<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00216</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106343&amp;W10_KEY=13013577&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00216</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.09.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Jugendhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Jugendhilfe: Kleinkinder-Betreuungsbeiträge: Abklärung des Sachverhalts (Vorinstanz setzte einen Gutachter zur Klärung der unklaren finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführenden ein): Die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführenden ist jeweils im Einzelfall näher zu konkretisieren. Vorliegend haben sich die Beschwerdeführenden einer Zusammenarbeit mit dem Gutachter nicht grundsätzlich verweigert (E. 3c). Namentlich kann die im Rekursverfahren wiedererwägungsweise vorgebrachte Kritik an der Umschreibung des Gutachterauftrags nicht als Verweigerung der Mitwirkung gewürdigt werden (E. 3d). Die Abweisung des Rekurses wegen Verweigerung der Mitwirkung ist unrechtmässig; Gutheissung und Rückweisung an die Vorinstanz (E. 4 am Anfang, 4a). Die von der Vorinstanz an den Experten erteilte Ermächtigung, Drittpersonen zu befragen, erweist sich im Licht des Verhältnimässigkeitsgebots als rechtswidrig: Zunächst ist der Sachverhalt durch persönliche Befragung und durch Beizug von Akten zu klären; erst danach kann sich eine - mit anfechtbarer Zwischenverfügung anzuordnende - Befragung von Drittpersonen rechtfertigen (E. 4b). Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands erfüllt (E. 5). Vgl. 1. Rechtsgang: VB.2000.00038. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFRAGUNG">BEFRAGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GUTACHTEN">GUTACHTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: JUGENDHILFE">JUGENDHILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KLEINKINDERBETREUUNGSBEITRÃGE">KLEINKINDERBETREUUNGSBEITRÃGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MITWIRKUNGSPFLICHT">MITWIRKUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SACHVERHALTSERMITTLUNG">SACHVERHALTSERMITTLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsprozessrecht UR: Allgemeines ST: SACHVERHALTSFESTSTELLUNG">SACHVERHALTSFESTSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 26a JugendhilfeG</span><br/><span class="ungerade">§ 7 lit. II a VRG</span><br/><span class="gerade">§ 64 lit. I VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. </span>Am 19. Juli 1999 beschloss die Vormundschaftsbe­hÃ¶rde X, den Eheleuten A fÃ¼r Tochter C, geboren am 26. September 1996, von Januar bis und mit September 1998 monat­liche Kleinkinder-Betreuungs­beitrÃ¤ge (KKBB) von Fr. 185.- sowie fÃ¼r den Sohn D, geboren am 2. November 1998, von Juni 1999 bis und mit November 2000 solche von Fr. 510.- auszurichten. Einen hiergegen gerich­teten Rekurs wies der Bezirksrat Y am 15. De­­zember 1999 ab, hob den angefo­chtenen Entscheid zudem aufsichtsrechtlich auf und stellte fest, dass gar kein Anspruch auf KKBB bestehe.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">II. Eine gegen diesen Entscheid von A erhobene Beschwerde<span> hiess</span> das Verwaltungs­­gericht am 13. Juli 2000 teilweise gut, sprach den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r die Zeit von Januar bis Mai 1998 keine KKBB zu und wies die Sache im Ãbrigen an den Bezirksrat Y zur ErgÃ¤nzung der Untersuchung zurÃ¼ck (VB.2000.00038). Nach den ErwÃ¤gungen im Beschwerdeentscheid waren weitere AbklÃ¤run­gen insbesondere mit Bezug auf den BeschÃ¤ftigungsgrad der selbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tigen BeschwerdefÃ¼hrenden, deren Einkommen und VermÃ¶gen sowie die Mietzinse nÃ¶tig.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat Y nahm das Rekursverfahren wieder auf und wies den Rekurs am 23. Mai 2001 ab, unter erneuter aufsichtsrechtlicher Aufhebung des angefochtenen Entscheides und unter Feststellung, dass kein Anspruch auf KKBB bestehe. Der Entscheid wurde im Wesentlichen mit der Verweigerung der Mitwirkung der Rekurrenten bei der Ab­klÃ¤rung des Sachverhaltes durch einen dafÃ¼r bestellten SachverstÃ¤ndigen und mit einem Ver­­­stoss gegen Treu und Glauben begrÃ¼ndet.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">III. Gegen diesen Entscheid erhoben A mit Eingabe vom 2. Juli 2001 erneut Beschwer­de an das Verwaltungsgericht und beantragten, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und es sei den BeschwerdefÃ¼hrenden nach AbklÃ¤rung des Sachverhaltes KKBB zu gewÃ¤hren, und zwar fÃ¼r C Fr. 1'277.- pro Monat ab 30. Juni 1998 bis September 1998 und fÃ¼r D Fr. 1'602.- pro Monat ab 2. November 1998 bis November 2000. Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Wei­ter beantragten die BeschwerdefÃ¼hrenden, es sei ihnen die unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung zu gewÃ¤hren und ein unentgeltlicher Rechtsver­treter zu bestellen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat beantragte am 12. Juli 2001 die Abweisung der Beschwerde. Die Gemeinde X liess sich innert Frist nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Angesichts des Streitwertes von Fr. 43'881.- (3 x Fr. 1'277.- + 25 x Fr. 1'602.-) fÃ¤llt die vorliegende Streitsache gemÃ¤ss § 38 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) in die ZustÃ¤ndigkeit der Kammer.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. Das Verwaltungsgericht Ã¼berprÃ¼ft den angefochtenen Entscheid lediglich auf Rechtsverletzungen hin. Eine ErmessensÃ¼berprÃ¼fung steht ihm - ausser bei Ermessensmiss­brauch und ErmessensÃ¼berschreitung - nicht zu (§ 50 Abs. 1 und 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Mit VerfÃ¼gung </span>vom 6. November 2000 bestellte der BezirksratsprÃ¤sident unter Ansetzung einer Frist zur Ablehnung den Treuhandexperten E als SachverstÃ¤n­digen und beauftragte ihn, Einkommen und VermÃ¶gen der Rekurrierenden in den Jahren 1998, 1999 und 2000, die VermÃ¶gensverÃ¤nderungen, die bezahlten Mietzinse und die ge­leisteten Arbeitspensen im gleichen Zeitraum zu ermitteln. Der Auftrag erfolgte im Sinne der ErwÃ¤gungen, welche zu den verschiedenen GegenstÃ¤nden der AbklÃ¤rung die im ein­z­elnen gebotenen Handlungen detaillierten. Allgemein wurde der SachverstÃ¤ndige ermÃ¤chtigt, von den Rekurrierenden die erforderlichen Urkunden und Belege beizuziehen und die Parteien sowie Dritte zum Sachverhalt zu befragen. Die PrÃ¼fungshandlungen seien soweit erforderlich vor Ort und gestÃ¼tzt auf Originalbelege vorzunehmen. Die Rekurrierenden hÃ¤t­ten bei der AbklÃ¤rung mitzuwirken, die notwendigen AuskÃ¼nfte zu erteilen, Einblick in die Original-Dokumente zu gewÃ¤hren und diese zur Erstellung von Fotokopien auszuhÃ¤ndigen. </p> <p class="Einzug1">Am 14. November 2000 schlug der Rechtsvertreter der Rekurrierenden dem Bezirksrat einen Vergleich zwischen der Gemeinde und den Rekurrierenden vor, was der Bezirksrat unter Hinweis auf die zwingende Natur des Ã¶ffentlichen Rechts ablehnte. Nach Ablauf der Frist zur Ablehnung des Gutachters wurden diesem die Akten am 27. November 2000 Ã¼bermittelt. In der Folge telefonierte der Gutachter am 8. Januar und am 2. Februar 2001 mit dem Rekurrenten, welcher meinte, er wolle vorerst den Bericht der Gemeinde betr. Vergleichsvorschlag abwarten, die Sache sei ohnehin nicht fristgebunden und er habe zur Zeit wenig Ressourcen. Der Gutachter teilte dies dem Bezirksrat am 7. Fe­b­ruar 2001 mit und kÃ¼ndigte an, er stelle den Fall seinerseits bis zu einem reaktivierenden Bescheid der Rekurrierenden oder des Bezirksrates zurÃ¼ck. Daraufhin ordnete der BezirksratsprÃ¤sident am 8. Februar 2001 an, dass das Gutachten unverzÃ¼glich zu erstellen sei, und ermah­n­te die Rekurrierenden, unverzÃ¼glich bei der Sachverhaltsermittlung mitzuwirken, an­sonsten der Rekurs aufgrund der Akten entschieden wÃ¼rde. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Mit Eingabe vom 27. Februar 2001 beantragte der Rechtsvertreter der Rekurrierenden, der Auftrag an den Gutachter sei zu begrenzen und die ErmÃ¤chtigung des Gutachters zur Befragung Dritter zu widerrufen. Statt dessen sei nach Befragung der Rekurrierenden und Vorlage der einschlÃ¤gigen Belege zu entscheiden, ob weitere Erhebungen nÃ¶tig seien. In Folge dieser Eingabe teilte die Schreiberin des Bezirksrates dem Gutachter am 13. MÃ¤rz 2001 mit, der Rekurs wÃ¼rde nun ohne Gutachten aufgrund der Akten entschie­den und bat um Rechnungsstellung fÃ¼r die bisherigen BemÃ¼hungen und RÃ¼cksendung der Akten. Am 18. Mai 2001 wurde den Rekurrierenden mitgeteilt, dass der Be­zirks­rat an seiner letzten Sitzung beschlossen habe, auf das WiedererwÃ¤gungsgesuch nicht einzutreten; am 23. Mai 2001 erging schliesslich der rekursabweisende Entscheid. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Der Bezirksrat erwog im Wesentlichen Folgendes: Der Gutachtensauftrag und die ErmÃ¤chtigung des Gutachters zur Befragung Dritter sei weder zu begrenzen noch zu widerrufen. Die Rekurrierenden seien offensichtlich trotz Mahnung nicht bereit, an der Ermittlung des Sachverhaltes mitzuwirken. Ihr taktierendes Verhalten verstosse zudem gegen den Grund­satz von Treu und Glauben. Demzufolge kÃ¶nne das Einkommen und VermÃ¶gen der Rekurrierenden, insbesondere Herkunft und Zahlungsgrund der Gutschrift von Fr. 74'021.40 auf dem PC- und ZKB-Konto sowie verschiedene WidersprÃ¼che betreffend Lebensverbrauch nicht abgeklÃ¤rt werden. Zufolge Verweigerung der Einsichtnahme in die Zahlungsbelege und GeschÃ¤ftsakten hÃ¤tten auch die geleisteten monatlichen Mietzinse und die Aufteilung der Miete auf das Geigenbau-Atelier und das massgebliche Wohnen nicht Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen. Daher sei den Rekurrierenden der ihnen obliegende Beweis fÃ¼r anspruchsbegrÃ¼nden­de Tatsachen nicht gelungen, vielmehr ergÃ¤ben sich aus der Aktenlage nicht zu unterdrÃ¼ckende gewichtige Zweifel an der Anspruchsberechtigung.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrenden anerkennen, dass fÃ¼r den Entscheid Ã¼ber Bestand und Umfang ihres Anspruches auf KKBB eine weitere AbklÃ¤rung des Sachverhaltes notwendig war und wenden sich auch nicht gegen die Bestellung eines Gutachters. Ebenso bejahen sie grundsÃ¤tzlich eine Mitwirkungspflicht ihrerseits und als mÃ¶gliche Folge einer verweigerten Mitwirkung den Verlust ihres Anspruchs. Sie bestreiten jedoch, dass sie ihre Mitwirkungspflicht im Rekursverfahren tatsÃ¤chlich verletzt haben. Weiter beanstanden sie im Einzelnen den Umfang des dem Gutachter vom Bezirksrat erteilten Auftrages und insbesondere die ihm eingerÃ¤umte ErmÃ¤chtigung zur Befragung Dritter.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Der Umfang der sich aus § 7 Abs. 2 lit. a VRG ergebenden Pflicht eines Gesuchstellers zur Mitwirkung bei der Untersuchung des Sachverhaltes richtet sich grundsÃ¤tzlich nach der Zumutbarkeit und der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 61). NaturgemÃ¤ss ergibt sich aus dem Gesetz selber noch nicht konkret, welche Mit­wirkungshandlungen ein Gesuchsteller im Einzelnen zu leisten hat. Die Mitwirkungs­pflicht ist daher im Einzelfall zu konkretisieren; allgemein gehaltene und unbestim­mte Aufforderungen zur Mitwirkung sind dagegen nicht geeignet, den Umfang der vom Prozessbeteiligten geforderten Mitwirkung hinreichend festzulegen und die entsprechende Verpflichtung verbindlich und erzwingbar zu machen. DemgemÃ¤ss setzt auch die Verletzung der Mitwirkungspflicht voraus, dass dem Betroffenen vorgÃ¤ngig konkret mitgeteilt wurde, welchen Beitrag er bei der Sachverhaltsermittlung zu leisten habe. Soll ein Prozessbeteilig­ter etwa mÃ¼ndlich befragt werden, so wird er in der Regel auf einen bestimmten Termin vor­geladen. Dieser Termin kann zwecks Vermeidung eines erfolgreichen Verschie­bungsge­suches vorgÃ¤ngig abgesprochen werden, steht aber grundsÃ¤tzlich nicht zur freien Disposi­tion. Soweit die Vorlage oder Edition von Akten verlangt wird, ist dem Betroffenen ebenfalls genau mitzuteilen, wann oder innert welcher Frist welche konkreten Akten vorzulegen sind. Diese Anforderungen an die Konkretisierung der Mitwirkungspflicht gelten unabhÃ¤ngig davon, ob die VerwaltungsbehÃ¶rde die SachverhaltsabklÃ¤rung selber vornimmt oder ob sie diese einem SachverstÃ¤ndigen Ã¼bertragen hat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im vorliegenden Fall haben sich die BeschwerdefÃ¼hrenden im Rekursverfahren weder geweigert, an einem bestimmten Termin mit dem Experten teilzunehmen, noch diesem nÃ¤her spezifizierte Akten vorzulegen. Die Terminvereinbarung mit dem Experten scheiterte zwar vorerst auf Wunsch des BeschwerdefÃ¼hrers, hingegen forderte der Gutachter den BeschwerdefÃ¼hrer anlÃ¤sslich beider Telefonate auch gar nicht dazu auf, sich zu einem bestim­mten Zeitpunkt vor Ort zur VerfÃ¼gung zu halten. Entsprechend stellte der Gutachter seinen Auftrag vorerst lediglich zurÃ¼ck und wartete seinerseits auf eine Reaktion der BeschwerdefÃ¼hrenden bzw. des Bezirksrates. Nach der entsprechenden VerfÃ¼gung des BezirksratsprÃ¤sidenten vom 8. Februar 2001 wÃ¤re es alsdann wieder am Gutachter gelegen, einen bestim­mten Termin fÃ¼r die ausstehende Besprechung und Aktenvorlage festzulegen. Aus den Ak­ten ergeben sich jedoch keine Anhaltspunkte dafÃ¼r, dass der Gutachter zwischen dem 8. Fe­­bruar und dem 13. MÃ¤rz 2001, als der Auftrag ohnehin widerrufen wurde, Ã¼berhaupt noch einmal Kontakt zum BeschwerdefÃ¼hrer aufgenommen hÃ¤tte, geschweige denn, dass in diesem Zeitraum eine konkrete Aufforderung an die BeschwerdefÃ¼hrenden ergangen wÃ¤re. Unter diesen UmstÃ¤nden kann von einer Verweigerung der Mitwirkung durch die BeschwerdefÃ¼hrenden nicht die Rede sein. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Der Bezirksrat scheint davon auszugehen, dass mit dem vom Rechtsvertreter der BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichten WiedererwÃ¤gungsgesuch die Mitwirkung verweigert worden sei. Diese Interpretation der Eingabe vom 27. Februar 2001 ist nicht angebracht. Es entspricht einem prozessualen Recht aller Verfahrensbeteiligten, verfahrensleitende Anord­nungen eines Gerichts oder einer BehÃ¶rde in Frage zu stellen, sei es mittels eines Rechtsmittels unter den Voraussetzungen von § 19 Abs. 2 VRG oder mit einem WiedererwÃ¤gungs­­gesuch. Da es sich bei letzterem nicht um ein fÃ¶rmliches Rechtsmittel handelt, kommt einem solchen Gesuch keine aufschiebende Wirkung zu; der prozessleitende Entscheid bleibt so lange gÃ¼ltig, als er nicht tatsÃ¤chlich widerrufen wird. Aus diesem Grunde konnte das von den BeschwerdefÃ¼hrenden eingereichte WiedererwÃ¤gungsgesuch vorerst nichts am Bestand der PrÃ¤sidialverfÃ¼gung vom 6. November 2000 Ã¤ndern oder die Untersuchung gar verzÃ¶gern. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im Weiteren Ã¤usserte das Gesuch sodann lediglich in drei Punkten Kritik am angeordneten Vorgehen, nÃ¤mlich hinsichtlich der Eigenleistungen beim Hausumbau der Beschwer­defÃ¼hrenden, deren detaillierten BeschÃ¤ftigungsgrads und insbesondere hinsichtlich der Befragung Dritter durch den TreuhÃ¤nder. Alle anderen Untersuchungshandlungen, mit denen der Experte beauftragt worden war, wurden nicht in Zweifel gezogen. Aus diesem Grunde hÃ¤tte der Gutachtensauftrag, selbst wenn der Bezirksrat eine WiedererwÃ¤gung seiner Anordnung in Betracht gezogen hÃ¤tte, ohne weiteres zum Ã¼berwiegenden Teil ausgefÃ¼hrt werden kÃ¶nnen, die BeschwerdefÃ¼hrenden hÃ¤tten zu Einkommen, VermÃ¶gen und Miete befragt und die Vorlage der einschlÃ¤gigen Unterlagen verlangt werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden fÃ¼r eine Eingrenzung des Gutachtensauftrages vorgebrachten Argumente erscheinen unter dem Aspekt der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit schliesslich auch als durchaus beachtenswert, jedenfalls kann nicht gesagt werden, die Eingabe sei rechtsmissbrÃ¤uchlich und diene bloss einer Treu und Glauben widersprechenden VerzÃ¶gerung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. Liegt demnach weder eine Verletzung der Mitwirkungspflicht noch ein Verstoss gegen Treu und Glauben vor, so ist die Beschwerde gutzuheissen und der angefochtene Be­schluss aufzuheben. Die BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen diesfalls, die ausstehende ergÃ¤n­zende Untersuchung des Sachverhaltes sei durch das Verwaltungsgericht selber vorzunehmen, eventuell sei die Sache zurÃ¼ckzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Nach § 64 Abs. 1 VRG kann das Verwaltungsgericht die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurÃ¼ckweisen, insbesondere wenn mit der angefochtenen An­ordnung nicht auf die Sache eingetreten oder der Tatbestand ungenÃ¼gend festgestellt wurde. Eine RÃ¼ckweisung rechtfertigt sich nach der Praxis dann, wenn mehrere fÃ¼r einen sachgemÃ¤ssen Entscheid bedeutsame Teile des Sachverhalts nicht oder ungenÃ¼gend abgeklÃ¤rt wurden, das rechtliche GehÃ¶r verweigert wurde oder wenn fÃ¼r den zu treffenden Neuentscheid Ermessen auszuÃ¼ben ist (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 64 N. 3 bis 5). Im vorliegenden Fall lÃ¤sst der Umfang der notwendigen AbklÃ¤rungen sowie die hierfÃ¼r teilweise dienlichen Spezialkenntnisse den Einsatz eines Treuhandexperten als sinnvoll erscheinen. Auch sind die vom BezirksratsprÃ¤sidenten getroffenen Handlungsanweisungen an den Experten mit Blick auf die offenen Fragen grundsÃ¤tzlich geeignet, die notwendigen Erkenntnisse zu erlangen. Weiter versprechen unmittelbare AbklÃ¤rungen und Akteneinsicht des Experten vor Ort schnellere Resultate, als wenn das Verwaltungsgericht mittels fÃ¶rmlicher Vorladungen und Fristen vorgehen wÃ¼rde. Aus diesen GrÃ¼nden rechtfertigt sich eine RÃ¼ckweisung der Sache an den Bezirksrat zur Fortsetzung der angehobenen Untersuchung.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Ist demnach die Untersuchung durch den Bezirksrat fortzusetzen, so mag eine Stellungnahme des Verwaltungsgerichtes zu den offenen Streitpunkten des WiedererwÃ¤gungsgesuches als wÃ¼nschenswert erscheinen. An dieser Stelle ist jedoch zu beachten, dass es in erster Linie im Ermessen des Bezirksrates liegt, die im einzelnen zu ermittelnden Sach­verhaltselemente und die hierfÃ¼r notwendigen Untersuchungshandlungen zu bestimmen. Alsdann wird er im beschwerdefÃ¤higen Endentscheid die gewonnenen Erkenntnisse mit Bezug auf die zu beurteilenden AnsprÃ¼che der BeschwerdefÃ¼hrenden zu verwerten haben. Aus diesem Grunde steht es dem Verwaltungsgericht nicht zu, sich Ã¼ber den Umfang des Gutachtensauftrages selber, insbesondere betreffend die erbrachten Eigenleistungen im Hausumbau oder die BeschÃ¤ftigungsgrade der BeschwerdefÃ¼hrenden zu Ã¤ussern. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Anders liegt die Sache indessen mit Bezug auf die ErmÃ¤chtigung des Experten, Drit­te zu befragen. Die Befragung Dritter im Verwaltungsverfahren tangiert â insbesondere in sensiblen Bereichen der Verwaltungsrechtspflege wie Sozial- und Jugendhilfe â das Grund­recht der PrivatsphÃ¤re der Gesuchstellenden gemÃ¤ss 13 der Bundesverfassung (BV). Die ZulÃ¤ssigkeit einer solchen Anordnung unterliegt daher den Voraussetzungen von Art. 36 BV und muss vor dem tatsÃ¤chlichen Eingriff Ã¼berprÃ¼ft werden kÃ¶nnen, da mit der Aufhebung des Endentscheides eine dem Betroffenen allenfalls zugefÃ¼gte Grundrechtsver­letzung nicht mehr behoben werden kann. Die Befragung Dritter darf daher grundsÃ¤tzlich nur mittels anfechtbarer ZwischenverfÃ¼gung angeordnet werden (§ 19 Abs. 2 VRG). Weiter bedingt das Gebot der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit des Grundrechtseingriffs, dass allfÃ¤llige Drit­te nur soweit befragt werden, als dies notwendig ist und deren Angaben geeignet sind, den massgeblichen Sachverhalt zu klÃ¤ren. Ob die Befragung unter diesem Gesichtspunkt zu­lÃ¤ssig ist, kann erst nach Abschluss weniger einschneidender Untersuchungshandlungen beantwortet werden. Aus diesem Grunde rechtfertigt sich in der Tat vorerst eine AbklÃ¤rung aufgrund persÃ¶nlicher Befragung und Aktenvorlage, um alsdann zu bestimmen, welche ein­zelnen Sachverhaltselemente durch Befragung welcher Personen weiter zu untersuchen sind. Soweit der BezirksratsprÃ¤sident demnach den Gutachter ohne Kenntnis der vorerst durch Befragung und Aktenvorlage gewonnenen Erkenntnisse und ohne weitere EinschrÃ¤n­kung zur Befragung Dritter ermÃ¤chtigte, erweist sich die Anordnung als verfrÃ¼ht und damit rechtswidrig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">5. Da sich die Gemeinde X am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt hat, sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens ausgangsgemÃ¤ss dem Bezirksrat Y aufzuerlegen (§ 70 VRG in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Den BeschwerdefÃ¼hrenden ist sodann gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 VRG eine angemessene ProzessentschÃ¤digung zu Lasten des Bezirksrats Y zuzusprechen (vgl. RB 1989 Nr. 4). </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Weiter ist den BeschwerdefÃ¼hrenden infolge Mittellosigkeit die unentgeltliche Rechtspflege zu gewÃ¤hren und in der Person ihres Rechtsvertreters ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen. Bei dessen EntschÃ¤digung ist zu berÃ¼cksichtigen, dass seine Aufwendungen bereits teilweise durch die zu Lasten des Bezirksrats Y auszufÃ¤l­lende ParteientschÃ¤digung gedeckt sind.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Den BeschwerdefÃ¼hrenden wird fÃ¼r das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege gewÃ¤hrt und in der Person von Rechtsanwalt H ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Rechtsanwalt H wird aus der Gerichtskasse mit Fr. ... entschÃ¤digt; </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>und erkennt:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. DemgemÃ¤ss wird der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen an den Bezirksrat Y zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf Fr. ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden dem Bezirksrat Y auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Rechtsanwalt H wird eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen ) zu Lasten des Bezirksrates Y zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>5. ...</span></p> <p class="Einzug2"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>