A bteilung I A -7509/2006 {T 0/2} U rteil vom 2. Juli 2007 M itw irkung: R ichter André M oser (Vorsitz); R ichter D aniel R iedo; R ichter M arkus M etz; G erichtsschreiberin M ichelle Eichenberger. A ._______ und B ._______, Beschw erdeführende, gegen K anton St. G allen, A m t für M ilitär und Zivilschutz, Vorinstanz, betreffend B efreiung von der Schutzraum pflicht und Ersatzbeitrag. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. Am 14. Juni 1996 erteilte die politische G em einde O berriet der Bauherr- schaft C ._______ selig die Bew illigung für den N eubau eines Zw eifam ili- enhauses am Standort D ._______. B. A._______ hat zusam m en m it seiner Schw ester E._______ die Liegenschaft von C ._______ selig als Erbengem einschaft übernom m en. Per 1. Januar 2006 haben A._______ und B._______ den hälftigen M iteigentum santeil von E._______ käuflich erw orben. C . D as Am t für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen erliess am 27. N ovem ber 2006 eine Verfügung betreffend Befreiung von der Schutz- raum baupflicht und Ersatzbeitrag. D arin befreite es die Bauherrschaft C ._______ selig resp. deren R echtsnachfolger und H auseigentüm er A._______ und B._______ für den N eubau des Zw eifam ilienhauses am Standort D ._______ nachträglich von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen (Ziff. 1). Es setzte jedoch einen Ersatzbeitrag von Fr. 12'870.- fest, der durch A._______ und B._______ innert 30 Tagen nach R echtskraft der Verfügung zu bezahlen sei (Ziff. 2). D es W eiteren erhob es für den Erlass seiner Verfügung eine G ebühr von Fr. 250.- (Ziff. 3). D a sich die Erteilung der Baubew illigung abschliessend unter altem R echt ereignet habe und für die R ückw irkung des neuen R echts die R echtsgrundlage fehle, kom m e vorliegend das alte R echt zur Anw endung. D er betroffene N eubau m it 10 Zim m ern benötige gem äss den m assgeblichen gesetzlichen Bestim m ungen grundsätzlich 9 Schutzplätze. D ie Bauherrschaft bzw . dessen R echtsnachfolger und H auseigentüm er hätten entsprechend einen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 1996 für 9 Schutzplätze zu entrichten, ausm achend Fr. 12'870.-. D . M it Eingabe vom 21. D ezem ber 2006 führen A._______ und B._______ (Beschw erdeführende) gegen die Verfügung des Am ts für M ilitär und Zivilschutz des Kantons St. G allen (Vorinstanz) vom 27. N ovem ber 2006 bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenhei- ten Beschw erde. Sie beantragen sinngem äss die Aufhebung der angefoch- tenen Verfügung dahingehend, dass sie den verfügten Ersatzbeitrag nicht zu bezahlen haben. Zudem verlangen sie die Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis die Frage der Verjährung geklärt sei. Zur Begründung brin- gen sie vor, m it den Bauarbeiten sei anfangs August 1996 begonnen w or- den. G em äss dem heute geltenden R echt verjähre das R echt zur Erhe- bung von Ersatzbeiträgen 10 Jahre nach dem Baubeginn. D ie Forderung sei folglich verjährt und die Verjährung sei von Am tes w egen zu beachten. D es W eiteren seien sie m it der Anw endung des alten R echts nicht einver- standen. Auch verstosse es gegen Treu und G lauben, w enn bei einem Ei- gentüm erw echsel die neuen Eigentüm er belangt w ürden. E. Per 1. Januar 2007 übernahm das Bundesverw altungsgericht das bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten an- hängig gem achte Verfahren.3 F. D ie Vorinstanz beantragt m it Schreiben vom 26. M ärz 2007 eine Frister- streckung für die Einreichung ihrer Vernehm lassung. Es fehle ihr noch das D atum des Baubeginns des fraglichen Zw eifam ilienhauses, w as für die Frage der Verjährung eine w ichtige R olle spiele. D ie Vorinstanz hat sich alsdann binnen der bis am 2. April 2007 erstreckten Frist w eder verneh- m en lassen noch hat sie ihre Akten eingereicht. G . Auf w eitere Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten befindli- chen Schriftstücke w ird, sow eit erforderlich, in den nachfolgenden Erw ä- gungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. D ie Eidgenössische R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten w urde per 31. D ezem ber 2006 aufgelöst und durch das Bundesverw al- tungsgericht ersetzt. G em äss Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverw altungsgericht (VG G , SR 173.32) über- nim m t das Bundesverw altungsgericht, sofern es zuständig ist, die Beurtei- lung der am 1. Januar 2007 bei der R ekurskom m ission für Zivilschutzange- legenheiten hängigen R echtsm ittel. D as Verfahren vor dem Bundesverw al- tungsgericht richtet sich nach dem Bundesgesetz vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sow eit das VG G nichts anderes bestim m t (Art. 37 VG G ). N ach Art. 33 Bst. i VG G ist gegen Verfügungen kantonaler Instanzen die Beschw erde an das Bundesverw al- tungsgericht (nur) zulässig, sow eit ein Bundesgesetz dies vorsieht. 2. Vorliegend ist sow ohl hinsichtlich der Zuständigkeit als auch hinsichtlich der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrags von Bedeutung, ob altes oder neues R echt anw endbar ist. Folglich ist in einem ersten Schritt das anw endbare R echt zu bestim m en (vgl. hierzu auch U rteil des Bundesver- w altungsgerichts vom 2. Juli 2007 A-7510/2006 E. 3 ff.). 3. D as Bundesgesetz vom 4. O ktober 1963 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautengesetz, aBM G , AS 1994 2667) sow ie die darauf basierende Verordnung vom 27. N ovem ber 1978 über die baulichen M assnahm en im Zivilschutz (Schutzbautenverordnung, aBM V, AS 1994 2671) w urden durch das neue Bundesgesetz vom 4. O ktober 2002 über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz (Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetz, BZG , SR 520.1) aufgehoben. Zu prüfen ist, ob das aBM G in seiner bis Ende 2003 geltenden Fassung oder aber das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene BZG anw endbar ist, som it die Frage nach der intertem poralrechtlichen Anw endbarkeit der neuen G esetzesbestim m ung. 3.1 G rundsätzlich sind jene N orm en anw endbar, die im Zeitpunkt der Verw irkli- chung des rechtlich zu ordnenden oder zu R echtsfolgen führenden Tatbe- standes in Kraft w aren. Anders ausgedrückt sind Erlasse auf jene Sach- verhalte anw endbar, die zw ischen Inkraftsetzung und Ausserkraftsetzung entstanden sind (vgl. R EN É R H IN O W / BEAT KR ÄH EN M AN N , Schw eizerische Ver- w altungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel und Frankfurt a.M . 1990, 4 N r. 15 B I; PIER R E TSC H AN N EN / U LR IC H ZIM M ER LI, Allgem eines Verw altungs- recht, 2. Auflage, Bern 2005, § 24 R z. 9). Ausschlaggebend für die Schutz- raum baupflicht bzw . die Entrichtung eines Ersatzbeitrags ist sow ohl ge- m äss Art. 2 aBM G als auch nach Art. 46 f. BZG die Erstellung eines N eu- baus. W ird ein solcher errichtet, entsteht die Pflicht, entw eder Schutzräum e zu erstellen oder aber bei Befreiung von dieser Pflicht einen gleichw ertigen Ersatzbeitrag zu leisten. In diesem Sinn statuiert denn auch Art. 6 Abs. 3 aBM V, die Festsetzung des Ersatzbeitrags erfolge in der Bau- bew illigung und w erde vor Baubeginn der G em einde entrichtet. D er m ass- gebende Sachverhalt ist som it vorliegend die Erteilung der Baubew illigung am 14. Juni 1996. Zu diesem Zeitpunk w ar noch das alte R echt, m ithin das aBM G und die aBM V anw endbar, w elches folglich für die Beurteilung der sich stellenden R echtsfragen m assgebend ist. D aran ändert der Verfü- gungserlass betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag zum Zeit- punkt, als bereits das BZG in Kraft w ar, nichts. D enn die Verfügung be- zieht sich auf einen Sachverhalt, der sich abschliessend unter der G eltung des aBM G ereignet hat. 3.2 Auch die Frage, ob dem BZG R ückw irkung zukom m t, ist zu verneinen: Bei der Anw endung von neuem R echt auf Sachverhalte, die sich unter altem R echt ereignet haben, ist zw ischen echter und unechter R ückw irkung zu unterscheiden. D a sich vorliegend der m assgebliche Sachverhalt, m ithin die Bew illigungserteilung, abschliessend vor Inkrafttreten des neuen R echts verw irklicht hat, steht vorliegend jedoch nur die echte R ückw irkung zur D iskussion. H ierbei gilt der G rundsatz, dass die echte R ückw irkung un- zulässig ist, da niem andem Verpflichtungen auferlegt w erden sollen, w el- che sich aus N orm en ergeben, die zum Zeitpunkt der Sachverhaltsverw irk- lichung nicht bekannt sein konnten, m it w elchen also w eder gerechnet w erden konnte noch m usste. Ausnahm sw eise ist jedoch von der Zulässig- keit der echten R ückw irkung auszugehen (vgl. hierzu und zum Folgenden: U LR IC H H ÄFELIN / G EO R G M Ü LLE R / FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw altungs- recht, 5. Auflage, Zürich 2006, § 6 R z. 329 ff.; TSC H AN N EN /ZIM M E R LI, a.a.O ., § 24 R z. 24 ff.). 3.2.1 Bei einer echten R ückw irkung, w elche sich belastend ausw irkt, sind für de- ren Zulässigkeit folgende Voraussetzungen kum ulativ erforderlich: D ie R ückw irkung m uss ausdrücklich angeordnet oder nach dem Sinn des Er- lasses klar gew ollt sein. Sie m uss zeitlich m ässig sein und ist nur zulässig, w enn sie durch triftige G ründe gerechtfertigt ist. Schliesslich darf die R ück- w irkung keine stossenden R echtsungleichheiten bew irken und keinen Ein- griff in w ohlerw orbene R echte darstellen. Eine ausdrückliche gesetzliche Anordnung für eine echte R ückw irkung fehlt in den konkreten Ü bergangs- bzw . Schlussbestim m ungen des BZG . Eine solche intertem porale R egelung besteht vorliegend gerade nicht. Auch sind w eder Anzeichen ersichtlich, die darauf schliessen liessen, dass eine solche gew ollt w äre, noch w erden solche von den Beschw erdeführen- den geltend gem acht. Som it erübrigt sich eine diesbezügliche w eitere Prü- fung.5 3.2.2 Einer echten R ückw irkung begünstigender Erlasse, d.h. solcher, die den Privaten nur Vorteile bringen, steht grundsätzlich nichts entgegen, sofern sie nicht zu einer R echtsungleichheit führt oder R echte D ritter beeinträch- tigt. Jedoch darf aus der Zulässigkeit der R ückw irkung begünstigender Er- lasse nicht auf einen Anspruch auf R ückw irkung solcher Erlasse geschlos- sen w erden (vgl. H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., § 6 R z. 335 m it H inw ei- sen). D enn ein solcher Anspruch besteht nur, w enn er vom G esetz vorge- sehen ist, w as vorliegend eben gerade nicht der Fall ist. 3.3 Zusam m enfassend ergibt sich som it, dass vorliegend eine echte R ückw ir- kung des neuen R echts, m ithin des BZG , auf den Sachverhalt, der sich ab- schliessend unter dem alten R echt, dem aBM G und der aBM V, ereignet hat, nicht zulässig ist. Für die Beurteilung sow ohl der Zuständigkeit als auch der Schutzraum baupflicht und des Ersatzbeitrags sind folglich das aBM G und die aBM V anw endbar. 4. H insichtlich der Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts zur Behand- lung der vorliegenden Beschw erde ergibt sich aus der Anw endbarkeit des alten R echts, m ithin nam entlich des aBM G , folgendes: Art. 14 und 15 aBM G legen die Zuständigkeiten klar fest. D em nach können Verfügun- gen nicht verm ögensrechtlicher N atur der kantonalen Behörden an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartem ent w eitergezogen w erden, w elches endgültig entscheidet (Art. 14 Abs. 2 aBM G ). D em gegenüber un- terliegen Entscheide der zuständigen kantonalen Behörde über verm ö- gensrechtliche Ansprüche der Beschw erde an die Eidgenössische R ekurs- kom m ission für Zivilschutzangelegenheiten und letztinstanzlich ans Bun- desgericht (Art. 15 Abs. 3 aBM G ). Schliesslich sieht Art. 14 Abs. 3 aBM G vor, dass sich der Beschw erdew eg nach Art. 15 Abs. 3 aBM G bestim m t, w enn Baueigentüm er ihre Baupflicht und, im gleichen Verfahren, ihre Ver- pflichtung bestreiten, Ersatzbeiträge zu leisten. Bei der vorliegend ange- fochtenen Verfügung betreffend Befreiung von der Schutzraum baupflicht und Ersatzbeitrag geht es um einen solchen Anw endungsfall. D er Anhang zum VG G m it den Änderungen bisherigen R echts enthält in Ziff. 47 eine Änderung von Art. 66 BZG in dem Sinn, dass in Streitigkeiten nicht verm ö- gensrechtlicher N atur gegen die vom G esetz nicht als endgültig bezeich- neten Entscheide der letzten kantonalen Behörde der W eg an das Bundes- verw altungsgericht geöffnet w ird (vgl. M IC H EL D AU M , N eue Bundesrechts- pflege - Fragen des Ü bergangsrechts in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten aus Sicht der Kantone, in Bernische Verw altungsrechtsprechung [BVR ] 2007, 12). D ass der W eg an das Bundesverw altungsgericht auch bei teils nicht verm ögensrechtlichen und teils verm ögensrechtlichen Strei- tigkeiten offen stehen m uss, ergibt sich zum indest aus dem Sachzusam - m enhang (Kom petenzattraktion), auch w enn die Anfechtbarkeit von Verfü- gungen kantonaler Instanzen betreffend verm ögensrechtliche Ansprüche w eder m it Bezug auf Art. 15 aBM G noch m it Bezug auf Art. 67 BZG aus- drücklich erw ähnt w ird. Ein Auseinanderfallen der sachlichen Zuständigkeit in Fällen w ie dem vorliegenden, in denen die Fragen nicht verm ögens- rechtlicher N atur und jene verm ögensrechtlicher Art eng zusam m enhän- gen, liesse sich durch nichts rechtfertigen. D as Bundesverw altungsgericht 6 als N achfolgeorganisation der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Zi- vilschutzangelegenheiten ist dem nach als zuständig zu erachten zur Beur- teilung der vorliegenden Beschw erde. 5. D ie Beschw erdeführenden beantragen in ihrer Beschw erde vom 21. D e- zem ber 2006 Sistierung des Verfahrens. Sie begründen das G esuch m it dem U m stand, dass m indestens ein oder m ehrere w eitere Betroffene Be- schw erde erhoben hätten, w o ebenfalls die Frage der Verjährung zu ent- scheiden sei. 5.1 Eine Sistierung des Beschw erdeverfahrens m uss durch zureichende G rün- de gerechtfertigt sein, andernfalls von einer m it dem Beschleunigungsge- bot von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101) nicht zu vereinbarenden R echtsverzögerung auszugehen (BG E 130 V 90 E. 5) w äre. Eine Verfahrenssistierung fällt insbesondere dann in Betracht, w enn ein anderes Verfahren hängig ist, dessen Ausgang für das zu sistierende von präjudizieller Bedeutung ist (BG E 123 II 1 E. 2b, BG E 122 II 211 E. 3e). Ein anderer Sistierungsgrund kann darin gesehen w erden, dass Verhandlungen betreffend eine allfällige einvernehm liche Lö- sung zw ischen den Beteiligten aufgenom m en w urden, w obei die konkrete Verhandlungsbereitschaft aller Beteiligten vorauszusetzen ist und die Ver- handlungen darauf abzielen m üssen, eine Lösung herbeizuführen, die das Beschw erdeverfahren zum indest teilw eise gegenstandslos w erden lässt. Eine Sistierung ist auch zulässig, w enn sie aus anderen w ichtigen G rün- den geboten erscheint und ihr keine überw iegenden öffentlichen und priva- ten Interessen entgegenstehen (Basellandschaftliche Verw altungsgerichts- entscheide [BLVG E] 1995 136 E. 2, m it H inw eisen). Beim Entscheid darü- ber, ob das Verfahren zu sistieren ist, steht dem R ichter ein erheblicher Er- m essensspielraum zu (BG E 119 II 386 E. 1b). 5.2 In allen Fällen der Befreiung von der Schutzraum baupflicht bzw . der Leis- tung eines Ersatzbeitrags ist die Frage der Verjährung nach den gleichen Kriterien zu beurteilen. Es ist nicht erforderlich, dass über diesen Aspekt vorgängig in einer Art Leitentscheid befunden w ird. D as Sistierungsgesuch ist folglich abzuw eisen. 6. Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch die angefochtene Verfü- gung berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D ie Beschw erdeführenden erfüllen als Adressaten der angefochtenen, sie belastenden Verfügung diese Voraussetzungen. 7. D a Eingabeform und -frist sow ie die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen gew ahrt sind (Art. 11, 50 und 52 Abs. 1 Vw VG ), ist auf die Beschw erde einzutreten. 8. D as Bundesverw altungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf R echtsverletzungen - einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest- stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und R echtsfehler bei der Aus- übung des Erm essens - sow ie Angem essenheit hin (Art. 49 Vw VG ). 9. D ie Vorinstanz zeigte in ihrer angefochtenen Verfügung eingehend auf, 7 dass die Beschw erdeführenden nach altem R echt, d.h. gem äss aBM G und aBM V, für den N eubau des Zw eifam ilienhauses nachträglich aus bautech- nischen G ründen von der Pflicht, einen Schutzraum zu erstellen, zu befrei- en sind, hingegen für 9 Schutzräum e einen gleichw ertigen Ersatzbeitrag gem äss Tabelle 1996, ausm achend Fr. 12'870.-, zu leisten haben. D ie Be- schw erdeführenden bestreiten die auf dem alten R echt basierenden Aus- führungen der Vorinstanz betreffend Schutzraum baupflicht und Ersatzbei- trag grundsätzlich nicht. 10. D ie Beschw erdeführenden m achen hingegen geltend, gem äss dem heute geltenden R echt verjähre das R echt zur Erhebung von Ersatzbeiträgen 10 Jahre nach dem Baubeginn. M it den Bauarbeiten sei anfangs August 1996 begonnen w orden. D ie Forderung sei folglich verjährt und die Verjährung sei von Am tes w egen zu beachten. W ie bereits ausgeführt, sind für die Be- urteilung der Schutzraum baupflicht bzw . des Ersatzbeitrags jedoch das aBM G und die aBM V als altes R echt anw endbar (E. 3 hiervor). W ie im Fol- genden aufgezeigt w ird, besteht aber auch unter dem alten R echt eine Verjährungsfrist von 10 Jahren (E. 10.1 ff. hiernach). 10.1 W eder das aBM G noch die aBM V regeln die Frage der Verjährung des An- spruchs auf einen Ersatzbeitrag gem äss aBM G . D er Entscheid der Eidge- nössischen R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten vom 24. M ai 2002, veröffentlicht in der Verw altungspraxis der Bundesbehörden (VPB) 67.117, hatte jedoch unter anderem gerade diese Frage zum G egenstand. D ie R ekurskom m ission kam hierbei in Ü bereinstim m ung m it ihrer und der bundesgerichtlichen R echtsprechung zur Verjährung von öffentlich-rechtli- chen Forderungen zum Schluss, der Anspruch auf einen Ersatzbeitrag nach aBM G unterliege einer zehnjährigen Verjährungsfrist. D iese beginne frühstens m it der Erteilung der Baubew illigung zu laufen und w erde durch jede H andlung, m it w elcher der Anspruch in geeigneter Form geltend ge- m acht w erde, unterbrochen und beginne in der Folge jew eils neu zu lau- fen. D iesen Ausführungen kann ganzheitlich gefolgt w erden. D a es die Vorinstanz einerseits unterlassen hat, sich im vorliegenden Verfahren ver- nehm en zu lassen und sie sich andererseits in anderen vom Bundesver- w altungsgericht zu beurteilenden Fällen hinsichtlich der Schutzraum bau- pflicht bzw . des Ersatzbeitrags auf den obgenannten Entscheid der Eidge- nössische R ekurskom m ission für Zivilschutzangelegenheiten berufen hat, w ird vollum fänglich auf diesen Entscheid verw iesen. Vorliegend ergibt sich som it, dass die 10-jährige Verjährungsfrist m it Erteilung der Baubew illi- gung am 14. Juni 1996 zu laufen begann. D er Ersatzbeitrag w urde von der Vorinstanz jedoch erstm als m it Verfügung vom 27. N ovem ber 2006 gefor- dert. D ass zu einem früheren Zeitpunkt der Anspruch in irgendeiner Art und W eise geltend gem acht w urde, ist nicht ersichtlich; die Verjährungs- frist w urde som it nicht unterbrochen. Folglich trat die Verjährung vor- liegend am 14. Juni 2006 ein. 10.2 Zusam m enfassend ist som it festzuhalten, dass die m it Veranlagungsverfü- gung vom 27. N ovem ber 2006 geltend gem achte Forderung auf Bezahlung des Ersatzbeitrags bereits seit dem 14. Juni 2006 verjährt w ar. D ie Be- schw erde ist som it gutzuheissen und Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung 8 der Vorinstanz vom 27. N ovem ber 2006 aufzuheben. Ebenfalls aufzuhe- ben ist Ziff. 3 der angefochtenen Verfügung, die den Beschw erdeführen- den eine G ebühr von Fr. 250.- für die kantonale Verfügung auferlegt. Eine w eitere Prüfung der R echtm ässigkeit des Ersatzbeitrags unter dem G e- sichtspunkt des Eigentüm erw echsels erübrigt sich. 11. Im Ergebnis gelten vorliegend die Beschw erdeführenden als obsiegend, w eshalb sie keine Verfahrenskosten zu tragen haben (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). D er geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.- ist ihnen zurückzuerstatten. D er unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfah- renskosten zu überbinden (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). 12. D a die Beschw erdeführenden nicht anw altlich vertreten sind und ihnen auch sonst keine unverhältnism ässig hohen Kosten entstanden sind, ha- ben sie keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Vw VG i.V.m . Art. 7 ff. des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D as G esuch um Sistierung des Verfahrens w ird abgew iesen. 2. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, und die Ziff. 2 und 3 der angefochte- nen Verfügung der Vorinstanz vom 27. N ovem ber 2006 w erden aufgeho- ben. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten erhoben. 4. D en Beschw erdeführenden w ird der von ihnen geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'800.- zurückerstattet. H ierzu haben sie dem Bundesverw altungs- gericht ihre Kontonum m er anzugeben. 5. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 6. D ieses U rteil w ird eröffnet: - den Beschw erdeführern (eingeschrieben) - der Vorinstanz (R ef-N r. 26/ 158-2) (G erichtsurkunde) D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: André M oser M ichelle Eichenberger Versand am :