Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 5. Dezember 2013 (720 11 138 / 287) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhaltes; Gerichtsgutachten ist schlüssig, weshalb darauf abzustellen ist Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dani el Noll, Kantonsrich- ter Michael Guex, Gerichtsschreiber Markus Schäfer Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Sonja Ryf, Advokatin, Dornacherstrasse 192, Postfach, 4018 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Die 1966 geborene A.____ hatte im Jahr 1996 auf G rund physischer und psychischer Gesundheitsbeeinträchtigungen erstmals eine befristete R ente der Eidgenössischen Invaliden- versicherung (IV) bezogen. Nachdem sie im Jahr 2003 ein n eues Leistungsbegehren gestellt hatte, sprach ihr die IV-Stelle Basel-Landschaft am 29 . August 2005 gestützt auf einen Invalidi- tätsgrad von 41 % rückwirkend ab 1. Januar 2004 eine IV -Viertelsrente zu. Diese Rente wurde Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht von der IV-Stelle in der Folge mit unangefochten in R echtskraft erwachsener Verfügung vom 8. Januar 2009 per Ende Februar 2009 aufgehoben. Am 22. Juni 2010 meldete sich A.____ unter Hinweis auf verschiedenste psychische Gesund- heitsbeeinträchtigungen erneut bei der IV zum Leistun gsbezug an. Nachdem sie die gesund- heitlichen und erwerblichen Verhältnisse abgeklärt hatte , ermittelte die IV-Stelle bei der Versi- cherten in Anwendung der allgemeinen Bemessungsmethode einen Invaliditätsgrad von 28 %. Gestützt auf dieses Ergebnis und nach Durchführung des Vor bescheidverfahrens lehnte die IV- Stelle mit Verfügung vom 23. Februar 2011 einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob Advokatin Sonja Ryf na mens und im Auftrag von A.____ am 30. März 2011 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abtei lung Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zu erb ringen. Vorab sei ein gerichtliches, interdisziplinäres Obergutachten über den physischen und psyc hischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin einzuholen. Ferner seien der Besch werdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrer Rechtsvertreterin zu bewilligen; alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung liess die B eschwerdeführerin im Wesentlichen geltend machen, der medizinische Sachverhalt sei insofern ungenügend abgeklärt worden, als die somatischen Beschwerden in keiner Weise berücksichtigt w orden seien. Ferner sei das psychiatrische Gutachten, auf welches sich die IV-Stelle a bstütze, sowohl in formaler wie in inhaltlicher Hinsicht mangelhaft. C. Mit Verfügung vom 31. März 2011 bewilligte das Geri cht der Beschwerdeführerin ge- stützt auf die eingereichten Unterlagen für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgelt- liche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständ ung mit Advokatin Sonja Ryf als Rechtsvertreterin. D. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Mai 2011 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. E. Am 29. Juni 2011 liess die Beschwerdeführerin dem K antonsgericht im Nachgang zu ihrer Beschwerde verschiedene medizinische Unterlagen zuk ommen. Mit Eingabe vom 11. Juli 2011 teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf eine Stellungnahme hierzu verzichte. F. Anlässlich der Urteilsberatung vom 29. September 201 1 gelangte das Kantonsgericht zum Ergebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Ange legenheit gestützt auf die vor- handene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Ger icht beschloss deshalb, den Fall auszustellen und bei der Begutachtungsstelle B.____ ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu ge- ben, in welchem eine Beurteilung des aktuellen Gesund heitszustandes sowie eine Einschät- zung der gesamtmedizinisch bedingten Einschränkung der A rbeitsfähigkeit der Versicherten und des dabei zu berücksichtigenden Leistungsprofils vorzunehmen sei. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht G. Am 16. April 2013 erstattete die Begutachtungsstell e B.____ das in Auftrag gegebene interdisziplinäre Gerichtsgutachten. Die Parteien erhi elten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutachtens und zur Frage zu äussern, wie sich d essen Ergebnisse auf einen allfälli- gen Leistungsanspruch der Versicherten auswirken würde n. Die IV-Stelle machte am 25. April 2013 hiervon Gebrauch, wobei sie ihrer Eingabe eine B eurteilung des RAD-Arztes Dr. med. C.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 23. April 2013 beilegte. Gestützt auf die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens beantragte die IV-St elle, es sei der Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2010 eine Viertelsre nte und ab 1. Oktober 2010 bis Ende April 2011 eine ganze Rente zuzusprechen. Ab Mai 2011 bestehe kein Rentenanspruch mehr. Die Beschwerdeführerin äusserte sich am 17. Juni 2013 zu m Gerichtsgutachten, wobei sie vor allem die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigke it in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Büglerin kritisierte. Im Rahmen eines abschliessenden kurzen Schriftenwechsels teilte die Beschwerdegegnerin am 2. Juli 2013 mit, dass sie auf w eitere Ausführungen zur Stellungnah- me der Beschwerdeführerin verzichte. Diese wiederum äusse rte sich am 18. Juli 2013 zur Ein- gabe der IV-Stelle vom 25. April 2013. Dabei hielt si e fest, dass eine Besserung des psychi- schen Gesundheitszustandes ab Februar 2011 nicht nachvollziehbar sei. Diesbezüglich sei das Gutachten der Begutachtungsstelle B.____ widersprüchlic h. Der Wegfall des Rentenanspruchs per Mai 2011 sei daher nicht gerechtfertigt, vielmehr se i eine Besserung frühestens auf den Begutachtungszeitpunkt, also per September 2012, ausge wiesen, sodass die Rente bis Ende Dezember 2012 auszurichten sei. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 30. März 2011 ist demnach einzutreten. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen T eil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähig keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in e inem andern Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt i m Wesentlichen mit dem Begriff der Ar- beitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttreten des ATSG entwickelt hatte (vgl. etwa BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hi nweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene diesbezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsge- richts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abte ilungen] bleibt folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 2.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dau- ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kan n im IV-Bereich Folge von Geburtsge- brechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG) . Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psych ischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleib ende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allg emeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorlieg ens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträc htigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.4 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Vo- raussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 1 02 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstät igen Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die B estimmung des Invaliditätsgrades das Er- werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt d er Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus- mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und ins besondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprech ung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Au fgabe es ist, seine Fachkenntnis- se der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um ein en bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, we nn die Gerichtsexpertise wider- sprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Ober gutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abweichende Beurt eilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fach experten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Ober- expertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende S chlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen). Im Weiteren ist laut diesen Richtlinien den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche au fgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Z uverlässigkeit der Expertise spre- chen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 5.1 Nach Eingang der im Juni 2010 erfolgten Neuanmeld ung der Versicherten gab die IV- Stelle zur Abklärung des aktuellen medizinischen Sachverhal tes bei der Begutachtungsstelle D.____ ein psychiatrisches Verlaufsgutachten in Auftrag, we lches in der Folge von der zum ärztlichen Mitarbeiterstab der Begutachtungsstelle D.___ _ gehörenden Dr. med. E.____, Fach- ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, verfasst und am 17. November 2010 erstattete wur- de. Darin hielt die Gutachterin als Diagnosen mit Ausw irkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine histrionische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.4), ein e leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und Impulsdurchbrüche ohne das Vorliegen einer krankhaften Impulskontrollstörung gemäss ICD-10 fest. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit mit einer um 20 % verminderten Leistungsfähigkeit auszugehen, wobei die Einschränkung der Beherrschung der affektiven Auffälligkeiten und der erhöhten Ener giespannung bei durchbrechenden Wutim- pulsen geschuldet sei. 5.2 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung vom 23. Februar 2011 bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfängli ch auf dieses psychiatrische Ver- laufsgutachten der Begutachtungsstelle D.____ vom 17. November 2010. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht die Ausübung einer leichteren ganztägigen Tätigkeit mit einer Einschränkung von 20 % zumutbar sei, so dass im Ergebnis von einer 80 %-igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), ist den im R ahmen des Verwaltungsverfahrens ein- geholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte , welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Anlässlich der ersten in dieser Angel egenheit erfolgten Urteilsberatung vom 29. September 2011 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auffassung, dass das Gutachten der Begutachtungsstelle D.____ vom 17. Novembe r 2010 in verschiedener Hinsicht Mängel aufweisen würde, weshalb ihm letztlich - entge gen der Sichtweise der IV-Stelle - keine ausschlaggebende Beweiskraft beigemessen werden könne. So setze sich das Gutachten ins- besondere nicht substanziell mit den abweichenden Diagnosestellungen und Beurteilungen des behandelnden Psychiaters und der Ärzteschaft der Klinik F .____ auseinander. Sodann würden die medizinischen Akten Hinweise enthalten, dass es in de n letzten beiden Jahren zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten ge kommen sei. Auch auf diese Entwicklung gehe das Gutachten der Begutachtungsstelle D .____ nur unzureichend ein. Schliesslich gelte es zu beachten, dass die Versicherte nac h wie vor auch an somatischen Ge- sundheitsbeeinträchtigungen leide. Zu erwähnen seien d iesbezüglich die seit längerem beste- henden Rücken- und Handbeschwerden sowie zusätzlich auf getretene Fussbeschwerden. Auf diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen und deren Au swirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehe das Gutachten der Begutachtungsstelle D.____ jed och nicht ein. Da die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine verlässliche Entscheidgrundlage bilden würden, seien die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltun gsverfahren nicht ausreichend be- weiskräftig. Das Gericht beschloss deshalb, den Fall auszuste llen und bei der Begutachtungs- stelle B.____ ein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, in welchem eine Beurteilung des aktu- ellen Gesundheitszustandes sowie eine Einschätzung der g esamtmedizinisch bedingten Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten und des dabei zu berücksichtigenden Leis- tungsprofils vorzunehmen sei. 6.1 Das begutachtende Ärzteteam der Begutachtungsstell e B.____ führte bei der Versicher- ten im September 2012 internistische, psychiatrische, neur ologische und orthopädische Abklä- rungen durch. Gestützt auf seine Untersuchungen hält es i n seinem ausführlichen Gerichtsgut- achten vom 16. April 2013 folgende Diagnosen mit Ein fluss auf die Arbeitsfähigkeit fest: (1) ein chronisches myotendinotisches, cervical- und lumbal-betontes panvertebrales Schmerzsyndrom bei leichter Fehlhaltung mit lumbosacraler Lordosierung, bei Beckenschiefstand sowie bei Insuf- fizienz der Rumpfmuskulatur; (2) ein symptomatischer Hallu x rigidus mit grossen Pseudo- exostosen am Metatarsaleköpfchen I bei Status nach subca pitaler Osteotomie am Metatarsale- köpfchen I rechts; (3) Morton-Metatarsalgien II/III un d III/IV beidseits; (4) beginnende Heber- den'sche Polyarthrosen beidseits und (5) eine rezidiviere nde depressive Störung mit chroni- schem Verlauf und gegenwärtig leichtgradiger Episode oh ne somatisches Syndrom. Ohne Ein- fluss auf die Arbeitsfähigkeit seien namentlich ein Sta tus nach beidseitigen Carpaltunnelopera- tionen, ein diskretes Sulcus ulnaris-Syndrom rechts (neurographisch nicht nachweisbar), Migrä- nekopfschmerzen ohne Auraphänomen, eine linksseitige Pa tellachondropathie, primär ste- chende Kopfschmerzen, eine Persönlichkeitsstörung mit histr ionischen, zwanghaften und ab- hängigen Anteilen sowie Impulsdurchbrüche ohne das Vor liegen einer krankhaften Impulskon- trollstörung. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.2 In ihrer Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Ve rsicherten weisen die Gutachter der Be- gutachtungsstelle B.____ darauf hin, dass die Explorand in bis 2002 als Büglerin in einer Textil- reinigungsfirma gearbeitet habe. Seither sei die Ve rsicherte keiner weiteren Berufstätigkeit nachgegangen. Aus somatischer Sicht bestehe wegen der orthopädischen Leiden und aufgrund der neurologischen Symptomatik eine Beschränkung der Arb eitsfähigkeit auf körperlich leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten, wobei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Büglerin ma- ximal als mittelschwer einzustufen und der Explorandin daher vollschichtig zumutbar sei. Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass die Explorandin au fgrund ihrer Erkrankung zwi- schen Mitte 2010 und Ende Januar 2011 vollständig arbe itsunfähig gewesen sei. Für die Zeit davor und danach sei aus psychiatrischer Sicht von einer Re starbeitsfähigkeit von 80 % auszu- gehen. Aus internistischer Sicht liege keine Einschränkun g der Arbeitsfähigkeit der Explorandin vor. Ebenso bestehe aufgrund der diagnostizierten Migrän e generell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; lediglich bei einem Anfall, welch er relativ selten sei, sei die Explorandin für ei- nen Tag arbeitsunfähig. Gesamtmedizinisch bestehe in eine r adaptierten Tätigkeit für die Zeit vor dem 1. Juli 2010 und nach dem 31. Januar 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Die Selbsteinschätzung der Versicherten, wonach sie zu 100 % arbeitsunfähig sei, könne weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht übernommen w erden, sie sei vielmehr Aus- druck der Selbstlimitierung und subjektiven Krankheitsüberzeugung der Explorandin. 6.3 Im Weiteren äussern sich die Gutachter der Begutac htungsstelle B.____ auch zu (ab- weichenden) früheren medizinischen Einschätzungen. So kön ne die in einem früheren Gutach- ten der Begutachtungsstelle D.____ aus dem Jahr 2008 erfolgte Beurteilung, wonach die Arbeit als Büglerin wegen des Rückenleidens und der Handpolyar throse nicht mehr zumutbar sei, nicht übernommen werden. Bei der Rückenpathologie handle es sich vorwiegend um subjektive Beschwerden, welche sich weder mit der Klinik noch mit de n Röntgenbefunden korrelieren lies- sen. Was die Fingerpolyarthrose angehe, so sei diese kli nisch und bildgebend aktuell als nicht sehr fortgeschritten einzustufen. Die Arbeit als Bügler in sei darum aus somatischer Sicht noch vollschichtig zumutbar. In psychiatrischer Hinsicht bestünden kei ne wesentlichen Diskrepanzen zum Gutachten der Begutachtungsstelle D.____ aus dem Jah r 2008. Bezüglich der Diagnose der histrionischen Persönlichkeitsstörung sei zu erwähnen, dass diese Diagnose sich einerseits auf die psychiatrische Exploration stütze; andererseits sei darauf hinzuweisen, dass die Explo- randin während der verschiedenen Untersuchungen in der Begutachtungsstelle B.____ durch eine vielfältige, bunte und teilweise inkonsistente Schi lderung ihrer Beschwerden aufgefallen sei. Die Persönlichkeitsstörung sei aber als leichtgradi g einzustufen, ein Einfluss auf die Ar- beitsfähigkeit habe nie bestanden. Seit der letzten sta tionären psychiatrischen Behandlung sei es Anfang 2011 zu einer Verbesserung der depressiven Symp tomatik gekommen, sodass heu- te keine mittelgradige bis schwere depressive Phase meh r erkennbar sei. Die Explorandin pfle- ge regelmässige soziale Kontakte und nehme auch das Antid epressivum regelmässig ein. Die vom behandelnden Psychiater und den Ärzten der Klinik F._ ___ gestellte Diagnose einer an- dauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung mi t der Differenzialdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung könne aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde nicht bestätigt werden, da die erforderlichen Schlüssel symptome wie Intrusionen, Dissoziatio- nen, Hypervigilanz, Schreckhaftigkeit und Vermeidungsver halten nicht feststellbar seien. Schliesslich könne auch die Diagnose einer anhaltenden s omatoformen Schmerzstörung nicht Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht bestätigt werden, da die Versicherte während der Explor ation zu keinem Zeitpunkt mit ihrer Mi- mik oder Gestik ein Schmerzerleben angedeutet habe. Allenfalls bestehe eine psychische Über- lagerung im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung, was a ber ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit sei. 7.1 Gestützt auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes Dr. C .____ vom 23. April 2013 bezeichnet die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 25. April 2013 das Gerichtsgutachten der Begutachtungsstelle B.____ als plausibel und schlüssig. Aufgrund der Ergebnisse, zu denen die Gutachter gelangt seien, könne davon ausgegangen werde n, dass die Versicherte von Mitte 2010 bis Ende Januar 2011 sowohl in der angestammten als auch in einer Verweistätigkeit voll- ständig arbeitsunfähig gewesen sei. Vor und nach diese r Zeitspanne hingegen habe die Ar- beitsfähigkeit 80 % betragen. Demgegenüber beanstandet die Beschwerdeführerin in ihrer Stel- lungnahme vom 17. Juni 2013 die gutachterliche Einschät zung der Arbeitsfähigkeit in der zu- letzt ausgeübten Tätigkeit als Büglerin. In einer weit eren Eingabe vom 18. Juli 2013 vertritt sie zudem die Auffassung, dass die im Gutachten festgehaltene Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ab Februar 2011 nicht nachvollziehbar sei. Eine solche sei frühestens auf den Begutachtungszeitpunkt, also per September 2012, ausgewiesen. 7.2 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 4.3 hiervor), weicht das Gericht bei der Würdigung des medizinischen Sachverhaltes praxisgemäss bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Grün- de von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, de ssen Aufgabe es ist, seine Fach- kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me- dizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keinerlei Gründe e rsichtlich, die Anlass geben könnten, die Ergebnisse des Gerichtsgutachtens der Begutachtungsste lle B.____ vom 16. April 2013 in Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass das Gutachten die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medi zinische Beurteilungsgrundlage in jeder Hinsicht erfüllt. Es weist weder formale noch inhaltliche Mängel auf, es ist - wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. Erwägung 4.2 hiervo r) - für die streitigen Belange umfas- send, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berü cksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leu chtet in der Darlegung der medizini- schen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinisch en Situation ein und es nimmt insbesondere eine differenzierte und überzeugende Beurt eilung der (Rest-) Arbeitsfähigkeit der Versicherten vor. Sodann weist das Gutachten keinerlei Wi dersprüche auf und es setzt sich auch ausführlich mit den bei den Akten liegenden (abw eichenden) fachärztlichen Einschätzun- gen auseinander. So zeigen die Gerichtsgutachter nachvol lziehbar auf, weshalb aus ihrer Sicht die vom behandelnden Psychiater und von den Ärzten der Klinik F.____ gestellten Diagnosen einer andauernden Persönlichkeitsstörung nach Extrembel astung (mit der Differenzialdiagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung) und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstö- rung nicht vorliegen. Die entsprechenden, vorstehend ( vgl. E. 6.3) wiedergegebenen Darlegun- gen der Gutachter der Begutachtungsstelle B.____ vermögen zu überzeugen, sodass an dieser Stelle darauf verwiesen werden kann. 7.3 Die von der Beschwerdeführerin in ihren Stellungna hmen vom 17. Juni und 18. Juli 2013 geäusserte Kritik am Gerichtsgutachten der Begutachtungsstelle B.____ ist nicht geeignet, des- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen ausschlaggebenden Beweiswert in Frage zu stellen. In ihrer ersten Eingabe wendet die Beschwerdeführerin ein, die Gutachter seien im Zusammen hang mit ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Büglerin von einem falschen Arbeitsprofil ausgegangen. Entgegen der Auffassung der Gutachter handle es sich bei der Tätigkeit als Büglerin nicht um eine mittelschwere, sondern um eine ausschliesslich stehend zu verrichtende, schwere Akkord arbeit, welche ihr aufgrund der arthrotischen Beschwerden in Füssen und Fingern nicht mehr zumutbar sei. Wie es sich mit diesem Einwand verhält, braucht an dieser Stelle nicht weiter geprüft zu werden. Die Be- schwerdeführerin übersieht, dass sich die IV-Stelle im Zusa mmenhang mit der Invaliditätsbe- messung zu keinem Zeitpunkt auf den Standpunkt gestellt hat, dass die Versicherte (weiterhin) als Büglerin tätig wäre bzw. dass sie sich als Invalideneinko mmen das Gehalt einer Büglerin anrechnen lassen müsse. Vielmehr ist sie gestützt auf die überzeugende Zumutbarkeitsbeurtei- lung der Gutachter der Begutachtungsstelle B.____ - zu Recht - davon ausgegangen, dass die Versicherte in der Lage sei, verschiedenartigste unqualif izierte Hilfsarbeiten auszuüben, die dem Tätigkeitsprofil für körperlich leichte bis maximal m ittelschwere Verweisarbeiten entspre- chen würden. Unter diesen Umständen ist es vorliegend a ber irrelevant - und es kann entspre- chend offen bleiben -, ob es sich bei der von der Beschwe rdeführerin zuletzt ausgeübten Tätig- keit als Büglerin um eine körperlich mittelschwere oder a ber um eine körperlich schwere Tätig- keit handelt. In ihrer Eingabe vom 18. Juli 2013 macht die Beschwerdeführerin sodann geltend, die im Gutachten der Begutachtungsstelle B.____ festgehaltene Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ab Februar 2011 sei nicht nachvollzi ehbar. Eine solche Besserung sei frühestens auf den Begutachtungszeitpunkt, also per Septe mber 2012, ausgewiesen. Diesem Einwand kann jedoch (ebenfalls) nicht beigepflichtet we rden. Es trifft zwar zu, dass die Klinik F.____ in ihrem Austrittsbericht vom 21. Februar 2011 der Beschwerdeführerin als Austrittsdi- agnose formal noch eine mittelgradige depressive Episode attestiert hat. Allerdings bezieht sich die von der Begutachtungsstelle B.____ eingeschätzte Ar beitsunfähigkeit von 20 % nicht nur auf eine leichte, sondern explizit auf eine leichte bis mittelgradige depressive Störung (vgl. das Gutachten der Begutachtungsstelle B.____, S. 65 oben). Ausserdem hält der Austrittsbericht fest, dass die Versicherte auf eigenen Wunsch zwei Tage vor ihrem Zügeltermin in einem stabi- len Zustand zurück zu ihrer Tochter entlassen worden sei. D ie Versicherte habe beim Zügeln anwesend sein und aktiv mithelfen wollen. Diese Feststellung lässt durchaus darauf schliessen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Entlassung aus der Klinik anfangs Februar 2011 in einem wesentlich gebesserten psychischen Gesundhe itszustand war. Dazu kommt, dass seit diesem Austrittsbericht kein psychiatrischer Bericht mehr vorliegt, welcher in eine ge- genteilige Richtung weisen würde. Somit kann aber mi t den Gutachtern der Begutachtungsstel- le B.____ - und entgegen der Auffassung der Beschwerd eführerin - durchaus davon ausgegan- gen werden, dass (bereits) ab Februar 2011 wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80 % vorgelegen hat. 7.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist demnach festzuh alten, dass bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhaltes vollumfänglich auf die Er gebnisse des Gerichtsgutachtens der Begutachtungsstelle B.____ vom 16. April 2013 abges tellt werden kann. Somit ist mit den Gutachtern davon auszugehen, dass die Versicherte von Mitte 2010 bis Ende Januar 2011 in sämtlichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war und dass vor und nach dieser Zeitspanne in einer adaptierten Tätigkeit eine 80 %-ige Arbeitsfähigkeit bestanden hat. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.2 hiervor), ist de r Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Ver- sicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen . Da die Beschwerdeführerin nach dem vorstehend Gesagten von Mitte 2010 bis Ende Januar 2011 in sämtlichen beruflichen Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war, kann ohne weitere Erörterungen festgehalten wer- den, dass der Invaliditätsgrad im genannten Zeitraum 100 % betrug. Für die Zeitspannen vor und nach dieser Phase, in denen die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit 80 % arbeitsfähig war, hat die IV-Stelle in ihrer Verfügung vom 23. Fe bruar 2011 den zur Ermittlung des Invalidi- tätsgrades erforderlichen Einkommensvergleich vorgenommen . Dabei hat sie anhand der Ge- genüberstellung von Validen- und zumutbarem Invaliden einkommen einen IV-Grad von 28 % ermittelt. Die konkrete Berechnung, die von der Versich erten in der vorliegenden Beschwerde nicht beanstandet worden ist, erweist sich als rechtens, w eshalb diesbezüglich auf die entspre- chenden Ausführungen der IV-Stelle in der Verfügung vom 23. Februar 2011 verwiesen werden kann. 8.2 Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellten IV-G rade von 28 % (bis Ende Juni 2010), von 100 % (vom 1. Juli 2010 bis 31. Januar 2011) und wiederum von 28 % (ab 1. Februar 2011) auf den Beginn und die Dauer des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin auswirken. 8.3 Gemäss Art. 29 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) v om 17. Januar 1961 werden bei der Berechnung der Wartezeit nach Ar t. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher zurückge- legte Zeiten angerechnet, sofern die Rente nach Vermi nderung des Invaliditätsgrades aufgeho- ben wurde und dieser jedoch in den folgenden drei Jah ren wegen einer auf dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbe gründendes Ausmass erreicht. Art. 88a Abs. 1 IVV wiederum hält fest, dass eine Verb esserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen ist, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Laut Abs. 2 der genannten Bestimmung i st eine Verschlechterung der Erwerbs- fähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedau ert hat. Artikel 29 bis IVV ist sinngemäss anwendbar. 8.4 Wie eingangs geschildert, bezog die Versicherte mi t Wirkung ab 1. Januar 2004 eine Viertelsrente, welche von der IV-Stelle wegen einer Ve rbesserung des Gesundheitszustandes mit Verfügung vom 8. Januar 2009 per Ende Februar 2 009 aufgehoben wurde. Nachdem bei der Versicherten laut den gutachterlichen Feststellungen aufgrund desselben Leidens ab Juli 2010 bis Ende Januar 2011 wieder eine volle Arbeitsun fähigkeit bestand, weist die IV-Stelle in ihrer Eingabe vom 25. April 2013 zu Recht auf die Anwendbarkeit von Art. 29 bis IVV hin. Folglich ist der Beschwerdeführerin die Rente ohne neue Wartef rist ab Juli 2010 wieder auszurichten, und zwar zunächst noch bis Ende September 2010 - wie da mals - als Viertelsrente und - in An- wendung von Art. 88a Abs. 2 IVV - nach Ablauf der D reimonatsfrist seit Eintritt der Verschlech- terung, also ab Oktober 2010, als ganze Rente. In Ber ücksichtigung der Bestimmung von Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 88a Abs. 1 IVV besteht der Anspruch auf diese ganz e Rente noch während dreier Monate seit der Ende Januar eingetretenen Verbesserung der Er werbsfähigkeit, also noch bis Ende April 2011. Für den Zeitraum danach besteht in Anbetr acht des ermittelten Invaliditätsgrades von 28 % kein Rentenanspruch mehr. 8.5 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen ist, als die angefochtene Verfügung der IV- Stelle vom 23. Februar 2011 aufzuhe- ben und festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin vo m 1. Juli 2010 bis 30. September 2010 Anspruch auf eine befristete Viertelsrente und vo m 1. Oktober 2010 bis 30. April 2011 Anspruch auf eine befristete ganze Rente hat. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz- lich auf den Prozessausgang abzustellen. Vorliegend ka nn die Beschwerdeführerin in Anbe- tracht des Umstandes, dass ihr nicht eine unbefristete Rent e, sondern lediglich für die Dauer von drei Monaten eine befristete Viertelsrente und für weitere sieben Monate eine befristete ganze Rente zugesprochen wird, prozessual wohl nur als te ilweise obsiegende Partei bezeich- net werden. In diesem Zusammenhang gilt es nun allerd ings folgende Besonderheit zu berück- sichtigen: Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuer Beurt eilung an die Verwaltung zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende P artei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). Hält man sich diese Rechtsprechung vor Augen, so erscheint es richtig, die Beschwerde führende Partei bei der Verlegung der Prozesskosten - unabhängig vom effektiven Verfahrensausgang - auch dann als obsiegende und die IV -Stelle als unterliegende Partei zu behandeln, wenn zur Durchführung der vom Gericht als no twendig erachteten Beweismass- nahme an sich eine Rückweisung in Frage gekommen wäre, e ine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfallen ist. Ein e solche Konstellation liegt hier vor. Bei der nachfolgenden Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist deshalb die Beschwer- deführerin grundsätzlich als obsiegende und die IV-Stell e als unterliegende Partei zu behan- deln. 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonale n Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1 993 in der Regel in angemesse- nem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unter- liegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tr agen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu beachten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO d en Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht interessierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Ver fahrenskosten auferlegt werden. Auf- grund dieser Bestimmung hat die IV-Stelle als Vorinstanz trotz Unterliegens nicht für die Verfah- renskosten aufzukommen. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfah- renskosten erhoben werden. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord- net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Ma ssnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden h at, sind in den Fällen, in denen zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick au f die Wahrung der Verfahrens- fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV- Stellen aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht wei ter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f . E. 4.4.2). Vorliegend war das Kan- tonsgericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung v om 29. September 2011 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gest ützt auf die damals vorhandene Aktenla- ge nicht möglich war. Aus Gründen der Verfahrensfairn ess erachtete das Kantonsgericht da- mals eine Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Ab klärung an die IV-Stelle als nicht opportun, sondern es entschied sich stattdessen, die erford erliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhaltes im Rahmen eines Gerichtsgutac htens vornehmen zu lassen. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, war das in der Folge eingeholte Ge- richtsgutachten der Begutachtungsstelle B.____ vom 16. A pril 2013 im Hinblick auf eine ab- schliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versichert en unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind demn ach die Kosten dieses Gutach- tens, welche sich gemäss eingereichter Honorarrechnung a uf Fr. 20'273.90 belaufen, der IV- Stelle aufzuerlegen. 9.4 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Besch werde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsieg ende Partei ist, ist ihr eine Partei- entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9.4.1 Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ha t in einer ersten Honorarnote vom 17. Juni 2013 für das vorliegende Verfahren einen bis zum genannten Datum erbrachten Zeit- aufwand von 21 Stunden und 25 Minuten sowie Auslagen von Fr. 213.40 geltend gemacht. Die detaillierte Abrechnung beinhaltet nun allerdings auch Bemühungen von 2 Stunden und 5 Minu- ten sowie Auslagen von Fr. 25.50, die im Rahmen des Ve rwaltungsverfahrens bis zum Erlass der Rentenverfügung erbracht worden bzw. angefallen si nd. Bei der Bemessung der Parteient- schädigung für das versicherungsgerichtliche Verfahren kan n aber nur der im Rahmen des ei- gentlichen Beschwerdeverfahrens, d.h. der nach der Zuste llung der Verfügung entstandene Aufwand berücksichtigt werden. Für die Festsetzung der Parteientschädigung können somit aus der Honorarnote vom 17. Juni 2013 grundsätzlich nur der für den Zeitraum nach dem 28. Februar 2011 (Zustellung der Verfügung) ausgewiese ne Aufwand von 19 Stunden und 20 Minuten und die ab diesem Zeitpunkt entstandenen Au slagen von Fr. 187.90 berücksichtigt werden. 9.4.2 Der detaillierten Abrechnung kann weiter entno mmen werden, dass die Rechtsvertrete- rin einen Zeitaufwand von 45 Minuten sowie Auslagen von Fr. 6.40 für die Teilnahme an der Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Urteilsberatung vom 29. September 2011 geltend macht. Da die Teilnahme an der Urteilsbera- tung fakultativ ist und ein Fernbleiben keinerlei Recht snachteile nach sich zieht, wird der Auf- wand für eine solche Teilnahme im Rahmen der Parteie ntschädigung praxisgemäss nicht ent- schädigt. Der betreffende Aufwand ist deshalb auch vorli egend bei der Bemessung der Partei- entschädigung nicht zu berücksichtigen. Somit verbleiben aus der Honorarnote vom 17. Juni 2013 ein grundsätzlich entschädigungsberechtigter Aufwan d von 18 Stunden und 35 Minuten sowie anerkannte Auslagen von Fr. 181.50. 9.4.3 Eine nähere Betrachtung der detaillierten Abre chnung zeigt sodann, dass die Rechtsver- treterin für den Zeitraum ab Zustellung der IV-Verfü gung (28. Februar 2011) bis zur Zustellung des Gerichtsgutachtens (19. April 2013) einen Zeitaufwa nd von 14 Stunden und 5 Minuten gel- tend macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sa chverhalts- und Rechtsfragen als an- gemessen erweist. Ebenfalls nicht zu beanstanden sind die in diesem Zeitraum ausgewiesen Auslagen von Fr. 144.--. Diese Bemühungen und Auslagen sind denn auch bei der Bemessung der Parteientschädigung vollumfänglich zu berücksichtigen. 9.4.4 Was die Bemühungen im Zeitraum nach der Zustell ung des Gerichtsgutachtens (nach dem 19. April 2013) betrifft, fällt auf, dass die Rech tsvertreterin hierfür nochmals einen nicht unbeträchtlichen Zeitaufwand geltend macht, nämlich 4 Stunden und 30 Minuten (plus Ausla- gen von Fr. 37.50) in der erwähnten ersten Honorarnot e vom 17. Juni 2013 sowie weitere 4 Stunden und 20 Minuten (plus Auslagen von Fr. 22.-- ) in einer ergänzenden, zweiten Hono- rarnote vom 18. Juli 2013, welche die im Zeitraum vom 2 0. Juni bis 18. Juli 2013 erbrachten Bemühungen und Auslagen umfasst. Die Entschädigung diese s Aufwandes und der damit zu- sammenhängenden Auslagen kann nun aber nicht vollumfän glich der IV-Stelle überbunden werden, zumal sich die von der Beschwerdeführerin in de n letzten beiden Eingaben vom 17. Juni und 18. Juli 2013 am Gerichtsgutachten geäuss erte Kritik - wie oben aufgezeigt - weit- gehend als unbegründet erwiesen hat. Hält man sich dies vor Augen, so erscheint es ange- bracht, bei der Bemessung der Parteientschädigung ledig lich die Hälfte des seit der Zustellung des Gerichtsgutachtens geltend gemachten Zeitaufwandes, also 4 Stunden und 25 Minuten, und die hälftigen in dieser Periode angefallenen Auslagen, also Fr. 29.75, zu berücksichtigen. 9.4.5 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass der Beschwerdeführerin im Rahmen der von der IV-Stelle zu tragenden Parteientschädigung ein Zeitaufwand ihrer Rechtsvertreterin von 18 Stunden und 30 Minuten (14 Stunden und 5 Minuten bis zur Zustellung des Gerichtsgut- achtens + 4 Stunden und 25 Minuten für die nachher er brachten Bemühungen) sowie Auslagen von Fr. 173.75 (Fr. 144.-- bis zur Zustellung des Gerich tsgutachtens + Fr. 29.75 für die nachher entstandenen Auslagen) zu entschädigen sind. Die Bemühu ngen sind zu dem in Sozialversi- cherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 250 Franken zu entschädigen. Der Besch werdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘182.65 (18 S tunden und 30 Minuten à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 173.75 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 9.5 Mit Verfügung vom 31. März 2011 ist der Beschwerdefü hrerin die unentgeltliche Verbei- ständung mit ihrer Rechtsvertreterin bewilligt worden . Für den nach der Zustellung des Ge- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht richtsgutachtens entstandenen und von der vorstehenden Pa rteientschädigung nicht erfassten Zeitaufwand von 4 Stunden und 25 Minuten und für die entsprechenden, von der Parteient- schädigung nicht erfassten Auslagen von Fr. 29.75 ist die Rechtsvertreterin deshalb aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarif ordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 180.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreterin ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 890.75 (4 Stunden und 25 Minuten à Fr. 180.-- zuzüglich Ausla gen von Fr. 29.75 + 8 % Mehrwertsteu- er) aus der Gerichtskasse auszurichten. Die Beschwerdeführ erin wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation der Ge richte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die unent geltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 23. Febru ar 2011 auf- gehoben und festgestellt wird, dass die Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2010 bis 30. September 2010 Anspruch auf eine IV-Vie rtelsrente und vom 1. Oktober 2010 bis 30. April 2011 Anspruch auf ei ne ganze IV- Rente hat. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in de r Höhe von Fr. 20‘273.90 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdefü hrerin eine redu- zierte Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘182.65 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständu ng wird der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin überdies ein Ho norar in der Höhe von Fr. 890.75 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertst euer) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht http://www.bl.ch/kantonsgericht