Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 22. August 2019 (725 18 386 / 206) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Invalidenrente: Beweiswürdigung der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen; Bemessung des Invalideneinkommens gestützt auf DAP-Zahlen; Integritätsentschädi- gung. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin i.V. Ebru Eren Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Marco Chevalier, Rechtsanwalt, Elisabethenstrasse 28, Postfach 425, 4010 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 106, Postfach 109, 4018 Basel Betreff Leistungen A. Die 1958 geborene A.____ arbeitete seit Juli 201 0 bei der Firma B.____ AG als Reini- gerin. In dieser Eigenschaft war sie bei der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 20. Oktober 2013 erlitt die Versicherte einen Fahrradunfall und stürzte auf beide Arme. Dabei zog si e sich eine Radiusköpfchenfraktur resp. Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Trümmerfraktur an beiden Ellbogen zu. Die Suva erbra chte in der Folge die gesetzlichen Leis- tungen in der Form von Taggeldern und Heilbehandlungskosten. Am 24. Oktober 2013 wurde sie am rechten Radiusköpfchen operiert. Zusätzlich entwickelten sich bei A.____ Schmerzen in bei- den Schultern, die auf eine Frozen Shoulder rechts zurü ckzuführen waren. Am 25. Novem- ber 2014 fand eine erste kreisärztliche Untersuchung durch die Kreisärztin Dr. med. C.____, FMH Chirurgie, statt. Gestützt auf die kreisärztliche Nachbe urteilung vom 27. März 2015 stellte die Suva mit Schreiben vom 11. Januar 2016 die Taggeldleistungen ab 1. Februar 2016 ein und ver- fügte am 5. Februar 2016 die Ablehnung einer Invalidenrente (IV-Rente) und Integritätsentschä- digung. Diese Verfügung wurde nach erneuter Prüfung d er Suva mit Schreiben vom 14. Juni 2016 zurückgezogen. Am 5. März 2018 fand eine weitere kreisärztliche Abschlussunter- suchung statt. Es wurde ein medizinischer Endzustand festge stellt und ein Zumutbarkeitsprofil formuliert. Weiter prüfte die Kreisärztin am 14. März 2018 die Frage der Integritätseinbusse. An- schliessend hat die Suva die vorübergehenden Leistungen eingestellt und mit Verfügung vom 2. Mai 2018 den Anspruch auf eine IV-Rente und Integ ritätsentschädigung abgelehnt. Eine da- gegen erhobene Einsprache wies die Suva mit Entscheid vom 31. Oktober 2018 ab. B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwal t Dr. Marco Chevalier, am 30. No- vember 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons- gericht). Sie beantragte, es sei ihr in Aufhebung de s angefochtenen Entscheids eine Rente bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 80 % und eine Integritätsentschädigung bei einer Einbusse von 15 % zu gewähren, eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen; alles unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung wurde auf die Beurteilung von Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 28. November 2018 verwiesen. Diese Beurteilung stehe in Bezug auf die Zu mutbarkeitsbeurteilung in diametralen Widerspruch zur Beurteilung der Kreisärztin. Weiter hätte die Suva bei der Bemessung des Inva- lideneinkommens nicht auf die Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP-Blätter) abstellen dürfen. Im Weiteren müsse ein leidensbedingter Abzug berücksicht igt werden. Auch in Bezug auf die Integritätsentschädigung komme Dr. D.____ zu einem anderen Ergebnis als die Kreisärztin. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassun g vom 15. Februar 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie au f die eingeholte chirurgische Beur- teilung von Dr. med. E.____, FMH Chirurgie, FMH Chir urgie und Unfallchirurgie sowie Viszeral- chirurgie, vom versicherungsmedizinischen Kompetenzzentrum der Suva vom 9. Januar 2019. D. Mit Replik vom 18. April 2019 macht die Beschwerdef ührerin die Stellung von Sugges- tivfragen geltend. Zudem lägen zumindest geringe Zweifel an den versicherungsinternen medizi- nischen Berichten vor. Daher solle ein Gutachten gemäss Art. 44 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 eingeholt werden. E. Mit Duplik vom 20. Juni 2019 hielt die Beschwerdege gnerin an ihrem Abweisungsantrag fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 ATSG, dessen Bes timmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in F.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes üb er die Verfassungs- und Verwaltungspro- zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge- richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auc h sachlich zur Behandlung der vor- liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be- schwerde des Versicherten vom 30. November 2018 ist demnach einzutreten. 2. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist zu beurteile n, ob die Suva die Ansprüche des Versicherten auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung zu Recht abgelehnt hat. 3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer i n der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun- fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. A rt. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versi- cherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zu- mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Er- werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwe rbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein trächtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor , wenn sie aus objektiver Sicht nicht über- windbar ist (Satz 2). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be- handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustand es der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsma ssnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer g rundsätzlich nur unter der Voraus- setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Scha- den (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Inte gritätsschädigung, Behandlungsbedürftigkeit) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande- ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integri tät der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge- tretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei erstreckt sich die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers auch auf mittelbare bzw. indirekte Unfallfolgen (vgl. Urteils des Bundesgerichts vom 24. März 2016, 8C_620/2015, E. 3.1). Ob zwi- schen einem schädigenden Ereignis und einer (andauernden) gesundheitlichen Störung ein na- türlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrag e, worüber die rechtsanwendende Be- hörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gerich t – im Rahmen der ihr obliegenden Beweis- würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen B eweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Es ist vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die von allen mögli chen Geschehensabläufen als die Wahr- scheinlichste gewürdigt wird (BGE 126 V 360 E. 5b). 3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürli- che und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (Kranken- und Unfallversicherung - Rechtsprech ung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E . 4b, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundhe itsschadens mit dem im Sozialversi- cherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich feh- lender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt ni cht. Da es sich hierbei um eine an- spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis- tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nach- weis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversiche- rer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundhe itsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entsche idend ist allein, ob unfallbedingte Ur- sachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verlore n haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4. Im Zusammenhang mit der Beurteilung des Rentena nspruchs der Beschwerdeführerin ist als erstes zu prüfen, in welchem Ausmass diese unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefinition von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der kör- perlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Be- ruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten ( Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Besch werdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch ander e Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Ges undheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen d er versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) –wie alle ande- ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmli che Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizin ische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück- sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me- dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 3.4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Recht sprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweis e Berichten und Gutachten versiche- rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver sicherungsinternen ärztlichen Feststel- lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.4.4 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten d arf und soll das Gericht der Erfah- rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver- trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ih rer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi- zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 175 E. 4; U rteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau- tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben F älle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bu ndesgerichts vom 14. Februar 2014, 8C_787/2013, E. 3.3.2, mit Hinweisen). 4. Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahl reiche medizinische Unterlagen vor, die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen Gutachten und Berichte wiedergegeben werden, welche sich für den Entscheid als zentral erwei- sen. 4.1 Gemäss Angaben im Bericht des G.____ vom 21. Oktob er 2013 erlitt die Beschwerde- führerin bei einem Velosturz am 20. Oktober 2013 eine Radiusköpfchentrümmerfraktur rechts sowie eine Radiusköpfchenfraktur links. Der Patientin sei eine operative offene Reposition und Plattenosteosynthese des rechten Radiusköpchens empfohlen w orden, welche am 24. Oktober 2013 durchgeführt worden sei. In einer Nachkontrolle am 25. November 2013 berichtete der be- handelnde Orthopäde Dr. D.____, dass im Bereich des rechten Ellbogens keine Schmerzen mehr und im linken Ellbogen mässige Schmerzen vorhanden sei en. Im Bereich des Handgelenks rechts und der beiden Schultern verspüre die Patientin immer noch Schmerzen. Sodann berich- tete Dr. D.____ am 13. Mai 2014, dass es der Patientin schlechter ginge und sich mittlerweile rechts eine Frozen Shoulder entwickle. 4.2 Am 26. November 2014 wurde die Beschwerdeführeri n durch die Suva-Kreisärztin Dr. C.____ untersucht. Diese stellte persistierende Kribbelparästhesien unklarer Genese im Be- reich des rechten Mittel- und Ringfingers und persistierende Beschwerden in der rechten Schulter unklarer Ätiologie sowie im Bereich des rechten Ellbogens bei einem Status nach Operation fest. Die Schilderungen und die Untersuchungsergebnisse seien nicht authentisch gewesen. Aufgrund dieser Diskrepanz habe Dr. C.____ eine Arthrographie-Ma gnetresonanztomographie (Arthro- MRI) der rechten Schulter, des rechten Ellbogengelenks u nd einer neurologischen Standortbe- stimmung zwecks Abklärung des Einschlafens der Finger empfohl en. Am 27. März 2015 fand eine kreisärztliche Nachbeurteilung von Dr. C.____ statt. Die empfohlenen Untersuchungen von Dr. C.____ wurden vorgenommen und folgende Diagnosen wurden erhoben: (1) Tendinopathie am rechten Unteram, (2) transmurale Ruptur der Suprasp inatussehne, (3) irreguläre Kontur am Suclus intertubercularis, (4) degenerativ verändertes und verdicktes Labrum beim Bizepsanker, (5) AC-Gelenksarthrose, (6) Bereich Radiusköpchen beschr änkt beurteilbar, (7) Fraktur soweit Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht beurteilbar konsoldiert, (8) schwere narbige Veränder ungen postoperativ radial und (9) leichte Insertionstendinopathie der Bizepssehne. Dennoch seien die erhobenen klinischen Befunde und das Beschwerdeverhalten in diesem Ausmass nicht mit den pathologischen Befunden erklärbar. Man könne acht Monate nach der letzten Operation von e inem stationären Zustand ausgehen. Indessen sei ein Teil der Beschwerden nachvollziehbar und unfallkausal. Es liege keine schwere Ellbogenarthrose oder Funktionsstörung vor, sodass eine In tegritätseinbusse ausgeschlossen werde. Die Patientin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig. 4.3 Im Arztbericht von Dr. D.____ vom 12. Mai 2015 wu rde festgehalten, dass die Patientin im rechten Bereich der Schulter noch mässige Schmerzen ha be. Beim rechten Ellbogen sei es zu einer Besserung gekommen, nicht aber zur Beschwerdefreiheit. Deshalb habe er ihr empfoh- len, eine Arthroskopie der Supraspinatussehnenruptur durchzuführen und bezüglich des rechten Ellbogengelenks die Situation zu akzeptieren. Sie sei wegen der Schulter weiterhin nicht arbeits- fähig. Die Kreisärztin Dr. C.____ bestätigte am 22. Juni 2015, dass eine Teilkausalität bezüglich der Supraspinatussehnenruptur an der rechten Schulter gegeben sei. 4.4 Am 17. März 2017 wurde bei der Beschwerdeführerin an der rechten Schulter eine Schulterarthroskopie mit Supraspinatussehnenrekonstruktion, Bizepstenotomie und –tenodese, Akromioplastik und AC-Resektion durchgeführt. Dr. D.____ berichtete am 4. Oktober 2017, dass die Patientin sich im Schulterbereich immer noch über S chmerzen beklage. Aufgrund des schlechten Verlaufs und der Schmerzhaftigkeit wurde ei ne Cortisoninjektion vorgenommen. Diese Injektion habe sie jedoch nur zwei bis drei Monate von den Beschwerden befreien können. 4.5 Am 5. März 2018 fand eine abschliessende kreisärztlich e Untersuchung durch die Kreis- ärztin Dr. C.____ statt. Die Versicherte habe sich über vermehrte Beschwerden im Bereich der rechten Schulter und beider Ellbogen beklagt. Aufgrund der Schmerzen könne sie sich nicht mehr abstützen. Zudem habe sie auch Schmerzen im linken Oberarm. Zur Verrichtung alltäglicher Tä- tigkeiten benutze sie insbesondere den linken Arm, auch im Haushalt. Bei der Untersuchung di- agnostizierte Dr. C.____ persistierende Restbeschwerden in den Bereichen der rechten Schulter und beider Ellbogen. Sie stellte in Bezug auf die Sch ulterproblematik ein regelrechtes Schulter- relief fest, das bei reizlosen Arthroskopienarben palpatorisch keine lokalen Druckschmerzen aus- löse. Die Beweglichkeit der rechten Schulter sei im Seitenvergleich endgradig knapp um 10 Grad eingeschränkt. In Bezug auf die Ellbogen stellte sie fest, dass die Ellbogengelenkkonturen sei- tengleich seien. Im Seitenvergleich habe sie eine endgradige Bewegungseinschränkung am rech- ten Ellbogen feststellen können. Zudem habe die Versicherte keine Druckschmerzen im Bereich der Ellbogengelenke. Dr. C.____ hielt fest, dass die erhobenen Befunde in der abschliessenden kreisärztlichen Untersuchung im Bereich der Ellbogengelenke identisch mit der letzten kreisärzt- lichen Untersuchung seien. Aufgrund der erhobenen Umf angmasse der oberen Extremitäten liege keine Schonung der beiden Arme vor. Sie habe gr obneurologisch keinen pathologischen Befund erheben können. Insgesamt schliesse sie auf einen medizinischen Endzustand bezüglich der rechten Schulter. Die dokumentierten Einschränkun gen in der rechten Schulter und beider Ellbogen seien nachvollziehbar und unfallkausal. Die Zumutbarkeit auf dem allgemeinen Arbeits- markt bezogen auf die rechte Schulter und beider Ellbogengelenke beinhalte eine leichte bis mit- telschwere Tätigkeit mit manchmal Überkopfarbeiten, nu r selten körperfernem Hantieren, ohne Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht repetitive manuelle Tätigkeiten, ohne Bedienen von vib rierenden Maschinen und ohne schwere Zug-, Stoss- und Druckbelastung beider Arme. Die angestam mte Tätigkeit im Reinigungsdienst sei eine mittelschwere Tätigkeit mit vielen repetitiven manuellen Tätigkeiten, sodass hier eine gewisse Einschränkung je nach Arbeit nachvollziehbar sei. Die Erheblichkeitsgrenze für die In- tegritätseinbusse sei nach Einsicht in die Röntgenbild er nicht erreicht worden. Es sei an beiden Ellbogengelenke und bei der rechten Schulter keine mässige Arthrose sichtbar. Die AC-Arthrose sei nicht unfallkausal. 4.6 Die Beschwerdeführerin verwies in der Beschwerde au f die Arztberichte von Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie vom 24. November 2018 und von Dr. D.____ vom 28. November 2018. 4.6.1 Dr. H.____ bejahte den medizinischen Endzustand. Er diagnostizierte einen Status nach Rotatorenmanschetten-Läsion Schulter rechts und einen Status nach Radiusköpfchenfraktur Ell- bogen beidseitig. Im Hinblick auf ein integritätsschaden sei der aktuelle Zustand einer mittelmäs- sigen Arthrose beider Ellbogen und einer fortgeschritt enen Arthrose der rechten Schulter gege- ben. Es müsse eine funktionelle Leistungsabklärung bezüglich der Arbeitsfähigkeit erfolgen. Ge- mäss seiner klinischen Erfahrung dürfe die Patientin lediglich auf Beckenhöhe maximal fünf Kilo- gramm tragen mit einer Leistung von 30 % der Norm. In ihrer angestammten Tätigkeit als Raum- pflegerin sei sie mindestens zu 50 % und wahrscheinlich dauerhaft arbeitsunfähig. Sie dürfe nicht unter Leistungsdruck stehen, keine Überkopfarbeiten verrichten und keine Lasten/Gewichte über fünf Kilogramm tragen und auf Beckenhöhe heben. Tätigkeiten wie Fenster putzen oder ähnliches seien nicht mehr möglich. 4.6.2 Dr. D.____ diagnostizierte in seinem Bericht ein e Tendinitis calcarea Supraspinatus- sehne links, einen Status nach offener Reposition und Pl attenosteosynthese Radiusköpfchen rechts, einen Status nach Revisionsoperation mit Plattene ntfernung, Gewebsprobenentnahme, radio-ulnare Arthrolyse und radiale Seitenbandraffun g Ellbogen rechts, einen Status nach kon- servativ behandelter Radiusköpfchenfraktur links und einen Verdacht auf Teil-Reruptur Supraspi- natussehne rechts bei einem Status nach Schulterarthro skopie rechts, Supraspinatussehnenre- konstruktion, Bicepstenotomie und -tenodese, Acromioplastik und AC-Resektion Schulter rechts. Das Ergebnis im rechten Schulterbereich sei unbefriedigend, da die Patientin wieder Schmerzen habe. Es bestünde eine Druckdolenz an der rechten Schul ter. Der Patientin wurden von Dr. D.____ zwei Optionen unterbreitet, entweder die gegebene Situation so zu akzeptieren oder sich einer erneuten Operation zu unterziehen bei einer Erfolgschance von 50 bis 60 %. Die Patientin lehne die Revisionsoperation ab und beabsichtige eine Wi ederaufnahme der Arbeit bei einem Pensum von zwei Stunden pro Tag. Gesamthaft liege somit ein medizinischer Endzustand der rechten Schulter vor. Aufgrund der Schmerzhaftigkeit un d der Einschränkungen schätze Dr. D.____ den aktuellen Zustand als Periarthrosis humeroscapularis mässig bis schwere Form, ent- sprechend der Suva-Tabelle 1, Revision 2000 ein und deswe gen resultiere eine Integritätsei- busse von 15 %. Der Patientin seien aufgrund der Unfallrestfolgen leichte Tätigkeiten über Bauch- höhe wahrscheinlich halbtags mit Pausen und Unterbrüche n zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit be- trage insgesamt 25 %. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.7 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung ersuchte die Suva Dr . med. E.____, FMH für Chirur- gie und Unfallchirurgie, Kompetenzzentrum Versicherungsm edizin der Suva, aus chirurgischer Sicht zu beurteilen, ob an der Zumutbarkeitsbeurteilung und Einschätzung der Integritätsentschä- digung der Kreisärztin Dr. C.____ festgehalten werden könne. In seinem Bericht stellte Dr. E.____ vorerst die Kausalität der Schulterbeschwerden in Frage, akzeptierte diese jedoch, da sie von der Suva in der Verfügung als kausal anerkannt w orden seien. Er stellte fest, dass im radiologischen Bericht vom 23. Januar 2018 eine regelre chte Situation nach der Operation vor- gelegen habe. Eine Re-Reptur der Supraspinatussehne werde nicht dargestellt, weshalb die Ver- mutung von Dr. D.____ so nicht bestätigt werden könne. Weiter wies er auf Differenzen in der Beweglichkeit der Schulter zwischen Dr. H.____ und Dr. D.____ hin. Die Kreisärztin Dr. C.____ habe am 5. März 2018 ein gut funktionelles Ergebnis dokumentiert mit nur geringen Differenzen zur linken Schulter. Es erschliesse sich nicht, wieso unfallkausal eine Verschlechterung der Funk- tion bis zur Untersuchung durch Dr. D.____ eingetreten sein solle. Diese Verschlechterung sei nicht überwiegend wahrscheinlich eine Folge des Unfalls. Zum Integritätsschaden äusserte sich Dr. E.____ dahingehend, dass die Bezeichnung der Periathrosis in der Suva-Tabelle ein unprä- ziser Sammelbegriff und nicht mehr gebräuchlich sei. Mit Verweis auf die Beweglichkeit der Schulter verneinte er einen relevanten Schaden. Mit Blick auf die Argumentation von Dr. H.____ stellte er unter Verweis auf die Bildgebung vom 23. Januar 2018 fest, dass in der Schulter noch keine Arthrose bestehe. Auch in Bezug auf die geltend gemachte minime Arthrose beider Ellbo- gengelenke mache Dr. H.____ eine noch nicht sichtbare mit telmässige Arthrose geltend. Dr. E.____ stellte nach Einsicht in die Bilder fest, dass auf beiden Seiten bereits kleine Osteophyten dargestellt seien, was einer Stufe zwei der Kellgren-Klassifikation entspreche. Diese seien jedoch bereits in den Bildern direkt nach dem Unfall vorhanden gewesen. Deshalb sei die Arthrose beider Ellbogengelenke nicht unfallkausal. In Bezug auf die Be weglichkeit der Ellbogen stellte er fest, dass die notwendigen Einschränkungen gemäss der Tabelle eins weder bei der Kreisärztin noch bei Dr. H.____ vorhanden gewesen seien. Betreffend der Zumutbarkeit korrigierte Dr. E.____ die kreisärztliche Beurteilung insofern, als Überkopfarbeiten bloss selten und nicht manchmal mög- lich seien. Zudem sei ein Pausenbedarf von zweimal 15 Minuten pro Tag zu berücksichtigen. Die behandelnden Ärzte, Dr. H.____ und Dr. D.____, würde n keine Erklärung liefern, weshalb die Beschwerdeführerin nur noch 30 % respektive 25 % arbeiten könne. Die dokumentierten medizi- nische Befunde würden keine Begründung dafür liefern, dass leichte bis mittelschwere Tätigkei- ten nicht ausgeführt werden könnten. Eine zu starke Belastung der Schultern oder der Ellbogen resultiere daraus nicht, vor allem, wenn körperfernes Hantieren mit Gewichten vermieden werde, wie es die Kreisärztin explizit formuliert habe. Weiter seien die Beschwerden des hohen Blut- drucks oder der Gangstörung nicht unfallkausal und könnten deswegen nicht berücksichtigt wer- den. Schliesslich sei das Erreichen eines medizinischen En dzustands zu Recht unbestritten, nachdem dieser von allen involvierten Ärzten bestätigt w orden sei. Zusammenfassend hielt Dr. E.____ deshalb als Schlussfolgerung fest, dass der Integritätsschaden zufolge des Unfalls vom 20. Oktober 2013 die Erheblichkeitsschwelle nicht err eicht habe und dass das formulierte Zumutbarkeitsprofil von der Kreisärztin beibehalten wer den könne, mit der Änderung, dass ein erhöhter Pausenbedarf von zweimal 15 Minuten zu berücksichtigen sei und Überkopf-Bewegun- gen nur selten erfolgen sollten. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurtei lung des vorliegend strittigen medi- zinischen Sachverhalts auf die Ergebnisse, zu denen Dr. C.____ in ihrer Beurteilung gelangt ist. Dr. C.____ hat sowohl in der Schulter und im rechten Ellbogen leichte Bewegungseinschränkun- gen endgradig festgestellt. Es liegen an der Schulter keine Druckschmerzen vor und die Arthro- skopienarben seien reizlos. Aufgrund der erhobenen Umfa ngmasse der oberen Extremitäten liege keine Schonung des rechten oder linken Arms vor. Sie ging demzufolge davon aus, dass die verminderte Belastbarkeit im Bereich der rechten Schulter und beider Ellbogengelenke nach Radiusköpfchenfraktur als objektivierbare Unfallfolge zu w erten sei. Was die Auswirkungen der unfallkausalen Beschwerden im rechten Schulterbereich und beider Ellbogengelenke auf die Ar- beitsfähigkeit betrifft, ging die Beschwerdeführerin gestützt auf die kreisärztliche Zumutbarkeits- beurteilung vom 5. März 2018 davon aus, dass der Beschwerd eführerin auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt die Ausübung einer ganztägigen, leichten bi s mittelschweren manuellen Tätigkeit mit manchmal Überkopftätigkeit, nur selten Hantieren mit Gewichten körperfern, ohne repetitive manuelle Tätigkeit, ohne Bedienen von vibrierenden Maschinen und ohne schwere Zug-, Stoss- und Druckbelastung beider Arme zumutbar sei. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr zumut- bar. 5.2 Wie in den Erwägungen 4.2 bis 4.4 hiervor ausgefüh rt, sind an die Beweiskraft von ver- sicherungsinternen medizinischen Beurteilungen strenge Anf orderungen zu stellen. Bei diesen Unterlagen sind bereits bei geringen Zweifeln an die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ergän- zende (externe) Abklärungen vorzunehmen. Allgemein gelt en auch bei versicherungsinternen medizinischen Unterlagen die in Erwägung 4.3 genannte n Kriterien an den Beweiswert. Vorlie- gend sind diese erfüllt. Die kreisärztlichen Beurteilungen von Dr. C.____ weisen keine formellen Mängel auf und sind für die streitigen Belange umfassen d, sie beruhen auf eigenständigen Un- tersuchungen, berücksichtigen die geklagten Beschwerden, si nd in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und leuchten in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Auch setzen sie sich genügend mit den übrigen vorliegenden medizinischen Unterlagen auseinander und nehmen insbesondere eine begründete, schlüssige und nachvollziehbare Beurteilung der Kausalitätsfrage beziehungsweise der unfallbedingten Beeinträchtigungen vor. Die Ergebnisse der kreisärztlichen Beurteilung wer- den sodann auch von Dr. E.____ bestätigt. Die gering e Diskrepanz bei der Beschreibung des Verweisprofils führt zu keiner wesentlichen Änderung des Beweiswerts. Ausserdem ist den Argu- menten der Beschwerdeführerin nicht zu folgen, wonach Dr. E.____ Suggestivfragen unterbreitet worden seien. Aufgrund der neu eingereichten Berichte von Dr. D.____ und Dr. H.____ im No- vember 2018 wurde eine neue medizinische Beurteilung von Dr. E.____ eingeholt, damit festge- stellt werden konnte, ob an dem bisherigen Kreisarztbericht festgehalten werden könne. Die spe- zifische Fragestellung diente der Überprüfung der vorhandenen kreisärztlichen Beurteilung, nicht einer neuen Überprüfung des Gesundheitszustandes der V ersicherten. Die beweisrechtlichen Anforderungen an versicherungsinterne medizinische Unter lagen sind somit erfüllt und die Be- schwerdegegnerin durfte zu Recht darauf abstellen. 5.3 Was die Beschwerdeführerin vorbringt, führt zu kein er anderen Beurteilung des medizi- nischen Sachverhalts. Die Beschwerdeführerin beruft sich insbesondere auf die Berichte von Dr. H.____ vom 24. November 2018 und von Dr. D.____ vom 28. November 2018. Sowohl Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Dr. H.____ und Dr. D.____ machen eine vor allem in zeitlicher Hinsicht massiv höhere Einschrän- kung geltend, ohne jegliche Begründung. Dr. D.____ ver weist in seinem Bericht einzig auf die geltend gemachte Schmerzhaftigkeit und Einschränkungen, wobei diese nicht beschrieben und genau ausgeführt werden. Hinzu berücksichtigt er die objektiven Befunde nicht. Die Beweglichkeit an der rechten Schulter hat er zwar als eingeschränkte r befunden, dies erklärt jedoch nicht die geltend gemachte 25 % Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Auch die Auffassung von Dr. H.____, dass die Beschwerdeführerin mit einem verl angsamten Arbeitstempo zu 50 % ar- beitsfähig wäre, lässt sich nicht begründen. Im Gegensatz zu Dr. D.____ hält er die Beschwerde- führerin als Raumpflegerin zu 50 % arbeitsfähig. Seine Zumutbarkeitsbeurteilung bezieht sich nur auf die angestammte Tätigkeit und nicht auf eine ange passte Tätigkeit. Es fehlt auch in seinem Bericht an einer medizinischen Begründung. Zusammenfass end können die zwei Arztberichte keine auch nur geringe Zweifel an dem Kreisarztbericht von Dr. C.____ und an der chirurgischen Beurteilung von Dr. E.____ wecken. 5.4 Insgesamt ist damit zum Schluss zu kommen, dass keine begr ündeten Zweifel an der Aussagekraft und Verlässlichkeit der kreisärztlichen Beurte ilung von Dr. C.____ bestehen, so dass zur Beurteilung des Leitsungsvermögens der Beschwerd eführerin darauf abzustellen ist. Insbesondere werden keine neuen, der Kreisärztin nicht bekannten Umstände geschildert, die zu weiteren Abklärungen Anlass geben würden. Damit ist mit der Beschwerdegegnerin davon aus- zugehen, dass die Beschwerdeführerin in der Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. 6. Zu prüfen ist als nächstes, ob die Beschwerdeführerin aufgrund der Unfallfolgen im Be- reich der rechten Schulter und beider Ellbogengelenke eine Invalidenrente beanspruchen kann. 6.1 Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des In validitätsgrades das Erwerbseinkom- men, das die versicherte Person nach Eintritt der Inval idität und nach Durchführung der medizi- nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei- nander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdi fferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 29 E. 1). 6.2 Die Suva hat im angefochtenen Einspracheentscheid den erforderlichen Einkommens- vergleich vorgenommen. Dabei hat sie das Valideneinkom men der Beschwerdeführerin als Raumpflegerin gestützt auf die Angaben des Arbeitgebers auf Fr. 48'028.30 pro Jahr festgesetzt. Das Valideneinkommen wird von der Beschwerdeführerin nur insoweit bestritten als argumentiert wird, dass das Valideneinkommen nicht tiefer sein könne als das Invalideneinkommen. Dem ist jedoch zu widersprechen. Soweit ein unterdurchschnittlicher Lohn geltend gemacht wird, ist fest- zuhalten, dass die Beschwerdeführerin einem Gesamtarbeitsvertrag unterstanden hat und dem- gemäss nicht von Unterdurchschnittlichkeit ausgegangen werden kann. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.3 Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen vorliegend aufgrund ihrer DAP- Blätter festgelegt und ist zum Ergebnis gelangt, dass bei der Beschwerdeführerin keine relevante unfallbedingte Erwerbseinbusse gegeben sei. Die Beschwe rdeführerin bestreitet diese Berech- nung des Invalideneinkommens und macht geltend, dass die schematische Anwendung der DAP immer wieder zu unbefriedigenden Resultaten führen würde. 6.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nac h der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätig keit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar- beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist – wie vorliegend – kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbsein- kommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person n ach Eintritt des Gesundheitsscha- dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder die LSE-Tabel lenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen (DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen se itens der SUVA) herangezogen wer- den (BGE 139 V 593 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; je mit Hinweisen). 6.3.2 Ob die Anwendung der DAP-Zahlen vorliegend – insbesondere im Hinblick auf den auf- grund der Einschätzung von Dr. E.____ zusätzlich zu berü cksichtigenden Pausenbedarf –sach- gerecht ist, kann indessen letztlich offengelassen werde n, da auch eine Invaliditätsbemessung gestützt auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohn strukturerhebung (LSE) des Bundes- amtes für Statistik zu keinem anderen Ergebnis führt: Ausgehend von der LSE 2016, Tabelle T1, Totalwert für Frauen, Kompetenzniveau 1 könnte die Be schwerdeführerin monatlich Fr. 4‘429.-- verdienen. Nach Umrechnung dieses Werts auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein jährliches hypothetisches Inva lideneinkommen von Fr. 55‘406.--. Stellt man dieses Invalideneinkommen dem Valideneinkomm en in der Höhe von Fr. 48'028.30 gegenüber, resultiert ein Invaliditätsgrad von 0 %. Auch unter Berücksichtigung des Pausenbe- darfs im Pensum (30 Minuten pro Tag entspricht einer zusätzlichen Einschränkung von ca. 6 %) und selbst bei Gewährung eines maximal angemessenen 15%igen leidensbedingten Abzugs vom Invalidenlohn resultiert kein rentenrelevanter Invali ditätsgrad. Die Beschwerdeführerin erleidet nach dem Ausgeführten weder unter der von der Beschwe rdegegnerin angewendeten DAP- Blättern noch unter Anwendung der LSE eine Einkommenseinbusse, die Anspruch auf eine Inva- lidenrente begründen würde. 6.4 Mangels Vorliegens einer unfallbedingten Erwerbsei nbusse hat die Suva somit einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht abgelehnt. 7. Streitig und zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdefü hrerin Anspruch auf eine Integritäts- entschädigung hat. 7.1 Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall ein e dauernde erhebliche Schädigung der Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dau- ernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang be- steht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche , geistige oder psychische Integrität, unab- hängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 7.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Inte gritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Beme ssung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; Kran- ken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwa ltungspraxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 7.3 Für die im Anhang 3 zur UVV genannten Integrität sschäden entspricht die Entschädi- gung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höc hstbetrages des versicherten Ver- dienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgel eitet (Ziff. 1 Abs. 2 Satz 1). In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bund esrätlichen Skala zusätzliche Be- messungsgrundlagen in tabellarischer Form erarbeitet. D iese in den Mitteilungen der Medizini- schen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geändert und er- gänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, so weit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis). 7.4 Bei der Bestimmung des Schweregrades einer gesundh eitlichen Beeinträchtigung han- delt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verwaltung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglic h, die Beurteilung aufgrund der akten- kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfung des in den Tabellen offen gelas- senen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse vora ussetzt und von einem me- dizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht erwartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (Urteil A. des Bun- desgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 7.5 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpun kt, dass ihr aufgrund der Arztbe- richte von Dr. D.____ und Dr. H.____ eine Integritätsentschädigung von 15 % zuzusprechen sei. Dr. H.____ stellt eine mittelmässige Arthrose beider Ellbogen und eine fortgeschrittene Arthrose der rechten Schulter, die makroskopisch noch nicht sicht bar sei, die Funktion hingegen so ein- schränke, als ob die Arthrose bereits bestehe, fest. Gemäss Dr. D.____ sei der Integritätsschaden angesichts der Schmerzhaftigkeit und Einschränkungen als Periarthrosis humeroscpularis mäs- sig bis schwere Form einzustufen, womit gemäss der Suva-T abelle 1 eine Integritätseinbusse von etwa 15 % resultiere. Die Beschwerdegegnerin stützt sich hingegen auf den Bericht von Dr. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht C.____ und auf die Beurteilung von Dr. E.____ (vgl. E. 4.6 hiervor). Aufgrund der Untersuchung am 5. März 2018 hält Dr. C.____ am 14. März 2018 fest, dass die Erheblichkeitsgrenze weder beim rechten Schultergelenk noch bei beiden Ellbogen gelenke erreicht sei. Es sei noch keine mässige Arthrose sichtbar. Die Beweglichkeit sei bei bei den Ellbogen nur endgradig einge- schränkt und bei der rechten Schulter gut und gehe 50 Grad über die Horizontale. Die AC-Gelenk- Resektion sei ein Vorzustand und sei nicht auf das Unfallereignis zurückzuführen. Die kreisärzt- liche Beurteilung von Dr. C.____, dass aufgrund der u nfallkausalen Veränderungen der Ellbo- gengelenke und der rechten Schulter unter Berücksichtig ung der Suva -Tabellen keine Integri- tätsentschädigung geschuldet sei, sei zu bestätigen. 7.6 Vorliegend ist gemäss den Akten keine auch nur mä ssige Arthrose an beiden Ellbogen- gelenken bildgebend objektivierbar. Dr. E.____ stellt unwidersprochen fest, dass die Bilder direkt nach dem Unfall wie auch im Januar 2018 Osteophyten z eigen würden. Diese stehen nachvoll- ziehbar nicht im Zusammenhang mit dem Unfall. Er hält auch zu Recht fest, dass die Beweglich- keit der Ellbogen, wie sie auch Dr. H.____ festgestellt hat, die Erheblichkeitsgrenze der Tabelle 1 der Suva nicht erreicht hat. Auch in Bezug auf die Schulter ist nachvollziehbar begründet, dass die Beweglichkeit über 30 Grad über die Horizontale g eht, wie dies auch Dr. D.____ feststellte, und somit keine Integritätsentschädigung geschuldet ist . Somit verweisen Dr. C.____ und Dr. E.____ richtigerweise auf die Beweglichkeit der Schulter und verneinen einen relevanten Integri- tätsschaden. 8. Nach dem Ausgeführten kann festgestellt werden, dass die der Leistungseinstellung zu- grunde liegenden kreisärztlichen Berichte sowohl für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wie auch für die Beurteilung des Integritätsschadens beweiskräftig sind. Lässt die vorhandene Aktenlage nach dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachver- halts zu, so besteht kein Anlass, dem in der Eingabe vom 18. April 2019 gestellten (Eventual-) Antrag der Beschwerdeführerin zu entsprechen, wonach ein Gerichtsgutachten einzuholen sei, in welchem zum einen die Unfallkausalität der bestehe nden Beschwerden im rechten Schulter- bereich und beider Ellbogengelenke sowie die Auswirkung en dieser Beschwerden auf ihre Ar- beitsfähigkeit und zum andern die Höhe des Integrität sschadens zu beurteilen seien. Der An- spruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträge zu stellen, und – als Kor- relat – die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. B eweise sind im Rahmen dieses verfas- sungsmässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die Entschei- dung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sach- verhalts ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein beantragtes Be- weismittel verzichtet werden. Die damit verbundene anti zipierte Beweiswürdigung ist nach kon- stanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 141 I 60 E. 3.3, 122 V 157 E. 1d). 9. Abschliessend ist als Ergebnis festzuhalten, dass weder d ie Vorbringen der Beschwer- deführerin noch die anderslautende Einschätzungen dur ch Dr. H.____ sowie durch Dr. D.____ geeignet sind, auch nur geringe Zweifel an den bewei stauglichen Beurteilungen der Kreisärztin Dr. C.____ zu wecken. Demzufolge ist im Ergebnis festzuh alten, dass die Beschwerdegegnerin Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht im vorliegenden Verfahren den Anspruch auf eine IV-R ente zu Recht verneinte, da kein renten- relevanter IV-Grad von mindestens 10 % gegeben ist. Des W eiteren wurde auch zu Recht der Anspruch auf eine Integritätentschädigung verneint, wei l keine Arthrose an beiden Ellbogenge- lenken und am rechten Schultergelenk besteht. Somit liegt keine Integritätseinbusse gemäss den Suva-Tabellen vor. Der angefochtene Einspracheentsche id der Suva vom 31. Oktober 2018 ist nicht zu beanstanden. Demnach ist die vorliegende Beschwerde abzuweisen. 10. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist der Prozess vor dem kan tonalen Gericht für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess kei ne Verfahrenskosten zu erheben. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zugesprochen (§ 21 Abs. 1 und Abs. 4 VPO). Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. Gegen diesen Entscheid wurde durch die Beschwerdeführerin am 24.12.2019 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe nach Vorliegen des Urteils: Verfahren-Nr. 8C_843/2019 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht