<!DOCTYPE html> <html lang="de"><head><meta charset="utf-8"/></head><body><div class="content"> <div class="para"> </div> <div class="para">Bundesgericht </div> <div class="para">Tribunal fédéral </div> <div class="para">Tribunale federale </div> <div class="para">Tribunal federal </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <img height="74" src="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/displayimage.php?id=2025-01-21-2C_489-2023.1&amp;type=gif" width="95"/> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2C_489/2023</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Urteil vom 21. Januar 2025</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>II. öffentlich-rechtliche Abteilung</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Besetzung </div> <div class="para">Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin, </div> <div class="para">Bundesrichter Donzallaz, Bundesrichterin Hänni, </div> <div class="para">Bundesrichterin Ryter, Bundesrichter Kradolfer, </div> <div class="para">Gerichtsschreiber Plattner. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Verfahrensbeteiligte </div> <div class="para">A.________, </div> <div class="para">vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen, </div> <div class="para">Beschwerdeführer, </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <i>gegen</i> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">1. Gebäudeversicherung Bern (GVB), </div> <div class="para"> Papiermühlestrasse 130, 3063 Ittigen, </div> <div class="para">2. Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion des Kantons Bern, </div> <div class="para"> Rechtsabteilung, Münsterplatz 3a, 3011 Bern, </div> <div class="para">Beschwerdegegnerinnen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Gegenstand </div> <div class="para">Entschädigung für Brandfall, </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 12. Juli 2023 (100.2021.380U). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Sachverhalt:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.a.</b> Am 28. Juli 2016 brannte das im Eigentum von A.________ stehende Bauernhaus auf dem Grundstück U.________ Gbbl. Nr. 128 vollständig ab. Am folgenden Tag nahm die Kantonspolizei Bern Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, eröffnete gleichentags eine Untersuchung gegen A.________. Zu diesem Zeitpunkt war bei der Staatsanwaltschaft gegen ihn bereits ein Strafverfahren wegen mehrfacher Brandstiftung hängig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.b.</b> Das Bauernhaus auf dem Grundstück U.________ Gbbl. Nr. 128 ist nach Art. 8 des Gebäudeversicherungsgesetzes des Kantons Bern (GVG/BE; BSG 873.11) obligatorisch bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB) versichert. Mit Schreiben vom 6. September 2016 teilte die GVB A.________ mit, wie sich die Entschädigung gestützt auf die massgebende Versicherungsdeckung berechnet. Aus dem Versicherungswert und weiteren Leistungen ermittelte sie eine Wiederaufbauentschädigung von Fr. 990'000.--. Weiter beinhaltet das Schreiben Angaben zu Wiederaufbaubedingungen sowie Ausführungen zur Entschädigung, falls das Bauernhaus nicht wieder aufgebaut würde. Zudem wurde folgender Vorbehalt angebracht: "In Ihrem Interesse erfolgt die Festsetzung der Entschädigung in der Regel vor Abschluss einer allfälligen amtlichen Untersuchung über die Schadenursache. Dabei bleibt eine Kürzung der Entschädigung aufgrund von <span class="artref">Art. 32 GVG</span> vorbehalten". Unterzeichnet wurde das Schreiben vom damaligen Leiter der Schadensabteilung (im Folgenden: Leiter Schaden). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.c.</b> Am 12. Januar 2017 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern der GVB das erste Mal die A.________ betreffenden Strafakten zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.d.</b> Am 9. April 2018 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen A.________ wegen Brandstiftung am Bauernhaus auf dem Grundstück U.________ Gbbl. Nr. 128 ein, weil der Tatbestand der Brandstiftung mangels Gemeingefahr und Schaden eines Dritten (<span class="artref">Art. 221 Abs. 1 StGB</span>) nicht erfüllt ist. In der Einstellungsverfügung äussert die Staatsanwaltschaft jedoch den "dringenden Verdacht", A.________ habe den Brand selbst gelegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.e.</b> Am 24. April 2018 stellte die Staatsanwaltschaft die Strafakten der Gebäudeversicherung ein zweites Mal zu. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.f.</b> Mit Schreiben vom 8. Juni 2018 teilte die GVB Privatversicherungen AG A.________ mit, dass sie "aufgrund der amtlichen Ermittlungen keine Basis für eine Kürzung oder Verweigerung der Schadensleistung" habe und dass die Entschädigung bei Erfüllung der Wiederaufbaubedingungen "voll geschuldet" sei. Das Schreiben erging im Namen der GVB Privatversicherungen AG; unterzeichnet wiederum u.a. durch den Leiter Schaden. Die GVB Privatversicherungen AG ist nach eigenen Angaben eine privatrechtliche Tochtergesellschaft der Gebäudeversicherung Bern (GVB). Sie bietet Zusatzversicherungen an. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.g.</b> Am 24. August 2018 erging ein Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland, in dem A.________ unter anderem wegen Brandstiftung in zwei anderen Fällen zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen verurteilt wurde. In neun weiteren Fällen wurde er freigesprochen, ein Verfahren wurde eingestellt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>A.h.</b> Am 8. Januar 2019 orientierte die GVB Privatversicherungen AG A.________, die Akten des Strafverfahrens des Regionalgerichts Bern-Mittelland seien zur "abschliessenden Beurteilung des Schadenfalls und der Zahlungspflicht" einverlangt worden. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>B.</b> </div> <div class="para">Am 18. März 2019 verfügte die Gebäudeversicherung Bern, es werde keine Schadensleistung erbracht. A.________ verliere gestützt auf <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE jeglichen Entschädigungsanspruch, weil er den Schaden absichtlich herbeigeführt habe. </div> <div class="para">Mit Beschwerde vom 16. April 2019 gelangte A.________ an die Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion (WEU) des Kantons Bern und beantragte im Wesentlichen, ihm seien in Aufhebung der Verfügung vom 18. März 2019 eine Entschädigung von Fr. 965'000.-- inkl. MWST bei Wiederaufbau bzw. eine Entschädigung von Fr. 383'333.-- inkl. MWST bei Nichtwiederaufbau zuzusprechen. Die WEU wies die Beschwerde mit Entscheid vom 3. Dezember 2021 ab, soweit sie darauf eintrat. Mit im Wesentlichen gleichlautenden Rechtsbegehren erhob A.________ am 22. Dezember 2021 Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, das die Beschwerde mit Urteil vom 12. Juli 2023 abwies, soweit es darauf eintrat. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>C.</b> </div> <div class="para">Mit Eingabe vom 13. September 2023 erhebt A.________ Beschwerde beim Bundesgericht und beantragt, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2023 sei aufzuheben und es sei die Gebäudeversicherung Bern zu verpflichten, ihm bei Wiederaufbau des Bauernhauses Fr. 965'000.-- inkl. MWST und bei Nichtwiederaufbau Fr. 383'333.-- inkl. MWST auszurichten. Eventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. </div> <div class="para">Das Verwaltungsgericht des Kantons Bern beantragt in seiner Vernehmlassung Abweisung der Beschwerde, die Gebäudeversicherung Bern die Abweisung, soweit darauf einzutreten sei. Die WEU verzichtet auf Vernehmlassung. A.________ repliziert mit Eingabe vom 18. Januar 2024. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>Erwägungen:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit und die weiteren Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 BGG</span>) und mit freier Kognition (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-II-66%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page66">BGE 149 II 66</a> E. 1.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.1.</b> Die GVB bestreitet teilweise die öffentlich-rechtliche Natur der Streitigkeit. Sie bringt vor, ihre auf öffentlichem Recht basierende Entschädigung sei aufgrund der Altersentwertung auf höchstens Fr. 550'000.-- begrenzt. Der darüber hinausgehende Schaden sei durch die Privatassekuranz nach Privatrecht zu entschädigen. Die II. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts sei sachlich und das Bundesgericht generell funktionell nicht dafür zuständig, zivilrechtliche Ansprüche im vorliegenden Verfahren zu prüfen. </div> <div class="para">Der Einwand ist unbegründet. Streitgegenstand vor der Vorinstanz war eine Entschädigung von Fr. 965'000.-- bei Wiederaufbau bzw. Fr. 383'333.-- bei Nichtwiederaufbau des Bauernhauses. In diesem Umfang ist das Bundesgericht funktionell zuständig. Im Streit liegt sodann zumindest teilweise ein öffentlich-rechtlicher Anspruch. Dessen Höhe betrifft eine Frage des materiellen Rechts und nicht des Eintretens. Schliesslich ist die II. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeantwort sachlich zuständig (<span class="artref">Art. 30 Abs. 1 lit. c BGerR</span>; vgl. Urteil 2C_971/2021 vom 14. April 2023 E. 1.1). Die formellen Einwände der Beschwerdegegnerin sind insofern nicht stichhaltig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.2.</b> Weiter bringt die GVB vor, ihre Verfügung vom 18. März 2019 behandle keine Nichtwiederaufbauentschädigung. Auf diesen Teil der Beschwerde an das Bundesgericht sei nicht einzutreten. </div> <div class="para">Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet einzig das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2023, das den Entscheid der WEU vom 3. Dezember 2021 und die Verfügung vom 18. März 2019 ersetzt (sog. Devolutiveffekt, <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-539%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page539">BGE 136 II 539</a> E. 1.2). Der Streitgegenstand wird im Verfahren der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege durch die Beschwerdeanträge festgelegt, die sich ihrerseits im Rahmen des Anfechtungsobjekts und somit des Dispositivs des angefochtenen Entscheids bewegen müssen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-165%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page165">BGE 136 II 165</a> E. 5). Streitgegenstand vor einer Rechtsmittelinstanz kann höchstens sein, was bereits vor der Vorinstanz Streitgegenstand gewesen ist oder richtigerweise hätte sein sollen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-457%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page457">BGE 136 II 457</a> E. 4.2; Urteil 2C_328/2022 vom 3. Oktober 2022 E. 1.2). </div> <div class="para">Entgegen ihren Vorbringen beschränkte die GVB in ihrer Verfügung vom 18. März 2019 den (damaligen) Streitgegenstand nicht auf eine Entschädigung bei Wiederaufbau. Vielmehr verfügte sie, dass der Beschwerdeführer aufgrund der absichtlichen Herbeiführung des Schadens <i>jeglichen</i> Entschädigungsanspruch verliere. Der Beschwerdeführer verlangte sowohl vor der WEU und der Vorinstanz als auch vor Bundesgericht eine Entschädigung auch im Falle des Nichtwiederaufbaus. Eine solche ist demnach vom Streitgegenstand mitumfasst. Auf die Beschwerde ist daher auch insoweit einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.3.</b> Die GVB macht schliesslich geltend, die beantragte Versicherungsleistung könne noch nicht fällig sein, da unbekannt sei, ob der Schaden behoben sei oder definitiv nicht behoben werde. Auf das Hauptrechtsbegehren sei daher nicht einzutreten. Entgegen der Beschwerdegegnerin ist die Fälligkeit einer Forderung jedoch eine materiellrechtliche Frage und nicht eine Prozessvoraussetzung (vgl. Urteil 5A_785/2016 vom 2. Februar 2017 E. 3.2.1). Auf die Beschwerde ist auch insofern einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.4.</b> Die frist- (<span class="artref">Art. 100 Abs. 1 BGG</span>) und formgerecht (<span class="artref">Art. 42 BGG</span>) eingereichte Eingabe betrifft somit eine Angelegenheit des öffentlichen Rechts (<span class="artref">Art. 82 lit. a BGG</span>), die unter keinen Ausschlussgrund fällt (<span class="artref">Art. 83 BGG</span>), und richtet sich gegen den kantonal letztinstanzlichen (<span class="artref">Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG</span>), verfahrensabschliessenden (<span class="artref">Art. 90 BGG</span>) Entscheid eines oberen Gerichts (<span class="artref">Art. 86 Abs. 2 BGG</span>). Die Angelegenheit betrifft keinen Staatshaftungsanspruch, die Streitwertgrenze ist daher nicht zu prüfen (<span class="artref">Art. 85 Abs. 1 lit. a BGG</span> e contrario). Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer zur Beschwerde legitimiert (<span class="artref">Art. 89 Abs. 1 BGG</span>). Auf die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist demnach einzutreten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.1.</b> Mit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann namentlich die Verletzung von Bundes- und Völkerrecht gerügt werden (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/95/b" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/95/a" type="start"></artref>Art. 95 lit. a und b BGG</span><artref id="CH/173.110/95/b" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/b" type="end"></artref>). Die Anwendung des kantonalen Rechts wird abgesehen von den Fällen von <span class="artref"><artref id="CH/173.110/95/d" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/95/c" type="start"></artref>Art. 95 lit. c und d BGG</span><artref id="CH/173.110/95/d" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/d" type="end"></artref> vom Bundesgericht nur daraufhin geprüft, ob dadurch Bundesrecht - namentlich das Willkürverbot - verletzt wurde (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">BGE 142 II 369</a> E. 2.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-I-143%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page143">138 I 143</a></span> E. 2). Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (<span class="artref">Art. 106 Abs. 1 BGG</span>), prüft jedoch unter Berücksichtigung der allgemeinen Rüge- und Begründungspflicht (<span class="artref"><artref id="CH/173.110/42/2" type="start"></artref><artref id="CH/173.110/42/1" type="start"></artref>Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG</span><artref id="CH/173.110/42/2" type="end"></artref><artref id="CH/173.110/2" type="end"></artref>) nur die geltend gemachten Rechtsverletzungen, sofern rechtliche Mängel nicht geradezu offensichtlich sind (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.1). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt eine qualifizierte Rüge- und Substanziierungspflicht, d.h. es ist klar und detailliert anhand der Erwägungen des angefochtenen Urteils aufzuzeigen, inwiefern die entsprechenden Rechtsnormen verletzt worden sein sollen (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F139-I-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">139 I 229</a></span> E. 2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.2.</b> Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Eine Berichtigung oder Ergänzung der vorinstanzlichen Feststellungen ist von Amtes wegen (<span class="artref">Art. 105 Abs. 2 BGG</span>) oder auf Rüge hin (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>) möglich. Von den tatsächlichen Grundlagen des vorinstanzlichen Urteils weicht das Bundesgericht jedoch nur ab, wenn diese offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von <span class="artref">Art. 95 BGG</span> beruhen und die Behebung des Mangels für den Verfahrensausgang zudem entscheidend sein kann (<span class="artref">Art. 97 Abs. 1 BGG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-I-160%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page160">BGE 148 I 160</a> E. 3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">147 I 73</a></span> E. 2.2). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet "willkürlich" (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-115%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page115">BGE 140 III 115</a> E. 2). Eine entsprechende Rüge ist hinreichend zu substanziieren (<span class="artref">Art. 106 Abs. 2 BGG</span>; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-I-73%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page73">BGE 147 I 73</a> E. 2.2; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-353%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page353">137 II 353</a> E. 5.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-249%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page249">133 II 249</a> E. 1.4.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer ersucht das Bundesgericht, ihn in einem Parteiverhör zu befragen sowie den Leiter Schaden der Gebäudeversicherung Bern als Zeugen einzuvernehmen. </div> <div class="para">Das Bundesgericht ordnet in Beschwerdeverfahren nur bei Vorliegen aussergewöhnlicher Umstände Beweismassnahmen an (vgl. <span class="artref">Art. 55 BGG</span>), da es seine rechtliche Würdigung grundsätzlich auf der von der Vorinstanz festgestellten Sachverhaltsgrundlage vornimmt (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>; vgl. zum Ganzen: <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-II-101%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page101">BGE 136 II 101</a> E. 2; Urteil 2C_712/2021 vom 8. November 2022 E. 2.2). Der Beschwerdeführer legt nicht dar, inwiefern aussergewöhnliche Umstände vorliegen könnten, welche die Einvernahme von Zeugen oder ein Parteiverhör durch das Bundesgericht rechtfertigen würden. Die Anträge sind abzuweisen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>4.</b> </div> <div class="para">Die Vorinstanz bestätigte den Entscheid der GVB und der WEU, wonach dem Beschwerdeführer keine Entschädigung zusteht. Die Vorinstanz erwog, der Beschwerdeführer habe den Schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich herbeigeführt. Der Beschwerdeführer könne sodann aus dem Schreiben vom 8. Juni 2018 der GVB Privatversicherungen AG keine verbindlichen Anordnungen hinsichtlich der Entschädigungspflicht ableiten. Das Schreiben sei als blosses Informationsschreiben und nicht als Verfügung zu qualifizieren, denn es sei nicht im Namen der GVB, sondern in jenem der nicht verfügungsbefugten GVB Privatversicherungen AG verfasst worden, und enthalte keine verbindlichen Zusagen (angefochtenes Urteil, E. 2.3). Ansprüche aus Vertrauensschutz entfielen, da die relevanten Angaben nicht vorbehaltlos erfolgt seien und das Schreiben überdies keine <i>behördliche</i> Zusicherung darstellen könne, da es im Namen der privatrechtlich tätigen GVB Privatversicherungen AG verfasst worden sei (angefochtenes Urteil, E. 2.4). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>5.</b> </div> <div class="para">Letztinstanzlich umstritten ist, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer den Schaden absichtlich herbeigeführt und deshalb gemäss <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE jeglichen Entschädigungsanspruch verloren hat (E. 7 hiernach). Falls dies bejaht wird, ist in einem zweiten Schritt zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Entschädigung daraus ableiten kann, dass ihm von der GVB Privatversicherungen AG - in Kenntnis der Einstellungsverfügung und der Strafakten - mit Schreiben vom 8. Juni 2018 zugesichert wurde, es gebe keine Basis für eine Kürzung des Anspruchs und die Entschädigung sei voll geschuldet (E. 9 hiernach). Schliesslich ist zu prüfen, ob er bezüglich der Räumung, die - wie er vorbringt - bereits in Auftrag gegeben wurde, in seinem Vertrauen auf das erwähnte Schreiben zu schützen ist (E. 10 hiernach). Vorab ist indessen auf die formellen Rügen einzugehen (E. 6 hiernach). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer rügt in mehrfacher Hinsicht eine Verletzung des Anspruchs auf Wahrung des rechtlichen Gehörs (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.1.</b> Er macht zunächst geltend, die Vorinstanz sei mehrfach ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.1.1.</b> Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) verlangt von der Behörde und im Beschwerdefall vom Gericht, dass sie die Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hören, ernsthaft prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt; vielmehr genügt es, wenn der Entscheid gegebenenfalls sachgerecht angefochten werden kann (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F150-III-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 150 III 1</a> E. 4.5; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F149-V-156%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page156">149 V 156</a> E. 6.1; je mit Hinweisen). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.1.2.</b> Der Beschwerdeführer rügt, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht nicht damit befasst, ob die Gebäudeversicherung nach kantonalem Verfahrensrecht auf ihre "rechtswirksame" Verfügung vom 8. Juni 2018 bezüglich der Entschädigung habe zurückkommen dürfen. </div> <div class="para">Die Vorinstanz erwog, dass es sich beim Schreiben vom 8. Juni 2018 mangels verbindlicher Anordnung und mangels Verfügungsbefugnis der ausstellenden Gesellschaft nicht um eine Verfügung handle. Sie ging daher nicht von einem rechtskräftig abgeschlossenen Verfahren aus. Folgerichtig prüfte sie auch keine Wiederaufnahmegründe nach kantonalem Recht (vgl. E. 9 hiernach). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt insofern nicht vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.1.3.</b> Der Beschwerdeführer beanstandet sodann, die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht verletzt, indem sie bei der Prüfung des Vertrauensschutzes nach <span class="artref">Art. 9 BV</span> nicht beurteilt habe, ob das Schreiben vom 8. Juni 2018 eine behördliche Zusicherung darstelle und ob der Beschwerdeführer mit der Auftragserteilung für die Räumung der Brandruine eine Disposition getroffen habe. </div> <div class="para">Die Vorinstanz verneinte einen Verstoss gegen den Vertrauensschutz namentlich mit der Begründung, die relevanten Angaben seien stets unter ausdrücklichen Vorbehalten und überdies durch eine nicht verfügungsbefugte Stelle erfolgt. Da die Berufung auf <span class="artref">Art. 9 BV</span> nach Ansicht der Vorinstanz bereits aus diesen Gründen scheiterte, erübrigten sich weitere Ausführungen zur Vertrauensgrundlage und zu einer nicht ohne Nachteil rückgängig machbaren Disposition. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt insofern nicht vor. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.2.</b> Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, die Vorinstanz habe den Leiter Schaden der Gebäudeversicherung zu Unrecht nicht dazu einvernommen, wann er für die Gebäudeversicherung Bern und wann für die GBV Privatversicherungen AG unterzeichnet habe. Dies verstosse gegen sein Recht auf Beweis (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.2.1.</b> Zum Anspruch auf rechtliches Gehör (<span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span>) gehört, dass die Behörde alle erheblichen und rechtzeitigen Vorbringen der Parteien würdigt und die ihr angebotenen Beweise abnimmt, wenn diese zur Abklärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Umgekehrt folgt daraus, dass keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt, wenn eine Behörde auf die Abnahme beantragter Beweismittel verzichtet, weil sie auf Grund der bereits abgenommenen Beweise ihre Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür in vorweggenommener (antizipierter) Beweiswürdigung annehmen kann, dass ihre Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert würde (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-I-60%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page60">BGE 141 I 60</a> E. 3.3<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-I-229%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page229">136 I 229</a></span> E. 5.3; Urteil 2C_22/2023 vom 17. Oktober 2023 E. 3.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.2.2.</b> Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Die Vorinstanz verneinte die Entschädigungsansprüche unter anderem gestützt auf die Begründung, das relevante Schreiben sei im Namen der nicht verfügungsbefugten GBV Privatversicherungen AG ergangen. Bei welchen Schreiben der Leiter Schaden für die GBV bzw. die GBV Privatversicherungen AG unterzeichnet hat, ergibt sich ohne Weiteres aus den Akten. Inwiefern für die Klärung dieser Sachlage eine Einvernahme des Leiters Schaden erforderlich gewesen wäre, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Ob es dem Beschwerdeführer entgegengehalten werden kann, dass die Schreiben teilweise im Namen einer nicht verfügungsbefugten Gesellschaft ergingen, ist eine Rechtsfrage und in diesem Kontext zu behandeln (vgl. E. 9 hiernach). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>6.3.</b> Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz sei zu Unrecht zum Schluss gekommen, dass die WEU den Beschwerdeführer nicht zur Einstellungsverfügung vom 9. April 2018 habe einvernehmen müssen, liegt ebenfalls keine Gehörsverletzung vor. Der Beschwerdeführer konnte sich schriftlich sowohl im Verfahren vor der WEU als auch vor der Vorinstanz frei zum Inhalt und zur Tragweite der Einstellungsverfügung äussern. Der Beschwerdeführer legt nicht dar, welche entscheidwesentlichen Tatsachen er nur in einer Parteibefragung hätte dartun können. Es ist deshalb mit <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> vereinbar, wenn die Vorinstanz den unterinstanzlichen Verzicht auf eine Einvernahme stützte. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer macht geltend, die vorinstanzliche Beweiswürdigung beruhe auf falschen Prämissen und sei überdies bundesrechtswidrig. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.</b> Der Beschwerdeführer wirft der Vorinstanz zunächst eine Verletzung von <span class="artref">Art. 8 ZGB</span> vor. Die Vorinstanz habe für den Nachweis der absichtlichen Herbeiführung des Schadens gemäss <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE zu Unrecht das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angewendet. Anzuwenden sei das Regelbeweismass. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.1.</b> Ob die Behörde das richtige Beweismass angewendet hat, ist eine Rechtsfrage (Urteile 2C_118/2020 vom 3. August 2020 E. 6.2.1; 2C_647/2018 vom 29. November 2018 E. 3.2; 8C_315/2016 vom 20. Juni 2016 E. 2.3). Da sich deren Beantwortung auf die Sachverhaltsfeststellung auswirkt (dazu E. 7.2 hiernach), ist sie vorab zu behandeln. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.2.</b> Im öffentlich-rechtlichen Gebäudeversicherungsrecht trifft den Versicherer die Beweislast für die Tatsachen, die zur Kürzung oder Verweigerung der Versicherungsleistung führen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-241%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page241">BGE 141 III 241</a> E. 3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page321">130 III 321</a> E. 3.1; Urteil 2C_113/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 6.3.2). Die Grundsätze werden durch das kantonale Recht konkretisiert. Zur Ermittlung der Schadensursache und allfälliger Verantwortlichkeiten hat die Gebäudeversicherung Bern eine amtliche Untersuchung durchzuführen (<span class="artref">Art. 37 Abs. 1 GVG</span>/BE). Es gilt somit diesbezüglich der Untersuchungsgrundsatz. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.3.</b> In der Regel gilt im Rahmen einer Untersuchung ein Beweis als erbracht, wenn die Behörde nach objektiven Massstäben von der Verwirklichung einer Tatsache überzeugt ist (Regelbeweismass; vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-332%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page332">BGE 144 II 332</a> E. 4.1.2). In Abweichung vom sogenannten Regelbeweismass gilt in gewissen Rechtsbereichen jedoch der Beweismassstab der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, weil ein strikter Beweis der Natur der Sache nach nicht möglich oder nicht zumutbar erscheint (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 144 III 264</a> E. 5.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page321">130 III 321</a> E. 3.2; Urteil 2C_387/2021 vom 4. November 2021 E. 7.3.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.4.</b> Die Herabsetzung des Regelbeweismasses auf überwiegende Wahrscheinlichkeit setzt eine "Beweisnot" voraus. Die Voraussetzung ist erfüllt, wenn ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist, insbesondere wenn die von der beweisbelasteten Partei behaupteten Tatsachen nur mittelbar durch Indizien bewiesen werden können. Eine Beweisnot liegt aber nicht schon darin begründet, dass eine Tatsache, die ihrer Natur nach ohne Weiteres dem unmittelbaren Beweis zugänglich wäre, nicht bewiesen werden kann, weil der beweisbelasteten Partei die Beweismittel fehlen. Blosse Beweisschwierigkeiten im konkreten Einzelfall können nicht zu einer Beweiserleichterung führen (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 144 III 264</a> E. 5.3; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-569%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page569">141 III 569</a> E. 2.2.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F130-III-321%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page321">130 III 321</a> E. 3.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.5.</b> Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, existiert im Bundesrecht mit <span class="artref">Art. 14 VVG</span> (Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag, SR 221.229.1) eine mit <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE sinnverwandte Bestimmung. Nach <span class="artref">Art. 14 VVG</span> haftet das Versicherungsunternehmen nicht, wenn der Versicherungsnehmer oder der Anspruchsberechtigte das befürchtete Ereignis <i>absichtlich herbeigeführt</i> hat. In der Rechtsprechung wird für den Beweis der absichtlichen Herbeiführung des Versicherungsfalls nach <span class="artref">Art. 14 VVG</span> das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angewendet (vgl. Urteile 4A_382/2014 vom 3. März 2015 E. 5.3; 4A_316/2013 vom 21. August 2013 E. 6.2 mit Hinweisen; bei Brandstiftung: Urteil 4A_431/2010 vom 17. November 2010 E. 2.4 und 2.6). Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz bei der kantonalen Parallelbestimmung <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE ebenfalls von einer Beweisnot ausgeht und für die absichtliche Herbeiführung des Schadens das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anwendet. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.1.6.</b> Die Ausführungen des Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang erschöpfen sich im Wesentlichen darin, dass in seinem konkreten Fall gerade keine Beweisnot bestehe, weshalb das Regelbeweismass zählen müsse. Mit dem Vorbringen vermag er keine Verletzung der dargestellten Grundsätze darzulegen, zumal es nach der dargestellten Rechtsprechung gerade nicht auf den konkreten Einzelfall ankommt. Die Vorinstanz verletzte somit kein Bundesrecht, wenn sie das Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anwendete. Inwiefern in diesem Zusammenhang eine Verletzung des zusätzlich angerufenen <span class="artref">Art. 29 Abs. 2 BV</span> vorliegen könnte, zeigt der Beschwerdeführer nicht in einer den Begründungsanforderungen genügenden Weise (vgl. E. 2.1 hiervor) auf. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.</b> Umstritten ist weiter, ob der Beschwerdeführer den Brand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich herbeigeführt hat. Er macht in mehrfacher Hinsicht eine willkürliche Beweiswürdigung geltend. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.1.</b> Die Sachverhaltsfeststellung bzw. Beweiswürdigung erweist sich nur dann als willkürlich, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unberücksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat. Dass die von den Gerichten gezogenen Schlüsse nicht mit der eigenen Darstellung der Beschwerdeführerin übereinstimmen, belegt keine Willkür (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F140-III-264%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page264">BGE 140 III 264</a> E. 2.3 mit Hinweisen; Urteil 2C_588/2023 vom 27. Oktober 2023 E. 3.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.2.</b> Die Vorinstanz stellte zusammengefasst fest, das Bauernhaus des Beschwerdeführers sei am 28. Juli 2016 durch einen Brand gänzlich zerstört worden. Ein fachübliches Ausschlussverfahren habe ergeben, dass der Brand durch einen Menschen gelegt worden sei. Nach dem Brand habe die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen den Beschwerdeführer wegen Brandstiftung an seinem Bauernhaus eröffnet. Das Strafverfahren sei am 9. April 2018 eingestellt worden (<span class="artref">Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO</span>). Da durch die verursachte Feuersbrunst weder eine Gemeingefahr entstanden noch eine Drittperson zu Schaden gekommen sei, sei der Tatbestand der Brandstiftung nach <span class="artref">Art. 221 Abs. 1 StGB</span> nicht erfüllt gewesen. Es bestehe - so die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung weiter - gestützt auf die Ermittlungen der Kantonspolizei jedoch der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte den Brand an seinem Haus selber gelegt habe. </div> <div class="para">Die Vorinstanz stellte gestützt auf die Untersuchungsakten fest, der Beschwerdeführer sei unmittelbar vor dem Brandausbruch auf seinem Hof gewesen; andere Personen seien zur fraglichen Zeit dort oder in der unmittelbaren Umgebung nicht gesehen worden. Der Beschwerdeführer habe sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden und daher mit Blick auf allfällige Versicherungsleistungen ein Motiv gehabt. In den Strafakten gäbe es keine Hinweise auf eine Dritttäterschaft. Namentlich sei auch kein Grund ersichtlich, weshalb eine Drittperson den Brand hätte legen sollen. </div> <div class="para">Zur Zeit, als sein Bauernhaus abgebrannt sei, sei gegen den Beschwerdeführer bereits ein Strafverfahren wegen Brandstiftung in etlichen weiteren Fällen hängig gewesen, die sich in den Jahren 2003 bis 2016 in der Region ereignet hätten. Am 24. August 2018 sei er rechtskräftig wegen versuchter Brandstiftung an einem Personenwagen und wegen Brandstiftung an einem Stapel Holzscheite verurteilt worden. Dort sei er anhand von DNA-Spuren am Brandort (auf einem Zündholz bzw. auf einer Anzündhilfe) überführt worden, wobei er diese Taten ebenfalls abgestritten habe. In neun weiteren Fällen sei er "in dubio pro reo" freigesprochen worden. Diese Indizien sprächen insgesamt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für den Beschwerdeführer als Verursacher des Brandes (vgl. angefochtener Entscheid, E. 4). </div> <div class="para">Dieser habe zudem absichtlich gehandelt. Gemäss einem forensisch-psychiatrischen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern habe eine Alkoholisierung beim alkoholgewöhnten Beschwerdeführer mit hoher Wahrscheinlichkeit keine ursächliche, sondern allenfalls eine zusätzlich tatbegünstigende Rolle gespielt. Er könne nicht nachweisen, dass er zum Zeitpunkt der Brandlegung wegen Alkoholisierung nicht urteilsfähig gewesen sei (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5). Entsprechend habe er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich gehandelt und verliere gestützt auf <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE jeglichen Entschädigungsanspruch. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.3.</b> Der Beschwerdeführer macht dagegen zusammengefasst geltend, die Vorinstanz habe aus den Untersuchungsakten falsche Schlüsse gezogen, Berichte unrichtig gewürdigt und alternative Erklärungsansätze für den Brand ausgeblendet. Damit vermag er jedoch keine Willkür aufzuzeigen: </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.4.</b> Soweit er vorbringt, es seien weder ungewöhnliche Rückstände noch Brandbeschleuniger gefunden worden, was gegen eine menschliche Verursachung spreche - es wäre etwa auch eine natürliche Brandursache oder ein sogenannter Gärgasbrand denkbar -, setzt er sich nicht in genügender Weise mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinander: Die Vorinstanz listete verschiedene, sich in der Nähe der Brandkernzone vorhandene potenzielle Brandquellen auf und legte im Einzelnen dar, weshalb diese gemäss den Untersuchungen der Kantonspolizei Bern als Brandursache im vorliegenden Fall ausgeschlossen werden konnten. Ein Feuerausbruch aufgrund eines natürlichen, chemischen oder biologischen Prozesses (insb. auch aufgrund eines Gärgasbrandes) wurde von den Fachleuten ebenfalls ausgeschlossen (angefochtenes Urteil, E. 4.1 ff.). Eine willkürliche Feststellung der Brandursache ist somit nicht dargetan. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.5.</b> Weiter rügt der Beschwerdeführer, aus seinen finanziellen Problemen dürfe nicht direkt auf ein finanzielles Motiv geschlossen werden. Er hätte andere "legale oder illegale" Einkommensquellen gehabt. Zudem hätte die Planung einer Brandstiftung seine kognitive Leistungsfähigkeit überstiegen, was gegen ihn als Täter spräche. Ohnehin hätte er mit der Versicherungsleistung keine Schulden tilgen können, da die Versicherungsleistung nur den abgebrannten Vermögenswert ersetze. </div> <div class="para">Die Vorbringen sind unbegründet. Sofern er auf weitere Einkommensquellen und seine angeblich eingeschränkte kognitive Leistungsfähigkeit verweist, fehlt es bereits am entsprechenden Tatsachenfundament (<span class="artref">Art. 105 Abs. 1 BGG</span>). Darauf ist nicht weiter einzugehen. Das Argument, er könne durch die Versicherungsleistung keine weiteren Schulden tilgen, ist nicht stichhaltig, zumal das kantonale Recht auch bei ausbleibendem Wiederaufbau des Gebäudes eine Entschädigung vorsieht (<span class="artref">Art. 29 Abs. 1 GVG</span>/BE). Jedenfalls ist es nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz diese Elemente in die Beweiswürdigung einbezieht. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.6.</b> Der Beschwerdeführer beanstandet weiter die Berücksichtigung der Einstellungsverfügung vom 9. April 2018. Diese stamme nicht von einem unabhängigen und objektiv urteilenden Gericht, sondern von der Staatsanwaltschaft. Es sei willkürlich, wenn ihm eine Einstellungsverfügung, die nach Gesetz einem Freispruch gleichkomme und die er nicht habe anfechten können, im versicherungsrechtlichen Verfahren zum Nachteil gereiche. </div> <div class="para">Die Vorinstanz stützte sich, wie vom kantonalen Gebäudeversicherungsgesetz vorgesehen, auf die amtlichen Untersuchungsakten (<span class="artref">Art. 37 Abs. 2 GVG</span>/BE), wozu auch die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft gehört. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers leitete die Vorinstanz die Brandlegung durch den Beschwerdeführer nicht einzig aus der Einschätzung der Staatsanwaltschaft ab, sondern würdigte die gesamten Untersuchungsakten (vgl. E. 7.2.2 hiervor). Dass die Vorinstanz den von der Staatsanwaltschaft gehegten dringenden Verdacht mitberücksichtigte, erscheint nicht als willkürlich, sondern drängte sich im Gegenteil auf. Der Grund für die Einstellung des Strafverfahrens waren nicht fehlende Indizien zur Ursache des Brandes, sondern die fehlende Verwirklichung des objektiven Straftatbestands. Folgerichtig erwog die Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer aus der Einstellung des Verfahrens für das gebäudeversicherungsrechtliche Verfahren nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. Soweit er die fehlende Anfechtungsmöglichkeit der Einstellungsverfügung beanstandet, geht die Rüge an der Sache vorbei. Er konnte sich vor den Vorinstanzen zum Inhalt und zur Tragweite der Einstellungsverfügung äussern. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.7.</b> Der Beschwerdeführer rügt schliesslich, es sei willkürlich, wenn die Vorinstanz die anderen ihm zur Last gelegten Brände mitberücksichtige. Diese seien nicht mit dem Brand des Bauernhauses vergleichbar; im Übrigen sei er auch in einigen Fällen von Brandstiftung freigesprochen worden. </div> <div class="para">Inwiefern es unhaltbar sein soll, die gegen den Beschwerdeführer ausgesprochenen Verurteilungen wegen Brandstiftung zu seinen Ungunsten zu würdigen, erschliesst sich nicht. Auch spricht es entgegen dem Beschwerdeführer nicht gegen ihn als Urheber des Brandes seines Bauernhauses, dass es sich bei den rechtskräftig verurteilten Brandstiftungen um vergleichsweise geringe Schäden gehandelt hatte. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz die früheren Brandstiftungen in die Beweiswürdigung einfliessen lässt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.8.</b> Der Beschwerdeführer macht schliesslich - im Sinne einer Eventualbegründung - geltend, er sei am Tag des Brandes sehr stark alkoholisiert gewesen. Er habe die Tragweite einer (allfälligen) Brandstiftung nicht mehr überblicken und daher nicht vernunftgemäss handeln können. Mangels Urteilsfähigkeit habe er nicht absichtlich gehandelt. Damit setzt sich der Beschwerdeführer in Widerspruch zu den vorinstanzlichen Feststellungen, wonach sein Urteilsvermögen und seine Willensbildung zum Zeitpunkt der Brandlegung nicht beeinträchtigt und er fähig gewesen sei, vernunftgemäss zu handeln. Diese Erkenntnisse beruhen ihrerseits auf dem forensisch-psychiatrischen Gutachten der Universität Bern (vgl. angefochtener Entscheid, E. 5.2). Damit vermag er keine Willkür aufzuzeigen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>7.2.9.</b> Insgesamt ist die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung unter Willkürgesichtspunkten nicht zu beanstanden. Damit bleibt der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt verbindlich. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>8.</b> </div> <div class="para">Dem Hauseigentümer steht bei einem Feuerschaden eine Entschädigung zu (<span class="artref">Art. 22 Abs. 1 lit. a GVG</span>/BE). Gemäss <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE verliert er jeglichen Entschädigungsanspruch, wenn er den Schaden absichtlich herbeigeführt hat. </div> <div class="para">Gestützt auf die Erkenntnis, dass der Beschwerdeführer sein Bauernhaus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich in Brand gesetzt hat, verweigerte die Vorinstanz eine Entschädigung gemäss <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE. Diese Schlussfolgerung wird als solche vom Beschwerdeführer nicht bestritten. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.</b> </div> <div class="para">Umstritten ist, ob die Gebäudeversicherung ihre Entschädigungspflicht zu einem früheren Zeitpunkt bereits verbindlich bejaht hat. Der Beschwerdeführer rügt eine willkürliche Anwendung des kantonalen Verfahrensrechts und eine Verletzung von <span class="artref">Art. 5 VwVG</span>, <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE und Art. 56 Abs. 2 VRPG/BE. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.1.</b> Der Beschwerdeführer macht geltend, die Gebäudeversicherung habe ihm in einem Schreiben vom 8. Juni 2018 unter Hinweis auf <span class="artref">Art. 32 GVG</span>/BE zugesichert, dass die Entschädigung nicht gekürzt oder verweigert werde, obwohl die Gebäudeversicherung vom dringenden Verdacht gegen ihn Kenntnis gehabt habe. Gemäss dem Schreiben sei, sofern er die Wiederaufbaukritierien erfülle, die volle Entschädigung geschuldet. Der Beschwerdeführer folgert daraus, die Gebäudeversicherung habe bezüglich der absichtlichen Herbeiführung des Schadens bzw. der Entschädigungspflicht rechtskräftig verfügt. Es sei nach kantonalem (Verfahrens-) Recht unzulässig, auf diesen Entscheid zurückzukommen. Soweit die Vorinstanz die Entschädigung nachträglich trotzdem verweigere, verletze sie in willkürlicher Weise kantonales Recht (<span class="artref">Art. 9 BV</span>), namentlich <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE und Art. 56 Abs. 2 VRPG/BE (Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des Kantons Bern; BSG 155.21), und <span class="artref">Art. 5 VwVG</span>. Entgegen der Vorinstanz sei unerheblich, dass das Schreiben vom 8. Juni 2018 von der GVB Privatversicherungen AG und nicht von der GVB verfasst worden sei. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.2.</b> Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, das Schreiben vom 8. Juni 2018 sei im Namen der nicht verfügungsberechtigten GVB Privatversicherungen AG anstatt der zuständigen GVB verfasst worden. Zudem fänden sich darin keine verbindlichen Zusagen zur Entschädigungspflicht. Es handle sich deshalb nicht um eine verbindliche Verfügung; eine nachträgliche Verweigerung der Entschädigung gestützt auf <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE sei zulässig. Wiederaufnahmegründe nach Art. 56 VRPG/BE seien nicht zu prüfen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.3.</b> Beim GVG/BE und dem VRPG/BE handelt es sich um kantonales Recht. Im Kanton Bern wird mit Blick auf die Konturierung des (materiellen) Verfügungsbegriffs auf die bundesrechtliche Legaldefinition gemäss <span class="artref">Art. 5 Abs. 1 VwVG</span> abgestellt (Urteil 2C_172/2024 vom 27. Mai 2024 E. 3.3). Kantonales Recht prüft das Bundesgericht im Grundsatz nur auf dessen Vereinbarkeit mit dem Bundesrecht (vgl. E. 2.1 hiervor; <span class="artref">Art. 95 lit. a BGG</span>). Darunter fällt insbesondere der Schutz vor Willkür nach <span class="artref">Art. 9 BV</span>. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.4.</b> Willkür in der Rechtsanwendung liegt vor, wenn das angefochtene Urteil offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft. Das Bundesgericht hebt einen Entscheid jedoch nur auf, wenn nicht bloss die Begründung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist. Dass eine andere Lösung ebenfalls als vertretbar oder gar zutreffender erscheint, genügt nicht (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-III-95%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page95">BGE 148 III 95</a> E. 4.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-113%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page113">144 I 113</a></span> E. 7.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-II-369%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page369">142 II 369</a> E. 4.3). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.5.</b> Als Verfügungen gelten autoritative, einseitige, individuell-konkrete Anordnungen der Behörde, die in Anwendung von Verwaltungsrecht ergangen, auf Rechtswirkungen ausgerichtet sowie verbindlich und erzwingbar sind (vgl. <span class="artref">Art. 5 VwVG</span>; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-II-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">BGE 141 II 233</a> E. 3.1 mit Hinweisen). Ausschlaggebend für die Qualifikation eines Verwaltungsaktes als Verfügung sind deren Strukturmerkmale (materieller Verfügungsbegriff; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-II-38%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page38">BGE 135 II 38</a> E. 4.3; Urteil 2C_854/2016 vom 31. Juli 2018 E. 4.1 [nicht publ. in <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-376%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page376">BGE 144 II 376</a>]). Die Form der Anordnung, wie Bezeichnung, Rechtsmittelbelehrung oder Unterschrift, ist nicht entscheidend, kann aber einen Eröffnungsmangel begründen, der die Anordnung anfechtbar (oder nichtig) macht, dem Verfügungsadressat aber keine Nachteile bringen darf (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F150-II-26%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page26">BGE 150 II 26</a> E. 3.5.4; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-II-268%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page268">143 II 268</a> E. 4.2.1; Urteil 2C_214/2023 vom 7. Mai 2024 E. 4.6.6). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>9.6.</b> Die Vorinstanz verneinte den Verfügungscharakter des Schreibens vom 8. Juni 2018 im Wesentlichen mit der Begründung, es sehe keine Rechtswirkungen im Sinn des Verfügungsbegriffs vor. Diese Begründung erweist sich mit Blick auf das kantonale Recht nicht als willkürlich: </div> <div class="para">Gemäss <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE verliert die Hauseigentümerin oder der Hauseigentümer jeglichen Entschädigungsanspruch, wenn sie oder er den Schaden absichtlich herbeigeführt hat. Zur Ermittlung der Schadensursache und allfälliger Verantwortlichkeiten ist eine amtliche Untersuchung durchzuführen (<span class="artref">Art. 37 Abs. 1 GVG</span>/BE). Die GVB hat das Recht, die Untersuchungsakten einzusehen, sobald es der Stand der Untersuchung erlaubt (<span class="artref">Art. 37 Abs. 2 GVG</span>/BE). Die Strafverfolgungsbehörden haben der GVB die Untersuchungsakten unentgeltlich zuzustellen (Art. 24 Abs. 3 GVV/BE [Gebäudeversicherungsverordnung; BSG 873.111]). </div> <div class="para">Diese kantonalen Bestimmungen schreiben nicht vor, in welchem Zeitpunkt eine Verfügung über den Entschädigungsanspruch zu ergehen hat. Weiter steht dieser Anspruch unter dem Vorbehalt der absichtlichen Schadensherbeiführung im Sinn von <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz daraus im Ergebnis ableitet, eine Verfügung werde erst nach abschliessender Klärung der Schadensursache erlassen. Die Gebäudeversicherung Bern hatte den Beschwerdeführer vorliegend denn auch bereits mit Schreiben vom 6. September 2016, auf welches das Schreiben vom 8. Juni 2018 Bezug nimmt, darauf hingewiesen, dass die Festsetzung der Entschädigung in der Regel <i>vor</i> Abschluss einer allfälligen amtlichen Untersuchung über die Schadensursache erfolge, eine Kürzung der Entschädigung aufgrund von <span class="artref">Art. 32 GVG</span> jedoch vorbehalten bleibe. Es ist nicht willkürlich, wenn die Vorinstanz davon ausgeht, dass nach kantonalem Recht eine Verfügung nur dann ergeht, wenn eine "Streitigkeit" zwischen der GVB und dem Hauseigentümer besteht (<span class="artref">Art. 43 Abs. 1 GVG</span>/BE; angefochtenes Urteil, E. 2.3). Eine Streitigkeit lag zum Zeitpunkt des Schreibens vom 8. Juni 2018 unbestrittenermassen nicht vor. </div> <div class="para">Es ist somit nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Schreiben vom 8. Juni 2018 nicht als verbindliche Verfügung qualifizierte, von der - nach Ansicht des Beschwerdeführers - aus prozessualen Gründen nicht mehr hätte abgewichen werden können. </div> <div class="para">Eine andere Frage ist indes, ob das Schreiben vom 8. Juni 2018 eine behördliche Zusicherung darstellt und sich der Beschwerdeführer auf den Schutz seines Vertrauens berufen kann (<span class="artref">Art. 9 BV</span>, E. 10 hiernach). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>10.</b> </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung von Treu und Glauben (<span class="artref">Art. 9 BV</span>; Vertrauensschutz). Er habe auf die Zusicherung im Schreiben der Gebäudeversicherung vom 8. Juni 2018 vertraut, wonach keine Basis für eine Kürzung oder Verweigerung der Schadensleistung gemäss <span class="artref">Art. 32 GVG</span> gegeben sei, und habe in der Folge die Räumung des Brandplatzes im Wert von Fr. 55'000.-- in Auftrag gegeben. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>10.1.</b> Der Grundsatz von Treu und Glauben (<span class="artref">Art. 5 Abs. 3 und <artref id="CH/101/9" type="start"></artref>Art. 9 BV</span><artref id="CH/101/5/3" type="end"></artref>) verleiht Rechtsuchenden unter gewissen Umständen Anspruch auf Schutz ihres Vertrauens auf die Richtigkeit behördlichen Handelns. Dieser Anspruch hindert die Behörden, von ihrem früheren Handeln abzuweichen, auch wenn sie dieses zu einem späteren Zeitpunkt als unrichtig erkennen. Potenzielle Vertrauensgrundlage sind dabei allein jene behördlichen Handlungen, die sich auf eine konkrete, den Rechtsuchenden berührende Angelegenheit beziehen und von einer Behörde ausgehen, die für die betreffende Handlung zuständig ist oder die der Rechtsuchende aus zureichenden Gründen für zuständig hält. Individuelle Auskünfte und Zusicherungen sind demnach typische Beispiele für Verwaltungsakte, die beim Bürger Vertrauen wecken können. Das Vertrauen ist allerdings nur schutzwürdig, wenn der Rechtsuchende die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres erkennen konnte und er im Vertrauen auf die Auskunft Dispositionen getroffen hat, die er nicht ohne Nachteil rückgängig machen kann. Der Anspruch auf Vertrauensschutz entfällt, wenn die gesetzliche Ordnung zwischen dem Zeitpunkt der Auskunft und der Verwirklichung des Sachverhalts geändert hat (<a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F150-I-1%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page1">BGE 150 I 1</a> E. 4.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F148-II-233%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page233">148 II 233</a> E. 5.5.1<span class="artref">; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F146-I-105%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page105">146 I 105</a></span> E. 5.1.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-V-341%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page341">143 V 341</a> E. 5.2.1). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>10.2.</b> Der Rechtsuchende muss gutgläubig sein, will er sich auf den Grundsatz von Treu und Glauben nach <span class="artref">Art. 9 BV</span> berufen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page21">BGE 132 II 21</a> E. 6.2.2; MATTHIAS KRADOLFER, in: St. Galler Kommentar, Bundesverfassung, N. 87 zu <span class="artref">Art. 9 BV</span>). Geschützt ist nur das gutgläubige Vertrauen in die materielle Richtigkeit der behördlichen Auskunft (vgl. 2C_203/2022 vom 16. Dezember 2022 E. 5.3). Neben den eigenen Kenntnissen muss sich die vertrauende Person das Fachwissen eines Vertreters oder einer Vertreterin anrechnen lassen (vgl. <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-I-199%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page199">BGE 134 I 199</a> E. 1.3.1; <a class="bgeref_id" href="https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&amp;type=highlight_simple_query&amp;page=33&amp;from_date=15.01.2025&amp;to_date=03.02.2025&amp;sort=relevance&amp;insertion_date=&amp;top_subcollection_aza=all&amp;query_words=&amp;rank=0&amp;azaclir=aza&amp;highlight_docid=atf%3A%2F%2F132-II-21%3Ade&amp;number_of_ranks=0#page21">132 II 21</a> E. 6.2.2). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>10.3.</b> Vorliegend ist erstellt, dass der Beschwerdeführer den Brand an seinem Bauernhaus mit überwiegender Wahrscheinlichkeit absichtlich gelegt hat (vgl. E. 7 hiervor). Es musste dem Beschwerdeführer auch ohne detaillierte Rechtskenntnisse bewusst sein, dass er unter diesen Umständen keine Entschädigungsansprüche gegen die Gebäudeversicherung hat. Es ist allgemein bekannt, dass eine Schadenminderungspflicht besteht bzw. die absichtliche Herbeiführung des Schadens die Entschädigung ausschliesst. Im Schreiben vom 6. September 2016 wurde der Beschwerdeführer denn auch ausdrücklich auf <span class="artref">Art. 32 GVG</span>/BE hingewiesen, wonach eine Kürzung der Entschädigung je nach Ausgang der Untersuchung über die Schadenursache vorbehalten bleibe. </div> <div class="para">Der Beschwerdeführer wurde während des ganzen Verfahrens von einem Anwalt vertreten. Dessen Rechtskenntnisse musste sich der Beschwerdeführer anrechnen lassen (vgl. E. 10.2 hiervor). Der Beschwerdeführer konnte daher nicht gutgläubig auf das Schreiben der Gebäudeversicherung vertrauen, wonach keine Basis für eine Verweigerung der Entschädigung vorhanden war. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>10.4.</b> Entfällt der Vertrauensschutz bereits, weil der Beschwerdeführer nicht guten Glaubens auf die Richtigkeit der Auskunft vertrauen durfte, kann offenbleiben, ob die übrigen Voraussetzungen für eine Berufung auf Vertrauensschutz gegeben sind. So ist insbesondere nicht zu prüfen, ob das Schreiben vom 8. Juni 2018 trotz dem Vorbehalt in <span class="artref">Art. 32 Abs. 1 GVG</span>/BE eine taugliche Vertrauensgrundlage darstellt, die Auftragserteilung der Räumung der Brandruine als Disposition im Sinne von <span class="artref">Art. 9 BV</span> zu qualifizieren ist und ob der Beschwerdeführer die Kosten der Räumung der Brandruine nicht ohnehin (aus umweltrechtlichen Gründen bzw. aufgrund des Verursacherprinzips bei einer Ersatzvornahme) tragen muss (sog. Ohnehin-Kosten). Der Beschwerdeführer kann sich somit von vornherein nicht auf Vertrauensschutz berufen. Damit erübrigt es sich auch, auf die weiteren diesbezüglichen Rügen des Beschwerdeführers einzugehen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>11.</b> </div> <div class="para">Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde unter allen Aspekten als unbegründet. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. </div> <div class="para">Der unterliegende Beschwerdeführer wird kostenpflichtig (<span class="artref">Art. 66 Abs. 1 BGG</span>). Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet, denn die GBV ist eine mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation, die in ihrem amtlichen Wirkungskreis handelte (<span class="artref">Art. 68 Abs. 3 BGG</span>). </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b> Demnach erkennt das Bundesgericht:</b> </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>1.</b> </div> <div class="para">Die Beschwerde wird abgewiesen. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>2.</b> </div> <div class="para">Die Gerichtskosten von Fr. 12'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> <b>3.</b> </div> <div class="para">Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, mitgeteilt. </div> <div class="para"> </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Lausanne, 21. Januar 2025 </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung </div> <div class="para">des Schweizerischen Bundesgerichts </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Die Präsidentin: F. Aubry Girardin </div> <div class="para"> </div> <div class="para">Der Gerichtsschreiber: P. Plattner </div> </div></body></html>