<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2000.00339</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=105816&amp;W10_KEY=4467149&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2000.00339</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.11.2000</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">3. Abteilung/Einzelrichter</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Abgaberecht ohne Steuern</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Kanalisationsanschlussgebühren</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Überwälzung der Mehrwertsteuer auf die Gebührenpflichtigen<br/><br/>Das VGr kann vorfrageweise über das Bestehen einer Mehrwertsteuerpflicht befinden (E. 1b).<br/>Das Gericht ist nicht an die Auskunft einer in der Sache zuständigen Behörde gebunden, soweit diese den Sachverhalt nicht überprüft hat (E. 2a).<br/>Die fragliche Gebühr unterliegt sachlich der Mehrwertsteuerpflicht (E. 2b).<br/>Intertemporalrechtlich besteht teilweise eine Steuerpflicht (E. 2c).<br/>Die Gebühr selbst stützt sich auf eine genügende gesetzliche Grundlage (E. 3a).<br/>Art. 84 Abs. 8 MWStV erlaubt auch Gemeinwesen, die Mehrwertsteuer auf die Leistungsbezüger zu überwälzen (E. 3b).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUSKUNFT">AUSKUNFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BINDUNG">BINDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Abgaberecht ST: GEBÃHREN">GEBÃHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERTEMPORALES RECHT">INTERTEMPORALES RECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATION">KANALISATION</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR">KANALISATIONSANSCHLUSSGEBÃHR</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: MEHRWERTSTEUER">MEHRWERTSTEUER</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃBERWÃLZUNG">ÃBERWÃLZUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VORFRAGEWEISE">VORFRAGEWEISE</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 15anhang MWSTGV</span><br/><span class="ungerade">Art. 17 lit. IV MWSTGV</span><br/><span class="gerade">Art. 51 MWSTGV</span><br/><span class="ungerade">Art. 84 lit. I MWSTGV</span><br/><span class="gerade">Art. 84 lit. VIII MWSTGV</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der Gemeinderat X erteilte dem Baukonsortium Z am 22. Februar 1993 die Be­willigung zur Erstellung der Ãberbauung B. Am 24. Januar 1994 genehmigte der Gemein­derat dem Konsortium den Anschluss der Ãberbauung an die kommunale Ka­na­lisation unter mehreren Bedingungen, namentlich der Entrichtung von AnschlussgebÃ¼h­ren in der HÃ¶he von insgesamt Fr. 164'400.- (act. --). Mit Beschluss vom 23. September 1999 legte der Gemeinderat die definitive KanalisationsanschlussgebÃ¼hr fÃ¼r das GebÃ¤ude Assek.-Nr. 01 (UT-Garage) auf Fr. 17'820.45 und diejenige fÃ¼r das GebÃ¤ude Assek.-Nr. 02 (Ge­meinschaftshaus) auf Fr. 4'938.20 fest. Diese BetrÃ¤ge entsprachen je 1.2 % des Versiche­rungswerts der beiden GebÃ¤ude gemÃ¤ss der SchÃ¤tzungsanzeige der kantonalen GebÃ¤ude­versicherung vom 16. Dezember 1998. Inbegriffen in diesen GebÃ¼hren war die Mehr­wert­steuer in HÃ¶he von 6.5 %.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Z.1, Z.2 und Z.9 erhoben am 28. Oktober 1999 namens der Mitglieder des Bau­konsortiums Z Rekurs an den Bezirksrat mit den AntrÃ¤­gen, die KanalisationsgebÃ¼hr fÃ¼r die UT-Garage aufzuheben, eventualiter auf 0.8 % des Ge­bÃ¤udeversicherungswerts festzuset­zen, und jene fÃ¼r das Gemeinschaftshaus auf 0.6 % (recte 0.8 % gemÃ¤ss RekursbegrÃ¼n­dung) festzusetzen. Neben anderen Punkten beanstan­deten sie den Zuschlag fÃ¼r die Mehr­wertsteuer auf die erhobene GebÃ¼hr. Der Bezirksrat hiess den Rekurs am 25. August 2000 gut und hob den Beschluss des Gemein­derats X auf (Dispositiv-Ziffer 1a). Er verpflichtete diesen, die AnschlussgebÃ¼hren fÃ¼r die beiden GebÃ¤ude in Anwendung des Tarifs fÃ¼r NichtwohnhÃ¤user gemÃ¤ss Art. 4 der Ver­ordnung Ã¼ber GebÃ¼hren an Abwasseranlagen der Gemeinde X vom 11. Juni 1982 (VGA) neu zu berechnen (Ziff. 1b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Am 2. Oktober wandte sich der Gemeinderat X mit Beschwerde an das Ver­waltungsgericht und beantragte, den Beschluss des Bezirksrats so abzuÃ¤ndern, dass das Baukonsortium Z Mehrwertsteuer auf den auferlegten GebÃ¼hren entrichten mÃ¼sse. Zur BegrÃ¼ndung fÃ¼hrte der Gemeinderat an, eine AbklÃ¤rung bei der eidgenÃ¶ssi­schen Steuer­verwaltung habe ergeben, dass Mehrwertsteuer zu bezahlen sei, weil der Bau­beginn erst 1997 erfolgt sei. Es komme nicht darauf an, dass die Baubewilligung und eine provisori­sche Rechnung bereits 1994 ausgestellt worden seien.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der AbteilungsprÃ¤sident setzte dem Beschwerdegegner am 6. Oktober 2000 Frist an, um dem Gericht die Namen und Adressen der Konsortialen des Baukonsortiums Z mit­zuteilen. Dieser Aufforderung kam der Vertreter des Beschwerdegegners am 30. Ok­to­ber 2000 nach und beantragte gleichzeitig Abweisung der Beschwerde. Denselben Antrag stellte am 31. Oktober 2000 der Bezirksrat.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Der Einzelrichter zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen einen Beschluss des Bezirks­rats und ist nach § 19c Abs. 2 und § 41 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997 (VRG) zulÃ¤ssig. Von den weiteren Voraussetzungen ist nur die ZustÃ¤n­digkeit des Verwaltungsgerichts zu prÃ¼fen (siehe anschl. E. b).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin verlangt die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses hinsichtlich der Bezahlung von Mehrwertsteuer durch den Beschwerdegegner. Ob sie zu Recht die Steuer Ã¼berwÃ¤lzt hat, hÃ¤ngt zum einen davon ab, ob die GebÃ¼hrenerhebungen einen mehrwertsteuerpflichtigen Vorgang darstellen, und zum anderen davon, ob die Be­schwerde­fÃ¼hrerin die Steuer auf den Beschwerdegegner Ã¼berwÃ¤lzen kann. Zur Beurteilung der ersten Frage wÃ¤re hauptfrageweise nicht das Verwaltungsgericht, sondern erstinstanz­lich die Eidge­nÃ¶ssische Steuerverwaltung zustÃ¤ndig (Art. 51 der Verordnung Ã¼ber die Mehr­wertsteuer vom 22. Juni 1994; MWStV). Das Verwaltungsgericht ist jedoch befugt, Ã¼ber das Bestehen einer Steuerpflicht als Vorfrage einer Hauptfrage kommunalrechtlicher Natur zu befinden, soweit die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde noch nicht entschieden hat (VGr, 27. No­vember 1997, VB.97.00494; Ulrich HÃ¤felin/Georg MÃ¼ller, Grundriss des Allgemei­nen Verwaltungsrechts, 3. A., ZÃ¼rich 1998, Rz. 46 ff.; vgl. E. 2a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. Weil der Streitwert weniger als Fr. 20'000.- betrÃ¤gt, ist nach § 38 Abs. 2 VRG der Einzelrichter fÃ¼r den Entscheid zustÃ¤n­dig.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Da das Verwaltungsgericht gemÃ¤ss § 63 Abs. 2 VRG nicht Ã¼ber die gestellten Rechts­begehren hinausgehen darf, ist der Beschluss des Bezirksrats rechtskrÃ¤ftig geworden mit Bezug auf die Festlegung der anwendbaren GebÃ¼hrenansÃ¤tze (Dispositiv-Ziff. 1b). Im Streit liegt damit nur noch, ob auf die neu festzusetzenden GebÃ¼hren vom Beschwerdegeg­ner Mehrwertsteuer zu beziehen ist.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Was die vorfrageweise Beurteilung der Mehrwertsteuerpflicht anbelangt, fragt sich zunÃ¤chst, ob das Verwaltungsgericht an die durch die BeschwerdefÃ¼hrerin von der Eid­genÃ¶ssischen Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, eingeholte Auskunft vom 19. September 2000 (act.--) gebunden sei. GrundsÃ¤tzlich hat sich das Gericht an Ent­scheide sachkompetenter BehÃ¶rden zu halten (RB 1983 Nr. 70; HÃ¤felin/MÃ¼ller, Rz. 58). Hier liegt allerdings kein verbindlicher Entscheid, sondern eine blosse Auskunft auf An­frage der BeschwerdefÃ¼hrerin vor. Es ist deshalb insbesondere davon auszugehen, dass die Auskunft ohne eigene SachverhaltsabklÃ¤rungen der EidgenÃ¶ssischen Steuerverwaltung er­folgte, sondern diese von den Angaben der BeschwerdefÃ¼hrerin ausging. Dem Verwal­tungs­gericht kann es nicht verwehrt sein, den massgebenden Sachverhalt selbst abzuklÃ¤ren und gestÃ¼tzt darauf allenfalls zu einer abweichenden Beurteilung der Mehrwertsteuerpflicht zu gelangen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 17 Abs. 4 MWStV sind die Gemeinden fÃ¼r Leistungen, die sie nicht in AusÃ¼bung hoheitlicher Gewalt erbringen, steuerpflichtig. GemÃ¤ss Ziff. 15 des Anhangs zur MWStV sind Personen des Ã¶ffentlichen Rechts hingegen fÃ¼r TÃ¤tigkeiten auf dem Gebiet der Entsorgung in jedem Fall steuerpflichtig. Demnach kommt es in diesem Bereich nicht darauf an, ob die TÃ¤tigkeit als "hoheitlich" im Sinn von Art. 17 Abs. 4 zu qualifizieren ist. Sachlich unterliegt somit die streitbetroffene GebÃ¼hrenerhebung der Mehrwertsteuer­pflicht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Intertemporalrechtlich besteht die Steuerpflicht, falls "der Umsatz" nach Inkraft­treten der MWStV (nach Art. 86 MWStV am 1. Januar 1995) getÃ¤tigt wurde (Art. 84 Abs. 1 MWStV). Massgebender Zeitpunkt bei Lieferungen und Dienstleistungen ist derje­nige der AusfÃ¼hrung (Stephan Kuhn/Peter Spinnler, Mehrwertsteuer, Muri b. Bern 1994, S. 145). Vorliegend kommt also auf den tatsÃ¤chlichen Anschluss der Bauten an die Ã¶ffent­liche Kanalisation an. Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung traf in ihrer Auskunft vom 19. September 2000 die Annahme, der Baubeginn sei erst 1997 erfolgt, ohne AbklÃ¤rungen, weshalb das Verwaltungsgericht jedenfalls insoweit nicht gebunden ist (vgl. E. 2a).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach der Darstellung der BeschwerdefÃ¼hrerin erfolgte der Beginn der Bauarbeiten im Jahr 1997 (act. --). Der Beschwerdegegner behauptet dagegen, die Tiefgarage sei bereits 1994 erstellt worden (act. --). Damit anerkennt er, dass das Gemeinschaftshaus (As­sek.-Nr. 02) nach Inkrafttreten der MWStV am 1. Januar 1995 erstellt und an die Kanali­sation angeschlossen wurde. Da die GebÃ¼hr dafÃ¼r separat berechnet und ausgewiesen wur­de, ist davon auszugehen, dass jedenfalls insoweit auch intertemporalrechtlich eine Mehr­wert­steuerpflicht besteht.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>BezÃ¼glich der UT-Garage (Assek.-Nr. 01) ist aufgrund der durch den Beschwer­de­gegner eingereichten SchriftstÃ¼cke (act. --) davon auszugehen, dass die Kanalisation bereits im Jahr 1994 erstellt wurde und damit die Mehrwertsteuerpflicht entfÃ¤llt. Dieser Schluss drÃ¤ngt sich im Ãbrigen bereits deshalb auf, weil die BeschwerdefÃ¼hrerin ihre Be­hauptung, die gesamte Ãberbauung sei erst 1997 erstellt worden, nicht belegt hat, aber die objektive Beweislast trÃ¤gt fÃ¼r die anspruchsbegrÃ¼ndenden Tatsachen (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Boss­hart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼­rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 7 N. 5).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. Soweit davon auszugehen ist, dass die vom Beschwerdegegner bezogenen Kana­lisationsanschlussgebÃ¼hren der Mehrwertsteuer unterstehen, was nach dem Gesagten hin­sichtlich des Gemeinschaftshauses zutrifft, bleibt zu prÃ¼fen, ob diese auf den Abgabe­pflich­tigen Ã¼berwÃ¤lzt werden kann.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>a) Nach Art. 60a des GewÃ¤sserschutzgesetzes vom 24. Januar 1991 sorgen die Kantone dafÃ¼r, dass die Kosten fÃ¼r Bau, Betrieb, Unterhalt, Sanierung und Ersatz der Ab­wasseranlagen mit GebÃ¼hren oder anderen Abgaben den Verursachern Ã¼berbunden werden. Der Kanton ZÃ¼rich ist diesem Auftrag mit dem Erlass des EinfÃ¼hrungsgesetzes zum Ge­wÃ¤sserschutzgesetz vom 8. Dezember 1974 (EG GSchG) nachgekommen. Nach §§ 42 ff. EG GSchG haben die GrundeigentÃ¼mer, deren Liegenschaften durch den Bau Ã¶ffentlicher Abwasserleitungen eine Wertvermehrung erfahren, der Gemeinde BeitrÃ¤ge an die Kosten zu leisten. GemÃ¤ss § 45 EG GSchG erheben die Gemeinden fÃ¼r die BenÃ¼tzung der Ã¶ffentli­chen Abwasser- und Abfallbeseitigungsanlagen kostendeckende GebÃ¼hren. § 7 lit. e EG GSchG trÃ¤gt den Gemeinden zudem den Erlass von Kanalisations- und GebÃ¼hrenverord­nungen auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Vorliegend geht es um die Erhebung einer kommunalen GebÃ¼hr im Sinn von § 45 EG GSchG und nicht um einen Beitrag, da die Abgabe den Anschluss einer Liegenschaft an die Ã¶ffentliche Kanalisation und damit deren BenÃ¼tzung voraussetzt (Art. 2 ff. VGA). Art. 2 VGA legt das Abgabeobjekt (Anschluss von GebÃ¤uden an die Kanalisation) und die Abgabepflichtigen (GrundeigentÃ¼mer) fest. Art. 3 ff. bestimmen die HÃ¶he der Abgabe. FÃ¼r die fragliche AnschlussgebÃ¼hr besteht somit grundsÃ¤tzlich eine genÃ¼gende gesetzliche Grundlage.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Die BeschwerdefÃ¼hrerin rÃ¤umt ein, dass ihre Verordnung keine ausdrÃ¼ckliche Grundlage fÃ¼r die ÃberwÃ¤lzung der Mehrwertsteuer enthÃ¤lt. Sie macht jedoch geltend, Art. 84 Abs. 8 MWStV stelle eine solche Grundlage dar, was die Vorinstanz ausdrÃ¼cklich und der Beschwerdegegner implizit in Abrede stellen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>GemÃ¤ss dieser Bestimmung kann jeder der Beteiligten verlangen, dass das Entgelt fÃ¼r eine Lieferung oder Dienstleistung, die vor Inkrafttreten der MWStV vereinbart wurde, um den Differenzbetrag zwischen der vorherigen Warenumsatzsteuer und der spÃ¤teren Mehr­wertsteuer korrigiert werde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Norm ist nach ihrem Wortlaut primÃ¤r auf privatrechtliche VertrÃ¤ge zugeschnit­ten. Eine Anwendung auf Ã¶ffentlichrechtliche VerhÃ¤ltnisse ist aber nicht zum vornherein ausgeschlossen. Es ist zu prÃ¼fen, ob die der Bestimmung zugrunde liegende Interessen­wertung gleichermassen fÃ¼r Private wie fÃ¼r Gemeinwesen Geltung beanspruchen kann: Von Privaten kann bei Abschluss von VertrÃ¤gen nicht erwartet werden, dass sie bereits die mÃ¶glichen steuerlichen Folgen neuer, noch nicht in Kraft getretener Normen berÃ¼cksichti­gen. Untersteht ein noch unter Warenumsatzsteuerrecht vereinbartes GeschÃ¤ft intertempo­ral der Mehrwertsteuer, so soll es Privaten nicht verwehrt sein, sich auf die abweichenden fiskalischen Folgen des neuen Rechts zu berufen. In einer jener der Privaten Ã¤hnlichen La­ge befanden sich bei EinfÃ¼hrung der Mehrwertsteuer jedoch auch die Gemeinwesen: In FÃ¤l­len, in denen der provisorische Bezug der GebÃ¼hren vor dem 1. Januar 1995 erfolgte, wÃ¤re es ihnen zumeist gar nicht mÃ¶glich gewesen, die Mehrwertsteuer bereits im Zeitpunkt des Bezugs zu berÃ¼cksichtigen, da die MWStV erst ca. ein halbes Jahr vor Inkrafttreten erlas­sen wurde und folglich erst zu diesem Zeitpunkt der Umfang der Steuerpflicht in sachlicher und zeitlicher Hinsicht absehbar wurde. Es rechtfertigt sich daher, Art. 84 Abs. 8 MWStV auch auf die Erhebung Ã¶ffentlicher Abgaben durch Gemeinwesen anzuwenden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Bei dieser Sach- und Rechtslage kann offen bleiben, wie es sich mit dem Erforder­nis der gesetzlichen Grundlage fÃ¼r die ÃberwÃ¤lzung der Mehrwertsteuer bei Ã¶ffent­lich­rechtlichen GebÃ¼hren in jenen FÃ¤llen verhÃ¤lt, in denen nicht, wie hier, die intertemporal­rechtliche Regelung von Art. 84 Abs. 8 MWStV zum Zug kommt.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen. Die BeschwerdefÃ¼hrerin ist be­rechtigt, auf die AnschlussgebÃ¼hr fÃ¼r das Gemeinschaftshaus (Assek.-Nr. 02) Mehrwert­steuer zu schlagen und diese vom Beschwerdegegner zu beziehen. Im Ãbrigen ist die Be­schwerde abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>...</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet der Einzelrichter:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird im Sinn der ErwÃ¤gungen teilweise gutgeheissen. Die Streitsache wird zu erneuter Festsetzung der AnschlussgebÃ¼hren an den Gemeinderat X zurÃ¼ck­gewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>...</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>