B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-4112/2012 U r t e i l v o m 2 0 . F e b r u a r 2 0 1 3 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Hans Schürch, Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A._______, geboren (…), Türkei, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Juni 2012 / N (…). D-4112/2012 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge seinen Hei - matstaat im September 2008 auf dem Seeweg und gelangte nach der Ankunft in einem ihm unbekannten Land, wo er sich währen d vier Tagen aufhielt, am 28. September 2008 auf dem Landweg illegal in die Schweiz. Am 5. Oktober 2008 suchte er in B._______ um Asyl nach. Am (…) fand im dortigen Empfangs - und Verfahrenszentrum (EVZ) eine erste Befr a- gung statt. Am (…) wurde er in C._______ durch das Bundesamt in An- wendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört. Am (…) fand eine ergänzende Anhörung durch das BFM statt. Mit Schreiben vom (…) veranlasste das BFM Abklärungen durch die Schweizer Vertretung in D._______. Deren Antwort datiert vom (…). Dazu wurde dem Beschwerdeführer am (…) schriftlich das rechtliche Gehör gewährt. Am (…) nahm er Stellung. Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er sei türkischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie und stamme aus E._______, wo er im Haus seines Vaters ein F._______ geführt habe. Er sei politisch aktiv gewesen, habe die Politik der G._______ unterstützt und die Zeitung H._______ gekauft. Ab und zu habe er auch an Demonstrationen oder Nevroz-Feiern teilgenommen. In die sem Zusammenhang sei er im Zei t- raum von (…) (…) Mal für einen oder zwei Tage inhaftiert worden. Anfang 2008 seien Anhänger der Partiya Karkerên Kurdistan (Kurdische Arbei- terpartei, PKK) zu ihm gekommen und hätten ihn unter Todesdrohungen aufgefordert, ihnen angesichts seiner guten finanziellen Lage zu helfen. In der Folge seien die PKK -Anhänger alle paar Tage in sein F._______ gekommen und hätten gleich die benötigten Artikel mitgenommen oder ihm Einkaufslisten für (…) hinterlassen. Zwei von ihnen seien jed och dann festgenommen worden. Daraufhin sei die Polizei bei ihm aufg e- taucht und habe ihn auf den Posten mitgenommen. Dort sei er nach PKK- Kontakten gefragt worden, habe solche jedoch verneint. Die Polizei habe ihm dann eine tägliche Meldepflicht auferlegt. Zudem sei er immer wieder auf den Posten geholt worden, um allfällige PKK -Anhänger zu identifizie- ren. Später hätten die Sicherheitskräfte Spitzeldienste von ihm verlangt. Davon habe auch die PKK erfahren und ihm angedroht, seine Familie umzubringen, wenn er sie an die Sicherheitskräfte verraten würde. Nach diesen Vorfällen seien noch Anhänger der I._______ zu ihm gekommen und hätten die Fenster seines F._______ eingeschlagen. Nachdem er so zwischen mehrere Fronten geraten sei, habe er sich zur Flucht aus d er D-4112/2012 Seite 3 Türkei entschlossen und seinen Heimatstaat Anfang September 2008 in Richtung Schweiz verlassen. Nach seiner Ausreise sei er bei seiner Fami- lie von der Polizei gesucht worden. Zudem seien seine Angehörigen von den Sicherheitskräften überwacht und unter Druck gesetzt worden. Um seine Ehefrau nicht mehr mit diesen Problemen zu belasten, habe er die Scheidung eingeleitet . Er wisse nicht, ob die t ürkischen Behörden ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet hätten. Für die weiteren Aussagen des Beschwerdeführers wird, soweit für den Entscheid wesentlich, auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er mehrere türkische G._______ zu den Akten, welche – als Geschäftsunterlagen – sein F._______ betref- fen. B. Mit Verfügung vom 28. Juni 2012 – eröffnet am 6. Juli 2012 – stellte das Bundesamt fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen schaft nicht, und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die We g- weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und beauftragte den Kanton J._______ mit dem Vollzug. Zur Begründung führte das BFM im Wesent lichen aus, die geltend g e- machten Verfolgungsvorbringen genügten weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft. So habe der Beschwerdeführer ungereimte Angaben zur Häufigkeit der PKK- Besuche in seinem F._______ gemacht. Seine Angaben dazu, wie er auf dem Polizeiposten mit den zu identifizierenden, der Unterstützung der PKK verdächtigen Personen konfrontiert worden sei, seien widersprüch- lich ausgefallen. Angesichts des hohen Verfolgungsinteresses der türk i- schen Sicherheitsk räfte gegenüber Mitgliedern und Unterstützern der PKK erscheine als unwahrscheinlich, dass gegen ihn kein Ermittlungsver- fahren eingeleitet worden wäre. Es sei nicht nachvollziehbar, dass er von den Behörden als Informant angeworben worden wäre, wenn er angeb- lich diesen gegenüber nie verwertbare Auskünfte zu den PKK -Ange- hörigen gemacht haben wolle. Die ungereimten, widersprüchlichen und realitätsfremden Angaben des Beschwerdeführers liessen darauf schlie s- sen, dass sich die Vorbringen auf einen konstruierten Sachverhalt und nicht auf tatsächlich Erlebtes bezi ehen müssen. Demnach sei unglau b- haft, dass er die PKK unterstützt habe und deshalb von den türkischen Sicherheitskräften festgenommen und als Informant eingesetzt worden sei. Somit könne er auch keine Reflexverfolgung für seine Angehörigen D-4112/2012 Seite 4 geltend machen. Daran vermöchten die von ihm als Beweismittel eing e- reichten K._______ nichts zu ändern. Zudem liesse sich aus dem Vo r- bringen, wonach die Sicherheitskräfte wegen PKK -Unterstützung gegen ihn ermitteln und ihn suchen würden, keine begründete Furcht vor zukünf- tiger asylrechtlich relevanter Verfolgung ableiten. In diesem Kontext hätten die Abklärungen der schweizerischen Vertr e- tung in D._______ Folgendes ergeben:  Der Beschwerdeführer werde weder gesucht noch bestehe über ihn e in Datenblatt; er u n- terliege auch keinem Passverbot, überhaupt liege in der Türkei nichts gegen ihn vor.  Im Zeitraum von (…) sei bei der Staatsanwaltschaft L._______ keinerlei Untersuchung ge- gen ihn eingeleitet worden; zudem sei weder in M._______ noch in L._______ ein Strafver- fahren aus politischen Gründen gegen ihn hängig.  Ausserdem bestehe im kommerziellen Bereich in L._______ kein Verfahren gegen ihn; die eingereichten K._______ seien authentisch . Ge mäss Angaben des (…) wohne dessen Ehefrau gleich über dem N._______; dieses F._______ laufe sehr gut.  Laut einer Kontaktperson aus dem Herkunftsquartier in L._______ habe sich dieser ve r- mutlich nicht politisch betätigt, da es sich bei dessen Familie um (…) Leute handle, die nichts mit Politik am Hut hätten; die Geschäfte der Familie liefen jedoch schlecht , d ie P._______ der beim Q._______ eingehenden R._______ würden den Beschwerdeführer betreffen.  Gemäss Einschätzung der Schweizer Botschaft in D._______ erscheine unwahrscheinlich, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Identifizierungsmassnahmen bei der Staatsanwaltschaft nicht registriert worden wären. Die in der diesbezüglichen Stellungna h- me des Beschwerdeführers vom (…) erhobenen Einwände liessen keinen nachvollziehb a- ren Grund für Zweifel an den Ergebnissen der Botschaft sabklärung zu. Gestützt auf die se stehe fest, dass in der Türkei nichts gegen den Beschwerdeführer vorliege. Sodann vermöchten d ie für den Zeitraum von (…) geltend gemachten Kurzinhaftierungen aufgrund ihrer Art und Intensität noch keine asylb e- achtliche Verfolgung darzustellen und seien auch nicht der Grund für das Nachsuchen um Asyl. Die geltend gemachten Zerstörungen am F._______ des Beschwerdeführers durch Anhänger der I._______ seien von privaten Dritten ausgegangen. In solchen Fällen seien die türkischen Behörden und Sicherheitskräfte schutzbereit und schutzfähig. Mithin wäre es ihm zuzumuten gewesen, sich zunächst um Schutz an die heimatl i- chen Behörden zu wenden. Zudem habe er auch nicht geltend gemacht, D-4112/2012 Seite 5 Letzteres getan zu haben. Schliesslich sei d er Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich. Daran vermöchten auch allfällige (…) Probleme des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Diese könnten geg e- benenfalls auch in de r Türkei behandelt werden, zumal die dortige medi- zinische Versorgung gewährleistet und von gutem Niveau sei. C. Mit Eingabe vom 6. August 2012 (Datum des Poststempels) an das Bu n- desverwaltungsgericht beantragte der Beschwerdeführer durch seine n Rechtsvertreter unter Kosten und Entschädigungsfolge, es sei die Verfü- gung der Vorinstanz aufzuheben und die Sache zur Feststellung des vol l- ständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeur- teilung an das BFM zurückzuweisen; eventualiter sei die ang efochtene Verfügung aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefü h- rers festzustellen und diesem in der Schweiz Asyl zu gewähren; eventu a- liter sei die besagte Verfügung in Bezug auf die Dispositivziffern 4 und 5 aufzuheben und die Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen. In prozessualer Hinsicht wurde n d i- verse Anträge gestellt sowie für den Fall einer Gutheissung der B e- schwerde um vorgängige Gewährung einer angemessenen Frist zur Ei n- reichung einer detaill ierten Kostennote zur Bestimmung der Parteien t- schädigung ersucht. Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 14. August 2012 teilte das Bundesverwal - tungsgericht dem Beschwerdefü hrer mit, dass er den Ausgang des Ve r- fahrens in der Schweiz abwarten könne , setzte ihm Frist zur Leistung e i- nes Kostenvorschusses bis zum (…) an und verschob den Entscheid über die weiteren Anträge auf einen späteren Zeitpunkt. Zudem wurde ihm unter Vorbeh alt allfälliger Wechsel bei Abwesenheiten antragsg e- mäss die Zusammensetzung des Spruchkörpers mitgeteilt. E. Am 29. August 2012 (Datum des Poststempels) reichte der Beschwerde- führer eine Kostennote zu den Akten und zahlte den Kostenvorschuss ein. F. F.a Mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2012 beantragte das Bundesamt die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte es aus, die Be -D-4112/2012 Seite 6 schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder B e- weismittel, welche eine Änderung seines Standpunkts rechtfe rtigten, und verwies auf seine Erwägungen, an welchen es festhielt. F.b Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 10. Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den B e- hörden nach Art. 33 VGG und ist daher ei ne Vorinstanz des Bundesve r- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entsche i- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was in casu nicht zutrifft – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [ BGG, SR 173.110]). 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 2. Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht. Der Beschwerd e- führer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Nach fristgerechter Leistung des Kostenvorschusses ist somit a uf die B e- schwerde einzutreten. 3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrec ht, die unrichtige D-4112/2012 Seite 7 oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grun d- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, w e- gen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge- fährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen un- erträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für g e- geben hält. Unglaubhaft sind insbesond ere Vorbringen, die in wesentl i- chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ve r- fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5. 5.1 Zur Begründung der Beschwerde wird vorab – mit Bezug auf die Bo t- schaftsauskunft – in f ormeller Hinsicht ausgeführt, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt. Unter Ver- weis auf seine Stellungnahme vom (…) wendet der Beschwerdeführer ein, in der Botschaftsanfrage sei verschwiegen worden, dass er anläs s- lich der Anhörungen ausgesagt habe, unter der Drohung, allenfalls ein Dossier wegen Unterstützung der PKK anzulegen, von den Sicherheit s- kräften aufgefordert worden zu sein, als Spitzel für diese tät ig zu werden. Diese Unvollständigkeit habe sich zwangsläufig auf die Botschaftsantwort ausgewirkt. Bei der Beantwortung der gestützt auf diese fehlerhafte Schilderung des rechtserheblichen Sachverhalts gestellten unrichtigen Frage, wie wahrscheinlich es sei, dass die Polizei einen kurdischen S._______ nach einer geplatzten Identifizierung laufen lasse, obwohl zwei inhaftierte PKK -Mitglieder zugegeben haben sollen, er habe sie mit T._______ unterstützt, würde klar, dass die Auskunft in der Botschaft s- antwort, wonach unwahrscheinlich sei, dass eine solche Identifizierung nicht zumindest bei der Staatsanwalt schaft Spuren hinterlasse, in dem durch sie falsch gesteckten Rahmen durchaus zutreffend sei. Würde aber D-4112/2012 Seite 8 beachtet, dass der Beschwerdeführer ausgesagt habe, zu Spitzeldiensten aufgefordert worden zu sein, ansonsten ein Bericht beziehungsweise eine Anzeige verfasst würde, so w erde klar, dass sich der geltend gemachte Sachverhalt grundsätzlich anders verhalte, als das BFM im Rahmen der Botschaftsanfrage der Schweizer Botschaft übermittelt habe. Denn r e- gelmässig führten solche Spitzeltätigkeiten beziehungsweise diesbezügli- che Aufforderungen dazu, dass die Sache nicht an die zuständige Staats- anwaltschaft oder an das Gericht weitergeleitet, sondern polizeiintern b e- handelt würde, da die Betroffenen unter diesen Umständen eher zu Spi t- zeltätigkeiten bereit seien, al s wenn sie bereits in ein Strafverfahren ve r- wickelt worden wären. Falls der Beschwerdeführer nicht mit der Polizei zusammenarbeiten würde, werde gegen ihn erst später beziehungsweise bei der Rückkehr in die Türkei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. G e- stützt auf die Ausführungen in der Stellungnahme vom (…) hätte das BFM weitere Sachverhaltsabklärungen beziehungsweise eine korrekte Botschaftsabklärung vornehmen müssen . Dabei hätte leichthin festg e- stellt werden können, ob (…) zwei PKK-Anhänger in L._______ verhaftet worden seien, gegen diese ein Ermittlungsverfahren eröffnet und auch Anklage erhoben worden sei. Damit wäre der geltend gemachte Sac h- verhalt ohne Weiteres beweisbar gewesen. Der Beschwerdeführer vers u- che über einen Anwalt in der Türkei herauszufinden, welche beiden PKK- Aktivisten damals in L._______ verhaftet worden seien, wo deren Verfah- ren geführt würde und ob er darin allenfalls namentlich erwähnt w erde. Damit könnte er den Beweis für die ihm drohende asylrelevante Verfo l- gung erbringen. Da er diese bereits glaubhaft gemacht habe, sei dies zwar nicht unbedingt notwendig, falls aber seine Asylvorbringen und d a- mit die geltend gemachte Verfolgung auch vom Bundesverwaltungsg e- richt in Zweifel gezogen würde, würde er ausdrücklich die Gewährung e i- ner a ngemessenen Frist zur Beibringung solcher Beweismittel beantr a- gen ([…]). 5.2 Die Überprüfung der Akten ergibt, dass der Vorwurf, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig beziehungsweise unrichtig abgeklärt, nicht zutrifft. So wird im Sachverhalt der angefocht e- nen Verfügung zwar in der Tat erwähnt, dass die Sicherheitskräfte g e- mäss den Aussagen des Beschwerdeführers von ihm Spitzeldienste ve r- langt hätten. Aus dem Umstand jedoch, dass die Aufforderung zu Spitzel- diensten in der Botscha ftsanfrage des BFM unerwähnt blieb, vermag der Beschwerdeführer indes nichts zu seinen Gunsten abzuleiten: So gab er nämlich zu Protokoll, er s ei zunächst seiner täglichen Pflicht zur Unte r- schriftsleistung bei der Polizei nachgekommen und habe in Kenntnis der D-4112/2012 Seite 9 polizeilichen Aufforderung zur Leistung von Spitzeldiensten in der Folge L._______ (…) verlassen ([…]); der nunmehrige U._______ sei nach ihm gefragt worden ([…]), ebenfalls sein Vater und seine Geschwistern ([…]), wobei er nicht wisse, ob durch Angehörige der Polizei oder der PKK ([…]). Nach seiner Ausreise sei dann seine Familie durch die Polizei beo- bachtet worden ([…]); zuletzt habe die Polizei (…) bei seiner Familie nach ihm gefragt ( […]), wobei die Familienangehörigen falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort gemacht beziehungsweise gesagt hätten, dieser sei ihnen nicht bekannt ( […]). Hätte sich indes alles so zugetragen wie vom Beschwerdeführer dargelegt, hätte die Polizei – nicht die PKK, welche angeboten habe, die Ausreise zu organisieren und dies auch in die Tat umgesetzt habe – den Beschwerdeführer nach seinem Verschwinden aus L._______ beziehungsweise nachdem er seiner täglichen Un terschrifts- leistungspflicht plötzlich nicht mehr nachgekommen war, ohne Verzug ge- sucht, umso mehr als bei de n Behörden ihn angeblich belastende Zeu- genaussagen von PKK -Angehörigen vorlagen und er durch sein Verha l- ten konkludent zum Ausdruck brachte, dass er der Aufforderung zur Lei s- tung von Spitzeldiensten nicht nachkommen werde. Unter diesen U m- ständen wäre der Grund der Polizei, die Angelegenheit lediglich intern zu behandeln, weggefallen und diese an die zuständige Staatsanwaltschaft zur Eröffnung einer Voruntersuchung weitergeleitet worden. Damit wird gleichzeitig dem Einwand in der Beschwerde, wonach ein Ermit tlungsver- fahren erst später beziehungsweise bei der Rückkehr des Beschwerd e- führers in die Türkei eröffnet würde, die Grundlage entzogen. Vielmehr ist in Berücksichtigung des vom Beschwerdeführer dargelegten Sachve r- halts – hätte er sich tatsächlich so zugetragen – davon auszugehen, dass ein politisches Datenblatt über ihn angelegt worden wäre. Dies unterblieb jedoch nachweislich. Somit vermag er aus dem Umstand, dass in der Botschaftsanfrage die geltend gemachte Aufforderung zu Spitzeldiensten nicht erwähnt worden ist, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten bezi e- hungsweise hätte deren Erwäh nung zu keine m anderen Abklärungse r- gebnis geführt. Demnach liegt keine unvollständige oder unrichtige Abklä- rung des rechtserheblichen Sachverhalts vor. Damit erübrigen sich gleichzeitig weitere Abklärungen im Zusammenhang mit den beiden (…) in L._______ festgenommenen PKK -Anhängern, welche den Behörden gegenüber erklärt hätten, dass der Beschwerdeführer die PKK unterstützt habe. Mithin sind auch die diesbezüglich in der Rechtsmitteleingabe g e- stellten Anträge auf Anordnung einer weiteren Botschaftsabklärung und auf Ansetzung einer Frist zur Einreichung ents prechender Beweismittel abzuweisen. D-4112/2012 Seite 10 5.3 Zusammenfassend steht fest, dass die Botschaftsanfrage durch die Vorinstanz korrekt durchgeführt worden ist. Der in diesem Zusamme n- hang gestellte Antrag des Beschwerdeführers, die Sache sei zur Feststel- lung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen, ist daher abzuweisen. 6. 6.1 Das BFM führt in der angefochtenen Verfügung im Einzelnen aus, aufgrund welcher Ungereimtheiten in zentralen Bereichen der Vorbring en es den vom Beschwerdeführer zur Begründung des Asylgesuchs geltend gemachten Sachverhalt als unglaubhaft erachtet beziehungsweise, we s- halb dieser den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht stan d- hält. Das Bundesverwaltungsgericht ist an die Begründung der Vorinstanz nicht gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG); es kann die Beschwerde auch aus andern Überlegungen als jenen der Vorinstanz abweisen (sog. Motivsu b- stitution; vgl. MADELEINE CAMPRUBI in: AUER/MÜLLER/SCHINDLER [HRSG.], VwVG, Kommentar zum Bund esgesetz über das Verwaltungsverfahren, Z ü- rich/St. Gallen 2008, N 15 zu Art. 62 VwVG; ALFRED KÖLZ /ISABELLE HÄNER , Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 240, Rz. 677). Wie sich aus nachfolgenden Erwägungen ergibt, hat das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers – ungeach- tet der Frage, ob seine Begründung in allen Teilen zutreffend ist – zu Recht abgelehnt. 6.2 Wie jedoch vorstehend bereits in E. 5.3 ausführlich dargelegt wurde , ist die Botschaftsabklärung (und zwar namentlich die in der Beschwerde ausführlich gerügte Botschaftsanfrage) korrekt und seriös durchgeführt worden. Gestützt auf deren Ergebnisse wurde in der angefochtenen Ver- fügung in zutreffender Weise darauf geschlossen, dass der Beschwerde- führer gegenüber den türkischen Behörden als unbescholtener Bürger gelte. Unter diesen Umständen wurde eine begründete Furcht des B e- schwerdeführers vor einer asylrelevanten Verfolgung und damit die asy l- rechtliche Relevanz der geltend gemachten Verfolgungsvorbring en zu Recht verneint. 6.3 6.3.1 Im Zusammenhang mit der Frage der Glaubhaftigkeit der Asylvo r- bringen wird in der Beschwerde ausgeführt, bezüglich der Häufigkeit der Besuche von PKK -Angehörigen im N._______ des Beschwerdeführers habe die Vorinstanz ihr eigenes Befra gungsprotokoll nicht (richtig) gele- sen; darüber hinaus liege hinsichtlich der Art der Personenkonfrontation D-4112/2012 Seite 11 auf dem Pol izeiposten wegen der Mehrfachbedeutung und auch u m- gangssprachlichen Verwendung des türkischen Wortes "V._______" ein sprachliches, bei de r Übersetzung entstandenes Missverständnis vor, wobei für den Fall dessen Bestreitens der Beizug eines versierten Übe r- setzers als Sachverständiger beantragt wird. Schliesslich habe die Vorin- stanz den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör ve r- letzt, weil er trotz dreimaliger Befragung bei der Anhö rung vom (…) nicht mit den in der angefochtenen Verfügung aufgeführten angeblichen W i- dersprüchen oder der fehlenden Logik des Handelns oder Tatsachenwi d- rigkeiten konfrontiert worden sei ([…]). 6.3.2 Was den Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs anbelangt, ist zwar die asylgesuchstellende Person mit Widersprüchen in ihren eig e- nen Aussagen möglichst zu konfrontieren, um ihr Gelegenheit zu geben, diese allenfalls zu erklären. Dieser Grundsatz ergibt sich aus der Pflicht zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sac h- verhaltes, stellt jedoch keinen eigentlichen verfahrensrechtlichen A n- spruch im Sinne des rechtlichen Gehörs dar (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen A sylrekurskommission [EMARK] 1994 Nr. 13 E. 3b, welche Praxis vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt wird). Demnach wurde der Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtl i- ches Gehör im vorinstanzlichen Verfahren allein schon praxisgemäss nicht verletzt. 6.3.3 Doch selbst wenn die Einwände im Zusammenhang mit der Häufi g- keit der Besuche von PKK -Angehörigen im F._______ des Beschwerde- führers und betreffend die Umstände der Durchführung der Personenkon- frontation zutreffen würden, was vorliegend offengelassen werden kann, wären diese nicht geeignet, einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft zu begründen, verblieben doch weitere erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit von dessen Verfol- gungsvorbringen, weshalb – unter Abweisung des diesbezüglich gestel l- ten Beweisantrags – auf den Beizug eines Übersetzers als Sachverstä n- diger verzichtet werden kann: So will der Beschwerdeführer erstmals (…) in seinem F._______ von PKK-Angehörigen aufgefordert worden sein, die Organisation mit (…) zu unterstützen, wobei in der Folge (…) später zwei Männer mit einer Liste der benötigten Artikel in seinen N._______ ge- kommen seien und sich ab diesem Zeitpunkt solche Besuche alle (…) wiederholt hätten, bis die Polizei e rstmals (…) nach der Festnahme von zwei dieser Besucher in sein F._______ gekommen sei und ihn zu deren Identifikation auf den Polizeiposten mitgenommen habe ( […]). Diese Vor-D-4112/2012 Seite 12 bringen lassen sich indes nicht mit den Aussagen des Beschwerdeführers in Einklang bringen, wonach er sein F._______ gegen (…) an W._______ übertragen beziehungsweise zur Miete überlassen habe und sogleich als (…) ein X._______ übernommen habe ([…]). Sodann erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer im (…) zwecks Ausreise (erfolglos) einen Reisepass beantragt haben will ([…]), obwohl er sich zir- ka am (…) zum Verlassen des Landes entschlossen ha be, nachdem er von der PKK ein entsprechendes Angebot erhalten hatte und ihm diese daraufhin die gesamte Ausreise organisiert und er die Türkei mithilfe der PKK-Schlepper illegal auf dem Seeweg verlassen habe ( […]). Schliess- lich ist das Vorbringen, wonach nach seiner Ausreise bei seinem Vater und seinen Geschwistern , welche falsche Auskünfte erteilt hätten, wie- derholt nach ihm ge fragt worden sei ( […]), während seine Ehefrau, we l- che in dem über dem F._______ liegenden Geschoss wohnte, nie behel- ligt worden sei ( […]), als realitätsfremd und darüber hinaus als nicht in sich stimmig zu qualifizieren. 6.4 Zusammenfassend erweist sich die Fu rcht des Beschwerdeführers vor Verfolgung durch die türkischen Behörden im Zusammenhang mit den von ihm geltend gemachten Aktivitäten für die PKK als nicht begründet. Es bestehen insgesamt keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerde- führer im Falle seine r Rückkehr in die Türkei zum jetzigen Zeitpunkt eine begründete Furcht vor asylbeachtlicher Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat. 6.5 Nach dem Gesagten erweisen sich die vom Beschwerdeführer ge l- tend gemachten Verfolgungsvorbringen, soweit überhaupt den Anf orde- rungen an die Glaubhaftigkeit genügend, als asyl - beziehungsweise flüchtlingsrechtlich nicht relevant. Aufgrund der vorstehenden Erwägu n- gen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerde näher einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts ändern können. Das BFM hat das Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abg e- lehnt. 7. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). D-4112/2012 Seite 13 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch auf Erteilung einer sol - chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinwei sen). 8. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsver hältnis nach den gesetzlichen Bestimmu ngen über die vorläufige Auf nahme von Auslä n- dern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Aus länder [AuG, SR 142.20]). 8.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun - gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän - ders in den Heimat -, Herkunfts - oder in einen Drittstaat entgegenste - hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 8.1.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus e i- nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG respektive Art. 1A FK er- füllen. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb- liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Rückschi e- bungsverbots vorliegend nicht zur Anwendung gelangen. Der Vollzug der Wegweisung in die Türkei ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 8.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Überei n- kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, D-4112/2012 Seite 14 SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werd en, in dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in den He imatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausg e- setzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Me n- schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Falle einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es besteht kein konkreter Anlass zur Annahme, dem B e- schwerdeführer würde bei einer Rückkehr in sein Heimatland eine me n- schenrechtswidrige Behandlung d rohen, zumal es ihm – wie oben unter Ziffn. 5 und 6 der Erwägungen festgehalten wurde – nicht gelungen ist, eine aktuelle Verfolgungssituation darzutun. 8.1.3 Der Vollzug der Wegweisung ist damit sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat - oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all- gemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5 S. 748, BVGE 2009/41 E. 7.1 S. 576 f.; Botschaft zum Bundesg e- setz über die A usländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818). Der Beschwerdeführer war seit dem Jahr (…) bis wenige Monate vor der Ausreise aus der Türkei in L._______ wohnhaft. Nach Abschluss des (…) Schuljahres war er, (…), erwerbstätig. (…) eröffnete e r ein eigenes F._______ und wurde (…) Y ._______ eines X._______. Nebst seiner kur- dischen Muttersprache spricht er auch Türkisch. Seine nächsten Famil i- enangehörigen ( […]) sind nach wie vor in L._______ wohnhaft. Im Z u- sammenhang mit den von ihm im erstinstanzlichen Verfahren geltend D-4112/2012 Seite 15 gemachten (…) Problemen wurde in der angefochtenen Verfügung unter Hinweis auf seine Mitwirkungspflicht darauf verzichtet, Frist zur Einre i- chung eines Arztberichts anzusetzen, und festgestellt, dass die gesun d- heitlichen Probleme erforderlichenfalls auch in der Türkei behandelt we r- den könnten. In der Rechtsmitteleingabe finden sich dazu keinerlei Au s- führungen, ebenso wenig wurden diesbezügliche Unterlagen eingereicht. Demnach liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdefüh- rer bei einer Rückkehr in seinen Heimatstaat aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzb e- drohende Situation geraten würde. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen der in der Rechtsmitteleingabe vertretenen Auffassung – in genereller und individueller Hinsicht als zumutbar b e- zeichnet werden. 8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zu ständi- gen Vertretung seines Heimatstaates die für eine Rückkehr not wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 8.4 Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu be - stätigen. Das Bundesamt hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut- bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG). 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefocht ene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be - schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 600.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und En t- schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Kosten sind durch den am 29. August 2 012 in gleicher Höhe geleisteten Vorschuss gedeckt und mit diesem entsprechend zu verrechnen. D-4112/2012 Seite 16 (Dispositiv nächste Seite) D-4112/2012 Seite 17 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständ i- ge kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand: