A bteilung IV D -1882/2007 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G alliker, R ichter W espi G erichtsschreiber W eber X._______, geboren _______, N epal, vertreten durch D r. iur. H ans R . G rendelm eier, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 5. Februar 2007 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben am 25. M ai 2005 R ichtung Indien und stellte am 8. N ovem ber 2005 im Transitbereich des Flughafens _______ ein Asylgesuch. G leichentags w urde ihm die Einreise in die Schw eiz durch das Bundesam t vorläufig verw eigert. Am 12. N ovem ber 2005 w urde er durch die Flughafenpolizei _______ zu seinen Asylgründen befragt. Am 14. N ovem ber 2005 bew illigte ihm die Vorinstanz die Einreise in die Schw eiz. D ie sum m arische Befragung fand am 21. N ovem ber 2005 im Em pfangszentrum _______ statt. Am 30. N ovem ber 2005 führte das BFM gleichenorts eine Bundesanhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer im W esentlichen gel- tend, sein G rossvater habe seinerzeit als G rossgrundbesitzer und Vorsteher der Landbesitzer Steuern eingezogen. W enn die Betroffenen nicht gezahlt hätten, sei ihnen nach einer gew issen Zeit das Land w eggenom m en w orden. D ieses Am t sei in der Folge durch seinen Vater übernom m en w orden. Enkelkinder eines ehem ali- gen Landbesitzers hätten sich den M aoisten angeschlossen und erfahren, dass der Vater des Beschw erdeführers für ihren Landverlust verantw ortlich gew esen sei. D er Beschw erdeführer sei ferner im m er w ieder durch M aoisten aufgefordert w orden, sich ihnen anzuschliessen. Eines Tages habe einer der M aoisten bei ih- nen zuhause vorgesprochen und das Land zurückverlangt. D er Vater des Be- schw erdeführers habe erklärt, dass eine R ückgabe des Landes nicht m öglich sei. Am Abend des 23. M ai 2005 sei der besagte M aoist m it zw ei w eiteren M aoisten er- neut zuhause erschienen und habe den Vater des Beschw erdeführers zum M it- kom m en zu einem M aoisten-Führer aufgefordert. Bei der anschliessenden Ausein- andersetzung habe ihn ein M aoist erschossen. Auch der Bruder des Beschw erde- führers sei erheblich verletzt w orden. D er Beschw erdeführer habe den M örder sei- nes Vaters m it einem Beil respektive einer Sichel attackiert und getötet. Aufgrund der geschilderten Situation sei er w enig später ausser Landes geflohen. Via Indi- en, Singapur, M alaysia, Südafrika, Brasilien, Ecuador und Argentien sei er schliesslich in die Schw eiz gelangt. Bei einer allfälligen R ückkehr ins H eim atland befürchte er eine polizeiliche Verfolgung und R acheakte der M aoisten. C . M it Verfügung vom 5. Februar 2007 - eröffnet am 13. Februar 2007 - stellte das Bundesam t fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Be- schw erdeführers aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid dam it, dass zentrale Vorbringen des Beschw erdeführers nicht geglaubt w erden könnten. Es sei ihm insbesondere nicht gelungen, den angeblich begangenen M ord glaubhaft zu m achen. So habe er den Sachverhalt anlässlich der Bundesanhörung in m ehreren Punkten abw eichend im Vergleich zu seinen Aussagen im R ahm en der Befragung durch die Flughafenpoli- zei geschildert. Ferner sei realitätsfrem d, dass er sich nach der Flucht nicht über die Entw icklung der Situation vor O rt erkundigt habe. Schliesslich sei ihm am 20. Juli 2005 ein nepalesischer R eisepass ausgestellt w orden, w as w iederum gegen die G laubhaftigkeit der angeblichen Ereignisse spreche. D en Vollzug der W egw ei- sung erachtete die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. 3 D . M it Beschw erde vom 13. M ärz 2007 beantragte der Beschw erdeführer beim Bun- desverw altungsgericht durch seine Vertretung die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft und die Asylgew ährung. Ferner sei die unentgeltliche R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]) zu gew ähren. Zur Begründung w urde vorgebracht, dass die dem Beschw erdeführer vom Bundesam t angelasteten W idersprüche in den Aussagen nicht überzubew er- ten und auf Ü bersetzungsproblem e nam entlich anlässlich der ersten Befragung zu- rückzuführen seien. Im W eiteren sei es für ihn äusserst schw ierig, zu den Angehö- rigen Kontakt herzustellen, w eshalb auch dieses Argum ent des Bundesam tes nicht überzeuge. Im Ergebnis habe der Beschw erdeführer m ithin glaubhaft gem acht, aus den erw ähnten G ründen in N epal m it Verfolgung rechnen zu m üssen. D ie aktuelle Situation vor O rt sei im Ü brigen entgegen der vom Bundesam t in anderen Entscheiden vertretenen Auffassung in keiner W eise nachhaltig stabilisiert. N am entlich in ländlichen G egenden kom m e es nach w ie vor zu Ü bergriffen seitens der M aoisten. D er Eingabe lagen Presseerzeugnisse - die Zusam m enstellung "raO nline.ch" für das Jahr 2006, zw ei Internet-Artikel der BBC vom 16. N ovem ber beziehungsw eise 19. D ezem ber 2006 und ein N ZZ-Artikel vom 16. Januar 2007 - bei. E. M it Zw ischenverfügung vom 16. M ärz 2007 verzichtete das Bundesverw altungsge- richt auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG gut. F. M it Vernehm lassung vom 3. April 2007 hielt das Bundesam t an seiner Verfügung vollum fänglich fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D ie Lage in N epal habe sich seit Erlass der angefochtenen Verfügung w eiter verbessert. G . D ie dem Beschw erdeführer am 13. April 2007 eingeräum te R eplikfrist verstrich un- genutzt. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül- tig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen-4 heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer rügt, das Bundesam t gehe zu U nrecht von der fehlenden G laubhaftigkeit der Vorbringen aus und verkenne die teilw eise nach w ie vor prekä- re Situation in seinem H eim atland. 4.2 D ieser Einschätzung kann nicht gefolgt w erden. H insichtlich der Befragungsprotokolle der Flughafenpolizei ist vorab festzuhalten, dass die Befragungen dort ohne Anw esenheit einer H ilfsw erkvertretung durchgeführt w erden. Andererseits bestätigte der Beschw erdeführer auch dort m it seiner U nterschrift, das Protokoll sei ihm rückübersetzt w orden und enthalte seine säm tlichen Vorbringen, w eshalb es bei der Beurteilung der G laubhaftigkeit der Aussagen entgegen der in der Beschw erdeschrift nicht fundierten Kritik an der angeblich ungenügenden Ü bersetzungsleistung durchaus beigezogen w erden kann (vgl. auch A 14/8, S. 6, und A 17/12, S. 3 oben). Bei einer D urchsicht des Flughafenprotokolls fällt auf, dass der Beschw erdeführer das angeblich Erlebte ausgesprochen stereotyp und ohne R ealkennzeichen versehen schilderte (A 13/54, Antw orten 21 und 79 sow ie 85 ff.). Im W eiteren gab er zw ar an, er befürchte, im Falle seiner R ückkehr durch die Polizei verhaftet und getötet zu w erden. Im späteren Verlauf der Befragung erklärte er hinsichtlich einer ihm allenfalls drohenden polizeilichen Suche im H eim atland indes lediglich, vielleicht w erde er gesucht (A 13/54, Antw orten 79 und 110). D iese entgegen des Einw ands auf Beschw erdeebene divergierenden Aussagen lassen Zw eifel am von ihm angeblich begangenen Tötungsdelikt aufkom m en. Einer entsprechenden allfälligen Strafverfolgung käm e im Ü brigen aufgrund der Fallum stände ohnehin keine Asylrelevanz zu. Ausserdem ist anzum erken, dass der Beschw erdeführer vorerst den Eindruck aufkom m en liess, ein verletzter M aoist habe seinen Vater erschossen, derw eil er später explizit aussagte, ein anderer M aoist sei der Täter 5 gew esen (A 13/54, Antw orten 21 und 84). Anlässlich der direkten Bundesanhörung legte er die angeblichen Vorfälle vom 23. M ai 2005 zw ar etw as detaillierter dar (A 17/12, S. 5 f.), ohne aber den Eindruck eines in zentralen Punkten konstruierten Sachverhaltes hinreichend beseitigen zu können. So schilderte er nam entlich seine Flucht auf einen H ügel nach den angeblichen G ew altdelikten ausgesprochen realitätsfrem d (A 17/12, S. 6). H inzu kom m en die vom Bundesam t grundsätzlich zu R echt hervorgehobenen Abw eichungen zu Aussagen anlässlich der Flughafenbefragung (vgl. Ziff. 1 der vorinstanzlichen Erw ägungen), w obei die festgestellten D iskrepanzen indes teilw eise nicht überzubew erten sind. D as Argum ent der Vorinstanz, der Beschw erdeführer hätte sich im Falle eines tatsächlich begangenen Tötungsdelikts über die Situation vor O rt erkundigt, verm ag aber w iederum zu überzeugen, zum al es durch keinerlei stichhaltige Beschw erdevorbringen entkräftet w ird. U nbestritten ist sodann, dass dem Beschw erdeführer am 20. Juli 2005 durch das nepalesische G eneralkonsulat in _______ ein R eisepass ausgestellt w urde. D adurch w ird die U nglaubhaftigkeit der zentralen Fluchtgründe und insbesondere der polizeilichen Suche der nepalesischen Behörden w egen eines angeblichen M ordes erneut bestätigt. Schliesslich ist festzuhalten, dass die vom Bundesam t in der Vernehm lassung hervorgehobene Verbesserung der Situation in N epal, zu w elcher sich der Be- schw erdeführer m angels Inanspruchnahm e des R eplikrechts nicht äusserte, auch den Erkenntnissen des Bundesverw altungsgerichts entspricht. So sollen die M ao- isten nach der am 1. April 2007 in Kathm andu erfolgten Vereidigung fünf M inister der nepalesischen Ü bergangsregierung stellen, w as einen entscheidenden Fort- schritt beim Friedensprozess der verfeindeten Parteien ausm achen dürfte (vgl. N ZZ vom 2. April 2007). 4.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausfüh- rungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m a- chen konnte. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in 6 dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). 5.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossen- schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D e- zem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon- vention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder ernied- rigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 6. D er Beschw erdeführer verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbe- w illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; Entscheidungen und M ittei- lungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission/EM AR K 2001 N r. 21). 7. 7.1 D as BFM w ies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. D er Beschw erdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, w eshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw en- dung findet. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers nach N epal w äre dem nach un- ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung nach N epal dort m it beachtlicher W ahrschein- lichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand- lung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M en- schenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folterausschusses m üsste er eine konkrete G efahr nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen, dass ihm im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung droht (vgl. EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f., 1996 N r. 18 S. 182 ff., jew eils m it w eiteren H inw ei- sen). D as ist vorliegend nach dem G esagten nicht der Fall. D em nach ist der Voll- zug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be- stim m ungen zulässig. 7.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, die im H ei- m atstaat nicht durchgeführt w erden kann, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 7.2.1 D ie als Vorgängerin der asylrechtlichen Abteilungen IV und V des Bundesver- w altungsgerichts tätige AR K beurteilte in EM AR K 2006 N r. 31 ausführlich die all-7 gem eine Situation in N epal und kam zum Schluss, dass der Vollzug der W eg- w eisung nach N epal nicht als generell unzum utbar zu erachten sei. Vorliegend be- steht für das Bundesverw altungsgericht keine Veranlassung sich nicht auf diese um fassende und zutreffende Lagebeurteilung der Vorgängerorganisation ab- stützen, w eshalb vollum fänglich auf die Ausführungen in EM AR K 2006 N r. 31 ver- w iesen w erden kann. Eine Situation, w elche den Beschw erdeführer als G ew alt- oder de-facto-Flüchtling qualifizieren w ürde, lässt sich dem nach aufgrund der heutigen Situation in N epal nicht bejahen (vgl. dazu auch Ziff. 4.2. in fine). O hne noch bestehende soziale, politische und w irtschaftliche D efizite vor O rt zu verkennen, kann bezüglich N epal aber insbesondere nicht landesw eit von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation allgem einer G ew alt, w elche für den Be- schw erdeführer bei seiner R ückkehr in die H eim at eine konkrete G efahr darstellen w ürde, gesprochen w erden. 7.2.2 Individuelle U nzum utbarkeitsaspekte, w elche gegen einen Vollzug der W egw ei- sung des Beschw erdeführers in sein H eim atland sprechen w ürden, sind vorliegend ebenfalls nicht ersichtlich. Im H eim atland besteht gem äss Aktenlage ein soziales N etz. Auch eine U nterstützung von Verw andten aus Indien dürfte im Bedarfsfall in Betracht kom m en (vgl. u.a. A 14/8, S. 3; A 13/54, Antw ort 55). D em Beschw erde- führer, w elcher 10 Jahre lang die Schule besuchte und als Landw irt tätig gew esen sein soll, dürfte es entsprechend m öglich sein, sich in N epal w ieder zu etablieren, w obei es ihm unbenom m en bleibt, sich an einem anderen als dem H erkunftsort niederzulassen, sollte er sich dort - aus w elchen G ründen auch im m er - bedroht fühlen. In Berücksichtigung säm tlicher für das vorliegende Verfahren relevanter U m stände erachtet das Bundesverw altungsgericht den Vollzug der W egw eisung durch R ückschaffung des Beschw erdeführers nach N epal daher als zum utbar. 7.3 Schliesslich obliegt es dem Beschw erdeführer, w elcher bereits über einen R eise- pass verfügt, sich bei der zuständigen Vertretung seines H eim atstaates allenfalls w eitere für eine R ückkehr notw endige R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 7.4 D er von der Vorinstanz verfügte W egw eisungsvollzug steht daher in Ü bereinstim - m ung m it den zu beachtenden Bestim m ungen und ist zu bestätigen. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ). 8. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist nach dem G esag- ten abzuw eisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens w ären die Kosten dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 2 und 3 des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE], SR 173.320.2). N achdem sein G esuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 Vw VG m it Zw ischenverfügung vom 16. M ärz 2007 gutgeheissen w urde, ist von der Kostenauflage abzusehen. 8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer durch Verm ittlung seiner Vertretung, 2 Expl. (einge- schrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (Kopie; R ef.-N r. N _______) - _______ D ie R ichterin: D er G erichtsschreiber: N ina Spälti G iannakitsas Patrick W eber Versand am :