<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 112 S.513</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Weiterbildung</span> <span class="page_no">513</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>III. Weiterbildung</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>112 Weiterbildung. Rückzahlungsklausel.</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Voraussetzungen für die Zulässigkeit einer Rückzahlungsklausel. Die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Kündigung durch den Arbeitgeber infolge dauernder unverschuldeter</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers steht in concreto der An-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>wendung der Rückerstattungsklausel nicht entgegen (Erw. 1 - 6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Personalrekursgerichts vom 31. März 2005 in Sa-</span><br/> <span class="ft4">chen S. gegen Einwohnergemeinde X (KL.2004.50005).</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">II. 1. a) Die Aus- und Weiterbildung ist in § 36 des kommunalen</span><br/> <span class="ft6">Dienst- und Besoldungsreglements (DBR) wie folgt geregelt:</span><br/> <span class="ft6">"</span><span class="ft4">Die Stadt fördert und unterstützt die berufliche Aus- und Weiterbildung des</span><br/> <span class="ft4">Personals durch geeignete Massnahmen. Der Stadtrat kann dafür zusätzlichen</span><br/> <span class="ft4">bezahlten Urlaub gewähren und Kostenbeiträge bewilligen. Dies gilt insbeson-</span><br/> <span class="ft4">dere für Weiterbildungsveranstaltungen, die im betrieblichen Interesse liegen.</span><br/> <span class="ft4">Das Personal hat sich um seine berufliche Weiterbildung zu bemühen. So-</span><br/> <span class="ft4">fern es die betrieblichen Bedürfnisse erlauben, kann der Stadtrat Urlaub für den</span><br/> <span class="ft4">Besuch von Schulen, Kursen und Tagungen bewilligen.</span><br/> <span class="ft4">Das Personal kann zum Besuch von fachbezogenen Ausbildungsveranstal-</span><br/> <span class="ft4">tungen verpflichtet werden; in diesen Fällen trägt der Arbeitgeber die Kosten.</span><br/> <span class="ft4">Der tatsächliche Besuch der Veranstaltungen ist nachzuweisen."</span><br/> <span class="ft6">b) Am 26. November 2001 erliess der Stadtrat das Reglement</span><br/> <span class="ft6">über die Aus- und Weiterbildung des Personals (Aus- und Weiterbil-</span><br/> <span class="ft6">dungsreglement, AWR). Dieses enthält u.a. folgende Bestimmung:</span><br/> <span class="ft4">"Ziff. 4.3</span><br/> <span class="ft4">Bei Auflösung des Dienstverhältnisses während der Aus- oder Weiterbil-</span><br/> <span class="ft4">dung sind die gesamten der Stadt entstandenen Kosten (Kurs- und Lohnkosten)</span><br/> <span class="ft4">zurückzuerstatten."</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">514</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">2. Im Protokollauszug des Stadtrates vom 14. Januar 2002 be-</span><br/> <span class="ft6">treffend Bewilligung der Ausbildung des Klägers wurde u.a. Ziff. 4.3</span><br/> <span class="ft6">AWR wörtlich zitiert. Mit der Zustimmung des Klägers wurde die</span><br/> <span class="ft6">entsprechende Rückerstattungsregelung zur vertraglichen Vereinba-</span><br/> <span class="ft6">rung zwischen den beiden Parteien. Die Fragen, ob der Gemeinderat</span><br/> <span class="ft6">zum Erlass des Aus- und Weiterbildungsreglements befugt war und</span><br/> <span class="ft6">ob dem Reglement eine allgemein verbindliche Wirkung zukommt,</span><br/> <span class="ft6">können demzufolge offen bleiben.</span><br/> <span class="ft6">3. a) Ziff. 4.3 AWR sieht die Rückerstattungspflicht generell für</span><br/> <span class="ft6">den Fall einer "Auflösung des Dienstverhältnisses" während der Aus-</span><br/> <span class="ft6">oder Weiterbildung vor. Nach Meinung des Klägers ist dieser Begriff</span><br/> <span class="ft6">im Sinne von § 10 DBR bzw. dessen Marginale ("Auflösung des</span><br/> <span class="ft6">Dienstverhältnisses: administrative Entlassung von Beamten und An-</span><br/> <span class="ft6">gestellten") zu interpretieren. Entsprechend greife eine Rückerstat-</span><br/> <span class="ft6">tungspflicht nur in jenen Fällen, in denen eine administrative Entlas-</span><br/> <span class="ft6">sung vorgenommen worden sei. In concreto sei aber die Auflösung</span><br/> <span class="ft6">des Arbeitsverhältnisses explizit als Kündigung (vgl. § 9 DBR) und</span><br/> <span class="ft6">nicht als Entlassung bezeichnet worden. Ziff. 4.3 AWR gelange da-</span><br/> <span class="ft6">her vorliegend nicht zur Anwendung.</span><br/> <span class="ft6">b) Der Begriff "Auflösung des Dienstverhältnisses" umfasst</span><br/> <span class="ft6">nach dem allgemeinen Sprachgebrauch sämtliche Beendigungs-</span><br/> <span class="ft6">gründe. Der Wortlaut spricht folglich gegen eine restriktive Ausle-</span><br/> <span class="ft6">gung von Ziff. 4.3 AWR. Dieselbe Einschätzung ergibt sich aufgrund</span><br/> <span class="ft6">der teleologischen Auslegung, bestünde doch eine Konsequenz der</span><br/> <span class="ft6">vom Kläger vertretenen Auffassung darin, dass auch bei einer Kündi-</span><br/> <span class="ft6">gung durch den Arbeitnehmer die Rückerstattungspflicht nicht zur</span><br/> <span class="ft6">Anwendung käme. Dies widerspräche offensichtlich dem Sinn der</span><br/> <span class="ft6">umstrittenen Klausel, den Arbeitnehmer, welcher von einer Aus-</span><br/> <span class="ft6">bzw. Weiterbildung profitiert, zu einer gewissen Betriebstreue zu ver-</span><br/> <span class="ft6">pflichten. Der vom Kläger angeführten Gesetzessystematik ist</span><br/> <span class="ft6">demgegenüber ein erheblich geringeres Gewicht beizumessen. Ent-</span><br/> <span class="ft6">sprechend kommt grundsätzlich (zu den Einschränkungen vgl. Erw. 4</span><br/> <span class="ft6">hienach) auch im Falle einer Kündigung die Rückerstattungsklausel</span><br/> <span class="ft6">von Ziff. 4.3 AWR zur Anwendung (eine analoge Auslegung ergibt</span><br/> <span class="ft6">sich im Übrigen auch in Bezug auf die Rückerstattungspflicht ge-</span><br/> <span class="ft6">mäss § 30 Abs. 3 DBR).</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Weiterbildung</span> <span class="page_no">515</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">4. a) § 36 DBR ist sehr allgemein formuliert und enthält</span><br/> <span class="ft6">namentlich keine Regelung in Bezug auf allfällige Rückerstattungen</span><br/> <span class="ft6">von Aus- und Weiterbildungskosten. Somit kommen gemäss § 2</span><br/> <span class="ft6">Abs. 2 DBR subsidiär die Bestimmungen des Obligationenrechts</span><br/> <span class="ft6">über den Arbeitsvertrag zur Anwendung. Der Stadtrat ist mithin</span><br/> <span class="ft6">verpflichtet, sich bei der Ausgestaltung der Rückerstattungsklausel -</span><br/> <span class="ft6">egal, ob die Regelung in einem Reglement und/oder einzelfallweise</span><br/> <span class="ft6">in einem Vertrag enthalten ist - an die entsprechenden Vorgaben zu</span><br/> <span class="ft6">halten.</span><br/> <span class="ft6">b) Das Obligationenrecht selbst enthält keine expliziten ein-</span><br/> <span class="ft6">schlägigen Bestimmungen. Die Vereinbarung einer Rückzahlungs-</span><br/> <span class="ft6">klausel für den Fall der vorzeitigen Kündigung wird jedoch als zuläs-</span><br/> <span class="ft6">sig erachtet, wenn damit Sonderleistungen des Arbeitgebers wie z.B.</span><br/> <span class="ft6">Weiterbildungskosten abgegolten werden und die Rückzahlungsver-</span><br/> <span class="ft6">pflichtung zeitlich auf höchstens 3 Jahre begrenzt ist und sie sich</span><br/> <span class="ft6">proportional mit zunehmender Betriebstreue ermässigt (Adrian Stae-</span><br/> <span class="ft6">helin/Frank Vischer, Zürcher Kommentar zu Art. 319 - 362 OR,</span><br/> <span class="ft6">Zürich 1996, Art. 335a OR N 4; Manfred Rehbinder, Berner</span><br/> <span class="ft6">Kommentar zu Art. 319 - 362 OR, Bern 1992, Art. 322d OR N 18</span><br/> <span class="ft6">sowie Art. 339a OR N 4; Jürg Brühwiler, Kommentar zum Einzel-</span><br/> <span class="ft6">arbeitsvertrag, 2. Auflage, Bern 1996, Art. 327a OR N 1; Christiane</span><br/> <span class="ft6">Brunner/Jean-Michel Bühler/Jean-Bernard Waeber/Christian Bru-</span><br/> <span class="ft6">chez, Commentaire du contrat de travail, 3. Auflage, Lausanne 2004,</span><br/> <span class="ft6">Art. 327a OR N 3; Schweizerische Juristenzeitung [SJZ] 86 [1990]</span><br/> <span class="ft6">S. 342 f.). Keine der Rückzahlung zugänglichen Sonderleistungen</span><br/> <span class="ft6">liegen vor, wenn sie ausschliesslich im Interesse des Arbeitgebers</span><br/> <span class="ft6">liegen und dem Arbeitnehmer ausserhalb des Arbeitsverhältnisses</span><br/> <span class="ft6">keine besonderen Vorteile bringen (Staehelin/ Vischer, a.a.O.; Brun-</span><br/> <span class="ft6">ner et altera, a.a.O.); der Arbeitnehmer muss einen dauernden geld-</span><br/> <span class="ft6">werten Vorteil erhalten haben (Rehbinder, a.a.O.; Brühwiler, a.a.O.;</span><br/> <span class="ft6">Frank Vischer, Der Arbeitsvertrag, Basel 1994, S. 115). Die Klausel</span><br/> <span class="ft6">kommt nicht zur Anwendung, wenn die Kündigung aus einem vom</span><br/> <span class="ft6">Arbeitgeber zu vertretenden Grund erfolgt (Staehelin/Vischer, a.a.O.)</span><br/> <span class="ft6">bzw. wenn der Arbeitgeber kündigt, ohne dass ihm der Arbeitnehmer</span><br/> <span class="ft6">dazu berechtigten Grund gegeben hat, oder wenn der Arbeitnehmer</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">516</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">aus einem begründeten, vom Arbeitgeber zu verantwortenden Anlass</span><br/> <span class="ft6">kündigt (Rehbinder, a.a.O., Art. 339a OR N 4).</span><br/> <span class="ft6">c)</span> <span class="ft6">Aus der erwähnten Kommentarstelle STAEHELIN/VI-</span><br/> <span class="ft6">SCHER lässt sich unmittelbar folgern, dass bei einer Kündigung in-</span><br/> <span class="ft6">folge einer nicht vom Arbeitgeber zu vertretenden Krankheit oder</span><br/> <span class="ft6">Invalidität des Arbeitnehmers kein Grund besteht, eine Rücker-</span><br/> <span class="ft6">stattungsklausel nicht zur Anwendung zu bringen. Die erwähnte</span><br/> <span class="ft6">Kommentarstelle REHBINDER lässt offen, wie die Kündigung</span><br/> <span class="ft6">infolge einer weder vom Arbeitgeber noch vom Arbeitnehmer zu</span><br/> <span class="ft6">vertretenden Krankheit oder Invalidität zu behandeln ist. Wesentlich</span><br/> <span class="ft6">erscheint indessen, dass sich nach REHBINDER eine allfällige</span><br/> <span class="ft6">Nichtanwendbarkeit der Rückgabepflicht aus Art. 156 OR (Verhinde-</span><br/> <span class="ft6">rung des Eintritts einer Bedingung wider Treu und Glauben) oder in</span><br/> <span class="ft6">Analogie zu Art. 340c Abs. 2 OR ergibt (Rehbinder, a.a.O., Art. 339a</span><br/> <span class="ft6">OR N 4). Begründeter Anlass der Kündigung gemäss Art. 340c Abs.</span><br/> <span class="ft6">2 OR ist "jeder Grund, der bei vernünftiger Betrachtungsweise An-</span><br/> <span class="ft6">lass zur Kündigung bilden kann, auch wenn er die sofortige Auflö-</span><br/> <span class="ft6">sung des Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen würde" (Rehbinder,</span><br/> <span class="ft6">a.a.O., Art. 340c OR N 3 mit Hinweis). Kein begründeter Anlass zur</span><br/> <span class="ft6">Kündigung besteht demnach u.a. bei einer vorübergehenden unver-</span><br/> <span class="ft6">schuldeten Arbeitsunfähigkeit (Rehbinder, a.a.O., Art. 340c OR N 3</span><br/> <span class="ft6">mit Hinweis); e contrario lässt sich folgern, dass nach REHBINDER</span><br/> <span class="ft6">eine dauernde unverschuldete Arbeitsunfähigkeit einen begründeten</span><br/> <span class="ft6">Anlass zur Kündigung abgibt. In Bezug auf die Rückerstattungs-</span><br/> <span class="ft6">pflicht ergibt sich somit, dass diese auch nach der Auffassung von</span><br/> <span class="ft6">REHBINDER nicht dahinfällt, wenn die Kündigung durch den</span><br/> <span class="ft6">Arbeitgeber aufgrund einer dauernden unverschuldeten Krankheit</span><br/> <span class="ft6">des Arbeitnehmers erfolgte. Die beiden Lehrmeinungen erscheinen</span><br/> <span class="ft6">überzeugend: Sofern ein objektiv gerechtfertigter Kündigungsgrund</span><br/> <span class="ft6">(wie z.B. eine dauernde Krankheit des Arbeitnehmers) vorliegt und</span><br/> <span class="ft6">dieser nicht vom Arbeitgeber zu vertreten ist, besteht kein Anlass, der</span><br/> <span class="ft6">vertraglich vereinbarten Rückerstattungspflicht die Anwendung zu</span><br/> <span class="ft6">versagen.</span><br/> <span class="ft6">d)</span> <span class="ft6">Zusammenfassend ergibt sich, dass eine Rückerstattungs-</span><br/> <span class="ft6">klausel nach Massgabe von § 2 Abs. 2 DBR nicht über die dar-</span><br/> <span class="ft6">gestellten obligationenrechtlichen Schranken hinausgehen darf.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Weiterbildung</span> <span class="page_no">517</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">Ziff. 4.3 AWR bzw. die entsprechende vertragliche Regelung zwi-</span><br/> <span class="ft6">schen den Parteien ist daher OR-konform auszulegen. Entgegen ich-</span><br/> <span class="ft6">rem Wortlaut kommt sie folglich nicht zur Anwendung, sofern die</span><br/> <span class="ft6">Aus- bzw. Weiterbildung einzig im Interesse des Arbeitgebers absol-</span><br/> <span class="ft6">viert wurde oder wenn die Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus</span><br/> <span class="ft6">einem vom Arbeitgeber zu vertretenden Grund erfolgte. Die Kündi-</span><br/> <span class="ft6">gung seitens des Arbeitgebers infolge dauernder unverschuldeter</span><br/> <span class="ft6">Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers steht indessen der Anwendung</span><br/> <span class="ft6">der Rückerstattungsklausel nicht entgegen.</span><br/> <span class="ft6">5. Nach Massgabe der obligationenrechtlichen Schranken (vgl.</span><br/> <span class="ft6">Erw. 4 hievor) ergibt sich in Bezug auf die vorliegend umstrittene</span><br/> <span class="ft6">Rückerstattungspflicht (Ziff. 4.3 AWR) Folgendes:</span><br/> <span class="ft6">a) Die Kündigung erfolgte vor Abschluss der Ausbildung. Die</span><br/> <span class="ft6">Regelung, dass in diesem Zeitpunkt sämtliche Kosten zurückzuer-</span><br/> <span class="ft6">statten sind, lässt sich nicht beanstanden.</span><br/> <span class="ft6">b) Die Ausbildung des Klägers erfolgte auf dessen Gesuch hin.</span><br/> <span class="ft6">Aufgrund der Akten ergibt sich kein Indiz dafür, dass sie im aus-</span><br/> <span class="ft6">schliesslichen Interesse der Beklagten erfolgt wäre; bezeichnender-</span><br/> <span class="ft6">weise wird dies vom Kläger auch nicht behauptet. Nach dem Aus-</span><br/> <span class="ft6">scheiden aus dem Arbeitsverhältnis mit der Beklagten hat er die Aus-</span><br/> <span class="ft6">bildung zum Hauswart mit eidgenössischem Fachausweis erfolgreich</span><br/> <span class="ft6">abgeschlossen. Er arbeitet heute in der Stadt X. als Hauswart, d.h. er</span><br/> <span class="ft6">hat offenbar trotz seinen früheren gesundheitlichen Problemen sein</span><br/> <span class="ft6">berufliches Tätigkeitsgebiet nicht wechseln müssen. Demzufolge ist</span><br/> <span class="ft6">offensichtlich, dass ihm die Ausbildung zum Hauswart mit eidge-</span><br/> <span class="ft6">nössischem Fachausweis einen geldwerten Vorteil verschaffte. Die</span><br/> <span class="ft6">gegenteilige Behauptung des Klägers ist nicht nachvollziehbar.</span><br/> <span class="ft6">Entscheidend ist keineswegs, dass der Kläger heute offenbar weniger</span><br/> <span class="ft6">verdient als bei der Beklagten, sondern dass die Weiterbildung zwei-</span><br/> <span class="ft6">fellos nützlich war, um nach seinem krankheitsbedingten Ausschei-</span><br/> <span class="ft6">den bei der Beklagten wieder eine neue Stelle zu finden. Zudem wird</span><br/> <span class="ft6">die Weiterbildung auch bei allfälligen künftigen Stellenwechseln ei-</span><br/> <span class="ft6">nen Vorteil bilden.</span><br/> <span class="ft6">c) Es ist unbestritten, dass die Auflösung aufgrund einer krank-</span><br/> <span class="ft6">heitsbedingten dauernden Arbeitsunfähigkeit des Klägers erfolgte,</span><br/> <span class="ft6">welche weder von diesem selbst noch von der Beklagten zu verant-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Personalrekursgericht</span> <span class="page_no">518</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">worten war; der Kläger war offenbar aufgrund eines psychosozialen</span><br/> <span class="ft6">Belastungssyndroms nicht mehr in der Lage, im beruflich-sozialen</span><br/> <span class="ft6">Umfeld der Beklagten zu arbeiten. Der Kündigungsgrund steht mit-</span><br/> <span class="ft6">hin der Anwendung der Rückerstattungsklausel nicht entgegen.</span><br/> <span class="ft6">d)</span> <span class="ft6">Zusammenfassend ergibt sich, dass nach Massgabe des</span><br/> <span class="ft6">subsidiär anwendbaren Obligationenrechts in concreto kein Grund</span><br/> <span class="ft6">besteht, der vertraglich vereinbarten Rückzahlungspflicht die An-</span><br/> <span class="ft6">wendung zu versagen.</span><br/> <span class="ft6">6. Der Kläger moniert, die Rückerstattungspflicht widerspreche</span><br/> <span class="ft6">dem Rechtsgleichheitsgebot, dem Willkürverbot und der Fürsorge-</span><br/> <span class="ft6">pflicht des Arbeitgebers. Diese Argumentation ist unbegründet.</span><br/> <span class="ft6">Effektiv ist nicht einsehbar, inwiefern eine Rückerstattung von Aus-</span><br/> <span class="ft6">bildungskosten gegen verfassungsrechtliche Ansprüche bzw. gegen</span><br/> <span class="ft6">die Fürsorgepflicht verstossen soll, wenn den Arbeitgeber in Bezug</span><br/> <span class="ft6">auf den Kündigungsgrund keine Verantwortung trifft und dem Ar-</span><br/> <span class="ft6">beitnehmer ein geldwerter Vorteil erwachsen ist. Ebenso wenig lässt</span><br/> <span class="ft6">sich die Behauptung nachvollziehen, der Kläger habe davon aus-</span><br/> <span class="ft6">gehen können, der Fall einer Kündigung durch die Beklagte infolge</span><br/> <span class="ft6">unverschuldeter Krankheit sei von der Rückerstattungsklausel nicht</span><br/> <span class="ft6">erfasst. Der Umstand, dass Dienst- und Besoldungsreglemente ande-</span><br/> <span class="ft6">rer Gemeinwesen in der Regel eine grosszügigere Lösung vorsehen</span><br/> <span class="ft6">und u.a. bei schwerer Krankheit oder Invalidität auf die Rückzahlung</span><br/> <span class="ft6">ganz oder teilweise verzichten (vgl. Plotke, a.a.O., S. 359), vermag</span><br/> <span class="ft6">an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Dasselbe gilt in Bezug auf</span><br/> <span class="ft6">den Umstand, dass der Kläger die Rückzahlungspflicht offenbar als</span><br/> <span class="ft6">"Bestrafung" empfindet.</span><br/></div> </div> </body> </html>