BRKE II Nr. 101/1997 vom 20. Mai 1997 in BEZ 1997 Nr. 27 (bestätigt mit VB.97.00102 vom 29. August 1997) 2. Mit dem angefochtenen Beschluss bewilligte die kommunale Baubehörde die Erstellung eines Mehrfamilienhauses als Ersatzbau für ein bestehendes Bauer n- wohnhaus. Zugleich wurde explizit dessen Abb ruch erlaubt und das Bauernwoh n- haus aus dem einstweiligen kommunalen Inventar der schutzwürdigen Objekte en t- lassen. Da das Ba ugrundstück in der Freihaltezone liegt, hatte die kommunale Ba u- kommission das Baug esuch auch der Baudirektion unterbreitet (Art. 24 und Art. 25 Abs. 2 RPG; Ziffer 1.4 A nhang BVV). Diese erteilte die nachgesuchte Ausnahmebe- willigung, welche von der Vo rinstanz gleichzeitig mit der Baubewilligung eröffnet wurde. Nach dem Bundesrecht sind Baubewilligungsverfahren zu koordinieren und einheitliche Rechtsmittelinstanzen vorzusehen. Die massgebenden neuen, seit dem 1. Januar 1997 in Kraft stehenden Vorschriften des Raumplanungsgesetzes lauten wie folgt: Art. 25a 1. Erfordert die Errichtung oder die Änderung einer Baute oder Anlage Verf ü- gungen mehrerer Behörden, so ist eine Behörde z u bezeichnen, die für au s- reichende Koordination sorgt. 2. Die für die Koordination verantwortliche Behörde: a) kann die erforderlichen verfahrensleitenden Anordnungen treffen; b) sorgt für eine gemeinsame öffentliche Auflage aller Gesuchsunterlagen; c) holt von allen beteiligten kantonalen und eidgenössischen Behörden u m- fassende Stellungnahmen zum Vorhaben ein; d) sorgt für inhaltliche Abstimmung sowie möglichst für eine gemeinsame oder gleichzeitige Eröffnung der Verfügungen. 3. Die Verfügungen dürfen keine Widersprüche enthalten. 4. Diese Grundsätze sind auf das Nutz ungsplanungsverfahren sinngemäss a n- wendbar.- 2 - Art. 33 Abs. 4 Für die Anfechtung von Verfügungen kantonaler Behörden, auf welche Artikel 25a Absatz 1 Anwendung findet, sind einheitliche Rechtsmittelinstanzen vorz u- sehen. Kantonalzürcherische Ausführungsbestimmungen sind bis anhin nicht erlassen bzw. in Kraft gesetzt worden. Nach der von den Stimmbürgern am 8. Juni 1997 a n- genommenen Revisionsvorlage zum Verwalt ungsrechtspflegegesetz werden auch verschiedene Bestimmungen des Planungs - und Baugesetzes geändert (vgl. Art. IX der Gesetzesvorlage). Nach § 319 Abs. 2 revPBG , sollen die Koordination bei Ba u- vorhaben, für die mehrere Bewilligungen verschiedener Instanzen erforderlich sind, sowie die Ei nzelheiten des Verfahrens auf Verordnungsstufe geregelt werden. Mit der Ä nderung von § 329 PBG soll sodann die erforderliche Vereinheitlichung auf Rechtsmittelebene ermö glicht werden. Angesichts der laufenden Gesetzesrevisio n hat der Regierungsrat von e iner einstweiligen direkt auf das Bundesrecht abgestüt z- ten Regelung abgesehen (vgl. das Kreisschreiben der Baudirektion vom 10. April 1997 an die kommunalen Baubehörden, auch zum folgenden). Die Gesetzesrevision soll zusammen mit den gebotenen Änderungen der Bauverfahrensverordnung (BVV) auf den 1. Januar 1998 in Kraft gesetzt werden. Ungeachtet dessen muss in der Zwisc henzeit das höherrangige Bundes recht auch ohne das Vorliegen kantonalen Ausführungsrechts vollzogen werden. Dab ei lassen sich Abweichungen von den noch nicht geänderten kantonalrechtlichen B e- stimmungen auf der hier interessierenden Rechtsmittelebene, insbesondere von § 329 PBG, in gewissen Fällen nicht vermeiden. Dies etwa dann, wenn die Baurekur s- kommissionen zusammen mit den Baubewilligungen zu erlassende Direktionsverf ü- gungen (vgl. den Anhang BVV) zu überprüfen haben. Im vorliegenden Fall wurde dem Koordinationsgebot insoweit Rechnung getr a- gen, als die nötigen Bewilligungen der kommunalen Baubehörde und der Baudir ek- tion gleic hzeitig eröffnet worden sind. Eine einheitliche Rechtsmittelinstanz wurde indessen in den entsprechende n Rechtsmittelbelehrungen offen sichtlich nicht ang e- geben, sondern es wurde einerseits die Baurekurskommission II und andererseits der Regieru ngsrat als Rekursinstanz bezeichnet, was dazu führte, dass die Reku r- rentin bei beiden Instanzen einen Rekurs anhängig machte. Es braucht hier nicht abschliessend aufgezeigt zu werden, in welchen Fällen und in welchem Umfang eine Koordinationspflicht anzune hmen ist. Ein koordinat i- onspflichtiger Sachverhalt ist jedenfalls dann gegeben, wenn die Errichtung einer Baute einer kanton alen Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG und einer kommunalen Baubewilligung bedarf. Es rechtfertigt sich dabei in diesen Fällen o hne weiteres, auf die in der Revision svorlage vorgesehene Zuständigkeitsregelung zu greifen, wonach bei Anordnungen über Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauz o- nen der Regierungsrat anste lle der Baurekurskommission als Rekursinstanz fungiert (vgl. § 329 Abs. 2 lit. b revPBG). Vorliegend ist gleichzeitig mit der Baubewilligung auch der Abbruch eines G e- bäudes gestattet und vor allem ein Entscheid über dessen Entlassung aus dem I n- ventar der schützenswerten Bauten gefällt worden. Dass bei einem blossen En t-- 3 - scheid allein über die Schutzwürdigkeit eines Gebäudes im Regelfall kein Koordin a- tionsbedarf besteht und nach der heutigen und auch nach der künftigen Regelung die Baurekurskommissionen bei kommunalen Schutzobjekten unabhängig davon, ob das Gebäude inner - oder ausserhalb der Bauzonen lokalisiert ist, als Rekur sinstanz fungieren (§ 329 PBG), ist hier nicht entscheidend. Nach der bundesrechtlich mit der Koordinationspflicht angestrebten Verfahrensbeschleunigung muss in diesem Fall, da ein Entscheid über die Nichts chutzwürdigkeit eines zum Abbruch vorgesehenen Gebäudes Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung ist, eine Koordinat i- on stattfinden und e ine einheitliche Rechtsmi ttelinstanz bezeichnet werden. Das muss nach dem Gesagten, weil die geplante Baute ausserhalb der Bauzonen erstellt werden soll, der Regi erungsrat sein, auch wenn er d abei eine Inventarentlassung mitzuüberprüfen hat. 3. Somit ergibt sich, dass auf den Rekurs nicht einzutreten ist. Der Rekurs ist an den Regierungsrat zu überweisen.