30. November 1992 1085 Alkoholverwaltung. Geschäftsbericht 1991/92 Wahl des ersten Stimmenzählers Election du premier scrutateur Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 43 eingelangt-rentrés 42 leer-blancs 1 ungültig-nuls 0 gültig-valables 41 absolutes Mehr-Majorité absolue 21 Es wird gewählt- Est élu Herr Nikiaus Küchler mit 41 Stimmen Präsident: Ich gratuliere Herrn Küchler ganz herzlich und bitte ihn, für die Wahl des zweiten Stimmenzählers seinen Platz wie- der einzunehmen. Wahl des zweiten Stimmenzählers Election du deuxième scrutateur Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin Ausgeteilte Wahlzettel - Bulletins délivrés 43 eingelangt-rentrés 43 leer-blancs 1 ungültig-nuls 0 gültig-valables 42 absolutes Mehr-Majorité absolue 22 Es wird gewählt- Est élu M. Thierry Béguin mit 42 Stimmen Präsident: Ich gratuliere Herrn Béguin ganz herzlich. Wahl des Ersatzstimmenzählers Election du scrutateur suppléant Ergebnis der Wahl - Résultat du scrutin Ausgeteilte Wahlzettel-Bulletins délivrés 44 eingelangt-rentrés 44 leer-blancs 2 ungültig-nuls 0 gültig-valables 42 absolutes Mehr-Majorité absolue 22 Es wird gewählt- Est élu M. Edouard Delalay mit42 Stimmen Präsident: Ich gratuliere auch Herrn Delalay ganz herzlich. Damit ist das Büro bestellt Ich danke Ihnen für diese wunder- bare Wahl. Auf unserer Traktandenliste stehen heute abend noch drei Ge- schäfte. Darf ich Ihnen noch folgendes sagen: Im Vorzimmer wird vom Kanton Freiburg und der Gemeinde Alterswil ein Aperitif ser- viert Es würde mich freuen, wenn der eine oder andere den Weg zu diesem Aperitif finden würde, und wenn die Verhand- lungen heute abend nicht zu lange dauern, hätten wir etwas mehr Zeit, den guten Freiburger Weisswein - und vielleicht auch den Rotwein - zu geniessen. Sie sind dazu herzlich ein- geladen. Wir beginnen mit der Alkoholverwaltung, Geschäftsbericht und Rechnung. #ST# 92.063 Alkoholverwaltung. Geschäftsbericht und Rechnung 1991/92 Régie des alcools. Gestion et compte 1991/92 Bericht und Beschlussentwurf vom 16. September 1992 Rapport et projet d'arrêté du 16 septembre 1992 Bezug bei der Eidgenössischen Alkoholverwaltung, Länggassstrasse 31,3012 Bern S'obtiennent auprès de la Régie fédérale des alcools, Länggassstrasse 31,3012 Berne Seiler Bernhard, Berichterstatter: Für die Eidgenössische Al- koholverwaltung ist das Ziel der Volksgesundheit in der Alko- holpolitik nach wie vor vorrangig. Daneben spielen auch fiska- lische und agrarpolitische Belange eine Rolle. Das heisst, das wichtigste Ziel wird dann erreicht, wenn die getroffenen Mass- nahmen den Alkoholkonsum in unserem Land verringern oder zumindest nicht erhöhen. Wie steht es damit? Der Verbrauch an Branntwein ist seit Jah- ren rückläufig. Von 1985 bis 1991/92 ging der Konsum pro Kopf der Bevölkerung von 5,4 auf 4,5 Liter zu 40 Prozent Volu- men Alkohol zurück. Damit liegt die Schweiz im weltweiten Vergleich im Mittelfeld. Aber der gesamte Alkoholverbrauch in unserem Land ist so hoch, dass wir in der Statistik zu den Spit- zenreitern gehören. Unbefriedigend ist für die Finanzen der Alkoholverwaltung die Tatsache, dass heute etwa ein Fünftel oder 22 400 Hektoliter hundertprozentiger Alkohol eingeführt werden - ohne Be- steuerung. Mit einer Annahme des EWR-Vertrages werden in- folge massiver Senkung der Steuersätze für Importspirituosen nochmals Steuereinnahmen wegfallen. Die Aufhebung der Duty-free-Shops in den Flughäfen - von der EG für 1999 vorgesehen - könnte wieder ein Ansteigen der Steuereinnahmen bewirken. So wie es heute aussieht, werden diese Duty-free-Shops aber nur innergemeinschaftlich, d. h. in der EG, aufgehoben. Allzuviel an neuen Einnahmen ist des- halb nicht zu erwarten. Ein paar Bemerkungen noch zu den Problemen, mit denen sich die Eidgenössische Alkoholverwaltung im Jahr 1991/92 beschäftigt hat Nach wie vor sorgt die Natur dafür, dass unter- schiedliche Ernten anfallen, und dies qualitativ und quantita- tiv. Waren 1991 die Obsternte und damit die Verwertungsko- sten bei der Alkoholverwaltung gering ausgefallen, so wird die diesjährige - beinahe eine Rekordernte - sehr hohe Verwer- tungsbeiträge erfordern. Auch die Kartoffelernte 1992 ist höher ausgefallen als im Vorjahr. Weil die Qualität der Knollen weni- ger gut ist, sind bereits grosse Mengen zu Kartoffelflocken und -mehl verarbeitet worden. Deshalb musste die Alkoholverwal- tung auch die Rücknahmepflicht für getrocknete Kartoffeln mit aller Konsequenz durchsetzen. Erfreulich ist, dass die Alkoholverwaltung Hand geboten hat, 2000 Tonnen frische Kartoffeln ins Hungergebiet von Bos- nien-Herzegowina weiterzugeben. Es ist vorgesehen und ge- plant, nochmals etwa die gleiche Menge Kartoffeln dorthin zu schicken. Auf den 20. Januar 1992 ist die revidierte Verordnung über das Inverkehrbringen von ausländischem Kirsch in Kraft getreten. Es geht dabei um die Beseitigung von nichttarifarischen Han- delshemmnissen beim Import von Kirschwasser. Unsere tradi- tionellen Kirschwasserproduzenten respektive deren Roh- stofflieferanten sehen sich dabei vor einer schlechten Zukunft, und das nicht erst nach einem Ja zum EWR. Die Befürchtung, dass damit der Feldobstbaumbestand längerfristig weiter rückläufig sein wird, ist berechtigt In den letzten zehn Jahren hat der Feldobstbaumbestand bereits um 20 Prozent abge- nommen: auf heute noch 4,3 Millionen Bäume. Wir müssen uns ernsthaft überlegen, wie diesem Bäumesterben Einhalt geboten werden kann. Die Eidgenössische Alkoholverwal- tung hat dazu keine Mittel oder Möglichkeiten.Postulat Frick 1086 30 novembre 1992 Die früher sehr beliebten Verbilligungsaktionen für Aepfel und Kartoffeln werden heute immer weniger genutzt Ein Grund könnte die zu tief angesetzte Einkommenslimite für die Be- zugsberechtigungsein. Die Alkoholverwaltung versucht, neue Limiten festzusetzen und will damit - zumindest in den näch- sten paar Jahren -wieder vermehrt Ueberschüsse loswerden. Allerdings ist man sich in der Alkoholverwaltung klar darüber, dass die Aktionen abgebrochen werden sollen, wenn die Be- zugsmengen nicht wieder deutlich ansteigen. Zum Schluss noch eine Bemerkung zu einem möglichen Ja zum EWR. An den Zielsetzungen und den Aufgaben wird sich bei der Eidgenössischen Alkoholverwaltung nichts ändern. Wie sich die Steuereinnahmen entwickeln werden, werden Sie nachher vom Vertreter der Finanzkommission hören. Die Geschäftsprüfungskommission schlägt Ihnen vor, dem Geschäftsbericht 1991/92 zuzustimmen. M. Coutau, rapporteur: Les résultats du compte 1991/92 de la Régie fédérale des alcools méritent toute notre attention. Ils sont à proprement parler exceptionnels dans le contexte de la situation financière de la Confédération, des PTT, des CFF, des entreprises d'armement, mais aussi des cantons et des communes. En effet, non seulement la Régie fédérale des al- cools présente un bénéfice net de 189 millions pour cet exer- cice, mais ce bénéfice dépasse de 35 millions les prévisions budgétaires. Vous avouerez que cela contraste heureusement avec la morosité déficitaire qui afflige les finances des autres collectivités et entreprises publiques de notre pays. Bien en- tendu, la comparaison doit s'arrêter là La structure des recet- tes de la Régie fédérale des alcools, reflet d'une situation de monopole, ne saurait trouver d'équivalence dans les autres compartiments du secteur public, presque tous affectés par les profondes fluctuations que traverse l'économie nationale et internationale. Pour ce qui concerne ses recettes, je souligne simplement que, par rapport à l'exercice précédent, le produit fiscal n'est qu'en léger recul, atteignant pratiquement le niveau de l'exer- cice 1989/90. L'augmentation enregistrée pendant l'exercice suivant, c'est-à-dire 1990/91, avait été le résultat de mesures de stockage prises par les commerçants avant l'augmentation des droits intervenue en cours d'exercice. Au total, la consommation d'alcool de bouche, qui rapporte 78 pour cent du produit fiscal des ventes, ne représente que 8 pour cent du volume des ventes d'alcool dans notre pays. Cette part de la consommation de l'alcool de bouche reste sta- ble dans la quantité totale des ventes de la Régie fédérale des alcools. Quant aux charges, on relèvera une augmentation du coût des achats inférieure à ce qui avait été prévu, en raison surtout d'une récolte particulièrement faible de fruits achetés par la régie. En revanche, malgré la limitation des surfaces de production, en ce qui concerne les pommes déterre, les récol- tes reflètent l'augmentation des rendements à la surface et ont entraîné des frais d'utilisation supérieurs. De même, les dé- penses prévues pour le personnel n'ont pas été atteintes. La Commission des finances a pris connaissance du rapport sur les comptes et du rapport du Contrôle fédéral des finan- ces. Elle vous invite à approuver ces rapports et ces comptes. J'ajouterai que le bénéfice dégagé permettra de renforcer la mission fixée par la constitution à la Régie fédérale des alcools en matière de politique sanitaire, par l'intermédiaire des can- tons, ainsi que les objectifs de politique en matière d'aide à la vieillesse, par l'intermédiaire de l'AVS. Pour l'exercice en cours, il faudra tenir compte de l'égalisation des droits prélevés sur les eaux-de-vie indigènes et importées. Il faudra prendre en considération les récoltes plus abondan- tes, de même que le plein effet de l'augmentation des droits intervenus en 1991, et enfin les fluctuations de prix enregis- trées sur le marché international de l'alcool. Au vu de ce qui précède, la Commission des finances vous re- commande d'approuver ces comptes et ce rapport Bundesrat Stich: Ich möchte den beiden Herren Kommis- sionsreferenten für die Darstellung der Probleme, die es bei der Alkoholverwaltung gibt, sehr herzlich danken. Sie haben diese Probleme sehr deutlich dargestellt Wir stellen einfach fest: Es gibt verschiedene Zielsetzungen, die uns die Verfassung auferlegt: erstens den Alkoholismus zu bekämpfen; zweitens dafür zu sorgen, dass die fiskalischen Interessen zugunsten der AHV und der Kantone gewahrt blei- ben, die mit ihrem Anteil die Drogenbekämpfung aller Art fi- nanzieren; drittens die landwirtschaftlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Das wird zweifellos in den nächsten Jah- ren zusätzlich schwieriger. Sie wissen, der Bundesrat hat die Monopolgebühr jetzt auf 27 Franken festgelegt. Das ist die unterste Limite. Für den in- ländischen Verbrauch bedeutet das natürlich eine Erhöhung. Ich denke nicht, dass damit der Anteil der verzollten Alkoholika wesentlich verändert wird. Aber für die Alkoholverwaltung rechnen wir mit einem Aufwand von immerhin etwa 80 Millio- nen Franken pro Jahr. Das wird natürlich nicht nur die Staats- kasse des Bundes betreffen, sondern auch die kantonalen Kassen, die entsprechend weniger bekommen. Eintreten ist obligatorisch L'entrée en matière est acquise de plein droit Detailberatung - Discussion par articles Titel und Ingress, Art. 1,2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates Titre et préambule, art. 1,2 Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral Angenommen -Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Entwurfes 26 Stimmen (Einstimmigkeit) An den Nationalrat-Au Conseil national #ST# 92.3318 Postulat Frick Wirtschaftliche und ökologische Folgen der Steuererhöhung auf inländischen Spirituosen und Branntweinen Ajcools suisses et étrangers. Ajustement du taux d'imposition Wortlaut des Postulates vom 25. August 1992 Der EWR-Vertrag bedingt durch Aenderung des Alkoholgeset- zes den gleichen Steuersatz für in- und ausländische Spirituo- sen und Branntweine, was schweizerische erheblich verteuert und importierte massiv verbilligt Der Wegfall des bisherigen Wettbewerbsvorteiles für einheimische Produkte wird sich wirtschaftlich und ökologisch nachteilig auswirken: Der Ab- satzrückgang einheimischer Produkte wird noch vermehrt auf die ohnehin tiefen Preise für Rohmaterial drücken und damit den Feldobstbau vollends unrentabel machen. Die Folgen da- von sind ökologische Schäden und eine Verarmung der Land- schaft Hochstammkulturen müssen aber auch zur Diversifi- zierung und Sicherung des bäuerlichen Einkommens in wei- ten Teilen unseres Landes erhalten bleiben. Der Bundesrat wird daher ersucht, die folgenden Fragen in Zu- sammenarbeit mit den betroffenen Kreisen zu prüfen und Be- richt zu erstatten: 1. Wirtschaftliche Folgen für das schweizerische Gewerbe und insbesondere für das bäuerliche Einkommen;Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Alkoholverwaltung. Geschäftsbericht und Rechnung 1991/92 Régie des alcools. Gestion et compte 1991/92 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1992 Année Anno Band VI Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Ständerat Conseil Conseil des Etats Consiglio Consiglio degli Stati Sitzung 01 Séance Seduta Geschäftsnummer 92.063 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 30.11.1992 - 18:15 Date Data Seite 1085-1086 Page Pagina Ref. No 20 022 219 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. 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