<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2001.00062</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=106048&amp;W10_KEY=13013579&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2001.00062</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 25.04.2001</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">4. Abteilung/4. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Straf- und Massnahmenvollzug</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Probezeit und Weisungen bei bedingter Entlassung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Eine Weisung an den bedingt Entlassenen, welche keine relevante resozialisierende Wirkung hat, ist unzulässig. Zuständigkeit und Kognition (E. 1). Voraussetzungen der Bemessung der Dauer einer Probezeit. I.c. keine Rechtsverletzung (E. 2). Da die Weisung, sich nachweislich um Zahlungsleistungen an den Kanton Zürich zu bemühen vorwiegend repressiven Charakter hat und finanziell motiviert ist, ist deren Gesetzmässigkeit mangels resozialisierender Wirkung zu verneinen (E. 3).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG">ANORDNUNG IM STRAF- UND MASSNAHMENVOLLZUG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: DAUER">DAUER</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ERZIEHERISCHE WIRKUNG">ERZIEHERISCHE WIRKUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: FINANZINTERESSE">FINANZINTERESSE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PROBEZEIT">PROBEZEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RESOZIALISIERUNGSZWECK">RESOZIALISIERUNGSZWECK</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: RÃCKFALLGEFAHR">RÃCKFALLGEFAHR</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WEISUNG">WEISUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 38 lit. II StGB</span><br/><span class="ungerade">Art. 38 lit. III StGB</span><br/><span class="gerade">Art. 59 lit. II StGB</span><br/><span class="ungerade">§ 38 lit. III VRG</span><br/><span class="gerade">§ 43 lit. II VRG</span><br/><span class="ungerade">§ 50 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 51 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>I. Mit Urteil vom 16. September 1998 bestrafte das Obergericht des Kantons ZÃ¼rich A wegen mehrfacher passiver Bestechung und weiterer Delikte mit vierein­halb Jahren Zuchthaus sowie einer Busse von Fr. 200'000.-; zudem wurde A ver­pflichtet, dem Staat den unrechtmÃ¤ssig erlangten VermÃ¶gensvorteil von Fr. 918'680.- ab­zuliefern. Zwei Drittel der Strafe hatte A per 14. Mai 2000 verbÃ¼sst. Das Amt fÃ¼r Jus­tizvollzug des Kantons ZÃ¼­rich lehnte die bedingte Entlassung mit einer ersten VerfÃ¼gung vom 7. Juni 2000 ab. Nach Aufhebung dieser VerfÃ¼gung und RÃ¼ckweisung der Sache durch den Regierungsrat ver­fÃ¼gte das Amt fÃ¼r Justizvollzug am 25. Juli 2000 die bedingte Entlassung von A auf den folgenden Tag unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren; gleichzeitig erteilte sie ihm die Weisung, "sich weiterhin nachweislich zu bemÃ¼hen, die ausstehenden Zahlungen an den Gesamtbetrag von Fr. 1'254'282.90 zu begleichen".</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Den von A dagegen eingereichten Rekurs wies die Direktion der Justiz und des Innern mit VerfÃ¼gung vom 12. Januar 2001 im Wesentlichen ab; allerdings beschrÃ¤nkte sie die Weisung insofern, als nachweisliche ZahlungsbemÃ¼hungen nur fÃ¼r die aus der Ab­schÃ¶pfung des unrechtmÃ¤ssigen VermÃ¶gensvorteils resultierende und noch Fr. 316'170.30 betragende Forderung verlangt werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Gegen diese VerfÃ¼gung liess A am 15. Februar 2001 rechtzeitig Beschwerde ans Verwaltungsgericht erheben mit folgenden AntrÃ¤gen:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>"In AbÃ¤nderung von Dispositiv Ziffer I der angefochtenen VerfÃ¼gung sei Ã¼ber die Dauer der Probezeit neu zu entscheiden und von der Erteilung einer Weisung an den BeschwerdefÃ¼hrer gÃ¤nzlich abzusehen;</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin."</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Justizvollzug und Vorinstanz ersuchten mit Eingaben vom 22./27. Februar bzw. 23./26. MÃ¤rz 2001 um Abweisung des Rechtsmittels.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Das Verwaltungsgericht zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. </span><span>a) § 43 Abs. 1 lit. g des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/ 8. Juni 1997 (VRG) schliesst die Beschwerde gegen Anordnungen betreffend den Vollzug von Strafen und Massnahmen grundsÃ¤tzlich aus. § 43 Abs. 2 VRG lÃ¤sst sie aber beispiels­weise zu, wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht offen­steht. Das trifft vorliegend zu (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwal­tungs­­rechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 43 N. 24 mit Hinwei­sen), weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Beschwerden betreffend die Anordnung aufgrund des kantonalen Straf- und Vollzugsgesetzes behandeln die Einzelrichter am Verwaltungsgericht (§ 38 Abs. 2 lit. b VRG). In FÃ¤llen von grundsÃ¤tzlicher Bedeutung kann die Entscheidung allerdings einer Kammer Ã¼bertragen werden (§ 38 Abs. 3 VRG). Da sich vorliegend teilweise grundsÃ¤tzli­che Fragen stellen, wird der Entscheid durch die Kammer gefÃ¤llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht kÃ¶nnen gemÃ¤ss § 50 Abs. 1 und 2 sowie § 51 VRG (in Ãbereinstimmung mit den bundesrechtlich geforderten Beschwerde­grÃ¼nden [Art. 98a Abs. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943/4. Ok­tober 1991 (OG) in Verbindung mit Art. 104 OG]) Rechtsverletzungen (einschliesslich des Ermessensmissbrauchs und der ErmessensÃ¼berschreitung) sowie die unrichtige oder unge­nÃ¼gende Feststellung des (entscheidungswesentlichen) Sachverhalts gerÃ¼gt werden. Dem Verwaltungsgericht ist demgemÃ¤ss die ErmessensprÃ¼fung versagt (KÃ¶lz/Bosshart/RÃ¶hl, § 50 N. 1; vgl. auch N. 91 letztes Beispiel).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) GemÃ¤ss Art. 38 Ziff. 2 StGB bestimmt die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde dem bedingt Entlassenen eine Probezeit, die mindestens ein und hÃ¶chstens fÃ¼nf Jahre dauert. Die LÃ¤nge der Probezeit bemisst sich einerseits nach dem aufgeschobenen Strafrest und anderseits nach der im Zeitpunkt der bedingten Entlassung anzunehmenden RÃ¼ckfallgefahr (vgl. Ste­fan Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 2. A., ZÃ¼rich 1997, Art. 38 N. 13; AGVE 1979 S. 189 Nr. 18). Dabei sind in analoger Anwendung der bundesgerichtlichen Recht­sprechung zur Probezeit bei bedingtem Strafvollzug nach Art. 41 StGB (BGE 95 IV 121 E. 1) die UmstÃ¤nde des Einzelfalles massgeblich, namentlich die PersÃ¶nlichkeit und der Charakter des Verurteilten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Meinung des BeschwerdefÃ¼hrers hÃ¤tte die Vorinstanz bei der Bemessung der Probezeit auf die TatumstÃ¤nde, die zu seiner Verurteilung gefÃ¼hrt hatten, nicht abstel­len dÃ¼rfen. Dieses Verbot ergebe sich unmissverstÃ¤ndlich aus dem RÃ¼ckweisungsentscheid des Regierungsrats vom 19. Juli 2000 zur Frage der bedingten Entlassung. Diese RÃ¼ge geht fehl. Der Regierungsrat hatte zwar ausgefÃ¼hrt, dass die Art des seinerzeitigen Delikts fÃ¼r die Prognose nicht entscheidend sei, gleichzeitig aber darauf hingewiesen, dass die Um­stÃ¤nde der Straftat insoweit beachtlich seien, als sie RÃ¼ckschlÃ¼sse auf die TÃ¤terpersÃ¶nlich­keit und auf das kÃ¼nftige Verhalten erlaubten. Dies entspricht der bundesgerichtlichen Pra­xis bei der Prognosestellung fÃ¼r die bedingte Entlassung (vgl. BGE 124 IV 193 E. 3; BGE 125 IV 113 E. 2a). In diesem Rahmen konnte die Vorinstanz die TatumstÃ¤nde somit ohne Rechtsverletzung berÃ¼cksichtigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Angesichts des offenen Strafrests im Zeitpunkt der bedingten Entlassung von weniger als anderthalb Jahren und angesichts des Umstandes, dass der BeschwerdefÃ¼hrer als ErsttÃ¤ter verurteilt wurde, erscheint eine Probezeit von drei Jahren als lang. Mit Recht verweist die Vorinstanz allerdings auf die Vielzahl von deliktischen Handlungen, die der BeschwerdefÃ¼hrer Ã¼ber eine "enorm lange Dauer" begangen hat. Diese lang andauernde Delinquenz mag durchaus als Anzeichen dafÃ¼r genommen werden, dass beim Beschwerde­fÃ¼hrer auch nach VerbÃ¼ssung von Ã¼ber zwei Dritteln der Zuchthausstrafe die Gefahr fÃ¼r den RÃ¼ckfall in ein dem frÃ¼heren langjÃ¤hrigen Muster Ã¤hnliches Verhalten noch nicht ge­bannt ist. Vor diesem Hintergrund haben die VollzugsbehÃ¶rden das ihnen bei der Festset­zung der Probezeit zustehende weite Ermessen nicht verletzt. Mit Bezug auf die Bemes­sung der Probezeit ist die Beschwerde demzufolge abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) GemÃ¤ss Art. 38 Ziff. 3 StGB kann die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde dem bedingt Ent­lassenen Weisungen Ã¼ber sein Verhalten wÃ¤hrend der Probezeit erteilen, insbesondere Ã¼ber BerufsausÃ¼bung, Aufenthalt, Ã¤rztliche Betreuung, Verzicht auf alkoholische GetrÃ¤nke und Schadensdeckung. Die Weisungen dÃ¼rfen indessen nicht vorwiegend oder ausschliesslich den Zweck verfolgen, dem Verurteilten Nachteile zuzufÃ¼gen. Sie dienen, wie die Schutz­aufsicht, dazu, die Gefahr der Begehung neuer Verbrechen oder Vergehen zu ver­hindern und/oder auf den Verurteilten erzieherisch einzuwirken und sollen mithelfen, die BewÃ¤h­rungschancen zu verbessern (BGE 107 IV 88 E. 3a, 94 IV 11 E. 1, 77 IV 71 E. 4, 71 IV 177 E. 1). Analog zum Zweck der Weisung beim bedingtem Strafvollzug (Art. 41 StGB; vgl. etwa BGE 108 IV 152 E. 3), muss auch die Weisung von Art. 38 StGB der Re­so­ziali­sierung des Betroffenen dienen (vgl. auch Trechsel, Art. 41 N. 34, Art. 38 N. 15). </span><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Strittig ist die dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegte Weisung, sich nachweislich um die Bezahlung des gemÃ¤ss Urteil vom 16. September 1998 abgeschÃ¶pften unrechtmÃ¤ssigen VermÃ¶gensvorteils im Restbetrag von Fr. 316'170.30 zu bemÃ¼hen. Die damalige AbschÃ¶p­fung von ursprÃ¼nglich Fr. 918'680.- stÃ¼tzte sich auf Art. 59 StGB. Ziff. 1 Abs. 1 dieser Be­stimmung sieht die Einziehung von VermÃ¶genswerten vor, die durch eine strafbare Hand­lung erlangt wurden. Sind solche VermÃ¶genswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt der Richter gemÃ¤ss Ziff. 2 Abs. 1 auf eine Ersatzforderung des Staates in gleicher HÃ¶he.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Das Gesetz sieht die MÃ¶glichkeit vor, dem bedingt Entlassenen Weisungen be­treffend die Schadensdeckung zu erteilen (Art. 38 Ziff. 3 StGB). Diese Weisung hat erzie­herische Wirkung und dient nicht nur den Interessen des Opfers, sondern kann auch einer VersÃ¶hnung zwischen TÃ¤ter und Opfer den Weg bereiten (vgl. Hans Schultz, EinfÃ¼hrung in den allgemeinen Teil des Strafrechts, 2. Band, 4. A., Bern 1982, S. 111). Es fragt sich, ob der bedingt Entlassene durch eine Weisung zur Bezahlung anderer, nicht dem Ausgleich zwischen TÃ¤ter und Opfer dienenden Schulden angehalten werden kann. Dabei ist vorab darauf hinzuweisen, dass die Rechtsprechung zu diesem Thema spÃ¤rlich ist. Immerhin hat das Bundesgericht in einem Ã¤lteren Entscheid die bei GewÃ¤hrung des bedingten Strafvoll­zugs erteilte Weisung zur Bezahlung der Verfahrenskosten als unzulÃ¤ssig betrachtet; die Weisung diente weniger der Erziehung des Verurteilten als den Finanzinteressen des Staa­tes (BGE 71 IV 177 E. 1). Als unzulÃ¤ssig gilt auch die Weisung an den Verurteilten, die ihm auferlegte Busse zu bezahlen (vgl. Trechsel, Art. 41 N. 41; AGVE 1984 S. 113 Nr. 29). </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Einziehung unrechtmÃ¤ssiger VermÃ¶gensvorteile im Sinn von Art. 59 StGB ver­folgt â wie das Bundesgericht zum frÃ¼heren Art. 58 StGB etwa formulierte â den Zweck, den TÃ¤ter nicht im Genuss eines durch strafbare Handlung erlangten Vorteils bleiben zulas­sen; ein strafbares Verhalten soll sich nicht lohnen. Die Einziehung unrechtmÃ¤ssig ver­lang­ter VermÃ¶gensvorteile nÃ¤hert sich vielmehr der Strafe und hat "repressiven Charakter" (BGE 105 IV 169 E. 1c). Die Einziehung steht somit im eigentlichen Gegensatz zum Reso­zialisierungszweck, welcher wie gesehen Voraussetzung fÃ¼r die Anordnung einer Weisung ist. So sieht das Gesetz gerade im Interesse der Wiedereingliederung die MÃ¶glichkeit vor, die Ersatzforderung zu reduzieren oder gÃ¤nzlich davon abzusehen (Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB; vgl. auch BGE 106 IV 336 E. 3b/bb). Die Einziehung von VermÃ¶genswerten zu­guns­ten des Staates verfolgt als repressive Massnahme somit einen anderen Zweck als die Verpflichtung des TÃ¤ters, den einem Opfer entstandenen Schaden zu ersetzen. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sind die fÃ¼r die Schadensdeckung geltenden GrundsÃ¤tze auf die Einziehung von VermÃ¶genswerten nicht analog anzuwenden. Als repressive Massnah­me steht die Ersatzforderung von Art. 59 Ziff. 2 StGB vielmehr der Busse nahe. Hat die gerichtlich angeordnete Ersatzforderung somit zur Hauptsache repressiven Charakter, gilt dies folglich auch fÃ¼r die hier getroffene zusÃ¤tzliche Weisung an den BeschwerdefÃ¼hrer, sich wÃ¤hrend der Probezeit um die Zahlung der Ersatzforderung zu bemÃ¼hen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Effektiv kÃ¶nnen denn auch keine ernsthafte Zweifel daran bestehen, dass die Wei­sung vor dem Hintergrund erfolgte, dass die Ersatzforderung vom im Ausland lebenden Be­schwerdefÃ¼hrer nur schwer erhÃ¤ltlich zu machen ist. Selbst wenn der umstrittenen Wei­sung am Rande auch eine erzieherische Wirkung zuzubilligen wÃ¤re, ist offensichtlich, dass diese deutlich hinter den repressiven Charakter und die finanzielle Mo­tivation der Anord­nung zurÃ¼ckfÃ¤llt. Daran Ã¤ndert auch der Umstand nichts, dass der Be­schwerdefÃ¼hrer mit der Weisung nicht ausdrÃ¼cklich zur Zahlung der Ersatzforderung ver­pflichtet wird, sondern dass lediglich nachweisliche BemÃ¼hungen verlangt werden â die Zielsetzung der Weisung bleibt dieselbe.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>d) Mangels einer relevanten resozialisierenden Wirkung ist die Weisung somit als unzulÃ¤ssig aufzuheben. Dies fÃ¼hrt insoweit zur Gutheissung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. ... </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet das Verwaltungsgericht:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die dem BeschwerdefÃ¼hrer mit VerfÃ¼­gung des Amts fÃ¼r Justizvollzug vom 25. Juli 2000 auferlegte und mit VerfÃ¼gung der Direktion der Justiz und des Innern vom 12. Januar 2001 teilweise bestÃ¤tigte Weisung, sich nachweislich um Zahlungen gemÃ¤ss Urteil vom 16. September 1998 zu bemÃ¼hen, vollstÃ¤ndig aufgehoben.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 917.-- werden zur HÃ¤lfte dem Beschwerde­fÃ¼hrer auferlegt und darÃ¼ber hinaus der Staatskasse belassen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Im Ãbrigen wird die Beschwerde abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>2. ...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>