Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni Ref.: Chur, 14. April 2014 Schriftlich mitgeteilt am: KSK 14 19 15. April 2014 Entscheid Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs Präsident Brunner In der Schuldbetreibungs- und Konkursbeschwerde der X._____, Beschwerdeführerin, gegen den Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Landquart vom 18. Februar 2014, mitgeteilt am 19. Februar 2014, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ , Beschwerdegegnerin, vertreten durch Billag AG, 1701 Fribourg, gegen die Beschwerdeführerin betreffend ZahlungsbefehlSeite 2 — 5 wird nach Einsichtnahme in die Eingabe von X._____ vom 7. März 2014, die von X._____ am 10. April 2014 nachgelieferten Unterlagen sowie nach Feststellung und in Erwägung, –dass das Betreibungsamt Landquart auf Gesuch der Y._____, vertreten durch die Billag AG, am 18. Februar 2014 gegen X._____ einen Zahlungsbefehl über Fr. 293.25 zuzüglich Kosten ausstellte und dieser am 19. Februar 2014 der Mutter der Schuldnerin in O.1._____ zugestellt wurde, –dass X._____ am 7. März 2014 (Poststempel) dem Betreibungsamt ein Ge- such um Fristverlängerung für einen Rechtsvorschlag zustellte und insbeson- dere geltend machte, sie habe von Januar bis April 2013 in einer Wohnge- meinschaft in O.2._____ gewohnt und habe nun seit Mai 2013 Wohnsitz in O.3._____; der Zahlungsbefehl sei ihr von ihrer Mutter erst später zugestellt worden, –dass das Betreibungsamt Landquart die Eingabe am 12. März 2014 dem Kan- tonsgericht von Graubünden als Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung und Konkurs zustellte, –dass das Kantonsgericht von Graubünden X._____ am 13. März 2014 zur Zu- stellung weiterer Unterlagen über ihren Wohnsitz im fraglichen Zeitpunkt und über den Zeitpunkt, wann ihr der Zahlungsbefehl von der Mutter zugestellt worden ist, aufgefordert wurde, –dass diese Urkunden nach einer Fristerstreckung am 10. April 2014 (Post- stempel) zugestellt wurden, –dass den Wohnsitzbestätigungen der Gemeinden O.1._____, O.2._____ und O.3._____ zu entnehmen ist, dass sich X._____ am 31. Januar 2013 bei der Einwohnerkontrolle O.1._____ abgemeldet hat und ab 1. Februar 2013 in der Gemeinde O.2._____ wohnhaft war, –dass im weiteren belegt ist, dass X._____ seit 1. Mai 2013 in der Stadt O.3._____ wohnhaft ist, –dass gemäss Art. 46 Abs. 1 SchKG der Schuldner an seinem Wohnsitze zu betreiben ist, –dass diese gesetzliche Ordnung zwingend und von Amtes wegen zu beachten ist und die Betreibung an einem anderen Ort nicht zulässig ist (vgl. Ernst F. Seite 3 — 5 Schmid, in Staehelin/Bauer/Staehelin, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs I, 2. Aufl., Basel 2010, N 7 zu Art. 46 SchKG), –dass die Verletzung einer Vorschrift über die örtliche Zuständigkeit rechtzeitig mit Beschwerde zu rügen ist und nicht Rechtsvorschlag zu erheben ist (vgl. Schmid, ebenda, N 30 zu Art. 46 SchKG mit Hinweisen), –dass X._____ in ihrer Eingabe vom 7. März 2014 festhält, dass sie im fragli- chen Zeitpunkt keinen Wohnsitz in der Gemeinde O.1._____ hatte, –dass sie somit sinngemäss rügt, von einem örtlich nicht zuständigen Betrei- bungsamt betrieben worden zu sein, –dass diese Eingabe somit als Beschwerde im Sinne von Art. 17 SchKG entge- gen zu nehmen ist, –dass eine am falschen Ort angehobene Betreibung grundsätzlich nicht nichtig ist, sofern dies das öffentliche Interesse oder die Rücksichtnahme auf die In- teressen der allenfalls in unbekannter Zahl beteiligten Dritten nicht gebietet (vgl. Schmid, ebenda, N 31 zu Art. 46 SchKG), –dass die Voraussetzungen der Nichtigkeit im vorliegenden Fall nicht gegeben sind, so dass zu prüfen ist, ob die Beschwerde rechtzeitig innert der 10- tägigen Frist von Art. 17 SchKG eingereicht wurde, –dass der Zahlungsbefehl der Mutter der Schuldnerin am 19. Februar 2014 zu- gestellt werden konnte, –dass X._____ von Anfang an geltend machte, die Weiterleitung des Zahlungs- befehls an sie habe sich verzögert und es habe noch länger gedauert, bis sie den Zahlungsbefehl wirklich in Händen gehabt habe, –dass dies von ihrer Mutter A._____ am 20. März 2014 bestätigt wurde, –dass ein genauer Zeitpunkt, wann X._____ im Besitze des Zahlungsbefehls gewesen ist, nicht eruierbar ist, –dass der Nachweis, wann der Zahlungsbefehl von einer zuständigen Person entgegen genommen wurde, dem Betreibungsamt obliegt, –dass im vorliegenden Fall nicht auf die Zustellung des Zahlungsbefehls an die Mutter der Schuldnerin abgestellt werden kann, da letztere am 19. Februar Seite 4 — 5 2014 nicht mehr zur Haushaltung der Mutter gehörte (vgl. Art. 64 Abs. 1 SchKG), –dass der Zahlungsbefehl offenbar erst später der Schuldnerin zugestellt wer- den konnte, –dass unter den gegebenen Umständen zugunsten von X._____ anzunehmen ist, dass ihre Eingabe vom 7. März 2014, welche als Beschwerde entgegen zu nehmen ist, rechtzeitig erfolgt ist, –dass aufgrund der Wohnsitzbestätigungen der Gemeinden O.1._____ und O.2._____ erstellt ist, dass die Schuldnerin im Zeitpunkt der Zustellung des Zahlungsbefehls nicht mehr Wohnsitz in O.1._____ hatte, –dass X._____ somit von einem örtlich unzuständigen Betreibungsamt betrie- ben wurde, was zur Aufhebung des Zahlungsbefehls führt, –dass gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG das Beschwerdeverfahren kosten- los ist, so dass die betreffenden Kosten beim Kanton Graubünden verbleiben, –dass dieser Entscheid in Anwendung von Art. 18 Abs. 3 GOG in einzelrichter- liche Kompetenz ergeht,Seite 5 — 5 entschieden: 1. Die als Beschwerde entgegengenommene Eingabe der X._____ wird dahin entschieden, dass der Zahlungsbefehl des Betreibungsamtes Landquart vom 18. Februar 2014 (Betreibungs-Nr. _____) infolge örtlicher Unzustän- digkeit aufgehoben wird. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.-- verbleiben beim Kan- ton Graubünden. 3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 74 Abs. 2 lit. c/d des Bundes- gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsge- setz, BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollstän- digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge- schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi- timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 4. Mitteilung an: