Kantonsgericht von Graubünden Dretgira chantunala dal Grischun Tribunale cantonale dei Grigioni Ref.: Chur, 22. Mai 2014 Schriftlich mitgeteilt am: ZK1 12 67/69 26. Mai 2014 Urteil I. Zivilkammer Vorsitz Michael Dürst Richter Brunner und Schlenker Aktuar Pers In den zivilrechtlichen Berufungen des X._____, Beklagter, Berufungskläger und Berufungsbeklagter, und der Y._____, Klägerin, Berufungsklägerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg, Quaderstrasse 8, 7000 Chur, gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Imboden vom 12. Juni 2012, mitgeteilt am 6. September 2012, betreffend Nebenfolgen der Ehescheidung, hat sich ergeben:Seite 2 — 31 I. Sachverhalt A. Y._____ (ehemals Y._____), geboren am _____1967, und X._____, gebo- ren am _____1962, heirateten am 8. August 1997 vor dem Zivilstandsamt O.1_____. Aus dieser Ehe gingen die gemeinsamen Kinder A._____, geboren _____1997, und B._____, geboren am _____2001, hervor. B. Nachdem die Ehegatten am 16. November 2010 beim Bezirksgericht Ples- sur das Scheidungsverfahren auf gemeinsames Begehren anhängig gemacht und Y._____ gleichentags ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen einge- reicht hatten, setzte die Justizaufsichtskammer des Kantonsgerichts von Graubünden auf Gesuch des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur mit Beschluss vom 3./6. Dezember 2010 das Bezirksgericht Imboden als unabhängiges Gericht ein. C. Aufgrund des gemeinsamen Scheidungsbegehrens wurden die Parteien am 22. Februar 2011 getrennt und gemeinsam angehört. Dabei bestätigten sie ihren Scheidungswillen sowie die am 27./30. Dezember 2010 abgeschlossene Teilkon- vention. Von der Möglichkeit, die richterliche Befragung ihrer Kinder zu verlangen, machte keiner der Ehegatten Gebrauch. D. Die von X._____ gegen den im vorsorglichen Massnahmeverfahren erlas- senen Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Imboden vom 22. Februar 2011 erhobene Berufung wurde vom Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil vom 13. Juli 2011 teilweise gutgeheissen und die von X._____ zu entrichtenden Unter- haltsbeiträge für die Zeit ab November 2010 bis und mit Juli 2011 auf Fr. 6'820.-- (Fr. 1'250.-- für jedes Kind, Fr. 4'320.-- für die Ehefrau) sowie für die Zeit ab Au- gust 2011 auf Fr. 5'360.-- (Fr. 1'250.-- für jedes Kind, Fr. 2'860.-- für die Ehefrau) reduziert. E. Nach Abschluss des vorsorglichen Massnahmeverfahrens wurde den Par- teien Frist bis am 25. Oktober 2011 zur Einreichung einer Ehescheidungskonven- tion gesetzt. In einer weiteren, am 19./24. Oktober 2011 abgeschlossenen Teil- Ehescheidungskonvention konnten sie sich einvernehmlich über den von X._____ an seine Kinder zu bezahlenden Unterhaltsbeitrag einigen, erklärten sich güter- rechtlich per Saldo aller Ansprüche auseinandergesetzt und vereinbarten zudem die hälftige Teilung des während der Ehe geäufneten BVG-Guthabens des Ehe- mannes per Datum der Hauptverhandlung. Überdies einigten sie sich über die Seite 3 — 31 hälftige Teilung der Kosten des nichtstreitigen Ehescheidungsverfahrens sowie die Wettschlagung der ausseramtlichen Kosten. Mit Verfügung vom 26. Oktober 2011 überwies der Bezirksgerichtspräsident Im- boden die verbliebenen strittigen Punkte dem Bezirksgericht Imboden zur Beurtei- lung, unter gleichzeitiger Abschreibung des Scheidungsverfahrens auf gemeinsa- mes Begehren mit umfassender Einigung. Zudem verteilte er im Sinne von Art. 286 Abs. 2 ZPO die Parteirollen, indem er Y._____ aufgrund ihres zu erwartenden Unterhaltsbegehrens die Klägerrolle zuwies. Am 28. Oktober 2011 setzte er ihr Frist bis zum 21. November 2011 zur Einreichung ihrer Anträge samt Begründung. F. Innert erstreckter Frist stellte Y._____ mit Eingabe vom 12. Dezember 2011 folgende Anträge: "1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder A._____, geb. _____1997, und B._____, geb. _____2001, seien unter die Obhut und alleinige el- terliche Sorge der Mutter zu stellen. 3. Die Teil-Ehescheidungskonvention vom 19./24. Oktober 2011 sei rich- terlich zu genehmigen. 4. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen monatlich im Vor- aus zahlbaren Unterhaltsbeitrag zu bezahlen, und zwar in folgender Höhe: - CHF 3'300.00 ab Datum Hauptverhandlung bis 31. Januar 2017 - CHF 2'000.00 vom 01. Februar 2017 bis zum Eintritt der Ehefrau in das AHV-Alter 5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge." G. Am 17. Januar 2012 stellte X._____ im Rahmen seiner Prozessantwort fol- gende Anträge: "1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 2. Die Teilehescheidungskonvention vom 19./24. Oktober 2011 sei rich- terlich zu genehmigen. 3. Der Beklagte sei zu verpflichten, mit Wirkung ab Urteilsdatum des Be- zirksgerichts Imboden an den Unterhalt seiner Ehefrau einen monatli- chen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 1'150.00 bis 9. Januar 2017 zu bezahlen. Danach endet die Unter- haltsverpflichtung. 4 Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Y._____." H. Die Replik von Y._____ datiert vom 1. März 2012. X._____ verzichtete mit Schreiben vom 14. März 2012 auf die Einreichung einer Duplik.Seite 4 — 31 I. Nachdem die Parteien anlässlich der Hauptverhandlung vor Bezirksgericht Imboden eine weitere Teil-Ehescheidungskonvention abgeschlossen hatten, in welcher die betragsgemässe Teilung der BVG-Guthaben vorgenommen wurde, erkannte das Bezirksgericht Imboden mit Entscheid vom 12. Juni 2012, mitgeteilt am 6. September 2012, wie folgt: "1. Die am 8. August 1997 vor Zivilstandsamt O.1_____ geschlossene Ehe der Y._____ und des X._____ wird gestützt auf das gemeinsame Scheidungsbegehren gemäss Art. 112 ZGB geschieden. 2. Die gemeinsamen Kinder A._____, geboren am _____1997, und B._____, geboren am _____2001, werden unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut der Mutter gestellt. Dem Vater wird das Recht eingeräumt, seine Kinder an jedem ersten und dritten Wochenende zu besuchen bzw. zu sich auf Besuch zu nehmen. Des Weiteren steht ihm das Recht zu, drei Wochen Ferien pro Jahr mit den Kindern zu verbringen. Diese Regelung gilt als Minimalanspruch für den Streitfall. Im Übrigen können die Parteien das Besuchs- und Ferienrecht unter Berücksichti- gung der Interessen der Kinder frei regeln. 3. X._____ wird verpflichtet, seinen Kindern A._____, geboren am _____1997, und B._____, geboren am _____2001, monatliche, im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von je CHF 1'250.00 zuzüglich all- fälliger vertraglicher und/oder gesetzlicher Kinderzulagen zu entrichten. Die Unterhaltspflicht dauert - unter Vorbehalt von Art. 277 Abs. 2 ZGB - bis zur Mündigkeit. 4. X._____ wird verpflichtet, Y._____ mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils folgende, monatlich im Voraus zahlbare Unterhalts- beiträge zu entrichten: - CHF 2'860.00 ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis 31. Januar 2017 - CHF 360.00 ab 1. Februar 2017 bis zum Eintritt von X._____ ins Pensionsalter 5. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziff. 3 und 4 hiervor werden an den Landesindex der Konsumentenpreise, Basis bei Rechtskraft des Scheidungsurteils, gebunden. Sie werden jährlich jeweils per 1. Januar aufgrund des Indexstandes des Monats November des Vorjahres dem veränderten Indexstand angepasst, es sei denn, X._____ beweise, dass sein Einkommen nicht im gleichen Verhältnis angestiegen ist. Die Anpassung des Unterhaltsbeitrages (UB) erfolgt nach folgender For- mel: alter UB x neuer Index neuer UB ------------------------------------------------------------ Index bei Rechtskraft des Scheidungsurteils 6. Die D._____ wird angewiesen, vom Pensionskassenguthaben des X._____ (AHV-Nr._____) den Betrag von CHF 134'410.00 auf das Seite 5 — 31 Freizügigkeitskonto von Y._____ bei der C._____, E._____ (Freizügig- keitskonto Nr._____) zu überweisen. 7. Im Übrigen werden die am 19./24. Oktober 2011 und 12. Juni 2012 abgeschlossenen Teil-Ehescheidungskonventionen gemäss Art. 140 ZGB genehmigt. 8. Die Verfahrenskosten des Bezirksgerichts Imboden von CHF 7'500.00 gehen je zur Hälfte zu Lasten der Parteien und werden mit den geleis- teten Kostenvorschüssen von je CHF 6'000.00 verrechnet. Die jeweili- ge Restanz von CHF 2'250.00 werden den Parteien nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids erstattet. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen. 9. (Rechtsmittelbelehrung). 10. (Mitteilung)." J. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 5. Oktober 2012 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte: "1. Die Ziffern 4 und 8 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Im- boden vom 12. Juni/6. September 2012 seien aufzuheben. 2. Der Beklagte und Berufungskläger sei zu verpflichten, mit Wirkung ab 6. September 2012 (Urteilsdatum des Bezirksgerichts Imboden) an den Unterhalt seiner geschiedenen Ehefrau einen monatlichen, im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag in der Höhe von Fr. 1'150.00 bis 9. Januar 2017 zu bezahlen. Danach endet die Unterhaltsverpflichtung. 3. Die Verfahrenskosten des Bezirksgerichts Imboden von Fr. 7'500.00 seien in der Höhe von Fr. 750.00 dem Beklagten und Berufungskläger und in der Höhe von Fr. 6'750.00 sowie diejenigen des vorliegenden Berufungsverfahrens vollumfänglich der Klägerin und Berufungsbe- klagten aufzuerlegen. Diese sei ausserdem zu verpflichten, den Beklagten und Berufungs- kläger ausseramtlich für die Aufwendungen von Fr. 4'206.60 im Verfah- ren vor Bezirksgericht Imboden sowie für die Aufwendungen für das vorliegende Berufungsverfahren zu entschädigen." K. Mit Eingabe vom 8. Oktober 2012 liess auch Y._____ Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Imboden erheben mit folgendem Rechtsbegehren: "1. In Abänderung von Ziff. 4 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei X._____ zu verpflichten, Y._____ mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils folgende monatliche, im Voraus zahlbare Unter- haltsbeiträge zu entrichten: •CHF 3'300.00 bis 31. Januar 2017 •CHF 2'000.00 ab 01. Februar 2017 bis zum Eintritt der Ehefrau in das AHV-AlterSeite 6 — 31 2. In Abänderung von Ziff. 8 des Dispositivs des angefochtenen Urteils seien die Verfahrenskosten des Bezirksgerichts Imboden von CHF 7'500.00 zu 3/4 dem Beklagten aufzuerlegen. Dieser sei zu verpflich- ten, die Klägerin für das Verfahren vor Bezirksgericht Imboden aus- sergerichtlich mit CHF 7'000.00 zu entschädigen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Berufungsbe- klagten." L. In ihrer Berufungsantwort vom 8. November 2012 beantragte Y._____ die Abweisung der Berufung des Ehemannes vom 5. Oktober 2012 sowie die Gut- heissung der eigenen Berufung vom 8. Oktober 2012, unter Kosten- und Entschä- digungsfolge zu Lasten des Ehemannes. Die Berufungsantwort von X._____ da- tiert vom 14. November 2012 und beinhaltet den Antrag auf kostenfällige Abwei- sung der Berufung von Y._____. M. Mit Schreiben vom 22. März 2013 stellte X._____ zuhanden des Kantons- gerichts den Antrag, es sei bei der Gegenpartei der neue Arbeitsvertrag von Y._____ mit der Schweizerischen Post und die letzte Lohnabrechnung zu edieren und als Beweismittel zu den Akten zu nehmen. Zur Begründung wurde vorgetra- gen, dass Y._____ nach Abschluss des Schriftenwechsels in den Innendienst der Post gewechselt habe, was mutmasslich eine Vertragsveränderung sowie eine Lohnerhöhung zur Folge gehabt habe. Mit Eingabe vom 19. April 2013 legte Y._____ die Lohnabrechnung für Januar 2013 ins Recht. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein- gegangen. II. Erwägungen 1.a. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Imboden vom 12. Juni 2012 wurde den Parteien am 6. September 2012 und somit nach Inkrafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. Januar 2011 mitge- teilt. Damit ist im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren, welches sich noch nach der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO-GR; BR 320.000) und den bis dahin geltenden verfahrensrechtlichen Bestimmungen des Schweize- rischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) samt den dazugehörigen Bestimmungen (Art. 5 ff.) des kantonalen Einführungsgesetzes zum ZGB (EGzZGB; BR 210.100) Seite 7 — 31 richtete, auf das Rechtsmittelverfahren die Schweizerische Zivilprozessordnung anwendbar (Art. 405 Abs. 1 ZPO). b. Beim angefochtenen Entscheid, welcher eine vermögensrechtliche Angele- genheit mit einem Streitwert über Fr. 10‘000.-- zum Gegenstand hat, handelt es sich um einen erstinstanzlichen Endentscheid, welcher mit Berufung angefochten werden kann (vgl. Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsge- richts von Graubünden ergibt sich aus Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; BR 320.100). Innerhalb des Kan- tonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen auf dem Rechts- gebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). c. Gemäss Art. 311 ZPO ist die Berufung unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids bezie- hungsweise seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schrift- lich und begründet bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen. X._____ reichte sei- ne Berufung gegen den von seinem Rechtsvertreter am 10. September 2012 in Empfang genommenen Entscheid des Bezirksgerichts Imboden am 5. Oktober 2012 ein, womit dessen Eingabe rechtzeitig erfolgte. Gleiches gilt für die Berufung von Y._____, deren Rechtsvertreter den angefochtenen Entscheid am 7. Septem- ber 2012 in Empfang nahm und die entsprechende Berufungseingabe am 8. Ok- tober 2012 der Post übergab. Überdies entsprechen die beiden Berufungen den Formerfordernissen, so dass auf diese eingetreten werden kann. 2. Sowohl die Berufung von X._____ als auch diejenige von Y._____ richten sich ausschliesslich gegen die vorinstanzliche Regelung des nachehelichen Un- terhalts (Ziff. 4 des Dispositivs) und den Kostenpunkt (Ziff. 8 des Dispositivs). Un- angefochten blieb der vorinstanzliche Entscheid in Bezug auf den Scheidungs- punkt (Ziff. 1 des Dispositivs), die Zuteilung der elterlichen Sorge sowie das Be- suchsrecht (Ziff. 2 des Dispositivs), die Kindesunterhaltsbeiträge (Ziff. 3 des Dis- positivs) sowie hinsichtlich des Vorsorgeausgleichs (Ziff. 6 des Dispositivs) und der Genehmigung der Teil-Ehescheidungskonventionen vom 19./24. Oktober 2011 und 12. Juni 2012 (Ziff. 7 des Dispositivs). Damit sind die entsprechenden Disposi- tivziffern bereits in Rechtskraft erwachsen. Unangefochten geblieben ist sodann auch der Umstand, dass die zu entrichtenden Unterhaltsbeiträge zu indexieren sind (Ziff. 5 des Dispositivs).Seite 8 — 31 3. Mit ihrer Berufung reichte Y._____ neue Urkunden zu den Akten, über de- ren Zulässigkeit vorab zu befinden ist. a. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO werden neue Tatsachen und Beweismittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumut- barer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. Diese Novenbeschränkung ist in Verfahren, welche wie das vorliegende nur noch den nachehelichen Unterhalt und damit eine der Verhandlungsmaxime unterliegende Nebenfolge der Ehescheidung (Art. 277 Abs. 1 ZPO) zum Gegenstand haben, zweifelsohne anwendbar. Praxisgemäss ist zwischen echten und unechten neuen Vorbringen (sog. Noven) zu unterscheiden. Echte Noven sind Tatsachen und Be- weismittel, die (erst) nach dem Ende der Hauptverhandlung des erstinstanzlichen Verfahrens entstanden sind. Sie sind im Berufungsverfahren grundsätzlich immer zulässig, wenn sie ohne Verzug nach ihrer Entdeckung vorgebracht werden. Un- echte Noven sind Tatsachen und Beweismittel, die bereits bei Ende der erstin- stanzlichen Hauptverhandlung entstanden waren. Ihre Zulassung wird im Beru- fungsverfahren weitergehend insofern eingeschränkt, als sie ausgeschlossen sind, wenn sie bei Beachtung zumutbarer Sorgfalt bereits im erstinstanzlichen Verfah- ren hätten vorgebracht werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013, E. 5.1). Die Partei, welche unechte Noven gel- tend macht, hat grundsätzlich zu begründen, weshalb die Einreichung nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren möglich war (vgl. Martin H. Sterchi in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 4 ff. zu Art. 317 ZPO). b. Vorliegend handelt es sich sowohl beim am 29. Juni 2012 zwischen Y._____ und der Schweizerischen Post abgeschlossenen Einzelarbeitsvertrag (ZK1 12 69, act. B.2) als auch bei den Lohnabrechnungen der Monate August 2012 und Januar 2013 (ZK1 12 69, act. B.3 und B.4) um echte Noven, deren Zulässigkeit im Berufungsverfahren einzig davon abhängt, dass sie ohne Verzug vorgebracht wurden. Dies trifft für die zusammen mit der Berufung – und damit bei erster Gelegenheit – eingereichten neuen Urkunden (act. B.2 und B.3) ohne weite- res zu. Die Lohnabrechnung für Januar 2013 (act. B.4) hat Y._____ sodann auf ausdrücklichen Antrag von X._____ (act. A.3) eingereicht, welcher dagegen folg- lich nicht opponiert hat. Ob dessen Editionsantrag seinerseits den Anforderungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO genügte, braucht unter diesen Umständen nicht ent- schieden zu werden.Seite 9 — 31 4. Das Bezirksgericht Imboden sprach Y._____ mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. Januar 2017 einen nachehelichen Unterhalts- beitrag in Höhe von Fr. 2'860.-- pro Monat und anschliessend bis zum Eintritt von X._____ ins Pensionsalter einen solchen von monatlich Fr. 360.-- zu. Die Beru- fungsklägerin beantragt mit ihrer Berufung, die Verpflichtung zur Leistung von nachehelichem Unterhalt auf monatliche Beiträge in Höhe von Fr. 3‘300.-- bis 31. Januar 2017 und Fr. 2'000.-- ab dem 1. Februar 2017 bis zu ihrem Eintritt in das AHV-Alter zu erhöhen. Demgegenüber fordert X._____ mit seiner Berufung die Beschränkung der monatlichen Unterhaltszahlungen mit Wirkung ab dem 6. Sep- tember 2012 bis 9. Januar 2017 auf Fr. 1'150.-- pro Monat. Danach soll die Unter- haltsverpflichtung seiner Ansicht nach enden. a. Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den gebührenden Unterhalt, in- klusive eines angemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Teil gemäss Art. 125 Abs. 1 ZGB angemessenen nachehelichen Un- terhalt zu leisten, soweit er seinerseits hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grundsätze, nämlich einerseits denjenigen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten nach der Scheidung, wonach, sofern möglich, jeder Ehegatte nunmehr für seine eigenen Lebensunterhaltskosten aufzukommen hat, und andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität, wonach die Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der während der Ehe gelebten Aufgaben- teilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, wel- che bei einem der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm gebührenden Unterhalt selber aufzukommen. Dem Grundsatz sowie der Höhe und der Dauer nach ist die Leistungspflicht unter Berücksichtigung der in Art. 125 Abs. 2 ZGB nicht abschliessend aufgeführten Kriterien festzulegen (vgl. BGE 137 III 102 E. 4.1.1 S. 104 f. = Pra 2012 Nr. 27 mit Hinweis auf BGE 132 III 598 E. 9.1 S. 600 = Pra 2007 Nr. 55). b. Aufgrund der Dauer der Ehe von über 10 Jahren und der daraus hervorge- gangenen Kinder ist die Vorinstanz zu Recht von einer lebensprägenden Ehe ausgegangen, was von den Parteien auch zu keinem Zeitpunkt in Abrede gestellt wurde. In BGE 137 III 102 (Pra 2012 Nr. 27) hat das Bundesgericht das Vorgehen bei lebensprägender Ehe im Grundsatz festgelegt und eine Vorgehensweise in drei Schritten propagiert. Demnach ist in einem ersten Schritt der gebührende Un- terhalt zu ermitteln und der während der Ehe gelebte Standard zu bestimmen. In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, inwiefern jeder der Ehegatten den ihm ge- bührenden Unterhalt je selber finanzieren kann und in einem dritten Schritt ist die Seite 10 — 31 Leistungsfähigkeit des Pflichtigen zu ermitteln und ein angemessener Unterhalts- beitrag festzulegen, welcher auf dem Prinzip der nachehelichen Solidarität beruht. Bei einer lebensprägenden Ehe gilt es zu berücksichtigen, dass grundsätzlich bei- de Parteien Anspruch auf Fortführung des im gegenseitigen Einverständnis ge- wählten Lebensstandards haben, sofern genügend Mittel vorhanden sind. Dieser bildet die Obergrenze des gebührenden Unterhalts. In Anwendung der einstufig- konkreten Methode ist dabei zu prüfen, ob Y._____ über genügend Eigenversor- gungskapazität verfügt, um ihren Verbrauchsunterhalt, das heisst den für die Auf- rechterhaltung des ehelichen Standards notwendigen Bedarf zu decken. Ist ange- sichts der scheidungsbedingten Mehrkosten die Fortführung des in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standards nicht möglich, so hat der Unterhaltsberechtigte Anspruch auf denselben Lebensstandard wie der Unterhaltspflichtige. Gemäss ständiger Praxis des Kantonsgerichts ist der aktuelle Grundbedarf dabei um den Anteil an der ehelichen Lebenshaltung, welcher sich nach den Einkommensver- hältnissen vor der Trennung bemisst, zu erhöhen. Soweit dieser Verbrauchsunter- halt aufgrund einer allfälligen, beschränkten Erwerbsfähigkeit der unterhaltsbe- rechtigten Person nicht aus eigener Kraft gedeckt werden kann, besteht zwecks Ausgleichs des nachehelichen Vorsorgedefizits zusätzlich ein Anspruch auf Vor- sorgeunterhalt. In Beachtung dieser Ausführungen erweist sich die Kritik von Y._____, wonach die Vorinstanz übersehen habe, dass sie Anspruch auf ge- bührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemessenen Vorsorge habe, als berechtigt. Hierauf wird anschliessend im entsprechenden Sachzusammenhang einzugehen sein. 5.a. Zunächst ist also der Verbrauchsunterhalt von Y._____ zu ermitteln, wobei – wie bereits ausgeführt – auf den in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Stan- dard abzustellen ist. Die Vorinstanz verwies hierfür auf die entsprechenden Aus- führungen im kantonsgerichtlichen Urteil betreffend Erlass vorsorglicher Mass- nahmen vom 13. Juli 2011, worin als Folge der im Juni 2008 erfolgten Trennung auf die Werte der Steuererklärungen der Jahre 2007 und 2008 abgestellt wurde. Gemäss den Feststellungen des Kantonsgerichts erzielte X._____ aus seiner Haupterwerbstätigkeit sowie seiner Tätigkeit als nebenamtlicher Richter inklusive 13. Monatslohn und Kinderzulagen ein Nettoeinkommen von Fr. 138'662.--, so dass für den Familienunterhalt Mittel von rund Fr. 11'550.-- zur Verfügung stan- den. Diesem Einkommen wurde der monatliche Bedarf der Ehegatten gegenüber- gestellt, wobei dieser, sofern nicht aktenkundig ausgewiesen, aufgrund von Erfah- rungswerten ermittelt wurde. Die Grundbeträge beliefen sich zum damaligen Zeit- punkt auf Fr. 1'550.-- für die Ehegatten sowie auf je Fr. 350.-- für die beiden Kin-Seite 11 — 31 der. Die Wohnkosten betrugen Fr. 2'100.-- und die Prämien für Krankenversiche- rungen (ohne Zusatzversicherungen) beliefen sich im Jahr 2008 auf rund Fr. 600.- - pro Monat. Die laufenden Steuern wurden gemäss Onlineberechnung mit ca. Fr. 1'600.-- eingesetzt. Insgesamt belief sich der Grundbedarf der Familie demnach auf ca. Fr. 6'550.-- pro Monat, so dass im Vergleich zum für die Lebenshaltung verwendeten Einkommen von Fr. 11'550.-- ein Überschuss von rund Fr. 5'000.-- zur Bestreitung der Lebenshaltung zur Verfügung stand. Diesen teilte das Kan- tonsgericht in der Folge zu je einem Drittel den Ehegatten und zu einem weiteren Drittel den beiden Kindern zu, woraus sich ergab, dass die Ehefrau während der Ehe mit ungefähr Fr. 1'700.-- an diesem Überschuss partizipierte bzw. mit unge- fähr Fr. 1'700.-- an der den errechneten Bedarf übersteigenden Lebenshaltung teil hatte (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 6.b). In der Folge hielt das Kantonsgericht fest, dass im Vergleich zum für die eheliche Le- benshaltung herangezogenen Gesamteinkommen der Ehegatten von rund Fr. 11'550.-- ab August 2011 ein um rund Fr. 3'900.-- (Ehemann Fr. 12'233.--, Ehefrau Fr. 2'782.--, Kinderzulagen Fr. 440, total Fr. 15'455.--) höheres Einkommen zur Verfügung stehe. Demgegenüber betrage die Differenz zwischen dem Gesam- texistenzminimum beider Ehegatten nach der Trennung (Fr. 9'208.--) und dem Gesamtbedarf bis zur Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes (Fr. 6'550.--) rund Fr. 2'650.--. Daraus folge, dass das zusätzliche Einkommen nebst der vollständi- gen Deckung der scheidungsbedingten Mehrkosten eine Freiquote von rund Fr. 1'250.-- ermögliche, an welcher die Ehegatten im Verhältnis ihrer Einkommen, nämlich zu 4/5 bzw. Fr. 1'000.-- zugunsten des Ehemannes und zu 1/5 bzw. Fr. 250.-- zugunsten der Ehefrau, beteiligt werden sollten. Der restliche Überschuss im Betrag von ca. Fr. 5'000.-- sei wie bis anhin im Verhältnis 55% zugunsten der Ehefrau und der Kinder (Fr. 2'750.--) und von 45% zugunsten des Ehemannes (Fr. 2'250.--) aufzuteilen. Zusammen mit ihrem Existenzminimum von Fr. 5'584.-- er- gebe sich demnach ein Gesamtanspruch der Ehefrau in Höhe von Fr. 8'584.--, wovon nach Abzug ihres Eigeneinkommens von Fr. 2'782.-- und der Kinderzula- gen von Fr. 440.-- ein Betrag von abgerundet Fr. 5'360.-- durch die Unterhaltsbei- träge des Ehemannes zu decken sei. Demzufolge wurden Y._____ für die Zeit ab August 2011 und die effektive Dauer des Scheidungsverfahrens monatliche Un- terhaltsbeiträge von je Fr. 1'250.-- für die beiden Kinder sowie von Fr. 2'860.-- für sich persönlich zugesprochen (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 6.d). Was die Bemessung des Minimalbedarfs von Y._____ betrifft, ermittelte das Kan- tonsgericht einen solchen in Höhe von Fr. 5'584.--. Dieser setzt sich aus einem Seite 12 — 31 Grundbetrag von Fr. 1'350.--, einem Grundbetrag für die beiden Kinder von Fr. 1'200.--, Wohnkosten von Fr. 1'750.--, Krankenkassenprämien von Fr. 264.-- und Fr. 196.-- sowie Steuern von Fr. 824.-- zusammen (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 5.a). Über diesen Minimalbedarf hinaus sprach die Vorinstanz Y._____ – wie bereits dargelegt – einen Überschussanteil von Fr. 2'750.-- (55% von Fr. 5'000.--) sowie den Anteil an der Freiquote von Fr. 250.-- zu. Dieser Anspruch in Höhe von insgesamt Fr. 8'584.-- soll nach Ansicht des Be- zirksgerichts Imboden Ausdruck des gelebten Standards sein. Nach Abzug des eigenen Einkommens (Fr. 2'782.--), des Kindesunterhalts (Fr. 2'500.--) sowie der Kinderzulagen (Fr. 440.--) verbleibe für die Ehefrau ein Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'860.--. Daran etwas zu ändern bestehe kein Anlass. Weder sei ein Vorsorgeun- terhalt dazuzuschlagen, da Y._____ ansonsten über dem ehelichen Standard le- ben würde, noch sei bei X._____ von einem tieferen Einkommen auszugehen, da sein Einkommensrückgang infolge Verminderung oder gar Wegfall der Richter- tätigkeit nur behauptet, aber nicht unter Beweis gestellt worden sei. Dem folgend habe X._____ Y._____ mit Wirkung ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. Januar 2017 einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 2'860.-- zu bezahlen (angefoch- tener Entscheid, E. 4.d). b/aa. Y._____ hat gegen die von der Vorinstanz vorgenommene Berechnung des ehelichen Lebensstandards – abgesehen von der berechtigten Rüge, dass ihr kein angemessener Vorsorgeunterhalt zugesprochen wurde (vgl. E. 4.b), worauf nach- folgend einzugehen sein wird – keine Einwände. X._____ hingegen macht in die- sem Zusammenhang zunächst geltend, die Vorinstanz habe sich bei der Berech- nung des nachehelichen Unterhalts zu Unrecht vollumfänglich auf die Berechnun- gen des Kantonsgerichts in seinem Entscheid betreffend vorsorgliche Massnah- men abgestützt und die darin ermittelten, während der Trennung geschuldeten Unterhaltsbeiträge unverändert für die Festsetzung des nachehelichen Unterhalts übernommen. Indem sie diese Berechnung für die Festsetzung des nachehelichen Unterhalts übernommen habe, habe sie völlig ausser Acht gelassen, dass bei der Festsetzung des nachehelichen Unterhalts, anders als während der Trennung im Eheschutz oder im vorsorglichen Massnahmeverfahren, nicht vom aktuellen Ein- kommen auszugehen sei, sondern vom Einkommen des Verpflichteten im Zeit- punkt der Trennung, mithin in casu per Mitte 2008. Diese Kritik ist berechtigt, so- weit die Vorinstanz den nachehelichen Unterhalt anhand der auf Art. 163 ZGB ba- sierenden Unterhaltsbeiträge (mit zusätzlicher Beteiligung am Einkommensüber- schuss bzw. einkommensabhängiger Freiquote) festgesetzt hat, anstatt auf den – um den Anteil an der ehelichen Lebenshaltung in Höhe von Fr. 1'700.-- erweiterten Seite 13 — 31 – persönlichen Grundbedarf von Y._____ abzustellen. Das Kantonsgericht hat in seinem Urteil betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen klargestellt, dass eine Partizipation seitens der Ehefrau am aufgrund des zusätzlichen Einkommens über die Mehrkosten der Trennung hinausgehenden Überschuss nur für solange als angemessen erscheint, als die Ehe andauert und der Unterhalt auf Art. 163 ZGB basiert. Damit sei gewährleistet, dass nicht nur der Ehemann, sondern auch die Ehefrau von der durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ermöglichten zusätzli- chen Freiquote profitieren könne, ansonsten Letztere auf Dauer auf den wegen der trennungsbedingten Mehrkosten reduzierten Lebensstandard beschränkt blie- be (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 6.c). X._____ ist daher insofern zuzustimmen, als die diesbezüglichen, vom Kantonsgericht im Massnahmeverfahren angestellten Ausführungen nicht unbesehen für die nach- eheliche Unterhaltsberechnung übernommen werden können, zumal mit Eintritt der Scheidung eine veränderte Anspruchsgrundlage vorliegt. Demgegenüber kann das Urteil betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts herangezogen werden, soweit es Feststellungen zur ehelichen Lebenshaltung enthält, welche im Scheidungsverfahren nicht widerlegt wurden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass bei genügenden Mitteln ein Anspruch beider Ehegatten auf Fortführung des in der Ehe zuletzt gemeinsam gelebten Standards zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten besteht, es sich dabei aber gleichzeitig auch um die Obergrenze des gebührenden Unterhalts handelt. Nur in diesem Rahmen haben daher grundsätzlich beide Ehegatten Anspruch auf die gleiche bzw. eine vergleichbare Lebenshaltung für die nacheheliche Zeit (Urteil des Bundesgerichts 5C.43/2006 vom 8. Juni 2006, E. 2.2). Auf eine lebenslängli- che Gleichstellung der Ehegatten in finanzieller Hinsicht ungeachtet der Schei- dung gibt Art. 125 ZGB aber keinen Anspruch (BGE 134 III 145 E. 4 S. 146). b/bb. Als falsch erweisen sich indessen die weiteren Ausführungen von X._____, gemäss welchen die Vorinstanz der Berechnung des nachehelichen Unterhalts ein falsches Einkommen zugrunde gelegt bzw. den zuletzt gelebten Standard falsch berechnet habe, indem es von einem zu hohen Einkommen seinerseits ausge- gangen sei. Diesbezüglich führt er aus, dass im vom Kantonsgericht ermittelten Einkommen für das Jahr 2008 nämlich auch ausdrücklich seine Tätigkeit als ne- benamtlicher Richter enthalten sei. Erwerbseinkommen, welches durch überobli- gatorischen Einsatz erzielt werde, sei bei der Ermittlung des nachehelichen Unter- halts jedoch nicht anzurechnen. Massgebend für die Festsetzung des nacheheli- chen Unterhalts sei somit einzig sein Einkommen im Jahre 2008 aus seiner Haupt- tätigkeit, nicht jedoch sein Zusatzeinkommen als Bezirksrichter. Sein massgeben-Seite 14 — 31 des Durchschnittseinkommen belaufe sich demnach auf Fr. 10'250.-- (Fr. 11'550.-- abzüglich Kinder- und Sozialzulagen sowie abzüglich Nebenerwerbseinkommen von Fr. 790.--). Dem kann nicht gefolgt werden. Entgegen der Auffassung des Be- rufungsklägers ist die eheliche Lebenshaltung nämlich aufgrund des gesamten damaligen Einkommens, welches für den Lebensunterhalt der Familie verwendet wurde (einschliesslich der Kinderzulagen), zu ermitteln. Ob das entsprechende Einkommen dabei teilweise überobligatorischer Natur ist, ist bei der Ermittlung des ehelichen Standards zunächst ohne Belang; dieser Umstand spielt erst im An- schluss bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen eine Rolle. b/cc. X._____ macht sodann geltend, Y._____ habe seit der Trennung im Juni 2008 für sich und ihre zwei Kinder über Unterhaltsbeiträge von zwischen Fr. 6'600.-- und Fr. 6'800.-- verfügt, was ihr erlaubt habe, ein Occasionsauto zu kau- fen, eine einwöchige Kreuzfahrt zu machen, zwei Wochen Ferien in Ägypten zu verbringen sowie ihr Vermögen von Fr. 17'982.-- per Trennungszeitpunkt auf Fr. 38'250.-- per 31. Dezember 2009 zu erhöhen. Daraus lasse sich ableiten, dass Y._____ mit einem Gesamteinkommen von Fr. 6'600.-- den während der Ehe ge- lebten Lebensstandard auch nach der Scheidung ohne weiteres für sich und ihre Kinder bestreiten könne. Würden vom Gesamtbedarf von Fr. 6'600.-- die Kinder- unterhaltsbeiträge (Fr. 2'500.--), die Kinderzulagen (Fr. 440.--) sowie das hypothe- tische Einkommen von Y._____ (Fr. 2'782.--) subtrahiert, so verbliebe ein zu leis- tender Unterhaltsbeitrag in Höhe von Fr. 878.--. Er (X._____) sei bei dieser Be- rechnungsweise bereit, während der reduzierten Erwerbstätigkeit von Y._____ bis zum 9. Januar 2017 einen zusätzlichen Beitrag von Fr. 250.-- für die Altersvorsor- ge zu bezahlen, womit er anerkenne, einen Unterhaltsbeitrag von gerundet Fr. 1'150.-- bis zum Erreichen des 16. Altersjahres des Sohnes B._____ per 9. Januar 2017 zu bezahlen. Diese Argumentation zielt ins Leere. X._____ lässt dabei aus- ser Acht, dass sich ausser bei einer langen Trennungszeit von mehr als 10 Jahren bis zur Scheidung der nacheheliche Unterhalt nicht anhand des Trennungsstan- dards, sondern anhand des letzten gemeinsamen Lebensstandards bemisst (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 10 vom 26. September 2012, E. 4.ba mit Hinweis auf BGE 132 III 598 E. 9.3 S. 601 = Pra 2007 Nr. 55 und BGE 129 III 7 E. 3.1.1 S. 8 f. = Pra 2003 Nr. 85). Dementsprechend kann X._____ aus den Y._____ während der Trennung zur Verfügung stehenden Mitteln nichts zu seinen Gunsten ableiten, und zwar selbst dann nicht, wenn – wie dies vorliegend der Fall ist – vor- übergehend gewisse Ersparnisse bzw. Rückstellungen gebildet werden konnten, deren Zustandekommen Y._____ im Übrigen plausibel zu begründen vermochte Seite 15 — 31 (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 3.c; vgl. auch Urteil der I. Zivilkammer ZK1 13 43 vom 8. November 2013, E. 5.c). Unzutreffend ist des Weiteren der Einwand von X._____, dass in den Rechtsschriften nie ein höherer Lebensstandard von Y._____ behauptet worden sei. Vielmehr hat Y._____ bereits in ihren Anträgen zuhanden des Bezirksgerichts Imboden vom 12. Dezember 2011 und unter Hinweis auf die Ausführungen im kantonsgerichtlichen Urteil vom 13. Juli 2011 auf den ehelichen Lebensstandard mit einem Überschuss von rund Fr. 5'000.-- bzw. einer Partizipation daran im Umfang von ungefähr Fr. 1'700.-- (1/3) abgestellt und diesen somit entgegen den Ausführungen von X._____ sehr wohl auch behauptet (Akten der Vorinstanz, act. I./2, S. 4 f.). Was fehlte, waren einzig Angaben zum aktuellen Grundbedarf, wobei Y._____ mit dem Festhalten am ermittelten Unterhalt gemäss dem Massnahmeentscheid aber implizit einen unveränderten Bedarf geltend gemacht hat. So hat sie denn auch in der Replik vom 1. März 2012 den nachehelichen Anspruch explizit anhand der Bedarfszahlen des kantonsgerichtlichen Urteils beziffert und einen persönlichen Grundbedarf (abzüglich des Grundbetrags für die beiden Kinder) von Fr. 4'384.-- zuzüglich ei- ner Freiquote von Fr. 1'787.-- (45% des Überschusses während der ersten Phase des Trennungsunterhalts), insgesamt somit von Fr. 6'171.--, geltend gemacht (Ak- ten der Vorinstanz, act. I./4, S. 3). Der entsprechende Einwand von X._____ er- weist sich demnach als unbehelflich. b/dd. Alternativ hält X._____ dafür, das Kantonsgericht habe in seinem Urteil vom 13. Juli 2011 verbindlich festgelegt, dass mit einem Gesamteinkommen von Fr. 7'766.-- (Eigeneinkommen Fr. 506.--, Kinderzulagen Fr. 440.--, Unterhaltsbeitrag Fr. 6'820.--) der gewohnte Lebensstandard für Y._____ und die beiden Kinder ab- gedeckt sei. Hinzu komme noch der befristete Betrag von Fr. 250.-- an die Alters- vorsorge, woraus ein Gesamtbetrag von Fr. 8'016.-- resultiere. Hiervon seien für die Berechnung des nachehelichen Unterhaltsbeitrags die einvernehmlich verein- barten Kinderunterhaltsrenten von gesamthaft Fr. 2'500.--, die Kinderzulagen von Fr. 440.-- und das Einkommen von Y._____ von Fr. 2'782.-- in Abzug zu bringen. Da für die Berechnung des nachehelichen Unterhaltsbeitrags der Lebensstandard vor der Trennung massgebend sei und Y._____ deshalb nicht an der nach der Trennung bei ihm eingetretenen Einkommenssteigerung partizipiere, sei diese Einkommensdifferenz von rund Fr. 1'300.-- zusätzlich in Abzug zu bringen. So re- sultiere auch bei dieser Berechnungsweise ein maximaler Unterhaltsbeitrag von rund Fr. 1'000.--, mithin rund Fr. 150.-- weniger als bei der vorangehenden Be- rechnungsweise. Diesbezüglich ist X._____ zunächst entgegenzuhalten, dass die im Rahmen von Eheschutzmassnahmen oder vorsorglichen Massnahmen Seite 16 — 31 während des Scheidungsverfahrens festgesetzten Unterhaltsbeiträge gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht einfach generell dem gebührenden Un- terhalt gleichgesetzt werden können. Das Scheidungsgericht ist an derart festge- legte oder von den Parteien vereinbarte Unterhaltsbeiträge nicht gebunden und vielmehr befugt und auf Bestreitung hin auch verpflichtet, die Faktoren neu zu prü- fen und festzustellen, die den nachehelichen Unterhalt bestimmen sollen. Die Ent- scheidungsbefugnis des Scheidungsgerichts ergibt sich ohne weiteres aus der beschränkten Rechtskraft der im summarischen Verfahren als vorsorgliche Mass- nahmen oder Eheschutzmassnahmen ergangenen Entscheide gegenüber dem im ordentlichen Verfahren zu fällenden Scheidungsurteil (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 12 10 vom 8. Juli 2013, E. 4.c mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 5A_384/2008 vom 21. Oktober 2008, E. 4.1). Alsdann scheint er bei seiner Be- rechnungsweise ausser Acht zu lassen, dass im die Parteien betreffenden Mass- nahmeverfahren der Trennungsunterhalt bis Juli 2011 anhand der Methode der Existenzminima mit Überschussteilung ermittelt wurde. Trotz Einbezug des aktuel- len Einkommens von X._____, welches nicht höher war als vor der Trennung, wurde der eheliche Standard als Folge der scheidungsbedingten Mehrkosten, die den Einkommenszuwachs überstiegen, jedoch nicht erreicht. Auch aus diesem Grund kann deshalb der im vorsorglichen Massnahmeverfahren für die erste Pha- se ermittelte Unterhaltsanspruch von Y._____ nicht die Basis für den nacheheli- chen Unterhalt bilden. c. Wie bereits erwähnt, kann das Urteil des Kantonsgerichts betreffend Erlass vorsorglicher Massnahmen für die Bemessung des nachehelichen Unterhalts her- angezogen werden, soweit es Feststellungen zur ehelichen Lebenshaltung enthält, welche im Scheidungsverfahren nicht widerlegt wurden. In seiner Beru- fung äussert sich X._____ erstmals überhaupt zum persönlichen (Grund-)Bedarf von Y._____ und anerkennt – ohne den Anteil an der ehelichen Lebenshaltung von Fr. 1'700.-- – einen Gesamtbedarf in Höhe von Fr. 3'250.--, bestehend aus dem Grundbedarf von Fr. 1'100.--, Wohnkosten von Fr. 1'350.--, Krankenkassen- prämien von Fr. 300.-- und Steuern von Fr. 500.-- (ZK1 12 67, act. A.1, S. 9). Im vorinstanzlichen Verfahren hingegen thematisierte er einzelne Bedarfspositionen zu keinem Zeitpunkt, obwohl Y._____ bereits in ihrer Replik vom 1. März 2012 – in Anlehnung an den im Massnahmeverfahren festgestellten Grundbedarf der Ehe- frau und der Kinder – explizit einen persönlichen Grundbedarf von Fr. 4'384.-- be- hauptet hat (Akten der Vorinstanz, act. I./4, S. 3). Bei diesen von X._____ vorge- brachten Bedarfspositionen handelt es sich mithin um neue Behauptungen, die im vorliegenden Berufungsverfahren unberücksichtigt bleiben müssen, soweit damit Seite 17 — 31 tiefere Beträge als gemäss Massnahmeentscheid geltend gemacht werden. Zwar enthält die Berufungsantwort von Y._____ diesbezüglich keine ausdrückliche Be- streitung, doch macht sie in ihrer eigenen Berufung ihrerseits (neu) einen Grund- bedarf von Fr. 3'624.-- (analog demjenigen von X._____) geltend (ZK1 12 69, act. A.1, S. 8), was durchaus als gegenteilige Sachdarstellung, welche einer Bestrei- tung der Vorbringen der Gegenpartei gleichzusetzen ist, qualifiziert werden kann. Berücksichtigt werden können hingegen die von X._____ in seiner Berufung zuge- standenen höheren Beträge. Im Massnahmeentscheid wurde der Anteil von Y._____ am gemeinsamen (inklusiver der Kinder) Grundbedarf auf rund Fr. 3'500.- - beziffert (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 6.a). Dar- in enthalten ist der Grundbetrag von Fr. 1'350.--, ein Anteil an den Wohnkosten von ca. Fr. 1'050.--, Krankenkassenprämien von Fr. 264.-- und Steuern von Fr. 824.-- (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 5.a). Für eine erste Phase unverändert bleiben müssen der Grundbetrag und die Steuern, ist Y._____ bis zur Volljährigkeit des jüngeren Sohnes doch ein Grundbetrag für al- leinstehende Schuldner mit Betreuungspflichten anzurechnen. Was alsdann den von X._____ geltend gemachten tieferen Steuerbetrag anbelangt, so hat er diesen mit keinem Wort begründet und es ist auch sonst kein Grund ersichtlich, diesen im Vergleich zum Massnahmeentscheid herabzusetzen. Hinzu kommen der von X._____ zugestandene höhere Wohnkostenanteil sowie die höheren Krankenkas- senprämien. Der aktuelle Grundbedarf von Y._____ präsentiert sich nach den vor- angegangenen Ausführungen wie folgt: Erweitert um den im vorsorglichen Massnahmeverfahren ermittelten Anteil an der ehelichen Lebenshaltung in Höhe von Fr. 1'700.-- beläuft sich der gebührende Un- terhalt von Y._____ – im Sinne eines Verbrauchsunterhalts noch unter Ausklam- merung des Vorsorgeunterhalts – somit auf Fr. 5'524.--. Die von der Vor-instanz zugunsten Y._____ noch zugesprochene Freiquote von Fr. 250.-- hat für die Er- mittlung des nachehelichen Unterhalts hingegen unberücksichtigt zu bleiben. d. Massgeblich im Sinne von Art. 125 Abs. 1 ZGB ist der gebührende Unter- halt unter Einschluss einer angemessenen Altersvorsorge. Aus diesem Grund ist bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts entgegen der Auffassung der Grundbetrag Fr. 1‘350.00 Wohnkosten Fr. 1‘350.00 Krankenkasse Fr. 300.00 Steuern Fr. 824.00 Total Fr. 3'824.00Seite 18 — 31 Vorinstanz, welche die Hinzurechnung eines zusätzlichen Vorsorgeunterhalts ver- neint hat, auch die Altersvorsorge von Y._____ mit zu berücksichtigen (vgl. Sabine Aeschlimann/Daniel Bähler/Elisabeth Freivogel, in: Ingeborg Schwenzer [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, Band II: Anhänge, 2. Aufl., Bern 2011, N 19 zu Anh. UB). Die Erwägung der Vorinstanz, der Vorsorgeunterhalt finde im errechneten Überschuss Platz und sei daher nicht zusätzlich zuzusprechen, geht fehl. Damit wäre Y._____ nämlich gezwungen, für ihre Altersvorsorge einen Teil der für die Weiterführung der ehelichen Lebenshaltung erforderlichen Mittel zu verwenden, womit ihr gebührender Unterhalt im betreffenden Umfang beschnitten würde (vgl. BGE 132 III 593 E. 7.2 S. 595 ff.). d/aa. Was die Bemessung des Vorsorgeunterhalts anbelangt, wird in der Beru- fung von Y._____ dargelegt, dass der Ehemann von seinem Einkommen monatli- che Beiträge von Fr. 1‘558.30 in die AHV und die Pensionskasse einzahle, während sich die Beiträge der Ehefrau, wiederum ohne die Arbeitgeberbeiträge, auf lediglich Fr. 211.55 belaufen würden. Die Differenz betrage Fr. 1‘346.75 oder Fr. 673.--, wenn lediglich von der Hälfte ausgegangen werde. Im Sinne einer an- gemessenen Altersvorsorge würden von der Berufungsklägerin Fr. 440.-- geltend gemacht, was an der untersten Grenze liege und ohne weiteres zuzusprechen sei (ZK1 12 69, act. A.1, S. 6). Bei dieser Argumentation wird verkannt, dass sich die Angemessenheit der Altersvorsorge nicht anhand der aktuellen Vorsorgebeiträge des Unterhaltsverpflichteten, sondern auf Grund der für die Ehegatten massgebli- chen Lebenshaltung beurteilt. Gestützt auf die einschlägige Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 135 III 158 E. 4.3 und 4.4 S. 160 f.) ist die Altersvorsorge als Teil des gebührenden Unterhaltes daher in der Weise zu ermitteln, dass die massgebliche Lebenshaltung, d.h. der Lebensstandard, den die Ehegatten in ihrer lebensprägenden Ehe zuletzt gemeinsam gelebt haben und auf dessen Fort- führung (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten) der unterhaltsberechtigte Ehegatte grundsätzlich Anspruch hat, in ein fiktives Bruttoeinkommen umgerech- net wird, darauf die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge berechnet werden und davon die effektiven Beiträge – sei dies aufgrund eines Eigenverdienstes oder der gesetzlichen Erziehungsgutschriften im Bereiche der 1. Säule (Art. 29 sexies des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]) – in Abzug gebracht werden. Das Ergebnis, erweitert um eine allfällige Steuerbelastung, bildet dann den sog. Vorsorgeunterhalt. d/bb. Ausgehend vom vorstehend errechneten Verbrauchsunterhalt in Höhe von monatlich Fr. 5‘524.-- und einem eigenen Nettoeinkommen von Y._____ von Fr. Seite 19 — 31 2'500.-- (vgl. dazu E. 5.e nachfolgend) ergäbe sich vorliegend bei Anwendung der beschriebenen Bemessungsmethode ein Anspruch von rund Fr. 550.--. Da Y._____ in ihrer Berufung jedoch trotz eines behaupteten höheren Anspruchs ausdrücklich nur einen Betrag von Fr. 440.-- als angemessene Altersvorsorge gel- tend macht, ist aufgrund der im Bereich der nachehelichen Unterhaltsberechnung anwendbaren Dispositionsmaxime der von ihr geforderte Betrag in die Berech- nung aufzunehmen. Damit beläuft sich der gebührende Unterhalt von Y._____ auf total rund Fr. 5'964.-- pro Monat. e. Was die Eigenversorgungskapazität von Y._____ anbelangt, so hat sie mit ihrer Berufung zwar einen neuen Arbeitsvertrag samt Lohnabrechnungen für die Monate August 2012 und Januar 2013 (ZK1 12 69, act. B.2, B.3 und B.4) einge- reicht, für die erste Unterhaltsphase bis zum Erreichen des 16. Altersjahres des jüngeren Sohnes indessen keine Konsequenzen aus dem sich aus den vorge- nannten Unterlagen ergebenden tieferen Einkommen gezogen. Ihr Rechtsbegeh- ren blieb im Vergleich zum erstinstanzlichen Verfahren unverändert. Der anbe- gehrte höhere Unterhaltsanspruch wurde denn auch einzig mit dem zusätzlichen Vorsorgeunterhalt begründet, welchen die Vorinstanz in ihrer Berechnung zu Un- recht nicht berücksichtigt hat. Im Übrigen hat sie die vorinstanzliche Berechnung ihres Unterhaltsanspruchs für die Zeit bis Februar 2017 – und somit auch das hy- pothetische Einkommen in Höhe von Fr. 2'500.-- – ausdrücklich akzeptiert (ZK1 12 69, act. A.1, S. 5); darauf ist sie zu behaften. Insofern ist für die erste Phase auf das von der Vorinstanz ermittelte und Y._____ anrechenbare Einkommen abzu- stellen. Dieses beläuft sich auf Fr. 2'782.-- (Fr. 2'500.-- Erwerbseinkommen, Fr. 282.-- aus Liegenschaftsertrag; vgl. angefochtener Entscheid, E. 5). In Gegenü- berstellung mit dem zuvor ermittelten gebührenden Unterhalt von Fr. 5'964.-- re- sultiert ein Fehlbetrag von gerundet Fr. 3'200.--, welchen X._____ Y._____ bei bestehender Leistungsfähigkeit seinerseits als nachehelichen Unterhaltsbeitrag zu leisten hat. f. Wie sich zeigt, ist die Leistungsfähigkeit von X._____ für die anhand des ehelichen Lebensstandards ermittelten Unterhaltsbeiträge für die erste Phase ge- geben, und zwar selbst dann, wenn dessen Nebenerwerb als Bezirksrichter aus- geklammert bleibt. Ausgehend von dem im Jahre 2011 erzielten Nettoeinkommen (ohne Kinderzulagen, aber mit Anteil des 13. Monatslohns) von Fr. 11'443.-- pro Monat bei einem Arbeitsumfang von 96.04% (Akten der Vorinstanz, act. III./7) er- gäbe dies bei einer Vollzeittätigkeit ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 11'915.--, während sich sein Verbrauchsunterhalt auf Fr. 5'324.-- (Grundbetrag Fr. Seite 20 — 31 1'200.--, Wohnkosten Fr. 1'350.--, Krankenkassenprämie Fr. 245.--, Steuern Fr. 829.--, Anteil an ehelicher Lebenshaltung Fr. 1'700.--; vgl. hierzu Urteil der I. Zivil- kammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 5.a und 6.b) beläuft. Der monatliche Überschuss beträgt somit Fr. 6'215.--. Abzüglich des Kindesunterhalts von Fr. 2'500.-- sowie des nachehelichen Unterhalts an Y._____ von Fr. 3'200.-- verbleibt X._____ damit immer noch ein monatlicher Überschuss von rund Fr. 900.--. Seine Leistungsfähigkeit ist demzufolge selbst dann ausgewiesen, wenn – wie bereits erwähnt – sein Nebenerwerbseinkommen als Bezirksrichter unberücksichtigt bleibt. g. Nach den vorangegangenen Ausführungen hat X._____ Y._____ für eine erste Phase – nämlich bis zum Ende des Monats, in welchem der jüngere Sohn das 16. Altersjahr vollenden wird (31. Januar 2017) – einen nachehelichen Unter- haltsbeitrag von monatlich Fr. 3'200.-- zu bezahlen. Dabei ist der Beginn der nachehelichen Unterhaltspflicht in Ausschöpfung des in Art. 126 ZGB eingeräum- ten Spielraums (BGE 128 III 121 E. 3 S. 122 ff.) auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungspunktes (15. November 2012) festzusetzen, zumal der Grund für den höheren nachehelichen Unterhalt (Einbezug der Altersvorsorge) bereits in jenem Zeitpunkt gegeben war und Y._____ mit ihrer Berufung ausdrücklich die auf den Zeitpunkt der Rechtskraft des Scheidungsurteils rückwirkende Zusprechung von Unterhaltsbeiträgen beantragt hat. Die seither geleisteten vorsorglichen Un- terhaltszahlungen können selbstredend auf den nachehelichen Unterhalt ange- rechnet werden. 6. In einem nächsten Schritt ist der nacheheliche Unterhalt für die Zeit ab dem 1. Februar 2017 zu berechnen. In diesem Zeitpunkt wird der jüngere Sohn das 16. Altersjahr erreichen, so dass es Y._____ ab diesem Zeitpunkt zumutbar sein wird, einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 100% nachzugehen, was eine Erhöhung ihrer eigenen Leistungsfähigkeit mit sich bringen wird. a/aa. In Bezug auf die Leistungsfähigkeit von Y._____ zog die Vor-instanz in Er- wägung, vor dem Hintergrund, dass das für die erste Unterhaltsphase festgelegte hypothetische Einkommen (Fr. 2'500.--) weder im kantonsgerichtlichen Berufungs- verfahren noch im vorliegenden Scheidungsverfahren in Abrede gestellt worden sei, sondern – nolens volens – Akzeptanz gefunden habe, erschiene es bereits unter diesem Blickwinkel als inkonsequent, dieses nicht als Basis für einen Voll- zeiterwerb zu nehmen und es schliesslich zu verdoppeln. Diese Schlussfolgerung sei hier umso mehr am Platz, als Fragen des nachehelichen Unterhalts der Ver-Seite 21 — 31 handlungsmaxime unterstünden und es Sache der ansprechenden Ehefrau sei, eine geringere als die ihr zugemutete hypothetische Leistungsfähigkeit substanti- iert darzutun. Begnüge sich die beweisbelastete Partei indessen mit allgemeinen Behauptungen, verdiene ihr Begehren keinen Rechtsschutz. Mehr als das reich- lich allgemein gehaltene Argument, Y._____ werde im Alter von 50 Jahren bei op- timistischer Betrachtungsweise ein Einkommen von höchstens Fr. 4'000.-- pro Monat generieren können, werde denn auch nicht vorgebracht. Sehr spärlich sei- en auch die im Recht liegenden Bewerbungsbemühungen, obwohl gerade hiermit allenfalls hätte dargetan werden können, dass das Bezirksgericht von unrealistisch hohen Erwartungen ausgegangen sei (angefochtener Entscheid, E. 5). X._____ ist ebenfalls der Auffassung, dass Y._____ bei einer Anstellung von 100% ein Er- werbseinkommen von über Fr. 5'000.-- werde erzielen können. a/bb. Y._____ stellt mit ihrer Berufung nicht in Abrede, dass ab Februar 2017 der nacheheliche Unterhalt gekürzt werden kann. Sie gibt indessen zu bedenken, dass sie in jenem Jahr das 50. Altersjahr erreichen wird. Ihre Lehre als Schriftset- zerin (Typografin) habe sie im Jahr 1987 abgeschlossen und seit 1997 nicht mehr auf diesem Beruf gearbeitet, womit eine Rückkehr in ihren erlernten Beruf – soweit es diesen überhaupt noch gebe – nach so vielen Jahren unmöglich sei. Sie habe sich denn auch schon bei der Südostschweiz Presse und Print AG beworben, je- doch Absagen erhalten. Es sei gerichtsnotorisch, dass es Frauen im Alter von 50 Jahren ausserordentlich schwer hätten, eine 100%-ige Anstellung zu finden re- spektive ihr früheres Pensum auf 100% zu erhöhen. Dabei handle es sich um Ge- richtsnotorietät, welche entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid nicht unter Beweis gestellt werden müsse. Überdies dürfte sie bei einer Vollzeitbe- schäftigung allerhöchstens einen monatlichen Nettolohn zwischen Fr. 3'500.-- und Fr. 4'000.-- verdienen. So würden ihr bei der momentanen 50%-igen Beschäfti- gung bei der Schweizerischen Post monatlich Fr. 1'764.-- ausbezahlt. Selbst unter Einbezug eines 13. Monatslohns werde sie somit nie mehr als Fr. 4'000.-- verdie- nen. Selbst mit dem von ihr geforderten Betrag von Fr. 2'000.-- werde somit der gebührende Unterhalt zuzüglich einer angemessenen Altersvorsorge nicht ge- deckt. a/cc. Y._____ bestreitet mit ihrer Berufung demzufolge nicht die Zumutbarkeit einer Vollzeiterwerbstätigkeit an sich, sondern die Möglichkeit, eine Vollzeitanstel- lung zu finden, einerseits sowie die Höhe des mit dieser Vollzeitanstellung erziel- baren Einkommens andererseits. Die von ihr propagierte Unmöglichkeit, eine ent- sprechende Arbeitsstelle zu finden, ist mit dem blossen Hinweis auf ihr Alter je-Seite 22 — 31 doch nicht in rechtsgenüglicher Weise dargetan. Y._____ ist zwar insofern zuzu- stimmen, als die Schwierigkeiten von älteren Frauen auf dem Arbeitsmarkt in der Tat gerichtsnotorischer Natur sind und keines weiteren Beweises bedürfen. Aller- dings darf von einer Frau im Alter von 50 Jahren sowie bereits bestehender Er- werbstätigkeit durchaus noch eine vollständige Integration erwartet werden, soweit nicht anderweitige erschwerende Umstände hinzukommen, was vorliegend nicht der Fall ist. Weder macht Y._____ derartige Umstände geltend, noch ergeben sich solche aus den Akten. Mit dem Einwand ihres fortgeschrittenen Alters vermag sie das von der Vorinstanz festgesetzte hypothetische Einkommen somit nicht zu wi- derlegen. Des Weiteren enthält die Berufung von Y._____ keine substantiierten Vorbringen, weshalb das von ihr für die erste Phase akzeptierte Einkommen in Höhe von Fr. 2'500.-- bei einer Verdoppelung des Pensums nicht entsprechend ansteigen sollte. Auch aus diesem Grund kann der Vorinstanz nicht der Vorwurf gemacht werden, für die zweite Phase zu Unrecht ein anrechenbares Einkommen von Fr. 5'000.-- eingesetzt zu haben. Daran vermag auch ihr mittels Einlage von Lohnabrechnungen ausgewiesenes aktuelles Nettoeinkommen in der Grössen- ordnung von rund Fr. 1'760.-- pro Monat (vgl. Lohnabrechnung August 2012: Fr. 1'764.-- netto, Lohnabrechnung Januar 2013: Fr. 1'766.75 netto; ZK1 12 69, act. B.2 und B.4), nichts zu ändern. Zwar ist durchaus einzuräumen, dass der Lohn in der gegenwärtigen Anstellung bei der Post ein Indiz dafür sein könnte, dass die vorinstanzlichen Lohnerwartungen zu hoch ausgefallen sind. Entgegen der Auf- fassung von X._____ (ZK1 12 67, act. A.1, S. 7 f.) kann auch nicht ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass Y._____ eine Anstellung im kaufmännischen Bereich finden könnte, verfügt sie als gelernte Typografin doch nicht tel quel über die hierfür erforderliche Qualifikationen. Im Massnahmeverfahren war erstinstanz- lich denn auch eher eine Tätigkeit im Verkauf, als Reinigungskraft oder die Mitar- beit in der Produktion in Betracht gezogen worden, welche erfahrungsgemäss al- lesamt eher tiefer entlöhnt werden. Zu berücksichtigen ist indessen, dass Y._____ es unterlassen hat, die Intensität ihrer Stellensuche unter Beweis zu stellen, wes- halb nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie bei entsprechenden Bewer- bungsbemühungen eine besser bezahlte Stelle hätte finden können oder dies in den nächsten Jahren noch tun könnte. Zum anderen basiert die gegenwärtige An- stellung – wie aus dem Arbeitsvertrag (ZK1 12 69, act. B.2) explizit hervorgeht – auf dem Gesamtarbeitsvertrag für Neueintretende und Aushilfen. Gemäss diesem – im Internet abrufbaren und damit allgemein zugänglichen (vgl. Urteil des Bun- desgerichtes 5A_561/2011 vom 19. März 2012, E. 5.3 mit Verweis auf BGE 135 III 88) – Gesamtarbeitsvertrag wird eine derartige Anstellung nach einer Dauer von Seite 23 — 31 18 Monaten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis nach ordentlichem GAV Post überführt (Ziffer 111 Buchstabe e). Letzterer sieht für eine Anstellung in der Funk- tionsstufe 3, wie sie Y._____ zurzeit innehat, bei guter Leistung einen Bruttolohn zwischen Fr. 59'711.-- und Fr. 68'737.-- vor (vgl. Ziffer 12 Anhang 1 [Lohn und Zulagen] GAV Post). Angesichts dessen sowie aufgrund des für alle Kategorien bestehenden Bandanstiegs (vgl. Ziffer 111 Anhang 1 [Lohn und Zulagen] GAV Post; in den ersten drei Jahren 2% von Jahr zu Jahr, vom vierten bis zum 12. Jahr jeweils 1%) darf nach 4-5 Jahren Teilzeittätigkeit im Betrieb davon ausgegangen werden, dass bei einer Vollzeitanstellung ein Nettolohn von Fr. 5'000.-- erreichbar ist. Demzufolge hat die Vorinstanz die hypothetische Leistungsfähigkeit von Y._____ zu Recht auf Fr. 5'000.-- pro Monat festgesetzt und die Berufung erweist sich insofern als unbegründet. a/dd. Ferner macht Y._____ geltend, aus dem Umstand, dass das Kantonsge- richt im Massnahmeentscheid ausgeführt habe, der Gesamtanspruch der Ehefrau und der Kinder betrage Fr. 8'584.--, was abzüglich ihres eigenen Einkommens und der Kinderzulagen zu einem Betrag von Fr. 5'360.-- führe, welcher durch den Ehemann zu decken sei, könne nicht ohne weiteres auf den gebührenden Unter- halt der Ehefrau geschlossen werden. Andernfalls würde dieser Betrag davon ab- hängen, welche Unterhaltsbeiträge der Pflichtige an die Kinder bezahle. Wäre bei- spielsweise der Betrag von Fr. 5'360.--, welche der Ehemann an den Unterhalt der Familie zu bezahlen habe, in der Weise aufgeteilt worden, dass die Unterhaltsbei- träge pro Kind auf Fr. 750.-- festgelegt worden wären, so hätte sich der gebühren- de Unterhalt, auf welchen Y._____ Anspruch habe, um Fr. 1'000.-- erhöht; wären die Unterhaltsbeiträge pro Kind demgegenüber auf Fr. 1'500.-- festgelegt worden, hätte er sich um Fr. 500.-- verringert. Dies zeige, dass die Berechnung nicht auf diese Weise vorgenommen werden könne. Diese Kritik erweist sich insoweit als gerechtfertigt, als der nacheheliche Unterhalt von Y._____ nicht auf Basis des Ge- samtanspruchs (zusammen mit den beiden Kindern) während der Trennung zu berechnen ist, sondern – wie bereits erörtert (vgl. E. 5.c) – ihr alleiniger, aktueller Grundbedarf, erweitert um den Anteil an der ehelichen Lebenshaltung, massge- bend ist. Letzterer beläuft sich – wie bereits im Massnahmeentscheid festgehalten und auch im vorliegenden Urteil mehrmals dargelegt – auf rund Fr. 1'700.--. Der aktuelle Grundbedarf von Y._____ bleibt im Vergleich zur ersten Phase bis zur Volljährigkeit des jüngeren Sohnes unverändert und beträgt mithin weiterhin Fr. 3'824.--. Erweitert um den im vorsorglichen Massnahmeverfahren ermittelten An- teil an der ehelichen Lebenshaltung in Höhe von Fr. 1'700.-- beläuft sich der ge-Seite 24 — 31 bührende Unterhalt von Y._____ – im Sinne eines Verbrauchsunterhalts noch un- ter Ausklammerung des Vorsorgeunterhalts – somit wie zuvor auf Fr. 5'524.--. a/ee. Die übrigen mit der Berechnung des gebührenden Unterhalts zusammen- hängenden Einwände von Y._____ erweisen sich hingegen als unbehelflich und vermögen an den vorangegangenen Ausführungen nichts zu ändern. So wird ih- rerseits geltend gemacht, der Einfachheit halber damit einverstanden zu sein, dass für die Berechnung bei ihr das gleiche Existenzminimum genommen werde wie bei X._____, nämlich Fr. 3'624.--. Daneben – so Y._____ weiter – habe sie Anspruch auf einen Teil des Überschusses, wobei – der Berechnung des Kan- tonsgerichts folgend – ein Betrag von Fr. 3'000.-- eingesetzt werde. Somit sei ihr gebührender Unterhalt erst gedeckt, wenn sie über Einkünfte in Höhe von Fr. 6'624.-- verfüge. In diesem Zusammenhang ist zunächst einmal festzuhalten, dass Y._____ mit der vorliegenden Berufung erstmals überhaupt einen Überschussan- teil in Höhe von Fr. 3'000.-- geltend macht und noch im vorinstanzlichen Verfahren bedeutend tiefere Beträge gefordert hat. So ging sie in ihrer Eingabe vom 12. De- zember 2011 noch davon aus, dass ihr gebührender Unterhalt unter Einschluss der Altersvorsorge bei einem Einkommen von Fr. 6'000.-- gedeckt sein dürfte (Ak- ten der Vorinstanz, act. I./2, S. 6) und auch in ihrer Replik vom 1. März 2012 be- rechnete sie einen gebührenden Unterhalt von Fr. 6'171.--, indem sie den Grund- bedarf von Fr. 4'384.-- um 45 % des Überschusses, nämlich Fr. 1'787.--, erhöhte (Akten der Vorinstanz, act. I./4, S. 3). Von einem nunmehr mit Berufung geltend gemachten Überschussanteil in der Höhe von Fr. 3'000.-- war somit während des gesamten erstinstanzlichen Verfahrens bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Rede. Darüber hinaus verkennt Y._____ in ihrer Argumentation aber auch, dass im Massnahmeverfahren nicht nur 10% des Überschusses von Fr. 5'000.-- auf die beiden Kinder entfielen, sondern ebenfalls ein Drittel. Die Quote von 55% zu 45% zugunsten der Mutter erklärte sich mit dem erhöhten Betreuungsanteil des Vaters (vgl. Urteil der I. Zivilkammer ZK1 11 20 vom 13. Juli 2011, E. 5.a), so dass im Ergebnis der Anteil der Kinder von rund 30% zu 20% bei der Mutter und zu 10% beim Vater berücksichtigt wurde. Damit zielen die Vorbringen von Y._____, wel- che darauf abzielen, einen Überschussanteil von Fr. 3'000.-- in die Bedarfsbe- rechnung einzubeziehen, ins Leere. b. Da Y._____ nach dem Gesagten für die zweite Phase ein Einkommen von Fr. 5'000.-- anzurechnen sein wird, ist – ausgehend hiervon – die allenfalls noch bestehende Vorsorgelücke zu bestimmen. Diese berechnet sich folgendermassen:Seite 25 — 31 - Bereich AHV: geb. Unterhalt Einkommen Fehlbetrag Beiträge 10% netto (= 87%) Fr. 5'524.-- Fr. 5'000.-- Fr. 524.-- brutto (= 100%) Fr. 6'349.-- Fr. 5'747.-- Fr. 602.--Fr. 60.-- - Bereich BVG: geb. Unterhalt Einkommen Fehlbetrag Ansatz 16% brutto Fr. 6'349.-- Fr. 5'747.-- brutto koordiniert Fr. 4'302.-- Fr. 3'700.-- Fr. 602.--Fr. 96.-- Damit beläuft sich der monatliche Vorsorgebedarf von Y._____ auf insgesamt Fr. 156.--. Bei einem Verbrauchsunterhalt von Fr. 5'524.-- und einem Vorsorgeunter- halt von Fr. 156.-- ergibt sich im Ergebnis ein gebührender Unterhalt für die Ehe- frau von total rund Fr. 5'680.-- pro Monat. c. Was die Eigenversorgungskapazität von Y._____ anbelangt, kann bezüg- lich des ihr anrechenbaren Einkommens auf die vorangehenden Ausführungen verwiesen werden. Dieses beläuft sich demnach auf Fr. 5'000.-- (vgl. E. 6.a). Hin- zu kommt der zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellte Liegenschaftsertrag in Höhe von Fr. 282.--, was zu einem anrechenbaren Gesamteinkommen von monatlich Fr. 5'282.-- führt. In Gegenüberstellung mit dem zuvor ermittelten gebührenden Un- terhalt resultiert daraus ein Fehlbetrag von gerundet Fr. 400.--, welchen X._____ für die zweite Phase als nachehelichen Unterhalt zu leisten hat. Dessen Leis- tungsfähigkeit ist ausgewiesen, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden Erwägungen für die erste Phase der Unterhaltsberechnung verwiesen werden kann (vgl. E. 5.f). d. Nach dem Gesagten hat X._____ Y._____ ab dem 1. Februar 2017 bis 31. Januar 2019 – dem Monat, in welchem der jüngste Sohn das 18. Altersjahr errei- chen wird – einen nachehelichen Unterhalt von monatlich Fr. 400.-- zu bezahlen. 7.a. Die dritte Phase betrifft den Zeitraum ab dem 1. Februar 2019. Mit der Voll- jährigkeit des jüngeren Sohnes ändert sich auch der Grundbedarf von Y._____, weil ihr einerseits neu nur noch ein Grundbetrag für alleinstehende Personen an-Seite 26 — 31 gerechnet werden kann und der Wegfall der Kinderalimente im steuerbaren Ein- kommen sowie der anwendbare Alleinstehendentarif eine gerichtsnotorische Ver- änderung in der Besteuerung zur Folge haben werden. Die dannzumal anrechen- bare Steuerlast beträgt gemäss Onlineberechnung noch etwa Fr. 600.--. Damit präsentiert sich der Grundbedarf von Y._____ ab dem 1. Februar 2019 neu wie folgt: Wiederum erweitert um den im vorsorglichen Massnahmeverfahren ermittelten Anteil an der ehelichen Lebenshaltung in Höhe von Fr. 1'700.-- beläuft sich der gebührende Unterhalt von Y._____ – im Sinne eines Verbrauchsunterhalts noch unter Ausklammerung des Vorsorgeunterhalts – somit auf Fr. 5'150.--. b. Da Y._____ auch in dieser dritten Phase nach wie vor ein Erwerbseinkom- men von Fr. 5'000.-- anzurechnen sein wird, mit welchem der zuvor ermittelte Ver- brauchsunterhalt nicht vollständig gedeckt werden kann, besteht grundsätzlich weiterhin Anspruch auf Vorsorgeunterhalt. Aus diesem Grund ist auch für dieses Stadium die allenfalls noch bestehende Vorsorgelücke zu bestimmen: - Bereich AHV: geb. Unterhalt Einkommen Fehlbetrag Beiträge 10% netto (= 87%) Fr. 5'150.-- Fr. 5'000.-- Fr. 150.-- brutto (= 100%) Fr. 5'920.-- Fr. 5'747.-- Fr. 173.--Fr. 17.-- - Bereich BVG: geb. Unterhalt Einkommen Fehlbetrag Ansatz 16% brutto Fr. 5920.-- Fr. 5'747.-- brutto koordiniert Fr. 3'873.-- Fr. 3'700.-- Fr. 173.--Fr. 28.-- Grundbetrag Fr. 1‘200.00 Wohnkosten Fr. 1‘350.00 Krankenkasse Fr. 300.00 Steuern Fr. 600.00 Total Fr. 3'450.00Seite 27 — 31 Damit beläuft sich der monatliche Vorsorgebedarf von Y._____ auf insgesamt Fr. 45.--. Bei einem Verbrauchsunterhalt von Fr. 5'150.-- und einem Vorsorgeunterhalt von Fr. 45.-- ergibt sich im Ergebnis ein gebührender Unterhalt für die Ehefrau von total rund Fr. 5'195.-- pro Monat. Diesen vermag Y._____ mit ihrem monatlichen Gesamteinkommen in Höhe von Fr. 5'282.--, bestehend aus einem Erwerbsein- kommen von Fr. 5'000.-- und den Liegenschaftserträgen von Fr. 282.--, vollständig zu decken, womit ihr Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ab diesem Zeitpunkt wegfallen wird. Mit der nunmehr bestehenden ausreichenden Eigenversorgungs- kapazität von Y._____ stellt sich die Frage der Leistungsfähigkeit von X._____ im Pensionsalter nicht mehr, weshalb sich Ausführungen zu dieser Thematik und den damit zusammenhängenden Vorbringen der Parteien erübrigen. 8. Zusammenfassend bleibt somit festzuhalten, dass X._____ Y._____ ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis zum 31. Januar 2017 einen nachehelichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'200.-- und vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Januar 2019 einen solchen von Fr. 400.-- zu leisten hat. Danach endet seine Unterhalts- verpflichtung. Demzufolge sind die Berufungen von X._____ und Y._____ jeweils teilweise gutzuheissen und die Ziffer 4 des Dispositivs des angefochtenen Ent- scheids ist aufzuheben und neu zu fassen. 9.a. Ist der angefochtene Entscheid nach dem Gesagten teilweise zu korrigie- ren, so sind auch die Kosten der Vorinstanz neu zu beurteilen (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Dabei hat die Berufungsinstanz ungeachtet dessen, dass sich das vor- instanzliche Verfahren noch nach den Regeln der bündnerischen Zivilprozessord- nung richtete, das vor ihr geltende Verfahrensrecht anzuwenden. Bei einem re- formatorischen Entscheid stellt sich nämlich nicht die Frage, ob die erste Instanz das bisherige kantonale Verfahrensrecht bei der Kostenverteilung richtig gehand- habt hat, sondern die Berufungsinstanz hat in eigener Kompetenz aufgrund des von ihr erkannten Prozessergebnisses auch über die Prozesskosten des erstin- stanzlichen Verfahrens neu zu entscheiden, was in Anwendung von Art. 405 Abs. 1 ZPO nach neuem Recht zu geschehen hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_17/2013 vom 13. Mai 2013, E. 4.1). Im Ergebnis bleibt die Frage des anwend- baren Verfahrensrechts allerdings von untergeordneter Bedeutung, da die Grundsätze der Kostenverteilung im bisherigen kantonalen Recht im Wesentlichen gleich geregelt waren wie im neuen Recht. So erlaubte es bereits das bisherige Recht, bei familienrechtlichen Streitigkeiten vom Grundsatz der Kostenverteilung nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen abzuweichen, um weiteren Umständen wie dem beidseitigen Interesse der Parteien an der Scheidung oder Seite 28 — 31 der jeweiligen Leistungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Die Möglichkeit, in familien- rechtlichen Verfahren die Prozesskosten nach Ermessen zu verteilen, wurde in der Schweizerischen Zivilprozessordnung nunmehr ausdrücklich festgehalten (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). b. Bei der Kostenverteilung ist vorab zu berücksichtigen, dass sich die Partei- en im Rahmen der abgeschlossenen Teilkonventionen bezüglich eines grossen Teils der Nebenfolgen gütlich geeinigt und sie für diesen Teil des Verfahrens eine hälftige Kostenverteilung vereinbart haben. Mit Bezug auf den strittig gebliebenen nachehelichen Unterhalt bleibt festzustellen, dass Y._____ für die erste Unter- haltsphase ab Rechtskraft des Scheidungsurteils (15. November 2012) bis zum 31. Januar 2017 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'300.-- beantragte, was – aufgerechnet auf den entsprechenden Zeitraum von 50 Monaten – einem Ge- samtbetrag von Fr. 165'000.-- entspricht. Demgegenüber war X._____ bereit, Y._____ in dieser ersten Unterhaltsphase nacheheliche Unterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 1'150.-- bzw. insgesamt Fr. 57'500.-- (50 Monate à Fr. 1'150.--) zu bezahlen. Mit dem vorliegenden Urteil wird X._____ letztlich verpflichtet, Y._____ in der ersten Phase monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 3'200.-- zu bezahlen, was zu einem Gesamtbetrag von Fr. 160'000.-- führt. Was somit diese erste Un- terhaltsphase anbelangt, vermochte Y._____ fast vollständig zu obsiegen. Anders verhält es sich hingegen hinsichtlich der zweiten Unterhaltsphase. So verlangte Y._____ ab dem 1. Februar 2017 bis zu ihrem Eintritt in das AHV-Alter (31. De- zember 2031) monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.--, insgesamt mithin Fr. 358'000.-- (179 Monate à Fr. 2'000.--), während X._____ die Auffassung vertrat, seine Unterhaltsverpflichtung müsse nach der ersten Phase enden. Zugesprochen werden Y._____ mit dem vorliegenden Urteil monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 400.-- für den Zeitraum vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Januar 2019, was insgesamt einen Betrag von Fr. 9'600.-- (24 Monate à Fr. 400.--) ergibt; danach endet die Unterhaltsverpflichtung von X._____. Dieses Ergebnis kommt – die zweite Unterhaltsphase betreffend – einem beinahe vollständigen Unterliegen von Y._____ gleich. Wird sodann der höhere Streitwert der zweiten Unterhaltsphase voll gewichtet, unterliegt Y._____ rein rechnerisch zu rund 2/3. Zu beachten ist indessen, dass der höhere Streitwert in der zweiten Phase zu einem wesentlichen Teil aus der Dauer der Unterhaltsverpflichtung resultiert, welche ihrerseits wieder- um von nur schwierig abzuschätzenden Prognosen über die zukünftige Eigenver- sorgungskapazität abhängt. Vom Verfahrensaufwand her sind die beiden Unter- haltsphasen sodann als gleichwertig zu betrachten. Für die hälftige Kostentragung spricht im Weiteren auch die deutlich höhere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Seite 29 — 31 X._____, welcher bei der Kostenverteilung ebenfalls eine gewisse Bedeutung bei- gemessen werden kann. In Ausschöpfung des erweiterten Ermessensspielraums, der dem Gericht in familienrechtlichen Verfahren bei der Kostenverteilung zu- kommt, erscheint es nach wie vor angemessen, die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens den Parteien je hälftig aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschla- gen. Damit bleibt es im Ergebnis beim vorinstanzlichen Kostenspruch. 10. Für die Kostenverteilung in den Berufungsverfahren gelten – abgesehen davon, dass von vornherein nur noch über den nachehelichen Unterhalts zu ent- scheiden war – die gleichen Überlegungen wie bei der Kostenverteilung des erst- instanzlichen Verfahrens. Entsprechend gehen die Kosten der Berufungsverfahren von insgesamt Fr. 5'000.-- (vgl. Art. 9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren [VGZ; BR 320.210]) je zur Hälfte zu Lasten der Parteien und die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen.Seite 30 — 31 III. Demnach wird erkannt: 1. Die Berufungen von X._____ und Y._____ werden teilweise gutgeheissen und die Dispositivziffer 4 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichts Im- boden vom 12. Juni 2013 wird aufgehoben. 2.a. X._____ wird verpflichtet, an den nachehelichen Unterhalt von Y._____ fol- gende, monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge zu leisten: - Fr. 3'200.-- ab Eintritt der Teilrechtskraft des Scheidungspunktes bis 31. Januar 2017 - Fr. 400.-- ab 1. Februar 2017 bis 31. Januar 2019. Danach entfällt die nacheheliche Unterhaltspflicht. b. Die seit Eintritt der Teilrechtskraft des Scheidungsurteils tatsächlich er- brachten Unterhaltsleistungen können an den nachehelichen Unterhalt an- gerechnet werden. c. Die vorstehenden Unterhaltsbeiträge unterstehen der Indexklausel gemäss Ziffer 5 des Dispositivs des angefochtenen Entscheids des Bezirksgerichts Imboden vom 12. Juni 2013. 3. Im Übrigen werden die Berufungen abgewiesen. 4.a. Die Kosten der Berufungsverfahren von insgesamt Fr. 5'000.-- gehen je zur Hälfte, somit zu je Fr. 2'500.--, zu Lasten der Parteien. Diese werden mit den von den Parteien geleisteten Kostenvorschüssen von je Fr. 5'000.-- verrechnet. Die Restbeträge der Kostenvorschüsse von je Fr. 2'500.-- wer- den den Parteien durch das Kantonsgericht erstattet. b. Die aussergerichtlichen Kosten werden wettgeschlagen. 5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betreffende Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesge- richtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröff-Seite 31 — 31 nung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 6. Mitteilung an: