<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00348</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105841&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00348</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 08.12.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Unterstützung einer Zweitausbildung durch Fürsorgeleistungen<br/><br/>Auf die Beschwerde gegen einen Rückweisungsentscheid ist einzutreten. Wegen einer sich stellenden Frage von grundsätzlicher Bedeutung hat die Kammer zu entscheiden (E. 1).<br/>Wegen des Bedarfsdeckungsprinzips durfte das Gesuch nicht zum vornherein deshalb abgewiesen werden, weil der Ansprecher seine Notlage willentlich herbeigeführt hat (E. 2b).<br/>In einem Spannungsverhältnis dazu steht das Subsidiaritätsprinzip (E. 2c).<br/>Der angefochtene Entscheid hat nicht zur Folge, dass Auszubildende generell einen Anspruch auf Sozialhilfe erhalten (E. 2d).<br/>Die Anrechnung eines fiktiven Einkommens widerspricht dem Bedarfsdeckungsprinzip und läuft auf einen Verschuldensvorwurf hinaus. Es ist deshalb bei der erstmaligen Prüfung des Hilfeanspruchs vom tatsächlichen Sachverhalt auszugehen (E. 2e).<br/>Erstmalige Gesuchsteller werden damit verfahrensmässig den bisherigen Unterstützungsbezügern gleichgestellt. Damit wird bei auszubildenden Personen vermieden, dass sie bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Unterstützung in Not geraten (E. 2f).<br/>Stipendienbezügern darf die Auflage gemacht werden, Eigenleistungen in Höhe des stipendienrechtlich zumutbaren zu erbringen (E. 2g).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEDARFSDECKUNGSPRINZIP">BEDARFSDECKUNGSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EINKOMMEN">EINKOMMEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FIKTION">FIKTION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FÃRSORGE">FÃRSORGE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KÃRZUNG">KÃRZUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SOZIALHILFE">SOZIALHILFE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STIPENDIEN">STIPENDIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSIDIARITÃT">SUBSIDIARITÃT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWEITAUSBILDUNG">ZWEITAUSBILDUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 16 SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 24 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 16 lit. I SHV</span><br/><span class="ungerade">§ 17 SHV</span><br/><span class="gerade">Art./§ 8 lit. b StipendienV</span><br/><span class="ungerade">Art./§ 9 lit. I StipendienV</span><br/><span class="gerade">§ 48 lit. III VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. A schloss 1992 seine Lehre als Automechaniker mit dem eidgenÃ¶ssischen FÃ¤higkeitszeugnis ab. Zu einem nicht nÃ¤her bekannten Zeitpunkt begann er eine Aus­bildung an der ZÃ¼rcher Hochschule Winterthur in Kommunikation und Informatik. FÃ¼r den Zeitraum vom 1. Oktober 1999 bis zum 30. September 2000 erhielt er von der kantona­len Stipendienabteilung ein Stipendium von Fr. 11'780.- zugesprochen. Anfang Februar 2000 beantrag­te A zusÃ¤tzlich bei der Gemeinde X die Ausrichtung wirtschaftlicher Hilfe und Kostengutsprache fÃ¼r eine Zahnbehandlung. Die SozialbehÃ¶rde X lehnte dieses Gesuch am 30. MÃ¤rz 2000 ab. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte die BehÃ¶rde aus, BeitrÃ¤ge an Zweitausbildungen kÃ¶nnten nur geleistet werden, falls mit der Erstausbildung kein existenzsicherndes Einkommen erzielt werden kÃ¶nne, was vorliegend nicht der Fall sei. Zudem sei A in der Lage, sich die zur Finanzierung des Lebensunterhalts und seines Fachhochschulstudiums nÃ¶tigen Mittel ergÃ¤nzend zum ihm zugesprochenen Sti­pendium durch temporÃ¤re ErwerbstÃ¤tigkeit zu verschaffen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen diesen Entscheid erhob A am 16. April 2000 Rekurs an den Bezirksrat und beantragte die GewÃ¤hrung von Sozialhilfeleistungen. Der Bezirksrat hiess das Rechts­mittel am 28. August 2000 teilweise gut und wies die Angelegenheit zu er­neuter Beschluss­fassung an die SozialbehÃ¶rde X zurÃ¼ck. Er erwog, BeitrÃ¤ge an eine Zweitausbildung seien zwar grundsÃ¤tzlich nur dann zu leisten, wenn mit der Erstausbildung kein existenzsicherndes Einkommen erzielt oder die VermittlungsfÃ¤higkeit erhÃ¶ht werden kÃ¶nne. Jedoch kÃ¶nne die BehÃ¶rde einem Hilfeersuchenden, der zur Zeit seinen Lebensbedarf nicht aus ei­genen Mitteln zu bestreiten in der Lage sei, die UnterstÃ¼tzung nicht von Anfang an versagen, sondern mÃ¼sse ihn mittels Auflagen zur Arbeitssuche anhalten. Erst in der Folge seien dann LeistungskÃ¼rzungen statthaft. Dasselbe gelte auch fÃ¼r eine Zahn­behandlung, deren Not­wendigkeit ausgewiesen sei.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Die SozialbehÃ¶rde X wandte sich gegen den Beschluss des Bezirksrats am 10. Ok­tober 2000 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung des Anfechtungsobjekts unter BestÃ¤tigung ihres eigenen Beschlusses vom 30. MÃ¤rz 2000. Zur BegrÃ¼ndung brachte sie vor, der Entscheid der Vorinstanz erÃ¶ffne allen Studierenden die MÃ¶glichkeit, sich wÃ¤hrend des Studiums den Lebensunterhalt von der Ã¶ffentlichen Hand finanzieren zu lassen. Damit werde auch das Stipendiengesetz unter­laufen, das die Erbringung von Eigenleistungen durch die BezÃ¼ger vorsehe. Dieselbe Auffassung habe auch die Schweizerische Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe vertreten, die sie nach dem bezirksrÃ¤tlichen Entscheid angefragt habe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Bezirksrat beantragte am 25. Oktober 2000 sinngemÃ¤ss die Abweisung der Beschwerde, wÃ¤hrend sich der Beschwerdegegner nicht vernehmen liess.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Beschwerden gegen Rekursentscheide der BezirksrÃ¤te sind nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) grund­sÃ¤tzlich zulÃ¤ssig. Angefochten ist vorliegend ein RÃ¼ckweisungsentscheid. Solche sind zwar dogmatisch als Vor- oder Zwischenentscheide zu qualifizieren (RB 1998 Nr. 31; Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 28 N. 40) und wÃ¤ren damit an sich nur unter be­stimmten Voraussetzungen selbstÃ¤ndig anfechtbar (§ 48 Abs. 2 und 3 VRG). Die Praxis stellt sie aber hÃ¤ufig den Endentscheiden gleich (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, a.a.O.). Vorliegend ist die selbstÃ¤ndige Anfechtbarkeit des Bezirksratsentscheids ohnehin deswegen gerechtfer­tigt, weil er aufgrund der ErwÃ¤gungen hauptsÃ¤chlich als Vorentscheid zu qualifizieren ist und durch die Zulassung der Beschwerde im Fall ihrer Gutheissung ein Endentscheid herbeigefÃ¼hrt werden kann (§ 48 Abs. 3 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Zwar ist von einem Streitwert der Angelegenheit von unter Fr. 20'000.- auszugehen, doch ist sie wegen der durch die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgeworfenen Frage von grundsÃ¤tzli­cher Bedeutung (act. 2 S. 2; E. 2c) nach § 38 Abs. 3 VRG in der Kammer zu behandeln.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) </span>GemÃ¤ss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) und § 16 Abs. 1 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie nicht aus eige­nen Mitteln bestreiten kann. Grundlage der Bemessung der UnterstÃ¼tzung stellen nach § 17 SHV die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richt­linien, zur Zeit in der Fassung von November 1998) dar. Vorbehalten bleiben begrÃ¼ndete Abweichungen im Einzelfall.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Der Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe wird zudem ‑ wie die Vorinstanz richtig aus­­gefÃ¼hrt hat â durch die Bundesverfassung geschÃ¼tzt. Der zuerst vom Bundesgericht als ungeschriebenes Grundrecht anerkannte Anspruch auf Existenzsicherung (BGE 121 I 367 E. 2b, c) hat als Art. 12 unter der Bezeichnung "Recht auf Hilfe in Notlagen" Eingang in die neue Bundesverfassung vom 18. April 1999 gefunden. Einem BedÃ¼rftigen dÃ¼rfen diejenigen Mittel, die fÃ¼r ein menschenwÃ¼rdiges Leben notwendig sind, unter keinen UmstÃ¤nden entzogen werden (Botschaft Ã¼ber eine neue Bundesverfassung vom 20. November 1996, BBl 1997 I 150; JÃ¶rg Paul MÃ¼ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. A., Bern 1999, S. 178 f.; vgl. auch Charlotte Gysin, Der Schutz des Existenzminimums in der Schweiz, Basel 1999, S. 58 ff.; Felix Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. A., Bern 1999, S. 82 ff.).</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Einen engen Zusammenhang mit dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf Existenzsicherung weist der sozialhilferechtliche Grundsatz auf, dass Hilfe ungeachtet des Grundes der Notlage auszurichten ist (Bedarfsdeckungsprinzip; vgl. Gysin, S. 108; Wolffers, S. 74). Dies bedeutet im vorliegenden Fall, dass das Gesuch des Beschwerdegegners nicht schon deshalb zum vornherein abgewiesen werden durfte, weil er durch Beginn einer Zweitausbildung und die damit verbundene Aufgabe der ErwerbstÃ¤tigkeit seine Notlage wil­lentlich selbst herbeigefÃ¼hrt hat.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) In ein SpannungsverhÃ¤ltnis zum Bedarfsdeckungsprinzip tritt i.c. das aus § 16 SHG abgeleitete SubsidiaritÃ¤tsprinzip. Danach besteht ein Anspruch auf UnterstÃ¼tzung nur insoweit, als der Gesuchsteller seine BedÃ¼rfnisse nicht aus eigener Kraft decken kann (Gysin, S. 106 f.; Wolffers, S. 71 f.). Dies hat insbesondere zur Folge, dass das Einkommen des Gesuchstellers bei der PrÃ¼fung seiner HilfebedÃ¼rftigkeit grundsÃ¤tzlich in voller HÃ¶he anzurechnen ist (E.1.1 der SKOS-Richtlinien). Abzustellen ist dabei jedenfalls auf das Einkommen zur Zeit des UnterstÃ¼tzungsentscheids. Hingegen ist nicht hinreichend geklÃ¤rt, ob bereits in diesem Zeitpunkt auch ein fiktives Einkommen berÃ¼cksichtigt werden darf, das der Gesuchsteller erzielen kÃ¶nnte, jedoch nicht erzielt.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">d) Die BeschwerdefÃ¼hrerin bringt zudem vor, dass die Stipendienverordnung vom 10. Januar 1966 (StipendienV) Eigenleistungen der Studierenden wÃ¤hrend des Studiums vorsehe. Dieser Grundsatz werde unterlaufen, wenn stattdessen die Stipendiaten FÃ¼rsorgeleistungen der Ã¶ffentlichen Hand beziehen kÃ¶nnten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Diesem Bedenken trÃ¤gt der angefochtene Entscheid jedoch teilweise Rechnung: Der Bezirksrat hielt in E. 3 seines Entscheids fest, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin den Beschwerdegegner mittels Auflagen zur Aufnahme einer teilzeitlichen ErwerbstÃ¤tigkeit anhalten dÃ¼r­fe. Erst danach sei unter den weiteren formellen Voraussetzungen (§ 24 SHG; A.8 SKOS-Richtlinien) eine KÃ¼rzung mÃ¶glich.</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>e) Wird Hilfeersuchenden von Anfang bei der Ermittlung ihrer BedÃ¼rftigkeit ein fik­­tives Einkommen angerechnet, kann dies dazu fÃ¼hren, dass ihr Lebensbedarf mit sofortiger Wirkung nicht mehr gedeckt ist, ohne dass ihnen die notwendige Zeit eingerÃ¤umt wÃ¼r­de, sich auf diese Situation einzustellen, etwa durch Aufnahme einer ErwerbstÃ¤tigkeit. Die Anrechnung eines fiktiven Einkommens lÃ¤uft Ã¼berdies auf den â dem Sozialhilferecht fremden â Vorwurf hinaus, die Anspruchsteller hÃ¤tten ihre Lage selbst verschuldet. Die Leh­re Ã¤ussert sich deshalb dazu ablehnend (Gysin, S. 118; Wolffers, S. 153). Das Bedarfsdeckungsprinzip und das Prinzip von Treu und Glauben haben also zur Folge, dass bei der erstmaligen Ermittlung des Sozialhilfeanspruchs vom tatsÃ¤chlichen Einkommen und den tat­sÃ¤chlichen Lebenshaltungskosten des Gesuchstellers auszugehen ist. Eine Abweichung von diesem Grundsatz kann nur in Frage kommen, wenn dessen Verhalten rechtsmissbrÃ¤uchlich ist. Da der Beschwerdegegner vorliegend mit der Aufnahme einer Zweitausbildung einen Grund fÃ¼r die Aufgabe der ErwerbstÃ¤tigkeit angibt, der einer PrÃ¼fung bedarf, ist ihm kein offensichtlicher Rechtsmissbrauch vorzuwerfen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>f) Erstmalige Gesuchsteller sind somit den bisherigen UnterstÃ¼tzungsbezÃ¼gern verfah­rensmÃ¤ssig gleichzustellen. Die SozialbehÃ¶rden der Gemeinden haben von den tatsÃ¤chlichen VerhÃ¤ltnissen auszugehen. Die GewÃ¤hrung von Sozialhilfe kann dabei nach § 21 SHG mit Auflagen und Weisungen verbunden werden, die insbesondere die Lage des HilfeempfÃ¤ngers verbessern und gleichzeitig dessen AbhÃ¤ngigkeit verringern sollen. Wer solche Anordnungen nicht befolgt, kann gemÃ¤ss § 24 Abs. 1 SHG unter Androhung der Folgen schriftlich verwarnt werden. Nach erfolgloser Verwarnung ist eine KÃ¼rzung der Leis­tungen zulÃ¤ssig (Abs. 2). Damit wird bei in Ausbildung befindlichen Personen sichergestellt, dass der Entscheid der zustÃ¤ndigen BehÃ¶rde darÃ¼ber, ob diese Ausbildung unterstÃ¼tzt wird kann und ob die betroffene Person Eigenleistungen zu erbringen habe, angefochten wer­­den kann, ohne dass die Person zwischenzeitlich in Not gerÃ¤t.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>g) A.8.3. der SKOS-Richtlinien regeln im Allgemeinen das erlaubte Ausmass der LeistungskÃ¼rzungen. Vorliegend ist jedoch zu beachten, dass der Beschwerdegegner in ei­ner Zweitausbildung steht und dafÃ¼r ein kantonales Stipendium bezieht. Nach § 17 SHV in Verbindung mit H.6 der SKOS-Richtlinien werden Zweitausbildungen nur unterstÃ¼tzt, wenn mit der Erstausbildung kein existenssicherndes Einkommen zu erzielen ist oder damit die VermittlungsfÃ¤higkeit erhÃ¶ht werden kÃ¶nnte. Wie die Vorinstanz zu Recht ausfÃ¼hrt, ist die erste Voraussetzung vorliegend nicht erfÃ¼llt. Auf die zweite kÃ¶nnte es nur ankommen, wenn der Beschwerdegegner mit seinem Lehrabschluss als Automechaniker schwer vermittelbar wÃ¤re, wofÃ¼r aber keine Anzeichen vorliegen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>§ 8 lit. b und § 9 Abs. 1 StipendienV gehen zudem davon aus, dass StipendienbezÃ¼ger in zumutbarem Umfang selbst zur Finanzierung ihrer Ausbildung beitragen. Vorliegend ist von einer Eigenleistung des Beschwerdegegners in der HÃ¶he von jÃ¤hrlich Fr. 7'200.- aus­zugehen (§ 33 des Stipendienreglements vom 29. Juni 1999 [StipendienR] in Verbindung mit § 25 StipendienR und C.8 des Anhangs zum StipendienR). Eine ErwerbstÃ¤tigkeit im da­fÃ¼r notwendigen Umfang ist auch neben der Ausbildung an der Fachhochschule Winterthur zumutbar.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>h) Nach den voranstehenden ErwÃ¤gungen ist die BeschwerdefÃ¼hrerin berechtigt, den Beschwerdegegner in ihrem UnterstÃ¼tzungsentscheid zur Aufnahme einer teilzeitlichen ErwerbstÃ¤tigkeit mit einem Einkommen von Fr. 7'200.- jÃ¤hrlich anzuhalten. Nach allfÃ¤lliger Verwarnung kann sie bei weiterer Nichtbefolgung der Weisung die Hilfe entsprechend kÃ¼rzen, d.h., da die BedÃ¼rftigkeit des Beschwerdegegners bei Einbezug der zumutbaren Ei­genleistung wegfÃ¤llt, ganz einstellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">...</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Eine <i>Minderheit des Gerichts</i> <i>beantragt</i>, die Beschwerde gutzuheissen, den Beschluss des Bezirksrats aufzuheben und den Beschluss der SozialbehÃ¶rde X zu be­stÃ¤tigen, aus folgenden <i>ErwÃ¤gungen</i>:</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="MsoNormal">1. FÃ¼r die mit dem Gesuch des Beschwerdegegners konfrontierte SozialbehÃ¶rde stell­te sich primÃ¤r die Frage, ob er Anspruch auf Deckung der Lebenshaltungskosten durch die Sozialhilfe habe, soweit solche Kosten nicht durch das ihm gewÃ¤hrte Stipendium gedeckt sind. Sie hat diese Grundsatzfrage verneint mit der BegrÃ¼ndung, die Voraussetzungen, unter denen nach Ziffer H. 6 der SKOS-Richtlinien BeitrÃ¤ge an eine Zweitausbildung ausgerichtet werden kÃ¶nnten, seien hier nicht erfÃ¼llt. Zum einen biete die Erstausbildung als Automechaniker dem Beschwerdegegner durchaus eine berufliche Existenz. Zum anderen sei es ihm auch bei Fortsetzung seines Studiums angesichts der in der Autobranche eben­so wie im Informatikbereich vorhandenen TemporÃ¤rjobs mÃ¶glich und zumutbar, seinen Lebensunterhalt, soweit hierfÃ¼r das gewÃ¤hrte Stipendium nicht ausreiche, selber zu ver­dienen. Der Bezirksrat und ihm folgend die Gerichtsmehrheit stimmen dieser Beurteilung der SozialbehÃ¶rde X zu. Sie hÃ¤lt sich im Rahmen der bisherigen Rechtsprechung (vgl. VGr., 13. Juli 2000, VB.2000.00172, 29. August 2000, VB.2000.00159) und ist auch nach Auffassung der Gerichtsminderheit richtig.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Urteilstext"><span>2. Der Bezirksrat hat die Sache deswegen an die SozialbehÃ¶rde zurÃ¼ckgewiesen, weil sich nach der fÃ¼r Februar 2000 erstellten Bedarfsrechnung ein Defizit von Fr. 213.- ergebe und weil Ã¼ber dieses Defizit nicht unter Anrechnung eines hypothetischen Einkommens hinweg gegangen werden dÃ¼rfe; vorerst mÃ¼sse die BehÃ¶rde den Beschwerdegegner mit einer Auflage zur Arbeitsuche anhalten; nur wenn er dieser Auflage nicht nachkomme, dÃ¼rften in der Folge unter Beachtung der VerfahrensgrundsÃ¤tze von § 24 SHG die Leistungen gekÃ¼rzt werden. Diese von der Gerichtsmehrheit geschÃ¼tzte Betrachtungsweise ist nach Auffassung der Gerichtsminderheit aus folgenden GrÃ¼nden nicht gesetzmÃ¤ssig:</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Urteilstext"><span>GemÃ¤ss § 14 SHG hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt "nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann". Es trifft zu, dass diese Grundvoraussetzung der "Notlage" oder der "BedÃ¼rftigkeit" primÃ¤r anhand einer Bedarfsbemessung zu prÃ¼fen ist, bei denen den anerkannten Ausgaben die tat­sÃ¤chlichen Einnahmen gegenÃ¼ber gestellt werden und so ein Fehlbetrag ermittelt wird. Es trifft auch zu, dass eine solche Bedarfsberechnung auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogen ist. Das will aber nicht heissen, dass eine Notlage stets schon dann anzunehmen sei, wenn im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung eine genau auf diesen Zeitpunkt bezogene Bedarfsberechnung einen Fehlbetrag ergibt. Die SozialbehÃ¶rde darf und muss bei der PrÃ¼fung des Gesuches die gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalles berÃ¼cksichtigen. Im vorliegenden Fall hatte der Beschwerdegegner im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung im Februar 2000 gute Chancen, auf Grund seiner Erstausbildung als Automechaniker sowie seiner begonnenen Zweitausbildung als Informatiker rasch eine Stelle zu finden; ferner verfÃ¼gte er Ã¼ber finanzielle Mittel von ca. Fr. 4000.-. Unter diesen UmstÃ¤nden besteht â ausgehend davon, dass der Beschwerdegegner nach dem Gesagten keinen Anspruch auf Sozialhilfe zur Finan­­­zierung seiner Zweitausbildung hat und dass es ihm jedenfalls zuzumuten ist, sich die zur Finanzierung des Lebensunterhalts und des Fachhochschulstudiums nÃ¶tigen Mittel ergÃ¤nzend zum zugesprochenen Stipendium durch temporÃ¤re ErwerbstÃ¤tigkeit zu verschaffen - kein Grund zur Annahme, er habe sich im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung im Februar 2000 in einer Notlage im Sinn von § 14 SHG befunden. </span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Daran vermag der Grundsatz, dass es bei der GewÃ¤hrung von Sozialhilfe nicht auf die Ursachen der Notlage ankommt (Bedarfsdeckungsprinzip; Wolffers S. 74, Gysin S. 108) ebenso wenig etwas zu Ã¤ndern wie der Grundsatz, dass hypothetische EinkÃ¼nfte nicht anzurechnen sind (Wolffers, S. 153). Der erstgenannte Grundsatz schliesst nÃ¤mlich nicht aus, dass bei der erstmaligen GewÃ¤hrung von Sozialhilfe die gesamten UmstÃ¤nde des Einzelfalles berÃ¼cksichtigt werden und nicht schon deswegen eine Notlage angenommen wird, weil sich rein rechnerisch bezogen auf den Zeitpunkt der Gesuchseinreichung ein Fehl­betrag ergibt. FÃ¼r eine solche BerÃ¼cksichtigung der gesamten UmstÃ¤nde lÃ¤sst § 14 SHG sowohl aufgrund des Wortlautes wie auch des Zweckes der Bestimmung durchaus Raum. Der zweitgenannte Grundsatz ist vorab auf die <i>Bemessung</i> der Sozialhilfe in jenen FÃ¤llen zugeschnitten, in denen die BedÃ¼rftigkeit aufgrund der gesamten UmstÃ¤nde bejaht worden ist. Der verfassungsrechtliche Schutz der Existenzsicherung (BGE 121 I 367, Art. 12 BV) â eine verfassungsrechtliche Minimalgarantie â gebietet jedenfalls keine andere Auslegung von § 14 SHG.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1">Die von der Gerichtsmehrheit geschÃ¼tzte Betrachtungsweise der Vorinstanz ist auch insoweit mit Ungereimtheiten behaftet, als sie an die Bestimmungen und GrundsÃ¤tze Ã¼ber LeistungskÃ¼rzungen (§ 24 SHG, § 24 SHV) anknÃ¼pft. Diese Bestimmungen sind auf jene FÃ¤lle ausgerichtet, in denen Leistungen bereits wegen einer Notlage zugesprochen worden sind.</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>