Bu nde s ve rw altungs ge r icht Tr i buna l adm inis tr a tif fé dé r al Tr i buna le amm inis tr at ivo fe de r ale Tr i buna l adm inis tr a ti v fe de r al Abteilung IV D-5153/2014 U r t e i l v o m 1 0 . O k t o b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Martin Zoller, Gerichtsschreiber Patrick Weber. Parteien A._______, geboren (…), Ukraine, B._______, geboren (…), Georgien, C._______, geboren (…), Ukraine, vertreten durch Karl Kümin, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführende, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (Flughafenverfahren) und Akteneinsicht; Verfügungen des BFM vom 20. August 2014 und 5. Sep- tember 2014 / N (…). D-5153/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. Am 17. August 2014 ersuchten die Beschwerdeführenden am Flughafen D._______ um Asyl. Das BFM verweigerte ihnen mit gleichentags eröf f- neter Zwischenverfügung vom 17. August 2014 gestützt auf Art. 22 AsylG (SR 142.31) die Einreise in die Schweiz vorläufig u nd wies ihnen für die Dauer von maximal 60 T agen den Transitbereich des Flughafens D._______ als Aufenthaltsort zu. Der ebenfalls asylsuchende (Stief-)Sohn beziehungsweise Bruder der Beschwerdeführenden (V erfahren D - 5161/2014) wurde demselben Aufenthaltsbereich zugewiesen. B. Am 19. August 2014 zeigte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführen - den der zuständigen Behörde seine Mandatsübernahme an. Am 20. Au- gust 2014 beantragte er die Aktenedition. Er ersuchte insbesondere um Einsicht in die Einvernahmeprotokolle der Erstbefragungen, in die V erfü- gungen über die verweigerte Einreise und um Zustellung der Beweismittel in Kopie. Die V orinstanz wies das Gesuch noch am gleichen T ag unter Hinweis auf Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG ab. C. Die drei Befra gungen zur Person fanden am 18., 19., und 20. August 2014 statt. Die Anhörungen wurden am 26. August 2014 durchgeführt. C.a Die Beschwerdeführerin machte geltend, der Ethnie der Roma anzu- gehören. Ihre ethnische Zugehörigkeit habe sie immer wieder verheim - licht. Sie sei ukrainische Staatsangehörige und habe meist in E._______ gewohnt und gearbeitet. Im Juni 2013 habe sie anlässlich ihres Ge - burtstags in einem Restaurant mikrophonverstärkt eine proeuropäi sche Rede gehalten. Dabei habe sie den damals im Amt steh enden Präsi- denten und dessen Partei der Regionen als Kriminelle gebrandmarkt. Im August 2013 hätten drei Personen der besagten Partei bei ihr vor - gesprochen. Diese hätten sie aufgefordert, innert Wochenfrist eine grosse Geldsumme zu leisten, ansonsten si e wegen der regierungs feindlichen Rede im Gefängnis lande. Man habe ihr vorgewor fen, nicht dankbar für die Leistungen des Staates zu sein , und sie auf den Polizeiposten zum V erhör mitgenommen. Man habe mit der Einleitung eines Strafverfahrens gedroht. Die Besucher hätten offenbar Kenntnis von ihrem Reichtum ge- habt und sie in der Folge immer wieder telefonisch be droht. Im Septem- ber 2013 seien zwei Personen zu ihrem Wagen auf ei nem Parkplatz ge- kommen und hätten ihren Mann zum Aussteigen aufgefor dert. Unter D-5153/2014 Seite 3 massiven Drohungen hätten sie erneut die Leistung der Geldsumme ver- langt. Im Oktober 2013 sei sie unterwegs in einem T axi von einem ande- ren Wagen zum Anhalten gebracht und von diesen Per sonen wiederum zur Zahlung aufgefordert worden. Ihre im T axi mitfahrende Schwester ha- be mit der Polizei gedroht, worauf die Personen gelacht hätten. Nach die- sem Zwischenfall habe sie mit ihrem Mann Meldung bei der Polize i- dienststelle "(…)" erstattet. Zuhause angekommen hätten sie einen Anruf von F ._______ erhalten. Dieser habe ihr mitgeteilt, ein V erwandter von ihm arbeite bei der Polizei und habe ihn über die Anzeige informiert. Man werde die Sache aber anders lösen. Im November 2013 sei sie auf offe- ner Strasse gekidnappt, miss handelt und in ein Haus gebracht worden. F ._______ und eine Frau – G._______ – seien dort gewesen, und man habe ihr erneut V orhaltungen wegen ihrer janukovitschfeindlichen Rede gemacht. Unter Drohungen habe sie ihren La den und ihre drei Häuser G._______ überschreiben müssen. Man habe sie nach einigen Stunden freigelassen und genötigt, ihr Wohnhaus innert 24 Stunden zu verlassen. Sie habe die Anweisung der Erpresser befolgt und sei mit den Angehöri- gen in eine Mietwohnung in einem anderen Quartier und später ins Hotel einer Cousine gezogen. In der Folge habe sich ihr ers ter Ehemann – H._______ – bei ihr gemeldet und mitgeteilt, dass einflussrei che Perso- nen sie suchen würden. Wenn er diesen den Aufenthaltsort seiner Exfrau nicht bekannt gebe, drohe die Entführung seiner Kinder. Ende Frühling 2014 sei sie durch einen entfernten V erwandten erneut vor dem Einfluss der sie bedrängenden Personen – darunter auch ein gewisser I._______ – gewarnt worden. Der Schwiegervater des Verwandten sei durch be - sagte Kreise umgebracht worden. Im Juli 2014 habe sie sich aufgrund der erwähnten Erlebnisse mit der NGO " J._______" in V erbindung gesetzt und die Staatsanwaltschaft E._______ angeschrieben. Die NGO habe ihr mitgeteilt, dass in ihrem Fall sehr gefährliche Personen , näm lich auch I._______, involviert seien. Bei der Staatsanwaltschaft habe sie sich dar- über beklagt, dass die Polizei trotz ihrer Anzeige vor sechs T agen nicht zu ihrem Schutz tätig geworden sei. Sie habe um den gesetzlich vorge - schriebenen Schutz ersucht. Im Antwortschreiben, welches sie bei der Staatsanwaltschaft Ende Juli 2014 persönlich abgeholt habe, sei ver- sprochen worden, es würde eine Auseinandersetzung mit dem Sachver- halt stattfinden. Aufgrund personeller Engpässe beziehungsweise der all- gemeinen Lage im Land könne der aktuell benötigte Schutz indes nicht gewährt werden. Wegen der geschilderten V erfolgung mit Tötungsabsicht sowie der kriegerischen Auseinandersetzungen habe sie sich zur Flucht in den Westen entschlossen , zumal vermehrt Roma angegriffen worden seien. Am (…) August 2014 sei sie zusammen mit ihren Angehörigen via D-5153/2014 Seite 4 K._______ legal ausgereist und nach D._______ geflogen. V or der Reise sei sie aus einer Spitalbehandlung entlassen worden. C.b Der Beschwerdeführer brachte vor, der Ethnie der Armenier anzuge- hören. Er sei georgischer Staatsangehöriger und habe seit der Hei rat meist in E._______ gewohnt und gearbeitet. Wegen der Rede seiner Gat- tin vom Juni 2013 sei es zu den von ihr erwähnten Problemen gekom - men. Auch seine Mitarbeiter seien drangsaliert worden. Beim V orfall vom September 2013 sei er äusserst massiv bedroht worden. Da sie die gefor- derte Geldleistung nicht bezahlt hätten, habe F ._______ sie telefonisch mit dem T od bedroht. Die Polizei habe nichts zu ihrem Schutz unternom- men. Die NGO, an welche sie sich schliesslich gewandt hätten, habe i h- ren Fall in den Medien publik gemacht. Nach einem erneuten Drohanruf seien sie ausgereist. Seine militärische Einziehung und diejenige seines Stiefsohnes habe er durch V ermittlung eines V erwandten bei der entspre- chenden Behörde hinauszögern können. Als niedergelassener Georgier sei er in der Ukraine wehrdienstpflichtig. Gefährdet sei er ferner wegen der russi schen Sprache, da dies mit Separatismus in V erbindung g e- bracht werde. C.c Die (Stief-)T ochter der Beschwerdeführenden legte dar, der Ethnie der Russen anzugehören. An sich sei sie zur Hälfte Russin und zur Hälfte Roma. Sie sei ukrainische Staatsangehörige und habe meist in E._______ gewohnt. Ihre (Stief-)Eltern hätten grosse Probleme gehabt. Es habe Drohungen gegen die Familie gegeben. Seit einem Jahr hätten wiederholt Männer zuhause vorgesprochen. Diese seien T eil eines riesi- gen Netzwerks. Die Eltern seien in Panik geraten. Sie selbst sei Anfang Juni 2014 auf der Strasse von einer unbekannten Person als "Bendera" beschimpft worden. Dies sei eine Bezeichnung für Aktivisten in der Ostuk- raine. Ihr Stiefvater habe sie bei dieser Szene vor Schlimmerem bewa h- ren können. Seither habe sie Angst vor Übergriffen, zumal die allgemeine Lage vor Ort sehr kritisch sei und vermehrt Angriffe auf Roma stattgefun- den hätten. D. Für die beim BFM eingereichten Dokumente ist auf die vorinstanzlichen Akten zu verweisen (vgl. dazu u.a. die Auflistung en und Erörterungen in A 9/47 S. 8 f ., A 10/23 S. 7, A 14/35 S. 7 und 10 f. , A 25/26 S. 6 ff. , A 27/24 S. 3 ff. und A 28/8 S. 3). E. D-5153/2014 Seite 5 E.a Mit V erfügung vom 5. September 2014 – eröffnet am selben T ag – lehnte das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 17. Au- gust 2014 ab und ordnete die Wegweisung sowie den V ollzug an. Zur Be- gründung führte die V orinstanz aus, seit der Rede der Beschwerdeführe- rin vom Juni 2013 habe sich die Situation in der Ukraine grundlegend verändert. Die Regierung von Janukowitsch existiere nicht mehr, und des- sen Gefolgsleute versuchten, maximale Distanz zum gestürzten Regime herzustellen, indem sie sich vom ehemaligen Präsidenten offiziell distan- zierten. Entsprechend seien die V orbringen der Beschwerdeführerin be- züglich einer vermuteten Verfolgung durch das ehemalige Regime und die Partei der Regionen wegen ihrer Aussagen zu den damaligen Macht- habern gegenstandslos geworden. Die Beschwerdeführenden hätten an- gegeben, seit Sommer 2013 Probleme mit V ertretern der Partei der Regi- onen beziehungsweise Kriminellen zu haben. Es sei ihnen jedoch nicht gelungen darzutun, warum und von wem sie im aktuellen Zeitpunkt ve r- folgt würden. Auf die wiederholte Frage, weshalb sich die "Banditen" von Janukowitsch noch für sie interessieren sollten, habe die Beschwer de- führerin keine Antwort gegeben. Welches Interesse I._______ an ih rer V erfolgung noch haben könnte, nachdem sie G._______ – dessen a n- geblicher Ehefrau – den Hauptteil ihres Vermögens überschrieben hätten, bleibe schleierhaft. Bei I._______ handle es sich im Übrigen um einen bekannten Kriminellen, der dort aktiv werde, wo sehr viel zu holen sei. Die den Beschwerdeführenden verbleibenden zweckgebundenen Besitz- tümer seien für solche Personen nicht von Interesse und würden jede n- falls nicht einen solchen Aufwand wie von ihnen dargelegt begründen. Die aktuell geltend gemachte V erfolgung durch "Banditen" erscheine mithin nicht als glaubhaft. Ents prechend sei die Aussage des Beschwerdefü h- rers, diese Personen könnten auch mit V ertretern der heutigen Regierung in V erbindung stehen, nicht relevant. Im Weiteren sei es der Beschwerde- führerin bei der Anhörung nicht gelungen, die eingereichten Beweismittel in Form einer schriftlichen Anzeige bei der Polizei vom (…) Juli 2014, ei- nem schriftlichen Antrag bei der Staatsanwaltschaft von E._______ vom (…) Juli 2014 und deren Antwort vom (…) August 2014 zeitlich korrekt einzuordnen. Vielmehr habe sie sich dab ei in Widersprüche verstrickt. Aufgrund der Aktenlage beziehungsweise der vor Ort relevanten Gese t- zeslage entbehre die Befürchtung des georgischen Beschwerdeführers, in die Armee der Uk raine eingezogen zu werden, jeglicher Grundlage. Schliesslich hätten die Beschwerdeführerinnen angegeben, ihre ethn i- sche Herkunft die Roma betreffend zu verheimlichen. Dies sei ihnen e r- folgreich gelungen. Somit ergebe sich auch in diesem Zusammenhang keine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen. D-5153/2014 Seite 6 E.b Den V ollzug der Wegweisung erachtete das BFM als zulässig, zumut- bar und möglich. Die aktuelle Lage namentlich im Osten der Ukraine sei zwar angespannt. Es könne indes nicht von einer bürgerkriegsähnlichen oder allgemeinen Gewaltsituation im ganzen Land gesprochen werden. Zudem bestünden für die Beschwerdeführenden als erfolgreiche G e- schäftsleute auch keine individuellen V ollzugshindernisse. So verfüg ten sie gemäss ihren Angaben über angelegtes V ermögen. Die T ochter habe eine höhere Ausbildung und entsprechende Aussicht en für die Zu kunft. Es sei davon auszugehen dass sich die Familie in der Ukraine wieder ei- ne Existenz aufbauen könne. F. F.a Mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung vom 12. September 2014 fochten die Beschwerdeführenden den vorinstanzlichen Entscheid beim Bundes- verwaltungsgericht an. Sie beantragten die Aufhebung der V erfügung, die Anerkennung als Flüchtlinge verbunden mit Asylgewährung sowie even- tualiter die Feststellung der Unzulässigkeit beziehungsweise Unzu - mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs . Ferner ersuchten sie um Fest- stellung, die V erweigerung der Akteneinsicht gemäss der BFM -Zwi- schenverfügung vom 20. August 2014 verstosse gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 26 f. VwVG i.V .m. Art. 6 AsylG. Ausserdem beantragten sie die Feststellung der Unrechtmässigkeit und Unangemessenheit der Z u- weisung in den Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort. Entspre- chend sei ihnen die Einreise in die Schweiz für die Dauer des V erfahrens zu gestatten . Da s vorliegende V erfahren sei mit dem V erfah ren D - 5161/2014 ([Stief-]Sohn beziehungsweise Bruder) zu vereinigen. Eventu- aliter seien die Akten dieses erstinstanzlichen V erfahrens ((…)) beizuzie- hen. Den Beschwerdeführenden sei Einsicht in die vorinstanzlichen Akten A 8, A 12, A 13, A 24 sowie in die im angefochtenen Entscheid unter Ziff. 1.3 erwähnten, von der NGO "J._______" getätigten Recherchen – einge- reicht in einem schwarzen Ordner – zu gewähren. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen, dami t sich die Beschwerde führenden zu allen erheblichen Akten äussern könnten. Es sei ihnen eventualiter Gele- genheit einzuräumen, nach der beantragten Akteneinsicht diesbezüglich Stellung zu nehmen. F.b Zur Begründung der Anträge machten die Beschwerdeführenden ins- besondere geltend, es sei bedenklich, dass Asylsuchende, welche auf le- galem Weg per Flugzeug direkt vom Heimatland an die Schweizer Gren- ze flüchteten, im Flughafenverfahren schlechter gestellt seien als eine D-5153/2014 Seite 7 Person, welche auf illegalem Weg in die Schweiz gelange. Die Zuweisung in die Transitzone als Aufenthaltsbereich stelle eine lange und unverhält- nismässige Einschränkung der Bewegungsfreiheit dar. Es liege eine V er- letzung des Rechts auf persönliche Freiheit nach Art. 5 Ziff. 1 EMRK und Art. 10 Abs. 2 BV sowie des Rechts auf Privat- und Familienleben im Sin- ne von Art. 13 Abs. 1 BV respektive Art. 8 Abs. 1 EMRK und des Rechts auf Meinungs- und Informationsfreiheit gemäss Art. 16 Abs. 1 bis 3 BV und Art. 10 Abs. 1 EMRK vor. Diese schwerwiegen den Frei heitsbe- schränkungen seien nicht notwendig und nicht verhältnis mässig. Zudem leide die Beschwerdeführerin (Mutter) immer stärker an ihrer Erkrankung. Sie benötige dringend eine ärztliche Be handlung in einem Spital. Unab- hängig davon sei es für die Mandantschaft schwieriger und kostspieliger, vom Flughafen aus einen Anwalt zu kontaktieren und mit diesem zu ver- kehren. Ausserdem seien ihnen elektronische Geräte abgenommen wor- den. Insgesamt seien ihre V erfahrensrechte erheblich eingeschränkt. V on einem fairen V erfahren könne keine Rede sein. F.c Im Weiteren sei den Beschwerdeführenden mit angefochtener Zw i- schenverfügung vom 20. August 2014 die Akteneinsicht verweigert wor - den. Als Grund habe das BFM angegeben, dass die Untersuchung zu den Asylvorbringen noch nicht abgeschlossen sei (Art. 27 Abs. 1 Bst. c VwVG). Diese Praxis verstosse wie erwähnt gegen die relevanten B e- stimmungen. Die angefochtene Verfügung sei wegen dieser Gehörsver- letzung aufzuheben. Auch wenn nach Fällung des Endentscheids zumin- dest ein Teil der Verfahrensakten übermittelt beziehungsweise eingese- hen worden sei, bestehe ein grundsätzliches Klärungs bedürfnis dieser Praxis des BFM. V orliegend sei insbesondere um Einsicht in die Einver- nahmeprotokolle der Erstbefragungen, die V erfügungen über die verwei- gerte Einreise und Zustellung der Beweismittel in Kopie ersucht worden. Es hätten keine überwiegenden Geheimhaltungsinte ressen bestanden. Die Einsichtnahme sei en zu Unrecht verweigert worden. In die Einve r- nahmeprotokolle dürfe die Einsicht zwar maximal bis zum Abschluss der Untersuchung verweigert werden. Die erforderlichen Geheimhaltungsinte- ressen seien a ber nicht gegeben ge wesen. Ausserdem habe die B e- schwerdefrist nur fünf T age betragen. Unabhängig davon seien aktuell immer noch ni cht alle erwähnten Akten ediert worden. Das BFM habe zwar angeboten, der Rechtsvertreter könne die Beweismittel (zwei Or d- ner) am Flughafen einsehen. Aufgrund des Zeitdrucks beziehungsweise der kurzen Beschwerdefrist sei dies aber nicht möglich gewesen. Zu Un- recht sei auch die Einsicht in die Akten A 8, A 12, A 13 und A 24 verwei- gert worden. D-5153/2014 Seite 8 F.d Zur Gefährdung in der Ukraine brachten die Beschwerdeführenden vor, die V orinstanz erachte ihre V orbringen als unglaubhaft. Diese Ei n- schätzung sei falsch. Sie seien in den Fokus mafiöser Kreise mit dem Drahtzieher I._______ geraten. Der Organisation stünden einflussreiche Personen der Partei der Regionen nahe. Diese Personen seien aktuell – wenn auch auf andere Parteien verteilt – immer noch an der Macht. Das organisierte V erbrechen profitiere von der Unfähigkeit der Sicherheitskräf- te, es zu bekämpfen. Der Beschwerdeführer und sein Stiefsohn seien am (…) November 2013 zusammengeschlagen worden. Entführungen und Folter seien insbesondere im Osten der Ukraine verbreitet. Aber auch die Strafverfolgungsbehörden in E._______ würden – so gemäss einem UNHCR-Bericht – nicht als unabhängig eingeschätzt. Der Fall der Be - schwerdeführenden sei in Medien geschildert worden, was ihre Gefähr - dung akzentuiere. Noch heute würden V erwandte ihretwegen unter Druck gesetzt. Die Beschwerdeführerin habe die erlittenen Repressalien und die Untätigkeit der Behörden substanziiert geschildert. Die vom BFM ang e- führten Ungereimtheiten bei der zeitlichen Einordnung der Behör den- kontakte seien nicht wesentlicher Natur. Als Roma sei s ie zusätzlich ge- fährdet. Auch der Beschwerdeführer habe übereinstimmend, le bensnah und kohärent ausgesagt. Der von der V orinstanz erwähnte politische Um- schwung bedeute nicht, dass jetzt alle prorussischen P olitiker von der Bildfläche verschwunden seien. Insbesondere in E._______, wo ethn i- sche Russen in der grossen Mehrheit seien, hätten die Nachfolge orga- nisationen der Partei der Regionen grossen Einfluss. Entgegen den vor- instanzlichen Erwägungen hätten die Beschwerdeführen den nachvol l- ziehbar darlegen können, weshalb sie noch immer im Fokus der Kreise um I._______ stünden. Nebst eigentumsrechtlichen Behelligungen b e- fürchteten sie, als mögliche Zeu gen, Opfer und Unruhestifter durch die mafiöse Struktur liquidiert zu werden. F.e Der V ollzug der Wegweisung würde nach dem Gesagten insbeson - dere wegen der Schutzlosigkeit der Beschwerdeführenden und der ver - schärften politischen Situation gegen die relevanten gesetzlichen Bestim- mungen verstossen. F.f Als Beweismittel gaben die Beschwerdeführenden Akten des ersti n- stanzlichen V erfahrens, ein T elefaxschreiben einer Cousine der Be - schwerdeführerin, ein an die Polizei gerichtetes Beschwerdeschreiben der Schwester, zwei Arztberichte (den Beschwerdeführer und dessen Stiefsohn betreffend) samt Kurzübersetzungen und aktuellen Fotos sowie einen UNHCR-Bericht vom 15. Juli 2014 zu den Akten. D-5153/2014 Seite 9 G. Mit Zwischenverfügung vom 18. September 2014 stellte das Gericht unter anderem fest, dass die in der Rekursschrift als Beschwerdeführerin er- wähnte T ochter C._______, geboren (…), im ange fochtenen Entscheid erwähnt, aber nicht als betroffene Person aufgeführt w erde. Die B e- schwerdeführenden könnten respektive müssten den Abschluss des V er- fahrens grundsätzlich im Tran sitbereich des Flughafens D._______ ab- warten. Die V erweigerung der Einreise nach Art. 22 Abs. 2 AsylG könne bis zum Zeitpunkt der Eröffnung einer V erfügung nach Art. 23 Abs. 1 AsylG angefochten werden (Art. 108 Abs. 3 AsylG). Letztere sei im vorlie- genden V erfahren bereits ergangen. Die Überprüfung der Rechtmässig- keit und Angemessenheit der Zuweisung eines Aufenthaltsortes am Flug- hafen oder an einem anderen ge eigneten Ort nach Art. 22 Abs. 3 und 4 AsylG könne jederzeit mittels Beschwerde bean tragt werden (Art. 108 Abs. 4 AsylG). Die Situation im Transitbereich des Flughafens weise nicht den Standard eines Asylzentrums verbunden mit entsprechenden techno- logischen Möglichkeiten auf , und die Kommuni kation zwischen B e- schwerdeführenden und Rechtsvertretern könne erschwert sein. Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachten Situation erscheine indes nicht schon per se als rechtswidrig, zumal sie auf eine maximale Dauer von 60 T agen beschränkt sei. Die weiteren Argumente der Beschwerde- führenden – so auch zur gesundheitlichen Situation der Beschwerdefüh- rerin – sprächen ebenfalls nicht hinreichend gegen einen weiteren V erbleib im Rahmen der gesetzlichen Maximaldauer, zumal eine notwen- dige medizinische Betreuung auch im Rahmen des Flughafenverfahrens gewährt werde. Das Gesuch um eine aus Sicht der Beschwerdeführe n- den adäqateren Unterbringungsmöglichkeit bis zum V erfahrensabschluss sei daher abzuweisen. Das Gesuch um Akteneinsicht bezüglich der Akten A 8, A 12 und A 13 sei ebenfalls abzuweisen, zumal es sich bei Überprü- fungen der Echtheit von Dokumenten praxisgemäss um Akten handle, in deren vollständige Einsicht aufgrund überwiegender öffentlicher Interes- sen kein Anspruch besteh e und deren wesentlicher Inhalt (dass keine Fälschungsmerkmale erkannt werden konnten) bereits offengelegt w or- den sei. Bei der Akte A 24 handle es sich gemäss Aktenverzeichnis um eine interne Akte, die praxisgemäss ebenfalls nicht dem Akteneinsicht s- recht unterliege. Der wesentliche Inhalt solcher interner Abklärungen fin- de in der Re gel seinen Niederschlag in der Begründung der angefochte- nen V erfügung. Dem Anspruch auf Einsicht in die von den Beschwerd e- führenden eingereichten Beweismittel sei mit der Möglichkeit, diese vor Ort einzusehen, genügend Rechnung getragen worden, weshalb das Ge- such um ent sprechende postalische Zustellung abzuweisen sei. Auf die D-5153/2014 Seite 10 Rüge bezüglich der V erfügung vom 20. August 2014 sei im Endentscheid zurückzukommen. Der b eantragten Verfahrensvereinigung werde durch eine koordinierte V erfahrensführung Rechnung getragen. H. Am 19. September 2014 nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdefü h- renden Akteneinsicht am Flughafen. In seiner ergänzenden Eingabe vom 20. September 2014 hielt er fest, die vom georgischen Beschwerdeführer eingereichte ukrainische Militärkarte sehe gleich aus wie diejenige seines ukrainischen Stiefsohns. Entsprechend sei die vorinstanzliche Erwägung, wonach niedergelassene Ausländer in der Ukraine keinen Dienst leisten müssten, nicht zutreffend. Im Weiteren habe die V orinst anz die NGO - Berichte zu den Umtrieben von I._______ und dessen Gefolgsleuten im angefochtenen Entscheid nicht hinreichend berücksich tigt. Im Falle der Rückkehr wären die Beschwerdeführenden den mafiö sen Strukturen schutzlos ausgesetzt. Der Eingabe lagen Berichte der er wähnten NGO bei. I. Mit V ernehmlassung vom 30. September 2014 beantragte das BFM die Abweisung der Beschwerde. Die Abnahme elektronischer Geräte im Transitbereich sei gemäss Art 3 der V erordnung des EJPD über den Be- trieb von Unterkünften d es Bundes im Asylbereich (SR 142.311) recht- mässig. Diese Geräte würden den Betroffenen am Flughafen D._______ bereits nach der Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheids wieder aus- gehändigt. V on einem Nachteil aufgrund des Aufenthalts in der Transit - zone könne somit keine Rede sein. Ferner sei der Zugang zu einer Rechtsberatung und Rechtsvertretung jederzeit und in mehrfacher Weise garantiert. Die Beschwerdeführenden könnten jederzeit telefonieren so - wie das Fax-Gerät benutzen. In der Non-Schengen-Zone, welche im Übri- gen bis ins L._______ reiche, stünden mehrere T elefongeräte zur V erfü- gung. Die Beschwerdeführenden erhielten beim Eintritt von der Sozial - und Rechtsberatung des SRK im Transit eine T elefonkarte im Wert von 20 Franken und könnten zudem, wenn es um Beschaffung oder Zusendung von Identitätsdokumenten oder Beweismitteln gehe, das BFM oder die Flughafenpolizei anfragen. Entsprechende Kontaktdaten würden anläss- lich der Befragung zur Person ausgehändigt. Die Benutzung eines einge- zogenen Laptops oder Mobiltelefons zum selben Zweck sei sowohl a n- lässlich der Erstbefragung wie auch während der BFM-Anhörung möglich. Sodann erhielten die Beschwerdeführenden wie in den Empfangs - und V erfahrenszentren des BFM ein T aschengeld. Der Rechtsvertreter habe D-5153/2014 Seite 11 die Mandantschaft jederzeit über die Flughafenpolizei erreichen kön nen. Auf diese Möglichkeit seien sowohl er wie auch die Beschwerdefüh- renden vom BFM hingewiesen worden. Eine erste Kontaktaufnahme ha- be denn auch bereits am 20. August 2014 stattfind en können. Er habe darauf verzichtet, an der noch ausstehenden Befragung des Beschwerde- führers teilzunehmen. Weitere Kontaktaufnahmen durch den Rechtsve r- treter seien erfolgt und hätten zu Zusammenkünften mit der Mandan t- schaft geführt. Letztmals sei dies am 19. September 2014 mit gleichzeiti- ger Akteneinsicht der Fall gewesen. J. In ihrer Replik vom 8. Oktober 2014 hielten die Beschwerdeführenden an den bisherigen Vorbringen fest. Insbesondere wurde erneut darauf hi n- gewiesen, dass die Sicherstellung der elektr onischen Geräte nicht no t- wendig und verhältnismässig war und sich eine unentgeltliche Rechtsver- tretung im Rahmen des Flughafenverfahrens aufdrängen würde. Ausser- dem wurden weitere Beweismittel zu den Akten gereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht B e- schwerden gegen V erfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine V orinstanz des Bun- desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei V orliegen ei- nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerd e- führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das V erfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am V erfahren vor der V orinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene V erfügung besonders berührt und D-5153/2014 Seite 12 haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs - weise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legiti - miert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Bei der Zwischenverfügung vom 20. August 2014 handelt es sich um eine Zwischenverfügung, die nur mit dem Endentscheid angefochten werden kann. Auch diesbezüglich sind die entsprechenden Anforderu n- gen demnach erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit Beschwerde kann die V erletzung von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. Im Verwaltungsverfahren und im spezifischen Asylverfahren gilt der U n- tersuchungsgrundsatz, das heisst die Behörde stellt den rechtserhebli - chen Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 6 AsylG i.V .m. Art. 12 VwVG; vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Die Bestimmung von Art. 13 VwVG beschränkt den Untersuchungsgrundsatz und hält fest, dass die Parteien verpflichtet sind, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwir- ken. Eine im V ergleich zum V erwaltungsverfahren verstärkte Mitwirkungspflicht ist in Art. 8 AsylG vorgesehen und detailliert umschrieben. Dahinter steckt der Grundgedanke, dass die zuständige Behörde den Sachverhalt nicht selber ermitteln muss, wenn ein Asylsuchender die erforderliche Mitwir - kung verweigert. Gemäss Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG sind Asylsuchende verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken, und sie müssen insbesondere allfällige Beweismittel vollständig bezeichnen und sie unverzüglich einreichen oder, soweit dies zumutbar erscheint , sich darum bemühen, sie innerhalb einer angemessenen Frist zu beschaffen (BVGE 2009/50 E. 10.2 S. 734 ff., BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f). Der Untersuchungsgrundsatz hat zur Folge, dass das BFM zur richtigen und vollständigen Ermittlung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts verpflichtet ist und auch nach allen Elementen zu forschen hat, die zugunsten der asylsuchenden Person sprechen. Weiter verlangt der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom D-5153/2014 Seite 13 18. April 1999 [BV , SR 101], Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) unter anderem, dass die verfü gende Behörde die V orbringen des Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung ni e- derschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Ferner soll die Abfas sung der Begründung dem Betroffenen ermöglichen, den Ents cheid gegebe- nenfalls sachgerecht anzufechten, was nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz über die Trag weite des Entscheides ein Bild machen können, wobei sich die verfügende Behörde allerdings nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be hauptung und jedem rechtlichen Ein wand auseinandersetzen muss, son dern sich auf die wesentlichen Ge sichtspunkte beschränken kann. Die Begründung s- dichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, den V erfa h- rensumständen und den Interessen des Betroffenen (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2 S. 674 f., mit weiteren Hinweisen). 4. Der angefochtene Entscheid des BFM vom 5. September 2014 und die nicht angefochtenen Zuweisungsverfügungen vom 17. August 2014 wer- den den genannten Kriterien in der erforderlichen Weise gerecht. 4.1 Soweit die Beschwerdeführenden in der Zuweisung der Transitzone des Flughafens als Aufenthaltsort – im Rahmen der noch möglichen Rü- gen gemäss Art. 22 Abs. 3 und 4 AsylG – eine Gehörsverletzung erbli- cken, muss ihnen widersprochen werden. Bereits in der Zwischenverfü- gung des Gerichts vom 18. September 2014 wurde auf die Gesetzeskon- formität dieses Aufenthalts bis zu 60 T agen hingewiesen. In der detaillier- ten vorinstanzlichen V ernehmlassung vom 30. September 2014 wurde aufgezeigt, dass der dortige Aufenthalt der Stellung einer in die Schweiz eingereisten asylsuchenden Person nahe kommt (vgl. Bst. H. vorst e- hend). Als unangenehm wurde verständlicherweise empfunden, dass die elektronischen Geräte sichergestellt worden waren. Die Geräte wurden jedoch nach einigen T agen mit Abschluss des vorinstanzlichen V erfahrens wieder ausgehändigt, weshalb nicht von einem übermässigen oder u n- verhältnismässigen V orgehen gesprochen werden kann. Anzufügen ist sodann, dass die Beschwerdeführerin und Mutter wäh rend des dortigen Aufenthalts beziehungsweise auch während der Anhörung wiederholt auf die Möglichkeit medizinischer Hilfe hingewiesen wurde, sie aber offenbar vorerst das erstinstanzliche V erfahren abschliessen wollte (A 25/26 Ant- worten 64 ff.). Schliesslich ist festzuhalten, dass Kommunikationsmö g- lichkeiten zur Verfügung gestellt wurden und den Beschwe rdeführenden D-5153/2014 Seite 14 wohl auch Adressen von Rechtsberatungsstellen, die für die Beschwerde- führenden offensichtlich ersc hwinglich gewesen wären, zugänglich ge- macht worden sind (vgl. Art. 7 V erordnung des EJPD über den Betrieb von Unterkünften des Bundes im Asylbereich [SR 142.311.23]). Den Be- schwerdeführenden ist es dann auch offensichtlich gelungen, selbständig eine V ertretung zu organisieren. Die Rüge der Beschwerdeführenden, sie seien einem unfairen V erfahren ausgesetzt gewesen, greift mit hin ins Leere. 4.2 Im Weiteren wurde bereits mit Zwischenverfügung des Gerichts vom 18. September 2014 die Einsicht in die Akten A 8, A 12, A 13 und A 24 ab- gewiesen. Auf die entsprechenden Begründungen kann verwiesen we r- den. 4.3 Hingegen ist die Rüge bezüglich der Zwischenverfügung des BFM vom 20. August 2014 betreffend Akteneinsicht teilweise zu bestätigen. Das BFM hat es zu Unrecht verweigert, in die Zuweisungsverfügung des BFM vom 1 7. August 2014 und die eingereichten Beweismittel die Ein- sicht zu geben. Gemäss Art. 27 Abs. 3 VwVG sind entsprechende Akten jederzeit zugänglich zu machen. Insofern hat das BFM mit Zwischenver- fügung vom 20. August 2014 das rechtliche Gehör des Beschwerdefü h- rers verletzt. Die Rechtsprechung hat aber aus prozessökono mischen Gründen Leitlinien für eine Heilung von Ge hörsverletzungen auf B e- schwerdeebene entwickelt, nach welchen sich eine Aufhebung der ange- fochtenen V erfügung und Rückweisung der Sache an die V orinstanz er- übrigt, wenn das V ersäumte nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und der Beschwerdeinstanz im streitigen Fall die freie Überprüfungsbefugnis in Bezug auf T atbestand und Rechtsanwen- dung zukommt, die festgestellte V erletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheidreife durch die Beschwerdeinstanz mit ver- tretbarem Aufwand hergestellt werden kann (vgl. BVGE 2007/30 E. 8.2 m.w.H.). Diese V oraussetzungen sind als erfüllt zu erachten. So kam die V orinstanz der Anweisung des Gerichts nach und gewährte am 19. Sep- tember 2014 Akteneinsicht. Zudem gab das BFM d em Rechtsvertreter Gelegenheit, die Akten vor Ort einzusehen und die Beschwerdeführenden liessen sich mit Eingabe vom 20. September 2014 ergänzend dazu ve r- nehmen. Der geheilten Gehörsverletzung ist jedoch im Rahmen der Kos- tenfolge gebührend Rechnung zu tragen. Im Weiteren be steht entgegen den Beschwerdevorbringen kein Grund, die Praxis des BFM zu Art. 27 Abs. 3 VwVG (Edition von Befra -D-5153/2014 Seite 15 gungsprotokollen erst nach abgeschlossener Untersuchung) in Frage zu stellen, da dabei regelmässig Gründe im Sinne von Art. 27 Abs. 1 VwVG zu erkennen sind. Schliesslich erübrigt sich der beantragte zweite Schrif- tenwechsel, da im Rahmen des ersten nach gewährter Akteneinsicht das Replikrecht eingeräumt wurde. 4.4 Die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden, die V orinstanz habe sich zu wenig mit den Berichten der erwähnten NGO auseinandergesetzt beziehungsweise sie gehe vo n einem unvollständigen und unzutreffen - den Sachverhalt aus, treffen ebenfalls nicht zu. So wurden der B e- schwerdeführerin bei der Anhörung wiederholt Fragen zur besagten Gruppierung gestellt, und die vorgebrachte Gefährdungslage wurde im Entscheid rechtsgenüglich gewürdigt. Dabei wurden auch die geltend ge- machten mafiösen Strukturen berücksichtigt. 4.5 Die beantragte K assation wegen V erfahrensmängel kommt mithin nicht in Betracht. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachtei len ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die G e- fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnah men, die einen unerträgliche n psychischen Druck bewirken. Den frauenspe - zifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere V orbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den T atsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 6. 6.1 Das BFM hat die Aussagen der Beschwerdeführenden nicht generell für unglaubhaft erachtet. Vielmehr ging die V orinstanz davon aus, die gel-D-5153/2014 Seite 16 tend gemachte begründete Furcht vor w eiteren Nachteilen im Zeitpunkt der Ausreise sei nicht mehr gegeben gewesen. In diesem Zusamme n- hang wies sie auf den Regierungswechsel in der Ukraine und den U m- stand, wonach die Beschwerdeführenden kein geeignetes Ziel mehr für die Bereicherung mafiöser Organisationen gewesen seien, hin. Zweifel äusserte die V orinstanz an der geschilderten (zeitlichen) V orgehensweise im Rahmen ihrer Hilfeersuchen an die Behörden. Demgegenüber halten die Beschwerdeführenden an einer mafiösen Gefährdung fest. 6.2 Im Sinne d er Beschwerdevorbringen ist einzuräumen, dass allein durch den Machtwechsel in der Ukraine der Handlungsspielraum mafiö - ser Organisationen nicht zwingend kleiner geworden ist. Allerdings brach- ten die Beschwerdeführenden wiederholt vor, die sie bedrängende Orga- nisation sei mit der Partei der Regionen in V erbindung gestanden. Sollte dem so gewesen sein, dürfte deren Aktionsradius aufgrund der neuen po- litischen Situation unter der Regierung von Poroschenko entgegen den Beschwerdevorbringen zumindest ausserhalb des Ostens des Lan des eingeschränkt worden sein. Im Weiteren ist – nicht nur in E._______ im Sinne des eingereichten UNHCR-Berichts oder generell in der Ukraine – staatlicher Schutz vor mafiösen Angriffen mitunter eingeschränkt und für die Betroffenen schwer erhältlich. Hingegen ist zu bezweifeln, dass die Beschwerdeführenden im Sommer 2014 überhaupt noch auf solchen Schutz angewiesen waren. 6.3 Die Beschwerdeführenden machen keinerlei politische Aktivitäten gel- tend. Auch eine V erfolgung wegen der ethnischen Zugehörigkeit der Be- schwerdeführerinnen stand offensichtlich nicht im V ordergrund. Nebst der europafreundlichen Rede der Beschwerdeführerin und Mutter bringen sie insbesondere vor, wegen ihres Reichtums durch die Organisation von I._______ drangsaliert worden zu sein. Insoweit ist fraglich, ob sie im Jahr 2013 überhaupt aus den im Asylgesetz abschliessend erwähnten Gründen behelligt wurden. Im Jahr 2014 seien sie erneut durch Angehö- rige der Organisation gesucht worden. Sie hätten im Hotel einer V erwand- ten gewohnt und von besagter Suche durch andere V erwandte erfahren. In der Folge hätten sie sich persönlich und schriftlich an die Behörden (Polizei und Staatsanwaltschaft) gewandt. Die Beschwerdeführerin habe nach dem V orfall vom (…) November 2013 keinen der Entführer mehr gesehen (A 25/26 Antwort 93). Aus diesen Schilderungen geht hervor, dass es die Beschwerdeführenden offenbar nicht für nötig erachteten, im eigentlichen Sinne unterzutauchen. Eine einflussreich e mafiöse Organi- sation wäre zweifellos in der Lage gewesen, sie und ihre Angehörigen im D-5153/2014 Seite 17 Hotel einer Verwandten aufzuspüren, hätte noch ein V erfolgungsinteresse bestanden, zumal der Beschwerdeführer angab, sie seien dort behördlich registriert gewesen (A 14/35 S. 5). Auch die Korrespondenz mit der Poli- zei wäre kaum unentdeckt geblieben, da die Beschwerdeführerin ja vor- brachte, F ._______ sei über die Abläufe bei dieser Behörde informiert gewesen (A 9/47 S. 11). Im Übrigen gab sie bei der ersten Spontanschil- derung zu Protokoll, diejenigen Personen, welche Schmiergelder fordern würden, seien nach einem Machtwechsel nicht mehr dieselben (A 9/47 S. 10). Dies würde an sich auch aus ihrer Sicht gegen eine anhaltende V er- folgung durch I._______ nach der Machtergreifung durch Poroschenko hindeuten. Mehr ins Gewicht fällt die T atsache, dass sie entgegen den in keiner Weise überzeugenden Beschwerdevorbringen nicht in der Lage war, ihre Befürchtungen im Zeitpunkt der Ausreise angemessen zu su b- stanziieren. Sie beschränkte sich bei Nachfragen weitgehend auf V ermu- tungen. Dabei verwies sie unter anderem auch auf die "Gerüchteküche" (A 25/26 Antworten 84 ff. und 147 ff.). Am Ende der Anhörung vermittelte sie den Eindruck, erst nach der Lektüre eines im erstinstanzlichen V erfah- rens eingereichten Beweismittels Angst vor I._______ bekommen zu ha- ben (A 25/26 Antwort 196). Schliesslich lassen die Vorbereitungen der Flucht verbunden mit dem Bügeln der Wäsche vor der legalen Ausreise wiederum nicht auf eine akut drohende V erfolgung durch Drittpersone n schliessen (A 25/26 Antworten 71 f.). Die beiden eingereichten Schreiben der Cousine und der Schwester der Beschwerdeführerin müssen vor die- sem Hinter grund als Gefälligkeitsdokumente qualifiziert werden bezi e- hungsweise las sen eine den Beschwerdeführend en wirklich drohende ernsthafte Gefahr – unbesehen der Frage der Asylrelevanz – nicht als beachtlich wahrscheinlich erscheinen. Auch die im vorinstanzlichen V er- fahren eingereichten Beweismittel rechtfertigen keine andere Einschä t- zung (vgl. u.a. A 25/26 Frage 36). 6.4 Nebst der V erfolgung wegen der Rede seiner Gattin befürchtet der Beschwerdeführer den Einzug in die Armee. In diesem Zusammenhang macht er geltend, entgegen der vorinstanzlichen Auffassung auch als nie- dergelassener Georgier in der Ukraine dienstpflichtig zu sein. Ferner sei er am (…) November 2013 zusammengeschlagen worden. 6.4.1 Der Beschwerdeführerin ist es nicht gelungen, eine aktuell dro - hende V erfolgung durch I._______ wegen ihrer Rede glaubhaft zu m a- chen. Aus den Äusserungen des Beschwerdeführers ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche diese Beurteilung als falsch erscheinen liesse. Dies trifft auch auf die Aussagen des Stiefsohns zu (V erfahren D -D-5153/2014 Seite 18 5161/2014). Den V orfall vom (…) November 2013 erwähnte er erst auf Beschwerdeebene. Unbesehen dieser Sachlage ist dieses Ereignis neun Monate vor der Aus reise nicht als fluchtrelevant zu qualifizieren, zumal eine andauernde V erfolgungssituation durch I._______ im Ausreisezeit- punkt ja verneint wurde. Eine Gefährdung einzig wegen der russischen Sprache ist ebenfalls nicht ersichtlich. Auch die ethnische Zugehörigkeit der Beschwerdeführerin führt nicht schon per se zu einer relevanten V er- folgungsfurcht. 6.4.2 Es ist das legitime Recht eines Staates, seine Bürger zum Militär - dienst einzuberufen. Dass die allfällige militärische Inpflichtnahme in der Ukraine beim Beschwerdeführer aus asylrelevanten Motiven erfolgen würde, kann den Akten nicht entnommen werden. Es wäre auch in keiner Weise offenkundig, dass er bei einem Kampfeinsatz im Osten an der Front eingesetzt würde. Allfäll ige s trafrechtliche oder disziplinari sche Massnahmen bei Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Mili tär- dienstpflicht wären daher grundsätzlich und entgegen den Beschwerd e- vorbringen nicht als politisch motivierte oder menschenrechtswidrige V er- folgungsmassnahmen zu betrachten, sollte er entgegen der vorinstanzl i- chen Sichtweise tatsächlich einberufen werden. 6.5 Die T ochter der Beschwerdeführerin macht nebst der für aktuell u n- glaubhaft erachteten mafiösen V erfolgung der Eltern geltend, Anfang Juni 2014 auf der Strasse von einer unbekannten Person beschimpft worden zu sein. Diesem V orfall kommt mangels V erfolgungsintensität offen - sichtlich keine Asylrelevanz zu. Ihre weitere Befürchtung, wegen der teil- weisen Roma-Abstammung behelligt zu werden, ist zwar subjektiv nach- vollziehbar. Hinweise für eine diesbezüglich konkret drohende Ge fahr können den Akten indes auch bei ihr nicht entnommen werden. 7. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass d ie Be- schwerdeführenden keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machen konnten. Die V orinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und d ie Asylgesuche abgelehnt. An dieser Einschät - zung ver mögen die weiteren Ausführungen in de n Eingaben mangels Stichhaltigkeit nichts zu ändern. Auch die Beweismittel rechtfertigen nach dem Gesagten keine andere Einschätzung. 8. D-5153/2014 Seite 19 8.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den V ollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrecht- liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei- sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der V ollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche V erpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Aus länderin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts - oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land g e- zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem- ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder e r- niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Pra xis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder er - niedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.3 Die V orinstanz wies in ihrer angefochtenen V erfügung zutreffend dar- auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur D-5153/2014 Seite 20 Personen schützt, die die Flüchtlin gseigenschaft erfüllen. Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerde- führenden in die Ukraine ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdefüh- renden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei- ner Ausschaffung in de n Heimat- beziehungsweise Herkunftsstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Pra- xis des EGMR sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müssten sie eine konkrete Gefahr («real risk») nach weisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschie bung Folter oder unmenschliche Be - handlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in der Ukraine lässt den Wegwei- sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht landesweit als unzulässig er- scheinen. Nach dem Gesagten ist der V ollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der V ollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefähr- dung festgestellt, ist – unter V orbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vor- läufige Aufnahme zu gewähren. 9.5 9.5.1 Das Bundesverwaltungsgericht geht davon aus, dass die all gemei- ne Lage in der Ukraine nicht landesweit durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner Gewalt gekennzeichnet ist, aufgrund de- rer die Zivilbevölkerung als konkret gefährdet bezeichnet werden müsste. Der V ollzug der Wegweisung ist unter diesen Umständen nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen. 9.5.2 Die Beschwerdeführenden stammen aus E._______ und mithin nicht aus dem Osten des Landes, wo erneut Kampfhandlungen stattfi n- den. Sie verfügen offenbar nach wie vor über V ermögen und soziale Be-D-5153/2014 Seite 21 zugspunkte vor Ort. Gemäss Aktenlage ist der weitere Aufenthalt der Be- schwerdeführerin in der Schweiz auch aus medizinischen Gründen nicht notwendig. Es ist entsprechend nicht davon aus zugehen, dass sie nach ihrer Rückkehr in die Ukraine dort in eine exis tenzgefährdende Situation geraten. Zudem ist ihnen unbenommen, im Sinne einer inner staatlichen Aufenthaltsalternative beispielsweise in K._______ Wohnsitz zu nehmen. Anzufügen ist, dass die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Gefährdung in Georgien wegen kaukasischer Banditen nicht hinreichend konkret auf entsprechende Nachteile hinweist. Entsprechend könnte der Beschwerdeführer, welcher wiederholt ins Heimat land reiste, auch dort mit der Familie Wohnsitz nehmen (A 14/35 S. 5). 9.5.3 Nach dem Gesagten erweist sich der V ollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 9.6 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der z u- ständigen V ertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG ; BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der V ollzug der Wegweisung auch als mög lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 9.7 Zusammenfassend hat die V orinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene V erfügung vom 20. August 2014 Bundesrecht teilweise verletzte. Die entsprechende Gehörsverletzung konnte jedoch auf Beschwerdeebene geheilt werden. Die angefochtene V erfügung vom 5 . September 2014 verletzt Bun- desrecht nicht und stellt den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig fest (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist in diesem Sinne abzuweisen. 11. 11.1 Bei diesem Ausgang des V erfahrens sind die reduzierten Kosten den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf in s- gesamt Fr. 300.– festzusetzen (Art. 1–3 VGKE [SR 173.320.2]). Sodann ist bezüglich der Akteneinsicht vom partziellen Obsiegen der Be- schwerdeführenden auszugehen, weshalb ihnen eine entsprechend r e-D-5153/2014 Seite 22 duzierte Parteientschädigung für die i hnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen ist (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V .m. Art. 7 ff. VGKE). Die Beschwerdeführenden haben keine Kostennote eingereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann jedoch verzichtet werden, zumal der entsprechende Aufwand hinreichend zuver- lässig abgeschätzt werden kann. Unter Berücksichtigung der massg e- benden Berechnungsfaktoren hat die Vorinstanz eine Parteientschäd i- gung von Fr. 300.- (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten. (Dispositiv nächste Seite) D-5153/2014 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die V erfahrenskosten von Fr. 300.– werden den Beschwerdeführenden auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 T agen ab V ersand des Urteils zu- gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3. Die V orinstanz wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das V er- fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung i n der Höhe von Fr. 300.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurich- ten. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die kanto- nale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber V ersand: