Seite 1 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 25. Januar 2021 (460 19 92) ____________________________________________________________________ Strafrecht Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG etc. Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.), Richter Daniel Häring, Richter Daniel Noll, Richterin Suzanne Styk Kohlhaas, Gerichtsschreiber Pascal Neumann Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft , Hauptabteilung BM/OK, Rheinstrasse 27, Postfach, 4410 Liestal, Anklagebehörde und Berufungsklägerin gegen A.____ , vertreten durch Advokat Alain Joset, Gitterlistrasse 8, Postfach 215, 4410 Liestal, Beschuldigter und Berufungskläger Gegenstand Qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG etc. (Berufungen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung BM/OK, gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. September 2018) Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 4. Sep tember 2018 wurde A.____ der mehrfachen, teilweise qualifizierten Widerhandlung ge gen das Betäubungsmittelgesetz, der qualifizierten Geldwäscherei sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig erklärt und ‒ unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- un d Sicherheitshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzuges seit dem 10. Juni 2015 von i nsgesamt 1182 Tagen ‒ zu einer Frei- heitsstrafe von 38 Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je CHF 30.-- ver- urteilt; dies alles in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 l it. d BetmG, Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG, Art. 305 bis Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 S tGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. Dabei wurde die Geldstrafe mit dem bes chlagnahmten Bargeld gemäss Ziffer 4.e des Urteilsdispositivs verrechnet und damit als getilgt e rklärt (Ziff. 1). Demgegenüber wurde A.____ von der Anklage der qualifizierten Widerhandlung gege n das Betäubungsmittelgesetz betreffend den Anklageziffern 3., 4., 5., 6., 7. und 8. freigesprochen (Ziff. 2). Die gegen den Be- schuldigten am 8. November 2013 von der Staatsanwaltscha ft des Kantons Basel-Stadt bei einer Probezeit von drei Jahren bedingt ausgesprochene G eldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 100.--, durch Entscheid der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 9. Juni 2015 um ein Jahr verlängert, wurde in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. Dabei wurde die Geldstrafe wiederum mit dem beschlagnahmten Bargeld gemäss Ziffer 4.e des Ur- teilsdispositivs verrechnet und damit als getilgt erklärt (Ziff. 3.a). Die gegen den Beschuldigten am 2. April 2012 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn bei einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 15 Tagessä tzen zu je CHF 80.--, durch Entscheide der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 8. No vember 2013 und der Staatsanwalt- schaft Basel-Landschaft vom 9. Juni 2015 je um ein Jah r verlängert, wurde in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB für nicht vollziehbar erklärt (Ziff. 3.b). Ferner wurden diverse beschlag- nahmten Gegenstände in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 u nd Abs. 2 StGB zur Vernichtung ein- gezogen (Ziff. 4.a), das beschlagnahmte Bargeld im B etrag von € 200'000.-- gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB eingezogen (Ziff. 4.b) und diverse weiter e beschlagnahmten Gegenstände als Ak- tenbestandteile bei den Akten belassen (Ziff. 4.c). Des Weiteren wurde die Beschlagnahme über diverse beschlagnahmten Waffen und Waffenbestand teile aufgehoben und festgestellt, dass über eine allfällige Rückgabe als zuständige Behörd e die Polizei Basel-Landschaft ent- scheidet (Ziff. 4.d). Sodann wurde festgehalten, dass da s weitere beschlagnahmte Bargeld in Schweizer Währung gestützt auf Art. 442 Abs. 4 StPO in Verbindung mit Art. 268 StPO mit der Geldstrafe, der widerrufenen Geldstrafe, der Ersatzf orderung des Staates, dem vom Beschul- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht digten zu tragenden Verfahrenskostenanteil sowie dem Rü ckerstattungsanspruch des Staates verrechnet und ein allfälliger Rest nach dem Eintritt der Rechtskraft zurückerstattet wird (Ziff. 4.e). Demgegenüber wurden dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO diverse beschlagnahmten Gegenstände nach Ein tritt der Rechtskraft unter Aufhe- bung der Beschlagnahme zurückgegeben (Ziff. 4.f). Ebenso wurde erkannt, dass das beschlag- nahmte Bargeld im Umfang von CHF 4'439.70 sowie CHF 7 97.75 gemäss Art. 267 Abs. 1 und Abs. 3 StPO nach Eintritt der Rechtskraft unter Aufhebu ng der Beschlagnahme B.____ zurück- gegeben wird (Ziff. 4.g). Ausserdem wurden diverse Sp erren bezüglich dem Beschuldigten ge- hörende Konten bei der C.____ und bei der D.____ AG aufgehoben (Ziff. 4.h und 4.i). Weiter wurde der Beschuldigte in Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB zu einer Ersatzforderung an den Staat im Betrag von CHF 60'000.-- verurteilt und diese Ersatzforderung mit dem beschlag- nahmten Bargeld verrechnet (Ziff. 5). Schliesslich wurde der Beschuldigte verpflichtet, 65 % der Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahren s von CHF 123'582.--, denjeni- gen des Zwangsmassnahmengerichts von CHF 7'550.-- und de r Gerichtsgebühr von CHF 20'000.--, zu tragen, wobei sein Anteil mit dem beschlagnahmten Bargeld verrechnet wur- de, sowie 65 % der Verteidigungskosten im Umfang von insgesamt CHF 16'016.95 an den Kan- ton zurückzuzahlen, wobei der Rückerstattungsanspruch des S taates wiederum mit dem be- schlagnahmten Bargeld verrechnet wurde (Ziff. 6 und Ziff. 7). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, so weit erforderlich, im Rahmen der Er- wägungen eingegangen. B. Gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft v om 4. September 2018 erhob der Beschuldigte mit Datum vom 17. September 2018 Berufun g. In seiner Berufungserklärung vom 16. April 2019 legte der Beschuldigte dar, dass das angefochtene Urteil mit Ausnahme des Teil- freispruchs in Ziffer 2. des Urteilsdispositivs und der Ni chtvollziehbarerklärung der Vorstrafe vom 2. April 2012 in Ziffer 3.b des Urteilsdispositivs voll umfänglich angefochten werde. Zudem werde beantragt, dass das angefochtene Urteil insofern aufzuheben bzw. abzuändern sei, als der Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen, teilweise qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der qualifizierten Geldwäsch erei und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz vollumfänglich und kostenlos freizusprechen sei. Angefochten und damit auf- zuheben bzw. abzuändern seien neben Ziffer 1. des angefo chtenen Urteils auch die Ziffern 3.a, 4.a, 4.b. 4.c, 4.d, 4.e, 5., 6., 7.a und 7.b. Nicht angefochten würden neben dem Teilfreispruch und der Nichtvollziehbarerklärung der Vorstrafe vom 2. A pril 2012 gemäss den Ziffern 2. und Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.b des angefochtenen Urteils die Ziffern 4.f, 4.g, 4 .h, 4.i und 4.j. Beantragt werde des Weite- ren, es sei dem Beschuldigten im zweitinstanzlichen Verf ahren die amtliche (notwendige) Ver- teidigung zu bewilligen. Mit Schreiben vom 26. August 2019 teilte der Beschuldigte seinen Ver- zicht auf die Einreichung einer substantiierten Berufungsbegründung mit. C. Gleichermassen erhob auch die Staatsanwaltschaft Basel-L andschaft, Hauptabteilung BM/OK, mit Datum vom 17. September 2018 Berufung geg en das Urteil des Strafgerichts vom 4. September 2018 und stellte dabei in ihrer Berufun gserklärung vom 16. April 2019 die folgen- den Rechtsbegehren: Es seien die Ziffern 1. und 2. de s angefochtenen Urteils aufzuheben, und es sei der Beschuldigte in Gutheissung der Berufung sowie in teilweiser Abänderung des Urteils vom 4. September 2018 gemäss den Anklageziffern 2.1 bis 2 .7, 3., 4., 5., 6., 7., 8. 10. und 11. der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungs mittelgesetz, der qualifizierten Geldwä- scherei sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig zu sprechen und zu einer angemessen erhöhten Freiheitsstrafe zu verurteilen (Zif f. 1). Weiter seien in teilweiser Abände- rung von Ziffer 4.f des Urteilsdispositivs sämtliche Mobi ltelefone und SIM-Karten zur Vernich- tung einzuziehen (Ziff. 2). Ferner sei der Beschuldigte in teilweiser Abänderung von Ziffer 5. des Urteilsdispositivs zu einer angemessen erhöhten Ersatzford erung zu verurteilen (Ziff. 3). Aus- serdem sei ein Schriftgutachten zu erstellen (hinsichtlich des Sachverhaltes gemäss Anklagezif- fer 4. [Ziff. 4]). Schliesslich werde darum ersucht, der Staatsanwaltschaft eine Kopie des Proto- kolls der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht vom 27. bis zum 29. August 2018 zuzustellen (Ziff. 5). Mit Eingabe vom 26. August 2019 reichte di e Staatsanwaltschaft eine substantiierte Berufungsbegründung ein, in welcher sie an ihren ber eits vorgebrachten Rechtsbegehren fest- hielt. D. (...) E. (…) F. (...) Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht Erwägungen 1. Formalien, Verfahrensgegenstand und Beweisanträge 1.1 Die Zuständigkeit der Fünferkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Beru- fungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmitt el ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit li t. b EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt werden: Rechtsverletzungen, einsc hliesslich Überschreitung und Miss- brauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtene n Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Nach Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnu ng des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begrün- deten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzu reichen. Die Legitimation des Beschul- digten zur Ergreifung des Rechtsmittels wird in Art. 3 82 Abs. 1 StPO normiert und diejenige der Staatsanwaltschaft in Art. 381 Abs. 1 StPO. Nachdem in casu das angefochtene Urteil ein taug- liches Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl der Beschuldigt e als auch die Staatsanwaltschaft berufungslegitimiert sind, zulässige Rügen erheben und die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht nachgekommen sind, ist im Fol genden ohne Weiteres auf die bei- den Rechtsmittel einzutreten. 1.2 Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 4. September 20 18 haben sowohl der Beschuldig- te als auch die Staatsanwaltschaft ein Rechtsmittel ergri ffen. Dabei führt der Beschuldigte in seiner Berufung zusammengefasst was folgt aus: Er sei vom Vorwurf der mehrfachen, teilweise qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmitte lgesetz, der qualifizierten Geldwä- scherei und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz vo llumfänglich und kostenlos freizu- sprechen. Angefochten und damit aufzuheben bzw. abzuänd ern seien neben Ziffer 1 (Schuld- spruch und Strafmass) des angefochtenen Urteils auch die Z iffern 3.a (Vollziehbarerklärung einer Vorstrafe), 4.a (Einziehung div. Gegenstände zur Vernichtung), 4.b (Einziehung des be- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht schlagnahmten Bargeldes), 4.c (Einziehung div. beschlagn ahmter Gegenstände), 4.d (Ent- scheid bezüglich div. beschlagnahmter Waffen und Waffenbe standteile), 4.e (Verrechnung des beschlagnahmten Bargeldes), 5. (Ersatzforderung), 6. ( Verfahrenskosten), 7.a (Entschädigung der amtlichen Verteidigung) und 7.b (Rückzahlungsverpfli chtung des Beschuldigten). Demge- genüber beantragt die Staatsanwaltschaft in ihrer Ber ufung zusätzlich zu den erstinstanzlichen Schuldsprüchen und verurteilenden Erkenntnissen eine Schul digerklärung des Beschuldigten wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubun gsmittelgesetz, qualifizierter Geldwä- scherei sowie wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss den Anklageziffern 2.1 bis 2.7, 3., 4., 5., 6., 7., 8. 10. und 11., die Ver hängung einer angemessen erhöhten Freiheits- strafe, die Einziehung sämtlicher Mobiltelefone und SIM-Karten zur Vernichtung sowie die Fest- legung einer angemessen erhöhten Ersatzforderung. Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO sind nur die genannten Punkte Gegenstand der Berufungsverhandlung. 1.3 Anlässlich der Parteiverhandlung vom 19. Januar 2021 vo r dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte diverse (Beweis-)Anträge vorgebracht: a) In Bezug auf Ziffer 2 der Anklageschrift begehrt der Beschuldigte, das Gericht müsse ihn gestützt auf sein Geständnis verurteilen, ansonsten die Verhandlung auszustellen wäre und G.____ sowie H.____ vorzuladen wären zwecks Wahrung seine s Konfrontationsrechts. Bereits die Vorinstanz habe festgestellt, dass diesbezüglich in ve rschiedener Hinsicht die Verteidi- gungsrechte verletzt worden seien. Betreffend Ziffer 3 der Anklageschrift werde ebenfalls die Ausstellung des Verfahrens und die Vorladung von I.____ und J.____ verlangt zwecks Wah- rung des Konfrontationsrechts, nachdem deren Einvernahme n in einem anderen Verfahren er- hoben worden seien. Bezüglich Ziffer 4 der Anklageschr ift müsse das Gericht sämtliche Akten aus dem Verfahren im Kanton X.____ beiziehen, nachdem die Akten nur teilweise und bloss im den Beschuldigten belastenden Umfang beigezogen worden seien. Der Verteidigung müsse es aber möglich sein, Einblick in alle Akten zu bekommen. Gerügt werde ferner, dass im Zusam- menhang mit der Verwanzung des Personenwagens PA.____ die entscheidenden Gespräche nicht auf den von der Staatsanwaltschaft erstellten CD's enthalten seien. Diese stütze ihre An- klage auf diverse Gespräche, welche nicht in den Akten des Verteidigers enthalten seien. Aus- serdem stütze die Staatsanwaltschaft ihre Beweisführung hauptsächlich auf geheime Überwa- chungen und Gespräche in französischer Sprache, welche le diglich teilweise in die deutsche Sprache übersetzt worden seien. Diese dürften nur dann zu Lasten des Beschuldigten verwer- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht tet werden, wenn klar sei, wer sie transkribiert habe un d ob diese Person auf die Bestimmung von Art. 307 StGB hingewiesen worden sei. Dies bedeute, dass die Staatsanwaltschaft die Per- sonen bekannt geben und beweisen müsse, dass diese auf die Straffolgen hingewiesen worden seien. In casu sei aber nichts davon dokumentiert. Als F olge dürften entweder die Protokolle nicht gegen den Beschuldigten verwendet werden, oder d ann müsse das Gericht die Beweise anlässlich der Verhandlung neu erheben, und diese müsste wiederum ausgestellt werden. Aus- serdem werde eine Konfrontation mit K.____ verlangt, nachdem eine solche, obwohl die Auf- nahme von ihr als zentrales Beweismittel angeschaut wer de, bisher nie stattgefunden habe. Hinsichtlich Ziffer 5 der Anklageschrift wird begehrt, f alls das Kantonsgericht anderer Meinung sein sollte als das Strafgericht, seien L.____ bzw. M._ ___ vorzuladen zwecks Wahrung seines Konfrontationsrechts, und die Verhandlung müsste wiederu m ausgestellt werden. In Bezug auf Ziffer 6 der Anklageschrift sei unklar, ob dieser Punkt von der Staatsanwaltschaft überhaupt noch angefochten werde. Falls ja, sei festzustellen, dass die Aktenführung unvollständig sei. So fehlten die Akten des deutschen Genehmigungsverfahrens be treffend geheime Überwa- chungsmassnahmen. Diese müssten gleich wie die Originalge spräche und der vollständige Be- schluss des Bundesgerichtshofs beigezogen werden. Bezüglich der Ziffern 7 und 8 der Ankla- geschrift werde eine Rückweisung an das erstinstanzliche S achgericht beantragt, sofern das Kantonsgericht einen Schuldspruch erwägen sollte, anson sten dem Beschuldigten eine Instanz fehlen würde, nachdem die Staatsanwaltschaft behaupte , dass diesbezüglich noch gar keine Beweiswürdigung stattgefunden habe. Die Staatsanwaltschaft beantragt sinngemäss die Abweisu ng der vom Beschuldigten vorge- brachten Anträge und verzichtet auf entsprechende Ausführungen. b) Das Rechtsmittelverfahren beruht gestützt auf Art. 389 Abs. 1 StPO generell auf den Be- weisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Haup tverfahren erhoben worden sind. Gemäss Abs. 2 von Art. 389 StPO werden Beweisabnahmen des erstinstanzlichen Gerichts nur wiederholt, wenn: Beweisvorschriften verletzt worden sin d (lit. a), die Beweiserhebungen un- vollständig gewesen sind (lit. b) bzw. die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig er- scheinen (lit. c). In Anwendung von Art. 389 Abs. 3 StPO erhebt die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise. Über Tatsa- chen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde b ekannt oder bereits rechtsgenügend er- wiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 Abs. 2 StPO). Vorliegend wird nicht vorfrage- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht weise über die vom Beschuldigten aufgeworfenen Punkte entschieden, sondern der systemati- schen Gliederung folgend im Rahmen der entsprechenden E rwägungen des Kantonsgerichts anlässlich der konkreten Würdigung der damit im Zusammen hang stehenden einzelnen Ankla- gepunkte (unten E. 5 ff.). 2. Ausführungen der Parteien (…) 3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachver halt 3.1 a) Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilen- de Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner p ersönlichen Überzeugung aufgrund ge- wissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Ge- richt trifft sein Urteil unabhängig von der Zahl der Beweismittel, welche für eine bestimmte Tat- sache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Form des Beweismi ttels (R OBERT HAUSER / ERHARD SCHWERI / KARL HARTMANN , Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 3 f., mit Hinweisen). Beweise frei zu w ürdigen heisst, Beweismittel gewissenhaft und unvoreingenommen auf ihre spezifische Glaubwürdigk eit und ihren individuellen Beweis- wert hin zu beurteilen, um daraus Schlüsse auf das tats ächlich Geschehene zu ziehen. Das Gebot der freien Beweiswürdigung verweist damit auf d ie zentrale Aufgabe der Strafbehörden, die historischen Fakten zu ermitteln. Das Gericht darf die Beurteilung dessen, was tatsächlich vorgefallen ist, nicht nach generell-abstrakten Vorgabe n, sondern nur frei, in Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls und nach pflichtg emässem Ermessen vornehmen. Es gibt keinen numerus clausus der Beweismittel. Alle zulässig en und verwertbaren Beweismittel sind formell gleichrangig; Überzeugungskraft entfalten si e einzig im Umfang ihrer inneren Auto- rität (THOMAS HOFER , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung , 2. Auflage, Basel 2014, N 47 ff. zu Art. 10 StPO, mit Hinweisen). Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss d er aus Art. 32 Abs. 1 BV (bzw. Art. 4 aBV) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK ve rankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Hand- lung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime ausserdem, dass sich der Strafrichter nicht von d er Existenz eines für den Beschuldig- ten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, w enn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (A rt. 10 Abs. 3 StPO). Die Beweiswürdi- gungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um er- hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, d .h. um solche, die sich nach der objek- tiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87 E. 2a; mit V erweis auf BGE 120 Ia 31). Der "In- dubio"-Grundsatz findet auf die Frage, welche Beweismi ttel zu berücksichtigen und wie sie ge- gebenenfalls zu würdigen sind, keine Anwendung. So stellt das Gericht bei sich widersprechen- den Beweismitteln nicht unbesehen auf den für den An geklagten günstigeren Beweis ab. Der fragliche Grundsatz wird erst anwendbar, nachdem alle a us Sicht des urteilenden Gerichts not- wendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel verbleiben (BGE 144 IV 34 5 E. 2.2.3.1 f., mit Hinweisen; BGer 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.2.2; 6B_910/2019 vom 15. Juni 2020 E. 2.3.3; 6B_1395/2019 vom 3. Juni 2020 E. 1.1; je mit Hinweisen). Insgesamt steht dem Sachgericht im Bereich der Beweiswür digung praxisgemäss ein erheb- licher Ermessensspielraum zu (BGE 134 IV 132 E. 4.2; 129 IV 6 E. 6.1). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein indir ekter Beweis zulässig. Beim Indizien- beweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmitt elbar rechtserheblich, aber bewiesen sind, auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebli che Tatsache geschlossen. Eine Mehr- zahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet nur m it einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, kön- nen in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schl uss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (BGer 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 2.2.1; 6B_811/2019 vom 15. November 2019 E. 1.3; 6B_1053/2 018 vom 26. Februar 2019 E. 1.2; je mit Hinweisen). Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht b) Der in Art. 29 Abs. 2 BV gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörden die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch- lich hören, prüfen und in der Entscheidfindung berücksicht igen. Die Behörde darf sich auf die wesentlichen Gesichtspunkte und Leitlinien beschränken un d braucht sich nicht mit jedem sachverhaltsdienlichen oder rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen (BGE 137 II 266 E. 3.2, mit Hinweisen; BGer 6B_627/2012 vom 18. Juli 2013 E. 2.5). Mit Blick auf die Prozessökonomie erlaubt es Art. 82 Abs. 4 StPO den Rechtsmittelinstanzen , für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des in Frage stehenden Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz zu verwei- sen, wenn sie dieser beipflichten. Hingegen ist auf neue tatsächliche Vorbringen und rechtliche Argumente einzugehen, die erst im Rechtsmittelverfahre n vorgetragen werden (D ANIELA BRÜSCHWEILER / RETO NADIG / REBECCA SCHNEEBELI , in: Zürcher Kommentar zur Schweizeri- schen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich 2020, N 10 zu Art. 82 StPO). c) Jede beschuldigte Person hat gestützt auf Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMR K Anspruch darauf, dem Belastungszeugen Fra- gen zu stellen oder stellen zu lassen. Der Konfrontation sanspruch ergibt sich aus dem Recht auf ein faires Verfahren. Eine belastende Zeugenaussa ge ist daher grundsätzlich nur dann ver- wertbar, wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens angemes- sene und hinreichende Gelegenheit gehabt hat, das Zeug nis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu stellen. Um ihr Fragerecht wirksam ausüben zu können, muss die beschuldigte Person in die Lage versetzt werden, die pe rsönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen zu prüfen und den Beweiswert der Aussagen zu hinterfra gen (vgl. BGer 6B_1219/2019 vom 24. April 2020 E. 2.1; 6B_961/2016 vom 10. April 20 17 E. 3.3.1; 6B_374/2014 vom 27. Novem- ber 2014 E. 1.2 mit Hinweis auf BGE 133 I 33 E. 3.1, 131 I 476 E. 2.2, 129 I 151 E. 3.1 sowie 6B_1057/2013 vom 19. Mai 2014 E. 2.3 und 6B_510/201 3 vom 3. März 2014 E. 1.3). Der Kon- frontationsanspruch ist grundsätzlich absolut und führ t bei Nichtbeachtung zu einem Verwer- tungsverbot der entsprechenden Aussage. Von einer Konf rontation der beschuldigten Person mit dem Belastungszeugen kann indessen unter besonderen Umständen abgesehen werden. In der Praxis kommt es denn auch immer wieder zu einer gew issen Relativierung dieses An- spruchs. So gilt er nur dann uneingeschränkt, wenn dem s treitigen Zeugnis alleinige oder aus- schlaggebende Bedeutung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt (vgl. BGer 6B_729/2014 vom 24. April 2015 E. 2.2; BGE 131 I 476 E. 2.2 und 129 I 151 E. 3.1). Der Konfrontationsanspruch wird auch dann nic ht verletzt, wenn der Zeuge berechtig- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht terweise das Zeugnis verweigert, wenn er trotz angemesse ner Nachforschungen unauffindbar bleibt, dauernd oder für lange Zeit einvernahmeunfä hig wird oder wenn er verstorben ist. Die Verwertbarkeit der Aussage erfordert allerdings, dass d er Beschuldigte zu den belastenden Aussagen hinreichend hat Stellung nehmen können, die A ussagen sorgfältig geprüft worden sind und ein Schuldspruch sich nicht alleine darauf abs tützt. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte Person ihre Rechte nicht oder nic ht rechtzeitig hat wahrnehmen können, nicht in der Verantwortung der Behörden liegen (vgl. BGer 6B_1219/2019 vom 24. April 2020 E. 2.1; BGE 131 I 476 E. 2.2 und E. 2.3.4). Nach der Rechtsprechung des EGMR kann sodann ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung ohne K onfrontation mit Belastungszeu- gen verwertbar sein, wenn ausreichend kompensierende Fakt oren gegeben sind, die den An- spruch der angeschuldigten Person auf ein faires Verfah ren und die Überprüfung der Verläss- lichkeit des Beweismittels gewährleisten (Urteil des EGMR i.S. Al-Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien vom 15. Dezember 2011, Nummern 26766/ 05 und 22228/06, § 119, 120 ff., 126 ff.; BGer 6B_1196/2018 vom 6. März 2019 E. 2; 6B _699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 1.3; je mit Hinweisen). d) Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. zum Gan zen BGer 1B_266/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.2) ist es entsprechend dem Pr inzip von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV) nich t zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden können, bei ungünstigem Aus- gang erst später vorzubringen (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.2, mit Hinweisen). Das trifft insbeson- dere auf den Vorwurf zu, eine Behörde sei nicht recht skonform besetzt worden oder in der Sa- che unzuständig. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesg erichts sind in jedem Verfah- ren gerichtsorganisatorische Fragen ihrer Natur nach fr ühstmöglich zu bereinigen, bevor das Verfahren seinen Fortgang nimmt (vgl. BGE 130 III 66 E. 4.3). Es verstösst gegen Treu und Glauben, Einwände dieser Art erst im Rechtsmittelverfah ren vorzubringen, wenn der Mangel schon vorher hätte festgestellt und gerügt werden können . Wer den Mangel nicht unverzüglich vorbringt, wenn er davon Kenntnis erhält, sondern sich st illschweigend auf ein Verfahren ein- lässt, verwirkt den Anspruch auf spätere Anrufung (vgl. BGE 132 II 485 E. 4.3). Vorbehalten bleiben derart krasse Formfehler, dass geradezu von Ni chtigkeit des fraglichen behördlichen Akts auszugehen ist, was im Übrigen von Amtes wegen zu be rücksichtigen wäre (vgl. BGE 136 II 489 E. 3.3). Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) Nach der Rechtsprechung ist es mit der Unschuldsvermutung u nter gewissen Umständen vereinbar, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzu- beziehen. Dies ist der Fall, wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Entlastung er- forderliche Angaben zu machen, bzw. wenn sie es unterlässt, entlastende Behauptungen näher zu substantiieren, obschon eine Erklärung angesichts der bel astenden Beweis-elemente ver- nünftigerweise erwartet werden darf (vgl. BGer 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3; 6B_1/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.5; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4; 6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6). Die fehlende Mitwirkung der beschuldigten Person im Strafver- fahren darf demnach nur unter besonderen Umständen in die Beweiswürdigung miteinfliessen. Die zitierte Rechtsprechung führt nicht zu einer Beweislastumkehr, sondern lediglich dazu, dass auf die belastenden Beweise ‒ trotz allfälliger entlastender Behauptungen der besch uldigten Person bzw. trotz ihres Schweigens ‒ abgestellt werden darf. 3.2. (…) 4. Die einzelnen Tatbestände: (qualifizierte) Widerha ndlung gegen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stof fe; (qualifizierte) Geldwäscherei; Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition In casu ist strittig und nachfolgend zu prüfen, ob sich de r Beschuldigte der mehrfachen qualifi- zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz , der qualifizierten Geldwäscherei sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig gemacht hat. Die Definition der zur Anklage gebrachten gesetzlichen Bestimmungen nach Lehre u nd Rechtsprechung im Hinblick auf den Tatbestand der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz erfolgt im Anschluss (E. 4.1), diejenige in Bezug auf die Tatb estände der qualifizierten Geldwäscherei sowie der Widerhandlung gegen das Waffengesetz wird wie derum im Rahmen der Prüfung der einzelnen Anklagepunkte anlässlich der konkreten rechtlichen Subsumption (unten E. 13 f.) vorgenommen. 4.1 Tatbestand der (qualifizierten) Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz: Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht a) Gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer unter anderem: Betäubungsmittel unbefug t anbaut, herstellt oder auf andere Wei- se erzeugt (lit. a); Betäubungsmittel unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt o- der durchführt (lit. b); Betäubungsmittel unbefugt ver äussert, verordnet, auf andere Weise ei- nem anderen verschafft oder in Verkehr bringt (lit. c) ; Betäubungsmittel unbefugt besitzt, auf- bewahrt, erwirbt oder auf andere Weise erlangt (lit . d); zu einer Widerhandlung nach den Buch- staben a-f Anstalten trifft (lit. g). Eine Bestrafung gemäss Art. 19 Abs. 1 BetmG verlangt Vor- satz, wobei dolus eventualis genügt (vgl. BGE 126 IV 2 01; T HOMAS FINGERHUTH / STEPHAN SCHLEGEL / OLIVER JUCKER , Kommentar Betäubungsmittelgesetz, 3. Auflage, Zürich 2016, N 114 ff. zu Art. 19 BetmG). Nach Abs. 2 von Art. 19 BetmG wird der Täter mit einer Freiheits- strafe nicht unter einem Jahr, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann, bestraft, wenn er: weiss oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (lit. a); als Mi tglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Ausübung des unerlaubten Betäubungsmittel handels zusammengefunden hat (lit. b); durch gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsa tz oder einen erheblichen Gewinn erzielt (lit. c). Nach diesem Gesetz gelten als Betäubungsmittel abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain oder Cannabis, sowie Stoffe und Präparate, die auf deren Grundlage hergestellt werden oder eine ähnliche Wirkung wie diese haben (Art. 2 lit. a BetmG). Cannabisprodukte sind zwar nicht geeignet, die körperli che und seelische Gesundheit vieler Menschen in eine naheliegende und ernstliche Gefahr zu bringen. Dementsprechend findet der Qualifikationstatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a Betm G (Menge) auf Cannabis keine Anwen- dung (vgl. BGE 117 IV 314; FINGERHUTH / SCHLEGEL / JUCKER , a.a.O., N 181 zu Art. 19 BetmG). Sie sind in gesundheitlicher Hinsicht dennoch nicht unbe denklich und stellen Betäubungsmittel dar (BGE 120 IV 256). "Verbotenes Cannabis" ist gemäss V erzeichnis "d" der BetmVV-EDI nur die Hanfpflanze oder ihre Teile, welche einen durchschni ttlichen Gesamt-THC-Gehalt von min- destens 1 % aufweisen (vgl. BGer 6B_1113/2013 und 6B_1114/2013 vom 30. Juni 2014 E. 4.2; FINGERHUTH / SCHLEGEL / JUCKER , a.a.O., N 23 f. zu Art. 8 BetmG). b) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. zum Gan zen BGer 6B_286/2011 vom 29. August 2011 E. 1.4) liegt Bandenmässigkeit vor, wenn sich zwei oder mehrere Täter mit dem ausdrücklich oder konkludent geäusserten Willen zusammen finden, inskünftig zur Ver- Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht übung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen möglicher weise noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwirken. Dieser Zusammenschluss ist es, der den Einze lnen psychisch und phy- sisch stärkt, ihn deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von weiteren solchen Straftaten voraussehen lässt. Das Qualifikationsmerkmal d er Bande setzt gewisse Mindestan- sätze einer Organisation, etwa Rollen- oder Arbeitsteil ung, und eine Intensität des Zusammen- wirkens in einem Masse voraus, dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn dieses nur kurzlebig ist. Ist demgegenüber schon die Zusammenarbeit derart locker, dass von Anfang an nur ein loser und damit völlig unbeständi ger Zusammenhalt besteht, liegt keine Bande vor (BGE 135 IV 158 E. 2 mit Hinweisen). Hat de r Täter die Tatsachen, aus denen das Gericht den Schluss auf bandenmässige Tatbegehung zieht, gekannt und gewollt, ist der Vor- satz zu bejahen. Bandenmässigkeit ist erst anzunehmen, wen n der Wille der Täter auf die ge- meinsame Verübung einer Mehrzahl von Delikten gerichtet ist (BGE 124 IV 286 E. 2a mit Hin- weis). Der Täter muss sich des Zusammenschlusses und der Z ielrichtung der Bande zur Ver- übung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen möglicher weise noch unbestimmter Straftaten bewusst sein. Er muss die Tatumstände kennen, welche die Bandenmässigkeit begründen, und diese wollen; dolus eventualis genügt (F INGERHUTH / SCHLEGEL / JUCKER , a.a.O., N 210 zu Art. 19 BetmG). c) Der Handel mit Betäubungsmitteln stellt ferner einen qualifizierten Verstoss im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG dar, wenn der Täter durch gewerbsmässigen Handel einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt. Gross im S inn dieser Bestimmung ist ein Um- satz von über 100'000 Franken, erheblich ein Gewinn von über 10'000 Franken (BGE 129 IV 188 E. 3.1.3; 129 IV 253 E. 2.2; BGer 6B_1263/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.1.2; 6B_976/2015 vom 27. September 2016 E. 10.3.2; 6B_119 2/2014 vom 24. April 2015 E. 3.2; 1B_293/2013 vom 31. Januar 2014 E. 2.1.2; je mit Hinw eisen). Der schwere Fall setzt darüber hinaus voraus, dass die von der Rechtsprechung entwickelte n Bedingungen der Gewerbsmäs- sigkeit erfüllt sind (BGE 129 IV 188 E. 3.1.2.). Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische T ätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie au s den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Diese abstrakte Umschreibung hat Richtlinienfunktion. Die Einna hmequelle braucht nicht den haupt- sächlichen oder regelmässigen Erwerb zu bilden. Eine nebe nberufliche deliktische Tätigkeit kann als Voraussetzung für Gewerbsmässigkeit genügen, weil auch in diesem Fall die erforder- Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht liche soziale Gefährlichkeit gegeben sein kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf einrichtet, durch sein deliktisches Handeln rela tiv regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen haben und es muss aus den gesamten Umständen ge- schlossen werden, er sei zu einer Vielzahl unter den en tsprechenden Tatbestand fallender Handlungen bereit gewesen (BGE 129 IV 188 E. 3.1.2; 129 IV 253 E. 2.2; 119 IV 129 E. 3a; BGer 6B_1214/2019 vom 1. Mai 2020 E. 3.3; 6B_976/2015 vom 27. September 2016 E. 10.3.2; 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 3.2; je mit Hinweisen). 4.2 Tatbestände der (qualifizierten) Geldwäscherei sowie der Widerhandlung gegen das Waf- fengesetz: Wie bereits vorstehend vermerkt, wird auf die Definit ion der in diesem Zusammenhang zur An- klage gebrachten gesetzlichen Bestimmungen nach Lehre und Rechtsprechung nachfolgend im Rahmen der Prüfung der einzelnen Anklagepunkte anlässli ch der konkreten rechtlichen Sub- sumption (unten E. 13 f.) eingegangen. 5. Ziffer 2 der Anklageschrift: Marihuanahandel Tat komplex Aktion N.____ in der Zeit von Januar 2015 bis Juni 2015; Erwerb, Einfuhr, Tra nsport, Lagerung, Besitz, Ver- äusserung, Anstaltentreffen zum Verkauf etc. von insgesamt 252 kg Marihuana und 370 g Haschisch 5.1 Marihuanalieferung vom 4. Februar 2015 a) (…) b) (…) c) (…) Seite 16 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) aa) In formeller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob tatsäch lich sämtliche Einvernahmen von G.____ und H.____ unverwertbar sind, wie dies die Vor instanz festgestellt hat und die Staats- anwaltschaft in Abrede stellt: Straftaten werden gemei nsam verfolgt und beurteilt, wenn Mittä- terschaft oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO). Die Staatsanwaltschaft und die Gerichte können aus sachlichen Gründen Strafverfahren tr ennen oder vereinen (Art. 30 StPO). Art. 29 StPO statuiert den Grundsatz der Verfahrensei nheit. Dieser bildet gemäss der Recht- sprechung des Bundesgerichts schon seit Langem ein Wesensmer kmal des schweizerischen Strafprozessrechts. Er bezweckt die Verhinderung sich wide rsprechender Urteile und gewähr- leistet insofern das Gleichbehandlungs- und Fairnessgebot (Art. 8 BV, Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO). Überdies dient er der Prozessökonomie (Art. 5 Abs. 1 StP O). Eine Verfahrenstrennung ist ge- mäss Art. 30 StPO nur bei Vorliegen sachlicher Gründe zulässig und muss die Ausnahme blei- ben. Die sachlichen Gründe müssen objektiv sein. Getrenn te Verfahren sollen vor allem der Verfahrensbeschleunigung dienen bzw. eine unnötige Verzögerung vermeiden helfen. Als sach- licher Trennungsgrund gilt etwa die grosse Zahl von Mitt ätern, die länger dauernde Unerreich- barkeit einzelner mitbeschuldigter Personen oder die bevorstehende Verjährung einzelner Straf- taten. Alle Beispiele beziehen sich auf Charakteristika des Verfahrens, des Täters oder der Tat, nicht aber auf organisatorische Aspekte auf Seiten der Strafverfolgungsbehörden (BGE 138 IV 214 E. 3.2; BGer 1B_92/2020 vom 4. September 2020 E . 4.2; 6B_1026/2017 vom 1. Juni 2018 E. 1.1; 1B_467/2016 vom 16. Mai 2017 E. 3.2). Dass die Strafbehörde gegen eine oder mehre- re mitbeschuldigte Personen ein abgekürztes Verfahren ( Art. 358 - 362 StPO) durchführen will, bildet in Fällen von Mittäterschaft und Teilnahme (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO) für sich alleine noch keinen zulässigen Trennungsgrund. Bevor die Staatsanwaltsch aft ein abgekürztes Verfahren abtrennt (Art. 359 Abs. 1 StPO), hat sie zu prüfen und in der Trennungsverfügung gegebenen- falls zu begründen, ob und inwiefern eine Trennung n ach Art. 30 StPO überhaupt zulässig ist (BGer 1B_92/2020 vom 4. September 2020 E. 4.2 mit Hinweis). Die Abtrennung des Verfahrens ist unter dem Gesichtswinkel des Anspruchs auf ein faires Verfahren (Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) bei mutmasslichen Mittätern und Teilnehm ern problematisch, wenn der Umfang und die Art der Beteiligung wechselseitig bestritten sind und damit die Gefahr besteht, dass der eine Mitbeschuldigte die Verantwortung dem andern zuw eisen will. Belasten sich Mittäter und Teilnehmer gegenseitig und ist unklar, welcher Beschuld igte welchen Tatbeitrag geleistet hat, besteht bei getrennten Verfahren die Gefahr sich wide rsprechender Entscheide (BGer 1B_92/2020 vom 4. September 2020 E. 4.2; 6B_13 5/2018 vom 22. März 2019 E. 1.2; je Seite 17 http://www.bl.ch/kantonsgericht mit Hinweisen). Die Verfahrenstrennung kann auch aus fol gendem Grund problematisch sein: Da nach der Rechtsprechung bei Einvernahmen in separat geführten Verfahren kein Anspruch auf Teilnahme nach Art. 147 StPO besteht (BGE 141 I V 220 E. 4.5; 140 IV 172 E. 1.2.3), geht die getrennte Verfahrensführung mit einer massiven Beschränkung der Teilnahmerechte einher. Der separat Beschuldigte hat in den abgetrennten Verf ahren zudem nicht denselben Anspruch auf Akteneinsicht wie eine Partei (Art. 101 Abs. 1 StP O). Diese Einschränkung der Teilnahme- rechte von Beschuldigten in getrennten Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Verfahren ist vom Gesetzgeber implizit vorgesehen und hi nzunehmen (BGE 140 IV 172 E. 1.2.3). Durch eine Verfahrenstrennung geht dem B eschuldigten (bezogen auf Beweiserhe- bungen der anderen Verfahren) auch das Verwertungsverb ot des Art. 147 Abs. 4 StPO verlo- ren, weil er insoweit keine Verletzung seines Teilnah merechts geltend machen kann. Ange- sichts dieser schwerwiegenden prozessualen Folgen ist an di e Voraussetzungen einer Verfah- renstrennung ein strenger Massstab anzulegen (BGer 1B_92 /2020 vom 4. September 2020 E. 4.2; 6B_135/2018 vom 22. März 2019 E. 1.2; je mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall ist zu konstatieren, dass die Vorinst anz zu Recht sämtliche Einvernahmen von G.____ und H.____ als im vorliegenden Verfahren unverwertbar eingestuft hat. Die von der Staatsanwaltschaft in ihrer Berufung hiergegen vorgetragenen Einreden sind nicht geeignet, an dieser Feststellung etwas zu ändern. Wie dargelegt, liegt die Hauptproblematik einer getrennten Verfahrensführung vor allem in der Ausschaltung der Te ilnahme- und Informationsrechte von Mitbeschuldigten. Diesen kommt in getrennt geführten V erfahren keine Parteistellung zu, womit sie kein Teilnahmerecht an Beweiserhebungen im anderen Verfahren geltend machen können und ihnen auch kein umfassendes Akteneinsichtsrecht zusteht . Angesichts dieser schwerwie- genden prozessualen Konsequenzen ist daher bei der Prüf ung der Gründe für eine Verfah- renstrennung ein strenger Massstab anzulegen, und es bed arf gewichtiger Gründe, welche die schwerwiegenden Konsequenzen und Gefahren für die Recht sgleichheit und die Fairness des Verfahrens aufwiegen können (vgl. S TEPHAN SCHLEGEL , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 8 zu Art. 30 StPO, mit Hinwei- sen). Die Frage, ob in casu die strengen materiellen V oraussetzungen für eine Verfahrenstren- nung vorgelegen haben, muss an dieser Stelle nicht abschl iessend beantwortet werden, wäre aber angesichts der zur Diskussion stehenden Mittäterschaft zwischen dem Beschuldigten so- wie G.____ und H.____ und der unklaren Rollenverteilu ng unter den Betroffenen aufgrund der Praxis, wonach die Trennung von Verfahren die Ausnahme bleiben muss, wohl zu verneinen. Seite 18 http://www.bl.ch/kantonsgericht Entscheidend ist nämlich vielmehr, dass die Argumente der Staatsanwaltschaft von vornherein am zentralen Punkt vorbeizielen. So ist unbestrittene Ta tsache, dass zwar eine faktische Ver- fahrenstrennung stattgefunden hat, was rechtlich nicht v orgesehen ist, jedoch keine formelle und begründete Verfügung erstellt worden ist. Die Staatsanwaltschaft hat aber bei einer Verfah- renstrennung im Untersuchungsverfahren eine formelle ( mittels Beschwerde anfechtbare; vgl. BGer 1B_187/2015 vom 6. Oktober 2015 E. 2.8) Trennung sverfügung zu erlassen und darin darzulegen, mit welchen sachlichen Gründen sie diese recht fertigt (vgl. S CHLEGEL , a.a.O., N 5 zu Art. 30 StPO, mit Hinweisen). Dies hat die Staatsanw altschaft jedoch vorliegend bis zum jeweiligen Anklagezeitpunkt versäumt. Als Konsequenz hie raus muss die faktische Verfah- renstrennung und die daraus folgende Verweigerung der Parteirechte des Beschuldigten im Verfahren gegen G.____ und H.____ als formell unzulä ssig qualifiziert werden. Dies wiederum führt dazu, dass sämtliche Einvernahmen von G.____ und H.____ im vorliegenden Verfahren gegen den Beschuldigten nicht zu dessen Lasten verwertbar sind. Bei diesem Resultat erweist sich im Übrigen der Antrag des Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kan- tonsgericht, es sei die Verhandlung auszustellen, und e s seien zur Wahrung seines Konfronta- tionsrechts G.____ sowie H.____ vorzuladen, als obsolet. bb) In materieller Hinsicht ist festzustellen, dass der Beschul digte in seiner Stellungnahme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässl ich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), eingestanden hat, im F ebruar 2015 in Y.____ 25 Kilogramm Mari- huana in Empfang genommen und jeweils die Hälfte in der Garagenbox in Z.____ sowie im Bastelraum in XA.____ deponiert zu haben. Als objektive s Beweismittel existiert weiter ein von der Drogenfahndung erstelltes Video, auf welchem ersich tlich ist, wie der Beschuldigte am 4. Februar 2015 fünf Kartonschachteln in die Garagenbo x in Z.____, XB.____strasse 1-5, hin- einträgt. In der Zeit vom 21. Februar 2015 bis zum 1 . März 2015 ist der Beschuldigte zudem dabei gefilmt worden, wie er drei Kartonschachteln, zwe i 110 Liter Abfallsäcke, einen Plastik- sack und eine Plastiktasche aus der Garagenbox hinausträgt ( act. 7033 ff.). Fraglich ist hinge- gen, welche Betäubungsmittelmenge dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang zur Last zu legen ist, oder mit anderen Worten, welche Betäubungsmittelmenge sich in concreto in den ein- zelnen Kartonschachteln befunden hat. Während die Vor instanz pro Kartonschachtel jeweils 5 Kilogramm Marihuana und damit insgesamt 25 Kilogr amm Marihuana angenommen hat, be- gehrt die Staatsanwaltschaft die Berücksichtigung von jewe ils 6 Kilogramm Marihuana pro Kar- tonschachtel und folglich total 30 Kilogramm Marihuana. Ein objektiver Beweis hierzu liegt nicht Seite 19 http://www.bl.ch/kantonsgericht vor. Nach Dafürhalten des Kantonsgerichts entspricht es zwar einer gewissen Logik, dass in den fraglichen fünf Schachteln jeweils 6 Kilogramm Mar ihuana gewesen sein könnten, nach- dem bei der Lieferung vom 10. Juni 2015 in ebenfall s fünf Kartonschachteln insgesamt 29,958 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt worden sind und es sich immer um dieselbe Art von Kartonschachtel gehandelt hat. Nichtsdestotrotz stel lt dies bloss eine nicht bewiesene Ver- mutung dar, weshalb nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" vom Geständnis des Beschuldig- ten auszugehen ist, wonach er im Februar 2015 insgesamt 25 Kilogramm Marihuana in Emp- fang genommen und kontrolliert hat. Im Resultat ist damit der inkriminierte Sachverhalt bezü glich Ziffer 2.1 der Anklageschrift dahin- gehend erstellt, dass der Beschuldigte am 4. Februar 20 15 sowie in der Zeit zwischen dem 21. Februar 2015 und dem 1. März 2015 insgesamt 25 Ki logramm Marihuana mit einem THC- Gehalt von weit über 1 % befördert sowie in seinem Dr ogenbunker an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ gelagert, besessen und aufbewahrt hat; nich t erstellt ist vorderhand, dass das frag- liche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen d er Vorinstanz und demnach in Ab- weisung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwalt schaft der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von 25 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stel le auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 5.2 Marihuanalieferung vom 18. März 2015 a) (…) b) (…) c) (…) Seite 20 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) In beweismässiger Hinsicht ist festzustellen, dass der Beschu ldigte in seiner Stellung- nahme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), eingestanden ha t, zusammen mit G.____ im März 2015 in Y.____ 25 Kilogramm Marihuana in Empfang genommen und jeweils die Hälfte in der Garagen- box in Z.____ sowie im Bastelraum in XA.____ deponiert zu haben. Als objektives Beweismittel existiert weiter ein von der Drogenfahndung erstellte s Video auf dem ersichtlich ist, wie der Be- schuldigte am 18. März 2015 fünf Kartonschachteln in di e Garagenbox in Z.____, XB.____strasse 1-5, hineinträgt. Ebenso ist der Beschul digte dabei gefilmt worden, wie er am 23. März 2015 und am 29. März 2015 je zwei Kartonschach teln aus der Garage hinausträgt (act. 7041). Gemäss Observationsbericht vom 23. März 2015 (act. 6901 ff.) lädt der Beschuldig- te die zwei Kartonschachteln aus der Garagenbox in den Personenwagen PB.____ (BL 1____); danach fährt er in Richtung XC.____strasse. Zehn Minut en später ist der Beschuldigte dabei beobachtet worden, wie er sich in die Einstellhalle der Liegenschaft XC.____strasse 10 begibt. Wenig später verlässt der Beschuldigte die Einstellhal le mit zwei gefüllten 110 Liter Abfallsä- cken. Er lädt die Abfallsäcke in den Kofferraum des Pers onenwagens PC.____ (BL 2____). Auf der XD.____strasse, Höhe Liegenschaft Nr. 11, übergibt der Beschuldigte die zwei Abfallsäcke einem unbekannten Mann, welche sie in seinen Lieferw agen lädt. In Bezug auf die Frage, wel- che Betäubungsmittelmenge dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang zur Last zu legen ist, ist wiederum festzustellen, dass mangels objektiver Bew eise nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" vom Geständnis des Beschuldigten auszugehen ist , wonach er im März 2015 insge- samt 25 Kilogramm Marihuana in Empfang genommen und auf die Depots aufgeteilt hat. Im Resultat ist damit der inkriminierte Sachverhalt bezü glich Ziffer 2.2 der Anklageschrift dahin- gehend erstellt, dass der Beschuldigte am 18. März 2015 sowie am 23. März 2015 und am 29. März 2015 insgesamt 25 Kilogramm Marihuana mit ei nem THC-Gehalt von weit über 1 % befördert und in der Zeit dazwischen das nämliche Marih uana in seinem Drogenbunker an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ gelagert, besessen und aufb ewahrt hat; nicht erstellt ist vorder- hand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen d er Vorinstanz und demnach in Ab- weisung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwalt schaft der Widerhandlung gegen das Seite 21 http://www.bl.ch/kantonsgericht Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von 25 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stel le auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 5.3 Marihuanalieferung vom 29. April 2015 a) (…) b) (…) c) (…) d) In beweismässiger Hinsicht ist festzustellen, dass der Beschu ldigte in seiner Stellung- nahme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), eingestanden ha t, zusammen mit G.____ im April 2015 30 Kilogramm Marihuana in Empfang genommen zu haben . Als objektives Beweismittel liegt betreffend den 29. April 2015 weiter ein Observation sbericht der Polizei Basel-Landschaft, Ob- servation, vom 13. Mai 2015 vor (act. 6945 ff.), wona ch der Beschuldigte mit einem unbekann- ten Mann (vom Beschuldigten als G.____ identifiziert) mit dem Personenwagen PD.____ (BL 3____), vom P.____ Parkplatz her auf der XE.____ strasse in die XF.____strasse Richtung XX.____ fährt. Auf der Höhe der Liegenschaft Nr. 16 ( XF.____strasse in XA.____) parkiert der Personenwagen PD.____ neben einem roten Lastwagen-Anh ängerzug. Wenig später fahren der Beschuldigte und G.____ zurück, an der Verzweigung XF.____strasse / XE.____strasse hält der Personenwagen PD.____ an und G.____ steigt a ls Beifahrer aus. Der Beschuldigte fährt mit dem Personenwagen PD.____ auf das Areal de r Liegenschaften XB.____strasse 1-9 (recte: wohl 1-5) in Z.____. Der Beschuldigte steigt aus, lädt insgesamt sechs Kartonschachteln aus dem Kofferraum des Personenwagens PD.____ und depo niert diese in der Garagenbox, XB.____strasse 9 (recte: wohl 5). Anschliessend fährt de r Beschuldigte mit dem Personenwa- gen PD.____ zur Einstellhalle der Liegenschaft XC.____strasse 10, wo er insgesamt sechs Kar- tonschachteln in der Einstellhalle deponiert. In Bezug auf die Frage, welche Betäubungsmittel- menge dem Beschuldigten in diesem Zusammenhang zur Last zu legen ist, ist den Darlegun- gen des Strafgerichts zu folgen, wonach abgesehen von de r am 10. Juni 2015 beschlagnahm- Seite 22 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Lieferung, bei welcher nachweislich knapp 6 Kilog ramm Marihuana pro Kartonschachtel aufgefunden worden sind, keine nachvollziehbare Erklärung geliefert wird, weshalb bei den vor- liegend zur Diskussion stehenden und im Vergleich zu den übrigen Fällen absolut gleichartigen Kartonschachteln bloss die Hälfte der sonst üblichen D rogenmenge enthalten gewesen sein soll. Demnach ist davon auszugehen, dass sich in den nachge wiesenen und vom Beschuldig- ten auch zugestandenen zwölf Schachteln insgesamt 60 Kil ogramm Marihuana befunden ha- ben. Im Resultat ist damit der inkriminierte Sachverhalt bezü glich Ziffer 2.3 der Anklageschrift dahin- gehend erstellt, dass der Beschuldigte am 29. April 201 5 insgesamt 60 Kilogramm Marihuana (zwölf Schachteln zu jeweils 5 Kilogramm Marihuana) mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % befördert, besessen und jeweils die Hälfte in den Drog enbunkern XC.____strasse 10 in XA.____ sowie XB.____strasse 1-5 in Z.____ gelagert h at; nicht erstellt ist vorderhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräusse rt worden ist (vgl. hierzu nachfol- gend E. 10). e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen d er Vorinstanz und demnach in Ab- weisung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaf t sowie allenfalls derjenigen des Beschuldigten der Widerhandlung gegen das Betäubungsm ittelgesetz mit einer Menge von 60 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüg- lich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorlie- gender Stelle auf die nachfolgenden Erwägungen des Ka ntonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 5.4 Marihuanalieferung vom 5. Mai 2015 a) (…) b) (…) c) (…) Seite 23 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) Als objektives Beweismittel existieren Videoaufnahmen d er Polizei Basel-Landschaft, Drogenfahndung, auf denen ersichtlich ist, wie der Beschuldigte am 5. Mai 2015, um 12:38 Uhr, fünf Kartonschachteln in die Garagenbox an der XB.__ __strasse 1-5 in Z.____ hineinträgt (act. 7045). Ausserdem ist der Beschuldigte in der Zeit vom 8. Mai 2015 bis zum 9. Mai 2015 zu sehen, wie er insgesamt sechs Schachteln aus der Garage nbox wieder hinausträgt (act. 7047). Des Weiteren ist gemäss dem Bericht der Eidgenössischen Zoll verwaltung vom 5. Mai 2015 bekannt, dass der Sattelschlepper Q.____ AG mit dem Kontrollschild NL-4____ am 5. Mai 2015 um 11:48 Uhr den Grenzübergang St. Louis in Basel passiert hat (act. 7217). Zugestanden wird vom Beschuldigten in dessen Stellungna hme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhand lung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), im Mai 2015 von Zeit zu Zeit Schachte ln mit Marihuana vom Bastelraum in die Garagenbox in Z.____ transportiert zu haben. Entgegen seiner Bestreitung verbleiben nach Ansicht des Kantonsgerichts jedoch keine relevanten Zweifel, dass er am 5. Mai 2015 auch fünf Kartonschachteln mit Marihuana in Empfang genommen h at. So steht fest, dass der gleiche Sattelschlepper wie in anderen beweismässig erstellten F ällen mit niederländischen Kenn- zeichen um 11:48 Uhr den Grenzübergang St. Louis in Ba sel überquert hat, und um 12:38 Uhr ist der Beschuldigte beobachtet worden, wie er fünf Ka rtonschachteln der gleichen Art wie in anderen von ihm nicht bestrittenen Fällen in die Gar agenbox an der XB.____strasse 1-5 in Z.____, einen von ihm ebenfalls zugestandenen Drogenb unker, hineingetragen hat. Ferner un- terlässt es der Beschuldigte, nachvollziehbar darzulegen, was sich sonst in den fünf Karton- schachteln befunden haben soll, wenn es sich dabei nicht um Marihuana gehandelt haben soll. Aufgrund der zeitlichen Abfolge und der dokumentiert en Beobachtungen ist für das Kantonsge- richt erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat , wie dem Beschuldigten in Ziffer 2.4 der Anklageschrift zur Last gelegt wird. Demnach steht fest, dass dieser am 5. Mai 2015 insgesamt 25 Kilogramm Marihuana (fünf Schachteln zu jeweils 5 Kilogramm Marihuana) m it einem THC-Gehalt von weit über 1 % befördert, besessen und im Drogenbunker an der XB.___ _strasse 1-5 in Z.____ gelagert hat; nicht erstellt ist vorderhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). Seite 24 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen d er Vorinstanz und demnach in Ab- weisung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaf t sowie derjenigen des Beschul- digten der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge setz mit einer Menge von 25 Kilo- gramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stel- le auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 5.5 Marihuanalieferung vom 12. Mai 2015 a) (…) b) (…) c) (…) d) Als objektives Beweismittel liegt betreffend den 12. M ai 2021 ein Observationsbericht der Polizei Basel-Landschaft, Observation, vom 13. Mai 2015 vor (act. 6945 ff.), wonach der Be- schuldigte um ca. 12:15 Uhr mit dem Personenwagen PE.__ __ (ZH 5____) von XG.____ kom- mend nach XA.____ zum P.____ fährt, wo er das Fahrzeug auf dem Parkplatz des P.____ an der XE.____strasse parkiert. G.____ (bzw. gemäss Observati onsbericht der gleiche Begleiter des Beschuldigten wie bei der Lieferung vom 29. April 2015 [act. 6957]) fährt zur selben Zeit mit dem Personenwagen PD.____ (BL 3____) ebenfalls nach XA.____ zum P.____, wo er das Fahrzeug parkiert. Um 12:31 Uhr fährt der Sattelschlepp er Q.____ AG mit dem Kontrollschild NL-4____ nach XA.____ an die XF.____strasse (der Sattel schlepper hat um 12:12 Uhr die Grenze in Basel Weil überquert [act. 7221]). Um 12:4 3 Uhr fahren der Beschuldigte als Lenker und G.____ als Beifahrer mit dem Personenwagen PD.___ _ vom P.____ in Richtung R.____ auf die XF.____strasse zum Sattelschlepper, welcher auf d em Parkplatz der R.____, XF.____strasse 15 parkiert hat. Um 12:46 Uhr fahren de r Beschuldigte und G.____ zurück in Richtung P.____ / S.____ AG-Kreuzung. Bei der Verzwei gung XE.____strasse / XF.____strasse hält der Beschuldigte kurz an und lässt G._ ___ aussteigen. In der Folge fährt der Beschuldigte zur Garage an der XC.____strasse 10 in XA.____. Gemäss Videoüberwa- Seite 25 http://www.bl.ch/kantonsgericht chung ist im Heckfenster des Personenwagens PD.____ eine Kartonschachtel sehr gut sichtbar (act. 7069 f.). Zugestanden wird vom Beschuldigten in dessen Stellungna hme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhand lung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), im Mai 2015 von Zeit zu Zeit Schachte ln mit Marihuana vom Bastelraum in die Garagenbox in Z.____ transportiert zu haben. Entgegen seiner Bestreitung verbleiben nach Ansicht des Kantonsgerichts jedoch keine relevanten Zwei fel, dass er auch am 12. Mai 2015 wiederum fünf Kartonschachteln mit Marihuana in Empfa ng genommen hat. So steht fest, dass der gleiche Sattelschlepper wie in anderen beweismässig erstellten Fällen mit niederländischen Kennzeichen um 12:12 Uhr den Grenzübergang Weil in Ba sel überquert hat, und um 12:43 Uhr ist der Beschuldigte beobachtet worden, wie er als Lenker zusammen mit G.____ als Beifahrer mit dem Personenwagen PD.____ zum Sattelschlepper gefahren ist, welcher auf dem Parkplatz der R.____, XF.____strasse 15 parkiert hat, bevor er um 12:46 Uhr zunächst zurück in Rich- tung P.____ / S.____ AG-Kreuzung und anschliessend zur Garage an der XC.____strasse 10 in XA.____, einem ebenfalls zugestandenen Drogenbunker , gefahren ist. Ausserdem ist im Heckfenster des Personenwagens PD.____ eine Kartonschacht el der gleichen Art wie in ande- ren von ihm nicht bestrittenen Fällen sichtbar. Ferner unterlässt es der Beschuldigte, nachvoll- ziehbar darzulegen, was sich sonst in der Kartonschachtel b efunden haben soll, wenn es sich dabei nicht um Marihuana gehandelt haben soll. In Be zug auf die Anzahl der Kartonschachteln ist der Argumentation der Staatsanwaltschaft zu folgen , wonach der Vergleich zwischen einem Bild des Fahrzeuges vom 12. Mai 2015 (act. 7069) und einer Aufnahme desselben Fahrzeuges am Tag der Verhaftung des Beschuldigten mit offenem K offerraumdeckel (act. 6415) erkennen lässt, dass die Beladung am 12. Mai 2015 identisch mit fü nf Kartonschachteln gewesen sein muss. Hätte sich nämlich bloss eine Kiste im Fahrzeug befun den, wäre diese nicht zu sehen gewesen. Aufgrund der zeitlichen Abfolge und der dokumentiert en Beobachtungen ist für das Kantonsge- richt damit erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetra gen hat, wie dem Beschuldigten in Zif- fer 2.5 der Anklageschrift zur Last gelegt wird. Demna ch steht fest, dass dieser am 12. Mai 2015 insgesamt 25 Kilogramm Marihuana (fünf Schachtel n zu jeweils 5 Kilogramm Marihuana) mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % befördert, be sessen und im Drogenbunker an der Seite 26 http://www.bl.ch/kantonsgericht XC.____strasse 10 in XA.____ gelagert hat; nicht erste llt ist vorderhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung der diesbezügl ichen Berufung der Staatsanwaltschaft sowie in Abweisung derjenigen des Beschuldigten der Wid erhandlung gegen das Betäubungs- mittelgesetz mit einer Menge von 25 Kilogramm Marihu ana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stelle au f die nachfolgenden Erwägungen des Kan- tonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 5.6 Marihuanalieferung vom 20. Mai 2015 a) (…) b) (…) c) (…) d) Als objektives Beweismittel ist der Bericht der Eidgenö ssischen Zollverwaltung vom 20. Mai 2015 anzuführen, wonach der Sattelschlepper Q. ____ AG mit dem Kontrollschild NL-4____ am 20. Mai 2015 um 17:27 Uhr den Grenzüberg ang Weil in Basel passiert hat (act. 7223). Weiter haben auf einem an der XH.____str asse 18 in XI.____ bei der Lebenspart- nerin des Beschuldigten beschlagnahmten Mobiltelefon ( Pos. 3.70) drei SMS von der Rufnum- mer +31 1____ gesichert werden können (act. 7125). Dar in wird zuerst die Ankunft der "Tante" um ca. vier Uhr (16:00 Uhr) angekündigt; danach wird mi tgeteilt, dass der Bus der "Tante" Ver- spätung habe und gegen sechs Uhr (18:00 Uhr) da sein w erde, und schliesslich wird die An- kunft der "Tante" um sechs Uhr (18:00 Uhr) bestätigt. Zugestanden wird vom Beschuldigten in dessen Stellungna hme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhand lung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), im Mai 2015 von Zeit zu Zeit Schachte ln mit Marihuana vom Bastelraum in die Garagenbox in Z.____ transportiert zu haben. Entgegen seiner Bestreitung verbleiben nach Seite 27 http://www.bl.ch/kantonsgericht Ansicht des Kantonsgerichts jedoch keine relevanten Zwei fel, dass er auch am 20. Mai 2015 wiederum fünf Kartonschachteln mit Marihuana in Empfa ng genommen hat. So steht fest, dass der gleiche Sattelschlepper wie in anderen beweismässig erstellten Fällen mit niederländischen Kennzeichen um 17:27 Uhr den Grenzübergang Weil in B asel überquert hat. Weiter haben auf einem dem Beschuldigten zurechenbaren Mobiltelefon drei SMS vom selben Tag gesichert werden können. Darin wird zuerst die Ankunft der "Tan te" um ca. 16:00 Uhr angekündigt; da- nach wird mitgeteilt, dass der Bus der "Tante" Verspä tung habe und gegen 18:00 Uhr da sein werde, und schliesslich wird die Ankunft der "Tante" um 18:00 Uhr bestätigt. Der Beschuldigte unterlässt es in diesem Zusammenhang, nachvollziehbar d arzulegen, wie die drei SMS zu ver- stehen sein sollen, soweit es sich bei der "Tante" nicht um die übliche Betäubungsmittelliefe- rung mit der standardmässigen Menge handeln soll. Wie bereits vorgängig ausgeführt (oben E. 3.1.e), ist es nach der Rechtsprechung mit der Unsch uldsvermutung unter gewissen Um- ständen vereinbar, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen, wenn sich diese weigert, zu ihrer Entl astung erforderliche Angaben zu ma- chen, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Be weiselemente vernünftigerweise erwartet werden darf. In casu liefert der Beschuldigte keinerlei plausible Erklärung für die Ver- wendung des Begriffs "Tante". Es ist daher unter Willkü rgesichtspunkten zulässig, aufgrund der verklausulierten und wenig Sinn ergebenden SMS sowie gestützt auf den nachgewiesenen und vom Beschuldigten teilweise auch zugestandenen Marihuan ahandel in haltbarer Weise den Schluss zu ziehen, dass der fragliche Begriff "Tante" im vo rliegenden Kontext die erwartete Be- täubungsmittellieferung bezeichnet hat. In Bezug auf die Anzahl der Kartonschachteln ist in concreto davon auszugehen, dass gleich wie in allen ande ren nachgewiesenen Fällen mindes- tens fünf Kisten mit jeweils 5 Kilogramm Marihuana geliefert worden sind. Aufgrund der dargelegten Indizien ist für das Kantonsg ericht damit erstellt, dass sich der Sach- verhalt so zugetragen hat, wie dem Beschuldigten in Zi ffer 2.6 der Anklageschrift zur Last ge- legt wird. Demnach steht fest, dass dieser am 20. Mai 20 15 insgesamt 25 Kilogramm Marihua- na (fünf Schachteln zu jeweils 5 Kilogramm Marihuan a) mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % befördert, besessen und in einem seiner Drogenbun ker gelagert hat; nicht erstellt ist vor- derhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). Seite 28 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung der diesbezügl ichen Berufung der Staatsanwaltschaft der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von 25 Kilogramm Ma- rihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizier- ten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stelle auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qu alifikationen (unten E. 12) zu ver- weisen. 5.7 Marihuanalieferung vom 10. Juni 2015 a) (…) b) (…) c) (…) d) Zugestanden wird vom Beschuldigten in dessen Stellungn ahme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhand lung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), am 10. Juni 2015 30 Kilogramm Marih uana in Empfang genommen und dem Lastwagen-Chauffeur ein Kuvert mit € 200'000.-- übergeben zu haben. Bestritten worden vo m Beschuldigten ist, Kenntnis von dem ebenfalls mitgelieferten Haschisch gehabt zu haben. Dass diese Bestreitung aufgrund der Tatsache, dass in dem vom Beschuldigten zugestandenermas- sen an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ genutzten Droge nbunker Haschisch sichergestellt worden ist, lediglich als Schutzbehauptung zu werten ist, wird bereits vom Strafgericht zutref- fend festgestellt und vom Beschuldigten im Berufungsverfahren auch nicht substantiiert bemän- gelt. Als objektive Beweismittel liegen bezüglich der Marihuanalieferung vom 10. Juni 2015 zu- dem ein Observationsbericht der Polizei Basel-Landscha ft, Observation, vom 11. Juni 2015 (act. 7015 ff.), ein Beschlagnahmeprotokoll der Polizei Basel-Landschaft vom 10. Juni 2015 (act. 1033 ff.), ein Bericht der Polizei Basel-Landschaft , Forensik, vom 24. September 2015 (act. 6427 ff.) sowie ein forensisch-chemisches Gutachten d es T.____ vom 30. Juli 2015 (act. 6871 ff.) vor. Seite 29 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss dem Observationsbericht fährt der Beschuldigte u m ca. 17:10 Uhr als Lenker des Per- sonenwagens PD.____ (BL 3____) zusammen mit G.____ na ch XI.____, XH.____strasse 17, auf den Parkplatz des U.____, wo er in den Personenwag en PF.____ (BL 6____) umsteigt. G.____ fährt als Lenker des Personenwagens PD.____ dar aufhin von XI.____ nach XA.____. Um ca. 17:30 Uhr fährt der Lastwagen der Marke Q.____ AG mit dem Kontrollschild NL-7____ in XA.____ auf der XF.____strasse in Richtung R.____ und parkiert neben der Liegenschaft XF.____strasse 15. Um 17:33 Uhr fährt G.____ mit dem Personenwagen PD.____ an die XF.____strasse und parkiert neben dem Lastwagen. G.____ steigt aus, öffnet die Heckklappe des Personenwagens PD.____ und geht zum Chauffeur. Dab ei können Ausladegeräusche wahrgenommen werden. In der Zwischenzeit fährt der Be schuldigte mit dem Personenwagen PF.____ auf den Parkplatz des P.____ an der XE.____str asse in XA.____. Im Anschluss an das Treffen fährt G.____ mit dem Personenwagen PD.____ an die XC.____strasse in XA.____, wo er das Fahrzeug auf der Höhe der Liegenschaft Nr. 1 0 parkiert. In der Zwischenzeit hat sich der Beschuldigte mit dem Personenwagen PF.____ an die XF.____strasse begeben. Drei Minu- ten später fährt der Beschuldigte wieder zum Parkplatz P.____ an der XE.____strasse 14 zu- rück, wo er auf G.____ wartet. Daraufhin fährt der Be schuldigte mit G.____ an die XD.____strasse in XA.____, wo der Beschuldigte das Fah rzeug verlässt. Währenddessen par- kiert G.____ den Personenwagen PF.____ auf dem Parkplatz der Liegenschaft XD.____strasse 12/13, wo er von der Polizei angehalten wird. Der Besch uldigte begibt sich seinerseits zu Fuss an die XC.____strasse, geht zum Personenwagen PD.____ un d steigt ein. Danach wird der Beschuldigte ebenfalls von der Polizei angehalten. Nach dem Beschlagnahmeprotokoll und dem Bericht der Forensik sind im Personenwagen PD.____ insgesamt fünf Kartonschachteln zu je ca. 6 Kilogramm Marihuana (insgesamt 29,958 Kilogramm Marihuana) mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % sowie zwei Platten Haschisch (gesamthaft 198,3 Gramm Haschisch) mit ei- nem THC-Gehalt von weit über 1 % aufgefunden worden. Im Lastwagen der Marke Q.____ AG mit dem Kontrollschild NL-7____ sind zudem € 200'000.-- sichergestellt worden (act. 7083). Aufgrund der dargelegten Beweise ist für das Kantonsgericht erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie dem Beschuldigten in Ziffer 2.7.1 der Anklageschrift zur Last gelegt wird. Demnach steht fest, dass dieser am 10. Juni 2015 insg esamt 29,958 Kilogramm Marihuana (fünf Schachteln zu jeweils rund 6 Kilogramm Marihuan a) mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % sowie zwei Platten mit gesamthaft 198,3 Gramm Haschisch mit einem THC-Gehalt von weit Seite 30 http://www.bl.ch/kantonsgericht über 1 % befördert, besessen und gelagert hat; nicht er stellt ist vorderhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert worden ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). Im Hinblick auf die Anklageziffer 2.7.2 ist zu konstatier en, dass am 10. Juni 2015 in dem vom Beschuldigten gemieteten Bastelraum an der XC.____stra sse 10 in XA.____ insgesamt 14,878 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % haben sichergestellt werden können (Beschlagnahmeprotokoll der Polizei Base l-Landschaft vom 10. Juni 2015 [act. 991 f.]; Bericht der Polizei Basel-Landschaft, F orensik, vom 24. September 2015 [act. 6723 f.], forensisch-chemisches Gutachten des T.____ vom 30. Juli 2015 [act. 6871 ff.]). Es ist davon auszugehen, dass dieses Marihuana der Restbest and der Lieferungen seit dem 4. Februar 2015 darstellt. Weiter sind in der Garagen box an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ Reste von Marihuana im Umfang von insgesamt 4,152 Kil ogramm mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % aufgefunden worden, bei welchen es sich ebenfalls um solche Restbestände handeln dürfte (Beschlagnahmeprotokoll der Polizei Basel -Landschaft vom 10. Juni 2015 [act. 1009 f.]; Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Fo rensik, vom 24. September 2015 [act. 6785 ff.]; forensisch-chemisches Gutachten des T.____ vom 30. Juli 2015 [act. 6871 ff.]). Die in der Garagenbox in Z.____ sichergestellten 172,3 Gramm Haschisch (mit einem THC- Gehalt von weit über 1 % [forensisch-chemisches Gutachte n des T.____ vom 30. Juli 2015 [act. 6879.2]) sind demgegenüber nicht mit den Liefer ungen seit dem 4. Februar 2015 abge- deckt, da dem Beschuldigten in keinem Fall die Lieferu ng von Haschisch vorgeworfen worden ist. e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte damit in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von exakt 29,958 Kilogramm Marihuana und 370,6 Gramm Haschisch nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüg- lich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorlie- gender Stelle auf die nachfolgenden Erwägungen des Ka ntonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. Seite 31 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.8 Zwischenresultat a) (…) b) Gestützt auf die vorgängigen Darlegungen zieht das Kan tonsgericht in teilweiser Abwei- chung zu den Erkenntnissen des Strafgerichts das Zwischenf azit, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 4. Februar 2015 bis zum 10. Juni 2015 insgesa mt 214,958 Kilogramm Marihuana und 370,6 Gramm Haschisch, jeweils mit einem THC-Gehalt von weit über 1 %, befördert, besessen und in seinen Drogenbunkern gelagert hat. 6. Ziffer 3 der Anklageschrift: Marihuanahandel Tat komplex "V.____"; Erwerb, Einfuhr, Transport, Lagerung, Besitz, Anstaltentreffen zum Ver kauf etc. von insgesamt 80,914 kg Marihuana 6.1 Erwerb, Import, Besitz, Lagerung, Transport, Ans taltentreffen zum Verkauf etc. von insgesamt 6,006 kg Marihuana a) (…) b) (…) c) (…) 6.2 Erwerb, Import, Besitz, Lagerung, Transport, Ans taltentreffen zum Verkauf etc. von insgesamt 74,908 kg Marihuana a) (…) b) (…) c) (…) Seite 32 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) aa) Aufgrund der Aktenlage erstellt und von den Parteien anerkannt ist, dass der Beschuldigte am 15. Oktober 2014 die Herrschaftsmöglichkeit und den H errschaftswillen in Bezug auf insge- samt 80,914 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % gehabt hat, wel- che in einer Wohnung am XK.____weg 20 in XL.____ (74 ,908 Kilogramm Marihuana) bzw. in unmittelbarer Nähe zur Wohnung im Fahrzeug PH.____ vo n V.____ (BL 9____; 6,006 Kilo- gramm Marihuana) gelagert worden sind. In rechtlicher Hinsicht steht damit bereits an dieser Stelle ohne Weiteres fest, dass der Beschuldigte in Be zug auf die genannte Menge von exakt 80,914 Kilogramm Marihuana gegen das Betäubungsmittel gesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG verstossen hat. bb) In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist ‒ teilweise in Bestätigung der erstinstanzlichen Aus- führungen und teilweise in Abänderung bzw. Ergänzung hierzu ‒ was folgt zu konstatieren: Oh- ne Weiteres erstellt ist, dass zwischen dem Beschuldigten u nd der Wohnung am XK.____weg 20 in XL.____, in welcher wie bereits dargelegt 74,90 8 Kilogramm Marihuana sichergestellt worden sind, eine Verbindung bestanden hat. So ist auf grund der Umstandes, wonach in der vom Beschuldigten gemieteten Garage an der XB.____strasse 1-5 in Z.____, welche zugestan- denermassen von ihm als Drogenversteck benutzt worden ist (s. oben E. 5), der Dauerauftrag für die Miete der Wohnung am XK.____weg 20 in XL.__ __ hat sichergestellt werden können (act. 8247), erwiesen, dass dieser für die Bezahlung de r Miete der Wohnung besorgt und damit der eigentliche Mieter mit der entsprechenden Verant wortung für alles, was sich in der Woh- nung befunden hat, gewesen ist. Dass sich der Beschuldigt e tatsächlich regelmässig in der Wohnung am XK.____weg 20 in XL.____ aufgehalten hat , wird erhellt durch den Fakt, dass in der Wohnung zwei Zigarettenstummel aus einem Aschenbech er sowie eine SIM-Karte aus ei- nem Mobiltelefon der Marke AF.____ (Pos. 1.1 und Pos. 1.2 gemäss Beschlagnahmeprotokoll vom 15. Oktober 2014 [act. 7545]) sichergestellt worden sind, auf welchen gemäss dem Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Forensik, vom 18. April 201 5 jeweils eine DNA-Spur des Be- schuldigten hat nachgewiesen werden können (act. 7717). Nach Auffassung des Kantonsge- richts entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass diejen ige Person, welche sich in der Schweiz allein verantwortlich zeichnet für die Lagerung grösserer Mengen an Betäubungsmit- teln, auf der Hierarchiestufe innerhalb einer Bande g rundsätzlich im oberen Segment anzusie- deln ist. Dies gilt in casu umso mehr, als der Beschuldigt e nicht nur die Wohnung am Seite 33 http://www.bl.ch/kantonsgericht XK.____weg 20 in XL.____ gemietet hat, sondern auch den Bastelraum an der XC.____stras- se 10 in XA.____ sowie die Garagenbox an der XB.____strasse 1-5 in Z.____. Hinzu kommt, dass den Zeugenaussagen von J.____ (Einvernahm e vom 13. November 2014 [act. 1393 ff.]) und I.____ (Einvernahme vom 14. Novemb er 2014 [act. 6283 ff.]) zu entnehmen ist, dass sich der Beschuldigte regelmässig jeweils für ca. eine Stunde in der Wohnung am XK.____weg 20 in XL.____ aufgehalten hat, wobei nach J.____ der Beschuldigte jeweils den Briefkasten geleert hat, und auf die Beschwerde von I. ____ bezüglich des Geruchs von Mari- huana hin der Beschuldigte dafür gesorgt hat, dass der Ventilator in der Wohnung ausgeschal- tet worden ist. In diesem Zusammenhang hat der Beschul digte anlässlich der Parteiverhand- lung vor dem Kantonsgericht den Antrag auf Konfront ation mit den beiden genannten Zeugen gestellt, was vom Kantonsgericht mit folgender Begründu ng nicht entsprochen werden kann: Gemäss der Praxis des Bundesgerichts (vgl. oben E. 3.1.c) gilt der Konfrontationsanspruch nur dann uneingeschränkt, wenn dem streitigen Zeugnis allei nige oder ausschlaggebende Bedeu- tung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Der Konfron- tationsanspruch wird nicht verletzt, wenn der Zeuge b erechtigterweise das Zeugnis verweigert, wenn er trotz angemessener Nachforschungen unauffindba r bleibt, dauernd oder für lange Zeit einvernahmeunfähig wird oder wenn er verstorben ist. E ntscheidend ist in diesen Fällen, dass der Beschuldigte zu den belastenden Aussagen hinreichend hat Stellung nehmen können, die Aussagen sorgfältig geprüft worden sind und ein Schuld spruch sich nicht alleine darauf ab- stützt. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte P erson ihre Rechte nicht oder nicht rechtzeitig hat wahrnehmen können, nicht in der Veran twortung der Behörden liegen. Bezogen auf vorliegenden Fall ist ‒ nach Unterbrechung der Berufungsverhandlung und Rücksprache mit den Einwohnerdiensten der Gemeinde XL.____ vom 19. Ja nuar 2021 ‒ zu konstatieren, dass die Zeugin I.____ am 30. Juli 2020 verstorben ist und deshalb nicht mehr befragt werden kann. Nachdem der Beschuldigte mit seinem Antrag auf Konfron tation bis zur Berufungsverhandlung zugewartet hat, liegt die Tatsache, dass nun eine Konf rontation nicht mehr möglich ist, sicher- lich nicht in der Verantwortung der Behörden. Fraglos ist ausserdem, dass der Beschuldigte im Verlaufe des Verfahrens zu den belastenden Aussagen h inreichend hat Stellung nehmen kön- nen, dass die Aussagen vom Kantonsgericht sorgfältig g eprüft worden sind, und dass der vor- liegende Schuldspruch sich angesichts der Beweislage nicht alleine darauf abstützt. Infolgedes- sen steht einer Berücksichtigung (unter "besonders kritischer " Würdigung des Beweiswertes [vgl. WOLFGANG WOHLERS , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufla- Seite 34 http://www.bl.ch/kantonsgericht ge, Zürich / Basel / Genf 2020, N 25 zu Art. 147 StPO , mit Hinweisen]) der Aussagen der Zeu- gin I.____ trotz fehlender Konfrontation nichts im W ege, zumal diese, wie dargelegt, aufgrund der gesamtheitlichen Beweislage weder als einziges noch a ls sonderlich wesentliches Beweis- mittel dastehen. Bezüglich des Beweiswertes der Depositionen des Zeugen J.____ ist hingegen festzustellen, dass das Kantonsgericht zum einen aus Rücksic ht auf das Alter des Zeugen (Jahrgang 1944) eine kurzfristige Vorladung als nicht zu mutbar erachtet und zum anderen in antizipierter Würdigung davon ausgeht, dass bei einer allfälligen Konfrontation nichts Erhellen- des zu erwarten wäre, zumal die Einvernahme des Zeugen bereits über sechs Jahre zurück- liegt. Dies führt zum Schluss, dass die Aussagen von J.____ nicht verwertbar sind. Des Weiteren ist ohne Zweifel erstellt, dass zwischen dem Beschuldigten und V.____ eine Ver- bindung bestanden hat, nachdem auch von Letzterem in der Wohnung am XK.____weg 20 in XL.____ DNA-Spuren auf zwei SIM-Karten von Mobiltelefonen der Marke AF.____ aufgefunden worden sind (Pos. 2 und Pos. 4 gemäss Beschlagnahmeproto koll vom 15. Oktober 2014 [act. 7545]; Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Foren sik, vom 13. November 2014 [act. 7727 f.]). Ein weiterer Zusammenhang ist darin zu finden, dass das Fahrzeug PH.____ (BL 9____), in welchem 6,006 Kilogramm Marihuana sichergest ellt worden sind, gemäss der Aus- sage von AA.____ als Auskunftsperson anlässlich seiner Einver nahme durch die Polizei Basel- Landschaft, Drogenfahndung, vom 27. Oktober 2014 (act. 7969 ff.) V.____ als Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt worden ist für einen PG.____, welchen er ihm ca. Ende September 2014 verkauft hat. Aus dem Fahrzeugausweis betreffend den PG. ____ im Verfahren gegen V.____ (Aktenbeilagen V.____; act. 973) ergibt sich, dass die ser die Fahrgestellnummer 4GD 10____ gehabt hat. Die gleiche Fahrgestellnummer hat sodann der an der XJ.____strasse 19 in Z.____ am 10. Juni 2015 beschlagnahmte PG.____ aufgewiesen ( act. 7569). Fest steht ferner, dass in der Wohnung an der XH.____strasse 18 in XI.____ ‒ dem Wohnort der Lebenspartnerin des Beschuldigten ‒ ein Schlüsselbund mit vier Schlüsseln beschlagnahmt worden ist, von denen ein Schlüssel auf die Liegenschaft XJ.____strasse 19 in Z.____ registriert gewesen ist. Gleich- zeitig ist in der Wohnung an der XH.____strasse 18 in X I.____ ein weiterer Schlüssel aufgefun- den worden, welcher zu dem in der Tiefgarage an der XJ.____strasse 19 in Z.____ beschlag- nahmten Personenwagen PG.____ gepasst hat (act. 7561 f f.). Hieraus resultiert folglich, dass der von V.____ benutzte Personenwagen PG.____ sich samt dazugehörigem Autoschlüssel im Gewahrsam des Beschuldigten befunden hat. Diese Sachlage ist entgegen der Ansicht der Vor- instanz mangels anderweitiger Erklärung seitens des Besch uldigten durchaus als Hinweis auf Seite 35 http://www.bl.ch/kantonsgericht eine Vorgesetztenstellung gegenüber V.____ zu verstehen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich gestützt auf die Akten bzw. das Beweisergebnis k einerlei Anhaltspunkte dafür finden, dass V.____ in irgendeiner Form organisatorische Vorkeh rungen bzw. Anordnungen betreffend Transportmittel und Lagerungsort getroffen hat. Dies gilt umso mehr, als in concreto jegliche objektiviert en Indizien oder Beweise auf die Ver- körperung einer unbekannten Drittperson als "O.____" ‒ tätig in der Schweiz ‒ fehlen. In Über- einstimmung mit der Vorinstanz geht das Kantonsgericht d avon aus, dass es sich beim Benut- zer der Rufnummer 076 2____ 58 um den einzigen und di rekten Vorgesetzten von V.____ ge- handelt hat, welcher diesem Anweisungen gegeben hat (v gl. die Auswertung der Mobiltelefone [act. 7585 ff.] und die Auswertung der SMS von V.____ und "W.____" [act. 7639 ff.]). Die Ruf- nummern 076 2____ 58 ‒ benutzt durch die Respektsperson "W.____" = "Onkel" ‒ und 076 4____ 59 ‒ benutzt durch V.____ ‒ sind zur gleichen Zeit mit derselben Ausweisnummer 5____ eingelöst worden (act. 7625 f.). Die Auswertung des S MS-Verkehrs zeigt, dass "W.____" V.____ intensiv instruiert und eng begleitet hat (act. 8077, 8081). Der Abgleich der Rück-ID deutet daraufhin, dass sich die Benutzer der beiden Rufnummern 076 2____ 58 und 078 3____ zur selben Zeit am 15. Oktober 2014 auf dem Weg nach X .____ befunden haben, wobei die Rufnummer 078 3____ auf den Beschuldigten eingelöst gewesen ist und das sich im Fahrzeug PH.____ (BL 9____) befindliche Marihuana nach X.____ hätte geliefert werden sollen (act. 7623, 7631). Ausserdem hat eine weitere Auswertun g der Rück-ID zum Ergebnis geführt, dass der Beschuldigte und V.____ sich am 5. Juli 2014 in unmittelbarer Nähe zueinander auf- gehalten haben (act. 7637). Vom Beschuldigten werden k einerlei überprüfbare Angaben zum angeblichen "O.____" gemacht und dessen Behauptung, e r habe "O.____" am 15. Oktober 2014 nach XM.____ chauffieren wollen, weshalb sich an d iesem Tag seine Rufnummer und diejenige von "W.____" gleichzeitig auf dem Weg nach X.____ befunden hätten, wird ebenfalls durch nichts gestützt. Nach Ansicht des Kantonsgerichts ist unt er diesen Umständen keine ernsthafte Gegenhypothese ersichtlich, warum entgegen de r dargelegten soliden Beweislage davon auszugehen sein sollte, dass der Beschuldigte in c asu nicht der Chef von V.____ und damit nicht "W.____" bzw. der angebliche "O.____" gewesen sein soll. Aufgrund der dargelegten Indizien und Beweise ist für das Kantonsgericht somit erstellt, dass sich der Sachverhalt so zugetragen hat, wie dem Beschu ldigten in Ziffer 3. der Anklageschrift zur Last gelegt wird. Seite 36 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte damit in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von exakt 80,914 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Be züglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vo rliegender Stelle auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 7. Ziffer 4 der Anklageschrift: Marihuanahandel Tat komplex Aktion AG.____, Kanton X.____, i.S. AH.____ und weitere Mittäter; Erwerb, Import, Besitz, Lageru ng, Trans- port, Veräusserung, Anstaltentreffen zum Verkauf etc . von insgesamt 1'105,9 kg Marihuana a) (…) b) (…) c) (…) d) In einem ersten Schritt sind die diversen, vom Beschuld igten aufgeworfenen formellen Aspekte zu prüfen: aa) Bezüglich des Vorwurfs des Beschuldigten, die Strafbehö rden hätten ihn nicht genügend über sein Siegelungsrecht aufgeklärt, ist Folgendes festzu halten: Nach Art. 248 Abs. 1 StPO sind Aufzeichnungen und Gegenstände, die nach Angaben der Inhaberin oder des Inhabers wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts oder aus anderen Gründen nicht durchsucht oder beschlagnahmt werden dürfen, zu versiege ln und dürfen von den Strafbehör- den weder eingesehen noch verwendet werden. Das Bund esgericht hat in seiner neueren Pra- xis die Legitimation, sich gegen eine Durchsuchung von Auf zeichnungen zu wehren, über den Kreis der Gewahrsamsinhaber hinaus ausgedehnt. Legitimi ert sind demnach Personen, die unabhängig von den Besitzverhältnissen ein rechtlich geschü tztes Interesse an den Unterlagen oder der Geheimhaltung des Inhaltes haben können (B GE 140 IV 28 E. 4.3; A NDREAS J. Seite 37 http://www.bl.ch/kantonsgericht KELLER , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 6 zu Art. 248 StPO). Weiterhin gilt ab er sowohl für Inhaber wie für Dritte, die ein rechtlich geschütztes Interesse an Unterlagen oder deren Geheimhaltung für ihre Legitimation und Teilnahme in Anspruch nehmen wollen, dass, wer die Siegelung verlangt, ausschliesslich eigene Interessen geltend machen und sich nicht auf die Wahrung der Interessen Dritter beru- fen kann (K ELLER , a.a.O., N 7c zu Art. 248 StPO; BGer 1B_30/2019 vom 3. Mai 2019 E. 3.1). Die berechtigte Person muss sich grundsätzlich sofort der Durchsuchung widersetzen bzw. die gegen die Durchsuchung sprechenden schutzwürdigen Intere ssen geltend machen. Wenn die berechtigte Person bei ausreichender Information nich t spätestens und sogleich nach Schluss der Grobtriage schutzwürdige Geheimnisse geltend macht bzw. sie nicht in diesem Zeitpunkt die Siegelung verlangt, ist das Begehren verspätet (K ELLER , a.a.O., N 11 zu Art. 248 StPO; OLIVIER THORMANN / BEAT BRECHBÜHL , in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord- nung, 2. Auflage, Basel 2014, N 11 zu Art. 248 StPO, mit Hinweisen; BGer 1B_320/2012 vom 14. Dezember 2012 E. 4.1.2). Der Inhaber ‒ oder dessen Vertreter ‒ ist auf sein Recht, die Sie- gelung zu beantragen, aufmerksam zu machen. Er muss ausrei chend, verständlich und recht- zeitig informiert werden. Sofern dies mit einem Abdr uck auf dem abzugebenden Formular ge- schehen soll, ist auf dessen Verständlichkeit und Vollständigkeit zu achten; diesfalls ist mindes- tens die Wiedergabe sämtlicher Gesetzesbestimmungen zu fordern. Deren Abdruck auf der Rückseite erscheint ferner als ausreichende Orientierung ü ber das Siegelungsrecht. Die Orien- tierung kann mit der Befragung des Inhabers über den I nhalt der sichergestellten Aufzeichnun- gen und Gegenstände verbunden werden (T HORMANN / BRECHBÜHL , a.a.O., N 8 zu Art. 248 StPO, mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall hat bereits die Vorinstanz zu Rech t festgehalten (vgl. E. II.C.1. S. 19 f.), dass die eigentliche Gewahrsamsinhaberin AQ.____, die Le benspartnerin des Beschuldigten, anlässlich der Hausdurchsuchung an der XH.____strasse 18 in XI.____ am 10. Juni 2015 ein Doppel des Untersuchungs- und Beschlagnahmefehls gege n Empfangsbestätigung ausgehän- digt bekommen und dabei unterschriftlich bestätigt hat, dass sie von der Durchsuchung, der Beschlagnahme und der Rechtsbelehrung auf der Rückseite Kenntnis genommen hat. Die Rechtsbelehrung auf der Rückseite hat aus einem Auszug aus der Strafprozessordnung be- standen, in welchem die Gewahrsamsinhaberin auf das Si egelungsrecht im Sinne von Art. 248 StPO hingewiesen worden ist (act. 887 f.). Der Beschuldi gte selbst als mutmasslicher Inhaber bzw. effektiv Berechtigter der fraglichen Unterlagen (vg l. seine Aussage anlässlich der Einver- Seite 38 http://www.bl.ch/kantonsgericht nahme vom 3. Juli 2015 [act. 2439]) ist hingegen nicht a uf sein Recht, die Siegelung zu verlan- gen, aufmerksam gemacht worden. Allerdings ist der Besch uldigte zeitnah anlässlich der Ein- vernahme vom 12. Juni 2015 über die Hausdurchsuchung und Beschlagnahme bei seiner Le- benspartnerin vom 10. Juni 2015 informiert worden (a ct. 2419), wobei er zu diesem Zeitpunkt bereits anwaltlich vertreten gewesen ist. Zudem ist der Beschuldigte anlässlich der Einvernah- me vom 3. Juli 2015 in Anwesenheit seines amtlichen V erteidigers detailliert über die beschlag- nahmten Gegenstände in Kenntnis gesetzt worden (act. 2 435 ff.). Dessen ungeachtet hat es der Beschuldigte in der Folge ‒ obwohl er eingeräumt hat, dass ihm alle beschlagnahm ten Ge- genstände gehören bzw. dass er hierfür die Verantwortu ng übernimmt ‒ unterlassen, schutz- würdige Geheimnisse geltend zu machen oder die Siege lung zu beantragen. Infolgedessen ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte konkludent seinen grundsätzlichen Verzicht auf die Siegelung zum Ausdruck gebracht hat, womit die erst im g erichtlichen Verfahren diesbezüglich erhobene Rüge als verspätet zu qualifizieren und nicht mehr zu hören ist. Widersprüchlich ist das Verhalten, soweit der Beschuldigte bzw. sein frühere r amtlicher Verteidiger das Begehren um eine Siegelung offenbar als nicht dienlich oder nich t notwendig erachtet haben, nun aber der neue amtliche Verteidiger diesen Verzicht retrospekt iv als Fehler der Strafuntersuchungs- behörden interpretiert, weil sich zum heutigen Zeitpun kt der Inhalt der fraglichen Notizbücher beweismässig als relevant herausstellt. Im Übrigen ist da rauf hinzuweisen, dass der Beschul- digte aufgrund der nunmehr vorgebrachten Behauptung , die fraglichen Unterlagen bloss für "O.____" aufbewahrt zu haben, von vornherein kein ei genes rechtlich geschütztes Interesse an einer Siegelung geltend machen kann. Dies führt zum Sch luss, dass die beschlagnahmten schriftlichen Unterlagen wie namentlich die diversen No tizbücher bzw. die daraus gewonnenen Erkenntnisse beweismässig verwertbar sind. bb) In Bezug auf die vom Beschuldigten erstmalig anlässlich d er Hauptverhandlung vor dem Strafgericht bestrittene Zuständigkeit der Strafbehörd en des Kantons Basel-Landschaft ist auf die bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu verweisen (vgl. zum Ganzen BGer 1B_266/2020 vom 22. Dezember 2020 E. 4.2): Danach ist es entspreche nd dem Prinzip von Treu und Glau- ben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV ) nicht zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend ge macht werden können, bei ungünsti- gem Ausgang erst später vorzubringen (vgl. BGE 135 III 334 E. 2.2, mit Hinweisen). Das trifft insbesondere auf den Vorwurf zu, eine Behörde sei nicht rechtskonform besetzt worden oder in der Sache unzuständig. Nach konstanter Rechtsprechung de s Bundesgerichts sind in jedem Seite 39 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verfahren gerichtsorganisatorische Fragen ihrer Natur na ch frühstmöglich zu bereinigen, bevor das Verfahren seinen Fortgang nimmt (vgl. BGE 130 II I 66 E. 4.3). Gestützt auf diese Praxis ist in casu zu konstatieren, dass die vom Beschuldigten erst im gerichtlichen Verfahren vorge- brachte Rüge der angeblichen Unzuständigkeit der basell andschaftlichen Strafverfolgungsbe- hörden offensichtlich verspätet und damit von vornherei n nicht zu hören ist. Davon abgesehen existieren in den Akten keinerlei Hinweise, dass im Kanto n X.____ der identische Sachverhalt wie vorliegend angeklagt in Bezug auf den Beschuldigten untersucht worden wäre. Insbesonde- re erhellt der aktuelle Strafregisterauszug, dass der K anton X.____ offenbar gar kein Verfahren gegen den Beschuldigten eröffnet hat, was auch nicht w eiter verwunderlich ist, wird diesem ‒ entgegen den mutmasslichen Mittätern AH.____ und K._ ___ ‒ doch vorgehalten, in der Per- son von "O.____" und somit als Chef der im Raume XO._ ___ plus X.____ bis XN.____ operie- renden Bande vom Kanton Basel-Landschaft (XG.____) aus die Bande geführt zu haben. cc) Im Hinblick auf die erstmalig anlässlich der Hauptverhan dlung vor dem Kantonsgericht vorgebrachte Rüge der mangelhaften Transkription der i m Zusammenhang mit der Überwa- chung des Personenwagens von K.____ aufgezeichneten Audiog espräche bzw. der damit ver- bundenen Verletzung der Dokumentationspflicht ist wiede rum auf die höchstrichterliche Praxis zu verweisen: Wie bereits mehrfach dargelegt, ist es n ach dem Grundsatz von Treu und Glau- ben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs (Art. 5 Abs. 3 BV ) nicht zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend ge macht werden können, bei ungünsti- gem Ausgang später noch vorzubringen (BGE 143 V 66 E . 4.3; 135 III 334 E. 2.2; BGer 6B_626/2020 vom 11. November 2020 E. 1.1; je m it Hinweisen). Die Parteien haben (echte oder vermeintliche) formelle Mängel so früh wie möglich, d.h. bei erster Gelegenheit, geltend zu machen, und können diese Rügen nicht für da s Rechtsmittelverfahren, im Falle ei- nes für sie ungünstigen Ausgangs des Verfahrens, "aufspar en" (vgl. BGer 1C_542/2011 vom 3. Oktober 2012 E. 4.1 mit Hinweisen). Sowohl die P raxis des Bundesgerichts als auch diejeni- ge der Strassburger Rechtsprechungsorgane verlangen grund sätzlich, dass der Beschuldigte oder sein Anwalt zur Wahrnehmung der Verteidigungsrec hte rechtzeitig und in angemessener Weise aktiv wird. Wenn eine entsprechende zumutbare Intervention unterbleibt, kann nach Treu und Glauben sowie von Grundrechts wegen kein Tätigwerde n der Strafjustizbehörden erwartet werden (BGer 6B_967/2019 vom 7. Mai 2020 E. 1; 6B_67 8/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.2; vgl. auch BGer 6B_22/2010 vom 8. Juni 2010 E. 2.2; je mit Hinweisen). Der Grundsatz von Treu und Glauben erfasst auch das widersprüchliche Verhalten (venire contra factum proprium). Seite 40 http://www.bl.ch/kantonsgericht Setzt sich jemand zu seinem früheren Verhalten in Wid erspruch, ist darin ein Verstoss gegen Treu und Glauben zu erblicken, wenn das frühere Verhal ten ein schutzwürdiges Vertrauen be- gründet hat, das durch die neuen Handlungen enttäuscht würde (vgl. BGer 2C_334/2014 vom 9. Juli 2015 E. 2.5; vgl. auch BGer 6B_22/2010 vom 8. Juni 2010 E. 2.2). Vorliegend hat der Beschuldigte bereits im Untersuchungsverfahren Kenntnis vom Umgang der Strafverfolgungsbehörden mit dem Ergebnis der geheimen Überwachungen des Fernmeldever- kehrs gehabt, nachdem ihm anlässlich seiner Einvernahmen verfahrensrelevante Passagen aus den Abhörprotokollen vorgehalten worden sind und er zu dem umfassend Akteneinsicht ausge- übt hat. Schon im Untersuchungsverfahren ist für ihn da her erkennbar gewesen, dass sich der Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das B etäubungsmittelgesetz auch auf die Ab- hörprotokolle der Überwachungen des Fernmeldeverkehrs stützt. Trotzdem hat er damals we- der die Bekanntgabe der Identität der übersetzenden Personen begehrt, um diese hinsichtlich ihrer Einsetzung, Unabhängigkeit und Fähigkeit zu prüfen, noch hat er die Unverwertbarkeit der Abhörprotokolle geltend gemacht. Dasselbe gilt für di e von ihm bemängelte, angebliche Verlet- zung der Dokumentationspflicht. Gleichermassen hat er weder nach Ergehen der Anklageschrift noch anlässlich der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung en tsprechende Einwände erhoben. Indem der Beschuldigte während des Untersuchungs- und erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens keine formellen Rügen gegen die Abhörprotokolle und d ie allenfalls nicht ordnungsgemässe Aktendokumentation erhoben und erst nach Ergehen des e rstinstanzlichen Entscheids die Un- verwertbarkeit der Abhörprotokolle an der Berufungsverh andlung geltend gemacht hat, verstösst er gegen den Grundsatz von Treu und Glauben. Dass dem Beschuldigten bis zum erstinstanzlichen Gerichtsverfahren neben dem Wahlvertei diger (dem heutigen amtlichen Ver- teidiger) noch ein anderer Rechtsvertreter als amtlicher Verteidiger beiseite gestanden hat, bleibt im Übrigen selbstredend ohne Belang. Der Besch uldigte muss sich das Verhalten seines früheren amtlichen Verteidigers anrechnen lassen, nachd em keinerlei Hinweise manifestiert sind, dass ein eklatanter Verstoss gegen allgemein anerka nnte Verteidigerpflichten vorliegen könnte, welcher das Gericht aufgrund dessen Fürsorgepfli cht verpflichten würde, das zur Ge- währleistung einer genügenden Verteidigung Erforderl iche vorzukehren (vgl. BGE 143 IV 397 E. 3.4.2 mit Hinweis u.a. auf BGE 138 IV 161 E. 2.4 und BGer 6B_89/2014 vom 1. Mai 2014 E. 1.5.1). Nach Ausgeführtem ist die vom Beschwerdeführ er erst an der Berufungsverhandlung geltend gemachte Rüge einer die Abhörprotokolle betr effenden mangelhaften Transkription bzw. unzureichenden Aktendokumentation als verspätet zu beu rteilen, womit in der Folge un- Seite 41 http://www.bl.ch/kantonsgericht eingeschränkt auf die Abhörprotokolle abzustellen ist. Gleiches gilt sinngemäss für alle vom Beschuldigten erst im Berufungsverfahren gerügten Über setzungsleistungen, wie namentlich bezüglich der SMS und der Notizen aus den diversen Büchlein. Selbst wenn davon auszugehen sein sollte, dass erstens die entsprechende Rüge nicht verspä- tet erfolgt und zweitens diese zudem begründet wäre u nd dementsprechend die fraglichen Be- weise rechtswidrig erlangt worden wären, wäre Folgend es zu erwägen: Gestützt auf Art. 141 Abs. 2 StPO dürfen Beweise, die Strafbehörden in stra fbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht verwertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten unerlässlich. Nach Abs. 3 von Art. 141 StPO sind Beweise, bei deren Erhebung Ordnungsvorschriften verletzt worden sind, verwertbar. Per se unverwert- bar sind die Beweismittel, auf die der Staat selbst auf rechtmässigem Wege nicht hätte zugrei- fen können. Auf die zweite Stufe der Interessenabwägung kommt es nur dann an, wenn die Hypothese legaler Beweiserlangung erfüllt ist, wenn di e Strafbehörden auf den infrage stehen- den Beweis also hätten zugreifen können. In diesen Fäl len ist danach zu fragen, ob das Inte- resse an der Verwertung des infrage stehenden Beweismitt els die Interessen überwiegt, die gegen die Verwertung sprechen. Nach der ständigen Rec htsprechung des Bundesgerichts gilt der Grundsatz, je schwerer das abzuklärende Delikt wiegt, desto schwerer kann auch die durch die Beweiserhebung erfolgte Verletzung des Grundrechts sein. Bezüglich der Schwere des De- likts ist nicht auf den abstrakten Tatbestand abzustellen, sondern auf die konkrete Schwere des mutmasslich verübten Delikts. Praxisgemäss ist der Vorrang der Strafverfolgungsinteressen auf diejenigen Fälle beschränkt, in denen es um die Verfo lgung von Verbrechen geht (W OLFGANG WOHLERS , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 16 ff. zu Art. 141 StPO; BGer 1B_22/2012 vom 11. Mai 2012 E. 2.4.4; BGE 131 I 279; BGer 6B_323/2013 vom 3. Juni 2013 E. 3.5; 6B_983/2013 vom 24. Februar 2014 E. 3.3.2; 6B_1188/2018 vom 26. September 2019 E. 4). Im vorlie genden Fall steht fraglos fest, dass die Strafverfolgungsbehörden auf rechtmässigem Wege auf die Audiodateien hätten zugreifen kön- nen sowie dass das Interesse an der Verwertung des infrag e stehenden Beweismittels die Inte- ressen überwiegt, die gegen die Verwertung sprechen, nachdem es im konkreten Fall einerseits um den Vorwurf der mehrfach qualifizierten Widerhand lung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Umfang von über einer Tonne Marihuana und dem gegenüberstehend um eine allfällige Ver- letzung der Dokumentationspflicht geht. Hinzu kommt, dass gestützt auf Art. 182 StPO Staats- anwaltschaft und Gerichte lediglich dann eine oder mehr ere sachverständige Personen beizie- Seite 42 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen, wenn sie nicht über die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, die zur Feststel- lung oder Beurteilung eines Sachverhalts erforderlich sind, wobei es in casu nur um die Über- setzung französisch geführter Gespräche geht und damit v on vornherein keine Notwendigkeit auf Beizug eines Dolmetschers und ebenso kein zwingender A nspruch auf Übersetzung sämtli- cher Aufnahmen bestanden hätte (vgl. Art. 68 Abs. 2 Sa tz 2 StPO). Im Ergebnis würde also selbst bei Bejahung eines formellen Fehlers im Zusammenh ang mit der Auswertung der Audio- dateien aufgrund der vorzunehmenden Interessenabwägun g nichts gegen deren Verwertung sprechen. dd) In Bezug auf das Begehren des Beschuldigten, es sei eine Konfrontation mit K.____ durchzuführen, ist zu konstatieren, dass gestützt auf Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 32 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 6 Ziff. 3 lit . d EMRK ein Anspruch der beschuldigten Person besteht, dem Belastungszeugen Fragen zu stellen oder stel len zu lassen (vgl. oben E. 3.1.c). Zu betonen ist, dass sich der Konfrontationsanspruch auf Zeugen bezieht, welche belastende Aussagen getätigt haben, nicht jedoch auf Personen, der en Gespräche abgehört worden sind. Diesbezüglich hat bereits die Vorinstanz zu Recht erwoge n (vgl. E. II.C.1. S. 23), der Umstand, wonach der Beschuldigte in casu nicht mit K.____ konfront iert worden sei, ändere nichts an der Verwertbarkeit der abgehörten Gespräche, da diese in d er vorliegenden Konstellation keine Zeugin bzw. Auskunftsperson sei, mit welcher der Beschuldi gte zu konfrontieren wäre, zumal sie anlässlich ihrer Einvernahmen ihn nicht belastet ha be. Hieran ist festzuhalten. Aus den Ein- vernahmen von K.____ ergeben sich keine den Beschuldigten belastenden Anhaltspunkte, weshalb es sich erübrigt, den Beschuldigten in die Lage zu versetzen, deren Aussagen in direk- ter Konfrontation zu hinterfragen. Vielmehr zieht di e Staatsanwaltschaft belastende Schlüsse aus den abgehörten Gesprächen von K.____, zu welchen der Beschuldigte im Verlaufe des Verfahrens hinreichend hat Stellung nehmen können. Fest steht sodann, dass die Audiodateien mit den abgehörten Gesprächen von K.____ verwertbar sin d, nachdem das Zwangsmassnah- mengericht Basel-Landschaft mit seinem Entscheid vom 9. Mai 2017 die Zustimmung zur Ver- wertung der Erkenntnisse aus der in der Untersuchung g egen K.____ angeordneten akusti- schen Überwachung ihres Personenwagens im Strafverfahren gegen den Beschuldigten wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmitte lgesetz erteilt hat und das Kantonsge- richt in seinem Beschluss vom 9. Juli 2018 (470 18 98) di e hiergegen erhobene Beschwerde vom 22. Mai 2017 rechtskräftig abgewiesen hat (vgl. zudem die vorgängigen Erwägungen unter lit. cc). Seite 43 http://www.bl.ch/kantonsgericht ee) Dem Vorwurf des Beschuldigten, es widerspreche dem G rundsatz von Treu und Glauben, dass für die Erstellung des Gutachtens als Vergleichsmat erial unterschriebene Verfahrenspro- tokolle und ein Briefumschlag an seine Lebenspartneri n verwendet worden seien, ist zu ent- gegnen, dass gestützt auf Art. 184 Abs. 4 StPO der sachve rständigen Person zusammen mit dem Auftrag die zur Erstellung des Gutachtens notwendi gen Akten und Gegenstände zu über- geben sind. Dem Kantonsgericht erhellt sich nicht, inw iefern für die Erstellung eines Schriftgut- achtens die vom Beschuldigten unterschriebenen Verfahren sprotokolle sowie ein von ihm adressierter Briefumschlag nicht geeignet und verwendbar sein sollen bzw. inwiefern diesbe- züglich ein täuschendes Verhalten vorliegen soll. So ha ndelt es sich bei den genannten Schrift- stücken zweifellos um rechtskonform erhältlich gemachte un d damit verwertbare Beweismittel, was umso mehr gilt, als im Gegensatz zu den meisten ande ren Schriftstücken, deren Urheber- schaft bestritten ist, diese eindeutig vom Beschuldigten stammen. Ausserdem ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass zwecks Wahrung der Privatsphäre des Beschuldigten nicht der ganze Brief an seine Lebenspartnerin als Vergleichsmaterial ver wendet worden ist, was allenfalls zu einem fundierteren Beweisergebnis hätte führen können, sondern bloss die von aussen ersicht- lichen Adressen auf dem Kuvert. Im Übrigen ist bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass das Ausstandsgesuch des Beschuldigten gegen den Sachve rständigen vom 12. März 2020 mit rechtskräftigem Beschluss des (in anderer personel ler Besetzung als Beschwer- deinstanz tagenden Spruchkörpers) Kantonsgerichts vom 20. Juli 2020 (Verfahrens-Nr. 490 20 63) abgewiesen worden ist. Weitere formellen Einreden gegen das vom Kantonsgericht einge- holte Handschriftengutachten vom 3. April 2020 (als Erg änzung zum Gutachten vom 2. Sep- tember 2015) werden vom Beschuldigten nicht geltend ge macht, womit dessen Verwertung nichts entgegensteht. ff) Schliesslich ist auch das pauschale Begehren des Beschuldigt en, es sei das Verfahren vor dem Kantonsgericht auszustellen, und es seien sämtlich e Akten aus dem Kanton X.____ betreffend AH.____ und K.____ beizuziehen, abzuweisen. Nach Art. 194 Abs. 1 StPO ziehen die Staatsanwaltschaft und die Gerichte Akten anderer V erfahren bei, wenn dies für den Nach- weis des Sachverhalts oder die Beurteilung der beschuldig ten Person erforderlich ist. Beizuzie- hen sind nur diejenigen Akten, welche sachverhaltsrelevant sind. Bestehen im Einzelfall Zweifel über die Notwendigkeit des Beizugs der fraglichen Akten, ist gestützt auf die Kriterien betreffend die antizipierte Beweiswürdigung zu entscheiden. Danach kann auf den Beizug der Akten ver- Seite 44 http://www.bl.ch/kantonsgericht zichtet werden, wenn die Strafbehörde aufgrund bereits abgenommener Beweise ihre Überzeu- gung gebildet hat und ohne Willkür annehmen kann, di ese werde durch weitere Beweiserhe- bungen nicht geändert (A NDREAS DONATSCH , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 8 zu Art. 194 StPO; BGE 134 I 148). In concreto bestehen nach Ansicht des Kantonsgerichts keinerlei Hinweise darauf, dass die Staatsanwaltschaft lediglich selektiv und im den Beschu ldigten belastenden Umfang Akten bei- gezogen hätte. Der Beschuldigte kann denn auch nicht einmal ansatzweise darlegen, welche Akten ihm vorenthalten worden sein sollen und inwiefer n ihm diese angeblich vorenthaltenen Akten in irgendeiner Weise zur Entlastung gedient hätte n bzw. wie weitere, bisher nicht in das vorliegende Verfahren eingeflossene Akten aus dem Kanto n X.____ geeignet sein sollen, zur Erstellung oder Ergänzung des Sachverhalts beizutragen. Angesichts der bereits bestehenden Beweislage sieht das Kantonsgericht keine Notwendigkeit, weitere Beweiserhebungen durchzu- führen und zusätzliche Akten aus den Verfahren betreff end AH.____ und K.____ beizuziehen. Im Hinblick auf die Behauptung, der Beschuldigte sei nich t im Besitze sämtlicher Akten gewe- sen bzw. im Zusammenhang mit der Verwanzung des Personenwagens PA.____ seien die ent- scheidenden Gespräche nicht auf den von der Staatsanwa ltschaft erstellten CD's enthalten ge- wesen, ist unter Verweis auf die vorgängigen Darlegung en zur Praxis des Bundesgerichts be- züglich des Grundsatzes von Treu und Glauben und dem Ve rbot des Rechtsmissbrauchs wie- derum festzustellen, dass diese Beanstandungen in einem früheren Prozessstadium hätten geltend gemacht werden müssen und nun im Berufungsverf ahren offensichtlich verspätet sind. Davon abgesehen hat die Staatsanwaltschaft dem Beschuldig ten bzw. seinem Verteidiger und dem Kantonsgericht eine Kopie der selben CD, begleitet von den gleichen Akten, zugestellt, weshalb sich dem Kantonsgericht nicht erhellt, was sich ge nau nicht auf seiner CD befunden haben soll. e) In materieller Hinsicht ist Folgendes zu erwägen: aa) Wie auch in Bezug auf die weiteren Anklageziffern exi stieren in rubrizierter Angelegenheit keine objektivierbaren Hinweise auf eine unbekannte Dri ttperson, welche den sogenannten "O.____" verkörpern könnte. Daran ändert auch nichts, d ass AH.____ in unsubstantiierter Wei- se wiederholt von "O.____" als Chef gesprochen hat. Die in diesem Zusammenhang von der Vorinstanz vorgebrachte Konklusion, es könne die Existenz von "O.____" nicht ohne begründe- te Zweifel ausgeschlossen werden, stellt nach Auffassung des Kantonsgerichts bloss einen un- Seite 45 http://www.bl.ch/kantonsgericht beachtlichen, weil rein abstrakten und theoretischen Zw eifel dar. Vielmehr führt alles ‒ d.h. alle in rubriziertem Anklagepunkt wie auch in den übrigen A nklagepunkten gesamthaft zu würdigen- den Beweise und Indizien ‒ darauf hin, dass "O.____" ein vorgeschobenes Konstrukt bzw. dass der Beschuldigte selbst "O.____" gewesen ist. In seiner Beweiswürdigung listet das Strafgericht zwar zahlreiche Indizien auf, unterlässt es aber in der F olge, diese einer Gesamtwürdigung zu unterziehen. Entgegen dieser Vorgehensweise gebietet es die rechtskonforme Beweiswürdi- gung jedoch, Indizien und Beweise nicht einzeln zu betr achten, sondern jeweils in Kontext zu setzen mit allen übrigen relevanten Hinweisen. Fehl ge ht die Annahme, dass jeder singuläre Hinweis bereits für sich ergebnisrelevant sein muss. Dem I ndizienbeweis ist es inhärent, dass aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtse rheblich, aber bewiesen sind, auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache ge schlossen wird. Bezogen auf vorlie- genden Fall bedeutet dies, dass die einzelnen, vom St rafgericht zitierten Indizien isoliert be- trachtet möglicherweise zum Teil nicht besonders aussage kräftig sein mögen, gesamthaft je- doch ergeben sie ein Bild, welches ohne vernünftigen Z weifel darauf hindeutet, dass der inkri- minierte Sachverhalt mit dem Beschuldigten in der Rol le des Chefs bzw. "AI.____" bzw. "O.____" erstellt ist. bb) In einem ersten Schritt ist zu konstatieren, dass angesi chts der rechtskräftigen Verurtei- lungen von AH.____ und K.____ deren Tathandlungen zw eifellos erwiesen sind. Weiter gilt es aufgrund des Geständnisses von AH.____ anlässlich seiner Einvernahme als Zeuge vor dem Strafgericht in der Verhandlung gegen den Beschuldigt en (act. S. 357 ff.) als nachgewiesen, dass es sich bei den bei ihm und K.____ beschlagnahmten Abrechnungen um eine Drogen- buchhaltung gehandelt hat sowie dass der Notizzettel, welcher bei ihm gefunden worden ist und die Abrechnung von Marihuana-Geschäften wiedergibt, vom Chef "O.____" gewesen ist. Frag- lich in diesem Zusammenhang ist bloss, ob der Beschuldi gte der Urheber der Drogenbuchhal- tung sowie ob er der genannte Chef der Organisation gewesen ist. Dies wird vom Beschuldig- ten bestritten. In diesem Zusammenhang hat das Strafgericht erwogen, die Handschriftenanaly- se beweise lediglich, dass die Notiz im schwarzen Büchlein (act. 8509) die gleiche Handschrift aufweise wie das bei der Lebenspartnerin des Beschuldi gten beschlagnahmte Notizblöcklein grau (Pos. 3.1) und das Notizblöcklein rot (Pos. 3.10), e s sei jedoch nicht nachgewiesen, wel- cher konkrete Tatbeitrag ihm anzulasten wäre bzw. dass er der (oberste) Chef der Bande ge- wesen sei. Hierzu ist zu bemerken, dass die Vorinstanz in i hren Erwägungen zum Formellen auf Unverwertbarkeit der gutachterlichen Feststellungen geschlossen hat, wodurch sich eine Seite 46 http://www.bl.ch/kantonsgericht Bezugnahme auf die Handschriftenanalyse im Rahmen der m ateriellen Beweiswürdigung von vornherein verbietet. Abgesehen davon, ist noch einmal zu betonen, dass einzelne Beweisstü- cke im Gesamtkontext zu würdigen sind und nicht schon für sich genommen den vollen Beweis erbringen müssen. cc) Im Hinblick auf die Hauptverhandlung vor dem Kantonsg ericht hat der verfahrensleitende Präsident gestützt auf den entsprechenden Beweisantrag der Staatsanwaltschaft mit Verfügung vom 27. Februar 2020 E.____, Kriminaltechnischer Dien st, Fachgruppe Urkunden und Schrif- ten, Kantonspolizei Bern, als sachverständige Person nach Art. 184 Abs. 1 StPO ernannt und mit der Erstellung eines Handschriftengutachtens (Homoge nitätsprüfung) als Ergänzung des Gutachtens vom 2. September 2015 (act. 8541 ff.) beauftragt. Ein gegen den Sachverständigen gerichtetes Ausstandsgesuch des Beschuldigten vom 12. März 2020 ist mit rechtskräftigem Beschluss des (in anderer personeller Besetzung als Beschwe rdeinstanz tagenden Spruchkör- pers) Kantonsgerichts vom 20. Juli 2020 (Verfahrens-Nr. 49 0 20 63) abgewiesen worden. Ge- mäss diesem Handschriftengutachten vom 3. April 2020 (a ls Ergänzung zum Gutachten vom 2. September 2015) lassen die Resultate der schriftver gleichenden Untersuchungsgänge ers- tens mit hoher Wahrscheinlichkeit (d.h. es sind methodisch bedingte Einschränkungen zu be- rücksichtigen, die jedoch keine Zweifel an der Richtigke it der Schlussfolgerungen begründen) den Schluss zu, dass zwischen den Schreibleistungen im Not izblöcklein grau, Pos. 3.1, (V1.1), den Schreibleistungen im Notizblöcklein rot, Pos. 3.10 ( V1.2) und den Schreibleistungen in act. 000853 (V1.3), act. 004015 (V1.4) sowie in act. 0 04017 (V1.5) Urheberidentität besteht; ausserdem lassen sie mit Wahrscheinlichkeit (d.h. es ergeben sich im Rahmen der Analyse Hinweise auf einen bestimmten Sachverhalt, eine schlüssig e Aussage ist jedoch nicht möglich) den Schluss zu, dass zwischen den Schreibleistungen auf dem Notizzettel (X1) und den Schreibleistungen in act. 000853 (V1.3), act. 004015 (V 1.4) sowie in act. 004017 (V1.5) Urhe- beridentität besteht. Bei den beiden Notizbüchern gr au und rot (act. 929; Pos. 3.1 und 3.10) handelt es sich nach Überzeugung des Kantonsgerichts auge nscheinlich jeweils um eine Dro- genbuchhaltung (was auch von AH.____ so bestätigt wird), beinhaltend den Preis (Ankauf bzw. Verkauf), die Menge an Marihuana (in Kilogramm) und den Namen des Lieferanten bzw. Ab- nehmers (vgl. dazu nachfolgend E. 10 f.). Die Schreibl eistungen in act. 000853, act. 004015 sowie in act. 004017 umfassen die Unterschrift des Beschuld igten auf Einvernahmeprotokollen sowie die von ihm verfassten Adressaten- und Absenderabga ben auf einem Briefumschlag. Beim fraglichen Notizzettel (act. 8737) handelt es sich u m denjenigen, welcher bei AH.____ Seite 47 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichergestellt worden ist und gemäss diesem eine vom Chef stammende Abrechnung von Mari- huana-Geschäften wiedergibt. Gestützt auf die gutachterlichen Erkenntnisse, welche im Übrigen vom Experten anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht erläutert und bestätigt worden sind sowie vom Be- schuldigten kritisch hinterfragt haben werden können, ste ht fest, dass zwischen den Schreibleistungen in den beiden Notizblöcken rot und gr au ‒ die wie gesagt nach Dafürhalten des Kantonsgerichts jeweils Drogenbuchhaltungen darstel len (vgl. vorstehend lit. bb und lit. cc sowie insbesondere unten E. 10.e) ‒ und den unzweifelhaft vom Beschuldigten vergleichsweise beigezogenen Schreibleistungen mit hoher Wahrscheinlichkei t Urheberidentität besteht. Nach- dem der Gutachter in Anwendung der entsprechenden Bestimmungen der Strafprozessordnung rechtskonform als Sachverständiger ernannt worden ist, e r sein Handschriftengutachten lege artis erstellt hat, dieses stringent und überzeugend beg ründet wird und schliesslich die formel- len Einwände des Beschuldigten bereits vorgängig (oben lit. d/ee) entkräftet worden sind, ver- bleiben keine relevanten Zweifel, dass der Beschuldigte der Verfasser der beschlagnahmten Drogenbuchhaltung ist. Immerhin wahrscheinlich ist sodan n nach dem Gutachten, dass der Beschuldigte auch der Verfasser des bei AH.____ aufge fundenen und von diesem dem Chef bzw. "O.____" zugeordneten Notizzettels mit der Abrechnu ng von Marihuana-Geschäften ist. Für die Schlussfolgerung, wonach der Beschuldigte der Ve rfasser der beschlagnahmten Dro- genbuchhaltung ist, spricht überdies, dass die beiden fr aglichen Notizbücher am Wohnort sei- ner Lebenspartnerin an der XH.____strasse 18 in XI.___ _ aufgefunden worden sind (act. 929), also an einem Ort, an welchem sich der Beschuldigte ebe nfalls überwiegend aufgehalten und wo er sich heute niedergelassen hat. Zumal seiner Lebens partnerin offenbar keine Verbindung zu Drogengeschäften anzulasten ist, lässt auch der Fundor t die Überzeugung zu, dass die No- tizbücher ihm gehört haben. Dies gilt umso mehr, als der Beschuldigte zeitnah zu seiner Verhaf- tung und der Hausdurchsuchung am 11. Juni 2015 anlässlich der Einvernahme durch die Poli- zei Basel-Landschaft, Drogenfahndung, vom 3. Juli 2015 ( act. 2435 ff.), in welcher er übrigens durch eine amtliche Verteidigung vertreten gewesen ist , ohne jeden Zweifel bestätigt hat, dass sämtliche Gegenstände (allenfalls abzüglich einiger Mobi ltelefone), welche an der XP.____strasse 23 in XG.____, an der XH.____strasse 18 i n XI.____, an der XC.____stras- se 10 in XA.____, an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ sowie im Personenwagen PD.____ und im Personenwagen PF.____ beschlagnahmt worden sind, ihm gehören. Die erst im Verlaufe des Verfahrens aufgekommene Behauptung, er habe die Notizbücher lediglich für den soge- Seite 48 http://www.bl.ch/kantonsgericht nannten "O.____" aufbewahrt, lässt sich wie bereits meh rfach festgestellt durch nichts objekti- vieren. Geradezu substanzlos ist sodann die erstmalig anläs slich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht vorgebrachte Erklärung, bei den Noti zbüchern handle es sich um Abrech- nungen von Gemüse. Davon ausgehend, dass es sich bei den No tizen um eine fortlaufende Drogenbuchhaltung handelt, ist ferner zu erwägen, dass e in solch eminent wichtiges Arbeits- papier nach allgemeiner Lebenserfahrung beim Verfasser selbst oder dann bei einer hier- archisch höhergestellten Person aufbewahrt wird, nicht jedoch bei einem angeblich subalternen Bandenmitglied, wie es der Beschuldigte vorgibt zu sein. dd) Des Weiteren ergibt sich aus den Akten, dass anlässlich der Hausdurchsuchung an der XH.____strasse 18 in XI.____ nahezu 30 Mobiltelefone beschlagnahmt worden sind (act. 935 ff.), welche offensichtlich und unbestrittener massen nur dem Drogenhandel gedient haben. In einen Teil dieser Mobiltelefone sind einzel ne Namen eingekratzt gewesen, offenbar als Hinweis, mit wem die entsprechende Kommunikation e rfolgt ist. Unter diesen Namen befin- den sich auch solche, welche in der Drogenbuchhaltung er scheinen, wie namentlich "AJ.____", "AK.____", "AL.____" oder "AM.____" (s. unten E. 10 f.). Diese Tatsache stellt evidentermassen eine weitere Verbindung zwischen dem Beschuldigten und der Drogenbuchhaltung in den bei- den Notizbüchern dar. Ausserdem sind bei zweien dieser Mo biltelefone (Pos. 3.46 und 3.47) Notizzettel beigelegt gewesen, auf welchen Fingerabdruckspuren von K.____ gesichert worden sind (act. 8577 ff.). Eine nachvollziehbare Erklärung, w eshalb der Beschuldigte rund 30 offen- sichtlich für den Drogenhandel benutzte Mobiltelefone, wovon zwei mit beigefügten Notizzetteln versehen gewesen sind, auf welchen sich Fingerabdruckspuren von K.____ ‒ einer Person, die rechtskräftig wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsm ittelgesetz verurteilt worden ist ‒ befunden haben, lässt der Beschuldigte vermissen. ee) Eine weitere Verbindung zwischen dem Beschuldigten und K.____ ist darin zu erkennen, dass diese unbestrittenermassen vor ihrer Verhaftung am 22. Mai 2014 mit dem PI.____ von AH.____ zum Beschuldigten nach XG.____ gefahren ist und mit dessen PB.____ hat zurück- fahren wollen. Eine zusätzliche Verbindung zwischen dem Beschuldigten und AH.____ besteht darin, dass auf einer Sturmhaube, welche beim Beschuldig ten (bzw. an der XH.____strasse 18 in XI.____ [act. 941; Pos. 3.85]) sichergestellt worden ist, die DNA von AH.____ hat festgestellt werden können (act. 8621 ff.). Bemerkenswert ist in diese m Zusammenhang, dass es sich ers- tens bei einer Sturmhaube per se nicht um ein alltäg liches Kleidungsstück handelt ‒ wie etwa Seite 49 http://www.bl.ch/kantonsgericht auch die beim Beschuldigten aufgefundene schusssichere West e (act. 933; Pos. 3.36) ‒ sowie dass zweitens kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich ist, weshalb der Beschuldigte eine von AH.____ ‒ ebenfalls eine Person, die (zusammen mit K.____) rech tskräftig wegen Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden ist ‒ benutzte Sturmhaube bei seiner Lebenspartnerin zu Hause aufbewahrt hat. Hierzu passt a uch die Tatsache, dass bei K.____ eine Fotografie des Beschuldigten vorgefunden worden ist (act. 9001 f.), wofür nach Ansicht des Kantonsgerichts ebenfalls keine plausible Begründun g geliefert wird. Interessant ist hinge- gen, wie die Staatsanwaltschaft zu Recht darauf hinwei st, was K.____ bezüglich dieser Foto- grafie in den abgehörten Gesprächen zwischen ihr und AN.____, der Cousine von AH.____, vom 30. November 2014 (act. 8907) sowie zwischen ihr und AH.____ vom 3. Dezember 2014 (act. 8641 ff.) vorbringt. So hat sie gegenüber AN.___ _ gesagt, sie habe es ‒ d.h. den Um- stand, dass AO.____ geredet habe ‒ derjenigen Person erzählt, deren Fotografie bei ihr zu Hause gefunden worden sei und der das Fahrzeug gehöre , welches von der Polizei beschlag- nahmt worden sei. Gestützt auf diese Umschreibung hande lt es sich bei der fraglichen Person ohne jeden Zweifel um den Beschuldigten. Demgegenüber hat sie zu AH.____ gesagt, sie habe es "AI.____" erzählt. Nachdem keinerlei Hinweise darauf bestehen, dass K.____ bei diesen Gesprächen hätten lügen sollen, ist im Ergebnis davon auszugehen, dass es sich bei "AI.____", d.h. bei der Respektsperson bzw. beim Chef, um den Besch uldigten handelt. Dies gilt umso mehr, als K.____ anlässlich ihrer Schlusseinvernahme durch die Staatsanwaltschaft X.____ vom 10. März 2016 (act. 9133.6 ff. bzw. 9133.24 ff.) au f entsprechende Vorhalte hin weder in Abrede gestellt hat, dass es sich bei "AI.____" um den Beschuldigten handelt, noch dass sie so vertraut mit dem Bandenchef gewesen ist, dass dieser ih r sogar seinen Wagen am 22. Mai 2014 überlassen hat. ff) Weit hergeholt erscheint sodann die Behauptung des B eschuldigten, dass dieser die be- merkenswerte Tatsache, wonach die Gerichtsakten von AH.__ __ bei ihm aufgefunden worden sind (vgl. act. 3269), dadurch erklären will, dass er sie l ediglich für "O.____" bzw. zur Weiterga- be an diesen aufbewahrt habe. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte jeden Gegenstand, der ihn belastet und dessen Besitz er nicht rational erklären kann, bloss für "O.____" aufbewahrt haben will, wie namentlich die N otizbücher mit der Drogenbuchhaltung, die zahlreichen Waffen oder eben die Gerichtsakten von A H.____. Gleichermassen zufällig will er sich am 15. Oktober 2014 auf dem Weg nach XM.____ im gleichen Fahrzeug wie "O.____" befunden haben, nachdem die Strafverfolgungsbehörden f estgestellt haben, dass an diesem Seite 50 http://www.bl.ch/kantonsgericht Tag seine Rufnummer und diejenige von "W.____" gleichz eitig auf dem Weg nach X.____ ge- wesen sind (vgl. oben E. 6.2.d). Völlig unglaubhaft ist schliesslich die Behauptung von AH.____, wonach AP.____ (zusammen mit "O.____") das Drogengeschäf t geführt haben soll. Nicht nur existieren gemäss der Staatsanwaltschaft ‒ aber auch gestützt auf die aktenkundigen polizeili- chen Erhebungen ‒ keinerlei Hinweise, wonach AP.____ auch nur ansatzweise in die fraglichen Drogengeschäfte mit "O.____" verwickelt gewesen ist, sondern es erscheint generell überhaupt nicht nachvollziehbar, dass sich zwar jeder scheut, den Nam en des Vorgesetzten zu verraten, aber ausgerechnet AH.____ will diesbezüglich ohne Angst auf Repressionen die Wahrheit sa- gen. gg) Gestützt auf die dargelegten, zahlreichen Beweise und In dizien ‒ welche für sich allein betrachtet allenfalls nur mit einer gewissen Wahrscheinli chkeit auf die zu beweisenden Tatsa- chen oder den Beschuldigten als Täter hindeuten und insofern theoretische Zweifel offenlassen, in ihrer Gesamtheit aber ein Bild erzeugen, das den S chluss auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat und Täter erlaubt ‒ bestehen nach Auffassung des Kantonsgerichts nach er- folgter Beweiswürdigung als Ganzem bei objektiver Bet rachtung keine relevanten Zweifel, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, wie er in Ziffer 4 der Anklageschrift geschildert wird. f) Nach den vorstehenden Erwägungen zum rechtserheblichen Sachverhalt ist der Be- schuldigte damit in Gutheissung der diesbezüglichen Beruf ung der Staatsanwaltschaft und in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils der Widerhandlu ng gegen das Betäubungsmittelge- setz mit einer Menge von 1'105,9 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stelle au f die nachfolgenden Erwägungen des Kan- tonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 8. Ziffer 5 der Anklageschrift: Marihuanahandel Ta tkomplex Aktion AR.____, i.S. L.____, AS.____ und weitere Mittäter; Erwerb, Import, Besitz, Lageru ng, Transport, Veräusserung, Anstaltentreffen zum Verkauf etc. von insgesamt 480 kg Marihuana Seite 51 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.1 Erwerb, Import, Besitz, Lagerung, Aufbewahrung, Transport etc. von insgesamt 480 kg Marihuana a) (…) b) (…) c) (…) d) aa) Im vorliegenden Fall steht fest, dass der Beschuldigte se inen Antrag auf Konfrontation mit M.____ (bzw. L.____) erstmalig anlässlich der Parteiverha ndlung vor dem Kantonsgericht ge- stellt hat. Damit stellt sich die Frage, ob dieses Begeh ren nicht von vornherein als verspätet zu qualifizieren ist. Nach dem Gebot von Treu und Glauben sind formelle Rügen grundsätzlich so- fort vorzubringen. Das Bundesgericht führt hierzu in seiner Rechtsprechung Folgendes aus (vgl. zum Ganzen BGE 143 IV 397 E. 3.3.1 und E. 3.4.2): Ge mäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiserhebungen durch die S taatsanwaltschaft und die Gerichte an- wesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu st ellen. Auf die Teilnahme kann vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich oder still schweigend verzichtet werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidig er ausgehen kann. Ein Verzicht ist auch anzunehmen, wenn die beschuldigte Person es unterl ässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge zu stellen. Der Verzicht auf da s Anwesenheitsrecht schliesst eine Wie- derholung der Beweiserhebung aus (BGer 6B_1178/2016 vom 21. April 2017 E. 4.3 mit Hinwei- sen). Der Grundsatz von Treu und Glauben, aus welchem sich das Verbot widersprüchlichen Verhaltens ergibt, verbietet es, der Vorinstanz bekann te rechtserhebliche Einwände vorzuent- halten und diese erst nach einem ungünstigen Entscheid im anschliessenden Rechtsmittelver- fahren zu erheben (BGE 143 V 66 E. 4.3; 133 III 638 E. 2; 117 Ia 491 E. 2a; BGer 6B_100/2017 vom 9. März 2017 E. 3.4; je mit Hinweisen). Soweit sich der Beschuldigte gegen Verfahrens- handlungen der Behörden wendet, gegen welche er wed er im Untersuchungs- noch im erst- instanzlichen Gerichtsverfahren opponiert bzw. auf welche e r verzichtet hat, setzt er sich in Wi- derspruch zu seinem eigenen Verhalten. Dabei muss er sich das Verhalten seines früheren Verteidigers anrechnen lassen. Soweit der frühere Ver teidiger auf die Teilnahmerechte gültig verzichtet hat, widerspricht es mithin dem Gebot von Treu und Glauben, durch den neuen Ver- Seite 52 http://www.bl.ch/kantonsgericht teidiger die Verletzung eben dieser formellen Rechte z u rügen (vgl. BGE 138 I 97 E. 4.1.5; BGer 6B_214/2011 vom 13. September 2011 E. 4.1.3). I n Bezug auf den Konfrontations- anspruch hat das Bundesgericht ferner festgehalten (vgl. BGer 6B_522/2016 vom 30. August 2016 E. 1.3 mit Hinweisen): Es gibt keinen Anlass, von der ständigen Rechtsprechung abzu- weichen, wonach auf den sich aus Art. 6 Ziff. 3 lit. d E MRK und der BV ergebenden Anspruch auf Konfrontation mit Belastungszeugen (vgl. BGE 133 I 33 E. 2.2 und 3.1; 131 I 476 E. 2.2; 129 I 151 E. 3.1; je mit Hinweisen) verzichtet werden kann. Dies ist auch ohne ausdrückliche Verzichtserklärung der Fall, wenn die beschuldigte Person es unterlässt, rechtzeitig und form- gerecht entsprechende Anträge zu stellen (BGE 131 I 476 E. 2.1; 125 I 127 E. 6c/bb mit Hin- weisen; BGer 6B_529/2014 vom 10. Dezember 2014 E. 5.2, mit Hinweisen; nicht publ. in: BGE 140 IV 196). Nach ständiger Rechtsprechung kann der Beschuldigte den Behörden nicht vorwerfen, bestimmte Zeugen zwecks Konfrontation nicht vo rgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende An träge zu stellen (BGer 6B_1196/2018 vom 6. März 2019, mit Hinweisen). Andererseits hält da s Bundesgericht fest, dass das Recht auf Konfrontation und Stellung von Ergänzungsfragen nicht dadurch verwirkt wird, dass es erst im Rahmen des Berufungsverfahrens geltend gemacht wird . Die Behörde hat sich dann ange- messen darum zu bemühen und das Erforderliche zu unterne hmen, die einzuvernehmende Person zur Aussage zu veranlassen (BGer 6B_620/2014 vom 25. September 2014 E. 1.3.2, mit Hinweisen). In casu ist der erstmalig anlässlich der Parteiverhandlung vor der Berufungsinstanz vorgebrach- te Antrag des Beschuldigten auf Konfrontation mit M.____ als wider Treu und Glauben erhoben und im Resultat als verspätet zu bezeichnen, nachdem es ihm ohne Weiteres zuzumuten ge- wesen wäre, sein Begehren zumindest im Rahmen seiner Berufungserklärung oder dann spä- testens in seinen weiteren schriftlichen Einlassungen zu stellen, damit das Kantonsgericht die Möglichkeit gehabt hätte, weitere Abklärungen zum Verbl eib der fraglichen Person machen zu können. Diesbezüglich ist festzustellen, dass M.____ berei ts am 23. August 2012 in die XS.____ ausgeschafft worden und zur Zeit unbekannten Aufenthalts ist (act. 9861 f.). Dem Kan- tonsgericht erhellt sich unter diesen Umständen nicht, wie es auf angemessene Weise neun Jahre nach der Ausschaffung in die XS.____ eine Aufentha ltsnachforschung des Zeugen be- treiben soll inklusive realistische Einräumung der Mögli chkeit zur Konfrontation innerhalb eines zumutbaren Zeitraums. Seite 53 http://www.bl.ch/kantonsgericht bb) Soweit davon auszugehen wäre, dass der erstmalig anlässlich der Parteiverhandlung im Berufungsverfahren gestellte Antrag auf Konfrontatio n zulässig sein sollte, ist was folgt zu be- merken: Wie bereits vorgängig dargelegt (vgl. oben E. 3.1.c und 6.2.d), gilt gemäss der Praxis des Bundesgerichts der Konfrontationsanspruch nur dann un eingeschränkt, wenn dem streiti- gen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung zu kommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Der Konfront ationsanspruch wird nicht verletzt, wenn der Zeuge berechtigterweise das Zeugnis verweigert, w enn er trotz angemessener Nachfor- schungen unauffindbar bleibt, dauernd oder für lange Zeit einvernahmeunfähig wird oder wenn er verstorben ist. Entscheidend ist in diesen Fällen, da ss der Beschuldigte zu den belastenden Aussagen hinreichend hat Stellung nehmen können, die A ussagen sorgfältig geprüft worden sind und ein Schuldspruch sich nicht alleine darauf abs tützt. Ausserdem darf der Umstand, dass die beschuldigte Person ihre Rechte nicht oder nic ht rechtzeitig hat wahrnehmen können, nicht in der Verantwortung der Behörden liegen. Nach der Rechtsprechung des EGMR und des Bundesgerichts kann sogar ein streitiges Zeugnis von ausschla ggebender Bedeutung ohne Konfrontation mit Belastungszeugen verwertbar sein, wenn ausreichend kompensierende Fak- toren gegeben sind, die den Anspruch der angeschuldigten Person auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismittels gewährleisten. Ausserdem muss die Ein- schränkung des Konfrontationsrechts unumgänglich gewesen se in (BGer 6B_961/2016 vom 10. April 2017 E. 3.3.1, mit Hinweisen). Ist die Unm öglichkeit der Konfrontation aufgrund von Umständen eingetreten, welche die Strafverfolgungsbehörden nicht zu vertreten haben, gilt der Grundsatz, dass etwas Unmögliches nicht verlangt werden k ann (W OLFGANG WOHLERS , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Au flage, Zürich / Basel / Genf, N 25 zu Art. 147 StPO, mit Hinweisen). Bezogen auf vorliegenden Fall ist zu konstatieren, dass M. ____, wie dargelegt, bereits am 23. August 2012 in die XS.____ ausgeschafft worden ist ( act. 9861 f.) und deshalb nicht mehr befragt werden kann. Nachdem der Beschuldigte mit sein em Antrag auf Konfrontation bis zur Hauptverhandlung vor dem Berufungsgericht zugewartet hat, liegt die Tatsache, dass nun eine Konfrontation wie nur schon angemessene Abklärungen seitens der schweizerischen Behörden zum Verbleib von M.____ nicht mehr möglich sind, sicherlich nicht in der Verantwortung der Strafbehörden. Fraglos ist ausserdem, dass der Beschuld igte im Verlaufe des Verfahrens zu den belastenden Aussagen hinreichend hat Stellung neh men können, dass die Aussagen vom Kantonsgericht sorgfältig geprüft worden sind, und dass der vorliegende Schuldspruch sich an- Seite 54 http://www.bl.ch/kantonsgericht gesichts der Beweislage nicht alleine darauf abstützt. Hi nzu kommt, dass praxisgemäss selbst ausschlaggebende, nicht konfrontierte Aussagen verwertbar sind, wenn genügend kompensie- rende Faktoren gegeben sind, die den Anspruch der angeschuldigten Person auf ein faires Ver- fahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Bewe ismittels gewährleisten. Wie von der Staatsanwaltschaft zu Recht geltend gemacht und nachfol gend dargelegt, trifft auch dies in casu zu, weshalb im Ergebnis trotz fehlender Konfronta tion die Aussagen von M.____ verwert- bar sind. Bezüglich den Aussagen von L.____ ist jedoch zu bemerken, dass das Kantonsgericht von vornherein nicht zu Lasten des Beschuldigten darauf abstellt. cc) Feststeht, dass M.____ am 20. Juli 2012 von der Poliz ei in Basel-Stadt im Fahrzeug von A.____ und mit einer gefälschten bulgarischen Identitätskarte sowie einem gefälschten bulgari- schen Führerausweis, beide lautend auf einen anderen Na men, angehalten worden ist. In der Folge ist M.____ zweimal, nämlich am 20. Juli 2012 ( act. 9631 ff.) und am 9. August 2012 (act. 9657 ff.), durch die Staatsanwaltschaft Basel-Sta dt befragt worden, bevor er am 23. Au- gust 2012 in die XS.____ ausgeschafft worden ist. In de r Einvernahme vom 20. Juli 2012 hat M.____ unter anderem erklärt, "O.____" habe ihm die gefälschten bulgarischen Ausweise be- sorgt. In der Einvernahme vom 9. August 2012 hat M.__ __ dann präzisiert, A.____ habe ihn in die Schweiz geholt und ihm die falschen Papiere gege ben. Auch habe er den Wohnungs- schlüssel vom Beschuldigten erhalten. Er hat sodann von sich aus ergänzt, dass A.____ Dro- gengeschäfte mache sowie dass dieser in XG.____ grössere Mengen an Marihuana in Schach- teln lagere und das Marihuana in zwei Fahrzeugen, eine m PL.____ und einem PM.____, auf- bewahre. Auf die Frage, ob er diese Drogentransporte selber gesehen habe, hat M.____ zu Protokoll gegeben, dass AS.____, ein Neffe des Beschuldigten, es ihm gesagt habe. Weiter hat M.____ deponiert, er kenne die Mutter des Beschuldigte n, dessen Freundin, seinen Sohn, und er wisse, wo der Beschuldigte wohne sowie dass dieser zwei Autos habe. Gemeinsamkeiten bezüglich Aufenthaltsdauer, Anwerbung und falsche bulgarische Papiere finden sich den Erklä- rungen von L.____ (act. 9515 ff.). Die schlüssigen, deta ilreichen und glaubhaft wirkenden Aus- sagen von M.____ werden gestützt durch zahlreiche Hinweise. So ist in der Tat M.____ am 20. Juli 2012 zusammen mit dem Sohn des Beschuldigten, AU.____, in dessen Auto angehalten worden (act. 9633) . Anlässlich dieser Anhaltung hat M.____ einen Schlüssel auf sich getragen (act. 9651), wel cher zu einer vom Beschuldigten ge- mieteten Wohnung an der XP.____strasse 23 in XG.____ gepasst hat (act. 9831). Nach dem Seite 55 http://www.bl.ch/kantonsgericht Verständnis des Kantonsgerichts existiert kein rational erklärbarer Grund, weshalb M.____, den der Beschuldigte nicht einmal kennen will, einen Schlüssel für eine Wohnung des Beschuldigten gehabt hat, ausser eben, dass er diesen sehr wohl gekannt haben muss. Dies gilt umso mehr, als bereits G.____ einen nämlichen Schlüssel im Besitz g ehabt hat, und dieser unbestrittener- massen für den Beschuldigten tätig gewesen ist (vgl. oben E. 5). Des Weiteren hat M.____ an- lässlich einer Dienstfahrt vom 10. August 2012 (act. 9831 ff.) eine Liegenschaft an der XT.____strasse 26 in XO.____ als Logis des Beschuldigten i dentifiziert, welche tatsächlich an diesen untervermietet worden ist (vgl. nachfolgend E. 9.). Zudem hat M.____ einen Lieferwagen der Marke PJ.____ (BL 12____) an der XP.____strasse in X G.____ als Drogenbunker identifi- ziert, aus welchem am 22. August 2012 rund 16 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % beschlagnahmt worden sind (act. 9211 ff., 9413 ff., 9429 ff., 9441 ff., 9473 ff.). Diese Information hat er von AS.____, ein em Neffen des Beschuldigten, erhalten (act. 9179). Der als Drogenversteck dienende PJ.____ ist vo n L.____, welcher erwiesenermas- sen mit AS.____ zusammengearbeitet hat, von AA.____ g emietet worden (act. 9133.42 ff., 9537 f., 9789 f.). Auch im Fall 3 gemäss Anklageschrift ist das von V.____ als Drogenbunker verwendete Fahrzeug ein Ersatzfahrzeug von AA.____ gewesen (vgl. oben E. 6). Gleichermas- sen sind die Garagenbox an der XB.____strasse 1-5 in Z. ____ wie auch der Bastelraum an der XC.____strasse 10 in XA.____, welche beide als Drogenve rsteck benutzt worden sind, von AA.____ gemietet worden, dieses Mal allerdings vom Be schuldigten (vgl. oben E. 5). In diesem Zusammenhang ist ferner erstellt, dass M.____ die Polizei bereits im August 2012 zu den Ga- ragenboxen an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ gebrach t hat, welche vom Beschuldigten zu- gestandenermassen als Drogenversteck benutzt worden sind und in denen am 10. Juni 2015 Marihuana hat beschlagnahmt werden können (vgl. oben E. 5). Diese Fakten weisen schon per se hinreichend deutlich auf eine Verstrickung des Beschu ldigten im Sinne des Anklagevorwurfs im vorliegenden Fall hin. Gestärkt wird diese Erkenntn is schliesslich durch die Tatsache, dass anlässlich der Hausdurchsuchung bei AS.____ ein Notizzett el hat beschlagnahmt werden kön- nen (act. 9471), bei welchem es sich offenbar um eine Abrechnung handelt ‒ vergleichbar mit den Drogenbuchhaltungen in den beiden beim Beschuldigten am 10. Juni 2015 beschlagnahm- ten Notizbüchern (vgl. oben E. 7.e/cc sowie unten E. 10. e/aa) ‒, verfasst auf einem elektroni- schen Flugticket vom 29. Oktober 2011, lautend auf den N amen AV.____, bei welchem es sich um den Sohn des Beschuldigten handelt, und der zusamme n mit M.____ am 20. Juli 2012 an- gehalten worden ist. Wie bereits dargelegt, ist nach de n Erkenntnissen des Sachverständigen gemäss dem Handschriftengutachten vom 3. April 2020 (a ls Ergänzung zum Gutachten vom Seite 56 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. September 2015) der Beschuldigte mit hoher Wahrsche inlichkeit als der Verfasser der be- schlagnahmten Notizbücher identifiziert worden. Abgerundet wird dieses Gesamtbild durch den anonymen Anruf bei der Polizei vom 22. August 2012 (vg l. die Aktennotiz der Polizei Basel- Landschaft, Drogenfahndung, vom 22. Oktober 2012 und 9 . Januar 2013 [act. 9191 ff.]). Nach dessen Angaben, welche sich in Bezug auf das involvierte Fahrzeug und den Standort, das dort gelagerte Marihuana und den Beteiligten AS.____ als zutreffend erwiesen haben, betreibe AS.____ das Drogengeschäft seit Jahren mit seinem Onkel. dd) Selbst wenn aufgrund der fehlenden Konfrontation d ie Aussagen von M.____ nicht ver- wertbar sein sollten, würden zusammengefasst immer noch folgende stichhaltigen Beweismittel und Indizien verbleiben, welche eindeutig auf eine Ve rstrickung des Beschuldigten in den inkri- minierten Betäubungsmittelhandel hinweisen: M.____, der unbestrittenermassen im Mari- huanahandel tätig gewesen ist, ist zusammen mit dem S ohn des Beschuldigten, AU.____, im Auto des Beschuldigten angehalten worden. Anlässlich die ser Anhaltung hat M.____ einen Schlüssel auf sich getragen, welcher zu einer vom Beschuld igten gemieteten Wohnung an der XP.____strasse 23 in XG.____ gepasst hat, wofür es keine n anderen rational erklärbaren Grund gibt, als dass M.____ ‒ gleich wie schon G.____, der einen nämlichen Schlüssel im Be- sitz gehabt hat und unbestrittenermassen für den Beschuld igten im Drogenhandel tätig gewe- sen ist ‒ für den Beschuldigten gearbeitet hat. Ausserdem hat M. ____ anlässlich einer Dienst- fahrt vom 10. August 2012 eine Liegenschaft an der XT .____strasse 26 in XO.____ als Logis des Beschuldigten identifiziert, welche tatsächlich an di esen untervermietet worden ist. Des Weiteren hat M.____ einen Lieferwagen der Marke PJ._ ___ (BL 12____) an der XP.____strasse in XG.____ als Drogenbunker identifizier t, welcher in der Tat als solcher ge- nutzt worden ist. Sodann hat M.____ die Polizei zu de n Garagenboxen an der XB.____stras- se 1-5 in Z.____ gebracht, welche vom Beschuldigten zug estandenermassen als Drogenver- steck benutzt worden sind und in denen am 10. Juni 2015 diesem zurechenbare Mengen an Marihuana haben beschlagnahmt werden können. Schliessli ch ist ein Notizzettel beschlag- nahmt worden, bei welchem es sich offenbar um eine Abr echnung handelt ‒ vergleichbar mit den Drogenbuchhaltungen in den beiden beim Beschuldigten am 10. Juni 2015 beschlagnahm- ten Notizbüchern grau und rot, die gemäss Handschriften analyse vom Beschuldigten erstellt worden sind ‒, verfasst auf einem elektronischen Flugticket vom 29. Ok tober 2011, lautend auf den Namen AV.____, bei welchem es sich um den Sohn de s Beschuldigten handelt, und der zusammen mit M.____ am 20. Juli 2012 angehalten worden ist. Seite 57 http://www.bl.ch/kantonsgericht ee) Was demgegenüber als Entlastung für den Beschuldigten d ienen soll, ist nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht stichhaltig. Namentlich die Behauptung von L.____, wonach "O.____" in den Niederlanden beheimatet gewesen sein soll, e rscheint schon deshalb als unglaubhaft, weil dieser ihm dann realistischerweise nicht im Wochenta kt fünf Kartonschachteln zu insge- samt rund 30 Kilogramm Marihuana hätte übergeben und die leeren Schachteln wieder zurück- nehmen können. Bemerkenswert ist zudem, dass der Beschuld igte im Zusammenhang mit der Garagenbox an der XB.____strasse 1-5 in Z.____ anlässlich seiner Einvernahme vom 6. Juli 2015 die Existenz des angeblichen "O.____" nie erwähnt h at. Wenn es diesen geben würde, gäbe es im Übrigen auch keinen Grund, weshalb der Besch uldigte die fragliche Garagenbox von AA.____ ab dem Jahre 2012 gemietet hat und nicht etwa "O.____". Dass offenbar ausser M.____ weder L.____ noch AS.____ den Beschuldigten ko nkret belasten, ist für diesen entge- gen den Darlegungen der Vorinstanz zudem nicht als Entl astung zu werten. Vielmehr ist es als gerichtsnotorisch zu bezeichnen, dass im Zusammenhang mit dem Betäubungsmittelhandel im Rahmen der organisierten Kriminalität hierarchisch höhergestellte Mitglieder, sofern diese über- haupt namentlich bekannt sind, von Mittätern oder Beteiligten nicht belastet werden aus berech- tigter Angst vor Repressalien. Diesbezüglich ist bereit s an vorliegender Stelle (zur rechtlichen Würdigung siehe unten E. 14) darauf hinzuweisen, dass denn beim Beschuldigten tatsächlich ein beträchtliches Waffenarsenal ‒ darunter eine vollautomatische Maschinenpistole der Marke "AW.____", eine geladenen Pistole "AX.____", ein Sc hiessstift, Elektroschockgeräte sowie Schlagstöcke und -ringe ‒ aufgefunden worden ist. ff) In Würdigung dieser dargelegten Indizien und Beweise besteht für das Kantonsgericht im Ergebnis kein vernünftiger Zweifel daran, dass der Sac hverhalt gemäss Ziffer 5.1 der Anklage- schrift erstellt ist. Demnach steht fest, dass der Beschuldig te in der Zeit zwischen dem 30. April 2012 und dem 22. August 2012 L.____ eine Menge von in sgesamt 480 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % zur Aufbewahrung und Lagerung übergeben hat; nicht erstellt ist vorderhand, dass das fragliche Marihuana vom Beschuldigten auch veräussert wor- den ist (vgl. hierzu nachfolgend E. 10). e) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen zum rechtserheb lichen Sachverhalt ist der Beschuldigte damit in Gutheissung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft und in Abänderung des erstinstanzlichen Urteils der Widerhandl ung gegen das Betäubungs- Seite 58 http://www.bl.ch/kantonsgericht mittelgesetz mit einer Menge von 480 Kilogramm Marih uana nach Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG schuldig zu erklären. Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stelle au f die nachfolgenden Erwägungen des Kan- tonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 8.2 Erwerb, Import, Besitz, Lagerung, Aufbewahrung, Transport etc. von insgesamt 15,99 kg Marihuana a) (…) b) (…) c) (…) d) Gestützt auf die Erwägungen des Kantonsgerichts zu vorgä ngigem Anklagepunkt steht ohne Weiteres fest, dass der Beschuldigte wie in Ziffer 5 .2 der Anklageschrift sachverhaltsmäs- sig festgehalten am 22. August 2012 von den gemäss Ziffe r 5.1 der Anklageschrift erworbenen, transportierten und gelagerten 480 Kilogramm Marihu ana noch eine Menge von knapp 16 Kilo- gramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % besessen und im Lieferwagen PJ.____ (BL 12____), parkiert an der XQ.____strasse in XG.____, gelagert hat. Da es sich bei diesen knapp 16 Kilogramm Marihuana um den Restbestand der nach Ziffer 5.1 der Anklage- schrift erworbenen, transportierten und gelagerten 480 Kilogramm Marihuana handelt, ist an vorliegender Stelle im Hinblick auf die entsprechende re chtliche Subsumption wiederum auf die vorstehenden Ausführungen (oben E. 8.1.d) zu verweisen. 9. Ziffer 6 der Anklageschrift: Marihuanahandel Tat komplex Aktion AY.____ u.w. i.S. AZ.____ und weitere Mittäter; Erwerb, Import, Transport, Be sitz, Lagerung, Ver- äusserung, Anstaltentreffen zum Verkauf etc. von insgesamt 240 kg Marihuana a) (…) b) (…) Seite 59 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) (…) d) Die Staatsanwaltschaft verweist zur Begründung ihrer Berufung pauschal auf die Ankla- geschrift. Darin wird dem Beschuldigten zusammengefasst was folgt zur Last gelegt: Nachdem dieser zusammen mit seinen Mittätern in den Niederland en AZ.____ entsprechend beauftragt habe, sei jener an den Samstagen und Sonntagen 14. A ugust 2011, 20. und 21. August 2011, 27. und 28. August 2011 sowie 10. und 18. September 2 011 jeweils zwischen 08:00 Uhr und 11:00 Uhr mit seinem Fahrzeug von seinem Wohnsitz in XV .____ bis nach Nettetal- Kaldenkirchen bei Mönchengladbach gefahren. Dort sei AZ.____ nachmittags über den Grenz- übergang Heidend, Steyler Straße, Nettetal-Kaldenkirchen in die Niederlande eingereist. In den Niederlanden habe sich AZ.____ im Auftrag des Beschuld igten an einer nicht näher bekannten Raststätte ca. 40 Kilometer hinter der deutsch-niederlän dischen Grenze mit zwei zur Organisa- tion des Beschuldigten gehörenden, nicht weiter bekan nten Personen getroffen. Diese hätten jeweils das Fahrzeug von AZ.____ übernommen und seien da mit für kurze Zeit an einen in der Nähe gelegenen, unbekannten Ort gefahren, wo sie den Kofferraum des Fahrzeugs jedes Mal mit mindestens rund 30 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % bela- den hätten. Das mit den Betäubungsmitteln beladene Fa hrzeug hätten sie dann wieder dem in der Zwischenzeit bei der Raststätte wartenden AZ.____ ü bergeben. Daraufhin sei dieser mit dem Marihuana im Fahrzeug wieder über den Grenzüberga ng Heidend in Nettetal- Kaldenkirchen in die Bundesrepublik Deutschland eingereist und von dort über dieselbe Strecke wie auf dem Hinweg zurück an den Hochrhein gefahren. Do rt habe er in der Regel noch am selben Abend, bei der Fahrt vom 21. August 2011 jedoch erst am Abend des 22. August 2011, in Laufenburg bzw. in Bad Säckingen die deutsch-schweizer ische Grenze überquert. In der Schweiz sei AZ.____ dann bis nach XG.____ in eine Tiefga rage an der Ecke XP.____strasse / XU.____strasse gefahren. Dort habe AZ.____ die Betäub ungsmittel für den Beschuldigten an grösstenteils unbekannt gebliebene Personen übergeben. Am 18. September 2011 habe AZ.____ die Lieferung von rund 30 Kilogramm Marihuan a an AS.____ und BA.____ und allen- falls weitere unbekannt gebliebene Personen übergebe n. Am 24. September 2011 sei AZ.____ kurz hinter der Grenze von Beamten der Kreispolizeibeh örde Viersen angehalten und kontrol- liert worden. Dabei hätten im Fahrzeug von AZ.____ insgesamt 29,56 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von 14,3 % beschlagnahmt werden kön nen. Auch dieses Marihuana hätte AZ.____ im Auftrag des Beschuldigten in die Schweiz im portieren und an diesen bzw. an Per- Seite 60 http://www.bl.ch/kantonsgericht sonen seiner Organisation übergeben sollen. In den in sgesamt acht Fahrten habe AZ.____ für den Beschuldigten in rund fünf Wochen mindestens 240 Kil ogramm Marihuana transportiert , wobei 210 Kilogramm Marihuana für den Beschuldigten i n die Schweiz eingeführt und von die- sem in der Folge übernommen und weiterveräussert worden seien. Der Beschuldigte habe durch die Veräusserung von 210 Kilogramm Marihuana be i einem durchschnittlichen Verkaufs- preis von CHF 6'300.-- pro Kilogramm Marihuana einen Umsatz von rund CHF 1'320'000.-- so- wie, bei einem Gewinn von mindestens zwischen CHF 1'500.-- und CHF 2'000.-- pro Kilogramm Marihuana, einen Gesamtgewinn von zwischen rund CHF 315' 000.-- und CHF 420'000.-- er- zielt. Mit den Erwägungen des Strafgerichts, wonach im Ergebn is ausreichende Hinweise auf eine Täterschaft des Beschuldigten fehlten, setzt sich die Sta atsanwaltschaft hingegen nicht ausei- nander und bringt dementsprechend auch nichts vor, was geeignet wäre, zu einer anderen Ein- schätzung als die Vorinstanz zu kommen. Nicht zu übersehe n ist zwar, dass durchaus Anhalts- punkte vorhanden sind, welche auf eine mögliche Verstrickun g des Beschuldigten in den ge- schilderten Betäubungsmittelhandel hinweisen. So wird bereits im angefochtenen Urteil festge- stellt, dass die von der Polizei observierte Marihuana-Lieferung am 18. September 2011 in einer Tiefgarage neben der Liegenschaft XP.____strasse Nr. 22 in XG.____ ‒ dem damaligen Woh- nort der Mutter des Beschuldigten (act. 271 ff.) ‒ in Empfang genommen worden ist und dar- über hinaus auch die übrigen, AZ.____ vorgehaltenen L ieferfahrten in unmittelbarer Nähe an der Ecke XP.____strasse / XU.____strasse in XG.____ geend et haben (Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Organisierte Kriminalität, vom 26. September 2011; act. 10041 ff.). Nicht be- wiesen ist in diesem Zusammenhang hingegen, dass die Mu tter des Beschuldigten oder dieser selber zum fraglichen Zeitpunkt in der betreffenden Li egenschaft tatsächlich einen Garagen- platz gemietet haben. Vielmehr sind die aktenmässig erste llten Mietverträge des Beschuldigten grösstenteils erst nach der Tatzeit abgeschlossen worden und betreffen nicht die XP.____stras- se 22. So liegen Mietverträge vor, welche beweisen, dass d er Beschuldigte die Wohnung und die Garage an der XP.____strasse 23 in XG.____ ab dem 1. April 2012 bzw. ab dem 1. Oktober 2011 (act. 163 ff.; act. 169 f.) sowie einen weiteren Einstellhallenplatz an der XP.____stras- se 21 in XG.____ ab dem 1. November 2011 (act. 177 ff .) gemietet hat. Nicht zweifelsfrei ge- klärt ist zudem die Frage, wo der Beschuldigte zur Tatzei t gewohnt hat. Diesbezüglich liegen widersprüchliche Dokumente vor, nachdem sich in den Akten einerseits eine Bestätigung der BB.____ AG vom 18. Juni 2015 befindet, wonach der Be schuldigte ab dem 16. August 2010 Seite 61 http://www.bl.ch/kantonsgericht Untermieter bei BC.____ in einer 3-Zimmer-Wohnung a n der XR.____ 25 in XO.____ gewesen sein soll (act. 201 ff.), andererseits jedoch gleichzei tig aus einem Mietvertrag der BD.____ AG hervorgeht, dass dieser tatsächlich ab dem 15. August 2007 (Mit-)Mieter einer 4-Zimmer- Wohnung an der XP.____strasse 22 (act. 261 ff.) bzw. X P.____strasse 24 (act. 269) in XG.____ gewesen sein soll. Bemerkenswert ist sodann, dass trotz Observierung der Tiefgarage an der XP.____strasse 22 in XG.____ der Lenker des wei ssen Personenwagens PN.____ (BL 14____), der vermutlich das Tor der betreffenden T iefgarage geöffnet hat, gerade nicht zweifelsfrei als AS.____ (Neffe des Beschuldigten) hat identifiziert werden können, obwohl die- ser als Halter des involvierten Fahrzeuges geführt wird (act. 10047). Wenngleich also gestützt auf diese Darlegungen zweifelsohne eine begründete Ver mutung auf eine Tatbeteiligung des Beschuldigten nicht zu negieren ist, ist nach Dafürhalte n des Kantonsgerichts dennoch insge- samt ‒ weil abgesehen von den zitierten Indizien weitere und vor allem schlüssige Hinweise, welche den Beschuldigten direkt betreffen könnten, fehl en ‒ die objektive Beweislage zu dünn, weshalb im Resultat nicht zu unterdrückende Zweifel am inkriminierten Sachverhalt verbleiben. Bei diesem Resultat erweisen sich die vom Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht gestellten Anträge, es müssten die Akten des deutschen Genehmigungs- verfahrens betreffend geheime Überwachungsmassnahmen sowi e die Originalgespräche und der vollständige Beschluss des Bundesgerichtshofs beigezogen werden, wiederum als obsolet. Gemäss diesen Feststellungen ist in Anwendung der Maxime "in dubio pro reo" der angeklagte Sachverhalt nach Ziffer 6 der Anklageschrift nicht erste llt, womit die entsprechende, nicht sub- stantiierte Berufung der Staatsanwaltschaft in Bestätigung des diesbezüglichen vorinstanzlichen Freispruchs des Beschuldigten vom Vorwurf der qualifizie rten Widerhandlung gegen das Be- täubungsmittelgesetz abzuweisen ist. 10. Ziffer 7 der Anklageschrift: Verkauf von insges amt 1'032,13 kg Marihuana in der Zeit von Mitte Januar 2014 bis Mitte Juni 2015 a) (…) b) (…) Seite 62 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) (…) d) In einem ersten Schritt sind wiederum die diversen, vo m Beschuldigten aufgeworfenen formellen Aspekte zu prüfen: aa) Bezüglich des Vorwurfs des Beschuldigten, die Strafbehö rden hätten ihn nicht genügend über sein Siegelungsrecht aufgeklärt, ist an vorliegende r Stelle vollumfänglich auf die vorste- henden Erwägungen des Kantonsgerichts zur nämlichen Rüge zu verweisen (oben E. 7.d/aa), wonach die beschlagnahmten schriftlichen Unterlagen wie namentlich die diversen Notizbücher sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse beweismässig verwertbar sind. Gleichermassen ist hinsichtlich der Rüge des Beschuldigten, es widerspreche d em Grundsatz von Treu und Glau- ben, dass für die Erstellung des Handschriftengutachtens als Vergleichsmaterial unterschriebe- ne Verfahrensprotokolle und ein Brief an seine Leben spartnerin verwendet worden seien, fest- zustellen, dass das Kantonsgericht bereits vorgängig zum Sc hluss gekommen ist, dass dessen Verwertung nichts entgegensteht (vgl. oben E. 7.d/ee). bb) Im Hinblick auf die Beanstandungen des Beschuldigten, das Kantonsgericht habe sich in der Verhandlung zu Unrecht die unklare Anklage von der Staatsanwaltschaft erläutern lassen, was eine krasse Verletzung seiner Verteidigungsrechte dar stelle, sowie das Kantonsgericht habe fälschlicherweise darauf verzichtet, die Angelegenheit an das erstinstanzliche Sachgericht zurückzuweisen, wodurch ihm eine Instanz verloren gehe, ist Folgendes zu erwägen: Unzutref- fend ist zunächst die Behauptung, das Kantonsgericht habe sich in der Verhandlung die unklare Anklage von der Staatsanwaltschaft erläutern lassen. Korrekt ist vielmehr, dass das Kantonsge- richt in der Hauptverhandlung im Beisein der Parteien in Bezug auf die Ziffern 7 und 8 der An- klageschrift ein ausführliches Beweisverfahren durchgeführt und dabei die in den Tabellen ge- listeten Namen mitsamt den vorgeworfenen Betäubungsmit telmengen anhand der entspre- chenden Aktenfundstellen überprüft hat. Dies hat sich n icht zuletzt schon deshalb aufgedrängt, weil das Strafgericht in den genannten Anklagepunkten auf eine Beweiswürdigung verzichtet hat. Der Vorgehensweise des Kantonsgerichts liegt demnach nicht der Wunsch nach Erläute- rung der angeblichen unklaren Anklage zugrunde, sondern vielmehr das Bestreben nach Klä- rung der Beweislage. In diesem Zusammenhang ist zu bem erken, dass in die Anklageschrift von vornherein keine Beweise aufzunehmen sind (vgl. Art. 325 StPO). Gestützt hierauf ist auch der Vorwurf, die Vorgehensweise des Kantonsgerichts stel le eine krasse Verletzung der Vertei- Seite 63 http://www.bl.ch/kantonsgericht digungsrechte des Beschuldigten dar, nicht nachvollziehbar . Diesem hätte es vielmehr in Wah- rung seiner Verteidigungsrechte ausdrücklich offen gestand en, sich zu jedem einzelnen im Be- weisverfahren erörterten Punkt materiell vernehmen zu lassen. Soweit er darauf aus prozess- taktischen Gründen verzichtet, kann er hieraus sicherlich nichts zu seinen Gunsten ableiten. In Bezug auf die Rüge, das Kantonsgericht habe fälschlic herweise darauf verzichtet, die Ange- legenheit an das erstinstanzliche Sachgericht zurückzuweisen, wodurch ihm eine Instanz verlo- ren gehe, ist zu bemerken, dass in Anwendung von Art. 409 Abs. 1 StPO das Berufungsgericht das angefochtene Urteil nur dann aufhebt und die Sac he zur Durchführung einer neuen Haupt- verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückweist, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel au fweist, die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können. Der Zweck des Rechtsmittel verfahrens besteht nicht zuletzt darin, allfällige von der Vorinstanz begangene Fehler zu behe ben. Solche Fehler führen in der Regel nicht zu einer Rückweisung des Verfahrens. Wenn immer mö glich soll das Berufungsgericht selbst entscheiden. Die kassatorische Erledigung der Berufung durch Rückweisung muss daher die Ausnahme bleiben. Aus dem Wortlaut von Art. 409 Abs. 1 StPO lässt sich ableiten, dass drei kumulative Voraussetzungen erfüllt sein müssen, dami t eine Rückweisung angeordnet werden kann: der Mangel muss sich auf das Verfahren bezi ehen, er muss wesentlich sein, und er muss im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können . Mit dem Hinweis auf das Verfah- ren scheiden die materiellrechtlichen Mängel aus. Wenn das Berufungsgericht einen Sachver- halt anders subsumiert als die Vorinstanz und den erstins tanzlichen Freispruch aufhebt, führt dies nicht zur Rückweisung. Der Verlust einer Instanz kann in der Regel kein Kriterium sein, das Verfahren zurückzuweisen (vgl. SVEN ZIMMERLIN , in: Kommentar zur Schweizerischen Strafpro- zessordnung, 3. Auflage, Zürich / Basel / Genf 2020, N 1 ff. zu Art. 409 StPO, mit Hinweisen). Bezogen auf vorliegenden Fall ist zu konstatieren, dass das Kantonsgericht zwar im Vergleich zum Strafgericht eine differenzierte materiellrechtlich e Würdigung vornimmt, dies für sich ge- nommen aber mangels Vorliegens wesentlicher Verfahrens fehler nicht ausreicht, um vom Grundsatz der reformatorischen Erledigung der Berufungssa che (Art. 408 StPO) abzuweichen. Demnach ist auch diese Beanstandung als unbegründet zurückzuweisen. Seite 64 http://www.bl.ch/kantonsgericht e) In materieller Hinsicht gilt was folgt: aa) Wie bereits ausführlich dargelegt (vgl. oben E. 7.e /cc), verbleiben gestützt auf das Hand- schriftengutachten vom 3. April 2020 (als Ergänzung zum Gutachten vom 2. September 2015) sowie den Fundort der beiden Notizbücher am gemeinsame n Wohnort des Beschuldigten und seiner Lebenspartnerin an der XH.____strasse 18 in XI._ ___ und die Tatsache, wonach dieser bestätigt hat, dass sämtliche Gegenstände, welche unter anderem an der XH.____strasse 18 in XI.____ beschlagnahmt worden sind, ihm gehören, keine relevanten Zweifel, dass der Beschul- digte der Verfasser der Schriftleistungen in den beid en Notizblöcken rot und grau ist. Hierzu passt im Übrigen auch, dass anlässlich der Hausdurchsuchung an der XH.____strasse 18 in XI.____ nahezu 30 Mobiltelefone beschlagnahmt worden sind (act. 935 ff.), welche offensicht- lich und unbestrittenermassen nur dem Drogenhandel gedient haben. In einen Teil dieser Mobil- telefone sind einzelne Namen eingekratzt gewesen, offen bar als Hinweis, mit wem die entspre- chende Kommunikation erfolgt ist. Unter diesen Namen be finden sich auch solche, welche in der Drogenbuchhaltung erscheinen, wie namentlich "AJ.__ __", "AK.____", "AL.____" oder "AM.____" (s. nachfolgend lit. bb und E. 11 lit. d/bb ). Diese Tatsache stellt offensichtlich eine weitere Verbindung zwischen dem Beschuldigten und der Drogenbuchhaltung in den beiden Notizbüchern dar. Ebenfalls erstellt ist nach dem Verständnis des Kantonsgerichts, dass es sich bei den beiden genannten Notizbüchern rot und grau u m eine Drogenbuchhaltung handelt, be- treffend den Einkauf von Marihuana aus dem Ausland s owie den Verkauf an Abnehmer in der Schweiz. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht sin d von der anwesenden Dolmet- scherin, welche selbstredend auf ihre Pflichten und die Straffolgen bei falscher Übersetzung nach Art. 307 StGB hingewiesen worden ist, zahlreiche in den Schriftstücken wiederholt vor- kommende Begriffe folgendermassen übersetzt worden: "ve rdi" = "gab"; "ödedi" = "bezahlt" bzw. "er hat bezahlt"; "ödeyele" = "muss zahlen"; "eksi" = "minus"; "toplam" = "gesamt" bzw. "Total"; "verdim" = "ich habe gegeben"; "boren" = "S chuld"; "geldi" = "kam" bzw. "ist gekom- men"; "aldi" = "nahm" bzw. "hat genommen"; "para" = "Geld"; "tane" = "Stück". Diese Begriffe können im vorliegenden Kontext, nachdem der Beschuldigte gemäss den Anklageziffern 2 bis 5 der Beteiligung am Betäubungsmittelhandel im Umfang von rund 1'880 Kilogramm Marihuana schuldig zu erklären ist, sinnlogisch nicht anders verstanden werden denn als Bestandteil einer Drogenbuchhaltung. Der Erklärungsversuch des Beschuldigten, wonach es sich dabei um Noti- Seite 65 http://www.bl.ch/kantonsgericht zen betreffend Kreditgeschäfte bzw. um Abrechnungen aus dem Gemüseverkauf handeln soll, ist offensichtlich unbehelflich. So bestehen keinerlei obj ektivierte Anhaltspunkte, dass der Be- schuldigte als Geldverleiher tätig gewesen sein könnte, zumal auch nicht substantiiert dargelegt wird, woher er das hierfür nötige Startkapital haben sollte. Gleichermassen wird durch nichts eine allfällige Beschäftigung im Gemüsehandel belegt , welche er aufgrund seiner 100 %-igen Invalidität sowieso nicht hätte ausüben können oder dürf en. Abgesehen davon steht dieser Er- klärungsversuch im Widerspruch zu den eigenen Depositionen des Beschuldigten, nachdem er in seiner Stellungnahme zur Anklageschrift vom 9. Novemb er 2017, eingereicht anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht (act. S 389 ff.), dargelegt hat, "O.____" habe in den Notizbüchlein Buch geführt über seine Drogengeschäfte i n der Schweiz. Weiter haben sich nach Ansicht des Kantonsgerichts die einzelnen Hinweise , welche für die nachfolgend darge- legte Menge an Marihuana sprechen (vgl. die Tabelle unten lit. bb), derart verdichtet, dass bei einer Gesamtbetrachtung keine ernstzunehmenden Zweifel daran bestehen, dass es sich dabei im vorliegenden Zusammenhang jeweils um die Menge in Kilogramm an Marihuana (z.B. 4 = 4 Kilogramm) sowie den bezahlten Preis in S chweizerfranken (z.B. 6'5 = CHF 6'500.-- pro Kilogramm) handelt. Dies gilt umso mehr, als es d er Beschuldigte unterlässt, nachvollzieh- bar darzulegen, welche andere Bedeutung die einzelnen Zahlen und Wörter in den Notiz- büchern unter Berücksichtigung einer realitätsnahen Interpretation haben könnten. So wenig Hinweise auf eine Tätigkeit des Beschuldigten als Geldverleiher (oder als Gemüse- händler) vorliegen, so zahlreiche Beweise und Indizie n existieren, dass dieser in wechselnder Zusammensetzung mit G.____ und H.____ (Fall 2 der Ankla geschrift; E. 5), mit V.____ (Fall 3 der Anklageschrift; E. 6), mit AH.____ und K.____ (Fal l 4 der Anklageschrift; E. 7) sowie mit AS.____, L.____ und M.____ (Fall 5 der Anklageschrift; E. 8) im grossen Stil im international organisierten Marihuanahandel tätig gewesen ist. Nicht erklärbar ist denn auch, wie der Be- schuldigte mit seinem Einkommen als IV-Rentner, welches er zudem offenbar gar nicht ver- wendet hat, in der Lage gewesen sein soll, seinen persön lichen Lebensunterhalt zu bestreiten und darüber hinaus die Miete für die zahlreichen, von i hm genutzten Liegenschaften (Untermie- ter in der Wohnung an der XR.____ 25 in XO.____, Wo hnungsmieter der Liegenschaft an der XP.____strasse 23 in XG.____, tatsächlicher Aufenthalt in der Wohnung seiner Lebenspartne- rin an der XH.____strasse 18 in XI.____, Wohnungsmiete r der Liegenschaft am XK.____weg 20 in XL.____, Garage an der XB.____strasse 1-5 in Z. ____ und an der XP.____strasse 21 in XG.____ sowie Bastelraum an der XC.____strasse 10 in X A.____) aufzubringen. Keine Erklä- Seite 66 http://www.bl.ch/kantonsgericht rung gibt es ferner, aus welchen legalen Quellen die hohen Bargeldbeträge, welche beim Be- schuldigten beschlagnahmt worden sind (CHF 31'305.65 [Pos. 3.38]; CHF 58'000.-- [Pos. 3.39]; CHF 183'526.80 [Pos. 3.40]), stammen sollen. Gleiches g ilt für die beschlagnahmten neun Armbanduhren der Luxusmarken (Pos. 3.55 bis 3.63), d ie Perlenkette und die zahlreichen Fin- gerringe (Pos. 3.64 ff.). Die Behauptung des Beschuld igten, er habe bei verschiedenen Leuten aus der XS.____ Darlehen aufgenommen und dieses Geld investieren wollen, wird wiederum durch nichts gestützt und könnte darüber hinaus auch nicht das Vorhandensein der zahlreichen Luxusgüter begründen. Bereits in den vorhergehenden Erwägungen zu den weite ren Anklageziffern ist festgehalten worden, dass es nach Erkenntnis des Kantonsgerichts keine objektivierbaren Hinweise darauf gibt, dass anstelle des Beschuldigten eine unbekannte Dr ittperson "O.____" gewesen sein soll. In diesem Zusammenhang weist die die Staatsanwaltsch aft ergänzend und zutreffend darauf hin, dass BF.____ anlässlich eines Telefonats mit der Pol izei Basel-Landschaft, Drogenfahn- dung, vom 30. Juni 2015 (act. 1045 f.) angegeben hat, der durch ihn eingelöste Personenwa- gen PD.____ (BL 3____) gehöre in Wirklichkeit gar nicht ihm, sondern A.____. Dieser wiede- rum hat in seiner Stellungnahme zur Anklageschrift vom 9. November 2017, eingereicht anläss- lich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht (act. S 389), behauptet, BF.____ habe das Auto von "O.____" auf den eigenen Namen registriert, wofür er von diesem CHF 500.-- pro Monat erhalten habe; der PD.____ sei in der Folge von "O.__ __" benutzt worden. Im Rahmen der Überwachungen in Bezug auf die Ziffer 2 der Anklagesc hrift sind aber nur der Beschuldigte oder G.____ in Erscheinung getreten hinsichtlich der Nu tzung des fraglichen Personenwagens (vgl. oben E. 5). Dass es sich sodann bei G.____ offensich tlich nicht um "O.____" gehandelt haben kann, steht ohne Zweifel fest. Dieser Widerspru ch ist ein Hinweis mehr, dass der Be- schuldigte selbst den sogenannten "O.____" verkörpert ha t. Zu dieser Konklusion passt des Weiteren die Deposition des Beschuldigten, wonach die Dr ogenbuchhaltung "O.____" gehört habe bzw. dass "O.____" ihm seine Notizbüchlein zur Aufbewahrung übergeben habe, in denen dieser Buch geführt habe über seine Geschäfte in der S chweiz (Stellungnahme zur Anklage- schrift vom 9. November 2017, eingereicht anlässlich der H auptverhandlung vor dem Strafge- richt [act. S 391]). Nachdem nun zweifelsfrei feststeht , dass er selber der Verfasser der fragli- chen Notizen ist (vgl. oben E. 7.e/cc sowie vorstehend lit . aa), führt dies konsequenterweise ebenfalls zum Schluss, dass der Beschuldigte und "O.____" ein- und dieselbe Person sind. Seite 67 http://www.bl.ch/kantonsgericht Was schliesslich die Stellung des Beschuldigten anbelangt, ist ebenfalls ergänzend zu den vor- hergehenden Erwägungen zu den weiteren Anklageziffern Folgendes zu konstatieren: Aus der Gesamtauswertung der SMS des Beschuldigten (act. 7079.4 ff.) sowie exemplarisch des SMS- Verkehrs des Beschuldigten mit "BE.____" (act. 4407 ff.) geht klar hervor, dass der Beschuldig- te ‒ auch "Bruder" oder "Onkel" genannt ‒ bereits seit Januar 2006 bis zu seiner Verhaftung am 10. Juni 2015 der Entscheidungsträger hinsichtlich des B etäubungsmittelerwerbs gewesen ist. Ohne ihn ist kein Geschäft abgeschlossen worden, er hat da s Sagen gehabt und bestimmt, wann bei wem zu welchem Preis das Marihuana bezogen wo rden ist (exemplarisch: 19. No- vember 2014 "Onkel, ich habe es um 500 runter gehande lt, was soll ich denn noch machen, was ist mit meinem Anteil. Jetzt wird es echt peinlich, bei uns kostet diese Ware 5 Tausend, ich bekomme es für 3." "Onkel, die Ware ist teuer, fällt es ins Wasser? Der Mann hat Kunden und will eine Antwort von uns." "Ich habe ihm keine Antw ort gegeben, ich sagte, ich müsse fragen, wenn du kommst, müssen wir darüber sprechen." "Trocken, a ber es hält gut, dass selbst ich überrascht war, es ist hellgrün und gut gesäubert." "Onke l, soll ich es kaufen?" [act. 4411]). Dies manifestiert ganz ohne Zweifel seine Führungspositi on in der aus der Schweiz operieren- den Organisation. bb) Tabelle Verkauf von Marihuana an Abnehmer in der Sc hweiz gemäss Anklageschrift: Name Datum Menge und Preis Aktenseite BG.____ 22. Dezember 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6' 500.-- 101071 BG.____ 29. Januar 2015 10 Kilogramm zu je CHF 6'20 0.-- 101185 BH.____ 31. Januar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101184 BH.____ 15. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101264 BH.____ 16. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101264 BH.____ 1. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101264 BH.____ 7. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101264 BH.____ 29. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'200.- - 101264 BH.____ 25. April 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'200. -- 101263 BH.____ 30. April 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'200. -- 101263 BH.____ 15. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101263 BH.____ 4. Juni 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101055 BI.____ 3. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'200.- - plus 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101266 BI.____ 9. März 2015 4 Kilogramm zu je CHF 5'800.-- 101266 BI.____ 23. März 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 3 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101266 Seite 68 http://www.bl.ch/kantonsgericht BI.____ 29. Januar 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'700 .-- 101266 BI.____ 9. Februar 2015 8 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101266 BI.____ 21. Februar 2015 6 Kilogramm zu je CHF 6'2 00.-- 101266 BI.____ 1. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101267 BJ.____ 25. August 2014 7 Kilogramm zu je CHF 7'000 .-- 101094 BK.____ 4. Juni 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000. -- 101051 BK.____ 21. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101280 BK.____ 27. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101280 BK.____ 29. März 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000. -- 101280 BK.____ 30. April 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'000. -- 101280 BK.____ 7. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101280 BK.____ 14. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101280 BK.____ 20. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101280 BK.____ 6. Oktober 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'000 .-- 101085 BL.____ 22. Mai 2014 13 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101249 BM.____ 6. Juli 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101214 BM.____ 6. Juli 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101103 BM.____ 17. Juni 2014 4 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101135 BM.____ 6. Mai 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101261 BM.____ 22. Mai 2014 2,8 Kilogramm zu je CHF 3'500. -- 101243 BM.____ 23. Mai 2014 9 Kilogramm zu je CHF 3'500.-- 101243 BM.____ 13. Mai 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101243 BM.____ 18. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101243 BM.____ 28. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101243 BM.____ 1. Juni 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101243 BN.____ 28. November 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6' 500.-- 101182 BN.____ 19. Dezember 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101182 BN.____ 3. März 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101269 BN.____ 29. März 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101269 BN.____ 25. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101053 BN.____ Unbekannt 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 1 01789 BN.____ 5. Mai 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101270 BN.____ 8. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101270 BO.____ Unbekannt 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 10 1789 BO.____ 18. Mai 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101058 BO.____ 25. Mai 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101058 BO.____ 3. Mai 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101275 BO.____ 4. Mai 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101275 BO.____ 16. Februar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'20 0.-- 101276 Seite 69 http://www.bl.ch/kantonsgericht BO.____ 22. Februar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'50 0.-- 101276 BO.____ 25. Februar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'00 0.-- 101276 BO.____ 2. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101276 BO.____ 4. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101276 BO.____ 19. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101276 BO.____ 22. März 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101276 BO.____ 21. April 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'200. -- 101277 BO.____ 29. April 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000. -- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101277 BO.____ 21. Januar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'500 .-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101185 BO.____ 31. Januar 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101185 BO.____ 16. Januar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- 101186 BO.____ 23. Dezember 2014 3 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101192 BO.____ 14. Dezember 2014 6 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101193 BO.____ 22. November 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101193 BO.____ 21. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6' 500.-- 101208 BO.____ 22. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7' 000.-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101208 BO.____ 24. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7' 000.-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101208 BO.____ 21. August 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'000 .-- 101209 BO.____ 9. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101209 BO.____ 12. August 2014 3 Kilogramm zu je CHF 7'000 .-- 101228 BO.____ 17. August 2014 7 Kilogramm zu je CHF 7'000 .-- 101228 BO.____ 19. Juni 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101237 BO.____ 21. Juni 2014 3 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101237 BO.____ 12. Juni 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101238 BO.____ 15. Juni 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101238 BO.____ 6. Juni 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101246 BO.____ 7. Juni 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101246 BO.____ 10. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101259 BO.____ 6. Mai 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101261 BO.____ 8. Februar 2014 7 Kilogramm zu unbekanntem Preis 101068 BP.____ 20. Mai 2015 3 Kilogramm zu je CHF 5'800.-- 101049 BQ.____ 30. Juli 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'800.- - 101227 BQ.____ 12. August 2014 7 Kilogramm zu je CHF 7'660 .-- 101227 BQ.____ 3. Juli 2014 10 Kilogramm zu je CHF 6'800.- - plus 1 Kilogramm zu je CHF 5'500.-- 101227 BQ.____ 6. Juli 2014 5 Kilogramm zu je CHF 5'500.-- plus 10 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- 101227 Seite 70 http://www.bl.ch/kantonsgericht BQ.____ 1. Juli 2014 3 Kilogramm zu je CHF 7'200.-- 101233 BR.____ 7. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101282 BR.____ 13. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000. -- 101282 BS.____ 22. September 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6' 000.-- 101091 BT.____ Unbekannt 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- p lus 2 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- plus 6 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101133 BT.____ Unbekannt 1 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'055.-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101134 BU.____ 22. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101272 BU.____ 27. März 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101272 BU.____ 24. April 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- 101272 BU.____ 25. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101053 BV.____ 11. Juni 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101239 AJ.____ 8. Dezember 2014 3 Kilogramm zu je CHF 6'0 00.-- plus 11 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101179 AJ.____ 13. Dezember 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101179 AJ.____ 20. Dezember 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101180 AJ.____ 25. Dezember 2014 6 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101180 AJ.____ 15. Januar 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101181 AJ.____ 30. Januar 2015 4 Kilogramm zu je CHF 6'70 0.-- 101181 AJ.____ 25. Mai 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101055 AJ.____ 18. Mai 2015 3 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101056 AJ.____ 21. Mai 2015 4 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101056 BW.____ 12. Juni 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'800 .-- 101132 BW.____ 21. April 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'50 0.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101564 BW.____ Unbekannt 1 Kilogramm zu je CHF 7'500.-- p lus 1 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101564 BW.____ 2. Mai 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7'500.-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- plus 1 Kilogramm zu je CHF 4'300.-- 101564 BW.____ 6. Mai 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101564 BW.____ 13. Mai 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101564 BW.____ 18. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101564 BW.____ 22. Mai 2014 2,8 Kilogramm zu je CHF 3'500. -- 101564 BW.____ 23. Mai 2014 9 Kilogramm zu je CHF 3'500.-- 101564 Seite 71 http://www.bl.ch/kantonsgericht BW.____ 28. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101564 BW.____ 1. Juni 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - plus 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101564 BW.____ 7. Juni 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - plus 5 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101564 BW.____ Unbekannt 15 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101565 BW.____ Unbekannt 15 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 1 01565 BW.____ Unbekannt 15 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 1 01565 BW.____ Unbekannt 3,5 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101565 AD.____ Unbekannt 4 Kilogramm zu je CHF 7'500.-- 10 1217 BX.____ 15. Januar 2014 24,5 Kilogramm zu je CHF 6 '500.-- 101068 BX.____ 27. Januar 2014 13 Kilogramm zu je CHF 5'70 0.-- 101069 BX.____ 28. Januar 2014 26,5 Kilogramm zu unbekannt em Preis 101069 BX.____ 24. Februar 2014 23 Kilogramm zu je CHF 5' 700.-- 101067 BX.____ 6. März 2014 12 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101067 BX.____ 22. September 2014 4 Kilogramm zu je CHF 7 '000.-- 101097 BX.____ 15. Januar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- 101182 BX.____ 28. Januar 2015 10 Kilogramm zu je CHF 5'80 0.-- 101182 BX.____ 8. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101268 BY.____ 16. März 2014 3 Kilogramm zu unbekanntem P reis 101064 BY.____ 6. Februar 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'800.-- plus 23 Kilogramm zu unbekanntem Preis 101067 BY.____ 24. Februar 2014 10 Kilogramm zu je CHF 5'7 00.-- 101067 BZ.____ 19. Mai 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101251 CA.____ 13. Mai 2014 22 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101253 CA.____ 20. Mai 2014 14 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101251 CA.____ 22. Mai 2014 16 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101249 CA.____ 29. März 2015 5 Kilogramm zu je CHF 5'000.- - plus 0,82 Kilogramm zu je CHF 5'915.-- 101272 CA.____ 30. April 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'900. -- 101272 CA.____ 3. Mai 2015 12 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101273 CA.____ 8. Mai 2015 21 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101273 CA.____ 26. Mai 2015 16 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101050 AL.____ 11. Februar 2015 5 Kilogramm zu je CHF 6'20 0.-- 101271 AL.____ 22. Februar 2015 3,7 Kilogramm zu je CHF 5 '500.-- 101271 AL.____ 26. Februar 2015 2,7 Kilogramm zu je CHF 5' 500.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 6'300.-- 101271 AL.____ 27. Februar 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'20 0.-- 101271 CB.____ Unbekannt 6 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101185 AM.____ 1. Juli 2014 10 Kilogramm zu je CHF 7'000. -- plus 1 Kilogramm zu je CHF 7'500.-- 101224 AM.____ 8. Juli 2014 3 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101224 Seite 72 http://www.bl.ch/kantonsgericht AM.____ 16. August 2014 3 Kilogramm zu je CHF 6'00 0.-- plus 3 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101222 AM.____ 7. September 2014 1 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101221 AM.____ 9. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7' 000.-- 101221 CC.____ 4. Oktober 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'00 0.-- 101106 CD.____ 18. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101057 CD.____ 20. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101057 CD.____ 26. Mai 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101057 CD.____ 27. Mai 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101057 CD.____ 28. Mai 2015 1 Kilogramm zu je CHF 5'900.-- 101056 CD.____ 30. Mai 2015 2 Kilogramm zu je CHF 5'900.-- 101056 CD.____ 2. Juni 2015 2 Kilogramm zu je CHF 5'900.- - 101056 CE.____ 4. Juni 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101246 CE.____ 10. Juni 2014 5 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101241 CE.____ 22. Juni 2014 3 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101241 CE.____ 6. November 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101087 CE.____ 21. November 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'5 00.-- 101192 CE.____ 14. Januar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'50 0.-- 101192 CE.____ 4. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'000 .-- 101191 CE.____ 22. März 2015 1 Kilogramm zu je CHF 7'000. -- plus 1 Kilogramm zu je CHF 6'200.-- 101265 CE.____ 29. April 2015 2 Kilogramm zu je CHF 7'000 .-- plus 2 Kilogramm zu je CHF 6'000.-- 101265 CF.____ 25. August 2014 6 Kilogramm zu je CHF 7'2 00.-- 101211 CF.____ 3. September 2014 8 Kilogramm zu je CHF 7' 200.-- 101211 CF.____ 15. September 2014 6 Kilogramm zu je CHF 7 '000.-- 101210 CF.____ 16. September 2014 4 Kilogramm zu je CHF 7 '000.-- 101210 CF.____ 2. Oktober 2014 10 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101210 CF.____ 20. November 2014 15 Kilogramm zu je CHF 7 '000.-- 101177 CF.____ 4. Februar 2015 10 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101178 CG.____ 4. Februar 2015 10 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101274 CG.____ 19. Februar 2015 8 Kilogramm zu je CHF 7'0 00.-- 101274 CG.____ 8. März 2015 8 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101274 CH.____ 3. Juli 2014 4 Kilogramm zu je CHF 6'800.- - 101220 CH.____ 25. August 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'8 00.-- 101219 AE.____ 1. Juli 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.-- 101225 AE.____ 1. Juli 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500.- - 101236 AE.____ 7. August 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'500 .-- 101225 AE.____ 5. September 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6' 500.-- 101225 AE.____ 5. Oktober 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'000 .-- 101225 AE.____ 6. Oktober 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6'00 0.-- 101084 AE.____ 13. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'0 00.-- 101268 AE.____ 26. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'0 00.-- 101268 Seite 73 http://www.bl.ch/kantonsgericht AE.____ 29. Februar 2015 2 Kilogramm zu je CHF 6'00 0.-- 101268 AE.____ 3. März 2015 3 Kilogramm zu je CHF 6'000.- - 101268 AE.____ Unbekannt 5,5 Kilogramm zu je CHF 5'300.-- 101268 CI.____ 16. September 2014 2 Kilogramm zu unbekann tem Preis 101207 CJ.____ 4. Juni 2015 1 Kilogramm zu je CHF 6'300.- - 101050 CK.____ 27. Januar 2014 6 Kilogramm zu je CHF 7'00 0.-- 101069 CL.____ 15. September 2014 1 Kilogramm zu je CHF 6 '000.-- 101224 CL.____ 1. Oktober 2014 2 Kilogramm zu je CHF 6'00 0.-- 101224 CM.____ 18. Januar 2014 0,3 Kilogramm zu unbekannt em Preis 101068 CN.____ 13. Mai 2014 2 Kilogramm zu je CHF 7'000.-- 101254 CN.____ 18. Mai 2014 5 Kilogramm zu je CHF 7'000.- - 101254 Total 996,12 Kilogramm Marihuana; davon 865,82 Kilogramm zu bekannten Preisen und 130,3 Kilogramm zu unbekanntem Preis. Umsatz bei 865,82 Kilogramm Marihuana min- destens CHF 5'440'605.30 bzw. durchschnitt- lich CHF 6'283.75 pro Kilogramm Marihuana. cc) Im Ergebnis erachtet das Kantonsgericht hinsichtlich Zif fer 7 der Anklageschrift (betref- fend den Zeitraum von Mitte Januar 2014 bis Mitte Jun i 2015) nach Prüfung jeder einzelnen angeklagten und im fraglichen Notizbuch aufgelisteten Zahl sowie in strenger Anwendung der Maxime "in dubio pro reo" eine verkaufte Menge von übe r 996 Kilogramm Marihuana ‒ wovon rund 866 Kilogramm zu bekannten Preisen und 130 Kilogr amm zu unbekanntem Preis ‒ zu ei- nem Verkaufspreis von insgesamt mindestens CHF 5'440'60 5.-- sowie durchschnittlich CHF 6'283.-- pro Kilogramm Marihuana (jeweils nur be rücksichtigend die 866 Kilogramm Mari- huana zu bekannten Preisen) als erstellt. Diese Menge vo n 996 Kilogramm verkauften Mari- huanas ist in Relation zu setzen zu den gehandelten Meng en in den übrigen Anklageziffern. Dies bedeutet konkret, dass von den verkauften 996 Kilog ramm Marihuana zunächst die voll- umfänglich den gleichen Zeitraum betreffende (Februar 2015 bis Mitte Juni 2015) gehandelte Menge von rund 215 Kilogramm Marihuana gemäss Ziffer 2 der Anklageschrift plus sodann die ebenfalls teilweise den gleichen Zeitraum betreffende (Mitte Januar 2014 bis Mitte Mai 2014) gehandelte Teilmenge von 394 Kilogramm Marihuana gem äss Ziffer 4 der Anklageschrift (vgl. S. 22 der Anklageschrift) abzuziehen sind. Hieraus result iert nach Ziffer 7 der Anklageschrift eine zusätzlich anrechenbare Menge von 387 Kilogramm Marihuana. Rechnet man die Mengen aus allen Anklageziffern zusammen, ergibt dies ein Gesamt total von 2'268,77 Kilogramm ge- handelten Marihuanas (Anklageziffer 2: 214,958 Kilogramm; Anklageziffer 3: 80,914 Kilogramm; Seite 74 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anklageziffer 4: 1'105,9 Kilogramm; Anklageziffer 5: 48 0 Kilogramm; Anklageziffer 6: Frei- spruch; Anklageziffer 7: 387 Kilogramm) plus 370,6 Gramm Haschisch. Bei einem (gemäss dem vorgängigen lit. bb ermittelten) Durchschnittspreis von CHF 6'283.75 pro Kilogramm Marihuana ist bei einer gehandelten Menge von insgesamt 2'268,77 Kilogramm Marihuana von einem Um- satz von rund CHF 14'256'383.50 auszugehen. Ausserdem ist bei einem gestützt auf die nach- gewiesenen durchschnittlichen Einkaufs- und Verkaufsprei se erstellten, angeklagten Mindest- gewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihuana ein Gesamtgewinn von CHF 3'403'155.-- zu erwarten (bzw. abzüglich des vor dem Verkauf beschlagnahmten Marihuanas gemäss Anklage- ziffer 3 im Umfang von 80,914 Kilogramm ein solcher von CHF 3'281'784.--). e) Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschuldigte in Guthe issung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft und damit in Abänderu ng des Urteils des Strafgerichts nach Ziffer 7 der Anklageschrift in der Zeit von Mitte Janua r 2014 bis Mitte Juni 2015 der Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz mit einer Menge von 996,12 Kilogramm Marihuana nach Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG schuldig zu erklären (h iervon anrechenbar unter Berücksichti- gung der Anklageziffern 2 und 4 eine Menge von 387 Kil ogramm Marihuana). Bezüglich des qualifizierten Tatbestandes gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG ist an vorliegender Stel- le auf die nachfolgenden Erwägungen des Kantonsgerichts zu den Qualifikationen (unten E. 12) zu verweisen. 11. Ziffer 8 der Anklageschrift: Erwerb und Einfuhr zur Veräusserung von insgesamt 1'257.84 kg Marihuana in der Zeit von Mitte Februar 2013 bis Juni 2015 a) (…) b) (…) c) (…) d) Das Kantonsgericht erwägt was folgt: Seite 75 http://www.bl.ch/kantonsgericht aa) Wie bereits mehrfach und ausführlich dargelegt (vgl. o ben E. 7.e/cc sowie 10.e/aa), ver- bleiben gestützt auf das Handschriftengutachten vom 3. April 2020 (als Ergänzung zum Gutach- ten vom 2. September 2015), die beim Beschuldigten besc hlagnahmten nahezu 30 Mobiltelefone sowie den Fundort der beiden Notizb ücher am gemeinsamen Wohnort des Beschuldigten und seiner Lebenspartnerin an der XH.__ __strasse 18 in XI.____ und die Tatsa- che, wonach dieser bestätigt hat, dass sämtliche Gegenst ände, welche unter anderem an der XH.____strasse 18 in XI.____ beschlagnahmt worden sind, ihm gehören, keine relevanten Zweifel, dass der Beschuldigte der Verfasser der Schrift leistungen in den beiden Notizblöcken rot und grau ist. Ebenfalls erstellt ist nach dem Verstä ndnis des Kantonsgerichts, dass es sich bei den beiden genannten Notizbüchern rot und grau u m eine Drogenbuchhaltung handelt, be- treffend den Einkauf von Marihuana aus dem Ausland s owie den Verkauf an Abnehmer in der Schweiz. bb) Tabelle Kauf von Marihuana von Lieferanten gemäss A nklageschrift: Name Datum Menge und Preis Aktenseite CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 25. Februar 2013 36,4 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (160'160.--) 100851 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 19. März 2013 48 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (211'200.--) 100851 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 20. April 2013 59 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (259'600.--) 100851 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 6. Mai 2013 60 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (264'000.--) 100851 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 21. Mai 2013 60 Kilogramm zu unbekanntem Preis 100 852 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 18. Juni 2013 52 Kilogramm zu unbekanntem Preis 100 852 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ 19. Juni 2013 28 Kilogramm zu jeweils € 4'150.-- (116'200.--)plus 12 Kilogramm zu jeweils € 3'500.-- (42'000.--) plus 26 Kilogramm zu unbekanntem Preis 100852 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ Unbekannt 50 (52-2) Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (220'000.--) plus 26 Kilogramm zu jeweils € 2'500.-- (65'000.--) plus 12 Kilogramm zu jeweils € 3'750.-- (45'000.--) plus 28 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (123'200.--) 100850 Seite 76 http://www.bl.ch/kantonsgericht CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ Unbekannt 52 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (228'800.--) 100853 CO.____ / CP.____ / CC.____ / CQ.____ / CR.____ Unbekannt 60 Kilogramm zu jeweils € 4'000.-- (240'000.--)plus 60 Kilogramm zu jeweils € 3'000.-- (180'000.--) 100854 CS.____ 3. Dezember 2014 10 Kilogramm zu jeweils € 5'000.-- (50'000.--) 101273 CS.____ 3. Dezember 2014 9,8 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (41'160.--) 101177 CT.____ 4. Oktober 2014 8,96 Kilogramm zu jeweils € 3'900.-- (34'944.--) plus 2,5 Kilogramm zu jeweils € 4'800.-- (12'000.--) plus 4 Kilogramm zu jeweils € 5'500.-- (22'000.--) 101104 CU.____ 12. Mai 2014 22 Kilogramm zu jeweils € 4'000.-- (88'000.--) 101257 CV.____ 25. Januar 2014 38 Kilogramm zu unbekannte m Preis plus 31 Kilogramm zu jeweils € 3'800.-- (117'800.--) 101069 CV.____ 4. Mai 2014 30 Kilogramm zu unbekanntem Pr eis 101260 CV.____ 4. Mai 2014 10 Kilogramm zu jeweils € 4'000.-- (40'000.--) 101256 CV.____ 12. Mai 2014 5 Kilogramm zu jeweils € 4'000.-- (20'000.--) 101255 CV.____ 8. August 2014 28,86 Kilogramm zu unbekannt em Preis 101200 CV.____ 13. August 2014 30,8 Kilogramm zu unbekannt em Preis 101201 CV.____ 23. August 2014 30 Kilogramm zu unbekanntem Preis 101201 CV.____ 23. September 2014 27 Kilogramm zu unbekan ntem Preis 101201 CV.____ 12. Oktober 2014 7 Kilogramm zu jeweils € 4'800.-- (33'600.--) plus 1 Kilogramm zu jeweils € 2'500.-- (2'500.--) plus 0,93 Kilogramm zu jeweils € 3'630.-- (3'376.--) 101100 CV.____ 4. November 2014 20 Kilogramm zu unbekannte m Preis 101176 CV.____ / CW.____ 8. August 2014 18,15 Kilogramm zu unbekanntem Preis plus 5,64 Kilogramm zu unbekanntem Preis 101199 CX.________ Unbekannt 20 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (84'000.--) 101189 CX.________ 16. Dezember 2014 20 Kilogramm zu jewei ls € 3'000.-- (60'000.--) 101189 CX.________ 20. Januar 2015 9 Kilogramm zu jeweils € 4'900.-- (44'100.--) 101189 CY.____ 10. Juni 2014 10 Kilogramm zu jeweils € 4'500.-- (45'000.--) 101245 CZ.____ 8. August 2014 18,15 Kilogramm zu unbekann tem Preis 101200 CZ.____ 18. August 2014 22,5 Kilogramm zu unbekann tem Preis 101200 AK.____ 27. April 2015 10 Kilogramm zu jeweils € 4'300.-- (43'000.--) plus 10 Kilogramm zu jeweils € 5'200.-- (52'000.--) plus 15 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (63'000.--) 101286 AK.____ 7. Mai 2015 28 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (117'600.--) 101286 AK.____ 5. Juni 2015 30 Kilogramm zu jeweils € 4'250.-- (127'500.--) 101043 DA.____ 17. Mai 2015 6 Kilogramm zu jeweils € 3'900.-- (23'400.--) 101275 DB.____ 14. Juni 2014 3 Kilogramm zu jeweils € 4'400.-- (13'200.--) plus 5 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (21'000.--) 101258 DB.____ 4. November 2014 20 Kilogramm zu jeweils € 3'500.-- (70'000.--) 101176 Seite 77 http://www.bl.ch/kantonsgericht DC.____ 28. April 2015 16,5 Kilogramm zu jeweils € 4'300.-- (70'950.--) plus 6,45 Kilogramm zu jeweils € 5'100.-- (32'895.--) plus 15,2 Kilogramm zu jeweils € 4'200.-- (63'840.--) 101284 Total 1'274,84 Kilogramm Marihuana; davon 867,74 Kilogramm zu bekannten Preisen und 407,1 Kilogramm zu unbekanntem Preis. Umsatz bei 867,74 Kilogramm Marihuana min- destens € 3'355'025.-- bzw. durchschnittlich € 3'866.40 pro Kilogramm Marihuana. cc) Gestützt auf diese Tabelle ist für das Kantonsgericht im Hinblick auf Ziffer 8 der Anklage- schrift (betreffend den Zeitraum vom 18. Februar 2013 bis zum 5. Juni 2015) eine erworbene Menge von 1'274,84 Kilogramm Marihuana ‒ wovon 867,74 Kilogramm zu bekannten Preisen und 407,1 Kilogramm zu unbekanntem Preis ‒ zu einem Einkaufspreis von insgesamt mindes- tens € 3'355'025.-- sowie durchschnittlich € 3'866.40 pro Kilogramm Marihuana (jeweils nur be- rücksichtigend die 867,74 Kilogramm Marihuana zu bekannte n Preisen) nachgewiesen. Diese Menge ist nach dem Verständnis des Kantonsgerichts sowie den Ausführungen in der Anklage- schrift folgend bereits vollständig in den angeklagten M engen gemäss den Anklageziffern 2, 3, 4 und 7 enthalten. Infolgedessen ist festzustellen, dass d er Sachverhalt gemäss Ziffer 8 der Anklageschrift in den Ziffern 2, 3, 4 und 7 der Anklageschrift aufgeht. 12. Ziffer 9 der Anklageschrift: Qualifikationen 12.1 Bandenmässigkeit a) (…) b) (…) c) (…) Seite 78 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) Wie bereits dargelegt (vgl. oben E. 4.1.b), liegt Ba ndenmässigkeit nach Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG vor, wenn sich zwei oder mehrere Täter mit dem au sdrücklich oder konkludent geäus- serten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer selbstständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusammenzu wirken. Das Qualifikationsmerkmal der Bande setzt gewisse Mindestansätze einer Organisati on, etwa Rollen- oder Arbeitsteilung, und eine Intensität des Zusammenwirkens in einem Masse vor aus, dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann. Im vorliegenden Fall ist gestützt auf die vorgängigen Erwägungen für das Kantonsgericht erwie- sen, dass der Beschuldigte in wechselnder Zusammensetzung m it G.____ und H.____ (214,958 Kilogramm Marihuana plus 370,6 Gramm Haschisch, Fall 2 der Anklageschrift; oben E. 5), mit V.____ (80,914 Kilogramm Marihuana, Fall 3 der Anklageschrift; oben E. 6), mit AH.____ und K.____ (1'105,9 Kilogramm Marihuana, Fall 4 der Anklageschrift; oben E. 7) sowie mit AS.____, L.____ und M.____ (480 Kilogramm Marih uana, Fall 5 der Anklageschrift; oben E. 8) im grossen Stil im international organisierten M arihuanahandel tätig gewesen ist. Unter- mauert wird diese Schlussfolgerung durch die Erkenntni sse in Ziffer 7 der Anklageschrift (oben E. 10), wonach der Beschuldigte lediglich im Zeitraum von Mitte Januar 2014 bis Mitte Juni 2015 eine Menge von 996,12 Kilogramm Marihuana an Ab nehmer in der Schweiz weiterver- äussert hat. Zudem steht unter Berücksichtigung der Erwägungen betreffend Ziffer 8 der Ankla- geschrift (oben E. 11) fest, dass der Beschuldigte im Z eitraum vom 18. Februar 2013 bis zum 5. Juni 2015 eine Menge von 1'274,84 Kilogramm Marihuana von Lieferanten aus dem Ausland erworben hat. Die Aufgabe des Beschuldigten hat offenbar jeweils dari n bestanden, die Einkäufer im Ausland (vgl. hierzu die Gesamtauswertung der SMS des Beschuldigten [act. 7079.4 ff.] sowie exempla- risch den SMS-Verkehr mit "BE.____" [act. 4407 ff.]) bezüglich Menge und Preis des zu erwer- benden Marihuanas zu instruieren und zu führen; er ist ganz offensichtlich der Entscheidungs- träger hinsichtlich des Betäubungsmittelerwerbs gewesen. Ohne ihn ist kein Geschäft abge- schlossen worden, er hat das Sagen gehabt und bestimmt, wann bei wem zu welchem Preis das Marihuana bezogen worden ist. Weiter hat der Beschu ldigte diverse Räumlichkeiten in XL.____, XG.____, Z.____, XA.____ und XO.____ angem ietet zwecks Zwischenlagerung des in die Schweiz importierten Marihuanas. Ausserdem hat der Beschuldigte nach dem Ausfall von Mittätern infolge deren Verhaftung auch selbst Mari huana transportiert und den Drogen- Seite 79 http://www.bl.ch/kantonsgericht schmuggler H.____ für weitere Lieferungen bezahlt (vgl. unten E. 13). Ferner hat der Beschul- digte die Belieferung der Zwischenhändler in den Regionen XO.____ sowie X.____ bis XN.____ organisiert. Sodann hat der Beschuldigte Buchhaltung g eführt über die erworbenen und weiter- veräusserten Mengen an Marihuana. Demgegenüber haben seine Mittäter den Ankauf des Ma- rihuanas im Ausland nach Weisung des Beschuldigten umgese tzt (z.B. "BE.____"), den Import der Betäubungsmittel in die Schweiz vollzogen (u.a. H._ ___), Fahrzeuge in der Schweiz ange- mietet zwecks Transports, Zwischenlagerung und Auslieferung an Zwischenhändler (V.____, AH.____ und K.____), das in die Schweiz gelieferte Ma rihuana entgegengenommen und zu den Drogenbunkern in der Region XO.____ weitertransp ortiert (L.____, V.____ und G.____) sowie schliesslich die Zwischenabnehmer in den Regionen XO.____ sowie X.____ bis XN.____ nach Vorgabe des Beschuldigten beliefert (L.____, AH. ____ und K.____ sowie V.____). Abge- sehen von der Tatsache, dass die geschilderte Arbeitste ilung in Bezug auf die Ziffern 2, 3, 4 und 5 der Anklageschrift aktenmässig erstellt ist, liegt es auf der Hand, dass der Betäubungs- mittelhandel im vorliegend nachgewiesenen Ausmass nicht von einer Person allein geführt wer- den kann. So ist hinsichtlich der Ziffern 7 und 8 der Anklageschrift davon auszugehen, dass über die bekannten und genannten Mittäter hinaus weitere (mindestens die in den Drogenbuch- haltungen mit Namen aufgeführten) Personen für die Organisation tätig gewesen sind, insbe- sondere im Einkauf vor Ort in den Niederlanden sowie b eim Transport des Marihuanas in die Schweiz und bei der Weiterverteilung an die Zwischenabnehmer in der Schweiz. Nach Auffassung des Kantonsgerichts ist kein nachvollziehbarer Grund ersichtlich, die Ankla- geziffer 3 rechtlich anders zu beurteilen als die Anklag eziffer 2 oder die Anklageziffern 4, 5, 7 und 8. Nachdem bereits V.____ betreffend die von ihm transportierten rund 6 Kilogramm Mari- huana wegen bandenmässiger Widerhandlung gegen das Bet äubungsmittelgesetz verurteilt worden ist, muss bezüglich des Beschuldigten unter Berücksic htigung des gesamtheitlichen Kontextes umso mehr davon ausgegangen werden, dass dies er mit der Lagerung von über 80 Kilogramm Marihuana keine isolierte Einzeltat begange n hat. Im Ergebnis bestehen keine ver- nünftigen Zweifel, dass der Beschuldigte sich jeweils mi t mindestens einer bzw. mehreren Per- sonen zusammengetan hat zwecks fortgesetzten Handels (Erwer b, Einfuhr, Transport, Lage- rung, Weitergabe, Verkauf etc.) von Marihuana. Ebenso fraglos steht fest, dass dieses jeweils mehrmonatige Zusammenwirken nur durch die Verhaftung d er Mittäter bzw. schliesslich des Beschuldigten selbst beendet worden ist. Dass der Beschu ldigte und die Mittäter bei ihrem Zu- sammenwirken arbeitsteilig vorgegangen sind, steht dabei ebenfalls ausser Frage. Gemäss Seite 80 http://www.bl.ch/kantonsgericht diesen Erwägungen ist zu konstatieren, dass der Beschuldi gte sämtliche ihm zur Last gelegten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss den Anklageziffern 2, 3, 4, 5, 7 und 8 (unter Berücksichtigung, dass dieser Sachverhalt in den übrigen Anklageziffern aufgeht) bandenmässig begangen hat, womit er nach den bisherigen Verurteilungen gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d BetmG auch nach Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG schuldig zu sprechen ist. 12.2 Gewerbsmässigkeit a) (…) b) (…) c) (…) d) Wie vorstehend zitiert (vgl. oben E. 4.1.c), geht die Rechtsprechung für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit vom Begriff des berufsmässigen Handel ns aus. Der Täter handelt be- rufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwen- det, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb ein es bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufs ausübt. Vorausgesetzt ist, dass der Täter die Tat bereits mehrfach begangen hat, dass er in der Absicht gehandelt hat, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, und dass aufgrund seiner Taten geschlossen werden muss, er sei zu einer Vielzahl von unter den fraglichen Tatbestand fallenden Taten bereit gewesen. Wesentlich ist, dass der Täter relativ regelmässige Einnahmen anstrebt; er muss sich darauf eingerichtet haben, durch d ie deliktische Tätigkeit einen relevan- ten Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestaltung zu erzielen. In concreto ist nach Ansicht des Kantonsgerichts unzweifel haft, dass der Beschuldigte zusam- men mit Mittätern im grossen Stil im international or ganisierten Marihuanahandel tätig gewesen ist. Insgesamt ist im Zeitraum zwischen dem 30. April 2012 (Anklageziffer 5) und dem 10. Juni 2015 (Anklageziffern 2 und 7) ein Gesamttotal von mind estens 2'268,77 Kilogramm gehandel- ten Marihuanas (Anklageziffer 2: 214,958 Kilogramm; An klageziffer 3: 80,914 Kilogramm; An- klageziffer 4: 1'105,9 Kilogramm; Anklageziffer 5: 480 Kilogramm; Anklageziffer 6: Freispruch; Seite 81 http://www.bl.ch/kantonsgericht Anklageziffer 7: 387 Kilogramm) sowie 370,6 Gramm Haschi schs erstellt. Bei einem ermittelten Durchschnittspreis von CHF 6'283.75 pro Kilogramm Marih uana ist bei einer gehandelten Men- ge von insgesamt 2'268,77 Kilogramm Marihuana von eine m Umsatz von rund CHF 14'256'383.50 auszugehen. Ausserdem resultiert bei einem erstellten und angeklagten Mindestgewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihua na ein Gesamtgewinn von CHF 3'403'155.--. Es steht ausser Frage, dass der Beschu ldigte angesichts der enormen Men- ge von mindestens 2'268,77 Kilogramm gehandelten Mari huanas und der zahlreichen nachge- wiesenen Transaktionen (vgl. die Tabellen Verkauf von M arihuana an Abnehmer oben E. 10.e/bb und Kauf von Marihuana von Lieferanten o ben E. 11.d/bb) sehr viel Zeit für seine Beschäftigung aufgewendet hat. Gleichermassen eindeuti g ist, dass er angesichts der gehan- delten Betäubungsmittelmenge und des daraus generierten überaus hohen Umsatzes von rund CHF 14'256'383.50 sowie Gewinns von CHF 3'403'155.-- danach gestrebt hat, durch die delikti- sche Tätigkeit einen relevanten Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestal- tung zu erzielen. Dies gilt umso mehr, als der Beschuld igte aufgrund des durch den Betäu- bungsmittelhandel erzielten Einkommens keine Veranlassun g gehabt hat, die per 31. März 2015 eingestellte Pensionskassenleistung anzufechten (act. 12 07) und offenbar auch keinen Bedarf gesehen hat, für seinen Lebensunterhalt Gebrauch von seiner tatsächlich bezogenen IV- Rente machen zu müssen (vgl. act. 1197). Im Resultat steh t damit ohne Frage fest, dass der Beschuldigte sämtliche ihm zur Last zu legenden Widerh andlungen gegen das Betäubungsmit- telgesetz auch gewerbsmässig begangen hat, weshalb er nach den bisherigen Verurteilungen gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d BetmG sowie Art. 19 Abs. 2 lit. b BetmG auch nach Art. 19 Abs. 2 lit. c BetmG schuldig zu erklären ist. 13. Ziffer 10 der Anklageschrift: Geldwäscherei a) (…) b) (…) c) (…) Seite 82 http://www.bl.ch/kantonsgericht d) In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten Folgendes zur Last gelegt: Gemäss den Ziffern 2 - 8 der Anklageschrift habe der Beschuldigte im Zeitraum von August 2011 bis zum 15. Juni 2015 eine unbekannte Menge, mindestens jedoch 2 '634 Kilogramm Marihuana zu ei- nem minimalen Einkaufspreis von € 3'500.-- pro Kilogramm Marihuana erworben. Weil de r Be- schuldigte den Einkaufspreis in Euro habe begleichen mü ssen, habe er jeweils den Erlös aus dem Verkauf des Marihuanas im Vorfeld von Schweizerf ranken in Euro gewechselt. Insgesamt habe der Beschuldigte mehr als CHF 10'000'000.-- zu ru nd € 9'200'000.-- gewechselt, welche direkt aus dem Drogenhandel gestammt hätten, bzw. er habe das Geld durch weitere Personen wechseln lassen. Im Laufe der Tatzeit habe der Beschuldi gte, respektive weitere von ihm be- auftragte Personen seiner Organisation, das Geld in bar in die Niederlande eingeführt, um Ma- rihuana zu erwerben. So habe der Beschuldigte zum Be ispiel am 22. Mai 2015 H.____, der mit dem Lastwagen Q.____ AG, Kontrollschild NL-4____, unte rwegs gewesen sein, beauftragt, ihn auf dem Rückweg von Italien in die Niederlande in XG._ ___ auf der Autobahnraststätte zu tref- fen. Als das Treffen noch am gleichen Tag zustande geko mmen sei, habe der Beschuldigte dem Lastwagenfahrer H.____ um ca. 17:30 Uhr Bargeld in der Höhe von mindestens € 100'000.-- übergeben, welches er zu einem unbekannten Zeitpunkt zuvor von Schweizerfran- ken in Euro gewechselt habe bzw. durch von ihm beauftra gte Personen seiner Organisation habe wechseln lassen. Wie vom Beschuldigten angewiesen, habe H.____ das übernommene Geld in die Niederlande transportiert und dieses dort an einem nicht bekannten Ort an den un- bekannten "DW.____" übergeben. Diese in € 100'000.-- gewechselten Schweizerfranken hätten als Drogenerlös aus dem Marihuanahandel gestammt und d em Erwerb von weiterem Marihua- na in den Niederlanden gedient. Aus dem gleichen Gr und habe der Beschuldigte am 10. Juni 2015 H.____ € 200'000.-- zum Transport nach Holland übergeben. In casu ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht umstritten, ob dem Beschuldigten anzulasten ist, am 22. Mai 2015 H.____ Bargeld in der Höhe von mind estens € 100'000.-- übergeben zu ha- ben, welches er zu einem unbekannten Zeitpunkt zuvor von Schweizerfranken in Euro gewech- selt habe bzw. durch von ihm beauftragte Personen sein er Organisation habe wechseln lassen. In diesem Zusammenhang ist in klärender Weise festzustell en, dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungserklärung bezüglich des vorliegenden Anklagepunktes zunächst zwar in generel- ler Weise eine Verurteilung gemäss Anklageschrift verlan gt, sich dann aber in der Folge be- gnügt, bei der konkreten Berufungsbegründung das angef ochtene Urteil lediglich dahingehend zu rügen, dass der Beschuldigte auch hinsichtlich des exemplarisch dargelegten Falles, wonach Seite 83 http://www.bl.ch/kantonsgericht er am 22. Mai 2015 H.____ Bargeld im Umfang von € 100'000.-- zum Transport von der Schweiz in die Niederlande übergeben haben soll, zu b estrafen sei. Infolgedessen geht das Kantonsgericht davon aus, dass der Sachverhalt nur noch i n diesem Umfang zu klären ist. In rechtlicher Hinsicht steht ausserdem in Frage, ob ledigli ch eine versuchte Tatbegehung vorliegt sowie ob der qualifizierte Tatbestand von Art. 305 bis Ziff. 2 StGB zu bejahen ist (unten lit. e). Seitens des Beschuldigten zugestanden und insofern sachve rhaltsmässig unbestritten ist, dass dieser H.____ am 10. Juni 2015 € 200'000.-- zum Transport von der Schweiz in die Niederlande übergeben hat. Demgegenüber ist es nach Ansicht des Ka ntonsgerichts ‒ nachdem die ent- sprechenden Aussagen von H.____ nicht zu Lasten des Beschul digten verwertbar sind (vgl. oben E. 5.1.d/aa) ‒ mangels aussagekräftiger Beweise oder Indizien der Maxim e "in dubio pro reo" folgend als nicht erstellt zu erachten, dass dieser a uch am 22. Mai 2015 H.____ Bargeld in der Höhe von € 100'000.-- zum Transport von der Schweiz in die Niederl ande übergeben hat. Gleiches würde im Übrigen auch gelten, falls die Staats anwaltschaft ihre Berufung nicht nur auf den exemplarisch angeklagten Fall vom 22. Mai 2015 beg renzt haben wollte, nachdem bezüg- lich der weiteren Vorwürfe gemäss Anklageschrift nicht einmal ansatzweise dargelegt wird, wann und durch welche konkrete Handlungen der fragliche Tatbestand erfüllt sein soll. Damit bleibt es, wie schon von der Vorinstanz erkannt, bei einer einmaligen Tatbegehung. e) aa) Wer eine Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Er mittlung der Herkunft, die Auffindung oder die Einziehung von Vermögenswerten zu vereiteln, d ie, wie er weiss oder annehmen muss, aus einem Verbrechen oder aus einem qualifizierten Steuervergehen herrühren, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestra ft (Art. 305 bis Ziff. 1 StGB). In schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahr en oder Geldstrafe. Mit der Freiheitsstrafe wird eine Geldstrafe bis zu 500 Tagessätzen verbunden (Art. 305 bis Ziff. 2 StGB). Ein schwerer Fall liegt insbesondere vor, wenn der Täter: als Mitgl ied einer Verbrechensorganisation handelt (Art. 305 bis Ziff. 2 lit. a StGB); als Mitglied einer Bande hand elt, die sich zur fortgesetzten Aus- übung der Geldwäscherei zusammengefunden hat (lit. b); durch gewerbsmässige Geldwäsche- rei einen grossen Umsatz oder einen erheblichen Gewinn erzielt (lit. c). Den Tatbestand der Geldwäscherei kann nach ständiger Rech tsprechung (vgl. zum Ganzen BGE 144 IV 172 E. 7.2) auch erfüllen, wer Vermögenswe rte wäscht, die er selber durch ein Verbrechen erlangt hat (BGE 128 IV 117 E. 7a, mit Hinweisen). Zur Erfüllung des Tatbestandes Seite 84 http://www.bl.ch/kantonsgericht bedarf es zunächst einer Vortat. Tathandlung der Geldw äscherei ist sodann jeder Vorgang, der geeignet ist, die Ermittlung, die Auffindung oder di e Einziehung von kontaminierten Vermö- genswerten zu vereiteln. Nach der Rechtsprechung schliesst die Vereitelung der Einziehung als pars pro toto auch die Ermittlungs- und Auffindungsvere itelung mit ein; entscheidend ist mithin, ob ein Verhalten vorliegt, welches geeignet ist, die Ei nziehung der verbrecherisch erlangten Vermögenswerte zu vereiteln. Ob dies zutrifft, ist im Ei nzelfall zu bestimmen (BGE 129 IV 238 E. 3.3; BGer 6B_217/2013 vom 28. Juli 2014 E. 3.1; j e mit Hinweisen). Strafbar ist die Vereite- lungshandlung als solche, unbesehen eines Vereitelungs erfolgs (BGE 124 IV 274 E. 2). Geld- wechsel wird zu den tatbestandsmässigen Handlungen gezähl t. Dieser Wechsel bezweckt die Ersetzung des kontaminierten mit einem weniger verfäng lichen, stofflich nicht mehr identischen Wertträger, und tilgt so die Spur seines Herkommens. I nsbesondere entfällt die typische kleine Stückelung, die neuen Wertträger weisen keine Drogen spuren mehr auf und sind als solche nicht mehr als Drogengeld identifizierbar, so dass die Vermögenswerte schliesslich nicht mehr zuzuordnen sind. Der Wechsel des Wertträgers bewirkt dessen Anonymisierung (BGE 122 IV 211 E. 2.c). In subjektiver Hinsicht muss der Geldwäscher die verbrecherische Herkunft der Vermögenswerte und die Verwirklichung des Vereitelungszusammenhangs, der ihm objektiv zur Last gelegt wird, zumindest in Kauf nehmen, d.h. mit e iner möglichen Tatbestandsverwirkli- chung einverstanden sein (BGE 122 IV 211 E. 2.e). Hin sichtlich des qualifizierten Tatbestandes hält das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung fest, dass si ch aus der Formulierung des Ge- setzes ("insbesondere") ergibt, dass es sich nicht um eine abschliessende Aufzählung handelt. Auch andere als die aufgezählten schweren Fälle sind d enkbar. Dabei müssen die Taten in ob- jektiver und subjektiver Hinsicht gleich schwer wiegen wie d ie im Gesetz genannten Beispiele (BGer 6B_1013/2010 vom 17. Mai 2011 E. 6.2). bb) Im vorliegenden Fall ist es wie vorgängig dargelegt sa chverhaltsmässig erstellt, dass der Beschuldigte H.____ am 10. Juni 2015 € 200'000.-- zum Transport von der Schweiz in die Nie- derlande übergeben hat. Dass das Bargeld aus dem Drog enhandel stammt, erscheint aufgrund der Umstände nicht als zweifelhaft und wird denn vom Besc huldigten auch nicht bestritten. Gleichermassen unbestritten und unzweifelhaft ist sodann , dass der in der Schweiz generierte Drogenerlös vor der Weiterleitung an die Lieferanten vom Beschuldigten oder einem Mittäter von Schweizerfranken in Euro gewechselt worden ist. Da d er Geldwechsel zu den typischen tatbestandsmässigen Handlungen gezählt wird, ist berei ts mit diesem Vorgang der Tatbestand vollendet. Soweit davon ausgegangen werden sollte, dass dem Beschuldigten nicht der Geld- Seite 85 http://www.bl.ch/kantonsgericht wechsel per se, sondern bloss die Übergabe des gewechselten Geldes an den Transporteur zur Last zu legen sei, würde sich an dieser rechtlichen Einsch ätzung nichts ändern. Praxisgemäss ist die Vereitelungshandlung als solche strafbar, unbeseh en eines Vereitelungserfolgs. Insofern spielt es also keine Rolle, dass das fragliche Geld später beschlagnahmt worden ist, da bereits mit der Übergabe der Tatbestand vollendet ist, nachde m mit der Übergabe des Geldes an eine Drittperson ohne Zweifel ein Verhalten vorliegt, wel ches geeignet ist, die Einziehung der ver- brecherisch erlangten Vermögenswerte zu vereiteln. Demn ach verbleibt kein Raum, bloss eine versuchte Tatbegehung anzunehmen, wie dies der Beschul digte ohne weitere Ausführungen begehrt. Dass der subjektive Tatbestand angesichts der konkr eten Umstände zweifellos erfüllt ist, steht ausser Frage und wird vom Beschuldigten ebenfalls nicht bestritten. Das Strafgericht hat den Beschuldigten der qualifizierten Geldwäscherei schuldig erklärt mit der Begründung, es handle sich um einen sehr grossen Delikts betrag, welcher die erforderlichen Mindestmengen im Sinne von Art. 305 bis Ziff. 2 Abs. 2 StGB mehr als deutlich überschreite, weshalb ‒ ohne dass das Delikt der Geldwäscherei mehrfach begang en worden sei ‒ von ei- nem schweren Fall "sui generis" auszugehen sei. Dieser A uffassung folgt das Kantonsgericht nicht. Dass dem Beschuldigten vorgeworfen wird, als Mitgli ed einer Verbrechensorganisation gehandelt zu haben (Art. 305 bis Ziff. 2 Abs. 2 lit. a StGB) oder als Mitglied eine r Bande, die sich zur fortgesetzten Ausübung der Geldwäscherei zusammengef unden hat (Art. 305 bis Ziff. 2 Abs. 2 lit. b StGB), ist nicht ersichtlich. Im Hinblick auf die gewerbsmässige Geldwäscherei nach Art. 305 bis Ziff. 2 Abs. 2 lit. c StGB ist zu konstatieren, dass pr axisgemäss die deliktische Tätig- keit als Aktivität erscheinen muss, welche nach Art eines Ber ufes ausgeübt wird. Zusätzlich verlangt wird ein grosser Umsatz oder ein erheblicher Ge winn, welche nach der Praxis bei ei- nem Betrag ab CHF 100'000.-- (Umsatz) bzw. CHF 10'000. -- (Gewinn) anzunehmen sind (vgl. MARK PIETH , in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Ba sel 2019, N 66 zu Art. 305 bis StGB, mit Hinweisen). Aufgrund der Tatsache, dass in cas u der Deliktsbetrag bei € 200'000.-- anzusiedeln ist, ist das Tatbestandsmerkmal des grossen Um satzes fraglos erfüllt. Allerdings kann dem Beschuldigten lediglich eine einmalige Tatbegehung zur Last gelegt werden, weshalb das Tatbestandsmerkmal der Berufsmässigkeit nicht vorliegt . Im Übrigen sieht das Kantonsge- richt keinen verbleibenden Spielraum, um vorliegend ei nen unspezifischen schweren Fall "sui generis" anzunehmen (vgl. P IETH , a.a.O., N 66a zu Art. 305 bis StGB, mit Hinweisen). Infolge- dessen ist nach Ansicht des Kantonsgerichts vorliegend le diglich der Regelfall nach Ziff. 1 von Art. 305 bis StGB zu bejahen. Seite 86 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gestützt auf diese Erwägungen ist der Beschuldigte in te ilweiser Gutheissung seiner diesbe- züglichen Berufung und in Abweisung der entsprechenden Berufung der Staatsanwaltschaft sowie in Abänderung des angefochtenen Urteils nicht me hr der qualifizierten Geldwäscherei nach Art. 305 bis Ziff. 2 StGB, sondern lediglich der Geldwäscherei gem äss Art. 305 bis Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären. 14. Ziffer 11 der Anklageschrift: Widerhandlung geg en das Waffengesetz a) (…) b) (...) c) (…) d) In der Anklageschrift werden dem Beschuldigten diesbez üglich zwei Sachverhalte zur Last gelegt: Erstens sei er am 10. Juni 2015 in XG.____ , XP.____strasse 23, verbotenerweise im Besitz eines Schiessstiftes sowie eines Teleskopschlagsto cks gewesen, und zweitens sei er ebenfalls am 10. Juni 2015 in XI.____, XH.____strasse 18, verbotenerweise im Besitz einer vollautomatischen Maschinenpistole DD.____, eines Schlagri ngs, eines Elektroschockgeräts KL-958, eines Teleskopschlagstocks, eines Elektroschockgeräts "S chlagstock", einer mit neun Patronen geladenen Pistole AX.____, einer Patronenschachtel mit insgesamt 49 Patronen Kali- ber 9 Millimeter, einer Patronenschachtel mit insgesam t 48 Patronen Kaliber .38 Special sowie einer Patronenschachtel mit insgesamt 43 Patronen Kaliber 9 Millimeter gewesen. In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist festzustellen, dass der Be schuldigte die ihm in der Ankla- geschrift zur Last gelegten Vorwürfe grundsätzlich nicht bestreitet. Allerdings macht er im Beru- fungsverfahren geltend, die bei seiner Lebenspartnerin in XI.____ aufgefundenen Gegenstände lediglich für den sogenannten "O.____" aufbewahrt zu haben. Wie bereits vorgängig ausgeführt (vgl. oben die entsprechenden Erwägungen zu den einze lnen Anklagepunkten), verneint das Kantonsgericht die Existenz von "O.____" bzw. geht davon a us, dass der Beschuldigte selber diese Person ist. Abgesehen davon hat der Beschuldigte im Widerspruch zu seinen heutigen Seite 87 http://www.bl.ch/kantonsgericht Depositionen anlässlich seiner Einvernahme durch die Pol izei Basel-Landschaft, Drogenfahn- dung, vom 12. Juni 2015 ohne irgendwelche Zweifel an zumelden zugegeben, dass die bei sei- ner Lebenspartnerin beschlagnahmten Waffen ihm gehöre n (act. 2419). Damit steht für das Kantonsgericht fest, dass die fraglichen Gegenstände dem Beschuldigten zuzuordnen sind. Aber auch wenn "O.____" existieren würde bzw. tatsächlic h eine andere Person als der Be- schuldigte wäre, würde sich an der vorstehenden Feststellu ng nichts ändern. In diesem Fall wäre nicht ersichtlich, aus welchem vernünftigerweise nachvollziehbaren Grund der Beschuldig- te die zahlreichen Waffen ‒ darunter immerhin eine vollautomatische Maschinenpistol e sowie eine weitere Pistole mit jeweils entsprechenden Patronen ‒ mit erheblichem Gefährdungspoten- tial für eine ihm angeblich praktisch unbekannte Person am Wohnort seiner Lebensgefährtin aufbewahren sollte. Selbst wenn es jedoch zutreffend wäre, dass der Beschuldigte die diversen Waffen und die entsprechende Munition bloss für eine an dere Person gelagert hat, würde dies im Übrigen nichts daran ändern, dass er die fraglichen Gegenstände besessen hat. Infolgedes- sen ist der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ohne Weiteres erfüllt. e) Nach Art. 33 Abs. 1 lit. a WG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich ohne Berechtigung Waffen, we sentliche oder besonders konstruierte Waffenbestandteile, Waffenzubehör, Munition oder Muni tionsbestandteile anbietet, überträgt, vermittelt, erwirbt, besitzt, herstellt, abändert, umb aut, trägt, in einen Schengen-Staat ausführt oder in das schweizerische Staatsgebiet verbringt. In A nwendung von Art. 7 Abs. 1 WG kann der Bundesrat den Erwerb, den Besitz, das Anbieten, da s Vermitteln und die Übertragung von Waffen, wesentlichen oder besonders konstruierten Waf fenbestandteilen, Waffenzubehör, Mu- nition und Munitionsbestandteilen sowie das Tragen vo n und das Schiessen mit Waffen durch Angehörige bestimmter Staaten verbieten: wenn eine er hebliche Gefahr der missbräuchlichen Verwendung besteht (lit. a); sowie um Beschlüssen der internationalen Gemeinschaft oder den Grundsätzen der schweizerischen Aussenpolitik Rechnung zu trag en (lit. b). Gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. g WV ist der Erwerb, der Besitz, das Anbiete n, das Vermitteln und die Übertragung von Waffen, wesentlichen oder besonders konstruierten Wa ffenbestandteilen, Waffenzubehör, Munition und Munitionsbestandteilen sowie das Tragen von Waffen und das Schiessen mit Feuerwaffen Staatsangehörigen der XS.____ verboten. Indem der Beschuldigte in concreto ohne Berechtigung i n XG.____ im Besitz eines Schiessstif- tes sowie eines Teleskopschlagstocks und in XI.____ im Besitz einer vollautomatischen Ma- Seite 88 http://www.bl.ch/kantonsgericht schinenpistole DD.____, eines Schlagrings, eines Elektroscho ckgeräts KL-958, eines Tele- skopschlagstocks, eines Elektroschockgeräts "Schlagstock", einer mit neun Patronen gelade- nen Pistole AX.____, einer Patronenschachtel mit insgesa mt 49 Patronen Kaliber 9 Millimeter, einer Patronenschachtel mit insgesamt 48 Patronen Kalib er .38 Special sowie einer Patronen- schachtel mit insgesamt 43 Patronen Kaliber 9 Millimet er gewesen ist, ist der objektive Tatbe- stand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG ohne Zweifel erfül lt. Dass der Beschuldigte dabei vorsätzlich gehandelt hat, steht ebenso ausser Frage und wird denn von ihm auch nicht bestritten. Allfällige Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind kein e ersichtlich; namentlich ist der vom Beschuldigten vorgebrachte Einwand, die zahlreichen Waffen sowie die dazugehörige Mu- nition lediglich für eine andere Person aufbewahrt zu haben, als offensichtliche Schutzbehaup- tung zurückzuweisen. Gemäss diesen Erwägungen ist der Beschu ldigte damit in Abweisung seiner diesbezüglichen Berufung ‒ soweit daran angesichts des vor dem Kantonsgericht erfolg- ten diesbezüglichen Geständnisses überhaupt noch festgeh alten worden sein sollte ‒ und folg- lich in Bestätigung des angefochtenen Urteils der Widerh andlung gegen das Waffengesetz schuldig zu erklären. 15. Zusammenfassung Nach den vorstehenden Erkenntnissen des Kantonsgerichts i st der Beschuldigte gemäss den Ziffern 2, 3, 4, 5, 7, 8 und 9 der Anklageschrift im Umfang von gesamthaft über 2'268 Kilo- gramm Marihuana und über 370 Gramm Haschisch der mehrfachen qualifizierten (banden- und gewerbsmässigen) Widerhandlung gegen das Betäubungsmitte lgesetz, nach Ziffer 10 der An- klageschrift im Betrag von € 200'000.-- der Geldwäscherei sowie in Bezug auf die am 10. Juni 2015 in XG.____ und in XI.____ sichergestellten Gegen stände (ein Schiessstift, zwei Tele- skopschlagstöcke, eine vollautomatische Maschinenpistole DD._ ___, ein Schlagring, zwei Elektroschockgeräte KL-958 bzw. „Schlagstock", eine mit neun Patronen geladene Pistole AX.____, eine Patronenschachtel mit insgesamt 49 Patro nen Kaliber 9 Millimeter, eine Patro- nenschachtel mit insgesamt 48 Patronen Kaliber .38 Spe cial sowie eine Patronenschachtel mit insgesamt 43 Patronen Kaliber 9 Millimeter) gemäss Ziff er 11 der Anklageschrift der Wider- handlung gegen das Waffengesetz schuldig zu erklären. Demgegenüber ist der Beschuldigte von der Anklage der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betref- fend die Anklageziffer 6 freizusprechen. Im Übrigen ist hinsichtlich des Vorwurfs der qualifizier- Seite 89 http://www.bl.ch/kantonsgericht ten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz be treffend die Anklageziffer 8 in klären- der Weise festzustellen, dass der diesbezüglich angeklagte Sachverhalt bereits in den Anklage- ziffern 2, 3, 4 und 7 aufgeht. 16. Strafzumessung A. Anwendbares Recht 1. Der Beschuldigte hat sämtliche vorliegend zu beurteil enden Straftaten vor Inkrafttreten der seit dem 1. Januar 2018 geltenden neuen Bestimmung en des allgemeinen Teils des Straf- gesetzbuchs verübt. Gemäss Art. 2 StGB ist den neuen Besti mmungen unterworfen, wer nach deren Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen beg eht (Abs. 1). Hat der Täter ein Verbre- chen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieses Gesetzes bega ngen, erfolgt die Beurteilung aber erst nachher, so ist dieses Gesetz anzuwenden, wenn es fü r ihn das mildere ist (Abs. 2). Diese Bestimmung ist über ihren etwas engen Wortlaut hinaus a uch bei Teilrevisionen des StGB an- wendbar. Ob die neue gesetzliche Regelung milder als d ie alte ist, bestimmt sich nach der kon- kreten Methode unter Berücksichtigung der gesamten Umstän de. Es ist zu prüfen, ob der Be- schuldigte bei Anwendung der im Zeitpunkt der Beurteil ung geltenden Normen besser weg- kommt als bei Anwendung der Normen, die zur Zeit der V erübung der Taten gegolten haben (BGE 142 IV 401 E. 3.3). 2. Während nach altem Recht die Ausfällung einer Geldst rafe von einem bis zu 360 Tages- sätzen möglich gewesen ist (Art. 34 Abs. 1 aStGB), ist nach neuem Recht nur noch eine Geld- strafe von drei bis 180 Tagessätzen zulässig (Art. 34 Abs. 1 StGB). Gemäss altem Recht ist überdies eine Freiheitsstrafe unter sechs Monaten nur ausnahmsweise zulässig gewesen, wenn der bedingte Strafvollzug ausser Betracht gefalle n ist und eine Geldstrafe aller Voraus- sicht nach nicht hätte vollzogen werden können (Art. 41 Abs. 1 aStGB; BGE 134 IV 60 E. 3.1). Mit der Revision ist die Möglichkeit von kurzen (bedingt en oder unbedingten) Freiheitsstrafen wieder eingeführt worden. Infolgedessen erweist sich d as alte Recht mit Blick auf die Möglich- keit höherer Geldstrafen und der nur ausnahmsweisen Zulä ssigkeit kurzer Freiheitsstrafen grundsätzlich als milder. Wie nachstehend gezeigt wird, ist der Beschuldigte zu einer Freiheits- strafe von sieben Jahren und sechs Monaten sowie zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen Seite 90 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu verurteilen, was sowohl nach altem wie auch nach neu em Recht möglich ist. Das neue Recht ist folglich für den Beschuldigten nicht milder, w eshalb das alte Recht zur Anwendung gelangt. B. Grundlagen der Strafzumessung a) Allgemeines 1. Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerh alb des massgebenden Strafrah- mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli- chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Le ben des Täters (Abs. 1). Das Ver- schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefäh rdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründe n und Zielen des Täters sowie da- nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge- wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2). 2. Das Gericht bewertet das Verschulden praxisgemäss ausgehen d von der objektiven Tat- schwere. Diese ist zunächst danach zu bestimmen, wie star k das betroffene Rechtsgut beein- trächtigt worden ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, das Risiko sowie die Art und Weise des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bede utung sind auch die Intensität der durch die Tat und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie sowie die Grösse des Tat- beitrags bei mehreren Tätern und die hierarchische St ellung (H ANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung der subjektiven Tatschwerde bilden namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, der bei der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit massgebende Strafzumessungskriterien (W IPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Gericht hat die objektive Tatschwere zu bewer ten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob diese aufgrund der Beurteilung der sub jektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht werden soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 S tGB festhalten, welche die für die Strafzumessung erheblichen Umstände sind und wie es die se gewichtet. Hierzu muss das Ge- richt in seinem Urteil darlegen, welche verschuldensmin dernden und welche verschuldenserhö- henden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu e iner Gesamteinschätzung des Tat- verschuldens zu gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Seite 91 http://www.bl.ch/kantonsgericht Sachgerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Stra fzumessungsfaktoren berücksich- tigt. Es muss nicht auf Umstände ausdrücklich eingehen, di e es – ohne dass dies ermessens- verletzend wäre – bei der Strafzumessung als nicht massgeb end oder nur von geringem Ge- wicht erachtet (BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehal- ten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die e inzelnen Strafzumessungskriterien be- rücksichtigt (BGE 144 IV 313 E. 1.2; BGE 136 IV 55 E. 5 .6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden qualifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausdrücklich benennen, wobei von einer Skala denkbarer A bstufungen nach Schweregrad aus- zugehen ist (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mitte lschwer, schwer, sehr schwer). Im Übri- gen betont das Bundesgericht in seiner Rechtsprechung, da ss die Formulierung des Verschul- dens und die Festsetzung des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.). 3. In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe , die diesem Verschulden entspricht, innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu b estimmen. Die so ermittelte Strafe kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufg rund wesentlicher Täterkomponenten, d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 E. 5.7; BGE 134 IV 132 E. 6.1). b) Voraussetzungen und Grundsätze der Gesamtstrafenb ildung aa) Voraussetzungen der Gesamtstrafenbildung 1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen di e Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra- fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhö hen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden. Die Vorschrift von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre- re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschr ift regelt das methodische Vorgehen der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudiment är; ihr selbst lässt sich nicht entneh- men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist und wie diese zu ermitteln und zu erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2). Seite 92 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind kei ne gleichartigen Strafen im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumul ativ zu verhängen. Das Gericht kann auf eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkre ten Fall für jeden einzelnen Norm- verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sog. kon krete Methode). Dass die anzuwenden- den Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vo rsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 1 38 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 vom 7. Oktober 2020 E. 3.2). bb) Grundsätze der Gesamtstrafenbildung 1. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt anhand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Str afrahmen für die schwerste Straftat zu ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleich em Strafrahmen zu beurteilen, ist von derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (H ANS MATHYS , Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange- messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlich en Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahme n ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten U mständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffass ung wird der ordentliche Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üb lichen Zumessungskriterien festzuset- zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wen n aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8). 2. In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstr afe für die schwerste Tat innerhalb des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der ob jektiven und subjektiven Tatschwere bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach Seite 93 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, m ittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be- stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7). 3. In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – w iederum anhand der Tatschwere bzw. den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausfü hrungen – zu beurteilen, wobei für jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede (zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowi e die passende Strafart zu bestim- men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. Novemb er 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen e ine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge- samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurte ilende Straftaten jeweils gleichartige Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigu ng des Asperationsprinzips eine hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BG er 6B_59/2020 vom 30. November 2020 E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die e inzelnen Straftaten innerhalb des (allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewü rdigt werden. Dabei sind namentlich das Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenh eit der verletzten Rechtsgüter und die Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte z eitlich, sachlich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; B Ger 6B_523/2018 vom 23. August 2018 E. 1.2.2). 4. Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei de r Bestimmung der Täterkompo- nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte g esamthaft für sämtliche begangenen Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gl eicher oder vergleichbarer Weise Geltung beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfa ssen die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis (WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB). Seite 94 http://www.bl.ch/kantonsgericht c) Strafzumessung bei Betäubungsmitteldelikten insbe sondere 1. Bei Betäubungsmitteldelikten sind bei der Strafzumessu ng im Rahmen der dargelegten üblichen Kriterien zunächst die Art und Menge der umge setzten Drogen mitzuberücksichtigen (ein Überblick über die im Rahmen von Betäubungsmittel delikten allenfalls relevanten Strafzu- messungsfaktoren findet sich bei T HOMAS FINGERHUTH / STEPHAN SCHLEGEL / OLIVER JUCKER [H RSG .], Kommentar Betäubungsmittelgesetz mit weiteren Erlassen, 3. Auflage, Zürich 2016, N 15 ff. zu Art. 47 StGB). Je grösser die Menge und je schädlicher die Gattung der vom Täter gehandelten, weitergegebenen oder transportierten B etäubungsmittel, um so gewichtiger er- weist sich die von ihm mit der Tatverübung herbeigeführ te gesundheitliche Gefährdung für Drit- te. Allerdings darf der Menge der Betäubungsmittel – und damit verbunden auch der Gefähr- lichkeit – bei der Strafzumessung keine vorrangige Bede utung zukommen. Die Drogenmenge ist mithin nur einer von verschiedenen Faktoren bei der Strafzumessung in Betäubungsmittelfäl- len (WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 93 f. zu Art. 47 StGB; F INGERHUTH / SCHLEGEL / JUCKER , a.a.O., N 15 zu Art. 47 StGB; je mit Verweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 2. Massgebend für das Verschulden des Täters ist sodann, in w elcher Funktion dieser am Betäubungsmittelhandel mitgewirkt hat. Nach bundesger ichtlicher Rechtsprechung trifft etwa den Transporteur einer bestimmten Betäubungsmittelme nge ein geringeres Verschulden als denjenigen, der diese Drogenmenge verkauft oder zum Zw ecke des Weiterverkaufs erwirbt (BGE 121 IV 202 E. 2d/cc; W IPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 100 zu Art. 47 StGB). Von we- sentlicher Bedeutung ist die Stellung des Beschuldigten innerhalb der Hierarchie des Drogen- handels (BGE 121 IV 206 E. 2d/cc; BGer 6B_286/2011 vom 29. August 2011 E. 3.4.1). Zur Be- urteilung der hierarchischen Stellung sind die konkrete n Aufgaben des Täters, seine Entschei- dungsbefugnisse, seine Exponiertheit nach aussen, die z u seinem Schutz vorgenommenen Sicherheitsvorkehrungen und die Grösse des von ihm angest rebten und erzielten Gewinns her- anzuziehen. Nach der Rechtsprechung setzt sich dabei berei ts ein Beschuldigter ohne Mitbe- stimmungsrecht, der auf einer tiefen Hierarchiestufe nur Anweisungen ausführt, einem erhebli- chen strafrechtlichen Schuldvorwurf aus, wenn er eine wichtige und unabdingbare Rolle inner- halb des Verteilungsnetzes spielt (BGE 135 IV 191 E. 3.4). 3. Bedeutsam für die Verschuldensbeurteilung ist auch die Zahl der abgewickelten Geschäf- te bzw. die Intensität des Handels, welche ein Indiz für die kriminelle Energie und damit für die Seite 95 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gefährlichkeit des Täters darstellt (T HOMAS HANSJAKOB , Strafzumessung in Betäubungsmittel- fällen, in: ZStrR 1997, S. 243; vgl. auch BGer 6B_107 /2013 vom 15. Mai 2013 E. 2.1.1). Dabei wird ein rein lokal stattfindender Handel im Allgeme inen als weniger schwerwiegend eingestuft denn ein Betäubungsmittelhandel mit internationalen Verflechtungen (BGer 6B_107/2013 vom 15. Mai 2013 E. 2.1.1). Auch eine allfällige Drogena bhängigkeit des Beschuldigten stellt ein beachtliches Zumessungskriterium dar (BGE 118 IV 342 E. 2d). Zu berücksichtigen ist schliess- lich, ob der Beschuldigte ausschliesslich des Geldes wegen ge handelt hat, ohne in einer finan- ziellen Notlage zu sein (BGE 107 IV 60 E. 2c), oder ob er es ablehnt, zu arbeiten, obwohl ihm dies möglich wäre, und er es lediglich vorzieht, seine n Lebensunterhalt durch Betäubungsmit- telhandel zu verdienen (BGE 118 IV 342 E. 2e). 4. Bei einem qualifizierten Fall von Widerhandlungen g egen das Betäubungsmittelgesetz ist sodann zu beachten, dass die Umstände, die zur Anwendung eines höheren Strafrahmens füh- ren, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noc h einmal als Straferhöhungsgründe be- rücksichtig werden dürfen (sogenanntes Doppelverwertungsve rbot; BGE 118 IV 342 E. 2b; vgl. auch WIPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 102 f. zu Art. 47 StGB, mit Hinweisen). D emgegenüber ist das Gericht nicht daran gehindert, in seine Würdigu ng miteinzubeziehen, in welchem Aus- mass ein qualifizierender Tatumstand gegeben ist (BGE 14 1 IV 61 E. 6.1.3; 120 IV 67 E. 2b; 118 IV 342 E. 2b; W IPRÄCHTIGER / KELLER , a.a.O., N 102 zu Art. 47 StGB), namentlich in wel - cher Intensität ein gewerbsmässiger Betäubungsmittelhande l betrieben (BGer 6B_708/2017 vom 13. November 2017 E. 3.3.1; 6B_1192/2014 vom 24. A pril 2015 E. 5.4.2) oder in welcher Art und Weise bandenmässig vorgegangen worden ist (BG er 6B_237/2018 vom 24. August 2018 E. 1.4.2). Ebenso darf das gleichzeitige Vorlieg en mehrerer Qualifikationsgründe inner- halb des Strafrahmens der Qualifikation von Art. 19 Abs. 2 BetmG Berücksichtigung finden (BGE 120 IV 330 E. 1c/aa; BGer 6B_708/2017 vom 13. N ovember 2017 E. 3.3.1; 6B_662/2015 vom 12. Januar 2016 E. 2.4.3; 6B_683/2012 vom 17. Juli 2013 E. 3.5; jeweils mit Verweisen). C. Parteistandpunkte betreffend die Strafzumessung 1. (…) 2. (…) Seite 96 http://www.bl.ch/kantonsgericht D. Neues Urteil der Berufungsinstanz 1. Die Tatsache, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als au ch der Beschuldigte das erst- instanzliche Strafmass beanstanden, erfordert, dass von Sei ten des Kantonsgerichts eine neue Strafzumessung vorzunehmen ist. Gemäss Art. 408 StPO fäl lt die Berufungsinstanz ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt. Dabei hat si e die Strafe nach ihrem eigenen Er- messen festzusetzen und muss sich nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Strafzumessungsfaktoren gewichtet hat (BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). 2. Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte gestützt auf das Urteil des Strafgerichts vom 4. September 2018 und den vorliegenden Entscheid der mehrfachen qualifizierten Widerhand- lung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 li t. b, lit. c und lit. d in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG), der Geldwäsche rei (Art. 305 bis Ziff. 1 StGB) sowie der Wi- derhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG) schuldig zu sprechen. E. Festsetzung der Strafe a) Strafrahmen 1. Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat das Kanton sgericht zunächst den Straf- rahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu bestimmen. Vorliegend weisen die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit telgesetz, welche jeweils mit Frei- heitsstrafe von einem bis zu 20 Jahren geahndet werden , womit eine Geldstrafe von einem Ta- gessatz bis zu 360 Tagessätzen verbunden werden kann (Art. 19 Ziff. 2 BetmG in Verbindung mit Art. 34 Abs. 1 aStGB und Art. 40 Abs. 2 StGB), de n höchsten abstrakten Strafrahmen auf. Innerhalb der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung en gegen das Betäubungsmittelgesetz nach den Ziffern 2, 3, 4, 5 und 7 in Verbindung mit Ziffer 9 der Anklageschrift stellt der gewerbs- und bandenmässige Marihuanahandel im Umfang von 1'105, 9 Kilogramm gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift aufgrund aller Umstände und namentlich der im Vergleich zu den anderen An- klageziffern höchsten gehandelten Drogenmenge das schwer ste konkret zu beurteilende Delikt dar. Somit ist zunächst für diese Straftat eine Einsatz strafe festzusetzen. Hinzu kommen die qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmi ttelgesetz (ebenfalls gewerbs- und bandenmässiger Marihuanahandel) gemäss den Ziffern 2, 3 , 5 und 7 der Anklageschrift, die Seite 97 http://www.bl.ch/kantonsgericht Geldwäscherei gemäss Anklageziffer 10 sowie die Widerhand lung gegen das Waffengesetz gemäss Ziffer 11 der Anklageschrift. Während die quali fizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, wie bereits dargelegt, eine Fr eiheitsstrafe von einem bis zu 20 Jahren vorsehen (allenfalls verbunden mit einer Geldstrafe), bestimmt Art. 305 bis Ziff. 1 StGB als Sank- tion für die Geldwäscherei eine Freiheitsstrafe bis zu dr ei Jahren oder Geldstrafe. Denselben Strafrahmen legt Art. 33 Abs. 1 lit. a WG für die Widerhandlung gegen das Waffengesetz fest. 2. Die Deliktsmehrheit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB f ührt vorliegend zwar nicht zu einer Erhöhung der abstrakten Strafrahmen, ist aber innerhal b des ordentlichen Strafrahmens des schwersten Delikts bei der Gesamtstrafenbildung straferhö hend zu gewichten. Dabei kommt, wie bereits erwähnt, die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nur in Betracht, wenn vorliegend gleichartige Strafen, d.h. mehrere Freiheitsstrafen oder mehrere Geldstrafen, auszusprech en sind. Wie nachfolgend darzulegen sein wird, ist vorliegend für sämtliche dem Beschuldigten zur Last gelegten qualifizierten Wider- handlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz jeweils ein e Freiheitsstrafe auszusprechen, während die Geldwäscherei sowie die Widerhandlung geg en das Waffengesetz je mit einer Geldstrafe zu ahnden sind. In casu ist deshalb einerseits für sämtliche qualifizierten Widerhand- lungen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Anwendung d es Asperationsprinzips eine Ge- samtfreiheitsstrafe auszufällen, während andererseits fü r die Geldwäscherei und die Wider- handlung gegen das Waffengesetz eine kumulativ zu diese r Gesamtfreiheitsstrafe zu verhän- gende Gesamtgeldstrafe zu bilden ist. b) Einsatzstrafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Zif- fer 4 der Anklageschrift aa) Objektive Tatkomponenten Bei der Festlegung der Einsatzstrafe würdigt das Kantonsgericht betreffend die im Rahmen des Tatkomplexes gemäss Anklageziffer 4 zu beurteilenden Hand lungen auf der Seite der objekti- ven Tatkomponenten zunächst, dass der Beschuldigte währe nd rund 13 Monaten in beträchtli- chem Umfang im Drogenhandel (Marihuana) tätig gewesen ist. So hat er im inkriminierten Zeit- raum zwischen dem 24. April 2013 und dem 20. Mai 2014 über Mittelsmänner vornehmlich in den Niederlanden über eine Tonne (1'105,9 Kilogramm ) Marihuana mit einem THC-Gehalt von Seite 98 http://www.bl.ch/kantonsgericht weit über 1 % erworben und in die Schweiz eingeführt bzw. durch Personen seiner Organisation in die Schweiz einführen lassen und anschliessend namentlich an AH.____ und K.____ zur wei- teren Veräusserung an Zwischenabnehmer im Raume X.____ und XN.____ weitergegeben. Die Drogenmenge von 1'105,9 Kilogramm Marihuana ist, insb esondere im Vergleich zu anderen Fällen des Marihuanahandels in der Schweiz, bedeutend und entsprechend verschuldenserhö- hend zu gewichten. Erstellt ist ausserdem ein durch die Veräusserung der 1'105,9 Kilogramm Marihuana erzielter hoher Umsatz von ca. CHF 6'950'000 .-- (bei einem Durchschnittspreis von rund CHF 6'283.-- pro Kilogramm Marihuana) sowie ein beachtlicher Gewinn von ca. CHF 1'660'000.-- (bei einem angeklagten Mindestgewin n von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Ma- rihuana). Hinzu kommt, dass der Beschuldigte innerhalb einer rela tiv kurzen Dauer von rund 13 Monaten diese erhebliche Drogenmenge von weit über einer Ton ne Marihuana umgesetzt bzw. deren Einfuhr und Weiterverteilung koordiniert hat, was eine n besonderen Organisationsgrad voraus- setzt und die ausgeprägte kriminelle Energie sowie die hohe Intensität verdeutlicht, mit denen er agiert hat. Das unternehmensförmig gestaltete und professionelle Vorgehen des Beschuldig- ten zeigt sich namentlich anhand der in den beiden Noti zbüchern grau und rot vorgefundenen detaillierten Drogenbuchhaltung, welche über An- und Verkaufspreise, Menge sowie Namen der Lieferanten und Abnehmer Auskunft gibt. Das intensive, organisierte und professionelle Vorge- hen des Beschuldigten bzw. die damit manifestierte erheb liche kriminelle Energie sind deutlich verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Darüber hinaus sind als stark verschuldenserhöhende Fakto ren zu gewichten, dass der Be- schuldigte den Cannabishandel sowohl gewerbs- als auch b andenmässig betrieben und dabei in der Hierarchie der Bande offensichtlich eine massgeb liche Führungsfunktion eingenommen hat. Die Tätigkeit des Beschuldigten hat darin bestande n, die Einkäufe im Ausland bezüglich Preis und Menge des zu erwerbenden Marihuanas einzulei ten, zu organisieren und in der Schweiz für deren Verteilung zu sorgen. Der Beschuldi gte ist ganz offensichtlich der Entschei- dungsträger der Bande gewesen. Ohne ihn ist kein Geschäft abgeschlossen worden, er hat das Sagen gehabt und bestimmt, wann bei wem zu welchem Pr eis das Marihuana bezogen worden ist. Weiter hat der Beschuldigte diverse Räumlichkeiten i n XL.____, XG.____, Z.____, XA.____ und XO.____ angemietet zwecks Zwischenlagerung des in die Schweiz importierten Marihua- nas. Ferner hat der Beschuldigte die Belieferung der Zwischenhändler in der Region X.____ bis Seite 99 http://www.bl.ch/kantonsgericht XN.____ organisiert. Sodann hat der Beschuldigte Buchh altung geführt (in casu zusammen mit AH.____ und K.____) über die erworbenen und weiterve räusserten Mengen an Marihuana. Da- bei steht für das Kantonsgericht ausser Frage, dass der Be schuldigte innerhalb dieser von der Schweiz aus operierenden Bande eine Position im oberst en Kaderbereich innegehabt hat. Er hat die Tätigkeit von weiteren, ihm unterstellten Band enmitgliedern, in concreto AH.____ und K.____, mittels spezifischer Anweisungen und Vorgaben koor diniert und geleitet. Mithin hat er die exponierten und mit höherem Entdeckungsrisiko verbun denen Tätigkeiten, wie der direkte Ankauf und der Transport bzw. die Einfuhr der Betäubu ngsmittel, weitgehend an untergeordne- te Personen delegiert, während er die Fäden im Hinte rgrund gezogen hat. Die Grösse des durch den Beschuldigten geleiteten kriminellen Unterne hmens wird dabei bereits durch die An- zahl der beschlagnahmten und dem Drogenhandel zuzurechn enden Mobiltelefone von ca. 30 Stück in eindrücklicher Weise verdeutlicht. Wie sodann die von ihm verfasste Drogenbuch- haltung und die Auswertung seines SMS-Verkehrs erhellen, hat er bezüglich Mengen und Prei- se des erworbenen bzw. weiterveräusserten Marihuanas über vollständige Autonomie und freie Entscheidungsbefugnis verfügt. Demgegenüber finden sich keine Hinweise, wonach er selbst von einer höherrangigen Person Befehle empfangen und für diese Aufträge ausgeführt hätte. Wie mehrfach dargelegt, ist aufgrund der Aktenlage d avon auszugehen, dass es sich bei "O.____" um eine durch den Beschuldigten zu dessen Entlastung vorgeschobene fiktive Person handelt bzw. dass der Beschuldigte selbst die Rolle des Ch efs bzw. von "O.____", "AI.____" oder "W.____" bekleidet hat. Zu berücksichtigen ist ferner auch die als sehr hoch ein zuschätzende Gefahr, welche von Ban- den ausgeht, die derart hohe Geldsummen generieren, wie sie vorliegend im Raum stehen, zumal ‒ wie notorisch bei derartigen Organisationen ‒ nicht bekannt ist, wohin der beträchtliche Gewinn abgeflossen ist. Allgemein ist davon auszugehen , dass die Bandenmitglieder im Falle einer Entdeckung umso mehr zu verlieren haben, je höhe r die auf dem Spiel stehenden Geld- beträge sind, was die Gewaltbereitschaft vergrössert. Di e durch den Beschuldigten geführte ‒ oder zumindest mitangeführte ‒ Bande stellt in dieser Hinsicht offensichtlich keine Ausn ahme dar, zumal erhebliche Indizien für eine innerhalb der Bande offenbar gelebte Bedrohungskultur bestehen. Diese manifestiert sich eindrücklich darin, dass beim Beschuldigten mehrere Schusswaffen mit dazugehöriger Munition sowie Elektroscho ckgeräte, Teleskopschlagstöcke, ein Schlagring sowie ein Schiessstift gefunden worden si nd. Besonders hervorzuheben ist da- bei die sichergestellte vollautomatische Maschinenpistole d es Fabrikats DD.____. Neben den Seite 100 http://www.bl.ch/kantonsgericht aufgefundenen Waffen bieten auch die aufgrund deren Aussageverhalten anzunehmenden ge- zielten Einschüchterungen von Zeugen im Vorverfahren, w elche plötzlich und ohne erkennba- ren Grund die Aussage verweigert oder komplett anders a ls zuvor ausgesagt haben, deutliche Anhaltspunkte für das Drohpotenzial der Bande, in der en oberster Führungsebene der Be- schuldigte anzusiedeln ist. Auf Grund der bisher dargelegten Umstände wäre die objektive Tatschwere nach dem Dafürhal- ten des Kantonsgerichts in casu als schwer bis sehr schw er einzustufen. Zu beachten ist aller- dings, dass der durch den Beschuldigten betriebene Betä ubungsmittelhandel ausschliesslich Marihuana zum Gegenstand gehabt hat. Bei Marihuana handelt es nicht um eine harte, sondern um eine weniger gefährliche, sogenannte "weiche" Drog e, weshalb bei Betäubungsmitteln des Wirkstoffs Cannabis auch die Annahme eines schweren Fall s gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG (Gefährdung der Gesundheit vieler Menschen) nach d er bundesgerichtlichen Recht- sprechung ausser Betracht fällt (BGE 145 IV 312 E. 2.1 .1; 120 IV 256 E. 2; 117 IV 314 E. 2.g). Dennoch ist diese Droge laut höchstrichterlicher Praxis n icht als unbedenklich anzusehen. Ein Cannabishandel grossen Umfangs stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Jun- gen und jungen Erwachsenen dar, die einen bedeutende n Teil der Konsumenten und eine be- sonders verletzliche Bevölkerungsgruppe bilden. Wenn es auch nicht letal ist, bleibt das Can- nabis nichtsdestotrotz eine schädliche Substanz für die Gesun dheit seiner Konsumenten, na- mentlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen voll in der Phase ihrer physischen und psychischen Entwicklung; sein regelmässiger Konsum bzw. die ho he Dosierung kann eine Ab- hängigkeit, in gewissen Fällen sogar physische und psychische Störungen zur Folge haben (BGer 1B_393/2020 vom 2. September 2020 = Pra 2/202 1 Nr. 21 E. 3.2.). Die Gefahren, die vom Konsum von Marihuana für die menschliche Gesundheit ausgehen, sind jedoch grundsätz- lich vergleichsweise gering und unterschreiten jene, die v om Konsum harter Drogen ausgehen, deutlich (BGE 120 IV 256 E. 2; 117 IV 314 E. 2.g). D ie Berücksichtigung des Umstands, dass sich der dem Beschuldigten vorliegend zur Last gelegte ge werbs- und bandenmässige Betäu- bungsmittelhandel ausschliesslich auf Marihuana bezogen ha t, führt deshalb zu einer bedeu- tenden Relativierung der objektiven Tatschwere, so dass di ese insgesamt nur mehr als mittel- schwer im oberen Bereich einzuschätzen ist. Seite 101 http://www.bl.ch/kantonsgericht bb) Subjektive Tatkomponenten In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorzuwerfen, d ass er direktvorsätzlich und offen- sichtlich aus rein finanziellem Interesse bzw. gewinnsüchtigen Motiven gehandelt hat. Letzteres ist indessen dem Qualifikationsgrund der Gewerbsmässigkeit inhärent, weshalb es sich nicht weiter straferhöhend auswirkt. Gleichwohl ist festzuhalte n, dass der Beschuldigte nicht aus ei- ner finanziellen Notlage heraus gehandelt hat. Zwar si nd auf diesen per 31. Mai 2015 Betrei- bungen im Umfang von ca. CHF 38'000.-- sowie Verlus tscheine im Gesamtbetrag von über CHF 80'000.-- registriert gewesen; darüber hinaus hat er gemäss eigenen Angaben Schulden von CHF 400'000.-- bei verschiedenen Personen aus der X S.____ (vgl. angefochtenes Urteil E. IV.2.4.1 S. 44) bzw. Schulden in der Form von Darl ehen in der XS.____ in der Höhe von ca. CHF 200'000.-- (Protokoll KG S. 5). Jedoch wird wede r behauptet noch ist ersichtlich, dass der Beschuldigte sich durch diese Schulden zu seiner delikt ischen Tätigkeit gezwungen gesehen hätte, zumal der aus seinem Betäubungsmittelhandel re sultierende Gewinn die geltend ge- machten und ausgewiesenen Schulden bei weitem überstei gt. Hinzu kommt, dass die Deckung des notwendigen Lebensbedarfs des Beschuldigten durch die von ihm bezogene volle IV-Rente und den Anspruch auf Leistungen der Pensionskasse jeder zeit sichergestellt gewesen ist, ob- gleich er diese legalen Einkommen angesichts seines übera us hohen verbrecherischen Ge- winns offenbar gar nicht für die Bestreitung seines pe rsönlichen Lebensunterhalts verwendet hat. Es liegt somit auf der Hand, dass der Beschuldigte das Betäubungsmittelgeschäft offen- sichtlich des bequemen und schnellen Geldes wegen betrieb en hat, um sich damit einerseits einen gehobenen Lebensstil finanzieren zu können (vgl. hierzu exemplarisch die beschlag- nahmten neun Armbanduhren der Luxusmarken, die Perle nkette und die zahlreichen Fingerrin- ge), und andererseits zur Verfolgung anderer, im Stra fverfahren nicht aufgedeckter Zwecke, was ohne die Einkünfte aus dem Betäubungsmittelhandel nicht möglich gewesen wäre. Der Beschuldigte selbst ist sodann nicht betäubungsmittelsüch tig gewesen, weshalb weder eine verschuldensmindernde Beschaffungskriminalität vorliegt noc h eine verminderte Schuldfähig- keit. Dem Betäubungsmittelhandel des Beschuldigten ist sch liesslich erst durch dessen Verhaf- tung ein Ende gesetzt worden, er hat mithin nicht au s eigenem Antrieb von diesem abgelassen. Die subjektive Schwere der Tat relativiert somit das objektive Tatverschulden in keiner Weise. Seite 102 http://www.bl.ch/kantonsgericht cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einsatzstrafe Insgesamt ist das Verschulden des Beschuldigten mit Bezug auf den gewerbs- und banden- mässigen Marihuanahandel gemäss Anklageziffer 4 als mittelschwer im oberen Bereich zu qua- lifizieren, was zu einer hypothetischen schuldangemessenen Einsatzstrafe von 60 Monaten bzw. fünf Jahren Freiheitsstrafe führt. c) Einzelstrafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Zif- fer 5 der Anklageschrift aa) Objektive Tatkomponenten Hinsichtlich des Tatkomplexes gemäss Anklageziffer 5 ist betr effend die objektive Tatschwere zu veranschlagen, dass der Beschuldigte zusammen mit anderen Bandenmitgliedern ‒ nament- lich AS.____, L.____ und M.____ ‒ in erheblichem Umfang Betäubungsmittelhandel mit Mar i- huana betrieben hat. Mithin hat der Beschuldigte im Zeitraum zwischen dem 30. April 2012 und dem 22. August 2012 im Wochenrhythmus rund 30 Kilog ramm Marihuana (jeweils mindestens fünf Kartonschachteln zu je 6 Kilogramm Marihuana), i nsgesamt eine Menge von 480 Kilo- gramm Marihuana, mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % zur Aufbewahrung und Lagerung an L.____ übergeben zwecks Weiterveräusserung an unbekann t gebliebene Zwischenabneh- mer, nachdem er dieses zuvor über seine Mittelsmänner i n den Niederlanden erworben und in die Schweiz eingeführt hat bzw. durch Personen seiner Org anisation in die Schweiz hat einfüh- ren lassen. Bei einer vorwerfbaren Drogenmenge von 48 0 Kilogramm Marihuana beträgt der mutmassliche Umsatz (bei einem Durchschnittspreis von rund CHF 6'283.-- pro Kilogramm Ma- rihuana) rund CHF 3'015'000.-- und der zu erwartend e Gewinn (bei einem angeklagten Min- destgewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihuana) beachtliche CHF 720'000.--, was ent- sprechend verschuldenserhöhend zu gewichten ist. Relativierend wirkt sich indessen wiederum aus, dass der dem Beschuldigten zur Last zu legende Bet äubungsmittelhandel ausschliesslich Marihuana zum Gegenstand gehabt hat, weshalb die dadur ch geschaffene Gesundheitsgefähr- dung als vergleichsweise gering einzustufen ist (vgl. oben E. 16.E.b/aa). Deutlich verschuldenserhöhend zu gewichten sind demgegenü ber der hohe Organisationsgrad und der betriebene logistische Aufwand, mit welchen der Beschuldigte seinen Geschäften Seite 103 http://www.bl.ch/kantonsgericht nachgegangen ist, um die grosse Menge von 480 Kilogr amm Marihuana in knapp vier Monaten umzusetzen. In Anbetracht der Tatsache, wonach sich die Gesamtmenge aus wöchentlichen Lieferungen von rund 30 Kilogramm Marihuana zusammen setzt, ist hierfür eine erhebliche An- zahl an Vorgängen innerhalb eines relativ kurzen Zeitra ums nötig gewesen, was einen beson- deren Organisationsgrad voraussetzt und die ausgeprägte kriminelle Energie des Beschuldigten manifestiert. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte sowohl gewerbs- als au ch bandenmässig gehandelt und dabei in der Hierarchie des auch im internationalen Kontext betriebenen Betäubungsmittelhan- dels eine Position in der obersten Führungsebene der kr iminellen Organisation in der Schweiz bekleidet hat (vgl. die vorstehenden Ausführungen zur Strafzumessung betreffend Anklageziffer 4). Innerhalb des Tatkomplexes gemäss Anklageziffer 5 ha t sich der Beschuldigte ‒ neben den unbekannten Mittelsmännern, über die er Ankauf und E infuhr des Marihuanas in die Schweiz organisiert hat ‒ namentlich L.____, AS.____ und M.____ bedient, dene n die Rolle untergeord- neter Hilfspersonen zugekommen ist. So haben diese unt er anderem mit dem Geld des Be- schuldigten am 20. April 2012 bei der Firma AT.____ G mbH in Y.____ den Lieferwagen PJ.____ (BL 12____) angemietet und ihn im Auftrag des Beschuldigten zu einem Drogenbunker für das in die Schweiz eingeführte und weiterzuverteile nde Marihuana umfunktioniert. Weiter haben diese vom Beschuldigten zwischen dem 30. April 2012 und dem 22. August 2012 jeweils im Wochenrhythmus rund 30 Kilogramm Marihuana zur Aufbewahrung und Lagerung bzw. zum Weitertransport zu anderen Drogenbunkern in der Region XO.____ entgegengenommen. Zu- dem haben sie nach Vorgabe des Beschuldigten Zwischenabn ehmer in der Region XO.____ beliefert. Der Beschuldigte selbst hat sich beim direkten Umgang mit den Betäubungsmitteln im Hintergrund gehalten und die mit einem entsprechenden Verhaftungsrisiko behafteten exponier- ten Tätigkeiten der Einfuhr, des Transports und der Z wischenlagerung untergeordneten Ban- denmitgliedern überlassen. Innerhalb des vorliegenden Tatkomplexes wird die hohe Stellung des Beschuldigten in der Organisation auch dadurch unterstrichen, dass er offenbar in der Lage gewesen ist, über einen Zeitraum von knapp vier Monate n hinweg zuverlässig im Wochen- rhythmus erfolgende Marihuanalieferungen aus dem Ausla nd im Umfang von jeweils ca. 30 Kilogramm zu veranlassen. Das Zusammentreffen der m ehreren Qualifikationsmerkmale (Gewerbs- und Bandenmässigkeit) sowie die hohe Stellun g des Beschuldigten innerhalb der Organisation wirken sich vorliegend in besonderem Masse ver schuldenserhöhend aus. Auf- Seite 104 http://www.bl.ch/kantonsgericht grund der dargelegten Umstände ist in objektiver Hinsi cht insgesamt von einem mittelschweren Tatverschulden auszugehen. bb) Subjektive Tatkomponenten Der Beschuldigte hat mit direktem Vorsatz sowie aus rei n finanziellen Beweggründen gehan- delt, wobei Letzteres nicht zusätzlich straferhöhend zu be rücksichtigen ist, nachdem dieses bereits mit dem Qualifikationsmerkmal des gewerbsmässigen Handelns abgegolten wird. Der Beschuldigte hat sich sodann in keiner Notlage befunden, welche sein Handeln in milderem Licht erscheinen lassen könnte, zumal die Deckung des no twenigen Lebensbedarfs jederzeit durch die von ihm bezogene IV-Rente sichergestellt gewesen ist. Dem deliktischen Treiben des Beschuldigten haben somit rein egoistische Motive zugrun de gelegen. Auch hier ist sodann zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte selbst nicht droge nabhängig gewesen ist und nicht aus eigenem Antrieb, sondern erst aufgrund seiner Verhaftu ng vom Betäubungsmittelhandel abge- lassen hat. Insgesamt vermag das subjektive Tatverschulden da s objektive somit nicht zu rela- tivieren (vgl. hierzu die nämlichen Ausführungen zu Anklageziffer 4; oben E. 16.E.b/bb). cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einzelstrafe Unter diesen Umständen ist das Verschulden innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens als mit- telschwer zu erachten, was zu einer angemessenen hypothet ischen Einzelstrafe für den ge- werbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Anklage ziffer 5 von 48 Monaten bzw. vier Jahren führt. Aufgrund der Strafhöhe kommt in casu als Einzelstrafe einzig eine Freiheits- strafe in Betracht. d) Einzelstrafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Zif- fer 7 der Anklageschrift aa) Objektive Tatkomponenten Bezüglich des Tatkomplexes gemäss Anklageziffer 7 ist betre ffend die objektive Tatschwere zu konstatieren, dass der Beschuldigte im Zeitraum von Mitte Januar 2014 bis Mitte Juni 2015 im Umfang von annähernd einer Tonne Betäubungsmittel an 39 verschiedene Abnehmer verkauft Seite 105 http://www.bl.ch/kantonsgericht hat. Relativierend zu berücksichtigen ist dabei, dass von d iesen verkauften ca. 996 Kilogramm Marihuana zunächst die vollumfänglich den gleichen Zei traum betreffende (Februar 2015 bis Mitte Juni 2015) gehandelte Menge von rund 215 Kilogr amm Marihuana gemäss Ziffer 2 der Anklageschrift plus sodann die ebenfalls teilweise den gleichen Zeitraum betreffende (Mitte Ja- nuar 2014 bis Mitte Mai 2014) gehandelte Teilmenge vo n 394 Kilogramm Marihuana gemäss Ziffer 4 der Anklageschrift abzuziehen sind. Hieraus res ultiert nach Ziffer 7 der Anklageschrift eine zusätzlich anrechenbare Menge von 387 Kilogramm ge handelten Marihuanas. Diese zu- sätzliche Drogenmenge von 387 Kilogramm Marihuana hat zu einem mutmasslichen Umsatz (bei einem Durchschnittspreis von rund CHF 6'283.-- pro Kilogramm Marihuana) von ca. CHF 2'430'000.-- und zu einem weiteren Gewinn (bei e inem angeklagten Mindestgewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihuana) von CHF 580'000.-- geführt, was entsprechend bei der Verschuldensbewertung zu gewichten ist. Zu Gunsten des Be schuldigten wirkt sich indessen wiederum aus, dass der ihm zur Last zu legende Betäubu ngsmittelhandel ausschliesslich Mari- huana zum Gegenstand gehabt hat, weshalb die dadurch ge schaffene Gesundheitsgefährdung als vergleichsweise gering einzustufen ist (vgl. oben E. 16.E.b/aa). Gegen den Beschuldigten spricht sodann, dass der Verkauf d er erheblichen Drogenmenge von knapp einer Tonne Marihuana an 39 verschiedene Abnehme r im Rahmen zahlreicher Transak- tionen einen besonderen Organisationsgrad voraussetzt und die ausgeprägte kriminelle Energie sowie die hohe Intensität verdeutlicht, mit denen er sei n Geschäftsmodell betrieben hat. Das unternehmensförmig gestaltete und professionelle Vorg ehen des Beschuldigten zeigt sich na- mentlich anhand der in den beiden Notizbüchern grau und rot vorgefundenen, von ihm verfass- ten detaillierten Drogenbuchhaltung, welche über An- und Verkaufspreise, Menge sowie Namen der Lieferanten und Abnehmer Auskunft gibt. Das inten sive, organisierte und professionelle Vorgehen des Beschuldigten bzw. die damit manifestierte erhebliche kriminelle Energie sind deutlich verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte sowohl gewerbs- als au ch bandenmässig gehandelt und dabei in der Hierarchie des im internationalen Kontex t betriebenen Betäubungsmittelhandels eine Position in der obersten Führungsebene der krimin ellen Organisation in der Schweiz be- kleidet hat (vgl. die vorstehenden Ausführungen zur Str afzumessung betreffend Anklageziffer 4). Das Zusammentreffen der mehreren Qualifikationsm erkmale (Gewerbs- und Bandenmäs- sigkeit) sowie die hohe Stellung des Beschuldigten inne rhalb der Organisation wirken sich vor- Seite 106 http://www.bl.ch/kantonsgericht liegend in besonderem Masse verschuldenserhöhend aus. Aufgrund der dargelegten Umstände ist in objektiver Hinsicht insgesamt von einem mittelschwer en Tatverschulden im unteren Be- reich auszugehen. bb) Subjektive Tatkomponenten Der Beschuldigte hat mit direktem Vorsatz sowie aus rei n finanziellen Beweggründen gehan- delt, wobei Letzteres nicht zusätzlich straferhöhend zu be rücksichtigen ist, nachdem dieses bereits mit dem Qualifikationsmerkmal des gewerbsmässigen Handelns abgegolten wird. Der Beschuldigte hat sich sodann in keiner Notlage befunden, welche sein Handeln in milderem Licht erscheinen lassen könnte, zumal die Deckung des no twenigen Lebensbedarfs jederzeit durch die von ihm bezogene IV-Rente sichergestellt gewesen ist. Dem deliktischen Treiben des Beschuldigten haben somit rein egoistische Motive zugrun de gelegen. Auch hier ist sodann zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte selbst nicht droge nabhängig gewesen ist und nicht aus eigenem Antrieb, sondern erst aufgrund seiner Verhaftu ng vom Betäubungsmittelhandel abge- lassen hat. Insgesamt vermag somit das subjektive Tatversch ulden das objektive nicht zu be- einflussen (vgl. hierzu die nämlichen Ausführungen zu Anklageziffer 4; oben E. 16.E.b/bb). cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einzelstrafe Unter diesen Umständen ist das Verschulden innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens als mit- telschwer im unteren Bereich zu erachten, was zu einer angemessenen hypothetischen Einzel- strafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahan del gemäss Anklageziffer 7 von 42 Monaten bzw. dreieinhalb Jahren führt. Aufgrund de r Strafhöhe kommt in casu als Einzel- strafe einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht. e) Einzelstrafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Zif- fer 2 der Anklageschrift aa) Objektive Tatkomponenten Im Hinblick auf den rubrizierten Tatkomplex ist betreffend die objektive Tatschwere zu erwägen, dass der Beschuldigte im Zeitraum vom 4. Februar 2015 bis zum 10. Juni 2015 mit einer Menge Seite 107 http://www.bl.ch/kantonsgericht von insgesamt rund 215 Kilogramm Marihuana und über 370 Gramm Haschisch, jeweils mit einem THC-Gehalt von weit über 1 %, gehandelt, namen tlich diese befördert, besessen und in seinen Drogenbunkern gelagert sowie sie weiterveräusser t hat. Dabei hat der Beschuldigte mit anderen Bandenmitgliedern ‒ namentlich H.____, welcher die Betäubungsmittel mit dem Last- wagen von den Niederlanden in die Schweiz transportier t hat, sowie G.____, der den Beschul- digten bei der Entgegennahme in der Schweiz und bei m Weitertransport des Marihuanas in die diversen Drogenverstecke in der Region XO.____ unterstützt hat ‒ intensiv zusammengearbei- tet. Diese weitere Drogenmenge von 215 Kilogramm Ma rihuana, resultierend aus sieben nach- weisbaren Tathandlungen, hat zu einem mutmasslichen Ums atz (bei einem Durchschnittspreis von rund CHF 6'283.-- pro Kilogramm Marihuana) von ca. CHF 1'350'000.-- und zu einem zu- sätzlichen Gewinn (bei einem angeklagten Mindestgewinn v on CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihuana) von über CHF 320'000.-- geführt, was ents prechend verschuldenserhöhend zu ge- wichten ist. Zu Gunsten des Beschuldigten wirkt sich auf der anderen Seite aus, dass der ihm zur Last zu legende Betäubungsmittelhandel ausschliesslich Marihuana (und in geringem Um- fang Haschisch) zum Gegenstand gehabt hat, weshalb die d adurch geschaffene Gesundheits- gefährdung als vergleichsweise gering einzustufen ist (vgl. oben E. 16.E.b/aa). Deutlich verschuldenserhöhend zu werten ist, dass der Beschu ldigte sowohl gewerbs- als auch bandenmässig gehandelt und dabei in der Hierarchie des im internationalen Kontext betriebe- nen Betäubungsmittelhandels eine Position in der oberst en Führungsebene der kriminellen Or- ganisation in der Schweiz bekleidet hat (vgl. die vorsteh enden Ausführungen zur Strafzumes- sung betreffend Anklageziffer 4). Gleichermassen verschuldenserhöhend wirkt sich das intensi- ve, organisierte und professionelle Vorgehen des Beschuld igten bzw. die damit manifestierte erhebliche kriminelle Energie aus. Nicht entlastend zu veranschlagen ist der Umstand, dass der Beschuldigte in rubrizierter Anklageziffer gewisse exponierte und mit höherem Entdeckungsrisi- ko verbundene Tätigkeiten, wie die Entgegennahme des i n die Schweiz geschmuggelten Mari- huanas und den Weitertransport in von ihm organisierte Drogenverstecke sowie die Bezahlung des Transporteurs H.____, nicht vollständig an untergeo rdnete Personen delegiert hat. Dies stellt in casu keinen Hinweis darauf dar, dass er selbst vo n einer höherrangigen Person in der Schweiz Befehle empfangen und für diese Aufträge ausge führt hätte, sondern ist vielmehr die Folge akuten Personalmangels gewesen. Der Beschuldigte hat beim vorliegenden Tatkomplex nur deshalb die Betäubungsmittel persönlich in die Han d genommen, weil ihm auf der einen Seite die entsprechende Unterstützung seiner Handlanger, insbesondere von V.____, aufgrund Seite 108 http://www.bl.ch/kantonsgericht deren Verhaftung kurzfristig gefehlt hat, sowie weil er auf der anderen Seite ohne eigene aktive Mitwirkung nicht in der Lage gewesen wäre, den gleich zeitig stattgefundenen, immensen Ver- trieb gemäss Anklageziffer 7 abzuwickeln. Das Zusammentreff en der mehreren Qualifikations- merkmale (Gewerbs- und Bandenmässigkeit) sowie die hohe S tellung des Beschuldigten inner- halb der Organisation wirken sich auch in diesem Fall ver schuldenserhöhend aus. Gemäss die- sen Ausführungen ist angesichts der beschriebenen Umständ e in objektiver Hinsicht insgesamt von einem mittelschweren, im untersten Bereich anzusiedelnden, Tatverschulden auszugehen. bb) Subjektive Tatkomponenten Der Beschuldigte hat mit direktem Vorsatz sowie aus rei n finanziellen Beweggründen gehan- delt, wobei Letzteres nicht zusätzlich straferhöhend zu be rücksichtigen ist, nachdem dieses bereits mit dem Qualifikationsmerkmal des gewerbsmässigen Handelns abgegolten wird. Der Beschuldigte hat sich sodann in keiner Notlage befunden, welche sein Handeln in milderem Licht erscheinen lassen könnte, zumal die Deckung des no twenigen Lebensbedarfs jederzeit durch die von ihm bezogene IV-Rente sichergestellt gewesen ist. Dem deliktischen Treiben des Beschuldigten haben somit rein egoistische Motive zugrun de gelegen. Auch hier ist sodann zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte selbst nicht droge nabhängig gewesen ist und nicht aus eigenem Antrieb, sondern erst aufgrund seiner Verhaftu ng vom Betäubungsmittelhandel abge- lassen hat. Insgesamt hat das subjektive Tatverschulden keinen Einfluss auf das objektive Tat- verschulden (vgl. hierzu die nämlichen Ausführungen zu Anklageziffer 4; oben E. 16.E.b/bb). cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einzelstrafe Gestützt auf die vorstehenden Ausführungen ist insgesamt von einem mittelschweren, im un- tersten Bereich anzusiedelnden, Tatverschulden auszugehen. Dies führt zu einer angemesse- nen hypothetischen Einzelstrafe für den gewerbs- und ba ndenmässigen Marihuanahandel ge- mäss Anklageziffer 2 von 36 Monaten bzw. drei Jahren. Au fgrund der Strafhöhe kommt in casu als Einzelstrafe einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht. Seite 109 http://www.bl.ch/kantonsgericht f) Einzelstrafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahandel gemäss Zif- fer 3 der Anklageschrift aa) Objektive Tatkomponenten In Bezug auf den rubrizierten Tatkomplex ist betreffe nd die objektive Tatschwere festzuhalten, dass der Beschuldigte am 15. Oktober 2014 eine Menge von insgesamt über 80 Kilogramm Marihuana mit einem THC-Gehalt von weit über 1 % besessen und in einem seiner Drogenbun- ker gelagert hat. Dabei hat der Beschuldigte mit ande ren Bandenmitgliedern ‒ namentlich mit V.____, welcher die Betäubungsmittel im Auftrag des Beschuldigten mit einem extra für diesen Zweck gemieteten Personenwagen an Zwischenabnehmer im R aum X.____ weitertransportiert hat bzw. hätte weitertransportieren sollen ‒ intensiv zusammengearbeitet. Nicht entlastend wirkt sich aus, dass diese Betäubungsmittelmenge vor dem Verkauf beschlagnahmt worden ist, da dieser Umstand ohne Zutun des Beschuldigten lediglich au fgrund der Ermittlungsarbeit der Strafverfolgungsbehörden eingetreten ist. Bei einem allfälligen Verkauf hätte diese Menge von über 80 Kilogramm Marihuana (bei einem Durchschnittspre is von rund CHF 6'283.-- pro Kilo- gramm Marihuana) zu einem Umsatz von über CHF 500'000 .-- sowie zu einem Gewinn (bei einem angeklagten Mindestgewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Marihuana) von CHF 120'000.-- geführt. Zu Gunsten des Beschuldigten i st hingegen zu berücksichtigen, dass der ihm zur Last zu legende Betäubungsmittelhandel a usschliesslich Marihuana zum Gegen- stand gehabt hat, weshalb die dadurch geschaffene Gesun dheitsgefährdung als vergleichswei- se gering einzustufen ist (vgl. oben E. 16.E.b/aa). Deutlich verschuldenserhöhend zu werten ist demgegenüber wieder, dass der Beschuldigte sowohl gewerbs- als auch bandenmässig gehandelt und dab ei in der Hierarchie des im inter- nationalen Kontext betriebenen Betäubungsmittelhandel s eine Position in der obersten Füh- rungsebene der kriminellen Organisation in der Schwei z bekleidet hat (vgl. die vorstehenden Ausführungen zur Strafzumessung betreffend Anklageziffer 4). Gleichermassen verschuldens- erhöhend wirkt sich das professionelle Vorgehen des Beschuldigten bzw. die damit manifestier- te erhebliche kriminelle Energie aus. Im vorliegenden T atkomplex gemäss Anklageziffer 3 hat sich der Beschuldigte ‒ neben den unbekannten Mittelsmännern, über die er A nkauf und Ein- fuhr des Marihuanas in die Schweiz organisiert hat ‒ namentlich V.____ bedient, dem die Rolle der untergeordneten Hilfsperson zugekommen ist. So hat dieser unter anderem bei der Firma Seite 110 http://www.bl.ch/kantonsgericht AT.____ GmbH in Y.____ das Fahrzeug PH.____ (BL 9____ ) als Ersatzfahrzeug für den ur- sprünglich beim gleichen Anbieter mit dem Geld des Besch uldigten erworbenen Personenwa- gen PG.____ besorgt zwecks Weitertransports der Betäub ungsmittel im Auftrag des Beschul- digten an Zwischenabnehmer im Raum X.____. Der Beschuld igte seinerseits hat eigens für die Lagerung der in concreto inkriminierten Menge an Betäubungsmitteln (rund 80 Kilogramm Mari- huana) eine ganze Wohnung in XL.____ gemietet (im Vergleich beispielsweise zu Anklageziffer 2, bei welcher er die knapp dreifache Menge an Marihuana lediglich in Garagenboxen und Bas- telräumen zwischengelagert hat). Das Zusammentreffen d er mehreren Qualifikationsmerkmale (Gewerbs- und Bandenmässigkeit) sowie die hohe Stellun g des Beschuldigten innerhalb der Organisation wirken sich auch in diesem Fall in besond erem Masse auf die Strafzumessung aus. Nach diesen Erwägungen ist angesichts der beschriebe nen Umstände in objektiver Hin- sicht insgesamt von einem nicht mehr leichten Tatverschulden auszugehen. bb) Subjektive Tatkomponenten Der Beschuldigte hat mit direktem Vorsatz sowie aus rei n finanziellen Beweggründen gehan- delt, wobei Letzteres nicht zusätzlich straferhöhend zu be rücksichtigen ist, nachdem dieses bereits mit dem Qualifikationsmerkmal des gewerbsmässigen Handelns abgegolten wird. Der Beschuldigte hat sich sodann in keiner Notlage befunden, welche sein Handeln in milderem Licht erscheinen lassen könnte, zumal die Deckung des no twenigen Lebensbedarfs jederzeit durch die von ihm bezogene IV-Rente sichergestellt gewesen ist. Dem deliktischen Treiben des Beschuldigten haben somit rein egoistische Motive zugrun de gelegen. Auch hier ist sodann zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte selbst nicht droge nabhängig gewesen ist und nicht aus eigenem Antrieb, sondern erst aufgrund seiner Verhaftu ng vom Betäubungsmittelhandel abge- lassen hat. Insgesamt vermag das subjektive Tatverschulden da s objektive somit nicht zu rela- tivieren (vgl. hierzu die nämlichen Ausführungen zu Anklageziffer 4; oben E. 16.E.b/bb). cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einzelstrafe Gemäss diesen Erwägungen ist insgesamt das Tatverschulde n als nicht mehr leicht einzuord- nen. Gestützt hierauf erscheint eine hypothetische Einz elstrafe für den gewerbs- und banden- mässigen Marihuanahandel gemäss Anklageziffer 3 von 24 Mon aten bzw. zwei Jahren als an- Seite 111 http://www.bl.ch/kantonsgericht gemessen. Aufgrund der Strafhöhe kommt in casu als Ei nzelstrafe einzig eine Freiheitsstrafe in Betracht. g) Asperation / Gesamtfreiheitsstrafe Nachdem vorliegend für sämtliche qualifizierten Widerha ndlungen gegen das Betäubungsmit- telgesetz in einzelner Betrachtung hypothetische Freihei tsstrafen ausgefällt worden sind, ist nunmehr unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips e ine hypothetische Gesamtfreiheits- strafe für alle diese Delikte zusammen festzulegen. Bei der Bildung der hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe für die mehrfachen qualifizierten Wi- derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Anwe ndung des Asperationsprinzips ist zu Gunsten des Beschuldigten die Gleichheit der betroffe nen Rechtsgüter sowie die Vergleich- barkeit der jeweiligen Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Beschuldigte hat in allen vor- liegend zu beurteilenden Tatkomplexen in nämlicher Art sein bewährtes Geschäftsmodell eines unter seiner Führung stattfindenden, unternehmensfö rmig geregelten, internationalen Mari- huanahandels betrieben, indem er über Jahre hinweg ( ab April 2012 [Anklageziffer 5] bis zu seiner Verhaftung am 10. Juni 2015 [Anklageziffer 2]) den Ankauf der Betäubungsmittel im Aus- land (insbesondere in den Niederlanden), die Einfuhr derselben in die Schweiz, die Zwischenla- gerung im Raum XO.____ sowie deren Weiterveräusserung a n Zwischenabnehmer im Inland (im Raum XO.____ sowie X.____ und XN.____) nach bewä hrtem Drehbuch mit wechselnden Mittätern bzw. Handlangern organisiert hat. Dabei ist es ihm offensichtlich um schnellen Geld- erwerb gegangen, sei es zwecks Finanzierung eines gehobene n Lebensstils, oder sei es zur Verfolgung anderer, im Strafverfahren nicht aufgedeckter Ziele. Diese engen zeitlichen, sachlichen und situativen Zusam menhänge zwischen den einzelnen Tatkomplexen berücksichtigend erachtet es das Kantonsgericht als angemessen, die Einsatz- strafe für den gewerbs- und bandenmässigen Marihuanahan del gemäss Ziffer 4 der Anklage- schrift von 60 Monaten bzw. fünf Jahren Freiheitsstrafe um insgesamt 30 Monate bzw. zweiein- halb Jahre Freiheitsstrafe für die weiteren qualifizier ten Widerhandlungen gegen das Betäu- bungsmittelgesetz gemäss den Ziffern 5, 7, 2 und 3 der Anklageschrift zu erhöhen. Dies führt zu einer hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe für die mehrf achen qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz von 90 Monaten bzw. siebeneinhalb Jahren. Seite 112 http://www.bl.ch/kantonsgericht h) Einsatzstrafe für die Widerhandlung gegen das Waf fengesetz aa) Ausgangslage 1. In einem weiteren Schritt sind nunmehr die Strafen für die Widerhandlung gegen das Waf- fengesetz gemäss Anklageziffer 11 sowie für die Geldwäscher ei gemäss Anklageziffer 10 fest- zulegen. Auszugehen ist dabei vom Strafrahmen der abst rakt schwerwiegenderen Straftat. Wie bereits erwähnt (oben E. 16.E.a.1), sehen Art. 305 bis Ziff. 1 StGB als Sanktion für die Geld- wäscherei und Art. 33 Abs. 1 lit. a WG als Sanktion fü r eine Widerhandlung gegen das Waffen- gesetz einen identischen Strafrahmen von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Konkret stellt vorliegend die Widerhandlung gegen das Waffengesetz aufgrund aller mass- geblichen Umstände das schwerere der beiden zu beurteil enden Delikte dar, so dass zunächst für diese Straftat eine Einsatzstrafe festzulegen ist. 2. Die Deliktsmehrheit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB führt auch hier nicht zu einer Erhö- hung des genannten abstrakten Strafrahmens, ist aber innerhalb des ordentlichen Strafrahmens (Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe) be i der Gesamtstrafenbildung straferhöhend zu gewichten. bb) Objektive Tatkomponenten Betreffend die objektive Tatschwere der dem Beschuldig ten in Anklageziffer 11 zur Last geleg- ten Widerhandlung gegen das Waffengesetz ist festzuhalte n, dass dieser unberechtigterweise im Besitz eines Schiessstiftes, eines Teleskopschlagstocks, eine r vollautomatischen Maschi- nenpistole DD.____, eines Schlagrings, eines Elektroschockge räts KL-958, eines Tele- skopschlagstocks, eines Elektroschockgeräts "Schlagstock", einer mit neun Patronen gelade- nen Pistole AX.____, einer Patronenschachtel mit insg esamt 49 Patronen Kaliber 9 Millimeter, einer Patronenschachtel mit insgesamt 48 Patronen Kalib er .38 Special sowie einer Patronen- schachtel mit insgesamt 43 Patronen Kaliber 9 Millime ter gewesen ist. Deutlich verschuldens- erhöhend ist dabei zunächst die Vielzahl der verbotene rweise besessenen Waffen (samt Muni- tion) zu veranschlagen. Darüber hinaus wirkt sich bedeute nd zu Lasten des Beschuldigten aus, dass es sich bei einigen der bei ihm vorgefundenen Waffe n (Schiessstift, Schlagring, Elektro- Seite 113 http://www.bl.ch/kantonsgericht schockgeräte sowie Pistole und Maschinenpistole) um solche handelt, deren Besitz gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. a und lit. e sowie Art. 5 Abs. 2 lit. b und lit. c WG absolut verboten bzw. nur mit einer (äusserst restriktiv gehandhabten) kantonalen Ausna hmebewilligung legal möglich ist. Unter diesen Waffen ist sodann die vollautomatische Maschi nenpistole DD.____ besonders hervorzuheben, da sie aufgrund ihres Serienfeuermodus gegenüber der ebenfalls sichergestell- ten halbautomatischen Pistole AX.____ eine nochmals deut lich erhöhte Gefährlichkeit aufweist. Der unrechtmässige Besitz einer solchen vollautomatische n und deshalb besonders gefährli- chen Schusswaffe erhöht das objektive Tatverschulden des Besch uldigten, der aufgrund seiner Staatszugehörigkeit bereits von vornherein von jeglichem Waffenerwerb in der Schweiz ausge- schlossen ist (vgl. oben E. 14.e), nochmals beachtlich. I n objektiver Hinsicht ist deshalb insge- samt von einem nicht mehr leichten Verschulden auszugehen. cc) Subjektive Tatkomponenten Hinsichtlich der subjektiven Tatschwere ist dem Beschuldigt en zur Last zu legen, dass er mit direktem Vorsatz gehandelt hat. Was die Beweggründe fü r den unrechtmässigen Besitz der genannten Waffen angeht, so ist angesichts der dem Beschu ldigten zur Last zu legenden, ban- denmässig betriebenen Drogengeschäfte zu vermuten, dass dieser sie zu seinem persönlichen Schutz bzw. zum Schutz des von ihm geleiteten Betäubungsmi ttelhandels vor allfälligen rivali- sierenden Gruppierungen sowie zur Einschüchterung im A llgemeinen benutzt hat. Die subjekti- ve Schwere der Tat vermag somit das objektive Tatverschulden keineswegs zu relativieren. dd) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einsatzstrafe Aufgrund der genannten Umständen ist das Verschulden i nnerhalb des gesetzlichen Strafrah- mens als nicht mehr leicht zu qualifizieren, was zu einer angemessenen hypothetischen Ein- satzstrafe von vier Monaten bzw. 120 Tageseinheiten führt. ee) Strafart 1. Gelangt das Gericht nach der sog. konkreten Methode im Rahmen der Strafzumessung bei der Festsetzung selbstständiger Einzelstrafen für de n einzelnen Gesetzesverstoss auf "360 Strafeinheiten" oder weniger, ist ausser einer Freiheitsstrafe auch die Ausfällung einer Seite 114 http://www.bl.ch/kantonsgericht Geldstrafe möglich. Gemäss Art. 41 Abs. 1 aStGB kann da s Gericht auf eine vollziehbare Frei- heitsstrafe von weniger als sechs Monaten nur erkennen, wenn die Voraussetzungen für eine bedingte Strafe nicht gegeben sind und zu erwarten ist, dass eine Geldstrafe oder gemeinnützi- ge Arbeit nicht vollzogen werden kann. Mit dieser Best immung hat der Gesetzgeber für Strafen unter sechs Monaten eine gesetzliche Prioritätsordnung zu Gunsten nicht freiheitsentziehender Sanktionen eingeführt (BGE 137 IV 312 E. 2.4; 134 IV 97 E. 4.2.2; 134 IV 82 E. 4.1). Für Stra- fen von sechs Monaten bis zu einem Jahr sieht das Gesetz d ie Geldstrafe (Art. 34 aStGB) und die Freiheitsstrafe (Art. 40 aStGB) vor. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtigstes Kriteri- um die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Ausw irkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksich tigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2; 134 IV 82 E. 4.1). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung ste- henden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift. Im Vor- dergrund steht daher auch bei Strafen von sechs Monat en bis zu einem Jahr die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sanktion (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 97 E. 4.2.2; 134 IV 82 E. 4.1). 2. Obwohl vorliegend zweifelsohne ein sachlicher Konnex zw ischen der Widerhandlung ge- gen das Waffengesetz und den mehrfachen qualifizierten W iderhandlungen gegen das Betäu- bungsmittelgesetz besteht, ist nach Auffassung des Kantonsge richts und in Abweichung zum vorinstanzlichen Urteil (vgl. angefochtenes Urteil E. IV. 2.1 S. 42) das Aussprechen einer Geld- strafe für das vorliegende Delikt unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit ausrei- chend. Das Verhängen einer Freiheitsstrafe für die Wide rhandlung gegen das Waffengesetz erscheint mithin nicht zwingend notwendig, um den Besch uldigten von der Begehung weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten, zumal den aus de r einschlägigen Vorstrafe des Be- schuldigten resultierenden Zweifeln an dessen Legalbewä hrung vorliegend dadurch genügend Rechnung getragen werden kann, dass die Geldstrafe unbedingt vollziehbar auszusprechen ist. Als hypothetische Einsatzstrafe für die Widerhandlung ge gen das Waffengesetz gemäss Zif- fer 11 der Anklageschrift ist somit eine Geldstrafe vo n 120 Tagessätzen festzulegen. Die Höhe der einzelnen Tagessätze ist in Anbetracht der finanzi ellen Situation des Beschuldigten auf CHF 90.-- (unter Zugrundelegung eines im Verlaufe de s Berufungsverfahrens ausgewiesenen monatlichen Einkommens von rund CHF 4'000.-- netto sow ie berücksichtigend einen Pauschal- abzug von 30 %; vgl. nachfolgend lit. k) festzulegen. Seite 115 http://www.bl.ch/kantonsgericht i) Einzelstrafe für die Geldwäscherei aa) Objektive Tatkomponenten Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Tatbest andes der Geldwäscherei ist betref- fend die objektive Tatschwere in Betracht zu ziehen, dass dieser am 10. Juni 2015 € 200'000.-- an H.____ übergeben hat, damit dieser das zweifelsohne aus dem Drogenhandel stammende und zuvor durch den Beschuldigten oder einen Mittäter von Schweizerfranken in Euro gewech- selte Geld in die Niederlande transportiert. Der Del iktsbetrag von € 200'000.-- ist bedeutend, überschreitet er doch den nach bundesgerichtlicher Recht sprechung für die (in casu mangels berufsmässigen Vorgehens nicht einschlägige) Qualifikation nach Art. 305 bis Ziff. 2 Abs. 2 lit. c StGB u.a. verlangten Mindestumsatz von CHF 100'000.-- um mehr als das Doppelte. Dies ist entsprechend verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Hinz u kommt, dass das Wechseln des Drogenerlöses und die anschliessende Übergabe des G eldes an H.____ dafür vorgesehen gewesen sind, in den Niederlanden wiederum Marihuana anzukaufen, welches zwecks Weiter- verteilung in die Schweiz hätte eingeführt werden sollen. Mithin hat die Geldwäschereihandlung der Fortführung des vom Beschuldigten im grossen Stil or ganisierten, internationalen Mari- huanahandels gedient. Demgegenüber ist die Tatsache, da ss der Beschuldigte hinsichtlich des Vorwurfs der Geldwäscherei als sein eigener Vortäter gehandelt hat, praxisgemäss verschul- densneutral zu werten. Insgesamt ist in objektiver Hinsicht von einem gerade noch leichten Verschulden auszugehen. bb) Subjektive Tatkomponenten In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten vorsätzliches Ver halten vorzuwerfen. Zu berück- sichtigen ist ausserdem, dass das Motiv für die Vornahme d er Geldwäschereihandlung vorlie- gend darin zu erblicken ist, dass der Beschuldige damit di e "Drogenmaschinerie" hat am Leben erhalten bzw. weiter fördern wollen. Es handelt sich so mit um ein rein finanzielles Motiv zum Weiterbetrieb des Drogenhandels. Eine finanzielle oder anderweitige Notlage des Beschuldig- ten liegt nicht vor und wird auch nicht behauptet. Die subjektiven Tatkomponenten wirken sich nach dem Gesagten hinsichtlich des objektiven Tatverschuldens nicht relativierend aus. Seite 116 http://www.bl.ch/kantonsgericht cc) Gesamtqualifikation des Tatverschuldens / Einzelstrafe Nach dem Gesagten ist das Verschulden innerhalb des gese tzlichen Strafrahmens insgesamt als gerade noch leicht zu erachten, was zu einer angemessenen hypothetischen Einzelstrafe für die Geldwäscherei von zwei Monaten bzw. 60 Tageseinheiten führt. dd) Strafart Auch die durch den Beschuldigten begangene Geldwäscher ei weist offensichtlich einen engen Zusammenhang zu den diesem ebenfalls zur Last zu legende n mehrfachen qualifizierten Wi- derhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz auf. De nnoch erscheint auch hier die Aus- fällung einer Freiheitsstrafe nicht zwingend notwendig, um den Beschuldigten von der Bege- hung weiterer Verbrechen und Vergehen abzuhalten, zumal der aus dem Konnex zwischen der Geldwäscherei und den qualifizierten Betäubungsmittelde likten resultierenden ungünstigen Le- galprognose in casu dadurch Rechnung zu tragen ist, dass die zu verhängende Geldstrafe un- bedingt vollziehbar auszusprechen ist. Als hypothetische Ei nzelstrafe für die Geldwäscherei ist deshalb unter Berücksichtigung des Gesichtspunkts der Verh ältnismässigkeit eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 90.-- (hinsichtlich der f inanziellen Situation des Beschuldigten vgl. ebenfalls nachfolgend lit. k) festzulegen. j) Asperation / Gesamtgeldstrafe Aus der für die Widerhandlung gegen das Waffengesetz festgelegten Geldstrafe von 120 Tagessätzen als Einsatzstrafe und der für die Geldw äscherei ausgefällten Geldstrafe von 60 Tagessätzen als Einzelstrafe ist schliesslich unter Berü cksichtigung des Asperationsprinzips eine hypothetische Gesamtgeldstrafe zu bilden. Dabei ist zu bedenken, dass die beiden Delikte grundsätzlich voneinander unabhängig sind und sich gegen unterschiedliche Rechtsgüter richten. Jedoch sin d sie in einem gleichermassen en- gen Zusammenhang zur Drogenhandelstätigkeit des Beschuldi gten zu verorten, indem die Wi- derhandlung gegen das Waffengesetz offensichtlich dem pe rsönlichen Schutz des Beschuldig- ten bzw. dem Schutz des von ihm geleiteten Betäubungsmit telhandels vor allfälligen rivalisie- renden Gruppierungen sowie der Einschüchterung im Allgemeinen gedient hat und die Geldwä- Seite 117 http://www.bl.ch/kantonsgericht scherei zum Zwecke der Fortführung des Marihuanahandels betrieben worden ist. Diese Um- stände führen vorliegend dazu, dass die Einsatzstrafe für die Widerhandlung gegen das Waf- fengesetz von 120 Tagessätzen für die Geldwäscherei u m weitere 30 Tagessätze zu erhöhen ist, woraus eine hypothetische Gesamtgeldstrafe von 150 T agessätzen zu je CHF 90.-- resul- tiert. k) Täterkomponenten In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob die Gesamt strafen aufgrund der besonderen Täter- komponenten anzupassen sind. Einleitend festzuhalten ist hierbei, dass die diesbezüglich massgeblichen Faktoren Vorleben, persönliche Verhältnisse , Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren für alle Straftaten grundsätzlich gl eichermassen gelten. Lediglich hinsichtlich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz ist in besonderem Masse zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte einschlägig vorbestraft ist. In Bezug auf die Faktoren Vorleben und persönli- che Verhältnisse ist unter Verweis auf die Ausführunge n des Strafgerichts (vgl. E. IV.2.4.1 S. 44 f.) zusammenfassend darzulegen, dass A.____ am 5. September 1.____ in XW.____ in der XS.____ geboren wurde. Er ist mit seinen sechs Ges chwistern bei seinen Eltern aufge- wachsen, hat das Gymnasium besucht und ein Studium begon nen. Er ist politisch aktiv und dabei bei den Organisationen DE.____, DF.____ und d er Gewerkschaft DG.____ tätig gewe- sen. Im Zuge seiner politischen Aktivitäten in der Opposition ist der Beschuldigte in der XS.____ zu mehreren Freiheitsstrafen verurteilt worden, welche er im Umfang von ca. fünf Jahren auch teilweise verbüsst hat. Gemäss seinen Angaben soll der Beschu ldigte zudem gefoltert worden sein. Um einer weiteren Gefängnisstrafe aufgrund des v erweigerten Militärdienstes zu entge- hen, hat er am 31. März 1985 in der Schweiz ein Asylgesu ch gestellt. Diesem Gesuch ist ent- sprochen worden, wodurch er eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erhalten hat. 1989 hat der Beschuldigte als Asylbetreuer beim DH.____ Arbeit g efunden. Diese Arbeit hat er während rund zehn Jahren ausgeübt. Daneben hat er mit seiner Familie Restaurants und verschiedene Unternehmungen im Gastgewerbe eröffnet und geführt. Ab 2002 hat er aufgehört zu arbeiten und dafür von einer IV-Rente sowie von Leistungen der Pensionskasse gelebt (act. 27 ff.). Mit Verfügung vom 9. Januar 2009 ist dem Beschuldigten weg en wiederholter Aufenthalte in sei- nem Heimatland die Flüchtlingseigenschaft aberkannt un d das Asyl widerrufen worden (act. 85 ff.). Seit dem Mai 2020 arbeitet der Beschuldigte wieder, und zwar zu jeweils rund 50 % bei der DI.____ GmbH in XO.____ und bei der DJ.____ GmbH in XO.____. Dabei verdient der Seite 118 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschuldigte jeweils ca. CHF 2'000.-- netto, insgesamt also ca. CHF 4'000.-- netto pro Monat (Protokoll KG S. 4). Per 31. Mai 2015 sind auf seinen Namen Betreibungen im Umfang von ca. CHF 38'000.-- sowie Verlustscheine im Gesamtbetrag von ü ber CHF 80'000.-- registriert gewe- sen; darüber hinaus hat er gemäss eigenen, nicht verifizi erten Angaben Schulden von CHF 400'000.-- bei verschiedenen Personen aus der XS.__ __ (vgl. angefochtenes Urteil E. IV.2.4.1 S. 44) bzw. Schulden in der Form von Darl ehen in der XS.____ in der Höhe von ca. CHF 200'000.-- (Protokoll KG S. 5). Weiter steht fest, dass der Beschuldigte nicht verheiratet ist, mit seiner Lebenspartnerin zusammenwohnt und einen erwachsenen Sohn hat, der wiede- rum in der XS.____ lebt. Hinsichtlich des Gesundheitszu standes des Beschuldigten liegen kei- ne verlässlichen aktuellen Dokumente vor, welche Anlass zu B emerkungen geben würden. Im- merhin ist es dem Beschuldigten, nachdem er jahrelang e ine ganze IV-Rente bezogen hat, of- fenbar wieder möglich, zu 100 % zu arbeiten. Ferner i st zu bemerken, dass der Beschuldigte mehrfach und teilweise einschlägig vorbestraft ist. So ist er mit Strafbefehl der Staatsanwalt- schaft des Kantons Solothurn vom 2. Mai 2012 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 15 Tagessätz en zu jeweils CHF 80.--, bei einer Pro- bezeit von zwei Jahren (jeweils verlängert um ein Jahr von der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt am 8. November 2013 und von der Staatsanwaltschaft Ba sel-Landschaft am 9. Juni 2015), so- wie zu einer Busse von CHF 400.-- verurteilt worden. Au sserdem ist der Beschuldigte mit Straf- befehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 8. Novem ber 2013 wegen mehrfacher Wider- handlung gegen das Waffengesetz zu einer bedingt vol lziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessät- zen zu jeweils CHF 100.--, bei einer Probezeit von dre i Jahren (verlängert um ein Jahr von der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am 9. Juni 2015), s owie zu einer Busse von CHF 800.-- verurteilt worden. Im Hinblick auf die Faktoren Nachtatverhalten und Verha lten im Strafverfahren ist zu konstatie- ren, dass dem Beschuldigten keine Reue oder Geständigkei t zu Gute zu halten ist. Zwar hat dieser anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht und auch anlässlich der Parteiver- handlung vor dem Kantonsgericht ein Teilgeständnis abgel egt. Allerdings hat dieses Teilge- ständnis nur Vorhalte betroffen, welche aufgrund der Videoüberwachung des Beschuldigten beweismässig eindeutig erstellt gewesen sind. Relevant ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte mit seinen Aussagen das Strafverfahren nic ht erleichtert hat, vielmehr sind seine Geständnisse offensichtlich rein prozesstaktischer Natur gewe sen. Eine besondere Strafemp- findlichkeit, welche nicht die logische und adäquate Fol ge des strafbaren Verhaltens ist, ist so- Seite 119 http://www.bl.ch/kantonsgericht dann nicht auszumachen. Insgesamt sind somit die Faktore n Vorleben, persönliche Verhältnis- se, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren g estützt auf diese Darlegungen als neut- ral zu werten, weshalb sich aufgrund der besonderen Tät erkomponenten weder eine Erhöhung noch eine Reduzierung der tatbezogenen Gesamtstrafen aufdrängt. l) Tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren aa) Verfahrensdauer / Beschleunigungsgebot 1. Als besonderes, tat- und täterunabhängiges Strafzumessu ngskriterium ist im Berufungsur- teil zusätzlich die geltend gemachte Verletzung des Besch leunigungsgebots zu prüfen, welche bejahendenfalls als Strafminderungsgrund Berücksichtigu ng findet (vgl. M ATHYS , a.a.O., Rz. 367 ff.). Jede Person hat in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 BV; Art. 6 Z iff. 1 EMRK). Das Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörden, das Strafverfahren beförderl ich zu führen, um den Beschuldigten nicht unnötig über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (Art. 5 Abs. 1 StPO). Die Frist, deren Angemessenheit zu beachten ist , beginnt mit der offiziellen Mitteilung der zuständigen Behörde an den Betroffenen, dass ihm di e Begehung einer Straftat angelastet werde. Es ist sachgerecht, auf diesen Zeitpunkt abzustel len, da der Betroffene von der Be- kanntgabe des Schuldvorwurfs an dem Druck und den Belas tungen strafprozessualer Verfol- gungsmassnahmen ausgesetzt ist. Der Endzeitpunkt, auf welche n es für die Prüfung der An- gemessenheit der Verfahrensdauer ankommen soll, ist nach ständiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte die letzte E ntscheidung in der Sache; insbe- sondere sollen auch alle Verfahren vor Rechtsmittelinst anzen, einschliesslich Rückweisungen und Kassationen, mitberücksichtigt werden. Nach der Rechtsp rechung der Strassburger Orga- ne gibt es keine bestimmten Zeitgrenzen, deren Überschre itung ohne Weiteres eine Verletzung des Beschleunigungsgebots zur Folge hat (vgl. BGE 117 IV 124 E. 3). Welche Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den kon kreten Umständen des Einzelfalls ab. Diese sind in ihrer Gesamtheit zu würdigen. Kriteri en für die Angemessenheit der Verfah- rensdauer im Rahmen des Strafverfahrens sind etwa die S chwere des Tatvorwurfs, die Kom- Seite 120 http://www.bl.ch/kantonsgericht plexität des Sachverhalts, die dadurch gebotenen Untersu chungshandlungen, das Verhalten des Beschuldigten und dasjenige der Behörden (zum Beis piel unnötige Massnahmen oder Lie- genlassen des Falles) sowie die Zumutbarkeit für den Be schuldigten (vgl. M ATHYS , a.a.O., Rz. 367, unter Hinweis auf BGE 143 IV 373 E. 1.4.1). Die Beurteilung der Verfahrensdauer ent- zieht sich starren Regeln. Von den Behörden und Gericht en kann nicht verlangt werden, dass sie sich ständig einem einzigen Fall widmen. Aus diesem G rund sowie wegen faktischer und prozessualer Schwierigkeiten sind Zeiten, in denen das V erfahren stillsteht, unumgänglich. Wirkt keiner dieser Zeitabschnitte für sich genommen s tossend, ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen (BGer 6B_51/2013 vom 12. März 2013 E. 2.2) . Dabei können Zeiten mit intensi- ver behördlicher oder gerichtlicher Tätigkeit andere Z eitspannen kompensieren, in denen auf- grund der Geschäftslast keine Verfahrenshandlungen erfolgt sind. Eine Sanktion drängt sich nur auf, wenn eine von der Strafbehörde zu verantworten de krasse Zeitlücke zu Tage tritt. Dazu genügt es nicht, dass einzelne Handlungen etwas rascher h ätten vorgenommen werden kön- nen. Als krasse Zeitlücke, welche eine Sanktion aufdrängt , gilt etwa eine Untätigkeit von 13 oder 14 Monaten im Stadium der Untersuchung, eine Fri st von vier Jahren für den Entscheid über eine Beschwerde gegen eine Anklagehandlung oder e ine Frist von zehn oder elfeinhalb Monaten für die Weiterleitung eines Falles an die Besc hwerdeinstanz (vgl. BGE 133 IV 158 E. 8; 130 I 269, E. 3.1, je mit Hinweisen). Mit Bezu g auf die Verfahrensdauer hat das Bundes- gericht Verletzungen des Beschleunigungsgebots bei einer solchen von sieben Jahren oder mehr bejaht (vgl. BGer 6S.400/2006 vom 17. März 2007 E. 5; 6S.335/2004 vom 23. März 2005 E. 6.5; 6S.98/2003 vom 22. April 2004 E. 2.3) und an dererseits befunden, dass eine Verfah- rensdauer von rund drei Jahren (BGE 124 I 139 E. 2) u nd eine solche von über sechs Jahren (BGer 6S.467/2004 vom 11. Februar 2005 E. 2.2.2) kein en Verstoss gegen das Beschleuni- gungsgebot begründet haben. Im vorliegenden Fall ist zu erkennen, dass der Beschuldi gte am 10. Juni 2015 verhaftet und zu diesem Zeitpunkt über das gegen ihn laufende Strafverf ahren in Kenntnis gesetzt worden ist. Die Anklageerhebung beim Strafgericht ist am 9. Novembe r 2017 erfolgt. Die Dauer des Unter- suchungsverfahrens von zwei Jahren und fünf Monaten ist ang esichts der Komplexität des Sachverhalts, der zahlreichen gebotenen Untersuchungshand lungen, der Anzahl der zu ermit- telnden Tathandlungen und des Umfangs der Strafakten von 54 Bundesordnern zweifellos nicht unangemessen; dies gilt umso mehr, als keine krassen Lücken in den Untersuchungshandlun- gen erkennbar sind. Das Strafgericht hat sodann das erstin stanzliche Urteil am 4. September Seite 121 http://www.bl.ch/kantonsgericht 2018 und damit innerhalb von zehn Monaten seit Anklag eerhebung eröffnet und gleichzeitig die Haftentlassung des Beschuldigten verfügt. Auch dieser Zeitablauf ist nicht zu beanstanden. Be- züglich des Verfahrens vor dem Kantonsgericht gilt, dass die Berufungserklärungen der Partei- en am 17. April 2019 eingegangen sind und schliesslich da s Urteil am 25. Januar 2021 eröffnet worden ist. Bei diesem Zeitablauf von rund 21 Monaten ist zu beachten, dass die Berufungs- verhandlung vor dem Kantonsgericht ursprünglich auf de n 23. bis 27. März 2020 angesetzt worden ist und in der Folge zweimal hat verschoben werd en müssen: beim ersten Mal, weil aufgrund der allgemeinen Notlage im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie der Parteiver- handlungsbetrieb an den basellandschaftlichen Gerichten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden ist, und beim zweiten Mal gestützt auf ein Ver schiebungsgesuch des Beschuldigten, weil dieser selber an Covid-19 erkrankt ist. Ohne diese unvorhersehbaren Verschiebungen wä- re das zweitinstanzliche Urteil innerhalb von rund elf Monaten seit Eingang der Berufungserklä- rungen gefällt worden, was aufgrund der Komplexität des Falles und des Umfanges der Akten ebenfalls als angemessen zu bezeichnen wäre. Insgesamt i st, zumal im gesamten Verfahren keine krassen, nicht erklärbaren Lücken behördlichen Handelns erkennbar sind und zudem das ganze, sehr aufwändige und umfangreiche Verfahren se it der In-Kenntnis-Setzung des Be- schuldigten am 10. Juni 2015 bis zur zweitinstanzlichen Urt eilseröffnung am 25. Januar 2021 inklusive zweifacher pandemiebedingter Verschiebungen (wovon eine in der Verantwortung des Beschuldigten liegt) bloss rund fünf Jahre und sieben M onate gedauert hat, keine Verletzung des Beschleunigungsgebots ersichtlich. bb) Zeitablauf Gemäss Art. 48 lit. e StGB mildert das Gericht die Strafe, wenn das Strafbedürfnis in Anbetracht der seit der Tat verstrichenen Zeit deutlich vermindert ist und der Täter sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Nach der Rechtsprechung ist dieser Str afmilderungsgrund in jedem Fall zu be- achten, wenn mindestens zwei Drittel der Verjährungsfrist abgelaufen sind. Für die Berechnung ist der Zeitpunkt des Berufungsurteils massgebend (BGE 140 IV 145 E. 3.1). Die heilende Kraft der Zeit, die das Strafbedürfnis geringer werden lässt, soll berücksichtigt werden können, wenn die Verfolgungsverjährung noch nicht eingetreten ist. Das Gericht kann diesen Strafmilderungs- grund auch schon bei Ablauf von weniger als zwei Dritte ln der Verjährungsfrist anwenden, um Art und Schwere der Straftat Rechnung zu tragen (BGe r 6B_14/2009 vom 11. Juni 2009 E. 2.2, mit Hinweisen). Massgebend ist der Zeitablauf als solcher, welcher das Strafbedürfnis vermin- Seite 122 http://www.bl.ch/kantonsgericht dert. In der Regel müssen mindestens zwei Drittel der V erjährungsfrist abgelaufen sein. Aus- nahmsweise genügt eine geringere Zeitspanne, um Art u nd Schwere der begangenen Straftat Rechnung zu tragen (BGer 6B_14/2009 vom 11. Juni 2009 E. 2.4, mit Hinweisen). Wohlverhal- ten bedeutet vor allem das Fehlen von strafbaren Hand lungen (HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER , in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 42 zu Art. 48, mit Hinwei- sen). Nach Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB verjährt die Str afverfolgung in 15 Jahren, wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von meh r als drei Jahren ist. Gemäss Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB verjährt die Strafverfolgung in zeh n Jahren, wenn die für die Tat angedrohte Höchststrafe eine Freiheitsstrafe von drei Jahren ist. Die Verjährung beginnt mit dem Tag, an dem der Täter die strafbare Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. a StGB). Wenn der Täter die strafbare Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten ausführt, beginnt d ie Verjährung mit dem Tag, an dem er die letzte Tätigkeit ausführt (Art. 98 lit. b StGB). In casu werden die dem Beschuldigten zur Last gelegten qualifizierten Widerhandlungen gegen das Bet äubungsmittelgesetz nach Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d in Verbindung mit A rt. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG mit Freiheits- strafe von einem bis zu 20 Jahren geahndet und die Geldw äscherei sowie die Widerhandlung gegen das Waffengesetz nach Art. 33 Abs. 1 lit. a WG b zw. Art. 305 bis Ziff. 1 StGB mit Frei- heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Konkret betreffen die einzelnen Tatkomplexe die folgenden Zeiträume: - Anklageziffer 2 (Betäubungsmittel), vom 4. Februar 2015 bis zum 10. Juni 2015; - Anklageziffer 3 (Betäubungsmittel), 15. Oktober 2014; - Anklageziffer 4 (Betäubungsmittel), 24. April 2013 bis zum 20. Mai 2014; - Anklageziffer 5 (Betäubungsmittel), 30. April 2012 bis zum 22. August 2012; - Anklageziffer 7 (Betäubungsmittel), 15. Januar 2014 bis zum 10. Juni 2015; - Anklageziffern 10 (Geldwäscherei) und 11 (Waffen), 10. Juni 2015. Bezüglich den Anklageziffern 2 und 7 werden damit zwei Drittel der Verjährungsfrist (= zehn Jahre) erst am 10. Juni 2025 abgelaufen sein. Hinsichtli ch der Anklageziffer 3 tritt dieser Um- stand am 15. Oktober 2024 ein, bezüglich der Anklagezif fer 4 am 20. Mai 2024 und hinsichtlich der Anklageziffer 5 am 22. August 2022. Bei keiner der zu einer Verurteilung führenden Ankla- gepunkte bezüglich des Vorwurfs der qualifizierten Wider handlung gegen das Betäubungsmit- telgesetz ist also der Strafmilderungsgrund von Art. 48 lit. e StGB zwingend zu berücksichtigen. Gleiches gilt für die Vorwürfe der Geldwäscherei und d er Widerhandlung gegen das Waffenge- Seite 123 http://www.bl.ch/kantonsgericht setz, bei welchen zwei Drittel der Verjährungsfrist (= sechszweidrittel Jahre) per Anfang Februar 2022 erreicht sein werden. In Bezug auf die Anklagezif fer 5 ist zu bemerken, dass der Ablauf von zwei Dritteln der Verjährungsfrist zwar in rund ein einhalb Jahren eintritt, hierbei ist aber zu beachten, dass erstens Art und Schwere der begangenen St raftat es nicht rechtfertigen, aus- nahmsweise eine geringere Zeitspanne für die Anwendung des Strafmilderungsgrunds genügen zu lassen. Und zweitens kommt hinzu, dass der Beschuldigte sich nicht wohlverhalten hat, nachdem dieser ‒ nebst dem zu berücksichtigenden Umstand, wonach er im vo rliegenden Ur- teil gemäss den Anklageziffern 2, 3, 4, 7, 10 und 11, w elche allesamt zeitlich nachfolgend zur Anklageziffer 5 sind, schuldig zu sprechen ist ‒ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel- Stadt vom 8. November 2013 wegen mehrfacher Widerhandl ung gegen das Waffengesetz zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 60 Tagessätze n zu jeweils CHF 100.--, bei einer Probezeit von drei Jahren (verlängert um ein Jahr von de r Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft am 9. Juni 2015), sowie zu einer Busse von CHF 800.-- verurteilt worden ist. Infolgedessen drängt sich auch unter Berücksichtigung der tat- und täterunabhängigen Strafzumessungsfakto- ren keine Reduzierung der tat- und täterbezogenen Gesamtstrafen auf. cc) Verhältnis zu den Strafen der Mittäter Ein Vergleich der vorliegend auszufällenden Strafe für den in casu zu beurteilenden Beschuldig- ten mit den Strafen der in anderen Verfahren verurte ilten jeweiligen Mittäter gemäss den ein- zelnen Tatkomplexen verbietet sich per se angesichts des Fehlens vergleichbarer Faktoren, nachdem der Beschuldigte als einziger für den gewerbs- u nd bandenmässigen Betäubungsmit- telhandel im Umfang von weit über zwei Tonnen Marihu ana im obersten Führungssegment der Bande schuldig gesprochen wird; dies im Gegensatz zu den Mittätern, welchen allesamt nur ein Bruchteil der Drogenmenge auf untergeordneter Operationsebene angelastet worden ist. m) Ergebnis Unter Berücksichtigung sämtlicher Tat- und Täterkomponen ten sowie der tat- und täterunab- hängigen Strafzumessungsfaktoren erweist sich im Ergebni s eine Freiheitsstrafe von 90 Mona- ten bzw. siebeneinhalb Jahren (für die mehrfache quali fizierte Widerhandlung gegen das Be- täubungsmittelgesetz) sowie eine Geldstrafe von 150 Tag essätzen zu je CHF 90.-- (für die Geldwäscherei sowie die Widerhandlung gegen das Waffen gesetz) als angemessen. Ange- Seite 124 http://www.bl.ch/kantonsgericht sichts der Dauer der Freiheitsstrafe fällt eine Gewährun g des bedingten Aufschubs des Voll- zugs derselben von vornherein ausser Betracht. Aufgrund d es engen sachlichen Zusammen- hangs zwischen dem Tatbestand der Geldwäscherei und der Widerhandlung gegen das Betäu- bungsmittelgesetz sowie in Anbetracht der einschlägigen Vorstrafe hinsichtlich der Widerhand- lung gegen das Waffengesetz und der damit verbundenen u ngünstigen Legalprognose kommt der bedingte Aufschub des Vollzugs der Geldstrafe ebenfalls nicht in Frage. Festzuhalten bleibt, dass die Geldstrafe mit dem beschlagnahmten Bargeld (g emäss Ziff. 4.e des Urteilsdispositivs; vgl. unten E. 18.e) verrechnet wird, womit die Geldstr afe getilgt ist. Schliesslich ist die ausge- standene Untersuchungs- und Sicherheitshaft bzw. der vorzeitige Strafvollzug seit dem 10. Juni 2015 von insgesamt 1'182 Tagen in Anwendung von Art. 51 StGB an die Dauer der Freiheits- strafe anzurechnen. F) Widerruf Gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB widerruft das Gericht d ie bedingte Strafe oder den bedingten Teil der Strafe, wenn der Verurteilte während der P robezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht und deshalb zu erwarten ist, dass er weitere Str aftaten verüben wird. Nach Abs. 2 von Art. 46 StGB verzichtet das Gericht auf einen Widerruf, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird. Der Wi derruf darf nicht mehr angeordnet werden, wenn seit dem Ablauf der Probezeit drei Jahre vergang en sind (Art. 46 Abs. 5 StGB). Im vorlie- genden Fall hat das Strafgericht die gegen den Beschul digten wegen mehrfacher Widerhand- lung gegen das Waffengesetz am 8. November 2013 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt bei einer Probezeit von drei Jahren bedin gt ausgesprochene Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 100.--, durch Entscheid der Sta atsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 9. Juni 2015 um ein Jahr verlängert, in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. Zum heutigen Zeitpunkt ist allerdings festzustell en, dass die Möglichkeit zum Widerruf am 7. November 2020 geendet hat (ursprünglicher Entsch eid am 8. November 2013, Probezeit drei Jahre, Verlängerung um ein Jahr plus drei Jahre seit Ablauf der Probezeit). Infolgedessen ist die gegen den Beschuldigten am 8. November 2013 von der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei einer Probezeit von drei Jahren, durch Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 9. Juni 2015 um ein Jahr verlängert, in Anwendung von Art. 46 Abs. 5 StGB für nicht voll- ziehbar zu erklären. Seite 125 http://www.bl.ch/kantonsgericht 17. Ersatzforderung a) (…) b) (…) c) (…) d) Das Gericht verfügt gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB die Einzi ehung von Vermögenswerten, die durch eine Straftat erlangt worden oder dazu best immt gewesen sind, eine Straftat zu ver- anlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verlet zten zur Wiederherstellung des recht- mässigen Zustandes ausgehändigt werden. Sind die der Ei nziehung unterliegenden Vermö- genswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das Gericht au f eine Ersatzforderung des Staates in gleicher Höhe, gegenüber einem Dritten jedoch nur , soweit dies nicht nach Artikel 70 Ab- satz 2 ausgeschlossen ist (Art. 71 Abs. 1 StGB). Das Gerich t kann von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich u neinbringlich wäre oder die Wieder- eingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 71 Abs. 2 StGB). Die sogenannte Ausgleichseinziehung beruht auf dem Gedanken, dass sich strafbares Verhalten nicht lohnen darf. Sie setzt ein Verhalten voraus, das den objektiven und den subjektiven Tatbestand einer Strafnorm erfüllt und rechtswidrig ist. Erforderlich i st zudem, dass zwischen der Straftat und dem erlangten Vermögenswert ein Zusammenhang besteht (BGE 144 IV 285 E. 2.2, mit Hin- weisen). Das Bundesgericht hat in seiner amtlich publizie rten Rechtsprechung verschiedentlich verlangt, es müsse ein Kausalzusammenhang in dem Sinne be stehen, dass die Erlangung des Vermögenswerts als direkte und unmittelbare Folge der S traftat erscheint (BGE 144 IV 1 E. 4.2.1, mit Hinweisen). Es hat dabei auch betont, dass die Straftat die wesentliche respektive adäquate Ursache für die Erlangung des Vermögenswerts se in muss und der Vermögenswert typischerweise aus der Straftat herrühren muss (BGE 145 IV 231 E. 3.2.1; 141 IV 155 E. 4.1; 138 IV 1 E. 4.2.3.2; 136 IV 4 E. 6.6). Gleichzeitig i st es aber davon ausgegangen, dass auch bloss indirekt durch eine strafbare Handlung erlangte Vermögenswerte der Einziehung unterlie- gen können (BGE 144 IV 1 E. 4.2.2; 144 IV 285 E. 2. 2; je mit Hinweisen). Der Vorteil muss Seite 126 http://www.bl.ch/kantonsgericht nach der Rechtsprechung "in sich" unrechtmässig sein (BGE 1 44 IV 285 E. 2.2; 141 IV 155 E. 4.1; BGE 137 IV 305 E. 3.1; BGE 125 IV 4 E. 2a/bb; je mit Hinweisen). e) Im vorliegenden Fall steht nach Dafürhalten des Kanton sgerichts gestützt auf die vorgän- gigen Erwägungen fest, dass dem Beschuldigten der Handel von 2'268,77 Kilogramm Marihua- na (sowie über 370 Gramm Haschisch) zur Last zu legen ist. Ausgehend von dem von der Staatsanwaltschaft angeklagten und vom Gericht sachverhalt smässig als zutreffend festgeleg- ten Mindestgewinn von CHF 1'500.-- pro Kilogramm Mari huana resultiert damit ein geschätzter Gewinn von insgesamt CHF 3'403'155.--. Unstreitig ist h ierbei, dass das Verhalten des Be- schuldigten sowohl den objektiven wie auch den subjektiven T atbestand in Bezug auf die Straf- norm der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betä ubungsmittelgesetz gemäss den Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG erfüllt und rechtswidrig ist. Ebenso unzweifelhaft ist, dass zwische n der Straftat und dem erlangten Vermögenswert in dem Sinne ein Zusammenhang besteht, als Letzterer als direkte und unmit- telbare Folge der Straftat zu qualifizieren ist bzw. E rstere die adäquate Ursache für die Erlan- gung des Vermögenswerts darstellt. Von diesem gesamtha ften Gewinn von CHF 3'403'155.-- sind nur noch die beschlagnahmten Gelder in der Höhe v on € 200'000.-- (= CHF 206'500.--; Ziffer 4.b des Urteilsdispositivs) sowie rund CHF 277'000 .-- (Ziffer 4.e des Urteilsdispositivs) vorhanden. Daraus folgt, dass der Differenzbetrag zwischen geschätztem Gewinn und be- schlagnahmten Geldern von rund CHF 2'919'655.-- nicht eingezogen werden kann und folglich das Gericht auf eine entsprechende Ersatzforderung zu er kennen hat. Konkret setzt das Kan- tonsgericht die Ersatzforderung auf den Betrag von CHF 500'000.-- fest. Wenngleich aktenmäs- sig nicht erstellt ist, wohin das deliktisch erwirtschaftet e Geld geflossen ist, muss dem Beschul- digten aufgrund der gesamten Umstände und namentlich der vom Kantonsgericht festgestellten Tatsache, dass dieser an der Spitze der Hierarchie der kriminellen Vereinigung anzusiedeln ist, die Herrschaftsmöglichkeit über den Drogenerlös zugerechnet werden. Auf die Festlegung einer hierüber hinausgehenden Ersatzforderung wird insofern verzichtet, als diese voraussichtlich von vornherein uneinbringlich wäre, zumal zum heutigen Zeit punkt nicht ausgeschlossen werden kann, dass ein wesentlicher Teil des Geldes für den Beschuldigten nicht mehr liquide zur Verfü- gung steht. Schliesslich ist auch unter Berücksichtigung von Art. 71 Abs. 2 StGB (ernstliche Behinderung der Wiedereingliederung des Betroffenen) kein Grund ersichtlich, um von der Er- satzforderung in genannter Höhe abzusehen. Seite 127 http://www.bl.ch/kantonsgericht Gemäss diesen Erwägungen ist in diesbezüglicher Gutheissun g der Berufung der Staatsan- waltschaft und dementsprechend in Abänderung des angef ochtenen Urteils der Beschuldigte in Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB zu einer Ersatzforde rung an den Staat im Betrage von CHF 500'000.-- zu verurteilen. Die Ersatzforderung wir d ‒ wie dies bereits das Strafgericht un- angefochten erkannt hat ‒ mit dem beschlagnahmten Bargeld (gemäss Ziffer 4.e de s erst- instanzlichen Urteilsdispositivs) verrechnet. 18. Beschlagnahmungen / Einziehungen a) (…) b) (…) c) (…) d) In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 StGB verfügt das Geri cht ohne Rücksicht auf die Straf- barkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gege nständen, die zur Begehung einer Straftat gedient haben oder bestimmt gewesen sind oder die durch eine Straftat hervorgebracht worden sind, wenn diese Gegenstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung gefährden. Nach Abs. 2 von Art. 69 StGB kann das Gericht anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden. Gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Vermö genswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind oder dazu bestimmt gewesen sind, ei ne Straftat zu veranlassen oder zu belohnen, sofern sie nicht dem Verletzten zur Wiederher stellung des rechtmässigen Zustandes ausgehändigt werden. Nach Art. 268 Abs. 1 StPO kann vo m Vermögen der beschuldigten Per- son so viel beschlagnahmt werden, als voraussichtlich nötig ist zur Deckung der Verfahrenskos- ten und Entschädigungen (lit. a) sowie der Geldstrafen und Bussen (lit. b). Gemäss Art. 442 Abs. 4 können die Strafbehörden ihre Forderungen aus V erfahrenskosten mit Entschädigungs- ansprüchen der zahlungspflichtigen Partei aus dem glei chen Strafverfahren sowie mit be- schlagnahmten Vermögenswerten verrechnen. Ist der Grund für die Beschlagnahme weggefal- len, so hebt die Staatsanwaltschaft oder das Gericht di e Beschlagnahme auf und händigt die Gegenstände oder Vermögenswerte der berechtigten Person aus (Art. 267 Abs. 1 StPO). Ist die Seite 128 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschlagnahme eines Gegenstandes oder Vermögenswertes ni cht vorher aufgehoben worden, so ist über seine Rückgabe an die berechtigte Person, sei ne Verwendung zur Kostendeckung oder über seine Einziehung im Endentscheid zu befinden (Art. 267 Abs. 3 StPO). e) In concreto haben die Parteien bezüglich des rubriziert en Urteilsaspekts diverse Disposi- tivziffern des erstinstanzlichen Entscheids angefochten, ihr e diesbezüglichen Rügen aber ent- weder gar nicht (Beschuldigter) oder lediglich margin al (Staatsanwaltschaft) substantiiert. Ge- stützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht im Rechtsmi ttelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen. Das Bundesgericht hält in diesem Zusammenhang i n grundsätzlicher Weise fest, dass das grundrechtlich verankerte Recht auf Begründung nicht absolut gilt und die Rechtsmit- telinstanz gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO auf die erstinstanzli chen Erwägungen verweisen kann (vgl. Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichu ng des Strafprozessrechts, BBl 2006, 1157). Nach der Rechtsprechung ist von der V erweisung allerdings zurückhaltend Gebrauch zu machen, da andernfalls bei der das Recht smittel ergreifenden Person der Ein- druck entstehen kann, die Rechtsmittelinstanz setze sich mit ihren Vorbringen nicht auseinan- der. Die Verweisung findet jedenfalls dann ihre Grenze n, wenn sich nicht mehr ohne Weiteres feststellen lässt, was die massgebenden tatsächlichen und re chtlichen Erwägungen der Rechtsmittelinstanz sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.2; vgl. BGE 146 II 335 E. 5.1 zum Gehörsrecht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV). In casu ist festzustellen, dass der Beschuldigte gar keine Vorbringen erhoben hat, mit welchen sich das Kantonsgericht auseinanderzusetzen hätte. Insofe rn kann diesbezüglich ‒ nachdem sich das Kantonsgericht angesichts des vorliegenden Verfa hrensausgangs und der daraus fol- genden fehlenden Veranlassung, die erstinstanzlichen Erk enntnisse hinsichtlich der Einziehun- gen zu Gunsten des Beschuldigten abzuändern, die Erwäg ungen des Strafgerichts in diesem Punkt vollumfänglich zu eigen macht und sich nachfolgen d auf eine Wiedergabe der für den Entscheid wesentlichen Ausführungen beschränkt ‒ von vornherein keine Unklarheit verbleiben. Damit ist hinsichtlich der vom Beschuldigten materiell n icht begründeten, aber dennoch formell gerügten Ziffern 4.a, 4.b. 4.c, 4.d und 4.e des angefochtenen Urteils Folgendes zu konstatieren: Die beschlagnahmten Betäubungsmittel, die mit diesen in Zusammenhang stehenden Verpa- ckungsutensilien und Gebrauchsgegenstände sowie die Sturm masken sind in Anwendung von Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB einzuziehen und zu verni chten; diesbezüglich besteht fraglos Seite 129 http://www.bl.ch/kantonsgericht ein Konnex zu einem Delikt und die Gefahr der weitere n deliktischen Verwendung muss ange- nommen werden (Ziffer 4.a des angefochtenen Urteils). Das beschlagnahmte Bargeld in der Höhe von € 200'000.-- ist gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB einzuziehen, nachdem es ebenso ohne Zweifel durch eine Straftat erlangt worden ist (Ziff er 4.b des angefochtenen Urteils). Die diver- sen beschlagnahmten Notizbücher, welche aufgrund des B eweisergebnisses als Drogenbuch- haltung gedient haben, verbleiben mangels Anfechtung dieses Punktes durch die Staatsanwalt- schaft bei den Akten (Ziffer 4.c des angefochtenen Urte ils). Gleichermassen zu bestätigen ist die Anordnung, wonach die strafrechtliche Beschlagnahme über die diversen beschlagnahmten Waffen bzw. Waffenbestandteile aufgehoben wird und üb er eine allfällige Rückgabe die Polizei Basel-Landschaft als die gemäss Waffengesetz zuständige Be hörde zu entscheiden hat (Ziffer 4.d des angefochtenen Urteils). Schliesslich ist das restl iche beschlagnahmte Bargeld gestützt auf Art. 268 StPO in Verbindung mit Art. 442 Abs. 4 StPO mit der Geldstrafe, der Ersatzforde- rung des Staates, dem vom Beschuldigten zu tragenden Ver fahrenskostenanteil sowie dem Rückerstattungsanspruch des Staates zu verrechnen, wobei e in allfälliger Rest dem Beschul- digten nach Eintritt der Rechtskraft zurückzuerstatten ist ( Ziffer 4.e in Verbindung mit den Zif- fern 1., 3.a, 5., 6. und 7.b des angefochtenen Urteils). Im Hinblick auf die von der Staatsanwaltschaft rudimentä r begründete Anfechtung von Ziffer 4.f des angefochtenen Urteils, wonach sämtliche Mobiltelef one und SIM-Karten zur Vernichtung einzuziehen seien, ist zwar einerseits angesichts der vorsteh enden Erwägungen zu den einzel- nen Betäubungsmittelgeschäften ein Konnex zu konkreten Delikten nicht von der Hand zu wei- sen, ungeachtet dessen erachtet das Kantonsgericht es ande rerseits als nicht erstellt, dass die fraglichen Gegenstände die Sicherheit von Menschen, di e Sittlichkeit oder die öffentliche Ord- nung gefährden, womit Art. 69 Abs. 1 StGB nicht erfüllt ist. Gestützt auf diese Erwägungen sind die diesbezüglichen, un substantiierten Rechtsmittel der Parteien ohne Weiteres in Bestätigung des angefochtenen Urteils abzuweisen. 19. Kostenfolge (…) Seite 130 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demnach wird erkannt: ://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft v om 4. September 2018, auszugsweise lautend: "1. A.____ wird der mehrfachen, teilweise qualifizierten Wider - handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der qualifi zier- ten Geldwäscherei sowie der Widerhandlung gegen das Wa f- fengesetz schuldig erklärt und verurteilt: zu einer Freiheitsstrafe von 38 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft resp. des vorzeitigen Strafvollzuges resp. der Sicherhei tshaft seit dem 10.06.2015 von insgesamt 1182 Tagen, zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 30.--, die Geldstrafe wird mit dem beschlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e nachstehend verrechnet, womit die Geldstrafe getilgt ist, in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG, Art. 19 Abs. 1 lit. b und d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. b und c BetmG , Art. 305 bis Ziff. 1 und 2 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 3 4 Abs. 1 und 2 StGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 51 StGB. 2. A.____ wird von der Anklage der qualifizierten Widerhandlun g gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend Anklageziffer 3., 4., 5., 6., 7. und 8. freigesprochen. 3.a Die gegen den Beurteilten am 08.11.2013 von der Staatsan- waltschaft des Kantons Basel-Stadt bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 100.--, bei einer Pro- bezeit von 3 Jahren, durch Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 09.06.2015 um 1 Jahr verlängert, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 1 StGB für vollziehbar erklärt. Die Geldstrafe wird mit dem beschlagnahmten Bargeld ge- mäss Ziff. 4.e nachstehend verrechnet, womit die Geldstr afe Seite 131 http://www.bl.ch/kantonsgericht getilgt ist. 3.b Die gegen den Beurteilten am 02.04.2012 von de r Staatsan- waltschaft des Kantons Solothurn bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 80.--, bei ein er Pro- bezeit von 2 Jahren, durch Urteile der Staatsanwaltscha ft des Kantons Basel-Stadt vom 08.11.2013 und der Staatsanwa lt- schaft des Kantons Basel-Landschaft vom 09.06.2015 um j e 1 Jahr verlängert, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 2 StGB für nicht vollziehbar erklärt. 4.a (…) 4.b Das beschlagnahmte Bargeld, Euro 200‘000.-- = Fr. 206‘500.-- (Pos. 11.3, G 59757), wird gemäss Art. 70 Abs. 1 StGB einge- zogen. 4.c (…) 4.d (…) 4.e Das folgende beschlagnahmte Bargeld wird gemäss Art. 44 2 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 268 StPO mit der Geldst rafe, der widerrufenen Geldstrafe, der Ersatzforderung des Staat es, dem vom Beschuldigten zu tragenden Verfahrenskostenantei l sowie dem Rückerstattungsanspruch des Staates verrechnet (vgl. Ziff. 1., 3.a, 5., 6. sowie 7.b nachstehend): J Bargeld Fr. 270.-- + EUR 5.-- = Fr. 275.10 (Pos. 16.10, G 43358) J Bargeld Fr. 31‘305.65 (Pos. 3.38, G 43360) J Bargeld Fr. 58‘000.-- (Pos. 3.39, G 43361) J Bargeld Fr. 183‘526.80 (Pos. 3.40, G 43362) J Bargeld US Dollar 2‘100.-- = Fr. 1‘879.50 (Pos. 3.87, G 43366) J Bargeld Verwertung PB.____ = Fr. 2‘000.-- (Pos. 7.1, G 59755) J Bargeld Kroatische Kuna 10.-- = Fr. 1.30 (Pos. 2.10, G 59756 Ein allfälliger Rest wird dem Beurteilten nach dem Eintritt der Rechtskraft zurückerstattet. 4.f (…) Seite 132 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.g (…) 4.h (…) 4.i (…) 4.j (…) 5. Der Beurteilte wird in Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB zu einer Ersatzforderung an den Staat im Betrage von Fr. 60‘000.-- verurteilt. Die Ersatzforderung wird mi t dem be- schlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend verrech - net. 6. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver- fahrens von Fr. 123‘582.--, den Kosten des Zwangsmassnah- mengerichts von Fr. 7‘550.-- und der Gerichtsgebühr vo n Fr. 20‘000.--. Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 65 % der Verfahrenskosten. 35 % der Verfah- renskosten gehen zu Lasten des Staates. Der Verfahrenskostenanteil des Beurteilten wird mit d em be- schlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend verrech - net. 7.a (…) 7.b Der Beurteilte wird dazu verpflichtet, 65 % der Ve rteidigungs- kosten an den Kanton Basel-Landschaft zurückzuzahlen (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Der Rückerstattungsanspruch des Staates wird mit dem be- schlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend verrech - net." wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten sowie in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft in den Ziffern 1, 2, 3a, 5, 6 sowie 7b und 7c wie fo lgt geändert bzw. ergänzt : Seite 133 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. A.____ wird der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, der Geldwäscherei und der Widerhandlung gegen das Waffengesetz schuldig erklä rt und verurteilt: zu einer Freiheitsstrafe von 7 ½ Jahren , unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzuges seit d em 10.06.2015 von insgesamt 1182 Tagen, und zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je CHF 90.-- , die Geldstrafe wird mit dem beschlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e nachstehend verrechnet, womit die Geldstrafe getilgt ist, in Anwendung von Art. 19 Abs. 1 lit. b, lit. c und lit. d i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. b und lit. c BetmG, Art. 305 bis Ziff. 1 StGB, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG, Art. 34 Abs. 1 und Abs. 2 S tGB, Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 51 StGB. 2. A.____ wird von der Anklage der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend die Anklag ezif- fer 6 freigesprochen. Betreffend die Anklageziffer 8 wird festgestellt, dass d er ange- klagte Sachverhalt in den Anklageziffern 2, 3, 4 und 7 aufgeht . 3.a Die gegen den Beschuldigten am 08.11.2013 von de r Staats- anwaltschaft des Kantons Basel-Stadt bedingt ausgesproche- ne Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 100.--, bei e iner Probezeit von 3 Jahren, durch Strafbefehl der Staatsan walt- schaft Basel-Landschaft vom 09.06.2015 um 1 Jahr verlängert, wird in Anwendung von Art. 46 Abs. 5 StGB für nicht voll- ziehbar erklärt. 5. Der Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 71 Abs. 1 StGB Seite 134 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu einer Ersatzforderung an den Staat im Betrage von CHF 500'000.-- verurteilt. Die Ersatzforderung wird mit dem beschlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend ver- rechnet. 6. Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorver- fahrens von CHF 123'582.--, den Kosten des Zwangsmass- nahmengerichts von CHF 7'550.-- und der Gerichtsgebühr von CHF 20'000.--. Der Beschuldigte trägt in Anwendung vo n Art. 426 Abs. 1 StPO 95 % der Verfahrenskosten. 5 % der Ver- fahrenskosten gehen zu Lasten des Staates. Der Verfahrenskostenanteil des Beschuldigten wird mit d em beschlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend ver- rechnet. 7.b Der Beschuldigte wird dazu verpflichtet, 95 % der Kosten der amtlichen Verteidigung an den Kanton Basel-Landschaft zu- rückzuzahlen (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Der Rückerstattungsanspruch des Staates wird mit dem be- schlagnahmten Bargeld gemäss Ziff. 4.e vorstehend verrech - net. 7.c Dem Beschuldigten wird für die Wahlverteidigung eine pau- schale Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt CHF 945.-- (inklusive Auslagen und CHF 70.-- Mehrwert- steuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Im Übrigen wird das angefochtene Urteil bestätigt . II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von insgesamt CHF 57'000.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 56'875.-- sowie Auslagen von CHF 125.--) gehen im Umfang von 95 % (= CHF 54'150.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von 5 % (= CHF 2'850.--) zu Lasten des Staates. Seite 135 http://www.bl.ch/kantonsgericht Die Kosten der Dolmetscherin in der Höhe von CHF 910.-- gehen zu Lasten des Staates. III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung für das Berufungs- verfahren wird dem Rechtsvertreter des Beschuldigten, A dvokat Alain Joset, ein Honorar in der Höhe von insgesamt CH F 10'489.10 (inklusive Hauptverhandlung, Auslagen und CHF 749.90 Meh rwert- steuer) zu Lasten des Staates ausgerichtet. Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Umfang von 95 % (= CHF 9'96 4.65) an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es sei ne wirt- schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). Präsident Enrico Rosa Gerichtsschreiber Pascal Neumann Dieser Entscheid ist noch nicht rechtskräftig