<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-07-04-5A_480-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_480/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 4. Juli 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Bundesrichter Marazzi, von Werdt, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwältin Irma Schmidiger, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerin. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Neuregelung des persönlichen Verkehrs, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 10. Juni 2022 (PQ220023-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para">Die Parteien sind die Eltern von zwei Kindern mit Jahrgängen 2006 und 2010. Im Rahmen des am 10. April 2012 ergangenen Scheidungsurteils wurde das Besuchsrecht des Vaters geregelt und die bereits bestehende Beistandschaft bestätigt. Es folgten verschiedene Anpassungen des persönlichen Verkehrs durch die KESB, aber ein regelmässig funktionierendes Besuchsrecht kam nie zustande. Aufgrund einer Gefährdungsmeldung des Vaters eröffnete die KESB ein neues Verfahren, verzichtete aber mit Entscheid vom 6. April 2020 auf weitere Kindesschutzmassnahmen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 24. Juni 2021 verlangte der Vater bei der KESB eine Neuregelung des Besuchsrechts zufolge veränderter Verhältnisse. Die KESB wies die Eingabe als querulatorisch und rechtsmissbräuchlich zurück, was der Bezirksrat schützte; das Obergericht des Kantons Zürich wies indes die KESB mit Urteil vom 9. Februar 2022 an, den Antrag des Vaters zu behandeln. </div> <div class="para">Darauf teilte die KESB den Parteien mit Schreiben vom 21. Februar 2022 mit, dass sie ein Verfahren mit mündlicher Verhandlung durchführe. Am 23. Februar 2022 teilte die Anwältin der Mutter mit, dass am Bezirksgericht Winterthur bereits ein Verfahren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils hängig sei. Die Abklärungen der KESB ergaben, dass dieses Verfahren schon seit dem 12. Oktober 2021 rechtshängig war. In der Folge trat sie mit Entscheid vom 2. März 2022 mangels sachlicher Zuständigkeit auf das Gesuch um Neuregelung des persönlichen Verkehrs nicht ein. </div> <div class="para">Die hiergegen erhobene Beschwerde wies der Bezirksrat am 6. Mai 2022 ab und ebenso das Obergericht am 10. Juni 2022 die dagegen geführte Beschwerde. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Gegen das obergerichtliche Urteil hat der Vater am 20. Juni 2022 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. Für den Fall, dass auch das Bundesgericht daran festhalten sollte, dass das Bezirksgericht für seine bei der KESB gestellten Anträge zuständig sei, verlangt er eventualiter, dass diese umgehend alle Mails, Briefe und Protokolle dem Bezirksgericht zu übergeben habe. Ferner verlangt er die unentgeltliche Rechtspflege und eine Entschädigung für seine enormen Aufwände. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde hat eine Begründung zu enthalten, in welcher in gedrängter Form dargelegt wird, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt (<span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span>), was eine sachbezogene Auseinandersetzung mit dessen Erwägungen erfordert (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=1&amp;from_date=15.06.2022&amp;to_date=04.07.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde besteht in erster Linie aus Polemik gegenüber den beteiligten Behörden, Gerichten und der Staatsanwaltschaft, insbesondere aber gegenüber der KESB, welche lüge und verleumde und untätig bleibe, obwohl der Kindesmissbrauch durch die Mutter mit Hunderten von Beweismails belegt worden sei. All diese Ausführungen gehen an den Erwägungen des angefochtenen Urteils zur sachlichen Zuständigkeit vorbei. </div> <div class="para">In Bezug auf die betreffende Kernerwägung der zwingenden gesetzlichen Zuständigkeitsordnung bringt der Vater einzig vor, es sei wesentlich wichtiger, dass die KESB ihre gesetzlichen Aufgaben wahrnehme und die Kinder schütze. Damit ist keine Rechtsverletzung darzutun. Das Obergericht hat korrekt ausgeführt, dass für die Abänderung der mit Scheidungsurteil geregelten Kindesbelange bei Uneinigkeit der Eltern grundsätzlich das Gericht zuständig ist, soweit es nicht nur um den persönlichen Verkehr geht (<span class="artref">Art. 134 Abs. 3 ZGB</span>), und dass das bereits mit den anderen Belangen befasste Gericht soweit nötig auch das Besuchsrecht neu regelt (<span class="artref">Art. 134 Abs. 4 ZGB</span>). Diese Kompetenzattraktion durch das mit der Abänderung befasste Gericht soll eine Spaltung der Zuständigkeit verhindern und ist vom Gesetz zwingend vorgegeben. Daran ändert nach den zutreffenden Erwägungen des Obergerichtes auch das Schreiben der KESB vom 21. Februar 2022 nichts; abgesehen davon verweist die KESB darin gerade auf die soeben beschriebene Gesetzeslage. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (<span class="artref">Art. 64 Abs. 1 BGG</span>) und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 4. Juli 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>