<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: SB.2005.00081</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=205700&amp;W10_KEY=4467136&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>SB.2005.00081</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 01.03.2006</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Steuerrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Direkte Bundessteuer für die Steuerperiode vom 1.1. - 31.12.2002</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Kautionierung durch die Rekurskommission<br/><br/>Eine juristische Person kann in einem die direkte Bundessteuer betreffenden Verfahren vor Steuerrekurskommission - unter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall - zur Sicherstellung der Verfahrenskosten angehalten werden, wenn zu befürchten ist, dass sie nach Rechtskraft des Urteils für sie treffende Verfahrenskosten nicht aufkommen könnte. Dabei muss zur Kautionierung eine erkennbare objektive Gefährdung der Bezahlung genügen, welche aufgrund der aktenkundigen Umstände glaubhaft gemacht werden muss. Angesichts des Rechtsmittelverlusts bei unterlassener rechtzeitiger Sicherstellung sind allerdings in der Begründung der Kautionsverfügung, die kurz gehalten sein darf, die wesentlichen Gründe und Umstände zu nennen, aus welchen die Rekurskommission den nachvollziehbaren Schluss auf eine Gefährdung der Bezahlung der Verfahrenskosten zieht.<br/>Vorliegend gebricht es an einer derartigen genügenden Begründung, so dass die verspätete Kautionsleistung unbeachtlich bleiben muss und die Streitsache zur materiellen Behandlung an die Rekurskommission zurückzuweisen ist. Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, ob der einschlägige ausschliesslich für juristische Personen geltende Kautionsgrund vor dem Rechtsgleichgebot standhalte.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNG">BEGRÃNDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BEGRÃNDUNGSPFLICHT">BEGRÃNDUNGSPFLICHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEFÃHRDUNG">GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUTION">KAUTION</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KAUTIONSGRUND">KAUTIONSGRUND</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: KOSTENVORSCHUSS">KOSTENVORSCHUSS</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Steuerrecht UR: EinschÃ¤tzungs-,Rekurs- und Beschwerdeverfahren ST: REKURSVERFAHREN">REKURSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SICHERSTELLUNG">SICHERSTELLUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">Art. 8 Abs. I BV</span><br/><span class="gerade">Art. 29 Abs. II BV</span><br/><span class="ungerade">§ 26 Abs. III VO [St]RK</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">RB 2006 Nr. 96</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 2 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b>I. </b> </p> <p class="Sachverhalt2">Das kantonale Steueramt veranlagte die A AG mit Einspracheentscheid vom 15. Juli 2005 fÃ¼r die Direkte Bundessteuer von 1. Januar bis 31. Dezember 2002 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. â¦ und einem Eigenkapital von Fr. â¦ und ermittelte gestÃ¼tzt darauf eine Reingewinnsteuer von Fr. ...</p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Die Pflichtige liess hiergegen am 18. August 2005 Beschwerde erheben und beantragen, sie sei fÃ¼r das Jahr 2002 aufgrund eines Verlusts von Fr. â¦ zu veranlagen. </p> <p class="Urteilstext">Das kantonale Steueramt stellte in seiner Beschwerdeantwort vom 7. September 2005 den Antrag, es sei die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Pflichtige sei mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. â¦ und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. â¦ zu veranlagen.</p> <p class="Urteilstext">Mit VerfÃ¼gung vom 4. Oktober 2005 setzte der VizeprÃ¤sident der Steuerrekurskommis­sion II der Pflichtigen eine Frist bis 24. Oktober 2005 an, um die Kosten des Beschwerdeverfahrens und des mit diesem vereinigten Rekursverfahrens betreffend die Staats- und Gemeindesteuern fÃ¼r dieselbe Steuerperiode mit einem Vorschuss von Fr. 18'000.- sicherzustellen, unter der Androhung, bei SÃ¤umnis werde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Die KautionsverfÃ¼gung begrÃ¼ndete er damit, es sei zu befÃ¼rchten, dass die BeschwerdefÃ¼hrerin fÃ¼r sie treffende Verfahrenskosten nicht aufkomme, denn es sei eine "hohe Steuerforderung" streitig und die BeschwerdefÃ¼hrerin weise "mangelnde Substanz" auf. </p> <p class="Urteilstext">Da die Pflichtige den geforderten Kostenvorschuss erst nach Ablauf der angesetzten Frist leistete, trat die Steuerrekurskommission II am 4. November 2005 androhungsgemÃ¤ss auf die Beschwerde nicht ein.</p> <p class="Sachverhalt1"><b>III. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Beschwerde vom 5. Dezember 2005 liess die Pflichtige dem Verwaltungsgericht beantragen, es sei der Nichteintretensbeschluss aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Beurteilung an die Steuerrekurskommission II zurÃ¼ckzuweisen. Zudem verlangte sie die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung.</p> <p class="Urteilstext">Die Steuerrekurskommission II und das kantonale Steueramt schlossen auf Abweisung der Beschwerde. Die EidgenÃ¶ssische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.</p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b>1. </b> </p> <p class="Urteilstext"><span>Eine juristische Person kann laut § 26 Abs. 3 der Verordnung Ã¼ber die Organisation und das Verfahren der Steuerrekurskommissionen vom 29. April 1998 (VO RK) in Verbindung mit Art. 144 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 Ã¼ber die direkte Bundessteuer (DBG) </span>unter der Androhung, dass auf ihr Begehren sonst nicht eingetreten werde, zur Sicherstellung der Ver­fahrenskosten angehalten werden, wenn zu befÃ¼rchten ist, dass sie nach Rechtskraft des Urteils fÃ¼r sie treffende Verfahrenskosten nicht auf­kommt.</p> <p class="Erwgung2"><b><span>1.1 </span></b>Dieser Kautionsgrund von § 26 Abs. 3 VO RK bezweckt die Sicherstellung der Verfahrenskosten, wenn deren Bezahlung gefÃ¤hrdet ist: Dabei muss eine erkennbare objektive GefÃ¤hrdung der Bezahlung genÃ¼gen. Das ist der <span>Fall, wenn der Bezug der Kosten nach den UmstÃ¤nden oder dem Verhalten der juristischen Person als wesentlich erschwert erscheint und namentlich mit einer Zwangsvollstreckung zu rechnen ist. Blosse Unsicherheit oder Ungewissheit Ã¼ber die Bezahlung reicht indessen nicht aus; andernfalls ermÃ¶glichte der in Frage stehende Kautionsgrund letzten Endes eine allgemeine Kautionspflicht fÃ¼r juristische Personen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>FÃ¼r das Vorliegen einer GefÃ¤hrdung im umschriebenen Sinn muss nicht Beweis erbracht werden; es genÃ¼gt, wenn diese aufgrund der aktenkundigen UmstÃ¤nde glaubhaft gemacht wird, verlangt doch </span><span>§ 26 Abs. 3 VO RK bloss, dass "</span>zu befÃ¼rchten" sei, dass die juristische Person fÃ¼r die Verfahrenskosten nicht auf­komme. Angesichts des Rechts­mittelverlusts bei unterlassener rechtzeitiger Sicherstellung sind im Licht des GehÃ¶rsgrundsatzes von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV) in der BegrÃ¼ndung der KautionsverfÃ¼gung, die kurz gehalten sein darf, die wesentlichen GrÃ¼nde und UmstÃ¤nde zu nennen, aus welchen die Rekurskommission den nachvollziehbaren Schluss auf eine GefÃ¤hrdung der Bezahlung der Verfahrenskosten zieht. </p> <p class="Erwgung2"><b>1.2 </b>Die BegrÃ¼ndung der vorinstanzlichen KautionsverfÃ¼gung erschÃ¶pft sich in der pauschalen Feststellung, es sei eine "hohe Steuerforderung" streitig und es weise die BeschwerdefÃ¼hrerin "mangelnde Substanz" auf. Konkrete Angaben, welche in nachvollziehbarer Weise glaubhaft machten, dass sich die beschwerdefÃ¼hrende Pflichtige aufgrund mangelnder Mittel in LiquiditÃ¤tsschwierigkeiten befinde oder gar zahlungsunfÃ¤hig sei und deshalb der Bezug der mutmasslichen Verfahrenskosten von Fr. 18'000.- <span>wesentlich erschwert erscheine, fehlen jedoch gÃ¤nzlich. Im Nichteintretensbeschluss ist nur ergÃ¤nzt worden, dass der Streitwert Ã¼ber 1 Million Franken betrage.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Rekurskommission hat infolgedessen nicht glaubhaft gemacht, dass und weshalb eine objektive GefÃ¤hrdung der Bezahlung der Verfahrenskosten im Sinn von § 26 Abs. 3 VO RK vorhanden war; dass sie die fehlenden weiteren Angaben in ihrer Vernehmlassung im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren nachgebracht hat, vermag daran nichts zu Ã¤ndern. Sie hÃ¤tte daher die Pflichtige nicht zur Sicherstellung der Kosten anhalten dÃ¼rfen. Dass diese die Rechtswidrigkeit der KautionsverfÃ¼gung vom </span>4. Oktober 2005 innerhalb der ihr angesetzten Kautionsfrist nicht geltend gemacht und deren Einhaltung versÃ¤umt hat, vermag ihr unter diesen UmstÃ¤nden nicht zum Nachteil zu gereichen. Die Rekurskommission ist somit zu Unrecht auf die Beschwerde nicht eingetreten.</p> <p class="Urteilstext">Das fÃ¼hrt zur Gutheissung der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde und zur RÃ¼ckweisung der Sache an die Rekurskommission. Diese wird auf jeden Fall auf die Beschwerde einzutreten haben, zumal angesichts des geleisteten Vorschusses auf eine erneute besser begrÃ¼ndete Kautionierung ohnehin verzichtet werden kann.</p> <p class="Erwgung2"><b>1.3 </b>Bei diesem Ergebnis braucht die RÃ¼ge der Pflichtigen, der Kautionsgrund von <span>§ 26 Abs. 3 VO RK verstosse gegen das Rechtsgleichheitsgebot von </span>Art. 8 Abs. 1 BV, <span>weil er einzig fÃ¼r juristische Personen, nicht aber fÃ¼r natÃ¼rliche Personen gelte, </span>nicht abschliessend geprÃ¼ft zu werden. Immerhin ist anzumerken, dass ein vernÃ¼nftiger Grund fÃ¼r diese Unterscheidung <span>im Licht des Normzwecks, die Bezahlung der Verfahrenskosten sicherzustellen, nicht ohne weiteres ersichtlich ist.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen </span>(Art. 144 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG), welcher der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung zu bezahlen hat (Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 Ã¼ber das Verwaltungsverfahren in Verbindung mit Art. 144 Abs. 4 und Art. 145 Abs. 2 DBG).</p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Einzug2"><span>1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Sache wird zur Anhandnahme des Beschwerdeverfahrens im Sinn der ErwÃ¤gungen an die Steuerrekurskommission II zurÃ¼ckgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>2. Ãber ihre Verfahrenskosten hat die Steuerrekurskommission II im Neuentscheid zu befinden.</span></p> <p class="Einzug2"><span>3. </span>Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 100.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'100.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"><span>4. Die Gerichtskosten werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.</span></p> <p class="Einzug2"><span>5. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der BeschwerdefÃ¼hrerin eine ParteientschÃ¤digung von Fr. 1'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen.</span></p> <p class="Einzug2"><span>6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.</span></p> <p class="Urteilstext">7. Mitteilung an â¦</p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>