A bteilung I A -1835/2006 {T 0/2} U rteil vom 4. Juli 2007 M itw irkung: R ichter Jürg Kölliker (Vorsitz), R ichterin M arianne R yter Sauvant, R ichter M arkus M etz, G erichtsschreiber Thom as M oser. A ._______, Beschw erdeführerin, gegen B undesam t für Verkehr (B A V), 3003 Bern, Vorinstanz, betreffend Sanierung B ahnübergang X, Plangenehm igung des B A V vom 21. Septem ber 2006. B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie A._______ unterbreiteten dem Bundesam t für Verkehr (BAV) am 24. Januar 2006 ein G esuch für die Teilschliessung des unbew achten Bahn- übergangs X in C . D er Ü bergang w ird auf der offiziellen Liste m it den 190 gefährlichsten Bahnübergängen der Schw eiz geführt. G em äss dem G esuch soll der bisherige Ü bergang m ittels Schranke für den allgem einen m otorisierten Verkehr geschlossen w erden. Forstw irtschaftliche Fahrzeuge sollen ihn dagegen w eiterhin befahren können, dabei aber spezielle Benüt- zungsvorschriften zu beachten haben. R und 74 m w eiter östlich soll schliesslich ein neuer, m it einem Andreaskreuz zu sichernder Ü bergang für Fussgänger errichtet w erden. B. Einem Antrag der A._______ folgend, führte das BAV das vereinfachte Plangenehm igungsverfahren durch, in dessen R ahm en es die zuständigen kom m unalen und kantonalen Behörden anhörte. M it Plangenehm igung vom 21. Septem ber 2006 bew illigte es das Vorhaben. Es verfügte jedoch m ehrere Auflagen, w obei die w ichtigste die Sicherung des neuen Fussgän- gerübergangs betrifft. D ie A._______ w erden angew iesen, vor Baubeginn m it den kantonalen Behörden abzuklären, ob zw ischen der Bahn und der angrenzenden, parallel verlaufenden Staatsstrasse ein W arteraum für Fussgänger geschaffen w erden kann. Sofern das nicht m öglich sei, m üsse der neue Ü bergang m it einer Blinklichtanlage ausgestattet w erden. C . G egen diese Verfügung haben die A._______ am 20. O ktober 2006 bei der Eidgenössischen R ekurskom m ission für Infrastruktur und U m w elt (R EKO /IN U M ) Beschw erde erhoben. Sie beantragen, das Vorhaben sei gem äss ihrer Planvorlage vom 24. Januar 2006 zu bew illigen. Einen W ar- teraum halten sie für unnötig, da der W aldw eg, der an den Ü bergang anschliesst, nur von rüstigen Fussgängern benutzt w erde. D iese erreichten eine G eschw indigkeit von 1,3 m /s, sodass die vor O rt vorhandene Sicht- w eite genügend sei. Ein W arteraum sei w egen der zu erw artenden hohen Kosten zudem auch unverhältnism ässig; G leiches gelte für eine allfällige Blinklichtanlage. D ie A._______ (Beschw erdeführerin) lehnen es sodann ab, die Fahrspur beim alten Ü bergang zu verbreitern und den geplanten H olzzaun entlang dem Fussw eg zw ischen dem alten und dem neuen Ü ber- gang durchw egs in einem Abstand von 2,15 m zu erstellen; sie halten bei- des für nicht praktikabel. Sie sind der M einung, m it ihrem Projekt seien die einschlägigen N orm en bereits eingehalten, nam entlich auch w as den Abstand der Schranke beim bisherigen Ü bergang angehe. Schliesslich for- dern sie, die bestehende Pfeiftafel bei km xx sei beizubehalten. D . D as BAV beantragt m it Vernehm lassung vom 20. D ezem ber 2006 die voll- um fängliche Abw eisung der Beschw erde. Es w eist die von der Beschw er- deführerin angenom m ene Fussgängergeschw indigkeit von 1,3 m /s zurück und hält an seiner Berechnungsbasis von 0,7 m /s fest; bei diesem W ert reiche die vor O rt vorhandene Sichtw eite nicht aus. Selbst die bei einer Fussgängergeschw indigkeit von 1 m /s m inim al nötige Sichtdistanz von 230 m sei im fraglichen Bereich nicht gegeben. R ichtig sei ferner die An-3 nahm e einer R eaktionszeit von 2 s. W as die Sanierungskosten angeht, erklärt das BAV, der Bund habe Beiträge im U m fang von zw ei D ritteln, m axim al jedoch Fr. 100'000.-- zugesagt. Zu N orm alprofil, Trassee, H olz- zaun und Pfeiftafel bekräftigt das BAV seine Position und zitiert dazu ein- schlägige Bestim m ungen. E. Per 1. Januar 2007 hat die R EKO /IN U M das G eschäft zuständigkeitshal- ber an das neue Bundesverw altungsgericht übergeben. F. Am 20. Februar 2007 hat das BAV auf zusätzliche Fragen des Instrukti- onsrichters geantw ortet und Kostenschätzungen zu den m öglichen Siche- rungsm assnahm en beim geplanten Fussgängerübergang abgegeben. D em nach können für den W arteraum , je nach Variante und je nach U m - fang der baulichen Arbeiten, Kosten von Fr. 10'000.-- bis Fr. 300'000.-- anfallen. Für eine Blinklichtanlage rechnet das BAV m it Kosten von ca. 105'000.--. G . D ie Beschw erdeführerin hat sich am 13. April 2007 ein letztes M al geäu- ssert und dabei u.a. bem ängelt, das BAV habe die Variante einer vollstän- digen Aufhebung des Ü bergangs nicht geprüft. Als nicht realistisch hat sie ferner die Kostenschätzung des BAV für die Blinklichtanlage kritisiert. H . Auf w eitere Argum ente und Sachverhaltselem ente sow ie auf bei den Akten befindliche D okum ente w ird, sow eit erforderlich, in den nachfolgenden Erw ägungen eingegangen. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. N ach Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Aus- nahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Vorinstanzen sind die in Art. 33 f. VG G genannten Behörden. W enn es aufgrund dieser O rdnung zuständig ist, übernim m t das Bundesverw altungsgericht die am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen R ekurs- oder Schiedskom m issionen oder bei den Be- schw erdediensten der D epartem ente hängigen R echtsm ittel (Art. 53 Abs. 2 VG G ). D as BAV gehört zu den Vorinstanzen des Bundesverw altungsgerichts (Art. 33 VG G ). Eine Ausnahm e, w as die sachliche Zuständigkeit angeht (Art. 32 VG G ), kom m t nicht zum Tragen. D as Bundesverw altungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschw erde. 2. Zur Beschw erde ist nach Art. 48 Abs. 1 Vw VG berechtigt, w er vor der Vor- instanz am Verfahren teilgenom m en hat, durch die angefochtene Verfü- gung besonders berührt ist und ein schutzw ürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. D iese Voraussetzungen sind bei der Be- schw erdeführerin als G esuchstellerin und Adressatin der angefochtenen Verfügung ohne w eiteres gegeben.4 3. D ie Beschw erdeführerin beantragt in der Beschw erde die Bew illigung des Vorhabens gem äss Planvorlage und äussert sich kurz zu jedem beanstan- deten Punkt. W as die Pfeiftafel angeht, schliesst sie ihre Begründung m it dem Vorschlag, das Signal sei zu belassen. D am it stim m t sie, nachdem sie im G esuch noch die Aufhebung bzw . Entfernung verlangt hatte, m it dem überein, w as das BAV (Vorinstanz) m it der Plangenehm igung in diesem Punkt angeordnet hat. D ie Frage der Pfeiftafel liegt som it nicht im Streit, w eshalb insow eit auf die Beschw erde nicht einzutreten ist. D ie Beschw erdeführung erfolgte rechtzeitig (Art. 50 Vw VG ) und form ge- recht (Art. 52 Vw VG ). M it der genannten Einschränkung ist daher auf die Beschw erde einzutreten. 4. D as Bundesverw altungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf R echtsfehler, einschliesslich Fehler bei der Ausübung des Erm essens, und Angem essenheit hin (Art. 49 Vw VG ). Sow eit sich Fragen der Zw eck- m ässigkeit einer Anordnung stellen, auferlegt sich das G ericht allerdings eine gew isse Zurückhaltung. D ies insbesondere dann, w enn, w ie vorlie- gend, die Vorinstanz als Fachbehörde m it den tatsächlichen Verhältnissen besser vertraut ist und sich technische Fragen w ie z.B. die G efährlichkeit eines Bahnübergangs stellen. D iesfalls belässt das Bundesverw altungsge- richt der Vorinstanz einen gew issen Erm essensspielraum und w eicht nicht leichthin von deren Beurteilung ab (vgl. BG E 133 II 35 E. 3 sow ie Entscheid R EKO /IN U M vom 8. Septem ber 2005, A-2005-36, E. 4). Ferner gilt der G rundsatz der R echtsanw endung von Am tes w egen. D as hat zur Folge, dass das Bundesverw altungsgericht nicht an die rechtliche Begrün- dung der Begehren gebunden ist (Art. 62 Abs. 4 Vw VG ) und dass es eine Beschw erde auch aus anderen als den geltend gem achten G ründen gut- heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis m it einer Begrün- dung bestätigen kann, die von jener der Vorinstanz abw eicht (AN D R É M O SE R , in: AN D R É M O SER /PETER U ebersax, Prozessieren vor eidgenössischen R ekurskom m issionen, R z. 1.8, m it H inw eisen). 5. Vorliegend nicht strittig ist das G rundkonzept der Sanierung, d.h. die w eit- gehende Schliessung des heutigen, als gefährlich geltenden Bahnüber- gangs X einerseits und der Bau eines neuen, um 74 m verschobenen Ü bergangs für Fussgänger andererseits. D aran ändert auch nichts, w enn die Beschw erdeführerin in ihrer Stellungnahm e vom 13. April 2007 (erst- m als) vorbringt, die Vorinstanz hätte als w eitere M öglichkeit die vollständi- ge Aufhebung des Ü bergangs prüfen m üssen. D am it verhält sich die Beschw erdeführerin w idersprüchlich, verlangt sie m it ihrer Beschw erde doch gerade die Bew illigung des Vorhabens gem äss ihrer Planvorlage. D ieses sieht die Aufteilung in zw ei getrennte Ü bergänge vor. D er Vorhalt der Beschw erdeführerin geht aber auch sonst fehl. D ie Vorinstanz hat als G enehm igungsbehörde prim är die zur D iskussion gestellten Varianten und die dagegen gerichteten Einw ände zu prüfen; selber w eitere Lösungen erarbeiten m uss sie dagegen in der R egel nicht (Entscheid der R EKO / IN U M vom 14. D ezem ber 2005, A-2004-151, E. 6.1). D ass die Q uerung des Bahntrassees für die Forstw irtschaft und die Fussgänger w eiterhin m öglich ist, ist angesichts des breiten Kiesw egs, der vom W ald her zur 5 Bahnlinie führt, zudem auch sachlich gerechtfertigt. D en W eg dort einfach abzuschneiden, dürfte R isiken für die Sicherheit m it sich bringen; speziell Fussgänger könnten darob zum unkontrollierten Q ueren der Bahnlinie ver- leitet w erden. 6. H auptstreitpunkt im Beschw erdeverfahren ist die Art und W eise der Siche- rung des neuen Fussgängerübergangs. D ie Beschw erdeführerin hält ein Andreaskreuz für ausreichend. D ie Vorinstanz ist dagegen der M einung, der Ü bergang m üsse besser, d.h. entw eder m it einem W arteraum oder m it einer Blinklichtanlage, gesichert w erden. N ach Art. 37b der Eisenbahnverordnung vom 23. N ovem ber 1983 (EBV, SR 742.141.1) sind Bahnübergänge entsprechend der Verkehrsbelastung und der G efahrensituation entw eder aufzuheben oder so m it Signalen auszurüsten, dass sie sicher befahren und betreten w erden können. Je nach Situation drängen sich unterschiedliche Sicherungssignale und -anla- gen auf; w elche das sind, ist Art. 37c EBV zu entnehm en. G rundsätzlich sind Schranken- oder H albschrankenanlagen zu erstellen. Bedingt dies unverhältnism ässige Aufw endungen oder ist der querende Strassenver- kehr nur schw ach, kann die Sicherung über eine Blinklichtanlage, allenfalls kom biniert m it einer H albschranke, erfolgen (vgl. Art. 37c Abs. 1-3 EBV). Ausreichend kann sodann die Sicherung m it einem Andreaskreuz als einzi- gem Signal sein, dies u.a. dann, w enn es um einen nur für den Fussgän- gerverkehr offenen W eg geht, dieser Verkehr schw ach ist und die Sicht- verhältnisse genügend sind oder die Eisenbahnfahrzeuge bei zeitw eise ungenügenden Sichtverhältnissen zw eckdienliche Achtungssignale abge- ben (Art. 37c Abs. 3 Bst. c Ziff. 1 EBV). 6.1 O b der neue Ü bergang bloss m it einem Andreaskreuz oder aber m it einer besseren Sicherung, m it einem W arteraum oder einer Blinklichtanlage, zu sichern ist, hängt von den sog. Sichtw eiten ab. W er am Ü bergang steht und diesen queren w ill, sieht die herannahenden Züge erst ab einem ge- w issen Punkt. O b die Person den Ü bergang dann noch gefahrlos queren kann, hängt w iederum davon ab, w ie schnell sie unterw egs ist. Je nach- dem ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Sicherung des Ü bergangs. Von w elcher Fussgängergeschw indigkeit auszugehen ist, dar- über besteht zw ischen Beschw erdeführerin und Vorinstanz U neinigkeit. 6.2 D ie Beschw erdeführerin hat stets betont, der Ü bergang w erde nur durch W anderer benutzt; deren G eschw indigkeit liegt gem äss dem Technischen Bericht bei 1 m /s. In der Beschw erde m acht die Beschw erdeführerin nun- m ehr geltend, es seien nur w enige, durchw egs rüstige Fussgänger zu er- w arten und diese erreichten problem los eine G eschw indigkeit von 1,3 m /s. D ie Vorinstanz ist in der Plangenehm igung von einer Fussgängerge- schw indigkeit von 0,7 m /s ausgegangen. In der Vernehm lassung hält sie ausdrücklich an diesem W ert fest und verw eist dazu auf die Ausführungs- bestim m ungen zur EBV vom 22. M ai 2006 (AB-EBV, SR 742.141.11, nicht am tlich publiziert, abrufbar unter: w w w .bav.adm in.ch). G em äss ihren Be- rechnungen in der Plangenehm igung braucht es bei einer G eschw indigkeit von 0,7 m /s - inkl. einer R eaktionszeit von 2 s - 17,4 s, bis der Ü bergang 6 und die direkt anschliessende Staatsstrasse passiert sind. D aher und w eil die Zugsgeschw indigkeit bei 65 km /h liege, betrage die nötige Sichtw eite m ehr als die vorhandenen 135 m . D ie Vernehm lassung enthält sodann eine Aufstellung, w onach bei einer Fussgängergeschw indigkeit von 0,7 m /s von einer m inim alen Sichtw eite von 278 m auszugehen sei, bei 1 m /s von einer solchen von 231 m und bei 1,3 m /s von einer Sichtw eite von 160 m . D as führt die Vorinstanz zum Schluss, die Sichtw eiten, w ie sie nötig w ären, um den Ü bergang bloss m it einem Andreaskreuz sichern zu m üssen, seien nicht vorhanden. Sie hält sodann fest, dass dies bei einer Fussgängergeschw indigkeit von 1 m /s nicht anders w äre. 6.3 D ie Beschw erdeführerin bringt nichts Ü berzeugendes gegen diese D arle- gung vor. AB 37c allgem ein Ziffer 42 AB-EBV gibt bei Ü bergängen, die nur m it einem Andreaskreuz signalisiert sind, eine R äum ungsgeschw indigkeit für Fussgänger von 0,7 m /s vor. D ie Beschw erdeführerin liegt m it ihrer Annahm e von 1,3 m /s m assiv über diesem W ert. D er den Berechnungen der Vorinstanz zugrundeliegende W ert entspricht dagegen genau der Vor- gabe im Verordnungsrecht. U m davon - nach oben - abzuw eichen, besteht vorliegend kein Anlass, zum al das Bundesverw altungsgericht sich in sol- chen Fragen eine gew isse Zurückhaltung aufzuerlegen hat (oben E. 4). D ie Sichtw eite w äre aber selbst bei 1 m /s nicht ausreichend, also jener Fussgängergeschw indigkeit, von der die Beschw erdeführerin bei Einrei- chung des Technischen Berichts noch selber ausging. W enn die Beschw erdeführerin angibt, v.a. W anderer benutzten den Ü bergang, m ag das zw ar zutreffen. D ie – erst in der Beschw erde – getroffene Annahm e einer Fussgängergeschw indigkeit von 1,3 m /s entbehrt jedoch jeder G rundlage. Som it ist m it der Vorinstanz anzunehm en, dass die Sichtver- hältnisse vorliegend nicht so sind, w ie sie gem äss Art. 37c Abs. 3 Bst. c EBV für eine Sicherung allein m it einem Andreaskreuz sein m üssten. Folg- lich braucht es eine sicherere Lösung. 7. W ie die bessere Sicherung aussehen soll, steht noch nicht fest. D ie Vorin- stanz hat in diesem Punkt m ittels Auflage verfügt, die Beschw erdeführerin habe vor Baubeginn m it den kantonalen Behörden abzuklären, ob für die Fussgänger zw ischen Bahntrassee und Staatsstrasse ein W arteraum geschaffen w erden könne. W enn das nicht m öglich sei, m üsse der Ü ber- gang m it einer Blinklichtanlage ausgerüstet w erden. 7.1 Eine Auflage ist eine N ebenbestim m ung zu einer Verfügung und verpflich- tet zu einem zusätzlichen Tun, D ulden oder U nterlassen. O b die Auflage erfüllt w ird, lässt die R echtsw irksam keit der Verfügung unberührt. D ie Auf- lage ist indessen selbständig erzw ingbar, d.h. w ird ihr nicht nachgelebt, kann das G em einw esen sie m it hoheitlichem Zw ang durchsetzen (vgl. zum G anzen: U LR IC H H ÄFELIN /G EO R G M Ü LLER /FELIX U H LM AN N , Allgem eines Verw al- tungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, R z. 901 ff.). 7.2 Eine Auflage kann zw ar einen w ichtigen Teil eines Verw altungsrechtsver- hältnisses betreffen, nicht jedoch Punkte, von denen die R ealisierbarkeit und Bew illigungsfähigkeit des Vorhaben selbst abhängt. Vorliegend ist die Art und W eise der Sicherung des neuen Fussgängerübergangs für das 7 Sanierungsvorhaben als G anzes derart zentral, dass der neue Ü bergang und dam it die Verfügung in ihrem Bestand nicht unberührt davon bleiben kann, ob die Auflage erfüllt w ird oder nicht. D ie Vorinstanz hat den neuen Ü bergang bew illigt, ohne dass bekannt ist, w ie dessen gehörige und recht- zeitige Sicherung gew ährleistet w erden soll. D as geht nicht an. Vielm ehr m uss die G rundkonzeption der Sicherung bereits im Zeitpunkt der Bew illi- gung des Ü bergangs feststehen; m ittels Auflage kann nur das N ähere geregelt w erden. Insow eit, als die Art und W eise der Sicherung offen gelassen w ird und Abklärungen dazu erst für die Zeit nach der Bew illi- gungserteilung angeordnet w erden, ist die Plangenehm igung als rechtsfeh- lerhaft anzusehen. Sie ist daher aufzuheben und die Sache ist an die Vor- instanz zurückzuw eisen. D iese m uss, bevor sie erneut verfügt, die nötigen Abklärungen vornehm en. So m uss nam entlich eine Beurteilung der zustän- digen kantonalen Behörden vorliegen, w as die einzelnen W arteraum -Vari- anten und die dam it zusam m enhängenden strassenbautechnischen Belan- ge angeht. D urch die R ückw eisung dürfte das Verfahren nicht länger dauern als nach dem Vorgehen, w ie es die Vorinstanz vorgesehen hatte. D enn in beiden Fällen sind die zu treffenden Abklärungen die gleichen. 8. D ie Beschw erdeführerin ist nicht nur der M einung, ein Andreaskreuz sei für eine gehörige Sicherung ausreichend, sondern sie m acht auch geltend, die alternativen Sicherungsm öglichkeiten, w ie sie durch die Vorinstanz bereits grob skizziert w urden, seien allesam t zu teuer und dam it unverhält- nism ässig. D a noch nicht feststeht, w elche Variante realisiert w erden soll, ist es heute zu früh für eine Verhältnism ässigkeitsprüfung. D ie drei W arte- raum -Varianten und die Blinklicht-Lösung haben im Beschw erdeverfahren etw as m ehr Konturen erhalten, nam entlich w as die Kosten angeht. Aus prozessökonom ischen G ründen rechtfertigen sich deshalb hier ein paar Ü berlegungen zu den verschiedenen Varianten. 8.1 N ach dem G rundsatz der Verhältnism ässigkeit m üssen Verw altungsm ass- nahm en geeignet und erforderlich sein für das Erreichen des angestrebten Ziels. D ieses w iederum m uss im öffentlichen Interesse liegen. D ie M ass- nahm e m uss ausserdem zum utbar sein, d.h. der verfolgte Zw eck m uss in einem vernünftigen Verhältnis zu den Belastungen für die Betroffenen ste- hen; verlangt ist m ithin eine angem essene Zw eck-M ittel-R elation (BG E 132 I 49 E. 7.2 sow ie H ÄFELIN /M Ü LLE R /U H LM AN N , a.a.O ., R z. 581 ff.). 8.2 Als Sicherung kom m en gem äss Vorinstanz ein W arteraum oder eine Blink- lichtanlage in Frage. O hne dass hier der Beurteilung durch die kantonalen Behörden vorgegriffen w erden soll, scheint jedenfalls die Annahm e zuläs- sig, dass beide Lösungsansätze grundsätzlich geeignet sind, ein sicheres Ü berqueren des Ü bergangs zu gew ährleisten. D ass eine der beiden M ass- nahm en ergriffen w ird, ist zudem auch erforderlich, dies insofern, als die Sicherung allein m it einem Andreaskreuz ungenügend w äre. M ildere M ittel sind keine erkennbar. D ie Beschw erdeführerin zeigt denn auch keine sol- chen auf. 8 Zu den W arteraum -Varianten scheinen ein paar zusätzliche Ausführungen angezeigt. D azu m üssen die drei Varianten kurz skizziert w erden. Bei Vari- ante 1 w ird die Strasse verengt, w odurch Platz für ein W artefeld entsteht; dieses w äre ebenerdig und nur durch eine Bodenm arkierung gekennzeich- net. Ein erhöhtes W artefeld w ürde bei Variante 2 geschaffen; dazu m üsste allerdings das gegenüberliegende Trottoir verschm älert w erden. W äre dies nicht m öglich, m üsste die Trottoiraussenkante verschoben w erden, w as den Bau einer Stützm auer nötig m achen w ürde (Variante 3). W as Varian- te 1 angeht, ist anzum erken, dass unter Sicherheitsgesichtspunkten nicht unproblem atisch sein dürfte, dass sich das W artefeld nur durch eine Bodenm arkierung von der Strasse abheben w ürde, w obei die Strasse erst noch verengt w äre. D ie Beschw erdeführerin w eist zu R echt auf diesen U m stand hin. Ihre Befürchtung, bei W arteraum -Variante 2 w äre das nord- seitige Trottoir m it 1,25 m zu schm al, ist hingegen schon w eniger nachvoll- ziehbar, zum al das Trottoir nur auf einem kurzen Abschnitt enger w ürde. 8.3 Von entscheidender Bedeutung dürften aber letztlich nicht die Kriterien Eignung und Erforderlichkeit sein, sondern die Frage, ob m it den einzelnen Varianten eine angem essene Zw eck-M ittel-R elation gew ahrt w ird. So be- klagt die Beschw erdeführerin denn auch die teils erheblichen Kosten, die bei einer Sicherung m ittels Blinklichtanlage oder W arteraum anfallen w ür- den. D iese Bedenken sind zw ar grundsätzlich berechtigt. Es ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass dem w ichtigsten entgegenstehenden öffent- lichen Interesse, jenem an m öglichst sicher begehbaren Bahnübergängen, zentrale Bedeutung zukom m t (vgl. U rteil des Bundesgerichts 1A.117/2003 vom 31. O ktober 2003 E. 5.5). D ie Beschw erdeführerin hat an der Verm ei- dung von U nfällen schliesslich auch ein grosses privates Interesse. 8.4 D ie Vorinstanz schätzt die Kosten für den W arteraum auf Fr. 10'000.-- bis Fr. 30'000.-- (Variante 1) bzw . auf Fr. 50'000.-- bis Fr. 200'000.-- (Varian- te 2), und auf Fr. 100'000.-- bis Fr. 300'000.-- (Variante 3) sow ie auf ca. Fr. 105'000.-- für die Blinklichtanlage. Auf die Beschw erdeführerin kom m en je nach Variante also erhebliche finanzielle Aufw endungen zu. Ein adäquater Aufw and für die Sicherung ist jedoch unverzichtbar, zum al der fragliche Bahnübergang zu den gefährlichsten der Schw eiz zählt. U nd eine gehörige Sicherung hat unw eigerlich Kostenfolgen. D as Kostenargu- m ent m uss zudem auch gleich relativiert w erden, jedenfalls w as die Belas- tung für die Beschw erdeführerin angeht. D enn die Vorinstanz hat in Aus- sicht gestellt, dass die Beschw erdeführerin m it einem finanziellen Beitrag durch den Bund rechnen könne. D ie Bundesbeiträge an die Sanierung der gefährlichsten Bahnübergänge betragen unbestrittenerm assen bis zu zw ei D ritteln der Kosten, m axim al aber Fr. 100'000.--. U nter Berücksichtigung all dessen erscheint das Anbringen einer Blinklichtanlage m it zu erw arten- den G esam tkosten von Fr.105'000.-- oder von bis zu Fr. 130'000.--, w ie die Beschw erdeführerin geltend m acht, durchaus als verhältnism ässig. O hne w eiteres m uss folglich W arteraum -Variante 1, die zw ischen Fr. 10'000.-- und Fr. 30'000.-- kosten dürfte, als verhältnism ässig gelten. Ebenfalls m it noch vertretbarem Aufw and dürfte Variante 2 zu realisieren sein; sollte die genaue Prüfung jedoch ergeben, dass die Kosten in den 9 oberen Bereich des angegebenen R ahm ens, also gegen Fr. 200'000.--, zu liegen kom m en, könnten die G renzen dessen, w as noch verhältnism ässig ist, erreicht sein. D iesfalls könnte der billigeren Blinklichtanlage der Vorzug zu geben sein. Festzuhalten ist som it, dass die zw ei Lösungsansätze Blinklichtanlage und W arteraum (m itsam t U ntervarianten bis Fr. 200'000.--) nicht von vornher- ein als unverhältnism ässig (teuer) verw orfen w erden können. 9. D ie Beschw erdeführerin hat die Plangenehm igung auch in drei kleineren Einzelpunkten angefochten (Abstand der Schranke beim alten Ü bergang, Breite der dortigen Fahrspur, Lage des H olzzauns zw ischen dem alten und dem neuen Ü bergang). D iese Punkte hängen nicht direkt m it der Siche- rung des neuen Fussgängerübergangs zusam m en, w eshalb hier auf die betreffenden R ügen der Beschw erdeführerin einzugehen ist. Sollte sich ihre Kritik als begründet erw eisen, m üsste die Vorinstanz bei ihrem neuer- lichen Entscheid in diesen Punkten entsprechend verfügen. 9.1 D ie Vorinstanz kom m t in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die beim bisherigen Ü bergang neu anzubringende Schranke w eise m it 2,1 m einen zu geringen Abstand zur G leisachse auf. D as ergebe sich aus der Schw eizer N orm SN 671 511 des Schw eizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) sow ie dem R egelw erk Technik der schw eizerischen Eisenbahnen R TE 20012 "Lichtraum profil" des Verbands öffentlicher Verkehr (VÖ V). D em hält die Beschw erdeführerin entgegen, das geom etrische N orm alprofil gem äss AB-EBV sei eingehalten und die Anw endung w eitergehender N orm en sei aufgrund der "räum lichen Verhält- nisse" nicht praktikabel. An den Ausführungen der Vorinstanz ist nichts auszusetzen; ein Abstand von 2,1 m zw ischen Schranke und G leisachse entspricht nicht den Vorga- ben der SN 671 511 und dem R TE 20012. D ie dortigen Festlegungen gehören zu den anerkannten R egeln der Technik und sind daher gestützt auf Art. 2 Abs. 1 EBV unm ittelbar anw endbar. W arum vom R egelabstand vorliegend eine Ausnahm e gem acht w erden sollte, ist nicht ersichtlich. D ie Beschw erdeführerin bringt denn auch nur ganz pauschal vor, ein grösserer Abstand sei w egen der "räum lichen Verhältnisse" nicht praktikabel. Sie unterlässt es jedoch, ihr Vorbringen zu substantiieren. Es kann ihr deshalb nicht gefolgt w erden. 9.2 D ie Vorinstanz verlangt w eiter, dass der Ü bergang für die Forstw irtschaft im G leisbereich beidseitig um 0,5 m verbreitert w erde und stützt sich dazu ebenfalls auf die SN 671 511. In diesem Zusam m enhang gibt sie an, es gelte zu verhindern, dass Fahrzeuge, die den Ü bergang benutzten, bei ungünstigen Sichtverhältnissen und bei schneebedeckter Fahrbahn auf das Bahntrassee abgleiteten. D as leuchtet ein. G egen eine U nterschrei- tung der vorgeschriebenen Breite spricht ferner auch, dass der Ü bergang nicht für den gew öhnlichen, sondern für den forstw irtschaftlichen Verkehr offen sein w ird. Forstw irtschaftliche Fahrzeuge führen bisw eilen aber lange und breite Ladungen m it sich. Sie brauchen daher m ehr Platz, um auf einen Ü bergang einzubiegen und um von diesem w ieder w egzufahren. Ein 10 reibungsloses Befahren des Ü bergangs w äre daher vorliegend w om öglich nicht sichergestellt, w enn die R egelm asse unterschritten w ürden. Inw iefern eine Verbreiterung w egen der "örtlichen Verhältnisse" nicht praktikabel sein soll, w ie das die Beschw erdeführerin geltend m acht, ist dagegen nicht erkennbar. 9.3 W as schliesslich den H olzzaun angeht, führt die Vorinstanz aus, der beste- hende Zaun in Fahrtrichtung Teufen stehe in einem Abstand von 2,15 m zur G leisachse; im Sinne eines einheitlichen Profils sei die Fortsetzung, der Zaun zw ischen den zw ei Ü bergängen, ebenfalls in einem Abstand von 2,15 m zu erstellen. W eil dieses Zaunstück neu gebaut w erde, entstünden durch die Verlegung überdies keine M ehrkosten. Ein einheitlicher Abstand scheint nicht zw ingend, aber dennoch sinnvoll, zum al keine M ehrkosten entstehen und auch keine anderen N achteile für die Beschw erdeführerin auszum achen sind. D iese bringt denn auch nur unsubstantiiert vor, die Lösung sei nicht praktikabel. 9.4 Som it erw eist sich die Kritik der Beschw erdeführerin in all diesen Punkten als unbegründet. 10. Zusam m enfassend ist som it festzuhalten, dass ein Andreaskreuz nicht ausreicht, um den geplanten Fussgängerübergang zu sichern. W ie dies zu geschehen hat, kann nicht m it einer Auflage des Inhalts verfügt w erden, die Beschw erdeführerin habe abklären zu lassen, ob ein W arteraum reali- siert w erden könne, ansonsten eine Blinklichtanlage anzubringen sei. G e- stützt auf vorgängige Sachverhaltsabklärungen m uss der Entscheid über die für die Sicherung des Bahnübergangs konkret zu treffenden M assnah- m en bereits in der Plangenehm igungsverfügung selber enthalten sein. D ie angefochtene Verfügung ist deshalb aufzuheben und zu w eiteren Ab- klärungen und zum neuerlichen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuw ei- sen. 11. D ie Verfahrenskosten w erden nach dem U nterliegerprinzip verlegt, d.h. es hat sie zu bezahlen, w er unterliegt (Art. 63 Abs. 1 Vw VG ). Vorliegend dringt die Beschw erdeführerin m it ihrem Antrag auf Bew illigung ihres G e- suchs zw ar nicht durch. Insow eit, als die Sache zur neuerlichen Prüfung der zu treffenden Sicherungsm assnahm en an die Vorinstanz zurückgew ie- sen w ird, ist sie aber grundsätzlich trotzdem als obsiegend anzusehen (BG E 127 V 234 E. 2b.bb). Ein U nterliegen liegt dam it nur insofern vor, als ihrem Standpunkt, die Sicherung m it einem Andreaskreuz sei ausreichend, sow ie m ehreren N ebenpunkten ihrer Beschw erde (oben E. 9) nicht gefolgt w ird. D er Vorinstanz, an die das G eschäft zurückgew iesen w ird, können keine Kosten auferlegt w erden (Art. 63 Abs. 2 Vw VG ). Es rechtfertigt sich daher, der Beschw erdeführerin die H älfte der G esam tkosten von Fr. 1'500.--, ausm achend Fr. 750.--, aufzuerlegen. D ieser Betrag ist m it dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- zu verrechnen. D er R estbetrag von ebenfalls Fr. 750.-- ist ihr zurückzuerstatten. 12. D ie nicht anw altlich vertretene und teilw eise unterliegende Beschw erde- führerin hat keine Parteientschädigung zugute (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ).11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird insofern gutgeheissen, als die angefochtene Verfü- gung aufgehoben und die Sache zum w eiteren Vorgehen im Sinne der Erw ägungen an die Vorinstanz zurückgew iesen w ird. Im Ü brigen w ird die Beschw erde abgew iesen, sow eit darauf eingetreten w erden kann. 2. D er Beschw erdeführerin w erden Verfahrenskosten von Fr. 750.-- auferlegt. Sie w erden m it dem geleisteten Kostenvorschuss in der H öhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. D er R estbetrag von Fr. 750.-- w ird der Beschw er- deführerin zurückerstattet. H ierzu hat diese dem Bundesverw altungsge- richt ihre Kontonum m er anzugeben. 3. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. D ieses U rteil w ird eröffnet: - der Beschw erdeführerin (m it G erichtsurkunde) - der Vorinstanz - dem G eneralsekretariat U VEK (m it G erichtsurkunde) - dem Kanton B - der G em einde C D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: Jürg Kölliker Thom as M oser R echtsm ittelbelehrung G egen dieses U rteil kann innert 30 Tagen nach E röffnung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschw erde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt w erden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , S R 173.110]). D ie R echtsschrift ist in einer Am tssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung m it A ngabe der Bew eism ittel und die U nterschrift zu enthalten. D as angefochtene U rteil und die Bew eism ittel sind, sow eit sie der Beschw erdeführer in H änden hat, beizulegen (Art. 42 BG G ). Versand am :