B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-2077/2012 U r t e i l v o m 2 8 . J a n u a r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), Richter Daniel Willisegger, Richter Bruno Huber, Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. Parteien A._______, (…), Iran, vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. März 2012 / N (…). E-2077/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein ethnischer Kurde, verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge im März 2006, gelangte über die Türkei, wo er sich über ein Jahr lang aufhielt, am 7. September 2008 in die Sc hweiz und suchte am gleichen Tag um Asyl nach. Am 8. und 13. Oktober 2008 wurde er im Transitzentrum (heute: Empfangs - und Verfahrenszentrum) B._______ befragt. Am 21. September 2009 folgte eine einlässliche A n- hörung durch das Bundesamt. Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, sein Onkel C._______ sei Schriftsteller gewesen und habe sich aktiv für die Rechte der Kurden eingesetzt. Deshalb sei er im Irak getötet worden. Sein Vater sei daraufhin nach Teheran umgesiedelt und habe seinem Familienn a- men "D._______" vorangestellt. Der Beschwerdeführer habe sich seit seiner Kindheit für kurdische Fragen interessiert und seit dem Jahre 2000 mit der im Iran verbotenen Demokratischen Kurdischen Partei (DKP bzw. Komela) sympathisiert . S päter habe er für diese Pr opaganda gemacht, indem er mit Leuten über die Partei und deren Statuten gesprochen habe. Zudem habe er mit Kollegen der Firma, wo er gearbeitet habe, politisiert. Eines Tages habe ihn einer dieser Bekannten , E._______, angefragt, ob er an einer Befreiungs aktion von zehn inhaftierten Studenten mithelfen wolle. Er habe eingewilligt, bei der Organisation der Ausreise dieser Pe r- sonen mitzuhelfen. Dazu habe er mit seinem Kollegen F._______ Kontakt aufgenommen, der ihm seine Hilfe zugesagt habe. Da E._______ jedoch unbedingt F._______ habe kennenlernen wollen und beim Erwähnen se i- nes Verwandten G._______ suspekt reagiert habe, sei er ihm gegenüber misstrauisch geworden. Schliesslich habe er einem Treffen von F._______ mit E._______ bei einem privaten Garten in H._______ zuge- stimmt, F._______ jedoch nicht kommen lassen. Am 7. oder 10. Dezember 2005 (16. oder 19. Azar 1384) sei er mit E._______ dorthin gefahren und er habe diesem erklärt, dass F._______ selbständig dorthin gelange. Vor dem Garten angekommen, habe E._______ beim Ausstei- gen aus dem Auto die Statuten der kurdischen Parteien, welche er von ihm erhalten habe, fallen lassen. Nachdem E._______ an das Tor g e- klopft habe, seien mehrere Personen aufgetaucht und hätten das Auto umzingelt. Der Beschwerdeführer habe jedoch mit dem Auto fliehen kö n- nen und sich zu seinem Kollegen I._______ begeben. Als er mit seiner Ehefrau telefoniert habe, habe diese ihm mitgeteilt, dass Personen zu ihr gekommen seien. Er sei nach Hause gefahren und dort festgenommen E-2077/2012 Seite 3 worden. In d er Folge sei er in verschiedenen Gefängnissen festgehalten und dabei geschlagen, gefoltert und befragt worden. Nachdem er sich dazu bereit erklärt habe, mit den Behörden zusammen zuarbeiten – er hätte F._______ und G._______ ausliefern müssen – und mehrere Fami- lienangehörige für ihn Garantieerklärungen und Kautionen hinterlegt hä t- ten, sei er im Februar/März 2006 (Esfand 1384) freigelassen worden. Er sei noch im selben Monat von zu Hause weggegangen , habe sich in klei- nen Dörfern um J._______ aufgehalten und sei danach in die Türkei g e- reist. Ferner machte der Beschwerdeführer gel tend, er sei wegen seiner kurdischen Abstammung und seines sunnitischen Glaubens in der Schule schikaniert worden. Zudem habe er wegen Alkoholkonsums Probleme mit Beamten gehabt. Einmal seien er und seine Frau unterwegs von Bea m- ten angehalten worden , wobei ein Gewehrlauf ins Auto gerichtet worden sei, worauf es zu einer Auseinandersetzung gekommen sei und er mitg e- nommen worden sei. Seit seiner Einreise in die Schweiz sei er exilpol i- tisch tätig. Er sei Sympathisant der DVF (Demokratischen Vereinigung für Flüchtlinge), habe bei deren Radiosendung " (…)" einmal ein selbstve r- fasstes Gedicht über Neda Aghasoltan vorgelesen und an verschiedenen Demonstrationen teilgenommen. Für den Inhalt der weiteren Aussagen und Einzelheiten wird auf die Akten verwiesen. Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte d er Beschwerdefüh- rer zur Untermauerung seiner Vorbringen folgende Beweismittel ein: – drei Gerichtsvorladungen: Nr. (…) vom (…)1385 ([…] 2006), Nr. (…) vom (…)1386 ([…] 2007), Nr. (…) vom (…)87 ([…] 2008), – Kreditkarte, – Foto des Beschwerdeführers in Handschellen, – zwei Fotos aus Internet vom (…) 2009 (Kopie), – Fotos von Demonstrationen in [diverse Städte] (für die Zeit vom 1. Mai 2009 bis 13. November 2010) – Scheidungsunterlagen, – Mittelschuldiplom, – fremdsprachige Eingabe des Beschwerdeführers, – mehrere Artikel des Beschwerdeführers im Internet, – Mitgliederausweis des DVF in Kopie, – eine CD mit Radiosendungen "(...)" der DVF vom 14. Juli 2010 bis 23. Februar 2011, – Internetausdrucke von Bildern "(...)". E-2077/2012 Seite 4 B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 22. März 2012, eröffnet am 26. März 2012, fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es dessen Wegwei- sung aus der Schweiz an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass die geltend gemachten Vorbringen weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüch t- lingseigenschaft standhalten würden. Den Vollz ug in den Iran befand die Vorinstanz für zulässig, zumutbar und möglich. Auf die weitere Begrü n- dung wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. C. Mit Eingabe vom 19. April 2012 (Poststempel) an das Bundesverwa l- tungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seinen damaligen Rechtsvertreter die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Gewährung der vorläufigen Au f- nahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei auf die Erhebung eines Ko s- tenvorschusses und von Verfahrenskosten zu verzichten. Es sei die au f- schiebende Wirkung herzustellen. Auf die Begründung wird, soweit w e- sentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Gleichzeitig wurden ein fremdsprachiger Artikel vom (…) 2012 und Kopien von angeb- lichen Banküberweisungen eingereicht. Mit Eingabe vo m 24. April 2012 wurden weitere fremdsprachige Beweis- mittel in Kopie ( angeblich Konfiszierungsformular des iranischen Grun d- buchamtes, Bankscheck, Schreiben von K._______ mit Notiz des "Staatsanwalts" und Schreiben des Beschwerdeführers) nachgereicht. D. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 26. April 2012 wurde der En t- scheid über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfü h- rung auf einen späteren Zeitpunkt verscho ben und auf die Erhebung e i- nes Kostenvorschusses verzichtet. Gleichzeitig wurde der Beschwerd e- führer dazu aufgefordert, eine Fürsorgebestätigung sowie eine Überse t- zung der eingereichten fremdsprachigen Beweismittel nachzureichen. Zudem wurde festgestellt, dass auf die weiteren Anträge zu einem spät e- ren Zeitpunkt zurückgekommen werde. E. Mit Eingabe vom 2. Juni 2012 teilte der Rechtsvertreter mit, dass er aus E-2077/2012 Seite 5 gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gewesen sei, Fristen einz u- halten. F. In ihrer Vernehmlassung vom 7. Juni 2012 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde dem Beschwerdeführer am 12. Juni 2012 vom Bundesverwaltungsgericht zur Kenntnis gebracht. G. Mit Eingabe vom 27. November 2012 reichte der Beschwerdeführer durch seinen aktuellen Rechtsvertreter mehrere von ihm verfasste fremdspra- chige exilpolitische Artikel sowie eine CD mit Radiosendungen als B e- weismittel zu den Akten. Gleichzeitig wies er auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des EGMR (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte) hin. H. Am 18. Dezember 2012 reichte er weitere fremdsprachige, regimekrit i- sche Artikel samt deutscher Übersetzungen , mehrere Internetausdrucke, eine Pressemitteilung der DVF vom 26. Oktober 2011 und Schreiben der europäischen Ze ntrale der "Parti Démocratique du Kurdistan d'Iran" (PDK-I) vom (…) 2012 ein. I. Mit Eingabe vom 3. Dezember 2013 ergänzte der Beschwerdeführer se i- ne Beschwerde mit weiteren Beweismitteln (CD seines "blockierten Weblogs" für die Zeit vom 16. A pril 2009 bis 10. November 2012, drei im Internet veröffentlichte Artikel vom (…) Februar 2013, (…) März 2013 und (…) Oktober 2013 samt deutscher Übersetzung) und führte aus, er sei weiterhin exilpolitisch tätig. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden E-2077/2012 Seite 6 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu d en B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig , ausser bei Vorliegen eines Au s- lieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwa l- tungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem V wVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änd e- rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die Verlet zung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). E-2077/2012 Seite 7 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Grundsätzlich sind die Vorbringen eines Gesuchstellers dann glau b- haft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesen t- lichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logi k entbeh- ren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung wide r- sprechen. Darüber hinaus muss der Gesuchsteller persönlich glaubwü r- dig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er seine Vorbringen auf gefälschte oder verfälsch te Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn er wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Beschwerdeführers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die fü r die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzu - stellen (Art. 7 AsylG; vgl. BVGE 2010/57 S. 826 ff., m.w.H.). 4. 4.1 Das Bundesamt begründete seinen ablehnenden Entscheid im W e- sentlichen damit, der Beschwerdeführer habe sich in zentralen Punkten seiner Asylvorbringen in mehrere Widersprüche und Ungereimtheiten verstrickt. So habe er bezüglich seiner Fahrt nach L._______, um seinen Kollegen F._______ dort abzuholen und diesen zum vereinbarten Tre f- fend mit E._______ zu bringen, anlässlich der Befragung im EVZ ausg e- sagt, er sei alleine nach Teheran zurückgekehrt, währenddem er bei der Bundesanhörung angegeben habe, mit seinem Kollegen F._______ nach Teheran zurückgekehrt zu sein und diesen zu seiner Familie gebracht zu haben. Weiter habe er bezüglich des Treffens mit E._______ beim Garten in H._______ und der Statuten der kurdischen Partei , die er E._______ übergeben habe, sowie zur Festnahme von E._______ unterschiedliche Angaben gemacht. Ausserdem könne nicht nachvollzogen werden, we s-E-2077/2012 Seite 8 halb der Beschwerdeführer nach der Flucht vom Garten noch nach Ha u- se zurückgekehrt sei, insbesondere nachdem er von seiner Frau telef o- nisch erfahren habe, dass Personen zu ihnen nach Hause gekommen seien, da er hätte annehmen können, dass diese ihm auflauern und fes t- nehmen würden. Aus diesen Gründen könne die geltend gemachte Ve r- folgung nicht geglaubt werden. An dieser Einschätzung würden die einge- reichten Beweismittel nichts ändern. So handle es sich bei den Vorladun- gen um nicht fälschungssichere und im Iran leicht käuflich erwerbbare Dokumente. Zudem sei nicht nachvollziehbar, dass die Behörden den Beschwerdeführer am (…)1385 ([…] 2006) und damit erst ein halbes Jahr nach Verlassen seines Hauses ([…]1384 resp. (…) 2006) vorgeladen hät- ten, zumal er bereit gewesen sei , mit den Behörden zu kooperieren. Nicht nachvollziehbar sei auch die Frist, wonach er sich erst drei Monate nach der Vorladung beim Gericht habe melden müssen. Bezüglich der beiden weiteren an K._______ gerichteten Gerichtsvorladungen, wonach K._______ den Beschwerdeführer innerhalb von 20 Tagen dem Gericht zuführen sollte beziehungsweise wonach die Besitztümer eingezog en würden, sei dieser Umstand zu bezweifeln, da der Beschwerdeführer a n- gegeben habe, seine Schwester, seine Mutter und sein Schwiegervater hätten für ihn gebürgt. Bei K._______ handle es sich jedoch um keine dieser drei Personen. Bezüglich der Kreditkarte aus dem Gefängnis und des Fotos, das den Beschwerdeführer in Handschellen im Gericht zeige, sei fragwürdig, wie der Beschwerdeführer in deren Besitz gelangt sei. Es sei anzunehmen, dass die Kreditkarte , sollte diese authentisch sein, ihm bei der Freilassung hätte zurückgegeben werden müssen. Zudem sei un- glaubhaft, die iranischen Behörden hätten zugelassen, dass ein Häftling im Gerichtsgebäude fotografiert werde und dieses Foto in dessen Besitz gelange. Den weiteren Beweismitteln (Angestelltenausweis, Abschl uss- diplom, Identitätskarte in Kopie, Ehevertrag, Scheidungsurteil, Mitgliede r- ausweis Sportclub, Bibliothek und Fahrergenossenschaft) könnten keine Hinweise auf eine asylrelevante Verfolgung entnommen werden. Schliesslich kam die Vorinstanz zum Schluss, das s es sich bei den vo r- gebrachten Benachteiligungen des Beschwerdeführers wegen seiner kurdischen Abstammung und Zugehörigkeit zum sunnitischen Glauben um Diskriminierungen handle, welche die gesamte kurdische Minderheit im Iran in gleichem Masse treffe n würden und in ihrer Gesamtheit keine asylrelevante Verfolgung auf wiesen, so dass sich der Beschwerdeführer nur durch eine Flucht ins Ausland hätte entziehen können. Diese Vor- kommnisse würden auch zu weit zurückliegen, als dass sie einen direkten Zusammenhang mit der Ausreise im Jahre 2006 aufweisen könnten. Bei den weiteren Massnahmen gegen den Beschwerdeführer – Kontrolle E-2077/2012 Seite 9 nach einem Fest, bei dem er Alkohol getrunken habe und das Anhalten seines Autos, als er mit seiner Frau unterwegs gewesen sei – handle es sich um Massnahmen aufgrund der rigiden Kleider - und Verhaltensregeln im Iran, an welche sich die gesamte iranische Gesellschaft halten müsse. Überdies habe der Beschwerdeführer diese Vorfälle jeweils durch Best e- chung respektive ein Telefonat regeln können. Was die geltend gemachte exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers in der Schweiz betreffe , ergebe sich aus dessen Ausführungen sowie den eingereichten Bewei s- mitteln kein derart herausragendes exilpolitisches Profil, dass dieses ihn als konkrete Bedrohung für das iranische Regime erschei nen liesse. Sei- ne Tätigkeiten seien vergleichbar mit denjenigen vieler in der Schweiz exilpolitisch tätiger Iraner. Auch aus seiner Tätigkeit als Mitglied und R a- diomoderator der DVF sei nicht ersichtlich, dass er sich dadurch in sp e- zieller Form als ernstzunehmender Regimegegner exponiert hätte. Seine Aktivitäten seien aufgrund der gesamten Umstände nicht geeignet, ihn als eine Person mit klar definierten oppositionspolitische n Vorstellungen und persönlichem Agitationspotenzial, welche zu einer Gefahr für das Regime werden könnte, erscheinen zu lassen. Sein Verhalten in der Schweiz sei insgesamt betrachtet nicht geeignet, ein ernsthaftes Vorgehen der iran i- schen Behörden zu bewirken. 4.2 Der Beschwerdeführer hält dazu in seiner Rechtsmitteleingabe fest, zwar bestünden gewisse Widersprüche in seinen Aussagen, die eine r- seits durch die schwachen Schilderungen und die unpräzise Erzählung, andererseits auch durch das Durcheinander von unprofessioneller Do l- metscherarbeit zustande ge kommen seien. Es habe wegen der Kompl e- xität seiner Vorbringen Missverständnisse gegeben, nicht zuletzt weil Farsi keine präzise Sprache und er kein Akademiker sei. Deshalb habe er sich geweigert, die Protokolle zu unterzeichnen. Eine Gesamtwürdigung der Aussagen und ein Vergleich mit den Beweismitteln hätten jedoch g e- zeigt, dass diese wahr seien. E s bestünde im Iran ein offenes Dossier gegen ihn. Er sei rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, weshalb er bei einer Rückkehr mit einer Inhafti erung rechnen müsse. Es seien deshalb bei den zuständigen iranischen Gerichtsbehörden Abklä- rungen vorzunehmen . Er sei beim geschilderten Angriff durch Agenten nur deshalb nach Hause gefahren, weil er zu diesem Zeitpunkt nicht g e- wusst habe, dass E._______ ein Agent sei. Zudem habe er seine Frau nicht im Stich lassen wollen. Schliesslich sei er nach Sicherheitsleistun- gen seines Schwiegervaters, seiner Mutter und seiner Schwester aus dem Gefängnis entlassen worden. Nach seiner Flucht müssten diese nun mehrere Jahre Geld zahlen. Der Beschwerdeführer habe seit seiner E-2077/2012 Seite 10 Scheidung keinen Zugang zu den Gerichtsakten. Gemäss Auskunft se i- ner Ex-Frau soll gegen ihn eine vier jährige Freiheitsstrafe wegen "Aktivi- täten gegen das Regime und illegalem Waffenhandel" verhängt w orden sein. Im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens machte der Beschwerdeführer unter Beilage entsprechender Beweismittel geltend, K._______ sei seine Schwiegermutter und eigentliche Eigentümerin der Wohnung, mit deren Besitzurkunde sein Schwiegervater für ihn gebürgt habe. Die Raten seien auf das Konto des Revolutionsgerichts bei der Bank M._______ überwie- sen worden. Zur Sicherung der Kautionssumme sei die Wohnung mit e i- nem Arrest belegt worden, der es nicht erlaub e, Rechtsgeschäfte zu tät i- gen. Im Weiteren dokumentierte der Beschwerdeführer seine exilpolitische Tä- tigkeit in der Schweiz mit verschiedenen Unterlagen ( Artikel, Weblog- Einträge, CD mit Radiosendungen, Ausdruck der Webseite der DVF, Suchresultat Google, CD seines Weblogs ). Er habe mehrere persönl ich verfasste Artikel publiziert und sei regelmässig als Radiomoderator der regimekritischen Sendung " (...)" auf Radio (…) in Erscheinung getreten. Dabei habe er sich kritisch zur Lage im Iran geäussert. Er nehme eine wichtige Rolle unter den exilpolitisch interessierten Iraner n ein. Am 21. Oktober 2011 sei er zum Hauptverantwortlichen für das gesamte Radi o- programm gewählt worden. Durch diese Tätigkeit habe er einen beachtl i- chen Bekanntheitsgrad erreicht, wobei es für die iranischen Behörden einfach sei, ih n zu identifizieren. Gleichzeitig wird auf zwei Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Juni 2008 und vom 26. April 2010 hingewiesen, in denen die Flüchtlingseigenschaft gestützt auf Nac h- fluchtgründe bejaht worden sei. Überdies sei auch der EGMR in zwei Fäl- len zum Schluss gelangt, dass bereits wenig profilierte Regimegegner von den iranischen Behörden verfolgt würden. 5. Vorab ist auf die formellen Rügen in der Beschwerdeschrift einzugehen. Der Beschwerdeführer wies darauf hin, dass es in beiden Anhörungen di- verse Missverständnisse gegeben habe, nicht zuletzt weil Farsi keine präzise Sprache sei. Es habe sich bei der Bundesanhörung um einen Dolmetscher aus Afghanistan gehandelt, wo sich über 80 Prozent der Fachausdrücke vom Farsi im Iran unterscheiden würden. Dazu ist festzu- halten, dass aus den entsprechenden P rotokollen keine Hinweise auf E-2077/2012 Seite 11 sprachliche Probleme des Beschwerdeführers anlässlich der Befragung zu seiner Person beziehungsweise der Anhörung zu seinen Asylgründen hervorgehen. Seine Aussagen an der Anhörung wurden durch einen Dolmetscher, der die afghanische Sprache Farsi spricht, übersetzt. Der Beschwerdeführer bemängelte dies zwar, da er der Meinung war, dass es zwischen dem afghanischen Farsi und dem iranischen Farsi kleine Unter- schiede gebe. Deshalb wünschte er von einem iranisch Farsi spreche n- den bzw. kurdischen Dolmetscher, der die Sprache Sorani spricht, befragt zu werden (vgl. BFM-Akte A30 S. 3). Da der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen jedoch angegeben hatte, dass er Farsi be sser spreche, wurde in der Folge entschieden, die Befragung mit dem anwesenden af- ghanisch Farsi sprechenden Dolmetscher fortzuführen (vgl. a.a.O., S. 4). Dieses Vorgehen ist nicht zu bemängeln. Ferner schilderte der B e- schwerdeführer während der Erstbefragung wie auch der Bundesanhö- rung seine Asylgründe in freier Erzählform, welche danach jeweils durch gezieltes Nachfragen näher erläutert und vertieft wurden (vgl. A1 S. 6 ff., A30 S. 9 ff.). Er bestätigte im Anschluss an die Erstbefragung, welche im Übrigen sehr ausführlich ausfiel, nach deren Rückübersetzung die Ko r- rektheit und Wahrheit respektive Vollständigkeit der Vorbringen unte r- schriftlich (vgl. A1 S. 16 ). Er brachte dort zudem Korrekturen respektive Ergänzungen an, was ebenfalls massgeblich dafür spricht, dass er die vorgenommene Rückübersetzung auch verstand. Schliesslich weigerte er sich im Anschluss an die einlässliche, mehrere Stunden dauernde Anh ö- rung durch das Bundesamt auf Rat seines Rechtsvertreters, das Protokoll zu unterzeichnen, obwohl e r bestätigte, keine Verständigungsprobleme mit dem Dolmetscher gehabt zu haben . Gleichzeitig äusserte er Beden- ken, ob der Dolmetscher seine Aussagen richtig übersetzt habe (vgl. A30 S. 17 F118). Eine Durchsicht dieses P rotokolls hinterlässt nicht den Ei n- druck, der Beschwerdeführer habe sich nicht frei äussern können respe k- tive seine Aussagen seien nicht vollständig aufgenommen worden. D ie anwesende Hilfswerkvertreterin, welche die Anhörung zwar vor Ende der gesamten Rückübersetzung verlassen musste, wies im Anschluss an die Befragung und Übersetzung darauf hin, es habe keine Verständigung s- probleme gegeben. Der Beschwerdeführer sei in der Lage gewesen, se i- ne Anliegen auf Farsi (seine Muttersprache , vgl. A1 S. 3) auszudrück en. Der Einwand in der Beschwerde , wonach die Widersprüche teilweise durch Missverständnisse zustande gekommen seien, ist daher unbe- helflich. Die Vorinstanz hat folglich zu Recht auf die protokollierten Au s- sagen des Beschwerdeführers abgestellt. 6. E-2077/2012 Seite 12 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum Schluss, dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers zu Recht abg e- wiesen worden ist. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt genügend abg e- klärt und in ihrem Entscheid die Gründe angeführt, welche auf die feh len- de Glaubhaftigkeit und die fehlende Asylrelevanz der Vorbringen des Be- schwerdeführers schliessen lassen. 6.2 Vorab ist den vorinstanzlichen Erwägungen zuzustimmen, wonach die Vorbringen des Beschwerdeführers mehrere Widersprüche und Ung e- reimtheiten aufweise n würden. So gab er an lässlich der Erstbefragung an, er habe F._______ in L._______ persönlich getroffen, um ihn nach Teheran zu bringen. Er sei jedoch alleine nach Teheran zurückgekehrt und habe , an seinem Arbeitsplatz angekommen , seinem Freund E._______ erklärt, F._______ sei mitgekommen – obwohl dies nicht der Wahrheit entsprochen habe – und würde alleine zum Garten gehen (vgl. A1 S. 8). Im Widerspruch dazu gab er anlässlich der Bundesanhörung zu Protokoll, er sei nach L._______ gereist und habe F._______ nach Tehe- ran mitnehmen wollen, dieser sei jedoch nicht einverstanden gewesen. Deshalb hätte er alleine nach Teheran zurückkehren wollen. Nachdem es zu einem starken Schneefall gekommen sei, seien die Strassen nach T e- heran während zweier Tage unpassierbar gewesen. Schliesslich seien er und F._______ zusammen nach Teheran gefahren, wo er F._______ bei seiner Familie zurückgelassen habe, währenddem er zur Arbeit gegangen sei, wo er E._______ erklärt habe, dass sich F._______ bereits bei seiner Familie befinde, worauf E._______ damit begonnen habe, "da und dort zu telefonieren" (vgl. A30 S. 10). Der Erklärungsversuch auf Beschwerd e- ebene, wonach der Beschwerdeführer ohne F._______ nach Teheran zu- rückgekehrt sei, vermag nicht zur Klärung des Sachverhalts beizutragen. Ferner kam es zu weiteren Widersprüchen bei der Schilderung der Ereig- nisse rund um das Treffen beim Garten in H._______. So machte der Be- schwerdeführer anlässlich der Erstbefragung geltend, er sei zusammen mit E._______ zum Garten gefahren, wo dieser, als er aussteigen wollte, die Statuten der Parteien verlangt habe. Der Beschwerdeführer habe ein paar Papiere aus dem Handschuhfach genommen und sie E._______ gegeben. Als dieser durch die Tür des Gartens habe gehen wollen , habe er die Papiere auf den Boden geworfen (vgl. A1 S. 8 f.). Im Widerspruch dazu brachte der Beschwerdeführer anlässlich der Bundesanhörung diesbezüglich vor, E._______ habe ihn bei der Arbeit, als sie über das bevorstehende Treffen und über F._______ gesprochen hätten, "unmittel- bar" gefragt, ob er die Statuten der Komela-Partei und der DKP dabei ha- be, worauf er ihm geantwortet habe, diese seien im Auto. Als sie vor dem E-2077/2012 Seite 13 Tor des Gartens angekommen seien, sei E._______ mit den Statuten un- ter dem Arm ausgestiegen, wobei ihm diese zu Boden gefallen seien. Er habe die Blätter aufgelesen und sei zum Tor gelaufen. Dort habe er an das Tor geklopft (vgl. A30 S. 11). Diese unterschiedliche Schilderung kann entgegen der Meinung des Beschwerdeführers nicht auf eine andere Übersetzung einzelner Wörter zurückgeführt werden. Zudem machte der Beschwerdeführer bei der Erstbefragung geltend, E._______ sei zum gleichen Zeitpunkt wie er vor seinem Haus verhaftet worden (vgl. a.a.O., S. 8). Im Widerspruch dazu brachte er bei der Bundesanhörung vor, er sei, nachdem er vom Garten geflüchtet sei, davon ausgegangen, dass E._______ festgenommen worden sei ( vgl. a.a.O., S. 11 unten). Er sei nach seiner Festnahme ins Gefängnis gebracht und in ein Zimmer geführt worden, wo er verhört und geschlagen worden sei. Dabei habe man E._______ in Handschellen ins Zimmer geführt; dieser habe auf ihn g e- zeigt und erklärt, sie seien doch Taleban (vgl. a.a.O., S. 13 f.). Im Weite- ren erscheint , wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt, nicht nac h- vollziehbar, der Beschwerdeführer sei nach seiner Flucht vom Garten in H._______ nach einem Telefonat mit seiner Ehefrau, die ihm erklärt habe, dass bei ihr unbekannte Personen vorbeigekommen seien, sofort nach Hause zurückgekehrt, obwohl ihm in der Strass e mehrere fremde Autos aufgefallen seien (vgl. A30 S. 12). Dieses behauptete Verhalten steht in keinem Verhältnis zu den von ihm zuvor beschriebenen Fluchtumständen vom Garten in H._______ (S. 11). Es wäre zu erwarten gewesen, dass er zumindest Vorsichtsma ssnahmen getroffen hätte , um einer allfälligen Festnahme zu entgehen. Schliesslich ist mit Bezug auf die drei eing e- reichten Gerichtsvorladungen festzuhalten, dass nach Kenntnis des Bu n- desverwaltungsgerichts Verfahrensdokumente aller Art im Heimatland des Beschwerdeführers ohne grösseren Aufwand käuflich erworben we r- den können, was deren Beweiswert grundsätzlich in Frage stellt. Zudem handelt es sich bei den vorliegend eingereichten Unterlagen um nicht v e- rifizierbare Fotokopien, denen aufgrund ihrer leichten Manipulierbarkeit nur beschränkt Beweiswert beigemessen werden kann. Abgesehen d a- von hat die Vorinstanz bezüglich der Vorladung vom (…)1385 ([…] 2006) zu Recht festgehalten, dass nicht nachvollziehbar sei, der Beschwerd e- führer sei erst ein halbes Jahr nach seiner Ausreise vom Gericht vorgela- den worden, zumal er den Behörden seine Mitarbeit zugesichert habe und es diesen bestimmt aufgefallen wäre, dass er nicht mehr erscheine. Aus demselben Grund kann auch nicht nachvollzogen werden, man habe ihn erst für ein Erscheinen in drei Monaten – auf den (…)1385 ([…] 2007) – vorgeladen. Auch lassen die beiden weiteren Gerichtsvorladungen, die an eine K._______ adressiert sind und worin diese dazu aufgefordert E-2077/2012 Seite 14 wurde, den Beschwerdeführer innerhalb von z wanzig Tagen dem Gericht zuzuführen, und weiter festgestellt wurde, dass die Besitztümer eingez o- gen würden, erhebliche Zweifel an deren Echtheit aufkommen. So gab der Beschwerdeführer anlässlich den Anhörungen an, er sei gegen Abga- be einer Garantieerklärung, die seine Mutter und seine Schwester hätten unterzeichnen müssen, und dank der Hinterlegung der Besitzurkunde des Hauses seines Schwiegervaters freigelassen worden . Wie sich herau s- gestellt hat, handelt es sich jedoch bei K._______ um keine dieser ge- nannten Personen. Indem der Beschwerdeführer dazu einwendet, die Wohnung, die als Garantie für ihn abge geben worden sei, gehöre nicht seinem Schwiegervater, sondern seiner Schwiegermutter, muss dies als unbehelflicher Versuch gewertet werden, den Sachverhalt n achträglich anzupassen. Der Erklärungsversuch in der Eingabe vom 24. April 2012, mit welcher weitere Unterlagen eingereicht worden sind, um die Verwe r- tung der Wohnung von K._______ zu beweisen, vermögen die bestehen- den Ungereimtheiten nicht zu beseitigen. Überdies hätte der Beschwer- deführer spätestens bei der Abgabe dieser Beweismittel darauf hinweisen müssen, dass es sich bei der in den Dokumenten aufgeführten K._______ um seine Schwiegermutter handle. Abgesehen davon ist äus- serst fraglich, ob der Schwiegervater, mit der Urkunde der Wohnung, die offiziell seiner Ehefrau gehört habe, für den Beschwerdeführer hätte bür- gen können, selbst wenn er angeblich den Neubau finanziert habe. Schliesslich ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Schwiegermutter dazu aufgefordert worden sein soll, den Beschwerdeführer den Gerichtsbehö r- den zuzuführen, nachdem die Behörden doch vom Schwiegervater eine "ethische" Garantieerklärung für die Mitarbeit des Beschwerdeführers ver- langt haben (vgl. A1 S. 7). Im Weiteren ist hinsichtl ich der eingereichten Kreditkarte, die der B e- schwerdeführer während seines Gefängnisaufenthaltes besessen habe, fraglich, weshalb er diese Karte nach seiner Freilassung nicht hat abge- ben müssen. Auf Beschwerdeebene machte der Beschwerdeführer dazu keine An gaben. Zudem vermag das eingereichte Foto, das den B e- schwerdeführer in Handschellen vor dem Gericht zeigen soll, den von ihm vorgetragenen Sachverhalt ebensowenig glaubhaft zu machen. Es ist namentlich nicht nachvollziehbar, wie es möglich gewesen sein sol l, dass jemand ohne Wi ssen resp. Bemerken seitens der darauf abgebildeten zwei Beamten vor einem Gerichtsgebäude mit einem Handy eine Auf- nahme gemacht hat. Im Weiteren bleibt der Beschwerdeführer weiterhin eine Erklärung darüber, wie er in deren Besitz gelangt ist, schuldig. E-2077/2012 Seite 15 6.3 Soweit in der Rechtsmitteleingabe geltend gemacht, es liege im Iran ein rechtskräftiges Urteil gegen den Beschwerdeführer vor, aus dem her- vorgehe, dass er zu einer vierjährige Freiheitsstrafe wegen "Aktivitäten gegen das Regime und illegalem Waffenhandel" verurteilt worden sei, be- stehen an einer solchen Verurteilung grosse Zweifel . So gab er zwar an, er habe dies von seiner Ehefrau, die sich unterdessen von ihm habe scheiden lassen, erfahren. Jedoch vermochte er weder nähere Angaben dazu zu machen , noch konnte er entsprechende Unterlagen beibringen. Wenn die Ehefrau schon über ihren Schwiegervater von dieser Verurte i- lung erfahren haben soll, ist nicht einzus ehen, wieso es nicht möglich gewesen sein soll , entsprechende Unterlagen erhältlich zu machen. Im- merhin soll sein Schwiegervater, der einflussreich gewesen sein soll, dank sei ner Beziehungen zum iranischen Regime die Freilassung des Beschwerdeführers erwir kt haben. Zudem soll sich dieser auch grosse Sorgen gemacht haben ( vgl. A30 S. 16). Immerhin war der Beschwerde- führer in der Lage, Unterlagen der angeblichen Bankzahlungen durch seine Schwiegermutter (Ehefrau seines für ihn bürgenden Schwiegerv a- ters) auf d as Konto der Regierung erhältlich zu machen. Abgesehen d a- von wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer über seine Mutter und seine Schwestern, die allenfalls einen Anwalt hätten einschal- ten können , versucht hätte, an die erwähnten Unterlagen zu g elangen. Angesichts der hievor gemachten Feststellungen kann der Schluss gezo- gen werden, der Beschwerdeführer sei gar nicht in ein Strafverfahren i n- volviert gewesen. Aus diesen Gründen ist der Antrag um Vornahme von Abklärungen durch die Schweizer Vertretung in Teheran abzuweisen. 6.4 Insgesamt lassen die Vorbringen des Beschwerdeführers sowie die weiteren Beweismittel , insbesondere der Ehevertrag und das Sche i- dungsurteil, wie von der Vorinstanz zutreffend dargelegt, keine Rüc k- schlüsse auf eine Verfolgung des Beschwerdeführers zu. 6.5 In Übereinstimmung mit dem BFM gelangt das Bundesverwaltung s- gericht ferner zum Schluss, dass die geltend gemachten Benachteiligun- gen aufgrund der kurdischen Abstammung des Beschwerdeführers – die Schikanen in der Schule und die obligatorische Teilnahme am täglichen schiitischen Gebet in der Schulmoschee –, welche überdies mehrere Jah- re zurückliegen, nicht als asylrelevant eingestuft wer den können. Auch die vorgebrachten im Iran geltenden Kleidervorschr iften und Verhalten s- regeln stellen keine ernsthaften Nachteile im Sinne des Art. 3 AsylG dar. E-2077/2012 Seite 16 6.6 Insgesamt ist es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen, Verfo l- gungsmassnahmen seitens der iranischen Behörden vor seiner Ausreise nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Der Rechtsmitteleingabe sind keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen, welche die Argument a- tion der Vorinstanz in Zweifel zu ziehen vermögen. Unter diesen Umstä n- den erübrigen sich weitere Ausführungen zu den Beschwerdevorbringen im Asylpunk t und zu den im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Beweismitteln, da sie nicht zu einer anderen Beurteilung zu führen ve r- mögen. 7. 7.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein Ve r- halten nach der Ausreise aus dem Heimatland, namentlic h dem geltend gemachten exilpolitischen Engagement in der Schweiz, Grund für eine zukünftige Verfolgung durch die iranischen Behörden gesetzt hat und deshalb (das heisst infolge Vorliegens subjektiver Nachfluchtgründe) die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 7.2 Der Beschwerdeführer verweist zur Geltendmachung seiner subjekt i- ven Nachfluchtgründe im Wesentlichen auf sein Engagement als Mitglied der DVF und Teilnehmer an deren Kundgebungen, seine Moderation von Radiosendungen sowie seine regimekritischen Berichte im Internet, die er zum Teil auf einem eigenen Blog veröf fentlicht habe . Dies wird durch mehrere von ihm verfasste und im Internet veröffentlichte Artikel samt deutschen Übersetzungen, Fotos, Aufnahmen von Radiosendungen (mit einer Liste von Ausstrahlungsdauer und zwei CDs), an denen er als M o- derator mitgewirkt habe, Mitgliedschaftsbestätigung der PDK-I, Wahlbes- tätigung zum Verantwortlichen des Verwaltungsrats des Radios "(...)" vom 26. Oktober 2011 sowie einer CD seines "blockierten Weblogs" belegt. 7.3 Allgemein sind subjektive Nachfluchtgründe dann anzunehmen, wenn eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat - oder Herkunftsstaat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Ve r- folgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit su b- jektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. Entscheidungen und Mitteilu n- gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 16 E. 5a, m.w.H.). Der Asylausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und mithin unabhängig davon anzuwenden, ob Nachfluch t- gründe missbräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 S. 66 ff. ; EGMR, A.A. gegen die Schweiz, Urteil vom 7. Januar E-2077/2012 Seite 17 2014, Beschwerde Nr. 58802/12, § 41). Es is t daher nicht entscheidend, welchen mutmasslichen Zweck die asylsuch ende Person durch ihre exi l- politischen Tätigkeiten zu erreichen versucht hat. Massgebend ist vie l- mehr, ob die heimatlichen Behörden das Verhal ten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG befürchten muss. Es bleiben damit die Anforderungen an den Nachweis einer b e- gründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG; vgl. zum Ganzen auch BVGE 2009/28 E. 7.1. S. 352). 7.4 Wie den im vorinstanzlichen Verfahre n sowie auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismitteln und Hinweisen entnommen werden kann, betätigt sich der Beschwerdeführer in der Schweiz exil politisch. Exilpoliti- sche Tätigkeiten können – wie oben dargelegt – nur dann im Sinne von subjektiven Nachfluchtgründen zur Flüchtlingseigenschaft führen, wenn zumindest glaubhaft gemacht wird, dass im Falle einer Rückkehr infolge der Exilaktivität mit übe rwiegender Wahrscheinlichkeit mit politischer Ver- folgung zu rechnen wäre. Nachfolgend ist zu untersuchen, ob diese Vo r- aussetzung im Falle des Beschwerdeführers erfüllt ist. 7.4.1 Vorab ist festzustellen, dass die politische Betätigung für staats - feindliche Organisationen im Ausland seit der Neufassung des iranischen Strafrechts im Jahr 1996 unter Strafe gestellt ist. Einschlägigen Berichten zufolge wurden in der Vergangenheit denn auch bereits Personen verhaf- tet, angeklagt und verurteilt, welche sich unter ander em im Internet kr i- tisch zum iranischen Staat äusserten (vgl. Auskunft der Schweizerischen Flüchtlingshilfe [SFH] vom 4. April 2006 ["Iran: Rückkehrgefährdung für AktivistInnen und Mitglieder exilpolitischer Organisationen - Informations- gewinnung iranischer Behörden"] S. 3, m.w.H.). Es ist überdies allgemein bekannt und unbestritten, dass die iranischen Behör -den die politischen Aktivitäten ihrer Staats angehörigen im Ausland über -wachen und syst e- matisch erfassen. Mittels Einsatz moderner Software dürfte es den irani- schen Behörden auch möglich sein, die im Internet vorhandenen riesigen Datenmengen ohne allzu grossen Auf -wand gezielt und umfassend zu überwachen und gegebenenfalls nach Stichworten zu durchsuchen. Demgegenüber bleibt im Einzelfall zu prüfen, o b die in der Schweiz en t- wickelten exilpolitischen Aktivitäten bei einer allfälligen Ausschaffung in den Iran mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen Sinne nach sich ziehen würden (vgl. wiederum BVGE 2009/28 E .7.4.3). Es ist dabei davon aus zugehen, dass sich die iran i- schen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen konzentrieren, die E-2077/2012 Seite 18 über die massentypischen und niedrig profilierten Erscheinungsformen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen wahrgenommen und/oder Akt i- vitäten entwickelt haben, welche die jeweilige Person aus der Masse der mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften und ge- fährlichen Regimegegn er erscheinen las sen. Somit sind die Mitglie d- schaft in einer exilpolitischen Organisation, die T eilnahme an regimekrit i- schen Demonstrationen und das hierbei übliche Tragen von Plakaten und Rufen von Parolen nicht für die Einschätzung einer Verfolgungsgefahr von Bedeutung, sondern Positionen, Form und Einfluss von Aktionen (vgl. SFH-Länderanalyse vom 4. April 2006, S. 7). Somit sind für die Einschätzung der Verfolgungsgefahr weniger die Mi t- gliedschaft in einer exilpolitischen Organisation, die Teilnahme an regime- kritischen Demonstrationen oder das hierbei übliche Tragen von Plakaten oder Skandieren von Parolen, sondern bestimmte Positionen (z.B. Vorsit- zende/r einer Exilgruppe) oder Formen und Einflüsse von Aktionen (z.B. gewaltsamer Protest) von Bedeutung. Massgebend ist dabei in erster L i- nie der Aspekt der Exponiertheit in der Öffentlichkeit, die allen falls den Eindruck erweckt, dass der Asylsuchende zu einer Gefahr für den B e- stand des Mullah -Regimes wird. Es darf davon ausgegangen werden, dass die iranischen Sicherheitsbehörden zu unterscheiden vermögen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regime kritikern und Exilakt i- visten, die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein Aufen t- haltsrecht zu erhöhen versuchen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). 7.4.2 Der Beschwerdeführer verweist zur Geltendmachung seiner subjek- tiven Nachfluchtgründe im Wesentliche n auf seine regimekritischen Art i- kel, die er regelmässig auf einem umfangreichen Weblog sowie verschi e- denen regimekritischen Websites zusammen mit seinem Foto publiziert habe. Zudem sei er regelmässig als Radiomoderator der regimekritischen Sendung "(...)" auf Radio (…) aufgetreten. Im vorinstanzlichen Verfahren wies er auch auf seine Teilnahmen an Demonstrationen und Kundgebun- gen der iranischen Exilorganisation DVF in verschiedenen Schweizer Städten hin. 7.4.3 Wie in den vor stehenden Erwägungen festgestellt word en ist, ve r- mochte der Beschwerdeführer eine Vorverfolgung nicht glaubhaft zu m a- chen. Somit ist nicht davon auszugehen, dass er schon vor der Ausreise die Aufmerksamkeit der iranischen Behörden in relevantem Ausmass auf sich gezogen hätte. E-2077/2012 Seite 19 7.4.4 Aus den eingereichten Fotos von der Teilnahme des Beschwerd e- führers an verschiedenen Aktionen des DVF in Schweizer Städten kann keine erhöhte Gefährdungslage abgeleitet werden. Auch seine Aktivitäten beim DVF lassen keinen solchen Schluss zu. Soweit er nämlich geltend macht, er habe sich als Moderator der regimekritischen Radiosendung des DVF "(...)" unter Nennung seines Namens regelmässig und stark ex- poniert, ist festzuhalten, dass d as Risiko, wonach der iranische Geheim- dienst Sendungen des (…) Lokalradios "(…)" systematisch auswertet, als eher gering eingestuft werden kann. Zudem lässt das "Verlesen von Nachrichten und Kommentaren in persischer Sprache" noch nicht auf e i- ne besondere Exponiertheit im erwähnten Sinn schliessen. Dass respe k- tive inwiefern der Beschwerdeführer sich durch die Inhalte der verlesenen Berichte besonders exponiert hätte, ist von ihm in keiner Weise substa n- ziiert worden. Dasselbe gilt hinsichtlich seiner Tätigkeit als für die Ausa r- beitung des Radioprogramms Verantwortlicher. Auch bei den zahlreichen durch den Beschwerdeführer im Internet veröf- fentlichten Artikel handelt es sich um allgemein formulierte regimekrit i- sche Beiträge – auch wenn diese Artikel unter seinem Namen und mit seinem Foto im Internet publiziert worden sind –, welche aufgru nd der gesamten Umstände nicht geeignet sind, das Profil eines exponierten Regierungsgegners bejahen zu können, welche r für die iranischen Machthaber als gefährliche Person eingestuft werden müsste (vgl. BVGE 2009/28). Im Übrigen haben Exil -Iraner mit dem Profil des Beschwerd e- führers bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat aufgrund ihrer exilpolit i- schen Tätigkeiten keine staatlichen Verfolgungsmassnahmen zu befürc h- ten, zumal den iranischen Behörden mittlerweile sehr wohl bewusst sein dürfte, dass die exilpo litische Betätigung vieler iranischer Asylbewerber nach der Ablehnung ihrer Asylgesuche oft zunimmt respektive intensiviert wird (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3). An dieser Einschätzung vermag der Hinweis des Beschwerdeführers auf ähnlich gelagerte Fälle, in denen das Bundesverwaltungsgericht die Flüchtlingseigenschaft bejaht ha be, nichts zu ändern. Im Gegensatz zum Beschwerdeführer wurde im Verfahren E-3329/2006 von einer nicht erst im Exil gewonnenen politischen Übe r- zeugung ausgegangen. Hinzu kam ein beson ders vielschichtiges exilpoli- tisches Engagement in der Schweiz, wobei die Beschwerdeführerin in je- nem Verfahren an mehreren Schaltstellen der Propaganda und Komm u- nikation tätig war und sich dabei ganz offensichtlich mehrfach exponiert hatte. Im Verfahren D -4927/2006 wurde zudem gestützt auf die zahlre i- chen verschiedenen und immer wiederkehrenden exilpolitischen Aktivit ä- ten sowie den durch die betreffenden Beschwerdeführenden mit ihrer Kri-E-2077/2012 Seite 20 tik an der Regierung Irans und den wiederholten Aufrufen zum Sturz de r- selben und der Verunglimpfung von Präsident Ahmadinejad von einer Ge- fährdung ausgegangen. Der vom Beschwerdeführer erwähnte Entscheid des EGMR, R.C. gegen Schweden, Urteil vom 9. März 2010, Beschwerde Nr. 41827/07 § 54, vermag an d er vorliegenden Einschätzung durch das Bundesverwaltungsgericht auch nichts zu ändern . Das Bundesverwa l- tungsgericht kommt daher zum Schluss, dass die Aktivitäten des B e- schwerdeführers insofern mit derjenigen einer Vielzahl seiner Landsleute in Übereinstimmung gebracht wer den können, als sich diese nach dem Gesagten kaum und insbesondere nicht relevant von denen anderer Ir a- ner abheben. Die einzelnen Aktivitäten des Beschwerdeführers und sein Engagement als Radiomoderator – sollten die iranischen Behörden über- haupt davon Kenntnis erlangen respektive erlangt haben – sind aufgrund der gesamten Umstände jedenfalls nicht geeignet, ihn als Person mit klar definierten oppositionspolitischen Vorstellungen und persönlichem Agit a- tionspotential, welche zu einer Gefahr für das Regime im Iran werden könnte, erscheinen zu lassen. An dieser Einschätzung vermögen die auf Beschwerdeebene eingereichten Bestätigungsschreiben der PDK-I, in dem er als Sympathisant bezeichnet wird, nichts zu ändern. Schliesslich hat der Beschwerdeführer nicht zum Ausdruck gebracht, dass er oder seine im Iran verbliebenen Angehörigen auf irgendeine We i- se seitens der iranischen Behörden belästigt oder bedroht worden wären (vgl. SFH-Länderanalyse vom 16. November 2010). 7.4.5 Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle auf die Praxis des Bundesverwaltungsgerichts hinzuweisen, wonach allein aufgrund der Ausreise oder des Stellens eines Asylgesuchs im Ausland keine flüch t- lingsrechtlich erhebliche Verfolgung im Iran zu befürchten ist (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.4 S. 367). 7.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geltend gemachten subjektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsfurcht zu begründen, weshalb der Beschwerdefüh - rer nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. An di eser Einschätzung vermögen weder die weiteren Ausführungen in den Eingaben noch die eingereichten Beweismittel etwas zu ändern, weshalb darauf verzichtet werden kann, darauf einzugehen. 7.6 Folglich konnte der Beschwerdeführer keine asylrelevante Verfolgung nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen; auch liegen keine E-2077/2012 Seite 21 subjektiven Nachfluchtgründe vor. Die Vorinstanz hat die Flüchtlings - eigenschaft demnach zu Recht verneint und zutreffend das Asylgesuch abgelehnt. 8. 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer so l- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9, m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmun gen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Ab s. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewe i- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigste ns glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2, m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat -, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenste hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Ei d- genossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n-E-2077/2012 Seite 22 kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedr i- gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non -Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, ein e asylrechtlich erhebliche G e- fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde - führers in de n Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Au s- schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit e i- ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behan d- lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie je ner des UN - Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete G e- fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall ei- ner Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124–127, m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den We g- weisungsvollzug zum heutigen Zeitpun kt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer un zumutbar sein, wenn sie i m Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind . Wird eine konkrete G e- fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.4.1 Im Iran herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt. Aufgrund der Akten besteht kein Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer gerate im E-2077/2012 Seite 23 Falle einer Rückkehr in den Iran aus individuellen Gründen wirtschaftl i- cher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Si- tuation, die den Vollzug der Wegweisung unzumutbar machen würde. Er verfügt über gute Schulbildung (Mittelschulabschluss) sowie diverse Be- rufserfahrungen als (…), (…), (…), etc. (vgl. A1 S. 2). Es ist nicht in Abre- de zu stellen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat aufgrund der fünfjährigen Landesabwesenheit mit Anfang s- schwierigkeiten konfrontiert sein könnte. Indessen leben seine Mutter resp. seine Schwestern nach wie vor in Teheran (vgl. A1 S. 3). Es ist d a- von auszugehen, dass er im Iran über ein familiäres (und auch über ein ausserfamiliäres) Beziehungsnetz verfügt, auf das er zurückgreifen kann und ihm mindestens anfänglich beim Neuaufbau einer Existenz Hilf e bie- ten kann. 9.4.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständ i- gen Vertretung des Heim atstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513–515), weshalb der Vollzug der Wegw eisung auch als mö g- lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefoc htene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist ( Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be- schwerde ist abzuweisen. 11. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenverf ü- gung vom 26. April 2012 wurde die Behandlung des Gesuchs um G e- währung der unentgeltlichen Prozessführu ng im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen, jedoch antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Gleichzeitig wurde E-2077/2012 Seite 24 der Beschwerdeführer dazu aufgefordert, eine Fürsorgebestätigung ei n- zureichen. Nachdem eine solche bisher nicht eingereicht worden ist, steht die Bedürftigkeit nicht fest. Daher ist das Gesuch um Gewährung der u n- entgeltlichen Prozessführung abzuweisen und dem Beschwerdeführer sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die Verfahrenskosten von Fr. 600.− aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320]). (Dispositiv nächste Seite) E-2077/2012 Seite 25 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird a b- gewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.− werden dem Beschwerdeführer auf- erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns- ten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener Versand: