Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 16. August 2012 (725 12 200) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Adäquanzprüfung nach HWS-Distorsion Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Yves T hommen, Kantons- richter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Stephan Paukner Parteien A.____ , Beschwerdeführer, vertreten durch Elisabeth Maier, Advoka- tin, Hauptstrasse 104, 4102 Binningen gegen SUVA , Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1950 geborene A.___ arbeitete als Schleifer bei der B.___ & Cie. in C.____ und war durch seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligato- risch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheit en versichert. Am 14. Dezember 2010 erlitt er eine Auffahrkollision. Sein Fahrzeug und da s ihm nachfolgende Fahrzeug hatten auf schneebedeckter Fahrbahn vor einem plötzlich die Fahrbahn überquerenden Fussgänger an- gehalten, als der an dritter Stelle nachfolgende Au tomobilist auf das Heck des hinter ihm ste- henden Personenwagens auffuhr, woraufhin dieser auf das Heck des Fahrzeugs geschoben wurde, in welchem sich der Versicherte als Beifahrer befu nden hatte. Der Versicherte suchte noch gleichentags die Notfallstation des Spitals D.____ auf, wo ein kranio-zervikales Beschleu- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht nigungstrauma diagnostiziert wurde. Nach Eingang der d urch die Arbeitgeberin erstatteten Un- fallmeldung erbrachte die SUVA die gesetzlichen Leistun gen (Heilkosten, Taggelder) für die Folgen dieses Unfalls. B. Ab 3. Januar 2011 nahm der Versicherte nach einer zunächst vollständigen Arbeitsunfä- higkeit seine Arbeit wieder auf. Aufgrund persistierender Beschwerden wurde er ab Ende Janu- ar 2011 jedoch wieder zu 50% arbeitsunfähig geschrieben. Ab 8. April 2011 wurde dem Versi- cherten schliesslich eine volle Arbeitsunfähigkeit attestie rt. Nach einem ambulanten Assess- ment in der Klinik E.____ begab sich der Versicherte in ambulante Behandlung der F.____. Am 6. Dezember 2011 erging eine abschliessende kreisärztliche Beurteilung. Gestützt darauf stellte die SUVA mit Verfügung vom 6. Januar 2012 ihre Versicherungsleistungen per 31. Januar 2012 ein. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 21. Mai 2012 fest. C. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertr eten durch Advokatin Elisabeth Maier, am 20. Juni 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht , Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, es sei der ange fochtene Einspracheentscheid aufzuhe- ben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, i hm die gesetzlichen Leistungen zuzu- sprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur ergänze nden Abklärung an die SUVA zurück- zuweisen; unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm eventualiter die unentgeltliche Verbeiständung mit seiner Rechtsvertreterin zu bewilligen seien. D. In ihrer Vernehmlassung vom 30. September 2011 bea ntragte die SUVA, vertreten durch Advokat Andrea Tarnutzer-Münch, die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes üb er den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetze s über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent- scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen V ersicherungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Ver sicherungsgericht desjenigen Kan- tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwer deerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor- liegend befindet sich dieser in Birsfelden, weshalb d ie örtliche Zuständigkeit des Kantonsge- richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Ar t. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten ist demnach einzutreten. Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. In ihrer Verfügung vom 6. Januar 2012, die sie mit dem angefochtenen Einspracheent- scheid vom 21. Mai 2012 bestätigt hat, hat die Beschwerd egegnerin an der Einstellung ihrer Versicherungsleistungen per 31. Januar 2012 festgehalten . Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über dieses Datum hinaus weiterhin Ans pruch auf Leistungen aus der obli- gatorischen Unfallversicherung besitzt. 3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche- rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl- len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewäh ren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand- lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles v oll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld . Dieses beträgt bei voller Arbeitsun- fähigkeit 80 Prozent des versicherten Verdienstes. Bei t eilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es ent- sprechend gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entste ht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit de r Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähig- keit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod de r versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Inva lidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid ist. Der Rente nanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Be sserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und a llfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem R entenbeginn fallen die Heilbe- handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt als erstes voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfä- higkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürl icher Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürl ichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene E rfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ei ngetreten gedacht werden kann. Ent- sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des nat ürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö- rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Pe rson beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitli- che Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwe isen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdig ung nach dem im Sozialversicherungs- recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinl ichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründu ng eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Im Falle der B eweislosigkeit fällt der Entscheid zu Las- ten der versicherten Person aus, die aus dem unbewiesen g ebliebenen natürlichen Kausalzu- sammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte abl eiten wollte (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der B eurteilung des Gesundheitszu- standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die recht sanwendende Behörde regelmäs- sig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi- zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsp rozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und p flichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismi ttel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspru chs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe an zugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsich tlich des Beweiswertes eines Arztbe- richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streit igen Belange umfassend ist, auf allsei- tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe rden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar legung der medizinischen Zusammen- hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati on einleuchtet und ob die Schlussfolge- rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Wei teren voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem eingetretenen S chaden ein adäquater Kausalzusam- menhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereig nis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge- meinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfo lg von der Art des eingetretenen her- beizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das E reignis allgemein als begünstigt er- scheint (BGE 129 V 181 E. 3.2 mit Hinweis). Der Vorausse tzung des adäquaten Kausalzusam- menhangs kommt dabei die Funktion einer Haftungsbegrenz ung zu (BGE 125 V 462 E. 5c, 123 V 102 E. 3b mit Hinweisen). Ob bei Vorliegen ein es natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen dem versicherten Ereignis und der eingetretenen g esundheitlichen Schädigung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Ka usalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und Praxis entwicke lten Regeln vom Gericht zu beurtei- len ist (BGE 112 V 33 E. 1b). 5.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfo lgen spielt die Adäquanz als recht- liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusam menhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der na- türlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 1 27 V 103 E. 5b/bb). Als objektivierbar gel- ten Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde ledi glich auf Ergebnisse klinischer Unter- suchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht, welches eine Adäquanzprüfung als nicht erforderlich erschei nen liesse. Nach konstanter bun- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht desgerichtlicher Rechtsprechung kann deshalb von organisc h objektiv ausgewiesenen Unfall- folgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobe nen Befunde mit apparativen/bild- gebenden Abklärungen bestätigt werden (für viele: Urte il G. des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Diese Untersuchungsmethoden müs- sen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 ff. mit Hinweisen). 5.3.1 Den ärztlichen Stellungnahmen lassen sich keine Anhaltsp unkte für organisch nach- weisbare Schädigungen im Sinne von strukturellen Veränd erungen im Bereich der HWS ent- nehmen. Den medizinischen Akten des vorliegenden Falles kann entnommen werden, dass der Versicherte anlässlich des Auffahrunfalls vom 14. Dezember 2 010 eine HWS-Distorsion erlitten hat. Den anlässlich der Erstbehandlung im Spital C.___ _ angefertigten Röntgenbildern zufolge war indessen kein pathologischer Befund zu entnehmen. Auch die neurologische Erstuntersu- chung ergab durchwegs normale Befunde (vgl. Dokumentati onsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Beschleunigungstraume vom 14. Deze mber 2010, SUVA Akt Nr. 2). Das in der Folge am 4. Februar 2011 durchgeführte Magnetic Resonance Imaging (MRI) zeigte weder intrakranielle Traumafolgen noch Hinweise einer diskoligamentären Verletzung der Halswirbelsäule (HWS). Weder konnte eine Myelopathie no ch ein Hinweis auf eine Dissektion der Arteria vertebralis erkannt werden. Erhoben wurd en stattdessen degenerative Veränderun- gen im Segment HWS 5/6 mit dem Korrelat einer foram inalen Enge beider C6-Wurzeln infolge einer hypertrophen Uncovertebralarthrose (vgl. MRI von Dr. G.____, Institut H.____vom 4. Februar 2011; ebenso Bericht von Dr. I.____, Reha J.____, vom 24. März 2011). Hinsichtlich dieses bildgebenden Befunds handelt es sich somit um einen Zustand, der gerade nicht auf das fragliche Unfallereignis zurückgeführt werden kann. Die weitere Untersuchung anlässlich der Rehabilitation in K.____ ergab keinerlei auffällige Befunde (vgl. Ambulantes Assessment der Klinik E.____ vom 16. Mai 2011, S. 6). Entsprechend wur de der Versicherte anlässlich einer Besprechung mit dem Kreisarzt auch darauf hingewiesen , dass es sich bei den geltend ge- machten Beschwerden um eine funktionelle Ausweitung der Symptome handle, demgegenüber organisch keinerlei Verletzungen nachgewiesen worden seien (vgl. Besprechungsnotiz vom 28. Juli 2011, SUVA Akt Nr. 38; kreisärztlicher Untersuchungsbe richt vom Dr. L.____ vom 28. Juli 2011, S. 3). Damit übereinstimmend kam auch der neur ologische Gutachter zum Ergebnis, dass lediglich degenerative Veränderungen nachweisbar se ien (vgl. Neurologisches Konsilium von Dr. M.____ vom 14. November 2011, S. 5). Gegentei lige Einschätzungen sind den Akten keine zu entnehmen. Mithin liegen keine unfallbedingte n, strukturell objektivierbaren Verände- rungen der HWS vor (vgl. kreisärztliche Beurteilung von Dr. L.____ vom 6. Dezember 2012, S. 2). Die vom Beschwerdeführer geklagten Nackenschmerzen sind vielmehr als funktionelle Beeinträchtigungen einzustufen. 5.3.2 Soweit der Beschwerdeführer gestützt auf das neuro logische Konsilium von Dr. M.____ den Standpunkt vertritt, den geklagten Beschwerden lieg e allenfalls doch ein organisches Kor- relat zu Grunde, macht er letztlich geltend, diese Beschwerden stünden in einem unmittelbaren, natürlichen Kausalzusammenhang zum erlittenen Auffahru nfall. Dieser Ansicht kann nicht ge- folgt werden. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass der neurologische Gutachter mögliche Hinweise auf eine allenfalls erlittene milde traumati sche Hirnschädigung explizit ausgeschlos- sen hat. Entgegen den in der Beschwerdebegründung nur auszugsweise wiedergegebenen Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Aussagen bringt Dr. M.____ sodann keine Vorbehalte ge genüber den übrigen medizinischen Unterlagen an. Daran vermag weder die biomechanische Kurzbeurteilung, wonach die aufgetre- tenen Beschwerden durch die erlittene Kollision eher er klärbar seien, noch die in der Be- schwerde lediglich auszugsweise zitierte Aussage des Neurolo gen, wonach die geklagten Schmerzen als posttraumatisch zu bezeichnen seien (vgl. n eurologisches Konsilium vom 14. November 2011, S. 5), etwas zu ändern. Die Aussage, dass die Beschwerden und Befunde des Versicher ten durch die Kollisionseinwir- kung vorliegend eher erklärbar seien, bezieht sich gerade nicht auf den längerfristigen Verlauf der Beschwerden (vgl. Biomechanische Kurzbeurteilung vo m 11. Mai 2011, S. 4, in fine). Die Feststellung des Neurologen, wonach die Beschwerden postt raumatischer Natur seien, ist so- dann ausschliesslich in einem zeitlichen Kontext zu verstehen . In qualitativer Hinsicht stehen die geklagten Beschwerden im Zusammenhang mit dem diagnostizierten Schmerzsyndrom. Der Diagnose eines chronischen zerviko-zephalen Schmerzsyndroms ab er ist inhärent, dass just kein organisches Korrelat die geklagten Beschwerden zu erklären vermag. Dr. M.____ bestätigt damit geradezu die bereits zuvor erhobenen Untersuchung sergebnisse, wonach der MRI- Befund degenerativer Natur sei und gerade keine strukt urelle, traumatische Läsion vorliege. Nichts anderes gilt mit Blick auf die Bemerkung des beguta chtenden Neurologen, wonach es in solchen Situation immer schwierig sei, das allenfalls zu G runde liegende Korrelat abzugrenzen. Der Neurologe bezieht sich dabei nicht etwa auf ein m ögliches, organisches Korrelat, welches auf den erlittenen Unfall zurückzuführen wäre. Seine Be merkung erfolgt vielmehr im Kontext des im Ergebnis nur deskriptiv zu diagnostizierenden, zervi kalen Schmerzsyndroms und dient der Erläuterung, weshalb trotz fehlender Befunde let ztlich aufgrund degenerativer Veränderun- gen dennoch ein zervikales Schmerzsyndrom diagnostiziert wu rde. Wie rund ein halbes Jahr zuvor bereits die Klinik E.____ festgehalten hatte, kommt auch Dr. M.____ letztlich zum schlüs- sigen Ergebnis, dass der bisherige Verlauf der Symptomatik aus somatischer Sicht gerade nicht erklärbar sei, sondern vielmehr ein Verdacht auf eine erhebliche funktionelle Symptomauswei- tung bestehe und damit von einer psychiatrisch bedingten Schmerzfehlverarbeitungsstörung auszugehen sei. Diese Schlussfolgerung deckt sich wiederum mit der psychiatrischen Beurtei- lung von Dr. N.____ vom 1. Dezember 2011, wonach ein e anhaltende somatoforme Schmerz- störung zu diagnostizieren sei. Damit aber gelangt der Neurologe in nachvollziehbarer Weise zur übereinstimmenden und damit schlüssigen Beurteilung, dass die vom Versicherten geklag- ten Beschwerden, insbesondere in Form von konstant vorh andenen Nacken- und Hinterkopf- schmerzen, ausschliesslich als funktionelle Beeinträchtigung en einzustufen sind, die ihrerseits auf eine psychiatrische Genese in Form einer anhaltend en somatoformen Schmerzstörung zu- rückzuführen sind. 5.3.3 Gelangt das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürd igung zur Überzeugung, dass die vorhandenen Unterlagen ein zuverlässiges Bild des relevanten Sachverhaltes ergeben und die- ser demnach hinreichend abgeklärt ist, kann auf ein bea ntragtes Beweismittel verzichtet wer- den. Die damit verbundene antizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtli- cher Rechtsprechung zulässig (vgl. BGE 124 V 94 E. 4b, 1 22 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). Die ärztlichen Berichte und Konsili en erweisen sich als kongruent (vgl. so- eben oben, Erwägung 5.3.2). Entgegen der vom Beschwerd eführer vertretenen Meinung sind Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gestützt auf die medizinische Aktenlage im vorliegenden Fall von zusätzlichen Untersuchungen keine zweckdienlichen Ergebnisse zu erwarten. Von ergänze nden Untersuchungen ist deshalb abzusehen (vgl. Urteil Z. des Bundesgerichts 8C_31/2008 vom 2. Juli 2008, E. 4.2 mit Hinweis). 5.4 Damit wäre zu prüfen, wie es sich mit den vom Versiche rten geklagten Beschwerden verhält, die keinem organischen Substrat zuzuordnen sind. Fehlt es am Nachweis organischer Funktionsausfälle, ist die Unfallkausalität grundsätzlich nach der für Schleudertraumen der HWS und Schädelhirntraumen ohne nachweisbare Funktion sausfälle geltenden Rechtspre- chung zu beurteilen. Massgebliche Grundlage für die Beurteilung bilden auch in diesem Fall die medizinischen Fakten wie die fachärztlichen Erhebungen üb er Anamnese, objektiven Befund, Diagnose, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren, V orzustand usw. Das Vorliegen eines Schleudertraumas und seine Folgen müssen somit durch zuv erlässige ärztliche Angaben gesi- chert sein (BGE 119 V 340 E. 2b/aa). Ärztlichen Bericht en, welche in der Frühphase nach dem Unfallereignis erstellt wurden, kommt eine besondere Bedeutung zu. Spätere, retrospektive Beschreibungen der Initialsymptome (Beschwerden, die in nerhalb von drei Tagen auftraten) können unzuverlässig sein (vgl. Bericht der Kommission "Wh iplash-associated Discorder", Be- schwerdebild nach kraniozervikalem Beschleunigungstrauma ["whiplash-associated discorder"], in: Schweizerische Ärztezeitung Band 81 [2000] S. 2218 ff.) Auch diesbezüglich wäre in der Prüfungsabfolge zunächst die natürliche Kausalität diese r Beeinträchtigungen zum Unfallereig- nis zu untersuchen. Nach der Rechtsprechung kann die Fr age nach dem natürlichen Kausalzu- sammenhang indessen allerdings in jenen Fällen offen ge lassen werden, in welchen der für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin verneint werden muss, was vorliegend - wie sogleich aufzuzeigen sein wird - der Fall ist (SVR 1995 U 23 S. 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts 8C_182/2010 vom 2. Juli 2010, E. 3.2). 6.1 Nach konstanter Rechtsprechung hat der Versicherer d ie Heilbehandlung und das Tag- geld solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine nam- hafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistu ngen mit gleichzeitiger Prüfung des An- spruchs auf eine Invalidenrente und allenfalls auf ein e Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 134 V 109 E. 4.3; BGE 133 V 57 E. 6.6.2 S. 64; BGE 128 V 169 E. 1b S. 171 mit Hinwei- sen). Solange von einer Fortsetzung der ärztlichen Behan dlung noch eine namhafte Besserung erwartet werden kann, ist es dem Unfallversicherer hin gegen verwehrt, den Behandlungsab- schluss herbeizuführen (Urteil H. des EVG vom 10. Januar 20 05, U 269/04, E. 1.3). Es ist nicht Sache der versicherten Person, den Erfolg von Heilungsma ssnahmen zu beurteilen. Wenn mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit keine namhafte Bess erung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann, ändert deshalb auch die G eltendmachung andauernder Schmer- zen nichts an der Tatsache, dass ein Anspruch auf eine we iterführende Behandlung nicht mehr besteht und der Unfallversicherer den Fallabschluss vorzune hmen hat (A LEXANDRA RUMO - JUNGO , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsr echt, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Art. 19, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 145). 6.2 Anlässlich der Untersuchung in der Klinik E.____ im Mai 2011 konnte ein nur ungenü- gender Zugang sowohl für aktive als auch passive Therapi emassnahmen gefunden werden. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Mangels verhandelbarer Aktivitätsziele wurde daher bereits dazumal auf ein fehlendes Rehabili- tationspotenzial geschlossen (vgl. ambulantes Assessment der Klinik E.____ vom 16. Mai 2011, insbesondere S. 3 ad Schlussfolgerungen und Empfehlung en). Auch die damals noch als sinn- voll erachtete psychosomatisch orientierte Behandlung erwie s sich kurze Zeit später als kaum mehr möglich (vgl. Behandlungsbestätigung und Beurtei lung der Arbeitsfähigkeit der F.____ vom 18. August 2011). Nichts anderes geht aus der Bestätigung des behandelnden Hausarztes im Juni 2011 hervor, wonach ein erneuter Arbeitsversuch bereits nach einer Stunde abgebro- chen werden musste (vgl. Verlaufsbericht von Dr. O.____ vo m 6. Juni 2011). Entsprechend nachvollziehbar gelangte deshalb auch die behandelnde Psychologin im Oktober 2011 zum Schluss, dass nicht mehr von einer namhaften Verbesserung der gesundheitlichen Verhältnisse ausgegangen werden könne (vgl. Telefonnotiz der SUVA vom 26. Oktober 2011, SUVA Akt Nr. 58). Übereinstimmend schloss schliesslich der begutachtende Neurologe auf eine schlechte Prognose. Der Verlauf der Symptomatik ohne jegliche Be sserung trotz zahlreicher Therapiebe- mühungen sei auffallend. Trotz fehlender Arbeitsunfäh igkeit bestehe der Eindruck, dass der Versicherte mit seinem aktiven Berufsleben abgeschlossen hab e. Aus somatischer Sicht be- stünden keine Therapievorschläge (vgl. neurologisches Konsil ium von Dr. M.____ vom 14. No- vember 2011). Diese Aktenlage deckt sich auch mit der krei särztlichen Beurteilung vom 6. De- zember 2011, wonach jede weitere Behandlung die Beschw erden des Versicherten weiter chronifizieren werde (vgl. ärztliche Beurteilung von Dr. L.____ vom 6. Dezember 2011, SUVA Akt Nr. 66) und nicht mehr mit einer namhaften Verbe sserung der gesundheitlichen Verhältnis- se gerechnet werden könne (vgl. psychiatrische Beurteilung von Dr. N.____ vom 14. Dezember 2011). Damit ergibt sich, dass im Zeitpunkt der Leistungs einstellung per Ende Januar 2012 von weiteren Behandlungsmassnahmen jedenfalls keine namhafte Verbesserung der gesundheitli- chen Verhältnisse mehr zu erwarten war. Der Fallabschl uss und damit die Prüfung der Adä- quanzfrage erweist sich unter diesen Umständen als berechtigt. 7.1 Liegen keine organisch (hinreichend) nachweisbaren U nfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfolgen. Dabei ist rech tsprechungsgemäss (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen) wie folgt zu differenzieren: Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule, einen äquivalenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirntrauma, dessen Folgen sich mit jenen eines S chleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 382 E. 4b), erlitten und liegt in der Fo lge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor (diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, K onzentrations- und Gedächtnisstö- rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Re izbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw., vgl. BGE 119 V 338 E. 1), so ist die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 1 09 ff. modifizierten (vgl. die nachfolgen- de E. 7) Grundsätze zu prüfen. Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder einer adä- quanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäq uanzbeurteilung psychischer Folge- schäden des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. entwicke lten Kriterien zu erfolgen. Der Un- terschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schl eudertrauma der HWS oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Unfall- folgen verzichtet wird (BGE 134 V 117 E. 6.2.1, 117 V 367 E. 6a in fine), währenddem bei den übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psyc hischer Fehlentwicklungen lediglich das Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie de- ren objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Regeln greift allerdings die auf die objektiven, physische n Unfallfolgen beschränkte Adäquanz- beurteilung auch bei Unfällen mit Schleudertrauma od er einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die zum hiefür typischen Beschwerdebild (vgl. dazu BGE 119 V 338 E. 1, 117 V 382 E. 4b) gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise ge geben sind, im Vergleich zu einer vor- handenen, ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hinweisen). Voraussetzung ist , dass die psychische Problematik ent- weder bereits unmittelbar nach dem Unfall eindeutige Dominanz aufweist oder dass die physi- schen Beschwerden im Verlaufe der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeit- punkt gesamthaft nur eine sehr untergeordnete Rolle g espielt haben (RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 [Urteil W. vom 18. Juni 2002, U 164/01, Erw. 3b]). Wird im Anschluss an ein Schleudertrauma oder eine schle udertraumaähnliche Verletzungen der HWS eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert, g ehört diese nicht zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung, weil sie - anders als depressive Verstimmungen - nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen, insbesondere in Verbindung mit emotionalen Konflik- ten oder psychosozialen Problemen auftritt (Dilling/Mom bour/Schmidt [Hrsg.], Weltgesundheits- organisation [WHO], Internationale Klassifikation psychisc her Störungen, Übersetzung der 10. Revision [1992] der International Classification of Dise ases, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch- diagnostische Leitlinien, 4. Aufl., Bern 2000, S. 191). Kommt solchen Faktoren eine wesentliche Bedeutung zu, ist die für das bestehende Beschwerdebild ursächliche somatoforme Schmerz- störung als selbstständige sekundäre Gesundheitsschädigung zu b etrachten (vgl. Urteile P. vom 30. September 2005, U 277/04, und B. vom 7. Augus t 2002, U 313/01), weshalb die Adä- quanzprüfung diesfalls nach der für psychische Unfallfol gen geltenden Rechtsprechung zu er- folgen hat (vgl. Urteile des Eidgenössischen Versicherungs gerichts [EVG], seit 1. Januar 2008 Bundesgericht, Sozialrechtliche Abteilungen, U 341/04 v om 14. Dezember 2005 und U 177/05 vom 10. April 2006). 7.2 Beim Versicherten lagen nach dem erlittenen Unfal lereignis verschiedene gesundheitli- che Beeinträchtigungen vor, die zum Beschwerdebild geh ören, welches für ein Schleudertrau- ma typisch ist (vgl. Erwägung 5.3 hiervor bzw. die dortig en Hinweise). Dies wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Abrede gestellt; diese aber ist der Meinung, dass beim Versicher- ten rasch eine psychische Alteration im Vordergrund gesta nden habe, welche die geklagten Beschwerden letztlich in Form einer somatoformen Schme rzstörung dominiert habe. Die Adä- quanzbeurteilung sei deshalb nicht nach Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grundsätzen, sonde rn nach den in BGE 115 V 133 ff. ent- wickelten Kriterien vorzunehmen. Der SUVA ist beizupflichten, dass der Versicherte an ei ner anhaltenden somatoformen Schmerzstörung leidet, wofür der erlittene Unfall wohl den Auslöser gebildet hat. Diese Diagno- se hat jedoch weitgehend unfallfremde psychosoziale Ursachen. So geht die geklagte Schmerz- symptomatik den detaillierten Aussagen der F.____ zufolg e deutlich über die zu erwartenden Folgen des Unfalls hinaus und kann trotz ausführlicher Ab klärungen durch eine organische Ur- Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht sache nicht vollständig erklärt werden. Es ist deshalb von einem erheblichen Einfluss psychi- scher Faktoren auszugehen, wobei insbesondere die jahrel ange familiäre Belastung sowie die hohe Erwartung an das eigene Funktionsniveau mitverantw ortlich ist (vgl. Behandlungsbestäti- gung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der F.____ vom 18. August 2011). Nichts anderes ergibt sich aus den Schlussfolgerungen des neurologischen Gutachters, demzufolge von einer Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer erheblichen f unktionellen Ausweitung auszuge- hen sei (vgl. neurologisches Konsilium von Dr. M.____ vom 14. November 2011, S. 5 in fine). Ist die für das bestehende Beschwerdebild ursächliche som atoforme Schmerzstörung den übereinstimmenden Unterlagen zufolge als selbständige sekundäre Gesundheitsschädigung zu betrachten (vgl. ebenso im Ergebnis kreisärztlicher Unter suchungsbericht von Dr. L.____ vom 6. Dezember 2011, ad 3.2), hat die Adäquanzprüfung re chtsprechungsgemäss nach der für psychische Unfallfolgen geltenden Rechtsprechung zu erfol gen (Urteil des EVG vom 10. April 2006, U 177/05, E. 4.2). Wie es sich damit verhält, kann letztlich allerdings offen bleiben. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist vorliegend der a däquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 14. Dezember 2010 und den nach wie vor geklagten Beschwerden des Versicherten auch dann zu verneinen, wenn man die Adäqu anzprüfung nach Massgabe der für den Versicherten günstigeren Methode von BGE 117 V 359 ff. bzw. 134 V 109 ff.vornimmt (Ur- teil W. des Bundesgerichts vom 3. Juni 2009, 8C_951/2008, E. 3.4.2 mit Hinweis). 8.1 Im bereits mehrfach erwähnten BGE 134 V 109 ff. hat sich das Bundesgericht ausführ- lich mit der bisherigen Praxis zur Kausalitätsprüfung bei Unfall mit Schleudertrauma, äquivalen- ter Verletzung der HWS oder Schädel-Hirntrauma ohne o rganisch objektiv ausgewiesene Be- schwerden (so genannte Schleudertrauma-Praxis nach BGE 1 17 V 359 ff.) befasst. Dabei hat es entschieden, dass am Erfordernis einer besonderen Adä quanzprüfung bei Unfällen mit sol- chen Verletzungen festzuhalten sei (S. 118 ff. E. 7-9 ). Auch bestehe keine Veranlassung, die bewährten Grundsätze über die bei dieser Prüfung vo rzunehmende Einteilung der Unfälle nach deren Schweregrad und den abhängig von der Unfallschwe re gegebenenfalls erforderlichen Einbezug weiterer Kriterien in die Adäquanzbeurteilu ng zu ändern (S. 126 f. E. 10.1). Demnach ist für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs i m Einzelfall nach wie vor zu ver- langen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn e r eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für di e Beurteilung dieser Frage ist an das Un- fallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augen fälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren Unf ällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wi rd. Während der adäquate Kausalzu- sammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Wei teres bejaht und bei leichten Unfäl- len verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäq uanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schl üssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit de m Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubezie- hen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müsse n mehrere herangezogen werden (S. 126 f. E. 10.1 mit Hinweisen). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.2 Im Übrigen hat das Bundesgericht jedoch die bishe rige Schleudertrauma-Praxis im ge- nannten Urteil BGE 134 V 109 ff. in mehrfacher Hinsicht präzisiert. So hat es die Anforderungen an den Nachweis einer natürlich unfallkausalen Verletzung, welche die Anwendung der Schleu- dertrauma-Praxis rechtfertigt, erhöht (S. 121 ff. E. 9) und die adäquanzrelevanten Kriterien teil- weise modifiziert (S. 126 ff. E. 10.2 und 10.3). Dies betrifft zunächst das Kriterium der "unge- wöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung", das nur dann vorliegt, wenn nach dem Un- fall fortgesetzt spezifische und die versicherte Person be lastende ärztliche Behandlung im Zeit- raum bis zum Fallabschluss notwendig gewesen war (S. 128 E. 10.2.3). Weiter wird für die Er- füllung des Kriteriums "Dauerbeschwerden" vorausgesetzt, da ss diese erheblich sind, was auf Grund glaubhaft geltend gemachter Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die ver- unfallte Person im Lebensalltag erfährt, zu beurteile n ist (S. 128 f. E. 10.2.4). Hinsichtlich des Kriteriums "Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit" schliesslich ist nicht die Dauer an sich, son- dern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche massg eblich, die zu überwinden die versi- cherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt (S. 1 29 f. E. 10.2.7). Zusammenfassend hat das Bundesgericht den Katalog der bisherigen adäqu anzrelevanten Kriterien (BGE 117 V 367 E. 6a, 383 E. 4b) in BGE 134 V 109 wie folgt neu gefasst (S. 130 E. 10.3): - besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; - die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; - fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; - erhebliche Beschwerden; - ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; - schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; - erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. 9.1 Massgebend für die Beurteilung der Unfallschwere i st der augenfällige Geschehensab- lauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (vgl. Kran ken- und Unfallversicherung - Recht- sprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 335 S . 207 E. bb), nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen n icht zuzuordnenden Faktoren ist gege- benenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versi cherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begle itumstände oder besonderen Ein- drücklichkeit des Unfalls zu prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im Un- fallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen , die der Unfall für andere Personen nach sich zieht. Dieser Grundsatz gilt sowohl in Bezug auf di e Adäquanzbeurteilung bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall (Sozialversicherungsrecht - Rechtsprechung [SVR] 2008 UV Nr. 8 S. 27 E. 5.3.1) als auch bei Anwendung der Schl eudertrauma-Praxis (Urteil I. des Bun- desgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_536/2007, E. 6.1). 9.2 Die SUVA vertritt die Auffassung, dass es sich beim Verkehrsunfall, den der Versicherte am 14. Dezember 2010 erlitten hat, um einen mittelschw eren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen gehandelt habe. Diese Beurteilung ist mit Blick auf die Massstäbe, wie sie durch die höchstrichterliche Kasuistik entwickelt worden si nd, grundsätzlich nicht zu beanstan- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht den. Einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahr zeug werden in der Regel als mittel- schwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Unfälle n betrachtet (Urteil des Eidgenössi- schen Versicherungsgerichts vom 8. November 2004 U 314/03, Erw. 3.1 und vom 15. März 2005 U 380/04, Erw. 5.1.2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 2 36 mit zahlreichen Hinweisen). In casu hat das Auto des Versicherten lediglich einen Heckschaden erlitten. Die beim Aufprall des nach- folgenden Fahrzeugs einhergehende Geschwindigkeitsveränd erung lag im Bereich von 10 bis 15 km/h (vgl. Biomechanische Kurzbeurteilung vom 11. Mai 2011, S. 2, SUVA Akt Nr. 27). Auch wenn die kalkulierten Reparaturkosten im Umfang von rund Fr. 5'700.-- nicht unbedeutend aus- gefallen sind (vgl. Gutachten der P.____ vom 11. Januar 2011, S. 13, SUVA Akt Nr. 20), sagt dies alleine noch nichts über die Schwere des Unfalls au s, da je nach Alter und Beschaffenheit des Fahrzeugs der Schaden rasch einen hohen Umfang annehmen kann. Selbst wenn das erlit- tene Ereignis dem mittleren Bereich aber im engeren Sinne zugeordnet würde, müssen für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges von den wei teren, objektiv fassbaren und unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehenden oder als Folge davon erscheinenden Umständen, welche als massgebende Kriterien in die Ges amtwürdigung einzubeziehen sind, entweder ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder mehrere dieser Kriterien in ge- häufter oder auffallender Weise erfüllt sein (Urteil e T. des Bundesgerichts vom 31. März 2009, 8C_987/2008, E. 5.2, und J. vom 16. Mai 2008, 8C_726/2007, E. 4.3.2.1). 9.3.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleit umstände oder besonderen Eindrück- lichkeit des Unfalles, das unverändert weiter besteht (BGE 134 V 127 E. 10.2.1), ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfind ens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 E. 3b/cc; Urteil A . des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Der Verkehrsunfall des Beschwer deführers hat sich weder unter beson- ders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch ist die erfolgte Kollision - objektiv betrach- tet - von besonderer Eindrücklichkeit gewesen. Der Versi cherte war nach dem Unfall in der La- ge, das Unfallereignis der Polizei zu melden und sich mi thin um die Regelung des Unfalles zu kümmern. Auch wenn er in der Folge von der Sanität z ur Kontrolle ins Spital D.____ überführt wurde, ist das Kriterium unter diesen Umständen deshalb nicht erfüllt. 9.3.2 Was das Kriterium der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung anbe- langt, genügt die Diagnose einer HWS-Distorsion für sich allein nicht zu dessen Bejahung. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schle udertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild be einflussen können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 238 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können bei- spielsweise in einer beim Unfall eingenommenen besond eren Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 89 E. 5.3; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3 mit Hinweisen). Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (BGE 134 V 127 E. 10.2.2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall h at sich der Beschwerdeführer beim Unfall nebst der HWS-Distorsion keine weiteren Verletzungen zug ezogen. Ebenso wenig lag ein Schleudertrauma-Symptom in besonders schwerer Ausprägung vor. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung ist daher nicht erfüllt. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3.3 Was das Kriterium der erheblichen Beschwerden betr ifft, ist vorab festzuhalten, dass nur diejenigen erheblichen Beschwerden adäquanzrelevant se in können, die in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch be- standen haben. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person du rch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Der Beschwerdeführ er leidet seit dem Unfall insbesondere an persistierenden Kopf- und Nackenschmerzen, die ihn au f Grund ihrer Dauer und Intensität im Lebensalltag beeinträchtigen und die deswegen als erheblich bezeichnet werden müssen. An der Glaubwürdigkeit der vom Versicherten geschilderte n Beschwerden ist nicht zu zweifeln. Das Kriterium ist deshalb erfüllt. Die Beschwerden übe rsteigen allerdings das übliche Mass bei HWS-Distorsionen nicht derart, dass das Kriterium in beso nders ausgeprägter Weise bejaht werden könnte. 9.3.4 Das nicht geänderte Kriterium der ärztlichen Fehl behandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), ist unbestrittenermassen nicht erfüllt. 9.3.5 Im Zusammenhang mit dem Kriterium der ärztliche n Behandlung ist entscheidwesent- lich, ob nach dem Unfall bis zum Fallabschluss eine fortgesetzt spezifische, die versicherte Per- son belastende Behandlung notwendig war (BGE 134 V 12 8 E. 10.2.3). Vorliegend sind neben der Untersuchung in der Reha J.____ und dem ambulante n Assessment in der Klinik E.____ zur Begutachtung lediglich Physiotherapien und Verlaufsk ontrollen ausgewiesen. In diesem Zusammenhang ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechu ng zu verweisen, wonach Abklä- rungsmassnahmen im Hinblick auf therapeutische und versiche rungsrechtliche Fragen sowie blossen ärztlichen (Verlaufs-) Kontrollen nicht die Qu alität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zukommt, weshalb sie in diesem Rahmen nich t zu berücksichtigen sind (Urteil A. des Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.3. 1). Im Lichte dieser Praxis kann vor- liegend aber nicht von einer fortgesetzt spezifischen, b elastenden Behandlung gesprochen werden, sodass das betreffende Kriterium nicht erfüllt i st. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer diverse physiotherapeuti sche Behandlungen erfahren hat. Die nach dem Unfall im Spital Q.____ aufgenommene P hysiotherapie in Form von wöchentlich stattfindenden Sitzungen wurde im Juli 2011 und damit noch deutlich vor dem Zeitpunkt des Fallabschlusses bereits wieder beendet (vgl. kreisärztliche Untersuchung von Dr. L.____ vom 28. Juli 2011, ad Angaben des Versicherten, S. 2). Nichts anderes gilt hinsichtlich der chiroprak- torischen Massagen durch Dr. R.____ (vgl. a.a.O.). Infol ge Einstellung der physikalischen Massnahmen (vgl. auch neurologisches Konsilium von Dr. M.__ __ vom 14. November 2011) liegt mithin gerade keine fortgesetzte Behandlung vor, wie sie rechtsprechungsgemäss für die Bejahung dieses Kriteriums indessen erforderlich wäre. N ichts anderes gilt hinsichtlich der psy- chologischen Behandlung. Den Angaben der behandelnden Psychologin zufolge war bereits Ende Oktober 2011 keine namhafte Verbesserung der gesun dheitlichen Verhältnisse mehr zu erwarten (vgl. Aktennotiz der SUVA vom 26. Oktober 2011 , SUVA Akt Nr. 58). Diesbezüglich kann somit auch nicht von einer Notwendigkeit der Beha ndlung ausgegangen werden. Die durchgeführten Heilbehandlungen erfüllen das entsprechende Kriterium daher nicht. Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3.6 Unverändert beibehalten wurde das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen (BGE 134 V 129 E. 10.2 .6). Diese beiden Teilaspekte müssen nicht kumulativ erfüllt sein (BGE 117 V 369 E. 7b). Au s der ärztlichen Behandlung und den er- heblichen Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf bzw. auf erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu beson derer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt für den Umstand, dass trotz regelmässiger Therapien weder eine Beschwerdefrei heit noch eine (vollständige) Arbeits- fähigkeit in der angestammten Tätigkeit erreicht werden konnten (Urteile M. des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 7.6, und S. vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.6.1, je mit Hinweisen). Im Vergleich mit anderen Fällen von Schleud ertraumen und äquivalenten Verlet- zungen kann vorliegend bis zum Fallabschluss zweifellos nicht von erheblichen Komplikationen oder einem schwierigen Heilungsverlauf ausgegangen werd en. Das Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. 9.3.7 Als letztes Kriterium ist dasjenige der "erhebli chen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewie- sener Anstrengungen" zu prüfen. Dabei ist nicht die Daue r der Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Per- son ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbe itsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfäl liger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Thera- piemassnahmen zu berücksichtigen. Nur wer in der Zeit bi s zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 E. 10.2.7 mit Hinweisen; Urteil M. des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 7.7.1 mit Hinweis). Im vorliegenden Fall war der Beschwerdeführer ab Ende Januar 2011 zunächst zu 50% und ab 8. April 2011 voll- ständig arbeitsunfähig. Hingegen sind keine ernsthafte n Anstrengungen zur Überwindung sei- ner Arbeitsfähigkeit dokumentiert. Die Arbeitsversuche bei seiner ehemaligen Arbeitgeberin brach der Versicherte trotz leichtester Arbeiten im Sitze n bereits nach kürzester Zeit wieder ab (vgl. Besprechungsnotiz vom 14. Juli 2011, SUVA Akt Nr. 31 ). Trotz einer ihm aus somatischer Sicht attestierten, vollen Arbeitsfähigkeit in seiner angestammten Tätigkeit sah sich der Be- schwerdeführer nicht in der Lage, seine Tätigkeit wieder aufzunehmen (Besprechungsnotiz vom 28. Juli 2011, SUVA Akt Nr. 38). Nichts anderes ergibt si ch aus dem neurologischen Konsilium von Dr. M.____, wonach der Versicherte den Eindruck hinte rlassen hat, mit seinem aktiven Be- rufsleben abgeschlossen zu haben (vgl. neurologisches Konsi lium von Dr. M.____ vom 14. No- vember 2011, S. 6). In Anbetracht dieser mangelnden Anstrengungen ist dieses Kriterium daher zu verneinen. 9.8 Zusammenfassend kann somit höchstens eines der sieben K riterien als erfüllt betrachtet werden, wobei dieses jedoch nicht in besonders ausgeprägt er Weise vorliegt. Der adäquate Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 14. Dezember 2010 und den nach wie vor geklagten Beschwerden des Versicherten ist demnach zu verneinen. Somit ist aber nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Mai 2012 an der Einstellung ihrer Versicherungsleistungen per Ende Januar 2012 festgehal- ten hat. Die gegen diesen Einspracheentscheid erhobe ne Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 10. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor d em kantonalen Gericht für die Partei- en kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlieg ende Verfahren keine Kosten zu erhe- ben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Ausgang des Ve rfahrens entsprechend wettzu- schlagen. Abschliessend bleibt über den Antrag des Beschwerdeführe rs zu befinden, es sei ihm die un- entgeltliche Verbeiständung zu bewilligen. Gemäss Art. 61 lit. f Satz 2 ATSG wird der Be- schwerde führenden Person, wo die Verhältnisse es rechtfe rtigen, ein unentgeltlicher Rechts- beistand bewilligt (Urteil X. des EVG vom 3. Juli 2003, U 114/03, E. 2.1). Gemäss dieser Recht- sprechung ist die unentgeltliche Verbeiständung im kanton alen Beschwerdeverfahren zu bewil- ligen, wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos ersche int, die Partei bedürftig und die anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch gebote n ist (Urteil U. des EVG vom 7. Juli 2003, U 356/02, E. 3.1; A LEXANDRA RUMO -JUNGO , Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversi cherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/ Genf 2003, S. 451 mit Hinweisen auf BGE 100 V 62 E. 3 und 98 V 117 E. 2; vgl. auch U ELI KIESER , ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 Rz. 104; vgl. ebenso § 22 Abs. 1 und 2 VPO). Die Beschwerde kann nicht offensi chtlich als aussichtslos bezeichnet werden. Aufgrund der Komplexität der sich stellenden Fr agen durfte der Beschwerdeführer oh- ne Weiteres eine Rechtsvertretung beiziehen. Hingegen i st seine Prozessbedürftigkeit zu ver- neinen. Dem monatlichen Gesamteinkommen des Beschwerdef ührers und seiner Ehefrau im Umfang von rund Fr. 6'000.-- (Ersatzeinkommen Beschw erdeführer Fr. 4'600.--; IV-Rente Ehe- frau 520.--; Ergänzungsleistungen Ehefrau: Fr. 923.--) steht ein monatlicher Bedarf von Fr. 4'500.-- (Grundbedarf von Fr. 1'700.-- zuzüglich 15%; Miete von Fr. 1'250.--; Krankenkas- senprämie beider Ehegatten Fr. 840.--; Steuern Fr. 3 00.--; anzurechnende Mobilitätskosten [U- Abo's] Fr. 160.--) gegenüber. Nach Durchführung der B edarfsrechnung ergibt sich somit ein monatlicher Überschuss von rund Fr. 1'500.--. Praxisgemäss hat sich der Beschwerdeführer im Umfang des dreifachen Betrags dieses Überschusses an seinen Anwaltskosten zu beteiligen. Dies genügt jedoch bei weitem, die entsprechenden Bemü hungen seiner Rechtsvertreterin aus eigener Kraft zu decken (vgl. Honorarnote vom 7. August 2 012). Damit resultiert für das vorlie- gende Verfahren, dass die unentgeltliche Verbeiständung nicht bewilligt werden kann. Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht