B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-5583/2016 wiv U r t e i l v o m 1 4 . M a i 2 0 1 9 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner, Richter Walter Lang, Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…) beide Eritrea, beide vertreten durch MLaw Ruedy Bollack, Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende Aargau, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 12. August 2016 / N (…). D-5583/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Die Beschwerdeführerin, eine eritreische Staatsangehörige, verliess ihr Heimatland gemäss ihren Aussagen illegal am 1. März 2014 und gelangte am 24. Juni 2014 in die Schweiz, wo sie am gleichen Tag ihr Asylgesuch einreichte. Am 1. Juli 2014 fand die Befragung zur Person statt und am 30. Juni 2016 hörte sie das SEM zu den Asylgründen an. Die Beschwerdeführerin legte dar, sie sei Angehörige der Ethnie der Tigri- nya und sei zuletzt in C._______ in der Zoba D._______ wohnhaft gewe- sen. Ihre Eltern hätten sie gegen ihren Willen verheiraten wollen. Aus die- sem Grund habe sie beschlossen, ihr Heimatland zu verlassen. Die Beschwerdeführerin gab keine rechtsgenüglichen Identitätsdokumente zu den Akten. Im Verlauf des Asylverfahrens gab sie eine unleserliche Ko- pie einer Identitätskarte und die Kopie eines Taufscheins ab. B. Mit Verfügung vom 12. August 2016 – eröffnet am gleichen Tag – stellte das SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. C. Mit Eingabe vom 9. September 2016 reichte die Beschwerdeführerin Be- schwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und beantragte in materiel- ler Hinsicht die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gewährung von Asyl, eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme infolge Un- zulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sowie subeventualiter die Rückweisung der Sache an das SEM zur Neu- beurteilung. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung unter Einschluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um Beiordnung des die Beschwerde unter- zeichnenden Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand. Der Be- schwerde wurden eine Kopie der Vollmacht, der angefochtenen Verfügung, der postalischen Zustellung und der Fürsorgebestätigung beigelegt. D. Am 16. September 2016 wurde der Eingang der Beschwerde bestätigt. D-5583/2016 Seite 3 E. Mit Zwischenverfügung vom 29. September 2016 wurde der Beschwerde- führerin mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. Der Entscheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde einstwei- len verzichtet. Der Beschwerdeführerin wurde Gelegenheit gewährt, innert Frist zur Motivsubstitution Stellung zu nehmen, verbunden mit der Andro- hung, im Unterlassungsfall werde aufgrund der Akten entschieden. F. Mit Eingabe vom 11. November 2016 wurde eine Stellungnahme zur Mo- tivsubstitution eingereicht. Der Eingabe lagen Kopien einer Bestätigung des UNHCR vom 31. Oktober 2016 bei. G. Mit Eingabe vom 4. Januar 2016 (recte: 2017) wurde ein Schulzeugnis samt Übersetzung in die deutsche Sprache nachgereicht. H. Mit Zwischenverfügung vom 14. März 2017 wurde das Gesuch um Gewäh- rung der unentgeltlichen Rechtspflege gutgeheissen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Der rubrizierte Rechtsvertreter wurde als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. I. Mit Eingabe vom 23. Mai 2017 wurde eine Kostennote zu den Akten ge- reicht. J. Am 1. Februar 2019 wurde die Vorinstanz zur Vernehmlassung eingeladen. K. In ihrer Vernehmlassung vom 11. Februar 2019 hielt die Vorinstanz an ihren Erwägungen vollumfänglich fest. L. Am 19. Februar 2019 wurde die Vernehmlassung der Beschwerdeführerin ohne Replikrecht zur Kenntnis gebracht. D-5583/2016 Seite 4 M. Am 20. Februar 2019 wurde das Dossier aus organisatorischen Gründen auf den rubrizierten vorsitzenden Richter und die Gerichtsschreiberin über- tragen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungs gericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bund esverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie- gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe- stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-5583/2016 Seite 5 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen gru nd- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verha lten nach der Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge- schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe können zwar die Flüchtlings- eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG begründen, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss- bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352, m.w.H.). 4. 4.1 Das SEM stellte in der angefochtenen Verfügung fest, dass die Vorbrin- gen der Beschwerdeführerin teilweise den Anforderungen an die Glaub- haftmachung und teilweise denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermöchten. 4.2 In Bezug auf die Glaubhaftmachung wurde vom SEM wie folgt argu- mentiert: D-5583/2016 Seite 6 4.2.1 Das Vorbringen, wonach die Beschwerdeführerin von ihren Eltern ge- gen ihren Willen hätte verheiratet werden sollen, könne nicht geglaubt wer- den, weil die dazu zu Protokoll gegebenen Äusserungen pauschal und oberflächlich erfolgt und auch auf Nachfrage hin nicht konkreter geworden seien. Die Oberflächlichkeit der Aussagen ziehe sich durch die gesamten Vorbringen durch. Weder habe die Beschwerdeführerin darlegen können, unter welchen Umständen sie von der gepla nten Hochzeit erfahren habe noch sei ihr bekannt, welchen Mann sie hätte heiraten sollen. Auch zur ge- planten Hochzeit selber und selbst zur persönlichen Betroffenheit seien keine detaillierten und individuellen Angaben gegeben worden. 4.2.2 Zudem habe sich die Beschwerdeführerin in Widersprüche verstrickt, indem sie den Mann, den sie hätte heiraten sollen mit einem unterschied- lichen Namen bezeichnet habe. Ferner habe sie einmal angegeben, keinen Termin für die Hochzeit erfahren zu haben, während sie das andere M al ein konkretes Datum genannt habe. 4.3 Hinsichtlich der Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft legte das SEM dar, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte illegale Aus- reise – unabhängig von deren Glaubhaftigkeit – keine begründete Furcht vor zukünftigen Verfolgungsmassnahmen seitens des eritreischen Staates begründen könne, da sie gestützt auf die bestehende Aktenlage weder den Nationaldienst verweigert noch aus diesem desertiert sei und somit nicht gegen die Proclamation on National Service verstossen habe. 4.4 In der Beschwerde wurde Folgendes vorgebracht: 4.4.1 Die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Beschwerdeführerin seien von der Vorinstanz zu Unrecht in Zweifel gezogen worden. Das SEM habe missachtet, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt ihrer Flu cht erst 18 Jahre alt gewesen sei und die bevorstehende Zwangsheirat für sie eine grosse psychische Belastung dargestellt habe. Deshalb sei es ihr schwer gefallen, das Geschehene detailreich zu präsentieren. Zudem habe sie von der ihr bevorstehenden Zwangsheirat nicht viel gewusst, weil sie von ihren Eltern darüber nicht informiert worden sei. Da sie sich im Zeitpunkt der Be- fragung ferner in einem äusserst labilen Zustand befunden habe, sei es ihr nicht gelungen, sich zu konzentrieren. Sie habe die Fragen n icht richtig verstanden und teilweise falsche Antworten gegeben. Anlässlich der Befra- gung habe sie den Namen ihres Freundes angegeben, weil sie gemeint habe, man wolle von ihr wissen, wen sie heiraten wolle. Das Hochzeitsda-D-5583/2016 Seite 7 tum sei ihr nicht bekannt gewesen; da sie sich indessen von der befragen- den Person unter Druck gesetzt gefühlt habe, habe sie irgendein Datum genannt. Zudem sei von der Vorinstanz nicht berücksichtigt worden, dass sie schwanger gewesen sei und aus diesem Grund mit Konzentrations- problemen gekämpft habe. Da der Kindsvater überdies den Kontakt zu ihr abgebrochen habe, sei die Situation für sie zu schwierig gewesen, um die Gesuchsgründe vollständig und nachvollziehbar zu präsentieren. 4.4.2 Gemäss geltender Praxis hätten eritreische Staatsangehörig e, wel- che ihr Heimatland illegal verlassen hätten, begründete Furcht, bei einer Rückkehr asylrelevanten Nachteilen ausgesetzt zu sein. Gemäss gelten- der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts würden das illegale Verlassen des Heimatlandes, die Einreichung eines Asylgesuches im Aus- land oder unerwünschte exilpolitische Betätigung subjektive Nachflucht- gründe darstellen, wenn sie die Gefahr einer zukünftigen Verfolgung be- gründeten. Da das Bundesverwaltungsgericht auch in den kürzlich ent- schiedenen Urteilen auf diese Praxis verweise, sei davon auszugehen, dass sie immer noch Gültigkeit habe (unter Hinweis auf das Urteil des Bun- desverwaltungsgerichts E-2537/2016 vom 17. Mai 2016). Demgegenüber habe die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung dargelegt, dass die Behandlung von Rückkehrenden durch die eritreischen Behörden davon abhänge, ob die Rückkehr freiwillig oder mit Zwang erfolgt sei sowie wel- chen Nationaldienst-Status die rückkehrende Person vor der Ausreise aus Eritrea gehabt habe. Das SEM müsse sich gestützt auf BVGE 2010/54 in- dessen an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts als letzte Instanz halten, ansonsten die Rechtsgleichheit, die Rechtssicherheit und die Rechtsstaatlichkeit nicht gewährt seien. Ausnahmen seien bloss in Ein- zelfällen, welche gut begründet würden, möglich. Diese Regeln seien vor- liegend missachtet worden, indem das SEM eine generelle Praxisände- rung angekündigt und im vorliegenden Verfahren nicht deklariert habe, dass es sich um ein einzelnes Pilotverfahren, bei welchem bew usst von der geltenden Praxis abgewichen werde, handle. Zudem sei nicht auf die geltende Praxis Bezug genommen worden. Die von der Vorinstanz vorge- nommene Praxisänderung entbehre jeder Grundlage, weil sie sich auf eine dünne Quellenlage stütze. Vorliegend sei die Beschwerdeführerin illegal aus Eritrea ausgereist, und sie habe ihren Reiseweg und die genauen Rei- seumstände nachvollziehbar geschildert. Damit erfülle sie die Flüchtlings- eigenschaft. D-5583/2016 Seite 8 5. 5.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlings- eigenschaft der Beschwerdeführerin verneint und ihr Asylgesuch abgewie- sen hat. 5.2 Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie von ihren Eltern gegen ihren Willen mit einem ihr fremden Mann hätte verheiratet werden sollen, kann nicht geglaubt werden. Wie das SEM zu Recht ausführte, sind die dazu zu Protokoll gegebenen Angaben der Beschwerdeführerin ober- flächlich, substanzarm und ohne Details. Daran vermochte auch die mehr- fache Aufforderung anlässlich der Anhörung, sie solle detaillierter berich- ten, nichts zu ändern, zumal die Beschwerdeführerin einfach wiederholte, was sie davor schon aussagte. Weder konnte sie im Detail berichten, wie und unter welchen Umständen sie von wem über die sie betreffenden Hei- ratspläne wann genau informiert worden sei noch war sie in der Lage, Aus- kunft darüber zu geben, ob eine Verheiratung in ihrem Heimatland unter den von ihr angegebenen Umständen üblich sei (vgl. Akte A23/17 S. 3 ff.). Aufgrund der Substanzlosigkeit ihrer Aussagen, welche ihre Kernvorbrin- gen betreffen, bestehen ernsthafte Zweifel an der Glaubhaftigkeit. 5.3 Abgesehen von der oben festgehaltenen Substanzlosigkeit der Aussa- gen bestehen in mehrfacher Hinsicht auch widersprüchliche Angaben. So sagte sie zunächst aus, ihre Probleme hätten am 1. Januar 2014 b egon- nen, weil man sie damals habe verheiraten wollen (vgl. Akte A23/17 S. 3 f.), brachte indessen später vor, am 1. Januar 2014 sei nichts gewesen, sie habe am 1. März 2014 von ihrer Mutter erstmals erfahren, dass sie hätte verheiratet werden sollen (vgl. Akte A23/17 S. 4), um im Anschluss vorzu- tragen, die eigene Hochzeit sei ihr erstmals am 3. Februar 2014 in der Schule gerüchteweise zugetragen worden (vgl. Akte A23/17 S. 4 f.). Auch diese mehrfach widersprüchlichen Aussagen sprechen gegen die Glaub- haftigkeit ihrer Aussagen. 5.4 Überdies gab sie anlässlich der Befragung an, ihre Eltern hätten sie mit einem Mann namens E._______ verheiraten wollen (vgl. Akte A4/11 S. 7), während sie diesen Mann anlässlich der Anhörung als ihren Freund und F._______ als den zukünftigen Ehemann bezeichnete (vgl. Akte A23/17 S. 3), was nicht nachvollziehbar ist. D-5583/2016 Seite 9 5.5 Auch gab sie anlässlich der Befragun g an, die Hochzeit hätte am 19. Mai 2014 stattfinden sollen (vgl. Akte A4/11 S. 7), was sich nicht ver- einbaren lässt mit der Aussage anlässlich der Anhörung, wonach die Mutter keinen bestimmten Termin genannt habe (vgl. Akte A23/17 S. 5). 5.6 Schliesslich vermag es auch nicht zu überzeugen, dass nur der Be- schwerdeführerin das Schicksal einer Zwangsheirat gedroht haben soll, während die ältere Schwester davon verschont geblieben sei. Ebenso we- nig nachvollzogen werden kann die Reaktion der Beschwerdeführerin, nachdem sie erfahren haben will, dass s ie zwangsweise verheiratet wer- den solle, zumal sie gemäss ihren Angaben nicht mit ihrer Mutter darüber gesprochen haben will, sondern ohne weitere Vorbereitung fluchtartig ihren Wohnort und schliesslich ihr Heimatland verlassen habe. 5.7 Insgesamt erscheinen die Vorbringen der Beschwerdeführerin auf- grund der zahlreichen Ungereimtheiten konstruiert und können nicht ge- glaubt werden. An dieser Einschätzung vermögen weder die nachgereich- ten Beweismittelkopien noch die Einwände der Beschwerdeführerin an- lässlich der Konfrontation mit den Ungereimtheiten und die Argumente im Beschwerdeverfahren etwas zu ändern. Eine allfällige Stresssituation an- lässlich der Befragung, welche bei den meisten Asylsuchenden vorliegt, oder die Schwangerschaft anlässlich der Anhörung sind als Erklärung für die substanzlosen Aussagen, die Widersprüche und die fehlende Nachvoll- ziehbarkeit der Aussagen nicht tauglich. 5.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt ihrer Ausreise seitens der eritreischen Behörden keine asylrele- vante Verfolgung drohte und sie eine solche auch nicht zu befürchten hat, zumal sich die von ihr dargelegten Fluchtgründe bezüglich der Zwangshei- rat nicht als glaubhaft herausgestellt haben. Daran vermögen die Ausfüh- rungen in der Beschwerde nichts zu ändern. 5.9 Die Beschwerdeführerin macht sodann subjektive Nachfluchtgründe geltend, indem sie vorbringt, sie müsse aufgrund ihrer illegalen Ausreise aus Eritrea und wegen der Einreichung ihres Asylgesuches in der Schweiz im Falle ihrer Rückkehr mit flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung rech- nen. 5.9.1 In seiner früheren Praxis ging das Bundesverwaltungsgericht davon aus, illegal aus Eritrea ausgereiste Asylsuchende hätten in der Regel be-D-5583/2016 Seite 10 gründete Furcht, bei einer Rückkehr in ihr Heimatland erheblichen N ach- teilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden (vgl. dazu nament- lich das Urteil D-3892/2008 vom 6. April 2010). Diese Praxis wurde indes- sen mit Referenzurteil D -7898/2015 vom 30. Januar 2017 revidiert. Das Gericht gelangte dabei unter Berücksicht igung von Berichten verschiede- ner Organisationen und in Würdigung der Erkenntnisse aus verschiedenen Fact-Finding-Missionen in Eritrea zum Ergebnis, dass die bisherige Praxis, wonach eine illegale Ausreise aus Eritrea per se zur Flüchtlingseigenschaft führt, nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Insbesondere könne die Annahme, wonach illegal ausgereiste Personen generell als Verräter be- trachtet würden, nicht mehr als zutreffend erachtet werden. Auch das Ri- siko, nach der Rückkehr in den Nationaldienst eingezogen zu werden, sei flüchtlingsrechtlich nicht relevant, da es sich dabei ebenfalls nicht um eine Massnahme handle, welche aus flüchtlingsrechtlich relevanten Motiven er- folge. Das Gericht kam insgesamt zum Schluss, dass die Furcht vor ernst- haften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG allein aufgrund einer illegalen Ausreise nicht als objektiv begründet erscheine (vgl. ebenda, E. 5.1). Im Kontext von Eritrea reiche somit alleine die illegale Ausreise zur Begrün- dung der Flüchtlingseigenschaft nicht aus. Vielmehr bedürfe es hierzu zu- sätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu einer Schärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. ebenda, E. 5.2). 5.9.2 Demnach vermag die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte illegale Ausreise für sich genommen keine Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung zu begründen. Es bestehen im vorliegenden Fall auch keine zusätzlichen Anknüpfungspunkte, welche zu einer Schärfung des Profils der Beschwerdeführerin führen könnten. Es ist insbesondere nicht davon auszugehen, dass sie als Regimegegnerin wahrgenommen wurde. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass allfällige Probleme mit den Eltern sie in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könnten. Allein aus der Einreichung eines Asylgesuchs in der Schweiz ist ebenso wenig der Schluss zu ziehen, sie sei eine Gegnerin des Regimes. Die Flüchtlingseigenschaft ist dem- nach auch unter dem Gesichtspunkt der subjektiven N achfluchtgründe zu verneinen. 5.10 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten Asylgründe nicht geeignet sind, eine asyl - respektive flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise eine ent- sprechende Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat D-5583/2016 Seite 11 deshalb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch der Beschwerdeführerin (und ihres Kindes) abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 8. 8.1 In Bezug auf die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzug stellte das SEM fest, dass sich aus den Akten keine Anhaltspunkte ergäben, dass der Be- schwerdeführerin im Fall einer Rückkehr ins Heimatland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behand- lung drohe. Der Vollzug der Wegweisung sei somit grundsätzlich zulässig. Bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs legte das SEM in der angefochtenen Verfügung dar, dass sich keine individuellen Gründe ergäben, welche den Vollzug der Wegweisung als unzumutbar erscheinen liessen. Es würden keine Hinweise vorliegen, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr den Schulbesuch nicht wieder aufnehmen könne. Sie habe bis zu ihrer Ausreise bei ihrer Familie gelebt und verfüge im Heimat- land über weitere Verwandte. Ausserdem pflege sie auch seit der Ausreise Kontakt zu ihren Angehörigen. Auch unter Berücksichtigung ihrer Schwan-D-5583/2016 Seite 12 gerschaft würden ihr Lebensunterhalt und ihre Wohnsituation bei der Rück- kehr in den Heimatstaat als gesichert gelten. Der Schwangerschaft bezie- hungsweise des Gesundheitszustandes werde insofern Rechnung getra- gen, als eine angemessene Ausreisefrist angesetzt werde. 8.2 In der Beschwerde wurde demgegenüber geltend gemacht, dass d er Vollzug der Wegweisung nach Eritrea vor dem Hintergrund der dokumen- tierten und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen sowie der Will- kür des Regimes nicht zumutbar sei. Zudem würde die Beschwerdeführe- rin bei einer Rückkehr keine Unterstützung durch ihre Familie erhalten, da sie die Heirat verweigert und aus Eritrea geflohen sei. Sie verfüge über keine Ausbildung, weshalb sie nicht für sich und ihr Kind sorgen könne. Dies würde dem Kindeswohl widersprechen. 9. 9.1 Die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) sind praxisgemäss alter- nativer Natur – ist eine von ihnen erfüllt, erweist sich der Vollzug der Weg- weisung als undurchführbar und die weitere Anwesenheit in der Schweiz ist gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. etwa BVGE 2011/7 E.8). 9.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.2.1 Im Urteil D-2311/2016 vom 17. August 2017 kam das Bundesverwal- tungsgericht bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zum Schluss, angesichts der dokumentierten Verbesserungen in der Nah- rungsmittel- und Wasserversorgung, im Bildungswesen sowie im Gesund- heitssystem Eritreas könne die bisherige Praxis, dass eine Rückkehr nur bei begünstigenden individuellen Umständen zumutbar sei (vgl. Entschei- dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 12), nicht mehr aufrechterhalten werden (a.a.O., E. 17.2). Angesichts der schwierigen allgemeinen – und insbesondere wirt- schaftlichen – Lage des Landes müsse bei Vorliegen besonderer Um-D-5583/2016 Seite 13 stände aber nach wie vor von einer Existenzbedrohung ausgegangen wer- den. Die Frage der Zumutbarkeit bleibe daher im Einzelfall zu prüfen (a.a.O., E. 17.2). 9.2.2 Vorliegend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin als unver- heiratete Frau mit einem unehelichen Kind ins Heimatland zurückkehren würde. Dort befinden s ich ihren Angaben gemäss zwar noch ihre Eltern, Geschwister und weitere Verwandte. Indessen kann nicht davon ausge- gangen werden, dass diese sie und das Kind unter den gegebenen Um- ständen aufnehmen und ihnen eine Existenz bieten würden. Ausserdem muss sie d amit rechnen, im Heimatland als ledige Mutter verstossen zu werden. Aufgrund der geringen Schulbildung und der fehlenden Erfahrung in der Arbeitswelt ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Kind in eine existenzielle Notlage geraten würden. Für sie und das Kind ist deshalb der Vollzug der Wegweisung in Anbetracht aller vorliegenden Umstände nicht zumutbar, weshalb sie vorläufig aufzunehmen sind. Unter diesen Umständen ist auf eine Erörterung der beiden ander en Kriterien – insbesondere der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges – zu verzichten. Über diese müsste dann befunden werden, wenn die vorläufige Aufnahme aufgehoben würde. Zur Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs erüb- rigen sich im heutigen Zeitpunkt weitere Erwägungen (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 9.3 Folglich erweist sich der Vollzug der Wegweisung vorliegend nicht als zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG. Nachdem sich aus den Akten keine Hinweise auf das Vorliegen von Ausschluss gründen im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AIG ergeben, sind die Voraus setzungen für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme erfüllt. 9.4 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung hinsichtlich der Ziff. 1 bis 3 des Dispositivs Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist insofern abzuweisen. In Bezug auf die übrigen Dispo- sitivziffern der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung vom 12. August 2016 werden aufgehoben. Das SEM ist anzuweisen, der Be- schwerdeführerin und ihr em Kind infolge Unzumutbarkeit des Wegwei- sungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu gewähren. D-5583/2016 Seite 14 10. 10.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung sind der Beschwerdeführerin grundsätzlich nach dem Verhältnis von Ob- siegen und Unterliegen aufzuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 und Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerd eführerin ist be- züglich ihrer Anträge auf Feststellung der Flüchtlingseigenschaft, der Asyl- gewährung und der Aufhebung der Wegweisung unterlegen. Bezüglich der Anordnung des Wegweisungsvollzugs hat sie obsiegt. Praxisgemäss be- deutet dies ein hälftiges Obsiegen. 10.2 Nach dem Gesagten wären die Verfahrenskosten zur Hälfte der Be- schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da der mit der Be- schwerde gestellte Antrag auf unentgeltliche Prozessführung mit Zwi- schenverfügung vom 14. März 2017 gutgeheissen wurde, hat sie vorlie- gend keine Verfahrenskosten zu tragen. 10.3 Die Beschwerdeführerin ist im Umfang ihres Obsiegens – hier also hälftig – für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zu entschädigen (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Mit Eingabe vom 23. Mai 2017 wurde eine Kos- tennote eingereicht, in welcher ein Aufwand von 8.75 Stunden und Spesen von Fr. 27.30, mithin ein Gesamtaufwand i n der Höhe von gerundet Fr. 2‘215.– geltend gemacht wird. Der Aufwand von 8.75 Stunden erscheint gerechtfertigt. Das SEM ist demnach anzuweisen, der Beschwerdeführerin eine hälftige Parteientsch ädigung in der Höhe von gerundet Fr. 1‘108.– auszurichten. 10.4 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet worden ist (vgl. Art. 110 a Abs. 1 AsylG), ist er im Weiteren für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu entschädigen, soweit dieser sac hlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der Regel von einem Stundenansatz zwischen Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nichtanwaltliche Vertreterinnen und Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Nur der notwendige Aufwand wird entschädigt (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der in der eingereichten Kostennote ausgewiesene Stundenansatz von Fr. 250.– ist für die amtliche Rechtsver- beiständung auf Fr. 150.– zu reduzieren. Damit ergibt dies ein Gesamttotal D-5583/2016 Seite 15 von gerundet Fr. 1‘340.– (inklusive Spesen). Der Rechtsvertretung der Be- schwerdeführerin ist ein hälftiges Honorar von Fr. 670.– zulasten des Bun- desverwaltungsgerichts auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5583/2016 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 2. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 12. August 2016 werden aufgehoben und das SEM wird angewiesen, die Beschwerdeführerin und ihr Kind vorläufig aufzunehmen. 3. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin eine hälftige Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1’108.– auszurichten. 5. Der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin ist ein hälftiges Honorar von Fr. 670.– zulasten des Bundesverwaltungsgerichts auszurichten. 6. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand: