Interpellation Steinemann 1202 N 17 juin 1994 #ST# 93.3511 Interpellation Fischer-Hägglingen Freiwillige AHV/IV für Auslandschweizer Assurance facultative AVS/AI pour les ressortissants suisses à l'étranger Wortlaut der Interpellation vom 8. Oktober 1993 Gemäss seinen Ausführungen zu den Sanierungsmassnah- men 1993 will der Bundesratdie freiwillige AHV/IV für Ausland- schweizer streichen. Viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland sind jedoch auf diese Form der Altersvorsorge an- gewiesen. In diesem Zusammenhang möchte ich deshalb dem Bundesrat folgende Fragen stellen: 1. Der Bundesrat ist über die konkrete Verwirklichung seiner Absicht bisher sehr vage geblieben. In welchen Schritten und in welchem Zeitraum sieht er den vorgesehenen Abbau? 2. Welche Kosten verursacht die freiwillige AHV/IVfür Ausland- schweizer heute, und welche Summe will der Bundesrat mit ei- ner Aufhebung sparen? 3. Wie gedenkt der Bundesrat die entstehende soziale Lücke für die Auslandschweizer auszufüllen? Welche Massnahmen werden ergriffen, um soziale Härten auszugleichen? Texte de l'interpellation du 8 octobre 1993 Selon ses explications relatives aux mesures d'assainisse- ment prévues pour 1993, le Conseil fédéral veut abolir l'assu- rance facultative AVS et Al pour les Suisses résidant à l'étran- ger. Un grand nombre de citoyens suisses vivant à l'étranger dépendent pourtant de cette forme de prévoyance vieillesse. Dans ce contexte, j'aimerais poser les questions suivantes au Conseil fédéral: 1. Jusqu'à aujourd'hui, le Conseil fédéral est resté très vague quant à la réalisation de son intention. Quelles étapes et quel laps de temps prévoit-il pour abolir les dispositions en question? 2. Quels coûts l'assurance facultative AVS et Al pour les Suis- ses résidant à l'étranger occasionne-t-elle aujourd'hui et quelle somme le Conseil fédéral entend-il économiser par cette abolition? 3. Comment le Conseil fédéral a-t-il l'intention de combler la la- cune sociale qui découlera de sa décision pour les Suisses ré- sidant à l'étranger? Quelles mesures prendra-t-il pour aider les personnes qui pourraient se retrouver dans une situation pré- caire? Mitunterzeichner - Cosignataires: Bortoluzzi, Bühler Simeon, Daepp, Fehr, Hari, Müller, Neuenschwander, Reimann Maxi- milian, Rutishauser, Rychen, Seiler Hanspeter, Vetterli, Wyss William, Zölch (14) Schrittliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort. Schrittliche Stellungnahme des Bundesrates vom 11. Mai 1994 Rapport écrit du Conseil fédéral du 11 mai 1994 1. Der Bundesrat beantragte dem Parlament am 4. Oktober 1993 im Rahmen der Botschaft über die Sanierungsmassnah- men 1993 für den Bundeshaushalt eine Aufhebung der freiwil- ligen AHV/IVfür Auslandschweizerinnen und Auslandschwei- zer. Dabei sah er vor, dass ab Inkrafttreten der Gesetzesände- rung keine Neubeitritte mehr zulässig sein sollten. Für Perso- nen, die zu diesem Zeitpunkt der freiwilligen Versicherung an- gehört hätten, wäre die Versicherung nach einer Übergangs- frist von zehn Jahren endgültig abgeschafft worden. National- rat und Ständerat haben die Vorlage inzwischen an den Bun- desrat zurückgewiesen. Dieser wird prüfen, ob und allenfalls in welcher Form er das Geschäft im dritten Sanierungspaket erneut den eidgenössischen Räten unterbreiten will. 2. Die effektiven Kosten der freiwilligen Versicherung sind nicht bekannt, da bei der Rentenfestsetzung keine Unterschei- dung zwischen Beiträgen an die obligatorische und solchen an die freiwillige Versicherung gemacht wird. Mittels einer Modellrechnung schätzen wir die heutigen Ausgaben aber auf 130 Millionen Franken pro Jahr. Das Defizit geht grösstenteils zu Lasten der obligatorischen AHV/IV. Der Beitrag der Eidge- nossenschaft an die AHV beträgt 17,5 Prozent der jährlichen Ausgaben und jener an die IV 37,5 Prozent Der Staat trägt ausserdem die Durchführungskosten der freiwilligen Versi- cherung (personell und materiell). Im Ausmass der zunächst progressiven Abschaffung der freiwilligen Versicherung ma- chen sich die finanziellen Auswirkungen für den Bund nicht sofort bemerkbar. Je nach Modell kann der Wegfall von Bei- tragszahlungen dem Bund kurzfristig sogar Mehrkosten verur- sachen. Langfristig rechnete der Bundesrat bei seinem Vor- schlag mit Einsparungen ansteigend bis 40 Millionen Franken im Jahr. 3. Ob und inwieweit soziale Lücken für Auslandschweizerin- nen und Auslandschweizer entstehen, hängt von den weiteren Anträgen des Bundesrates bzw. den Beschlüssen des Parla- ments ab. Bei sozialen Härtefällen besteht gemäss Bundesge- setz vom 21. März 1973 über Fürsorgeleistungen an Ausland- schweizer die Möglichkeit, Personen, die sich in einer Notlage befinden, Fürsorgebeiträge des Bundes zu entrichten. Erklärung des Interpellanten: befriedigt Déclaration de l'interpellateur: satisfait #ST# 93.3658 Interpellation Steinemann Heroinversuche und Krankenkassen Distribution d'héroïne et caisses-maladie Wortlaut der Interpellation vom 16. Dezember 1993 Die gesetzlich fragwürdigen Heroinversuche des Bundesam- tes für Gesundheitswesen (BAG) sind vom Bund finanziert Diese Bundesmittel decken aber nur einen Bruchteil der Ko- sten (bis 20 000 Franken pro Person und Jahr). Die Durchfüh- rung der Versuche ist daher von wesentlichen Leistungen der Krankenkassen respektive der Kantone und der Städte ab- hängig. Viele Krankenkassenmitglieder verlangen von den Kassen, dass mit ihren einbezahlten Geldern für die Hilfe und Unter- stützung in kranken Tagen keine wissenschaftlich unhaltba- ren Versuche finanziert werden. Das Konkordat der Schweize- rischen Krankenkassen hat bekanntlich die Mitfinanzierung der Heroinversuche abgelehnt Wir sind der Auffassung, dass aus Rücksicht auf die Prämien- zahler die Krankenkassen keinesfalls zu Leistungen in einem höchst fragwürdigen Bereich gezwungen werden dürfen. Der Bundesrat wird um Beantwortung folgender Fragen ge- beten: 1. Auf welcher gesetzlichen Grundlage können die Kranken- kassen in irgendeiner Form zur Mitfinanzierung von umstritte- nen Versuchen mit Heroinabgabe gezwungen werden, die nicht nur den im Betäubungsmittelgesetz eng definierten me- dizinischen Zwecken dienen? 2. Ist dem Bundesrat bekannt, dass einzelne Krankenkassen bereits Versuchskosten auf Druck von Kantonsregierungen übernehmen sollen? 3. Wer bezahlt die entsprechenden Kosten für Versuchsperso- nen, bei denen kein Versicherungsschutz besteht?Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Interpellation Fischer-Hägglingen Freiwillige AHV/IV für Auslandschweizer Interpellation Fischer-Hägglingen Assurance facultative AVS/AI pour les ressortissants suisses à l'étranger In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1994 Année Anno Band II Volume Volume Session Sommersession Session Session d'été Sessione Sessione estiva Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 16 Séance Seduta Geschäftsnummer 93.3511 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.06.1994 - 08:00 Date Data Seite 1202-1202 Page Pagina Ref. No 20 024 200 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.