B u n d e s v e rw a l t u n g s g e r i ch t T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i f f éd é r a l T r i b u n a l e am m i n i s t r a t i vo f e d e r a l e T r i b u n a l ad m i n i s t r a t i v fe d e r a l Abteilung IV D-3851/2019 U r t e i l v o m 2 0 . A u g u s t 2 0 1 9 Besetzung Einzelrichter Simon Thurnheer, mit Zustimmung von Richter Jürg Marcel Tiefenthal; Gerichtsschreiberin Bettina Hofmann. Parteien A._______, geboren am (…), Nordmazedonien, vertreten durch MLaw Vera Pozzy, Rechtsanwältin, Anwaltsbüro Landmann, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Migration (SEM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung (verkürzte Beschwerdefrist); Verfügung des SEM vom 24. Juli 2019 / N (…). D-3851/2019 Seite 2 Sachverhalt: A. A.a Die Beschwerdeführerin gelangte eigenen Angaben zufolge am 2. Februar 2019 in die Schweiz, wo sie am 19. Februar 2019 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl nachsuchte. Dort nahm das SEM am 8. März 2019 ihre Personalien auf und befragte sie zu ihrem Reiseweg sowie summarisch zu ihren Asylgründen (Befragung zur Person [BzP]). Am 14. Juni 2019 fand die vertiefte Anhörung statt. A.b Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, sie sei nordmazedonische Staatsangehörige, ethnische Albanerin und stamme aus C._______. Am 29. September 2018 sei ihr Vater D._______ im Zentrum von C._______ erschossen worden. Die drei Brüder ihres Vaters seien innerhalb der letz- ten (…) Jahre ebenfalls erschossen worden. Der Staat habe nichts unter- nommen, um diese Verbrechen aufzuklären. Sie wisse nicht, wer für diese Anschläge verantwortlich sei. Eventuell seien auch behördliche Vertreter involviert gewesen. Das Auto, aus dem ihr Vater erschossen worden sei, habe ein polizeiliches Autoschild getragen. Nach dem Tod ihres Vaters sei sie mit dessen Auto zur Universität gefahren und von Unbekannten zwei- mal hintereinander observiert worden. Sie habe Angst gehabt, von diesen Leuten angegriffen zu werden. In der Folge sei sie jeweils von ihrer Mutter zur Universität gefahren worden. Ausserdem habe vonseiten ih rer Ver- wandten erheblicher Druck auf die Familie bestanden, für die Ermordung ihres Vaters und dessen Br üder Rache zu üben. Aufgrund der Vorkomm- nisse sei sie auf psychiatrische Hilfe angewiesen gewesen. Vor diesem Hintergrund habe sie sich zur Ausreise entschlossen und Nordmazedonien – zusammen mit ihrer Mutter E._______ und ihren drei jüngeren Geschwis- tern (N […]) – am 2. Februar 2019 verlassen. A.c Zum Beleg ihrer Identität reichte sie ihren Reisepass, ihre Identitäts- karte sowie eine Kopie ihres Führerausweises zu den Akten. A.d Als Beweismittel reichte sie einen Arztbericht aus C._______ vom 20. Dezember 2018 und eine Kopie einer Bestätigung des Innenministeri- ums der Republik Nordmazedoniens vom 13. November 2018 betreffend den Tod von D._______ (jeweils inkl. Übersetzung) ein. Ausserdem wies sie anlässlich der Anhörung auf drei Internet-Links ([…]) hin. Im Nachgang zur Anhörung liess das SEM die im Anhörungsprotokoll auf- geführten Internet -Links am 9. Juli 2019 übersetzen (vgl. Akten der Vo- rinstanz im Dossier N […], A18/3). Das mit dem ersten Link verbundene D-3851/2019 Seite 3 Video gebe die Sendung namens «(…)» auf dem Fernsehsender « (…)» vom 7. Oktober 2018 wieder, während das Video in Link zwei eine Vor- schau auf die Sendung in Link eins zeige und im Vergleich zu dieser keine zusätzlichen Informationen enthalte. Sodann könne das Video im dritten Link aufgrund einer Fehlermeldung nicht g eöffnet werden. Die somit im Vordergrund stehende Sendung von Link eins rekonstruiere im Wesentli- chen die Vorfälle rund um den Mord am Vater der Beschwerdeführerin und diejenigen an dessen Brüdern. Ausserdem zeige die Sendung die offen- kundig engen Verbindu ngen zwischen organisierter Kriminalität und den Behörden sowie der Politik. Die Sendung sehe für den Mord am Vater der Beschwerdeführerin verschiedene mögliche Motive: (1) Der Vater sei wo- möglich ein Informant der nordmazedonischen Behörden gewesen, denn in der Zeit vor dessen Ermordung seien verschiedene Angehörige des ver- feindeten «Mafia-Clans» festgenommen worden. (2) Der Vater habe sich im Umfeld der organisierten Kriminalität bewegt, insbesondere im Drogen- handel, und habe die Revier-Ansprüche der verfeindeten «Mafia-Gruppe» verletzt. (3) Es handle sich um eine Blutrache oder ähnliches (ohne genau- ere Hintergründe). B. Mit Verfügung vom 24. Juli 2019 – frühestens eröffnet am 25. Juli 2019 – stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlin gseigen- schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Weiter verfügte es die Aus- händigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdeführerin. C. Mit Eingabe ihr er Rechtsvertreterin vom 30. Juli 2019 (Datum des Post- stempels) erhob die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, ihre Flüchtlingseigenschaft sei festzustellen und ihr sei Asyl z u gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit bezie- hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hin- sicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbei- ständin sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. D-3851/2019 Seite 4 Der Beschwerde beigelegt waren die angefochtene Verfügung, eine Kopie der Sendungsverfolgung der Schweizerischen Post , eine Vollmacht vom 26. Juli 2019, das Protokoll der BzP sowie der Anhörung betreffend die Mutter E._______, eine Kopie der Übersetzung der im Anhörungsprotokoll aufgeführten Internet-Links durch die Vorinstanz vom 9. Juli 2019 und der Bericht «Auskunft der SFH -Länderanalyse, Albanien: Blutrache» vom 13. Juli 2016, wobei die Nachreichung einer Bescheinigung der Fürsorge- abhängigkeit in Aussicht gestellt wurde. D. Die vorinstanzlichen Akten trafen am 2. August 2019 beim Bundesverwal- tungsgericht ein (aArt. 109 Abs. 1 AsylG [SR 142.31]). E. Mit Schreiben vom 31. Juli 2019 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Beschwerde. F. Mit Eingabe vom 31. Juli 2019 wurde beim Bundesverwaltungsgericht die Fürsorgebestätigung nachgereicht. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des Asylgesetzes (AS 2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 1.2 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei- lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie- gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Die Beschwer- deführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 1.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat das vorliegende Verfahren mit der ebenfalls am Bundesverwaltungsgericht hängigen Beschwerde der Mutter D-3851/2019 Seite 5 der Beschwerdeführerin (vgl. D -3855/2019) koordiniert. Beide Fälle wer- den durch dasselbe Spruchgremium beurteilt und die Befragungsprotokolle beider Asylverfahren jeweils auch für das konnexe Verfahren berücksich- tigt. 2. Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus- länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 3. Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei- ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste- hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel ver- zichtet. 4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund- sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali- tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be- gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausge setzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken ; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nach weisen oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge- geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa- chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). D-3851/2019 Seite 6 5. 5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der Bundesrat habe Nordmazedonien als verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG be- zeichnet. Entsprechend bestehe die gesetzliche Regelvermutung, dass asylrelevante staatliche Verfolgung nicht stattfinde und Schutz vor nicht- staatlicher Verfolgung gewährleistet sei. Die Beschwerdeführerin vermöge diese Regelvermutung nicht umzustossen. So sei zwar grundsätzlich nicht in Zweifel zu ziehen, dass das zentrale Vorbringen betreffend de n ver- gleichsweise gut dokumentierten Mord an ihrem Vater zutreffe. Es g ebe aber vorliegend keine greifbaren Indizien für die Annahme, dass in abseh- barer Zeit auf sie oder ihre Familie Übergriffe von Behördenvertretern oder Dritten verübt würden. Wie sie selbst ausgeführt habe, wisse sie nicht, wer einen allfälligen Übergriff auf sie und ihre Familie verüben könnte. Es fehle sowohl ein Motiv als auch ein konkreter Anhaltspunkt für die Annahme ei- nes bevorstehenden Übergriffs. Sie weise zwar auf Nachstellungen auf dem Weg zur Universität hin. Daraus lasse sich aber nicht auf eine unmit- telbare Gefährdung ihrerseits und der ganzen Familie schliessen. Immer- hin habe es nach diesen Vorfällen und nachdem man dazu übergegangen sei, sie jeweils zur Universität zu begleiten, keine solchen Observationen mehr gegeben. Es g ebe insbesondere auc h keine konkreten Anhalts- punkte dafür, dass die erwähnten Nachstellungen seitens der Behörden gesteuert oder unterstützt worden wären. Auch seien keine ausreichenden Indizien dafür vorhanden, dass die Behörden im Falle eines Übergriffs auf eine Anzeige hin nicht schutzwillig gewesen wären. Gestützt auf die Sen- dung auf dem Fernsehsender «(…)» vom 7. Oktober 2018 bestünden zwar Hinweise darauf, dass bei der Ermordung ihres Vaters die Behörden in ge- wisser Weise den notwendigen Schutz nicht gewährlei stet und das Delikt nicht in ausreichender Weise strafrechtlich verfolgt hätten. Wie aber aus der Sendung ebenfalls hervorgehe, lägen erhebliche Indizien für die An- nahme vor, dass ihr Vater gemeinsam mit Behördenvertretern in illegale Machenschaften verwickelt gewese n und mit einiger Wahrscheinlichkeit aus diesem Grund getötet worden sei. Damit sollten womöglich bestimmte hochrangige Behördenvertreter geschützt werden. Sodann dürften ähnli- che Gründe für die Untätigkeit der Behörden bei der Aufklärung der Morde an den Brüdern ihres Vaters vorliegen. Da sie mit den Machenschaften ih- res verstorbenen Vaters nichts zu tun gehabt und auch keine Informationen über dessen kriminelle Aktivitäten habe, g ebe es offenkundig auch keine D-3851/2019 Seite 7 nachvollziehbaren Gründe für die Annahme, dass sie selber Ziel von ge- walttätigen Übergriffen werden könnte. Die Tatsache, dass das Auto ihres Vaters, mit welchem sie jeweils zur Universität gefahren sei, vorüberge- hend observiert worden sei, erstaune nicht. Die Täter und ihre Komplizen dürften ein Inte resse daran gehabt haben , zu wissen, wer das Auto des Opfers fährt, allenfalls auch nur zur Überprüfung, ob beim Anschlag der Anvisierte auch tatsächlich getötet worden sei. Hinsichtlich des Vorbrin- gens, wonach ihre Verwandten auf Blutrache drängten, sei f estzuhalten, dass das Ziel einer solchen Tat fehle. Und sollte der Fall irgendwann wider Erwarten dennoch aufgeklärt werden, so wäre die Familie nicht automa- tisch dazu gezwungen, eine solche Tat auszuführen. Auch wenn es nur verständlich sei, dass ihre Mutter die Familie durch den Wegzug aus dem Heimatstaat vor einer solchen Tat habe schützen wollen, so entspreche dieses Vorbringen für sich genommen nicht Art. 3 AsylG. Ferner sei das Szenario, dass sie und ihre Familie Ziel einer Blutrache werden könnten, schon alleine vor dem Hintergrund des lokalen Kontextes weitgehend un - denkbar. Frauen und Kinder seien im Zusammenhang von (Blut -)Rache nur schon wegen des spezifischen, auf den Kanun zurückgehenden Ehr- begriffs als Ziel einer möglichen Rache ausgenommen. Insgesamt sei da- rauf hinzuweisen, dass die Schutzfähigkeit der nordmazedonischen Behör- den insgesamt als gegeben zu erachten sei. Denkbar wäre allenfalls, dass Personen mit albanischer Ethnie in Nordmazedonien nicht den gleichen Schutz erhielten wie Personen der slawischen Mehrheitsethnie, was aber nicht zutreffe. Angehörige der ethnischen Minderheit der Albaner seien in Nordmazedonien nicht generell verfolgt oder in einem asylrelevanten Aus- mass diskriminiert (vgl. Urteil des BVGer D-4061/2014, E. 6.4). Schliess- lich bleibe festzuhalten, dass bei ihr und ihrer Familie – im Unterschied zu ihrem verstorbenen Vater – keine nachvollziehbaren Gründe vorhanden seien, weshalb der Schutzwille und die Schutzfähigkeit der nordmazedoni- schen Behörden eingeschränkt sein sollte. 5.2 Die Beschwerdeführerin brachte in ihrer Rechtsmitteleingabe hierge- gen im Wesentlichen vor, bei einer Rückkehr in ihr Heimatland würden ihr in mehrfacher Hinsicht ernsthafte Nachteile drohen. Vonseiten der Verant- wortlichen an der Ermordung ihres Vaters best ehe eine Gefährdung an Leib und Leben. Sie habe zu befürchten, gleich wie ihr Vater Ziel eines Tötungsdeliktes oder einer anderen schweren Gewalttat zu werden. Ent- gegen den Ausführungen der Vorinstanz könnten heutzutage auch Frauen und Kinder Blutfehden zum Opfer fallen. Dies werde beispielsweise im Be- richt «Auskunft der SFH-Länderanalyse, Albanien: Blutrache» vom 13. Juli 2016 festgehalten. Die Vorinstanz lasse sodann ausser Acht, dass nicht D-3851/2019 Seite 8 bloss ein Familienangehöriger, sondern sämtliche Brüder väterlich erseits ermordet worden seien, was die Bedrohungslage umso akuter erscheinen lasse. Dieselbe Schlussfolgerung lasse sich aus der Tatsache ziehen, dass alle vier Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt und die Täter nicht gefasst seien. Weiter sei darauf hinzuweisen, dass von den drei anderen ermorde- ten Brüdern ihres Vaters lediglich einer eine Familie gehabt habe, welche sich genauso fürchte und seit mehr als (…) Jahren kaum das Haus ver- lasse. Nicht zuletzt lasse die Verfolgung auf dem Weg zur Universität deut- lich auf eine konkrete Gefährdung schliessen. Es sei erstellt, dass die Er- mordung ihres Vaters kurz nach dem Vorfall in den Medien verbreitet wor- den sei. Vor diesem Hintergrund mache es keinen Sinn, dass die Täter durch das Observieren riskiert hätten, er kannt zu werden, wenn sie statt- dessen einfach die Medien hätten konsultieren können. Sodann drohe ih r auch aus den eigenen Kreisen die Gefahr eines unerträglichen psychi- schen Druckes. Infolge der Tötung ihres Vaters sei sie in der Tradition der albanischen Kultur zur einer Blutrache an der Täterfamilie verpflichtet. Ein Traditionsbruch werde von ihrem Umfeld im Heimatland nicht toleriert. Der Sohn des verstorbenen Schwagers habe ihr und ihrer Mutter bereits mehr- mals gedroht, die Familie in der Schweiz zu ho len und zwecks Ausübung der Blutrache gewaltsam nach Nordmazedonien zu bringen. Schliesslich seien zahlreiche Hinweise dafür vorhanden, dass der nordmazedonische Staat entgegen der Regelvermutung im vorliegenden Fall – wie bereits bei der Ermordung ihres Vaters – entweder nicht in der Lage oder nicht gewillt sei, sie ausreichend zu schützen. Ein Grund hierfür könne durchaus in der Tatsache liegen, dass sie der albanischen Minderheitsethnie angehöre. Sowohl der Grund für die Gefährdung aus den eigenen Kreise n als auch der fehlende Schutz vonseiten der Behörden stehe somit in Zusammen- hang mit der albanischen Ethnie und sei demnach asylrelevant. Betreffend den Wegweisungsvollzug führte die Beschwerdeführerin so- dann aus, dass diesem die völkerrechtliche Verpflichtung nach Art. 3 EMRK entgegenstehen würde, nachdem sie die Voraussetzungen der Zuerken- nung der Flüchtlingseigenschaft erfülle. Entgegen der Annahme der Vo- rinstanz erweise sich eine Rückkehr nach Nordmazedonien auch aufgrund fehlender Aussicht auf soziale und berufliche Wiedereingliederung sowie akuter Gefährdung des psychischen Zustands als unzumutbar. 6. 6.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Seitens der Beschwerdeführerin D-3851/2019 Seite 9 wird eine Verletzung der Abklärungspflicht sowie der Pflicht zur vollständi- gen und richtigen Abklärung des Sachverhalts gerügt. Sie bringt vor, es sei unverständlich, weshalb die Vorinstanz ihrer Aussage und derjenigen ihrer Mutter, dass ihnen verschiedene Verwandte und Bekannte gesagt hätten, sie seien in Gefahr und es sei die «Ausrottung» der ganzen Familie ge- plant, nicht nachgegangen sei. Die Vorinstanz wäre insbesondere gehalten gewesen, entsprechende Abklärungen über die Schweizerische Botschaft in Nordmazedonien in Auftrag zu geben, um sich ein umfassendes Bild von der Bedrohungssituation zu verschaffen. 6.2 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den Sachverhalt von Amtes wege n fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter- lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist sie, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt oder nicht alle für di e Entscheidung wesentlichen Sa- chumstände berücksichtigt hat (vgl. dazu CHRISTOPH AUER/ANJA MARTINA BINDER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 12 N 16). 6.3 Die Rüge der Verletzung der Untersuchungspflicht ist unbegründet. Die Vorinstanz hatte gestützt auf die Vorbringen keinen Anlass, weitere Abklä- rungen – so zum Beispiel eine Botschaftsabklärung – vorzunehmen. Fer- ner spricht alleine der Umstand, dass die Vorinstanz zu einer anderen Wür- digung der Vorbringen und eingereichten Beweismitteln gelangt, als von der Beschwerdeführerin verlangt, nicht für eine ungenügende Sachver- haltsfeststellung. Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, den angefochtenen Entscheid aus formellen Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der entsprechende Eventualantrag ist abzu- weisen. 7. 7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – zum Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermögen. Auf die betreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung (vgl. oben E. 5.1; Verfügung des SEM vom D-3851/2019 Seite 10 24. Juli 2019, Ziff. II) kann mit nachfolgenden Ergänzungen verwiesen wer- den. Die eingereichten Beweismittel und die Ausführungen auf Beschwer- deebene führen zu keiner anderen Betrachtungsweise. 7.2 Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, hat der Bundesrat Nordmaze- donien als verfolgungssicheren Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG bezeichnet (vgl. dazu Anhang 2 der Asylverordnung 1 vom 11. Au- gust 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Die Bezeichnung eines Staates als "Safe Country" beinhaltet die Regelvermutung, dass eine flüchtlingsrecht- lich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht stattfindet und der behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung gewährleistet ist. Es handelt sich da- bei um eine relative Verfolgungssicherheit. Im Einzelfall kann die besagte Regelvermutung somit aufgrund konkreter und substanziierter Hinweise umgestossen werden, wobe i die Beweislast des Gegenteils der asylsu- chenden Person obliegt (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.3). Die Beschwerdeführerin vermag mit ihren Vorbringen die vorgenannte Re- gelvermutung (Fehlen staatlicher Verfolgung und Gewährleistung von Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung in Nordmazedonien) nicht umzu- stossen. Konkrete Anhaltspunkte für eine objektiv be gründete Furcht vor einer Verfolgung der Beschwerdeführerin asylbeachtlichen Ausmasses im Sinne von Art. 3 AsylG durch Behördenvertreter liegen aufgrund der Akten- lage nicht vor. Auch für die Befürchtung der Beschwerdeführerin, ihr könnte die Blutrache drohen, liegen keine substanziierten Hinweise vor. Der Voll- ständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass es einer privaten Familien- fehde ohnehin am Erfordernis der flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol- gungsmotivation gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG fehlen würde. Schliesslich vermag die Beschwerdeführerin auch mit dem geschilderten Nachteil sei- tens der eigenen Familie (Druck zur Verübung der Blutrache) nicht die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, da es sich bei diesem Vorbringen nicht um flüchtlingsrechtlich rel evant motivierte Asylgründe im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG handelt. Im Übrigen liegen keine konkreten Hinweise für eine Schutzverweigerung oder Schutzunfähigkeit der nordmazedoni- schen Behörden vor. Die Beschwerdeführerin hat nicht erwähnt, je den Ver- such unternommen zu haben, Schutz bei den lokalen Behörden zu erlan- gen (vgl. A10/14, F81). Damit hat sie die Schutzsuche in Nordmazedonien offensichtlich nicht ausgeschöpft, wozu sie jedoch gehalten gewesen wäre. Aufgrund der Subsidiarität des Asyls hätte sie sich an die zuständigen Be- hörden in Nordmazedonien wenden müssen, bevor sie in der Schweiz um Schutz ersucht hat. Auch mit dem pauschalen Vorbringen, dass Personen albanischer Ethnie in Nordmazedonien tendenziell nicht denselben Schutz D-3851/2019 Seite 11 erhielten wie Person en der slawischen Mehrheitsethnie, vermag die Be- schwerdeführerin die beschriebene Regelvermutung der bestehenden Schutzfähigkeit und -willigkeit der nordmazedonischen Behörden nicht um- zustossen. Alleine der Umstand, dass möglicherweise Behördenmitglieder in den Mord ihres Vaters verwickelt sind, lässt noch nicht auf einen fehlen- den Schutzwillen des nordmazedonischen Staates schliessen. 7.3 Die Vorinstanz hat demzufolge die Flüchtlingseigenschaft der Be- schwerdeführerin zu Recht verneint und das Asylgesuch folgerichtig abge- lehnt. 8. 8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt es in der Regel die Wegw eisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei lung einer sol- chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet ( vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 9. 9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflicht ungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 9.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem D-3851/2019 Seite 12 Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri- gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da- rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge- fährdung nachzuweise n oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver- fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs- sig. Sodann ergeben sich – entgegen den Beschwerdevorbringen – weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine kon- krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behand lung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 9.2.3 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-D-3851/2019 Seite 13 grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me- dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 9.3.1 Nachdem Nordmazedonien als verfolgungssicherer Staat gemäss Art. 6a Abs. 2 AsylG gilt, in welchem weder eine Situation von Krieg, Bür- gerkrieg noch allgemeiner Gewalt herrscht, ist in konstanter Praxis von der generellen Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs auszugehen. Auch in individueller Hinsicht sind keine Gründe ersichtlich, welche eine Wegwei- sung als unzumutbar erscheinen liessen. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, kommt der Beschwerdeführerin ihre gute Schulbildung beim Aufbau einer neuen wirtschaftlichen Existenz entgegen (vgl. A6/11, Ziff. 1.17.04). Überdies leben im Heimatstaat noch verschiedene Ver- wandte, die ihr bei der Reintegration behilflich sein könnt en (vgl. A10/14, F8, F16, F22). Im Weiteren steht es der Beschwerdeführerin angesichts der in Nordmazedonien bestehenden medizinischen Infrastruktur und des Umstandes, dass für rückkehrende Asylsuchende der Zugang zur kosten- freien Gesundheitsfürsorge gewäh rleistet ist, offen, sich in ihrer Heimat weiterbehandeln zu lassen (vgl. bspw. Urteil des BVGer D-5796/2017 vom 23. Februar 2018). 9.3.2 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung eben- falls als zumutbar. 9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi- gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei- sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 10. Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt , den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so- wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. D-3851/2019 Seite 14 11. Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, wes- halb sich der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus- ses als gegenstandslos erweist. 12. 12.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzuweisen, da die Begehren, wie sich aus den vorstehenden Erwägun- gen ergibt, als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Vorausset- zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der Bedürftigkeit der Be- schwerdeführerin – nicht erfüllt sind. Folglich ist auch das Gesuch um un- entgeltliche Rechtsverbeiständung abzuweisen. 12.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge- samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs- gericht [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite) D-3851/2019 Seite 15 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer- legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Simon Thurnheer Bettina Hofmann Versand: