B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-986/2016 U r t e i l v o m 2 4 . J u l i 2 0 1 8 Besetzung Richterin Esther Marti (Vorsitz), Richter Jürg Marcel Tiefenthal, Richter David R. Wenger, Gerichtsschreiber Peter Jaggi. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 13. Januar 2016. E-986/2016 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer verliess Sri Lanka eigenen Angaben zufolge am (…) und gelangte am 15. September 2014 in die Schweiz, wo er gleichen- tags um Asyl nachsuchte. Am 26. September 2014 wurde er summarisch zu seiner Person befragt (BzP; Protokoll bei den SEM -Akten A5/13) und am 20. März 2015 zu seinen Asylgründen angehört (Anhörung; Protokoll bei den SEM-Akten A13/20). Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er im Wesentlichen aus, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______, (Dis- trikt Jaffna), wo er geboren sei und bis zu seiner Ausreise gelebt habe. Seine Eltern, zwei Brüder u nd zwei Schwestern sowie seine Grossmutter lebten noch dort, auch weiter entfernte Verwandte, insbesondere mehrere Tanten lebten noch in Sri Lanka . Im (…) 2009 habe sich sein Onkel als Mitglied der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) der sri-lankischen Ar- mee gestellt, seither sei er verschwunden. Danach habe er (Beschwerde- führer) sich oft bei dessen Ehefrau, der Schwester seines Vaters, in C._______ aufgehalten, um sie zu unterstützen. Er habe ihr auch bei der Suche nach ihrem verschwundenen Ehemann geh olfen. Seine Tante sei mit (…) der Tamil National Alliance (TNA) (…) D._______ (D._______) be- freundet. Im September 2013 habe er D._______ bei den Regionalwahlen in der Nordprovinz als Wahlhelfer unterstützt. D._______ habe 2014 For- mulare in die Dörfer gebracht, um Informationen über vermisste Personen zu sammeln und an Menschenrechtsorganisationen weiterzuleiten. Ab dem (…) 2014 habe er die Aufgabe übernommen, die Formulare tamili- schen Familien zu bringen und Informationen über vermisste Personen zu sammeln. Auf diese Weise habe er die vom UN -Menschenrechtskommis- sariat organisierte Untersuchung der Kriegs - und Menschenrechtsverbre- chen in Sri Lanka unterstützt. Am (…) August 2014, als er bei einer Familie gerade ein Formular ausge- füllt habe, seien vier Armeeangehörige, von denen er zwei gekannt habe, vorstellig geworden und hätten ihn aufgefordert, sich noch am gleichen Tag im Armeecamp an der E._______ in F._______ zu melden. Um 16 Uhr desselben Tages sei er dorthin gegangen, wo man ihn über seine Tätigkeit und den Auftraggeber befragt habe. Er sei am Rücken und an den Beinen geschlagen worden, weil er keine Informationen preisgegeben habe. Er habe einen Leutnant wiedererkannt, der am (…) 2007 den (…) seiner Mut-E-986/2016 Seite 3 ter, der Waren für die LTTE transportiert habe, erschossen habe. Nach un- gefähr zwei Stunden sei er entlassen worden und habe sich in Spitalpflege begeben. Danach habe er seine Tätigkeit fortgeführt. Am (…) August 2014 hätten Unbekannte ihn in seiner Abwesenheit zuhause gesucht respektive versucht, ihn in einem Van mitzunehmen. Nach diesem Vorfall habe er sich bis am (…) August 2014 bei seiner Tante in C._______ versteckt. Am Abend des (…) August 2014 sei er mit einem Privatbus nach Colombo ge- reist, wo er bis zu seiner Ausreise mit einem gefälschten Reise pass bei Bekannten seines Vaters untergekommen sei. Auf entsprechende Fragen bei der Anhörung führte der Beschwerdeführer aus, seitdem er in der Schweiz sei, habe er bis jetzt an der Demonstration in G._______ vom (…) 2015 und am (…) in H._______ teilgenommen. Der Beschwerdeführer reichte seine sri -lankische Identitätskarte und ver- schiedene Dokumente (leeres Formular für die Meldung verschwundener Personen in tamilischer Sprache, Schreiben von D._______ vom (…) Sep- tember 2014, Schreiben eines Par lamentsmitgliedes des Distrikts Jaffna vom (…) September 2014, Kopie der Vermisstenanzeige seines Onkels vom (…) Februar 2014, Kopien der Todesanzeige, des Totenscheins, des Autopsieberichts und eines Gerichtsdokuments betreffend den (…) seiner Mutter aus den Jahren 2007 und 2008, handschriftlich ausgefülltes Formu- lar des Spitals von I._______ vom (…) August 2014 betreffend medizini- sche Behandlung) zu den Akten. B. Mit am 18. Januar 2016 eröffneter Verfügung vom 13. Januar 2016 stellte die Vorinstanz fest, de r Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen- schaft nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 15. September 2014 ab und ord- nete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. Zur Begründung führte sie aus, dass der Beschwerdeführer in seiner Hei- mat für die Untersuchungskommission der UNO tätig gewesen sei, müsse bezweifelt werden; die Kommission habe nämlich ihre Arbeit erst im August 2014 richtig aufgenommen, zu einem Zeitpunkt also, als er Sri Lanka be- reits verlassen habe. Ferner habe er zwar bereits an d er BzP geltend ge- macht, Formulare für Vermisstmeldungen an tamilische Personen verteilt und wieder eingesammelt zu haben. Allerdings habe er lediglich ausge- sagt, D._______ habe „Formulare in die Dörfer gebracht, damit dort andere die Gelegenheit gehabt hät ten, über ihre verschollenen Angehörigen zu berichten. Er glaube, sie habe sie an Menschenrechtsorganisationen wei-E-986/2016 Seite 4 tergeleitet.“ Mit keinem Wort habe er – wie später an der Anhörung – er- wähnt, für die Untersuchungskommission der UNO tätig gewesen und von D._______ speziell für diese Aufgabe ausgewählt worden zu sein. Er scheine seinem ursprünglichen Vorbringen durch diesen Nachtrag mehr Gewicht verleihen zu wollen. Es sei auch nicht von einem engen persönlichen Kontakt des Beschwer- deführers zu D._______ auszugehen, und er habe erst in der Anhörung behauptet, 2013 für sie Wahlpropaganda betrieben zu haben. Zudem habe er weder das richtige Wahldatum – er habe den (…) statt den (…) 2013 genannt – gekannt noch sei ihm bekannt gewesen, dass D._______ und enge Vertraute von ihr kurz vor den Wahlen mehrmals zur Zielscheibe ver- suchter Attentate geworden und in den Medien verunglimpft worden seien; er habe letzteres sogar verneint. Seine Antwort auf die Frage, was er sonst noch über diese Person wisse, se i äusserst knapp und oberflächlich aus- gefallen. Auch überrasche, dass er die Frage nach heutigem Kontakt zu ihr mit der Begründung verneine, er kenne ihre Telefonnummer nicht. Immer- hin sei D._______, die er noch am Abend des (…) August 2014 über den damaligen Vorfall informiert haben wolle, seine Auftraggeberin gewesen. Weil ein besonderer persönlicher Bezug zu D._______ demnach unglaub- haft sei, sei auch nicht glaubhaft, dass sie ausgerechnet ihn mit der Son- deraufgabe betreut haben solle, bei der Dorfbevölk erung im Alleingang äusserst delikate Informationen über Menschrechtsverletzungen zu sam- meln. Das von D._______ unterzeichnete Schreiben vom (…) September 2014 äussere sich nicht zu r vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfol- gung aufgrund des Sammelns von Informationen über vermisste Perso- nen. Vielmehr gehe daraus hervor, er sei von den Sicherheitskräften ver- folgt worden, weil er D._______ bei den Provinzwahlen 2013 unterstützt und Wahlpropaganda betrieben habe. Dies stehe jedoch im Widerspruch zu seinen Vorbringen, habe er doch in keiner Weise vorgebracht, aufgrund seiner Tätigkeit als ihr Wahlhelfer Probleme gehabt zu haben. Das Doku- ment sei folglich nicht geeignet, den geltend gemachten Sachverhalt zu beweisen. Gleich verhalte es sich mit dem Schreiben des Parlamentsmit- gliedes J._______ vom (…) September 2014, zumal dieses lediglich fest- halte, der Beschwerdeführer und seine Familie seien vom Krieg betroffen gewesen, weshalb er in der Schweiz um Asyl nachsuche. Es handle sich um ein Gefälligkeitsschreiben ohne Beweiswert. E-986/2016 Seite 5 Hinzu kämen weitere Unklarheiten und Widersprüche in den Aussagen. So habe der Beschwerdeführer sowohl bei der BzP als auch in der Anhörung wiederholt zu Protokoll gegeben, der für die LTTE tätig gewesene Mann seiner Tante habe sich im (…) 2009 der Armee gestellt und sei seither ver- schwunden. Dies habe ihn schliesslich dazu motiviert, Informationen über andere verschwunden Personen zu sammeln. Bei der BzP habe er aber auf die Frage nach seinen Wohnorten in Sri Lanka zunächst andere Anga- ben zum Mann seiner Tante in C._______ gemacht. So habe er ausgesagt, dieser sei im Februar 2010 gestorben. Von da an sei er oft zu seiner Tante gegangen, um ihr zu helfen. Auf entsprechenden Vorhalt hin habe er keine überzeugende und nachvollziehbare Erklä rung machen können. Zudem habe er ungenaue und unklare Angaben zu seinem letzten Wohn- und Auf- enthaltsort in Sri Lanka gemacht. Bei der BzP habe er geltend gemacht, von Geburt bis im August 2014 in B._______ bei seinen Eltern gewohnt zuhaben. Von Anfang August 2014 bis zum (…) August 2014 habe er dann ganz bei seiner Tante in C._______ gewohnt. An anderer Stelle habe er ausgesagt, er sei nach dem Vorfall vom (…) August 2014 zwischen dem Elternhaus und jenem seiner Tante hin und her gependelt. Vom (…) August bis zum (…) August 2014 habe er sich bei seiner Tante versteckt. Entspre- chend widersprüchlich seien auch seine Angaben zu seinem Aufenthaltsort am (…) 2014 und der an diesem Tag geltend gemachten Suchaktion der Armeeangehörigen nach ihm ausgefallen. Bei der BzP habe er geschildert, am (…) 2014 seien Leute mit einem Van zu ihm nach Hause gekommen und hätten verlangt, dass er in den Van einsteige. Er habe aber fliehen und sich in den darauffolgenden Tagen bei seiner Tante verstecken können. Bei der Anhörung habe er ausgesagt, am (…) 2014 gar nicht zu Hause, son- dern bereits bei seiner Tante gewesen zu sein. Die Armeeangehörigen hät- ten bei ihrem Besuch lediglich mit seinem Vater gesprochen. Widersprüchliche Angaben habe er auch zu seinem Spitalaufenthalt nach seiner Entlassung aus dem Armeecamp am (…) August 2014 gemacht. Bei der BzP habe er ausgesagt, am Abend des gleichen Tages ins Spital von I._______ gegangen und am Mittag des darauffolgenden Tages nach Hause zurückgekehrt zu sein. Anlässlich der Anhörung habe er demgegen- über gesagt, er sei drei Tage lang im Spital gewesen. Die eingereichte Spi- talbestätigung vom (…) August 2014 vermöge diesen Widerspruch nicht aufzulösen und stelle keinen Beweis für die geltend gemachte Verfolgung dar. Der geltend gemachte Sachverhalt sei deshalb nicht glaubhaft. Selbst bei Wahrunterstellung des Verhörs vom (…) August 2014 weise dieses für sich E-986/2016 Seite 6 alleine keine asylrelevante Intensität auf. Dafür spreche zum einen, dass er bis am (…) August 2014 nie Probleme mit den sri-lankischen Behörden gehabt habe. Zum anderen sei es ihm auch nicht gelungen, einen asylre- levanten Fortgang der Ereignisse glaubhaft darzulegen , zumal die Suche vom (…) 2014 nicht glaubhaft sei. Zudem erstaune, dass er zu der angeb- lichen Suche nach seiner Ausreise aus Sri Lanka keine präzisen Angaben habe machen können. Auch sei offenbar seine Familie nicht bedroht wor- den oder hätten sich diese Besuche wiederholt. Zwar treffe zu, dass die sri -lankischen Behörden gegenüber rückkehren- den Personen tamilischer Ethnie erhöht wachsam seien. Dies reiche indes- sen für sich alleine nicht aus, um von Verfolgungsmassnahmen auszuge- hen. Die Herkunft des Beschwerdeführers aus dem Norden Sri Lankas und eine allfällige Rückkehr mit temporären Reisedokumenten könnte zwar die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden erhöhen, aber er weise kein politisch-oppositionelles Profil auf, aufgrund dessen er mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit verfolgt würde. Er mache weiter geltend, ein Cousin seiner Mutter habe mit seinem Lieferwagen Güter für die LTTE transportiert und sei deshalb am (…) 2007 von einem Armeeangehörigen namens K._______ erschossen worden. Er (Beschwerdeführer) sei damals als (…) Zeuge dieser Tat gewesen. Beim Verhör vom (…) 2014 habe K._______ ihn als Mitglied der „LTTE-Familie“ wiedererkannt und geschlagen. Als Be- weismittel habe er Kopien der Todesanzeige, des Totenscheins sowie des Autopsieberichts des (…) und eines Gerichtsdokuments eingereicht. Selbst bei Wahrunterstellung der Hilfstätigkeit des (…) seiner Mutter und des LTTE-Hintergrundes seines 2009 verschwundenen Onkels sei nicht von einer Gefährdung des Beschwerdeführers aus diesem Grund auszu- gehen. Es ergäben sich nämlich keine Hinweise darauf, dass die verwandt- schaftlichen Beziehungen zu angeblic hen LTTE-Unterstützern respektive Mitgliedern den Beschwerdeführer oder seine Familienangehörigen nach 2007 beziehungsweise 2009 jemals in Schwierigkeiten mit den Behörden gebracht hätten. Im Übrigen sei sein Vorbringen, er sei Augenzeuge der Ermordung des (…) seiner Mutter geworden, auch nicht glaubhaft. Keines der als Beweismittel eingereichten Dokumente – auch nicht das vom Gericht verwendete Poli- zeiprotokoll vom (…) 2007, das den Hergang und die Augenzeugen der Tat aufführe – deute in irgendeiner Art auf den Beschwerdeführer hin. Zudem entspreche seine Schilderung des Tathergangs nicht den Ausführungen im Dokument. E-986/2016 Seite 7 Auch seine Unterstützung für die TNA bei den Provinzwahlen 2013 ziehe keine asylrelevante Gefährdung nach sich, zumal diese Allianz bei den Provinzwahlen in der Nordprovinz im September 2013 einen Erdrutschsieg erzielt habe. Trotz der erwähnten Faktoren und der möglicherweise erhöh- ten Aufmerksamkeit der Behörden bei einer Wiedereinreise bestehe kein hinreichend begründeter Anlass zur Annahme, der Beschwerdeführer müsse Massnahmen befürchten, die über einen sogenannten „background check“ (Befragungen, Überprüfung von Auslandaufenthalten und Tätigkei- ten in und ausserhalb Sri Lankas) hinausgehen könnten. Der Vollzug der Wegweisung erweise sich schliesslich als zulässig, zumut- bar und möglich. So habe d er Europäische Gerichtshof für Menschen- rechte (EGMR) festgestellt und mehrfach bestätigt, dass bei zurückkehren- den Tamilen nicht in genereller Weise von einer drohenden unmenschli- chen Behandlung auszugehen sei. Es ergäben sich weder aus den Aussa- gen des Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass ihm im Falle einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behandlung drohe. Der Wegweisungs- vollzug in die Nord- und Ostprovinz sei grundsätzlich zumutbar, zumal sich die Sicherheitslage seit 2009 deutlich verbessert habe. Der aus I._______ (Nordprovinz) stammende Beschwerdeführer habe bis zu seiner Ausreise in B._______ respektive C._______ gelebt. Seine Eltern und Geschwister sowie weitere Verwandte lebten heute im Distrikt Jaffna. Folglich könne davon ausgegangen werden, dass er sich dort auf ein tragfähiges Bezie- hungsnetz stützen könne und über eine gesicherte Wohnsituation verfüge. Ausserdem sei er jung und gesund. C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 17. Februar 2016 gelangte der Beschwerde- führer durch seinen Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung des An- spruchs auf rechtliches Gehör, eventuell zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechtserheblichen Sachverhaltes aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen . Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuheben , und es sei ihm unter F eststellung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren, eventuell seien die Dispo- sitivziffern 4 und 6 der Verfügung aufzuheben und es sei die Unzulässigkeit oder zumindest die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustel- len. E-986/2016 Seite 8 In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, das Bundesverwaltungsge- richt habe unverzüglich darzulegen, welche Gerichtspersonen mit der Be- handlung der vorliegenden Sache betraut würden und die zufällige Aus- wahl dieser Gerichtspersonen zu belegen. Im Falle einer materiellen Beur- teilung der Sache sei der Beschwerdeführer erneut zu seinen Asylvorbrin- gen anzuhören, unter Beizug einer qualifizierten Übersetzungsperson. Fer- ner sei D._______ im Rahmen einer Zeugenbefragung bei der Schweizer Vertretung in Colombo zu ihren Verbindungen zum Beschwerdeführer so- wie zu seinen Aktivitäten zu befragen. Sodann seien im Rahmen einer Bot- schaftsabklärung die Familien L._______ in B._______ und M._______ sowie N._______ in C._______ zu ihrem Kontakt zum Beschwerdeführer zu befragen. Des Weiteren seien die für den vorliegenden Fall relevanten aktuellen Länderinformationen durch das Bundesverwaltungsgericht zu er- heben, zumal dies vom SEM nicht getan worden sei. Als weitere Beweis- massnahmen offerierte er, es sei ihm eine angemesse ne Frist zur Einrei- chung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, damit er sich zu den Glaubhaftigkeitsmerkmalen in seiner Anhörung äussern könne. Zudem sei ihm eine angemessene Frist anzusetzen, um die Rationierungskarte seiner Familie einzureichen. Auf die Begründung der Rechtsbegehren und die eingereichten Doku- mente wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Er- wägungen eingegangen. D. Mit Zwischenverfügung vom 25. Februar 2016 gab die Instruktionsrichterin unter anderem das Spruchgremium bekannt. Hinsichtlich der Fragen zur Geschäftsverteilung und Verfahrensabwicklung verwies sie auf die betref- fenden Bestimmungen des Geschäftsreglements für das Bundesverwal- tungsgericht (VGR, SR 173.320.1). Den Beschwerdeführer forderte sie auf, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 600.– einzuzahlen. Den Ent- scheid über die weiteren Beschwerdeanträge verlegte sie auf einen späte- ren Zeitpunkt. E. Mit Eingabe vom 11. März 2016 beantragte der Beschwerdeführer den Ver- zicht auf die Erhebung eines K ostenvorschusses und den Erlass der Ver- fahrenskosten; das Original der Fürsorgebestätigung werde umgehend nachgereicht. Des Weiteren reichte er unter anderem eine aktualisierte Version des mit der Beschwerde eingereichten Länderberichts (CD mit Quellen) zu den Akten. E-986/2016 Seite 9 F. Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2016 hiess die Instruktionsrichterin den Antrag auf Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Die Vorinstanz lud sie zur Vernehmlassung ein. G. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 29. März 2016 die Abweisung der Beschwerde. Die Behauptung des Rechtsvertreters , die Übersetzungsarbeit des Dolmetschers sei absolut mangelhaft gewesen, stimme nicht mit der Wahrnehmung der Fachspezialistin über ein, die die Anhörung geleitet habe. Die Dolmetscher würden laufend einer Qualitäts- prüfung unterzogen und die Asylspezialisten hätten die Möglichkeit, die Übersetzungsarbeiten mittels Bewertungsbögen zu beurteil en. Bei Ver- ständigungsproblemen könne eine Anhörung auch jederzeit abgebrochen werden, was sich vorliegend zu keinem Zeitpunkt aufgedrängt habe. Auch sei nie der Eindruck entstanden, der Dolmetscher übe Druck auf den Be- schwerdeführer aus. Die Hilfswerkvert retung habe sich denn auch nicht veranlasst gesehen, einen Abbruch der Anhörung anzuregen. Zudem sei eine korrekte Protokollierung im Interesse aller Beteiligten. Bei Unklarheiten oder Widersprüchen – nicht zuletzt auch durch sachliche Dis- krepanzen in den Aussagen – würden die Asylspezialisten gezielt nachfra- gen. Dies sei auch vorliegend geschehen, wie sich aus dem Protokoll und dem Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung ergebe. Die Korrektur klei- nerer Grammatikfehler in der deutschen Übersetzung gehör e im Übrigen zum gängigen Ablauf einer Anhörung, sofern sie nicht zu einer Sinnverän- derung führe, und spreche nicht für eine schlechte Dolmetscherleistung. Bei den angeblich durch sprachliche Probleme bedingten Widersprüche n und Unstimmigkeiten handle es sich um sachliche Diskrepanzen, die nicht durch eine mangelhafte Übersetzung erklärbar seien. Entscheidend sei zu- dem, dass dem Beschwerdeführer das gesamte Protokoll rückübersetzt worden sei. Er habe die Richtigkeit der gemachten Aussagen auf jeder Seite und am Ende des Protokolls mit seiner Unterschrift bestätigt. Er habe sich weder während der Anhörung noch bei der Rückübersetzung über eine mangelhafte Übersetzung beklagt. Die in der Beschwerde enthaltene Bemerkung, der Beschwerdeführer habe sich „völlig ü berrascht“ gezeigt, als er von seinem Anwalt mit den protokollierten Aussagen konfrontiert wor- den sei, sei somit nicht haltbar. E-986/2016 Seite 10 Die angeblichen exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Schweiz erreichten nicht ein Ausmass, das aus Sicht des SEM und des Gerichts zur einer asylrelevanten (recte: flüchtlingsrechtlich relevanten) Gefährdung führen könnte. H. Der Beschwerdeführer beantragte in seiner Replik vom 20. April 2016 die Gutheissung der Beschwerde und führte aus, in der Vernehmlassung werde zu zahlreichen Rügepunkten in der Beschwerde keine Stellung ge- nommen, weshalb die Vorinstanz die bemängelten Verfahrensfehler wohl implizit eingestehe. Diesbezüglich sei auf die massiv mangelhaften Sach- verhaltsabklärungen u nd fehlerhaften Glaubhaftigkeitsprüfungen im Zu- sammenhang mit der Würdigung der vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel sowie den zahlreichen verfügbaren Zeugen zu verweisen. Auch die fehlenden Abklärungen zu den familiären LTTE -Verbindungen des Be schwerdeführers, zu seiner Funktion als Zeuge von Menschen- rechtsverletzungen sowie den erlebten Verfolgungshandlungen blieben un- erwähnt. Das bereits gerügte fehlende Länderwissen der Sachbearbeiterin zeige sich auch in der Vernehmlassung. Die Einschätzung zu den exilpolitischen Aktivitäten stimme nicht mit den verfügbaren Informationen (gemäss Beilagen 185 bis 206 des aktualisier- ten Länderberichtes) überein. Ferner verstosse das SEM gegen das Gleichbehandlungsgebot, weil der Beschwerdeführer vergleichbar exilpoli- tisch tätig gewesen sei wie O._______ (N […]; anonymisierte Version als Beilage 7 eingereicht) und – ebenfalls gleich wie O._______ – abgewiese- ner Asylgesuchsteller und Tamile aus dem Norden Sri Lankas sei. Für die mangelhafte Übersetzung werde auf die Anmerkungen der Hilfs- werkvertretung und auf die diesbezüglichen Ausführungen in der Be- schwerde verwiesen. Das SEM spreche mit seinem impliziten Vorwurf, der Rechtsvertreter sei wegen seiner fehlenden Anwesenheit bei der Anhörung nicht fähig, Kritik a n der Anhörung respektive am Protokoll zu üben, dem Protokoll jeglichen Wert ab. Die SEM-interne Qualitätsprüfung des Dolmet- schers sei nicht offengelegt worden, w as nachzuholen sei . Eine solche Qualitätsprüfung gebe allerdings bereits deshalb zu Kritik Anlass, weil sie scheinbar nicht von einer unabhängigen Stelle und ohne entsprechend e zweisprachige Experten durchgeführt werde. Der Abbruch einer Anhörung aufgrund einer mangelhaften Übersetzungsleistung des Dolmetschers stelle eine Ultima Ratio und kein Abbruch stelle kein Gütesiegel dar. Die E-986/2016 Seite 11 Ausführungen der Hilfswerkvertretung zeigten ernstzunehmende sprachli- che Missverständnisse auf. So seien denn auch einige – wahrscheinlich nicht alle – falsche Übersetzungen bemerkt worden. Bereits in der Be- schwerde sei nicht bestritten worden, dass Teile der Vorbringen wider- sprüchlich seien. Es sei jedoch genau aufgezeigt worden, dass diese Un- stimmigkeiten auf eine mangelhafte Übersetzung zurückzuführen seien. Die Sachbearbeiterin habe zudem die von der Hilfswerkvertretung als prob- lematisch deklarierten Protokollstellen gegen die Glaubhaftigkeit der Aus- sagen verwendet. Zudem habe sie den eingereichten Beweismitteln den Beweiswert abgesprochen und damit den im Asylverfahren geltenden Grundsatz des Beweises vor der Glaubhaftmachung verletzt. Des Weite- ren sei es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen, die Richtigkeit seiner protokollierten Aussagen von sich aus zu erkennen, zumal der Dol- metscher die deutsche Sprache nur rudimentär beherrsche. Seine Unter- schrift vermöge somit an den erhobenen Rügen nichts zu ändern. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer- deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In- teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ( Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; E-986/2016 Seite 12 Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu- treten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltun gsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sow ie des Untersuchungsgrund- satzes. 3.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass ei- nes Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor dem Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise bei- zubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit relevanten Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand- punkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht de r Behörden, die Vorbrin- gen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das gilt für alle form - und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, die zur Klärung der konkreten Streit- frage geeignet und erforderlich erscheinen. Die Begründung muss so ab- gefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid sachgerecht an- fechten kann. Sie muss die wesentlichen Überlegungen nennen, von de- nen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren En tscheid stützt. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Partei- standpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). E-986/2016 Seite 13 3.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge- listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Die Sachverhaltsfeststellung ist unrichtig, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch ge- würdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/ HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 1043). 3.3 3.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, dem Befragungsprotokoll und insbeson- dere dem Anhörungsprotokoll lägen teilweise absolut mangelhafte Über- setzungen zugrunde. In Bezug auf das Protokoll der BzP ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer auf entsprechende Fragen sowohl zu Beginn als auch am Ende der Befragung antwortete, er habe die dolmetschende Person gut verstanden (A5/2 und 10 f. Ziff. 9.02). Aus dem Protokoll ist nicht ersichtlich, und auf Beschwerdeebene wird auch nicht näher begrün- det, inwiefern es bei der BzP zu Missverständnissen zwischen der dolmet- schenden Person und dem Beschwerdeführer gekommen sein sollte. Auch eine Durchsicht des Anhörungsprotokolls ergibt keine Hinweise auf Ver- ständigungsschwierigkeiten oder eine unkorrekte Übersetzung der Aussa- gen des Beschwerdeführers seitens der dolmetschenden Person. Zur Ver- meidung von Wiederholungen kann auf die diesbezüglichen Ausführungen in der Vernehmlassung verwiesen werden. Der Beschwerdeführer hat zu Beginn der Anhörung auf die Frage, wie er den Dolmetscher verstehe, ge- antwortet, er verstehe ihn (A13/1 F1). Zudem hat er weder im Verlaufe der Anhörung noch bei der anschliessenden Rückübersetzung seiner Aussa- gen Verständigungsschwierigkeiten oder eine mangelhafte Übersetzung durch die dolmetschende Person geltend gemacht. Die Hilfswerkvertretung führte zwar aus, die Deutschübersetzungen des Dolmetschers seien zum Teil nicht eindeutig verständlich gewesen . Sie räumte jedoch gleichzeitig ein, die Fachspezialistin habe entsprechende Korrekturvorschläge ge- macht und einzelne falsche Übersetzungen seien korrigiert worden. Aus dem Anhörungsprotokoll ergeben sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass es nebst den von der Hilfswerkvertretung aufgeführten Beispielen zu weiteren Übersetzungsschwierigkeiten gekommen sein könnte. Die Hilfs- werkvertretung sah sich denn offensichtlich auch nicht ve ranlasst, einen Abbruch der Anhörung anzuregen. Hinzu kommt, dass dem Beschwerde- führer am Ende der Anhörung seine ins Deutsche übersetzten Aussagen E-986/2016 Seite 14 rückübersetzt wurden und er die Richtigkeit der gemachten Aussagen auf jeder Seite und am Ende des Protokolls unterschriftlich bestätigte. Die Wi- dersprüche und Unstimmigkeiten in den Aussagen des Beschwerdeführers sind somit nicht auf eine mangelhafte Übersetzung, sondern auf sachliche Diskrepanzen zurückzuführen. Die Rüge der mangelhaften Übersetzung erweist sich somit als unbegründet. Der Antrag auf Offenlegung der SEM- internen Qualitätsbeurteilung der dolmetschenden Person wird abgewie- sen. 3.3.2 Auch hat die Vorinstanz den Sachverhalt hinreichend abgeklärt, voll- ständig und richtig festgestellt. Bei den diesbezüglich konkret angeführten Argumenten in der Beschwerde fällt auf, dass sie mehrheitlich eine Kritik an der Würdigung des Sachverhaltes durch die Vorinstanz darstellen. Dies etwa bezüglich de s Vorwurfs, die Vorinstanz habe zahlreiche bekannte Länderinformationen ignoriert; dabei lässt eine fehlende Auseinanderset- zung mit den vom Rechtsvertreter angeführten Punkten noch nicht auf feh- lende Länderkenntnisse der Vorinstanz schliessen. Aus den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ist sodann nicht ersichtlich, dass sich die Vorinstanz bei der Würdigung der gesuchsbegründenden Aussagen auf ei- nen unvollständigen oder aktenwidrigen Sachverhalt abgestellt hätte. Zwar ist zutreffend, dass die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdefüh rers in der angefochtenen Verfügung unerwähnt geblieben sind. Dieser Mangel ist indessen als geheilt zu erachten, zumal das SEM in seiner Vernehmlas- sung dazu Stellung genommen und begründet hat, weshalb die angebliche Teilnahme des Beschwerdeführers am Hel dengedenktag in H._______ und an einer Demonstration in G._______ am (…) 2015 aus seiner Sicht zu keiner flüchtlingsrechtlich rele vanten Gefährdung führen könne. D as SEM ist insgesamt – wie nachstehend zu zeigen sein wird (vgl. nachfol- gend E. 5) – berechtigterweise zum Schluss gelangt, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien in verschiedenen Punkten unglaubhaft oder ver- möchten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genü- gen. 3.3.3 Dass die Vorinstanz die eingereichten Beweismittel nicht im Sin ne des Beschwerdeführers gewürdigt hat, stellt weder eine Verletzung des Un- tersuchungsgrundsatzes noch des rechtlichen Gehörs oder der Begrün- dungspflicht dar. Vielmehr ergibt sich aus der angefochtenen Verfügung, dass sie sich mit den Beweismitteln auseina ndergesetzt und die Begrün- dung insgesamt so abgefasst hat, dass sich der Beschwerdeführer über die Tragweite der Verfügung ein Bild machen und diese sachgerecht an- fechten konnte. In der angefochtenen Verfügung wurden die zu den Akten E-986/2016 Seite 15 gereichten Dokumente namentlich aufgeführt und einzeln begründet, wes- halb sie zum Nachweis der Vorbringen nicht geeignet seien. Auch das leere Formular in tamilischer Sprache zur Meldung verschwundener Personen wurde namentlich genannt, womit auch diesem Umstand hinreichend Rechnung getragen wurde. Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht ernstgenommen und seine Ant- worten nicht sorgfältig ausgewertet worden wären. 3.3.4 Der Vollständigkeit halber hält das Bundesverwaltungsgericht betref- fend des geltend gemachten fehlenden Beizugs von aktuellen Länderinfor- mationen fest, dass allgemeine Länderinformationen eine Mittelstellung zwischen Sachverhalt und Rechtsnorm einnehmen, nicht aber Bestandteil von diesen sind. Sie gehören auch nicht zu den gesetzlichen Beweismitteln im Sinne von Art. 12 Bstn. a – e VwVG (Urkunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittpersonen, Augenschein oder Gutachten von Sachverständigen). Vielmehr handelt es sich um allgemeine Hinter- grundinformationen, die einer quellenkritischen Auslegung bedürfen und denen lediglich Hilfsfunktion bei der Sachverhaltsfeststellung zukommt. Letztere muss im konkreten Einzelfall unrichtig sein (allenfalls als Folge einer nicht aussagekräftigen Länderinformation), um den Beschwer- degrund der unrichtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes erfüllen zu können (vgl. Urteil des BVGer D-6308/2016 vom 29. November 2016 E. 4.4). Dies ist vorliegend offensichtlich nicht der Fall, zumal sich auch aus den eingereichten Beweismitteln – insbesondere den Berichten zur Lage in Sri Lanka – nichts anderes ableiten lässt. 3.4 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegrün- det, weshalb der Antrag, die angefochtene Verfügung sei bereits deshalb aufzuheben und die Sac he zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück- zuweisen, abgewiesen wird. Was die weiteren auf Beschwerdeebene er- hobenen formellen Anträge betrifft, sind diese ebenfalls abzuweisen. Es besteht namentlich keine Veranlassung, dem Beschwerdeführer eine Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen, zumal der An- trag nicht begründet wird und die Beschwerdesache weder aussergewöhn- lich umfangreich noch besonders schwierig ist (vgl. Art. 53 VwVG). Zudem besteht auch kein Grund, den in Ziff. 5 auf Seite 25 der Beschwerde ge- stellten Beweisanträgen zu entsprechen, zumal die Vorinstanz den Sach- verhalt richtig sowie vollständig festgestellt hat und nicht ersichtlich ist, in- wiefern zusätzliche Abklärungen erforderlich sein sollten. Der Antrag auf Ansetzung einer angemessenen Frist zur Einreichung der Rationierungs- karte der Familie des Beschwerdeführers ist ebenfalls abzuweisen, zumal E-986/2016 Seite 16 der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe ausführt, er sei von sich aus bemüht, die Lebensmittelrationierungskarte zu organisieren. Zudem ist er im Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht ohnehin gehalten, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken. Soweit sich die Kritik des Beschwerdeführers auf die Beweiswürdigung bezieht, ist in den nach- gehenden Erwägungen darauf einzugehen. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachw eisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft- machen der gesuchsbegründenen Aussagen in verschiedenen Entschei- den dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2). 5. 5.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Übereinstimmung mit der Vo- rinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers entwe- der den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG oder denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht genü- gen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann vorab auf die ausführli- chen und zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung ver- wiesen werden (vgl. Sachverhalt Bst. B). E-986/2016 Seite 17 Die Vorbringen auf Beschwerdeebene führen nicht zu einer ander en Ein- schätzung. Wie in E. 3.3.1 ausgeführt worden ist, liegt keine mangelhafte Übersetzung der Aussagen des Beschwerdeführers bei der BzP und der Anhörung vor, weshalb die von der Vorinstanz aufgezeigten Unstimmigkei- ten nicht darauf zurückgeführt werden können. Als ganz wesentliches Un- glaubhaftigkeitselement erachtet das Gericht die voneinander abweichen- den angeblich hauptsächlichen Gründe für die Ausreise. Das Vorbringen, der Beschwerdeführer habe mit dem Schreiben von D._______ und dem leeren Formular in tamilischer Sprache zur Meldung verschwundener Per- sonen nun den Beweis dafür erbracht, dass er aufgrund seiner Verbindun- gen zu D._______ eine behördliche Verfolgung in Sri Lanka zu befürchten habe, überzeugt nicht. Gemäss dem Schreiben vom (…) September 2014 sei der Beschwerdeführer nämlich deshalb von den sri-lankischen Sicher- heitskräften verfolgt, weil er D._______ bei den Provinzwahlen 2013 unter- stützt und Wahlpropaganda (…) betrieben habe. Diese Ausführungen sind nicht mit den Vorbringen des Beschwerdeführers in Einklang zu bringen, er sei wegen den Vorfällen vom (…) und (…) 2014 ausgereist, aus Furcht vor Verfolgung wegen des Verteilens und Einsammelns von Formularen im Zu- sammenhang mit vermissten Personen (A5/7 Ziff. 7.01 und A13/6 F51). Auch das leere Formular ist offensichtlich nicht geeignet, die Verfolgungs- vorbringen des Beschwerdeführers zu belegen. Ebensolches gilt, wie das SEM zutreffend festhält, für die Spitalbestätigung; vielmehr entsteht der Eindruck, der Beschwerdeführer habe anlässlich der Anhörung die geltend gemachte Dauer seines Spitalaufenthaltes der Bestätigung angepasst. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung in ausführlicher Weise dargelegt und aufgezeigt, weshalb die Aussagen des Beschwerdeführers nicht glaubhaft seien. Sie hat ihm insbesondere auch detaillierte Fragen zum Umfang seines angeblichen Engagements zugunsten von D._______, zum Verschwinden seines Onkels und zu seinem letzten Aufenthaltsort in Sri Lanka vor seiner Ausreise in die Schweiz gestellt. Eine Durchsicht der Protokolle ergibt, entgegen den diesbezüglichen Ausführungen in der Be- schwerde, auch keine Anhaltspunkte dafür, die Vorinstanz könnte zahlrei- che Sachverhalte nicht korrekt abgeklärt haben. Die von der Vorinstanz aufgezeigten Unstimmigkeiten betreffen zentrale Punkte und nicht lediglich Details in der Asylbegründung oder sprachliche Unterscheidungen. Die der Argumentation des SEM zugrunde liegenden Protokollstellen sind auch nicht auf Missverständnisse, die aus einer mangelhaften Übersetzung ent- standen sind, zurückzuführen, sondern vielmehr auf die unstimmigen und widersprüchlichen Aussagen des Beschwerdeführers zum geltend ge- machten Sachverhalt. Das Vorbringen, die Behauptung der Vorinstanz, der E-986/2016 Seite 18 Beschwerdeführer sei bis 2014 unbehelligt geblieben, widerspreche seinen Aussagen, findet offensichtlich keine Stütze in de n Akten. Der Beschwer- deführer hatte die Frage bei der BzP , ob er ausser den soeben erwähnten Problemen vom (…) und (…) 2014 sonst je irgendwelche Probleme mit Personen, Behörden oder anderen Organisationen gehabt habe, aus- drücklich verneint (A5/8 Ziff. 7.02). Ausserdem bejahte er die Frage, ob die Vorfälle vom August 2014 alle Gründe seien, weshalb er sein Heimatland verlassen habe und in der Schweiz um Asyl nachsuche (A5/7 Ziff. 7.01). 5.2 Angesichts dieser Sachlage erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den weiteren Ausführungen auf Beschwerdeebene zu den von der Vo- rinstanz zu Recht als nicht glaubhaft erachteten Vorfluchtgründen. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht, für den Zeitpunkt seiner Ausreise asyl- relevante Vorfluchtgründe geltend zu machen. 5.3 5.3.1 Es ist aber auch nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh- rer im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgungsmassnahmen zu befürchten hätte. 5.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat im Referenzurteil E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach Sri Lanka vorgenommen (vgl. dort E. 8) und festgestellt, dass aus Europa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der Beurteilung des Risikos von Rückkehrenden, Opfer ernsthafter Nachteile in Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risiko- faktoren. Dabei handelt es sic h um eine tatsächliche oder vermeintliche, aktuelle und vergangene Verbindung zu den LTTE, einen Eintrag in der „Stop-List“, die Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen sowie frühere Verhaftungen durch die sri -lankischen Behörden, üblicher- weise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten Verbin- dung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E. 8.4.1–8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und überprüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderlichen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise zu- rückgeführt werden oder die über die Internationale Organisation für Mig- ration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Personen mit gut sicht- baren Narben (sog. s chwach risikobegründende Faktoren, vgl. a.a.O., E-986/2016 Seite 19 E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die konkret glaub- haft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht, d ass insbeson- dere jene Rückkehrenden eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachtei- len im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lankischen Be- hörden zugeschrieben wird, dass sie bestrebt sind, den tamilischen Sepa- ratismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O., E. 8.5.1). 5.3.3 Der Beschwerdeführer ist erst mehrere Jahre nach Beendigung des Bürgerkriegs aus Sri Lanka ausgereist. Verbindungen zur LTTE, aufgrund derer ihn die sri -lankischen Behörden ernsthaft verdächtigen würden, er könnte bestrebt sein, den tamilischen Separatismus wieder aufleben zu lassen, konnte er ebenso wenig glaubhaft machen, wie sein Vorbringen, er sei in erheblicher Weise in die Aufklärung des Verschwindens von vermiss- ten Personen involviert gewesen. Seine Zugehörigkeit zur tamilischen Eth- nie und seiner Herkunft aus dem Norden Sri Lankas für sich alleine reichen nicht zur Annahme, er könnte – in asylrechtlich erheblicher Weise – ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten sein beziehungsweise geraten. An dieser Einschätzung änd ert auch die mit der Eingabe vom 11. März 2016 als Beilage 5 eingereichte aktualisierte Version des Länder- berichts mit den dazugehörenden Quellen auf der beigelegten CD nichts. Schliesslich kann auch hier ergänzend auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. 5.3.4 Die erst auf entsprechende Frage der Hilfswerkvertretung bei der An- hörung im Sinne subjektiver Nachfluchtgründe geltend gemachte Teil- nahme des Beschwerdeführers an der (…) in H._______ und an einer von ihm nicht näher umschriebenen Demonstration in G._______ am (…)2015 stellen sodann keine exilpolitischen Tätigkeiten in einem Ausmass dar, die die Aufmerksamkeit der sri-lankischen Behörden doch noch entscheidend auf ihn lenken könnten. Der Verweis in der Replik auf die Beilagen 72 und 73 des Länderberichts vom 22. Februar 2016 und den gleichzeitig eingereichten Entscheid der Vorinstanz vom 9. Oktober 2014 i.S. O._______ ist nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu führen, zumal dieser Fall gerade nicht mit demje- nigen des Beschwerdeführers vergleichbar ist. 5.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest E-986/2016 Seite 20 glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat sein Asylgesuch zu Recht abge- lehnt. 6. 6.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa- milie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An spruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegw eisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat für Migration das Anwesen- heitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 7.2.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG nicht zuläs- sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. 7.2.2 Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und Art. 5 AsylG nicht anwendbar, wie das SEM bereits zutreffend festgestellt hat. 7.2.3 Die Zulässigkeit des Vollzuges beurteilt sich demzufolge nach den allgemeinen verfassungs - und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand- lung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). E-986/2016 Seite 21 Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei- sungsvollzug aktuell nicht als unzulässig erscheinen (vgl. dazu das Urteil E-1866/2015 E. 12.2). Au ch der Europäische Gerichtshof für Menschen- rechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon aus- zugehen sei, aus Europa zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine EMRK-widrige Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Es ergeben sich aus den Akten keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka dort mit beacht- licher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen sogenannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig- keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden beziehungsweise, dass er im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge- setzt wäre. 7.2.4 Nach dem Gesagten lassen weder die allgemeine Menschenrechts- situation noch individuelle Faktoren in der Situation des Beschwerdefüh- rers den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt unzulässig erschei- nen. 7.3 7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2 Die allgemeine Menschenrechtssituation und sicherheitspolitische Lage in Sri Lank a lässt den Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zu- mutbar erscheinen, wenn das Vorliegen individueller Zumutbarkeitskrite- rien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Be- ziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommen s- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil des BVGer E -1866/2015, a.a.O., E. 13.2). Der Beschwerdeführer stammt aus I._______ (Nordprovinz), wo er gebo- ren und bis zu seiner Ausreise gelebt hat. Er verfügt dort mit seinen Eltern, E-986/2016 Seite 22 Geschwistern un d weiteren Verwandten über ein tragfähiges verwandt- schaftliches und wohl auch soziales Beziehungsnetz. Es darf davon aus- gegangen werden, dass er bei einer Rückkehr auf eine gesicherte Wohn- situation treffen wird. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer eine ver- gleichsweise umfassende Schulbildung genossen (12 Jahre, Abschluss mit A-Level); ein Fernstudium in (…) habe er begonnen, allerdings nicht wei- terverfolgt. Schliesslich gab der Beschwerdeführer an, auf den Feldern sei- nes Vaters gearbeitet zu haben. Es sind deshalb in den individuellen Um- ständen des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, der junge und gesunde Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten, die als konkrete Gefährdung zu werten wäre. 7.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 7.4 Der Beschwerdeführer hat eine authentische Identitätskarte zu den Ak- ten gegeben, die er 2011 legal erhalten habe. Im Übrigen obliegt es ihm, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die gegebenenfalls für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefoch tene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer- deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da der Antrag auf Befreiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischenverfügung vom 18. März 2016 gutgeheissen wurde und sich aus den Akten keine Hinweise auf eine nachträgliche Veränderung der fi- nanziellen Verhältnisse ergeben, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite) E-986/2016 Seite 23 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Esther Marti Peter Jaggi Versand: