Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 15. Oktober 2020 (725 20 141 / 241) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Beurteilung des medizinischen Endzustands; Bestimmung des Invaliditätsgrades; Integ- ritätsentschädigung Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter in Elisabeth Berger Götz, Kantonsrichter Jürg Pulver, Gerichtsschreiberin i.V. Lena Eichenberger Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Stephan Bläsi , Advokat , Birsigstrasse 34, 4054 Basel gegen Suva , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerde- gegnerin Betreff Leistungen A. Der 1976 geborene A.____ war bei der B.____ GmbH , X.____, tätig und in dieser Ei- genschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstal t (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 9. August 2013 verlet zte er sich bei einem Arbeitsunfall das rechte Knie. Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistun gen (Taggelder und Heilbehandlungs- kosten) für die Folgen dieses Ereignisses. Ab 29. Septe mber 2014 war A.____ bei der C.____ AG, Y.____, als Schaler angestellt und wiederum bei der Suva unfallversichert. Gemäss Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schadenmeldung vom 11. März 2016 rutschte er am 10. Mär z 2016 bei sich zuhause beim Treppenhinuntersteigen aus und verdrehte sich dabei das linke Knie. Die Suva richtete auch im Zusammenhang mit diesem Ereignis Versicherungsleistungen aus. Mit Verfügung vom 5. Ju- ni 2019 verneinte sie einen Anspruch auf eine Invali denrente mit der Begründung, es liege kei- ne unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigk eit vor. Sie sprach A.____ jedoch eine Integritätsentschädigung nach Massgabe einer Integritäts einbusse von 20 % zu. Nachdem der Versicherte am 7. Juni 2019 Einsprache erhoben hatte, zog die Suva ihre Verfügung vom 5. Juni 2019 zurück und erliess am 17. September 2019 eine neue Verfügung, worin sie dem Versicherten eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfäh igkeit von 14 % sowie eine Integritäts- entschädigung nach Massgabe einer Integritätseinbusse von 20 % zusprach. Daran hielt sie auf Einsprache des Versicherten hin fest (Einspracheentscheid vom 12. März 2020). B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat St ephan Bläsi, am 1. April 2020 Be- schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilun g Sozialversicherungsrecht (Kan- tonsgericht). Er beantragte, in vollumfänglicher Aufh ebung des Einspracheentscheids der Suva vom 12. März 2020 seien die gesetzlichen Versicherungsleist ungen in Form von Heilungskos- ten und Taggelder über den verfügten Einstellungszeitp unkt hinaus rückwirkend wieder auszu- richten. Eventualiter sei die Suva in Aufhebung des Einsp racheentscheids vom 12. März 2020 gerichtlich anzuhalten, eine Evaluation der funktionel len Leistungsfähigkeit (EFL) zu veranlas- sen und in der Folge über den Rentenanspruch erneut z u befinden. Subeventualiter sei eine merklich höhere UVG-Rente zuzusprechen; unter o/e-Koste nfolge zu Lasten der Beschwerde- gegnerin. Zur Begründung führte er im Wesentlichen a n, dass der medizinische Endzustand noch nicht erreicht sei. Zudem sei der Invaliditätsgrad unzutreffend ermittelt worden. C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassun g vom 15. April 2020 auf Ab- weisung der Beschwerde. D. Mit Replik vom 30. Juni 2020 reichte der Beschwerdefüh rer einen Bericht des Zent- rums für D.____ vom 29. April 2020, einen Bericht der Klinik G.____ vom 8. Juni 2020 sowie einen Sprechstundenbericht der Klinik Z.____ vom 25. Juni 2020 ein. E. Mit Duplik vom 3. August 2020 hielt die Suva an ih rem Antrag auf Abweisung der Be- schwerde fest. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, de ssen Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni- gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat. Vorliegend befindet sich dieser in E.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons- gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas- sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons- gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtlich e Instanz des Kantons Beschwerden ge- gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art . 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zustä ndig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten vo m 1. April 2020 ist demnach ein- zutreten. 2. Auf den 1. Januar 2017 sind die mit Bundesgesetz vom 25. September 2015 revidier- ten Bestimmungen des UVG in Kraft getreten. Laut Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 25. September 2015 werden jedoc h Versicherungsleistungen für Un- fälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieser revidierten Bestimmungen zugetragen haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebroche n sind, nach bisherigem Recht ge- währt. So verhält es sich auch im vorliegenden Fall, wesh alb nachfolgend auf das bisherige Recht und die dazu ergangene Rechtsprechung Bezug genommen wird. 3. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Su va zu Recht gestützt auf den Kreis- arztbericht von Dr. med. F.____, FMH Orthopädische Chir urgie und Traumatologie des Bewe- gungsapparates, vom 15. Mai 2019 von einem medizinischen Endzustand ausgegangen ist und die vorübergehenden gesetzlichen Leistungen per 31. Juli 2019 eingestellt hat. Das Sozialver- sicherungsgericht stellt dabei auf den bis zum Zeitpun kt des Erlasses des streitigen Ein- spracheentscheids eingetretenen Sachverhalt ab, vorliegen d also auf den 12. März 2020. Tat- sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 144 V 213 E. 4. 3.1, 130 V 140 E. 2.1). Sie sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenst and in einem engen Sachzusammen- hang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zei tpunkt des Verfügungserlasses zu beein- flussen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 12. Juni 2007, 9C_101/2007, E. 3.1 und vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). 4.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi- cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs- unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behan dlung der Unfallfolgen (Heilbe- handlung), namentlich auf die ambulante Behandlung d urch den Arzt (lit. a). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsu nfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähi gkeit wird es entsprechend gekürzt (Art. 17 Abs. 1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 1 6 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Be- ginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Pe rson. Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall e ine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ä rztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 4.2 Der Unfallversicherer haftet für einen Gesundheit sschaden nur insoweit, als dieser in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum versicherten Ereignis steht (BGE 129 V 177 E. 3). Dabei spielt die Adäquanz als r echtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich or- ganisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2). 4.3 Die vorübergehenden Leistungen wie Taggelder und Heilbehandlung hat der Unfallver- sicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlos- sen sind – nur so lange zu gewähren, als von der Forts etzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Was darunter zu verstehen ist, bestimmt sich nach Massgabe der zu erwartende n Steigerung oder Wiederher- stellung der unfallbedingt beeinträchtigten Arbeitsfäh igkeit. Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwar- tende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende V erbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen). Kommt der Versicherungsträger hingegen zum Schluss, dass eine Fortsetzung der ärztlichen Behandlung nicht me hr zu einer nennenswerten Besse- rung führt, oder hält er eine Behandlung, die vom Versicherten oder seinem Arzt vorgeschlagen worden ist, für unzweckmässig, kann er gestützt auf Art. 48 UVG die Fortsetzung der Behand- lung ablehnen. Ein Anspruch auf weitere medizinische Beh andlung besteht somit nur, wenn damit eine erhebliche Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden kann. Hingegen verleihen weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats wegen der Fortset- zung einer ärztlichen Behandlung noch ein geringfügiger therapeutischer Fortschritt, der von weiteren Massnahmen erwartet wird, Anspruch auf die Du rchführung der Massnahmen. In die- sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicher ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2014, 8C_836/2013, E. 4.3). Nicht notwend ig für den Fallabschluss ist hingegen, dass keine ärztliche Behandlung mehr erforderlich ist (vgl . Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.2.2). Ist ein Endzustan d eingetreten, ist der Fall unter Einstel- lung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruches auf eine Inva- lidenrente und/oder eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (Art. 19 Abs. 1 UVG). 4.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheits- zustands – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig a uf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b mit zahl- reichen weiteren Hinweisen). Aufgabe des Arztes oder d er Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in w elchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der versicher- ten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit Hinweisen). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.5 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widersprech enden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, weshalb es auf die eine und nicht auf die and ere medizinische These abstellt. Hinsicht- lich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be- weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten ode r in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.6 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Ra hmen des Verwaltungsverfahrens einge- holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach- tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die A kten Bericht erstatten und bei der Er- örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex- pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Dagegen sind bei Ent- scheiden gestützt auf versicherungsinterne ärztliche Beurte ilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungstr äger stammen, an die Be- weiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellunge n, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATS G oder ein Gerichtsgutachten anzu- ordnen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 5. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversi cherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes w egen für die richtige und vollstän- dige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorg en. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa- chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des B undesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Bleiben erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist w eiter zu ermitteln, soweit von zusätzli- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht chen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urtei- le des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007 , E. 3.3 und vom 19. November 2007, 8C_364/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. 6.1 Zur Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liege n zahlreiche ärztliche und weitere Unterlagen vor, welche vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Nachfolgend werden jedoch nur die für den vorliegenden Fall entscheidrelevanten Berichte aufgeführt. 6.2 Gemäss Bericht der Klinik Z.____ vom 28. März 2019 ze ige sich in der aktualisierten Magnetresonanztomographie (MRI) bei Zustand nach Revisio ns-HKB-Ersatzplastik viel Nar- bengewebe, jedoch ein soweit gutes Transplantat und eine gute Kniegelenksstellung. Es werde Muskelaufbau, Physiotherapie, Wassergymnastik und eine Ganganalyse empfohlen. 6.3 Am 15. Mai 2019 fand eine kreisärztliche Untersuchung statt. Dr. F.____ diagnostizier- te einen Status nach Distorsionstrauma des linken Kniegel enks am 10. März 2016. Aktuell be- stünden teils Ruhebeschwerden, welche durch die Belastung des linken Kniegelenks verstärkt würden, eine Funktionseinschränkung des linken Kniegele nks sowie ein Muskeldefizit im linken Oberschenkel. Aus rein medizinischer Sicht sei die Behandl ung noch nicht abgeschlossen. Es laufe noch eine Serie Stosswellentherapie und eine umfangreiche physikalische Behandlung. Er empfehle, die Stosswellentherapie wie geplant weiterzu führen und auch die physikalische Be- handlung mindestens bis ein Jahr nach dem letzten Eing riff – also bis gut Mitte Juli 2019 – fort- zuführen. In Bezug auf die Zumutbarkeit werde sich alle rdings keine namhafte Veränderung mehr ergeben. Das Ergebnis sei nach einer komplexen Kn ieverletzung links und mehrfachen Operationen bzw. Revisionsoperationen nicht gut. Die bi sherige Tätigkeit als Schaler auf der Baustelle sei nicht mehr zumutbar. Dem Versicherten seie n aber leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten ganztags zumutbar, wobei der Anteil des Si tzens mit etwa 70 % (oder mehr) anzu- streben sei. Klettern auf Leitern und Gerüsten, Tätig keiten in der Hocke oder im Knien oder auf unebenem Gelände seien nicht möglich. 6.4 Die Klinik Z.____ hielt im Sprechstundenbericht vom 16. Januar 2020 fest, dass eine erneute ligamentäre Stabilisation bei bereits zweimali gem Versagen mit hoher Wahrscheinlich- keit keinen Benefit bringe. Bei vorhandenen diffusen Knorpelschäden in allen Kniekompartimen- ten komme operativ nur eine Knietotalprothese in Frag e, wobei es angesichts des Alters des Patienten gelte, dies hinauszuzögern. Prinzipiell bleib e die Situation für den Patienten insbe- sondere in beruflicher Hinsicht schwierig, da körperli ches Arbeiten mit längerem Stehen oder Tragen von Gewichten nicht möglich sei. Ideal wären sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit, zwischenzeitlich aufzustehen. 6.5 Im Sprechstundenbericht der Klinik Z.____ vom 20. M ärz 2020 wurde als Hauptdiag- nose eine posttraumatische Gonarthrose bei Status nach a rthroskopisch assistierter Revisions- HKB-Ersatzplastik links angegeben. Die Ehefrau des Beschwer deführers habe berichtet, dass die Infiltration nur einige Wochen angehalten habe u nd die Beschwerden und Einschränkungen im Alltag sehr gross seien. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.6 Im Bericht des Zentrums für D.____ wurde betreffen d das linke Kniegelenk eine intakte HKB Rekonstruktion mit mässigen ödemäquivalenten Signa lveränderungen des Knochen- marks, eine mittelgradige Chondropathie mit ausgedünn tem Knorpel und multiplen Knorpelfis- suren und ein Defekt im Hinterhorn des medialen Meniskus festgestellt. 6.7 In der Klinik G.____ wurde nach erstmaliger Konsul tation vom 28. April 2020 und be- kannten Diagnosen am 19. Mai 2020 eine ultraschallgesteu erte diagnostische Infiltration am Nervus saphenus links durchgeführt. 6.8 Wie aus dem Sprechstundenbericht der Klinik Z.____ vom 3. Juni 2020 zu entnehmen ist, habe die Infiltration nur zwei Wochen eine positi ve Wirkung erbracht. Eine erneute Rekon- struktion ligamentär sei wenig erfolgsversprechend. Auch die Läsion der medialen Meniskushin- terhorn-Wurzel könne arthroskopisch nicht behandelt werde n. Das Einsetzen eines künstlichen Gelenks könne nur diskutiert werden, wenn in Zukunft die Arthrose zunehmen würde. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen E inspracheentscheid vom 12. März 2020 bei der Beurteilung der Frage, ob der medizinische Endzustand erreicht sei, auf den Bericht des Kreisarztes Dr. F.____ vom 15. Mai 2019 . Sie ging demgemäss davon aus, dass der medizinische Endzustand Ende Juli 2019 erreicht war. Zwar ist Dr. F._____ zum Schluss gekommen, dass das Ergebnis nach einer komplexen K nieverletzung links und mehr- fachen Operationen bzw. Revisionsoperationen nicht gut se i. Dieser Umstand bedeutet aller- dings nicht, dass mit einer weiteren Behandlung noch erhebliche Verbesserungen erzielt wer- den können. Andere ärztliche Einschätzungen, die bezügli ch des Endzustands auch nur gerin- ge Zweifel auslösen könnten, liegen nicht vor. Die beha ndelnden Ärzte stimmen mit der kreis- ärztlichen Beurteilung denn auch insofern überein, al s keine weiteren medizinischen Optionen zur Verbesserung des Gesundheitszustands angeboten werden können. Demnach kann hin- sichtlich der Beurteilung des medizinischen Endzustands voll umfänglich auf die Feststellungen von Dr. F._____ abgestellt werden. Infolgedessen hat d ie Beschwerdegegnerin die vorüberge- henden gesetzlichen Leistungen zu Recht per 31. Juli 2 019 eingestellt und die Rentenprüfung vorgenommen. 7.2 Auch die kreisärztliche Beurteilung der Leistungsfäh igkeit, wonach dem Versicherten leichte, überwiegend sitzende Tätigkeiten zu 100 % zumu tbar sind, überzeugt. Wie bereits aus- geführt (vgl. E. 4.6 hiervor), sind an die Beweiswürd igung strenge Anforderungen zu stellen, wenn sich der angefochtene Entscheid ausschliesslich auf ve rsicherungsinterne medizinische Unterlagen stützt. Bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzu nehmen. Vorliegend ergibt sich nichts, was Zweifel an der Stichhaltigkeit der Angaben von Dr. F._____ wecken würde. Die von der Beschwerdegegnerin übernommenen Ergebnisse der krei särztlichen Beurteilung beruhen auf einer persönlichen Untersuchung des Versicherten u nd auf einem sorgfältigen Studium der vorhandenen medizinischen Akten. Die Beurteilung des Krei sarztes erweist sich sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezü glich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen als überzeugend, weshalb vollumfän glich darauf abgestellt werden kann. Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bei dieser Sachlage kann in antizipierter Beweiswürdigu ng (BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlrei- chen Hinweisen) auf die beantragte EFL verzichtet und davon ausgegangen werden, dass dem Versicherten angepasste Verweistätigkeiten zu 100 % zumutbar sind. 8.1 Zu prüfen sind die erwerblichen Auswirkungen der g esundheitlichen Beeinträchtigung. Nach Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invalidit ätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini- schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahm en durch eine ihr zumutbare Tätig- keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode de s Einkommensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schät zungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 8.2 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entschei dend, was die versicherte Per- son im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach d em Beweisgrad der überwiegen- den Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdi enen würde. Dabei wird in der Re- gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an- gepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesund- heitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 325 E . 4.1). Vorliegend kann davon ausge- gangen werden, dass der Versicherte im Gesundheitsfall weiterhin in seiner bisherigen Anstel- lung tätig wäre . Laut Angaben der C.____ AG hätte er im Jahr 2019 ei n Jahresgehalt von Fr. 74'566.-- erzielt. Die Suva hat dem Einkommensverg leich diesen Betrag als Validenein- kommen zu Grunde gelegt, was sich nach dem Gesagten als r ichtig erweist und auch vom Be- schwerdeführer nicht beanstandet wird. 8.3 Da der Versicherte nach dem Unfallereignis keine Er werbstätigkeit mehr aufgenommen hatte, zog die Suva für die Bemessung des (hypotheti schen) Invalideneinkommens zu Recht die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Stati stik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) bei (vgl. BGE 143 V 295 E. 2.2). Dabei stellte sie auf die LSE 2016, TA1, privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Männer, Total ab. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41, 7 Stunden und Anpassung an die ge- schlechts- und branchenübliche Nominallohnentwicklung err echnete sie für das Jahr 2019 – nach Vornahme eines leidensbedingten Abzugs von 5 % – e in Invalideneinkommen von Fr. 64'356.--. 8.4 Gegen diese Berechnung bringt der Beschwerdeführe r einzig vor, dass der leidensbe- dingte Abzug von 5 % zu tief veranschlagt worden sei. Er sei ungeschult und beherrsche nur seine Muttersprache. Zudem solle seine zumutbare Täti gkeit zu 70 % oder mehr sitzend verübt werden und die Schmerz- und Beschwerdesituation sei komplex. 8.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage vo n statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 146 V 19 E. 4.1, 142 V 181 E. 1.3, 124 V 322 E. 3b/aa). So drängt sich ein Abzug aufgrund funktioneller Ein- schränkungen dann auf, wenn sie ihrer Natur nach nicht ohne Weiteres mit den Anforderungen vereinbar sind, wie sie sich aus den gewöhnlichen betriebl ichen Abläufen in einer leidensange- passten Tätigkeit ergeben (vgl. Urteil des Bundesgerichts v om 16. Juli 2008, 9C_119/2008, E. 2.3.1). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherwei se nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 79 E. 5b/aa ; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 13. August 2020, 9C_226/2020, E. 5.1). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 146 V 20 E. 4.1, 135 V 302 E. 5.3, 126 V 80 E. 5b/bb). Das Gericht darf dabei sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen. Es muss sich som it auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nah eliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 81 E. 6, 123 V 152 E. 2). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal zu Unrecht nicht berücksichtigt , hat die Beschwerdeinstanz den Ab- zug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesg erichts vom 18. August 2020, 9C_439/2020, E. 4.5.3 und vom 21. September 2010, 9 C_748/2009, E. 4.1.2, in: SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91). 8.4.2 Die vorliegend geltend gemachten mangelhaften S prachkenntnisse sind bereits durch die Verwendung der Tabellenlöhne Kompetenzniveau 1 ab gegolten (vgl. Urteil des Bundesge- richts vom 7. September 2016, 8C_469/2016, E. 4.3.3). Auch die Nationalität und die Auslän- derkategorie rechtfertigen keinen Abzug (vgl. Urteil d es Bundesgerichts vom 3. April 2018, 8C_610/2017, E. 4.4). Weil der Versicherte ein volle s Pensum ausüben kann, kommt auch ein Abzug wegen Teilzeit nicht in Frage. Es verbleiben d ie Art und das Ausmass der Behinderung, welche zu betrachten sind. Der Umstand allein, dass nur mehr leichte Arbeiten zumutbar sind, ist auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Gru nd für einen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits ei ne Vielzahl von leichten Tätigkeiten um- fasst (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 15. Oktober 20 20, 8C_433/2020, E. 8.2.2, vom 8. Januar 2019, 8C_334/2018, E. 5.2.2, vom 6. Oktobe r 2017, 8C_439/2017, E. 5.5 und vom 29. Dezember 2016, 9C_497/2016, E. 5.4.2, je mit Hi nweisen). Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidens- bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt w erden, die auch auf einem aus- geglichenen Arbeitsmarkt – welcher insbesondere sogenan nte Nischenarbeitsplätze umfasst, an welchem Arbeitnehmer mit einem sozialen Entgegenkomm en von Seiten des Arbeitsgebers rechnen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. M ai 2018, 9C_294/2017, E. 5.4.2, in: SVR 2018 IV Nr. 60 S. 195) – als ausserordentlich zu b ezeichnen sind (vgl. Urteile des Bun- desgerichts vom 6. Juli 2018, 8C_297/2018, E. 3.5 und vo m 14. Juni 2018, 8C_91/2018, E. 5.3). Die Rechtsprechung gewährt darum insbesondere dann einen Abzug auf dem Invali- deneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im R ahmen körperlich leichter Hilfsarbei- ten in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 146 V 20 E. 4.1, 126 V 78 E. 5a/bb). Im vorliegenden Fall kommt ein leidensbedingter Abzug in B etracht, weil der Versicherte nur noch Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vorwiegend im Sitzen arbeiten kann. Die Beschwerdegegn erin hat diese Einschränkung mit einem Abzug von 5 % berücksichtigt. Ein höherer Abzug a ls 5 % kommt mit Blick auf die bun- desgerichtliche Rechtsprechung in vergleichbaren Fälle n nicht in Frage. Daran vermag auch das vom Beschwerdeführer geltend gemachte stetige Auf un d Ab der Beschwerden und Schmerzen sowie der Einwand, dass er auf dem ersten Arb eitsmarkt gar nicht einsetzbar und als Arbeitsloser nicht vermittlungsfähig wäre, nichts zu ändern. Denn bei einer angepassten körperlich leichten Beschäftigung belastet er sein link es Knie nicht übermässig. Daher kann nicht von einer instabilen Situation ausgegangen werden. 8.5 Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Suva beim Versicherten das Valideneinkommen auf Fr. 74‘566.-- und das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 64‘356.-- festgesetzt hat. Stellt man diese Zahlen im Einkommensv ergleich einander gegenüber, so re- sultiert daraus, wie die Suva zutreffend errechnet hat, ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von – ge- rundet – 14 %. Die Suva hat dem Versicherten daher zu Recht eine auf diesem Invaliditätsgrad beruhende Invalidenrente zugesprochen. 9.1 Zu prüfen bleibt die Integritätsentschädigung. We il die Frage der Einstellung der vo- rübergehenden gesetzlichen Leistungen strittig ist, ist e ntgegen der Auffassung der Beschwer- degegnerin die Verfügung vom 17. September 2019 hin sichtlich der Integritätsentschädigung nicht in (Teil-) Rechtskraft erwachsen. Gemäss Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung , wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geist igen oder psychischen Integrität erlei- det. Nach Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die Unf allversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982 gilt ein Integritätsschaden als dauer nd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht (Satz 1); er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfäl- lig oder stark beeinträchtigt wird (Satz 2). 9.2 Laut Art. 25 Abs. 1 UVG wird die Integritätsentsch ädigung in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie wird entsprechend der Schwere des Integ ritätsschadens abgestuft, wobei sie den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jah resverdienstes nicht übersteigen darf. Nach Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat di e Bemessung der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht . Gemäss Abs. 2 dieser Vorschrift gel- ten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht a bschliessenden Skala (BGE 113 V 218 E. 2a; Kranken- und Unfallversicherung – Rechtsprechung und Verwaltungs- praxis [RKUV] 1988 Nr. U 48 S. 236 E. 2a mit Hinweisen ) häufig vorkommende und typische Schäden prozentual gewichtet. 9.3 Für die im Anhang 3 genannten Integritätsschäden e ntspricht die Entschädigung im Re- gelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages de s versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet. In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundesrätlichen Skala zusät zliche Bemessungsgrundlagen in Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht tabellarischer Form erarbeitet. Diese in den Mitteilun gen der Medizinischen Abteilung der Suva Nr. 57 bis 59 herausgegebenen Tabellen (teilweise geän dert und ergänzt in den Mitteilungen Nr. 60, 62 und 66) sind, soweit sie lediglich Richtwe rte enthalten, mit denen die Gleichbehand- lung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a mit Hinweis). 9.4 Bei der Bestimmung des Schweregrads einer gesundh eitlichen Beeinträchtigung handelt es sich um eine Tatfrage, für deren Beantwortung Verw altung und Gerichte auf fachärztliche Mithilfe angewiesen sind. Dem Gericht ist es nicht möglic h, die Beurteilung aufgrund der akten- kundigen Diagnosen selber vorzunehmen, da die Ausschöpfun g des in den Tabellen offen ge- lassenen Bemessungsspielraums entsprechende Fachkenntnisse vo raussetzt und von einem medizinischen Laien eine zuverlässige Zuordnung nicht er wartet werden kann. Die Beurteilung der einzelnen Integritätseinbussen obliegt somit den ärztlichen Sachverständigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2007, U 121/06, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 9.5 Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer e ine Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 20 % zu. Si e stützte sich dabei auf die entspre- chende Beurteilung von Dr. F._____ vom 15. Mai 2019. Der Kreisarzt veranschlagte aufgrund der Schädigung des Kniegelenks, welche mit einer mässi gen Pangonarthrose des Kniegelenks im mittleren Bereich vergleichbar sei, einen Integri tätsschaden von 20 %. Dabei stützte er sich auf die Suva-Tabelle 5, wonach mässiggradige Pangonarthrosen mit 10-30 % bewertet werden. Damit ist die Festsetzung der Integritätsentschädigung d urch die Beschwerdegegnerin basie- rend auf einer Integritätseinbusse von 20 % nachvollzieh bar und begründet. Anhaltspunkte, welche gegen die Richtigkeit der Schätzungsgrundlage sp rechen, liegen nicht vor und werden vom Beschwerdeführer nicht substanziell dargetan. 10. Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass die Besc hwerdegegnerin zu Recht auf die Berichte ihres Kreisarztes Dr. F._____ abgeste llt und dem Beschwerdeführer für die verbleibenden Beschwerden eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 14 % sowie eine Integritätsentschädigung von 20 % zugesproche n hat. Demnach ist der angefochte- ne Einspracheentscheid vom 12. März 2020 nicht zu beanstan den und die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 11. Abschliessend bleibt über die Kosten des vorliegend en Verfahrens zu befinden. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliege nde Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdeführ er keine Parteientschädigung zugesprochen (Art. 61 lit. g ATSG). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht