B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3285/2021 law/rep U r t e i l v o m 5 . O k t ob e r 2 0 2 1 Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz), Richter Daniele Cattaneo, Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka, vertreten durch MLaw Cora Dubach, Beschwerdeführer, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM vom 16. Juni 2021 / N (…). D-3285/2021 Seite 2 Sachverhalt: A. Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Ethnie – verliess seine Heimat eigenen Angaben zufolge am 6. November 2019 legal via den Flughafen von Colombo in Richtung Iran und gelangte am 2. März 2021 in die Schweiz, wo er am selben Tag um Asyl nachsuchte. In der Folge wurde er dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region (…) zu- gewiesen, worauf ihm am 5. März 2021 von Gesetzes wegen (vgl. Art. 102 f ff. des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]) eine Rechtsvertretung bestellt wurde. Am 8. März 2021 erhob das SEM im BAZ seine Personalien (Protokoll der Personalienaufnahme [PA]). Am 7. Juni 2021 hörte ihn das SEM gestützt auf Art. 29 AsylG eingehend zu seinen Asylgründen an. Hinsichtlich seiner persönlichen Verhältnisse führte der Beschwerdeführer aus, er sei mit seinen Eltern sowie zwei jüngeren Geschwistern im Dorf B._______, Distrikt Jaffna, Nordprovinz aufgewachsen. Er habe die Schule elf Jahre lang besucht und mit O -Level abgeschlossen. Danach habe er seit dem Jahr 2008 als (…), (…) und in weiteren Tätigkeiten gearbeitet. In Bezug auf seine Ausreisegründe machte der Beschwerdeführer geltend, im Jahr 2015 sei eine junge Frau namens C._______ vergewaltigt und an- schliessend getötet worden. In diesem Zusammenhang habe es Demonst- rationen an verschiedenen Orten gegeben. In der Folge seien viele junge Männer festgenommen worden. Auch er sei damals eine Nacht lang inhaf- tiert und am folgenden Tag wieder freigelassen worden. Da er weitere be- hördliche Probleme befürchtet habe, sei er im Jahr 2016 nach D._______ gereist, um im Januar 2018 in seine Heimat zurückzukehren, wo er wieder mit seinen Eltern und seinen beiden jüngeren Schwestern im Heimatdorf B._______ zusammengelebt habe. Am 17. Juni 2018 habe er beabsichtigt, in einer Kirche in E._______ (Dis- trikt F._______) Ostern zu feiern. Als er gemeinsam mit einem Cousin müt- terlicherseits und anderen Leuten vor der Kirche gestanden sei, sei es in der Nähe zu einer Streiterei gekommen. Plötzlich seien zwei Polizisten mit einem Motorrad auf sie zugefahren und hätten zu schiessen begonnen. Dabei sei sein Cousin getroffen worden. Er selbst sei nach den Schüssen in die Kirche gerannt. Später sei sein Cousin in ein Spital gebracht worden, wo er seinen Verletzungen erlegen sei. Im Anschluss an diesen Vorfall sei es zu Protesten gekommen, an denen sich ungefähr tausend Personen beteiligt hätten. Dabei sei die Festnahme der beiden Polizisten gefordert D-3285/2021 Seite 3 worden. Wenig sp äter hätten sein Onkel sowie seine Tante eine Be- schwerde eingereicht, worauf ein Verfahren gegen die beiden Polizisten eröffnet worden sei. Das Verfahren sei später indessen eingestellt worden, weil sein Onkel und seine Tante nach einem Gerichtstermin keine weiteren Gerichtstermine hätten wahrnehmen wollen beziehungsweise die Be- schwerde zurückgezogen hätten. Im Anschluss an die Protestaktionen seien viele Teilnehmer verhaftet worden. Aus Angst, ebenfalls festgenom- men zu werden, sei er deswegen etwa eine Woche nach dem Vorfall zu seiner in G._______ wohnhaften Tante gereist. Bereits kurz nach seiner Ankunft in G._______ hätten die heimatlichen Behörden bei seinen Eltern nach ihm gesucht. Schliesslich habe er sich im Januar 2019 von G._______ in sein Heimatdor f B._______ zurückbegeben, weil er seine Familie habe wiedersehen wollen. Dabei habe er aus Vorsicht meistens bei einer ebenfalls in B._______ wohnhaften Tante übernachtet. Im März 2019 sei er abermals in seinem Elternhaus in B._______ gesucht worden. Da er dort nicht anzutreffen gewesen sei, hätten die sri-lankischen Behörden an seiner Stelle seinen Vater mitgenommen. Daraufhin habe er sich in Begleitung seiner Mutter auf den Polizeiposten begeben, worauf er festgenommen worden sei. Man habe ihm eröffnet, er werde in Bälde durch einen Offizier befragt. Diese Befragung habe jedoch nicht stattgefunden. Stattdessen sei er geschlagen worden, nachdem er seine Mutter aufgefor- dert habe, sich in vorliegender Angelegenheit an eine Menschenrechtsor- ganisation zu wenden. Schliesslich sei es seinem Onkel durch Bezahlung einer grossen Geldsumme gelungen, ihn und seinen Vater am selben Tag aus der Haft freizubekommen. Der involvierte Polizist habe ihm geraten, seine Heimat baldmöglichst zu verlassen, da er andernfalls Konsequenzen zu gewärtigen habe. Nach seiner Freilassung im März 2019 habe er bis November 2019 weiterhin zusammen mit seinen Eltern und Geschwistern im Heimatdorf gelebt. Schliesslich sei er a m 6. November 2019 mit Hilfe eines Schleppers mit seinem eigenen Reisepass via den Flughafen Co- lombo ausgereist. Vom Iran aus sei er auf dem Landweg in die Türkei wei- tergereist, wo er sich ungefähr ein Jahr lang aufgehalten habe. Anschlies- send sei er von der Türkei aus per Schiff nach Italien gereist. Vor der Küste Siziliens sei es am 1. September 2020 an Bord zu einer Explosion gekom- men, wobei ungefähr neun Menschen ums Leben gekommen seien. Er selbst sei damals trotz starker Brandverletzungen ins Meer gesprungen und habe sich in ein italienisches Polizeiboot retten können. Anschliessend sei er ohnmächtig geworden und via Helikopter in ein Spital in H._______ geflogen worden, wo er am 22. Oktober 2020 aus dem Koma erwacht sei. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in italienischen Flüchtlingscamps D-3285/2021 Seite 4 sei er schliesslich anfangs März 2021 illegal in die Schweiz gelangt. In der Schweiz würden seine Verbrennungen mit verschiedenen Salben behan- delt. Zudem leide er seit dem Unfall vom 1. September 2020 unter Kopf- schmerzen und sei traumatisiert. Der Beschwerdeführer reichte im Verlaufe des e rstinstanzlichen Verfah- rens eine Kopie seiner sri -lankischen Geburtsurkunde inklusive deutsch- sprachiger Übersetzung, diverse Fotos hinsichtlich der Beerdigung seines Cousins sowie mehrere diesbezügliche Videos zu den Akten. Seinen Rei- sepass sowie seine Identitätskarte habe er als Folge des Schiffsunglücks vom 1. September 2020 verloren. B. Am 14. Juni 2021 unterbreitete das SEM dem Beschwerdeführer bezie- hungsweise dessen damaliger Rechtsvertreterin den Entwurf des ableh- nenden Asylentscheides zur Stellungnahme. In ihrer Stellungnahme vom 15. Juni 2021 hielt die frühere Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers fest, die Einschätzung des SEM, wonach seine Asylvorbringen nicht glaub- haft seien, könne nicht nachvollzogen werden. So habe er anlässlich seiner Anhörung alle Fragen spontan, sachlich und widerspruchsfrei beantwortet und die wesentlichen Aspekte seiner Erlebnisse zuzüglich einiger Details erzählt. Sein persönlicher Erzählstil sei sachlich, was mit seiner tamilischen Kultur einhergehe, in der Gefühle nicht unaufgefordert wiedergegeben wür- den. Er sei in der Anhörung nach Fakten und nicht nach seinen Gefühlen gefragt worden. Demnach spreche das fehlende Wiedergeben seiner Ge- fühle nicht für die Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen. Darüber hinaus habe er in seiner Erzählung durchaus einige persönliche Gefühle wiedergege- ben (vgl. Anhörung F139 und F 142 f.). Im Weiteren sei seine generelle Angst vor dem Militär und der Polizei vor dem Hintergrund der früheren Probleme seiner Familienangehörigen aufgrund ihrer LTTE-Vergangenheit nachvollziehbar. C. Mit – am selben Tag eröffneter – Verfügung vom 16. Juni 2021 stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. D. Mit Schreiben vom 17. Juni 2021 legte die Rechtsvertretung des Be- schwerdeführers im BAZ der Region (…) ihr Mandat nieder. D-3285/2021 Seite 5 E. Mit Eingabe vom 16. Juli 2021 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. In dieser wird be- antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm Asyl zu ge- währen. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und unmöglich sei und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird beantragt, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm ein amtlicher Rechtsbeistand zu benennen. F. Mit Schreiben vom 19. Juli 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der vorliegenden Beschwerde. G. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juli 2021 wies das SEM den Beschwerde- führer für die Dauer des weiteren Verfahrens dem Kanton I._______ zu. H. Mit Verfügung vom 2 2. Juli 2021 hiess der zuständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts d ie Gesuche um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung unter Vorbehalt ei- ner nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse des Be- schwerdeführers gut und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor- schusses. Gleichzeitig forderte er den Beschwerdeführer auf, bis zum 6. August 2021 eine amtliche Rechtsbeiständin oder einen amtlichen Rechtsbeistand zu benennen, ansonsten das Gericht von einem entspre- chenden Verzicht ausgehe. I. Mit Eingabe vom 3. August 2021 ersuchte die jetzige Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers da s Gericht unter Beilegung einer entsprechenden Vollmacht um Einsetzung als amtliche Rechtsvertretung. J. Mit Instruktionsverfügung vom 6. August 2021 ordnete das Gericht dem Beschwerdeführer seine jetzige Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbei- ständin bei und lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung innert sieben Arbeitstagen ein. D-3285/2021 Seite 6 K. Am 16. August 2021 reichte das SEM eine Vernehmlassung ein. L. Am 19. August 2021 stellte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwer- deführer die Vernehmlassung des SEM zu und räumte ihm die Gelegenheit ein, innerhalb von sieben Arbeitstagen ab Erhalt der Instruktionsverfügung eine Replik einzureichen. M. Mit Eingabe vom 31. August 2021 machte der Beschwerdeführer mittels seiner Rechtsvertreterin von seinem Replikrecht Gebrauch. Letztere fügte ihrer Eingabe eine Kostennote bei. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 der C ovid-19-Verordnung Asyl [SR 142.318]; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Be- schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz- würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). D-3285/2021 Seite 7 3. 3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Re- ligion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen aus - gesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaft gemacht ist die Flüchtlings- eigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesonder e Vor- bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi- dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 3.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub- haftmachen der Vorbringen gemäss Art. 7 AsylG in verschiedenen Ent- scheiden dargelegt und präzisiert. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1; Urteil des BVGer D -5779/2013 vom 23. Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.). 4. 4.1 Das SEM begründet die Ablehnung des Asylgesuchs des Beschwerde- führers im Wesentlichen damit, die Aussagen des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der Tötung seines Cousins anlässlich des Osterfestes vom 17. Juni 2018, seiner Teilnahme an den anschliessenden Protesten sowie seiner Festnahme im März 2019 seien derart allgemein, einsilbig, oberflächlich beziehungsweise unsubstantiiert und ohne Anzeichen per- sönlicher Anteilnahme oder Betroffenheit ausgefallen, dass nicht davon auszugehen sei, dass er die entsprechenden Ereignisse persönlich erlebt habe. Demnach seien seine diesbezüglichen Vorbringen als unglaubhaft einzustufen. Entsprechend sei nicht davon auszugehen, dass er im Zeit- punkt seiner Ausreise aus Sri Lanka im November 2019 behördlich verfolgt gewesen sei. Diese Einschätzung werde im Ergebnis auch durch den Um- stand bekräftigt, dass er seine Heimat eigenen Angaben zufolge legal mit seinem persönlichen Reisepass (auf dem Luftweg) verlassen habe, ohne irgendwelche behördlichen Anstände gehabt zu haben. Di e von ihm im D-3285/2021 Seite 8 Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens eingereichten Videos und Fotos bezüglich der Beerdigung seines Cousins seien ein Hinweis auf dessen Tod, der nicht in Abrede gestellt werde. Die genannten Beweismittel seien indessen nicht geeignet, die Umstände seines Todes zu erhellen ge- schweige denn die von ihm geltend gemachte Verfolgungssituation zu un- termauern. Auch die von ihm eingereichte Geburtsurkunde belege allen- falls seine Identität, nicht aber seine Asylvorbringen (vgl. zum Ganzen Ver- fügung des SEM vom 16. Juni 2021 S. 3 bis 6, II/1 [Akten SEM {…}-39/15]). Hinsichtlich der geltend gemachten kurzzeitigen Festnahme nach der Teil- nahme an Protesten wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer jun- gen Frau namens C._______ im Jahr 2015 sei festzuhalten, dass dieses Vorkommnis zeitlich in keinem hinreichenden Kausa lzusammenhang mit der Ausreise des Beschwerdeführers aus der Heimat im November 2019 stehe, weshalb es die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht zu erfüllen vermöge (vgl. im Einzelnen auch angefochtene Verfügung S. 6 f., II/2/a). 4.2 In der Beschwerde wird demgegenüber geltend gemacht, aus der An- hörung gehe hervor, dass der Beschwerdeführer traumatisiert sei und starke Kopfschmerzen gehabt habe. Er habe die Frage, wie es ihm am Tag der Anhörung gesundheitlich gehe, zwar mit "Okay, gut" beantwortet, was indessen eine reine Floskel gewesen sei. Ausserdem hätten sowohl die Vorkommnisse rund um den 17. Juni 2018 als auch die Anhörung vom 7. Juni 2021 extreme Stresssituationen für ihn dargestellt, was verständlich erscheinen lasse, dass er sich nicht mehr an jedes Detail erinnern könne. Gerade traumatisierten Personen falle es schwer, ausführlich, chronolo- gisch, zusammenhängend und in zeitlichem und räumlichem Rahmen über ihre Erlebnisse zu berichten, was durch eine als belastend empfundene Befragungssituation noch verstärkt werden könne. Darüber hinaus habe er seine Erlebnisse in den Jahren 2018 und 2019 in der Beschwerde nun nochmals so detailliert wie möglich beschrieben, weshalb sich nunmehr – im Verbund mit seinen Ausführungen bei der Anhörung – ein plausibles und nachvollziehbares Bild der Geschehnisse ergeben haben sollte. So habe er beispielsweise Uhrzeiten nennen, das Wetter beschreiben und ausfüh- ren können, dass er gerade Kerzen angezündet habe, als der Vorfall pas- siert sei. Weiter habe er anzugeben vermocht, wie viele Schüsse die Poli- zisten abgegeben hätten und wo diese eingeschlagen seien. Weiter habe er ausgeführt, wie alle Anwesenden die Tötung seines Cousins als willkür- lich empfunden hätten und er persönlich damals seh r traurig und wütend gewesen sei und nicht habe glauben können, was mit seinem Cousin, der D-3285/2021 Seite 9 für ihn wie ein älterer Bruder gewesen sei, passiert sei. Aus den vorge- nannten Gründen müssten seine Asylvorbringen als glaubhaft eingestuft werden. Dass er seine He imat mit seinem persönlichen Pass verlassen habe, spreche nicht gegen die Glaubhaftigkeit seiner Verfolgungsvorbrin- gen, habe doch ein Schlepper die Beamten bei der Grenzkontrolle besto- chen. Selbst wenn seine Vorbringen bezüglich der Jahre 2018 und 2019 als un- glaubhaft eingestuft würden, erfülle er die Flüchtlingseigenschaft zufolge seiner Inhaftierung im Jahr 2015. Die Vorinstanz habe diesbezüglich zwar erwogen, er hätte nach seiner Rückkehr nach Sri Lanka (im Juni 2018) in diesem Zusammenhang keinerlei Nachteile erlitten, weshalb auch kein hin- reichender zeitlicher Konnex zwischen diesem Vorkommnis und seiner Ausreise Ende des Jahres 2019 ersichtlich sei. Mit diesen Ausführungen lasse die Vorinstanz ausser Acht, dass sich die Situation für Tamilen seit der Präsidentenwahl im Jahr 2019 verschlechtert habe, weshalb er bei ei- ner Rückkehr nach Sri Lanka auch aufgrund der Inhaftierung im Jahr 2015 erneut ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten würde. 4.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung vom 16. August 2021 fest, weder den Akten noch dem Anhörungsprotokoll seien irgendwelche Hin- weise dafür zu entnehmen, dass es dem Beschwerdeführer während des erstinstanzlichen Verfahrens gesundheitlich derart schlecht gegangen wäre, dass er seine Erlebnisse nicht ausführlich hätte schildern können. Entsprechend habe dieser am Schluss der Anhörung angegeben, er habe alles sagen können, was er für sein Asylgesuch als wesentlich erachte. Trotz wiederholtem Hinwei s des Befragers, seine Schilderungen seien nach wie vor knapp und nicht nachvollziehbar, habe er selbst nie geltend gemacht, es falle ihm aufgrund einer allfälligen Traumatisierung schwer, detaillierter zu berichten. Ausserdem habe er zu Beginn der Anhörung aus- gesagt, dass es ihm (gesundheitlich) gut gehe. Ferner sei er im Laufe des Verfahrens explizit auf seine Mitwirkungspflicht hingewiesen worden. Schliesslich sei er seit Beginn des Verfahrens rechtlich vertreten gewesen, weshalb es ihm möglich und zuzumuten gewesen wäre, zumindest seiner Rechtsvertretung gegenüber darzulegen, dass es ihm zufolge seiner Trau- matisierung nicht möglich sei, in gehöriger Form über seine Fluchtgründe zu sprechen. Seine Rechtsvertretung hätte dies wohl zum Anlass genom- men, bei der Anhörung auf diesen Umstand hinzuweisen, was indes nicht geschehen sei. Angesichts des Gesagten müsse davon ausgegangen wer- den, dass der Beschwerdeführer hätte in der Lage sein müssen, im Rah-D-3285/2021 Seite 10 men des erstinstanzlichen Verfahrens angemessen über seine Flucht- gründe zu berichten. Seine diesbezüglichen Schilderung en in der Be- schwerde seien deutlich detaillierter und eingehender ausgefallen und ent- hielten etliche Realkennzeichen, die für tatsächlich Erlebtes sprechen wür- den. Angesichts der unplausibel bleibenden fehlenden Erzähldichte wäh- rend der Anhörung müssten di e detaillierten Ausführungen in der Be- schwerde indessen als nachgeschoben qualifiziert werden und könnten an der bisherigen Gesamteinschätzung der Asylvorbringen des Beschwerde- führers in der angefochtenen Verfügung nichts ändern. 4.4 In der Replik wird ausgefü hrt, aus dem Anhörungsprotokoll gehe ent- gegen der Auffassung der Vorinstanz gerade hervor, dass es dem Be- schwerdeführer damals gesundheitlich nicht gut gegangen sei, habe dieser doch darauf hingewiesen, seit dem Unfall (vom 1. September 2020) starke Kopfschmerzen zu haben und traumatisiert zu sein. Ausserdem habe er festgehalten, es gehe ihm auch deshalb nicht gut, weil er im Koma gelegen habe. Diese Aussagen seien höher zu gewichten als seine Aussage zu Be- ginn der Anhörung, es gehe ihm gut. Entsprechend wä re die Vorinstanz aufgrund der Untersuchungsmaxime verpflichtet gewesen, den Gesund- heitszustand des Beschwerdeführers abzuklären, nachdem dieser auf seine Traumatisierung hingewiesen habe. Weiter sei dem Anhörungspro- tokoll zu entnehmen, dass er Mühe bekund et habe, der Befragung zu fol- gen, wobei er mehrmals die Fragen nicht verstanden habe, was – ebenso wie sein damaliges Unvermögen, seine Vorbringen detaillierter zu schil- dern – auf seine Traumatisierung zurückzuführen sei. Trotzdem habe der Befrager seinen Befragungsstil nicht angepasst. Demgegenüber sei es ihm auf Beschwerdeebene schriftlich und in Ruhe gelungen, seine Asylvorbrin- gen detailliert und mit Realkennzeichen zu schildern. Entgegen der Ein- schätzung der Vorinstanz seien seine diesbezüglichen Ausführungen auch nicht als nachgeschoben, sondern als glaubhaft zu bewerten, da ihm eine adäquate Schilderung seiner Verfolgungsvorbringen bei der Anhörung zu- folge seiner Traumatisierung nicht möglich gewesen sei. Zwischenzeitlich habe er sich wegen seiner Trau matisierung auch in psychologische Be- handlung begeben. Da sich die leitende Ärztin zurzeit in den Ferien befinde und ihn voraussichtlich erst anfangs Oktober 2021 zu einem Gespräch empfangen könne, sehe er sich aktuell noch nicht in der Lage, einen ent- sprechenden ärztlichen Bericht einzureichen. D-3285/2021 Seite 11 5. 5.1 5.1.1 Einleitend ist die Frage zu prüfen, ob das Unvermögen des Be- schwerdeführers, seine Fluchtgründe bei der Anhörung anschaulich bezie- hungsweise lebensnah zu schildern, auf seine angebliche Traumatisierung zufolge des Bootsunglücks vom 1. September 2020 vor den Küsten Italiens zurückgeführt werden kann. Diesbezüglich ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer zu Beginn der Anhörung die Fragen, wie es ihm heute (gesundheitlich) gehe, zwei Male mit "Okay. Gut." beantwortet hat (vgl. Akten SEM […]-32/22 F 4 f.). Zwar erwähnte er später, nach dem Bootsunglück in Italien anderthalb Monate lang im Koma gelegen zu haben, weshalb es ihm nicht gut gehe, er an starken Kopfschmerzen und unter Schlafstörungen leide und er traumati- siert sei (vgl. Akten SEM […]-32/22 F6 f., F14 und F67). Er machte jedoch, obwohl durch einen Rechtsbeistand vertreten, auch auf wiederholten Vor- halt, seine Schilderungen der Ausreisevorbringen liessen nach wie vor die nötige Anschaulichkeit vermissen, nicht prononciert geltend, sein diesbe- zügliches Unvermögen sei auf die traumatisierenden Geschehnisse an- lässlich des Bootsunfalls in Italien zurückzuführen. Vielmehr hielt er bei- spielhaft, dazu aufgefordert, weitere Details in Bezug auf die am 17. Juni 2018 angeblich erfolgten Schüsse der Polizei auf ihn und seinen Cousin anzugeben, lediglich fest, sich nicht an weitere Details erinnern zu können, da die fraglichen Ereignisse schon einige Jahre zurückliegen würden (vgl. Akten SEM […]-32/22 F81). Angesichts der Prägnanz der entsprechenden Geschehnisse vermag dieser Einwand mit Blick auf die geringe Erzähl- dichte bei der Anhörung nicht zu überzeugen. Darüber hinaus fällt auf, dass der Beschwerdeführer in seinen Schilderungen rund um die Tötung seines Cousins durch Polizisten keinerlei Anzeichen persönlicher Betroffenheit bezüglich dessen Todes erkennen l ässt. Seine Verlautbarung im Zusam- menhang mit dem Bootsunglück vom 1. September 2020, immer noch un- ter Schuldgefühlen zu leiden, weil er anderen Schiffbrüchigen nicht habe helfen können (vgl. Akten SEM […]-32/22 F64), zeigt demgegenüber auf, dass er – notabene sogar in Bezug auf das traumatisierende Ereignis – durchaus in der Lage ist, emot ionale Betroffenheit bezüglich des Schick- sals anderer Menschen zu zeigen. Auch dieser Umstand weist im Ergebnis darauf hin, dass die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers in Be- zug auf seinen Heimatstaat nicht auf selbst Erlebtem beruhen. 5.1.2 Weiter ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die vom Beschwerdefüh- rer während der Anhörung geltend gemachten gesundheitlichen Probleme D-3285/2021 Seite 12 entgegen den Ausführungen in der Replik nicht ignoriert hat, hielt sie doch im Rahmen der Vernehmlassung fest, dem Anhörungsprotokoll seien keine Hinweise zu entnehmen, "dass es ihm während des erstinstanzlichen Ver- fahrens derart schlecht ergangen sei, dass er nicht ausführlich hätte schil- dern können". Das SEM interpretierte die vom Beschwerdeführer eingangs der Anhörung gemachte Aussage, sein aktueller Gesundheitszustand sei "okay" beziehungsweise "gut", indes zutreffend dahingehend, dass es ihm trotz der am 1. September 2020 erlittenen gesundheitlichen Einbussen im Zeitpunkt der (neun Monate später erfolgten) Anhörung durch die Schwei- zer Asylbehörden hinreichend gut gegangen sei, um ein adäquates Aussa- geverhalten von ihm erwarten zu dürfen. Das Gericht teilt demnach die Einschätzung in der Beschwerde nicht, wonach die gesundheitliche Zu- standsbeschreibung des Beschwerdeführers zu Beginn des Anhörungs- protokolls mit "okay" beziehungsweise "gut" sei eine reine Höflichkeitsflos- kel gewesen. 5.1.3 Vor diesem Hintergrund ist vorweg festzuhalten, dass die insgesamt oberflächlichen und vagen Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers im Rahmen seiner Anhörung nicht auf seine (möglicherweise bestehende) Traumatisierung zufolge des Bootsunglücks zurückgeführt werden können, weshalb diese als unglaubhaft zu erachten sind. Hieraus ergibt sich gleich- zeitig, dass die in der Beschwerde vorgetragenen Präzisierungen und Ver- dichtungen seiner angeblichen Verfolgungsvorbringen a priori und überein- stimmend mit dem SEM als nachgeschoben beziehungsweise unglaubhaft zu erachten sind. Damit ist mit dem SEM der Schluss zu ziehen, dass der Beschwerdeführer bezogen auf den Zeitpunkt seiner Ausreise aus Sri Lanka keine asylrelevante Verfolgung glaubhaft zu machen vermochte. 5.2 5.2.1 Das SEM stellte weiter fes t, es gelte zu prüfen, ob er im Falle der Rückkehr dennoch begründete Furcht vor künftigen Verfolgungsmassnah- men im Sinne von Art. 3 AsylG habe. Diese Prüfung sei gemäss dem Re- ferenzurteil des Bundesverwaltungsgerichts E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 anhand von Risikofaktoren vorzunehmen. Rückkehrer, die illegal ausgereist seien, über keine gültigen Identitätsdo- kumente verfügten, im Ausland ein Asylverfahren durchlaufen hätten oder behördlich gesucht würden, würden am Flughafen zu ihrem Hintergrund befragt. Diese Befragung allein und das allfällige Eröffnen eines Strafver- fahrens wegen illegaler Ausreise stellten keine flüchtlingsrechtlich rele- vante Verfolgungsmassnahme dar. Regelmässig würden Rückkehrer auch D-3285/2021 Seite 13 am Herkunftsort zwecks Registrierung, Erfassung der Identität, bis hin zur Überwachung der Aktivitäten der Person befragt. Diese Kontrollmassnah- men nähmen grundsätzlich kein asylrelevantes Ausmass an. Der Be- schwerdeführer habe nicht glaubhaft gemacht, vor der Ausreise asylrele- vanten Verfolgungsmassnahmen au sgesetzt gewesen zu sein. Allfällige, im Zeitpunkt der Ausreise bestehende Risikofaktoren hätten folglich kein Verfolgungsinteresse der sri -lankischen Behörden auszulösen vermocht. Auf Nachfrage habe er angegeben, dass sein Vater zwischen 1983 und 1985 und viele seiner Cousins bei den LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) tätig gewesen seien. Weder aus seinen Aussagen noch aus den Akten gingen indessen Hinweise hervor, dass die sri-lankischen Behörden vor seiner Ausreise ein Interesse an seiner Person geh abt hätten. Auch gingen aus den Akten keine Hinweise hervor, dass das Verteilen von Flug- blättern im Jahr 2014 oder seine Teilnahme am Märtyrergedenktag im Jahr 2015 das Interesse der heimatlichen Behörden an ihm geweckt hätten. Auf- grund der Aktenlage sei n icht ersichtlich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt werden sollte. Auch die am 16. November 2019 erfolgte Präsidentschaftswahl könne diese Einschätzung nicht umstossen. Mit der Wahl von Gotabaya Rajapa- ksa zum Präsidenten und der Einsetzung sogenannter Presidential Task Forces, die zu guten Teilen mit Personen militärischen Hintergrunds be- setzt worden seien, gingen Befürchtungen von mehr Einschüchterungen von Minderheiten einerseits und von Menschenrechtsaktivisten, Journalis- ten, Oppositionellen und weiteren regierungskritischen Personen anderer- seits einher. Tatsächlich habe die Überwachung der Zivilbevölkerung seit den dschihadistisch motivierten Terroranschlägen an Ostern 2019 und nochmals nach der Präsidentschaftswahl zugenommen. Dennoch bestehe aktuell kein Anlass zur Annahme, ganze Volks- oder Berufsgruppen seien unter Präsident Gotabaya Rajapaksa kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt. Voraussetzung für die Annahme einer Verfolgungsgefahr auf- grund der Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 sei ein persönli- cher Bezug der asylsuchenden Person zu diesem Ereignis respektive des- sen Folgen. Weder habe er die Präsidentschaftswahl respektive deren Fol- gen als Gefährdungselement vorgebracht, noch seien den Akten Hinweise auf eine Verschärfung seiner persönlichen Situation aufgrund dieses Er- eignisses zu entnehmen. Die Anforderungen für die Annahme ei ner be- gründeten Verfolgungsfurcht seien damit nicht gegeben. D-3285/2021 Seite 14 Seine Asylvorbringen hielten somit weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG noch denjenigen an die Glaub- haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG stand. Er erfülle somit die Flüchtlingseigen- schaft nicht, weshalb sein Asylgesuch abzulehnen sei. 5.2.2 In der Beschwerde wird in diesem Zusammenhang geltend gemacht, die Umstände in Sri Lanka hätten sich seit der Präsidentenwahl im Jahr 2019 für die tamilische Bevölkerung verschlechtert. Deswegen würde er mittlerweile auch aufgrund der Inhaftierung im Jahr 2015 ins Visier der Be- hörden geraten. Zudem sei er ein Tamile aus dem Norden, weshalb er au- tomatisch ins Visier der sri -lankischen Sicherheitsbehörden gerate. Auf- grund seiner Herkunft und seines Alters bestehe überdies ein Anfangsver- dacht, dass er den LTTE nahestehe. Ausserdem besitze er keinen Reise- pass und habe Narben im Gesicht und an den Armen. Somit erfülle er meh- rere Risikofaktoren, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft erfülle. 5.2.3 Das SEM hält in seiner Vernehmlassung fest, es habe bereits in sei- ner Verfügung vom 16. Juni 2021 aufgrund der zur Verfügung stehenden Angaben des Beschwerdeführers eine eingehende Prüfung seines Risi- koprofils vorgenommen. Somit sei betreffend die fehlenden gültigen Iden- titätsdokumente, den Vorfall im Jahr 2015, die allgemeine Lage in Sri Lanka wie auch seine Herkunft aus dem Norden Sri Lankas auf die erstinstanzli- che Verfügung zu verweisen, an welcher vollumfänglich festgehalten werde, zumal auch in der Besc hwerde nicht konkret ausgeführt werde, weshalb gerade der Beschwerdeführer ins Visier der sri-lankischen Behör- den geraten sollte. Es würden lediglich Vermutungen aufgeführt, ohne jene mit konkreten Anhaltspunkten zu untermauern. Betreffend die Narben des Beschwerdeführers sei anzufügen, dass diese – im Hinblick auf fehlende stark risikobegründende Faktoren – dessen Risikoprofil nicht derart zu schärfen vermöchten, dass von einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol- gung bei einer Rückkehr nach Sri Lanka ausgegangen werden müsste, zu- mal die Narben von einem Unfall auf der Flucht im September 2020 her- rührten. 5.2.4 In der Replik wird entgegnet, den Ausführungen des SEM könne nicht gefolgt werden. Nach dem von ihm in Sri Lanka Erlebten im Verbund mit seinem Risikoprofil sei naheliegend, dass er bei einer Rückkehr erneut ins Visier der Behörden geraten werde. So seien die Narben im Gesicht und auch am restlichen Körper sehr gut sichtbar und würden bei einer Kontrolle zweifelsohne auffallen und sein Risikoprofil zusamm en mit den anderen D-3285/2021 Seite 15 risikobegründenden Faktoren verschärfen. Dabei spiele es keine Rolle, woher die Narben tatsächlich stammen würden. 5.3 In Bezug auf ein allfälliges asylbeachtliches Risikoprofil des Beschwer- deführers im Sinne des Referenzurteils des Bundesve rwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 ist zunächst festzuhalten, dass dieser nicht glaubhaft machen konnte, dass er vor seiner Ausreise aus Sri Lanka wegen seiner Teilnahme an Protestkundgebungen nach der Tötung seines Cousins durch zwei Po lizisten am 17. Juni 2018 behördlich gesucht wor- den ist. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, sein Vater und zahlreiche Cousins hätten sich früher für die LTTE engagiert (vgl. Akten SEM […]- 32/22 F202 bis F204 und F209) , hat das SEM zu Recht festgestellt, aus den Akten ergäben sich keine Hinweise dafür, dass die sri-lankischen Be- hörden in diesem Zusammenhang irgendein Interesse an seiner Person gehabt hätten (vgl. Akten SEM […]-32/22 F210). Darüber hinaus liegen diese Geschehnisse – so soll sich sein Vater zwischen 1983 und 1985 für die Belange der LTTE eingesetzt haben (vgl. Akten SEM […]-32/22 F202 bis F204) – mittlerweile zeitlich derart weit zurück, dass nicht ersichtlich ist, weshalb dieser Umstand im Falle seiner Rückkehr nach Sri Lanka R ele- vanz in Bezug auf seine eigene P erson entfalten könnte, zumal der Be- schwerdeführer im fraglichen Zeitpunkt noch nicht einmal geboren war. Zu den Entwicklungen der allgemeinen politischen Lage in Sri Lank a ist festzustellen, dass nicht erkennbar ist, wie sich diese zum heutigen Zeit- punkt auf den Beschwerdeführer auswirken könnten. Diesbezüglich kann auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwie- sen werden. Hinsichtlich des Hinweises auf die sichtbaren Narben des Beschwerdefüh- rers teilt das Gericht die Einschätzung der Vorinstanz in ihrer Vernehmlas- sung, dass es sich hierbei lediglich um einen schwach risikobegründenden Faktor handelt, welcher auch in Verbindung mit der Papierlosigkeit, der ta- milischen Ethnie und seiner Herkunft aus dem Norden Sri Lankas kein hin- reichendes Risikoprofil erkennen lässt, um daraus seine Flüchtlingseigen- schaft herleiten zu können. Hinzu tritt der Umstand, dass der Beschwerde- führer seiner Brandverletzungen wegen in der Schweiz bereits seit Anfang März 2021 medizinisch betreut wird (vgl. die vier bei den Akten befindlichen medizinischen Datenblätter der Ors Service AG [Akten SEM {…}-16/1, {…}- 21/1, {…}-31/1 und {…}-36/1]). Den Datenblättern ist dabei unter anderem D-3285/2021 Seite 16 auch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sich seine Brandverlet- zungen erst vor kurzem auf seinem Reiseweg in die Schweiz zugezogen hat. Es dürfte demnach ohne Weiteres möglich sein, dass ihm auch nach- träglich in einem separaten Schreiben medizinisch bestätigt werden kann, dass seine Narben jünger en Datums sind, womit auch der Nachweis er- bracht werden könnte, dass diese nicht im Zusammenhang mit dem Ende Mai 2009 zu Ende gegangenen Bürgerkrieg in Sri Lanka entstanden sind. 5.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, was geeignet wäre, seine Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen. Nach dem Gesagten hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge- such abgelehnt. 6. 6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 7. 7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 7.2 Der Vollzug ist nich t zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). D-3285/2021 Seite 17 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun- gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus- reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts- stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.3 Die Vorinstanz wies in der angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per- sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be - schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge fähr- dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Ak ten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall e iner Aus- schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus- gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN -Anti-Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei- sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Refe- renzurteil des BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 12.2 sowie statt vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.2). Es ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass der Be- schwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr- scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann- ten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet D-3285/2021 Seite 18 wäre. Daran vermögen der Regierungswechsel vom November 2019 so- wie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Der We g- weisungsvollzug erweist sich somit als zulässig. 7.4 7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf- grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.4.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri -lankischen Regierung und den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge- mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord - und Ost- provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri- terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E -1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt- vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki- schen Regierung verhängte und a m 28. August 2019 aufgehobene Aus- nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen- hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt vieler Urteil BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 7.4.3 In individueller Hinsicht m acht der Beschwerdeführer psychische Probleme geltend, die der Zumutbarkeit des Vollzugs entgegenstehen wür- den. Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen Gründen ist nach Lehre und konstanter Praxis dann zu schliessen, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfü- gung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands der betroffenen Person führen würde (vgl. etwa BVGE 2011/50 E. 8.3 und 2009/2 E. 9.3.1 je m .w.H.). Demgegenüber liegt eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs noch nicht vor, wenn eine nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behandlung im Heimatland möglich ist (vgl. BVGE 2011/50 E. 8.3 und BVGE 2009/2 E. 9.3.2). 7.4.4 In der Replik wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer habe sich im Verlaufe des August 2021 in psychologische Behandlung begeben. Da sein Fall indessen zunächst noch von der leitenden Ärztin der Praxis, Frau D-3285/2021 Seite 19 J._______, welche sich derzeit in den Ferien befinde , beurteilt werden müsse, werde ein entsprechendes Gespräch zwischen ihr und dem Be- schwerdeführer erst anfangs Oktober 2021 möglich sein. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer seine angebliche Traumatisie- rung auf ein Geschehnis zurückführt, welches sich während seines Reise- wegs von Sri Lanka in die Schweiz ereignet haben soll. Es steht somit nicht im Zusammenhang mit seinen Asylvorbringen, welche sich im Übrigen, wie vorstehend ausgeführt, als unglaubhaft erwiesen haben. So besehen ist auch die Gefahr, im Falle einer Rückkehr in seiner Heimat retraumatisiert zu werden, zu verneinen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die psychi- schen Probleme des Beschwerdeführers nicht derart sind, dass von einer medizinischen Notlage im Sinne der vorste hend dargelegten Rechtspre- chung auszugehen ist. Ausserdem sind in Sri Lanka bei psychischen Er- krankungen sowohl stationäre als auch ambulante Betreuungsmöglichkei- ten verfügbar (vgl. Urteil BVGer E-7137/2018 vom 23. Januar 2019 E. 12.3 m.w.H.). Es liegen de mnach keine medizinischen Wegweisungshinder- nisse vor. Schliesslich steht es dem Beschwerdeführer offen, medizinische Rückkehrhilfe – sowohl hinsichtlich einer allfälligen weiteren Versorgung seiner Brandverletzungen als auch einer psychologischen Betreuung – in Anspruch zu nehmen (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). 7.4.5 Auch sonst liegen keine Gründe vor, die gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen. Der Beschwerdeführer stammt aus dem Dorf B._______, Distrikt Jaffna in der Nordprovinz, wohin der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich als zumutbar zu erachten ist. Im Weiteren ver- fügt der Beschwerdeführer in Sri Lanka über ein familiäres Umfeld . So habe er in seiner Heimat bis zur Ausreise gemeinsam mit seinen Eltern sowie zwei Geschwistern in einem Haushalt gelebt (vgl. Akten SEM […]- 32/22 F23 bis F27 und F34), mit denen er nach wie vor Kontakt unterhalte (vgl. Akten SEM […]-32/22 F51 f.). Darüber hinaus habe er selbst elf Jahre lang die Schule besucht, diese mit O-Level beendet und anschliessend zehn Jahre lang als (…) und (…) gearbeitet (vgl. Akten SEM […]-32/22 F37 bis F40). Es ist somit nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in eine existentielle Notlage geraten wird. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach nicht als unzumutbar. 7.5 Der Beschwerdeführer verfügt derzeit über kei ne gültigen Identitäts - beziehungsweise Reisepapiere. Es obliegt ihm indessen, sich bei der zu- ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi- gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu D-3285/2021 Seite 20 auch BVGE 2008/34 E. 12). Dem Vollzug der Wegweisung steht auch die Corona-Pandemie nicht entgegen. Bei dieser handelt es sich – wenn über- haupt – um ein temporäres Vollzugshindernis, welchem im Rahmen der Vollzugsmodalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Wegweisung der Situation in Sri Lanka angepasst wird (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e sowie statt vieler Urteil des BVGer D-4796/2019 vom 27. April 2020 E. 8.9). Der Vollzug der Wegweisung ist daher auch als möglich zu bezeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG). 7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 8. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihm jedoch mit Zwischenverfügung vom 22. Juli 2021 die unentgeltliche Prozessführung sowie – unter Vorbehalt der rechtzeitigen Benennung – die amtliche Rechtsverbeiständung gewährt wurde und sich an den Voraussetzungen dazu nichts geändert hat, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 10. Der mit Verfügung vom 6. August 2021 für das Beschwerdeverfahren amt- lich beigeordneten Rechtsvertreterin ist ein Honorar auszurichten (vgl. für die Grundsätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des Reg- lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die am 31. Au- gust 2021 eingereichte Gesamtkostennote weist für das vorliegende Ver- fahren einen totalen Zeitaufwand von 7 Stunden und 20 Minuten, Dolmet- scherkosten von Fr. 26.40, Auslagen in Höhe von Fr. 4. – sowie eine Dos- siereröffnungspauschale von Fr. 50. – auf. Der Aufwand erscheint in zeitli- cher Hinsicht als knapp angemessen. Generelle Pauschalen werden in- dessen praxisgemäss nicht vergütet, sondern nur effektiv ausgewiesene D-3285/2021 Seite 21 Kosten entschädigt. Für das Beschwerdeverfahren ist de r amtlich beige- ordneten Rechtsvertreterin somit zulasten des Gerichts ein amtliches Ho- norar in Höhe von Fr. 1'130.– (gerundet) zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) D-3285/2021 Seite 22 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Bundesverwaltungsgericht entrichtet der als amtlicher Rechtsbeistän- din eingesetzten Rechtsvertreterin ein Honorar in der Höhe von insgesamt von Fr. 1'130.–. 4. Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand: