Seite 1 Entscheid vom 25. Oktober 2013 (510 13 67) __________________________________________________ ___________________ Weiterbildungskosten Besetzung Steuergerichtspräsident C. Baader, Gerich tsschreiberin I. Wissler Parteien A., Rekurrentin gegen Steuerverwaltung des Kantons Basel -Landschaft , Rheinstrasse 33 , 4410 Liestal, Rekursgegnerin betreffend Staatssteuer 2011 Seite 2 In E r w ä g u n g : - dass die Pflichtige mit Schreiben vom 5. August 2 013 gegen den Einsprache-Entscheid der Steuerverwaltung vom 17. Juli 2013 betreffend die S taatssteuerveranlagung 2011 vom 25. April 2013 mit dem Begehren, die geltend gemachten Kosten im Zusammenhang mit dem Praktikum seien zum Abzug zuzulassen, unter Wahrung von Frist und Form, Rekurs erho- ben hat, - dass das Steuergericht gemäss § 124 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz) vom 7. Februar 1974 (StG) zur Anhand nahme der vorliegenden Streitsache zuständig ist, wobei gemäss § 129 Abs. 1 StG Rekurs e, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht überste igt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden, und dass die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stel- lenden Anforderungen erfüllt sind, weshalb ohne wei tere Ausführungen darauf einzutreten ist, - dass gemäss Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG) von den gesamten steuerbaren Einkünften die zu ihrer Erzielung notwe ndigen Aufwendungen und die allge- meinen Abzüge abgerechnet werden, wobei zu den notw endigen Aufwendungen nach die- ser Vorschrift auch "die mit dem Beruf zusammenhäng enden Weiterbildungs- und Umschu- lungskosten" gehören, - dass sich die entsprechende Regelung in § 29 Abs. 1 lit. a des Basellandschaftlichen Steu- ergesetzes befindet, wonach bei unselbständiger Erwerbstätigkeit die mit der Ausübung des Berufes zusammenhängenden Weiterbildungskosten als Erwerbsunkosten von den steuer- baren Einkünften abgezogen werden können, wobei nac h § 29 Abs. 3 StG die Auslagen für eine berufliche Ausbildung nicht abzugsfähig sind, - dass nach der Verordnung zum Steuergesetz vom 13. Dezember 2005 § 3 Abs. 1 lit. h Wei- terbildungskosten und Kosten für Fachliteratur, soweit sie zur Erhaltung oder Sicherung der erreichten Stellung und für den Aufstieg im angesta mmten Beruf im normalen Rahmen not- wendig sind, abgezogen werden können, Seite 3 - dass als "mit dem Beruf zusammenhängende Weiterbildun gskosten" indessen nur solche Kosten abziehbar sind, die im Rahmen des bereits erlernt en und ausgeübten Berufs anfal- len, nicht dagegen "Ausbildungskosten" für die erstmali ge Aufnahme einer Berufstätigkeit bzw. für einen neuen (oder zusätzlichen) Beruf sind, zur Anerkennung als abzugsfähige Weiterbildungskosten es aber nicht notwendig ist, dass de r Steuerpflichtige das Erwerbs- einkommen ohne die streitige Auslage überhaupt nicht hä tte erzielen können; vielmehr le- diglich darauf abzustellen ist, ob die Aufwendungen für die Erzielung des Einkommens nütz- lich sind und nach der Verkehrsauffassung im Rahmen des Ü blichen liegen, wobei dazu nicht nur Anstrengungen gehören, um den Stand bereits erworbener Fähigkeiten zu erhal- ten, sondern vor allem auch der Erwerb verbesserter Kennt nisse für die Ausübung des glei- chen Berufs zählt; abzugsfähig insbesondere Fortbildun gskosten zur Sicherung der bisheri- gen Stelle ohne im Wesentlichen zusätzliche Berufschancen sind, hingegen Auslagen für eine Fortbildung, die zum Aufstieg in eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheiden- de höhere Berufsstellung (sog. Berufsaufstiegskosten) oder gar zum Umstieg in einen ande- ren Beruf dienen, keine Weiterbildungskosten darstellen , da sie nicht für eine Weiterbildung im Rahmen des bereits erlernten und ausgeübten Berufs, sondern letztlich für eine neue Ausbildung erbracht werden; es sich auch dann um Beruf saufstiegskosten handelt, wenn die absolvierte Ausbildung im Gegensatz zu einer blossen Aktualisierung und Vertiefung vorhandener Kenntnisse, zu wesentlichen Zusatzkenntnissen mit eigenem Wert führt und die Berufsaussichten deutlich verbessert werden (vgl. BGE 2C_28/2011 Urteil vom 15. No- vember 2011, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen; BGE 2C_10 4/2010 vom 23. Juni 2010, E. 2ff.; vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A. Zü- rich 2013, § 26 N 52ff.), - dass die Rekurrentin in ihrer Einsprache ausgeführt hat , sie habe im Juli/August 2011 ein Praktikum in einem Unternehmensberatungsbüro in B. ge macht, was zur Vertiefung ihrer Kenntnisse im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für die C. GmbH wo sie zur Zeit eine 40 % Anstellung mit Aussicht auf spätere Erhöhung des Pensums habe, gedient habe, der ge- schäftsführende Gesellschafter dieses Unternehmens dieses Praktikum von ihr verlangt ha- be, weshalb ihr für diese Zeit das Gehalt der C. GmbH weiter bezahlt worden sei, sie daher lediglich die Kosten für die Unterkunft, nicht jedoch diese für die Reise oder die Verpflegung zum Abzug geltend mache, Seite 4 - dass die Rekurrentin im Rekurs vorgebracht hat, es habe sich bei der Tätigkeit in D. um ein Praktikum, welches zum Ziele gehabt habe ihre Kenntnisse in der Arbeitswelt zu verbessern (Weiterbildung) gehandelt, wobei das Praktikum auf An raten ihres Arbeitgebers, der C. GmbH erfolgt sei, dieses Praktikum u.a. auch dazu gedient habe, dass sie ihr Arbeitspen- sum sukzessive werde erhöhen können, wobei ab 1. Januar 20 14 ein Pensum von 50 % vorgesehen sei, gemäss bisheriger Praxis es immer normal u nd üblich gewesen sei, dass weiterbildungsbezogene Unkosten vom Einkommen (Haupt - und Nebenerwerb) voll und ganz abgezogen werden könnten, - dass die Begründung der Rekurrentin uneinheitlich ist und diese darlegt, der Arbeitgeber habe dieses Praktikum einerseits verlangt und anderersei ts lediglich angeraten, das Prakti- kum einerseits zur Vertiefung der Kenntnisse mit ihrer Tä tigkeit im elterlichen Betrieb ge- standen habe und andererseits die Steuerverwaltung in ihrer Vernehmlassung ausführt, die Rekurrentin habe auf telefonische Anfrage hin mitgete ilt, das Praktikum habe im Zusam- menhang mit dem Psychologiestudium gestanden, - dass aufgrund dieser widersprüchlichen Angaben unklar bl eibt wozu dieses Praktikum nun eigentlich gedient hat, - dass es nicht unwesentlich ist, ob der Arbeitgeber ein e Weiterbildung lediglich anrät oder aber verlangt, wobei dieser bei letzterer Variante re gelmässig auch für die Kosten auf- kommt, welche dann wiederum in der Geschäftsbuchhaltung unter der Rubrik „Aus- und Weiterbildung Personal“ figurieren und als Aufwand a bgezogen werden können, in vorlie- gendem Fall keinerlei Bestätigungen des Arbeitgebers vo rliegen, welche darauf hinweisen, dass das Absolvieren des Praktikums unerlässlich oder jedenfa lls empfehlenswert gewesen sein soll, - dass an der Verhandlung des Steuergerichts auf die Fra ge, an den Vertreter der Rekurren- tin, welcher zugleich ihr Vater und Arbeitgeber ist, w er die Hotelkosten tatsächlich bezahlt habe, letzterer geantwortet hat, dass die Firma nichts v ergütet habe, der Vater der Tochter hingegen das Geld für die Hotelkosten wieder zurückerstattet habe, Seite 5 - dass die Tochter hingegen keine Weiterbildungskosten ab ziehen kann für ein Praktikum, für deren Kosten sie gar nicht selbst aufgekommen ist, Weiterb ildungskosten hingegen als Ge- winnungskosten tatsächlich angefallen sein und auch von der Rekurrentin selbst hätten ge- tragen werden müssen, die Kosten demzufolge nicht bei de r Rekurrentin zu Buche schla- gen, weshalb ein Abzug in einem solchen Fall nicht möglich ist, - dass auf die Frage an den Vertreter der Rekurrentin , ob die Rekurrentin eine kaufmännische Ausbildung absolviert habe, der Vertreter diese Frage verneint hat und zudem ausgeführt hat, dass die Tochter nach Abschluss der Matur direkt angefangen habe zu studieren, - dass demzufolge die Rekurrentin ihre berufliche Ausb ildung noch nicht abgeschlossen hat, weshalb es sich bei den Kosten für das Praktikum per se nich t um "mit dem Beruf zusam- menhängende Weiterbildungskosten", die im Rahmen des bereits erlernten und ausgeübten Berufs anfallen, handeln kann, - dass sich aus diesen Gründen der Rekurs als unbegründet erweist und abzuweisen ist, - dass eine Parteientschädigung weder geltend gemacht worden ist, noch aufgrund des Ver- fahrensausgangs ausgerichtet werden kann (§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO), - dass der Rekurrentin ausgangsgemäss Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 400.-- aufzuerle- gen sind (§ 130 i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung [VPO]), Seite 6 Demgemäss w i r d e r k a n n t : ://: 1. Der Rekurs wird abgewiesen. 2. Der Rekurrentin werden gemäss § 130 StG i.V.m. § 2 0 VPO die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 400.-- (inkl. Auslagen von pauschal F r. 100.--) auferlegt, welche mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 4. Mitteilung an die Rekurrentin, die Gemeinde C. ( 1) und die Steuerverwaltung des Kan- tons Basel-Landschaft (3). Steuergerichtspräsident: C. Baader Gerichtsschreiberin: I. Wissler