A bteilung V E -4006/2006 kom /bir/scb {T 0/2} U rteil vom 13. Juli 2007 M itw irkung: R ichter König, R ichterin Spälti G iannakitsas, R ichter G ysi G erichtsschreiber Bindschedler 1. A ._______, Serbien, 2. B ._______, Serbien, 3. C ._______, Serbien, 4. D ._______, Serbien, vertreten durch Frau Annelise G erber, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), vorm als Bundesam t für Flüchtlinge (BFF), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 30. D ezem ber 2004 i.S. Vollzug der W egw eisung (W ieder- erw ägung) / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: I. A. D ie Beschw erdeführer reisten am 30. Juni 1999 in die Schw eiz ein und ersuchten am 5. Juli 1999 um Asyl. D ie Beschw erdeführer führten zur Begründung ihres Asylgesuchs im W esentlichen aus, sie seien slaw ische M uslim e und in E._______ (Kosovo) w ohnhaft gew esen. Seit Juni 1990 habe der Beschw erdeführer in F._______ als Polizist gearbeitet. Als der Krieg begonnen habe, sei er für N ahrungsm itteltransporte zwischen H ._______ und I._______ eingesetzt w orden, w obei er unterw egs öfters von Albanern angegriffen w orden sei. N eben dem polizeilichen Innendienst sei er auch bei der Verteidigung von Stellungen gegen die Albaner sow ie auf der W ache als lebender Schutzschild herangezogen w orden. W eil er auf Seiten der Serben gekäm pft habe, seien die Beschw erdeführer von Albanern bedroht w orden, w elche im Juni 1999 sogar ihr H aus in Brand gesetzt hätten. Aufgrund der bedrohlichen Situation sei die Beschw erdeführerin im M ärz 1999 zu Verw andten nach K._______ gezogen; der Be- schw erdeführer sei am 7. April 1999 m it seinen Eltern sow ie w eiteren Verw andten ebenfalls nach K._______ gefahren. W eil er nicht am selben Tag nach F._______ zurückgekehrt sei, habe er Schw ierigkeiten m it der M ilitärpolizei erhalten. D anach seien die Beschw erdeführer am 9. M ai 1999 zunächst nach L._______ und w eiter nach Bosnien gereist, bevor sie w eiter in R ichtung Schw eiz gezogen seien. D as Bundesam t w ies die Asylgesuche der Beschw erdeführer m it Verfügung vom 13. Juli 2001 ab und ordnete die W egw eisung und den W egw eisungsvollzug über Belgrad an. B. Am 13. August 2001 erhoben die Beschw erdeführer bei der vorm aligen Schw eizeri- schen Asylrekurskom m ission (AR K) Beschw erde gegen die Asylverfügung des Bun- desam tes. D ie AR K w ies die Beschw erde m it U rteil vom 1. Juli 2003 ab und qualifizierte den Vollzug der W egw eisungen als zulässig, zum utbar und m öglich. II. C . Am 13. August 2003 liessen die Beschw erdeführer bei der AR K um R evision des U r- teils vom 1. Juli 2003 ersuchen. M it Zw ischenverfügung vom 5. Septem ber 2003 hiess der zuständige Instruktionsrichter die G esuche um Aussetzung des Vollzugs der W egw eisung gut und setzte eine Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses an, der fristgerecht geleistet w urde. M it U rteil vom 18. N ovem ber 2004 w urde das R evisionsgesuch vom 13. August 2003 abgew iesen und die Akten dem Bundesam t gestützt auf Art. 8 Vw VG zur gutschei- nenden Prüfung unter w iedererw ägungsrechtlichen G esichtspunkten überw iesen. M it Verfügung vom 26. N ovem ber 2004 setzte das Bundesam t die neue Ausreisefrist 3 für die Beschw erdeführer auf den 5. Januar 2005 fest. III. D . M it Eingabe vom 27. D ezem ber 2004 liessen die Beschw erdeführer beim BFF ein W iedererw ägungsgesuch einreichen. Sie beantragten dabei, die Verfügung des Bun- desam tes vom 13. Juli 2001 sei teilw eise aufzuheben und es sei die U ndurchführbar- keit des Vollzugs der W egw eisung festzustellen und die vorläufige Aufnahm e anzu- ordnen. Zur Begründung des G esuchs brachten die Beschw erdeführer im W esentlichen vor, sie befänden sich beide in m edizinischer Behandlung, w eil sie durch die Erlebnisse in der H eim at und aus Angst vor einer erzwungenen R ückkehr dorthin psychisch krank gew orden seien. D er Beschw erdeführer sei als fahnenflüchtiger Polizist angesichts seiner ethnischen Zugehörigkeit in Serbien an Leib und Leben bedroht. D ie Be- schw erdeführer reichten zwei Arztzeugnisse zu den Akten und stellten die N achrei- chung w eiterer m edizinischer Berichte in Aussicht. E. M it Verfügung vom 30. D ezem ber 2004 w ies das Bundesam t das W iedererw ägungs- gesuch ab und hielt fest, einer allfälligen Beschw erde kom m e keine aufschiebende W irkung zu. Zur Begründung führte das Bundesam t unter anderem aus, m it den m e- dizinischen U m ständen w ürden lediglich jene Vorbringen w iederholt, w elche bereits im R evisionsgesuch an die AR K vom 13. August 2003 geltend gem acht w orden sei- en. D azu habe die AR K festgehalten, dass die gesundheitlichen Problem e der Be- schw erdeführerin verspätet geltend gem acht w orden seien, w eshalb das R evisions- gesuch abzuw eisen sei. In diesem Lichte sei auch das vorliegende W iedererw ä- gungsgesuch abzulehnen. M it Bezug auf die vorgebrachte D esertion des Beschw er- deführers verw ies das Bundesam t ebenfalls auf die Erw ägungen der AR K in deren U rteil vom 18. N ovem ber 2004. F. M it Beschw erde an die AR K vom 25. Januar 2005 liessen die Beschw erdeführer beantragen, die Verfügung des Bundesam tes vom 13. Juli 2001 sei in W ie- dererw ägung zu ziehen und es sei ihre vorläufige Aufnahm e w egen U ndurchführbar- keit des W egw eisungsvollzugs anzuordnen; zudem sei die aufschiebende W irkung der Beschw erde w iederherzustellen. D ie Beschw erdeführer m achten geltend, es sei w ohl richtig, dass gegen den Ehe- m ann als Polizist kein m ilitärgerichtliches Verfahren eingeleitet w orden sei. H ingegen sei den Erw ägungen des Bundesam tes entgegenzuhalten, dass der Beschw erdefüh- rer in Serbien aufgrund seiner Ethnie m it einer unangem essen hohen Strafe zu rech- nen hätte, da es für Polizisten keine vergleichbare Am nestie w ie für m ilitärische D e- serteure und R efraktäre gebe. D en als Bew eism ittel eingereichten Artikeln aus der Zeitung "Vesti" vom 13. und 14. Januar 2005 sow ie vom 13. Juli 2003 sei zu entneh- m en, dass nach Serbien zurückkehrende M ilitärdienstverw eigerer festgenom m en w orden seien und die Am nestie für Personen nicht gelte, die gegen das M ilitärstrafge- setz verstossen und sich dann ins Ausland abgesetzt hätten. Zudem w erde nach dem Beschw erdeführer zurzeit gefahndet, w ie sich aus den beiden m it der Beschw erde eingereichten Vorladungen vom 15. N ovem ber 2004 sow ie vom 8. D ezem ber 2004 4 ergebe. G em äss dem dazu eingereichten Brief von P._______. vom 3. Januar 2005 hätten Anw älte die bereits früher eingereichten Vorladungen, entgegen den von den Schw eizer Asylbehörden geäusserten Zw eifeln, als echt qualifiziert. In m edizinischer H insicht verw iesen die Beschw erdeführer darauf, dass sie sich zur- zeit in intensiver (stationärer) psychiatrischer Behandlung befänden und legten vier ärztliche Berichte ins R echt. Zudem w erde das Kind D ._______ m om entan im S._______-Spital w egen Augenproblem en behandelt. G . M it Zw ischenverfügung vom 1. Februar 2005 setzte der zuständige Instruktionsrichter der AR K den Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer im Sinne einer vorsorg- lichen M assnahm e bis zum definitiven Entscheid über die aufschiebende W irkung der Beschw erde aus. H . M it Eingabe vom 9. Februar 2005 gaben die Beschw erdeführer einen ärztlichen Be- richt der Q ._______ vom 31. Januar 2005 zu den Akten. I. M it Zw ischenverfügung vom 15. Februar 2005 setzte der Instruktionsrichter den Voll- zug der W egw eisungen der Beschw erdeführer im Sinne einer vorsorglichen M ass- nahm e für die D auer des Beschw erdeverfahrens aus. J. D as Bundesam t hielt in seiner Vernehm lassung vom 18. April 2005 an seinen Erw ä- gungen fest und beantragte die Abw eisung der Beschw erde. Zur Begründung hielt es unter anderem fest, die vom Beschw erdeführer eingereichten Vorladungen vom 15. N ovem ber 2004 sow ie vom 8. D ezem ber 2004 m üssten als nicht authentisch qualifiziert w erden. K. M it Zw ischenverfügung vom 21. April 2005 bot der Instruktionsrichter den Beschw er- deführern G elegenheit, sich zu den Feststellungen in der vorinstanzlichen Vernehm - lassung zu äussern. M it Eingabe vom 6. M ai 2005 reichten die Beschw erdeführer ihre Stellungnahm e ein. Sie bestritten die Einreichung verfälschter Bew eism ittel und hielten vollum fänglich an ihren Beschw erdebegehren fest. L. M it Eingabe vom 3. Juni 2005 reichten die Beschw erdeführer einen ärztlichen Bericht, zwei neue Vorladungen des Innenm inisterium s in Belgrad vom 5. April 2005 sow ie vom 2. M ai 2005, ein Schreiben des Anw alts M ._______ vom 13. M ai 2005 sow ie einen Brief seines Vaters vom 18. M ai 2005 zu den Akten. M . M it Zw ischenverfügung des Instruktionsrichters vom 19. Juli 2006 w urden die Be- schw erdeführer im Zusam m enhang m it den von ihnen vorgebrachten psychischen Problem en aufgefordert, aktuelle Arztberichte einzureichen. M it Eingabe vom 29. Septem ber 2006 (nach Fristverlängerung) gaben die Beschw er- deführer drei ärztliche Berichte sow ie eine Bestätigung der Augenbehandlung ihres Sohnes und eine Ausweiskopie des in der Schw eiz vorläufig aufgenom m enen und kürzlich eingebürgerten Bruders des Beschw erdeführers (N _______) zu den Akten.5 D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfü- gungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Ver- w altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Be- hörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge- richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). D ie Zuständigkeit des Bundesverw altungsgerichts für die Behandlung von Beschw erden gegen das N ichteintreten beziehungsw eise die Ablehnung von W iedererw ägungsgesuchen ergibt sich aus dem U m stand, dass nach Lehre und konstanter Praxis W iederer- w ägungsentscheide grundsätzlich w ie die ursprüngliche Verfügung auf dem or- dentlichen R echtsm ittelw eg w eitergezogen w erden können (vgl. etw a Entschei- dungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K] 2003 N r. 7 S. 43 und BG E 113 Ia 153 f.; FR ITZ G YG I, Bundesverw altungsrechts- pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 220; U R SIN A BEER LI-BO N O R AN D , D ie ausserordentlichen R echtsm ittel in der Verw altungsrechtspflege des Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 174 f.). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, die Beurtei- lung der am 31. D ezem ber 2006 bei der ehem aligen AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem es- senheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ). 1.4 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist einzutreten. 2. Abgesehen von der im vorliegenden Verfahren nicht m assgeblichen Bestim m ung von Art. 58 Vw VG w ird die W iedererw ägung im G egensatz zur R evision im Vw VG nicht explizit geregelt. U nter gew issen Voraussetzungen leitete die bundesgerichtliche Pra- xis einen Anspruch auf W iedererw ägung unm ittelbar aus Art. 4 aBV ab; diese behält unter Art. 29 Abs. 1 und 2 BV w eiterhin ihre G ültigkeit (vgl. dazu BG E 127 I 137 Erw . 6). So w ird einerseits ein Anspruch auf W iedererw ägung bejaht, w enn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid in w esentlicher W ei- se verändert hat und m ithin die ursprüngliche Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist. Andererseits besteht ein Anspruch auf W iedererw ägung analog zu der gesetzlichen R egelung von Art. 66 Vw VG , sofern R e- visionsgründe angerufen w erden können, w eshalb m ithin die früher unangefochten gebliebene, form ell rechtskräftig gew ordene Verfügung w iedererw ägungsweise abzu-6 ändern ist (vgl. statt vieler BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 178; EM AR K 1993 N r. 25 S. 178 f., 1995 N r. 21 S. 202 ff. und N r. 14 S. 129 f.). N icht in Frage kom m en kann dem gegenüber eine W iedererw ägung, w enn w eder das Bestehen einer seit der früheren Verfügung veränderten Sachlage noch das Vorlie- gen von w iedererw ägungsrechtlich relevanten neuen Tatsachen oder Bew eism itteln angerufen w ird, sondern lediglich eine neue W ürdigung der beim früheren Entscheid bereits bekannten Tatsachen herbeigeführt w erden soll. Ebenso können Vorbringen dann nicht zu einer W iedererw ägung führen, w enn sie bereits in einem ordentlichen Beschw erdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gem acht w erden können; w eder können Verw altungsentscheide durch W iedererw ägungsgesuche un- eingeschränkt im m er w ieder in Frage gestellt w erden, noch kann das Institut des W iedererw ägungsgesuchs dazu dienen, eine unterlassene förm liche Beschw erde zu ersetzen beziehungsweise Beschw erdefristen zu um gehen (vgl. BEER LI-BO N O R AN D , a.a.O ., S. 51). D ie Beschw erdeführer m achen in ihrem an das BFM gerichteten G esuch vom 27. D ezem ber 2004 - und schw ergew ichtig auch auf Beschw erdeebene - nicht das Vorliegen von R evisionsgründen im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG , sondern eine nach rechtskräftigem Abschluss des Asylverfahrens veränderte Sachlage geltend. Im R ahm en des vorliegenden Verfahrens ist dam it zu prüfen, ob das Bundesam t das W iedererw ägungsgesuch zu R echt abgelehnt hat. 3. Sow eit im W iedererw ägungsverfahren auf die gesundheitlichen Problem e der Be- schw erdeführer hingew iesen w ird, ist Folgendes festzuhalten: 3.1 In den m it der Beschw erde eingereichten fachärztlichen Berichten von D r. m ed. N ._______ vom 5. Januar 2005 (inkl. Beiblatt) sow ie vom 10. Januar 2005 w ird der G esundheitszustand des Beschw erdeführers als sich verschlechternd beschrieben, w obei eine m ittelschw ere bis schw ere anxio-depressive Sym ptom atik m it Selbstm ordphantasien und Schlafstörungen im Vordergrund stünden. Aus psychiatrischer Sicht sei die R eisefähigkeit zu verneinen. Im Bericht der Q ._______ vom 31. Januar 2005 w ird unter anderem festgehalten, der Beschw erdeführer habe eine deutlich gedrückte G rundstim m ung, sei ängstlich, gedanklich stark eingeengt auf seine Situation und zudem bestehe eine situative Suizidalität. O hne Behandlung könne seine Erkrankung tödlich im Sinne eines Suizides verlaufen; bei adäquater Behandlung sei eine Besserung des Zustandes zu erw arten, jedoch sei bei einer erneuten Krisensituation respektive einer R ückschaffung eine Verschlechterung vor- program m iert. N ach dem ärztlichen Bericht von D r. m ed. N ._______ vom 18. Septem ber 2006 über den Beschw erdeführer leide dieser an einer m ittelgradigen bis schw eren anxio-depressiven Sym ptom atik sow ie an einer verm inderten affektiv- em otionalen Steuerung, Ausweglosigkeit, Verzweiflung, Suizidphantasien und durch Albträum e ausgelöste Schlafstörungen. Seit dem Bericht vom 5. Januar 2005 habe sich sein psychischer Zustand w egen des Ausschaffungsdrucks verbunden m it R etraum atisierung zusätzlich verschlechtert. Insgesam t sei sein psychischer Zustand em otional-affektiv sehr instabil und könne trotz allen am bulanten therapeutischen Behandlungen w egen des perm anenten Ausschaffungsdrucks nicht länger stabilisiert w erden. D ie R eisefähigkeit sei nicht gegeben. G egen eine m edizinische Behandlung im H erkunftsstaat spreche, dass eine Ausschaffung in den Kosovo oder nach Serbien für ihn erneut eine Konfrontation m it der traum atischen U m gebung res- pektive eine R e-traum atisierung bedeuten w ürde. 3.2 G em äss einem ärztlichen Bericht des R ._______ vom 31. M ai 2005 leide die Beschw erdeführerin unter einer depressiven Störung m it Stim m ungsschw ankungen 7 und Angstzuständen. Sie befinde sich in einem äusserst fragilen psychischen Zustand, so dass eine w eiterführende längere Behandlung in der Schw eiz aus ärzt- lich-psychiatrischer Sicht dringend notw endig erscheine. Vom R ._______ w ird unter Bezugnahm e auf seinen Bericht vom 15. D ezem ber 2004 hinsichtlich des psychischen Zustandes der Beschw erdeführerin im Schreiben vom 19. Januar 2005 festgehalten, aufgrund ihrer neuen Evaluation w erde eine W eiterführung und Intensivierung der psychiatrischen Behandlung als erforderlich erachtet. G em äss Bericht des R ._______ vom 26. Septem ber 2006 stehe eine m ittelgradige reaktive D epression m it starkem Angstanteil respektive eine Anpassungsstörung m it verlängerter depressiver R eaktion im Vordergrund. N otw en- dig sei eine am bulante psychiatrisch-psychotherapeutische und psychosozial-integra- tive Behandlung in einer sicheren U m gebung, w o sie nicht um ihr eigenes oder das Leben ihrer Fam ilie fürchten m üsse. Aus ärztlicher Sicht w ürde auch eine R ückkehr ins H eim atland m it grosser W ahrscheinlichkeit das R isiko einer erheblichen Ver- schlechterung ihres psychischen Zustandes bergen, w obei eine im pulsive selbst- schädigende R eaktion m öglich w äre. G em äss dem Bericht ihres H ausarztes D r. m ed. O ._______ vom 25. Septem ber 2006 sei eine R ückschaffung der Beschw erdeführerin und ihrer Fam ilie aus m edizinischem Blickwinkel derzeit nicht zu verantw orten. 3.3 D ie Vorinstanz verw ies in ihrer Vernehm lassung vom 18. April 2005 in Bezug auf die erw ähnten psychischen Problem e auf die entsprechenden Erw ägungen im U rteil der AR K vom 18. N ovem ber 2004, w onach die fraglichen Problem e verspätet geltend ge- m acht w orden seien und deswegen nicht tauglich seien, eine Änderung ihres Stand- punktes zu bew irken. D ie AR K hatte in ihrem U rteil vom 18. N ovem ber 2004 unter H inw eis auf eine durch den H ausarzt der Beschw erdeführerin dokum entierte "Vergiftung durch die Einnahm e einer Ü berdosis eines M edikam ents" vom April 2000 Folgendes festgehalten: "D as neu eingereichte ärztliche Zeugnis bezieht sich auf vorbestandene Tatsachen. D abei ist ohne Belang, dass die D okum ente erst nach dem Ausfällen des Beschw erdeur- teils entstanden sind, m üssen doch neue Bew eism ittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a Vw VG nicht unbedingt aus der Zeit vor dem angefochtenen Entscheid stam - m en. D ie Bew eism ittel sind dem nach im revisionsrechtlichen Sinne als neu zu be- zeichnen, zum al diese gesundheitlichen Problem e - seit 1999 in ärztlicher Behand- lung resp. Einw eisung am 6. April 2000 ins Spital - im ordentlichen Beschw erdever- fahren nicht geltend gem acht w urden. Auch sind die gesundheitlichen Problem e als erheblich zu bezeichnen, zum al der H ausarzt das R isiko bei einer R ückschaffung ei- ner m öglichen psychischen Entgleisung m it einer suizidalen H andlung als hoch ein- schätzt. Bei einer entsprechenden Kenntnis hätte som it diese Tatsache durchaus Einfluss auf die rechtliche W ürdigung im ordentlichen Beschw erdeverfahren haben können" (vgl. U rteil, E. 4.4.2). In m ehreren Arztberichten, die im W iedererw ägungsverfahren zu den Akten gereicht w orden sind, w ird auf die Verschlechterung des G esundheitszustands der Beschw er- deführer hingew iesen. Zudem w aren im R evisionsverfahren nur die G esundheitspro- blem e der Ehefrau them atisiert w orden, w ogegen das W iedererw ägungsverfahren auch m it den die Beschw erden des Ehem annes (und diejenigen eines Kindes) be- gündet w orden ist. D ie Tatsache, dass die AR K den m edizinischen Problem en der Beschw erdeführerin im R evisionsverfahren aus prozessrechtlichen G ründen nicht R echnung tragen konnte, steht einer um fassenden Beurteilung der w iedererw ä- gungsgw eise geltend gem achten G esundheitsbeschw erden dam it nicht entgegen. 3.4 D as Bundesverw altungsgericht hält vorw eg fest, dass es keinen G rund gibt, an der 8 fachlichen Kom petenz der behandelnden Ärzte oder der O bjektivität derer Berichte zu zweifeln. D en ausführlichen und übereinstim m enden m edizinischen Berichten ist unter ande- rem zu entnehm en, dass der Beschw erdeführer w egen akuter Suizidalität in einer psychiatrischen Klinik stationär behandelt w erden m usste. Ein Suizidversuch der Be- schw erdeführerin hatte bereits zuvor zu einer Spitaleinw eisung geführt. Aufgrund der Akten ist davon auszugehen, dass die Beschw erdeführer im Vollzugsfall aufgrund ih- rer langjährigen und schw erw iegenden psychischen Erkrankungen einer konkreten und erheblichen (Eigen-) G efährdung ausgesetzt w ären. Insgesam t ist der Vollzug der W egw eisung der Beschw erdeführer in ihren H eim atstaat als nicht zum utbar zu qualifizieren. D ie Frage nach den U rsachen dieser Erkrankungen kann bei dieser Ausgangslage ebenso offen bleiben w ie diejenige nach der Behandelbarkeit im H ei- m atland. N achdem sich aus den Akten keine H inw eise auf das Vorliegen von Ausschlussgrün- den im Sinne von Art. 14a Abs. 6 AN AG ergeben, sind som it die Voraussetzungen für die G ew ährung der vorläufigen Aufnahm e der Beschw erdeführer und ihrer beiden Kinder erfüllt (zum G rundsatz der Einheit der Fam ilie, vgl. etw a EM AR K 1995 N r. 24 E. 10 und 11). 4. Aufgrund dieser Ausführungen ist die Beschw erde gutzuheissen. D as Bundesam t ist anzuw eisen, die Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufzunehm en. D ie Beschw erdeführer haben ihr W iedererw ägungsgesuch und (konsequenterw eise) ihre nach dessen Abw eisung erhobene Beschw erde auf den Vollzug der W egw ei- sung beschränkt. D ie Frage der Begründetheit ihrer übrigen Beschw erdevorbringen kann bei diesem Verfahrensausgang offen bleiben. 5. Angesichts der G utheissung des R echtsm ittels sind keine Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 2 Vw VG ). D en im Verfahren obsiegenden Beschw erdeführern ist eine Parteikostenentschädi- gung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 Vw VG ). D iese ist in Anw endung von Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G und Art. 7-9 des R eglem ents vom 11. D ezem ber 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht (VG KE, SR 173.320.2) unter Berücksichtigung des abschätzbaren Vertretungsaufw ands und der von der Asylhilfe Bern üblicherw eise in R echnung gestellten H onorare auf insge- sam t Fr. 400.-- (inklusive aller Auslagen) festzusetzen. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen. 2. D as BFM w ird angew iesen, die Beschw erdeführer vorläufig in der Schw eiz aufzunehm en. 3. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt 4. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 400.-- auszurichten. 5. D ieses U rteil geht an: -die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben) -die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it den Akten (R ef-N r. N _______) -den _______ D er vorsitzende R ichter: D er G erichtsschreiber: M arkus König R udolf Bindschedler Versand am :