Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni Ref.: Chur, 09. Oktober 2017 Schriftlich mitgeteilt am: KSK 17 50 10. Oktober 2017 Entscheid Schuldbetreibungs- und Konkurskammer Vorsitz Michael Dürst Aktuarin Thöny In der Schuldbetreibungs- und Konkurssache des X._____, Beschwerdeführer, gegen den Entscheid des Einzelrichters SchKG am Regionalgericht Landquart vom 30. August 2017, mitgeteilt am 4. September 2017, in Sachen der Y._____, Beschwerdegegnerin, gegen den Beschwerdeführer, betreffend definitive Rechtsöffnung, hat sich ergeben:Seite 2 — 11 I. Sachverhalt A. Mit Entscheid vom 31. Mai 2017 hiess der Einzelrichter in Zivilsachen am Regionalgericht Plessur im Rahmen eines hängigen Eheschutzverfahrens das Gesuch von Y._____ um Erlass superprovisorischer Massnahmen gut und verpflichtete X._____, mit Wirkung ab 1. Juni 2017 an den Unterhalt von Y._____ und die gemeinsame Tochter A._____ für die Dauer des Getrenntlebens monatlich insgesamt CHF 3'190.00, zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen à Konto und unter Anrechnung der Unterhaltsbeiträge an Y._____ und A._____, zu bezahlen. Am 13. Juni 2017 erging im genannten Eheschutzverfahren ein weiterer Entscheid, mit welchem insbesondere eine Besuchsrechts- und Erziehungsbeistandschaft für die Tochter A._____ angeordnet und gleichzeitig die Beurteilung der übrigen Rechtsbegehren - darunter auch die Festsetzung des Ehegatten- und Kindesunterhalts - aufgeschoben wurde, bis erste Erkenntnisse des Beistandes vorliegen würden. B. Mit Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes der Region Landquart vom 20. Juni 2017 (Betreibungs-Nr. _____) wurde X._____ von Y._____ für den Betrag von CHF 2'600.00 betrieben. Als Forderungsurkunde bzw. Grund der Forderung wurden dabei "Alimente für den Monat Juni 2017 für A._____ und Y._____" aufgeführt. Der Zahlungsbefehl wurde X._____ am 22. Juni 2017 zugestellt, woraufhin dieser gleichentags Rechtsvorschlag erhob. C. Am 30. Juni 2017 stellte Y._____ beim Einzelrichter am Regionalgericht Landquart ein Gesuch um definitive Rechtsöffnung mit dem folgenden Rechtsbegehren: In der Betreibung Nr. _____ des Betreibungsamtes Region Landquart sei gestützt auf Art. 80 SchKG die definitive Rechtsöffnung zu erteilen für CHF 2'600.00. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der Schuldner per Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 31. Mai 2017 verpflichtet worden sei, der Gläubigerin per 1. Juni 2017 Unterhalt in Höhe von monatlich CHF 3'190.00 zuzüglich CHF 220.00 Kindergeld zu bezahlen. Er habe am 8. Juni 2017 aber lediglich CHF 810.00 überwiesen, womit noch CHF 2'600.00 ausstehend seien. D. Mit Stellungnahme vom 17. August 2017 beantragte X._____ die Abweisung des Rechtsöffnungsbegehrens mit der Begründung, Y._____ habe am 15. Mai 2017 einen Vorschuss von CHF 1'800.00 sowie am 24. Mai 2017 von CHF 800.00 erhalten, da sie ohne Grund einen Mietvertrag per Mitte Mai 2017 Seite 3 — 11 unterzeichnet habe. Mit dem Entscheid vom 31. Mai 2017 des Regionalgerichts Plessur sei lediglich entschieden worden, dass er mit Wirkung per 1. Juni 2017 verpflichtet werde, Y._____ Unterhalt in Höhe von CHF 3'190.00 zuzüglich Kinderzulagen von CHF 220.00 zu bezahlen. Damit sei nach Abzug der Vorschüsse eine Differenzzahlung von CHF 810.00 zu tätigen, welche von ihm am 8. Juni 2017 an Y._____ überwiesen worden sei. Die folgenden Unterhaltszahlungen seien immer per 25. jeden Monats erfolgt. Zu den gerichtlich angeordneten Unterhaltszahlungen habe er noch die Krankenkassenrechnung für Juni bezahlt, wie auch die Kita-Rechnung. Somit schulde ihm Y._____ aus heutiger Sicht CHF 747.00, ohne das im Monat Mai beschlagnahmte Haushaltsgeld von rund CHF 1'680.85 zuzüglich die von ihm am 25. April 2017 an sie überwiesenen CHF 500.00, welche ihm anteilsmässig zustehen würden. E. An der Hauptverhandlung vom 18. August 2017 nahm nur Y._____ teil. Zu der schriftlichen Stellungnahme von X._____ vom 17. August 2017 führte sie aus, dass es sich bei den Zahlungen in der Höhe von CHF 1'800.00 vom 15. Mai 2017 und von CHF 800.00 vom 24. Mai 2017 um Unterhaltszahlungen für den Monat Mai gehandelt habe. Was die vom Gesuchsgegner bezahlte Krankenkasse für sie und ihre Tochter in der Höhe von CHF 321.05 sowie CHF 156.85 sowie die Zahlung für die Kinderkrippe in der Höhe von CHF 270.00 betreffe, so anerkenne sie, dass der Gesuchsgegner diese Zahlungen zur Verrechnung bringen könne. Insofern reduziere sie ihre Forderung auf den Betrag von CHF 1'852.10. F. Mit Entscheid vom 30. August 2017, mitgeteilt am 4. September 2017, erkannte der Einzelrichter SchKG am Regionalgericht Landquart was folgt: 1. Der Gesuchstellerin wird in der Betreibung Nr. _____, Betreibungsamt Landquart, Zahlungsbefehl vom 20. Juni 2017, definitive Rechtsöffnung für den Betrag von CHF 1'852.10 nebst Zins zu 5% seit 1. Juni 2017 erteilt. 2. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens in der Höhe von CHF 300.00 werden dem Gesuchsgegner auferlegt. Sie werden mit dem von der Gesuchstellerin geleisteten Kostenvorschuss verrechnet, unter Erteilung des Regressrechtes. 3. Parteientschädigungen werden keine zugesprochen. 4. (Rechtsmittelbelehrung). 5. (Belehrung Fristenstillstand). 6. (Mitteilung). Begründet wurde dieser Entscheid im Wesentlichen damit, dass der Gesuchsgegner ab Juni 2017 Unterhalt in Höhe von insgesamt CHF 8'377.90 Seite 4 — 11 bezahlt habe. Gemäss Entscheid des Regionalgerichts Plessur vom 1. Juni 2017 sei er verpflichtet worden, einen Betrag von monatlich CHF 3'410.00 an die Gesuchstellerin zu überweisen. Für die Monate Juni, Juli und August ergebe dies einen Gesamtbetrag von CHF 10'230.00. Insofern habe der Gesuchsgegner für jene Periode CHF 1'852.10 zu wenig bezahlt. G. Gegen diesen Entscheid erhob X._____ mit Eingabe vom 14. September 2017 beim Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde. Darin beantragte er sinngemäss die Aufhebung des Rechtsöffnungsentscheids des Regionalgerichts Landquart vom 30. August 2017 und die Abweisung des Rechtsöffnungsantrags von Petra Frank. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, es seien die von ihm im Mai 2017 geleisteten Vorschüsse von CHF 1'800.00 und CHF 800.00 in Abzug zu bringen. Damit sei nach Abzug der Vorschüsse noch eine Differenzzahlung von CHF 810.00 fällig gewesen, welche er am 8. Juni 2017 an Y._____ überwiesen habe. Des Weiteren handle es sich beim Entscheid vom 31. Mai 2017 des Regionalgerichts Plessur um eine superprovisorische Massnahme, gegen welche kein Rechtsmittel möglich sei. Ausserdem beantrage er aufschiebende Wirkung, da nur der Unterhalt Juni streitig sei und nicht gewährleistet sei, dass Y._____ dies zurückzahlen könne. H. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. September 2017 erteilte die Vorsitzende der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts von Graubünden der Beschwerde einstweilen die aufschiebende Wirkung. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in der Beschwerdeschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. II. Erwägungen 1. Gegen erstinstanzliche Entscheide über Rechtsöffnungsbegehren ist die Berufung unzulässig, weshalb für deren Anfechtung einzig das Rechtsmittel der Beschwerde zur Verfügung steht (Art. 309 lit. b Ziff. 3 ZPO in Verbindung mit Art. 319 lit. a ZPO). Beschwerdeinstanz ist das Kantonsgericht von Graubünden (Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]), wobei die Beurteilung in die Zuständigkeit der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer fällt, wenn es um Streitsachen auf dem Gebiet des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts geht, für welche das Seite 5 — 11 summarische Verfahren gilt (Art. 8 Abs. 2 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). Letzteres ist namentlich bei Rechtsöffnungssachen der Fall (Art. 251 Abs. 1 ZPO). Infolgedessen beträgt die Beschwerdefrist zehn Tage (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Die Beschwerde ist bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen, und zwar schriftlich, begründet sowie unter Beilegung des angefochtenen Entscheids (vgl. Art. 321 Abs. 1 und 3 ZPO). 1.1. Der vorliegend angefochtene Rechtsöffnungsentscheid datiert vom 30. August 2017 und wurde den Parteien am 4. September 2017 mitgeteilt. Mit Eingabe vom 14. September 2017 erfolgte die Beschwerde somit fristgerecht. Da die Beschwerde auch den formellen Begründungsanforderungen genügt, kann darauf eingetreten werden. 1.2. Wird – wie vorliegend – im Rechtsmittelverfahren der Streitwert von CHF 5'000.-- nicht überschritten, entscheidet die Vorsitzende in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO). 2. Nach Art. 320 ZPO kann mit der Beschwerde die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) und die offensichtlich unrichtige und damit willkürliche Feststellung des Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. In Rechtsfragen verfügt die Rechtsmittel-instanz im Beschwerdeverfahren daher über eine freie Kognition, die derjenigen der Vorinstanz entspricht, wohingegen die Kognition der Rechtsmittelinstanz in Tatfragen im Beschwerdeverfahren auf eine Überprüfung, ob Willkür vorliege, beschränkt bleibt (vgl. Myriam A. Gehri, in: Gehri/Jent- Sørensen/Kramer [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2015, N 2 zu Art. 320 ZPO; Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 3 ff. zu Art. 320 ZPO). 3. Gegenstand des Rechtsöffnungsverfahrens nach Art. 80 ff. SchKG bildet die Frage, ob für den in Betreibung gesetzten Betrag ein Rechtstitel besteht, der die hemmende Wirkung des Rechtsvorschlags zu beseitigen vermag. Das Rechtsöffnungsverfahren hat ausschliesslich betreibungsrechtlichen Charakter. Über den materiellen Bestand der Forderung hat der Rechtsöffnungsrichter hingegen nicht zu entscheiden (vgl. BGE 135 III 315 E. 2.3; PKG 1996 Nr. 24 E. 3b; PKG 1995 Nr. 25; Kurt Amonn/Fridolin Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9. Aufl., Bern 2013, § 19 N 22). Das Rechtsöffnungsverfahren dient demnach nicht dazu, den Bestand der in Seite 6 — 11 Betreibung gesetzten Forderung festzustellen, sondern lediglich der Beurteilung, ob ein Vollstreckungstitel vorliegt (BGE 136 III 583 E. 2.3 = Pra 2011 Nr. 55). 3.1. Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren gerichtlichen Urteil, so kann der Gläubiger definitive Rechtsöffnung verlangen (Art. 80 Abs. 1 SchKG). Diese kann nur erteilt werden, wenn das Urteil den Schuldner zur definitiven Zahlung einer bestimmten Geldleistung verpflichtet (Daniel Staehelin, in: Staehelin/Bauer/Staehelin [Hrsg.], Basler Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkus I, 2. Auflage, Basel 2010, N 38 zu Art. 80 SchKG). Die zu bezahlende Summe muss im Urteil beziffert werden oder muss sich zumindest in Verbindung mit der Begründung oder aus dem Verweis auf andere Dokumente klar ergeben (BGE 142 III 78 E. 3.1 S. 80; 138 III 583 E. 6.1.1 S. 584 f.; 135 III 315 E. 2.3; Staehelin, a.a.O., N 41 zu Art. 80 SchKG). Die durch Urteil festgestellte Forderung muss zum Zeitpunkt der Zustellung des Zahlungsbefehls ausserdem fällig gewesen sein, ansonsten für diese Betreibung keine definitive Rechtsöffnung erteilt werden kann (Staehelin, a.a.O., N 39 zu Art. 80 SchKG). 3.2. Im vorliegenden Verfahren beruht die geltend gemachte Forderung auf einer durch das Gericht superprovisorisch angeordneten Unterhaltsverpflichtung. Es ist daher in einem ersten Schritt zu prüfen, ob eine solche überhaupt einen definitiven Rechtsöffnungstitel darstellen kann. 3.2.1. Bei besonderer Dringlichkeit, insbesondere bei Vereitelungsgefahr, kann der Eheschutzrichter gemäss Art. 265 Abs. 1 ZPO die von einem Ehegatten beantragten Eheschutzmassnahmen ganz oder teilweise sofort und ohne Anhörung des anderen Ehegatten in Form von superprovisorischen Massnahmen anordnen (vgl. Jann Six, Eheschutz, 2. Auflage, Bern 2014, N. 1.18). In der Lehre und Rechtsprechung umstritten ist jedoch, ob in einem Eheschutzverfahren auch Unterhaltsleistungen superprovisorisch angeordnet werden können. Das Obergericht des Kantons Zürich beispielsweise verneint dies mit der Begründung, dass gemäss Art. 262 lit. e ZPO die Leistung einer Geldzahlung nur dann als vorsorgliche Massnahme verfügt werden könne, wenn dies im Gesetz vorgesehen sei, was auf Eheschutzverfahren nicht zutreffe (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich LE11006 vom 8. Februar 2012 E. 2.4.2.). Demgegenüber vertreten das Obergericht des Kantons Aargau (vgl. Entscheid ZSU.2011.433 vom 20. Februar 2012 E. 5), das Obergericht des Kantons Bern (vgl. Entscheid ZK 13 939 vom 6. Dezember 2012 E. 1), das Obergericht Thurgau (vgl. RBOG 2013 Nr. 14 E. 4.g) und das Kantonsgericht des Kantons St. Gallen (vgl. Entscheid FS.212.10 E. 2) die Auffassung, dass in einem länger dauernden Verfahren durchaus ein Bedarf Seite 7 — 11 nach einstweiligen Rechtsschutz bestehen kann, weshalb die Möglichkeit von superprovisorisch angeordneten Unterhaltsbeiträgen im Eheschutz bejaht wird (vgl. dazu auch Rolf Vetterli, in: Ingeborg Schwenzer/Roland Fankhauser [Hrsg.], FamKomm Scheidung Band II, 3. Auflage, Bern 2017, N. 16 zu Anh. ZPO Art. 271; Six, a.a.O. N. 1.18 und 5.02). Das Bundesgericht hat die Frage bislang offen gelassen (Verfügung 5A_870/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 5), wobei es dazu festhielt, dass angesichts ihrer Umstrittenheit die eine wie die andere Lösung nicht als willkürlich erscheine. 3.2.2. Das Kantonsgericht von Graubünden hat in seiner bisherigen Praxis die Zulässigkeit von superprovisorischen Unterhaltszahlungen im Eheschutzverfahren grundsätzlich nicht verneint und ist auf Rechtsmittel gegen solche Anordnungen stets eingetreten, sofern es unter den besonderen Umständen des Falles erforderlich war, für die Dauer des Eheschutzverfahrens eine Regelung zu treffen (vgl. den Entscheid der I. Zivilkammer ZK1 16 23 vom 1. Februar 2016 mit Verweis auf den Entscheid der I. Zivilkammer ZK1 11 26 vom 7. Juni 2011). Dies entspricht insbesondere dem schützendeswerten Bedürfnis der berechtigten Partei, wenn das Verfahren zur endgültigen Festlegung der Unterhaltsbeiträge noch längere Zeit beansprucht. Da eine solche superprovisorische Anordnung sofort vollstreckbar ist, kann für damit zugesprochene Unterhaltsbeiträge auch die definitive Rechtsöffnung erteilt werden. Das gilt allerdings nur, solange die superprovisorisch angeordneten Unterhaltsbeiträge nicht durch den unverzüglich zu erlassenden Entscheid im Sinne von Art. 265 Abs. 2 ZPO ersetzt worden sind, da mit diesem die Wirkungen der superprovisorischen Eheschutzmassnahmen ex tunc dahinfallen (vgl. Jann Six, a.a.O., N. 5.02 mit Verweis auf den Entscheid des Obergerichts Aargau ZSU.2011.433 vom 20. Februar 2012 E. 5). Damit bildet der Entscheid des Einzelrichters am Regionalgericht Plessur vom 31. Mai 2017 betreffend die Anordnung einer superprovisorischen Massnahme im Eheschutzverfahren für die darin festgelegten Unterhaltsbeiträge einen gültigen Titel, der grundsätzlich zur definitiven Rechtsöffnung berechtigt. 3.3. Bleibt in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht für den Betrag von CHF 1'852.10 nebst Zins zu 5% seit 1. Juni 2017 definitive Rechtsöffnung erteilt hat. 3.3.1. Der Beschwerdeführer beantragt die Anrechnung der von ihm bereits im Mai 2017 und damit vor Erlass des massgeblichen Massnahmeentscheids erbrachten Vorschusszahlungen. Dabei ist zunächst von Bedeutung, dass die Vor- instanz X._____ verpflichtete, mit Wirkung ab 1. Juni 2017 an den Unterhalt von Seite 8 — 11 Y._____ und die gemeinsame Tochter A._____ für die Dauer des Getrenntlebens monatlich insgesamt CHF 3'190.00, zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher Kinder- und Ausbildungszulagen "à Konto und unter Anrechnung der Unterhaltsbeiträge an Y._____ und A._____", zu bezahlen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers handelt es sich hierbei jedoch nicht um einen Vorbehalt bereits erbrachter Zahlungen, welcher zur Folge hätte, dass dem Entscheid mangels Bezifferung der anrechenbaren Zahlungen die Titelqualität abzusprechen wäre (vgl. BGE 135 III 315 E. 2.4.). Vielmehr bezieht sich die genannte Formulierung auf den Umstand, dass die zu leistenden Unterhaltsbeiträge nur vorläufig, das heisst für die weitere Dauer des Eheschutzverfahrens, festgelegt wurden und erst in einem (im konkreten Fall noch ausstehenden) Entscheid im Sinne von Art. 265 Abs. 2 ZPO definitiv bestimmt werden. Die gestützt auf die superprovisorische Anordnung geleisteten Zahlungen können sodann an die gemäss definitivem Entscheid geschuldeten Unterhaltsbeiträge angerechnet werden. 3.3.2. Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren Entscheid eines schweizerischen Gerichts oder einer schweizerischen Verwaltungsbehörde wird die Erteilung der definitiven Rechtsöffnung dann verweigert, wenn der Betriebene durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass des Entscheides getilgt oder gestundet worden ist (vgl. Art. 81 Abs. 1 SchKG). Behauptet der Betriebene wie im vorliegenden Fall die Anrechenbarkeit einer früheren Zahlung, das heisst einer Vorauszahlung auf eine später festgesetzte oder fällig gewordene Schuld, so trifft ihn die Beweislast für die Anrechnung nach den Regeln von Art. 86 und 87 OR. Im konkreten Fall verweist der Beschwerdeführer in seiner Rechtsschrift auf zwei Zahlungen, die er im Mai 2017 an die Beschwerdegegnerin getätigt habe, und macht geltend, mit diesen Zahlungen sei er bereits einem Teil seiner Unterhaltspflicht nachgekommen. Als Beweis legt er die Buchungsdetails der beiden Vergütungsaufträge (act. B.1 und B.2) zu den Akten. Aus dem ersten Zahlungsauftrag vom 15. Mai 2017 (act. B.1) geht hervor, dass er Y._____ gleichentags CHF 1'800.00 überwies, wobei er als Zahlungszweck "Wohnungseinrichtung" angab. Diese Anmerkung stellt eine Zuweisung der Zahlung an eine bestimmte Schuld im Sinne von Art. 86 Abs. 1 OR, welche nachträglich nicht mehr geändert werden kann (vgl. dazu auch das Urteil des Bundesgerichts 4A_184/2017 vom 16. Mai 2017 E. 6). Damit steht fest, dass die vom Beschwerdeführer getätigte Zahlung vom 15. Mai 2017 gerade nicht als Vorschusszahlung an den Unterhalt bestimmt war. Insofern fällt auch die Anrechenbarkeit an die Unterhaltsschuld gemäss Massnahmeentscheid vom 31. Seite 9 — 11 Mai 2017 ausser Betracht. Bei der zweiten, vom Beschwerdeführer geltend gemachten Zahlung vom 24. Mai 2017 in Höhe von CHF 800.00 wurde im Gegensatz zur ersten Zahlung kein Zahlungszweck angegeben. Demzufolge gelangt Art. 87 Abs. 1 OR zur Anwendung, wonach die Zahlung auf die fällige Schuld und unter mehreren fälligen auf diejenige Schuld anzurechnen ist, für die der Schuldner zuerst betrieben worden ist, oder sofern keine Betreibung stattgefunden hat, auf die früher verfallene. Auf den konkreten Fall bezogen bedeutet dies, dass die Anrechnung auf den Unterhalt für den Monat Mai 2017, welcher mit Wirkung ab Trennungsdatum auch beantragt worden war, erfolgt. Somit fehlt es auch bezüglich dieser Zahlung an einem Nachweis der Anrechenbarkeit durch den Beschwerdeführer, weshalb sie für die Beurteilung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ausser Acht bleibt. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle aber darauf verwiesen, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit hat, diese Zahlungen im Eheschutzverfahren geltend zu machen und dort deren Anrechnung zu beantragen, zumal die Beschwerdegegnerin im Eheschutzverfahren gemäss ihrer Eingabe vom 24. Mai 2017 (vgl. hierzu act. B.7 S. 2) um Unterhaltszahlungen rückwirkend ab dem 16. Mai 2017 ersucht hat (Ziff. 6 ihres Rechtsbegehrens). 3.3.3. Schliesslich ist in diesem Zusammenhang noch darauf hinzuweisen, dass Gegenstand der Betreibung - wie sich sowohl aus dem Zahlungsbefehl vom 20. Juni 2017 (vorinstanzliche Akten act. II./1.) als auch aus dem Rechtsöffnungsbegehren vom 29. Juni 2017 (vorinstanzliche Akten act. I./1.) ergibt - lediglich der Unterhalt für den Monat Juni 2017 ist. Die geleisteten Unterhaltszahlungen für die Monate Juli und August 2017, welche die Vorinstanz in ihre Berechnung der Forderung miteinbezog (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. 4), sind daher vorliegend irrelevant und nicht zu berücksichtigen. Die massgebliche Schuld von CHF 1'852.10 ergibt sich folglich aus dem gemäss Massnahmeentscheid für den Monat Juni 2017 geschuldeten Unterhaltsbeitrag von CHF 3'410.00 abzüglich der geleisteten Unterhaltszahlung von CHF 810.00 sowie abzüglich der von der Beschwerdegegnerin anerkannten Zahlungen für die Krankenkasse in Höhe von total CHF 477.90 (CHF 321.05 für sie sowie CHF 156.85 für ihre Tochter) und die Kinderkrippe in Höhe von CHF 270.00. Mangels Nachweises der Anrechenbarkeit weiterer Zahlungen vom Mai 2017 hat die Vorinstanz zu Recht über diesen Betrag definitive Rechtsöffnung erteilt. 4. Praxisgemäss kann auch für Verzugszinsen Rechtsöffnung erteilt werden, selbst wenn kein Verzugszins im Urteil ausgewiesen ist (Staehelin, a.a.O., N. 49 zu Art. 80). Jedoch müssen aufgelaufene Verzugszinsen explizit in Betreibung Seite 10 — 11 gesetzt werden. Dies ist im vorliegenden Fall, wie sich aus dem Zahlungsbefehl vom 20. Juni 2017 (vorinstanzliche Akten act. II./1.) ergibt, nicht erfolgt. Gemäss Zahlungsbefehl wurde lediglich Betreibung über den Betrag von CHF 2'600.00 ohne Verzugszins eingeleitet. Die Rechtsöffnung kann nicht über das im Zahlungsbefehl Geforderte hinausgehen. Demzufolge ist der vorinstanzliche Entscheid in diesem Punkt von Amtes wegen zu korrigieren und es ist für die Verzugszinsen keine definitive Rechtsöffnung zu erteilen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 5. Da der Beschwerdeführer nur bezüglich der Verzugszinsen und damit in einem untergeordneten Punkt obsiegt und der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird, rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten sowohl für das erstinstanzliche wie auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die Kostenregelung des Rechtsöffnungsverfahrens bleibt damit unverändert bestehen. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden vorliegend in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 der Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (GebVSchKG; SR 281.35) auf Fr. 200.-- festgelegt. Da die Parteien nicht anwaltlich vertreten waren, wird auf die Zusprechung einer Parteientschädigung verzichtet. Seite 11 — 11 III. Demnach wird erkannt: 1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und Ziff. 1 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids wird aufgehoben. 2. In der Betreibung Nr. _____ des Betreibungsamtes Landquart wird für den Betrag von CHF 1'852.00 die definitive Rechtsöffnung erteilt. 3. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 4.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens in Höhe von Fr. 200.00 gehen zu Lasten von X._____. 4.2 Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen gesprochen. 5. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als Fr. 30'000.-- betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG. 6. Mitteilung an: