<h2>SubmittedText<h2><p>Grundlegende Informatikkompetenzen werden heute in fast allen Berufs- und Tätigkeitsfeldern und im Alltag gefordert. Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren hat dies erkannt und will Informatik als obligatorisches Angebot am Gymnasium einführen. Dies ist ein sehr wichtiger Schritt und voll zu unterstützen.</p><p>Aber nicht nur unsere Gymnasiasten sollen Informatikkenntnisse erwerben können. Auch jede und jeder, die/der sich für eine Berufsbildung entscheidet, muss während der Grundausbildung grundlegende Informatikkompetenzen erwerben können. Dies ist unerlässlich für den langfristigen beruflichen Erfolg und die vertiefte Gesellschaftsreife.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Teilt er die Ansicht, dass in unserer zunehmend digitalisierten Gesellschaft grundlegende Informatikkompetenzen nicht nur für Gymnasiasten, sondern auch für die Berufsbildung unverzichtbar sind?</p><p>2. Ist er bereit, den Informatikunterricht in der gesamten Grundausbildung, namentlich auch in der Berufsbildung zu stärken?</p><p>3. Prüft er, wie der Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht der Berufsbildung (RLP-ABU) anzupassen ist, damit alle Berufsschulabgänger Informatikkenntnisse erwerben können?</p><p>4. Ist er bereit, den eidgenössischen Rahmenlehrplan sowie allenfalls weitere Instrumente oder Verordnungen anzupassen, damit grundlegende Informatikkompetenzen im Rahmen der Allgemeinbildung (Art. 19 BBV) für alle beruflichen Grundausbildungen verbindlich werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Aus Sicht des Bundesrates kommt der Vermittlung von Kompetenzen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie eine zentrale Bedeutung zu. Für ein ressourcenarmes Land wie die Schweiz ist es elementar, die Potenziale, welche die Digitalisierung mit sich bringt, zu nutzen. Denn sie soll eines der führenden Länder in der Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien bleiben. Zu den einzelnen Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p>1. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt erarbeiten derzeit zusammen mit Experten der Wissenschaft Grundlagen für die strategische Weiterentwicklung der Berufsbildung, in denen auch die Herausforderungen der Digitalisierung aufgegriffen werden. Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung untersucht die veränderten Anforderungen an die Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt und fördert die Berufsbildung durch neue Lehrmethoden und -inhalte. Der Bundesrat hat zudem am 5. Juli 2017 den Bericht des WBF "Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz" und den Aktionsplan Digitalisierung im BFI-Bereich in den Jahren 2019 und 2020 zur Kenntnis genommen. Der Aktionsplan enthält auch mehrere Massnahmen im Bereich der Berufsbildung.</p><p>2. Der genannte Aktionsplan sieht unter anderem eine Stärkung der digitalen Kompetenzen auf allen Bildungsstufen vor. Der Bund lädt die Kantone ein, ihre diesbezüglichen Anstrengungen fortzusetzen oder zu intensivieren. Die Lehrinhalte, auch an den berufsbildenden Schulen, sollen - aufgrund der sich durch die Digitalisierung ergebenden Herausforderungen - regelmässig überprüft und angepasst werden. Überprüfen will der Bund zudem den Berufsentwicklungsprozess, um eine schnellere und flexiblere Anpassung der Bildungsverordnungen sicherzustellen. Bei deren Überarbeitung ist den Bildungsinhalten für die Anforderungen der digitalisierten Wirtschaft eine hohe Priorität beizumessen.</p><p>3./4. Der Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht der Berufsbildung legt fest, dass die Unterrichtsinhalte in Form von Themen organisiert sind und nicht einer disziplinären Fachlogik folgen. Die Themen nehmen Bezug auf die persönliche, berufliche und gesellschaftliche Realität der Lernenden. Diese tragen im Unterricht Verantwortung für ihr Lernen, gestalten ihren Lernprozess selbstständig und erarbeiten konkrete Produkte. Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Berufsbildung (Berufsbildung 2030) behält sich der Bund vor, zusammen mit den Verbundpartnern (Kantone, Organisationen der Arbeitswelt) auch das Verhältnis von allgemeinbildenden, berufsübergreifenden und berufsspezifischen Kompetenzen zu überprüfen. Die Digitalisierung - ein für die Berufsbildung wichtiger Megatrend - wird dabei eine bedeutende Rolle spielen. In der Umsetzung tragen die Berufsbildungsverantwortlichen die Verantwortung.</p>  Antwort des Bundesrates.