Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht vom 22. Mai 2018 (Verfahren 410 18 55) ____________________________________________________________________ Zivilprozessrecht Sicherheitsleistung / Kaution: Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO ist im Verfahren auf Abänderung eines Scheidungsurteils nicht anwendbar Unentgeltliche Rechtspflege: Beschwerdelegitimation der Gegenpartei gestützt auf Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO bei Gutheissung eines Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege, wenn ein Antrag auf Sicherheitsleistung gemäss Art. 99 Abs. 1 ZPO gestellt wurde; Ver- letzung von Art. 119 Abs. 3 Satz 3 ZPO, wenn der Ge genpartei keine Frist mit ausdrückli- cher Aufforderung zur Stellungnahme zum Kostenerlassgesuch angesetzt wird Besetzung Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher Parteien A. ____ , vertreten durch Advokat Michael Blattner, Advokatur Sissach, Post- gasse 9, Postfach 182, 4450 Sissach, Beschwerdeführerin gegen B. ____ , vertreten durch Advokat Dr. Thomas Christen, Advokatur & Notariat zum Thurgauerhof, Lindenstrasse 2, Postfach 552, 4410 Liestal, Beschwerdegegner Gegenstand Entscheid über Sicherheit / Abänderung Ehescheidungsurteil Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht A. Mit Urteil des Bezirksgerichts Sissach vom 7. Mai 2007 wur de die Ehe von A. ____ und B. ____ rechtskräftig geschieden. Gemäss Ziffer 2 de r mit besagtem Scheidungsurteil genehmigten Scheidungskonvention vom 26. April 2007 wu rde B. ____ verpflichtet, der ge- schiedenen Ehefrau mit Wirkung ab Rechtskraft der Eheschei dung bis zu dessen ordentli- chen Pensionierung einen monatlichen und monatlich vorauszahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 4‘060.00 zu bezahlen. Am 9. Februar 2017 erhob B. ____ (Kläger im erstinstanzlichen Verfahren) beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft Ost Klage gegen seine geschiedene Ehe- frau, A. ____ (Beklagte im erstinstanzlichen Verfahren), auf Abänderung des Eheschei- dungsurteils vom 7. Mai 2007. Mit Eingabe vom 10. Nov ember 2017 stellte die Beklagte bei der Erstinstanz einen Antrag auf Sicherstellung einer al lfälligen Parteientschädigung. Sie stützte dabei ihr Begehren auf Art. 99 Abs. 1 lit. a und c ZPO. Der Kläger habe keinen Wohnsitz in der Schweiz und schulde ihr aus früheren Verf ahren insgesamt CHF 27‘068.95 an Gerichtskosten und Parteientschädigungen. Der Kläger beantragte die Abweisung des Sicherstellungsbegehrens mit der Begründung, es liege e in gesetzlicher Kautionshinde- rungsgrund vor. Bereits in seiner schriftlichen Klagebegr ündung vom 21. August 2017 hatte der Kläger zudem um unentgeltliche Rechtspflege ersucht. Mit Verfügung vom 31. Januar 2018 wies der Zivilkreisgerichtspräsident Ost das Kautionsg esuch der Beklagten ab und be- willigte dem Kläger die unentgeltliche Rechtspflege. Überdies setzte er der beklagten Partei eine Frist zur Einreichung der schriftlichen Klageantwo rt. Zur Begründung erwog der Vorder- richter im Wesentlichen, dass eine Klagpartei unter gew issen Voraussetzungen auf Antrag der Beklagten für deren Parteikosten eine angemessene S icherheit zu leisten habe, diese Möglichkeit für Scheidungsverfahren indessen gemäss Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO explizit aus- geschlossen werde. Dieser Ausschluss gelte auch für Scheidu ngsabänderungsprozesse, da dieselben in diesem Kontext zu den Scheidungsverfahren zu zählen seien, nachdem das Scheidungsverfahren sämtliche Artikel des zweiten Kapitel s des sechsten Titels des zweiten Teils der Schweizerischen Zivilprozessordnung und demzufolg e die Art. 274 ZPO bis Art. 294 ZPO und damit auch die in Art. 284 ZPO gere gelten Scheidungsurteilsabände- rungsverfahren umfasse. Zum Kostenerlassentscheid führte die Vorinstanz lediglich an, die Voraussetzungen nach Art. 117 ZPO seien gestützt auf die seitens des Klägers in der Kla- gebegründung dargelegte finanzielle Situation erfüll t. Die Rechtsmittelbelehrung dieser zivil- kreisgerichtlichen Verfügung sah einzig eine Anfechtbarkei t mit Beschwerde zum abgewie- senen Kautionsantrag gemäss Dispositiv-Ziffer 1 vor. B. Mit Eingabe vom 13. Februar 2018 erhebt die Beklagte (nachstehend Beschwerdefüh- rerin), vertreten durch Advokat Michael Blattner, beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Zivilrecht, Beschwerde gegen die Verfügung de s Zivilkreisgerichtspräsidenten Ost vom 31. Januar 2018. Er beantragt, es sei Ziffer 1 di eser Verfügung aufzuheben und es sei der Kläger (nachstehend Beschwerdegegner) zu verpflichte n, für ihre Parteikosten des erst- instanzlichen Verfahrens auf Abänderung des Scheidungsur teils eine angemessene Sicher- heit zu leisten, mindestens jedoch eine solche von CHF 40‘ 000.00 bzw. in gerichtlich zu be- stimmendem Umfang. Eventualiter sei Ziffer 1 dieser Verfügung aufzuheben und die Angele- genheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweise n. Im Weiteren begehrt sie an, Ziffer 2 der fraglichen Verfügung sei aufzuheben und es sei die Vorinstanz anzuweisen, den Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schriftenwechsel bis zum rechtskräftigen Entscheid über die Sicherheitsleistung und deren vollständiger Bezahlung auszusetzen und der Beschwerdefüh rerin die Frist zur Einreichung der schriftlichen Klageantwort am vorinstanzlichen Verf ahren vorläufig abzunehmen. Zudem sei in Aufhebung von Ziffer 3 der erwähnten Verfügun g das Gesuch des Klägers um unent- geltliche Rechtspflege im erstinstanzlichen Verfahren a bzuweisen, eventualiter sei auch die- se Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen, alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdegegners. In verfah rensrechtlicher Hinsicht wurde zudem um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ersucht. Die Beschwerde- führerin begründet ihre Rechtmitteleingabe im Wesent lich dahingehend, dass sie, entgegen der zivilkreisgerichtlichen Rechtsmittelbelehrung, nicht n ur zur Führung der Beschwerde ge- gen den ablehnenden Kautionsentscheid, sondern auch ge gen die Fristansetzung zur Ein- reichung der Klageantwort sowie gegen den gutheissenden Kostenerlassentscheid zu Guns- ten des Beschwerdegegners legitimiert sei. In der Sache wird gerügt, die Vorinstanz habe verkannt, dass Prozesse über die Abänderung von Scheidungs urteilen im Kautionsaus- schlusskatalog gemäss Art. 99 Abs. 3 ZPO nicht erfasst seie n. Im Zusammenhang mit der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege macht sie i m Weiteren geltend, ihr sei das rechtliche Gehör verletzt worden, indem sie entgegen dem Wortlaut von Art. 119 Abs. 3 Satz 3 ZPO, zu keiner Zeit zur Stellungnahme zum Kostenerlass gesuch der Gegenpartei eingela- den worden sei. Im Hinblick auf einen reformatorischen Entscheid im Rechtsmittelverfahren äussert sie verschiedene Ungereimtheiten bei der behaup teten Mittellosigkeit des Be- schwerdegegners auf der Vermögenseite sowie zu dessen Ei nkommen und Bedarf, welche die Vorinstanz mit ihrer pauschalen Feststellung der (ung ünstigen) finanziellen Situation ausser Acht gelassen habe. Beim Entscheid über den Antra g auf Aussetzung des vor- instanzlichen Schriftenwechsels sei zu berücksichtigen, dass vorerst auf die Ansetzung einer Frist zur Klageantwort zu verzichten sei, andernfalls dem Normzweck des Sicherstellungs- gedankens von Art. 99 ZPO nicht entsprochen werden könn te. Eine blosse Fristerstreckung wäre sodann weder sachgerecht noch genügend. C. Mit Verfügung vom 16. Februar 2018 erteilte die Kan tonsgerichtspräsidentin der Be- schwerde insofern die aufschiebende Wirkung, als Ziffer 2 der Verfügung des Zivilkreisge- richts Basel-Landschaft Ost vom 31. Januar 2018 aufgeho ben und die Vorinstanz angewie- sen werde, den Schriftenwechsel bis zur rechtskräftigen Erledigung des vorliegenden Be- schwerdeverfahrens auszusetzen. D. Die zur Stellungnahme eingeladene Vorinstanz reicht ihre Beschwerdevernehmlassung am 7. März 2018 ein. Der Zivilkreisgerichtspräsident beant ragt dabei die Abweisung der Be- schwerde, unter o/e-Kostenfolge, und begründet dies im Wesentlichen in Ergänzung zur an- gefochtenen Verfügung damit, dass eine Gegenpartei nur dann vor dem Entscheid über die unentgeltliche Rechtspflege zwingend anzuhören sei, we nn die unentgeltliche Rechtspflege gleichzeitig auch zur Befreiung von Vorschuss- und Sicherh eitsleistungen führe. Im vorlie- genden Fall sei das Gesuch der Beschwerdeführerin um Sich erheitsleistung für ihre Partei- kosten indessen nicht zufolge bewilligtem Kostenerlass, sondern ausschliesslich gestützt auf den Hinderungsgrund nach Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO a bgewiesen worden. Es sei deshalb unter den gegebenen Umständen zulässig gewesen, über da s Gesuch um unentgeltliche Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht Rechtspflege des Beschwerdegegners auch ohne vorgängige Anhörung der Beschwerdefüh- rerin zu entscheiden. E. Der Beschwerdegegner, vertreten durch Advokat Dr. Thoma s Christen, beantragt in seiner Beschwerdevernehmlassung vom 19. März 2018 ebenfalls die Abweisung der Be- schwerde, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdef ührerin, wobei dem Beschwer- degegner für das Rechtsmittelverfahren die unentgeltli che Rechtspflege zu bewilligen sei. Zum Sicherstellungsersuchen führt er an, dass Art. 99 Ab s. 3 lit. b ZPO auch im vorliegend zu beurteilenden Fall einschlägig sei, was die Vorinsta nz mit Bezugnahme auf Art. 284 Abs. 3 ZPO zutreffend festgehalten habe. Darin sei keine willkürliche Rechtsanwendung zu erblicken. Im Weiteren werde eine Gehörsverletzung best ritten, da der Beschwerdeführerin nach Einreichung des Kostenerlassgesuchs durch den Beschwer degegner im erstinstanzli- chen Verfahren hinreichend Zeit gehabt habe, sich zum B egehren um unentgeltliche Rechtspflege zu äussern. Sie habe jedoch nie den Ansche in erweckt, ihren Anspruch auf rechtliches Gehör wahrnehmen zu wollen. Sodann nimmt d er Beschwerdegegner zu den einzelnen in dessen Notbedarfsberechnung von der Beschwer deführerin bestrittenen Positi- onen Stellung und erläutert die Umstände, weshalb er in Südafrika kein eigenes Einkommen generieren könne. Bestritten wird im Weiteren, dass mit der ausstehenden Kaution eine Aus- setzung des Schriftenwechsels gerechtfertigt werden könne, was umso mehr gelten müsse, wenn bereits in der Klagebegründung ein Begehren um unentgeltliche Rechtspflege gestellt worden sei. F. Mit Verfügung vom 16. Februar 2018 schloss die Kantonsg erichtspräsidentin den Schriftenwechsel und stellte den Parteien ihren Entscheid gestützt auf die Akten in Aussicht. Zudem bestätigte sie die verfügte Aussetzung des erstinst anzlichen Schriftenwechsels im Hauptprozess. Ansonsten wurde der Beschwerde keine weiter gehende aufschiebende Wir- kung erteilt. Erwägungen 1.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die Verfügung des Zivil- kreisgerichtspräsidenten Ost vom 31. Januar 2018 im Verfahr en Nr. 120 2017 364 II zwi- schen dem Beschwerdegegner als Kläger und der Beschwerde führerin als Beklagte. In der Hauptsache wurde auf Unterhaltsabänderung des Scheidun gsurteils geklagt. Mit besagter Verfügung wies der Vorderrichter ein Gesuch der Beschwe rdeführerin um Sicherstellung ihrer Parteikosten ab (Dispositiv-Ziffer 1), setzte der Beschwerdeführerin eine Frist zur Ein- reichung der Klageantwort (Dispositiv-Ziffer 2) und be willigte dem Beschwerdegegner die unentgeltliche Rechtspflege (Dispositiv-Ziffer 3). Die A bweisung des Kautionsantrags der Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 103 ZPO mit Beschwer de anfechtbar. Trotz anderslau- tender Rechtsmittelbelehrung der Erstinstanz, welche di e Anfechtbarkeit ihrer verfahrenslei- tenden Verfügung auf diesen Punkt beschränkte, unterli egen auch die beiden anderen Dis- positivziffern dem Rechtsmittel der Beschwerde, sofern der Beschwerdeführerin ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 l it. b Ziff. 2 i.V.m. Art. 121 e contrario Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht ZPO). Unter nicht leicht wiedergutzumachende Nachtei le fallen nicht nur solche rechtlicher, sondern auch bloss tatsächlicher Natur sowie solche materie ller und immaterieller Art (HOFFMANN -NOVOTNY in: ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommenta r zu den Art. 308-327a ZPO, Kunz/Hoffman-Novotny/Stauber [Hrsg .], Basel 2013, Art. 319 ZPO N 23 ff. mit zahlreichen Beispielen). Dass für die im e rstinstanzlichen Verfahren beklagte Beschwerdeführerin durch die Weiterführung des Schrift enwechsels mit Fristansetzung zur Ausarbeitung und Einreichung der Klageantwort ein ge wisser Kostenaufwand verbunden ist und dadurch auch in deren Parteiposition im Verfahren eingriffen wird, ohne dass rechtskräf- tig feststeht, ob die Anwaltskosten sichergestellt werde n, stellt einen drohenden prozessua- len Nachteil dar, welcher auch nicht ohne weiteres wi edergutgemacht werden könnte. Zumal die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege zu Gu nsten des Beschwerdegegners die- sen auch davor befreien würde, eine Sicherheitsleistun g an die Beschwerdeführerin zu leis- ten (Art. 118 Abs. 1 lit. a ZPO), muss dieser nach Ansi cht des Kantonsgerichts die Möglich- keit offen stehen, einen entsprechenden für sie nachtei ligen Kostenerlassentscheid gestützt auf Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO anfechten zu können, wenn sie, wie vorliegend erfolgt, ein Kau- tionsgesuch gestellt hat (im Ergebnis gleicher Meinung , zum Teil jedoch mit anderen Be- gründungen: R ÜEGG , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 2. Auf l., Basel 2013, Art. 122 ZPO N 1; HUBER , in: DIKE-Komm.-ZPO, Brunner/Gasser/Schwander [Hrs.], 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 121 ZPO N 7; B ÜHLER , in: BE-Komm. ZPO, Bern 2012, Bd. I, Art. 121 ZPO N 9; W UFFLI , Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen Z ivilpro- zessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, S. 367 f. N 875 f. ). Daraus folgt, dass die zivilkreisge- richtliche Verfügung einer Beschwerde in ihrer Gesamthei t zugänglich ist und die Beschwer- deführerin zu deren Erhebung mit ihrer Rechtsmitteilei ngabe vom 13. Februar 2018 somit auch vorbehaltslos legitimiert ist. 1.2 Gemäss Art. 321 Abs. 2 ZPO beträgt die Frist zur Einre ichung einer Beschwerde ge- gen prozessleitende Verfügungen zehn Tage ab Zustellung derselben. Die vorliegend ange- fochtene Verfügung ist der Beschwerdeführerin gemäss Sen dungsnachverfolgung der Schweizerischen Post am 5. Februar 2018 zugegangen. Die Beschwerde vom 13. Februar 2018, welche gleichentags bei der Schweizerischen Post z um Versand aufgegeben wurde, erfolgte somit fristgerecht. 1.3 Gemäss Art. 320 ZPO kann mit Beschwerde unrichtige Rech tsanwendung (lit. a) oder offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts (li t. b) geltend gemacht werden. Die Beschwerde muss eine Begründung enthalten (Art. 321 Ab s. 1 ZPO), in welcher sich der Beschwerdeführer mit dem vorinstanzlichen Entscheid ausein anderzusetzen hat. Mit der Beschwerde vom 13. Februar 2018 wird zusammengefasst gel tend gemacht, die Vorinstanz habe Art. 99 ZPO falsch ausgelegt. Zudem sei der Beschw erdeführerin vor dem Entscheid über das Begehren der Gegenpartei um unentgeltliche R echtspflege das rechtliche Gehör verweigert worden. Inhaltlich wird zum Kostenerlassentsch eid moniert, dass mehrere Hin- weise gegen eine Mittellosigkeit sprechen würden, welche n die Vorinstanz hätte nachgehen müssen, was letztlich fälschlicherweise zu einer Bejahung einer Mittellosigkeit auf Seiten des Beschwerdegegners im Sinne von Art. 117 ZPO geführt h abe. Diese Rügen stellen allesamt nach Art. 320 ZPO zulässige Beschwerdegründe dar. Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1.4 Für die Beurteilung von Beschwerden gegen Entscheide vo n Zivilkreisgerichtspräsidien ist gemäss § 5 Abs. 1 lit. b EG ZPO das Präsidium der Abt eilung Zivilrecht des Kantonsge- richts zuständig. Da im Weiteren der bei der Beschwerdeführerin erhobene Kostenvorschuss für das Rechtsmittelverfahren in der Höhe von CHF 600.00 innerhalb der Frist bezahlt wurde und auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüll t sind, ist auf die Beschwerde einzu- treten. Der Entscheid erfolgt in Anwendung von Art. 327 Abs. 2 ZPO aufgrund der Akten. 2.1 Zunächst ist darüber zu befinden, ob die Vorinstanz das K autionsgesuch der Be- schwerdeführerin unabhängig vom Vorliegen der allgemei nen gesetzlichen Voraussetzun- gen, bei deren Erfüllung eine beklagte Partei die Si cherstellung der eigenen Parteikosten gegenüber der Klagpartei durchsetzen kann (vgl. Art. 99 Abs. 1 ZPO), mit dem Hinweis auf einen bestehenden Hinderungsgrund im Sinne von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO verweigern durf- te. Der Vorderrichter vertritt den Standpunkt, obwohl das Gesetz eine Klagpartei ausdrück- lich nur im Scheidungsverfahren von einer allfälligen Kautionspflicht ausnehme, habe diese Bestimmung unter gesetzessystematischem Blickwinkel auch für A bänderungsprozesse zu gelten. Das Scheidungsverfahren umfasse sämtliche Artikel des zweiten Kapitels des sechs- ten Titels des zweiten Teils der ZPO (Art. 274 bis Art. 294 ZPO). Art. 284 ZPO über die Än- derung rechtskräftig entschiedener Scheidungsfolgen sei dabei eingeschlossen. Mit diesem Hinweis interpretiert das Zivilkreisgericht den Wortlaut von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO dahinge- hend, dass der Ausschluss der Kautionspflicht nebst den erw ähnten Scheidungsverfahren auch für Prozesse über die Abänderung des nachehelichen Unterhalts gelten müsse. 2.2 Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang, d ass der Verweis in Art. 284 Abs. 3 ZPO bei streitigen Abänderungsverfahren in erster Linie eine sinngemässe Anwen- dung der Bestimmungen über das Scheidungsverfahren auf Klage im selben Kapitel, mithin der Art. 290 bis 294 ZPO, vorsehe. Für eine Ausdehnung des Anwendungsbereichs finde sich dagegen nach dem Wortlaut von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO keine Stütze. Auch werde da- bei Sinn und Zweck von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO verkannt. 2.3 Das Kantonsgericht vermag sich der Sichtweise der Vorinstanz aus mehreren Gründen nicht anzuschliessen. Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO nennt ausdrücklich nur das Scheidungsverfah- ren, in welchem eine Sicherheitsleistung ausgeschlossen se in soll. Der Wortlaut dieser Be- stimmung ist klar und bedarf keiner Auslegung. Hätte der Gesetzgeber eine Ausdehnung auf weitere Verfahren beabsichtigt, hätte er diese auch e ntsprechend bezeichnet. Im Weiteren wird in Art. 284 Abs. 3 ZPO, wie die Beschwerdeführe rin nach Meinung des Kantonsgerichts zutreffend bemerkt, einzig festgehalten, dass für strittig e Abänderungsverfahren die Vor- schriften über die Scheidungs klage analog gelten würden, womit jedoch die Bestimmungen unter demselben Titel der ZPO, also die Art. 290 ff. ZPO gemeint sind. Ein genereller gesetz- licher Verweis auf eine sinngemässe Anwendung der Bestimm ungen zum Scheidungsver- fahren als solchem ist darunter nicht zu verstehen. Die Vo rinstanz führt in den Erwägungen der angefochtenen Erwägung zwar an, dass sich ein Autor b ei der Anwendbarkeit von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO in ähnlicher Weise wie das Zivilkreisgericht für eine Gleichsetzung von Scheidungsverfahren mit Abänderungsprozessen aussprech e. Wohl wird an angegebe- ner Stelle (R ÜEGG , in: BSK-ZPO, Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], 2. Au fl., Basel 2013, Art. 99 ZPO N 21) einleitend festgehalten, dass in Sch eidungsverfahren nach den Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht Art. 274-294 ZPO keine Kautionen verfügt werden könnt en. Aus dem nachfolgenden Satz wird jedoch ersichtlich, dass auch der genannte Autor im Kontext mit Art. 99 ZPO aus- schliesslich Scheidungsverfahren im eigentlichen Sinne vor Augen hatte, wenn er auf fol- gendes hinweist: „Es wäre mit der ehelichen Beistandspfli cht und Unterhaltspflicht (Art. 159 Abs. 3, Art. 163 Abs. 1 und Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB) nicht vereinbar, die Einreichung einer Scheidungsklage oder eines Rechtsmittels in einem Scheidungsprozess von der Sicherheits- leistung eines Ehegatten abhängig zu machen.“ Daraus er gibt sich zunächst einmal, dass Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO aus kantonsgerichtlicher Sicht keinen Interpretationsspielraum offen lässt. Der vorinstanzliche Entscheid, welcher für das vorl iegend zur Diskussion stehende Abänderungsverfahren einen generellen Ausschluss für Sic herheitsleistungen aus der be- sagten Bestimmung ableitet, erweist sich deshalb als unzutreffend, was zur Gutheissung der Beschwerde in diesem Punkt führt. Zum selben Ergebnis g elangt man, wenn Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO trotz des klaren Wortlauts dieser Bestimmung a ls auslegungsbedürftig bezeichnet würde. Einmal ist zu beachten, dass die Sicherheitsleistung im Scheidungsverfahren ausge- schlossen wurde, um die Durchsetzung von Rechten, die einer Partei um ihrer Persönlichkeit willen zustehen, nicht durch prozessuale Hindernisse erschw ert werden können (S UTER / VON HOLZEN , in ZPO Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/Basel/Genf 2016, 3. Aufl., Art. 99 ZPO N 41; U rteil des App.Ger BS BEZ.201654 vom 21. Dezember 2016 E. 3.2). Nebst dieser überzeugenden dogmatischen Erklärung gibt es sodann rechtstatsächliche Gründe, weshalb es bei Scheidung sverfahren keiner Sicherheits- leistung bedarf. In Scheidungsverfahren gilt bereits ein e gegenseitige materiellrechtliche Un- terstützungspflicht, welche auch die Bevorschussung von Prozesskosten umfassen kann und insoweit über die blosse Sicherheitsleistung hinausgeht (STERCHI , in: BE-Komm. ZPO, Bern 2012, Bd. I, Art. 99 ZPO N 30). Im Abänderungsverfah ren sind die Änderung des Personen- stands sowie die eheliche Unterstützungspflicht kein Them a mehr. Da auch keine anderen Gründe ersichtlich sind, welche für einen Ausschluss der Ka utionspflicht bei Abänderungs- prozessen sprechen könnten, ist der ablehnende vorinstanzlich e Entscheid auch aufgrund dieser Überlegungen aufzuheben. Dem Kantonsgericht als Beschwerdeinstanz kommt für die rechtliche Überprüfung eines Entscheids der Vorinsta nz volle Kognition zu (Art. 310 lit. a ZPO). Der Vollständigkeit halber ist deshalb festzuhalte n, dass das Argument des Be- schwerdegegners, das Zivilkreisgericht habe der Beschwerde führerin den Kautionsanspruch nicht in willkürlicher Rechtsanwendung abgesprochen, an der Sache vorbei geht. 2.4 Gemäss Art. 327 Abs. 3 ZPO hebt die Rechtsmittelinstanz im Falle der Gutheissung der Beschwerde die prozessleitende Verfügung auf und w eist die Sache an die Vorinstanz zurück oder entscheidet selbst bei Spruchreife der Sache. Spruchreife ist stets zu bejahen, wenn die Beschwerdeinstanz ohne zusätzliche Sachverhaltse rhebungen entscheiden kann (STAUBER in: ZPO-Rechtsmittel Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a ZPO, Kunz/Hoffman-Novotny/Stauber [Hrsg.], Basel 2013, Art. 327 ZPO N 13). Nachdem feststeht, dass im vorliegenden Fall kein Kautionshinder ungsgrund besteht, kann über den Sicherstellungsanspruch im Grundsatz entschieden werden . Art. 99 Abs. 1 lit. a ZPO hat eine klagende Partei auf Antrag der beklagten Partei für deren Parteientschädigung Sicher- heit zu leisten, wenn sie keinen Wohnsitz in der Schweiz h at. Der Beschwerdegegner und Kläger im erstinstanzlichen Abänderungsprozess hat seinen schweizerischen Wohnsitz in Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Diepflingen nach eigenen Angaben im Januar 2015 aufg egeben und ist nach Südafrika aus- gewandert (Klagebegründung vom 21. August 2017, S. 6) . Demnach kann festgehalten wer- den, dass ihn gegenüber der Beschwerdeführerin die Pfli cht trifft, deren Parteikosten sicher- zustellen, nachdem diese einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Ob die Parteikosten schliesslich sicherzustellen sind, hängt indessen davon ab, ob der vorinstanzliche Entscheid mit welchem das Zivilkreisgericht dem Beschwerdegegner die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt hat, Bestand hat. Denn wer im Kostenerlass pr ozessiert, ist von der Pflicht zur Si- cherstellung der Parteikosten der Gegenseite befreit (vg l. Art. 118 Abs. 1 lit. a ZPO). Würde der Entscheid gemäss Art. 117 ZPO aufgehoben und dem Beschwerdegegner die unentgelt- liche Rechtspflege letztlich verweigert, bliebe über d ie Höhe der Sicherheitsleistung zu ent- scheiden. Hierüber hätte zunächst die Vorinstanz zu entsche iden, so dass die Sache in die- sem Punkt zur allfälligen Beurteilung der Angemessenheit der beantragten Sicherheitsleis- tung in der Höhe von CHF 40‘000.00 an den Vorderricht er zurückgewiesen wird. Eine Rück- weisung ist angezeigt, da den Parteien andernfalls für eine Überprüfung des Entscheids hin- sichtlich der Kautionshöhe der Instanzenzug (Prinzip der „double instance“) abgeschnitten würde. 3.1 Die Beschwerdeführerin moniert den Kostenerlassentscheid, da die Vorinstanz ihr in Verletzung von Art. 119 Abs. 3 Satz 3 ZPO keine Möglich keit eingeräumt habe, zum Gesuch der Gegenpartei um unentgeltliche Rechtspflege vorgän gig Stellung zu nehmen. Die Vor- instanz fühlte sich gemäss ihrer Beschwerdevernehmlassung dazu befugt, ohne Stellung- nahme der Beschwerdeführerin über den Kostenerlassantra g des Beschwerdegegners zu befinden, weil sie dieser den Anspruch auf Sicherheit sleistung unabhängig vom Anspruch der Gegenpartei auf unentgeltliche Rechtspflege aufg rund des Ausschlusses nach Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO abgesprochen habe. Der Beschwerdegeg ner wies im Weiteren darauf hin, dass der Beschwerdeführerin hinreichend Zeit zur Verfüg ung gestanden habe, bis zum Ent- scheid über die unentgeltliche Rechtspflege von sich au s zum betreffenden Gesuch Stellung zu nehmen. 3.2 Der zivilkreisgerichtliche Entscheid hat sich als unzutreffe nd erwiesen, nachdem mit vorliegendem Beschwerdeentscheid festgestellt wurde, dass Ar t. 99 Abs. 3 lit. b ZPO auf Abänderungsprozesse keine Anwendung findet. Wird ein Gesuch um unentgeltliche Rechts- pflege gestellt, ist der Gegenpartei nach Art. 119 Abs. 3 Satz 3 ZPO zwingend die Möglich- keit zur Stellungnahme einzuräumen, wenn die unentgel tliche Rechtspflege die Leistung der Sicherheit für die Parteientschädigung umfassen soll. S tellt die beklagte Partei ein Gesuch um Sicherstellung ihrer Parteikosten, nachdem die Klag partei die unentgeltliche Rechtspfle- ge anbegehrt hat, erlangt erstere im Kostenerlassverfahr en Parteistellung und es ist ihr zwingend das rechtliche Gehör zu gewähren, zumal ihr Recht auf Sicherstellung ihrer Partei- kosten je nach Entscheid über die beantragte unentgeltliche Rechtspflege beschnitten würde (HUBER , in: DIKE-Komm.-ZPO, Brunner/Gasser/Schwander [Hrs.], 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Art. 119 ZPO N 23 mit Hinweis auf BGE 139 III 334 E. 4.2, BGer 4A_585/2013 E. 2.1 sowie BGer 4A_366/2013 E. 3; W UFFLI , Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizeri- schen Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, S. 309 . N 724; B ÜHLER , in: BE-Komm. ZPO, Bern 2012, Bd. I, Art. 119 ZPO N 120 ff.). Das Kantonsgericht vertritt die Meinung, dass dieser gerichtlichen Anhörungspflicht nur hinreichen d nachgekommen wird, wenn der Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht Instruktionsrichter der betreffenden Gegenpartei ausdrü cklich eine Frist zur Einreichung ei- ner Stellungnahme zum Kostenerlassgesuch ansetzt. Auf die se Weise wird sichergestellt, dass die betroffene Partei ihre Verteidigungsrechte rech tzeitig vor dem Kostenerlassent- scheid wahrnehmen kann. Der allgemeine Hinweis des Besch werdegegners, dass es der Beschwerdeführerin möglich gewesen wäre, eine Stellung nahme zu seinem Gesuch um un- entgeltliche Rechtspflege einzureichen, verfängt desh alb nicht. Gemäss den Akten der Vor- instanz wurde die Beschwerdeführerin ausschliesslich Frist zur Einreichung der Klageantwort gesetzt und die betreffende Frist zwei Mal erstreckt (Ve rfügungen des Zivilkreisgerichts vom 22. August, 25. September und 24. Oktober 2017), ohne dass eine ausdrückliche Aufforde- rung zur Vernehmlassung zum Kostenerlassgesuch erfolgt w äre. Wird die Einholung einer solchen Stellungnahme unterlassen, kommt dies einer Ver letzung des rechtlichen Gehörs gleich (E MMEL , in ZPO Komm., Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Zürich/ Basel/Genf 2016, 3. Aufl., Art. 119 ZPO N 13). Dass d as Zivilkreisgericht im vorliegenden Fall ohne vorgängige Anhörung der Beschwerdeführerin entschieden hat, lässt sich dem- nach mit deren Gehörsanspruch nicht vereinbaren. Auf grund der formellen Natur des An- spruchs auf rechtliches Gehör führt eine Gehörsverletzung grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids, ohne dass die Angelegenheit materiell geprüft wird (BGE 135 I 187 E. 2.2, S. 190). Die Heilung einer G ehörsverletzung im Rechtsmittelverfah- ren kommt ausnahmsweise allenfalls dann in Frage, wenn die Rechtsmittelinstanz über die gleiche Kognition wie ihre Vorinstanz verfügt (BGE 126 I 71 E. 2). Nachdem das Kantonsge- richt im Beschwerdeverfahren bezüglich der Feststellung d es Sachverhalts nur über eine beschränkte Kognition verfügt, ist die angefochtene Ver fügung über die bewilligte unentgelt- liche Rechtspflege aufzuheben und die Sache zur Fristansetz ung gegenüber der Beschwer- deführerin für eine Stellungnahme zum Kostenerlassgesuc h des Beschwerdegegners an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Zivilkreisgerichtspräsident w ird zudem darüber zu befinden haben, ob der Entscheid in Sachen Parteikostensicherstel lung bis zur rechtskräftigen Erledi- gung des Rechtspflegeverfahrens auszusetzen ist. Eine Sisti erung empfiehlt sich, da der Ausgang des Kostenerlassverfahrens auch den Kautionsentschei d massgebend beeinflusst (WUFFLI , Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerische n Zivilprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2015, S. 131 f. N 736). Bei Guthei ssung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der Kautionsentscheid gegenstandslos, bei Abweisung der unentgeltlichen Rechtspflege bleibt im vorliegenden Fall über die Höhe der Kaution zu befinden. 3.3 Die Vorinstanz muss sich den Vorwurf der Gehörsverletzung in doppelter Hinsicht ge- fallen lassen. Nebst der unterlassenen Einräumung zur St ellungnahme erfüllt auch die Be- gründung der angefochtenen Verfügung den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtli- ches Gehör nicht. Wie bereits erwähnt, begnügte sich der Vorderrichter bei der Prüfung der Mittellosigkeit im Sinne vom Art. 117 ZPO mit einem p auschalen Hinweis auf die Klagebe- gründung und der daraus hervorgehenden finanziellen Si tuation des Beschwerdegegners, ohne im Einzelnen auf die wirtschaftlichen Verhältnisse d er gesuchstellenden Partei einzu- gehen. Da die Beschwerdeführerin, wie bereits erwogen wurde, beschwerdelegitimiert ist, hat sie indessen Anspruch auf eine Begründung mit hinr eichender Angabe zu den Ent- scheidfindungsgründen, um die Erfolgsaussichten für eine allfällige Anfechtung des Kosten- erlassentscheids abschätzen zu können. Mit Blick auf ein al lfälliges Rechtsmittelverfahren Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht muss es einer Partei zudem möglich sein, sich in einer Re chtsmitteleingabe mit einem vor- instanzlichen Entscheid auseinanderzusetzen. Werden überhaupt keine oder nur rudimentä- re Entscheidungsgründe angegeben, wird dies einer Par tei in einem Berufungsverfahren naturgemäss verunmöglicht (exemplarisch KGEBL 400 17 135 vom 9. Mai 2017 E. 6.1). Wie der Beschwerdebegründung zu entnehmen ist, dürften di verse Fragen zu Einkommen und Bedarf zu klären sein. Im Weiteren wurde der Beschwerde gegner vor erster Instanz aufge- fordert, unter anderem seine letzten drei definitiven Steuerveranlagungen einschliesslich Details sowie einen Beleg über die Höhe des von ihm aus dem Verkauf der vormals eheli- chen Liegenschaft erzielten Nettoerlöses und den Verblei b der entsprechenden Gelder ein- zureichen (Verfügung des Zivilkreisgerichts vom 23. Mai 201 7). Mit seiner Klagebegründung vom 21. August 2017 reichte der Beschwerdegegner stattde ssen lediglich definitive Steuer- rechnungen für die Staat- und Gemeindesteuer der Jahre 2014 und 2015 und eine Seite aus der Steuererklärung („Steuerbudget [für Eigengebrauc h]“) ein. Zur Dokumentation des Nettoerlöses aus dem Liegenschaftsverkauf und dessen Verwe ndung hielt er einzig fest, dass keine Belege mehr bestünden und dieser Erlös zur Beza hlung von Schulden gegen- über seiner Partnerin und für Ferien in Südafrika, N euseeland und Australien verbraucht worden sei. Ob aufgrund der eingereichten Steuerunter lagen und der behaupteten Verwen- dung des Verkaufserlöses hinreichend glaubhaft gemacht wurde, dass der Beschwerdegeg- ner über kein Vermögen (mehr) verfügt, dürfte ebenso zu beurteilen sein. Für den vorliegen- den Beschwerdeentscheid sind diese Fragen nicht zu beurte ilen und es kann bei der Fest- stellung bleiben, dass der gutheissende Rechtspflegeentsch eid der Vorinstanz auch wegen ungenügender Begründung aufzuheben gewesen wäre und die Angelegenheit aufgrund der formellen Natur des Anspruchs auf rechtliches Gehörs unab hängig von einer Anhörungs- pflicht gemäss Art. 119 Abs. 3 Satz 3 ZPO auch aus die sem Grund an die Vorinstanz zu- rückzuweisen gewesen wäre. 4. Solange nicht geklärt ist, ob die Beklagte im erstinstanzl ichen Verfahren Anspruch auf Sicherstellung ihrer Parteikosten hat und unter Berücksich tigung der seitens der Vorinstanz begangenen Verfahrensfehler, welche zunächst zu beheb en sein werden, ist es der beklag- ten Beschwerdeführerin nicht zumutbar, eine Klageantwor t ausfertigen zu lassen. Die Vor- instanz ist somit in Gutheissung der Beschwerde auch in di esem Punkt anzuweisen, die be- treffende Frist bis zum rechtskräftigen Entscheid über den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege des Beschwerdegegners sowie denjenigen der B eschwerdeführerin auf Si- cherheitsleistung bzw. bis zur allfälligen Bezahlung der letzteren auszusetzen. 5.1 Der Beschwerdegegner beantragt auch für das Beschwerd everfahren die unentgeltli- che Rechtspflege. Er begründet dies mit seiner bereit s in der Klagebegründung vom 21. August 2017 dargelegten finanziellen Situation, w elche es ihm verunmögliche, für die ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des Rechtsmitte lverfahrens aufzukommen. Zu- dem kündigt er an, ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsp flege nachzureichen. Dem ausge- füllten und unterzeichneten Formular „Gesuch um unentg eltliche Rechtspflege“ legt er kom- mentarlos diverse Unterlagen bei (Sammelbeilage 3 zur Beschwerdeantwort vom 19. März 2018). Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentg eltliche Rechtspflege, wenn sie einerseits nicht über die erforderlichen Mitte l verfügt (sog. „Mittellosigkeit“ oder „Bedürftigkeit“) und andererseits ihr Rechtsbegehren ni cht aussichtslos erscheint. Die unent- geltliche Rechtspflege umfasst unter anderem die Befrei ung von Gerichtskosten (Art. 118 Abs. 1 lit. b ZPO). Die Bestellung einer unentgeltli chen Rechtsverbeiständung setzt zusätz- lich voraus, dass diese zur Wahrung der Rechte der gesuchst ellenden Person notwendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Als mittellos gilt eine P erson dann, wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, die für die Deckung des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und desjenigen i hrer Familie erforderlich sind. Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamt en wirtschaftlichen Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs ( BGE 141 III 369 E. 4.1; 128 I 225 E. 2.5.1). Dazu gehören einerseits sämtliche finanzi ellen Verpflichtungen, anderseits die Einkommens- und Vermögensverhältnisse (BGE 135 I 221 E. 5.1; 124 I 97 E. 3b mit Hinwei- sen). Laut Art. 119 Abs. 2 ZPO hat eine Person, die ei n Gesuch um unentgeltliche Rechts- pflege stellt, ihre Einkommens- und Vermögensverhält nisse darzulegen und sich zur Sache sowie über ihre Beweismittel zu äussern. Insoweit trif ft den Gesuchsteller eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit. Er hat sowohl seine Einkommens - und Vermögensverhältnisse als auch sämtliche finanziellen Verpflichtungen vollständig anzugeben und soweit möglich zu belegen. Überdies muss er nachweisen, dass er den behaupte ten Verpflichtungen auch tat- sächlich nachkommt (BGE 135 I 221 E. 5.1 mit Hinweis). Um unnütze Ausgaben zu vermei- den, hat die Behörde im öffentlichen Interesse den Sac hverhalt zwar von Amtes wegen ab- zuklären (Urteile des Bundesgerichts 5P.426/2002 vom 17. Januar 2003 E. 4.2 publ. in: Pra 2003 Nr. 170; 4P.316/1994 vom 19. Mai 1995, E. 4a, publ. in: AJP 1995 S. 1206). Sie hat den Sachverhalt dort (weiter) abzuklären, wo Unsi cherheiten und Unklarheiten bestehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_451/2012 vom 27. August 2012 E. 2.1; zit. Urteil 4A_645/2012 E. 3.3). Der Untersuchungsgrundsatz entbi ndet den Gesuchsteller aber nicht von seiner Mitwirkungsobliegenheit. Das Gesuch kann mang els ausreichender Substantiie- rung oder mangels Bedürftigkeitsnachweises abgewiesen wer den, wenn der Gesuchsteller seinen Obliegenheiten nicht (genügend) nachkommt (KGEB L 410 17 313 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 125 IV 161 E. 4a; 120 Ia 179 E. 3a; BGer 5A _142/2015 E. 3.7; BGer 2C_683/2014 E. 3.1.1). Art. 119 Abs. 5 ZPO sieht im Weiteren ausd rücklich vor, dass die unentgeltliche Rechtspflege im Rechtsmittelverfahren neu zu beantragen ist, wobei für den Gesuchsteller hinsichtlich der Glaubhaftmachung der Voraussetzungen gemäss Art. 117 ZPO dieselbe Be- hauptungs-, Substantiierungs- und Beweisführungslast sowi e dieselbe Mitwirkungsobliegen- heit bei der Abklärung und Feststellung seiner Mittell osigkeit gelten. Daraus folgt, dass ein pauschaler Verweis auf die Vorakten ungenügend ist (B ÜHLER , in: BE-Komm. ZPO, Bern 2012, Bd. I, Art. 119 ZPO N 137). 5.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege des Beschwerdeg egners erfüllt die er- wähnten gesetzlichen Anforderungen für das vorliegende kantonsgerichtliche Verfahren we- der hinsichtlich der verlangten Begründung noch in Bez ug auf die umschriebene Mitwir- kungsobliegenheit. Mit dem pauschalen Verweis auf seine Klagebegründung bleibt er die erforderlichen Erläuterungen über seine finanziellen Verpflichtungen und über seine Ein- kommens- und Vermögensverhältnisse schuldig. Dies gilt umso mehr, als diese seitens der Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht Beschwerdeführerin bestritten werden. Ein pauschaler Verweis auf die vorinstanzlichen Ak- ten kann für das Glaubhaftmachen der Mittellosigkeit au snahmsweise ausreichend sein, wenn im vorinstanzlichen Entscheid erwogen wird, woraus sich die Bedürftigkeit im Einzel- nen ergibt. In diesem Ausnahmefall dürfte es unter d em Aspekt der Substantiierungspflicht ausreichend sein, wenn eine gesuchstellende Partei im Rechtsmittelverfahren für die Be- gründung des Rechtspflegegesuchs auf diese Erwägungen ve rweist und für das Rechtsmit- telverfahren anmerkt, dass sich in den wirtschaftlichen Ver hältnissen seit dem erstinstanzli- chen Verfahren nichts verändert hat. Dieser Ausnahmefal l ist vorliegend jedoch nicht gege- ben, zumal wie bereits dargelegt, keine hinreichende e rstinstanzliche Begründung zum Kos- tenerlass vorliegt. In nicht komplexen Verhältnissen kann es auch ausreichen, das ausgefüll- te Formular „Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege“ m it lückenlosen sachdienlichen Beila- gen einzureichen. Die zum vorliegenden Gesuch edierten Unterlagen sind jedoch nicht lückenlos. Insbesondere wurden auch im Beschwerdeverfahre n wiederum dieselben definiti- ven Steuerrechnungen für die Staat- und Gemeindesteue r der Jahre 2014 und 2015 und eine Seite aus der Steuererklärung („Steuerbudget [fü r Eigengebrauch]“) eingereicht wie schon vor erster Instanz. Aus diesen Unterlagen sind keine Angaben zur Vermögenssituation ersichtlich. Gemäss den Ausführungen des Beschwerdegegners im zivilkreisgerichtlichen Verfahren bestünden zum Nettoerlös aus dem Liegenschaft sverkauf und dessen Verwen- dung keine Belege mehr. Die betreffenden Mittel seie n jedoch zur Bezahlung von Schulden gegenüber seiner Partnerin und für Ferien in Südafri ka, Neuseeland und Australien ver- braucht worden. Auch diese Angaben lassen Fragen offe n. Zum einen hätte der Gesuchs- gegner den Erlös und die einzelnen Ausgaben zumindest b eziffern können, so dass auch ohne Belege eine Plausibilitätsüberprüfung hätte vorge nommen werden können. Zum an- dern wird keine Begründung geliefert, weshalb eine Wi ederbeschaffung der relevanten Bele- ge unmöglich oder mit unverhältnismässig grossem Aufwand verbunden gewesen wäre. So- dann wird behauptet, der Beschwerdegegner erziele kein eigenes Einkommen und werde vollumfänglich von seiner neuen Partnerin unterstützt. Allerdings fehlen auch hier quantitati- ve Angaben zum Gesamtbedarf des gemeinsamen Haushaltes und dem effektiven Einkom- men der Partnerin, so dass auch nicht nachvollzogen werd en kann, ob die Aussage des Be- schwerdegegners zutrifft. Wenn dieser keiner Erwerbstäti gkeit nachgeht, ist zudem davon auszugehen, dass er hauptsächlich den Haushalt besorgt, w ährend seine Partnerin haupt- zeitlich arbeitet. Wäre dem so, käme die Haushaltführung zugunsten der Konkubinatspartne- rin einer entgeltlichen Dienstleistung gleich, was de m gesuchstellenden Beschwerdegegner im Kostenerlassentscheid als Einkommen anzurechnen wäre. Z usammenfassend ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdev erfahren in erster Linie zufolge fehlender Begründung abzuweisen. Selbst wenn die pausch alen Ausführungen des Be- schwerdegegners in der Beschwerdeantwort als Begründun g gelten würden, wäre das Ge- such aufgrund fehlender lückenloser Darlegung der wirtsch aftlichen Verhältnisse des Be- schwerdegegners ebenfalls abzuweisen. 6. Abschliessend ist über die Verlegung der Prozesskosten zu befinden. Massgebend für die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen sind die Bestimmungen der Art. 95 ff. ZPO. Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten d er unterliegenden Partei auferlegt. Die Beschwerdeführerin dringt mit ihren R echtsbegehren gemäss Beschwerde Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht vom 13. Februar 2018 in der Sache vollumfänglich dur ch, weshalb sowohl die Gerichts- als auch die Anwaltskosten dem Beschwerdegegner als unterli egende Partei aufzuerlegen sind. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 600.00 festgelegt (§ 9 Abs. 2 lit. b der Verordnung über die Gebühren der Gerichte [Gebührentarif, GebT], SGS 170.31). Die Parteientschädigung ist gemäss Art. 105 Abs. 2 ZPO gestützt auf die kantonale Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) festzusetzen. Der Rechtsvertre ter der Beschwerdeführerin hat mit Eingabe vom 27. März 2018 eine Honorarnote eingereicht, welche dem Beschwerdegeg- ner zur Kenntnisnahme zugestellt wurde. Mit dem gelt end gemachten Honorar von insge- samt CHF 5‘276.35 werden 19.1 Stunden zu einem Ansatz von CHF 250.00 je Stunde zu- züglich Auslagen von CHF 124.10 und 7,7% MWSt in Rechn ung gestellt. Die Berechnung nach Zeitaufwand im Beschwerdeverfahren und der bean spruchte Stundenansatz sind tarif- konform (§§ 2 Abs. 2 und 3 Abs. 1 TO). Die Streitsache w ar weder in sachverhaltlicher noch in rechtlicher Hinsicht komplex, so dass der vom Rechtsvertre ter der Beschwerdeführerin betriebene Aufwand mit einer 27-seitigen Eingabe ins gesamt übermässig war. Allein die Ausführungen zu Einkommen, Bedarf, Vermögen und Schul den des Beschwerdegegners erstrecken sich über rund 11 Seiten. Das Kantonsgericht er achtet deshalb eine Honorarre- duktion um ca. 40% als gerechtfertigt. Daraus folgt, da ss die Parteientschädigung für einen Zeitaufwand des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin von 11,5 Stunden (anstatt der in Rechnung gestellten 19,1 Stunden) zum Ansatz von CHF 2 50.00 zuzüglich Auslagen von CHF 124.10 und 7,7% MWSt somit auf insgesamt CHF 3‘229.65 festzusetzen ist. Demnach wird erkannt: ://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügu ng des Zivilkreisge- richtspräsidenten Ost vom 31. Januar 2018 im Verfahren 120 17 384 II aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwäg ungen zur Neu- beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 2. Das Gesuch des Beschwerdegegners um unentgeltliche Rechts pflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 3. Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren von CHF 6 00.00 wird dem Beschwerdegegner auferlegt. Der Beschwerdegegner hat der Beschwerdeführerin eine Pa rteientschä- digung von CHF 3‘229.65 (inkl. Auslagen und MWSt) zu bezahlen. Präsidentin Christine Baltzer-Bader Gerichtsschreiber Rageth Clavadetscher