Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 26. Juli 2012 (720 12 104) ____________________________________________________________________ Invalidenrente IV-Rente Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Jgnaz Jer mann, Kantonsrichter Markus Mattle, Gerichtsschreiberin Marion Wüthrich Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Yves Waldmann, Advokat gegen IV-Stelle Basel-Landschaft , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. Der 1957 geborene A.____ war vom 1. September 198 1 bis zum 31. Juli 2008 als Pro- duktionsmitarbeiter bei der B.____ AG tätig. Am 3. Juni 2005 erlitt A.____ am Arbeitsplatz einen Unfall, wobei er sich eine Ruptur der langen Bizepssehne und eine Partialruptur der Supraspi- natussehne zuzog. Die Schweizerische Unfallversicherungsansta lt (SUVA) erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten, Taggelde r). Mit Verfügung vom 15. Juli 2008 gewährte die SUVA A.____ für die verbleibenden Beei nträchtigungen ab dem 1. Juli 2008 eine Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Invalidenrente basierend auf einer unfallbedingten Er werbseinbusse von 25% und eine Integri- tätsentschädigung entsprechend einer Integritätseinbuss e von 15%. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 16. F ebruar 2009 ab. Hiergegen er- hob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, am 19. März 2009 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicheru ngsrecht (Kantonsgericht), und beantragte, es sei der Einspracheentscheid aufzuheben und über den 30. Juni 2008 hinaus das volle Taggeld auszurichten sowie nach Abschluss der Eingli ederungsmassnahmen der Invali- denversicherung über den Rentenanspruch neu zu befinden. Ferner sei eine Integritätsent- schädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von mind estens 20% auszurichten. Das Kan- tonsgericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 22. Janu ar 2010 ab. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. Bereits am 5. März 2008 hatte sich A.____ bei der Eidge nössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen unter Hinweis auf einen Arbeit sunfall am 3. Juni 2005 angemeldet. In der Folge klärte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV- Stelle) den erwerblichen und medizini- schen Sachverhalt ab. Mit Mitteilung vom 25. September 2008 gewährte sie A.____ berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form von beruflichen Abklär ungen in der Eingliederungsstätte Baselland (ESB). Die beruflichen Massnahmen wurden mit Mitteilung vom 2. Juni 2009 abge- schlossen. Mit Vorbescheid vom 18. Juni 2010 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch aufgrund eines Invaliditätsgrades von 39%. Dagegen erho b A.____, erneut vertreten durch Ad- vokat Dr. Waldmann, mit Schreiben vom 20. Juli 2010 Ei nwand. Aufgrund der in diesem Ein- wand geltend gemachten Verschlechterung des Gesundhei tszustandes beauftragte die IV- Stelle das C.____-Zentrum mit einer polydisziplinären B egutachtung. Mit Verfügung vom 14. Februar 2012 lehnte die IV-Stelle aufgrund eine s rentenausschliessenden Invaliditätsgrads von neu 38% einen Anspruch von A.____ auf eine IV-Rente ab. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, weiterhin ver treten durch Advokat Dr. Waldmann, am 21. März 2012 Beschwerde beim Kanton sgericht. Er beantragte die Aufhe- bung der Verfügung vom 14. Februar 2012 und die Zur ückweisung der Sache an die Be- schwerdegegnerin für weitere medizinische Abklärungen sowi e zur Prüfung und Durchführung beruflicher Eingliederungsmassnahmen. Eventualiter beantragte er die Zusprechung einer Vier- telsrente; alles unter o/e-Kostenfolge. C. Die IV-Stelle liess sich am 22. Mai 2012 vernehmen un d beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über di e Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. L aut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993, beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2 Soweit der Beschwerdeführer die Prüfung und Durchf ührung beruflicher Eingliede- rungsmassnahmen beantragt ist festzuhalten, dass die vorli egend angefochtene Verfügung einzig einen Rentenentscheid zum Inhalt hat. Im verwal tungsgerichtlichen Beschwerdeverfah- ren sind jedoch grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu über prüfen, beziehungsweise zu beur- teilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich − in Form einer Ver- fügung − Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise wei- terziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es a n einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und in soweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 f. E. 2.1, 125 V 413 E. 1a mit Hinwe isen). Da in der angefochtenen Verfügung keinerlei Aussage betreffend berufliche Eingliederungsma ssnahmen getroffen wurde, kann im vorliegenden Verfahren auch nicht über diese Frage en tschieden und auf das entsprechende Begehren nicht eingetreten werden. Immerhin hat jed och die IV-Stelle selbst in ihrer Vernehm- lassung vom 22. Mai 2012 in Ziff. 3 ausgeführt, dass es dem Beschwerdeführer frei stehe, ein entsprechendes Gesuch an die IV-Stelle zu stellen. 1.3 Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobe ne Beschwerde vom 21. März 2012 ist dagegen − soweit damit die Aufhebung der Verfügung vo m 14. Februar 2012, weitere medizini- sche Abklärungen sowie eventualiter die Zusprechung einer Viertelsrente beantragt wurde − einzutreten. 2.1 Am 1. Januar 2008 ist die Änderung des IVG vom 6. O ktober 2006 (5. IV-Revision) in Kraft getreten. In intertemporalrechtlicher Hinsicht se hen deren Schlussbestimmungen eine − im vorliegenden Fall nicht weiter interessierende − Son derregelung betreffend die Besitz- standswahrung bei Taggeldern für laufende Eingliederu ngsmassnahmen vor. In Bezug auf den Rentenanspruch enthalten die Schlussbestimmungen dagegen keine übergangsrechtliche Son- derregelung. Für die Beurteilung der Frage, welches Recht bei der Beurteilung des Rentenan- spruchs Anwendung findet, ist deshalb auf die allgemein en Kriterien des intertemporalen Rechts abzustellen (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Danach gil t der Grundsatz, dass diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des r echtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 253 E. 3.5 mit Hinweis). 2.2 Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat als weisungsberechtigte Auf- sichtsbehörde gestützt auf Art. 64 und Art. 64a Abs. 1 li t. b IVG im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007 Weisungen zur 5. IV-Revision und zu m Intertemporalrecht erlassen. Da- nach ist grundsätzlich dasjenige Recht anwendbar, welche s bei Eintritt des Versicherungsfalles in Geltung stand. Ist der Versicherungsfall vor dem 1. Januar 2008 eingetreten, so gilt demnach altes Recht und die versicherte Person kann sich noch in nerhalb eines Jahres seit Eintritt des Versicherungsfalles ohne Einbusse an Rentenleistungen bei der IV anmelden (vgl. Art. 48 Abs. 2 IVG der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung). Tritt der Versicherungsfall hingegen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht ab 1. Januar 2008 oder später ein, so ist das neue Recht anwendbar. In diesem Fall entsteht der Rentenanspruch grundsätzlich erst sechs Monate nach Anmeldung bei der IV (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG der seit 1. Januar 2008 anwendbaren Fassung). Auch wenn das Gericht an die Ver- waltungsweisungen nicht gebunden ist, weicht es praxisgemä ss nicht ohne triftigen Grund da- von ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung d er rechtlichen Vorgaben darstellen. Damit wird dem Bestreben einer rechtsgleichen Gesetzesanwendung Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1). Das trifft auf die genannte Weisung des BSV zu. 2.3 Vorliegend meldete sich der Beschwerdeführer am 5. März 2008 zum Bezug von IV- Leistungen unter Hinweis auf einen Arbeitsunfall am 3 . Juni 2005 an. Das Wartejahr für den Rentenanspruch begann somit im Juni 2005 zu laufen und endete im Juni 2006. Die rentenbe- gründende Invalidität (Versicherungsfall Invalidenrente nach Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Tei l des Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000 und Art. 4 Abs. 2 IVG in V erbindung mit Art. 28 ff. IVG) ist dem- nach im Juni 2006 und damit vor dem 1. Januar 2008 e ingetreten. Somit ist der Rentenan- spruch des Beschwerdeführers gemäss den bis 31. Dezember 200 7 gültig gewesenen Rechts- grundlagen zu beurteilen. 3. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. Massg ebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2012 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü- fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 4.1 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussicht lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IV G). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 4.2 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psych ischen Gesundheitsbeeinträchti- gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Dia gnose nach einem wissenschaftlich an- erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 50 E. 1.2, 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzuge ltenden psychischen Leiden belas- tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umstän den kein Krankheitswert zu- kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psych ische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versi cherten Person trotz des Leidens wil- lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem E rwerb nachzugehen (BGE 127 V 299 E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer d urch eine psychische Gesundheitsbeein- trächtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es al so nicht, dass die versicherte Person Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielm ehr, ob anzunehmen ist, die Verwer- tung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder − als alternative Vor- aussetzung − sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 298 E. 4c in fine). 4.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2007 gült ig gewesenen Fassung) hat die ver- sicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Drei- viertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. 4.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eint ritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). Vorliegend hat die IV-S telle den Invaliditätsgrad des Versicherten nach der allgemeinen Methode bemessen, was vom Beschwe rdeführer zu Recht nicht bestrit- ten wird. 5. Im Zusammenhang mit der Ermittlung der Einschränku ng im Erwerbsbereich ist zu klären, in welchem Ausmass der Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Beein- trächtigungen arbeitsunfähig ist. 5.1 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die d urch eine Beeinträchtigung der körper- lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, vo lle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbei t zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Ber uf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person i st die rechtsanwendende Behörde − die Verwaltung und im Streitfall das Gericht − auf Unter lagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei- ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 396 E. 2.1, 125 V 261 E. 4, 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausge übte Berufsarbeit von der versicherten Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach i hren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEY- ER -BLASER , Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, i n: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hin- weisen). 5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle an- deren Beweismittel − frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro- zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wü rdigen und die Gründe an- zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die ande re medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entsc heidend, ob dieser für die streiti- gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchunge n beruht, auch die geklagten Be- schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamn ese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa- tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der E xpertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung des Eidgenössisc hen Versicherungsgerichts (EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen) mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b und in AHI-Praxis 2/2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit zahlreichen Hinweisen). So ist den i m Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -är zte, welche aufgrund eingehender Be- obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in d ie Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge langen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indi zien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6. Für die Beurteilung des vorliegenden Falls sind die folgenden medizinischen Unterla- gen zu berücksichtigen: 6.1 Gemäss Austrittsbericht der D.____-Klinik vom 28. Ja nuar 2008 bestehe beim Versi- cherten nach dem Unfall vom 3. Juni 2005 ein Status na ch Ruptur der langen Bizepssehne und Partialruptur der Supraspinatussehne rechts und anschli essender operativer Sanierung. In der angestammten Tätigkeit als Elektromonteur bestehe auf grund Überkopfarbeiten seit dem 17. Januar 2008 (Austritt aus der D.____-Klinik) eine 1 00%-ige Arbeitsunfähigkeit. Dagegen Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht seien dem Versicherten leichte Arbeiten (Heben horizont al bis maximal 10 kg) ohne länger an- dauernde Tätigkeiten über der Brusthöhe und wiederho ltem Krafteinsatz des rechten Armes ganztags zuzumuten. 6.2 Im kreisärztlichen Bericht der SUVA von Dr. med. E.__ __, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 20. März 2008 wurde ein Zustand nach zweimaliger Sch ulterarthroskopie rechts mit Acro- mioplastik sowie einer AC-Gelenkresektion bei Abriss der langen Bizepssehne und Status nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion diagnostiziert. Seit d er zweiten Operation bestehe eine Funktionseinschränkung der rechten Schulter oberhalb der Horizontalen, wobei das geklagte Beschwerdebild nicht mit den objektivierbaren klinischen Befunden korrelieren würde. Auch für die rezidivierend geklagten Kribbelparästhesien im Bereich der rechten Hand liessen sich keine pathologisch-neurologischen Befunde eruieren und die deutliche Verminderung der rohen Kraft würden nicht mit den Messwerten der Umfangmessung korreli eren. Aufgrund des bisherigen Verlaufs und der stationären Rehabilitation in der D .____-Klinik müsse der heutige Zustand der rechten Schulter als Endzustand gewertet werden. Die SU VA werde den Fall somit unter Prü- fung der Restfolgen abschliessen. Dem Versicherten seien leichte Tätigkeiten bis zur Horizonta- len ganztags zumutbar. Es bestehe ein Gewichtslimit von maxi mal 10 kg. Repetitive Kraftauf- wendungen für die rechte obere Extremität sollten vermi eden werden. Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten seien wegen der eingeschränkten Haltefunktion nicht mehr möglich. 6.3 Auf Anfrage der IV-Stelle diagnostizierte der be handelnde Arzt Dr. med. F.____, Fach- arzt FMH für Innere Medizin, am 20. September 2009 mi t Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Schulterarmsyndrom rechts bei Status nach arthroskop ischer Acromioplastik und AC- Gelenkresektion am 11. Oktober 2005 bei partieller Ruptur der Supraspinatussehne und Ruptur der langen Bizepssehne sowie Status nach Rearthroskopie , Reacromioplastik, subacromialem Débridement und Rotatorenmanschettenrekonstruktion am 28 . August 2007. Weiter bestehe eine posttraumatische laterale Instabilität des oberen Sprunggelenkes links bei Status nach Supinationstrauma mit Luxation am 1. November 2006, e ine protrahierte Tendovaginitis im Be- reich des linken Handgelenkes, eine schwere psychosoziale Be lastungssituation, eine Spondy- larthrose sowie ein insulinpflichtiger Diabetes mell itus Typ II. Ohne Auswirkung auf die Arbeits- fähigkeit bestehe ein Status nach Kreuzband-Operation r echts am 6. Dezember 2003 und eine Procitis ulcerosa. Zu den unfallbedingten Folgeschäden habe sich eine ausgeprägte Depressivi- tät entwickelt, welche sich hinsichtlich Leistungsfähigk eit, Konzentrationsfähigkeit und Antrieb auf alle Tätigkeiten auswirke. 6.4 Auf weitere Anfrage der IV-Stelle diagnostizierte der behandelnde Psychiater Dr. med. G.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, am 16. November 2009 mit Auswir- kung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit Herbst 2008 be stehende längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21), ein Schulterarmsyndrom rechts bei Stat us nach Arbeitsunfall seit Herbst 2005 sowie ein insulinpflichtiger Diabetes mellitus Typ II. Körperlich bestehe eine verminderte Kraft- und Bewegungsfähigkeit der rechten Schulter und des r echten Arms. Ferner seien die Anpas- sungsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen eingeschränkt und es bestehe eine Dysphorie sowie eine eingeschränkte Belastbarkeit. Die bisherige T ätigkeit als "Elektriker" sei dem Versi- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht cherten nicht mehr zumutbar, seine Leistungsfähigkeit sei seit dem 17. Februar 2009 zu 20- 30% vermindert. 6.5 Aufgrund der vom behandelnden Psychiater Dr. G.___ _ attestierten 20-30%-igen Ar- beitsunfähigkeit beauftragte die IV-Stelle Dr. med. H.____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der psychiatrischen Beurteilung des Versi cherten. In seinem Gutachten vom 15. März 2010 diagnostizierte Dr. H.____ beim Versich erten eine Anpassungsstörung mit längerer (sub-)depressiver Reaktion (ICD-10 F43.2). Die psychische Symptomatik sei relativ gering. Objektiv finde sich in der Untersuchung höchstens eine leicht depressive Verstimmung. Der Versicherte sei affektiv modelliert sowie kognitiv und psychomotorisch nicht beeinträchtigt. Aufgrund der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers kön ne ebenfalls nur eine leichte depressive Störung angenommen werden. Immerhin gelinge es dem Versicherten, einigen Inte- ressen nachzugehen und soziale Kontakte zu pflegen. Insges amt könne angenommen werden, dass der Versicherte unter einer Anpassungsstörung im Rah men der verschiedenen Schwierig- keiten, die sich insbesondere nach der Kündigung des Arbe itsplatzes akzentuierten, leide. Aus psychiatrischer Sicht sei der Versicherte aufgrund der subdep ressiven Verstimmung und der dadurch möglichen kognitiven Einschränkungen, teilweise unterhalten durch Schlafstörungen, nicht voll leistungsfähig. Es könne dadurch eine 20%-ige Einschränkung für eine ganztägige Arbeit angenommen werden, da der Versicherte allenfal ls etwas verlangsamt sei und vermehrt Pausen benötige. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkei t bestehe seit Aufnahme der psychiat- rischen Therapie im Februar 2009. 6.6 Mit Bericht vom 15. Dezember 2010 führte der beha ndelnde Arzt Dr. F.____ aus, dass sich der Zustand des Versicherten trotz medikamentöser und psychotherapeutischer Therapie weiter verschlechtert habe. Es bestehe seit 2007 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit und die bis- herige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. 6.7 Mit Bericht vom 4. März 2011 hielt der behandelnde Psychiater Dr. G.____ fest, dass die in seinem Arztbericht vom 16. November 2009 diagno stizierte längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) in eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) überg egangen sei. Körperlich bestehe wei- terhin eine verminderte Kraft- und Bewegungsfähigkeit in der rechten Schulter und dem rechten Arm. Ferner seien die Anpassungsfähigkeit, das Konzentra tions- und Auffassungsvermögen eingeschränkt und es bestehe eine Dysphorie, Freud- und Lustlosigkeit sowie eine zunehmen- de soziale Desintegration aufgrund Rückzugs. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar, seine Leistungsfähigkeit sei seit 2 008 allgemein eingeschränkt und zu 100% vermindert. 6.8 Nachdem der Beschwerdeführer im Rahmen des Vorbesc heidverfahrens mit Einwand vom 20. Juli 2010 eine Verschlechterung seines Gesundheit szustandes geltend gemacht hatte, beauftragte die IV-Stelle das C.____-Zentrum mit der polydisziplinären Begutachtung des Be- schwerdeführers. Mit Gutachten vom 27. Mai 2011 diagnost izierte das Gutachterteam mit Aus- wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine prolongierte An passungsstörung (ICD-10 F43.2) mit Diffe- rentialdiagnose einer Dysthymie (ICD-10 F34.1) und ein chronisches Schmerzsyndrom der rechten Schulter bei Status nach Stolpersturz mit Schulterdistorsion rechts am 3. Juni 2005, bei Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Status nach arthroskopischer Acromioplastik und AC-Gelenkr esektion rechts am 11. Oktober 2005 sowie bei Status nach Rearthroskopie, Reacromiopla stik und Rotatorenmanchettennaht (mini open) rechts am 28. August 2007. Ohne Einfluss a uf die Arbeitsfähigkeit bestünden ein Fersensporn links bei Status nach OSG-Distorsion links im De zember 2006, ein Status nach CTS-Dekompression links im August 2009, ein Status nach K niearthroskopie rechts und VKB- Plastik 2001, ein Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie Knie links ca. 1998, ein chro- nisches thoracolumbales Schmerzsyndrom sowie ein Diabetes me llitus Typ II. Dr. H.____ hielt im psychiatrischen Teilgutachten vom 16. Mai 2011 fest, dass si ch seit seiner letzten Beurtei- lung des Versicherten im März 2010 aus psychiatrischer Sich t keine Verschlechterung ergeben habe. Es bestehe ein subdepressiver Zustand im Rahmen de r belastenden Situation. Der Ver- sicherte fühle sich aufgrund seiner verschiedenen Beschwerd en nicht mehr in der Lage einer Arbeit nachzugehen. Die objektivierbaren Befunde seien relativ gering. Entsprechend könne weiterhin eine prolongierte Anpassungsstörung angenomm en werden. Angesichts des mittler- weile längeren Verlaufes müsse differentialdiagnostisch j edoch von einer dysthymen Störung ausgegangen werden. Die depressive Störung sei nicht sehr gravierend, es gebe auch Phasen, in denen es dem Versicherten aus psychischer Sicht besser geh e. Die psychische Störung ste- he denn auch nicht im Vordergrund und sei nicht ausschl aggebend bezüglich der vom Versi- cherten subjektiv angegebenen Einschränkung der Arbeitsf ähigkeit. Aufgrund der subdepressi- ven Stimmungslage sei der Versicherte jedoch allenfalls vermindert belastbar und der Versi- cherte habe im Verlauf des Tages möglicherweise mit kogn itiven Problemen zu kämpfen, wes- halb weiterhin eine 20%-ige Einschränkung der Arbeits fähigkeit für jede Tätigkeit bestehe. Aus orthopädischer Sicht berichtete Dr. med. I.____, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, am 16. Mai 2011, dass der Versicherte persistierende rechtss eitige Schulter- und Armschmerzen nach einer Distorsion am 3. Juni 2005 und zwei arthrosko pischen Eingriffen sowie ambulanter und stationärer Rehabilitation beklage. Sechs Jahre nach dem Unfall bestehe eine erhebliche Diskrepanz zwischen den objektivierbaren Befunden und den subjektiv empfundenen Be- schwerden der rechten Schulter, der Wirbelsäule und de r linken Ferse. Unter Berücksichtigung der bereits früher festgelegten SUVA-Berentung bestehe beim Versicherten aus orthopädischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit keine Arbeitsunf ähigkeit. Aus allgemeinmedizinischer Sicht hielt Dr. med. J.____, Facharzt FMH für Allgemeinmedizi n, fest, dass keine zusätzliche Ein- schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert werden könne. Zwar wären Schichtarbeiten aufgrund der Insulintherapie auszuschliessen, die Diabetes melli tus Typ II sei jedoch gut eingestellt und der Versicherte habe mit dieser Problematik viele Jahre a uch vor dem Unfall 100% gearbeitet. Gesamtmedizinisch sei es seit der Ablehnung der Berentung (Vorbescheid der IV-Stelle) im Juni 2010 zu keiner Verschlechterung der gesundheitlichen Situation gekommen. 6.9 Auf Anfrage der IV-Stelle nahm Dr. I.____ mit S chreiben vom 16. August 2011 ergän- zend Stellung zum Einwand des Beschwerdeführers, wonach d ie von Dr. F.____ im Bericht vom 15. Dezember 2010 erwähnten somatischen Befunde un d Schlussfolgerungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit im C.____-Gutachten zu wen ig berücksichtigt worden seien. Dr. I.____ führte aus, dass er aufgrund der ihm für das Gutachten zu r Verfügung gestellten Unterlagen, der Anamnese und insbesondere aufgrund seiner ausfüh rlichen klinischen Untersuchung aus orthopädischer Sicht zu einer anderen Einschätzung der A rbeitsfähigkeit gekommen sei als der behandelnde Arzt Dr. F.____. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 7.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Ve rfügung bei der Beurteilung des Ge- sundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit des Versicherte n auf das Gutachten von Dr. H.____ vom 15. März 2010 sowie auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter des C.____- Zentrums am 27. Mai 2011 gelangt waren. Sie ging dem zufolge davon aus, dass beim Be- schwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine 20%-ige Arbe itsunfähigkeit bestehe und aus or- thopädischer Sicht von einer 100%-igen Arbeitsfähigkei t in einer adaptierten Tätigkeit auszuge- hen sei. Diese Beurteilung der Vorinstanz ist nicht z u beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 5.3 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfa hrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und b ei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indi- zien liegen hier keine vor. Wie im Folgenden aufzuzeige n ist, sind die Vorbringen des Be- schwerdeführers nicht geeignet, die ausschlaggebende Bewei skraft des C.____-Gutachtens in Frage zu stellen. 7.2 Als unzutreffend erweist sich insbesondere der Einwan d des Beschwerdeführers, die von Dr. H.____ am 15. März 2010 sowie im psychiatrischen T eilgutachten vom 16. Mai 2011 attestierte und von der IV-Stelle übernommene Einschrän kung der Arbeitsfähigkeit von 20% werde nicht hinreichend begründet. Dr. H.____ vermit telt in seinen beiden ausführlichen und sorgfältig abgefassten psychiatrischen (Teil-)Gutachten, we lche auf einer persönlichen Unter- suchung des Versicherten und auf einer einlässlichen Würdi gung der medizinischen Aktenlage beruhen, ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustan d des Beschwerdeführers. Die von Dr. H.____ vorgenommene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung korreliert denn auch mit seiner Ein- schätzung der medizinischen Situation und kann nachvollzogen werden. Dr. H.____ legt schlüs- sig und überzeugend dar, dass der psychopathologische Be fund nur wenig auffällig sei, jedoch aufgrund der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen − und der allenfalls dadurch begrün- deten verminderten Belastbarkeit sowie kognitiven Probleme − eine 20%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für jede Tätigkeit bestehe. Eine w eitere Präzisierung, wie von Dr. G.____ in seiner Stellungnahme vom 21. März 2012 gefordert, kann denn auch nicht verlangt werden und würde zu einer Scheingenauigkeit führen. 7.3 Der Beschwerdeführer beanstandet sodann, dass sich da s psychiatrische Teilgutach- ten des C.____-Zentrums trotz entsprechender Anhaltspunk te nicht zum Vorliegen einer soma- toformen Schmerzstörung äussere. Vorliegend hielt der psyc hiatrische Gutachter Dr. H.____ fest, es sei anzunehmen, dass die subjektive körperliche P roblematik, die aus somatischer Sicht nicht im geklagten Ausmass erklärt werden könne, aufgrund des psychischen Zustands im Rahmen einer spezifischen Fehlverarbeitung aggraviert wer de. Wenn der Beschwerdeführer darin einen Anhaltspunkt für das Vorliegen einer somat oformen Schmerzstörung sieht und auf den Bericht des behandelnden Allgemeinmediziners Dr. F.____ vom 11. Februar 2009 verweist, vermag dies die Beweiskraft des Gutachtens nicht in Zweifel zu ziehen. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) führte denn am 2. Mai 2012 auf Anfrage der IV-Stelle auch aus, dass mit der Er- wähnung einer unspezifischen Fehlverarbeitung deutlich werde, dass das typische Bild einer Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Somatisierungsstörung nicht erfüllt sei, weshalb die D iagnose nicht mit Auswirkung auf die Ar- beitsfähigkeit aufgeführt worden sei. Zu betonen ist sch liesslich, dass der behandelnde Psy- chiater keine somatoforme Schmerzstörung diagnostizierte und auch Dr. F.____ lediglich einen (nicht weiter begründeten) Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung äusserte. 7.4 Weiter rügt der Beschwerdeführer eine ungenügende Auseinandersetzung mit den Vorakten. Insbesondere habe es Dr. I.____ im orthopädi schen Teilgutachten unterlassen, auf die Anforderungen einer adaptierten Tätigkeit sowie auf die abweichende Beurteilung durch den behandelnden Arzt Dr. F.____ vom 15. Dezember 2010 e inzugehen. Vorliegend schloss Dr. I.____ eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit explizit "unter Berücksichtigung der bereits früher festgelegten SUVA-Be rentung" aus. Er macht damit deut- lich, dass eine adaptierte Tätigkeit noch unter Berücksich tigung jener Anforderungen zumutbar sei, welche die SUVA bereits in ihrer Verfügung vom 15. Juli 2008 festhielt. Demgemäss wäre dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte Tätigkeit unterhalb der Horizontalen, ohne Han- tieren mit Gewichten über 10 kg mit dem rechten Arm so wie ohne Arbeiten auf Leitern und Ge- rüsten ganztags zumutbar. Entgegen der Auffassung des Be schwerdeführers beruht das ortho- pädische Teil-Gutachten zudem auf einer einlässlichen Wür digung sämtlicher medizinischen Akten und berücksichtigt auch die subjektiven und objektiv en Beschwerden des Beschwerde- führers. Wenn Dr. I.____ aufgrund seiner ausführliche n klinischen Befunderhebung und der daraus resultierenden funktionellen Beeinträchtigung nachvollziehbar eine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit attestierte als jene, die bisher vom behandelnden Arzt diagnostiziert worden war, ist dies nicht geeignet die Schlüssigkeit des C.____-Gutachtens in Zweifel zu ziehen. 7.5 Im vorliegenden Fall lassen die vorhandenen medizi nischen Unterlagen eine zuverlässi- ge Beurteilung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit de s Beschwerdeführers zu, weshalb auf die von ihm beantragte zusätzliche medizinische Abklärung verzi chtet werden kann. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst zwar das Recht, Beweisanträg e zu stellen, und − als Korrelat − die Pflicht der Behörde zur Beweisabnahme. Beweise sind im Rahmen dieses verfassungs- mässigen Anspruchs indessen nur über jene Tatsachen abzun ehmen, die für die Entscheidung der Streitsache erheblich sind. Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverl ässiges Bild des relevanten Sach- verhaltes ergeben und dieser demnach hinreichend abgeklär t ist, kann auf ein beantragtes Be- weismittel verzichtet werden. Eine solche antizipierte Be weiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig (BGE 126 V 13 0 E. 2a mit zahlreichen Hinwei- sen). 8.1 Wie bereits weiter oben ausgeführt (vgl. E. 4.4 h iervor), ist der Invaliditätsgrad erwerbs- tätiger Versicherter aufgrund eines Einkommensvergleich s zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung vom 14 . Februar 2012 den erforderlichen Ein- kommensvergleich vorgenommen. Dabei hat sie anhand der Gegenüberstellung von Validen- und zumutbarem Invalideneinkommen − sowie in Berücksicht igung der laut Gutachten zumut- baren Arbeitsfähigkeit von 20% − einen Invaliditätsgr ad von 38% ermittelt. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Der Beschwerdeführer beanstandet im Zusammenhang mit der konkreten Berechnung, dass die IV-Stelle den Eintritt des Versicherungsfalls in der angefochtenen Verfügung auf den 1. Juni 2006 festgesetzt hat. Wie hiervor dargelegt (vgl. E. 2.3), meldete sich der Beschwerde- führer am 5. März 2008 zum Bezug von IV-Leistungen unter Hinweis auf einen Arbeitsunfall am 3. Juni 2005 an. Laut Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpun kt, in welchem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch schnittlich zu mindestens 40% ar- beitsunfähig gewesen ist. Wie den vorliegenden Akten zu entnehmen ist, war diese Vorausset- zung seit dem Unfall des Beschwerdeführers im Juni 2005 er füllt. Das Wartejahr für den Ren- tenanspruch begann damit im Juni 2005 zu laufen und e ndete im Juni 2006. Der Rentenan- spruch des Beschwerdeführers (Versicherungsfall Invalidenrente nach Art. 4 Abs. 1 IVG in Ver- bindung mit Art. 8 Abs. 1 ATSG und Art. 4 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 29 Abs. 2 Satz 1 IVG [in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung]) ist demnach am 1. Juni 2006 entstan- den. 8.3 Bei der Bemessung des für die Bestimmung des Invalidi tätsgrades massgebenden Ein- kommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) ist entsc heidend, was die versicher- te Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbegin ns nach dem Beweisgrad der über- wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdi enen würde (BGE 135 V 59 E. 3.1 mit Hinweis, 131 V 51 E. 5.1.2). Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfol- gen. Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für di e Bestimmung des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädig ung erzielte, nötigenfalls der Teue- rung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Ve rdienst (BGE 135 V 59, 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Es ist unbestritten und nicht zu beanstan- den, dass die Vorinstanz das Valideneinkommen aufgrund der Angaben des ehemaligen Ar- beitgebers ermittelt hat. Gemäss der eingereichten Lohnbuchhaltung 2006 hätte der Versicherte im Jahr 2006 ohne Gesundheitsschaden, bei einem Pensum vo n 100%, ein massgebliches Va- lideneinkommen von Fr. 69'575.35 (Fr. 5'351.95 x 13) erzielt. Mit dem Eintritt des Versiche- rungsfalles im Jahr 2006 entfällt eine − wie von der I V-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 14. Februar 2012 vorgenommene − Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung des Jahres 2010. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Rentenanspruch. 8.4.1 Nicht zu beanstanden ist, dass die IV-Stelle für di e Bestimmung des trotz Gesund- heitsschädigung zumutbarerweise noch realisierbaren Eink ommens (Invalideneinkommen) auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Sta- tistik abstellte. Laut Tabelle TA 1, belief sich der Ze ntralwert für die mit einfachen und repetiti- ven Aufgaben (Anforderungsniveau 4) beschäftigten Männe r im privaten Sektor im Jahr 2006 auf Fr. 4'732.-- (LSE 2006, Total privater Sektor). Z u berücksichtigen ist, dass der ermittelte Tabellenlohn auf einer einheitlichen Arbeitszeit von 4 0 Wochenstunden beruht und für das Jahr 2006 auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 4/2011 S. 90 Tabelle B 9.2) umzurechnen ist. Daraus resultiert ein hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 59'197.30 (Fr. 4'732.-- : 40 x 41.7 x 12). Be rücksichtigt man, dass die zumutbare Rest- arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers laut den massgebe nden medizinischen Beurteilungen Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht (vgl. E. 7.1 hiervor) lediglich noch 80% beträgt, red uziert sich das Invalideneinkommen auf Fr. 47'357.85 (Fr. 59'197.30 x 80%). Die von der IV-S telle in der angefochtenen Verfügung durchgeführte Anpassung an die Nominallohnentwicklung de s Jahres 2010, führt bei der Be- messung des Rentenanspruchs zum gleichen Ergebnis. 8.4.2 Von dem auf diese Weise erhobenen statistischen We rt sind praxisgemäss verschie- dene Abzüge zulässig. Im Entscheid BGE 126 V 75 ff. hat das Bundesgericht seine Rechtspre- chung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und w eiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtli- chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidensbe- dingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermesse n gesamthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksic htigung aller jeweils in Betracht fal- lenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 2 5% zu begrenzen (BGE 126 V 80 E. 5b). Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Perso n wegen eines oder mehrerer der genannten Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der gesamt- haft vorzunehmende Abzug stellt eine Schätzung dar. Bei deren Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kontrollierende richterliche Behör de ihr Ermessen an die Stelle desjeni- gen der Vorinstanz setzt. Hingegen ist zu beurteilen, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzi- pien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zwe ckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Soll in die Ermessensbetätigung der Vorinstanz eingegriffen werden, muss sich die rich- terliche Behörde demnach auf Gegebenheiten abstützen kön nen, die eine abweichende Er- messensausübung als näher liegend erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6 mit Hinweis, Ent- scheid des EVG vom 25. Juli 2005, U 420/04, E. 2.3). 8.4.3 Vorliegend hat die IV-Stelle einen Abzug vom Tabellenlohn von 10% für die invalidi- tätsbedingte Beeinträchtigung vorgenommen. Zum Einwand des Beschwerdeführers, es sei ein zusätzlicher Leidensabzug zu berücksichtigen, ist festzuhalte n, dass unter Beachtung des Um- standes, dass den Behinderungen des Beschwerdeführers ber eits durch die Annahme eines um 20% reduzierten Arbeitspensums Rechnung getragen wu rde, ein leidensbedingter Abzug nur noch in geringem Masse erfolgen kann (Urteil des EV G vom 9. Dezember 2002, U 200/01, E. 4.2.3). Der zusätzlich vorgenommene Abzug von 10% erweist sich als angemessen. Demzu- folge beläuft sich das massgebende Invalideneinkommen nach Berücksichtigung des leidens- bedingten Abzuges von 10% auf Fr. 42'622.10 (Fr. 47'357.85 x 90%). 8.5 Setzt man im Einkommensvergleich dieses Invalidenei nkommen von Fr. 42'622.10 dem Valideneinkommen von Fr. 69'575.35 gegenüber, so e rgibt dies eine Einkommenseinbus- se von Fr. 26'953.25. Daraus resultiert ein rentenausschl iessender IV-Grad von rund 39% (zur Rundungspraxis des Bundesgerichts vgl. BGE 130 V 121 ff.). Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die I V-Stelle in der angefochte- nen Verfügung vom 14. Februar 2012 zu Recht einen Re ntenanspruch des Versicherten ver- neinte. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. 10. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahr en bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensau fwand und unabhängig vom Streit- wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgel egt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstan den ist, setzt das Gericht die Verfah- renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 600.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par- tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb ihm die Verfahrenskosten zu auferlegen sind. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 600.-- werden mit dem vom Beschwerdeführer gele isteten Kostenvorschuss verrechnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden dem Be- schwerdeführer auferlegt und mit dem geleisteten Koste nvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Präsidentin Gerichtsschreiberin