B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung VI F-5873/2018 U r t e i l v o m 1 . O k t o b e r 2 0 1 9 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richter Gregor Chatton, Gerichtsschreiber Daniel Brand. Parteien A._______, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Schengen-Visum zu Besuchszwecken in Bezug auf B._______. F-5873/2018 Seite 2 Sachverhalt: A. Die im Jahr 1997 geborene laotische Staatsangehörige, B._______ (nach- folgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene), beantragte am 19. Juni 2018 bei der schweizerischen Botschaft in Bangkok die Ausstellung eines Schengen-Visums für einen Besuchsaufenthalt von 31 Tagen. Als Zweck der beabsichtigten Reise gab sie an, ihren im Kanton Basel -Landschaft wohnhaften Schweizer Freund (geb. 1970; nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) besuchen zu wollen (vgl. Akten der Vorinstanz [SEM - act.] 4/S. 93-96). Bereits am 18. Mai 2018 hatte sich der Gastgeber mit einem entsprechenden Einladungsschreiben an die Schweizer Botschaft gewandt (SEM-act. 4/S. 86). B. Mit Formular-Verfügung vom 21. Juni 2018 lehnte die Botschaft den Vi- sumsantrag ab, da die fristgerechte Wiederausreis e der Gesuchstellerin aus dem Schengen -Raum nicht als hinreichend gesichert erscheine und die vorgelegten Informationen über den Zweck und die Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts überdies nicht glaubhaft seien (SEM- act. 4/S. 37-38). C. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 27. Juni 2018 Einsprache (SEM-act. 1/S. 28-29). Daraufhin liess die Vorinstanz durch die kantonale Migrationsbehörde weitere Abklärungen zum Sachverhalt vor- nehmen (SEM-act. 6/S. 100-101). D. Mit Entscheid vom 17. September 2018 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie an, die fristgerechte Wiederausreise der Ge- suchstellerin könne angesichts der wirtschaftlichen Lage in Laos und ihrer persönlichen, insbesondere familiären, finanziellen und beruflichen Situa- tion nicht als hinreichend gesichert erach tet werden (SEM -act. 8/S. 120- 122). E. Mit Rechtsmitteleingabe vom 12. Oktober 2018 beantragt der Beschwer- deführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Ausstellung des beantragten Schengen-Visums an die Gesuchstellerin. Er selber sei im September 2018 zwei Wochen bei seiner Verlobten in Laos F-5873/2018 Seite 3 gewesen, sei in ihrer Familie bereits voll integriert und werde als zukünfti- ger Schwiegersohn geschätzt. Zudem sei seine Ex-Ehefrau aus Thailand anlässlich ihrer Besuchsaufenthalt e jeweils rechtzeitig wieder in ihr Hei- matland zurückgekehrt . Für eine fristgerechte Wiederausreise spreche auch der Umstand, dass er beabsichtige, seine Verlobte im nächsten Jahr in Bangkok oder Vientiane zu heiraten [BVGer-act.] 1). F. Mit Vernehmlassung vom 26. November 2018 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tat- sachen oder Beweismittel, welche eine Änderung ihres Entscheides recht- fertigen könnten (BVGer-act. 5). G. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 3. Dezember 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt. H. Mit Schreiben vom 25. April 2019 erkundigte sich der Beschwerdeführer nach dem Verfahrensstand. Zusätzlich teilte er dem Gericht mit, er werde auch im Juni 2019 nochmals nach Laos und Thailand reisen, um dort mit seiner Verlobten, mit welcher er täglich per Videochat oder über WhatsApp kommuniziere, den Urlaub zu verbringen (BVGer-act. 7). I. Auf den weiteren Akteninhalt wird – soweit rechtserheblich – in den Erwä- gungen zurückgekommen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwerden ge- gen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, die von e iner in Art. 33 VGG aufge- führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen unter anderem Verfü- gungen des SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verweigerung ei- nes Schengen-Visums ergehen. In dieser Materie entscheidet das Bundes- verwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). F-5873/2018 Seite 4 1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 1.3 Der Beschwerdeführer war am Einspracheverfahren beteiligt, ist als Gastgeber durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung. Die Voraussetzungen der Beschwerdelegitimation gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG sind damit erfüllt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist ein- zutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG). 2. Am 1. Januar 2019 hat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 16. Dezember 2005 (AuG) eine Teilrevision und Namens- änderung erfahren (Änderung des AuG vom 16. Dezember 2016, AS 2018 3171). An den hier einschlägigen Gesetzesbestimmungen hat sich inhalt- lich nichts geändert, so dass der Einfachheit halber im Folgenden die neue Bezeichnung verwendet wird (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005, AIG; im Ein- zelnen Urteil des BVGer F-1186/2018 vom 10. Januar 2019 E. 2). 3. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er- messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb- lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be- schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wen det im Beschwerde- verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend s ind grundsätzlich die tatsächli- chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 4. 4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei- lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es F-5873/2018 Seite 5 sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge- setz über Ausl änderinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.). Das Schengen-Recht schränkt die natio- nalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzun- gen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Einen A nspruch auf Einreise bzw. Visum erteilung vermittelt auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 4.2 Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eine r laotischen Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums für einen 31 -tägigen Be- suchsaufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönli- chen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-Assoziierungsab- kommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand und die dazu- gehörigen gemeinschafts rechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das AIG und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur insoweit zur An- wendung, als die Schengen -Assoziierungsabkommen keine abweichen- den Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2-5 AIG). 5. 5.1 Drittstaatsangehörige benötigen zur Einreise in den Schengen -Raum für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechti- gen, und ein Visum, sofern dieses – wie im Fall der aus Laos stammenden Gesuchstellerin – erforderlich ist (vgl. Anhang I der Verordnung [EU] Nr. 2018/1806, ABl. L 303/39 vom 28.11.2018; zum vollständigen Quellen- nachweis vgl. Fussnote zu Art. 8 Abs. 1 VEV). Weiter müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Namentlich haben sie zu belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder ver lassen b zw. Gewähr für ihre fristge- rechte Wiederausreise zu bieten. Sie dürfen nicht im Schengener Informa- tionssystem (SIS II) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli- che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zu den Einreisevoraussetzungen: Art. 5 Abs. 1 und 2 AIG; Art. 3 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen F-5873/2018 Seite 6 Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [Schengener Grenzkodex] [kodifizierte Fassung] ABl. L 77 vom 23.3.2016 [nachfolgend: SGK]; vgl. auch Art. 21 und Art. 32 der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visakodex] ABl. L 243 vom 15.9.2009). 5.2 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaa tsangehörige Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. EGLI/MEYER, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum AuG; 2010, Art. 5 N 33). Die Be- hörden haben daher zu prüfen und Drittstaatsangehörige zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht fristgerech- ten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex). Die Gewähr für eine gesicherte Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AIG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5.2). 5.3 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die vorerwähnten Einreisevor- aussetzungen nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann der in Frage stehende Mitgliedstaat u.a. Gebrauch machen, wenn er es aus humanitä- ren Gründen, aus solchen des nationalen Interesses oder aufgrund inter- nationaler Verpflichtungen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 und Art. 7 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 6. 6.1 Aufgrund ihrer Staatszugehörigkei t unterliegt die Gesuchstellerin der Visumspflicht. Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 6 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. Eine sol- che erachtete die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Situation im Hei- matland und der persönlichen Verhältnisse der Betroffenen als nicht genü- gend gewährleistet. 6.2 Bei der Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden, weshalb lediglich Prog- nosen gestellt werden können. Dabei sind einerseits die allgemeine Lage F-5873/2018 Seite 7 im Herkunftsland und andererseits die individuelle Situation der gesuch- stellenden Person in die Beurteilung miteinzubeziehen. Es rechtfertigt sich, Einreisegesuchen von Personen aus Regionen mit politisch oder wi rt- schaftlich eher ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurückhal- tung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 6.3 Im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage in der demokratischen Volksrepublik Laos wies die Vorinstanz in ihrem Entscheid auf die nachtei- ligen wirtschaftlichen Verhältnisse und den damit einhergehenden Migrati- onsdruck hin. Diese Einschätzung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden: Obwohl Laos zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt zählt, hemmen ein hohes Staatsdefizit, eine hohe und weiterhin anstei- gende Staatsverschuldung, eine ineffiziente Verwaltung, mangelnde Rechtssicherheit und verbreitete Korruption die Entwicklung des Landes. Nach wie vor sind rund 75% der Bevölkerung in der Landwirtschaft be- schäftigt, davon ein grosser Teil noch in Subsistenzwirtschaft. Die Anzahl von Absolventen qualifizierter beruflicher Bildung ist nach wie vor zu gering und das Ausbildungsniveau äusserst niedrig. Ein erheblicher Teil der Ju- gendlichen mit Primarschulabschluss geht als Arbeitsmigranten für einfa- che Tätigkeiten nach Thailand. Fast ein Viertel der knapp 7 Mio. Einwohner lebt unterhalb d er nationalen Armutsgrenze , wobei d as durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Jahre 2018 ca. USD 2'600.- betrug. Kommt hinzu, dass die Menschenrechtslage in Laos insbesondere bezüglich der Ver- sammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit als unbefriedigend gilt (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt: www.auswaertiges -amt.de > Aus sen- und Europapolitik > Länder > Laos > Innenpolitik resp. Wirtschaft resp. Kultur- und Bildungspolitik, Stand: 25. Februar 2019, besucht im September 2019). 6.4 Vor diesem Hintergrund kann insbesondere bei jungen, ungebundenen Personen der Wunsch nach Auswanderung entstehen. Ein im Ausland be- reits bestehendes, soziales Beziehungsnetz aus Verwandten oder Freun- den kann eine Emigration begünstigen. So wird nach einer allfälligen Ein- reise nicht selten – unter Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen – versucht, den Aufenthalt auf eine ganz andere rechtliche oder faktische Basis zu stellen und sich so der Pflicht zur Wiederausreise zu entziehen (Urteil des BVGer F-6975/2018 vom 11. März 2019 E. 5.3). F-5873/2018 Seite 8 7. 7.1 Bei der Risikoanalyse sind nicht nur die allgemeinen Umstände, son- dern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalls zu berück- sichtigen. Durch besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Ver- pflichtungen kann die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise be- günstigt werden. Umgekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine derartigen Verpflichtungen haben, das Ri siko eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach eine r bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt werden (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). 7.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine knapp 22-jährige, un- verheiratete und kinderlose Frau, welche gemäss den Angaben des Be- schwerdeführers in ihrem Heimatland in Hausgemeinschaft mit Mutter und zwei Geschwistern auf einem Bauernhof leb en soll (vgl. auch SEM-act. 7/S. 105). Irgendwelche Indizien für das Bestehen eines besonderen Be- treuungsbedarfs, der nur durch die Gesuchstellerin selbst abgedeckt wer- den könnte, sind aus den Akten nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Es kann demnach nicht davon ausgegangen werden, im persönlichen oder familiären Umfeld der Eingeladenen seien Verpflichtun- gen oder gar Abhängigkeiten vorhanden, die besondere Gewähr für ein e Rückkehr ins Heimatland bieten könnten. Tritt hinzu, dass in Situationen angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse selbst zurückbleibende nahe Angehörige regelmässig nicht verlässlich davon abhalten können, den Ent- scheid für eine Emigration zu fällen; dies etwa in der Hoffnung, die Zurück- gebliebenen aus dem Ausland wirtschaftlich effizienter unterstützen zu können. 7.3 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich die Gesuchstellerin befindet. Bezüglich ih- rer aktuellen beruflichen Tätigkeit gab sie an, keiner Erwerbstätigkeit nach- zugehen ("unemployed"; vgl. Ziff. 19 des Einreisegesuches; SEM -act. 4/S. 95). In ihrer Eingabe an die Schweizer Botschaft in Bangkok vom 7. Juni 2018 führte die Eingeladene in diesem Zusammenhang ergänzend aus, während eines Jahres als Service-Fachangestellte im "X._______ Ho- tel" in Thailand gearbeitet, diese Arbeitsstelle jedoch wegen des vorgese- henen längeren Besuchsaufenthalts in der Schweiz gekündigt zu haben (SEM-act. 4/S. 77). In seiner Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerde- führer geltend, seine Verlobte und ihre Familienangehörigen seien in der Landwirtschaft tätig und lebten vom Verkauf von Kühen, Hühnern und Reis an den Grosshandel. Allerdings fehlen Unterlagen, die ein rege lmässiges Einkommen oder Vermögen der Gesuchstellerin belegen würden. In ihrer F-5873/2018 Seite 9 Stellungnahme an die Vorinstanz wie s denn auch die Schweizer V ertre- tung in Bangkok darauf hin, bei einem Kontostand von lediglich 200 Thai Bath – umgerechnet ca. 6.50 CHF – verfüge die Gesuchstellerin über keine finanziellen Mittel (SEM-act. 4/S.97). Der Beschwerdeführer betont in die- sem Zusammenhang, dass er die Familie seiner Verlobten regelmässig fi- nanziell unterstütze. Aufgrund der Aktenlage kann jedenfalls nicht von ei- ner beruflichen Verankerung oder auch nur von vorteilhaften wirtschaftli- chen Verhältnissen ausgegangen werden, welche die Gesuchstellerin nachhaltig von einer Emigration abzuhalten vermöchten , zumal sich aus den Akten keine Anhaltspunkte ergeben, wonach die Eingeladene in der Zwischenzeit ihre Arbeit als Service -Fachangestellte in Thailand wieder aufgenommen hätte. 7.4 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach willkürfrei davon ausgeh en, die Wiederausreise der Eingeladenen sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass der Beschwerdeführer, welcher gemäss den eingereichten Un- terlagen fraglos über einen guten Leumund verfügt, mit der gegenüber der kantonalen Migrationsbehörde abgegebenen Verpflichtungserklärung sein Vertrauen in ein rechtskonformes Verhalten seines Gastes zum Ausdruck gebracht hat. Bei der Risikobeurteilung ist aber in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. Gastgeber können mit recht- lich verbindlicher Wirkung zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusam- menhang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihres Gastes ei nstehen (vgl. in diesem Zusammenhang auch BVGE 2009/27 E. 9). Aus dem gleichen Grund kann auch nicht ent- scheidend sein, dass die aus Thailand stammende Ex -Ehefrau des Be- schwerdeführers – mit welcher dieser lediglich wenige Monate zusammen- gelebt hatte – anlässlich ihrer früheren Besuchsaufenthalte jeweils fristge- recht wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt ist, lässt doch auch dieser Umstand keine Rückschlüsse auf ein zukünftiges Verhalten der Gesuch- stellerin selbst zu (vgl. Urteil des BVGer F-4359/2017 vom 13. Juni 2018 E. 6.4 m.H.). An dieser Beurteilung vermag auch der Hinweis des Be- schwerdeführers auf die angeblich im nächsten Jahr vorgesehene Ehe- schliessung mit der Gesuchstellerin nichts zu ändern. 7.5 Bereits mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederaus- reise ist eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Vi- sums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit sind in casu auch nicht ersichtlich. F-5873/2018 Seite 10 Der (durchaus verständliche) Wunsch des Beschwerdeführers, seiner Ver- lobten sein Lebensumfeld in der Schweiz zeigen zu können, hat demnach in den Hintergrund zu treten. Als Schweizerbürger steht ihm die Möglichkeit offen, die Gesuchstellerin wie bis anhin in deren Heimatland bzw. in Thai- land zu besuchen. Nach einer allfälligen dortigen Eheschliessung kann der Beschwerdeführer beim zuständigen kantonalen Migrationsamt ein Ge- such um Familiennachzug stellen. 8. Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da- her abzuweisen. 9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Be- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) F-5873/2018 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdeführer aufer- legt. Sie sind durch den am 31. Oktober 2018 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. 3. Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] zurück) – das Migrationsamt des Kantons Basel-Landschaft Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Daniel Brand Versand: