Kantonsgericht Schwyz Beschluss vom 14. Mai 2020 ZK2 2019 64 Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner, Kantonsrichter Dr. Veronika Bürgler Trutmann und Josef Reichlin, a.o. Gerichtsschreiberin M.A. HSG Sonia Zwirner. In Sachen A.________, Beklagter und Beschwerdeführer, gegen 1. B.________, Klägerin und Beschwerdegegnerin, 2. C.________, Kläger und Beschwerdegegner, beide vertreten durch Rechtsanwalt D.________, betreffend Kostenbeschwerde (Parteientschädigung) (Beschwerde gegen die Verfügung des Gerichtspräsidenten des Bezirksge- richts Küssnacht vom 23. September 2019, ZGO 2018 1);- hat die 2. Zivilkammer,Kantonsgericht Schwyz 2 nachdem sich ergeben und in Erwägung: 1. a) Mit Eingabe vom 13. März 2018 erhoben B.________ und C.________ (nachfolgend: Kläger) beim Bezirksgericht Küssnacht gegen Rechtsanwalt A.________ (nachfolgend: Beklagter) Klage betreffend eine Schadenersatzforderung aus Verletzung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht (Vi-act. A.I). Der Beklagte beantragte mit Eingabe vom 25. Juni 2018 die Ab- weisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge (Vi-act. A.II). b) Die Kläger ersuchten ebenfalls am 13. März 2018 um unentgeltliche Rechtspflege, welche mangels Offenlegung der Vermögensverhältnisse ab- gewiesen wurde (Vi-act. A.I; D/1.C). Sie stellten sodann am 22. Mai 2018 (Vi-act. D/1.E) erneut ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege, welche ihnen mit Präsidialverfügung vom 1. Juni 2018 gewährt wurde (Vi-act. D/1.F). Mit Verfügung vom 26. November 2018 entzog der Gerichtspräsident des Be- zirksgerichts Küssnacht den Klägern die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wegen Aussichtslosigkeit jedoch wieder (Vi-act. D/1.G). Die Klä- ger erhoben gegen diese Verfügung Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Schwyz, welches mit Beschluss ZK2 2018 90 vom 31. Januar 2019 die Beschwerde betreffend die Klägerin (1) wegen fehlender Aktivlegitimation und somit Aussichtslosigkeit abwies und hinsichtlich des Klägers (2) indes guthiess (Vi-act. A.II.C). Das Bundesgericht wies die von der Klägerin erhobe- ne Beschwerde in Zivilsachen mit Urteil vom 22. Mai 2019 im Verfahren 4A_104/2019 ab (Vi-act. A.II.D). Der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Küssnacht forderte daraufhin die Klägerin mit Verfügung vom 4. Juli 2019 un- ter Androhung des Nichteintretens im Säumnisfall zur Leistung eines Kosten- vorschusses in Höhe von Fr. 3'200.00 auf (Vi-act. D.GA28), welchen sie aber auch nach angesetzter Nachfrist nicht leistete (Vi-act. D.GA29). Am 23. September 2019 verfügte der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Küssnacht im Verfahren ZGO 2019 1 Folgendes (KG-act. 1/1):Kantonsgericht Schwyz 3 1. a) Auf die Klage der Klägerin Ziff. 1 vom 13.03.2018 wird nicht eingetreten. b) Das vorliegende Prozessverfahren (ZGO 2018 1) wird lediglich noch zwischen C.________ als dem (einzig noch verbliebenen) Kläger und A.________ als dem Beklagten abgewickelt. 2. Hinsichtlich der Prozesskosten, d.h. der Gerichtskosten und der Parteientschädigung, wird im Sinne der Erwägungen was folgt an- geordnet: a) Die Gerichtskosten werden auf die Gebühr von Fr. 500.00 fest- gesetzt und der Klägerin Ziff. 1 auferlegt. b) Unter dem Aspekt der Umtriebsentschädigung wird die Klägerin Ziff. 1 verpflichtet, den Beklagten gesamthaft und pauschal mit Fr. 250.00, ausserrechtlich zu entschädigen. 3. [Rechtsmittel]. 4. [Zustellung]. c) Gegen diese Verfügung erhob der Beklagte am 4. Oktober 2019 recht- zeitig Beschwerde beim Kantonsgericht und stellte nachstehende Anträge (KG-act. 1): 1. Dispositiv-Ziff. 2 lit. b der Verfügung des Gerichtspräsidenten Küssnacht vom 23. September 2019 sei insoweit aufzuheben, als dem Beschwerdeführer keine Fr. 250.00 übersteigende ausser- rechtliche Entschädigung zugesprochen wird. 2. Die Sache sei zu neuer Festlegung der Parteientschädigung an den Vorderrichter zurückzuweisen. 3. Eventuell seien die Beschwerdegegner solidarisch zu verpflichtet, in dem von ihnen rechtshängig gemachten Verfahren mit Forde- rungsklage vom 13. März 2018 beim Bezirksgericht Küssnacht, soweit auf diese bezüglich der Klägerin Ziff. 1 mit Verfügung vom 23. September 209 nicht eingetreten wird, eine angemessene Par- teientschädigung, mindestens Fr. 2'500.00, auszurichten. 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für beide Instanzen. Die Kläger beantragten mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2019 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beklagten und ersuchten überdies um unentgeltliche Rechtspflege (KG-act. 7). Am 5. November 2019 reichte der Kantonsgericht Schwyz 4 Beklagte Gegenbemerkungen ein (KG-act. 9), welche die Kläger als verspätet monieren (KG-act. 11). 2. Die Beschwerde ist nach Art. 321 Abs. 1 ZPO schriftlich und begründet einzureichen. In der Beschwerdebegründung ist darzulegen, worauf der Be- klagte seine Legitimation stützt, inwieweit er beschwert ist, auf welchen Be- schwerdegrund er sich beruft und an welchen Mängeln der angefochtene Ent- scheid leidet. Sodann sind im Beschwerdeverfahren gemäss Art. 326 ZPO neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausge- schlossen, vorbehaltlich besonderer gesetzlicher Bestimmungen. Das Noven- verbot ist umfassend und gilt sowohl für echte als auch unechte Noven – so- fern nicht der erstinstanzliche Entscheid Anlass zu ihrem Vorbringen gibt (Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schwei- zerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2017, N 1 f. zu Art. 326 ZPO; Freiburg- haus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. A., 2016, N 4 f. zu Art. 326 ZPO). a) In seiner Beschwerdeschrift begründet der Beklagte nur sehr knapp eine Verletzung des rechtlichen Gehörs (KG-act. 1, Rn. 4). Es kann vorliegend aber offen gelassen werden, ob die Begründung den Anforderungen an die Substantiierungspflicht nach Art. 321 Abs. 1 ZPO genügt. Im vorinstanzlichen Verfahren stellte der Beklagte lediglich den Antrag auf Entschädigung, ohne diesen näher zu begründen oder zu beziffern (Vi-act. A.II). Erst im Beschwerdeverfahren reichte er eine Leistungsübersicht zu den Akten und machte diverse Ausführungen zur Höhe der geltend ge- machten Umtriebsentschädigung (KG-act. 1 Rn. 6, KG-act. 1/3). Es handelt sich demnach um unzulässige Noven nach Art. 326 Abs. 1 ZPO, weshalb die- se unberücksichtigt zu bleiben haben (vgl. KG ZK2 2016 22 vom 11. Oktober 2016, E. 6 mit Verweis auf KG ZK 2014 88 vom 9. September 2015, E. 3.c). Kantonsgericht Schwyz 5 Daran vermag auch der Einwand des Beklagten, die vorinstanzliche Um- triebsentschädigung sei ohne Anhörung erfolgt (KG-act. 1, Rn. 4), nichts zu ändern. Weshalb der Beklagte vorgängig anzuhören bzw. zur Einreichung einer Aufwandsabrechnung aufzufordern gewesen wäre, begründet er nicht weiter. Oder anders gesagt, legt der Beklagte nicht dar, inwiefern Lehre und Rechtsprechung gestützt auf Art. 53 ZPO oder den Gebührentarif für Rechts- anwälte vom 27. Januar 1975 (GebTRA, SRSZ 280.411) einen solchen An- spruch bejahen. Dass er vorinstanzlich ausdrücklich darum ersucht habe, zu gegebener Zeit zur Einreichung einer detaillierten Umtriebsaufstellung ange- halten zu werden, behauptet der Beklagte ebenso wenig. Davon abgesehen ist das Gericht in der Regel nicht verpflichtet, die Parteien zur Einreichung einer Kostennote aufzufordern (Urwyler/Grütter, in: Brun- ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess- ordnung, 2. A., 2016, N 7 zu Art. 105 ZPO; KG ZK2 2014 73 vom 24. August 2015, E. 9b; KG ZK2 2913 48 vom 21. August 2013, E. 4; KG ZK2 2012 14 vom 16. Januar 2013, E. 3b). Auch aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ergibt sich grundsätzlich kein Anspruch auf eine sepa- rate Anhörung zu der vom Gericht gestützt auf den Verfahrensausgang ins Auge gefassten Kosten- und Entschädigungsregelung. Die betroffene Person hat anlässlich ihrer Ausführungen zur Sache Gelegenheit, sich hierzu vorgän- gig zu äussern. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist bzw. wäre hinge- gen zu bejahen, wenn das Verfahren in überraschender Weise bzw. unerwar- tet schnell erledigt wurde und die Parteien keine Gelegenheit hatten, ihre Kos- tennote einzureichen (KG ZK2 2014 73 vom 24. August 2015, E. 9b; KG ZK2 2013 48 vom 21. August 2013, E. 4; BGer, Urteil 6B_34/2010 vom 10. März 2010, E. 6.3). In Anbetracht dessen, dass der Vorderrichter mit Verfügung vom 21. Juni 2019 die Klägerin (1) zur Leistung eines Kostenvorschusses in Höhe von Fr. 3'200.00 aufforderte (Vi-act. D.GA28) und wegen Säumnis mit Verfügung vom 4. Juli 2019 unter ausdrücklicher Androhung des Nichteintre- tens im Säumnisfall eine Nachfrist ansetzte (Vi-act. D.GA29) und diese Verfü- gungen dem Beklagten orientierungshalber zugestellt wurden, musste er da-Kantonsgericht Schwyz 6 mit rechnen, dass bei erneuter Säumnis der Klägerin eine Nichteintretensver- fügung ergeht. Dem Beklagten wäre es demnach möglich gewesen, im vor- instanzlichen Verfahren eine Aufstellung seiner Umtriebe einzureichen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist folglich nicht gegeben. b) Zu der Eingabe vom 5. November 2019 des Beklagten (KG-act. 9), wel- che die Kläger als verspätet qualifizieren, gilt festzuhalten, dass den Parteien gestützt auf Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 EMRK ein unbedingtes Replikrecht zusteht, d.h. ein unbedingter Anspruch darauf, zu sämtlichen Eingaben der Gegenpartei Stellung nehmen zu können (BGE 138 I 154, E 2.3.3; 137 I 195, E. 2.3.1; 133 I 10, E. 4.3 ff.). Das Gericht kann zur Wahrung des (unbeding- ten) Replikrechts einen zweiten Schriftenwechsel anordnen oder den Parteien Frist für eine allfällige Stellungnahme ansetzen. Es kann Eingaben aber auch lediglich zur Kenntnisnahme zustellen, wenn von den Parteien erwartet wer- den kann, dass sie umgehend unaufgefordert Stellung nehmen oder eine Stel- lungnahme beantragen, was bei anwaltlich Vertretenen oder Rechtskundigen der Fall ist (BGE 138 I 484, E. 2.2; 133 I 98, E. 2.2). Bei der von der Recht- sprechung praxisgemäss angewendeten Zeitdauer, während der das Gericht die allfällige Wahrnehmung des sog. unbedingten Replikrechts abwarten muss, geht es nicht darum, dass eine nach einer solchen Zeitspanne einge- gangene nachträgliche Eingabe vom Gericht nicht mehr berücksichtigt werden darf. Eine Partei, der eine Eingabe der Gegenseite lediglich zur Kenntnisnah- me zugestellt wird, weiss damit regelmässig, dass das Gericht die Sache als spruchreif erachtet; sie geht damit das Risiko eines raschen Entscheids ein. Aus dem Umstand aber, dass ein Gericht nach Ablauf dieser Dauer zu urteilen berechtigt ist, ohne sich dem Vorwurf einer Gehörsverletzung auszusetzen, kann nicht umgekehrt abgeleitet werden, dass nach dem fraglichen Zeitpunkt, aber vor der Urteilsfällung eintreffende Stellungnahmen generell zufolge Ver- spätung unberücksichtigt zu bleiben hätten (BGer, Urteile 4A_61/2017 vom 31. August 2017, E. 6.2.2; 4A_170/2015 vom 28. Oktober 2015, E. 1; 5A_155/2013 vom 17. April 2013, E. 1.4). In diesem Sinne ist die Eingabe Kantonsgericht Schwyz 7 vom 5. November 2019 des Beklagten zu berücksichtigen. Angesichts des- sen, dass der Beklagte mit seinem Argument, die Kläger hätten erfolglos um Erhöhung der Kostengutsprache auf total Fr. 12‘000.00 ersucht, nichts zu sei- nen Gunsten abzuleiten vermag, kann offen bleiben, ob es sich hierbei und den eingereichten Beilagen um unzulässige Noven i.S.v. Art. 326 Abs. 1 ZPO handelt. c) Der Beklagte moniert sinngemäss, die Vorinstanz habe es unterlassen, dem Kläger in Anwendung von Art. 106 Abs. 3 ZPO die solidarische Haftung für die der Klägerin mit vorinstanzlicher Verfügung vom 23. September 2019 auferlegten Prozesskosten anzuordnen, zumal es sich um eine gemeinsame Streitführung mit gleicher Ersatzforderung für ein und denselben Schaden handle (KG-act. 1, Rn. 7). Nach Art. 106 Abs. 3 ZPO kann das Gericht hin- sichtlich der Prozesskosten die anteilsmässige oder solidarische Haftung der am Verfahren beteiligten Haupt- oder Nebenparteien anordnen. Eine entspre- chende zwingende Verpflichtung besteht nicht (Jenny, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 12 zu Art. 106 ZPO; Rüegg/ Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], a.a.O., N 10 zu Art. 106 ZPO). Wie die Kläger zutreffend ausführen, kommt eine solidarische Haftung dann nicht in Betracht, wenn gegen die verschiedenen Streitgenossen unterschied- liche Urteile ergehen (Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 10 zu Art. 106 ZPO). Vorlie- gend erfolgte einerseits ein Nichteintretensentscheid betreffend die Klage der Klägerin 1 (Dispositivziff. 1 lit. a) und andererseits hinsichtlich des Klägers 2 die (prozessleitende) Feststellung, dass das Verfahren ZGO 2018 1 einzig noch zwischen dem Kläger 2 und dem Beklagten geführt werde (Dispositiv- ziff. 1 lit. b). In Anbetracht dessen sowie des Umstandes, dass es sich bei der Bestimmung von Art. 106 Abs. 3 ZPO um eine Kann-Vorschrift handelt, die dem richterlichen Ermessen unterliegt und der Beklagte nicht substantiiert begründet, inwiefern der vorinstanzliche Richter sein Ermessen rechtsfehler- haft ausgeübt haben soll, ist diese Rüge ebenfalls nicht zu hören.Kantonsgericht Schwyz 8 d) Der Beklagte macht weiter geltend, der vorinstanzliche Richter habe Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO rechtsfehlerhaft angewendet. So habe dieser ihm kei- ne angemessene Entschädigung zugesprochen und nicht berücksichtigt, dass ihm als sich selbstvertretener Rechtsanwalt ein „Anspruch auf eine volle Ent- schädigung […] bzw. um eine, etwa um einen Drittel reduzierte Entschädi- gung, berechnet nach Anwaltstarif“ zustehe (KG-act. 1). Die Prozesskosten werden gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nichteintreten gilt die klagende Partei als unterliegend. Die Prozesskosten setzen sich aus Gerichtskosten sowie Parteientschädigung zusammen (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Letztere umfassen den Ersatz notwendiger Auslagen (lit. a), die Kosten einer berufsmässigen Vertretung (lit. b) sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (lit. c). Die Regelung zur Umtriebsent- schädigung zielt u.a. auf Fälle ab, in denen ein Anwalt in eigener Sache auftritt (Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 21 zu Art. 95 ZPO); Suter/Von Holzen, in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 41 ff. zu Art. 95 ZPO). Die Festsetzung der Parteientschädigung obliegt dem Ermessen des Gerichts und erfolgt gemäss der Dispositionsmaxime nur auf Antrag (Suter/Von Holzen, a.a.O., N 30 zu Art. 95 ZPO). Die gestützt auf Art. 95 Abs. 3 lit. a und lit. c ZPO zu entschädigenden Kosten und Umtriebe sind je nach Art der Auslage näher zu plausibilisieren, d.h. zu substantiieren und gegebenenfalls zu bele- gen. Die Partei hat dem Gericht insbesondere für die geltend gemachte Höhe der Umtriebsentschädigung sachlich überzeugende Gründe vorzulegen (Suter/Von Holzer, a.a.O., N 30 zu Art. 95 ZPO; Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 95 ZPO; KG ZK2 2016 48 vom 26. September 2016, E. 3.b; KG BEK 2018 74 vom 24. September 2018, E. 6). Der nicht anwaltlich vertretene Beklagte stellte im vorinstanzlichen Verfahren lediglich den Antrag auf Entschädigung, ohne seinen Anspruch auf eine Um- triebsentschädigung i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO substantiiert zu begründen Kantonsgericht Schwyz 9 (Vi-act. A.II, S. 35), obwohl er als Rechtsanwalt um diese Substantiierungs- und Belegungspflichten hätte wissen müssen. Ihm wäre folglich für das vor- instanzliche Verfahren grundsätzlich keine Umtriebsentschädigung zu zuspre- chen. Im Anwendungsbereich der Dispositionsmaxime gilt für das Rechtsmit- telverfahren jedoch das Verbot der sog. reformatio in peius, es sei denn, der zu beurteilende Anspruch sei von der Offizialmaxime beherrscht (vgl. BGE 129 III 417, E. 2.1.1), was vorliegend nicht der Fall ist. Dies bedeutet, dass das Gericht dem Rechtsmittelführer, sofern die Gegenpartei nicht auch ein Rechtsmittel ergreift, nicht weniger zusprechen darf, als im angefochtenen Entscheid festgehalten wurde (Gehri, in: Spühler/Infanger/Tenchio [Hrsg.], a.a.O., N 6 zu Art. 58 ZPO; BGE 129 III 417, E. 2.1; 110 II 113). Folglich bleibt es bei der dem Beklagter zugesprochenen Parteientschädigung von Fr. 250.00 (angefochtene Verfügung, Dispositivziff. 2.b), nachdem wie er- wähnt für den Vorderrichter keine Veranlassung bestand, den Beklagten vor- gängig anzuhören, geschweige denn ihn zur Substantiierung anzuhalten. Ebenso wenig wäre er mit dem Argument einer vollen respektive reduzierten Entschädigung nach Anwaltstarif zu hören (vgl. KG-act. 1, Rn. 5). Ein An- spruch auf eine volle Parteientschädigung nach Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO be- steht nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei einem in eigenem Namen prozessierenden Rechtsanwalt nur, wenn es sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt und ein hoher Arbeitsaufwand erforderlich war, der den Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- und zu- mutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (Urwyler/Grüter, a.a.O., N 25 zu Art. 95 ZPO; Su- ter/von Holzen, a.a.O., N 42 zu Art. 95 ZPO; BGE 110 IV 132, E. 4d; 119 Ib 412, E. 3; 129 II 297, E. 5; KG BEK 2016 82, E. 6.b; KG ZK2 2017 55, E. 5.d, wonach eine Parteientschädigung vollständig verweigert wurde). Eine redu- zierte Entschädigung ist indes nicht vorgesehen und ergibt sich auch nicht aus der kantonalen Gesetzgebung, die bloss eine Vergütung des Rechtsanwalts im Rahmen der Parteivertretung kennt (vgl. § 1 GebTRA; BGE 110 IV 132, E. 4d; 119 Ib 412, E. 3; 129 II 297, E. 5; KG BEK 2016 82, E. 6.b; KG ZK2 Kantonsgericht Schwyz 10 2017 55, E. 5.d). Vorliegend dürfte die Frage zur Legitimation, die letztlich zum angefochtenen Nichteintretensentscheid führte, kaum sehr komplex ge- wesen sein, umfasst doch die Klageantwort zu dieser Thematik nur zwei Sei- ten und ist ohne rechtliche Ausführungen (Vi-act. A.II, S. 5 f.). Eine Parteien- tschädigung wäre auch unter diesen Gesichtspunkten nicht zu sprechen. Es bleibt demzufolge aufgrund des Verbots der reformatio in peius bei der vorinstanzlich gesprochenen Parteientschädigung von Fr. 250.00. 3. Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Aus- gang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens dem Beklag- ten aufzuerlegen und er hat die Kläger angemessen zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Vergütung der Rechtsanwälte erfolgt nach dem Gebührenta- rif für Rechtsanwälte (Art. 96 ZPO i.V.m. 1 1 Abs. 1 GebTRA). Im Beschwer- deverfahren beträgt das Honorar Fr. 180.00 bis Fr. 2‘400.00 (§ 12 GebTRA). In diesem Tarifrahmen ist die Vergütung nach der Wichtigkeit der Streitsache, ihrer Schwierigkeit, dem Umfang und der Art der Arbeitsleistung sowie dem notwendigen Zeitaufwand zu bemessen (§ 2 Abs. 1 GebTRA). Die Kläger leg- ten keine Kostennote ins Recht, weshalb das Honorar nach pflichtgemässen Ermessen festzusetzen ist (§ 6 GebTRA). Die Streitsache erweist sich weder in tatsächlicher noch in juristischer Hinsicht als schwierig und die Kläger reich- ten eine kurze Beschwerdeantwort ein (KG-act. 7) und die Beschwerdeschrift ist ebenfalls von geringem Umfang (KG-act. 1), sodass eine Entschädigung von pauschal Fr. 700.00 (inkl. Auslagen und MWST) als angemessen er- scheint. 4. Die Kläger ersuchten um unentgeltliche Rechtspflege und –verbeistän- dung (KG-act. 7, S. 7). a) Weil die Kläger im Beschwerdeverfahren obsiegen und ihr keine Verfah- renskosten aufzuerlegen sind (vgl. E. 3 vorne), ist deren Gesuch um Befreiung Kantonsgericht Schwyz 11 von Gerichtskosten als gegenstandlos geworden abzuschreiben (vgl. BGer Urteil 5A_849/2008 vom 9. Februar 2009, E. 2.2.1; KG BEK 2018 vom 15. Mai 2019, E. 4.a; KG ZK2 2015 37 vom 1. Februar 2016, E. 8.c/aa). b) Demgegenüber verlangt Art. 122 Abs. 2 ZPO, dass der Anwalt einer unentgeltlich verbeiständeten Partei vom Kanton angemessen entschädigt wird, wenn bei Obsiegen die Parteientschädigung bei der Gegenpartei nicht oder voraussichtlich nicht einbringlich ist, bspw. weil die Gegenpartei ihrerseits über beschränkte finanzielle Mittel verfügt oder weil sie im Ausland wohnt und die Geltendmachung faktisch schwierig und kostspielig erscheint (vgl. KG ZK2 2015 vom 1. Februar 2016, E. 8.c/aa mit Hinweisen auf die Lehre zu Art. 122 ZPO; KG BEK 2018 201 vom 15. Mai 2019, E. 4.b). An den Nachweis der Un- einbringlichkeit sind keine allzu hohen Anforderungen zu stellen; in diesem Zusammenhang genügt blosses Glaubhaftmachen (Bühler, in: Haus- heer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zu Schweizerischen Zivilprozessord- nung, Band I, Art.1-149 ZPO, 2012, N 65 zu Art. 122 ZPO; Huber, in: Brun- ner/Gasser/Schwander [Hrsg.], a.a.O., N 14 zu Art. 122 ZPO). Die Zuspre- chung einer Parteientschädigung entbindet deshalb die zuständige Behörde grundsätzlich nicht davon, über das Gesuch um unentgeltliche Verbeistän- dung zu entscheiden (vgl. Art. 122 Abs. 2 Satz 1 ZPO; BGer, Urteil 5A_849/2008 vom 9. Februar 2009, E. 2.2.1; Emmel, in: Sutter-Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], a.a.O., N 11 zu Art. 122 ZPO). Handelt es sich bei der kostenpflichtigen Partei jedoch um ein Gemeinwesen oder auch um eine private Partei, deren Zahlungsfähigkeit ausser Zweifel steht, kann das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung abgewiesen werden (Boh- net/Droese, Präjudizienbuch ZPO, 2018, N 8 zu Art. 122 ZPO; BGE 122 I 322, E. 3.c; BGer, Urteil 5A_849/2008, E. 2.2.2). Angesichts dessen, dass es sich beim Beklagten um einen im Kanton Schwyz registrierten Rechtsanwalt han- delt, bei dem mit Blick auf Art. 8 Abs. 1 lit. c BGFA die Zahlungsfähigkeit aus- ser Zweifel steht und die Kläger keine weiteren Gründe für eine Uneinbring-Kantonsgericht Schwyz 12 lichkeit glaubhaft machten (vgl. KG-act. 7, Rn. 7), ist das Gesuch um unent- geltliche Verbeiständung abzuweisen;- beschlossen: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘000.00 werden dem Beklagten/Beschwerdeführer auferlegt und von seinem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss bezogen. 3. Der Beklagte/Beschwerdeführer hat die Kläger/Beschwerdegegner für das Beschwerdeverfahren mit Fr. 700.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. 4. a) Das Gesuch der Kläger/Beschwerdegegner um Befreiung von den Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben. b) Das Gesuch der Kläger/Beschwerdegegner um gerichtliche Bestel- lung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes nach Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Verfassungsbeschwerde beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der glei- chen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt weniger als Fr. 30'000.00.Kantonsgericht Schwyz 13 6. Zufertigung an den Beklagten (1/R), Rechtsanwalt D.________ (3/R), die Vorinstanz (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv). Namens der 2. Zivilkammer Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Die a.o. Gerichtsschreiberin Versand 15. Mai 2020 kau