<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="cell small-12 contentContainer printArea"> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4">AB.2006.00078</font></b><br/> <b><font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="4"> </font></b><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">Sozialversicherungsgericht</font><br/> <font face="RotisSansSerif ExtraBold" size="6">des Kantons Zürich</font><br/> <font size="4">I. Kammer</font><br/> <font size="4">Sozialversicherungsrichter Spitz, Vorsitzender</font> <p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Grünig</font> </p><p><font size="4">Sozialversicherungsrichterin Bürker-Pagani</font> </p><p><font size="4">Gerichtssekretärin von Streng</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">Urteil vom 26. Februar 2007</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">in Sachen</font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Z.___</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdeführerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">vertreten durch Werner Schnellmann</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Engenbüelstrasse 8, 8304 Wallisellen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">gegen</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="4">Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Beschwerdegegnerin</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">unter Hinweis darauf, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die 1944 geborene Z.___ ab 1. Januar 1997 von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, als Nichterwerbstätige erfasst wurde (vgl. Urk. 7/1/5), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Versicherte am 6. Oktober 2005 die Ausgleichskasse ersuchte, sie ab Januar 2003 als Selbständigerwerbende zu erfassen, da sie seit diesem Zeitpunkt als stille Gesellschafterin an der im Handelsregister eingetragenen Einzelfirma A.___ beteiligt sei (Urk. 7/18), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Ausgleichskasse mit Verfügung vom 2. Dezember 2005 feststellte, die Versicherte könne nicht als Selbständigerwerbende anerkannt werden, da die geltend gemachte Teilhaberschaft an der Einzelfirma nicht ausgewiesen sei (Urk. 7/21), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Versicherte, vertreten durch den Steuerberater/Bücherexperten Werner Schnellmann am 8. Dezember 2005 dagegen Einsprache erhob und ihren Antrag erneuerte (Urk. 7/22), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Ausgleichskasse mit Entscheid vom 23. August 2006 die Verfügung vom 2. Dezember 2005 wegen Nichtigkeit aufhob und die Einsprache als gegenstandslos geworden abschrieb (Urk. 2), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin, wiederum vertreten durch Werner Schnellmann, dagegen am 5. September 2006 Beschwerde erhob und beantragte, es sei festzustellen, dass sie ab dem Jahr 2003 eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübe (Urk. 1), und die Ausgleichskasse in der Beschwerdeantwort vom 19. Oktober 2006 beantragte, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten (Urk. 6), </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">in Erwägung,</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass gemäss Art. 24 der Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) in Verbindung mit Art. 29 Abs. 6 AHVV die beitragspflichtige nicht erwerbstätige Person im laufenden Beitragsjahr periodisch Akontobeiträge zu leisten hat, welche von der Ausgleichskasse aufgrund des voraussichtlichen Renteneinkommens und Vermögens bestimmt werden, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die beitragspflichtige Person der Ausgleichskasse die für die Festsetzung der Akontobeiträge erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Unterlagen auf Verlangen einzureichen und wesentliche Abweichungen vom voraussichtlichen Renteneinkommen und Vermögen zu melden hat (Art. 24 Abs. 4 AHVV), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass erst wenn innert Frist die erforderlichen Auskünfte nicht erteilt, die Unterlagen nicht eingereicht oder die Akontobeiträge nicht bezahlt werden, die Ausgleichskasse die geschuldeten Akontobeiträge in einer Verfügung festsetzt (Art. 24 Abs. 5 AHVV)</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die definitive Beitragsfestsetzung aufgrund der rechtskräftigen Steuerveranlagung beziehungsweise in Zusammenarbeit mit den kantonalen Steuerbehörden erfolgt (Art. 29 Abs. 3 und 4 AHVV) und dabei der Ausgleich mit den geleisteten Akontobeiträgen vorgenommen wird (Art. 25 Abs. 1 AHVV),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass das Sozialversicherungsgericht in konstanter Rechtsprechung erkannt hat, dass es der Verwaltung verwehrt ist, Beiträge, die in Ermangelung einer rechtskräftigen Veranlagung erst provisorisch festgesetzt wurden, mittels Verfügungen geltend zu machen - abgesehen vom hier nicht interessierenden Tatbestand von Art. 24 Abs. 5 AHVV -, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass das Sozialversicherungsgericht infolgedessen "Akonto-Beitragsverfügungen", mit welchen erst provisorisch festgesetzte Beiträge verfügt wurden, konstant als nicht anfechtbare Verfügungen und damit als rechtlich unverbindlich qualifiziert hat (Urteile des Sozialversicherungsgerichts vom 25. Juni 2001 in Sachen B. [AB.2001.00115], vom 9. Juli 2003 in Sachen K. [AB.2002.00410], vom 28. Januar 2005 in Sachen B. [AB.2004.00088] und vom 28. Februar 2006 in Sachen S. [AB.2006.00010]), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Ausgleichskasse im angefochtenen Entscheid vom 23. August 2006 ausführte, die Verfügung vom 2. Dezember 2005, welche das Beitragsstatut der Versicherten ab 1. Januar 2003 zum Gegenstand habe, sei zu einem Zeitpunkt erlassen worden, als über die Beiträge der Jahre 2003-2005 bereits rechtskräftig entschieden gewesen sei, weshalb die Verfügung nichtig und die dagegen erhobene Einsprache gegenstandslos sei (Urk. 2),</font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beiträge der Beschwerdeführerin für die Jahre bis und mit 2002 gestützt auf die rechtskräftigen Steuerveranlagungen definitiv festgesetzt wurden, die Beiträge für die Jahre 2003, 2004 und 2005 dagegen erst provisorisch, da für diese Jahre noch keine rechtskräftigen Steuerveranlagungen vorliegen (Urk. 7/12, Urk. 7/14, Urk. 7/17, Urk. 7/25, vgl. Urk. 7/9, Urk. 7/11, Urk. 7/16, Urk. 10), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die provisorischen Beiträge für die Jahre 2003-2005 in "Akontobeitragsverfügungen" festgesetzt wurden, diesen "Akontobeitragsverfügungen" nach der zitierten Rechtsprechung jedoch keine Rechtswirkungen beizumessen sind, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Auffassung der Ausgleichskasse, wonach die in dieser Form festgelegten Beiträge für die Jahre 2003-2005 rechtsgültig verfügt worden seien, unrichtig ist und damit auch die darauf beruhende Annahme, dass diese Beiträge dem Erlass der Verfügung vom 2. Dezember 2005 im Wege gestanden seien und deren Nichtigkeit bewirkt hätten, nicht zutrifft, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass im Weiteren auf die Praxisänderung des Bundesgerichts hinzuweisen ist, wonach die Ausgleichskasse bei Ablehnung des Gesuchs einer versicherten Person um Registrierung als Selbständigerwerbenden nunmehr eine einsprachefähige Verfügung und gegebenenfalls einen beschwerdefähigen Einspracheentscheid zu erlassen hat (BGE 132 V 257, Erw. 2.5), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass unter diesen Umständen kein Grund besteht, die Verfügung vom 2. Dezember 2005 in formeller Hinsicht in Frage zu stellen, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Ausgleichskasse demnach gehalten gewesen wäre, auf die gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2005 erhobene Einsprache vom 8. Dezember 2005 einzutreten, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der angefochtene Einspracheentscheid deshalb aufzuheben und die Sache an die Ausgleichskasse zurückzuweisen ist, damit sie die Einsprache vom 8. Dezember 2005 gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2005 materiell behandle, </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass die Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten hat, welcher sich ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen bemisst (Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht), </font><br/> <font face="RotisSerif" size="4">dass der Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung dieser Kriterien für die Rechtsvertretung durch Werner Schnellmann eine Prozessentschädigung von Fr. 1'100.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen ist,</font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font><br/> <b><font face="RotisSansSerif" size="5">erkennt das Gericht:</font></b><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, vom 23. August 2006 aufgehoben und die Sache an die Ausgleichskasse zurückgewiesen wird, damit sie die Einsprache der Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 2. Dezember 2005 materiell behandle. </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">2. Das Verfahren ist kostenlos.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung von Fr. 1'100.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. </font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">4. Zustellung gegen Empfangsschein an:</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Werner Schnellmann</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">- Bundesamt für Sozialversicherung</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">5. Gegen diesen Entscheid kann innert </font><b><font face="RotisSansSerif" size="4">30 Tagen</font></b><font face="RotisSansSerif" size="4"> seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.</font><br/> <font face="RotisSansSerif" size="4">Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).</font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p><p><font size="4"> </font> </p></div></body></html>