<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Vorschlag auszuarbeiten, um Crowdfunding in der Schweiz gesetzlichen Rahmenbedingungen zu unterstellen. Er könnte Folgendes vorschlagen: E-Government-Lösungen, Ferninvestitionen oder die elektronische Identifikation der Investorin oder des Investors, um beispielsweise rechtsgültige Dokumente elektronisch zu akzeptieren und an Generalversammlungen teilzunehmen, ohne physisch anwesend zu sein. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit dem - wenig scharf definierten - Begriff "Crowdfunding" (ungefähr: "Schwarmfinanzierung") werden heute verschiedene Vorgehensweisen bezeichnet, mittels derer für bestimmte Aktivitäten wirtschaftlicher oder anderer Art Geld von einer Vielzahl von Geldgebern beschafft werden soll. In der Regel trägt dabei jeder Geldgeber nur einen kleinen Geldbetrag bei, und die Kommunikation mit den Geldgebern wird über internetbasierte Plattformen abgewickelt. Verschiedene Anbieter haben sich darauf spezialisiert, solche Plattformen für Dritte anzubieten. Zum so verstandenen Crowdfunding-Markt in der Schweiz gibt es keine offiziellen Datenerhebungen. Gemäss der Studie der Fachhochschule Luzern "Crowdfunding Monitoring Schweiz 2014" existierten in der Schweiz im Jahr 2013 lediglich vierzehn aktive Plattformen (wovon zwölf mit Sitz in der Schweiz). Die gleiche Studie beziffert das Investitionsvolumen, das im Jahr 2013 durch Crowdfunding-Tätigkeiten vermittelt wurde, auf 11,6 Millionen Franken. Finanzierungen über den Crowdfunding-Markt können dementsprechend gegenwärtig in der Schweiz sowohl in absoluten Zahlen wie auch relativ zu anderen Projekt-Finanzierungsarten (z. B. Finanzierungen über Venture Capital Funds) als marginal betrachtet werden.</p><p>Rechtlich kann eine Crowdfunding-Tätigkeit in der Schweiz im Rahmen der bestehenden Finanzmarktgesetzgebung ausgeübt werden. Das schweizerische Aufsichtsrecht kennt keine spezifischen Bestimmungen zum Crowdfunding. Aufgrund der individuell sehr verschieden ausgestalteten Formen bei der Finanzierung über Crowdfunding muss die finanzmarktrechtliche Zulässigkeit aber einzelfallweise geprüft werden. Die Finma hat Anfang Dezember 2014 das Faktenblatt Crowdfunding publiziert, das sowohl die geltende rechtliche Situation für Projektentwickler und Plattformbetreiber darlegt als auch auf die Risiken für Investoren hinweist.</p><p>Was die Technologie betrifft, kommt die obenerwähnte Studie zum Schluss, dass die Eintrittsbarrieren für Crowdfunding grundsätzlich sehr tief liegen, da die Technologie in der Zwischenzeit kostengünstig und standardisiert verfügbar ist. Des Weiteren sind zur Förderung des elektronischen Geschäftsverkehrs verschiedene Gesetzesrevisionen im Gang: Beispielsweise soll - wie in der Motion gewünscht - durch die Modernisierung des Aktienrechts in Zukunft die Möglichkeit geschaffen werden, die Teilnahme an Generalversammlungen auf Distanz zuzulassen. Weiter soll die Regelung der elektronischen Unterschrift an die Bedürfnisse der Wirtschaft sowie an die neue Verordnung (EU) Nr. 910/2014 des Europäischen Parlamentes und des Rates über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen angepasst werden (vgl. Botschaft zur Totalrevision des Bundesgesetzes über die elektronische Signatur (ZertES) vom 15. Januar 2014).</p><p>Der Bundesrat erachtet die gegebenen und die sich in Erarbeitung befindenden gesetzlichen Grundlagen zur Ausübung einer Crowdfunding-Tätigkeit in der Schweiz gegenwärtig als ausreichend. Der Markt für Crowdfunding in der Schweiz verfügt durchaus über Wachstumspotenzial. Diese Finanzierungsform könnte vor allem auch für die sehr frühe Kapitalbeschaffung von Start-up-Unternehmen in Zukunft an Relevanz gewinnen. Entsprechend verfolgt der Bundesrat den Crowdfunding-Markt im Inland sowie die regulatorischen Entwicklungen im Ausland aufmerksam. Er wird im Rahmen des Berichtes in Erfüllung des angenommenen Postulates 13.4237, "Für eine bessere Entwicklung innovativer Jungunternehmen", eine Evaluation des Crowdfunding-Marktes in der Schweiz vornehmen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.