Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 10. Juni 2021 (725 20 289 / 159) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Auf die Frage nach der rechtmässigen Einstellung der vorübergehenden Leistungen bzw. nach dem Vorliegen unfallkausaler somatischer Ursac hen der persistierenden Be- schwerden ist nicht mehr zurückzukommen. Adäquanzprüfu ng nach der sog. Psycho- Praxis. Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Ad- vokat, Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen / Rückweisung BG (Urteil v. 11.8.2020 ) A.a Die 1963 geborene A.____ arbeitete als Reinigun gsmitarbeiterin bei der B.____ AG und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen U nfallversicherungsanstalt (Suva) obli- gatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsu nfällen versichert. Am 24. Mai 2017 verfehlte A.____ beim Treppensteigen mit einem Wäschekorb in der Hand eine Stufe und stürz- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht te. Hierbei zog sie sich eine Prellung an der rechten Hand zu. Die Suva gewährte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten). Nach Abklärung der gesundheitli- chen Verhältnisse stellte sie mit Verfügung vom 31. Janua r 2019 bzw. Einspracheentscheid vom 12. August 2019 die gesetzlichen Leistungen rückwirkend per 15. Dezember 2018 ein. Als Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die noch p ersistierenden Beschwerden an der rechten Hand nicht mehr kausal auf dieses Ereignis zurückzuführen seien. A.b Gegen diesen Einspracheentscheid erhob die Versicher te, vertreten durch Dr. Martin Kaiser, Advokat, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht (Kantonsgericht), welches die Beschwerde mit Ur teil vom 23. Januar 2020 abwies. Die Versicherte zog dieses Urteil weiter vor das Bundesg ericht, welches mit Urteil vom 11. Au- gust 2020 (8C_254/2020) in teilweiser Gutheissung der B eschwerde den Entscheid des Kan- tonsgerichts vom 23. Januar 2020 aufhob und die Angel egenheit zur Neubeurteilung an dieses zurückwies. Es erwog, dass mit dem Kantonsgericht keine wei teren Abklärungen in handchirur- gischer Sicht angezeigt gewesen seien. Eine Verletzung de s Untersuchungsgrundsatzes liege nicht vor. Das Kantonsgericht habe demnach hinsichtlich de r somatischen Unfallfolgen auf die Darlegungen des Kreisarztes Dr. med. C.____, FMH Orth opädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates, vom 17. Januar 2019 abstell en dürfen. Indessen habe es das Kantonsgericht unterlassen, eine besondere Prüfung des ad äquaten Kausalzusammenhangs nach den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfa ll entwickelten Grundsätzen ge- mäss BGE 115 V 133 vorzunehmen. Zwar würden keine psychi schen Beschwerden geltend gemacht. Bei der (verdachtsweise) als neuropathisches aut onom unterhaltenes Schmerzsyn- drom bezeichneten Restsymptomatik handle es sich indessen um keine organisch objektiv aus- gewiesene Unfallfolge im Sinne der Rechtsprechung. Dem Einwand der Beschwerdeführerin folgend könne auch bei fehlenden objektivierten Beschwe rden eine Leistungspflicht des Unfall- versicherers bestehen. B. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zur Kausalitätsfrage der anhal- tenden Schmerzproblematik zu äussern, die nicht auf ein pathologisches Substrat zurückgeführt werden kann. C. In ihrer Stellungnahme vom 22. September 2020 füh rte die Suva im Wesentlichen aus, dass das in Frage stehende Ereignis vom 24. Mai 2017 d en leichten Unfällen zuzuordnen sei, womit ein adäquater Kausalzusammenhang ohne Weiteres verneint werden könne. An diesem Ergebnis würde sich selbst dann nichts ändern, wenn von ei nem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen ausgegangen würde. Diesfalls müssten entweder mehrere der rechtsprechungsgemässen Kriterien in gehä ufter Weise oder aber ein einzelnes Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt se in. Vorliegend sei indessen keines dieser Kriterien erfüllt, womit die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen sei. D. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2020 beantragte die Be schwerdeführerin, es sei ein po- lydisziplinäres Gutachten in psychologischer bzw. neuropsychologi scher, radiologischer, neuro- logischer und rheumatologischer Hinsicht anzuordnen. Im Ü brigen hielt sie an den mit Be- schwerde vom 6. September 2019 gestellten Rechtsbegehren fest. In verfahrensrechtlicher Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Hinsicht wurde die Durchführung einer Parteiverhandlung und die Befragung der beiden Kinder D.____ und E.____ als Zeugen beantragt. Sie sei wegen den Beschwerden an der rechten Hand noch immer in Behandlung. Die aktuellen Erkenntni sse würden im Sinne von neuen Tat- sachen/Beweismittel auch im Sinne einer Revision/Wiederer wägung darauf schliessen lassen, dass eine Progredienz im ehemaligen traumatisierten Ge biet bestehe, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das damalige Unfallereignis zurückzuführen sei. Die entsprechende Un- fallkausalität habe demnach bereits im Zeitpunkt des Kan tonsgerichtsurteils vom 23. Januar 2020 vorgelegen. Dessen ungeachtet seien mit Ausnahme von zwei sämtliche Adäquanzkrite- rien erfüllt. E. In ihrer Eingabe vom 18. November 2020 hielt die Suva vollumfänglich an ihrem Standpunkt fest. Ergänzend brachte sie vor, dass die ges tellten Anträge nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden würden. Dessen ungeachtet bestehe aufgrund der neu bei- gebrachten ärztlichen Berichte kein Anlass, an der kantons- sowie bundesgerichtlich bestätigten medizinischen Beurteilung der Suva zu zweifeln. F. In einer weiteren Eingabe vom 31. März 2021 legte die Beschwerdeführerin einen Be- richt der Klinik F.____ vom 25. März 2021 ins Recht. G. Mit Verfügung vom 20. April 2021 wies die instruie rende Präsidentin des Kantonsge- richts den Antrag auf Durchführung einer Parteiverhand lung − unter Vorbehalt des urteilenden Dreiergerichts − ab. Gleichzeitig wurde zur Urteilsberatung geladen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Das Kantonsgericht erachtete sich im Urteil vom 23. J anuar 2020 zuständig für die Behandlung der Beschwerde vom 6. September 2019. Im Rückweisungsentscheid des Bun- desgerichts vom 11. August 2020 wurde die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts nicht in Frage gestellt und die Sache zu neuer Beurteilung an dieses zurückgewiesen. Auf die Beschwerde ist daher unbestrittenermassen einzutreten. 2. In formeller Hinsicht ist zunächst der Verfahrensant rag, es sei eine öffentliche Partei- verhandlung durchzuführen, zu beurteilen. 2.1.1 Ein solcher Antrag kann zum einen auf die Durc hführung einer öffentlichen Verhand- lung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK abzielen. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung be- darf es hierfür im Sozialversicherungsprozess grundsätzlich eines klaren und unmissverständli- chen Parteiantrags (BGE 120 V 8 E. 3d, 119 V 381 E. 3 b/dd, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 121 I 38 E. 5f). Fehlt es an einem solchen, lässt si ch in der Regel gegen ein ausschliess- lich schriftliches Verfahren nichts einwenden. Insbesond ere in Verfahren, die nach der Praxis des betroffenen Kantons üblicherweise ausschliesslich in Schr iftform durchgeführt werden, muss sich die Partei, die eine öffentliche Verhandlung i m Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht wünscht, der Notwendigkeit eines entsprechenden Antrags bewusst sein, weshalb dessen Feh- len als Verzicht zu werten ist (BGE 121 I 40 f. E. 6a, 119 Ib 329 ff.). 2.1.2 Ein Antrag auf Durchführung einer Parteiverha ndlung kann sodann aber auch zum Zwecke einer Parteibefragung oder -anhörung gestellt werden oder im Zusammenhang mit wei- teren Beweisanträgen wie der Einvernahme eines Zeugen, der Anhörung eines Sachverständi- gen oder der Vornahme eines Augenscheins erfolgen. In all diesen Fällen handelt es sich beim Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung ledig lich um einen Beweisantrag. Aus ihm allein ist denn auch (noch) nicht auf den Wunsch nach einer konventionskonformen Verhand- lung mit Publikums- und Presseanwesenheit zu schliessen (BG E 122 V 55 E. 3a mit Hinwei- sen). 2.2 Vorliegend beantragt die Beschwerdeführerin nich t die Durchführung einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK, sondern sie begründet ihren Antrag ausschliess- lich damit, dass ihre beiden Kinder im Rahmen einer Parteiverhandlung direkt zur Sache befragt werden bzw. ihr massiv eingeschränktes Aktivitätsniveau im Al ltag bezeugen könnten. Unter Berücksichtigung des vorstehend Dargelegten handelt es si ch beim entsprechenden Begehren somit lediglich um einen Beweisantrag. Es wird indessen weder aus der Begründung des Be- weisantrags noch sonst ersichtlich, welche entscheidrelevan ten Umstände nur im Rahmen ei- ner Befragung durch das Gericht vorgebracht werden kön nten. Dies umso weniger, als sich die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 26. Oktober 20 20 hinreichend zu den vorliegend um- strittenen Fragen äussern konnte. Wie sich aus den nachf olgenden Erwägungen ergibt, ist der entscheidwesentliche Sachverhalt anhand der vorliegend en Akten rechtsgenüglich erstellt. Die wesentlichen Aspekte für die Beurteilung der einschläg igen Fragen lassen sich bereits den Ak- ten entnehmen. Vor diesem Hintergrund kann in antizi pierter Beweiswürdigung und in Bestäti- gung der Verfügung der Instruktionsrichterin vom 20. Ap ril 2021 von der Durchführung einer Parteiverhandlung mit Abnahme von Beweisen abgesehen werden. 3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Un fallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 hat der Unfallversicherer in der obligato rischen Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs- unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per- son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver- sicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Ans pruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente o der mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Ansp ruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. 3.2 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer n ur unter der Voraussetzung auf- zukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem ei ngetretenen Schaden (Krank- heit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eing etretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gl eichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahu ng des natürlichen Kausalzusam- menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allein ige oder unmittelbare Ursache gesund- heitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigend e Ereignis zusammen mit anderen Be- dingungen die körperliche oder geistige Integrität de r versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht wer den kann, ohne dass auch die eingetre- tene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen ei- nem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen S törung ein natürlicher Kausalzusam- menhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechts anwendende Behörde − die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht − im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach de m im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin- den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genü gt für die Begründung eines Leis- tungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 3.3 Um eine Leistungspflicht des Unfallversicherers begrün den zu können, muss zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden nicht nur ein natürlicher, son- dern auch ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. N ach der wiederkehrenden Formu- lierung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat ein Er eignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlich en Lauf der Dinge und nach der allge- meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfo lg von der Art des eingetretenen her- beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das E reignis allgemein als begünstigt er- scheint (BGE 125 V 461 E. 5a, 123 III 112 E. 3a, 123 V 103 E. 3d und 139 E. 3c, 122 V 416 E. 2a, je mit Hinweisen). Der Voraussetzung des adäqua ten Kausalzusammenhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenzung zu (BGE 12 5 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen eines natürlichen Kausal zusammenhanges zwischen dem versi- cherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlich en Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzusammenhang best eht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln vom Gericht zu beurteilen ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 3.4 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der e rforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge- wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicher ers erst, wenn der Unfall nicht die natür- liche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt , wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Die s trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach d em schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder sp äter eingestellt hätte (Status quo si- ne), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b, je mit Hinwei- sen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahin- fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisg rad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit (BGE 134 V 125 f. E. 9.5 mit Hinweisen) n achgewiesen sein. Da es sich hierbei Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast − anders als bei der Fra- ge, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist − nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2; RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45 E. 2, 1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Na chweis unfallfremder Ursa- chen erbracht werden. Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Be- weis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorlieg e oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesund- heitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bun- desgerichts vom 29. Januar 2009, 8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 4.1 Im angefochtenen Urteil vom 23. Januar 2020 gelang te das Kantonsgericht im Wesent- lichen zum Schluss, dass gestützt auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von Dr. C.____ gemäss Bericht vom 17. Januar 2019 im Einklang mit der medizinischen Aktenlage ab Dezem- ber 2018 keine somatischen Ursachen für die bestehenden Handgelenksbeschwerden mehr vorlägen. Es bestehe sowohl hinsichtlich der angestammten wie auch einer leidensangepassten Tätigkeit eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit. Die per 15. Dezember 2018 durch die Suva erfolg- te Leistungseinstellung sei daher zu Recht erfolgt. Wi e eingangs erwähnt, hat das Bundesge- richt diese seitens der Beschwerdeführerin bestrittenen kantonsgerichtlichen Erwägungen in seinem Rückweisungsurteil nicht beanstandet. Es erwog vielm ehr, dass das Kantonsgericht hinsichtlich der somatischen Unfallfolgen auf die Darleg ungen des Kreisarztes vom 17. Januar 2019 habe abstellen dürfen. An der überzeugenden Kau salitätsbeurteilung in somatischer Hin- sicht vermöge auch die Tatsache nichts zu ändern, dass eine v on Dr. med. G.____, FMH Chi- rurgie und Handchirurgie, wegen der weiterhin geklag ten Beschwerden durchgeführte (Probe- )Infiltration im Sinne einer Handgelenksdenervation f ür einige Tage eine Besserung der Be- schwerden gebracht habe (vgl. Urteil des Bundesgericht s vom 11. August 2020, 8C_254/2020, E. 4.1). 4.2.1 In ihrer Eingabe vom 26. Oktober 2020 macht die Beschwerdeführerin in diesem Zu- sammenhang unter Verweis auf neu beigebrachte Berichte (Berichte von Dr. G.____ vom 10. September 2020 und 22. Oktober 2020 und Bericht d er Klinik F.____ vom 25. März 2021) geltend, dass aktuelle Erkenntnisse im Sinne von neuen Tatsachen/Beweismittel auch im Sinne einer Revision/Wiedererwägung darauf schliessen würden, dass eine Progredienz im ehemali- gen traumatisierten Gebiet bestehe. Diese sei mit über wiegender Wahrscheinlichkeit auf das ehemalige Unfallereignis als Folge zurückzuführen, weshalb die Unfallkausalität bereits im Zeit- punkt des kantonsgerichtlichen Urteils vom 23. Januar 2020 vorgelegen habe. 4.2.2 Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentsch eids hat die mit der Neubeur- teilung befasste kantonale Instanz nach ständiger Rechtsp rechung die rechtliche Beurteilung, mit der die Zurückweisung begründet wird, ihrer Entsche idung zugrunde zu legen. Wegen die- ser Bindung ist es den Gerichten wie auch den Parteien verwehrt, den Streitpunkt der Rückwei- sung auszuweiten oder die Sache unter rechtlichen Gesi chtspunkten zu prüfen, die im Rück- weisungsentscheid ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt n icht in Erwägung gezogen worden sind. Dabei beschlägt die Verbindlichkeit sowohl Punkte , bezüglich deren keine Rückweisung Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht erfolgt, wie auch für diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag umschreiben (vgl. JOHANNA DORMANN , in: Basler Kommentar BGG, Niggli, Marcel Alexander/ Uebersax, Pe- ter/Wiprächtiger, Hans/Kneubühler, Lorenz [Hrsg.], 3. Aufl., Basel 2018, Art. 107 N 18; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2012, 8C_152/20212, E. 4.2). Folgerichtig sind diesen Rahmen überschreitende neue Vorbringen rechtlicher ode r tatsächlicher Art aufgrund der Bin- dungswirkung des bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids im Neubeurteilungsverfahren nicht zu berücksichtigen (vgl. DORMANN , a.a.O., Art. 107 N 18). Wird die Sache zur Ergänzu ng des Sachverhalts zurückgewiesen, so bedeutet dies nicht, dass auf verbindliche Sachverhalts- feststellungen zurückgekommen werden könnte (vgl. BGE 135 III 334 E. 2 und E. 2.1 mit Hin- weisen). Vielmehr beschränkt sich die Neubeurteilung au f den Rahmen und die Elemente des Sachverhalts, zu deren Klärung die Sache im Rückweisung sentscheid zurückgewiesen wurde (BGE 131 III 91 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Bindungsw irkung steht unter dem Vorbehalt, dass im wieder aufzunehmenden Abklärungsverfahren (Art. 43 und Art. 61 lit. c ATSG ) keine er- heblichen neuen Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auf gefunden werden, deren Beibrin- gung zuvor nicht möglich war (D ORMANN , a.a.O., Art. 107 N 18; Urteil des Bundesgerichts vom 3. August 2012, 8C_152/20212, E. 4.2). 4.2.3 Wie die Beschwerdegegnerin diesbezüglich zu Re cht einwendet, ist demnach auf die Frage nach der rechtmässigen Leistungseinstellung bzw. nac h dem Vorliegen unfallkausaler somatischer Ursachen der persistierenden Beschwerden nicht mehr zurückzukommen. Ent- sprechend hat diesbezüglich auch eine Prüfung allfälliger neuer Tatsachen bzw. Beweismittel zu unterbleiben, zumal sich diese vorliegend nicht aus d em Rückweisungsverfahren ergeben (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Zu beachten gilt sodann, dass i n den an die Rückweisung anschliessen- den Verfahren die Grenze der Parteibegehren im Sinne von Art. 107 Abs. 1 BGG zu berück- sichtigen sind. Die Rückweisung soll nicht dazu führen, da ss eine beschwerdeführende Person besser gestellt wird, als wenn das Bundesgericht refor matorisch entschieden hätte (D ORMANN , a.a.O., Art. 107 N 18). Selbst wenn aber die diesbez üglichen Vorbringen berücksichtigt werden könnten, würde eine prozessuale Revision gemäss Art. 53 Ab s. 1 ATSG vorliegend bereits am Fehlen neuer Tatsachen scheitern. Bei der mit Berichten vom 10. September 2020 und 22. Ok- tober 2020 festgestellten Progredienz der Arthrose sowi e dem am 25. März 2021 diagnostizier- ten chronifizierten Schmerzsyndrom handelt es sich unstreitig um Tatsachen, die zum Zeitpunkt der kantonsgerichtlichen Beurteilung vom 23. Januar 2020 bereits bekannt waren. 5.1 Im bundesgerichtlichen Rückweisungsurteil beanstandet wurde indessen die fehlende Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs nach den zu psychischen Fehlentwicklungen nach einem Unfall entwickelten Grundsätzen gemäss BGE 115 V 133. Damit folgte das Bun- desgericht dem beschwerdeführerischen Einwand, wonach auch bei fehlenden objektivierten Beschwerden eine Leistungspflicht des Unfallversicherers b estehen könne, sofern die Be- schwerden in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusa mmenhang zum Unfall stehen wür- den. Zur Beurteilung der weiterhin bestehenden Schmer zproblematik liege keine hinreichende Entscheidungsgrundlage vor. Bei der von Dr. G.____ (ve rdachtsweise) als neuropathisches autonom unterhaltenes Schmerzsyndrom bezeichneten Restsymptomatik handle es sich jeden- falls um keine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge im Sinne der Rechtsprechung, wes- halb eine Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Sinne von BGE 115 V 133 zu er- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht folgen habe. Das Kantonsgericht habe sich hierzu in Verneinung der natürlichen Kausalität nicht geäussert. Im Falle der Verneinung der adäquaten Kau salität könne die Frage nach dem natür- lichen Kausalzusammenhang zwischen der Schmerzproblematik und dem Unfall offengelassen werden. Weitere medizinische Abklärungen wären diesfalls nicht erforderlich. 5.2 Nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 setzt di e Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfallereignis bzw. ein er unfallähnlichen Körperschä- digung und einer anschliessend einsetzenden psychischen Fehlen twicklung im Einzelfall vo- raus, dass dem fraglichen Ereignis für die Entstehung der psychisch bedingten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn es objek- tiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Wor ten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). 5.3 Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfall ereignis anzuknüpfen, wobei − aus- gehend vom augenfälligen Geschehensablauf − folgende Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale bzw. leichte Unfälle einerseit s, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich (vgl. BG E 115 V 133 E. 6). Während bei leichten bzw. banalen Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, weil auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Ein- bezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Un- fall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundhei tsschaden zu verursachen, ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu be- jahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfah- rung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psych ische Gesundheitsschäden zu bewir- ken. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich di e Frage, ob zwischen Unfall und Fol- gen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht au f Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte oder indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien si nd nach der Rechtsprechung (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c/aa) zu nennen: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verlet zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 133 E. 6c/aa). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die G esamtwürdigung ist nicht in jedem Fall er- forderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausal- zusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Das trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, der zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich oder sogar als Grenz- fall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. And erseits kann im gesamten mittleren Be- reich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in beson ders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlagge bendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werde n. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Gren zbereich zu den leichten der Unfällen zu- zuordnen ist, so müssen mehrere, das heisst mindestens vier der sieben unfallbezogenen Krite- rien bejaht werden können (vgl. Urteil des Bundesgeri chts vom 26. Februar 2018, 8C_414/2017, E. 3.4). Diese Würdigung des Unfalls zusa mmen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kau salzusammenhangs. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die mö glicherweise die psychische Fehl- reaktion mitbegünstigt haben könnten (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c/bb). 5.4.1 Der Schadenmeldung UVG vom 30. Mai 2017 zufolg e verfehlte die Versicherte am 24. Mai 2017 beim Treppensteigen mit einem Wäschekorb in der Hand eine Stufe und stürzte. Weitere Angaben zum Geschehensablauf anlässlich des Sturze s lassen sich den Akten nicht entnehmen. Die Beschwerdegegnerin vertritt die Auffa ssung, dass der Treppensturz vom 24. Mai 2017, ausgehend vom allein massgeblichen augen fälligen Geschehensablauf her be- trachtet, den leichten Unfällen zuzuordnen sei, weshal b der Kausalzusammenhang zwischen diesem und den organisch nicht hinreichend nachweisbaren B eschwerden ohne Weiteres zu verneinen sei. An diesem Ergebnis würde sich selbst dann n ichts ändern, wenn von einem mit- telschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereig nissen ausgegangen würde. Die Be- schwerdeführerin äussert sich nicht zur Qualifikation des Unfallereignisses. Sie macht indessen geltend, dass mit Ausnahme der dramatischen Begleitumst ände und der Schwere der zugezo- genen Verletzungen sämtliche rechtsprechungsgemässen Kri terien im Sinne von BGE 115 V 133 ff. erfüllt seien. 5.4.2 Gewöhnliche Stürze werden nach der Praxis grundsä tzlich den leichten Unfällen zuge- ordnet. So hat das damalige Eidgenössische Versicherungs gericht (EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in BGE 11 5 V 133 E. 6a einen gewöhnlichen Sturz und ein Ausrutschen als Beispiele für ein leichtes Unfallereignis aufgeführt. Leichte Unfäl- le wurden auch angenommen bei einem Sturz auf einer E isfläche mit Kopfanprall (Urteil des EVG vom 25. Februar 2003, U 78/02), bei einem Sturz n ach einer Auseinandersetzung (Urteil des Bundesgerichts vom 28. September 2015, 8C_896/2014) oder bei einem Sturz beim Aus- steigen aus dem Auto (Urteil des Bundesgerichts vom 29. J anuar 2010, 8C_897/2009). Dem- gegenüber werden Treppenstürze in der Regel als mittel schwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen betrachtet (vgl. Urteil des Bu ndesgerichts vom 15. Mai 2014, 8C_899/2013, E. 5.1.2 mit zahlreichen Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.3 Wenngleich das Bundesgericht Treppenstürze verein zelt den leichten Unfällen zuord- net (Urteil des EVG vom 7. April 2005, U 221/04) ist fraglich, ob das stattgehabte Ereignis ei- nem gewöhnlichen Sturz entspricht. Der hier zu beurteilende Unfall ist im Lichte der dargelegten Präjudizien, namentlich mit Blick auf die Tatsache, dass es sich um einen Treppensturz handelt, wohl eher den mittelschweren Unfällen im Grenzbereic h zu den leichten zuzuordnen. Damit ist der durch die Beschwerdegegnerin im Sinne einer Event ualbegründung anerkannten Qualifika- tion des Ereignisses zu folgen. Wie sich anhand der nach folgenden Beurteilung der relevanten Adäquanzkriterien ergibt, vermag diese Zuordnung an d er im Ergebnis zu verneinenden Adä- quanz nichts zu ändern. Es müssten mindestens vier Kriterie n in der einfachen Form − oder aber eines in ausgeprägter Weise − erfüllt sein, dami t der adäquate Kausalzusammenhang be- jaht werden könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2 6. Februar 2018, 8C_414/2017 und E. 5.3 hiervor). 5.5.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Beglei tumstände oder besonderen Ein- drücklichkeit des Unfalls − welches nach objektiven Gesic htspunkten zu beurteilen ist (vgl. statt vieler BGE 140 V 356 E. 5.6) − ist vorliegend unbestrit tenermassen nicht erfüllt. Die Versicherte verfehlte beim Treppensteigen mit einem Wäschekorb in d er Hand eine Stufe und stürzte. Die Beschwerdeführerin macht denn auch nicht geltend, dass m it dem Unfallereignis besondere Begleitumstände einhergegangen wären oder diesem ein e besondere Eindrücklichkeit innege- wohnt hätte. 5.5.2 Ebenso wenig zog sich die Versicherte durch den Un fall schwere Verletzungen oder solche zu, die erfahrungsgemäss geeignet sind, eine psychisch e Fehlentwicklung auszulösen. Die von der Versicherten beim Sturz erlittene Prellung des Handgelenks ist keine Verletzung von besonderer Art und es liegen auch keine Erfahrungen vor, dass diese speziell geeignet wäre, psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Etwas Gegent eiliges wird von der Beschwer- deführerin denn auch hinsichtlich dieses Kriteriums nicht vorgebracht. 5.5.3 Was das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung angeht, so ist zunächst darauf hinzuweisen, dass dieses Kriterium nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind auch Art u nd Intensität der Behandlung sowie inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustands zu e rwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Pl anmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung von ung ewöhnlich langer Dauer vorlie- gen. Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Z ustandes und medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Februar 2015, 8C_765/2014, E. 11.3). Ein am 4 . Juli 2017 veranlasstes CT zeigte zwei kleine Ossikel bei Status nach alter Verletzung. Dr. G.__ __ hielt im Rahmen seiner ersten Un- tersuchung vom 16. August 2017 hierzu fest, dass die im CT beschriebenen knöchernen Frag- mente suggestiv für eine stattgehabte perilunäre Verlet zung seien, klinisch aktuell jedoch keine karpale Instabilität fassbar sei (vgl. Suva-act. 18). E in weiteres Spect-CT vom 23. August 2018 ergab im Bereich der Handwurzelknochen keine Hinweise a uf einen lokalisierten aktivierten Befund. Seit September 2017 stand zudem im weiteren Verlauf der ärztlichen Behandlungen die Durchführung von Ergotherapie im Vordergrund (vgl . Suva-act. 35). Nach einer erfolgten Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Handgelenksarthroskopie (Abtragung der Knochenneubildun gen am 30. April 2018) konnte Dr. G.____ am 29. August 2018 keine organische Ursache für die trotz gut verlaufener Rehabili- tationsphase festgestellten Bewegungseinschränkungen mit konsekutiver Schonhaltung aus- machen. Schliesslich wurde im Austrittsbericht der Rehakl inik H.____ vom 31. Oktober 2018 von einer erheblichen Symptomausweitung berichtet (vgl. Suva-act. 100). Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen könne mit den ob jektivierbaren pathologischen Befunden, der klinischen Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen nicht erklärt werden. Angesichts dieser Tatsachen sowie i nsbesondere aufgrund der mehrfach festgestellten Diskrepanz zwischen dem Ausmass des (chronifizie rten) Schmerzsyndroms und dem verhältnismässig guten radiologischen Befund, kann somit − entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin − nicht von einer mit einer gewissen Planmässigkeit auf d ie Verbesserung des Gesundheitszustands gerichteten ärztlichen Behandlun g von ungewöhnlich langer Dauer gesprochen werden. 5.5 .4 Seit dem Unfallereignis bzw. namentlich seit dem Ze itpunkt der komplikationslos ver- laufenen Handgelenksarthroskopie klagt die Beschwerdefüh rerin über persistierende Schmer- zen. Wie bereits dargelegt, lassen sich diese aber nicht vo llumfänglich objektivieren und sie stehen insbesondere in einem Missverhältnis zu den objek tivierbaren pathologischen Befunden und den bildgebenden Abklärungen. Unter Berücksichtigun g, dass im Rahmen des Kriteriums der körperlichen Dauerschmerzen nur physisch bedingte bzw. organisch nachweisbare Be- schwerden zu beachten sind, ist auch dieses Kriterium vorl iegend nicht erfüllt. Soweit die Be- schwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend macht , dass im Rahmen von aktuellen Untersuchungen ein objektiver Befund für die geklagten Beschwerden habe ausgemacht wer- den können, kann vollständig auf das in Erwägung 4.2.3 hiervor dargelegte verwiesen werden. 5.5 .5 Auch das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. Die Beschwerdeführerin stellt in die- sem Zusammenhang die Behauptung in den Raum, wonach si e nicht richtig bzw. vollständig untersucht und entsprechend auch nicht richtig behandelt worden sei. Sie unterlässt es indes diesen pauschalen Vorwurf näher darzulegen, geschweige d enn mit konkreten Berichten zu untermauern. Jedenfalls trifft es nicht zu, dass die Ansi chten des Behandlers Dr. G.____ im vorherigen Verfahren ausser Acht geblieben sind, zumal n icht ersichtlich ist, inwiefern aus die- sem Einwand auf eine ärztliche Fehlbehandlung geschlossen werden könnte. 5.5. 6 Aus der ärztlichen Behandlung und allfälligen erheb lichen Beschwerden kann nicht schon auf ein Erfüllen des Kriteriums des schwierigen Hei lungsverlaufes und der erheblichen Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besond erer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 21 . November 2014, 8C_496/2014, E. 4.6). Solche Gründe sind vorliegend nicht ersichtlich. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 5.5.3 hiervor), geht aus den medizinischen Unterlagen hervor, dass im Anschluss an das Unfallereig- nis keine karpale Instabilität erhoben werden konnte un d spätestens nach erfolgter Handge- lenksarthroskopie am 30. April 2018 keine organischen Ur sachen mehr für die beklagten Be- schwerden zu verzeichnen waren. Vielmehr bildeten die Ve rdachtsdiagnose eines neuropathi- schen Schmerzsyndroms und die Bewegungseinschränkungen, we lche insbesondere die Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Durchführung von Ergotherapie bedingten, zentrale Besta ndteile der weiteren ärztlichen Unter- suchungen. Ferner finden sich weder Hinweise auf erhebli che Komplikationen noch werden solche von der Beschwerdeführerin geltend gemacht. Dieses Kriterium ist somit ebenfalls zu verneinen. 5.5. 7 Schliesslich ist hinsichtlich des Kriteriums des Grads und der Dauer der physisch be- dingten Arbeitsunfähigkeit festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt ihres Austritts aus der Rehaklinik H.____ ab 1. November 201 8 ihre angestammte Tätigkeit wieder zumutbar war. Demnach ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt. 5.6 Somit ist festzuhalten, dass keines der Adäquanzkriteri en nach der massgebenden Rechtsprechung erfüllt ist. Im Ergebnis ist der adäquat e Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 24. Mai 2017 und den anhaltend g eklagten, organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden daher zu verneinen. Entsprechen d kann auch die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang bezüglich dieser Besc hwerden offengelassen werden (vgl. SVR 1995 U 23 S 68 E. 3c; BGE 135 V 465 E. 5.1 und E. 5.1 hiervor). 6. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der ange fochtene Einspracheentscheid vom 12. August 2019 nicht zu beanstanden und die dagege n erhobene Beschwerde ist abzu- weisen. 7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 gü ltig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sei n. Es sind demnach für das vorliegen- de Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Ausgang des V erfahrens entsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. Gegen diesen Entscheid wurde am 13. September 2021 Beschwerde beim Bundesgericht (Ver- fahren-Nr. 8C_620/2021 ) erhoben. http://www.bl.ch/kantonsgericht