21. Juni 1991 N 1325 Motion Widrig Hochschulen sowie zur Förderung der Mobilität, die wir mit der Botschaft vom 17. September 1990 beantragt haben. Am 9. Januar 1991 hat der Bundesrat die Botschaft über die För- derung der wissenschaftlichen Forschung in den Jahren 1992-1995 und eine konzertierte Aktion Mikroelektronik Schweiz verabschiedet. Darin enthalten sind, neben den hö- heren Nationalfondsbeiträgen, auch 357 Millionen Franken für 6 Schwerpunktprogramme, die letztlich auch der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen. 3. Für den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung besitzt die Nachwuchsförde- rung eine zentrale Bedeutung. In seinem Mehrjahresplan 1992-1995 will er 8 bis 10 Prozent seiner jährlichen Gesamt- mittel für diese Aufgabe einsetzen. 4. Inwieweit ausserhalb der bereits bestehenden Förderungs- instrumente des Bundes ein zusätzliches Impulsprogramm zur Förderung des akademischen Nachwuchses notwendig ist, bedarf einer eingehenden Abklärung, in die auch die Kan- tone einzubeziehen sind. Diese Abklärung kann nicht geson- dertgeschehen, sondern hat im Rahmen der Vorbereitung der Botschaft über die Kredite für die nächste Beitragsperiode nach dem Hochschulförderungsgesetz zu geschehen, die im Gang ist. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwan- deln. Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat #ST# 90.906 Motion Widrig Ergänzende Untersuchungen Sanasilva im Zusammenhang mit den Sturmschäden 1990 Dégâts aux forêts en 1990. Nouvelles études Sanasilva Wortlaut der Motion vom 29. November 1990 Der Bundesrat wird beauftragt, im Rahmen der Sanasilva- Waldschadenerfassung 1991 ergänzende Untersuchungen in bezug auf Stammfäule und Kronenzustand in Sturmschäden- flächen zu veranlassen. Texte de la motion du 29 novembre 1990 Le Conseil fédéral est chargé, dans le cadre du recensement Sanasilva 1991 des dégâts aux forêts, de faire effectuer des études complémentaires sur la pourriture des troncs et l'état des couronnes dans les régions touchées par la tempête. Mitunterzeichner - Cosignataires: Blatter, Bühler, Bürgi, Co- lumberg, David, Engler, Giger, Hänggi, Hildbrand, Jung, Kel- ler, Kühne, Portmann, Ruckstuhl, Schmidhalter, Seiler Hans- peter (16) Schriftliche Begründung - Développement par écrit In einem wissenschaftlichen Kommentar zum diesjährigen Sa- nasilva-Waldschadenbericht erklärt der Direktor der Eidge- nössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Land- schaft in Birmensdorf, es sei dringend nötig, die derzeitige Waldschadeninventur durch ein umfassendes Beobachtungs- system zu ersetzen, welches nicht nur die Baumkrone erfasst, sondern auch den Boden, die Witterung sowie die Luft- und Wasserqualität. Die Stürme vom 26. bis 28. Februar 1990 haben in weiten Tei- len des Landes und insbesondere des Alpenraums grosse Schäden verursacht. Innerhalb der kurzen Zeit sind grossie Mengen von Bäumen geworfen worden. Das Schadenereig- nis hat somit eine Situation geschaffen, welche es ermöglicht, den Zustand umgelegter Bäume am Wurzelstock an systema- tisch ausgewählten Standorten zu erfassen. In den vom Sturm betroffenen Sanasilva-Erhebungsflächen kann erstmals die Häufigkeit und das Ausmass der Stammfäule an Bäumen er- fasst und analysiert und in Beziehung zum Kronenbild gestellt werden. Bisher konnten bei den Sanasilva-Erhebungen und Auswertungen jeweils keine verbindlichen Aussagen über das Bauminnere gemacht werden. Die ergänzenden Sanasilva-Untersuchungen sind in Zusam- menarbeit mit den betroffenen Kantonen, wo entsprechende Konzepte zum Teil bereits vorliegen, noch im Jahre 1991 durchzuführen. Sie erlauben es mit einem relativ geringen Ko- stenaufwand, wertvolle zusätzliche Aufschlüsse über Zustand und Stabilität unserer Wälder zu gewinnen. Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Februar 1991 Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 février 1991 Untersuchungen über Zusammenhänge zwischen Schaden- ausmass, Stammfäule und Kronenzustand der Bäume sind im Hinblick auf waldbauliche Massnahmen zur Förderung der Bestandesstabilität relevant. Sie wurden deshalb schon in ver- schiedenen Projekten der WSL durchgeführt (Bazzigher und Schmid, Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 120 (1969) 521, Bazzigher et al., ebenda 126 (1985) 493). Die WSL hat nach dem Sturmereignis 1990 Anstrengungen unternommen, um die Sturmschäden im Sinne eines Experi- mentes wissenschaftlich auszuwerten. Dabei standen Fragen der Wiederbewaldung nach solchen Schadenereignissen und das Verständnis des Oekosystems Gebirgswald im Vorder- grund. Im Rahmen eines im Dezember 1990 an der WSL be- gonnenen Projektes ist geplant, diese Fragen auf viergrösse- ren Schadenflächen in den Gemeinden Pfäfers SG, Schwan- den GL, Disentis GR und Zweisimmen BE langfristig und inter- disziplinär zu bearbeiten. Zusätzlich besteht die Absicht, wei- tere Sturmschadenflächen ins Programm «Dauerbeobach- tungsflächen und Waldreservate» zu integrieren. Im Rahmen der Schweizerischen Waldschadeninventur 1990 wurden bereits geworfene und geknickte Bäume auf den Pro- beflächen und deren Umgebung quantitativ erfasst. Die Aus- wertungen zeigen, dass auf den Probeflächen in der Schweiz insgesamt 116 Bäume der 8333 beobachteten Bäume (oder 1,4 Prozent) vom Sturm geworfen oder gebrochen wurden. Die Schadstufenverteilung dieser geworfenen oder gebroche- nen Bäume unterscheidet sich nur unwesentlich von der Schadstufenverteilung aller 1989 beobachteten Bäume. Die- ses Ergebnis stimmt mit dem Resultat einer gleichartigen Un- tersuchung in Rheinland-Pfalz überein; auch dort liess sich kein Zusammenhang zwischen neuartigen Waldschäden und Sturmschäden erkennen. Die WSL wird ferner abklären, ob die Häufigkeit und das Aus- mass von Fäulnis an den gebrochenen oder geworfenen Bäu- men im Rahmen der Waldschadeninventur 1991 nachträglich erfasst werden kann. Ob diese zusätzlichen Informationen aussagekräftige Resultate liefern können, wird sich zeigen. Der Bundesrat teilt die Meinung des Motionärs, wonach im Rahmen der Sanasilva-Waldschadenerfassung 1991 ergän- zende Untersuchungen in bezug auf Stammfäule und Kronen- zustand in Sturmschädenflächen durchgeführt werden müs- sen. Die WSL hat solche Untersuchungen bereits an die Hand genommen. Die Auswahl der für die Untersuchungen vorge- sehenen Schadenflächen zeigt, dass die Zusammenarbeit mit besonders schwer betroffenen Kantonen angestrebt wird. Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat beantragt, die Motion als erfüllt abzuschreiben. Abgeschrieben - ClasséSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Motion Widrig Ergänzende Untersuchungen Sanasilva im Zusammenhang mit den Sturmschäden 1990 Motion Widrig Dégâts aux forêts en 1990. Nouvelles études Sanasilva In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1991 Année Anno Band III Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 90.906 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 21.06.1991 - 08:00 Date Data Seite 1325-1325 Page Pagina Ref. No 20 020 036 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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