<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2002.00323</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=107161&amp;W10_KEY=4467144&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2002.00323</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 09.04.2003</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">2. Abteilung/2. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 07.04.2004 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">AuslÃ¤nderrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Aufenthaltsbewilligung</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit nach Art. 5 Anhang I FZA<br/><br/>Der beschwerdeführende EU-Staatsangehörige ist mit einer spanisch-schweizerischen Doppelbürgerin verheiratet und Vater einer Schweizer Tochter. Als bisheriger Aufenthaltsberechtigter steht ihm nach In-Kraft-Treten des FZA ein Anwesenheitsanspruch nach Art. 10 Abs. 5 und Art. 3 Abs. 2 Anhang I FZA zu (E. 1). Die Kriterien nach Art. 5 Anhang I FZA sind anhand einer Interessensabwägung zu prüfen (E. 2a-c). Aus der wiederholten Straffälligkeit wegen diverser Delikte, wofür der Bf mit vier Jahren Zuchthaus bestraft wurde, und der früheren Strafe von 14 Monaten Gefängnis wird eine vorhandene, grosse kriminelle Energie deutlich, und ist aufgrund erneuter polizeilicher Untersuchungen das persönliche Verhalten des Bf als eine Gefährdung der öffenlichen Ordnung zu werten. Art. 8 EMRK oder ANAG führen zu keiner milderen Lösung für den Bf. Abweisung und Minderheitsmeinung.</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: AuslÃ¤nderrecht ST: AUFENTHALTSBEWILLIGUNG">AUFENTHALTSBEWILLIGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: BOUCHEREAU">BOUCHEREAU</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: CALFA">CALFA</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EUGH-ENTSCHEIDE">EUGH-ENTSCHEIDE</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EWG-RICHTLINIEN">EWG-RICHTLINIEN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEGENWÃRTIGE GEFÃHRDUNG">GEGENWÃRTIGE GEFÃHRDUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GRUNDINTERESSE GESELLSCHAFT">GRUNDINTERESSE GESELLSCHAFT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INTERESSENSPRÃFUNG">INTERESSENSPRÃFUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ÃFFENTLICHE ORDNUNG">ÃFFENTLICHE ORDNUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: PERSÃNLICHES VERHALTEN">PERSÃNLICHES VERHALTEN</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG">VERHÃLTNISMÃSSIGKEITSPRÃFUNG</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 1 lit. a ANAG</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 lit. Ia ANAG</span><br/><span class="gerade">Art. 8 EMRK</span><br/><span class="ungerade">Art. 10 Abs. V FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 3 lit. II Anhang I FZA</span><br/><span class="ungerade">Art. 5 lit. I Anhang I FZA</span><br/><span class="gerade">Art. 5 lit. II Anhang I FZA</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2003 Nr. 30 S. 83</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 1 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Einzug1"><span>I. Der w-ische StaatsangehÃ¶rige A, ist in der Schweiz aufgewachsen und seit 1988 mit der ebenfalls in der Schweiz aufgewachsenen x-ischen StaatsangehÃ¶rigen C, verheiratet. Beide Ehegatten besassen die Niederlassungsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich. Mit Urteil des Obergerichts des Kantons ZÃ¼rich vom 19. Dezember 1988 wurde A wegen gewerbsmÃ¤ssigen Erpressungsversuchs zu 14 Monaten GefÃ¤ngnis bedingt unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren und einer Busse von Fr. 500.- verurteilt. In der Folge wurde er von der Fremdenpolizei des Kantons ZÃ¼rich (heute Migrationsamt) verwarnt. Im Jahr 1991 kam die gemeinsame Tochter E zur Welt. Im selben Jahr verliessen beide Ehegatten die Schweiz nach X. FÃ¼r A liegt fÃ¼r das Jahr 1994 eine Neuanmeldung in der Schweiz und eine bald darauf folgende Abmeldung nach W vor.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im August 1995 reiste A erneut in die Schweiz ein und erhielt aus humanitÃ¤ren GrÃ¼nden eine befristete Aufenthaltsbewilligung fÃ¼r den Kanton ZÃ¼rich, zuletzt gÃ¼ltig bis August 1999. Im Januar 1997 reiste die Ehefrau und im August 1999 die Tochter zu A in den Kanton ZÃ¼rich; beide erhieltenâ nach anfÃ¤nglicher Verweigerung â Aufenthaltsbewilligungen zum Verbleib beim Ehemann bzw. der Mutter.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Wieder in der Schweiz wohnhaft, gab das Verhalten von A erneut zu Klagen Anlass. Mit Urteil des Bezirksgerichts ZÃ¼rich vom 23. Mai 2000 wurde er wegen Raub, Brandstiftung, Widerhandlung gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz vom 3. Oktober 1951, mehrfacher UrkundenfÃ¤lschung, mehrfachen Betrugs, mehrfacher Veruntreuung, mehrfacher Hehlerei, Hausfriedensbruch, mehrfachen Inumlaufsetzen falschen Geldes, EinfÃ¼hren, Erwerben und Lagern falschen Geldes, Widerhandlung gegen das Bundesgesetz Ã¼ber Aufenthalt und Niederlassung der AuslÃ¤nder vom 26. MÃ¤rz 1931 (ANAG) sowie Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz vom 19. Dezember 1958 mit vier Jahren Zuchthaus und einer Busse von Fr. 200.- bestraft. Daraufhin verweigerte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit mit VerfÃ¼gung vom 23. MÃ¤rz 2001 die VerlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A und hielt fest, dass er nach Entlassung aus dem Strafvollzug das Kantonsgebiet unverzÃ¼glich zu verlassen habe und auch die Aufenthaltsbewilligungen von Ehefrau und Tochter nicht verlÃ¤ngert wÃ¼rden. Dagegen erhoben A und C am 23. April 2001 Rekurs. Nachdem am 6. Juli 2001 die EinbÃ¼rgerungen der Ehefrau C und der Tochter E rechtskrÃ¤ftig geworden waren, hob die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit am 20. August 2001 die VerfÃ¼gung vom 23. MÃ¤rz 2001 wiedererwÃ¤gungsweise auf.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Im September bzw. Oktober 2001 wurde A und C das rechtliche GehÃ¶r zu allfÃ¤lligen Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen gewÃ¤hrt. Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit hielt mit VerfÃ¼gung vom 1. November 2001 fest, die Aufenthaltsbewilligung von A werde nicht verlÃ¤ngert und dieser habe nach Entlassung aus dem Strafvollzug das Kantonsgebiet zu verlassen. Am 7. April 2002 wurde A bedingt aus dem Strafvollzug entlassen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>II. Gegen die VerfÃ¼gung der Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit erhob A Rekurs, der mit Beschluss vom 24. Juli 2002 vom Regierungsrat abgewiesen wurde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>III. Mit Eingabe vom 19. September 2002 erhob A Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, es sei ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlÃ¤ngern, die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen und es sei ihm eine ProzessentschÃ¤digung zuzusprechen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, schloss die Staatskanzlei namens des Regierungsrats auf Abweisung der Beschwerde.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Am 11. Februar 2003 reichte die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit einen Nachtrag zum Rapport der Kantonspolizei ZÃ¼rich vom 1. November 2002 sowie die Bewilligung des Stellenantritts von A als ..... ein. Nach diesen Akten wurde dieser am 24. September 2002 festgenommen, blieb bis Ende Oktober 2002 in Haft und wurde beschuldigt, zusammen mit mehreren Mitangeschuldigten einen als gestohlen gemeldeten "BMW M3" ins Ausland verschieben zu wollen. Seit Anfang Dezember 2002 wird A von einem Personalvermittlungsunternehmen als ..... beschÃ¤ftigt. Zu diesen beiden nachgereichten Unterlagen wurde den Parteien das rechtliche GehÃ¶r gewÃ¤hrt. WÃ¤hrend sich die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit nicht vernehmen liess, wies A auf die Unschuldsvermutung im noch hÃ¤ngigen Verfahren hin.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Direktion fÃ¼r Soziales und Sicherheit reichte am 11. MÃ¤rz 2003 einen weiteren Rapport der Kantonspolizei ZÃ¼rich vom 7. Februar 2003 zu den Akten, wonach A beschuldigt wird, als Vermittler bzw. VerkÃ¤ufer eines gestohlenen Personenwagens "Mercedes A 160" aufgetreten zu sein.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>1. Der BeschwerdefÃ¼hrer ist StaatsangehÃ¶riger eines Mitglieds der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft (EU-StaatsangehÃ¶riger), mit einer x-isch-schweizerischen DoppelbÃ¼rgerin verheiratet, Vater der gemeinsamen minderjÃ¤hrigen Tochter schweizerischer StaatsangehÃ¶rigkeit und beabsichtigt, weiterhin mit seiner Ehefrau und der Tochter im Kanton ZÃ¼rich zusammen zu leben. Als EU-StaatsangehÃ¶riger, welcher sich bis zur streitigen VerfÃ¼gung der Beschwerdegegnerin rechtmÃ¤ssig in der Schweiz aufgehalten hat, steht ihm ein weiteres Aufenthaltsrecht gemÃ¤ss Art. 10 Abs. 5 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft sowie ihren Mitgliedstaaten anderseits Ã¼ber die FreizÃ¼gigkeit vom 21. Juni 1999 (PersonenfreizÃ¼gigkeitsabkommen, FZA, SR 01.142.112.681) zu. Ob er sich zusÃ¤tzlich auf den Rechtsanspruch von Art. 3 Abs. 1 Anhang I FZA berufen kann, welcher FamilienangehÃ¶rigen eines EU-StaatsangehÃ¶rigen ein Aufenthaltsrecht in einem Vertragsstaat einrÃ¤umt, muss nicht geprÃ¼ft werden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Nach Art. 1 lit. a ANAG, in der Fassung vom 14. Dezember 2001 und in Kraft seit 1. Juni 2002, ist dieses Gesetz fÃ¼r EU-StaatsangehÃ¶rige und ihre FamilienangehÃ¶rigen nur noch anwendbar, soweit das FZA keine abweichende Bestimmung enthÃ¤lt oder das ANAG eine vorteilhaftere Rechtsstellung vorsieht. Wird bei Vorliegen eines Anspruchs die Bewilligung verweigert, ist dagegen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulÃ¤ssig (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom 16. Dezember 1943), was wiederum die Beschwerde an das kantonale Verwaltungsgericht erÃ¶ffnet (§ 43 Abs. 1 lit. h in Verbindung mit Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959, VRG). Das Gericht hat somit auf die Beschwerde einzutreten. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>2. a) Nach Art. 1 lit. a ANAG gilt dieses Gesetz gegenÃ¼ber dem FZA nur noch subsidiÃ¤r. In erster Linie kann der BeschwerdefÃ¼hrer seinen Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz grundsÃ¤tzlich aus Art. 10 Abs. 5 FZA ableiten, da er im Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens des FZA zum Aufenthalt und zur AusÃ¼bung einer ErwerbstÃ¤tigkeit in der Schweiz berechtigt war, was ihm das Recht gibt, sich weiter hier aufzuhalten. FÃ¤llt der BeschwerdefÃ¼hrer somit in den Anwendungsbereich des FZA, ist vorab zu prÃ¼fen, ob sein Begehren auf dieser Grundlage gutzuheissen ist. Eine ÃberprÃ¼fung, ob ihm nach dem nationalen Recht eine gÃ¼nstigere Behandlung zuteil wÃ¼rde, braucht nur vorgenommen zu werden, wenn das Ergebnis negativ ausfallen sollte.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Nach Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA dÃ¼rfen die nach dem Abkommen bestehenden Rechte aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit eingeschrÃ¤nkt werden. Die im FZA gewÃ¤hrten RechtsansprÃ¼che unterstehen ausdrÃ¼cklich dem Vorbehalt der Massnahmen zum Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit. GemÃ¤ss Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA ist bei der Auslegung von dessen Abs. 1 auf die Richtlinien (RL) 64/221/EWG, 72/194/EWG und 75/35/EWG Bezug zu nehmen. Die erwÃ¤hnten Richtlinien der Organe der EuropÃ¤ischen Gemeinschaft bzw. der frÃ¼heren EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sind damit fÃ¼r die rechtsanwendenden Instanzen in der Schweiz als verbindlich erklÃ¤rt worden.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>aa) Die RL 64/221 des Rats zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind vom 25. Februar 1964 (vgl. www.europa.eu.int) bezweckt eine Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften, die fÃ¼r auslÃ¤ndische Personen eine Sonderregelung vorsehen und aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt ist. GemÃ¤ss Art. 1 Abs. 2 RL 64/221 gelten deren Bestimmungen "auch fÃ¼r den Ehegatten und die Familienmitglieder, welche die Bedingungen der auf Grund des Vertrages auf diesem Gebiet erlassenen Verordnungen und Richtlinien erfÃ¼llen." Die vorgesehenen Sonderregelungen dÃ¼rfen nicht fÃ¼r wirtschaftliche Zwecke geltend gemacht werden (Art. 2 Abs. 2 RL 64/221). "Bei Massnahmen der Ã¶ffentlichen Ordnung oder Sicherheit darf ausschliesslich das persÃ¶nliche Verhalten der in Betracht kommenden Einzelpersonen ausschlaggebend sein. Strafrechtliche Verurteilungen allein kÃ¶nnen ohne weiteres diese Massnahmen nicht begrÃ¼nden" (Art. 3 Abs. 1 und 2 RL 64/221).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) In der RL 72/194 des Rats Ã¼ber die Erweiterung des Geltungsbereichs der Richtlinie vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind, auf die Arbeitnehmer, die vom Recht, nach Beendigung einer BeschÃ¤ftigung im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben zu kÃ¶nnen, Gebrauch machen vom 18. Mai 1972 werden die Regeln von RL 64/221 auf AngehÃ¶rige von Mitgliedstaaten und deren FamilienangehÃ¶rige ausgedehnt, welche vom Verbleiberecht, welches ihnen das Vertragswerk der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft nach Beendigung der ErwerbstÃ¤tigkeit in einem Vertragsstaat gewÃ¤hrt, Gebrauch machen. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die RL 75/35 des Rats zur Erweiterung des Geltungsbereichs der RL 64/221 zur Koordinierung der Sondervorschriften fÃ¼r die Einreise und den Aufenthalt von AuslÃ¤ndern, soweit sie aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind, auf die StaatsangehÃ¶rigen eines Mitgliedstaats, die vom Recht, nach Beendigung einer selbststÃ¤ndigen TÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats zu verbleiben, Gebrauch machen vom 17. Dezember 1974 dehnte die GrundsÃ¤tze der RL 64/221 auf SelbststÃ¤ndigerwerbende aus, welche nach Beendigung ihrer BerufstÃ¤tigkeit im Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats verbleiben wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) Die in RL 64/221 dargelegten GrundsÃ¤tze fÃ¼r Sonderregelungen auf Grund der Ã¶ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit sind durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der EuropÃ¤ischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute: EG und EuGH) prÃ¤zisiert bzw. ausgelegt worden. Im Entscheid des EuGH vom 27. Oktober 1977, Bouchereau, 30/77 (vgl. www.europa.eu.int), ersuchte das britische Gericht den EuGH unter anderem um ErlÃ¤uterung des Art. 3 Abs. 2 RL 64/221, wonach "strafrechtliche Verurteilungen allein ohne weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die Art. 48 des Vertrages aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤sst, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen" sowie um eine Auslegung des Begriffs der "Ã¶ffentlichen Ordnung", wenn dieser als BegrÃ¼ndung fÃ¼r eine BeschrÃ¤nkung des FreizÃ¼gigkeitsrechts dient. Der EuGH hat die Anfrage wie folgt beantwortet:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Der Richtliniensatz, wonach strafrechtliche Verurteilungen allein ohne Weiteres BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit, die aus GrÃ¼nden der Ã¶ffentlichen Ordnung und Sicherheit zulÃ¤ssig sind, nicht begrÃ¼nden kÃ¶nnen, bedeute, dass eine frÃ¼here strafrechtliche Verurteilung "nur insoweit berÃ¼cksichtigt werden [dÃ¼rfe], als die ihr zugrunde liegenden UmstÃ¤nde ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen [liessen], das eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung darstell[e]" (EuGH, Bouchereau, Rz. 28).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>- Zur Verdeutlichung des Begriffs der Ã¶ffentlichen Ordnung wird schliesslich ausgefÃ¼hrt: "Die Berufung einer nationalen BehÃ¶rde auf den Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung setzt, wenn er gewisse BeschrÃ¤nkungen der FreizÃ¼gigkeit von dem Gemeinschaftsrecht unterliegenden Personen rechtfertigen soll, jedenfalls voraus, dass ausser der StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung, die jede Gesetzesverletzung darstellt, eine tatsÃ¤chliche und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung vorliegt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt" (EuGH, Bouchereau, Rz. 35).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>In den ErwÃ¤gungen des EuGH finden sich zudem ErlÃ¤uterungen, wonach die einschrÃ¤nkenden Massnahmen den nationalen BehÃ¶rden eine spezifische PrÃ¼fung unter dem Blickwinkel der dem Schutz der Ã¶ffentlichen Ordnung innewohnenden Interessen abverlange, welche nicht notwendigerweise mit den Beurteilungen Ã¼bereinstimmen mÃ¼sse, auf denen die strafrechtliche Verurteilung beruhe. Sodann sei der Begriff der Ã¶ffentlichen Ordnung eng zu verstehen, namentlich, wenn er eine Ausnahme vom wesentlichen Grundsatz der FreizÃ¼gigkeit rechtfertige. Allerdings sei den staatlichen BehÃ¶rden ein gewisser Beurteilungsspielraum einzugestehen (vgl. EuGH, Bouchereau, Rz. 27 f. und 33 f.). </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Dem Entscheid des EuGH vom 19. Januar 1999, Calfa, C-348/96 (vgl. www.europa.eu.int), lag ein Gesuch eines griechischen Gerichts, ebenfalls zur Vorabentscheidung, zu Grunde. Eine w-ische Touristin in Griechenland war fÃ¼r schuldig befunden worden, Straftaten im Zusammenhang mit der Beschaffung und dem Besitz von ausschliesslich zum Eigengebrauch bestimmten BetÃ¤ubungsmitteln begangen zu haben. Nach den einschlÃ¤gigen nationalen Strafbestimmungen stand eine lebenslÃ¤ngliche Ausweisung der w-ischen StaatsangehÃ¶rigen aus Griechenland zur PrÃ¼fung an. Der EuGH befand, der Verstoss gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz allein rechtfertige eine Ausweisung nicht, solange die EU-StaatsangehÃ¶rige nicht zusÃ¤tzlich auf Grund ihres persÃ¶nlichen Verhaltens "eine tatsÃ¤chlich und hinreichend schwere GefÃ¤hrdung darstell[e], die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hr[e]". Die Ausweisung allein auf Grund einer strafrechtlichen Verurteilung werde im vorliegenden Fall "automatisch verfÃ¼gt, ohne dass das persÃ¶nliche Verhalten des TÃ¤ters oder die von ihm ausgehende GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung berÃ¼cksichtigt [werde]"; entsprechend seien die in RL 64/221 vorgesehenen Voraussetzungen fÃ¼r die Anwendung der Ausnahme der Ã¶ffentlichen Ordnung, wie sie der Gerichtshof ausgelegt habe, nicht erfÃ¼llt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Aus dem in den ErwÃ¤gungen 2a und b Vorgebrachten folgt die Notwendigkeit einer Interessens- und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung, wie sie jeweils gestÃ¼tzt auf Art. 8 der EuropÃ¤ischen Menschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK) vorzunehmen ist (vgl. Ziff. 10.1.1 der Weisungen und ErlÃ¤uterungen des Bundesamts fÃ¼r AuslÃ¤nderfragen Ã¼ber die schrittweise EinfÃ¼hrung des freien Personenverkehrs; Weisungen VEP).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>3. a) Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde 1988, nach einem Aufenthalt in der Schweiz von mindestens 14 Jahren, erstmals straffÃ¤llig und wegen gewerbsmÃ¤ssigen Erpressungsversuchs zu 14 Monaten GefÃ¤ngnis bedingt verurteilt und von der Fremdenpolizei verwarnt. Bei der Ausreise im Jahr 1991 erlosch seine Niederlassungsbewilligung, doch erhielt er bei der Wiedereinreise 1995 aus humanitÃ¤ren GrÃ¼nden eine Aufenthaltsbewilligung. Er befand sich seit lediglich rund einem Jahr wieder in der Schweiz, als er 1996 erneut straffÃ¤llig und vier Jahre spÃ¤ter dafÃ¼r verurteilt wurde. Die von ihm in den Jahren 1996 bis 1999 begangenen Straftaten wiegen schwer und wurden mit Urteil vom 23. Mai 2000 mit vier Jahren Zuchthaus bestraft. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde dabei fÃ¼r schuldig befunden, zusammen mit mehreren Landsleuten einen Raub begangen, in einem GipsergeschÃ¤ft einen Brand gelegt und mehrfach beachtliche Mengen Kokain verkauft zu haben. Ferner setzte er mehrere Millionen gefÃ¤lschte Lire-Banknoten in Umlauf und beging mehrfach UrkundenfÃ¤lschung, Betrug und Veruntreuung im Zusammenhang mit AutoleasingvertrÃ¤gen und dem Verschieben der Fahrzeuge ins Ausland. Das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers hinsichtlich Hausfriedensbruch und Raub wurde im Strafurteil als erheblich bezeichnet, da er beim Eindringen in die Wohnung eines Ã¤lteren Ehepaars unter Waffendrohung eine FÃ¼hrungsrolle Ã¼bernommen habe. Ohne in einer Notlage zu sein, habe er aus rein finanziellen Interessen gehandelt. Auch hinsichtlich der Brandstiftung wurde sein Verschulden als schwer bezeichnet; er habe bereits fÃ¼r eine bescheidene Geldsumme ein gemeingefÃ¤hrliches Delikt verÃ¼bt. BezÃ¼glich der Widerhandlungen gegen das BetÃ¤ubungsmittelgesetz sowie der strafbaren Handlungen gegen das VermÃ¶gen und der UrkundenfÃ¤lschungen wurde sein Ver-schulden ebenfalls als erheblich bezeichnet. Der BeschwerdefÃ¼hrer entwickelte Ã¼ber meh- rere Jahre eine betrÃ¤chtliche kriminelle Energie und liess sich auch von den laufenden Strafuntersuchungen ab 1996 nicht von weiterer deliktischer TÃ¤tigkeit abhalten. Ihm wird eine grosse Dreistigkeit und Unverfrorenheit bei der AusÃ¼bung seiner Handlungen zur Last gelegt sowie ein Handeln aus persÃ¶nlicher Geltungssucht und finanziellen Motiven, obschon er sich nie in einer finanziellen Notlage befunden habe. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Die Delikte des BeschwerdefÃ¼hrers, ausgehend vom VermÃ¶gensdelikt im Jahr 1988 zur Vielzahl der Delikte und der wiederholten StraffÃ¤lligkeit Ã¼ber die Jahre 1996 bis 1999, die allesamt finanziell motiviert waren, lassen eine Steigerung seiner kriminellen Energie erkennen. Darin lÃ¤sst sich ein persÃ¶nliches Verhalten erkennen, das die weiterhin bestehende Bereitschaft zu kriminellem Handeln zum eigenen Nutzen und daher eine GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung der Schweiz ausdrÃ¼ckt. An der Fernhaltung des BeschwerdefÃ¼hrers besteht daher â gestÃ¼tzt auf die AusfÃ¼hrungen im erwÃ¤hnten EuGH-Entscheid, Bouchereau, Rz. 28 â ein gewichtiges Ã¶ffentliches Interesse, da die wiederholte StraffÃ¤lligkeit des BeschwerdefÃ¼hrers und seine hohe Bereitschaft dazu den Grundinteressen der Gesellschaft klar zuwider laufen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) aa) Der BeschwerdefÃ¼hrer ist in der Schweiz aufgewachsen und besuchte hier die Schulen. GemÃ¤ss seinen widersprÃ¼chlich aktenkundigen Aussagen lebte er entweder bis zu seinem siebten Altersjahr bei der Grossmutter in W und kam dann in die Schweiz oder aber er besuchte die Grossmutter jeweils nur wÃ¤hrend der Ferien. Im Jahr 1991 reisten er und seine x-ische Ehefrau nach X, wo die gemeinsame Tochter geboren wurde. Aus den fremdenpolizeilichen Akten geht hervor, dass ihm 1994 eine Aufenthaltsbewilligung verweigert wurde und nach seiner erneuten Anmeldung in der Schweiz wenige Monate spÃ¤ter wieder die Abmeldung nach W erfolgte. DemgegenÃ¼ber hat der BeschwerdefÃ¼hrer in der persÃ¶nlichen Befragung ausgesagt, seit 1994 wieder in der Schweiz zu sein. GemÃ¤ss seinen Angaben habe er auch keinen Bezug zu W und keinen Kontakt mehr zu den Verwandten, insbesondere den Schwestern seines Vaters, im Heimatland. Nachdem der BeschwerdefÃ¼hrer in X eine Diskothek besessen hatte, Ã¼bte er nach erneuter Einreise in die Schweiz im Jahr 1995 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1999 diverse Gelegenheitsjobs aus und fÃ¼hrte einen Massagesalon mit illegal tÃ¤tigen Prostituierten in ZÃ¼rich. In wirtschaftlicher Hinsicht hat er somit seit seiner RÃ¼ckkehr in legaler Art und Weise keinesfalls Fuss gefasst, so dass diesbezÃ¼glich nicht von seiner Integration ausgegangen werden kann. Unbestrittenermassen leben seine Eltern und eine Schwester in ZÃ¼rich; eine Schwester lebt mit ihrer Familie in X. Zu den in der Schweiz lebenden FamilienangehÃ¶rigen pflegt der BeschwerdefÃ¼hrer allerdings keine engen Beziehungen, wie er selbst im Rahmen der GewÃ¤hrung des rechtlichen GehÃ¶rs ausgesagt hat. Zu diesen Verwandten besteht denn auch weder ein UnterstÃ¼tzungsverhÃ¤ltnis, noch haben diese ihn wÃ¤hrend des Strafvollzugs regelmÃ¤ssig besucht. Die engsten familiÃ¤ren Beziehungen unterhÃ¤lt er zu seiner Ehefrau und der Tochter. Der BeschwerdefÃ¼hrer bezeichnet seinen Bekannten- und Freundeskreis als ausnahmslos aus Schweizern bestehend. Die diversen Einvernahmeprotokolle zu den Strafuntersuchungen in den Jahren 1996 bis 1999 sowie jenes vom November 2002 zeigen jedoch den grossen Bekanntenkreis, der mehrheitlich aus LandsmÃ¤nnern und Personen anderer auslÃ¤ndischer StaatsangehÃ¶rigkeit besteht. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer in W aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der Polizei Racheakten von Mitangeklagten ausgesetzt wÃ¤re, ist nicht erwiesen. Kaum aus dem Strafvollzug entlassen, wurde der BeschwerdefÃ¼hrer am 24. September 2002 festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt. Wie er selbst gegenÃ¼ber der Polizei einrÃ¤umte, war er bezÃ¼glich eines als gestohlen gemeldeten "BMW M3" als Vermittler fÃ¼r dessen Verschiebung ins Ausland tÃ¤tig und hat dafÃ¼r auch Geld erhalten. Aus dem Polizeiprotokoll wird â unabhÃ¤ngig von einer strafrechtlichen WÃ¼rdigung, hinsichtlich welcher die Unschuldsvermutung gilt â zumindest das Beziehungsnetz des BeschwerdefÃ¼hrers deutlich, welches der BeschwerdefÃ¼hrer zu seinen Landsleuten keineswegs abgebrochen hat, sondern weiterhin pflegt. Auch die vom ihm behauptete Gefahr von Racheakten scheint ihn nicht davon abzuhalten, offensichtlich noch immer beste Beziehungen nach W und insbesondere Kontakte zum "gefÃ¤hrlichen Umfeld" von Landsleuten zu pflegen. Dazu im Widerspruch steht die eigene Aussage des BeschwerdefÃ¼hrers im Rahmen der Befragung zu den fremdenpolizeilichen Massnahmen, wonach er aufgrund fehlender Bezugspersonen und wirtschaftlicher Beziehungen nicht nach W auszureisen bereit sei, in der Schweiz hingegen gute Zukunftsaussichten zu haben glaubt, da ihm diverse Arbeitsstellen in Aussicht stÃ¼nden. Da er sich offensichtlich mÃ¼helos in den verschiedensten Berufen zurechtzufinden vermag, wird ihm dies auch den Einstieg in den Arbeitsmarkt in W oder X deutlich erleichtern. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>bb) Die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers ist in der Schweiz aufgewachsen und seit Mitte 2001 Schweizer BÃ¼rgerin. Sie hat festgehalten, die Schweiz auf keinen Fall verlassen zu wollen. Zu berÃ¼cksichtigen ist dennoch, dass die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers von der Geburt der Tochter im Jahr 1991 bis 1997 und die Tochter sogar bis zu deren Einschulung 1999 in X lebte. Dort standen sie in direktem Kontakt zu den Eltern und dem Bruder der Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers. Zu diesen Verwandten unterhielten beide Ehegatten, insbesondere natÃ¼rlich die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers, auch nach der RÃ¼ckkehr in die Schweiz, eine gute Beziehung. Soweit es die finanzielle Situation zuliess, fanden in den Ferien jeweils fÃ¼r mehrere Wochen Besuche in X statt. Die sprachgewandte, als kaufmÃ¤nnische Angestellte arbeitende Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers spricht neben Deutsch und X-isch auch W-isch und Englisch und kam fÃ¼r den Familienunterhalt auf, wÃ¤hrend der BeschwerdefÃ¼hrer im Strafvollzug weilte. Als x-isch-schweizerische DoppelbÃ¼rgerin wÃ¤re es fÃ¼r sie zwar mit einer gewissen HÃ¤rte verbunden, dem BeschwerdefÃ¼hrer ins Ausland folgen zu mÃ¼ssen, doch ist ihr dies aufgrund der Sprachkenntnisse und der geringen kulturellen oder religiÃ¶sen Unterschiede zwischen X und W zumutbar. Die Tochter des BeschwerdefÃ¼hrers ist in X geboren und aufgewachsen und verbrachte bisher mehr als die HÃ¤lfte ihres Lebens in diesem Land des lateinischen Sprachraums, so dass auch sie aufgrund ihrer Sprachkenntnisse fÃ¼r eine Ausreise nach X oder W bestens gerÃ¼stet wÃ¤re und sich in der Schule wieder problemlos integrieren kÃ¶nnte. Damit ist bei einer RÃ¼ckkehr ins Heimatland des BeschwerdefÃ¼hrers fÃ¼r die Ehefrau sowie fÃ¼r die Tochter nicht von einer unzumutbaren HÃ¤rte auszugehen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>cc) FamiliÃ¤re Beziehungen kÃ¶nnen grundsÃ¤tzlich dazu fÃ¼hren, dass von einer NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung abzusehen ist, auch wenn sich der AuslÃ¤nder strafbar gemacht hat. Die Schwere der hier begangenen Delikte nach der zuvor ausgesprochenen fremdenpolizeilichen Verwarnung lÃ¤sst eine solche RÃ¼cksichtnahme nicht zu. Der BeschwerdefÃ¼hrer wurde mit Urteil vom 23. Mai 2000 fÃ¼r Handlungen in den Jahren 1996 bis 1999 bestraft und am 7. April 2002 unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren und unter Schutzaufsicht bedingt aus dem Strafvollzug entlassen. Im Oktober 2002 sollte der BeschwerdefÃ¼hrer eine kÃ¼nftige Anstellung in einem Restaurant antreten, da er auch wÃ¤hrend des Strafvollzugs im Gastrobereich tÃ¤tig war. Bereits Anfang Dezember 2002 ging bei der ArbeitsmarktbehÃ¶rde dann jedoch ein Stellenantrittsgesuch eines Personalvermittlungsunternehmens ein, wonach der BeschwerdefÃ¼hrer als ..... in einem Drittbetrieb angestellt werden sollte. Laut Protokoll der Kantonspolizei ZÃ¼rich wurde der BeschwerdefÃ¼hrer Ende September 2002 festgenommen und bis Ende Oktober in Untersuchungshaft behalten. Er wurde beschuldigt, zusammen mit mehreren Angeschuldigten einen gestohlen gemeldeten "BMW M3" ins Ausland verschieben zu wollen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>dd) Das korrekte Verhalten des BeschwerdefÃ¼hrers und seine IntegrationsbemÃ¼hungen wÃ¤hrend des Strafvollzugs sind zwar positiv zu wÃ¼rdigen, doch ist dabei auch zu berÃ¼cksichtigen, dass die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug anderen MassstÃ¤ben folgt als die Entscheidung Ã¼ber die fremdenpolizeiliche Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung. Dass der BeschwerdefÃ¼hrer im Strafvollzug zu keinerlei Kritik Anlass gegeben hat, ist auslÃ¤nderrechtlich nicht allein ausschlaggebend; ebenso wenig vermag seine bedingte Entlassung wesentlich ins Gewicht zu fallen, bildet diese im schweizerischen Strafvollzug doch die Regel (vgl. BGE 125 II 105 E. 2c S. 109). Anzumerken ist insbesondere, dass der BeschwerdefÃ¼hrer drei Monate nach seiner bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug und ungeachtet der noch laufenden Probezeit bereits wieder als Vermittler in den Autoschieberkreisen tÃ¤tig geworden ist, wie er anlÃ¤sslich der polizeilichen Befragung selber eingerÃ¤umt hat und woran auch die Unschuldsvermutung wÃ¤hrend des noch laufenden Verfahrens nichts zu Ã¤ndern vermag. Wie aus dem Polizeiprotokoll erhellt, scheint sich der BeschwerdefÃ¼hrer aus seinem einschlÃ¤gig tÃ¤tigen Bekanntenkreis trotz Verurteilung und Bestrafung keineswegs zurÃ¼ckgezogen zu haben und fÃ¼rchtet ihn offenbar auch nicht. Vielmehr hat der BeschwerdefÃ¼hrer durch sein Handeln â wie auch immer dieses rechtlich zu qualifizieren sein mag â seine erste Arbeitsstelle nach dem Strafvollzug sogleich wieder verloren. Aufgrund dieser neuesten VorfÃ¤lle ist es nicht mÃ¶glich, dem BeschwerdefÃ¼hrer eine gÃ¼nstige Prognose zu stellen. Ungeachtet der angedrohten Nachteile oder Strafen scheint er auch nach dem Strafvollzug keine MÃ¶glichkeit auszulassen, insbesondere auf illegale Art und Weise seine finanziellen Interessen zu befriedigen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>c) Unter BerÃ¼cksichtigung der angefÃ¼hrten ErwÃ¤gungen und insbesondere der Tatsache, dass der BeschwerdefÃ¼hrer seine familiÃ¤ren Beziehungen allenfalls im Rahmen von besuchsweisen Aufenthalten weiter wird pflegen kÃ¶nnen, da er nicht ausgewiesen, sondern lediglich seine Bewilligung nicht erneuert wird, ist der Entscheid des Regierungsrats nicht zu beanstanden. Die ÃberprÃ¼fung der relevanten UmstÃ¤nde und des persÃ¶nlichen Verhaltens des BeschwerdefÃ¼hrers hat ergeben, dass vom ihm eine gegenwÃ¤rtige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung ausgeht, welche die Nichterneuerung der Bewilligung rechtfertigt. </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>Da in den vorstehenden ErwÃ¤gungen 3a und b InteressenabwÃ¤gungen vorgenommen wurden, die Kriterien von Art. 8 EMRK und Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG jedoch keine gÃ¼nstigere Behandlung des BeschwerdefÃ¼hrers zulassen, als auf Grund des FZA bereits untersucht wurde, kann deren PrÃ¼fung unterbleiben. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>4. a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten grundsÃ¤tzlich dem BeschwerdefÃ¼hrer aufzuerlegen und steht im keine ParteientschÃ¤digung zu (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 70 und § 17 Abs. 2 VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>b) Privaten kann auf Grund von § 16 Abs. 1 VRG die Bezahlung von Verfahrenskosten erlassen werden, wenn ihnen die nÃ¶tigen Mittel fehlen und ihr Begehren nicht offenbar aussichtslos erscheint. Den BeschwerdefÃ¼hrer trifft dabei eine Mitwirkungspflicht. Bleiben die erforderlichen Angaben und Belege zum Nachweis der Mittellosigkeit aus, so kann ohne Verletzung des rechtlichen GehÃ¶rs auf das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht eingetreten werden (Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 16 N. 29). Der anwaltlich vertretene BeschwerdefÃ¼hrer beschrÃ¤nkte sich auf die Gesuchsstellung und hat sich darÃ¼ber hinaus jeglicher AusfÃ¼hrung zur Mittellosigkeit enthalten. Die sich bei den Akten befindlichen Unterlagen zum Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung im Rekursverfahren datieren aus dem Jahr 2001, als einzig die Ehefrau des BeschwerdefÃ¼hrers erwerbstÃ¤tig war, und widerspiegeln daher die aktuelle Situation nicht mehr; auch wurde auf sie in keiner Art und Weise verwiesen. Daher ist mangels Substanzierung das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung abzuweisen.</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss beschliesst die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>Das Gesuch um unentgeltliche ProzessfÃ¼hrung wird abgewiesen;</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>und entscheidet:</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span>1.<span> </span></span><span>Die Beschwerde wird abgewiesen.</span></p> <p class="Einzug2"><span> ...</span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="Einzug2"><span> </span></p> <p class="MsoNormal">Abweichende Meinung einer Minderheit des Verwaltungsgerichts:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">Eine Minderheit des Gerichts hat gestÃ¼tzt auf § 138 Abs. 4 des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG) folgende Ansicht zu Protokoll gegeben:</p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> <p class="Einzug1">1. Die Minderheit schliesst auf Gutheissung der Beschwerde.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">2. a) Die Gerichtsmehrheit hat die massgeblichen Rechtsgrundlagen zutreffend angefÃ¼hrt. Demnach hat die Beurteilung gemÃ¤ss den Vorschriften des FZA zu erfolgen. Ist eine NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung eines EU-StaatsangehÃ¶rigen, der sich bisher rechtmÃ¤ssig in der Schweiz aufgehalten hat, zu Ã¼berprÃ¼fen, sind, wie zutreffend ausgefÃ¼hrt wird, die Regeln von Art. 5 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA und die entsprechenden EWG-Richtlinien, insbesondere RL 64/221, richtungweisend. Die zu deren Auslegung hilfreichen Entscheide des EuGH (Bouchereau und Calfa) hat die Gerichtsmehrheit ebenfalls zutreffenderweise beigezogen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Eher verwirrend und dazu im Widerspruch stehend ist der Hinweis unter ErwÃ¤gung 2c, wonach sich aus den massgebenden Richtlinien gemÃ¤ss Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA "die Notwendigkeit einer Interessens- und VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeitsprÃ¼fung, wie sie jeweils gestÃ¼tzt auf Art. 8 EMRK vorzunehmen" sei, aufdrÃ¤nge. Nach der einschlÃ¤gigen Praxis des Bundesgerichts geht der Rechtsschutz gemÃ¤ss Art. 8 EMRK in weiten Bereichen des AuslÃ¤nderrechts nicht Ã¼ber denjenigen des ANAG hinaus. So ist es beispielsweise nach ANAG und EMRK zulÃ¤ssig, einer gerichtlichen Verurteilung wesentliches Gewicht beizumessen. Liegt eine Freiheitsstrafe Ã¼ber einer bestimmten Grenze, haben die Gerichte die Argumentation der BehÃ¶rden zugelassen, dass es ausserordentlicher persÃ¶nlicher UmstÃ¤nde bedÃ¼rfte, um das durch das Verschulden vermutete Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung einer auslÃ¤ndischen Person abzuwenden. Zum Teil genÃ¼gte eine fÃ¼r die betroffene Person oder ihre FamilienangehÃ¶rigen unzumutbare HÃ¤rte nicht einmal, um den fremdenpolizeilichen Entscheid als unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig erscheinen zu lassen. ANAG und EMRK bilden somit eine Minimalgarantie. Sie messen dem (frÃ¼heren) strafrechtlichen Verschulden Ã¼berwiegende Bedeutung zu, beziehungsweise lassen den Schluss von einer frÃ¼heren Verurteilung auf eine kÃ¼nftige Ã¶ffentliche Gefahr zu, ohne dass letztere eigenstÃ¤ndig nachgewiesen werden muss. </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) Dies im Gegensatz zu den europÃ¤ischen Wegweisungsnormen, wie sie mit Art. 5 Anhang I FZA von der Schweiz verpflichtend eingegangen wurden und hier anzuwenden sind. Hier kommt dem Aufenthaltsrecht eine vorrangige â grundrechtsmÃ¤ssige â Bedeutung zu. Soll dieses entzogen oder verweigert werden, bedarf es nicht nur einer StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung, sondern einer "tatsÃ¤chlichen und hinreichend schweren GefÃ¤hrdung, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt" (EuGH, Bouchereau). Die (durch die auslÃ¤ndische Person bewirkte) Gefahr muss zudem gegenwÃ¤rtig und von Dauer sein. Ein automatischer Schluss von einer frÃ¼heren Verurteilung auf die zukÃ¼nftige GefÃ¤hrdung ist unzulÃ¤ssig; vielmehr sind die BehÃ¶rden verpflichtet, eine zukÃ¼nftige GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Sicherheit nachzuweisen (EuGH, Calfa). Nach Andreas ZÃ¼nd, Beendigung der auslÃ¤nderrechtlichen Anwesenheitsberechtigung in: Bernhard Ehrenzeller (Hrsg.), Aktuelle Fragen des AuslÃ¤nderrechts, St. Gallen 2001, S. 159 ff., bedeutet die das Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrende Gefahr, dass das gleiche Verhalten bei einem einheimischen TÃ¤ter zu Zwangsmassnahmen oder anderen tatsÃ¤chlichen und effektiven Massnahmen zur BekÃ¤mpfung Anlass gibt, wenn es bei einem EU-AuslÃ¤nder zur Wegweisung oder Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung fÃ¼hren soll.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Erst wenn diese Voraussetzungen erfÃ¼llt sind â und zur Aberkennung der FreizÃ¼gigkeitsrechte fÃ¼hren â ist Raum fÃ¼r die AbwÃ¤gung der privaten Interessen des AuslÃ¤nders bzw. seiner AngehÃ¶rigen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Das FZA als Recht der europÃ¤ischen Vertragspartner (acquis communautaire) lÃ¤sst, vereinfacht ausgedrÃ¼ckt, somit den Vorbehalt der Ã¶ffentlichen Sicherheit zur Aberkennung des FreizÃ¼gigkeitsrechts nur in Ã¤ussersten FÃ¤llen von nachgewiesener GefÃ¤hrdung zu und geht im Ãbrigen davon aus, dass europÃ¤isch-auslÃ¤ndische StraftÃ¤ter in aller Regel wie die einheimische oder niedergelassene BevÃ¶lkerung ausreichend mit den Instrumenten des Strafrechts des Vertragsstaats zur Rechenschaft gezogen werden kÃ¶nnen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">3. a) Es ist unbestritten, dass der BeschwerdefÃ¼hrer mit zwei Serien von Straftaten (1988 und 1996 bis 1999) ein massives Verschulden an den Tag gelegt hat; die Strafen betragen 14 Monate GefÃ¤ngnis und vier Jahre Zuchthaus. Die Gerichtsmehrheit fÃ¼hrt aus, dass die deliktische Abfolge beim BeschwerdefÃ¼hrer eine Steigerung der kriminellen Energie erkennen lasse. Hinzukomme, dass er rund drei Monate nach seiner bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug wieder in polizeiliche Untersuchungen wegen Autoschiebereien verwickelt sei. Mit dem kriminellen Handeln sei eine GefÃ¤hrdung der Ã¶ffentlichen Ordnung der Schweiz ausgedrÃ¼ckt. Im Folgenden wÃ¤gt die Gerichtsmehrheit die Verankerung des BeschwerdefÃ¼hrers in der Schweiz ab sowie die fÃ¼r seine Familie mit der Wegweisung verbundene HÃ¤rte. Sie kommt zum Schluss, dass gestÃ¼tzt auf das gewichtige Verschulden die privaten UmstÃ¤nde und Interessen das Ã¶ffentliche Interesse an der Wegweisung nicht aufzuwiegen vermÃ¶chten.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">b) Wie bereits ausgefÃ¼hrt, ist fÃ¼r die nach nationalem und EMRK-Recht vorzunehmende AbwÃ¤gung (vorerst) kein Raum.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">Auch wenn davon ausgegangen werden kann, dass das Verschulden des BeschwerdefÃ¼hrers schwer ist, selbst wenn feststÃ¼nde, dass er kurze Zeit nach der bedingten Entlassung wieder in Straftaten verstrickt wÃ¤re â der aktenkundige Vorfall betreffend Autoschiebereien ist nicht abgeschlossen â, ist damit nicht festgestellt, dass der BeschwerdefÃ¼hrer eine gegenwÃ¤rtige und andauernde GefÃ¤hrdung darstellt, welche sich auf das Grundinteresse der (schweizerischen) Gesellschaft auswirkt. Wenn die Gerichtsmehrheit feststellt, die kriminelle Energie beim BeschwerdefÃ¼hrer dauere an bzw. zeige eine sich verschÃ¤rfende Tendenz, schliesst sie dies aus den vergangenen Straftaten. Die nach Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA massgebende Richtlinie 64/221/EWG verbietet aber eben gerade diesen automatischen Schluss von einer frÃ¼heren Straftat auf eine aktuelle GefÃ¤hrdung. Ob die GefÃ¤hrdung von der IntensitÃ¤t her ein Grundinteresse der Gesellschaft berÃ¼hrt â eine blosse StÃ¶rung der Ã¶ffentlichen Ordnung, wie sie jede Gesetzesverletzung darstellt, genÃ¼gt nicht â ist zudem auf Grund der jÃ¼ngsten Verdachtmomente â Schiebereien mit gestohlenen Autos â ebenfalls nicht schlÃ¼ssig. Davon, dass bei einer erneuten Verurteilung neben der Strafe eine </p> <p class="Einzug1">besondere Massnahme zum Schutz der Ãffentlichkeit zu erwarten wÃ¤re (z. B. Verwahrung), fehlen Hinweise. Demzufolge steht eine Wegweisung mit den genannten Ausnahmeregeln des bilateralen Abkommens im Widerspruch. Der kriminellen BetÃ¤tigung des BeschwerdefÃ¼hrers ist mit dem nationalen Straf- und Vollzugsrecht zu begegnen, damit dem Grundrechtscharakter des FreizÃ¼gigkeitsrechts GenÃ¼ge getan wird. Aus diesem Grund ist nach Ansicht der Gerichtsminderheit die Beschwerde gutzuheissen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1">c) UnabhÃ¤ngig davon sind zumindest Zweifel angebracht, ob die NichtverlÃ¤ngerung der Aufenthaltsbewilligung mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts und des EuropÃ¤ischen Gerichtshof fÃ¼r Menschenrechte (EGMR) Ã¼ber die Aufenthaltsrechte von auslÃ¤ndischen Personen, welche in der Schweiz geboren wurden und ihr ganzes oder einen grossen Teil ihres Lebens hier verbracht haben, vereinbar wÃ¤re. Bekanntlich verlangt diese Rechtsprechung fÃ¼r AngehÃ¶rige der "zweiten Generation" die Handhabung der Ã¼blichen Kriterien mit grÃ¶sserer ZurÃ¼ckhaltung (vgl. BGE 122 II 433; Walter KÃ¤lin/Giorgio Malinverni/ Manfred Novak, Die Schweiz und die UNO-Menschenrechtspakte, 2. A., Basel/Frankfurt a. M. 1997, S. 138 und 180 ff.; ZÃ¼nd, S. 154 ff.; Marc Spescha/Peter StrÃ¤uli, AuslÃ¤nderrecht, ZÃ¼rich 2001, S. 288). Hier wÃ¤re zu berÃ¼cksichtigen, dass der heute 36-jÃ¤hrige BeschwerdefÃ¼hrer in der Schweiz aufwuchs und mit wenigen Ausnahmen immer hier gelebt hat. Seine Beziehungen zu seiner Heimat W sind offenbar weniger intensiv als diejenigen zur Schweiz. Er ist mit einer x-isch-schweizerischen DoppelbÃ¼rgerin verheiratet; die heute 13-jÃ¤hrige Tochter ist Schweizerin; sowohl Ehefrau und Tochter scheinen in der Schweiz vollstÃ¤ndig integriert zu sein; die Familie ist intakt; die Ehefrau schliesst einen Wegzug nach W aus. Sollte subsidiÃ¤r die Rechtslage nach Art. 8 EMRK beurteilt werden mÃ¼ssen, wÃ¤ren auch dann Zweifel an der RechtmÃ¤ssigkeit des angefochtenen Entscheids anzubringen.</p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"><span> </span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>