A bteilung IV D -6432/2006 law /bah {T 0/2} U rteil vom 25. Juli 2007 M itw irkung: R ichter W alter Lang, R ichterin M arianne Teuscher, R ichter H ans Schürch G erichtsschreiber C hristoph Basler A ._______, geboren _______, Bosnien und H erzegow ina, vertreten durch Katerina Baum ann, Fürsprecherin, c/o Berner R echtsberatungsstelle für Asylsuchende, _______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 31. M ärz 2003 i.S. Vollzug der W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 D as B undesverw altungsgericht stellt fest: A. D er Beschw erdeführer, ein ethnischer M uslim m it letztem W ohnsitz in A._______, verliess sein H eim atland eigenen Angaben gem äss zusam m en m it seiner M utter und zw ei jüngeren G eschw istern am 10. Septem ber 2000 und gelangte am 13. Septem ber 2000 in die Schw eiz, w o er am selben Tag um Asyl nachsuchte. Anlässlich der Em pfangsstellenbefragung, w elche am 21. Septem ber 2000 in B._______ stattfand, sagte er aus, sie hätten in einem H aus gew ohnt, das einem Serben gehört habe; dieser habe ihnen gesagt, sie m üssten ausziehen. Sie hätten indessen nicht in ihr eigenes H aus zurückkehren können, w eil es auf serbischem Territorium liege. D a seine M utter erkrankt sei und sie im serbischen G ebiet nie- m anden hätten, hätten sie ihre H eim at verlassen. D as Bundesam t führte am 16. Februar 2001 eine Anhörung des Beschw erdefüh- rers durch. D ieser sagte im W esentlichen aus, sein H aus befinde sich in C ._______ in der Serbischen R epublik. Sie hätten dieses im Jahre 1992 verlas- sen, da der Krieg begonnen habe. Zirka ein Jahr vor der Ausreise hätten sie die Aufforderung erhalten, das H aus, in dem sie gew ohnt hätten, zu verlassen. An sei- nem früheren W ohnort sei alles zerstört und verm int w orden; er w age es nicht, dorthin zurückzukehren. W ürde er zurückkehren, m üsste er unter serbischer H err- schaft M ilitärdienst leisten. H inzu gekom m en sei der U m stand, dass seine M utter etw a vier M onate vor der Ausreise erkrankt sei. B. D as Bundesam t lehnte das Asylgesuch des Beschw erdeführers m it Verfügung vom 31. M ärz 2003 ab und verfügte dessen W egw eisung aus der Schw eiz sow ie deren Vollzug. Es begründete seinen Entscheid dam it, dass die vom Beschw erde- führer geschilderten Ereignisse (Vertreibung, Verlust des Vaters und anderer An- gehöriger) in der ehem aligen Bürgerkriegssituation begründet lägen. Seit dem Friedensabkom m en von D ayton vom 14. D ezem ber 1995 habe sich die Situation in Bosnien und H erzegow ina norm alisiert. D en Akten könnten keine H inw eise auf ihm aus einem der in Art. 3 AsylG genannten G ründe drohende Verfolgung entnom m en w erden. D ie von ihm geltend gem achte Ausw eisung aus dem H aus sei Ausdruck der allgem einen politischen Situation in Bosnien und H erzegow ina, w elche auf das im D ayton-Abkom m en festgeschriebene R echt auf Eigentum und R ückkehr für alle Flüchtlinge und Vertriebenen zurückzuführen sei. D as Vorbringen habe deshalb keinen Verfolgungscharakter im Sinne des Asylgesetzes. D ie geltend gem achte fehlende R ückkehrm öglichkeit an den ursprünglichen W ohnort in der R epublika Srpska gehe auf die individuelle Lagebeurteilung des Beschw erdeführers und sei- ner Angehörigen zurück. Angesichts der N iederlassungsfreiheit und der dam it ver- bundenen M igrationsalternativen habe er die M öglichkeit, in der Föderation W ohn- sitz zu nehm en. D avon habe er vor der Ausreise bereits G ebrauch gem acht. C . M it Eingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 30. April 2003 liess der Beschw erdeführer durch seine R echtsvertreterin Beschw erde erhe- ben, in w elcher er beantragte, die Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der angefochte- nen Verfügung seien aufzuheben. Es sei die U nzum utbarkeit des W egw eisungs- vollzugs festzustellen und die Vorinstanz sei anzuw eisen, ihn vorläufig aufzuneh-3 m en. Es sei ihm die vollum fängliche unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren. D er Eingabe lagen ein Bericht von Frau A._______ (die seine M utter behandelnde Psychiaterin) vom 28. April 2003, eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit des Beschw erdeführers vom 29. April 2003 und eine Kostennote vom 30. April 2003 bei. D . D er Instruktionsrichter der AR K hiess die G esuche um Erlass der Verfahrenskos- ten und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses m it Zw ischenver- fügung vom 2. Juni 2003 gut. D as G esuch um anw altliche Verbeiständung w urde abgew iesen. E. D ie Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehm lassung vom 3. Juli 2003 die Abw ei- sung der Beschw erde. F. D er Instruktionsrichter des Bundesverw altungsgerichts gab dem Beschw erdeführer m it Zw ischenverfügung vom 5. April 2007 G elegenheit, eine aktualisierte Kosten- note einzureichen. G . M it Schreiben vom 18. April 2007 teilte die R echtsvertreterin m it, sie überlasse die Festlegung einer allfälligen Parteientschädigung dem Erm essen des Bundesver- w altungsgerichts. Am 14. M ai 2007 überm ittelte die R echtsvertreterin dem Bundesverw altungsge- richt einen Brief des Trainers des Fussballclubs des Beschw erdeführers. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G ; SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG ; SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vor- liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG ; SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset- zes vom 17. Juni 2005 [BG G ; SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; der Beschw erdeführer ist le-4 gitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist ein- zutreten. 3. D ie Beschw erde richtet sich ausschliesslich gegen den angeordneten Vollzug der W egw eisung (Ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung). G egenstand des vor- liegenden Beschw erdeverfahrens bildet som it einzig die Frage, ob entsprechend dem diesbezüglich gestellten R echtsbegehren w egen U nzum utbarkeit des Voll- zugs der W egw eisung die vorläufige Aufnahm e anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m . Art. 14a Abs. 4 AN AG ). 4. 4.1 D er Beschw erdeführer schildert in seiner R echtsm itteleingabe vorab nochm als den Sachverhalt und m acht im W esentlichen geltend, er habe für seine ebenfalls in der Schw eiz lebende M utter und die jüngeren G eschw ister teilw eise die R olle des m ännlichen Fam ilienoberhauptes übernom m en. Seiner M utter sei es aus psychi- schen G ründen nicht zum utbar, nach Bosnien und H erzegow ina zurückzukehren. Sie sei nicht in der Lage, sich dort zu reintegrieren und für ihre Kinder zu sorgen. Seine M utter und seine G eschw ister seien stark auf ihn angew iesen, da er ein sta- bilisierendes Elem ent sei. Aussenkontakte der Fam ilie liefen über ihn. Aufgrund der Einschätzung der die M utter behandelnden Ärztin sei nicht davon auszugehen, dass er diese Funktion in der H eim at w eiterführen könne. Er habe keine Berufs- ausbildung, w eshalb es für ihn schw ierig w äre, schon nur für sich selbst zu sorgen; es sei ausgeschlossen, dass er daneben noch für die psychischen Bedürfnisse seiner Angehörigen sorgen könnte. Sollte er alleine zurückgeschickt w erden, sei davon auszugehen, dass sich der G esundheitszustand seiner M utter m assiv ver- schlechtern w erde, w as auch auf die w eitere Entw icklung seiner G eschw ister ei- nen schlechten Einfluss hätte. 4.2 Frau A._______, die die M utter des Beschw erdeführers behandelnde Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, führt in ihrem Bericht vom 28. April 2003 aus, er habe auf die psychische Verfassung seiner kranken M utter eine w ichtige, stabili- sierende W irkung. Seine M utter sei stark von einem traditionellen R ollenverständ- nis geprägt und der Auffassung, eine richtige Fam ilie könne nur funktionieren, w enn ihr ein starkes m ännliches Fam ilienoberhaupt vorstehe. N achdem ihr Ehe- m ann im Jahre 1995 in Srebrenica schw er m isshandelt w orden und verschollen sei, habe sie sich auf ihren ältesten Sohn fixiert und ihm in ihrer Vorstellung die R olle des Fam ilienoberhaupts übertragen. In der Zw ischenzeit sei der Beschw er- deführer in diese R olle hineingew achsen; er verhalte sich seiner M utter gegenüber sehr verantw ortungsvoll und fürsorglich. M ittlerw eile habe er einen guten M ittelw eg gefunden, um m it den psychischen Auffälligkeiten seiner M utter um gehen zu kön- nen. Er habe eine stark stabilisierende W irkung auf seine M utter und das ganze fa- m iliäre G efüge. Es sei zu befürchten, dass sich der psychische Zustand seiner M utter stark verschlechtern w ürde, m üsste er die Schw eiz alleine verlassen. Seine M utter w ürde in ihrer W ahrnehm ung die W egw eisung ihres Sohnes als einen w ei- teren Verlust in der traum atisierenden Serie der Verluste von m ännlichen Bezugs- personen em pfinden. 5 5. 5.1 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung dar- stellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si- tuation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om en- te, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behand- lungsm öglichkeit, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.2 In W eiterführung der Praxis der AR K erachtet das Bundesverw altungsgericht die allgem eine Lage in Bosnien und H erzegow ina als einem W egw eisungsvollzug ge- nerell nicht entgegenstehend, sofern die R ückkehr in eine Entität erfolgt, in w el- cher die betroffene Person der M ehrheitsethnie angehört (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7k S. 54). Eine R ückkehr in das G ebiet der heutigen R epublika Srpska, in dem der Beschw erdeführer bis im Jahre 1992 lebte, ist som it als für ihn unzum utbar zu bezeichnen. Som it bleibt zu prüfen, ob ihm eine R ückkehr in die bosnisch-kroati- sche Föderation, in der er von 1992 bis zum Septem ber 2000 lebte, zuzum uten ist. 5.3 Bei der Prüfung der Frage der Zum utbarkeit in ein G ebiet, w elches grundsätzlich als sicher gilt, sind sodann im R ahm en einer G esam tw ürdigung individuelle Fakto- ren - nam entlich das Vorhandensein beziehungsw eise Fehlen eines fam iliären oder sozialen N etzes und von W ohneigentum , das Alter, die G esundheit, das G e- schlecht und allfällige fam iliäre Verpflichtungen - zu gew ichten (vgl. EM AR K 1999 N r. 8 E. 7l S. 54 f.). 5.4 Vorab ist darauf hinzuw eisen, dass das Bundesverw altungsgericht m it U rteil vom heutigen Tag zum Schluss gelangt ist, dass der Vollzug der W egw eisung der M ut- ter und G eschw ister des Beschw erdeführers als unzum utbar zu bezeichnen ist. D as BFM w ird in jenem U rteil angew iesen, die vorläufige Aufnahm e der M utter und der G eschw ister anzuordnen. 5.5 D er Beschw erdeführer m üsste im Falle einer Bestätigung des angeordneten W eg- w eisungsvollzugs als einziges Fam ilienm itglied nach Bosnien und H erzegow ina zurückkehren. Seine M utter und seine G eschw ister sow ie seine Tante, die sich seit Jahren um seine erkrankte M utter küm m ert, dürfen in der Schw eiz bleiben; die Tante und deren Tochter w urden m it Verfügung des BFM vom 4. D ezem ber 2006 in der Schw eiz vorläufig aufgenom m en. D er Beschw erdeführer verfügt in der Fö- deration über keinen W ohnraum , da die Fam ilie das von ihr bew ohnte H aus im Jahre 2000 verlassen m usste. D ie G rossm utter des Beschw erdeführers lebt ge- m äss Angaben der Fam ilie zusam m en m it einem Enkel in ärm lichen Verhältnissen in A._______. Aufgrund der aktuellen Arbeitslosenquote in Bosnien und H erzego- w ina von nahezu 50% dürfte er nur geringe C hancen haben, eine Arbeitsstelle zu finden, die es ihm erm öglichen w ürde, für sich aufzukom m en, da er nur über w enig Berufserfahrung verfügt und beinahe sieben Jahre lang landesabw esend w ar. Auf- grund der Aktenlage dürfte es dem Beschw erdeführer sehr schw er fallen, sich in Bosnien und H erzegow ina eine w irtschaftliche Existenz aufzubauen und sich ge- sellschaftlich zu integrieren. Es ist nicht davon auszugehen, dass die im H eim at- staat lebenden Verw andten in ausreichendem M asse H ilfe leisten könnten, zum al 6 sich aus den Akten keinerlei derartige Anhaltspunkte ergeben. D er Beschw erde- führer m usste seinen G eburtsort zusam m en m it seiner Fam ilie im Jahre 1992 im Alter von 10 Jahren verlassen und lebte anschliessend in Srebrenica, von w o sei- ne M utter, seine jüngeren G eschw ister und er im Jahre 1995 nochm als vertrieben w urden. D anach lebten sie bis im Jahre 2000 in A._______, von w o aus sie in die Schw eiz gelangten, da sie das von ihnen bew ohnte H aus verlassen m ussten. D er Beschw erdeführer konnte som it an keinem O rt in seinem H eim atland dauerhaft Fuss fassen, w eshalb eine R ückkehr dorthin nach nunm ehr siebenjährigem Auf- enthalt in der Schw eiz für ihn m it erhöhten Schw ierigkeiten bei der R eintegration verbunden w äre. D es W eiteren erscheint eine Trennung der Fam ilie aufgrund der traum atisierenden Erlebnisse im H eim atland als unangem essen, zum al die M utter des Beschw erdeführers angesichts des schw eren Krankheitsbildes und des Ver- lustes m ehrerer Fam ilienangehöriger der U nterstützung durch den Beschw erde- führer bedarf. D em Beschw erdeführer w urde durch die seine M utter behandelnde Ärztin bereits in deren Bericht vom 28. April 2003 hohes Verantw ortungsgefühl hin- sichtlich der "Betreuung" der M utter und der G eschw ister attestiert. Im im Be- schw erdeverfahren seiner M utter eingereichten ärztlichen Bericht vom 14. M ai 2007 w ird diese Feststellung bestätigt. Angesichts der Aktenlage kann der Fest- stellung von Frau A._______ in deren ärztlichem Bericht vom 28. April 2003, der Beschw erdeführer habe auf seine M utter und das ganze fam iliäre G efüge eine stark stabilisierende W irkung, gefolgt w erden. D ie von der Ärztin geäusserte Be- fürchtung, dass eine Trennung der Fam ilie - insbesondere vom ältesten Sohn, der in den Augen seiner M utter die R olle des Fam ilienoberhauptes übernom m en hat - zu einer Verschlechterung des G esundheitszustandes der M utter führen w ürde, ist nachvollziehbar und eine Verschlechterung deren G esundheitszustandes erscheint im Falle des Vollzugs der W egw eisung des Beschw erdeführers w ahrscheinlich. Aufgrund der schw eren Erkrankung der M utter des Beschw erdeführers ist davon auszugehen, dass diese zur Bew ältigung ihrer schw ierigen Lebenssituation der U nterstützung ihres älteren Sohnes bedarf; es kann von einem spezifischen per- sönlichen Abhängigkeitsverhältnis zw ischen M utter und Sohn im Sinne der R echt- sprechung ausgegangen w erden (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2001 N r. 24, 2000 N rn. 4 und 21, 1994 N r. 7). 5.6 Im R ahm en einer G esam tw ürdigung säm tlicher Sachverhaltselem ente kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass der W egw eisungsvollzug nam entlich aus hum anitären G ründen als unzum utbar im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG zu erachten ist. N achdem keinerlei Ausschlussgründe nach Art. 14a Abs. 6 AN AG ge- geben sind, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnah- m e erfüllt. 6. D ie Beschw erde ist dem nach gutzuheissen. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der angefochtenen Verfügung sind aufzuheben und das Bundesam t ist anzuw eisen, den Beschw erdeführer vorläufig aufzunehm en (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 14a Abs. 1 und 4 AN AG ). 7 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). 7.2 D em Beschw erdeführer ist angesichts des O bsiegens im Beschw erdeverfahren in Anw endung von Art. 64 Abs. 1 Vw VG i.V.m . Art. 37 VG G eine Parteientschädigung für ihm erw achsene notw endige Vertretungskosten zuzusprechen (vgl. Art. 7, Art. 8, Art. 9 Abs. 1 und Art. 10 Abs. 1 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht [VG KE; SR 173.320.2]). D ie dam alige R echtsvertreterin bezeichnete ihren Aufw and in einer der Beschw erde beigelegten H onorarnote vom 30. April 2003 m it drei Stunden (à Fr. 100.--) und die Spesen m it Fr. 21.90, w as angem essen erscheint. N ach Er- stellung dieser Kostennote w urde der R echtsvertreterin von der AR K die Vernehm - lassung der Vorinstanz ohne R eplikrecht zugestellt. Auf Anfrage durch das Bun- desverw altungsgericht hin, w urde von der neuen R echtsvertreterin die Festlegung einer allfälligen Parteientschädigung in das Erm essen des Bundesverw altungsge- richts gestellt. D ie Kosten der Vertretung sind dem entsprechend aufgrund der Ak- tenlage auf pauschal Fr. 350.-- (inkl. allfälliger M ehrw ertsteuer) zu veranschlagen und das BFM ist anzuw eisen, dem Beschw erdeführer diesen Betrag als Parteient- schädigung auszurichten. (D ispositiv nächste Seite)8 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D ie Ziffern 4 und 5 des D ispositivs der Verfügung vom 31. M ärz 2003 w erden auf- gehoben. D as BFM w ird angew iesen, die vorläufige Aufnahm e des Beschw erde- führers zu verfügen. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. D as BFM hat dem Beschw erdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 350.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin des Beschw erdeführers, 2 Expl. (eingeschrieben; Beila- ge: vorinstanzliche Verfügung im O riginal) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (Kopie zu den Akten; R ef.-N r. N _______ - (kantonale Behörde) D er R ichter: D er G erichtsschreiber: H ans Schürch C hristoph Basler Versand am :