch in der Praxis eine Ausnahme dar. Der Zuschlag fÃ¼r die RisikoprÃ¤mie wurde von der Pflichtigen mit Verweisung auf einen von der Credit Suisse gefÃ¼hrten Liquid Swiss Index begrÃ¼ndet. GemÃ¤ss den Feststellungen des Steuerrekursgerichts â auf die verwiesen werden kann â waren jedoch die eingereichten Zahlenangaben unklar und vermutungsweise unvollstÃ¤ndig. Die diesbezÃ¼glichen Behauptungen der Pflichtigen wurden gemÃ¤ss den vorinstanzlichen Feststellungen ungenÃ¼gend substanziiert. Zudem erachtete die Vorinstanz die behauptete Vergleichbarkeit der KreditwÃ¼rdigkeit der Pflichtigen mit dem Kreditrating von bÃ¶rsenkotierten Immobiliengesellschaften als unbegrÃ¼ndet.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Wie das Steuerrekursgericht zu Recht feststellte, hatte die Pflichtige die behauptete MarktkonformitÃ¤t der RisikoprÃ¤mie unzureichend substanziiert. Es ist unbestritten, dass die D AG in den massgebenden Jahren Ã¼ber ein Rating AA+ verfÃ¼gte, wÃ¤hrend die zum Vergleich herangezogenen Immobiliengesellschaften ein Rating von BBB oder BBB+ aufwiesen. GemÃ¤ss dem von der Vorinstanz zitierten Ratingbericht wurde der D-Konzern aufgrund der konsolidierten Jahresrechnung beurteilt. Die vorinstanzliche Annahme, der Immobilienbestand der Pflichtigen habe sich im Vergleich zu andern Risiken des Konzerns, wie das â¦geschÃ¤ft, eher positiv auf das Rating der D AG ausgewirkt, ist durchaus begrÃ¼ndet, wenngleich letztlich nicht entscheidend. GemÃ¤ss Steuerrekursgericht verfÃ¼gte die D AG zudem Ã¼ber eine Staatsgarantie, die letztlich auch bei finanziellen Schwierigkeiten der Pflichtigen (subsidiÃ¤r) zum Zuge gekommen wÃ¤re. Das Gesetz vom â¦ sieht eine ausdrÃ¼ckliche, zeitlich befristete subsidiÃ¤re Haftung des â¦ vor, die in den streitbetroffenen Jahren umfassend gÃ¼ltig war (â¦). Weil die erwÃ¤hnten bÃ¶rsenkotierten Immobiliengesellschaften Ã¼ber keine vergleichbare Garantie verfÃ¼gen, ist die vorinstanzliche Schlussfolgerung nicht zu beanstanden, dass nur schon aus diesem Grund das Rating der Pflichtigen besser ausfallen mÃ¼sste, als das Rating fÃ¼r die zum Vergleich herangezogenen Gesellschaften. Indem es die Pflichtige unterlassen hatte, ihre Vergleichszahlen rechtsgenÃ¼gend zu substanziieren und sie Ã¼berdies nicht nachweisen konnte, dass der Liquid Swiss Index in vergleichbarer Weise fÃ¼r die Pflichtige massgebend sein soll, ist die Feststellung des Steuerrekursgerichts, der Beweis der MarktkonformitÃ¤t der Verzinsung sei gescheitert, gesetzmÃ¤ssig.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.6 </b>Die Pflichtige macht dazu beschwerdeweise geltend, die RisikoprÃ¤mie sei basierend auf dem Liquid Swiss Index berechnet worden, weil die KreditwÃ¼rdigkeit der Pflichtigen mangels Garantie oder anderer Sicherheiten der D AG von dieser unabhÃ¤ngig ("stand alone") zu ermitteln sei. Sie begrÃ¼ndet jedoch nicht, weshalb die vorinstanzlichen AusfÃ¼hrungen zur Staatsgarantie unzutreffend sein sollten. Die Pflichtige hat nicht widerlegt, dass sich die subsidiÃ¤re Haftung der â¦ auch auf den (erst nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgegliederten) Immobilienbetrieb und damit mittelbar auch auf die Pflichtige erstreckte. Aus rechtlicher Sicht ist deshalb davon auszugehen, dass die Pflichtige â wie die Vorinstanz zu Recht feststellte â Ã¼ber eine Staatsgarantie verfÃ¼gte. Deshalb hÃ¤tte sie nach den allgemein bekannten Regeln der FinanzmÃ¤rkte â unter ansonsten gleichen Voraussetzungen â ein besseres Kreditrating erzielen kÃ¶nnen als die zum Vergleich herangezogenen bÃ¶rsenkotierten Immobiliengesellschaften. Diese Schlussfolgerung resultiert nicht etwa â wie die Pflichtige geltend macht â aus einer unzulÃ¤ssigen Konzernbetrachtung, sondern basiert auf der individuell-konkreten Situation der Pflichtigen. Ein Drittvergleich kann deshalb nicht unter Anwendung des Liquid Swiss Index rechtsgenÃ¼gend erbracht werden.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.7 </b>Die Pflichtige behauptet ferner, die Vereinbarung einer Kreditkommission von 0,25 % sei marktÃ¼blich. Die blosse Verweisung auf die OECD-Finanzleitlinien genÃ¼gt indessen nicht als Nachweis dafÃ¼r. Die angefÃ¼hrte Publikation der OECD stammt aus dem Jahr 2020 und kÃ¶nnte schon aus zeitlichen GrÃ¼nden grundsÃ¤tzlich nicht fÃ¼r die Festlegung von Verrechnungspreisen im vorliegenden Verfahren massgebend sein, was aber nicht entscheidwesentlich ist. In der Publikation wird bloss ausgesagt, dass Kreditgeber manchmal GebÃ¼hren erheben, die gegebenenfalls gleich evaluiert werden sollten wie bei andern konzerninternen GeschÃ¤ftsvorfÃ¤llen. Eben darum ging es bei der vorinstanzlichen Untersuchung. Die Pflichtige setzt sich nicht mit der vorinstanzlichen BegrÃ¼ndung auseinander, wonach bei der Vergabe von festen VorschÃ¼ssen keine stÃ¤ndige LiquiditÃ¤ts- und Refinanzierungsplanung seitens des Darlehensgebers erforderlich ist, weshalb die Erhebung einer Kommission kaum gerechtfertigt und in der Praxis unÃ¼blich sei. Diese Feststellung steht nicht im Widerspruch zur erwÃ¤hnten OECD-Publikation. Nachdem es die Pflichtige unterlassen hatte, die GrÃ¼nde fÃ¼r die Vereinbarung einer Kreditkommission auf dem festen Vorschuss und deren HÃ¶he ausreichend zu substanziieren, erweist sich der Schluss des Steuerrekursgerichts insoweit als gesetzmÃ¤ssig. Damit fehlt der rechtsgenÃ¼gende Nachweis fÃ¼r zwei Elemente des Zinssatzes, was auf das Ergebnis durchschlÃ¤gt. Der gemÃ¤ss der geltenden Beweislastverteilung der Pflichtigen obliegende Nachweis der DrittvergleichskonformitÃ¤t der Zinsen ist somit gescheitert. Es erÃ¼brigt sich bei diesem Resultat, weiter darauf einzugehen, ob der Swapsatz als Referenzwert bereits ausgereicht hÃ¤tte oder ob der Zinssatz fÃ¼r Bundesanleihen hÃ¤tte mitberÃ¼cksichtigt werden sollen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.8 </b>Nachdem der Pflichtigen der Nachweis nicht gelungen ist, dass die Ã¼ber den MaximalzinssÃ¤tzen der ESTV-Kreisschreiben liegenden ZinssÃ¤tze fÃ¼r die Darlehen der D AG marktkonform waren, ist der Schluss des Steuerrekursgerichts, es liege eine verdeckte GewinnausschÃ¼ttung vor, grundsÃ¤tzlich gesetzmÃ¤ssig. Dies fÃ¼hrt zur Abweisung des Hauptantrags der Pflichtigen.</p> <p class="Urteilstext">Bei dieser Sachlage kann die Befragung der von der Pflichtigen angerufenen Zeugen (G, Head of Group Treasury der DF AG und H, Treasury Specialist der D-Gruppe) zum Zustandekommen der von der Pflichtigen verfochtenen ZinssÃ¤tze unterbleiben.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Folgen des Misslingens des Nachweises der marktÃ¼blichen Verzinsung sind umstritten. Die Pflichtige beantragt eventualiter, den Zinsaufwand im Umfang der MaximalzinssÃ¤tze gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben zum Abzug zuzulassen und nur den diesen Ã¼bersteigenden Teil als verdeckte GewinnausschÃ¼ttung zu qualifizieren. DemgegenÃ¼ber darf nach Auffassung des Steuerrekursgerichts die SteuerbehÃ¶rde zu Ungunsten der Steuerpflichtigen von den ZinssÃ¤tzen gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben abweichen, sofern sie die Substanziierungs- und Beweisanforderungen fÃ¼r die von ihr behaupteten marktkonformen ZinssÃ¤tze erfÃ¼llt. Weil die Nichteinhaltung der Regeln zur widerlegbaren Vermutung fÃ¼hrt, es liege eine geldwerte Leistung vor, nimmt das Steuerrekursgericht an, die Einhaltung dieser Regeln bewirke umgekehrt bloss eine widerlegbare Vermutung fÃ¼r die MarktkonformitÃ¤t und die SteuerbehÃ¶rde sei frei, von den ZinssÃ¤tzen gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben abzuweichen.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die ESTV-Rundschreiben haben gemÃ¤ss ihrem einleitenden Wortlaut den folgenden Zweck:</p> <p class="Urteilstext"><span>"FÃ¼r die Bemessung einer angemessenen Verzinsung von VorschÃ¼ssen oder Darlehen in Schweizer Franken an Beteiligte oder ihnen nahe stehende Dritte oder von Beteiligten oder ihnen nahe stehenden Dritten stellt die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung (ESTV), Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben seit dem 1. Januar â¦. auf die folgenden ZinssÃ¤tze ab:"</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dies bedeutet offensichtlich, dass die SteuerbehÃ¶rden die angemessene Darlehensverzinsung unter Nahestehenden nach Massgabe der von der ESTV verÃ¶ffentlichen ZinssÃ¤tze Ã¼berprÃ¼fen bzw. bemessen. GemÃ¤ss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung stellen die in den Rundschreiben festgesetzten ZinssÃ¤tze demzufolge "safe harbour rules" dar mit der Folge, dass die Nichtbeachtung der massgebenden ZinssÃ¤tze eine widerlegbare Vermutung des Vorliegens geldwerter Leistungen auslÃ¶st, als deren Folge die Beweislast fÃ¼r die DrittvergleichskonformitÃ¤t der ausserhalb der vorgesehenen Zinsbandbreite liegenden Zinsaufwendungen der steuerpflichtigen Gesellschaft auferlegt wird (BGE 140 II 88 E. 7 = Pra 103 [2014] Nr. 77). Dies bedeutet umgekehrt, dass SteuerbehÃ¶rden davon ausgehen, es liege keine geldwerte Leistung vor, wenn sich die steuerpflichtigen Personen an diese Regeln halten (BGr, 31. MÃ¤rz 2020, 2C_578/2019, E. 4.3). Sinn und Zweck einer "safe harbour rule" ist nach dem allgemeinen BegriffsverstÃ¤ndnis die Schaffung eines (rechtlichen) Bereichs, in welchem die Rechtssubjekte in Bezug auf den Anwendungsbereich vor Zu- bzw. Eingriffen der BehÃ¶rden geschÃ¼tzt werden. Die Steuerpflichtigen befinden sich m.a.W. insofern in einem rechtssicheren Bereich, als nach der Praxis der SteuerbehÃ¶rden keine aus steuerlicher Sicht unangemessene Leistung vorliegt, wenn die massgebenden ZinssÃ¤tze eingehalten sind (VGr, 25. Juni 2014, SB.2013.0009, E. 4.2). Es verstiesse gegen Sinn und Zweck einer "safe harbour rule", wenn diese von der SteuerbehÃ¶rde zulasten der Steuerpflichtigen ignoriert und fÃ¼r Zinsvereinbarungen, welche sich innerhalb der ESTV-ZinssÃ¤tze bewegen, eine geldwerte Leistung angenommen wÃ¼rde. Indem das Steuerrekursgericht der SteuerbehÃ¶rde zugestehen will, selbst dann eine geldwerte Leistung zu besteuern, wenn sich die vereinbarten Zinsen innerhalb der von den in den ESTV-Rundschreiben festgelegten Zinsbandbreiten bewegen, verkennt es in gesetzwidriger Weise die Rechtswirkung der "safe harbour rules". Weil die Beweislast fÃ¼r steuererhÃ¶hende Tatsachen grundsÃ¤tzlich ohnehin der SteuerbehÃ¶rde obliegt, entfiele bei einem derartigen VerstÃ¤ndnis der Schutz des sich an die Regeln haltenden Steuerpflichtigen gegen eine steueramtliche Intervention, was die Funktion der ESTV-Rundschreiben, die Veranlagungsverfahren zu vereinfachen und eine rechtsgleiche Behandlung der Steuerpflichtigen zu fÃ¶rdern, zweckwidrig vereiteln wÃ¼rde.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>Die ESTV-Rundschreiben sind zwar fÃ¼r die Steuerjustiz nicht bindend (vgl. vorne E. 2.5). Weil sie aber auf eine einheitliche und gleiche Rechtsanwendung ausgerichtet sind, soll von ihnen nur abgewichen werden, wenn sie die anwendbaren Gesetzesbestimmungen nicht Ã¼berzeugend konkretisieren (BGE 140 II 88 E. 5.1.2 = Pra 103 [2014] Nr. 77; BGr, 31. MÃ¤rz 2020, 2C_578/2019, E. 4.3). Ein Abweichen von Verwaltungsverordnungen aus triftigen GrÃ¼nden ist nicht ausgeschlossen, aber dabei sollten sich die JustizbehÃ¶rden eine gewisse ZurÃ¼ckhaltung auferlegen. Es ist nicht die Aufgabe der Steuerjustiz, als Zweitinterpretin eigenen ZweckmÃ¤ssigkeitsÃ¼berlegungen anstelle derjenigen der VollzugsbehÃ¶rden den Vorzug zu geben (Michael Beusch in: Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum DBG, 3. A., Basel 2017, Art. 102 DBG N 17). Das Steuerrekursgericht begrÃ¼ndete nicht, inwiefern die ESTV-Rundschreiben nicht eine Ã¼berzeugende Umsetzung der anwendbaren Gesetzesbestimmungen zum Ausdruck bringen sollen. FÃ¼r eine solche Annahme sind auch keine triftigen GrÃ¼nde ersichtlich und die breite gesamtschweizerische Anwendung spricht ebenfalls dagegen. Von den in den ESTV-Rundschreiben festgesetzten Zinsen kann deshalb nicht zulasten der Steuerpflichtigen abgewichen werden, jedenfalls solange als keine missbrÃ¤uchliche Berufung auf die Anwendung derselben nachgewiesen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Daraus ergibt sich, dass sich der Beschwerdegegner fÃ¼r die Beurteilung, ob eine geldwerte Leistung vorliegt, an die in den ESTV-Rundschreiben vorgegebenen MaximalzinssÃ¤tze zu halten hat. Dies gilt allgemein fÃ¼r Steuerpflichtige, die sich an die massgebenden ZinssÃ¤tze gehalten haben. Werden die zulÃ¤ssigen MaximalzinssÃ¤tze Ã¼berschritten, entfÃ¤llt insoweit zwar die Vermutung, es liege keine geldwerte Leistung vor. Es steht fest, dass es der Pflichtigen nicht gelungen war, die DrittvergleichskonformitÃ¤t der vereinbarten Zinsen zu beweisen. Dies bedeutet aber keineswegs, dass die Wirkung der "safe harbour rules" im konkreten Fall insgesamt entfÃ¤llt. Aufgrund der Beweislastregelung hat das Scheitern des Beweises lediglich zur Folge, dass im Ausmass der die zulÃ¤ssigen MaximalsÃ¤tze Ã¼bersteigenden Zinsen von einer geldwerten Leistung auszugehen ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.5 </b>Der Beschwerdegegner behauptet demgegenÃ¼ber, der aus steuerrechtlicher Sicht marktkonforme Zinssatz betrage exakt 1,08 %. Das Steuerrekursgericht hat dieses Resultat und die ihm zugrunde liegende Berechnungsmethode geschÃ¼tzt. Der dergestalt errechnete Zinssatz liegt wesentlich tiefer als die gemÃ¤ss ESTV-Rundschreiben zulÃ¤ssigen MaximalzinssÃ¤tze von 2 % bzw. 1,5 % fÃ¼r Liegenschaftskredite fÃ¼r Industrie- und Gewerbeimmobilien. Bei der Bestimmung von Verrechnungspreisen resultiert aus Drittvergleichen jedoch nicht ein einziger "richtiger Preis", sondern es ergibt sich stets eine bestimmte Bandbreite, innerhalb welcher die Marktpreise Ã¼blicherweise festgesetzt werden (vgl. Martin Zweifel/Silvia Hunziker, Steuerverfahrensrecht, Beweislast, Drittvergleich, "dealing at arm's length", Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 58 DBG â Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der PrÃ¼fung von Leistung und Gegenleistung unter dem Gesichtswinkel des Drittvergleichs, ASA 77 [2009] 657 ff., 675). Alle unter Nahestehenden innerhalb dieser Bandbreite festgelegten Verrechnungspreise gelten nach Praxis und Rechtsprechung als steuerrechtlich angemessen. Weil die ESTV fÃ¼r Darlehen von Beteiligten oder nahestehenden Dritten lediglich MaximalzinssÃ¤tze festgelegt hat, bleibt es den Steuerpflichtigen Ã¼berlassen, innerhalb der Bandbreite bis zum anwendbaren Maximalzinssatz eine Verzinsung festzulegen, die von den SteuerbehÃ¶rden als angemessen zu akzeptieren ist. Dementsprechend lÃ¤ge keine verdeckte GewinnausschÃ¼ttung vor, wenn die Pflichtige die Darlehen mit den massgebenden MaximalzinssÃ¤tzen verzinst hÃ¤tte. Weil das Steuerrekursgericht dem Steueramt fÃ¤lschlicherweise zugestand, einen einzigen, aus Annahmen und Berechnungen abgeleiteten Zinssatz als massgebend zu bezeichnen, hat es nicht begrÃ¼ndet, aus welchen triftigen GrÃ¼nden der Rahmen der steuerlich zulÃ¤ssigen Zinsen der Pflichtigen nicht zur VerfÃ¼gung stehen sollte. Insofern liegt eine GehÃ¶rsverweigerung und eine gesetzwidrige Rechtsanwendung vor, was die Aufhebung des Urteils des Steuerrekursgerichts zur Folge hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.6 </b>Die in den ESTV-Rundschreiben festgehaltenen Zinsen bilden eine in der Steuerpraxis allgemein anerkannte Bandbreite ab, innerhalb welcher alle konkret geleisteten Zinsen von den SteuerbehÃ¶rden als drittvergleichskonform eingestuft werden. Es wÃ¤re mit dem Grundsatz der Rechtsgleichheit nicht zu vereinbaren, die Pflichtige hÃ¶her zu besteuern als eine andere Unternehmung, welche die Darlehen von Nahestehenden zum Maximalsatz verzinst. Die ESTV-Rundschreiben haben keinen pÃ¶nalen Zweck. Nachdem die Pflichtige mit dem Nachweis des Drittvergleichspreises gescheitert ist, sind die Zinszahlungen zwar als verdeckte GewinnausschÃ¼ttungen zu qualifizieren, in betraglicher Hinsicht aber bloss insoweit, als sie die steuerlich zulÃ¤ssigen MaximalzinssÃ¤tze Ã¼bersteigen. Weil das Steuerrekursgericht diese Zahlen nicht festgestellt hat, ist die Sache zur Ermittlung der HÃ¶he der steuerbaren verdeckten GewinnausschÃ¼ttungen im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. PraxisgemÃ¤ss sind auch die erforderlichen zusÃ¤tzlichen SteuerrÃ¼ckstellungen in der Steuerbilanz zu berÃ¼cksichtigen.</p> <p class="Urteilstext">Der Beizug weiterer Unterlagen (siehe Editionsbegehren in Rz. 83 der Beschwerde) erÃ¼brigt sich nach dem Gesagten.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Ins Leere zielt schliesslich die RÃ¼ge der Pflichtigen, es komme zu einer mit Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) unvereinbaren Doppelbesteuerung, da die von ihr bezahlten Zinsen auf dem Darlehen und dem Kontokorrentkredit bereits bei der Muttergesellschaft in die Erfolgsrechnung und damit in das der Gewinnsteuer unterliegende Jahresergebnis eingeflossen seien. Wenn dieselben ZinsertrÃ¤ge nochmals auf Ebene der Pflichtigen der Gewinnsteuer unterliegen, liegt mangels SubjektidentitÃ¤t der Pflichtigen mit der Muttergesellschaft (vgl. dazu BGE 140 I 114 E. 2.3.1) kein Verstoss gegen Art. 127 Abs. 3 BV vor.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dies fÃ¼hrt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde und zur RÃ¼ckweisung an die Vorinstanz.</p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="urteilstext0"><span>Nach § 151 Abs. 1 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG sind die Gerichtskosten der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Bei teilweiser Gutheissung werden die Kosten anteilsmÃ¤ssig aufgeteilt. Vorliegend obsiegt die BeschwerdefÃ¼hrerin in Bezug auf die Aufrechnungspositionen, die eine RÃ¼ckweisung der Angelegenheit zur Folge haben, und unterliegt mit ihrem Hauptantrag. Die Gerichtskosten sind ihr im Umfang von 2/5 aufzuerlegen; 3/5 der Gerichtskosten sind dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Ãber die Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen im Verfahren vor Steuerrekursgericht hat die Vorinstanz im neuen Entscheid zu befinden. Der BeschwerdefÃ¼hrerin steht eine angemessene ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG] in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>8. </b> </p> <p class="Urteilstext">Letztinstanzliche kantonale RÃ¼ckweisungsentscheide, die der unteren Instanz einen Entscheidungsspielraum belassen, sind grundsÃ¤tzlich als Zwischenentscheide im Sinn von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) zu qualifizieren (BGE 134 II 124 E. 1.3). Zwischenentscheide sind vor Bundesgericht nur direkt anfechtbar, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeifÃ¼hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten fÃ¼r ein weitlÃ¤ufiges Beweisverfahren ersparen wÃ¼rde (lit. b). Verbleibt der unteren Instanz, an welche die Sache zurÃ¼ckgewiesen wird, kein Entscheidungsspielraum mehr und dient die RÃ¼ckweisung nur noch der (rechnerischen) Umsetzung des oberinstanzlich Angeordneten, werden RÃ¼ckweisungsentscheide nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung als Endentscheide behandelt (BGE 134 II 124 E. 1.3).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Sache wird an das Steuerrekursgericht zur Neuberechnung und zum Neuentscheid im Sinn der ErwÃ¤gungen zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 25'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 140.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 25'140.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden zu 2/5 der BeschwerdefÃ¼hrerin und zu 3/5 dem Beschwerdegegner auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 6'400.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>