<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, realistische Möglichkeiten zu prüfen, um die erheblichen Verkehrsprobleme in der Region Haut-Lac (Walliser Chablais) zu reduzieren und idealerweise zu lösen. Dies insbesondere in den Gemeinden Saint-Gingolph, Port-Valais, Vouvry und Vionnaz, im Zusammenhang mit einem unverhältnismässigen Grenzverkehr, der sich bis in die nahegelegenen Waadtländer Gemeinden auswirkt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Der Bundesrat hat volles Verständnis für die im Postulat angesprochene Problematik in der betroffenen Region. Diese Situation ist charakteristisch für viele Grenzregionen abseits von Agglomerationen, in denen ein starker Pendlerverkehr (Grenzgänger/-innen) auf ein begrenztes oder teilweise nicht vorhandenes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln trifft. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nimmt einen besonderen Stellenwert in den Beziehungen zu den Nachbarstaaten ein. Obschon die Aussenpolitik primär Aufgabe des Bundes ist, sind für die regionale grenzüberschreitende Zusammenarbeit in erster Linie die Kantone zuständig. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die im Postulat umschriebene Situation ist in der Tat komplex. In der Schweiz verläuft eine Bahnlinie bis nach Saint-Gingolph. Der weiterführende Abschnitt durch französisches Gebiet bis nach Evian ist seit vielen Jahrzehnten stillgelegt. Wer von Frankreich aus in den Kanton Waadt gelangen will, muss in Monthey umsteigen oder das Busangebot auf Schweizer Boden in Anspruch nehmen. Mit Ausnahme der genannten Bahnlinie ist jedoch keine Infrastruktur des Bundes direkt tangiert. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist es daher nicht Sache des Bundes, eine umfassende Planung vorzunehmen. Vielmehr müssen in diesem Fall die Kantone Waadt und Wallis sowie die betroffenen Gemeinden tätig werden. Frankreich kann über bestehende grenzüberschreitende Gremien, wie z.</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">B. den Conseil du Léman, zur Zusammenarbeit eingeladen werden. Auch in grenzüberschreitenden Agglomerationen sind es die Kantone und Gemeinden, welche die Dossiers führen, die Planung übernehmen und eine übergeordnete Koordination sicherstellen. Allerdings besteht die Möglichkeit, die zuständigen Bundesstellen in eine Projektorganisation einzubinden. So könnte die Thematik allenfalls im Rahmen des französisch-schweizerischen Dialogs über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit behandelt werden, der vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) koordiniert wird. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass der Kanton Wallis und die Region Auvergne-Rhône-Alpes auf regionaler Ebene rund um das Genferseebecken bereits Überlegungen angestellt haben. Dabei wurde insbesondere die Vervollständigung des Bahnnetzes durch die Sanierung des 18</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">km langen, ungenutzten Abschnitts zwischen Evian-les-Bains und Saint-Gingolph (die alte sogenannte Tonkin-Linie) als Lösung geprüft. Auf französischer Seite würde sich die Commission nationale du débat public und für die Schweiz gegebenenfalls das Bundesamt für Verkehr mit dieser Frage auseinandersetzen. </span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.