Beschluss vom 19. Juli 2016 Beschwerdekammer Besetzung Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, Roy Garré und Patrick Robert-Nicoud, Gerichtsschreiber Stefan Graf Parteien STAATSANWALTSCHAFT DES KANTONS URI, Beschwerdeführerin gegen A., vertreten durch Rechtsanwalt C., Beschwerdegegner Vorinstanz OBERGERICHT DES KANTONS URI, Strafrechtli- che Abteilung, Gegenstand Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO) B u n d e s s t r a f g e r i c h t T r i b u n a l p é n a l f é d é r a l T r i b u n a l e p e n a l e f e d e r a l e T r i b u n a l p e n a l f e d e r a l Geschäftsnummer: BB.2016.287 - 2 - Sachverhalt: A. Mit mündlich eröffnetem Urteil vom 18. April 2016 hiess die Strafrechtliche Abteilung des Obergerichts des Kantons Uri (nachfolgend «Obergericht») die Berufung des Beschuldigten A. im Verfahren OG S 14 8 teilweise gut und wies die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft des Kantons Uri (nach- folgend «Staatsanwaltschaft») sowie die Berufung der Privatklägerin B. ab (vgl. act. 1.1, S. 3). Mit separatem Beschluss vom 18. April 2016 beschloss das Obergericht, dem amtlichen Verteidiger von A., Rechtsanwalt C., sei aus der Staatskasse für das Rechtsmittelverfahren eine Entschädigung von ins- gesamt Fr. 111‘408.50 zu entrichten (act. 1.1). Dieser Beschluss wurde der Staatsanwaltschaft offenbar am 5. Juli 2016 zur Kenntnis gebracht (vgl. act. 1.3). B. Dagegen gelangte die Staatsanwaltschaft – vorsorglich und zur Fristwah- rung – mit Beschwerde vom 14. Juli 2016 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Sie beantragt Folgendes (act. 1): 1. Der Beschluss des Obergerichts des Kantons Uri, Strafrechtliche Ab teilung, vom 18. Ap- ril 2016 betreffend die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sei aufzuheben. 2. Über die Entschädigung der amtlichen Verteidigung sei im Urteil in der Hauptsache zu befinden. 3. Eventualiter: Die Entschädigung der amtlichen Verteidig ung sei um Fr. 58‘500. –, von ur- sprünglich Fr. 111‘408.50 auf Fr. 52‘908.50, zu kürzen. 4. Die Verfahrenskosten seien dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in d en folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 1. Die Beschwerdeführerin ficht mit ihrer Beschwerde die von der Vorinstanz mit vom Urteil im Berufungsverfahren separatem Beschluss festgelegte Ent- schädigung der amtlichen Verteidigung im Rahmen des kantonalen Beru- fungsverfahrens an. - 3 - 2. 2.1 Zur Beschwerde (nach den Bestimmungen der StPO) gegen den Entschädi- gungsentscheid im Sinne von Art. 135 Abs. 3 StPO ist alleine die amtliche Verteidigung selbst legitimiert (Urteil e des Bundesgerichts 6B_919/2015 vom 11. Dezember 2015, E. 4; 6B_586/2013 vom 1. Mai 2014, E. 3.4). Dem- zufolge muss die Staatsanwaltschaft beispielsweise die Reduktion einer mit Urteil eines erstinstanzlichen Gerichts festgelegte n Entschädigung für die amtliche Verteidigung im Berufungs - und nicht im Beschwerdeverfahren nach StPO verlangen (BGE 140 IV 213 E. 1.4 S. 215; 139 IV 199 E. 5.2). 2.2 Zur Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 81 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenom- men oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a) und ein recht- lich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des ang efoch- tenen Entscheids hat (lit. b). Die Beschwerdeführerin hat ein rechtlich ge- schütztes Interesse (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG) und ihr steht das Be- schwerderecht in Strafsachen ohne Einschränkung zu. Sie kann namentlich auch die Höhe der Entschädigu ng der amtlichen Verteidigung anfechten (BGE 139 IV 199 E. 2 S. 201 und E. 4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1045/2014 vom 19. Mai 2015, E. 2.5). 3. Gesteht Art. 135 Abs. 3 StPO das Beschwerderecht nur der amtlichen Ver- teidigung selbst zu, nicht aber den übrigen Parteien, und steht der Beschwer- deführerin gegen den angefochtenen Entscheid die Beschwerde in Strafsa- chen gemäss Art. 81 ff. BGG zu, ist auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten. Die Vorinstanz kann nicht auf den Rechtsmittelweg Einflus s nehmen, indem sie über zwingende Nebenfolgen des Strafurteils in einem separaten Entscheid befindet (BGE 139 IV 199 E. 5.4 S. 204). Die Sache ist zuständigkeitshalber dem Bundesgericht zu überweisen. 4. Es ist keine Gerichtsgebühr zu erheben (Art. 423 Abs. 1 StPO). - 4 - Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. Die Angelegenheit wird zuständig- keitshalber dem Bundesgericht überwiesen. 2. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. Bellinzona, 19. Juli 2016 Im Namen der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: Zustellung an - Staatsanwaltschaft des Kantons Uri - Obergericht des Kantons Uri, Strafrechtliche Abteilung - Rechtsanwalt C. - Bundesgericht (mitsamt der eingereichten Beschwerde im Original) Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.