B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-6034/2012 U r t e i l v o m 2 8 . N o v e m b e r 2 0 1 2 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. Parteien A._______, geboren (…), Nigeria, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 14. November 2012 / N _______. D-6034/2012 Seite 2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass der Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin B._______, gebo- ren (…) – nigerianische Staatsangehörige – ihr Heimatland eigenen A n- gaben zufolge im April 2007 beziehungsweise im Juni 200 8 verliesse n und nach Aufenthalten in C._______, D._______ und Italien am 2. Se p- tember 2011 mit dem Zug von Italien herkommend illegal in die Schweiz einreisten, wo sie gleichentags im Empfangs - und Verfahrens zentrum E._______ um Asyl nachsuchten, dass am 12. September 2011 die Befragungen zur Person stattfanden, dass das BFM mit Verfügung vom 14. Dezember 2011 auf das Asylg e- such der Lebenspartnerin gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylge- setzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und de ren Wegweisung nach Italien sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass die italienischen Behörden das den Beschwerdeführer betreffende Übernahmeersuchen ablehnten, dass das BFM infolgedessen den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. Januar 2012 von der B eendigung des Dublin -Verfahrens und der Durchführung des nationalen Asyl- und Wegweisungsverfahrens in Kennt- nis setzte, dass das Bundesamt der Lebens partnerin mit Verfügung vom 3. Januar 2012 mitteilte, das Dublin -Verfahren sei beendet worden, weshalb der Nichteintretensentscheid vom 14. Dezember 2011 aufzuheben und das nationale Asylverfahren in der Schweiz wieder aufzunehmen sei, dass der Beschwerdeführer und seine Lebensp artnerin am 9. November 2012 gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AsylG zu ihren Asylgründen angehört wurden, dass für die Begründung der Asylgesuche vollumfänglich auf die protokol- lierten Aussagen zu verweisen ist (vgl. Befragungsprotokoll e vom 12. September 2011, A10 und A11; Anhörungsprotokolle vom 9. Nove m- ber 2012, A37 und A38), dass das BFM mit Verfügung vom 14. November 2012 – eröffnet am 19. November 2012 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die Asylgesuche des Beschwerdeführers und seiner Lebenspartnerin vom D-6034/2012 Seite 3 2. September 2011 nicht eintrat und die Wegw eisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, vorliegend sei- en innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stunden seit Einreichun g der Asylgesuche keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben worden, dass der Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin erklärt hätten, nie Pässe oder Identitätskarten besessen zu haben, dass jedoch nicht nachvollzogen werden könne, wie es ihnen möglic h gewesen sein solle, ohne jegliche Ausweise von Nigeria bis in die Schweiz zu reisen, dass ihre Aussagen, sie hätten beide keine Papiere für die Reise gehabt und seien auch nie kontrolliert worden, unglaubhaft seien, dass aufgrund des gesamten Verhaltens davon auszugehen sei, sie seien in Verletzung d er gesetzlichen Mitwirkungspflicht (Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) zwecks Verschleierung ihrer wahren Identität und zur Erschw e- rung oder Verunmöglichung eines allfälligen Wegwei sungsvollzugs nicht bereit, ihre Reise- oder Identitätspapiere vorzulegen, dass deshalb keine entschuldbaren Gründe bestünden, die es ihnen ve r- unmöglichten, Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit dem Asylvorbringen, er habe Nigeria verlassen, weil er bei den Wahlen 2007 für die PDP Partei gearbeitet habe und bei Auseinandersetzungen mit Angehörigen der Oppositionspartei AC deren Vorsitzenden erschossen habe, in zentralen Bereichen teils widersprüchlich und unsubstan ziiert ausgefallen seien, weshalb ihm die angebliche Verfolgung nicht geglaubt werden könne, dass vor diesem Hintergrund die Frage offen gelassen werden könne, ob die geltend gemachten Vorbringen überhaupt als asylrelevant einzustufen wären, dass die Vorbr ingen der Lebenspartnerin teilweise als nachgeschoben und teilweise als widersprüchlich betrachtet werden müssten, D-6034/2012 Seite 4 dass bezüglich der Armut in Nigeria und der Schwierigkeit, als alleinst e- hende Frau und Mutter durchzukommen, anzumerken sei, es handle sich hierbei um Nachteile, welche auf die allgemeine Lage in Nigeria zurüc k- zuführen seien und einen Grossteil der Bevölkerung in gleichem Masse treffe, weshalb dieses Vorbringen nicht asylrelevant sei, dass der Beschwerdeführer und seine Lebenspartnerin demnach die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht erfüllten und z u- sätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses aufgrund der Aktenlage nicht er- forderlich seien, dass somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die Asylge- suche nicht einzutreten sei, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. November 2012 gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, er sei als Flüchtling anzuerkennen und ihm sei Asyl zu gewähren, dass die Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegwei- sungsvollzugs festzustellen seien und die vorläufige Aufnahme anzuor d- nen sei, dass er in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses ersuchte, dass ihm eine amtliche Rechtsvertretung beizuordnen sei, dass eventualiter die aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederhe r- zustellen sei, dass die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Kontaktau f- nahme mit den Behörden des Heimat - oder Herkunftsstaates sowie jegli- che Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, dass der Beschwerdeführer eventualiter über eine bereits erfolgte Date n- weitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren sei, D-6034/2012 Seite 5 dass er als Beilage eine Arbeitsbes tätigung der F._______ vom 20. November 2012 einreichte, dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen wird, dass sich die Rechtsmitteleingabe einzig auf den Beschwerdeführer b e- zieht, weshalb die Verfügung vom 14. November 2012 hinsichtlich der Lebenspartnerin unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist, dass die vorinstanzlichen Akten am 23. November 2012 beim Bunde s- verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Verwaltungsverfah- rensgesetzes vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesg e- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme in casu nicht vorliegt, weshalb das Bunde s- verwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgeno m- men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsw eise Änd e- rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde - mit Ausnahme des Antrags auf Asylgewährung (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73, E. 5.6.5 S. 90 f.) und unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägu n- gen - einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), D-6034/2012 Seite 6 dass der Beschwerde in der angefochtenen Verfügung die aufschiebende Wirkung nicht entzogen wurde, weshalb das Gesuch um Wiederherste l- lung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos zu betrachten ist, dass Personendaten von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Schutzbedürftigen dem Heimat- oder Herkunftsstaat nicht bekannt geg e- ben werden dürfen, wenn dadurch die betroffene Person oder ihre Ang e- hörigen gefährdet würden; über ein Asylgesuch dürfen keine Angaben gemacht werden (Art. 97 Abs. 1 AsylG), dass jedoch die für die Organisation der Ausreise zuständige Behörde zwecks Beschaffung der für den Vollzug der Wegweisungsverfügung notwendigen Reisepapiere mit dem Heimat - oder Herkunftsstaat Kontakt aufnehmen kann, wenn in erster Instanz das Vorliegen der Flüchtlingse i- genschaft verneint wurde (Art. 97 Abs. 2 AsylG), dass gemäss Art. 4 Abs. 1 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA, SR 142.281) das Vorliegen der Flüchtlingseigenschaft als verneint gilt, wenn das Asylgesuch abgelehnt od er ein Nichteintretensentscheid ve r- fügt wurde, dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 14. November 2012 nicht eintrat, weshalb formal die Voraussetzu n- gen gemäss Art. 97 Abs. 2 AsylG erfüllt sind, dass im Übrigen aufgrund der dem Bundesverwaltungsgericht derzeit vor- liegenden Akten nichts auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerd e- führers durch eine allfällige Bekanntgabe der in Art. 97 Abs. 3 Bstn. a -c AsylG erwähnten Personendaten gegenüber der zuständigen ausländ i- schen Behörde hindeutet, dass folglich der Antrag, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuwe i- sen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Datenwe i- tergabe an denselben zu unterlassen, abzuweisen ist, dass aus den dem Gericht vorliegenden Akten nicht hervorgeht, die Vo r- instanz habe den Beschwerdeführer betreffende Daten an den Heima t- staat weitergegeben, weshalb auf das Eventualbegehren, der Beschwe r- deführer sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe in einer separaten Ve r- fügung zu informieren, man gels Rechtsschutzinteresses im Rahmen di e- ses Verfahrens nicht einzutreten ist, D-6034/2012 Seite 7 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu übe r- prüfen (Art. 32 – 35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde- instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5 S. 116), dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintr e- tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbstständigen mat e- riellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die S a- che zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73 m.H.a. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei- zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.), dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mat e- riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezügli ch volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend , wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrifte n- wechsel verzichtet wurde, dass auf ein As ylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG), D-6034/2012 Seite 8 dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asyls u- chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art . 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), aufgrund der An- hörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b Asyl G) oder sich aufg rund der An- hörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flücht- lingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der Aktenlage und in Über- einstimmung mit dem BFM davon ausgeht, der Beschwerdeführer habe die ihm obliegende gesetzliche Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. b AsylG) missachtet, dass darüber hinaus in der angefochtenen Verfügung überzeugend da r- gelegt wurde, weshalb für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitäts- papieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, dass aus der Rechtsmitteleingabe nicht hervorgeht, weshalb der B e- schwerdeführer keine Identitätspapiere im Original abgegeben hat, dass sich sodann die Aktenlage nach der Direktanhörung dermassen klar präsentierte, dass bereits aufgrund einer summarischen Prüfung der ei n- deutige Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht, dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägun- gen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist, dass der Beschwerde nicht zu entnehmen ist, weshalb das Bundesve r- waltungsgericht zu einer anderen Einschätzung als das BFM gelangen sollte, dass der Beschw erdeführer in seiner Eingabe im Wesentlichen geltend macht, das BF M habe im Befragungsprotokoll ausgeführt, er sei von der Familie des Getöteten attackiert worden, dass er aber von den Angehörigen der Oppositionspartei angegriffen worden sei, dass sein Leben in Nigeria nicht sicher sei, D-6034/2012 Seite 9 dass er befürchte, getötet zu werden, dass all die Schläge, welche er auf den Kopf bekommen habe, vom E r- lebten zeugten, dass der Beschwerdeführer bei der Befragung zur Person angab, die Familie des G etöteten habe ihn auch in G._______ gesucht, weshalb er zur Ausreise gezwungen gewesen sei, dass die implizite Rüge, anlässlich der Befragung sei falsch protokolliert worden, nicht zu hören ist, zumal der Beschwerdeführer nach der Rüc k- übersetzung des Protokolls dessen Richtigke it unterschriftlich bestätigte (vgl. A11 S. 7), dass er sich im Übrigen mit den ihm in der angefochtenen Verfügung g e- machten Vorhaltungen in keiner Art und Weise auseinandersetzt, dass sich angesichts der gesamten Umstände die Erkenntnis ergibt, es bestehe weder Anlass zur Vornahme zusätzlicher Abklärungen zur Fes t- stellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugshi n- dernisses noch gar zur direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG sowie BVGE 2007/8 E. 2.1), dass das B FM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewill i- gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Ert eilung einer solchen be- steht (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.H.a. EMARK 2001 Nr. 21), wes- halb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Besti m- mungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wu r- de, dass das Bundesamt das Anwesenhe itsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), D-6034/2012 Seite 10 dass b ezüglich der Geltendmachung von Wegweisungs vollzugshinder- nissen gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der glei- che Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und ander n- falls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl . BVGE 2011/24 E. 10.2; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Handbücher für die Anwalts- praxis, Band VIII, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148 S. 568), dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden findet (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 7 AsylG), und es deshalb nicht Sache der Asylbehörden sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen, wenn - wie vorliegend - die asyl- suchende Person durch Nichtabgabe rechtsgenüglicher Identitätspapiere eine vernünftige Prüfung der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollz u- ges verhindert, dass der Beschwerdeführer die Folg en seiner mangelhaften Mitwirkung respektive der Verheimlichung seiner wahren Identität zu tragen hat, i n- dem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden einer Wegwe i- sung in den Heimatstaat keine landes - oder völkerrechtlichen Vollzug s- hindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG entgegenstehen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 f.), dass der Beschwerdeführer angab, er sei sehr nervös, seit man ihm auf den Kopf geschlagen habe, dass er vom Arzt in der Schweiz Schlaftabletten verabreicht erhalten ha- be (vgl. A37 S. 3), dass diese geltend gem achten gesundheitlichen Beschwerden keine Wegweisungsvollzugshindernisse darstellen, zumal sie nicht lebensb e- drohlich sind, dass ferner davon ausgegangen werden darf, dem jungen Beschwerde- führer werde es gelingen, in seiner Heimat eine neue Existenz aufzuba u- en, zumal er die Schule besuchte, über Kenntnisse der englischen Spr a- che verfügt (vgl. A11 S. 2) und in der Aussenstation H._______ in ver-D-6034/2012 Seite 11 schiedenen Bereichen Arbeitserfahrung sammeln konn te (vgl. Arbeitsbe- stätigung der F._______ vom 20. November 2012), dass ihm seine Lebenspartnerin, welche aufgrund der rechtskräftig ang e- ordneten Wegweisung ebenfalls in ihre Heimat zurückkehren wird, bei der Wiedereingliederung behilflich sein kann, dass daneben keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, au f- grund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der B e- schwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in eine existenzbedrohe n- de Situation, weshalb der Wegweisungsvollzug auch als zumutbar zu be- zeichnen ist, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den He i- matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der B e- schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG, da- zu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 - 515), dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisung s- vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG), dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den recht s- erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder una n- gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist und sie nicht als gegenstandslos geworde n abzuschreiben ist, dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der geltend gemachten Be- dürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist, da sich die Beschwe r- de als aussichtslos erwiesen hat, dass das Gesuch um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung g e- mäss Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist, dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschu s- ses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, D-6034/2012 Seite 12 dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 1 – 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite) D-6034/2012 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird und sie nicht als gegenstandslos geworden abgeschrieben wird. 2. Das Gesuch, die zuständige Behörde sei vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimatstaat sowie jegliche Datenweitergabe an denselben zu unterlassen, wird abgewiesen. 3. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 4. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 5. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Karin Schnidrig Versand: