B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung V E-3679/2019 U r t e i l v o m 1 7 . D e z e m b e r 2 0 2 1 Besetzung Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), Richterin Daniela Brüschweiler, Richterin Camilla Mariéthoz Wyssen, Gerichtsschreiberin Kinza Brunner. Parteien A._______, geboren am (…), B._______, geboren am (…), und ihre Kinder C._______, geboren am (…), D._______, geboren am (…), E._______, geboren am (…), F._______, geboren am (…), G._______, geboren am (…), Afghanistan, alle vertreten durch MLaw El Uali Emmhammed Said, (…), Beschwerdeführende, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); Verfügung des SEM vom 14. Juni 2019 / N (…). E-3679/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführenden, afghanische Staatsangehörige mit letztem Wohnsitz in Kabul, stellten am 18. Juni 2018 in der Schweiz Asylgesuche und wurden dem damaligen Testbetrieb Zürich zugewiesen. Am 9. August 2018 führte das SEM die Erstbefragungen zur Person durch. Am 14. Sep- tember 2018 hörte das SEM die Beschwerdeführenden einlässlich zu ihren Asylgründen an. A.b Im Rahmen der vorerwähnten Befragungen machte der Beschwerde- führer zu seinen Fluchtgründen im Wesentlichen Folgendes geltend: In Ka- bul sei er als (…) für das staatliche (…) erwerbstätig gewesen. Seine Auf- gabe sei es unter anderem gewesen, (…) zu reparieren. Im Oktober 2015 sei er gemein sam mit einem Kollegen ( H._______) für die Arbeit nach I._______ geschickt worden. Eines Abends sei er auf dem Basar von den Taliban angesprochen und in die Berge gebracht worden. Dort sei er meh- rere Monate in einer Höhle festgehalten, körperlich misshandelt und mit dem Tode bedroht worden. Er habe während der gesamten Zeit eine Au- genbinde tragen müssen. Im Dezember 2015 hätten die Taliban in einer «Gerichtsverhandlung» darüber befunden, was mit ihm geschehen solle. Sie hätten verlangt, dass er mit ihnen zusammenarbeite. Für den Fall der Weigerung hätten sie ihn töten wollen. Er habe der Zusammenarbeit wider Willen zugestimmt. Sein Arbeitskollege sei ebenfalls gemeinsam mit ihm von den Taliban vom Basar in die Berge gebracht worden. Unmittelbar nach der «Gerichtsverhandlung» seien sie beide freigelassen worden. Die Taliban hätten ihm einen Drohbrief mitgegeben. Er habe den Bus zurück nach Kabul genommen. Aufgrund der starken Misshandlungen und der da- mit einhergehenden erheblichen Verletzungen im Gesicht hätten ihn seine Kinder zunächst nicht erkannt. Er habe sich im Spital medizinisch behan- deln lassen. Den Drohbrief der Taliban habe er seinem Vorgesetzten ge- zeigt. Dieser habe jedoch kein grosses Verständnis für seine Probleme auf- gebracht. Zwar habe er weiterar beiten können, doch seine Sicherheit sei nicht gewährleistet gewesen. So sei er gezwungen gewesen, sein Heimat- land zu verlassen. A.c Die Beschwerdeführerin gab an, dass sie in Kabul für die J._______ gearbeitet habe. Ihrerseits machte sie keine eigenen Asylgründe geltend. Sie habe den Heimatstaat aufgrund der Probleme ihres Ehemannes ver- lassen. Sie bestätigte, dass ihr Ehemann im Oktober 2015 in I._______ von den Taliban mitgenommen und im Dezember 2015 wieder freigelassen E-3679/2019 Seite 3 worden sei. Die Umstände der Entführung kenne sie nicht. Etwa zwei Tage nach der Entführung sei ihr Schwager zu ihnen nachhause gekommen und habe ihr und den Kindern von der Entführung berichtet. Er habe die Infor- mation wiederum vom Arbeitgeber des Beschwerdeführers erhalten. Nach seiner Freilassung sei der Beschwerdeführer mit dem Bus nach Hause zu- rückgekehrt und habe sich zwei Stunden lang im Spital behandeln lassen. Sein Körper sei mit blauen Flecken übersäht gewesen. A.d Die beiden ältesten Kinder wurden ebenfalls vom SEM befragt. Sie machten keine eigenen Asylgründe geltend , sondern führten aus, wegen der Probleme ihres Vaters ausgereist zu sein. A.e Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine Fotografie des Drohbriefes ein, den er von den Taliban erhalten haben will. B. Am 24. September 2018 wurden die Beschwerdeführenden dem erweiter- ten Verfahren zugewiesen. Am 25. September 2018 legte der ihnen zuge- wiesene Rechtsvertreter das Mandat nieder. C. Mit Verfügung vom 14. Juni 2019 (eröffnet am 19. Juni 2019) stellte das SEM fest, die Beschwerdeführenden würden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen, lehnte ihre Asylgesuche ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Zufolge Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung wurden die Beschwerdeführenden vorläufig in der Schweiz aufgenommen. D. Am 18. Juli 2019 reichten die Beschwerdeführenden, handelnd durch ihren Rechtsvertreter, beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. Juni 2019 ein. Sie beantragten die Aufhebung des Asylentscheids, die Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft und die Ge- währung von Asyl in der Schweiz. Eventualiter beantragten sie die Rück- weisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. In prozessualer Hinsicht wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechts- pflege und Rechtsverbeiständung beantragt, und es wurde um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. E. Am 24. Juli 2019 wurde die Sozialhilfebestätigung nachgereicht. E-3679/2019 Seite 4 F. Die zuständige Instruktionsrichterin hiess mit Zwischen verfügung vom 31. Juli 2019 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh- rung und amtlichen Rechtsverbeiständung sowie um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht gut und setzte Rechtsanwalt El Uali Emmhammed Said als amtlichen Rechtsbeistand der Beschwerdeführenden ein. Zudem lud sie die Vorinstanz ein, sich zur Beschwerde vernehmen zu lassen. G. Das SEM reichte seine Vernehmlassung am 15. August 2019 zu den Ak- ten; diese wurde den Beschwerdeführenden am 22. August 2019 übermit- telt. Mit Schreiben vo m 6. September 2019 replizierten die Beschwerde- führenden. H. Am 11. Oktober 2019 wurde eine Honorarnote zu den Akten eingereicht. I. Am 1. September 2021 ersuchte der Beschwerdeführer um beförderliche Behandlung des Verfahrens. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be- schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver- waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei- det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie- ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per- son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). E-3679/2019 Seite 5 1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten (AS 2016 3101); f ür das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.4 Die Beschwerde ist frist - und formgerecht eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom- men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände- rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. 3.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid im Wesentli- chen mit der mangelnden Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerde- führenden. Insbesondere sei es dem Beschwerdeführer ni cht gelungen, seine Entführung durch die Taliban überzeugend zu schildern. Trotz mehr- facher Nachfragen habe er äusserst vage Angaben zur angeblichen Fest- nahme gemacht. Auf die Frage, was genau geschehen sei, habe er ledig- lich erwähnt, dass es einen Basar g egeben habe, die Taliban traditionell bekleidet gewesen seien, und auf Nachfrage hin habe er erklärt, dass vier Taliban ihn und H._______ auf dem Basar angehalten und mit dem Auto mitgenommen hätten. Eine plausible Erklärung, woher die Taliban gewusst hätten, dass er für das staatliche (…) gearbeitet habe, habe er nicht ge- habt. Die Beschreibung der Täter sei sodann stereotyp geblieben. Im Laufe der Befragung habe er zwar noch angefügt, dass sie ein Auto der Marke Datsun gehabt hätten und dass sie mit Kalaschnikows bewaffnet gewesen seien. Insgesamt hätten die Ausführungen jedoch nicht zu überzeugen ver- mocht. Weiter könne ihm nicht geglaubt werden, dass er drei Monate lang auf einem Berg in einer Höhle festgehalten worden sei. Er habe weder den Taliban-Kommandanten beschreiben können, noch die Fahrt beziehungs- weise den Fussweg zur Höhle detailliert schildern können. Ebenso wenig habe er substanziierte Angaben über seinen Aufenthalt in der Höhle ma- chen können. Er habe weder berichten können, wie er sich während dieser E-3679/2019 Seite 6 drei Monate beschäftigt habe, noch habe er Auskunft über seinen Arbeits- kollegen geben können, der angeblich mit ihm zusammen festge halten worden sei. Er habe jeweils nur gesagt, dass seine Augen verbunden ge- wesen seien und er geschlagen worden sei. Sein Vorbringen, dass die Ta- liban ihn unter der Bedingung freigelassen hätten, in Zukunft mit ihnen zu- sammenzuarbeiten und nicht mehr für den Staat, habe er nicht substanzi- ieren können. Der eingereichte Drohbrief sei vor diesem Hintergrund nicht beweistauglich. Auch sei nicht verständlich, dass er diesen Vorfall nicht der Polizei gemeldet habe. Unplausibel sei zudem, dass er sich nach seiner Freilassung ins Spital begeben habe, das Spital nach zwei Stunden aber wieder habe verlassen können, obwohl er vorgebracht habe, dass es ihm sehr schlecht gegangen sei. Auch während der zweiten Anhörung sei es ihm nicht gelungen, ausführlicher über seine Asylgründe zu berichten. 3.2 Die Beschwerdeführenden führten zur Begründung ihres Rechtsmittels im Wesentlichen aus, entgegen der Einschätzung der Vorinstanz seien die Schilderungen des Beschwerdeführers detailliert und konkret ausgefallen, zudem seien sie von Realitätskennzeichen geprägt. Dass die Vorinstanz vorliegend zum Schluss gelangt sei, der Beschwerdeführer habe im Rah- men der Anhörung keine detaillierten Angaben gemacht, sei nicht nachvoll- ziehbar. Zudem seien seine Angaben in der Erstbefragung deckungsgleich mit den Angaben anlässlich der Anhörung. Was die Festnahme und das Festhalten in der Höhle betreffe, so habe die Vorinstanz einen zu strengen Massstab bei der Glaubhaftigkeitsprüfung angewendet. Sie habe die Aus- sagen des Beschwerdeführers lediglich einseitig und nicht im Sinn der Ge- samtheit gewürdigt. Insbesondere habe es die Vorinstanz auch unterlas- sen, die Emotionen des Beschwerdeführers zu würdigen. Im Weiteren ver- kenne die Vorinstanz, dass es im afghanischen Kontext nicht weiter er- staunlich sei, dass der Beschwerdeführer keine Anzeige bei der Polizei ge- macht habe. Dieser habe seinen Vorgesetzten und den Sicherh eitsdienst über die Entführung informiert. Es sei ihm bewusst gewesen, dass die Po- lizei von Kabul wegen einer Entführung in I._______ nicht tätig werde. Die Taliban verfügten zudem über grossen Einfluss. Dies erkläre auch, weshalb sie gewusst hätten, dass er für das staatliche (…) arbeiten würde. Zur Frei- lassung habe er sodann ebenfalls detaillierte Angaben gemacht und klar zum Ausdruck gebracht, dass er von den Taliban aufgefordert worden sei, sich zu ihrer Verfügung zu halten. Diese Angaben seien in der Verfügung gar nicht berücksichtigt worden. Auch der Drohbrief der Taliban sei ohne weitere Prüfung als Fälschung taxiert worden. Schliesslich seien die Aus- sagen der Ehefrau gänzlich unberücksichtigt geblieben. E-3679/2019 Seite 7 4. 4.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel- che vorab zu prüfen sind, da sie unter Umständen geeignet sein könnten, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2). 4.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör, was als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3 und BVGE 2009/35 E. 6.4.1, je m.w.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be- hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei- nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). Des Weiteren gilt im Asylverfahren – wie in anderen Verwaltungsverfahren auch – der Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG). Danach muss die entscheidende Beh örde den Sachverhalt von sich aus abklären. Sie ist verantwortlich für die Beschaffung der für den Entscheid notwendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsrelevanter Tat- sachen (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal- tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KRAUSKOPF/EMME- NEGGER/BABEY, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG). 4.3 Die Beschwerdeführenden bringen vor, dass die Vorinstanz bei der Be- urteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Angaben einen zu strengen Massstab angelegt und den Entscheid äusserst knapp begründet habe. Auch habe sie es unterlassen, Elemente zu würdigen, welche für die Glaubhaftigkeit ihrer Vorbringen sprächen (vgl. Besc hwerde, Ziff. 10 und 17). Dies stelle eine Verletzung der Begründungspflicht dar. Dem kann nicht gefolgt werden: Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung hinreichend differenziert dargelegt, aus welchen Gründen sie von der Unglaubhaftigkeit der Asylvorbringen ausging. Der Umstand, dass die Beschwerdeführenden die Auffassung des SEM – insbesondere des- sen Beurteilung der Glaubhaftigkeit – nicht teilen, stellt keine Verletzung der Begründungspflicht dar, sondern ist eine Frage der materiellen Beur- teilung. E-3679/2019 Seite 8 4.4 Die Beschwerdeführenden monieren weiter, dass das SEM es unter- lassen habe, die Aussagen sämtlicher Familienmitglieder, insbesondere der Ehefrau im Entscheid zu würdigen (vgl. Beschwerde, Ziff. 10). Damit habe die Vorinstanz das rechtliche Gehör verl etzt. Auch diese Rüge geht fehl. Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerdeführerin und auch der Kinder im Sachverhalt aufgeführt. Dass sie den Aussagen nicht grös- sere Bedeutung zumass , begründete sie unter anderem damit, dass die Ausführungen sehr knapp ausgefallen seien. Diese Würdigung ist nicht zu beanstanden und stellt offensichtlich keine Verletzung des rechtlichen Ge- hörs dar. 4.5 Sodann geht auch die Rüge fehlt, das SEM habe den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem es das eingereichte Bew eismittel (den Drohbrief der Taliban) nicht gewürdigt habe (vgl. Beschwerde, Ziff. 15). Der Beschwerdeführer verwechselt diesbezüglich eine Verletzung des rechtli- chen Gehörs mit der von der Vorinstanz vorgenommenen Beweiswürdi- gung. Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung das eingereichte Beweismittel im Sachverhalt aufgenommen und dieses anschliessend ent- sprechend seiner Rechtserheblichkeit gewürdigt. Mit Blick auf die Tatsa- che, dass das SEM die Verfolgung durch die Taliban bereits aufgrund der bestehenden Aktenlage als unglaubhaft beurteilte, durfte es in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu BVGE 2008/24 E. 7.2, m.w.H.) darauf ver- zichten, den Drohbrief der Taliban ausführlich inhaltlich zu würdigen. 4.6 Nach dem Gesagten erweisen sich die formellen Rügen als unbegrün- det und der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ist abzuweisen. 5. 5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solc hen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifi schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). E-3679/2019 Seite 9 5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.3 Die Glaubhaftigkeit von Aussagen asylsuchender Personen kann im Rahmen eines inhaltsorientierten Ansatzes a ufgrund sogenannter Real- kennzeichen beurteilt werden. Die Realkennzeichen ermöglichen eine Dif- ferenzierung zwischen erlebnisbasierten und erfundenen respektive ver- fälschten Aussagen. Je mehr Realkennzeichen eine Aussage enthält, desto grösser ist die Wahrs cheinlichkeit, dass die Aussage auf eigenem Erleben beruht. Dabei sind immer die Fähigkeiten der aussagenden Per- son und die Komplexität des vorgebrachten Geschehens zu berücksichti- gen. Zu den Realkennzeichen gehören insbesondere die logische Konsis- tenz, die ungeordnete, aber inhaltlich letztlich stimmige Darstellung, der quantitative Detailreichtum, raumzeitliche Verknüpfungen, die Wiedergabe von Gesprächen, ausgefallene Einzelheiten, spontane Verbesserungen der eigenen Aussagen, das Eingeständnis von Erinn erungslücken sowie die Schilderung von Interaktionen, Komplikationen, Nebensächlichkeiten, unverstandenen Handlungselementen und eigenen psychischen Vorgän- gen (vgl. Urteil des BVGer E-1832/2017 vom 3.Dezember 2019, E.3.3, mit Hinweis auf: ANGELA BIRCK, Traumatisierte Flüchtlinge, Wie glaubhaft sind ihre Aussagen?, Heidelberg 2002, S. 82 ff. und S. 139 ff.; REVITAL LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können aussagepsychologi- sche Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und Anwälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1423 ff.; vgl. auch BGE 129 I 49 E. 5 sowie BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1 und 2012/5 E. 2.2, jeweils m.w.H.). 6. 6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt vorliegend zum Schluss, dass die Vorinstanz die Asylvorbringen der Beschwerdeführenden zu Recht als unglaubhaft erachtet hat. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann hierzu auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden, welchen sich das Gericht vollumfänglich anschliesst. Die Vorbringen der Beschwerdeführenden im vorliegenden Verfahren sind nicht geeignet, zu einer anderen Beurteilung zu führen. In Ergänzung und Präzisierung ist Folgendes festzuhalten: E-3679/2019 Seite 10 6.2 Vorab ist anzumerken , dass die Vorinstanz die Anstellung des Be- schwerdeführers als (…) beim staatlichen (…) in Kabul grundsätzlich nicht bezweifelt. Auch das Bundesverwaltungsgericht sieht keinen Anlass, diese Angaben in Zweifel zu ziehen. Der Beschwerdeführer äusserte sich in den Befragungen substanziiert zu seiner Tätigkeit und belegte seine Anstellung mit einem Personalausweis. 6.3 Weiter ist zu konstatieren, dass die Erzählweise des Beschwerdefüh- rers an den beiden Anhörungen auf den ersten Blick durchaus umfangreich wirkt. Zudem hat der Beschwerdeführer in seinem freien Vortrag auch ver- meintliche Nebensächlichkeiten wiedergegeben, was unter Umständen als Realkennzeichen gewertet werden kann (bspw. wie er auf seine Sc hmer- zen hinter dem Ohr hinweist oder die Geste, die er macht, um zu zeigen, wie seine Hände hinter seinem Rücken verbunden worden seien, ebenso zeigte er eine emotionale Reaktion, als er von seiner Heimkehr berichtet). Gleichwohl teilt das Bundesverwaltungsgericht die Gesamteinschätzung der Vorinstanz, dass es sich bei den vorgetragenen Fluchtgründen um kon- struierte handelt. Trotz der teilweise umfangreichen Erzählweise gelingt es dem Beschwerdeführer nämlich nicht, in Bezug auf die Asylvorbringen ein nachvollziehbares und in sich stimmiges Bild des Erlebten zu zeichnen. 6.3.1 Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Ereignisse, wonach er von den Taliban aufgehalten, anschliessend in die Berge verschleppt, dort mehrere Monate festgehalten und gefoltert sowie anschliessend unter To- desdrohungen aufgefordert worden sein soll , sich ihnen anzuschliessen und nach entsprechender Einwilligung freigelassen wurde, können nicht geglaubt werden. Schon die geschilderten Umstände der Mitnahme scheinen nur schwer nachvollziehbar und in sich nicht stimmig. Sein Vorbringen, dass er zu- nächst die Taliban als solche nicht erkannt habe und ohne zu zögern zu ihnen ins Fahrzeug gestiegen sein soll, wirkt befremdlich. Auch sein Vor- bringen, dass er deshalb angehalten worden sei, weil die Taliban gewusst hätten, dass er für die «Regierung» arbeite, konnte er trotz Nachfrage nicht überzeugend substanziieren. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass er zu den vier Taliban, die ihn angeblich in ein Auto verfrachtet hätten, und mit denen er etwa 100 km gefahren sein will, keine substanziierten Angaben machen konnte (vgl. SEM-Akten, A89, F56; A81, F75). Ungereimt ist dabei auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, die vier Taliban seien Paschto-Sprechende gewesen und er habe gehört, wie eine der vier Per- sonen per Funk über die Festnahme von zwei «Regierungsmitarbeitern» E-3679/2019 Seite 11 informiert habe (vgl. SEM-Akte A81, F62, 71), zumal er an anderer Stelle im Zusammenhang mit der Übersetzung des Drohbriefes ausführt , kein Paschto zu können (vgl. SEM-Akte A81, F52). Es gelingt dem Beschwer- deführer auf Beschwerdeebene nicht, der vo rinstanzlichen Einschätzung stichhaltige Argumente entgegenzusetzen. Insgesamt erschöpfen sich die Ausführungen in der Beschwerdeschrift im Wesentlichen in Wiederholun- gen und Hinweisen auf bereits getätigte Aussagen in den Anhörungen. Sie zielen vielfach l ediglich auf deren nachträglich andere rechtl iche Beurtei- lung ab. Damit vermögen die Beschwerdeführenden jedoch nicht durchzu- dringen. Angesichts der Tatsache, dass die Festnahme durch die Taliban Ausgangspunkt der Fluchtvorbringen bildet, wären kohärentere und auch weitaus detailliertere, von Realkennzeichen geprägte Angaben dazu zu er- warten gewesen. 6.3.2 Gegen die Glaubhaftigkeit sprechen ferner die Schilderungen des Beschwerdeführers betreffend die geltend gemachte Inhaftierung in den Bergen. Diese sind detailarm geblieben und weisen kaum Realkennzei- chen auf (wie insbesondere freies assoziatives Erzählen, Interaktionsschil- derung sowie inhaltliche Besonderheiten), sodass sie auch von einem un- beteiligten Dritten nacherzählt werden könnten. Es gelang dem Beschwer- deführer auch auf Nachfrage hin insbesondere nicht, die erlittenen Miss- handlungen und Drohungen, den Haftort, den Ablauf der dreimonatigen Haft und die Umstände seiner Entlassung zu substan ziieren ( SEM-Akte A81, F54 ff., F79). Stattdessen wiederholte er sein Vorbringen, dass er am gleichen Ort gegessen, geschlafen und seine Notdurft verrichtet habe, ohne den Eindruck zu vermitteln, dass ihm etwas von dieser Zeit beson- ders in Erinnerung geblieben wäre (vgl. SEM-Akte A81, F90 ff.). Beispiels- weise wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, über H._______ zu be- richten, mit dem er eigenen Angaben gemäss während der gesamten Zeit gemeinsam in der Höhle inhaftiert gewesen sein soll. Der Beschwerdefüh- rer will sodann mit H._______ während der Haft mehrheitlich über die Kin- der gesprochen haben. Als er jedoch danach gefragt wurde, wie die Kinder von H._______ heissen oder wie alt sie seien, wusste er dies nicht zu be- antworten (vgl. SEM-Akte A81, F109). Es wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer detailliertere Aussagen machen könnte, wenn er das Geschilderte selbst erlebt hätte, auch wenn ihm während der gesam- ten Zeit die Augen verbunden gewesen sein sollen (vgl. SEM-Akte A81, F79, F91). In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, dass sein Vorbringen, er habe aus diesem Grund auch heute noch Probleme mit den Augen, unbelegt blieb (vgl. SEM-Akte A81, F85). E-3679/2019 Seite 12 6.3.3 Der Beschwerdeführer bemängelt sodann zu Unrecht, dass die Vor- instanz seine ausführlichen und realitätsnahen Angaben betreffend die Umstände seiner Freilassung nicht zu seinen Gunsten berücksichtigt habe (vgl. Beschwerde Ziff. 15). Zwar trifft es zu, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der ergänzenden Anhörung emotional reagierte, als er vom Tag seiner Freilassung berichtete (vgl. SEM-Akte A81, F48). Doch reicht diese emotionale Reaktion für sich gesehen nicht aus, um seine sonstigen Aus- sagen gänzlich anders zu würdigen. Er beschränkte sich darauf zu erläu- tern, dass die Taliban am Tag seiner Freilassung in einer Gerichtsverhand- lung darüber befunden hätten, ob sie sie leben lie ssen oder erschiessen sollten (vgl. SEM-Akte A89, F62). Ungereimt ist dabei insbesondere das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass die Taliban ihn am Ende der Ver- handlung zur Kooperation aufgefordert hätten. Insbesondere ist es n icht nachvollziehbar, dass die Taliban einerseits so gewaltsam gegen ihn vor- gegangen sein sollen, um ihn danach zur Zusammenarbeit aufzufordern, zumal es auf der Hand liegt, dass er in einer solchen Situation nur aus Angst vor weiteren Konsequenzen einer entsprechenden Zusammenarbeit zustimmen würde. Hinzukommt, dass der Beschwerdeführer gar nicht aus der Region stammt und sich die Aufforderung zur Zusammenarbeit bereits aus diesem Grund als unplausibel erweist. 6.3.4 Der eingereichte Drohbrief der Taliban , der ihm bei seiner Freilas- sung mitgegeben worden sein soll, liegt lediglich in Kopie vor. Er ist ange- sichts der vorstehenden Erwägungen offensichtlich nicht geeignet, die Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen zu beseitigen, zumal derar- tige Dokumente – wie in der angefochtenen Verfügung zutreffend bemerkt wurde – ohne Weiteres gefälscht oder käuflich erworben werden können. Insbesondere sind diesem Schreiben aufgrund dessen allgemeinen Inhalts keine Anhaltspunkte bezüglich der geltend gemachten Verfolgungssitua- tion beziehungsweise der angeblichen Zusammenarbeit zu entnehmen. Der Beschwerdeführer ist darauf weder namentlich erwähnt noch wird be- schrieben, wie er die Taliban in Zukunft unterstützen soll. Dem erwähnten Dokument kann daher kein rechtserheblicher Beweiswert beigemessen werden. 6.3.5 Hinzu kommt, dass auch weder die Ehefrau noch die im Asylgesuch miteingeschlossenen Kinder substanziierte Angaben zum Sachverhalt ma- chen konnten . Zwar legte die Beschwerdeführerin in der Erstbefragung emotional dar, dass ihr Ehemann von den Taliban entführt worden sei; die Umstände konnte sie allerdings kaum näher substanziieren (vgl. SEM- Akte A82, F58). Gegen die Glaubhaftigkeit spricht zudem auc h der Fakt, E-3679/2019 Seite 13 dass die Beschwerdeführerin auf präzise Fragen der befragenden Person immer wieder auswich und stattdessen andere Situationen beschrieb (vgl. SEM-Akten A82 F58, F61, F68; A90, F42). Die älteren beiden Kinder der Beschwerdeführenden (C._______, sowie D._______) wurden eben- falls im vorinstanzlichen Verfahren angehört, wobei beide angaben, sie selbst hätten keine Probleme im Heimatstaat gehabt und seien wegen der Gründe ihres Vaters ausgereist. Auf die Frage, was für Probleme ihr Vater im Heimatstaat gehabt habe, gab C._______ an, der Vater sei von den Taliban mitgenommen worden , sie wisse allerdings nicht mehr darüber , weil sie damals noch jung gewesen sei. Als der Vater nachhause gekom- men sei, sei es ihm sehr schlecht gegangen (vgl. SEM-Akte A84, F39, F43). Das Protokoll der Anhörung mit D._______ gibt sehr wenig her, da ihre Antworten äusserst knapp ausfielen; im Wesentlichen bestätigt sie die Fluchtvorbringen (vgl. SEM-Akten A83, F28 ff. sowie A92, F19). D ie Ant- worten von C._______, die während der Anhörung nicht mehr im Kindes- alter war, sondern nahe dem Erwachsenenalter, lässt jede Reflektion über die Situation der Familie und insbesondere die eigene Situation vermissen (vgl. SEM-Akte A91, F29 f.). Dies scheint nicht nachvollziehbar und wenig authentisch. In diesem Zusammenhang ist betreffend das Alter der Kinder anzumerken, dass die Beschwerdeführenden im Rahmen der Anhörung zwar vorbringen, dass die Kinder allesamt zwei Jahre jünger seie n als in den Pässen angegeben. Dieses Vorbringen wurde auf Beschwerdeebene jedoch nicht mehr erwähnt (vgl. SEM-Akte A90, F106), weshalb das Ge- richt in casu davon ausgeht, dass die Geburtsdaten der Kinder korrekt sind. 6.4 In Abwägung aller Elemente, die für oder gegen die Glaubhaftigkeit der Vorbringen sprechen, kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass insgesamt die Elemente, welche gegen die Glaubhaftigkeit sprechen, überwiegen und es den Beschwerdeführenden mithin nicht gelungen ist, eine asylrelevante Verfolgung in Afghanistan zum Zeitpunkt ihrer Ausreise glaubhaft zu machen. 6.5 Der Beschwerdeführer, der in Kabul in einem (…) Bereich beim staatli- chen (…) tätig war, weist auch kein Profil auf, welches zum heutigen Zeit- punkt – unter Berücksichtigung der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan – zur Annahme führen könnte , dass er aus einem in Art. 3 AsylG genannten Motiv Verfolgungshandlungen durch die Taliban zu be- fürchten hätte. Gleiches muss für seine Ehefrau gelten, die als Angestellte einer (…) tätig war. E-3679/2019 Seite 14 6.6 Soweit die Beschwerdeführenden schliesslich generell auf die prekäre Sicherheitssituation in Afghanistan zufolge der starken Präsenz der Tali- ban hinweisen, welche nunmehr in eine Machtübernahme mündete, wurde diesem Aspekt bereits durch die Anordnung der vorläufigen Aufnahme Rechnung getragen. 6.7 Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführen- den folglich zu Recht verneint und ihr Asylgesuch abgewiesen. 7. Lehnt das SEM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine aus- länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er- teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 8. Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 14. Juni 2019 die Unzumut- barkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungs- vollzugs. 9. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzu- weisen. 10. 10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer- deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Instruk- tionsverfügung vom 31. Juli 2019 ihr Gesuch um Gewährung der unent- geltlichen Prozessführung gutgeheissen wurde und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich ihre finanzielle Lage seither entscheidrelevant verändert hätte, ist von der Auflage von Verfahrenskosten abzusehen. E-3679/2019 Seite 15 10.2 Infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist dem einge- setzten Rechtsvertreter ein amtliches Honorar zu entri chten. Die Kosten- note vom 11. Oktober 2019 weist einen Aufwand von 415 Minuten (ent- spricht aufgerundet 7 Stunden) sowie Auslagen von Fr. 33.– auf. Der zeit- liche Aufwand scheint angemessen. Der Stundenansatz beträgt entspre- chend den Ausführungen in der Honorarnote für den Fall des Unterliegens Fr. 150.– pro Stunde , was sich ebenfalls als angemessen erweist ( vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Dem Rechtsvertreter ist demnach zu- lasten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1’083.– (inkl. Aus- lagen) zuzusprechen. (Dispositiv nächste Seite) E-3679/2019 Seite 16 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3. Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistandes wird auf Fr. 1'083.– festge- setzt und durch die Gerichtskasse vergütet. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän- dige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Constance Leisinger Kinza Brunner Versand: