<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2005.00067</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205050&amp;W10_KEY=4467138&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2005.00067</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 12.05.2005</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/3. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">FÃ¼rsorgerecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Sozialhilfe</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Einbezug in die sozialhilferechtliche Bedarfsrechnung des von einem Onkel bezahlten Schulgeldes für den Sohn der Beschwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 930.-/Mt für den Besuch einer privaten Handelsschule.<br/><br/>Die beschwerdeführerende Sozialbehörde macht geltend, aus dem Grundsatz der Subsidiarität der Sozialhilfe ergebe sich, dass Leistungen Dritter (als den Unterstützungsbedarf entsprechend reduzierende Einkünfte) zu berücksichtigen seien, und zwar auch freiwillige Leistungen (E. 3). <br/>Im vorliegenden Fall geht es um zweckgebundene Leistungen, welche dem Betroffenen die Ausbildung an einer privaten Handelsschule ermöglichen sollen, was damit begründet wird, dass dieser in der Sekundarschule schlechte Noten gehabt und nach deren Abschluss keine Lehrstelle gefunden habe. Angesichts dieser Sachdarstellung lässt sich die Anrechnung der Leistungen des Onkels als Einkünfte nicht damit rechtfertigen, dass es sich nicht mehr um Leistungen in einem relativ bescheidenen Umfang handle (E. 3).<br/>Da der Onkel nicht unterstützungspflichtig ist, liegt keine rechtsungleiche Behandlung gegenüber anderen Familien in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen vor (E. 3).<br/>Unter den hier gegebenen Umständen würde die der Sozialbehörde durch die persönliche Freiheit in Verbindung mit dem Recht auf Hilfe in Notlagen gesetzte Grenze bei der Einflussnahme auf die persönliche Lebensgestaltung des Betroffenen überschritten, wenn dem Sohn der Beschwerdegegnerin untersagt oder jedenfalls erschwert würde, die private Handelsschule zu besuchen (E. 3).<br/>Abweisung.<br/><br/>Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wird mangels "Notwendigkeit" im Sinne von § 16 Abs. 2 VRG abgelehnt (E. 4.2). Unterschiedliche Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung und der Zusprechung einer Parteientschädigung (E. 4.3). Zusprechung einer Parteientschädigung an die Beschwerdegegnerin (E. 4.3.)</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSBILDUNG">AUSBILDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DRITTLEISTUNGEN">DRITTLEISTUNGEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PARTEIENTSCHÃDIGUNG">PARTEIENTSCHÃDIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHE FREIHEIT">PERSÃNLICHE FREIHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PRIVATSCHULE">PRIVATSCHULE</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RECHTSGLEICHHEIT">RECHTSGLEICHHEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUBSIDIARITÃTSPRINZIP">SUBSIDIARITÃTSPRINZIP</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UNTERSTÃTZUNGSPFLICHT">UNTERSTÃTZUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: FÃ¼rsorge ST: WIRTSCHAFTLICHE HILFE">WIRTSCHAFTLICHE HILFE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 10 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 12 BV</span><br/><span class="gerade">§ 2 Abs. II SHG</span><br/><span class="ungerade">§ 14 SHG</span><br/><span class="gerade">§ 16 Abs. II SHV</span><br/><span class="ungerade">§ 16 Abs. II VRG</span><br/><span class="gerade">§ 17 Abs. II VRG</span><br/><span class="ungerade">Art. 328 Abs. I ZGB</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2005 Nr. 48 S. 134</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Urteilstext">F wohnt zusammen mit ihren beiden Kindern aus erster Ehe, G, geb. 1987, und H, geb 1989, in der Gemeinde A. Am 11. Mai 2004 meldete sie sich mit ihrem Ehemann zum Bezug wirtschaftlicher Hilfe an, welche ihr mit Beschluss der SozialbehÃ¶rde A vom 19. Mai 2004 gewÃ¤hrt wurde. Die Eltern von G gaben dem zustÃ¤ndigen Sozialarbeiter Ende August 2004 bekannt, dass ihr Sohn die private HÃ¶here Handelsschule T in ZÃ¼rich mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von drei Jahren besuche und dass ein Onkel von G, K, fÃ¼r das Schulgeld von monatlich Fr. 930.- aufkommen werde.</p> <p class="Urteilstext">Die SozialbehÃ¶rde A beschloss am 28. September 2004 unter anderem, der Leistungsentscheid vom 19. Mai 2004 werde dahin angepasst, dass die Schulgeldzahlungen des Onkels von G von monatlich Fr. 930.- als Einnahmen und anderseits die Aufwendungen von G fÃ¼r das auswÃ¤rtige Mittagessen und das Verkehrsabonnement von monatlich insgesamt Fr. 263.30 als situationsbedingte Auslagen berÃ¼cksichtigt wÃ¼rden (Dispositiv Ziffer 3 des Beschlusses).</p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Dagegen liess (die inzwischen von ihrem Ehemann getrennt lebende) F am 4. November 2004 durch ihren Vertreter Rechtsanwalt Q Rekurs an den Bezirksrat W erheben mit dem Antrag, den Beschluss der SozialhilfebehÃ¶rde A vom 28. September 2004 aufzuheben; ausserdem ersuchte sie um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung und Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes. Der Bezirksrat W beschloss am 20. Dezember 2004, den Rekurs, soweit darauf einzutreten sei, im Sinn der ErwÃ¤gungen gutzuheissen und Dispositiv Ziffer 3 des Beschlusses der SozialbehÃ¶rde A im Sinn der ErwÃ¤gungen aufzuheben (Dispositiv Ziffer I). Verfahrenskosten wurden nicht erhoben (II). Der Rekurrentin wurde in der Person ihres Vertreters ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt und dieser aufgefordert, seine Honorarnote einzureichen (III). Die SozialbehÃ¶rde A wurde zur Zahlung einer ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'200.- an die Rekurrentin verpflichtet (IV). </p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 7. Februar 2005 beantragte die Gemeinde A dem Verwaltungsgericht, den Entscheid des Bezirksrats W vom 20. Dezember 2004 aufzuheben und den Beschluss der SozialbehÃ¶rde A vom 28. September 2004 zu bestÃ¤tigen, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Der Bezirksrat W verzichtete auf Vernehmlassung. F beantragte dem Gericht am 12. April 2005, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Ferner ersuchte sie um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung, die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der Person ihres Rechtsvertreters sowie um Zusprechen einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Das Verwaltungsgericht ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustÃ¤ndig. Weil auch die Ã¼brigen Prozessvoraussetzungen erfÃ¼llt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">GemÃ¤ss § 14 des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG) hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe, wer fÃ¼r seinen Lebensunterhalt und den seiner FamilienangehÃ¶rigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Die wirtschaftliche Hilfe soll das soziale Existenzminimum gewÃ¤hrleisten, das neben den Ã¼blichen Aufwendungen fÃ¼r den Lebensunterhalt auch individuelle BedÃ¼rfnisse berÃ¼cksichtigt (§ 15 Abs. 1 SHG). Grundlage fÃ¼r die Bemessung der wirtschaftlichen Hilfe bilden gemÃ¤ss § 17 der Verordnung zum Sozialhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 (SHV) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz fÃ¼r Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien), wobei Abweichungen im Einzelfall vorbehalten bleiben. </p> <p class="Urteilstext">Zu den eigenen Mitteln gehÃ¶ren gemÃ¤ss § 16 Abs. 2 SHV alle EinkÃ¼nfte und das VermÃ¶gen der Hilfe suchenden Person sowie ihres nicht von ihr getrennt lebenden Ehegatten und der unmÃ¼ndigen Kinder. MinderjÃ¤hrige Kinder bedÃ¼rftiger Eltern bilden daher mit diesen zusammen eine UnterstÃ¼tzungseinheit (RB 1998 Nr. 85; vgl. auch RB 2003 Nr. 64 betreffend den Sonderfall von in einem gefestigten Konkubinat lebenden Personen). </p> <p class="Urteilstext">Die <i>Kosten der Erstausbildung</i> sowohl von minderjÃ¤hrigen wie auch von volljÃ¤hrigen Kindern fallen grundsÃ¤tzlich in die Unterhaltspflicht der Eltern (Art. 277 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB). Kann diesen nicht zugemutet werden, fÃ¼r die Erstausbildung eines Kindes aufzukommen (was namentlich dann zutrifft, wenn sie selber auf Sozialhilfe angewiesen sind), so kÃ¶nnen auch solche Kosten â im Rahmen der so genannten situationsbedingten Leistungen - von der Sozialhilfe finanziert werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nach dem Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t der Sozialhilfe (§ 2 Abs. 2 SHG) ein allfÃ¤lliger Anspruch auf Stipendien sowie auf andere Ausbildungsbeihilfen der Sozialhilfe vorgeht (vgl. SKOS-Richtlinien H.6 und C). Sodann ist zu beachten, dass die Sozialhilfe â auch dort wo sie im Einklang mit dem Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t zum Zug kommt - nicht beliebige Kosten einer Erstausbildung zu Ã¼bernehmen hat. GrundsÃ¤tzlich trÃ¤gt sie die Ausbildungskosten in staatlichen oder staatlich subventionierten Institutionen. Die Kosten von wesentlich teureren Privatinstitutionen oder auswÃ¤rtigen Schulen kÃ¶nnen im Allgemeinen nicht der FÃ¼rsorge belastet werden (Sozialhilfe-BehÃ¶rdenhandbuch des Kantons ZÃ¼rich, Ziff. 2.1.3/S. 2). Die Praxis anerkennt allerdings in besonderen FÃ¤llen einen Anspruch auf die Ãbernahme von Kosten von Privatschulen (Felix Wolffers, Grundriss des Sozialhilferechts, 2. A., Bern 1999, S. 148). </p> <p class="Urteilstext">Ersucht eine unterstÃ¼tzungsbedÃ¼rftige Person fÃ¼r ihr Kind um Ãbernahme der im Rahmen einer Erstausbildung anfallenden Kosten einer Privatschule und gelangt die SozialhilfebehÃ¶rde zum (mÃ¶glicherweise vertretbaren) Schluss, es lÃ¤gen keine besonderen UmstÃ¤nde vor, welche die Ãbernahme solcher Kosten rechtfertige, so bedeutet dies indessen nicht ohne weiteres, dass entsprechende Leistungen, die ein Verwandter des Kindes zweckgebunden zur Finanzierung von dessen Ausbildung erbringt, im sozialhilferechtlichen UnterstÃ¼tzungsbudget als Einkommen einzubeziehen seien. Diese Frage, die sich im vorliegenden Fall in erster Linie stellt, muss vielmehr aufgrund weiterer Kriterien beurteilt werden.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht hauptsÃ¤chlich geltend, aus dem Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t der Sozialhilfe ergebe sich, dass Leistungen Dritter (als den UnterstÃ¼tzungsbedarf entsprechend reduzierende EinkÃ¼nfte) zu berÃ¼cksichtigen seien, und zwar auch freiwillige Leistungen. </p> <p class="Urteilstext">Aus der von ihr angerufenen Lehrmeinung von Wolffers kann indessen nicht abgeleitet werden, dieser Grundsatz gelte ohne EinschrÃ¤nkungen auch bezÃ¼glich Leistungen von Dritten, welche freiwillig und zudem zweckgebunden erfolgen. Der angerufene Autor fÃ¼hrt dazu aus, freiwillige Leistungen von Dritten seien dann nicht anzurechnen, wenn sie sich in einem relativ bescheidenen Umfang halten, ausdrÃ¼cklich zusÃ¤tzlich zu den FÃ¼rsorgeleistungen erbracht wÃ¼rden und sie der Dritte bei einer Anrechnung einstellen wÃ¼rde (S. 154). Was unter Leistungen in einem relativ bescheidenen Umfang zu verstehen ist, kann nicht ohne BerÃ¼cksichtigung der UmstÃ¤nde des Einzelfalles bestimmt werden. Der so formulierten Voraussetzung einer Nichtanrechnung dÃ¼rfte der Gedanke zugrunde liegen, dass die Sozialhilfe nicht fÃ¼r den Grundbedarf einer Person aufkommen soll, wenn dieser ganz oder grÃ¶sstenteils durch die betreffenden freiwilligen Leistungen des Dritten gedeckt werden kann. Im vorliegenden Fall geht es um zweckgebundene Leistungen, welche dem Betroffenen die Ausbildung an einer privaten Handelsschule ermÃ¶glichen sollen, was die Mutter von G und dessen Onkel als Spender damit begrÃ¼ndet haben, dass dieser in der Sekundarschule schlechte Noten gehabt und nach deren Abschluss keine Lehrstelle gefunden habe. Angesichts dieser insoweit von der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht bestrittenen Sachdarstellung lÃ¤sst sich die Anrechnung der Leistungen des Onkels als EinkÃ¼nfte nicht damit rechtfertigen, dass es sich nicht mehr um Leistungen in einem relativ bescheidenen Umfang handle. </p> <p class="Urteilstext">Sodann beruft sich die BeschwerdefÃ¼hrerin bei ihrer Argumentation, die Aufrechnung dieser Leistungen lasse sich auf den Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t der Sozialhilfe stÃ¼tzen, zu Unrecht auf das verwaltungsgerichtliche Urteil VB.2003.00109 vom 21. Mai 2003. In jenem Fall hatte die SozialhilfebehÃ¶rde einen Teilbetrag von Fr. 900.- der als zu hoch bemessenen Wohnungskosten nicht mehr Ã¼bernommen; in einem spÃ¤teren Zeitpunkt erfuhr die BehÃ¶rde davon, dass ein Dritter der Betroffenen monatlich den Betrag von Fr. 900.- vergÃ¼tete, weshalb die BehÃ¶rde diesen Betrag bei der Berechnung des UnterstÃ¼tzungsbedarfs als Einkommen anrechnete. In jenem Fall hÃ¤tte die BehÃ¶rde, hÃ¤tte ein Untermietvertrag mit dem Dritten bestanden, davon abgesehen, von der Betroffenen den Bezug einer gÃ¼nstigeren Wohnung zu verlangen. Im vorliegenden Fall rechnet die BehÃ¶rde der Beschwerdegegnerin bzw. deren Sohn bei der Bedarfsberechnung die Leistungen des Onkels als Einkommen an, ohne aber darin die durch diese Leistungen abgegoltenen Kosten der Privatschule als Aufwand zu anerkennen. Das Vorgehen der BeschwerdefÃ¼hrerin im vorliegenden Fall lÃ¤sst sich daher nicht mit dem vom Verwaltungsgericht geschÃ¼tzten Vorgehen der BehÃ¶rde in jenem Fall vergleichen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin kann demnach, was die Tragweite des SubsidiaritÃ¤tsprinzips in der Sozialhilfe anbelangt, aus jenem Entscheid nichts zu ihren Gunsten ableiten.</p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht sodann geltend, es kÃ¶nne nicht hingenommen werden, dass die vollumfÃ¤nglich auf Sozialhilfe angewiesene Beschwerdegegnerin ihren Sohn dank der freiwilligen Leistungen des Onkels auf eine teure Privatschule schicken kÃ¶nne; damit wÃ¼rde sie weit besser gestellt als viele Familien in bescheidenen wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen, die dazu nicht in der Lage wÃ¤ren, was klar der Zielsetzung des Sozialhilferechts widerspreche. Die von der BeschwerdefÃ¼hrerin sinngemÃ¤ss als Verletzung der Rechtsgleichheit gerÃ¼gte Besserstellung der Beschwerdegegnerin ergibt sich aber in erster Linie daraus, dass ihrem Sohn ein helfender Onkel zur Seite steht. Eine rechtsungleiche Behandlung gegenÃ¼ber anderen Familien in bescheidenen wirtschaftlichen VerhÃ¤ltnissen lÃ¤sst sich daraus so nicht ableiten. Anders wÃ¼rde es sich dann verhalten, wenn der Onkel gegenÃ¼ber G familienrechtlich unterstÃ¼tzungspflichtig wÃ¤re (vgl. Art. 329 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 289 Abs. 2 ZGB), was jedoch nicht zutrifft (Art. 328 Abs. 1 ZBG; vgl. VGr, 20. MÃ¤rz 2003, VB.2003.00048). </p> <p class="Urteilstext">Letztlich geht es der BeschwerdefÃ¼hrerin auch mit diesem Argument um den Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t der Sozialhilfe. Diesem Grundsatz wird aber, sofern er die Grundlage der streitbetroffenen Einkommensaufrechnung bilden soll, eine zu grosse Tragweite beigemessen. Die Sozialhilfegesetzgebung unterscheidet nach ihrer Systematik zwischen "persÃ¶nlicher Hilfe" bei einer "persÃ¶nlichen Notlage" (§§ 11 ff. SHG, §§ 10 ff. SHV) und "wirtschaftlicher Hilfe" bei einer "wirtschaftlichen Notlage" (§§ 14 ff. SHG, §§ 16 ff. SHV). Im Zusammenhang mit der persÃ¶nlichen Hilfe gilt der Grundsatz, dass sie im Einvernehmen mit dem Hilfesuchenden gewÃ¤hrt werden muss (§ 12 Abs. 1 SHG) und dass gegen dessen Willen keine Massnahmen getroffen werden dÃ¼rfen (§ 12 Abs. 1 SHV); vorbehalten bleiben allerdings Massnahmen gegen den Willen des Betroffenen im Rahmen von Auflagen und Weisungen, die gemÃ¤ss § 21 SHG mit wirtschaftlicher Hilfe verbunden werden dÃ¼rfen. In dieser Regelung kommt zum Ausdruck, dass die SozialbehÃ¶rde bei der GewÃ¤hrung wirtschaftlicher Hilfe durchaus mittels Auflagen und Weisungen Einfluss auf die persÃ¶nliche Lebensgestaltung der Betroffenen nehmen darf und muss, dass aber solcher Einflussnahme im Hinblick auf deren Recht auf persÃ¶nliche Freiheit in Verbindung mit dem Recht auf Hilfe in Notlagen (Art. 10 Abs. 2 und Art. 12 der Bundesverfassung) gewisse Grenzen gesetzt sind (vgl. VGr, 9. September 2004, VB.2004.00278). Unter den hier gegebenen UmstÃ¤nden wÃ¼rde diese Grenze Ã¼berschritten, wenn dem Sohn der Beschwerdegegnerin praktisch (darauf lÃ¤uft die streitbetroffene Einkommensaufrechnung hinaus) untersagt oder jedenfalls erschwert wÃ¼rde, die private Handelsschule zu besuchen. Wie erwÃ¤hnt, lÃ¤sst sich dieses Vorgehen auch nicht auf den Grundsatz der SubsidiaritÃ¤t der Sozialhilfe abstÃ¼tzen. </p> <p class="Urteilstext">Die BeschwerdefÃ¼hrerin macht geltend, wÃ¤re die Beschwerdegegnerin korrekt vorgegangen, hÃ¤tte sie den zustÃ¤ndigen Sozialarbeiter informieren und gemeinsam mit ihm eine LÃ¶sung suchen mÃ¼ssen; hÃ¤tte sich dabei herausgestellt, dass G auf den Besuch einer Privatschule angewiesen sei, so wÃ¤ren die entsprechenden Kosten bei der Berechnung des UnterstÃ¼tzungsbedarfs zwar zu berÃ¼cksichtigen, jedoch nicht in erster Linie durch SozialhilfebeitrÃ¤ge, sondern durch Stipendien abzudecken gewesen. Dieses Argument vermag in zweierlei Hinsicht nicht zu Ã¼berzeugen. Zum einen ist kaum anzunehmen, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin die Notwendigkeit der streitbetroffenen Ausbildung (Besuch der privaten Handelsschule) anerkannt hÃ¤tte, was sie in der Beschwerdeschrift in anderem Zusammenhang deutlich zu erkennen gibt. Zum andern ist der Hinweis auf die MÃ¶glichkeit von Stipendien im Zusammenhang mit ihrer Hauptargumentation (der Berufung auf das SubsidiaritÃ¤tsprinzip) fragwÃ¼rdig, ist doch dieses Prinzip nicht nur fÃ¼r Sozialhilfeleistungen, sondern auch fÃ¼r andere staatliche Hilfen wie Stipendien massgebend. Mit dem von der BeschwerdefÃ¼hrerin dargelegten Vorgehen wÃ¼rde dem SubsidiaritÃ¤tsprinzip wohl kaum besser nachgelebt, als wenn die SozialbehÃ¶rde darauf verzichtet, die Leistungen des Onkels von G bei der Berechnung des sozialhilferechtlichen UnterstÃ¼tzungsbedarfs als Einkommen aufzurechnen. </p> <p class="Urteilstext">Schliesslich macht die BeschwerdefÃ¼hrerin geltend, falls der Onkel von G seine Zahlungen an die Privatschule einstellen wÃ¼rde, wÃ¤re sie praktisch gezwungen, diese Leistungen im Rahmen der Sozialhilfe zu Ã¼bernehmen. Diese Bedenken sind verstÃ¤ndlich. Indessen ist es der SozialbehÃ¶rde in FÃ¤llen wie dem vorliegenden unbenommen, von Anfang an (das heisst im Zeitpunkt, in dem sie vom Besuch der Schule und dessen Finanzierung durch einen Dritten erfÃ¤hrt) einen diesbezÃ¼glichen Vorbehalt anzubringen, wonach sie diese Leistungen, sollte der Dritte sie einstellen, nicht ohne weiteres weiterfÃ¼hren werde. Im vorliegenden Fall kann ein solcher Vorbehalt bereits im Umstand erblickt werden, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin nach Kenntnisnahme des Sachverhalts die streitbetroffene Einkommensaufrechnung vorgenommen hat. Diese ist jedoch, wie bereits der Bezirksrat im Ergebnis zutreffend erkannt hat, aufgrund der vorstehenden ErwÃ¤gungen nicht zu schÃ¼tzen. Die gegen den bezirksrÃ¤tlichen Rekursentscheid erhobene Beschwerde ist abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerdegegnerin verlangt nebst einer ParteientschÃ¤digung nach § 17 Abs. 2 VRG die GewÃ¤hrung der unentgeltlichen ProzessfÃ¼hrung sowie die Bestellung ihres Rechtsvertreters als unentgeltlichen Rechtsbeistand.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>GemÃ¤ss § 16 Abs. 1 VRG ist Privaten, welchen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht als offensichtlich aussichtslos erscheinen, auf entsprechendes Ersuchen die Bezahlung von Verfahrenskosten zu erlassen. Das diesbezÃ¼gliche Begehren der Beschwerdegegnerin erweist sich indessen als gegenstandslos, weil die Beschwerde abzuweisen ist, weshalb die Beschwerdegegnerin nach § 13 Abs. 2 VRG keine Verfahrenskosten zu tragen hat.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Private, welche in den Genuss der unentgeltlichen Rechtspflege kommen (bzw. Anspruch auf eine solche hÃ¤tten), haben gemÃ¤ss § 16 Abs. 2 VRG Ã¼berdies Anspruch auf die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands, wenn sie nicht in der Lage sind, ihre Rechte im Verfahren selber zu wahren (zu den Voraussetzungen vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 41). Greift die angefochtene Anordnung nicht besonders stark in die Rechtsstellung des Betroffenen ein (wovon hier auszugehen ist), mÃ¼ssen besondere tatsÃ¤chliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der auf sich allein gestellte Gesuchsteller nicht gewachsen wÃ¤re (BGE 120 Ia 43). Unter diesem Gesichtswinkel ist im vorliegenden Fall zu berÃ¼cksichtigen, dass das Verwaltungsgericht allein Ã¼ber die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung im jetzigen Beschwerdeverfahren zu befinden hat und dass in diesem Verfahren die Gesuchstellerin lediglich als Beschwerdegegnerin den von der Gemeinde A angefochtenen Rekursentscheid des Bezirksrats zu verteidigen hatte. Dazu bedurfte sie, angesichts der dem Gericht zukommenden umfassenden Kognition in den sich stellenden Rechtsfragen, keines Rechtsbeistands. Jedenfalls ist die "Notwendigkeit" eines solchen Rechtsbeistands im Sinn von § 16 Abs. 2 VRG angesichts der strengen Voraussetzungen, welche nach der Praxis bei der Anwendung dieser Bestimmung gegeben sein mÃ¼ssen, zu verneinen. Das steht auch nicht in Widerspruch dazu, dass der Bezirksrat fÃ¼r sein Verfahren die Voraussetzungen einer unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung bejaht hat. Zum einen befand sich die heutige Beschwerdegegnerin damals in der Rolle der BeschwerdefÃ¼hrerin. Zum andern braucht hier nicht geklÃ¤rt zu werden, ob der Bezirksrat die unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung zu Recht gewÃ¤hrt hat, denn das Verwaltungsgericht ist nicht AufsichtsbehÃ¶rde Ã¼ber den Bezirksrat.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b>GemÃ¤ss § 17 Abs. 2 VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren vor Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu einer angemessenen EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe des Gegners verpflichtet werden, "namentlich" wenn die rechtsgenÃ¼gende Darlegung komplizierter Sachverhalte und schwieriger Rechtsfragen besonderen Aufwand erforderte oder den Beizug eines Rechtsbeistands rechtfertigte (lit. a) oder ihre Rechtsbegehren oder die angefochtene Anordnung offensichtlich unbegrÃ¼ndet waren (lit. b). Die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung an die Beschwerdegegnerin lÃ¤sst sich hier von vornherein nicht auf § 17 Abs. 2 lit. b VRG stÃ¼tzen, weil das Rechtsbegehren der BeschwerdefÃ¼hrerin nicht offensichtlich unbegrÃ¼ndet war. Als Grundlage einer solchen EntschÃ¤digung fÃ¤llt § 17 Abs. 2 lit. a VRG in Betracht. Dabei ist zu berÃ¼cksichtigen, dass nach der Praxis zu dieser Bestimmung an den Schwierigkeitsgrad der sich stellenden Sach- oder Rechtsfragen (als Voraussetzung fÃ¼r die Zusprechung einer EntschÃ¤digung) geringere Anforderungen gestellt werden als bei der Auslegung von § 16 Abs. 2 VRG (GewÃ¤hrung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung). Zu bedenken ist ferner, dass § 17 Abs. 2 lit. a und b VRG keine abschliessende Regelung in dem Sinn bilden, dass die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung nur unter den dort genannten Voraussetzungen in Betracht kÃ¤me (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 17 N. 24 und 26). Unter den hier gegebenen UmstÃ¤nden rechtfertigt sich die Zusprechung einer solchen EntschÃ¤digung an die obsiegende Beschwerdegegnerin. Nach dem Gesagten steht dies nicht im Widerspruch dazu, dass die Voraussetzungen fÃ¼r eine unentgeltliche RechtsverbeistÃ¤ndung nach § 16 Abs. 2 VRG nicht als erfÃ¼llt gelten kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext">Das Begehren der Beschwerdegegnerin um GewÃ¤hrung der unentgeltlichen RechtsverbeistÃ¤ndung wird abgewiesen;</p> <p class="Urteilstext">und entscheidet:</p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 1'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 1'560.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin binnen dreissig Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu zahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>