Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 7. April 2016 (725 15 356) ____________________________________________________________________ Unfallversicherung Die Voraussetzungen einer Wiedererwägung der SUVA-Verfügung im Sinne von Art. 53 Abs. 2 ATSG sind nicht erfüllt, da keine zweifellose Unrichtigkeit vorliegt. Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiber i.V. Robin Eschbach Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Peter Bürkli, Advokat, LL.M., St. Jakobs-Strasse 11, Postfach, 4002 Basel gegen SUVA , Rechtsabteilung , Postfach 4358 , 6002 Luzern , Beschwerd e- gegnerin Betreff Leistungen A.1 A.____ war bei der Schweizerischen Unfallversi cherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 14. August 2008 erlitt der Versicherte einen Verkehrsunfall und zog sich dabei eine Humerusfraktur links unter Eröffnung der linken Bursa olecrani zu. In der Folge traten verschiedene Beschwerden auf, die mit diversen medizinischen Eingriffen und Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht Therapien behandelt wurden. Mit Verfügung vom 18. Ju ni 2013 sprach die SUVA A.____, da- mals bereits vertreten durch Advokat Peter Bürkli, wegen der von ihr anerkannten Unfallfolgen eine Invalidenrente von 47 % sowie eine Integritätsents chädigung im Umfang von 50 % zu. Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.2 A.____ reichte bereits vor Erlass der Verfügung der SUVA ein Leistungsgesuch bei der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IV-Stelle) ein. Mit Verfügung vom 28. April 2014 sprach diese dem Versicherten rückwirkend ab 1. Oktober 2011 ein e ganze Invalidenrente zu. Auch diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. A.3 Mit Eingabe vom 17. November 2014 ersuchte der Ve rsicherte, wiederum vertreten durch Advokat Bürkli, die SUVA um Wiedererwägung der Verfügung vom 18. Juni 2013, da die- se hinsichtlich der Beurteilung des Invaliditätsgrades zwe ifellos unrichtig sei und die Berichti- gung erhebliche Bedeutung für ihn habe. Der Invalidi tätsgrad sei in Übereinstimmung mit der Verfügung der Invalidenversicherung (IV) auf 100 % zu erhöhen und ihm sei eine ganze Invali- denrente zuzusprechen. A.4 Mit Verfügung vom 6. Januar 2015 trat die SUVA a uf das Gesuch um Wiedererwägung ein und wies dieses ab. In der Begründung wurde sinnge mäss ausgeführt, dass die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Verfügung nicht erstel lt sei, da die IV auch unfallfremde Fakto- ren berücksichtigt habe. Die Voraussetzungen einer Wieder erwägung der angefochtenen Ver- fügung seien somit nicht gegeben. Gegen diese Verfügu ng erhob der Versicherte am 5. Februar 2015 Einsprache bei der SUVA, welche am 16. Oktober 2015 abgewiesen wurde. B. Gegen den Einspracheentscheid erhob A.____, weiterh in vertreten durch Advokat Bürkli, mit Eingabe vom 19. November 2015 Beschwerde b eim Kantonsgericht, Abteilung Sozi- alversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit welcher er di e Aufhebung des Entscheids vom 16. Oktober 2015 und die Wiedererwägung der Verfügun g vom 18. Juni 2013 beantragte. Es sei die Verfügung vom 18. Juni 2013 hinsichtlich der Bestimmung des Invaliditätsgrades von 47 % aufzuheben. Der Invaliditätsgrad sei auf 100 % zu erhöhen und dem Beschwerdeführer somit eine ganze Invalidenrente der Beschwerdegegnerin per 1. Juli 2013 zuzusprechen. Even- tualiter sei die Verfügung vom 16. Oktober 2015 aufzuhe ben und die Angelegenheit sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Be- schwerdegegnerin. C. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2016 beantragt die SUVA die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes ü ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, desse n Bestimmungen gemäss Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bun desgesetzes über die Unfallversicherung Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache- entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantona len Versicherungsgericht Be- schwerde erhoben werden. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, so ist gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht de sjenigen Kantons zuständig, in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber seinen Sitz hat. Der Arbeitgeber, bei dem der Be- schwerdeführer mit Wohnsitz in Deutschland zuletzt tätig war, hat seinen Sitz in B.____, wes- halb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu be jahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versich erungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zu- ständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht er hobene Beschwerde des Versicherten vom 19. November 2015 ist somit einzutreten. 2.1 Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls zu m indestens 10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG) . Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder län gere Zeit dauernde ganze oder teil- weise Erwerbsunfähigkeit. Diese wiederum entspricht dem durch Beeinträchtigung der körperli- chen oder geistigen Gesundheit verursachten und nach zumu tbarer Behandlung und Eingliede- rung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust de r Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be- tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATS G). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Verbesserung des Ge- sundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet we rden kann und allfällige Einglie- derungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sin d. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebl iche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art . 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ä rztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 2.2 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet jeweils die Frage, in wel- chem Ausmass die versicherte Person unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Gemäss der Legaldefini- tion von Art. 6 ATSG ist Arbeitsunfähigkeit die durch ei ne Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit bedingte, volle oder teil weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutba- re Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 2.3 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beur- teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche u nd gegebenenfalls auch andere Fach- leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund- heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 3.1 Für die Bemessung der Invalidität ist Art. 16 ATS G anwendbar (Art. 18 UVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergle ichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 3.2 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzu stellen, ob eine invalide Person un- ter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt wer den kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich n utzen könnte, wenn die verfügbaren Ar- beitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4; Urteil des Eidge nössischen Versicherungsgericht [EVG], (heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilung) vom 16. Juni 2004, I 824/02, E. 2.2.1 zu Art. 28 Abs. 2 aIVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist bei der B estimmung des Invaliditätsgrades des- halb von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Der Begriff umfasst einerseits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfr age nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafü r verlangten beruflichen und intellektuel- len Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichts- punkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Per son die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (BGE 110 V 276 E. 4b; Ze itschrift für die Ausgleichskassen [ZAK] 1991 S. 318, E. 3b). Das restliche erwerbliche Le istungsvermögen hat sich somit in ei- nem fiktiven Arbeitsmarkt zu bewähren, der definitionsg emäss unter anderem konjunkturell ausgeglichen ist (Urteil des EVG vom 17. Dezember 2002, I 601/01, E. 4.3; RUDOLF RÜEDI , Im Spannungsfeld zwischen Schadenminderungspflicht und Zumu tbarkeitsgrundsatz bei der Inva- liditätsbemessung nach einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, S t. Gallen 1999, S. 35). Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähig keit darf allerdings nicht von realitäts- fremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen und insbesondere dort nicht von einer Arbeitsge- legenheit gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form mög- lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch ni cht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittliche n Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vorn herein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober 2007, 9C_610/2007, E. 4.1 mit Hinweisen). 3.3 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortge schrittene Alter als Kriterium anerkannt, obgleich dieses an sich einen invaliditätsfre mden Faktor darstellt (AHI-Praxis 1999 S. 240 sowie Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00, E. 1.4 mit Hinweisen). Das Alter als Kriterium kann mit den weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen, dass die der versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähi gkeit auf dem ausgeglichenen Ar- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht beitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Der Einfluss des Lebensal- ters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermög en auf dem ausgeglichenen Arbeits- markt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeine n Regel bemessen. Die Bedeutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entspreche nder Arbeitsstellen ergibt sich viel- mehr aus den Umständen des Einzelfalles, die mit Blick au f die Anforderungen der Verweistä- tigkeiten massgebend erscheinen. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschr änkten Dauer verbleibender Aktivität sodann namentlich auch an den absehbaren Umstel lungs- und Einarbeitungsaufwand, dessen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der P ersönlichkeitsstruktur, vorhandenen Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und berufliche m Werdegang sowie der Anwendbar- keit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich ab zuschätzen ist (Urteile des EVG vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4.1 und vom 23. Oktober 2003, I 392/02, E. 3.1). 3.4.1 Der Bundesrat kann gemäss Art. 18 Abs. 3 UVG ergän zende Vorschriften über die Bestimmung des Invaliditätsgrades erlassen. Mit Erlass von Art. 28 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982, welcher verschiedene Sonderfälle der Inva- liditätsbemessung regelt, hat er von dieser Befugnis G ebrauch gemacht. Gemäss Art. 28 Abs. 4 UVV sind für die Bestimmung des Invalidi tätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alte r bei einer entsprechenden Gesund- heitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfal l die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (erster Teilsatz) oder wenn sich das vo rgerückte Alter erheblich als Ursa- che der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (zweiter Teilsatz). Nach der Rechtspre- chung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa 42 Jahren oder zwischen 40 und 45 Jahren, das vorgerückte Alter im Bereich von rund 6 0 Jahren, wobei für letztes der Zeit- punkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E . 1b, BGE 122 V 426 mit Hinwei- sen). 3.4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades sind dem nach die Erwerbseinkommen massgebend, die ein Versicherter im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheits- schädigung erzielen könnte, wenn dieser nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt oder sich das vorgerückte Alter erheb lich als Ursache der Beeinträchti- gung der Erwerbsfähigkeit auswirkt. Gemäss Rechtsprechung d es Bundesgerichts wird damit bei der Invaliditätsbemessung zum einen dem Umstand Rec hnung getragen, dass nebst der - grundsätzlich allein versicherten - unfallbedingten Inval idität auch das vorgerückte Alter eine Ursache der Erwerbslosigkeit oder -unfähigkeit bildet. Andererseits wird berücksichtigt, dass die Invalidenrenten der Unfallversicherung bis zum Tod der Versicherten zur Ausrichtung gelangen (Art. 19 Abs. 2 UVG). In Abweichung von Art. 17 Abs. 1 ATSG können die Renten nach dem Monat, in dem Männer das 65. und Frauen das 64. Alter sjahr vollendet haben, nicht mehr revi- diert werden (Art. 22 UVG i.V.m. Art. 21 AHVG). Mit Art. 28 Abs. 4 UVV soll demnach verhindert werden, dass bei älteren Versicherten zu hohe Invaliditä tsgrade resultieren und Dauerrenten zugesprochen werden, wo sie mit Blick auf die unfallbedin gte Invalidität eher die Funktion von Altersrenten aufweisen. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 Rechtsprechungsgemäss entfaltet die Invaliditätsbeme ssung der Invalidenversicherung gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung (BGE 131 V 362). Dasselbe gilt auch im umgekehrten Verhältnis (BGE 133 V 549). Bei gleiche m Gesundheitsschaden soll die Invali- ditätsbemessung in der Invalidenversicherung und der ob ligatorischen Unfallversicherung den- selben Invaliditätsgrad ergeben (vgl. BGE 126 V 288 E. 2a mit Hinweisen). Die daraus abgelei- tete Koordination der Invaliditätsbemessung in diesen S ozialversicherungszweigen verfolgt das Ziel, unterschiedliche Festlegungen des Invaliditätsgrad es zu vermeiden, was der Rechtssi- cherheit dient und damit sowohl im Interesse der Versich erer als auch der betroffenen Versi- cherten liegt (BGE 131 V 120 E. 3.3.3). 4.1 Gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen rechtskräftige Verfüg ungen dann in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der V ersicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht möglich war. Als "neu" gelten Tatsachen, welche sich bis zum Zeitpunkt, da im Hauptverfahren noch tatsächliche Vorbringen prozessual zulässig waren, verwirklicht haben, jedoch der um Revision ersuchenden Person trotz hinreichender Sorgfalt nicht bekannt waren. Die neuen Tat- sachen müssen ferner erheblich sein, d.h. sie müssen geeignet sein, die tatbeständliche Grund- lage des angefochtenen Urteils zu verändern und bei zut reffender rechtlicher Würdigung zu einer andern Entscheidung zu führen. Beweismittel hab en entweder dem Beweis der die Revi- sion begründenden neuen erheblichen Tatsachen oder dem Beweis von Tatsachen zu dienen, die zwar im früheren Verfahren bekannt gewesen, aber zum Nachteil der Gesuch stellenden Person unbewiesen geblieben sind. Entscheidend ist ein Be weismittel, wenn angenommen werden muss, es hätte zu einem andern Urteil geführt, falls das Gericht im Hauptverfahren hier- von Kenntnis gehabt hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Januar 2007, U 68/06, E. 2.2 mit Hinweisen). Die Revision ist nach bundesgerichtlicher Re chtsprechung gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG nur innerhalb der in Art. 67 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsver- fahren (VwVG) vom 20. Dezember 1968 enthaltenen Fri sten zulässig. Nach Art. 67 Abs. 1 VwVG ist eine relative 90-tägige Frist zu beachten, die mit der Entdeckung des Revisionsgrundes zu laufen beginnt. Zudem gilt eine abso lute zehnjährige Frist, deren Lauf mit der Eröffnung des Entscheides einsetzt (Urteile des Bunde sgerichts vom 8. Dezember 2011, 8C_434/2011, E. 3 und vom 25. August 2010, 8C_302/2010, E. 4). 4.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich vorliegend auf d en Standpunkt, die rechtskräftige Verfügung vom 18. Juni 2013, mit welcher dem Beschwerde führer gestützt auf einen Invalidi- tätsgrad von 47 % eine Rente zugesprochen wurde, könne nur unter dem Titel der Revision aufgehoben werden. Dabei sei die IV-Verfügung vom 28 . April 2014 als nachträglich ergange- nes Beweismittel zu betrachten. Da der Beschwerdeführer aber sein Gesuch nicht innert der 90-tägigen Frist seit Erlass der IV-Verfügung eingereic ht habe, sei dieses verspätet und daher nicht mehr zulässig. Dieser Auffassung kann aus nachfolgende n Gründen nicht gefolgten wer- den. Die Verfügung der IV-Stelle erging zeitlich zwa r nach der Verfügung der Beschwerdegeg- nerin vom 18. Juni 2013, weshalb auf den ersten Blick eine neue Tatsache vorliegt. Vorliegend handelt es sich beim neuen Beweismittel jedoch um eine Verfügung der IV-Stelle, die den grundsätzlich identischen medizinischen Sachverhalt versicher ungsrechtlich anders würdigt. Die IV-Verfügung bzw. die ihr zugrundeliegenden Inval iditätsbemessung liefert lediglich die Be- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht gründung für die behauptete zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung der Beschwerdegegnerin, indem der Beschwerdeführer geltend macht, die Beschwe rdegegnerin habe die medizinische und rechtliche Situation zweifellos unrichtig beurteilt. Eine veränderte tatsächliche Situation hin- sichtlich der Entscheidungsgrundlagen liegt nicht vor. Di e Verfügung vom 28. April 2014 stützte sich auf die gleichen medizinischen Grundlagen wie die V erfügung der Beschwerdegegnerin, wobei weder spätere medizinische Berichte noch weitere Erkenntnisse eine Rolle spielten. Eine Aufhebung der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18 . Juni 2013 unter dem Titel der Re- vision im Sinne von Art. 53 Abs. 1 ATSG kommt vorliegend nicht in Frage. Nachfolgend ist so- mit zu prüfen, ob die Voraussetzungen einer Wiedererwägung erfüllt sind. 5.1 Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungst räger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wen n die ursprüngliche Leistungszu- sprache nach damaliger Sach- und Rechtslage zweifellos u nrichtig war (BGE 125 V 383 E. 3; BGE 119 V 475, E. 1c; Urteile des Bundesgerichts vom 13. Dezember 2013, 8C_33/2013, E. 4.1 und vom 12. November 2010, 8C_769/2010, E. 2. 2) und ihre Berichtigung von erhebli- cher Bedeutung ist. Vorausgesetzt ist, dass kein vernünfti ger Zweifel an der Unrichtigkeit der Verfügung möglich, also nur dieser einzige Schluss denk bar ist (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Dezember 2013, 8C_33/2013, E. 4.1 und vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 3.2). Dies schliesst es etwa aus, bei einer unzutreffenden Ermessensbet ätigung eine zweifellose Unrich- tigkeit anzunehmen. Bei Ermessensbetätigungen ist eine Wiedererwägung (nur) zulässig, wenn die neue Ermessensausübung als die klarerweise einzig richt ige erscheint. Die Frage der Un- richtigkeit beurteilt sich dabei nach dem im Zeitpunkt d es Erlasses der fraglichen Verfügung herrschenden Rechtszustand, dieser schliesst auch die damal ige Rechtspraxis ein. (UELI KIESER , ATSG Kommentar, Zürich Basel Genf 2015, S.710 - 71 1). Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist zumeist erfüllt, wenn ein e Leistungszusprache aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Dezember 201 3, 8C_33/2013, E. 4.1 und vom 28. Juni 2012, 9C_649/2011, E. 3.3). Sie wird jedoch verneint bei Berufung auf eine neue Be- weiswürdigung oder wenn die Entscheidung notwendigerw eise Ermessenszüge aufweist und die bisherige Entscheidung als vertretbar erscheint (K IESER , a.a.O., S. 710 - 711). Eine erhebli- che Bedeutung ist, sofern es sich um einen Entscheid mit regelmässig wiederkehrenden Leis- tungen handelt, schon bei einer geringfügigen Korrektur anzunehmen (BGE 103 V 126 E. 1a). 5.2 Der rechtserhebliche Sachverhalt stellt sich vorlie gend wie folgt dar: Am 14. August 2008 erlitt der Beschwerdeführer einen Verkehrsunfall u nd zog sich dabei eine Humerusfraktur links unter Eröffnung der linken Bursa olecrani zu. In de r Folge traten verschiedene Beschwer- den auf, die mit diversen medizinischen Eingriffen und Therapien behandelt wurden. In der Kreisärztlichen Untersuchung vom 12. Juni 2012 von Dr. me d. C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, w urde eine schmerzhafte Schulterstei- fe links nach subkapitaler Humerusfraktur, Osteosynthese und Metallentfernung, eine unklare Funktionseinbusse der linken Rotatorenmanschette im Rah men desselben Traumas, ein Ver- dacht auf subclaviculären Engpass mit diffusen neuralen B eschwerden, ein Status nach Na- gelmykose der Finger IV und V links mit palmarer Fernwi rkung, unfallfremde degenerative Ver- änderungen der Hals- und Lendenwirbelsäule mit rezidivi erenden Beschwerden ohne neurale Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beteiligung und ein komplexes-regionales Schmerzsyndrom (CRPS) diagnostiziert. Im fachneu- rologischen Gutachten der Klinik D.____ vom 4. Februar 2013 wurden die Diagnosen eines CRPS links Typ II, einer Schädigung des Plexus-brachialis links, einer subkapitalen Humerus- fraktur links am 14. August 2008 und einer sekundären Ost eosynthese am 23. Oktober 2008 gestellt. Mit Verfügung vom 18. Juni 2013 sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerde- führer wegen der von ihr anerkannten Unfallfolgen ein e Invalidenrente von 47 % sowie eine Integritätsentschädigung im Umfang von 50 % aufgrund e iner Integritätseinbusse von 50 % zu. Grundlage für den Entscheid bildeten insbesondere die soeben genannten medizinischen Be- richte. Die Beschwerdegegnerin stellte fest, dass dem Be schwerdeführer aus gesundheitlicher Sicht eine manuell leichte Tätigkeit ganztags ausschliesslich mit dem rechten Arm zugemutet werden könnte. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt kämen somit leichte Beschäftigungen im industriellen Bereich (z.B. Kontroll- oder Überwachun gsfunktionen) oder im Dienstleistungsbe- reich in Frage. Die Invalidenrente der SUVA wurde unt er Berücksichtigung des maximal mögli- chen leidensbedingten Abzugs vom Invalideneinkommen von 2 5 % berechnet, woraus sich ein zumutbares Erwerbseinkommen von CHF 43‘675.00 ergab. Dieses Invalideneinkommen wurde einem mutmasslichen Jahreseinkommen von CHF 81‘997.00 ohn e Unfall als Mechaniker ge- genüber gestellt, woraus eine Erwerbseinbusse von 47 % resultierte. 5.3 Mit Verfügung vom 28. April 2014 sprach die IV-S telle dem Beschwerdeführer rückwir- kend ab 1. Oktober 2011 eine ganze Invalidenrente zu. D abei stützte sie sich insbesondere auf die Kreisärztliche Untersuchung vom 12. Juni 2012 und da s fachneurologische Gutachten der Klinik D.____ vom 4. Februar 2013. In der Begründung wurde sinngemäss ausgeführt, dem Beschwerdeführer seien mit dem linken Arm keinerlei Tät igkeiten mehr zumutbar, weshalb er nur noch ganztags einhändige Tätigkeiten mit dem recht en Arm verrichten könne. Die ange- stammte Tätigkeit als LKW-Mechaniker sei ihm nicht mehr z umutbar. Eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit sei ohne IV-rechtliche Integrationsm assnahme nicht mehr umsetzbar. Auf- grund des fortgeschrittenen Alters des Beschwerdeführers vo n 63 Jahren zum Zeitpunkt der erlassenen Verfügung könne eine entsprechende Integrati onsmassnahme jedoch nicht mehr durchgeführt werden, weshalb die Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwertbar sei. 5.4.1 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen gelten d, dass die Voraussetzungen einer Wiedererwägung erfüllt seien, weil sich die Ver fügung vom 18. Juni 2013 insgesamt als zweifellos unrichtig erweise. Im Einzelnen wird ausgeführ t, dass für die Frage der zweifellosen Unrichtigkeit des ursprünglichen Entscheids nicht die Gro bheit des Fehlers, sondern das Aus- mass der Überzeugung, dass die bisherige Entscheidung unri chtig sei, massgebend sei. Ent- gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin sei von ein er gewissen Bindung des Unfallver- sicherers an den IV-Entscheid auszugehen. Dieser Grundsat z decke sich denn auch mit dem verfassungsrechtlichen Prinzip der Einheit der Rechtsordnung. Die IV-Stelle habe die Frage der Integration des Beschwerdeführers in den ausgeglichenen Arbeitsmarkt vertieft geprüft. Die Entscheide der Beschwerdegegnerin hätten dagegen an knappen und ungenauen Abklärungen gelitten, welche die grosse Differenz in der Beurteilung der Invalidität nicht rechtfertigen könnten und den Grundsatz der Einheit des Invaliditätsbegriffs v erletzen würden. Im Weiteren sei der theoretisch-abstrakte Begriff des ausgeglichenen Arbeit smarkts für die Invalidenversicherung wie für die Unfallversicherung gleichermassen massgeben d. Der Begriff des ausgeglichenen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Arbeitsmarkts erfahre insoweit eine Einschränkung, als die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähig- keit der Versicherten berücksichtigt werden müsse. Im Unter schied zur Beschwerdegegnerin habe die IV-Stelle geprüft, ob ihm eine Verwertung seiner verbleibenden Arbeitsfähigkeit mög- lich und zumutbar sei. Dabei habe sie festgestellt, dass e ine berufliche Massnahme durch die Invalidenversicherung nicht möglich sei. Eine Integration smassnahme sei vor Erreichen des Pensionsalters aufgrund des zurückgelegten 63. Lebensjahres nicht mehr umsetzbar gewesen. Ohne Umschulung oder Eingliederungsmassnahmen bleibe de r Tätigkeitsbereich des Be- schwerdeführers auf den angestammten Bereich als LKW-Me chaniker beschränkt, diese Tätig- keit könne der Beschwerdeführer aufgrund der Schulterbesch werden nicht mehr ausüben. Bei korrekter Prüfung der Zumutbarkeit und Realisierbarkei t einer Verweistätigkeit hätte die Be- schwerdegegnerin zum selben Ergebnis gelangen müssen. Des Weiteren habe die IV-Stelle das Alter nicht als unf allfremden Faktor berücksichtigt. Hätte sie dies getan, wäre ein entsprechender Abzug auf die massgebenden Lohntabellen vorge- nommen worden, was eine Erhöhung des Invaliditätsgrade s zur Folge gehabt hätte. Hingegen habe die IV-Stelle die Zumutbarkeit der Verwertung d er Restarbeitsfähigkeit genau geprüft und dabei alle persönlichen Eigenschaften des Beschwerdefü hrers einbezogen, zu welchen auch das Alter gehöre. Das Ergebnis entspreche dabei der bu ndesgerichtlichen Rechtsprechung, die im ähnlich gelagerten Fall EVG I 617/02 vom 10. März 2 003 ebenfalls von einer fehlenden Ver- wertbarkeit ausgegangen sei. Die Prüfung der Verwert barkeit der Restarbeitsfähigkeit müsse auch in der Unfallversicherung vorgenommen werden, wesh alb der Faktor Alter sehr wohl zu berücksichtigen sei. Der Beschwerdeführer führt ferner aus, die Rückenbeschwerden als unfallfremder Faktor hätten bei der Invaliditätsbemessung keine Rolle gespielt, da gestützt auf die Begutachtung von Dr. med. E.____, FMH Physikalische Medizin und Rehabilita tion und Rheumatologie, vom 30. Dezember 2010, ab Januar 2011 davon ausgegangen w orden sei, das Rückenproblem ste- he einer vollen Arbeitsfähigkeit nicht entgegen. 5.4.2 Demgegenüber vertritt die Beschwerdegegnerin di e Auffassung, dass eine Wiederer- wägung schon deshalb ausscheide, weil die vom Beschwerdef ührer angerufene IV-Verfügung vom 28. April 2014 stamme und somit nach Erlass ihrer Ve rfügung vom 18. April 2013 ergan- gen sei. Bei der Wiedererwägung gehe es jedoch um die ursprüngliche Unrichtigkeit einer Ver- fügung, welche einzig aufgrund der Verhältnisse und des Wissensstands zum Zeitpunkt von deren Erlass zu beurteilen sei. Eventualiter macht die Beschwerdegegnerin geltend, dass der Beschwerdeführer auch an un- fallfremden, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden Befunden leide, wie sich etwa aus den Berichten der Ärztin des regionalen ärztlichen D ienstes (RAD), Dr. med. F.____, vom 2. Februar 2012 und 11. Juli 2013 ergebe. Die dort genannten Rückenleiden seien bei der Inva- liditätsbemessung der IV-Stelle berücksichtigt worden. S omit könne entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht von einer identischen Sach- und Ausgangslage gesprochen werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht Des Weiteren müssten selbst bei grundsätzlich identischer S achlage die Invalidenrenten der Invalidenversicherung und der Unfallversicherung nicht id entisch ausfallen. Nach Art. 28 Abs. 4 UVV sei bei Versicherten, die altershalb er ihre Erwerbsfähigkeit nicht mehr auf- nehmen oder bei denen sich das vorgerückte Alter erheb lich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit ausdrücke, für die Bestimmung des IV-Grads von den Erwerbseinkommen auszugehen, die ein Versicherter mittleren Alters mit einer entsprechender Gesundheitsschädi- gung erzielen könnte. Diese Voraussetzungen seien beim Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Verfügungserlasses vom 18. Juni 2013 erfüllt gewesen. Es könne ausserdem nicht ernsthaft in Abrede gestellt werden, dass dem Beschwerdeführer alle in aus Sicht der Unfallfolgen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zumutbare Arbeitsmöglichkeiten offen stünden. Die Beschwerdegegnerin führt zudem aus, die Rechtspre chung habe mehrfach bestätigt, dass eine Bindung der Unfallversicherung an die Beurteilung der Invalidenversicherung nicht beste- he. Dazu komme, dass die IV-Stelle auch unfallfremde F aktoren berücksichtigt habe. Die Ver- fügung der Beschwerdegegnerin liege ausserdem zeitlich deutlich vor derjenigen der Invaliden- versicherung, woran auch die Tatsache nichts ändere, dass die Rentenzusprache der IV-Stelle rückwirkend erfolgte. Gegen eine zweifellose Unrichtigkeit der Verfügung vom 18. Juni 2013 spreche schliesslich, dass der bereits im damaligen UV-Verfa hren durch den heutigen Rechts- vertreter vertretene Beschwerdeführer gegen die am 18. Juni 2013 erlassene Verfügung keine Einsprache erhoben habe. 6.1 Wie nachfolgend aufgezeigt wird, hat die Beschwer degegnerin das Vorliegen der Vo- raussetzungen einer Wiedererwägung zu Recht verneint. Da bei ist zu beachten, dass die Vo- raussetzung der erheblichen Bedeutung vorliegend ohne weiteres erfüllt ist, da eine periodische Dauerleistung strittig ist (vgl. E. 5.1). 6.2 Eine Wiedererwägung setzt - wie ausgeführt - voraus , dass die ursprüngliche Verfü- gung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erhe blicher Bedeutung ist. Wann die Unrich- tigkeit zweifellos ist, beurteilt sich nach der Grobheit des Fehlers. Hierzu ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung in ihrem Vorbescheid vom 4. No vember 2013 gestützt auf die eige- nen sowie die von der Beschwerdegegnerin durchgeführt en gesundheitlichen Abklärungen zu- nächst von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der angestammten Tätigkeit, jedoch von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit ausging und gestützt darauf einen IV-Grad von 17 % ermittelte. Grundlage sowohl der Verfügung der SUVA vom 18. Juni 2013 als auch der IV-Verfügung vom 28. April 2014 bildete namentlich die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. F.____ vom 11. Juli 2013, wonach i n medizinischer Hinsicht auf den SUVA- Entscheid abgestellt werden könne und ab Januar 2011 a ufgrund der Rückenproblematik keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer leichten r ückenadaptierten Tätigkeit mehr bestehe. Die Zusprache einer ganzen Invalidenrente durch die IV -Stelle mit Verfügung vom 28. April 2014 beruhte allein darauf, dass diese gestützt auf die voraussichtlich lange Dauer einer IV- rechtlichen Integrationsmassnahme und angesichts des fortg eschrittenen Alters des Beschwer- deführers die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit v erneinte. Bei Ausserachtlassung des Alters wäre die IV-Stelle sogar zu einer geringeren A rbeitsunfähigkeit als die SUVA, nämlich zu einem Invaliditätsgrad von 17 %, gelangt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die SUVA kam bei der Frage der Verwertbarkeit der Re starbeitsfähigkeit aus rechtlichen und nicht medizinischen Gründen zu einem anderen Ergebnis. Dabei erscheint die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach der Beschwerdeführer trotz se ines Alters von 62 Jahren seine Restarbeitsfähigkeit verwerten könne, insbesondere unte r Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 4 UVV nicht zweifellos unrichtig (vgl. vorst ehend E. 3.4.2). Nach der Rechtspre- chung findet Art. 28 Abs. 4 UVV Anwendung, wenn das vo rgerückte Alter einer versicherten Person das Zumutbarkeitsprofil - wie vorliegend - nicht zusätzlich beeinflusst, also keine zusätz- lichen Einschränkungen des funktionellen Leistungsvermögens mit sich bringt, aber einer Ver- wertung der Restarbeitsfähigkeit (auch auf dem ausgegli chenen Arbeitsmarkt) trotzdem entge- gensteht, weil kein Arbeitgeber einen Angestellten im oder kurz vor dem AHV-Alter mit gesund- heitlichen Einschränkungen einstellen würde (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2013, E. 5.2.2 mit Hinweisen). In diesem Sinne ist das vorge rückte Alter des Beschwerdeführers bei der Invaliditätsbemessung im Bereich der Unfallversicheru ng (im Gegensatz zur Invalidenversi- cherung) nicht zu berücksichtigen. 6.3 Schliesslich ist im Zusammenhang mit der vom Beschwer deführer geltend gemachten Bindungswirkung des IV-Entscheids für die Unfallversicheru ng anzumerken, dass auch er kor- rekterweise nur eine relative Bindung annimmt. Die Re chtsprechung geht von einer jeweils selbständig durchzuführenden Invaliditätsbemessung aus, wo bei bereits abgeschlossene Inva- liditätsfestlegungen zu berücksichtigen sind (siehe E. 3.5 ). Vorliegend macht der Beschwerde- führer jedoch eine Bindungswirkung des früher ergangenen Entscheides der Unfallversicherung an die spätere Beurteilung der Invalidenversicherung und somit eine rückwirkende Bindung gel- tend, weshalb ihm schon deshalb nicht gefolgt werden kann. 6.4 Zusammenfassend ist daher festzustellen, dass vorliegen d die Voraussetzungen einer Wiedererwägung der Verfügung vom 18. Juni 2013 im Sin ne von Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht erfüllt sind. 7.1 Wie ausgeführt ist nicht zu beanstanden, dass die Besch werdegegnerin das Wieder- erwägungsgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 6 . Januar 2015 abgelehnt hat. Die gegen den vorliegenden Einspracheentscheid vom 16. O ktober 2015 erhobene Beschwer- de vom 19. November 2015 erweist sich deshalb als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 7.2 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par- teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorlie gende Verfahren keine Kosten zu er- heben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausga ng entsprechend wettzuschla- gen. Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht