<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00169</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204495&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00169</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 29.09.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Aufhebung der Baubewilligungen für zwei Mehrfamilienhäuser wegen Richtplanwidrigkeit eines öffentlichen Fusswegs. Die Verlegung eines öffentlichen Fusswegs, welche eine Verlängerung von über 60 m zur Folge hat, ist nicht mehr von untergeordneter Bedeutung. Sie steht überdies vorwiegend im privaten Interesse, und ein Grund, warum die Durchführung einer förmlichen Planänderung nicht zumutbar sein sollte, ist nicht ersichtlich. Die Wegverlegung liegt daher nicht mehr im Anordnungsspielraum der kommunalen Baubehörde und kann nicht im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens genehmigt werden (E. 4). Eine dem ursprünglichen Verlauf angepasste Wegführung hätte keine tiefgreifenden Projektänderungen zur Folge, weshalb sie nach § 321 Abs. 1 PBG auflageweise hätte angeordnet werden können. Das aufgrund der darunterliegenden Unterniveaugarage entstehende Gefälle von 6 % ist entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerschaft noch behindertengerecht im Sinn von § 239 Abs. 4 PBG. Hingegen hat der Weg gegenüber der Ostfassade den Mindestabstand von 3,5 m gemäss § 265 Abs. 1 PBG einzuhalten (E. 5.3). Teilweise Gutheissung. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANORDNUNGSSPIELRAUM">ANORDNUNGSSPIELRAUM</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEHINDERTENGERECHT">BEHINDERTENGERECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FUSSWEG">FUSSWEG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NEBENBESTIMMUNG">NEBENBESTIMMUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERKEHRSPLAN">VERKEHRSPLAN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERLEGUNG">VERLEGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEGABSTAND">WEGABSTAND</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 34 BBauV I</span><br/><span class="gerade">§ 16 PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 239 Abs. IV PBG</span><br/><span class="gerade">§ 265 Abs. I PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 321 Abs. I PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">BEZ 2004 Nr. 62 S. 7</span><br/><span class="ungerade">RB 2004 Nr. 67</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit BeschlÃ¼ssen vom 8. Juli 2003 erteilte der Gemeinderat X der Firma A AG und B je die Bewilligung fÃ¼r den Bau eines 8- und eines 6-Familienhauses mit gemeinsamer unterirdischer Einstellhalle an der M-strasse 3 und 10 auf den in der Wohnzone W3 liegenden GrundstÃ¼cken Kat.-Nr. 01, 02 und 03 in X.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen diese Baubewilligungen gelangten E1 + E2 mit gemeinsamen Eingaben vom 5. August 2003 an die Baurekurskommission III und beantragten die Aufhebung der angefochtenen Entscheide. Zudem, so der Antrag weiter, sei die BaubehÃ¶rde X anzuweisen, die Baubewilligungen zu verweigern oder â bezÃ¼glich des 8-Familienhauses â allenfalls unter Auflagen betreffend Reduktion der AusnÃ¼tzung, Ãnderung der Unterniveaugarage und der WegfÃ¼hrung des Ã¶ffentlichen Fusswegs zu erteilen, unter Kosten und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Firma A AG und von B.</p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission III vereinigte am 10. MÃ¤rz 2004 die beiden Verfahren, hiess die Rekurse gut und hob die BeschlÃ¼sse des Gemeinderats X auf.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Am 8. April 2004 erhoben die Firma A AG und B Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Sie beantragten, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache zur weiteren materiellen Behandlung und zur FÃ¤llung eines neuen Entscheids an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen fÃ¼r beide Verfahren zulasten der Beschwerdegegnerschaft.</p> <p class="Urteilstext">E1 + E2 liessen dem Verwaltungsgericht am 1. Juni 2004 die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrenden beantragen. Die Baurekurskommission III schloss am 4. Mai 2004 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde. Der Gemeinderat X verzichtete stillschweigend auf Vernehmlassung.</p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 23. August 2004 liessen die Firma A AG und B in ErgÃ¤nzung zu ihrer Beschwerdeschrift "neu eingetretene Rechtstatsachen" vorbringen.</p> <p class="Urteilstext">Die ErwÃ¤gungen des angefochtenen Entscheids und die Parteivorbringen werden, soweit erforderlich, im Folgenden wiedergegeben.</p> <p class="Zwischentitel">Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext">Als Beilage zu ihrer Eingabe vom 23. August 2004 reichten die BeschwerdefÃ¼hrenden zwei neue Baubewilligungen des Gemeinderats X vom 18. Mai 2004 fÃ¼r ihre Bauvorhaben an der M-strasse 3 und 10 ein. Laut Umschreibung handelt es sich dabei um <i>Alternativ</i>projekte zu den mit BeschlÃ¼ssen vom 8. Juli 2003 bewilligten Bauvorhaben, weshalb die diesem Verfahren zugrunde liegenden BeschlÃ¼sse des Gemeinderats X vom 8. Juli 2003 als Anfechtungsobjekte nach wie vor bestehen bleiben.</p> <p class="Urteilstext">Die von den BeschwerdefÃ¼hrenden gestÃ¼tzt auf die neuen BewilligungsbeschlÃ¼sse fÃ¼r dieses Verfahren gewonnenen Argumente zur Frage, ob sich eine allfÃ¤llige Richtplanwidrigkeit auflageweise heilen liesse, erweisen sich als nicht entscheidrelevant (vgl. nachfolgend, E. 5). Deshalb erÃ¼brigt es sich, der Beschwerdegegnerschaft Gelegenheit zur Stellungnahme zu bieten.</p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>Das umstrittene Bauvorhaben sieht unter anderem die Verlegung eines Fusswegs vor, der bis jetzt als VerlÃ¤ngerung der M-strasse in Nord-SÃ¼d-Richtung gestreckt Ã¼ber das BaugrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02 fÃ¼hrt und in den Fussweg Kat.-Nr. 01 mÃ¼ndet. Laut Plan soll der Weg neu entlang der Parzellengrenze des GrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 02 angelegt werden, was bedeutet, dass dieser vom Ende der M-strasse zuerst entlang der nÃ¶rdlichen, an das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 06 stossenden, und danach an der westlichen, an das GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 07 stossenden Parzellengrenze verlaufen und schliesslich weiter westlich als heute in den Fussweg Kat.-Nr. 01 mÃ¼nden wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Die Baurekurskommission ist zum Ergebnis gelangt (E. 5 des angefochtenen Entscheids), dass der Fussweg ohne verkehrsplanerische Grundlage nicht im projektierten Ausmass verlegt werden kÃ¶nne. Daher kÃ¶nne auch die gemeinsame Unterniveaugarage, die an der Stelle, an welcher der bestehende Fussweg verlaufe, geplant sei, nicht in der vorgesehenen Weise erstellt werden. Dies mache bei beiden Bauvorhaben ProjektÃ¤nderungen nÃ¶tig, welche wesentliche Inhalte des Bauvorhabens berÃ¼hrten. Aus GrÃ¼nden der Rechtssicherheit sei ein neues baurechtliches Bewilligungsverfahren durchzufÃ¼hren. Die Rekurse seien deshalb gutzuheissen. Die Ã¼brigen RÃ¼gen hat die Vorinstanz aufgrund dieses Verfahrensausgangs nicht weiter geprÃ¼ft.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden machen vor Verwaltungsgericht geltend, die Vorinstanz sei zu Unrecht zum Ergebnis gelangt, dass der geplante Verlauf des Ã¶ffentlichen Fusswegs richtplanwidrig sei. Die Verlegung stelle keinen Verstoss gegen den kommunalen Richtplan dar. Zudem habe die Baurekurskommission ihren Entscheid auf eine vÃ¶llig ungenÃ¼gende und zum Teil auch aktenwidrige Feststellung des Sachverhalts gestÃ¼tzt. Sodann greife der Entscheid massiv und zu Unrecht in den Ermessensspielraum der kommunalen BehÃ¶rde ein, der dieser bei der Beurteilung der RichtplankonformitÃ¤t des Fusswegs zukomme.</p> <p class="Erwgung2"><b>2.4 </b>Dem hÃ¤lt die Beschwerdegegnerschaft entgegen, soweit die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz rechtsrelevant sei, werde sie zu Unrecht bemÃ¤ngelt. Die Aufhebung des bestehenden Fusswegs und dessen Neuanlegung im geplanten Verlauf stelle einen Verstoss gegen den kommunalen Verkehrsplan dar.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden rÃ¼gen vorab, der Entscheid der Baurekurskommission beruhe auf einer ungenÃ¼genden bzw. auch unrichtigen Sachverhaltsfeststellung. GemÃ¤ss § 51 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) kann mit der Beschwerde an das Verwaltungsgericht jede fÃ¼r den Entscheid erhebliche unrichtige oder ungenÃ¼gende Feststellung des Sachverhalts angefochten werden. Dabei kÃ¶nnen allerdings, wenn das Verwaltungsgericht als zweite gerichtliche Instanz entscheidet, neue Tatsachen nur soweit geltend gemacht werden, als es durch die angefochtene Anordnung notwendig geworden ist (§ 52 Abs. 2 VRG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Baurekurskommission hat in ihrem Entscheid in tatsÃ¤chlicher Hinsicht festgehalten, der Verkehrsplan sei bezÃ¼glich des streitbetroffenen Fusswegs bereits umgesetzt. Im massgeblichen Verkehrsplan sei der Weg nicht mehr als geplant, sondern als bestehend eingezeichnet. Der Weg sei fertig ausgebaut (unter Verweis auf act. 8/1 S. 8 ff. Fotos Nrn. 1, 2 und 6). Dass dieser nicht abparzelliert sei, spiele dabei keine Rolle. Die unter dem Weg verlaufende Kanalisationsleitung sei ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein Provisorium handle, welches sich lediglich zufÃ¤llig an der jetzigen Lage befinde. Mit der Erstellung des Wegs habe der nicht parzellenscharfe Richtplaneintrag seine genaue Ã¶rtliche Definition erhalten. Der neue Weg fÃ¼hre um zwei Ecken und mÃ¼nde 40 m weiter westlich in den Fussweg Kat.-Nr. 01 ein; diese Verlegung hÃ¤tte als Ãnderung in die Verkehrsplanung aufgenommen werden mÃ¼ssen.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Dieser Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz halten die BeschwerdefÃ¼hrenden entgegen, dass von einem "fertig ausgebauten" Weg nicht gesprochen werden kÃ¶nne. Die diesbezÃ¼gliche Feststellung der Vorinstanz sei offensichtlich falsch, und die Fotos seien nicht dazu geeignet, die Beschaffenheit der Weganlage zu dokumentieren.</p> <p class="Erwgung2">Der Weg sei ab 1976 im Zusammenhang mit der frÃ¼heren GrundstÃ¼cksnutzung der Parzellen Kat.-Nr. 02 und 03 durch FamiliengÃ¤rtner entstanden, an welche die GrundstÃ¼cke durch die frÃ¼here GrundeigentÃ¼merin, die Kirchgemeinde, verpachtet worden seien. Mitten durch das Gartenareal sei mit einfachsten Mitteln ein Weg erstellt worden, indem der Erdboden lediglich verdichtet worden sei. Der Weg habe immer wieder erneuert werden mÃ¼ssen. Um ihn auch bei schlechtem Wetter benutzbar zu machen, sei er irgendwann einmal eingekiest und weiter verfestigt worden. In den Jahren 1992 und 2000 habe die Gemeinde X die GrundstÃ¼cke erworben, ohne jedoch an der GrundstÃ¼cksnutzung etwas zu Ã¤ndern. Erst mit dem Entscheid, die Parzellen fÃ¼r Wohnzwecke Ã¼berbauen zu lassen, seien die PachtvertrÃ¤ge auf Ende Oktober 2002 gekÃ¼ndigt worden. Ein kommunaler Verkehrsplan sei in X erstmals 1983 festgesetzt worden. Darin sei auch der streitbetroffene Weg aufgenommen und ausdrÃ¼cklich als "geplant" bezeichnet worden. Bei der Revision des Verkehrsplans im Jahr 1997 sei der Weg aus nicht nachvollziehbaren GrÃ¼nden als "bestehend" eingetragen worden, obwohl sich weder am Ausbauzustand noch an der GrundstÃ¼cksnutzung etwas geÃ¤ndert habe.</p> <p class="Urteilstext">Weiter verneinen die BeschwerdefÃ¼hrenden einen sachlichen Zusammenhang zwischen der Kanalisationsleitung, die im Jahr 1960/61 erstellt worden sei, und dem Fussweg, der erst viel spÃ¤ter angelegt worden sei. Die ungefÃ¤hr deckungsgleiche Lage von Weg und Leitung sei zufÃ¤llig. Der von der Vorinstanz angenommene Zusammenhang sei konstruiert und aktenwidrig.</p> <p class="Urteilstext">Schliesslich betrage die Verschiebung gegenÃ¼ber der bisherigen Lage nicht, wie die Vor­instanz feststellte, 40 m, sondern lediglich 30 m, was eine vÃ¶llig untergeordnete Abweichung darstelle.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.4 </b>Dazu fÃ¼hrt die Beschwerdegegnerschaft aus, dass der Fussweg seine Entstehung nicht der frÃ¼heren Nutzung mit FamiliengÃ¤rten verdanke, sondern schon viel frÃ¼her angelegt worden sei, als 1961 die MehrfamilienhÃ¤user auf den Parzellen Kat.-Nrn. 05 und 06 erstellt worden seien. UrsprÃ¼nglich sei noch ein drittes Haus auf der heutigen Parzelle Kat.-Nr. 02 projektiert gewesen. Zur Erschliessung sei vorgesehen gewesen, die M-strasse von der Q-strasse durchgehend bis zur VerlÃ¤ngerung der P-strasse (heutige Wegparzelle Kat.-Nr. 01) zu ziehen. Obwohl das dritte Mehrfamilienhaus nicht realisiert worden sei, habe man die ursprÃ¼nglichen Erschliessungsabsichten insoweit verwirklicht, als zumindest fÃ¼r FussgÃ¤nger zwischen dem Ober- und dem Unterdorf eine Verbindung in Ã¼blichem Ausbaustandard erstellt worden sei. Gleichzeitig sei auch die Kanalisationsleitung verlegt und im Hinblick auf einen spÃ¤teren Endausbau der M-strasse in geradem Verlauf bis zur Wegparzelle Kat.-Nr. 01 verlÃ¤ngert worden. Der deckungsgleiche Verlauf des Fusswegs und der Kanalisation sei mithin keine blosse ZufÃ¤lligkeit.</p> <p class="Urteilstext">BezÃ¼glich der kommunalen Verkehrsplanung macht die Beschwerdegegnerschaft geltend, dass 1983 bei der Festsetzung des Verkehrsplans noch nicht festgestanden habe, ob die M-strasse dereinst verlÃ¤ngert werden solle. Sicher sei einzig die Richtung gewesen. Der Eintrag "geplant" habe sich auf den definitiven Ausbau und nicht auf den Verlauf bezogen. Im Fall einer VerlÃ¤ngerung der M-strasse wÃ¤re der bestehende Weg aufgehoben und dessen Funktion vom neuen Trottoir Ã¼bernommen worden. Bei der Festsetzung des Verkehrsplans im Jahr 1997 habe diese Ungewissheit nicht mehr bestanden. Da sich die Ausarbeitung eines Strassenprojekts erÃ¼brigt habe, sei der Weg als "bestehend" in den Richtplan aufgenommen worden. Hinsichtlich des Ausmasses der Abweichung von der bisherigen WegfÃ¼hrung spricht die Beschwerdegegnerschaft von 30 bis 40 m.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.5 </b>Wann der streitbetroffene Weg genau entstanden ist, ob bereits 1961 oder erst ab 1976, ist unerheblich. Fest steht, dass der Fussweg 1983 â wenn auch als geplant â in den Verkehrsplan aufgenommen wurde. Soweit dieser Planeintrag erkennen lÃ¤sst, fÃ¼hrte der Weg gestreckt Ã¼ber die damals noch ungeteilte Parzelle Kat.-Nr. 09. GemÃ¤ss Kernzonenplan der Gemeinde X von 1987 (nicht bei den Akten) zÃ¤hlt der Weg zu den wichtigsten FussgÃ¤ngerwegen. Er verbindet das Unterdorf Ã¼ber die Q- und die M-strasse mit dem westlichen Teil des Oberdorfs. Dass der Weg ab 1976 nur zur Erschliessung der FamiliengÃ¤rten diente, welche bis vor kurzem auf den GrÃ¼ndstÃ¼cken Kat.-Nr. 02 und 03 kultiviert wurden, ist angesichts dieser Verbindungsfunktion zu bezweifeln. Unbestritten ist sodann, dass der Fussweg â nun als bestehende Verbindung â im Verkehrsplan 1997 nach wie vor eingetragen ist. Die ursprÃ¼ngliche TrÃ¤gerparzelle Kat.-Nr. 09 ist nunmehr geteilt.</p> <p class="Urteilstext">Soweit der Gleichlauf von Kanalisation und M-strasse bzw. Fussweg sowie die Schlussfolgerungen daraus im Streit stehen, ist zwar erstellt, dass eine Kanalisationsleitung unter dem Weg verlÃ¤uft, auf die das Bauvorhaben RÃ¼cksicht zu nehmen hat. Unklar bleibt hingegen der zeitliche und planerische Zusammenhang von Weg und Kanalisation. Die Beschwerdegegnerschaft reichte dazu zwar einen Bebauungsplan vom 7. Oktober 1960 ein, der eine von der S-strasse bis zur VerlÃ¤ngerung der P-strasse durchgehende, 5 m breite Strasse und eine mit Bleistift eingezeichnete Leitung zeigt. Die lediglich mit Bleistift eingetragene Kanalisationsleitung ist jedoch nicht dazu geeignet, die gleichzeitige Projektierung von Strasse und Kanalisation zu beweisen. Aus diesem Grund kann auch darauf verzichtet werden, zum Plan eine Stellungnahme der BeschwerdefÃ¼hrenden einzuholen. Letztlich ist dieser Punkt auch nicht von Bedeutung. Massgeblich ist allein, dass ein Ã¶ffentlicher Fussweg besteht, der im kommunalen Verkehrsplan eingetragen ist.</p> <p class="Urteilstext">Die geplante Ãnderung sieht vor, dass der Fussweg neu um zwei Ecken entlang der westlichen und nÃ¶rdlichen Grenze der Parzelle Kat.-Nr. 02 fÃ¼hren soll. BezÃ¼glich des Ausmasses der Verlegung ergibt eine Nachmessung im amtlichen Vermessungsplan eine Verschiebung der EinmÃ¼ndung in die Wegparzelle Kat.-Nr. 01 um knapp 33 m in westlicher Richtung. Abgesehen von einer diesbezÃ¼glichen geringfÃ¼gigen Abweichung ist die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nicht zu beanstanden.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2">Materiellen Streitpunkt bildet die Frage, ob die Verlegung des Ã¶ffentlichen Fusswegs entlang der westlichen und nÃ¶rdlichen Grenze des BaugrundstÃ¼cks Kat.-Nr. 02 im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens zulÃ¤ssig ist oder ob hiezu eine fÃ¶rmliche Ãnderung der Verkehrsplanung notwendig ist.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die Vorinstanz ist zum Ergebnis gelangt, die vorgesehene Verlegung des Wegs habe ein richtplanrelevantes Ausmass, weshalb sie in die Verkehrsplanung hÃ¤tte aufgenommen werden mÃ¼ssen. Dazu wird auf die Verlegung eines Fusswegs in Ã¤hnlichem Umfang verwiesen, die auch Eingang in die Verkehrsrichtplanung gefunden habe.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrenden halten dagegen, die Abweichung betrage lediglich 30 m und sei vÃ¶llig untergeordnet. Es frage sich, ob diese angesichts der Ungenauigkeit der Richtplanung Ã¼berhaupt eine relevante Abweichung darstelle oder ob sie noch innerhalb des Planungsspielraums liege. Jedenfalls handle es sich um eine zulÃ¤ssige Durchstossung der Richtplanung. Der Standpunkt der Baurekurskommission verletze zudem das Verbot des Ã¼berspitzten Formalismus. Eine Ãnderung des Verkehrsplans bringe nur unnÃ¶tige administrative Umtriebe ohne sachlichen Nutzen mit sich. Der leicht verschobene Fussweg erfÃ¼lle den ihm zugewiesenen Zweck als Fusswegverbindung in diesem Ortsteil in genau gleicher Weise wie der heutige Weg. Der kommunalen BehÃ¶rde komme bei der Beurteilung der Frage, ob eine Verschiebung des Ã¶ffentlichen Fusswegs mit der Richtplanung vereinbar sei, ein erheblicher Ermessensspielraum zu. Mit ihrem Entscheid habe die Baurekurskommission massiv und zu Unrecht in diesen Ermessensspielraum eingegriffen.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerschaft bringt ihrerseits vor, dass es nicht um die Umsetzung einer Planung gehe, sondern um die Neuregelung einer seit Jahrzehnten verwirklichten Festlegung. Insofern stÃ¼nden die Plangenauigkeit der Richtplanung und der Ermessensspielraum der Ã¶rtlichen BaubehÃ¶rde nicht zur Diskussion. Die Neufestsetzung sei keine ErmessenstÃ¤tigkeit im Rahmen der Umsetzung einer richtplanerischen Vorgabe. Selbst wenn es sich um eine erstmalige Umsetzung einer richtplanerischen Vorgabe handeln wÃ¼rde, kÃ¶nne bei einer Abweichung von 30 bis 40 m nicht mehr von einer AusschÃ¶pfung des Anordnungsspielraums gesprochen werden. Die Abweichung sei nicht geringfÃ¼gig, und das private Interesse an einer Optimierung der Ãberbauung reiche als sachliche Rechtfertigung nicht aus. Ein Anwendungsfall von § 16 Abs. 2 PBG liege somit nicht vor.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Die Baurekurskommission hat Funktion und Bedeutung des kommunalen Verkehrsplans in ihrem Entscheid zutreffend wiedergegeben (E. 4b Absatz 1 des angefochtenen Entscheids), sodass darauf verwiesen werden kann (§ 28 Abs. 1 in Verbindung mit § 70 VRG). Insbesondere hat sie zu Recht darauf hingewiesen, dass der Verkehrsplan angesichts seines Detaillierungsgrads Ã¼ber die Ã¼blichen Wirkungen eines Richtplans hinausgeht und Grundlage fÃ¼r den Erschliessungsplan bildet.</p> <p class="Urteilstext"> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Die im Verkehrsplan vorgesehene Fusswegverbindung besteht bereits, womit deren Lage Ã¶rtlich genau bestimmt und der Plan somit verwirklicht ist. Damit ist jedoch der Anordnungsspielraum, der trotz grÃ¶sserem Detaillierungsgrad selbst bei einem Verkehrsplan besteht, nicht bleibend ausgeschÃ¶pft. Ergibt sich ein Ãnderungsbedarf, so ist im Rahmen des Anordnungsspielraums der zustÃ¤ndigen kommunalen BewilligungsbehÃ¶rde auch eine Verlegung des Fusswegs zulÃ¤ssig. Im vorliegenden Fall wurde die Abweichung vom kommunalen Verkehrsplan als Folge einer konkreten GrundstÃ¼cksnutzung im Baubewilligungsverfahren genehmigt. Es stellt sich somit die Frage, ob sich die vorgesehene Wegverschiebung noch im Rahmen des Anordnungsspielraums der BaubehÃ¶rde bewegt und folglich richtplankonform ist.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Die Planungen unterer Stufen haben derjenigen der obern Stufe, die Nutzungsplanungen jeder Art und Stufe der Richtplanung zu entsprechen (§ 16 Abs. 1 PBG). Abweichungen sind nur zulÃ¤ssig, wenn sie sachlich gerechtfertigt und untergeordneter Natur sind (§ 16 Abs. 2 PBG).</p> <p class="Urteilstext">Im VerhÃ¤ltnis zwischen Richtplanung und Nutzungsplanung lÃ¤sst die bundesgerichtliche Rechtsprechung Abweichungen vom Richtplan zu, wenn diese sachlich gerechtfertigt und von untergeordneter Bedeutung sind und es nach den UmstÃ¤nden als unzumutbar erscheint, vorher den Richtplan im fÃ¶rmlichen Verfahren zu Ã¤ndern (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 225, unter Hinweis auf BGE 119 Ia 362, Retschwil). Was im VerhÃ¤ltnis zwischen Richt- und Nutzungsplanung gilt, muss in analoger Weise auch hier, wo der kommunale Richtplan (Verkehrsplan) nicht mittels Nutzungsplanung, sondern unmittelbar mit der Baubewilligung umgesetzt wird, gelten.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Mit der vorgesehenen WegfÃ¼hrung wird deutlich vom bisherigen Verlauf gemÃ¤ss Verkehrsplan abgewichen (vgl. vorn, E. 3.5). Die Ãnderung fÃ¼hrt unter anderem dazu, dass sich die Strecke in nÃ¶rdlicher Richtung zum Unterdorf fÃ¼r FussgÃ¤nger vom und zum R-weg (vgl. den Kernzonenplan und die dort eingetragenen FussgÃ¤ngerwege) um Ã¼ber 60 m verlÃ¤ngert. Damit ist sie nicht mehr von untergeordneter Bedeutung. Die VerschmÃ¤lerung auf eine Breite von 2 m und die vorgesehene Belegung mit Betonsickersteinen sowie die gleichzeitige Funktion als Zugang zum 6-Familienhaus wÃ¼rden die Nutzung als Verbindungsweg zusÃ¤tzlich beeintrÃ¤chtigen. Radfahrer und FussgÃ¤nger bevorzugen erfahrungsgemÃ¤ss direkte und steigungsarme Wegverbindungen (VGr, 14. April 1999, VB.98.00307, E. 3b). Das mit der Verlegung des Wegs verfolgte Ziel, die Durchschneidung der beiden BaugrundstÃ¼cke zu vermeiden, steht vorwiegend im privaten Interesse und vermag die VerlÃ¤ngerung des Ã¶ffentlichen Wegs nicht zu rechtfertigen.</p> <p class="Urteilstext">Was die Zumutbarkeit einer fÃ¶rmlichen PlanÃ¤nderung betrifft, ist in ErwÃ¤gung zu ziehen, dass mit dem Verkehrsplan 1997 eine andere Wegverschiebung in der Gemeinde X einer fÃ¶rmlichen PlanÃ¤nderung unterworfen wurde. Dort wurde der als VerlÃ¤ngerung der T-strasse in Richtung U fÃ¼hrende Weg bei dessen Ersatz zur Aufhebung vorgesehen. Das von der Verlegung betroffene WegstÃ¼ck ist zwar lÃ¤nger als im vorliegenden Fall. Der Umfang der Verschiebung auf der Ost-West-Achse und somit die allfÃ¤llige VerlÃ¤ngerung der Wegstrecke ist jedoch praktisch gleich, wie eine Nachmessung auf dem Ãbersichtsplan im Massstab 1:500 ergibt. Wesentliche Unterschiede, die eine unterschiedliche Behandlung der beiden FÃ¤lle rechtfertigen wÃ¼rden, sind nicht feststellbar. Ein Grund, weshalb im vorliegenden Fall die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens von der Festsetzung des kompetenten kommunalen PlanungstrÃ¤gers sollte abweichen kÃ¶nnen, ohne das fÃ¶rmliche PlanÃ¤nderungsverfahren zu durchlaufen, ist ebenfalls nicht ersichtlich.</p> <p class="Urteilstext">Somit ergibt sich, dass das Ausmass der Wegverlegung nicht mehr im Anordnungsspielraum der kommunalen BaubehÃ¶rde liegt und folglich richtplanwidrig ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b><b> </b></p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>Die BeschwerdefÃ¼hrenden sind sodann der Auffassung, der allfÃ¤llige Verstoss gegen den Verkehrsplan hÃ¤tte durch Nebenbestimmungen geheilt werden kÃ¶nnen; insbesondere hÃ¤tte auflageweise die Belassung des Wegs in seinem bisherigen Verlauf verlangt bzw. eine WegfÃ¼hrung zwischen den beiden Neubauten angeordnet werden kÃ¶nnen. In Verbindung mit ihrer RÃ¼ge haben die BeschwerdefÃ¼hrenden einen neuen Umgebungsplan eingereicht, der den bisherigen Wegverlauf berÃ¼cksichtigt.</p> <p class="Urteilstext">Dagegen wendet die Beschwerdegegnerschaft ein, die bestehende Kanalisation habe eine HÃ¶herlegung der Unterniveaugarage bedingt. Das habe zur Folge, dass bei einer Beibehaltung des bisherigen Verlaufs der Weg ebenfalls hÃ¶her gelegt werden mÃ¼sse und dadurch fÃ¼r die Benutzung mit dem Fahrrad oder dem Rollstuhl unpassierbar wÃ¼rde.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>KÃ¶nnen inhaltliche oder formale MÃ¤ngel des Bauvorhabens ohne besondere Schwierigkeiten behoben werden, oder sind zur Schaffung oder Erhaltung des rechtmÃ¤ssigen Zustands Anordnungen nÃ¶tig, so sind gemÃ¤ss § 321 Abs. 1 PBG mit der Bewilligung die gebotenen Nebenbestimmungen zu verknÃ¼pfen. Solche kommen jedoch nicht in Betracht, wenn der Mangel des Bauvorhabens nicht bloss untergeordneter Natur ist, sondern zu einer wesentlichen ProjektÃ¤nderung zwingt (RB 1983 Nr. 112 = BEZ 1984 Nr. 5; Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, S. 241 f.; Christoph Fritzsche/Peter BÃ¶sch, ZÃ¼rcher Planungs- und Baurecht, 3. A., ZÃ¼rich 2003, S. 21-17).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.1 </b>Wie der eingereichte Umgebungsplan zeigt, kann die WegfÃ¼hrung verÃ¤ndert werden, ohne dass am Projekt, insbesondere an der Unterniveaugarage, konstruktive Ãnderungen vorgenommen werden mÃ¼ssen. Die Beschwerdegegnerschaft bemÃ¤ngelt denn auch lediglich das neu entstehende GefÃ¤lle im Wegverlauf. Im Plan ist dieses abschnittsweise mit 6 % angegeben. Ein HÃ¶henprofil unter Verwendung der HÃ¶henangaben im Umgebungsplan bestÃ¤tigt dies im Wesentlichen. An der Nordseite der Unterniveaugarage ergibt sich ein GefÃ¤lle von durchschnittlich 6,3 % (vom Punkt 444.44 zu Beginn des Wegs bis zum hÃ¶chsten Punkt bei 445.67), an der SÃ¼dseite ein solches von rund 5 % (vom hÃ¶chsten Punkt bei 445.67 bis zum Punkt 444.75 an der EinmÃ¼ndung in die Wegparzelle Kat.-Nr. 01). Dieses GefÃ¤lle ist mit dem Fahrrad mÃ¼helos zu bewÃ¤ltigen. Im Folgenden sind die beschriebenen VerhÃ¤ltnisse auch fÃ¼r eine Benutzung mit dem Rollstuhl zu prÃ¼fen.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.2 </b>Nach § 239 Abs. 4 PBG sind bei Bauten und Anlagen, die dem Publikum zugÃ¤nglich sind, bei denen nach ihrer Zweckbestimmung sonst ein Bedarf besteht oder die das Gemeinwesen durch BeitrÃ¤ge unterstÃ¼tzt, hinsichtlich Gestaltung und AusrÃ¼stung die BedÃ¼rfnisse von Behinderten und Betagten zu berÃ¼cksichtigen. Die in Frage kommenden Bauten und Anlagen werden in § 34 der Besonderen Bauverordnung I vom 6. Mai 1981 (BBauV I) nÃ¤her umschrieben; Ã¶ffentliche Strassen gehÃ¶ren auch dazu (Fritzsche/BÃ¶sch, S. 14-19). Der Regierungsrat hat gestÃ¼tzt auf die §§ 359 und 360 PBG unter anderem die Norm SN 521 500, Behindertengerechtes Bauen, Ausgabe 1988, als Richtlinie bzw. Normalie im Sinn von § 360 PBG bezeichnet (§ 3 Abs. 1 BBauV I in Verbindung mit deren Anhang Ziff. 2.51; vgl. auch Fritzsche/BÃ¶sch, S. 14-20). Sodann sind gemÃ¤ss § 22a der Verkehrssicherheitsverordnung vom 15. Juni 1983 (VSV) bei der Projektierung und beim Bau von Strassen die BedÃ¼rfnisse der Behinderten und Betagten zu berÃ¼cksichtigen. Es ist ebenfalls die Norm SN 521 500 zu beachten (§ 22a VSV in Verbindung mit deren Anhang Ziff. 2; vgl. auch Fritzsche/BÃ¶sch, S. 10-31).</p> <p class="Urteilstext">In Anwendung der Richtlinie "Behindertengerechte Fusswegnetze" (Eva Schmidt/Joe A. Manser, hrsg. v. der Schweizerischen Fachstelle fÃ¼r behindertengerechtes Bauen, ZÃ¼rich 2003 [Richtlinie]), die sich auf die Norm SN 521 500 abstÃ¼tzt, ist der vorliegend geplante Weg in keiner Hinsicht zu beanstanden. Der Weg ist sowohl bezÃ¼glich GefÃ¤lle (6 %), Belag (Betonverbundsteine) als auch Breite (2 m) behindertengerecht (Richtlinie S. 6 Ziff. 1.1.1 und 1.1.2, S. 8 Ziff. 1.2.1) und stellt somit fÃ¼r Rollstuhlfahrer kein Hindernis dar. Die diesbezÃ¼gliche RÃ¼ge der Beschwerdegegnerschaft geht fehl.</p> <p class="Erwgung3"><b>5.3.3 </b>Auch ohne entsprechende RÃ¼ge ist zu beanstanden, dass der Ã¶ffentliche Weg gemÃ¤ss neuem Umgebungsplan den massgeblichen Abstand zur Ostfassade des 6-Familienhauses nicht einhÃ¤lt. GemÃ¤ss § 265 Abs. 1 PBG haben GebÃ¤ude gegenÃ¼ber Ã¶ffentlichen Wegen ohne Baulinien den kantonalen Mindestabstand von 3,5 m einzuhalten, soweit die Gemeinde keine andere Regelung trifft. Die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X vom 3. Dezember 1993 (BZO) enthÃ¤lt diesbezÃ¼glich keine eigene Bestimmung. Der Weg hat folglich entlang der Ostfassade einen Abstand von 3,5 m einzuhalten. Die dadurch notwendige Verschiebung um etwa 0,5 m bleibt ohne Einfluss auf die projektierten Bauten. Allenfalls ist der geplante Grenzverlauf zwischen den beiden BaugrundstÃ¼cken anzupassen. Im Zug dieser Korrektur ist auch zu prÃ¼fen, ob sich die Benutzerfreundlichkeit des Wegs bei dessen sÃ¼dlicher EinmÃ¼ndung in die Wegparzelle Kat.-Nr. 01 nicht durch die Einpassung einiger Treppenstufen in gerader Fortsetzung des Wegs verbessern lÃ¤sst.</p> <p class="Erwgung2"><b>5.4 </b>Somit hat eine dem ursprÃ¼nglichen Verlauf entsprechende WegfÃ¼hrung keine wesentlichen ProjektÃ¤nderungen zur Folge. Der Mangel â auch hinsichtlich der Einhaltung der Abstandsvorschriften â im Sinn der vorstehenden ErwÃ¤gung lÃ¤sst sich auflageweise beheben. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als begrÃ¼ndet, weshalb sie teilweise gutzuheissen und der angefochtene Entscheid aufzuheben ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>6. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Baurekurskommission hat die Ã¼brigen von der Beschwerdegegnerschaft im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachten RÃ¼gen offen gelassen (vgl. dazu E. 3a und 5 des angefochtenen Entscheids). Nach § 63 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht grundsÃ¤tzlich selbst, wenn es die angefochtene Anordnung aufhebt. Dies beinhaltet aus verfahrensÃ¶konomischen GrÃ¼nden auch die MÃ¶glichkeit, RÃ¼gen gegen ein Bauvorhaben, welche die Baurekurskommission nicht geprÃ¼ft hat, erstinstanzlich zu beurteilen, wenn sich nur Rechtsfragen stellen und deren Beantwortung zu einem klaren Ergebnis fÃ¼hrt. Da nun aber die beiden Alternativprojekte (vgl. vorn, E. 1) wiederum bei der Baurekurskommission angefochten sind, erscheint es als zweckmÃ¤ssig, dass die Baurekurskommission vorerst in beiden Verfahren Ã¼ber alle weiteren RÃ¼gen entscheidet. Der Entscheid vom 10. MÃ¤rz 2004 ist daher aufzuheben und die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen zum Neuentscheid an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen.</p> <p class="Urteilstext">AusgangsgemÃ¤ss sind die Kosten fÃ¼r das Beschwerdeverfahren den BeschwerdefÃ¼hrenden zu zwei Dritteln, der Beschwerdegegnerschaft zu einem Drittel aufzuerlegen, je unter solidarischer Haftung fÃ¼r den gesamten auferlegten Anteil (§ 13 Abs. 2 Satz 1 und § 14 in Verbindung mit § 70 VRG). Die mehrheitlich unterliegenden BeschwerdefÃ¼hrenden sind Ã¼berdies unter solidarischer Haftung zu einer angemessenen ParteientschÃ¤digung an die Beschwerdegegnerschaft zu verpflichten (§ 17 Abs. 2 VRG). Als angemessen erweisen sich im vorliegenden Fall Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen).</p> <p class="Urteilstext">Ãber die Verlegung der Kosten des ersten Rechtsgangs hat die Baurekurskommission im Neuentscheid zu befinden.</p> <p class="Zwischentitel">DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid der Baurekurskommission III vom 10. MÃ¤rz 2004 wird aufgehoben und die Sache im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Vorinstanz zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 4'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 4'090.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden den BeschwerdefÃ¼hrenden unter solidarischer Haftung zu zwei Dritteln, der Beschwerdegegnerschaft unter solidarischer Haftung zu einem Drittel auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrenden werden unter solidarischer Haftung zur Zahlung einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) an die Beschwerdegegnerschaft verpflichtet, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Entscheids.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an:â¦.</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>