Situation économique. Interpellations 1776 N 16 décembre 1987 #ST# Elfte Sitzung - Onzième séance Mittwoch, 16. Dezember 1987, Nachmittag Mercredi 16 décembre 1987, après-midi 76.00 h Vorsitz - Présidence: Herr Reichling/Herr Iten 87.930 Dringliche Interpellation der freisinnig-demokratischen Fraktion Wirtschaftslage Interpellation urgente du groupe radical-démocratique Situation économique Wortlaut der Interpellation vom 1. Dezember 1987 Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen der jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten sowie der Dollarschwä- che auf die schweizerische Wirtschaft? Es stellen sich insbesondere folgende Fragen: 1. Führen die veränderten weltwirtschaftlichen Entwicklun- gen in unserem Lande zu einer Verringerung der Investi- tionstätigkeit und zu einem Rückgang des Konsums? 2. Inwieweit wird der schwächere Dollar den schweizeri- schen Export und den Tourismus tangieren? 3. Werden einzelne Wirtschaftszweige allenfalls besonders betroffen? 4. Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen auf die Beschäftigungslage? 5. Wie beurteilt er aufgrund der expansiveren Geldpolitik einiger wichtiger Industriestaaten die Auswirkungen auf die Teuerung? 6. Mit welchen Auswirkungen auf die Bundeseinnahmen und auf die Erträge der Regiebetriebe ist zu rechnen? 7. Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen auf die Bestrebungen des Gatt, den Güter- und Kapitalverkehr wei- ter zu liberalisieren? Sieht er Möglichkeiten, neuen protek- tionistischen Tendenzen in geeigneter Weise entgegenzu- wirken? 8. Welchen Beitrag kann die Schweiz zum Abbau der gros- sen aussenwirtschaftlichen Ungleichheiten und zur Stabili- sierung der internationalen Wirtschaft erbringen? Texte de l'interpellation du 1er décembre 1987 Quels seront selon le Conseil fédéral les effets des récentes turbulences boursières et de la faiblesse du dollar sur l'éco- nomie suisse, notamment en ce qui concerne les points suivants: 1. La nouvelle situation économique mondiale risque-t-elle de causer un recul des investissements et de la consomma- tion dans notre pays? 2. Quel sera l'effet de la faiblesse du dollar sur les exporta- tions suisses et le tourisme? 3. Certains secteurs économiques seront-ils particulière- ment touchés? 4. Quelles seront les répercussions sur l'emploi? 5. Quelle sera l'influence sur les efforts que fait le GATT en vue de libéraliser le commerce des biens et des capitaux? Le Conseil fédéral pense-t-il pouvoir contrer efficacement d'éventuelles tendances protectionnistes? 6. Comment la Suisse peut-elle contribuer à la diminution des grands déséquilibres économiques et à la stabilisation de l'économie mondiale? 7. Quels seront les effets sur le renchérissement de la politi- que monétaire plus expansive pratiquée par certains pays industriels importants? 8. A quelles répercussions sur les recettes de la Confédéra- tion et sur les résultats financiers des régies faut-il s'at- tendre? Sprecher- Porte-parole: Früh #ST# 87.931 Dringliche Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Währungsstabilität und Beschäftigungssituation Interpellation urgente du groupe de l'Union démocratique du Centre Stabilité monétaire et état de l'emploi Wortlaut der Interpellation vom 1. Dezember 1987 Die Währungsentwicklung der letzten zwei Jahre, aber ins- besondere die geradezu stürmische Währungsentwicklung der letzten Wochen, werfen erneut die Frage nach der Bedeutung der Währungsstabilität für die Vollbeschäftigung unseres Landes auf, vor allem für die im Inland produzie- rende Schweizer Wirtschaft. In Anbetracht der grossen Bedeutung der Währungsstabili- tät für die schweizerische Wirtschaft und ihre Arbeitsplätze ist der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten : 1. Welche Bedeutung misst der Bundesrat der Währungs- stabilität für die wirtschaftliche Situation unseres Landes bei? 2. Teilt der Bundesrat die Ansicht, der Produktionsstandort Schweiz sei gegenüber Währungsschwankungen verletzli- cher als derjenige grosser Staaten mit einem grossen Bin- nenmarkt? 3. Ist der Bundesrat der Meinung, das vergleichsweise geringe Volumen .an Schweizer Franken mache unsere Währung eher anfällig für grosse Schwankungen als Dollar, Yen oder die im EWS verbundenen Währungen? 4. Beurteilt der Bundesrat das von ihm zusammen mit der Schweizerischen Nationalbank vorbereitete Abwehrdisposi- tiv für ausreichend, um zu verhindern, dass unsere im Inland produzierenden Unternehmen - insbesondere auch kleine und mittlere Betriebe - als Folge eines überbewerteten Schweizer Frankens in Schwierigkeiten geraten? 5. Hält der Bundesrat die derzeitige reale Aufwertung des Frankens mit entsprechender Einbusse an Konkurrenzfähig- keit für inländische Produzenten für vereinbar mit dem Ziel der Erhaltung der Vollbeschäftigung und einer starken inländischen Wirtschaft? 6. Wie stellen sich Bundesrat und Nationalbank zu den inter- nationalen Bestrebungen um verbesserte Währungsstabili- tät, und welche autonomen schweizerischen Massnahmen sehen sie gegebenenfalls zur Förderung dieses Zieles? Texte de l'interpellation du 1er décembre 1987 L'évolution constatée ces deux dernières années sur le plan monétaire, qui s'est très considérablement accélérée depuis quelques semaines, oblige à procéder à un réexamen des relations entre la stabilité monétaire et le niveau de l'emploi dans notre pays, surtout dans les secteurs de notre écono- mie produisant pour le marché intérieur. En raison de la grande importance que cette stabilité a pour notre économie et pour le niveau de l'emploi, le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions suivantes: 1. Quelles est à son avis l'importance de la stabilité moné- taire pour notre économie nationale? 2. N'estime-t-il pas qu'en raison de la situation géographi- que de notre pays, nos producteurs sont plus facilement16. Dezember 1987 N 1777 Wirtschaftslage. Interpellationen affectés par des fluctuations monétaires que ceux de grands Etats disposant d'un marché intérieur important? 3. Ne pense-t-il pas que la masse relativement faible des francs suisses rend notre monnaie moins résistante aux fluctuations que le dollar, le yen ou les monnaies faisant partie du système européen? 4. Estime-t-il que la stratégie de parade qu'il a élaborée avec le concours de notre Banque nationale suffit à éviter à nos entreprises - notamment à celles de petite ou moyenne envergure - les effets néfastes d'une surévaluation du franc suisse? 5. Considère-t-il que l'appréciation du franc en termes réels et la diminution de la compétitivité de nos producteurs travaillant pour le marché indigène qui s'ensuit, est compati- ble avec le maintien du plein emploi et la sauvegarde de notre économie? 6. Quelle attitude le gouvernement et la Banque nationale adoptent-ils à l'égard des efforts entrepris sur le plan inter- national en vue de garantir la stabilité monétaire et quelles dispositions la Suisse pourrait-elle prendre à leur avis, à titre autonome, pour soutenir ces efforts? Sprecher - Porte-parole: Blocher #ST# 87.932 Dringliche Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion Wirtschafts- und Beschäftigungslage Interpellation urgente du groupe socialiste Situation économique et emploi Wortlaut der Interpellation vom 1. Dezember 1987 Das Geschehen an den Finanz- und Devisenmärkten bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die reale Wirtschaft. Börsen- krach und Dollarbaisse gefährden die Stabilität unserer Wirtschaft und damit auch unsere Arbeitsplätze. Wir bitten den Bundesrat zur gegenwärtigen Situation und den mögli- chen Entwicklungen des Finanz- und Werkplatzes Schweiz Stellung zu nehmen und dabei auch folgende Fragen zu beantworten: 1. Was kann ein weiterer Sturz des Dollars für unsere Wirt- schaft für Folgen haben? Sind Bundesrat und Nationalbank bereit, den Markt auch weiterhin mit genügend Liquidität zu versorgen, um unkontrollierte Kettenreaktionen nach unten zu verhindern? 2. Ist der Bundesrat bereit, im Falle eines rezessiven Rück- gangs der privaten Investitionen mit öffentlichen Investitio- nen, welche der Zukunft unseres Landes und seiner Lebens- qualität dienen (öffentlicher Verkehr, Umweltschutz, Bil- dung und Ausbildung, Forschung usw.) kompensatorisch tätig zu werden, um ein Absinken in Krise und Arbeitslosig- keit zu verhüten? Sind solche Beschäftigungsprogramme relativ rasch abrufbar? 3. Wäre es in diesem Zusammenhang nicht angebracht, eine Revision des Systems der Arbeitsbeschaffungsreserven vor- zuschlagen, das anstelle der Freiwilligkeit ein Obligatorium bringt, um die gesamte Wirtschaft zur nötigen Voraussicht anzuhalten? 4. Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass ein ungehemm- ter oder gar durch Steuerbegünstigungen geförderter Aus- bau des Finanzplatzes auch Gefahren der Destabilität mit sich bringen kann? Welche Konsequenzen zieht er daraus? 5. Ist der Bundesrat bereit, die destabilisierende Wirkung der neuen Finanzinstrumente der Financial Futures (Verstär- kung der Ausschläge nach oben und unten) im Lichte der jüngsten Erfahrungen zu überprüfen und entsprechende Sicherheitsnetze zu errichten, die der Markt sich offensicht- lich nicht selber geben kann? Wäre es in diesem Zusam- menhang nicht angezeigt, dass das für März 1988 geplante Options- und Indexhandelssystem in einen gesetzlichen Rahmen gekleidet würde? 6. Wäre es nicht angezeigt, angesichts des Börsendebakels die vom Parlament bereits teilweise durchberatene Aktien- rechtsrevision in gewissen Bereichen (Minderheitsaktio- närsschutz, Ausgabe von P. S., Bilanzierungsgrundsätze usw.) noch einmal zu überprüfen oder doch mindestens die oft vorschnell preisgegebenen bundesrätlichen Vorschläge wiederaufzunehmen? 7. Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen der Bör- senentwicklung auf die Einnahmen des Bundeshaushaltes und welche finanzpolitischen Schlüsse gedenkt er daraus zu ziehen? Texte de l'interpellation du 1er décembre 1987 Les événements survenus récemment sur les marchés finan- ciers ne seront pas sans influence sur l'économie. La tour- mente boursière et la baisse du dollar mettent en péril la stabilité de notre économie, donc aussi l'emploi. Nous prions le Conseil fédéral de donner son avis sur la situation actuelle et les perspectives prévisibles concernant la Suisse en tant que place financière et pays industriel. Nous le prions en particulier de répondre aux questions suivantes: 1. Quelles sont les conséquences que peut avoir sur notre économie une nouvelle chute du dollar? Le Conseil fédéral et la Banque nationale sont-ils prêts à approvisionner suffisamment le marché en liquidités pour éviter des réactions en chaîne vers le bas? 2. Le Conseil fédéral est-il prêt à compenser un éventuel recul des investissements privés par des investissements publics visant à assurer le niveau et la qualité de vie dans notre pays (transports publics, environnement, enseigne- ment, formation, recherche, etc.), afin d'éviter une crise et de combattre le chômage? Est-il possible d'organiser promptement des programmes de création d'emplois? 3. Ne serait-il pas indiqué d'entreprendre une révision du système des réserves de crise et de remplacer des mesures volontaires par des obligations afin de contraindre l'écono- mie à prendre les précautions nécessaires? 4. Le Conseil fédéral pense-t-il aussi qu'un affaiblissement de la place financière qui serait incontrôlé, voire favorisé par des avantages fiscaux, pourrait entraîner des risques de déstabilisation? Quelles conséquences en tire-t-il? 5. Le gouvernement est-il prêt à examiner, à la lumière des récentes expériences, l'effet déstabilisant qu'ont les nou- veaux instruments financiers, notamment des opérations financières à terme (financial futures), par l'intensification des fluctuations qu'ils provoquent? Est-il prêt à imposer des mesures de sécurité que le marché ne peut de toute évi- dence prendre lui-même? Ne serait-il pas indiqué à ce propos de donner un cadre législatif au marché des contrats sur option et sur indice prévu pour mars 1988? 6. Ne faudrait-il pas, au vu de la récente débâcle boursière, réexaminer le projet de révision du droit des sociétés ano- nymes, déjà partiellement entrepris par le Parlement, tout au moins sur certains points (protection des actionnaires mino- ritaires, émission de bons de participation, principes d'éta- blissement du bilan, etc.), et reprendre en considération les propositions gouvernementales trop rapidement écartées? 7. Quels seront les effets de la tourmente boursière sur les recettes de la Confédération et quels enseignements le Conseil fédéral en tire-t-il pour la politique financière de notre pays? Sprecherin - Porte-parole: Uchtenhagen Früh: Der «Schwarze Montag» vom 19. Oktober mit dem US- Börsencrash und dem Dollarzerfall ist Anlass, wieder einmal über unsere wirtschaftliche Lage nachzudenken und auch in politischer Hinsicht einige Konsequenzen zu bedenken.Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Dringliche Interpellation der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei Währungsstabilität und Beschäftigungssituation Interpellation urgente du groupe de l'Union démocratique du Centre Stabilité monétaire et état de l'emploi In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1987 Année Anno Band IV Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 11 Séance Seduta Geschäftsnummer 87.931 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 16.12.1987 - 16:00 Date Data Seite 1776-1777 Page Pagina Ref. No 20 015 978 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.