B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-2479/2014 U r t e i l v o m 2 3 . J u l i 2 0 1 4 Besetzung Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), Richter Jürg Steiger, Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Gerichtsschreiber Oliver Herrmann. Parteien A._______ AG, vertreten durch Dr. iur. Paul-Lukas Good, Rechtsanwalt, Dufourstrasse 42, Postfach, 8008 Zürich Beschwerdeführerin, gegen Verkehrsbetriebe Glattal VBG, Sägereistrasse 24, 8152 Glattbrugg, vertreten durch lic. iur. Norbert Mattenberger, Rechtsanwalt, Narzissenstrasse 5, Postfach 2119, 8033 Zürich, Beschwerdegegnerin, Eidgenössische Schätzungskommission Kreis 10, c/o Dr. iur. Kaspar Plüss, Vizepräsident, Verwaltungsge- richt Zürich, Postfach, 8090 Zürich, Vorinstanz. Gegenstand Enteignungsentschädigung (Zwischenverfügung). A-2479/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens für die Glattalbahn schlos- sen die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG (nachfolgend: VBG) und die Schweizerische Eidgenossenschaft am 20. August bzw. am 5. November 2003 zur Erledigung der Einsprache der Schweizerischen Eidgenosse n- schaft einen enteignungsrechtlichen Vergleich: Auf dem der Eidgeno s- senschaft gehörenden Grundstück Kat. -Nr. (…) wurden zugunsten der VBG Dienstbarkeiten für die Schüttung eines Eisenbahndammes im Be- reich (…), für den Bau und den Betrieb der Eisenbahnanlage, für den Bau von zwei Wartehallen sowie für den Bau einer Bike + Ride Anlage b e- gründet. Zugunsten des Kantons Zürich wurde zudem ein Fuss - und Fahrradwegrecht vereinbart. Das Projekt der Glattalbahn sollte vom Grundstück Kat.-Nr. (…) eine Fläche von 4'075 m2 in Anspruch nehmen. B. Am 5. Dezember 2006 erwarb die A._______ AG (…) das Grundstück Kat.-Nr. (…) von der Schweizerische n Eidgenossenschaft zu Eigentum, wobei ihr der abgeschlossene Vergleich von August bzw. November 2003 überbunden wurde. Am 20. Juni 2007 bezahlten die VBG der A._______ AG Fr. 1'426'250. – zuzüglich Zins für die vereinbarten Rechtseinräumungen. C. Aufgrund der Entwicklung der Projekte der Glattalbahn durch die VBG und der Überbauung des Grundstücks Kat. -Nr. (…) durch die A._______ AG kamen beide Parteien überein, von der ursprünglich vo r- gesehenen Dammschüttung im Bereich (…) abzusehen und das Grun d- stück Kat.-Nr. (…) mit einem Brückenbauwerk (sog. Viadukt […]) zu que- ren. Da die Eisenbahnbrücke eine geringere Dienstbarkeitsfläche in A n- spruch nimmt (2'097.4 m2) als die ursprünglich geplante Dammschüttung, verpflichtete sich die A._______ AG , der VBG für die Reduktion der Dienstbarkeitsfläche eine Ausgleichszahlung von Fr. 692'160.– zu leisten. Die A._______ AG verpflichtete sich zudem, an die Baukosten des Br ü- ckenbauwerks einen Betrag von Fr. 800'000. – zu bezahlen. Zur rechtl i- chen Sicherung des neuen Eis enbahnviadukts, zur Revision der bereits begründeten Dienstbarkeiten und zur Sicherung des Kostenbeitrages schlossen die VBG und die A._______ AG am 20. Januar 2011 einen öf- fentlich beurkundeten Dienstbarkeitsvertrag mit Errichtung von zwei Grundpfandrechten. Die entsprechende eisenbahnrechtliche Projektände-A-2479/2014 Seite 3 rung war vom Bundesamt für Verkehr (nachfolgend: BAV) bereits mit Ver- fügung vom 16. April 2009 genehmigt worden. D. Nachdem die A._______ AG die Ausgleichszahlung von Fr. 692'160 .– nicht bezahlt hatte, leitete die VBG am 25. Januar 2012 die Betreibung gegen sie ein. E. Am 18. Juni 2012 focht die A._______ AG den im Januar 2011 abg e- schlossenen Dienstbarkeitsvertrag sowie ei n Abnahmeprotokoll vom 2. März 2011 wegen Vorliegen eines Grun dlagenirrtums im Sinne von Art. 31 OR an und machte gegenüber der VBG gestützt auf den entei g- nungsrechtlichen Vergleich aus dem Jahr 2003 Forderungen in der Höhe von Fr. 2'418'454.65 geltend. F. Mit Schreiben vom 2. August 2012 überwies die VBG die Entschäd i- gungsforderungen der A._______ AG als enteignungsrechtliche Nachfor- derungen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (EntG, SR 711) dem BAV, das die An- gelegenheit seinerseits am 9. August 2012 der Eidgenössischen Schät- zungskommission Kreis 10 (nachfolgend: ESchK 10) zur Behandlung wei- terleitete. G. Von der ESchK 10 zur Mitteilung aufgefordert, ob sie die im Überwe i- sungsschreiben des BAV erwähnten Forderungen gegenüber der VBG bei ihr anmelden wolle, stellte die A._______ AG am 11. Januar 2013 u.a. den Antrag, es sei festzustellen, dass es sich bei den im Überweisung s- schreiben des BAV aufgeführten Forderungen der A._______ AG gegen die VBG nicht um Nachforderungen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 Bst. b EntG handle. Zur Begründung führte sie aus, die VBG habe ihre Ford e- rungsansprüche ohne jegliche Ankündigung und Rücksprache mit ihr beim BAV anhängig gemacht, obwohl diese nichts mit dem Enteignung s- verfahren zu tun hätten. H. Am 14. Oktober 2013 stellte die A._______ AG im Verfahren vor der ESchK 10 den Antrag, das Verfahren sei vorerst auf die Frage der Z u- ständigkeit zu beschränken und es sei auf das Verfahren in Feststellung, A-2479/2014 Seite 4 dass die Schätzungskommission sachlich nicht zuständig sei, nicht einzu- treten. Nicht sie habe den fraglichen Sachverhalt der Schätzungsko m- mission unterbreitet, sondern die VBG. Sie selbst habe sich von Anfang an auf den Standpunkt gestellt, dass ihre Forderungen nicht als entei g- nungsrechtliche Nachforderungen zu qualifizieren seien. Vielmehr basier- ten ihre Forderungen auf dem enteignungsrechtlichen Vergleich aus dem Jahr 2003. Dieser sei als verwaltungsrechtlicher Vertrag zu qualifizieren, weshalb das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich für die Beurteilung ihrer Forderungen zuständig sei. I. Mit Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 16. April 2013 wurde der VBG in der Betreibung auf Verwertung eines Grundpfandes Nr. (…) provisorische Rechtsöffnung erteilt für Fr. 692'160. – nebst Zinsen zu 5% seit 10. Mai 2011, für Fr. 5'167.50 Vertragszins nebst Zinsen zu 5% seit 25. Januar 2012, für das Pfandrecht lastend auf Grundbuc h (…) Kataster Nr. (…) sowie für die Betreibungskosten und für Kosten und Entschädigung des Verfahrens vor dem Bezirksgericht. Eine von der A._______ AG dagegen eingereichte Beschwerde wies das Obergericht mit Urteil vom 7. Nove m- ber 2013 ab. J. Am 9. Dezember 2013 reichte die A._______ AG beim Handelsgericht des Kantons Zürich eine Aberkennungsklage ein und beantragte, es sei festzustellen, dass die Forderungen von Fr. 692'160 .– nebst Zins zu 5% seit 10. Mai 2011 und für Fr. 5'167.50 nebst Zins zu 5% seit 25. Januar 2012, für welche das Bezirksgericht Uster mit Urteil vom 16. April 2013 provisorische Rechtsöffnung erteilt habe, nicht bestehen. Zusätzlich ver- langte sie, das Verfahren sei zu sistieren, bis die ESchK 10 rechtskräftig über ihre sachliche Zuständigkeit entschieden habe. Zur Begründung führte die A._______ AG aus, sie bringe mit den bestrittenen Forderu n- gen der VBG Gegenforderungen in der Höhe von mindestens Fr. 2'418'454.65 zur Verrechnung, wes halb jene vollständig getilgt sei en. Da ihre Gegenforderungen bereits bei der ESchK 10 anhängig gemacht worden seien, sei das Verfahren vor dem Handelsgericht zu sistieren, bis ein rechtskräftiger Entscheid b etreffend die sachliche Zuständigkeit in j e- nem Verfahren vorliege. K. Mit Beschluss vom 20. Februar 2014 wies das Handelsgericht des Ka n- tons Zürich den Sistierungsantrag der A._______ AG ab. A-2479/2014 Seite 5 L. Nachdem sich die ESchK 10 in Bezug auf die Zuständigkeit für die beiden Verfahren, die vor Handelsgericht bzw. der Schätzungskommission hän- gig sind, vergeblich um einen Meinungsaustausch mit dem Handelsg e- richt des Kantons Zürich bemüht hatte, sistierte sie das bei ihr hängige Verfahren mit Verfügung vom 4. April 2014, bis feststeht, ob und – falls ja – wie das Handelsgericht die Klagebegehren der A._______ AG beurteilt. M. Gegen diese Verfügung erhebt die A._______ AG (nachfolgend: B e- schwerdeführerin) am 7. Mai 2014 Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht. Sie beantragt, die Verfügung der E SchK 10 (nachfolgend: Vorinstanz) vom 4. April 2014 sei aufzuheben und das Verfahren unve r- züglich fortzuführen. N. Die Vorinstanz verzichtet mit Eingabe vom 16. Mai 2014 auf das Einre i- chen einer Vernehmlassung. O. Die VBG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) reicht am 25. Juni 2014 ei- ne Beschwerdeantwort ein. Sie beantragt, die Beschwerde sei abzuwe i- sen, soweit darauf eingetreten werden könne. P. Die Beschwerdeführerin lässt dem Bundesverwaltungsgericht am 21. Juli 2014 Schlussbemerkungen zukommen, in denen sie vollumfänglich an ih- ren Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 7. Mai 2014 festhält. Q. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die sich bei den Akten b e- findlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfol- genden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Nach Art. 77 Abs. 1 EntG können Entscheide der Schätzungsko m- mission beim Bundesverwaltungsgericht angefochten werden. Das Bu n-A-2479/2014 Seite 6 desverwaltungsgericht ist somit zuständig für die Beurte ilung der vorli e- genden Beschwerde. Das Verfahren richtet sich nach dem Verwaltung s- gerichtsgesetz (VGG, SR 173.32), soweit das EntG nichts anderes b e- stimmt (Art. 77 Abs. 2 EntG). Das VGG seinerseits verweist in Art. 37 er- gänzend auf das Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVG, SR 172.021). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Als Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG gelten auch selbständig eröffnete Zwischenverf ü- gungen wie die vorliegend angefoch tene (vgl. Art. 5 Abs. 2 VwVG). Eine Beschwerde gegen eine solche Verfügung ist allerdings nicht in jedem Fall zulässig. Stets möglich ist einzig die Anfechtung von Zwischenverf ü- gungen über die Zuständigkeit und den Ausstand (vgl. Art. 45 Abs. 1 VwVG). Geg en andere Zwischenverfügungen kommt eine Beschwerde nach Art. 46 Abs. 1 VwVG dagegen nur in Frage, wenn diese entweder einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Bst. a) oder die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbe i- führen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Bst. b). Mit dem Erfordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils wird die Voraussetzung eines schutzwürdigen Interesses an der sofortig en Aufhe- bung oder Änderung der angefochtenen Zwischenverfügung umschri e- ben. Demnach liegt das Rechtsschutzinteresse im Schaden, der entstü n- de, wenn der Nachteil auch durch einen an sich günstigen Endentscheid nicht oder nur teilweise behoben werden könnte (vgl. BGE 131 V 362 E. 3.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -5432/2013 vom 23. April 2014 E. 1.1; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwa l- tungsverfahren und Verwaltungsre chtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 910). Der Nachteil kann rech tlicher oder tatsächlicher, namentlich auch wirtschaftlicher Natur sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_86/2008 vom 23. April 2008 E. 3.2; Urteil des Bundesverwaltungsg e- richts A-3930/2013 vom 13. November 2013 E. 1.1 m.w.H.; ANDRÉ MO- SER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bu n- desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.45 ff.). Er muss nicht gerad e- zu irreparabel, jedoch von einigem Gewicht sein (vgl. Urteil des Bunde s- verwaltungsgerichts A -5432/2013 vom 23. April 2014 E. 1.1; KÖLZ/HÄ- NER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 910). Nicht erforderlich ist, dass er tatsächlich entsteht; es reicht aus, dass er entstehen bzw. nicht von vornherein au s- geschlossen werden kann (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A - 3930/2013 vom 13. November 2013 E. 1.1 m.w.H.; MARTIN KAYSER, in: A-2479/2014 Seite 7 Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar VwVG, 2008 , Art. 46 N. 10). Die Beweislast für das Vorliegen eines entsprechenden Nachteils trägt die beschwerdeführende Partei (vgl. BGE 125 II 620 E. 2a; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B -5436/2011 vom 5. März 2012 E. 3.4 m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, a.a.O., Rz. 909). 1.3 Die Beschwerdeführerin macht in ihrer Beschwerde geltend, die von der Vorinstanz verfügte Verfahrenssistierung verteure und verlängere das Verfahren ohne Not. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Beweisgegen- stand während der Dauer der Sistierung unwiderruflich verändere. S o- dann sei es ihr nicht zuzumuten, dass die Beurteilung ihrer Forderung in der Höhe von Fr. 2'418'454.65 über Jahre ausbleibe. Durch das Zuwarten vergrössere sich ihr Schaden, da sie das ihr zustehende Geld nicht a n- derweitig investieren könne. Ob insofern von einem (tatsächlichen) Nac h- teil im Sinne von Art. 46 Abs. 1 Bst. a VwVG, der – für die Dauer des Ver- fahrens – auch nicht mit einem günstigen Endentscheid be hoben werden könnte, gesprochen und ein sch utzwürdiges Beschwerdeinteresse der Beschwerdeführerin bejaht werden kann, kann an dieser Stelle offen g e- lassen werden, da die Beschwerde, wie sogleich zu sehen ist, ohnehin abzuweisen ist. 1.4 Zur Beschwerdeerhebung sind nach Art. 78 Abs. 1 EntG zunächst die Hauptparteien (d.h. die Inhaber der enteigneten Rechte bzw. der Entei g- ner) legitimiert. Als Nebenparteien werden die Grundpfandgläubiger, Grundlastberechtigten und Nutzniesser erwähnt; sie sind zur Beschwerde berechtigt, soweit sie infolge des Entscheides der Schätzungskommission zu Verlust gekommen sind. Im Übrigen gelten die allgemeinen Vorausset- zungen gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG, wonach zur Beschwerde berechtigt ist, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat, durch den a n- gefochtenen Entscheid besonders berührt ist und ein schutzwürdiges I n- teresse an dessen Aufhebung oder Änderung hat (vgl. hierzu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2163/2012 vom 1. April 2014 E. 1.2 m.H.). Die Beschwerdeführerin ist formelle Adressatin der angefochtenen Verfü- gung und durch diese auch materiell beschwert. Sie ist deshalb zur Erh e- bung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. 1.5 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist somit – vorbehältlich der vorstehenden Erwägung zum E r- fordernis des nicht wieder gutzumachenden Nachteils (E. 1.3) – einzutre- ten. A-2479/2014 Seite 8 2. Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollstä ndiger Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 3. 3.1 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde vor, es sei ausge- schlossen, dass sich das Handelsgerich t des Kantons Zürich für die bei der Vorinstanz hängigen Forderungen als zuständig erkläre. Diese Forde- rungen stammten aus einem enteignungsrechtlichen Vergleich und seien folglich öffentlich-rechtlicher Natur, weshalb ein Zivilgericht nicht zustä n- dig sei, über ihren Bestand zu urteilen. Das Verfahren vor dem Handel s- gericht des Kantons Zürich habe somit keine präjudizielle Bedeutung für das Verfahren vor der Vorinstanz, weshalb ein genügender Grund für eine Sistierung dieses Verfahrens fehle. 3.2 Die Vorinstanz führt in ihrer Verfügung vom 4. April 2014 aus, dass dem bei ihr hängigen Enteignung sverfahren der gleiche Sachverhalt und die gleichen Rechtsfragen wie dem vor Handelsgericht hängigen Abe r- kennungsklageverfahren zugrunde liegen würden, weshalb die Gefahr widersprüchlicher Entscheide bestünde, wenn sowohl das Handelsgericht als auch sie ihre Zuständigkeit bejahten und die von der Beschwerdefü h- rerin geltend gemachten Forderungen bzw. Gegenforderungen unte r- schiedlich beurteilt würden . Das Interesse an der Ver hinderung wide r- sprüchlicher Entscheide sei höher zu gewichten als jenes der Parteien an einem raschen – aber möglicherweise mit Kompetenzkonflikten verbu n- denen – Entscheid der Vorinstanz. 3.3 Die Vorinstanz kann auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen ein bei ihr eingeleitetes Verfahren bis auf Weiteres bzw. bis zu einem be- stimmten Termin oder Ereignis sistieren. Der Aufschub der Behandlung einer Eingabe muss durch zureichende Gründe gerechtfertigt sein, a n- dernfalls von einer mit dem Beschleunigungsverbot von Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 ( BV, SR 101) nicht zu vereinbarenden Rechtsverzögerung ausz u- gehen wäre (BGE 134 IV 4 3 E. 2.3; BVGE 2009/42 E. 2.2 ). Eine Verfah- renssistierung fällt – selbst gegen den Willen von Verfahrensbeteiligten – namentlich dann in Betracht, wenn sich unter den gegebenen Umständen A-2479/2014 Seite 9 ein sofortiger Entscheid über die Beschwerde mit Blick auf die Prozes s- ökonomie nicht rechtfertigen würde. Als Grund für die Sistierung des Ve r- fahrens kommt etwa die Hängigkeit eines anderen (gerichtlichen) Verfa h- rens in Frage, dessen Ausgang für das bei der Entscheidbehörde hängige Verfahren von präjudizieller Bedeutung ist. Ein anderer Sistierungsgrund kann darin gesehen werden, dass Verhandlunge n betreffend eine allfäll i- ge einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten aufgenommen wu r- den. Eine Sistierung ist auch zulässig, wenn sie aus anderen wichtigen Gründen geboten erscheint und ihr keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen e ntgegenstehen ( MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.14 ff.). Beim Entscheid darüber, ob ein Verfahren sistiert werden soll, kommt der Vorinstanz ein erheblicher Beurteilungsspielraum zu (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A -5581/2012 vom 11. Nove m- ber 2013 E. 4 m.H.). 3.4 Die Beschwerdeführerin hat am 9. Dezember 2013 beim Handelsg e- richt des Kantons Zürich eine Aberkennungsklage eingereicht und darin geltend gemacht, die von ihr bestrittenen Forderungen der Beschwerd e- gegnerin aus dem Dienstbarkeitsvertrag vom 20. Januar 2011 in der H ö- he von Fr. 692'160. – und Fr. 5'167.50 seien als getilgt zu erachten au f- grund von Gegenforderungen der Beschwerdeführerin gegen die B e- schwerdegegnerin in der Höhe von Fr. 2'418'454.65 aus zusätzlicher Mie- te für den bean spruchten Installationsplatz (Fr. 1'43 4'000.–), unbefugter Materialentnahme (Fr. 525'654.95), Ersatzanspruch für erstellte Wegba u- ten (Fr. 133'000. –) sowie Ersatz von Planungskosten (Fr. 325'799.70). Dieselben Gegenforderungen der Beschwerdeführerin wurden von der Beschwerdegegnerin bei der Vorinstanz als enteig nungsrechtliche Nach- forderungen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 Bst. b EntG anhängig gemacht. Wie die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 4. April 2014 zurecht festhält, liegen somit dem bei ihr hängigen Enteignungsverfahren sowie dem Aberkennungsklageverfahren vor dem Handelsgericht des Kantons Z ü- rich zumindest teilweise der gleiche Sachverhalt und teilweise identische Rechtsfragen zugrunde. Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat den in diesem Verfahren gestellten Sistierungsantrag der Beschwerdeführerin mit Beschluss vom 20. Februar 2014 abgewiesen, weil die Beurteilung der von der Beschwerdeführerin mit Aberkennungsklage eingebrachte n Forderung nicht vom Ausgang des Schätzungsverfahrens abhänge . Ent- gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ist es deshalb nicht aus ge- schlossen, dass sich das Handelsgericht für die Beurteilung der Aberke n- nungsklage als zuständig erachten wird , womit effektiv die Gefahr wider- sprüchlicher Entscheide bestünde, wenn sowohl das Handelsger icht des A-2479/2014 Seite 10 Kantons Zürich als auch die Vorinstanz ihre Zuständigkeit bejahten und die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Fo rderungen bzw. Gegenforderungen unterschiedlich beurteilen würden. Nachdem die B e- schwerdeführerin in ihrer Aberkennungsklage sowie in ihren Stellun g- nahmen an die Vorinstanz vorbringt, ihre Forderungen seien nicht als enteignungsrechtliche Nachforderungen zu qualifizieren, weshalb zu ihrer Beurteilung nicht einmal die Vorinstanz, sondern das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich sachlich zuständig sei, und in ihrer Klageschrift auch eine zivilrechtliche Anspruchsgrundlage nicht ausschliesst , ist das Int e- resse an der Verhinderung widersprüchlicher Entscheide höher zu g e- wichten als ihr Interesse an einem raschen Entscheid der Vorins tanz. Mit ihrem Entscheid, das bei ihr anhängig gemachte Enteignungsverfahren zu sistieren, bis feststeht, ob und – falls ja – wie das Handelsgericht die Klagebegehren der Beschwerdeführerin im Verfahren HG (…) beurteilt, hat die Vorinstanz den ihr bei einer Sistierung zustehenden erheblichen Beurteilungsspielraum deshalb sachgerecht und pflichtgemäss ausgeübt, weshalb sich die Beschwerde der Beschwerdeführerin als unbegründet erweist. 4. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht, ei n- schliesslich einer Parteientschädigung an den Enteigneten, hat der En t- eigner zu tragen. Werden die Begehren der Enteigneten ganz oder zum grösseren Teil abgewiesen, so können die Kosten auch anders verteilt werden. Unnötige Kosten trägt in jedem Fall, wer sie verursacht (Art. 116 Abs. 1 EntG). Aufgrund des zumindest teilweise widersprüchlichen Verhaltens der B e- schwerdeführerin rechtfertigt es sich im vorliegenden Beschwerdeverfa h- ren, ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Diese werden auf Fr. 1'000.– festgelegt. Die Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin zudem eine Parteientschädigung von Fr. 500.– zu bezahlen. Ihr Antrag auf Z u- sprechung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. A-2479/2014 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2. Die Verfahrenskosten vor Bundesverwaltungsgericht von Fr. 1' 000.– wer- den der Beschwerdeführerin auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegen- den Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post. 3. Der Beschwerdegegnerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 500.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen, welche ihr von der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu entrichten ist. 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Kathrin Dietrich Oliver Herrmann A-2479/2014 Seite 12 Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Frist steht still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (Art. 46 Abs. 1 Bst. b BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 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