B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung II B-4372/2012 U r t e i l v o m 12 . N o v e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richter Francesco Brentani (Vorsitz), Richter David Weiss, Richter Hans Urech, Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. Parteien X._______, wohnhaft in Deutschland, Beschwerdeführerin, gegen IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2, Vorinstanz. Gegenstand IV-Rente, Verfügung vom 23. Juli 2012. B-4372/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Die […] geborene, aus Deutschland stammende und in ihrer Heimat wohnhafte X._______ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführ e- rin) war gemäss IK-Auszug von 1972 bis 2005 mit Unterbrüchen in der Schweiz erwerbstätig. Von August 2000 bis April 2005 war sie in ihrer Ei- genschaft als Grenzgängerin als Krankenschwester und anschliessend von Juli bis September 2005 in der ambulanten Krankenpflege in Teilzeit- pensen tätig. Dementsprechend entrichtete sie für diese Zeit Beiträge an die obligatorische Alters, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV). Seit dem 1. August 2008 arbeitet die Versicherte stundenweise in der Büro - und Industriereinigung bei ein er Unternehmung in Deutsc h- land (vgl. IV act. 104). B. Am 20. September 2004 zog sich die Versicherte anlässlich eines Ve r- kehrsunfalls ein HWS -Beschleunigungstrauma zu. Als Folge dieses E r- eignisses meldete sie sich am 18. Oktober 2006 bei der IV -Stelle des Kantons Basel Stadt (nachfolgende: IV -Stelle BS) erstmals zum Bezug von IV-Leistungen in Form von be ruflichen Eingliederungsmassnahmen und einer Rente an (vgl. kant. IV act. 2). Die se nahm in der Folge u m- fangreiche Abklärungen vor . Die IV -Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vorinstanz) verfügte am 24. Oktober 2008 bei einem Invali- ditätsgrad v on 18 % die Abweisung des Leistungsbegehrens (vgl. IV act. 12). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. C. Mit Datum vom 21. November 2008 (Eingangsdatum: 23. Januar 2009) meldete sich die Versicherte bei der Vorinstanz erneut zum IV - Leistungsbezug an (vgl. IV act. 1 5). Nach Vorliegen des Bescheids der Deutschen Rentenversicherung vom 17. Februar 2009, mit welchem dem Antrag auf eine Rente wegen (teilweiser bzw. voller) Erwerbsminderung nicht entsprochen worden war, und weiterer, für die Beurteilung des Ren- tenanspruchs massgeblicher Unterlagen in beruflich -erwerblicher und medizinischer Hinsicht wurde mit Verfügung der Vorinstanz vom 18. Se p- tember 2009 das Leistungsbegehren der Versicherten erneut abgewiesen (vgl. IV act. 61) . Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Versicherte so- wohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit 70 % a r- beitsfähig und in der Haushaltstätigkeit nicht eingeschränkt sei. B-4372/2012 Seite 3 D. Die gegen diese Verfügung vom 18. September 2009 erhobene B e- schwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 12. Oktober 2011 ab (Prozessnr. C-6572/2009; IV act. 87). Die Akten wurden darau f- hin der Vorinstanz zur Prüfung des Leistungsanspruches nach dem Zei t- punkt der angefochtenen Verfügung vom 18. September 2011 [recte: 2009] überwiesen. E. In der Folge holte die Vorinstanz den von der Versicherten am 18. Januar 2012 ausgefüllten Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerb s- tätigkeit/Haushalt ein. Des Wei teren nahm sie ein vom Arbeitgeber am 22. Februar 2012 ausgefüllten Fragebogen, ein Schreiben der Deutschen Rentenversicherung vom 26. April 2011 , mit welchem diese einen A n- spruch der Versicherten auf Rente wegen voller Erwerbsminde rung ab 1. Juli 2010 anerkennt, diverse medizinische Berichte von Dr. med. A._______, welche von Dezember 2008 bis November 2010 datieren , sowie einen Bericht des Krankenhauses B._______ vom 2. Januar 2012 zu den Akten (vgl. IV act. 91, 93, 95 ff., 102 und 104). F. Nach einer Beurt eilung des Arztes des Regionalärztlichen Dienstes (nachfolgend: RAD) Dr. med. C._______, Facharzt für Allgemeine Med i- zin, vom 11. April 2012 erliess die Vorinstanz am 30. April 2012 einen Vorbescheid, mit welchem sie die Abweisung des Leistungsbegehrens der Versicherten in Aussicht stellte (vgl. IV act. 108 f.). G. Hiergegen erhob die Versicherte mit Stellungnahmen vom 6. Mai, 10. und 15. Juni 2012 Einwände und reichte der Vorinstanz diverse medizinische Unterlagen ein. Nach einer erneuten Beurteilung durch den RAD -Arzt Dr. med. C._______ vom 11. Juli 2012 (vgl. IV act. 118) wies die Vorinstanz das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom 23. Juli 2012 ab (vgl. IV act. 119). H. Gegen diese Verfügung vom 23. Juli 2012 erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. August 2012 Beschwerde beim Bundesverwa l- tungsgericht. Sie beantragt sinngemäss die Zusprechung einer ganzen B-4372/2012 Seite 4 Invalidenrente. Zur Begründung bringt sie vor, dass ihr in Deutschland aufgrund des Gutachtens von Prof. Dr. D._______ eine 100 % ige E r- werbsminderungsrente zugesprochen worden sei. Sie könne nur noch drei Stunden täglich arbeiten und habe eine Hebekraft von lediglich drei Kilogramm. Bei geringster körperlicher Anstrengung komme es zu Schweissausbrüchen und Temperaturerhöhungen. Ihre Erkrankung, En- dometriose, sei bis anhin ignoriert worden. Die Beschwerdeführerin reich- te diverse medizinische Unterlagen ein. I. In ihrer Vernehmlassung vom 27. November 2012 beantragt die Vori n- stanz die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der ang efoch- tenen Verfügung. Zur Begründung bringt sie vor, dass der RAD -Arzt Dr. med. C._______ in seinen Stellungnahmen vom 11. Juli und 11. April 2012 keine wesentliche und anhaltende Veränderung bzw. Verschlecht e- rung des Gesundheitszustandes seit der rechtskr äftigen Verfügung vom 18. September 2009 festgestellt habe. Auch aus den beschwerdeweisen zusätzlich eingereichten Arztberichten würden sich keine neuen Sachve r- haltselemente ergeben. J. Nachdem die Beschwerdeführerin mit Eingabe n vom 6. und 16. August 2013 unaufgefordert weitere Unterlagen einreichte, wurden diese der Vor- instanz zur allfälligen Stellungnahme überwiesen. In der ergänzenden Stellungnahme der Vorinstanz vom 19. September 2013 hält sie weiterhin an ihrem Abweisungsantrag fest. Sie v erweist da- bei auf die Stellungnahme des RAD -Arztes Dr. med. C._______ vom 6. September 2013. K. Mit Eingaben vom 30. September und 8. Oktober 2013 sowie 20. Januar und 25. März 2014 reicht e die Beschwerdeführerin erneut unaufgefordert weitere Unterlagen ein. Mit Schreiben vom 2. Mai 2014 nimmt die Vorinstanz zu diesen Eingaben der Beschwerdeführerin Stellung und verweist dabei auf den Bericht des RAD-Arztes Dr. med. C._______ vom 22. April 2014. L. Mit Verfügung des Bundesverwaltungsgericht s vom 26. Juni 201 4 erhielt die Beschwerdeführerin die Gelegenheit, den Reha -Bericht ihres Aufent-B-4372/2012 Seite 5 haltes im Zentrum F._______ vom 5. bis 26. Februar 2014 einzureichen. Diesen reichte die Beschwerdeführerin in der Folge mit Eingabe vom 7. Juli 2014 zusammen mit weiteren mediz inischen Unterlagen ein . Gleich- zeitig stellte sie einen Antrag auf Begutachtung durch einen schweizer i- schen Mediziner auf dem Gebiet der Neurologie. Die Vorinstanz hält in der Folge in ihrer Eingabe vom 22. August 2014 mit Verweis auf den Bericht des RAD -Arztes Dr. med. C._______ vom 16. August 2014 an ihrem Antrag auf Abweisung fest. M. Die in der Folge unaufgefordert eingereichte Eingabe der Beschwerd e- führerin vom 9. September 2014 wurde samt Beilagen der Vorinstanz zur Kenntnis zugestellt. N. Auf die weit eren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterl a- gen wird – sofern erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vo m 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalide n- versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Ar t. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügu n- gen der IV -Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesve rwal- tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den allge meinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung B-4372/2012 Seite 6 (Art. 1a – 26bis und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrüc k- lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 1.3 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verf ü- gung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 23. Juli 2012. Die B e- schwerdeführerin hat frist- und formgerecht Beschwerde erhoben (Art. 60 ATSG). Als Adressatin der angefochtene n Verfügung ist sie besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf das ergriffene Rechtsmittel, nachdem auch der geforderte Kostenvorschuss fristgerecht geleistet wu r- de, einzutreten. 2. 2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale Be- hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG). 2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der B e- gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann di e Be- schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gu t- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer B e- gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, s o- fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Bewei s- grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mö g- lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlich s- te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 3. Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur Anwendung gelangen. 3.1 Die Beschwerdeführerin besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und wohnt in Deutschland, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft B-4372/2012 Seite 7 getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwis chen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend die Koo r- dinierung der Systeme der sozial en Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Gemäss Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs in der am 1. April 2012 in Kraft getretenen Fassung (vgl. den Beschluss Nr. 1/2012 des Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012 zur Erse t- zung des Anhangs II dieses Abkommens über die Koordinierung der Sys- teme der sozialen Sicherheit [AS 2012 2345]) wenden die Vertragsparte i- en untereinander namentlich – unter Vorbehalt vorliegend nicht relevanter Anpassungen – die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des E uropäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Sys- teme der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1; geändert durch die Verordnung [EG] Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 [ABl. L 284 S. 43]) sowie die Verordnung (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.11) an. Im Rahmen des FZA ist auch die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne der erwähnten Koordinierungsverordnungen zu betrachten (vgl. Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA in der früher geltenden und in der am 1. April 2012 in Kraft getretenen Fassung). Fallen Personen in den persönlichen Anwe n- dungsbereich der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (vgl. Art. 2 Abs. 1 der Verordnung), haben sie nach Art. 4 der Verordnung auf Grund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates. Entspreche ndes galt nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71. Soweit das FZA bezi e- hungsweise die auf dieser Grundlage anwendbaren gemeinschaftsrech t- lichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens s owie die Prüfung der Anspruch s- voraussetzungen einer schweizerischen Invalidenrente damit grundsät z- lich nach der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Demnach richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des Invaliditätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insb e- sondere dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Ve r- ordnung vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). B-4372/2012 Seite 8 3.2 Nach den allgemeinen intertemp oralen Regeln sind in verfahren s- rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zei t- punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sac h- verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistung s- anspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisher i- gen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Juli 2012 in Kraft sta n- den; weiter aber auch alle übrigen Vorschriften, die für die Beurteilung der streitigen Verfügung im vorliegend massgeblichen Zeitraum von Belang sind. Da sich vorliegend der zu beurteilende Sachverhalt im Zeitraum von September 2009 bis Juli 2012 zugetragen hat, sind bis zum 31. Deze m- ber 2011 die auf den 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Bestimmungen der 5. IV-Revision anwendbar (AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155), und ab dem 1. Januar 2012 die zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen B e- stimmungen des ersten Massnahmenpaket der 6. IV -Revision (AS 2011 5659 bzw. AS 2011 5679). 4. Streitig ist im vorliegenden Fall, ob die Beschwerdeführerin seit der let z- ten abweisenden Rentenverfügung vom 18. September 2009 bis zum 23. Juli 2012 (Erlass der angefochtenen Verfügung) in einem rentene r- heblichen Mass invalid geworden ist. Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden g e- setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen. 4.1 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung hat, wer i nvalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und bei Eintritt der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat; d.h. während mindestens drei Jahren gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein. Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen während mehr als drei Jahren Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung B-4372/2012 Seite 9 geleistet, womit die beitragsmässigen Vora ussetzungen für den Bezug einer ordentlichen Invalidenrente er füllt sind. Zu prüfen bleibt damit, ob und gegebenenfalls ab wann und in welchem Umfang sie invalid im Sinne des Gesetzes (geworden) ist. 4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali- dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kö r- perlichen, geistigen od er psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder tei l- weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenb e- reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 4.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invalidität s- grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertel s- rente. Gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % ent sprechen, nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europä- ischen Gemeinschaft und der Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft Wohnsitz haben (siehe B GE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1) – was vorliegend der Fall ist. 4.4 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendba ren Invaliditäts- bemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder B-4372/2012 Seite 10 zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Ei n- kommensvergleich, Betätigungsverg leich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unverände r- ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung b e- stünde. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versiche r- ten wird das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine i h- nen zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnten (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zu m Erwerbsei n- kommen, das sie erzielen könnten, wenn sie nicht invalid geworden w ä- ren (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen E r- werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommen s- vergleichs; BGE 130 V 349 E. 3.4.2. mit Hinweisen). Bei Teilzeit-Erwerbstätigen wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Pe r- son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, f a- miliären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der g e- mischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im E r- werbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungs- vergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinval i- ditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9). 4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen h a- ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und b e- züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der vers icherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 B-4372/2012 Seite 11 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verwei- sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). 4.6 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die mediz i- nischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche B e- weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies b e- deutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. I nsbesondere darf es bei einander wide r- sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These a b- stellt. Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen ausländ i- scher Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezü g- lich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unterstehen auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürd i- gung des Gerichts (vgl. zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung BGE 125 V 351 E. 3a). 4.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der B e- richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unters u- chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darl e- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der m e- dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begrü n- det sind. Aus schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnun g der einge- reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gu t- achten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a; AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1). Auch die Stellungnahmen des RAD müssen den allgemeinen beweis - rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD- Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und B-4372/2012 Seite 12 fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation des Experten für die richterliche Würdigu ng einer Expertise eine erhebl i- che Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Exper- ten verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, hat er zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ein vollständi- ges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (vgl. zu den Anforderungen an einen Aktenbericht Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 14. November 2007 E. 3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung entspricht und die im konkreten Fall erforderlichen Untersuchungen vorgenommen und dok u- mentiert wurden. 4.8 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades ve r- weigert, so wird nach Art. 87 Abs. 4 IVV eine neue Anmeldung nur g e- prüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung e r- füllt sind. Danach ist im Leistungsbegehren gleich wie im Revisionsg e- such glaubhaft zu mach en, dass sich der Grad der Invalidität der vers i- cherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung – wie im vorliegenden Fall – auf die Neuanme l- dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis- sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränd e- rung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat de m- nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (vgl. dazu BGE 130 V 71; A HI 1999 S. 83 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früh e- ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgeste llte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsb e- gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im B e- schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem G e- richt (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 f.). Eine Änderung des Invaliditätsgrades setzt stets auch eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse voraus. Zu vergleichen ist dabei der Sachve r- halt im Zeitpunkt der letzten der versicherten Person eröffneten recht s- kräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentena n- spruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsz u-B-4372/2012 Seite 13 standes) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwä- gung und prozessualen Revision (BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Ferner muss die Veränderung der Verhältnisse erheblich, d.h. hinsichtlich der Auswi r- kungen auf den Invaliditätsgrad rentenwirksam sein (siehe Art. 17 ATSG, BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen ). Unter revisionsrechtlichen G e- sichtspunkten – welche gleichermassen für das Neuanmeldungsverfa h- ren gelten (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.2; Urteil des Eidgenössischen Vers i- cherungsgerichts I 658/05 vom 27. März 2006 E. 4.4) – ist die unte r- schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhaltes unerheblich (BGE 112 V 371 E. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3a). Im vorliegenden Fall beurteilt sich die Frage, ob bei der Beschwerdefü h- rerin eine wesentliche Änderung eingetr eten ist, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch im Sinne von Art. 17 ATSG zu beeinflussen, durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er zur Zeit der zweiten Ablehnungsverfügung vom 18. September 2009 bestanden hatte, mit demjenigen, wie er bis zum Zeitpunkt der vorliegend angefoch- tenen Verfügung vom 23. Juli 2012 eingetreten war. 5. Beim Erlass der leistungsabweisenden Verfügung der Vorinstanz vom 18. September 2009, welche aufgrund der zweiten IV-Anmeldung der Be- schwerdeführerin vom 21. November 2008 ergangen ist und vom Bu n- desverwaltungsgericht mit Urteil vom 12. Oktober 2011 bestätigt wurde, stützte sich die Vorinstanz insbesondere auf die Berichte de r RAD-Ärztin Dr. med. G._______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, sowie wei tere aktenkundige medizinische Berichte, unter anderem auch auf das für das erste IV -Verfahren relevante bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. H._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. I._______, Facharzt für Rheumatologie, welche nachfolgend dazulegen sind. – Dr. med. H._______ diagnostizierte in seiner Expertise vom 27. Okt o- ber 2007 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende s o- matoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) und ohne Auswirkungen einen Status nach einer Anpassungsstörung (ICD -10: F43.23). Weiter b e- richtete Dr. med. H._______, unter Berücksichtigung aller Faktoren müsse aus rein psychiatrischer Sicht die Arbeitsfähigkeit seit dem Un- fall vom 20. September 2004 in der zuletzt ausgeübten wie auch in B-4372/2012 Seite 14 einer alternativen Tätigkeit als zu 30 % eingeschränkt beurteilt we r- den. Eine zusätzliche Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe nicht. – Dr. med. I._______ stellte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kei- ne rheumatologischen Diagnosen; ohne Auswirkungen nannte er eine Blockierung des Sakroiliakalgelenks rechts (anamnestisch rezidivi e- rend), eine Ansatztendinose am medialen Beckenkamm rechts, einen Status nach Distorsionstrauma der HWS am 20. September 2004, e i- ne Diskusprotrusion HWK5/6 und BWK12/LWK1 (Chondrose LWK4/5), einen Hallux valgus beidseits (Hammerzehen III und IV beidseits) sowie einen Status nach konservativ beh andelter Radius- köpfchenfraktur links 1997. Weiter führte Dr. med. I._______ aus, die bisherige Tätigkeit sei aus rheumatologischer Sicht weiterhin ohne Verminderung der Leistungsfähigkeit zumutbar. Einzig eine körperl i- che Schwerarbeit sei unzumutbar; alle übrigen Tätigkeiten seien z u- zumuten. – Dr. med. G._______ erachtete in ihrem Bericht vom 23. Juni 2009 seit der Begutachtung durch Dr. med. I._______ und Dr. med. H._______ keine Verschlechterung als belegt. Sie führte aus, dass neu ein Nachweis eines beids eitigen Sulcus nervi ulnaris -Syndroms bestehe. Ein Nervus ulnaris Kompressionssyndrom wäre mit einer operativen Dekompression behandelbar. Für die seit zirka zwei Jahren best e- henden Störungen der Sensibilität und Feinmotorik der rechten Hand bestünden kein e pathologische Befunde. Die unklare Sympotmatik könne nicht als relevante Verschlechterung bezüglich der Arbeitsf ä- higkeit betrachtet werden. Neu an Befunden könne lediglich die Uns i- cherheit beim Einbeinhü pfen, Einbeinstand und Romberg bezeichnet werden. Die Relevanz für die Arbeitsfähigkeit dieser inkonstanten und schlecht objektivierbaren Befunde sei aber fraglich. Die arterielle H y- pertonie sei zu behandeln und bedeute keine Arbeitsunfähigkeit. Dr. med. G._______ attestierte der Beschwerdeführerin ab 20. August (recte: September) 2004 eine 30 %ige Arbeits - resp. Leistungsunfä- higkeit sowohl in der bisherigen Arbeit als auch in einer leidensada p- tierten Verweistätigkeit. In der Haushaltsführung sei die Beschwerd e- führerin nicht eingeschränkt. – In ihrem Bericht vom 6. April 2010 führte Dr. med. G._______ aus, dass die Befunde der HWS bereits bei der ersten IV -Anmeldung be- kannt gewesen seien. Die Stürze der Beschwerdeführerin im Jahr B-4372/2012 Seite 15 2008 seien ohne strukturelle Folgen geblieben und eine Ursache h a- be nie gefunden werden können. Eine längerfristige Arbeitsfähigkeit sei damit nicht zu begründen. Eine beginnende Coxarthrose sei b e- reits im MRI vom 12. Juni 2008 dokumentiert. Symptome/klinikische Befunde einer Coxarthrose seien nirgends dokumentiert. Radiolog i- sche Befu nde würden keine Arbeitsunfähigkeit begründen, da Klinik und Radiologie oft weit auseinandergingen. Schwankende Blutdruc k- werte seien kein Grund für eine Arbeitsunfähigkeit. Bei einer Hypert o- niebehandlung mit nur einer Substanz könne kaum von einer ausg e- schöpften Behandlung gesprochen werden. Es liege keine erklärbare Ursache der Steissbeinschmerzen vor. Eine reine Schmerzsymptoma- tik bedeute keine Arbeitsunfähigkeit. Ein Status nach einer Lunge n- entzündung (2007) begründe keine längerdauernde Arbeitsunfähi g- keit. Eine Allergie bedingte eine Expositionsprophylaxe für diese Su b- stanz, jedoch keine generalisierte Arbeitsunfähigkeit. 6. Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde vom 19. August 2012 und den nachfolgenden Eingaben eine wesentliche Gesundheit s- verschlechterung geltend. Sie reichte zahlreiche medizinische Unterlagen ein, welche nachfolgend wiederzugeben sind. 6.1 Aus den eingereichten medizinischen Berichten, die vor der recht s- kräftigen leistungsabweisenden Verfügung vom 18. September 2009 d a- tieren, geht im Wesentliches Folgendes hervor: – Im Bericht von Dr. J._______, Facharzt für Radiologische Diagnostik, vom 27. April 2006 wurde eine linkskonvexe Torsionsskoliose der HWS und eine dorsomediane und links laterale Bandscheibenprotr u- sion im Segment C5/6 m it Foraminaeinengung diagnostiziert. Es b e- stünde kein Hinweis auf eine frischere knöcherne Läsion und keine Zeichen einer zervikalen Myelopathie. – Im Bericht von Dr. K._______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 30. Mai 2006 führte diese aus, dass sich beim Aufnahmebefund eine eingeschränkte Beweglichkeit der HWS nach links bei V.a. Atlasbl o- ckierung sowie ein Schiefstand des ISG mit Beinlängendifferenz g e- funden habe. Nach einer Craniosacraltherapie sei die HWS schmer z- frei beweglich. Zudem bestehe keine Beinlängendifferenz mehr und die BWS sei druckschmerzfrei. B-4372/2012 Seite 16 – Im Bericht von Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie und Ps y- chiatrie, vom 28. Februar 2008 diagnostizierte dieser einen inkomplet- ten sens. Querschnitt ab TH8 unklarer Ursache. Am 11. März 20 08 führte er aus, dass sich die Beschwerden der Patientin insgesamt derzeit nicht sicher zuordnen liessen. Es falle eine Diskrepanz zw i- schen den Beschwerden und den fast unauffälligen, objektivierbaren Befunden auf. Wegen der in unterschiedlichen Höhen ang egebenen Sensibilitätsstörungen (zw. ventral u. dorsal) sei letztendlich an eine somatoforme Störung zu denken. – Im Bericht der Klinik W._______ vom 17. April 2008 wurde ausgeführt, dass die durchgeführte Kernspintomographie des Schädels (in Ergän- zung zu de n bereits auswärtig durchgeführten MRT von HWS, BWS und LWS mit jeweils nicht wegweisenden Befunden) einzel ne unspe- zifische Marklagerläsionen im Gehirn gezeigt hätten, die elektroph y- siologischen Untersuchungen hätten Normalbefunde ergeben. In der Liquordiagnostik habe sich ebenfalls ein unauffälliger Befund erg e- ben, ebenso in der Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden A r- terien. Zusammengefasst hätten sich aktuell keine Hinweise auf eine entzündliche oder ischämische Ursache der Beschwerden ergeben. Aufgrund des bunten Beschwerdebildes, über welches die Beschwe r- deführerin auch in populärwissenschaftlichen Büchern selbst reche r- chiere, zusammen mit einer anamnestisch für sie unklaren beruflichen Gesamtsituation sowie der fehlenden Verarbeitung des Verkehr sun- falls von 2004 sei eine zusätzlichen Somatisierungsstörung nicht au s- zuschliessen. – Im Bericht von Dr. med. L._______, Facharzt für Neurologie und Ps y- chiatrie, vom 31. Mai 2008 berichtete dieser, dass die Untersuchung in der Tages klinik des Neurozentrums am 16. April 2008 keine Hi n- weis für eine entzündliche ZNS -Erkrankung (normaler Liquor) erg e- ben habe. Die Medianus- und VEP's seien ebenfalls im Normbereich, im Kernspintomogramm des Kopfes seien einzelne Marklagerläsionen supra- und infratentoriell ohne t ypische ED-Anordnung beschrieben. Am ehesten sei aufgrund der Befunde von einer somatoformen St ö- rung auszugehen. – Dr. med. M._______, Facharzt für Orthopädie, verordnete am 1. Juli 2008 Physiotherapie zufolge einer Muskelverkürzung Lenden - Becken-Bein-Region rechts (M62.98, G). B-4372/2012 Seite 17 – Dr. med. N._______, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, diag- nostizierte in ihrem Bericht vom 21. Januar 2009 ein HWS-Schleuder- und Distorsionstrauma und eine rezidivierende Halbseitensymptom a- tik. Für die angestammte Tätigkeit als Krankenschwester sei sie unter 3 Stunden am Tag belastbar. Für leichte Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes, wie für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit , sei die B e- schwerdeführerin von 3 bis unter 6 Stunden belastbar. 6.2 In der Zeitspanne vom 18. Septe mber 2009 bis zur vorliegend ang e- fochtenen Verfügung vom 23. Juli 2012 datieren folgende medizinische Berichte: – Dr. O._______, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, führte am 25. Mai 2010 aus, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren An- gaben seit ihrem Verkehrsunfall im Jahr 2004 und ab 2008 zune h- mend stark unter Unterbauchschmerzen leide. Diese würden denjen i- gen ähneln, die sie aus ihrer Endometriose -Vorgeschichte kenne. Die Beschwerdeführerin gehe daher von einer Endometrioseexacerbation aus. Si e berichte darüber hinaus über konstanten Gefühlsverlust in der Perianalgegend, mit den Schmerzen assozierte sensorische St ö- rungen der Innenseite beider Oberschenkel sowie der Haut des U n- terbauches. Bei der Beschwerdeführerin falle eine vor allem neur o- pathische Symptomatik auf. Die Kombination aus starken Schmerzen und umschriebener, neurologischer Ausfallsymptomatik lege eine Schädigung der o.g. peripheren Nerven, gegebenenfalls im Wurzelbe- reich nahe. Die Beschwerden dürften Folge sowohl eines Traumas (dafür spreche das Einsetzen erst nach dem Unfall, ca. zeitgleich mit der Menopause) als auch einer abgelaufenen/aktiven Endometriose sein (Adhäsionen, Vernarbungen, Gefässneubildung). Gegen ein fr i- sches Endometrioserezidiv spreche der postmenopausale Status, ne- benbefundlich auch der niedrige CA -125-Wert (10 IU/l). Im Einklang mit dem Wunsch der Beschwerdeführerin sowie ihrer Vorstellung würde er auch eine Indikation für eine diagnostisch -operative Lapa- roskopie am 7. Juni 2010 sehen, bei der ggf. Adhäsiolyse, ggf. Sanie- rung von Endometrioseherden, ggf. Adnexektomie durchgeführt we r- den könne. – Im Bericht des Krankenhauses P ._______ vom 11. Juni 2010 wurden der Beschwerdeführerin folgende Diagnosen gestellt: – Fibron des rechten Ovars B-4372/2012 Seite 18 – Endometriose (Douglasperitoneum, Lig. Sacrouterinum) – Adhäsionen am Colon ascendens – Starke chronische Unterbauchschmerzen mit neurologischer Ausfallssymptomatik im Innervationsgebiet des Plexus lumb a- lis, sacralis und pudendus – Zustand nach 2 x Laparoskopie (1985/1986), Zustand nach Danazoltherapie bei Endometriose – Zustand nach Verkehrsunfall mit Schleudertrauma 2004 – Zustand nach Appendektomie – Zustand nach postmenopausaler Blutung 2005 – Arterielle Hypertonie, Hypothyreose Es wurde ausgeführt, dass bei der Beschwerdeführerin am 7. Juni 2010 eine operativen Laparoskopie durchgeführt worden sei, welche komplikationslos verlaufen sei. Der postoperative Verlauf sei rege l- recht gewesen. Die Beschwerdeführerin habe bei reizlosen Wundve r- hältnissen und Wohlbefinden am 11. Juni 2010 wieder nach Hause entlassen werden können. – Aus dem Bericht von Prof. Dr. A._______ vom 18. Oktober 2010 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 21. September 2010 wä h- rend der Arbeit beim Reinigen einer Toilette ausgerutscht und auf das Gesäss gefallen sei. Sie habe dab ei eine Steissbein -/LWS-Prellung erlitten, was nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe. – Aus einem weiteren Bericht von Prof. Dr. A._______ vom 24. August 2010 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 23. August 2010 beim Reinigen eines Autos in eine Scherbe gefasst und sich dabei e i- ne Defektwunde im Bereich des Endglieds D1 rechts zugezogen h a- be. Diese Verletzung habe zu einer Arbeitsunfähigkeit von 4 Tagen geführt. – Im Bericht von Dr. med. Q._______, Fachärztin für Chirurgie und Proktologie, vom 24. November 2010 wurde im Rahmen der Anamne- se ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin drei Mal echte Inkont i- nenzepisoden erlebt habe. Es wurden folgende Diagnosen gestellt: Rektozele, Rektumprolaps Grad 2 (innere Intussusception in den Analkanal hinein, den Analunterrand nicht erreichend), Hämorrhoidal- leiden Grad 2, Inkontinenz anal Grad 1. B-4372/2012 Seite 19 – Im Bericht der Klinik R._______ vom 16. Februar 2011 wurde ausge- führt, dass eine Afferenzstörung vom rechten Bein, unverändert zum Vorbefund vom Dezember 2007 bestehe. Ein Hinweis bestehe auf am ehesten axonale Läsion des N. suralis links. Es gebe kein Hinweis auf Efferenzstörung zu beiden Beinen und zu beiden Armen. – Im Gutachten von Prof. Dr. D._______ vom 25. Februar 2011 , we l- ches zuhanden des Sozialgerichts S._______ erstellt wurde, führte dieser aus, dass die Beschwerdeführerin unter einer Endometriose leide. Diese Krankheit sei im Alter von 32 Jahren diagnostiziert wo r- den. Es seien 1985 und 1986 zwei Laparoskopien erfolgt und es sei eine Hormontherapie mit Danazol durchgeführt worden. Bei der let z- ten laparoskopieschen Endometriose Operation am 7. Juni 2010 im Krankenhaus P ._______ habe sich weiterhin eine floride Endometri o- se mit bräunlichen Auflagerungen des Douglasperitoneums sowie schwärzlichen Auflagerungen im B ereich des linken Sakrouterinum gezeigt. Die Endometrioseherde seien durch eine histologische U n- tersuchung gesichert worden. Aufgrund eines Ovarialfibroms rechts sei die Adenxexsti rpation rechts erfolgt. Intraoperativ hätten sich A d- häsionen gezeigt, beding t durch die Endometriose, bedingt auch durch den Zustand nach Appendektomie und zwei Endometriose Operationen. Aufgrund der Adhäsionen bestünden bei der Beschwe r- deführerin seit Jahren chronische Unterbauchschmerzen mit neurol o- gischer Ausfallssymptomatik im Innervationsgebiet des Plexus lumba- lis, sacralis und pudendus. Es sei bei der Beschwerdeführer in eine Blasenentleerungsstörung und zusätzlich eine Rectoce le festgestellt worden. Die durch die Grunderkrankung der Endometriose bedingten chronischen Unterleibsschmerzen hätten zu einer erheblichen Ei n- schränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit geführt. Es würden auch unklare Fieberzustände bestehen. Die Beschwerdeführerin habe auch über Stuhlinkontinenzprobleme berichtet. Prok tologisch sei ein Rectumprolaps Grad II festgestellt worden. Bei der gynäkologischen Untersuchung habe sich ein Descensus der hinteren Vaginalwand mit einer Rectocele I. -II. Grades gezeigt. Zusätzlich habe sich ein retroflektierter, kaum mobiler Uterus gefunden. Aufgrund der rezidivierenden chronischen Unterbauchschmerzen, b e- dingt durch Adhäsionen, entstanden durch eine Endometriose und mehrere Operationen, könne die Beschwerdeführerin keiner rege l- mässigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Leichte körperliche Ar beiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 3 kg seien möglich. Die noch B-4372/2012 Seite 20 möglichen Tätigkeiten könnten weniger als drei Stunden täglich au s- geführt werden. Es könne davon ausgegangen werden, dass weite r- hin chronische rezidivierende Unterleibsbeschwerden b estehen wür- den. Diese würden auch durch eine erneute Operation nicht sicher behoben werden können. Hinzu komme die körperliche Beeinträcht i- gung durch die Stuhlinkontinenz bei Rectumprolaps Grad II und Re c- tocele Grad I-II. – Im Schreiben des Krankenhauses B. _______ vom 2. Januar 2012 wurde von einem neu aufgetretenen, schmerzhaften Vaginalpolyp be- richtet. Zusätzlich bestehe rezidivierend Fieber, krampfartige Abdom i- nalbeschwerden, wechselndes Stuhlverhalten, Zustand nach mehrf a- chem Abdominaeingriffen mit AE, A dnexektomie re., Adhäsiolyse bei bekannter Endometriose. Für den 12. Januar 2012 wurde ein Termin für die ambulante Entfernung des Vaginalpolypen vereinbart. – Gemäss Bericht des Krankenhauses B._______ vom 22. Februar 2012 wurde bei der Beschwerdeführerin a m 12. Januar 2012 eine Scheidenpolypentfernung beidseits durchgeführt. – Prof. Dr. med. T._______, Facharzt für Gastroenterologie, berichtete am 2. April 2012 nach einer weitgehend unauffälligen Ileokoloskopie (Dickdarmspiegelung) im Rahmen der Anamnese, da ss bei der B e- schwerdeführerin im Jahr 2010 Endometriose diagnostiziert und Ve r- wachsungen gelöst worden seien. Bereits früher sei eine Endometrio- se festgestellt worden. Eine Divertikulitis sei offenbar im Röntgenbild festgestellt worden. Sie be komme nach de m Essen rasch Krämpfe und starken Stuhlgang im Wechsel mit Verstopfung. Die Beschwerde- führerin habe brennende Schmerzen vom Anus in den Oberschenkel hinein sowie vom linken Oberbauch nach unten in den After ziehend. Zudem habe die Beschwerdeführerin nach Anstrengung immer Tem- peraturerhöhung von 38,6 ° C. Nach einer Polypektomie im Januar 2012 habe sie eine Nachblutung gehabt. Nach entsprechender Unter- suchung hielt Dr. med. T._______ fest, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht durch einen entsprechenden Befund im Ko- lon oder term inalen Ileum zu erklären seien. Er diagnostizierte der Beschwerdeführerin eine komplexe Schmerzsymptomatik und ein Z u- stand nach Endometriose. B-4372/2012 Seite 21 – Im Bericht der Klinik U._______ vom 3. April 2012 wurde die Diagno- se einer Schleimhaut des Colon transversum ohne krankhafte Verän- derungen gestellt. – Dr. med. V._______, Fachärztin für Innere Medizin, führte in ihrem ärztlichen Attest vom 15. Juni 2012 aus, dass neben der bekannten Endometriose als Hauptbehandlungsdiagnose unklare Fieb erschübe bis über 38 °C bestünden. Trotz umfangreicher Diagnostik habe die Ursache bisher noch nicht definitiv geklärt werden können. Intermittie- rende Infektionen hätten eine interkurrente Rolle gespielt. Die B e- schwerdeführerin sei durch die Fieberschübe i n ihrer Leistungsfähi g- keit auch im Zusammenhang mit der Grunderkrankung der End o- metriose und d ie durch die Operation im Unterbauch bedingten Fo l- gesymptomen wie anhaltende Schmerzen stark beeinträchtigt. Auf Grund von anhaltenden Schmerzen im Dammbereich und Gesäss sei ihr längeres Sitzen nicht möglich. 6.3 Die nachfolgend aufgeführten medizinischen Berichte wurden nach dem Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 23. Juli 2012 verfasst. Das Bundesverwaltungsgericht hat bei der Beurteilung einer Streitsache grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verf ü- gung (vorliegend 23. Juli 2012 ) eingetretenen Sachverhalt abzustellen (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2 m.H. und Urteile des Bundesverwaltungsg e- richts C-2687/2006 vom 27. August 2008 E. 4 und C-7299/2007 vom 8. Juli 2009 E. 3). Die vo n der Beschwerdeführerin im Laufe des B e- schwerdeverfahrens eingereichten und nach dem Datum der Verfügung vom 23. Juli 2012 datierten Arztberichte können in die vorliegende Beu r- teilung mit einfliessen, falls sie auf den gesundheitlichen Zustand de r Be- schwerdeführerin bis zum Verfügungszeitpunkt Bezug nehmen, demnach mit dem Streitgegenstand in einem engen Zusammenhang stehen und überdies geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des V erfügungser- lasses zu beeinflussen (vgl. dazu die Urteile BGer 8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.5; 9C_116/2010 vom 20. April 2010 E. 3.2.2; BGE 121 V 362 E. 1b; BGE 116 V 80 E. 6b). – Im Bericht der Klinik W._______ vom 7. Dezember 2012 wurden linksseitige vibrierende Schmerzen vom linken Rippenbogen bis über den linken Unterbauch bis nach gluteal ziehend bei bekannter End o- metriosis genitalis externa, ED 1986 diagnostiziert. Der gy näkologi-B-4372/2012 Seite 22 sche Untersuchungsbefund habe ein Deszensus der hinteren Vag i- nalwand mit einer Rektozele I. bis II. Grades gezeigt. Es bestehe eine palpatorisch narbige Spange 1 cm oberhalb des Introitus und zur li n- ken Vaginalwand ein sehr druckschmerzhafter narbiger Bereich. Als Nebendiagnosen wurden eine Hypertonie und Hypothyreose angeg e- ben. Eine diagnostische Laparoskopie sei nicht indiziert. Sie würden die Durchführung eines MRT's des Beckens empfehlen. – Im Bericht der Klinik R._______ vom 10. Dezember 2012 wurde der Beschwerdeführerin eine Chronische Lumbago (N54.3) diagnostiziert. Die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Untersuchung über rez i- divierende Lumboischialgien sowie über ein verändertes Gefühl b e- züglich Stuhlgang und Wasserlassen bei Kontinenz berichtet. Elektro- physiologisch habe sich ein Hinweis auf eine zentrale Läsion ergeben. Klinisch liessen sich keine pathologischen Befunde objektivieren. Auf- grund der starken Fixierung der Beschwerdeführerin auf den Unfall vor drei Jahren erscheine eine Aggravation der Beschwerden möglich. – Im Bericht der Klinik R._______ vom 25. Januar 2013 wurde im Rah- men einer Knochendichtemessung ausgeführt, dass sich im Bereich der Wirbelsäule eine herabgesetzte Knochenflächendichte von mehr als 1 bis maximal 2,5 Standardabweichungen der Norm finde. Damit liege nach WHO -Klassifikation eine Osteopen ie vor. Das Osteopor o- serisiko sei mässig gesteigert. Im Bereich des Oberschenkelhalses finde sich eine Knochenflächedichte im Bereich der einfachen Sta n- dardabweichung der Norm. Damit liege eine normale Knochendichte vor, das Frakturrisiko sei normal. – Im B ericht von Dr. med. Y ._______, Facharzt für Diagnostische R a- diologie, vom 11. April 2013 führte dieser nach einem MRI des B e- ckens aus, dass sich bei der Beschwerdeführerin ein Beckenbode n- tiefstand (ohne Pressen) mit einem Analprolaps zeige. Die Harnblase, die Urethra, die Vagina und der (kleine) Uterus würden sich unauffällig darstellen. Ebenso seien auch die Weichteile des Beckenbodens u n- auffällig. Es bestehe kein entzündliches perianales Geschehen, kein Aszites, keine Raumforderung im kleinen Becken und k eine Lymph- knotenvergrösserung. – Am 16. April 2013 berichtete das Therapiezentrum K._______ über die physiotherapeutische Behandlung wegen der Diagnose Coxart h-B-4372/2012 Seite 23 rose beidseits. Der Zustand sei seit der Therapie besser, was aber nach Angaben der Beschwerdeführerin nur ein paar Stunden anhalte. – Im Bericht der Klinik W._______ vom 12. Juli 2013 wurden folgende Diagnosen attestiert: Schmerzen im Beckenbodenbereich, Verdacht auf vaginale Narbenspange, Endometriosis genitalis externa; ED 1986. Die linksseitigen vibrierenden Schmerzen wurden als seit einem Verkehrsunfall im Jahr 2004 vorhanden bezeichnet. Als Ursache der Beschwerden wurde ein Verdacht auf Narbenspange nach einer Scheidenpolyp-Entfernung geäussert. Eine Vorstellung sol le bei Prof. Dr. Z._______ am 1. Oktober 2013 erfolgen. – In einem weiteren Bericht vom 9. August 2013 führte Dr. med. Y ._______ aus, dass gemäss der Kernspintomographie (MRI) der HWS eine normale Haltung der HWS sowie eine normale Form, Struktur und Signalzeichnung der Wirbelkörper bestehe. Der Zw i- schenwirbelraum C5/C6 sei gering höhengemindert. In dieser Etage sei ein deutlich raumfordernder Bandscheibenvorfall Mitte links (teils spinal, teils foraminal). Die Wurzel sei betroffen, die Medulla werde imprimiert. In den übrigen Etagen bestünde n keine raumfordernden Bandscheibenveränderungen. – Prof. Dr. Z._______, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, diagnostizierte in ihrem Ber icht vom 1. Oktober 2013 Schmerzen im Beckenbodenbereich, Verdacht auf vaginale Narbenspange, End o- metriosis genitalis externa, ED 1986. Als Nebendiagnose führte sie eine arterielle Hypertonie und eine Hypothyreose aus. Sie führte aus, dass die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen im B e- reich des kleinen Beckens sicher auf Narben nach den vorangega n- genen Endometriose-Operation zurückzuführen seien. Im Introitusb e- reich zeige sich ein sehr enger Hymenalring, der die Dyspareunie e r- klären könnte. Der Introitus könnte operativ erweitert werden, wozu sich die Beschwerdeführerin anmelden könne. – Im Überweisungsschein vom 4. Oktober 2013 an die Proktologie führ- te Dr. med. V._______, Fachärztin für Innere Medizin, folgende Diag- nosen auf: Z.n. Rektumprolaps (K62.3 Z), OP , Anale Inkontinenz (R15G). – Im Bericht der Orthopraxis X._______ vom 21. Oktober 2013 wurden diverse Befunde in Bezug auf die Hüfte links, Lendenwirbelsäule, B-4372/2012 Seite 24 Halswirbelsäule geschildert. In der linken Hüfte bestehe eine mässige Verkürzung vom Iliopsoas rechts sowie starker Druckschmerz, Ve r- kürzung und Hypertonus am M iliopsoas links. Im Bereich der Le n- denwirbelsäule bestehe Beckengradstand, Druckschmerz über dem Ischiastamm, etwas gesteigerte Muskeleigenreflexe. Die Sensibilität und Motorik seien intakt, das Lasegue negativ. Im Bereich der Hal s- wirbelsäule bestehe eine Anteflexionshaltung und deutlicher Nacken- buckel sowie deutliche Verspannung der Nackenmuskulatur. Sensibili- tät, Motorik und Reflexstatus seien intakt. Es gebe kein Nachweis e i- ner Atlasblockierung. Spurling -Test links sei positiv. Gemäss der Röntgenaufnahme der Beckenübersicht bestehe eine leichte Coxarth- rose beidseits (Grad II nach Kellgren/Lawrence). Die Röntgenau f- nahmen der Halswirbelsäule zeige eine flachbogige linkskonvexe Skoliose, leichte kyphotische Fehlhaltung, Osteochondrose C5/C6 und Facettenarthrose der mittleren und unteren HWS. – Im Bericht der Praxis J._______ vom 22. Oktober 2013 wurden fol- gende Diagnosen gestellt: Hämorrhoidalleiden I. Grades, Interner Rektumprolaps rechts ventrolateral, – Gemäss der Aufenthaltsbescheinigung vom 26. Februar 2014 befand sich die Beschwerdeführer in vom 5. Februar 2014 bis 26. Februar 2014 in einer st ationären Rehabilitationsmassna hme in der Reha - Klinik F._______. Es wurden der Beschwerdeführerin folgende Dia g- nosen gestellt: – Chronische pseudoradikuläres LWS -Syndrom bei degenerat i- ven Veränderungen M47.26 – Chronisches cervicocephales Syndrom bei Nucleus -pulposus- Prolaps C5/6 M47.22 – Hand- und Fingerpolyarthrose M15.9 – Coxarthrose beidseits M16.9 – Hypothyreose E03.9 – Arterielle Hypertonie I10.00 – Zustand nach Schleudertrauma (2004) S13.4 – Im Entlassungsberi cht des Zentrums F._______ vom 4. März 2014 wurden die Diagnosen der Aufenthaltsbescheinigung vom 26. Februar 2014 bestätigt. Weiter wurde ausgeführt, dass die Beschwerdeführ e- rin über ständige Schmerzen im Bereich der LWS mit Schmerzau s- strahlung ins Gefäss und in den Oberschenkel links sowie über Ve r-B-4372/2012 Seite 25 spannungen und Schmerzen im Bereich der HWS mit Schmerzau s- strahlung in den Kopf, verbunden mit Kopfschmerzen, klage. Zudem berichte sie über Hand- und Fingergelenksschmerzen. Weiterhin leide sie unter belastungs abhängigen Schmerzen in beiden Hüftgelenken. Durch das im Rahmen der Rehabilitation durchgeführte intensive krankengymnastische Übungsprogramm sei es zu einer Linderung der anfangs beklagten Beschwerden gekommen. Im Abschlussbefund habe noch eine leicht eingeschränkte Beweglichkeit der HWS in allen Richtungen mit Kinn -Jugulum-Abstand 3/18 cm , Rotation 50 ° bei d- seits und Seitenneigung 40 ° beidseits bestanden. – Im Überweisungsschein von Dr. med. S._______, Fachärztin für O r- thopädie, vom 21. März 2014 wurde die Diagnose einer Atrophie der Muskuli interossii und Schwäche in der rechten Hand gestellt. – Im Bericht von Dr. med. S._______ vom 4. Juni 2014 wurde ein Bandscheibenvorfall C5/6 links, inkompletter Querschnitt Th8 Face t- tenarthrose HWS, Osteochondrose C5/C6 v.a. Neuroforamenstenose HWS, Depression, Coxarthrose bds., Spreizfüsse, Hallux valgus bds. und Lumbalgie diagnostiziert. Es wurde ausgeführt, dass eine deutl i- che Besserung der Schmerzen bestehe und die Beschwerdeführerin regelmässig Rehasport mache. – Dr. med. R._______, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, bescheinigte am 24. Januar 2014, dass die Beschwerdeführerin seit dem 27. April 2010 wegen pelviner Neuropathie, Analprolaps, End o- metriose, Iliopsoaskontraktur, Beckenbodendeszensus und chroni- schen Schmerzen in Behandlung sei. 7. 7.1 Zu den von der Beschwerdeführerin eingereichten älteren medizin i- schen Berichten (vgl. E. 6.1) gilt festzuhalten, dass die dort gestellten D i- agnosen im Wesentlichen bereits bei der zweiten IV -Anmeldung, welche zur l eistungsabweisenden Verfügung vom 18. September 2009 geführt hat, bekannt und im Rahmen der medizinischen Sachverhaltsabklärung entsprechend berücksichtigt und gewürdigt wurde n. Sie enthalten keine neuen objektiven medizinischen Erkenntnisse. 7.2 Die von der Beschwerdeführerin eingereichten neueren medizin i- schen Berichte (vgl. E. 6.2 und 6.3) wurden vom RAD -Arzt Dr. med. C._______ einer Beurteilung unterzogen . Er kam zum Entschluss, dass B-4372/2012 Seite 26 eine wesentliche und anhaltende Veränderung – insbesondere Ve r- schlechterung – des Gesundheitszustandes gegenüber dem 18. Septe m- ber 2009 nicht feststellbar sei. Die Vorinstanz stützte sich beim Erlass der Verfügung vom 23. Juli 2012 auf seine Stellungnahmen. Daraus ergibt sich Folgendes: Nach Durchsicht und Würdigung sämtlicher medizinischer Dokumente führte Dr. med. C._______ im Wesentlichen aus, dass er in den von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Endometriosebeschwerden ke i- ne Gesundheitsveränderung, sondern einen unverändert, seit ca. 1985 vorbestehenden Gesundheitszus tand sehe. Die am 12. Januar 2012 durchgeführte Scheidenpolypentfernung sei eine rein interkurrente Affe k- tion. Mit der Entfernung des Polypes sei dieses interkurrente Problem b e- seitigt worden. Dr. med. T._______ habe am 2. April 2012 nach einer weitgehend unauffälligen Ileokoloskopie (Dickdarmspiegelung) ebenfalls einen Zustand nach Endometriose diagnostiziert. Dies bedeute genau genommen, dass eine Endometriose nicht mehr aktuell sei. Am 1. Okt o- ber 2013 habe Prof. Dr. Z._______ den Verdacht auf eine Narbenspange bestätigt und ausgeführt, dass die von der Beschwerdeführerin beklagten Schmerzen im Bereich des kleinen Beckens sicher auf Narben nach den vorausgegangenen Endometriose -Operation zurückzuführen seien. Der sehr enge Hymenalring im Introitusbereich k önne operativ erweitert we r- den. Gemäss RAD -Arzt Dr. med. C._______ könnten mit dem Verdacht auf Narbenspange einige der angegebenen Schmerzen der Beschwerd e- führerin erklärt werden. Aus den Akten würden sich jedoch keine entspre- chende Vorkehren der Beschwer deführerin zur operativen Erweiterung des Introitus finden. Diese Verzögerung bei der Behebung der gefund e- nen Störungen lassen an einer Dringlichkeit der angegebenen Beschwe r- den doch erhebliche Zweifel aufkommen. In Bezug auf die geltend gemachten Darmbesc hwerden führte der RAD - Arzt Dr. med. C._______ zusammengefasst aus, dass der Bericht von Dr. med. Q._______ vom 24. November 2010 einen Analprolaps (Hervor- treten von Darmschleimhaut aus dem After) nicht belege . Vielmehr spre- che das Fehlen eines Schleimabgangs gegen diesen Befund. Die von Prof. Dr. D._______ am 25. Februar 2011 mit apparativen M e- thoden diagnostizierte Rectocele (Aussackung der Enddarmwand nach vorne) stelle ebenfalls keine relevante Verschlechterung des Gesun d- heitszustandes dar, da sich daraus keinerlei funktionelle Einschränku n- gen ergeben würden. Dr. med. T._______ hielt in seinem Bericht vom 2. B-4372/2012 Seite 27 April 2012 nach einer unauffälligen Dickdarmspiegelung fest, dass die Beschwerden nicht durch einen Befund im Colon (Grimmdarm) oder te r- minalen Ileum (Hüftdarm) zu erklären seien. Gemäss Dr. med. Y ._______ habe auch ein MRI des Beckens am 10. April 2013 unauffällige Befunde gezeigt. Im Überweisungsschein vom 4. Oktober 2013 müsse gemäss der Formulierung der Diagnose "Z.n. Rektumprolaps" (Mastdarmv orfall) davon ausgegangen werden, dass diese Diagnose früher vorhanden g e- wesen sei und jetzt nicht mehr. Im Bericht der Klinik J._______ vom 22. Oktober 2013 wird die Stuhlinkontinenz oder auch der imperative Stuh l- drang nicht mehr erwähnt. Die Beschreibung der Beschwerden, obschon auch auf subjektiven Angaben beruhend, liessen diesbezüglich nicht auf eine Verschlechterung, sondern auf eine deutliche Verbesserung des gel- tend gemachten Zustandes schliessen. Bezüglich den von der Beschwerdeführerin geltend ge machten Fiebe r- schüben hat der RAD-Arzt Dr. med. C._______ ausgeführt, dass diesbe- züglich kein Grund gefunden worden sei. Es sei auch nicht ersichtlich, dass sie objektiviert worden wären. Zudem könne er nicht nachvollziehen, wie die abendlichen Fieberschübe die Leistungsfähigkeit am Tag beei n- trächtigen. Hinsichtlich der Fieberschübe fällt auf, dass diese in den ne u- eren Arztberichten und Eingaben der Beschwerdeführerin nicht mehr e r- wähnt werden. Hinsichtlich den geltend gemachten Rückenbeschwerden führte der RAD- Arzt Dr. med. C._______ im Wesentlichen aus, dass der Bandscheibe n- vorfall bei C5/6, welcher im Bericht von Dr. med. Y ._______ vom 9. A u- gust 2013, erwähnt sei, der einzige neue Befund sei. Anhaltspunkte, dass eine operative Sanierung vorgesehen sei, be stünden nicht. Im Reha - Bericht vom 4. März 2014 werde ein chronisches cervicocephales Sy n- drom bei Nucleus -pulposus-Prolaps C5/6 diagnostiziert. Ein solcher Pr o- laps habe üblicherweise keinen Krankheitswert. Zudem werde eine Th e- rapie dieser Affektion nicht erwähnt. Die Coxarthrose sei nun als leichtgradig bekannt. Sie habe – wie auch die am 25. Januar 2013 festgestellte stellenweise leicht verminderte Kn o- chendichte – keine funktionellen Einschränkungen zur Folge, ausser für schwere körperliche Arbeiten, die mit langdauerndem Gehen auf uneb e- nem Grund verbunden wären. Dies sei soweit bekannt bei der ang e- stammten Tätigkeit nicht vorgekommen. B-4372/2012 Seite 28 Des Weiteren hält der RAD -Arzt Dr. med. C._______ fest, dass die im Reha-Bericht vom 4. März 2014 aufgelisteten Diagnosen wie Hand- und Fingerpolyarthrose, Hypothyreose und arterielle Hypertonie problemlos behandelbar und ohne funktionelle Auswirkungen seien. Diese Diagnosen hätten somit keine Relevanz für die Arbeits - und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Viele von der Beschwerdeführerin geltend gemac h- ten Diagnosen, wie der inkomplette Querschnitt und die Stuhlinkontinenz würden sich im Reha -Bericht vom 4. März 2014 nicht mehr finden und daher als nicht mehr aktuell gelten. Dr. med. C._______ hielt im Wesentlichen fest, dass die neu eingereic h- ten medizinischen Berichte keine zusätzlichen Information enthielten, die das Vorliegen einer dauerhaften relevanten Beeinträchtigung belegen würden. Im Gegenteil, verschiedene früher geltend gemachte Beschwe r- den würden aktuell nicht mehr vorgebracht. Dies passe gut zum somat o- formen Formenkreis. Die Klagen über Schmerzen und andere als som a- toform erkannte Störungen würden sich bereits in den diversen teils Jahre zurückliegenden Gutachten finden. Das Bundesgericht hat diesbezüglic h in BGE 130 V 352 festgehalten, dass eine diagnostizierte anhaltende s o- matoforme Schmerzstörung allein in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermag. 8. 8.1 Bei den Stellungnahmen von Dr. med. C._______ handelt es sich um Berichte im Sinne von Art. 59 Abs. 2 bis IVG. Sinn und Zweck von Art. 59 Abs. 2bis IVG sowie Art. 49 IVV liegen darin, dass die IV -Stellen zur Beur- teilung der medizinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer spezie l- len versicherungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invalidenversicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Tren- nung der Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehand- lung) und Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des G e- sundheitsschadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen die zumut- baren Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten e r- möglicht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV -Stelle zu B-4372/2012 Seite 29 beurteilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch z u- mutbar ist und was nicht (vgl. Urteil BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.2 mi t zahlreichen weiteren Hinweisen). Berichten nach Art. 59 Abs. 2bis IVG kann nicht jegliche Aussen - oder Beweiswirkung abgesprochen werden. Vielmehr sind sie entscheidrelevante Aktenstücke (Urteil BGer I 143/07 vom 14. September 2007 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil EVG I 694/05 vom 15. Dezember 2006 E. 5). 8.2 Wie bereits dargelegt wurde ( vgl. E. 4.7 hiervor), kann auf Stellun g- nahmen des RAD resp. des medizinischen Dienstes nur unter der Bedin- gung abgestellt werden, dass sie den allgemeinen beweisrechtl ichen An- forderungen an einen ärztlichen Bericht genügen und zudem die beige- zogenen Ärzte im Prinzip über die im Einzelfall gefragten persönlichen und fachlichen Qualifikationen verfügen. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts ist ein Facharzt für Al l- gemeinmedizin in der Lage, anhand der spezialfachärztlichen Berichte eines Neurologen, Psychiaters, Internisten, Orthopäden und Gynäkol o- gen zu beurteilen, ob sich die medizinische Situation in einer für den A n- spruch erheblichen Weise verändert haben könnt e. Dies auch unter B e- rücksichtigung dessen, dass es sich vorliegend nicht um überaus schwerwiegende und komplexe Gesundheitsbeeinträchtigungen handelt. Seinen Stellungnahmen kann daher volle Beweiskraft zukommen, wenn die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung herausgearbeiteten Kri- terien erfüllt sind. Daran besteht – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – kein Zweifel. 8.3 Der RAD -Arzt Dr. med. C._______ hat seine Stellungnahmen nach Einsicht in die von der Beschwerd eführerin vorgelegten zahlreichen Arzt- berichte, welche teilweise von Fachspezialisten stammen, ausgearbeitet und seine Beurteilung auf diese vorhandenen ärztlichen Unterlagen a b- gestützt. Seine Darlegung der m edizinischen Zusammenhänge, der g e- sundheitlichen Entwicklung sowie seine Beurteilung der medizinischen Si- tuation ist einleuchtend und in den Schlussfolgerungen begründet. Er hat unter Auflistung sämtlicher medizinischer Berichte festgehalten, dass – ausser einem neu bestehenden Prolaps C5/C6, welcher erstmals im B e- richt von Dr. med. Y ._______ vom 9. August 2013 erwähnt werde – keine wesentlich abweichenden Diagnosen seit der letzten Beurteilung hervor- gehen, welche nicht bereits berücksichtigt wurden. Seine Ausführungen bezüglich der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten End o- metriose- und Darmbeschwerden sind nachvollziehbar und schlüssig. In B-4372/2012 Seite 30 Würdigung der Aktenlage hat Dr. med. C._______ auch überzeugend ausgeschlossen, dass der seit August 2013 und somit erst nach Erlass der angefochte nen Verfügung vom 23. Juli 2012 vorliegende Prolaps C5/C6 einen Krankheitswert mit Einfluss auf die Arbeitsfä higkeit hat. Des Weiteren fällt auf, dass die von Dr. med. S._______ am 21. März 2014 diagnostizierte Atrophie der Muskuli interossi und Schwäche in der rec h- ten Hand in ihrem späteren Bericht vom 4 . Juni 2014 nicht mehr erwähnt werden, weshalb davon auszugehen ist, dass diese Diagnose nicht mehr aktuell ist. 8.4 Das Fehlen eigener Untersuchungen vermag die Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. med. C._______ für sich alleine nicht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es – wie vorliegend – im Wesentlichen um die Beurteilung der erwerblichen Folgen eines feststehenden mediz i- nischen Sachverhalts geht und somit die direkte ärztliche Befassung mit dem Versicherten eher in den Hintergrund rückt (vgl. Urteil BGer 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4.3.1). Des Weiteren konnte a uf das Einholen von zusätzlichen Berichten entsprechend ausgebildeter Spez i- alärztinnen und -ärzte auch deshalb verzichtet werden, weil dem RAD - Arzt Dr. med. C._______ bereits zahlreiche von der Beschwerdeführerin eingereichte fachärztliche Berichte zur Verfügung standen. Er war somit durchaus in der Lage, die Leiden der Beschwerdefüh rerin zu erfassen und zu beurteilen, ob sich gegenüber der letzen abweisenden Verfügung vom 18. September 2009 eine relevante Auswirkung auf die Arbeits - und Leistungsfähigkeit ergeben hat, zumal er als zertifizierter medizinischer Gutachter SIM über spezielle versicherungsmedizinische Kenntnisse ver- fügt. Die meisten der eingereichten medizinischen Berichte der Beschwerd e- führerin enthalten entweder keine oder keine genauen Angaben zur A r- beits- und Leistungsfähigkeit. Prof. Dr. D._______ erachtete die B e- schwerdeführerin aufgrund ihrer rezidivierenden chronischen Unte r- bauchschmerzen, bedingt durch Adhäsionen, entstanden durch eine E n- dometriose und mehreren Operationen, lediglich noch für leichte körperl i- che Arbeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 3 kg für weniger als 3 Stunden täglich zumutbar. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Prof. Dr. D._______ wird dabei nur rudimentär begründet und erscheint – in Übereinstimmung mit Dr. med. C._______ – als nicht nachvollziehbar und auch hinsichtlich der Th erapiemöglichkeiten zu wenig einlässlich be- gründet. So folge das Tragen von Lasten bis 3 kg für weniger als 3 Stu n- den täglich nicht aus den Befunden und stelle eine ausserordentlich pe s-B-4372/2012 Seite 31 simistische Interpretation eines unveränderten, seit ca. 1985 vorbest e- henden Gesundheitszustandes dar. Die Beurteilung von Dr. med. C._______, dass sich die Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die aufgelistete Entwicklung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht verändert ha- be, erscheint insgesamt als schlüssig. Die von Dr. m ed. G._______ im Rahmen des zweiten IV-Verfahrens festgelegte funktionelle Leistungsf ä- higkeit hat somit nach wie vor Gültigkeit. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf eine Begutachtung auf dem G e- biet der Neurologie ist in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen, da nicht zu erwarten ist, dass eine solche Begutachtung mit Bezug auf den Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung neue Erkenntnisse bringen wird (BGE 134 I 140 E. 5.3). 9. Aus den schlüssige n und voll beweiskräftigen Berichten des RAD-Arztes Dr. med. C._______ ist zusammenfassend festzustellen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zwischen dem 18. Septem- ber 2009 und dem 23. Juli 2012 nicht in rentenrelevanter Art und Weise verschlechtert hat. Es ist deshalb einerseits davon auszugehen, dass sie im Haushaltsbereich weiterhin nicht in relevantem Ausmass eing e- schränkt ist. Andererseits könnte die Beschwerdeführerin im Falle der Verwertbarkeit der ihr zumutbaren Restarbeitsfähig keit von 70 % in der angestammten – und vorliegend auch angepassten – ausserhäuslichen Tätigkeit im Rahmen des von ihr gewählten 70 %igen Teilzeitpensums ein rentenausschliessendes Invalideneinkommen von mehr als 60 % des massgebenden Valideneinkommens erzielen. Da bereits ein Prozentve r- gleich ergibt, dass die Beschwerdeführerin keine rentenberechtigende I n- validität aufweist, erübrigt sich die Durchführung eines (bezifferten) Ei n- kommensvergleichs (vgl. bspw. Urteil EVG I 816/05 vom 7. Juni 2006 E. 4.3 mit H inweisen), zumal die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich nicht in rentenrelevanter Art und Weise eingeschränkt ist. 10. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vorinstanz das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht mit Verfügung vom 23. Juli 2012 abgewiesen hat, da keine rentenrelevante Verschlec h- terung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin zwischen dem 18. September 2009 und dem 23. Juli 2012 eingetreten ist. Die B e- schwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. B-4372/2012 Seite 32 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ergibt sich, dass die Beschwer- deführerin als vollumfänglich unterlegene Partei die Kosten des Verfa h- rens trägt (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Febru- ar 2008 über die Kosten und Entschädi gungen vor dem Bundesverwa l- tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Diese werden praxisgemäss auf Fr. 400.– festgelegt und mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 409.05 verrechnet. Der zu viel bezahlte Betrag von Fr. 9.05 ist der Be- schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten. 11.2 Der Beschwerdeführerin ist bei diesem Ausgang des Verfahrens kei- ne Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario). Die obsiegende Vorinstanz hat nach Art. 7 Abs. 3 VGKE ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 400. – werden der Beschwerdeführerin auf- erlegt und mit dem geleisteten Kostenvo rschuss verrechnet. Der zu viel bezahlte Betrag von Fr. 9.05 wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. B-4372/2012 Seite 33 4. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Einschreiben mit Rückschein; Beilage: Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Francesco Brentani Bianca Spescha Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern , Beschwerde in öffentlich - rechtlichen Angelegenheiten geführt werden ( Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 13. November 2014