B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-4017/2011 U r t e i l v o m 2 5 . A p r i l 2 0 1 3 Besetzung Richter Daniel Stufetti (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richter Beat Weber, Gerichtsschreiberin Karin Wagner. Parteien X._______, Brasilien Zustelladresse: Y._______, Beschwerdeführer, gegen Schweizerische Ausgleichskasse SAK, Avenue Edmond- Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand Alters- und Kinderrente (Einspracheentscheid vom 23. Ju- ni 2011). C-4017/2011 Seite 2 Sachverhalt: A. Der am (…) 1946 geborene, in Brasilien wohnhafte, Schweizer Bürger X._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer), welcher gemäss Verf ü- gung der Schweizerischen Ausgleichskasse ( im Folgenden: SAK, Vorin- stanz) vom 6. Okt ober 1997 (act. SAK 8) eine Witwe rrente und eine Kin- derrente für seinen S ohn A._______, geboren am (…) 1992, bezog, mel- dete sich am 24. Februar 2008 (eingegangen bei der SAK am 7. März 2008; act. SAK 48) bei der SAK für eine vorbezogene Altersrente an. B. B.a Mit Verfügung vom 10. Februar 2009 (act. SAK 58) sprach die Vorin- stanz dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2009 eine ordentl i- che wegen Rentenvorbezug s gekürzte Altersrente von monatli ch Fr. 1'970.- zu, basierend auf einer anr echenbaren Beitragsdaue r von 42 Jahren, einem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkom men von Fr. 57'456.- und einem Abzug von 13,6% wegen Rentenvorbezug s. Mit E-Mail vom 21. September 2009 (act. SAK 59) fragte der Beschwe r- deführer bei der SAK an, warum er nicht Fr. 1'980.- bekäme und mit Tele- fonat vom 17. Januar 2011 (act. SAK 77) teilte er der SAK mit, dass er vier Kinder habe und nicht nur ein Kind. B.b Mit Verfügung vom 28. Februar 2011 (act. SAK 88) sprach die SAK dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2011 eine monatliche or- dentliche Altersrente mit Kürzung wegen Rentenvorbezugs von Fr. 2'200.- sowie für seinen Sohn A._______ eine monatliche ordentliche Kinderren- te von Fr. 468.- zu. Mit Verfügung vom 17. März 2011 (act. SAK 93) sprach die SAK dem Beschwerdeführer für die beiden Kinder B._______ und C._______ mit Wirkung ab 1. März 2011 je eine monatliche ordentl i- che Kinderrente von Fr. 468.- zu. Im E-Mail vom 6. März 2011 (act. SAK 94) verlangte der Beschwerdeführer von der SAK die erneute Berec h- nung der Renten. Mit Schreiben vom 17. März 2011 sandte die SAK dem Beschwerdeführer erneut eine Berechnung zu und erklärte ihm, die Ki n- derrenten würden 40% der Basisrente von Fr. 1'980.- ohne Kürzung w e- gen Vorbezugs betragen. Die Kürzung w erde auf die 5 Renten verteilt. Der Hauptgrund, warum die Kinderrenten niedriger ausfallen würden, sei wegen der Überversicherung. Die Überversicherung sei anzuwenden, wenn die jährliche Vollrente einer Familie das für die Berechnung mas s- gebende durchschnittliche Jahreseinkommen wesentlich übers teige. Die Teilrenten würden im Verhältnis der Teilrente zur Vollrente gekürzt. Am C-4017/2011 Seite 3 17. März 2011 erhob der Beschwerdeführer Einsprache gegen die Verfü- gung der Vorinstanz vom 28. Februar 2011 (act. SAK 96) und brachte vor, er habe bisher Fr. 1'986.- Rente e rhalten und seine Kinder müssten Fr. 686.36 er halten. Am 6. April 2011 erhob der Beschwerdeführer Ein- sprache gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 17. März 2011 (act. SAK 101) und brachte vor, er habe im M ärz 2011 das ordentliche Rentenalter von 65 er reicht, und fragte, wieso seine Altersrente auf Fr. 2'200.- erhöht worden sei ; nach seiner Rechnung sollte er Fr. 1960.- und seine Kinder Fr. 784.- erhalten. Weiter beanstandete er, dass ihm nur 42 und nicht 45 Beitragsjahre angerechnet worden seien. B.c Mit Verfügung vom 29. April 2011 sprach die SAK dem Beschwerde- führer für seine Tochter D._______ mit Wirkung ab 1. März 2011 eine monatliche ordentliche Kinderrente von Fr. 468.- zu (act. SAK 103). C. Mit Einspracheentscheid vom 23. Juni 2011 (act. SAK 104) wies die SAK die Einsprache des Beschwerdeführers ab mit der Begründung, aufgrund der lückenlosen Versicherungszeit würden die Jugendjahre nicht hinz u- gezählt. Die SAK erläuterte ausserdem ihre Rentenberechnungen. D. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Be schwerdeführer am 29. Juni 2011 (eingegangen beim Bundesverwaltungsgericht am 18. Juli 2011) Beschwerde (act. BVGer 1) und beantragte sinngemäss die Aufhe- bung des Einspracheentscheides und Zusprache einer höheren Rente mit der Begründung, seine Berechnunge n hätten ergeben, dass ihm eine Rente von Fr. 2004.48 und seinen Kindern eine Rente von je Fr. 692.75 zustehe. E. In ihrer Vernehmlassung vom 18. August 2011 (act. BVGer 5) beantragte die SAK die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ang e- fochtenen Verfügung. Die SAK führte aus, Kinderrenten seien zu kürzen, soweit sie mit der Rente des Vaters oder der Mutter 90% des für diese Rente jeweils massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens übersteigen würden. Die jährliche Gesamtrente der Rentnerfam ilie dürfe im vorliegenden Fall den Betrag von Fr. 52'617 .- (Fr. 58'464.- x 90%) nicht übersteigen. Würde die Rente nicht gekürzt, bekäme die Rentne r- familie Fr. 65'952.-. Der jährliche Kürzungsbetrag von Fr. 13'335. - müsse C-4017/2011 Seite 4 auf die vier Kinderrenten aufgeteilt werden, was eine Kürzung pro Kinder- rente von Fr. 277.80 (Fr. 13'335.- : 12 : 4) ergebe. F. Replikweise hielt der Beschwerdeführer am 10. August 2011 an seinen Anträgen und deren Begründung fest (act. BVGer 7). Ergänzend machte er geltend, es sei ihm nie mitgeteilt worden, dass eine vorzeitige Pensi o- nierung eine Kürzung der Kinderrenten nach sich ziehen würde. Hätte er dies gewusst, hätte er noch 2 Jahre bis zum ordentlichen Rentenalter gewartet. G. Duplikweise hielt die SAK am 1. November 2011 an ihren Anträgen und deren Begründung fest (act. BVGer 9) und führte ergänzend aus, das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) habe dem Beschwerdeführer auf seine Frage geantwortet, die Kinderrente entspreche 40% der Alter s- rente. Würden Waisen- und Kinderrenten zu sammentreffen, so dürfe die Summe der beiden Renten nicht mehr als 60% der maximalen Altersrente betragen. Die Antwort des BSV entspreche Art. 35 ter AHVG und sei ko r- rekt. H. Mit Verfügung vom 9. November 2011 (act. BVGer 10) wurde der Schrif- tenwechsel geschlossen. I. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 85bis Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) be urteilt das Bunde s- verwaltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verf ü- gungen der Schweizerischen Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme C-4017/2011 Seite 5 im Sinne von Art. 32 VGG vor. Das Bundesver waltungsgericht ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 1.2 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des So zi- alversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil ge- regelte Alters - und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einsprache - entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Au f- hebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG be - schwerdelegitimiert ist. 1.4 Da die Beschwerde im Übrigen fr ist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwe r- de einzutreten. 2. Vorab sind die zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde mass - gebenden gesetzlichen Grundlagen und die dazu von der Recht - sprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 2.1 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des streitigen Entscheides eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverf ü- gung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 2.2 Weil i n zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben und weil ferner die Gerichte im Bereiche der Sozialversicherung bei der Beurteilung eines Falles grun d- sätzlich auf den im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Verwa l- tungsaktes (hier: Einspracheentscheid vom 23. Juni 2011) eingetretenen Sachverhalt abstellen (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die Bestimmungen des AHVG anwendbar, die im Verfügungszeitpunkt Gel- tung hatten und in diesem Entscheid zitiert werden. C-4017/2011 Seite 6 2.3 Die B eschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdeve r- fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Mis s- brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder u n- vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie U n- angemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG). 3. Vorliegend ist strittig und vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, ob die SAK die Rente des Beschwerdeführers und seiner Kinder korrekt e r- mittelt hat. 3.1 Nach Art. 1 a Abs. 1 AHVG sind obligatorisch versiche rt unter and e- rem die natürlichen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz (lit. a) und die natürlichen Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben (lit. b). 3.2 Die ordentlichen Renten werden gemäss Art. 29 bis Abs. 1 AHVG nach Massgabe der Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie der Erziehungs - oder Betreuungsgutschriften der rentenberechtigten Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. D e- zember vor Eintritt des Versicherungsfalles berechnet. Bei vollständig er Beitragsdauer besteht Anspruch auf eine Vollrente (Art. 34 AHVG). Die Beitragsdauer ist dann vollständig, wenn die versicherte Person gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang (Art. 29 ter Abs. 1 AHVG), dies für die Jahre zwischen dem 1. Janua r nach Vollendung des 20. A l- tersjahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Art. 29bis Abs. 1 AHVG). Ist die Beitragsdauer nicht vollständig, besteht nur Anspruch auf eine Teilrente, welche einem Bruchteil der Vollrente ent- spricht, welcher sich nach der Verhältniszahl zwischen der effektiven Be i- tragsdauer einerseits und der vollständigen Beitragsdauer des Jahrgangs anderseits bemisst (Art. 38 AHVG, Art. 52 AHVV; vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl., [St and der Gesetzg e- bung, Literatur und Rechtsprechung: 1. Juli 2003], Bern 2003, § 48 Rz. 20-22). Das Bundesamt für Sozialversicherungen stellt verbindliche Rententabellen auf. Dabei beträgt die Abstufung der Monatsrenten, bezo- gen auf die volle einfache Alter srente, höchstens 2,6 Prozent des Mi n- destbetrages dieser Rente (Art. 53 Abs. 1 AHVV). 3.3 Die Beitragsdauer einer versicherten Person bestimmt sich in der Re- gel nach den Einträgen in ihren individuellen Konten (IK; Art. 30ter AHVG). C-4017/2011 Seite 7 3.4 Beitragszeiten zwischen dem 31. Dezember vor dem Eintritt des Ve r- sicherungsfalles und der Entstehung des Rentenanspruchs können zur Auffüllung von Beitragslücken herangezogen werden. Die in diesem Zei t- raum erzielten Erwerbseinkommen werden bei der Rentenberechnung jedoch nicht berücksichtigt (Art. 52c AHVV). 3.5 Männer und Frauen, welche die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine ordentliche Altersrente erfüllen, können die Rente ein oder zwei Jahre vorbeziehen. Der Rentenanspruch entsteht in diesen Fällen für Männer am ersten Tag des Monats nach Vollendung des 64. oder 63. Al- tersjahres. Die vorbezogene Altersrente sowie die Witwen -, Witwer- und Waisenrente werden gekürzt. Der Bundesrat legt den Kürzungssatz nach versicherungstechnischen Grundsätzen fest (Art. 40 AHVG). Die Rente wird um den Gegenwert der vorbezogenen Rente gekürzt. Bis zum Re n- tenalter entspricht dieser Betrag pro Vorbezugsjahr 6,8 Prozent der vo r- bezogenen Rente. Nach Erreichen des Rentenalters entspricht dieser Be- trag pro Vorbezugsjahr 6,8 Prozent der Summe der ungek ürzten Renten, dividiert durch die Anzahl der Monate, während denen die Rente bezogen wurde. Der Betrag der Kürzung wird der Lohn - und Preisentwicklung an- gepasst (Art. 56 AHVV). 3.6 Die SAK hat dem Beschwerdeführer 42 Beitragsjahre angerechnet, was der Beschwerdeführer bestreitet und 44 Beitragsjahre geltend macht. Dem individuellen Konto ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in der Zeit von Januar 1967 bis Dezember 2008 lückenlose 42 Versich e- rungsjahre zurückgelegt hat (act. SAK 71 und 101). Die Vorinstanz hielt zu Recht fest, dass Jugendjahre, das heisst, Versicherungszeiten vor dem 20. Altersjahr, in Anwendung von Art. 52b AHVV nur bei unvollstä n- diger Beitragsdauer zur Auffüllung von späteren Beitragslücken ang e- rechnet werden können. Der Beschwerdeführer weist jedoch keine Be i- tragslücke auf, womit seine Jugendjahre nicht berücksichtigt werden kö n- nen, daher ist die Berücksichtigung von 42 Versicherungsjahren korrekt. Die Vorinstanz nahm ein durchschnit tliches Jah reseinkommen von Fr. 58'464.- an, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wurde. Ebe n- falls wurde korrekterweise die Rentenskala 44 angewendet (Rententabe l- le 2011, S. 13). 4. 4.1 Gemäss Art. 22 ter AHVG haben Personen, welchen eine Altersrente zusteht, für jedes Kind, das im Falle ihres Todes eine Waisenrente bea n-C-4017/2011 Seite 8 spruchen könnte, Anspruch auf eine Kinderrente. Die Kinderrente beträgt 40% der dem massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommen en t- sprechenden Altersrente (Art. 35ter AHVG). Gemäss Art. 41 AHVG werden Kinder- und Waisenrenten gekürzt, soweit sie zusammen mit der Rente des Vaters oder derjenigen der Mutter 90% des für diese Rente jeweils massgebenden durchschnittlichen Jahresei n- kommens übersteigen. Art. 54bis Abs. 2 AHVV sieht vor, dass Kinderrenten nicht gekürzt werden, wenn sie zusammen mit der Rente des Vaters oder der Rente der Mutter nicht mehr ausmachen, als die Summe aus 150% des Mindestbetrages der Altersrente und aus den Mindestbeträgen von drei Kinder - oder Wai- senrenten. Dieser Betrag erhöh t sich mit dem vierten Kind pro Kind um den monatlichen Höchstbetrag der Altersrente. 4.2 Vorab sind die Kinderrenten ohne Anrechnung des Kürzungsbetrages wegen Vorbezugs der Altersrente zu ermitteln. 4.2.1 Für die Ermittlung der gekürzten Kinderrente ist in einem ersten Schritt die Kürzungsgrenze zu bestimmen, welche die jährliche Gesam t- rente der Rentnerfamilie nicht übersteigen darf. Als Kürzungsgrenze gilt dabei 90% des jeweils massgebenden durchschnittlichen Jahreseinko m- mens oder der gemäss Art. 54 bis Abs. 2 AH VV festgelegte Grenzbetrag. Zur Anwendung gelangt der höhere der beiden Beträge ( vgl. Wegleitung über die Renten [RWL] in der Eidgenössischen Alters -, Hinterlassenen - und Invalidenversicherung Stand 1. Januar 2011 [ im Folgenden: Weglei- tung] Ziff. 5671). Zu eine Rentnerfamilie zählen alle rentenberechtigten Angehörigen, für welche eine Zusatz - oder Kinderrente beansprucht wer- den kann (Wegleitung Ziff. 5661), vorliegend somit der Beschwerdeführer und seine vier Kinder. Das jährliche durchschnittliche Jahrese inkommen beträgt Fr. 58'464.-, davon 90% ergibt Fr. 52'618.- (Fr. 58'464.- x 90% = Fr. 52'617.60, gerun- det Fr. 52'618.-). Die Kürzungsgrenze beträgt somit Fr. 52'618.-. 4.2.2 In einem zweiten Schritt werden die einzelnen plafonierten Jahre s- rentenbeträge der Rentnerfamilie zusammengezählt und der ermittelten Kürzungsgrenze gegenübergestellt. Die Rentensumme, welche die Kü r- zungsgrenze übersteigt, ergibt den jährlichen Kürzungsbetrag (Wegle i- tung Ziff. 5674). C-4017/2011 Seite 9 Die Vorinstanz wandte, wie erwähnt (vorne E. 3.6), zu Recht die Renten- tabelle 2011 und die Rentenskala 44 (act. IVSTA 108) an. Daraus erge- ben sich eine ungekürzte monatliche Altersrente von Fr. 2'320.- sowie vier ungekürzte monatliche Kinderrenten von je Fr. 794. -, insgesamt Fr. 5'496.- (Fr. 2'320 .- + [4 x Fr. 794 .-] = Fr. 5'496 .-) und jährlich Fr. 65'952.- (Fr. 5'496.- x 12 = Fr. 65'952 .-). Die Gegenüberstellung der ungekürzten Rente in Höhe von Fr. 65'952. - und der Kürzungsgrenze (Plafonierung) in Höhe von Fr. 52'618. - ergibt einen Kürzungsbetrag von Fr. 13'334.- (Fr. 65'952.- - Fr. 52'618.- = Fr. 13'334.-). Der Kürzungsbetrag ist nun bei jeder einzelnen Kinderrente im Verhältnis ihres Anteils an der Summe der Kinderrenten in Abzug zu bringen. Dabei gilt folgende Formel (Wegleitung Ziff. 5675): jährlicher Kürzungsbetrag x ungekürzte (plafonierte) Kinderrente jährliche Summe sämtlicher ungekürzter (plafonierter) Kinderrenten Fr. 13'334.- x (Fr. 794.- x 12) Fr. 38'112.- Der Kürzungsbetrag pro Kinderrente beträgt jährlich Fr. 3'333.50 und mo- natlich Fr. 277.80 (Fr. 3'333.50 : 12 = Fr. 277.80.-), gerundet Fr. 278.-. Die volle Kinderrente von Fr. 794.-, abzüglich des Kürzungsbetrages von Fr. 278 .- ergibt eine Kinderrente pro Kind pro Monat von Fr. 516. - (Fr. 794.- - Fr. 278.- = Fr. 516.-). 4.3 Als Nächstes sind die vorbezogenen Alters- und Kinderrenten bei Vollendung des Rentenalters zu ermitteln. 4.3.1 Nach Vollendung des Rentenalters wird der Kürzungsbetrag ermi t- telt, indem die Summe der ungekürzten vorbezogenen Rentenbetreffnisse durch die Anzahl der Monate, während denen die Rente bezogen wurde , dividiert wird. Dieser Betrag wird mit dem zutreffenden Prozentsatz, in ca- su 13.6%, multipliziert (Art. 56 Abs. 3 AHVV, Wegleitung Ziff. 6206). Die Summe der ungekürzten vorbezogenen Rente n von März 2009 bis Dezember 2010 beträgt Fr. 50'160.- (Fr. 2'280.- x 22 = Fr. 50'160.-) und von Januar 2011 bis Februar 2011 beträgt sie Fr. 4'640.- (Fr. 2'320.- x 2 = Fr. 4'640.-). Die Vorbezugsdauer entspricht 24 Monaten und der Vorb e- zugsprozentsatz 13. 6%. Daraus resultiert ein Kürzungsbetrag von Fr. 311.- (Fr. 54'800.- x 13.6% : 24 = 310.53, gerundet Fr. 311.-). = Fr. 3'333.50 C-4017/2011 Seite 10 4.3.2 Dieser Kürzungsbetrag wird nun anteilsmässig auf die Altersrente und die Kinderrente verteilt (Wegleitung Ziff. 6211). Massgebend für die Aufteilung ist der prozentuale Anteil an der Altersrente (Altersrente 100%, Altersrente einer verwitweten Person 120%, Kinderrente 40%). Der Kürzungsbetrag für die Altersrente beträgt Fr. 120. - (Fr. 311.- : 100 = Fr. 3.11 gerundet 3 multipliziert mit 40 = Fr. 120.-). Betreffend die Kinder- renten ergibt sich ein Kürzungsbetrag von je Fr. 48.- ([Fr. 311.- – Fr. 120.-] : 4 = Fr. 47.75 gerundet Fr. 48.-). Somit beträgt die gekürzte Altersrente monatlich Fr. 2'200.- (Fr. 2'320.- - Fr. 120.- = Fr. 2'200.-) und die gekürzten Kinderren ten monatlich je Fr. 468.- (Fr. 516.- - Fr. 48.- = Fr. 468.-). Diese stimmen mit den von der Vorinstanz ermittelten Rentenansprüchen überein. 5. Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, es sei ihm weder bewusst gew e- sen, noch sei er von der Verwaltung dahingehend informiert worden, dass die Kinderrenten infolge des Vorbezugs seiner Altersrenten gekürzt wü r- den. Dies geht zum einen, wie erwähnt (vorne E. 4), bereits aus dem G e- setz hervor. Auf eine mögliche Kürzung von Kinderrenten in folge Übe r- versicherung wurde der Beschwerdeführer zum anderen , wie von der Vorinstanz richtig dargelegt (act. BVGer 5) , vom Bundesamt für Sozia l- versicherungen hingewiesen, was aus der von ihm ins Recht gelegten E - Mail Auskunft (ohne Datum) hervorgeht (act. BVGer 7/2). Somit kann der Beschwerdeführer aus seiner behaupteten Unkenntnis nichts zu seinen Gunsten ableiten. 6. Zusammenfassend hat nach dem Gesagten die Vorinstanz die Altersrente des Beschwerdeführers und seine vier Kinderrenten korrekt ermittelt, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid und die damit bestäti g- ten Verfügungen nicht zu beanstanden sind. Demgegenüber erweisen sich die vom Beschwerdeführer dagegen vorgebrachten Rügen als unb e- gründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 7. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Parteient- schädigung. C-4017/2011 Seite 11 7.1 Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85 bis Abs. 2 AHVG), sodass keine Verfahrenskosten zu erheben sind. 7.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Als Bunde s- behörde hat die obsiegende Vorinstanz jedoch keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 des Reglements v om 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dem unterliegenden Beschwerd e- führer ist entsprechend dem Verfahrensausgang keine Parteientschäd i- gung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Für das Urteilsdispositiv wird auf die nächste Seite verwiesen. C-4017/2011 Seite 12 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. ______) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Stufetti Karin Wagner Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der B e- weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: