A bteilung V E -5863/2006 gyk/bec {T 0/2} U rteil vom 20. Juli 2007 M itw irkung: R ichter G ysi, R ichterin Luterbacher, R ichter M onnet G erichtsschreiber Berger A . _______, geboren _______, Afghanistan, w ohnhaft _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 4. Septem ber 2006 i.S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer verliess seinen H eim atstaat nach eigenen Angaben im Ja- nuar 2006. Er sei über den Iran, die Türkei und Italien in die Schw eiz gelangt, w o er am 26. Februar 2006 um Asyl nachsuchte. Am 3. M ärz 2006 w urde er im Em p- fangs- und Verfahrenszentrum Basel zu seinen Asylgründen befragt. Am 30. M ärz 2006 führte die zuständige kantonale Behörde eine Anhörung durch. B. Anlässlich der Befragungen m achte der Beschw erdeführer - aus H erat stam m end und seinen Angaben zufolge Angehöriger der Ethnie der H azara - im W esentlichen folgenden Sachverhalt geltend. Schon vor der Zeit der Taliban-H errschaft sei ihm ein M ädchen einer befreundeten Fam ilie zur künftigen H eirat versprochen w orden. D iese Fam ilie sei w egen der Ü bernahm e der H errschaft durch die Taliban im Jahre 1995 in den Iran geflohen, w eshalb er den Kontakt zu diesem M ädchen verloren habe. N ach der R ückkehr der Fam ilie nach Afghanistan habe er erfahren m üssen, dass das M ädchen in der Zw ischenzeit einem anderen M ann zugesprochen und m it diesem gegen deren W illen verlobt w orden sei. N achdem der Beschw erdefüh- rer bei den Eltern des M ädchens dagegen protestiert habe, hätten sich er und das M ädchen bei einem Freund in H erat versteckt und die gem einsam e Ausreise in den Iran geplant. D er Vater des M ädchens und ihr Verlobter seien diesem Plan je- doch zuvor gekom m en, hätten sie in ihrem Versteck aufgespürt und das M ädchen m itgenom m en. D er Beschw erdeführer sei von zw ei w eiteren M ännern gew altsam zum H aus der Eltern des M ädchens gebracht, dort in einem Kellerraum festgehal- ten und m it dem Tod bedroht w orden. D urch ein kleines Fenster des Kellerraum es sei dem Beschw erdeführer jedoch die Flucht gelungen. Er habe sich zu einem Freund seines Vaters in der Stadt begeben, von dort aus seinen Vater kontaktiert und sich m it dessen Einverständnis nach fünftägiger Beobachtung der Lage zur Ausreise entschlossen, nachdem gem äss Angaben seines Vaters die Polizei den Beschw erdeführer m ehrere M ale zu H ause gesucht hätte. Bezüglich der Vorbrin- gen des Beschw erdeführers im Einzelnen ist auf die Akten zu verw eisen. C . M it Verfügung vom 4. Septem ber 2006 stellte das Bundesam t fest, der Beschw er- deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung des Beschw erdeführers aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug der W egw eisung an. Zur Begründung führte das Bundes- am t im W esentlichen aus, die Vorbringen des Beschw erdeführers w ürden den An- forderungen an die G laubhaftigkeit gem äss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) nicht standhalten. Zum einen seien Schilderungen in w e- sentlichen Punkten des geltend gem achten Sachverhaltes unterschiedlich und so- m it w idersprüchlich und zum anderen zu w enig konkret, detailliert und differenziert ausgefallen. So habe er den Sachverhalt bezüglich des Ereignisses, w onach er und seine G eliebte in ihrem Versteck aufgespürt w orden seien, in den beiden Be- fragungen gänzlich unterschiedlich geschildert. Zudem sei er nicht in der Lage ge- w esen anzugeben, w as m it seiner G eliebten nach diesem Ereignis geschehen sei. Auch habe er den N am en des Verlobten nicht nennen können und habe im W eite- ren nicht gew usst, w ie es der Fam ilie m öglich gew esen sei, ihn im Versteck ausfin- dig zu m achen. Bezüglich der Erw ägungen im Einzelnen ist auf die angefochtene Verfügung zu verw eisen.3 D en Vollzug der W egw eisung erachtete die Vorinstanz für zulässig, zum utbar und m öglich. In seinen Erw ägungen hält das BFM zunächst fest, der Beschw erdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, w eshalb der G rundsatz der N ichtrückschiebung gem äss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anw endung finde. Ferner seien aus den Akten keine Anhaltspunkte ersichtlich, w onach der Beschw erdeführer im Falle seiner R ückkehr in den H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer durch Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) verbotenen Strafe oder Behandlung ausge- setzt w äre. D er Vollzug der W egw eisung sei dam it zulässig. Im W eiteren führt das BFM aus, die R ückschaffung des Beschw erdeführers in des- sen H eim atland erscheine angesichts der allgem einen Lage in Afghanistan grund- sätzlich als zum utbar. D a in Afghanistan keine Situation allgem einer G ew alt herr- sche, könne trotz Sicherheitsdefiziten in einzelnen Provinzen nicht von einer allge- m einen konkreten G efährdung der Bevölkerung ausgegangen w erden. D er R egie- rung unter Präsident Karzai sei es gelungen, die Situation im Land insgesam t zu stabilisieren, dies insbesondere durch die Einbindung eines G rossteils der lokalen M achthaber, den Aufbau eines Sicherheitsapparates und die Entw affnung der M ili- zen. D ie Am tseinsetzung des Parlam ents sei ebenfalls ein w ichtiger Schritt in R ichtung Stabilisierung der Situation im Land. In Sicherheitsbelangen w erde die afghanische R egierung w eiterhin von der internationalen Schutztruppe ISAF (Inter- national Security and Assistance Force) unterstützt und auch die W iederaufbau- team s (Provincial R econstruction Team PR Ts) seien nach w ie vor im Einsatz. D ie Teilnehm er der internationalen Afghanistan-Konferenz von Anfang 2006 hätten zu- dem beschlossen, dem Land für w eitere fünf Jahre W iederaufbauhilfe zu gew äh- ren. Ferner sprächen auch keine individuellen G ründe gegen eine R ückkehr des Beschw erdeführers in sein H eim atland. So verfüge der Beschw erdeführer zu H au- se über ein intaktes fam iliäres Beziehungsnetz und könne sich dank seines m ehr- jährigen Schulbesuchs und seiner beruflichen Tätigkeit im elterlichen (...) auf ein soziales Beziehungsnetz stützen. D er Vollzug der W egw eisung sei schliesslich technisch m öglich und praktisch durchführbar. D . M it Beschw erdeeingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 5. O ktober 2006 beantragte der Beschw erdeführer die Aufhebung des angefochte- nen Entscheids und die G ew ährung von Asyl. Eventualiter sei die U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs festzustellen und sein w eiterer Aufenthalt in der Schw eiz durch die vorläufige Aufnahm e zu regeln. Es sei die unentgeltliche R echtspflege zu bew illigen. Zur Begründung der R echtsm itteleingabe hält der Beschw erdeführer im W esentli- chen dafür, die Vorinstanz habe seine Vorbringen zu U nrecht für nicht glaubhaft gem acht befunden. G laubhaftm achung bedeute im G egensatz zum strikten Bew eis ein reduziertes Bew eism ass, das durchaus R aum für gew isse Einw ände und Zw ei- fel an den Vorbringen zulasse. Bezüglich der Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges m acht der Be- schw erdeführer geltend, H erat sei keine sichere Provinz. Es kom m e zu Käm pfen 4 zw ischen lokalen Kom m andeuren und die Entw affnung sei noch längst nicht abge- schlossen. W illkürliche Tötungen w ürden nicht untersucht und der Einsatz staatli- cher Sonderkom m issionen habe keine W irkung. D er Vater seiner G eliebten habe gedroht, den Beschw erdeführer zu suchen und persönlich um zubringen, w enn er sich nicht einem U rteil unterw erfe. Er könne diese D rohung w ahrm achen, ohne Sanktionen befürchten zu m üssen. D er Beschw erdeführer könne in H erat aber auch jederzeit O pfer einer illegalen Schiesserei an einem Kontrollpunkt der M ilizen w erden. Eine R ückkher in die G efahrenzone sei deshalb unzum utbar. M it der R echtsm itteleingabe reichte der Beschw erdeführer eine Identitätskarte zu den Akten. E. M it Eingabe vom 9. O ktober 2006 reichte der Beschw erdeführer eine Lohnabrech- nung und eine R echnung der Betreuungsservice AG nach. F. M it Zw ischenverfügung der AR K vom 11. O ktober 2006 w urde das G esuch um un- entgeltliche R echtspflege abgew iesen, da die R echtsbegehren als aussichtlos er- scheinen w ürden (Art. 65 Abs. 1 des Verw altungsverfahrensgesetzes vom 20. D e- zem ber 1968 [Vw VG , SR 172.021]) und Frist bis zum 25. O ktober 2006 zur Leis- tung eines Kostenvorschusses im Betrage von Fr. 600.-- angesetzt. G . Am 23. O ktober 2006 w urde der Kostenvorschuss geleistet. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 Vw VG , sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorins- tanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Ver- fügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le- gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. W ie nachstehend aufgezeigt w ird, handelt es sich vorliegend um eine offensicht- lich unbegründete Beschw erde. Sie ist deshalb im vereinfachten Verfahren zu ent- scheiden, bei dem auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Be- schw erdeentscheid sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ).5 4. 4.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnten, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer be- stim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträgli- chen psychischen D ruck bew irken (Art. 3 AsylG ). 4.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 5. 5.1 D er Beschw erdeführer rügt in der R echtsm itteleingabe, die Vorinstanz habe in ih- rer Verfügung zu U nrecht auf U nglaubhaftigkeit seiner Vorbringen geschlossen. 5.2 Entgegen der allgem ein gehaltenen R üge des Beschw erdeführers ist festzustellen, dass der geltend gem achte Sachverhalt vom BFM zu R echt und m it zutreffender Begründung als unglaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG erachtet w orden ist. So hat die Vorinstanz die erheblichen W idersprüche in zentralen Elem enten der Aussa- gen des Beschw erdeführers überzeugend aufgezeigt. Auch hat die Vorinstanz zu R echt erw ogen, dass der Beschw erdeführer zu w esentlichen Punkten nicht in der Lage w ar, konkrete und hinreichend substanziierte Angaben zu m achen, w ozu er jedoch hätte befähigt gew esen sein m üssen, hätte er den vorgebrachten Sachver- halt tatsächlich persönlich erlebt. D er Beschw erdeführer bem üht sich denn in sei- ner R echtsm itteleingabe auch nicht, auch nur ein von der Vorinstanz aufgezeigtes U nglaubhaftigkeitselem ent konkret aufzulösen zu versuchen. Vor diesem H inter- grund erscheint auch die geltend gem achte Furcht des Beschw erdeführers vor pri- vaten R acheakten nicht als objektiv begründet. Eine begründete Furcht des Be- schw erdeführers vor asylrelevanter Verfolgung ist dem nach zu verneinen. 5.3 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, im Zusam m enhang m it der Frage der flüchtlingsrechtlichen R elevanz auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern kön- nen. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass der Beschw erde- führer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen kann. D as Bundesam t hat sein Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 6. Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu-6 m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli- chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer vom 26. M ärz 1931[AN AG , SR 142.20]). D er Beschw erdeführer ver- fügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen An- spruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt an- geordnet (Art. 32 Bst. a AsylV1; vgl. EM AR K 2001 N r. 21 E. 9a S. 176). 7. 7.1 Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be- stim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Aus- länder vom 26. M ärz 1931 [AN AG , SR 142.20]). 7.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat ausreisen oder dorthin gebracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz ei- ner W eiterreise des Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 7.3 N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG und Art. 25 Abs. 2 der Bundes- verfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 7.4 G em äss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EM R K darf niem and in einen Staat ausgeschafft w erden, in dem ihm Folter oder eine andere Art un- m enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. 8. 8.1 8.1.1 D er Beschw erdeführer konnte eine gem äss Art. 3 AsylG relevante G efährdung nicht nachw eisen oder glaubhaft m achen. D ie N orm en des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ent-Prinzips (Art. 5 AsylG , Art. 25 Abs. 2 BV, Art. 33 des Abkom m ens vom 28. Juli 1951 über die R echtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]) schützen jedoch nur Personen, w elche die Flüchtlingseigenschaft gem äss Art. 3 AsylG beziehungsw eise Art. 1 A FK erfüllen. Auf abgew iesene Asylbew erber m it fehlender Flüchtlingseigenschaft findet dieses R ückschiebeverbot keine Anw en- dung. Eine R ückkehr des Beschw erdeführers in seinen H eim atstaat ist unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG und Art. 33 FK dam it rechtm ässig. 7 8.1.2 Sodann ergeben sich w eder aus den Vorbringen des Beschw erdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm für den Fall einer R ückkehr nach Afgha- nistan dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit eine nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung drohen w ürde. G em äss Praxis des Euro- päischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti-Folteraus- schusses m üsste der Beschw erdeführer eine konkrete G efahr nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihm im Falle einer R ückschiebung Folter oder unm enschli- che Behandlung drohen (vgl. die w eiterhin geltende Praxis der ehem aligen AR K in Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 2001 N r. 16 S. 122, N r. 17 S. 130 f. sow ie 1996 N r. 18 S. 182 ff. m it w eite- ren H inw eisen). D ies kann der Beschw erdeführer jedoch nicht dartun. 8.1.3 D er Vollzug der W egw eisung des Beschw erdeführers nach Afghanistan ist folglich zulässig. 8.2 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt und aus diesem G rund nicht zum utbar ist. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bür- gerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder auf- grund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise dem Fehlen einer notw endi- gen m edizinischen Behandlungsm öglichkeit, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 8.2.1 D ie AR K hat sich in EM AR K 2003 N r. 10 und 30 eingehend zur Lage in Kabul ge- äussert und die U nterschiede zw ischen dem G rossraum Kabul und anderen R egio- nen Afghanistans dargestellt. Infolge der vergleichsw eise günstigeren Situation hat sie den W egw eisungsvollzug nach Kabul unter bestim m ten strengen Vorausset- zungen, insbesondere einem tragfähigen Beziehungsnetz und einer gesicherten W ohnsituation, als zum utbar erachtet. In einem w eiteren U rteil vom 25. Januar 2006, publiziert in EM AR K 2006 N r. 9, bestätigte und aktualisierte die AR K ihre R echtsprechung aus dem Jahre 2003. Zusätzlich zu Kabul erachtete sie den W eg- w eisungsvollzug in w eitere Provinzen im N orden von Kabul (Parw an, Baghlan, Takhar, Badakhshan, Kunduz, Balkh, Sari Pul, H erat und die G egend von Sam an- gan, sow eit sie nicht zum H azarajat gehört) unter den in EM AR K 2003 N r. 10 er- w ogenen strengen Bedingungen als zum utbar. In den übrigen Provinzen w ürden hingegen w eiterhin m ilitärische Aktivitäten stattfinden und eine perm anente U nsi- cherheit bestehen, w eshalb ein W egw eisungsvollzug dorthin nach w ie vor als un- zum utbar zu betrachten sei. D as Bundesverw altungsgericht sieht aktuell keine Veranlassung, von dieser R echtsprechung abzuw eichen. 8.2.2 D er Beschw erdeführer ist eigenen Angaben zufolge ethnischer H azara und lebte seit seiner G eburt bis zur Ausreise in H erat. Im Zeitpunkt seiner Ausreise w ohnten seine Eltern und eine Schw ester in H erat. Sein Vater führt in H erat (...), sodass die W ohnsituation des Beschw erdeführers als gesichert gelten darf. 8.2.3 Im W eiteren hat der Beschw erdeführer m it sechs Jahren Prim arschule und einem Jahr M ittelschule eine grundlegende Schulbildung und hat gem äss eigenen Anga- ben in (...) seines Vaters m itgeholfen. Auch räum t der Beschw erdeführer in der 8 R echtsm itteleingabe selbst ein, dass sein Vater „kein M ann ohne G eld und Einfluss“ sei. Es ist som it davon auszugehen, dass der Beschw erdeführer nach seiner R ückkehr w ieder bei seiner Fam ilie w ird leben und sich m it deren U n- terstützung auch eine w irtschaftliche Existenz w ird aufbauen können. Es steht dem Beschw erdeführer folglich offen und es ist ihm zuzum uten, sich w ieder in der Stadt H erat niederzulassen. Insgesam t ergeben sich aus den Akten dam it keine H inw ei- se auf ein spezifisches Schutzbedürfnis des Beschw erdeführers. 8.2.4 N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung durch R ückschaffung des Beschw erdeführers zum utbar. 8.3 D er R ückkehr des Beschw erdeführers stellen sich schliesslich auch keine unüber- w indlichen H indernisse tatsächlicher N atur entgegen. Insbesonderer obliegt es dem Beschw erdeführer, sich in Zusam m enarbeit m ir der Vorinstanz bei der zu- ständigen Vertretung seines H eim atlandes die für eine R ückreise notw endigen D o- kum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw ei- sung auch als m öglich zu bezeichnen ist. 8.4 D er vom Bundesam t verfügte W egw eisungsvollzug steht daher in Ü bereinstim - m ung m it den zu beachtenden Bestim m ungen und ist insgesam t zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat den Vollzug der W egw eisung zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf- nahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 – 4 AN AG ). 9. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundes- recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest- stellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist abzuw eisen. 10. Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind die Kosten im Betrage von Fr. 600.-- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D iese sind durch den geleisteten Kostenvorschuss in der H öhe desselben Betrages gedeckt. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D ie Verfahrenskosten im Betrage von Fr. 600.-- w erden dem Beschw erdeführer auferlegt. D iese sind durch den geleisteten Kostenvorschuss in der H öhe dessel- ben Betrages gedeckt. 3. D ieses U rteil geht an: - den Beschw erdeführer (eingeschrieben) - das Bundesam t, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den vorins- tanzlichen Akten (R ef.-N r. N _______) - Y. _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Kurt G ysi C hristoph Berger Versand am :