<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd"> <html lang="en" xml:lang="en" xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head><meta charset="utf-8"/> <title>Verwaltungsgericht des Kantons ZÃ¼rich: VB.2003.00321</title> <link href="/findinfo/stylesheets/main.css" rel="stylesheet" type="text/css"/> </head> <body> <!-- HEADER --> <table> <tr> <td colspan="5"> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td class="submenu_sel" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/standard.htm">Standard Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/xhtmltemplates/advanced.htm">Erweiterte Suche</a></td> <td> | </td> <td class="submenu" nowrap="nowrap"><a href="/findinfo/help/index.htm">Hilfe</a></td> </tr> </table> </td> </tr> </table> <!-- /HEADER --> <br/> <!-- ZUM ERSTEN TREFFER --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br/><br/> </td> <td align="right"> <a href="https://vgrzh.djiktzh.ch/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&amp;WebServerUrl=https://vgrzh.djiktzh.ch&amp;WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&amp;OmnisLibrary=JURISWEB&amp;OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&amp;OmnisServer=JURISWEB,127.0.0.1:7000&amp;Parametername=WWW&amp;Schema=ZH_VG_WEB&amp;Source=&amp;Aufruf=getDocument&amp;cSprache=GER&amp;nF30_KEY=204059&amp;W10_KEY=4467142&amp;nTrefferzeile=1&amp;Template=standard/results/printviewdocument.fiw" target="_blank"><img align="bottom" alt="" src="/findinfo/images/icons/drucken.gif" title="Druckansicht"/><span> </span>Druckansicht</a> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /ZUM ERSTEN TREFFER --> <!-- Metadaten --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <table cellpadding="0" cellspacing="0"> <tr> <td nowrap="nowrap" width="180"><b>GeschÃ¤ftsnummer: </b></td> <td><b>VB.2003.00321</b></td> <td width="100%"> </td> </tr> <tr> <td>Entscheidart und -datum: </td> <td colspan="4">Endentscheid vom 10.03.2004</td> </tr> <tr> <td>SpruchkÃ¶rper: </td> <td colspan="4">1. Abteilung/1. Kammer</td> </tr> <tr> <td>Weiterzug: </td> <td colspan="4">Dieser Entscheid ist rechtskrÃ¤ftig.</td> </tr> <tr> <td>Rechtsgebiet: </td> <td colspan="4">Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht</td> </tr> <tr> <td><b>Betreff: </b><br/><br/></td> <td colspan="4"><b>Baubewilligung und Befehl</b><br/><br/></td> </tr> <tr> <td colspan="5"><br/><b>Bauverweigerung für teilweise Überdeckung und Gestaltung eines Garagenvorplatzes. Beseitigungsanordnung für Überdachung und Einwandung einer bestehenden Pergola.<br/><br/>Die Vorinstanz hat das Neubauvorhaben mit Vordach zu Recht als Gebäude im Sinn von § 2 Abs. 1 ABauV qualifiziert, das einen Grenzabstand von 3,5 m einzuhalten hat. Ob das projektierte Vordach starr oder flexibel ausgestaltet ist spielt dabei keine Rolle (E. 3). Die Bewilligungsfähigkeit der bestehenden Baute hat die Vorinstanz zurecht verneint, da der betroffene Nachbar die erforderliche Zustimmung in der erforderlichen Form (§ 270 Abs. 3 PBG, § 5 lit. BauVV) nicht erteilt hat. Dessen jahrelanges Dulden begründet keinen Näherbauvertrag (E. 4). Gemäss § 341 PBG sind die Behörden zur Herstellung des rechtmässigen Zustands verpflichtet. Da weder eine geringfügige Gesetzesverletzung noch besondere Gründe des Vertrauensschutzes vorliegen, ist die Wiederherstellung anzuordnen (E. 6). Die vorinstanzlichen Vollzugsanordnungen sind weder umfangmässig (Beseitigung der Einwandung und Überdachung) noch in zeitlicher Hinsicht (60 Tage ab Rechtskraft) zu beanstanden (E. 6). Prüfung der vorinstanzlichen Kostenverlegung. Abweisung (E. 7).</b></td> </tr> </table> </td> <td> </td> <td align="right" class="stiwos" nowrap="nowrap" rowspan="6" width="203"> <table cellpadding="0" cellspacing="0" width="100%"> <tr> <td>Stichworte:</td> </tr> <tr> <td> <span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN">BAUBEWILLIGUNG UND BAUBEWILLIGUNGSVERFAHREN</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: GEBÃUDEBEGRIFF">GEBÃUDEBEGRIFF</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: NÃHERBAURECHT">NÃHERBAURECHT</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT">VERHÃLTNISMÃSSIGKEIT</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: VERTRAUENSSCHUTZ">VERTRAUENSSCHUTZ</acronym></span><br/><span class="gerade"><acronym title="HR: - UR: - ST: WIEDERHERSTELLUNG">WIEDERHERSTELLUNG</acronym></span><br/><span class="ungerade"><acronym title="HR: Urteile: Verwaltungsrecht UR: Planungs- und Baurecht ST: ZWANGSMASSNAHMEN">ZWANGSMASSNAHMEN</acronym></span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Rechtsnormen:</td> </tr> <tr> <td> <span class="gerade">§ 2 Abs. I ABauV</span><br/><span class="ungerade">§ 5 lit. l BauVV</span><br/><span class="gerade">§ 270 Abs. III PBG</span><br/><span class="ungerade">§ 341 PBG</span><br/> </td> </tr> <tr><td height="2px"></td></tr> <tr> <td>Publikationen:</td> </tr> <tr> <td> - keine - </td> </tr> <tr> <td>Gewichtung:<br/> (1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)</td> </tr> <tr> <td> Gewichtung: 4 </td> </tr> </table> </td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Metadaten --> <!-- Dokument --> <table width="100%"> <tr> <td width="20"> </td> <td> <br><br/> <div class="Section1"> <p class="Sachverhalt1"><b><span>I. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschluss vom 4. Februar 2002 verweigerte die BaubehÃ¶rde der Gemeinde X A die Bau­bewilligung fÃ¼r die teilweise Ãberdachung und Gestaltung des Garagenvorplatzes auf dem GrundstÃ¼ck Kat.-Nr. 01 an der L-Strasse in X gemÃ¤ss Baugesuch vom 5. Januar 2002. Gleichzeitig setzte sie A eine Frist von 120 Tagen ab Rechts­kraft des Entscheides zur Beseitigung der bestehenden, eigenmÃ¤chtig errichteten Pergola bzw. eine Frist von 60 Tagen zur Beseitigung der an dieser Pergola angebrachten Ãberdachungs- und Einwandungselemente.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Am 23. September 2002 verweigert die BaubehÃ¶rde X die von A mit Eingabe vom 17. Mai 2002 nachgesuchte (nachtrÃ¤gliche) Baubewilligung fÃ¼r die bestehende, eigenmÃ¤chtig erstellte Pergola mit Ãberdachung und teilweiser Einwandung und wiederholte den dafÃ¼r bereits mit Beschluss vom 4. Februar 2002 erlassenen Beseitigungsbefehl.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>II. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>A rekurrierte sowohl gegen den Beschluss vom 4. Februar 2002 als auch gegen denjenigen vom 23. September 2002 an die Baurekurskommission II. Diese hiess die vereinigten Rekurse am 1. Juli 2003 teilweise gut, indem sie den Beseitigungsbefehl bezÃ¼glich der Pergola als zu weit gehend erachtete und ihn auf die Beseitigung der bestehenden Ãber­dachung/ Ein­wandung beschrÃ¤nkte. Im Ãbrigen wurden die Rekurse abgewiesen.</span></p> <p class="Sachverhalt1"><b><span>III. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Mit Beschwerde vom 15. September 2003 liess A dem Verwaltungsgericht beantragen, der Rekursentscheid sei insoweit aufzuheben als damit seine Rechtsbegehren abgewiesen wurden, und die BaubehÃ¶rde X sei einzuladen, die beurteilten Projekte, allenfalls unter Auflagen und Bedingungen, zu bewilligen. Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zurÃ¼ckzuweisen. Subeventuell sei die vorinstanzliche Kostenregelung zu korrigieren. Durch das Verwaltungsgericht sei ein Augenschein durchzufÃ¼hren. Ferner wurde die Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung beantragt.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Baurekurskommission II und die BaubehÃ¶rde X beantragten Abweisung der Beschwerde; letztere ersuchte zudem um Zusprechung einer ParteientschÃ¤digung. Der am Ver­fahren mitbeteiligte EigentÃ¼mer der sÃ¼dlichen Nachbarparzelle, C, liess sich nicht vernehmen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Parteivorbringen werden, soweit wesentlich, nachfolgend wiedergegeben.</span></p> <p class="MsoNormal"> </p> <p class="Zwischentitel"><span>Die Kammer</span><span> zieht in ErwÃ¤gung:</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>1. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach § 60 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) erhebt das Verwaltungsgericht die zur KlÃ¤rung des Sachverhalts erforderlichen Beweise von Amtes wegen. Da vorliegend der massgebliche Sachverhalt aus den Akten hinreichend ersichtlich ist und zudem, entgegen dem DafÃ¼rhalten des BeschwerdefÃ¼hrers, keine gestalterischen Fragen zur Beurteilung stehen, erÃ¼brigt sich ein verwaltungsgerichtlicher Augenschein (RB 1995 Nr. 12).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>2. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Das BaugrundstÃ¼ck ist mit einem Wohnhaus Ã¼berstellt, an dessen SÃ¼dfassade ein eingeschossiges GaragengebÃ¤ude angebaut ist. Am 24. MÃ¤rz 1975 wurde dem BeschwerdefÃ¼hrer eine auf fÃ¼nf Jahre befristete Bewilligung fÃ¼r eine Fahrnisbaute (eine auf vier, mit RÃ¤dern versehenen StÃ¼tzen angebrachte Ãberdachung) zwischen GaragengebÃ¤ude und sÃ¼dlicher GrundstÃ¼ckgrenze erteilt. Diese Bewilligung wurde am 28. Mai 1980 um weitere fÃ¼nf Jahre verlÃ¤ngert. Nach Ablauf dieser Befristung erstellte der BeschwerdefÃ¼hrer eigenmÃ¤chtig eine an die Garage anschliessende und bis an die sÃ¼dliche GrundstÃ¼ckgrenze reichende Pergola, welche er zwischenzeitlich, ebenfalls ohne Bewilligung, Ã¼berdeckt und eingewandet hat. Im Jahr 2001 forderte die Ã¶rtliche BaubehÃ¶rde den BeschwerdefÃ¼hrer auf, ein Bau­gesuch einzureichen, woraufhin der Bauherr am 5. Januar 2002 um die Bewilligung fÃ¼r ein den bestehenden Anbau ersetzendes Neubauprojekt nachsuchte.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dieses Neubauvorhaben besteht aus einem massiven, an die Garage angebauten Vordach, welches einen Abstand von 3,5 m zur sÃ¼dlichen GrundstÃ¼ckgrenze aufweist. Die an der sÃ¼dlichen GrundstÃ¼ckgrenze verlaufende Gartenmauer soll auf 1,5 m erhÃ¶ht werden, und ab diesem Niveau sollen drei um 45° geneigte Balken aus Beton auf eine HÃ¶he von 3,12 m ansteigen und das massive Vordach mit der gekrÃ¶pften Seitenwand verbinden. Zudem ist Ã¼ber diesen Betonbalken, anschliessend an das massive Vordach, ein weiteres Vordach vorgesehen, welches 2 m in den Abstandsbereich hineinragt. GemÃ¤ss den AusfÃ¼hrungen der Bauherrschaft in der Rekursschrift ist dieses weitere Vordach beweglich ausgestaltet; es lÃ¤sst sich als Sichtschutz hoch- und im Bedarfsfall als Witterungsschutz auf die BetontrÃ¤ger herunterklappen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>3. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Vorinstanz prÃ¼fte vorab, ob das geplante Neubauvorhaben als GebÃ¤ude im Rechtssinn zu qualifizieren sei. Sie hat hierzu unter Berufung auf § 2 Abs. 1 der Allgemeinen Bauverordnung vom 2. Juni 1977 (ABauV) ausgefÃ¼hrt, Bauten und Anlagen seien als GebÃ¤ude zu qualifizieren, wenn sie einen Raum zum Schutz von Menschen oder Sachen gegen Ã¤ussere, namentlich atmosphÃ¤rische EinflÃ¼sse mehr oder weniger vollstÃ¤ndig abschliessen. Eine Pergola ohne Witterungsschutz gelte dagegen noch nicht als GebÃ¤ude. Die geplante Baute verfÃ¼ge indessen Ã¼ber einen solchen Witterungsschutz. Die 4,7 m breite Pergola sei anschliessend an die Garage auf einer Breite von 1,5 m fest und auf weiteren zwei Metern Breite durch ein absenkbares Vordach Ã¼berdacht. Mithin sei von einer Ãberdachung der Pergola auf einer Breite von rund 3,5 m auszugehen. Der Umstand, dass der eine Teil des Vordachs beweglich ausgestaltet sei, d.h. je nach Bedarf herauf- oder heruntergeklappt werden kÃ¶nne, Ã¤ndere nichts am Charakter eines Daches, welches Witterungsschutz biete. Die Pergola sei somit zu mehr als zwei Dritteln Ã¼berdacht. Hinzu komme, dass sie auf drei Seiten eingewandet sei, was ihre Eigenschaft, Witterungsschutz zu bieten, verstÃ¤rke. Im Ã¼berdachten Bereich sei die Baute daher klarerweise als GebÃ¤ude zu qualifizieren und damit abstandspflichtig. Da sie den Grenzabstand von 3,5 m um 2 m unterschreite, sei sie mangels einer nachbarlichen Zustimmung baurechtswidrig und daher nicht bewilligungsfÃ¤hig.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Diesen Ã¼berzeugenden AusfÃ¼hrungen kann ohne weiteres gefolgt werden. Was der BeschwerdefÃ¼hrer dagegen vorbringt, erweist sich als unbegrÃ¼ndet. Er lÃ¤sst ausfÃ¼hren, entgegen den Annahmen der Vorinstanz und allfÃ¤lliger eigener Darstellungen erklÃ¤re er nunmehr, dass das Vordach keinerlei FlexibilitÃ¤t aufweise, sondern starr in der im Plan eingezeichneten Lage verbleibe. Gegenteilige eigene Angaben seien unbeachtlich bzw. hiermit zurÃ¼ckgenommen. Damit werde das 2 m breite, schrÃ¤g auskragende Vordach nicht "auf die Pergola herabgelassen" bzw. diese nicht mit einem Dach versehen, sondern es verbleibe ein freies, starres Vordach des bestehenden Anbaus und rage zulÃ¤ssigerweise in den Abstandsbereich hinein. Ein solches Vordach am bestehenden Anbau sei ohne weiteres bewilligungsfÃ¤hig; es sei nicht Bestandteil einer Pergola bzw. kein Ã¼berdachter Teil einer solchen. Folglich handle es sich auch nicht um ein GebÃ¤ude, welches den Grenzabstand unterschreite oder einer nachbarlichen Zustimmung bedÃ¼rfe. â Der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt, dass er an die im vorinstanzlichen Verfahren abgegebene, eindeutige Projektbeschreibung gebunden ist. Ãnderungen an diesem Projekt kÃ¶nnen im Beschwerdeverfahren nicht mehr berÃ¼cksichtigt werden. Im Ãbrigen weist die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung zurecht darauf hin, dass auch ein schrÃ¤ges, um 2 m auskragendes Vordach einen weit gehenden Witterungsschutz bietet, so dass sich dadurch an der Qualifikation der Baute als abstandspflichtiges GebÃ¤ude nichts Ã¤ndern wÃ¼rde. Das Bauvorhaben wÃ¤re demnach auch bei starrer SchrÃ¤glage des in den Abstandsbereich hineinragenden Vordachs nicht bewilligungsfÃ¤hig. Es kann daher offen bleiben, was bezÃ¼glich der Lage des Vordachs (starr oder flexibel) aus der Darstellung in den ProjektplÃ¤nen geschlossen werden kann und ob die starre Lage des Vordachs auch nebenbestimmungsweise hÃ¤tte angeordnet werden kÃ¶nnen. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Durfte die Rekurskommission demnach die BewilligungsfÃ¤higkeit des Bauvorhabens bereits aufgrund der vorstehenden ErwÃ¤gungen verneinen, ist es entgegen dem DafÃ¼rhalten des BeschwerdefÃ¼hrers nicht zu beanstanden, wenn sie der Einordnungsfrage nicht weiter nachging.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>4. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Vor Erlass der Abbruch- bzw. Vollzugsanordnung ist vorerst die BewilligungsfÃ¤higkeit der eigenmÃ¤chtig erstellten oder geÃ¤nderten Baute oder Anlage zu prÃ¼fen. Bei der umstrittenen Baute handelt es sich um eine vollstÃ¤ndig Ã¼berdachte und auf drei Seiten eingewandete Pergola. Der GebÃ¤udecharakter dieser Baute ist zu Recht unbestritten geblieben. Dementsprechend ist grundsÃ¤tzlich der gesetzliche geforderte Grenzabstand von 3,5 m einzuhalten, es sei denn, es liege eine nachbarliche Vereinbarung Ã¼ber ein NÃ¤herbaurecht im Sinn von § 270 Abs. 3 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG) vor.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer macht hierzu geltend, der betroffene Nachbar habe seine Zustimmung zum Grenzbau zwar nicht ausdrÃ¼cklich, aber immerhin "konkludent" erteilt. Auch ohne entsprechende gesetzliche Verpflichtung dÃ¼rfe von einem Nachbarn verlangt werden, dass er sich gegen eine baurechtswidrige Baute innert vernÃ¼nftiger Frist zur Wehr setze, insbesondere wenn er â wie vorliegend â aufgrund frÃ¼herer Verfahren um das Erfordernis seiner nachbarlichen Zustimmung wissen mÃ¼sse. Nachdem der betroffene Nachbar rund 17 Jahre geschwiegen und sogar seinerseits eine die Baute kaschierende Grenzbepflanzung angebracht habe, dÃ¼rfe auf dessen konkludente Zustimmung zum Grenzbau geschlossen werden. Es wÃ¼rde gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen, wenn diese formlose Zustimmung nicht als bindend erachtet wÃ¼rde. </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der zivilrechtliche NÃ¤herbaurechtsvertrag, der aufgrund von § 270 Abs. 3 in Verbindung mit § 218 Abs. 2 PBG Ã¶ffentlichrechtliche Wirkung entfaltet, bedarf keiner besonderen Form, er kommt auch mÃ¼ndlich zustande. FÃ¼r den gemÃ¤ss § 5 lit. l der Bauverfahrensverordnung vom 3. Dezember 1997 (BauVV) erforderlichen Nachweis der NÃ¤herbaurechtsvereinbarung gegenÃ¼ber der BaubehÃ¶rde genÃ¼gt sodann eine einfache, schriftlich abgefasste ErklÃ¤rung des belasteten GrundeigentÃ¼mers zuhanden der BaubehÃ¶rde (RB 2001 Nr. 69). Vorliegend ist unbestritten, dass der mitbeteiligte Nachbar zu keiner Zeit weder schriftlich noch mÃ¼ndlich seine Zustimmung zum NÃ¤her- oder Grenzbau erteilt hat. Dass der Nachbar die Baute dennoch jahrelang geduldet hat, kÃ¶nnte zwar unter â vorliegend nicht gegebenen (vgl. E. 5) â UmstÃ¤nden fÃ¼r einen Verzicht auf Wiederherstellungsmassnahmen sprechen, begrÃ¼ndet indessen keinen NÃ¤herbaurechtsvertrag. Nachdem der Beschwer­defÃ¼hrer somit den fÃ¼r die Bewilligungserteilung erforderlichen Nachweis einer NÃ¤herbaurechtsvereinbarung schuldig geblieben ist, war der streitige Anbau zu keinem Zeitpunkt bewilligungsfÃ¤hig. Dessen nachtrÃ¤gliche Bewilligung wurde somit zurecht verweigert.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>5. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Nach § 341 PBG hat die zustÃ¤ndige BaubehÃ¶rde ohne RÃ¼cksicht auf Strafverfahren und Bestrafung den rechtmÃ¤ssigen Zustand herbeizufÃ¼hren. § 341 PBG verlangt seinem Wortlaut entsprechend die vorbehaltlose Durchsetzung der Rechtsordnung. Ein Ermessen, ob die zustÃ¤ndige BehÃ¶rde tÃ¤tig werden oder ob sie die Sache auf sich beruhen lassen soll, besteht damit grundsÃ¤tzlich nicht (Christian MÃ¤der, Das Baubewilligungsverfahren, ZÃ¼rich 1991, Rz. 665, auch zum Folgenden; Urs Beeler, Die widerrechtliche Baute, ZÃ¼rich 1984, S. 65). Ein Abbruchbefehl ist nun aber nach stÃ¤ndiger Rechtsprechung dann unverhÃ¤ltnismÃ¤ssig, wenn die Abweichung vom gesetzmÃ¤ssigen Zustand gering ist und die berÃ¼hrten allgemeinen Interessen den Schaden, der dem EigentÃ¼mer durch den Abbruch entstÃ¼nde, nicht zu rechtfertigen vermÃ¶gen (BGE 111 Ib 213 E. 6.b. S. 224; VGr, 12. Juni 1987, ZBl 89/1988, S. 262). GeringfÃ¼gig ist eine Abweichung damit dann, wenn nur um weniges von der materiellen Vorschrift abgewichen wird und die Abweichung dem Bauherrn keinen oder nur einen geringfÃ¼gigen Nutzen bringt (MÃ¤der, Rz. 665). Bei bedeutenderen Abweichungen von den materiellen Bauvorschriften kÃ¶nnen nur GrÃ¼nde des Vertrauensschutzes zu einem Verzicht auf die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands fÃ¼hren (RB 2000 Nr. 106 = BEZ 2000 Nr. 23). Solche GrÃ¼nde liegen vor, wenn der Bauherr gutglÃ¤ubig ange­nommen hat, er sei zur BauausfÃ¼hrung ermÃ¤chtigt, und wenn der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwer wiegende Ã¶ffentliche Interessen entgegenstehen (RB 1985 Nr. 118 = BEZ 1986 Nr. 22 mit Hinweisen).</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dass es sich bei der vorliegenden Missachtung des Grenzabstands um eine lediglich geringfÃ¼gige Gesetzesverletzung handeln wÃ¼rde, ist ohne weiteres zu verneinen und wird auch vom BeschwerdefÃ¼hrer nicht geltend gemacht. Es stellt sich somit einzig noch die Frage, ob <i>VertrauensschutzÃ¼berlegungen</i> gegen die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands sprechen. Der BeschwerdefÃ¼hrer macht hierzu geltend, die BaubehÃ¶rde und der betroffene Nachbar hÃ¤tten die streitige Baute wÃ¤hrend rund 17 Jahren geduldet und damit zu seinen Gunsten einen Vertrauenstatbestand geschaffen.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Es trifft zwar zu, dass die langjÃ¤hrige UntÃ¤tigkeit von BehÃ¶rden und Nachbarn gegenÃ¼ber einem als baurechtswidrig erkannten Zustand allenfalls einen Vertrauenstatbestand zu begrÃ¼nden vermag (MÃ¤der, Rz. 663). Der BeschwerdefÃ¼hrer verkennt jedoch, dass ein solcher Vertrauensschutz von vornherein nur dem gutglÃ¤ubigen Bauherrn gewÃ¤hrt wird. Nur wenn ein berechtigtes Vertrauen in die ZulÃ¤ssigkeit des â tatsÃ¤chlich widerrechtlichen â Bauens vorliegt und wenn der Beibehaltung des ungesetzlichen Zustands nicht schwer wiegende Ã¶ffentliche Interessen entgegenstehen, ist von der Anordnung des Abbruchs abzusehen (RB 1985 Nr. 118 = BEZ 1986 Nr. 22 mit Hinweisen; Walter Haller/Peter Karlen, Raum­planungs-, Bau- und Umweltrecht, 3. A., ZÃ¼rich 1999, Rz. 877 auch zum Folgenden). Der BeschwerdefÃ¼hrer hat nicht gutglÃ¤ubig gehandelt. Als Architekt und angesichts der vorangegangenen Bewilligungsverfahren fÃ¼r eine Fahrnisbaute am nÃ¤mlichen Standort wusste er sowohl um die grundsÃ¤tzliche Bewilligungspflicht als auch um die â ohne nachbarliche Zustimmung â fehlende BewilligungsfÃ¤higkeit der streitigen Baute. Im Ãbrigen behauptet der BeschwerdefÃ¼hrer auch gar nicht, er habe gutglÃ¤ubig angenommen bzw. an­nehmen dÃ¼rfen, dass er zur BauausfÃ¼hrung im streitigen Umfang ermÃ¤chtigt gewesen sei.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der rund 17-jÃ¤hrige unwidersprochene Bestand der baurechtswidrigen Baute vermag demnach keinen Vertrauenstatbestand zu begrÃ¼nden und bleibt auch weit unter der vom Bundesgericht fÃ¼r die Anordnung von Wiederherstellungsmassnahmen statuierte Verwirkungsfrist von 30 Jahren (BGE 107 Ia 123).</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>6. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Die Rekurskommission hat den angefochtenen Beseitigungsbefehl mit Bezug auf die Pergo­la, ohne Einwandung und Ãberdachung, aufgehoben. Dieser Bauteil sei fÃ¼r sich allein nicht als GebÃ¤ude zu qualifizieren und unterliege daher keinen gesetzlichen MinimalabstÃ¤nden. Werde die Beseitigung sÃ¤mtlicher, also auch der fÃ¼r sich allein betrachtet bewilligungsfÃ¤higen Bauteil angeordnet, verletze dies den Grundsatz der VerhÃ¤ltnismÃ¤ssigkeit, wonach ein Eingriff nicht weiter gehen dÃ¼rfe als fÃ¼r die Wiederherstellung des rechtmÃ¤ssigen Zustands erforderlich. Unter Berufung auf diese ErwÃ¤gungen macht der BeschwerdefÃ¼hrer sodann geltend, der Abbruchbefehl gehe nach wie vor zu weit. Auch die Einwandung der Grenzwand sei als Grenzmauer bewilligungsfÃ¤hig, ebenso die Eindeckung bis zu einem Grenzabstand von 3,5 m (§ 273 PBG) und einer zusÃ¤tzlichen Vordachtiefe von 2 m (§ 260 Abs. 3 PBG) zur Nachbargrenze hin.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Wie die Vorinstanz bereits im Grundsatz festgehalten hat, ist es nicht Sache der BaubehÃ¶rde und schon gar nicht diejenige des Verwaltungsgerichts, ein im Ganzen nicht bewilligungsfÃ¤higes Vorhaben auf bewilligungsfÃ¤hige Teile zu Ã¼berprÃ¼fen. Hinzu kommt, dass die Pergolakonstruktion mit den vom BeschwerdefÃ¼hrer angefÃ¼hrten Einwandungs- und Ãberdachungsteilen wiederum weit gehend dem nachgesuchten Neubauprojekt entspricht. Eine solche Baute wÃ¤re demnach ebenfalls als GebÃ¤ude zu qualifizieren und dementsprechend baurechtswidrig. Der Befehl zur Beseitigung der Ãberdachung/Einwandung ist somit nicht zu beanstanden. Auch die dafÃ¼r angesetzte Frist von 60 Tagen ab Rechtskraft der erstinstanzlichen Vollzugsanordnung erweist sich als angemessen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgefÃ¼hrt hat, steht dem fristgerechten Abbruch nichts entgegen. Ob sich innert dieser Frist auch ein anderer Ã¼berdachter Einstellplatz fÃ¼r das Boot des BeschwerdefÃ¼hrers finden lÃ¤sst, ist unerheblich, zumal dieses vorÃ¼bergehend auch mit einer geeigneten Plane ausreichend geschÃ¼tzt werden kann.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>7. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Der BeschwerdefÃ¼hrer wendet sich schliesslich auch gegen das vorinstanzliche Kostendispositiv, womit ihm 4/5 (und nicht wie von ihm ausgefÃ¼hrt 3/4) der Rekurskosten auferlegt wurden. Er begrÃ¼ndet dies damit, dass zum einen der mit dem Bauabschlag vom 4. Fe­bruar 2002 ausgesprochene Wiederherstellungsbefehl nicht haltbar gewesen sei. Zudem sei auch der mit der Verweigerung der nachtrÃ¤glichen Baubewilligung vom 23. September 2002 wiederholte Abbruchbefehl fÃ¼r die bestehende Pergola auf deren Einwandung/Ãber­dachung und damit um weit mehr als 50 % eingeschrÃ¤nkt worden. Der Anteil an den Rekurs­kosten sei daher auf einen Drittel zu reduzieren.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Dem lÃ¤sst sich entgegenhalten, dass die BewilligungsfÃ¤higkeit des nachgesuchten Neubauprojekts verneint wurde, was fÃ¼r sich allein die hÃ¤lftige Auflage der Rekurskosten zu rechtfertigen vermag. Weiter kann dem BeschwerdefÃ¼hrer auch nicht gefolgt werden, wenn er geltend macht, der zu beseitigenden Einwandung/Ãberdachung mÃ¼sse gegenÃ¼ber der Pergola ein weit geringeres Gewicht als 50 % beigemessen werden. Einwandung und Ãberdachung sind ausschlaggebend fÃ¼r die GebÃ¤udequalitÃ¤t der Konstruktion bzw. fÃ¼r eine erheblich weitergehende und intensivere Nutzung der Pergola. Es erweist sich daher jedenfalls als vertretbar, wenn die Rekurskommission dem heutigen BeschwerdefÃ¼hrer insgesamt 4/5 der Verfahrenskosten auferlegt hat.</span></p> <p class="Urteilstext"><span>Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde insgesamt als unbegrÃ¼ndet und ist abzuweisen.</span></p> <p class="Erwgung1"><b><span>8. </span></b><span> </span></p> <p class="Urteilstext"><span>Angesichts dieses Verfahrensausgangs wird der BeschwerdefÃ¼hrer kostenpflichtig. Eine ParteientschÃ¤digung steht ihm damit von vornherein nicht zu. Die Voraussetzungen fÃ¼r die Zusprechung einer solchen an die Beschwerdegegnerin sind ebenfalls nicht erfÃ¼llt, da ihr im Verfahren vor Verwaltungsgericht nur geringe Umtriebe entstanden sind und kein besonderer Aufwand erforderlich war (§ 17 Abs. 2 lit. a VRG).</span></p> <p class="Einzug1"><a id="Journal"></a> </p> <p class="Zwischentitel"><span>DemgemÃ¤ss </span><span><a id="Text25"></a>entscheidet</span><span> </span><span>die Kammer</span><span>:</span></p> <p class="Urteilstext"><span> </span></p> <p class="Einzug2">1. Die Beschwerde wird abgewiesen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">2. Die GerichtsgebÃ¼hr wird festgesetzt auf <br/> Fr. 2'000.--; die Ã¼brigen Kosten betragen:<br/> Fr. 90.-- Zustellungskosten,<br/> Fr. 2'090.-- Total der Kosten.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">3. Die Gerichtskosten werden dem BeschwerdefÃ¼hrer auferlegt.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Einzug2">4. ParteientschÃ¤digungen werden nicht zugesprochen.</p> <p class="Einzug2"> </p> <p class="Urteilstext"><span>5. â¦</span></p> </div> <br/><br/> </br></td> <td width="20"> </td> </tr> </table> <!-- /Dokument --> <!-- FOOTER --> <p class="fusszeile"></p> <!-- /FOOTER --> </body> </html>