<h2>SubmittedText<h2><p>Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) fassen im Statusbericht "Stoffe mit endokriner Wirkung in der Umwelt" den Stand des Wissens zusammen. Auch in der Schweiz gibt es Hinweise, dass endokrin wirksame Stoffe an beobachteten Schädigungen wie dem Rückgang der Anglerfänge mitbeteiligt sind. Der Bericht kommt zum Schluss, dass bei einer Vielzahl von Stoffen die Grundlagen fehlen, um das Risiko für Mensch und Umwelt mit genügender Sicherheit beurteilen zu können. Dazu gehören sowohl grundlagenorientierte Fragestellungen über die Wirkung von Stoffen und Stoffgemischen als auch Untersuchungen über die Belastungssituation und das Ausmass der durch hormonaktive Stoffe verursachten Effekte bei Fischen und anderen Tierarten.</p><p>Die Tragweite der Problematik kann erheblich sein. Deshalb gilt es die für eine Beurteilung der Situation nötigen Grundlagen rasch zu erarbeiten. Aufgrund des erheblichen Forschungsbedarfes ergeben sich folgende Fragen:</p><p>1. Welche Mittel hat der Bund für die Erforschung dieses Themas bis jetzt zur Verfügung gestellt?</p><p>2. Welche zusätzlichen Finanzmittel zur Förderung der Forschung gedenkt der Bundesrat bereitzustellen, um die fehlenden Grundlagen zur Risikobeurteilung innert nützlicher Frist zu erarbeiten?</p><p>3. Warum hat der Bundesrat das hormonaktive Nonylphenolethoxylat in Reinigungsmitteln noch nicht verboten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das Thema der Wirkungen von hormonaktiven Stoffen auf Mensch und Umwelt ist sowohl in der Schweiz als auch im Ausland von grosser Bedeutung. Trotz intensiven Forschungsanstrengungen im Ausland bestehen noch erhebliche Wissenslücken. Bis heute wurden vom Bund nur wenige Projekte auf diesem Gebiet gefördert. Seit 1996 wurden vom Buwal Projekte im Umfang von etwa 500 000 Franken in Auftrag gegeben. Die finanzierten Projekte dienen in erster Linie dazu, die vorhandenen Probleme zu erfassen (Problemerkennung). Im Projekt "Fischnetz", an dem die EAWAG sowie Kantons- und Bundesbehörden beteiligt sind, wird versucht, die Ursachen für den Fischrückgang in Schweizer Fliessgewässern abzuklären. Zudem wird vom Bundesamt für Bildung und Wissenschaft (BBW) ein EU-Projekt über die Wirkung endokrin aktiver Stoffe mitfinanziert. Über den Nationalfonds werden heute nur wenige Projekte gefördert, die die Problematik der endokrin wirksamen Stoffe in der Umwelt behandeln. Vor allem fehlt es diesbezüglich an einer koordinierten Förderung.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Meinung, dass das Thema der endokrinen Wirkungen von Umweltchemikalien auf Menschen und Tiere von grossem Interesse und weiterzuverfolgen ist. Das BBW wurde deshalb beauftragt, zu prüfen, ob die Fragen um die Wirkung endokrin wirksamer Stoffe in bestehende oder geplante Forschungsvorhaben oder aber in einen Vorschlag für ein neues nationales Forschungsprogramm aufgenommen werden können. Die Arbeiten sind rasch in Angriff zu nehmen, so dass der Bundesrat spätestens im Frühjahr 2000 über das weitere Vorgehen befinden kann.</p><p>3. Gemäss der langjährigen Politik des Bundes wird angestrebt, das Problem zuerst an der Quelle zu lösen. Diesem Grundsatz folgend erliess der Bundesrat 1986 ein Verbot von Alkylphenolethoxylaten in Textilwaschmitteln. Gegen eine weiter gehende Verwendungsbeschränkung wurden insbesondere der mangelhafte wissenschaftliche Nachweis der Gefährdung und das Fehlen von Ersatzstoffen geltend gemacht. Laufende Messungen zeigen, dass die Konzentration des östrogen wirkenden Abbauproduktes Nonylphenol in Gewässern fünf- bis zehnmal geringer ist als vor Erlass des Verbotes in Waschmitteln und dass sie im Normalfall unter dem heute vorgeschlagenen tolerierbaren Wert liegt. An punktuell belasteten Stellen kann dieser Wert jedoch heute noch erreicht oder überschritten werden. Der Bundesrat teilt deshalb die Ansicht, dass weiter gehende Massnahmen zum Schutz der Umwelt gerechtfertigt sind. Das Buwal klärt zurzeit ab, welche verbleibende Verwendungen heute noch massgeblich zu diesen Belastungen beitragen. Reinigungsmittel für Haushalt und Industrie sowie Hilfsmittel für die Textil-, Leder-, Metall- und Papierindustrie stehen im Vordergrund. Falls sich die Industrie nicht freiwillig bereit erklärt, auf solche Verwendungen künftig zu verzichten, behält sich der Bundesrat verbindliche Schritte vor, die gegebenenfalls auch ein Verbot umfassen können.</p>  Antwort des Bundesrates.