A bteilung III C -1143/2006 {T 0/2} U rteil vom 7. Juni 2007 M itw irkung: R ichterin Beutler (Vorsitz); R ichter Trom m er; R ichter Vuille; G erichtsschreiber Segessenm ann. O ._______, Beschw erdeführer, vertreten durch H errn M artin Ilg, R echtsberatung, R äm istrasse 5, Postfach 464, 8020 Zürich 1, gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D er Beschw erdeführer reiste am 13. April 1991 in die Schw eiz ein und stellte hier ein Asylgesuch. D ieses G esuch w urde vom dam aligen Bundes- am t für Flüchtlinge (BFF; heute: Bundesam t für M igration [BFM ]) am 19. Juli 1994 abgelehnt und der Beschw erdeführer w urde aufgefordert, die Schw eiz bis zum 15. N ovem ber 1994 zu verlassen. B. Am 16. Septem ber 1994 heiratete er die Schw eizer Bürgerin X._______. G estützt auf diese Ehe reichte er am 16. Septem ber 1997 ein G esuch um erleichterte Einbürgerung ein. Im R ahm en des Einbürgerungsverfahrens unterzeichneten die Ehegatten am 21. Januar 1999 gem einsam eine Erklä- rung, w onach sie in einer tatsächlichen, stabilen ehelichen G em einschaft zusam m enleben w ürden und w eder Trennungs- noch Scheidungsabsich- ten hätten. In der Folge w urde der Beschw erdeführer am 7. M ai 1999 er- leichtert eingebürgert. C . D ie Ehe w urde am 4. Septem ber 2001 geschieden. Am 30. April 2002 hei- ratete der Beschw erdeführer die nigerianische Staatsangehörige Y._______, m it w elcher er vor der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin das Kind A._______, geboren 20. N ovem ber 1990, und w ährend der Ehe die zw ei w eiteren Kinder, B._______, geboren 25. D ezem ber 1995, und C ._______, geboren 29. Januar 2000, gezeugt hatte. D . Aus diesem G rund leitete das dam alige Bundesam t für Ausländerfragen (BFA; heute: Bundesam t für M igration [BFM ]) am 19. Februar 2002 gegen den Beschw erdeführer ein Verfahren betreffend N ichtigerklärung der er- leichterten Einbürgerung ein. E. M it Eingabe vom 21. M ärz 2002 (Eingang bei der Vorinstanz: 24. Juni 2002) nahm der Beschw erdeführer ein erstes M al Stellung zu dem von Seiten der Vorinstanz erhobenen Vorw urf, die erleichterte Einbürgerung erschlichen zu haben. F. Im Auftrag der Vorinstanz führte die Stadtpolizei Zürich m it der Ex-Ehefrau am 25. N ovem ber 2003 eine Befragung zur Sache durch. In der Folge erhielt der Beschw erdeführer am 7. Januar 2004 nochm als G elegenheit zur Stellungnahm e, w obei ihm eine Kopie des Befragungsprotokolls zuge- stellt w urde. G . M it Eingabe vom 12. Februar (recte: M ärz) 2004 verlangte der Beschw er- deführer, dass die Zeugenbefragung der Ex-Ehefrau zu w iederholen sei und ihm ein Teilnahm e- und Fragerecht einzuräum en sei. G leichzeitig be- antragte er eine Befragung seiner aktuellen Ehefrau als Zeugin. H . Am 30. M ärz 2004 erteilte das G em eindeam t des Kantons Zürich auf G e- such der Vorinstanz vom 24. M ärz 2004 die Zustim m ung zur N ichtigerklä- rung der erleichterten Einbürgerung des Beschw erdeführers. I. M it Verfügung vom 16. April 2004 erklärte die Vorinstanz die am 7. M ai 1999 erfolgte erleichterte Einbürgerung des Beschw erdeführers für nichtig. 3 Zur Begründung w urde im W esentlichen festgehalten, dass der Beschw er- deführer vor und w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin m it seiner heutigen Ehefrau drei aussereheliche Kinder gezeugt habe. Im Einbürge- rungsgesuch seien keine Kinder aufgeführt und auch im Erhebungsbericht der Stadtpolizei Zürich vom 2. April 1998 bestünden keine entsprechenden H inw eise. D as jüngste Kind sei zudem in der Zeit um die erleichterte Ein- bürgerung gezeugt w orden. Anlässlich der Scheidungsverhandlung vom 11. M ai 2001 habe der Beschw erdeführer ausgesagt, dass er im Ausland aus einer früheren Ehe ein Kind habe. Zudem habe er noch zw ei w eitere Kinder, w elche bei seiner M utter in N igeria leben w ürden und w elchen er auf freiw illiger Basis regelm ässig G eld schicke. Er stehe m it diesen Kin- dern in regelm ässigem telefonischen Kontakt. D ie Vorinstanz w eist zudem darauf hin, dass die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin, die w ährend im m er- hin sieben Jahren bestanden habe, kinderlos geblieben sei. Aus diesen U m ständen schliesst das BFM , dass die Beziehung zur heutigen Ehefrau m indestens seit anfangs 1990 bestehe, w ährend der Ehe m it der Schw ei- zer Bürgerin fortgeführt w orden sei und der Beschw erdeführer seinen fam i- liären Schw erpunkt bei der Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau gesetzt habe. Indem der Beschw erdeführer seine tatsächlichen Lebensverhältnis- se gegenüber der Einbürgerungsbehörde und w ohl auch gegenüber seiner schw eizerischen Ehefrau verheim licht habe, habe er die Einbürgerung er- schlichen. J. D er Beschw erdeführer reichte gegen diese Verfügung am 16. M ai 2004 Beschw erde ein beim Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartem ent (EJPD ). In der Beschw erde w ird beantragt, die erfolgte Einbürgerung sei ordnungsgem äss zu belassen. In verfahrensrechtlicher H insicht w erden die in der Parteieingabe vom 12. Februar 2004 gestellten prozessualen Anträge w iederholt. K. In der Vernehm lassung vom 21. Juli 2004 hält die Vorinstanz an ihrer Ver- fügung fest und beantragt die Abw eisung der Beschw erde. In seiner R eplik vom 23. Septem ber 2004 hält der Beschw erdeführer ebenfalls an seinen Anträgen fest. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VG G genannten Ausnahm en Beschw erden gegen Verfügun- gen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), w elche von einer der in Art. 33 VG G aufgeführten Behörden erlassen w urden. D arunter fallen gem äss Art. 51 Abs. 1 des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. Septem ber 1952 (BüG , SR 141.0) Verfügungen des BFM , die sich auf Art. 41 Abs. 1 BüG stützen.4 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Be- urteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Beschw erdediensten der D epartem en- te hängigen R echtsm ittel und w endet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VG G ). G em äss Art. 37 VG G richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht nach dem Vw VG , sofern dieses G esetz nichts anderes bestim m t. 1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschw erdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzw ürdiges Interesse an de- ren Aufhebung (vgl. Art. 48 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren [Vw VG , SR 172.021]). Auf die frist- und form gerecht beim EJPD eingereichte Beschw erde ist daher einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 Vw VG ). 2. 2.1 G em äss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der Ehe- schliessung m it einem Schw eizer Bürger ein G esuch um erleichterte Ein- bürgerung stellen, w enn sie insgesam t fünf Jahre in der Schw eiz gelebt hat, seit einem Jahr hier w ohnt und seit drei Jahren in ehelicher G em ein- schaft m it dem Schw eizer Bürger lebt. Ihre Einbürgerung setzt gem äss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass sie die schw eizerische R echtsord- nung beachtet und die innere oder äussere Sicherheit der Schw eiz nicht gefährdet. D ie Einbürgerungsvoraussetzungen m üssen sow ohl im Zeit- punkt der G esuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungsver- fügung erfüllt sein. Fehlt es im Zeitpunkt des Einbürgerungsentscheids an der ehelichen G em einschaft, darf die erleichterte Einbürgerung nicht aus- gesprochen w erden (BG E 129 II 401 E. 2.2 S. 403 m it H inw eis). 2.2 D er Begriff der ehelichen G em einschaft bedeutet nach der bundesgerichtli- chen R echtsprechung m ehr als nur das form elle Bestehen einer Ehe. Ver- langt w ird vielm ehr eine tatsächliche Lebensgem einschaft. Eine solche G em einschaft kann nur bejaht w erden, w enn der beidseitige W ille zu einer stabilen ehelichen G em einschaft intakt ist. D er G esetzgeber w ollte auslän- dischen Ehepartnern von schw eizerischen Staatsangehörigen die erleich- terte Einbürgerung erm öglichen, um die Einheit des Bürgerrechts der Ehe- gatten im H inblick auf eine gem einsam e Zukunft zu fördern. Zw eifel am W illen der Ehegatten, die eheliche G em einschaft aufrecht zu erhalten, sind beispielsw eise angebracht, w enn kurze Zeit nach der Einbürgerung das Scheidungsverfahren eingeleitet w ird (BG E 130 II 482 E. 2 S. 484 m it H inw eisen). Im W eiteren ist zu beachten, dass der G esetzgeber bei der Schaffung der M öglichkeit der erleichterten Einbürgerung für ausländische Ehegatten von Schw eizer Bürgern von einem traditionellen Verständnis der Ehe ausging, bei w elchem die Ehe aus Liebe eingegangen und die Be- gründung einer Lebensgem einschaft, w enn nicht gar die G ründung einer Fam ilie bezw eckt w ird. G em äss Art. 159 Abs. 3 des Schw eizerischen Zivil- gesetzbuches vom 10. D ezem ber 1907 (ZG B, SR 210) schulden die Ehe- gatten einander Treue und Beistand. Trotz gew andelter M oral- und Sexual- vorstellungen um fasst die eheliche Treue grundsätzlich im m er noch die 5 ungeteilte G eschlechtsgem einschaft (Verw altungspraxis der Bundesbehör- den [VPB] 67.104 E. 16). 2.3 D ie Einbürgerung kann m it Zustim m ung des H eim atkantons innert fünf Jahren für nichtig erklärt w erden, w enn sie durch falsche Angaben oder Verheim lichung erheblicher Tatsachen erschlichen w orden ist (Art. 41 Abs. 1 BüG ). D as blosse Fehlen der Einbürgerungsvoraussetzungen genügt nicht. D ie N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung setzt vielm ehr voraus, dass diese "erschlichen", d.h. m it einem unlauteren und täuschen- den Verhalten erw irkt w orden ist. Arglist im Sinne des strafrechtlichen Be- trugstatbestandes ist nicht erforderlich. Im m erhin ist notw endig, dass der Betroffene bew usst falsche Angaben m acht bzw . die Behörde bew usst in falschem G lauben lässt und so den Vorw urf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine erhebliche Tatsache zu inform ieren (vgl. BG E 132 II 113 E. 3.1 S. 114 f., 130 II 482 E. 2 S. 484, je m it H inw eisen). 2.4 W eiss die Partei, dass die Voraussetzungen für die erleichterte Einbürge- rung im Zeitpunkt der Verfügung erfüllt sein m üssen, und erklärt sie, in ei- ner stabilen Ehe zu leben, so hat sie die Behörde gestützt auf ihre M itw ir- kungs- bzw . Auskunftspflicht von Art. 13 Abs. 1 Bst. a Vw VG unaufgefor- dert über eine nachträgliche Änderung der Verhältnisse zu orientieren, von der sie w eiss oder w issen m uss, dass sie einer erleichterten Einbürgerung entgegensteht (BG E 132 II 113 E. 3.2 S. 115 f.). 2.5 Besteht auf G rund des Ereignisablaufs die tatsächliche Verm utung, die Einbürgerung sei erschlichen w orden, obliegt es dem Betroffenen, die Ver- m utung durch den G egenbew eis bzw . erhebliche Zw eifel um zustürzen, in- dem er G ründe bzw . Sachum stände aufzeigt, die es als überzeugend (nachvollziehbar) erscheinen lassen, dass eine angeblich noch w enige M o- nate zuvor bestehende tatsächliche ungetrennte eheliche G em einschaft in der Zw ischenzeit dergestalt in die Brüche gegangen ist, dass es zur Schei- dung kam (BG E 130 II 482 E. 3.2 S. 486). 3. D er Beschw erdeführer m acht in form eller H insicht geltend, es sei ihm kei- ne G elegenheit gegeben w orden, an der Zeugenbefragung seiner Ex-Ehe- frau ordnungsgem äss teilzunehm en und Ergänzungsfragen stellen zu las- sen. D am it w ird sinngem äss eine Verletzung des Anspruchs auf rechtli- ches G ehör gerügt. 3.1 D ie Befragung von Auskunftspersonen nach Art. 12 Vw VG (als solche w ur- de die Ex-Ehefrau angehört und nicht als Zeugin) hat in sinngem ässer An- w endung von Art. 18 Vw VG grundsätzlich in Anw esenheit der Parteien zu erfolgen, w obei Letzteren G elegenheit einzuräum en ist, Ergänzungsfragen stellen zu lassen. D ie Einvernahm e kann nur ausnahm sw eise ohne die Parteien stattfinden, w enn dies zur W ahrung w ichtiger öffentlicher oder pri- vater Interessen notw endig erscheint (BG E 130 II 169 E. 2.3.5 S. 174 m it H inw eisen sow ie U rteil des Bundesgerichts 5A.12/2006 vom 23. August 2006, E. 3.2). Auskünfte, w elche in M issachtung dieser Anforderungen erhoben w urden, dürfen nicht verw ertet w erden (BG E 130 II 169 E. 2.3.5 am Anfang).6 D iesbezügliche form elle R ügen sind verspätet, w enn die betroffene Partei nach Treu und G lauben (Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw ei- zerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) gehalten gew esen w äre, ihren Anspruch auf Teilnahm e an der Befragung bereits zu einem früheren Zeitpunkt geltend zu m achen (vgl. U rteile des Bundesge- richts 5A.24/2003 vom 19. M ai 2004, E. 2.3, und 5A.30/2004 vom 15. D e- zem ber 2004, E. 2.2). Eine allfällige G ehörsverletzung ist zudem als geheilt zu betrachten, w enn einer im erstinstanzlichen Verfahren von der Befragung ausgeschlossenen Partei von der Beschw erdeinstanz, w elche über die gleiche Kognition w ie die instruierende Behörde verfügt, nachträglich G elegenheit gegeben w ird, eine schriftliche Eingabe der Auskunftsperson einzureichen, die Partei die eingeräum te Frist jedoch ungenutzt verstreichen lässt (vgl. U rteil des Bun- desgerichts 5A.12/2006 vom 23. August 2006, E. 3.2). 3.2 W ie aus dem Sachverhalt hervorgeht, hat die Vorinstanz die Ex-Ehefrau des Beschw erdeführers am 25. N ovem ber 2003 durch die Stadtpolizei Zü- rich als Auskunftsperson befragen lassen. Am 7. Januar 2004 stellte das BFM dem Beschw erdeführer das Befragungsprotokoll zur Stellungnahm e zu, w orauf der Beschw erdeführer m it Eingabe vom 12. Februar (recte: M ärz) 2004 die W iederholung der Befragung in seiner Anw esenheit unter Einräum ung eines Fragerechts beantragte. D ie Vorinstanz liess die Einver- nahm e in der Folge zw ar nicht w iederholen, verzichtete jedoch in der an- gefochtenen Verfügung auf eine Verw ertung der Aussagen der Ex-Ehefrau des Beschw erdeführers anlässlich der Befragung vom 25. N ovem ber 2003. 3.3 Es bestehen keine konkreten H inw eise, dass der Befragung der Ex-Ehe- frau in Anw esenheit des Beschw erdeführers w esentliche öffentliche oder private Interessen entgegengestanden hätten. D ie R üge der Verletzung des rechtlichen G ehörs ist zudem zw eifellos rechtzeitig vorgebracht w or- den. Als entscheidend erw eist sich vorliegend indessen, dass der rechtserhebli- che Sachverhalt schon vor der Befragung der Ex-Ehefrau hinreichend er- stellt w ar. Im dam aligen Zeitpunkt lagen dem BFM näm lich bereits die voll- ständigen Einbürgerungs- und Scheidungsakten vor. Aus den erw ähnten U nterlagen ergibt sich - w ie nachfolgend aufzuzeigen ist - eine erdrücken- de Indizienlage, bei w elcher die Vorinstanz gestützt auf den G rundsatz der freien Bew eisw ürdigung von vornherein auf die Anordnung dieser Bew eis- m assnahm e hätte verzichten dürfen (vgl. zu den Voraussetzungen der an- tizipierten Bew eisw ürdigung: BG E 130 II 425 E. 2.1 S. 429 m it H inw eisen) und sich stattdessen auf die Einräum ung des rechtlichen G ehörs zum ak- tenkundigen äusseren Ablauf der Ereignisse hätte beschränken können. H at die Vorinstanz nach dem G esagten ein von vornherein nicht erforderli- ches Bew eism ittel erhoben und dessen Inhalt in der angefochtenen Verfü- gung w eder zu G unsten noch zu U ngunsten des Beschw erdeführers ver- w ertet, so kann in der im pliziten - auf Vernehm lassungsstufe ausdrücklich 7 bestätigten - W eigerung des BFM , die Befragung der Ex-Ehefrau in Anw e- senheit des Beschw erdeführers zu w iederholen, keine Verletzung des rechtlichen G ehörs gesehen w erden. 4. In m aterieller H insicht ergeben sich im vorliegenden Fall aus den Akten ei- ne Vielzahl gew ichtiger H inw eise, w elche darauf schliessen lassen, dass der Beschw erdeführer m it der Schw eizer Bürgerin keine stabile eheliche G em einschaft im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis führte und diesen U m stand gegenüber den Einbürgerungsbehörden bew usst verheim lichte. 4.1 So erfolgte die H eirat des Beschw erdeführers m it der Schw eizer Bürgerin zw ei M onate nach der Ablehnung seines Asylgesuchs und stand dam it in einem sehr engen zeitlichen Zusam m enhang zu seiner Verpflichtung, die Schw eiz verlassen zu m üssen. Bei der dam aligen Ehegattin handelte es sich um eine ursprünglich aus der D om inikanischen R epublik stam m ende Prostituierte, w elche sich w eniger als zw ei Jahre zuvor nach kurzer Ehe- dauer von ihrem früheren Ehegatten, durch den sie das Schw eizer Bürger- recht erlangt hatte, hatte scheiden lassen. In zeitlicher H insicht fällt vorliegend zudem auf, dass der Beschw erdefüh- rer das G esuch um erleichterte Einbürgerung zum frühestm öglichen Zeit- punkt, genau drei Jahre nach der Eheschliessung, eingereicht hatte. D en Akten des Scheidungsverfahrens ist ferner zu entnehm en, dass die Auflö- sung des gem einsam en H aushalts bereits w enige M onate nach der er- leichterten Einbürgerung vom 7. M ai 1999 erfolgte. N achdem am 4. Sep- tem ber 2001 die Scheidung ausgesprochen w orden w ar, erklärte der Be- schw erdeführer kurze Zeit später, am 19. D ezem ber 2001, in Zürich die Anerkennung seiner drei Kinder. Im Januar 2002 w urde er sodann bei der G em einde Bubikon vorstellig zw ecks Vorbereitung der Eheschliessung und N achzugs der Fam ilie. W eniger als acht M onate nach der Scheidung von der Schw eizer Bürgerin heiratete er schliesslich seine aktuelle Ehefrau und zog seine Fam ilie nach. Bei der heutigen G attin handelt es sich um die M utter der drei Kinder des Beschw erdeführers. D ie Kinder w urden vor und w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin gezeugt. G em äss dem Protokoll der Scheidungsver- handlung unterstützte der Beschw erdeführer die Kinder w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin auf freiw illiger Basis m it regelm ässigen Zahlun- gen und unterhielt einen intensiven telefonischen Kontakt zu ihnen. D em - gegenüber blieb die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin kinderlos. 4.2 Auf G rund einer G esam tw ürdigung dieser einzelnen Sachverhaltselem ente besteht die tatsächliche Verm utung, dass der R ekurrent durch das Einge- hen der Ehe m it einer Schw eizer Bürgerin nicht beabsichtigte, eine dem schw eizerischen R echtsverständnis entsprechende, auf D auer und Aus- schliesslichkeit ausgerichetete Lebensgem einschaft zu begründen. Viel- m ehr lassen die objektiven U m stände verm uten, dass er seinen fam iliären Schw erpunkt stets bei seiner nigerianischen Partnerin und den gem einsa- m en Kindern behalten hat und die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin im W e- sentlichen nur zur Verfolgung seiner persönlichen (ausländerrechtlichen) 8 Ziele eingegangen ist und dies im Einbürgerungsverfahren w issentlich ver- schw iegen hat. 5. 5.1 D em hält der Beschw erdeführer auf R ekursebene entgegen, er habe nie unw ahre Angaben m achen oder w esentliche Tatsachen verschw eigen w ol- len. Es sei ihm nicht m itgeteilt w orden, dass er auf dem Einbürgerungsfor- m ular alle ausserehelichen Kinder hätte angeben m üssen. Er sei vielm ehr davon ausgegangen, dass dort nur die Kinder, w elche in die Einbürgerung m iteinbezogen w erden sollten, aufzuführen seien. D a er das Sorgerecht nicht gehabt habe, sei ein Einbezug der Kinder von vornherein nicht in Fra- ge gekom m en. Ausserdem habe er seiner dam aligen Ehefrau - auch w enn sie gegenseitig aussereheliche Beziehungen für die D auer der Ehe be- w usst zugelassen hätten - die Seitensprünge m it seiner Jugendfreundin verschw eigen w ollen, um ihr keine unnötigen Sorgen zu m achen, denn er habe fest an eine gem einsam e Zukunft geglaubt. Eine eheliche Beziehung und G em einschaft habe vor und bis zum Abschluss des Einbürgerungsver- fahrens bestanden. Aus dem Protokoll der Scheidungsverhandlung gehe hervor, dass es sich um eine Liebesheirat gehandelt habe und dass der Beschw erdeführer den gem einsam en H aushalt erst kurz vor der Schei- dungsverhandlung aufgegeben habe. 5.2 D as Vorbringen, das Einbürgerungsform ular nicht bzw . falsch verstanden zu haben, ist als blosse Schutzbehauptung zu qualifizieren. W äre dem Be- schw erdeführer effektiv nicht klar gew esen, ob er unter der R ubrik "U nver- heiratete ausländische Kinder unter 18 Jahren" auch seine aussereheli- chen Kinder hätte angeben m üssen, obw ohl deren Einbürgerung nicht zur D iskussion gestanden sei, so hätte er sich bei pflichtgem ässer Sorgfalt entsprechend erkundigen m üssen. Eine M itteilungspflicht seitens der Ein- bürgerungsbehörde kann diesbezüglich nicht angenom m en w erden. D ass es sich beim Verschw eigen der ausserehelichen Kinder nicht um ein blos- ses M issverständnis handelte, geht auch aus dem Erhebungsbericht zur erleichterten Einbürgerung hervor, gab der Beschw erdeführer doch gegen- über der Stadtpolizei Zürich bezüglich seiner Personalien ebenfalls zu Pro- tokoll, keine Kinder zu haben. W enn der Beschw erdeführer das Verschw eigen der Kinder schliesslich da- m it zu begründen versucht, dass er die eheliche Beziehung nicht habe be- lasten w ollen, ist darauf hinzuw eisen, dass das erste der drei Kinder offen- sichtlich nicht aus einem "Seitensprung" heraus entstanden ist, sondern bereits vor der Einreise des Beschw erdeführers in die Schw eiz gezeugt w urde. D as Verheim lichen dieses vorehelichen Kindes kann folglich nicht m it dem angeblichen Bestreben des Beschw erdeführers, seiner dam aligen G attin die ausserehelichen Sexualkontakte m it seiner "Jugendliebe" zu verschw eigen, erklärt w erden. Im Ü brigen ist es - in der Annahm e, der Beschw erdeführer habe m it seiner dam aligen Schw eizer G attin eine tatsächliche eheliche Beziehung geführt - als eher unw ahrscheinlich zu betrachten, dass es ihm gelungen w äre, die 9 Existenz seiner drei Kinder w ährend Jahren zu verheim lichen. D ies um so m ehr, als auf G rund der Scheidungsakten davon auszugehen ist, dass der Beschw erdeführer auch w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin ei- nen intensiven telefonischen Kontakt zu seinen Kindern pflegte und diese regelm ässig finanziell unterstützte. Vor diesem H intergrund ist das angebli- che Interesse an der G eheim haltung der "Seitensprünge" ernsthaft in Zw eifel zu ziehen. 5.3 Sow eit der Beschw erdeführer anführt, die Ehe m it der Schw eizer Bürgerin sei eine Liebesheirat gew esen, handelt es sich sodann um eine Behaup- tung, w elche in den Akten keine überzeugende Stütze findet. Zw ar sind den Einbürgerungsunterlagen drei schriftliche R eferenzen von angeblichen Bekannten beigelegt. D iese Schreiben sind jedoch derart oberflächlich und kurz gehalten, dass ihnen vor dem H intergrund der im heutigen Zeitpunkt bestehenden erdrückenden Indizienlage kein entscheidender Bew eisw ert zugem essen w erden kann. 5.4 Als schlicht tatsachenw idrig ist im Ü brigen die Behauptung zu bezeichnen, w onach sich aus dem Protokoll der Scheidungsverhandlung ergebe, dass der gem einsam e H aushalt erst kurz vor der Scheidungsverhandlung auf- gelöst w orden sei. Vielm ehr ist im erw ähnten Protokoll die - unw iderspro- chen gebliebene - Aussage des R echtsvertreters der Ex-Ehefrau festge- halten, dass die Parteien bereits seit zw ei Jahren getrennt gelebt hätten. 5.5 Vor diesem H intergrund sind auch die auf Beschw erdeebene gestellten Bew eisanträge auf (erneute) Befragung der Ex-Ehefrau sow ie der aktuel- len Ehepartnerin abzuw eisen, zum al sich der vom Beschw erdeführer be- hauptete U m stand, dass er und seine Ex-Ehefrau aussereheliche Bezie- hungen bew usst zugelassen hätten, in casu als letztlich unerheblich er- w eist. Ferner kann auch auf eine Einvernahm e der heutigen Ehefrau ver- zichtet w erden. Selbst w enn Letztere - w ie in der Beschw erde geltend ge- m acht - im R ahm en einer persönlichen Befragung erklären w ürde, die w ährend der Ehe m it der Schw eizer Bürgerin gezeugten Kinder seien le- diglich das Ergebnis sogenannter "Seitensprünge", w äre eine solche Aus- sage angesichts der erdrückenden Indizienlage, w elche gegen diese Sach- verhaltsdarstellung spricht, aller Voraussicht nach nicht geeignet, die Be- w eislage in erheblicher W eise zu beeinflussen. Schliesslich w ird in der Beschw erde nicht w eiter substantiiert, w elche w eiteren Aussagen die er- w ähnten Personen zu G unsten des Beschw erdeführers zu m achen im stan- de sein sollen. 5.6 Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die Ausführungen des Be- schw erdeführers nicht geeignet erscheinen, die tatsächliche Verm utung des Bestehens einer "Bürgerrechtsehe" um zustossen. Folglich ist es als hinreichend erstellt zu betrachten, dass er die erleichterte Einbürgerung durch falsche Angaben und Verheim lichung erheblicher Tatsachen erschli- chen hat im Sinne von Art. 41 Abs. 1 BüG . 6. D ie angefochtene Verfügung erw eist sich schliesslich auch als verhältnis- m ässig. D er Beschw erdeführer m acht zw ar geltend, sein langjähriger Auf- enthalt in der Schw eiz und der lange Zeitablauf seit der erleichterten Ein-10 bürgerung liessen die N ichtigerklärung der Einbürgerung im heutigen Zeit- punkt als unverhältnism ässig erscheinen. D iesbezüglich ist hingegen zu beachten, dass die N ichtigerklärung innerhalb der gesetzlichen Frist von fünf Jahren erfolgte und das erstinstanzliche Verfahren nicht zuletzt auch durch das Verhalten des Beschw erdeführers bzw . seines R echtsvertreters in die Länge gezogen w urde. D er Vollständigkeit halber ist im Ü brigen fest- zuhalten, dass die N ichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung nicht zw ingend die Beendigung des Aufenthalts des Beschw erdeführers und sei- ner Fam ilie in der Schw eiz zur Folge hat. D arüber w ird vielm ehr im R ah- m en des ausländerrechtlichen Verfahrens zu befinden sein. 7. Zusam m enfassend erw eist sich die angefochtene Verfügung vom 16. April 2004 als bundesrechtskonform . D ie Beschw erde vom 16. M ai 2004 ist da- her abzuw eisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 700.- dem Beschw erdeführer aufzuerlegen und m it dem am 10. Juni 2004 ge- leisteten Kostenvorschuss in gleicher H öhe zu verrechnen (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 3 lit. b des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D em Beschw erdeführer w erden die Verfahrenskosten von Fr. 700.- aufer- legt. D iese w erden m it dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in glei- cher H öhe verrechnet. 3. D ieses U rteil w ird eröffnet: - dem Beschw erdeführer (m it G erichtsurkunde; Beilage: angefochtene Verfügung im O riginal) - der Vorinstanz (eingeschrieben; D ossier retour) D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R uth Beutler Thom as Segessenm ann R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w er- den (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it Angabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D er angefochtene Entscheid und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BG G ). Versand am :