A bteilung V E -1393/2007 {T 0/2} U rteil vom 11. M ai 2007 M itw irkung: R ichterin Schenker Senn, R ichter M onnet, H uber G erichtsschreiber D avid W ._______, Ehefrau X._______, sow ie Kinder Y._______, und Z._______, Iran, vertreten durch V._______, Beschw erdeführer gegen B undesam t für M igration (B FM ), Q uellenw eg 6, 3003 Bern, Vorinstanz betreffend Verfügung vom 21. Februar 2007 i.S. Vorsorgliche W egw eisung / N _______ B u n d e s v e rw a ltu n g s g e ric h t T rib u n a l a d m in is tra tif fé d é ra l T rib u n a le a m m in is tra tiv o fe d e ra le T rib u n a l a d m in is tra tiv fe d e ra l2 Sachverhalt: A. D ie Beschw erdeführer stellten am 2. Januar 2007 in der Schw eiz Asylgesuche. Anlässlich der hierzu durchgeführten Kurzbefragungen vom 6. Februar 2007 im Em pfangszentrum Kreuzlingen gaben sie im W esentlichen Folgendes zu Protokoll: Sie seien im Iran aus politischen und religiösen M otiven seitens des Staates ver- folgt gew esen. Aus diesem G runde hätten sie ihr H eim atland gem einsam im Au- gust/Septem ber 2006 beziehungsw eise am 16. D ezem ber 2006 beziehungsw eise am 17. D ezem ber 2006 (je nach Version der befragten drei Beschw erdeführer) verlassen. Via unbekannte Länder und R eiserouten, ohne R eise- oder Identitätspapiere beziehungsw eise im Besitze gefälschter arabischer Papiere und ohne G renzkontrollen seien sie am 31. D ezem ber 2006 illegal von einem un- bekannten Land beziehungsw eise von Italien her kom m end in die Schw eiz ge- langt. Für den w eiteren Inhalt der Aussagen w ird auf die Akten verw iesen. D ie Beschw er- deführer gaben diverse Bew eism ittel - jedoch keine Identitäts- oder R eisepapiere im O riginal - zu den Akten. B. Am 5. Februar 2007 überm ittelte die schw eizerische G renzw achtbehörde dem BFM einen R apport, gem äss w elchem die Beschw erdeführer am A._______ erfolglos m it gefälschten B._______ Papieren in C hiasso einen Einreiseversuch in die Schw eiz unternom m en hätten und gleichentags nach Italien rücküberstellt w orden seien. Am 9. Februar 2007 ersuchte das BFM Italien um R ückübernahm e der Beschw er- deführer. D ie zuständige italienische Behörde gaben am 19. Februar 2007 ihr schriftliches Einverständnis hierzu. Am 21. Februar 2007 gew ährte das BFM den Beschw erdeführern das rechtliche G ehör zu den Abklärungsergebnissen und zu einer beabsichtigten R ücküberstel- lung nach Italien. D abei erklärte der Beschw erdeführer, bei der Kurzbefragung nicht nach vorgängigen Einreiseversuchen gefragt w orden zu sein; ferner äus- serten die Beschw erdeführer die Befürchtung einer Ausschaffung durch die ita- lienischen Behörden in den Iran, w o ihnen Verfolgung drohen w ürde. C . M it Verfügung vom 21. Februar 2007 - eröffnet am selben Tag - ordnete das BFM in Anw endung von Art. 42 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG , SR 142.31) die vorsorgliche W egw eisung der Beschw erdeführer nach Italien an. G leichzeitig erklärte es diese Anordnung in Anw endung von Art. 42 Abs. 3 AsylG für sofort vollstreckbar und es entzog einer allfälligen Beschw erde die aufschie- bende W irkung. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. D . D ie Beschw erdeführer erhoben m it Eingabe vom 22. Februar 2007 gegen diese Verfügung beim Bundesverw altungsgericht Beschw erde. D arin beantragen sie die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und eventualiter die Anordnung der vorläu- figen Aufnahm e. In prozessualer H insicht ersuchten sie ferner um W iederherstel-3 lung der aufschiebenden W irkung, um Anordnung einer vollzugshem m enden vor- sorglichen M assnahm e sow ie um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege für die Verfahrenskosten. Auf die Begründung w ird, sow eit w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. E. D ie zuständige Instruktionsrichterin des Bundesverw altungsgerichts setzte den Vollzug der W egw eisung noch am 22. Februar 2007 im R ahm en einer vorsorg- lichen M assnahm e einstw eilen aus. M it Zw ischenverfügung vom 26. Februar 2007 hiess sie ferner das G esuch um W iederherstellung der aufschiebenden W irkung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses, lud die Vorinstanz zur Vernehm lassung bis zum 8. M ärz 2007 ein und stellte den Entscheid über die w eiteren R ekursanträge auf einen spä- teren Zeitpunkt in Aussicht. Auf den detaillierten Inhalt der Zw ischenverfügung w ird, sow eit w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. F. D as Bundesam t beantragt in der Vernehm lassung vom 7. M ärz 2006 (recte: 2007) die Abw eisung der Beschw erde. Auf den Inhalt der Vernehm lassung w ird, sow eit w esentlich, in den Erw ägungen eingegangen. G . M it Eingabe vom 2. M ai 2005 reichte die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer eine Kostennote in der H öhe von total Fr. 1'487.50 (inkl. Auslagen) zu den Akten und m achte geltend, es bestehe keine M ehrw ertsteuerpflicht. D as B undesverw altungsgericht zieht in Erw ägung: 1. 1.1 G em äss Art. 31 des Verw altungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VG G , SR 173.32) beurteilt das Bundesverw altungsgericht Beschw erden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. D ezem ber 1968 über das Verw altungs- verfahren (Vw VG , SR 172.021), sofern keine Ausnahm e nach Art. 32 vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VG G genannten Behörden. D azu gehö- ren Verfügungen des BFM gestützt auf das AsyG ; das Bundesverw altungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG , Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BG G , SR 173.110]). Bei der Anordnung einer vorsorglichen W egw eisung gem äss Art. 42 Abs. 2 AsylG handelt es sich um eine selbständig anfechtbare Zw ischenverfügung im Sinne von Art. 107 Abs. 2 AsylG (Entscheidungen und M itteilungen der Schw eizerischen Asylrekurskom m ission / EM AR K 1994 N r. 12 E. 1, 1996 N r. 41 E. 1). 1.2 M it Beschw erde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll- ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die U nangem essen- heit gerügt w erden (Art. 106 Abs. 1 AsylG ).4 2. 2.1 D ie Beschw erde ist form - und fristgerecht eingereicht; die Beschw erdeführer sind legitim iert (Art. 6 AsylG i.V.m . Art. 48 und 50 ff. Vw VG ). Auf die Beschw erde ist insofern einzutreten. N icht einzutreten ist hingegen auf die Anträge betreffend Feststellung der Flücht- lingseigenschaft sow ie Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e. Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und Anordnung einer vorläufigen Aufnahm e können nur in einem Endentscheid des BFM ergehen und dem zufolge nicht bereits m ittels Zw ischenverfügung auf dem prozessualen W eg zu diesem Endentscheid. D ie angefochtene Zw ischenverfügung spricht sich denn auch w eder im D ispositiv noch in den Erw ägungen diesbezüglich aus, und die Beschw erdeführer sind hinsichtlich der beiden Anträge gar nicht beschw ert. Im m erhin geht aus der Beschw erdeschrift auch das sinngem ässe Begehren um Aufhebung der angefochtenen Zw ischen- verfügung hervor (vgl. insb. Beschw erde S. 3, zw eitletzter Abschnitt). 2.2 D ie vorinstanzliche Vernehm lassung vom 7. M ärz 2007 w urde den Beschw erde- führern nicht zur Kenntnis gebracht oder zur Stellungnahm e unterbreitet. N achdem im vorliegenden U rteil dem sinngem ässen Begehren um Aufhebung der ange- fochtenen Zw ischenverfügung entsprochen w ird, ist aus G ründen der Prozess- ökonom ie von einer G ew ährung des rechtlichen G ehörs abzusehen (vgl. Art. 30 Abs. 2 Bst. c Vw VG ). Im Sinne der Verfahrenstransparenz w ird die Vernehm - lassung in Kopie diesem U rteil beigelegt. 3. W er in der Schw eiz ein Asylgesuch stellt, darf sich gem äss Art. 42 Abs. 1 AsylG grundsätzlich bis zum Abschluss des Verfahrens hierzulande aufhalten. Abs. 2 die- ser Bestim m ung hält jedoch fest, dass das Bundesam t Asylsuchende w ährend ihres Asylverfahrens vorsorglich aus der Schw eiz w egw eisen kann, w enn ihre W ei- terreise in einen D rittstaat m öglich, zulässig und zum utbar ist, nam entlich w enn der D rittstaat vertraglich für die Behandlung des Asylgesuchs zuständig ist (Art. 42 Abs. 2 Bst. a AsylG ), w enn die Asylsuchenden sich vor der Einreichung einige Zeit in einem D rittstaat aufgehalten haben (Bst. b), oder w enn in diesem Land nahe Angehörige oder andere Personen leben, zu denen die Asylsuchenden enge Beziehungen haben (Bst. c). Bei den erw ähnten Fallkonstellationen handelt es sich um Anw endungsfälle der Zum utbarkeit des W egw eisungsvollzuges. Sie sind nicht als abschliessende Aufzählung zu verstehen (vgl. den Term inus "nam entlich"; EM AR K 2000 N r. 1 E. 15 S. 11 f.; 1998 N r. 24 E. 5a S. 210 f., m .w .H ., w obei die von der Schw ei- zerischen Asylrekurskom m ission entw ickelte Praxis vom Bundesverw altungsge- richt übernom m en w ird). D ie Zulässigkeit der vorsorglichen W egw eisung in einen D rittstaat nach Art. 42 Abs. 2 AsylG setzt analog zu Art. 52 Abs. 1 AsylG (vgl. EM AR K 1997 N r. 24) in der R egel voraus, dass der Betroffene im D rittstaat die M öglichkeit eines m ehr als nur vorübergehenden Verbleibs hat, das heisst über hinreichende G arantien verfügt, 5 dass er sich dort für die voraussichtliche D auer des in der Schw eiz angehobenen Asylverfahrens legal aufhalten kann (sog. "séjour durable"). Von dieser R egel kann abgew ichen w erden, w enn die vorsorgliche W egw eisung in einen D rittstaat erfolgt, in w elchem der Betroffene ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat, sofern dieser Staat einer R ückübernahm e zustim m t und falls dessen Asylverfahren grundsätzlich G ew ähr für R echtsstaatlichkeit und Einhaltung der völkerrechtlichen N orm en bietet. Ein solches Abw eichen von der R egel verbietet sich, w enn im Einzelfall substanzielle H inw eise auf eine drohende Verletzung des G rundsatzes des N on-refoulem ents durch diesen D rittstaat vorliegen (vgl. EM AR K 2004 N r. 40 E. 3.2. S. 276 f.; 1998 N r. 24 E. 5d.bb und 5d.cc S. 216 ff.). D er Begriff "einige Zeit" gem äss Art. 31 Abs. 1 Asylverordnung 1 über Ver- fahrensfragen vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) m uss, getreu dem Prin- zip der H ierarchie der N orm en, entsprechend dem Sinn und Zw eck des G esetzes (Art. 42 Abs. 2 AsylG ) verstanden w erden, auf das er sich stützt. Es ist der gleiche Begriff w ie derjenige von Art. 52 Abs. 1 Bst. a AsylG , der in Art. 40 AsylV 1 als "in der R egel 20 Tage" definiert w ird (vgl. EM AR K 2000 N r. 1 E. 14 S. 9 ff.). Zu- sätzlich zu den in Art. 42 Abs. 2 Bst. a-c AsylG bezeichneten Fällen kann eine vor- sorgliche W egw eisung insbesondere auch aus den in Art. 40 Bst. a AsylV 1 genannten G ründen als zum utbar erachtet w erden. D abei m uss indessen das zw eite dort genannte Kriterium (nach den U m ständen zum utbar in einem D rittstaat um Schutz zu ersuchen) so verstanden w erden, dass die Einreichung eines Asyl- gesuches in einem D rittstaat vom Asylsuchenden vernünftigerw eise nur erw artet w erden kann, w enn zw ischen ihm und dem D rittstaat eine Beziehung von einer gew issen Q ualität besteht (vgl. EM AR K 2000 N r. 1 E. 15 S. 11 f.). 4. 4.1 D as BFM begründete die vorsorgliche W egw eisung dam it, dass die Vorausset- zungen gem äss Art. 42. Abs. 2 AsylG vorliegend erfüllt seien, da die W eiterreise nach Italien m öglich, zulässig und zum utbar sei. G em äss den Akten und eigenen Aussagen der Beschw erdeführer sei die Einreise in die Schw eiz von Italien her zunächst am 29. D ezem ber 2006 versucht w orden und zw ei Tage später erfolgt. Som it hätten sie sich vor dem 29. D ezem ber 2006 einige Zeit und ferner bis zum 31. D ezem ber 2006 in Italien aufgehalten. D ort seien sie nicht aus einem G rund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG an Leib, Leben oder Freiheit gefährdet, und Italien kom m e seinen aus dem Abkom m en über die R echtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (FK, SR 0.142.30) und der Konvention zum Schutze der M enschen- rechte und G rundfreiheiten vom 4. N ovem ber 1950 (EM R K, SR 0.101) er- w achsenden völkerrechtlichen Verpflichtungen nach. Zudem könnten die Be- schw erdeführer in Italien ein Asylgesuch stellen. Som it seien die anlässlich der Einräum ung des rechtlichen G ehörs gem achten Einw endungen der Beschw erde- führer unbehelflich. 4.2 D ie Beschw erdeführer m achen in ihrer R ekurseingabe geltend, die Vorinstanz habe den Begriff "einige Zeit" nicht gesetzes- und praxiskonform angew endet. G e- m äss G rundsatzentscheid EM AR K 2000 N r. 1 bedeute der erw ähnte Term inus "einige Zeit" nach Art. 31 Abs. 1 AsylV 1 "in der R egel 20 Tage". Aus dem Sachverhalt oder den Erw ägungen des BFM gehe aber nicht hervor, w ie lange die Beschw erdeführer genau in Italien gew esen seien. Aus ihren Aussagen anlässlich 6 der Befragungen und den Sachverhaltsfeststellungen ergebe sich vielm ehr, dass sie den Iran am 16. beziehungsw eise 17. D ezem ber 2006 verlassen und am 29. D ezem ber 2006 in die Schw eiz einzureisen versucht hätten. D iese D auer und selbst jene bis zur G esuchseinreichung im Em pfangszentrum am 2. Januar 2007 reiche nicht zur Annahm e von "einiger Zeit". Ferner liege w eder eine Ausnahm e- konstellation für ein Abw eichen von der 20-Tage-R egel vor, noch w erde eine sol- che vom BFM behauptet. D ie vom G esetz geforderte Beziehung zu Italien bestehe offensichtlich nicht. 4.3 In der Zw ischenverfügung vom 26. Februar 2007 (vgl. dort S. 2), m it w elcher die Vorinstanz zur Vernehm lassung eingeladen w urde, hielt die Instruktionsrichterin fest, dass prüfensw erte G ründe vorlägen, w onach die Vorinstanz den in Art. 42 Abs. 2 Bst. b AsylG erw ähnten Begriff "einige Zeit" nicht praxiskonform angew endet habe. 4.4 M it Vernehm lassung vom 7. M ärz 2007 hält das BFM an seinen bisherigen Stand- punkten fest. Ergänzend m acht es darauf aufm erksam , dass sich die Beschw erde- führer ihres Aufenthaltes in Italien bew usst gew esen seien und sie som it in zum ut- barer W eise bereits dort G elegenheit zur Einreichung von Asylgesuchen gehabt hätten. D ieser U m stand rechtfertige ein Abw eichen von der zw anzigtägigen Frist gem äss Praxis. Zudem hätten die Beschw erdeführer nicht glaubhaft m achen kön- nen, dass sie ohne Verzug in die Schw eiz gelangt seien. Ferner hätten die Be- schw erdeführer unglaubhafte Angaben bezüglich vorgängig erlebter G renzkontrol- len in der Schw eiz und bezüglich Transitländern gem acht. D ie Beschreibung des R eisew eges sei insgesam t unglaubhaft ausgefallen und das D atum der Ausreise aus dem Iran stehe nicht fest. Som it könne davon ausgegangen w erden, die Be- schw erdeführer hätten sich vor ihrem ersten Versuch der illegalen Einreise in die Schw eiz bereits einige Tage in Italien aufgehalten. 5. D ie m aterielle Beurteilung beschränkt sich im vorliegenden Verfahren w esentlich auf den vorstehend in Erw ägung 3 erörterten Teilaspekt der Zum utbarkeit einer W eiterreise in einen D rittstaat (konkret Italien): 5.1 D er Vorinstanz ist insofern zuzustim m en, als die Beschw erdeführer hinsichtlich Ausreisezeitpunkt, R eiseum stände und -dokum ente, Transitländer sow ie jew eilige Aufenthaltsdauer unglaubhafte Angaben gem acht haben. So sind in ihren diesbe- züglichen Aussagen verschiedene W idersprüche, erhebliche Substanzarm ut sow ie ein allgem eines Plausibilitätsm anko zu erkennen, w elche auf Verschleierung der tatsächlichen G egebenheiten hindeuten. D ie persönliche G laubw ürdigkeit der Beschw erdeführer ist - unbesehen einer Prüfung des M otivs - erheblich beein- trächtigt. D ie Beschw erdeführer kom m en den ihnen obliegenden M itw irkungs- pflichten nach Art. 8 Abs. 1 AsylG offensichtlich nicht nach. Aus diesen Erkenntnissen jedoch den Schluss zu ziehen, die Beschw erdeführer hätten sich folglich m indestens zw anzig Tage in Italien aufgehalten, ist unzu- lässig. Eine darauf basierende blosse Verm utung eines m indestens zw an- zigtägigen Aufenthalts in Italien ist für die Anordnung einer vorsorglichen W eg- w eisung unzureichend, solange nicht konkrete Anhaltspunkte (eigene Aussagen, R eisepapiereinträge, Abklärungsergebnisse aus dem D rittstaat oder dergleichen) für eine entsprechende M indestaufenthaltsdauer im betreffenden D rittland vorlie-7 gen. Solche verm ag die Vorinstanz w eder in der angefochtenen Verfügung noch in der Vernehm lassung konkret zu nennen, und den Akten lassen sich ent- sprechende H inw eise nicht in zureichendem M asse entnehm en. In der Ver- nehm lassung (vgl. dort S. 2 oben) w ird die N ichterfüllung der vorausgesetzten Aufenthaltsdauer von zw anzig Tagen im D rittland seitens der Vorinstanz auch im plizit eingeräum t, indem diese M öglichkeiten prüft, "in reduzierendem Sinne von der zw anzigtägigen Frist abzuw eichen". 5.2 Eine solche M öglichkeit zur Abw eichung erkennt das BFM vorliegend in der Zum utbarkeit einer Asylgesuchsstellung in Italien. D abei führt es zunächst zu R echt das aufgrund der gesam ten U m stände zu bejahende Bew usstsein der Be- schw erdeführer betreffend ihren Aufenthalt in Italien an; diese Erkenntnis ergibt sich im Ü brigen bereits aus der Angabe der Beschw erdeführer, Italien bloss als Transitland benützt zu haben. Anderseits verkennt die Vorinstanz, dass die Einreichung eines Asylgesuches im D rittstaat vom Asylsuchenden vernünftiger- w eise nur erw artet w erden kann, w enn zw ischen ihm und dem D rittstaat eine Beziehung von einer gew issen Q ualität besteht (vgl. EM AR K 2000 N r. 1 E. 15 S. 11 f., m .w .H .). D ie Erfüllung dieser Voraussetzung w ird vom Bundesam t w eder erörtert, noch sind entsprechende zuverlässige Anhaltspunkte (beispielsw eise nahe verw andtschaftliche Beziehungen im betreffenden Land) den Akten zu entnehm en. D ie Abklärungen des BFM im H inblick auf eine vorsorgliche W egw eisung nach Italien haben sich zudem auf die Einholung der Zustim m ung zu einer R ückübernahm e der Beschw erdeführer bei den italienischen Behörden beschränkt. D ie Zum utbarkeit der vorsorglichen W egw eisung lässt sich nicht ohne verlässliche Auskünfte über die D auer des Aufenthalts im D rittstaat beziehungs- w eise über die Frage beurteilen, ob die betreffende Person im D rittstaat ein Asylgesuch eingereicht hat oder - im Verneinungsfall - die U m stände es als zum utbar erscheinen lassen, dass sie dort um Asyl nachsucht. 5.3 Zusam m enfassend ergibt sich, dass das BFM den Sachverhalt nicht in dem U m fang erhoben hat, w ie er zur Beurteilung der R echtm ässigkeit (insbesondere der Zum utbarkeit) der vorsorglichen W egw eisung im Sinne von Art. 42 Abs. 2 AsylG nach der R echtsprechung nötig w äre. Es liegen insow eit eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG ) und eine fehlende Entscheidungsreife vor. Aus prozessökonom ischen G ründen hat der G esetzgeber die Verw altungsbe- schw erde und dam it auch die Beschw erde in Asylm aterien reform atorisch ausge- staltet (vgl. Art. 105 Abs. 1 AsylG ); gem äss Art. 61 Abs. 1 Vw VG darf eine Kassati- on und R ückw eisung an die Vorinstanz nur ausnahm sw eise erfolgen, so etw a, w enn w eitere Tatsachen festgestellt w erden m üssen und ein um fassendes Be- w eisverfahren durchzuführen ist. D ie in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann zw ar grundsätzlich auch durch die Beschw erdeinstanz selbst hergestellt w er- den, w enn dies im Einzelfall aus prozessökonom ischen G ründen angebracht er- scheint (vgl. EM AR K 2004 N r. 38 E. 7.1. S. 265, m .w .H .). Aufgrund der Sachlage im vorliegenden Fall hält es das Bundesverw altungsgericht jedoch nicht für ange- zeigt, die notw endigen Abklärungen im H inblick auf eine allfällige vorsorgliche W egw eisung selber vorzunehm en, zum al ein nachm alig abw eisendes Beschw er- deurteil des Bundesverw altungsgerichts betreffend vorsorgliche W egw eisung keinem R echtsm ittel m ehr unterläge. Es erscheint vorliegend sachgerecht, das 8 Verfahren an das BFM als erste Instanz zurückzuw eisen, dam it dieses die nötigen Abklärungen vornim m t und diese im R ahm en eines neuen beschw erdefähigen Entscheids einer rechtlichen W ürdigung unterzieht. D abei w ird es in der D is- position des BFM liegen, ob es eine erneute vorsorgliche W egw eisung andordnet oder in einem instanzabschliessenden Entscheid über die Asylgesuche der Be- schw erdeführer befindet. 6. D ie angefochtene Verfügung ist aus den dargelegten G ründen aufzuheben, und die Sache ist zur w eiteren Abklärung des Sachverhalts beziehungsw eise zur N eubeurteilung an das BFM zurückzuw eisen. D ie Beschw erde ist som it insow eit gutzuheissen, als darin sinngem äss die Aufhe- bung der angefochtenen Verfügung beantragt w ird. Im Ü brigen ist darauf nicht ein- zutreten. 7. 7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind w eder den im W esentlichen obsie- genden Beschw erdeführern (vgl. Art. 63 Abs. 1 Vw VG ) noch der unterliegenden Vorinstanz (vgl. Art. 63 Abs. 2 Vw VG ) Kosten aufzuerlegen. D as G esuch der Beschw erdeführer um G ew ährung der unentgeltlichen R echtspflege für die Verfahrenskosten nach Art. 65 Abs. 1 Vw VG w ird dadurch hinfällig. 7.2 G em äss Art. 64 Abs. 1 Vw VG kann die Beschw erdeinstanz der obsiegenden Partei von Am tes w egen oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erw achsenen notw endigen und verhältnism ässig hohen Kosten zusprechen. D ie R echts- vertreterin der Beschw erdeführer reichte eine H onorarnote im U m fang von Fr. 1'487.50 ein, w obei sie 8,5 Stunden zu Fr. 150.-- und Auslagen von Fr. 212.50 verrechnete. M ehrw ertsteuer w urde m angels Steuerpflicht keine geltend gem acht. D iese Kostennote ist sow ohl hinsichtlich der 8,5 Stunden als auch der Auslagen als eindeutig überhöht zu bezeichnen. U nter Berücksichtigung der relativ geringen Kom plexität des Beschw erdeverfahrens, der Bem essungsgrundsätze der Art. 7 ff. des R eglem ents über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes- verw altungsgericht vom 11. D ezem ber 2006 (VG KE, SR 173.320.3) sow ie des nicht vollum fänglichen O bsiegens ist den Beschw erdeführern eine angem essene Parteientschädigung von total Fr. 650.-- (4 Stunden zu Fr. 150.-- und Auslagen von Fr. 50.--), w elche vom Bundesam t zu entrichten ist, zuzusprechen. (D ispositiv nächste Seite)9 D em nach erkennt das B undesverw altungsgericht: 1. D ie Beschw erde w ird gutgeheissen, sow eit darauf eingetreten w ird. 2. D ie Verfügung des BFM vom 21. Februar 2007 w ird aufgehoben. 3. D ie Sache w ird im Sinne der Erw ägungen (E. 5.2 - 5.3 und E. 6) an das BFM zu- rückgew iesen. 4. Es w erden keine Verfahrenskosten auferlegt. 5. D as BFM w ird angew iesen, den Beschw erdeführern für das Verfahren vor dem Bundesverw altungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 650.-- auszurichten. 6. D ieses U rteil geht an: - die R echtsvertreterin der Beschw erdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben; Beilage: Vernehm lassung vom 7. M ärz 2007 in Kopie) - die Vorinstanz, C ._______, m it deren Akten (R ef.-N r. N _______) - D ._______ des Kantons E._______ D ie vorsitzende R ichterin: D er G erichtsschreiber: R egula Schenker Senn U rs D avid Versand am :