<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2005 123 S.591</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">591</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> <span class="ft1"><b>V. Schulrecht</b></span><br/> <br/> <br/> <br/> <span class="ft3"><b>123 Schulrecht. Übertritt von der Primar- in die Bezirksschule</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Übertritt auf Empfehlung der Lehrperson oder aufgrund bestandener</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Übertrittsprüfung (Erw. 3.a).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Sind die Eltern mit der Empfehlung der Lehrperson nicht einverstan-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>den, entscheidet die Schulpflege über den prüfungsfreien Übertritt</b></span><br/> <span class="ft3"><b>(Erw. 3.a und 5).</b></span><br/> <span class="ft3"><b>- Wird der verweigerte Übertritt in eine höhere Schulstufe aufgrund ei-</b></span><br/> <span class="ft3"><b>ner dagegen erhobenen Beschwerde vorsorglich gestattet, dürfen die</b></span><br/> <span class="ft3"><b>dort erbrachten Leistungen für den Entscheid über die Beschwerde</b></span><br/> <span class="ft3"><b>grundsätzlich nicht berücksichtigt werden; Ausnahmen von diesem</b></span><br/> <span class="ft3"><b>Grundsatz (Erw. 6).</b></span><br/> <br/> <span class="ft4">Aus dem Entscheid des Regierungsrats vom 30. November 2005 i.S. M.M.</span><br/> <span class="ft4">gegen den Entscheid des Schulrats des Bezirks B.</span><br/> <br/> <span class="ft5"><i>Aus den Erwägungen:</i></span><br/> <br/> <span class="ft6">3. a) Gemäss § 1 der Verordnung über die Übertrittsprüfungen</span><br/> <span class="ft6">in die Sekundar- und Bezirksschule vom 17. November 2004 (Über-</span><br/> <span class="ft6">trittsprüfungsverordnung; SAR 421.355) können Schülerinnen und</span><br/> <span class="ft6">Schüler von der Primarschule in die Bezirksschule übertreten, wenn</span><br/> <span class="ft6">sie eine entsprechende Empfehlung der zuständigen Lehrpersonen</span><br/> <span class="ft6">erhalten oder eine Übertrittsprüfung nach dieser Verordnung bestan-</span><br/> <span class="ft6">den haben. Weiter hält § 73 Abs. 2 des Schulgesetzes (SchulG; SAR</span><br/> <span class="ft6">401.100) fest, dass die Schulpflege über die Zuweisung der</span><br/> <span class="ft6">Schülerinnen und Schüler in Stufen und Typen entscheidet, wenn</span><br/> <span class="ft6">sich die Inhaber der elterlichen Sorge der Beurteilung der Schule</span><br/> <span class="ft6">nicht anschliessen können. Dies bedeutet erstens, dass der Übertritt</span><br/> <span class="ft6">von der Primarschule in die Bezirksschule entweder auf Empfehlung</span><br/> <span class="ft6">der Lehrperson oder aufgrund bestandener Übertrittsprüfung erfolgt,</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">592</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">und zweitens, dass die Schulpflege über den prüfungsfreien Übertritt</span><br/> <span class="ft6">entscheidet, wenn die Eltern mit der Empfehlung der Lehrperson</span><br/> <span class="ft6">nicht einverstanden sind. Für das Empfehlungsverfahren gelten die</span><br/> <span class="ft6">Weisungen des Erziehungsrats vom 1. Oktober 1973 betreffend</span><br/> <span class="ft6">Übertritt an die Sekundar- oder Bezirksschule, wonach die Empfeh-</span><br/> <span class="ft6">lung aufgrund der erbrachten Leistungen, der Arbeitsdisziplin und</span><br/> <span class="ft6">der Entwicklungsprognose zu erfolgen hat. Dabei sollen die</span><br/> <span class="ft6">Leistungsnoten nicht in erster Linie und allein für die Empfehlung</span><br/> <span class="ft6">als massgebend betrachtet werden, und die Eignung für die höhere</span><br/> <span class="ft6">Schulstufe ist weniger vom angelernten Wissen als von der gesamten</span><br/> <span class="ft6">geistigen Haltung her abzuklären. Zur prüfungsfreien Aufnahme in</span><br/> <span class="ft6">die Bezirksschule dürfen nur Schülerinnen und Schüler empfohlen</span><br/> <span class="ft6">werden, deren Verbleiben aus guten Gründen erwartet werden kann.</span><br/> <span class="ft6">Als Richtwert für einen prüfungsfreien Übertritt an die Be-</span><br/> <span class="ft6">zirksschule gilt im Kanton Aargau praxisgemäss die Durchschnitts-</span><br/> <span class="ft6">note 5,0 in den Promotionsfächern. Einen Übertrittsanspruch lässt</span><br/> <span class="ft6">sich daraus jedoch nicht ableiten. Der Übertrittsentscheid erfolgt</span><br/> <span class="ft6">nach Massgabe der erziehungsrätlichen Weisungen und stellt eine</span><br/> <span class="ft6">ganzheitliche Beurteilung dar.</span><br/> <span class="ft6">(...)</span><br/> <span class="ft6">5. a) Das Instruktionsverfahren hat eindeutig ergeben, dass</span><br/> <span class="ft6">die Beschwerdeführerin weder von den beiden Lehrerinnen noch von</span><br/> <span class="ft6">der Schulleitung oder Schulpflege in irgendeiner Form darauf</span><br/> <span class="ft6">aufmerksam gemacht wurde, dass sie einen Entscheid der Schul-</span><br/> <span class="ft6">pflege zum prüfungsfreien Übertritt verlangen könne, falls sie mit</span><br/> <span class="ft6">der von den beiden Lehrerinnen abgegebenen Empfehlung nicht ein-</span><br/> <span class="ft6">verstanden ist. Vielmehr wurde ihr von der Schule mitgeteilt, die ein-</span><br/> <span class="ft6">zige Möglichkeit bestünde darin, die Übertrittsprüfung abzulegen.</span><br/> <span class="ft6">Unter diesen Umständen ist es nicht erstaunlich, dass die Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin erst im Beschwerdeverfahren gegen die nicht be-</span><br/> <span class="ft6">standene Übertrittsprüfung vor dem Schulrat den Antrag stellte, es</span><br/> <span class="ft6">sei ihr gestützt auf die Leistungen im zweiten Semester der 5. Klasse</span><br/> <span class="ft6">der Übertritt an die Bezirksschule zu gestatten. Der Bezirksschulrat</span><br/> <span class="ft6">trat darauf jedoch nicht ein mit der unzutreffenden Begründung, der</span><br/> <span class="ft6">Entscheid der zuständigen Schulpflege zum prüfungsfreien Übertritt</span><br/> <span class="ft6">sei in Rechtskraft erwachsen. Nachdem die Schulpflege B. gar nie ei-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">593</span></div> <div class="page" id="S3"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">nen solchen Entscheid getroffen hat und die Mutter der Beschwerde-</span><br/> <span class="ft6">führerin von der Möglichkeit, von der Schulpflege einen Entscheid</span><br/> <span class="ft6">zum prüfungsfreien Übertritt verlangen zu können, erst im Zusam-</span><br/> <span class="ft6">menhang mit der Beschwerde an den Regierungsrat Kenntnis erhal-</span><br/> <span class="ft6">ten hat, ist der Beschwerdeführerin nachträglich Rechtsschutz zu ge-</span><br/> <span class="ft6">währen. Da die Schulpflege B. sich in ihrer Stellungnahme der Über-</span><br/> <span class="ft6">trittsempfehlung der beiden Lehrerinnen angeschlossen hat, wird da-</span><br/> <span class="ft6">von abgesehen, die Angelegenheit der Schulpflege zur formellen Be-</span><br/> <span class="ft6">schlussfassung zurückzugeben. Der Regierungsrat entscheidet im</span><br/> <span class="ft6">vorliegenden Verfahren über den prüfungsfreien Übertritt der Be-</span><br/> <span class="ft6">schwerdeführerin in die 1. Klasse der Bezirksschule.</span><br/> <span class="ft6">b) Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">im Zeugnis des ersten Halbjahrs in den für den Übertritt zählenden</span><br/> <span class="ft6">Fächern Deutsch, Mathematik und Realien einen Notendurchschnitt</span><br/> <span class="ft6">von 4,83 erzielte und damit den Richtwert von 5,0 verpasst hat. Dies</span><br/> <span class="ft6">wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Zudem bestehen</span><br/> <span class="ft6">auch keine konkreten Anhaltspunkte, dass die von den beiden Lehre-</span><br/> <span class="ft6">rinnen vorgenommene Beurteilung der Leistungen und der Arbeits-</span><br/> <span class="ft6">haltung der Beschwerdeführerin unzutreffend wäre. Im Ergebnis ist</span><br/> <span class="ft6">festzuhalten, dass die Übertrittsempfehlung der beiden Lehrerinnen</span><br/> <span class="ft6">an die Sekundarschule im Zeitpunkt ihrer Ausfällung Mitte Februar</span><br/> <span class="ft6">2005 sachgerecht gewesen und deshalb nicht zu beanstanden ist.</span><br/> <span class="ft6">c) Weiter ist zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin - ih-</span><br/> <span class="ft6">rem Antrag entsprechend - aufgrund ihrer Leistungen im zweiten Se-</span><br/> <span class="ft6">mester der 5. Klasse der 1. Klasse der Bezirksschule zuzuweisen ist.</span><br/> <span class="ft6">(...)</span><br/> <span class="ft6">bb) Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im zweiten</span><br/> <span class="ft6">Semester der 5. Klasse in mehreren Fächern eine Leistungssteige-</span><br/> <span class="ft6">rung verzeichnete und in den Promotionsfächern einen Notendurch-</span><br/> <span class="ft6">schnitt von 5,0 erzielen konnte.</span><br/> <span class="ft6">Die Durchschnittsnote 5,0 in den Promotionsfächern stellt</span><br/> <span class="ft6">für den Übertritt an die Bezirksschule praxisgemäss einen Richtwert</span><br/> <span class="ft6">dar. Einen Übertrittsanspruch lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.</span><br/> <span class="ft6">Wie bereits oben in Ziffer 3 ausgeführt, hat die Empfehlung der</span><br/> <span class="ft6">Lehrperson aufgrund der erbrachten Leistungen, der Arbeitsdisziplin</span><br/> <span class="ft6">und der Entwicklungsprognose zu erfolgen. Die Eignung für die hö-</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">594</span></div> <div class="page" id="S4"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">here Schulstufe ist weniger vom angelernten Wissen als von der ge-</span><br/> <span class="ft6">samten geistigen Haltung her abzuklären. Zur prüfungsfreien Auf-</span><br/> <span class="ft6">nahme dürfen nur Schülerinnen und Schüler empfohlen werden, de-</span><br/> <span class="ft6">ren Verbleib in der oberen Schulstufe aus guten Gründen erwartet</span><br/> <span class="ft6">werden kann.</span><br/> <span class="ft6">Die beiden zuständigen Primarschullehrerinnen, welche auf-</span><br/> <span class="ft6">grund ihres täglichen Kontakts in der Schule und der langen</span><br/> <span class="ft6">Beobachtungszeit über die Möglichkeit verfügen, das schulische Po-</span><br/> <span class="ft6">tenzial der Beschwerdeführerin richtig einzuschätzen, gelangen in ih-</span><br/> <span class="ft6">rer Beurteilung zum Schluss, dass ein späterer Eintritt in die Bezirks-</span><br/> <span class="ft6">schule durchaus ein mögliches Ziel für die Beschwerdeführerin sei.</span><br/> <span class="ft6">Allerdings müssten dafür die Leistungen und die Konzentration kon-</span><br/> <span class="ft6">stant bleiben. Sie sähen das Sekundarschuljahr als eine Chance für</span><br/> <span class="ft6">die Beschwerdeführerin, ihre positive Veränderung zu bestätigen.</span><br/> <span class="ft6">Diese Einschätzung ist nachvollziehbar und verständlich. Aufgrund</span><br/> <span class="ft6">der Leistungssteigerung der Beschwerdeführerin im zweiten Se-</span><br/> <span class="ft6">mester wäre es nach Ansicht des Regierungsrats aber durchaus auch</span><br/> <span class="ft6">vertretbar gewesen, wenn die Schule auf ihre ursprüngliche Über-</span><br/> <span class="ft6">trittsempfehlung zurückgekommen wäre und die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">nachträglich an die Bezirksschule hätte übertreten lassen. Da jeden-</span><br/> <span class="ft6">falls nicht gesagt werden kann, dass sich die beiden Lehrerinnen und</span><br/> <span class="ft6">die Schulpflege bei ihrer Beurteilung von sachfremden Erwägungen</span><br/> <span class="ft6">haben leiten lassen, so dass diese unter rechtsstaatlichen Gesichts-</span><br/> <span class="ft6">punkten als nicht mehr vertretbar erscheinen, sieht sich der Regie-</span><br/> <span class="ft6">rungsrat nicht veranlasst einzuschreiten, zumal er sich bei der Über-</span><br/> <span class="ft6">prüfung von Übertrittsempfehlungen praxisgemäss eine gewisse</span><br/> <span class="ft6">Zurückhaltung auferlegt.</span><br/> <span class="ft6">6. a) Die während der Dauer eines Beschwerdeverfahrens</span><br/> <span class="ft6">nach einem vorsorglich gestatteten Übertritt in die beantragte höhere</span><br/> <span class="ft6">Schulstufe erbrachten Leistungen dürfen in der Regel keine Berück-</span><br/> <span class="ft6">sichtigung finden. Bei Promotionsentscheiden kann es grundsätzlich</span><br/> <span class="ft6">nur auf die im Aufnahmeverfahren erbrachten Leistungen ankom-</span><br/> <span class="ft6">men. Die vorsorgliche Ermöglichung des Schulbesuchs in einer</span><br/> <span class="ft6">höheren Klasse oder Stufe will lediglich den Anschluss für den Fall</span><br/> <span class="ft6">einer allfälligen Gutheissung der Beschwerde sicherstellen. Es ist</span><br/> <span class="ft6">grundsätzlich auf die Leistungen im Zeitpunkt des ursprünglichen</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Schulrecht</span> <span class="page_no">595</span></div> <div class="page" id="S5"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">angefochtenen Entscheids abzustellen, würde doch andernfalls die</span><br/> <span class="ft6">Durchsetzung der Promotionsbestimmungen in Frage gestellt. Der</span><br/> <span class="ft6">Grundsatz der Nichtberücksichtigung nachträglicher Leistungen</span><br/> <span class="ft6">kann indessen nicht ausnahmslos gelten. Es kann stossend sein, eine</span><br/> <span class="ft6">vorsorglich aufgenommene Schülerin, die sich durch besondere An-</span><br/> <span class="ft6">strengungen einen Verbleib in dieser Klasse zu erarbeiten erhofft und</span><br/> <span class="ft6">dabei nicht nur genügende sondern gute Leistungen erbringt, aus der</span><br/> <span class="ft6">Klasse wieder zu entlassen. Eine Mitberücksichtigung nachträglicher</span><br/> <span class="ft6">Leistungen lässt sich namentlich dort vertreten, wo der Übertritt</span><br/> <span class="ft6">nicht ausnahmslos eine bestandene Prüfung voraussetzt, sondern wo</span><br/> <span class="ft6">- wie dies vorliegend der Fall ist - auch ein prüfungsfreier Übertritt</span><br/> <span class="ft6">aufgrund einer Empfehlung der bisherigen Klassenlehrperson mög-</span><br/> <span class="ft6">lich ist und dementsprechend ein grosser Teil der Schülerinnen und</span><br/> <span class="ft6">Schüler ohne Aufnahmeprüfung in die gewünschte Schulstufe aufge-</span><br/> <span class="ft6">nommen wird. Bei diesem Aufnahmeverfahren kann nicht von einer</span><br/> <span class="ft6">ungerechten, systemwidrigen Privilegierung gesprochen werden,</span><br/> <span class="ft6">wenn in einzelnen Fällen statt der Notengebung und Empfehlung der</span><br/> <span class="ft6">früheren Klassenlehrperson eine entsprechende Beurteilung späterer</span><br/> <span class="ft6">Leistungen durch die Lehrpersonen der oberen Schulstufe zur Auf-</span><br/> <span class="ft6">nahme führt. Wie bereits erwähnt, kann aus nahe liegenden Gründen</span><br/> <span class="ft6">die Berücksichtigung solcher nachträglich erbrachter Leistungen nur</span><br/> <span class="ft6">ausnahmsweise zulässig sein, soll das ordentliche Aufnahmeverfah-</span><br/> <span class="ft6">ren nicht seinen Sinn verlieren (vgl. zum Ganzen AGVE 1990 S. 493</span><br/> <span class="ft6">ff. mit weiteren Hinweisen; RRB Nr. 1544 vom 12. Juli 1995 i.S.</span><br/> <span class="ft6">D.M., mit weiteren Hinweisen; RRB Nr. 1591 vom 16. August 2000</span><br/> <span class="ft6">i.S. L.M.).</span><br/> <span class="ft6">b) Ein solcher Ausnahmefall liegt hier vor. Die Lehrpersonen</span><br/> <span class="ft6">der Bezirksschule, welche die Beschwerdeführerin seit den Sommer-</span><br/> <span class="ft6">ferien unterrichten, erleben sie als fleissig, aktiv und anständig; sie</span><br/> <span class="ft6">arbeite zwar noch etwas langsam und sei zuweilen vergesslich.</span><br/> <span class="ft6">Aufgrund der bisher erzielten Noten sei sie in der Klasse vor der</span><br/> <span class="ft6">Mitte einzuordnen. Wenn sie lerne, ihr Arbeitstempo zu steigern und</span><br/> <span class="ft6">ihren Lernfleiss hochhalten könne, dann sei sie in ihren Augen eine</span><br/> <span class="ft6">Bezirksschülerin. Im ersten Quartal erzielte die Beschwerdeführerin</span><br/> <span class="ft6">in den Promotionsfächern je nach Rundung einen Durchschnitt zwi-</span><br/> <span class="ft6">schen 4,77 und 4,94 oder in Punkten ausgedrückt ein Punktetotal</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2005</span> <span class="title">Verwaltungsbehörden</span> <span class="page_no">596</span></div> <div class="page" id="S6"> <div role="main"><br/> <span class="ft6">zwischen 43 und 44,5 Punkten. Gemäss § 24 der Promotionsordnung</span><br/> <span class="ft6">für die Volksschule vom 16. Juli 1990 (SAR 421.351) ist für die defi-</span><br/> <span class="ft6">nitive Aufnahme in die Bezirksschule in den Promotionsfächern ein</span><br/> <span class="ft6">Notendurchschnitt von 4,0 bzw. sind 36 Punkte erforderlich. Diese</span><br/> <span class="ft6">Werte hat die Beschwerdeführerin deutlich übertroffen. In Anbet-</span><br/> <span class="ft6">racht der bisher guten Leistungen sowie der positiven Einstellung</span><br/> <span class="ft6">und Arbeitshaltung der Beschwerdeführerin hat sie reelle Chancen,</span><br/> <span class="ft6">die Bezirkschule erfolgreich zu absolvieren. Dies sehen auch der</span><br/> <span class="ft6">Klassenlehrer und die übrigen Lehrpersonen so, setzen aber voraus,</span><br/> <span class="ft6">dass die Beschwerdeführerin ihren Einsatzwillen beibehält. Weil die</span><br/> <span class="ft6">Beschwerdeführerin bereits am Ende der 5. Klasse von ihren</span><br/> <span class="ft6">Leistungen her ein Grenzfall gewesen ist und im laufenden Schuljahr</span><br/> <span class="ft6">gezeigt hat, dass sie den Anforderungen der Bezirksschule bis jetzt</span><br/> <span class="ft6">gut gewachsen ist, wäre es nicht sinnvoll, sie in die Sekundarschule</span><br/> <span class="ft6">umzuteilen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb der weitere Verbleib</span><br/> <span class="ft6">in der Bezirksschule zu gestatten.</span><br/> <span class="ft6">(...)</span><br/></div> </div> </body> </html>