<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2022.00070</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=222546&amp;W10_KEY=13045547&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2022.00070</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 20.07.2022</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Verlängerung der Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>[Die EU-staatsangehörige Beschwerdeführerin wurde als Arbeitnehmerin in der Schweiz zugelassen. Umstritten ist, ob es sich dabei um ein Scheinarbeitsverhältnis gehandelt hat, um ihrem Ehemann, dem (drittstaatsangehörigen) Beschwerdeführer, zu einem Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verhelfen. Weiter umstritten ist, ob der Beschwerdeführer als Solvenznachweis für die Zulassung als Nichterwerbstätiger gelten kann.] Die Geltendmachung des freizügigkeitsrechtlichen Aufenthaltsanspruchs als Erwerbstätige diente lediglich dazu, dem Beschwerdeführer eine Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz zu verschaffen. Die Beschwerdeführerin hat keinen freizügigkeitsrechtlichen Anwesenheitsanspruch als erwerbstätige Person (E. 3.2). Sie hat auch keinen Anspruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Stellensuche (E. 3.3). Die Beschwerdeführerin kann die finanziellen Mittel des Beschwerdeführers nicht in Anspruch nehmen, um den erwerbslosen Aufenthalt zu begründen, da sein Aufenthaltsrecht nur so lange dauert, als das originäre Aufenthaltsrecht der EU-Staatsangehörigen besteht. Der Geltendmachung eines Anwesenheitsanspruchs steht zudem der Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs entgegen (E. 3.4). Der Beschwerdeführer leitet als Drittstaatsangehöriger seinen Aufenthaltsanspruch von demjenigen seiner Ehefrau ab und seine Aufenthaltsbewilligung kann daher widerrufen werden (E. 3.5). Der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, den Beschwerdeführenden im Rahmen des pflichtgemässen Ermessens keine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, ist nicht rechtsverletzend. Dies gilt auch hinsichtlich der Verneinung eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls (E. 4). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERWERBSLOSER AUFENTHALT">ERWERBSLOSER AUFENTHALT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSMISSBRAUCH">RECHTSMISSBRAUCH</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 2 Abs. II AIG</span><br/><span class="gerade">Art. 7 lit. d FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 22 FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=58383" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2022.00070</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">20. Juli 2022</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Linda Rindlisbacher. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1.<b> </b>A,<b> </b></span></p> <p class="MsoNormal"><span>2.<b> </b>B,<b> </b></span></p> <p class="MsoBodyText">beide vertreten durch RA C,</p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrende,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Migrationsamt des Kantons ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA,</span></b></p> <p class="MsoNormal">hat sich ergeben: </p> <p class="MsoNormal"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A, geboren 1990, StaatsangehÃ¶rige von Italien, und B, geboren 1991, StaatsangehÃ¶riger des Kosovo, heirateten am 4. MÃ¤rz 2016 und reisten gemeinsam am 29. Juni 2016 in die Schweiz ein. Am 4. Juli 2016 erteilte das Migrationsamt A gestÃ¼tzt auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. Im Rahmen des Familiennachzugs erteilte es B am 3. August 2016 eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA mit Berechtigung zur ErwerbstÃ¤tigkeit. Die GÃ¼ltigkeit der Bewilligungen setzte das Migrationsamt auf den 28. Juni 2021 fest.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Am 1. Mai 2021 ersuchten A und B um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA bzw. um Erteilung von Niederlassungsbewilligungen. Mit Schreiben vom 2. Juni 2021 teilte das Migrationsamt B mit, als kosovarischer StaatsangehÃ¶riger erfÃ¼lle er die zeitlichen Voraussetzungen fÃ¼r die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung nicht, weshalb ihm keine solche gewÃ¤hrt und die Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA belassen werde. B wurde die MÃ¶glichkeit geboten, innert Frist Stellung zu nehmen und einen rekursfÃ¤higen Entscheid zu verlangen. B teilte mit Schreiben vom 14. Juli 2021 den Verzicht auf die beantragte Niederlassungsbewilligung sowie auf die Einreichung einer "Beschwerde" mit und ersuchte um sofortige Ausstellung der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA. A reichte auf Aufforderung des Rekursgegners hin diverse Unterlagen zu den Akten. Diese ergaben im Wesentlichen, dass ihr ArbeitsverhÃ¤ltnis nach drei Monaten gekÃ¼ndigt worden war und sie seit dem 30. September 2016 keiner ErwerbstÃ¤tigkeit mehr nachging.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit VerfÃ¼gung vom 30. September 2021 wies das Migrationsamt die Gesuche von A und B um VerlÃ¤ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA bzw. um Erteilung von Niederlassungsbewilligungen EU/EFTA ab und setzte ihnen â unter Androhung von Zwangsmassnahmen im Unterlassungsfall â zum Verlassen der Schweiz Frist bis zum 19. November 2021.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion am 4. Januar 2022 ab, soweit sie darauf eintrat, und setzte </span><span>A und B <span>eine neue Frist zum Verlassen der Schweiz bis zum 4. MÃ¤rz 2022.</span></span><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Am 7. Februar 2022 erhoben </span><span>A und B<span> Beschwerde und beantragten dem Verwaltungsgericht, es sei in Aufhebung des Entscheids der Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 4. Januar 2022 vom Widerruf der Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA abzusehen bzw. seien diese zu verlÃ¤ngern, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolge. </span></span></p> <p class="MsoNormal"><span>WÃ¤hrend die Sicherheitsdirektion auf eine Vernehmlassung verzichtete, liess sich das Migrationsamt nicht vernehmen.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts gerÃ¼gt werden, nicht aber die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>2.1 </span></b><span>Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist StaatsangehÃ¶rige von Italien und hat daher nach Art. 1 des Niederlassungs- und Konsularvertrags vom 22. Juli 1868 zwischen der Schweiz und Italien in Verbindung mit Ziff. 1 Abs. 2 der ErklÃ¤rung vom 5. Mai 1934 Ã¼ber die Anwendung dieses Vertrags sowie mit Art. 10 f. des Abkommens vom 10. August 1964 zwischen der Schweiz und Italien Ã¼ber die </span><span>Auswanderung <span>italienischer ArbeitskrÃ¤fte nach der Schweiz (Italienerabkommen) grundsÃ¤tzlich einen Anspruch auf bedingungslose GewÃ¤hrung der Niederlassung (vgl. BGE 101 Ib 225 E. 3a). Dabei richtet sich die Regelung des Aufenthalts der BeschwerdefÃ¼hrerin jedoch nach der schweizerischen AuslÃ¤ndergesetzgebung (vgl. Art. 10 Ziff. 1 Italienerabkommen).</span></span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>2.2 </span></b><span>GemÃ¤ss Art. 2 Abs. 2 des AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetzes vom 16. Dezember 2005 (AIG, vormals AuslÃ¤ndergesetz bzw. AuG) gilt dieses Gesetz fÃ¼r StaatsangehÃ¶rige eines Mitgliedstaats der EuropÃ¤ischen </span><span>Gemeinschaft</span><span> (heute EuropÃ¤ische Union [EU]) nur so weit, als das FZA keine abweichenden Bestimmungen enthÃ¤lt oder das AIG gÃ¼nstigere Bestimmungen vorsieht. Vom FZA unberÃ¼hrt bleiben nach Art. 12 in Verbindung mit Art. 22 FZA staatsvertragliche Regelungen, welche einen weitergehenden Anspruch auf Aufenthalt verschaffen. </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>2.3 </span></b><span>Dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin als italienische StaatsangehÃ¶rige auf das FZA berufen kann, ist unbestritten. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist kosovarischer StaatsangehÃ¶riger, weshalb er sich als DrittstaatsangehÃ¶riger nicht auf das FZA berufen kann. Er hat jedoch als Ehegatte einer italienischen StaatsangehÃ¶rigen grundsÃ¤tzlich einen von ihr abgeleiteten Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, gestÃ¼tzt auf Art. 7 lit. d FZA i.</span><span> </span><span>V.</span><span> </span><span>m. Art. 3 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a Anhang I FZA. Der Bewilligungsanspruch des BeschwerdefÃ¼hrers hÃ¤ngt von demjenigen seiner Ehefrau ab, weshalb zunÃ¤chst zu prÃ¼fen ist, ob der BeschwerdefÃ¼hrerin ein Aufenthaltsrecht zukommt (vgl. BGE 144 II 1 E. 3.1; BGE 139 II 393 E. 2.1; BGr, 4. Mai 2020, 2C_131/2020, E. 5). </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1 </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1.1 </span></b><span>Nach Art. 4 FZA in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA haben StaatsangehÃ¶rige einer Vertragspartei, welche mit einem Arbeitgeber des Aufnahmestaats ein ArbeitsverhÃ¤ltnis von mindestens einem Jahr eingegangen sind, Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung mit einer mindestens fÃ¼nfjÃ¤hrigen GÃ¼ltigkeit. GemÃ¤ss Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA wird diese Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA hernach automatisch verlÃ¤ngert, sofern die Bewilligungsvoraussetzungen nach wie vor erfÃ¼llt sind.</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Nach Art. 23 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP) und Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG kann eine Aufenthaltsbewilligung unter anderem widerrufen oder nicht mehr verlÃ¤ngert werden, wenn eine mit der VerfÃ¼gung verbundene Bedingung nicht (mehr) eingehalten wird. Als Bedingung im vorgenannten Sinn gilt auch der Aufenthaltszweck, wie er gemÃ¤ss Art. 33 Abs. 2 AIG mit jeder Aufenthaltsbewilligung verbunden wird (Silvia Hunziker in: Martin Caroni/Thomas GÃ¤chter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz Ã¼ber die AuslÃ¤nderinnen und AuslÃ¤nder [AuG], Bern 2010, Art. 62 N. 43; VGr, 21. Dezember 2016, VB.2016.00640, E. 3.1 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]). Der Verlust der Arbeitnehmereigenschaft fÃ¼hrt damit in der Regel zum Verlust der darauf basierenden freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsrechte, insbesondere wenn die betroffene Person in der Folge von der Sozialhilfe unterstÃ¼tzt werden muss und somit auch freizÃ¼gigkeitsrechtliche AufenthaltsansprÃ¼che im Sinn von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA entfallen (vgl. zum Ganzen VGr, 9. Januar 2019, VB.2018.00624, E. 2.1.3 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]). </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1.2 </span></b><span>Nach Art. 6 Abs. 6 Anhang I FZA darf einer arbeitnehmenden Person eine gÃ¼ltige Aufenthaltsbewilligung nicht allein deshalb entzogen werden, weil sie keine BeschÃ¤ftigung mehr hat, wenn sie entweder infolge von Krankheit oder Unfall vorÃ¼bergehend arbeitsunfÃ¤hig oder unfreiwillig arbeitslos geworden ist, falls Letzteres vom zustÃ¤ndigen Arbeitsamt ordnungsgemÃ¤ss bestÃ¤tigt wird. Hingegen verliert der Arbeitnehmer seinen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Status, wenn er freiwillig arbeitslos geworden ist, aufgrund seines Verhaltens feststeht, dass keinerlei ernsthafte Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass er in absehbarer Zeit eine andere Arbeit finden wird, oder sein Verhalten gesamthaft als rechtsmissbrÃ¤uchlich bezeichnet werden muss (BGE 144 II 121 E. 3.1; 141 II 1 E. 2.2.1, mit Hinweisen).</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1.3 </span></b><span>Das Bundesgericht hat in Auslegung von Art. 6 Anhang I FZA entschieden, dass eine arbeitnehmende Person ihren freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Status als unselbstÃ¤ndig erwerbstÃ¤tige Person verlieren kann, (1) wenn sie freiwillig arbeitslos geworden ist, (2) aufgrund ihres Verhaltens feststeht, dass keinerlei ernsthafte Aussichten (mehr) darauf bestehen, dass sie in absehbarer Zeit eine andere Arbeit finden wird, oder (3) ihr Verhalten gesamthaft als rechtsmissbrÃ¤uchlich bezeichnet werden muss, da sie ihre Bewilligung (etwa) gestÃ¼tzt auf eine fiktive bzw. zeitlich kurze ErwerbstÃ¤tigkeit einzig zum Zweck erworben hat, von gÃ¼nstigeren Sozialleistungen als im Heimat- oder einem anderen Vertragsstaat zu profitieren. Die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde kann in diesen Situationen Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA widerrufen oder nicht verlÃ¤ngern, wenn die Voraussetzungen fÃ¼r deren Erteilung nicht oder nicht mehr erfÃ¼llt sind (Art. 23 VFP; vgl. BGE 141 II 1 E. 2.2.1 mit Hinweisen; BGr, 18. Juli 2017, 2C_120/2017, E. 3.2). </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1.4 </span></b><span>Der Arbeitnehmerstatus dauert zur Stellensuche Ã¼ber die Beendigung des Arbeitsvertrags hinaus. Nach Beendigung eines DienstverhÃ¤ltnisses mit einer Dauer von weniger als einem Jahr haben die StaatsangehÃ¶rigen der Vertragsparteien das Recht, im Land zu verbleiben, um sich eine andere BeschÃ¤ftigung zu suchen und sich wÃ¤hrend eines angemessenen Zeitraums von bis zu sechs Monaten dort aufzuhalten, sofern dies erforderlich ist, um von den ihrer beruflichen BefÃ¤higung entsprechenden Stellenangeboten Kenntnis zu nehmen und gegebenenfalls die erforderlichen Massnahmen fÃ¼r eine Einstellung zu treffen (BGE 141 II 1 E. 2.2.2 mit Hinweisen).</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>3.1.5 </span></b><span>Personen, die keine ErwerbstÃ¤tigkeit ausÃ¼ben, mÃ¼ssen gemÃ¤ss Art. 24 Abs. 1 lit. a Anhang I FZA unter anderem Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel verfÃ¼gen, sodass sie wÃ¤hrend ihres Aufenthalts keine Sozialhilfe in Anspruch nehmen mÃ¼ssen und zudem Ã¼ber einen Krankenversicherungsschutz verfÃ¼gen, der sÃ¤mtliche Risiken abdeckt. Die finanziellen Mittel kÃ¶nnen dabei grundsÃ¤tzlich auch von Drittpersonen stammen (BGE 135 II 265 E. 3.3 ff.; BGE 142 II 35 E. 5.1). Die fÃ¼r den Lebensunterhalt notwendigen Kosten bestimmen sich gemÃ¤ss Art. 16 Abs. 1 der Verordnung Ã¼ber den freien Personenverkehr vom 22. Mai 2002 (VFP, vormals der Verordnung Ã¼ber die EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs bzw. VEP) nach den Richtlinien fÃ¼r die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien). Das Vorhandensein hinreichender finanzieller Mittel im Sinn von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA ist eine Bewilligungsvoraussetzung, weshalb diese grundsÃ¤tzlich bereits vor der Bewilligungserteilung vorhanden sein muss und nicht erst als Folge einer solchen erzielt werden darf. Die Herkunft der finanziellen Mittel ist gemÃ¤ss Praxis des Bundesgerichts jedoch irrelevant. Die in Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA aufgestellten Bedingungen dienen einzig dazu, eine Belastung der Ã¶ffentlichen Finanzen des Aufnahmestaates zu vermeiden. Dieses Ziel wird unabhÃ¤ngig davon erreicht, aus welcher Quelle die finanziellen Mittel stammen, mit denen das Existenzminimum des EU-AuslÃ¤nders und seiner Familie gesichert werden kann (vgl. BGE 144 II 113 E. 4.3; BGE 142 II 35 E. 5.1; BGr, 2. November 2015; 2C_243/2015, E. 3.4.2).</span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrerin wurde am 4. Juli 2016 gestÃ¼tzt auf Art. 4 FZA i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 6 Abs. 1 Anhang I FZA als Arbeitnehmerin aufgrund eines unbefristeten ArbeitsverhÃ¤ltnisses mit der D GmbH in der Schweiz zugelassen. Der Arbeitsvertrag wurde mit Schreiben des Arbeitgebers vom 30. September 2016 per sofort gekÃ¼ndigt. Sie wÃ¤re somit wÃ¤hrend maximal drei Monaten dort angestellt gewesen. Wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid jedoch zutreffend festhielt, deuten vorliegend zahlreiche Indizien darauf hin, dass es sich beim Arbeitsvertrag zwischen der BeschwerdefÃ¼hrerin und der D GmbH um einen Scheinarbeitsvertrag gehandelt hat, mit dem Ziel, eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erhalten, um dem (drittstaatsangehÃ¶rigen) BeschwerdefÃ¼hrer, unter Berufung auf die Bestimmungen Ã¼ber den Familiennachzug, zu einem Aufenthaltsrecht mit ErwerbsmÃ¶glichkeit in der Schweiz zu verhelfen. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat bereits im Jahr 2008 erfolglos versucht, (besuchsweise) in die Schweiz einzureisen. Das Visum wurde abgelehnt, weil die Wiederausreise nicht gesichert erschien. Der BeschwerdefÃ¼hrer hat in der Schweiz FamilienangehÃ¶rige und Bekannte. Als DrittstaatsangehÃ¶rigem wÃ¤ren ihm eine Anwesenheitsbewilligung und ein Erwerbsaufenthalt in der Schweiz ohne die Ehe mit einer Ã¼ber ein gefestigtes Aufenthaltsrecht in der Schweiz verfÃ¼genden Person verwehrt geblieben. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben am 4. MÃ¤rz 2016 geheiratet und sind am 29. Juni 2016 in die Schweiz eingereist. Eigenen Angaben zufolge haben sie ihr Eheleben in Italien aufgenommen und vor ihrer Einreise rund 1½ Monate dort zusammengelebt. Die BeschwerdefÃ¼hrenden haben somit nur kurz zusammengelebt, bevor sie in die Schweiz gezogen sind. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat noch am Tag der Einreise einen Mietvertrag fÃ¼r eine 2,5-Zimmer-Wohnung in E unterschrieben. Tags darauf, am 30. Juni 2016, haben die BeschwerdefÃ¼hrenden jeweils einen unbefristeten Arbeitsvertrag als SekretÃ¤rin bzw. als GerÃ¼stmonteur mit der D GmbH unterzeichnet. Wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat, lassen insbesondere der zeitliche Ablauf der Ereignisse von der Heirat bis zur Wohnsitz- und Arbeitsaufnahme in der Schweiz auf eine gut vorbereitete und zielgerichtete Ãbersiedlungsabsicht der BeschwerdefÃ¼hrenden schliessen. DafÃ¼r spricht auch, dass der BeschwerdefÃ¼hrer eigenen Angaben zufolge die Arbeitsstellen in der Schweiz organisiert hat, weil er den Vater des GeschÃ¤ftsfÃ¼hrers der D GmbH kannte. DemgegenÃ¼ber wies die BeschwerdefÃ¼hrerin gemÃ¤ss Feststellung der Vorinstanz â soweit ersichtlich â weder in familiÃ¤rer oder sprachlicher noch in sozialer Hinsicht Bezugspunkte zur Schweiz auf. Die BeschwerdefÃ¼hrenden wenden dagegen ein, dass keinerlei Beweise fÃ¼r diese Feststellung vorliegen wÃ¼rden, zeigen aber mit keinem Wort auf, dass und inwiefern diese Feststellung tatsachenwidrig sein soll. VerfÃ¼gte die BeschwerdefÃ¼hrerin zum Zeitpunkt, als sie die Arbeitsstelle angetreten haben sollte, tatsÃ¤chlich Ã¼ber keine Deutschkenntnisse, ist es schwer vorstellbar, dass sie die gemÃ¤ss Arbeitsvertrag zu verrichtenden TÃ¤tigkeiten (allgemeine Sekretariatsarbeiten sowie Dokumente ''ins Reine schreiben'') hÃ¤tte ausfÃ¼hren kÃ¶nnen. Dies ist als starkes Indiz fÃ¼r einen Scheinarbeitsvertrag zu werten. Auch der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nur wÃ¤hrend einer kurzen Dauer dort angestellt gewesen war, bis das ArbeitsverhÃ¤ltnis angeblich aus wirtschaftlichen GrÃ¼nden gekÃ¼ndigt wurde, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer weiterhin fÃ¼r die D GmbH tÃ¤tig blieb, deutet auf ein ScheinarbeitsverhÃ¤ltnis hin. </p> <p class="MsoNormal"><span>Die dargelegten UmstÃ¤nde lassen einzig den Schluss zu, dass die Geltendmachung des freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Aufenthaltsanspruchs nach Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA lediglich dazu diente, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine Anwesenheitsberechtigung bzw. eine ErwerbsmÃ¶glichkeit in der Schweiz zu verschaffen und d<span>ie BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Arbeitnehmereigenschaft nie erlangt hat. </span>Dass sich die BeschwerdefÃ¼hrerin seit ihrer Anwesenheit in der Schweiz <span>um eine Arbeitsstelle bemÃ¼ht hat, macht sie nicht (mehr) geltend. Entsprechende SuchbemÃ¼hungen sind auch nicht nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin sich von Anfang an erwerbslos in der Schweiz aufhalten wollte. </span>Der Schluss der Vorinstanz, es bestÃ¼nden keine ernsthaften Aussichten darauf, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin in absehbarer Zeit auf dem hiesigen Arbeitsmarkt eine Stelle findet, ist zutreffend. Die BeschwerdefÃ¼hrerin hat damit keinen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Anwesenheitsanspruch als erwerbstÃ¤tige Person (vgl. E. 3.1.4). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b><span>Sodann</span> ist unbestritten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin keinen Anspruch auf Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung gemÃ¤ss Art. 2 Abs. 1 Anhang I FZA und Art. 18 Abs. 2 und 3 VFP zukommt, da sie die maximale Aufenthaltsdauer zwecks Stellensuche Ã¼berschritten hat (vgl. E. 3.1.5). </p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Weiter hat die Vorinstanz festgestellt, dass fÃ¼r die geltend gemachte Zulassung als NichterwerbstÃ¤tige nach Art. 24 Anhang I FZA keine Belege Ã¼ber ausreichend finanzielle Mittel vorliegen. GemÃ¤ss dieser Bestimmung hÃ¤ngt das Aufenthaltsrecht einer nichterwerbstÃ¤tigen Person, welche die StaatsangehÃ¶rigkeit einer Vertragspartei besitzt, namentlich vom Nachweis ab, dass sie Ã¼ber ausreichende finanzielle Mittel verfÃ¼gt (vgl. E. 3.1.6). Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht einen Aufenthaltsanspruch der BeschwerdefÃ¼hrerin nach Art. 6 FZA i.<span> </span>V.<span> </span>m. Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA verneint. Der BeschwerdefÃ¼hrer verdiene durch seine ErwerbstÃ¤tigkeit genÃ¼gend, um fÃ¼r ihren Lebensunterhalt aufzukommen. </p> <p class="Erwgung2">Zwar spielt die Herkunft der finanziellen Mittel im Rahmen von Art. 24 Abs. 1 Anhang I FZA keine Rolle und der Umstand, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin vorliegend das Einkommen des BeschwerdefÃ¼hrers in Anspruch nehmen mÃ¼sste, steht der Anwendung dieser Bestimmung an sich nicht im Wege. Jedoch verfÃ¼gt der BeschwerdefÃ¼hrer als DrittstaatsangehÃ¶riger Ã¼ber ein von der BeschwerdefÃ¼hrerin als EU-StaatsangehÃ¶rige abgeleitetes Aufenthaltsrecht EU/EFTA (Familiennachzugsrecht gestÃ¼tzt auf Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA). Letzteres dauert jedoch nur so lange, als das originÃ¤re Aufenthaltsrecht der EU-StaatsangehÃ¶rigen besteht. Wenn dieses originÃ¤re Aufenthaltsrecht gar nie bestanden hat, weil der EU-StaatsangehÃ¶rigen gar kein freizÃ¼gigkeitsrechtlicher Anwesenheitsanspruch zukam, fÃ¤llt auch das abgeleitete Aufenthaltsrecht des DrittstaatsangehÃ¶rigen dahin. Nachdem vorliegend der BeschwerdefÃ¼hrerin gar kein originÃ¤res Aufenthaltsrecht EU/EFTA zukam, konnte sie dem DrittstaatsangehÃ¶rigen (BeschwerdefÃ¼hrer) auch zu keinem Zeitpunkt ein abgeleitetes Aufenthaltsrecht verschaffen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann bei diesem Sachverhalt die finanziellen Mittel des BeschwerdefÃ¼hrers nicht in Anspruch nehmen, um den erwerbslosen Aufenthalt zu begrÃ¼nden (vgl. BGr, 7. Juni 2022, 2C:1018/2021, E. 6.4 f.). Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann daher keinen Aufenthaltsanspruch gestÃ¼tzt auf At. 24 Abs. 1 Anhang I FZA geltend machen.</p> <p class="Erwgung2"><span>Vorliegend stehen der Geltendmachung eines Anwesenheitsanspruchs auch noch weitere Ãberlegungen entgegen: </span>RechtsprechungsgemÃ¤ss stehen nicht nur AufenthaltsansprÃ¼che nach dem AuslÃ¤nder- und Integrationsgesetz, sondern auch die FreizÃ¼gigkeitsrechte bzw. AufenthaltsansprÃ¼che nach dem FreizÃ¼gigkeitsabkommen unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs (BGE 139 II 393 E. 2.1; BGr, 29. Oktober 2018, 2C_688/2017, E. 4.4, sowie 14. November 2016, 2C_71/2016, E. 3.4 [alle mit Hinweisen]). <span>Die AusÃ¼bung von FreizÃ¼gigkeitsrechten ist zwar grundsÃ¤tzlich nicht von den Absichten abhÃ¤ngig, aus denen sie ausgeÃ¼bt werden; vorausgesetzt wird aber, dass das FreizÃ¼gigkeitsrecht tatsÃ¤chlich zu den von ihm verfolgten Zwecken beansprucht wird (vgl. BGr, 29. Oktober 2018, 2C_688/2017, E. 4.4 mit Hinweisen, ergangen zu VGr, 28. Juni 2017, VB.2017.00141 [vgl. insbesondere E. 3.1]). Da die </span><span>BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Arbeitnehmereigenschaft im Sinn der vorgenannten ErwÃ¤gungen nie erlangt und ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA durch TÃ¤uschung der BehÃ¶rden erlangt hat, entfÃ¤llt auch eine Zulassung derselben fÃ¼r einen erwerbslosen Aufenthalt, ansonsten sie gegenÃ¼ber denjenigen privilegiert wÃ¼rde, die sich korrekt verhalten (</span>vgl. BGE 139 I 37 E. 3.3.1).</p> <p class="MsoNormal">Damit hat die BeschwerdefÃ¼hrerin keinen freizÃ¼gigkeitsrechtlichen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz. VollstÃ¤ndigkeitshalber ist festzuhalten, dass ihr auch kein Anwesenheitsanspruch nach den Bestimmungen des AIG zukommt. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer leitet als DrittstaatsangehÃ¶riger seinen Aufenthaltsanspruch von demjenigen seiner Ehefrau ab. Nachdem diese kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz (mehr) hat, ist auch der Aufenthaltszweck des BeschwerdefÃ¼hrers dahingefallen. Er kann sich daher nicht mehr auf Art. 3 Abs. 1 und 2 lit. a Anhang I FZA berufen. Seine Aufenthaltsbewilligung kann gestÃ¼tzt auf Art. 23 Abs. 1 VFP in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG widerrufen werden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Auch der Schluss von Beschwerdegegner und Vorinstanz, den BeschwerdefÃ¼hrenden im Rahmen des pflichtgemÃ¤ssen Ermessens keine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, ist nicht rechtsverletzend. Dies gilt auch hinsichtlich der Verneinung eines schwerwiegenden persÃ¶nlichen HÃ¤rtefalls im Sinn von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG (vgl. Art. 31 Abs. 1 VZAE). Die BeschwerdefÃ¼hrenden reisten im Alter von 25 Jahren in die Schweiz ein und leben seit rund sechs Jahren in der Schweiz. Es sind keine GrÃ¼nde erkennbar, weshalb es den jungen und gesunden BeschwerdefÃ¼hrenden nicht mÃ¶glich sein sollte, in Italien oder im Kosovo zu leben. </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Dies fÃ¼hrt zur Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten den BeschwerdefÃ¼hrenden aufzuerlegen (§ 65a Abs. 2 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 Satz 1 sowie § 14 VRG; Kaspar PlÃ¼ss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, § 14 N. 6, 11 und 16). Eine ParteientschÃ¤digung ist ihnen nicht zuzusprechen (§ 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="MsoNormal"><span>Das vorliegende Urteil kann mit Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden, soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend gemacht wird. Andernfalls kann lediglich die subsidiÃ¤re Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG wegen der Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte ergriffen werden. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).</span></p> <p class="MsoNormal">DemgemÃ¤ss erkennt die Kammer:</p> <p class="MsoNormal">1. Die Beschwerde wird abgewiesen. </p> <p class="MsoNormal">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 70.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'070.--</u> Total der Kosten.</p> <p class="MsoNormal">3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden je zur HÃ¤lfte auferlegt, unter solidarischer Haftung fÃ¼r die gesamten Kosten. </p> <p class="MsoNormal">4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</p> <p class="MsoNormal">5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der ErwÃ¤gungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</p> <p class="MsoNormal">6. Mitteilung an:<br/> a) die Parteien;<br/> b) die Sicherheitsdirektion;<br/> c) das Staatssekretariat fÃ¼r Migration (SEM).</p> <p class="MsoNormal"><span>Im Namen des Verwaltungsgerichts</span></p> <p class="MsoNormal"><span>Der Vorsitzende</span><span>: Die Gerichtsschreiberin:</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>Versandt:</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>