B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II Postfach CH-9023 St. Gallen Telefon +41 (0)58 705 25 60 Fax +41 (0)58 705 29 80 www.bundesverwaltungsgericht.ch Geschäfts-Nr. B-364/2014 amm/kuu/fui Z w i s c h e ne n t s c h e i d v o m 8 . A p r i l 2 0 1 4 Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter David Aschmann, Richter Marc Steiner, Gerichtsschreiber Urs Küpfer. In der Beschwerdesache Parteien X._______ AG, vertreten durch die Rechtsanwälte A._______ und B._______, Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, handelnd für die Bundeskanzlei, vertreten durch die Rechtsanwälte C._______ und/oder D._______, Vergabestelle, Gegenstand Öffentliches Beschaffungswesen – Zuschlag vom 16. Dezember 2013 "Suchsystem Bund" – SIMAP- Meldungsnummer 802743 (Projekt-ID 99259), B-364/2014 Seite 2 stellt das Bundesverwaltungsgericht fest: A. Das Bundesamt für Bauten und L ogistik (BBL, Beschaffungsstelle), han- delnd für die Bundeskanzlei (BK ) als Vergabestelle, schrieb am 30. Mai 2013 unter dem Projekttitel "(1304) 104 Suchsystem Bund" im offenen Verfahren einen "Lieferauftrag" gemäss Gemeinschaftsvokabular CPV 48000000 "Softwarepaket und Informationssysteme" auf simap.ch aus. Laut Ziff. 2.5 der Ausschreibung ("detaillierter Produktebeschrieb") ist das derzeit eingesetzte Suchsystem der Bundesverwaltung am Ende seines technischen Lebenszyklus angelangt. Es soll du rch ein neues abgelöst werden, das sowohl im Internet als auch im Intranet aller Verwaltungsei n- heiten des Bundes eingesetzt werden wird. Ausschreibungsgegenstand bilden einerseits Konzeptions-, Umsetzungs- und Realisierungsarbeiten, andererseits Wartungs-, Support- und Integrationsdienstleistungen. B. Am 9. Juli 2013 reichte die X._______ AG (Beschwerdeführerin), […], ein Angebot zum Preis von Fr. […] (exkl. MWST) ein. Mit Brief vom 24. Juli 2013 lud die Vergabestelle die X._______ AG zur schriftlichen Angebotsbereinigung hinsichtlich mehrerer Eignungskriterien sowie des Zuschlagskriteriums "Preis" bis 30. Juli 2013 ein. Diesbezüg- lich erklärte sie: "In Ihrem Angebot gehen Sie davon aus, dass die benötigten Lizenzen im Rahmen der vorhand enen Verträge zwischen dem Bund und Micr o- soft beschafft werden. Im Kapitel 2.3 des Pflichtenheftes wird jedoch vorgegeben, dass der A n- bieter im Rahmen seiner Preiseingabe sämtliche Kosten für die offerierte Lösung (mit Hard - und Software, inkl. allenfalls benötigter Middleware) zu berücksichtigen hat, respektive dies im Rahmen seiner Preiseingabe auch so vorzunehmen hat. Ebenfalls wird in Kapitel 10.1 des Pflichte n- hefts darauf hingewiesen, dass keine Teilangebote zugelassen sind. Wir bitten Sie alle im Prei sblatt aufgeführten und offerierten Positionen mit entsprechenden Preisen zu versehen, sofern diese nicht in anderen Positionen bereits eingerechnet sind. […]" In einem E -Mail an die Vergabestelle vom 25. Juli 2013 legte die B e- schwerdeführerin unter anderem Folgendes dar: B-364/2014 Seite 3 "Nach Rücksprache mit Microsoft haben wir uns dazu entschlossen, im Auftrag und mit der Unterstützung von Microsoft – als eigenständiges Unternehmen – das Angebot zu Ihrer Ausschreibung zu erstellen. […]" "Es existiert ein umfassendes Vert ragswerk zwischen Microsoft und dem BBL, welches einerseits die Kosten für die Beschaffung von Lizenzpr o- dukten von Microsoft aber auch den Lizenzsupport - und Lizenzwartungs- kosten regelt. Somit entstehen aufgrund unseres Angebots lediglich Ko s- ten im Zusamme nhang mit zusätzlich zu beschaffenden Lizenzen […], aber nicht für sämtliche unproduktiven Umgebungen sowie den Lizen z- support und die Lizenzwartung (diese sind bereits mehrjährig zwischen dem BBL und Microsoft vereinbart/geregelt)." Am 30. Juli 2013 unterbreitete die Beschwerdeführerin der Vergabestelle ihre (erste) Angebotsbereinigung, welche die Gesamtkosten ihrer Offerte auf Fr. […] erhöhte. Mit Schreiben vom 4. September 2013 forderte die Vergabestelle die Be- schwerdeführerin zu einer zweiten und letzten schriftlichen Angebotsbe- reinigung bis zum 9. September 2013 auf. Dabei hielt sie insbesondere fest: "Die beanstandeten Mängel der Eignungskriterien EK07, EK 17 und EK 18 wurden mit der Angebotsbereinigung vom 30. Juli 2013 behoben. Damit wir Ihr Angebot b ei der Evaluation berücksichtigen können, ist das Zuschlagskriterium ZK02 Preis zu vervollständigen. […] Mit der ersten Angebotsbereinigung haben Sie in Anhang 5 Pos. 2.5 und 2.6 lediglich die zusätzlich benötigten Lizenzen für 5'671 User aufgeführt. In dieser Form ist das Angebot nicht vollständig und kann somit für die Evaluation nicht berücksichtigt werden. Ergänzen Sie daher Ihr Angebot unabhängig der in der Bundesverwa l- tung im Einsatz stehenden Hard - und Softwareprodukte und der dazu vorhandenen Rahm enverträge, mit allen für die Lösung notwendigen Systemelementen, insbesondere mit allen Standard CAL's und Enterpr i- se CAL's." In ihrer zweiten Angebotsbereinigung, datierend vom 9. September 2013, gelangte die Beschwerdeführerin zu Gesamtkosten von Fr. […]. Unter dem Titel "unnötige Lizen zierung weil bereits vorhanden" erklärte sie d a- bei: "In der 2 -ten Nachbesserung sind die Kosten nun für 39'000 Anwender aufgeführt und damit für 33'000 bereits vorhandene E -CAL Suites noc h- mals. Angeboten werden 39'000 günstigere SharePoint Enterprise CAL's zusammen mit der Software Assurance für 6 Jahre in den Positionen B-364/2014 Seite 4 OP05/2.5 und OP05/2.6. Diese würde es für die Nutzung der SharePoint Suche benötigen, wären diese nicht bereits über die vorhandenen und dem Bund gehörigen E-CAL Suite abgedeckt." C. Auf Anfrage hin orientierte die Vergabestelle die Beschwerdeführerin am 19. November 2013 per E -Mail, die "Shortliste" habe ermittelt werden können; sämtliche noch für den Zuschlag in Frage kommenden Anbieter hätten eine Einladung für die Lösungspräsentation erhalten. Die X._______ AG befinde sich leider nicht darunter. Aufgrund des noch la u- fenden Verfahrens könne ihr die Vergabestelle jedoch erst nach erfolgter Zuschlagspublikation detailliertere Auskünfte erteilen. D. Am 19. Dezemb er 2013 veröffentlichte die Vergabestelle auf simap.ch den Zuschlag an die Y ._______ GmbH (Zuschlagsempfängerin) zum Preis von Fr. […] (inkl. Option, exkl. Mehrwertsteuer, MWST) , wobei sie folgende Begründung nannte: "Beste Erfüllung der Zuschlagskriterien gemäss Ausschreibungsunterlagen" . Mit E -Mail gleichen Datums infor- mierte die Vergabestelle die X._______ AG über die Zuschlagserteilung und wies sie auf ihr Recht hin, die wesentlichen Gründe für die Nichtbe- rücksichtigung zu erfahren. E. Am 30. Dezember 2013 sandte die Vergabestelle der Beschwerdeführerin eine Begründung des Vergabeentscheides. Darin hielt sie unter anderem fest, der wesentliche Vorteil der Offerte der Y ._______ GmbH gegenüber derjenigen der Beschwerdeführerin liege darin, dass die Zuschlag- sempfängerin ein wesentlich günstigeres Preisangebot eingereicht habe. Das Angebot der Beschwerdeführerin liege in der ersten Hälfte der b e- werteten Angebote. Überdies nannte die Vergabestelle Gründe für Punkt- abzüge beim Zuschlagskriterium ZK1 "Erfüllung der Qualifikationsanfo r- derungen". F. Mit Eingabe vom 22. Januar 201 4 focht die Beschwerdeführerin den Zu- schlag beim Bundesverwaltungsgericht an. Sie stellt folgende Rechtsb e- gehren: "1. Es sei der Beschaffungsstelle superprovisorisch zu unters agen, bis zum Entscheid über den Antrag betreffend die Erteilung der au f- schiebenden Wirkung irgendwelche Vollzugsvorkehrungen, namen t-B-364/2014 Seite 5 lich den Vertragsschluss mit den Zuschlagsempfängerinnen, vorz u- nehmen. 2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 3. Die Beschaffungsstelle sei zu verpflichten, dem Bundesverwaltung s- gericht die vollständigen Akten des Vergabeverfahrens einzureichen. Diese Akten seien der Beschwerdeführerin – unter Wahrung der b e- rechtigten Geheimhaltungsinteressen der Zuschlagsempfängerin – mit angemessener Fristansetzung zur Einsicht und zur Ergänzung der Beschwerde zuzustellen. Es sei zudem ein zweiter Schrifte n- wechsel durchzuführen. 4. Der angefochtene Vergabeentscheid vom 16. Dezember 2013 sei aufzuheben. 5. Der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin zu erteilen. Eventualiter sei die Beschaffungsstelle anzuweisen, den Auftrag au f- grund korrekter Bewertung und Vergleichs der Angebote unter Ei n- bezug des Angebots der Beschwerdeführerin und mit Vorladung zur Präsentation neu zu vergeben. 6. Unter Kosten - und Entschädigungsfolge (inkl. MWSt) zulasten der Vergabestelle." Ihr Begehren um Erteilung der aufschiebenden Wirkung begründet die Beschwerdeführerin insbesondere mit dem für sie substantiellen Au f- tragsvolumen, ihrem "qualitativ und preislich hochstehenden" Angebot sowie fehlender zeitlicher Dringlichkeit der Beschaffung. Durch ihre Offer- te entstünden keine zusätzlichen Lizenz-, Support- oder Wartungskosten, ausser denjenigen für die Serverlizenzen zur Si cherstellung der Suc h- funktionalität. Ihr Lösungsvorschlag basiere ausschliesslich auf Microsoft- Produkten. Microsoft sei strategischer Lieferant des Bundes und unterhal- te mit diesem Beschaffungs - sowie Wartungsverträge. Bestehende, g e- kaufte, unbefristete N utzungslizenzen in die Angebotskosten einzubezi e- hen sei unnötig und rechtswidrig. Hinsichtlich der beim Zuschlagskriter i- um ZK1 "Erfüllung der Qualitätsanforderungen" beanstandeten Punkte spricht die Beschwerdeführerin von einer Fehlbeurteilung. G. Durch Zwischenverfügung vom 23. Januar 2014 ordnete das Bundesve r- waltungsgericht an, bis zu seinem Entscheid über den Antrag betreffend Erteilung der aufschiebenden Wirkung hätten alle Vollzugsvorkehrungen, welche den Ausgang des hängigen Beschwerdeverfahrens präjud izieren könnten, namentlich der Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin, zu unterbleiben. Gleichzeitig ersuchte es das BBL , bis zum 7. Februar B-364/2014 Seite 6 2014 zum Antrag der Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, Stellung zu nehmen. In derselben Verfügung gab das Bundesverwaltungsgericht auch der Zuschlagsempfängerin Gelegenheit, sich bis zum 7. Februar 2014 zum Antrag der Beschwerdeführerin auf Erteilung der aufschiebenden Wi r- kung zu äussern und die ihrer Ansicht nach vo n der Einsicht auszuneh- menden Aktenstücke genau zu bezeichnen. Dabei wies es die Zuschlag- sempfängerin darauf hin, dass sie, insbesondere in Bezug auf das mit der Parteistellung verbundene Kostenrisiko , als eigentliche Gegenpartei b e- handelt werde, sofern si e im vorliegenden Verfahren formelle Anträ ge stelle und dass sie d iesfalls ein Zustellungsdomizil in der Schweiz zu b e- zeichnen habe. H. Mit Eingabe vom 7. Februar 2014 liess sich die Vergabestelle zum Ge- such der Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebe nden Wirkung und um Akteneinsicht vernehmen. Sie stellt folgende Rechtsbegehren: "1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. 2. Eventualiter: Die Beschwerde sei abzuweisen." Prozessual beantragt sie Folgendes: "1. Der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung sei abzuwe i- sen, soweit darauf eingetreten werden kann. 2. Die im Aktenverzeichnis (separate Eingabe) speziell gekennzeichn e- ten Aktenstücke seien von der Akteneinsicht auszunehmen. 3. Es sei über die Gewährung der aufschiebenden Wirku ng ohne weite- ren Schriftenwechsel zu entscheiden. Alles unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin." Zur Begründung bringt sie namentlich vor, die Beschwerdeführerin habe ihr Beschwerderecht verwirkt; sie hätte bereits die Ausschreibung anfech- ten müssen. Das Suchsystem Bund sei produktneutral ausgeschrieben worden, weshalb auch beim Angebot von Microsoft -Produkten der Preis für die Lizenz-, Support- und Wartungskosten einberechnet werden mü s- se. Durch das Bereinigungsverfahren habe die Beschwerdeführ erin ihre Eingabe im Hinblick auf die Vergleichbarkeit mit den anderen vier Ange- boten vervollständigen können. Dank diesem Verfahren habe ihre Offerte nicht ausgeschlossen werden müssen. Entgegen den Vermutungen der Beschwerdeführerin habe die Zuschlagsemp fängerin eine "Kauflösung" angeboten. Die beanstandete Beurteilung der Zuschlagskriterien ZK B-364/2014 Seite 7 1.1.1, ZK 1.1.3 und ZK 1.2.6 sei sachgemäss, zweckmässig und unter Berücksichtigung der allgemeinen Rechtsprinzipien von unabhängigen Personen in einem rechtsförmigen Verfahren vorgenommen worden. Die Akten reichte die Vergabestelle mit separater Eingabe vom 7. Februar 2014 ein, wobei sie folgende Anträge stellte: "Der Beschwerdeführerin sei nur Einsicht in diejenigen Akten zu gewä h- ren, die im Aktenverzeichnis als " der Akteneinsicht zugänglich" bezeic h- net sind; das Aktenverzeichnis sei der Beschwerdeführerin nur in geschwärzter Form zugänglich zu machen." I. Mit Zwischenverfügung vom 11. Februar 2014 überliess das Bundesve r- waltungsgericht der Beschwerdeführerin die bei den Eingaben des BBL vom 7. Februar 2014, inkl. der Akten zur Eingabe über die aufschiebende Wirkung sowie die Akteneinsicht und inkl. eines Verzeichnisses der Ve r- gabeakten, in welchem die Namen der drei übrigen Anbieter (neben der Beschwerdeführerin und der Zuschlagsempfängerin) geschwärzt sind und der Umfang der nach Auffassung des BBL zu gewährenden Akteneinsicht näher bezeichnet wird. In der gleichen Verfügung gab das Bundesverwaltungsgericht der B e- schwerdeführerin Gelegenheit, bis zum 24. Februar 2014 eine allfällige Stellungnahme zu den beiden Eingaben des BBL vom 7. Februar 2014 einzureichen. Ferner stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass sich die Zuschlagsempfängerin bis zum Ablauf der ihr gesetzten Frist am 7. Februar 2014 nicht hatte vernehmen lassen. J. Mit Replik vom 24. Februar 2014 nahm die Beschwerdeführerin zu den beiden vorinstanzlichen Vernehmlassungen vom 7. Februar 2014 betre f- fend aufschiebende Wirkung und Akteneinsicht Stellung. Sie hält an den Anträgen ihrer Beschwerde vom 22. Januar 2014 vollumfänglich fest. Mit Duplik vom 10. März 2014 betreffend aufschiebende Wirkung und Akte n- einsicht bekräftigte auch die Vergabestelle ihre Rechtsbegehren. K. Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit sie für den Entscheid w e- sentlich sind, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. B-364/2014 Seite 8 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. Gegen Verfügungen über den Zuschlag in Vergabeverfahren steht unter gegebenen Voraussetzungen die Beschwerde an das Bundesverwa l- tungsgericht offen (Art. 27 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Bst. a des Bundesgeset- zes über das öffentliche Beschaffungswesen vom 16. Dezember 1994, BöB, SR 172.056.1 ). Dieses entscheidet auch über Gesuche um Erte i- lung der aufschiebend en Wirkung (Art. 28 Abs. 2 BöB), nach ständiger Praxis in Dreierbese tzung (Zwischenentscheid des Bundesverwaltung s- gerichts B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, auszugsweise publiziert in BVGE 2009/10, E. 1.2 mit Hinweisen). 2. Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde – bzw. vorliegend auf einen prozessu alen Antrag – einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -6177/2008 vom 25. November 2008 bzw. BVGE 2008/61, nicht publizierte E. 2. 1 mit Hinweisen). Ist pri- ma facie (vgl. unten E. 5.2) davon auszugehen, dass auf die Beschwerde aller Voraussicht nach nicht eingetreten werden kann, dringt die B e- schwerdeführerin mit prozessualen Anträgen von vornherein nicht durch (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B -6837/2010 vom 16. November 2010 E. 3.1 mit Hinweisen). 3. 3.1 Das BöB erfasst nur Beschaffungen, welche dem GATT/WTO - Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 (ÜöB, SR 0.632.231.422) unterst ehen (BVGE 2008/4 8 E. 2.1 mit Hinweisen). 3.1.1 Die Bundeskanzlei als Vergabestelle ist Teil der allgemeinen Bu n- desverwaltung gemäss Art. 2 Abs. 1 Bst. a BöB (vgl. Anhang I Annex 1 ÜöB). 3.1.2 Eine Ausnahme nach Art. 3 BöB liegt nicht vor. 3.1.3 Ziff. 2.1 der Ausschreibung bezeichnet das Beschaffungsobjekt als Lieferauftrag in der Form des Kaufs. Laut Ziff. 2.4 des Pflichtenhefts b e- zweckt die Ausschreibung die Beschaffung eines "sehr leistungsfähigen Suchsystems Bund (Enterprise Search -fähiges, konfigurierbares Sta n-B-364/2014 Seite 9 dardprodukt, keine Eigenentwicklung) für das Internet u nd die Intranets der Bundesverwaltung sowie dessen Wartung und Supportleistungen für sechs Jahre". Auf S. 8 des Pflichtenhefts hielt die Vergabestelle fest, mit dem Zuschlagsempfänger werde ein Dienstleistungsvertrag über die Grundleistungen GL01 und GL02 sowie die Option OP01 abgeschlossen. Die optionalen Leistungen in OP02 würden als werkvertragliche, die z u- sätzlichen Dienstleistungen für OP03 als auftragsrechtliche Leistungen geregelt. Nach erfolgter Produktivsetzung des Suchsystems Bund würden die gesamten Leistungen in OP04, OP05 und OP06 als auftragsrechtliche Arbeiten geregelt. Der Beschwerdeführer erklärt, bei der vorliegenden Beschaffung handle es sich schwerpunktmässig um einen Dienstleistungsauftrag im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bzw. Art. 3 Abs. 1 i.V.m. Anhang 1a Ziff. 7 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Dezember 1995 (VöB, SR 172.056.11). Als Dienstleistungen im Anwendungsbereich des BöB nennt Ziff. 7 des Anhangs 1a zur VöB "Informatik und verbund e- ne Tätigkeiten" gemäss Ziff. 84 der zentralen Produkteklassifikation ( Pro- visional Central Product Classification, prov. CPC). Gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB bedeutet der Begriff "Dienstleistungsauftrag" einen Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Erbringung e i- ner Dienstleistung nach Anhang 1 Annex 4 ÜöB . Dieser Annex verweist unter "services informatiques et services connexes" wiederum auf Ziff. 84 prov. CPC, welche " Consultancy services related to the installation of computer hardware" (Ziff. 841), "Software implementation services" (Ziff. 842), "Data processing services" (Ziff. 843), "Data base services" (Ziff. 844), "Maintenance and repair services of office machiner y and equi p- ment including computers" (Ziff. 845) sowie "Other computer services" (Ziff. 849) nennt. Schwergewichtig dürfte es sich daher beim Beschaffungsgeschäft "Such- system Bund" effektiv um einen Dienstleistungsauftrag im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. b BöB handeln, doch bedarf es angesichts der identischen Schwellenwerte für Liefer - und Dienstleistungsaufträge (siehe unten E. 3.1.4) mindestens vorläufig keiner abschliessenden Kategorisierung. Demnach fällt der vorliegende Auftrag in den sachlichen Anwend ungsbe- reich des BöB. 3.1.4 Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. a und b BöB i.V.m. Art. 1 Bst. a und b der Verordnung des EVD über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentli- chen Beschaffungswesen für die Jahre 2012 und 2013 vom 23. Nove m-B-364/2014 Seite 10 ber 2011 ( AS 2011 5581 ) ist das Bö B anwendbar, wenn der geschätzte Wert des zu vergebenden Liefer - oder Dienstleistungsauftrags (ohne MWST) den Schwellenwert von Fr. 230'000.- erreicht. Nach Art. 14a Abs. 1 VöB schätzt die Auftraggeberin den voraussichtlichen maximalen G e- samtwert der Beschaffung. Eine solche Schätzung findet sich in den A k- ten nicht. Laut Publikation vom 19. Dezember 2013 wurde der Zuschlag zum Preis von Fr. […] (bestehend aus einem Grundauftrag über Fr. […] und einer Option im Wert von Fr. […]; exkl. MWST) erteilt. Der tiefste Preis aller evaluierten Offerten lag knapp unter demjenigen der Zuschlagsempfänge- rin. Mit Gesamtkosten von Fr. […] (exkl. MWST) offerierte die Beschwer- deführerin (nach Vervollständigung ihres Angebotes) den höchsten Preis. Gestützt auf Art. 7 Abs. 4 BöB bestimmt sich der Auftragswert unter Ei n- rechnung des Preises für die Option. Es ist deshalb davon auszugehen, dass der Auftragswert den für die An- wendbarkeit des BöB massgebliche n Schwellenwert von Fr. 230'000. - übersteigt. 3.1.5 Demzufolge untersteht die vorliegende Beschaffung dem BöB. 3.2 Für das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sind die Vo r- schriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwa l- tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) massgebend, soweit das BöB und das Bundesgesetz über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005 (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 31 BöB kann Unangemessenheit vor Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt wer- den. 3.3 Als nicht berücksichtigte Anbieterin ist die Beschwerdeführerin nach Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt (vgl. Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B -4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 1.7 mit Hinweis). Frist (Art. 30 BöB) und Form (Art. 52 Abs. 1 VwVG) sind gewahrt. Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 3.4 Auf das Begehren der Beschwerdeführerin um Erteilung der au f- schiebenden Wirkung ist demnach einzutreten, soweit nicht bereits die Ausschreibung hätte angefochten werden müssen (siehe unten E. 4). B-364/2014 Seite 11 4. 4.1 Die Vergabestelle macht geltend, die Beschwerdeführerin hätte b e- reits die Ausschreibung anfechten müssen, wenn sie Einwendungen g e- gen die Vollkostenbetrachtung erheben wolle. Aus den Ausschreibun gs- unterlagen habe sich klar und unmissverständlich ergeben, dass bei den Preisangaben "sämtliche Kosten für die offerierte Lösung (mit Hard - und Software, inkl. allenfalls benötigte r Middleware)" zu berücksichtig en sei- en. Nach der Praxis des Bundesgerichts müsse die Rügepflicht nicht nur für die Ausschreibung, sondern auch für die Ausschreibungsunterlagen gelten, jedenfalls dann, wenn diese zeitgleich mit der Ausschreibung auf simap.ch publiziert worden seien. 4.2 Dem hält die Beschwerdeführerin in ihrer Repli k unter Bezugnahme auf Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes insbesondere entgegen, aus der Au s- schreibung ergebe sich nicht, dass der Bund anlässlich dieser Bescha f- fung auch noch seine schon geleisteten Fixkosten auf die offerierte L ö- sung abwälzen wolle. Nur integrale Bestandteile der angebotenen Suc h- lösung seien zu offerieren, nicht die gesamte bestehende IT -Umgebung. Nicht alles, was der Bund über bestehende Rahmenverträge bereits b e- schafft habe, gehöre nun plötzlich zur angebotenen Lösung. Dies gelte sowohl für die erforderliche Software Assurance als auch für die grun d- sätzlichen Zugriffsberechtigungen ( Client Access Licenses, CAL's). Ihre Rügen bezögen sich nicht auf die Ausschreibung, sondern auf die "nac h- träglich unrichtige und rechtswidrige Aufforderung zur E inrechnung / Dar- stellung von Kosten" für beschaffte und bestehende Infrastruktur. Im Üb- rigen betreffe das Argument der Vergabestelle nur die "Ohnehin -Kosten". Bezüglich der Rüge mangelnder Vergleichbarkeit der "Mietlösung" mit der "Kauflösung" mache nicht einmal die Vergabestelle geltend, dies sei e i- gentlich eine Anfechtung der Ausschreibung. Dasselbe gelte auch für d ie dritte Rüge betreffend die weiteren Kriterien der Kategorie ZK1. 4.3 In ihrer Duplik erwidert die Vergabestelle namentlich, wenn sie bea b- sichtigt hätte, die Kosten für bestimmte Produkte nicht zu berücksicht i- gen, würde der ausführliche Hinweis in Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes auf "sämtliche Kosten" keinen Sinn ergeben. Zudem hätte sie diesfalls in den Ausschreibungsunterlagen explizit und konkret ausführen müssen, we l- che Kosten nicht zu berücksichtigen seien, damit allen Anbietern das gleiche Recht eingeräumt würde, auf bestehende Investitionen zurückz u- greifen. Dieses Recht wolle nun die Beschwerdeführerin für sich allein in B-364/2014 Seite 12 Anspruch nehmen, um da raus einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Anbietern zu erlangen. Es könne ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der Sinng e- halt von Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes auch der Beschwerdeführerin klar gewesen sei. Wenn sie tatsächlich der Ansicht gewesen wäre, dass die fraglichen Lizenz-, Support- und Wartungskosten nicht aufzuführen seien, hätte sie die verschiedenen Hinweise auf bestehende Lizenzen und Ve r- einbarungen des Bundes im Preisblatt des ersten Angebotes vom 9. Juli 2013 weglassen können. 4.4 Als durch Beschwerde selbständig anfechtbare Verfügungen gelten nach Art. 29 BöB insbesondere die Ausschreibung des Auftrags (Bst. b) und der Zuschlag (Bst. a). Einwände, welche die Ausschreibung betre f- fen, können im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen einen späte- ren Verfügungsgegenstand grundsätzlich nicht mehr vorgebracht werden, soweit Bedeutung und Tragweite der getroffenen Anordnungen ohne Wei- teres erkennbar waren (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsg e- richts B-738/2012 vom 14. Juni 2012 E. 3. 1 mit Hinweisen; Entscheid der Eidgenössischen Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungsw e- sen, BRK, vom 16. November 2001, BRK 2001 -011, publiziert in: VPB 66.38, E. 2c/aa mit Hinweisen; MARC STEINER, Das Verfahren vor Bu n- desverwaltungsgericht in V ergabesachen, in: Michael Leupold et al. (Hrsg.), Der Weg zum Recht, Festschrift für Alfred Bühler, Zürich 2008, S. 405 ff., S. 412 mit Hinweisen). Behauptete Mängel in den Ausschre i- bungsunterlagen sind dagegen grundsätzlich nicht selbständig, sondern mit dem nächstfolgenden Verfahrensschritt, der in eine Verfügung g e- mäss Art. 29 BöB mündet, in der Regel also mit dem Zuschlag, anzufech- ten (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1358/2013 vom 23. Juli 2013 E. 2.1 mit Hinweis , siehe dazu auch die Urteilsbespr echung von MARTIN BEYELER, in: Baurecht 2014/1, S. 35 f. ; Urteil des Bundesverwal- tungsgerichts B-8061/2010 vom 18. April 2011 E. 5.1 mit Hinweis; Zwi- schenentscheide des Bundesverwaltungsgerichts B -738/2012 vom 14. Juni 2012 E. 3.1 und B -1172/2011 vom 31. M ärz 2011 E. 4.2.3, je mit Hinweisen; Entscheid der BRK vom 16. November 2001, BRK 2001-011, publiziert in: VPB 66.38, E. 3c/cc). Dabei entspricht die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nicht derjen i- gen des Bundesgerichts zu Beschaffungen auf kantonaler und kommuna- ler Ebene (Art. 15 Abs. 1 bis Bst. a der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 25. November 1994 / 15. März B-364/2014 Seite 13 2001, IVöB), wonach Rügen gegen gleichzeitig mit der Ausschreibung zur Verfügung stehende Ausschreibungsunterlagen im Rahmen der Anfec h- tung des Zuschlags als verwirkt gelten (Zwischenentscheid des Bunde s- verwaltungsgerichts B-1172/2011 vom 31. März 2011 E. 4.2.3 mit Hinwei- sen; PETER GALLI / ANDRÉ MOSER / ELISABETH LANG / MARC STEINER, Pra- xis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A., Zürich 2013, N. 1255). Auch ergibt sich nicht schon aus dem Grundsatz von Treu und Glauben, dass eine "verspätete", also gegenüber der Vergabestelle nicht erhobene Rüge – unabhängig von ihrer Art – offensichtlich verwirkt wäre (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1358/2013 vom 23. Juli 2013 E. 2.1 mit Hinweisen; Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B - 1172/2011 vom 31. März 2011 E. 4.2.2 mit Hinweisen). 4.5 In der Ausschreibung äussert sich einzig Ziff. 3.4 ("einzubeziehende Kosten") explizit zu den Angebotspreisen: "Alle Preisangaben sind in Schweizer Franken (CHF) exkl. MwSt. au s- zuweisen. Der Preis beinhaltet insbesondere Versicherung, Spesen, S o- zialabgaben, Transport und Zoll etc." Welche Kosten - bzw. Leistungspositionen genau anzubieten sind, sagt die Ausschreibung aber nicht. Laut Ziff. 3.13 der Ausschreibung waren die Ausschreibungsunterlagen ab 30. Mai 2013 , d.h. ab dem Tag der Au s- schreibung, auf simap.ch verfügbar . Der erste Absatz von Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes ("wichtige Informationen zur Angebotseinreichung") lautet wie folgt (Hervorhebungen gemäss Original): "Der Anbieter hat im Rahmen seiner Preiseingabe sämtliche Kosten für die offerierte Lösung (mit Hard - und Software, inkl. al lenfalls benö- tigter Middleware) zu berücksichtigen (vgl. dazu auch Punkt 6 von Kap i- tel 9.2). Die Kosten für das offerierte Produkt (Software, allenfalls Hardware, soweit diese integraler Bestandteil der angebotenen Suchlösung ist), sind separat auszuweisen . Die Auftraggeberin behält sich vor, dass angebotene Hard - und/oder Softwarekomponenten über bestehende Rahmenverträge des Bundes abgewickelt werden." Punkt 6 von Kapitel 9.2 ("Gliederung des Angebots") des Pflichtenheftes lautet wie folgt (Hervorhebung wie im Original): "Für die Preisangaben ist das Preisblatt im Anhang 5 zu verwenden. Es gilt zu beachten, dass an den vorgegebenen Zeilen und Spalten keine Veränderungen akzeptiert werden und nur die grün eingefärbten Zellen durch den Anbieter auszufüllen sind. B-364/2014 Seite 14 Für die im Preisblatt aufgeführten Kosten für die Komponenten (Har d- ware, Soft- und Middleware) sind entsprechende Detailangaben zu den Produkten detailliert im Preisblatt aufzuführen." 4.6 Ausschreibungen sind nach dem Vertrauensprinzip auszulegen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-6837/2010 vom 15. März 2011 E. 3.3 mit Hinweisen ; vgl. Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-6876/2013 vom 20. Februar 2014 E. 3.4.1 mit Hinweisen; GAL- LI/MOSER/LANG/STEINER, N. 566). 4.7 Laut Ziff. 2.8 f. der Ausschreibung vom 30. Mai 2013 waren Varianten und Teilangebote nicht zugelassen. Ziff. 2.5 der Ausschreibung ("detail- lierter Produktbeschrieb") listet die anzubietenden Grundleistungen (GL) und Optionen (OP) auf. Darunter befindet sich beispielsweise die Position "OP05: Wartung Suchsystem Bund für sechs Jahre nach Produktivse t- zung". In ihrer zweiten Angebotsbereinigung, datierend vom 9. September 2013, ergänzte die Beschwerdeführerin bei der Position OP05 Kosten für die Nutzung der SharePoint -Suche, welche, wie sie gleichzeitig festhielt, bereits über die vorhanden en und dem Bund gehörigen E -CAL-Suites abgedeckt waren. Ihre ursprüngliche Offerte vom 9. Juli 2013 liesse sich daher, mindestens nach vorläufiger Einschätzung, als Teilangebot qualifi- zieren. Angesichts dessen drängt sich die Frage auf, ob Bedeutung und Tragweite von Ziff. 2.5 i.V.m. Ziff. 2.9 (Unzulässigkeit von Teilangeboten) der Ausschreibung für interessierte Unternehmen nicht ohne Weiteres er- kennbar waren, mit der Konsequenz, dass diesbezüglich schon die Aus- schreibung hätte angefochten werden müssen. Ob aufgrund der Unzulässigkeit von Teilangeboten ohne Weiteres e r- kennbar war, dass bei Microsoft -gestützten Lösungen sämtliche Kosten für einzubeziehende, vom Bund bereits erworbene Produkte und Leistun- gen dazugerechnet w erden müssten, erscheint jedoch zweifelhaft. Zwei- fel bestehen hinsichtlich der Erkennbarkeit von Bedeutung und Tragweite der Anordnungen in Ziff. 2.5 und Ziff. 2.8 f. der Ausschreibung aber auch deshalb, weil juristisch wenig bewanderten Personen kaum bewusst g e- wesen sein dürfte, dass sie möglicherweise nur ein Teilangebot vorlegen würden. Unter diesen Umständen lässt sich mit Bezug auf die Berück- sichtigung vom Bund bereits eingekaufter Leistungen prima facie nicht sagen, schon die Ausschreibung hätte angefochten werden müssen. 4.8 Mit Brief vom 24. Juli 2013 lud die Vergabestelle nicht nur die B e- schwerdeführerin, sondern auch die Zuschlagsempfängerin und alle übr i- gen Anbieter zu einer als solche bezeichneten schriftlichen Angebotsb e-B-364/2014 Seite 15 reinigung hinsichtlich des Zuschlagskriteriums ZK02 "Preis" ein. Dabei wies die Vergabestelle jeweils auf Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes hin, w o- nach der Anbieter im Rahmen seiner Preiseingabe sämtliche Kosten für die offerierte Lösung (mit Hard - und Software, inkl. allenfalls benötigter Middleware) zu berücksichtigen habe. Offenbar waren Bedeutung und Tragweite des ersten Absatzes von Ziff. 2.3 des Pflichtenheftes für keinen einzigen Anbieter ohne Weiteres erkennbar gewesen. Vor diesem Hinter- grund erstaunt die Bemerkung der Vergabestelle, jedem Leser erschlie s- se sich der Sinn des ersten Absatzes von Ziff. 2.3 d es Pflichtenheftes auf Anhieb. Selbst wenn man also die Meinung vertritt, Rügen gegen gleich- zeitig mit der Ausschreibung zur Verfügung stehende Aussch reibungsun- terlagen gälten im Rahmen der Anfechtung des Zu schlags als verwirkt, kann dies der Beschwerdeführerin prima facie mangels leichter Erken n- barkeit von Bedeutung und Tragweite der betreffenden Anordnung nicht zum Nachteil gereichen. 4.9 Demzufolge erscheint die Beschwerde hinsichtlich des Zeitpunkts der Anfechtung einstweilen nicht als aussichtslos. 5. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BöB vor, dass die Beschwerde keine aufschiebende Wirkung hat. Das Bundesverwa l- tungsgericht k ann diese jedoch auf Gesuch hin erteilen (Art. 28 Abs. 2 BöB). 5.1 Das BöB nennt keine Kriterien für den Entscheid über die aufschi e- bende Wirkung. Es können jedoch diejenigen Grundsätze übernommen werden, die Rechtsprechung und Lehre zu Art. 55 VwVG entwickelt ha- ben. Danach ist anhand einer Interessenabwägung zu prüfen, ob die Gründe, welche sofortige Vollstreckbarkeit nahelegen, gewichtiger sind als jene, welche für die gegenteilige Lösung sprechen (BGE 129 II 286 E. 3; Zwischenentscheid e des Bundes verwaltungsgerichts B-6876/2013 vom 20. Februar 2014 E. 2.1 und B-4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 2.1). Dass der Suspensiveffekt im BöB, anders als im VwVG, nicht von Gesetzes wegen gewährt wird, zeigt, dass sich der Gesetzgeber der B e- deutung dieser Anor dnung im Submissionsrecht bewusst war und eine individuelle Prüfung für notwendig erachtete ( vgl. zum Ganzen den Zw i- schenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-3402/2009 vom 2. Juli 2009, E. 2.1 mit Hinweisen). B-364/2014 Seite 16 5.2 Im Falle eines Gesuchs um Erteilung der au fschiebenden Wirkung muss zunächst anhand einer prima -facie-Würdigung der materiellen Rechtslage geprüft werden, ob die Beschwerde mit Blick auf die vorhan- denen Akten als offensichtlich unbegründet erscheint. Trifft di es zu, ist von vornherein keine aufschiebende Wirkung zu gewähren. Werden der Beschwerde hingegen Erfolgschancen eingeräumt oder bestehen die s- bezüglich Zweifel, so ist aufgrund der erwähnten Interessenabwägung zu entscheiden. Erhebliches Gewicht hat dabei d as öffentliche Interesse an einer mög lichst raschen Umsetzung des Vergabeentscheides. Einzub e- ziehen sind nach ständiger Praxis auch das Interesse der Beschwerd e- führerin an der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, sowie allfällige pr i- vate Interessen Dritter, insbesondere der übrigen an einem Beschaf- fungsgeschäft Beteiligten. Ausgangspunkt muss dabei die Gewährung wirksamen Rechtsschutzes sein; Zustände, welche das Rechtsmittel ill u- sorisch werden lassen , sollen verhindert werden (BVGE 2007/13 E. 2.2 mit Hinweisen; Zwischenentscheid des Bundesv erwaltungsgerichts B - 4958/2013 vom 23. Oktober 2013 E. 2.2 mit Hinweisen). 6. 6.1 Die Beschwerdeführerin rügt, das BBL verstosse durch den Einbezug von "Ohnehin-Kosten" in rechtswidriger und sie benachteiligender Weise gegen die grundlegenden Vergabeprinzipien der Transparenz, Vergleich- barkeit und Wirtschaftlichkeit (Art. 1 und Art. 21 BöB). Sollte der Einbezug aber zulässig sein, handle die Vergabestelle willkürlich, wenn sie schon getätigte Investitionen auch auf andere Nutzungen umlege. Bestehende, gekaufte, unbefristete Nutzungslizenzen in die Angebotskosten einzub e- ziehen sei unnötig und unzulässig. 6.2 Die Vergabestelle erwidert, eine Ausschreibung müsse produktneutral erfolgen, weshalb auch beim Angebot von Microsoft -Produkten der Preis für die Lizenz-, Support- und Wartungskosten einberechnet werden mü s- se, unabhängig von bestehenden Rahmenverträgen zwischen dem Bund und Microsoft. Andernfalls wären die übrigen Offerenten diskriminiert worden, was gegen die Prinzipien des Vergaberechts verstossen hätte. Der bestehende "Software Assurance" - Vertrag zwischen dem Bund und Microsoft hätte beim Angebot der Beschwerdeführerin auch deshalb nicht berücksichtigt werden können, weil er nur noch bis 2014 gelte. 6.3 Die Beschwerdeführerin repliziert, "produktneutrale" Aussc hreibung bedeute nicht, dass ein Produkt, welches auf ohnehin vorhandenen Re s-B-364/2014 Seite 17 sourcen aufbaue und dadurch für den Erwerber wirtschaftlich günstiger sei, benachteiligt werden dürfe. Es wäre auch niemandem in den Sinn gekommen, den Anbietern die Client -Hardware (Arbeitsplatz) und - Software (Betriebssystem, Virenschutz, Browser etc.), wie sie ohnehin vorhanden seien, aufzurechnen. Wenn überhaupt, wären die "Ohnehin - Kosten" niemals vollumfänglich dem einen neuen Produkt (SharePoint 2013) anzulasten, sondern ante ilsmässig auf die verschiedenen Produ k- te, welche der Bund in dieser Umgebung betreibe, zu verteilen. Mit Blick auf den aktuellen "Software Assurance" - Vertrag bemerkt die Beschwer- deführerin, eine Ausschreibung hätte schon vor längerer Zeit stattfinden müssen, wenn ab 2015 beim Bund keine Microsoft -Produkte mehr einge- setzt werden sollten. Die Vergabestelle habe sich in einem anderen Ve r- fahren (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-3402/2009 vom 6. Juli 2010, auszugsweise publiziert in BVGE 2012/13 , Sachverhalt und E. 4.2) gegen verschiedene Open -Source-Anbieter exakt mit dem Argument g e- wehrt, die Microsoft -Informatikumgebung bestehe bereits. Sie habe z u- dem angeführt, eine kurzfristige Umstellung auf O pen-Source-Software sei gar nicht möglich, da hierdurch d as Funktionieren der Bundesverwa l- tung gefährdet wäre. 6.4 In ihrer Duplik legt die Vergabestelle dar, das neue Suchsystem sei von der bestehenden Infrastrukturumgebung und von bereits vorhand e- nen Produkten in der Bundesverwaltung unabhängig. Hier gehe es um ein Produkt, das "auf der grünen Wiese" für eine gewisse Lebensdauer beschafft und dann wieder durch ein neues, fortschrittlicheres Produkt e r- setzt werde. Der Ersatz des Suchsystems könne mit dem Ersatz einer Glühbirne verglichen werden. Die neue Glühbirne m üsse zwar mit der Lampenfassung und der Stromversorgung kompatibel sein, aber es komme nicht auf die Marke oder die Technologie der Glühbirne an. Auch das Suchsystem Bund müsse zwar über die standardisierten Schnittste l- len auf bestehende Daten zugreifen kö nnen, aber es bestünden keine komplexen Abhängigkeiten zu anderen Produkten. Um den Wettbewerb nicht übermässig einzuschränken und dem Gleichbehandlungsgebot Rechnung zu tragen, habe folglich die Ausschreibung produktneutral ausgestaltet werden müssen, so dass Trittbrettfahrer, deren Angebote auf bestehenden Produkten und allenfalls bereits entstandenen Kosten au f- bauten, nicht bevorzugt würden. Die Frage, welche Server - und Zugriffslizenzen bereits beschafft seien und welche zusätzlich beschafft werden müss ten, habe keinerlei Rel e- vanz für den Ausgang dieses Verfahrens. Dies wäre nur dann interessant, B-364/2014 Seite 18 wenn die Vergabestelle eine "Suchmaschine auf der Basis der Microsoft - Technologie" ausgeschrieben hätte. Dann wäre die bestehende Lizen z- landschaft allen Anbiete rn offenzulegen gewesen. Die Anbieter hätten dann, ausgestattet mit gleich langen Spiessen, ihre Lösung auf der Basis bereits bestehender Produkte offeriert. 6.5 Nach Art. 1 Abs. 2 BöB will der Bund mit diesem Gesetz auch die Gleichbehandlung aller Anbieter ge währleisten. Ein Verzicht auf Berück- sichtigung der Kosten für bereits erworbene Lizenzen und Wartungslei s- tungen würde Anbietern, welche darauf zurückgreifen, ohne ihr eigenes Zutun prima facie einen vermutungsweise nicht unwesentlichen Preisvor- teil verschaffen und deshalb das Gleichbehandlungsgebot verletzen. Dies dürfte selbst dann gelten, wenn die genannten Kosten, wie die B e- schwerdeführerin bemerkt, anteilsmässig auf die verschiedenen Produkte zu verteilen sind, welche der Bund mit der betreffenden Informatikumge- bung betreibt. 6.6 Gemäss Art. 25 Abs. 1 VöB bereinigt die Auftraggeberin die Angebote in technischer und rechnerischer Hinsicht nach einem einheitlichen Massstab so, dass sie objektiv vergleichbar sind. Mit Brief vom 24. Juli 2013 lud die Vergabestelle die Beschwerdeführerin zu einer schriftlichen Angebotsbereinigung ein, welche die Eignungskriterien EK07, EK 17 und EK18 sowie das Zuschlagskriterium ZK02 " Preis" betraf. Sie bat die Be- schwerdeführerin, alle im Preisblatt genannten und offerierte n Positionen mit entsprechenden Preisen zu versehen, sofern diese nicht in anderen Preisen bereits eingerechnet seien. Dabei hielt die Vergabestelle zu den beanstandeten Preispositionen Folgendes fest: "OP02: Clientlizenzen sind nicht aufgeführt. Zum Beispiel fehlen die Lizenzen MS SharePoint Server 2013 Standard User CAL sowie MS SharePoint Server 2013 Enterprise User CAL für die Bundesangestellten. Serverlizenzen sind nicht vollständig aufgeführt. Zum Beispiel fehlen die Lizenzen für Windows Server 2 008, SQL Server 2012 sowie SharePoint 2013 für alle Umgebungen (Referenz, Abnahme und Produktion). Die Hardware ist nicht vollständig ausgewiesen, insbesondere die SQL - Umgebungen fehlen. OP05: Die Wartungskosten sämt licher Software und Hardware sind aufzufüh- ren. Insbesondere sind die Lizenzsupport - und Lizenzwartungskosten von Microsoft mit zu berücksichtigen. B-364/2014 Seite 19 OP07: Serverlizenzen sind nicht vollständig aufgeführt. Zum Beispiel die Lize n- zen für Nonproductive Windows Server 2008, SQL Server 2012 sowie SharePoint 2013." Wenn gewisse Teilleistungen bei einzelnen Offerten nicht eingerechnet werden müssten, wäre ein realistischer Angebot svergleich wohl kaum möglich. Auch unter d iesem Gesichtspunkt erscheint es deshalb prima facie notwendig, alle fraglichen Kosten einzubeziehen. 6.7 Nach Art. 1 Abs. 1 Bst. b BöB will der Bund mit diesem Gesetz den Wettbewerb unter den Anbietern stärken. Gestützt auf Art. 12 Abs. 1 BöB bezeichnet die Auftraggeberin die erforderlichen technischen Spezifikat i- onen in den Ausschreibungs-, den Vergabe- und den Vertragsunterlagen. Technische Spezifikationen dürfen nicht derart eng umschrieben werden, dass nur ein ganz bestimmtes Produkt oder nur ein einzelner bzw. nur wenige Anbieter für die Zuschlagserteilung in Frage kommen (Zwische n- entscheid des Bundesverwaltungsgerichts B -6762/2011 vom 28. Januar 2012 E. 4.6, unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesve r- waltungsgerichts B-822/2010 vom 10. März 2010 E. 4.2 f. und E. 5.1). Sie sind mit anderen Worten wettbewerbsneutral auszugestalten (MARCO FETZ, Öffentliches Beschaffungsrecht des Bundes, in: Thomas Cottier / Matthias Oesch (Hrsg.) , Allgemeines Aussenwirtschafts - und Binne n- marktrecht, 2. A., Basel 2007, N. 115 ; vgl. auch MARTIN BEYELER, Ziele und Instrumente des Vergaberechts, Zürich 2008, N. 95). Vorliegend erscheint die Absicht der Vergabestelle, durch Hinzurechnung von Kosten Wettbewerbsneutralität zu erreichen, prima facie nachvoll- ziehbar. 6.8 Gemäss Art. 1 Abs. 1 Bst. c BöB will der Bund mit dem BöB den wirt- schaftlichen Einsatz der öff entlichen Mittel fördern (vgl. auch Art. 21 Abs. 1 BöB) . Diese Zielsetzung gibt Anbietern indessen keinen Rechtsa n- spruch darauf, die Beschaffung des "richtigen" Produkts zu erstreiten (Ur- teil des Bundesverwaltungsgerichts B -3526/2013 vom 20. März 2014 E. 6.3). Vielmehr muss grundsätzlich die Auftraggeberin darüber bestimmen können, welche Leistungen sie benötigt, welche konkreten Anforderungen sie stellt und was im Einzelnen Gegenstand der Submission sein soll (Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerich ts B -6762/2011 vom 28. Januar 2012 E. 4.6 , unter Hinweis auf die Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts B-822/2010 vom 10. März 2010 E. 4.2 f. und E. 5.1; vgl. BEYELER, Ziele, N. 140, 198). B-364/2014 Seite 20 Mit Blick auf die vorhandenen Akten lässt sich nachvollzi ehen, dass die Vergabestelle durch den gewählten Kostenberechnungsmodus eine g e- wisse Abhängigkeit von Microsoft-Produkten im Ergebnis relativieren und gleichsam ihr Ermessen bezüglich der technischen Spezifikationen des anzuschaffenden Produkts zurückgewinnen wollte. 6.9 In Ziff. 47 ihrer Beschwerdeschrift mutmasst die Beschwerdeführerin, rückblickend schienen die unüblichen und ihrer Ansicht nach unzuläss i- gen Nachforderungen wohl dazu gedient zu haben, die anfänglich auch preislich wohl beste Lösung zu verteuern, bis das beschwerdeführerische Angebot ausser Konkurrenz sei. Dies sei dann mit der zweiten Nachfo r- derung auch geschehen, indem nochmals die Anschaffung und / oder As- surance von mehr als 39'000 SharePoint eCAL's habe angeboten werden müssen. Ein Anbieter offerierte zu einem Preis, welcher geringfügig unter demjen i- gen der Zuschlagsempfängerin liegt. Seine Offerte basiert offensicht lich nicht auf einer Microsoft - (oder Google-) Lösung. Dennoch konnte er zu einem wesentlich niedrigeren Preis als die Beschwe rdeführerin bieten, was prima facie eher dagegen spricht, dass deren Lösung hätte künstlich verteuert werden "müssen". 6.10 Die Beschwerdeführerin argumentiert, die "Ohnehin -Kosten" wären, wenn überhaupt, niemals vollumfänglich dem einen neuen Produkt (Sh a- rePoint 2013) anzulasten, sondern anteilsmässig auf die verschiedenen Produkte, welche der Bund in dieser Umgebung betreibe, zu verteilen. Al- lerdings spezifiziert sie nicht, welche Positionen dies betreffen könnte. Sie offerierte die Position OP05 "Wartung Suchsystem Bund für sechs Jahre nach Produktivsetzung" des Zuschlagskriteriums ZK2 "Preise und Ko s- ten" für Fr. […], während die Zuschlagsempfängerin unter derselben Posi- tion keine Kosten einsetzte, weil diese schon in Position OP02 "Realisie- rung des Suchs ystems Bund" inbegriffen seien. Letztere bot die B e- schwerdeführerin zu Fr. […], die Zuschlagsempfängerin für Fr. […] an. Position OP05 berechneten auch alle übrigen Anbieter zu wesentlich tie- feren Preisen als die Beschwerdeführerin . Vor diesem Hintergrund lässt sich prima facie nicht ausschliessen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen der zweimaligen Ergänzung ihrer Offerte gewisse Kosten ei n- rechnen musste, welche Produkten ausserhalb des Beschaffungsgegens- tandes zuzuordnen wären. B-364/2014 Seite 21 6.11 Im Sinne eines Zwischenfa zits lässt sich festhalten, dass die B e- schwerde in soweit nicht als offensichtlich aussichtslos gelten kann, als die Beschwerdeführerin rügt, die Berücksichtigung von gar nicht anfalle n- den "Ohnehin-Kosten" (etwa für bereits von einem Enterprise Agreement abgedeckte und damit im Besitz der Vergabestelle befindliche Lizenzen) zur künstlichen Verteuerung ihres Angebots sei rechtswidrig. 7. 7.1 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe allen Grund zur Annahme, dass die Zuschlagsempfängerin ein e "Mietlösung" angeboten habe. Die Ausschreibung habe aber eine "Kauflösung" verlangt und Vari- anten explizit ausgeschlossen. Anders als bei einer "Mietlösung" verblei- be bei einer "Kauflösung" nach Ablauf der ausgeschriebenen Nutzung s- dauer von sechs Jahren ein Restwert i n Form zusätzlicher Nutzungsdau- er. Soweit die Beschaffungsstelle einer "Mietlösung" den Zuschlag erteilt habe, habe sie sich in Widerspruch zur eigenen Ausschreibung gesetzt. Damit habe sie die Grundsätze der Transparenz (Art. 1 Abs. 1 Bst. a BöB) und der Gleichbehandlung der Anbieter (Art. 1 Abs. 2 BöB) sowie das Gebot von Treu und Glauben (Art. 9 BV) verletzt. Unter der hypothet i- schen Annahme, eine "Mietlösung" sei dennoch zulässig, liege auch in der mangelnden Vergleichbarkeit der Offerten eine Verletzung des Verga- berechts. 7.2 Laut Vergabestelle hat die Zuschlagsempfängerin eine den Au s- schreibungsanforderungen entsprechende "Kauflösung" offeriert. Bei Ver- trägen betreffend Lizenzen, Support und Wartung von Soft - und Har d- ware handle es sich in der Praxis nie u m klassische Kaufverträge, nicht zuletzt deshalb, weil wiederkehrende Leistungen geschuldet seien. Auch Microsoft biete für die Lizenzen und Wartungen nicht reine Kauflösungen an. Der Bund habe sich für ein sog. Enterprise Agreement entschieden, unter dem Software Assurance bezogen werde. Software Assurance la s- se sich nicht kaufvertraglich typisieren. Die auftragsrechtlichen und werk- vertraglichen Elemente überwögen. Die Verträge müssten immer wieder erneuert werden. In der Ausschreibung sei ein "Kauf" als U nterart des Lieferauftrags vorgesehen. Diese Typisierung habe (qua CPC - Klassierung) eine zoll -, keine privatrechtliche Konnotation. Sie bestimme die objektive Unterstellung eines Beschaffungsgeschäfts unter das Ve r- gaberecht. Massgebend seien letztlich nicht Klassierungsfragen, sondern die Kosten eines Produkts über dessen Lebensdauer. Genau diese Ko s- ten lägen der Offertbewertung zugrunde. B-364/2014 Seite 22 7.3 Nach seinem Art. I Abs. 2 findet das ÜöB Anwendung auf jede B e- schaffung durch vertragliche Methoden, einschliesslich Kau f oder Le a- sing, Miete oder "Miete -Kauf", mit oder ohne Kaufoption; es gilt auch für Beschaffungen von Kombinationen von Waren und Dienstleistungen. Art. 5 Abs. 1 BöB definiert die Begriffe "Lieferauftrag" (Bst. a), "Dienstlei s- tungsauftrag" (Bst. b) und "Ba uauftrag" (Bst. c). Art. 5 Abs. 1 Bst. a BöB umschreibt den Lieferauftrag als Vertrag zwischen der Auftraggeberin und einem Anbieter über die Beschaffung beweglicher Güter, namentlich durch Kauf, Leasing, Miete, Pacht oder Mietkauf. Kauf und Miete werden in Art. 5 Abs. 1 Bst. a BöB demnach beispielhaft als Unterarten des Lie- ferauftrags genannt. Die CPC-Klassierung listet Produkt- und Dienstleis- tungskategorien auf, unterscheidet aber nicht nach Vertragsart en. Ge- mäss Anhang 4 Abs. 1 Ziff. 12 VöB muss die Ausschreibung eines Au f- trags im offenen oder selektiven Verfahren freilich Angaben darüber ent- halten, ob die Auftraggeberin Offerten für Kauf, Leasing, Miete oder Miet - Kauf respektive für mehr als eine dieser Formen einholt. Vor diesem Hin- tergrund lässt sich prima facie nicht ausschliessen, dass die Charakteri- sierung als Kauf , Miete oder andere Vertragsart in der Ausschreibung nicht (allein) der CPC-Klassierung dient. Gemäss Ziff. 2.1 der Ausschreibung wünschte die Vergabestelle Offerten zum Kauf des Beschaffungsobjektes; sie wollte das Suchsystem Bund al- so nicht etwa mieten. Auch wenn das damit angestrebte Geschäft nur überwiegend als Kauf zu qualifizieren sein sollte, drängen sich doch Zweifel auf, ob die Offerte der Zuschlagsempfängerin nicht mangels Aus- schreibungskonformität bzw. Vergleichbarkeit hätte ausgeschlossen we r- den müssen. Im Rahmen dieses Zwischenentscheides lässt sich jede n- falls nicht mit genügender Bestimmtheit abschätzen, inwiefern das b e- rücksichtigte Angebot hinsichtlich seiner vertraglichen Gestaltung dem nachgefragten Beschaffungsobjekt entspricht. 8. 8.1 Sodann rügt die Beschwerdeführerin, beim Zuschlagskriterium ZK1 "Erfüllung der Anforderungen" gingen verschiedene Beurteilungen der Vergabestelle derart fehl, dass nicht mehr von einer blossen Unang e- messenheit gesprochen werden könne. Vielmehr liege ein Ermessen s- missbrauch vor, der als Rechtsverletzung – namentlich als Verletzung des Willkürverbotes (Art. 9 BV) sowie der Grundsätze der Gleichbehandlung der Anbieter (Art. 1 Abs. 2 BöB) und der Berücksichtigung des wirtschaf t-B-364/2014 Seite 23 lich günstigsten Angebotes (Art. 21 Abs. 1 BöB) – vom Bundesverwal- tungsgericht zu beurteilen sei. 8.1.1 Unter ZK1.1.1 gehe die Beurteilung der Beschaffun gsstelle, die Re- ferenzen seien "von der Grösse und der Komplexität her nicht vergleic h- bar", fehl. Zur "Grösse" sei zunächst zu sagen, dass es in der ganzen Schweiz nur wenige Betriebe gebe, welche ein Volumen an zu indexi e- renden Dokumenten hätten, das mit demjenigen der Bundesverwaltung ([…] gemäss Pflichtenheft) vergleichbar sei. Einer der wenigen sei die E._______, für welche die Beschwerdeführerin im Oktober 2013 den Z u- schlag betreffend ein Suchsystem für […] Dokumente erhalten habe. Mit den Referenzen ü ber die F._______ AG, eine der grössten Firmen des Landes, sowie die G._______, lägen zudem Referenzen vor, die ebe n- falls für enorme Mengen an Dokumenten stünden. Schliesslich sage die Zahl der zu indexierenden Dokumente wenig über das damit zu indexi e- rende Datenvolumen aus. Jenes wäre schon die relevantere Vergleich s- grösse. Zum Aspekt der "Komplexität" bzw. "Heterogenität" sei zu sagen, dass die Bundesverwaltung vielleicht in einem gegebenen Zeitpunkt etwas heter o- gener erscheine als die erwähnten Referenze n. Es sei jedoch auch die Dynamik zu berücksichtigen. Im Zeitenlauf entstehe angesichts rasanter Entwicklungen namentlich in einem globalen Grosskonzern wie der F._______ ebenso Heterogenität, namentlich bei einer Indexierung aus einer Vielzahl von verschi edenen Datenquellen, die sich auch unte r- schiedlich entwickelten. 8.1.2 Bei ZK1.1.3 seien die Prozesse tadellos dokumentiert worden. Es sei schwer vorstellbar, wie diese Prozesse in dieser Phase zweckdie n- licherweise besser hätten beschrieben werden sollen. Denkba r erscheine einzig, dass sich die Beschaffungsstelle anstatt eines reinen Textes vie l- leicht ein Diagramm gewünscht hätte – doch die genaue Darstellung s- form ändere nichts daran, dass der gewünschte Inhalt vollständig vo r- handen sei. 8.1.3 Die Bemängelung unter ZK1.2.6, Senior 3 habe zum Projekt 1 keine Arbeiten bei der Konzeption dokumentiert, gehe fehl. Sie missachte nä m- lich den Umstand, dass die Senioren 1 und 2 ebenso nach ihrer Konzep- tionserfahrung bewertet worden seien, dafür hervorragende Noten erha l- ten hätten und gemäss Pflichtenheft ja ein - und dieselbe Person wie S e- nior 3 sein dürften. Aus dem Umstand, dass sogar eine zusätzliche Pe r-B-364/2014 Seite 24 son offeriert worden se i, könne bezüglich Konzeptionse rfahrung des Teams nicht ein Abzug resultieren nach dem Motto "mehr ist weniger". 8.1.4 Sofern die Beschaffungsstelle geltend mache, die Ausführungen zur Umsetzung entsprächen nicht vollständig ihren Erwartungen , sei darauf zu verweisen, dass genau solche Fragen im Rahmen der Präsentation, welche der Beschwerdeführerin ja verwehrt w orden sei, ohne Weiteres hätten geklärt werden können. 8.2 Die Vergabestelle erwidert, sie verfüge bei der Evaluation der Ang e- bote über ein weitgehendes Ermessen. Da sie über technisches und kommerzielles Expertenwissen verfüge, seien ihre Evaluationsentscheide nur beschränkt justiziabel. Eine Ermessensüber - oder -unterschreitung werde nicht gerügt. Bei den Zuschlagskriterien ZK1.1.1 (Erfahrung in vergleichbaren Konste l- lationen), ZK1.1.3 (Prozesse der Supportleistungen) und ZK1.2.6 (Senior 3) handle es sich um Kriterien, die nicht nach einer mathematischen Fo r- mel bewertet werden könnten. Die Evaluation erfordere vielmehr einen wertenden Entscheid. Die Beschwerdeführerin behaupte, die Vergabestelle habe ihren Erme s- sensspielraum bei der Bewertung der vorgenannten Kriterien mis s- braucht. Inwiefern die Vergabestelle tatsächlich willkürlich, rechtsungleich oder unwirtschaftlich gehandelt haben solle, begründe die Beschwerd e- führerin jedoch nicht. Dies überrasche nicht. Ein Missbrauch könne nicht substantiiert werden, wenn kein Missbrauch bestehe. Nur weil die Bewer- tung der Zuschlagskriterien nicht so ausfalle, wie es sich die Beschwerde- führerin wünsche, handle es sich nicht um eine fehlerhafte bzw. mis s- bräuchliche Beurteilung. Die Angebote seien von unabhängigen Personen in einem rechtsförmigen Verfahren evaluiert worden. Die Beurteilung, ob die angegebenen Ref e- renzen mit dem Ausschreibungsgegenstand vergleichbar seien (ZK1.1.1), ob die Prozesse der Supportleistung konkret genug aufgezeigt worden seien (ZK1.1.3) und ob di e Angaben zum Senior 3 den Anforderungen entsprächen (ZK1.2.6), sei sachgemäss, zweckmässig und unter Berüc k- sichtigung der allgemeinen Rechtsprinzipien erfolgt. Unabhängig davon, ob für das Seniorprofil 3 eine der beiden Personen zum Seniorprofil 1 oder 2 oder eine neue Person angeboten werde, müsse diese Person die Anforderungen im Katalog der Zuschlagskriterien erfüllen. B-364/2014 Seite 25 8.3 Gemäss Art. 31 BöB kann Unangemessenheit im Beschwerdeverfa h- ren nicht gerügt werden. Bei der Beurteilung der Anbieter aufgrund der Eignungskriterien kommt der Vergabestelle grosses Ermessen zu (Zwi- schenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts B-504/2009 vom 3. März 2009 E. 6.1; GALLI / MOSER / LANG / STEINER, N. 564 f.). Ermessensmiss- brauch liegt vor, wenn die Behörde zwar im Rahmen des ihr vom Gesetz eingeräumten Ermessens handelt, sich aber von unsachlichen, dem Zweck der massgebenden Vorschriften fremden Erwägungen leiten lässt und insbesondere allgemeine Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Wil l- kür oder rechtsungleicher Behandlung, das G ebot von Treu und Glauben sowie den Grundsatz der Verhältnismässigkeit, verletzt (ANDRÉ MOSER / MICHAEL BEUSCH / LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bunde s- verwaltungsgericht, 2. A., Basel 2013, N. 2.184 mit Hinweisen). 8.3.1 Ziff. 3.8 der Ausschreibung ("geforderte Nachweise") hält unter "EK02: Referenzen" fest: "Der Anbieter verfügt über 2 Referenzen in den letzten fünf Jahren, wo das mit dem vorliegenden Ausschreibungsgegenstand vergleichbare Suchsystem und dazu erforderliche Dienstleistungen im Rahmen der Realisierung, Implementierung, Wartung und Betrieb erbracht wurden." Zuschlagskriterium ZK 1.1.1 wird in Anhang 4 zum Pflichtenheft folge n- dermassen beschrieben: "Der Anbieter verfügt aus den vergangenen 5 Jahren über explizite E r- fahrung bei der Konzeption, Implementierung und Einführung von Web - Suchsystemen und Enterprise Search Systemen in einer mit dem vorli e- genden Ausschreibungsgegenstand vergleichbaren Konstellation und damit benötigten Arbeitsleitungen." Gemäss Evaluationsbericht erhielt die Beschwerde führerin für ZK1.1.1 200 von 400 möglichen Punkten, wobei de r Abzug wie folgt begründet wurde: "Referenzen von der Grösse und Komplexität her nicht vergleichbar. Die Suche in eher homogenen Daten unterscheidet sich wesentlich von einer solchen in einem het erogenen, komplexen Konzernumfeld (BVerw); dies insbesondere bzgl. Anforderungen an IAM." Als Referenzen nannte die Beschwerdeführerin in ihrer Offerte einzig Auf- träge für die F._______ AG und die G._______. Ihr Projekt für ein Such- system der E._______ kann daher im vorliegenden Verfahren keine Rolle spielen. B-364/2014 Seite 26 Die Beurteilung, ob eine bestimmte Referenz die Fähigkeit des Unte r- nehmens zur Erfüllung des ausgeschriebenen Auftrags nachzuweisen vermag, steht im Ermessen der Vergabebehörde ( Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts B-4366/2009 vom 24. Februar 2010 E. 2.1 mit Hinwe i- sen; GALLI / MOSER / LANG / STEINER, N. 565 mit Hinweisen). Prima facie erscheint die oben zitierte Begründung des Punkteabzugs zu Lasten der Beschwerdeführerin sachlich vertretbar und jedenfalls nicht ausserhalb des Ermessens der Vergabestelle liegend. Für einen Erme s- sensmissbrauch derselben bestehen insofern bei erster Beurteilung auf- grund der vorhandenen Akten keine Indizien. Da die Beschwerdeführerin erklärt, es gebe in der ganz en Schweiz nur wenige Betriebe, welche ein Volumen an zu indexierenden Dokumenten hätten, das mit demjenigen der Bundesverwaltung vergleichbar sei , stel- len sich Zweifel ein, ob der Anbieterkreis und damit der Wettbewerb durch die verlangten Referenzen nich t auf vergaberechtswidrige Weise einge- schränkt wurde (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -1470/2010 vom 29. September 2010 E. 2.2 und E. 6 ; GALLI / MOSER / LANG / STEI- NER, N. 557 mit Hinweisen). Neben der Beschwerdeführerin er hielt eine weitere Anbieterin bei ZK1.1.1 einen Abzug von 50 % (200 von maximal 400 Punkten), weil zwei ihrer (drei) dokumentierten Projekte als nicht mit dem vorliegenden Ausschreibungsgegenstand vergleichbar beurteilt wu r- den. Ungeachtet dessen ist nicht erkennbar, dass kein genügender Wett- bewerb geherrscht hätte, zumal weder die Beschwerdeführerin noch die erwähnte weitere Offerentin vom Vergabeverfahren ausgeschlossen wur- de und insgesamt fünf Anbieterinnen im Rennen blieben. 8.3.2 ZK 1.1.3 umfasst nach Anhang 4 zum Pflichtenheft Folgendes: "Der Anbieter zeigt auf, wie nach Produktivsetzung des Suchsystems Bund die Supportleistungen (2nd und 3rd Level) in der Be triebsphase praktiziert werden.  Der Anbieter dokumentiert, welche Supportorganisation (2nd und 3rd Level) bereitgestellt wird/werden und mit welchen Prozessen eine effiziente Abwicklung von Kundenanfragen sichergestellt werden kann.  Der Anbieter dokumentiert, wie die Anwendungsverantwortlichen (Fach) und die betriebsverantwortlichen Personen resp. Applik a- tionsverantwortlichen (BIT) in die Supportorganisation integriert werden sollen." B-364/2014 Seite 27 Laut Evaluationsbericht erzielte die Beschwerdeführerin bei ZK 1.1.3 100 von 200 Punkten, was die Vergabestelle folgendermassen begründete: "Wie konkret eine effiziente Abwicklung sichergestellt werden kann ist nicht erkennbar. Prozesse fehlen. Konkrete Informationen zu den effektiv zu praktizierenden Prozessen fehlen. Ebenfalls fehlt eine klare Verantwortlichkeit zwischen Fach und BIT." Nach der oben zitierten Formulierung von ZK1. 1.3 musste die Supportor- ganisation offenbar nicht unbedingt schematisch veranschaulicht werden. Ein Konkurrenzangebot, welches unter ZK1.1.3 die maximale Punktzahl erreichte, zeigt die Supportorganisation im Wesentlichen mittels eines Ab- laufschemas. Inhaltlich scheint dieses auf den ersten Blick zwar nicht konkreter oder detaillierter zu sein als die rein sprachliche Darstellung der Beschwerdeführerin, doch kann dies letzten Endes wohl nur mit einschlä- gigem Fachwissen definitiv beurteilt werden . Andererseits lässt sich ein Punkteabzug zu Lasten der Beschwerdeführerin wegen unklarer Verant- wortlichkeiten im Verhältnis zwischen "Fach" und BIT prima facie sachlich nachvollziehen. Dementsprechend dürfte die Vergabestelle ihr Ermessen bei der Bewertung von ZK1.1.3 nicht missbraucht haben. 8.3.3 In Anhang 4 zum Pflichtenheft wird ZK1.2.6 wie folgt umschrieben: "Senior 3: Schriftliche Darlegung von Kenntnissen und Erfahrungen, die bei Konzeption und Umsetzung von Suchsystemen für Grossorganisat i- onen in heterogen en Umgebungen während der letzten 5 Jahre erwo r- ben wurden." Von maximal möglichen 460 erreichte die Beschwerdeführerin bei diesem Zuschlagskriterium 230 Punkte, was die Vergabestelle so begründete: "Zum dokumentierten Projekt 1 wurden keine Arbeiten in Kon zeption und Umsetzung (fachlich / technisch) dokumentiert – nur Projektmanag e- mentarbeiten. Zum dokumentierten Projekt 2 wurden keine konkreten fachlichen und technischen Arbeiten im Rahmen der Realisierung erkannt." Es liegt im Ermessen der Vergabestelle, Konzeptionserfahrung (aus dem dokumentierten Projekt 1) für alle drei angebotenen Seniorprofile der Be- schwerdeführerin zu verlangen. Wenngleich an sich nur zwei entspr e- chende Personen in der Offerte genannt werden mussten, kann der Ver-B-364/2014 Seite 28 gabestelle in diesem Zusammenhang prima facie kein Ermessensmis s- brauch vorgeworfen werden. Offenbar legte sie Wert darauf, dass (sämtli- che) Personen, welche die Aufgaben eines Seniors 3 wahrnehmen, ko n- zeptionelle Erfahrung nachzuweisen vermögen, was sich allem Anschein nach ni cht als sachfremd oder willkürlich bezeichnen lässt. Abgesehen davon beanstandete die Vergabestelle den von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Senior 3 auch wegen Unzulänglichkeiten bezüglich des dokumentierten Projekts 2. 9. Zusammenfassend erscheint die Beschwerde bei vorläufiger, auf die ve r- fügbaren Akten gestützter Beurteilung der Rechtslage nicht als offensicht- lich unbegründet. Angesichts dessen ist mittels einer Interessenabw ä- gung über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung zu befinden (vgl. oben E. 5). 9.1 Die Beschwerdeführerin argumentiert, auf der einen Seite sei ihr Int e- resse, die Möglichkeit zum Zuschlag zu erhalten, ausgewiesen. Das Au f- tragsvolumen von […] Franken sei für sie als KMU substantiell. Dieses In- teresse decke sich nicht nur mit dem öffentlichen Interesse an der G e- währung des Rechtsschutzes. Es entspreche aufgrund des qualitativ und preislich hochstehenden Angebots der Beschwerdeführerin auch dem ö f- fentlichen Interesse des Beschaffungsrechts, nämlich dem optimalen Ein- satz öffentlicher Mittel. Dem stehe auf der anderen Seite kein Nachteil einer allfälligen Verzög e- rung entgegen. Es obliege der Beschaffungsstelle, einen solchen geltend zu machen. Bereits aus den Unterlagen ergebe sich jedoch, dass keine Dringlichkeit vorliege, die es rech tfertigen würde, den Rechtsschutz fa k- tisch auszuhebeln und die Beschwerdeführerin auf die unzulängliche Möglichkeit des blossen Feststellungsurteils (Art. 32 Abs. 2 BöB) zu b e- schränken. Das heutige Suchsystem Bund sei nach wie vor in Betrieb, und der bloss e Umstand, dass es sich gegen das Ende seines Leben s- zyklus hin bewege, bewirke keine Dringlichkeit. Das Pflichtenheft selber (S. 10) sehe die Produktivsetzung des neuen Suchsystems erst per ers- tem Quartal 2015 vor und auch dies nur unter dem Vorbehalt des Ver- tragsschlusses im Jahr 2013, was ohnehin nicht mehr möglich sei. Auch laufe der Beschaffungsprozess bereits seit 2011 (Pflichtenheft S. 9) und habe einen langfristigen Horizont bis 2020. Weder aus Sicht der Beschaf- fungsstelle noch der Zuschlagsempfänger in sei der Zuschlag also derart B-364/2014 Seite 29 zeitkritisch, dass die Rechtsstellung der Beschwerdeführerin ausgehebelt werden müsste. 9.2 Die Vergabestelle äussert sich nicht direkt zur Interessenabwägung. Am Schluss ihrer Duplik führt sie aus, es bestehe kein Anlass, das V er- fahren durch die Gewährung der Einsicht in zusätzliche Akten zu verz ö- gern. Im Gegenteil gebiete das öffentliche Interesse an der Beschaffung eine rasche Umsetzung des Zuschlagsentscheids. 9.3 Seitens der Vergabestelle wird nicht behauptet, das heutige Suchsy s- tem des Bundes könne seine Funktion nicht noch für eine gewisse Zeit erfüllen. Überdies werden keine konkreten Gründe vorgebracht, wonach die Umsetzung des angefochtenen Zuschlags dringlich wäre . Entspre- chende Anhaltspunkte finden sich auch nicht in den A kten. Mithin sind keine Interessen erkennbar, welche das Interesse an der Gewährung wirksamen Rechtsschutzes sowie dasjenige der Beschwerdeführerin am Fortbestehen der Möglichkeit, den Zuschlag zu erhalten, überwiegen könnten. Unter diesen Umständen ist der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 10. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheides ist mit dem Entscheid in der Hauptsache zu befinden. 11. Über das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin ist, soweit es durch die bis anhin gewährte Akteneinsicht nicht gegenstandslos gewo r- den ist, zu einem späteren Zeitpunkt zu befinden. 12. Über das weitere Vorgehen , namentlich über die Ansetzung des Schri f- tenwechsels in der Hauptsache , ist zu einem späteren Zeitpunkt zu en t- scheiden. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Der Antrag der Beschwerdeführerin, es sei der Beschwerde die aufschie- bende Wirkung zu erteilen, wird gutgeheissen. B-364/2014 Seite 30 2. Über das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin wird, soweit es nicht gegenstandslos g eworden ist, zu einem späteren Zeitpunkt befu n- den. 3. Über das weitere Vorgehen , namentlich über die Ansetzung des Schri f- tenwechsels in der Hauptsache, wird zu einem späteren Zeitpunkt en t- schieden. 4. Über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dieses Zwischenentscheides wird im Endentscheid befunden. 5. Diese Verfügung geht an: – die Beschwerdeführerin; – die Vergabestelle; – die Zuschlagsempfängerin (auszugsweise). Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Maria Amgwerd Urs Küpfer B-364/2014 Seite 31 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14 , Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden , sofern die Voraussetzungen nach den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) erfüllt sind. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene En t- scheid und di e Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 8. April 2014