B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-523/2016/pjn U r t e i l v o m 3 . A u g u s t 2 0 1 6 Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Yanick Felley, Gerichtsschreiberin Martina Kunert. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch Urs Jehle, Caritas Schweiz, Adligenswilerstrasse 15, Postfach, 6002 Luzern, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Flüchtlingseigenschaft; Verfügung des SEM vom 17. Dezember 2015 / (…). D-523/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz in B._______, verliess sein Heimatland eigenen Angaben ge- mäss im November beziehungsweise Dezember 2014 und gelangte am 21. Mai 2015 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte. A.b Wegen bestehender Zweifel am Alter des Beschwerdeführers gab das SEM am 3. Juni 2015 eine Knochenanalyse zur Altersbestimmung des Be- schwerdeführers in Auftrag, welche ein wahrscheinliches Alter von 15 Jah- ren ergab. Gestützt darauf änderte d as SEM sein Geburtsdatum für das Asylverfahren auf den 1. Januar 2000. A.c Bei der Befragung zur Person (BzP) vom 17. Juni 2016 (vgl. act. A 7), die im Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) Altstätten stattfand, gab der Beschwerdeführer an, er habe sein Land verlassen, weil er mit der Qualität des Schulunterrichts nicht zufrieden gewesen sei und befürchtet habe, nach Abschluss der Schule für den Militärdienst rekrutiert zu werden. Konkrete Probleme mit den heimatlichen Behörden habe er keine gehabt. Die Schule habe er mit 15 Jahren nach Abschluss der achten Klasse im Jahr 2012 abgebrochen und sei nach Beendigung des viermonatigen Schulurlaubes vermutlich am (…) aus Eritrea ausgereist. Die Reise habe er in B._______ angetreten und sei während einer etwa vierstündigen Bus- fahrt via C._______, D._______ und E._______ nach F._______ gereist und von da nach G._______ in H._______ an der sudanesischen Grenze. Während der Reise habe er seinen Schülerpassierschein bei sich gehabt, den er für die Dauer des Schulurlaubes erhalten habe. Sein Alter betreffend gab er an, entgegen dem Ergebnis der Handkno- chenanalyse und dem abweichenden Eindruck der befragenden Person am (…) geboren zu sein. A.d Mit Verfügung vom 18. August 2015 errichtete die Kindes- und Er- wachsenenschutzbehörde des Kantons Uri eine Beistandschaft für Minder- jährige unter Einsetzung einer Beiständin bis zur Erreichung der Volljährig- keit des Beschwerdeführers. A.e Am 21. Oktober 2015 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen Asylgründen an (vgl. act. A18). Ergänzend zum vorstehend Ausgeführten machte er im Wesentlichen geltend, nach Abschluss der achten Klasse als Mechaniker Fahrzeuge für eine Zoba -Garage rep ariert zu haben (eine D-523/2016 Seite 3 Zoba ist die zweithöchste Verwaltungsebene in Eritrea, Anmerkung des Gerichts), wobei er bereits „ausgewählt“ worden sei, eine militärische Aus- bildung abzuschliessen. In Eritrea sei er regelmässig von Angestellten der heimatlichen Behörden geschlagen worden, habe aber darauf verzichtet, seinen Eltern von den Vorfällen zu berichten, um Letztere nicht zu belasten. Aus Angst, ins Militär einberufen zu werden, habe er sich mit einem Freund zur Ausreise entschlossen und sei mit diesem am (…) ungeplant aufgebro- chen. Dieser Freund sei als Händler mit den regionalen Gegebenheiten vertraut gewesen und habe unter anderem gewusst, wo sich Kontrollpos- ten befänden. Dank Bestechungsgeldern habe der Fahrer des Busses sie jeweils vor dem Erreichen eines solchen aus- und nach Umgehung dessel- ben wieder einsteigen lassen. Durch diese zeitaufwändige Vorgehens- weise habe die Busfahrt neun und nicht wie üblich vier Stunden gedauert. Weshalb er anlässlich der BzP behauptet habe, die Fahrt habe vier Stun- den gedauert, könne er sich nicht erklären, vielleicht sei er verwirrt gewe- sen oder habe es vergessen. Damals sei er gefragt worden, wie lange die Reise von B._______ nach F._______ dauere und er habe vermutlich die reguläre Reisezeit angegeben. Jedenfalls seien sie am folgenden Tag ge- gen zwei Uhr morgens in F._______ aufgebrochen und nach einem vier- stündigen Fussmarsch im Sudan in I._______ angekommen, wo sie sich drei Wochen aufgehalten und den Schlepper für die Weiterreise nach K._______ getroffen hätten. Auf dem Fussmarsch von F._______ bis zur sudanesischen Grenze sehe man viel Schlimmes – wobei Frauen beson- ders betroffen seien – beispielsweise Personen, die von Dornen verletzt würden oder umfielen. Aber man müsse einfach rennen, um sich selbst zu retten. A.f Mit Eingabe vom 22. Oktober 2015 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie der Identitätskarte seiner Mutter und eine Kopie seiner Taufurkunde zu den Akten. A.g Mit Verfügung der Vorinstanz vom 26. November 2015 wurde der Be- schwerdeführer unter Hinweis auf s eine Mitwirkungspflicht aufgefordert, die anlässlich der Anhörung in Aussicht gestellten Dokumente innert Frist und im Original einzureichen. A.h Am 11. Dezember 2015 kam der Beschwerdeführer der Aufforderung nach und reichte sein Schulzeugnis, seinen Schüler ausweis und seine Taufkurkunde im Original zu den Akten. D-523/2016 Seite 4 B. Mit Verfügung vom 17. Dezember 2015 – eröffnet am 28. Dezember 2015 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Zugleich ver fügte es seine Wegweisung aus der Schweiz. Zufolge derzeitiger Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ordnete es die vorläufige Aufnahme des Beschwer- deführers an. C. C.a Am 11. Januar 2016 ersuchte der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter bei der Vorins tanz um Akteneinsicht, diesem Gesuch wurde mit Verfügung vom 13. Januar 2016 teilweise entsprochen. C.b Der Beschwerdeführer beantragte durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 26 . Januar 2016, es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen, eventuell sei der Sachverhalt zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Es sei die voll- ständige unentgeltliche Prozesspflege unter Beiordnung des mandatierten Rechtsvertreters als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Der Eingabe lagen unter anderem ein Kartenausdruck und eine Bestätigung der Fürsorgeab- hängigkeit des Beschwerdeführers bei. C.c Mit Zwischenverfügung vom 29. Januar 2016 hiess der Instruktions- richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge- mäss Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 110a AsylG gut. Die Akten überwies er zur Vernehmlassung an das SEM. C.d Das SEM beantragte in seiner Vernehmlassung vom 15. Februar 2016 die Abweisung der Beschwerde. C.e In der Replikeingabe vom 11. März 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest und ersuchte um Einsicht in die Akte A3/3 (GWK). C.f Mit Instruktionsverfügung vom 7. Juni 2016 hiess der Instruktionsrichter das Akteneinsichtsgesuch gut und liess das Aktenstück auszugsweise in Kopie edieren. C.g Mit Eingabe vom 22. Juni 2016 stellt der Beschwerdeführer in Frage, wie die Daten des GWK erhoben wurden, insbesondere, ob ihm die Fragen und seine Antworten rückübersetzt und ob er vorab auf seine Pflichten im Asylverfahren aufmerksam gemacht worden sei. Darüber hinaus führt er D-523/2016 Seite 5 zusammengefasst aus, das genaue Geburtsdatum spiele in Eritrea eine untergeordnete Rolle und er habe sich erst nach Bekanntgabe der Wich- tigkeit desselben für das Asylverfahren veranlasst gesehen, die erforderli- chen Schritte zu unternehmen, um dieses in Erfahrung zu bringen. Somit sei er seiner Pflicht im Asylverfahren ausreichend nachgekommen und habe sein Alter korrigieren und belegen können. Da die unterschiedlichen Altersangaben im GWK-Rapport und der BzP lediglich sechs Wochen be- tragen würden, erweise sich die Korrektur des Geburtsdatums um fast zwei Jahre als ungerechtfertigt, zumal er durch diese in seiner Glaubwürdigkeit „beschädigt“ worden sei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 1.4 Die Ziffern 2 bis 7 der angefochtenen Verfügung sind in Rechtskraft erwachsen, da mit der Beschwerde weder die Gewährung von Asyl noch D-523/2016 Seite 6 die Aufhebung der verfügten Wegweisung und der angeordneten vorläufi- gen Aufnahme beantragt werden. Gegenstand des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens bildet allein die Frage, ob die Vorinstanz berechtigter- weise feststellte, dass der Beschwerdeführer die Flüchtling seigenschaft nicht erfüllt. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihre r politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freihei t sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 3.2 Wer erst durch die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen seines Verhaltens nach der Ausreise einer Verfolgungssituation be- gründet hat (sog. subjektive Nachfluchtgründe), hat grundsätzlich ebenfalls Anspruch auf die Flüchtlingseigenschaft; verwehrt bleibt nur das Asyl (vgl. Art. 54 AsylG). Keine Flüchtlinge sind jedoch Personen, die Gründe geltend machen, die wegen ihres Verhaltens nach der Ausrei se entstanden sind und weder Ausdruck noch Fortsetzung einer bereits im Heimat- oder Her- kunftsstaat bestehenden Überzeugung oder Ausrichtung sind, wobei die Einhaltung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30] vorbehalten bleibt (Art. 3 Abs. 4 AsylG). 3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-523/2016 Seite 7 4. 4.1 4.1.1 Das SEM b egründete seine Verfügung zusammengefasst damit, dass die dargelegten Vorfluchtgründe nicht asylrelevant im Sinne von Art. 3 AsylG seien, während die Umstände der geltend gemachten illegalen Aus- reise vor den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 AsylG nicht standhielten. Im Einzelnen führt sie aus, der Beschwerdeführer habe – nach seinen Ausreisegründen befragt – angegeben, sein Heimatland auf- grund der schlechten Ausbildungsmöglichkeiten und der Aussicht, in den Militärdienst eingezogen zu werden, verlassen. Weder habe er mit den erit- reischen Behörden noch mit Dritten jemals Schwierigkeiten gehabt (vgl. act. A7, S. 8 und act. A18, F 41 –46). Seine Vorbringen liessen nicht auf eine gezielt gegen seine Person gerichtete Verfo lgung im Heimatstaat schliessen. Da er vor seiner Ausreise aus Eritrea weder zum Militärdienst aufgeboten worden sei noch Militärdienst geleistet und nach der Desertion das Land verlassen habe, bestehe für ihn bei einer Rückkehr nach Eritrea keine begründe te Furcht vor asylbeachtlichen Massnahmen der eritrei- schen Behörden wegen Dienstverweigerung oder Desertion. Seine Vor- bringen zu den Vorfluchtgründen erwiesen sich folglich als nicht asylrele- vant im Sinne von Art. 3 AsylG. 4.1.2 Der Beschwerdeführer habe angegeben, Eritrea im Dezember 2014 illegal verlassen zu haben. Unbenommen von den allgemein bekannten beschränkten Möglichkeiten, Eritrea auf legale Weise mit einem Ausreise- visa zu verlassen, bleibe seine gesetzliche Pflicht, das Vorliegen von sub- jektiven Nachfluchtgründen zu beweisen oder zumindest glaubhaft zu ma- chen, bestehen. Folglich reiche es nicht aus, eine illegale Ausreise lediglich zu behaupten, ohne die konkreten Ausreisegründe und -umstände glaub- haft darzutun. Insbesondere sei festzuhalten, dass e r ungenaue und ab- weichende Angaben zum Zeitpunkt der Ausreise (2012 bzw. 2014, vgl. act. A7, S. 4f.), zur Reiseroute und zur Dauer derselben gemacht habe. Bezüglich Letzterem habe er anlässlich der BzP und der Anhörung unter- schiedlich angegeben, die Reise mit dem Bus von B._______ nach H._______ habe vier beziehungsweise sieben (recte: neun) Stunden ge- dauert. Zudem erwiesen sich die Angaben zum Reiseabschnitt zwischen H._______ und I._______ im Sudan als unplausibel und unrealistisch, da die Strecke, welche 25 Kilometer betrage, zu Fuss nicht wie behauptet in vier Stunden zu schaffen sei und der direkte Weg nicht über G._______ führe (vgl. act. A7, S. 7 und act. A18, F55ff.). Bezeichnenderweise habe er auch nicht nachvollziehbar erläutern können, wie er sich auf der Reise in den Sudan orientiert und beispielweise die Gehrichtung gekannt habe, D-523/2016 Seite 8 sondern habe sich diesbezüglich lediglich auf seinen Wegbegleiter beru- fen, der sich i n der Gegend ausgekannt habe (vgl. act. A18, F71). Da es ihm nicht gelungen sei, das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe zu be- weisen oder zumindest glaubhaft zu machen, sei entsprechend der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts davon auszugehen, dass er Eritrea auf le- gale Weise verlassen habe (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E - 4799/2012 vom 21. Februar 2014 und D -4787/2013 vom 20. November 2013). 4.2 In der Beschwerde wird unter Verweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor gängerorganisation einleitend gerügt, die Vorinstanz habe bei der Beurteilung des Alters des Beschwer- deführers zu Unrecht auf das Ergebnis der Handknochenanalyse abge- stellt, da die Differenz zur Handknochenanalyse im vorliegenden Fall nur zwei Jahre betrage und damit im Rahmen der üblichen Abweichung liege. Zudem habe er sein Geburtsdatum – den (…) – mittels seiner im Original eingereichten Taufurkunde und Schulzeugnissen belegt, weshalb die nach- trägliche Korrektur seines Geburtsdatums auf den 1. Januar 2000 zu be- anstanden sei. Bezüglich der in Frage gestellten Glaubhaftigkeit der Vor- bringen könne vom im Zeitpunkt der Befragungen minderjährigen Be- schwerdeführer nicht erwartet werden, dass er das Erlebte auf dieselbe Weise schildern könne wie ein Erwachsener. Kindern könne es schwer fal- len, Eingebildetes von der Wirklichkeit zu unterscheiden oder abstrakte Be- griffe wie Zeit oder Entfernung zu fassen. Was bei einem Erwachsenen allenfalls als Lüge zu werten sei, könne, von einem Minderjährigen darge- tan, der Wahrheit entsprechen. Vorliegend habe der Beschwerdeführer die erlebten Ereignisse detailliert und plausibel dargelegt und sei in der Lage gewesen, zu seinen Asylgründen vor seinem Leben in Eritrea als auch zu seiner illegalen Ausreise zu berichten, obwohl es zutreffe, dass die proto- kollierten Angaben zum Zeitpunkt der Ausreise nicht stimmig seien. Diese Unstimmigkeit sei teilweise auf den Umstand, dass er offensichtlich Mühe habe, zeitliche Angaben wiederzugeben, auf sein jugendliches Alter und seine Herkunft zurückzuführen und dürfe nicht zu seinen Lasten gewertet werden. Bezüglich der Reiseroute sei festzustellen, dass I._______ nicht nur eine Ortsbezeichnung, sondern auch der Name eines an Eritrea gren- zenden sudanesischen Bundesstaates sei. V or diesem Hintergrund er- scheine die Angabe, sie hätten für die zwischen F._______ und I._______ zurückgelegte Strecke von etwa 25 Kilometern ungefähr vier Stunden be- nötigt, plausibel. Was schliesslich die in zeitlicher Hinsicht divergierenden Angaben zur Busfahrt von B._______ nach F._______ anbelange, habe D-523/2016 Seite 9 der Beschwerdeführer anlässlich der BzP dargetan, dass die Busfahrt nor- malerweise vier Stunden dauere, anlässlich der Bundesanhörung jedoch konkretisiert, dass sie in seinem Fall aufgrund der getroffenen Sicherheits- vorkehrungen neun Stunden gedauert habe. Ohnehin dürften aufgrund des summarischen Charakters der BzP allfällige sich aus dieser zur Anhörung ergebenden Widersprüche für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit der Vor- bringen nur beigezogen werden, wenn sie d iametral voneinander abwi- chen, was vorliegend nicht der Fall sei (vgl. EMARK 1993 Nr. 3, S. 13). Unbenommen vom Ausgeführten deute nichts darauf hin, dass der Be- schwerdeführer Eritrea legal verlassen habe. Aufgrund der Akten und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er im Zeitpunkt seiner Ausreise min- derjährig gewesen sei, sei von einer illegalen Ausreise auszugehen. Wes- halb die Vorinstanz von ihrer ständigen Praxis, wonach illegal aus Eritrea ausgereiste in der Schweiz als Flüchtl inge anerkannt werden , abweiche und das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen nach Art. 54 AsylG verneine, sei nicht nachvollziehbar. 4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, das Ergebnis der Hand- knochenanalyse habe nicht die einzige Grundlage zur Altersherabsetzung gebildet, sondern sei ein Indiz von vielen gewesen . Dem Beschwerdefüh- rer sei es nicht gelungen, das behauptete Alter zu beweisen oder zumin- dest glaubhaft zu machen. Die eingereichten Beweisdokumente seien keine rechtsgenüglichen und fälschungssicheren Ausweispapiere, die An- gaben im Schulzeugnis wichen von den in der BzP gemachten Angaben zu Alter und Schulbesuch ab und seine Angaben zum Geburtsdatum seien nicht übereinstimmend ausgefallen (vgl. act. A7, S. 3 und 5). Ferner deute nichts auf eine abnorme kö rperliche Entwicklung hin. Aus den genannten Gründen sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, die Zweifel an den von ihm gemachten Altersangaben auszuräumen, weshalb zum Zeitpunkt des Entscheids am Geburtsdatum vom 1. Januar 2000 festgehalten wor- den sei. Ohnehin habe sich die Herabsetzung seines Alters im Verlauf des Asylverfahrens nicht nachteilig auf ihn ausgewirkt, da die bestrittene Alters- angabe des Beschwerdeführers bei der Entscheidfindung keine Auswir- kungen auf seine Glaubwürdigkeit als Ganzes gehabt habe und selbst bei Wahrunterstellung des geltend gemachten Alters noch als minderjährig ge- golten hätte. Ferner sei in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung hinlänglich begründet worden, weshalb sich die Aussagen des Beschwer- deführers zu seiner geltend gemachten illegalen Ausreise als überwiegend unglaubhaft erwiesen hätten, weshalb er die Kriterien an die Flüchtlingsei-D-523/2016 Seite 10 genschaft nicht erfülle. Im Übrigen werde auf die Erwägungen der ange- fochtenen Verfügung verwiesen, an denen vollumfänglich festgeh alten werde. 4.4 In der Stellungnahme wird bezüglich des Alters des Beschwerdeführers das bereits Dargelegte wiederholt und darüber hinausgehend ausgeführt, die Differenz zwischen den Altersangaben des Beschwerdeführers zum Er- gebnis der Handknochenanalyse bet rage weniger als drei Jahre, was für die Glaubhaftigkeit der Altersangabe spreche. Ferner werde um Aktenein- sicht in die Akte A3/3 ersucht. Sofern diese tatsächlich in die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Beschwer deführers miteinfliesse, werde L etzte- rem ohne Einsichtsrecht die Möglichkeit vorenthalten, zu den Ausführun- gen der Vorinstanz adäquat Stellung zu beziehen. Entgegen der Auffas- sung der Vorinstanz habe der Beschwerdeführer die illegale Ausreise glaubhaft machen können und sei wegen subjekt iver Nachfluchtgründe in der Schweiz als Flüchtling anzuerkennen. 5. 5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich dann, wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentli- chen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widerspre- chen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaub- würdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf ge fälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch darstellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsu- chenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3 S. 826 f.). 5.2 5.2.1 Das SEM erachtete die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Vorverfolgung als nicht asylrelevant. In der Beschwerdeeingabe wird die in D-523/2016 Seite 11 der angefochtenen Verfügung vertretene Auffassung bestritten, es sei dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine illegale Ausreise aus Eritrea glaub- haft zu machen. 5.2.2 Die schweizerischen Asylbehörden gehen davon aus, dass ein lega- les Verlassen Eritreas lediglich mit einem gültigen Reisepass und einem zusätzlichen Ausreisevisum möglich ist und dass Ausreisevisa bereits seit mehreren Jahren nur noch unter sehr restriktiven Bedingungen und gegen Bezahlung hoher Geldbeträge an wenige als loyal beurteilte Personen aus- gestellt werden, wobei Kinder ab elf Jahren, Männer bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 47 Jahre grund sätzlich von der Visumserteilung ausgeschlossen sind. Verschiedentlich gab es auch Zeiten, in welchen überhaupt keine derartigen Dokumente mehr erhältlich waren, selbst bei Vorliegen eines gültigen Reisepasses. Wer versucht, das Land ohne be- hördliche Erlaubnis zu verlassen, riskiert neben der gesetzlich angedroh- ten Bestrafung sein Leben, da die Grenzschutztruppen gemäss überein- stimmenden Quellen den Befehl haben, Fluchtversuche mit gezielten Schüssen zu verhindern. Das eritreische Regime erachtet das illegale Ver- lassen des Landes als Zeichen politischer Opposition gegen den Staat und versucht, mit den drakonischen Massnahmen der sinkenden Wehrbereit- schaft und der Massenfluchtbewegung in der Bevölkerung Herr zu werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-5045/2009 vom 29. Novem- ber 2012 E. 6.4.2 mit weiteren Hinweisen). 5.2.3 Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gilt unter Hinweis auf die Ausführungen unter der vorstehenden Ziffer 5.1 von Ge- setzes wegen, dass der Beschwerdeführer das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen beweisen oder zumindest glaubhaft machen muss. Da- von wird er, trotz der nur eingeschränkten legalen Ausreisemöglichkeiten aus Eritrea, nicht entbunden. Es findet auch im eritreischen Kontext hin- sichtlich des Nachweises od er der Glaubhaftmachung von subjektiven Nachfluchtgründen im Zusammenhang mit einer sogenannten Republik- flucht keine Umkehr der gesetzlichen Beweis- beziehungsweise Substan- ziierungslast statt. Das Bundesverwaltungsgericht erachtet aufgrund der Aktenlage di e Wür- digung der Vorinstanz, die Schilderung zu den Umständen der Ausreise sei unglaubhaft, als zutreffend. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, kann vorab auf die Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung und Vernehmlassung verwiesen werden (vgl. vorstehend E. 4.1.3 und 4.3). Die Versuche, vorhandene Widersprüche zur illegalen Ausreise aufzulösen, D-523/2016 Seite 12 vermögen die bestehenden Zweifel an der en Glaubhaftigkeit nicht auszu- räumen, sondern verstärken diese noch zusätzlich. Beispielsweise führte der Beschwerdeführer zu den unterschiedlichen Angaben zur Fahrdauer von B._______ nach F._______ (neun bzw. vier Stunden) aus, einmal die tatsächliche und einmal die reguläre Fahrdauer angegeben zu haben, weil er damals gefragt worden sei, wie lange diese dauere (vgl. act. A18, F65). Allerdings wurde er an der BzP nicht nach der Fahrdauer gefragt, sondern wie er ins Ausland gelangt sei, worauf er entgegnete, er sei mit einem öf- fentlichen Bus nach F._______ gelangt, die Fahrt habe vier Stunden ge- dauert und er habe seinen Passierschein dabei gehabt, welchen er für den Urlaub erhalten habe (vgl. act. A7, S. 7). Zu Letzterem bleibt anzumerken, dass das eritreische Schuljahr im (…) beginnt und er nach eigenen Anga- ben im November oder Dezember ausgereist ist, was die Frage aufwirft, weshalb ihm ein (…) oder (…) Monate über den Schulbeginn hinaus gülti- ger Passierschein hätte ausgestellt werden sollen (vgl. […], zuletzt besucht am 12. April 2016). Davon unbenommen gab er an, in Begleitung seines ortskundigen Freundes um zwei Uhr morgens in F._______ losgelaufen und nach einem ungefähr vierstündigen Fussmarsch im Sudan angekom- men zu sein, wobei sie von weitem gesichteten illegal Ausreisende gefolgt seien (vgl. act. A18, F70f.). Wie sie diese Personen bei Nacht und Dunkel- heit von weitem ausgemacht haben wollen, erscheint indessen fraglich. Als wenig plausibel zu werten ist auch die Aussage, wonach sie sich am Licht von Taschenlampen orientiert hätten, da sie weder gewusst haben können, wer die Verursacher der Lichtquelle waren – diese hätten ebenso gut erit- reischen Behördenvertretern zugeordnet werden können – noch wie diese in Relation zu ihrem Ziel – der Grenze zum Sudan – zu situieren gewesen wären (vgl. act. A18, F71). Sodann erscheint es unter den geltend gemach- ten Umständen äusserst unwahrscheinlich, dass er und sein Wegbegleiter die ungefähr 25 Kilometer lange Strecke zwischen F._______ und dem Su- dan in nur vier Stunden zurückgelegt haben sollen. Diese soll nämlich unter erschwerten Umständen – angeblich war es Nacht, das Gelände unweg- sam und die Orientierungsmöglichkeiten eingeschränkt – angetreten wor- den sein und wäre unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die durch- schnittliche Gehgeschwindigkeit eines Menschen 5 km/h beträgt, wohl kaum in der fraglichen Zeitspanne zu meistern gewesen. Wenig überzeu- gend ist auch die Erklärung, wonach er mit I._______ den sudanesischen Bundesstaat und nicht die Ortscha ft gemeint habe, da er ausführte „nicht direkt in I._______ eingereist“ zu sein (vgl. act. A18, F75). Abschliessend bleibt noch zu bemerken, dass der Beschwerdeführer angab, seinem Vater lediglich einmal auf der Strasse begegnet zu sein und diesen im Übrigen D-523/2016 Seite 13 nicht zu kennen. Für die Fluchtkosten im Umfang von USD 3‘600 soll je- doch seine in Saudi-Arabien wohnhafte Tante väterlicherseits aufgekom- men sein (vgl. act. A7, S. 4 und A18, F77f.). Allerdings lässt der Umstand, dass diese trotz explizitem Nachfragen nach Bezugspersonen in Drittstaa- ten unerwähnt blieb, darauf schliessen, dass das Verhältnis zu dieser – sollte es sie überhaupt geben – nicht besonders eng ist. Dass ihm ausge- rechnet diese Tante die teure Flucht finanziert haben soll, erscheint vor dem Hintergrund des vorstehend Ausgeführten eher abwegig. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts kann aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer die wahren Umstände seiner Ausreise ver- heimlicht und aus der fehlenden Asylrelevanz der Verfolgungsvorbringen zwar noch nicht auf eine legale Ausreise geschlossen we rden, aber ge- nauso wenig reicht es aus, sich einzig auf die notorisch schwierige legale Ausreise zu berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe und -umstände überzeugend darzutun. Unter diesen Umständen ist aufgrund des Ausge- führten festzustellen, dass es i hm nicht gelungen ist, das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgründen nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Was schliesslich die durch die Vorinstanz vorgenommene Änderung des vom Beschwerdeführer angegeben en Geburtsjahres 1998 auf das Jahr 2000 anbelangt, ist festzuhalten, dass diese keine negativen Konsequen- zen für sein Asylverfahren hatte. Unbenommen von anderslautenden, sich in blossen Behauptungen erschöpfenden Ausführungen finden sich in den Akten keine Hinweise, welchen zufolge seine persönliche Glaubwürdigkeit wegen der abweichenden Altersangaben und dem Ergebnis der Handkno- chenanalyse in Frage gestellt worden wäre. Auf die fehlende Glaubhaf- tigkeit der Asylvorbringen und der illegalen Ausreise wurde aufgrund der im Einzelnen dargelegten Gründe geschlossen; seine unterschiedlichen Al- tersangaben spielten dabei keine massgebliche Rolle. Im Zusammenhang mit der Handknochenanalyse bzw. der von der Vorinstanz vorgenomme- nen Schlussfolgerung ist dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwachsen – seine hierzu zutreffenden Ausführungen vermögen – mangels Asylrele- vanz – auch nichts zu seinen Gunsten zu bewirken. Daran nichts zu ändern vermögen auch die abweichenden Altersangaben auf dem GWK-Rapport. Eine weitergehende Überprüfung der im Zusammenhang mit der Altersan- passung erhobenen Rügen kann unter diesen Umständen unterbleiben. D-523/2016 Seite 14 5.3 Zusammenfassend ist demnach festzustellen, dass es dem Beschwer- deführer nicht gelungen ist, das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgrün- den zu beweisen oder glaubhaft zu machen. Es erübrigt sich, auf die wei- teren Ausführungen in den Eingaben des Beschwerdeführers weiter einzu- gehen, da diese an der vorliegenden Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. 6. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü gung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm mit Zwi- schenverfügung vom 29. Januar 2016 die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde und sich an den entsprechenden Vorausset- zungen nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. Nachdem dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 29. Januar 2016 sein Rechtsvertreter als amtlicher Beistand beigeordnet wurde, ist diesem eine angemessene Entschädigung auszurichten. Dieser weist in seinen Kosten- noten vom 11. März 2016 einen zeitlichen Aufwand von 10.83 Stunden zu Fr. 194.– plus Auslagen von Fr. 54.– aus, was ein Total von Fr. 2'155.66 (inkl. Auslagen und MWST) ausmacht. Gestützt auf die darin gemachte Aufstellung erscheint der zeitliche Aufwand indessen als zu hoch und wird auf neun Stunden zu einen Stundenansatz von Fr. 150.– (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE) gekürzt, was somit einen totalen Betrag von Fr. 1'404.– (inkl. Auslagen und MWST-Zuschlag) ausmacht. D-523/2016 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Bundesverwaltungsgericht entrichtet de m Rechtsvertreter Urs Jehle ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 1'404.– 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Martina Kunert Versand: