B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-1518/2014 U r t e i l v o m 3 1 . M ä r z 2 0 1 4 Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, Syrien, vertreten durch Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not, Eigerplatz 5, 3007 Bern, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin- Verfahren); Verfügung des BFM vom 11. März 2014 / N (…). E-1518/2014 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das am 17. September 1990 gestellte erste Asylgesuch des seit seiner Geburt erheblich (...)behinderten Be schwerdeführers und seiner Eltern und Geschwister mit unangefochten gebliebener Verfügung des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF, heute BFM) vom 25. November 1993 abgelehnt und die Familie aus der Schweiz weggewiesen, jedoch infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges vorläufig aufgenommen wur- de, dass das BFF am 18. Juli 1995 das Erlöschen der vorläufigen Aufnahme der Familie infolge freiwilliger Ausreise feststellte, dass der seit dem Jahre (…) geschiedene Vater des Beschwerdeführers im Jahre 2006 er neut in die Schweiz einreiste, im gleichen Jahr eine Schweizerin heiratete und in der Folge eine Aufenthaltsbewilligung B s o- wie im Jahre (…) eine Niederlassungsbewilligung C erhielt, dass der unverheiratete Beschwerdeführer – ein gelernter (…) – gemäss eigenen Angaben am 19. Dezember 2013 erneut in die Schweiz einreiste und gleichentags ein Asylgesuch stellte, welches er anlässlich der am 3. Januar 2014 durchgeführten Befragung zur Person (BzP) im Empfangs - und Verfahrenszentrum Basel mit der Kriegssituation im Heimatland S y- rien sowie seiner Angst vor dem Krieg im Zufluchtsland Libanon und do r- tigen Problemen infolge seiner (...)behinderung begründete, dass ihn diese Umstände ungefähr im Januar 2012 zur Ausreise aus S y- rien und – nach Erhalt eines am (…) November 2013 von den deutschen Behörden ausgestellten Schengen-Visums – am (…) Dezember 2013 zur Weiterreise auf dem Luftweg von B._______ nach Deutschland in eine unbekannte Stadt bewogen hätten, wo er seinen Reisepass verloren h a- be, dass er von Deutschland am 19. Dezember 2013 per Zug in die Schweiz weitergereist sei, ohne an der Grenze kontrolliert worden zu sein, dass er im Rahmen des ihm ebenfalls anlässlich der Befragung vom 3. Januar 2014 gewährten rechtlichen Gehörs zu einem allfälligen Nich t- eintretensentscheid aufgrund der mutmasslichen Verfahrenszuständigkeit Deutschlands in Anwendung der Schengen/Dublin -Vertragsgrundlagen mit Wegweisung dorthin geltend machte, er habe in Deutschland nieman- den und wisse nicht, wie er sich dort mit seiner (...)behinderung durch-E-1518/2014 Seite 3 schlagen könne, wogegen er in der Schweiz mit seinem unterstützung s- fähigen Vater und zwei Onkeln über Bezugspersonen verfüge, dass die Befragung in Anbetracht der (...)behinderung des Beschwerd e- führers dergestalt durchgeführt wurde, dass die dolmetschende Person diesem ihre Äusserungen praktisch vollständig schriftlich präsentierte, dass der Beschwerd eführer seinen in Syrien ausgestellten Invalidenau s- weis als (…) vorlegte und auf entsprechende Frage hin erklärte, gewisse (…) zu verstehen, aber nie in (…) geschult worden zu sein, dass er am 13. Januar 2014 dem Kanton Bern zugewiesen wurde, dass das BFM am 30. Januar 2014 unter Hinweis auf das gemäss dem zentralen Visa -Informationssystem von Deutschland ausgestellten und vom 7. bis zum 21. Dezember 2013 gültigen Schengen -Visums ein auf Art. 12 Abs. 4 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Pa r- laments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung e i- nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mi t- gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (ABl. L 180/31 vom 29.6.2013; nachfolgend Dublin -III-VO), gestütztes Übe r- nahmeersuchen an Deutschland richtete, dass die deutschen Behörden dem Ersuchen um Übernahme des B e- schwerdeführers zwecks Durchführung des Asylverfahrens mit Antw ort- schreiben vom 5. Februar 2014 gestützt auf Art. 9 Abs. 2 der Verordnung EG Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri gen oder Staatenlosen in e i- nem Mitgliedstaat gestellten Asylantrages zuständig ist (nachfolgend Dublin-II-VO), ausdrücklich zustimmten, dass das BFM mit Verfügung vom 11. März 2014 – eröffnet am 13. März 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des A sylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz nach Deutschland anordnete und ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach A b- lauf der Beschwerdefrist zu verlassen, dass es gleichzeitig die Aushändigung der editionspflichtigen Akten g e- mäss Aktenverzeichnis an den Beschwerd eführer verfügte und ferner E-1518/2014 Seite 4 feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid komme ke i- ne aufschiebende Wirkung zu, dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung ausführte, gestützt auf die einschlägigen staatsvertraglichen Bestimmungen (unter anderem: Ab- kommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidg e- nossenschaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags [Dublin- Assoziierungsabkommen, DAA, SR 0.142.392.68]; Dublin -III-VO; Verord- nung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des R a- tes [DVO Dublin]) sei Deu tschland für die Durchführung des Asylverfa h- rens zuständig, zumal die deutschen Behörden das Übernahmeersuchen gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO gutgeheissen hätten, dass die Überstellung nach Deutschland – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 5. August 2014 zu erfolgen habe, dass die Wegweisung die Regelfolge des Nichteintretensentscheides darstelle und der Vollzug der Wegweisung nach Deutschland mangels zu- reichender gegenteiliger Anhaltspunkte zulässi g, zumutbar und möglich sei und insbesondere weder dem Non -Refoulement-Gebot gemäss Art. 5 AsylG noch Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) widerspr e- che, dass die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des ihm gewährten rechtlichen Gehörs zu einer Rückführung nach Deutschland diese E r- kenntnisse nicht umzustossen vermöchten, da die Dublin-Verordnung kla- re Zuständigkeitsprinzipien festlege und individuelle Präferenzen keine Beachtung fänden, dass er auch aus dem Umstand, dass in der Schweiz Familienangehörige (Vater und zwei Onkel) lebten, nichts zu seinen Gunsten ableiten könne, da diese vorliegend nicht vom Familienbegriff gemäss Art. 2 Bst. g Dublin- III-VO (Ehegatten, Partner in dauerhafter Beziehung und minderjährige Kinder) erfasst seien und auch keine Hinweise auf ein besonderes A b- hängigkeitsverhältnis des Beschwerdeführers zu ihnen bestünden, zumal der Vater seit dem Jahre 2006 in der Schweiz lebe, E-1518/2014 Seite 5 dass er sich in Deutschland zudem auf die in der Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003 (Aufnahmerichtlinie) garantierten Mi n- destnormen berufen könne und dort somit eine adäquate Betreuung, U n- terbringung und medizinische Versorgung gewährleistet sei, dass gemäss Art. 107 a AsylG einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung keine aufschiebende Wirkung zukomme, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. März 2014 (Eingang 24. März 2014) gegen di esen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und darin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verf ü- gung, die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur materiellen Pr ü- fung des Asylgesuchs im nationalen Verfahren, eventualiter die Rückwe i- sung an die Vorinstanz zwecks seiner erneuten Befragung unter Beizi e- hung einer dolmetschenden Person, welche die (...) auf Arabisch beherr- sche, sowie in prozessualer Hinsicht die Gewährung der aufschi ebenden Wirkung und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklus i- ve Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und Beiordnung der rubrizierten Fürsprecherin beantragt, dass er zur Begründung vorab unter Hinweis auf sein Asylgesuchsdatum (19. Dezember 2013) die Anwendbarkeit der Dublin -II-VO und damit des Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-VO geltend macht, welcher besagt, dass im Falle einer ernsthaften Behinderung und Unterstützungsbedürftigkeit der betrof- fenen Person diese von einem im Hoheitsgebiet der Dublin - Mitgliedstaaten sich aufhaltenden Familienangehörigen nicht getrennt be- ziehungsweise mit diesem zusammengeführt werden soll, sofern die f a- miliäre Bindung bereits im Herkunftsland bestanden hat, dass gemäss Praxis des Gerichtshofs d er Europäischen Gemeinschaften (EuGH) die Verfahrenszuständigkeit des Mitgliedstaates, in dem sich die betreffenden Personen aufhalten, bei erfüllten Tatbestandsvoraussetzu n- gen nach Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-VO gar zwingend sei, dass vorliegend seine (...)behinderung schwer und ernsthaft sei, er kein Deutsch mehr verstehe und trotz seiner absolvierten (…)-Lehre selbst in einem arabisch sprechenden Umfeld nicht zu einer selbständigen L e- bensführung fähig wäre, sondern nach der Scheidung der Eltern bei se i- ner M utter oder seiner Schwester gelebt habe, womit seine Unterstü t- zungsbedürftigkeit erst recht in einem deutschsprachigen Umfeld geg e- ben sei, E-1518/2014 Seite 6 dass zudem die familiäre Bindung zu seinem in der Schweiz lebenden Vater bereits im Heimatland bestanden habe, dass im Weiteren eine fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung und Verle t- zung des rechtlichen Gehörs dergestalt vorliege, dass die Befragung trotz protokollierter erheblicher Verständigungsschwierigkeiten ohne Beizi e- hung einer auf (...)behinderung spezialisierten, die arabische und die (...) beherrschenden dolmetschenden Person durch - und zu Ende geführt worden sei, welcher Mangel somit nach Rückweisung der Sache im Rahmen eines nationalen Verfahrens (Anhörung nach Art. 29 AsylG) oder zumindest durch Wiederholung der Erstbefragung zu beheben sei, dass die vorinstanzlichen Akten am 25. März 2014 beim Bundesverwa l- tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht mit vorsorglicher Massnahme vom 25. März 2014 den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers nach Deutschland in Anwendung von Art. 56 des Verwaltungsverfahrensgese t- zes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) einstweilen und bis zu einem allfälligen Entscheid über die Gewährung der aufschiebenden Wi r- kungen aussetzte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verf ü- gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu- treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), E-1518/2014 Seite 7 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richt erin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegen d auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass vorab die Rüge einer fehlerhaften Sachverhaltsfeststellung und Ve r- letzung des rechtlichen Gehörs aufgrund von Verständigungsschwieri g- keiten in der BzP als unbegründet zurückzuweisen ist, da sich bloss die faktische Durchführung d er Befragung aufgrund der (...)behinderung schwierig gestaltete (nicht nur mündliche, sondern zusätzlich auch schrift- liche Kundgabe der Ausführungen war erforderlich ; vgl. BzP Einleitung Bst. h), das Verständnis der Ausführungen der dolmetsc henden Person aber offensichtlich unproblematisch war und der Beschwerdeführer das ihm am Schluss vorgelegte Protokoll als korrekt und die (mündliche und schriftliche) arabische Sprache der Übersetzung als ihm verständlich be - stätigte, dass die erst auf B eschwerdestufe geforderte Wiederholung der BzP u n- ter Beiziehung einer die (...) beherrschenden dolmetschenden Person schon deshalb nicht zielführend sein kann, weil der Beschwerdeführer sowohl in der BzP (a.a.O.) als auch in der Beschwerde (dort Ziff. II/1 ) klarstellt, dass er nie in (...) geschult worden sei und nur gewisse (…) verstehe (vgl. BzP Ziff. 1.17.04 f.), wogegen er aber weder stumm noch ungebildet ist, dass überdies keine weiteren Gründe auszumachen sind, wonach das Protokoll der BzP vorliegend prozessual nicht verwertbar wäre, dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der B e- schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vori n-E-1518/2014 Seite 8 stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen), dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyls u- chende in einen Drittstaat ausr eisen können, der für die Durchführung des Asyl - und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), dass die Dublin-II-VO durch die Dublin -III-VO abgelöst wurde, welche ab dem 1. Januar 2014 anwendbar ist, dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und der EU betreffend die Übernahme der Dublin -III-VO (Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac -Besitzstands) der Bundesrat der EU mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses Rechtsakts akzeptiere und in ihre inne r- staatliche Rechtsordnung umsetzen werde, dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – vorläu- fig angewendet, dass die übergangsrechtliche Bestimmung von Art. 49 Dublin-III-VO unter anderem festhält, dass die Dublin -III-VO für nach dem 1. Januar 2014 gestellte Gesuche um Aufnahme oder Wiederaufnahme gelte, ungeachtet des Zeitpunkts, zu welchem der Antrag auf internationalen Schutz gestellt worden ist, indessen für jene Verfahren, in denen zwar das Gesuch um Aufnahme oder Wiederaufnahme nach dem 1. Januar 2014, jenes um i n- ternationalen Schutz indessen noch vor dem 1. Januar 2014 gestellt wo r- den ist, für die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates die Kriterien der Dublin II-VO – somit Art. 5–14 Dublin-II-VO – gelten, dass der Beschwerdeführer am 19. Dezember 2013 in der Schweiz um Asyl nachsuchte und das Übernahmeersuchen des BFM an Deutschland am 30. Januar 2014 erfolgte, weshalb vorliegend zwar grundsätzlich die Dublin-III-VO gilt, die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates aber noch nach Art. 5–14 Dublin-II-VO erfolgt, das dementsprechend die Auffassung des Beschwerdeführers, wonach aufgrund seines Asylgesuchsdatums die Dublin-II-VO und damit Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-VO anwendbar seien, dahingehend zu berichtigen ist, als von der Dublin -II-VO nur, aber immerhin die Art. 5 –14 Dublin-II-VO a n-E-1518/2014 Seite 9 wendbar sind, nicht aber insbesondere der unter dem Kapitel IV der Du b- lin-II-VO ("Humanitäre Klausel") figurierende Art. 15 Abs. 2 Dublin-II-VO, dass im vorliegenden Verfahren dafür die äquivalente Nachfolgebesti m- mung von Art. 16 Abs. 1 Dublin -III-VO zur Anwendung gelangt (vgl. dazu unten), dass nach dem Gesagten ebenso das BFM insoweit in seiner Rechtsa n- wendung zu berichtige n ist, als es die Übernahmeanfrage an Deutsc h- land fälschlicherweise auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO stützte, dass darin aber in casu offensichtlich keine kassationsauslösende Bu n- desrechtsverletzung zu erblicken ist, weil Deutschland seine Übernahm e- zustimmung ausdrücklich und korrekterweise auf die äquivalente Vorgä n- gerbestimmung von Art. 9 Abs. 2 Dublin -II-VO gestützt hat (vgl. Akte n- stück B14) und die formell unzutreffende Gesetzesabstützung des BFM vom Beschwerdeführer im Übrigen auch nicht beanstandet wird, dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin -III-VO jeder Asylantrag von e i- nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kap i- tels III als zuständiger Staat bestimmt wird, dass weder die Dublin -II-VO noch die Dublin -III-VO einem Schutzs u- chenden das Recht einräumt, den seinen Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), dass bei einem Aufnahmeverfahren (take charge) – d.h. wenn noch kein Dublin-Mitgliedstaat die Verantwortung für die inhaltliche Prüfung des Asylantrags übernommen beziehungsweise damit begonnen hat – die Kriterien in der in Kapitel III der Dublin -II-VO (Art. 5–14 Dublin-II-VO) ge- nannten Rangfolge anzuwenden sind und von der Situation zum Zei t- punkt, in dem der Asylbewerber erstmals einen Antrag in einem Mitglied- staat stellt, auszugehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO), wogegen im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (take back) keine – neuerliche – Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin -II-VO stattfindet, sondern ein solches insbeso ndere auf den materiellen Zuständigkeitsbestimmu n- gen von Art. 16 Abs. 1 Bst. c -e Dublin -II-VO (bzw. nunmehr Art. 23 ff. Dublin-III-VO) gründet (vgl. CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dub- lin II -Verordnung: Das Europäische Asylzuständigkeitssystem, 3. Aufl., Wien und Graz 2012, Art. 16 K5 S. 129), wobei zu prüfen bleibt, ob die Zuständigkeit zwischenzeitlich erloschen ist, E-1518/2014 Seite 10 dass vorliegend unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer mittels eines von Deutschland im Dezember 2013 ausgestellten Schengen -Visums nach Deutschland und damit in das Hoheitsgebiet der Dublin -Staaten ge- langt und von dort im gleichen Monat in die Schweiz weitergereist ist, dass sich folglich entsprechend den vorinstanzlichen Erkenntnissen die Zuständigkeit Deutschlands zur Durchführung des Asylverfahrens ergibt, dass die Anwendung der Ermessensklauseln nach Art. 17 Dublin -III-VO (vgl. entsprechend die Souveränitätsklausel nach Art. 3 Abs. 2 Dublin II-VO und die Humanitäre Klausel nach Art. 15 Dublin II -VO) aufgrund der seit dem 1. F ebruar 2014 in Kraft stehenden Kognitionsbeschränkung des Bundesverwaltungsgerichts nach Art. 106 AsylG (Wegfall der Angeme s- senheitsüberprüfung gemäss dem altrechtlichen Art. 106 Abs. 1 Bst. c AsylG) im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht zur Diskussion stehen, zumal auch kein Missbrauch oder Überschreiten des Ermessens geltend gemacht oder ersichtlich werden, dass hingegen – wie oben erwähnt – zu prüfen ist, ob das BFM mit se i- nem angefochtenen Entscheid allenfalls Art. 16 Abs. 1 Dublin -III-VO (als äquivalente Nachfolgebestimmung von Art. 15 Abs. 2 Dublin -II-VO) ver- letzt, dass dies aus nachfolgenden Gründen und in Bestätigung der vorinstanz- lichen Erkenntnisse offensichtlich zu verneinen ist, da es an der Erfüllung gleich mehrerer Tatbestandsmerkmale mangelt, dass bereits die in Art. 16 Abs. 1 Dublin -III-VO geforderte Ernsthaftigkeit der (...)behinderung, (nicht bloss punktuelle) Unterstützungsbedürftigkeit und Abhängigkeit vom Vater zweifelhaft erscheinen, da der Beschwerd e- führer dadurch in seiner Lebensfü hrung bis zum heutigen Zeitpunkt zwar schon beeinträchtigt war, aber trotzdem während sieben Jahren die o r- dentliche Schule besucht, einen Berufsabschluss erreicht, ferner ve r- schiedene Auslandreisen alleine unternommen und zeitweise – auch im Ausland – selbständig gelebt und gearbeitet hat, dass daneben spätestens seit der erneuten Reise des Vaters des B e- schwerdeführers in die Schweiz – mithin die letzten rund acht Jahre – keine familiäre Bindung zum Beschwerdeführer im Herkunftsland besta n- den haben konnte, E-1518/2014 Seite 11 dass schliesslich auch an der geforderten Unterstützungsfähigkeit des Vaters Zweifel anzubringen wären, da dieser als Selbständigerwerbender kaum zeitliche Ressourcen zur Verfügung haben dürfte und die finanzielle Unterstützungsfähigkeit angesichts des Um standes, dass der Beschwe r- deführer derzeit beim Vater wohnhaft ist, aber dennoch staatliche Fürso r- geleistungen aufgrund seiner Mittellosigkeit bezieht (vgl. entsprechende Bestätigung als Beschwerdebeilage), fraglich erscheint, dass schliesslich bis zum heu tigen Zeitpunkt auch kein schriftlich geäu s- serter Wunsch des Vaters zur Unterstützung des Beschwerdeführers vo r- liegt (vgl. Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO in fine), dass somit der zuständige Mitgliedstaat Deutschland verpflichtet ist, den Beschwerdeführer na ch Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin -III-VO aufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO) und hierzu auch au s- drücklich seine Zustimmung erklärt hat, dass im Übrigen und insbesondere betreffend die (vom Beschwerdeführer nicht in Zweifel gezogene) E inhaltung der völkerrechtlichen Verpflichtu n- gen beziehungsweise der anwendbaren Verfahrens - und Aufnahmericht- linien durch Deutschland auf die zutreffenden Erwägungen gemäss ange- fochtener Verfügung verwiesen werden kann, dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der B e- stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerd e- führenden Rechnung zu tragen und die deutschen Behörden vorgängig in geeigneter Weise übe r die spezifischen medizinischen Umstände zu i n- formieren haben (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), was vorliegend bereits mit der Übernahmeanfrage des BFM vom 30. Januar 2014 mittels einer B e- merkung zur hochgradigen (...)behinderung des Beschwerdeführers g e- schehen ist, dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre- ten ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]), dass an dieser Stelle allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländ e-E-1518/2014 Seite 12 rinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645) und die entsprechende Prüfung denn auch in den vorangegangenen Erwägungen erfolgt ist, dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verf ü- gung des BFM zu bestätigen ist, dass das Beschwerdeverfahren mit dem vorliegenden Urteil abgeschlo s- sen ist, weshalb die Anträge betreffend Gewährung der aufschiebenden Wirkung und Erlass des Kostenvorschusses hinfällig werden, dass das mit der Beschwerde ge stellte Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuwe i- sen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen sind, weshalb die Voraussetzu n- gen unbesehen der vorgelegten Fürsorgebestätigung nicht erfüllt sind, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens somit die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf deren Erhebung aber in Anbetracht der b e- sonderen vorliegenden Umstände in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG (letzter Satz) i.V.m. Art. 6 Bst. b VGKE von Amtes wegen dennoch zu verzichten ist. (Dispositiv nächste Seite) E-1518/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Si n- ne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Auf die Erhebung von Verfahrenskosten wird verzichtet. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Regula Schenker Senn Urs David Versand: