B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung III C-1092/2013 U r t e i l v o m 2 5 . O k t o b e r 2 0 1 3 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richter Jean-Daniel Dubey, Gerichtsschreiberin Giulia Santangelo. Parteien 1. F._______, 2. I._______, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf L._______. C-1092/2013 Seite 2 Sachverhalt: A. Die aus dem Kosovo stammende L._______ (geb. 1987, im Folgenden: Gesuchstellerin) beantragte am 9. November 2012 bei der Schweizer i- schen Botschaft in Pristina ein Schengen -Visum für einen Besuchsau f- enthalt von zwei Monaten bei ihrer Schwester F._______ und deren Ehemann I._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer bzw. Gastgeber) im Kanton Q._______. B. Mit Formularentscheid vom 12. November 2012 lehnte es die Schweizer Vertretung ab, das gewünschte Visum auszustellen. Sie begründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für die fristg e- rechte Wiederausreise de r Gesuchstellerin aus dem Schengen -Raum nach Ablauf des Visums. C. Gegen diesen Entscheid erhob en die Beschwerdeführer am 26. Novem- ber 2012 bei der Vorinstanz Einsprache. Zur Begründung brachten sie vor, die Gründe für die Ablehnung des beantragten Visums seien nicht nachvollziehbar. Sie garantierten die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin. Der Bruder der Gastgeberin habe sie, die Beschwerd e- führer bereits dreimal besucht und er habe die Schw eiz immer rechtzeitig verlassen. Auch eine andere Schwes ter hätten sie bei sich auf Besuch gehabt. Diese habe die Schweiz ebenfalls rechtzeitig verlassen. Die Einsprache wurde unter anderem mit einem Einladungsschreiben vom 25. November 2012 ergänzt. In diesem garantierten die Beschwe r- deführer die Übernahme der Kosten für Aufenthalt und Rückreise sowie die rechtzeitige Wiederausreise der Gesuchstellerin. D. In der Folge wurden die Gesuchsunterlagen an die Vorinstanz übermittelt. Auf deren Ersuchen hin richte te die Migrationsbehörde des Kantons Q._______ am 16. Januar 2013 einen Fragenkatalog an die Gastgeber, den diese umgehend beantwortet retournierten. E. Mit Verfügung vom 5. Februar 2013 wies die Vorinstanz die Einsprache gegen die Verweigerung der Einreiseb ewilligung in Bezug auf die G e- suchstellerin ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, sie teile C-1092/2013 Seite 3 die Einschätzung der Schweizer Auslandvertretung, wonach die fristg e- rechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt nicht als gesichert erachtet wer den könne. D ie Gesuchstellerin lebe in einer Region, aus welcher – als Folge der insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht her r- schenden Verhältnisse – ein anhaltend starker Zuwanderungsdruck zu verzeichnen sei. Sie sei eine ledige, arbeitslose Frau und es oblägen ihr keinerlei besondere berufliche, familiäre oder gesellschaftliche Verpflic h- tungen, die besondere Gewähr für eine Rückkehr ins Heimatland bieten könnten. Zudem seien die Beschwerdeführer gemäss Stellungnahme der Wohnsitzgemeinde nicht in der Lage, finanziell für den Besuchsaufenthalt der Gesuchstellerin aufzukommen. F. Mit Rechtsmitteleingabe vom 26. Februar 2013 beantrag en die Be- schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht sinngemäss die Aufhe- bung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung d es gewünschten Besuchervisums. Im Wesentlichen bring en sie vor, die Gesuchstellerin stehe zwischenzeitlich, seit dem 1. Februar 2013 in einem Arbeitsverhäl t- nis. Überdies sei der Beschwerde eine schriftliche Erklärung von ihr bei- gelegt, worin sie garantiere, die Schweiz fristgerecht zu verlassen. Damit sei die Ausreise gewährleistet. Zudem befinde sich in der Beilage ein Versicherungsnachweis (Postquittung zu einer Policen -Nr.). So sei der Besuchsaufenthalt der Gesuchstellerin gesichert. Die Beschwerde wurde mit einer Kopie der Übersetzung eines Arbeitsver- trages ergänzt. G. In ihrer Vernehmlassung vom 26. Juni 2013 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde und entgegnet zu den Vorbringen in der B e- schwerde, der nachträglich vorgelegte Arbeitsvertrag sei der Schweizer Auslandvertretung in Pristina zwecks Überprüfung der Arbeitssituation der Gesuchstellerin zugestellt worden. Gemäss der ihrer Vernehmlassung beigelegten Stellungnahme der Vertre tung vom 25. Juni 2013 (E-Mail) seien die von der Gesuchstellerin verlangten Dokumente nicht vollständig eingereicht worden. So fehle beispielsweise ein Arbeitsvertrag im Orig i- nal. Selbst wenn die Gesuchstellerin im Kosovo tatsächlich über berufli- che Verpflichtungen verfügen sollte – was bezweifelt werde – würden sol- che nicht mit einem zweimonatigen Auslandaufenthalt vereinbar sein. C-1092/2013 Seite 4 H. Die den Beschwerdeführern mit Zwischenverfügung vom 4. Juli 2013 g e- währte Frist zur Stellungnahme lief ungenutzt ab. I. Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidwesentlich, in d en Er- wägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbe - halt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Be schwerden gegen Ver- fügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. D e- zember 1968 (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG au f- geführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Besuch s- zwecken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesve r- waltungs-gericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge - richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, ric h- tet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur B e- schwerde berechtigt. Auf die frist - und formgerecht eingereichte B e- schwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er - messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts - erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde - verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen C-1092/2013 Seite 5 gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, BVGE 2011/43 E. 6.1 und BVGE 2011/1 E. 2). 3. Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer kosovarischen Staatsangehörigen um Erteilu ng eines Visums für einen zwei monatigen Aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA -Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufenthaltsdauer drei Monate nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwe n- dungsbereich der Schengen -Assoziierungsabkommen, mit d enen die Schweiz den Schengen -Besitzstand und die dazugehörigen gemei n- schaftsrechtlichen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz vom 16. Dezember 2005 (AuG, SR 142.20) und seine Ausführungsve r- ordnung gelangen nur soweit zur Anwendung, als die Schen gen- Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis Abs. 5 AuG). 4. Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im Anwendungsbereich der erwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 4.1 Das schweizerische Ausl änderrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf E r- teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes - gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen). Das Schen gen-Recht schränkt die nationalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Vo r- aussetzungen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraus- setzungen nicht erfüll t sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das Schengen -Recht nicht (a.M. PHILIPP EGLI / TOBIAS D. MEYER, in: Caroni / Gächter / Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkomme n- tar zum Bundesgesetz über die Auslän derinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). C-1092/2013 Seite 6 4.2 Angehörige von Drittstaaten dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-Raums für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten je Sechsmonatszeitraum einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku - mente sind, die zum Grenzübertritt ber echtigen. Ferner benötigen sie ein Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengren - zen im Besitz eines V isums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gülti - gen Aufenthaltstitels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristi- gen Aufenthalt verfügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumertei - lung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32], Art. 4 VEV). 4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um - stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei - chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 VEV, Art. 5 Abs. 1 Bst. c und Abs. 3 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nac h- folgend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu belegen, dass sie den Schengen -Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako- dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). Weiterhin d ürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informat i- onssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge schrieben sein und ke i- ne Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentl i- che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eine s Mitglie d- staats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige Person nicht bereit ist, das Hohe itsgebiet des Schengen -Raums fristge- recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; C-1092/2013 Seite 7 ferner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Januar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drit t- staatsangehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswi d- rigen Einwanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr der gesi- cherten Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang (vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusamme n- hangs zum Einreiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK). 4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom - men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen -Raum geltendes "einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 VEV, Art. 32 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaa t aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund intern a- tionaler Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der dritt - staatsangehörigen Person, welche die ordentlichen Einreisevorausset - zungen nicht erfüllt, ausna hmsweise ein "Visum mit räumlich beschrän k- ter Gültigkeit" zu erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Vor aus- setzungen kann einer drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestattet werden, vgl. Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 5. 5.1 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 listet diejenigen Staaten auf, deren Staatsange hörige beim Übe r- schreiten der Aussengrenzen der Schengen Mitgliedstaaten im Besitze eines Visums sein müssen (Abl. L 81 vom 21.03.2001, S. 17, zum vol l- ständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV). Da die Republik Kosovo zu diesen Staaten z ählt, unterliegt d ie Gesuchstellerin der Visumspflicht. Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK steht die Frage der gesicherten Wiederausreise im Vordergrund, welche die Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Lage im Heimatland sowie der persönlichen Verhältnisse de r Gesuchstellerin an- zweifelt. Dazu lassen sich in der Regel keine gesicherten Feststellungen, sondern lediglich Prognosen treffen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. C-1092/2013 Seite 8 5.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wi e- derausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunfts land der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bü r- gerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wir t- schaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hi n- deuten, dass die persönliche Interessenlage in solchen Fällen nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Ein - klang steht. 5.3 Dass im Heimatland der Gesuchstellerin grosse Teile der Bevölkerung von wirtschaftlich ungünstigen Verhältnissen betroffen sind, kann nicht in Abrede gestellt werden. Das Durchschnittseinkommen lag 2011 bei etwa 300 Euro pro Monat. Damit gehört Kosovo weiter zu den ärmsten Lä n- dern Eur opas. Trotz grosser internationaler Unterstützung ist es bisher nicht gelungen, eine Wachstumsdynamik einzuleiten und die Transferleis- tungen aus der Diaspora bilden weiterhin einen bedeutenden wirtschaftl i- chen Faktor. Die Arbeitslosenrate stellt eine der g rössten Herausford e- rungen für die sozio -ökonomische Entwicklung des Landes dar. Sie liegt Schätzungen zufolge bei rund 45%, wobei in der Gruppe der 15 - bis 25- Jährigen über 70% erwerbslos sind. Angesichts des hohen Anteils der Beschäftigten im informellen Sektor sind diese Zahlen jedoch etwas zu relativieren (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, www.auswaertiges- amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Kosovo > Wirtschaftspolitik, Stand: April 201 3, besucht im Oktober 2013). Vor die- sem Hintergrund besteht vielfach der Wille zur Auswanderung, welcher sich besonders stark bei jüngeren und ungebundenen Personen manifes- tiert. Ein im Ausland bereits bestehendes, minimales soziales Bezi e- hungsnetz aus Ver wandten oder Freunden ist zudem ein wichtiges El e- ment, das den Entscheid auszuwandern noch akzentuieren kann. De m- entsprechend hoch ist der Zuwanderungsdruck in der Schweiz und and e- ren Teilen Europas. 5.4 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur die erwä hnten allg e- meinen Umstände, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkr e- ten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden Pe r- son im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesel l- schaftliche oder familiäre Verantwortung, k ann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Umg e- kehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflic h- tungen haben, das Risiko für ein ausländerrechtlich nicht regelkonformes C-1092/2013 Seite 9 Verhalten (nach b ewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch eingeschätzt werden. 6. 6.1 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 26 -jährige, unverhei- ratete und kinderlose Frau. Laut dem Übermittlungsblatt der Schweizer Vertretung zuhanden des BFM vom 14. Dezember 2012 ist niemand in ih- rer Familie erwerbstätig. Unterlagen zur finanziellen Lage seien sodann keine vorgelegt worden. 6.2 Was die aktuelle berufliche Tätigkeit anbelangt, so haben die B e- schwerdeführer im Rahmen der Inlandabklärung vom 16. Januar 2013 mittgeteilt, dass die Gesuchstellerin keiner Arbeit nachgehe . In ihrer B e- schwerde gaben sie dann jedoch an , dass die Gesuchstellerin seit dem 1. Februar 2013 arbeite und reichten eine deutsche Übersetzung des an- geblich abgeschlossenen Arbeitsvertrages zu den Akten. Die hierauf durch die Schweizer Ausland svertretung in Pristina vorgenommene Überprüfung der Arbeitssituation der Gesuchstellerin ergab, dass sie nicht belegen konnte, tatsächlich seit Februar 2013 arbeitstätig zu sein . So konnte sie weder einen Arbeitsvertrag im Original noch einen Bankkont o- auszug oder anderweitige Belege über Lohnzahlungen vorlegen. Zu die- sen Vorhalten gaben die Beschwerdeführer keine Stellungnahme ab, o b- wohl sie explizit dazu aufgefordert wurden. Die gesamte Sachlage lässt nicht darauf schliessen, dass die Gesuchstellerin in einem Arbeitsverhäl t- nis steht oder dass sie in einer für sie zufriedenstellenden finanziellen S i- tuation lebt . Von daher besteht eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass sie mit ihrer Einreise in die Schwe iz andere als Besuchszwecke verbindet. In diesem Zusammenhang ist es nicht ohne Belang, dass ihre Schwester mit dem Ehemann in der Schweiz lebt und hier ihr Ausko m- men gefunden hat . Dass die Gesuchstellerin versuchen könn te es ihr gleich zu tun, kann nicht ausgeschlossen werden. 6.3 Sodann haben d ie Beschwerdeführer keine überzeugenden Gründe genannt, die für eine anstandslose Wiederausreise ihres Gastes spr e- chen könnten. Vielmehr sind sie der Ansicht, dass ihre eigenen abgeg e- benen Erklärungen, zusammen mit den Beteuerungen der Gesuchstelle- rin, deren Rückkehrwillen hinreichend belegen. Angesichts der Tatsache, dass sie gemäss den Feststellungen der Gemeindeverwaltung ihrer Wohnsitzgemeinde nicht in der Lage seien, den durch die Verpflichtung s- erklärung vom 16. Jan uar 2013 eingegangenen Verpflichtungen nachz u- kommen, weil sie zu wenig Einkommen und Vermögen hätten , sind diese C-1092/2013 Seite 10 Erklärungen ohnehin zu relativieren . Doch selbst wenn an der Ernstha f- tigkeit der Beteuerungen, für ihren Gast in jeglicher Hinsicht die Veran t- wortung zu übernehmen, keine Zweifel bestehen, so kann darauf nicht abgestellt werden. Gastgeber können zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem Besuchsaufenthalt garantieren, nicht j e- doch für die tatsächlichen Absichten und für ein be stimmtes Verhalten ih- rer Gäste (vgl. BVGE 2009/27 E. 9). Von daher kann es auch keine Rolle spielen, wenn in der Vergangenheit andere Besucher de r gleichen Be- schwerdeführer anstandslos wieder in ihr Heimatland zurückgereist sind. 6.4 Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz demnach da- von ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise de r Gesuchstellerin nach einem B e- suchsaufenthalt besteht. Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit (vgl. dazu Ziffer 4.5 hiervor) werden nicht vorgebracht und liegen auch nicht vor. 7. Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verf ü- gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die B e- schwerde ist daher abzuweisen. 8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden Be- schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos ten und Entschädi- gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dispositiv Seite 11 C-1092/2013 Seite 11 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800. - werden den Beschwerdeführern au f- erlegt. Sie werden mit dem am 28. März 2013 in gleicher Höhe geleist e- ten Kostenvorschuss verrechnet. 3. Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (…) – das Amt für Migration des Kantons Q._______ Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Marianne Teuscher Giulia Santangelo Versand: