<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2001 93 S.412</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">412</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>93</b></span> <span class="ft2"><b>Abzüge vom Roheinkommen; Beiträge an die Säule 3a (§ 26 Abs. 4 aStG).</b></span><br/> <span class="ft3">-</span> <span class="ft2"><b>Ein Steuerpflichtiger muss den Geschäftserfolg alljährlich fest-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>stellen, wenn er jedes Jahr Beiträge an die Säule 3a abziehen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>will.</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">11. Oktober 2001 in Sachen H., RV. 2001.50167/K 7163</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">2. Der Vertreter der Rekurrenten beantragt, es sei für das Jahr</span><br/> <span class="ft1">1997 ein Abzug für die Säule 3a (gemäss Selbstdeklaration</span><br/> <span class="ft1">Fr. 15'688.--, recte Fr. 16'995.--) zu gewähren.</span><br/> <span class="ft1">3. a) Gemäss § 26 Abs. 4 aStG können die Beiträge zum Er-</span><br/> <span class="ft1">werb von Ansprüchen aus den der beruflichen Vorsorge gleichge-</span><br/> <span class="ft1">stellten anderen Vorsorgeformen im Sinn und im Umfang von Art. 82</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Kantonale Steuern</span> <span class="page_no">413</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">BVG vom Roheinkommen abgezogen werden. Welche Vorsorgefor-</span><br/> <span class="ft1">men (als sog. Säule 3a) anerkannt und welche Beiträge entsprechend</span><br/> <span class="ft1">abzugsfähig sind, wird gestützt auf Art. 82 BVG in der Verordnung</span><br/> <span class="ft1">des Bundesrats über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge</span><br/> <span class="ft1">an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) vom 13. November 1985</span><br/> <span class="ft1">näher geregelt. Diese bundesrechtlichen Vorgaben über die Abzugs-</span><br/> <span class="ft1">berechtigung von Beiträgen an anerkannte Vorsorgeformen der Säule</span><br/> <span class="ft1">3a sind, wie sich aus dem Gesetzestext eindeutig ergibt, auch für das</span><br/> <span class="ft1">kantonale Recht verbindlich (Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung,</span><br/> <span class="ft1">Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, Muri-Bern 1991, N 75 zu</span><br/> <span class="ft1">§ 13 aStG). Art. 7 Abs. 1 BVV 3 lautet wie folgt:</span><br/> <span class="ft6">"1 Arbeitnehmer und Selbständigerwerbende können bei den direkten</span><br/> <span class="ft6">Steuern von Bund, Kantonen und Gemeinden ihre Beiträge an anerkannte</span><br/> <span class="ft6">Vorsorgeformen in folgendem Umfang von ihrem Einkommen abziehen:</span><br/> <span class="ft6">a. jährlich bis 8 Prozent des oberen Grenzbetrages nach Artikel 8 Ab-</span><br/> <span class="ft6">satz 1 BVG, wenn sie einer Vorsorgeeinrichtung nach Artikel 80 BVG an-</span><br/> <span class="ft6">gehören;</span><br/> <span class="ft6">b. jährlich bis 20 Prozent des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens</span><br/> <span class="ft6">bis 40 Prozent des oberen Grenzbetrages nach Artikel 8 Absatz 1 BVG,</span><br/> <span class="ft6">wenn sie keiner Vorsorgeeinrichtung nach Artikel 80 BVG angehören."</span><br/> <span class="ft1">Voraussetzung für den Anschluss an eine Vorsorgeeinrichtung</span><br/> <span class="ft1">der Säule 3a ist Erwerbstätigkeit, also in der Regel die Erzielung von</span><br/> <span class="ft1">Erwerbseinkommen (oder Erwerbsersatzeinkommen), über das die</span><br/> <span class="ft1">Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet werden (Art. 81 Abs. 2,</span><br/> <span class="ft1">Art. 82 Abs. 1 BVG). Wenn sich aus der Erwerbstätigkeit ein Verlust</span><br/> <span class="ft1">ergibt, fällt ein Abzug für das betreffende Jahr dahin (VGE vom 18.</span><br/> <span class="ft1">August 1999 in Sachen G.; Baur/Klöti/Koch/Meier/Ursprung, a.a.O.,</span><br/> <span class="ft1">N 51 zu § 26 aStG; StR 1990 S. 482; ASA 54 S. 522; StE 1997 B</span><br/> <span class="ft1">27.1 Nr. 21).</span><br/> <span class="ft1">b) Die Gewährung eines Abzuges für Vorsorgebeiträge im Jahr</span><br/> <span class="ft1">1997 setzt voraus, dass der Rekurrent in diesem Jahr aus seiner</span><br/> <span class="ft1">selbstständigen Erwerbstätigkeit ein genügendes Erwerbseinkommen</span><br/> <span class="ft1">erzielt hat (VGE vom 11. November 1999 in Sachen N.). Nach den</span><br/> <span class="ft1">Regeln der Beweislastverteilung trägt der Rekurrent dafür die Be-</span><br/> <span class="ft1">weislast. Diesen Beweis kann er mittels einer für das Jahr 1997 ge-</span><br/> <span class="ft1">führten und per Ende 1997 abgeschlossenen Buchhaltung oder an-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2001</span> <span class="title">Steuerrekursgericht</span> <span class="page_no">414</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">derweitigen Aufzeichnungen für das Jahr 1997 im Sinne von § 128</span><br/> <span class="ft1">Abs. 4 lit. b aStG erbringen. Aus der vom Rekurrenten eingereichten</span><br/> <span class="ft1">"Jahresrechnung vom 1.4.1996 bis 31.12.1998 (33 Monate)" ist nicht</span><br/> <span class="ft1">ersichtlich, ob im Jahr 1997 ein Einkommen erzielt wurde, welches</span><br/> <span class="ft1">einen Abzug des beantragten Säule 3a-Beitrages zulässt. Daran ver-</span><br/> <span class="ft1">mag auch der Einwand des Vertreters des Rekurrenten nichts zu än-</span><br/> <span class="ft1">dern, dass die Umsätze in den Jahren 1997 (Fr. 227'000.--) und 1998</span><br/> <span class="ft1">(Fr. 218'000.--) praktisch gleich hoch gewesen und auch die Kosten</span><br/> <span class="ft1">regelmässig angefallen seien, so dass davon ausgegangen werden</span><br/> <span class="ft1">könne, dass die Geschäftsergebnisse in den beiden Jahren etwa</span><br/> <span class="ft1">gleich gewesen seien. Der Umstand, dass ein Abzug für Vorsorge-</span><br/> <span class="ft1">beiträge, die mangels genügendem Erwerbseinkommen steuerlich</span><br/> <span class="ft1">nicht geltend gemacht werden können, nicht in späteren Jahren nach-</span><br/> <span class="ft1">geholt werden darf (RGE vom 11. November 1999 in Sachen N. mit</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen auf Literatur und Rechtsprechung), zeigt, dass betreffend</span><br/> <span class="ft1">Abzugsfähigkeit der Vorsorgebeiträge das entsprechende Jahres- und</span><br/> <span class="ft1">nicht ein überjähriges (Bemessungs-)Periodeneinkommen von ent-</span><br/> <span class="ft1">scheidender Bedeutung ist. Die Gewährung eines Abzuges für die im</span><br/> <span class="ft1">Jahr 1997 vom Rekurrenten geleisteten Säule 3a-Beiträge setzt folg-</span><br/> <span class="ft1">lich voraus, dass durch zeitlich abgegrenzte Aufzeichnungen das von</span><br/> <span class="ft1">ihm in diesem Jahr erzielte Erwerbseinkommen ermittelt wird. Es ist</span><br/> <span class="ft1">daher richtig, wenn verlangt wird, dass ein Steuerpflichtiger den</span><br/> <span class="ft1">Geschäftserfolg alljährlich feststellen muss, wenn er von der freiwil-</span><br/> <span class="ft1">ligen Säule 3a Gebrauch machen will (Baur/Klöti/Koch/Meier/Ur-</span><br/> <span class="ft1">sprung, a.a.O., N 46 zu § 26 aStG mit Hinweis auf ASA 57 S. 137).</span><br/> <span class="ft1">Wenn der Rekurrent aus Kostengründen eine Jahresrechnung über 33</span><br/> <span class="ft1">Monate erstellen liess, so hat er die steuerlichen Folgen selbst zu</span><br/> <span class="ft1">tragen.</span><br/></div> </div> </body> </html>