2002 1 Art. 29 Abs. 1 BV. Anspruch auf Wiedererwägung eine r Verfügung im Ausländerrecht (Entscheid des Obergerichts Nr. 60/2002/5 vom 26. Juli 2002 i.S. M.). Im Ausländerrecht richtet sich der Anspruch auf Wie dererwägung einer Verfügung nach den allgemeinen Grundsätzen und nich t nach der weiter- gehenden Rechtsprechung im Sozialversicherungsrecht. Aus den Erwägungen: 3.– Das Ausländeramt stellte mit Verfügung vom 15. Ma i 2001 fest, dass die Jahresaufenthaltsbewilligungen der Beschwerdefü hrerin und ihrer Kinder am 14. Oktober 2000 abgelaufen und somit erloschen seien. Es wies die Be- troffenen an, die Schweiz bis 31. August 2001 zu ve rlassen. Diese Verfügung ist unangefochten geblieben. Am 7. November 2001 stellte die Beschwerdeführerin ein Wiedererwä- gungsgesuch. Das Ausländeramt stellte darauf mit Sc hreiben vom 14. No- vember 2001 fest, die Verfügung vom 15. Mai 2001 sei rechtskräftig, weshalb kein Anspruch auf Wiedererwägung bestehe. Mangels n euer erheblicher Tat- sachen oder Beweise habe es keinen Anlass, einen ne uen Sachentscheid zu treffen. a) Die allgemeinen Verfahrensgarantien von Art. 29 d er Bundesverfas- sung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) umfassen auch den Anspruch, dass eine Sache überhaupt behandelt wird (Abs. 1). Eine Besonderheit besteht dann, wenn eine rechtsuc hende Person schon einen Entscheid erwirkt hat, nun aber bei derselben Behörde dessen Wieder- erwägung verlangt. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besteh t eine behördliche Pflicht, auf ein entsprechendes Gesuch einzutreten, wenn die Umstände sich seit dem ersten Entscheid wesentlich geändert haben , oder wenn der Gesuch- steller erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft macht, die ihm im frü- heren Verfahren nicht bekannt waren oder die schon damals geltend zu ma- chen für ihn rechtlich oder tatsächlich unmöglich w ar oder keine Ver- anlassung bestand (BGE 124 II 6 E. 3a mit Hinweisen). 2002 2 Die Beschwerdeführerin beruft sich indessen auf de n weitergehenden Wiedererwägungsanspruch, wie ihn das Eidgenössische Versicherungsgericht für das Sozialversicherungsrecht entwickelt hat. Da nach kann im Sozialversi- cherungsrecht die Verwaltung eine formell rechtskrä ftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteil ung gebildet hat, in Wie- dererwägung ziehen, wenn sie zweifellos unrichtig u nd ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 126 V 400 E. 2b/aa mit Hinweisen). Dabei handelt es sich aber um eine sozialversicher ungsrechtliche Be- sonderheit. Denn die Wiedererwägung im Sozialversicherungsrecht ist auf die dortigen Verfahren zugeschnitten, die bei erheblich er Tragweite für die Be- troffenen routinemässig und in grosser Vielzahl erl edigt werden, und unter dem Leitgedanken des gesellschaftlichen Ausgleichs stehen. Diese Häufung besonderer Gesichtspunkte fehlt in aller Regel im a llgemeinen Verwaltungs- recht, wozu auch das Ausländerrecht gehört. Es best eht daher kein Grund, diesen weitergehenden Wiedererwägungsanspruch auch auf das allgemeine Verwaltungsrecht auszudehnen. Vielmehr ist der Ansp ruch auf Wiedererwä- gung nach den allgemeinen Kriterien zu beurteilen. b) Im vorliegenden Fall ist nicht zu sehen, dass sic h die Umstände in der Zeit zwischen der Verfügung des Ausländeramts vom 1 5. Mai 2001 und der brieflich abgefassten Nichteintretensverfügung vom 14. November 2001 we- sentlich geändert hätten. Ebensowenig macht die Ges uchstellerin erhebliche Tatsachen und Beweismittel namhaft, die ihr im früh eren Verfahren nicht be- kannt waren oder die schon damals geltend zu machen für sie rechtlich oder tatsächlich unmöglich war oder kein Anlass bestand. Verhält es sich aber so, hatte die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Wi edererwägung. Daher ist das Ausländeramt korrekterweise darauf nicht ei ngetreten, und der Regie- rungsrat hat den dagegen gerichteten Rekurs zu Rech t abgewiesen. Damit ist auch die vorliegende Beschwerde unbegründet, weshal b sie abgewiesen wer- den muss.