B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-4198/2013 U r t e i l v o m 1 0 . D e z e m b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Christa Luterbacher (Vorsitz), Richter Martin Zoller, Richter Walter Stöckli, Gerichtsschreiberin Natasa Stankovic. Parteien A._______, geboren (…), Afghanistan, vertreten durch lic. iur. Monique Bremi, Beratungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Juni 2013 / N (...). E-4198/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger und ethni- scher Hazara schiitischen Glaubens, verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland im Jahr 2009 und reiste via Pakistan sowie die Vereinig- ten Arabischen Emirate am 27. Juli 2009 in die Schweiz ein, wo er gle i- chentags um Asyl nachsuchte. Für die Dauer des Verfahrens wurde er dem Kanton (...) zugewiesen. Am 3. August 2009 wurde er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) (...) zur Person befragt sowie am 17. Juni 2013 einlässlich zu seinen Asylgründen angehört; dabei trug er im We- sentlichen Folgendes vor: Er stamme aus Kabul, wo er von [2000er-Jahre] bis August 2008 als [Tä- tigkeit] für eine ausländische Firma, (…), tätig gewesen sei. Als die Firma Aufträge von anderen ausländischen Unternehmen erhalten habe, sei en er und seine Kollegen oft in militärischer Begleitung zu den Auftraggebern gefahren, wobei sie unter ständiger Beobachtung seitens der Taliban ge- standen seien. Die Taliban hätten ihn daraufhin der Spionage bezichtigt und von ihm verlangt, er solle seine Stelle aufgeben. In den letzten sechs Monaten vor seiner Ausreise hätten sie ihn gar zwei Mal jeweils nachts zu Hause aufgesucht . Ausserdem seien sie einmal vor dem Gebäude, in welchem er gearbeitet habe, erschienen. Er habe die Vorfälle dem Quar- tieranwalt und der Polizei gemeldet; letztere habe sich lediglich damit be- gnügt, ihm und seinen Nachbarn ein paar Fragen zu stellen, und keine weiteren Untersuchungen eingeleitet. In der Folge habe er sich häufig versteckt. Im August 2008 habe er aufgrund der Probleme seine Arbeits- stelle gekündigt und sich etwa noch anderthalb Monate in seinem He i- matland aufgehalten, bevor er sich, um künftigen Übergriffen zu entg e- hen, zur Ausreise mit seiner Ehefrau und den (...) Kindern entschlossen habe. Sie seien zuerst nach Pakistan gegangen, wo sich seine Familie immer noch befinde. Zur Stützung seiner geltend gemachten Vorbringen reichte der B e- schwerdeführer eine Identitätskarte, eine Personalkarte seines ehemali- gen Arbeitgebers sowie vier Anzeigen ("To Respected Presidency of [...]", "To the Zone No . […] Police", "To the Respected Directorate of (…) Do- main Security Police", "To the Respected Position of B._______ Province Governor") ein. E-4198/2013 Seite 3 B. B.a Mit Verfügung vom 19. März 2010 trat das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete seine Wegweisung nach Griechenland an. B.b Mit Eingabe vom 9. April 2010 erhob der Beschwerdeführer gegen die vorinstanzliche Verfügung beim Bundesverwaltungsge richt Be- schwerde. B.c Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens hob das BFM mit Ent- scheid vom 14. Februar 2011 seine angefochtene Verfügung wiederwä- gungsweise auf, erklärte den Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 der Ver- ordnung (EG) NR. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festl e- gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mi t- gliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin -II-VO) und hielt fest, das nationale Asylverfahren werde wieder aufgenommen und g e- mäss den gesetzlichen Vorschriften durchgeführt. B.d Das Bunde sverwaltungsgericht schrieb daraufhin das Beschwerd e- verfahren mit Entscheid vom 17. Februar 2011 infolge Gegenstandslosi g- keit ab (Verfahren E-2363/2010). C. Am 26. September 2012 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerd e- führers beim BFM ein Asylgesuch aus dem Ausland sowie ein Gesuch um Bewilligung der Einreise für die Ehefrau und die Kinder des Beschwerd e- führers ein. D. Mit Verfügung vom 19. Juni 2013 – eröffnet am 21. Juni 2013 – wies das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und verfügte seine Wegweisung aus der Schweiz , schob jedoch den Vollzug der Wegwe i- sung infolge Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, dass die geltend g e- machten Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit g emäss Art. 7 AsylG nicht standzuhalten vermöchten. Auf die detailliert e Begrün- dung wird – soweit entscheidwesentlich – in den nachstehenden Erw ä- gungen eingegangen. E-4198/2013 Seite 4 E. Mit Eingabe vom 22. Juli 2013 erhob die Rechtsvertreterin namens und im Auftrag des Beschwerdeführers gegen den vorinstanzlichen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte , die Verf ü- gung des BFM sei betreffend Nichterfüllung de r Flüchtlingseigenschaft aufzuheben, diese sei anzuerkennen und es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie um Verzi cht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. Überdies wurde bea n- tragt, es seien die Akten der Ehefrau und der (...) Kinder des Beschwer- deführers, für wel che am 26. September 2012 ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt worden sei, in das vorliegende Verfahren einzubeziehen, sowie eine Nachfrist zur Einreichung einer konkretisierten Begründung innert zehn Tagen anzusetzen. Auf die ausführliche Begründung wird – soweit urteilsrelevant – nachstehend eingegangen. F. Mit Verfügung vom 31. Juli 2013 hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, der Beschwerdeführer könne de n Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung sowie die weiteren verfahrensrechtlichen Anträge werde zu einem sp äteren Zeitpunkt befunden und der Beschwerdeführer werde aufgefordert, innert Frist seinen Arbeitsvertrag, Lohnabrechnungen sowie alle sachdienlichen Unterlagen zu seiner finanziellen Situation nachzure i- chen. G. Mit Eingabe vom 12. August 2013 an das Bundesverwaltungsgericht reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Beschwerdeer- gänzung sowie die geforderten Unterlagen nach. Auf die detaillierte B e- gründung wird – soweit entscheidwesentlich – nachstehend eingegangen. H. Mit Verfügung vom 20. August 2013 führte das Bundesverwaltungsgericht aus, über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfü h- rung sowie die weiteren verfahrensrechtlichen Anträge werde zu einem späteren Zeitpunkt befunden und auf die Erhebung eines Kostenvo r- schusses werde verzichtet . Im Übrigen lud es das BFM zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. E-4198/2013 Seite 5 I. In seiner Vernehmlassung vom 22. August 2013, welche dem Beschwe r- deführer zur Kenntnis gebracht wurde, hielt das BFM fest, die Rechtsmi t- teleingabe enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismi t- tel, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes zu rechtfer- tigen vermöchten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ge- hört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinsta nz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Au s- nahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwa l- tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden B e- schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls e ndgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme liegt in casu nicht vor; somit ist das Bundesverwaltungsgericht vorliegend letztinstanzlich zuständig. 1.2 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der V orinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Folglich ist er zur Einre i- chung der Bes chwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die B e- schwerde ist somit einzutreten. 1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG und da s AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-4198/2013 Seite 6 2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund - sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali tät, Zugehörigkeit zu einer b e- stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol - chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefä hrdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mas s- nahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den fra u- enspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli - chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersp rüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver - fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. zur Praxis des Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2010/57 E. 2.2 und 2.3). 4. 4.1 Das BFM führt e zur Begründung seines ablehnenden Entscheids im Wesentlichen aus, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers kon- struiert wirken und nicht den Eindruck von persönlich Erlebtem vermitteln würden. Zudem würden aufgrund der entstandenen Ungereimtheiten sei- ne Vorbringen den Anforder ungen an die Glaubhaftig keit nicht stand hal- ten. Namentlich habe er anlässlich der EVZ -Befragung angegeben, die Taliban hätten bei ihm zu Hause Fotografien, auf denen er in Militärun i- form abgebildet gewesen sei, entdeckt und mitgenommen. Die Mitnahme von irgendwelchen Materialien habe er jedoch in der Anhörung ausdrück- lich bestritten. Weiter habe er insbesondere bezüglich des zweiten Vor- falls bei ihm zu Hause unterschiedliche Angaben gemacht. Auch zum In- tervall zwischen den beiden Ereignissen zu Hause sowie der angeblichen E-4198/2013 Seite 7 Suche am Arbeitsplatz habe er sich widersprüchlich geäussert. Im Übri- gen habe er über die Vorfälle lediglich pauschal berichten können. So- dann habe er im Rahmen der Anhö rung Drohbriefe, welche die Taliban angeblich bei ihm zu Hause hinterlegt hätten, erwähnt, einen solchen Vor- fall in der EVZ-Befragung indes nicht genannt. Ferner habe er die genau- en Daten und Wochentage der angeblichen Drohungen seitens der Tal i- ban nicht nennen können. Darüber hinaus würden seine geltend gemach- ten Vorbringe n den eingereichten Be weismitteln widersprechen (vgl. A34), aus welchen ausdrücklich hervorgehe , dass der Beschwerd e- führer persönlich mit den Taliban gesprochen haben solle, was er anläs s- lich der Anhörung allerdings bestritten habe. Ausserdem seien in den ein- gereichten Unterlagen Drohanrufe erwähnt; von solchen sei jedoch weder in der EVZ -Befragung noch in der Anhörung explizit die Rede gewesen. Überdies würden sich aus den eingereichten Beweismitteln beziehungs- weise Anzeigen formell folgende Ungereimtheiten ergeben: Die Grundl a- ge der Anzeigen bilde jeweils dasselbe Blankoformat mit denselben Emb- lemen sowie Kopf- und Fusszeilen, welches anschliessend meist han d- schriftlich überschrieben und mit Stempeln versehen worden sei. Der in englischer Sprache abgefasst e Text über die angeblichen Bedrohungen des Beschwerdeführers sei ebenfalls jeweils identisch. Es sei nicht nach- vollziehbar, weshalb für die vier Anzeigen, welche von vier unterschiedl i- chen Stellen und Behörden entgegengenommen worden seien, dasselbe Standardformular verwendet worden sei. Weiter falle auf, dass sich die letzte Anzeige an den "Provinz Gouverneur der Provinz B._______" rich- te. Die angeblichen Übergriffe auf den Beschwerdeführer hätten sich aber ausschliesslich in der Stadt Kabul, Provinz Kabu l ereignet, weshalb der Gouverneur der Provinz B._______ weder örtlich noch sachlich für d en Fall zuständig sei. Ausserdem seien auf den vier Formularen diverse vo r- gedruckte Stellen – Kläger, Angeklagter – gar nicht ausgefüllt. Im Übrigen sei es bekannt, dass in Afghanistan jegliche Art von Dokumenten käuflich erworben werden könne , weshalb ihr Beweiswert generell als äusserst gering zu erachten sei. Aufgrund dieser Ungereimtheiten würden die ei n- gereichten Beweismittel die Vorbringen des Beschwerdeführers n icht glaubhaft nachweisen. 4.2 Der Argumentation des BFM wurde in der Rechtsmitteleingabe vom 22. Juli 2013 sowie in der Beschwerdeergänzung vom 12. August 2013 im Wesentlichen entgegengehalten, die Tatsache, dass zwischen der EVZ-Befragung und der Anhörung ein Zeitraum von fast vier Jahren liege, hätte das BFM bei einer rechtsgenüglichen Würdigung allfälliger Wider- sprüche oder Lücken einbeziehen müssen. Zudem hätte es in seiner Ar-E-4198/2013 Seite 8 gumentation die überlange Dauer allenfalls nach Gewicht des jeweiligen Ereignisses berücksichtigen sollen und den zeitlichen Divergenzen nicht vorrangiges Gewicht beimessen dürfen. Ferner sei die Tatsache nicht gewürdigt worden, dass der Beschwerdeführer bei einer ausländischen Firma als [Tätigkeit] gearbeitet habe. Zwar sei dieser Umstand vom BFM nie bestritten, jedoch auch nicht als Aspekt der flüchtlingsrelevanten G e- fährdung in die Beweiswürdigung einbezogen worden. Aus dieser Tätig- keit allein e folge bereits ein asylrelevantes Gefährdungsprofil, worauf schon in früheren an die Vorinstanz gerichteten Eingaben (inklusive Quel- lenangaben) hingewiesen worden sei. Dennoch habe das BFM hierzu keine Stellung genommen, weshalb ein wesent licher Aspekt des recht s- erheblichen Sachverhalts nicht in die Gesamtwürdigung einbezogen und die Schlussfolgerung, es liege keine flüchtlingsrelevante Gefährdung vor, ungenügend begründet worden sei. Der Beschwerdeführer habe wegen seiner Tätigkeit Todesdrohungen (höchst wahrscheinlich) von den Taliban erhalten, welche bekanntlich pro -westliche Tätigkeit en oftmals mittels massiver Drohungen zu verhindern versuchen würden. Diese Bedrohung sei im vorliegenden Fall konkret, zielgerichtet und basiere auf dem vom Beschwerdeführer ausgeübten Beruf. Die Talibankräfte würden nämlich Personen, welche mit westlichen Unternehmen oder Organisationen in Verbindung stehen würden, mit unerbittlicher und oft tödlicher Gewalt ver- folgen, was in allen massgeblichen Berichten gut dokumentiert sei. Dies sei auch durch die Anzeigen, welche in Kabul eingereicht worden seien, belegt. Überdies gehe aus allen internationalen Berichten hervor, dass die Taliban ihre Position zusehends zementieren würden (im Hinblick auf das Jahr 2014 werde ohnehin mit einer allgemeinen Zunahme der Gewalt seitens aller an der Machtbildung beteiligten Gruppierungen gerechnet) , weshalb dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr eine ernsthafte zielgerichtete Gefährdung drohe. In Bezug auf die eingereic hten Beweismittel sei ferner darauf hinzuwei- sen, dass das Bundesverwaltungsgericht als Regel der Beweiswürdigung festgehalten habe, aus einer theoretischen Möglichkeit dürfe nicht auf die fehlende Glaubwürdigkei t als solche geschlossen werden , wenn keine gegenteiligen Hinweise vorliegen würden. Der Beschwerdeführer habe erklärt, dass er bei der Einreichung seiner Anzeige folgendermassen vo r- gegangen und dieses Vorgehen in Kabul üblich sei: Die nicht abgeste m- pelten Formulare mit dem Staatswappen Afghanistans seien öffentlich an den Schreibstubenständen erhältlich. Der Schreiber fülle das Formular mit den Angaben aus, welche die Betroffenen ihm gegenüber machen würden. Aus diesem Grund sei der Text der Anzeige auf allen Formularen E-4198/2013 Seite 9 identisch, auch wenn es sich bei den Adressaten um verschiedene staat- liche Stellen handle. Der Text werde von der Polizei/Behörde abgeste m- pelt. Mit de n ausgefüllten Formularen habe der Beschwerdeführer dann den Quartieranwalt aufgesucht (vgl. A1/12 S. 7), welcher die Echtheit der Anzeigen – der Beschwerdeführer habe drei Nachbarn zur Beglaubigung mitgebracht – beglaubigt habe . Dies entspreche im Übrigen auch der durch das BFM veranlassten Übersetzung der Rückseite des Anzeige n- formulars. Danach seien die Formulare den verschiedenen Adre ssaten gebracht worden, welche sie – nach einem behördlichen Hindernislauf – abgestempelt hätten ( vgl. A37/17 S. 12). Handschriftlich würden sich auf den Formularen Anmerkungen der kontaktierten Stellen befinden. Sodann sei darauf hinzuweisen, dass die Angaben zu den Personalien zwar nicht alle ausgefüllt worden seien (auf einigen Formularen seien lediglich die Nummer der Tazkera und Kabul vermerkt). Auf jedem Formular sei aber das Bild des Beschwerdeführers mit Stempel versehen und es stehe im Vorspann oder im Text, dass er ein Nachkomme des C._______ sei. Aus- serdem habe der Beschwerdeführer in der Anhörung angegeben, dass al- les, auf das er selber Einfluss gehabt habe, aufgefüllt worden sei (vgl. A38/17 S. 12). Ohnehin könne einem eingereichten Beweismittel nicht pauschal der Beweiswert abgesprochen werden beziehungsweise eine solche Einschätzung müsse sich auf bessere Argumente als jene , welche der Beschwerdeführer anführe, stützen. Überdies sei hervorzuhe- ben, dass er s ehr detailliert über seine Versuche berichtet habe, sich bei der Polizei und den Behörden Gehör zu verschaffen. Weiter treffe zu, dass bezüglich der Angaben, die Taliban hätten beim Be- schwerdeführer zu Hause Fotogra fien, auf welchen er in Militäruniform abgebildet sei, entdeckt und mitgenommen, Widersprüche bestehen wür- den. Der Beschwerdeführer habe hierzu ausgeführt, dass er sich an ge- wisse Abläufe tatsächlich nicht mehr genau erinnere. Er habe auch seine Frau angerufen, welche konsterniert darauf reagier t habe, dass er ver- gessen habe, dass die Fotogra fien beim ersten Vorfall mitgenommen worden seien. Hervorzuheben sei, dass es im Zusammenhang mit dieser Erinnerungslücke eine Rolle gespielt haben könnte, dass nur die Frau und nicht der Beschwerdeführer zu Hause gewesen sei, als di e Taliban ihn das erste Mal aufgesucht hätten . Zudem leide der Beschwerdeführer unter der jahrelangen Trennung von seiner Familie. Eine derartige Fokus- sierung auf die Isolierung führe oft zu Wahrnehmungs - und Erinnerungs- verlusten und stelle einen Grund dar, weshalb bestimmte Dinge subjektiv als nicht wesentlich für das Problem angesehen und in Vergessenheit ge-E-4198/2013 Seite 10 raten würden. Im Übrigen sei dem Beschwerdeführer zu diesem Wide r- spruch kein rechtliches Gehör eingeräumt worden. Hinsichtlich der Drohbriefe sei ferner festzuhalten, dass die Asylsuche n- den in der EVZ -Befragung angehalten würden, sich kurz zu fassen. Es könne daher nicht dem Beschwerdeführer angelastet werden, dass er die Drohbriefe in der Kurzbefragung nicht erwähnt habe, zuma l dieser Sach- verhalt ohnehin in den eingereichten Beweismitteln angeführt sei. In der Anhörung seien auch zu diesem Punkt keine Nachfragen gestellt worden. Überdies gehe aus dem ersten Teil der Anzeigetexte sowie aus den Aus- sagen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörung (vgl. A38/17 S. 5) gleichermassen hervor, dass Drohungen ausgesprochen worden seien. Der Beschwerdeführer ziehe jedoch in der Gewichtung der Drohungen eine klare Grenze : W ährend er am Anfang die Bedrohungen nicht so ernst genommen habe, sei für ihn die entscheidende Wende entstanden, als die Taliban zuerst zu Hause und später vor seinem Arbeitsplatz – bei all diesen Vorfällen habe er nicht mit den Taliban gesprochen – aufge- taucht seien; erst ab dann sei für ihn die Bedrohung wirklich zie lgerichtet gewesen, und er habe sich zur Flucht entschieden. Diese Umst ände ha- be die Vorinstanz möglicherweise verkannt und daher als Widerspruch in- terpretiert. Die Schilderung des Alltagslebens mit den Drohungen der T a- liban und die Aussage, ab welchem Zeitpunkt er die Bedrohungen als zu gefährlich eingestuft habe, seien plausibel erklärt worden. Bei der Genau- igkeit der Schilderungen sei denn auch zu vergegenwärtigen, dass er das erste Mal, als ihn die Taliban zu Hause gesucht hätten, nicht anwesend gewesen sei, und beim zweiten Vorfall auf das Dach geflüchtet sei. Aus- serdem habe er wiederum nachvollziehbar dargelegt, wie er sich unmi t- telbar nach diesem Vorfall verhalten habe (eingeleitete Schritte bei der Polizei und wie diese auf seine Bemühungen , Schutz zu erhalten, nichts ausser einer ersten Untersuchung unternommen habe). Schliesslich bestehe für den Beschwerdeführer keine innerstaatliche Fluchtalternative, da er über kein soziales Netzwerk in einem anderen Landesteil verfüge und ohnehin von einer Schutzunwilligkeit beziehungs- weise Schutzunfähigkeit des Staates auszugehen sei. Das Fehlen einer innerstaatlichen Fluchtalternative sei im Übrigen erheblich für die Ane r- kennung der Flüchtlingseigenschaft und nicht erst im Rahmen des We g- weisungsvollzugs zu prüfen. 5. Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft E-4198/2013 Seite 11 des Beschwerdeführers zu Recht verneint hat. Dabei ist einerseits zwar – worauf in der Be schwerdeeingabe zu Recht hingewiesen wurde – dem Umstand Rechnung zu tragen, dass zwischen der EVZ -Befragung und der Anhörung ein Zeitraum von beinahe vier Jahren liegt, andererseits ist jedoch festzuhalten, dass sich eine tatsächlich auf die geltend gemachte Weise verfolgte Person erfahrungsgemäss auch nach längerem Zei tab- lauf zumindest an die wesentlichen Punkte noch genau zu erinnern ve r- mag. 5.1 Vorliegend wird nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer als [Tä- tigkeit] für eine ausländische Firma in Kabul tätig war. Aus diesem Um- stand alleine vermag er jedoch – anders als in der Beschwerdeschrift be- hauptet – noch keine gezielte flüchtlingsrelevante Gefährdung darzutun beziehungsweise aus dieser Tätigkeit alleine ist noch kein asylrelevantes Gefährdungsprofil des Beschwerdeführers abzuleiten. Auch die Berichte, auf welche insbesondere im vorinstanzlichen Verfahren verwiesenen wurde (vgl. A 33/ 7), vermögen diese Einschätzung nicht umzustossen. Sodann ist nicht nachvollziehbar, inwiefern der Beschwerdeführer, nach- dem er seine Arbeitsstelle gekündigt hat und somit der Forderung der Ta- liban nachgekommen wäre – sie hätten von ihm verlangt, er solle seine Stelle als [Tätigkeit] aufgeben –, weiterhin eine flüchtlingsrelevante Ve r- folgung hätte befürchten müssen. Des Weiteren ist selbst unter Berücksichtigung des Umstands, dass zwi- schen den beiden Befragungen fast vier Jahre vergangen sind, festzuhal- ten, dass wesentliche und überwiegende Umstände gegen die Richtigkeit der vorgebrachten Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers spre- chen, zumal diese sich teils in unplausiblen Schilderungen erschöpft be- ziehungsweise in wesentlichen Punkten zu wenig begrün det ist und teils in sich widersprüchlich ausfällt. Namentlich ergibt sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers eine beachtliche zeitliche Diskrepanz: Anlässlich seiner Kurzbefragung vom 3. August 2009 erklärte er, sein Hei matland etwa zwei Monate vor der Befragung verlassen zu haben ( vgl. A1/12 S. 1). Im Rahmen seiner Anhörung gab er hingegen zu Protokoll, dass er nicht mehr genau wisse, wann genau er sein Heimatland verlassen habe (vgl. A38/17 S. 3) , was dem Beschwerdeführer aufgrund des Zeitablaufs zwischen Kurzbefragung und Anhörung nicht vorzuhalten ist. Allerdings erklärte er weiter, dass er von [2000er-Jahre] bis 2008 in der Firma gea r- beitet und im achten Monat 2008 seinen letzten Arbeitstag gehabt ha be; danach sei er noch etwa anderthalb Monate in seinem Heimatland geblieben (vgl. A38/17 S. 4). Somit wäre seine Ausreise etwa im Septem-E-4198/2013 Seite 12 ber/Oktober 2008 erfolgt und die geltend gemachten Vorfälle hätten sich alle vor diesem Zeitpunkt ereignet, was jedoch weder seinen Angaben in der EVZ -Befragung noch den eingereichten Beweismitteln (vier Anze i- gen), welche alle einen Stempel aus dem Jahr 2009 aufweisen (vgl. A34), entspricht. Diese Unstimmigkeit en zum zeitlichen Verlauf der Ereignisse können indes nicht lediglich mit dem Zeitablauf zwischen den Befragu n- gen nachvollziehbar erklärt werden. Ferner ist – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – nicht plausibel dar- gelegt, weshalb sich die zuletzt erstattete Anzeige (vgl. A34) an den "Pro- vinz Gouverneur der Provinz B._______" richtet. Den Angaben des B e- schwerdeführers zufolge hätten sich die Vorfälle ausschliesslich in der Stadt Kabul und mithin in der Provinz Kabul ereignet, weshalb nicht ei n- leuchtet, dass der Gouverneur d er Provinz B._______ für die Angelegen- heit örtlich zuständig sein soll. Auch die Erklärung des Beschwerdefü h- rers, die Stadt Kabul gehöre zur Provinz B._______ (vgl. A38/17 S. 13) , ist unzutreffend. Überdies widersprechen seine geltend gemachten Vo r- bringen in wesentlichen und zentralen Punkten dem Inhalt der eingereich- ten Anzeigen: Gemäss allen vier Anzeigen hätten nämlich Unbekannte den Beschwerdeführer angerufen sowie ihm mehrere Nachrichten zu- kommen lassen , mit welchen sie ihm gedroht hätten, er solle seine Ar- beitsstelle aufgeben; zudem seien eines Abends zwei maskierte Pers o- nen auf ihn zugekommen und hätten ihm gesagt, wenn er hier leben möchte, müsse er seine Arbeitsstelle aufgeben. Dass der Beschwerde- führer persönlich mit den Taliban gesprochen haben soll, entspricht nicht seinen Ausführungen in den beiden Befragungen, wonach er selber nie mit den Unbekannten direkt geredet habe (vgl. A1/12 S. 6; A38/17 S. 8). In Bezug auf die in den Anzeigen erwähnten Drohungen ist sodann fes t- zuhalten, dass der Beschwerdeführer anlässlich seiner Anhörung erklärte, dass etwa einen Monat vor den erwähnten drei Vorfällen die Taliban ihm zwei Briefe ins Haus geworfen hätten; er habe dies aber nicht so ernst genommen (vgl. A38/17 S. 13). Den Inhalt dieser angeblichen Briefe gab der Beschwerdeführer jedoch nicht wieder. Dabei hätte von ihm durchaus erwartet werden können, dass er auch ohne Nachfragen zum Inhalt der Schreiben von sich aus Bezug nimmt; dies selbst unter der in der B e- schwerdeschrift vorg enommenen Argumentation, der Beschwerdeführer ziehe in der Gewichtung der Drohungen eine klare Grenze: Während er am Anfang die Bedrohungen nicht so ernst genommen habe, sei für ihn die entscheidende Wende entstanden, als die Taliban zuerst zu Hause und später vor seinem Arbeitsplatz aufgetaucht seien; erst ab dann sei für ihn die Bedrohung wirklich zielgerichtet gewesen und er habe sich zur E-4198/2013 Seite 13 Flucht entschieden. Im Übrigen geht aus seinen Ausführungen in keiner Weise hervor, wann genau und wem gegenüber die Taliban geäussert hätten, dass sie den Beschwerdeführer aufgrund seiner Tätigkeit für e i- nen Spion halten würden. Aus der Anzeige "To respected Presidency of (...)" geht ausserdem hervor , dass die Unbekannten einmal in die Firm a gekommen seien und Warnungen ausgestossen hätten; weil aber zu viele Firmenmitarbeiter anwesend gewesen seien, seien die Personen geflüch- tet. Der Beschwerdeführer behauptete allerdings nie, dass die Unbekann- ten Warnungen in der Firma ausgestossen hätten. Er erklärte vielmehr, dass der Firmenwächter zu ihm gekommen sei und ihm gesagt habe, vor dem Gebäude würden Leute hin und her laufen; als er und ein paar Ko l- legen nach draussen gegangen seien, um nachzuschauen, sei keiner mehr da gewesen; die Leute seien geflohen ( vgl. A38/17 S. 5). Ohnehin erschöpfen sich seine Ausführung en zur Identität dieser Personen in rei- nen Annahmen. Aufgrund der aufgeführten Widersprüche sind die eing e- reichten Beweismittel nicht geeignet, die Vorbringen des Beschwerdefü h- rers glaubhaft nachzuweisen. Zudem sind seine Aussagen hinsichtlich des zweiten Vorfalls, wonach er sich, als die Unbekannten beziehungsweise die Taliban an seine Tür g e- klopft hätten, auf dem Dach des Hauses versteckt habe , widersprüchlich ausgefallen. Der Beschwerdeführer erklärte zuerst, seine Frau habe mit den Unbekannten beziehungsweise den Taliban gesprochen und ihm dann erzählt, dass zwei bewaffnete Personen nach ihm gefragt hätten. Als seine Frau ängstlich und zitternd zu ihm gekommen sei, sei er auf das Dach geklettert ( vgl. A38/17 S. 7). Im Laufe der Anhörung gab er aller- dings an, dass, als er zur Tür habe gehen wollen, um nachzuschauen, wer dort sei, seine Frau beängstigt und zitternd zu ihm gekommen sei und gesagt habe, er solle sich versteck en; a ls er die Situation wahrg e- nommen habe, sei er schnell auf das Dach gestiegen (vgl. A38/17 S. 9). Aufgrund dieser abweichenden Darstellung der Ereignisse mutet es u n- glaubhaft an, dass der erwähnte Vor fall sich in dieser Weise ereignet ha- ben soll. Im Übrigen fehlen seitens des Beschwerdeführers jegliche An- gaben bezüglich des Gesprächsinhalts zwischen den Unbekannten be- ziehungsweise den Taliban und seiner Frau. Auf Ausführungen zu den übrigen Ungereimtheiten (bspw. zum angebli- chen Umstand, dass die Taliban bei ihrem ersten Besuch Fotografien des Beschwerdeführers, auf welchen er in der Armee zu sehen sei, mitge- nommen hätten, oder betreffend seine Aussagen, nach welchem Vorfall er erstmals zur Polizei gegangen sei), welche allenfalls tatsächlich infolge E-4198/2013 Seite 14 des Zeitablaufs zwischen den Befragungen entstanden sein könnten und keine wesentlichen Punkte bilden , kann nach dem oben Gesagten ver- zichtetet werden. Im Übrigen ist festzuhalten, dass sich, da dem Beschwerdeführer keine Verfolgung droht, die Frage nach einer allfälligen innerstaatlichen Schutz- alternative nicht stellt (vgl. BVGE 2011/51). Schliesslich vermögen sowohl der Hinweis auf die internationalen Berich- te als auch die übrigen Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe die vor- stehenden Erwägungen nicht umzustossen. 5.2 Vor dem Hintergrund obiger Erwägungen kommt das Bundesverwal- tungsgericht demnach zum Schluss, dass sich auch aus den Ausführun- gen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens keine Erkenntni sse gewin- nen lassen , die zu einer von der Vorinstanz abweichenden Beurteilung führen könnten. Aus den Akten ergeben sich folglich keine Hinweise dar- auf, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland aus begründeter Furcht mit einer Verfol gung im Sinne von Art. 3 AsylG rechnen muss. Das BFM hat mithin zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgewiesen. 6. 6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord net den Vollzug an; es berücksich tigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine auslän derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über eine n Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; BVGE 2011/24 E. 10.1 unter Hinweis auf Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylre kurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7. Eine Erörterung von Wegweisungsvollzugshindernissen kann vorliegend unterbleiben, nachdem das BFM die vorläufige Aufnahme des Beschwe r- deführers wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs angeordnet hat. E-4198/2013 Seite 15 8. Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9. Die Ehefrau und die Kinder des Beschwerdeführers haben am 26. Se p- tember 2012 ein Asylgesuch aus dem Ausland und ein Gesuch um Bewil- ligung der Einreise in die Schweiz gestellt (vgl. oben Bst. C); diese Ges u- che sind bis anhin noch nicht behandelt worden. Das Verfahren betre f- fend die Ehefrau und die Kinder wird vorliegend nicht vom Prozessg e- genstand des Beschwerdeverfahrens mitumfasst, sondern wird zustä n- digkeitshalber vom BFM als erster Instanz an die Hand zu nehmen sein. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten in der Höhe von Fr. 600.– (Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Ko s- ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art . 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem d ie Behandlung des in der Rechtsmitteleingabe g e- stellten Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit Verfügungen des Bundesverwaltungsgerichtes vom 31. Juli 2013 und 20. August 2013 auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen wurde, ist im Ur- teilszeitpunkt darüber zu befinden. Die Beschwerdebegehren sind im Zeitpunkt ihrer Einreichung als nicht aussichtslos zu qualifizieren. Aufgrund der Aktenlage muss der B e- schwerdeführer weiterhin als bedürftig betrachtet werden, wesh alb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuhei s- sen und auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. (Dispositiv nächste Seite) E-4198/2013 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. In Gutheissung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Christa Luterbacher Natasa Stankovic Versand: