Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz Kammer III III 2020 85 Entscheid vom 2. September 2020 Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident Monica Huber-Landolt, Richterin lic.iur. Karl Gasser, Richter MLaw Aaron Steiner, a.o. Gerichtsschreiber Parteien A.________, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt MLaw B.________, gegen Verkehrsamt, Schlagstrasse 82, Postfach 3214, 6431 Schwyz, Vorinstanz, Gegenstand Strassenverkehrsrecht (vorsorglicher Sicherungsentzug)2 Sachverhalt: A.Am 22. November 2019 hat das kantonale Verkehrsamt gegenüber A.________ (geb. …) einen Führerausweisentzug für 5 Monate angeordnet mit der Begründung, dass er am 9. September 2019 auf der Schwyzerstrasse in Ein- siedeln einen Personenwagen in angetrunkenem Zustand (0.69 mg/l) gelenkt habe und kurz vor der leichten Linkskurve beim Bahnübergang Dubenmoos rechtsseitig von der Fahrbahn abgekommen sei (Vi-act. 1). B.Gestützt auf einen Rapport der Kantonspolizei Schwyz vom 26. März 2020 hat das Verkehrsamt am 21. April 2020 gegenüber A.________ einen vorsorgli- chen Sicherungsentzug des Führerausweises verfügt. Die Wiedererlangung des Führerausweises wurde vom Ergebnis einer verkehrsmedizinischen Untersu- chung bei einem Verkehrsmediziner SGRM abhängig gemacht. Einer allfälligen Beschwerde gegen diese Verfügung wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (vgl. Vi-act. 3). C.Gegen diesen vorsorglichen Sicherungsentzug liess A.________ rechtzei- tig am 12. Mai 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen mit dem Hauptbegehren, dass die angefochtene Verfügung aufzuheben sei. Der zusätzli- che Antrag, wonach die von der Vorinstanz entzogene aufschiebende Wirkung einer Beschwerde wiederherzustellen sei, wurde vom zuständigen Einzelrichter des Verwaltungsgerichts mit Zwischenbescheid VGE III 2020 86 vom 13. Mai 2020 abgewiesen. D.Mit Vernehmlassung vom 23. Juni 2020 beantragte das Verkehrsamt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf diese einzutreten sei, unter Kostenfol- gen zulasten des Beschwerdeführers. Dazu nahm der Beschwerdeführer in einer Eingabe vom 31. August 2020 Stellung und stellte neu folgende Anträge: 1. Die Verfügung vom 21. April 2020 des Verkehrsamtes Schwyz sei aufzuheben und die Sache zur neuen Behandlung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 2. Die Vorinstanz sei anzuweisen, für den Beschwerdeführer umgehend eine ver- kehrsmedizinische Untersuchung anzuordnen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 3 Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfü- gen (Art. 14 Abs. 1 Strassenverkehrsgesetz, SVG, SR 741.01). Über Fahreig- nung verfügt, wer nach Art. 14 Abs. 2 SVG: a. das Mindestalter erreicht hat; b. die erforderliche körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat; c. frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt; und d. nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. 1.2Führerausweise werden entzogen, wenn die gesetzlichen Voraussetzun- gen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Nach Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreig- nung ausschliesst. Ein allfälliger Sicherungsentzug im Sinne dieser Bestimmung setzt das Vorliegen einer Sucht voraus, wie dies beispielsweise für die Abhän- gigkeit von Alkohol, Betäubungsmitteln und Arzneimitteln der Fall ist bzw. sein kann (vgl. Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015 N 25 zu Art. 16d SVG). 1.3Art. 15d Abs. 1 SVG hält fest, dass eine Person einer Fahreignungsunter- suchung unterzogen wird, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen. In einer nicht abschliessenden Aufzählung nennt Art. 15d Abs. 1 SVG Beispiele von Fäl- len, in denen Zweifel an der Fahreignung bestehen (lit. a-e). Dies ist u.a. der Fall bei Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer bestimmten Blutalkoholkonzen- tration oder bei Fahren unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder bei Mit- führen von Betäubungsmitteln, welche die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufweisen (lit. a und b). Bereits unter dem früheren Recht hatte die zuständige Behörde im Hinblick auf einen allfälligen Si- cherungsentzug des Führerausweises die erforderlichen Abklärungen zu treffen, wenn Anzeichen vorlagen, dass bei einer Person die Fahreignung fehlen könnte. Bei Verdacht auf eine Alkohol- oder Betäubungsmittelabhängigkeit darf nach der Rechtsprechung eine verkehrsmedizinische Abklärung angeordnet werden, so- fern konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen wecken (Bundesgerichtsurteile 1C_248/2011 vom 30.1.2012 Erw. 4 sowie 1C_256/2011 vom 22.9.2011 Erw. 2.2). Nach dieser Rechtspre- chung hat die zuständige Behörde die erforderlichen Abklärungen im Hinblick auf einen allfälligen Sicherungsentzug des Führerausweises ungeachtet der Beispie-4 le in Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG zu treffen, wenn begründete Anzeichen vor- liegen, dass bei einer Person die Fahreignung fehlen könnte. Insoweit sind stets hinreichend konkrete Anhaltspunkte erforderlich, die ernsthafte Zweifel an der Fahreignung des Betroffenen aufkommen lassen (Urteil des Bundesgerichts 1C_446/2012 vom 26.4.2013 Erw. 3.2). Der Anlass für die Abklärung der Fahr- eignung kann deshalb nach wie vor sehr vielfältig sein. Je grösser die Zweifel ob- jektiv sind bzw. sein müssten, desto kleiner ist der Ermessensspielraum der kan- tonalen Behörde. Es ist zudem weder erforderlich, dass einer der Abklärungs- gründe nach Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG vorliegt noch braucht der Beweis ei- nes Ausschlussgrundes vorzuliegen, ansonsten die Norm überflüssig wäre und gegebenenfalls immer direkt gestützt auf Art. 16d SVG ein Sicherungsentzug an- geordnet werden müsste (vgl. Weissenberger, a.a.O. N 6 zu Art. 15d SVG). 1.4Bestehen ernsthafte Bedenken an der Fahreignung, kann der Lern- oder Führerausweis bis zum Abschluss des Entzugsverfahrens vorsorglich entzogen werden (Art. 30 Verkehrszulassungsverordnung, VZV, SR 745.51). Diese Rege- lung trägt der besonderen Interessenlage Rechnung, welche bei der Zulassung von Fahrzeugführern zum Strassenverkehr zu berücksichtigen ist. Angesichts des grossen Gefährdungspotentials, welches dem Führen eines Motorfahrzeugs eigen ist, erlauben schon Anhaltspunkte, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und ernsthafte Be- denken an seiner Fahreignung erwecken, den vorsorglichen Ausweisentzug (BGE 125 II 492 Erw. 2). Der strikte Beweis für die Fahreignung ausschliessende Umstände ist nicht erforderlich; wäre dieser erbracht, müsste unmittelbar der Si- cherungsentzug selber verfügt werden. Können die notwendigen Abklärungen nicht rasch und abschliessend getroffen werden, soll der Ausweis schon vor dem Sachentscheid provisorisch entzogen werden können und braucht eine umfas- sende Auseinandersetzung mit sämtlichen Gesichtspunkten, die für oder gegen einen Sicherungsentzug sprechen, erst im anschliessenden Hauptverfahren zu erfolgen (Bundesgerichtsurteil 1C_423/2010 vom 14.2.2011 Erw. 3; Weissenber- ger, a.a.O. N 14 zu Art. 16d SVG). Der vorsorgliche Entzug während eines Siche- rungsentzugsverfahrens bildet zum Schutz der allgemeinen Verkehrssicherheit die Regel (Urteil des Bundesgerichts 6A.8/2005 vom 6.4.2005 Erw. 2.1). Während es beim Warnungsentzug um die Stichhaltigkeit einer strafrechtlichen Anklage geht, bezweckt der Sicherungsentzug die Fernhaltung eines Fahrzeug- führers vom Strassenverkehr aus Gründen der Verkehrssicherheit, und dies un- abhängig vom Verschulden. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 2 EMRK) findet in Verfahren betreffend den Sicherungsent- zug daher keine Anwendung (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_308/2012 vom 5 3.10.2012 Erw. 2.4 mit Verweis auf BGE 122 II 359 Erw. 2c S. 363; 1C_384/2011 vom 7.2.2012 Erw. 2.3.2). 1.5Nach der Rechtsprechung setzt die Anordnung einer Begutachtung der Fahreignung nicht zwingend eine Fahrt unter Drogeneinfluss voraus (vgl. Urteil des BGer 1C_328/2013 vom 18.9.2013 Erw. 3.2). Analog gilt auch bei allfälligen Alkohol- oder Arzneimittelabhängigkeiten, dass die Anordnung einer Begutach- tung der Fahreignung nicht zwingend davon abhängig ist, dass der betreffende Fahrzeuglenker tatsächlich unter dem Einfluss von Alkohol oder von bestimmten Medikamenten ein Fahrzeug gelenkt hat. Allerdings ist zu beachten, dass nicht vage Verdachtsmomente ausreichen, sondern vielmehr konkrete Anhaltspunkte gegeben sein müssen, die den Fahrzeugführer als besonderes Risiko für die an- deren Verkehrsteilnehmer erscheinen lassen und ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung erwecken (vgl. Weissenberger, a.a.O. N 14 zu Art. 16d SVG). 2.Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet grundsätzlich die Fragestellung, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer den Führerausweis vorsorglich entziehen durfte. Dies ist aus den nachfolgend dargelegten Gründen zu bejahen. 2.1Vorab fällt zu Ungunsten des Beschwerdeführers ins Gewicht, dass er le- diglich rund sieben Monate vor Erlass der angefochtenen Verfügung angetrunken (mit 0.69 mg/l) ein Fahrzeug gelenkt hat und dabei von der Fahrbahn abkam und mit einer Bahnschrankenanlage kollidierte. Die entsprechende Verfügung vom 22. November 2019 mit einem Führerausweisentzug für 5 Monate ist unange- fochten in Rechtskraft erwachsen (vgl. Vi-act. 1). 2.2Dieser vorgenannte Führerausweisentzug endete nach der Aktenlage am 8. Februar 2020. Rund 6 ½ Wochen später musste der Beschwerdeführer in ei- ner anderen Angelegenheit vormittags am 25. März 2020 einen Termin beim Po- lizeiposten Brunnen wahrnehmen. Dem am nächsten Tag verfassten Rapport der Kantonspolizei (vom 26.3.2020) sind u.a. folgende Angaben des zuständigen Mitarbeiters der Kantonspolizei zu entnehmen (vgl. Vi-act. 2): Bezüglich einer Aussage in anderer Sache kam … [= Beschwerdeführer] am 25.03.2020, 10.00 Uhr, zum Polizeiposten Brunnen bzw. er wurde von einem Kol- legen gefahren. Er selbst lenkte zu diesem Zeitpunkt kein Fahrzeug. Im Anschluss an seine Angaben wurde mit ihm um 10.25 Uhr ein Atemlufttest durchgeführt, da bei ihm ein leichter Atemalkoholgeruch feststellbar war. Der Test ergab einen Wert von 1.26 mg/l bzw. 2.52 Promille. … gab der Polizei gegenüber an, dass er selten mit einem Fahrzeug fahre und ein Alkoholproblem habe. … wollte zu diesem Zeit- punkt seinen Führerausweis nicht freiwillig abgeben. … wurde in Kenntnis gesetzt, dass dem Verkehrsamt Schwyz ein Bericht mit Ersuchen um Prüfung seiner Fahr- fähigkeit zugestellt wird.6 2.3 Wie bereits im Zwischenbescheid vom 13. Mai 2020 hervorgehoben wur- de, wird ein Bürger, welcher wegen einer Befragung in einer anderen Sache vormittags bei der Kantonspolizei zu erscheinen hat, zu einem solchen ihm im Voraus bekannten Termin grundsätzlich nicht angetrunken (mit 2.52‰) erschei- nen, es sei denn, dass er effektiv Probleme hat, bereits am Vormittag auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Ungeachtet dieser Argumentation im Zwi- schenbescheid hat der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 31. August 2020 auch nicht ansatzweise begründet, weshalb er damals angetrunken zur po- lizeilichen Befragung erschien. Damit bleibt es bei der vorinstanzlichen Einschät- zung, wonach ernsthafte Anhaltspunkte für eine Alkoholabhängigkeit des Be- schwerdeführers vorliegen. 2.4Abgesehen davon fällt auf, dass bei der erwähnten polizeilichen Befragung nicht das Verhalten des Beschwerdeführers, sondern ein leichter Atemalkoholge- ruch dem befragenden Polizisten Anlass gab, einen Atemlufttest durchzuführen. Das Testergebnis ist in den vorinstanzlichen Akten durch eine Bildaufnahme des am 25. März 2020 um 10.25 Uhr durchgeführten Tests mit dem Gerät AlcoTrue P dokumentiert (vgl. Vi-act. 2/ Anhang). Dieses Testergebnis wird vom Beschwer- deführer vor Gericht nicht in Frage gestellt. Soweit aber der Beschwerdeführer bei der erwähnten polizeilichen Befragung trotz erheblichem Alkoholkonsum kei- ne Anzeichen von Betrunkenheit zeigte (jedenfalls wurden solche im Polizeibe- richt nicht festgehalten), deutet dies grundsätzlich (zusätzlich zu den oben ange- führten Aspekten) auf eine Alkoholabhängigkeit hin (siehe auch Jürg Bickel, in: Basler Kommentar zum SVG, herausgegeben von Niggli/ Probst/ Waldmann, Ba- sel 2014, N19 in fine zu Art. 15d SVG mit Hinweis). 2.5Entgegen der Argumentation in der Beschwerde reichen die dargelegten Gründe aus, um einen vorsorglichen Sicherungsentzug zu verfügen und die Wie- dererteilung des Führerausweises vom Ergebnis einer verkehrsmedizinischen Untersuchung durch einen Verkehrsmediziner SGRM abhängig zu machen. 2.6An diesem Ergebnis vermögen sämtliche Vorbringen des Beschwerdefüh- rers nichts zu ändern. 2.6.1 Unbehelflich ist namentlich der Einwand in der Beschwerde (Ziff. 19), dass bis zur Durchführung der verkehrsmedizinischen Untersuchung die Zweifel an der Fahreignung "von der Behörde bis zum Abschluss der Untersuchung zu er- tragen" seien. Im Gegenteil hat es in Anbetracht der dargelegten, ernsthaften Zweifel an der Fahreignung (siehe vorstehend) aus Gründen der Verkehrssicher- heit der Beschwerdeführer zu ertragen, dass ihm bis zum Vorliegen des Ergeb-7 nisses der verkehrsmedizinischen Untersuchung das Lenken von Fahrzeugen im Strassenverkehr untersagt bleibt. 2.6.2 Soweit sich der Beschwerdeführer auf die Verletzung des rechtlichen Gehörs beruft, wurde dieser Einwand bereits im Zwischenbescheid entkräftet. Es kann darauf verwiesen werden. Einmal abgesehen davon, dass das Verkehrsamt aus Gründen der Dringlichkeit eine Massnahme zur Wahrung der Verkehrssi- cherheit sofort treffen und dementsprechend einen vorsorglichen Sicherungsent- zug umgehend (grundsätzlich auch ohne vorgängige Einräumung des rechtlichen Gehörs) anordnen darf, verhält es sich so, dass eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör hier im Verfahren vor Verwaltungsgericht, wel- chem volle Kognition zukommt, geheilt werden kann (vgl. Urteil des Bundesge- richts 1C_7/2014 vom 2.09.2014 i.Sa. K. c. Verkehrsamt Schwyz betreffend vor- sorgliche Aberkennung des ausländischen Führerausweises und Anordnung ei- ner verkehrsmedizinischen Untersuchung, Erw. 2.5.1 ff.). Entgegen der Argu- mentation des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 31. August 2020 hat die Vorinstanz nicht erst in ihrer Vernehmlassung, sondern bereits in der ange- fochtenen Verfügung den vorsorglichen Sicherungsentzug (ausreichend) be- gründet, und zwar mit dem Erscheinen des Beschwerdeführers an einem im Vor- aus bekannten Vormittagstermin beim Polizeiposten (mit 2.52 ‰) in Kombination mit dem wenige Monate zuvor verfügten Führerausweisentzug wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Eine solche Begründung reicht für den Erlass eines vorsorglichen Sicherungsentzugs praxisgemäss aus; entgegen der sinngemäs- sen Auffassung des Beschwerdeführers bzw. seines Rechtsvertreters sind an die Begründung einer vorsorglichen Sicherungsentzugsverfügung keine überspitzten Anforderungen zu stellen. Dies gilt erst recht, als der Beschwerdeführer vor Ge- richt keine Erklärung vorgebracht hat, weshalb er den erwähnten Polizeitermin an einem Vormittag mit 2.52‰ wahrgenommen hat. Damit hat er selber dafür einzu- stehen, dass die Vorinstanz ihm gegenüber einen vorsorglichen Sicherungsent- zug angeordnet hat. 2.7.1 Des Weiteren verkennt der Beschwerdeführer bzw. sein Rechtsvertreter die Vorgehensweise bei solchen ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Fahreig- nung. Der erste Schritt bildet der vorsorgliche Sicherungsentzug (mit dem Hin- weis, wie die Wiedererteilung des Führerausweises erlangt werden kann, und zwar durch die Absolvierung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung, siehe dazu beispielsweise auch das Urteil des Bundesgerichts 1C_285/2018 vom 12.10.2018). In der vorliegenden Beschwerde wird im Rechtsbegehren Ziffer 2 direkt die Aushändigung des Führerausweises (ohne Abwarten einer verkehrs-8 medizinischen Untersuchung) beantragt. Dieses Begehren ist nach dem Gesag- ten abzuweisen. 2.7.2 Soweit der Beschwerdeführer in seiner Eingabe vom 31. August 2020 neu beantragt, die Vorinstanz habe umgehend eine verkehrsmedizinische Untersu- chung anzuordnen, übersieht er, dass die Vorinstanz praxisgemäss zunächst abwarten darf, ob der Beschwerdeführer überhaupt den Führerausweis wiederer- langen möchte. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass ein Fahrzeuglenker mit (allfälligen) Alkoholproblemen (und FiaZ-Vorgeschichte) einsichtig ist, dass zunächst das Alkoholproblem anzugehen wäre, bevor er wieder Fahrzeuge lenkt, und dass er dabei die nicht unerheblichen Kosten einer verkehrsmedizinischen Untersuchung (welche unter Umständen die Fahreignung ohne Einhaltung einer längeren Totalabstinenz verneint) einsparen möchte. Mit anderen Worten steht im Zeitpunkt des Erlasses des vorsorglichen Siche- rungsentzugs noch nicht definitiv fest, dass es zwingend zu einer verkehrsmedi- zinischen Untersuchung kommen muss (was beispielsweise bei einem vorläufi- gen Verzicht auf den Führerausweis - bis die Behandlung eines allfälligen Sucht- problems fortgeschritten ist - nicht der Fall wäre). 2.7.3 Nachdem der vorliegende vorsorgliche Sicherungsentzug nach dem Ge- sagten zu bestätigen ist und solange Wirkung entfaltet, bis der Beschwerdeführer den Kostenvorschuss zur Durchführung einer verkehrsmedizinischen Untersu- chung bezahlt und die Untersuchung absolviert hat sowie das verkehrsmedizini- sche Gutachten vorliegt und die Vorinstanz über das entsprechende Ergebnis des Sachverständigen befunden hat, besteht entgegen der Auffassung des Be- schwerdeführers kein Anlass, die Beschwerdesache (welche ausschliesslich die Zulässigkeit eines vorsorglichen Sicherungsentzugs betrifft) an die Vorinstanz zurückzuweisen. Vielmehr ist es Sache des Beschwerdeführers, zur Wiederer- langung des Führerausweises bei der Vorinstanz einen entsprechenden Kosten- vorschuss zu entrichten, worauf die Vorinstanz das Erforderliche zur Durch- führung einer solchen verkehrsmedizinischen Untersuchung anordnen kann. In diesem Sinne wird die Vorinstanz eingeladen, dem Rechtsvertreter die Details für einen solchen Kostenvorschuss bekanntzugeben. Dies hätte im Übrigen die Vor- instanz praxisgemäss vorgenommen, wenn der Beschwerdeführer anstelle einer Beschwerde ans Gericht sich bei der Vorinstanz erkundigt hätte, wie im Hinblick auf eine solche Untersuchung vorzugehen sei. 3.Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen. Die- sem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten dem Beschwerdefüh- rer auferlegt. Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht.9 Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen, unter Einbezug des Zwischenbescheids) werden auf Fr. 1'200.-- festgelegt und dem Beschwerdeführer auferlegt. Er hat einen Kostenvorschuss in gleicher Höhe bezahlt, so dass die Rechnung ausgeglichen ist. 3 Die Vorinstanz wird eingeladen, dem Rechtsvertreter des Beschwerdefüh- rers die Details zur Durchführung der in der Eingabe vom 31. August 2020 beantragten verkehrsmedizinischen Untersuchung bekanntzugeben. 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwerde* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, 1000 Lau- sanne 14, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005). Soweit die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht zulässig ist, kann in derselben Rechtsschrift subsidiäre Verfassungsbe- schwerde* erhoben und die Verletzung von verfassungsmässigen Rechten gerügt werden (Art. 113ff. BGG). 5. Zustellung an: -den Vertreter des Beschwerdeführers (2/R) -die Vorinstanz (EB, inkl. Eingabe des Bf vom 31.8.2020) -und das Bundesamt für Strassen, Sekretariat Administrativmassnah- men, 3003 Bern (A). Schwyz, 2. September 2020 Im Namen des Verwaltungsgerichts Der Vizepräsident: Der a.o. Gerichtsschreiber: *Anforderungen an die Beschwerdeschrift Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru- mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Versand: 3. September 2020