<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE - Archiv</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Ausländerrecht</span> <span class="page_no">467</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>V. Ausländerrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft2"><b>95 Einsprachefrist.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Einsprachefrist ist nicht erstreckbar.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Die Verbesserung einer nach § 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 Abs. 2 VRPG</b></span><br/> <span class="ft2"><b>unvollständigen Einspracheschrift hat innert der Einsprachefrist zu er-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>folgen.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Aus dem Einspracheentscheid des Departements Volkswirtschaft und Inne-</span><br/> <span class="ft3">res, Migrationsamt Kanton Aargau, vom 30. November 2010 in Sachen O.</span><br/> <span class="ft3">(2010.117).</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft5">II.</span><br/> <span class="ft5">1.</span><br/> <span class="ft5">1.1</span><br/> <span class="ft5">(...). Die Einspracheschrift wurde am 8. November 2010 innert</span><br/> <span class="ft5">Frist der Post übergeben. Die äusserst kurz gehaltene Einsprache-</span><br/> <span class="ft5">schrift enthielt jedoch nur einen Antrag ("Ich möchte Sie höflichst</span><br/> <span class="ft5">bitten, mein Anliegen nochmals zu prüfen und bedanke mich im vor-</span><br/> <span class="ft5">aus."). Eine Begründung fehlte vollständig. Trotz Aufforderung</span><br/> <span class="ft5">durch den Rechtsdienst vom 10. November 2010, eine verbesserte</span><br/> <span class="ft5">Einspracheschrift einzureichen - diese Aufforderung ging dem Ein-</span><br/> <span class="ft5">sprecher am 11. November 2010 zu -, reichte er innert der Einspra-</span><br/> <span class="ft5">chefrist, d.h. bis spätestens 15. November 2010, keine weitere Einga-</span><br/> <span class="ft5">be ein.</span><br/> <span class="ft5">1.2</span><br/> <span class="ft5">Erst am 18. November 2010 ging beim Rechtsdienst eine ver-</span><br/> <span class="ft5">besserte Einspracheschrift ein. Diese trägt zwar das Datum 15. No-</span><br/> <span class="ft5">vember 2010, sie wurde jedoch erst am 17. November 2010 der Post</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">468</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">übergeben. Sie erweist sich, gemessen am Fristablauf am 15. No-</span><br/> <span class="ft5">vember 2010, als verspätet.</span><br/> <span class="ft5">2.</span><br/> <span class="ft5">2.1</span><br/> <span class="ft5">Die Einsprachefrist ist nicht erstreckbar (§ 2 Abs. 1 EGAR</span><br/> <span class="ft5">i.V.m. § 28 Abs. 3 VRPG). Die innert der Einsprachefrist einzu-</span><br/> <span class="ft5">reichende Einspracheschrift muss einen Antrag sowie eine Begrün-</span><br/> <span class="ft5">dung enthalten. Auf Einsprachen, die diesen Anforderungen nicht</span><br/> <span class="ft5">entsprechen, ist nicht einzutreten (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43</span><br/> <span class="ft5">Abs. 2 VRPG).</span><br/> <span class="ft5">Auf Einspracheschriften ohne Antrag und/oder ohne Begrün-</span><br/> <span class="ft5">dung ist ohne Nachfristansetzung nicht einzutreten. Es wird nach wie</span><br/> <span class="ft5">vor Fälle geben, bei denen Laien verfahrensrechtlich fehlerhafte Ein-</span><br/> <span class="ft5">gaben erstellen. In begründeten Fällen kann nicht ausgeschlossen</span><br/> <span class="ft5">werden, dass die allgemeine behördliche Fürsorgepflicht eine Rück-</span><br/> <span class="ft5">sendung zur Verbesserung möglich macht; allerdings dürfte dies</span><br/> <span class="ft5">dann ausgeschlossen sein, wenn in einer Rechtsmittelbelehrung ein-</span><br/> <span class="ft5">fach und verständlich auf die Erfordernisse einer Einsprache hinge-</span><br/> <span class="ft5">wiesen wird. Einzutreten ist (vor allem auch auf Laienbeschwerden),</span><br/> <span class="ft5">wenn Begründung und/oder Antrag wenigstens im Ansatz vorhanden</span><br/> <span class="ft5">sind, bzw. wenn die angerufene Behörde erkennen kann, um was es</span><br/> <span class="ft5">dem Einsprecher geht und was er will (vgl. Botschaft des Regie-</span><br/> <span class="ft5">rungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Februar</span><br/> <span class="ft5">2007 zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, 07.27, S. 56 f.).</span><br/> <span class="ft5">2.2</span><br/> <span class="ft5">In der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung</span><br/> <span class="ft5">wurde ausdrücklich und unmissverständlich auf die nicht erstreck-</span><br/> <span class="ft5">bare Frist von 30 Tagen seit Zustellung und das Erfordernis eines</span><br/> <span class="ft5">Antrags und einer Begründung sowie auf die Folgen einer diesbe-</span><br/> <span class="ft5">züglich unvollständigen Einspracheschrift hingewiesen. Gleiches tat</span><br/> <span class="ft5">der Rechtsdienst mit Schreiben vom 10. November 2010 und wies</span><br/> <span class="ft5">nochmals ausdrücklich darauf hin, dass die Verbesserung innert der</span><br/> <span class="ft5">Einsprachefrist erfolgen müsse. Eine Nachfristansetzung könne ge-</span><br/> <span class="ft5">mäss § 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 Abs. 2 VRPG nicht gewährt wer-</span><br/> <span class="ft5">den. Dennoch ging innert der Einsprachefrist, welche am 15. No-</span><br/> <span class="ft5">vember 2010 endete, keine verbesserte Einspracheschrift ein.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2010</span> <span class="title">Ausländerrecht</span> <span class="page_no">469</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft5">2.3</span><br/> <span class="ft5">Hinzu kommt, dass aus dem rechtzeitig gestellten Antrag zwar</span><br/> <span class="ft5">geschlossen werden kann, dass der Einsprecher um Aufhebung der</span><br/> <span class="ft5">angefochtenen Verfügung ersucht. Eine Begründung ist jedoch nicht</span><br/> <span class="ft5">einmal im Ansatz vorhanden und es bleibt völlig unklar, inwiefern</span><br/> <span class="ft5">die angefochtene Verfügung fehlerhaft sein soll. In einem solchen</span><br/> <span class="ft5">Fall fällt eine Nachfristansetzung mit Rücksendung zur Verbesserung</span><br/> <span class="ft5">auch bei einer Laieneingabe ausser Betracht. Die am 17. November</span><br/> <span class="ft5">2010 verspätet der Post übergebene verbesserte Einspracheschrift</span><br/> <span class="ft5">darf daher nicht berücksichtigt werden.</span><br/> <span class="ft5">2.4</span><br/> <span class="ft5">Nach dem Gesagten ist gestützt auf § 2 Abs. 1 EGAR i.V.m.</span><br/> <span class="ft5">§ 43 Abs. 2 VRPG auf die Einsprache nicht einzutreten.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>