Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. März 2017 (720 16 348 / 64) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Beweiskraft einer regional-ärztlicher Zumutbarkeitseinschätzung in einer leidensadap- tierten Verweistätigkeit. Leidensbedingter Abzug. Besetzung Vorsitzender Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrichter Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Stephan Pau- kner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Michael Kull , Advokat , Marktplatz 18, 4001 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1956 geborene A.____ war zuletzt als Hilfssc hreiner in der Kistenproduktion bei der B.____ AG in C.____ tätig. Am 29. November 2013 meldete er sich aufgrund einer anläss- lich eines Unfalls vom 17. Januar 2013 erlittenen R uptur der Supraspinatussehne an der linken Schulter bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Durchfüh- rung beruflicher Massnahmen sowie nach Abklärung de r gesundheitlichen und erwerblichen Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verhältnisse verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vo m 16. September 2016 den Anspruch auf eine IV-Rente gestützt auf einen errechneten IV-Grad von 18%. B. Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Re chtsanwalt Michael Kull, am 17. Oktober 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht des Ka ntons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragte, dass ihm in Aufhebung der ange- fochtenen Verfügung eine IV-Rente zuzusprechen sei. Even tualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Zur B egründung liess er im Wesentlichen vorbringen, dass der Sachverhalt durch die IV-Stelle un richtig und unvollständig erhoben wor- den sei. Insbesondere sei die kardiologische Problematik unbeachtet geblieben. Auch weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen wie die psychische Beeintr ächtigung, das Asthma, das Rü- ckenleiden und die rheumatologische Thematik seien voll kommen unberücksichtigt geblieben. Bei der Bemessung des Invalideneinkommens sei aufgrund der Teilzeitbeschäftigung, der ge- ringen Deutschkenntnisse und der ungenügenden berufliche n Bildung ausserdem fälschlicher- weise kein leidensbedingter Abzug vorgenommen worden. C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 20. Dezem ber 2016 auf Abweisung der Beschwerde. Entgegen der vom Beschwerdeführer vertreten en Auffassung sei der medizini- sche Sachverhalt umfassend abgeklärt worden. Da der Beschw erdeführer in einer leichten Verweistätigkeit voll arbeitsfähig sei, sei kein inval iditätsbedingter Teilzeitabzug beim Invaliden- einkommen angezeigt. Ein höherer Abzug als die bereit s in Abzug gebrachten 15% sei insge- samt nicht gerechtfertigt. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. Dezembern 2016 wurde dem Beschwerde- führer die unentgeltliche Prozessführung sowie die une ntgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der IV-Stelle Basel-L andschaft vom 16. September 2016, so- dass die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-L andschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Ve rsicherungsgericht als einzige gerichtli- che Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist so- mit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung d es Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti- gen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch au f eine IV-Rente besitzt. Strittig in diesem Zusammenhang ist insbesondere, in welchem Ausmass er aufgrund seiner gesundheit- lichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 3.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die du rch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). Diese Legaldefinition stimmt im Wesentlichen mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit überein, wie ihn die Rechtspraxis vor dem Inkrafttrete n des ATSG entwickelt hatte (BGE 129 V 53 E. 1.1 in fine mit Hinweisen). Die bis zum 31. Dezember 2002 ergangene dies- bezügliche Rechtsprechung des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu- Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht te: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] bleib t folglich weitestgehend anwendbar (BGE 130 V 345 E. 3.1.1). 3.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person i st die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 3.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung en) mit dem Grundsatz der freien Be- weiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Fo rmen medizinischer Berichte und Gut- achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustelle n (vgl. die ausführlichen Zusammenstel- lungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). Was insbesondere den Beweiswe rt eines Berichts des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) betrifft, gilt es zu beachten, dass es nach der Rechtsprechung dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt ist, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (ver- sicherungsinterne) Beurteilung des RAD zu entscheiden. I n solchen Fällen sind an die Beweis- würdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der är ztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 135 V 471 E. 4.7; Ur teil A. des Bundesgerichts vom 8. Juni 2015, 9C_28/2015, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). 3.5 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent scheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverh altes genügt den Beweisanforderun- gen demnach nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachve rhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrschein lichste würdigt (BGE 121 V 47 E. 2a; ZAK 1986 S. 189 f. E. 2c). Ein Anspruch auf Le istungen besteht nur, wenn die Voraus- setzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 S. 259). 3.6 Nach ständiger Rechtsprechung hat das Sozialversicherung sgericht die Gesetz- mässigkeit angefochtener Verwaltungsverfügungen in der R egel nach dem Sachverhalt zu be- urteilen, wie er im Zeitpunkt des Verfügungserlasses vorg elegen hat (BGE 130 V 140 E. 2.1, 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Daraus folgt, dass für die Beurteilung der künftig massgeben- den Verhältnisse grundsätzlich jener medizinische Sachverh alt massgebend ist, wie er im Zeit- punkt des Erlasses der angefochtenen Rentenverfügung der IV-Stelle vom 16. September 2016 vorgelegen hat. Es ist deshalb an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass allenfalls gesundheitli- che Beeinträchtigungen, welche nach diesem Zeitpunkt ein getreten sind, im Rahmen des vor- liegenden Beschwerdeverfahrens unberücksichtigt bleiben müssen. 4. Der Angelegenheit liegen folgende ärztliche Unterl agen von Relevanz zu Grunde: 4.1 Gemäss Bericht des Spitals D.____, vom 13. Februar 20 13 wurde eine transmurale Läsion der Supraspinatussehne an der linken Schulter so wie eine Läsion des kranialen Teils der Subscapularissehne bei Status nach Sturz am 17. Jan uar 2013 diagnostiziert. Es sei ein Operationstermin auf den 20. Februar 2013 festgesetzt worden, in dessen Folge der Versicher- te rund drei Monate arbeitsunfähig sein werde. 4.2 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 15. März 2013 zufo lge sei der klinische Verlauf regelrecht. Die aktuelle Schultersteife sei im Rahme n des normalen postoperativen Verlaufs zu interpretieren. Die Arbeitsunfähigkeit betrage weiterhin 100%. 4.3 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 24. Juni 2013 ist zu entnehmen, dass es am 16. April 2013 zu Thoraxschmerzen mit einer kardialen Problematik in Form einer hypertensiven und koronaren Ein-Asterkrankung gekommen sei. 4.4 Gemäss Arztzeugnis über die Arbeitsunfähigkeit von Dr . med. E.____, FMH Allge- meinmedizin, vom 12. Juli 2013 sei die linke Schulter noch immer vermindert belastbar. Die kardiale Situation sei gut. Bezogen auf die bisher ausg eübte Tätigkeit bestehe bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Ab August 2013 sei deren Wiederaufnahme voraussichtlich wieder zumutbar. 4.5 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 20. August 2013 ist zu entnehmen, dass sich aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen kardialen Ereignisse ein prolongierter Heilungsver- lauf an der Schulter zeige. Vorerst bestehe noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. An Ne- bendiagnosen seien eine hypertensive und koronare Ein-Asterkrankung mit STEMI am 16. April 2013, ein lumboradikuläres Reizsyndrom mit Sensibilitätsst örungen L4/5 rechts gemäss MRI- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Befund der Lendenwirbelsäule vom 23. April 2013 sowie ein Asthma bronchiale bei saisonaler allergischer Rhinitis zu erheben. 4.6 Gemäss Bericht des D.____ vom 27. September 2013 be richte der Patient hinsichtlich seiner linken Schulter über weiterhin bestehende Schme rzen vor allem bei Überkopfarbeiten und bei schwerem Heben. Die Beweglichkeit habe insges amt jedoch zugenommen. Er habe seine Arbeit als Schreiner im Umfang von 50% wieder au fgenommen, allerdings mit Einschrän- kungen für schweres Heben. Aufgrund der Einschränkungen bezüglich Überkopfarbeiten und dem Heben von schweren Gegenständen sei eher eine Arbe itsfähigkeit von 25% als adäquat anzusehen. 4.7 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 23. Oktober 201 3 kann entnommen werden, dass nach mittlerweile erfolgter Infiltration der linken Schulter eine Beschwerdeverbesserung zu ver- zeichnen sei. Mit der Arbeitsaufnahme im Rahmen eines 5 0%-igen Pensums in der ange- stammten Tätigkeit als Schreiner komme der Patient soweit zurecht. Bis zur nächsten klinischen Kontrolle sei weiterhin eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. 4.8 Gemäss Bericht des Spitals D.____ vom 25. November 20 13 habe der Patient prak- tisch keine Schmerzen mehr. Anamnestisch persistiere jedoch e in Muskelkraftdefizit insbeson- dere bei Überkopfarbeiten. Die aktuelle Arbeitsfähig keit bezogen auf die Schulter betrage zur- zeit 75%. Diesbezüglich sei der klinische Verlauf erfreul ich. Aufgrund dyspnoischer Beschwer- den stehe aktuell jedoch die kardiale Problematik im Vo rdergrund. Hinsichtlich der Schulter werde eine 75%-ige Arbeitsfähigkeit empfohlen, die Ende des Jahres auf 100% erhöht werden könne. Aufgrund der kardialen Problematik werde jedoch wohl eine nur hälftige Arbeitsfähigkeit realistisch sein. Als Nebendiagnosen seien eine hypertensive und koronare Ein-Asterkrankung mit STEMI am 16. April 2013, ein lumboradikuläres Re izsyndrom mit Sensibilitätsstörungen L4/5 rechts gemäss MRI-Befund der Lendenwirbelsäule vom 23. April 2013 sowie ein Asthma bronchiale zu erheben. 4.9 Gemäss dem kreisärztlichen Untersuchungsbericht von Dr. med. F.____, FMH Ortho- pädie und Unfallchirurgie, vom 22. Januar 2014, zeige sich eine freie aktive und passive Be- weglichkeit der linken Schulter mit negativem Rotatore nmanschettentest. Subjektiv werde eine Kraftlosigkeit des linken Arms beklagt. Diagnostische und therapeutische Vorschläge könnten keine empfohlen werden. Es handle sich um einen Endzu stand. Bezogen auf die Problematik der linken Schulter bestehe ab Untersuchungszeitpunkt eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Die geklagte Kraftlosigkeit bzw . fehlende Leistungsfähigkeit während der Arbeit werde in erster Linie durch unfallfremde kardiale Beschwerden verursacht. 4.10 Dem Bericht von Hausarzt Dr. E.____ vom 10. Februa r 2014 zufolge habe der Versi- cherte ab 23. Januar 2014 im Umfang von 75% gearbeitet . Dabei sei es zu einer starken Reizsymptomatik in der linken Schulter gekommen. Man sollt e dem Patienten eine verlängerte Adaptionsfrist vorerst im Rahmen einer vorerst hälftige n, später dann 75%-igen Arbeitsfähigkeit zugestehen. Die kardiovaskuläre Situation limitiere seine Leistungsfähigkeit per dato nicht. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.11 Mit Bericht vom 19. Februar 2014 hält Kreisarzt D r. F.____ an seiner vorgängigen Be- urteilung vom 22. Januar 2014 fest. 4.12 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 26. Februar 20 14 zufolge berichte der Patient über eine persistierende und starke Schmerzproblematik an der linken Schulter sowie über eine Bewegungseinschränkung, was Überkopfarbeiten verunmöglichen würde. Zudem klage er über ein persistierendes Kraftdefizit. Seit zwei Wochen habe er auf Druck des Arbeitgebers 100% gearbeitet, was erneut eine deutliche Schmerzprogredi enz verursacht habe. Klinisch zeige sich weiterhin das Bild einer Bursitis subacromialis. Eine ern eute Rotatorenmanschettenläsion kön- ne nicht ausgeschlossen werden. Bis zum 11. März 2014 sei vo rerst eine Reduktion der Ar- beitsfähigkeit auf 50% bei körperlich belastender Tätigkeit vorzunehmen. 4.13 Gemäss Bericht des Spitals D.____ vom 4. April 20 14 habe anlässlich einer Athro- MRI-Untersuchung der linken Schulter vom 7. März 2014 bildgebend eine komplette Reruptur der Supraspinatussehne erhoben werden können. Ein ern eut operatives Vorgehen komme diesbezüglich wegen der im Zusammenhang mit der kardia len Anamnese einzunehmenden Medikation vorerst nicht in Frage. Bis zu einer weiteren Nachkontrolle bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Bei nicht operativem Vorgehen werde die Arbeitsunfähigkeit in die- sem Umfang bestehen bleiben. 4.14 Dem Bericht des Spitals D.____ vom 23. Mai 2014 zu folge lehne der Patient eine Ope- ration der Schulter nach wie vor ab. Aufgrund einer am 4. April 2014 erlittenen Fraktur des lin- ken Zeigefingers sei er aktuell nunmehr noch mehr eingesch ränkt. Eine Kräftigung der Schulter sei unter diesen Umständen nur bedingt möglich. 4.15 Am 13. Juni 2013 berichtet das Spitals D.____ von einem guten Verlauf bezüglich der Fraktur an der linken Hand. Die Untersuchung sei bis au f eine leichte Druckdolenz im Bereich der erlittenen Fingerfraktur unauffällig ausgefallen. Die medizinische Behandlung sei diesbezüg- lich abgeschlossen. 4.16 Der kreisärztlichen Beurteilung von Dr. F.____ vom 24. Juni 2014 zufolge habe der Versicherte eine Reruptur der linken Supraspinatussehne erlitten. Ausserdem leide er an kar- dialen Problemen. Bezüglich der Zumutbarkeit einer er neuten Operation der linken Schulter müsse die Zumutbarkeit aufgrund kardialer Risiken durch e inen Narkosearzt festgelegt werden. Es sei jedoch zu bedenken, dass bei vorliegender Rerup tur die Aussichten einer erfolgreichen Rekonstruktion sehr gering seien. Eine volle Arbeitsfähigkeit werde durch eine erneute Operati- on nicht mehr erreicht werden. Es müsse somit von einem Endzustand im Bereich der linken Schulter ausgegangen werden. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei eine mittelschwere ganz- tätige Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten weiterhin zumu tbar. Kurzzeitig könnten dabei Gewichte bis 15 Kilogramm mit dem linken Arm auf Gürtelhöhe gehalten werden. 4.17 Gemäss Arztbericht von Dr. E.____ vom 15. August 201 4 sei eine schmerzhaft einge- schränkte linke Schulter zu erheben, die nur beschränk t belastbar sei. Kardio-pulmonal bestün- den nur leichte Einschränkungen. Anamnestisch werde ein e Anstrengungsdyspnoe beim Auf- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht wärtsgehen beklagt. Die bisherige Tätigkeit sei nicht meh r zumutbar. Eine körperlich leichtere Arbeit sei hingegen ganztags zumutbar. 4.18 Dem als Rückfallmeldung betitelten Schreiben von D r. E.____ vom 11. Februar 2015 ist zu entnehmen, dass der Versicherte nach einer Supras pinatusruptur mit anschliessender Reruptur an der linken Schulter nicht mehr in der Lage sei, seine schwere angestammte Arbeit zu verrichten. Internistisch sei seine Arbeitsfähigkeit jedoch nicht mehr eingeschränkt. 4.19 Dem Abschlussbericht der IV-Stelle betreffend Ein gliederungsmassnahmen vom 30. März 2015 kann entnommen werden, dass das Arbeitsve rhältnis des Versicherten seitens des Arbeitgebers per Ende des Jahres 2014 aufgelöst wo rden sei. Seither sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig geschrieben worden. 4.20 Aus dem Arztbericht von Dr. E.____ vom 29. April 2 015 geht hervor, dass die Herz- funktion klinisch nicht eingeschränkt sei. Schwere körperl iche Arbeiten seien wegen der Schul- terproblematik nicht mehr möglich. Die koronare Herzkra nkheit mit Ein-Asterkrankung habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 4.21 Dem Überweisungsschreiben von Dr. E.____ vom 26. Ma i 2015 sind zusammenfas- send folgende Diagnosen zu entnehmen: Reruptur der linken Supraspinatussehne nach offener Rotatorenmanschettenrefixation, Bicepstenodese und Acromio plastik am 22. Februar 2013, eine arterielle Hypertonie, eine koronare Ein-Asterkrankung, eine Dislipidämie, ein lumboradiku- läres Reizsyndrom L4/5 rechts, eine depressive Entwicklung sow ie ein saisonales Asthma bronchiale. 4.22 Gemäss Bericht des regionalärztlichen Dienstes (RAD ) der IV-Stelle von Dr. med. G.____, FMH Arbeitsmedizin, vom 3. September 2015 beste he in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In einer leichte n bis gelegentlich kurzzeitig mittelschweren und rückenadaptierten Verweistätigkeit ohne Überkopfar beiten und ohne längere Haltetätigkei- ten mit dem linken Arm bis 15 Kilogramm in Gürtelhöh e sei der Versicherte im Umfang von 100% arbeitsfähig, sofern Tätigkeiten mit erhöhter Staubexposition und Aussentätigkeiten in der Pollenflugsaison vermieden würden. Das im MRI der Len denwirbelsäule vom 23. April 2013 erhobene lumboradikuläre Reizsyndrom mit Sensibilitätsstö rungen L4/5 und das saisonale Asthma bronchiale hätten eine qualitative Auswirkung a uf die Arbeitsfähigkeit, die in diesem Verweisprofil mit berücksichtigt sei. Hausarzt Dr. E.___ _ habe zuletzt eine depressive Entwick- lung angegeben. Der Versicherte befinde sich jedoch wede r in psychiatrischer Behandlung, noch liege eine fachärztlich gestellte psychische Diagnose vor. Weitere medizinische Abklärun- gen seien daher nicht erforderlich. Der Gesundheitszustand sei stabil. 4.23 Gemäss Schreiben von Dr. E.____ vom 23. Mai 2016 b estünden wichtige Hinweise, dass sich die koronare Herzkrankheit in Form einer erhebli chen Anstrengungsintoleranz ver- schlechtert habe. Dieser Umstand müsse näher abgeklärt werden. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.24 Gemäss Arztbericht des Spitals D.____ vom 15. Juli 20 16 leide der Versicherte an ei- ner Herzinsuffizienz bei koronarer Herzerkrankung mit Zus tand nach Herzinfarkt. Bisher hätten zwei ambulante Termine am 28. Juni und am 15. Juli 20 16 stattgefunden. Eine stationäre Be- handlung sei in der Zeit zwischen dem 16. April 2013 un d dem 28. April 2013 erfolgt. Aktuell seien nur leichte körperliche Belastungen möglich. Dur ch eine Optimierung der medizinischen Therapie könne allenfalls eine Verbesserung der kardia len Situation erreicht werden. Eine star- ke Verbesserung aber sei unwahrscheinlich. Rein sitzende od er stehende Arbeiten seien voll- umfänglich zumutbar. Vorwiegend im Gehen ausgeübte T ätigkeiten sowie Treppensteigen sei- en noch im Umfang von 50% zumutbar. Überkopfarbeiten , Kauern oder Knien seien künftig nicht mehr zumutbar. Heben und Tragen von Lasten sei auf ein Gewicht von fünf bis zehn Kilo- gramm in Körpernähe limitiert. 4.25 Der Stellungnahme von Dr. G.____, RAD, vom 18. August 2016 ist zu entnehmen, dass die von Dr. E.____ am 23. Mai 2016 geforderte kard iologische Abklärung mittlerweile er- folgt sei. Die Kardiologen des Spitals D.____ bestätigt en eine leichte Verschlechterung der linksventrikulären Funktion sowie eine leichte Belastungs dyspnoe. Damit lägen eine Progredi- enz des Herzleidens und eine leichte Verschlechterung de r Belastbarkeit vor. Diese sei bei leichten Arbeiten aber noch nicht limitierend. Die K ardiologen würden die bisherige Zumutbar- keitsbeurteilung gemäss RAD-Bericht vom 3. September 201 5 qualitativ weiter einschränken und als Traglimit neu ein Gewicht von noch fünf bis zeh n Kilogramm körpernah vorgeben. Da- mit sei der Versicherte in leichten, leidensangepassten T ätigkeiten weiterhin voll einsetzbar. Eine polydisziplinäre Begutachtung sei aufgrund dieser klaren Sachlage nicht notwendig. Sollte sich die kardiale Funktion künftig deutlich verschlechtern , sollte der Versicherte umgehend ei- nen neuen Antrag stellen. 5.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten im Wesentlichen auf die Ergebnisse, zu denen Dr. G.____ in seinen Beurteilungen vom 3. Sep- tember 2015 und vom 18. August 2016 gelangt ist. Sie g ing demzufolge davon aus, dass dem Versicherten nach Ablauf des Wartejahres weiterhin die A usübung einer leidensangepassten (leichten wechselbelastenden und rückenadaptierten) Tät igkeit ohne Überkopfarbeiten mit ei- nem Gewichtslimit von fünf bis zehn Kilogramm im Umfang von 100 % zumutbar sei. Diese vor- instanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 3.4 hiervor), darf ein medizinischer Sachverhalt ohne weiteres auch gestützt auf einen RAD-Bericht beurteilt werden, solange keine – a uch nur geringen – Zweifel an der Rich- tigkeit seiner Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 4 71 E. 4.7). Vorliegend besteht kein Anlass, an der Richtigkeit der Einschätzung des RAD-Arzte s zu zweifeln. Dieser verfügt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen, um die Au swirkungen der diagnostizierten Gesund- heitsbeeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu beurteilen (Urteil N. des Bundesgerichts vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2. 1). Seine beiden Berichte vom 3. September 2015 und 18. August 2016 erfüllen sodann alle Voraussetzungen an eine taugli- che medizinische Beurteilungsgrundlage. Sie weisen insge samt weder formale noch inhaltliche Mängel auf und sind – wie dies vom Bundesgericht verlang t wird – für die streitigen Belange umfassend: Sie berücksichtigen alle Beschwerden des Versich erten und setzen sich hinrei- chend mit den übrigen bei den Akten liegenden medizini schen Unterlagen auseinander. Sie Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhän ge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und beinhalten – gestützt insbesondere auf die kardiologische Fa- cheinschätzung des Spitals D.____ vom 15. Juli 2016 – ein e schlüssige Zumutbarkeitsbeurtei- lung. Zumal sich in den Unterlagen keine anderslautende n fachärztlichen Berichte finden las- sen, die sich abweichend zur Arbeitsfähigkeit des Versicher ten in einer leidensangepassten Verweistätigkeit äussern würden, entspricht die vorinstan zliche Rentenüberprüfung somit durchwegs den von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung formulierten Anforderungen. 5.2 Der Beschwerdeführer stellt sich zunächst auf den St andpunkt, die Vorinstanz habe bei der Abklärung seiner gesundheitlichen Verfassung die kardiologischen Probleme unberücksich- tigt gelassen. Dem kann nicht gefolgt werden. Es tri fft zwar zu, dass der Beschwerdeführer an einer Herzinsuffizienz leidet, welche im Verlauf des erst en Halbjahres 2016 offenbar in Form einer Abnahme insbesondere der linksventrikulären Funkt ion und durch eine Zunahme der Be- lastungsdyspnoe leicht zugenommen hat. Gemäss der rund zwei Monate vor der angefochte- nen Verfügung vom 16. September 2016 erfolgten kardio logischen Untersuchung durch das Spital D.____ vom 15. Juli 2016 wirkt sich diese Verschle chterung bei leichten und wechselbe- lastenden Arbeiten jedoch nicht limitierend aus. Dar an vermag auch das vorgegebene Hebe- und Traglimit hinsichtlich körpernaher Lasten von ledigli ch noch fünf bis zehn Kilogramm nichts zu ändern. Diese Vorgabe führt lediglich zu einer qual itativen Einschränkung; den Umfang des zumutbaren Pensums für leichte und wechselbelastende Arb eiten beeinflusst sie aber nicht. Nachdem die kardiologische Problematik mithin eingehen d untersucht und offensichtlich auch Eingang in die Zumutbarkeitsbeurteilung gefunden hat, kann mitnichten gesagt werden, diese sei unbeachtet geblieben. Wie der RAD in seiner Stel lungnahme vom 18. August 2016 festge- halten hat, ist der Versicherte in einer derart leiden sangepassten Tätigkeit vielmehr weiterhin voll einsetzbar. Ebenso wenig kann der von ihm vertretenen Auffassung gefolgt werden, seine rheumatologischen Probleme und das Asthma seien unberü cksichtigt geblieben. Die nur noch leichten und rückenadaptierten Tätigkeiten unter Verm eidung von Arbeiten mit einer erhöhten Staubexposition und von Aussentätigkeiten in der Pollenf lugsaison (vgl. bereits so der RAD- Bericht von Dr. G.____ vom 3. September 2015) berücksich tigen die rheumatischen Diagnosen ebenso wie das saisonal bedingte Asthma bronchiale. Was schliesslich die Rüge betrifft, die IV- Stelle habe zu Unrecht eine psychische Beeinträchtigung ausser Acht gelassen, kann letztlich ebenfalls auf die RAD-Beurteilung von Dr. G.____ vom 3. September 2015 verwiesen werden. Auch wenn der Hausarzt Dr. E.____ in seinem Bericht von 26. Mai 2015 eine depressive Ent- wicklung erwähnt hat, ist in den gesamten übrigen Akten weder eine Diagnose noch ein sonsti- ger Hinweis zu finden, dass der Versicherte in psychischer Hinsicht im Zeitpunkt des hier mass- gebenden Verfügungserlasses am 16. September 2016 gesu ndheitlich angeschlagen gewesen wäre. Zumal sich selbst der Hausarzt im Nachgang zu seinem Schreiben vom 26. Mai 2015 dahingehend nicht mehr geäussert hat, besteht unter di esen Umständen weder Anlass, von einer depressiven Erkrankung auszugehen, noch zusätzliche Abklärungen vorzunehmen. 5.3 Zusammenfassend resultiert, dass die Einwendungen de s Beschwerdeführers die Be- weiskraft der regionalärztlichen Beurteilungen durch Dr. G.____ vom 3. September 2015 und vom 18. August 2016 nicht erschüttern können. Bei der Be urteilung des medizinischen Sach- verhalts kann vielmehr vollumfänglich auf deren Ergebni sse abgestellt werden. Damit ist zu- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht gleich gesagt, dass die vorliegenden medizinischen Unterl agen einen genügenden Aufschluss über die gesundheitliche Verfassung des Beschwerdeführe rs ermöglichen und eine zuverlässi- ge Beurteilung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit zulassen. Es kann deshalb in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auch auf allfällige zusätzli- che Abklärungen verzichtet werden. Insgesamt resultiert i n medizinischer Hinsicht, dass dem Beschwerdeführer in einer seinen Leiden angepassten (l eichten) Verweistätigkeit eine Restar- beitsfähigkeit im Umfang von 100% verbleibt. 6.1 Wie eingangs erwähnt (vgl. Erwägung 2.3 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerb- stätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG). Dieser ist zwischen den Parteien zu Recht grundsätzlich unbe stritten geblieben. Auf der Basis der Angaben des ehemaligen Arbeitgebers des Versicherten (vgl. IV-Dok 10) ergibt sich – ab- weichend zur Berechnung durch die IV-Stelle in deren Verfügung vom 16. September 2016 – ein allerdings leicht höheres, an die Nominallohnentwi cklung per 2014 (vgl. Tabelle Nominal- lohnindex T1.1.10 des Bundesamtes für Statistik) angepasste s, hypothetisches Validenein- kommen des Versicherten in der Höhe von CHF 69‘066.— pro Jahr (13 x CHF 5‘255.— x 1,011). Aus der Gegenüberstellung mit dem anhand der Lohnstrukturerhebung 2012 zu bemes- senden und an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden anzupassenden Inva- lideneinkommen für leichte Arbeiten (vgl. LSE 2012, T abelle TA1, Privater Sektor, Männer, Kompetenzniveau 1, CHF 5‘210.— x 12 Monate / 40 x 41,7 Stunden zuzüglich Nominallohn- entwicklung von + 1,5%) resultiert nach Vornahme eines l eidensbedingten Abzugs im Umfang von 15% eine Erwerbseinbusse von CHF 12‘835.— und dami t ein IV-Grad von aufgerundet 19%. Ein Rentenanspruch ist mangels Erreichens des hie rfür massgebenden Schwellenwerts (vgl. oben, Erwägung 2.1 hiervor) somit ausgeschlossen. 6.2 Daran ändert auch nichts, dass über die ärztliche Bezeichnung der massgebenden Zumutbarkeitsbeurteilung hinaus zusätzlichen Einschränkungen mit einem leidensbedingten Abzug bis maximal 25% Rechnung getragen werden kann. En tgegen der vom Beschwerdefüh- rer in seiner Beschwerdebegründung vertretenen Auffassung lässt sich im vorliegenden Fall ein leidensbedingter Abzug von mehr als 15%, wie ihn die IV -Stelle in der angefochtenen Verfü- gung vom 16. September 2016 vorgenommen hat, nicht beg ründen. So rechtfertigt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung der Umstand, dass eine vollzeitlich arbeitsfähige versi- cherte Person gesundheitlich bedingt nur reduziert leist ungsfähig ist, grundsätzlich keinen Ab- zug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 3. N ovember 2011, 9C_582/2011, E. 3.1). Auch im vorliegenden Fall ist der Versicherte in einer seinen somatisch bedingten Lei- den angepassten Verweistätigkeit weiterhin vollzeitlich arbeitsfähig. Dabei führt auch der Ver- lust der Möglichkeit zur Verrichtung von Schwerarbeit nicht zu einem zusätzlichen Abzug (Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2009, 9C_492/2008, E. 3.3) . Weitere Kriterien, die eine Erhö- hung des Abzuges vom Tabellenlohn rechtfertigen würden, sind ebenfalls nicht ersichtlich. So nehmen sowohl die Bedeutung des Alters als auch diejeni ge der Dienstjahre – mithin der Be- rufserfahrung – ab, je niedriger das Anforderungsprofi l ist, weshalb diese Faktoren bei einfa- chen und repetitiven, dem Kompetenzniveau 1 (vormals Anforderungsprofil 4) der LSE entspre- chenden Tätigkeiten in der Regel keinen Anlass zu einem ( weiteren) Abzug vom Tabellenlohn geben (BGE 126 V 79 E. 5a/cc). Unbesehen dessen resulti ert selbst bei einem maximal zuläs- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht sigen Abzug von 25% kein Renten begründender IV-Grad. Das Invalideneinkommen beliefe sich diesfalls auf CHF 49‘616.—, woraus sich ein IV-Grad von 28% ergeben würde. 6.3 Damit bleibt es so oder anders bei einem IV-Grad unter 40%. Die Vorinstanz hat den Rentenanspruch des Versicherten im Ergebnis somit zu Rech t verneint, weshalb die hiergegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist. 7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um di e Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von 200-1000 Franken festgelegt. Bei F ällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskos- ten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahme ns seit 1. Juli 2016 einheitlich auf 600 Franken fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Ver fahrenskosten in der Regel der unter- liegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vor liegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ih m zu auferlegen sind. Dem Beschwerde- führer ist nun allerdings mit Verfügung vom 30. Dezembe r 2016 die unentgeltliche Prozessfüh- rung bewilligt worden. Aus diesem Grund werden die V erfahrenskosten vorläufig auf die Ge- richtskasse genommen. 7.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgan g entsprechend wettzuschla- gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 30. Dezember 2016 die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt wo rden ist, ist dieser für seine Bemühun- gen aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die An- wältinnen und Anwälte vom 17. November 2003 (in der seit 1. Januar 2014 geltenden Fassung) beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.— pro Stunde. Der Rechtsver- treter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote vom 18. Januar 2017 für das vorlie- gende Verfahren einen Zeitaufwand von 12 Stunden und 50 Minuten geltend gemacht, worauf allerdings vorprozessuale Bemühungen im Umfang von 4 St unden noch vor Erlass der ange- fochtenen Verfügung entfallen. Die nach Abzug dieses vor prozessualen Aufwands resultieren- den 8 Stunden und 50 Minuten erweisen sich umfangmässi g in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind sodann die für die Zeit ebenfalls erst ab Verfügungserlass ausgewiesenen Au slagen von Fr. 37.50. Dem Rechts- vertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘948.50 (8 Stunden und 50 Minuten à Fr. 200.— + Auslagen von Fr. 37.50 zuzüglich 8 % Mehr wertsteuer) aus der Gerichtskasse auszurichten. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— wer den dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘948.50 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer) a us der Ge- richtskasse ausgerichtet.