<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2004.00112</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204448&amp;W10_KEY=13013567&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2004.00112</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.09.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Das Bundesgericht hat eine staatsrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid am 09.02.2005 abgewiesen.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Submissionsrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Submission</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Vergabeverfahren für die Entsorgung von Rauchgasreinigungs-Rückständen einer KVA: Gleichwertige Angebote: Zwischen zwei gleichwertigen Angeboten kann die Vergabestelle nach ihrem Ermessen wählen (E. 5.1). Beurteilung der Umweltauswirkungen (E. 6): Nach den Berechnungen des Beschwerdegegners, die von der Beschwerdeführerin im Einzelnen nicht beanstandet werden, verursacht der von der Mitbeteiligten vorgesehene Transport selbst bei Anrechnung der doppelten Wegdistanz nur eine halb so grosse CO2-Freisetzung wie das Verfahren der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin durfte somit zu Recht davon ausgehen, dass das Vorgehen der Mitbeteiligten in dieser Hinsicht umweltschonender sei. Grundsatz der Inlandversorgung von Abfällen gemäss Art. 30 Abs. 3 USG: Die Verordnung über den Verkehr mit Sonderabfällen (VVS) macht die Ausfuhr von Sonderabfällen von bestimmten Voraussetzungen abhängig. Dabei werden Ausfuhrvorhaben namentlich auch unter dem Gesichtspunkt des Vorrangs der Inlandentsorgung geprüft. Das BUWAL gestattet den Export nur, wenn dieser den Anforderungen entspricht. Mit der Zulassung der Ausfuhr durch die dafür zuständige Stelle des Bundes ist auch die Frage einer allfälligen Priorität der Inlandentsorgung beurteilt. Im Rahmen eines Beschaffungsverfahrens ist es daher nicht Sache der Vergabebehörde, diese Frage zusätztlich zu prüfen; ein solches Vorgehen wäre weder zulässig noch praktikabel. Der Vergabebehörde muss es vielmehr genügen, dass die Anbieterin, deren Offerte einen Export des Sondermülls vorsieht, über die notwendige Berechtigung zur Ausfuhr verfügt bzw. mit einer solchen rechnen kann (E. 7.6). Abweisung </b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ANGEBOT">ANGEBOT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENDLAGERUNG">ENDLAGERUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: ENTSORGUNG">ENTSORGUNG</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: EXPORT">EXPORT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GLEICHWERTIGKEIT">GLEICHWERTIGKEIT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: INLANDENTSORGUNG">INLANDENTSORGUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: SONDERABFALL">SONDERABFALL</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Besonderes Verwaltungsrecht (ohne...) ST: SUBMISSIONSRECHT">SUBMISSIONSRECHT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: UMWELTVERTRÃGLICHKEIT">UMWELTVERTRÃGLICHKEIT</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">Art. 15 IVÃ¶B</span><br/><span class="ungerade">§ 10 Abs. I lit. b SubmV</span><br/><span class="gerade">Art./§ 3 Abs. II TVA</span><br/><span class="ungerade">Art. 30 Abs. III USG</span><br/><span class="gerade">Art. 30f Abs. I USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 30g Abs. I USG</span><br/><span class="gerade">Art. 31b USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 31b Abs. II USG</span><br/><span class="gerade">Art. 31c Abs. II USG</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 VVS</span><br/><span class="gerade">Art. 9 Abs. II lit. e VVS</span><br/><span class="ungerade">Art. 9 Abs. II lit. f VVS</span><br/><span class="gerade">Art. 10 Abs. I VVS</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade">RB 2004 Nr. 44</span><br/> </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 3 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext">Der Zweckverband C im Bezirk X erÃ¶ffnete mit Ausschreibung vom 28. November 2003 ein Vergabeverfahren fÃ¼r die Entsorgung von Rauchgasreinigungs-RÃ¼ckstÃ¤nden (RGRR) der Kehrichtverbrennungsanlage X. Innert Frist gingen fÃ¼nf Offerten mit Preisen von Fr. 1'065'000.- bis Fr. 1'330'800.- ein. Am 26. Februar 2004 beschloss die Betriebs­kom­mission des Zweckverbands, den Auftrag an die E AG zu vergeben. Der Entscheid wurde den nicht berÃ¼cksichtigten Anbieterinnen mit Brief vom 27. Februar 2004 erÃ¶ffnet. </p> <p class="Sachverhalt1"><b>II. </b> </p> <p class="Urteilstext">Mit Eingabe vom 10. MÃ¤rz 2004 liess die A AG, deren Angebot nicht berÃ¼cksichtigt wurde, beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Vergabeentscheid erheben und beantragen, dieser sei aufzuheben und der Beschwerdegegner anzuweisen, den Zuschlag ihr (der BeschwerdefÃ¼hrerin) zu erteilen; eventuell sei die Sache zum Neuentscheid an den Be­schwerdegegner zurÃ¼ckzuweisen; alles unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfolgen zulas­ten des Beschwerdegegners. Gleichzeitig liess sie das Begehren stellen, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. </p> <p class="Urteilstext">Der Beschwerdegegner liess in seiner Beschwerdeantwort vom 5. April 2004 Antrag auf Abweisung der Beschwerde stellen, soweit auf diese einzutreten sei, unter Kosten- und EntschÃ¤digungsfol­gen zulasten der BeschwerdefÃ¼hrerin. Ferner liess er beantragen, die aufschiebende Wirkung nicht zu bewilligen, soweit die Entsorgung der Filterasche ab dem 1. Mai 2004 sichergestellt sein mÃ¼sse.</p> <p class="Urteilstext">Mit Replik vom 7. und Duplik vom 29. Juni 2004 hielten die Parteien an ihren Stand­punkten fest. Die Mitbeteiligte nahm nicht zur Be­schwer­de Stellung. </p> <p class="Urteilstext">Der Be­schwer­de wurde mit PrÃ¤sidialverfÃ¼gungen vom 13. April und 8. Juli 2004 zunÃ¤chst vorlÃ¤ufig und anschliessend fÃ¼r das restliche Be­schwer­de­ver­fah­ren aufschiebende Wirkung erteilt. </p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Einzug1"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber kÃ¶nnen unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = <span class="UrteilstextChar">BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred KÃ¶lz/JÃ¼rg Bosshart/Martin RÃ¶hl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons ZÃ¼rich, 2. A., ZÃ¼rich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Inter­kantonalen Vereinbarung Ã¼ber das Ã¶ffentliche Beschaffungswesen vom 15. MÃ¤rz 2001 so­wie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 Ã¼ber den Beitritt zur revidierten Inter­kantonalen Vereinbarung zur Anwendung.</span></span></p> <p class="Erwgung1"><span class="UrteilstextChar"><b><span>2. </span></b></span><span class="UrteilstextChar"><span> </span></span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin beanstandet, dass die Vergabe durch einen Ent­scheid der Betriebskommission des Be­schwer­de­geg­ners erfolgt sei. Aus ihrer Darlegung wird jedoch nicht deutlich, ob sie die ZustÃ¤ndigkeit der Betriebskommission in Frage stellt und worauf ihre allfÃ¤lligen Zweifel beruhen. Es ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern das Vorgehen des Be­schwer­de­geg­ners in diesem Punkt unzulÃ¤ssig sein sollte. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin macht geltend, der Be­schwer­de­geg­ner habe den angefochtenen Ver­ga­be­ent­scheid nicht ausreichend begrÃ¼ndet. Sie anerkennt jedoch zu Recht, dass die BegrÃ¼ndung mit der Be­schwer­de­ant­wort ergÃ¤nzt und eine allfÃ¤llige Verletzung des recht­lichen GehÃ¶rs damit geheilt wurde. Die Frage ist damit fÃ¼r den Ausgang des Verfahrens nicht mehr von Bedeutung. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Be­schwer­de­geg­ner geht davon aus, dass drei der fÃ¼nf Anbieterinnen die Preise aufeinander abgestimmt hÃ¤tten: die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin und die Mitbeteiligte, die fÃ¼r die voraussichtlichen Tonnagen genau denselben Gesamtpreis offerierten, sowie das Unterneh­men F, deren Preis nur 0,06 % darÃ¼ber liegt. Nach seiner Meinung wÃ¤re er daher gestÃ¼tzt auf § 10 Abs. 1 lit. b der </span><span>Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003</span><span> berechtigt gewesen, den Auf­trag freihÃ¤ndig zu vergeben. Diese MÃ¶glichkeit stehe ihm auch dann wieder zur VerfÃ¼­gung, wenn das Ver­wal­tungs­ge­richt die Sache zum Neuentscheid an ihn zurÃ¼ck­weise. Wie es sich damit verhÃ¤lt, kann offen bleiben, da die Be­schwer­de aus anderen GrÃ¼nden abzu­weisen ist. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.1 </span></b><span>Der Be­schwer­de­geg­ner nannte in den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen zwei Zu­schlags­kri­te­rien: Den Preis mit einem Gewicht von 95 % und die Verwertung mit einem Gewicht von 5 %. Das Kriterium Verwertung wurde dahingehend erlÃ¤utert, dass eine vom BUWAL (Bundesamt fÃ¼r Umwelt, Wald und Landschaft) als solche anerkannte und mit Massen­bilanzen belegte Verwertung 5 Punkte erhalte. Eine Verwertung im Sinn dieser Umschrei­bung wurde einzig von der Anbieterin G AG offeriert, deren Angebot jedoch wegen des hohen Preises nicht in Betracht fÃ¤llt. Alle andern Anbieterinnen offerierten lediglich eine Endlagerung und erhielten daher bei diesem Kriterium 0 Punkte. Da die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin und die Mitbeteiligte beim Zuschlagskriterium Verwertung keine Punkte erhalten und zudem beide den genau gleichen Gesamtpreis offerierten, liegen ihre Angebote in der Bewertung anhand der Zu­schlags­kri­te­rien gleichauf. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Zwischen zwei gleichwertigen Angeboten kann die Vergabestelle gemÃ¤ss der Recht­sprechung des Verwaltungsgerichts nach ihrem Ermessen wÃ¤hlen (VGr, 23. Januar 2003, VB.2002.00195, E. 4b, www.vgrzh.ch; VGr, 22. MÃ¤rz 2001, VB.2000.00240, E. 2c). Dieses Ermessen hat sie â wie bei jeder ErmessensbetÃ¤tigung â pflichtgemÃ¤ss auszuÃ¼ben.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>5.2 </span></b><span>Um die Wahl zwischen den zwei erstplatzierten Angeboten zu treffen, stellte der Be­schwer­de­geg­ner die vorgesehenen Entsorgungsverfahren einander gegenÃ¼ber. Beim Ange­bot der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin werden die RGRR in einem Zement-Wasser-Gemisch gebun­den und anschliessend in der Deponie H eingebaut und endgelagert. Die Mitbe­teiligte sieht demgegenÃ¼ber vor, die RGRR in grosse Pakete (Big Bags) abzufÃ¼llen und da­nach der End­lagerung in der Untertagdeponie I (Teil eines Kali-Salz-Berg­werks in Deutschland) zuzu­fÃ¼hren. Der Be­schwer­de­geg­ner beurteilt die Endlagerung in einem Kali-Salz-Bergwerk als sicherste Methode, die AbfÃ¤lle der BiosphÃ¤re zu entziehen. DemgegenÃ¼ber stelle die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin praktizierte Verfestigung nur eine NotlÃ¶sung bis zur EinfÃ¼hrung umweltvertrÃ¤glicher Verwertungsverfahren dar. Zudem wÃ¼r­den bei der von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin verwendeten Rezeptur zur Verfestigung der RGRR gemÃ¤ss der ihr vom Amt fÃ¼r Umwelt des Kantons Y erteilten Bewilligung die Grenz­werte nur "in der Regel" einge­halten. Was sodann den Mehrtransport zur Unter­tagdeponie in Deutschland betreffe, so sei der dadurch bewirkten Umweltbelastung der Energieverbrauch und die CO<sub>2</sub>-Freisetzung bei der Herstellung des von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin verwendeten Zements gegenÃ¼ber­zustellen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hÃ¤lt diese ErwÃ¤gungen nicht fÃ¼r zutreffend und ist der Meinung, der Be­schwer­de­geg­ner habe sein Ermessen nicht pflichtgemÃ¤ss gehandhabt. Sie beanstandet einerseits die Beurteilung der Umweltauswirkungen als unzutreffend und macht andererseits geltend, die Endlagerung der RÃ¼ckstÃ¤nde in Deutschland laufe dem Grundsatz der Inlandentsorgung von AbfÃ¤llen gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 des Bun­des­ge­setzes vom 7. Oktober 1983 Ã¼ber den Umweltschutz in der Fassung gemÃ¤ss Bundesgesetz vom 21. Dezember 1995 (USG) zuwider.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin ist der Auffassung, die von ihr angebotene Endlagerung sei ebenso sicher und umweltgerecht wie diejenige der Mitbeteiligten. Die in der Bewertung des Be­schwer­de­geg­ners zum Ausdruck gelangende Bevorzugung der Endlagerung in einem Kali-Salz-Bergwerk sei nicht gerechtfertigt. Dieser Frage ist jedoch nicht weiter nach­zugehen, da der angefochtene Ver­ga­be­ent­scheid auch dann haltbar ist, wenn die beiden Entsorgungskonzepte in dieser Hinsicht als gleichwertig betrachtet werden.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Bezug auf die Umweltauswirkungen des von der Mitbeteiligten vorgesehenen Trans­ports nach Deutschland hat der Be­schwer­de­geg­ner in der Be­schwer­de­ant­wort detaillierte Berechnungen angestellt. Danach werden fÃ¼r den Transport von 20 Tonnen Reststoffen mit dem Silowagen zur 570 km entfernten Untertagdeponie 240 l DieselÃ¶l verbraucht, womit pro Tonne Reststoff eine CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Menge von 32 kg freigesetzt werde. Beim Verfestigungs­ver­fahren der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin werde den Reststoffen zwischen 20 und 30 % Zement beigemischt. Da bei der Herstellung einer Tonne Zement 693 kg CO</span><sub><span>2</span></sub><span> freigesetzt wÃ¼rden, entspreche bereits eine Beimischung von 20 % Zement einer CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Menge von 139 kg pro Tonne Reststoff. Die CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Bilanz sei daher beim Verfahren der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin rund vier Mal schlechter (Beschwerdeantwort, S. 10 f.). Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin begegnet dieser Berechnung mit dem Hinweis in der Replik, dass die Silofahrzeuge der Mitbetei­ligten die RÃ¼ckfahrt in die Schweiz leer durchfÃ¼hrten und daher die doppelte Wegdistanz berÃ¼cksichtigt werden mÃ¼sse. Der Be­schwer­de­geg­ner bestreitet dies in der Duplik und macht geltend, die Fahrzeuge wÃ¼rden fÃ¼r die RÃ¼ckfahrt gereinigt und fÃ¼r andere Trans­porte eingesetzt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Darauf kommt es indessen nicht an. Nach der Berechnung des Be­schwer­de­geg­ners, die von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin im Einzelnen nicht beanstandet wird, verursacht der von der Mitbeteiligten vorgesehene Transport selbst bei Anrechnung der doppelten Wegdistanz nur eine halb so grosse CO</span><sub><span>2</span></sub><span>-Freisetzung wie das Verfahren der Mitbeteiligten. Die Be­schwer­de­geg­nerin durfte somit zu Recht davon ausgehen, dass das Vorgehen der Mitbeteiligten in dieser Hinsicht umweltschonender sei.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.1 </span></b><span>Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin macht geltend, mit der Vergabe an die Mitbeteiligte, welche eine Endlagerung der RGRR in einer Deponie in Deutschland vorsieht, werde der Grundsatz der Inlandentsorgung gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 USG missachtet. Schon aus diesem Grund mÃ¼sse ihr eigenes Angebot, welches auf einer Endlagerung im Kanton Y beruht, den Vorzug erhalten.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Falls der Be­schwer­de­geg­ner bei seinem Ent­scheid gegen die genannte Vorschrift ver­stossen hat, war die AusÃ¼bung seines Ermessens fehlerhaft. Ãberdies stellt sich in diesem Fall die Frage, ob der Be­schwer­de­geg­ner dem Grundsatz der Inlandentsorgung nicht be­reits bei der Festlegung der Vergabekriterien hÃ¤tte Rechnung tragen mÃ¼ssen. Der Einwand bedarf daher einer nÃ¤heren PrÃ¼fung. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.2 </span></b><span>Nach Art. 30 Abs. 3 USG mÃ¼ssen AbfÃ¤lle "umweltvertrÃ¤glich und, soweit es mÃ¶glich und sinnvoll ist, im Inland entsorgt werden". Das Gebot der Inlandentsorgung entspringt verschiedenen BeweggrÃ¼nden: Nebst grundsÃ¤tzlichen Ãberlegungen, wonach die mit der wirtschaftlichen Nutzung verbundenen Nachteile von jedem Staat selber getragen werden sollen und eine UmweltgefÃ¤hrdung von Nachbarstaaten zu vermeiden ist, geht es um praktische Anliegen wie die Vermeidung unnÃ¶tiger Transporte, die Durchsetzung der im eigenen Land geltenden Anforderungen an eine umweltvertrÃ¤gliche Entsorgung und die<br/> Sicherstellung von MÃ¶glichkeiten, die AbfÃ¤lle im Inland zu entsorgen (Ursula Brunner, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. A., Art. 30 N. 52). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Gebot der Inlandentsorgung gilt jedoch nicht uneingeschrÃ¤nkt. Wie schon aus dem Wortlaut hervorgeht, besitzt das Prinzip der umweltvertrÃ¤glichen Entsorgung den Vorrang vor dem Grundsatz der Inlandversorgung (Brunner, Art. 30 N. 55). Ferner ist nur im Inland zu entsorgen, soweit dies mÃ¶glich und sinnvoll ist. Die Inlandentsorgung ist im vor­lie­genden Fall ohne weiteres mÃ¶glich; ob sie auch sinnvoll ist, bedarf einer nÃ¤heren PrÃ¼fung. Die dabei massgeblichen GrundsÃ¤tze ergeben sich aus Art. 30f Abs. 1 USG; diese<br/> Bestimmung regelt den Verkehr mit SonderabfÃ¤llen, gilt kraft der Verweisung von Art. 30g Abs. 1 USG aber auch fÃ¼r andere AbfÃ¤lle (Brunner, Art. 30 N. 57). Danach hat der Bun­des­rat Vorschriften Ã¼ber den Verkehr mit SonderabfÃ¤llen, u.a. Ã¼ber deren Ausfuhr, zu erlassen. Er berÃ¼cksichtigt dabei insbesondere die Interessen der grenzÃ¼berschreitenden regionalen Zusammenarbeit und die UmweltvertrÃ¤glichkeit der EntsorgungsmÃ¶glichkeiten im In- und Ausland. Ãberdies sind internationale Ãbereinkommen zu beachten, welche den Verkehr mit AbfÃ¤llen (insbesondere "gefÃ¤hrlichen" AbfÃ¤llen) zum Teil abweichend von den Normen des USG regeln (vgl. Ursula Brunner/Pierre Tschannen, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. A., Vorbemerkungen zu Art. 30â32e N. 60 ff.; Brunner, Art. 30 N. 59, Art. 30f passim).</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.3 </span></b><span>Der Grundsatz der Inlandversorgung wird ergÃ¤nzt durch die Vorschriften Ã¼ber die Ab­fallplanung und die Entsorgungspflicht (Art. 31 ff. USG). Nach Art. 31b USG besitzen die Kantone fÃ¼r die Entsorgung der SiedlungsabfÃ¤lle ein Monopol (Abs. 1); sie legen fÃ¼r diese AbfÃ¤lle Einzugsgebiete fest und sorgen fÃ¼r einen wirtschaftlichen Betrieb der Abfall­an­lagen (Abs. 2). FÃ¼r die Ã¼brigen AbfÃ¤lle ist die Festlegung von Einzugsgebieten fakultativ (Art. 31c Abs. 2 USG). Entsprechend der unterschiedlichen Aufgabenstellung ist auch die Planungspflicht differenziert zu handhaben: FÃ¼r SiedlungsabfÃ¤lle besteht eine umfassende Planungspflicht, die auch der Vermeidung von ÃberkapazitÃ¤ten und der GewÃ¤hrleistung eines wirtschaftlichen Betriebs dient, weshalb Abfallanlagen in diesem Bereich nur bei nachgewiesenem Bedarf errichtet werden. Dagegen besteht im Bereich der Ã¼brigen AbfÃ¤lle kein umfassender Planungsauftrag; der Bau und Betrieb der Anlagen liegen in erster Linie in der Verantwortung der Abfallinhaber und setzen keinen Bedarfsnachweis voraus (BGE 126 II 26 E. 3). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das Bun­des­ge­richt hat in einem Ent­scheid, auf welchen sich die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin be­ruft (BGE 126 II 26 E. 3), festgestellt, dass RÃ¼ckstÃ¤nde aus der Rauchgas­reinigung von Kehrichtverbrennungsanlagen, soweit sie aus der Verbrennung von Sied­lungs­abfÃ¤llen stammen, der obligatorischen Abfallplanung der Kantone gemÃ¤ss Art. 31b Abs. 2 USG, nicht der fakultativen nach Art. 31c Abs. 2 USG unterstehen. Die RÃ¼ckstÃ¤nde gelten inso­fern als SiedlungsabfÃ¤lle. FÃ¼r eine Anlage zu deren Entsorgung ist ein Bedarfs­nachweis erforderlich (BGE 126 II 26 E. 3d). Heute wÃ¼rden offenbar RÃ¼ckstÃ¤nde aus der Rauchgas­reinigung grÃ¶sstenteils in deutsche Untertagdeponien verbracht. Das wider­spre­che dem Ziel der Entsorgung im Inland (Art. 30 Abs. 3 USG), weshalb der Bedarf fÃ¼r eine Anlage zur Behandlung dieser Stoffe im Inland zu bejahen sei (vgl. BGE 126 II 26 E. 3e). </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Feststellung des Bun­des­ge­richts, dass der Export von RGRR dem Grundsatz der Ent­sorgung im Inland widerspreche, bedeutet indessen nicht, dass die Ausfuhr derartiger RÃ¼ckstÃ¤nde in jedem Fall unzulÃ¤ssig ist. Die im Hinblick auf den Bedarfsnachweis fÃ¼r eine Abfallanlage getroffene ErwÃ¤gung ermÃ¶glicht den Kantonen vielmehr, fÃ¼r die RÃ¼ck-<br/> stÃ¤nde ihrer Kehrichtverbrennungsanlagen, soweit diese aus der Verbrennung von Sied­lungs­abfÃ¤llen herrÃ¼hren, eine sachgerechte Bedarfsplanung zu erstellen und Einzugs­ge­bie­te nach Art. 31b Abs. 2 USG festzulegen. Diese Planung kann dazu dienen, aus­reichende KapazitÃ¤ten fÃ¼r die Behandlung der RÃ¼ckstÃ¤nde sicherzustellen und eine genÃ¼­gende Aus­lastung der Anlagen im Hinblick auf deren wirtschaftlichen Betrieb zu gewÃ¤hr­leisten. Soweit ersichtlich, haben die Kantone jedoch bis heute weder spezielle Planungen fÃ¼r die Entsorgung derartiger RÃ¼ckstÃ¤nde erstellt noch Einzugsgebiete dafÃ¼r festgelegt. Jedenfalls besteht in den Kantonen ZÃ¼rich und Y keine Planung, nach welcher die RÃ¼ckstÃ¤nde von Verbrennungsanlagen des Kantons ZÃ¼rich der von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin benÃ¼tzten Anlage zuzufÃ¼hren seien.</span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.4 </span></b><span>Der Bun­des­rat hat den Verkehr mit SonderabfÃ¤llen, insbesondere auch deren Ausfuhr, in der Ver­ord­nung vom 12. November 1986 Ã¼ber den Verkehr mit SonderabfÃ¤llen (VVS) geregelt. Diese Verordnung beruht noch auf der alten, vor der Revision von 1995 geltenden Fassung des USG und wurde nur geringfÃ¼gig an das neue Recht angepasst. Eine neue Ver­ord­nung Ã¼ber den Verkehr mit AbfÃ¤llen, welche nebst den neuen Art. 30f und 30g USG auch das massgebliche VÃ¶lkerrecht umzusetzen hat und die VVS ersetzen soll (vgl. Brunner, Art. 30f N. 8), liegt erst im Entwurf vor (VeVA-VE) und soll voraus­sichtlich am 1. Januar 2006 in Kraft treten (Mitteilung des BUWAL vom 14. Juni 2004; www.umwelt-schweiz.ch/buwal, Fachgebiet Abfall). Im heutigen Zeitpunkt ist daher weiterhin die VVS anzuwenden, wobei zusÃ¤tzlich die sich aus den StaatsvertrÃ¤gen ergebenden Verpflichtungen zu berÃ¼cksichtigen sind (Brunner, Art. 30f N. 8 und 11).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>RÃ¼ckstÃ¤nde aus der Rauchgasreinigung von Kehrichtverbrennungsanlagen sind Sonder­abfÃ¤lle (Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang 2 Ziff. 21 Codes 2021â2024 VVS; vgl. Art. 3 Abs. 2 der Technischen Verordnung Ã¼ber AbfÃ¤lle vom 10. Dezember 1990 [TVA, SR 814.600]). Dasselbe gilt nach dem Entwurf einer Ver­ord­nung des UVEK Ã¼ber Listen zum Verkehr mit AbfÃ¤llen (LVA-VE), welche gestÃ¼tzt auf Art. 2 VeVA-VE erlassen wer­den soll und den Abfallkatalog an internationales Recht anpassen wird (Anhang 1 zur LVA-VE, Ziff. 1.1 und Ziff. 3 Codes 19 01 05 â 19 01 07). Daran Ã¤ndert auch die Bezeich­nung solcher RÃ¼ckstÃ¤nde als SiedlungsabfÃ¤lle (vgl. E. 7.3) nichts. Diese dient nur der sach­gerechten Zuordnung der Entsorgungspflicht und Ã¤ndert nichts daran, dass die RÃ¼ckstÃ¤nde im Hinblick auf die von ihnen ausgehende UmweltgefÃ¤hrdung SonderabfÃ¤lle darstellen (BGE 125 II 508 E. 6b; Pierre Tschannen, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. A., Art. 31b N. 9). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.5 </span></b><span>Wer SonderabfÃ¤lle aus der Schweiz ausfÃ¼hren will, muss dies dem BUWAL im Voraus melden (Art. 9 VVS). Die Ausfuhr darf stattfinden, sofern das BUWAL nicht innert 20 Tagen nach der Anmeldung ein Ausfuhrverbot verfÃ¼gt (Art. 10 Abs. 1 VVS). Ein ent­sprechendes Verfahren sehen auch die Art. 17 ff. VeVA-VE vor, wobei nach diesem Entwurf eine eigentliche Exportbewilligung erteilt werden soll. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die GrundsÃ¤tze, die das BUWAL bei der PrÃ¼fung der Ausfuhr berÃ¼cksichtigt, ergeben sich einerseits aus den Unterlagen, die der Anmeldung gemÃ¤ss der Ver­ord­nung beizulegen sind, anderseits aus weiteren Normen des Umweltrechts und aus internationalen Ãberein­kommen. So ist u.a. nachzuweisen, dass der vorgesehene auslÃ¤ndische EmpfÃ¤nger des Abfalls Ã¼ber Anlagen zur umweltgerechten Entsorgung verfÃ¼gt und nach dem Recht seines Staates zur Entgegennahme des Abfalls berechtigt ist (Art. 9 Abs. 2 lit. e und f VVS). Aufgrund vÃ¶lkerrechtlicher Verpflichtungen ist die Ausfuhr von SonderabfÃ¤llen, die wie vorliegend nicht zur Verwertung, sondern zur Endlagerung gelangen sollen, nur zulÃ¤ssig in Staaten, die Mitglieder der OECD und gleichzeitig Parteien des Basler Ãbereinkommens vom 22. MÃ¤rz 1989 Ã¼ber die Kontrolle der grenzÃ¼berschreitenden Verbringung gefÃ¤hr­licher AbfÃ¤lle und ihrer Entsorgung sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 VeVA-VE). Deutschland ist Mitglied der OECD und Vertragsstaat des Basler Ãbereinkommens (AS 2004 1185), weshalb diese Voraussetzung hier erfÃ¼llt ist. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Blick auf den Grundsatz der Inlandentsorgung gemÃ¤ss Art. 30 Abs. 3 USG hat der Bun­des­rat, nachdem in der Schweiz ausreichende KapazitÃ¤ten fÃ¼r die Verbrennung von SonderabfÃ¤llen zur VerfÃ¼gung standen, die VVS dahin gehend ergÃ¤nzt, dass der Export von SonderabfÃ¤llen zur Verbrennung grundsÃ¤tzlich nicht mehr zulÃ¤ssig ist (Art. 9 Abs. 2 lit. g VVS, eingefÃ¼gt durch Ver­ord­nung vom 14. Februar 1996). FÃ¼r die Ausfuhr von RÃ¼ckstÃ¤nden aus Rauchgasreinigungen â die keine brennbaren SonderabfÃ¤lle darstellen â enthÃ¤lt die VVS keine ausdrÃ¼ckliche Regelung. GemÃ¤ss einem Merkblatt des<br/> BUWAL wird jedoch bei Exportvorhaben dieser AbfÃ¤lle berÃ¼cksichtigt, dass heute in der Schweiz verschiedene Verfestigungsanlagen und Reststoffdeponien zur VerfÃ¼gung stehen. Einem Export stimmt das BUWAL nur zu, wenn nachgewiesen ist, dass die AbfÃ¤lle in<br/> einem abfallrechtlich genehmigten Salzbergwerk eingelagert werden (Merkblatt "Wie das BUWAL die Kontrolle von Abfallexporten aus der Schweiz handhabt", undatiert; www.umwelt-schweiz.ch/buwal, Fachgebiet Abfall).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der Entwurf der neuen Ver­ord­nung Ã¼ber den Verkehr mit AbfÃ¤llen nimmt auf den Grundsatz der Inlandversorgung ausdrÃ¼cklich Bezug, indem er fÃ¼r die Ausfuhr von Sied­lungsabfÃ¤llen sowie von weiteren AbfÃ¤llen, fÃ¼r die ein Einzugsgebiet festgelegt ist, einen Nachweis verlangt, wonach der Export einer Vereinbarung der regionalen grenzÃ¼ber­schreitenden Zusammenarbeit entspricht oder eine umweltvertrÃ¤gliche Entsorgung in der Schweiz nicht zumutbar oder wegen fehlender KapazitÃ¤ten nicht mÃ¶glich ist (Art. 18 Abs. 1 lit. a Ziff. 4 VeVA-VE). Dementsprechend soll das BUWAL bei AbfÃ¤llen, fÃ¼r die ein oder mehrere Kantone ein Einzugsgebiet festgelegt haben, vor dem Ent­scheid Ã¼ber die Exportbewilligung die Stellungnahme der betroffenen Kantone einholen (Art. 19 Abs. 2 VeVA-VE). </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.6 </span></b><span>Die GrundsÃ¤tze des Art. 30 USG richten sich in erster Linie an den Ver­ord­nungsgeber (Brunner, Art. 30 USG N. 3). Dieser hat die gesetzlichen Vorschriften in den Verord­nungen (TVA, VVS) konkretisiert. GrundsÃ¤tzlich ist davon auszugehen, dass das Verord­nungsrecht gesetzeskonform ist. Das Gericht ist zwar befugt, Verordnungen bei der Anwendung akzessorisch auf ihre GesetzmÃ¤ssigkeit zu Ã¼berprÃ¼fen. Dabei ist jedoch ein weiter Gestaltungsspielraum des Ver­ord­nungsgebers zu beachten (Brunner, Art. 30 USG N. 3; vgl. die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts im Bereich des Immissionsschutzes, URP 2003, S. 823 ff., E. 4.3; URP 2004, S. 228 ff., E. 3.2). Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin hat denn auch nichts vorgebracht, was die GesetzeskonformitÃ¤t der Verordnungen in Frage stellen wÃ¼rde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die VVS macht die Ausfuhr von SonderabfÃ¤llen, wie gezeigt, von bestimmten Voraus­setzungen abhÃ¤ngig. Dabei werden Ausfuhrvorhaben namentlich auch unter dem Gesichts­punkt des Vorrangs der Inlandentsorgung geprÃ¼ft. Das BUWAL gestattet den Export nur, wenn dieser den Anforderungen entspricht. Wenn die Verordnung somit die Ausfuhr von SondermÃ¼ll unter bestimmten Voraussetzungen zulÃ¤sst, ist davon auszugehen, dass damit den Anforderungen des Gesetzes GenÃ¼ge getan wird. Mit der Zulassung der Ausfuhr durch die dafÃ¼r zustÃ¤ndige Stelle des Bundes ist auch die Frage einer allfÃ¤lligen PrioritÃ¤t der Inlandentsorgung beurteilt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Rahmen eines Beschaffungsverfahrens ist es daher nicht Sache der Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de, diese Frage zusÃ¤tzlich zu prÃ¼fen; ein solches Vorgehen wÃ¤re weder zulÃ¤ssig noch prak­tikabel. Der VergabebehÃ¶rde muss es vielmehr genÃ¼gen, dass die Anbieterin, deren Offerte einen Export des SondermÃ¼lls vorsieht, Ã¼ber die notwendige Berechtigung zur Ausfuhr ver­fÃ¼gt bzw. mit einer solchen rechnen kann. Soweit die Zulassung der Ausfuhr nicht vor­gÃ¤ngig zugesichert wurde, ist der Auftrag mit einem geeigneten Vorbehalt zu versehen ; diese Frage ist jedoch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.7 </span></b><span>Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin angerufenen Ent­scheid des Bun­des­ge­richts (BGE 126 II 26), nach welchem RÃ¼ckstÃ¤nde der Rauch­gasreinigung, soweit sie aus der Verbrennung von SiedlungsabfÃ¤llen stammen, ebenfalls den SiedlungsabfÃ¤llen zugerechnet werden. Diese Recht­spre­chung hat, wie gezeigt, nicht zur Folge, dass die fraglichen RÃ¼ckstÃ¤nde in keinem Fall ausgefÃ¼hrt werden dÃ¼rfen (vgl. E. 7.3), und sie stellt auch die ZustÃ¤ndigkeit des BUWAL zum Entscheid Ã¼ber Export­vorhaben (E. 7.6) nicht in Frage. FÃ¼r eine zusÃ¤tzliche Beurteilung des Vorrangs der Inlandentsorgung anlÃ¤sslich der Vergabe eines Ã¶ffentlichen Auftrags findet sich darin keine StÃ¼tze.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Was schliesslich den von der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin vorgelegten Entscheid des BUWAL anbelangt, mit welchem ihr der Export bestimmter AbfÃ¤lle untersagt wurde, so ist dieser mit der vor­lie­gend strittigen Sache nicht vergleichbar. Das Exportvorhaben der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin betraf gewÃ¶hnliche SiedlungsabfÃ¤lle (keine RGRR), fÃ¼r welche die Kantone Einzugsgebiete festgelegt haben; die zustÃ¤ndigen kantonalen BehÃ¶rden lehnten die Aus­fuhr daher ab. Die vorgelegten Unterlagen zeigen Ã¼berdies deutlich, dass der Frage der Inlandentsorgung bei der Beurteilung eines Exportvorhabens durch das BUWAL die nÃ¶tige Beachtung geschenkt wird.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nicht zu beurteilen ist hier, ob eine VergabebehÃ¶rde, wenn sowohl im Inland wie im Ausland gesetzeskonforme EntsorgungsmÃ¶glichkeiten bestehen, dem Vorrang der Inland­entsorgung zusÃ¤tzliches Gewicht verschaffen kann, indem sie eine entsprechende Anfor­derung als Zu­schlags­kri­te­rium festlegt (vgl. zur Festlegung Ã¶kologischer Vergabe­kriterien, die Ã¼ber das von Gesetz und Ver­ord­nung Verlangte hinausgehen, VGr, 24. No­vember 1999, VB.1998.00319, BEZ 2000 Nr. 9, E. 8). Einer nÃ¤heren PrÃ¼fung bedÃ¼rfte vor allem die Vereinbarkeit eines solchen Vorgehens mit dem Staatsvertragsrecht (vgl. E. 7.2). Vorliegend wurde kein derartiges Kriterium festgelegt. </span></p> <p class="Erwgung2"><b><span>7.8 </span></b><span>Die Be­schwer­de­geg­nerin hat somit zu Recht davon abgesehen, die Frage der prioritÃ¤­ren Inlandentsorgung im Rahmen des Vergabeverfahrens zu prÃ¼fen. Ihr Ermessens­ent­scheid ist auch unter diesem Gesichtspunkt nicht zu beanstanden. </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>8. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der angefochtene Ver­ga­be­ent­scheid erweist sich damit als rechtmÃ¤ssig. Die Be­schwer­de ist daher abzuweisen. Dem Ausgang des Verfahrens gemÃ¤ss wird die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin kostenpflichtig (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Sie hat Ã¼berdies dem Be­schwer­de­geg­ner eine angemessene EntschÃ¤digung fÃ¼r die Umtriebe des Verfahrens zu leisten (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG). </span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>9. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Be­schwer­deentscheide des Ver­wal­tungs­ge­richts betreffend die Vergabe eines Ã¶ffentlichen Auftrags kÃ¶nnen grundsÃ¤tzlich nur mit der staatsrechtlichen Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt weitergezogen werden (Art. 9 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 Ã¼ber den Binnenmarkt, Binnenmarktgesetz). Vorliegend wurde jedoch von Seiten der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin geltend gemacht, die Ver­ga­be­be­hÃ¶r­de habe es versÃ¤umt, Umweltschutz­recht des Bundes zutreffend anzuwenden. Damit stellt sich die Frage, ob gegen den Ent­scheid des Ver­wal­tungs­ge­richts, soweit die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin beanstanden will, mit dem Ent­scheid werde Umweltschutzrecht des Bundes unrichtig angewandt bzw. dessen Anwen­dung vereitelt, die Ver­wal­tungs­ge­richts­be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt zur VerfÃ¼gung steht. Da die Frage nicht geklÃ¤rt ist, ist in der Rechtsmittelbelehrung des Dispositivs auf die MÃ¶glichkeit einer Ver­wal­tungs­ge­richts­be­schwer­de hinzuweisen. </span></p> <p class="Einzug1"> </p> <span><br/> </span> <p class="Einzug1"><span>DemgemÃ¤ss entscheidet die Kammer:</span></p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug1"> </p> <p class="Einzug2">1. Die Be­schwer­de wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"><span>2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 8'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 270.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 8'270.-- Total der Kosten.</span></p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden der Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin auferlegt.</p> <p class="Einzug2">4. Die Be­schwer­de­fÃ¼h­re­rin wird verpflichtet, dem Be­schwer­de­geg­ner eine Par­tei­ent­schÃ¤­di­gung von Fr. 4'000.- (Mehrwertsteuer inbegriffen) zu bezahlen, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Ent­scheids.</p> <p class="Einzug2">5. Soweit eine Verletzung von Bundesumweltschutzrecht geltend gemacht wird, kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Ver­waltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden (vgl. ErwÃ¤gung 9).</p> <p class="Urteilstext"><span>6. â¦</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="MsoNormal"> </p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>