<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2016.00048</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=216776&amp;W10_KEY=13013509&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2016.00048</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.12.2016</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Ausstand</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Ausstand eines Steuerkommissärs [Nachdem über den von der Pflichtigen getrennt lebenden Ehemann der Konkurs eröffnet wurde, machte das Gemeindesteueramt eine Forderung aufgrund ausstehender Staats- und Gemeindesteuern geltend. Aufgrund des Verdachts der Verschiebung von Geldbeträgen des (Noch)Ehemannes an die Pflichtige und die gemeinsamen Kinder stellte das Gemeindesteueramt beim kantonalen Steueramt mehrere Gesuche um Entbindung vom Amtsgeheimnis. Das Gemeindesteueramt erliess sodann eine Sicherstellungsverfügung gegen die Pflichtige für Steuerforderungen.] Vorliegend stellte der Steuerkommissär dem Gemeindesteueramt eine Rechtskraftbescheinigung einer Steuereinschätzung zu. Diese ist bloss formeller Natur und stellt für sich keine Amtspflichtverletzung dar. Weiter erstellte der Steuerkommissär eine Liste von Schenkungen des (Noch)Ehemanns, welche aber von einer anderen Dienstabteilung des kantonalen Steueramts, gestützt auf § 120 Abs. 2 StG, dem Konkursamt zugesandt wurde. Die blosse Zusammenstellung einer solchen Liste, auch wenn möglicherweise inhaltlich fehlerhaft, stellt keine ausstandsbegründende Amtspflichtverletzung dar. Auch der vom Steuerkommissär unterlaufene Fehler, wonach die Einkünfte des Ehemannes der Pflichtigen angerechnet wurden, konnte offenbar bereits behoben werden und stellt für sich weder eine schwerwiegende Verletzung von Amtspflichten noch eine wiederholte oder einen besonders krassen Rechtsverstoss dar (E. 3.2). Abweisung der Beschwerde. </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTANDSBEGEHREN">AUSSTANDSBEGEHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSSTANDSGRUND">AUSSTANDSGRUND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEFANGENHEIT">BEFANGENHEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">§ 119 StG</span><br/><span class="ungerade">§ 120 Abs. II StG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>2. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="77" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=32988" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">SB.2016.00048</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 2. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. Dezember 2016</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Andreas Frei<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Elisabeth Trachsel, Verwaltungsrichterin Silvia Hunziker, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Stefanie Peter.</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span>In Sachen</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">A, <span>vertreten durch RA B,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>1. Staat ZÃ¼rich,</span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. C,</span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegner,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Ausstand,</span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><b><span> </span></b></p> <p class="MsoNormal"><span>hat sich ergeben:</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2"><b>A. </b>Infolge rechtlicher und tatsÃ¤chlicher Trennung werden A (nachfolgend die Pflichtige) und G seit dem Steuerjahr 2011 getrennt besteuert. G verlegte seinen Wohnsitz in den Kanton D und die Pflichtige blieb bis Dezember 2015 in E wohnhaft. </p> <p class="Sachverhalt2"><b>B. </b>Am 15. April 2013 erÃ¶ffnete das Konkursamt im Kanton F Ã¼ber G den Konkurs. Mit Eingabe vom 8. Juli 2013 machte das Gemeindesteueramt E beim Konkursamt im Kanton F eine Forderung aufgrund ausstehender Staats- und Gemeindesteuern 2006â2010 geltend. In der Folge stellte das Gemeindesteueramt E beim kantonalen Steueramt mehrere Gesuche um Entbindung vom Amtsgeheimnis aufgrund des Verdachts der Verschiebung von GeldbetrÃ¤gen von G an die Pflichtige und die gemeinsamen Kinder. Am 20. Mai 2015 erliess das Gemeindesteueramt E eine SicherstellungsverfÃ¼gung gegen die Pflichtige in der HÃ¶he von Fr. â¦ fÃ¼r Steuerforderungen aus den Jahren 2006â2010, 2012 und 2013.</p> <p class="Sachverhalt2"><b>C. </b>Im Zusammenhang mit den offenen SteuereinschÃ¤tzungen fÃ¼r die Jahre 2011 bis 2013 verlangte die Pflichtige mit Schreiben vom 31. MÃ¤rz 2015 von der Chefin des kantonalen Steueramts unter anderem, dass ein anderer SteuerkommissÃ¤r als bisher sich "der Sache annehmen" solle. Es stelle heute die Regel dar, dass der SteuerkommissÃ¤r jÃ¤hrlich wechsle und es kÃ¶nne nicht angehen, dass immer derselbe â vermutlich mittlerweile "betriebsblinde" und etwas "eingeschossene" â SteuerkommissÃ¤r Ã¼ber neun Jahre hinweg die EinschÃ¤tzungen vornehme. Der stellvertretende Chef des kantonalen Steueramts nahm mit Schreiben vom 17. April 2015 dazu Stellung und wies die Pflichtige darauf hin, dass das von ihr angesprochene Rotationsprinzip lediglich eine interne organisatorische Grundregel darstelle und vorliegend keine GrÃ¼nde fÃ¼r eine Auswechslung des bisher zustÃ¤ndigen SteuerkommissÃ¤rs zu erkennen seien. Das Schreiben vom 31. MÃ¤rz 2015 erachtete er dabei nicht als formelles Ausstandsbegehren im Sinn von § 119 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG). </p> <p class="Urteilstext">Daraufhin stellte die Pflichtige mit Eingabe vom 20. Mai 2015 ein formelles Ausstandsbegehren gegen den SteuerkommissÃ¤r C, welches das kantonale Steueramt mit VerfÃ¼gung vom 15. Juli 2015 abwies.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Den dagegen erhobenen Rekurs wies die Finanzdirektion des Kantons ZÃ¼rich mit Entscheid vom 18. Mai 2016 ab.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 16. Juni 2016 beantragte die Pflichtige dem Verwaltungsgericht, es sei der Rekursentscheid vom 18. Mai 2016 vollumfÃ¤nglich aufzuheben und dem Ausstandsbegehren zu entsprechen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegner. </p> <p class="Urteilstext">Am 11. Juli 2016 verzichtete die Finanzdirektion des Kantons ZÃ¼rich auch namens des kantonalen Steueramts auf eine Beschwerdeantwort und beantragte die kostenfÃ¤llige Abweisung der Beschwerde unter Verweisung auf die ausfÃ¼hrliche BegrÃ¼ndung des angefochtenen Rekursentscheids. Weitere Stellungnahmen erfolgten nicht mehr. </p> <p class="MsoNormal"><span>Mit Schreiben vom 7. November 2016 teilte RA B dem Verwaltungsgericht mit, dass er von der Pflichtigen mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt worden sei. </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Ist der Ausstand streitig, entscheidet darÃ¼ber â wie vorliegend geschehen â vorab die Amtsleitung des kantonalen Steueramts (§ 119 Abs. 3 StG, Art. 109 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer [DBG]). Der Entscheid kann nach den Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) mit Rekurs und Beschwerde angefochten werden (§ 119 Abs. 4 StG; VGr, 2. April 2014, SB.2013.00128, E. 2.2; VGr, 1. Juni 2016, SB.2016.00032, E. 1; so auch Felix Richner et al., Kommentar zum ZÃ¼rcher Steuergesetz, 3. A., ZÃ¼rich 2013, § 119 N. 38 und § 153 N. 15). GrundsÃ¤tzlich ist daher auf die Beschwerde einzutreten. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Anders als bei der Beschwerde gegen Entscheide des Steuerrekursgerichts, das erste gerichtliche Instanz ist, rechtfertigt sich bei der Beschwerde gegen Entscheide der Finanzdirektion kein Novenausschluss, weil das Verwaltungsgericht hier als einziges Gericht amtet. Infolgedessen sind bis zum Ablauf der Beschwerdefrist neue tatsÃ¤chliche Behauptungen und Beweismittel zulÃ¤ssig (vgl. VGr, 21. August 2013, <span>SB.2012.00182)</span>. </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>2.1 </b>GestÃ¼tzt auf Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) haben Parteien eines Ã¶ffentlichen Verfahrens Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung. Daraus folgt unter anderem ein <i>Anspruch auf Unparteilichkeit</i> von VerwaltungsbehÃ¶rden, das heisst der Personen, die an Entscheiden der VerwaltungsbehÃ¶rden beteiligt sind. TrÃ¤ger der allgemeinen Verfahrensgrundrechte ist grundsÃ¤tzlich jedes in ein Verfahren involviertes Rechtssubjekt, auch juristische Personen des Privatrechts und des Ã¶ffentlichen Rechts. Der verfassungsmÃ¤ssige Anspruch auf eine unparteiische BehÃ¶rde wird durch die Ausstandspflichten auf Gesetzesebene konkretisiert, vorliegend dem kantonalen Steuergesetz bzw. dem Bundesgesetz Ã¼ber die direkte Bundessteuer (vgl. zum Ganzen Regina Kiener/<br/> Bernhard RÃ¼tsche/Mathias Kuhn, Ãffentliches Verfahrensrecht, 2. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2015, Rz. 529 und 532; Gerold Steinmann in: Bernhard Ehrenzeller et al., Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2014, Rz. 5 und 15 ff., je mit Hinweisen).</p> <p class="MsoNormal"><span>Entsprechend ist, wer beim Vollzug des Steuergesetzes in einer Sache zu entscheiden oder an einer VerfÃ¼gung oder Entscheidung in massgeblicher Stellung mitzuwirken hat, gemÃ¤ss § 119 Abs. 1 lit. d StG verpflichtet, in den Ausstand zu treten, wenn er â nebst den in lit. a bis c genannten, hier nicht weiter interessierenden AusstandsgrÃ¼nden â aus "anderen GrÃ¼nden" in der Sache befangen sein kÃ¶nnte. Dieselbe Regelung ist in Art. 109 Abs. 1 lit. d DBG enthalten. Die AusstandsgrÃ¼nde sind von Amtes wegen zu beachten (Richner et al., § 119 N. 28 f.). </span></p> <p class="Erwgung2"><b>2.2 </b>Befangenheit ist anzunehmen, wenn durch ein bestimmtes persÃ¶nliches Verhalten oder durch gewisse funktionelle oder organisatorische Gegebenheiten UmstÃ¤nde vorliegen, welche in objektiver Weise bei einem (mit)entscheidenden AngehÃ¶rigen der SteuerbehÃ¶rde den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begrÃ¼nden vermÃ¶gen (Richner et al., § 119 N. 16). Befangenheit ist in der Regel bei Verfahrensfehlern oder Fehlentscheiden in der Sache nicht anzunehmen, haben sich die hiervon Betroffenen dagegen doch auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg zur Wehr zu setzen (Regina Kiener <span>in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich [VRG], 3. A., ZÃ¼rich etc. 2014, </span>§ 5a N. 21). Auch ist keine Befangenheit gegeben, wenn ein AngehÃ¶riger einer SteuerbehÃ¶rde schon in anderer Sache zuungunsten einer Partei entschieden hat (vgl. BGE 114 Ia 278). Ebenso wenig wird eine Befangenheit durch ungeschickte oder scherzhafte Ãusserungen einer Amtsperson begrÃ¼ndet, selbst wenn sie deplatziert sind und vom Betroffenen als negativ empfunden werden (BGE 127 I 196 E. 2d; VGr, 3. November 2010, SB.2010.00061, E. 3.1 [nicht auf www.vgrzh.ch verÃ¶ffentlicht]).</p> <p class="Erwgung2">Eine Befangenheit kann aber gegeben sein, wenn ein Mitglied der entscheidenden BehÃ¶rde in schwerwiegender Verletzung seiner Amtspflichten wiederholte oder besonders krasse RechtsverstÃ¶sse begeht, die sich einseitig zulasten einer Partei auswirken (BGE 116 Ia 135 E. 3.a; BGE 125 I 119 E. 3.e; BGr, 14. Juni 2010, 2C_36/2010, E. 3.3). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung haben nichtrichterliche Amtspersonen im Wesentlichen nur dann in den Ausstand zu treten, wenn sie an der zu behandelnden Sache ein persÃ¶nliches Interesse haben, zu einem frÃ¼heren Zeitpunkt gegenÃ¼ber der Partei ihre persÃ¶nliche GeringschÃ¤tzung oder Abneigung zum Ausdruck gebracht haben oder wenn ihnen Verfahrens- oder Ermessensfehler unterlaufen sind, die nach ihrer Natur oder wegen ihrer aussergewÃ¶hnlichen HÃ¤ufung besonders schwer wiegen und auf eine gravierende Verletzung ihrer Amtspflichten gegenÃ¼ber dem Betroffenen hinauslaufen (BGr, 12. April 2011, 2D_29/2009, E. 3.3 mit weiteren Hinweisen). </p> <p class="Erwgung2"><b>2.3 </b><span>Bei der Beurteilung der UmstÃ¤nde, die die Gefahr der Voreingenommenheit begrÃ¼nden, darf nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden; das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr in objektiver Weise begrÃ¼ndet erscheinen (statt vieler BGE 137 II 431 E. 5.2). Ob bei objektiver Betrachtung ein Anschein der Befangenheit vorliegt, ist jeweils aufgrund der konkreten UmstÃ¤nde des Einzelfalls zu beurteilen (BGE 131 I 113 E. 3.4; 126 I 68 E. 3c).</span> Im Interesse einer befÃ¶rderlichen Verfahrenserledigung ist sodann eine Befangenheit nicht leichthin anzunehmen. Gerade in FÃ¤llen mit komplexem Sachverhalt kann die Gutheissung eines Ausstandsbegehrens zu einer VerlÃ¤ngerung des Verfahrens fÃ¼hren, welche in ein SpannungsverhÃ¤ltnis zum Beschleunigungsgebot tritt (vgl. BGE 114 Ia 153 E. 3.b; BGE 127 I 196 E. 2.d).</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Die Pflichtige begrÃ¼ndet ihr Ausstandsbegehren unter anderem damit, dass der SteuerkommissÃ¤r dem Konkursamt im Kanton F die vollstÃ¤ndigen EinschÃ¤tzungsentscheide der Jahre 2006 und 2007 zugestellt habe, obwohl sich die Entbindung vom Steuergeheimnis nur auf die Jahre 2010 bis 2012 erstreckt habe. So habe der SteuerkommissÃ¤r dem Gemeindesteueramt E eine Rechtkraftbescheinigung betreffend Steuerperiode 2007 ausgestellt und die entsprechenden Entscheide, unter Abdeckung der Berechnungen und BegrÃ¼ndungen beigelegt. GemÃ¤ss den Konkursakten sei der EinschÃ¤tzungsentscheid vom 30. MÃ¤rz 2011 fÃ¼r die Staats- und Gemeindesteuern 2007 durch das Gemeindesteueramt E mit der Forderungsanmeldung vom 8. Juli 2013 dem Konkursamt im Kanton F zugestellt worden. Der SteuerkommisÃ¤r habe daher eine erhebliche Mitschuld zu tragen, habe er doch genau gewusst, wofÃ¼r eine Rechtskraftbescheinigung diene und dass diese mit allen Unterlagen vom Gemeindesteueramt E an das Konkursamt im Kanton F gesandt werden wÃ¼rden. Zudem entspreche die vom SteuerkommissÃ¤r zusammengestellte Liste "Schenkungen von G", welche vom kantonalen Steueramt an das Konkursamt im Kanton F zugesandt wurde, nicht der Wahrheit. </p> <p class="Urteilstext">Weiter habe die Pflichtige bereits mit Ausstandsbegehren vom 20. Mai 2015 geltend gemacht, der SteuerkommissÃ¤r habe im EinschÃ¤tzungsentscheid betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2008 EinkÃ¼nfte aus selbstÃ¤ndigem Haupterwerb der Ehefrau anstatt dem Ehemann zugeteilt. Es mÃ¶ge fÃ¼r die SteuerbehÃ¶rde als kleinlich erscheinen, wenn dies moniert werden mÃ¼sse. Diese EinschÃ¤tzung bzw. Veranlagung habe indessen gewichtige Auswirkungen. Auch wenn der SteuerkommissÃ¤r diesen Fehler anerkannte und eine Korrektur im Einspracheentscheid fÃ¼r die Steuerperiode 2008 vorgenommen werde, kÃ¶nne doch kein Vertrauen mehr erwartet werden, wenn ihm solch krasse Fehler unterlaufen. </p> <p class="Urteilstext">Somit liege eine HÃ¤ufung von speziellen Fehlern vor und zumindest der Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit seien gegeben, weshalb der SteuerkommissÃ¤r in den Ausstand zu treten habe. </p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat und auf welche AusfÃ¼hrungen ausdrÃ¼cklich zu verweisen ist, war der SteuerkommissÃ¤r C aufgrund der Befreiung vom Amtsgeheimnis nach § 120 Abs. 2 StG grundsÃ¤tzlich berechtigt gegenÃ¼ber dem Konkursamt im Kanton F Angaben zu den Schenkungen von G zu machen. Wie die Pflichtige sodann selbst ausfÃ¼hrt, erfolgte die monierte Zustellung der EinschÃ¤tzungsentscheide fÃ¼r die Jahre 2006 und 2007 an das Konkursamt im Kanton F offensichtlich nicht durch den SteuerkommissÃ¤r C selbst, sondern durch das Gemeindesteueramt E. Die alleinige BestÃ¤tigung der Rechtskraft von EinschÃ¤tzungsentscheiden gegenÃ¼ber einem Gemeindesteueramt, welche der SteuerkommissÃ¤r C hier vornahm, ist jedoch bloss formeller Natur und das abstrakte Wissen um die Verwendung einer solchen BestÃ¤tigung im Rahmen eines Vollstreckungsverfahrens kann fÃ¼r sich allein nicht zu einer eine Ausstandpflicht begrÃ¼ndenden Amtspflichtverletzung fÃ¼hren. Die Pflichtige macht denn auch nicht geltend, dass die RechtskraftbestÃ¤tigung inhaltlich unwahr erstellt worden sei oder sonst gravierende Fehler enthalten habe, welche aus irgendwelchen GrÃ¼nden dem betroffenen SteuerkommissÃ¤r anzulasten wÃ¤ren. </p> <p class="Erwgung2">Was die vom SteuerkommissÃ¤r zusammengestellte Liste der Schenkungen betrifft, ist festzuhalten, dass diese zwar vom SteuerkommissÃ¤r unterschrieben, aber von lic. iur. H von der damaligen Dienstabteilung Allgemeine Dienste des kantonalen Steueramts mit Schreiben vom 10. MÃ¤rz 2014 ebenfalls unter Hinweis und gestÃ¼tzt auf § 120 Abs. 2 StG dem Konkursamt im Kanton F zugestellt wurde. Die blosse Zusammenstellung einer solchen Liste durch SteuerkommissÃ¤r C stellt wiederum keine ausstandsbegrÃ¼ndende Amtspflichtverletzung dar. Dabei kann auch offenbleiben, ob die erstellte Liste inhaltlich vollstÃ¤ndig korrekt war oder ob als Schenkungsgeberin neben G zusÃ¤tzlich die Pflichtige in die Liste hÃ¤tte aufgenommen werden mÃ¼ssen, da auch dieser â sachverhaltlich zudem nicht erstellte â Fehler wohl bedauerlich wÃ¤re, jedoch nicht derart schwer wiegen wÃ¼rde, dass daraus eine Ausstandspflicht abzuleiten wÃ¤re. </p> <p class="Urteilstext">Der dem SteuerkommissÃ¤r unterlaufene Fehler, wonach EinkÃ¼nfte aus selbstÃ¤ndigem Erwerb des Ehemanns der Pflichtigen angerechnet wurden, konnte offenbar bereits korrigiert werden. Der SteuerkommissÃ¤r anerkannte in seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2015 diesen Fehler und leitete entsprechende Massnahmen (Meldung an die AHV) ein. Der Fehler ist zwar bedauerlich, dabei handelt es sich aber bei der hier verlangten objektiven Betrachtungsweise weder um eine schwerwiegende Verletzung von Amtspflichten noch um einen wiederholten oder besonders krassen Rechtsverstoss. FÃ¼r die Behandlung einer derartigen nicht korrekten Anwendung materiell-rechtlicher Bestimmungen der Steuergesetzgebung steht das ordentliche Rechtsmittelverfahren zur VerfÃ¼gung.</p> <p class="Erwgung2"><b>3.3 </b>Auch im Rahmen einer Gesamtbeurteilung aller Vorbringen der Pflichtigen und der weiteren UmstÃ¤nde dieses Falls aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten sind keine UmstÃ¤nde ersichtlich, welche beim SteuerkommissÃ¤r C den objektiven Anschein der Befangenheit bzw. Voreingenommenheit erwecken kÃ¶nnten. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, wonach der SteuerkommissÃ¤r C gegenÃ¼ber der Pflichtigen etwa seine persÃ¶nliche GeringschÃ¤tzung oder Abneigung zum Ausdruck gebracht hÃ¤tte oder dass erfolgte Verfahrens- oder Ermessensfehler vorkamen, welche ihrer Natur oder wegen ihrer aussergewÃ¶hnlichen HÃ¤ufung besonders schwer wiegen.</p> <p class="Urteilstext">Die Beschwerde ist somit abzuweisen.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung1">Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 151 Abs. 3 in Verbindung mit § 153 Abs. 4 StG) und steht ihr keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 17 Abs. 2 VRG in Verbindung mit § 152 und § 153 Abs. 4 StG). </p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 60.-- Zustellkosten,<br/> Fr. 2'060.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Eine ParteientschÃ¤digung wird nicht zugesprochen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦ </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>