B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung I A-2895/2014 U r t e i l v o m 1 7 . D e z e m b e r 2 0 1 4 Besetzung Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), Richter Christoph Bandli, Richterin Marianne Ryter, Gerichtsschreiberin Nina Dajcar. Parteien A._______, vertreten durch Dr. iur. Beat Badertscher und Dr. iur. Mischa Morgenbesser, Badertscher Rechtsanwälte AG, Beschwerdeführer, gegen Swissgrid AG, Beschwerdegegnerin, Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Bescheid über die definitive Höhe der kostendeckenden Ein- speisevergütung (KEV), Kategorisierung der Photovoltaikan- lage. A-2895/2014 Seite 2 Sachverhalt: A. A._______ meldete die Inbetriebnahme seiner Photovoltaik-Anlage (nachfolgend: Anlage), für die er die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) beantragt hatte, am 10. Juli 2012 bei der Swissgrid AG an. Die An- lage war auf dem Blechdach resp. der darunter liegenden Dachtragekon- struktion eines Gebäudes montiert worden. Das Blechdach wurde nicht entfernt. A._______ verwendete einen Anlagetyp, der die Funktion des Wetterschutzes übernehmen und anstelle eines Daches verwendet we r- den kann. B. Die Swissgrid AG teilte A._______ mit Bescheid über die definitive Höhe der KEV vom 27. Oktober 2012 mit, der definitive Vergütungssatz für die Anlage betrage 39.9 Rp/kWh. Dieser Vergütungssatz leite sich aus der Leistung der Anlage (10.0 kWp), der Kategorie der Anlage ("angebaut") und de r Leistungsklasse gemäss Anhang 1.2 (Leistungsklasse 1, 10.0 kWp) der Energieverordnung vom 7. Dezember 1998 (EnV, SR 730.01) ab. C. A._______ verlangte am 1. November 2012 bei der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom die Überprüfung dieses Bescheids . Er machte geltend, es handle sich nicht um eine angebaute, sondern um ei- ne integrierte Anlage. Die Energieverordnung sieht für die letztgenannten höhere Vergütungssätze vor. D. Nach Durchführung des entsprechenden Verfahrens erliess die ElCom am 15. April 2014 eine Verfügung. Sie bestätigte den Bescheid der Swissgrid AG vom 27. Oktober 2012 und stellte fest, es handle sich um eine angebaute Anlage. Zudem auferlegte sie A._______ eine Gebühr von Fr. 1'860.–. E. A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) lässt am 27. Mai 2014 B e- schwerde gegen die Verfügung der ElCom (nachfolgend: Vorinstanz) e r- heben. Er beantragt, die Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben (An- trag Ziff. 1) und die Anlage sei als integriert einzustufen (Antrag Ziff. 2). A-2895/2014 Seite 3 F. Die Vorinstanz verzichtet am 19. Juni 2014 unter Verweis auf die ang e- fochtene Verfügung auf eine Vernehmlassung . Die Swissgrid AG (nach- folgend: Beschwerdegegneri n) beschränkt sich in ihrer Eingabe vo m 17. Juli 2014 auf einen einzelnen materiellen Hinweis. G. Das Bundesamt für Energie BFE reicht am 20. Oktober 2014 auf Ers u- chen der Instruktionsrichterin einen Fachbericht ein. Die Vorinstanz lässt sich in ihrem Schreiben vom 31. Oktober 2014 (unter Verweis auf die an- gefochtene Verfügung) nicht dazu vernehmen. Die Beschwerdegegnerin reicht keine Stellungnahme zum Fachbericht ein. Der Beschwerdeführer äussert sich in seinen Schlussbemerkungen vom 3. November 2014 zum Fachbericht. H. Auf weitergehende Vorbringen und die sich bei den Akten befindlichen Schriftstücke wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden E r- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Entscheide der ElCom sin d beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 25 Abs. 1bis des Ene r- giegesetzes vom 26. Juni 1998 [EnG, SR 730.0] i.V.m. Art. 23 des Strom- versorgungsgesetzes vom 23. März 2007 [StromVG, SR 734.7] und Art. 33 Bst. f VGG). Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG ist nicht gegeben. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.2 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil - nahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders be -A-2895/2014 Seite 4 rührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Ä n- derung hat. Der Beschwerdeführer ist formeller Adressat der angefochte- nen Verfügung und durch diese auch materiell beschwert. Er ist deshalb zur Erhebung der vorliegenden Beschwerde legitimiert. 1.3 Auf die frist - und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 und 52 VwVG) ist somit einzutreten. 2. Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet grundsätzlich mit uneinge- schränkter Kognition. Es überprüft die angefochtene Verfügung respekt i- ve das angefochtene Urteil auf Rechtsverletzungen – einschliesslich un- richtiger ode r unvollständiger Feststellung des rechtserheblichen Sac h- verhalts und Rechtsfehler bei der Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). Die Vorinstanz ist indessen keine gewöhnliche Vollzugsbehörde, sondern eine verwaltungsunabhängige Kollegialbehörde mit besonderen Komp e- tenzen. Als Fachorgan ist sie Regulierungsinstanz mit besonderer Ve r- antwortung. Dies rechtfertigt eine gewisse Zurückhaltung des Bunde s- verwaltungsgerichts bei der Überprüfung des vorinstanzlichen En t- scheids, entbindet es aber nicht davon, die Rechtsanwendung auf ihre Vereinbarkeit mit Bundesrecht zu überprüfen (vgl. BGE 133 II 35 E. 3 mit Hinweisen; BVGE 2009/35 E. 4; vgl. als neueres Urteil des Bundesve r- waltungsgerichts [BVGer] A -857/2014 vom 13. November 2014 m.w.H.; s.a. ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.154 ff.). Zudem liegt dem Bundesverwaltungsgericht im hier zu beurteilenden Fall auch ein Fachbericht des BFE vor. Auch das BFE ist eine Fachbehörde des Bundes und verfügt als solche ebenfalls über spezifisches Fachwis sen, was vom Bundesverwaltungsgericht entsprechend zu berücksichtigen ist. 3. 3.1 Die allgemeinen Rahmenbedingungen der KEV sind wie folgt aus- gestaltet: Gemäss Art. 89 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizer i- schen Eidge nossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) setzen sich der Bund und die Kantone im Rahmen ihrer Zuständi gkeiten für eine um- weltverträgliche Energieversorgung ein. Art. 1 Abs. 2 Bst. c EnG statuiert als Ziel die v erstärkte Nutzung von ein heimischen und erneuerbaren Energien. Zur Förderung der Stromerzeugung mit erneuerbarer Energien A-2895/2014 Seite 5 hat der Gesetzgeber die KEV eingeführt (Art. 7a EnG). Die K EV wird nach den im Erstellungs jahr geltenden Gestehungskosten von Re - ferenzanlagen bestimmt, die der jeweils effi zientesten Technologie ent - sprechen (Art. 7a Abs. 2 EnG). Die Regelung d er Einzelheiten, z.B. der Gestehungskosten je Erzeugungstechnologie, Kategorie und Leistungs- klasse delegiert die se Norm an den Bundesr at, der di e Details in der Energieverordnung geregelt hat. Die konkrete Höhe der Vergütungssätze für die verschiedenen Technologien lässt sich aufgrund der in den Anhän- gen zur EnV festgesetzten Grundlagen berechnen und erfolgt schem a- tisch, nicht abgestimmt auf eine individuelle Anlage (Art. 3b EnV). Für die Administration der KEV ist d ie Beschwerdegegnerin als natio nale Netz- gesellschaft verantwortlich ( Art. 3g ff. EnV und Art. 18 ff. StromVG ; vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer A-4065/2011 vom 15. Mai 2012 E. 3). 3.2 Das Energiegesetz und die Energieverordnung wurden seit der Inbe- triebnahme der Anlage des Beschwerdeführers revidiert. Deshalb ist z u- nächst zu klären, ob die hier anzuwendenden Bestimmungen geändert wurden, und wenn ja, welche Fassung anwendbar ist. Der für di e KEV grundlegende Art. 7a EnG hat zwar Änderungen erfa h- ren, diese betreffen aber nicht den für den vorliegenden Fall bedeuts a- men Abs. 2. Der ebenfalls beizuziehende Art. 3b EnV, der Detailbesti m- mungen zu den Gestehungskosten von Referenzanlagen und der Vergü- tung enthält, ist in den hier relevanten Teilen (Abs. 1, Abs. 1bis erster Satz, Abs. 3) ebenfalls unverändert geblieben. Hingegen hat der Bundesrat Anhang 1.2 Ziff. 2.3 EnV, der die Definition von "integrierte Anlagen" en t- hält, auf den 1. Januar 2014 umformuliert. Vorliegend ist die alte Fassung massgeblich: Dies folgt aus Art. 3b Abs. 1bis Satz 1 EnV, wonach sich der Vergütungssatz für eine bestimmte Anlage aufgrund der im Erstellung s- jahr geltenden Vorgaben ergibt. Als Erstellungsjahr gilt g emäss Art. 3b Abs. 3 EnV das Jahr der tatsächlichen Inbetriebnahme der Anlage. Da die hier interessierende Anlage im Jahr 2012 in Betrieb genommen wurde, gelten die Vorgaben des Jahres 2012, d.h. Anhang 1.2 Ziff. 2.3 EnV in der damaligen Fassung. 4. Die Energieverordnung unterscheidet zwischen angebauten und integrier- ten Anlagen. Der Beschwerdeführer rügt, diese auf Verordnungsebene getroffene Unterscheidung sei nicht gesetzeskonform. A-2895/2014 Seite 6 4.1 Er führt in seiner Argumentation an, es könne für die Vergütung nicht darauf ankommen, ob das Dach entfernt worden sei. Wenn er eine Anl a- ge verwende, welche eine Doppelfunktion erfüllen könne, so spiele es für die Gestehungskosten keine Rolle, ob das bereits bestehende Dach a b- gebrochen oder belassen werde. Demnach spre nge die vom Bundesrat vorgenommene Differenzierung den Rahmen der Gesetzesdelegation. Darauf deute auch der Umstand hin, dass in der Energieverordnung, wie sie seit 1. April 2014 gelte, integrierte Anlagen mit einer Nennleistung von mehr als 100 kW die gle iche Vergütung wie angebaute Anlagen erhalten würden und der Bundesrat folglich davon ausgehe, dass grössere inte g- rierte Anlagen die gleichen Gestehungskosten wie angebaute Anlagen aufweisen würden. Zu dieser Argumentation ist vorab anzumerken, dass es be i der Prüfung der Gesetzeskonformität nicht massgeblich ist, welches Anlagesystem der Beschwerdeführer gewählt hat und ob er die Rechtsanwendung in seinem Fall für unrichtig hält. Darauf ist in den nachfolgenden Erwägu n- gen bei der Auslegung des Begriffs "i ntegrierte Anlage" (E. 5) und der Überprüfung der Rechtsanwendung im konkreten Einzelfall (E. 6) einzu- gehen. Zunächst ist aber die Gesetzeskonformität der Unterscheidung zu prüfen. 4.2 Nach dem Grundsatz der Gesetzmässigkeit bedarf jedes staatliche Handeln einer gesetzlichen Grundlage (Art. 5 Abs. 1 BV). Inhaltlich gebie- tet das Gesetzmässigkeitsprinzip, dass staatliches Handeln insbesondere auf einem Rechtssatz von genügender Normstufe und Bestimmtheit zu beruhen hat (statt vieler ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 381 ff.). Werden Recht- setzungskompetenzen des Gesetzgebers auf den Verordnungsgeber übertragen, spricht man von Gesetzesdelegation. Der Gesetzgeber e r- mächtigt damit im (formellen) Gesetz die Ex ekutive zum Erlass von g e- setzesvertretenden Verordnungen. Die Gesetzesdelegation gilt als zulä s- sig, wenn sie nicht durch die Verfassung ausgeschlossen ist, in einem Gesetz im formellen Sinn enthalten ist, sich auf ein bestimmtes, genau umschriebenes Sachgebiet beschränkt und die Grundzüge der delegie r- ten Materie, das heisst die wichtigen Regelungen, im delegierenden G e- setz selbst enthalten sind (Art. 164 Abs. 1 BV; statt vieler BGE 134 I 322 E. 2.4 und 2.6.3; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 407). Das Bundesverwaltungsgericht kann auf Beschwerde hin vorfrageweise Verordnungen des Bundesrates auf ihre Gesetz - und Verfassungsmäs-A-2895/2014 Seite 7 sigkeit prüfen (konkrete Normenkontrolle). Bei unselbständigen Veror d- nungen, die sich auf eine gesetzliche Delegation stützen (und nicht wie selbständige Verordnungen direkt auf der Verfassung beruhen), prüft das Bundesverwaltungsgericht, ob sich der Bundesrat an die Grenzen der ihm im Gesetz eingeräumten Befugnis gehalten hat. Wird dem Bundesrat durch die gesetzliche Delegation ein sehr weiter Bereich des Ermessens für die Regelung auf Verordnungsstufe eingeräumt, so ist dieser Spie l- raum nach Art. 190 BV für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Es darf in diesem Fall bei der Überprüfung der Verordnung nicht sein eig e- nes Ermessen an die Stelle desjenigen des Bundesrates setzen, sondern hat seine Prüfung darauf zu beschränken, ob die Verordnung den Ra h- men der dem Bundesrat im Gesetz delegierten Kompetenz offensichtlich sprengt oder aus andern Gründen gesetz - oder verfassungswi drig ist (BGE 131 II 562 E. 3.2; 130 I 26 E. 2.2.1). Dabei kann es namentlich prü- fen, ob sich eine Verordnungsbestimmung auf ernsthafte Gründe stützt oder Art. 9 BV widerspricht, weil sie sinn - oder zwecklos ist, rechtliche Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den tatsächlichen Verhältnissen fehlt, oder Unterscheidungen unterlässt, die richtigerweise hätten getroffen werden sollen. Die Zweckmässigkeit hat es hingegen nicht zu beurteilen (BGE 131 II 162 E. 2.3; statt vieler Urteil des BVGer A- 573/2013 vom 29. November 2013 E. 4.1–4.3 m.w.H.). 4.3 Die Bundesverfassung schliesst eine Delegation an den Veror d- nungsgeber für den Sachbereich der Förderung erneuerbarer Energien nicht aus. Wie bereits erwähnt, findet sich die gesetzliche Delegation s- norm in Art. 7a Abs. 2 EnG, der lautet: Die Vergütung richtet sich nach den im Erstellungsjahr geltenden Ge - stehungskosten von Referenzanlagen, die der jeweils effizientesten Techn o- logie entsprechen. Die langfristige Wirtschaftlichkeit der Technologie ist Vor- aussetzung. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten, insbesondere die: a. Gestehungskosten je Erzeugungstechnologie, Kategorie und Leistung s- klasse; (Bst. b–e) Damit liegt eine gesetzliche Grundlage für Unterscheidungen nach unte r- schiedlichen Anlagetypen vor; die Grundzüge der Materie sind somit auf Gesetzesebene enthalten . Das BFE führt in seinem Fachbericht aus, weshalb die Unterscheidungen zwischen integrierten und angebauten An- lagen getroffen worden sind : Bei integrierten Anlagen seien die Gest e- hungskosten höher, weil Systeme verwendet werden müssten, die auch z.B. einen Wetterschutz bieten. Die Einbauarbeiten seien in der Regel A-2895/2014 Seite 8 teurer, da der Einbau aufgrund des Ersatzes eines Teils der bisherigen (z.B. Dach-)Konstruktion aufwändiger sei, als wenn die Module nur au f- gesetzt würden. Diese Mehrkosten hätten zu unterschiedlichen Vergütun- gen geführt. Zudem würden integrierte Anlagen wegen der weniger auffäl- ligen Ästhetik von der Bevölkerung am besten akzeptiert, was wiederum dem Ausbau der Photovoltaik förde rlich sei. Die Entwicklung der Kosten in den letzten Jahren habe dazu geführt, dass heute die Gestehungsko s- ten zwischen integrierte n und angebauten Anlagen geringer geworden seien und deshalb in der aktuellen Fassung der Energieverordnung ab einer gewissen Anlagegrösse nicht mehr berücksichtigt würden. Diese Begründung der Fachbehörde ist überzeugend . So ist es nachvoll- ziehbar, weshalb die Gestehungskosten für integrierte Anlagen in der Re- gel höher sind als für andere Anlagen, zumal der Aufwand für die Einpas- sung grösser ist als der Aufwand für eine Anlage, die bloss befestigt we r- den muss. Es leuchtet ein, dass dies auch heute namentlich bei kleineren Anlagen noch der Fall ist. Demzufolge stützt sich die Unterscheidung zwischen angebauten und integrierte n Anlage n auf tatsächliche Unte r- schiede bei den Gestehungsosten und damit auch auf einem sachlichen Grund, was gemäss Art. 7a Abs. 2 EnG massgeblich und mit dem Rechtsgleichheitsgebot gemäss Art. 8 Abs. 1 BV vereinbar ist (vgl. dazu hinten auch E. 6.2). Die Pauschalisierung, die mit der Bildung von Kat e- gorien einhergeht, ist ebenfalls bereits in der Delegationsnorm angelegt, weshalb auch sie zulässig ist. Folglich hat der Verordnungsgeber die ihm in Art. 7a Abs. 2 EnG eingeräumten Delegationsbefugnisse korr ekt g e- nutzt und die Energieverordnung erweist sich bezüglich der Untersche i- dung zwischen angebauten und integrierten Anlagen als gesetzes- und verfassungskonform. Ob der Verordnungsgeber seinen Ermessensspie l- raum überschritten hat, indem er nach Ansicht der Fachbehörde indirekt auch die Ästhetik der Anlagen berücksichtigt, kann bei diesem Ergebnis offen bleiben. 5. Strittig ist sodann, was unter einer integrierten Anlage zu verstehen ist . Dies ist durch Auslegung zu ermitteln. Aufgrund der Gegebenheiten im vorliegenden Fall steht hierbei im Zentrum, wie die integrierten von den angebauten Anlagen abzugrenzen sind, insbesondere ob bei einer Anl a- ge das alte Dach entfernt werden muss, damit es sich um eine integrierte handeln kann. A-2895/2014 Seite 9 5.1 Ausgangspunkt jeder Ausle gung ist der Wortlaut einer Norm. Die französisch- und italienischsprachigen Versionen sind hierbei ebenso massgebend wie der deutsche Text, wobei vorliegend die französisch - und italienischsprachigen Versionen der deutschsprachigen Fassung ent- sprechen. Ist der Text nicht klar, so ist auf die übrigen Auslegungselemen- te zurückzugreifen; abzustellen ist insbesondere auf die Entstehungsge- schichte einer Rechtsnorm, ihren Sinn und Zweck sowie die Bedeutung, die ihr im Kontext mit ander en Normen zukommt (statt vieler BGE 137 V 167 E. 3.1; ULRICH HÄFELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizeri- sches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, Rz. 80 ff.). Vom klaren Wortlaut einer Bestimmung darf nur abgewichen werden, wenn triftige Gründe zur Annahme bestehen, dass dieser nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gründe können sich wiederum aus der Entstehung s- geschichte der Bestimmung, aus ihrem Sinn und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit anderen Vorschriften ergeben ( BGE 137 V 167 E. 3.1). 5.2 Die Definitionen der beiden Anlagetypen gemäss Anhang 1.2 Ziff. 2 EnV in der Fassung, wie sie im hier interessierenden Jahr 2012 in Kraft war, lauten: 2.2 Angebaute Anlagen: Anlagen, welche konstruktiv mit Bauten oder sonst i- gen Infrastrukturanlagen verbunden sind und einzig der Stromproduktion dienen, beispielsweise auf Flachdächern mittels Befestigungssystemen oder auf einem Ziegeldach montierte Module. 2.3 Integrierte Anlagen: Anlagen, welche in Bauten integriert sind und eine Doppelfunktion wahrn ehmen, beispielsweise Photovoltaik -Module anstelle von Ziegeln oder Fassadenelementen, in Schallschutzwände integrierte M o- dule. Aus dem Wortlaut von Anhang 1.2 Ziff. 2.3 EnV ergibt sich zunächst, dass zwei Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine i ntegrierte Anlage vorliegt, nämlich jene der Doppelfunktion und jene des "in Bauten inte g- riert sein". Bei der zweitgenannten Voraussetzung deutet das "in" darauf hin, dass ein Einbau gemeint ist, und nicht eine blosse Befestigung. Die systematische Auslegung zeigt die Abgrenzung zu den angebauten Anl a- gen und bestärkt dieses Verständnis: So ist in Ziff. 2.2 für die angebauten Anlagen zwar davon die Rede, die Anlagen müssten konstruktiv verbu n- den sein, dies aber "auf" Flach - oder Ziegeldächern. Dies macht deutlich, dass der Verordnungsgeber bei Ziff. 2.2 davon ausging, das Dach bleibe bestehen und die Anlagen würden aufgesetzt. Demgegenüber stellt Ziff. 2.3 für integrierte Anlagen höhere Anforderungen an die Verbindung A-2895/2014 Seite 10 mit dem Gebäude und geht, wie die Verwend ung des Begriffs "anstelle" zeigt, davon aus, dass das alte Dach (resp. jenes Element, das durch e i- ne Anlage ersetzt wird) entfernt wird. Der Verordnungsgeber stellt sodann bei der Abgrenzung zwischen angebauten und integrierten Anlagen nicht hauptsächlich auf die verwendete Fläche ab, d.h. ob eine ganze Dachfl ä- che oder einzig ein Teil davon für die Anlage genutzt wird. Vielmehr stellt er die Art der Verbindung und den Ersatz der durch die Doppelfunktion der Anlage überflüssig gewordenen Teile einer Baute in den Vordergrund. Ebenso wenig ist dem Verordnungstext zu entnehmen, dass die Zuor d- nung vom verwendeten Anlagenmodell abhängen soll; dieses kann so gewählt werden, dass es entweder den (geringere n) Anforderungen an angebaute Anlagen entspricht oder – wenn die Anlage ins Gebäude integ- riert werden soll – auch die Doppelfunktion übernehmen kann. Zur Ent- stehungsgeschichte dieser Definition sind, soweit ersichtlich, keine Mat e- rialien vorhanden. Weil mit der Neuformulierung von Anhang 1.2 Ziff. 2.3 EnV auf den 1. Januar 2014 am Element des "in Bauten integriert" fes t- gehalten und Ziff. 2.2 EnV nicht verändert wurde, ist davon auszugehen, dass die soeben dargelegte Auslegung auch noch dem heutigen Ve r- ständnis entspricht. Folglich kann als Zwischenergebnis festgehalten werden, dass bei inte g- rierten Anlagen – anders als bei angebauten Anlagen – dasjenige El e- ment der Baute, das durch die Anlage ersetzt wird (z.B. das Dach) , ent- fernt werden muss, damit eine integrierte Anlage im Sinne der Energi e- verordnung vorliegt. Die in den Vorakten enthaltenen Richtlinien des BFE, die als Vollzugshilfe für den rechtsgleichen Vollzug dienen und von der Vorinstanz angewendet werden, stimmen mit diesem Auslegungsergebnis überein. 6. Es bleibt zu prüfen, ob die hier interessierende Anlage zu Recht als a n- gebaut eingeordnet wurde. 6.1 Der Beschwerdeführer hat für seine Anlage ein System verwendet, das die Anforderungen an integrierte Anlagen erfüllen kann, da es die Doppelfunktion Wetterschutz etc. übernehmen kann. Wie jedoch die Aus- legung ergeben hat, ist nicht das gewählte Modell entscheidend, sondern ob die Anlage wirklich ein Element des Gebäudes ersetzt, d.h. dieses ent- fernt wurde, oder ob sie bloss aufgesetzt wurde. Folglich handelt es sich im vorliegenden Fall um eine angebaute Anlage, da das Dach nicht en t- fernt, sondern beibehalten und die Anlage auf das Dach aufgesetzt wu r-A-2895/2014 Seite 11 de. Diese Einschätzung ändert sich trotz der Optik einer flächigen Dac h- anlage nicht, denn wie in der vorangehenden Erwägung dargelegt, kommt der Flächigkeit nicht die entscheidende Bedeutung zu. Das Arg u- ment des Beschwerdeführers, nun übernehme die Anlage den Witt e- rungsschutz und das Dach könnte diese Aufgabe nicht mehr überne h- men, wenn sie entfernt würde, weil es durch die Mon tageschrauben durchlöchert worden sei, dringt ebenfalls nicht durch. Das Blechdach könnte in diesem Fall relativ einfach ausgebessert werden. Demzufolge ist die Zuordnung der hier strittigen Anlagen zu den angebauten statt den integrierten Anlagen nicht zu beanstanden. 6.2 Der Beschwerdeführer bringt nun aber vor , er werde rechtsungleich behandelt, weil zwischen mit dem Dach verbundenen und in das Dach in- tegrierten Anlagen differenziert werde, obwohl in beiden Fällen die gleiche Anlage installiert würde, diese unabhängig davon funktionieren würde, ob das darunterliegende Dach entfernt worden sei und aufgrund des ve r- wendeten Modells die identischen Gestehungskosten anfallen würden. Mit dem von ihm verwendeten System seien die Kosten angefallen, die auch entstanden wären, wenn das Blechdach entfernt worden wäre; de s- halb erweise sich die unterschiedliche finanzielle Förderung als Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot. Die Rechtsgleichheit als Gebot sachlicher Differenzierung verbietet der rechtsanwendenden Behörde, zwei tatsächlich gleiche Situationen ohne sachlichen Grund unterschiedlich und zwei tatsächlich verschiedene S i- tuationen ohne sachlichen Grund gleich zu behandeln. Dabei ist en t- scheidend, dass die zu behandelnden Sachverhalte in Bezug auf die r e- levanten Tatsachen gleich bzw. ungleich sind. Daher wird der Anspruch auf rechtsgleiche Behandlung insbesondere dann verletzt, wenn hinsich t- lich einer entscheidwesentlichen Tatsache rechtliche Unterscheidungen getroffen werden, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Ver- hältnissen nicht ersichtlich ist, oder wenn Unterscheidungen unterlassen werden, die aufgrund der Verhältnisse hätten getroffen werden müssen (Art. 8 Abs. 1 BV; statt vieler BGE 135 V 361 E. 5.4.1). Wie die vorangehenden Ausführungen ze igen, liegt der sachliche Grund für die höheren Gestehungskosten integrierter Anlagen darin, dass es aufwändiger ist, sie ins Gebäude zu integrieren als bloss auf das Gebä u- de aufzusetzen. Damit werden unterschiedliche tatsächliche Gegebenhei- ten angesichts verschiedener Gestehungskosten, die sich aus dem u n- terschiedlichen Aufwand beim An- resp. Einbau ergeben, unterschiedlich A-2895/2014 Seite 12 behandelt, was mit der Rechtsgleichheit vereinbar ist. Soweit der B e- schwerdeführer schreibt, der Abbau des Blechdachs wäre nicht (wese nt- lich) teurer gewesen, überzeugen seine Ausführungen nicht, da mit dem Abbau des Dachs jedenfalls weitere Arbeiten verbunden gewesen wären als ohne Abbau. Wenn der Beschwerdeführer sich für ein möglicherweise teureres Modell entschieden hat, ohne dieses k onsequent in das Gebä u- de zu integrieren, ist das sein eigener Entscheid ; er kann daraus aber nicht ableiten, dass ihm die höhere Vergütung zusteht . Im Übrigen führt der Beschwerdeführer selber die Praxis der Vorinstanz an, die zeigt, dass die Vorinstanz vergleichbare Fälle gleich entschieden hat. Die rechtsgle i- che Behandlung durch die Vorinstanz ist also offenbar gewährleistet. Da- mit ist die Rechtsanwendung der Vorinstanz auch unter dem Aspekt der Rechtsgleichheit nicht zu beanstanden. 6.3 Ob die hier strittige Anlage die Doppelfunktion , d.h. die zweite Vo r- aussetzung der integrierten Anlagen erfüllt, kann offen bleiben, nachdem bereits die Voraussetzung der Integration in die Baute nicht erfüllt ist. 7. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt der Beschwerdeführer als unter- liegend, weshalb e r die Verfahrenskosten zu tragen hat. Die Verfahrens- kosten sind auf Fr. 1'500.– festzusetzen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Diese r Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss ent- nommen. Der Restbetrag von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Hierzu hat er dem Bundesverwaltungsgericht seine Post- oder Bankverbindung mitzuteilen. Dem Beschwerdeführer steht angesichts seines Unterliegens von vornherein keine Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario). A-2895/2014 Seite 13 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.– werden dem Beschwerdeführer auferlegt. Sie werden dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 2'000.– entnommen. Der Restbetrag von Fr. 500.– wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. Hierzu hat er dem B undesverwaltungsgericht seine Post - oder Bankver- bindung mitzuteilen. 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Gerichtsurkunde) – das Bundesamt für Energie (A-Post z.K.) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Kathrin Dietrich Nina Dajcar Rechtsmittelbelehrung: Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun- desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich -rechtlichen An- gelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Ang abe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: