<h2>SubmittedText<h2><p>Auf meine Frage 12.5383, ob nicht allfällige Problembären in besser geeignete Gebiete gebracht werden könnten, hat der Bundesrat geantwortet, dass alle Pärke oder Kantone, in die die Bären umgesiedelt werden könnten, zu klein seien, um zu verhindern, dass die Bären mit ihrem Verhalten auch ausserhalb der für sie vorgesehenen Gebiete Menschen gefährden. Auf der Webseite des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), die dem Bär-Management gewidmet ist (http://www.bafu.admin.ch/tiere/09262/09285/09288/index.html?lang=de), steht hingegen Folgendes: "In den Kantonen Graubünden und Tessin gibt es durchaus Regionen, in denen der Bär einen Lebensraum finden würde." Die Frage soll mit den beiden Kantonen bereits diskutiert worden sein. Ausserdem gibt es noch den Naturpark Goldau in der Schweiz und weitere Pärke im Ausland.</p><p>In der gleichen Antwort erklärt der Bundesrat auch, eine Umsiedlung könne den Abschuss von Risikobären nicht ersetzen, was meiner Meinung nach eines zivilisierten Landes unwürdig ist. Die Möglichkeit eines Abschusses ist auch im sogenannten Konzept Bär vorgesehen. Dabei handelt es sich aber um ein Papier, das periodisch überarbeitet werden kann. Dem Image der Tourismusdestination Schweiz und insbesondere dem Image Graubündens (mit dem Nationalpark) würde ein Abschuss aus touristischer Sicht schaden. Die Einwanderung von Bären, Luchsen und Wölfen sollte daher als Pluspunkt verstanden werden im Hinblick auf das Bild einer natürlichen und touristisch vielfältigen Schweiz.</p><p>Vor diesem Hintergrund stelle ich dem Bundesrat die folgenden Fragen:</p><p>1. Besteht nicht ein Widerspruch zwischen der Antwort des Bundesrates auf meine Frage und der Aussage auf der Website des Bafu?</p><p>2. Hat er die Möglichkeit in Betracht gezogen, den Bären M13 in einen der erwähnten Pärke umzusiedeln? Falls ja, aus welchem Grund ist diese Idee verworfen worden?</p><p>3. Findet er nicht, dass es an der Zeit wäre, das Konzept Bär so zu revidieren, dass die Möglichkeit zum Abschuss von Risikobären aufgehoben wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In den Kantonen Graubünden und Tessin besteht ökologisch betrachtet zweifelsohne guter Lebensraum für Bären, die wild bleiben und ihre Nahrung im Wald und am Berg suchen. Das Konzept Bär und die Website des Bundesamtes für Umwelt geben diese Tatsache entsprechend richtig wieder. Bären wie M13, die sich an die Nahrungssuche in Siedlungen gewöhnt haben, schaffen aber in der dichtbesiedelten Kulturlandschaft der Schweiz rasch Probleme. Für die Umsiedlung solcher Problembären zwecks Freisetzung in anderen Regionen hat die Schweiz zu wenig Raum, worauf der Bundesrat in seiner Antwort auf die Frage 12.5383 auch hingewiesen hat.</p><p>2. Das Einfangen von Problembären und das Platzieren in einem Tierpark wurden bei der Erarbeitung des Konzepts Bär Schweiz intensiv mit Vertreterinnen und Vertretern des Verbandes der wissenschaftlich geführten Zoos der Schweiz diskutiert. Die Antwort der Experten war klar: In freier Wildbahn geborene Bären in einem Gehege einzusperren widerspricht den Anliegen des Tierschutzes; diese Bären würden rasch Verhaltensanomalien entwickeln und hätten nichts anderes im Sinn, als auszubrechen. Zudem müssen in Europa jährlich viele in Tierpärken und Zoos geborene Jungbären getötet werden, weil keine freien Plätze vorhanden sind und sie deshalb kein anderer Tierpark oder Zoo aufnehmen will.</p><p>3. Das Konzept Bär Schweiz hat sich bisher gut bewährt. Es ermöglicht den Behörden von Bund und Kantonen sowohl den Schutz von unauffälligen Bären - bislang fünf zu Besuch in der Schweiz - wie auch den Umgang mit Problembären und sogar den Abschuss von Risikobären (JJ3 und M13). Das Konzept basiert auf fachlichen Grundsätzen und ist politisch breit akzeptiert. Über die Anpassung der Anhänge können auch die Lehren aus den gemachten Erfahrungen rasch eingebaut werden. Da der Bär eine äusserst kräftige Wildart ist, die für den Menschen auch gefährlich werden kann, wäre ein Konzept ohne die Möglichkeit des Abschusses von einzelnen Tieren aus Sicherheitsgründen fahrlässig.</p>  Antwort des Bundesrates.