<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2017.00201</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=218319&amp;W10_KEY=13013499&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2017.00201</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 21.06.2018</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Anwaltsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verletzung von Berufsregeln</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Verletzung von Berufsregeln durch einen Nichtanwalt in einer multidisziplinären Partnerschaft Da der mandatsverantwortliche Partner die Verzeigerin vor Annahme des Doppelmandats betreffend Trennung der Ehegatten nicht über sämtliche vor der Mandatierung stattgefundenen Kontakte mit ihrem Ehemann aufgeklärt hatte, stellt die Mandatsannahme eine Berufsregelverletzung dar (E. 4). Die Beschwerdeführerin war weder bei der Aufklärung der Mandanten noch bei der Mandatsannahme beteiligt. Sie hatte ausserdem keine Kenntnisse von den Kontakten, über welche die Verzeigerin nicht aufgeklärt worden war. In Bezug auf ihre eigene Tätigkeit kann der Beschwerdeführerin deshalb kein grobes, schuldhaftes Fehlverhalten vorgeworden werden (E. 5.2). Die Berufsregelverletzung ist durch den mandatsverantwortlichen Partner zu verantworten (E. 5.3). Dieser untersteht als Nichtanwalt aber nicht dem BGFA. Seine Mandatsverantwortung rührt daher, dass es sich bei der betreffenden Anwaltskanzlei um eine multidisziplinäre Partnerschaft handelt. Das Bundesgericht erachtet solche multidisziplinären Partnerschaften mittlerweile als unzulässig. Die Zulässigkeit der Organisationsform ist vorliegend jedoch nicht Streitgegenstand. Zu prüfen ist, ob angesichts der Organisation der Anwaltskanzlei das Fehlverhalten eines nicht im Anwaltsregister eingetragenen Partners der Beschwerdeführerin zuzurechnen und sie dafür zu Recht diszipliniert worden ist (E. 6.1). Die Anordnung einer Disziplinarmassnahme muss in einem formellen Gesetz vorgesehen sein. Es stellt sich die Frage, ob Anwälte nicht nur für ihr eigenes, sondern auch für das berufsrechtliche Fehlverhalten einer Drittperson, die nicht dem BGFA untersteht, diszipliniert werden können (E. 6.2). Gemäss § 5 Abs. 4 der Statuten des Zürcher Anwaltsverbands müssen Mitglieder zwar sicherstellen, dass die Nichtanwälte ihrer Kanzlei die Berufs- und Standesregeln einhalten. Daraus kann indes nicht abgeleitet werden, dass die Mitglieder andernfalls diszipliniert werden können, kann doch eine Disziplinarmassnahme nur bei Verletzung des BGFA angeordnet werden. Eine vergleichbare Bestimmung enthalten jedoch weder das Anwaltsgesetz noch das BGFA (E. 6.3). Fraglich ist, ob eine Disziplinierung aufgrund der Verantwortlichkeit für Hilfspersonen möglich ist, zumal nicht im Anwaltsregister eingetragene Partner einer multidisziplinären Partnerschaft grundsätzlich als Hilfspersonen des beauftragten Anwalts qualifiziert werden können, wenn sie von einem Anwalt im Mandat beigezogen wurden. Vorliegend kann der mandatsverantwortliche Partner nicht als Hilfsperson der Beschwerdeführerin qualifiziert werden, zumal sie von ihm beigezogen wurde und sie in die Mandatsannahme und Aufklärung der Klienten nicht involviert war (E. 6.5). Sofern aufgrund der Organisationsform eine institutionelle Gewährspflicht für das berufsrechtliche Verhalten von Nichtanwälten anzunehmen ist, darf diese konsequenterweise nur den eingetragenen Partnern zukommen. Die Beschwerdeführerin war zum Zeitpunkt der Berufsregelverletzung noch nicht Partnerin. Daran vermag nichts zu ändern, dass sie kurz vor dem Eintritt in die Partnerschaft stand (E. 6.6). Damit sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer Disziplinarmassnahme gegenüber der Beschwerdeführerin aufgrund des berufsrechtlichen Fehlverhaltens des mandatsverantwortlichen, nicht dem BGFA unterstehenden Partners nicht gegeben (E. 6.7). Gutheissung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFKLÃRUNG">AUFKLÃRUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFKLÃRUNGSPFLICHT">AUFKLÃRUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSREGELN">BERUFSREGELN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BERUFSREGELVERLETZUNG">BERUFSREGELVERLETZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DOPPELVERTRETUNG">DOPPELVERTRETUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FEHLVERHALTEN">FEHLVERHALTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: HILFSPERSON">HILFSPERSON</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MANDATSANNAHME">MANDATSANNAHME</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MULTIDISZIPLINÃRE PARTNERSCHAFT">MULTIDISZIPLINÃRE PARTNERSCHAFT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 12 BGFA</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 lit. c BGFA</span><br/><span class="gerade">Art. 13 Abs. II BGFA</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 BGFA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>3. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=38485" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2017.00201</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 3. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">21. Juni 2018</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Rudolf Bodmer<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Tamara NÃ¼ssle, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Rahel Zehnder.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>RA A, vertreten durch RA B, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte,<b> </b>c/o Obergericht des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin, </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b>betreffend Verletzung von Berufsregeln,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Die Anwaltskanzlei E unterhielt seit mehreren Jahren eine Mandatsbeziehung zum Ehepaar C und D und beriet sie in vermÃ¶gens-, immobilien-, sachen- und steuerrechtlichen Angelegenheiten. Nach der Trennung der Ehegatten im August 2014 fungierte die Anwaltskanzlei E im Rahmen eines neuen gemeinsamen Mandats von C und D als (neutraler) Vermittler zwischen den Ehegatten. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 30. September 2015 verzeigte C sÃ¤mtliche im Anwaltsregister eingetragenen Partnerinnen und Partner des ZÃ¼rcher BÃ¼ros der Anwaltskanzlei E wegen Verletzung berufsrechtlicher Pflichten. </p> <p class="Urteilstext">Daraufhin erÃ¶ffnete die Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte des Kantons ZÃ¼rich (fortan: Aufsichtskommission) am 5. November 2015 ein Disziplinarverfahren gegen RechtsanwÃ¤ltin A wegen Verletzung von Berufsregeln gestÃ¼tzt auf Art. 12 lit. a und c des Bundesgesetzes vom 23. Juni Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte 2000 (BGFA). RechtsanwÃ¤ltin A nahm am 19. Februar 2016 zu den VorwÃ¼rfen Stellung und beantragte die Einstellung des Disziplinarverfahrens mangels einer Verletzung von Berufspflichten. Mit Beschluss vom 2. Februar 2017 verwarnte die Aufsichtskommission RechtsanwÃ¤ltin A wegen Verletzung der Berufsregeln im Sinn von Art. 12 lit. c BGFA bei der Annahme eines gemeinsamen Mandats der Ehegatten C/D durch die Anwaltskanzlei E und deren mandatsverantwortlichen Partner G im Sinn der ErwÃ¤gungen. Im Ãbrigen wurde das Verfahren eingestellt. Die Kosten von Fr. 3'000.- wurden RechtsanwÃ¤ltin A zu einem Drittel auferlegt und im Ãbrigen auf die Staatskasse genommen. EntschÃ¤digungen wurden keine zugesprochen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Dagegen erhob RechtsanwÃ¤ltin A am 22. MÃ¤rz 2017 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, der Beschluss vom 2. Februar 2017 sei aufzuheben, und das Disziplinarverfahren sei mangels einer Verletzung von Berufspflichten einzustellen. Die Verfahrenskosten seien vom Kanton zu tragen. Der BeschwerdefÃ¼hrerin sei eine ParteientschÃ¤digung zuzÃ¼glich Mehrwertsteuer auszurichten. </p> <p class="Urteilstext">Die Aufsichtskommission Ã¼bermittelte am 4. Mai 2017 die Akten und verzichtete gleichzeitig auf eine Beschwerdeantwort. RechtsanwÃ¤ltin A liess sich dazu nicht mehr vernehmen. </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2">Das Verwaltungsgericht prÃ¼ft seine ZustÃ¤ndigkeit gemÃ¤ss § 70 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) von Amtes wegen. Gegen in Anwendung des BGFA oder des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003 (AnwG) ergangene Anordnungen â hier eine durch die Aufsichtskommission verhÃ¤ngte Disziplinarmassnahme nach Art. 17 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 12 lit. c BGFA â kann gemÃ¤ss § 38 AnwG Beschwerde an das Verwaltungsgericht nach Massgabe der §§ 41 ff. VRG erhoben werden. Da auch die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. Die von der Beschwerdegegnerin ausgesprochene Massnahme ist nicht vermÃ¶gensrechtlicher Natur, weshalb die Kammer zur Beurteilung der Beschwerde zustÃ¤ndig ist (vgl. Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 38b N. 11). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GemÃ¤ss Art. 12 lit. a BGFA Ã¼ben AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte ihren Beruf sorgfÃ¤ltig und gewissenhaft aus; ferner tun sie dies unabhÃ¤ngig, in eigenem Namen und auf eigene Verantwortung (Art. 12 lit. b BGFA). Sie meiden jeden Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschÃ¤ftlich oder privat in Beziehung stehen (Art. 12 lit. c BGFA; Art. 11 der Standesregeln des Schweizerischen Anwaltsverbands). Nach Art. 12 der Standesregeln des Schweizerischen Anwaltsverbands beraten, vertreten oder verteidigen RechtsanwÃ¤ltinnen und RechtsanwÃ¤lte nicht mehr als einen Mandanten in der gleichen Sache, wenn ein Interessenkonflikt zwischen den Mandanten besteht oder droht. Sie legen das Mandat gegenÃ¼ber allen betroffenen Mandanten nieder, wenn es zu einem Interessenkonflikt kommt, wenn die Gefahr der Verletzung des Berufsgeheimnisses besteht oder die UnabhÃ¤ngigkeit beeintrÃ¤chtigt zu werden droht.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Rechtsprechung leitet aus Art. 12 BGFA eine umfassende Treue- und UnabhÃ¤ngigkeitspflicht des Anwalts gegenÃ¼ber dem Klienten ab, die sich auf alle Aspekte des MandatsverhÃ¤ltnisses erstreckt. Daraus ergibt sich insbesondere auch ein Verbot von Doppelvertretungen, d.<span> </span>h. der Anwalt darf nicht in ein und derselben Streitsache Parteien mit gegenlÃ¤ufigen Interessen vertreten, weil er sich diesfalls weder fÃ¼r den einen noch fÃ¼r den anderen Klienten voll einsetzen kÃ¶nnte (BGE 134 II 108 E. 3; vgl. Walter Fellmann in: Walter Fellmann/Gaudenz G. Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. A., ZÃ¼rich etc. 2011 [Kommentar Anwaltsgesetz], Art. 12 N. 96). Vertritt ein Rechtsanwalt die Interessen zweier Parteien, zwischen denen nach der Mandatierung Differenzen auftreten, so hat er beide Mandate niederzulegen und darf kÃ¼nftig in Fragen, die mit dem Fall in einem Sachzusammenhang stehen, keine der Parteien vertreten (BGE 134 II 108 E. 4.2.1). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Im Rahmen eines Prozesses gilt das Verbot der Doppelvertretung von Parteien mit gegensÃ¤tzlichen Interessen uneingeschrÃ¤nkt. Bei Beratungsmandaten ist das beratende Doppeldienen fÃ¼r Parteien mit gegenlÃ¤ufigen Interessen hingegen zulÃ¤ssig, sofern dem Anwalt diese Aufgabe mit Zustimmung beider Beteiligten Ã¼bertragen wird und er nicht bereits vorher eine der Parteien in der betreffenden Sache vertreten oder beraten hat (Hans Nater, Anwaltsrecht, in: Walter Fellmann/Tomas Poledna [Hrsg.], Aktuelle Anwaltspraxis 2005, Bern 2005, S. 838 f.; Giovanni Andrea Testa, Die zivil- und standesrechtlichen Pflichten des Rechtsanwaltes gegenÃ¼ber dem Klienten, ZÃ¼rich 2001, S. 104; Walter Fellmann, Kommentar Anwaltsgesetz, Art. 12 N. 99 f.; Walter Fellmann, Anwaltsrecht, 2. A., Bern 2017, N. 378). Kaspar Schiller spricht sich sodann dafÃ¼r aus, dass ein gemeinsames Mandat auch mÃ¶glich sein soll, wenn der Anwalt eine Partei schon vorher vertreten hat, sofern die Voraussetzungen fÃ¼r eine Einwilligung erfÃ¼llt sind (Kaspar Schiller, Schweizerisches Anwaltsrecht, Grundlagen und Kernbereich, ZÃ¼rich etc. 2009, N. 886). Die AnwÃ¤lte sind bei Beratungsmandaten aber nicht weniger zur Interessenwahrung verpflichtet als bei forensischen Mandaten. Im Fall einer Einwilligung zu einer gemeinsamen Vertretung mÃ¼ssen die Klienten dem Doppelmandat im Wissen sÃ¤mtlicher UmstÃ¤nde zustimmen. Die Klienten mÃ¼ssen die Tragweite der Einwilligung erkennen und beurteilen kÃ¶nnen. In Bezug auf kÃ¼nftige Konflikte ist die Einwilligung nur soweit verbindlich, als diese von dem betreffenden Klienten vernÃ¼nftigerweise voraussehbar sind. Bei mangelhafter AufklÃ¤rung ist die Einwilligung unverbindlich (Schiller, N. 808 und 835; Walter Fellmann, Anwaltsrecht, 2. A., Bern 2017, N. 377).</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Eine unsorgfÃ¤ltige BerufsausÃ¼bung rechtfertigt ein staatliches Eingreifen nur dann, wenn sie eine qualifizierte Norm- bzw. Sorgfaltswidrigkeit darstellt. GemÃ¤ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist deshalb nur grobes, schuldhaftes (d.<span> </span>h. vorsÃ¤tzliches oder fahrlÃ¤ssiges) Fehlverhalten disziplinarisch zu ahnden. Die Beweislast dafÃ¼r obliegt der DisziplinarbehÃ¶rde (BGr, 7. Dezember 2009, 2C_379/2009, E. 3.2; Tomas Poledna, Kom­mentar Anwaltsgesetz, Art. 17 N. 18). </p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Anwaltskanzlei E beriet das Ehepaar C/D seit 2004 im Rahmen eines gemeinsamen Mandats bei der Nachfolgeregelung sowie GÃ¼terrechts- und Immobilienprojekten. Im Rahmen dieses Mandats informierte D G am 8. August 2014 telefonisch Ã¼ber die Trennung der Ehegatten sowie den Auszug der Verzeigerin aus dem gemeinsamen Haus in H und Ã¤usserte den Wunsch nach einer gemeinsamen Mandatierung der Anwaltskanzlei E fÃ¼r die einvernehmliche Aufarbeitung der Grundlagen fÃ¼r die Nebenfolgen der Trennung. Am 13. August 2014 telefonierte G erneut mit D und schickte ihm gleichentags eine E-Mail betreffend die Trennung der Ehegatten. Nach einem Telefonat mit D am 23. Oktober 2014 nahm G gleichentags erstmals Kontakt zur Verzeigerin auf. Dabei wurde unter anderem die Rolle der Anwaltskanzlei in Sachen Trennung besprochen. Nach telefonischen GesprÃ¤chen mit D und der Verzeigerin am 10. November 2014 folgten am 11. November 2014 je separate persÃ¶nliche Besprechungen. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Verzeigerin am 10. bzw. 11. November 2014 in die gemeinsame Mandatierung der Anwaltskanzlei einwilligte. Gegenteiliges hat auch die Verzeigerin selber in ihrer Anzeige vom 30. September 2015 nicht geltend gemacht. In der Folge wurde die Anwaltskanzlei fÃ¼r die Ehegatten C/D, die beide durch von der Anwaltskanzlei E unabhÃ¤ngige RechtsanwÃ¤ltinnen vertreten waren, als Vermittler tÃ¤tig und arbeitete u.<span> </span>a. eine Trennungskonvention aus. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Beschwerdegegnerin erkannte darin insofern eine Berufsregelverletzung, als die Verzeigerin vor ihrer Einwilligung in die gemeinsame Mandatierung der Anwaltskanzlei E nicht transparent Ã¼ber die vorher stattgefundenen (einseitigen) Kontakte von G zu D aufgeklÃ¤rt worden sei. Damit habe die Mandatsannahme unter einem berufsrechtlich erheblichen Mangel gelitten. Hinsichtlich der berufsrechtlichen Verantwortlichkeit erwog die Beschwerdegegnerin, dass es sich bei der Anwaltskanzlei E um eine sogenannte multidisziplinÃ¤re Partnerschaft handle, d.<span> </span>h. um eine Anwaltskanzlei, an der neben registrierten AnwÃ¤lten auch NichtanwÃ¤lte bzw. nicht registrierte AnwÃ¤lte Gesellschaftsanteile besitzen. Die Zulassung von solchen multidisziplinÃ¤ren Partnerschaften, die grossmehrheitlich durch registrierte AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte beherrscht werden, finde ihre Rechtfertigung letztlich darin, dass Ã¼ber die anwaltliche Beherrschung auch die Durchsetzung berufsrechtlicher Verpflichtungen beim Einsatz von NichtanwÃ¤lten sichergestellt bleibe. Sachlogisch mÃ¼sse es daher eine institutionelle GewÃ¤hrspflicht der als AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte registrierten Partner der Anwaltskanzlei geben. Bei der hauptverantwortlichen Betreuung eines Mandats durch einen Nichtanwalt wÃ¼rden diese die Verantwortung dafÃ¼r tragen, dass berufsrechtliche Standards durch den Nichtanwalt eingehalten wÃ¼rden. Die BeschwerdefÃ¼hrerin sei zum Zeitpunkt der Berufsregelverletzung zwar noch nicht Partnerin der Kanzlei gewesen. Angesichts ihrer NÃ¤he zum Mandat, ihrer TÃ¤tigkeit im Zeitpunkt der Mandatsannahme bzw. -erteilung und ihrer damaligen Stellung als unmittelbar vor dem Eintritt in die Partnerschaft stehende AnwÃ¤ltin hÃ¤tte sie aber erkennen mÃ¼ssen, dass der berufsrechtlichen Problematik bei der Annahme des Mandats zu wenig Rechnung getragen worden sei, und sie hÃ¤tte sachgerecht intervenieren kÃ¶nnen. Dies sei unterblieben. Damit habe die BeschwerdefÃ¼hrerin die Berufsregeln nicht mit der nÃ¶tigen Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit eingehalten. Unter dem Gesichtspunkt der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit sah die Beschwerdegegnerin davon ab, eine(n) oder mehrere der AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte der Kanzlei E, die zum Zeitpunkt der Mandatsannahme Partner waren, zu disziplinieren. Es erscheine nicht sachgerecht, anstelle der BeschwerdefÃ¼hrerin Partnerinnen und Partner der Kanzlei zu disziplinieren, die mit dem betreffenden Mandat nichts zu tun gehabt hÃ¤tten.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin bestreitet, dass vor der gemeinsamen Mandatierung eine einseitige TÃ¤tigkeit fÃ¼r D stattgefunden habe. Zwar habe G die E-Mail vom 13. August 2014 nur D zugestellt, weil dies der bisherigen Ãbung im gÃ¼terrechtlichen Mandat der Ehegatten C/D entsprochen habe. In der fraglichen E-Mail habe er jedoch ausdrÃ¼cklich beide Ehepartner angesprochen und sei davon ausgegangen, dass D die Verzeigerin davon unterrichten werde. In der Folge habe G zugewartet, bis beide Ehegatten anwaltlich vertreten gewesen seien und in Kenntnis der Ausgangslage der gemeinsamen Mandatierung der Anwaltskanzlei E hÃ¤tten zustimmen kÃ¶nnen. Es habe daher keine erhÃ¶hte AufklÃ¤rungspflicht gegenÃ¼ber der Verzeigerin bestanden. Die Einzelkontakte mit D und der Verzeigerin hÃ¤tten auf deren ausdrÃ¼cklichen Wunsch stattgefunden. G habe selbst sichergestellt, dass er die Verzeigerin in persÃ¶nlichen Besprechungen vom 23. Oktober 2014 und 11. November 2014 transparent aufgeklÃ¤rt habe, bevor sie der Mandatierung zugestimmt habe. Eine Disziplinierung dÃ¼rfe bereits deshalb nicht erfolgen, weil kein grobes, schuldhaftes Fehlverhalten der BeschwerdefÃ¼hrerin vorliege. Die BeschwerdefÃ¼hrerin, die damals bloss Mitarbeiterin der Kanzlei gewesen sei, habe keine institutionelle GewÃ¤hrspflicht getroffen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2">Die Vorinstanz kam zu Recht zum Schluss, dass im Mandat betreffend "Beratungen/Vereinbarungen im Hinblick auf die Trennung/Scheidung" der Ehegatten C/D anwaltstypische Leistungen erbracht wurden (Vermittlung zwischen den Ehegatten in einem Trennungs- bzw. Scheidungsverfahren, Aufarbeitung der gÃ¼terrechtlichen VerhÃ¤ltnisse, Ausarbeitung und Ãberarbeitung einer Trennungskonvention u.<span> </span>Ã¤.). Damit gelten fÃ¼r die im betreffenden Mandat tÃ¤tigen und im Anwaltsregister eingetragenen Personen die Berufsregeln des BGFA. Daran Ã¤ndert nichts, dass der mandatsverantwortliche Partner G als Nichtanwalt nicht dem BGFA untersteht (vgl. dazu hinten E. 5.1 und 6.1; vgl. Schiller, N. 1400). Im Beschwerdeverfahren blieb denn auch unbestritten, dass ein anwaltliches Mandat vorlag. ZunÃ¤chst ist zu prÃ¼fen, ob bei der Annahme des gemeinsamen Mandats betreffend Trennung der Ehegatten C/D Art. 12 lit. c BGFA verletzt wurde. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Der Erstkontakt in Sachen Trennung ging mit dem Telefonat vom 8. August 2014 von D aus. Angesichts der Trennung des Ehepaars kann nicht angenommen werden, dass D (auch) im Namen der Verzeigerin gesprochen hatte, als er am 8. August 2014 die gemeinsame Mandatierung der Anwaltskanzlei wÃ¼nschte. So hat denn auch die BeschwerdefÃ¼hrerin noch im Verfahren vor der Beschwerdegegnerin geltend gemacht, dass "er", d.<span> </span>h. D, die gemeinsame Mandatierung der Anwaltskanzlei E gewÃ¼nscht habe. Was anlÃ¤sslich der Telefonate vom 8. und 13. August 2014 konkret besprochen wurde, ist aus den dem Verwaltungsgericht vorliegenden Akten nicht ersichtlich. In der E-Mail an D vom 13. August 2014 fasste G die erhaltenen Informationen zur Trennung zusammen und Ã¤usserte sich unter anderem zum Vereinbarungsbedarf in der zu erstellenden Trennungskonvention sowie zum zu regelnden GÃ¼ter- und Erbrecht. Schliesslich hielt er bereits erste Bemerkungen zum weiteren Vorgehen fest. Namentlich empfahl er D, eine von der Anwaltskanzlei E unabhÃ¤ngige Vertretung beizuziehen. Ihrem Inhalt und der Formulierung nach dÃ¼rfte sich die E-Mail zwar auch an die Verzeigerin gerichtet haben ("[...] im Hinblick auf das vorgesehene Getrenntleben erlaube ich mir die folgenden Hinweise an Sie beide [...]", "Gerne stehen wir Ihnen und Ihrer Ehefrau fÃ¼r ergÃ¤nzende ErlÃ¤uterungen und auch fÃ¼r die erwÃ¤hnten Arbeiten zur VerfÃ¼gung"). Adressiert war sie jedoch lediglich an D und wurde unbestrittenermassen auch nur ihm zugestellt. Dies mag angesichts des frÃ¼heren Mandats, in welchem der Kontakt stets Ã¼ber D erfolgt war, nachvollziehbar erscheinen. In Kenntnis der Trennung der Ehegatten und des Auszugs der Verzeigerin aus dem gemeinsamen Haus in H durfte G jedoch nicht ohne Weiteres davon ausgehen, D wÃ¼rde die Verzeigerin Ã¼ber den Inhalt der E-Mail unterrichten. Zwischen dem 14. August 2014 und dem 22. Oktober 2014 fanden â soweit aus den Akten ersichtlich â keine Kontakte zwischen der Anwaltskanzlei E und den Ehegatten C/D statt. Erst am 23. Oktober 2014 nahm G nach einem Telefonat von D erstmals telefonisch Kontakt zur Verzeigerin auf und besprach unter anderem die Rolle der Anwaltskanzlei E in der Trennungssache mit ihr. Unter diesen UmstÃ¤nden ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass die Anwaltskanzlei E in der Zeit vom 8. bis 13. August 2014 einseitig fÃ¼r D tÃ¤tig war. Es handelt sich dabei zwar nur um eine rudimentÃ¤re Erstberatung. Nichtsdestotrotz fÃ¼hrten diese Erstkontakte entgegen der Ansicht der BeschwerdefÃ¼hrerin zu einer erhÃ¶hten AufklÃ¤rungspflicht gegenÃ¼ber der Verzeigerin, konnte sie doch nur in Kenntnis <i>sÃ¤mtlicher</i> UmstÃ¤nde in die gemeinsame Mandatierung einwilligen. Die Verzeigerin musste damit nicht nur in die gemeinsame Mandatierung an sich einwilligen, sondern auch in den Umstand, dass die Anwaltskanzlei E zuvor einseitig fÃ¼r D tÃ¤tig geworden ist (vgl. vorn E. 2.3). </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Aus mehreren handschriftlichen Akten- und Telefonnotizen geht hervor, dass am 23. Oktober 2014, 10. November 2014 sowie 11. November 2014 jeweils die "neutrale" Rolle der Anwaltskanzlei E mit der Verzeigerin besprochen wurde. Es ist hingegen nicht im Detail ersichtlich, worÃ¼ber die Anwaltskanzlei E die Verzeigerin konkret informierte. In der Aktennotiz zum Telefonat zwischen G und der Verzeigerin vom 10. November 2014 vermerkte G zwar "Info: Kontakte D". Daraus ergibt sich indes nicht, Ã¼ber welche Kontakte genau die Verzeigerin informiert wurde. Diese hat in ihrer Anzeige geltend gemacht, sie habe von den Kontakten zwischen G und D im August 2014 keine Kenntnis gehabt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin versicherte hingegen, dass G selbst sichergestellt habe, dass er die Verzeigerin in persÃ¶nlichen Besprechungen vom 23. Oktober 2014 und 11. November 2014 transparent aufgeklÃ¤rt habe. Allerdings legte die BeschwerdefÃ¼hrerin weder im Verfahren vor der Beschwerdegegnerin noch im vorliegenden Beschwerdeverfahren substanziiert dar, was diese AufklÃ¤rung konkret beinhaltet hat. Insbesondere machte sie nicht geltend, dass die Verzeigerin Ã¼ber die von der Anwaltskanzlei erbrachten Leistungen vom 8. bis 13. August 2014 informiert worden sei. Vielmehr stellt sie sich auf den Standpunkt, dass G gar nie einseitig fÃ¼r D tÃ¤tig geworden sei und daher keine erhÃ¶hte AufklÃ¤rungspflicht gegenÃ¼ber der Verzeigerin bestanden habe. Unter diesen UmstÃ¤nden ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Verzeigerin Ã¼ber die Kontakte zwischen G und D im August 2014 und die einseitige TÃ¤tigkeit der Anwaltskanzlei E fÃ¼r D nicht informiert wurde. Sie konnte damit nicht verbindlich in die gemeinsame Mandatierung der Anwaltskanzlei E einwilligen, weshalb die Mandatsannahme eine Berufsregelverletzung im Sinn von Art. 12 lit. c BGFA darstellt. </p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Urteilstext">Nachdem eine Verletzung von Art. 12 lit. c BGFA bei der Annahme des Mandats festgestellt wurde, stellt sich die Frage, wer diese Berufsregelverletzung zu verantworten hat. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Im Vorfeld der Mandatsannahme waren vonseiten der Anwaltskanzlei E der Nichtanwalt und Partner G, der Nichtanwalt I, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht Partner war, sowie die mutmassliche Substitutin J involviert. Die BeschwerdefÃ¼hrerin, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht Partnerin war, hat am 11. November 2014, d.<span> </span>h. am Tag der Mandatsannahme (vgl. vorn E. 3.1), erstmals Leistungen im Mandat betreffend die Trennung der Ehegatten C/D erbracht. G war damit zu jenem Zeitpunkt der einzige involvierte Partner von E, der von Beginn an, d.<span> </span>h. seit August 2014, involviert war und sÃ¤mtliche persÃ¶nlichen Kontakte zu D und der Verzeigerin wahrgenommen hatte. Insbesondere im Hinblick auf die Mandatsannahme und die AufklÃ¤rung der Klienten im Vorfeld der Mandatsannahme war G hauptverantwortlich. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde dagegen nicht nach aussen tÃ¤tig und hatte zu keinem Zeitpunkt Kontakt zu D oder der Verzeigerin. Nachdem sie erst am 11. November 2014 erstmals im betreffenden Mandat tÃ¤tig geworden war und dies auch nur zur "Durchsicht Memorandum zur Trennungsvereinbarung und Instruktion Frau J", ist davon auszugehen, dass sie bei der Mandatsannahme am 11. November 2014 anlÃ¤sslich der Besprechung von G und der Verzeigerin nicht anwesend und insbesondere bei der AufklÃ¤rung der Parteien im Vorfeld der Mandatsannahme nicht beteiligt war. Insofern ist der Schluss der Beschwerdegegnerin, wonach G mandatsverantwortlich war, nicht zu beanstanden, zumal dies von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bestritten wird. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, sie habe von den Kontakten zwischen G und D im August 2014 keine Kenntnis gehabt. Die BeschwerdefÃ¼hrerin war vor dem 11. November 2014 nie in ein Mandat der Ehegatten C/D involviert gewesen. Gegenteiliges macht auch die Beschwerdegegnerin in ihrem Entscheid nicht geltend. Die Leistungen hinsichtlich der Trennung wurden in einem im Mandatssystem Winjur am 11. November 2014 neu erfassten Ordner betreffend "Nachfolgeplanung und -regelung/Parteivereinbarungen" erfasst. GemÃ¤ss Honorarnote vom 20. Januar 2015 wurden die im entsprechenden Mandat vom 1. November 2014 bis 31. Dezember 2014 erbrachten Leistungen unter dem Betreff "Beratungen/Vereinbarungen im Hinblick auf Trennung/Scheidung" abgerechnet. Die Telefonate vom 8. und 13. August 2014 sowie die E-Mail vom 13. August 2014 von G an D wurden hingegen im Mandat betreffend "Nachfolgeplanung und -regelung" verrechnet, das mit Rechnung vom 23. Oktober 2014 abgeschlossen wurde und an welchem die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht beteiligt war. Vor diesem Hintergrund erscheint es nachvollziehbar und glaubhaft, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin von den Kontakten zwischen G und D im August 2014 keine Kenntnis hatte, zumal sie nicht in den Prozess der Mandatsannahme involviert war. Der BeschwerdefÃ¼hrerin kann ausserdem nicht vorgeworfen werden, sie hÃ¤tte von den entsprechenden Kontakten wissen mÃ¼ssen, wurde sie doch lediglich zur AbklÃ¤rung einiger rechtlicher Fragen beigezogen und war sie nur kurzzeitig am Mandat beteiligt gewesen. Da die betreffenden Kontakte in einem anderen, abgeschlossenen Mandat abgerechnet wurden, an welchem die BeschwerdefÃ¼hrerin nicht beteiligt war, konnte sie auch bei Durchsicht sÃ¤mtlicher Unterlagen im neu erÃ¶ffneten Mandat nicht erkennen, dass es bezÃ¼glich der Trennung der Ehegatten C/D bereits im August 2014 erste Kontakte zwischen G und D gegeben hatte. Nachdem D und die Verzeigerin seit 2004 von der Anwaltskanzlei E beraten wurden, konnte von der BeschwerdefÃ¼hrerin zudem nicht erwartet werden, dass sie sÃ¤mtliche Korrespondenz in den Mandaten â insbesondere in einem bereits abgeschlossenen Mandat â durchforstete. Umso weniger, als aus den im neu erÃ¶ffneten Mandat gefÃ¼hrten Akten- und Telefonnotizen hervorging, dass G die neutrale Rolle der Anwaltskanzlei E mit den Klienten besprochen hatte. Insofern durfte die BeschwerdefÃ¼hrerin darauf vertrauen, dass es sich dabei um sÃ¤mtliche stattgefundene Korrespondenz mit den Klienten gehandelt hat. </p> <p class="Erwgung2">Nachdem die BeschwerdefÃ¼hrerin von den Kontakten im August 2014 nichts wusste und auch nichts hÃ¤tte wissen mÃ¼ssen, konnte in der Konsequenz nicht von ihr erwartet werden, dass sie auf der AufklÃ¤rung der Verzeigerin diesbezÃ¼glich hÃ¤tte bestehen mÃ¼ssen. Angesichts des Umstands, dass die AufklÃ¤rung der Klienten durch G vorgenommen und in mehreren Akten- und Telefonnotizen festgehalten wurde, dass die "neutrale" Rolle der Anwaltskanzlei E besprochen worden sei, kann der BeschwerdefÃ¼hrerin insgesamt kein grobes, schuldhaftes Fehlverhalten in Bezug auf ihre eigene TÃ¤tigkeit im Mandat betreffend Trennung der Ehegatten C/D vorgeworden werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b>Vielmehr hÃ¤tte der mandatsverantwortliche Partner G, der sÃ¤mtliche Besprechungen mit D und der Verzeigerin bezÃ¼glich der Mandatierung fÃ¼hrte, sicherstellen mÃ¼ssen, dass beide Klienten vor der Einwilligung in die Mandatierung <i>umfassend</i> aufgeklÃ¤rt worden wÃ¤ren. Indem er dies nicht getan hat bzw. fÃ¤lschlicherweise ohne Weiteres davon ausgegangen ist, dass D die Verzeigerin Ã¼ber die E-Mail vom 13. August 2014 informieren wÃ¼rde (vorn E. 4.2 f.), erweist sich sein Fehlverhalten bei der Mandatsannahme zumindest als fahrlÃ¤ssig. </p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>6.1 </b>G untersteht als Nichtanwalt nicht dem BGFA. Die Mandatsannahme und -verantwortung durch einen Nichtanwalt rÃ¼hrt daher, dass es sich bei der Anwaltskanzlei E um eine multidisziplinÃ¤re Partnerschaft handelt. Das Bundesgericht hat am 15. Dezember 2017 entschieden, die Organisation einer Anwaltskanzlei als Aktiengesellschaft oder in Form einer anderen juristischen Person setze voraus, dass an der Gesellschaft ausschliesslich im Berufsregister eingetragene AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte beteiligt seien. Nur dies erlaube die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften, namentlich die Wahrung der anwaltlichen UnabhÃ¤ngigkeit sowie des Berufsgeheimnisses. Das Bundesgericht stÃ¶sst sich unter anderem daran, dass ein die Regeln des BGFA verletzender Nichtanwalt nicht diszipliniert werden kann (BGr, 15. Dezember 2017, 2C_1054/2016 + 2C_1059/2016 [zur Publikation vorgesehen]; vgl. auch Medienmitteilung des Bundesgerichts zum Urteil). Damit erachtet das Bundesgericht multidisziplinÃ¤re Partnerschaften als generell unzulÃ¤ssig. Die ZulÃ¤ssigkeit der Organisationsform der Anwaltskanzlei E ist jedoch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Vielmehr ist in diesem Disziplinarverfahren zu prÃ¼fen, ob angesichts der Organisation der Anwaltskanzlei E als multidisziplinÃ¤re Partnerschaft das Fehlverhalten eines nicht im Anwaltsregister eingetragenen Partners der BeschwerdefÃ¼hrerin zuzurechnen und sie dafÃ¼r zu Recht diszipliniert worden ist. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.2 </b>Bei einer Disziplinarmassnahme nach dem BGFA handelt es sich um eine verwaltungsrechtliche Sanktion. Hat eine solche Sanktion schwerwiegende EinschrÃ¤nkungen von Grundrechten zur Folge, bedarf ihre VerhÃ¤ngung einer Grundlage in einem formellen Gesetz (Art. 36 Abs. 1 der Bundesverfassung <span>vom 18. April 1999</span> [BV]; vgl. VGr, 9. MÃ¤rz 2017, VB.2016.00454, E. 4.4 [nicht publiziert]). Die Disziplinarmassnahmen gemÃ¤ss BGFA reichen von einer Verwarnung bis hin zum dauernden BerufsausÃ¼bungsverbot (Art. 17 Abs. 1 BGFA). Damit sind die Disziplinarmassnahmen durchaus geeignet, die Rechtsstellung der betroffenen Person empfindlich zu berÃ¼hren und einen schwerwiegenden Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit zu bewirken (Art. 27 BV). Die Anordnung einer Disziplinarmassnahme gegenÃ¼ber einer AnwÃ¤ltin oder einem Anwalt muss deshalb in einem formellen Gesetz vorgesehen sein. GestÃ¼tzt auf Art. 17 BGFA kÃ¶nnen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte, die im Rahmen ihrer eigenen TÃ¤tigkeit (vorsÃ¤tzlich oder fahrlÃ¤ssig) eine Berufsregel gemÃ¤ss Art. 12 f. BGFA verletzt haben, diszipliniert werden (vgl. Walter Fellmann, Anwaltsrecht, 2. A, Bern 2017, N. 722). Fraglich ist, ob AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte auch fÃ¼r das berufsrechtliche Fehlverhalten einer Drittperson, die nicht dem BGFA untersteht, diszipliniert werden kÃ¶nnen. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.3 </b>§ 5 Abs. 4 der Statuten des ZÃ¼rcher Anwaltsverbands hÃ¤lt zwar fest, dass die Mitglieder sicherstellen, dass die NichtanwÃ¤ltinnen und NichtanwÃ¤lte ihrer Kanzlei die fÃ¼r die Mitglieder des ZÃ¼rcher Anwaltsverbands geltenden Berufs- und Standesregeln einhalten. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass die Mitglieder andernfalls diszipliniert werden kÃ¶nnen, kann doch eine Disziplinarmassnahme nur bei Verletzung des BGFA angeordnet werden (Art. 17 Abs. 1 BGFA). Eine vergleichbare Bestimmung enthalten jedoch weder das Anwaltsgesetz des Kantons ZÃ¼rich noch das BGFA. DarÃ¼ber hinaus handelt es sich bei § 5 Abs. 4 der Statuten des ZÃ¼rcher Anwaltsverbands bloss um eine statutarische und nicht um eine gesetzliche Bestimmung.</p> <p class="Erwgung2"><b>6.4 </b>Die Lehre Ã¤usserte sich im Nachgang zum obgenannten bundesgerichtlichen Urteil vom 15. Dezember 2017 dahingehend, dass sich ein nicht im Anwaltsregister eingetragener Partner zwar der Disziplinargewalt der AufsichtsbehÃ¶rde entziehen kÃ¶nne. AllfÃ¤lliges Fehlverhalten bleibe aber auch in einer multidisziplinÃ¤ren Partnerschaft nicht ohne Disziplinierung: Einerseits sei in der internen Organisation der vom neuen Bundesgerichtsentscheid betroffenen KÃ¶rperschaft geregelt, dass die Mandatsverantwortung immer bei einer AnwÃ¤ltin oder einem Anwalt liegen mÃ¼sse, weshalb der im Anwaltsregister eingetragene VerantwortungstrÃ¤ger diszipliniert werden kÃ¶nne (Beat von Rechenberg, InterdisziplinÃ¤re AnwaltskÃ¶rperschaft â wohin fÃ¼hrt der Weg?, in: Anwaltsrevue 2018 S. 201â204, S. 204). Dass die Mandatsverantwortung stets bei einer registrierten AnwÃ¤ltin oder einem registrierten Anwalt liegen muss, verlangte die Aufsichtskommission Ã¼ber die AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte des Kantons ZÃ¼rich bereits in ihrem Entscheid vom 5. Oktober 2006 (ZR 105 [2006] Nr. 71, S. 294 ff.). Andererseits kÃ¶nnen gegebenenfalls alle eingetragenen Partnerinnen und Partner fÃ¼r ihr Versagen bei der rechtskonformen Organisation der AnwaltskÃ¶rperschaft belangt werden (Peter Hettich, Urteilsbesprechung 2C_1054/2016, 2C_1059/2016, in: ZBl 119/2018 S. 242-252, S. 251). </p> <p class="Erwgung2"><b>6.5 </b>Soweit die Lehre sich fÃ¼r eine Disziplinierung einer AnwÃ¤ltin oder eines Anwalts fÃ¼r das Fehlverhalten einer nicht dem BGFA unterstehenden Drittperson gestÃ¼tzt auf die Mandatsverantwortung ausspricht, hÃ¤ngt dies mit der Verantwortlichkeit fÃ¼r eine Hilfsperson zusammen, zumal nicht im Anwaltsregister eingetragene Partner einer multidisziplinÃ¤ren Partnerschaft im berufsrechtlichen Sinn grundsÃ¤tzlich als Hilfspersonen des beauftragten Anwalts qualifiziert werden kÃ¶nnen, wenn sie von einem Anwalt im Mandat beigezogen wurden (Hans Nater/Gaudenz G. Zindel, Kommentar Anwaltsgesetz, § 13 N. 58 [Fn. 97]; Schiller, N. 1397 f.). Hilfspersonen im Sinn von Art. 13 Abs. 2 BGFA sind gemÃ¤ss herrschender Lehre alle Personen, die der Anwalt zur UnterstÃ¼tzung seiner BerufstÃ¤tigkeit beizieht und die im Zusammenhang mit dieser TÃ¤tigkeit Zugang zu Mandatsinformationen haben. Insofern ist der anwaltsrechtliche Begriff der Hilfsperson weiter zu fassen als jener des ErfÃ¼llungsgehilfen nach Art. 101 OR (Hans Nater/Gaudenz G. Zindel, Kommentar Anwaltsgesetz, § 13 N. 51; Schiller, N. 511 ff.; Walter Fellmann, Anwaltsrecht, 2. A., Bern 2017, N. 633; anders die bundesrÃ¤tliche Botschaft BBl 1999, 6055 f. und VGr, 11. Februar 2010, VB.2009.00653, E. 4.2). Zwar sind AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lte nicht automatisch fÃ¼r jede Verletzung der Berufsregeln durch ihre Hilfspersonen disziplinarisch verantwortlich. AllfÃ¤llige VerstÃ¶sse der Hilfspersonen gegen Art. 12 f. BGFA sind den verantwortlichen AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten aber zuzurechnen, sofern sie ihre Sorgfaltspflicht bei der Auswahl, Instruktion und Ãberwachung ihrer Hilfspersonen vernachlÃ¤ssigt haben (Alexander Brunner/Matthias-Christoph Henn/Kathrin Kriesi, Anwaltsrecht, ZÃ¼rich etc. 2015, S. 101 N. 63; vgl. Schiller, N. 1189). </p> <p class="Erwgung2">Es stellt sich die Frage, ob G als Hilfsperson der BeschwerdefÃ¼hrerin zu qualifizieren ist und seine Berufsregelverletzung ihr zuzurechnen ist. Dabei ist zunÃ¤chst festzuhalten, dass die Mandatsverantwortung im vorliegenden Fall nicht bei der im Anwaltsregister eingetragenen BeschwerdefÃ¼hrerin lag, sondern beim Nichtanwalt G (vorn E. 5.1). Es war denn auch G, der die BeschwerdefÃ¼hrerin im betreffenden Mandat beizog und nicht umgekehrt. Dies zeigt sich darin, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin im von Anfang November 2014 bis Ende Mai 2015 dauernden Mandat nur wÃ¤hrend knapp drei Wochen tÃ¤tig war. Es ist sodann nicht ersichtlich, inwiefern die BeschwerdefÃ¼hrerin G in berufsrechtlichen Fragen gefÃ¼hrt haben kÃ¶nnte, zumal sie wÃ¤hrend der kritischen Phase der Mandatsannahme und der AufklÃ¤rung der Klienten im Vorfeld der Mandatsannahme gar nicht in das Mandat involviert war (vgl. vorn E. 5.1). Unter diesen UmstÃ¤nden erscheint es nicht gerechtfertigt, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine Mandatsverantwortung zu unterstellen und G als ihre Hilfsperson im Mandat betreffend Trennung der Ehegatten C/D zu qualifizieren. Dementsprechend kann der BeschwerdefÃ¼hrerin das berufsrechtliche Fehlverhalten von G nicht gestÃ¼tzt auf die Verantwortlichkeit fÃ¼r eine Hilfsperson zugerechnet werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.6 </b>Es bleibt zu prÃ¼fen, ob die BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund der Organisationform der Anwaltskanzlei E im Sinn einer institutionellen GewÃ¤hrspflicht fÃ¼r das Fehlverhalten des Nichtanwalts G einzustehen hat. Die Beschwerdegegnerin begrÃ¼ndet die institutionelle GewÃ¤hrspflicht damit, dass Ã¼ber die anwaltliche Beherrschung der multidisziplinÃ¤ren Partnerschaft die Durchsetzung der berufsrechtlichen Verpflichtungen beim Einsatz von NichtanwÃ¤ltinnen und NichtanwÃ¤lten sichergestellt bleibe. Sofern Ã¼berhaupt eine institutionelle GewÃ¤hrspflicht fÃ¼r das berufsrechtliche Verhalten von NichtanwÃ¤ltinnen und NichtanwÃ¤lten anzunehmen ist, darf diese aber â wie die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Beschluss zu Recht festgehalten hat â konsequenterweise nur den eingetragenen Partnerinnen und Partnern zukommen. Zumal den angestellten AnwÃ¤ltinnen und AnwÃ¤lten gerade kein Mitspracherecht bei der Organisation der Anwaltskanzlei zukommt, weshalb ihnen die fÃ¼r eine institutionelle GewÃ¤hrspflicht massgebende "Beherrschung der multidisziplinÃ¤ren Partnerschaft" und damit die Macht und MÃ¶glichkeit zur Intervention fehlt. Auch nach Ansicht von Peter Hettich kÃ¶nnen nur eingetragene Partnerinnen und Partner fÃ¼r ihr Versagen bei der rechtskonformen Organisation der AnwaltskÃ¶rperschaft belangt werden (vorn E. 6.2). </p> <p class="Erwgung2">Unbestrittenermassen war die BeschwerdefÃ¼hrerin im Zeitpunkt der Berufsregelverletzung im Jahr 2014 noch nicht Partnerin der Anwaltskanzlei E. Daran vermag nichts zu Ã¤ndern, dass sie kurz vor dem Eintritt in eine Partnerschaft stand. Dies umso weniger, als die BeschwerdefÃ¼hrerin im Jahr 2015 zur Salary Partnerin befÃ¶rdert wurde und damit weiterhin in einem AngestelltenverhÃ¤ltnis tÃ¤tig war. Erst seit 2017 ist die BeschwerdefÃ¼hrerin Equity Partnerin der Anwaltskanzlei E. Es geht nicht an, der BeschwerdefÃ¼hrerin die Pflichten einer Partnerin bereits fÃ¼r einen Zeitraum aufzuerlegen, als sie diesen Status noch nicht innehatte. Es wÃ¤re stossend, wenn der damals angestellten BeschwerdefÃ¼hrerin â selbst wenn sie kurz vor Eintritt in die Partnerschaft steht â die Pflicht auferlegt wÃ¼rde, dafÃ¼r zu sorgen, dass sich der ihr hierarchisch Ã¼bergeordnete mandatsverantwortliche Partner an die Berufspflichten hÃ¤lt. Soweit sich die Beschwerdegegnerin auf die "NÃ¤he" der BeschwerdefÃ¼hrerin zum Mandat stÃ¼tzt, ist nicht ersichtlich, aus welchem Umstand diese NÃ¤he abgeleitet werden soll. Vielmehr ist zu beachten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nur zur AbklÃ¤rung einzelner Rechtsfragen beigezogen wurde und einen Stundenaufwand von lediglich 16,3 Stunden im betreffenden Mandat erbrachte. Insofern ist keine besondere NÃ¤he der BeschwerdefÃ¼hrerin zum Mandat ersichtlich, die es rechtfertigen wÃ¼rde, ihr das Fehlverhalten von G zuzurechnen. Damit kann die BeschwerdefÃ¼hrerin mangels Partnerschaft im Zeitpunkt der Berufsregelverletzung nicht aufgrund einer institutionellen GewÃ¤hrspflicht fÃ¼r das Fehlverhalten von G diszipliniert werden. </p> <p class="Erwgung2"><b>6.7 </b>Nach dem Gesagten sind vorliegend die Voraussetzungen fÃ¼r die Anordnung einer Disziplinarmassnahme gegenÃ¼ber der BeschwerdefÃ¼hrerin aufgrund des berufsrechtlichen Fehlverhaltens des mandatsverantwortlichen Partners G, welcher dem BGFA nicht untersteht, nicht gegeben. Es kann daher offenbleiben, wie leicht oder schwer das Fehlverhalten von G disziplinarrechtlich zu beurteilen wÃ¤re. </p> <p class="Erwgung1"><b>7. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>7.1 </b>Damit ist die Beschwerde gutzuheissen. Die von der Beschwerdegegnerin gegen die BeschwerdefÃ¼hrerin ausgesprochene Verwarnung ist dementsprechend aufzuheben, und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens sind vollumfÃ¤nglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. FÃ¼r das Verfahren vor der Beschwerdegegnerin werden gestÃ¼tzt auf § 37 Abs. 1 AnwG in Verbindung mit § 17 Abs. 1 VRG keine ParteientschÃ¤digungen zugesprochen. Dasselbe sieht § 14 der Verordnung des Obergerichts Ã¼ber die GebÃ¼hren, Kosten und EntschÃ¤digungen gemÃ¤ss Anwaltsgesetz vom 21. Juni 2006 vor (VGr, 18. August 2011, VB.2011.00463, E. 1.2.2). </p> <p class="Erwgung2"><b>7.2 </b>Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 VRG). Die Beschwerdegegnerin hat der BeschwerdefÃ¼hrerin zudem gestÃ¼tzt auf § 17 Abs. 2 VRG eine ParteientschÃ¤digung auszurichten, wobei eine solche von Fr. 3'000.- (zuzÃ¼glich 8 % Mehrwertsteuer) angemessen erscheint. </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. </span></p> <p class="Einzug2"><span>Dispositivziffer 1 des Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 2. Februar 2017 wird insoweit aufgehoben, als die BeschwerdefÃ¼hrerin verwarnt wurde. </span></p> <p class="Einzug2"><span>In AbÃ¤nderung von Dispositivziffer 3 des Beschlusses der Beschwerdegegnerin vom 2. Februar 2017 werden die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 80.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 4'080.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. <span>Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r das Beschwerdeverfahren eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 3'000.- zuzÃ¼glich 8 % Mehrwertsteuer (Fr. 240.-), also insgesamt Fr. 3'240.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</span></span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>