Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 30. April 2015 (720 14 375) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Aufhebung der Invalidenrente aufgrund erheblicher Veränderungen im Haushaltsbereich und Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung bestätigt Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yve s Thommen, Kantonsrich- ter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell Parteien A.____, Beschwerdeführerin, gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A.1 A.____ meldete sich am 19. Mai 1999 unter Hinwe is auf Rückenbeschwerden nach ei- ner Operation bei der Eidgenössischen Invalidenvers icherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung der gesundheitlichen, erwerblich en und hauswirtschaftlichen Verhältnisse ermittelte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung mit den Anteilen 90 % Haushalts- und 10 % Erwerbstätigkeit nach Ablauf des Wartejahres einen Invaliditätsgrad von 60 %. Ge stützt auf diese Ergebnisse sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 26. Juli 2000 rückwi rkend ab 1. November 1998 eine halbe Rente und drei Kinderrenten zu. Diese Rente wurde i m Rahmen der 4. IV-Revision per Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Januar 2004 auf eine unbefristete Dreiviertelsrente erhöht (Verfügung vom 12. Juli 2004). Die IV-Stelle bestätigte den Anspruch der Versicherten nach durchgeführten Revisionsverfahren in den Jahren 2005, 2009 und 2012. A.2 Im April 2013 wurde eine weitere Rentenrevision vo n Amtes wegen eingeleitet. Gestützt auf ihre Abklärungen ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 8 %. Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens hob sie deshalb die laufende Dr eiviertelsrente von A.____ mit Ver- fügung vom 22. Oktober 2014 auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf. B. Hiergegen erhob A.____ am 27. November 2014 Beschw erde beim Kantonsgericht, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die Verfügung vom 22. November 2014 sei aufzuheben und es sei festzustell en, dass die Beschwerdegegnerin die Statusfrage aktenwidrig abgeklärt und die Invalidenre nte rechtswidrig eingestellt habe. Weiter sei die Verfügung 22. Oktober 2014 aufzuheben und unte r Rückweisung der Sache an die Be- schwerdegegnerin sei diese aufzufordern, eventualiter die Statusfrage unter Einbezug einer neutralen Übersetzung abzuklären bzw. subeventualiter die Haushaltsabklärung unter Berück- sichtigung der sinngemässen Einschränkungen gemäss letzter B egutachtung erneut durchzu- führen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass auf- grund der im Rahmen der Rentenrevision eingeholten Un terlagen weder eine verbesserte Ar- beitsfähigkeit noch eine verbesserte Zumutbarkeit im R ahmen der Haushaltstätigkeit ange- nommen werden könne. Zudem sei die gemischte Methode zu Unrecht angewandt worden, da die Versicherte bei voller Gesundheit zu 100 % erwerbstätig wäre. C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Februar 2015 beantr agte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über d ie Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV -Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. La ut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf d ie im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde vom 27. November 2014 ist demnach einzutreten. 2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführer in über den 30. November 2014 hin- aus Anspruch auf eine IV-Rente hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittli ch mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes übe r den Allgemeinen Teil des Sozi- alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die vora ussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge- burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem G rad der Invalidität wie folgt abge- stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ga nze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätig en Versicherten ist Art. 16 ATSG an- wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invalid itätsgrad aufgrund eines Einkommensver- gleichs zu bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensv ergleichs; BGE 104 V 136 E. 2a und b). 3.5 Bei nichterwerbstätigen Versicherten, welche in ei nem Aufgabenbereich (z.B. Haushalt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigke it nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in wel- chem Masse sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenb ereich zu betätigen (Betätigungs- vergleich; Art. 28a Abs. 2 IVG). 3.6 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sin d oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätig- keit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fa lle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit bzw. der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Eh egatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der In validitätsgrad entsprechend der Behin- derung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Metho de der Invaliditätsbemessung; Art. 28a IVG). Ist bei diesen Versicherten anzunehmen, d ass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbst ätig wären, so ist die Invalidi- tätsbemessung ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerb stätige zu bemessen (Art. 27 bis der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961). 3.7.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Rent en für die Zukunft zu erhöhen, her- abzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgra d in einer für den Anspruch erhebli- chen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wese ntliche Änderung in den tatsächli- chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsg rad und damit den Rentenanspruch zu Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht beeinflussen. Die Rechtsprechung anerkennt als Revisionsgrun d namentlich die erhebliche Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes; eine Rente kann ferner auch revidiert werden, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Gesundheitsschadens erheblich verändert haben (BGE 109 V 1 16 E. 3b mit Hinweisen, vgl. zum Ganzen: UELI KIESER , ATSG-Kommentar, Zürich 2009, S. 228 ff.). 3.7.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer a nspruchserheblichen Änderung des In- validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Perso n eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspru chs mit rechtskonformer Sachverhalts- abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einko mmensvergleichs beruht (BGE 133 V 114 E. 5.4 und 130 V 7 ff. E. 3.2.3). Vo rliegend sprach die IV-Stelle der Beschwer- deführerin mit Verfügung vom 26. Juli 2000 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 60 % rück- wirkend ab 1. November 1998 eine halbe Rente zu, die i m Rahmen der 4. IV-Revision ab 1. Januar 2004 auf eine unbefristete Dreiviertelsrente erhöht wurde. In der Folge führte die IV- Stelle in den Jahren 2005, 2009 und 2012 von Amtes we gen Rentenrevisionsverfahren durch, in welchen sie unveränderte Verhältnisse feststellte. Ei ne einlässliche materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit einer vertieften Abklärung des medi zinischen Sachverhaltes und einer Haushaltsabklärung erfolgte erst im Rahmen des im Apr il 2013 eingeleiteten Revisionsverfah- rens. In der Folge hob die IV-Stelle die laufende Dr eiviertelsrente mit Verfügung vom 22. Okto- ber 2014 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen V erhältnissen eingetreten ist, die eine revisionsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Re nte rechtfertigt, durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen (au f einer vollständigen materiellen An- spruchsprüfung beruhenden) Rentenverfügung vom 26. Juli 2000 bestanden hat, mit demjeni- gen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 22. Oktober 2014. 4.1 Bei der erstmaligen Rentenzusprechung im August 20 00 wurde der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin von der IV-Stelle anhand der gemischten Methode mit den Anteilen Erwerb 10 % und Haushalt 90 % berechnet. Anlässlich der Revisio nen in den Jahren 2005, 2009 und 2012 wurde an dieser Aufteilung zwischen Erwerb und Hau shalt nichts geändert. Auch in der vorliegend angefochtenen Verfügung hat die IV-Stelle die Beschwerdeführerin im Gesundheits- fall als teilerwerbstätig eingestuft und den Invalidit ätsgrad anhand der gemischten Methode be- messen. Bei der Festlegung der Anteile der Erwerbs- un d der Haushaltstätigkeit ist sie davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundhei tliche Beeinträchtigung einer Er- werbstätigkeit im Umfang von 60 % nachgegangen wäre und den Haushalt im Umfang der rest- lichen 40 % besorgt hätte. In der Vernehmlassung führt sie dazu aus, dass die Statusfrage bei der Haushaltsabklärung am 31. Juli 2013 einlässlich besprochen worden sei. Dies sei schriftlich festgehalten worden und die Beschwerdeführerin habe de n Fragebogen zur Ermittlung der Er- werbstätigkeit am 26. August 2013 ohne Korrektur unter schrieben und so ihre Aussagen bestä- tigt. Die Erhöhung des Pensums erscheine nachvollziehbar, da die Wohn- und Familiensituation nicht mehr vergleichbar sei mit jener im Jahr 2000. 4.2 Zunächst moniert die Beschwerdeführerin, die Beschwe rdegegnerin habe die Statusfra- ge ungenügend abgeklärt, da weder sie noch ihr Ehemann aus sprachlichen Gründen den In- halt derselben verstanden hätten. Betreffend die Frage , ob sie im Gesundheitsfall 60 % er- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht werbsfähig wäre, sei sie davon ausgegangen, dass sie auch weiterhin zu 60 % invalid sei und die entsprechende Rente bekomme. Sie habe zur Zahl 60 keinen anderen Bezug als zum Inva- liditätsgrad gehabt. Sinngemäss macht die Beschwerdefüh rerin geltend, dass die IV-Stelle den Invaliditätsgrad zu Unrecht nach der gemischten Methode berechnet habe. Richtigerweise müsse dieser gestützt auf einen allgemeinen Einkommensvergleich bestimmt werden, da sie im Gesundheitsfall 100 % arbeiten würde. 4.3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitw eilig erwerbstätig oder als nichter- werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe- messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechun g des Bundesgerichts aus der Prü- fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umst änden täte, wenn keine gesundheitli- che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia- len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfälli ge Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön- lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra- ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü- gung (hier: 22. Oktober 2014) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der i m Sozialversicherungsrecht übliche Be- weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderl ich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgen össischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. November 2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines be stimmten Sachverhalts genügt den Be- weisanforderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverha ltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichst e würdigt (BGE 115 V 142 E. 8b mit zahlreichen weiteren Hinweisen; T HOMAS LOCHER , Grundriss des Sozialversicherungs- rechts, 3. Auflage, Bern 2003, S. 451 f.). 4.3.2 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfra ge auf die Angaben, die anlässlich des Ab- klärungsgesprächs von der versicherten Person gemacht werd en, abzustellen. Vorliegend wird nicht bestritten, dass die Statusfrage im Rahmen der Ha ushaltsabklärung vom 31. Juli 2013 diskutiert wurde und in der Folge auch Eingang in das F rageformular zur Ermittlung der Er- werbstätigkeit, welches der Beschwerdeführerin am 7. Au gust 2013 zugestellt wurde, fand. Am 26. August 2013 bestätigte sie unterschriftlich, dass sie im Gesundheitsfall zu 60 % erwerbstä- tig wäre. Entgegen den Ausführungen der Beschwerdefüh rerin liegen keine Indizien vor, die für einen Irrtum betreffend das hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfall sprechen würden. Damit ist die Versicherte - entgegen ihren Ausführunge n in der Beschwerde - bei ihren sponta- nen Aussagen der sogenannten ersten Stunde zu behaften (vgl. dazu BGE 121 V 45 E. 2a S. 47). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind di e ersten, intuitiven Angaben regel- mässig als glaubhafter einzustufen als im Nachgang dazu g emachte, widersprechende Aussa- gen. Letztere bedingen eine kritische Würdigung, können sie doch - bewusst oder unbewusst - von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher od er anderer Art beeinflusst sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 8C_741 /2014, E. 4.2). Die erst nachträglich eingebrachten Vorbringen, sie habe die Statusfrage ni cht verstanden und würde heute im Ge- sundheitsfall zu 100 % erwerbstätig sein, sind daher nich t glaubwürdig bzw. nachvollziehbar begründet. Zwar steht unbestritten fest, dass die Besch werdeführerin der deutschen Sprache Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht kaum mächtig ist. Wie sie selbst in ihrer Beschwerde ausfü hrt, hätten deshalb der Ehemann und die vorwiegend in der Schweiz aufgewachsene Tochte r während der Haushaltsabklärung als Übersetzer bzw. Übersetzerin gewirkt. Damit hat die Beschwerdeführerin selbst dafür ge- sorgt, dass sprachliche Missverständnisse während der Abklärun g ausgeschlossen werden konnten. Der Verweis auf mangelnde Deutschkenntnisse verma g daher an der Beweiskraft der damaligen Angaben der Versicherten nichts zu ändern. Z udem ist die Tatsache zu berücksich- tigen, dass es für die Beschwerdeführerin nicht die erste Haushaltsabklärung war und bereits im Rahmen der erstmaligen Berentung die gemischte Methode angewendet wurde. Die Abläufe waren ihr daher bekannt, weshalb ihre Darlegung, wona ch weder sie noch ihr Ehemann ver- standen hätten, dass sich die im Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit genannte Zahl „60 %“ auf ein mögliches Arbeitspensum und nicht auf de n Rentenanspruch bezogen habe, nicht nachvollziehbar ist. Immerhin führt sie selber aus, dass sie bei guter Gesundheit zu 100 % arbeiten würde. Daraus kann aber geschlossen werden, dass die Beschwerdeführerin zwischen Invaliditätsgrad und möglichem Arbeitspensum untersche iden konnte. Auch die Argumentation, wonach die Unterzeichnung des Fragebogens unter Zeitdruck erfolgt sei, weil die Einreichungs- frist bereits abgelaufen gewesen sei, ändert nichts an dessen Beweiswert. Weiter ist auch zu beachten, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer Einrei se in die Schweiz im Jahr 1991 prak- tisch nicht erwerbstätig war und sich hauptsächlich um die Erziehung der Kinder und den Haus- halt kümmerte. Da das eheliche Einkommen somit seit je her durch den Ehemann erzielt wurde, erscheint es selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Be schwerdeführerin heute keine Erziehungsaufgaben mehr zu erfüllen hat, nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr- scheinlichkeit dargetan, dass sie heute in einem 100 %-Pen sum arbeiten würde. Somit sind keine Umstände erkennbar, die - entgegen den Aussage der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung – für einen Statuswechsel und damit für eine Einstufung als 100 % Er- werbstätige sprechen würden. 4.3.3 Anlässlich der erstmaligen Rentenzusprechung am 26 . Juli 2000 wurde von einer Auftei- lung Erwerb 10 % und Haushalt 90 % ausgegangen. Im hier zu beurteilenden Revisionsbegeh- ren ist nunmehr von einer Aufteilung 60 % Erwerb und 40 % Haushalt auszugehen. Diese ver- änderte Aufteilung ist geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein- flussen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die Vor aussetzungen für eine Rentenrevi- sion im Sinne von Art 17 ATSG bejaht hat. 5. Weiter zu prüfen ist nachfolgend, in welchem Ausmass d ie Versicherte aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist. 5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insb esondere auch bei der Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu- stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in we lchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. I m Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Fra ge, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung ( vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an- deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspre chung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzu stellen (vgl. die ausführlichen Zusam- menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut achten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erö rterung der Befunde zu schlüssigen Er- gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Bew eiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 26. Juli 2000 , mit der die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. November 1998 eine halbe Rente zusprach, stützte sie sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und d er Arbeitsfähigkeit der Versicher- ten im Wesentlichen auf das orthopädische Gutachten des S pitals B.____ vom 1. März 2000, wonach die Beschwerdeführerin aufgrund der chronischen Lumboischialgien zu 100 % arbeits- unfähig sei im Erwerb und zu 50 % in der Haushaltstätigkeit. 6.2 Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2013 eingeleitet en Revisionsverfahren holte die IV-Stelle zur Abklärung des Gesundheitszustandes und zur E inschätzung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein bidisziplinäres Gutachten bei Dr. m ed. C.____, FMH Innere Medizin und Rheumatologie, und Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie u nd Psychotherapie, ein. Dr. C.____ diagnostizierte am 12. Februar 2014 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbo- radikuläres Reizsyndrom mit persisitierenden Wurzelreizunge n rechts, whs. L5 mit/bei Status nach Fenestration L5 rechts mit Sequesterentfernung und Diskektomie am 14. November 1997, ausgedehntes periradikuläres Narbengewebe auf Operatio nshöhe L5 rechts (MRI Lendenwir- belsäule [LWS] vom 7. Mai 1998) und paramedian linkssei tige Diskushernie L5/S1 (MRI LWS vom 13. Oktober 2010). Aus rheumatologischer Sicht seien der Beschwerdeführerin keine mit- telschweren und schweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Für eine leichte Arbeit ohne Heben, Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Stossen und Ziehen von Gewichten über 7,5 kg, bei welc her die Versicherte nicht dauernd sit- zen oder stehen müsse und die Position wechseln könne sowi e nicht in Zwangsstellungen und repetitiv bückend arbeiten müsse, bestehe eine Arbeitsf ähigkeit von 50 %. Gesamthaft ging Dr. C.____ von einer im Vergleich zur Begutachtung im Spital B.____ vom 1. März 2001 unver- änderten Situation des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin aus. Dr. D.____ untersuchte die Beschwerdeführerin am 5. März 2014. In seinem am 22. März 2014 erstellten Bericht hielt er fest, dass die Beschwerdeführ erin (mit Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit) an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD1 0 F32.12) und an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD10 F45.4) leide, welche aus psychiatrischer Sicht zu einer 50%igen Funktionseinbusse führen würden. Sie sei deshalb zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit ein- geschränkt. Im Rahmen der am 6. März 2014 stattgefundenen Konsensb esprechung kamen die Dres. C.____ und D.____ zum Schluss, dass sich die Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht additiv zu jener aus rheumatolo gischen verhalte. Aus gesamtmedizi- nischer Sicht sei die Beschwerdeführerin daher in einer den rheumatologischen Einschränkun- gen angepassten Verweistätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. 7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilu ng des aktuellen medizinischen Sachverhalts und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzu- sprache eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustand es der Beschwerdeführerin eingetreten ist, auf die Ergebnisse des Gutachtens der D res. C.____ und D.____ vom 12. Feb- ruar/22. März 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass si ch der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache am 26. Jul i 2000 gesamthaft nicht wesentlich verändert habe und aus medizinischer Sicht die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im Um- fang von 50 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswü rdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (E. 5.2 hiervor), ist den im Rahme n des Verwaltungsverfahrens eingehol- ten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, di e aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Beri cht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu verlässigkeit der Expertisen spre- chen. Solche Indizien liegen hier keine vor. So ist in B ezug auf die Beurteilungen der Dres. C.____ und D.____ festzustellen, dass sie für die st reitigen Belange umfassend sind, die geklagten Beschwerden berücksichtigten, auf eigenen Unter suchungen sowie auf Kenntnis der Vorakten beruhen, in der Darstellung der medizinischen Zusammenhänge einleuchten und in der Bewertung der medizinischen Situation nachvollziehba r und schlüssig sind. Insgesamt wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin aus gesamtmedizinische r Sicht zu 50 % in einer die rheumatologischen Beschwerden berücksichtigenden Tätigkeit arbeitsfähig ist. 7.2 Daran ändern die Ausführungen der Beschwerdeführe rin nichts. Sie zweifelt den Be- weiswert des Gutachtens in Bezug auf die Zumutbarkeitsbeur teilung an und hält fest, dass die Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrische r und aus rheumatologischer Sicht zu addieren seien. Dieser Auffassung kann mit Blick auf d ie Rechtsprechung des Bundesge- richts, wonach Einschränkungen aus psychischer und physischer Sicht nicht einfach zusammen Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht zu zählen sind, sondern eine Gesamtbeurteilung zu erfol gen hat, nicht gefolgt werden (vgl. Ur- teile des Bundesgerichts vom 18. Juni 2013, 8C_366/2013, E. 3.5.3, vom 6. Mai 2008, 9C_494/2007, E. 3 und vom 25. Mai 2007, I 514/06, E . 2.1). Der Zweck interdisziplinärer Gut- achten beruht nämlich gerade darin, alle relevanten Gesundheitsschädigungen zu erfassen und die daraus jeweils abgeleiteten Einflüsse auf die Arbei tsfähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fas- sen (Urteile des Bundesgerichts vom 26. Mai 2003, I 506/ 02, E. 2.2 und vom 11. März 2003, I 372/02, E. 3.3). Die Dres. C.____ und D.____ habe n in der Gesamtbeurteilung festgehalten, dass die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht e ine adaptierte leichte Tätigkeit zu 50 % ausüben könne und die Einschränkung in der Arbeit sfähigkeit aus psychiatrischer Sicht, die ebenfalls 50 % betrage, sich nicht additiv zur rheum atologischen verhalte. Damit haben die Gutachter festgestellt, dass von einer Summierung der Einschränkungsgrade abzusehen ist. Da diese Frage eine spezifisch medizinische Problematik und Einschätzung betrifft, rückt das Ge- richt davon grundsätzlich nicht ab (vgl. U LRICH MEYER /M ARKUS REICHMUTH , Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich Genf Basel 2014, N 265 zu Art. 28a S. 397). 7.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass das bidisziplinäre Gutachten der Dres. C.____ und D.____ vom 12. Februar/22. März 2014 eine zuverlä ssige Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Zeitpunkt des Verfügungserlasses erlaubt. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der gestellten Di agnosen die Ausübung einer adaptier- ten Tätigkeit zu 50 % zumutbar ist. Es besteht daher i n antizipierter Beweiswürdigung kein Grund, weitere (fach-)ärztliche Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. März 2008, 9C_561/2007, E. 5.2.1; BGE 124 V 94 E . 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c in fine mit Hinweisen). 7.4 Beim Vergleich des Gesundheitszustandes der Beschwerde führerin im Jahr 2014 mit demjenigen im Jahr 2000 ist aus somatischer Sicht keine Ve rschlechterung festzustellen. In psychiatrischer Hinsicht wurden im Jahr 2014 zwar eine mitte lgradige depressive Episode und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig- keit aufgeführt. Da diese Diagnosen letztlich die aus r heumatologischer Sicht festgestellte Ein- schränkung in der Arbeitsfähigkeit nicht beeinflussen, e rgibt sich gesamthaft keine wesentliche Änderung in den medizinischen Verhältnissen. 8.1 Streitig und zu prüfen ist weiter die Einschränkung im Haushaltsbereich . 8.2 Im Rahmen der erstmaligen Abklärung wurde im Abklä rungsbericht vom 24. August 1999 eine hohe Einschränkung im Haushalt von 67% festge stellt. Am 25. März 2000 fand eine weitere Haushaltsabklärung statt. Dabei wurde eine Ei nschränkung von 55% erhoben, welche in die Rentenverfügung vom 26. Juli 2000 Eingang fan d. Anlässlich des im April 2013 eingelei- teten Revisionsverfahrens nahm die IV-Stelle erneut ei ne Haushaltsabklärung vor, welche eine 19%ige Einschränkung ergab (vgl. Bericht vom 18. Septem ber 2013). Die Beschwerdeführerin bestreitet den Beweiswert dieses Abklärungsberichts und ma cht geltend, es sei nicht nachvoll- ziehbar, weshalb bei einem gleichgebliebenen Gesundhe itszustand eine erheblich tiefere Ein- schränkung im Haushalt ermittelt worden sei. Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht 8.3 Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsberei ch bedarf es im Regelfall einer Abklärung vor Ort (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Der Abkläru ngsbericht über die Verhältnisse im Haushalt stellt in der Regel eine geeignete und auch genügende Grundlage für die Invaliditäts- bemessung in diesem Tätigkeitsbereich dar. Hinsichtlich seines Beweiswertes sind – analog zur Rechtsprechung zur Beweiskraft von Arztberichten (BGE 134 V 232 E. 5.1) – verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Es ist wesentlich, dass der Beri cht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der sich aus den medizinischen Diagnosen ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, w obei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einsc hränkungen sein sowie in Überein- stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklä- rungsbericht beweiskräftig. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entschei- dungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Abklärungsper- son nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge von Widersprüchlich keiten) vorliegen. Das gebietet insbe- sondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklär ungsperson näher am konkreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (Urteil des Bundesgerichts vom 18. August 2008, 8C_107/2008, E. 3.2.1 mit Hinweisen; BGE 128 V 93 f. E. 4). 8.4 Aus dem vorliegenden Unterlagen ergibt sich was fo lgt: Den Abklärungsberichten vom 24. August 1999 und 25. März 2000 ist zu entnehmen, d ass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann mit den drei in den Jahren 1983, 1985 und 1 989 geborenen Kindern im gemeinsa- men Haushalt lebten und eine 4-Zimmer Wohnung im erst en Obergeschoss in E.____ bewohn- ten. Die fünfköpfige Familie nahm je drei Mahlzeiten pro Tag zu Hause ein. Die Einschränkun- gen ergaben sich im Wesentlichen in den Bereichen Ernä hrung (20%), Wäsche- und Kleider- pflege (14%), Wohnungspflege (9%) sowie Einkauf und weitere Besorgungen (9%). 8.5.1 Gemäss dem Haushaltsbericht vom 18. September 201 3 lebte die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Revisionsverfahrens mit ihrem Ehemann, i hrem ältesten Sohn und ihrer Schwiegertochter in einer 5-Zimmer Wohnung in F.____, wohin sie im April 2010 umgezogen war. Alle Familienmitglieder nahmen gemeinsam drei Mal täglich die Mahlzeiten zusammen ein. Gesamthaft ergab die Abklärung nunmehr eine Einschränkung von 19 %. Dabei fielen weiterhin die Bereiche Ernährung mit 9.8 % und Wohnungspflege mit 6% ins Gewicht. 8.5.2 Der Haushaltsbericht vom 18. September 2013 wur de von einer dafür qualifizierten Person verfasst, die Kenntnis hatte von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen sowie den Beeinträchtigungen und Behinderungen der Versicherte n. Ferner ist der Berichtstext plausibel begründet und beinhaltet zudem die erforderlichen An gaben in Bezug auf die einzelnen Ein- schränkungen. Es wird einleuchtend ausgeführt, dass die B eschwerdeführerin bei der Aus- übung der Haushaltstätigkeit im Umfang von 19% eingesch ränkt ist. Fehleinschätzungen oder Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate sind keine ersichtlich. Vielmehr wird im Haushaltsbericht vom 18. September 2013 die im Verg leich zum Abklärungsergebnis vom 24. August 1999 verminderte Einschränkung nachvollziehba r dargelegt. Tatsache ist, dass ein Haushalt, in welchem vier Erwachsene leben, weniger au fwändig ist als ein Fünf-Personen- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht Haushalt mit drei schulpflichtigen Kindern. Allein de r Aufwand beim Kochen und bei der Wä- sche dürfte dadurch bedeutend kleiner geworden sein. Insg esamt stellt der Abklärungsbericht vom 1. Oktober 2013 demnach eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage dar. Für ein Eingrei- fen des Gerichts in den vorinstanzlichen Ermessensentscheid besteht kein Anlass. Daran än- dert nichts, dass der Psychiater Dr. D.____ in seinem Ber icht vom 22. März 2014 die Ein- schränkung im Haushaltsbereich nicht explizit erwähnte. W ie weiter unten in Rahmen des Ein- kommensvergleichs aufgezeigt wird, würde die Beschwerdefüh rerin selbst unter der Annahme, dass die von Dr. D.____ vorgenommene Zumutbarkeitsbeur teilung (50 % Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit) auch für den Haushaltsbereich anwendbar ist, keinen rentenbegründen- den Invaliditätsgrad ausweisen. Dem Subeventualantrag de r Beschwerdeführerin, wonach die Angelegenheit zur Durchführung einer erneuten Haushaltsabklärung unter Berücksichtigung der Einschränkung aus medizinischer Sicht an die IV-Stelle zurü ckzuweisen ist, kann daher nicht entsprochen werden. 8.6 Die im aktuellen Haushaltsbericht vom 18. Septembe r 2013 festgestellte Einschrän- kung von 19 % erscheint plausibel. Da sich dadurch im Hau shaltsbereich erhebliche Verände- rungen (Einschränkung im Jahr 2000: 55 %) eingestellt ha ben, welche geeignet sind, sich auf den IV-Grad auszuwirken, liegt auch unter diesem Aspekt ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG (vgl. oben E. 4.3.3) vor, der zu ei ner umfassenden Überprüfung des Ren- tenanspruchs berechtigt. 9.1 Strittig und zu prüfen ist weiter die Bemessung des Invaliditätsgrades. 9.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades auf das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eint ritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälli ger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbe itsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein- kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das si e erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er werbseinkommen ziffernmässig mög- lichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Me thode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 9.3 Die Vorinstanz stützte vorliegend sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkom- men auf die Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (LSE) ab. Zwar ist mit Blick auf die Rechtsprechung zur Ermittlung des Valideneinkom mens festzuhalten, dass dabei ent- scheidend ist, was die versicherte Person im massgebenden Z eitpunkt aufgrund ihrer berufli- chen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Bew eisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Weil nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüp- fungspunkt für die Bestimmung dieses Vergleichseinkommens grundsätzlich der letzte vor Ein- tritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung erzielte, der Teuerung sowie der realen Einkom- mensentwicklung angepasste Verdienst. Lediglich wenn sich a ufgrund der tatsächlichen Ver- Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht hältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung real isierte Einkommen nicht hinreichend genau beziffern lässt, ist auf Erfahrungs- und Durchschnitt swerte abzustellen, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren mit zu berücksichti- gen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Urteil vom 17. April 2012, 8C_944/2011, E. 2.2). Vorlie- gend war die Beschwerdeführerin praktisch nicht berufli ch tätig. Sie arbeitete seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1991 einzig im Jahr 1997 während vier Stunden als Raumpflegerin in einer Arztpraxis. Diese Tätigkeit gab sie jedoch nach e inmaligem Einsatz wegen Rücken- schmerzen auf. Das Abstellen auf die LSE 2010, Tabelle TA1, Dienstleistungen, Anforderungs- niveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Frauen, ist daher nic ht zu beanstanden. Gestützt darauf ging die Vorinstanz von einem Monatslohn von Fr. 3‘524.-- aus, welchen sie an die Nominalloh- nentwicklung von 1 % im Jahr 2010 und 0.9 % im Jahr 2011 (vgl. BFS T1.2.93_V Nominallohn- index Frauen 2011-2012) und an die wöchentliche Arbeitszeit von 41,9 Stunden anpasste. Dar- aus resultierte - bezogen auf ein Pensum von 60 % - d as von der IV-Stelle genannte und beim Einkommensvergleich zu berücksichtigende Valideneinkommen i n Höhe von Fr. 27‘083.--. Die- sem ist das ebenfalls auf den LSE beruhende Invalidenein kommen von Fr. 26‘956.-- gegen- überzustellen. Die IV-Stelle stellte dabei unter Berücksi chtigung der medizinischen Beurteilung auf die LSE 2010, Tabelle TA1, Privater Sektor, Anfo rderungsniveau 4, Spalte Frauen, ab. Den Betrag von Fr. 4‘225.-- passte sie wiederum an die Nomi nallohnentwicklung (2011 und 2012 je 1 %) und die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit vo n 41,7 Stunden an. Bei einem zumut- baren Pensum errechnet sie den Betrag von Fr. 26‘956.--. 9.4.1 Die Beschwerdeführerin moniert in Bezug auf das Validen- und Invalideneinkommen zunächst, dass im Rahmen der Ermittlung des Invaliditätsg rades ein Minderverdienst zu be- rücksichtigen sei. Sinngemäss verlangt sie die Parallelisier ung der beiden Einkommen. Dabei verkennt sie, dass eine Parallelisierung gemäss Rechtsprechu ng des Bundesgerichts nur dann angebracht ist, wenn die Beschwerdeführerin aus invalidi tätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnd e Sprachkenntnisse, beschränkte An- stellungsmöglichkeiten wegen Saisonnierstatus) ein deutl ich unterdurchschnittliches Einkom- men erzielt hätte (vgl. zum Ganzen: BGE 135 V 58 E. 3.1 sowie BGE 135 V 297 E. 5.1, je mit Hinweis auf BGE 134 V 322 E. 4.1 mit wiederum weiter en Hinweisen). Da die Beschwerdefüh- rerin aber kein Einkommen erzielte und beide Vergleic hseinkommen auf statistischen Werten beruhen, kann kein Minderverdienst berücksichtigt werden. 9.4.2 Weiter wird von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, dass vom Invalideneinkom- men ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen sei. So sei es ihr aus medizinischen Gründen nur noch möglich, eine leichte Arbeit auszuübe n, was zu einem Abzug berechtige. Weiter sei ein Abzug zu gewähren, wenn die Einschränkun g aus psychiatrischer Sicht nicht zu jener aus rheumatologischer Sicht addiert werde könne. Die IV-Stelle erachtet in ihrer Vernehm- lassung vom 3. Februar 2015 einen Abzug von 5 %, weil d ie Beschwerdeführerin keine schwe- ren bis mittelschweren Tätigkeit mehr ausüben könne, als angebracht. 9.4.2.1 Vom anhand der Tabellenlöhne der LSE erhobe nen Invalideneinkommen sind praxis- gemäss verschiedene Abzüge zulässig. Damit soll der Tatsach e Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie un d Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgegli chenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurch- schnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzu g ist unter Würdigung der Umstän- de im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaf t zu schätzen. Er darf 25 % nicht übersteigen (BGE 126 V 75, 135 V 297). 9.4.2.2 Den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschw erdeführerin wurde durch das re- duzierte Pensum Rechnung getragen und eine allfällige gesundheitlich bedingte zusätzliche Lohnminderung wurde mit der Berücksichtigung der dem An forderungsniveau 4 inhärenten tie- feren Ansätze abgegolten (vgl. Urteil des Bundesgericht s vom 29. November 2010, 8C_747/2010, E. 3.2.2). Gemäss dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ sind der Versi- cherten aufgrund der rheumatologischen Beschwerden leic hte adaptierte Tätigkeiten im Um- fang von 50 % zumutbar. Diese Einschränkungen sind grunds ätzlich im verminderten Pensum von 50 % abgegolten. Ein weiterer Abzug würde einer D oppelberücksichtigung gleichkommen. Im Anforderungsniveau 4 der Sparte Total sind zudem auch Hilfsarbeiten berücksichtigt, welche keine hohen körperlichen Anforderungen voraussetzen, auch wechselbelastend ausgeführt werden können und keinen bis wenig Publikumskontakt vora ussetzen. Hingegen gewährt die Rechtsprechung dann einen Abzug auf dem Invalideneinko mmen, wenn eine versicherte Per- son - wie hier - selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfä- higkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Unter diesen Umständen rechtfertigt sich - wie von der IV-Stelle in der Vernehmlassung erwähnt - ein Abzug von 5 % vom Invalidenein- kommen, weshalb dieses nunmehr Fr. 25‘608.20 (Fr. 26‘956.-- x 95%) beträgt. 9.5 Setzt man im Einkommensvergleich das Invalideneinkom men von Fr. 25‘608.20 dem Valideneinkommen von Fr. 27‘083.-- gegenüber, so resultiert daraus eine Erwerbseinbusse von Fr. 1‘474.80, was einen Invaliditätsgrad von 5.44 % bzw. gerundet von 5 % ergibt (vgl. zur Run- dungspraxis: BGE 130 V 121). 10. Die krankheitsbedingten Einschränkungen der Beschwer deführerin beziffern sich ge- mäss den vorstehenden Angaben im Erwerbsbereich auf 5 % und im Haushaltsbereich auf 19 %. Dies ergibt unter Berücksichtigung der Anteile 60 % (Erwerb) und 40 % (Haushalt) einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von rund 11 %. S elbst wenn eine Einschränkung im Haushalt von 50 % entsprechend der Zumutbarkeitsbeurteil ung von Dr. D.____ (vgl. oben E. 8.5.2) berücksichtigt würde, würde der Invaliditätsgr ad lediglich 25 % betragen und der Ren- tenanspruch der Beschwerdeführerin wäre zu verneinen. Die angefochtene Verfügung vom 22. Oktober 2014, mit welcher die bisher ausgerichtete Dreiviertelsrente der Beschwerdeführe- rin aufgehoben wurde, ist im Ergebnis nicht zu beansta nden und die dagegen gerichtete Be- schwerde abzuweisen. 11. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige- rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungs gericht kostenpflichtig. Die Verfah- renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Reg el in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. In casu ist die Beschw erdeführerin unterliegende Partei, wes- halb die Verfahrenskosten ihr aufzuerlegen sind. Die Ve rfahrenskosten in der Höhe von Seite 14 http://www.bl.ch/kantonsgericht Fr. 600.-- werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verr echnet. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschlagen. Seite 15 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 600.-- we rden der Be- schwerdeführerin auferlegt und mit dem Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- verrechnet. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. http://www.bl.ch/kantonsgericht