<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2006 92 S.459</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">459</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>I. Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>92</b></span> <span class="ft3"><b>Aufstockung von Hochsilobauten in der Landwirtschaftszone, umgeben</b></span><br/> <span class="ft3"><b>von einer Landschaftsschutzzone.</b></span><br/> <span class="ft4">-</span> <span class="ft3"><b>Abwägung der landwirtschaftlichen Interessen an einer Silierung</b></span><br/> <span class="ft3"><b>mittels Hochsilos gegenüber den Interessen des Landschaftsschut-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>zes; Zumutbarkeit der Silierung mittels farblich angepassten Silobal-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>len</b></span><br/> <br/> <span class="ft6">Aus dem Entscheid des Regierungsrates vom 5. April 2006 i.S. A.P. gegen</span><br/> <span class="ft6">den Entscheid des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt/Gemeinderates F.</span><br/> <br/> <span class="ft7"><i>Aus den Erwägungen</i></span><br/> <br/> <span class="ft8">1. Betriebssituation und Bauvorhaben</span><br/> <span class="ft8">Der Beschwerdeführer bewirtschaftet auf dem "R.-Feld" in F.</span><br/> <span class="ft8">einen Landwirtschaftsbetrieb mit zurzeit knapp 48 ha Nutzfläche und</span><br/> <span class="ft8">einem Milchkontingent von rund 350'000 kg. Er zählt seinen Betrieb</span><br/> <span class="ft8">zu den leistungsstärksten Milchproduktionsbetrieben der Schweiz.</span><br/> <span class="ft8">Im Rahmen eines weiteren Entwicklungsschrittes möchte er die bis-</span><br/> <span class="ft8">her produzierte Jahresmilchmenge auf neu etwa 420'000 kg auf-</span><br/> <span class="ft8">stocken. Da er Milch nach den Grundsätzen und Leitideen einer</span><br/> <span class="ft8">Hochleistungsstrategie produziert, ist er nach eigenen Angaben auf</span><br/> <span class="ft8">die Futtergrundlage einer Ganzjahressilageration bester Qualität</span><br/> <span class="ft8">angewiesen. Um den erforderlichen zusätzlichen Siloraum zu schaf-</span><br/> <span class="ft8">fen, sollen die bestehenden drei Permastore-Silos aus glasbeschmol-</span><br/> <span class="ft8">zenen blauen Stahlplatten mit zweimal 4,3 m und einmal 6,1 m</span><br/> <span class="ft8">Durchmesser von 14,0 m auf 20,5 m Höhe aufgestockt werden. Die</span><br/> <span class="ft8">Höhe von 20,5 m bezeichnet die Oberkante des Deckels. Dieser wird</span><br/> <span class="ft8">noch zusätzlich überragt durch Sicherheitsgeländer und rohrförmige</span><br/> <span class="ft8">technische Einrichtungen in Zinkfarbe, die zumindest aus geringer</span><br/> <span class="ft8">Distanz gut wahrnehmbar sind.</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">460</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">(...)</span><br/> <span class="ft8">2. Aufstockung der Siloanlage</span><br/> <span class="ft8">2.1. Zonenkonformität</span><br/> <span class="ft8">Gemäss Art. 22 des Bundesgesetzes über die Raumplanung</span><br/> <span class="ft8">(Raumplanungsgesetz, RPG) vom 22. Juni 1979 dürfen Bauten und</span><br/> <span class="ft8">Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder geändert</span><br/> <span class="ft8">werden (Abs. 1). Voraussetzung einer Baubewilligung ist, dass die</span><br/> <span class="ft8">Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen und</span><br/> <span class="ft8">das Land erschlossen ist (Abs. 2). Die übrigen Voraussetzungen des</span><br/> <span class="ft8">Bundesrechts und des kantonalen Rechts bleiben vorbehalten (Abs.</span><br/> <span class="ft8">3). In der Landwirtschaftszone sind gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG</span><br/> <span class="ft8">Bauten und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen</span><br/> <span class="ft8">Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind.</span><br/> <span class="ft8">Art. 34 Abs. 1 der Raumplanungsverordnung (RPV) vom 28. Juni</span><br/> <span class="ft8">2000 präzisiert, dass Bauten und Anlagen in der Landwirtschaftszone</span><br/> <span class="ft8">zonenkonform sind, wenn sie unter anderem der bodenabhängigen</span><br/> <span class="ft8">Bewirtschaftung dienen und wenn sie verwendet werden für die Pro-</span><br/> <span class="ft8">duktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und Nutztierhal-</span><br/> <span class="ft8">tung. Gemäss Art. 34 Abs. 4 RPV darf die Bewilligung jedoch nur</span><br/> <span class="ft8">erteilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die in Frage stehende</span><br/> <span class="ft8">Bewirtschaftung nötig ist (lit. a), der Baute oder Anlage am</span><br/> <span class="ft8">vorgesehenen Standort keine überwiegenden Interessen entgegenste-</span><br/> <span class="ft8">hen (lit. b) und der Betrieb voraussichtlich längerfristig bestehen</span><br/> <span class="ft8">kann (lit. c).</span><br/> <span class="ft8">Aufgrund der vorhandenen Faktorausstattung ist nach der unbe-</span><br/> <span class="ft8">strittenen Beurteilung der Abteilung Landwirtschaft sowie der</span><br/> <span class="ft8">Koordinationsstelle Baugesuche, welcher sich der Regierungsrat</span><br/> <span class="ft8">anschliessen kann, davon auszugehen, dass eine längerfristig</span><br/> <span class="ft8">existenzfähige, bodenabhängige landwirtschaftliche Bewirtschaftung</span><br/> <span class="ft8">vorliegt und dass das zusätzlich geplante Silovolumen für die ge-</span><br/> <span class="ft8">plante Aufstockung der Milchproduktion betrieblich notwendig ist.</span><br/> <span class="ft8">Strittig und nachfolgend zu beurteilen bleibt jedoch, ob der Siloauf-</span><br/> <span class="ft8">stockung am vorgesehenen Standort überwiegende Interessen entge-</span><br/> <span class="ft8">genstehen (Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV).</span><br/> <span class="ft8">2.2. Entgegenstehende Interessen des Landschaftsschutzes</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">461</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">2.2.1. Die Abteilung Landschaft und Gewässer, Sektion Natur</span><br/> <span class="ft8">und Landschaft, des Departements Bau, Verkehr und Umwelt hat im</span><br/> <span class="ft8">April 1999 eine "Checkliste zur Beurteilung von Landschaftsverän-</span><br/> <span class="ft8">derungen" herausgegeben, welche von den Departementen, vom Re-</span><br/> <span class="ft8">gierungsrat und vom Verwaltungsgericht methodisch regelmässig</span><br/> <span class="ft8">herangezogen wird, wenn es darum geht, die konkreten Landschafts-</span><br/> <span class="ft8">schutzinteressen gegenüber den beteiligten privaten und anderen</span><br/> <span class="ft8">öffentlichen Interessen abzuwägen. Zu den einzelnen in der Check-</span><br/> <span class="ft8">liste vorgesehenen Prüfungsphasen ergibt sich was folgt:</span><br/> <span class="ft8">2.2.2. Die Grobbeurteilung (Phase 1) ergibt, dass es sich zwar</span><br/> <span class="ft8">um ein grundsätzlich zonenkonformes, betriebsnotwendiges Vorha-</span><br/> <span class="ft8">ben im Hofbereich eines bestehenden Landwirtschaftsbetriebes han-</span><br/> <span class="ft8">delt, der mit einem sog. "Siedlungsei" von der umliegenden Land-</span><br/> <span class="ft8">schaftsschutzzone ausgenommen wurde. Allerdings sind wegen der</span><br/> <span class="ft8">Einwirkung der hoch aufragenden Silos auf die Umgebung entgegen-</span><br/> <span class="ft8">stehende landschaftliche Interessen vorhanden, die gemäss Art. 34</span><br/> <span class="ft8">Abs. 4 RPV eine Interessenabwägung erfordern. § 15 der von der</span><br/> <span class="ft8">Gemeindeversammlung am 13. Juni 2003 beschlossenen und vom</span><br/> <span class="ft8">Regierungsrat am 14. Januar 2004 genehmigten Bau- und Nutzungs-</span><br/> <span class="ft8">ordnung der Gemeinde F. schreibt für die Landwirtschaftszone (ohne</span><br/> <span class="ft8">Landschaftsschutzzonenüberlagerung) und damit für das "Siedlung-</span><br/> <span class="ft8">sei" vor, dass sich Bauten und Anlagen in Abwägung sämtlicher be-</span><br/> <span class="ft8">troffener Interessen bezüglich Standort, Ausmass, Gestaltung, Stel-</span><br/> <span class="ft8">lung sowie Umgebungsbepflanzung ins Landschaftsbild einzufügen</span><br/> <span class="ft8">haben und dass der Gemeinderat im Übrigen die Gebäudehöhen un-</span><br/> <span class="ft8">ter Berücksichtigung der tatsächlichen Verhältnisse und der baupoli-</span><br/> <span class="ft8">zeilichen Erfordernisse festlegt. Wo verschiedene Zonen aneinander</span><br/> <span class="ft8">grenzen, ist stets das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme zu</span><br/> <span class="ft8">beachten.</span><br/> <span class="ft8">2.2.3. Die Analyse und Bewertung der betroffenen Landschaft</span><br/> <span class="ft8">(Phase 2) zeigt, dass die strittigen Silos ins "R.-Feld" zu liegen kom-</span><br/> <span class="ft8">men, das südlich durch den bewaldeten "B.-Berg/B.", nördlich und</span><br/> <span class="ft8">östlich durch das Baugebiet von F. und N. bzw. den diese trennenden</span><br/> <span class="ft8">bewaldeten "H.-Berg" sowie westlich durch die Erhebung des "B."</span><br/> <span class="ft8">begrenzt wird. Es handelt sich um eine eiszeitlich geprägte Land-</span><br/> <span class="ft8">schaft, die zum bedeutsamen Bereich des Gletscher-Maximalsta-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">462</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">diums von M. gehört. Als markanter Rundhöcker der vorletzten Eis-</span><br/> <span class="ft8">zeit (Riss) ragt der "B." über die Ebene auf, südlich anschliessend</span><br/> <span class="ft8">erstreckt sich ein lang gezogener, sanfter Moränenwall der letzten</span><br/> <span class="ft8">Eiszeit (Würm) bis zum "H.-Berg" im Osten. Rundhöcker und</span><br/> <span class="ft8">Seitenmoräne mit der umgebenden Ebene sind Bestandteil des Geo-</span><br/> <span class="ft8">morphologischen Inventars des Kantons Aargau und haben aufgrund</span><br/> <span class="ft8">von Seltenheit (einziger Riss-Rundhöcker im Inventar), Ausprägung</span><br/> <span class="ft8">und Lage kantonale Bedeutung, weshalb sie mit einer Landschafts-</span><br/> <span class="ft8">schutzzone in Aussehen und Eigenart erhalten werden sollen. Der</span><br/> <span class="ft8">Freiraum zwischen den Baugebieten von F., N. und M. stellt ferner</span><br/> <span class="ft8">ein wichtiges Naherholungsgebiet dar, das durch zahlreiche Flur-</span><br/> <span class="ft8">wege, einen kantonalen Wanderweg und eine kantonale Radroute</span><br/> <span class="ft8">erschlossen wird. Im offenen "R.-Feld" sind Rundgänge verschiede-</span><br/> <span class="ft8">ner Ausdehnung möglich und der "B.", der eine gute Sicht in die</span><br/> <span class="ft8">offene Landschaft ermöglicht, hat als Ausflugsziel für viele</span><br/> <span class="ft8">Erholungsuchende einen hohen Stellenwert, zumal er auch ein</span><br/> <span class="ft8">Kulturobjekt mit Kreuzweg und Andachtsstätte darstellt. Es gilt</span><br/> <span class="ft8">diesen störungsarmen Freiraum nahe dem Siedlungsgebiet und die</span><br/> <span class="ft8">eiszeitliche Besonderheit der Landschaft des "R.-Feldes" möglichst</span><br/> <span class="ft8">unbeeinträchtigt zu erhalten.</span><br/> <span class="ft8">2.2.4. Die Feinabgrenzung des betroffenen Landschaftsab-</span><br/> <span class="ft8">schnitts (Phase 3) ergibt sich durch das Baugebiet von F. und N. so-</span><br/> <span class="ft8">wie den "H.-Berg" im Norden und Osten, den Wald "B.-Berg/B." im</span><br/> <span class="ft8">Süden, sowie den "B." im Westen. In diesem Einwirkungsraum wird</span><br/> <span class="ft8">die aufgestockte Silogruppe auffallend präsent und als Veränderung</span><br/> <span class="ft8">der Landschaft deutlich wahrnehmbar sein. Kernbereich ist die un-</span><br/> <span class="ft8">mittelbare Umgebung des Hofes. Fernwirkungen über die genannten</span><br/> <span class="ft8">Grenzen hinaus können dagegen ausgeschlossen werden.</span><br/> <span class="ft8">2.2.5. Die Analyse der Bedeutung des Vorhabens für die Land-</span><br/> <span class="ft8">schaft (Phase 4) zeigt, dass die bestehenden drei dunkelblauen Silos</span><br/> <span class="ft8">zwischen dem Stallgebäude und einem westlich angrenzenden</span><br/> <span class="ft8">Remisebau angeordnet sind. Bereits in der aktuellen Höhe von 14 m</span><br/> <span class="ft8">ohne Gestänge überragen sie die benachbarten Betriebsgebäude um</span><br/> <span class="ft8">rund 4 m. Durch die reihenförmige Anordnung entsteht aus Westen</span><br/> <span class="ft8">und Osten der Eindruck einer hoch aufragenden Phalanx, welche in</span><br/> <span class="ft8">der Landschaft markant in Erscheinung tritt. Mit der geplanten Erhö-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">463</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">hung auf 20,5 m würde die Siloanlage in der offenen, strukturarmen</span><br/> <span class="ft8">Landschaft des "R.-Feldes" noch dominanter. Sie wäre in dieser Aus-</span><br/> <span class="ft8">dehnung nicht nur im Hofbereich und in seiner unmittelbaren Umge-</span><br/> <span class="ft8">bung gut erkennbar, sondern neu auch von den Siedlungsrändern von</span><br/> <span class="ft8">F. und N. sowie vom "B." aus nicht mehr zu übersehen, d.h. sie hätte</span><br/> <span class="ft8">eine erheblich stärkere Wirkung auf die umgebende Landschaft und</span><br/> <span class="ft8">einen deutlich grösseren Einwirkungsbereich als heute. Besonders</span><br/> <span class="ft8">herauszustreichen ist, dass die heutigen Silos von verschiedenen, von</span><br/> <span class="ft8">Erholungsuchenden häufig aufgesuchten Standorten aus betrachtet</span><br/> <span class="ft8">unter oder gerade noch an die Horizontlinie reichen, diese aber nicht</span><br/> <span class="ft8">durchbrechen. Bei einer Erhöhung auf über 20 m - aber auch schon</span><br/> <span class="ft8">bei den eventualiter beantragten 19,1 m - wäre dies jedoch nicht</span><br/> <span class="ft8">mehr der Fall. Die Silos würden zum in den Himmel ragenden, das</span><br/> <span class="ft8">Blickfeld dominierenden, überdimensionierten und darum störenden</span><br/> <span class="ft8">Fremdkörper in der Landschaft (vgl. ...).</span><br/> <span class="ft8">2.2.6.</span><br/> <span class="ft8">2.2.6.1. Wenn nun die konkreten Landschaftsschutzinteressen</span><br/> <span class="ft8">gegenüber den beteiligten privaten und allfälligen anderen öffentli-</span><br/> <span class="ft8">chen Interessen abzuwägen sind (Phase 5), ist zunächst die</span><br/> <span class="ft8">Interessenlage der Bauherrschaft näher zu betrachten. A.P. bewirt-</span><br/> <span class="ft8">schaftet einen Landwirtschaftsbetrieb mit 48 ha Nutzfläche und ei-</span><br/> <span class="ft8">nem Milchkontingent von rund 350'000 kg, das nun auf rund</span><br/> <span class="ft8">420'000 kg aufgestockt werden soll. Es handelt sich damit um einen</span><br/> <span class="ft8">der leistungsstärksten Milchproduktionsbetriebe der Schweiz, der als</span><br/> <span class="ft8">Vorzeigebetrieb jährlich 400-600 Gäste aus dem In- und Ausland</span><br/> <span class="ft8">anzieht, wie der Beschwerdeführer in der Begründung seiner Bauein-</span><br/> <span class="ft8">gabe selber ausführt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist selbstver-</span><br/> <span class="ft8">ständlich, dass der Beschwerdeführer eine Lösung anstrebt, die mit</span><br/> <span class="ft8">möglichst geringen Kosten und arbeitstechnisch optimalen Abläufen</span><br/> <span class="ft8">verbunden ist. Die Aufstockung der bestehenden Siloanlage erscheint</span><br/> <span class="ft8">insofern als vorteilhafte Lösung, als das Eigengewicht des gelagerten</span><br/> <span class="ft8">Futters mit der Höhe der Silos zunimmt, was die Futterqualität güns-</span><br/> <span class="ft8">tig beeinflusst, weil damit das Risiko von Fehl- und Nachgärungen</span><br/> <span class="ft8">abnimmt. Verglichen mit dem alternativen Aufstellen von zwei</span><br/> <span class="ft8">zusätzlichen Silos erweist sich die Aufstockung der bestehenden drei</span><br/> <span class="ft8">Silos ferner insofern als günstiger, als zusätzliche Bodenplatten, eine</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">464</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Kranbahn und eine Silofräse für die Maissilage gespart werden kön-</span><br/> <span class="ft8">nen, bzw. nicht eine Silofräse von einem Silo zu einem anderen</span><br/> <span class="ft8">gezügelt werden muss, was im Frühling das Risiko einer Fehlgärung</span><br/> <span class="ft8">erhöhen würde. Das Aufstellen von zwei zusätzlichen Silos wäre</span><br/> <span class="ft8">deshalb nach der Berechnung des Beschwerdeführers verglichen mit</span><br/> <span class="ft8">der Aufstockungsvariante mit Zusatzkosten von rund Fr. 150'000.--</span><br/> <span class="ft8">verbunden. Schliesslich hätte das Aufstellen von zwei weiteren Silos</span><br/> <span class="ft8">in der Flucht der bestehenden drei zur Folge, dass mindestens einer</span><br/> <span class="ft8">in den Bereich der Futterachse zu stehen käme, was eine allfällige</span><br/> <span class="ft8">künftige Verlängerung des Milchviehstalles in diese Richtung verun-</span><br/> <span class="ft8">möglichen würde. Das Aufstellen zusätzlicher Silos würde also heute</span><br/> <span class="ft8">noch freien Raum im sog. "Siedlungsei" beanspruchen, der für an-</span><br/> <span class="ft8">dere künftige Betriebserweiterungen nicht mehr zur Verfügung</span><br/> <span class="ft8">stünde.</span><br/> <span class="ft8">Dem Argument, es fehle im Hofbereich an geeignetem Platz für</span><br/> <span class="ft8">zusätzliche Silos ist zunächst entgegenzuhalten, dass einer allfälligen</span><br/> <span class="ft8">künftigen Verlängerung des Stalles Richtung Westen auch das west-</span><br/> <span class="ft8">lich davon bestehende Remisegebäude bzw. die zwischen Stall und</span><br/> <span class="ft8">Remisegebäude benötigte Verkehrsfläche entgegensteht. Mit der</span><br/> <span class="ft8">westlich der bestehenden Silos bewilligten Erstellung eines Pferde-</span><br/> <span class="ft8">laufstalles samt Pferdeauslauf für die nicht landwirtschaftliche, rein</span><br/> <span class="ft8">hobbymässige Pferdehaltung nimmt der Beschwerdeführer zudem</span><br/> <span class="ft8">selbst einen Verbrauch verfügbarer Flächen im Hofbereich sowie</span><br/> <span class="ft8">eine Beschränkung der Ausdehnungsmöglichkeit des Viehstalles</span><br/> <span class="ft8">Richtung Westen in Kauf. Die verbleibenden Platzverhältnisse lies-</span><br/> <span class="ft8">sen aber weiterhin das Erstellen zusätzlicher Silos südlich des Stalles</span><br/> <span class="ft8">zu. Hier könnten sie, wie es ein optimierter Betriebsablauf erfordert,</span><br/> <span class="ft8">nahe bei der Scheune und beim Stall errichtet werden. Der hier beste-</span><br/> <span class="ft8">hende Laufhof könnte ohne grössere finanzielle Aufwendungen</span><br/> <span class="ft8">verschoben werden. Nicht zu verschweigen ist allerdings, dass auch</span><br/> <span class="ft8">dieser Standort die Möglichkeiten einer künftigen Stallerweiterung</span><br/> <span class="ft8">einschränkt oder zumindest dereinst ein kostenintensives Versetzen</span><br/> <span class="ft8">erfordert. Dasselbe gilt für die von der Vorinstanz als weitere</span><br/> <span class="ft8">Alternative vorgeschlagenen Flach- bzw. Fahrsilos.</span><br/> <span class="ft8">Anlässlich der Augenscheinsverhandlung vom 29. September</span><br/> <span class="ft8">2005 hat der Beschwerdeführer vehement zum Ausdruck gebracht, er</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">465</span></div> <div class="page" id="S7"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">werde niemals zwei weitere Silos aufstellen. Auf die Frage, wie er</span><br/> <span class="ft8">denn seinen Silagebedarf decken wolle, sofern seinem Eventualan-</span><br/> <span class="ft8">trag auf Erhöhung der Silos auf 19,1 m statt 20,5 m entsprochen</span><br/> <span class="ft8">werde, antwortete er, unter diesen Umständen müsse er zur</span><br/> <span class="ft8">schlechteren Variante Siloballen greifen (vgl. ...). Insofern hat er</span><br/> <span class="ft8">zugestanden, dass Siloballen durchaus eine Alternative wären, auch</span><br/> <span class="ft8">wenn damit vielleicht das Risiko einer suboptimalen Futterqualität</span><br/> <span class="ft8">verbunden ist. Der Beschwerdeführer produziert denn auch bereits</span><br/> <span class="ft8">heute annähernd 1'000 Siloballen pro Jahr, die er allerdings bisher</span><br/> <span class="ft8">verkauft. Für die Lagerung von Siloballen wurde ihm die schon</span><br/> <span class="ft8">vorgenommene Erstellung eines Lagerplatzes von rund 200 m</span><span class="ft9"><sup>2</sup></span><br/> <span class="ft8">nachträglich bewilligt, d.h. diese Form der Silierung wurde am kon-</span><br/> <span class="ft8">kreten Standort als landschaftsverträglich beurteilt (vgl. ...). Zwar</span><br/> <span class="ft8">sind Siloballenlager dem Landschaftsbild ebenfalls abträglich, wenn</span><br/> <span class="ft8">auffällige weisse Folie oder ein ungeeigneter Standort verwendet</span><br/> <span class="ft8">wird. Durch die teilweise bereits heute erfolgende Verwendung von</span><br/> <span class="ft8">Folie in einer naturnahen Farbe kann eine Beeinträchtigung des</span><br/> <span class="ft8">Landschaftsbildes aber weitgehend vermieden werden. Das land-</span><br/> <span class="ft8">schaftlich besonders problematische Überragen der Gebäude oder</span><br/> <span class="ft8">gar der Horizontlinie ist bei Siloballenlagern ausgeschlossen. Bei</span><br/> <span class="ft8">geschickter Anlehnung an bestehende höhere Bauten und gleich-</span><br/> <span class="ft8">zeitiger farblicher Anpassung sind sie sogar aus grösserer Distanz</span><br/> <span class="ft8">kaum noch wahrnehmbar.</span><br/> <span class="ft8">Hinsichtlich der Beurteilung des Einwandes, das Silierverfahren</span><br/> <span class="ft8">mit Siloballen sei verglichen mit den bevorzugten Permastore-Silos</span><br/> <span class="ft8">minderwertig, ist der FAT-Bericht Nr. 627/2005 "Silierverfahren im</span><br/> <span class="ft8">Vergleich" der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarwirt-</span><br/> <span class="ft8">schaft und Landtechnik, Ettenhausen, beizuziehen. Danach bieten die</span><br/> <span class="ft8">umfangreichen Lösungsmöglichkeiten die Wahl zwischen finanziell</span><br/> <span class="ft8">günstig und arbeitsaufwendig bis kostspielig mit geringem Arbeits-</span><br/> <span class="ft8">aufwand. Gemessen an der benötigten Arbeitszeit und der körperli-</span><br/> <span class="ft8">chen Belastung sind die Verfahren mit Hochsilo und Handentnahme</span><br/> <span class="ft8">am aufwendigsten. Eine geringe körperliche Belastung fordern die</span><br/> <span class="ft8">Verfahren mit Entnahmefräsen bei Hochsilos (vom Beschwerde-</span><br/> <span class="ft8">führer bevorzugtes System), Entnahme- und Verteilgeräten und Fräs-</span><br/> <span class="ft8">mischwagen bei Flachsilos und Siloschläuchen sowie Frontlader und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">466</span></div> <div class="page" id="S8"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">Abrollgeräten bei Silageballen. Hochsilos aus Metall sind zwar für</span><br/> <span class="ft8">Betriebe mit hohen Ansprüchen an Fütterung und Leistung ideal und</span><br/> <span class="ft8">zufolge geringen Arbeitszeitbedarfs komfortabel, aber andererseits</span><br/> <span class="ft8">sehr teuer. In den betrachteten Verfahren verhalten sich die notwendi-</span><br/> <span class="ft8">gen Investitionen bis zu einem Verhältnis von 1 zu 12. Es entstehen</span><br/> <span class="ft8">bei den vom Beschwerdeführer bevorzugten Silos nicht nur hohe</span><br/> <span class="ft8">Abschreibungs- und Wartungskosten für die Entnahmefräse (was ge-</span><br/> <span class="ft8">gen fünf kleine statt drei grosse Silos spricht), teuer ist auch die Ent-</span><br/> <span class="ft8">sorgung der Silos. Gross ist bei Hochsilos schliesslich die Unfallge-</span><br/> <span class="ft8">fahr (Gärgase, Stürze). Demgegenüber ist die Ballentechnik sehr</span><br/> <span class="ft8">flexibel und sie bedingt nur geringe Investitionen. Das Pressen,</span><br/> <span class="ft8">Wickeln und Einlagern der Ballen erfordert zur Gewinnung guter</span><br/> <span class="ft8">Silagen jedoch eine hohe Sorgfalt. Eine ungenügende Verdichtung</span><br/> <span class="ft8">beim Pressen hat häufig eine schlechte Silagequalität zur Folge, was</span><br/> <span class="ft8">wiederum die Milchleistung und die Gesundheit der Tiere beein-</span><br/> <span class="ft8">trächtigen kann. Qualitätsmängel können auch durch Verletzung der</span><br/> <span class="ft8">Folie verursacht werden. Andererseits gibt es keine Probleme mit</span><br/> <span class="ft8">Nachgärungen dank Portionensilage. Zusammenfassend erweist sich</span><br/> <span class="ft8">das vom Beschwerdeführer heute schon eingesetzte alternative Si-</span><br/> <span class="ft8">lierverfahren mit Ballen insofern als vorteilhaft, als es erheblich</span><br/> <span class="ft8">weniger Investitionen erfordert, eine hohe Flexibilität bietet und die</span><br/> <span class="ft8">Silage handelbar ist. Durch das Anlegen von Siloballenlagern wird</span><br/> <span class="ft8">ein künftiger Ausbau der Betriebsgebäude auch in keiner Weise un-</span><br/> <span class="ft8">günstig präjudiziert. Andererseits muss zur Vermeidung von Qua-</span><br/> <span class="ft8">litätsmängeln mit hoher Sorgfalt gearbeitet werden. Ferner muss der</span><br/> <span class="ft8">Suche geeigneter Standorte hohe Beachtung geschenkt und eine ge-</span><br/> <span class="ft8">eignete Folienfarbe verwendet werden, damit das Landschaftsbild</span><br/> <span class="ft8">nicht beeinträchtigt wird. Schliesslich ist auf eine umweltgerechte</span><br/> <span class="ft8">Entsorgung der Folien zu achten. Dass das Silieren mit Siloballen</span><br/> <span class="ft8">für einen Betrieb wie denjenigen des Beschwerdeführers von vorne-</span><br/> <span class="ft8">herein ungeeignet oder unzumutbar sei, kann jedenfalls nicht gesagt</span><br/> <span class="ft8">werden.</span><br/> <span class="ft8">2.2.6.2. Wenn nun die respektablen privaten Interessen des Be-</span><br/> <span class="ft8">schwerdeführers den vorstehend dargelegten, gewichtigen Land-</span><br/> <span class="ft8">schaftsschutzinteressen gegenübergestellt werden - weitere entge-</span><br/> <span class="ft8">genstehende öffentliche Interesse werden nicht geltend gemacht und</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Bau-, Raumplanungs- und Umweltschutzrecht</span> <span class="page_no">467</span></div> <div class="page" id="S9"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">sind auch nicht ersichtlich -, so erweist sich, dass die Erhöhung der</span><br/> <span class="ft8">bestehenden Siloanlage auf 19,1 m oder gar 20,5 m mit den Anfor-</span><br/> <span class="ft8">derungen von Art. 34 Abs. 4 lit. b RPV, wonach einer Baute oder</span><br/> <span class="ft8">Anlage keine überwiegenden Interessen entgegenstehen dürfen,</span><br/> <span class="ft8">sowie den Planungsgrundsätzen von Art. 3 Abs. 2 RPG, wonach die</span><br/> <span class="ft8">Landschaft möglichst zu schonen ist, ganz klar nicht in Einklang ge-</span><br/> <span class="ft8">bracht werden kann. Bereits anlässlich der Erhöhung der Silos auf</span><br/> <span class="ft8">14 m wurden seitens der Behörden grösste Bedenken geäussert und</span><br/> <span class="ft8">diese Höhe als äusserster Kompromiss bezeichnet, weshalb dem</span><br/> <span class="ft8">Beschwerdeführer bewusst sein musste, dass eine weitere Erhöhung</span><br/> <span class="ft8">nicht mehr in Frage kommen würde. Schon die im früheren Verfah-</span><br/> <span class="ft8">ren geäusserten Argumente zeigten klar, dass der Landschaftsschutz</span><br/> <span class="ft8">die Verweigerung einer weiteren Erhöhung gebietet. Selbst auf der</span><br/> <span class="ft8">vom Beschwerdeführer eingereichten Fotomontage vom 17. März</span><br/> <span class="ft8">2005, welche wohl etwa fünfzigjährige Bäume vor den Silos zeigt,</span><br/> <span class="ft8">werden diese nur teilweise kaschiert. Bis neu gepflanzte Bäume tat-</span><br/> <span class="ft8">sächlich eine solche Höhe wie die abgebildeten erreicht hätten, d.h.</span><br/> <span class="ft8">während Jahrzehnten, würden sie noch dominanter im "R.-Feld"</span><br/> <span class="ft8">stehen, die hochsensible und geschützte Landschaft in massivster</span><br/> <span class="ft8">Weise beeinträchtigen und letztlich weitgehend entwerten.</span><br/> <span class="ft8">Gegen eine Zulassung des Bauvorhabens des Beschwerdefüh-</span><br/> <span class="ft8">rers sprechen auch die Beurteilungsmassstäbe eines Vergleichsfalles,</span><br/> <span class="ft8">den das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 3. Kammer, in sei-</span><br/> <span class="ft8">nem Urteil vom 21. Juli 2000 in Sachen M.K., O.-L., zu behandeln</span><br/> <span class="ft8">hatte (Urteil BE.1998.00100-K3, Art. Nr. 113). Zu beurteilen war die</span><br/> <span class="ft8">Landschaftsverträglichkeit der Aufstockung eines einzelnen Silos</span><br/> <span class="ft8">von 15,9 m auf 20,4 m. Das Gericht erwog, ein Silo wirke dann land-</span><br/> <span class="ft8">schaftsunverträglich, wenn er aufgrund seiner Ausmasse, seines</span><br/> <span class="ft8">Standorts, seiner materiellen und farblichen Ausgestaltung usw.</span><br/> <span class="ft8">derart in den Vordergrund rücke, dass er nicht mehr als punktuelles,</span><br/> <span class="ft8">sich in der weiteren Landschaft verlierendes Element wahrgenom-</span><br/> <span class="ft8">men werde, sondern als diese dominierende und nicht mehr darin</span><br/> <span class="ft8">integrierte Baute. Obschon die Bauparzelle nicht mit einer Land-</span><br/> <span class="ft8">schaftsschutzzone überlagert war und die landwirtschaftliche Sied-</span><br/> <span class="ft8">lung nicht in einer von Bauten sonst freien Landschaft lag, sondern</span><br/> <span class="ft8">sogar in einer leichten Senke, weshalb die Sicht zum Hof praktisch</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2006</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">468</span></div> <div class="page" id="S10"> <div role="main"><br/> <span class="ft8">von allen Seiten her von einem Hintergrund abgedeckt wurde, erach-</span><br/> <span class="ft8">tete das Gericht die privaten Interessen an der gemessen an den alter-</span><br/> <span class="ft8">nativen Silierverfahren kostengünstigsten und auch sonst vorteil-</span><br/> <span class="ft8">haftesten Hochsilolösung als zweitrangig. Entscheidend für die dem</span><br/> <span class="ft8">Landwirt zugemuteten mehrfachen Kosten und zusätzlichen wirt-</span><br/> <span class="ft8">schaftlichen Nachteile wie z.B. schlechtere Futterqualität war, dass</span><br/> <span class="ft8">der geplante Silo die Scheune deutlich überragte, wodurch diese nur</span><br/> <span class="ft8">noch eine beschränkte Abdeckwirkung entfalten konnte, und dass der</span><br/> <span class="ft8">Silo von mehreren Blickpunkten aus den Horizont deutlich durch-</span><br/> <span class="ft8">stiess, weshalb er als das Blickfeld dominierender, exponierter, über-</span><br/> <span class="ft8">dimensionierter und darum störender Fremdkörper wirkte, der sich</span><br/> <span class="ft8">nicht ausreichend in die Landschaftsstruktur einzugliedern ver-</span><br/> <span class="ft8">mochte. Genau diese eine Baubewilligung ausschliessenden Krite-</span><br/> <span class="ft8">rien sind auch im vorliegenden Fall erfüllt, bloss dass noch erschwe-</span><br/> <span class="ft8">rend hinzukommt, dass die den Horizont aus mehreren Blickpunkten</span><br/> <span class="ft8">durchstossenden und insofern dominierend wirkenden Silos von</span><br/> <span class="ft8">weitherum einsehbar wären und eine hochsensible, unter Schutz</span><br/> <span class="ft8">gestellte Landschaft schwerwiegend beeinträchtigen oder gar weitge-</span><br/> <span class="ft8">hend entwerten würden. Der angefochtene vorinstanzliche Entscheid</span><br/> <span class="ft8">ist daher zu Recht zum Schluss gelangt, es fehle an der Landschafts-</span><br/> <span class="ft8">verträglichkeit von 19,1 m oder gar 20,5 m hohen Silobauten, was</span><br/> <span class="ft8">deren Bewilligung ausschliesse.</span><br/> <span class="ft8">Zusammenfassend stehen die Landschaftsschutzinteressen einer</span><br/> <span class="ft8">Aufstockung der bestehenden drei Silos entgegen. Dies bedeutet</span><br/> <span class="ft8">jedoch nicht, dass der Beschwerdeführer auf die angestrebte Erhö-</span><br/> <span class="ft8">hung der Milchproduktion verzichten oder namhafte Mehrkosten für</span><br/> <span class="ft8">zwei zusätzliche Silos in Kauf nehmen muss. Es besteht vielmehr die</span><br/> <span class="ft8">zumutbare Alternative, die zusätzlich erforderliche Silage mit kosten-</span><br/> <span class="ft8">günstigen Siloballen herzustellen und diese landschaftsverträglich zu</span><br/> <span class="ft8">lagern. Eine übermässige Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen</span><br/> <span class="ft8">Interessen kann unter diesen Umständen ausgeschlossen werden. Die</span><br/> <span class="ft8">Abweisung des Bauvorhabens erweist sich als recht- und verhältnis-</span><br/> <span class="ft8">mässig.</span><br/></div> </div> </body> </html>