<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat für die Expertengruppe, die ihn bei der Lösung der aktuellen Finanzkrise unterstützen und beraten soll, dreizehn Männer nominiert.</p><p>Nun wurde aber in der letzten Zeit in mehreren Studien nachgewiesen, dass der Börsenkurs eines Unternehmens seit Anfang Jahr umso weniger gesunken ist, je grösser der Frauenanteil im Kader dieses Unternehmens ist.  Würde in den Chefetagen nicht die eine Hälfte der Menschheit fehlen, so wäre es vielleicht nicht zur Finanzkrise gekommen, titelte der "Le Matin du Dimanche" schon am 8. November 2008. Und das Magazin des "Tages-Anzeigers" fügte am 7. März 2009 hinzu: "Gebt das Geld in Frauenhand!" Hätten Frauen also die Finanzkrise abwenden können? Diese Frage muss gestellt werden. Heute ist in den Chefetagen nur jede sechste Person eine Frau; dies, obwohl mehrere Studien zeigen, dass Frauen besser führen als Männer (oder wenigstens einen anderen Managementstil einbringen, sodass gemischtgeführte Unternehmen leistungsstärker sind). "Women matter", eine Studie von McKinsey aus dem Jahr 2007, weist nach, dass Managerinnen im Durchschnitt eine um 10 Prozent höhere Kapitalrendite und um 48 Prozent höhere Margen erwirtschaften als der Branchendurchschnitt. Zimmermann und Höchle haben im Mai 2008 in einer Schweizer Untersuchung von 40 000 Anlegerdepots auch gezeigt, dass Frauen im Allgemeinen Portfolios nachhaltiger verwalten.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Hat der Bundesrat für seine Expertengruppe auch Fachfrauen gesucht?</p><p>2. Wenn ja, aus welchen Gründen hat er keine gefunden?</p><p>3. Wie sind die Arbeitsgruppen zusammengesetzt, die Bundespräsident Merz am 18. März in der Debatte über die Finanzkrise erwähnt hat?</p><p>4. Ist sich der Bundesrat bewusst, dass die Probleme, die durch diese Krise entstanden sind, nicht gelöst werden können, wenn die Hälfte der Menschheit ausgeschlossen bleibt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 25. Februar 2009 einen Bundesratsausschuss eingesetzt und diesen mit der Erarbeitung von Massnahmen zur Lösung der Herausforderungen rund um die internationale Zusammenarbeit bei Steuerdelikten beauftragt. Der Ausschuss besteht aus dem Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD), der den Vorsitz innehat, sowie den Vorsteherinnen des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes (EJPD). Am 6. März beschloss der Bundesrat auf Antrag des Ausschusses, eine Expertengruppe einzusetzen, die ihn bei den Arbeiten unterstützt und berät.</p><p>Diese aus dreizehn Experten aus Verwaltung und Fachwelt zusammengesetzte Gruppe ist unter grossem Zeitdruck gebildet worden. Die zuständigen Departemente (EFD, EDA und EJPD) waren aufgefordert, innert Stunden Fachpersonen zu nennen. Erforderlich war ein spezifisches Anforderungsprofil, das sowohl Kenntnisse des Finanzmarkts als auch solche des Steuerrechtes und der internationalen Amtshilfe umfasst. Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit konnte jedoch das Kriterium des Geschlechts nicht in den Vordergrund gestellt werden.</p><p>Die Expertengruppe rapportiert an den Ausschuss des Bundesrates. Die Expertengruppe hat weder Entscheidkompetenz, noch kann sie selbstständig kommunizieren. Die Antragstellung an den Bundesrat obliegt dem Bundesratsausschuss, der sich mehrheitlich aus Frauen zusammensetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.