A bteilung IV D -7703/2006 {T 0/2} U rteil vom 14. A ugust 2007 M itw irkung: R ichter Schürch, R ichterin Luterbacher, R ichter Scherrer, G erichtsschreiberin Zürcher, Z._______, geboren _______, Bosnien und H erzegow ina, _______, vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, _______, Beschw erdeführerin gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 27. N ovem ber 2006 i. S. A syl und W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführerin verliess eigenen Angaben zufolge ihr H eim atland am 8. O ktober 2006 m it ihrem Vater und gelangte am folgenden Tag über unbekannte Länder in die Schw eiz, w o sie gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Am 20. O ktober 2006 w urde sie im Em pfangszentrum _______ befragt und am 20. N ovem ber 2006 führte das BFM eine direkte Bundesanhörung nach Art. 29 Abs. 4 AsylG durch. M it Verfügung vom 27. N ovem ber 2006 w urde sie für die D auer des Asylverfahrens dem Kanton _______ zugew iesen. D ie Beschw erdeführerin brachte vor, sie sei ethnische R om a aus _______, w o sie vor ihrer Ausreise in die Schw eiz gelebt habe. Vorher habe sie sich auch in andern D örfern aufgehalten. In _______ habe sie w ährend einigen Jahren die Schule besucht; indessen habe sie dort kein Asylgesuch gestellt. N ach dem Krieg sei sie m it ihren Eltern in ihr H eim atland zurückgekehrt, w o sie indessen nicht leben könne, w eil die R om a-Angehörigen keinen eigenen Staat und keine R echte hätten. Vor drei bis vier Jahren sei ihre M utter von unbekannten Leuten – M oslem s oder Serben – gew altsam entführt w orden, w orauf sich die Beschw erdeführerin und ihr Vater an die Polizei gew andt hätten. D iese sei indessen untätig geblieben, habe den Vater als R om a beschim pft und geschlagen. D ie Beschw erdeführerin habe Problem e m it den Serben und den M oslem s bekom m en, keine Arbeit gefunden, kein eigenes H aus besessen und sei als R om a beschim pft und geschlagen w orden. Ausserdem sei sie von den Entführern ihrer M utter gesucht w orden. Als sie die Leute habe anzeigen w ollen, sei sie von der Polizei w eggeschickt w orden und habe sich im m er verstecken m üssen. U nter diesen U m ständen habe sie sich zusam m en m it ihrem Vater zur Ausreise entschlossen. D ie Beschw erdeführerin gab einen R eisepass aus Bosnien und H erzegow ina zu den Akten. D as BFM brachte bei den deutschen Behörden in Erfahrung, dass sich die Beschw erdeführerin zw ischen dem 25. N ovem ber 1991 und dem 30. August 1997 in _______ als Asylbew erberin aufgehalten hat. B. M it Verfügung vom 27. N ovem ber 2006 – eröffnet am gleichen Tag – stellte das BFM fest, die Beschw erdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. G leichzeitig verfügte es die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnete deren Vollzug an. Es begründete seinen ablehnenden Entscheid dam it, dass die Vorbringen insgesam t den Anforderungen an die G laubhaftm achung nicht genügten, w eil einerseits die geltend gem achten N achteile infolge der inzw ischen eingeleiteten Schritte zur Verbesserung der Situation der R om a im H eim atland der Beschw erdeführerin als überzeichnet zu betrachten seien; andererseits enthielten ihre Ausführungen zahlreiche U nstim m igkeiten. So habe sie beispielsw eise in der Erstbefragung angegeben, m it 3 den Behörden respektive m it der Polizei in ihrem H eim atland keine Schw ierigkeiten gehabt zu haben, w as sich m it ihrer späteren D arlegung, sie sei von der Polizei beleidigt und geschlagen w orden, nicht vereinbaren lasse. Zudem habe sie die in der Bundesanhörung dargelegten Schw ierigkeiten m it der Bevölkerung in ihrem H eim atland – näm lich sie sei geschlagen und gesucht w orden – in der Erstbefragung nicht erw ähnt, sondern habe dort vorgebracht, nur beschim pft, aber nicht tätlich angegriffen w orden zu sein. Bezüglich der geltend gem achten Entführung ihrer M utter habe sie den genauen Zeitpunkt nicht angeben können. U nter diesen U m ständen hielten ihre Aussagen den Anforderungen an die G laubhaftigkeit nicht stand. D en W egw eisungsvollzug erachtete die Vorinstanz als zulässig, zum utbar und m öglich. C . M it Eingabe an die Schw eizerische Asylrekurskom m ission (AR K) vom 27. D ezem ber 2006 beantragte die Beschw erdeführerin durch ihre R echtsvertreterin, es sei ihr Asylverfahren zusam m en m it dem jenigen ihres Vaters zu vereinigen und zusam m en zu behandeln, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und sie sei infolge U nzulässigkeit und U nzum utbarkeit in der Schw eiz vorläufig aufzunehm en. In verfahrensrechtlicher H insicht w urde die G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege beantragt. Zur Begründung w urde insbesondere vorgebracht, dass das H aus der Eltern der Beschw erdeführerin von D ritten besetzt, ihnen von den Behörden keine W ohnung zur Verfügung gestellt und keine H ilfe zur W ahrung ihrer Eigentum srechte gew ährt w orden sei. Zudem sei der C ousin des Vaters im eigenen H eim um gebracht w orden. N ach ihrer R ückkehr aus D eutschland hätten sich die Beschw erdeführerin und ihre Eltern im H eim atland erneut eine Existenz aufbauen w ollen, w as ihnen als Angehörige der R om a indessen nicht gelungen sei. D ie Beschw erdeführerin sei in der Schule beschim pft w orden, tätlichen Angriffen ausgesetzt gew esen und schliesslich von der Schule w eggejagt w orden. Sie sei gezielt von Privaten und Behörden diskrim iniert, bedroht, belästigt, m issbraucht, entm utigt, erniedrigt und m enschenunw ürdig behandelt w orden. Auch m it einem W echsel der Aufenthaltsorte habe sich die Situation nicht gebessert. Bei staatlichen O rganen hätten sie keine U nterstützung erfahren. Zudem habe der Vater der Beschw erdeführerin keinen Zugang zur G esundheitsfürsorge und sei nicht krankenversichert, w eil die Behörden den M inderheiten nur teilw eise und nach bestim m ten Kriterien Sozialhilfe gew ährten. D ie von der Vorinstanz aufgezeigten G esetzesänderungen und M echanism en zur Verbesserung der Lage von M inderheiten in Bosnien und H erzegow ina w ürden nicht greifen. Auch zehn Jahre nach dem D ayton-Abkom m en seien diesbezüglich kaum Fortschritte erzielt w orden und der Zugang zu Bildung, U nterkunft, staatlichen D iensten, G esundheitsversorgung und Beschäftigung w erde den M inderheiten nach w ie vor verw eigert. D ie jahrelangen Schikanen hätten bei der Beschw erdeführerin körperliche und seelische Spuren hinterlassen. Zudem könne sie von ihrem Vater infolge seiner gesundheitlichen Situation nicht länger beschützt w erden. U nter diesen U m ständen sei der Beschw erdeführerin politisches Asyl zu gew ähren und ausserdem gehöre sie einer R isikogruppe an und sei konkret gefährdet, w eshalb der W egw eisungsvollzug w eder zulässig noch zum utbar sei und die vorläufige 4 Aufnahm e angeordnet w erden m üsse. Auf die w eiteren Einzelheiten der Begründung w ird im R ahm en der Erw ägungen näher eingegangen, sofern dies als notw endig erscheint. D er Beschw erde lag eine Fürsorgebestätigung bei. D . M it Zw ischenverfügung vom 22. Januar 2007 w urde der Beschw erdeführerin m itgeteilt, dass das vorm als bei der AR K hängige Beschw erdeverfahren vom Bundesverw altungsgericht w eitergeführt w erde und sie den Ausgang des Beschw erdeverfahrens in der Schw eiz abw arten könne. D as G esuch um Vereinigung des Beschw erdeverfahrens m it dem jenigen des Vaters w urde abgew iesen und der Beschw erdeführerin in Aussicht gestellt, dass die beiden Beschw erdenverfahren koordiniert behandelt w ürden. D ie Behandlung des G esuchs um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege w urde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses w urde verzichtet. E. Am 27. Juni 2007 ging beim Bundesverw altungsgericht die Kopie eines Strafantrages der Schw eizerischen Bundesbahnen (SBB) vom 7. Juni 2007 ein, gem äss w elchem die Beschw erdeführerin zw ischen dem 11. M ärz 2007 und dem 30. M ai 2007 13 M al ohne gültigen Fahrausw eis in einem R egionalzug angetroffen w urde. D er geforderte D eliktsbetrag beträgt insgesam t Fr. 1'658.80. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungsverfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 VG G vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31); das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG ; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). 1.2 D as Bundesverw altungsgericht übernim m t, sofern es zuständig ist, am 1. Januar 2007 die Beurteilung der am 31. D ezem ber 2006 bei der AR K hängigen R echtsm ittel. D as neue Verfahrensrecht ist anw endbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VG G ). 1.3 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essenheit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).5 1.4 Ü ber offensichtlich unbegründete Beschw erden w ird in einem vereinfachten Verfahren entschieden. W ie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, w eshalb auf einen Schriftenw echsel verzichtet w erden kann und der Beschw erdeentscheid nur sum m arisch zu begründen ist (Art. 111 Abs. 1 und 3 AsylG ). 2. D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführerin legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist m ithin einzutreten. 3. 3.1 G em äss Art. 2 Abs. 1 AsylG gew ährt die Schw eiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling w ird eine ausländische Person anerkannt, w enn sie in ihrem H eim atstaat oder im Land, w o sie zuletzt w ohnte, w egen ihrer R asse, R eligion, N ationalität, Zugehörigkeit zu einer bestim m ten sozialen G ruppe oder w egen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften N achteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen N achteilen ausgesetzt zu w erden. Als ernsthafte N achteile gelten nam entlich die G efährdung von Leib, Leben oder Freiheit sow ie M assnahm en, die einen unerträglichen psychischen D ruck bew irken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist R echnung zu tragen (Art. 3 AsylG ). 3.2 W er um Asyl nachsucht, m uss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zum indest glaubhaft m achen. D iese ist glaubhaft gem acht, w enn die Behörde ihr Vorhandensein m it überw iegender W ahrscheinlichkeit für gegeben hält. U nglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in w esentlichen Punkten zu w enig begründet oder in sich w idersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder m assgeblich auf gefälschte oder verfälschte Bew eism ittel abgestützt w erden (Art. 7 AsylG ). 4. 4.1 D ie Vorinstanz erachtete die Vorbringen der Beschw erdeführerin unter anderem deshalb als unglaubhaft, w eil sie m ehrere U nstim m igkeiten aufw iesen. In der Beschw erdeschrift w urde zu den der Beschw erdeführerin vorgew orfenen U nstim m igkeiten nicht im D etail Stellung genom m en. 4.2 D as Bundesverw altungsgericht schliesst sich der Argum entation der Vorinstanz vollum fänglich an, zum al sich aus dem Sachvortrag der Beschw erdeführerin nicht nur zahlreiche U nvereinbarkeiten ergeben; vielm ehr ziehen sich insgesam t äussert vage und substanzarm e Aussagen w ie ein roter Faden durch die Protokolle, w as gegen die G laubhaftigkeit der Vorbringen der Beschw erdeführerin spricht. 4.2.1 Zunächst fällt auf, dass die Beschw erdeführerin die Entführung ihrer M utter w eder konkret noch detailliert darlegte, sondern sich vielm ehr m it pauschalen Allgem einplätzen zufrieden gab und w idersprüchliche Angaben m achte. W eder w ar ihr bekannt, in w elchem Jahr der Vorfall geschah (diesbezüglich legte sie zuerst dar, das sei vor zw ei bis drei Jahren geschehen und dann brachte sie vor, 6 die Entführung habe vor drei oder vier Jahren stattgefunden, vgl. Akte A1/8 S. 3 und Akte A4/18 S. 5), noch konnte sie zur Täterschaft oder den verm uteten H intergründen der Entführung – abgesehen davon, dass die drei M änner kahl geschoren und bärtig gew esen sein sollen – genauere Angaben zu Protokoll geben. Sie erklärte auch nicht, w ie, w ann und in w elcher H äufigkeit sich ihre Fam ilie um die W iederauffindung der M utter geküm m ert haben soll. Ihre diesbezüglichen Ausführungen erschöpften sich in der Aussage, der Vater sei sie im Lager suchen gegangen und m an habe ihn beschim pft, w eggejagt und beschossen, w eil er als R om a keine R echte habe. Abgesehen vom pauschal vorgebrachten H ass gegen Angehörige der R om a lassen sich ihren Aussagen keine plausiblen Verm utungen über m ögliche H intergründe und U rsachen der Entführung oder Befürchtungen darüber, w as ihrer M utter zugestossen sein könnte, entnehm en. Ebenso fehlen Aussagen darüber, w as sie und ihr Vater anlässlich der Besuche bei der Polizei in diesem Zusam m enhang im Einzelnen vorgebracht haben w ollen, ob und auf w elche W eise sie versucht haben, die Polizei zur M itarbeit zu überzeugen und w ie die Polizei konkret darauf reagiert hat. Ihre diesbezüglichen Aussagen lassen jede innere, persönlich Anteilnahm e an der geltend gem achten Entführung verm issen, w as sich einerseits m it ihrem Vorbringen, die Entführung sei ein schw erer Schlag für sie gew esen, und andererseits m it ihrem Ausbruch in Tränen anlässlich der direkten Bundesanhörung nicht vereinbaren lässt. D ieses Verhalten ist als in sich w idersprüchlich zu betrachten und w irft ebenso grundsätzliche Zw eifel an der G laubhaftigkeit der geltend gem achten Entführung auf w ie die Substanzlosigkeit ihrer Ausführungen. 4.2.2 Zudem legte sie w idersprüchlich dar, w ie sie von der Polizei behandelt w orden sei. W ährend sie in der Erstbefragung ausdrücklich darlegte, sie habe w eder m it den Behörden ihres H eim atlandes noch m it der Polizei Problem e gehabt und sei – im G egensatz zu ihrem Vater – von ihnen auch nicht beschim pft w orden (Akte A1/9 S. 5), brachte sie in der direkten Bundesanhörung zunächst vor, sie selber sei von der Polizei im R ahm en der Anzeige im Zusam m enhang m it der Verschleppung ihrer M utter nicht geschlagen w orden, aber der Vater habe grosse Problem e m it ihr bekom m en (Akte A4/18 S. 5), w ährend sie später in der gleichen Anhörung darlegte, die Polizei habe in diesem Zusam m enhang sie und ihren Vater geschlagen (Akte A4/18 S. 12). D ie W idersprüchlichkeit dieser Aussagen kann m it ihrer Erklärung, sie habe vor der Anm eldung m it der Polizei keine Problem e gehabt (Akte A4/18 S. 12), nicht erklärt w erden. 4.2.3 Auch über die Anzahl der Polizeibesuche m achte die Beschw erdeführerin grob w idersprüchliche Aussagen, indem sie einerseits aussagte, w egen ihrer M utter sei sie vier oder fünf M al bei der Polizei gew esen (Akte A4/18 S. 5), w ährend sie andererseits vorbrachte, sie seien alle 10 oder 15 Tage desw egen bei der Polizei erschienen (Akte A4/18 S. 6), w as sich m iteinander keinesw egs vereinbaren lässt. 4.2.4 Zudem brachte sie vor, die Polizei habe ihnen zugesichert, m an w erde versuchen die verschleppte M utter zu finden, w as indessen nicht gelungen sei (Akte A1/4 S. 3). D iese Version des Vorfalles lässt sich indessen nicht vereinbaren m it ihren Äusserungen, die Polizei habe ihnen bei der Anzeige eröffnet, sie hätten als Angehörige der R om a keine R echte, habe sie geschlagen und nicht anhören w ollen (Akte A4/18 S. 5 und 7), sow ie m it den Aussagen, sie hätten die Polizei 7 w egen des N ichttätigw erdens bei deren "Führung", dem D irektor, angezeigt und auch dieser habe nichts unternom m en (Akte A4/18 S. 7). 4.2.5 W idersprüchlich ausgefallen sind zudem ihre Angaben darüber, w ie sie von der Bevölkerung in ihrem H eim atland behandelt w orden sein w ill. W ährend sie in der Erstbefragung angab, sie sei von Privatpersonen in ihrem H eim atland schlecht behandelt und nicht geehrt respektive als R om a beschim pft, beleidigt und m it Steinen bedroht w orden (Akte A1/9 S. 4 f.), legte sie in der direkten Bundesanhörung dar, sie sei von Leuten angegriffen, gepackt, geschlagen und gesucht w orden (Akte A4/18 S. 13 ff.), w as m iteinander nicht in Einklang zu bringen ist. Abgesehen von diesen w idersprüchlichen Angaben konnte die Beschw erdeführerin keinen plausiblen G rund angeben, w arum sie von unbekannten D ritten gesucht sein soll. Zudem ist es nicht nachvollziehbar, dass sie im Bew usstsein einer m öglichen Entführung eine Arbeitsstelle gesucht haben w ill oder in die Stadt ausgegangen sei (Akte A4/18 S. 12 und Akte A1/8 S. 5). 4.2.6 Schliesslich lässt sich die von der Beschw erdeführerin geltend gem achte Vertreibung aus der Schule m it ihren Angaben, sie habe nie eine Schule besucht (Akte A1/8 S. 2), ebenfalls nicht vereinbaren. 4.3 Aufgrund der zahlreichen U ngereim theiten kann der Beschw erdeführerin nicht geglaubt w erden, dass sie in ihrem H eim atland O pfer von asylerheblichen Verfolgungsm assnahm en – sei es durch die Behörden oder private D rittpersonen – gew orden ist. Entgegen den Ausführungen in der Beschw erdeschrift sprechen vorliegend die unglaubhaften Aussagen der Beschw erdeführerin auch dagegen, dass die in ihrem H eim atland zugunsten der M inderheiten erlassenen G esetze und M assnahm en in ihrem Fall nicht um gesetzt w orden w ären, auch w enn nicht in Abrede gestellt w ird, dass deren U m setzung noch M ängel aufw eist. Indessen ist die von der Beschw erdeführerin dargelegte Situation bezüglich des fehlenden M inderheitenschutzes in ihrem H eim atland als völlig übertrieben zu betrachten. 4.4 Aufgrund der vorstehenden Erw ägungen erübrigt es sich, auf die w eiteren Ausführungen in der Beschw erde näher einzugehen, w eil sie am Ergebnis nichts ändern könnten. U nter Berücksichtigung der gesam ten U m stände folgt, dass die Beschw erdeführerin keine G ründe nach Art. 3 AsylG nachw eisen oder glaubhaft m achen konnte. D as BFM hat ihr Asylgesuch zu R echt abgelehnt. 5. 5.1 Lehnt das Bundesam t das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der R egel die W egw eisung aus der Schw eiz und ordnet den Vollzug an; dabei ist der G rundsatz der Einheit der Fam ilie zu berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG ). Ist der Vollzug der W egw eisung nicht m öglich, nicht zulässig oder nicht zum utbar, so regelt das Bundesam t das Anw esenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim m ungen über die vorläufige Aufnahm e von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG ; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und N iederlassung der Ausländer [AN AG , SR 142.20]). D er Vollzug ist nicht m öglich, w enn der Ausländer w eder in den H erkunfts- oder in den H eim atstaat noch in einen D rittstaat verbracht w erden kann. Er ist nicht zulässig, w enn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schw eiz einer W eiterreise des 8 Ausländers in seinen H eim at-, H erkunfts- oder einen D rittstaat entgegenstehen. D er Vollzug kann insbesondere nicht zum utbar sein, w enn er für den Ausländer eine konkrete G efährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 AN AG ). N iem and darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezw ungen w erden, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind oder in dem die G efahr besteht, dass er zur Ausreise in ein solches Land gezw ungen w ird (Art. 5 Abs. 1 AsylG ). G em äss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schw eizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Ü bereinkom m ens vom 10. D ezem ber 1984 gegen Folter und andere grausam e, unm enschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention zum Schutze der M enschenrechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) darf niem and der Folter oder unm enschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterw orfen w erden. 5.2 D ie Beschw erdeführerin verfügt w eder über eine frem denpolizeiliche Aufenthaltsbew illigung noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. D ie W egw eisung w urde dem nach zu R echt angeordnet. 5.3 D ie Vorinstanz w ies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass der G rundsatz der N ichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen (vgl. M AR IO G ATTIKER , D as Asyl- und W egw eisungsverfahren, Bern 1999, S. 89). D a es der Beschw erdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche G efährdung nachzuw eisen oder glaubhaft zu m achen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen N on-refoulem ents im vorliegenden Verfahren keine Anw endung finden. Eine R ückkehr der Beschw erdeführerin in ihren H eim atstaat ist dem nach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtm ässig. Sodann ergeben sich w eder aus den Aussagen der Beschw erdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren H eim atstaat dort m it beachtlicher W ahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EM R K oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt w äre. G em äss Praxis des Europäischen G erichtshofes für M enschenrechte sow ie jener des U N -Anti- Folterausschusses m üsste die Beschw erdeführerin eine konkrete G efahr ("real risk") nachw eisen oder glaubhaft m achen, dass ihr im Fall einer R ückschiebung Folter oder unm enschliche Behandlung drohen w ürde (vgl. Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission [EM AR K ] 2001 N r. 16 S. 122, der auch für das Bundesverw altungsgericht G eltung hat). D ie allgem eine M enschenrechtssituation in Bosnien und H erzegow ina lässt den W egw eisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung sow ohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim m ungen zulässig. 5.4 Aus hum anitären G ründen, nicht in Erfüllung völkerrechtlicher Pflichten der Schw eiz, w ird auf den Vollzug der W egw eisung auch verzichtet, w enn die R ückkehr in den H eim atstaat für die Betroffenen eine konkrete G efährdung i.S. von Art. 14a Abs. 4 AN AG darstellt. Eine solche G efährdung kann angesichts der im H eim atland herrschenden allgem einen politischen Lage, die sich durch Krieg, 9 Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgem einer G ew alt kennzeichnet, oder aufgrund anderer G efahrenm om ente, w ie beispielsw eise des Fehlens einer notw endigen m edizinischen Behandlung, angenom m en w erden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 1990, BBl 1990 II 668). Angesichts der heutigen Lage in Bosnien und H erzegow ina m uss gem äss konstanter Praxis nicht von einer Situation allgem einer G ew alt oder kriegerischen respektive bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen gesprochen w erden. Zw ar können Ü bergriffe von Privatpersonen auf Angehörige der R om a und teilw eise behördliche Schikanen sow ie D iskrim inierungen nicht völlig ausgeschlossen w erden. Indessen erreichen diese im Allgem einen nicht ein Ausm ass, das den Vollzug der W egw eisung in jedem Fall als unzum utbar erscheinen liesse. Som it ist die R ückkehr der Beschw erdeführerin dorthin grundsätzlich zum utbar. Eine Situation, w elche die Beschw erdeführerin als de-facto-Flüchtling qualifizieren w ürde, lässt sich deshalb aufgrund der heutigen Situation in Bosnien und H erzegow ina nicht bejahen. Es bleibt dem nach zu prüfen, ob individuelle G ründe vorliegen, die eine R ückkehr der Beschw erdeführerin in ihr H eim atland als unzum utbar erscheinen lassen. Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die Beschw erdeführerin bei einer R ückkehr in ihr H eim atland m it Schw ierigkeiten konfrontiert w erden könnte. Indessen ist sie gestützt auf die Aktenlage jung und gesund. Es ist ihr som it zuzum uten, sich in ihrem H eim atland um eine Arbeitsstelle zu bem ühen, auch w enn der Einstieg ins Berufsleben infolge der schlechten w irtschaftlichen Situation im H eim atland und der fehlenden Berufserfahrungen der Beschw erdeführerin nicht einfach sein dürfte. M angels detaillierter und glaubhafter Angaben sind die ebenfalls geltend gem achten D iskrim inierungen im Berufsleben nicht überzeugend. Zudem kann die Beschw erdeführerin w eiterhin auf die Solidarität ihrer Angehörigen, insbesondere der in den U SA lebenden Schw ester, w elche sie bisher finanziell unterstützte, und ihres Vaters, dessen Beschw erde m it heutigem D atum ebenfalls abgew iesen w ird, zählen. Aufgrund der Aktenlage ist som it insgesam t trotz der nicht einfachen Verhältnisse im H eim atland der Beschw erdeführerin nicht davon auszugehen, dass sie in eine existenzbedrohende Situation geraten w ürde. N ach dem G esagten ist der Vollzug der W egw eisung som it auch als zum utbar zu bezeichnen. 5.5 Schliesslich obliegt es der Beschw erdeführerin, sich bei der zuständigen Vertretung ihres H eim atstaates die für eine R ückkehr notw endigen R eisedokum ente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG ), w eshalb der Vollzug der W egw eisung auch als m öglich zu bezeichnen ist. Im Ü brigen ist darauf hinzuw eisen, dass die Beschw erdeführerin über einen nach w ie vor gültigen R eisepass verfügt. 5.6 Insgesam t ist die durch die Vorinstanz verfügte W egw eisung zu bestätigen. D ie Vorinstanz hat deren Vollzug zu R echt als zulässig, zum utbar und m öglich erachtet. N ach dem G esagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahm e ausser Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 AN AG ).10 6. Aus diesen Erw ägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angem essen ist (Art. 106 AsylG ). D ie Beschw erde ist dem nach abzuw eisen. 7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das G esuch um unentgeltliche R echtspflege abzuw eisen, zum al sich die Beschw erde als offensichtlich unbegründet erw iesen hat. D ie Kosten des Beschw erdeverfahrens sind der Beschw erdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 Vw VG ) und auf insgesam t Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VG G i.V.m . Art. 1bis des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 [VG KE, SR 173.320.2]). (D ispositiv nächste Seite)11 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird abgew iesen. 2. D as G esuch um unentgeltliche R echtspflege w ird abgew iesen. 3. D ie Verfahrenskosten, bestim m t auf Fr. 600.--, w erden der Beschw erdeführerin auferlegt. D ieser Betrag ist innert 30 Tagen zu G unsten der G erichtskasse zu überw eisen. 4. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführerin: 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Einzahlungsschein) - die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und R ückkehrförderung, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______, in Kopie) - _______ (in Kopie; Beilage: R eisepass N r. _______ aus Bosnien und H erzegow ina) D er R ichter: D ie G erichtsschreiberin: H ans Schürch Eva Zürcher Versand am :