Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. Dezember 2015 (725 14 308 / 318) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Guido Ehrler, Advokat, Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, 4053 Basel Betreff Leistungen A. Der 1964 geborene A.____ arbeitete seit 28. März 2010 temporär als Strassenbauer bei der B.____ AG. In dieser Eigenschaft war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungs- anstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von B erufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 1. Juni 2010 rutschte A.____ auf einem Baucontai ner aus und fiel aus circa 2,5 Metern Hö- he auf den rechten Fuss, wobei er sich eine Calcane ustrümmerfraktur am rechten Fuss zuzog. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistun- gen (Taggelder, Heilungskosten). Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ver- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht hältnisse, sprach die SUVA A.____ mit Verfügung vom 28 . März 2013 gestützt auf einen Invali- ditätsgrad von 20% eine Invalidenrente im Umfang von m onatlich Fr. 869.-- sowie eine Integri- tätsentschädigung von Fr. 18‘900.-- zu. Die hiergegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 1. September 2014 ab. B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Advokat Guido Ehr- ler, am 3. Oktober 2014 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial- versicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides vom 1. September 2014, sei die SUV A zu verpflichten, ihm per 1. April 2013 eine Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 64% zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten zur Unfallkausalität der Beschwer den am linken Knie und zur unfallbe- dingten Arbeitsunfähigkeit einzuholen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Fuss – entgegen der Auf- fassung der SUVA – nur noch sitzende Tätigkeiten mit d er Möglichkeit zum Positionswechsel im Umfang von 50% zulassen würden. Eine mittelschwere Arbeit komme bei der vorliegenden Fussproblematik nicht in Frage. Überdies seien die Beschwerden am linken Knie kausal auf den Unfall vom 1. Juni 2010 zurückzuführen. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Dezember 2014 beantr agte die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. D. Anlässlich der Urteilsberatung vom 9. April 2015 ge langte das Kantonsgericht zur Auf- fassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizinische Aktenlage nicht möglich sei. In der Folge stellte es de n Fall aus und räumte dem Beschwerde- führer unter Ansetzung einer Frist die Möglichkeit ein, seine Beschwerde zurückzuziehen. E. Mit Schreiben vom 18. Mai 2015 teilte der Beschwerd eführer, weiterhin vertreten durch Advokat Ehrler, dem Kantonsgericht mit, dass er an der Beschwerde festhalte. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bunde sgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 AT SG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des G esetzes über die Verfassungs- und Verwal- tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurtei lt das Kantonsgericht als Versi- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kanton s Beschwerden gegen Einsprache- entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. E s ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 3. Oktober 201 4 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass des angefoc htenen Einspracheentscheides vom 1. September 2014 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bild et rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per- son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person A nspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist . Gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG ent- steht der Rentenanspruch, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhaf- te Verbesserung des Gesundheitszustandes der versicherten P erson mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inval idenversicherung (IV) abgeschlossen sind 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung auf- zukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ein getretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur glei chen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende E reignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werde n kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr ob liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau- salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsa nwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anz ugeben, weshalb es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die str eitigen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 4.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach alleine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum V ersicherungsträger nicht schon auf man- gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be- richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). I n Bezug auf Berichte von behandeln- den Ärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsa che Rechnung tragen, dass diese mit- unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauen sstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns- ten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 1 25 V 353 E. 3b/cc). Der Umstand, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingehol t und in das Verfahren eingebracht wird, rechtfertigt für sich allein aber nicht Zweifel am Bewe iswert des betreffenden Parteigutachtens (BGE 125 V 353 E. 3b/dd). 5. Vorliegend steht unbestritten fest, dass der Beschwerd eführer am 1. Juni 2010 einen Unfall erlitt und sich dabei eine Calcaneustrümmerfraktur am rechten Fuss zuzog. Ferner ist die Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht aktuelle medizinische Situation des Beschwerdeführers unte r den Parteien grundsätzlich nicht streitig. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist hingegen, welche Verweistätigkeiten und in wel- chem Umfang dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Unfallrestfolgen noch zugemutet werden können und ob die Beschwerden am linken Knie kausal auf das Unfallereignis vom 1. Juni 2010 zurückzuführen sind. 6.1 Für die Beurteilung der strittigen Fragen sind im Wesentlichen die folgenden medizini- schen Unterlagen von Bedeutung: 6.2 Im Operationsbericht vom 7. Juni 2010 des Spitals C._ ___, wo der Beschwerdeführer im Anschluss an das Unfallereignis vom 1. Juni 2010 stationä r behandelt worden war, wurde die Diagnose einer Calcaneustrümmerfraktur gestellt, die mittels Plattenosteosynthese versorgt worden sei. An Wirbelsäule, Knie und Becken bestünden keine Beschwerden. Klinisch zeige sich eine Druckdolenz über dem distalen Unterschenkel und d em oberen Sprunggelenk über beiden Malleolen. Die Durchblutung, die Motorik und die Sensibilität seien intakt. 6.3 Anlässlich der Nahtmaterialentfernung am 20. Juli 2010 stellte Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine gut verheilte Narbe fest. Aufgrund der zu erwartenden Belastungseinschränkung sei es aber sinnvoll, bei dem Pati- enten frühzeitig eine Evaluation der Arbeitsfähigkeit durchzuführen. Eine Rückkehr in die ange- stammte Tätigkeit auf der Baustelle sei jedoch unrealistisch. 6.4 Mit Operationsbericht vom 20. September 2010 stell te Dr. D.____ die Diagnose einer chronischen Wundheilungsstörung bei einem Status nach Cal caneustrümmerfaktur. Seit der Operation am 17. Juni 2010 heile die Wunde nicht mehr zu. Der Patient habe den rechten Fuss in den letzten zwei Woche kaum belasten können und auch die Physiotherapie habe diesbe- züglich keine Besserung gebracht. Klinisch zeige sich eine Dehiszenz der Wunde im mittleren Drittel mit etwa 2 mm Tiefe sowie eine leichte Schwell ung und Rötung um die nässende mit Eiter belegte Wunde. Aufgrund dieser Wundheilungsstör ung sei eine Operation indiziert gewe- sen, im Rahmen derer Proben zur bakteriologischen Untersuchung entnommen worden seien. 6.5 Am 22. März 2011 berichtete Dr. D.____ nach erfolg ter Materialentfernung am 31. Januar 2011 über belastungsabhängige Schmerzen im B ereich des Sprunggelenks rechts sowie eine bestehende Schwellung des unteren Sprungge lenks. Bei der Fixation des Rückfus- ses bestehe im unteren Sprunggelenk praktisch keine Bewegl ichkeit. Über dem unteren Sprunggelenk zeige sich eine deutliche Schwellung. Insg esamt sei die Situation unverändert. Aufgrund des prolongierten Verlaufs sei eine kreisärztliche Beurteilung angezeigt. Sinnvoll wäre eine Rehabilitation in der Rehaklinik E.____, da der Heilungsverlauf sicherlich noch nicht abge- schlossen sei. 6.6 Vom 12. April 2011 bis 27. Mai 2011 war der Besch werdeführer in der Rehaklinik E.____ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 30. Mai 2 011 wurde festgehalten, dass die anhal- tend geklagten, belastungsverstärkten Schmerzen im Bereich des rechten Fusses und die Ein- schränkung der Beweglichkeit desselben durch die gestellten Diagnosen und die klinischen und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht radiologischen Befunde erklärt werden könnten. Die Bew eglichkeit im oberen Sprunggelenk sei erheblich eingeschränkt und hätte mittels intensiver Ther apie nicht wesentlich verbessert wer- den können. Insgesamt hätte zwar eine Verbesserung der S chmerzproblematik bewirkt werden können, bezüglich der Beweglichkeit des rechten Fusses sei jedoch keine Besserung erreicht worden. In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter be stehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Eine ganztägige leichte bis mittelschwere Arbeit, wechselbela stend (Sitzen, Stehen, Gehen) ohne Gehen auf unebenen Böden sowie ohne wiederholtes Tre ppen oder Leiter steigen, sei dem Versicherten aber zu 100% zumutbar. 6.7 Am 24. August 2011 führte Dr. D.____ nach einer , aufgrund des deutlich protrahierten Heilungsverlaufes und der persistierenden Schmerzen, durchg eführten Infiltration im Calcane- ocuboidalgelenk aus, dass sich nur eine kurzzeitige, vorüber gehende und leichtgradige Be- schwerdeverbesserung gezeigt habe. Letztlich sei nicht ganz klar, woher die Beschwerden rüh- ren. Da der Patient sowohl in subjektiver als auch ob jektiver Hinsicht von einem Aufenthalt in der Rehaklinik E.____ profitiert habe, sei dort ein erneuter Aufenthalt in Erwägung zu ziehen. 6.8 Im Austrittsbericht der Rehaklinik E.____ vom 24. Okto ber 2011 werden neben belas- tungsabhängigen Schmerzen im unteren Sprunggelenk und Fersenbereich rechts auch intermit- tierende belastungsabhängige Schmerzen im Knie links besc hrieben. Hierzu wird festgehalten, dass die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk und unteren Sprunggelenk nach wie vor einge- schränkt sei und mittels intensiver Therapie nicht deutlich habe verbessert werden können. Ak- tuell könne man dem Patienten keine operative Option anbieten. Er müsse mit dem belastungs- abhängigen Schmerz leben und eine leidensangepasste Tät igkeit finden. Diesbezüglich wurde dem Beschwerdeführer weiterhin eine ganztägige leich te bis mittelschwere Arbeit, wechselbe- lastend (Sitzen, Stehen, Gehen) ohne Gehen auf uneben en Böden sowie ohne wiederholtes Treppen oder Leiter steigen attestiert. 6.9 Mit Bericht vom 1. Dezember 2011 diagnostizierten Dr . med. F.____, FMH Orthopädi- sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und Med. pract. G.____, Assis- tenzarzt, neben den persistierenden Schmerzen am rechten Fuss auch eine osteochondrale Läsion im Bereich des lateralen Femurcondylus bei einer C hondropathie Grad II-III nach ICRS mit retropatellarer Chondropathie Grad II-III am Kn ie links. Anlässlich einer MRI-Untersuchung hätten eine osteochondrale Läsion im Bereich des later alen Femurcondylus mit Bone bruise, kleinzystischen Umbauten bei Chondropathie Grad III ohne freie Gelenkskörper, ein Riss im Bereich des Corpus des lateralen Meniskus sowie eine deg enerative intrameniskale Verände- rung des medialen Meniskus festgestellt werden können. 6.10 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 20. Dezembe r 2011 führte Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe gungsapparates, bezüglich der Frage, ob die Kniebeschwerden mit der mindestens erford erlichen Wahrscheinlichkeit kausal auf das Unfallereignis vom 11. Juni 2010 zurückzuführen se ien aus, dass die Diagnose einer osteochondralen Läsion, ausgegangen von einer degenerativen Knieproblematik mittels Chond- ropathie Grad III, mit Sicherheit unfallfremd sei. Bi ldgebend sei die degenerative Problematik des linken Knies ausgewiesen mit idiopathisch entstandener osteochondraler Läsion. Das Bone Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht bruise korrespondiere zum Herauslösen des Knochens und we ise nicht auf einen Kontusions- mechanismus hin. Das Wort „Bone bruise“ sei des Öfteren a uch bei Kontusionen im MRI- Befund zu lesen, der vorliegende Befund sei jedoch di e Begleitsymptomatik eines sich vom Knochen ablösenden Knorpelknochenstückes aus unbekannter u nfallfremder Sicht. Bei der Osteochondrosis dissecans handle es sich um eine aseptische Kno chennekrose eines sub- chondralen Knochenbezirkes mit der Gefahr der Abstossung. Eine Osteochondrosis dissecans aus Überlastung aufgrund einer reinen Schmerzsymptomat ik am Fuss unter Vollbelastung sei nicht in der Literatur beschrieben und deshalb ätiologisch nicht kausal nachzuvollziehen. 6.11 Mit Bericht vom 3. Februar 2012 stellte Dr. med. I.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, der Klinik J.____, eine posttraumatische Arthro- se des CCB-Gelenkes aber auch des unteren Sprunggelenkes fe st. Des Weiteren bestünden sicherlich Beschwerden im Bereich des Nervus suralis. Die kons ervativen Therapiemöglichkei- ten seien beschränkt. Auch bestehe ein erhöhtes Operat ionsrisiko bezüglich Wundheilungsstö- rungen und Infektionen. Dennoch sei die jetzige Situat ion für den Patienten nicht ausreichend. Eine Triple Arthrodese mit medialem Zugang würde eine deutliche Besserung hervorrufen. Soll- te sich dadurch eine deutliche Beschwerdebesserung zeigen, wäre zu überlegen, ob der Nerv nicht abgesetzt und in das Fettgewebe vernäht werden sollte. 6.12 Am 7. August 2012 stellte Dr. I.____ die Diagno se eines Status nach Triple Arthrodese rechts und Neurotomie Nervus suralis rechts am 10. April 2 012. Es bestehe ein deutlicher Sen- sibilitätsverlust im Bereich des Nervus suralis. Der Patien t könne mit normaler Rückfussachse im Stehen voll belasten, aber beim Gehen habe er Beschwerden. So sei das Gehen ohne Stock nicht möglich. 6.13 Im Rahmen eines erneuten Aufenthaltes in der Re haklinik E.____ vom 15. November 2012 bis 13. Dezember 2012 wurde festgestellt, dass sich die mit der Durchführung der Triple Arthrodese erhoffte Schmerzlinderung und Verbesserung d er Funktionsfähigkeit nicht erfüllt hätten. Die Materialentfernung sei für Anfang Januar 2013 vorgesehen. Es sei davon auszuge- hen, dass sich die Beschwerdesituation nach Metallentfern ung nicht wesentlich verbessern werde und aus medizinisch-rehabilitativer Sicht ein bi s zwei Monate nach der Metallentfernung ein Endzustand vorliege. Bei im Wesentlich gleichgeblie benem Gesundheitszustand wurde in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit erneut dasselbe Zumutbarkeitsprofil attestiert. 6.14 Mit Bericht vom 21. Februar 2013 stellte Dr. I._ ___ ein stark hinkendes Gangbild und eine Schwellung am rechten Fuss fest. Das untere Sprungge lenk sei zu 100% eingeschränkt. Es bestünden aber keine wesentlichen Druckdolenzen im Bereich des Osteosynthesematerials. Die Beschwerden des Versicherten hätten nichts mit dem Osteosynthesematerial zu tun, wes- halb eine Metalentfernung nicht angezeigt sei. In sei nem angestammten Beruf werde eine Ar- beitsunfähigkeit im Umfang von 100% fortbestehen. Eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestehe lediglich in einer leidensangepassten sitzenden Tätigkeit. 6.15 Im Bericht vom 25. Juni 2013 zuhanden der Beschw erdegegnerin diagnostizierte Dr. med. K.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Calcaneustrümmerfaktur sowie eine osteochondrale Läsion im Bereich des Femurcondylus des linken Knies. Es bestünden eine Hyperalgesie und Parästh esie im Bereich des OSG, lateral mehr als medial. Flexion/Extension sei passiv möglich, Pro -/Supination wegen Arthrodese un- möglich. Das rechte Knie könne kaum untersucht werden. Wegen der fehlenden Belastbarkeit der rechten Seite könne der postoperative Verlauf ni cht gewährleistet werden. Insgesamt be- stehe in einer sitzenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkei t von höchstens 50%, wobei sich zeigen werde, ob diese auf 100% ausbaubar sei. 6.16 Am 17. April 2014 diagnostizierte auch Dr. med. L.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine osteocho ndrale Läsion am linken Knie so- wie ein Staus nach Calcaneustrümmerfraktur rechts. Der P atient habe weiterhin persistierende Beschwerden im Bereich des rechten Calcaneus. Jegliches Au fstehen und Hinsetzen gehe über das linke Bein. Hier bestünde ein Knorpelschaden im Gleitlager. Aufgrund der schlechten Belastung des rechten Beines werde der Patient immer a uf eine Mehrbelastung des linken Bei- nes angewiesen sein. Therapeutische Massnahmen würden ge ringe Chancen auf eine Verbes- serung versprechen. Günstiger wäre eine sportliche Betätigung, wie bspw. Velofahren. Mit dem rechten Fuss scheine dies aber nicht möglich zu sein. 6.17 Am 12. August 2014 erstattete Dr. med. M.____, F MH Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, im Auftrag der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) ein Gutachten. Darin diag- nostizierte er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Fussschmerzen rechts so- wie eine beginnende mediale Gonarthrose/Retropatell ararthrose am linken Knie. Die Kniege- lenke seien frei beweglich, ohne Bandinstabilität, ohn e Meniskuszeichen, aber links mit einem deutlich retropatellären Knirschen entsprechend der Ret ropatellararthrose. Der rechte Fuss sei deutlich vermindert beweglich mit Endphasenschmerz. Es f änden sich deutliche Atrophiezei- chen am rechten Bein, mit leichter Umfangsdifferenz am Oberschenkel und deutlicher Differenz am Unterschenkel, entsprechend der atrophierten Muskulatur. Diskrepanzen zwischen den sub- jektiven Angaben des Versicherten und den objektiv erhebb aren Befunden bezüglich des rech- ten Fusses könne er keine ausmachen. Die geklagten Beschwer den seien klar nachzuvollzie- hen. Bezüglich des mit Austrittsbericht vom 24. Oktober 2 011 durch die Rehaklinik E.____ for- mulierten Zumutbarkeitsprofils sei bei der vorliegend en Fussproblematik nicht nachzuvollzie- hen, dass eine mittelschwere Tätigkeit noch in Frage komm e. Vielmehr sei dem Beschwerde- führer eine vorwiegend sitzende Tätigkeit mit der Mög lichkeit zum Positionswechsel und Heben und Stossen oder ziehen mit Gewichten bis zu einem Gewichtslimit von 10 kg zumutbar. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen E inspracheentscheid vom 1. September 2014 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes und der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auf den Austrittsbericht der Rehaklini k E.____ vom 17. Dezember 2012. Dem- zufolge ging sie davon aus, dass dem Beschwerdeführer im Z eitpunkt des Rentenbeginns (1. April 2013), rein unfallbedingt leichte bis mitte lschwere Tätigkeiten wechselbelastend (Sit- zen/Gehen/Stehen) vollzeitig zumutbar seien. Auf der Grundlage der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. H.____ vom 20. Dezember 2011 hat sie überdies erwogen , dass die diagnostizierte osteochondrale Läsion am linken Knie nicht kausal zum Unf allereignis sei. Demgegenüber ver- tritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass den Unfa llrestfolgen am rechten Fuss nur mit Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer sitzend en Tätigkeit Rechnung getragen werde, weshalb der Beurteilung von Dr. K.____ vom 25. Juni 2013 der Vorrang zu geben sei. Überdies seien die Beschwerden am linken Knie gemäss Aussagen der Ärzte des Spitals C.____ natür- lich kausal auf das Unfallereignis vom 11. Juni 2010 zurückzuführen. 7.2 Wie der medizinischen Aktenlage zu entnehmen ist, sin d weder dem Bericht von Dr. K.____ vom 25. Juni 2013 noch dem Bericht von Dr. L.____ vom 17. April 2014 Ausführun- gen in Bezug auf die natürliche Kausalität der diagn ostizierten osteochondralen Läsion am lin- ken Knie zu entnehmen. Einzig der Kreisarzt Dr. H.____ setzt sich mit der Frage der natürlichen Kausalität der Kniebeschwerden auseinander. Die Beurteilung von Dr. H.____ stellt aus beweis- rechtlicher Sicht aber keine genügende Grundlage dar, um die Frage nach der natürlichen Kau- salität der diagnostizierten osteochondralen Läsion rechtsgenüglich beurteilen zu können. Zwar sind seine Ausführungen, wonach das Bone bruise zum Her auslösen des Knochen korrespon- diere und strukturell objektivierbare Unfallschäden am linken Knie des Beschwerdeführers feh- len würden, um das Auslösen einer Bone bruise durch eine n Traumamechanismus erklären zu können, nachvollziehbar. Soweit er aber allein mit dem medizinisch-theoretischen Hinweis, dass eine Osteochondrosis dissecans aus Überlastung aufgrund einer reinen Schmerzsympto- matik am Fuss in der Literatur nicht beschrieben sei, die natürliche Kausalität derselben insge- samt verneint, erweist sich diese Auffassung als nicht über zeugend und zu wenig fallbezogen. Da sein Bericht die einzige Grundlage für die Beurteilung der natürlichen Kausalität der Kniebe- schwerden bildet, ist es im vorliegenden Verfahren nicht möglich, über diese Frage zu ent- scheiden. 7.3. Abgesehen von der Frage der natürlichen Kausali tät der Kniebeschwerden, wäre an- gesichts der erheblichen Diskrepanzen zwischen den Einschätzu ngen der involvierten Haus- und Fachärzte eine zuverlässige Beurteilung darüber, wel che Verweistätigkeiten und in wel- chem Umfang dem Beschwerdeführer aufgrund der verblieb enen Beeinträchtigungen am rech- ten Fuss noch zugemutet werden könnten, gestützt auf di e medizinischen Unterlagen nicht möglich. In diesem Zusammenhang ist insbesondere von B edeutung, dass die von Dr. M.____ im Rahmen seiner gutachterlichen Beurteilung beschrieb enen deutlichen Atrophiezeichen am rechten Bein, ausgelöst durch die Fussarthrose, sowie insb esondere der deutlich vermindert bewegliche Fuss mit Endphasenschmerz erhebliche Zweifel a n der für die Rentenverfügung vom 28. März 2013 massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung durch die Rehaklinik E.____ auf- kommen lassen. 8. Zusammenfassend ergibt sich, dass anhand der medizinische n Aktenlage die Kausali- tätsfrage der Kniebeschwerden und die Invalidität de s Versicherten nicht zuverlässig beurteilt werden können. Bei dieser Sachlage drängt sich eine gutachterliche Beurteilung zur Klärung dieser Fragen auf. Aufgrund der sehr allgemein gehalt enen und dürftigen Ausführungen zur Unfallkausalität sowie unter Berücksichtigung der bestehe nden erheblichen Diskrepanzen hin- sichtlich der Beurteilung der noch zumutbaren Tätigkeite n, erweist sich die Frage, welche Ver- weistätigkeiten und in welchem Umfang dem Beschwerdefüh rer aufgrund seiner aktuellen ge- sundheitlichen Situation noch zuzumuten sind insgesamt als nahezu ungeklärt. Folglich ist die Streitsache in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides vom 1. September 2014 Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwe isen (vgl. zur Zulässigkeit der Rückweisung BGE 137 V 210 E. 4.4.1.1 ff.). Diese wird bei einer bisher nicht involvierten versi- cherungsexternen Fachperson ein Gutachten zur Klärung d er Kausalität der Kniebeschwerden sowie der noch zumutbaren Verweistätigkeiten einzuholen haben. Dabei reicht es im Sinne obi- ger Erwägungen nicht aus, dass sich die begutachtende Fac hperson allein mit der Frage der natürlichen Kausalität der Kniebeschwerden und deren m ögliche Auswirkung auf die Arbeitsfä- higkeit auseinandersetzt. Sie hat vielmehr, unabhängig vom Ergebnis dieser Frage, eine um- fassende medizinische Beurteilung der unfallkausalen Gesu ndheitsbeeinträchtigungen und der damit noch zumutbaren Verweistätigkeiten vorzunehmen. Ge stützt auf die Ergebnisse dieses Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin über den Leistun gsanspruch des Beschwerdeführers auf eine UVG-Invalidenrente neu zu befinden haben. 9.1 In BGE 137 V 314 hielt das Bundesgericht in Ände rung seiner bisherigen Rechtspre- chung fest, dass einer Beschwerde führenden Partei auch d ann Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn das kantonale Gericht beabsi chtigt, eine rentenzusprechende Verfügung aufzuheben und die Sache zur weiteren Abkläru ng und neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückzuweisen. Damit soll eine Schlechterstellung gegenüber Beschwerde führenden Versicherten behoben werden, bei denen das kantonale Ve rsicherungsgericht die verfügungs- weise zugesprochene Rente selber herabsetzt oder sogar aufhebt. Denn diese Personen haben die Möglichkeit, ihre Beschwerde gestützt auf Art. 61 li t. d ATSG zurückzuziehen und so der drohenden Verschlechterung ihrer Rechtsposition zu entgehen. 9.2 Das Kantonsgericht erachtet den Sachverhalt als un vollständig abgeklärt und weist die Sache unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides zur weiteren Abklärung und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurück. E ntsprechend ist die Frage nach dem Umfang des Rentenanspruchs des Beschwerdeführers weiterhin offen. Die Verneinung der natürlichen Kausalität sowie das von der Rehaklinik E.____ attestierte Zumutbarkeitsprofil könn- ten bestätigt werden. Angesichts der divergierenden ärztl ichen Auffassungen und der noch un- geklärten Kausalitätsfrage, könnte sich dieses Zumutbarkeit sprofil aber auch als nicht ange- messen erweisen und dem Beschwerdeführer insgesamt wenig er zugemutet werden, so dass der Invaliditätsgrad sowie die entsprechende Rente höh er ausfallen würden. Es besteht indes- sen auch die Möglichkeit, dass die begutachtende Fachpers on dem Beschwerdeführer ein me- dizinisches Zumutbarkeitsprofil attestiert, welches ihm erlaubt ein höheres Einkommen zu erzie- len, als die Beschwerdegegnerin der Bemessung des Invaliditätsgrades zugrunde legte, mit der Folge, dass die Rente zu Ungunsten des Beschwerdeführers geringer ausfallen oder sogar auf- gehoben würde. Damit steht die Verschlechterung der Rec htsposition des Beschwerdeführers im Raum. Aus diesem Grund wurde das Verfahren ausgeste llt und dem Beschwerdeführer mit Beschluss vom 9. April 2015 Gelegenheit eingeräumt, bis 18. Mai 2015 seinen Beschwerde- rückzug zu erklären. Mit Schreiben vom 18. Mai 2015 liess er dem Gericht mitteilen, dass er an seiner Beschwerde festhalte. Daher ist das Verfahren for tzusetzen und die Beschwerde in die- sem Sinne gutzuheissen. Die Angelegenheit ist an die Be schwerdegegnerin zurück zu weisen, damit diese den medizinischen Sachverhalt erneut abklärt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 10.1 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vo r dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vo rliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Be schwerde führende Person An- spruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Versicherte ob siegende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen . Der Rechtsvertreter des Be- schwerdeführers machte in seiner Honorarnote vom 6. August 2014 für das vorliegende Verfah- ren einen Zeitaufwand von 9 Stunden und 20 Minuten geltend, was sich umfangmässig in An- betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfrage n als angemessen erweist. Die Be- mühungen sind zum in Sozialversicherungsprozessen praxisgem äss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.- - zu entschädigen. Dem Beschwer- deführer ist eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘683.60 (9.3 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von 152.30 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu La sten der Beschwerdegegnerin zu- zusprechen. 11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bständig eröffnete Zwischenent- scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei- ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschw erde sofort einen Endentscheid her- beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Ze it oder Kosten für ein weitläufiges Be- weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BG G). Nach der bundesgerichtlichen Recht- sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BG G. Dies gilt auch für einen Rückwei- sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 9 3 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass der ange- fochtene Einspracheentscheid vom 1. September 2014 auf gehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwäg ungen über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer e ine Parteient- schädigung in der Höhe von Fr. Fr. 2‘683.60 (inkl. Ausla gen und 8% Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Mitteilung an Parteien Bundesamt für Gesundheit Vizepräsident Gerichtsschreiberin