Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 2. August 2018 (720 17 360 / 207) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Zweifel an der versicherungsinternen RAD-Beurteilung. Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung. Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Katja Wagner Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Philippe Zogg, Advokat, Oberwilerstrasse 54, Postfach 4618, 4002 Basel gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 Der 1964 geborene und zuletzt bei der B.____ tä tig gewesene A.____ erlitt am 9. Sep- tember 2013 einen Unfall, als er bei der Arbeit von einem Gerüstbock rückwärts auf seine aus- gestreckten Arme stürzte. Für die Folgen dieses Unf alls erbrachte die Schweizerische Unfall- versicherungsanstalt (Suva) bis zum 1. November 201 6 die gesetzlichen Leistungen. Im Febru- ar 2016 erlitt A.____ einen weiteren Unfall, indem er ausrutschte und erneut auf die linke Hand stürzte. Diesbezüglich anerkannte die Suva ebenfalls ihre gesetzliche Leistungspflicht. Seit die- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht sen Ereignissen klagt A.____ über Schmerzen im Nacken-, A rm- und Kopfbereich sowie in den Handgelenken. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2016 spra ch die Suva A.____ zuletzt für die Unfallrestfolgen eine Invalidenrente auf der Basis ein es Invaliditätsgrades von 24% sowie eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 20% zu. A.2 Bereits am 23. April 2014 meldete sich A.____ un ter Hinweis auf den im Jahr 2013 erlittenen Unfall bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) gewährt e dem Versicherten in der Folge berufli- che Massnahmen in Form eines Arbeitsversuchs. Nachdem das Ar beitspensum in seiner ange- stammten Tätigkeit bei der B.____ AG aufgrund von Be schwerden an den Schultern sowie Na- cken- und Kopfschmerzen nicht über 25% hatte gesteigert werden können, wurden die berufli- chen Massnahmen mit Mitteilung vom 11. Juni 2015 abgesch lossen. Gleichzeitig wurde der Versicherte darauf hingewiesen, dass das Dossier zur Prüfung von weiteren Leistungen an die zuständige Sachbearbeitung weitergeleitet werde. Nach A bklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle be im Versicherten einen Invaliditätsgrad von 13%. Gestützt darauf und nach Durchführung des Vorbesche idverfahrens lehnte sie das Leis- tungsbegehren mit Verfügung vom 22. September 2017 ab. B. Gegen diese Verfügung reichte der Versicherte, vertr eten durch Advokat Philippe Zogg, mit Eingabe vom 23. Oktober 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel- Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge richt), ein. Darin beantragte er, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 22. Septem ber 2017 sei ihm eine ganze IV- Rente zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begrün dung brachte er im Wesentlichen vor, ihm sei eine ganztägige Arbeit auch unter Berücksichtigu ng des der leistungsablehnenden Ver- fügung zugrundegelegten Zumutbarkeitsprofils nicht meh r zumutbar. Den Beurteilungen seiner behandelnden Ärzte zufolge sei er vielmehr höchstens im Umfang von 30% arbeitsfähig. Im Rahmen einer weiteren Eingabe vom 19. März 2018 reichte er einen Bericht des Spitals C.____ vom 9. Januar 2018 ein, wobei er gleichzeitig weitere medizinische Berichte in Aussicht stellte. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Mai 2018 schloss die I V-Stelle auf Abweisung der Be- schwerde. D. Mit einer weiteren Eingabe vom 29. Mai 2018 reic hte Dr. D.____, FMH Neurochirurgie, die durch den Beschwerdeführer in Aussicht gestellten B erichte vom 30. März bzw. 29. Mai 2018 ein. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes ü ber die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der an gefochtenen Verfügung vom 22. Sep- tember 2017 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Gren- ze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2). Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, sind jedoch insoweit zu berücksichtigen, al s sie mit dem Streitgegenstand in en- gem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beu rteilung im Zeitpunkt des Erlasses des Verwaltungsaktes zu beeinflussen (Urteil des Bundesger ichts vom 10. August 2009, 9C_136/2009, E. 2.5). 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich m indestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des So- zialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder länge- re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig keit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach- te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver- lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen den allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach de m Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 6 0%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrade s bildet die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheit lichen Beeinträchtigungen arbeitsun- fähig ist. 4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbe itsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vg l. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1; 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersone n oder gar wie einem Gerichtsgut- achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver- sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und S chlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen v orzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts v om 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5. Vorliegend ist die medizinische Situation des Beschwer deführers unter den Parteien grundsätzlich nicht streitig. Streitig und zu prüfen ist hingegen, welche Verweistätigkeiten dem Beschwerdeführer in welchem Umfang noch zugemutet werden können. 6.1 Für die Beurteilung der strittigen Frage stehen z ahlreiche medizinische Akten zur Ver- fügung, welche allesamt vom Gericht gewürdigt wurden. In der Folge werden indessen lediglich entscheidrelevante Arztberichte wiedergegeben: 6.2 Die IV-Stelle zog zur Abklärung des medizinischen Sa chverhalts das Suva-Dossier des Versicherten bei. Die erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten beim Versicherten eine traumati- sche bursaseitige Partialruptur der Supraspinatussehne s owie eine Tendinopathie der langen Bizepssehne links nach einem Sturz vom 9. September 2013 und eine Traumatisierung eines vermutlich vorbestehenden grossen Supraspinatussehneneinrisse s sowie eine vorbestehende Ruptur der langen Bizepssehne rechts. Mit Operation vo m 17. Dezember 2013 erfolgten eine Schulterarthroskopie und eine Bizepssehnentenotomie. 6.3 Nachdem es im Rahmen der angestammten Tätigkeit wi ederholt zu schmerzhaften Dekompensationen und daraus resultierender Arbeitsunf ähigkeit gekommen war, fand am 30. Oktober 2014 eine erste kreisärztliche Untersuchung statt. Darin kam der Kreisarzt Dr. med. E.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Tra umatologie des Bewegungsapparates, zum Schluss, dass dem Versicherten seine angestammte Tätigkei t als Maurer nicht mehr zu- mutbar sei. Hinsichtlich einer mittelschweren Tätigkeit, ohne Überkopftätigkeiten mit beiden Armen, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten und oh ne absturzgefährdete Positionen be- stehe eine volle Arbeitsfähigkeit. 6.4 Infolge zunehmender Nackenschmerzen mit Sensibilität sstörungen am linken Arm wurde am 9. Dezember 2014 ein MRI der HWS veranlasst, welches ein enges Foramen HWK 6/7 mit einer Kompression der Wurzel C7 links zeigte. 6.5 Mit Bericht vom 8. Juni 2015 zuhanden der Wirbelsäu lenchirurgie des Spitals F.____ führte Dr. med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizi n und Rheumatologie, aus, dass die Schmerzen des Versicherten trotz durchgeführter Operation persistieren würden, im Verlauf des Jahres 2014 gar intensiver geworden seien. Der Versicher te arbeite seit dem 1. Februar 2015 im Magazin des Baugeschäfts, wobei er auch diese Arbeit als zu schwer und schmerzerzeu- gend empfinde. Neben den Schulterschmerzen seien nach u nd nach immer neue Schmerzen hinzugetreten, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Kribbelparästhesien in den Händen und Schläfen beidseits. Es stelle sich die Frage, ob und in welchem Ausmass eine degenerative Erkrankung der HWS die Beschwerden erklären könnte. Weil im MRI vom Dezember 2014 eine Einengung des Nerv C7 beschrieben worden sei, wünsche der Patient eine wirbelsäulenchirur- gische Beurteilung. 6.6 Im Bericht der Spinalen Chirurgie vom 20. Juli 20 15 wurde als Diagnose eine chroni- sche cerviko-occipital-Brachialgie, links mehr als rechts, bei einem Status nach einem Sturz am 9. September 2013 und einem Status nach Artroskopischer S upraspinatussehnennaht und Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht Acromioplastik am 17. Dezember 2013, gestellt. Beim Ver sicherten handle es sich um einen komplexen Schmerzpatienten. Inwieweit die degenerati ven Befunde und die Foraminalstenose durch den Unfall bedingt seien, lasse sich aus heutiger S icht nur sehr schwer abschätzen. Un- zweifelhaft sei, dass sich aktuell keine isolierte Symptomat ik einer Reizung der Wurzel C7 auf der linken Seite feststellen lasse, sondern dass es mittl erweile zu einem diffusen Schmerzsyn- drom im Bereich des Halses, des Hinterkopfes und beider Arme gekommen sei. Inwieweit dafür die Degeneration des Segments C6/7 und auch die mässigg radige Foraminalstenose verant- wortlich gemacht werden könnten, sei fraglich. Zum jetzi gen Zeitpunkt könne keine Operations- indikation gestellt werden. 6.7 Am 7. März 2016 diagnostizierte Dr. med. H.____, F MH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, im Anschluss an da s zweite Unfallereignis vom Feb- ruar 2016 eine Handgelenksdistorsion links nach einem Stu rz am 29. Februar 2016, ein post- traumatisches ulnokarpales Impaktionssyndrom mit erheblich er Ulna-Plusvariante und Pseu- darthrose ulnar styloid bei in Verkürzung verheilter Rad iusfraktur links (Unfalldatum 9. September 2016). Der Patient weise eine schwere Fe hlstellung am linken Handgelenk mit Ulna-Plusvariante und Ulnaimpaktionssymptomatik auf. Nun sei er erneut auf dieses Handge- lenk gestürzt. Das Handgelenk sei schwierig zu behandeln. Die Ulna-Plusvariante sei erheblich und es sei zu befürchten, dass nach einer Ulnaverkürzungso steotomie die Gelenkflächen des distalen Radius und der distalen Ulna nicht derart zusammenpassen würden, um eine schmerz- freie Beweglichkeit zu ermöglichen. Die Arbeitsfähigkeit sei in zwei Wochen erneut zu beurtei- len. Gegebenenfalls könne das etablierte kleine Pensum von 25% fortgesetzt werden. 6.8 Anlässlich der kreisärztlichen Beurteilung vom 10. Mä rz 2016 im Hinblick auf einen möglichen Fallabschluss führte der Kreisarzt Dr. med. I. ____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aus, dass mit Ausnahme der linken Schulter kei- ne strukturellen Läsionen nachgewiesen worden seien, we lche auf das Ereignis vom 9. Sep- tember 2013 zurückgeführt werden könnten. Auch die strukturellen Läsionen am rechten Schul- tergelenk würden nicht überwiegend wahrscheinlich als kausa l erscheinen, in der Bildgebung imponierten deutlich ältere Läsionen. Es sei der Zeitpunkt eingetreten, bei dem von einer weite- ren Behandlung im Bereich der Schultern keine namhaft e Verbesserung mehr erreicht werden könne. Dem Versicherten seien aufgrund der Verletzungsfolgen ganztags noch leichte Tätigkei- ten, körpernah und bis Schulterhöhe zumutbar. Durch die Verletzungsfolgen an der Hand nach einem neuerlichen Ereignis werde die Zumutbarkeit nicht weiter eingeschränkt. 6.9 Am 26. März 2017 berichtete Dr. G.____ zuhanden d er Taggeldversicherung des Ver- sicherten, dass Analgetika und Physiotherapie die Schmerzen aktuell lindern könnten, eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aber nicht möglich ge wesen sei. Der Patient, welcher vo- rausgehend schwere Abbrucharbeiten ausgeführt habe, könn e lediglich noch für leichte Maga- zin-Arbeiten eingesetzt werden mit einem Pensum von 25% ab dem 5. April 2016. Gemäss Auf- fassung der Suva sei die verbleibende Arbeitsunfähigk eit von rechnerisch 51% nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen, sondern Krankheitsfolge. Dazu würden insbesondere das Zervikal- syndrom und die Handgelenksschmerzen zählen. Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 6.10 Am 27. Februar 2017 legte die Beschwerdegegnerin das Aktendossier Dr. med. J.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traum atologie des Bewegungsapparates, Regionaler ärztlicher Dienst beider Basel (RAD), vor. Dieser führte aus, dass die unfallfremden, im Bereich des Achsenorgans bestehenden Beschwerden vom Wi rbelsäulenspezialisten als nicht hinlänglich zuordenbar gewertet worden seien. E in spezielles, zusätzliches Schonprofil, welches über das rein unfallkausal bezüglich der Schulte rproblematik ermittelte hinausginge, lasse sich damit versicherungsmedizinisch nicht begründen. Zu ergänzen wäre angesichts einer offensichtlichen Funktionseinschränkung der linken Hand a llenfalls, dass bei der Zumutbarkeit auf keine strenge manuelle Tätigkeit geachtet werden solle. Die von Dr. G.____ postulierte Restarbeitsfähigkeit von 25% sei versicherungsmedizinisch nicht nachvollziehbar. 6.11 Im mit der Beschwerde eingereichten Kurzaustrittsbe richt vom 9. Januar 2018 (statio- närer Aufenthalt vom 4. Januar bis 9. Januar 2018) stel lte Dr. D.____ die Diagnose einer zervi- kalen foraminalen Diskushernie C6/7 beidseits. Es erfolgte n diesbezüglich eine Mikrodiskekto- mie und eine Foraminotomie beidseits. Er berichtete über einen unkomplizierten postoperativen Verlauf. Die Wirkungen der Operation auf die chronisc hen bilateralen zervikobrachialen Schmerzen konnten aber noch nicht beurteilt werden. 6.12 Anlässlich der postoperativen Kontrolle vom 30. M ärz 2018 wurde ein unkomplizierter stationärer Verlauf ausgemacht. Im weiteren Verlauf h ätten sich die radikulären Schmerzen deutlich zurückgebildet. Die chronischen posttraumatische n Schmerzen in den Schultern und Händen seien ungefähr unverändert geblieben. Derzeit könne der Patient seinen Kopf freier als vor der Operation bewegen. Neue neurologische Ausfäll e seien nicht mehr aufgetreten. Der Patient werde mit ambulanter Physiotherapie weiter behandelt. Der Patient bleibe bis Ende April 2018 voll arbeitsunfähig. Für die Zeit danach, ab 1. Mai 2018, sei die postoperative Arbeitsfä- higkeit von 25% in der bisherigen Tätigkeit wieder gegeben. 6.13 Mit Bericht vom 29. Mai 2018 stellte Dr. D.____ eine unveränderte klinische Situation mit Schmerzen im Bereich des Nackens, der Schultern und der Hände fest. Der Patient werde seine bisherige Arbeitstätigkeit mit einem Pensum von 25% am 5. Juni 2018 wieder aufnehmen können. 6.14 Am 5. April 2018 erfolgte eine erneute Aktenbeu rteilung durch Dr. J.____, RAD. Versi- cherungsorthopädisch sei mit den präsentierten medizinischen Eckdaten auch bei einem Status nach dem bezeichneten Halswirbelsäuleneingriff keine m assgebliche Minderung der Arbeitsfä- higkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit au sgewiesen. Nachvollziehbar sei eine ab dem Operationszeitpunkt bestehende Arbeitsunfähigkeit au s therapeutischen Gründen mit schrittweiser Steigerung der Arbeitsfähigkeit in einer entsprechend angepassten Tätigkeit. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefoch tenen Verfügung vom 22. Sep- tember 2017 bei der Beurteilung des medizinischen Sach verhalts und der zumutbaren Arbeits- fähigkeit auf die kreisärztliche Beurteilung vom 10. Mä rz 2016 und die Beurteilung des RAD vom 27. Februar 2017. Sie ging demzufolge davon aus, d ass dem Beschwerdeführer im Zeit- punkt des Rentenbeginns die Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit ohne repetitiven Ein- Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht satz beider Schultern und mit Schonprofil des linken Ha ndgelenks im Umfang von 100% zu- mutbar sei. Auf der Grundlage der RAD-Beurteilung ha t sie sodann erwogen, dass bezüglich der Schmerzproblematik im Bereich der Wirbelsäule keine über das kreisärztlich ermittelte Zu- mutbarkeitsprofil hinausgehende Einschränkung zu berücksich tigen sei. Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, dass seinen Beschwe rden nur mit einer zu mindestens 70% eingeschränkten Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen werden könne. 7.2 Neben den Beschwerden an den Schultern und am lin ken Handgelenk sind im Zeit- punkt des Verfügungserlasses auch seit drei Jahren durch d egenerative Veränderungen an der HWS bedingte Beschwerden dokumentiert. Während die Be urteilung der Arbeitsfähigkeit der involvierten Fachärzte hinsichtlich der Schulter- und Handb eschwerden weitgehend überein- stimmt, lassen sich indessen weder den Berichten von Dr. G.____ noch den Berichten von Dr. D.____ Ausführungen bezüglich der Auswirkungen der HWS-Beschwerden auf die Arbeits- fähigkeit entnehmen. Auch die Beurteilung des RAD-Arztes Dr. J.____ vermag bezüglich dieser Frage keine rechtsgenügliche Beurteilungsgrundlage zu bilden. Er begnügt sich diesbezüglich – ohne den Beschwerdeführer persönlich untersucht zu haben – lediglich mit der Aussage, wo- nach angesichts der komplexen Schmerzproblematik durch die Beschwerden im Bereich des Achsenorgans keine weitergehende Einschränkung gerechtfe rtigt werden kann. Dies gilt umso mehr für die zuhanden des Unfallversicherers erstellte Kr eisarztbeurteilung, welche sich ihrer Natur nach ausschliesslich auf die unfallkausalen Gesundhei tsbeeinträchtigungen – vorliegend insbesondere auf die Schulterbeschwerden – des Versichert en beschränkt und nicht sämtliche, namentlich krankheitsbedingte, gesundheitliche Beeinträ chtigungen berücksichtigt. Unter die- sen Umständen wäre die Beschwerdegegnerin aber gehalten gewesen, die Arbeitsfähigkeit des Versicherten hinsichtlich der HWS-Beschwerden eingehender abklären zu lassen. 7.3 Weitere Abklärungen wären umso mehr angezeigt gewe sen, als Dr. G.____ dem Be- schwerdeführer in Abweichung zur RAD-Beurteilung vom 2 7. Februar 2017 für angepasste Tä- tigkeiten lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 25% attest iert. Dabei verweist er hinsichtlich der Schulterbeschwerden bzw. der daraus resultierenden Einsc hränkungen auf das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil. Hinzu kommt, dass Dr. D.____ im Rahmen des im vorliegenden Beschwer- deverfahren ins Recht gelegten Bericht vom 30. März 2018 – welcher entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin keinen nach Erlass der angefoch tenen Verfügung eingetretenen Sachverhalt betrifft – nach erfolgter zervikaler Diskekt omie die präoperative Arbeitsfähigkeit von 25%, wie sie durch Dr. G.____ attestiert worden ist, bestätigt. Mangels schlüssiger Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten können diese Angaben der behandelnden Dres. G.____ und D.____ vorliegend zwar nicht als alleinige Beurteilun gsgrundlage dienen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.5). Angesichts der deutlich divergierenden Einschätzu ngen hinsichtlich der Restarbeitsfä- higkeit vermögen sie den Beweiswert der versicherungsmedizi nischen Beurteilungsgrundlagen dennoch weiter zu schmälern. Die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind damit nicht ausreichend beweiskräftig. 8.1 Nach dem Gesagten erweist sich die medizinische Akten lage als unvollständig und lässt eine zuverlässige Beurteilung darüber, welche Verw eistätigkeiten dem Beschwerdeführer Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht in welchem Umfang aufgrund seiner gesundheitlichen Bee inträchtigungen noch zugemutet werden können, nicht zu. 8.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das anger ufene kantonale Versiche- rungsgericht im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn es einen im Verwal- tungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürf- tig hält oder wenn eine Administrativexpertise in ein em rechtserheblichen Punkt nicht beweis- kräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist zulässig , wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage beg ründet liegt oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterl ichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 139 V 100 E. 1.1; 137 V 263 ff. E. 4.4.1 f f). Da die Beschwerdegegnerin nicht alle notwendigen Abklärungen zur Beurteilung der Arbeitsf ähigkeit vorgenommen hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im Verwaltu ngsverfahren versäumte medizinische Ab- klärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die Vo rinstanz auch unter Berücksichti- gung der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts e ntgegen. Demzufolge ist die An- gelegenheit in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 22. September 2017 zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird die Frage, wie es sich hin- sichtlich der Arbeitsfähigkeit bezüglich der HWS-Beschwerde n bis zum Verfügungserlass als auch für die Zeit nach der erfolgten Operation verhä lt, im Rahmen einer amtlichen Erkundigung bei Dr. D.____ abklären zu lassen haben. Danach wird si e den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit des Versicherten gesamtmedizinisch neu zu beurteilen haben. Gestützt auf die Ergebnisse der Aktenergänzung wird die Beschwerdegegner in über die Ansprüche des Be- schwerdeführers schliesslich neu zu befinden haben. In die sem Sinne ist die Beschwerde gut- zuheissen. 9. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund- sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kanto nsgericht eine bei ihm angefoch- tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä- gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV -Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un- terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der R egel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Z usammenhang ist allerdings zu be- achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen – vorbehältlich des hier nicht inte- ressierenden § 20 Abs. 4 VPO – keine Verfahrenskosten au ferlegt werden. Dies hat zur Folge, dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 9.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende besch werdeführende Person Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsie gende Partei ist demnach eine Par- teientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. D er in der Honorarnote vom 19. Juni 2018 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeitaufwand von 7 Stunden und 30 Minu- ten erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachver halts- und Rechtsfragen als ange- messen. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsp rozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stund enansatz von Fr. 250.-- zu entschä- digen (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinn en und Anwälte vom 17. November 2003). Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen im Umfang von Fr. 23.20. Dem Beschwerdeführer ist demnach eine Par teientschädigung in der Höhe von Fr. 1‘848.20 (7 Stunden und 30 Minuten à Fr. 250.-- Auslagen von Fr. 23.20 ohne Mehrwert- steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 10. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesger icht (BGG) vom 17. Juni 2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angel egenheiten an das Bundesgericht zuläs- sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Sel bstständig eröffnete Zwischenent- scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über d ie Zuständigkeit und über Aus- standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen- heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzum achenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent- scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu- figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück- weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage ( z.B. eine von mehreren materiellrechtli- chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich som it um einen Zwischenentscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerd e in öffentlich-rechtlichen Angele- genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun- gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bunde sgericht. Die nachstehende Rechts- mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen , als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 22. Septe mber 2017 aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-L andschaft zu- rückgewiesen wird. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdefü hrer eine Partei- entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘848.20 (inkl. Auslagen) zu bezah- len.