U rteil vom 30. Juli 2007 M itw irkung: R ichter König, W espi, H uber G erichtsschreiberin C hastonay 1. A ._______, Belarus, 2. B ._______, Belarus, 3. C ._______, Belarus, 4. D ._______, Belarus, 5. E._______, Belarus, alle vertreten durch lic. iur. C arolyne Elbaum , (Adresse), Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellen- w eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 22. Januar 2004 betreffend A syl und W egw eisung / N ._______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l A bteilung V E -3406/2006 kom /che/scb {T 0/2}2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer verliessen den H eim atstaat nach eigenen Angaben am 12. D ezem ber 2001 und gelangten auf dem Luftw eg von F._______ über G ._______ in die Schw eiz, w o sie am 18. D ezem ber 2001 in H ._______ Asylgesuche einreichten. Am 20. D ezem ber 2001 fanden in H ._______ die jew eiligen Befragungen im Em pfangszentrum (dam als Em pfangsstelle) statt. Für die D auer des Asylverfahrens w urden die Beschw erdeführer dem Kanton I._______ zugew iesen. Am 4. Juli 2002, m it Fortsetzung am 7. August 2002 (Beschw erdeführer), und am 15. August 2002 (Beschw erdeführerin) erfolgten die Anhörungen zu den Asylgründen durch die zuständige kantonale Behörde. D er Beschw erdeführer m achte im W esentlichen geltend, die Fam ilie habe auf- grund ihrer jüdischen Ethnie seit jeher Problem e gehabt. So sei der Beschw erde- führer im N ovem ber 1997 von U nbekannten zusam m engeschlagen w orden. Am (D atum ) sei er von der Polizei geschlagen w orden, als er an einer D em onstration gegen Antisem itism us in K._______ teilgenom m en habe. Auch der ältere Sohn sei auf der Strasse - unter anderem von N achbarn - w iederholt als Jude beleidigt w orden. W eiter sei der Beschw erdeführer bei der w eissrussischen nationalen Front (BN F) aktiv gew esen; in diesem Zusam m enhang habe er m it Freunden im Jahr 1995 eine kurzfristige Festnahm e erlebt. D ie Beschw erdeführerin gab zur Begründung ihres Asylgesuchs an, im W esentli- chen dieselben Problem e w ie der Ehem ann gehabt zu haben. Sie hätten w egen ih- rer jüdischen H erkunft auch Todesdrohungen bekom m en. M it den Behörden habe sie keine Problem e gehabt. Sie sei nur w egen angeblich zionistischer Tätigkeit an der U niversität von F._______ zw eim al vom Sicherheitsdienst vorgeladen und befragt w orden. Zum Beleg ihrer Vorbringen reichten die Beschw erdeführer zahlreiche Bew eism it- tel zu den Akten, so ein Schreiben des O berrabbiners in W eissrussland, m ehrere D okum ente betreffend die Telefongesellschaft L._______, verschiedene ärztliche Schreiben, R öntgenbilder sow ie Anzeigen an Behörden und deren Antw ort- schreiben, Vorladungen, Berichte der O rganisation für Sicherheit und Zusam m en- arbeit in Europa (O SZE) über Judenverfolgung in W eissrussland, eine Arbeitsbe- stätigung sow ie einen Zeitungsartikel. B. D as Bundesam t stellte m it Verfügung vom 22. Januar 2004 - eröffnet am 23. Janu- ar 2004 - fest, die Vorbringen der Beschw erdeführer hielten w eder den Anforder- ungen an die G laubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand und lehnte die Asylgesuche ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung der Be- schw erdeführer aus der Schw eiz und ordnete den Vollzug an. C . M it Beschw erde vom 20. Februar 2004 an die dam als zuständige Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) beantragten die Beschw erdeführer durch ihre R echtsvertreterin die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die G ew äh- rung des Asyls. Eventualiter sei den Beschw erdeführern die vorläufige Aufnahm e 3 zu gew ähren. Eventualiter sei die Sache zur erneuten Prüfung an die Vorinstanz zurückzuw eisen. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde insbesondere beantragt, es sei die unentgeltliche R echtspflege zu gew ähren und von einem Kosten- vorschuss sei abzusehen. M it der Beschw erdeschrift w urde ein Arztzeugnis vom 11. Februar 2004 von D r. m ed. A.W ., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zu den Akten gereicht. D . M it Zw ischenverfügung vom 27. Februar 2004 verzichtete der Instruktionsrichter auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. H insichtlich des G esuchs um G ew ähr- ung der unentgeltlichen R echtspflege w urde auf einen späteren Zeitpunkt verw ie- sen. E. Am 12. M ärz 2004 (Eingang AR K: 18. M ärz 2004) liessen die Beschw erdeführer einen Bericht von am nesty international betreffend die Frage der Zulässigkeit des W egw eisungsvollzugs nach W eissrussland und bezogen auf den Fall der Be- schw erdeführer zu den Akten reichen. F. D as BFM hielt in der Vernehm lassung vom 18. M ärz 2004 an seiner Verfügung fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. D iese Stellungnahm e w urde den Beschw erdeführern unter Ansetzen einer Frist zu allfälligen G egenäusserungen am 24. M ärz 2004 zugestellt. D ie Beschw erdeführer liessen ihre Stellungnahm e am 29. M ärz 2004 einreichen. G . Am 4. N ovem ber 2005 forderte der Instruktionsrichter die Beschw erdeführer auf, einen ärztlichen Bericht betreffend den G esundheitszustand des Beschw erdefüh- rers einzureichen, w elcher sich zu den gesundheitliche Problem en sow ie den vor- genom m enen Therapien äussern sollte. G leichzeitig w urden die Beschw erdeführer aufgefordert, eine Erklärung über die Entbindung der behandelnden Ärzte von der Schw eigepflicht gegenüber den Asylbehörden zu den Akten zu reichen. D ie Beschw erdeführer reichten am 16. N ovem ber 2005 einen Arztbericht, datie- rend vom 14. N ovem ber 2005, sow ie die verlangte Entbindungserklärung ein. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Be-4 hörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der bei der AR K hängig gew esenen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim at- staat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politi- schen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gel- ten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum in- dest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vor- handensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeb- lich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz führte in der Verfügung vom 22. Januar 2004 im W esentlichen aus, der Beschw erdeführer habe bei der Erstbefragung als zentralen Ausreisegrund Verfolgungsm assnahm en w egen seiner jüdischen H erkunft geltend gem acht; er sei ausserdem für die BN F aktiv gew esen und desw egen im Jahr 1995 zusam m en m it Freunden für kurze Zeit festgenom m en w orden. Bei der kantonalen Befragung habe der Beschw erdeführer die politischen Aktivitäten in den Vordergrund gestellt, jedoch w eder die BN F noch die Festnahm e im Jahr 1995 erw ähnt; vielm ehr habe er dargelegt, die zentralen Fluchtereignisse hätten sich im Zeitraum Som m er bis H erbst 2001 ereignet, als er sich aktiv an der Kam pagne für die Präsidentenw ahl beteiligt und für die W ahl von Viktor G ontscharik eingesetzt habe. D ie in diesem Zusam m enhang bei der kantonalen Anhörung geschilderten Aktivitäten habe der 5 Beschw erdeführer bei der Erstbefragung m it keinem W ort erw ähnt; diese könnten daher nicht geglaubt w erden, zum al nam entlich seine Angaben zur angeblichen In- form antentätigkeit für die O SZE den allgem einen Erfahrungen w idersprechen w ür- den. Im Ü brigen seien die Aussagen in w esentlichen Punkten m it der allgem einen Erfahrung oder der Logik des H andelns nicht vereinbar. So sei das Verhalten der Beschw erdeführer bei ihrer Ausreise, nam entlich die legale Ausreise m it ihren ei- genen, echten R eisepässen, nicht nachvollziehbar; dass dies m öglich gew esen sei, zeige zudem , dass die Beschw erdeführer in W eissrussland nicht behördlich verfolgt w ürden. D ie diesbezüglichen Erklärungsversuche m üssten als unbehelflich betrachtet w erden. Sodann seien die Schilderungen der angeblich erlebten w ieder- holten und erheblichen Ü bergriffe w egen der jüdischen H erkunft der Beschw erde- führer in ihrer G esam theit entw eder ungenau oder aber an zahlreichen Stellen der Aussagen offenkundig übertrieben dargestellt w orden, w eshalb das Ausm ass der Ü bergriffe nicht geglaubt w erden könne. Schliesslich habe die Beschw erdeführerin einerseits ausgesagt, nichts über die politische Tätigkeit des Ehem annes gew usst zu haben, anderseits bei der kantonalen Befragung erklärt, den Ehem ann bei der politischen Arbeit unterstützt zu haben. Insgesam t seien diese Vorbringen als nicht glaubhaft zu beurteilen, w obei die verschiedenen Bew eism ittel zu keinem anderen Schluss führen könnten. Sow eit die Beschw erdeführer N achteile als Angehörige der jüdischen G laubensgem einschaft geltend gem acht hätten, seien diese nicht asylrelevant, zum al es sich zu einem G rossteil um Benachteiligungen seitens D rit- ter gehandelt haben solle. 4.2 In der R echtsm itteleingabe w ird am W ahrheitsgehalt der Vorbringen festgehalten. D er Beschw erdeführer habe die Asylgründe so geschildert, w ie er sie erlebt habe. Bei der Anhörung in der Em pfangsstelle stehe erfahrungsgem äss nicht genügend Zeit zur Verfügung, ausführlich auf die einzelnen U m stände einzugehen. Sodann sei w eder aufgrund des G esetzes noch nach allgem einer Lebenserfahrung davon auszugehen, dass bei Ü bertreibungen zw ingend auf die U nglaubhaftigkeit der diesbezüglichen Schilderungen geschlossen w erden m üsse. W eiter sei die Vorins- tanz in ihrem Entscheid nicht auf alle eingereichten D okum ente eingegangen; dies gelte insbesondere für die U nterlagen, w elche im Zusam m enhang m it der Spital- einw eisung, dem Befund und der Krankengeschichte stünden. Ebenso unerw ähnt geblieben sei die Korrespondenz, die der Beschw erdeführer an die Staatsanw alt- schaft und die Vorgesetzten der Stadt F._______ geschrieben habe. M it diesen D okum enten sei die Verfolgungssituation der Beschw erdeführer jedoch glaubhaft anzunehm en. H insichtlich der W idersprüche m it dem Stem pel "SSSR " sei darauf hinzuw eisen, dass die alten Form ulare in W eissrussland zuerst aufgebraucht w orden seien, w om it es sich bei diesen D okum enten nicht um Fälschungen handle. H insichtlich des Vorw urfs, der Beschw erdeführer habe bei den Befragungen je- w eils andere Fluchtgründe als zentral beschrieben, sei unter H inw eis auf die Be- m erkungen des bei der kantonalen Befragung anw esenden H ilfsw erkvertreters festzuhalten, dass die Befragung beim Kanton in erster Linie das politische Enga- gem ent des Beschw erdeführers betroffen habe; dabei habe der Beschw erdeführer aber auch eine religiöse Verfolgung geltend gem acht sow ie dazu verschiedene D okum ente eingereicht, w elche zu prüfen vom H ilfsw erkvertreter angeregt w orden sei. Zudem habe die Befragung in der Em pfangsstelle nur eine Stunde gedauert, 6 m ithin sei diese allzu kurz bem essen gew esen, um alles erzählen zu können. D ass der Beschw erdeführer dort vor allem die religiöse Verfolgung erw ähnt habe, könne dam it zusam m enhängen, dass er in der Schw eiz bereits m it der jüdischen G e- m einschaft in Kontakt gestanden sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien zudem auch die D arlegungen zur Ausreise ausführlich und nachvollziehbar ausgefallen. H insichtlich der Situation jüdischer Angehöriger in W eissrussland sei ergänzend festzuhalten, dass trotz verfassungsrechtlich garantierter G leichheit der R eligionen die russisch-orthodoxe Kirche bevorzugt, die anderen R eligionen jedoch eher schi- kaniert w ürden. D er Präsident der in der U SA ansässigen "W orld Association of Belarusian Jew s" sei für 15 Tage inhaftiert w orden, nachdem er auf einem Trans- parent auf die Zerstörung der Synagogen sow ie jüdischen Friedhöfe und D enkm ä- ler aufm erksam gem acht habe. Entsprechende Berichte w ürden auf die G leichgül- tigkeit der w eissrussischen Behörden gegenüber den jüdischen Kulturgütern und G edenkstätten hinw eisen. O ffenbar sei der Staat auch nicht w illens, die jüdischen Bürger vor antisem itischen Vorfällen zu schützen. 4.3 4.3.1 Im H inblick auf die R üge der Beschw erdeführer, die Vorinstanz habe nicht alle eingereichten Bew eism ittel gew ürdigt und dam it den Sachverhalt unvollständig er- stellt, ist Folgendes festzustellen: D ie um fassende Erm ittlung des relevanten Sachverhaltes folgt aus dem Anspruch auf rechtliches G ehör; ebenso folgt aus diesem Anspruch die grundsätzliche Pflicht der Behörde, ihren Entscheid rechtsgenüglich zu begründen. Im vorliegen- den Fall hat die Vorinstanz w eder den Sachverhalt unvollständig erstellt noch ihre Begründungspflicht verletzt. So hat sie im angefochtenen Entscheid in nachvoll- ziehbarer W eise dargelegt, aus w elchen G ründen sie auf die m angelnde Asylrele- vanz der Vorbringen schliesst, und dabei sind nam entlich auch die eingereichten Bew eism ittel einer W ürdigung unterzogen w orden; dass dabei nicht jedes Bew eis- m ittel im Einzelnen aufgelistet w orden ist, lässt vorliegend nicht den Schluss deren N ichtberücksichtigung zu. D ie Einw ände der Beschw erdeführer betreffen m ithin al- lein die Frage der m ateriellen W ürdigung des Sachverhaltes, m it w elcher sich die Beschw erdeinstanz im R ahm en der nun folgenden m ateriellen Ü berprüfung des vorinstanzlichen Entscheides auseinanderzusetzen hat. 4.3.2 Eine Prüfung der Akten ergibt, dass die Erw ägungen der Vorinstanz zum Asyl- punkt zu bestätigen sind. D er Beschw erdeführer hat bei der Erstbefragung aus- drücklich als m assgeblichen Fluchtgrund dargelegt, dass er und seine Fam ilie auf- grund der jüdischen H erkunft verfolgt w ürden. Im Einzelnen führte er aus, er sei im N ovem ber 1997 einm al von drei U nbekannten zusam m engeschlagen und am 11. M ai 1999 von der Polizei bei der Teilnahm e an einer D em onstration geschlag- en w orden. D er Sohn sei beleidigt w orden, die Ehefrau habe D rohungen erhalten, und seit 1998 w ürden sie regelm ässig telefonisch belästigt. Er habe sich zudem in der w eissrussischen Front BN F aktiv beteiligt und sei desw egen im Jahr 1995 kurzfristig festgenom m en w orden. D ie Frage, ob er dam it alle Asylgründe genannt habe, bejahte der Beschw erdeführer (vgl. Protokoll Em pfangsstelle, S. 4 f.). Bei der ausführlichen kantonalen Befragung w urde dem Beschw erdeführer eingangs 7 G elegenheit gegeben, alles zu erzählen, w as ihn zum Verlassen der H eim at veran- lasst habe (vgl. Protokoll Frem denpolizei, S. 9). D er Beschw erdeführer schilderte in der Folge den Vorfall aus dem Jahr 1997 und führte dann aus, etw a ab 1998 hätten die telefonischen Belästigungen angefangen. Er schilderte w eiter das Ereignis vom (D atum ) (M isshandlung durch die Polizei), um dann festzuhalten, die w ichtigsten Ereignisse vor der Ausreise hätten sich zw ischen Som m er und H erbst 2001 ereignet und stünden im Zusam m enhang m it seinem in dieser Zeitspanne erfolgten Engagem ent im Vorfeld zu den Präsidentschaftsw ahlen, als er die O SZE über Verfahrensverletzungen bei der W ahl inform iert, U nterschriften für den G egenkandidaten gesam m elt und Literatur verteilt habe. Als Folge davon sei er zw eim al, am (D atum ) und am (D atum ), zum Sicherheitskom itee vorgeladen w orden. Zudem sei er angehalten w orden, das Land nicht zu verlassen. Es sei ihm m it schw erw iegenderen N achteilen w ie Einleitung eines Strafverfahrens und Inhaftierung gedroht w orden, sollte er m it seinen Tätigkeiten w eiterfahren. H insichtlich des Bew eisw ertes des Em pfangsstellenprotokolls ist Folgendes fest- zuhalten: G em äss diesbezüglicher R echtsprechung der AR K (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1993 N r. 3), der sich das Bundesverw altungsgericht anschliesst, kom m t zw ar den Aus- sagen in der Em pfangsstelle zu den Ausreisegründen angesichts des sum m ari- schen C harakters dieser Befragung für die Beurteilung der G laubhaftigkeit der vor- gebrachten Asylgründe nur beschränkter Bew eisw ert zu. W enn jedoch klare Aus- sagen in der Em pfangsstelle in w esentlichen Punkten der Asylbegründung von den später protokollierten Aussagen diam etral abw eichen, oder w enn bestim m te Ereig- nisse oder Befürchtungen, w elche später als zentrale Asylgründe genannt w erden, nicht bereits in der Em pfangsstelle zum indest ansatzw eise erw ähnt w erden, dürfen diese W idersprüche für die Beurteilung der G laubhaftigkeit dieser Aussagen her- angezogen w erden. Zu R echt hat die Vorinstanz vor diesem H intergrund festgestellt, dass der Be- schw erdeführer die gesam ten angeblich im zw eiten H albjahr 2001 entfalteten um - fangreichen Aktivitäten und die angeblich daraus resultierenden N achteile in der Em pfangsstelle m it keinem W ort erw ähnt hat. D iese Vorbringen sind daher als nachgeschoben und folglich als nicht glaubhaft zu beurteilen. D er Einw and in der R echtsm itteleingabe, w onach in der Em pfangsstelle die Zeit für ausführliche D arle- gungen gefehlt und auch der beim Kanton anw esende H ilfsw erkvertreter die ver- stärkte G ew ichtung der kantonalen Befragung auf die politischen Aktivitäten regist- riert und eine Prüfung der im Zusam m enhang m it der religiösen Verfolgung ste- henden aktenkundigen D okum ente sow ie nötigenfalls eine ergänzende Befragung angeregt habe, verm ag an den obigen Feststellungen nichts zu ändern. Insbeson- dere w ird dam it nicht plausibel gem acht, w eshalb der Beschw erdeführer bei der kantonalen Befragung neu ein um fassendes politisches Engagem ent geltend ge- m acht hat, dabei aber sein in der Em pfangsstelle genanntes Engagem ent und die dam it verbundene Festnahm e m it keinem W ort erw ähnt und die Frage nach erleb- ten Festnahm en ausdrücklich verneint hat (vgl. Protokoll Frem denpolizei, S. 22). Zudem ist festzustellen, dass die vom Beschw erdeführer geschilderte Inform anten- tätigkeit für die O SZE nicht glaubhaft ist. Insbesondere ist nicht nachvollziehbar, dass die O SZE die telefonischen Inform ationen einer ihr unbekannten Person 8 ohne w eitere Prüfung akzeptiert haben soll, zum al der Beschw erdeführer gem äss seinen Angaben diese Telefonate m ehrheitlich anonym getätigt habe (vgl. a.a.O ., S. 13) und darüber hinaus auch nie als politischer O ppositioneller in Erscheinung getreten sei. D ie diesbezüglichen Ausführungen in der vorinstanzlichen Verfügung, nam entlich auch betreffend die angebliche kurzfristige Einladung zu einer Sitzung der O SZE - der Beschw erdeführer w ill nach den W ahlen m it der O SZE telefoniert haben und sei dabei ohne w eiteres eingeladen w orden (vgl. a.a.O ., S. 14) - sind zu bestätigen. D ie Beschw erdeführerin hat in diesem Zusam m enhang bei der Erstbefragung dar- gelegt, sie habe sich nicht politisch betätigt. Ihr Ehem ann sei aktiv gew esen, w obei sie keine Einzelheiten kenne. Sie habe aber zw ei Vorladungen des Sicherheits- dienstes w egen angeblicher zionistischer Aktivitäten an der U niversität F._______ erhalten (vgl. Protokoll Em pfangsstelle Beschw erdeführerin, S. 4 f.). Bei der kanto- nalen Befragung führte sie dem gegenüber aus, sie habe dem Ehem ann beim Ver- teilen von Literatur und Flugblättern im Vorfeld zu den W ahlen sow ie bei der Su- che nach guten D olm etschern geholfen. In der Folge sprach sie nur noch von einer einzigen Vorladung, w elche sie erhalten und der sie fristgerecht am (D atum und Zeitangabe) Folge geleistet habe. N ach dieser Vorladung sei ihr nichts W eiteres m ehr zugestossen (vgl. Protokoll Frem denpolizei Beschw erdeführerin, S. 7 f.). M it diesen w idersprüchlichen Ausführungen der Beschw erdeführerin, w elche im Zusam m enhang m it den vom Ehem ann geltend gem achten Aktivitäten vorgebracht w orden sind, w ird die U nglaubhaftigkeit der politischen Aktivitäten des Be- schw erdeführers zusätzlich bestätigt. D ie obigen Schlussfolgerungen w erden durch die eingereichten Vorladungen nicht entkräftet. Vielm ehr sind - allein bereits vor dem H intergrund der oben festgestell- ten U nglaubhaftigkeit der diesen Vorladungen angeblich vorangegangenen politi- schen Aktivitäten - erhebliche Zw eifel an der Echtheit dieser D okum ente anzubrin- gen. U ngeachtet der Frage der Echtheit ist festzustellen, dass der jew eilige Vorla- dungsgrund nicht aufgeführt ist, w om it diese D okum ente nicht geeignet sind, eine asylrelevante Verfolgungssituation zu belegen. D ass nam entlich der Beschw erdeführer nicht in der behaupteten W eise behördli- cher Verfolgung ausgesetzt gew esen ist, w ird letztlich durch die legale Ausreise der Beschw erdeführer über den Flughafen F._______ bestätigt. D abei w irken insbesondere die Angaben konstruiert und dam it nicht glaubhaft, gem äss denen die Beschw erdeführer jew eils sow ohl an der Pass- als auch an der Zollkontrolle zufälligerw eise Bekannte aus Studienzeiten für die reibungslose Ausreise hätten angehen können. Zudem hat der Beschw erdeführer, der gem äss eigenen Angaben anlässlich der Vorladung vom (D atum ) ein Ausreiseverbot erhalten habe (vgl. Protokoll Frem denpolizei, S. 17), sich gem äss Stem peleintrag im R eisepass am (D atum ) beim Innenm inisterium in F._______ abgem eldet, w as jedoch vor dem H intergrund der geltend gem achten Verfolgungssituation nicht m öglich gew esen und darüber hinaus auch nicht m it der Vorgehensw eise einer sich tatsächlich verfolgt fühlenden Person in Einklang zu bringen w äre. Sow eit die Beschw erdeführer auf Beschw erdeebene eine Stellungnahm e von am - nesty international vom 12. M ärz 2004 einreichen, verm ag diese an den obigen Ausführungen nichts zu ändern. D ie darin geschilderte allgem eine Situation in 9 W eissrussland sow ie die konkrete Situation der jüdischen G laubensgem einschaft ist den Asylbehörden bekannt; es sind daraus keine neuen, konkreten Erkenntnisse bezüglich der vom Beschw erdeführer geltend gem achten indi- viduellen Verfolgungsgründe ersichtlich. D iesbezüglich stützt sich die Stellungnah- m e auf die Angaben des Beschw erdeführers (vgl. Stellungnahm e, S. 6, Ziff. 5). D iese sind jedoch, nam entlich w as dessen angebliche regim ekritische Tätigkeit betrifft, als nicht glaubhaft zu beurteilen; m ithin ist m it Bezug auf den Beschw erdeführer klarerw eise nicht - w ie dies gem äss den Form ulierungen in der Stellungnahm e angenom m en w erden könnte (vgl. a.a.O .) - von einem sich exponierenden R egim ekritiker auszugehen. 4.3.3 D ie Beschw erdeführer m achen geltend, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur jüdi- schen G em einschaft N achteilen ausgesetzt gew esen zu sein. D azu reichten sie im erstinstanzlichen Verfahren verschiedene U nterlagen zu den Akten (ein Schreiben des O berrabbiners der Jüdischen G em einschaft in F._______/Belarus vom 15. M ärz 2002, in w elchem die Zugehörigkeit der Beschw erdeführer zur jüdischen Kirche bestätigt w ird; G esuche des Beschw erdeführers an die Telefongesellschaft L._______ um W echsel der Telefonnum m er, w as m angels freier N um m ern nicht gew ährt w urde; Anzeigen des Beschw erdeführers im Anschluss an den Vorfall vom (D atum ) m it den entsprechenden Antw ortschreiben; diverse ärztliche Atteste und Berichte m it R öntgenbildern zu den am (D atum ) erlittenen Verletzungen des Beschw erdeführers). Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer der jüdi- schen G laubensgem einschaft angehören. U ngeachtet der Frage der G laubhaftig- keit der vor diesem H intergrund geltend gem achten N achteile ist festzustellen, dass sich die Situation der jüdischen G laubensgem einschaft in Belarus nach Kenntnis des Bundesverw altungsgerichts nicht unproblem atisch darstellt. In W eissrussland herrscht ein totalitäres R egim e. D er Abw anderungsdruck ist gross und w irkt sich auch auf die jüdische G em einschaft aus, die heute noch einige zehntausend Personen (rund 1% der G esam tbevölkerung) um fassen soll. In den letzten Jahren w aren gem äss Berichten antisem itische Vorfälle – nam entlich Be- schädigungen von jüdischen Friedhöfen und G edenkstätten, Belästigungen und D iskrim inierungen – zu verzeichnen. Aber auch in Kenntnis dieser Situation ist nach Auffassung des Bundesverw altungsgerichts nicht von einer generellen flücht- lingsrechtlich relevanten Verfolgungssituation allein aufgrund der Zugehörigkeit zur jüdischen G em einschaft auszugehen. Entgegen der in der Beschw erde vertretenen Auffassung hat die Vorinstanz indes- sen die diesbezüglich angeführten Benachteiligungen in ihrer G esam theit zu R echt als übertrieben und vage beurteilt. So ist nam entlich nicht nachvollziehbar, dass die Beschw erdeführer auf diese, gem äss ihren Angaben jahrelang erlebten N ach- stellungen, nicht früher adäquat reagiert haben und beispielsw eise erst im Jahr 2000 um einen W echsel der Telefonnum m er ersucht haben w ollen, nachdem sie bereits seit 1996 (oder 1997 oder 1998) telefonisch belästigt und bedroht w orden sein sollen (auch diese Aussagen sind w idersprüchlich, vgl. Protokoll Em pfangs- stelle Beschw erdeführer, S. 4; Protokoll Em pfangsstelle Beschw erdeführerin, S. 4; Protokoll Frem denpolizei Beschw erdeführer, S. 9; Protokoll Frem denpolizei Be-10 schw erdeführerin, S. 6). Zudem ist festzustellen, dass es sich gem äss Akten jew eils um N achstellungen von dritter Seite gehandelt hätte, die telefonischen Belästigungen seien verm utlich von nationalen G ruppierungen ausgegangen, die Kinder von anderen Schulkindern beleidigt und angegriffen w orden, w eitere Beleidigungen durch N achbarn erfolgt, Beschädigungen von Briefkasten und H austür sow ie Schm ierereien in den G ängen des H auses ebenfalls von unbekannten D ritten ausgegangen. Solche Schikanen seitens D ritter m ögen den davon Betroffenen als ernsthafte N achteile erscheinen, w ären jedoch m angels Intensität nicht asylrelevant, zum al sie in der R egel ein be- stim m tes M ass nicht überschritten. Zudem beschränken sich die in diesem Zusam - m enhang gem achten konkreten Schilderungen hauptsächlich auf den Zeitraum zw ischen 1997 und 1999, w om it der Kausalzusam m enhang zw ischen diesen Er- eignissen und der tatsächlichen Ausreise im D ezem ber 2001 auch nicht bejaht w erden könnte. Beim Vorfall vom (D atum ) hätten die Behörden - w ie vom Be- schw erdeführer selber dokum entiert - seine Anzeigen entgegengenom m en und be- arbeitet. D ie zuständigen Behörden seien in der Folge zum Schluss gekom m en, die Polizeibehörden hätten bei der D em onstration vom (D atum ) korrekt gehandelt, eine U ntersuchung respektive ein Strafverfahren w erde nicht eingeleitet. Auch auf die w eiteren Anzeigen des Beschw erdeführers - dokum entiert ist eine vom (D atum ) und eine vom (D atum ) - m assgeblich betreffend die persönlichen und telefonischen N achstellungen, die Sachbeschädigungen an Briefkasten und H austür, sow ie die (verm utete) Vergiftung des H undes - hätte die zuständige Behörde N achforschungen eingeleitet, w elche indes gem äss ihrem Ant- w ortschreiben vom 23. O ktober 2001 erfolglos geblieben seien. D ass gem äss An- gaben des Beschw erdeführers in der Folge nichts m ehr unternom m en w orden sei, ist bei Vorfällen m it unbekannter und auch danach nicht feststellbarer Täterschaft jedenfalls nicht bereits dahingehend zu interpretieren, den zuständigen behördli- chen O rganen gehe der W ille oder die Fähigkeit zum Schutz der Betroffenen ab; keinem Staat gelingt es, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jederzeit und überall zu garantieren (vgl. EM AR K 2006 N r. 18 S. 203 1996 N r. 28 S. 271 f.). 4.3.4 Insgesam t verm ögen die eingereichten U nterlagen die behauptete asylrelevante Verfolgung der Beschw erdeführer nicht zu belegen. D ie zentralen Asylvorbringen der Beschw erdeführer sind nach dem oben G esagten vielm ehr als im W esentli- chen unglaubhaft zu beurteilen. Es erübrigt sich bei dieser Sachlage, auf die w ei- teren Ausführungen in der Beschw erde sow ie w eitere eingereichte U nterlagen im Einzelnen einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern können. Zusam m enfas- send folgt, dass die Beschw erdeführer keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw ei- sen oder glaubhaft m achen konnten. D ie Vorinstanz hat die Asylgesuche der Be- schw erdeführer dem nach zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; da- bei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zu- m utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzli-11 chen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. M ärz 1931 über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). 5.2 D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zuläs- sig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des Aus- länders in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). 5.3 D ie Beschw erdeführer verfügen w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthalts- bew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG ; vgl. EM AR K 2001 N r. 21). 5.4 D ie erw ähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der W egw eisung (U nzulässigkeit, U nzum utbarkeit, U nm öglichkeit) sind alternativer N atur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der W egw eisung als undurchführbar zu betrachten und die w eitere Anw esenheit in der Schw eiz gem äss den Bestim m un- gen über die vorläufige Aufnahm e zu regeln (vgl. diesbezüglich die in EM AR K 2006 N r. 6 Erw . 4 und 2001 N r. 1 Erw . 6a publizierte und vom Bundesverw altungs- gericht w eitergeführte Praxis). G egen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahm e steht dem w eggew iesenen Asylsuchenden w iederum die Beschw erde an das Bundesverw altungsgericht offen (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG i.V.m . Art. 44 Abs. 2 AsylG ). In diesem Verfahren w äre dann der W egw eisungsvollzug vor dem H intergrund säm tlicher Vollzugshindernisse von Am tes w egen nach M assgabe der in diesem Zeitpunkt herrschenden Verhältnisse zu prüfen (vgl. EM AR K 1997 N r. 27). 5.5 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ück- kehr in den H eim atstaat für den Betroffenen eine konkrete G efährdung darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allge- m einen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati- on allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). 5.6 Eine Situation, w elche die Beschw erdeführer als "G ew alt- oder D e-facto-Flüchtlin- ge" qualifizieren w ürde, lässt sich aufgrund der heutigen Situation in W eissruss- land nicht in genereller Form bejahen. D ie Beschw erdeführer m üssten bei einer R ückkehr nach Belarus zw ar w ohl m it gew issen D iskrim inierungen und Schikanen rechnen. Es gibt aber keine Anhaltspunkte für die Annahm e, dass sie allein w egen ihrer Ethnie beziehungsw eise R eligionszugehörigkeit einer konkreten G efährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 AN AG ausgesetzt w ären. In diesem Zusam m enhang ist auch darauf hinzuw eisen, dass Angehörige der Beschw erdeführer nach w ie vor in W eissrussland leben. 5.7 In individueller H insicht w ird geltend gem acht, der Beschw erdeführer sei psychisch 12 sehr krank. D ie Vorinstanz hält in diesem Zusam m enhang in der Vernehm lassung vom 18. M ärz 2004 fest, die Behandlung der geltend gem achten gesundheitlichen Problem e sei auch in W eissrussland, nam entlich in F._______, m öglich. D en dazu eingereichten, fachm edizinischen Arztberichten von D r. m ed. A.W ., Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, datierend vom 11. Februar 2004 und vom 14. N ovem ber 2005, ist Folgendes zu entnehm en: D er Beschw erdeführer stehe seit dem 11. D ezem ber 2003 in am bulanter Behandlung. In diagnostischer H insicht w ird ausgeführt, der Beschw erdeführer leide an Störungen des psychotischen For- m enkreises. D iese m anifestierten sich durch m assive Beziehungsideen w ahnhaf- ten C harakters, kom biniert m it schw eren depressiv-suizidalen R ückzügen. D ie Be- handlung bestehe in Einzelgesprächen m it zw ei Sitzungen w öchentlich sow ie in m edikam entöser Behandlung m it m odernen Antipsychotika und Antidepressiva. D er Verlauf dieser Behandlung gestalte sich relativ gut, die Suizidalität sei zurück- gegangen. Prognostisch sei jedoch festzuhalten, dass die vorliegende Thera- pieform unabdingbar sei, eine solche in W eissrussland jedoch kaum angeboten w ürde. D er Abbruch dieser (kom binierten) Behandlung - Einzelgespräche und M e- dikation - und eine R ückschaffung in die H eim at w ürde für den Beschw erdeführer katastrophale Folgen nach sich ziehen. Vorw eg ist festzuhalten, dass die beiden Arztberichte einen fachlich fundierten und objektiven Eindruck verm itteln. Es ist ihnen zu entnehm en, dass der Beschw erde- führer in einer langjährigen therapeutischen Behandlung steht, w elche als solche auch w eitergeführt w erden m uss, um einen R ückfall und dam it auch eine erneute Aktualisierung der Suizidalität nach M öglichkeit auszuschliessen. D a der Be- schw erdeführer dieser genannten spezialtherapeutischen Behandlung bedarf so- w ie insgesam t aufgrund der geschilderten Sym ptom e ist w eiterhin von einer schw eren psychischen Erkrankung des Beschw erdeführers auszugehen. D en Ak- ten sind keine Anhaltspunkte für die Annahm e zu entnehm en, das Krankheitsbild w ürde vom Beschw erdeführer sim uliert: beispielsw eise steht der Beschw erdefüh- rer seit Ende 2003 in ärztlicher Behandlung, w ährend die erstinstanzliche Verfü- gung Ende Januar 2004 ergangen ist. W eiter ergibt sich aus den Akten, dass zw ei der drei Kinder der Beschw erdeführer seit nunm ehr bald vier Jahren eingeschult sind, und das jüngste Kind in der Schw eiz geboren w orden ist. U nter dem Aspekt des Kindesw ohls - w elchem im R ahm en der Zum utbarkeitsprüfung eine gew ichtige Bedeutung zukom m t - ist vor- liegend festzustellen, dass nam entlich für die beiden älteren Kinder w ährend ihres nunm ehr fünfeinhalbjährigen Aufenthaltes ein neues vertrautes U m feld entstanden ist. Zw ar w ar die Verw urzelung in der Schw eiz bis Ende 2006 in erster Linie im R ahm en einer N otlageprüfung nach Art. 44 Abs. 3 aAsylG (aufgehoben durch Ziff. I des Bundesgesetzes vom 16. D ezem ber 2005, m it W irkung seit 1. Januar 2007 AS 2006 4745 und 4747, BBl 2002 6845) zu berücksichtigen. Sie kann aber auch eine reziproke W irkung auf die Frage der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs haben, indem eine starke Assim ilierung in der Schw eiz eine Entw urzelung im H ei- m atstaat zur Folge haben kann, w elche die Beurteilung der Zum utbarkeit einer R ückkehr dorthin beeinflussen kann (vgl. zum G anzen insbesondere EM AR K 2005 N r. 6, w elche Praxis vom Bundesverw altungsgericht fortgeführt w ird). Vorliegend dürfte besonders für die beiden älteren Kinder eine m it dem Vollzug der W egw ei- sung verbundene Entw urzelung aus dem nun gew achsenen sozialen U m feld in der 13 Schw eiz und der sich zugleich abzeichnenden Problem atik einer (R e-) Integration in einer inzw ischen frem d gew ordenen U m gebung im H eim atland zu erheblichen Belastungen ihrer Entw icklung führen, die m it dem Kindesw ohl kaum zu vereinbaren w ären. 5.8 U nter Berücksichtigung säm tlicher Aspekte - der Zugehörigkeit zur jüdischen G e- m einschaft, der gesundheitlichen Situation des Beschw erdeführers, der m ehrjähri- gen Anw esenheit der Fam ilie m it eingeschulten Kindern in der Schw eiz - kom m t das Bundesverw altungsgericht zum Schluss, dass den Beschw erdeführern eine R ückkehr in den H eim atstaat nicht zugem utet w erden kann. N achdem sich aus den Akten keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlussgründen im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben, sind die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e erfüllt. 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung, sow eit die Fragen des Asyls und der W egw eisung als solche betreffend, Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ); die Beschw erde ist diesbezüglich abzuw eisen. Sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, ist die Beschw erde gutzuheissen und die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben. D as Bundesam t ist anzuw eisen, die Beschw erdeführer infolge der U nzum utbarkeit des W egw eisungsvollzugs in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Beschw erdeverfahrens sind vorliegend keine Kosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 in fine Vw VG ). D am it w ird das G esuch um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege (Art. 65 Abs. 1 Vw VG ) gegenstandslos, und es ist darüber nicht zu befinden. 7.2 D en Beschw erdeführern w äre für das teilw eise O bsiegen im Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht praxisgem äss eine reduzierte Entschädigung für ihre Parteikosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D ie R echtsvertreterin w urde am 1. Juni 2007 per Telefax zur Einreichung einer Kostennote aufgefordert. Sie w urde dabei darauf hingew iesen, ohne entsprechen- den G egenbericht innert Frist w erde von einem unentgeltlichen Vertretungsm andat ausgegangen. D ie R echtsvertreterin liess sich in der Folge innert Frist nicht ver- nehm en. Folglich ist vorliegend davon auszugehen, dass allfällig angefallene Kos- ten den Beschw erdeführern nicht in R echnung gestellt w erden. Es ist nach dem G esagten keine Parteientschädigung zuzusprechen. (D ispositiv nächste Seite)14 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird im Asyl- und W egw eisungspunkt abgew iesen; sow eit den Vollzug der W egw eisung betreffend, w ird die Beschw erde gutgeheissen. 2. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufzu- nehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 4. Es w ird keine Parteientschädigung zugesprochen. 5. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin, 2 Expl. (eingeschrieben) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef.-N r. N ._______) - den M igrationsdienst des Kantons I._______ ad M ._______ D er vorsitzende R ichter: D ie G erichtsschreiberin: M arkus König Eveline C hastonay Versand am :