<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">113</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>18</b></span> <span class="ft3"><b>Mitwirkungspflicht; Erträge aus unbeweglichem Vermögen und übrige</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Einkünfte (§ 30 Abs. 1 lit. a und § 32 Abs. 1 lit. f StG)</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Zulässigkeit von Noven im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdever-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>fahren</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Tragweite der Mitwirkungspflicht bei Ermittlung des Sachverhalts</b></span><br/> <span class="ft3"><b>im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Steuerliche Qualifikation des Anspruchs auf unentgeltliches Wohnen</b></span><br/> <span class="ft3"><b>in Liegenschaft des Ex-Partners</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">114</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 30. Novem-</span><br/> <span class="ft5">ber 2017, i.S. K.M. gegen KStA (WBE.2017.291)</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">2.</span><br/> <span class="ft1">2.1.</span><br/> <span class="ft1">Auf die von der Vorinstanz dargelegten Grundlagen zum</span><br/> <span class="ft1">Warenlagerdrittel kann verwiesen werden. Für die Beanspruchung</span><br/> <span class="ft1">dieser Wertberichtigung ist dabei erforderlich, dass Steuerpflichtige</span><br/> <span class="ft1">ein mengenmässig vollständiges Inventar führen und der Veranla-</span><br/> <span class="ft1">gungsbehörde genügende Angaben über die Anschaffungs- und Her-</span><br/> <span class="ft1">stellungskosten oder den niedrigeren Marktwert liefern (P</span><span class="ft5">ETER</span><br/> <span class="ft1">L</span><span class="ft5">OCHER</span><span class="ft1">, Kommentar zum DBG, I. Teil, Basel 2001, Art. 29 N 38 f).</span><br/> <span class="ft1">Die Bildung eines Warenlagerdrittels ist nach der Rechtsprechung</span><br/> <span class="ft1">des Verwaltungsgerichts nicht berechtigt, wo nach dem Prinzip der</span><br/> <span class="ft1">Einzelbewertung ermittelte Warenbestände einen realistischen Wert</span><br/> <span class="ft1">ergeben, da nach realistisch - und damit in aller Regel auch vorsich-</span><br/> <span class="ft1">tig - vorgenommener Einzelbewertung keine weiteren Risiken mehr</span><br/> <span class="ft1">mittels Rückstellung abzudecken sind (AGVE 1996 S. 233 f. mit</span><br/> <span class="ft1">Hinweisen). Da es sich um steuermindernde Tatsachen handelt, trifft</span><br/> <span class="ft1">den Steuerpflichtigen die Beweislast.</span><br/> <span class="ft1">2.2.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer räumt selber ein, das Inventar über die</span><br/> <span class="ft1">Motorräder sei fehlerhaft. Zudem hat die Vorinstanz unwiderspro-</span><br/> <span class="ft1">chen festgestellt, es sei unklar, welche Motorräder der Kollektiv-</span><br/> <span class="ft1">gesellschaft und welche der vom zweiten Gesellschafter beherrschten</span><br/> <span class="ft1">A. GmbH gehörten. Entgegen dem Beschwerdeführer verneinte die</span><br/> <span class="ft1">Vorinstanz nicht das Vorliegen eines detaillierten Inventars, sondern</span><br/> <span class="ft1">die Korrektheit desselben. Obwohl bloss Rechnungen von 10 Motor-</span><br/> <span class="ft1">rädern vorliegen, weist das Inventar 12 Motorräder auf, ebenfalls</span><br/> <span class="ft1">sind die Typenbezeichnungen nicht korrekt. Auch der Revisor des</span><br/> <span class="ft1">Kantonalen Steueramts legte in seiner Stellungnahme vom 30. März</span><br/> <span class="ft1">2016 lediglich dar, es liege ein detailliertes Inventar über die Motor-</span><br/> <span class="ft1">räder vor - keine Aussage machte er jedoch zum Inhalt und ob dieser</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">115</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">korrekt ist. Da der Revisor bereits bei der Bewertung der Schmuck-</span><br/> <span class="ft1">artikel Mängel erkannt haben will und dies als Hindernis für die</span><br/> <span class="ft1">Gewährung des Warenlagerdrittels betrachtete, sah er davon ab, das</span><br/> <span class="ft1">Motorradinventar auf inhaltliche Richtigkeit zu überprüfen. Der</span><br/> <span class="ft1">Revisor, wie auch die Steuerkommission B. gingen damit fälsch-</span><br/> <span class="ft1">licherweise von der Unteilbarkeit des Warenlagers aus. Das Waren-</span><br/> <span class="ft1">lagerdrittel kann jedoch auch bloss auf einem Teil der Waren bean-</span><br/> <span class="ft1">tragt und gewährt werden, falls die Voraussetzungen dafür erfüllt</span><br/> <span class="ft1">sind. Dies hat die Vorinstanz, indem sie das Motorrad-Inventar ge-</span><br/> <span class="ft1">prüft hat, richtig erkannt.</span><br/> <span class="ft1">2.3.</span><br/> <span class="ft1">Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat im verwal-</span><br/> <span class="ft1">tungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren beantragt, ihm sei Frist</span><br/> <span class="ft1">einzuräumen, das (nunmehr korrekte) Motorrad-Inventar nach-</span><br/> <span class="ft1">zureichen. Diesem Verfahrensantrag zu entsprechen, bestand kein</span><br/> <span class="ft1">Anlass: Zwar sind neue tatsächliche Vorbringen auch im Be-</span><br/> <span class="ft1">schwerdeverfahren ohne zeitliche Beschränkung bis zum Entscheid</span><br/> <span class="ft1">zulässig, soweit sie sich auf den durch den Streitgegenstand be-</span><br/> <span class="ft1">stimmten Sachverhalt beziehen oder mit diesem in einem engen</span><br/> <span class="ft1">Sachzusammenhang stehen (M</span><span class="ft5">ARKUS</span> <span class="ft1">B</span><span class="ft5">ERGER</span><span class="ft1">, in: M</span><span class="ft5">ARIANNE</span><br/> <span class="ft1">K</span><span class="ft5">LÖTI</span><span class="ft1">-W</span><span class="ft5">EBER</span><span class="ft1">/D</span><span class="ft5">AVE</span> <span class="ft1">S</span><span class="ft5">IEGRIST</span><span class="ft1">/D</span><span class="ft5">IETER</span> <span class="ft1">W</span><span class="ft5">EBER</span> <span class="ft1">[Hrsg.], Kommentar</span><br/> <span class="ft1">zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri/Bern 2015,</span><br/> <span class="ft1">[Kommentar StG] § 198 N 9). Davon ist hier ohne weiteres</span><br/> <span class="ft1">auszugehen. Es ist indessen nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts,</span><br/> <span class="ft1">Beschwerdeführer, welche wie hier nicht nur im Einsprache-,</span><br/> <span class="ft1">sondern auch im anschliessenden Rekursverfahren Möglichkeit und</span><br/> <span class="ft1">Anlass gehabt hätten, ihrer Mitwirkungspflicht im Hinblick auf die</span><br/> <span class="ft1">Feststellung des entscheidrelevanten Sachverhalts nachzukommen,</span><br/> <span class="ft1">auf entsprechende Versäumnisse hinzuweisen und zur Einreichung</span><br/> <span class="ft1">der Sachverhaltsaufklärung dienender Unterlagen aufzufordern. Im</span><br/> <span class="ft1">verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren ist es vielmehr</span><br/> <span class="ft1">Aufgabe des Beschwerdeführenden, von sich aus substanziiert den</span><br/> <span class="ft1">Sachverhalt darzustellen und die erforderlichen Beweismittel</span><br/> <span class="ft1">anzubieten. Das bedeutet mit Bezug auf Unterlagen wie hier das</span><br/> <span class="ft1">Motorradinventar, dass diese spontan, von sich aus, dem Gericht</span><br/> <span class="ft1">einzureichen sind. Dies ist hier nicht geschehen, was umso</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">116</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">erstaunlicher ist, als der Beschwerdeführer, nachdem das</span><br/> <span class="ft1">Verwaltungsgericht die Trennungsvereinbarung zwischen ihm und</span><br/> <span class="ft1">seiner Ehefrau, nicht aber das Inventar der Motorräder einverlangt</span><br/> <span class="ft1">hatte, klar sein musste, dass das Verwaltungsgericht ihn nicht von</span><br/> <span class="ft1">sich aus auffordern würde, ein neues, nunmehr korrektes</span><br/> <span class="ft1">Wareninventar einzureichen. Bei dieser Sachlage bleibt es somit</span><br/> <span class="ft1">dabei, dass ein korrektes Wareninventar fehlt und das Waren-</span><br/> <span class="ft1">lagerdrittel schon deshalb zu Recht verweigert wurde.</span><br/> <span class="ft1">Als Folge des Fehlens eines korrekten Wareninventars kann</span><br/> <span class="ft1">offen bleiben, ob das Warenlagerdrittel nicht auch deshalb zu verwei-</span><br/> <span class="ft1">gern wäre, weil hier der erforderliche Rückstellungsbedarf ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres durch Einzelbewertung ermittelt werden kann (vgl.</span><br/> <span class="ft1">Erw. 2.1).</span><br/> <span class="ft1">3.</span><br/> <span class="ft1">3.1. (...)</span><br/> <span class="ft1">3.2.</span><br/> <span class="ft1">Gegen die Aufrechnung der unentgeltlichen Überlassung der</span><br/> <span class="ft1">Wohnung in der Form als Unterhaltsbeitrag wehrt sich der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer nicht. Er beantragt jedoch, die von ihm getragenen Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaftsunterhaltskosten in Abzug bringen zu können.</span><br/> <span class="ft1">3.2.1.</span><br/> <span class="ft1">Bei der Regelung des Getrenntlebens im Urteil vom 2. Juni</span><br/> <span class="ft1">2009 wurde, neben dem Unterhalt für den gemeinsamen Sohn, keine</span><br/> <span class="ft1">Verpflichtung für die Leistung von Unterhaltsbeiträgen zwischen den</span><br/> <span class="ft1">Ehegatten vereinbart, sondern lediglich die Liegenschaft für die</span><br/> <span class="ft1">Dauer der Trennung dem Beschwerdeführer zur Benützung zugewie-</span><br/> <span class="ft1">sen. Im "Mietvertrag" vom 1. Januar 2007 hatte sich der Beschwer-</span><br/> <span class="ft1">deführer bereit erklärt - im Austausch für die unentgeltliche Nutzung</span><br/> <span class="ft1">der Wohnung - für den Unterhalt des Hauses und der Umgebung zu</span><br/> <span class="ft1">sorgen, alle Reparaturen und Renovationen werterhaltend auszu-</span><br/> <span class="ft1">führen und jederzeit für den gemeinsamen Sohn zu sorgen, falls dies</span><br/> <span class="ft1">aufgrund beruflicher Abwesenheiten seiner von ihm getrennt leben-</span><br/> <span class="ft1">den Ehefrau notwendig sein sollte.</span><br/> <span class="ft1">3.2.2.</span><br/> <span class="ft1">Ist der nutzungsberechtigte Ehegatte rein obligatorisch</span><br/> <span class="ft1">nutzungsberechtigt, so liegt aus steuerrechtlicher Sicht beim Eigentü-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">117</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">merehegatten weiterhin Eigennutzung vor. Der Eigentümerehegatte</span><br/> <span class="ft1">bleibt demnach steuerpflichtig für den Eigenmietwert; er kann aber</span><br/> <span class="ft1">(neben dem Liegenschaftsunterhalt und allfälligen Schuldzinsen)</span><br/> <span class="ft1">einen dem Eigenmietwert entsprechenden Betrag als Unterhaltsbei-</span><br/> <span class="ft1">trag (Alimente) abziehen. Der nutzungsberechtigte Ehegatte seiner-</span><br/> <span class="ft1">seits hat den entsprechenden Betrag als (Alimenten-)Einkommen zu</span><br/> <span class="ft1">versteuern. Dies führt dazu, dass der nutzungsberechtigte Ehegatte</span><br/> <span class="ft1">als für den Eigenmietwert nicht Steuerpflichtiger auch keinen Abzug</span><br/> <span class="ft1">für</span> <span class="ft1">Liegenschaftsunterhaltskosten</span> <span class="ft1">machen</span> <span class="ft1">darf</span> <span class="ft1">(C</span><span class="ft5">ORDULA</span><br/> <span class="ft1">L</span><span class="ft5">ÖTSCHER</span><span class="ft1">, Besteuerung des gemeinschaftlichen Eigentums von</span><br/> <span class="ft1">Ehegatten nach Aufnahme des Getrenntlebens, in: recht 01/2016,</span><br/> <span class="ft1">S. 9 f. mit Verweis auf M</span><span class="ft5">ARIANNE</span> <span class="ft1">K</span><span class="ft5">LÖTI</span><span class="ft1">-W</span><span class="ft5">EBER</span><span class="ft1">, Steuerfolgen von</span><br/> <span class="ft1">Auflösung der ehelichen Gemeinschaft und Scheidung, in: Fest-</span><br/> <span class="ft1">schrift 100 Jahre Aargauischer Anwaltsverband, Zürich 2005,</span><br/> <span class="ft1">S. 301 f.). Nur wenn der Nutzungsberechtigte gemäss Gerichtsurteil</span><br/> <span class="ft1">oder Parteivereinbarung zur Übernahme der Liegenschaftsunterhalts-</span><br/> <span class="ft1">kosten verpflichtet ist, werden sie steuerwirksam. Sie sind aber auch</span><br/> <span class="ft1">in diesem Fall nicht als Liegenschaftsunterhaltskosten abziehbar,</span><br/> <span class="ft1">sondern bewirken eine Reduktion des steuerbaren Unterhaltseinkom-</span><br/> <span class="ft1">mens (K</span><span class="ft5">LÖTI</span><span class="ft1">-W</span><span class="ft5">EBER</span><span class="ft1">, a.a.O.).</span><br/> <span class="ft1">Die davon abweichende Auffassung will nicht den Eigentümer</span><br/> <span class="ft1">über die Eigennutzung besteuern, sondern gestützt auf den Wortlaut</span><br/> <span class="ft1">von § 30 Abs. 1 lit. b StG ("Mietwert von Liegenschaften oder</span><br/> <span class="ft1">Liegenschaftsteilen, die der steuerpflichtigen Person auf Grund von</span><br/> <span class="ft1">Eigentum oder eines unentgeltlichen Nutzungsrechts für den Eigen-</span><br/> <span class="ft1">gebrauch zur Verfügung stehen"; vgl. auch den Wortlaut von Art. 21</span><br/> <span class="ft1">Abs. 1 lit. b DBG) direkt den Nutzungsberechtigten in die Steuer-</span><br/> <span class="ft1">pflicht nehmen (D</span><span class="ft5">IETER</span> <span class="ft1">E</span><span class="ft5">GLOFF</span><span class="ft1">, Kommentar StG, § 30 N 92; vgl.</span><br/> <span class="ft1">dazu auch B</span><span class="ft5">ERNHARD</span> <span class="ft1">Z</span><span class="ft5">WAHLEN</span><span class="ft1">, in: M</span><span class="ft5">ARTIN</span> <span class="ft1">Z</span><span class="ft5">WEIFEL</span><span class="ft1">/M</span><span class="ft5">ICHAEL</span><br/> <span class="ft1">B</span><span class="ft5">EUSCH</span> <span class="ft1">[Hrsg.] Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-</span><br/> <span class="ft1">desgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. Auflage, Basel 2017,</span><br/> <span class="ft1">Art. 21 N 21e). Dem Nutzungsberechtigten steht dann auch ohne</span><br/> <span class="ft1">weiteres der Abzug für Liegenschaftsunterhaltskosten zu.</span><br/> <span class="ft1">Am Ergebnis ändert die Kontroverse im vorliegenden Fall</span><br/> <span class="ft1">nichts. Dem Beschwerdeführer sind die Liegenschaftsunterhalts-</span><br/> <span class="ft1">kosten nämlich unter beiden Argumentationslinien zu gewähren.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">118</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">3.2.3.</span><br/> <span class="ft1">Wird der zweiten Lehrmeinung (Ehegatte als Eigengebraucher</span><br/> <span class="ft1">aufgrund eines unentgeltlichen Nutzungsrechts) gefolgt, versteht sich</span><br/> <span class="ft1">von selbst, dass dem Beschwerdeführer ein Abzug für Unterhalts-</span><br/> <span class="ft1">kosten zusteht. Wird dagegen auf die erste Lehrmeinung (Nutzung</span><br/> <span class="ft1">als Unterhaltssurrogat nach § 32 lit. f StG) abgestellt, muss zusätz-</span><br/> <span class="ft1">lich eine Parteivereinbarung über die Tragung der Liegenschafts-</span><br/> <span class="ft1">unterhaltskosten bestehen. Eine solche besteht, haben die getrennt</span><br/> <span class="ft1">lebenden Ehepartner doch im "Mietvertrag" vom 1. Januar 2007</span><br/> <span class="ft1">vereinbart, dass der Beschwerdeführer für den Unterhalt des Hauses</span><br/> <span class="ft1">zu sorgen hat und alle Reparaturen und Renovationen werterhaltend</span><br/> <span class="ft1">auszuführen sind. Damit werden die Ausgaben steuerwirksam.</span><br/> <span class="ft1">Dementsprechend ist der beim Beschwerdeführer als Unterhalts-</span><br/> <span class="ft1">beitrag aufgerechnete Betrag, herrührend aus der unentgeltlichen</span><br/> <span class="ft1">Überlassung der Wohnung, um die von ihm getragenen Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaftsunterhaltskosten zu reduzieren.</span><br/> <span class="ft1">Der Beschwerdeführer hat jedoch im bisherigen Verfahren, ob-</span><br/> <span class="ft1">wohl er von der Vorinstanz mit Schreiben vom 13. März 2017 auf die</span><br/> <span class="ft1">beabsichtigte reformatio in peius aufmerksam gemacht worden war,</span><br/> <span class="ft1">keine substanziellen Ausführungen zum Liegenschaftsunterhalt ge-</span><br/> <span class="ft1">macht, geschweige denn entsprechende Belege eingereicht. Unter</span><br/> <span class="ft1">diesen Umständen war es weder Sache der Vorinstanz noch ist es</span><br/> <span class="ft1">Aufgabe des Verwaltungsgerichts weitere Nachforschungen in diese</span><br/> <span class="ft1">Richtung anzustellen, womit der Antrag des Beschwerdeführers "die</span><br/> <span class="ft1">Unterhaltsarbeiten für die Wohnliegenschaft einzureichen" abzuwei-</span><br/> <span class="ft1">sen ist. Indessen rechtfertigt es sich, den Pauschalabzug gemäss § 39</span><br/> <span class="ft1">Abs. 5 lit. b StG von 20% zu gewähren, wodurch sich die vorinstanz-</span><br/> <span class="ft1">liche Aufrechnung entsprechend reduziert. Die Beschwerde erweist</span><br/> <span class="ft1">sich in diesem Punkt als begründet.</span><br/> <span class="ft1">3.3.</span><br/> <span class="ft1">Der im angefochtenen Urteil festgesetzte Aufrechnungsbetrag</span><br/> <span class="ft1">von Fr. 14'003.00, welcher dem gesamten Eigenmietwert der Liegen-</span><br/> <span class="ft1">schaft entspricht, ist jedoch vorher aus einem anderen Grund zu</span><br/> <span class="ft1">reduzieren: Die Liegenschaft weist einen gewerblichen Teil und</span><br/> <span class="ft1">einen solchen mit Wohnnutzung auf. Da der Beschwerdeführer nicht</span><br/> <span class="ft1">die gesamte Liegenschaft sondern nur den Wohnteil nutzt, ist der als</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Steuern</span> <span class="page_no">119</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Unterhaltsbeitrag aufzurechnende Eigenmietwert entsprechend zu</span><br/> <span class="ft1">kürzen. Für den gewerblichen Teil der Liegenschaft hat der Revisor</span><br/> <span class="ft1">des KStA einen Nutzanteil von 24.29% festgelegt, welcher von der</span><br/> <span class="ft1">Personengesellschaft angemietet worden ist. Der Beschwerdeführer</span><br/> <span class="ft1">nutzt dementsprechend bloss 75.71% der Liegenschaft, womit bei</span><br/> <span class="ft1">ihm auch lediglich Fr. 10'601.00 aufzurechnen sind.</span><br/> <span class="ft1">Von diesen Fr. 10'601.00 ist nun der Pauschalabzug von 20%</span><br/> <span class="ft1">für Liegenschaftsunterhaltskosten in Abzug zu bringen, entsprechend</span><br/> <span class="ft1">Fr. 2'120.00, womit die Aufrechnung noch Fr. 8'481.00 beträgt. Nach</span><br/> <span class="ft1">der von der Vorinstanz richtigerweise vorgenommenen Korrektur des</span><br/> <span class="ft1">Gewinnanteils des Beschwerdeführers an der Personengesellschaft</span><br/> <span class="ft1">im Betrag von Fr. 6'815.00 verbleibt schlussendlich noch ein Betrag</span><br/> <span class="ft1">von Fr. 1'666.00 (Fr. 8'481.00 - Fr. 6'815.00), welcher zum steuerba-</span><br/> <span class="ft1">ren Einkommen hinzu gerechnet werden muss. Damit reduziert sich</span><br/> <span class="ft1">das steuerbare Einkommen im Vergleich zum angefochtenen Urteil</span><br/> <span class="ft1">auf Fr. 205'686.00. Die Beschwerde ist damit teilweise gutzuheissen.</span><br/></div> </div> </body> </html>