<h2>SubmittedText<h2><p>In der Schweiz gilt eine Quarantäne von 10 Tagen. In Deutschland wird eine von fünf Tagen diskutiert. Gemäss dem deutschen Virenforscher Christian Drosten sei die Infektiosität nach fünf Tagen eigentlich vorbei. Die Zeit, in der ein Corona-Infizierter ansteckend ist, beginne im Schnitt zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome. Fünf Tage danach sei die Virenlast wieder viel geringer. </p><p>Das Quarantäne-System bedeutet eine grosse Belastung gerade auch für Unternehmen, da ein einzelner Infektionsfall je nachdem ganze Firmen oder Teile von Firmen handlungs- und produktionsunfähig macht. Dazu kommt, dass bei den momentanen Quarantäneregeln des BAV unterschiedliche Risikogruppen und Situationen identisch behandelt werden. Entscheidend ist nur die Nähe zu einem positiv Getesteten oder der Besuch eines Landes mit hohen Fallzahlen, was dazu führt, dass ganze Familien in Quarantäne sind obwohl niemand angesteckt ist. </p><p>Jede Quarantäne ist ein kleiner Shutdown. In seiner Summe kann er ein grösserer sein als derjenige im Frühling. Für die Wirtschaft. Für die Schulen. Für das öffentliche Leben.</p><p>1. Ist er bereit, die Quarantäneregeln differenzierter zu gestalten, um für die Wirtschaft, die Unternehmen, im besonderen die KMU und die Kleinstbetriebe einen jeweiligen Lockdown zu verhindern?</p><p>2. Ist er bereit, mehr Tests durchzuführen, um die Quarantänezeit zu verkürzen?</p><p>3. Hat der Bundesrat einen Überblick über die Situation in den Betrieben? In welchem Verhältnis stehen die Summe dieser kleinen Lockdowns zum grossen Lockdown im Frühling?</p><p>4. Ist der Bundesrat grundsätzlich bereit, mehr differenzierte Lösungen zu finden für die einzelnen Branchen? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1., 2. und 4. Der Bundesrat ist sich bewusst, was die Quarantäneregeln des Bundes für die Wirtschaft und insbesondere für die KMU bedeuten. Er prüft regelmässig in Absprache mit den Kantonen und auf der Basis der aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum gesundheitspolitischen Nutzen und den wirtschaftlichen Folgen eine schrittweise und risikobasierte Anpassung der Quarantäneregeln.</p><p>Die Science Task Force (STF) betont, dass jede Verkürzung der Reise- oder der Kontaktquarantäne zu mehr Ansteckungen und in der Folge zu mehr Personen in Isolation und mehr Personen in Kontaktquarantäne führen kann. Dies gilt insbesondere für die Reduktion der Dauer der Kontaktquarantäne, entwickeln doch 10 bis 20 Prozent der Kontakte erst sieben und mehr Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person Symptome. Eine allfällige Verkürzung der Quarantäne muss folglich von weiteren Massnahmen wie beispielsweise dem Einsatz von Tests begleitet werden. Aktuell sind Tests ein knappes Gut und werden zur Identifikation und Unterbrechung von Infektionsketten verwendet. Für einen grossflächigen Einsatz der Tests zur Verkürzung der Quarantänedauer muss sich die Testverfügbarkeit verbessern. Ist dies der Fall, prüft der Bundesrat entsprechende Anpassungen.</p><p>3. Der Bundesrat kennt die Anzahl der sich in Quarantäne befindenden Personen und deren Demografie, nicht aber deren beruflichen Hintergrund. Er weiss nicht, ob diese Personen einer Beschäftigung nachgehen, die sich durch Homeoffice mit einer Quarantäne vereinbaren lässt oder nicht. Auch verfügt der Bundesrat über keine Zahlen dazu aus der ausserordentlichen Lage im Frühling 2020. Der Bundesrat kann deshalb keinen Vergleich ziehen zwischen der aktuellen Situation der Betriebe und der Situation im Frühling 2020. </p>  Antwort des Bundesrates.