Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche- rungsrecht vom 12. April 2018 (720 17 312 / 93) ____________________________________________________________________ Invalidenversicherung Würdigung des medizinischen Sachverhalts Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsri chter Yves Thommen, Kan- tonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli Parteien A.____ , Beschwerdeführer , vertreten durch Daniel Altermatt , Recht s- anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach gegen IV -Stelle Basel -Landschaft , Hauptstrasse 109 , 4102 Binningen , Beschwerdegegnerin Betreff IV-Rente A. A.____, geboren 1952, arbeitete ab dem 1. Oktobe r 2006 in einem Pensum von 43 % als Zeitungs- und Zeitschriftenzusteller bei der B. ____ AG. Am 2. September 2011 stürzte er bei der Ausführung seiner Arbeit und zog sich einen Riss der Supraspinatus- und der Infraspi- natussehne rechts zu. Nach der operativen Sanierung der Schulterverletzung hatte er am 17. April 2012 einen weiteren Unfall. Anlässlich di eses Ereignisses erlitt er eine Gehirnerschüt- terung (Commotio Cerebri) mit einer Rissquetschwund e oberhalb der rechten Augenhöhle so- Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht wie eine undislozierte Fraktur der knöchernen Augenhöhl e (Orbita) unter Nicht-Beteiligung des Hirnparenchyms. Mit Gesuch vom 5. Januar 2012 meldete er sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) bei der IV-Stelle Basel -Landschaft (IV-Stelle) an. Darin gab er an, seit dem 2. September 2011 aufgrund der Schulter problematik zu 100 % arbeitsunfähig zu sein. Per 14. Mai 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis. Nach eigenen medizinischen Abklärungen sowie gestützt au f die Abklärungen der Schweizeri- schen Unfallversicherungsanstalt (Suva) lehnte die IV-St elle einen Rentenanspruch des Versi- cherten mit Vorbescheid vom 6. Juni 2013 ab. Im Verlauf des nachfolgenden Einwandverfah- rens stellte sich heraus, dass es aufgrund rezidivierender Kn iebeschwerden ab August 2013 zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands gekommen wa r und infolgedessen am 14. Februar 2014 die operative Einsetzung einer Knie totalprothese erfolgte. Nach Abklärung dieser neuen gesundheitlichen Problematik sprach die IV- Stelle dem Versicherten mit neuem Vorbescheid vom 7. Januar 2015 ab dem 1. November 2013 bis 30. Juni 2014 eine ganze Ren- te zu. Nach erneuter Einwanderhebung durch den Versi cherten bestätigte die IV-Stelle diesen Vorbescheid mit Verfügung vom 16. August 2017. B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten du rch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, mit Eingabe vom 20. September 2017 Beschwerde beim K antonsgericht Basel-Landschaft, Ab- teilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Dari n liess er beantragen, es sei die ange- fochtene Verfügung vom 16. August 2017 aufzuheben und er sei gerichtlich polydisziplinär me- dizinisch zu begutachten, eventualiter sei ihm auf den frühestmöglichen Zeitpunkt eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen; unter o/e- Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltli- chen Verbeiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als Rechtsbeistand. C. Mit Verfügung vom 21. September 2017 bewilligte die instruierende Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungsrecht des Kantonsgerichts dem Beschwerdeführer für das vorlie- gende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit seinem Rechtsvertreter. D. Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. E. In der Folge zog das Kantonsgericht die Akten der Suva bei. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren bisheri gen Anträgen und Begründungen fest (Replik vom 22. Januar 2018 und Duplik vom 22. Februar 2018). Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akt en wird – soweit für die Beurteilung not- wendig – in den Erwägungen eingegangen. Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g : Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV- Stellen direkt vor dem Versiche- rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werde n. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig- keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO ) vom 16. Dezember 1993 beur- teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als ein zige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stell e. Es ist somit auch sachlich zur Be- handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde vom 20. September 2017 ist demna ch einzutreten. 2. Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die Beschwerd egegnerin dem Beschwerde- führer zu Recht lediglich vom 1. November 2013 bis Ende Juni 2014 eine ganze Invalidenrente zugesprochen hat. 3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs- fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein- gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs- rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigk eit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit be dingte, volle oder teilweise Unfä- higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumut bare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in ei nem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussich tlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie k ann im IV-Bereich Folge von Geburts- gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommende n allgemeinen Arbeitsmarkt zu ver- stehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des V orliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der ge sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2). 3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab- gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätige n Versicherten ist Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh- rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eing liederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom- men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkomm ensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werde n. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1). 3.6 Eine rückwirkend ergangene Verfügung über eine bef ristete oder im Sinne einer Re- duktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits d ie Zusprechung der Leistung und ande- rerseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobe i der Zeitpunkt der Aufhebung oder Her- absetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 19 98 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherun g (IVV) vom 17. Januar 1961 festzuset- zen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd). Ob eine für de n Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Verglei ch des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie- hungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 130 V 343 E. 3.5). 4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä- higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und i m Beschwerdefall das Gericht) auf Un- terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls a uch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur- teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind di e ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arb eitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach de m für den Sozialversicherungs- prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (v gl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an- deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förm liche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit- tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfe n und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilun g des streitigen Rechtsanspruchs ge- statten. Insbesondere darf es bei einander widerspreche nden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu- geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend , ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen be ruht, auch die geklagten Beschwer- Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle- gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurte ilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtspr echung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf be stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung auf zustellen (vgl. die ausführliche Zusam- menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). Bei versicherungsi nternen medizinischen Entscheidungs- grundlagen sind strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung zu stellen. Es genügen relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue) versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 139 V 99 E. 2.3.2, 135 V 465 E. 4). 4.4 Schliesslich bleibt darauf hinzuweisen, dass Art. 43 A bs. 1 ATSG die Sachverhaltsab- klärung von Amtes wegen statuiert, wobei es im Ermessen de s Versicherungsträgers liegt, dar- über zu befinden, mit welchen Mitteln diese zu erfolge n hat. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmäs- sigkeit von medizinischen Erhebungen zu. Es obliegt aber ihm, für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei- chende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtsla ge. Gestützt auf den Untersu- chungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zu- mindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu BGE 138 V 218 E. 6) entschieden werden kann. 5.1.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Beurteilun g der Gesundheit und der Arbeits- fähigkeit des Beschwerdeführers auf die Stellungnahme i hres Arztes des regionalen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD), Dr. med. C.____, Facharzt f ür Allgemeinmedizin, vom 20. Juli 2017. Darin hielt Dr. C.____ fest, dass das Ergebnis de r Kreisarztuntersuchung vom 5. September 2012 bis ca. Juli 2013 gültig gewesen sei. Danach sei es aufgrund der Kniebe- schwerden zu einer wesentlichen Verschlechterung des Gesun dheitszustands gekommen. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zeitungsausträger könne de m Versicherten nicht mehr zugemu- tet werden. In Bezug auf den Verlauf der Arbeitsunfä higkeit in einer Verweistätigkeit zwischen ca. Juli/August 2013 und März 2014 könne den von den beh andelnden Ärzten attestierten Ar- beitsunfähigkeiten gefolgt werden. Ab April 2014 könn e wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer an das Leiden angepassten Tätigkeit, wie sie von Dr. med. D.____, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparat es des Spitals E.____, definiert wor- den sei, ausgegangen werden. Eine schwerwiegende, IV-re levante psychische Problematik könne er anhand der ihm vorliegenden medizinischen Info rmationen nicht nachvollziehen. So- weit nachvollziehbar hätten sich die vom Versicherten geklagten körperlichen Beschwerden seitens des Bewegungsapparates im Vergleich zur Situation Mitte 2014 nicht wesentlich länger- Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht fristig verändert. Dabei könnten vorübergehende Exazerba tionen der Beschwerden auch wei- terhin nicht ausgeschlossen werden. Bezüglich der seit vi elen Jahren subjektiv geklagten Schwindelsymptomatik sei festzustellen, dass die Ursache auch w eiterhin nicht ausreichend klinisch begründet werden könne. Dem Versicherten sollte n aber diesbezüglich keine absturz- gefährdenden Arbeiten wie auf Leitern oder Gerüsten sowie keine Arbeiten an gefährlichen Ma- schinen zugemutet werden. Die ausgewiesene volle zeitli che Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten werde hierdurch nicht wesentlich eingeschränkt . Aus medizinischer Sicht sei daher zusammenfassend festzustellen, dass an der Beurteilung der a usgewiesenen Arbeitsfähigkeit durch Dr. D.____ vom 1. Juli 2014 weiterhin festgehalt en werden könne mit zusätzlichen Ein- schränkungen der qualitativen Arbeitsfähigkeit und zeitlich begrenzten, höheren Arbeitsunfähig- keiten während der stationären Aufenthalte. 5.1.2 Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung von Ar t. 43 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerde- gegnerin habe es unterlassen, ihn umfassend medizinisch abzuklären. Angesichts der multiplen gesundheitlichen Probleme sei dies nicht statthaft. Die Beschwerdegegnerin habe zur Beurtei- lung der Arbeitsfähigkeit zu Unrecht auf den Bericht von Dr. D.____ vom 1. Juli 2014 abgestellt. Dr. D.____ habe sich in diesem Bericht ausschliesslich zu de n orthopädischen Einschränkun- gen und vor allem zu den Kniebeschwerden geäussert. Dem Bericht der Hausarztpraxis F.____ vom 29. Juni 2017 sei jedoch zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer unter zahlreichen wei- teren Beschwerden leide, namentlich unter rezidivierend en Schwindelbeschwerden. Es werde bestritten, dass diesen Schwindelbeschwerden mit der Auskl ammerung von gefahrengeneigten Tätigkeiten im Zumutbarkeitsprofil genüge getan werde. Die Schwindelanfälle würden mehrmals pro Woche auftreten und hätten jeweils längere Ausfä lle zur Folge. Zudem handle es sich nicht um reine Schwindelbeschwerden, sondern die Anfälle wü rden so weit gehen, dass er das Be- wusstsein verliere. Unerheblich sei, dass die Ätiologie der Schwindelbeschwerden bzw. der Ohnmachtsanfälle noch nicht habe geklärt werden können, da es unbestritten sei, dass er an diesen Anfällen leide. Der medizinische Sachverhalt erweise sich daher als unvollständig abge- klärt. Es sei daher gerichtlich abzuklären, in welchem qu alitativen und quantitativen Ausmass die Arbeitsfähigkeit durch die Schwindelbeschwerden u nd die Ohnmachtsanfälle eingeschränkt sei. 5.2.1 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die A uswirkungen der Schulterbeschwerden rechtsgenüglich abgeklärt wurden. Suva-Kreisarzt Dr. med. G.____, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FM H, diagnostizierte im Bericht vom 5. September 2012 eine Frozen shoulder rechts (iv act 20 .1, S. 1/7). Anlässlich der Untersu- chung habe sich eine mässige Omarthrose im Bereich der rechten Schulter kombiniert mit einer schweren Periarthropathia humeroscapularis gezeigt. Bezügl ich des Unfallereignisses vom 17. April 2012 seien keine Residuen mehr vorhanden. Aus medizinischer Sicht bestehe daher ein Endzustand. Von einer weiteren Operation der rechten Schulter rate er ab. In Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit gelangte Dr. G.____ zum Schluss, dass ganztags leichteste Tätigkeiten mit dem rechten Arm, streng angelegt unterhalb der Horizontalen und ohne Vibrations- oder Rotati- onstätigkeiten, zumutbar seien. Repetitive Arbeiten soll ten nicht durchgeführt werden. In Frage kämen leichte Sortierarbeiten ohne jeglichen Stück- und Zeitakkord-Stress bzw. ohne das Be- wegen von kleinen handlichen Teilen. Die Position des O berkörpers im Stehen, Sitzen und Ge- Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht hen sollte frei wählbar sein. Tätigkeiten an der Comp utertastatur seien nicht mehr möglich. Von Arbeiten im Gefahrenbereich, von Arbeiten in Nässe, Käl te und Zugluft, von Arbeiten gebückt, kauernd und mit verdrehtem Oberkörper sowie von Tätigkei ten, welche mittelschwere und schwere Arbeiten beinhalten würden, müsse abgesehen werden. 5.2.2 Dr. med. H.____, leitender Arzt der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo- gie des Bewegungsapparates des Spitals E.____, hielt in seinem Bericht vom 9. Juli 2013 (iv act. 55.25) nach einer Konsultation des Beschwerdeführers in Bezug auf die Schulterbeschwer- den ebenfalls eine schmerzhafte chronische Frozen shoulde r rechts fest. Wie auch bereits Dr. G.____ stellte Dr. H.____ einen komplizierten Verlauf fest mit nur partiell rekonstruierbarer Ro- tatorenmanschettenruptur von grossem Ausmass zusammen mit einer im Verlauf aufgetretenen Frozen shoulder sowie einer beginnenden Omarthrose. Be züglich der angestammten Tätigkeit als Zusteller von Presseartikeln bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Seiner Auffassung nach bestehe aufgrund des Gesamtprofils des Patienten a uch eine weitgehende Erwerbsunfä- higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Das im Rahme n der Suva-Beurteilung genannte Ar- beitsprofil sei wahrscheinlich so auf dem freien Arbeitsmarkt nicht vorhanden. Allenfalls möglich wären Schreibtischtätigkeiten in einem deutlich reduzierten Umfang. 5.2.3 In seinem Bericht vom 28. August 2013 (iv act 55.3 0) äusserte sich Dr. G.____ zum Bericht von Dr. H.____. Er hielt fest, dass zwischen den B efunden der kreisärztlichen Untersu- chung vom 5. September 2012 und der Untersuchung von Dr. H.____ grundsätzlich keine we- sentlichen Differenzen bestünden. Die Abweichungen, die sich bei den Messungen gezeigt hät- ten, seien für das Gesamtergebnis nicht relevant. In Be zug auf die Zumutbarkeitsbeurteilung führte Dr. G.____ aus, dass die von ihm aufgeführten Einschränkungen aus medizinischer Sicht sehr umfassend seien. Die Aussage von Dr. H.____, dass der Versicherte auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar sei, sei dessen subj ektive Einschätzung und führe aus versicherungsmedizinischer Sicht in Anbetracht des stationäre n Befunds der rechten Schulter nicht zu einer Änderung der Zumutbarkeit. 5.2.4 Eine Würdigung der vorstehend zitierten Arztber ichte zeigt, dass die beiden orthopädi- schen Fachärzte diagnostisch gleicher Meinung sind. Es ist damit von einer schmerzhaften Fro- zen shoulder rechts auszugehen, die die Arbeitsfähigkeit d es Beschwerdeführers wesentlich beeinflusst. In Bezug auf die Einschätzung der Restarbei tsfähigkeit bestehen hingegen unter- schiedliche Auffassungen. Dr. G.____ untersuchte den Beschw erdeführer persönlich und be- rücksichtigte alle ihm während der Anamnese geklagten Be schwerden. Zudem lagen ihm alle relevanten medizinischen Unterlagen vor. In Bezug auf di e Beurteilung der Zumutbarkeit leuch- ten seine Ausführungen ein. Dagegen erscheinen die A usführungen von Dr. H.____ zur Rest- arbeitsfähigkeit widersprüchlich und damit aus beweisrec htlicher Sich nicht verlässlich genug, denn einerseits geht er von einer weitgehenden Erwer bsunfähigkeit auf dem allgemeinen Ar- beitsmarkt aus, andererseits aber erachtet er den Beschwer deführer in einer leichten Schreib- tischtätigkeit als arbeitsfähig. Die Stellungnahmen von Dr. G.____ gelten zwar als versiche- rungsinterne Berichte, weshalb bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit derselben genügen würden, um weitere medizinische Abklär ungen zu veranlassen (vgl. hierzu Erwägung 4.3 hiervor). Solche Zweifel bestehen vorlieg end aber nicht. Damit ist betreffend Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht Schulterbeschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbe itsfähigkeit auf die überzeugende und nachvollziehbare Einschätzung von Dr. G.____ abzustellen. 5.3.1 Zu prüfen ist sodann die Rüge des Beschwerdeführe rs, die Beschwerdegegnerin stüt- ze sich zur Beurteilung der gesamthaft bestehenden Arbei tsunfähigkeit zu Unrecht auf die Ein- schätzung von Dr. D.____, da dieser die Restarbeitsfähi gkeit lediglich im Hinblick auf die Knie- beschwerden beurteilt habe. 5.3.2 Dr. D.____ nahm im IV-Bericht vom 1. Juli 2014 ( iv act. 77) nach am 14. Februar 2014 durchgeführter Implantation einer Knietotalprothese r echts zum Verlauf und zur Restarbeitsfä- higkeit Stellung. Er diagnostizierte den Status nach Imp lantation einer Knietotalprothese rechts am 14. Februar 2014, den Status nach schmerzhafter chron ischer Frozen shoulder rechts so- wie den Status nach Arthroskopie und medialer Teilmeni skektomie sowie Tibiavalgisationsoste- otomie des linken Knies am 30. August 2013. Dr. D.____ attestierte eine volle Arbeitsunfähig- keit vom 14. Februar 2014 bis 30. März 2014, bedingt du rch die Operation am rechten Knie. Weiter hielt er fest, dass keine geistigen oder psychische n Einschränkungen bestünden. In kör- perlicher Hinsicht seien schwere Arbeiten mit Heben von Lasten über 10 kg sowie dauernde Tätigkeiten im Stehen oder Arbeiten auf unebenem Un tergrund zu vermeiden. Wechselseitige Tätigkeiten oder sitzende Tätigkeiten könnten vollumfän glich ausgeführt werden. Die bisherige Tätigkeit könne noch voll zugemutet werden. Diese Angaben würden ab dem 8. März 2014 gel- ten. 5.3.3 Dem Beschwerdeführer ist dahingehend zuzustimmen, dass sich Dr. D.____ im Arzt- bericht vom 1. Juli 2014 aus der Optik des Kniespezialisten zur Restarbeitsfähigkeit äusserte. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass er lediglich in Bez ug auf die beiden Knie einen Befund erhob. Zudem wies er bezüglich der Prognose darauf hin , dass die rechte Schulter im Rahmen seiner Behandlung mit dem Patienten nicht mehr bespro chen worden sei. Unter Berücksichti- gung des Umstands sodann, dass Dr. D.____ im Arztbericht vom 6. März 2014 (iv act. 73) in Bezug auf die Schulter auf die kreisärztliche Beurteilung sowie den Bericht von Dr. H.____ vom 9. Juli 2013 verwiesen hatte, ist es überwiegend wahrsch einlich, dass Dr. D.____ einzig die Einschränkungen aufgrund des Knieleidens aufzeigte und er keine gesamthafte Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vornahm. In diesem Punkt kann der Auffas- sung von Dr. C.____ nicht gefolgt werden. Letztlich er gibt sich daraus aber kein weiterer Abklä- rungsbedarf in medizinischer Hinsicht. Ein Vergleich de r Zumutbarkeitsbeurteilungen von Dr. G.____ und Dr. D.____ zeigt, dass die von Dr. D.___ _ aufgezählten Einschränkungen (kei- ne schweren Arbeiten mit Heben von Lasten über 10 kg, keine dauernde Tätigkeiten im Stehen oder Arbeiten auf unebenem Untergrund, wechselseitige Tätigkeiten oder sitzende Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar) nicht über das von Dr. G.____ definierte Leistungsprofil hinaus gehen. Damit hat das von Dr. G.____ definierte Leistungsprofi l auch über den März 2014 hinaus wei- terhin Geltung. 5.4.1 Zu prüfen ist schliesslich die Rüge des Beschwerdefü hrers, die Beschwerdegegnerin habe es versäumt, die rezidivierenden Schwindelbeschwerd en sowie die daraus resultierenden Einschränkungen seiner Arbeitsfähigkeit rechtsgenüglich abzuklären. Seite 9 http://www.bl.ch/kantonsgericht 5.4.2 Dr. med. I.____, Leitende Ärztin der Abteilung Neurologie der Klinik J.____, hielt in ihrem Bericht vom 1. Oktober 2014 nach zweimaliger Untersuchung des Beschwerdeführers am 18. September 2014 und 3. Oktober 2014 als neurologisc he Diagnose den Verdacht auf episo- dische vestibuläre Migräne fest. Der Neurostatus sei unauffällig gewesen (iv act. 128). Dr. med. K.____, Oberarzt der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohren krankheiten des Spitals E.____, diag- nostizierte in seinem Bericht vom 12. Dezember 2014 ein en episodischen Schwindel, am ehes- ten migräneassoziiert, DD zervikogen. Eine relevante Bet eiligung des peripher-vestibulären Systems an der Genese der Beschwerden schloss er aus (iv act. 128). Dem Austrittsbericht der Klinik für Schmerztherapie des Spitals E.____ vom 7. Juli 2015 (stationärer Aufenthalt zur mul- timodularen Schmerztherapie vom 4. Mai bis 23. Mai 2015 ) kann der Diagnoseliste eine chroni- sche Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, unter anderem mit rezidivie- rendem Schwindel, wahrscheinlich zervikogen, entnommen we rden. Bei mobilisierenden und stabilisierenden physiotherapeutischen/osteopathischen Behandlungen habe sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Schwindelanfällen und hoch c ervikalen Blockierungen gezeigt. Im Verlauf habe eine Verbesserung der HWS-Beweglichkei t in der Rotation erzielt werden kön- nen. Es bestünden aber noch Triggerpunkte der seitliche n HWS-Muskulatur mit vaso-vagaler Dysregulation (iv act. 128). Nach einem weiteren, knapp einwöchigen stationären Aufenthalt bestätigten die behandelnden Ärzte der Klinik für Schme rztherapie des Spitals E.____ im Aus- trittsbericht vom 16. November 2015 die Diagnose ein er chronischen Schmerzstörung mit so- matischen und psychischen Faktoren mit rezidivierendem Schwi ndel, wahrscheinlich zerviko- gen (iv act. 128). Eine Verstärkung der Schwindelbeschwerden wurde nicht erwähnt. Mit Bericht vom 12. Mai 2016 hielt Prof. Dr. med. L.____, Leiten der Arzt der Abteilung Kardiologie des Spi- tals E.____, fest, dass kein relevantes Vitium (Herzklappen fehler) bestehe, das im Zusammen- hang mit der angegebenen Schwindelsymptomatik stehen kö nnte (iv act. 128). Schliesslich stellte Dr. med. N.____, FMH Ophthalmologie und FMH Ophthalmochirurgie, in seinem Bericht vom 8. Januar 2016 nach ausführlicher Untersuchung fest, dass er keinen Anhaltspunkt für ei- nen augenbedingten Schwindel gefunden habe (iv act. 128). 5.4.3 Die Würdigung dieser medizinischen Berichte zeig t, dass der Beschwerdeführer be- züglich der Schwindelbeschwerden umfassend medizinisch abg eklärt wurde. Eine genaue Ur- sache der Beschwerden konnte nicht eruiert werden, ebenf alls konnten sie nicht eindeutig ob- jektiviert werden. Den spezialärztlichen Berichten können zudem keine Funktionseinschränkun- gen bzw. Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, die in Zusammenhang mit den geltend ge- machten Schwindelbeschwerden stehen würden, entnommen w erden. Selbst nach einer mehr- wöchigen stationären Behandlung in der Schmerzklinik de s Spitals E.____ konnten keine gra- vierenden Schwindelbeschwerden festgestellt werden, die die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde- führers in zeitlicher Hinsicht einschränken würden. 5.4.4 Im Lichte dieser ärztlichen Berichte erscheint deshal b die von Dr. C.____ in seiner Stellungnahme vom 20. Juli 2017 vorgenommene Einschätzun g, dass dem Beschwerdeführer keine absturzgefährdenden Arbeiten wie auf Leitern, Ge rüsten oder an gefährlichen Maschinen zugemutet werden sollten, als nachvollziehbar. Die Beur teilung von Dr. C.____ stimmt zudem mit der Tatsache überein, dass der Beschwerdeführer – o bwohl gemäss eigenen Angaben seit Seite 10 http://www.bl.ch/kantonsgericht vielen Jahren an Schwindelattacken leidend – bis zu seine m Unfall verschiedenen beruflichen Tätigkeit nachgehen konnte, ohne dass ihn die Schwindelbeschwerden eingeschränkt hätten. 5.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die multi plen gesundheitlichen Proble- me, an denen der Beschwerdeführer leidet, umfassend me dizinisch abgeklärt wurden. Die Be- urteilung von Dr. G.____ überzeugt und hat auch nach dem Einsetzen der Knieprothese und nach Abschluss der Rehabilitationsphase Geltung. Weit ere medizinische Abklärungen erschei- nen daher nicht als notwendig. Es ist damit davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer ab März 2014 wieder ganztags leichteste Tätigkeiten mit dem rechten Arm, streng angelegt unter- halb der Horizontalen, ohne Vibrations- und Rotationst ätigkeiten, zumutbar sind. Repetitive Ar- beiten sollten nicht durchgeführt werden. In Frage käm en leichte Sortierarbeiten ohne jeglichen Stück- und Zeitakkord-Stress bzw. ohne das Bewegen von klein en handlichen Teilen. Die Posi- tion des Oberkörpers im Stehen, Sitzen und Gehen sollte frei wählbar sein. Tätigkeiten an der Computertastatur sind nicht mehr möglich. Von Arbeiten im Gefahrenbereich, von Arbeiten in Nässe, Kälte und Zugluft, von Arbeiten gebückt, kauernd und mit verdrehtem Oberkörper sowie von Tätigkeiten, welche mittelschwere und schwere Arbeit en beinhalten, ist abzusehen. Hinzu kommen die von Dr. C.____ formulierten Einschränkungen aufgrund der Schwindelbeschwer- den, indem keine absturzgefährdenden Arbeiten auf Le itern, Gerüsten oder an gefährlichen Maschinen zumutbar sind. Eine zeitliche Einschränkung im Sinne einer Pensumsreduktion oder eines Rendements erachten Dr. G.____, Dr. D.____ und Dr. C.____ nicht als notwendig. 5.6 Damit ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugeh en, dass der Beschwerdeführer ab September 2011 bis 15. August 2013 und dann wieder ab dem 8. März 2014 gemäss dem Leistungsprofil von Dr. G.____ und unter Berücksichtigun g der von Dr. C.____ festgestellten Einschränkungen aufgrund der Schwindelbeschwerden in ein er seinen Leiden angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig war bzw. ist. Im Zeitraum vom 16. August 2013 bis 7. März 2014 bestand eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit. 6.1 Wie in Erwägung 3.5 hiervor bereits erwähnt, ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). 6.2 Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 16. August 2017 von einem Valideneinkommen von Fr. 55‘266.-- bei ein em 100 % Pensum aus. Die konkrete Berechnung, die vom Beschwerdeführer in der vorliegenden Beschwerde nicht in Frage gestellt wird, erweist sich als rechtens, weshalb diesbezüglich voll umfänglich auf die entsprechenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden kann. 6.3 In Bezug auf die Berechnung des Invalideneinkommen s bringt der Beschwerdeführer in der Replik vor, dass ihm die Beschwerdegegnerin das Erw erbseinkommen aus dem Hunde- spazierdienst anrechne, was aufgrund der bestehenden gesu ndheitlichen Einschränkungen nicht zulässig sei. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Für die Bestimmung des Inva- lideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin nich t auf eine Tätigkeit ab, die mit ei- nem Hundespazierdienst erzielt werden könnte. Vielmehr berechnete die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen ausgehend von der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bun- Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht desamtes für Statistik 2010 (BFS, LSE), Tabelle TA1, P rivater Sektor, Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes 4, Spalte Männer, Fr. 4‘901.-- monatli ch, basierend auf 40 Wochenstunden. An- gepasst an die Nominallohnentwicklung von 2.6 % (vgl. B FS T1.1.93_V Nominallohnindex Männer 1993-2013) und Umrechnung auf die betriebsüb liche Arbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS Dokument je-d-03.02.04.19) x 12 Monate gelangte die Beschwerdegegnerin zu einem Jahreseinkommen von Fr. 62‘906.--, von welchem anschliessend ein Abzug für leidensbedingte Einschränkungen in der von der Rechtsprechung maximal zuge lassenen Höhe von 25 % (vgl. dazu BGE 126 V 75) vorgenommen wurde. Gestützt auf da s ärztlich attestierte Zumutbarkeits- profil einer 100 %-igen Tätigkeit errechnete die Besc hwerdegegnerin ein jährliches Invaliden- einkommen von Fr. 47‘179.--. Für die Zeit vom 16. Augu st 2013 bis 7. März 2014 rechnete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer kein Invalidene inkommen an. Die konkrete Be- rechnung des Invalideneinkommens wird vom Beschwerdeführe r nicht gerügt. Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass im Rahmen der Rechtsanw endung von Amtes wegen durch das Gericht eine andere Einschätzung vorzunehmen wäre. F ür die Zeitspanne ab September 2011 bis 15. August 2013 ist somit bei einem 100 % Pen sum von einem Invalideneinkommen von Fr. 47‘179.--, für die Zeitspanne vom 16. August 2013 bis 7. März 2014 von Fr. 0.-- und ab dem 8. März 2014 bei einem 100 % Pensum wieder von ei nem Invalideneinkommen von Fr. 47‘179.-- auszugehen. 6.4 Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 55‘266.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 47‘197.-- gegenüber, resultiert ein rentenausschl iessender Invaliditätsgrad von 15 %. Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer damit – unter Berücksichtigung der An- passungsfristen gemäss Art. 88a Abs. 1 und 2 IVV – zu Rec ht vom 1. November 2013 bis 30. Juni 2014 eine ganze Invalidenrente zu. Da sich der Gesundheitszustand ab dem 8. April 2014 wieder wesentlich verbessert hatte, lehnte sie korre kterweise ab Juli 2014 die weitere Ausrichtung einer Invalidenrente ab. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rech- tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt. 7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinde n. Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kanto- nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass de r unterliegenden Partei aufer- legt. Im vorliegenden Verfahren hat der Beschwerdefüh rer als unterliegende Partei zu gelten. Es sind ihm deshalb die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen. Da dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. September 201 7 die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung für das vorliege nde Verfahren bewilligt worden sind, ge- hen die Verfahrenskosten zu Lasten der Gerichtskasse. 7.2 Gemäss dem Ausgang des Verfahrens sind die ausserorden tlichen Kosten wettzu- schlagen (§ 21 Abs. 1 VPO). Zufolge Bewilligung der u nentgeltlichen Prozessführung wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘524.05 (inkl. Ausla- gen und 8 % Mehrwertsteuer auf dem Betrag von Fr. 1‘1 10.50 und 7.7 % Mehrwertsteuer auf Seite 12 http://www.bl.ch/kantonsgericht dem Betrag von Fr. 301.50) entsprechend dem in der Ho norarnote vom 22. März 2018 ausge- wiesenen Aufwand aus der Gerichtskasse ausgerichtet. 7.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Ab s. 1 des Gesetzes über die Or- ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 auf merksam gemacht, wonach eine Par- tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurd e, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. Seite 13 http://www.bl.ch/kantonsgericht Demgemäss wird e r k a n n t : ://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- w erden dem Be- schwerdeführer auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführun g werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen. 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständun g wird dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein Honorar in der Höhe von Fr. 1‘524.05 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer au f dem Betrag von Fr. 1‘110.50 und 7.7 % Mehrwertsteuer auf dem Bet rag von Fr. 301.50) aus der Gerichtskasse ausgerichtet. http://www.bl.ch/kantonsgericht