<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"> <html> <head> <title>AGVE 2002 61 S.200</title> <meta charset="utf-8"/><meta content="text/html; charset=utf-8" http-equiv="CONTENT-TYPE"/> <meta content="Weblaw - www.weblaw.ch" name="Publisher"/> </head> <body> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Verwaltungsgericht</span> <span class="page_no">200</span></div> <div class="page" id="S1"> <div role="main"><br/> [...]<br/> <br/> <span class="ft2"><b>61</b></span> <span class="ft2"><b>Einweisung zur Untersuchung; Abklärungsauftrag; Zwangsmassnahmen</b></span><br/> <span class="ft2"><b>grundsätzlich nicht zulässig.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>wird eine Einweisung zur Untersuchung angeordnet, ist das Ergebnis</b></span><br/> <span class="ft2"><b>der Untersuchung der Einweisungsbehörde sofort mitzuteilen, damit</b></span><br/> <span class="ft2"><b>diese die definitive Anstaltsunterbringung oder die Entlassung des Be-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>troffenen verfügt.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>Einweisung zur Untersuchung nur mit konkretem Abklärungsauftrag</b></span><br/> <span class="ft2"><b>zulässig.</b></span><br/> <span class="ft2"><b>-</b></span> <span class="ft2"><b>bei einer Einweisung zur Untersuchung steht noch nicht fest, ob die</b></span><br/> <span class="ft2"><b>Voraussetzungen für eine fürsorgerische Freiheitsentziehung gegeben</b></span><br/> <span class="ft2"><b>sind, weshalb Zwangsmassnahmen bei der Einweisung zur Untersu-</b></span><br/> <span class="ft2"><b>chung grundsätzlich nicht zulässig sind.</b></span><br/> <br/> <span class="ft3">Verfügung des Verwaltungsgerichts, 1. Kammer, vom 6. Februar 2002 in</span><br/> <span class="ft3">Sachen F.S. gegen Verfügung des Bezirksarztes L. und Entscheid der Klinik</span><br/> <span class="ft3">Königsfelden.</span><br/> <br/> <span class="ft4"><i>Aus den Erwägungen:</i></span><br/> <br/> <span class="ft1">A. Der Bezirksarzt hat die Zurückbehaltung des Beschwerde-</span><br/> <span class="ft1">führers in der PKK <i>zur Untersuchung</i> angeordnet. Nach § 67d EG</span><br/> <span class="ft1">ZGB ist eine Einweisung (oder Zurückbehaltung) zur Untersuchung</span><br/> <span class="ft1">möglich, wenn genügend objektive Anhaltspunkte vorliegen, wonach</span><br/> <span class="ft1">eine fürsorgerische Freiheitsentziehung überhaupt ernsthaft in</span><br/> <span class="ft1">Betracht kommt. Im Weiteren ist erforderlich, dass der für die Ein-</span><br/> <span class="ft1">weisung zuständigen Behörde noch wesentliche Grundlagen für</span><br/> <span class="ft1">einen definitiven Einweisungsentscheid fehlen, dass die Klinik über</span><br/> <span class="ft1">das notwendige Fachwissen verfügt, um die verlangte Untersu-</span><br/> <span class="ft1">chung/Abklärungen vorzunehmen, und dass die Untersuchung nicht</span><br/> <span class="ft1">ambulant durchgeführt werden kann (AGVE 1983, S. 108 ff.; 1984,</span><br/> <span class="ft1">S. 216 f.; 1995, S. 248). Die Untersuchung muss möglichst zügig</span><br/></div> </div> <div class="header"><span class="year">2002</span> <span class="title">Fürsorgerische Freiheitsentziehung</span> <span class="page_no">201</span></div> <div class="page" id="S2"> <div role="main"><br/> <span class="ft1">durchgeführt werden (§ 67d Abs. 3 EG ZGB; AGVE 1989, S. 186),</span><br/> <span class="ft1">das Ergebnis der Untersuchung ist der Einweisungsbehörde sofort</span><br/> <span class="ft1">mitzuteilen und diese hat darauf unverzüglich entweder die definitive</span><br/> <span class="ft1">Anstaltsunterbringung zu verfügen oder den Betroffenen zu entlassen</span><br/> <span class="ft1">(AGVE 1984, S. 217; 1994, S. 351).</span><br/> <span class="ft1">B. Welche Grundlagen der Einweisungsbehörde noch fehlen,</span><br/> <span class="ft1">kann nur diese selbst bestimmen. Sie muss deshalb bei einer Einwei-</span><br/> <span class="ft1">sung zur Untersuchung genau und eindeutig festhalten, was zu unter-</span><br/> <span class="ft1">suchen bzw. abzuklären ist (AGVE 1994, S. 351). Ohne einen kon-</span><br/> <span class="ft1">kreten Abklärungsauftrag an die PKK ist die Einweisung zur Unter-</span><br/> <span class="ft1">suchung unvollständig und muss aus diesem Grund aufgehoben</span><br/> <span class="ft1">werden. Allerdings ist es sachgerecht, der Einweisungsbehörde</span><br/> <span class="ft1">zunächst eine kurze Frist zur Verbesserung einzuräumen.</span><br/> <span class="ft1">C. Zwangsmassnahmen dürfen nur im Rahmen einer fürsorgeri-</span><br/> <span class="ft1">schen Freiheitsentziehung angeordnet und vorgenommen werden</span><br/> <span class="ft1">(§ 67 e</span><span class="ft5"><sup>bis</sup></span> <span class="ft1">Abs. 3 EG ZGB). Bei einer Einweisung zur Untersuchung</span><br/> <span class="ft1">steht gerade noch nicht fest, ob die Voraussetzungen für eine (de-</span><br/> <span class="ft1">finitive) fürsorgerische Freiheitsentziehung und damit für eine</span><br/> <span class="ft1">Zwangs<i>behandlung</i> gegeben sind. Dies spricht dagegen, Zwangs-</span><br/> <span class="ft1">massnahmen auch bei einer Einweisung zur Untersuchung als zuläs-</span><br/> <span class="ft1">sig zu erachten. Vielmehr bleiben die Möglichkeiten der PKK - wie</span><br/> <span class="ft1">auch sonst, wenn sich Personen in der Klinik befinden, ohne dass</span><br/> <span class="ft1">bereits eine fürsorgerische Freiheitsentziehung verfügt wurde - auf</span><br/> <span class="ft1">die Anordnung von Notfallmassnahmen beschränkt.</span><br/> <br/></div> </div> </body> </html>