<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2021.00503</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=221889&amp;W10_KEY=13013469&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2021.00503</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 07.12.2021</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung; vorsorgliche Massnahme</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Baubewilligung; aufschiebende Wirkung; vorsorgliche Massnahmen. Anfechtung von Zwischenentscheiden; bei vorsorglichen Massnahmen ist in der Regel ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bejahen. Ergeht ein vorinstanzlicher Zwischenentscheid und wird dieser angefochten, fixieren dieser und das vorinstanzliche Begehren den Streitgegenstand; auf die Beschwerde ist nur insoweit einzutreten, als die erhobenen Rügen den Streitgegenstand betreffen (E. 1). Während eines Rechtsmittelverfahrens darf von einer angefochtenen Baubewilligung kein Gebrauch gemacht bzw. dürfen die Arbeiten am angefochtenen Projekt infolge der aufschiebenden Wirkung nicht ausgeführt werden. Der Baubeginn und -fortgang wird insoweit gehindert, als der Ausgang des Verfahrens die Bauausführung beeinflussen kann. Auf Gesuch wird über den Umfang der aufschiebenden Wirkung und über den Erlass vorsorglicher Massnahmen entschieden (E. 3.1, E. 4.1). Die Anordnung einer vorsorglichen Massnahme setzt Dringlichkeit voraus. Sie ist darauf gerichtet, wichtige öffentliche oder private Interessen vor schweren, nicht wiedergutzumachenden Nachteilen zu schützen. Der Entscheid bzw. dessen Überprüfung im Rechtsmittelverfahren erfolgt mit einem reduzierten Prüfungsmassstab; es erfolgt eine summarische Prüfung (E. 3.2). Die Beschwerdeführerin vermag die für den Erlass vorsorglicher Massnahmen bzw. den Entzug der aufschiebenden Wirkung sprechenden Voraussetzungen nicht genügend glaubhaft zu machen; namentlich ist es gerichtlichen Bauverfahren inhärent, dass finanzielle Nachteile infolge andauernder Bauarbeiten anfallen können. Weiter hat sich die Vorinstanz mit der Rüge einer allfälligen offenkundigen Haltlosigkeit des Rekurses infolge mangelnder Legitimation auseinandergesetzt und zu Recht entschieden, dass die Legitimation trotz fehlenden Gesuchs um Zustellung des Bauentscheids nicht vorab klar verneint werden könne; im Hauptverfahren stellt sich denn auch die Frage, ob das Projekt neu ausgesteckt und bekanntgemacht hätte werden müssen (E. 4.3). Der vorinstanzlich festgelegte Umfang der aufschiebenden Wirkung ist nicht zu beanstanden und die Voraussetzungen zur Anordnung vorsorglicher Massnahmen sind nicht erfüllt. Abweisung, soweit Eintreten.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN">AUFSCHIEBENDE WIRKUNG UND VORSORGLICHE MASSNAHMEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: STREITGEGENSTAND">STREITGEGENSTAND</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SUMMARISCHE PRÃFUNG">SUMMARISCHE PRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ZWISCHENENTSCHEID">ZWISCHENENTSCHEID</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">§ 339 Abs. I PBG</span><br/><span class="gerade">§ 339 Abs. II PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 6 VRG</span><br/><span class="gerade">§ 25 VRG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="WordSection1"> <table border="1" cellpadding="0" cellspacing="0" class="MsoNormalTable" width="0"> <tr> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span>Verwaltungsgericht</span></p> <p class="Kopf1"><span>des Kantons ZÃ¼rich</span></p> <p class="Kopf1"><span>1. Abteilung</span></p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"> </p> </td> <td valign="top"> <p class="Kopf1"><span><img alt="" height="78" id="Bild 1" src="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getImage&amp;nF38_KEY=55060" width="123"/></span></p> </td> </tr> </table> <p class="MsoNormal">VB.2021.00503</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><b><span>Urteil</span></b></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>der 1. Kammer</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">vom <a id="VF_DAT_ENTSCHEID">7. Dezember 2021</a></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">Mitwirkend: AbteilungsprÃ¤sident Peter Sprenger<span> (Vorsitz)</span>, Verwaltungsrichterin Maja SchÃ¼pbach Schmid, Verwaltungsrichter Daniel Schweikert, <a id="TN_AUTOTEXT_RICHTER"></a><a id="TN_AUTOTEXT_GS"></a>Gerichtsschreiberin Regina Meier. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal">In Sachen</p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>A AG, vertreten durch RA B und/oder RA C, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>BeschwerdefÃ¼hrerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel">gegen</p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>D, vertreten durch RA E, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Beschwerdegegnerin,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="Zwischentitel"><a id="RU_AUTOTEXT_DRITT_N">und</a></p> <p class="Zwischentitel"> </p> <p class="MsoNormal"><span>1. Ressortvorsteherin Bau und Planung, </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span>2. Baudirektion Kanton ZÃ¼rich, </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>Mitbeteiligte,</span></b><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><span> </span></p> <p class="MsoNormal"><b><span>betreffend Baubewilligung; vorsorgliche Massnahme</span></b><b>,</b></p> <p class="Zwischentitel">hat sich ergeben: </p> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Mit Stammbaubewilligung vom 21. MÃ¤rz 2018 erteilte der Bau- und Liegenschaftenausschuss Embrach den damaligen Baugesuchstellenden F und G die Baubewilligung fÃ¼r die Erstellung eines Mehrfamilienhauses samt Tiefgarage auf dem BaugrundstÃ¼ck altKat.-Nr. 01 in Embrach. Mit VerfÃ¼gung vom 20. September 2018 wurde eine Parzellierungsbewilligung erteilt und das vormalige GrundstÃ¼ck in das nÃ¶rdliche BaugrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 02, auf dem das streitgegenstÃ¤ndliche Mehrfamilienhaus erstellt werden soll, und das sÃ¼dliche GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 03 unterteilt. Letzteres erwarb D in der Folge von den damaligen Baugesuchstellenden. Mit der nun strittigen Bewilligung der Ressortvorsteherin Bau und Planung der Gemeinde Embrach vom 12. Mai 2021 und der VerfÃ¼gung vom 14. April 2021 der Baudirektion des Kantons ZÃ¼rich wurden diverse ProjektÃ¤nderungen betreffend das Mehrfamilienhaus bzw. dessen Farb- und Materialkonzept bewilligt.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Hiergegen erhob D am 4. Juni 2021 Rekurs an das Baurekursgericht. Am 11. Juni 2021 beantragte die Bauherrin A AG, die aufschiebende Wirkung des Rekurses sei im Sinn einer vorsorglichen Massnahme â zunÃ¤chst superprovisorisch â zu entziehen. Mit VerfÃ¼gung vom 14. Juni 2021 wies das Baurekursgericht das Gesuch um superprovisorische BeschrÃ¤nkung der aufschiebenden Wirkung ab; in der Folge wurde mit Zwischenentscheid vom 5. Juli 2021 auch das Gesuch um Entzug der aufschiebenden Wirkung abgewiesen.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Gegen den Entscheid vom 5. Juli 2021 gelangte die A AG am 15. Juli 2021 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht und beantragte dessen Aufhebung sowie den Entzug der aufschiebenden Wirkung des Rekurses vom 4. Juni 2021. Eventualiter sei der angefochtene Zwischenentscheid aufzuheben und die fehlende Rekurslegitimation von D festzustellen; subeventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, das Rekursverfahren durch einen Nichteintretensentscheid zu beenden. Ferner sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerschaft.</p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde Embrach beantragte am 22. Juli 2021 die Gutheissung der Beschwerde. Das Baurekursgericht beantragte am 27. Juli 2021 ohne weitere Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde. Am 28. Juli 2021 verzichtete die Baudirektion auf eine Stellungnahme. D beantragte am 30. Juli 2021, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen, alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Am 9. August 2021 reichte sie eine zusÃ¤tzliche Stellungnahme zur Eingabe der Gemeinde Embrach ein. Diese liess sich am 17. August 2021 hierzu vernehmen. Eine weitere Eingabe der A AG erfolgte am 20. August 2021, in der sie an ihren AntrÃ¤gen festhielt. Hierzu liess sich D am 10. September 2021 vernehmen. Die Gemeinde Embrach verzichtete am 15. September 2021 auf eine weitere Stellungnahme. Die A AG liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> erwÃ¤gt:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>1.1 </b>Die Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden richtet sich gemÃ¤ss § 41 Abs. 3 in Verbindung mit § 19a Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) sinngemÃ¤ss nach den Art. 91â93 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG). GemÃ¤ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ist die Beschwerde gegen selbstÃ¤ndig erÃ¶ffnete Vor- und Zwischenentscheide zulÃ¤ssig, wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kÃ¶nnen.</p> <p class="Urteilstext"><span>Bei vorsorglichen Massnahmen ist in der Regel ein nicht wiedergutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG zu bejahen (Martin Bertschi in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 3. A., ZÃ¼rich 2014, [Kommentar VRG], § 19a N. 48). DiesbezÃ¼glich ist auf die Beschwerde einzutreten.</span></p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Nicht einzugehen ist hingegen auf die BeschwerdeantrÃ¤ge, wonach die fehlende Rekurslegitimation der Rekurrentin festzustellen oder die Vorinstanz zur FÃ¤llung eines Nichteintretensentscheids anzuhalten sei: Ergeht ein vorinstanzlicher Zwischenentscheid und wird dieser angefochten, fixieren dieser und das vorinstanzliche Begehren den Streitgegenstand (Marco Donatsch, Kommentar VRG, § 20a N. 13). Das vorinstanzliche Begehren wie auch der angefochtene Zwischenentscheid zielen einzig auf die Regelung der aufschiebenden Wirkung ab. Ein Entscheid zur Legitimationsfrage ergibt sich weder aus dem baurekursgerichtlichen Dispositiv noch wurde â entgegen der BeschwerdefÃ¼hrerin â ein solcher durch Fristansetzung zur Stellungnahme implizit getroffen. Im vorliegenden Verfahren wÃ¼rde somit eine Gerichtsinstanz Ã¼bersprungen, wenn das Verwaltungsgericht definitiv Ã¼ber die Legitimation entscheiden wÃ¼rde. Die Frage ist denn auch nicht offensichtlich klar bzw. der Rekurs nicht offensichtlich haltlos (s. hierzu hinten E. 4.3.3). </p> <p class="Erwgung1"><b>2. </b> </p> <p class="Urteilstext">In prozessualer Hinsicht verlangt die BeschwerdefÃ¼hrerin die DurchfÃ¼hrung eines Augenscheins. <span>Ein Augenschein dient der Feststellung des entscheidwesentlichen Sachverhalts und erÃ¼brigt sich, wenn sich dieser aus den Akten hinreichend ergibt. Weiter ist</span> zu beachten, dass vorsorgliche Massnahmen aus der Natur der Sache heraus in einem mÃ¶glichst raschen Verfahren und aufgrund einer summarischen PrÃ¼fung der Sach- und Rechtslage zu beurteilen sind und entsprechend Zeugnis, Augenschein sowie Gutachten nur beschrÃ¤nkt als Beweismittel infrage kommen (BGr, 2. September 2003, 1A.46/2003/1P.166/2003, E. 2.1, mit weiteren Hinweisen). Vorliegend reichen die aktenkundigen Fotografien sowie die Gesamtheit der Ã¼brigen Akten fÃ¼r eine summarische PrÃ¼fung aus.</p> <p class="Erwgung1"><b>3. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>3.1 </b>Einem beim Baurekursgericht hÃ¤ngigen Rekurs gegen eine Baubewilligung kommt grundsÃ¤tzlich aufschiebende Wirkung zu. Damit wird die VerfÃ¼gungsadressatin fÃ¼r die Dauer des Rechtsmittelverfahrens so gestellt, wie wenn kein Sachentscheid getroffen worden wÃ¤re (Regina Kiener, Kommentar VRG, § 25 N. 2). Im Zusammenhang mit positiven VerfÃ¼gungen, welche eine Ãnderung der bisherigen Rechtslage bewirken, zielt die aufschiebende Wirkung auf die Erhaltung des ursprÃ¼nglich bestehenden Zustands ab (Kiener, a.<span> </span>a.<span> </span>O., N. 16). Mithin darf von einer angefochtenen Baubewilligung kein Gebrauch gemacht bzw. dÃ¼rfen die Arbeiten am angefochtenen Projekt infolge der aufschiebenden Wirkung nicht ausgefÃ¼hrt werden (vgl. § 25 VRG in Verbindung mit § 339 Abs. 1 <span>des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 [</span>PBG]). GemÃ¤ss § 339 Abs. 1 PBG hindern Rechtsmittel gegen eine baurechtliche Bewilligung den Baubeginn und -fortgang insoweit, als der Ausgang des Verfahrens die BauausfÃ¼hrung beeinflussen kann. Auf Gesuch wird Ã¼ber den Umfang der aufschiebenden Wirkung und Ã¼ber den Erlass vorsorglicher Massnahmen entschieden (§ 339 Abs. 2 PBG).</p> <p class="Erwgung2"><b>3.2 </b>Die Anordnung vorsorglicher Massnahmen im Sinn von § 6 VRG setzt zunÃ¤chst Dringlichkeit voraus; diese ist gegeben, wenn der Endentscheid nicht sofort getroffen werden kann, aber gleichwohl bestimmte Vorkehren nÃ¶tig sind, um andernfalls gefÃ¤hrdete Interessen zu schÃ¼tzen. Weiter hat die Massnahme der Erreichung eines legitimen Ziels zu dienen. Sie ist darauf gerichtet, wichtige Ã¶ffentliche oder private Interessen vor schweren, nicht wiedergutzumachenden Nachteilen zu schÃ¼tzen. Ferner mÃ¼ssen die Massnahmen geeignet und erforderlich sein, um diese Interessen zu schÃ¼tzen (Kiener, Kommentar VRG, § 6 N. 16). Erscheinen wichtige Ã¶ffentliche oder private Interessen als gefÃ¤hrdet, ist eine VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung vorzunehmen. Dabei mÃ¼ssen die Nachteile, die mit dem Erlass der Massnahme abgewendet werden sollen, gewichtiger sein als die infolge einer solchen Massnahme zu befÃ¼rchtenden Nachteile (VGr, 13. Juli 2011, VB.2011.00300, E. 3.3 mit Hinweisen).</p> <p class="Erwgung2">Die Partei, welche die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen verlangt, hat in ihrem Antrag die fÃ¼r den Erlass einer vorsorglichen Massnahme sprechenden Voraussetzungen glaubhaft zu machen (BGr, 5. MÃ¤rz 2010, 5A_117/2010, E. 3.3; HansjÃ¶rg Seiler<span> in: Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. A., ZÃ¼rich etc. 2016, Art. 56 N. 64 ff.;</span> Kiener, a.<span> </span>a.<span> </span>O., N. 22<span>). </span>Aufgrund der Dringlichkeit vorsorglicher Massnahmen und des vorlÃ¤ufigen Charakters solcher Anordnungen ergeht der Entscheid mit einem reduzierten PrÃ¼fungsmassstab; es erfolgt eine summarische PrÃ¼fung der Sach- und Rechtslage (Kiener, a.<span> </span>a.<span> </span>O., N. 31). Dasselbe gilt fÃ¼r die ÃberprÃ¼fung der Anordnung im Rechtsmittelverfahren.</p> <p class="Erwgung1"><b>4. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>4.1 </b>Die angefochtene ProjektÃ¤nderung umfasst im Wesentlichen neben der Tiefgarage auch die Gliederung der Fassaden, die Begradigung der DachflÃ¤chen und Schleppgauben sowie das Farb- und Materialkonzept. Die im Rekursverfahren erhobenen RÃ¼gen betreffen unter anderem die GrenzabstÃ¤nde, die Einordnung und Gestaltung des Bauvorhabens bzw. die Verletzung von Kernzonenvorschriften sowie die Parkplatzerstellungspflicht. Damit kann der Ausgang des Rekursverfahrens die AusfÃ¼hrung der gesamten ProjektÃ¤nderung und des Farb- und Materialkonzepts beeinflussen. Die aufschiebende Wirkung erstreckt sich daher mit Blick auf das vorstehend in E. 3.1 AusgefÃ¼hrte grundsÃ¤tzlich auf sÃ¤mtliche noch nicht vorgenommenen Bauarbeiten. </p> <p class="Erwgung2"><b>4.2 </b>Im Rahmen vorsorglicher Massnahmen kann die aufschiebende Wirkung entzogen werden, sofern die in E. 3.2 beschriebenen Voraussetzungen erfÃ¼llt sind. Ihr Gesuch um vorsorglichen Entzug der aufschiebenden Wirkung begrÃ¼ndet die BeschwerdefÃ¼hrerin namentlich mit drohenden finanziellen Nachteilen: So sei es noch nicht mÃ¶glich, die projektierten Wohnungen zu verkaufen, bzw. es entstÃ¼nden vertragliche Verzugsfolgen im Zusammenhang mit bereits abgeschlossenen Kauf- und WerkvertrÃ¤gen. Weiter seien am unfertigen Bauvorhaben witterungsbedingte SchÃ¤den zu befÃ¼rchten, fÃ¼r die kein Ersatz erhÃ¤ltlich gemacht werden kÃ¶nne. Zudem bestehe ein Ã¶ffentliches Interesse am Entzug der aufschiebenden Wirkung, da andernfalls eine baustellenbedingte Strassensperre lÃ¤nger bestehen bleibe, ebenso wie die Notwendigkeit, aufgrund der Ã¶rtlichen Gegebenheiten rÃ¼ckwÃ¤rts auf die Strasse fahren zu mÃ¼ssen. </p> <p class="Erwgung2">Weiter bringt die BeschwerdefÃ¼hrerin vor, der Rekurs sei infolge mangelnder Legitimation der Rekurrentin offensichtlich haltlos, was einen wichtigen Grund zur EinschrÃ¤nkung der aufschiebenden Wirkung im Sinn von § 25 Abs. 3 VRG darstelle â hierauf sei die Vor­instanz zu Unrecht nicht eingegangen. </p> <p class="Urteilstext">Die Gemeinde Embrach macht schliesslich geltend, durch die aufschiebende Wirkung werde die Erstellung von Leitungen und ParkplÃ¤tzen fÃ¼r die Liegenschaft auf der Parzelle der privaten Beschwerdegegnerin blockiert.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.3 </b> </p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.1 </b>Bei einer summarischen PrÃ¼fung der Sach- und Rechtslage ergibt sich, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin mit ihren Vorbringen betreffend drohende finanzielle Nachteile nicht durchzudringen vermag: Dass unfertige Wohnungen nicht verkauft werden und Verzugsfolgen eintreten kÃ¶nnen, kommt in gerichtlichen Bauverfahren regelmÃ¤ssig vor und kann fÃ¼r die Anordnung der beantragten vorsorglichen Massnahme nicht genÃ¼gen, ansonsten der Grundsatz der aufschiebenden Wirkung ausgehÃ¶hlt wÃ¼rde. Entsprechendes gilt fÃ¼r eine allfÃ¤llige VerlÃ¤ngerung baustellenbedingter Verkehrsbehinderungen.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.2 </b>Dass vorliegend an der unfertigen Baute witterungsbedingte SchÃ¤den eintreten kÃ¶nnten, hat sich die BeschwerdefÃ¼hrerin â soweit im Rahmen der summarischen PrÃ¼fung ersichtlich â selbst zuzuschreiben; aus den Akten ergibt sich, dass sie mit den nicht rechtskrÃ¤ftig bewilligten Bauarbeiten begann, weshalb in der Folge ein Baustopp verfÃ¼gt wurde. Aus dieser VerfÃ¼gung ergibt sich allerdings auch, dass Bauarbeiten zulÃ¤ssig sind, soweit sie zur Sicherung der Baustelle bzw. zur Abwehr von Gefahren notwendig sind. Vor diesem Hintergrund ist der BeschwerdefÃ¼hrerin beispielsweise die Erstellung eines Notdachs erlaubt und zumutbar. Ein Entzug der aufschiebenden Wirkung ist nicht erforderlich bzw. nicht dringlich.</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.3 </b>Nicht zu hÃ¶ren ist ferner die RÃ¼ge der BeschwerdefÃ¼hrerin, die Vorinstanz habe sich zu Unrecht nicht mit ihren Vorbringen betreffend eine allfÃ¤llige offenkundige Haltlosigkeit des Rekurses infolge mangelnder Legitimation auseinandergesetzt. In summarischer PrÃ¼fung der Sach- und Rechtslage erwÃ¤gt die Vorinstanz unter Hinweis auf den Umfang und die Auswirkungen der ProjektÃ¤nderung, dass die Legitimation trotz fehlenden Gesuchs um Zustellung des baurechtlichen Entscheids nicht vorab klar verneint werden kÃ¶nne. Dem ist denn auch inhaltlich beizupflichten. Im Hauptverfahren geht es soweit ersichtlich unter anderem gerade darum, ob das Projekt neu ausgesteckt und bekanntgemacht hÃ¤tte werden mÃ¼ssen; der Legitimationsverlust gemÃ¤ss § 315 f. PBG greift aber nur <i>unter Vorbehalt</i> einer neuen Aussteckung und Bekanntmachung (VGr, 3. November 2010, VB.2010.00334 E. 4.2.1; Alain Griffel, Raumplanungs- und Baurecht in a nutshell, <span>3. A., ZÃ¼rich/St. Gallen 2017, S. 255 f.</span>).</p> <p class="Erwgung3"><b>4.3.4 </b>Ebenso wenig durchzudringen vermÃ¶gen schliesslich die Vorbringen der Gemeinde Embrach, welche geltend macht, wegen der aufschiebenden Wirkung werde die Erstellung von Leitungen und ParkplÃ¤tzen fÃ¼r die Liegenschaft auf der Parzelle der privaten Beschwerdegegnerin blockiert. Jene wendet sich in ihren eigenen Eingaben aber ausdrÃ¼cklich gegen den Entzug der aufschiebenden Wirkung, weshalb ein gegenteiliges dringliches Interesse ebenso wie nicht wiedergutzumachende Nachteile auch unter diesem Aspekt zu verneinen sind.</p> <p class="Erwgung2"><b>4.4 </b>Nach dem Gesagten ist der vorinstanzlich festgelegte Umfang der aufschiebenden Wirkung nicht zu beanstanden und ist ein Bedarf zum Schutz Ã¶ffentlicher oder privater Interessen vor schweren, nicht wiedergutzumachenden Nachteilen durch vorsorgliche Massnahmen nicht ersichtlich; namentlich mangelt es diesbezÃ¼glich an der Voraussetzung der Dringlichkeit. Die Anordnung vorsorglicher Massnahmen ist mithin abzulehnen, ohne dass vorliegend eine VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung Platz zu greifen hÃ¤tte, und die Beschwerde ist als unbegrÃ¼ndet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.</p> <p class="Erwgung1"><b>5. </b> </p> <p class="Erwgung2"><b>5.1 </b>AusgangsgemÃ¤ss sind die Gerichtskosten der BeschwerdefÃ¼hrerin aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 65a Abs. 2 VRG). Eine ParteientschÃ¤digung steht ihr nicht zu. Hingegen ist sie zu verpflichten, die private Beschwerdegegnerin angemessen zu entschÃ¤digen (§ 17 Abs. 2 VRG). Die Gemeinde wird in der vorliegenden Konstellation, wo sich private Parteien gegenÃ¼berstehen, praxisgemÃ¤ss nicht entschÃ¤digungspflichtig (vgl. § 17 Abs. 3 VRG; Kaspar PlÃ¼ss, Kommentar VRG, § 17 N. 94).</p> <p class="Erwgung2"><b>5.2 </b>Der vorliegende Entscheid stellt einen Zwischenentscheid dar. Dieser kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 BGG selbstÃ¤ndig beim Bundesgericht angefochten werden (vgl. dazu BGr, 20. Juni 2012, 1C_522/2011, E. 1.2). Hinzuweisen ist dabei auf Art. 98 BGG, wonach mit der Beschwerde gegen Entscheide Ã¼ber vorsorgliche Massnahmen nur die Verletzung verfassungsmÃ¤ssiger Rechte gerÃ¼gt werden kann.</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss erkennt <span>die Kammer</span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'500.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> <u>Fr. 440.--</u> Zustellkosten,<br/> <u>Fr. 2'940.--</u> Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. Die Gerichtskosten werden der BeschwerdefÃ¼hrerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>4. Die BeschwerdefÃ¼hrerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'500.- zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Gegen dieses Urteil kann im Sinn der ErwÃ¤gungen Beschwerde in Ã¶ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Mitteilung an â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>