<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Migrationsrecht</span> <span class="page_no">135</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft3">[...]</span><br/> <span class="ft3"><b>24</b></span> <span class="ft3"><b>Kostenverlegung bei Gegenstandslosigkeit</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Die Verfahrenskosten können einer Partei auch dann auferlegt wer-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>den, wenn sie die Gegenstandlosigkeit des Verfahrens formell nicht</b></span><br/> <span class="ft3"><b>verursacht hat.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Im konkreten Fall hat es die Beschwerdeführerin trotz Möglichkeit</b></span><br/> <span class="ft3"><b>versäumt, die im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen,</b></span><br/> <span class="ft3"><b>welche belegten, dass die angeordnete Massnahme nicht angezeigt</b></span><br/> <span class="ft3"><b>war, bereits im Verfahren vor der Vorinstanz beizubringen. Da das</b></span><br/> <span class="ft3"><b>MIKA die dem Beschwerdeverfahren zugrundeliegende Verfügung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>einzig wegen der nachträglich eingereichten Belege in Wiedererwä-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>gung gezogen hat, ist die Gegenstandslosigkeit des Verfahrens auf</b></span><br/> <span class="ft3"><b>das Verhalten der Beschwerdeführerin zurückzuführen.</b></span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Obergericht, Abteilung Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">136</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">Aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom</span><br/> <span class="ft5">12. Juli 2017, i.S. A. gegen das Amt für Migration und Integration</span><br/> <span class="ft5">(WBE.2016.244)</span><br/> <span class="ft6"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <span class="ft1">1.2.</span><br/> <span class="ft1">Gemäss § 31 Abs. 3 Satz 1 und § 32 Abs. 3 Satz 1 VRPG gilt</span><br/> <span class="ft1">bei Gegenstandslosigkeit als unterliegende Partei, wer dafür sorgt,</span><br/> <span class="ft1">dass das Verfahren gegenstandslos wird. Wird ein Verfahren ohne</span><br/> <span class="ft1">Zutun einer Partei gegenstandslos, sind die Verfahrens- und Partei-</span><br/> <span class="ft1">kosten nach den abgeschätzten Prozessaussichten zu verlegen oder</span><br/> <span class="ft1">aus Billigkeitsgründen ganz oder teilweise dem Gemeinwesen zu be-</span><br/> <span class="ft1">lasten (§ 31 Abs. 3 Satz 2 und § 32 Abs. 3 Satz 2 VRPG).</span><br/> <span class="ft1">Bei Gegenstandslosigkeit eines Verfahrens werden die Verfah-</span><br/> <span class="ft1">rens- und Parteikosten somit primär nach dem Verursacherprinzip</span><br/> <span class="ft1">verlegt. Eine Verlegung nach dem mutmasslichen Ausgang oder die</span><br/> <span class="ft1">Belastung des Gemeinwesens aus Billigkeitsgründen steht grundsätz-</span><br/> <span class="ft1">lich erst zur Diskussion, wenn keine der beteiligten Parteien für die</span><br/> <span class="ft1">Gegenstandslosigkeit verantwortlich ist (vgl. AGVE 2009, S. 280 f.;</span><br/> <span class="ft1">VGE vom 9. Dezember 2011 [WBE 2011.206], Erw. II/1).</span><br/> <span class="ft1">1.3.</span><br/> <span class="ft1">Im vorliegenden Fall ist die Gegenstandslosigkeit des Verfah-</span><br/> <span class="ft1">rens zwar formell darauf zurückzuführen, dass das MIKA die Verfü-</span><br/> <span class="ft1">gung vom 10. November 2015 wiedererwägungsweise aufgehoben</span><br/> <span class="ft1">hat. Dies jedoch einzig deshalb, weil die Beschwerdeführerin mit</span><br/> <span class="ft1">Einreichung von Belegen betreffend ihren Gesundheitszustand nach-</span><br/> <span class="ft1">träglich dargelegt hat, dass eine Verwarnung nicht angezeigt war.</span><br/> <span class="ft1">Wären die Unterlagen bereits im Einspracheverfahren eingereicht</span><br/> <span class="ft1">worden, hätte sich ein Beschwerdeverfahren gemäss Ausführungen</span><br/> <span class="ft1">der Vorinstanz erübrigt. Effektiv hat deshalb die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft1">die Gegenstandslosigkeit des Beschwerdeverfahrens zu verantworten</span><br/> <span class="ft1">und es sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Daran ändert</span><br/> <span class="ft1">nichts, dass der ärztliche Bericht bezüglich den Gesundheitszustand</span><br/> <span class="ft1">der Beschwerdeführerin offenbar erst im April 2017 erstellt wurde.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2017</span> <span class="title">Migrationsrecht</span> <span class="page_no">137</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">Die Vorinstanz weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin,</span><br/> <span class="ft1">dass die Beschwerdeführerin die entsprechenden Abklärungen früher</span><br/> <span class="ft1">hätte in Angriff nehmen müssen. Dies umso mehr, als sie mit Verfü-</span><br/> <span class="ft1">gung der Vorinstanz vom 8. März 2016 explizit im Rahmen ihrer</span><br/> <span class="ft1">Mitwirkungspflicht aufgefordert wurde, nachzuweisen, dass es ihr</span><br/> <span class="ft1">aus gesundheitlichen Gründen seit Jahren nicht möglich war und ist,</span><br/> <span class="ft1">einer Arbeit nachzugehen. Trotz dieser Aufforderung reichte sie am</span><br/> <span class="ft1">22. März 2016 lediglich zwei ärztliche Zeugnisse vom 16. bzw.</span><br/> <span class="ft1">18. März 2016 ein, welche ihr eine Arbeitsunfähigkeit seit</span><br/> <span class="ft1">3. Dezember 2015 bzw. seit 1. Januar 2016 attestierte. Ein Partei-</span><br/> <span class="ft1">kostenersatz infolge (formellen) Obsiegens steht nach dem Gesagten</span><br/> <span class="ft1">nicht zur Diskussion.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>