<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2022-08-02-5A_556-2022.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5A_556/2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 2. August 2022</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. zivilrechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichter Herrmann, Präsident, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Möckli. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">Beschwerdeführerin, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">B.________, </div> <div class="para">c/o Klinik C.________, </div> <div class="para">betroffene Person. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Fürsorgerische Unterbringung, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen die Urteile des Obergerichts des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, vom 9. Juni 2022 (PA220022-O/U) sowie vom 7. Juli 2022 (PA220028-O/U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para">B.________ wurde am 25. April 2022 mit ärztlicher Einweisung in der psychiatrischen Klinik C.________ fürsorgerisch untergebracht. Im Rahmen des Rechtsmittelzuges erachtete das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 9. Juni 2022 deren Beschwerde zufolge zwischenzeitlich erfolgter Unterbringung durch die KESB in Bezug auf die ärztliche Einweisung als gegenstandslos und wies sie in Bezug auf die Kostenauferlegung ab. Unter Bezugnahme auf die obergerichtliche Verfahrensnummer stellte A.________ als Schwester von B.________ am 15. Juni 2022 bei der KESB ein Entlassungsgesuch. </div> <div class="para">Gegen die am 2. Juni 2022 durch die KESB erfolgte bzw. verlängerte fürsorgerische Unterbringung von B.________ erhob A.________ eine Beschwerde, welche das Bezirksgericht Uster nach erstattetem Gutachten mit Urteil vom 15. Juni 2022 abwies. Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht mit Urteil vom 7. Juli 2022 ab. Darauf reichte A.________ am 9. Juli 2022 beim Bezirksgericht eine "Ergänzung zur Eingabe vom 15. Juni 2022" ein. Das Bezirksgericht leitete diese dem Obergericht weiter. </div> <div class="para">Am 15. Juli 2022 übermachte das Obergericht die "Ergänzung" samt der ursprünglichen Eingabe von A.________ dem Bundesgericht mit der Bemerkung, diese wolle damit Beschwerde gegen das obergerichtliche Urteil vom 9. Juni 2022 erheben, aber allenfalls richte sie sich auch gegen das obergerichtliche Urteil vom 7. Juli 2022. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die an die KESB gerichtete Eingabe vom 15. Juni 2022 scheint sich zwar auf das obergerichtliche Urteil vom 9. Juni 2022 zu beziehen, ist doch die betreffende Urteilsnummer erwähnt. Indes geht es dort um einen Entlassungsantrag. Insofern war die KESB die richtige Adressatin; das Bundesgericht ist funktionell nicht zur erstinstanzlichen Beurteilung eines Entlassungsgesuches zuständig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die am 9. Juli 2022 als "Ergänzung zur Eingabe vom 15. Juni 2022" beim Bezirksgericht gemachte Eingabe betrifft nebst der "Entlassungsfrage" auch die Kostenauflage und könnte daher als gegen den obergerichtlichen Entscheid vom 9. Juni 2022 gerichtet angesehen werden. </div> <div class="para">Aufgrund des zuteilenden Vorbehaltes in <span class="artref">Art. 450f ZGB</span> ist das Verfahrensrecht im Bereich des Kindes- und Erwachsenenschutzes kantonal geregelt und damit auch die Kostenauflage. Das Bundesgericht kann jedoch das kantonale Recht nicht frei überprüfen, sondern diesbezüglich sind substanziierte Willkürrügen oder andere Verfassungsrügen erforderlich (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=25.07.2022&amp;to_date=13.08.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-385%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page385">BGE 140 III 385</a> E. 2.3), wofür das strenge Rügeprinzip gemäss <span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span> gilt. Das bedeutet, dass das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene und soweit möglich belegte Rügen prüft, während es auf ungenügend begründete Rügen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid nicht eintritt (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=25.07.2022&amp;to_date=13.08.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-II-244%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page244">BGE 134 II 244</a> E. 2.2<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=25.07.2022&amp;to_date=13.08.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-I-36%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page36">141 I 36</a></span> E. 1.3 S. 41; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=25.07.2022&amp;to_date=13.08.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">142 II 369</a> E. 2.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=21&amp;from_date=25.07.2022&amp;to_date=13.08.2022&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-364%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page364">142 III 364</a> E. 2.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Ausführungen in der "Ergänzung" sind durchwegs appellatorisch gehalten. Aber selbst wenn man über das gänzliche Fehlen von Verfassungsrügen hinwegsehen würde, wäre nicht zu sehen, inwiefern im Zusammenhang mit der Kostenauflage Recht verletzt worden sein soll. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Auf S. 5 der "Ergänzung" wird schliesslich auch das obergerichtliche Urteil vom 9. Juli 2022 erwähnt. Allerdings wird nicht ansatzweise dargelegt, inwiefern die vom Obergericht unter Bezugnahme auf das erstattete Gutachten ausführlich behandelte fürsorgerische Unterbringung in irgendeiner Weise gegen Recht verstossen könnte. Die Begründungsanforderungen von <span class="artref">Art. 42 Abs. 2 BGG</span> sind nicht erfüllt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde teils als unzulässig und im Übrigen offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie im vereinfachten Verfahren nach <span class="artref"><artref id="CH/173.110/108/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/108/1/a" type="start"></artref>Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/108/1/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/108/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref> nicht einzutreten ist. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Angesichts der konkreten Umstände ist auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt der Präsident:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Es werden keine Gerichtskosten erhoben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, B.________ und dem Obergericht des Kantons Zürich, II. Zivilkammer, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 2. August 2022 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Präsident: Herrmann </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: Möckli </div> </div></body></html>